Emanuel von Swedenborg Über das Erste und Zweite Buch Mose. Das Erste Buch Mose [Vorrede] 1. Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 11. Kapitel 12. Kapitel 13. Kapitel 14. Kapitel 15. Kapitel 16. Kapitel 17. Kapitel 18. Kapitel 19. Kapitel 20. Kapitel 21. Kapitel 22. Kapitel 23. Kapitel 24. Kapitel 25. Kapitel 26. Kapitel 27. Kapitel 28. Kapitel 29. Kapitel 30. Kapitel 31. Kapitel 32. Kapitel 33. Kapitel 34. Kapitel 35. Kapitel 36. Kapitel 37. Kapitel 38. Kapitel 39. Kapitel 40. Kapitel 41. Kapitel 42. Kapitel 43. Kapitel 44. Kapitel 45. Kapitel 46. Kapitel 47. Kapitel 48. Kapitel 49. Kapitel 50. Kapitel * Die himmlischen Geheimnisse, die in der Heiligen Schrift oder im Wort des Herrn aufgedeckt worden, sind enthalten in der Auslegung, die der innere Sinn des Wortes ist; über die Beschaffenheit dieses Sinnes sehe man nach, was von ihm aus der Erfahrung gezeigt worden ist: Nr. 1767-1777, 1869-1879; und überdies im Zusammenhang Nr. 1-5, 64, 65, 66, 167, 605, 920, 937, 1143, 1224, 1404, 1405, 1408, 1409, 1502, 1540, 1659, 1756, 1783, 1807. Die wunderbaren Dinge, die gesehen worden in der Geisterwelt und im Himmel der Engel, sind jedem Kapitel vorausgeschickt und angehängt worden; in diesem ersten Teile: 1. Von der Auferweckung des Menschen von den Toten und seinem Eingang in das ewige Leben: Nr. 168-181. 2. Von des Auferweckten Eingang in das ewige Leben: Nr. 182-189. 3. Fortsetzung vom Eingang des Menschen ins ewige Leben: Nr. 314-319. 4. Wie die Seele des Menschen oder sein Geist dann beschaffen ist: Nr. 320-323. 5. Einige Beispiele von Geistern, wie sie bei Leibesleben über die Seele oder den Geist gedacht haben: Nr. 443-448. 6. Vom Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 449-459. 7. Fortsetzung von dem Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 531-546. 8. Fortsetzung von dem Himmel und der himmlischen Freude: Nr. 547-553. 9. Von den Gesellschaften, die den Himmel bilden: Nr. 684-691. 10. Von der Hölle: Nr. 692-700. 11. Von den Höllen derer, die in Haß, Rache und Grausamkeit ihr Leben zugebracht haben: Nr. 814-823. 12. Von den Höllen derer, die in Ehebruch und Geilheit ihr Leben zugebracht haben; dann von den Höllen der Ränkevollen und der Zauberinnen (Praestigiatricum): Nr. 824-831. 13. Von den Höllen der Geizigen, und von dem unsauberen Jerusalem und den Räubern in der Wüste; dann von den unflätigen Höllen derer, die in lauter Wollüsten gelebt haben: Nr. 938-946. 14. Von anderen Höllen, die von den früheren verschieden sind: Nr. 947-970. 15. Von den Abödungen: Nr. 1106-1113. 16. Von der Ältesten Kirche, die Mensch oder Adam genannt wurde: Nr. 1114-1129. 17. Von den Vorsündflutlichen, die untergingen: Nr. 1265-1272.18. Von der Lage des Größten Menschen, dann von dem Ort und der Entfernung im anderen Leben: Nr. 1273-1278. 19. Fortsetzung von der Lage und dem Ort, sowie auch von der Entfernung und Zeit im anderen Leben: Nr. 1376-1382. 20. Von der Wahrnehmung der Geister und Engel und von den Sphären im anderen Leben: Nr. 1383-1400. 21. Fortsetzung von den Wahrnehmungen und von den Sphären im anderen Leben: Nr. 1504-1520. 22. Vom Lichte, in dem die Engel leben: Nr. 1521-1534. 23. Fortsetzung von dem Licht, in dem die Engel leben; und von ihren Paradiesen und Wohnungen: Nr. 1619-1633. 24. Von der Sprache der Geister und Engel: Nr. 1634-1650. 25. Fortsetzung von der Sprache der Geister und deren Verschiedenheiten: Nr. 1757-1764. 26. Von der Heiligen Schrift oder dem Worte, daß es Göttliches in sich schließe, das den guten Geistern und den Engeln offen zutage liegt: Nr. 1767-1777. 27. Fortsetzung von der Heiligen Schrift oder dem Worte: Nr. 1869-1879. 28. Einiges von den Geistern und Engeln im allgemeinen: Nr. 1880-1885. Erstes Buch Mose 1. Daß das Wort des Alten Testaments Geheimnisse des Himmels enthält, und daß alles und jedes (in ihm) eine Beziehung hat auf den Herrn, Seinen Himmel, die Kirche, den Glauben und das was zum Glauben gehört, ersieht kein Sterblicher aus dem Buchstaben; denn aus dem Buchstaben oder dem Sinne des Buchstabens sieht niemand etwas anderes, als daß es im allgemeinen sich beziehe auf das Äußere der jüdischen Kirche, während doch überall ein Inneres ist, das nirgends offen vorliegt im Äußeren, ausgenommen sehr weniges, das der Herr geoffenbart und den Aposteln erklärt hat; wie z.B. daß die Opfer den Herrn bedeuten; das Land Kanaan und Jerusalem den Himmel, daher (dieser) auch genannt wird das himmlische Kanaan und Jerusalem; desgleichen das Paradies. 2. Daß aber alles und jedes, ja das allereinzelnste, bis zum kleinsten Jota, Geistiges und Himmlisches bezeichnet und in sich schließt, darüber ist die Christenheit noch in tiefer Unkunde, daher sie auch das Alte Testament wenig beachtet. Man könnte es jedoch wissen schon aus diesem einzigen Umstand, daß das Wort, weil es des Herrn und vom Herrn ist, überall nicht sich denken ließe, wenn es nicht innerlich solches enthielte, was des Himmels, was der Kirche und was des Glaubens ist, da es sonst nicht Wort des Herrn genannt und auch nicht gesagt werden könnte, daß ihm einiges Leben inwohne. Denn woher sollte das Leben kommen, wenn nicht von dem, was des Lebens ist, d.h., wenn nicht daher, daß alles und jedes sich bezieht auf den Herrn, Der das eigenste Leben ist; daher alles, was nicht inwendig auf Ihn abzielt, nicht lebt, ja welcher Ausdruck im Worte nicht Ihn in sich schließt, oder nach seiner Weise auf Ihn sich bezieht, der ist auch nicht göttlich. 3. Ohne ein solches Leben ist das Wort in Ansehung des Buchstabens tot; es verhält sich nämlich mit dem Worte, wie mit dem Menschen, der, wie in der Christenheit bekannt ist, ein äußerer und ein innerer ist; der äußere Mensch getrennt vom inneren ist der Leib, und somit tot; der innere aber ist es, der lebt und dem äußeren Leben gibt. Der innere Mensch ist seine Seele: so ist das Wort, bloß dem Buchstaben nach genommen, wie ein Leib ohne Seele. 4. Aus dem bloßen Buchstabensinne, wenn man bei ihm stehen bleibt, kann nie ersehen werden, daß er dergleichen enthält, wie z.B. dieses erste von der Genesis. Aus dem Buchstabensinn erkennt man durchaus nichts anderes, als daß gehandelt wird von der Schöpfung der Welt und vom Garten Eden, der das Paradies genannt wird, dann von Adam, als dem erstgeschaffenen Menschen. Wer ahnt wohl etwas anderes? Daß es aber Geheimnisse enthält, die noch nie geoffenbart worden, wird aus dem, was nun folgt hinlänglich klar werden, und zwar, daß das erste Kapitel der Genesis, im inneren Sinn handelt von der neuen Schöpfung des Menschen oder von seiner Wiedergeburt im allgemeinen, von der Ältesten Kirche im besonderen und zwar so, daß nicht das Kleinste eines Wortes ist, das nicht etwas vorbilde, bezeichne und in sich schließe. 5. Daß aber dem so ist, kann kein Sterblicher je wissen, außer aus dem Herrn; daher vorläufig kund werden mag, daß vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn mir (E. Swedenborg) vergönnt worden ist, schon einige Jahre lang fortwährend und ununterbrochen im Umgang mit Geistern und Engeln zu sein, sie reden zu hören, und wieder mit ihnen zu reden; daher staunenswerte Dinge im anderen Leben zu hören und zu sehen gegeben worden, die nie zu eines Menschen Kenntnis, noch in seine Vorstellung gekommen sind. Ich bin dort belehrt worden über die verschiedenen Arten der Geister: über den Zustand der Seelen nach dem Tode; über die Hölle, oder den bejammernswerten Zustand der Ungläubigen; über den Himmel, oder den höchst seligen Zustand der Gläubigen; hauptsächlich aber über die Glaubenslehre, die im gesamten Himmel anerkannt wird; wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, mehreres im Folgenden. * Das 1. Kapitel 1. Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 2. Und die Erde war eine Leere und Öde; und Finsternis auf den Angesichten des Abgrunds. Und der Geist Gottes schwebend über die Angesichte der Wasser. 3. Und Gott sprach, es sei Licht, und es ward Licht. 4. Und Gott sah das Licht, daß es gut; und Gott schied zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis. 5. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte Er Nacht. Und es war Abend, und es war Morgen, der erste Tag. 6. Und Gott sprach, es sei eine Ausbreitung inmitten der Wasser, und sei ein Scheidendes zwischen den Wassern für die Wasser. 7. Und Gott machte die Ausbreitung, und schied zwischen den Wassern, die unter der Ausbreitung, und zwischen den Wassern, die über der Ausbreitung, und es ward so. 8. Und Gott nannte die Ausbreitung Himmel. Und es war Abend, und es war Morgen, der zweite Tag. 9. Und Gott sprach, es sammeln sich die Wasser unter dem Himmel, an einem Ort, und es erscheine das Trockene, und es ward so. 10. Und Gott nannte das Trockene Erde; und die Sammlung der Wasser nannte Er Meere; und Gott sah, daß es gut. 11. Und Gott sprach, es lasse die Erde hervorsprossen zartes Kraut; Kraut, das Samen besamt; den Fruchtbaum, der Frucht bringt, nach seiner Art, in der sein Same, auf der Erde; und es ward so. 12. Und die Erde brachte hervor zartes Kraut; Kraut, das Samen besamt nach seiner Art; und den Baum, der Frucht bringt, in der sein Same, nach seiner Art, und Gott sah, daß es gut. 13. Und es war Abend, und es war Morgen, der dritte Tag. 14. Und Gott sprach, es seien Lichter an der Ausbreitung der Himmel, zu scheiden zwischen dem Tag, und zwischen der Nacht, und sie sollen sein zu Zeichen, und zu bestimmten Zeiten, und zu Tagen und Jahren. 15. Und sie sollen sein zu Lichtern an der Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde, und es ward so. 16. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zu herrschen des Tags, und das kleine Licht zu herrschen des Nachts, und die Sterne. 17. Und Gott setzte sie an die Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde. 18. Und zu herrschen bei Tag, und bei Nacht, und zu scheiden zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis; und Gott sah, daß es gut. 19. Und es war Abend, und es war Morgen, der vierte Tag. 20. Und Gott sprach, es lassen die Wasser hervorwimmeln das Kriechtier, eine lebende Seele; und der Vogel fliege über der Erde, über den Angesichten der Ausbreitung der Himmel. 21. Und Gott schuf die großen Seeungeheuer (Seetiere); und jede lebende kriechende Seele, welche die Wasser hervorwimmeln ließen, nach ihren Arten; und jeden Vogel des Fittichs, nach seiner Art, und Gott sah, daß es gut. 22. Und Gott segnete sie, sprechend, befruchtet und mehret euch, und füllet die Wasser in den Meeren; und der Vogel soll sich mehren auf Erden. 23. Und es war Abend, und es war Morgen, der fünfte Tag. 24. Und Gott sprach, es bringe die Erde hervor die lebende Seele nach ihrer Art; das Tier und was sich regt, und sein Wild der Erde, nach seiner Art, und es ward so. 25. Und Gott machte das Wild der Erde, nach seiner Art; und das Tier nach seiner Art; und alles Kriechende des Bodens nach seiner Art; und Gott sah, daß es gut. 26. Und Gott sprach, lasset uns machen einen Menschen in unser Bild, nach unserer Ähnlichkeit; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, und über den Vogel der Himmel, und über das Tier, und über die ganze Erde, und über alles Kriechende, das kriecht auf der Erde. 27. Und Gott schuf den Menschen in Sein Bild; in das Bild Gottes schuf Er ihn; Mann und Weib schuf Er sie. 28. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde, und machet sie untertan, und herrschet über die Fische des Meeres, und über den Vogel der Himmel, und über alles Lebendige, das kriecht auf der Erde. 29. Und Gott sprach: siehe, Ich gebe euch alles Samen besamende Kraut, das auf den Angesichten der ganzen Erde, und allen Baum, an dem Frucht; der Baum, der Samen besamt, soll euch zur Speise sein.30. Und allem Wild der Erde, und allem Vogel der Himmel, und allem Kriechenden auf der Erde, in dem eine lebende Seele, alles Grüne des Krauts zur Speise; und es ward so. 31. Und Gott sah alles, was Er gemacht, und siehe, (es war) sehr gut. Und es war Abend, und es war Morgen, der sechste Tag.   Inhalt 6. Die sechs Tage oder Zeiten, die ebenso viele aufeinanderfolgende Zustände der Wiedergeburt des Menschen sind, verhalten sich im allgemeinen so: 7. Der erste Zustand ist der, welcher vorausgeht, sowohl von der Kindheit an, als zunächst vor der Wiedergeburt, und wird genannt Leere, Öde und Finsternis. Und die erste Bewegung, welche ist die Barmherzigkeit des Herrn, ist der Geist Gottes schwebend (motitans se) über den Angesichten der Wasser. 8. Der zweite Zustand ist, wenn unterschieden wird zwischen dem, was des Herrn ist, und dem, was des Menschen Eigenes ist. Was des Herrn ist, wird im Worte genannt Überreste, und hier sind es vornehmlich Kenntnisse des Glaubens, die er von Kindheit an erlernt hat. Diese werden verborgen gehalten und liegen nicht offen zu Tage bevor er in diesen Zustand kommt. Dieser Zustand findet heutzutage selten statt ohne Versuchung, Unglück, Betrübnis, die machen, daß das, was des Leibes und der Welt ist, somit das, was Eigenes ist, ruht, und gleichsam stirbt. So wird, was dem äußeren Menschen angehört, getrennt von dem, was dem inneren angehört; im inneren sind die Überreste, die vom Herrn bis zu dieser Zeit und zu diesem Gebrauch verborgen gehalten werden. 9. Der dritte Zustand ist der der Buße. In diesem spricht er aus dem inneren Menschen fromm und demütig und bringt Gutes hervor, wie die Werke der Liebtätigkeit, die jedoch noch unbeseelt sind, weil er meint, (er tue sie) aus sich, und sie werden genannt zartes Kraut, dann Samenkraut, hernach Fruchtbaum. 10. Der vierte Zustand ist, wenn er angeregt wird von der Liebe und erleuchtet vom Glauben. Zuvor sprach er zwar Frommes und brachte Gutes hervor, aber aus dem Zustand der Versuchung und Beängstigung, nicht aus Glauben und Liebtätigkeit. Darum werden jene im inneren Menschen nun angezündet, und heißen die zwei Lichter. 11. Der fünfte Zustand ist, daß er aus dem Glauben spricht, und sich aus ihm im Wahren und Guten bestärkt. Was er alsdann hervorbringt, ist beseelt und wird genannt Fische des Meeres und Vögel der Himmel. 12. Der sechste Zustand ist, wenn er aus dem Glauben, und infolgedessen aus der Liebe Wahres spricht und Gutes tut. Was er jetzt hervorbringt, wird genannt lebende Seele und Tier. Und weil er jetzt anfängt, wie aus dem Glauben, so auch zugleich aus der Liebe zu handeln, wird er ein geistiger Mensch, der Bild genannt wird. Sein geistiges Leben findet Vergnügen und Nahrung in dem, was zu den Kenntnissen des Glaubens, und in dem, was zu den Werken der Liebtätigkeit gehört. Diese heißen seine Speise, und sein natürliches Leben findet Vergnügen und Nahrung in dem, was dem Leib und den Sinnen angehört. Hieraus entsteht ein Kampf, bis daß die Liebe herrscht und er ein himmlischer Mensch wird. 13. Die wiedergeboren werden, kommen nicht alle zu diesem Stand, sondern einige; und zwar der größte Teil heutzutage bloß zum ersten. Einige nur zum anderen, einige zum dritten, vierten, fünften, selten zum sechsten, und kaum jemand zum siebenten.   Innerer Sinn 14. Im Folgenden wird unter dem Herrn einzig verstanden der Welt Heiland Jesus Christus, und Er heißt Herr ohne die übrigen Namen; als Herr wird Er anerkannt und angebetet im gesamten Himmel, weil Er alle Gewalt hat in den Himmeln und auf Erden; Er hat es auch geboten, indem Er sagte: "Ihr heißet Mich Herr, und saget recht daran; denn Ich bin es": Joh.13/13. Auch haben Seine Jünger Ihn nach der Auferstehung Herr genannt. 15. Im gesamten Himmel weiß man auch keinen anderen Vater, als den Herrn, weil Er der Eine ist, wie Er selbst gesagt hat: "Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben; da spricht Philippus: zeige uns den Vater; und spricht zu ihm Jesus: so lange Zeit bin Ich bei euch, und du kennest Mich nicht, Philippus; wer Mich gesehen, hat den Vater gesehen; wie sprichst du denn: zeige uns den Vater; glaubest du nicht, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir ist; glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir": Joh.14/6,8-11. 16. Vers 1: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Anfang wird genannt die älteste Zeit, bei den Propheten hin und wieder die Tage des Altertums, wie auch die Tage der Ewigkeit. Der Anfang schließt auch in sich die erste Zeit, wenn der Mensch wiedergeboren wird, denn alsdann entsteht er von neuem und empfängt Leben. Die Wiedergeburt selbst heißt daher die neue Schöpfung des Menschen. Schaffen, bilden und machen bedeuten beinahe überall in den prophetischen Schriften wiedergebären, mit einem Unterschied, wie bei Jes.43/7: "Jeden, der gerufen ist in Meinem Namen, den habe Ich auch zu Meiner Herrlichkeit geschaffen, ihn gebildet und auch ihn gemacht". Darum wird der Herr genannt Erlöser, Bildner von Mutterleibe, Macher, wie auch Schöpfer z.B. bei Jes.43/15: "Ich Jehovah, euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König". Ps.102/19: "Ein geschaffenes Volk wird loben den Jah". Ps.104/30: "Du sendest Deinen Geist aus, sie werden geschaffen werden, und Du erneuerst die Angesichte des Landes". Daß der Himmel bedeutet den inneren Menschen, und die Erde vor der Wiedergeburt den äußeren, mag aus dem Folgenden ersehen werden. 17. Vers 2: Und die Erde war eine Leere und Öde; und Finsternis auf den Angesichten des Abgrundes, und der Geist Gottes schwebend über die Angesichte der Wasser . Der Mensch vor der Wiedergeburt wird genannt eine leere und öde Erde, auch ein Land, dem nichts Gutes und Wahres eingesät ist. Leer ist, wo nichts Gutes, und öde, wo nichts Wahres ist, daher Finsternis, d.h. Stumpfsinn und Unwissenheit in allem, was zum Glauben an den Herrn und somit zum geistigen und himmlischen Leben gehört; ein solcher Mensch wird beschrieben vom Herrn durch Jerem.4/22,23,25: "Dumm ist Mein Volk, Mich kennen sie nicht; törichte Söhne sind sie, und nicht verständig, weise zum Böses tun, und Gutes zu tun wissen sie nicht; Ich sah hin zur Erde, und siehe, eine Leere und Öde, und zu den Himmel auf, und kein Licht derselben". 18. Die Angesichte des Abgrundes sind seine Begierden und die Falschheiten aus diesen, aus denen und in denen er leibt und lebt. Weil er kein Licht hat, so ist er wie ein Abgrund oder eine dunkle verworrene Masse. Solche heißen auch hin und wieder im Worte Abgründe und Meerestiefen, die ausgetrocknet oder abgeödet werden, ehe der Mensch wiedergeboren wird, wie bei Jes.51/9-11: "Wache auf wie in den Tagen des Altertums, in den Geschlechtern der Ewigkeiten; bist nicht Du es, Der austrocknet das Meer, die Wasser des großen Abgrundes, Der setzt die Tiefen des Meeres zu einem Wege, daß hinübergehen möchten die Erlösten; die Erlösten Jehovahs mögen zurückkehren". Ein solcher Mensch, wenn er aus dem Himmel angesehen wird, erscheint auch wie eine schwarze, leblose Masse. Dieselben Worte schließen im allgemeinen in sich die Abödung des Menschen, wovon bei den Propheten mehreres. Dieselbe geht der Wiedergeburt voraus, denn ehe der Mensch das Wahre wissen und vom Guten angeregt werden kann, ist zu entfernen, was hindert und was widerstreitet. So muß der alte Mensch sterben, ehe denn ein neuer empfangen werden kann. 19. Unter Geist Gottes wird verstanden die Barmherzigkeit des Herrn, von welcher ausgesagt wird, sie schwebe, wie die Henne pflegt über die Eier hin, hier über das, was der Herr beim Menschen verbirgt, und hin und wieder im Wort Überreste genannt wird. Es sind Erkenntnisse des Wahren und Guten, die nicht ans Licht oder an den Tag kommen, ehe das Äußere abgeödet ist. Diese Erkenntnisse werden hier genannt Angesichte der Wasser. 20. Vers 3: Und Gott sprach: Es sei Licht, und es ward Licht . Das erste ist, daß der Mensch zu wissen beginnt, daß das Gute und Wahre etwas Höheres ist. Ganz äußerliche Menschen wissen nicht einmal, was gut und was wahr ist. Denn sie meinen, alles, was Gegenstand der Selbstliebe und Weltliebe ist, sei gut, und meinen, alles, was jene Liebe begünstigt, sei wahr. Sie wissen somit nicht, daß jenes Gute böse ist, und daß jenes Wahre falsch ist. Wenn aber der Mensch von neuem empfangen wird, fängt er zuerst an zu wissen, daß sein Gutes nicht gut ist. Und wenn er noch mehr zum Lichte kommt, daß der Herr ist, und daß der Herr das Gute und Wahre selbst ist. Daß man wissen muß, daß der Herr ist, sagt Er selbst bei Joh.8/24: "Wenn ihr nicht glaubet, daß Ich bin, werdet ihr sterben in euren Sünden". Dann daß der Herr das Gute selbst oder das Leben, und das Wahre selbst oder das Licht und somit, daß kein Gutes und Wahres ist, außer vom Herrn, auch bei Joh.1/1,3,4,9: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Das Licht aber scheinet in der Finsternis. Er war das wahrhaftige Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt". 21. Vers 4,5: Und Gott sah das Licht, daß es gut, und Gott schied zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte Er Nacht . Das Licht heißt gut, weil es vom Herrn kommt, Der das Gute selbst ist. Finsternis ist, was, ehe der Mensch von neuem empfangen und geboren wird, erschien wie Licht, weil das Böse wie Gutes und das Falsche wie Wahres er(scheint), aber es ist Finsternis, und das Eigene des Menschen, das bleibt. Alles, was des Herrn ist, wird dem Tage verglichen, weil es dem Licht angehört, und alles Eigene des Menschen wird der Nacht verglichen, weil es der Finsternis angehört; so häufig im Worte. 22. Vers 5: Und es war Abend, und es war Morgen, der erste Tag . Was der Abend ist, und was der Morgen ist, läßt sich schon aus dem Bisherigen ersehen. Abend ist jeder vorhergehende Zustand, weil er ein Zustand des Schattens oder der Falschheit und des Unglaubens ist. Der Morgen ist jeder folgende Zustand, weil er ein Zustand des Lichtes oder der Wahrheit und der Glaubenserkenntnisse ist. Abend bedeutet im allgemeinen alles was Eigenes des Menschen ist, Morgen aber, was des Herrn ist, wie bei David: 2.Sam.23/2-4: "Der Geist Jehovahs redete in mir, und Seine Rede (war) auf meiner Zunge. Es sprach der Gott Israels, zu mir redete der Fels Israels: Er ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, des Morgens ohne Wolken, wenn vom (Sonnen-) Schein, vom Regen, zartes Kraut aus der Erde (wächst)". Weil es Abend ist, wenn kein Glaube, und Morgen, wenn Glaube ist, so wird das Kommen des Herrn in die Welt der Morgen genannt, und die Zeit, wann Er kommt, wird, weil alsdann kein Glaube ist, der Abend genannt. Dan.8/14,26: "Der Heilige sprach zu mir, bis zum Abend, wenn es Morgen wird, zweitausend und dreihundert". In gleicher Weise wird der Morgen im Worte genommen für jedes Kommen des Herrn, somit ist es ein Wort der neuen Schöpfung. 23. Daß der Tag für die Zeit selbst genommen wird, ist sehr gewöhnlich im Wort, wie bei Jes.13/6,9,13,22: "Nahe ist der Tag Jehovahs. Siehe, der Tag Jehovahs kommt. Ich will den Himmel erschüttern, und erbeben wird die Erde von ihrer Stelle, am Tage der Glut Meines Zorns. Nahe gekommen ist ihre Zeit, und ihre Tage werden nicht verzögert werden". Jes.23/7,15: "In den Tagen des Altertums ist ihr Altertum. Es wird geschehen an jenem Tage, der Vergessenheit wird übergeben werden Tyrus siebzig Jahre, nach den Tagen eines Königs". Weil der Tag für die Zeit (steht), wird er auch für den Zustand derselben Zeit genommen wie bei Jerem.6/4: "Wehe uns, weil sich geneigt hat der Tag, weil sich gedehnt haben die Schatten des Abends", und Jerem.33/20,25: "Wenn ihr vereitelt meinen Bund des Tages, und meinen Bund der Nacht, daß nicht Tag ist, und Nacht zu seiner Zeit". Jerem.Klagel.5/21: "Erneuere unsere Tage, wie vor Alters". 24. Vers 6: Und Gott sprach: Es sei eine Ausbreitung inmitten der Wasser, und sei ein Scheidendes zwischen den Wassern für die Wasser . Nachdem der Geist Gottes oder die Barmherzigkeit des Herrn die Erkenntnisse des Wahren und Guten zutage gefördert und das erste Licht gegeben hat, daß der Herr sei, und daß der Herr das Gute selbst und das Wahre selbst sei, und daß es kein Gutes und Wahres gebe außer vom Herrn, dann scheidet Er zwischen dem inneren und äußeren Menschen, somit zwischen den Erkenntnissen, die bei dem inneren Menschen sind, und dem Wißtümlichen, das Sache des äußeren Menschen ist; der innere Mensch wird genannt die Ausbreitung; die Erkenntnisse, die beim (inneren) Menschen sind, werden genannt die Wasser über der Ausbreitung; und das Wißtümliche des äußeren Menschen wird genannt die Wasser unter der Ausbreitung. Der Mensch, ehe er wiedergeboren wird, weiß nicht einmal, daß es einen inneren Menschen gibt, geschweige denn, was der innere ist, indem er meint, sie seien nicht unterschieden, weil er, ins Fleischliche und Weltliche versunken, auch das, was des inneren Menschen ist, in dasselbe versenkt hat und aus Unterschiedenem ein verworrenes Dunkel gemacht hat; darum heißt es zuerst, es soll sein eine Ausbreitung inmitten der Wasser; dann, sie soll unterscheidend sein für die Wasser zwischen den Wassern. Gleich darauf aber, Vers 7 und 8 also: Und Gott machte die Ausbreitung, und schied zwischen den Wassern, die unter der Ausbreitung, und zwischen den Wassern, die über der Ausbreitung, und es ward so; und Gott nannte die Ausbreitung Himmel. Das andere also, was der Mensch, während er wiedergeboren wird, bemerkt, ist, daß er zu wissen beginnt, es gebe einen inneren Menschen; oder daß, was beim inneren Menschen ist, Gutes und Wahres sei, das allein dem Herrn angehöre; und weil der äußere Mensch, wenn er wiedergeboren wird, von der Art ist, daß er immer noch meint, das Gute, das er tut, tue er aus sich, und das Wahre, das er spricht, spreche er aus sich, und weil er als solcher hierdurch, wie durch Eigenes, vom Herrn angeleitet wird, Gutes zu tun und Wahres zu sprechen, darum geht die Unterscheidung von dem, was unter der Ausbreitung ist, voraus, und folgt jene von dem, was über der Ausbreitung ist, nach. Auch ist es ein himmlisches Geheimnis, daß der Mensch durch (sein) Eigenes, sowohl durch Sinnestäuschungen, als durch Begierden, vom Herrn geführt und gelenkt wird zu dem, was wahr und gut ist, und daß so alle und jegliche Momente der Wiedergeburt vor sich gehen vom Abend zum Morgen, sowie vom äußeren Menschen zum inneren, oder von der Erde zum Himmel; daher nun auch die Ausbreitung oder der innere Mensch der Himmel heißt. 25. Die Erde ausbreiten und die Himmel ausdehnen ist eine gewöhnliche Redensart bei den Propheten, wo von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wird, wie bei Jes.44/24: "So sprach Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleib an: Ich Jehovah mache alles, dehne die Himmel aus allein, breite die Erde aus von Mir selbst". Dann, wo von der Zukunft des Herrn offen gesprochen wird:Jes.42/3,4: "Das zerstoßene Rohr zerbricht Er nicht, und den glimmenden Docht löscht Er nicht aus, zur Wahrheit führt Er aus das Gericht": das ist: die Täuschungen bricht Er nicht und löscht die Begierden nicht aus, sondern lenkt sie zum Wahren und Guten; so folgt auch Jes.42/5: "Gott Jehovah schafft die Himmel und dehnt sie aus; Er breitet aus die Erde und ihre Erzeugnisse, Er gibt Seele dem Volk auf ihr, und Geist den auf ihr Wandelnden". Außerdem auch anderswo mehrmals. 26. Vers 8: Und es war Abend, und es war Morgen, der zweite Tag". Was Abend, was Morgen und was Tag sei, ist früher Vers 5 (gezeigt worden). 27. Vers 9: Und Gott sprach, es sammeln sich die Wasser unter dem Himmel, an einem Ort, und es erscheine das Trockene, und es ward so. Wenn er weiß, daß es einen inneren und einen äußeren Menschen gibt, und daß das Wahre und Gute vom inneren Menschen, oder durch den inneren Menschen zum äußeren vom Herrn einfließt, obwohl es nicht so erscheint, alsdann wird jenes oder die Erkenntnisse des Wahren und Guten, die bei ihm sind, in seinem Gedächtnis aufbewahrt und unter das Wißtümliche eingereiht; denn alles, was dem Gedächtnis des äußeren Menschen eingepflanzt wird, sei es nun natürlich, oder geistig, oder himmlisch, bleibt daselbst als Wißtümliches, und wird vom Herrn hervorgebracht; jene Erkenntnisse sind die Wasser, gesammelt an einem Ort, und werden Meere genannt. Der äußere Mensch selbst aber wird genannt das Trockene, und gleich darauf Erde, gemäß dem, was folgt. 28. Vers 10: Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte Er Meere; und Gott sah, daß es gut. Daß die Wasser die Erkenntnisse und das Wißtümliche bezeichnen, ist sehr gewöhnlich im Worte, somit auch, daß die Meere die Sammlung derselben, wie bei Jes.11/9: "Voll wird sein das Land von der Erkenntnis Jehovahs, wie die Wasser das Meer bedecken". Jes.19/5,6, wo vom Mangel der Erkenntnisse und des Wißtümlichen gehandelt wird: "Versiegen werden die Wasser vom Meer, und der Strom wird vertrocknen und dürr werden, und zurücktreten werden die Flüsse". Haggai 2/6,7, wo von einer neuen Kirche: "Ich bewege die Himmel und die Erde, und das Meer und das Trockene; und Ich will bewegen alle Völkerschaften, und es wird kommen das Ersehnte aller Völkerschaften, und Ich will erfüllen dieses Haus mit Herrlichkeit". Und vom wiederzugebärenden Menschen bei Sach.14/7,8: "Und es wird sein jener eine Tag, bekannt ist er Jehovah, nicht Tag und nicht Nacht, und es wird geschehen, zur Zeit des Abends wird Licht sein und es wird geschehen an jenem Tage, ausgehen werden lebendige Wasser von Jerusalem, ein Teil derselben dem östlichen Meere zu, und ein Teil derselben dem hinteren Meere zu". Ps.69/35, wo beschrieben wird der abgeödete Mensch, der wiedergeboren werden soll und den Herrn anbeten wird: "Jehovah verachtet Seine Gebundenen nicht, loben werden Ihn die Himmel und die Erde, die Meere und alles Kriechende in ihnen". Daß die Erde ein Behältnis bedeute, bei Sach.12/1: "Jehovah dehnt aus die Himmel, und gründet die Erde, und bildet den Geist des Menschen in seine Mitte". 29. Vers 11, 12: Und Gott sprach, es lasse die Erde hervorsprossen zartes Kraut; Kraut, das Samen besamt; den Fruchtbaum, der Frucht bringt nach seiner Art, in der sein Same, auf der Erde; und es ward so. Und die Erde brachte hervor zartes Kraut; Kraut, das Samen besamt, nach seiner Art; und den Baum, der Frucht bringt, in der sein Same, nach seiner Art, und Gott sah, daß es gut . Wenn die Erde, d.h. der Mensch, so zubereitet ist, daß er vom Herrn den himmlischen Samen aufnehmen und etwas Gutes und Wahres hervorbringen kann, so läßt der Herr zuerst hervorsprossen etwas Zartes, das genannt wird zartes Kraut, dann etwas Nützlicheres, das sich wiederum Samen schafft, und genannt wird Kraut, das Samen besamt. Endlich etwas Gutes, das sich befruchtet und genannt wird Baum, der Frucht macht, in der sein Same, jegliches nach seiner Art. Der Mensch, der wiedergeboren wird, ist zuerst von der Art, daß er meint, das Gute, das er tut, sei aus ihm und das Wahre, das er spricht, sei aus ihm, da doch die Sache sich so verhält, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn ist. Wer da meint, es sei von ihm selbst, der hat noch nicht das Leben des wahren Glaubens, das er jedoch nachher empfangen kann; denn er kann noch nicht glauben, daß es vom Herrn ist, weil er im Stande der Vorbereitung zur Aufnahme des Glaubenslebens ist. Dieser Stand wird hier vorgestellt durch Unbeseeltes, und der Stand des Glaubenslebens nachher durch Beseeltes. Daß der Herr der Sämann sei, der Same Sein Wort und die Erde der Mensch, beliebte Er selbst zu sagen: Matth.13/19-24,37-39; Mark.4/14-21; Luk.8/11-16. Er beschreibt es auch auf ähnliche Weise bei Mark.4/26-28: "So ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft und schläft, und aufsteht bei Nacht und Tag, und der Same aufkeimt und aufsproßt, er weiß nicht wie, denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst die Saat, dann die Ähre, hernach den vollen Weizen in der Ähre": unter dem Reich Gottes wird im allgemeinen Sinne verstanden der gesamte Himmel, im weniger allgemeinen Sinne die wahre Kirche des Herrn, im besonderen ein jeder, der des wahren Glaubens ist, oder durch des Glaubens Leben wiedergeboren, daher er auch genannt wird ein Himmel, weil in ihm der Himmel ist. Dann auch Reich Gottes, weil in ihm das Reich Gottes ist, was der Herr selbst lehrt durch Luk.17/20,21: "Als Jesus gefragt wurde von den Pharisäern, wann kommt das Reich Gottes, antwortete Er ihnen, und sprach: "Das Reich Gottes kommt nicht sichtbar (cum observantione), auch wird man nicht sagen, siehe hier oder siehe dort, denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch". Dies ist die dritte Stufe der Wiedergeburt des Menschen, es ist der Stand seiner Buße, in gleicher Weise vom Schatten fortschreitend zum Licht, oder vom Abend zum Morgen, daher es heißt, Vers 13: Und es war Abend, und es war Morgen, der dritte Tag. 30. Vers 14-17: Und Gott sprach, es seien Lichter an der Ausbreitung der Himmel zu scheiden zwischen dem Tag, und zwischen der Nacht, und sie sollen sein zu Zeichen, und zu bestimmten Zeiten, und zu Tagen und Jahren. Und sie sollen sein zu Lichtern an der Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde, und es ward so. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zu herrschen des Tages, und das kleine Licht zu herrschen des Nachts, und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde . Was die großen Lichter sind, kann nicht recht verstanden werden, wenn man nicht zuerst weiß, was das Wesen des Glaubens, dann wie sein Fortgang ist bei denen, die von neuem geschaffen werden. Das eigentliche Wesen und Leben des Glaubens ist allein der Herr, denn wer nicht an den Herrn glaubt, kann nicht das Leben haben, wie Er selbst gesagt hat bei Joh.3/36: "Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben, wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes wird über ihm bleiben". Der Fortgang des Glaubens bei denen, die von neuem geschaffen werden, ist der: zuerst haben sie kein Leben, denn im Bösen und Falschen ist nicht Leben, sondern im Guten und Wahren. Dann empfangen sie Leben vom Herrn durch den Glauben. Zuerst durch den Gedächtnisglauben, welcher der wißtümliche Glaube ist, dann durch den Glauben mit dem Verstande, welcher der verständige Glaube ist, dann durch den Glauben mit dem Herzen, welcher der Glaube der Liebe oder der seligmachende ist. Der wißtümliche und der verständige Glaube ist vorgebildet von 1. Mose 1/3-13 durch Unbeseeltes; der durch die Liebe belebte Glaube aber wird vorgebildet von 1. Mose 1/20-25 durch Beseeltes; daher nun hier zuerst gehandelt wird von der Liebe und vom Glauben aus ihr, welche Lichter genannt werden. Die Liebe ist das große Licht, das herrscht des Tages. Der Glaube aus der Liebe ist das kleinere Licht, das herrscht bei Nacht; und weil sie eins ausmachen sollen, wird von ihnen in der Einzahl gesagt, es sei, nicht aber es seien Lichter. Die Liebe und der Glauben verhalten sich im inneren Menschen, wie die Wärme und das Licht im äußeren leiblichen, daher jene durch diese vorgebildet werden. Darum wird von den Lichtern gesagt, sie seien gesetzt worden an die Ausbreitung der Himmel oder in den inneren Menschen, das große Licht in seinen Willen, und das kleinere in seinen Verstand, aber sie erscheinen im Willen und im Verstand nur, wie das Sonnenlicht an den Gegenständen; es ist allein des Herrn Barmherzigkeit, die mit der Liebe den Willen und mit der Wahrheit oder dem Glauben den Verstand anregt. 31. Daß die großen Lichter die Liebe und den Glauben bedeuten, und auch genannt werden Sonne, Mond und Sterne, erhellt hie und da bei den Propheten, wie bei Hes.32/7,8: "Bedecken werde Ich, wenn Ich dich ausgelöscht, die Himmel, und verdunkeln ihre Sterne, die Sonne werde Ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird nicht leuchten lassen sein Licht, alle Leuchten des Lichtes an den Himmeln will Ich verdunkeln über dir, und will Finsternis geben auf deiner Erde": wo gehandelt wird von Pharao und dem Ägypter, unter denen im Worte verstanden wird das Sinnliche und Wißtümliche; hier, daß sie durch Sinnliches und Wißtümliches die Liebe und den Glauben ausgelöscht haben. Jes.13/9,10: "Der Tag Jehovahs, zu setzen die Erde in Verödung, denn die Sterne der Himmel und ihre Orione werden nicht leuchten lassen ihr Licht, verfinstert ist die Sonne in ihrem Aufgang, und der Mond wird nicht scheinen lassen sein Licht". Joel 2/2,10: "Es kommt der Tag Jehovahs, der Tag der Finsternis und des Dunkels; vor Ihm erbebt die Erde, werden erschüttert die Himmel, Sonne und Mond werden verdunkelt, und die Sterne ziehen zurück ihren Glanz. Jes.60/1-3,19,20, wo gehandelt wird von der Ankunft des Herrn und von der Erleuchtung der Heiden, somit von einer neuen Kirche, im besonderen von allen, die in Finsternis sind, und Licht empfangen und wiedergeboren werden: "Mache dich auf, werde licht, weil gekommen ist dein Licht; siehe, Finsternis bedeckt die Erde, und Dunkel die Völker, und über dir wird aufgehen Jehovah, und wandeln werden die Völkerschaften zu deinem Licht, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs; Jehovah wird dir sein zum Licht der Ewigkeit; nicht mehr wird untergehen deine Sonne, und dein Mond sich nicht zurückziehen, weil Jehovah dir sein wird zum Licht der Ewigkeit". Ps.136/5-9: "Jehovah macht die Himmel in Einsicht, breitet aus die Erde über den Wassern, Er macht große Lichter: die Sonne, zu herrschen bei Tage, und den Mond und die Sterne, zu herrschen bei Nacht". Ps.148/3,4: "Verherrlichet Jehovah, Sonne und Mond, verherrlichet Ihn, alle Sterne des Lichts; verherrlichet Ihn, ihr Himmel der Himmel; und ihr Wasser, die über den Himmeln". In allen diesen Stellen bedeuten die Lichter Liebe und Glauben. Weil die Lichter vorbildeten und bezeichneten die Liebe und den Glauben an den Herrn, so war in der jüdischen Kirche geboten, daß ein beständiges Licht angezündet sein sollte vom Abend zum Morgen; denn alles was jener Kirche geboten war, das war ein Vorbild auf den Herrn; von diesem Licht heißt es bei 2. Mose 27/20,21: "Gebiete den Söhnen Israels, daß sie Öl nehmen sollen zum Licht, um die Leuchte allezeit aufsteigen zu machen. Im Zelte der Zusammenkunft außerhalb des Vorhangs, der über dem Zeugnis ist, soll sie zurichten Aharon und seine Söhne, von Abend bis zum Morgen vor Jehovah". Daß dies bedeute die Liebe und den Glauben, die der Herr anzündet und leuchten läßt im inneren Menschen, und durch den inneren Menschen im äußeren, wird an dortiger Stelle, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. 32. Die Liebe und der Glaube werden zuerst genannt große Lichter; hernach die Liebe das große Licht, und der Glaube das kleinere Licht; und von der Liebe wird gesagt, daß sie herrschen solle am Tage, und vom Glauben, daß er herrschen solle bei Nacht. Weil dies Geheimnisse sind, und verborgen besonders am gegenwärtigen Ende der Tage, so darf, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, eröffnet werden, wie sich es damit verhält: Daß sie verborgen sind besonders am gegenwärtigen Ende der Tage, hat zum Grund, weil jetzt die Vollendung des Zeitlaufs ist, und beinahe keine Liebe und infolge hiervon auch kein Glaube (da ist). Wie der Herr selbst vorhergesagt hat bei Matth.24/29: "Die Sonne wird verfinstert werden, und der Mond sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden": unter Sonne wird hier verstanden die Liebe, die verdunkelt worden; unter dem Mond der Glaube, der sein Licht nicht gibt. Unter den Sternen die Glaubenserkenntnisse, die vom Himmel fallen, und welche sind die Kräfte und Mächte der Himmel. Die Älteste Kirche erkannte keinen anderen Glauben an, als die Liebe selbst. Auch wissen die himmlischen Engel nicht, was Glaube ist, außer dem, welcher der Liebe angehört. Der gesamte Himmel ist (ein Himmel) der Liebe, denn in den Himmeln gibt es kein anderes Leben als das Leben der Liebe; daher kommt alle Seligkeit, die so groß ist, daß nicht etwas von ihr beschrieben, noch mit irgendeiner menschlichen Vorstellung gefaßt werden kann. Die in der Liebe sind, lieben den Herrn von Herzen, aber sie wissen, sagen und werden inne, daß alle Liebe, somit alles Leben, das allein der Liebe angehört, und eben damit alle Seligkeit einzig vom Herrn kommt, und daß sie nichts von Liebe, Leben und Seligkeit aus sich selbst haben. Daß es der Herr ist, von dem alle Liebe kommt, ist auch vorgebildet worden durch das große Licht oder die Sonne, da Er verklärt war, denn "Sein Angesicht glänzte wie die Sonne, Seine Kleider aber wurden wie das Licht" - Matth.17/2. Durch das Angesicht wird das Innerste bezeichnet, und was vom Innersten ausgeht durch die Kleider, somit Sein Göttliches durch die Sonne oder die Liebe, und Sein Menschliches durch das Licht oder die Weisheit aus der Liebe. 33. Es kann einem jeden ganz bekannt sein, daß es durchaus kein Leben gibt ohne eine Liebe, und daß es durchaus keine Freude gibt als die ausfließt aus der Liebe. Aber wie die Liebe ist, so ist das Leben, und so die Freude. Entfernst du die Liebesneigungen oder was dasselbe ist, die Begierden, weil diese der Liebe angehören, so würde das Denken sogleich aufhören, und du wärest wie ein Toter. Dies wurde mir auf lebendige Weise gezeigt. Die Selbstliebe und die Weltliebe stellen etwas Lebensähnliches und etwas Freudenähnliches dar, aber weil sie völlig entgegen sind der wahren Liebe, die darin besteht, daß man den Herrn liebt über alles, und den Nächsten wie sich selbst, so kann erhellen, daß sie nicht Liebe sind, sondern Haß. Denn je mehr einer sich selbst und die Welt liebt, desto mehr haßt er den Nächsten, und so auch den Herrn. Daher ist die wahre Liebe Liebe zum Herrn, und das wahre Leben ist das Leben der Liebe von Ihm, und die wahre Freude ist die Freude solchen Lebens. Wahre Liebe kann es nur eine geben, somit auch wahres Leben nur eines ; woraus wahre Freuden und wahre Seligkeiten, wie sie die Engel in den Himmeln haben. 34. Liebe und Glaube können niemals getrennt werden, weil sie eines und dasselbe bilden. Sobald daher die Rede ist von den Lichtern, werden sie auch als eines genommen, und wird gesagt, es sei Lichter an der Ausbreitung der Himmel. Wunderbares läßt sich hiervon berichten. Weil die himmlischen Engel vom Herrn in einer solchen Liebe sind, so sind sie auch vermöge der Liebe in allen Glaubenserkenntnissen, und aus der Liebe in einem solchen Leben und Licht der Einsicht, daß es kaum in etwas beschrieben werden kann. Dagegen aber sind die Geister, die im Wissen der Glaubenslehren ohne Liebe sind, in einem so kalten Leben und dunklen Lichte, daß sie sich nicht einmal der ersten Schwelle des Vorhofes der Himmel nähern können, vielmehr zurückfliehen. Sie sagen zwar, sie haben an den Herrn geglaubt, aber sie haben nicht gelebt, was Er gelehrt hat. Von diesen sagt der Herr also bei Matth.7/21-28: "Nicht jeder, der zu Mir spricht: Herr, Herr, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer Meinen Willen tut. Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt", und so fort. Hieraus erhellt, daß die, welche in der Liebe auch im Glauben sind und so im himmlischen Leben; nicht aber, die sagen, sie seien im Glauben und nicht im Leben der Liebe sind. Das Leben des Glaubens ohne Liebe verhält sich wie das Licht der Sonne ohne Wärme, wie der Winter, wo nichts wächst, sondern alles und jedes erstarrt und erstirbt. Aber der Glaube aus der Liebe verhält sich wie das Licht der Sonne zur Zeit des Frühlings, wo alles wächst und blüht, denn die Sonnenwärme ist es, die es hervorbringt. Ebenso im Geistigen und Himmlischen, das im Wort dargestellt zu werden pflegt durch solches, was der Welt und auf Erden ist. Der Unglaube und der Glaube ohne Liebe wird auch vom Herrn dem Winter verglichen, wo er von der Vollendung des Zeitlaufs geweissagt hat: Mark.13/18,19: "Betet, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, denn jene Tage werden eine Trübsal sein": Die Flucht ist die letzte Zeit, auch eines jeden Menschen, wenn er stirbt; der Winter ist das Leben ohne Liebe; der Tag der Trübsal ist der klägliche Zustand desselben im anderen Leben. 35. Der Mensch hat zwei Vermögen: Willen und Verstand. Wenn der Verstand vom Willen regiert wird, dann bilden sie zusammen ein Gemüt, somit ein Leben, denn was alsdann der Mensch will und tut, denkt und beabsichtigt er auch. Wenn aber der Verstand mit dem Willen nicht übereinstimmt, wie bei denen, die Glauben zu haben vorgeben aber anders leben, alsdann wird das eine Gemüt in zwei zerrissen. Das eine will sich in den Himmel erheben, und das andere strebt zur Hölle, und weil der Wille alles betätigt, so würde der ganze Mensch, wie er leibt und lebt zur Hölle stürzen, wenn der Herr Sich nicht seiner erbarmt. 36. Diejenigen, die den Glauben von der Liebe getrennt haben, wissen nicht einmal, was Glaube ist; einige, wenn sie sich den Glauben vorstellen, wissen nicht anders, als daß er ein bloßes Denken sei; andere, daß er ein Denken an den Herrn sei; wenige, daß es die Glaubenslehre sei. Der Glaube ist jedoch nicht allein die Erkenntnis alles dessen, was die Glaubenslehre in sich begreift, und dessen Anerkennung, sondern hauptsächlich die Befolgung alles dessen, was sie lehrt; und das erste, was sie lehrt, daß man befolgen soll, ist die Liebe des Herrn und die Liebe des Nächsten; wer nicht in dieser ist, der ist nicht im Glauben; was der Herr so deutlich lehrt, daß man es gar nicht bezweifeln kann, und zwar bei Mark.12/28-35: "Das erste von allen Geboten ist: höre Israel, der Herr unser Gott ist ein Herr, darum sollst du lieben den Herrn, deinen Gott, von deinem ganzen Gemüt, und aus allen deinen Kräften; dies ist das erste Gebot; das andere aber ist dies ähnliche: du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst; größer als diese ist kein anderes Gebot". Bei Matth.22/34-39, nennt Er es das erste und große Gebot, und daß von diesen Geboten das Gesetz und die Propheten abhängen. Das Gesetz und die Propheten sind die gesamte Glaubenslehre und das ganze Wort (Matth.22/40). 37. Es heißt, die Lichter sollen sein zu Zeichen, und zu bestimmten Zeiten, und zu Tagen, und zu Jahren; dies enthält zu viele Geheimnisse, als daß sie für jetzt gesagt werden könnten, obwohl im Sinne des Buchstabens nichts von einem Geheimnis erscheint. Hier bloß dies, daß es Wechsel des Geistigen und Himmlischen gibt im allgemeinen und einzelnen, die verglichen werden den Wechseln der Tage und Jahre. Die der Tage von Morgen zum Mittag, von diesem zum Abend, und durch die Nacht zum Morgen; die der Jahre sind ähnlich, vom Frühling zum Sommer, von diesem zum Herbst, und durch den Winter zum Frühling; daher die Wechsel der Wärme und des Lichts, dann der Befruchtungen der Erde; diesen Wechseln werden verglichen die Wechsel des Geistigen und Himmlischen. Ein Leben ohne Wechsel und Mannigfaltigkeiten wäre einförmig, und somit keines; das Gute und Wahre würde man weder erkennen, noch unterscheiden, geschweige denn inne werden. Sie werden bei den Propheten Satzungen (statuta) genannt, wie bei Jerem.31/35,36: "Es sprach Jehovah, der die Sonne gibt zum Licht des Tages, die Satzungen des Mondes und der Sterne zum Licht des Nachts, nicht sollen diese Ordnungen abweichen vor Mir". Jerem.33/25: "So sprach Jehovah, wenn Ich nicht Meinen Bund des Tages und der Nacht, nicht die Satzungen des Himmels und der Erde gesetzt habe!" Hiervon jedoch vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn bei 1. Mose 8/22. 38. Vers 18: Und zu herrschen bei Tag und bei Nacht, und zu scheiden zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis; und Gott sah, daß es gut . Unter dem Tag wird verstanden das Gute, unter der Nacht das Böse; daher das Gute genannt wird Werke des Tages, das Böse aber Werke der Nacht; unter dem Lichte wird verstanden das Wahre, und unter der Finsternis das Falsche, wie der Herr spricht bei Joh.3/19-21: "Die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht; wer die Wahrheit tut kommt zum Licht". Vers 19: Und es war Abend, und es war Morgen, der vierte Tag. 39. Vers 20: Und Gott sprach, es lassen die Wasser hervorwimmeln das Kriechtier, eine lebende Seele; und der Vogel fliege über der Erde, über den Angesichtern der Ausbreitung der Himmel . Wenn die großen Lichter angezündet und in den inneren Menschen gesetzt sind, und der äußere von da Licht empfängt, dann erst fängt er an zu leben; vorher kann man kaum sagen, daß er gelebt hatte, denn er meinte, das Gute, das er getan, habe er aus sich getan, und das Wahre, das er gesprochen, habe er aus sich gesprochen. Und weil der Mensch tot ist aus sich, und in ihm nichts als Böses und Falsches, deswegen ist auch alles, was er aus sich hervorbringt, nicht lebendig, so wenig, daß er nicht einmal Gutes, das in sich gut ist, aus sich tun kann. Daß der Mensch nicht einmal Gutes denken, und nicht Gutes wollen, folglich auch nicht Gutes tun kann, außer aus dem Herrn, weiß ein jeder aus der Glaubenslehre, denn der Herr spricht bei Matth.13/37: "Der, welcher guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen". Auch kann das Gute nur aus seiner eigentlichen Quelle kommen, die eine einzige ist, wie Er gleichfalls spricht: "Niemand ist gut, als Einer, Gott": Luk.18/19. Immerhin aber, wenn der Herr den Menschen ins Leben auferweckt oder wiedergebiert, läßt Er zuerst zu, daß er so meine, denn der Mensch kann es alsdann nicht anders fassen, auch nicht anders angeleitet werden zu glauben, und nachher inne zu werden, daß vom Herrn allein alles Gute und Wahre kommt. Während er so meinte, ward sein Wahres und Gutes verglichen dem zarten Kraut, dann dem Samen tragenden Kraut, dann dem Fruchtbaum, die Unbeseeltes sind. Jetzt aber, da er von der Liebe und dem Glauben belebt ist, und glaubt, daß der Herr alles Gute wirke, das er tut, und das Wahre, das er spricht, jetzt wird er verglichen den Kriechtieren des Wassers und den Vögeln, die fliegen über der Erde; dann den Tieren (Bestiis), die alle Beseeltes sind und genannt werden lebende Seelen. 40. Durch die Kriechtiere, welche die Wasser hervorbringen, wird bezeichnet Wißtümliches, das dem äußern Menschen angehört. Durch Vögel im allgemeinen Vernünftiges, dann Verständiges, von welchen letzteres dem inneren Menschen angehört. Daß die Kriechtiere der Wasser oder die Fische Wißtümliches bedeuten, erhellt bei Jes.50/2,3: "Ich kam und kein Mann war da; mit Meinem Schelten werde Ich austrocknen lassen das Meer, werde die Ströme zur Wüste machen, stinken wird ihr Fisch, darum daß kein Wasser da, und wird sterben vor Durst, Ich werde die Himmel kleiden mit Schwärze". Noch deutlicher bei Hes.47/8-10, wo der Herr beschreibt einen neuen Tempel, oder im allgemeinen eine neue Kirche, und den Menschen der Kirche oder den Wiedergeborenen, denn jeder Wiedergeborene ist ein Tempel des Herrn, also: "Der Herr Jehovah sprach zu mir, diese Wasser, die ausgehen werden zur Grenze gegen Aufgang, und sie werden dem Meere zugehen, ins Meer abgeleitet, und es werden gesund werden die Wasser, und es wird geschehen, daß jede lebende Seele, welche wird hervorkriechen, überall wohin das Wasser der Flüsse kommt, leben wird, und des Fisches wird sehr viel sein, weil dahin kommen diese Wasser, und gesund machen werden, und es wird leben alles, wohin der Fluß kommt; und es wird geschehen, stehen werden auf ihm die Fischer von Engedi bis En-Eglaim, mit Ausspannung der Netze werden sie (da) sein; nach seiner Art wird sein ihr Fisch wie der Fisch des großen Meeres, sehr viel": die Fischer von Engedi bis En-Eglaim, mit Ausspannung der Netze bedeuten diejenigen, die den natürlichen Menschen belehren sollen über die Glaubenswahrheiten. Daß die Vögel das Vernünftige und Verständige bezeichnen, ist stehend bei den Propheten, wie bei Jes.46/11: "Der da ruft vom Aufgang her einen Vogel, aus fernem Lande den Mann seines Rates". Jerem.4/25: "Ich sah, und siehe kein Mensch, und aller Vogel der Himmel ist entflohen". Hes.17/23: "Ich pflanze das Reis einer hohen Zeder, und sie wird den Ast erheben und Frucht machen, und sie wird werden zu einer herrlichen Zeder, und wohnen werden unter ihr jeder Vogel jeden Fittichs, im Schatten ihrer Zweige werden sie wohnen". Hos.2/18, wo gehandelt wird von einer neuen Kirche oder vom Wiedergeborenen: "Und Ich will ihnen schließen einen Bund an jenem Tage, mit dem Wild des Feldes und mit dem Vogel der Himmel, und mit dem, was sich regt auf dem Boden": daß das Wild nicht bedeutet Wild, noch der Vogel Vogel, kann einem jeden klar sein, da der Herr einen neuen Bund mit ihnen schließt. 41. Alles, was Eigenes des Menschen ist, das hat kein Leben in sich, und wenn es sichtbar dargestellt wird, erscheint es hart wie knöchern und schwarz, aber alles, was vom Herrn Leben hat, in dem ist Geistiges und Himmlisches, und wenn es sich sichtbar darstellt, erscheint es als menschlich lebendig, und was vielleicht unglaublich, dennoch aber gewisse Wahrheit ist; ein jedes Wort, eine jede Vorstellung und ein jedes Kleinste von einem Gedanken eines Engelgeistes lebt, in dem allereinzelnsten desselben ist eine Regung, ausgehend vom Herrn, Der das Leben selbst ist, daher was vom Herrn ist, Leben in sich hat, weil Glauben an Ihn, und hier bezeichnet durch lebende Seele, sodann hat es eine Leibesgestalt (speciem corporis), die hier durch das Regende und Kriechende bezeichnet wird; dies sind aber für den Menschen noch Geheimnisse, weil jedoch hier gehandelt wird von der lebenden Seele und von dem sich Regenden, so ist es hier bloß zu erwähnen. 42. Vers 21: Und Gott schuf die großen Seeungeheuer, und jede lebende kriechende Seele, welche die Wasser hervorwimmeln ließen nach ihren Arten; und jeden Vogel des Fittichs nach seiner Art; und Gott sah, daß es gut . Die Fische bedeuten wie gesagt Wißtümliches, hier durch den Glauben vom Herrn beseeltes und so lebendiges; die Seeungeheuer bedeuten dessen Allgemeines, unter dem und aus dem das Besondere ist. Es gibt nichts im Weltall, das nicht unter einem Gemeinsamen wäre, um zu entstehen und zu bestehen. Daher werden bei den Propheten einige Male Seeungeheuer (Citi) oder Walfische (Balaenae) genannt und bedeuten dort das Allgemeine des Wißtümlichen. Pharao, der König von Ägypten, durch den vorgebildet wird die menschliche Weisheit, wird genannt ein großes Seeungeheuer wie bei Hes.29/3: "Siehe, Ich bin wider dich Pharao, König Ägyptens, großes Seeungeheuer, der du liegst inmitten deiner Flüsse, und sprachst, mein ist der Strom, und ich habe mich gemacht". Hes.32/2: "Erhebe eine Wehklage über Pharao, den König Ägyptens, und sprich zu ihm, und du bist wie ein Seeungeheuer in den Meeren, und bist hervorgegangen in deinen Strömen, und hast getrübt die Wasser mit deinen Füßen": wodurch diejenigen bezeichnet werden, die durch Wißtümliches, somit aus sich, eingehen wollen in die Geheimnisse des Glaubens. Jes.27/1: "An jenem Tage wird heimsuchen Jehovah mit Seinem harten und großen und starken Schwerte den Leviathan, die längliche Schlange, und den Leviathan, die gewundene Schlange, und wird töten die Seeungeheuer, die im Meere": durch töten die Ungeheuer im Meere wird bezeichnet, man werde nicht einmal das Allgemeine wissen. Jerem.51/34: "Gefressen hat mich, verwirret Nebukadnezar, der König Babels, er hat mich hingestellt als ein leeres Gefäß, mich verschlungen, wie ein Seeungeheuer gefüllt seinen Bauch mit meinen Köstlichkeiten, mich ausgetrieben": für: daß er die Glaubenserkenntnisse, die hier die Köstlichkeiten sind, so verschlungen habe, wie das Seeungeheuer den Jonas, wo Seeungeheuer für diejenigen steht, die das Allgemeine der Glaubenserkenntnisse als Wißtümliches besitzen und so tun. 43. Vers 22: Und Gott segnete sie sprechend: befruchtet und mehret euch, und füllet die Wasser in den Meeren, und der Vogel soll sich mehren auf Erden . Alles, was vom Herrn Leben in sich hat, befruchtet und vermehrt sich ins Unermeßliche, solange der Mensch im Leibe lebt nicht so sehr, aber im anderen Leben zum Erstaunen. Befruchten wird im Wort ausgesagt von dem, was Sache der Liebe, und mehren von dem, was Sache des Glaubens ist; die Frucht, welche Sache der Liebe ist, hat Samen, durch den sie sich so stark vermehrt; der Segen des Herrn bedeutet auch im Worte Befruchtung und Vermehrung, weil diese von jenem kommen. Vers 23: Und es war Abend, und es war Morgen, der fünfte Tag. 44. Vers 24,25: Und Gott sprach, es bringe die Erde hervor die lebende Seele, nach ihrer Art; das Tier, und was sich regt, und sein Wild der Erde, nach seiner Art; und es ward so. Und Gott machte das Wild der Erde nach seiner Art, und das Tier nach seiner Art; und alles Kriechende des Bodens nach seiner Art; und Gott sah, daß es gut. Der Mensch, wie die Erde, kann nichts Gutes hervorbringen, wenn ihm nicht zuvor eingesät sind die Glaubenserkenntnisse, aus denen er wissen kann, was er glauben und tun soll. Sache des Verstandes ist, das Wort zu hören, und Sache des Willens es zu tun. Das Wort zu hören und nicht tun, heißt sagen, daß man glaube, während man doch nicht so lebt. Ein solcher zertrennt diese und zerreißt das Gemüt und wird vom Herrn ein Tor genannt, Matth.7/24,26: "Jeder der Meine Worte hört, und sie tut, den vergleiche Ich einem klugen Manne, der sein Haus auf den Felsen gebaut hat; dagegen den, der Meine Worte hört, sie aber nicht tut, vergleiche Ich einem törichten Manne, der sein Haus auf den Sand gebaut hat". Was dem Verstand angehört, wurde, wie gezeigt worden, bezeichnet durch die Kriechtiere, welche die Wasser hervorwimmeln lassen, und durch den Vogel über der Erde, und über den Angesichten der Ausbreitung. Was dem Willen angehört, wird hier bezeichnet durch die lebende Seele, welche die Erde hervorbringen soll, und durch das Tier und das Kriechende, dann durch das Wild dieser Erde. 45. Diejenigen, die in den ältesten Zeiten lebten, bezeichneten so das, was Sache des Verstandes ist, und was Sache des Willens ist; daher wird bei den Propheten und allenthalben im Worte des Alten Testaments ähnliches durch die Gattung der Tiere (Animalium) vorgebildet. Die Tiere (Bestiae) sind von zweierlei Art; es sind böse, weil sie schädlich, und es sind gute, weil sie sanft sind; was böse ist im Menschen wurde durch solcherlei Tiere bezeichnet, wie durch Bären, Wölfe, Hunde; das Gute und Sanfte, auch durch solcherlei Tiere, wie durch Stiere, Schafe und Lämmer; die Tiere (Bestiae) (weil hier von denen gehandelt wird, die wiedergeboren werden sollen, so sind es gute und sanfte) bedeuten die Neigungen (Affectiones); die, welche niedriger sind und mehr vom Körper an sich haben, werden genannt wilde Tiere jener Erde, und sind Begierden und Wollüste. 46. Daß die Tiere (Bestia) die Neigungen beim Menschen bedeuten, böse bei den Bösen und gute bei den Guten, kann aus vielen Stellen des Wortes erhellen, wie bei Hes.36/9-11: "Siehe, Ich bin bei euch, und will hinblicken zu euch, daß ihr bebaut und besäet werdet, und will mehren über euch den Menschen und das Tier, und sie werden sich mehren und Frucht bringen, und Ich will euch wohnen lassen wie in euren alten Zeiten": wo von der Wiedergeburt die Rede ist. Joel 2/22: "Fürchtet euch nicht, ihr Tiere Meines Feldes, denn grasreich sind geworden die Wohnungen der Wüste". Ps.73/22: "Ich war ein Tor, (wie) die Tiere war ich bei Gott". Jerem.31/27,28: "Siehe, die Tage kommen und Ich will besamen das Haus Israels, und das Haus Jehudahs, mit Menschen-Samen und mit Tieres-Samen, und will wachen über ihnen, um aufzubauen und zu pflanzen": hier ist von der Wiedergeburt die Rede. Daß die wilden Tiere ähnliches bedeuten, wie bei Hos.2/18: "Ich will ihnen schließen einen Bund an jenem Tage, mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel, und dem Kriechtier des Landes". Hiob 5/22,23: "Vor dem Wild der Erde wirst du dich nicht fürchten, denn mit den Steinen des Feldes ist dein Bund, und das Wild des Feldes wird dir friedlich sein". Hes.34/25: "Ich will schließen mit euch einen Bund des Friedens, und will entfernen das böse Wild von der Erde, daß sie wohnen mögen in der Wüste zuversichtlich". Jes.43/20: "Ehren wird mich das Wild des Feldes, weil Ich in der Wüste Wasser gegeben". Hes.31/6: "In seinen Ästen nisteten alle Vögel der Himmel, und unter seinen Ästen gebar alles Wild des Feldes, und in seinem Schatten wohnten alle großen Völkerschaften"; so von dem Assyrer, durch den der geistige Mensch bezeichnet, und dem Garten Edens verglichen wird. Ps.148/2-4,7,9,10: "Verherrlichet Jehovah alle Seine Engel, verherrlichet von der Erde her, ihr Seeungeheuer, du Fruchtbaum, du Wild und alles Tier, das Kriechende, und der Vogel des Fittichs": hier wird ganz dasselbe genannt, wie Seeungeheuer, Fruchtbaum, Wild, Tier, Kriechendes, Vogel; wenn nicht durch diese Lebendiges beim Menschen bezeichnet würde, so könnte durchaus nicht von ihnen gesagt werden, sie sollten Jehovah verherrlichen. Bei den Propheten wird genau unterschieden zwischen den Tieren und wilden Tieren der Erde, und zwischen den Tieren (Bestiis) und wilden Tieren (Feris) des Feldes. Das Gute wird sogar in der Weise Tier (Bestiae) genannt, daß, die dem Herrn im Himmel am nächsten sind, Tiere (Animalia) heißen, sowohl bei Hesekiel, als Joh.Offenb.7/11; 19/4: "Alle Engel standen um den Thron und die Ältesten und die vier Tiere, und fielen vor dem Thron auf ihre Angesichte, und beteten das Lamm an". Sie werden auch Geschöpfe genannt, denen das Evangelium gepredigt werden soll, weil sie neu zu schaffen sind, Mark.16/15: "Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium allem Geschöpf". 47. Daß die Worte Geheimnisse der Wiedergeburt enthalten, kann auch daraus erhellen, daß es im vorigen Vers hieß, "die Erde sollte hervorbringen die lebende Seele, das Tier und das Wild der Erde". Im folgenden Vers aber in anderer Ordnung, "Gott habe gemacht das Wild der Erde, dann das Tier". Denn zuerst bringt der Mensch wie von sich hervor, auch nachher, ehe er himmlisch wird; und so fängt die Wiedergeburt vom äußeren Menschen an und schreitet fort zum inneren, darum ist nun hier eine andere Ordnung, und das Äußere geht voran. 48. Hieraus erhellt nun, daß der fünfte Zustand ist, daß der Mensch aus dem Glauben, der dem Verstand angehört, spricht, und sich aus ihm im Wahren und Guten bestärkt, und was er alsdann hervorbringt, Beseeltes ist, das genannt wird Fische des Meeres und Vögel der Himmel. Und daß der sechste Zustand ist, wenn er aus dem Glauben, der dem Verstand angehört, und infolgedessen aus der Liebe, die dem Willen angehört, Wahres spricht und Gutes tut. Was er jetzt hervorbringt, wird genannt lebende Seele und Tier. Und weil er jetzt anfängt, wie aus dem Glauben, so zugleich auch aus Liebe zu handeln, wird er ein geistiger Mensch, der Bild heißt, wovon nun mehr. 49. Vers 26: Und Gott sprach: lasset uns machen einen Menschen in unser Bild, nach unserer Ähnlichkeit; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, und über den Vogel der Himmel, und über das Tier, und über die ganze Erde, und über alles Kriechende, das kriecht auf der Erde . In der Ältesten Kirche, mit welcher der Herr von Angesicht zu Angesicht sprach, erschien der Herr wie ein Mensch (wovon vieles berichtet werden kann, aber es ist noch nicht Zeit). Darum nannten sie niemand einen Menschen als Ihn, und was Ihm angehörte, und nicht sich selbst außer das eine, von dem sie inne wurden, daß sie es vom Herrn hatten, wie alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens; dies nannten sie Sache des Menschen, weil des Herrn. Bei den Propheten wird daher im höchsten Sinn unter dem Menschen und dem Sohn des Menschen verstanden der Herr, und im inneren Sinn die Weisheit und Einsicht, und infolge hiervon jeder, der wiedergeboren ist, wie bei Jerem.4/23,25: "Ich sah die Erde an, und siehe, Leere und Öde, und zu den Himmeln auf, und kein Licht derselben. Ich sah, und siehe, kein Mensch. Und alle Vögel der Himmel sind entflohen". Jes.45/11-13, wo im inneren Sinn unter dem Menschen verstanden wird der Wiedergeborene, im höchsten der Herr selbst, als der Eine: "So sprach Jehovah, der Heilige Israels, und sein Bildner, Ich habe gemacht die Erde, und den Menschen auf ihr habe Ich geschaffen, Meine Hände haben ausgedehnt die Himmel, und all ihrem Heer habe Ich geboten". Der Herr erschien daher den Propheten als Mensch, wie dem Hes.1/26: "Über der Ausbreitung war wie das Aussehen eines Saphirsteines die Ähnlichkeit eines Stuhles, und über der Ähnlichkeit des Stuhles eine Ähnlichkeit wie das Aussehen eines Menschen oben darauf". Und dem Daniel erschien Einer, genannt der Menschensohn oder der Mensch, was dasselbe ist, Dan.7/13,14: "Ich sah, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam wie ein Menschensohn, und gelangte bis zu dem Alten der Tage, und vor Ihn ließen sie ihn nahen, und Ihm ward gegeben die Herrschaft, und die Herrlichkeit, und das Reich; und alle Völker, Völkerschaften und Zungen werden Ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine Herrschaft des Zeitlaufs, die nicht vorübergehen, und Sein Reich, das nicht vergehen wird". Der Herr nennt Sich auch öfter den Menschensohn oder den Menschen, und wie bei Daniel weissagt Er bei Matth.24/23,30 von Seinem Kommen in die Herrlichkeit: "Sie werden sehen den Menschensohn kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit": Wolken der Himmel wird genannt der buchstäbliche Sinn des Wortes, Kraft und Herrlichkeit der innere Sinn des Wortes, der einzig sich bezieht auf den Herrn und Sein Reich im ganzen und einzelnen. In diesem Sinne ist daher die Kraft und Herrlichkeit. 50. Was die Älteste Kirche unter dem Bilde Gottes verstand, ist mehr, als daß es gesagt werden könnte; der Mensch weiß gar nicht, daß er vom Herrn durch Engel und Geister regiert wird, und daß bei jedem Menschen wenigstens zwei Geister und zwei Engel sind; durch die Geister entsteht eine Gemeinschaft des Menschen mit der Geisterwelt, und durch Engel mit dem Himmel. Ohne die Gemeinschaft des Menschen durch die Geister mit der Geisterwelt und durch die Engel mit dem Himmel und so durch den Himmel mit dem Herrn kann er (der Mensch) durchaus nicht leben, sein Leben hängt ganz von dieser Verbindung ab; würden die Geister und Engel zurücktreten, so ginge er im Augenblick zugrunde. Solange der Mensch nicht wiedergeboren ist, wird er ganz anders regiert, als wenn er wiedergeboren ist; wenn er nicht wiedergeboren ist, sind bei ihm böse Geister, die so sehr über ihn herrschen, daß die Engel, obwohl sie gegenwärtig sind, kaum etwas Weiteres bewirken können, als ihm die Richtung geben, daß er sich nicht in das äußerste Böse stürze, und ihn zu einigem Guten lenken, und zwar durch seine eigenen Begierden zum Guten und durch Sinnestäuschungen zum Wahren; dann hat er Verbindung mit der Geisterwelt durch die Geister, die bei ihm sind, aber nicht so mit dem Himmel, weil die bösen Geister herrschen, und die Engel bloß ablenken; wenn er aber wiedergeboren ist, dann herrschen die Engel, und flößen ihm alles Gute und Wahre ein, und Schauder und Furcht vor Bösem und Falschem. Die Engel führen zwar, aber sie dienen bloß, denn der Herr allein ist es, Der den Menschen durch die Engel und Geister regiert; und weil es geschieht durch den Dienst der Engel, so heißt es hier zuerst in der Mehrzahl: "Laßt uns machen einen Menschen in unser Bild"; weil Er aber immerhin allein regiert und leitet, so heißt es im darauf folgenden Vers in der Einzahl: "Gott schuf ihn in sein Bild"; was der Herr auch deutlich sagt bei Jes.44/24: "So sprach Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleib an, Ich Jehovah mache alles, dehne die Himmel aus allein, breite aus die Erde von Mir selbst". Die Engel gestehen auch selbst, daß nichts von Macht bei ihnen sei, sondern daß sie allein von dem Herrn handeln. 51. Was das Bild anbetrifft, so ist das Bild nicht Ähnlichkeit, sondern es ist nach der Ähnlichkeit; daher es heißt, "laßt uns machen einen Menschen in unser Bild, nach unserer Ähnlichkeit". Der geistige Mensch ist Bild, der himmlische Mensch aber ist Ähnlichkeit oder Ebenbild; in diesem Kapitel wird gehandelt vom geistigen Menschen, im folgenden vom himmlischen. Der geistige Mensch, der Bild ist, wird vom Herrn ein Sohn des Lichtes genannt, wie bei Joh.12/35,36: "Wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht; solange ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes seid". Er wird auch Freund genannt, Joh. 15/14,15: "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was Ich euch gebiete". Aber der himmlische Mensch, der Ähnlichkeit ist, wird genannt ein Kind Gottes, Joh.1/12,13: "So viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Kinder Gottes zu sein, denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind". 52. Solange der Mensch ein geistiger ist, geht seine Herrschaft aus vom äußeren Menschen zum inneren, wie es hier heißt, "sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, und über den Vogel der Himmel und über das Tier, und über die ganze Erde und über alles Kriechende, das kriecht auf der Erde". Wenn er aber ein himmlischer wird, und aus Liebe Gutes tut, dann geht die Herrschaft aus vom inneren Menschen zum äußeren, wie der Herr Sich selbst und so zugleich den himmlischen Menschen, der Seine Ähnlichkeit ist, beschreibt bei Ps.8/7-9: "Du hast ihn herrschen lassen über die Werke Deiner Hände, alles hast Du unter seine Füße gelegt, die Herde und die Rinder allzumal und auch die Tiere der Felder, den Vogel der Himmel, und die Fische des Meeres, was da geht über die Pfade der Meere". Es werden hier darum zuerst die Tiere, hernach der Vogel, dann die Fische des Meeres genannt, weil der himmlische Mensch von der Liebe, die dem Willen angehört, ausgeht, anders als beim geistigen Menschen, bei dem vorausgehen die Fische und Vögel, die in das Gebiet des Verstandes, der des Glaubens ist, gehören, und die Tiere folgen. 53. Vers 27: Und Gott schuf den Menschen in Sein Bild, in das Bild Gottes schuf Er ihn . Daß hier zweimal das Bild steht, kommt daher, daß der Glaube, der dem Verstand angehört, genannt wird "Sein Bild"; die Liebe aber, die dem Willen angehört "Bild Gottes"; diese folgt im geistigen Menschen, aber im himmlischen Menschen geht sie voran. 54. Vers 27: Mann und Weib schuf Er sie . Was unter Mann und Weib (Foemina) im inneren Sinne verstanden wird, war der Ältesten Kirche sehr wohl bekannt, dagegen aber bei den Nachkommen ging mit dem inwendigeren Sinn des Wortes auch dieses Geheimnis verloren. Ihre höchsten Seligkeiten und Freuden waren die Ehen, und alles, was nur je den Ehen nachgebildet werden konnte, bildeten sie nach, um daraus die Seligkeit der Ehe inne zu werden; und weil sie innerliche Menschen waren, hatten sie nur Freude am Innern. Das Äußere sahen sie bloß mit den Augen, dachten aber an das, was es vorbildete, so daß das Äußere ihnen nichts war, nur daß sie etwas von demselben zurückbeziehen konnten auf das Innere und vom Innern auf das Himmlische, und so auf den Herrn, Der ihnen alles war, folglich auf die himmlische Ehe, von der, wie sie inne wurden, die Seligkeit ihrer Ehen herkam; darum nannten sie im geistigen Menschen den Verstand das Männliche und den Willen das Weibliche, die sie, wenn sie übereinwirkten, eine Ehe nannten. Von dieser Kirche stammt jene Redensart her, die nachher gewöhnlich wurde, daß die Kirche selbst von ihrem Trieb zum Guten genannt wurde Tochter, dann Jungfrau, als: Tochter Zion, Jungfrau Jerusalem, wie auch Weib (Uxor). Doch hierüber sehe man 1. Mose 2/23 (Nr. 151-156) und 1. Mose 3/15 (Nr. 250-253). 55. Vers 28: Und Gott segnete sie, und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde und machet sie untertan und herrschet über die Fische des Meeres, und über den Vogel der Himmel, und über alles Lebendige, das kriecht auf der Erde . Weil die Uralten die Verbindung des Verstandes und des Willens oder des Glaubens und der Liebe eine Ehe hießen, so nannten sie alles Gute, das aus dieser Ehe erzeugt wurde, Befruchtungen, und alles Wahre Vermehrungen. Daher bei den Propheten ähnliches steht, wie bei Hes.36/8-11: "Ich will mehren über euch den Menschen und das Tier, und sie werden sich mehren und befruchten, und Ich will euch wohnen lassen, wie in euren alten Zeiten, und wohltun, mehr denn bei euren Anfängen, und ihr werdet erkennen, daß Ich Jehovah bin, und Ich will über euch wandeln machen den Menschen, Mein Volk Israel": unter dem Menschen wird hier verstanden der geistige Mensch, der auch Israel genannt wird, unter den alten Zeiten die Älteste Kirche und unter den Anfängen die Alte Kirche nach der Flut. Daß die Vermehrung, die dem Wahren angehört, und die Befruchtung, die dem Guten angehört, nachfolgt, kommt daher, daß vom Wiederzugebärenden, nicht vom schon Wiedergeborenen die Rede ist. Wenn der Verstand mit dem Willen oder der Glaube mit der Liebe vermählt (copulatus) ist, so wird der Mensch vom Herrn ein vermähltes (maritata) Land genannt. Jes.62/4: "Nicht mehr wird man sagen zu deinem Land: Wüste; sondern dich wird man nennen: Mein Wohlgefallen an ihr, und dein Land: vermählt, weil Wohlgefallen hat Jehovah an dir, und dein Land vermählt werden wird". Die Früchte hiervon, die dem Wahren angehören, werden genannt Söhne, und die Früchte, die dem Guten angehören, Töchter, und dies sehr oft im Worte. Die Erde wird erfüllt, wenn viel Wahres und Gutes da ist, denn wenn der Herr segnet und spricht, das ist wirkt, so wächst das Gute und Wahre ins Unermeßliche, wie der Herr sagt bei Matth.13/31,32: "Ähnlich ist das Himmelreich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Acker säte, das zwar kleiner ist denn alle Samen, wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kohlkräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und nisten in seinen Zweigen": das Senfkorn ist das Gute des Menschen, ehe er geistig ist, welches das kleinste ist von allen Samen, weil er meint, aus sich Gutes zu tun. Was von ihm selbst ist, ist nichts als Böses, weil er jedoch im Stande der Wiedergeburt ist, so ist es etwas Gutes, aber das kleinste von allen. Später, sowie der Glaube verbunden wird mit der Liebe, wird es größer und ein Kohl. Zuletzt, wenn er verbunden ist, wird es ein Baum, und dann nisten die Vögel der Himmel, die auch hier Wahres oder Verständiges sind, in seinen Zweigen, die Wißtümliches sind. Wenn der Mensch geistig ist, sowie wenn er geistig wird, ist er im Kampf, daher es heißt, machet die Erde untertan und herrschet. 56. Vers 29: Und Gott sprach: Siehe, Ich gebe euch alles Samen besamende Kraut, das auf den Angesichten der ganzen Erde; und allen Baum, an dem Frucht; der Baum, der Samen besamt, soll euch zur Speise sein . Der himmlische Mensch ergötzt sich einzig an Himmlischem, das, weil es mit seinem Leben übereinstimmt, himmlische Speise genannt wird. Der geistige Mensch ergötzt sich an Geistigem, das, weil es mit seinem Leben übereinstimmt, geistige Speise heißt. Der natürliche ebenso an Natürlichem, das, weil es seinem Leben zusagt, Speise genannt wird: und hauptsächlich Wißtümliches ist. Weil hier vom geistigen Menschen gehandelt wird, so werden seine geistigen Speisen durch Vorbildliches beschrieben. Die geistigen durch Kraut, das Samen besamt, und durch den Baum, an dem Frucht, die im allgemeinen genannt werden Baum, der Samen hervorbringt. Seine natürlichen Speisen werden im folgenden Vers beschrieben. 57. "Kraut, das Samen besamt", ist alles Wahre, das auf Nutzen abzweckt; "der Baum, an dem Frucht", ist das Gute des Glaubens, "die Frucht" ist das, was der Herr dem himmlischen Menschen gibt, aber der Same, aus dem Frucht (kommt), das, was Er dem geistigen Menschen (gibt). Daher gesagt wird der Baum, der Samen hervorbringt, soll euch zur Speise sein. Daß die himmlische Speise Frucht vom Baume heißt, erhellt aus dem folgenden Kapitel, wo gehandelt wird vom himmlischen Menschen. Hier bloß das, was der Herr redete durch Hes.47/12: "An dem Flusse erhebt sich über seinem Ufer auf dieser und jener Seite jeglicher Baum der Speise, nicht wird abfallen sein Blatt und nicht verzehret werden seine Frucht, in ihre Monate wächst sie wieder, weil ihre Wasser aus dem Heiligtum ausgehen, und seine Frucht wird sein zur Speise und sein Blatt zur Arznei": die Wasser aus dem Heiligtum bedeuten das Leben und die Barmherzigkeit des Herrn, Der das Heiligtum ist. Die Frucht die Weisheit, die ihnen als Speise dient. Das Blatt ist die Einsicht, die ihnen der Anwendung wegen wird, welche die Arznei heißt. Daß aber die geistige Speise Kraut genannt werde, wird gesagt durch Ps.23/1,2: "Mein Hirt, ich werde keinen Mangel leiden in den Auen des Krautes lässest Du mich lagern". 58. Vers 30: Und allem Wild der Erde, und allem Vogel der Himmel, und allem Kriechenden auf der Erde, in dem eine lebende Seele, alles Grün des Krautes zur Speise; und es ward so. Es wird hier die natürliche Speise desselben beschrieben. Sein Natürliches ist hier bezeichnet durch das Wild der Erde und durch den Vogel der Himmel, denen zur Speise gegeben ist der Kohl und das Grün des Krautes. Von beiderlei Speise desselben, sowohl der natürlichen als der geistigen heißt es bei Ps.104/14 also: "Jehovah läßt sprossen Gras für das Tier und Kraut zum Dienste des Menschen, um Brot zu bringen aus der Erde": wo Tier steht für Wild der Erde und zugleich für den Vogel der Himmel, welche nennt Ps.104/11,12. 59. Daß hier bloß Kohl und das Grün des Krautes zur Speise für den natürlichen Menschen sein soll, damit verhält es sich so: Während der Mensch wiedergeboren und geistig wird, ist er beständig im Kampfe, daher die Kirche des Herrn eine kämpfende heißt. Denn zuvor herrschen die Begierden, weil der Mensch aus lauter Begierden und infolgedessen aus Falschheiten zusammengesetzt ist. Wenn er wiedergeboren wird, können seine Begierden und Falschheiten nicht augenblicklich ausgetilgt werden, denn dies hieße den ganzen Menschen zerstören, da er sich kein anderes Leben erworben hat. Es werden daher lange böse Geister bei ihm gelassen, daß sie seine Begierden aufregen und sie so auf unzählige Arten sich herausstellen, und zwar so, daß sie vom Herrn zum Guten gelenkt werden können und der Mensch wiedergeboren werden möge. Die bösen Geister, die den größten Haß haben gegen alles Gute und Wahre, das ist gegen alles, was zur Liebe und zum Glauben an den Herrn gehört (was einzig gut und wahr ist, weil es in sich ewiges Leben hat) lassen ihm zur Zeit des Kampfes nichts anderes zur Speise, als was verglichen wird dem Kohl und dem Grün des Krautes. Aber der Herr gibt ihm auch eine Speise, die verglichen wird dem Kraut, das Samen besamt, und dem Baum, an dem Frucht, was der Ruhe und dem Frieden mit deren Reizendem und Seligem angehört; und dies in Zwischenräumen. Wenn der Herr dem Menschen nicht in jedem Augenblick, auch dem allerkleinsten schützte, ginge er plötzlich zugrunde. Denn ein solch tödlicher Haß herrscht in der Geisterwelt gegen das, was zur Liebe und zum Glauben an den Herrn gehört, daß er gar nicht beschrieben werden kann. Daß dem so ist, kann ich als gewiß versichern, weil ich nun schon einige Jahre hindurch bei den Geistern, obwohl zugleich im Leibe, im anderen Leben war, und zwar von bösen, ja den schlimmsten und zuweilen von tausenden umringt. Diesen war zugelassen, ihre Gifte auszulassen und mich auf alle mögliche Weise anzufechten. Sie konnten mir jedoch nicht den kleinsten Teil eines Haares verletzen, so bin ich vom Herrn geschützt worden. Durch die Erfahrung so vieler Jahre bin ich sehr wohl unterrichtet über die Beschaffenheit der Geisterwelt. Dann auch über den Kampf, den die, welche wiedergeboren werden, notwendig bestehen müssen, um die Seligkeit des ewigen Lebens zu erlangen. Weil aber durch eine allgemeine Schilderung niemand so belehrt werden kann, daß er zweifelsfreien Glauben hat, darum soll hiervon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden das Besondere erwähnt werden. 60. Vers 31: Und Gott sah alles, was Er gemacht, und siehe, (es war) sehr gut. Und es war Abend, und es war Morgen, der sechste Tag . Hier heißt es sehr gut, im Vorhergehenden nur gut; weil jetzt das, was Sache des Glaubens ist, eins ausmacht mit dem, was Sache der Liebe ist. So hat sich eine Ehe gebildet zwischen dem Geistigen und Himmlischen. 61. Geistig heißt alles, was den Glaubenserkenntnissen angehört, und himmlisch alles, was der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten angehört; jenes bezieht sich auf den Verstand des Menschen, dieses auf den Willen. 62. Die Zeiten und Zustände der Wiedergeburt des Menschen werden im allgemeinen und besonderen unterschieden in sechs, und heißen die Tage seiner Schöpfung, denn es wird stufenweise aus einem Nicht-Menschen zuerst etwas, aber wenig, dann mehr bis zum sechsten Tag, wo er zum Bilde wird. 63. Indessen kämpft der Herr beständig für ihn gegen das Böse und Falsche, und bestärkt ihn durch die Kämpfe im Wahren und Guten. Die Zeit des Kampfes ist die Zeit des Wirkens des Herrn, weshalb der Wiedergeborene bei den Propheten ein Werk der Finger Gottes heißt. Er ruht auch nicht, bis die Liebe die oberste Stelle eingenommen hat, dann hört Er auf. Wenn das Werk so weit gediehen ist, daß der Glaube verbunden ist mit der Liebe, dann heißt es sehr gut, weil der Herr alsdann ihn treibt, als eine Ähnlichkeit von Sich. Gegen das Ende des sechsten Tages weichen die bösen Geister, und es treten gute an ihre Stelle, und er wird eingeführt in den Himmel oder ins himmlische Paradies, von welchem im folgenden Kapitel. 64. Dies nun ist der innere Sinn des Wortes, sein eigenstes Leben, das aus dem Buchstabensinne nirgends sichtbar ist. Der Geheimnisse aber sind so viele, daß nicht Bände hinreichen würden für ihre Erklärung. Hier ist nur sehr weniges gesagt worden, und zwar solches, das zur Bestätigung dafür dienen kann, daß hier von der Wiedergeburt gehandelt wird, und daß diese vor sich geht vom äußersten Menschen zum inneren. So fassen die Engel das Wort auf. Sie wissen gar nicht, was dem Buchstaben angehört, nicht einmal ein Wort nach seiner nächsten Bedeutung, noch weniger die Namen der Länder, Städte, Flüsse, Personen, die so oft in den geschichtlichen und prophetischen Schriften vorkommen, sie haben bloß die Idee der durch die Wörter und durch die Namen bezeichneten Sachen; z.B. unter Adam im Paradies verstehen sie die Älteste Kirche, und selbst nicht die Kirche, sondern den Glauben der Ältesten Kirche an den Herrn. Unter Noach die Kirche, die bei den Nachkommen übrigblieb, und fortbestand bis zu Abrahams Zeit. Unter Abraham keineswegs den, der gelebt hat, sondern den seligmachenden Glauben, den er vorbildete und so fort. Somit geistige und himmlische Dinge, ganz ohne Absehen auf Wörter und Namen. 65. Einige, die in den ersten Vorhof des Himmels erhoben worden waren, sprachen, als ich das Wort las, von da aus mit mir, und sagten, sie verstehen auch nicht ein Wort oder einen Buchstaben darin, sondern nur, was diese in dem nächstliegenden inwendigeren Sinne bezeichnen; dies schilderten sie als so schön, und in einer solchen Ordnung aufeinanderfolgend und sie anregend, daß sie es eine Herrlichkeit nannten. 66. Es sind im allgemeinen vier verschiedene Stile im Wort, der erste ist der, den die Älteste Kirche hatte; ihre Ausdrucksweise war von der Art, daß sie, wenn sie Irdisches und Weltliches nannten, sich das Geistige und Himmlische dabei dachten, das es vorbildete, daher sie es nicht nur durch Vorbildliches ausdrückten, sondern es auch in einen geschichtartigen Zusammenhang brachten, damit es lebendiger würde, woran sie überaus große Freude hatten. Dieser Stil war gemeint, als Channa weissagte und sprach: "Redet Hohes, Hohes, es gehe Altes aus von eurem Munde", 1.Sam.2/3. Jene Vorbildungen werden bei David genannt Rätsel aus dem Altertum, Ps.78/2-4. Von den Nachkommen der Ältesten Kirche hatte Moses dieses von der Schöpfung, vom Garten Eden bis zu Abrahams Zeit. Der zweite Stil ist der Geschichtliche, der in den Büchern Mose von Abrams Zeit an und weiterhin, und in denen Josuas, der Richter, Samuels, und der Könige sich findet, in denen das Geschichtliche ganz so ist, wie es im Sinne des Buchstabens erscheint, aber immerhin enthält alles und jedes ganz anderes im inneren Sinne, wovon vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn seiner Ordnung nach im Folgenden. Der dritte ist der prophetische, der herstammt von dem Stil der Ältesten Kirche, den man hoch verehrte; allein er ist nicht stetig fortlaufend und geschichtartig, wie der Älteste war, sondern er ist abgerissen, kaum je verständlich, außer im inneren Sinne, in dem die tiefsten Geheimnisse liegen, die in schöner Ordnung unter sich verbunden einander folgen, und sich beziehen auf den äußeren und den inneren Menschen, auf die mehrfachen Zustände der Kirche, auf den Himmel selbst, und im Innersten auf den Herrn. Der vierte ist der der Psalmen Davids, der die Mitte hält zwischen dem prophetischen und der Sprache des gemeinen Lebens; es wird hier unter der Person Davids als König im inneren Sinne vom Herrn gehandelt. * Des ersten Buches Mose Zweites Kapitel 67. Da (mir) vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn verliehen worden ist, den inneren Sinn des Wortes zu wissen, und in diesem die tiefsten Geheimnisse enthalten sind, die nie zuvor in jemandes Erkenntnis gekommen sind, und auch nicht kommen können, wenn man nicht weiß, wie sich die Dinge im anderen Leben verhalten, (denn das meiste, das im inneren Sinn des Wortes enthalten ist, bezieht sich auf diese, gedenkt ihrer und schließt sie in sich); so ist (mir) gestattet worden, zu eröffnen, was ich nun etliche Jahre hindurch, während welcher mir verliehen war mit Geistern und Engeln umzugehen, gehört und gesehen habe. 68. Ich weiß wohl, daß viele sagen werden, es könne nie jemand mit Geistern und Engeln reden, solange er im Leibe lebt, und viele, es sei eben Einbildung, andere auch, ich habe derlei berichtet, um Glauben zu gewinnen, und andere anders; aber dergleichen kümmert mich nicht, denn ich habe (jenes) gesehen, gehört, gefühlt. 69. Der Mensch ist vom Herrn so geschaffen, daß er, während er im Leibe lebt, zugleich mit Geistern und Engeln reden könnte, wie es denn auch in den ältesten Zeiten geschehen ist (denn er ist einer von ihnen, weil er ein mit einem Körper umkleideter Geist ist); weil aber die Menschen in der Folgezeit sich so ins Leibliche und Weltliche versenkt haben, daß sie sich fast um nichts anderes mehr bekümmern, so ist der Weg verschlossen worden. Sobald aber das Leibliche, in das er versenkt ist, zurücktritt, wird der Weg geöffnet, und er ist unter den Geistern, und lebt mit ihnen zusammen. 70. Da ich eröffnen darf, was ich nun einige Jahre hindurch gehört und gesehen habe, so ist hier zuerst zu sagen, wie es sich verhält mit dem Menschen, wenn er auferweckt wird, oder wie er aus dem Leben des Leibes eingeht ins Leben der Ewigkeit; und damit ich wüßte, daß die Menschen nach dem Tode leben, so ist (mir) gegeben worden, mit mehreren, die ich während des Lebens ihres Leibes gekannt hatte, zu reden und umzugehen, und zwar nicht bloß tage- und wochenlang, sondern Monate und beinahe ein Jahr lang, und zwar redete ich und unterhielt mich mit ihnen wie in der Welt. Sie wunderten sich gar sehr, daß sie während des Lebens im Leibe in solchem Unglauben gewesen waren, und daß andere, und zwar die meisten, noch darin sind, so daß sie meinen, sie werden nicht leben nach dem Tode, während doch kaum einige Tage nach dem Hinscheiden des Leibes dazwischen hingehen, ehe sie im anderen Leben sind, denn es ist eine Fortsetzung des Lebens. 71. Da es aber abgerissen und unzusammenhängend wäre, wenn es dem, was im Text des Wortes liegt, zwischen eingestreut würde, so darf (ich) es, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in einer gewissen Ordnung beifügen, und zwar so, daß es jedem Kapitel vorausgeschickt und angehängt wird, ausgenommen was hin und wieder eingeflochten wird*). 72. Wie also der Mensch auferweckt wird von den Toten, und eingeht in das Leben der Ewigkeit, darf am Ende dieses Kapitels gesagt werden. *) Alle diese den einzelnen Kapiteln vorausgeschickten oder angehängten Berichte werden in dieser Ausgabe in einem Ergänzungsband abgedruckt.   Das 2. Kapitel 1. Und es wurden vollendet die Himmel und die Erde, und all ihr Heer. 2. Und Gott vollendete am siebenten Tage Sein Werk, das Er gemacht; und ruhte am siebenten Tage von all Seinem Werk, das Er gemacht. 3. Und Gott segnete den siebenten Tag, und heiligte ihn, weil Er an ihm ruhte von all Seinem Werk, das Gott geschaffen und gemacht. 4. Dies sind die Geburten der Himmel und der Erde, als Er sie schuf, am Tage, da Jehovah Gott Erde und Himmel machte. 5. Und kein Gesträuch des Feldes war noch auf Erden, und kein Kraut des Feldes sproßte noch, weil Jehovah Gott nicht hatte regnen lassen auf der Erde. Und es war kein Mensch, den Boden zu bebauen. 6. Und Er ließ einen Dunst aufsteigen von der Erde, und bewässerte alle Angesichte des Bodens. 7. Und Jehovah Gott bildete den Menschen, Staub vom Boden, und Er hauchte in seine Nase den Odem der Leben, und es wurde der Mensch zur lebenden Seele. 8. Und Jehovah Gott pflanzte einen Garten in Eden von Aufgang, und setzte darein den Menschen, den Er gebildet. 9. Und Jehovah Gott ließ hervorsprossen aus dem Boden allen Baum, lieblich anzusehen und gut zur Speise, und den Baum der Leben inmitten des Gartens; und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 10. Und ein Strom ging aus von Eden, den Garten zu bewässern, und von da teilte er sich, und war zu vier Häuptern. 11. Der Name des ersten ist Pischon, der umgibt das ganze Land Chavillah, wo Gold. 12. Und das Gold dieses Landes ist gut; allda ist Bdellium und der Stein Schoham. 13. Und der Name des zweiten Stromes ist Gichon, der umgibt das ganze Land Kusch. 14. Und der Name des dritten Stromes ist Chiddekel, der geht östlich gegen Aschur; und der vierte Strom, der ist Phrath. 15. Und Jehovah Gott nahm den Menschen, und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen, und ihn zu hüten. 16. Und Jehovah Gott gebot über ihn dem Menschen sprechend, von allem Baum des Gartens sollst du essend essen. 17. Aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem sollst du nicht essen, weil du an dem Tage, da du von ihm issest, sterbend sterben wirst.   Inhalt 73. Nachdem der Mensch aus einem toten ein geistiger geworden, wird er aus einem geistigen ein himmlischer, von dem jetzt gehandelt wird: Vers 1. 74. Der himmlische Mensch ist der siebte Tag, an dem der Herr ruht: Vers 2, 3. 75. Sein Wißtümliches und Vernünftiges wird beschrieben durch Gesträuch und Kraut aus dem vom Dunst bewässerten Boden: Vers 5, 6. 76. Sein Leben durch das Einhauchen der Seele der Leben: Vers 7. 77. Hernach seine Einsicht durch den Garten in Eden vom Aufgang, in dem die Bäume lieblich anzusehen, sind die Vernehmnisse (Perceptiones) des Wahren; und die Bäume gut zur Speise, sind die Vernehmnisse des Guten: die Liebe durch den Baum der Leben; der Glaube durch den Baum der Erkenntnis: Vers 8, 9. 78. Die Weisheit durch den Strom im Garten, aus dem vier Ströme, von denen der erste ist das Gute und Wahre; der zweite ist die Erkenntnis alles dessen, was zum Guten und Wahren oder zur Liebe und zum Glauben gehört; diese sind im inneren Menschen. Der dritte ist die Vernunft, der vierte ist das Wissen; diese gehören dem äußeren Menschen an. Alles aus der Weisheit, und diese von der Liebe und vom Glauben an den Herrn: Vers 10-14. 79. Der himmlische Mensch ist ein solcher Garten. Weil er aber dem Herrn angehört, so wird ihm zwar gestattet, alles jenes zu genießen, aber nicht als das Seinige es zu besitzen: Vers 15. 80. Und er darf aus allem Innewerden vom Herrn wissen, was gut und wahr ist; nicht aber aus sich und der Welt, d.h. (nicht) einzudringen suchen in die Geheimnisse des Glaubens durch Sinnliches und Wißtümliches, durch das sein Himmlisches stirbt: Vers 16, 17.   Innerer Sinn 81. In diesem Kapitel wird gehandelt vom himmlischen Menschen, im vorhergehenden war die Rede vom geistigen, der es aus einem Toten geworden ist. Weil man aber heutzutage nicht weiß, was der himmlische Mensch, kaum was der geistige, auch nicht was der tote ist, so darf ich zur Kenntnis des Unterschiedes kurz angeben, wie der eine und wie der andere beschaffen ist. Erstens: Der tote Mensch erkennt kein anderes Wahres und Gutes an, als das Sache des Leibes und der Welt ist, und dieses betet er auch an. Der geistige Mensch erkennt das geistige und himmlische Wahre und Gute an, aber aus dem Glauben, aus dem er auch handelt, nicht so hingegen aus der Liebe. Der himmlische Mensch glaubt und vernimmt das geistige und himmlische Wahre und Gute und erkennt keinen anderen Glauben an, als den aus der Liebe, aus der er auch handelt. Zweitens: Die Zwecke des toten Menschen zielen bloß auf das Leben des Leibes und der Welt, und er weiß nicht, was das ewige Leben und was der Herr ist. Und wenn er es weiß, so glaubt er es nicht. Die Zwecke des geistigen Menschen zielen auf das ewige Leben und so auf den Herrn. Die Zwecke des himmlischen Menschen zielen auf den Herrn und so auf Sein Reich und das ewige Leben. Drittens: Der tote Mensch, wenn er im Kampf ist, unterliegt beinahe immer; und wenn er in keinem Kampf ist, so herrscht bei ihm Böses und Falsches und er ist Sklave. Seine Bande sind Äußeres, als: Furcht vor dem Gesetz, vor dem Verlust des Lebens, des Vermögens, des Erwerbs, des guten Namens um deswillen. Der geistige Mensch ist im Kampf, aber er überwindet immer. Die Bande, von denen er betätigt wird, sind Inneres, und werden genannt Bande des Gewissens. Der himmlische Mensch ist nicht im Kampf; und wenn Böses und Falsches anficht, so achtet er es nicht, daher er auch Überwinder genannt wird. Bande, von denen er angetrieben würde, hat er keine, die erschienen, sondern er ist frei; seine Bande, die aber nicht erscheinen, sind die Vernehmnisse des Wahren und Guten. 82. Vers 1: Und es wurden vollendet die Himmel und die Erde und all ihr Heer. Hierunter wird verstanden, daß der Mensch nun geistig geworden ist und zwar insoweit, daß er ein sechster Tag ist; der Himmel ist sein innerer Mensch und die Erde sein äußerer; ihr Heer sind die Liebe, der Glaube und deren Erkenntnisse, die früher bezeichnet wurden durch die großen Lichter und durch die Sterne. Daß der innere Mensch Himmel genannt wird und der äußere (Mensch) Erde, kann aus den im vorhergehenden Kapitel angeführten Stellen erhellen; ich darf noch hinzufügen, was bei Jes.13/12,13 steht: "Seltener will ich machen den Mann als gediegenes Gold, und den Menschen als köstliches Gold Ophirs; darum will Ich die Himmel mit Schrecken schlagen und erbeben soll die Erde von ihrer Stelle". Jes.51/13,16: "Du vergissest Jehovahs, deines Machers, Der ausdehnt die Himmel und gründet die Erde; aber Ich will Meine Worte in deinen Mund legen und im Schatten (Meiner) Hand dich bergen, auszudehnen die Himmel und zu gründen die Erde": aus diesem erhellt, daß auf den Menschen bezogen wird sowohl Himmel als Erde; es ist zwar von der Ältesten Kirche die Rede, allein mit dem Inneren des Wortes verhält es sich so, daß alles, was gesagt wird von der Kirche, von einem jeden in der Kirche gilt; wenn dieser nicht eine Kirche wäre, so könnte er kein Teil der Kirche sein, wie der, welcher nicht ein Tempel des Herrn ist, auch nicht das sein kann, was durch den Tempel bezeichnet wird, welches ist die Kirche und der Himmel; deswegen wird denn auch die Älteste Kirche Mensch in der Einzahl genannt. 83. Vollendet heißen Himmel und Erde, und all ihr Heer, wenn der Mensch ein sechster Tag geworden ist. Denn alsdann machen Glauben und Liebe eins aus. Und wenn sie eines ausmachen, so beginnt - nicht der Glaube, sondern - die Liebe die Hauptsache zu sein, das ist, nicht das Geistige, sondern das Himmlische, und dies heißt eben ein himmlischer Mensch sein. 84. Vers 2,3: Und Gott vollendete am siebenten Tage Sein Werk, das Er gemacht, und ruhete am siebenten Tag von all Seinem Werk, das Er gemacht. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil Er an ihm ruhete von all Seinem Werk, das Gott geschaffen und gemacht. Der himmlische Mensch ist der siebente Tag, und weil der Herr sechs Tage lang gewirkt hat, so heißt er Sein Werk; und weil alsdann der Kampf aufhört, so heißt es, der Herr ruhe von all Seinem Werk, daher denn auch der siebente Tag geheiligt und Sabbath genannt wurde von der Ruhe. Und so ist er zum Menschen geschaffen, gebildet und gemacht worden, es läßt sich dies aus den Worten deutlich ersehen. 85. Daß der himmlische Mensch der siebente Tag ist, und der siebente Tag deshalb geheiligt und Sabbath genannt wurde von der Ruhe, sind Geheimnisse, die noch nicht enthüllt waren, auch aus dem Grunde, weil man nicht wußte, was der himmlische Mensch ist, und wenige, was der geistige ist, den man aus Unkunde dem himmlischen gleich machen mußte, während doch ein großer Unterschied besteht, man sehe Nr. 81. Was den siebenten Tag betrifft und daß der himmlische Mensch ein siebenter Tag oder Sabbath sei, so erhellt es daraus, daß der Herr selbst der Sabbath ist, daher Er auch sagt: "So ist denn des Menschen Sohn Herr auch des Sabbath", Mark.2/28: was in sich schließt, daß der Herr der Mensch selbst sei und der Sabbath selbst. Sein Reich in den Himmeln und auf Erden wird von Ihm Sabbath oder ewiger Friede und Ruhe genannt. Die Älteste Kirche, von der hier die Rede ist, war vor den folgenden des Herrn Sabbath. Jede folgende ganz innerliche Kirche des Herrn ist auch ein Sabbath: somit jeder Wiedergeborene, indem er himmlisch wird, weil er eine Ähnlichkeit des Herrn ist. Voraus gehen sechs Tage des Kampfes oder der Arbeit. Dies wird in der jüdischen Kirche vorgebildet durch die Tage der Arbeit und durch den siebenten, welcher Sabbath ist. Denn in dieser Kirche war alles, was angeordnet war, eine Vorbildung des Herrn und Seines Reiches. Ähnliches wurde auch vorgebildet durch die Lade, wenn sie fortzog und wenn sie ruhte; durch ihre Züge in der Wüste Kämpfe und Versuchen; durch ihre Ruhe der Stand des Friedens; daher denn, wenn sie fortzog, Moses sprach: "Mache Dich auf, Jehovah, und zerstreut sollen werden Deine Feinde und fliehen Deine Hasser vor Deinen Angesichten"; und wenn sie ruhte, sprach er: "Kehre wieder, Jehovah! Ihr Myriaden von Tausenden Israels": 4. Mose 10/35,36. Von der Lade heißt es dort, daß sie ausgezogen sei vom Berge Jehovahs, um ihnen Ruhe aufzusuchen: 4. Mose 10/33. Die Ruhe des himmlischen Menschen ward durch den Sabbath beschrieben bei Jes. 58/13,14: "Wenn du vom Sabbath deinen Fuß zurückhältst, daß du nicht tust dein Verlangen am Tage Meiner Heiligkeit, und nennest, was dem Sabbath angehört, eine Lust dem Heiligen Jehovahs zu Ehren, und ehrest Ihn, daß du nicht tust deine Wege, nicht findest dein Verlangen, und redest das Wort: dann wirst du Jehovah angenehm sein, und Ich will dich fahren lassen auf die Höhen des Landes, und will dich speisen mit dem Erbe Jakobs". Der himmlische Mensch ist von der Art, daß er nicht nach seinem Verlangen handelt, sondern nach dem Wohlgefallen des Herrn, das sein Verlangen ist. So genießt er inneren Frieden und Seligkeit, die hier ausgedrückt werden durch erhoben werden auf die Höhen des Landes; und zugleich äußere Ruhe und Annehmlichkeit, die bezeichnet werden durch das Gespeistwerden mit dem Erbe Jakobs. 86. Der geistige Mensch, der ein sechster Tag geworden ist, wenn er anfängt, himmlisch zu werden, ist der Abend des Sabbath, was in der jüdischen Kirche vorgebildet wurde durch die Heiligung des Sabbath vom Abend an; der himmlische Mensch ist der Morgen, von dem gleich nachher gehandelt wird. 87. Daß der himmlische Mensch der Sabbath oder die Ruhe ist, hat auch darin seinen Grund, daß der Kampf aufhört, wenn er himmlisch wird. Die bösen Geister treten zurück, und es kommen gute herzu, dann auch himmlische Engel; und sind diese zugegen, so können niemals böse Geister zugegen sein, sondern fliehen weit weg. Und weil nicht der Mensch selbst gekämpft hat, sondern allein der Herr für den Menschen, so heißt es, daß der Herr geruht habe. 88. Der geistige Mensch heißt, wenn er himmlisch wird, ein Werk Gottes, weil der Herr allein für ihn gekämpft und ihn geschaffen, gebildet und gemacht hat. Daher es hier heißt: "Gott vollendete am siebenten Tage Sein Werk", und zweimal: "Er ruhte von all Seinem Werk". Bei den Propheten wird er hie und da genannt ein "Werk der Hände" und der "Finger Jehovahs", wie bei Jesaja, wo von dem Wiedergeborenen gehandelt wird, Jes.45/11,12,18,21: "So sprach Jehovah, der Heilige Israels, und sein Bildner, die Zeichen fordert von Mir über Meine Söhne, und über das Werk Meiner Hände gebietet mir. Ich habe gemacht die Erde, und den Menschen auf ihr habe Ich geschaffen, Meine Hände haben ausgebreitet die Himmel, und all ihrem Heere habe Ich geboten: denn so sprach Jehovah, Der da schafft die Himmel. Er ist der Gott, Welcher bildet die Erde, und sie macht: Der sie feststellt, hat nicht zur Leere sie geschaffen, zum Wohnen hat Er sie gebildet; Ich Jehovah, und kein Gott außer Mir": daß die neue Schöpfung oder die Wiedergeburt allein des Herrn Werk sei, ergibt sich hieraus. Hinlänglich geschieden werden gebraucht die Worte schaffen, bilden und machen, wie hier bei Jes.45/18: "Der da schafft die Himmel, bildet die Erde, und macht sie"; und Jes.43/7: "Jeden, der genannt ist mit Meinem Namen, zu Meiner Herrlichkeit hab' Ich ihn geschaffen, ihn gebildet, auch ihn gemacht". Ebenso im vorhergehenden Kapitel (1. Mose 1.Kap.), und in diesem, wie hier: Er ruhte von all Seinem Werk, das Gott geschaffen und gemacht; und zwar immer mit einer geschiedenen Vorstellung im inneren Sinne; dann auch, wo der Herr genannt wird Schöpfer, oder Bildner, oder Macher. 89. Vers 4: Dies sind die Geburten der Himmel und der Erde, als Er sie schuf, am Tage, da Jehovah Gott Erde und Himmel machte. Die Geburten der Himmel und der Erde sind die Bildungen des himmlischen Menschen. Daß von seiner Bildung nun die Rede sei, ergibt sich deutlich auch aus dem einzelnen das folgt, wie z.B. daß noch kein Kraut gesproßt habe; daß kein Mensch war, den Boden zu bebauen; dann daß Jehovah Gott den Menschen gebildet habe, dann alles Tier und den Vogel der Himmel, von deren Bildung doch im vorhergehenden Kapitel die Rede war; daher hier von einem anderen Menschen gehandelt wird. Dies erhellt noch weiter daraus, daß jetzt zuerst gesagt wird Jehovah Gott, im Vorhergehenden, wo vom geistigen Menschen die Rede war, bloß Gott. Dann daß jetzt gesagt wird Boden und Feld, im Vorhergehenden nur Erde; und daß in diesem Vers zuerst der Himmel der Erde, und hernach die Erde dem Himmel vorangestellt wird; der Grund ist, weil die Erde den äußeren Menschen, und der Himmel den inneren bedeutet beim geistigen Menschen, in dem die Besserung anfängt bei der Erde oder dem äußeren Menschen; hier aber, wo vom himmlischen Menschen die Rede ist, fängt sie beim inneren Menschen oder beim Himmel an. 90. Vers 5,6: Und kein Gesträuch des Feldes war noch auf Erden, und kein Kraut des Feldes sproßte noch, weil Jehovah Gott nicht hatte regnen lassen auf der Erde. Und es war kein Mensch, den Boden zu bebauen. Und Er ließ einen Dunst aufsteigen von der Erde, und bewässerte alle Angesichte des Bodens. Unter Gesträuch des Feldes und Kraut des Feldes wird im allgemeinen alles verstanden, was sein äußerer Mensch hervorbringt; die Erde ist der äußere Mensch, solange er geistig war. Boden, wie auch Feld, ist der äußere Mensch, während er himmlisch wird. Der Regen, der gleich darauf Dunst genannt wird, ist die Friedensruhe, wenn der Kampf aufhört. 91. Allein wofern man den Zustand nicht kennt, in dem der Mensch sich befindet, wenn er aus einem geistigen ein himmlischer wird, kann man auch niemals fassen, was dies in sich schließt, denn es sind etwas tiefer liegende Geheimnisse. Solange er ein geistiger ist, will der äußere Mensch dem inneren noch nicht Folge leisten und dienen, daher dann Kampf ist. Hingegen wenn er himmlisch wird, dann fängt der äußere Mensch an dem inneren zu folgen und zu dienen, daher der Kampf aufhört, und Ruhe entsteht; man sehe Nr. 87. Diese Ruhe wird bezeichnet durch Regen und Dunst, denn sie ist wie ein Dunst, durch den sein äußerer vom inneren bewässert und durchströmt wird. Diese Ruhe, welche Friede ist, bringt das hervor, was genannt wird Gesträuch des Feldes und Kraut des Feldes, welche insbesondere sind Vernünftiges und Wißtümliches vom himmlisch-geistigen Ursprung. 92. Wie die Friedensruhe des äußeren Menschen beschaffen sei, wenn der Kampf oder die Unruhe von den Begierden und Falschheiten aufhört, kann keiner wissen, der nicht den Stand des Friedens kennt. Dieser Stand ist so wonnevoll, daß er alle Vorstellung von Wonne übersteigt; es ist nicht bloß ein Aufhören des Kampfes, sondern es ist ein von inwendigerem Frieden kommendes Leben, das den äußeren Menschen so anregt, daß es nicht beschrieben werden kann. Glaubenswahres und Liebegutes wird alsdann geboren, das von der Wonne des Friedens sein Leben hernimmt. 93. Den Stand des himmlischen Menschen, der mit der Friedensruhe begabt, durch den Regen erquickt und von der Knechtschaft des Bösen und Falschen befreit ist, beschreibt der Herr durch Hes.34/25-27,31 also: "Ich will schließen mit ihnen den Bund des Friedens, und will wegschaffen das böse Wild aus dem Lande, und sie werden zuversichtlich wohnen in der Wüste, und schlafen in den Wäldern; und Ich will sie und die Umgebungen Meines Hügels zum Segen machen, und will herabkommen lassen den Regen zu seiner Zeit; Regen des Segens werden es sein; und es wird der Baum des Feldes seine Frucht geben, und die Erde wird geben ihr Erzeugnis, und sie werden auf ihrem Boden in Zuversicht sein, und werden wissen, daß Ich Jehovah bin, daß Ich zerbrochen habe die Riemen ihres Joches, und sie befreit habe aus der Hand derer, die sie sich dienstbar machten; ihr seid Meine Herde, die Herde Meiner Weide, ein Mensch seid ihr, Ich euer Gott." Und daß dies geschehe am dritten Tage, der dasselbe im Worte bezeichnet, was der siebente, durch Hos.6/2,3: "Er wird uns beleben nach zwei Tagen, am dritten Tag wird Er uns auferwecken, und wir werden vor Ihm leben und erkennen, und werden folgen, um Jehovah zu erkennen; wie die Morgenröte ist bereitet Sein Aufgang, und Er wird uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land bewässert". Und das dies verglichen werde einem Sproß des Feldes, durch Hes.16/7, wo von der Alten Kirche die Rede ist: "Wie einen Sproß des Feldes habe Ich dich gemacht, und du bist gewachsen und groß geworden, und bist gekommen in die Zierde der Zierden". Dann einem Zweig der Pflanzungen, und einem Werk der Hände Jehovah Gottes: Jes.60/21. 94. Vers 7: Und Jehovah Gott bildete den Menschen, Staub vom Boden, und Er hauchte in seine Nase den Odem der Leben, und es wurde der Mensch zur lebenden Seele. Den Menschen bilden, Staub vom Boden heißt, seinen äußeren Menschen, der früher nicht Mensch war, bilden, denn es wurde 1. Mose 2/5 gesagt, daß kein Mensch war den Boden zu bebauen. In seine Nase den Odem der Leben hauchen heißt, ihm das Leben des Glaubens und der Liebe geben; der Mensch wurde zur lebenden Seele heißt, daß der äußere Mensch auch lebendig geworden sei. 95. Es wird hier vom Leben des äußeren Menschen gehandelt: In den beiden vorigen Versen von dem Leben seines Glaubens oder Verstandes, in diesem von dem Leben seiner Liebe oder seines Willens. Vorher wollte der äußere Mensch dem inneren nicht folgen und dienen, sondern kämpfte beständig gegen ihn an, daher auch so lange der äußere nicht Mensch war. Jetzt aber, da er himmlisch geworden, fängt der äußere an, dem inneren Folge zu leisten und zu dienen, und wird auch zum Menschen, und zwar durch das Leben des Glaubens und das Leben der Liebe. Das Leben des Glaubens bereitet ihn zu, das Leben der Liebe macht, daß er Mensch ist. 96. Damit, daß es heißt, Jehovah Gott habe durch die Nase eingehaucht, verhält es sich so: Vor Alters und im Worte wurde unter der Nase verstanden alles, was angenehm war vom Geruch, der das Innewerden bedeutet; daher wird hin und wieder von Jehovah gelesen, daß Er den Geruch der Ruhe gerochen habe, von den Brandopfern, und von dem, was Ihn und Sein Reich vorbildete; und weil Ihm am wohlgefälligsten ist, was Sache der Liebe und des Glaubens ist, so heißt es, daß Er den Odem (spiraculim) der Leben eingehaucht habe durch die Nase. Eben daher wird auch der Gesalbte Jehovahs oder der Herr genannt in Jerem.Klagel.4/20: "Hauch (Spiritus) der Nase". Und der Herr selbst bezeichnete dies durch das Einhauchen in die Jünger, bei Joh.20/22: "Er hauchte (sie) an, und sprach: nehmet hin den Heiligen Geist". 97. Daß das Leben durch das Einhauchen und durch den Odem beschrieben wird, davon ist auch der Grund, daß die Menschen der Ältesten Kirche die Zustände der Liebe und des Glaubens inne wurden durch die Zustände des Atmens, welche Zustände sich nach und nach in ihren Nachkommen veränderten; von diesem Atmen kann noch nichts gesagt werden, weil es heutzutage ganz verborgene Dinge sind, die Uralten wußten dies wohl, und die im anderen Leben sind, wissen es auch; aber auf diesem Erdkreis noch keiner; ebendaher vergleichen sie den Geist (spiritus) oder das Leben (vita) mit dem Wind; auch der Herr, wenn Er von der Wiedergeburt der Menschen spricht, bei Joh.3/8: "Der Geist (oder der Wind) wehet, wo er will, und du hörest seine Stimme, aber du weißt nicht, woher er kommt, oder wohin er geht: so ist jeder, der vom Geist geboren ist". Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht, und durch den Geist (oder) Wind Seines Mundes all ihr Heer". Ps.104/29,30: "Du nimmst zurück ihren Geist, so sterben sie dahin, und kehren zu ihrem Staub zurück: Du sendest Deinen Geist aus, sie werden geschaffen, und Du erneuerst die Angesichte des Bodens". Daß der Odem für das Leben des Glaubens und der Liebe genommen werde, erhellt bei Hiob 32/8: "Jener Geist im Menschen und der Odem Schaddais macht sie verständig", und Hiob 33/4: "Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem Schaddais hat mich belebt". 98. Vers 8: Und Jehovah Gott pflanzte einen Garten in Eden von Aufgang, und setzte darein den Menschen, den Er gebildet. Durch den Garten wird bezeichnet Einsicht, durch Eden Liebe, durch den Aufgang der Herr; somit durch den Garten in Eden von Aufgang: des himmlischen Menschen Einsicht, die durch die Liebe vom Herrn einfließt. 99. Ein solches Leben oder eine solche Ordnung des Lebens ist beim geistigen Menschen, daß zwar der Herr durch den Glauben in sein Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches einfließt, aber weil sein äußerer Mensch mit dem inneren kämpft, so scheint es, als ob die Einsicht nicht einflöße vom Herrn, sondern von ihm selbst durch Wißtümliches und Vernünftiges. Dagegen das Leben oder die Lebensordnung des himmlischen Menschen ist, daß der Herr durch die Liebe und den Glauben der Liebe in sein Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches einfließt, und weil kein Kampf stattfindet, so wird er inne, daß es so ist. So ist die Ordnung, die noch eine umgekehrte ist beim Geistigen, wiederhergestellt beim Himmlischen. Diese Ordnung oder dieser Mensch wird genannt "ein Garten in Eden von Aufgang". Der von Jehovah Gott gepflanzte Garten in Eden von Aufgang ist im höchsten Sinn der Herr selbst. Im innersten Sinne, der auch der universelle Sinn ist, ist er das Reich des Herrn, und der Himmel, in den der Mensch gesetzt wird, wenn er ein himmlischer geworden ist. Sein Zustand ist alsdann der, daß er bei den Engeln im Himmel ist, und gleichsam einer unter ihnen, denn der Mensch ist so geschaffen, daß er, während er auf Erden lebt, zugleich im Himmel sei. Alle seine Gedanken und Denkvorstellungen, ja Worte und Handlungen sind alsdann aufgeschlossen, in denen Himmlisches und Geistiges ist, und deren Ausgangspunkt der Herr ist. Denn in einem jeden (derselben) ist Leben des Herrn, welches macht, daß er ein Innewerden hat. 100. Daß der Garten die Einsicht bezeichne und Eden die Liebe, erhellt auch bei Jes.51/3: "Trösten wird Jehovah Zion, trösten alle ihre Wildnisse, und wird setzen ihre Wüste wie Eden, und ihre Einöde wie einen Garten Jehovahs; Freude und Fröhlichkeit wird gefunden werden in ihr, Bekenntnis und die Stimme des Gesangs": wo Wüste, Freude und Bekenntnis Worte sind, die bei dem Propheten das Himmlische des Glaubens oder was zur Liebe gehört, ausdrückte, hingegen Einöde, Fröhlichkeit, Stimme des Gesangs das Geistige des Glaubens, das auch dem Verstand angehört; jene beziehen sich auf Eden, diese auf den Garten; denn bei diesem Propheten kommen ganz beständig zweierlei Ausdrücke von einer und derselben Sache vor, von welcher der eine Himmlisches, der andere Geistiges bedeutet. Was der Garten in Eden weiter bedeute, sehe man beim folgenden 10. Vers. 101. Daß der Herr der Aufgang sei, erhellt auch hin und wieder aus dem Wort, wie bei Hes.43/1,2,4: "Er führte mich zum dem Tore, einem Tore, das hinsieht nach dem Wege des Aufgangs, und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam vom Wege des Aufgangs, und Seine Stimme wie die Stimme vieler Wasser, und die Erde leuchtete von Seiner Herrlichkeit". Weil der Herr der Aufgang ist, darum war es in der vorbildlichen jüdischen Kirche, ehe der Tempel erbaut war, ein heiliger Brauch, das Angesicht gegen Aufgang zu wenden, wenn man betete. 102. Vers 9: Und Jehovah Gott ließ hervorsprossen aus dem Boden allen Baum, lieblich anzusehen, und gut zur Speise; und den Baum der Leben inmitten des Gartens; und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. "Der Baum", bedeutet das Innewerden, "der Baum, lieblich anzusehen", das Innewerden des Wahren; "der Baum gut zur Speise", das Innewerden des Guten; "der Baum der Leben", die Liebe und den Glauben aus ihr; "der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen", den Glauben aus dem Sinnlichen oder aus der Wissenschaft. 103. Daß die Bäume hier Innewerden bedeuten, davon ist der Grund, daß von dem himmlischen Menschen gehandelt wird; anders, wenn vom geistigen; denn wie das Subjekt, so ist das Prädikat. 104. Was aber Innewerden (perceptio) sei, weiß man heutzutage nicht; es ist ein gewisses inneres Gefühl (sensatio) vom Wahren und Guten, das einzig vom Herrn kommt. Der Ältesten Kirche war es sehr wohl bekannt. Die Engel haben ein so deutliches, daß sie aus ihm wissen und erkennen, was wahr und gut, was vom Herrn und was von ihnen selbst, sowie auch wie beschaffen einer ist, der herbeikommt, aus seinem bloßen Herbeikommen und bloß aus einer einzigen seiner Vorstellungen. Der geistige Mensch hat kein Innewerden, sondern er hat ein Gewissen; der tote Mensch hat nicht einmal ein Gewissen, auch wissen die meisten nicht, was Gewissen, geschweige denn was Innewerden ist. 105. Der Baum der Leben ist die Liebe und der Glaube aus ihr; inmitten des Gartens ist im Willen des inneren Menschen. Das Vorzüglichste, was der Herr beim Menschen und dem Engel besitzt, ist der Wille, der im Worte Herz heißt; weil aber aus sich selbst niemand Gutes tun kann, so ist der Wille oder das Herz nicht des Menschen, obwohl er dem Menschen zugeschrieben wird; dem Menschen eigen ist Begierde, die er Willen nennt; weil der Wille die Mitte des Gartens ist, wo der Baum der Leben und der Mensch keinen Willen, sondern Begierde hat, darum ist der Baum der Leben die Barmherzigkeit des Herrn, von dem alle Liebe und aller Glaube und somit alles Leben kommt. 106. Was aber der Baum des Gartens oder das Innewerden; was der Baum der Leben oder die Liebe und der Glaube aus ihr; was der Baum der Erkenntnis oder der Glaube aus dem Sinnlichen und der Wissenschaft sei, davon im Folgenden mehr. 107. Vers 10: Und ein Strom ging aus von Eden, den Garten zu bewässern; und von da teilte er sich, und war zu vier Häuptern. Der Strom aus Eden bedeutet die Weisheit aus der Liebe, welch letztere Eden ist. Den Garten bewässern heißt, Einsicht geben. Von da in vier Häupter sich teilen, ist die Beschreibung der Einsicht durch vier Ströme, wie folgt. 108. Wenn die Ältesten den Menschen einem Garten verglichen, so verglichen sie auch die Weisheit, und was zur Weisheit gehört, den Strömen; ja, sie verglichen nicht, sondern nannten sie so, denn von dieser Art war ihre Redeweise. Ebenso nachher bei den Propheten, die sie so teils verglichen, teils nannten, wie bei Jes.58/10,11: "Es wird aufgehen in Finsternis dein Licht, und ein Dunkel sein wie das Tageslicht, und du wirst sein wie ein gewässerter Garten, und wie ein Ausgang der Wasser, dessen Wasser nicht lügen werden": wo von denen gehandelt wird, die Glaube und Liebe aufnehmen. 4. Mose 24/6: "Wie Täler werden sie bepflanzt, wie Gärten neben einem Fluß, wie Jehovah Zelte gepflanzt, wie Zedern neben Wassern": wo von den Wiedergeborenen die Rede ist. Jerem.17/7,8: "Gesegnet ist der Mann, der auf Jehovah vertraut, er wird sein wie ein Baum, der gepflanzt ist neben Wassern, und über den Bach hin ausbreiten wird seine Wurzeln". Daß die Menschen dem Garten und Bäume neben Flüssen nicht verglichen, sondern so genannt wurden, bei Hes.31/4,7-9: "Wasser haben sie wachsen gemacht, die Tiefe der Wasser hat sie hoch gemacht, der Fluß ging rings um ihre Pflanzung, und sandte seine Wasserleitungen aus zu allen Bäumen des Feldes, schön ist sie geworden in ihrer Größe, in der Länge ihrer Äste, weil ihre Wurzel war an vielen Wassern, Zedern verdunkelten sie nicht im Garten Gottes, Tannen waren nicht gleich ihren Ästen, und Platanen waren nicht wie ihre Zweige; kein Baum im Garten Gottes war ihr gleich in ihrer Schönheit; schön hat Er sie gemacht in der Menge ihrer Äste, und es eiferten ihr nach alle Bäume Edens, die im Garten Gottes". Aus diesem erhellt, daß, wenn die Uralten den Menschen, oder (was dasselbe ist) das, was im Menschen ist, einem Garten verglichen, sie auch Gewässer und Flüsse, von denen er bewässert werden sollte, beifügten; und daß sie unter den Wassern und Flüssen das verstanden, was Wachstum bewirkt. 109. Daß die Weisheit und die Einsicht, obwohl sie im Menschen erscheinen, doch des Herrn allein seien, wie schon bemerkt worden, wird deutlich gesagt durch ähnliche Vorbildungen: Hes.47/1,8,9,12: "Siehe, Wasser gingen hervor unter der Schwelle des Hauses, gegen Aufgang; weil das Angesicht des Hauses der Aufgang; und Er sprach: Jene Wasser fließen hinaus nach der Grenze gegen Aufgang, und laufen hinab in die Ebene, und kommen zum Meer, ins Meer hinausgeleitet, und die Wasser werden gesund werden. Und es wird geschehen, jede lebende Seele, die sich regt, überall, wohin das Wasser der Ströme kommt, wird leben. Und neben dem Strom wird sich erheben an seinem Ufer hier und dort jeglicher Baum der Speise; nicht wird welken sein Zweig, und nicht verzehrt werden seine Frucht. In seine Monate wird sie wiedergeboren, denn seine Wasser gehen vom Heiligtum aus, und darum wird seine Frucht zur Speise sein, und sein Blatt zur Arznei": hier wird der Herr bezeichnet durch den Aufgang und durch das Heiligtum, aus dem die Wasser und die Ströme. In ähnlicher Weise Joh.Offenb.22/1,2: "Er zeigte mir einen lauteren Strom von Lebenswasser, glänzend wie Kristall, ausgehend vom Throne Gottes und des Lammes; inmitten ihrer Gasse und des Stromes, hier und dort ein Baum des Lebens, der zwölf(mal) Früchte bringt, jeden Monat seine Frucht gebend, und das Blatt des Baumes zur Arznei der Heiden". 110. Vers 11,12: Der Name des ersten ist Pischon, der umgibt das ganze Land Chavillah, wo Gold. Und das Gold dieses Landes ist gut, allda ist Bdellium und der Stein Schoham. Der erste Strom oder Pischon bedeutet die Einsicht des Glaubens aus der Liebe; das Land Chavillah das Gemüt; Gold das Gute; Bdellium und Schoham das Wahre. Daß Gold zweimal genannt wird, davon ist der Grund, daß es das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens aus der Liebe bedeutet; und daß Bdellium und Schoham (genannt) werden, davon ist der Grund, daß das eine das Wahre der Liebe, das andere das Wahre des Glaubens aus der Liebe bedeutet. Von dieser Art ist der himmlische Mensch. 111. Es ist jedoch sehr schwer anzugeben, wie sich dies im inneren Sinne verhält, weil es heutzutage unbekannt ist, wie z.B. was der Glaube aus der Liebe, was die Weisheit und was die Einsicht aus ihr ist. Weil die äußerlichen Menschen kaum etwas anderes kennen als Wissenschaft, die sie auch Einsicht und Weisheit nennen und Glauben; so wissen sie nicht einmal, was Liebe ist, und viele nicht, was Wille und Verstand, und daß sie ein Gemüt ausmachen, da doch das eine vom anderen unterschieden ist, ja durchaus unterschieden, und der gesamte Himmel vom Herrn ganz unterschieden geordnet ist nach den Unterschieden der Liebe und des Glaubens, die unzählig sind. 112. Aber man wisse, daß es durchaus keine Weisheit gibt, außer aus der Liebe, somit aus dem Herrn; auch keine Einsicht, außer aus dem Glauben, somit auch aus dem Herrn; und daß es durchaus kein Gutes gibt außer aus der Liebe, somit aus dem Herrn; und daß es durchaus kein Wahres gibt, außer aus dem Glauben, somit aus dem Herrn. Was nicht aus der Liebe und aus dem Glauben, somit nicht aus dem Herrn ist, wird zwar ebenso genannt, ist aber unecht. 113. Daß das Gute der Weisheit oder der Liebe bezeichnet und vorgebildet sei durch das Gold, ist ganz gewöhnlich im Worte. Alles Gold an der Lade, im Tempel, am goldenen Tisch, an den Leuchtern, an den Gefäßen, an den Kleidern Aharons bezeichnete und bildete vor das Gute der Weisheit oder der Liebe; ebenso bei den Propheten wie bei Hes.28/4: "In deiner Weisheit und in deiner Einsicht machtest du dir Reichtum, und machtest Gold und Silber in deinen Schätzen": wo deutlich gesagt wird, daß aus der Weisheit und Einsicht Gold und Silber oder Gutes und Wahres (komme), denn das Silber bedeutet hier das Wahre, wie auch das Silber an der Lade und im Tempel. Jes.60/6: "Die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare Midians und Ephas, sie alle werden aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch bringen, und das Lob Jehovahs verkündigen"; sowie auch die Weisen aus dem Morgenlande, die zu Jesu kamen, als Er geboren war, und niederfielen und Ihn anbeteten, und ihre Schätze öffneten, und Ihm Geschenke darbrachten: "Gold, Weihrauch und Myrrhen", Matth.2/1,11: auch hier bedeutet Gold das Gute; Weihrauch und Myrrhen das, was wohlgefällig ist, weil es aus der Liebe und dem Glauben kommt, und deswegen das Lob Jehovahs heißt. Daher bei Ps.72/15: "Er wird leben, und man wird Ihm vom Golde Schebas geben, und immerdar für Ihn beten, und jeden Tage Ihn preisen". 114. Das Wahre des Glaubens ist auch im Worte bezeichnet und vorgebildet durch Edelsteine, wie im Brustschild des Gerichts, und auf den Schulterstücken des Ephods Aharons; am Brustschild bildete das Gold, die Hyazinthfarbe, der Purpur, der zweimal gefärbte Scharlach und die Baumwolle das vor, was zur Liebe gehört; die Edelsteine das, was zum Glauben aus der Liebe gehört; ebenso die zwei Steine der Erinnerung auf den Schulterstücken des Ephods, die aus Schoham waren, umgeben mit Fassungen von Gold: 2. Mose 28/9-22; was deutlich gesagt wird bei Hes.28/12,13,15, wo die Rede ist von einem Menschen, der himmlischen Reichtum, Einsicht und Weisheit besitzt: "voll Weisheit und vollkommen an Schönheit warst du in Eden, im Garten Gottes, jeglicher kostbare Stein war deine Bedeckung, Rubin, Topas, Diamant; Tharschisch, Schoham und Jaspis; Saphir, Chrysopras, Smaragd; und Gold, das Werk deiner Pauken und deiner Pfeifen, war in dir, am Tage da du geschaffen wurdest, zubereitet worden; vollkommen warst du in deinen Wegen, vom Tag an, da du geschaffen wurdest": daß dies Himmlisches und Geistiges des Glaubens bedeute, nicht aber Steine, kann einem jeden klar sein; ja, jeder Stein bildete irgend etwas Wesentliches des Glaubens vor. 115. Wenn die Ältesten Länder nannten, so verstanden sie darunter, was diese bedeuteten; wie denn auch die, welche heutzutage die Vorstellung haben, daß das Land Kanaan und der Berg Zion den Himmel bedeuten, wenn dergleichen genannt werden, nicht einmal an ein Land oder an einen Berg denken, sondern bloß an das, was diese bedeuten; so auch hier unter dem Lande Chavillah, das auch genannt wird 1. Mose 25/18, wo die Rede ist von den Söhnen Jischmaels, daß sie "gewohnt haben von Chavillah bis Schur, welches neben den Angesichten Ägyptens, wo man kommt nach Aschur". Die, welche in einer himmlischen Vorstellung sind, denken sich bei diesem nichts anderes als die Einsicht, und was aus der Einsicht fließt, so auch bei dem Umgeben (daß nämlich der Strom Pischon das ganze Land Chavillah umgebe, 1. Mose 2/11) denken sie sich ein Einfließen, wie auch dabei, daß die Steine Schoham auf den Schulterstücken des Epods Aharons umgeben waren mit Fassungen von Gold: 2. Mose 28/11; daß das Gute der Liebe einfließe in das Wahre des Glaubens, so oftmals anderwärts. 116. Vers 13: Und der Name des zweiten Stromes ist Gichon; der umgibt das ganze Land Kusch . Der zweite Strom, der Gichon genannt wird, bedeutet die Erkenntnis alles dessen, was zum Guten und Wahren oder zu der Liebe und zum Glauben gehört; das Land Kusch oder Äthiopien bedeutet das Gemüt oder das (Gemüts-) Vermögen. Das Gemüt besteht aus Willen und Verstand; was dem ersten Fluß angehört, bezieht sich auf den Willen, was diesem angehört, auf den Verstand, dessen die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind. 117. Das Land Kusch oder Äthiopien hatte auch Überfluß an Gold, an Edelsteinen und Gewürzen, welche bedeuten das Gute, das Wahre und das Wohlgefällige aus diesen, dergleichen Erkenntnisse der Liebe und des Glaubens sind, was erhellen kann aus den Nr. 113 angeführten Stellen, bei Jes.60/6; Matth.2/1,11; Ps.72/15. Daß ähnliches unter Kusch oder Äthiopien, wie auch unter Scheba verstanden werde im Worte, erhellt bei den Propheten, wie bei Zephanja, wo auch Ströme Kuschs genannt werden: Zeph.3/5,9,10: "Am Morgen wird Er Sein Gericht ans Licht bringen, weil Ich Mich alsdann wenden werde zu den Völkern mit deutlicher Lippe, daß sie alle anrufen den Namen Jehovahs, daß sie Ihm dienen mit einer Schulter, vom Übergang der Ströme Kuschs werden Meine Anbeter Mein Geschenk darbringen". Dan.11/43, wo vom König der Mitternacht und des Mittags gehandelt wird: "Er wird herrschen über das Verborgene des Goldes und des Silbers und über alle wünschenswerten Dinge Ägyptens, und die Libyer und Äthiopier (werden sein) unter seinen Tritten": wo Ägypten für das Wißtümliche, Äthiopien für die Erkenntnisse (steht). Hes.27/22: "Die Kaufleute Schebas und Raamas, sie sind deine Händler, in dem Vorzüglichen alles Gewürzes, und in allem kostbaren Stein und Gold": durch diese werden gleichfalls die Glaubenserkenntnisse bezeichnet. Bei Ps.72/7,10, wo vom Herrn die Rede ist, somit vom himmlischen Menschen: "Blühen wird in Seinen Tagen der Gerechte, und vieler Friede, bis der Mond nicht mehr; die Könige von Tharschisch und den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige Schebas und Sebas werden Gaben zuführen": daß dies das Himmlische des Glaubens bedeute, ist aus dem, was daselbst vorangeht und nachfolgt, ersichtlich. Ähnliches ist bezeichnet worden durch die Königin Schebas, die zu Salomo kam, und Rätsel aufgab, und ihm Spezereien, Gold und Edelsteine brachte: 1.Kön.10/1-3; denn alles, was in dem Historischen des Wortes ist, bezeichnet, bildet vor und schließt in sich Geheimnisse, in gleicher Weise wie bei den Propheten. 118. Vers 14: Und der Name des dritten Stromes ist Chiddekel, der geht östlich gegen Aschur; und der vierte Strom, der ist Phrath. Der Strom Chiddekel ist die Vernunft oder der Scharfsinn (perspicacia) der Vernunft; Aschur ist das vernünftige Gemüt. Daß der Strom östlich nach Aschur gehe, bedeutet, daß der Scharfsinn der Vernunft vom Herrn durch den inneren Menschen in das vernünftige Gemüt komme, das dem äußeren Menschen angehört. Der Phrath oder Euphrat ist die Wissenschaft, die das Letzte oder die Grenze ist. 119. Daß Aschur das vernünftige Gemüt oder auch das Vernünftige des Menschen, bezeichne, erhellt deutlich bei den Propheten, wie bei Hes.31/3,4: "Siehe, Aschur war eine Zeder auf dem Libanon, mit schönen Ästen, und ein schattiger Lustwald, und hoch an Höhe, und zwischen dem Dickicht war ihr Zweig; Wasser haben sie wachsen gemacht, die Tiefe der Wasser hat sie hoch gemacht, ein Strom ging rings um die Pflanzung": das Vernünftige wird genannt eine Zeder auf dem Libanon; der Zweig zwischen dem Dickicht bedeutet das Wißtümliche des Gedächtnisses, mit dem es sich so verhält. Noch deutlicher bei Jes.19/23-25: "An jenem Tage wird ein Pfad sein von Ägypten nach Aschur, und Aschur wird nach Ägypten kommen, und Ägypten nach Aschur, und die Ägypter werden Aschur dienen. An jenem Tage wird Israel der dritte sein für Ägypten und für Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah Zebaoth, sprechend: Gesegnet sei Mein Volk Ägypten, und Meiner Hände Werk Aschur, und Mein Erbe Israel": durch Ägypten wird hier und anderswo hin und wieder bezeichnet die Wissenschaft, und Aschur die Vernunft, durch Israel die Einsicht. 120. Wie durch Ägypten werden auch durch den Euphrat die Wissenschaften oder das Wißtümliche, sowie auch das Sinnliche, aus dem das Wißtümliche, bezeichnet; dies ergibt sich aus dem Worte bei den Propheten, wie bei Micha 7/10-12: "Es sprach die Feindin: Wo ist Jehovah, dein Gott? Der Tag, an dem Er bauen wird deine Mauern; jener Tag, fernab wird sein das Ziel (statutum), jener Tag, und Er wird bis zu dir kommen von Aschur, und zu den Städten Ägyptens, und zum Strom (Euphrat)": so redeten die Propheten von der Ankunft des Herrn, Der den Menschen wiedergebären sollte, damit er dem Himmlischen ähnlich würde. Jerem.2/18: "Was soll dir der Weg Ägyptens, daß du trinkest die Wasser Schichors, und was soll dir der Weg Aschurs, daß du trinkest die Wasser des Stromes (Euphrat)": wo Ägypten und der Euphrat gleichfalls für Wißtümliches, Aschur für die Schlüsse aus demselben. Ps.80/9,12: "Einen Weinstock hast du aus Ägypten hervorgehen lassen, hast vertrieben die Völkerschaften, ihn gepflanzt, hast seine Ranken bis ans Meer gehen lassen, und bis zum Strom (Euphrat) seine Zweigchen": der Strom Euphrat auch hier für das Sinnliche und Wißtümliche. Denn der Euphrat war die Grenze gegen Aschur, bis wohin sich die Herrschaft Israels erstreckte, wie das Wißtümliche des Gedächtnisses die Grenze der Einsicht und der Weisheit des geistigen und des himmlischen Menschen ist. Ebendasselbe wird bezeichnet durch Folgendes was zu Abraham gesagt wurde, 1. Mose 15/18: "Deinem Samen will Ich geben dieses Land vom Strom Ägyptens bis zu dem großen Strome, dem Strom Euphrat": diese beiden Grenzen bezeichnen ähnliches. 121. Welcherart die himmlische Ordnung sei, oder wie das, was zum Leben gehört, fortschreite, kann man an diesen Strömen ersehen: (es geht) nämlich (aus) vom Herrn, Welcher der Aufgang ist: von Ihm die Weisheit, durch die Weisheit Einsicht, durch die Einsicht Vernunft; so wird durch die Vernunft belebt das Wißtümliche, das dem Gedächtnis angehört. Dies ist die Ordnung des Lebens; so sind die himmlischen Menschen. Deswegen hießen die Ältesten Israels, da sie die himmlischen Menschen vorbildeten, weise, einsichtsvolle und wissende: 5. Mose 1/13,15; ebenso Bezaleel, der die Lade verfertigte, und von dem gesagt wird, "daß er erfüllt worden sei mit dem Geiste Gottes, in der Weisheit, in der Einsicht und in der Wissenschaft, und in allem Werk": 2. Mose 31/3; 35/31; 36/1,2. 122. Vers 15: Und Jehovah Gott nahm den Menschen, und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu hüten. Durch den Garten Eden wird alles bezeichnet, was beim himmlischen Menschen ist, wovon die Rede war. Durch ihn bebauen und hüten, daß ihm gestattet werde, alles jenes zu genießen, aber nicht als das Seinige es zu besitzen, weil es des Herrn ist. 123. Daß alles und jegliches des Herrn sei, erkennt der himmlische Mensch an, weil er es inne wird; hingegen der geistige Mensch erkennt es zwar an, aber mit dem Munde, weil er es aus dem Worte weiß; der weltliche und fleischliche erkennt es weder an, noch gibt er es zu, sondern nennt alles, was bei ihm ist, sein Eigen und meint, wenn er es verlöre, so wäre es ganz um ihn geschehen. 124. Daß Weisheit, Einsicht, Vernunft und Wissenschaft nicht des Menschen, sondern des Herrn seien, ergibt sich klar aus dem, was der Herr gelehrt hat bei Matth.21/33, wo der Herr Sich einem Hausvater vergleicht, der einen Weinberg pflanzte, und einen Zaun um ihn zog, und ihn an Landleute verlieh. Joh.16/13,14: "Der Geist der Wahrheit wird euch in alle Wahrheit leiten, denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden; er wird Mich verherrlichen, weil er von dem Meinen nehmen und euch (es) verkündigen wird". Joh.3/27: "Der Mensch kann nichts nehmen, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben". Wem gegeben ist, nur weniges von den Himmelsgeheimnissen zu wissen, der weiß, daß dem so ist. 125. Vers 16: Und Jehovah Gott gebot über ihn dem Menschen, sprechend: Von allem Baume des Gartens sollst du essend essen. Essen von allem Baum heißt, aus dem Innewerden erkennen und wissen, was gut und wahr ist, denn, wie gesagt, das Innewerden ist der Baum. Die Menschen der Ältesten Kirche hatten die Erkenntnisse des wahren Glaubens durch Offenbarungen, denn sie redeten mit dem Herrn und mit den Engeln, sowie sie auch belehrt wurden durch Gesichte und Träume, deren sie ganz wonnevolle und paradiesische hatten. Vom Herrn hatten sie fortwährend ein Innewerden, und zwar ein solches, daß, wenn sie aus dem dachten, was dem Gedächtnis angehörte, sie sogleich inne wurden, ob es wahr und gut sei, so sehr, daß sie, wenn ihnen Falsches aufstieß, nicht nur Widerwillen, sondern auch Schauder davor hatten; von dieser Art ist auch der Zustand der Engel. Aber an die Stelle des Innewerdens der Ältesten Kirche trat nachher die Erkenntnis des Wahren und Guten, aus früher Geoffenbartem, später aus dem im Worte Geoffenbartem. 126. Vers 17: Aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem sollst du nicht essen, weil du an dem Tage, da du von ihm issest, sterbend sterben wirst. Das Vorhergehende und dieses bedeutet, daß man aus allem Innewerden vom Herrn wissen drfe, was wahr und gut ist, nicht aber aus sich selbst und der Welt, das ist, (daß man) in die Geheimnisse des Glaubens (nicht) einzudringen suchen (solle) durch Sinnliches und Wißtümliches, durch das sein Himmlisches stirbt. 127. Daß die Menschen durch Sinnliches und Wißtümliches eindringen wollten in die Geheimnisse des Glaubens, war nicht allein die Ursache des Falles der Ältesten Kirche, nämlich ihrer Nachkommenschaft, von der im folgenden Kapitel; sondern es ist auch die Ursache des Falles einer jeden Kirche, denn daher kommen nicht allein Falschheiten, sondern auch Böses des Lebens. 128. Der weltliche und fleischliche Mensch spricht in seinem Herzen: wofern ich nicht über den Glauben und über das, was Sache des Glaubens ist, belehrt werde durch Sinnliches, daß ich es sehe, oder durch Wissenschaftliches, daß ich es verstehe, so werde ich nicht glauben und zwar begründet er sich damit, daß das Natürliche dem Geistigen nicht entgegengesetzt sein könne; weshalb er aus dem Sinnlichen belehrt werden will über das Himmlische; dies ist aber so unmöglich, als es einem Kamel ist, durch ein Nadelöhr zu gehen; je mehr er aus jenem weise sein will, desto mehr verblendet er sich so sehr, daß er nichts glaubt, nicht einmal daß es etwas Geistiges und daß es ein ewiges Leben gebe; aus dem obersten Grundsatze, den er annimmt, geht dies hervor: dies heißt essen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen; je mehr er von diesem ißt, desto toter wird er. Wer hingegen nicht aus der Welt weise sein will, sondern aus dem Herrn, der spricht in seinem Herzen, daß man dem Herrn, das ist, dem, was der Herr im Worte gesprochen hat, glauben müsse, weil es Wahrheiten sind, und aus diesem obersten Grundsatz denkt er; er begründet sich durch Vernünftiges, Wissenschaftliches, Sinnliches und Natürliches, und was nicht bestätigend ist, scheidet er aus. 129. Jedem kann bekannt sein, daß einmal angenommene Prinzipien, wenn sie auch noch so falsch sind, den Menschen leiten, und daß den Prinzipien alles Wissen und Schließen günstig ist; denn es strömt unzählig Beistimmendes herzu, und so wird er im Falschen begründet; wer daher die Maxime hat, nichts zu glauben, ehe er es sieht und versteht, kann gar nie glauben, denn Geistiges und Himmlisches sieht er weder mit Augen, noch erfaßt er es mit der Phantasie. Die wahre Ordnung ist aber, daß man aus dem Herrn, das ist aus Seinem Worte, Weisheit hole, dann gibt sich alles, und man wird auch in den Vernunftwahrheiten und im Wissenschaftlichen erleuchtet; denn es ist gar nicht verwehrt, Wissenschaften zu erlernen, weil sie fürs Leben ersprießlich und auch ergötzlich sind; und wer im Glauben steht, dem ist durchaus nicht verwehrt, zu denken und zu reden wie die Gelehrten der Welt, jedoch aus dem obersten Grundsatze heraus, daß er dem Worte des Herrn glaube, und die geistigen und himmlischen Wahrheiten, so weit er kann, durch natürliche Wahrheiten begründe, mit Ausdrücken, die der gelehrten Welt eigen sind; daher soll das Prinzip aus dem Herrn genommen sein, nicht aus ihm selbst; jenes ist Leben dieses aber ist Tod. 130. Wer aus der Welt weise sein will, dessen Garten ist Sinnliches und Wißtümliches; sein Eden ist die Selbst- und Weltliebe; sein Aufgang ist der Niedergang oder er selbst; sein Strom Euphrat ist all sein Wissen, das verdammt ist; der andere Strom, wo Aschur, ist unsinniges Vernünfteln und infolgedessen Falschheiten; der dritte Strom, wo Kusch, sind die daraus hervorgehenden Grundsätze des Bösen und Falschen, die seine Glaubenserkenntnisse sind; der vierte ist die Weisheit daher, die im Worte Magie genannt wird; daher Ägypten, welches das Wissen bedeutet, nachdem es magisch geworden, eine solche bezeichnet, und zwar aus dem Grunde, von dem hie und da im Worte die Rede ist, weil er nämlich aus sich weise sein will; wovon bei Hes.29/3,9 also heißt: "So sprach der Herr Jehovih, siehe, Ich bin wider dich, Pharao, König Ägyptens, großes Seeungeheuer, der da liegt inmitten seiner Ströme, und sprach, mein ist der Strom, und ich habe mich gemacht; und es wird das Land Ägyptens zur Einöde und zur Wüste werden, und sie werden erkennen, daß Ich Jehovah bin, darum, daß er sprach, mein ist der Strom und ich habe (mich) gemacht": solche werden auch genannt Bäume des Edens in der Unterwelt, bei demselben Propheten, wo ebenfalls von Pharao oder dem Ägypter gehandelt wird, in folgenden Worten: Hes.31/16-18: "Da Ich ihn hinabsinken ließ in die Unterwelt, mit denen, die hinabsanken in die Grube; wem bist du so gleich geworden an Herrlichkeit und an Größe, unter den Bäumen Edens, da du hinabsankst mit den Bäumen Edens in das untere Land, mitten unter den Unbeschnittenen, mit den vom Schwert Durchbohrten: das ist Pharao, und seine ganze Schar": wo die Bäume Edens für das Wißtümliche und die Erkenntnisse aus dem Worte stehen, die sie durch Vernünfteleien also entweihen. * * * 18. Und Jehovah Gott sprach. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich will ihm eine Hilfe machen, wie bei ihm. 19. Und Jehovah Gott bildete aus dem Boden alles Tier des Feldes und allen Vogel der Himmel, und brachte sie zum Menschen, zu sehen, was er sie nennete, und alles was sie der Mensch nannte, eine lebende Seele, das war sein Name. 20. Und es nannte der Mensch Namen allem Tier und dem Vogel der Himmel, und allem Wild des Feldes, und dem Menschen fand er keine Hilfe, wie bei ihm. 21. Und Jehovah Gott ließ einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein; und Er nahm eine von seinen Rippen, und schloß Fleisch zu an ihrer Stelle. 22. Und Jehovah Gott baute die Rippe, die Er vom Menschen genommen, zu einem Weib, und brachte sie zum Menschen. 23. Und der Mensch sprach: diesmal ist (es) Gebein von meinen Gebeinen, und Fleisch von meinem Fleisch, deswegen soll sie Gattin (Männin) heißen, weil sie vom Manne genommen ist. 24. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und wird seiner Gattin anhangen, und sie werden ein Fleisch sein. 25. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Gattin, und sie schämten sich nicht.   Inhalt 131. Es wird gehandelt von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die nach Eigenem strebte. 132. Weil der Mensch von der Art ist, daß er nicht zufrieden ist, vom Herrn geleitet zu werden, sondern auch von sich selbst und der Welt, oder aus dem Eigenen (geleitet zu werden) begehrt, so wird hier von dem Eigenen gehandelt, das ihm zugelassen worden: Vers 18. 133. Und zuerst wird ihm gegeben, die Triebe zum Guten und die Erkenntnisse des Wahren, die ihm vom Herrn geschenkt worden, zu erkennen; aber dennoch strebt er nach Eigenem: Vers 19, 20. 134. Daher wird er in den Stand des Eigenen versetzt, und wird ihm Eigenes gegeben, das beschrieben wird durch die zu einem Weibe gebaute Rippe: Vers 21, 22, 23. 135. Dann daß das himmlische und geistige Leben beigefügt worden sei dem Eigenen, so daß sie gleichsam als eins erscheinen: Vers 24. 136. Und daß dem Eigenen vom Herrn Unschuld eingepflanzt worden, damit es gleichwohl nicht mißfällig sei: Vers 25.   Innerer Sinn 137. In den drei (ersten) Kapiteln der Genesis ist im allgemeinen die Rede von der Ältesten Kirche, die Mensch genannt wird, von der ersten Zeit an bis zur letzten, wo sie unterging. In dem bereits abgehandelten Teil dieses Kapitels von ihrem blühendsten Zustande, da sie ein himmlischer Mensch war. Hier nun von denen und von ihren Nachkommen, die nach Eigenem strebten. 138. Vers 18: Und Jehovah Gott sprach. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich will ihm eine Hilfe machen, wie bei ihm. Durch allein wird bezeichnet, daß er nicht zufrieden gewesen sei, vom Herrn geleitet zu werden, sondern von sich selbst und der Welt (geleitet zu sein) begehrte; durch die Hilfe, wie bei ihm, wird bezeichnet, das Eigene, das im Folgenden auch genannt wird eine zu einem Weibe gebaute Rippe. HG 139 139. Vor Alters hießen diejenigen allein wohnend, die vom Herrn geleitet wurden, wie himmlische Menschen, weil das Böse oder die bösen Geister sie nicht mehr anfochten; dies wurde auch in der jüdischen Kirche vorgebildet dadurch, daß sie nach Vertreibung der Heiden allein wohnten, daher einige Male im Worte von der Kirche des Herrn gesagt wird, sie sei allein, wie bei Jerem.49/31: "Machet euch auf, ziehet hinauf zu einer ruhigen Völkerschaft, die zuversichtlich wohnet, keine Türflügel und keine Riegel hat; allein wohnen sie". In der Weissagung Mose, 5. Mose 33/28: "Es wohnte Israel zuversichtlich, allein". Noch deutlicher in der Weissagung Bileams, 4. Mose 23/9: "Siehe, ein Volk, das allein wohnet, und unter die Völkerschaften nicht gerechnet wird": wo die Völkerschaften für das Böse stehen. Die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche wollte nicht allein wohnen, das ist: nicht ein himmlischer Mensch sein, oder wie ein himmlischer Mensch vom Herrn geleitet werden, sondern sie (wollten) unter den Völkerschaften sein, wie die jüdische Kirche; und weil sie dies begehrte, wird gesagt, es sei nicht gut, daß der Mensch für sich allein sei, (1. Mose 2/18) denn wer begehrt, ist schon im Bösen, und es wird ihm zugelassen. 140. Daß durch die Hilfe "wie bei ihm" das Eigene bezeichnet werde, kann aus der Natur des Eigenen und aus dem Folgenden erhellen. Weil jedoch dieser Mensch der Kirche, von dem jetzt gehandelt wird, von guter Gemütsanlage war, so ist ihm ein Eigenes zugelassen worden, aber ein solches, das ihm als das Seinige erschien, daher es heißt: eine Hilfe wie bei ihm. 141. Über das Eigene kann Unzähliges gesagt werden, nämlich wie sich das Eigene verhalte bei dem fleischlichen und weltlichen Menschen, wie bei dem geistigen Menschen, und wie bei dem himmlischen; das Eigene beim fleischlichen und weltlichen Menschen ist sein Alles; er weiß nichts anderes als das Eigene; wenn er das Eigene verlöre, so würde er, wie gesagt, meinen, er gehe zugrunde. Auch bei dem geistigen Menschen erscheint das Eigene so, denn obwohl er weiß, daß der Herr das Leben von allem ist, und Weisheit und Einsicht gibt, und folglich auch das Denken und Handeln gibt, so sagt er dies zwar, glaubt aber nicht so. Der himmlische Mensch hingegen erkennt an, daß der Herr das Leben von allem ist, und das Denken und Handeln gibt, denn er wird inne, daß es so ist, und begehrt niemals Eigenes; und obwohl er kein Eigenes begehrt, so wird ihm dennoch vom Herrn Eigenes gegeben, das verbunden ist mit allem Innewerden des Guten und Wahren und mit aller Seligkeit; die Engel sind in einem solchen Eigenen, und dann im höchsten Frieden und in Ruhe; denn in ihrem Eigenen ist das, was des Herrn ist, Der ihr Eigenes regiert, oder sie durch ihr Eigenes; dieses Eigene ist das eigentlichst Himmlische; das Eigene des fleischlichen Menschen hingegen ist höllisch; doch über das Eigene mehreres im Folgenden. 142. Vers 19,20: Und Jehovah Gott bildete aus dem Boden alles Tier des Feldes und allen Vogel der Himmel, und brachte sie zum Menschen, zu sehen, was er sie nennete; und alles, was sie der Mensch nannte, eine lebende Seele, das war sein Name. Und es nannte der Mensch Namen allem Tier, und dem Vogel der Himmel, und allem Wild des Feldes; und dem Menschen fand er keine Hilfe, wie bei ihm. Durch die Tiere werden bezeichnet himmlische Triebe; durch die Vögel der Himmel geistige Triebe; oder durch die Tiere, was Sache des Willens ist, durch die Vögel, was Sache des Verstandes ist; "zum Menschen bringen, um (sie) zu sehen, und sie mit Namen nennen" heißt, ihm zu wissen geben, wie sie beschaffen sind; und daß er "Namen nannte" heißt, daß er erkannte, wie sie beschaffen waren; und obwohl er wußte, wie die Triebe zum Guten und die Erkenntnisse des Wahren, die vom Herrn geschenkt worden, beschaffen sind, so strebte er doch nach Eigenem, und dies wird durch dasselbe ausgedrückt, wie früher, daß er nämlich nicht gefunden habe eine Hilfe wie bei ihm. 143. Daß durch Tiere (bestiae) und lebendige Wesen (animalia) vor Alters bezeichnet worden seien Triebe und ähnliches bei dem Menschen, kann heutzutage als fremdartig erscheinen; allein da dieselben eine himmlische Vorstellungsweise hatten, und dergleichen auch in der Geisterwelt durch lebendige Wesen vorgebildet wird, und zwar durch solche lebendige Wesen, die Ähnlichkeit damit haben, so verstanden sie nichts anderes darunter, wenn sie so sprachen. Im Worte wird auch nichts anderes verstanden, überall wo Tiere genannt werden im allgemeinen und im besonderen. Das ganze prophetische Wort ist voll von ähnlichem. Wer daher nicht weiß, was jedes Tier insbesondere bezeichnet, der kann niemals verstehen, was das Wort im inneren Sinn enthält. Es sind aber, wie schon früher bemerkt worden, die Tiere von zweierlei Art: böse, weil sie schädlich, und gute, weil sie unschädlich sind; durch die guten werden bezeichnet gute Triebe, wie durch Schafe, Lämmer, Tauben; hier nun, weil vom himmlischen oder vom himmlisch-geistigen Menschen die Rede ist, ebenso. Daß die Tiere im allgemeinen Triebe bezeichnen, kann man aus einigen Stellen im Worte begründet sehen: Nr. 45, 46, so daß nicht nötig ist, es noch weiter zu begründen. 144. In betreff dessen, daß mit Namen nennen bedeute, wissen, wie sie beschaffen sind, muß man wissen, daß die Alten unter dem Namen nichts anderes verstanden haben als das Wesen einer Sache; unter sehen und mit Namen nennen, wissen, wie sie beschaffen sind; der Grund war, daß sie Namen gaben ihren Söhnen und Töchtern je nach dem, was (durch sie) bezeichnet wurde; denn ein jeder Name hatte etwas Besonderes, aus dem und durch das man ihren Ursprung und ihre Beschaffenheit erkannte, wie man auch aus dem Folgenden, wo von den zwölf Söhnen Jakobs, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gehandelt werden soll, ersehen wird. Da nun im Namen ihr Ursprung und ihre Beschaffenheit lag, so verstanden sie unter dem "mit Namen nennen", nichts anderes. Eine solche Redeweise war bei ihnen heimisch, und wer diese nicht versteht, wird sich wundern, daß es dies bedeutet. 145. Auch im Worte wird durch die Namen das Wesen einer Sache bezeichnet, und durch sehen und mit Namen nennen, wissen, wie einer beschaffen ist, wie bei Jes.45/3,4: "Ich will dir geben die Schätze der Finsternis und die geheimen Güter der Verborgenheiten, auf daß du wissest, daß Ich Jehovah bin, Der deinen Namen ruft, der Gott Israels, um Meines Knechtes Jakob und Israels, Meines Auserwählten willen, und Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, habe dich benannt, und du hast Mich nicht gekannt": hier wird durch "bei deinem Namen rufen und ihn benennen" bezeichnet: vorauswissen, wie er beschaffen ist. Jes.62/2: "Es wird dir genannt werden ein neuer Name, den der Mund Jehovahs aussprechen wird": was soviel ist als: er werde ein anderer werden, wie aus dem erhellt, was daselbst vorausgeht und folgt. Jes.43/1: "Israel, fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöst, (dich) gerufen bei deinem Namen, Mein bist du": was hier soviel ist als: Er kenne seine Beschaffenheit. Jes.40/26: "Hebet in die Höhe eure Augen und sehet, wer dies geschaffen; Der ausführt in der Zahl ihr Heer, wird sie alle mit Namen rufen": soviel als: Er kenne alle. Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast wenige Namen in Sardes, die nicht befleckt haben ihre Kleider; wer überwindet, wird angetan werden mit weißen Kleidern, und Ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens, und will bekennen seinen Namen vor Meinem Vater und vor Seinen Engeln", und Joh.Offenb.13/8: "Deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes": unter den Namen werden in diesen Stellen gar nicht Namen verstanden, sondern ihre Beschaffenheit; auch kennt man nie jemandes Namen im Himmel, sondern seine Beschaffenheit. 146. Aus diesem kann man den Zusammenhang der Dinge ersehen, die bezeichnet werden. In 1. Mose 2/19 wurde gesagt: "Es ist nicht gut, daß der Mensch für sich allein sei, Ich will ihm eine Hilfe machen, wie bei ihm"; und gleich darauf wird von Tieren und Vögeln gehandelt, von denen jedoch schon vorher die Rede war; und auch unmittelbar nachher wird in gleicher Weise gesagt, daß Er dem Menschen keine Hilfe fand, "wie bei ihm"; daß er nämlich, als ihm zu erkennen gegeben war, wie er in Ansehung der Triebe zum Guten und der Erkenntnisse des Wahren beschaffen sei, dennoch nach einem Eigenen strebte, denn die, welche von dieser Art sind, daß sie ein Eigenes begehren, fangen an, das, was des Herrn ist, zu verachten, wie es ihnen auch vorgestellt und gezeigt werden mag. 147. Vers 21: Und Jehovah Gott ließ einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein; und Er nahm eine von seinen Rippen, und schloß Fleisch zu an ihrer Stelle. Unter der Rippe, die ein Knochen der Brust ist, wird verstanden das Eigene des Menschen, in dem wenig Leben, und zwar das Eigene, das ihm lieb ist; unter dem Fleisch anstatt der Rippe wird verstanden das Eigene, in dem Leben ist; unter dem tiefen Schlaf jener Zustand, in den er versetzt wurde, damit es ihm schiene, als ob er Eigenes hätte, welcher Zustand dem Schlaf ähnlich ist, weil er in diesem Zustand nicht anders weiß, als daß er aus sich lebe, denke, rede und handle. Wenn er aber zu wissen anfängt, daß dies falsch ist, dann erwacht er wie vom Schlaf, und wird ein Wachender. 148. Daß das Eigene des Menschen genannt worden ist eine Rippe, die ein Knochen der Brust ist, und zwar das Eigene, das ihm lieb ist, davon ist der Grund, daß Brust bei den Ältesten (Menschen) die tätige Liebe bezeichnete, weil in ihr das Herz und die Lungenflügel sind; und die Knochen das bezeichneten, was geringer ist, weil es am wenigsten Leben in sich hat; das Fleisch aber das, was etwas Leben hat. Der Grund dieser Bezeichnungen ist ein sehr geheimer, der den Ältesten (Menschen) bekannt war, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 149. Auch im Worte wird das Eigene durch die Gebeine bezeichnet; und zwar das vom Herrn belebte Eigene; bei Jes.58/11: "Jehovah wird sättigen in der Dürre deine Seele, und deine Gebeine rüstig machen, und du wirst sein wie ein gewässerter Garten". Jes.66/14: "Dann werdet ihr stehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Gebeine werden wie das Kraut sprossen". Ps.35/10: "Alle meine Gebeine werden sprechen, Jehovah, wer ist wie Du". Bei Hesekiel noch augenscheinlicher, wo von den Gebeinen gesagt wird, sie werden Fleisch bekommen, und Geist werde in sie gebracht werden, Hes.37/1,4-6: "Die Hand Jehovahs versetzte mich in die Mitte des Tals, und das war voll von Gebeinen, und Er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine, und sprich zu ihnen, ihr dürren Gebeine, höret das Wort Jehovahs, so sprach der Herr Jehovah zu diesen Gebeinen: siehe, Ich bringe in euch Geist, und ihr werdet leben, und Ich will Sehnen über euch geben, und wachsen lassen über euch Fleisch, und über euch herziehen Haut, und in euch geben Geist, und ihr werdet leben, und wissen, daß Ich Jehovah bin". Das Eigene des Menschen, wenn es vom Himmel aus angesehen wird, erscheint ganz als ein unbeseeltes und höchst mißgestaltetes, somit an sich totes Knochengerippe; ist es aber vom Herrn belebt, als mit Fleisch umgeben; denn das Eigene des Menschen ist nichts als etwas Totes, obwohl es ihm als etwas, ja, als alles erscheint; alles was bei ihm lebt, ist aus dem Leben des Herrn; würde dieses zurücktreten, so fiele er tot darnieder, wie ein Stein; denn er ist ein bloßes Organ des Lebens; aber wie das Organ, so ist der Lebenstrieb. Der Herr allein hat ein Eigenes; aus Seinem Eigenen hat Er den Menschen erlöst, und aus Seinem Eigenen macht Er den Menschen selig. Das Eigene des Herrn ist das Leben, und aus Seinem Eigenen wird das Eigene des Menschen belebt, das an sich tot ist. Das Eigene des Herrn ist auch bezeichnet worden durch des Herrn Worte bei Luk.24/39,40: "Ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe"; auch ist es dadurch bezeichnet, daß das Gebein des Passahtieres nicht zerbrochen werden sollte: 2. Mose 12/46. 150. Der Zustand des Menschen, wenn er im Eigenen ist, oder wenn er aus sich zu leben meint, wurde dem tiefen Schlaf verglichen, ja von den Alten sogar tiefer Schlaf genannt; im Worte: sie werden übergossen mit dem Geiste tiefen Schlafes, und versinken in Schlaf. Daß das Eigene des Menschen an sich tot sei, oder daß niemand einiges Leben aus sich habe, wird in der Geisterwelt sogar also gezeigt, daß die bösen Geister, die nur das Eigene lieben und hartnäckig darauf bestehen, sie leben aus sich, durch lebendige Erfahrungen davon überwiesen wurden und gestanden, sie leben nicht aus sich. Wie es sich mit dem Eigenen des Menschen verhalte, wurde mir schon seit einigen Jahren mehr als anderen zu erfahren gegeben, daß ich nämlich gar nichts aus mir selbst dachte, und es ward mir gegeben, deutlich inne zu werden, daß jede Denkvorstellung einfloß, und zuweilen, wie und woher sie einfloß. Daher ist der Mensch, der meint, er lebe aus sich, im Falschen, und dadurch, daß er aus sich zu leben glaubt, eignet er sich alles Böse und Falsche an, das er sich nie aneignen würde, wenn er so glaubte, wie die Sache sich verhält. 151. Vers 22: Und Jehovah Gott baute die Rippe, die Er vom Menschen genommen, zu einem Weib, und brachte sie zum Menschen. Durch bauen wird bezeichnet aufrichten, was gefallen ist; durch die Rippe das nicht belebte Eigene; durch das Weib das vom Herrn belebte Eigene. Durch "zum Menschen bringen", daß ihm ein Eigenes gegeben worden sei.Weil die Nachkommenschaft dieser Kirche nicht, wie ihre Eltern, ein himmlischer Mensch sein, sondern sich selbst führen wollte, und so nach Eigenem strebte, so ist ihr ein solches auch zugelassen, dasselbe jedoch vom Herrn belebt worden, daher es Weib heißt und nachher Gattin. 152. Jeder, der nur ein wenig aufmerkt, kann wissen, daß kein Weib aus einer Rippe des Mannes (gebaut wurde), und das dies tiefere Geheimnisse in sich schließt, als irgend jemand bisher wußte; und daß das Eigene durch das Weib bezeichnet werde, aus dem, daß das Weib es ist, das verführt wurde, denn nichts verführt den Menschen je als das Eigene, oder was dasselbe ist, die Selbst- und Weltliebe. 153. Es heißt die Rippe sei zu einem Weibe gebaut worden, nicht aber ein Weib sei geschaffen oder gebildet oder gemacht worden, wie früher, wo von der Wiedergeburt gehandelt wird; daß sie gebaut heißt, davon ist der Grund, daß bauen bedeutet das aufbauen, was gefallen ist; im Wort ebenso, wo bauen gesagt wird von Bösem, aufrichten von Falschem, erneuern von beiden, wie bei Jes.61/4: "Sie werden bauen die Wüsten der Vorzeit (aeternitatis), die alten Einöden aufrichten und erneuern die Städte der Verwüstung, die Einöden von Geschlecht zu Geschlecht": Wüsten hier und anderwärts für Böses, Einöden für Falsches; auf jene wird angewandt das Wort bauen, auf diese aufrichten, wie auch anderwärts bei den Propheten, und darauf wird genau gehalten; bei Jerem.31/4: "Ich will dich noch bauen, daß du gebaut seist, Jungfrau Israel". 154. Es gibt gar nichts Böses und Falsches, das nicht Eigenes und aus dem Eigenen ist; denn das Eigene des Menschen ist das Böse selbst, daher ist der Mensch nichts als Böses und Falsches; dies konnte sich mir daraus ergeben, daß wenn Eigenes sichtbar dargestellt wird in der Geisterwelt, es so häßlich erscheint, daß nichts Häßlicheres gemalt werden kann, mit Verschiedenheit je nach der Natur des Eigenen, so daß der, dem sein Eigenes zu sehen gegeben wird, vor sich selbst zurückschaudert und fliehen will wie vor einem Teufel. Dagegen aber Eigenes, das vom Herrn belebt ist, erscheint schön und lieblich, mit Verschiedenheit, je nach dem Leben, an welches das Himmlische des Herrn sich anschließen kann, und zwar erscheinen die, welche mit Liebtätigkeit begabt oder belebt worden waren, wie Knaben und Mädchen mit dem lieblichsten Angesicht; und die mit Unschuld wie nackte Kinder, auf verschiedene Art geschmückt, mit Blumenkränzen um die Brust gewunden, mit Diademen um das Haupt, lebend und spielend in Diamantenschimmer, mit einem Wonnegefühl aus dem Innersten heraus. 155. Diese Worte, daß die Rippe gebaut worden sei zu einem Weibe, haben mehr inwendigst Verborgenes, als irgend jemand aus dem Buchstaben wissen kann, denn das Wort des Herrn ist so beschaffen, daß es im Innersten den Herrn selbst und Sein Reich zum Gegenstand hat, daher alles Leben des Wortes; hier in gleicher Weise; es ist die himmlische Ehe, auf die im Innersten hingesehen wird. Die himmlische Ehe ist von der Art, daß sie im Eigenen ist, und daß das vom Herrn belebte Eigene heißt des Herrn Braut, wie auch Gattin. Das so vom Herrn belebte Eigene hat ein Innewerden alles Guten der Liebe und Wahren des Glaubens, es hat somit alle Weisheit und Einsicht verbunden mit unaussprechlicher Seligkeit. Wie aber dieses belebte Eigene, das Braut und Gattin des Herrn heißt, beschaffen sei, kann nicht mit wenigem gesagt werden, nur, daß die Engel inne werden, daß sie vom Herrn leben, und wenn sie nicht daran denken, nicht anders wissen, als daß sie aus sich (leben); aber es ist ein allgemeines Gefühl (affectio), das von der Art ist, daß sie, wenn sie auch nur im Geringsten vom Guten der Liebe und vom Wahren des Glaubens abweichen, eine Veränderung inne werden; daher sie in ihrem Frieden und in ihrer Seligkeit, die unaussprechlich ist, sind, wenn sie im allgemeinen Innewerden sind, daß sie vom Herrn leben. Dieses Eigene ist es auch, das verstanden wird bei Jerem.31/22, wo es heißt: "Es hat Jehovah Neues geschaffen im Lande, das Weib wird den Mann umgeben": es ist die himmlische Ehe, die auch hier bezeichnet wird, und zwar durch Weib das vom Herrn belebte Eigene, von welchem Weibe gesagt wird, es umgebe; denn das Eigene ist von der Art, daß es umgibt, wie die Fleisch gewordene Rippe das Herz umgibt. 156. Vers 23: Und der Mensch sprach, diesmal ist (es) Gebein von meinen Gebeinen, und Fleisch von meinem Fleisch, deswegen wird sie Gattin (Männin) heißen, weil vom Manne sie genommen ist. Gebein von Gebeinen und Fleisch von Fleisch bedeutet das Eigene des äußeren Menschen; Gebein das nicht so belebte Eigene, Fleisch das belebte Eigene. Der Mann aber bedeutet den inneren Menschen, und weil dieser mit dem äußeren Menschen so verknüpft ist, wie im folgenden Vers gesagt wird, so wird dieses Eigene, das vorher Weib hieß, Gattin genannt. "Diesmal" bedeutet, daß es nun so geworden sei, weil der Zustand verändert worden ist. 157. Weil Gebein von Gebein und Fleisch von Fleisch das Eigene des äußeren Menschen, in dem der innere ist, bezeichnete, so wurden vor Alters alle diejenigen Gebein von Gebein und Fleisch von Fleisch genannt, die Eigene heißen konnten, und aus einem Hause oder aus einer Familie oder in einiger Verwandtschaft waren, wie Jakob von Laban genannt wurde, 1. Mose 29/14: "Du bist ja mein Bein und mein Fleisch". Die Brüder der Mutter und die Familie des Hauses des Vaters der Mutter von Abimelech, Richt.9/1-3: "Gedenket, daß euer Gebein und euer Fleisch ich bin". Auch sagten die Stämme Israels von sich zu David: "Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch": 2.Sam.5/1. 158. Daß der Mann den inneren Menschen bezeichne, oder was dasselbe ist, den Verständigen und Weisen erhellt bei Jes.41/28: "Ich sehe, da ist kein Mann, und von ihnen, da ist kein Ratgeber": soviel als kein Weiser und Verständiger. Bei Jerem.5/1: "Laufet durch die Gassen Jerusalems, und sehet, ob ihr einen Mann findet, ob einer sei, der Recht tue und Wahrheit suche": einer, der Recht tut soviel als ein Weiser, und einer, der Wahrheit sucht soviel als ein Verständiger. 159. Aber wie es sich damit verhalte, begreift man nicht leicht, wenn man nicht weiß, welcherlei der Zustand des himmlischen Menschen ist; der Zustand des himmlischen Menschen ist von der Art, daß der innere Mensch unterschieden ist vom äußeren, und zwar so, daß er inne wird, was dem inneren angehört, und was dem äußern angehört, und wie der äußere durch den inneren regiert wird vom Herrn. Der Zustand dieser Nachkommenschaft aber ist, weil sie Eigenes begehrte, das dem äußeren Menschen angehört, so verändert worden, daß sie nicht mehr inne ward, daß der innere Mensch vom äußeren unterschieden sei, sondern als ob der innere eins wäre mit dem äußeren - denn solcherlei wird das Innewerden, wenn Eigenes begehrt wird. 160. Vers 24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und wird seiner Gattin anhangen, und sie werden ein Fleisch sein. Den Vater und die Mutter verlassen heißt, den inneren Menschen; denn der innere ist es, der den äußeren empfängt und gebiert. Der Gattin anhangen heißt, daß der innere im äußeren sei; zu einem Fleisch, daß sie in diesem beisammen seien. Und weil früher der innere und der äußere durch den inneren Geist war, so sind sie dagegen nun Fleisch geworden. So wurde das himmlische und geistige Leben dem Eigenen beigefügt, daß sie wie eins waren. 161. Diese Nachkommenschaft der Ältesten Kirche war nicht böse, sondern immerhin gut; und weil sie im äußeren Menschen oder im Eigenen zu leben begehrte, so ist es ihr auch vom Herrn verliehen, aber aus Barmherzigkeit himmlisch Geistiges (coeleste spirituale) eingepflanzt worden. Wie das Innere und Äußere eins ausmachen, oder wie sie als eins erscheinen, kann man nicht wissen, wenn man nicht den Einfluß des einen in das andere kennt; damit nur eine Vorstellung davon gefaßt werde, diene zum Beispiel eine Handlung: wenn dieser nicht Liebtätigkeit oder Liebe und Glaube und diesen der Herr innewohnt, so ist die Handlung nicht eine Handlung, die ein Werk der tätigen Liebe oder eine Frucht des Glaubens genannt werden könnte. 162. Alle Gesetze des Wahren und Rechten fließen aus himmlischen Grundsätzen oder aus der Lebensordnung des himmlischen Menschen, denn der ganze Himmel ist ein himmlischer Mensch, darum, daß der Herr allein der himmlische Mensch ist, und alles in allem und jedem des Himmels und eines himmlischen Menschen ist, daher sie auch himmlisch heißen; weil aus himmlischen Grundsätzen oder von der Lebensordnung des himmlischen Menschen jedes Gesetz des Wahren und Rechten, hauptsächlich das Gesetz der Ehen seine Abkunft hat: so ist es die himmlische Ehe, aus welcher und gemäß welcher alle Ehen auf Erden sein sollen; sie besteht darin, daß ein Herr sei und ein Himmel, oder eine Kirche, deren Haupt der Herr ist; daher das Gesetz der Ehen, daß ein Mann sein solle und eine Gattin, und wenn es so ist, so stellen sie die himmlische Ehe vor, und sind ein Abbild des himmlischen Menschen. Dieses Gesetz war nicht allein den Männern der Ältesten Kirche geoffenbart, sondern auch ihrem inneren Menschen eingeschrieben, daher ein Mann damals nur eine Gattin hatte, und ein Haus bildete; als aber ihre Nachkommen aufhörten, innerliche Menschen zu sein und äußerliche wurden, so nahmen sie mehrere Weiber. Weil die Männer der Ältesten Kirche mit ihren Ehen die himmlische Ehe darstellten, so war ihnen die eheliche Liebe gleichsam der Himmel und die himmlische Seligkeit; als aber die Kirche sank, empfanden sie keine Seligkeit mehr in der ehelichen Liebe, sondern in der Ergötzung mit mehreren, was ins Gebiet des äußerlichen Menschen gehört; dies wird vom Herrn die Herzenshärtigkeit genannt, wegen der ihnen von Mose erlaubt wurde mehrere Weiber zu nehmen, wie der Herr selbst lehrt: "Um eurer Herzenshärtigkeit willen hat Moses euch dies Gebot geschrieben; von Anfang der Schöpfung aber hat sie Gott einen Mann und eine Frau gemacht, darum wird ein Mensch seinen Vater und Mutter verlassen, und seinem Weib anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein, weshalb sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch; was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden": Mark.10/5-9. 163. Vers 25: Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Gattin, und sie schämten sich nicht. Daß sie nackt waren, und sich nicht schämten, bezeichnet die Unschuldigen; daß nämlich der Herr ihrem Eigenen Unschuld einpflanzte, damit es nicht mißfällig wäre. 164. Das Eigene des Menschen ist nichts als Böses, und wenn es sichtbar dargestellt wird, äußerst häßlich. Wenn aber Liebtätigkeit und Unschuld vom Herrn dem Eigenen eingepflanzt wird, erscheint es als gut und schön, gemäß dem, was Nr. 154 gesagt worden ist. Liebtätigkeit und Unschuld sind es, die das Eigene oder das Böse und Falsche des Menschen nicht nur entschuldigen, sondern gleichsam aufheben (abolent), wie jeder bei den Kindern sehen kann; wenn diese sich gegenseitig und die Eltern lieben, und zugleich das kindlich Unschuldige hervorleuchtet, dann erscheint das Böse und Falsche selbst nicht nur nicht, sondern es gefällt sogar. Hieraus kann man wissen, daß niemand in den Himmel zugelassen werden kann, es sei denn, daß er einige Unschuld habe, wie der Herr bei Mark.10/14-16 sagte: "Lasset die Kinder zu Mir kommen und wehret ihnen nicht, (denn) solcher ist das Reich Gottes; Amen, Ich sage euch, wer nicht das Reich Gottes empfängt wie ein Kind, wird nicht in dasselbe eingehen. Er nahm sie nun auf die Arme, legte die Hände auf sie, und segnete sie". 165. Daß die Nacktheit, deren man sich nicht schämt, Unschuld bedeute, erhellt deutlich aus dem, daß, nachdem die Reinheit und Unschuld entwichen war, sie dann der Nacktheit sich schämten, und dieselbe als eine Schande erschien, daher sie sich verbargen (1. Mose 3/7,10). Auch aus dem, was in der Geisterwelt vorgestellt wird, erhellt, daß die Nacktheit, deren man sich nicht schämt, Unschuld bedeutet; denn wenn sich die Geister rechtfertigen und als schuldlos erweisen wollen, stellen sie sich nackt dar, um ihre Unschuld zu bezeugen; besonders zeigt es sich an denen, die unschuldig sind im Himmel, diese erscheinen wie nackte Kinder, und je nach der Art der Unschuld mit Kränzen umwunden; die aber nicht so viel Unschuld haben, die erscheinen mit geschmackvollen und glänzenden Kleidern angetan, so daß man sie Diamant-Seidenzeug heißen möchte, wie die Engel zuweilen den Propheten erschienen sind. 166. Dies ist es, was das Wort in diesem Kapitel enthält. Was aber davon erklärt worden ist, ist nur weniges; und weil vom himmlischen Menschen gehandelt wird, der heutzutage kaum einem bekannt ist, so muß schon dies wenige einigen dunkel erscheinen. 167. Wüßte man aber, wie viele Geheimnisse in jedem Verschen enthalten sind, so würde man erstaunen. Es sind so viele Geheimnisse darin enthalten, daß es nie ausgesprochen werden kann; dies scheint am wenigsten aus dem Buchstaben hervor. Um es kurz zu sagen: Die Worte des Buchstabens werden, wie sie sind, in der Geisterwelt lebendig vorgebildet in schöner Ordnung, denn die Geisterwelt ist eine vorbildende; und alles, was lebendig vorgebildet wird, das nehmen im zweiten Himmel die engelischen Geister in den Bestandteilen wahr, die in dem Vorgebildeten sich finden, und was von seiten der Engelgeister, das wird im dritten Himmel von den Engeln nach dem Reichtum (seiner Einzelheiten) und nach seiner ganzen Fülle in unaussprechlichen engelischen Vorstellungen (wahrgenommen), und zwar nach dem Wohlgefallen des Herrn, mit aller Mannigfaltigkeit, die grenzenlos ist. So ist das Wort des Herrn beschaffen. Nr. 168 - 189 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 3. Kapitel 1. Und die Schlange war listiger, als alles Wild des Feldes, das Jehovah Gott gemacht, und sie sprach zu dem Weibe: Hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baume des Gartens essen? 2. Und das Weib sprach zur Schlange: Von der Frucht des Baumes des Gartens dürfen wir essen. 3. Und von der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, sprach Gott: Ihr sollt nicht von ihr essen und sie nicht berühren, damit ihr nicht davon sterbet. 4. Und die Schlange sprach zum Weibe: Ihr werdet keineswegs sterben. 5. Denn Gott weiß, daß an dem Tag, an dem ihr von ihr eßt, eure Augen aufgetan werden, und ihr seid wie Gott, wissend Gutes und Böses. 6. Und das Weib sah, daß der Baum gut zum Essen, und daß er reizend für die Augen, und der Baum begehrenswert sei, Einsicht zu geben, und sie nahm von seiner Frucht und aß; und gab auch ihrem Manne bei ihr, und er aß. 7. Und die Augen beider wurden aufgetan, und sie erkannten, daß sie nackt seien, und nähten das Blatt des Feigenbaums zusammen, und machten sich Schürzen. 8. Und sie hörten die Stimme Jehovah Gottes, für sich gehend im Garten, beim Wehen des Tages; und es verbarg sich der Mensch und sein Weib vor dem Angesichte Jehovah Gottes, inmitten des Baumes des Gartens. 9. Und Jehovah Gott rief dem Menschen zu, und sprach zu ihm: Wo bist du? 10. Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und verbarg mich. 11. Und Er sprach: Wer hat dir angezeigt, daß du nackt seist? hast du nicht von dem Baume, von dem Ich dir gebot, nicht zu essen, gegessen? 12. Und der Mensch sprach: Das Weib, das Du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baume gegeben, und ich aß. 13. Und Jehovah Gott sprach zum Weibe: Warum hast du dies getan? und das Weib sprach: Die Schlange hat mich berückt, und ich aß.   Inhalt 190. Es wird gehandelt vom dritten Zustand der Ältesten Kirche, die nach Eigenem strebte, bis daß sie es liebte. 191. Weil sie jetzt anfingen nichts zu glauben, was sie nicht mit den Sinnen fassen könnten, aus Selbst- oder Eigenliebe, so wird das Sinnliche dargestellt durch eine Schlange; die Selbst- oder Eigenliebe durch das Weib, und die Vernunft (Rationale) durch den Mann. 192. Demzufolge beredete die Schlange oder die Sinnlichkeit das Weib, daß sie dem nachforschte, was Sache des Glaubens an den Herrn ist, ob es sich damit so verhalte. Dies wird bezeichnet durch das Essen vom Baume des Wissens; und daß das Vernünftige des Menschen beigestimmt habe, durch den Mann, daß er mitaß: Vers 1-6. 193. Aber sie wurden inne, daß sie im Bösen seien. Aus diesem Rest des Innewerdens, der bezeichnet wird durch das, daß ihre Augen geöffnet wurden, und daß sie die Stimme Jehovahs hörten: Vers 7, 8; und aus dem Blatt des Feigenbaumes, von dem sie sich Schürzen machten: Vers 7; dann aus der Scham oder dem Sich-Verbergen inmitten des Baumes des Gartens: Vers 8, 9; sowie auch aus der Anerkennung und dem Geständnisse: Vers 10-13; erhellt, daß bei ihnen eine natürliche Güte geblieben war.   Innerer Sinn 194. Vers 1: Und die Schlange war listiger als alles Wild des Feldes, das Jehovah Gott gemacht, und sie sprach zu dem Weibe: hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baume des Gartens essen? Unter der Schlange wird hier verstanden das Sinnliche des Menschen, dem man vertraut; unter dem Wild des Feldes hier, wie früher, jede Regung (affectio) des äußeren Menschen; unter dem Weibe das Eigene. Daß die Schlange sagte: Hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baum essen, bedeutet, daß sie zuerst zweifelten. Es wird hier gehandelt von der dritten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die anfing, dem Geoffenbarten nicht zu glauben, es sei denn, daß sie sehen und empfänden, daß es sich so verhalte; ihr erster Zustand wird in diesem und in dem gleich folgenden Verse beschrieben als ein im Zweifel begriffener. 195. Die Uralten haben alles, was im Menschen war, mit Tieren und Vögeln nicht verglichen, sondern so genannt; solcherlei war ihre Redeweise; so blieb sie auch in der Alten Kirche nach der Sündflut, und eine ähnliche wurde bei den Propheten erhalten; das Sinnliche des Menschen nannten sie Schlange, weil wie die Schlangen zunächst bei der Erde sind, so auch das Sinnliche zunächst bei dem Leib ist; daher nannten sie die Vernünfteleien aus Sinnlichem über Glaubensgeheimnisse Schlangengifte, und die Vernünftler selbst Schlangen; und weil diese aus dem Sinnlichen oder Sichtbaren, als da ist Irdisches, Leibliches, Weltliches und Natürliches viel vernünfteln, so wurde gesagt: die Schlange war listiger als alles Wild des Feldes. In ähnlicher Weise Ps.140/3: "Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen": wo von denen, die durch Vernünfteleien den Menschen verführen, gehandelt wird. Ps.58/3-5: "Es irren von Mutterleib an, die da Lüge reden, Gift haben sie gleich wie Gift der Schlange, wie eine taube, giftige Otter ihr Ohr verstopft, daß sie nicht hört die Stimme der Beschwörer, dessen, der teilnimmt an den Gesellschaften (sociantis sodalitia) des Weisen": die Vernünfteleien werden hier genannt Gift der Schlange, und sie sind von der Art, daß sie das, was weise ist oder die Stimme des Weisen nicht einmal hören, daher der bei den Alten übliche Ausdruck, daß die Schlange ihr Ohr verstopfe. Amos 5/19,20: "Wie wenn jemand ins Haus kommt, und stützt sich mit seiner Hand auf die Wand und es beißt ihn die Schlange: ist nicht Finsternis der Tag Jehovahs, und nicht Licht und Dunkel und nicht Schimmer ihm": die Hand über der Wand für eigene Macht und Vertrauen auf Sinnliches; daher die Verblendung, die beschrieben wird. Jerem.46/22-24: "Die Stimme Ägyptens wird wie die Schlange gehen, weil sie in Stärke gehen, und mit Äxten ihr kommen werden, wie die Holzhauer; sie werden aushauen ihren Wald, ist der Spruch Jehovahs, weil er nicht durchforscht werden wird; denn sie haben sich mehr vermehrt als die Heuschrecke, und es ist ihrer keine Zahl; zuschanden ist gemacht worden die Tochter Ägyptens, sie wird gegeben werden in die Hand des Volkes der Mitternacht": Ägypten für das Vernünfteln über göttliche Dinge aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen; die Vernünfteleien werden genannt Stimme der Schlange und die Verblendung infolge derselben wird bezeichnet durch das Volk der Mitternacht. Hiob 20/16,17: "Otterngift wird er saugen, töten wird ihn die Zunge der Viper, nicht wird er sehen Bäche, Ströme von Flüssen Honigs und Butter": Flüsse von Honig und Butter sind Geistiges und Himmlisches, das die Vernünftler nicht sehen werden; die Vernünfteleien werden genannt Otterngift und Zunge der Viper. Mehreres über die Schlange sehe man unten, Vers. 14, 15. 196. Vor Alters hießen Schlangen diejenigen, die dem Sinnlichen mehr trauten als dem Geoffenbarten. Heutzutage ist es noch schlimmer, denn es gibt nicht bloß solche, welche nichts glauben, wenn sie es nicht sehen und empfinden, sondern auch solche, die sich durch Wissenschaftliches, das den Uralten unbekannt war, begründen und so sich noch viel mehr verblenden. Damit man wisse, wie diejenigen, die aus Sinnlichem, Wissenschaftlichem und Philosophischem Schlüsse ziehen über Himmlisches, sich verblenden, so daß sie nachher gar nichts sehen und hören und nicht bloß taube Schlangen sind, sondern auch fliegende Schlangen, die weit gefährlicher sind und von denen auch im Wort die Rede ist, möge z. B. dienen, was sie vom Geiste glauben: Wer ein Sinnlicher ist, oder wer bloß den Sinnen glaubt, der leugnet, daß es einen Geist gebe, weil er ihn nicht sieht, indem er sagt: Es ist nichts, weil ich es nicht empfinde. Was ich sehe und betaste, von dem weiß ich, daß es ist. Ein Wissenschaftler oder wer aus den Wissenschaften seine Schlüsse zieht, der sagt: Was ist der Geist, als etwa ein Hauch oder eine Wärme oder irgend etwas anderes, das Gegenstand meines Wissens ist; wenn dergleichen erloschen ist, so verschwindet er; haben nicht auch die Tiere einen Leib, Sinne, etwas Vernunftähnliches, und doch sagt man, sie werden sterben und des Menschen Geist werde leben? So leugnen sie, daß es einen Geist gebe. Die Philosophen, die scharfsinniger als die übrigen sein wollen, reden über den Geist in Ausdrücken, die sie selbst nicht verstehen, weil sie über dieselben streiten, indem sie behaupten, es sei auf ihn nicht ein einziges Wort anwendbar, das etwas vom Materiellen, Organischen oder Ausgedehnten an sich hat; so entziehen sie den Geist ihren Vorstellungen, so daß er ihnen entschwindet und zu nichts wird. Die Gesünderen aber sagen zwar, er sei ein Denker; wenn sie aber über das Denken vernünfteln, so kommen sie zuletzt, weil sie es vom Substantiellen trennen, auf den Schluß, daß es verschwinden werde, wenn der Leib stirbt. Alle somit, die aus Sinnlichem, Wissenschaftlichem und Philosophischem vernünfteln, leugnen, daß ein Geist ist; und wenn sie leugnen, daß er ist, so glauben sie gar nichts, was über den Geist und über Geistiges gesagt wird. Dagegen aber, wenn man Leute einfältigen Herzens fragt, so sagen sie, sie wissen, daß es einen gibt, weil der Herr gesagt hat, sie werden nach dem Tode leben. Diese löschen ihre Vernunft nicht aus, sondern machen sie lebendig durch das Wort des Herrn. 197. Durch die Schlange wurde bei den Uralten, die himmlische Menschen waren, bezeichnet die Umsicht, somit in gleicher Weise das Sinnliche, durch das sie sich umsahen, damit sie nicht von den Bösen Schaden leiden möchten, dies erhellt aus den Worten des Herrn an die Jünger, Matth.10/16: "Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben". Dann auch durch die eherne Schlange, die in der Wüste aufgerichtet wurde; durch sie wurde bezeichnet das Sinnliche des Herrn, Der allein der himmlische Mensch ist und allein für alle Sich umsieht und vorsieht, daher auch die, welche zu ihr aufschauten, errettet wurden. 198. Vers 2,3: Und das Weib sprach zur Schlange: Von der Frucht des Baumes des Gartens dürfen wir essen; und von der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, sprach Gott: Ihr sollt nicht von ihr essen und sie nicht berühren, damit ihr nicht davon sterbet. Die Frucht des Baumes des Gartens ist das Gute und Wahre, das ihnen von der Ältesten Kirche geoffenbart war. Die Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, von der sie nicht essen sollten, ist das Gute und Wahre des Glaubens, das sie nicht aus sich lernen sollten. Sie nicht berhren heißt, sie sollten über das Gute und Wahre des Glaubens auch nicht aus sich oder aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen denken. Damit sie nicht davon sterben heißt, daß sonst der Glaube oder alle Weisheit und Einsicht zugrunde gehen würde. 199. Daß die Frucht des Baumes, von der sie nicht essen sollten, das ihnen von der Ältesten Kirche geoffenbarte Gute und Wahre des Glaubens oder die Glaubenserkenntnisse bedeute, kann daraus erhellen, daß die Frucht des Baumes des Gartens genannt wird, von der sie essen sollen; nicht wie früher, wo vom himmlischen Menschen oder von der Ältesten Kirche gehandelt wurde (1. Mose 2/16), vom Baume des Gartens. Der Baum des Gartens bedeutet, wie dort bemerkt wurde, das Innewerden und zwar das des Guten und Wahren, welches Gute und Wahre, weil es von jenem kommt, hier Frucht heißt; so wie auch die Frucht oft im Worte bezeichnet wird. 200. Daß es bei dem Baume des Wissens hier heißt inmitten des Gartens, früher aber (1. Mose 2/9) "der Baum der Leben inmitten des Gartens" heißt und nicht so der Baum des Wissens, hat seinen Grund darin, daß die Mitte des Gartens das Innerste bezeichnet, und daß des himmlischen Menschen oder der Ältesten Kirche Innerstes gewesen ist der Baum der Leben, welcher ist Liebe und aus ihr Glauben; dieses Menschen aber, der genannt werden kann ein geistig-himmlischer (coelestis spiritualis) Mensch, oder dieser Nachkommenschaft Gartenmitte oder Innerstes war Glaube. Weiter kann es nicht beschrieben werden, weil heutzutage ganz unbekannt ist, von welcher Art diejenigen waren, die zu jener ältesten Zeit lebten. Sie hatten eine ganz andere Gemütsart (indoles) als irgend bei jemand heutzutage sich findet. Diese Gemütsbeschaffenheit, nur damit man eine Vorstellung von ihr fasse, war von der Art, daß sie aus dem Guten das Wahre wußten oder aus der Liebe das, was des Glaubens ist; als aber diese Generation ausstarb, folgte eine andere, die eine von jenen ganz verschiedene Gemütsart hatte; diese erkannte nämlich nicht aus dem Guten das Wahre oder aus der Liebe das, was des Glaubens ist, sondern aus dem Wahren wußten sie das Gute oder aus dem, was zu den Glaubenserkenntnissen gehörte, das was zur Liebe gehört, und bei den meisten war kaum etwas Weiteres da als dieses Wissen. Eine solche Änderung geschah nach der Sündflut, damit die Welt nicht unterginge. 201. Weil also eine solche Gemütsart, wie sie die Uralten vor der Sündflut hatten, heutzutage nicht existiert, noch anzutreffen ist, so läßt sich nicht leicht faßlich darlegen, was die Worte im rechten Sinn in sich schließen. Sie sind aber ganz bekannt im Himmel; denn die Engel und Engelgeister, die himmlische heißen, sind von solcher Gemütsart, wie sie die Wiedergeborenen der Urzeit vor der Sündflut hatten; hingegen die Engel und Engelgeister, die geistige heißen, sind von solcher Gemütsart, wie die nach der Sündflut, die wiedergeboren waren. Jene und diese mit einer Verschiedenheit, die keine Grenzen hat. 202. Die Älteste Kirche, die ein himmlischer Mensch war, war von der Art, daß sie vom Baume des Wissens nicht nur nicht aß, d.h. aus Sinnlichem und Wißtümlichen (nicht) erlernte was Sache des Glaubens ist, sondern sie durften nicht einmal jenen Baum berühren, d.h. aus Sinnlichem und Wißtümlichem über einen Gegenstand des Glaubens denken, damit sie nicht vom himmlischen Leben in das geistige Leben und so weiter herabsinken möchten. Von dieser Art ist auch das Leben der himmlischen Engel: diejenigen unter ihnen, die inniger himmlisch sind, lassen nicht einmal zu, daß der Glaube oder irgendein Gegenstand, der vom Geistigen etwas an sich hat, genannt werde; und wenn er von anderen genannt wird, so verstehen sie statt des Glaubens die Liebe mit einem bloß ihnen bekannten Unterschied; so leiten sie alles, was Sache des Glaubens ist, ab von der Liebe und Liebtätigkeit. Noch weniger ertragen sie es, etwas Vernunftmäßiges, und am wenigsten etwas Wißtümliches über den Glauben zu hören, denn sie haben ein Innewerden vom Herrn durch die Liebe, was gut und wahr sei; aus dem Innewerden wissen sie sogleich, ob es so ist oder nicht. Wenn daher etwas vom Glauben gesagt wird, so antworten sie nichts anderes, als daß es so sei oder nicht so sei, weil sie es vom Herrn inne werden. Dies ist es, was die Worte des Herrn bezeichnen bei Matth.5/37: "Eure Rede soll sein: Ja, ja, nein, nein; was darüber ist, ist aus dem Bösen". Dies ist es nun, daß ihnen nicht einmal erlaubt war, die Frucht des Baumes des Wissens, zu berühren; denn wofern sie dieselbe berührten, so waren sie im Bösen oder starben davon. Außerdem reden die himmlischen Engel unter sich wie andere über Verschiedenes, aber in einer himmlischen, aus der Liebe gebildeten und abgeleiteten Redeweise, die unaussprechlicher ist als die Redeweise der geistigen Engel. 203. Die geistigen Engel aber reden vom Glauben, und begründen auch das, was zum Glauben gehört, durch Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches; aber niemals ziehen sie Schlüsse daraus über den Glauben. Diejenigen, die dies tun, sind im Bösen; denn auch sie haben ein Innewerden alles dessen, was des Glaubens ist, vom Herrn, aber nicht ein solches Innewerden, dergleichen die himmlischen Engel haben; das Innewerden der geistigen Engel ist eine Art von Gewissen, das vom Herrn belebt worden ist und wie himmlisches Innewerden erscheint; aber es ist nicht ein himmlisches, sondern nur ein geistiges Innewerden. 204. Vers 4,5: Und die Schlange sprach zum Weibe: Ihr werdet keineswegs sterben. Denn Gott weiß, daß an dem Tage, an dem ihr von ihr esset, eure Augen aufgetan werden und ihr seid wie Gott, wissend Gutes und Böses. Daß, wenn sie von der Frucht des Baumes äßen, ihre Augen aufgetan würden, bedeutet, wenn sie aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen, das ist aus sich selbst dem nachforschen würden, was des Glaubens ist, so würden sie deutlich sehen, daß die Sache sich nicht so verhalte. Daß sie sein würden wie Gott, wissend Gutes und Böses, bedeutet, wenn sie so aus sich (dem nachforschten, was des Glaubens ist), so würden sie wie Gott sein und sich selbst führen können. 205. Jedes (dieser) Verschen enthält einen besonderen Zustand oder eine Zustandsveränderung in der Kirche: die ersten Verse, daß sie noch inne wurden, es sei unerlaubt, obwohl sie sich dazu hinneigten; diese Verse, daß sie anfingen zu zweifeln, ob es ihnen nicht doch erlaubt wäre, weil sie so sehen würden, ob das auch wahr sei, was sie von den Alten gehört hatten und so ihre Augen geöffnet würden; endlich weil bei ihnen die Selbstliebe zu herrschen anfing, daß sie sich selbst führen und so dem Herrn ähnlich sein könnten. Die Selbstliebe bringt es mit sich, daß man nicht geleitet werden will vom Herrn, sondern von sich selbst; und wenn von sich selbst, daß man über Glaubenssachen die Sinnlichkeit und die Wissenschaft zu Rate zieht. 206. Wer glaubt mehr geöffnete Augen zu haben und wie Gott zu wissen was gut und böse ist, als die sich lieben und zugleich aus der Welt gelehrt sind; aber wer ist blinder? Man befrage sie nur und man wird sehen, daß sie nicht wissen, geschweige denn glauben, daß es einen Geist gibt; was das geistige und himmlische Leben sei ist ihnen gänzlich unbekannt. Ein ewiges Leben erkennen sie auch nicht an, denn sie glauben, sie werden wie das Vieh sterben; den Herrn erkennen sie durchaus nicht an, sondern verehren bloß sich und die Natur. Die, welche vorsichtig sprechen wollen, sagen, ein höchstes Wesen, von dem sie nicht wissen was es ist, regiere alles. Dies sind ihre Prinzipien, die sie mit vielem bei sich begründen durch Sinnliches und Wissenschaftliches; wenn sie es wagen dürften, würden sie es auch vor der ganzen Welt tun. Solche würden, obwohl sie als Götter oder als die Weisesten anerkannt werden wollen, wenn man sie fragte, ob sie wüßten was das Nicht-Eigene sei, antworten, es sei ein Unding. Wenn ihnen das Eigene genommen würde, so wären sie nichts. Fragt man sie, was "vom Herrn leben" heiße, so denken sie, dies seien Phantasien; fragte man sie, ob sie wissen, was das Gewissen sei, so würden sie sagen, es sei weiter nichts als etwas Eingebildetes, das dazu dienen könne, den großen Haufen im Zaume zu halten; fragte man sie, ob sie wüßten, was das tiefere Gefühl (perceptio) sei, so würden sie bloß darüber lachen und es etwas Schwärmerisches nennen. Von dieser Art ist ihre Weisheit; solche geöffnete Augen haben sie und solche Götter sind sie. Von solchen Grundsätzen, die sie für klarer als den Tag halten, gehen sie aus und bewegen sie sich fort, und so vernünfteln sie über die Geheimnisse des Glaubens; was anderes aber geht daraus hervor als ein Abgrund von Finsternis? Diese sind mehr denn andere die Schlangen, die die Welt verführen. So war jedoch diese Nachkommenschaft der Ältesten Kirche noch nicht; aber diejenige, von der 1. Mose 3/14-19 gehandelt wird, ist so geworden. 207. Vers 6: Und das Weib sah, daß der Baum gut zum Essen und daß er reizend für die Augen und der Baum begehrenswert sei, Einsicht zu geben, und sie nahm von seiner Frucht und aß, und gab auch ihrem Manne bei ihr, und er aß. Gut zum Essen bedeutet die Begierde; reizend für die Augen die Phantasie; begehrenswert Einsicht zu geben die Lust. Diese gehören dem Eigenen oder dem Weib an. Dadurch, daß der Mann mitaß, wird bezeichnet, daß das Vernünftige beigestimmt habe: Nr. 265. 208. Dies war die vierte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die sich von der Eigenliebe verführen ließ und den Offenbarungen nicht glauben wollte, wenn sie dieselben nicht begründet sah durch Sinnliches und Wißtümliches. 209. Die Worte, die hier gebraucht werden, als: der Baum gut zum Essen, reizend für die Augen, begehrenswert Einsicht zu geben, sind so, wie sie anwendbar waren auf die Gemütsart derer, die in jener Urzeit lebten. Sie beziehen sich insbesondere auf den Willen, denn aus dem Willen quoll ihr Böses hervor. Wo im Worte gehandelt wird von den Menschen nach der Sündflut, da werden solche Worte gebraucht, die sich nicht so auf den Willen, sondern auf den Verstand beziehen, denn die Uralten hatten vom Guten das Wahre, diese hingegen oder die Menschen nach der Sündflut vom Wahren das Gute. 210. Damit man wisse, was das Eigene ist: Das Eigene besteht in allem Bösen und Falschen, das hervorquillt aus der Selbst- und Weltliebe und darin, daß man nicht dem Herrn oder dem Wort, sondern sich selbst glaubt und meint, was man nicht sinnlich und wissenschaftlich begreife, das sei nichts. Daraus entsteht dann nichts als Böses und Falsches und so sieht man alles verkehrt an: das Böse sieht man als Gutes, das Gute als Böses; das Falsche als Wahres und das Wahre als Falsches; was ist, meint man, sei nichts und was nichts ist, meint man, sei alles; Haß nennt man Liebe, Finsternis Licht, Tod Leben, und umgekehrt. Im Worte werden solche genannt Lahme und Blinde. Dies ist nun das Eigene des Menschen, das an sich höllisch und verdammt ist. 211. Vers 7: Und die Augen beider wurden aufgetan und sie erkannten, daß sie nackt seien. Die Augen wurden aufgetan bedeutet, sie haben infolge einer inneren Einsprache erkannt und anerkannt, daß sie nackt, d.h., daß sie nicht mehr wie früher in der Unschuld, sondern im Bösen seien. 212. Daß durch das Geöffnetwerden der Augen bezeichnet werde eine Einsprache aus dem Innern heraus (dictamen ab interiori), erhellt aus ähnlichem im Worte, wie z.B. Bileam von sich spricht, der, weil er Gesichte hatte, sich einen Mann mit geöffneten Augen nennt: 4. Mose 24/3,4; und daraus, daß von Jonathan, als er von der Honigscheibe kostete und ihm von innen heraus eingegeben wurde, daß es böse sei, gesagt wird, seine Augen haben gesehen, so daß sie erleuchtet wurden, daß er sah, was er nicht wußte: 1.Sam.14/27,29. Außerdem werden die Augen oftmals im Worte genommen für den Verstand, somit für eine innere Einsprache auch aus diesem, wie Ps.13/4: "Erleuchte meine Augen, daß nicht in den Tod ich schlafe": für den Verstand. Hes.12/2: "Welche Augen haben zu sehen und nicht sehen": für: die nicht einsehen wollen. Jes.6/10: "Des Volkes Augen verklebe, auf daß es nicht sehe mit seinen Augen": soviel als: sie sollen verblendet werden, daß sie nicht einsehen. 5. Mose 29/3: "Nicht gab Jehovah euch ein Herz zum Wissen, und Augen zum Sehen, und Ohren zum Hören": das Herz für den Willen, die Augen für Verstand. Vom Herrn bei Jes.42/7: "daß er blinde Augen öffnen werde"; und Jes.29/18: "Aus Dunkel und aus Finsternis werden hervor die Augen der Blinden sehen". 213. Daß durch erkennen, "daß sie nackt seien", bezeichnet werde, sie haben erkannt und anerkannt, daß sie nicht wie früher, in der Unschuld, sondern im Bösen seien, erhellt aus 1. Mose 2/25, wo es heißt: und sie erröteten nicht; daß hier nicht erröten über die Nacktheit bedeute, sie seien unschuldig, sehe man ebendort; das Gegenteil wird bezeichnet, wenn sie erröten, wie hier wo sie Feigenblätter zusammennähten und sich verbargen, denn wenn man in keiner Unschuld ist, dann gereicht die Nacktheit zum Schimpf und Ärgernis, weil man sich bewußt ist, daß man böse denkt; daher wird die Nacktheit für Schimpf und Böses genommen im Wort, und wird ausgesagt von der verkehrten Kirche, wie bei Hes.16/7,22: "daß sie nackt war und entblößt, und zertreten (lag) in ihrem Blut". Hes.23/29: "Sie sollen sie lassen nackt und entblößt, enthüllt soll werden die Nacktheit". Joh.Offenb.3/18: "Ich rate dir, weiße Kleider zu kaufen, daß du angetan werdest, und nicht offenbar werde die Schande deiner Nacktheit". Und vom letzten Tag, Joh.Offenb.16/15: "Selig, wer wacht und seine Kleider bewahrt, daß er nicht nackt wandle, und (man) sehe seine Schande". 5. Mose 24/1: "Wenn ein Mann an seinem Weib irgendeine Nacktheit findet, und (schreibt) ihr einen Scheidebrief". Daher auch Aharon und seinen Söhnen geboten war, leinene Beinkleider zu haben, wenn sie hinzutraten zum Altar und zum Dienste, um zu bedecken das Fleisch der Nacktheit, damit sie nicht eine Missetat tragen und sterben möchten: 2. Mose 28/42,43. 214. Nackt heißen sie, weil sie dem Eigenen überlassen waren; denn die, welche dem Eigenen oder sich selbst überlassen werden, haben nichts mehr von Einsicht und Weisheit oder von Glauben, sind somit entblößt vom Wahren und Guten, daher im Bösen. 215. Daß das Eigene nichts als Böses und Falsches sei, konnte mir auch daraus erhellen, daß alles, was je Geister aus sich gesprochen hatten, böse und falsch war, so sehr, daß sobald nur zu wissen gegeben war, daß sie aus sich (gesprochen), ich sogleich wußte, daß es falsch war; obwohl sie, als sie sprachen, so fest von der Wahrheit desselben überzeugt waren, daß sie gar nicht zweifelten; ihnen ähnlich ist ein Mensch, der so beschaffen ist. Ebenso ward (mir) gegeben bei allen denen, die zu vernünfteln anfingen über das, was zum geistigen und himmlischen Leben oder was zum Glauben gehört, inne zu werden, daß sie zweifelten, ja leugneten; denn über den Glauben vernünfteln heißt, zweifeln und leugnen, und weil (dies) aus ihnen selbst oder aus dem Eigenen (kommt), so sind es lauter Falschheiten, in die sie fallen, folglich in einen Abgrund von Finsternissen, d.h. von Falschheiten. Wenn sie in diesem Abgrunde sind, dann gilt der kleinste Skrupel mehr als tausend Wahrheiten, und ist wie ein Stäubchen, das, an die Pupille des Auges gebracht, macht, daß es von der ganzen Welt und von allem, was in der Welt ist, nichts sieht; von ihnen (spricht) der Herr also bei Jes.5/21: "Wehe denen, die weise in ihren Augen und vor ihren Angesichten verständig sind". Jes.47/10,11: "Deine Weisheit und deine Wissenschaft, sie hat dich abgewendet, und du sprachst in deinem Herzen: Ich, und keiner mehr außer mir, und es wird kommen über dich Böses, dessen Aufgang du nicht weißt, und es wird fallen auf dich Unheil, das du nicht wirst sühnen können, und es wird kommen über dich plötzlich eine Verwüstung, die du nicht kennst". Jerem.51/17: "Dumm geworden ist jeder Mensch vom Wissen, zuschanden jeder Schmelzer durch Schnitzarbeit, denn Lüge ist sein Gußbild, und kein Geist in ihnen": Schnitzarbeit für das Falsche, das dem Eigenen angehört, Gußbild für das Böse, das dem Eigenen angehört. 216. Vers 7: Und sie nähten das Blatt des Feigenbaumes zusammen und machten sich Schürzen. Das Blatt zusammennähen heißt, entschuldigen. Der Feigenbaum ist das natürlich Gute; sich Schürzen machen heißt, sich schämen. So redeten die Uralten, und so schilderten sie diese Nachkommenschaft der Kirche, daß sie nämlich, statt ihrer früheren Unschuld natürlich Gutes hatten, durch das ihr Böses verborgen ward; und daß sie, weil sie im natürlich Guten waren, sich schämten. 217. Daß der Weinstock im Worte das geistig Gute bedeutet und der Feigenbaum das natürlich Gute, ist heutzutage völlig unbekannt, weil der innere Sinn des Wortes verlorengegangen ist; während sie doch überall, wo sie vorkommen, solches bezeichnen oder in sich schließen, auch das, was der Herr in Gleichnissen sprach von dem Weinberg und dann von dem Feigenbaum und was bei Matth.21/19 steht: "Als Jesus einen Feigenbaum am Wege sah, ging Er zu ihm hin, fand aber nichts an ihm, denn allein Blätter; darum sprach Er zu ihm: Nimmermehr soll aus dir Frucht wachsen in Ewigkeit; daher der Feigenbaum alsbald verdorrte": worunter verstanden wird, daß nichts Gutes, nicht einmal natürliches auf Erden gefunden worden sei. Unter Weinstock und dem Feigenbaum wird ähnliches verstanden bei Jerem.8/12,13: "Sie sind zuschanden geworden, daß sie Greuel getan und (doch) schämten sie sich keineswegs, und zu erröten wußten sie nicht; darum will Ich sammelnd sie sammeln, spricht Jehovah, es sind keine Trauben am Weinstock, keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist abgefallen": wodurch bezeichnet wird, daß alles Gute, sowohl geistiges als natürliches, zugrunde gegangen sei, weil sie von der Art waren, daß sie nicht einmal Scham anwandeln konnte; wie heutzutage die, welche im Bösen sind, so wenig sich schämen, daß sie sogar mit dem Bösen prahlen. Hos.9/10: "Wie Trauben in der Wüste fand Ich Israel, wie das Erstige am Feigenbaum, im Anfang sah Ich eure Väter". Joel 2/22: "Fürchtet euch nicht ihr Tiere meiner Felder, denn der Baum wird Frucht bringen, Feigenbaum und Weinstock werden ihre Kraft geben": der Weinstock für das geistig Gute, der Feigenbaum für das natürlich Gute. 218. Vers 8: Und sie hörten die Stimme Jehovah Gottes für sich gehend im Garten beim Wehen des Tages, und es verbarg sich der Mensch und sein Weib vor dem Angesicht Jehovah Gottes, inmitten des Baumes des Gartens. Unter der im Garten für sich gehenden Stimme (vox) Jehovah Gottes wird verstanden die innere Stimme (dictamen), die sie fürchteten. Die Einsprache (oder innere Stimme) ist der Rest des Innewerdens (perceptionis), den sie hatten. Durch das Wehen oder den Hauch des Tages wird bezeichnet die Zeit, da die Kirche noch einen Rest von Innewerden hatte. Sich verbergen vor dem Angesicht Jehovah Gottes heißt, die innere Stimme fürchten, wie dies bei denen der Fall ist, die sich des Bösen bewußt sind. Durch die Mitte des Baumes des Gartens, in der sie sich verbargen, wird bezeichnet das natürlich Gute; Mitte heißt, was das Innerste ist, der Baum ist das Innewerden; weil aber wenig Innewerden da war, so heißt es in der Einzahl Baum, gleichsam ein einziger noch übriger. 219. Daß unter der im Garten für sich gehenden Stimme Jehovah Gottes verstanden werde die innere Stimme (oder Einsprache), die sie fürchteten, kann erhellen aus der Bedeutung der Stimme im Worte, wo die Stimme Jehovahs genommen wird für das Wort selbst, für die Glaubenslehre, für das Gewissen oder das innere Vernehmen (animadvertentia), auch für jede Zurechtweisung von daher, weshalb die Blitze Stimmen Jehovahs genannt werden, wie bei Joh.Offenb.10/3,4: "Der Engel rief alsdann mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllet, und als er rief, sprachen die sieben Donner ihre Stimme": soviel als: es sei alsdann eine äußere und eine innere Stimme (vernommen worden). Joh.Offenb.10/7: "In den Tagen der Stimme des siebenten Engels soll vollendet werden das Geheimnis Gottes". Ps.68/33,34: "Singet Gott, spielet dem Herrn, Der da reitet auf den Himmeln der Himmel des Altertums, siehe, Er wird geben in Seiner Stimme die Stimme der Stärke": die Himmeln der Himmel des Altertums für: die Weisheit der Ältesten Kirche; die Stimme für die Offenbarung, dann auch für das innere Einsprechen (dictamen). Ps.29/3-5,7-9: "Die Stimme Jehovahs über den Wassern, die Stimme Jehovahs in der Macht; die Stimme Jehovahs in der Herrlichkeit; die Stimme Jehovahs zerbricht Zedern; die Stimme Jehovahs spaltet Feuerflammen; die Stimme Jehovahs macht zittern die Wüste; die Stimme Jehovahs macht kreisen die Hindinnen, und entblößt Wälder". Jes.30/30,31: "Hören lassen wird Jehovah die Majestät Seiner Stimme, denn von der Stimme Jehovahs wird bestürzt werden Aschur". 220. Unter der für sich gehenden Stimme wird verstanden, daß wenig inneres Vernehmen (perceptio) übrig war (und sie) gleichsam allein für sich gewesen, und nicht gehört (wurde), was auch aus dem folgenden Verschen (1. Mose 3/9) erhellt, wo es heißt, daß Jehovah dem Menschen zugerufen habe; wie bei Jes.40/3,6: "Die Stimme eines Rufenden in der Wüste, ein Stimme sprach: Rufe": die Wüste, soviel als eine Kirche, in der kein Glaube, die Stimme eines Rufenden soviel als die Verkündigung der Ankunft des Herrn, im allgemeinen für jede Verkündigung Seiner Ankunft, wie bei den Wiedergeborenen, die eine innere Stimme haben. 221. Daß durch das "Wehen oder der Hauch des Tages" bezeichnet werde die Zeit, da die Kirche noch einen Überrest von Innewerden hatte, kann erhellen aus der Bedeutung des Tages und der Nacht. Die Uralten verglichen die Zustände der Kirche den Zeiten des Tages und der Nacht. Die Zeiten des Tages, als sie noch im Lichte war, daher hier dem Hauch oder dem Wehen des Tages, als sie noch einigen Überrest von Innewerden hatten, aus dem sie wußten, daß sie gefallen seien. Auch der Herr nennt den Zustand des Glaubens Tag und den Zustand des Unglaubens Nacht wie bei Joh.9/4: "Ich muß wirken die Werke Dessen, Der Mich gesandt hat, solange es Tag ist, es kommt eine Nacht, da niemand wird wirken können". Die Zustände der Wiedergeburt des Menschen heißen deswegen im 1. Mose 1. Kapitel Tage. 222. Daß "sich verbergen vor dem Angesicht Jehovahs" heiße, die innere Stimme fürchten, wie es der Fall ist bei denen, die ein böses Gewissen haben, erhellt aus ihrer Antwort, 1. Mose 3/10, wo es heißt: "Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin". Das Angesicht Jehovahs oder des Herrn ist Barmherzigkeit, Friede und alles Gute, wie deutlich erhellt aus dem Segen bei 4. Mose 6/25,26: "Es lasse leuchten Jehovah Seine Angesichte zur dir und erbarme Sich deiner; es erhebe Jehovah Seine Angesichte zur dir und gebe dir Frieden". Ps.67/2: "Gott erbarme Sich unser und segne uns, Er lasse uns leuchten Seine Angesichte". Ps.4/7,8: "Viele sprechen: Wer wird uns Gutes sehen lassen; erhebe über uns das Licht Deiner Angesichte Jehovah". Die Barmherzigkeit des Herrn wird deshalb genannt Engel der Angesichte, wie bei Jes.63/7-9: "Die Erbarmungen Jehovahs will ich ins Andenken bringen, Er hat ihnen vergolten nach Seinen Barmherzigkeiten und nach der Menge Seiner Erbarmungen, und ward ihnen zum Heiland; bei all ihrer Drangsal keine Drangsal, und der Engel Seiner Angesichte hat sie errettet, um Seiner Liebe und um Seiner Gnade willen hat Er sie erlöst". 223. Da des Herrn Angesicht Barmherzigkeit, Friede und alles Gute ist, so erhellt, daß Er niemals jemand anders als aus Barmherzigkeit ansieht; und daß Er nie von jemand das Angesicht abwendet; sondern daß es der Mensch ist, wenn er im Bösen, der sein Angesicht abwendet; wie vom Herrn durch Jes.59/2 gesagt worden: "Eure Missetaten sind es, die da scheiden zwischen euch und eurem Gott; und eure Sünden verbergen die Angesichte vor euch". So auch hier, daß sie sich verborgen haben vor dem Angesicht Jehovahs, weil sie nackt waren. 224. Die Barmherzigkeit, der Friede, alles Gute, oder das Angesicht Jehovahs sind es, die eine Einsprache hervorbringen bei denen, die ein Innewerden haben, auch bei denen, die ein Gewissen haben, jedoch mit einem Unterschied, und sie wirken immer in barmherziger Weise. Sie werden aber aufgenommen je nach dem Zustand, in welchem der Mensch ist. Der Stand dieses Menschen oder dieser Nachkommenschaft der Ältesten Kirche war das natürlich Gute; und die im natürlich Guten sind, sind von der Art, daß sie sich verbergen aus Furcht und aus Scham, daß sie nackt sind; die aber in keinem natürlich Guten sind, verbergen sich nicht einmal, weil sie sich nicht schämen; von ihnen ist die Rede bei Jerem.8/12,13, man sehe Nr. 217. 225. Daß die Mitte des Baumes des Gartens das natürlich Gute bedeute, in dem einiges Innewerden ist, das Baum genannt wird, kann man auch abnehmen von dem Garten, in dem der himmlische Mensch war, denn Garten heißt alles das, was gut und wahr ist, mit einem Unterschied je nach dem Menschen, der ihn bebaut. Das Gute ist nicht gut, wenn nicht sein Innerstes himmlisch ist, aus dem oder durch das vom Herrn ein Innewerden kommt. Dieses Innerste wird Mitte genannt, wie auch (sonst) im Wort. 226. Vers 9,10: Und Jehovah Gott rief dem Menschen zu und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin und verbarg mich. Was das Rufen sei, was die Stimme im Garten, und warum sie sich fürchteten ob der Nacktheit und sich verbargen, ist schon oben erklärt worden. Es ist gewöhnlich im Worte, daß der Mensch zuerst gefragt wird, wo und was, obwohl der Herr alles zuvor weiß; aber der Zweck der Frage ist, daß der Mensch anerkenne und bekenne. 227. Aber man muß wissen, woher das Innewerden, die innere Stimme und das Gewissen kommen. Weil dies heutzutage völlig unbekannt ist, darf ich etwas hierüber berichten. Es ist die gewisseste Wahrheit, daß der Mensch durch Geister und Engel vom Herrn regiert wird; wenn die bösen Geister anfangen zu herrschen, dann bemühen sich die Engel, das Böse und Falsche abzuwenden, daher entsteht ein Kampf; dieser Kampf ist es, der durch das Innewerden, die innere Stimme und das Gewissen empfunden wird. Aus ihnen, sowie aus den Versuchungen hätte der Mensch deutlich wissen können, daß Geister und Engel bei ihm sind, wenn er nicht im Fleischlichen so ganz leibte und lebte, daß er nichts glaubte, was man von Geistern und Engeln sagt; daher Menschen von dieser Art, wenn sie hundertmal Kämpfe verspürten, doch immerhin sagen würden, es seien Phantasien, und eine gewisse Krankheit der Seele verursache dergleichen. Die Kämpfe und ein lebendiges Gefühl von ihnen sind mir tausend- und aber tausendmal, und beinahe ununterbrochen nun schon seit einigen Jahren zu empfinden gegeben worden, dann welche (Geister) es waren, von welcher Art, wo, wann sie sich heranmachten, wann sie sich entfernten, auch sprach ich mit ihnen. 228. Wie scharf die Wahrnehmung der Engel sei, ob etwas, das wider das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe ist (bei dem Menschen eintrete), kann nicht beschrieben werden. Sie nehmen tausendmal mehr wahr, von welcher Art das ist, was eintritt und wann es eintritt, als der Mensch selbst, der kaum etwas davon weiß. Das Kleinste eines Gedankens bei dem Menschen ist den Engeln wahrnehmbarer als dessen Größtes, was zwar unglaublich, aber doch die gewisseste Wahrheit ist. 229. Vers 11-13: Und Er sprach: Wer hat dir angezeigt, daß du nackt seist? hast du nicht von dem Baum, von dem Ich dir gebot, nicht zu essen, gegessen? Und der Mensch sprach: Das Weib, das Du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baume gegeben und ich aß. Und Jehovah Gott sprach zum Weibe: Warum hast du dies getan? Und das Weib sprach: Die Schlange hat mich berückt, und ich aß. Was dies bedeute erhellt aus dem früher Erklärten, daß nämlich die Vernunft des Menschen von dem Eigenen, das ihm lieb war oder von der Selbstliebe sich berücken ließ, daß sie nichts glaubte, wofern sie es nicht sah und empfand. Jeder kann sehen, daß Jehovah Gott die Schlange nicht angeredet hat, und daß es keine Schlange war, und daß Er auch das Sinnliche nicht angeredet hat, das durch die Schlange bezeichnet wird, sondern daß es etwas anderes in sich schließt, daß sie nämlich inne wurden, sie seien durch die Sinne berückt worden, und daß sie, weil sie sich selbst liebten, zu erkennen begehrten, ob das wahr sei, was sie gehört hatten betreffend den Herrn und den Glauben an Ihn, und so erst glauben wollten. 230. Das herrschende Böse dieser Nachkommenschaft war die Selbstliebe, nicht sowohl zugleich Weltliebe wie heutzutage; denn sie lebten innerhalb ihrer Häuser und Familien, und trachteten nicht nach Reichtümern. 231. Das Böse nicht nur der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war, sondern auch das Böse der Alten Kirche nach der Sündflut, dann das Böse der jüdischen Kirche, war auch hernach das Böse der neuen Kirche oder der aus den Heiden nach der Ankunft des Herrn, sowie auch das Böse der jetzigen Kirche ist, daß man nicht dem Herrn oder dem Worte glaubt, sondern sich selbst und seinen Sinnen, daher der Unglaube; und wenn kein Glaube da ist, so ist auch keine Nächstenliebe da, somit alles falsch und böse. 232. Heutzutage ist es noch viel schlimmer als ehemals, da man den Unglauben der Sinne begründen kann durch Wissenschaftliches, das den Alten unbekannt war, daher eine so große Finsternis, daß sie gar nicht beschrieben werden kann. Wüßte der Mensch, wie groß die daraus hervorgegangene Finsternis ist, er würde staunen. 233. Durch Wißtümliches die Geheimnisse des Glaubens prüfen (explorare), ist so unmöglich, als einem Kamel durch ein Nadelöhr zu gehen; und ebenso unmöglich, als es einer Rippe ist, die reinsten Fiberchen der Brust und des Herzens zu regieren; so grob und noch viel gröber ist das Sinnliche und Wißtümliche im Vergleich mit dem Geistigen und Himmlischen. Wer bloß die Naturgeheimnisse, die unzählig sind, erforschen will, entdeckt kaum eines, und wenn er ihnen nachforscht, verfällt er in Falschheiten, wie wohl bekannt ist; wieviel mehr bei den Geheimnissen des geistigen und himmlischen Lebens, wo Myriaden sind für eines, das in der unsichtbaren Natur ist? Zur Erläuterung diene nur dies Beispiel: der Mensch kann von sich nicht anders als Böses tun, und sich vom Herrn abwenden; der Mensch jedoch tut es nicht, sondern die bösen Geister, die bei ihm sind; auch nicht die bösen Geister, sondern das Böse selbst, das sie sich selbst angeeignet haben, und gleichwohl tut der Mensch Böses und wendet sich ab und ist in Schuld, und doch lebt der Mensch nur vom Herrn. Umgekehrt, der Mensch kann von sich niemals Gutes tun, und sich dem Herrn zuwenden, sondern von den Engeln her; auch die Engel können es nicht, sondern allein der Herr; gleichwohl kann der Mensch wie von sich Gutes tun, und sich dem Herrn zuwenden; daß dem so ist, kann man niemals mit den Sinnen, mit der Wissenschaft und Philosophie begreifen. Werden diese zu Rate gezogen, so wird es gänzlich geleugnet, da es doch an sich wahr ist; so in gleicher Weise bei allem übrigen. Hieraus erhellt, daß die, welche Sinnliches und Wißtümliches über Glaubenssachen zu Rate ziehen, nicht allein im Zweifel, sondern auch in Leugnung, das ist in Finsternis sich stürzen, und wenn in Finsternis, auch in alle Lüste; denn wenn man das Falsche glaubt, so tut man auch das Falsche, und wenn man glaubt, es gebe nichts Geistiges und Himmlisches, so glaubt man, es gebe allein Körperliches und Weltliches, somit liebt man alles, was sein eigen und der Welt ist, infolgedessen dann aus dem Falschen Lüste und Böses. * * * 14. Und Jehovah Gott sprach zur Schlange: Weil du dies getan hast, bist du verflucht vor allem Tier, und vor allem Wild des Feldes, auf deinem Bauche sollst du gehen und Staub essen alle Tage deines Lebens. 15. Und Feindschaft will Ich setzen zwischen dir und zwischen dem Weibe; und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst Ihm die Ferse verletzen. 16. Und zum Weibe sprach Er: Sehr will Ich vervielfältigend vervielfältigen deinen Schmerz und deine Empfängnis, in Schmerzen wirst du Söhne gebären und deinem Manne sollst du gehorsam sein und er soll über dich herrschen. 17. Und zum Menschen sprach Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Gattin, und gegessen vom Baume, von dem Ich dir gebot, sprechend: du sollst nicht von ihm essen, ist verflucht der Boden um deinetwillen, in großen Schmerzen wirst du essen von ihm, alle Tage deines Lebens. 18. Und Dorn und Distel wird er dir bringen, und du wirst essen das Kraut des Feldes. 19. Im Schweiß deines Angesichtes wirst du Brot essen, bis du zurückkehrst in den Boden, weil aus ihm du genommen bist, denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren.   Inhalt 234. Es wird beschrieben der folgende Zustand der Kirche bis zur Sündflut; und weil die Kirche sich damals gänzlich verdarb, so wird vorausgesagt, daß der Herr in die Welt kommen und das Menschengeschlecht erretten werde. 235. Weil sie nichts mehr glauben wollten, als was sie mit den Sinnen begriffen, so brachte das Sinnliche, das die Schlange ist, den Fluch über sich und wurde höllisch: Vers 14. 236. Damit nun nicht der ganze Mensch sich in die Hölle stürzen möchte, hat der Herr verheißen, daß Er in die Welt kommen werde: Vers 15. 237. Weiter wird durch das Weib die Kirche beschrieben, die sich oder das Eigene so liebte, daß sie nichts Wahres mehr fassen konnte, obwohl ihnen die Vernunft gegeben war, die herrschen sollte: Vers 16. 238. Dann die Vernunftkraft, wie sie beschaffen war, daß sie beistimmte, und so auch über sich den Fluch brachte und höllisch wurde, so daß keine Vernunft mehr blieb, sondern Vernünftelei: Vers 17. 239. Es wird beschrieben der Fluch und die Verwüstung; wie auch ihre wilde Tiernatur: Vers 18. 240. Dann ihre Abneigung gegen alles, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, und daß sie so aus Menschen zu Unmenschen wurden: Vers 19.   Innerer Sinn 241. Die Uralten, die himmlisch waren, waren von der Art, daß sie alles, was sie je in der Welt und auf Erden sahen, zwar sahen, dabei an das Himmlische und Göttliche dachten, das es bezeichnete oder vorbildete; ihr Sehen war bloß etwas Werkzeugliches, daher auch ihre Redeweise von dieser Art war. Jeder kann aus eigener Erfahrung wissen, was es damit für eine Bewandtnis hatte, denn wer auf den Sinn der Worte eines Redenden achtsam merkt, der hört zwar die Worte, aber er hört sie gleichsam nicht, er faßt nur den Sinn; und wer weiter denkt, merkt nicht einmal auf den Sinn der Worte, sondern auf das Allgemeinere des Sinnes. Diese Nachkommenschaften aber, von denen jetzt gehandelt wird, waren nicht wie ihre Väter; wenn sie Weltliches oder Irdisches sahen, so hingen sie, weil sie es liebten, mit ihrem Gemüte daran, und dachten über dasselbe und aus ihm über das Himmlische und Göttliche. So begann ihnen das Sinnliche die Hauptsache zu werden, nicht wie ihren Vätern etwas Werkzeugliches. Und wenn das Weltliche und Irdische die Hauptsache wird, dann vernünftelt man aus diesem über das Himmlische und verblendet sich. Jeder kann auch aus eigener Erfahrung wissen, wie es sich damit verhält; denn wer nicht auf den Sinn der Worte eines Redenden merkt, sondern auf die Wörter, der faßt wenig vom Sinn, noch weniger vom Allgemeinen des Sinnes, und urteilt zuweilen aus einem einzigen Wort, ja aus einem einzigen Redezeichen (grammaticale) über alles, das, was einer spricht. 242. Vers 14: Und Jehovah Gott sprach zur Schlange: Weil du dies getan hast, bist du verflucht vor allem Tier, und vor allem Wild des Feldes; auf deinem Bauche sollst du gehen und Staub essen alle Tage deines Lebens . Daß Jehovah Gott zur Schlange sprach, bedeutet, daß sie inne wurden, ihr Sinnliches trage die Schuld; daß die Schlange verflucht sei vor allem Tier und Wild des Feldes bedeutet, daß das Sinnliche sich vom Himmlischen abgewandt und sich dem Leiblichen zugewandt, und so den Fluch über sich gebracht habe. Das Tier und das Wild des Feldes bedeutet hier, wie früher, Triebe. Daß die Schlange auf dem Bauch gehen sollte heißt, das Sinnliche konnte nicht mehr aufwärts zum Himmlischen blicken, sondern nur abwärts zum Leiblichen und Irdischen. Daß sie Staub essen sollte alle Tage des Lebens heißt, das Sinnliche sei so geworden, daß es von etwas anderem als vom Leiblichen und Irdischen nicht leben konnte, somit höllisch. 243. Im ältesten himmlischen Menschen war das Sinnliche des Leibes von der Art, daß es ihrem inneren Menschen folgte und diente, und außerdem kümmerten sie sich nicht um dasselbe. Als sie aber sich selbst zu lieben anfingen, zogen sie das Sinnliche dem inneren Menschen vor, daher trennte es sich und wurde fleischlich, und somit verdammt. 244. Daß Jehovah Gott zur Schlange sprach, bedeutet, daß sie inne wurden, ihr Sinnliches trage die Schuld, ist schon oben gezeigt worden; daher sich hierbei nicht aufzuhalten ist. 245. Daß: "Er sprach zur Schlange, verflucht bist du vor allem Tier und vor allem Wild des Feldes", bedeutet, daß das Sinnliche sich vom Himmlischen abgewandt und dem Leiblichen sich zugewandt und so sich verdammt oder sich verflucht habe, kann genugsam erhellen aus dem inneren Sinn des Wortes; Jehovah oder Gott der Herr verflucht niemand, Er zürnt niemanden, Er führt niemand in Versuchung, Er straft niemand. Geschweige denn, daß Er verfluchte; sondern die teuflische Rotte tut solches; aus der Quelle der Barmherzigkeit, des Friedens und der Güte kann solches niemals kommen. Wenn aber hier und sonst hin und wieder im Worte gesagt wird, daß Jehovah Gott nicht nur das Angesicht abwende, zürne, strafe, versuche, sondern auch töte, ja verfluche, so geschieht dies darum, daß man glauben möge, der Herr regiere und ordne alles und jedes im Weltall, auch selbst das Böse, die Strafen, die Versuchungen; und damit, wenn man diese allgemeinste Vorstellung einmal angenommen hat, man alsdann auch lerne, wie Er regiert und ordnet, und daß Er das Böse der Strafe und das Böse der Versuchungen zum Guten wende; die Ordnung des Lehrens und Lernens im Wort geht vom Allgemeinsten aus; daher der Buchstabensinn von solchem Allgemeinsten voll ist. 246. Daß "das Tier und das Wild des Feldes" Triebe (affectiones) bedeuten, kann aus dem erhellen, was über das Tier und das Wild schon früher gesagt worden ist. Dem man noch beifügen mag, was bei Ps.68/10,11 steht: "Den Regen der wohlwollenden Gesinnungen lässest Du träufeln, o Gott; Dein ermattetes Erbe, Du stärkest es; Dein Wild wird darin wohnen": wo auch Wild für den Trieb zum Guten steht, weil es im Erbe Gottes wohnen soll. Daß es hier Tier und Wild des Feldes heißt, so wie auch 1. Mose 2/19,20, hingegen 1. Mose 1/24,28 Tier und Wild der Erde, hat seine Grund darin, daß gehandelt wird von der Kirche oder von dem wiedergeborenen Menschen; im ersten Kapitel aber von der Nicht-Kirche oder von dem wiederzugebärenden Menschen; denn Feld ist ein Wort, das angewandt wird auf die Kirche oder den Wiedergeborenen. 247. Daß "die Schlange auf dem Bauch gehen sollte" heißt, das Sinnliche konnte nicht mehr aufwärts zum Himmel blicken wie früher, sondern niederwärts zum Leiblichen und Irdischen, was daraus erhellt, daß vor Alters her durch Bauch dasjenige bezeichnet wurde, was der Erde am nächsten ist; durch Brust, was über der Erde ist; und durch Haupt, was das Höchste ist; so hier, daß das Sinnliche, das an sich das Unterste am Menschen ist, weil es sich zum Irdischen hingewandt hat, auf dem Bauche gehen sollte. Dies wurde auch in der jüdischen Kirche bezeichnet durch das Niederdrücken des Bauches bis zur Erde und durch das Streuen des Staubes auf das Haupt, wie bei Ps.44/25-27: "Warum verbirgst Du Dein Antlitz, vergissest unsres Elendes und unsres Druckes; denn niedergebeugt zum Staube ist unsere Seele, und an der Erde klebet unser Bauch; mach Dich auf, zur Hilfe uns, und erlöse uns um Deiner Barmherzigkeit willen": auch hier erhellt, daß der Mensch, wenn er sich vom Angesichte Jehovahs abwendet, am Staub und an der Erde mit dem Bauche klebt. Bei Jonas wird auch durch den Bauch des großen Fisches, in den er geworfen wurde, bezeichnet das Untere der Erde, wie erhellt bei der Weissagung, Jona 2/3: "Aus dem Bauche der Hölle habe ich geschrieen, Du hörtest meine Stimme": wo Hölle soviel ist als die untere Erde. 248. Wenn der Mensch auf das Himmlische sah, so wurde gesagt, daß er aufrecht gehe, und nach oben her oder, was dasselbe ist, nach vorne blicke; wenn er hingegen auf das Leibliche und Irdische sah, daß er gebeugt sei zur Erde, und niederwärts oder rückwärts sehe; wie 3. Mose 26/13: "Ich Jehovah, euer Gott, Welcher euch ausführte aus dem Lande Ägypten, damit ihr ihnen nicht Knechte wäret, und zerbrach die Bande eures Jochs, und ließ euch aufrecht gehen". Micha 2/3: "Nicht werdet ihr daraus ziehen eure Hälse, und nicht aufrecht gehen". Jerem.Klagel.1/8,13: "Eine Sünde hat gesündigt Jerusalem, darum schätzten sie dieselbe gering, weil sie ihre Blöße gesehen, auch seufzte sie und wandte sich rückwärts. Aus der Höhe sandte er Feuer in meine Gebeine und ließ mich rückwärts sinken, machte mich öde". Jes.44/24,25: "Jehovah, dein Erlöser, Der die Weisen rückwärts wendet, und ihr Wissen zur Narrheit macht". 249. Daß durch "Staub essen alle Tage des Lebens" bezeichnet wird, das Sinnliche sei so geworden, daß es von etwas anderem als vom Leiblichen und Irdischen nicht leben könnte, somit höllisch, erhellt auch aus der Bedeutung des Staubes im Worte, wie bei Micha 7/14,16,17: "Weide Dein Volk wie in den Tagen der Ewigkeit, es sollen es Völkerschaften sehen und erröten ob all ihrer Macht, sie werden Staub lecken wie die Schlange, und wie das Gewürm der Erde sich herausmachen aus ihren Kerkern": Tage der Ewigkeit soviel als: die Älteste Kirche, Völkerschaften soviel als: diejenigen, die dem Eigenen vertrauen, von denen gesagt wird, sie lecken Staub wie die Schlange. Ps.72/9: "Vor Gott sollen sich krümmen die Barbaren und Seine Feinde sollen Staub lecken": Feinde soviel als diejenigen, die bloß auf das Irdische und Weltliche sehen. Jes.65/25: "Die Schlange, Staub ist ihr Brot". Weil Staub diejenigen bezeichnete, die nicht auf das Geistige und Himmlische, sondern aufs Leibliche und Irdische sehen, so wurde vom Herrn den Jüngern geboten, sie sollten, wenn eine Stadt oder ein Haus nicht würdig wäre, den Staub ihrer Füße abschütteln: Matth.10/14; daß Staub das Verdammte und Höllische bedeutet, darüber sehe man mehreres bei dem 19. Vers. 250. Vers 15: Und Feindschaft will Ich setzen zwischen dir und zwischen dem Weibe; und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst Ihm die Ferse verletzen. Niemandem ist heutzutage unbekannt, daß dies die erste Weissagung von der Ankunft des Herrn in die Welt ist. Aus den Worten selbst auch ergibt es sich klar. Daher und aus den Propheten wissen auch die Juden, daß der Messias kommen werde. Aber noch niemand weiß, was unter der Schlange, unter dem Weibe, unter dem Samen der Schlange, unter dem Samen des Weibes, unter dem Kopf der Schlange, den Er zertreten soll, und unter der Ferse, welche die Schlange verletzen werde, insbesondere verstanden wird, daher es angegeben werden soll. Unter der Schlange wird hier verstanden im allgemeinen alles Böse, insbesondere die Selbstliebe; unter dem Weibe wird verstanden die Kirche; unter dem Samen der Schlange aller Unglaube; unter dem Samen des Weibes der Glaube an den Herrn, unter Ihm der Herr selbst; unter dem Kopf der Schlange die Herrschaft des Bösen im allgemeinen und der Selbstliebe insbesondere; unter zertreten die Unterdrückung, daß sie auf dem Bauch geht und Staub ißt; unter der Ferse das unterste Natürliche, als das Leibliche, das die Schlange verletzen würde. 251. Daß unter der Schlange verstanden wird alles Böse im allgemeinen und die Selbstliebe insbesondere, kommt daher, daß alles Böse aus dem Sinnlichen und dann auch aus dem Wißtümlichen, die zuerst durch die Schlange bezeichnet worden sind, entstanden ist, daher nun das Böse selbst jeder Art, und insbesondere die Selbstliebe oder der Haß gegen den Nächsten und den Herrn, der dasselbe ist, was die Selbstliebe (bezeichnet wird). Dieses Böse oder dieser Haß wird, weil er mannigfach ist, und mehrere Gattungen und noch mehrere Arten hat, im Wort unterschieden durch die Gattungen der Schlangen (serpentum), wie durch Schlangen (angues), Basilisken (regulos), Ottern (aspides), Blutschlangen (haemorrheos), Prester oder feurige Schlangen, durch fliegende wie auch kriechende Schlangen durch Vipern, somit je nach den Verschiedenheiten des Giftes, das der Haß ist; wie bei Jes.14/29: "Freue dich nicht; du ganzes Philistäa, daß zerbrochen ist die Rute, die dich schlug, denn von der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk hervorgehen, und ihre Frucht ein fliegender (Prester sein)": die Wurzel der Schlange ist das Sinnliche und Wißtümliche; der Basilisk ist das Böse aus dem daherkommenden Falschen; die fliegende Feuerschlange ist die Begierde, die der Selbstliebe angehört. Und bei demselben Propheten heißt es von ebendenselben noch anders also, Jes.59/5: "Basiliskeneier werden sie ausbrüten und Spinnweben weben; wer ißt von ihren Eiern, stirbt; und wenn (eines) ausgedrückt wird, so schlüpft eine Viper aus". Diese Schlange wird in der Joh.Offenb.12/3,9 und 20/2 genannt ein rötlicher und großer Drache und die alte Schlange, dann auch Teufel und Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; hier und anderwärts wird unter dem Teufel niemals verstanden ein Teufel als Fürst der anderen, sondern die ganze Rotte der bösen Geister und das Böse selbst. 252. Daß unter dem Weibe die Kirche verstanden wird, kann aus der himmlischen Ehe erhellen, von der Nr. 155 die Rede war. Die himmlische Ehe ist von der Art, daß der Himmel und somit die Kirche vereinigt wird mit dem Herrn durch das Eigene, so daß sie im Eigenen ist; denn ohne Eigenes gibt es keine Vereinigung; und wenn in dieses Eigene der Herr aus Barmherzigkeit die Unschuld, den Frieden, das Gute einpflanzt, so erscheint es zwar als Eigenes, aber als ein himmlisches und höchst seliges, wie man Nr. 164 sehen mag. Von welcher Art aber das himmlische und engelische Eigene, das vom Herrn, und von welcher Art das höllische und teuflische Eigene sei, das vom Selbstigen ist, kann noch nicht gesagt werden; der Unterschied ist wie zwischen dem Himmel und der Hölle. 253. Wegen des himmlischen und engelischen Eigenen wird die Kirche im Wort genannt Weib, wie auch Gemahlin, dann Braut, Jungfrau, Tochter; Weib heißt sie in der Joh.Offenb.12/1,4,5,13: "Ein Weib mit der Sonne umgeben, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen, und der Drache verfolgte das Weib, das den Männlichen geboren hatte": wo unter dem Weib verstanden wird die Kirche, unter der Sonne die Liebe, unter dem Mond der Glaube, unter den Sternen die Glaubenswahrheiten, wie oben, das die bösen Geister hassen und aus allen Kräften verfolgen. Weib wie auch Gemahlin. Jes.54/5,6: "Weil dein Gemahl dein Macher (ist), Jehovah Zebaoth Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, Gott der ganzen Erde heißt; denn als ein Weib, das verlassen und betrübten Geistes war, berief dich Jehovah, und die Gemahlin der Jugend": wo der Gemahl als Macher in einer gewissen Mehrheit (steht), weil das Eigene zugleich (damit bezeichnet ist); das verlassene Weib und die Gemahlin der Jugend insbesondere steht für die Alte und Älteste Kirche. In ähnlicher Weise bei Mal.2/14: "Jehovah hat gezeugt zwischen dir und der Gemahlin deiner Jugend". Gemahlin und Braut in der Joh.Offenb.21/2,9: "Ich sah die heilige Stadt Jerusalem herbsteigen von Gott, aus dem Himmel, zubereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann; komm, ich will dir zeigen die Braut, die Gemahlin des Lammes". Die Benennung Jungfrau und Tochter ist gewöhnlich bei den Propheten. 254. Daß unter dem Samen der Schlange verstanden wird aller Unglaube, erhellt aus der Bedeutung der Schlange, daß sie alles Böse ist. Der Same ist das, was hervorbringt und hervorgebracht wird oder was erzeugt und erzeugt wird. Und weil hier von der Kirche die Rede ist, so ist es der Unglaube. Bei Jesajas wird genannt Same der Bösewichte, Same des Ehebrechers, Same der Lüge, wo die Rede ist von der verkehrten jüdischen Kirche: Jes.1/4: "Wehe der sündigen Völkerschaft, dem Volke schwer von Missetat, dem Samen der Bösewichte, den verderblichen Söhnen! Verlassen haben sie Jehovah, herausgefordert den Heiligen Israels, sich rückwärts abgewendet". Jes.57/3,4: "Tretet herzu ihr Söhne der Zauberin, Same des Ehebrechers, seid ihr nicht Kinder der Übertretung, ein Same der Lüge". Jes.14/19,20: "Du bist geworfen aus deinem Grabe, wie ein abscheulicher Zweig, denn dein Land hast du verdorben, dein Volk erwürgt; nicht soll genannt werden in Ewigkeit der Same der Bösewichte": wo die Rede ist von der Schlange oder dem Drachen, der dort Luzifer heißt. 255. Daß unter dem Samen des Weibes verstanden wird der Glaube an den Herrn, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, welche die Kirche ist. Ihr Same ist nichts anderes als der Glaube; vom Glauben an den Herrn ist und heißt sie Kirche. Bei Mal.2/14,15 wird der Glaube genannt Same Gottes: "Jehovah hat gezeugt zwischen dir und zwischen der Gemahlin deiner Jugend, und nicht einer tat es, und ein Überrest, der Geist hat, und was ist der eine , der den Samen Gottes sucht, aber habt acht in eurem Geist, daß er gegen die Gemahlin deiner Jugend nicht treulos handle": wo die Gemahlin der Jugend die Alte und Älteste Kirche ist, von deren Samen oder Glauben die Rede ist. Jes.44/3: "Ich will Wasser ausgießen auf den Dürstenden und Ströme auf das Trockene; ausgießen will Ich (Meinen) Geist auf deinen Samen und Meinen Segen auf deine Sprößlinge": auch hier von der Kirche. Joh.Offenb.12/17: "Erzürnt war der Drache wider das Weib, und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes hielten und das Zeugnis Jesu Christi haben". Ps.89/4,5,30,37: "Ich habe einen Bund geschlossen (mit) Meinem Auserwählten, habe geschworen David Meinem Knechte, auf ewig will Ich befestigen deinen Samen und werde immerwährend machen seinen Samen und seinen Thron, wie die Tage der Himmel; sein Same wird in Ewigkeit sein und sein Thron wie die Sonne vor Mir": wo unter David verstanden wird der Herr, unter dem Thron Sein Reich; unter der Sonne die Liebe, unter dem Samen der Glaube. 256. Nicht bloß der Glaube heißt Same des Weibes, sondern der Herr selbst, sowohl weil Er allein Glauben gibt und so der Glaube ist, als auch weil Ihm gefiel, geboren zu werden, und zwar in einer solchen Kirche, die durch die Selbst- und Weltliebe ganz ins höllische und teuflische Eigene versunken war; um vermöge Seiner göttlichen Macht das göttlich-himmlische Eigene mit dem menschlichen Eigenen in Seinem menschlichen Wesen zu vereinigen, damit sie in Ihm eins würden; wenn Er es nicht vereinigt hätte, so wäre die Welt gänzlich verlorengegangen; weil der Herr so der Samen (semen) des Weibes ist, so wird in 1. Mose 3/15 nicht gesagt "Es" (Illud, scil. semen) sondern "Er" (Ille). 257. Daß unter dem Kopf der Schlange verstanden wird die Herrschaft des Bösen im allgemeinen und der Selbstliebe insbesondere, kann erhellen aus der Natur derselben, die von der Art ist, daß sie nicht allein nach Herrschaft trachtet, sondern sogar nach der Herrschaft über alles auf Erden; und auch so ruht sie nicht sondern (will) über alles im Himmel (herrschen), und auch so nicht einmal, sondern über den Herrn; und selbst dann würde sie nicht ruhen, dies liegt in jedem Funken der Selbstliebe verborgen; man lasse sie nur gewähren und entfeßle sie einigermaßen, so wird man finden, daß sie sogleich darauf losrennen und bis dahin anwachsen würde, daraus erhellt, wie die Schlange oder das Böse der Selbstliebe herrschen will, und denjenigen, über den sie nicht herrschen kann, haßt. Dies ist der Kopf der Schlange, der sich erhebt, und den der Herr niedertritt und zwar bis zur Erde, daß sie auf dem Bauche geht und Staub ißt, wie es im zunächst vorhergehenden Verse heißt. So wird die Schlange oder der Drache, der genannt wird Luzifer, beschrieben bei Jes.14/13-15: "Luzifer, du sprachst in deinem Herzen, in die Himmel will ich steigen, über die Sterne Gottes erhöhen meinen Thron, und will sitzen auf dem Berge der Versammlung, zu Seiten der Mitternacht, ich will aufsteigen über die Höhen der Wolke, gleich werden dem Höchsten, aber zur Hölle wirst du hinabgestoßen sein, zu den Seiten der Grube". Die Schlange oder der Drache wird auch beschrieben in der Joh.Offenb.12/3,9: "Der große rote Drache hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Häuptern viele Diademe (sieben), aber er wurde auf die Erde geworfen": wo beschrieben wird, wie hoch er das Haupt emporhebt. Ps.110/1,2,6,7: "Spruch Jehovas zu Meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße gemacht; das Zepter Deiner Stärke wird Jehovah aus Zion senden, wird die Völkerschaften richten, Er hat mit Leichnamen erfüllt, zerschellt das Haupt über vieles Land; aus dem Strom am Wege wird Er trinken, darum wird Er das Haupt erhöhen". 258. Daß unter zertreten oder zerschellen verstanden wird Unterdrückung, bis daß sie auf dem Bauch geht und Staub ißt, ist nun (aus diesem) und aus dem vorhergehenden Vers klar. In ähnlicher Weise auch Jes.26/5,6: "Jehovah hat herabgeworfen die Bewohner der Höhe, die erhöhte Stadt, erniedrigen wird Er sie, wird sie erniedrigen bis zur Erde, sie hinabstoßen in den Staub, es wird der Fuß sie zertreten". Jes.28/2,3: "Er wird sie niederwerfen zur Erde mit der Hand, mit Füßen werden sie zertreten werden, die Krone des Stolzes". 259. Daß unter der Ferse verstanden wird das unterste Natürliche oder das Leibliche, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie die Uralten das, was im Menschen ist, betrachtet haben: sein Himmlisches und Geistiges bezogen sie auf das Haupt und das Angesicht; was aus jenem sein Dasein hatte, als die Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, auf die Brust; das Natürliche aber auf den Fuß; das untere Natürliche auf die Fußsohle; das unterste Natürliche und das Leibliche auf die Ferse; und sie bezogen es nicht bloß darauf, sondern nannten es auch so. Das Unterste der Vernunft oder das Wißtümliche ist auch verstanden worden unter dem, was Jakob von Dan weissagte, 1. Mose 49/17: "Dan wird eine Schlange auf dem Wege sein, eine Otter auf dem Pfade, beißend in die Fersen des Pferdes und es fällt der Reiter rückwärts", und was bei David vorkommt Ps.49/6: "Die Missetat meiner Fersen hat mich umgeben". Ebenso was von Jakob erzählt wird, daß, als er herauskam, seine Hand die Ferse Esaus angefaßt habe, und er daher Jakob genannt worden sei: 1. Mose 25/26. Der Name Jakob kommt her von der Ferse, weil die durch Jakob bezeichnete jüdische Kirche die Ferse verletzte. Die Schlange kann nur das unterste Natürliche verletzen, nicht aber, wofern es nicht Vipernarten sind, das innere Natürliche im Menschen, noch weniger das Geistige und am wenigsten das Himmlische; diese erhält der Herr und verbirgt sie, ohne daß der Mensch darum weiß; was der Herr verbirgt, wird im Wort Überreste genannt. Wie aber die Schlange jenes Unterste beim Menschen vor der Sündflut zerstört habe durch das Sinnliche und die Selbstliebe, und wie sie es zerstört haben bei den Juden durch Sinnliches, durch Traditionen und läppische Dinge und durch Selbst- und Weltliebe, und wie sie heutzutage zerstört und zerstört hat durch Sinnliches, Wißtümliches und Philosophisches und zugleich durch ebendieselben Triebe, soll nach der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn im Folgenden gesagt werden. 260. Aus diesem erhellt, daß der Kirche jener Zeit geoffenbart worden, der Herr werde in die Welt kommen, um sie zu erretten. 261. Vers 16: Und zum Weibe sprach Er: Sehr will ich vervielfältigend vervielfältigen deinen Schmerz und deine Empfängnis; in Schmerzen wirst du Söhne gebären und deinem Manne sollst du gehorsam sein, und er soll über dich herrschen. Durch das Weib wird nun die Kirche bezeichnet, von dem Eigenen, das sie liebte; durch vervielfältigend vervielfältigen den Schmerz wird bezeichnet der Kampf und die Angst infolge des Kampfes; durch die Empfängnis alles Denken; durch die Söhne, die sie in Schmerzen gebären sollte, Wahrheiten, die sie also hervorbringen würde; durch den Mann hier wie früher das Vernünftige, dem sie gehorchen und das herrschen soll. 262. Daß durch das Weib die Kirche bezeichnet wird, ist früher gesagt worden; hier die verkehrte Kirche, von dem Eigenen, das vorher durch das Weib bezeichnet worden ist, weil von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die eine verkehrte wurde, gehandelt wird. 263. Wenn also das Sinnliche sich abwendet oder den Fluch über sich bringt, so ist die Folge, daß die bösen Geister mit Macht zu kämpfen und die Engel, die bei dem Menschen sind, ins Gedränge zu kommen anfangen, daher der Kampf also beschrieben wird durch vervielfältigend vervielfältigen den Schmerz bei der Empfängnis und bei der Geburt der Söhne, d.h. beim Denken und Hervorbringen des Wahren. 264. Daß die Empfängnis und die Geburt der Söhne im Wort auch nicht anders genommen werden als im geistigen Sinn, nämlich die Empfängnis für das Denken und Dichten des Herzens und die Söhne für Wahrheiten, kann aus Folgendem erhellen: Hos.9/11,12: "Ephraim, wie der Vogel wird wegfliegen ihre Herrlichkeit, von der Geburt und vom Mutterleib und von der Empfängnis, wenn sie auch groß gezogen haben ihre Söhne, so will Ich sie kinderlos machen, daß sie nicht Menschen sind; ja, auch wehe ihnen, daß Ich von ihnen gewichen bin": wo Ephraim die Einsichtsvollen oder die Einsicht ins Wahre bedeutet, und die Söhne die Wahrheiten selbst. Ebenso anderwärts von Ephraim oder dem Einsichtsvollen, der unweise geworden, Hos.13/13: "Die Schmerzen einer Kreißenden kamen ihm; er ist ein unweiser Sohn, weil er zur Zeit nicht stehen wird im Mutterdurchbruch der Söhne". Jes.23/4,5: "Erröte Zidon, weil gesprochen hat das Meer, die Feste des Meeres, sprechend: Ich habe nicht gekreißt und nicht geboren, nicht groß gezogen Jünglinge, noch auferzogen Mädchen, wie wenn das Gerücht Ägypten beträfe, werden sie kreißen bei dem Gerüchte von Tyrus": wo Zidon für diejenigen steht, die in Glaubenserkenntnissen waren, und dieselben durch Wißtümliches verdorben haben und daher unfruchtbar geworden sind. Jes.66/7-9: "Ehe sie kreißt, gebiert sie; ehe ihre Wehen kommen, ist sie eines Knaben genesen; wer hat dergleichen gehört, wer so etwas gesehen; kreißt ein Land an einem Tag, und sollte Ich nicht gebären lassen, sprach Jehovah, oder sollte Ich, Der Ich gebären lasse, auch verschließen, sprach dein Gott": wo von der Wiedergeburt die Rede ist; und durch die Söhne gleichfalls Wahrheiten des Glaubens bezeichnet werden. Das Gute und die Wahrheiten werden, weil sie Empfängnisse und Geburten der himmlische Ehe sind, Söhne genannt; auch vom Herrn bei Matth.13/37,38: "Der, welcher den guten Samen säet, ist der Sohn des Menschen; der Acker ist die Welt, der Same aber sind die Söhne des Reichs", und das Gute und Wahre des seligmachenden Glaubens "Söhne Abrahams": Joh.8/39; denn der Same ist, wie Nr. 255 gesagt worden, der Glaube; daher die Söhne, die dem Samen angehören, das Gute und Wahre des Glaubens sind; darum hat auch der Herr, weil Er selbst der Same ist, Sich den Sohn des Menschen, d.h. den Glauben der Kirche genannt. 265. Daß durch den Mann bezeichnet wird das Vernünftige, erhellt aus 1. Mose 3/6, daß nämlich das Weib ihrem Manne bei ihr gegeben und er gegessen hat, wodurch bezeichnet worden, daß er beigestimmt habe; und aus dem, was in betreff des Mannes gezeigt wurde in Nr. 158; wo unter demselben verstanden wurde der Weise und Verständige, hier aber, weil die Weisheit und Einsicht durch das Essen vom Baume des Wissens verlorenging, das Vernünftige, weil nichts anderes übrig war; denn das Vernünftige ist der Einsicht Nacheiferung oder gleichsam Ähnlichkeit. 266. Wie jedes Gesetz und jedes Gebot aus dem Himmlischen und Geistigen als aus seinem wahren Urgrunde sein Dasein hat, so folgt, daß auch dieses Gesetz, welches das der Ehen ist, diesen Ursprung habe, daß nämlich die Gattin, weil sie aus Begehrung, die dem Eigenen angehört, nicht so aus Vernunft, wie der Mann handelt, der Klugheit des Mannes untertan sein soll. 267. Vers 17: Und zum Menschen sprach Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Gattin und gegessen vom Baum, von dem Ich dir gebot, sprechend: Du sollst nicht von ihm essen, ist verflucht der Boden um deinetwillen, in großen Schmerzen wirst du essen von ihm, alle Tage deines Lebens. Durch das, daß der Mensch gehört habe auf die Stimme seiner Gattin wird bezeichnet, der Mann oder das Vernünftige habe beigestimmt; und weil das Vernünftige beigestimmt hat, so hat es sich gleichfalls abgewandt oder den Fluch über sich gebracht, und ebendarum der ganze äußere Mensch, und dies wird bezeichnet durch: "verflucht ist der Boden um deinetwillen". Daß sein Lebenszustand elend sein werde, ist (die Bedeutung von): "er wird in großen Schmerzen von ihm essen", und zwar bis zum Ende jener Kirche, welches ist "alle Tage seines Lebens". 268. Daß der Boden den äußeren Menschen bedeute, kann aus demjenigen erhellen, was früher vom Land (terra) und von dem Boden (Humus) und von dem Felde (ager) gesagt worden ist; wenn der Mensch wiedergeboren ist, wird er nicht mehr Land genannt, sondern Boden, weil ihm himmlische Samen eingepflanzt sind; er wird auch dem Boden verglichen und Boden genannt hin und wieder im Worte; dem äußeren Menschen oder seinem Gefühl (affectio) und dem Gedächtnis werden die Samen des Guten und Wahren eingepflanzt, nicht aber dem inneren Menschen, weil im Innern kein Eigenes des Menschen ist, sondern im Äußeren; im Innern ist Gutes und Wahres, und wenn dieses nicht mehr als vorhanden erscheint, so ist der Mensch ein äußerlicher oder leiblicher; obwohl es im Innern vom Herrn niedergelegt ist, was der Mensch nicht weiß, denn es tritt nicht hervor, als wenn der äußere gleichsam erstirbt, wie dies bei Versuchungen, Unglücksfällen, Krankheiten, im Augenblicke des Todes zu geschehen pflegt. Das Vernünftige gehört auch zum äußeren Menschen: Nr. 118, und es ist an sich etwas zwischen dem Innern und Äußern in der Mitte Liegendes; denn der innere (Mensch) wirkt durch das Vernünftige auf dem äußeren leiblichen; wenn aber das Vernünftige beistimmt, dann trennt es den äußeren vom inneren, so daß man nicht mehr weiß, daß ein innerer ist, folglich auch nicht, was Einsicht und Weisheit, die dem inneren angehören. 269. Daß Jehovah Gott oder der Herr den Boden oder den äußeren Menschen nicht verflucht, sondern daß der äußere Mensch sich abgewandt oder vom inneren getrennt und so sich verflucht hat, erhellt aus dem, was früher gezeigt worden ist: Nr. 245. 270. Daß "in großen Schmerzen vom Boden essen", bezeichnet einen elenden Lebenszustand, läßt sich aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden ersehen und überdies, daß "essen" im inneren Sinn soviel ist als Leben, dann auch daraus, daß ein solches Leben erfolgt, wenn die bösen Geister im Menschen zu kämpfen und die Engel, die bei ihm sind, ins Gedränge zu kommen anfangen, und mehr noch nachher, wenn die bösen Geister zu herrschen beginnen; die bösen Geister regieren alsdann seinen äußeren Menschen, die Engel den inneren, von dem wenig mehr übrig ist, kaum so viel, daß die Engel etwas daraus hernehmen können zur Verteidigung, daher dann Elend und Angst. Daß die toten Menschen selten ein solches Elend und solche Angst empfinden, hat seinen Grund darin, daß sie keine Menschen mehr sind, obwohl sie Menschen vor anderen zu sein meinen; denn sie wissen so wenig als die unvernünftigen Tiere, was geistig und himmlisch und was ewiges Leben ist; sie blicken auch ebenso abwärts zum Irdischen oder auswärts zum Weltlichen, sie begünstigen nur das Eigene und ergeben sich ihren Neigungen und den Sinnen unter Zustimmung all ihres Vernünftigen; und weil sie tot sind, so würden sie einen Kampf oder eine Versuchung nicht aushalten; und wenn eine solche über sie käme, so würde sie zu schwer sein, als daß sie leben könnten, und sie würden so nur noch mehr Fluch über sich bringen und sich in eine noch tiefere, höllische Verdammnis stürzen; darum werden sie verschont, bis sie ins andere Leben übergegangen sind, wo sie nicht mehr infolge einer Versuchung und Not sterben können; alsdann erdulden sie das Härteste; was in gleicher Weise bezeichnet wird durch das, daß der Boden verflucht sein und er in großen Schmerzen von ihm essen sollte. 271. Daß "die Tage des Lebens" das Ende der Tage der Kirche bedeuten, erkennt man daraus, daß nicht von einem einzelnen Menschen, sondern von der Kirche und ihrem Zustand hier die Rede ist. Das Ende der Tage der Kirche war die Zeit der Sündflut. 272. Vers 18: Und Dorn und Distel wird er dir bringen, und du wirst essen das Kraut des Feldes. Unter Dorn und Distel wird verstanden Fluch und Verwüstung; dadurch, daß er essen werde das Kraut des Feldes, wird bezeichnet, er werde leben wie ein wildes Tier. Wie ein wildes Tier lebt der Mensch, wenn der innere Mensch von dem äußeren so getrennt wird, daß er nur in ganz allgemeiner Weise auf denselben einwirkt, denn das, daß der Mensch Mensch ist, hat er durch den inneren Menschen vom Herrn; daß aber der Mensch ein wildes Tier ist, hat er vom äußeren Menschen, der getrennt vom inneren an sich nichts anderes ist als ein wildes Tier. Es wohnt ihm eine ähnliche Natur inne, ähnliche Lüste, ähnliche Begierden, ähnliche Einbildungen und ähnliche Empfindungen; auch die Organe sind ähnlich; daß er aber Vernunftschlüsse machen kann und, wie ihm dünkt, feine, das hat er von der geistigen Substanz, durch welche Leben des Herrn einfließen kann, das aber bei ihm verkehrt und zu einem Leben des Bösen wird, welches Tod ist; daher wird er ein Toter genannt. 273. Daß "Dorn und Distel" Fluch und Verwüstung bedeuten, erhellt daraus, daß Ernte und Fruchtbaum das Entgegengesetzte bezeichnen, nämlich Segnungen und Vervielfältigungen; daß Stachelgewächs, Distel, Dornbusch, Stachelstrauch, Nessel eine solche Bedeutung haben, erhellt aus dem Worte, wie bei Hos.9/6: "Siehe, sie sind weggegangen ob der Verwüstung; Ägypten wird sie sammeln, Moph wird sie begraben, ihr Köstliches an Silber; die Nessel wird sie erben, Stachelgesträuch ist in ihren Zelten": hier steht Ägypten und Moph für diejenigen, die aus sich und ihrem Wißtümlichen in göttlichen Dingen weise sein wollen. Hos.10/8: "Es werden verdorben werden die Höhen von Aven, die Sünde Israels, Dorn und Distel wird aufsteigen über ihre Altäre": wo die Höhen von Aven für Selbstliebe, Dorn und Distel über ihren Altären für Entweihung stehen. Jes.32/12,13: "Auf die Brüste schlagen sie ob den Feldern der Lust, ob dem fruchtbaren Weinstock; auf dem Boden meines Volks steigt Dornengesträuch auf". Hes.28/24: "Nicht mehr wird sein für das Haus*) Israels ein stechender Dorn, noch ein wehetuender Stachel von all ihren Umgebungen". *) Für domus ist hier nach d. Hebr. domui zu lesen, wie Nr. 9144. A.d.Üb. 274. Daß Kraut des Feldes oder Feldfutter essen soviel ist als leben wie ein wildes Tier, erhellt Dan.4/29, wo es von Nebukadnezar heißt: "Vom Menschen werden sie dich ausstoßen und bei dem Tier des Feldes (wird sein) deine Wohnung, Kraut wie die Ochsen werden sie dich essen lassen und sieben Zeiten werden hingehen über dich". Jes.37/26,27: "Hast du nicht gehört, von Ferne her habe Ich es getan, seit den Tagen des Altertums, und habe es gebildet; nun habe Ich es kommen lassen, daß zu Steinhaufen zu verwüsten sind Burgen, feste Städte und ihre Bewohner, kurz von Hand, sind bestürzt und beschämt; sie sind geworden Kraut des Feldes und Kohl des Krautes; Gras der Dächer und ein Brandgefilde vor der stehenden Saat": hier wird erklärt, was das Kraut des Feldes bedeutet, was der Kohl des Krautes, das Gras der Dächer und das Brandgefilde; denn es ist hier von der Zeit vor der Sündflut die Rede, die verstanden wird unter von Ferne her und unter den Tagen des Altertums. 275. Vers 19: Im Schweiß deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zurückkehrst in den Boden, weil aus ihm du genommen bist; denn Staub bist du und zum Staube wirst du zurückkehren. Durch "Brot essen im Schweiße des Angesichts" wird bezeichnet sich abwenden von dem, was himmlisch ist; "zurückkehren zum Boden, aus dem er genommen" heißt, zum äußerlichen Menschen, der er war vor der Wiedergeburt. Daß "er Staub sei und zum Staube zurückkehren werde" heißt, daß er verdammt und höllisch sei. 276. Daß "Brot essen im Schweiß des Angesichts" bedeutet, sich abwenden von dem, was himmlisch ist, kann erhellen aus der Bedeutung des Brotes. Unter Brot wird verstanden alles Geistige und Himmlische, das die Speise der Engel ist, nach deren Entziehung sie nicht leben könnten, wie der Mensch (nicht), wenn ihm das Brot oder die Speise entzogen würde; auch wird jenes durch Brot vorgebildet, wie aus vielem erhellt. Daß der Herr das Brot sei, weil von Ihm alles Geistige und Himmlische (kommt), lehrt Er selbst: Joh.6/58: "Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit". Daher sind Brot und Wein auch Sinnbilder (Symbola) im heiligen Abendmahl. Dieses Himmlische wurde auch vorgebildet durch das Manna. Daß das Himmlische und Geistige die Speise der Engel sei, erhellt auch aus den Worten des Herrn: Matth.4/4: "Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jeglichem Worte, das aus dem Munde Gottes geht": das ist aus dem Leben des Herrn, aus Dem alles Himmlische und Geistige kommt. Die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die zunächst vor der Sündflut war, und von der hier gehandelt wird, war so verdorben und ins Sinnliche und Fleischliche versunken, daß sie nicht hören wollten, was des Glaubens Wahrheit, was der Herr sei, daß Er kommen und sie selig machen werde, und wenn dergleichen genannt wurde, wendeten sie sich ab. Diese Abneigung wird beschrieben durch Brot essen im Schweiße des Angesichts. Wie die Juden, weil sie von der Art waren, daß sie das Himmlische nicht anerkannten und auch keinen anderen als einen weltlichen Messias wollten, nicht anders konnten, als von dem Manna, weil es eine Vorbildung auf den Herrn war, sich abwenden und es ein schlechtes Brot nennen, daher auch Schlangen unter sie geschickt worden sind: 4. Mose 21/5,6. Außerdem wurde das Himmlische, das sie in der Not, im Elend, mit Tränen genossen, ihnen genannt als Brot der Not, Brot des Elends, Tränenbrot. Was sie mit Abneigung genossen, heißt hier Brot des Schweißes des Angesichts. 277. Dies ist der innere Sinn. Wer bei dem Buchstaben stehenbleibt, der faßt nichts anderes, als daß der Mensch aus dem Boden sich Brot erwerben sollte durch die Arbeit oder den Schweiß des Angesichtes. Allein es wird hier unter Mensch nicht verstanden ein Mensch, sondern die Älteste Kirche, und unter Boden nicht Boden, unter Brot nicht Brot und unter Garten nicht ein Garten, sondern solches, was himmlisch und geistig ist, wie zur Genüge gezeigt worden. 278. Daß durch zurückkehren zum Boden, von dem er genommen sei, bezeichnet wird, daß die Kirche wieder zum äußerlichen Menschen werde, wie sie es war vor der Wiedergeburt, erhellt daraus, daß der Boden den äußeren Menschen bedeutet, wie schon früher gesagt worden. Und daß Staub den Verdammten und Höllischen bedeute, erhellt auch aus dem, was gesagt worden von der Schlange, von der es, weil sie verflucht war, heißt, sie solle Staub essen; und dem, was von der Bedeutung des Staubes dort gezeigt worden ist, darf noch hinzugefügt werden, was steht bei Ps.22/30: "Vor Jehovah werden sich beugen alle, die hinabsteigen in den Staub, und wessen Seele Er nicht belebt hat". Ps.104/29: "Du verbirgst Dein Angesicht, da werden sie verwirrt; Du nimmst weg ihren Geist, da atmen sie aus und kehren zu ihrem Staub zurück": das heißt, wenn sie sich abwenden vom Angesicht des Herrn, so atmen sie aus oder sterben und kehren so zum Staub zurück, das ist: werden Verdammte und Höllische. 279. Es schließen nun alle diese Verse im Zusammenhang genommen in sich, daß das Sinnliche sich abgewandt habe vom Himmlischen: Vers 14; daß der Herr in die Welt kommen wollte, um es (wieder) zu vereinigen: Vers 15; daß, weil der äußere Mensch sich abgewandt, daraus entstanden sei Kampf: Vers 16; Elend: Vers 17; Verdammnis: Vers 18; und zuletzt die Hölle: Vers 19. Dies begab sich nacheinander in jener Kirche von der vierten Nachkommenschaft an bis zur Sündflut. * * * 20. Und der Mensch nannte den Namen seiner Gattin Chavah, weil sie sein soll die Mutter alles Lebenden. 21. Und Jehovah Gott machte dem Menschen und seiner Gattin Röcke von Fell und kleidete sie. 22. Und Jehovah Gott sprach: Siehe, der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse; und nun wird er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben und essen und leben in Ewigkeit. 23. Und Jehovah Gott entließ ihn aus dem Garten Eden, zu bauen den Boden, von dem er genommen. 24. Und Er stieß den Menschen hinaus, und ließ wohnen vom Aufgang an dem Garten Edens die Cherube und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu hüten den Weg des Baumes der Leben.   Inhalt 280. Es wird hier summarisch gehandelt von der Ältesten Kirche und von denen, die abfielen, somit auch von ihrer Nachkommenschaft bis zur Sündflut, da sie sich auslebte. 281. Von der eigentlichen Ältesten Kirche, die himmlisch war, und vom Leben des Glaubens an den Herrn genannt worden Chavah und die Mutter alles Lebenden: Vers 20. 282. Von ihrer ersten Nachkommenschaft, in welcher war geistig-himmlisches Gute; und von der zweiten und dritten, bei der natürlich Gutes, das bezeichnet wird durch den Rock von Fell, den Jehovah Gott dem Menschen und seiner Gattin machte: Vers 21. 283. Von der vierten Nachkommenschaft, bei der das natürlich Gute sich zu verlieren anfing und die, wenn sie von neuem geschaffen oder in den himmlischen Dingen des Glaubens unterrichtet würden, verlorengehen müßten; was die Bedeutung ist von (den Worten): er wird etwa seine Hand ausstrecken und nehmen auch vom Baum der Leben und leben in Ewigkeit: Vers 22. 284. Von der fünften Nachkommenschaft, daß sie alles Guten und Wahren beraubt und in den Zustand versetzt worden seien, in dem sie vor der Wiedergeburt waren; dies heißt: entlassen werden aus dem Garten Edens, zu bebauen den Boden, von dem er genommen: Vers 23. 285. Von der sechsten und siebenten Nachkommenschaft, daß sie vom Wissen des Guten und Bösen geschieden und ihren abscheulichen Trieben und Einbildungen überlassen worden seien, und so dafür gesorgt worden sei, daß sie das Heilige des Glaubens nicht entweihen möchten, was bezeichnet wird durch ausgestoßen werden, und wohnen lassen die Cherube mit der Flamme des Schwertes, zu hüten den Weg zum Baum der Leben: Vers 24.   Innerer Sinn 286. Im Vorhergehenden bis hierher ist gehandelt worden von den Uralten und ihrer Wiedergeburt; zuerst von denen, die wie wilde Tiere lebten, und endlich geistige Menschen wurden; dann von denen, die himmlische Menschen wurden und die Älteste Kirche ausmachten. Hernach von denen und den Nachkommen, die abfielen, und zwar der Ordnung nach von der ersten Nachkommenschaft, von der zweiten, von der dritten und zuletzt von den folgenden bis zur Sündflut. In diesen Versen, die folgen, bis zum Ende dieses Kapitels ist die kurze Wiederholung von dem Menschen der Ältesten Kirche an bis zur Sündflut; somit ist es der Schluß alles Vorhergehenden. 287. Vers 20: Und der Mensch nannte den Namen seiner Gattin Chavah, weil sie sein soll die Mutter alles Lebenden. Unter dem Menschen wird hier verstanden der Mann der Ältesten Kirche oder der himmlische Mensch; unter der Gattin und der Mutter alles Lebenden die Kirche. Mutter heißt sie von dem, daß sie die erste Kirche war; die Lebende, vom Glauben an den Herrn, Der das Leben selbst ist. 288. Daß unter dem "Menschen" verstanden werde der Mann der Ältesten Kirche oder die himmlische Mensch, ist früher gezeigt worden; und zwar daß der Herr der alleinige Mensch, und daß von Ihm jeder himmlische Mensch sei, weil er Seine Ähnlichkeit ist; daher Mensch genannt wurde, wer zur Kirche gehören sollte, wer und wie beschaffen er auch sein mochte; und endlich jeder, der dem Leibe nach als Mensch erscheint, um ihn von den Tieren zu unterscheiden. 289. Daß unter der "Gattin" verstanden werde die Kirche, im allumfassenden Sinn das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, ist ebenfalls früher gezeigt worden; daß auch Mutter (diese Bedeutung) habe, folgt hieraus. Daß die Kirche Mutter heißt, ist gewöhnlich im Wort, wie bei Jes.50/1: "Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter". Jerem.50/12: "Zuschanden worden ist eure Mutter sehr, beschämt ist eure Erzeugerin". Hes.16/45: "Die Tochter deiner Mutter ist ihres Mannes überdrüssig, und ihrer Söhne; eure Mutter ist ein Chethiterin, und euer Vater ein Amoriter": wo Mann für den Herrn und für alles Himmlische steht, die Söhne für Glaubenswahrheiten, die Chethiterin für das Falsche; der Amoriter für das Böse. Hes.19/10: "Deine Mutter ist wie der Weinstock in Ähnlichkeit mit dir, an Wassern gepflanzt, fruchtbar, sprossend war sie von vielen Wassern": hier steht Mutter für die Alte Kirche, die Älteste Kirche wird vorzüglich Mutter genannt, weil sie die erste wie auch die einzige himmlische, und deswegen vom Herrn vor allen geliebte war. HG 290 290. Daß sie Mutter alles Lebenden hieß vom Glauben an den Herrn, Der das Leben selbst ist, kann ebenfalls aus dem erhellen, was früher gezeigt worden ist; es kann überall nur ein einziges Leben geben, aus dem aller Leben ist; und es kann durchaus kein Leben geben, das Leben wäre, außer durch den Glauben an den Herrn, Der das Leben ist; auch keinen Glauben, in dem Leben, außer von Ihm, in dem somit Er ist. Darum heißt der Herr im Wort der alleinige Lebende, und wird genannt der "lebende Jehovah" wie bei Jerem.5/2; 12/16; 16/14,15; 23/7; Hes.5/11. "Der in Ewigkeit Lebende": Dan.4/31; Joh.Offenb.4/10; 5/14; 10/6. "Der Quell des Lebens": Ps.36/10. "Die Quelle lebendiger Wasser": Jerem.17/13. Der Himmel, der aus dem Herrn lebt, heißt "das Land der Lebenden wie bei Jes.38/11; 53/8; Hes.26/20; 32/23-27,32; Ps.27/13; 52/7; 142/6. Und Lebende hießen, die im Glauben an den Herrn standen; wie bei Ps.66/9: "Welcher unsere Seele setzt unter die Lebenden". Und von denen, die im Glauben stehen, heißt es, sie seien im Buch der Leben: Ps.69/29, und im Buch des Lebens: Joh.Offenb.13/8; 17/8; 20/15. Daher heißt es auch von denen, die Glauben an Ihn empfangen, sie werden belebt: Hos.6/2; Ps.85/7. Umgekehrt wurden die, welche nicht im Glauben sind, Tote genannt, was eben daraus folgt; wie gleichfalls bei Jes.26/14: "Tote werden nicht leben; Rephaim werden nicht auferstehen, darum daß Du heimgesucht und sie vertilgt hast": soviel als diejenigen, die von Selbstliebe aufgebläht sind; auferstehen bedeutet ins Leben eingehen; sie werden auch Durchbohrte genannt: Hes.32/23-26,28-31. Und die Hölle wird Tod genannt: Jes.25/8; 28/15. Sie werden auch Tote genannt vom Herrn: Matth.4/16; Joh.5/24; 8/21,24,51,52. 291. In diesem Vers, 1. Mose 3/20, wird beschrieben die erste Zeit, wo die Kirche in der Blüte ihrer Jugend war, indem sie die himmlische Ehe in sich darstellte, daher sie auch durch eine Ehe beschrieben und Chavah genannt wird vom Leben. 292. Vers 21: Und Jehovah Gott machte dem Menschen und seiner Gattin Röcke von Fell, und kleidete sie. Dies bedeutet, der Herr habe sie ausgerüstet mit dem geistig und natürlich Guten. Daß Er sie ausgerüstet habe, wird ausgedrückt durch machen und kleiden; und das geistig und natürlich Gute durch den Rock von Fell. 293. Daß dies die Bedeutungen seien, kann durchaus nicht aus dem Buchstaben erhellen, aber dennoch ist offenbar, daß tiefere Geheimnisse darin liegen, denn jedermann kann wissen, daß Jehovah Gott ihnen nicht Röcke von Fell gemacht hat. 294. Daß der "Rock von Fell" das geistig und natürlich Gute bedeute, kann auch niemand wissen, außer aus dem geoffenbarten inwendigeren Sinn, und dann auch aus dem Worte, wo ähnliches vorkommt; hier heißt es im allgemeinen Fell und wird verstanden das Fell eines Bockes, eines Schafes, eines Widders, die im Worte Triebe zum Guten, Liebtätigkeit und was zur Liebtätigkeit gehört, bedeuten. Eine ähnliche Bedeutung haben die Schafe bei den Opfern: Schafe werden alle genannt, die mit dem Guten der Liebtätigkeit, das ist dem geistig und natürlich Guten begabt sind, daher heißt der Herr der Hirt der Schafe, und die mit tätiger Liebe begabt sind, werden Schafe genannt, wie jedem bekannt ist. 295. Daß es heißt, sie seien mit einem Rock von Fell bekleidet worden, hat seinen Grund darin, daß die Uralten der Unschuld wegen Nackte hießen, und nachher, als die Unschuld verlorenging, (von ihnen gesagt wird), sie haben wahrgenommen, daß sie im Bösen seien, das auch Nacktheit genannt wird. Damit alles in einem geschichtlichen Zusammenhang erscheine, gemäß der Redeweise bei den Uralten, heißen sie hier bekleidet, damit sie nicht nackt oder im Bösen (erscheinen möchten). Daß sie im geistig und natürlich Guten waren, erhellt aus dem, was von ihnen 1. Mose 3/1-13 gesagt und gezeigt worden ist; und nun (auch) daraus, daß Jehovah Gott gemacht und sie bekleidet habe. Es wird nämlich hier gehandelt von der ersten, hauptsächlich aber von der zweiten und dritten Nachkommenschaft der Kirche, die mit einem solchen Guten beschenkt worden sind. 296. Daß durch die "Felle" von Böcken, Schafen, Ziegen, Dachse, Widdern das geistig und natürlich Gute bezeichnet wird, kann erhellen aus dem inneren Sinn des Wortes, wo gehandelt wird von Jakob und von der Lade. Von Jakob, er sei angetan worden mit den Kleidern Esaus, und wo er nackt war, auf der Hand und dem Halse, mit Fellen von Ziegenböcken, und Jischak habe, als er diese roch, gesagt, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes: 1. Mose 27/16,22,27. Daß dies das geistig und natürlich Gute bezeichne, wird man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, daselbst sehen. Von der Bundeslade: die Decke des Zeltes sollte bestehen aus Widderfellen und Dachsfellen: 2. Mose 26/14; 36/19; und Aharon und sein Söhne, wenn sie weiterzogen, sollten die Lade bedecken mit einer Decke von Dachsfell, ebenso den Tisch und seine Gefäße, desgleichen den Leuchter und seine Gefäße, dann den Altar von Gold und die Gefäße des Dienstes und des Altars mit Dachsfell: 4. Mose 4/6,8,10-12. Daß dies das geistig und natürlich Gute bedeutet, wird man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, auch daselbst sehen; denn alles, was an der Lade, in der Wohnung, in dem Zelt, ja alles was an Aharon war, wenn er mit den Kleidern der Heiligkeit angetan war, bedeutet das geistig Himmlische, so daß auch nicht das Kleinste da war, das nicht irgendeine besondere vorbildliche Bedeutung gehabt hätte. 297. Das himmlisch Gute ist es, das nicht bekleidet wird, weil es das innerste und unschuldig ist; hingegen das geistig-himmlisch Gute ist es, das zuerst bekleidet wird, dann das natürlich Gute, denn es ist mehr äußerlich und wird mit den Kleidern verglichen, wie es denn auch ein Kleid heißt, z.B. wo von der Alten Kirche gehandelt wird: Hes.16/10: "Ich kleidete dich in Stickerei, beschuhte dich mit Dachs (-fell), umband dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide". Jes.52/1: "Zieh' an die Kleider deines Schmucks, Jerusalem, du Stadt der Heiligkeit". Joh.Offenb.3/4,5: "Die nicht besudelt haben ihre Kleider, und mit Mir wandeln werden in weißen, weil sie es würdig sind"; und von den vierundzwanzig Ältesten heißt es dort, daß sie angetan waren mit weißen Kleidern, Joh.Offenb.4/4. Das äußerliche Gute also, das geistig und natürlich-himmlisch ist, ist Kleid, weshalb auch die, welche im Gutem der Liebtätigkeit beschenkt sind, im Himmel mit glänzenden Kleidern angetan erscheinen; hier aber, weil sie noch im Leibe sind, mit einem Rock von Fell. 298. Vers 22: Und Jehovah Gott sprach: Siehe, der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse; und nun wird er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben, und essen, und leben in Ewigkeit. Daß Jehovah Gott in der Einzahl und nachher in der Mehrzahl spricht, davon ist der Grund, daß unter Jehovah Gott verstanden wird der Herr und zugleich der Engelshimmel; daß der Mensch das Gute und Böse wußte, bedeutet, er sei ein Himmlischer geworden, somit weise und verständig. Daß er nicht die Hand ausstrecken und vom Baum der Leben nehmen sollte heißt, er dürfe nicht unterrichtet werden in den Geheimnissen des Glaubens, sonst könnte er in Ewigkeit nie selig werden, welches ist leben in Ewigkeit. 299. Hier sind zwei Geheimnisse: das erste, daß Jehovah Gott den Herrn und zugleich den Himmel bedeutet; das andere, daß, wenn sie unterrichtet worden wären in den Geheimnissen des Glaubens, sie auf ewig verlorengegangen wären. 300. Was das erste Geheimnis betrifft, daß nämlich unter Jehovah Gott verstanden wird der Herr und zugleich der Himmel, so ist zu bemerken, daß im Wort immer aus einem geheimen Grund der Herr bald bloß Jehovah heißt, bald Jehovah Gott, bald Jehovah und nachher Gott, bald Herr Jehovih, bald Gott Israels, bald bloß Gott, wie im 1. Kapitel der Genesis nur Gott, wo auch in der Mehrzahl gesagt ist: "Lasset uns einen Menschen machen zu unserem Bilde", und nicht früher als im folgenden Kapitel, wo vom himmlischen Menschen gehandelt wird, wird Er genannt Jehovah Gott; Jehovah heißt Er, weil Er allein ist oder lebt, somit vom Wesen; Gott, weil Er alles vermag, somit von der Macht, wie im Wort erhellt, wo sie unterschieden werden wie bei Jes.49/4,5; 55/7; Ps.18/3,29,30,32; 38/16. Weshalb man jeden Engel oder Geist, der mit dem Menschen sprach, und von dem man glaubte, er vermöge etwas, Gott nannte wie bei Ps.82/1: "Gott stand in der Versammlung Gottes, inmitten der Götter wird Er richten". Ps.89/7: "Wer in dem Äther mag mit Jehovah verglichen, mag verähnlicht werden dem Jehovah unter den Söhnen der Götter". Ps.136/2,3: "Danket dem Gott der Götter, danket dem Herrn der Herren". Von der Macht sind auch Menschen Götter genannt worden wie im Ps.82/6; Joh.10/34,35; auch Moses: der Gott für Pharao, 2. Mose 7/1. Darum heißt auch Gott in der Mehrzahl Elohim. Weil aber die Engel nichts von Macht aus sich haben, wie sie selbst auch bekennen, sondern allein vom Herrn, und nur ein Gott ist, darum wird unter Jehovah Gott im Worte der Herr allein verstanden; wo aber durch den Dienst der Engel etwas geschieht, wie im 1. Kapitel der Genesis, da wird es in der Mehrzahl gesagt; auch hier wird, weil der himmlische Mensch als Mensch nicht verglichen werden konnte mit dem Herrn sondern mit den Engeln, deswegen gesagt: der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse (1. Mose 3/22), das ist weise und verständig. 301. Das andere Geheimnis ist, daß sie, wären sie unterrichtet worden in den Geheimnissen des Glaubens, auf ewig verlorengegangen wären, was bezeichnet wird durch die Worte: "Nun möchte er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben, und essen und leben in Ewigkeit". Damit verhält es sich so: Wenn die Menschen umgekehrte Lebensordnungen geworden sind, und bloß aus sich und dem Eigenen leben und weise sein wollen, dann vernünfteln sie bei jedem Gegenstand des Glaubens den sie hören, ob dem so sei oder nicht; und weil sie es aus sich selbst, ihrem Sinnlichen und Wißtümlichen tun, so können sie nicht anders als leugnen; und wenn sie leugnen, so lästern und entweihen sie auch, und zuletzt bekümmern sie sich auch nichts darum, ob sie Unheiliges mit Heiligem vermischen. Wenn der Mensch so wird, dann ist er im anderen Leben so verdammt, daß gar keine Hoffnung des Heils mehr übrig ist, denn was durch Entweihungen vermischt ist, hängt vermischt aneinander: sobald eine Vorstellung vom Heiligen sich einfindet, ist auch die damit verbundene Vorstellung von Unheiligem da, und dies macht, daß er in keiner anderen Gesellschaft sein kann als in der von Verdammten. Im anderen Leben wird auf das genaueste wahrgenommen, auch von Geistern in der Geisterwelt, noch mehr aber von Engelsgeistern, alles was mit einer Denkvorstellung verbunden gegenwärtig ist, so genau, daß sie bloß aus einer einzigen Vorstellung wissen, wie beschaffen einer ist. Dergleichen mit Heiligem verbundenes Unheilige kann nur unter höllischer Qual zerstoben werden, die so groß ist, daß der Mensch, wenn er sie wüßte, sich vor der Entweihung, wie vor der Hölle selbst, hüten würde. 302. Dies war der Grund, warum den Juden, weil sie von der Art waren, die Geheimnisse des Glaubens in keiner Weise geoffenbart worden sind, so wenig, daß ihnen nicht einmal offen gesagt worden ist, daß sie nach dem Tode fortleben, und auch nicht offen, daß der Herr in die Welt kommen werde, um sie selig zu machen. Ja sie wurden und werden noch in so großer Unwissenheit und Stumpfheit gehalten, daß sie nicht wußten und noch nicht wissen, daß ein innerer Mensch ist, oder daß es irgend etwas Inneres gibt; denn wenn sie es gewußt hätten und wüßten, so daß sie es anerkennen würden, so brächte es ihre Art mit sich, daß sie es entweihten, und somit für sie gar keine Hoffnung irgendwelchen Heils im anderen Leben wäre. Dies ist es, was der Herr verstanden hat bei Joh.12/40: "Er hat verblendet ihre Augen, und verstockt ihr Herz, daß sie nicht sehen mit den Augen, noch verstehen mit dem Herzen, und sich bekehren und Ich sie heile". Und darum hat der Herr in Gleichnissen mit ihnen geredet, und ihnen keines erklärt, "damit sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, noch verstehen möchten", wie Er selbst sagt bei Matth.13/13. Aus diesem Grunde waren auch alle Glaubensgeheimnisse ihnen verborgen und verdeckt gehalten worden unter den Vorbildern ihrer Kirche; und aus demselben Grunde hat auch die prophetische Schreibart diese Beschaffenheit. Allein etwas anders ist wissen, und etwas anders ist anerkennen. Wer weiß und nicht anerkennt, der ist, als ob er nicht wüßte, wer aber anerkennt und nachher lästert und entweiht, der ist es, der vom Herrn gemeint worden. 303. Der Mensch erwirbt sich ein Leben durch alles, wovon er sich überzeugt, das ist, was er anerkennt und glaubt; wovon er sich nicht überzeugt, oder was er nicht anerkennt und glaubt, das regt sein Gemüt nicht an, daher niemand Heiliges entweihen kann, wenn er nicht davon überzeugt ist, so daß er es anerkennt, und es dann doch wieder leugnet; die, welche nicht anerkennen, können wissen, aber sie sind, wie wenn sie nicht wüßten, und sind wie die, welche Dinge wissen, die nichts sind. Von der Art waren die Juden um die Zeit der Ankunft des Herrn, und wenn die (Menschen) so sind, so heißt es im Worte, sie seien verödet, oder es sei kein Glaube mehr da; dann schadet es auch nicht, daß das Innere des Wortes ihnen aufgeschlossen wird, denn dann sind sie wie Sehende, die nicht sehen, und wie Hörende, die nicht hören und die ein verstocktes Herz haben, von denen der Herr durch Jes.6/9,10 (sagt): "Gehe hin, und sprich zu diesem Volk, höret hörend, aber verstehet nicht, und sehet sehend, aber erkennet nicht; verstocke das Herz dieses Volks, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, daß es nicht etwa mit seinen Augen sehe und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe und es sich bekehre, daß ihm Heilung werde"; und daß die Glaubensgeheimnisse nicht früher aufgeschlossen werden, als wenn sie von der Art sind, nämlich abgeödet, daß sie nicht mehr glauben, aus dem schon angeführten Grunde, damit sie nämlich nicht entweihen könnten, sagte auch der Herr deutlich im gleich Folgenden bei Jes.6/11,12: "Ich sprach, wie lange, Herr? und Er sprach, bis verheert werden die Städte, daß kein Bewohner, und die Häuser, daß kein Mensch (mehr da sei), und der Boden verheert wird durch Verödung, und entfernen wird Jehovah den Menschen": Mensch heißt, wer weise ist, oder anerkennt und glaubt. Von der Art waren, wie gesagt, die Juden um die Zeit der Ankunft des Herrn, und aus demselben Grunde werden sie auch jetzt noch in einer solchen Verödung gehalten durch Begierden, besonders durch Geiz, damit, obwohl sie tausendmal hören vom Herrn und von dem Vorbildlichen der Kirche bei ihnen, daß es im einzelnen den Herrn bedeute, dennoch nichts anerkennen und glauben. Dies nun war der Grund, warum die Menschen vor der Sündflut aus dem Garten Edens verstoßen und abgeödet wurden, bis sie nichts mehr anerkennen konnten, was wahr war. 304. Hieraus erhellt, daß jenes es ist, was verstanden wird unter den Worten: "daß er nicht etwa seine Hand ausstrecken möchte, und nehmen auch vom Baum der Leben und essen und leben in Ewigkeit". Nehmen vom Baum der Leben und essen heißt, wissen, so daß man anerkennt alles, was Sache der Liebe und des Glaubens ist, denn die Leben in der Mehrzahl sind Liebe und Glaube. Essen bedeutet hier wie früher erkennen; leben in Ewigkeit heißt nicht im Leibe leben in Ewigkeit, sondern leben nach dem Tod in ewiger Verdammnis. Ein Mensch, der tot ist, wird nicht darum tot genannt, daß er nach dem Leben des Leibes sterben wird, sondern darum, daß er ein Leben des Todes leben wird, denn Tod ist Verdammnis und Hölle. Ähnliches wird durch leben bezeichnet bei Hes.13/18,19: "Die Seelen, die Meinem Volke, jaget ihr, und die Seelen, die euch (angehören), lasset ihr leben, und ihr habt Mich entweiht bei Meinem Volke, um Seelen zu morden, die nicht sterben sollen, und Seelen leben zu lassen, die nicht leben sollen". 305. Vers 23: Und Jehovah Gott entließ ihn aus dem Garten Eden, zu bauen den Boden, von dem er genommen. Aus dem Garten Eden verstoßen werden heißt, aller Einsicht und Weisheit beraubt werden. Den Boden bauen, von dem er genommen, heißt, fleischlich werden, wie er es vor der Wiedergeburt war. Daß aus dem Garten Eden verstoßen werden heiße, aller Einsicht und Weisheit beraubt werden, erhellt aus der Bedeutung des Gartens und Edens, von der früher; Garten nämlich bedeutet Einsicht oder das Verständnis des Wahren, und Eden bedeutet, weil Liebe, (auch) Weisheit, oder das Wollen des Guten. Daß den Boden bauen, aus dem er genommen, sei fleischlich werden, wie er es vor der Wiedergeburt war, ist früher gezeigt worden: 1. Mose 3/19, wo ähnliche Worte vorkommen. 306. Vers 24: Und Er stieß den Menschen hinaus; und ließ wohnen vom Aufgang an dem Garten Edens die Cherube; und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu hüten den Weg des Baumes der Leben. Den Menschen hinausstoßen heißt, ihm gänzlich entziehen alles Wollen des Guten und alles Verständnis des Wahren, und zwar so sehr, daß er davon geschieden wird und nicht mehr Mensch ist. Wohnen lassen vom Aufgang Cherube heißt, Vorsehung tun, daß er nicht eindringen könne in irgendein Glaubensgeheimnis, denn der Aufgang am Garten Edens ist das Himmlische, aus dem Einsicht kommt. Durch Cherube wird bezeichnet die Vorsehung des Herrn, daß ein solcher Mensch nicht eindringen könne in das, was Sache des Glaubens ist. Durch die Flamme des sich wendenden Schwertes wird bezeichnet die Eigenliebe mit ihren unsinnigen Begierden und den Einbildungen in deren Gefolge, die von der Art sind, daß er zwar eindringen will, aber von da aus zum Leiblichen und Irdischen hingeführt wird, und dies, damit gehütet werde der Weg des Baumes der Leben, d.h., damit er das Heilige nicht entweihen könne. 307. Es wird hier gehandelt von der sechsten und siebenten Nachkommenschaft, die in der Sündflut unterging; welche (Menschen) ganz ausgestoßen wurden aus dem Garten Edens oder aus aller Einsicht des Wahren, und gleichsam Unmenschen wurden und unsinnigen Begierden und Einbildungen überlassen. 308. Was der Aufgang und was der Garten Edens bedeute ist früher gezeigt worden, daher nicht dabei zu verweilen ist. Daß aber die Cherube bedeuten die Vorsehung des Herrn, daß der Mensch nicht aus dem Eigenen, Sinnlichen und Wißtümlichen unsinnig eindringe in die Geheimnisse des Glaubens und sie entweihe, und so verlorengehe, kann aus allen Stellen im Worte, in denen der Cherube Erwähnung geschieht, erhellen. Weil die Juden von der Art waren, daß, wenn sie etwas deutlich gewußt hätten von der Ankunft des Herrn, von den Vorbildern oder Typen der Kirche, daß sie nämlich den Herrn bezeichneten, dann von dem Leben nach dem Tode, von dem inwendigen Menschen und von dem inneren Sinn des Wortes, sie es entweiht hätten und auf ewig verlorengegangen wären, weshalb dies vorgebildet wurde durch die Cherube am Gnadenstuhl über der Lade, über den Teppichen der Wohnung, über dem Vorhang desgleichen im Tempel und damit angedeutet, daß der Herr (jene Dinge) überwacht habe: 2. Mose 25/18-21; 26/1,31; 1.Kön.6/23-29,32,33. Denn die Lade, in der das Zeugnis lag, bedeutete dasselbe, was der Baum des Lebens, nämlich den Herrn und das Himmlische, das einzig des Herrn ist. Daher auch der Herr oftmals heißt der Gott Israels, der auf Cheruben sitzt; Er redete auch mit Aharon und Moses zwischen Cheruben: 2. Mose 25/22; 4. Mose 7/89. Es wird dies deutlich beschrieben bei Hes.9/3-7, wo Folgendes steht: "Die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem Cherub, über dem sie gewesen war, hin zur Schwelle des Hauses, und rief dem in Leinwand gekleideten Manne zu und sprach zu ihm: gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Zeichen auf die Stirnen der Männer, die da ächzen und seufzen, überall die Greuel, die geschehen sind in ihrer Mitte; und zu jenen sprach Er: Gehet durch die Stadt ihm nach und schlaget; nicht soll schonen euer Auge, noch sollt ihr Nachsicht haben; Greis, Jüngling, und Jungfrau, und Kind und Weiber tötet, bis sie ausgerottet sind; besudelt das Haus und füllet die Vorhöfe mit Durchbohrten". Hes.10/1-7: "Er sprach zu dem in Leinwand gekleideten Mann: Gehe hinein zwischen das Rad unterhalb des Cherubs, und fülle deine Hände mit Feuerkohlen von (denen, die) zwischen den Cheruben und streue sie über die Stadt; der Cherub streckte seine Hand zwischen den Cheruben hervor zum Feuer, das zwischen den Cheruben, und nahm und gab (davon) in die Hände des in Leinwand Gekleideten, und dieser nahm (es), und ging hinaus": woraus erhellt, daß die Vorsehung des Herrn, die das Eindringen in die Geheimnisse des Glaubens verhindert, bezeichnet wird durch Cherube, und daß sie deswegen ihren unsinnigen Begierden überlassen worden sind, die hier auch bezeichnet werden durch das Feuer, das über die Stadt gestreut werden, und (durch das), daß niemand verschont werden sollte. 309. Daß durch "die Flamme des sich wendenden Schwertes" bezeichnet wird die Eigenliebe mit ihren unsinnigen Begierden und Überredungen, die von der Art sind, daß sie zwar eindringen wollen, aber davon abgeführt werden zum Leiblichen und Irdischen, kann mit so vielem aus dem Wort belegt werden, daß man Seiten damit anfüllen könnte. Es stehe hier bloß Folgendes: Hes.21/9,10,14,15,19,20: "Weissage und sprich: So sprach Jehovah, sprich: Schwert, Schwert, geschärft und auch gefegt zu schlachten eine Schlachtung, geschärft, daß es einen Blitz hat; es werde wiederholt das Schwert zum dritten Mal, das Schwert (seiner) Durchbohrten, das Schwert der großen Durchbohrung, eindringen in die Kammern zu ihnen, daß das Herz zergeht und es vervielfältigen wird die Anstöße, in allen ihren Toren habe Ich den Schrecken des Schwertes gegeben, ach es ist gemacht zum Blitzen": Schwert steht hier für die Verödung des Menschen, daß er nichts Gutes und Wahres sieht, sondern lauter Falsches und Entgegengesetztes, und dieses heißt die Anstöße vervielfältigen. Nahum 3/3: "Reiter, der steigen läßt, und Flamme des Schwertes, und Blitz des Speeres und die Menge Durchbohrter": von denen, die in die Geheimnisse des Glaubens eindringen wollen. 310. Die einzelnen Worte schließen so viel Geheimnisvolles in sich, daß es unmöglich ist, es auseinanderzusetzen; sie passen auf den Genius des Volkes, das in der Sündflut unterging. Dieser Genius war ganz verschieden von dem Genius derer, die nach der Sündflut lebten. Um es nur kurz anzugeben: ihre ersten Eltern, welche die Älteste Kirche ausmachten, waren himmlisch, somit waren ihnen himmlische Samen eingepflanzt, daher ihre Nachkommen Samen himmlischen Ursprungs bei sich hatten. Der Same himmlischen Ursprungs ist von der Art, daß die Liebe das ganze Gemüt beherrscht und es zu einem macht; denn das menschliche Gemüt besteht aus zwei Teilen, aus Willen und Verstand; zum Willen gehört die Liebe oder das Gute, zum Verstand gehört der Glaube oder das Wahre. Aus der Liebe oder dem Guten wird man inne, was Sache des Glaubens oder des Wahren ist, somit ist es ein Gemüt. Wenn die (Menschen) von dieser Art sind, so bleibt bei den Nachkommen ein Same von daher, und wenn diese vom Wahren und Guten abgehen, so ist große Gefahr da; denn so verkehren sie ihr ganzes Gemüt, so daß es im anderen Leben kaum wieder hergestellt werden kann. Anders ist es bei denen, die keinen himmlischen Samen, sondern geistigen Samen in sich haben wie die Menschen nach der Sündflut, und die, welche heutzutage leben; sie haben keine Liebe, somit kein Wollen des Guten, es kann ihnen aber doch Glaube oder das Verständnis des Wahren gegeben werden; aus dem Glauben oder dem Verständnisse des Wahren können sie zu einer tätigen Liebe gebracht werden, jedoch auf einem anderen Weg, und zwar durch das vom Herrn eingeflößte Gewissen aus den Erkenntnissen des Wahren und des Guten aus diesem. Daher ist ihr Zustand ein ganz anderer, als der Zustand der Menschen vor der Sündflut war. Von diesem Zustand soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (etwas) gesagt werden. Dies sind Geheimnisse, die dem Menschen heutzutage völlig unbekannt sind. Denn heutiges Tages weiß man nicht, was der himmlische Mensch, nicht einmal was der geistige, noch weniger, die Beschaffenheit das Gemüt und das Leben des Menschen und infolgedessen sein Zustand nach dem Tode dadurch erhalten hat. 311. Der Zustand derer, die durch die Sündflut umkamen, ist im anderen Leben von der Art, daß sie durchaus nicht in der Geisterwelt oder bei anderen Geistern sein können, sondern in einer Hölle, die getrennt ist von den Höllen anderer und zwar wie unter einem Berge; er erscheint wie ein dazwischenliegender Berg infolge ihrer gräßlichen Phantasien und Überredungen. Ihre Phantasien und Überredungen sind von der Art, daß sie anderen Geistern eine solche Stumpfheit beibringen, daß diese nicht wissen, ob sie leben oder ob sie tot sind, denn sie nehmen ihnen alles Verständnis des Wahren, daß sie nichts inne werden. In einer solchen Überredung waren sie auch, als sie lebten; und weil sie im anderen Leben von der Art werden mußten, daß sie bei anderen Geistern gar nicht hätten sein können, ohne ihnen eine Art von Tod beizubringen, sind sie alle vertilgt worden, und der Herr hat die Menschen nach der Sündflut, aus seiner göttlichen Barmherzigkeit, in andere Zustände versetzt. 312. Der Zustand dieser Menschen vor der Sündflut ist ganz geschildert in diesem Vers, als: sie seien ausgestoßen oder geschieden worden vom himmlisch Guten; es seien vom Aufgang am Garten Edens Cherube hingestellt worden; und weil sie von jener Art waren, heißt es, vom Aufgang am Garten Edens, welche Worte nur auf sie passen, von denen aber, die nachher lebten, kann dies nicht gesagt werden, sondern vom Garten Edens am Aufgang. Dann heißt es, Flamme des sich wendenden Schwertes; wäre von den jetzigen die Rede gewesen, so hätte es geheißen: Schwert der Flamme, auch nicht Baum der Leben, sondern Baum des Lebens; außer anderem im Zusammenhang, was gar nicht erklärt werden kann, und nur von den Engeln, denen der Herr es offenbart, verstanden wird, denn jeder Zustand hat unbestimmbar viele Geheimnisse, von denen nicht einmal ein einziges dem menschlichen Geschlechte bekannt ist. 313. Aus Obigem, was vom ersten Menschen nun gesagt worden ist, kann erhellen, daß von ihm nicht das Erbböse bis auf alle gekommen ist, die heutzutage leben, noch wie man fälschlich meint, daß es kein anderes Erbböse gibt, als welches von da ausgeflossen wäre; denn es ist die Älteste Kirche, von der hier die Rede ist und sie wird Mensch genannt, und wenn dieser Adam heißt, so bedeutet es, der Mensch sei vom Boden (Home [=Mensch] von humus [=Boden], gerade wie im Hebräischen Adam [=Mensch] von Adamah [=Boden]), oder er sei Mensch geworden aus einem Nicht-Menschen, durch die Wiedergeburt des Herrn. Dies ist des Namens Ursprung und dies des Namens Bedeutung. Mit dem Erbbösen aber hat es die Bewandtnis, daß ein jeder, der eine wirkliche Sünde begeht, sich dadurch eine Natur anbildet und das Böse von daher den Kindern eingepflanzt wird und erblich wird, also (jedem) von jedem (seiner) Erzeuger von seinem Großvater, Urgroßvater, Ururgroßvater und den Vorhergehenden der Reihe nach, und so wird es vervielfältigt und wächst in der von ihm abstammenden Nachkommenschaft und bleibt bei einem jeden, und wird bei jedem durch seine wirklichen Sünden vermehrt; auch wird es nicht zerstört, so daß es nicht schade, außer bei denen, die vom Herrn wiedergeboren werden. Dies kann jeder, wenn er aufmerkt, wissen, aus dem Umstand, daß die bösen Neigungen der Eltern sichtbar in den Kindern bleiben, so daß eine Familie, ja eine Generation von der anderen daran erkannt werden kann.   Nr. 314 - 323 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 4. Kapitel 1. Und der Mensch erkannte Chavah, seine Gattin, und sie empfing und gebar den Kain; und sie sprach: ich habe den Mann erworben, den Jehovah. 2. Und sie fuhr fort zu gebären seinen Bruder Habel; und Habel war ein Hirt der Herde, und Kain war ein Bauer des Bodens. 3. Und es geschah am Ende der Tage, und es brachte Kain von der Frucht des Bodens eine Gabe dem Jehovah. 4. Und Habel brachte, auch er, von den Erstgeburten seiner Herde und von ihrem Fett; und Jehovah blickte hin auf Habel und auf seine Gabe. 5. Und auf Kain und seine Gabe blickte Er nicht hin, und der Zorn entbrannte dem Kain sehr und es senkte sich sein Angesicht. 6. Und Jehovah sprach zu Kain: Warum ist dir der Zorn entbrannt, und warum senkt sich dein Angesicht? 7. Ist es nicht also, wenn du Gutes tust, so ist Erhebung, und wenn du nicht Gutes tust, so liegt die Sünde vor der Tür, und nach dir ist sein Verlangen, und du herrschest über dasselbe. 8. Und Kain sprach zu Habel, seinem Bruder; und es geschah, als sie waren auf dem Felde, da stand Kain auf gegen Habel, seinen Bruder, und tötete ihn. 9. Und Jehovah sprach zu Kain: Wo ist Habel, dein Bruder? und er sprach: Ich weiß nicht, bin ich der Hüter meines Bruders? 10. Und Er sprach: Was hast du getan? die Stimme der Blutstropfen deines Bruders, welche schreien zu Mir aus dem Boden. 11. Und nun, verflucht bist du von dem Boden, der aufgetan hat seinen Mund, zu empfangen die Blutstropfen deines Bruders aus deiner Hand. 12. Wenn du den Boden bauen wirst, wird er nicht fortfahren, dir seine Kraft zu geben; unstet und flüchtig wirst du sein auf Erden. 13. Und Kain sprach zu Jehovah: Größer ist meine Missetat, denn daß sie weggenommen werden möge. 14. Siehe, Du hast mich heute verstoßen von den Angesichten des Bodens, und vor Deinem Angesichte werde ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf Erden; und es wird geschehen, daß jeder, der mich findet, mich tötet. 15. Und Jehovah sprach zu ihm: Darum wird jeder, der Kain tötet, siebenfältig gerächt werden; und Jehovah setzte an Kain ein Zeichen, daß nicht ihn erschlüge, wer ihn fände. 16. Und Kain ging aus von dem Angesichte Jehovahs und wohnte in dem Lande Nod gegen den Aufgang Edens zu. 17. Und Kain erkannte seine Gattin, und sie empfing und gebar den Chanoch, und er war der Erbauer einer Stadt, und nannte den Namen der Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch. 18. Und es ward geboren dem Chanoch Irard; und Irard zeugte den Mechujael, und Mechujael zeugte den Methuschael, und Methuschael zeugte den Lamech. 19. Und Lamech nahm sich zwei Weiber, der Name der einen war Adah, und der Name der anderen Zillah. 20. Und Adah gebar Jabal; dieser war der Vater des Zeltbewohners und der Viehzucht. 21. Und der Name seines Bruders Jubal; dieser war der Vater jedes Zither- und Orgelspielers. 22. Und Zillah, auch sie, gebar den Thubalkain, der unterwies jeden Künstler in Erz und Eisen. Und die Schwester des Thubalkains (war) Naamah. 23. Und Lamech sprach zu seinen Weibern Adah und Zillah: höret meine Stimme, ihr Weiber Lamechs, und vernehmet mit euren Ohren meine Rede, daß ich einen Mann getötet habe zu meiner Wunde und ein Kindlein (Knäbchen) zu meiner Beule. 24. Daß siebenfältig wird gerächt werden Kain, und Lamech siebzigmal und siebenmal. 25. Und es erkannte der Mensch abermals seine Gattin, und sie gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Scheth, weil mir gesetzt hat Gott einen anderen Samen statt Habels, daß ihn Kain getötet hat. 26. Und dem Scheth, auch ihm ward ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enosch; dann fing man an, anzurufen den Namen Jehovahs.   Inhalt 324. Es wird gehandelt von den von der Kirche getrennten Lehren oder von den Ketzereien, und von einer nachher erweckten neuen Kirche, genannt Enosch. 325. Die Älteste Kirche hatte durch die Liebe Glauben an den Herrn; aber es gab solche, die den Glauben von der Liebe trennten. Die Lehre des von der Liebe getrennten Glaubens wurde Kain genannt. Die Liebtätigkeit, welche die Liebe gegen den Nächsten ist, hieß Habel: Vers 1, 2. 326. Es wird beider Gottesverehrung beschrieben, die des getrennten Glaubens durch die Gabe Kains, und die der Liebtätigkeit durch die Gabe Habels: Vers 3, 4. Und daß wohlgefällig war die Gottesverehrung aus der Liebtätigkeit, nicht aber die aus dem getrennten Glauben: Vers 4, 5. 327. Daß der Zustand derer, die vom getrennten Glauben waren, sich verschlimmert habe, wird beschrieben durch den entbrannten Zorn und das Sinken des Angesichtes Kains: Vers 5, 6. 328. Und daß man an der Liebtätigkeit erkenne, wie der Glaube beschaffen ist; dann daß die Liebtätigkeit bei dem Glauben sein wolle, wenn nicht der Glaube zur Hauptsache gemacht und über die Liebtätigkeit erhoben wird: Vers 7. 329. Daß die Liebtätigkeit ausgelöscht worden sei bei denen, die den Glauben getrennt und ihn der Liebtätigkeit vorgezogen haben, wird beschrieben durch das, daß Kain seinen Bruder Habel ermordete: Vers 8, 9. 330. Die ausgelöschte Liebtätigkeit wird genannt Stimme der Blutstropfen: Vers 10. Die verkehrte Lehre Fluch vom Boden her: Vers 11. Das Falsche und Böse infolgedessen ist das Unstäte und Flüchtige auf Erden: Vers 12. Und weil sie sich vom Herrn abgewandt haben, so sei Gefahr eines ewigen Todes da: Vers 13, 14. Weil es aber der Glaube ist, durch den nachher die Liebtätigkeit eingepflanzt werden sollte, so war es doch verpönt, ihn zu verletzten, was das an Kain gesetzte Zeichen ist: Vers 15. Und von der Stelle, an der er früher war, ihn zu entfernen, (welches) ist, daß er wohnen sollte gegen den Aufgang Edens zu: Vers 16. 331. Jene Ketzerei, sofern sie alsdann erweitert wurde, ist Chanoch genannt worden: Vers 17. 332. Die von daher aufgekommenen Ketzereien werden auch mit ihrem Namen genannt; in deren letzter, die Lamech genannt wird, nichts mehr vom Glauben übriggeblieben war: Vers 18. 333. Es entstand dann eine neue Kirche, die verstanden wird unter Adah und Zillah und beschrieben wird durch deren Söhne Jabal und Jubal und Thubalkain: der Kirche Himmlisches durch Jabal, das Geistige durch Jubal, das Natürliche durch Thubalkain: Vers 19-22. 334. Daß jene Kirche entstand, als alles zum Glauben und alles zur Liebe Gehörige ausgelöscht war, und daß die Verletzung desselben höchst frevelhaft war, wird beschrieben: Vers 23,24. 335. Die Hauptpunkte werde noch kurz angegeben: daß nämlich, nachdem der getrennte Glaube die Liebtätigkeit ausgelöscht hatte, das Kain ist, ein neuer Glaube vom Herrn geschenkt worden sei, durch den die Liebtätigkeit eingepflanzt wurde; dieser Glaube ist Scheth: Vers 25. 336. Die durch den Glauben eingepflanzte Liebtätigkeit wird genannt Enosch oder ein anderer Mensch, welcher Name der jener Kirche ist: Vers 26.   Innerer Sinn 337. Weil hier von der Ausartung der Ältesten Kirche oder von der Verfälschung der Lehre und folglich von den Ketzereien und Sekten unter dem Namen Kains und seiner Nachkommen gehandelt wird, so muß man wissen, daß man durchaus nicht verstehen kann, wie die Lehre verfälscht wurde, oder welcherlei die Ketzereien und Sekten jener Kirche waren, wenn man nicht wohl weiß, wie die wahre Kirche beschaffen ist; hieraus können sie erkannt werden. Von der Ältesten Kirche ist früher umständlich gehandelt und gezeigt worden, daß sie ein himmlischer Mensch war, und daß sie keinen anderen Glauben anerkannte, als welcher der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten angehörte; durch diese Liebe hatten sie vom Herrn Glauben oder das Innewerden alles dessen, was zum Glauben gehörte; weshalb sie auch den Glauben nicht nennen wollten, damit er nicht von der Liebe getrennt würde, wie früher gezeigt worden: Nr. 200-203. Von dieser Art ist der himmlische Mensch, und daß er so sei, wird durch Vorbildliches auch bei David geschildert, wo gehandelt wird vom Herrn, Welcher König, und vom himmlischen Menschen, der Sohn des Königs heißt: Ps.72/1,3,5,7: "Deine Urteile gib dem Könige und deine Gerechtigkeit dem Sohn des Königs; die Berge sollen Frieden bringen dem Volke und die Hügel in Gerechtigkeit; fürchten werden sie dich mit der Sonne, und vor dem Angesicht des Mondes, von Geschlecht zu Geschlecht; blühen wird in seinen Tagen der Gerechte, und vieler Friede, bis der Mond nicht mehr": durch die Sonne wird bezeichnet die Liebe, durch Mond der Glaube, durch Berge und Hügel die Älteste Kirche, durch das Geschlecht der Geschlechter der Kirchen nach der Sündflut; bis der Mond nicht mehr, heißt es, weil der Glaube Liebe sein wird; man sehe auch bei Jes.30/26. So war die Älteste Kirche, und so ihre Lehre. Heutzutage ist es ganz anders, denn der Glaube geht heutzutage voran; aber durch den Glauben wird vom Herrn Liebtätigkeit geschenkt, und alsdann wird die Liebtätigkeit zur Hauptsache, weshalb folgt, daß in der ältesten Zeit die Lehre verfälscht worden sei, als man sich zum Glauben bekannte, und so den Glauben von der Liebe trennte. Die, welche so die Lehre verfälschten oder den Glauben von der Liebe trennten, oder sich zum bloßen Glauben bekannten, wurden damals Kain genannt, und es war dies bei ihnen etwas sehr Arges. 338. Vers 1: Und der Mensch erkannte Chavah, seine Gattin, und sie empfing und gebar den Kain und sie sprach: ich habe den Mann erworben, den Jehovah. Durch den Menschen und seine Gattin Chavah wird bezeichnet die Älteste Kirche, wie bekannt ist. Ihr erstes Kind oder ihre Erstgeburt ist der Glaube, der hier Kain heißt. Daß sie sagte, ich habe den Mann erworben, den Jehovah, bedeutet, daß der Glaube bei denen, die Kain hießen, erkannt und anerkannt worden sei als etwas für sich Bestehendes. 339. In den vorhergehenden drei Kapiteln ist genugsam gezeigt worden, daß durch den Menschen und seine Gattin bezeichnet worden ist die Älteste Kirche, so daß man nicht daran zweifeln kann. Und weil der Mensch und seine Gattin die Älteste Kirche ist, so ergibt sich, daß ihre Empfängnis und Geburt keine andere war. Es war bei den Ältesten gebräuchlich, Namen zu geben und durch Namen Sachen zu bezeichnen, und so ein Geschlechtsverzeichnis zu machen; denn was der Kirche angehört, verhält sich auch auf ähnliche Weise, das eine wird empfangen und geboren vom anderen und verhält sich wie eine Zeugung. Daher es gewöhnlich ist im Wort, solches, was zur Kirche gehört, zu nennen Empfängnisse, Geburten, Sprößlinge, Kinder, Söhne, Töchter, Jünglinge usw.; die prophetischen Schriften sind voll von dergleichen. HG 340 340. Sie sprach: "ich habe den Mann erworben, den Jehovah"; daß dies bedeute, der Glaube sei bei denen, die man Kain nannte, als etwas für sich Bestehendes erkannt und anerkannt worden, erhellt aus dem, was in den Vorbemerkungen dieses Kapitels gesagt worden. Zuvor wußten sie gleichsam nicht, was Glauben sei, weil sie ein Innewerden alles dessen, was Sache des Glaubens war, hatten; als sie aber eine besondere Lehre vom Glauben zu machen anfingen, da nahmen sie das, wovon sie ein Innewerden hatten, hervor und brachten es in einen Lehrbegriff und nannten diesen: "Ich habe den Mann erworben, den Jehovah", wie wenn sie etwas Neues dazu erfunden hätten. So wurde zur Wissenschaft, was dem Herzen eingeschrieben war. Jedes Neue nannte man vor Alters mit einem Namen, und was die Namen in sich schlossen, erklärten sie so; z.B. was Jischmael bedeute, daß Jehovah auf ihr Elend hörte: 1. Mose 16/11; was Ruben: Jehovah sah mein Elend: 1. Mose 29/32; was Schimeon: Jehovah hat gehört, daß ich unwert bin: 1. Mose 29/33; was Jehudah: diesmal will ich loben den Jehovah: 1. Mose 29/35; der von Mose erbaute Altar wurde genannt: Jehovah das Panier: 2. Mose 17/15. Hier wurde die Glaubenslehre selbst genannt: ich habe den Mann erworben, den Jehovah, oder: Kain. 341. Vers 2: Und sie fuhr fort zu gebären seinen Bruder Habel; und Habel war ein Hirt der Herde; und Kain war ein Bauer des Bodens. Die andere Geburt der Kirche ist die Liebtätigkeit, die bezeichnet wird durch Habel und Bruder. Ein Hirt der Herde ist, wer das Gute der Liebtätigkeit übt, ein Bauer des Bodens ist, wer ohne Liebtätigkeit ist, wie sehr auch immer aus dem von der Liebe getrennten Glauben, der kein Glaube ist. 342. Daß die andere Geburt der Kirche die Liebtätigkeit sei, kann aus dem erhellen, was die Kirche empfängt und gebiert, und dies ist nichts anderes als der Glaube und die Liebe. Ähnliches wurde bezeichnet durch die ersten Geburten der Leah von Jakob: durch Ruben der Glaube, durch Schimeon der tätige Glaube, durch Levi die Liebtätigkeit: 1. Mose 29/32-34. Daher empfing auch der Stamm Levi das Priestertum und bildete den Hirten der Herde vor. Die Liebtätigkeit wird, weil sie die andere Geburt der Kirche ist, Bruder genannt, und heißt Habel. 343. Daß ein Hirt der Herde sei, wer das Gute der Liebtätigkeit ausübt, kann jedem bekannt sein. Denn dies kommt oft vor im Wort des Alten und Neuen Testaments; wer lehrt und leitet, wird Hirt genannt; die gelehrt und geleitet werden, werden Herde genannt. Wer nicht zum Guten der Liebtätigkeit lehrt, ist kein wahrer Hirt; und wer nicht zum Guten sich leiten läßt und das Gute lernt, ist keine Herde. Daß Hirt und Herde diese Bedeutung haben, ist zwar überflüssig aus dem Wort zu begründen, aber doch möge hier Folgendes stehen: Jes.30/23: "Der Herr wird geben den Regen deines Samens, mit dem du besäest den Boden, und das Brot der Erzeugnisse des Bodens; Er wird weiden dein Vieh an jenem Tag auf weiter Aue": wo das Brot des Erzeugnisses des Bodens die Liebtätigkeit ist. Jes.40/11: "Der Herr Jehovih wird wie ein Hirt Seine Herde weiden, in seinen Arm die Lämmer sammeln und sie in Seinem Schoße tragen, die Schwangeren wird Er sanft leiten". Ps.80/2: "Hirt Israels, o horche, der du wie eine Herde Joseph leitest; der du sitzest auf den Cherubim, strahle hervor". Jerem.6/2,3: "Einer Schönen und Zärtlichen habe Ich verähnlicht die Tochter Zions; zu ihr werden kommen Hirten, und ihre Herden werden ihre Zelte neben ihr aufschlagen ringsumher, sie werden weiden, jeder auf seinem Raum". Hes.36/37,38: "Es sprach der Herr Jehovih, Ich will sie mehren wie eine Menschenherde, wie eine geheiligte Herde, wie eine Herde Jerusalems, in ihren bestimmten Zeiten, so werden die verlassenen Städte voll sein von einer Menschenherde". Jes.60/7: "Alle Herden Arabiens werden sich sammeln zu dir, die Widder Nebajoths dir dienen": Die, welche die Herde zum Guten der Liebtätigkeit leiten, sind es, welche die Herde sammeln; dagegen aber, die nicht zum Guten der Liebtätigkeit, sind es, die sie zerstreuen; denn alle Sammlung und Vereinigung kommt aus Liebtätigkeit, und alle Zerstreuung und Entweihung aus Mangel an Liebtätigkeit. 344. Was anderes bezweckt der Glaube, oder das Wissen, die Erkenntnis, und die Lehre des Glaubens, als daß der Mensch so werde, wie er lehrt. Das erste, was er lehrt, ist Liebtätigkeit: Mark.12/28-33; Matth.22/34-39; diese ist das letzte Ziel, wohin er absieht. Wofern der Mensch nicht so wird, was ist alsdann das Wissen oder die Lehre weiter als ein Nichts? 345. Daß Bauer des Bodens ist, wer ohne Liebtätigkeit ist, wie sehr auch immer aus dem von der Liebe getrennten Glauben, der kein Glaube ist, kann aus dem erhellen, was folgt (1. Mose 4/3-5), daß nämlich Jehovah nicht hinblickte auf seine Gabe, und daß er seinen Bruder tötete, das ist, die durch Habel bezeichnete Liebtätigkeit zerstörte. Von denen, die auf das Leibliche und Irdische sahen, wurde gesagt, sie bauen den Boden, wie aus dem erhellt, was bei 1. Mose 3/19,23, gesagt worden, wo es heißt, daß der Mensch aus dem Garten Eden entlassen worden sei, den Boden zu bauen. 346. Vers 3: Und es geschah am Ende der Tage, und es brachte Kain von der Frucht des Bodens eine Gabe dem Jehovah. Unter dem Ende der Tage wird verstanden der Fortgang der Zeit; unter der Frucht des Bodens Werke des Glaubens ohne Liebtätigkeit; unter der Gabe für Jehovah die Gottesverehrung aus ihnen. 347. Daß unter dem Ende der Tage verstanden wird der Fortgang der Zeit, kann jedem klar sein. Es stellt sich heraus, daß diese Lehre, die Kain genannt wird, in ihrem Anfang, da (ihr) noch Einfalt innewohnte, nicht so mißfällig gewesen war, wie nachher, was daraus erhellt, daß sie das Erzeugte den erworbenen Mann Jehovah nannten. Somit war auch im Anfang der Glaube nicht so von der Liebe getrennt, wie am Ende der Tage oder im Fortgang der Zeit, wie es mit jeder Lehre des wahren Glaubens zu geschehen pflegt. 348. Daß unter der Frucht des Bodens verstanden werden Werke des Glaubens ohne Liebtätigkeit, erhellt ebenfalls aus dem Folgenden, denn Werke des Glaubens ohne Liebtätigkeit sind Werke des Nichtglaubens, an sich tot, denn sie gehören bloß dem äußeren Menschen an. Von ihnen heißt es: Jerem.12/1,2,4: "Warum ist der Weg der Gottlosen glücklich, Du hast sie gepflanzt, auch sind sie gewurzelt, sie sind aufgegangen und bringen auch Frucht, nahe bist Du in ihrem Mund, aber fern von ihren Nieren; wie lange wird trauern das Land, und das Kraut alles Feldes verdorren": nahe ihrem Mund, aber fern von den Nieren (ist Er) bei denen, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, in Beziehung auf welche gesagt wird, daß das Land trauere. Sie werden auch Frucht der Werke genannt: Jerem.17/9,10: "Trugvoll ist das Herz über alles, und verzagt ist es, wer erkennt es? Ich, Jehovah, erforsche das Herz, prüfe die Nieren, und zwar um zu geben einem jeden nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Werke". Micha 7/13: "Es wird das Land zur Wüste werden um seiner Bewohner willen, für die Frucht ihrer Werke". Daß aber eine solche Frucht keine Frucht sei, oder daß sie ein totes Werk sei, und daß zugrunde gehe sowohl die Frucht als die Wurzel, bei Amos 2/9: "Ich habe vertilgt den Amoriter vor ihnen her, dessen Höhe ist wie die Höhe der Zedern, und der stark ist wie die Eichen, doch verdarb Ich seine Frucht oben, und sein Wurzeln unten". Ps.21/11: "Ihre Frucht wirst Du von der Erde vertilgen, und ihren Samen von den Söhnen des Menschen". Dagegen sind die Werke der Liebtätigkeit lebendig, in Beziehung auf welche gesagt wird, daß sie Wurzeln treiben unten, und Frucht geben oben, wie Jes.37/31: "Noch weiter wird das Entkommene des Hauses Jehudah, das Übriggebliebene, Wurzeln schlagen nach unten und Frucht bringen nach oben": Frucht bringen nach oben ist aus der Liebtätigkeit. Eine solche Frucht wird genannt Frucht des Ruhmes: Jes.4/2: "An jenem Tage wird sein der Sproß Jehovahs zur Zierde, und zur Herrlichkeit, und die Frucht des Landes zum Ruhm und Schmuck den Entronnenen Israels". Und sie ist eine Frucht des Heils, wie sie genannt wird bei Jes.45/8: "Träufelt ihr Himmel von oben, und die Ätherlüfte mögen fließen lassen Gerechtigkeit, es tue sich auf die Erde, und sie sollen bringen die Frucht des Heils, und Gerechtigkeit sprosse zumal; Ich, Jehovah, will dies schaffen". 349. Daß unter Opfergabe verstanden wird die Gottesverehrung, kann erhellen aus den Vorbildungen in der jüdischen Kirche, wo Opfer aller Art, dann die Erstlinge des Landes und aller seiner Früchte, wie auch die Darbringung der Erstgeburten, Opfergabe genannt werden, in welchen die Gottesverehrung bestand, und weil alles eine Vorbildung war von Himmlischem, und sich auf den Herrn bezog, wird durch jene Opfergabe die wahre Gottesverehrung bezeichnet, was jedem bekannt sein kann; denn was ist eine Vorbildung ohne die Sache, die sie vorbildet, und was ist das Äußere ohne das Innere, als etwas Abgöttisches und Totes? Das Äußere lebt vom Innern, oder durch das Innere vom Herrn; woraus erhellt, daß alle Opfergaben der vorbildlichen Kirche die Verehrung des Herrn bezeichnen, von denen insbesondere, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß unter den Opfergaben im allgemeinen die Gottesverehrung verstanden werde, kann hin und wieder bei den Propheten erhellen: Mal.3/2-4: "Wer hält aus den Tag Seiner Ankunft, Er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber, und Er wird reinigen die Söhne Levis, und sie läutern, wie das Gold und wie das Silber, und sie werden dem Jehovah eine Opfergabe darbringen in Gerechtigkeit, dann wird dem Jehovah wohlgefällig sein die Gabe Jehudahs und Jerusalems, wie in den Tagen der Ewigkeit, und wie in den alten Jahren": die Opfergabe in Gerechtigkeit ist das Innere, das die Söhne Levis oder die heiligen Verehrer darbringen werden; die Tage der Ewigkeit sind die Älteste Kirche; die alten Jahre sind die Alte Kirche. Hes.20/40: "Auf dem Berge Meiner Heiligkeit, auf dem Berge der Höhe Israels, wird Mich verehren das ganze Haus Israels, jenes ganze Land, dort will Ich ihnen gnädig sein, und dort will Ich fordern eure Hebopfer, und die Erstlinge eurer Opfergaben in allen euren Heiligungen": Hebopfer und Erstlinge der Opfergaben in den Heiligungen sind ebenfalls Werke, die durch Liebtätigkeit vom Herrn geheiligt sind. Zeph.3/10: "Von jenseits der Ströme Äthiopiens werden Meine Anbeter herbringen Meine Opfergabe": Äthiopien steht für diejenigen, die Himmlisches besitzen, welches ist Liebe, Liebtätigkeit und Werke der Liebtätigkeit. 350. Vers 4: Und Habel brachte, auch er, von den Erstgeburten seiner Herde und von ihrem Fett; und Jehovah blickte hin auf Habel und auf seine Gabe. Durch Habel wird hier, wie früher, bezeichnet die Liebtätigkeit; durch die Erstgeburten der Herde das Heilige, das allein des Herrn ist, durch das Fett das Himmlische selbst, das gleichfalls des Herrn ist. "Jehovah blickte hin auf Habel und auf seine Gabe" bedeutet, daß dem Herrn angenehm waren die Äußerungen der Liebtätigkeit und aller Gottesverehrung aus ihr. 351. Daß Habel die Liebtätigkeit bezeichnet, ist früher gezeigt worden. Liebtätigkeit bezeichnet Liebe gegen den Nächsten und die Barmherzigkeit; denn wer den Nächsten wie sich selbst liebt, erbarmt sich auch desselben, wenn er leidet, wie seiner selbst. 352. Daß durch die Erstgeburten der Herde bezeichnet werde, was allein Sache des Herrn ist, kann erhellen aus den Erstgeburten in der vorbildlichen Kirche, die alle heilig waren, weil sie sich bezogen auf den Herrn, Der allein der Erstgeborene ist; die Liebe und der Glaube aus ihr ist der Erstgeborene, alle Liebe ist Sache des Herrn, und nichts von Liebe ist Sache des Menschen, weshalb der Herr allein der Erstgeborene ist. Dies wurde in der Alten Kirche dadurch vorgebildet, daß die Erstgeburt des Menschen und des Tieres dem Jehovah heilig sein sollten: 2. Mose 13/2,12,15. Und daß der Stamm des Levi, der im inneren Sinn die Liebe bedeutet, und geboren wurde nach Ruben und Schimeon, die im inneren Sinn den Glauben bedeuten, anstatt aller Erstgeborenen angenommen und zum Priestertume geworden sei: 4. Mose 3/40-46; 8/14-20. Vom Herrn, daß Er der Erstgeborene aller sei in Ansehung Seines menschlichen Wesens, heißt es so bei Ps.89/27,28: "Er wird Mich nennen: Mein Vater (bist) Du, Mein Gott, und der Fels Meines Heils, auch will Ich Ihn zum Erstgeborenen geben, zum Höchsten den Königen der Erde". Joh.Offenb.1/5: "Jesus Christus, der Erstgeborene aus den Toten, und der Fürst der Könige der Erden." Man merke, daß das Erstgeborene der Gottesverehrung den Herrn bedeutet; das Erstgeborene der Kirche aber den Glauben bezeichnet. 353. Durch das Fett wird das Himmlische selbst bezeichnet, das gleichfalls Sache des Herrn ist; himmlisch ist alles, was der Liebe eigen ist, auch der Glaube ist himmlisch, wenn er aus der Liebe kommt; die Liebtätigkeit ist himmlisch, alles Gute der Liebtätigkeit ist himmlisch; dieses alles wurde vorgebildet durch die Fettigkeiten an den Opfern; und zwar mit Unterscheidung durch die Fettigkeit über der Leber oder das Netz; durch die Fettigkeit über den Nieren; durch die Fettigkeit, welche die Eingeweide bedeckt; und (durch) die über den Eingeweiden; diese waren heilig und wurden verbrannt auf dem Altare, 2. Mose 29/13,22; 3. Mose 3/3,4,14; 3. Mose 4/8,9,19,26,31,35; 8/16,25. Daher werden sie genannt Brote der Feuerung zur Ruhe für Jehovah: 3. Mose 3/14,16; und darum war es dem jüdischen Volk verboten, irgend etwas Fettes von Tieren zu essen, was genannt wird eine Satzung der Ewigkeit in die Geschlechter fort: 3. Mose 3/17; 7/23,25; und dies aus dem Grund, weil jene Kirche von der Art war, daß sie das Innere nicht anerkannte und noch weniger das Himmlische. Daß das Fett Himmlisches und Gutes der Liebtätigkeit bedeute, erhellt bei den Propheten, wie bei Jes.55/2: "Warum wäget ihr Silber dar für das, was nicht Brot, und eure Arbeit für das, was nicht zur Sättigung ist? Höret aufmerkend auf Mich und esset Gutes, daß sich labe am Fett eure Seele". Jerem.31/14: "Ich will füllen die Seele der Priester mit Fett, und Mein Volk, sie werden mit Meinem Guten gesättigt werden": daß nicht Fett gemeint wird, sondern das himmlisch-geistig Gute, ist offenbar. Ps.36/9,10: "Sie werden erfüllt mit dem Fett Deines Hauses, und mit dem Strom Deiner Wonnen tränkst Du sie, weil bei Dir ist der Quell der Leben, in Seinem Lichte sehen wir Licht": wo Fett und Quell des Lebens für das Himmlische steht, das der Liebe angehört; Strom der Wonnen und Licht für das Geistige, das dem Glauben aus derselben angehört. Ps.63/6: "Mit Fett und Fettigkeit wird gesättigt werden meine Seele, und mit den Lippen der Lieder wird loben mein Mund": wo das Fette ebenfalls für das Himmlische, die Lippen der Lieder für das Geistige stehen; daß es das Himmlische sei, ist klar, weil die Seele gesättigt werden soll; die Erstlinge, selbst welche Erstgeburten des Landes waren, werden daher Fettigkeit genannt 4. Mose 18/12. Weil es des Himmlischen unzählige Gattungen und noch unzähligere Arten gibt, so werden sie in dem Liede, das Moses dem Volke vortrug, im allgemeinen also beschrieben, 5. Mose 32/14: "Butter von dem Rinde, und des Kleinviehs Milch, mit dem Fett der Lämmer und Widder, der Söhne Baschans und der Böcke, mit dem Nierenfett des Weizens, und der Weinbeere Blut, den Wein, trankst du": Was die Bedeutung hiervon sei; kann man durchaus nur aus dem inneren Sinn wissen. Ohne den inneren Sinn kann niemand wissen, was die Butter des Rindes, was die Milch der Herde, was das Fett der Lämmer, was das Fett der Widder und der Böcke, was der Söhne Baschans, was das Fett der Nieren des Weizens, was das Blut der Traube ist; ohne den inneren Sinn wären es Wörter und weiter nichts; während doch alles und jedes Gattungen und Arten des Himmlischen bezeichnet. 354. Daß (die Worte) "Jehovah blickte hin auf Habel und auf seine Gabe" bedeuten, dem Herrn seien wohlgefällig gewesen (die Äußerungen) der Liebtätigkeit und alle Gottesverehrung aus ihr, ist früher erklärt worden, und zwar sowohl (die Bedeutung) von Habel, als die von Gabe. 355. Vers 5: Und auf Kain und seine Gabe blickte Er nicht hin; und der Zorn entbrannte dem Kain sehr, und es senkte sich sein Angesicht. Durch Kain wird, wie schon bemerkt worden, bezeichnet der von der Liebe getrennte Glaube oder die Lehre, daß der Glaube getrennt werden könne. Durch seine Gabe, auf die Er nicht hinblickte, wird wie früher bezeichnet, daß seine Gottesverehrung nicht wohlgefällig war. Durch den Zorn, der dem Kain entbrannte, und durch das Angesicht, das sich senkte, wird bezeichnet, daß das Innere sich verändert habe: durch den Zorn, daß die Liebtätigkeit zurückgewichen sei, und durch das Angesicht das Innere, von dem gesagt wird, es senkte sich, wenn es sich verändert. 356. Daß durch Kain bezeichnet werde der von der Liebe getrennte Glaube, oder jene Lehre, daß der Glaube getrennt werden könne; dann, daß die Gabe, die Er nicht anblickte, bedeute, daß seine Gottesverehrung nicht wohlgefällig war, ist schon oben gezeigt worden. 357. Daß durch den Zorn, der dem Kain entbrannte, bezeichnet werde, daß die Liebtätigkeit zurückgetreten sei, kann erhellen aus dem, was folgt, daß er nämlich ermordet habe den Bruder Habel, durch den die Liebtätigkeit bezeichnet wird. Der Zorn ist eine allgemeine Regung, die bei allem, was der Eigenliebe und ihren Begierden entgegen ist, entsteht; in der Welt der bösen Geister wird dies deutlich wahrgenommen, denn es ist dort ein allgemeiner Zorn gegen den Herrn, weil sie in keiner Liebtätigkeit, sondern in Haß sind. Alles, was nicht der Selbst- und Weltliebe günstig ist, das erregt einen Gegensatz, der sich durch Zorn äußert; dem Jehovah wird im Wort oft Zorn, Grimm, ja Wut beigelegt; aber dergleichen ist bei den Menschen, und wird Jehovah zugeschrieen, weil es so erscheint; und zwar aus dem schon früher angegebenen Grunde; so bei Ps.78/49,50: "Er ließ gegen sie aus den Zorn Seiner Nase, und Grimm, und Wut, und Not, und Sendung böser Engel; Er ebnete eine Bahn dem Zorn, hielt nicht zurück vom Tode ihre Seele": nicht daß Jehovah gegen irgend jemanden Zorn ausließe, sondern sie gegen sich selbst; auch nicht böse Engel, wie es heißt, sondern der Mensch zieht sie herbei, weshalb hinzugesetzt wird, daß Er eine Bahn ebne dem Zorn, und nicht vom Tode zurückhalte ihre Seele; daher es bei Jes.45/24 heißt: "Zu Jehovah wird kommen und werden zuschanden werden alle, die gegen Ihn entbrannten". Hieraus erhellt, daß der Zorn Böses, oder was dasselbe ist, das Zurücktreten von der Liebtätigkeit bezeichnet. 358. Daß durch das Sinken des Angesichtes bezeichnet wird, daß das Innere sich verändere, erhellt auch aus der Bedeutung des Angesichtes und aus der Bedeutung des Sinkens. Das Angesicht bezeichnete bei den Alten das Innere, weil durch das Angesicht das Innere hervorleuchtet. Sie waren auch in den ältesten Zeiten von der Art, daß das Angesicht ganz mit dem Inneren übereinstimmte, so daß jeder aus dem Angesicht sehen konnte, welche Gesinnung oder das Gemüt eines (anderen) sei. Man hielt es für etwas ganz Arges, etwas anderes mit dem Angesicht zu zeigen, und etwas anderes zu denken; Verstellung und Betrug galt damals als abscheulich; daher durch Angesicht das Innere bezeichnet wurde. Wenn Liebtätigkeit aus dem Angesichte hervorleuchtete, dann hieß es, das Angesicht erhebe sich; wenn aber das Gegenteil, dann hieß es, das Angesicht senke sich. Weshalb auch vom Herrn gesagt wird, daß Er das Angesicht erhebe über den Menschen, wie in dem Segen, 4. Mose 6/26 und Ps.4/7, wodurch bezeichnet wird, daß der Herr dem Menschen Liebtätigkeit gebe; was das Sinken des Angesicht sei, erhellt Jerem.3/12: "Ich will nicht fallen lassen Mein Angesicht gegen euch, weil Ich barmherzig bin, ist der Spruch Jehovahs": Das Angesicht Jehovah ist Barmherzigkeit; wenn Er das Angesicht über einen erhebt, so heißt dies, daß Er aus Barmherzigkeit ihm Liebtätigkeit gebe; das Gegenteil findet statt, wenn Er das Angesicht sich senken läßt, das ist, wenn dem Menschen das Angesicht sinkt. 359. Vers 6: Und Jehovah sprach zu Kain: Warum ist dir der Zorn entbrannt, und warum senkt sich dein Angesicht? "Jehovah sprach zu Kain" heißt, das Gewissen habe gesprochen. Daß der Zorn entbrannte, und daß das Angesicht sich gesenkt habe, bedeutet wie früher, daß die Liebtätigkeit zurückgetreten sei und das Innere sich verändert habe. 360. Daß "Jehovah sprach zu Kain" heiße, das Gewissen habe gesprochen, bedarf keines Beweises; ähnliches ist schon oben erklärt worden. 361. Vers 7: Ist es nicht also, wenn du Gutes tust, so ist Erhebung, und wenn du nicht Gutes tust, so liegt die Sünde vor der Tür; und nach dir (ist) sein Verlangen, und du herrschest über dasselbe. "Wenn du Gutes tust, ist Erhebung" bedeutet, wenn du wohl willst, so ist Liebtätigkeit bei dir; "wenn du nicht Gutes tust, ist vor der Tür die Sünde lagernd" bedeutet, wenn du nicht wohl willst, so ist keine Liebtätigkeit, sondern Böses da; "nach dir ist sein Verlangen und du herrschest über dasselbe" heißt, die Liebtätigkeit will bei dir sein, aber sie kann nicht, weil du über sie herrschen willst. 362. Es wird hier beschrieben die Glaubenslehre, die Kain heißt. Weil diese den Glauben getrennt hat von der Liebe, so hat sie ihn auch getrennt von der Liebtätigkeit, die eine Frucht der Liebe ist. Überall wo eine Kirche ist, da entstehen auch Ketzereien, und dies darum, weil, sobald man bei einem Glaubensartikel stehenbleibt, dieser zur Hauptsache gemacht wird; denn so ist das Denken des Menschen, daß er, indem er sein Augenmerk auf irgendeine Sache richtet, diese der anderen vorzieht, hauptsächlich wenn die Phantasie jene als eigene Erfindung anspricht, und wenn die Selbst- und Weltliebe dabei einflüstern; dann stimmt gleichsam alles bei, und bekräftigt es, so daß man beinahe schwört, es sei so, während es doch falsch ist. Wie denn die, welche Kain genannt wurden, den Glauben zum Wesentlichen in Vorzug von der Liebe machten; und weil sie so ohne Liebe lebten, wirkte sowohl die Selbstliebe, als die aus ihr kommende Einbildung darauf ein. 363. Von welcher Art die Glaubenslehre war, die Kain hieß, erhellt aus ihrer Beschreibung in diesem Verse; aus dem, was folgt in diesem Vers, (erhellt), daß die Liebtätigkeit hätte können dem Glauben beigefügt sein, jedoch so, daß die Liebtätigkeit herrschte, nicht der Glaube, weshalb zuerst gesagt wird: "wenn du Gutes tust, so ist Erhebung", wodurch bezeichnet wird: wenn du wohl willst, so könnte Liebtätigkeit da sein. Wohltun bedeutet im inneren Sinne wohlwollen, denn das Tun des Guten fließt aus dem Wollen des Guten. Vor Alters machte die Handlung und der Wille eins aus; aus der Handlung ersah man den Willen, weil es nichts Erheucheltes gab. Daß Erhebung die Gegenwart der Liebtätigkeit bedeute, ergibt sich aus dem, was schon früher von den Angesichten gesagt worden, daß nämlich die Angesichte erheben soviel sei als Liebtätigkeit haben; und daß das Senken der Angesichte das Gegenteil bedeute. 364. Das andere war: "wenn du nicht Gutes tust, so lagert sich die Sünde vor der Türe", wodurch bezeichnet wird, wenn du nicht wohlwillst, so ist keine Liebtätigkeit da, sondern Böses. Daß die Sünde, wenn sie vor der Türe lagert, das Böse sei, das zugegen ist, und eindringen will, kann jedem klar sein, denn wenn keine Liebtätigkeit da ist, so ist Unbarmherzigkeit und Haß, somit alles Böse da. Die Sünde wird überhaupt für den Teufel genommen, der oder dessen Rotte zugegen ist, wenn der Mensch ohne Liebtätigkeit ist. Das einzige, was den Teufel und seine Rotte von der Türe wegtreibt, ist die Liebe zum Herrn und zum Nächsten. 365. Das dritte ist: "zu dir sein Verlangen und du herrschest über dasselbe", wodurch bezeichnet wird, daß die Liebtätigkeit bei dem Glauben sein will, aber nicht kann, weil der Glaube über sie herrschen will, was gegen die Ordnung ist. Solange der Glaube herrschen will, ist er kein Glaube, aber wenn die Liebtätigkeit herrscht, dann ist er Glaube, denn die Hauptsache des Glaubens ist Liebtätigkeit, wie früher gezeigt worden ist. Die Liebtätigkeit kann verglichen werden mit einer Flamme, die das Wesentliche der Wärme und des Lichtes ist, denn von ihr kommt Wärme und Licht. Der getrennte Glaube kann verglichen werden dem Licht, das, wenn es ohne die Wärme einer Flamme ist, zwar Licht ist, aber das Licht des Winters, bei dem alles erstarrt und erstirbt. 366. Vers 8: Und Kain sprach zu Habel, seinem Bruder; und es geschah, als sie auf waren dem Felde, da stand Kain auf gegen Habel, seinen Bruder, und tötete ihn. Daß Kain zu Habel sprach, bedeutet einen Zeitverlauf; durch Kain wird, wie schon bemerkt worden, bezeichnet der von der Liebe getrennte Glaube; durch Habel die Liebtätigkeit, die der Bruder des Glaubens ist, daher er hier zweimal Bruder genannt wird. Feld bedeutet alles, was zur Lehre gehört. Daß Kain aufstand gegen Habel, seinen Bruder und ihn tötete, bedeutet, daß der getrennt Glaube die Liebtätigkeit ausgelöscht habe. 367. Dies bedarf keiner Begründung durch ähnliches im Worte, nur daß die Liebtätigkeit der Bruder des Glaubens ist; und daß das Feld bedeutet, alles was zur Lehre gehört. Daß die Liebtätigkeit der Bruder des Glaubens ist, kann jeder annehmen aus der Natur oder dem Wesen des Glaubens; ihre Brüderschaft ist auch vorgebildet worden durch Esau und Jakob, daher auch der Streit um die Erstgeburt und somit um die Herrschaft. Auch ist sie vorgebildet durch Perez und Serach, die Söhne der Thamar von Judah: 1. Mose 38/28-30; wo es sich gleichfalls um die Erstgeburt handelt; vorgebildet war sie auch durch Ephraim und Menasse: 1. Mose 48/13,14; wo es sich gleichfalls um die Erstgeburt und die Herrschaft infolgedessen handelt. So auch durch andere. Denn beide, nämlich Glaube und Liebtätigkeit, sind Sprößlinge der Kirche; der Glaube wird Mann genannt, wie Kain: 1. Mose 4/1, und die Liebtätigkeit Bruder: wie Jes.19/2; Jerem.13/14 und sonst. Die Vereinigung des Glaubens und der Liebtätigkeit wird genannt Bund der Brüder: Amos 1/9. Etwas Ähnliches wie durch Kain und Habel war vorgebildet durch Jakob und Esau, wie schon bemerkt worden. Daß Jakob ebenso den Esau untertreten wollte, erhellt auch bei Hos.12/3,4: "Um heimzusuchen über Jakob seine Wege, Er wird nach seinen Werken ihm vergelten, im Mutterleib untertrat er seinen Bruder". Daß dagegen Esau oder die durch Esau vorgebildete Liebtätigkeit dennoch herrschen sollte, erhellt aus der prophetischen Weissagung, durch den Vater Jischak, 1. Mose 27/40: "Auf deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen, und es wird geschehen, wenn du herrschest, so wirst du abschütteln sein Joch von deinem Halse"; oder, was dasselbe ist, die Kirche aus den Heiden oder die neue (war vorgebildet) durch Esau, und die jüdische Kirche durch Jakob; daher wurde so oft gesagt, sie sollten die Heiden als Brüder anerkennen; Brüder wurden auch alle von der Liebtätigkeit her genannt in der Kirche aus den Heiden oder in der (christlichen) Urkirche; Brüder wurden ferner auch vom Herrn genannt, die das Wort hören und es tun: Luk.8/21; die es hören, sind die, welche Glauben haben; die es tun, sind die, welche Liebtätigkeit haben. Die es aber hören oder sagen, sie haben Glauben, und es nicht tun oder keine Liebtätigkeit haben, sind nicht Brüder, denn sie stellt Er den Toren gleich: Matth.7/24,26. 368. Daß das Feld die Lehre bedeute, somit alles, was zur Lehre vom Glauben und der Liebtätigkeit gehört, erhellt aus dem Wort, bei Jerem.17/3: "Mein Berg auf dem Felde, dein Vermögen, alle deine Schätze will Ich zur Beute geben": wo das Feld für die Lehre steht, das Vermögen und die Schätze für die geistigen Reichtümer des Glaubens, oder das, was zur Glaubenslehre gehört. Jerem.18/4: "Wird verlassen vom Fels Meines Feldes weg, der Schnee Libanons"; von Zion wird gesagt, daß er werde wie ein Feld gepflügt werden, wenn keine Glaubenslehre mehr ist: Jerem. 26/18 und Micha 3/12. Hes.17/5: "Er nahm vom Samen des Landes und legte ihn in das Saatfeld": wo von der Kirche und ihrem Glauben gehandelt wird, denn die Lehre wird Feld genannt vom Samen. Hes.17/24: "Und es sollen erkennen alle Bäume des Feldes, daß Ich Jehovah erniedrige den hohen Baum". Joel 1/10-12: "Verwüstet ist das Feld, es hat getrauert der Boden, denn verwüstet ist das Getreide, vertrocknet der Most, geschwächt das Öl, zuschanden sind geworden die Ackerleute, zugrunde gegangen ist die Ernte des Feldes, alle Bäume des Feldes sind verdorrt": wo das Feld für die Lehre steht, die Bäume für die Erkenntnisse, die Ackerleute für die Verehrer (cultores). Ps.96/12: "Es wird frohlocken das Feld, und alles was in ihm ist; dann werden singen alle Bäume des Waldes": hier kann das Feld nicht frohlocken, noch die Bäume des Waldes singen, sondern was beim Menschen ist, und dies sind die Erkenntnisse des Glaubens. Jerem.12/4: "Wie lange wird trauern das Land, und das Kraut des ganzen Feldes verdorren": auch hier gilt, daß weder das Land, noch das Kraut des Feldes trauern kann, sondern was beim Menschen und verwüstet ist. Jes.55/12: "Die Berge und die Hügel werden ausbrechen vor euch in Jubel, und alle Bäume des Feldes werden in die Hände klatschen". Auch der Herr, wo Er von der Vollendung des Zeitlaufes weissagt, nennt gleichfalls die Glaubenslehre ein Feld: Matth.24/40; Luk.17/36: "Zwei werden auf dem Felde sein, einer wird angenommen, der andere verlassen werden": wo unter Feld verstanden wird die Glaubenslehre, sowohl die falsche als auch die wahre. Weil das Feld die Lehre ist, so wird auch jeder, der einen Samen des Glaubens aufnimmt, ein Feld genannt, sowohl der Mensch, als auch die Kirche und die Welt. 369. Hieraus folgt nun, was es bedeutet, daß, als sie auf dem Felde waren, Kain aufgestanden sei gegen Habel, seinen Bruder, und ihn getötet habe, nämlich daß, da beide, sowohl der Glaube als die Liebtätigkeit, aus der Glaubenslehre waren, der von der Liebe getrennte Glaube nicht anders konnte, als die Liebtätigkeit zu nichts machen und sie so auslöschen. Wie auch heutzutage die zu tun pflegen, die im Munde führen, daß der Glaube allein selig mache, wenn sie auch kein Werk der Liebtätigkeit tun; so machen sie schon in der Voraussetzung die Liebtätigkeit zunichte, da sie doch wissen, und mit dem Munde bekennen, daß der Glaube nicht selig machend ist, wenn er nicht Liebe ist. 370. Vers 9: Und Jehovah sprach zu Kain: Wo ist Habel, dein Bruder? und er sprach: Ich weiß nicht, bin ich der Hüter meines Bruders? Daß "Jehovah sprach zu Kain" bedeutet,ein gewisses Gefühl (perceptivum) von innen heraus, das wegen der Liebtätigkeit oder des Bruders Habel Einsprache tat (dictavit); daß "er sprach: Ich weiß nicht, bin ich der Hüter meines Bruders", bedeutet, daß er die Liebtätigkeit, der er nicht dienstbar sein wollte, zu nichts machte, daß er somit alles, was zur Liebtätigkeit gehörte, gänzlich verwarf; von der Art ist ihre Lehre geworden. 371. Die Uralten bezeichneten durch den sprechenden Jehovah das Innewerden (perceptio), denn sie wußten, daß der Herr ihnen ein Innewerden (percipere) gab. Dieses Innewerden konnte nicht länger bleiben, als solange die Liebe die Hauptsache war; sobald die Liebe zum Herrn und so zum Nächsten aufhörte, ging das Innewerden verloren; und so viel Liebe übrigblieb, so viel Innewerden. Dieses innere Gefühl (hoc perceptivum) war der Ältesten Kirche eigen; nachdem aber der Glaube von der Liebe getrennt worden war, wie bei denen nach der Sündflut, und Liebtätigkeit durch den Glauben gegeben wurde, folgte das Gewissen, das ebenfalls einredet, aber auf andere Weise, worüber vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Wenn das Gewissen einredet, wird ebenso gesagt, nämlich daß Jehovah spreche im Wort; weil das Gewissen sich bildet aus den Offenbarungen und Erkenntnissen aus dem Wort, und wenn das Wort spricht oder einredet, der Herr es ist, Der spricht: darum ist auch jetzt noch nichts gewöhnlicher zu sagen, als daß der Herr spreche, wenn es sich von einer Gewissens- oder Glaubenssache handelt. 372. Hüter sein, bedeutet dienen, wie die Hüter des Tores und die Hüter der Schwelle in der jüdischen Kirche. Der Glaube heißt der Hüter der Liebtätigkeit darum, weil er dienen soll; aber den Grundsätzen jener Lehre gemäß war, daß der Glaube herrschen sollte, wie 1. Mose 4/7 gesagt worden. 373. Vers 10: Und Er sprach: Was hast du getan? Die Stimme der Blutstropfen deines Bruders, welche schreien zu Mir aus dem Boden. Die Stimme der Blutstropfen des Bruders bedeutet, die der Liebtätigkeit angetane Gewalt; daß die Blutstropfen schreien bedeutet, die Schuld; der Boden die Spaltung oder Ketzerei. 374. Daß "die Stimme der Blutstropfen" die der Liebtätigkeit angetane Gewalt bedeute, erhellt aus mehrerem im Worte, in welchem Stimme genommen wird für alles was anklagt, und Blut für jede Sünde, hauptsächlich für den Haß; denn wer den Bruder haßt, der tötet ihn im Herzen, wie der Herr lehrt: Matth.5/21,22: "Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist, du sollst nicht töten, wer aber tötet, soll dem Gericht verfallen sein; Ich aber sage euch, daß wer seinem Bruder ohne Grund zürnet, dem Gericht verfallen sein soll, wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka (Schwachkopf), soll dem hohen Rat verfallen sein; wer aber sagt, du Narr, soll der Feuerhölle verfallen sein": worunter die Grade des Hasses verstanden werden; der Haß ist der Liebtätigkeit entgegengesetzt und tötet, wo nicht mit der Hand, doch mit der Gesinnung, und auf alle mögliche Weise; es sind nur äußere Bande, die daran hindern, daß es nicht mit der Hand geschieht, daher ist jeder Haß Blut, wie bei Jerem.2/33,34: "Was machst du gut deinen Weg, um Liebe zu suchen, auch an deinen Fittichen ist gefunden worden Blut der Seelen von unschuldigen Dürftigen". Und weil der Haß Blut ist, so ist jedes Unrecht Blut, denn die Quelle aller Ungerechtigkeiten ist der Haß, wie bei Hos.4/2,3: "Falsch schwören, und lügen, und töten, und stehlen, und ehebrechen; sie rauben und Blutschulden reichten an Blutschulden, darum wird trauern das Land, und verschmachten jeder, der in ihm wohnt". Hes.22/2-4,6,9: "Wirst Du richten die Stadt der Blutschulden, so tue ihr auch alle ihre Greuel kund, Stadt, welche Blut vergießt in ihrer Mitte; durch dein Blut, das du vergossen, bist du schuldig geworden": wo die Rede ist von der Unbarmherzigkeit. Hes.7/23: "Das Land ist voll vom Gericht der Blutschulden, und die Stadt ist voll von Gewalttat". Jerem.Klagel.4/13,14: "Wegen der Sünden der Propheten Jerusalems, der Ungerechtigkeiten ihrer Priester, welche vergießen in ihrer Mitte das Blut der Gerechten, streifen sie blind auf den Gassen umher, sind befleckt mit Blut". Jes.4/4: "Wenn abwaschen wird der Herr den Schmutz der Töchter Zions, und die Blutschulden Jerusalems weggefegt haben aus ihrer Mitte, durch den Geist des Gerichts und durch den Geist der Verbrennung". Jes.59/3: "Eure Hände sind befleckt mit Blut, und eure Finger mit Unrecht". Hes.16/6,22: "Ich ging an dir vorüber, und sah dich zertreten in deinen Blutungen, und sprach zu dir: in deinen Blutschulden lebe": wo von den Greueln Jerusalems, welche Blutschulden genannt werden, die Rede ist. Die Unbarmherzigkeit und der Haß der letzten Zeiten wird auch durch Blut beschrieben in der Joh.Offenb.16/3,4. Es heißt Blute in der Mehrzahl, weil alles Unrechte und Greuelhafte aus dem Haß entspringt, wie alles Gute und Heilige aus der Liebe; wer daher den Nächsten haßt, der würde ihn töten, wenn er könnte, und tötet ihn auch auf jede mögliche Weise, und dies heißt, ihm Gewalt antun, die hier in der Stimme des Blutstropfen eigentlich bezeichnet wird. 375. "Schreiende Stimme" und "Stimme des Geschreis" ist ein im Wort gebräuchlicher Ausdruck und wird angewandt auf jede Sache bei der Geräusch, Unruhe, Unglück, oder auch Glück ist: 2. Mose 32/17,18; Zeph.1/9,10; Jes.65/19; Jerem.48/3; hier bedeutet sie Anklage. 376. Daß das Schreien der Blutstropfen Schuld bedeute, folgt nun hieraus, denn, die sich der Gewalttätigkeit bedienen, haben Schuld, wie bei Ps.34/22: "Das Böse wird den Gottlosen töten, und die Hasser des Gerechten werden Schuld haben". Hes.22/4: "Stadt, durch das Blut das du vergossen hast, bist du schuldig geworden". 377. Daß der Boden hier eine Spaltung oder Ketzerei bedeute ergibt sich daraus, daß das Feld die Lehre bedeutet, daher der Boden, in dem das Feld ist, eine Spaltung ist. Der Mensch selbst ist ein Boden, wie auch ein Feld, weil ihm eine Lehre eingepflanzt wird, denn der Mensch ist von dem, was ihm eingepflanzt ist: ein guter und wahrer vom Guten und Wahren, ein böser und falscher vom Bösen und Falschen; wer in einer Lehre ist, wird von ihr benannt; wer in einer Spaltung oder Ketzerei ist, wird von ihr benannt; so steht denn hier Boden für eine Spaltung oder Ketzerei, die im Menschen ist. 378. Vers 11: Und nun, verflucht (bist) du von dem Boden, der aufgetan hat seinen Mund, zu empfangen die Blutstropfen deines Bruders aus deiner Hand. "Verflucht bist du von dem Boden" bedeutet, daß er abgewandt worden sei infolge der Spaltung; "der aufgetan hat seinen Mund" bedeutet, welche er gelehrt hat; "zu empfangen die Blutstropfen deines Bruders aus deiner Hand" heißt, daß er Gewalt angetan habe der Liebtätigkeit, die er auslöschte. 379. Daß dies bezeichnet werde, erhellt aus dem Vorhergehenden; und daß der Verfluchte das Abgewandte bedeute, ist auch früher gezeigt worden: Nr. 245; denn Missetaten und Greuel oder Haß sind es, die den Menschen abwenden, so daß er bloß niederwärts blickt oder zum Fleischlichen und Irdischen und so zu dem, was der Hölle eigen ist. Dies geschieht, wenn die Liebtätigkeit in Verbannung geschickt und ausgelöscht wird, denn alsdann wird das Band zwischen dem Herrn und dem Menschen zerrissen. Die Liebtätigkeit oder die Liebe und Barmherzigkeit allein sind es, die verbinden. Der Glaube niemals ohne die Liebtätigkeit, denn er ist kein Glaube; er ist ein bloßes Wissen, das auch die teuflische Rotte haben kann, und durch das sie die Frommen listig täuschen und sich in Engel des Lichts verstellen können, wie zuweilen die schlimmsten Prediger auch mit dem Eifer scheinbarer Frömmigkeit zu tun pflegen, obwohl nichts weniger bei ihnen ist als das, was sie im Munde führen. Kann jemand von so schwacher Urteilskraft sein, daß er glaubt, der bloße Glaube des Gedächtnisses könne anregen oder ein bloßes Denken aus demselben, da doch jeder aus eigener Erfahrung weiß, daß niemand auf eines anderen Worte und Zustimmung Wert legt, von welcher Art sie auch sein mögen, wenn sie nicht aus dem Willen oder der Absicht kommen. Es ist der Wille und die Absicht, die gefällig machen und den einen dem anderen verbinden. Das Wollen ist der Mensch selbst, nicht das Denken und Reden dessen, was er nicht will. Von dem Wollen hat er Natur und Charakter, weil jenes anregt. Wenn er aber an Gutes denkt, dann ist das Wesen des Glaubens, d.h. die Liebtätigkeit im Denken, weil das Wollen des Guten darin ist. Sagt er hingegen, er denke Gutes und lebt böse, so kann er durchaus nichts anderes wollen, als das Böse, daher kein Glaube da ist. 380. Vers 12: Wenn du den Boden bauen wirst, wird er nicht fortfahren dir seine Kraft zu geben, unstet und flüchtig wirst du sein auf Erden. "Den Boden bauen" bedeutet, diese Spaltung oder diese Ketzerei ausbilden; "nicht fortfahren dir seine Kraft zu geben" bedeutet, daß sie unfruchtbar sei; "unstet und flüchtig sein auf Erden" heißt, nicht wissen, was wahr und gut ist. 381. Daß "den Boden bauen" heiße, diese Spaltung oder diese Ketzerei ausbilden, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, von der kurz vorher. Daß: "dieser wird nicht fortfahren seine Kraft zu geben" heiße, jene sei unfruchtbar, erhellt hieraus und aus den Worten selbst, dann auch daraus, daß die, welche sich zu einem Glauben ohne Liebtätigkeit bekennen, sich zu keinem Glauben bekennen, wie schon bemerkt worden ist. 382. Daß unstet (vagus) und flüchtig sein auf Erden bedeute, nicht wissen was wahr und gut ist, erhellt aus der Bedeutung von unstet umherirren (vagari) und fliehen im Wort, wie Jerem.Klagel.4/13,14: "Die Propheten und Priester irren (vagantur) auf den Gassen blind umher, sind befleckt mit Blut; das, was sie nicht können, berühren sie mit ihren Kleidern": wo die Propheten für die stehen, die lehren, die Priester für die, welche danach leben; blind auf den Gassen umherirren heißt, nicht wissen was gut und wahr ist. Amos 4/7,8: " Ein Teil Ackers empfing Regen, und ein Teil Ackers, über den es nicht regnete, verdorrt; daher werden zwei oder drei Städte zu einer Stadt hinirren, um Wasser zu trinken, und werden nicht gesättigt werden": wo der Teil Ackers, auf den Regen kam, die Lehre des Glaubens aus der Liebtätigkeit; der Teil oder das Stück Ackers, auf den es nicht regnete, die Lehre des Glaubens ohne Liebtätigkeit ist; hinirren, um Wasser zu trinken, heißt gleichfalls suchen, was wahr ist. Hos.9/16,17: "Geschlagen ist Ephraim, ihre Wurzel ist verdorrt, Frucht werden sie nicht bringen, Er wird sie verwerfen, mein Gott, weil sie nicht auf Ihn gehört haben, und sie werden unstet sein unter den Heiden": Ephraim steht hier für die Einsicht des Wahren oder den Glauben, weil er der Erstgeborene Josephs; die Wurzel, welche verdorrte, für die Liebtätigkeit, die nicht Frucht bringen kann; unstet unter den Heiden heißt, sie wissen nicht was wahr und gut ist. Jerem.49/28,30: "Ziehet hinauf gegen Arabien und verwüstet die Söhne des Morgenlands; fliehet, irret allenthalben unstet umher; in die Tiefe haben sie sich hinabgelassen, um (dort) zu wohnen die Bewohner Chazors": Arabien und die des Morgenlands für den Besitz himmlischer Reichtümer oder der Dinge, die der Liebe angehören, von denen, sofern sie verwüstet sind, auch gesagt wird, fliehen und unstet umherirren oder unstet und flüchtig sein, wenn sie nichts Gutes tun; und von den Bewohnern Chazors oder denen, die geistige Reichtümer besitzen, die dem Glauben angehören, wird gesagt, sie lassen sich in die Tiefe hinab oder gehen unter. Jes.22/3: "Alle deine Vornehmsten irren zumal unstet umher, sind vor dem Bogen gefesselt, sind ferne geflohen": wo gehandelt wird von dem Tale des Gesichtes, oder von der Einbildung in betreff des Glaubens, daß er möglich sei ohne Liebtätigkeit; daher denn, daß er unstet und flüchtig sei, oder daß nichts Wahres und Gutes wisse, wer einen anderen Glauben als den aus der Liebtätigkeit bekennt, wie im folgenden 14. Vers gesagt wird. 383. Vers 13: Und Kain sprach zu Jehovah, größer ist meine Missetat, denn daß sie weggenommen werden möge. Daß Kain zu Jehovah sprach, bedeutet ein gewisses Bekenntnis, daß er im Bösen sei, aus einem gewissen inneren Schmerz; "größer ist die Missetat, denn daß sie weggenommen werden möge" bedeutet, die Verzweiflung infolgedessen. 384. Hieraus ergibt sich, daß in Kain immer noch etwas Gutes geblieben ist; daß aber alles Gute der Liebtätigkeit nachher verloren ging, zeigt sich an Lamech, von dem 1. Mose 4/23,24. 385. Vers 14: Siehe, Du hast mich heute verstoßen von den Angesichten des Bodens, und vor Deinem Angesichte werde ich mich verbergen, und werde unstet und flüchtig sein auf Erden; und es wird geschehen, daß jeder, der mich findet, mich tötet. "Verstoßen werden von den Angesichten des Bodens" bedeutet, geschieden werden von allem Wahren der Kirche; "vor Deinem Angesicht verborgen werden" bedeutet, geschieden werden von allem Guten des Glaubens der Liebe; "unstet und flüchtig sein auf Erden" heißt, nicht wissen, was wahr und gut ist. Daß "jeder Findende (ihn) töten werde" heißt, daß alles Böse und Falsche (ihn) zugrunde richten werde. 386. Daß "verstoßen werden von den Angesichten des Bodens" bedeutet, geschieden werden von allem Wahren der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, der im echten Sinn ist die Kirche oder der Mensch der Kirche, daher alles, was die Kirche bekennt, wie früher bemerkt worden; nach dem Subjekt richtet sich das, was von ihm ausgesagt wird; daher auch der, welcher sich übel zum Glauben bekennt, d.h. zu einer Spaltung oder Ketzerei, ebenfalls Boden genannt wird; von den Angesichten verstoßen werden, heißt daher hier, nicht mehr im Wahren der Kirche sein. 387. Daß "verborgen werden vor Deinen Angesichten" bedeutet, geschieden werden von allem Guten des Glaubens der Liebe, erhellt aus der Bedeutung der Angesichte Jehovahs. Das Angesicht Jehovahs ist, wie früher bemerkt worden, die Barmherzigkeit, aus der alles Gute des Glaubens der Liebe kommt; daher wird das Gute des Glaubens hier bezeichnet durch Angesichte. 388. "Unstet und flüchtig sein auf Erden" heißt, nicht wissen das Wahre und Gute. 389. Daß "jeder Findende wird (ihn) töten" heiße, alles Böse und Falsche werden ihn zugrunde richten, folgt hieraus; es verhält sich nämlich damit so: Wenn der Mensch sich der Liebtätigkeit beraubt, so trennt er sich vom Herrn; die Liebtätigkeit oder die Liebe gegen den Nächsten und die Barmherzigkeit ist es allein, die den Menschen mit dem Herrn verbindet; ohne Liebtätigkeit ist Trennung; besteht Trennung, so ist er sich selbst oder dem Eigenen überlassen; alles, was er alsdann denkt, ist falsch, und alles, was er alsdann will, ist böse; dies ist es, was den Menschen tötet, oder macht, daß er kein Leben hat. 390. Daß die, welche im Falschen und Bösen sind, in beständiger Furcht seien, sie möchten getötet werden, wird beschrieben bei 3. Mose 26/33,36,37: "Und es wird euer Land eine Wüste sein, und eure Städte werden ein Trümmerhaufen sein, die Übriggebliebenen unter euch, in deren Herzen will Ich Feigheit bringen, in den Ländern ihrer Feinde, und es wird sie jagen das Rauschen eines verwehten Blattes, und sie werden fliehen die Flucht des Schwertes, und werden fallen, wenn niemand (sie) verfolgt, und werden stoßen jeder auf seinen Bruder, wie vor dem Schwert, ohne das jemand verfolgt". Jes.24/16-20: "Die Treulosen handeln treulos, und mit der Treulosigkeit Treuloser tun sie treulos, und es wird geschehen, wer flieht vor der Stimme des Schreckens, wird in die Grube fallen; und wer aus der Mitte der Grube heraufsteigt, wird in der Schlinge gefangen werden. Schwer wird auf ihm sein seine Übertretung, darum wird er fallen und nicht wieder aufstehen". Jerem.49/5: "Siehe (Ich) bringe über dich Schrecken, von allen deinen Umgebungen her, ihr werdet vertrieben sein, jeder vor sich hin, und niemand soll sammeln den unstet Umherirrenden". Jes.30/16,17: "Zu Rosse wollen wir fliehen, und darum sollt ihr fliehen, und auf einem Renner wollen wir reiten, darum sollen zu Rennern werden eure Verfolger, tausend sollen vor dem Schelten eines einzigen, und vor dem Schelten von fünfen werdet ihr fliehen". Hier und anderwärts im Worte sind beschrieben, die im Falschen und Bösen sind, daß sie fliehen und fürchten, sie möchten getötet werden. Furcht wohnt ihnen inne vor jedem, weil niemand (sie) schützt; jeder, der im Bösen und Falschen ist, haßt den Nächsten, daher sucht auch jeder von ihnen den anderen zu töten. 391. Daß die, welche im Falschen und Bösen sind, sich vor allen fürchten, kann man am besten an den bösen Geistern im anderen Leben sehen; die sich aller Liebtätigkeit beraubt haben, irren unstet umher und fliehen, wohin sie auch kommen, wenn zu irgendwelchen Gesellschaften (diese erkennen sogleich an seinem ersten Herzutreten, wie einer beschaffen ist; eine solche Wahrnehmung gibt es im anderen Leben), so treibt man sie nicht nur weg, sondern straft sie auch hart, ja so sehr, daß man darauf ausginge, sie zu töten, wenn dies möglich wäre. Die Bösen haben eine gar große Freude daran, einer den anderen zu strafen und zu quälen, darin besteht ihr höchstes Vergnügen. Und was noch ein Geheimnis ist: das Falsche und Böse selbst ist Schuld daran, denn was einer einem anderen anwünscht, kehrt auf ihn selbst zurück; das Falsche und Böse hat nämlich in sich selbst die Strafe des Falschen und Bösen, mithin auch die Furcht vor der Strafe. HG 392 392. Vers 15: Und Jehovah sprach zu ihm: Darum wird jeder, der Kain tötet, siebenfältig gerächt werden; und Jehovah setzte an Kain ein Zeichen, daß nicht ihn erschlüge, wer ihn fände. "Jeder, der Kain tötet, soll siebenfältig gerächt werden" bedeutet, daß die Verletzung des so getrennten Glaubens eine hochverpönte Sache war; "Jehovah setzte dem Kain ein Zeichen, daß nicht ihn jemand erschlüge" heißt, der Herr habe ihn auf besondere Weise unterschieden, damit er erhalten würde. 393. Bevor erklärt wird, daß im inneren Sinn jenes bezeichnet werde, muß man erst wissen, wie es sich mit dem Glauben verhält. Die Älteste Kirche war von der Art, daß sie keinen Glauben anerkannte, außer den, der von der Liebe kommt, was so weit ging, daß sie den Glauben nicht einmal nennen wollten; denn alles, was Sache des Glaubens war, wurden sie inne durch die Liebe vom Herrn. Von der Art sind auch die himmlischen Engel, von denen früher. Weil aber vorausgesehen wurde, daß das menschliche Geschlecht nicht (lange) werde so sein können, und daß man den Glauben von der Liebe zum Herrn trennen und aus dem Glauben eine besondere Lehre machen werde, wurde auch Vorsehung getan, daß er zwar getrennt wurde, jedoch immerhin so, daß man durch den Glauben oder durch die Glaubenserkenntnisse vom Herrn Liebtätigkeit empfing, so daß das Erkennen oder Hören voranging, und durch das Erkennen oder Hören vom Herrn Liebtätigkeit, das ist Liebe zum Nächsten und Barmherzigkeit, geschenkt wurde, welche Liebtätigkeit nicht bloß vom Glauben unzertrennlich war, sondern auch die Hauptsache des Glaubens ausmachte. Es trat alsdann an die Stelle des Innewerdens, das bei der Ältesten Kirche war, das Gewissen, das durch den der Liebtätigkeit beigesellten Glauben erworben, eingab, nicht was wahr, sondern daß es wahr sei, und zwar darum, weil der Herr so gesprochen hat im Wort. So sind die Kirchen nach der Sündflut größtenteils geworden; so war die ursprüngliche oder erste Kirche, nach der Ankunft des Herrn. Die geistigen Engel unterscheiden sich hierin von den himmlischen Engeln. 394. Weil nun dies vorausgesehen und Vorsehung getan wurde, daß das menschliche Geschlecht nicht in ewigem Tode zugrunde ginge, so wird hier gesagt, daß niemand den Kain, durch den der getrennte Glaube bezeichnet wird, verletzen sollte; und daß ein Zeichen an ihn gesetzt worden sei, d.h., daß der Herr denselben auf besondere Weise ausgezeichnet habe, damit er erhalten würde. Dies sind Geheimnisse, die bisher auf keine Weise enthüllt waren, und dies ist es auch, was vom Herrn verstanden wurde unter dem, was Er von der Ehe und von den Verschnittenen gesagt hat bei Matth.19/12: "Es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die zu Verschnittenen gemacht worden sind von den Menschen; und es gibt Verschnittene, die sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben, um des Reiches Gottes willen; wer es fassen kann, der fasse es": Verschnittene heißen, die in der himmlischen Ehe sind, von Mutterleib geboren, die wie die himmlischen Engel; von den Menschen dazu gemacht, die wie die geistigen Engel sind; die sich selbst dazu machten, wie die engelischen Geister, die nicht sowohl aus Liebtätigkeit, sondern aus Gehorsam (handeln). 395. Daß "jeder der Kain tötet, soll siebenfältig gerächt werden" bedeute, daß die Verletzung des so getrennten Glaubens eine hochverpönte Sache sein sollte, erhellt aus der Bedeutung Kains, daß er der getrennte Glaube ist, und aus der Bedeutung von sieben, daß es etwas Hochheiliges ist. Die Siebenzahl wurde für heilig gehalten, wie bekannt ist, wegen der sechs Schöpfungstage und des siebenten, welcher der himmlische Mensch ist, in dem Friede, Ruhe, Sabbath ist. Daher bei den Gebräuchen der jüdischen Kirche so oft die Siebenzahl vorkommt, und überall für heilig gilt; die Zeiten wurden daher in sieben abgeteilt, sowohl ihre großen Abschnitte, als die kleineren, und wurden Wochen genannt, wie die großen Zeitabschnitte bis zum kommenden Messias: Dan.9/24,25; und eine Zeit von sieben Jahren wird eine Woche genannt von Laban und Jakob: 1. Mose 29/27,28; daher die Siebenzahl überall, wo sie vorkommt, für heilig oder hochheilig gehalten wird wie: Ps.119/164: "Siebenmal des Tages lob' ich Dich". Jes.30/26: "Es wird sein das Licht des Mondes, wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein, wie das Licht von sieben Tagen": wo die Sonne die Liebe ist, der Mond der Glaube aus der Liebe, der sein wird wie die Liebe. Wie die Zeiten der Wiedergeburt des Menschen in sechs geschieden sind, ehe der siebente oder der himmlische Mensch (wird), so auch die Zeiten der Abödung, bis nichts Himmlisches (mehr) übrigbleibt; was vorgebildet wurde durch mehrere Gefangenschaften der Juden und durch die Babylonische, die sieben Zeitabläufe oder siebzig Jahre währte; und einige Male wurde gesagt, daß das Land seine Sabbathe ruhen sollte; dann durch Nebukadnezar bei Dan.4/13,22,29: "Sein Herz wird anders als das eines Menschen werden, und es wird ihm das Herz eines Tieres gegeben werden bis sieben Zeiten gewechselt sein werden über ihn". Von der Verwüstung der letzten Zeiten, in der Joh.Offenb.15/1,6,7: "Ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar, sieben Engel, welche die sieben letzten Plagen hatten". Daß sie die heilige Stadt zertreten werden zweiundvierzig oder sechs mal sieben Monate lang: Joh.Offenb.11/2. Joh.Offenb.5/1: "Ich sah ein Buch inwendig und von hinten versiegelt mit sieben Siegeln". Die Schwere und die Zunahme der Strafe wurde daher auch durch sieben ausgedrückt, wie bei 3. Mose 26/18,21,24,28: "Wenn ihr auf dieses Mir nicht gehorchet, so will Ich euch noch siebenmal mehr züchtigen um eurer Sünden willen". Ps.79/12: "Gib zurück unseren Nachbarn siebenfach in ihren Busen". Darum nun, weil es hochverpönt war, den Glauben zu verletzten, da er noch dienen sollte, wie schon bemerkt worden, wird gesagt, daß siebenfältig gerächt werden soll, wer Kain töten würde. 396. Daß "Jehovah setzte ein Zeichen an Kain, damit niemand ihn erschlüge" bedeute, der Herr habe den Glauben auf besondere Weise unterschieden, damit er erhalten würde, erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, und ein Zeichen an einen machen, daß es ist, unterscheiden; wie bei Hes.9/4: "Jehovah sprach, gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Zeichen auf (oder bezeichne) die Stirnen der Männer, die da ächzen und seufzen über alle Greuel": wo die Stirnen bezeichnen nicht bedeutet ein Zeichen oder eine Linie auf den Stirnen, sondern von anderen unterscheiden. Joh.Offenb.9/4: "Daß sie beschädigen sollten die Menschen, die nicht hätten das Zeichen Gottes auf den Stirnen": wo das Zeichen haben ebenfalls für unterscheiden steht. Das Zeichen wird auch Malzeichen (character) genannt Joh.Offenb.13/16: "Ein Malzeichen geben auf der Hand und auf den Stirnen": was diese bezeichneten, bildete die jüdische Kirche vor durch Anbindung des großen und ersten Gebots auf die Hand und auf die Stirne, wovon 5. Mose 6/4,5,8 und 11/13,18: "Höre Israel, Jehovah unser Gott ist ein Jehovah; du sollst lieben Jehovah deinen Gott mit deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele, und aus alle deinen Kräften; und du sollst dies anbinden zum Zeichen auf deine Hand, und es soll sein zum Stirnband zwischen deinen Augen": wodurch vorgebildet wurde, daß man das Gebot von der Liebe vor allen anderen Geboten auszeichnen sollte; hieraus ist klar, was die Bezeichnung der Hand und der Stirne bedeutet. Jes.66/18,19: "Kommend um zu versammeln alle Völkerschaften und Zungen, und sie werden kommen und sehen Meine Herrlichkeit, und Ich will ein Zeichen an sie setzen". Ps.86/16,17: "Blicke mich an, und erbarme Dich meiner, gib Deine Stärke Deinem Knecht, und errette den Sohn Deiner Magd, mache mit mir ein Zeichen zum Guten, und es mögen es sehen meine Hasser und zuschanden werden". Aus diesem nun erhellt, was ein Zeichen ist; daher soll niemand meinen, daß ein Zeichen gesetzt worden sei an jemand, der Kain hieß, denn der innere Sinn des Wortes schließt ganz anderes in sich, als der Sinn des Buchstabens. 397. Vers 16: Und Kain ging aus von dem Angesicht Jehovahs und wohnte in dem Lande Nod, gegen den Aufgang Edens zu. Daß "Kain ausgegangen sei von den Angesichten Jehovahs" bedeutet, es sei geschieden worden vom Guten des Glaubens der Liebe; daß "er gewohnt habe im Lande Nod" heißt, außerhalb des Wahren und Guten; "gegen den Aufgang Edens zu" heißt, bei dem verständigen Gemüt, wo früher die Liebe war. 398. Daß "ausgehen von den Angesichten Jehovahs" bedeute, geschieden werden von dem Guten des Glaubens der Liebe, sehe man oben 1. Mose 4/14, daß "er wohnte im Lande Nod" bedeute, außerhalb des Wahren und Guten, erhellt aus der Bedeutung des Wortes Nod, welches heißt, unstet und flüchtig sein; und daß unstet und flüchtig heiße, beraubt sein des Guten und Wahren, sehe man ebenfalls oben. Daß "gegen den Aufgang Edens zu", sei bei dem verständigen Gemüt, wo früher die Liebe herrschte; dann bei dem vernünftigen Gemüt, wo früher die Liebtätigkeit herrschte, erhellt aus dem, was früher gesagt worden von der Bedeutung des Aufgangs Edens, daß nämlich der Aufgang sei der Herr, Eden sei die Liebe. Bei den Männern der Ältesten Kirche war das Gemüt, das Wille und Verstand ausmachen, eines , denn der Wille war da alles, so daß der Verstand dem Willen angehörte; und dies darum, weil nicht unterschieden wurde zwischen der Liebe, die dem Willen angehört, und dem Glauben, der dem Verstand angehört, weil die Liebe alles war und der Glaube Sache der Liebe war. Als aber der Glaube von der Liebe getrennt wurde, wie bei denen, die Kain hießen, herrschte kein Wille mehr, sondern weil der Verstand anstatt des Willens oder der Glaube anstatt der Liebe in jenem Gemüt herrschte, wird gesagt, daß er gewohnt habe gegen den Aufgang Edens zu, denn wie soeben erst bemerkt wurde, der Glaube wurde unterschieden, oder es wurde ein Zeichen gesetzt, damit er dem menschlichen Geschlechte zum Wohl erhalten würde. 399. Vers 17: Und Kain erkannte seine Gattin, und sie empfing und gebar den Chanoch; und er war der Erbauer einer Stadt und nannte den Namen der Stadt nach dem Namen seines Sohnes Chanoch. Daß "Kain seine Gattin erkannte und (diese) empfing und gebar den Chanoch" bedeutet, daß diese Spaltung oder Irrlehre eine andere aus sich erzeugte, die Chanoch genannt wurde; durch "die erbaute Stadt" wird bezeichnet alles zur Lehre Gehörige und Ketzerische von daher; weil die Spaltung oder Irrlehre Chanoch genannt wurde, wird gesagt, daß der Name der Stadt genannt worden sei "nach dem Namen des Sohnes Chanoch". 400. "Kain erkannte seine Gattin, sie empfing und gebar den Chanoch"; daß dies bedeute, diese Spaltung oder diese Irrlehre habe eine andere aus sich erzeugt, folgt offenbar aus dem Vorhergehenden, dann auch aus 1. Mose 4/1, daß der Mensch und Chavah, seine Gattin, den Kain gezeugt haben; somit sind das, was folgt, ähnliche Empfängnisse und Geburten, sowohl der Kirche, als der Irrlehren, von denen man ein Geschlechtsverzeichnis machte, denn sie verhalten sich in gleicher Weise; aus einer angenommenen Irrlehre werden mehrere ausgeboren. 401. Daß die Ketzerei und alles zu ihrer Lehre Gehörige oder Häretische Chanoch genannt worden sei, erhellt auch einigermaßen aus dem Namen, der einen Unterricht bezeichnet, der von da an begann oder eingeführt wurde. 402. Daß durch die erbaute Stadt bezeichnet werde alles zur Lehre Gehörige oder Ketzerische, erhellt aus dem Wort, überall wo nur der Name einer Stadt vorkommt; es wird daselbst nirgends eine Stadt bezeichnet, sondern eine gewisse Lehre oder Irrlehre; denn was die Stadt und was irgendein Stadtname sei, wissen die Engel gar nicht; sie haben durchaus keine Vorstellung von einer Stadt, noch können sie eine solche haben, da sie in geistigen und himmlischen Ideen sind, sondern sie werden nur inne, was dieselben bedeuten; wie denn unter der heiligen Stadt, die auch das heilige Jerusalem genannt wird, nichts anderes verstanden wird als das Reich des Herrn im ganzen oder in einem jeden, in dem das Reich des Herrn ist, im besondern; unter der Stadt oder dem Berge Zions ebenso, unter diesem das Himmlische des Glaubens, unter jenem das Geistige des Glaubens; und das Himmlische und Geistige selbst wird auch beschrieben durch Städte, Paläste, Häuser, Mauern, Gründe der Mauern, Außenwerke, Tore, Riegel, und den Tempel in der Mitte; wie bei Hes. Kapitel 48; in der Joh.Offenb.21/15-27. Es wird genannt das heilige Jerusalem: Joh.Offenb.2/10; Jerem.31/38. Bei David die Stadt Gottes, das Heilige der Wohnungen des Höchsten: Ps.46/5. Bei Hes.48/35 wird die Stadt genannt "Jehovah dort"; von ihr (heißt) es bei Jes.60/10,14: "Es werden bauen die Söhne der Fremden deine Mauern, es werden sich beugen zu den Sohlen deiner Füße alle deine Schmäher und werden dich nennen Stadt Jehovahs, Zion des Heiligen Israels". Sach.8/3: "Jerusalem, die Stadt der Wahrheit; und der Berg Zions der Heiligkeit": wo die Stadt der Wahrheit oder Jerusalem das Geistige des Glaubens bedeutet, und der Berg der Heiligkeit oder Zions das Himmlische des Glaubens. Wie das Himmlische und Geistige des Glaubens vorgebildet wurde durch die Stadt, so wurden alle Lehrpunkte (doctrinalia) bezeichnet durch die Städte Jehudahs und Israels, die auch, wenn sie genannt werden, im besondern irgendein Lehrstück bedeuten; aber welches, kann niemand wissen, außer aus dem inneren Sinn. Wie durch die Städte Lehrpunkte bezeichnet wurden, so sind durch die Städte auch Irrlehren bezeichnet worden, und wenn sie genannt werden, bedeuten sie auch im besondern irgendeine Irrlehre; hier nur, daß die Stadt im allgemeinen eine Lehre oder eine Irrlehre bedeutet, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.19/18: "An jenem Tage werden fünf Städte sein im Lande Ägyptens, welche reden die Lippe Kanaans und schwören dem Jehovah Zebaoth, Stadt Cheres wird die eine heißen": wo gehandelt wird von der Kenntnis des Geistigen und Himmlischen zur Zeit der Ankunft des Herrn. Jes.22/1,2: "Die mit Aufläufen erfüllte, lärmende Stadt, die jauchzende Stadt": wo die Rede ist vom Tale des Gesichts oder von der Phantasie. Jerem.13/19: "Die Städte des Mittags sind geschlossen und niemand öffnet": wo gehandelt wird von denen, die im Mittag oder im Lichte der Wahrheit sind, und es auslöschen. Jerem.Klagel.2/8,9: "Es gedachte Jehovah zu zerstören die Mauer der Tochter Zions, Er macht trauern das Bollwerk und die Mauer, allzumal sind sie geschwächt, es sanken zur Erde nieder ihre Tore, Er verdarb und zerbrach ihre Riegel": wo jeder sehen kann, daß unter Mauer, Bollwerk, Tore und Riegel nichts anderes verstanden wird als Lehrstücke. Jes.26/1,2: "Es wird gesungen werden dieses Lied im Lande Jehudahs, eine feste Stadt haben wir, das Heil wird setzen Mauern und Bollwerk, öffnet die Tore, daß einziehen möge die gerechte Völkerschaft, welche Treue bewahrt". Jes.25/1-3: "Ich will dich erhöhen, will bekennen deinen Namen, du hast aus der Stadt einen Steinhaufen gemacht, hast die befestigte Stadt in Trümmer gelegt, der Palast der Fremden, der eine Stadt war, soll in Ewigkeit nicht (wieder) gebaut werden; darum wird ein starkes Volk dich ehren, die Stadt fruchtbarer Völkerschaften wird dich fürchten": wo auch nicht gehandelt wird von einer Stadt. In der Weissagung Bileams 4. Mose 24/19: "Edom wird (seine) Erbschaft sein, und Er wird herrschen über Jakob und verderben lassen den Überrest von der Stadt": wo jeder sehen kann, daß die Stadt keine Stadt bedeutet. Jes.24/10,11: "Zertrümmert ist die Stadt der Leerheit, geschlossen ist jedes Haus, daß nicht hineinkomme das Geschrei ob dem Wein auf den Gassen": wo die Stadt der Leerheit für die Gehaltlosigkeiten der Lehre steht; die Gassen bedeuten hier und anderwärts, was der Stadt angehört, Falsches oder Wahres. Joh.Offenb.16/19: "Als der siebente Engel die Schale ausgoß, ward die große Stadt zerrissen in drei Teile, und die Städte der Heiden fielen": daß die große Stadt eine Irrlehre sei und die Städte der Heiden ebenso, kann jedem klar sein; es wird auch erklärt, daß die große Stadt das Weib sei, das er sah, Joh.Offenb.17/18. Daß das Weib eine solche Kirche sei, ist früher gezeigt worden. 403. Aus diesem erhellt, was Stadt bedeutet. Weil aber alles historisch verknüpft ist, so kann von denen, die im Buchstaben sind, nichts anderes gesehen werden, als daß von Kain eine Stadt gebaut und Chanoch genannt worden sei, obwohl sie vermöge des Buchstabensinns so auch glauben müßten, daß die Erde (schon) sehr bevölkert war, wenngleich Kain der erstgeborene Adams war. Der historische Zusammenhang bringt dies mit sich, jedoch, wie früher bemerkt worden, die Ältesten hatten die Sitte, alles unter vorbildlichen Typen in einen geschichtartigen Zusammenhang zu bringen, woran sie überaus großes Vergnügen fanden; es schien ihnen dann gleichsam alles zu leben. 404. Vers 18: Und es ward geboren dem Chanoch Irad, und Irad zeugte den Mechujael, und Mechujael zeugte den Methuschael, und Methuschael zeugte den Lamech. Alle diese Namen bedeuten Irrlehren, die aus der ersten, die Kain hieß, abstammten; und weil von ihnen nichts, außer den Namen dasteht, so ist nicht nötig, etwas (über sie) zu sagen. Aus den Ableitungen der Namen ließe sich etwas angeben, wie z.B. was Irad bedeute, daß er von Stadt abstamme, somit von der Irrlehre, die Chanoch genannt wurde, usf. 405. Vers 19: Und Lamech nahm sich zwei Weiber, der Name der einen war Adah, und der Name der anderen Zillah. Durch Lamech, welcher der Ordnung nach der sechste von Kain an ist, wird bezeichnet die Verwüstung, daß kein Glaube mehr da war. Durch die zwei Weiber wird bezeichnet der Ursprung einer neuen Kirche: durch Adah, die Mutter des Himmlischen und Geistigen dieser Kirche, durch Zillah die Mutter des Natürlichen derselben. 406. Daß durch Lamech bezeichnet werde die Verwüstung, oder daß kein Glaube mehr da war, kann erhellen aus den folgenden Versen 1. Mose 4/23,24: daß er nämlich einen Mann getötet zu seiner Wunde, und ein Kindlein zu seiner Beule; wo unter Mann verstanden wird der Glaube, und unter Kindlein oder Knäbchen die Liebtätigkeit. 407. Mit dem Zustand der Kirche verhält es sich im allgemeinen so, daß sie mit dem Fortgang der Zeit vom wahren Glauben abweicht, und zuletzt mit dem Mangel alles Glaubens endigt. Wenn keiner mehr da, so wird gesagt, sie sei verwüstet. So verhielt es sich mit der Ältesten Kirche bei denen, die Kainiten hießen; so auch mit der Alten Kirche, die nach der Sündflut aufkam; so auch mit der jüdischen Kirche, die zur Zeit der Ankunft des Herrn so verwüstet war, daß sie nichts wußten vom Herrn, daß Er kommen werde sie zu erretten, noch weniger etwas vom Glauben an Ihn; so auch mit der christlichen Urkirche oder der Kirche nach der Ankunft des Herrn, die heutzutage so verwüstet ist, daß keine Glaube mehr da ist, obwohl immer irgendein Kern der Kirche bleibt, den diejenigen, die dem Glauben nach verödet sind, nicht anerkennen, wie denn auch von der Ältesten Kirche ein Überrest blieb bis zur Sündflut, und sich fortsetzte nach der Sündflut, welcher Überrest der Kirche Noach genannt wird. 408. Wenn die Kirche so verwüstet ist, daß kein Glaube mehr da ist, dann fängt sie erst von neuem an, oder es strahlt ein neues Licht hervor, das im Worte der Morgen heißt. Der Grund, warum nicht früher, als wenn sie verwüstet ist, ein neues Licht oder der Morgen kommt, ist der, daß das, was zum Glauben und zur Liebtätigkeit gehört, vermischt ist mit Unheiligem, und solang es vermischt ist, durchaus nichts von Licht oder Liebtätigkeit eingepflanzt werden kann, weil das Unkraut allen guten Samen verdirbt. Wenn aber kein Glaube da ist, dann kann der Glaube nicht mehr entweiht werden, weil man nicht glaubt was gesagt wird. Die, welche nicht anerkennen und glauben, sondern bloß wissen, können nicht entweihen, wie heutzutage die Juden, die, weil sie unter den Christen leben, notwendig wissen müssen, daß der Herr von den Christen als der Messias anerkannt wird, Den sie erwartet haben und noch erwarten, aber sie können nicht entweihen, weil sie nicht anerkennen und glauben. So auch nicht die Mohammedaner und die Heiden, die vom Herrn gehört haben. Dies war der Grund, warum der Herr nicht früher in die Welt kam, als bis die jüdische Kirche nichts anerkannte und glaubte. 409. Ebenso verhielt es sich mit der Irrlehre, die Kain genannt worden ist, die mit dem Fortgang der Zeit verödet wurde, denn sie erkannte zwar die Liebe an, aber sie machte den Glauben zur Hauptsache und zog ihn der Liebe vor. Aber die aus ihr abgeleiteten Irrlehren irrten nach und nach von diesem ab, und Lamech, der in der Reihe der sechste war, verleugnete auch den Glauben ganz. Als diese Zeit da war, brach ein neues Licht oder der Morgen an, und es ward eine neue Kirche, die hier genannt wird Adah und Zillah, welche Weiber Lamechs heißen. Weiber (uxores) des Lamech, der keinen Glauben hatte, heißen sie, wie die innere und die äußere Kirche der Juden, die auch keinen Glauben hatten, welche Kirchen im Wort ebenfalls Eheweiber (uxores) genannt werden; was auch vorgebildet war durch Leah und Rachel, die zwei Weiber Jakobs, von denen die Leah die äußere Kirche und Rachel die innere vorbildete. Diese Kirchen, obwohl sie als zwei erscheinen, sind dennoch eine , denn die äußere oder vorbildliche Kirche ist ohne die innere nichts als etwas Götzendienerisches oder Totes, aber die innere bildet mit der äußeren eine Kirche, und zwar eine und ebendieselbe, wie hier Adah und Zillah. Weil aber Jakob oder die Nachkommenschaft Jakobs, wie Lamech, ohne Glauben war, so konnte die Kirche nicht dort bleiben, sondern wurde übergepflanzt zu den Heiden, die nicht im Unglauben, sondern in der Unwissenheit lebten. Selten, wenn je, bleibt die Kirche bei denen, welche die Wahrheiten bei sich haben, während sie abgeödet sind, sondern sie geht über zu denen, die gar nichts von denselben wissen, denn diese nehmen den Glauben viel leichter an als jene. 410. Es gibt eine doppelte Verwüstung (Vastatio), die erste ist bei denen, die wissen und nicht wissen wollen; oder die sehen und nicht sehen wollen, von welcher Art die der Juden war, und von welcher Art heutzutage die der Christen ist; die andere ist bei denen, die nichts wissen oder sehen, weil sie unbekannt damit sind; so waren die Heiden und so sind heutzutage noch die Heiden; wenn die letzte Zeit der Verwüstung ist bei denen, die wissen und nicht wissen wollen, oder die sehen und nicht sehen wollen, dann ersteht von neuem eine Kirche, nicht bei ihnen, sondern bei denen, die man Heiden nennt; so geschah es mit der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war; so mit der Alten Kirche, die nach der Sündflut war; so mit der jüdischen Kirche. Der Grund, warum dann erst ein neues Licht hervorstrahlt, ist, wie gesagt, weil man alsdann die Dinge, die geoffenbart werden, nicht mehr entweihen kann, weil man nicht anerkennt und glaubt, daß sie wahr sind. 411. Daß die letzte Zeit der Verwüstung vorhanden sein müsse, ehe eine neue Kirche erstehen kann, wird vom Herrn mehrmals bei den Propheten gesagt, und sie wird dort genannt Verwüstung (vastatio), sofern sie auf das Himmlische des Glaubens sich bezieht, und Verödung (desolatio), sofern sie auf das Geistige des Glaubens sich bezieht, dann Vollendung und Entscheidung, wie bei Jes.6/9,11,12; 23/8-15; 24/1-23; 42/15-18; Jerem.25/1-38; Dan.8/1-27; 9/24-27; Zeph.1/1-18; 5. Mose 32/1-52; in der Joh.Offenb. Kapitel 15 und 16 und folg. 412. Vers 20: Und Adah gebar Jabal, dieser war der Vater des Zeltbewohners und der Viehzucht. Durch Adah wird bezeichnet die Mutter der himmlischen und geistigen Dinge des Glaubens; durch Jabal, den Vater des Zeltbewohners und des Viehs, wird bezeichnet die Lehre von den heiligen Dingen der Liebe und den Gütern aus ihnen, die himmlisch sind. 413. Daß durch Ada bezeichnet wird die Mutter der himmlischen Dinge des Glaubens, erhellt an ihrem Erstgeborenen Jabal, daß er heißt Vater des Zeltbewohners und des Viehs, welche Himmlisches sind, weil sie die heiligen Dinge der Liebe und die Güte aus ihnen bedeuten. 414. Daß ein Zelt bewohnen heiße das Heilige der Liebe, erhellt aus der Bedeutung der Zelte im Wort, wie bei Ps.15/1,2: "Jehovah, wer wird weilen in Deinem Zelte, wer wird wohnen auf dem Berge Deiner Heiligkeit? wer unsträflich wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen": wo das Wohnen im Zelte oder auf dem Berge der Heiligkeit beschrieben wird durch die heiligen Dinge der Liebe, welche sind unsträflich wandeln und Gerechtigkeit üben. Ps.19/5: "In alles Land ging aus ihre Schnur und an das Ende des Erdkreises ihre Rede; der Sonne setzte Er ein Zelt in denselben": wo die Sonne für die Liebe steht. Ps.61/5: "Ich will weilen in Deinem Zelte in Ewigkeiten, ich will vertrauen der Verborgenheit Deiner Fittiche": hier steht Zelt für das Himmlische, Verborgenheit der Fittiche für das Geistige aus demselben. Jes.16/5: "Befestigt ist durch die Barmherzigkeit der Thron, und sitzt auf ihm in Wahrheit, im Zelte David, der da richtet und das Recht sucht, und die Gerechtigkeit beschleunigt": auch hier steht Zelt für das Heilige der Liebe, wie angedeutet ist durch nach dem Rechte richten und die Gerechtigkeit beschleunigen. Jes.33/20: "Schau hin auf Zion, die Stadt unseres bestimmten Festes; Deine Augen sollen sehen auf Jerusalem, die ruhige Wohnung, das Zelt, das nicht verrückt wird": wo die Rede ist vom himmlischen Jerusalem. Jerem.30/18: "So sprach Jehovah, siehe, Ich führe zurück die Gefangenschaft der Zelte Jakobs, und seiner Wohnungen will Ich Mich erbarmen; und erbaut soll werden die Stadt auf ihrem Hügel": die Gefangenschaft der Zelte für die Verwüstung der himmlischen Dinge oder der heiligen Dinge der Liebe. Amos 9/11: "An jenem Tage will Ich aufrichten die zerfallene Hütte Davids, und will vermauern ihre Risse und ihr Eingerissenes aufrichten, und will es bauen wie in den Tagen der Ewigkeit": wo in gleicher Weise die Hütte für das Himmlische und dessen heilige Dinge steht. Jerem.4/20: "Verwüstet ist das ganze Land, schnell sind verwüstet worden meine Zelte, plötzlich meine Teppiche"; und Jerem.10/20: "Mein Zelt ist verwüstet, und alle meine Seile sind ausgerissen, meine Söhne sind ausgegangen von mir und sie sind nicht mehr; niemand spannt mehr aus mein Zelt, und richtet auf meine Teppiche": wo das Zelt für die himmlischen Dinge, die Teppiche und die Seile für die geistigen Dinge aus jenen stehen. Jerem.49/29: "Ihre Zelte und Herden werden sie nehmen, ihre Teppiche und alle ihre Gefäße und Kamele werden sie sich wegführen": wo die Rede ist von Arabien und von den Söhnen des Morgenlandes, durch die vorgebildet werden diejenigen, die Himmlisches oder Heiliges besitzen. Jerem.Klagel.2/4: "Der Herr hat in das Zelt der Tochter Zions ausgegossen wie Feuer Seinen Grimm": für die Verwüstung der himmlischen oder heiligen Dinge des Glaubens. Daß das Zelt für die himmlischen oder heiligen Dinge der Liebe im Wort genommen wird, hat seinen Grund darin, daß sie vor Alters in ihren Zelten den heiligen Gottesdienst verrichteten; als sie aber die Zelte durch unheiligen Dienst zu entweihen anfingen, da wurde die Stiftshütte und nachher der Tempel erbaut; was daher die Hütte und nachher der Tempel bezeichnete, das bezeichnen auch die Zelte. Ein heiliger Mensch wurde daher genannt ein Zelt, dann eine Hütte, wie auch ein Tempel des Herrn; daß Zelt, Hütte und Tempel dasselbe bezeichnen, erhellt bei Ps.27/4-6: "Eines habe ich gebeten von Jehovah, das will ich suchen, daß ich bleiben möge im Hause Jehovahs alle Tage meines Lebens, zu schauen in Lieblichkeit Jehovah und (Ihn) zu besuchen des Morgens in Seinem Tempel, weil Er mich bergen wird in Seiner Hütte am Tage des Bösen; Er wird mich verbergen in der Verborgenheit Seines Zeltes, auf den Felsen wird Er mich stellen, und nun wird erhoben werden mein Haupt wider meine Feinde um mich her, und ich will opfern in Seinem Zelte Opfer des Freudenrufs". Im höchsten Sinn ist der Herr in Ansehung Seines menschlichen Wesens Zelt, Hütte, Tempel; infolgedessen wurde jeder himmlische Mensch und somit auch alles Himmlische und Heilige so genannt, und weil die Älteste Kirche vom Herrn mehr als die folgenden geliebt war und dann weil sie unter sich allein oder in ihren Familien lebten, und einen so heiligen Gottesdienst in ihren Zelten feierten, darum sind die Zelte heiliger gehalten worden als der Tempel, der entweiht wurde; zur Erinnerung wird daher das Hüttenfest, da man die Frucht des Landes sammelte, eingesetzt, wo man in Hütten wie die Uralten wohnen sollte: 3. Mose 23/39-44; 5. Mose 16/13; Hos.12/10. 415. Daß durch Vater der Viehzucht bezeichnet wird das Gute daraus, nämlich aus den heiligen Dingen der Liebe, kann erhellen aus dem, was früher bei dem zweiten Verse dieses Kapitels gezeigt worden ist, daß der Hirt der Herde das Gute der Liebtätigkeit bezeichne (Nr. 343); hier aber wird nicht Hirt, sondern Vater, und nicht Herde, sondern Vieh genannt; und Vieh, dessen Vater er sei, folgt unmittelbar nach Zelt; hieraus ergibt sich, daß es das Gute bedeutet, das aus dem Heiligen der Liebe kommt, und es wird verstanden die Wohnung oder der Stall des Viehs, oder Vater derer, die das Zelt und die Ställe des Viehs bewohnten; daß dies die Güter aus den himmlischen Dingen der Liebe bezeichne, erhellt auch hie und da aus dem Wort, wie bei Jerem.23/3: "Ich will Überbleibsel Meiner Herde sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen, und will sie zurückführen zu ihren Hürden, daß sie fruchtbar sein und sich mehren". Hes.34/14: "Auf guter Weide will Ich sie weiden, und auf den Bergen der Höhe Israels wird ihre Hürde sein, dort werden sie sich lagern in guter Hürde, und fette Weide werden sie haben an den Bergen Israels": wo die Hürden und die Weiden für die Güter der Liebe stehen, von welchen das Fette ausgesagt wird. Jes.30/23: "Er wird den Regen deines Samens geben, mit dem du den Boden besäen wirst; und das Brot, das Erzeugnis des Bodens, wird fett und ölig sein, Er wird weiden dein Vieh an jenem Tage auf weitem Anger": wo durch Brot das Himmlische bezeichnet wird, durch das Fette, mit dem sie das Vieh weiden werden, die Güter aus demselben. Jerem.31/11,12: "Erlöst hat Jehovah Jakob, und sie werden kommen und singen auf der Höhe Zions, und zusammenströmen zum Guten Jehovahs, über dem Weizen, und über dem Most, und über dem Öl, und über den Söhnen der Herde, und des Pflugviehs, und es wird ihre Seele wie ein bewässerter Garten sein": wo das Heilige Jehovahs beschrieben wird durch Weizen und Öl; und die Güter aus demselben durch Most, durch die Söhne der Herde und des Pflugviehs (armenti), oder Viehs (pecoris). Jerem.6/3: "Zur Tochter Zions werden kommen die Hirten und die Herden ihres Viehs, sie werden Zelte bei ihr aufschlagen ringsumher, sie werden abweiden jeder seinen Raum": die Tochter Zions für die himmlische Kirche, von der sowohl Zelte, als Viehherden ausgesagt werden. 416. Daß die heiligen Dinge der Liebe und die Güter aus denselben bezeichnet werden, kann auch daraus erhellen, daß Jabal nicht der erste der Zelt- und Viehhürdenbewohner war, denn von Habel, dem anderen Sohn des Menschen und der Chavah, wird auch gesagt, daß er ein Hirt der Herde gewesen sei, und Jabal ist der siebente in der Ordnung von Kain an. 417. Vers 21: Und der Name seines Bruders Jubal; dieser war der Vater jedes Zither- und Orgelspielers. Durch den Namen seines Bruders Jubal wird bezeichnet die Lehre der geistigen Dinge derselben Kirche. Durch den Vater jedes Zither- und Orgelspielers werden die Wahrheiten und Güter des Glaubens bezeichnet. 418. Im vorigen Vers wird von den himmlischen Dingen, welche die der Liebe sind, gehandelt; in diesem von den geistigen Dingen, welche die des Glaubens sind; diese wurden durch die Zither und Orgel ausgedrückt. Daß durch die Saiteninstrumente, als durch Zithern und dergleichen, die geistige Dinge des Glaubens bezeichnet worden sind, kann aus vielem abgenommen werden (multis consatant); dergleichen Instrumente bildeten auch in dem Gottesdienst der vorbildlichen Kirche nichts anderes vor, ebenso auch die Gesänge, daher so viele Sänger und Musiker, und zwar aus dem Grund, weil jede himmlische Freude eine Herzensfröhlichkeit hervorbringt, die sich kundgab durch Gesang, und hernach durch Saiteninstrumente, die dem Gesang nacheiferten und ihn erhöhten; jede Erregung (affectio) des Herzens hat auch das an sich, daß sie Gesang hervorbringt, somit auch solches, was zum Gesang gehört; die Erregung des Herzens ist etwas Himmlisches, der Gesang aus ihr etwas Geistiges. Daß der Gesang und ähnliches das Geistige bezeichne, konnte ich auch abnehmen an den Engelchören, die doppelter Art sind, himmlische und geistige; die geistigen Chöre sind vermöge ihrer geflügelten Akkorde (ex eorum sono canoro alato), denen der Ton der Saiteninstrumente verglichen werden kann, wohl unterschieden von den himmlischen, von denen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit, im Folgenden. Die Uralten bezogen auch, was himmlisch war, auf das Gebiet des Herzens, und was geistig war, auf das der Lungen, somit das Geistige auf alles, was den Lungen zugehört, wie die Gesangsstimmen und ähnliches, und eben damit auch auf die Stimmen oder Töne solcher Instrumente; und dies nicht nur aus dem Grund, weil Herz und Lunge eine gewisse Ehe darstellen, wie die Liebe und der Glaube, sondern auch weil die himmlischen Engel zu dem Gebiet des Herzens, die geistigen Engel aber zu dem der Lunge gehören. Daß dergleichen hier verstanden wird, kann man auch daraus wissen, daß es das Wort des Herrn ist, in dem kein Leben wäre, wenn bloß erzählt würde, daß Jubal der Vater der Zither- und Orgelspieler war; auch brächte es keinen Nutzen, dies zu wissen. 419. Wie die himmlischen Dinge das Heilige der Liebe und die Güter aus demselben sind, so sind die geistigen Dinge die Wahrheiten und Güter des Glaubens; denn Sache des Glaubens ist, zu verstehen nicht bloß was wahr, sondern auch was gut ist; die Glaubenserkenntnisse schließen beides in sich; aber so sein, wie der Glaube lehrt, ist himmlisch. Weil der Glaube beides in sich schließt, so wird es bezeichnet durch zweierlei Instrumente, durch Zither und Orgel; die Zither ist ein Saiteninstrument, wie bekannt ist, daher bedeutet sie das geistig Wahre; die Orgel ist ein Instrument, das die Mitte hält zwischen einem Saiten- und einem Blasinstrument, daher durch dieselbe das geistig Gute bezeichnet wird. 420. Im Worte werden verschiedene Instrumente genannt, und jedes einzelne hat seine Bedeutung, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an den gehörigen Stellen; für jetzt nur, was bei Ps.27/6: "Ich will opfern im Zelte Jehovahs Opfer des Freudenrufs, ich will singen und spielen dem Jehovah": wo durch Zelt das Himmlische, und durch Freudenruf, singen und spielen das Geistige aus demselben ausgedrückt wird. Ps.33/1-4: "Singet ihr Gerechten über Jehovah, den Redlichen ziemet Sein Lob, preiset den Jehovah auf der Zither, auf der zehnsaitigen Harfe spielet Ihm, singet Ihm ein neues Lied, rühret meisterhaft und rauschend die Saiten, weil recht ist das Wort Jehovahs, und all Sein Werk in Wahrheit": für die Wahrheiten des Glaubens, von denen es ausgesagt wird; die geistigen Dinge oder die Wahrheiten und Güter des Glaubens werden gefeiert durch Zither und Harfen, durch Gesang und dergleichen, dagegen die heiligen oder die himmlischen Dinge des Glaubens werden durch Blasinstrumente, wie Posaunen und dergleichen; daher so viele Instrumente um den Tempel und so oft, daß dies oder jenes mit gewissen Instrumenten gefeiert werden sollte; daher sind die Instrumente für die Sachen selbst, die durch sie gefeiert wurden, genommen und verstanden worden, wie diese von denen die Rede war. Ps.71/22,23: "Ich will Dir bekennen mit dem Instrument der Harfe Deine Wahrheit, mein Gott, ich will Dir spielen mit der Zither, Du Heiliger Israels, es sollen singen meine Lippen, wenn ich Dir spiele, und meine Seele, die Du erlöst hast": wo von Wahrheiten des Glaubens (gehandelt wird). Ps.147/7: "Antwortet dem Jehovah mit Lobpreisung, spielet unserem Gott auf der Zither": hier bezieht sich die Lobpreisung auf die himmlischen Dinge des Glaubens, daher auch Jehovah gesagt wird, und das Spielen auf der Zither auf die geistigen Dingen des Glaubens, daher Gott gesagt wird. Ps.149/3: "Sie sollen lieben den Namen Jehovahs im Reigen, auf der Pauke und Zither sollen sie Ihm spielen": Pauke für das Gute, und Zither für das Wahre, das man lobt. Ps.150/3-5: "Lobet Gott mit Posaunenschall, lobet Ihn auf der Harfe und der Zither; lobet Ihn mit Pauken und Reigen; lobet Ihn auf Saiten und der Orgel; lobet Ihn mit hellen Zimbeln; lobet Ihn mit schallenden Zimbeln": hier für die Güter und Wahrheiten des Glaubens, um derentwillen Lobpreisung (sein soll); und man glaube ja nicht, daß so viele Instrumente genannt würden, wenn nicht ein jedes etwas bezeichnete. Ps.43/3,4: "Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, diese sollen mich leiten, (mich) führen zum Berge Deiner Heiligkeit und zu Deinen Wohnungen, und ich will hineingehen zum Altar Gottes, zu dem Gott meiner Jubelfreude, und ich will Dich lobpreisen mit der Zither, Gott mein Gott": für die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Jes.23/16: "Nimm die Zither, gehe umher in der Stadt, rühre gut die Saiten, mache des Gesanges viel, auf daß deiner wieder gedacht werde": für die Dinge des Glaubens und dessen Erkenntnisse. Noch deutlicher in der Joh.Offenb.5/8: "Die vier Tiere und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder vor dem Lamm, und sie hatten ein jeder Zithern und goldene Schalen voll Rauchwerks, welche sind die Gebete der Heiligen": daß sie nicht Zithern hatten, kann jedem klar sein, sondern daß Wahrheiten des Glaubens durch die Zithern bezeichnet werden und Güter des Glaubens durch die goldenen Schalen voll Rauchwerk. Bei David werden genannt Lob und Preis, die durch Instrumente geschahen, Ps.42/5; 69/31. Und in einer anderen Stelle in der Joh.Offenb.14/2: "Ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie vieler Wasser; ich hörte eine Stimme von Zitherspielern, welche spielten auf ihren Zithern, sie sangen ein neues Lied. Joh.Offenb.15/2: "Männer standen an dem gläsernen Meer und hatten Zithern Gottes". Merkwürdig ist, daß die Engel und Geister je nach den Unterschieden in Ansehung des Guten und Wahren die Töne, nicht bloß die des Gesangs und der Instrumente, sondern auch die der Stimmen unterscheiden, und keine andere zulassen, als welche zusammenstimmen; so daß eine Zusammenstimmung der Töne, und eben damit auch der Instrumente ist mit der Natur und dem Wesen des Guten und Wahren. 421. Vers 22: Und Zillah, auch sie, gebar den Thubalkain, der unterwies jeden Künstler in Erz und Eisen; und die Schwester des Thubalkains war Naamah. Durch Zillah wird die Mutter der natürlichen Dinge der neuen Kirche bezeichnet; durch Tubalkain, welcher unterwies jeden Künstler in Erz und Eisen, die Lehre des natürlich Guten und Wahren; Erz bezeichnet das natürlich Gute; Eisen das natürliche Wahre; durch die Schwester des Tubalkain, Naamah, wird bezeichnet eine ähnliche Kirche, oder die Lehre des natürlich Guten und Wahren außerhalb jener Kirche. 422. Wie es sich mit dieser neuen Kirche verhält, kann man abnehmen von der jüdischen Kirche; sie war eine innere und eine äußere; die innere machte die himmlischen und geistigen Dinge aus, die äußere die natürlichen Dinge; die innere ward vorgebildet durch Rachel, die äußere durch Leah; weil aber Jakob oder seine Nachkommen, die unter Jakob im Wort verstanden sind, von der Art waren, daß sie nur Äußeres oder eine Gottesverehrung in äußeren Dingen wollten, so wurde Leah dem Jakob vor der Rachel gegeben, und durch Leah, die augenschwache, wurde vorgebildet die jüdische Kirche, und durch die Rachel die neue Kirche der Heiden, daher Jakob in beiderlei Sinn bei den Propheten genommen wird, in dem einen, wenn die verkehrte jüdische Kirche, in dem anderen, wenn die wahre äußere Kirche der Heiden bezeichnet wird; wenn die innere, so wird sie Israel genannt, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 423. Thubalkain heißt "unterweisend jeden Künstler", nicht wie die vorhergehenden Jabal und Jubal, "Vater"; der Grund ist, weil die himmlischen und geistigen oder die inneren Dinge nicht früher waren, daher sie, weil dann erst Väter heißen. Dagegen die natürlichen oder äußeren Dinge waren früher, nun aber angepaßt den inneren, darum heißt er nicht Vater, sondern unterweisend den Künstler. 424. Durch Künstler wird im Worte bezeichnet ein Weiser, Verständiger, Wissender; hier durch Künstler in Erz und Eisen die Wissenden des natürlich Guten und Wahren, wie in der Joh.Offenb.18/21,22: "Mit Ungestüm wird niedergeworfen werden Babylon, die große Stadt, und nicht mehr gefunden werden, und die Stimme der Zitherspieler und der Sänger, und der Flötenspieler und Posaunenbläser wird nicht mehr in ihr gehört werden, und kein Künstler irgendeiner Kunst wird mehr in ihr gefunden werden": Zither- oder Harfenspieler für die Wahrheiten, Posaunenbläser für die Güter des Glaubens; Künstler jeder Kunst für den Wissenden oder das Wissen des Wahren und Guten. Jes.40/19,20: "Das Götzenbild gießt der Künstler, und der Schmelzer überzieht es mit Gold, und Ketten von Silber schmelzt er, einen weisen Künstler sucht er sich, um zu bereiten das Bild, daß es nicht wanke": für diejenigen, die sich Falsches, das ein Götzenbild ist, aus der Phantasie bilden und lehren, so daß es wie wahr erscheint. Jerem.10/3,8,9: "Sobald sie sich vernarren, werden sie töricht, eine Unterweisung von Nichtigkeiten, Holz ist es, geschlagenes Silber wird aus Tharschisch herbeigebracht; Gold aus Uphas, ein Werk des Künstlers und der Hände des Schmelzers, Hyazinth und (Purpur ihr) Kleid, ganz das Werk von Kunstverständigen": diese Dinge bezeichnen einen, der Falsches lehrt und aus dem Wort solches zusammenstoppelt, aus dem er ein Gebilde zusammenschmelzt, daher es genannt wird eine Unterweisung von Nichtigkeiten und ein Werk der Kunstverständigen; diese sind ehemals vorgebildet worden durch Künstler, die Götzenbilder verfertigen oder Falsches, das sie schmücken mit Gold, d.h. von Scheingutem; mit Silber, d.h. mit Scheinwahrem; mit Hyazinth- und (Purpur-) Kleid, d.h. mit Natürlichem, das scheinbar zusammenstimmt. 425. Daß das Erz das natürlich Gute bezeichnet, ist der Welt noch unbekannt, desgleichen daß jedes Metall, das im Worte genannt wird, etwas im inneren Sinn bezeichnet; wie z.B. Gold das himmlisch Gute, Silber das geistig Wahre, Erz das natürlich Gute, Eisen das natürlich Wahre und so weiter die übrigen; ebenso Stein und Holz, dergleichen wurde bezeichnet durch das Gold, Silber, Erz, Holz, an der Lade und der Stiftshütte; ähnliches am Tempel, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Bei den Propheten leuchtet deutlich ein, daß solches bezeichnet wird, wie bei Jes.60/16,17: "Du wirst saugen die Milch der Völkerschaften, und die Brust der Könige wirst du saugen, statt des Erzes will ich bringen Gold, und statt des Eisens will ich bringen Silber; und statt des Holzes Erz, und statt der Steine Eisen; und will setzen als deine Schatzung Frieden, und als deine Vögte Gerechtigkeit": wo von der Ankunft des Herrn und Seinem Reiche und von der himmlischen Kirche gehandelt wird; statt des Erzes Gold bedeutet, statt des natürlich Guten himmlisch Gutes; statt des Eisens Silber, statt des natürlich Wahren geistig Wahres; statt des Holzes Erz, statt des leiblich Guten natürlich Gutes; statt der Steine Eisen, statt des sinnlich Wahren natürlich Wahres. Hes.27/13: "Javan, Thubal und Meschech, dies deine Kaufleute, in der Seele des Menschen, und Gefäße von Erz gaben sie zu deinem Handel": wo die Rede ist von Tyrus, durch welches bezeichnet werden, die geistigen und himmlischen Reichtum besitzen, wo die Gefäße von Erz für das natürlich Gute stehen. 5. Mose 8/9: "Ein Land, dessen Steine Eisen sind, und aus dessen Bergen du Erz aushauen wirst": wo die Steine ebenfalls für das sinnlich Wahre und das Eisen für das natürliche oder vernünftige Wahre stehen, und das Erz für das natürlich Gute. Vier Tiere oder Cherube erschienen dem Hesekiel 1/7, deren Füße schimmerten wie das Aussehen geglätteten Erzes; dort bezeichnet das Erz gleichfalls das natürlich Gute, denn der Fuß des Menschen bildet das Natürliche vor; ebenso erschien dem Daniel "ein Mann in Leinwand gekleidet, und Seine Lenden umgürtet mit Gold aus Uphas, und Sein Leib wie Tharschisch, Seine Arme und Seine Füße wie das Aussehen geglätteten Erzes": Dan.10/5,6. Daß die eherne Schlange, 4. Mose 21/9, das sinnlich und natürlich Gute des Herrn vorgebildet habe, sehe man weiter oben (Nr. 197). 426. Daß Eisen das natürlich Wahre bezeichne, erhellt außer dem, was (eben) angeführt wurde, auch über Tyrus bei Hes.27/12,19: "Tharschisch ist deine Händlerin, ob der Menge alles Zuflusses in Silber, Eisen, Zinn und Blei machten sie deine Handelsgeschäfte; Dan und Javan und Meusal geben in deinen Handelsgeschäften geschmiedetes Eisen; Kasia und Kalmus war auf deinem Markt": aus diesem und dem, was in demselben Kapitel vorausgeht und folgt, erhellt deutlich, daß himmlische und geistige Reichtümer bezeichnet werden, und zwar durch das einzelne, das genannt wird, eine besondere Art derselben dann auch durch die Namen; denn das Wort des Herrn ist geistig, nicht in bloßen Worten bestehend (verbale). Jerem.15/12,13: "Wird (man) auch Eisen zermalmen, Eisen aus Mitternacht und Erz? Deine Güter und Schätze will ich zur Beute geben, nicht um einen Preis, und zwar wegen all deiner Sünden": wo Eisen und Erz für das natürlich Gute und Wahre stehen; welches von Mitternacht kommt, bedeutet das Sinnliche und Natürliche, denn das Natürliche in Vergleich mit dem Geistigen und Himmlischen, ist wie das Dunkel oder die Mitternacht in Vergleich mit dem Licht oder Mittag; oder wie der Schatten, den auch Zillah, welche die Mutter ist, hier bezeichnet. Daß Güter und Schätze himmlische und geistige Reichtümer sind, ist auch einleuchtend. Hes.4/3: "Nimm dir eine Pfanne von Eisen, und mache sie zu einer Wand von Eisen, zwischen dir und zwischen der Stadt, und richte deine Angesichte gegen sie und sie soll in Belagerung sein, und du sollst sie einschließen": daß durch Eisen hier bezeichnet wird die Wahrheit, erhellt ebenfalls; der Wahrheit wird Stärke zugeschrieben, weil man ihr nicht widerstehen kann, daher auch von dem Eisen, durch das bezeichnet wird die Wahrheit oder das Wahre des Glaubens, ausgesagt wird, daß es zerbreche und zermalme, wie bei Dan.2/33,40, und in der Joh.Offenb.2/26,27: "Wer überwindet, dem will ich Macht über die Völkerschaften geben, daß er sie weide mit eiserner Rute, wie Töpfergeschirre sollen sie zerschlagen werden", und Joh.Offenb.12/5: "Das Weib gebar einen männlichen Sohn, Der alle Völkerschaften weiden wird mit eiserner Rute": daß die eiserne Rute die Wahrheit ist, welche die des Wortes des Herrn ist, wird in der Joh.Offenb.19/11,13,15 erklärt: "Ich sah den Himmel offen, und siehe ein weißes Pferd, und der auf ihm Sitzende wurde genannt Treu und Wahr, der in Gerechtigkeit richtet und kämpft; angetan war Er mit einem in Blut getauchten Kleid, und Sein Name heißt das Wort Gottes, aus Seinem Munde geht ein scharfes Schwert, und durch dasselbe wird Er die Heiden schlagen, und wird sie weiden mit eiserner Rute". 427. Vers 23: Und Lamech sprach zu seinen Weibern Adah und Zillah: höret meine Stimme, ihr Weiber Lamechs, und vernehmet mit euren Ohren meine Rede, daß ich einen Mann getötet habe zu meiner Wunde, und ein Kindlein zu meiner Beule. Durch Lamech wird wie früher bezeichnet die Verwüstung; daß er zu seinen Weibern Adah und Zillah sagte: sie sollten mit ihren Ohren vernehmen seine Rede, ist ein Bekenntnis, das nirgend anders geschieht, als wo die Kirche ist, und daß diese durch seine Weiber bezeichnet werde, ist schon gesagt worden; daß "er einen Mann getötet habe zu seiner Wunde" bedeutet, daß er den Glauben ausgelöscht habe; durch Mann wird bezeichnet der Glaube, wie früher; "ein Kindlein (parvulus) zu seiner Beule" heißt, daß er die Liebe getötet. Durch Wunde und Beule wird bezeichnet nichts Gesundes mehr. Durch Wunde, daß der Glaube verödet, durch Beule, daß die Liebe (charitas) verwüstet sei. 428. Aus dem, was in diesem Vers und aus dem, was im folgenden Vers steht, erhellt offenbar, daß durch Lamech die Verwüstung bezeichnet wird; denn er sagt, daß er einen Mann und ein Knäbchen getötet habe, und daß Kain siebenfältig gerächt werden soll, und Lamech siebzigmal siebenmal. 429. Daß durch "Mann" der Glaube bezeichnet wird, erhellt aus dem ersten Vers dieses Kapitels, daß nämlich Chavah, als sie den Kain geboren, gesagt habe, "ich habe den Mann, den Jehovah, erworben", worunter die Glaubenslehre verstanden und der "Mann Jehovah" genannt wurde. Es erhellt auch aus dem, was früher vom Manne gezeigt worden, daß er nämlich den Verstand bedeutet, der des Glaubens ist. Daß er auch die Liebe ausgelöscht habe, welche Kindlein (parvulus) oder Knäbchen (puerulus) genannt wird, ergibt sich eben hieraus, denn wer den Glauben verleugnet oder ertötet, verleugnet und ertötet zugleich auch die Liebe (charitas), die durch den Glauben geboren wird. 430. Kindlein (parvulus) oder Knäblein (puerulus) bedeutet im Wort die Unschuld, dann auch die Liebe, denn wahre Unschuld gibt es nicht ohne Liebe und wahre Liebe nicht ohne Unschuld, die im Wort unterschieden werden durch Säuglinge, Kinder und Knäblein; und weil wahre Unschuld nicht möglich ist ohne wahre Liebe (amor) und Liebtätigkeit (charitas), so werden auch durch ebendieselben, nämlich Säuglinge, Kinder und kleine Knaben, bezeichnet drei Grade der Liebe, welche sind zärtliche Liebe wie des Säuglings gegen die Mutter oder Amme; Liebe wie die des Kindes gegen die Eltern; und Zuneigung (charitas) wie des Knäbleins gegen den Lehrer. So bei Jes.11/6: "Der Wolf wird bei dem Lamme weilen und der Pardel sich bei dem Böckchen lagern, und das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh zusammen; und ein kleiner Knabe leitet sie": Lamm, Böckchen und Kalb für die drei Grade der Liebe und Unschuld; Wolf, Pardel (Leopard) und junger Löwe für das Entgegengesetzte; kleiner Knabe für die Liebe. Jerem.44/7: "Ihr tut ein großes Übel wieder eure Seelen, daß ihr euch ausrottet Mann und Weib, Kind und Säugling aus der Mitte Judas, so daß ihr euch keine Überreste übriglasset": Mann und Weib steht für das Verstehen das Wahren und das Wollen des Guten; Kind und Säugling für die ersten Grade der Liebe. Daß Kind und Knäblein Unschuld und Liebtätigkeit ist, erhellt offenbar aus des Herrn Worten bei Luk.18/15-17: "Sie brachten die Kinder zu Jesus, daß Er sie berühren möchte; Er sprach, lasset die Kindlein zu Mir kommen, und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes, Amen; Ich sage euch, wer nicht aufnimmt das Reich Gottes wie ein Knabe, wird nicht hineinkommen in dasselbe". Der Herr selbst wird genannt Kindlein oder Knäblein: Jes.9/5, weil Er die Unschuld selbst und die Liebe selbst ist; und Er heißt dort Wunderbar, Rat Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. 431. Daß durch Wunde und Beule bezeichnet wird nichts Gesundes mehr, durch Wunde im besondern, daß der Glaube verödet, durch Beule, daß die Liebtätigkeit verwüstet sei, erhellt daraus, daß Wunde ausgesagt wird in Beziehung Mann, und Beule in Beziehung auf das Kindlein; durch ebendieselben Wörter und wird beschrieben die Verödung des Glaubens, und die Verwüstung der Liebtätigkeit durch Jes.1/6: "Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an ihm, Wunde, Beule, und frischer Schlag, nicht ausgedrückt, und nicht verbunden, und nicht mit Öl erweicht": wo Wunde vom verödeten Glauben, Beule von der vernichteten Liebtätigkeit, Schlag von beiden ausgesagt wird. 432. Vers 24: Daß siebenfältig wird gerächt werden Kain, und Lamech siebzigmal und siebenmal. Bedeutet, daß sie den Glauben, der unter Kain verstanden worden und dessen Verletzung hoch verpönt (sacrosanctum) war, und zugleich auch, was noch viel mehr verpönt war, die Liebtätigkeit, die durch den Glauben geboren werden sollte, ausgelöscht haben, und daß deshalb die Verdammnis erfolge, welches ist siebzigmal und siebenmal gerächt werden. 433. Daß "siebenfältig wird gerächt werden Kain" bedeute, es sei hoch verpönt, den getrennten Glauben, der unter Kain verstanden worden, zu verletzen, darüber sehe man nach, was gezeigt worden ist zu 1. Mose 4/15; und daß durch siebzigmal und siebenmal bezeichnet wird, daß es noch viel höher verpönt sei (die Liebe auszulöschen), und daß deswegen die Verdammnis erfolge, kann erhellen aus der Bedeutung von siebzigmal und siebenmal. Daß die Siebenzahl heilig ist, kommt daher, daß der siebente Tag den himmlischen Menschen, die himmlische Kirche, das himmlische Reich und im höchsten Sinn den Herrn selbst bezeichnet; daher die Siebenzahl überall, wo sie im Worte vorkommt, etwas Heiliges und Unverletzliches (sacrosanctum) bezeichnet; und dieses Heilige oder Unverletzliche wird von dem oder gemäß dem, von dem die Rede ist, ausgesagt; daher auch die Zahl Siebzig, die sieben Zeitläufe in sich begreift, denn ein Zeitlauf im Wort hat zehn Jahre; wann etwas Hochheiliges und Hochverpöntes ausgedrückt werden sollte, so sagte man siebzigmal siebenmal, wie z.B. wo der Herr sagte, "daß man seinem Bruder nicht bloß siebenmal, sondern siebenzigmal sieben vergeben sollte", Matth.18/21,22: worunter verstanden wird, daß man so oft vergeben soll, als er sündigt, so daß es ohne Ende oder in Ewigkeit fort geschehen soll, welches das Heilige ist. Und hier bedeutet, daß er siebenzigmal und siebenmal gerächt werden sollte, die Verdammnis, weil es sehr hoch verpönt war, (ihn) zu verletzen. 434. Vers 25: Und es erkannte der Mensch abermals seine Gattin, und sie gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Scheth; weil mir gesetzt hat Gott einen anderen Samen statt Habels, daß ihn Kain getötet hat. Unter dem Menschen und seiner Gattin wird verstanden die neue Kirche, die früher durch Adah und Zillah bezeichnet worden war; durch ihren Sohn, dessen Namen sie Scheth nannte, wird bezeichnet der neue Glaube, durch den Liebtätigkeit kommt; daß Gott einen anderen Samen statt Habel gab, weil ihn Kain getötet hatte, bedeutet, daß die Liebtätigkeit, die Kain geschieden und ausgelöscht hatte, nun vom Herrn dieser Kirche geschenkt worden sei. 435. Daß durch den Menschen und seine Gattin hier die neue Kirche, die früher durch Adah und Zillah bezeichnet worden war, verstanden worden sei, kann niemand aus dem Sinne des Buchstabens wissen und erschließen, weil der Mensch und seine Gattin früher die Älteste Kirche und deren Nachkommenschaft bezeichnet hatte; aber aus dem inneren Sinn erhellt es. Dann auch daraus, daß gleich 1. Mose 5/1-3 wiederum vom Menschen und seiner Gattin gesagt wird, daß sie den Scheth gezeugt haben, aber mit ganz anderen Worten wo die ersten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche bezeichnet wird. Würde nicht etwas anderes an dieser Stelle bezeichnet, so wäre nicht nötig gewesen, ebendasselbe wieder zu sagen. Gerade wie im ersten Kapitel, wo gehandelt wird von der Schöpfung des Menschen, dann der Gesträuche der Erde und der Tiere, und im folgenden Kapitel in gleicher Weise, aus dem Grunde, weil im ersten Kapitel gehandelt worden ist von der Schöpfung des geistigen Menschen, im folgenden von der Schöpfung des himmlischen Menschen. Wenn eine solche Wiederholung einer und ebenderselben Person und Sache ist, so wird in der einen Stelle etwas anderes als in der anderen bezeichnet. Was aber bezeichnet wird, kann man durchaus nicht wissen, außer aus dem inneren Sinn. Der Sachzusammenhang selbst bestätigt es gleichfalls, abgesehen davon, daß Mensch und Gattin allgemeine Ausdrücke sind, welche die Kirche bezeichnen, von der die Rede ist, und aus der etwas erzeugt wird. 436. Daß durch ihren Sohn, dessen Namen sie Scheth nannte, bezeichnet wird ein neuer Glaube, durch den Liebtätigkeit (kommt), erhellt aus dem, was früher gesagt wurde. Dann wo es von Kain hieß, es sei ein Zeichen an ihn gesetzt worden, daß ihn niemand töten möchte. Die Sache verhält sich nämlich ihrem Zusammenhang nach so: Der von der Liebe getrennte Glaube ist bezeichnet durch Kain, die Liebtätigkeit durch Habel; und daß der Glaube erhalten werden sollte um deswillen, damit durch denselben vom Herrn Liebtätigkeit eingepflanzt werden könnte, ist dadurch bezeichnet worden, daß Jehovah dem Kain ein Zeichen gesetzt habe, damit ihn niemand töten möchte. Daß nachher durch den Glauben vom Herrn das Heilige der Liebe und das Gute aus demselben geschenkt worden sei, ist bezeichnet worden durch Jabal, den Adah gebar; und daß das Geistige des Glaubens ist bezeichnet worden durch seinen Bruder Jubal. Und daß aus diesen das natürlich Gute und Wahre durch Thubalkain, den Zillah gebar. In diesen zwei Versen nun ist der Schluß, somit der Inbegriff der Dinge, welcher der ist, daß durch den Menschen und seine Gattin bezeichnet wird jene neue Kirche, die früher Adah und Zillah genannt wurde, und durch Scheth der Glaube, durch den Liebtätigkeit eingepflanzt wird; im folgenden Vers durch Enosch, die durch den Glauben eingepflanzte Liebtätigkeit. 437. Daß Scheht hier den neuen Glauben bezeichnet, durch den Liebtätigkeit (kommt), wird erklärt durch seinen Namen, der so genannt worden ist, weil Gott einen anderen Samen statt Habels gegeben, da ihn Kain getötet habe. Daß Gott einen anderen Samen gegeben bedeutet, daß der Herr einen anderen Glauben geschenkt habe. Der andere Same ist der Glaube, durch den Liebtätigkeit (kommt). Daß der Same den Glauben bedeute, sehe man Nr. 255. 438. Vers 26: Und dem Scheth, auch ihm ward ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enosch; dann fing man an anzurufen den Namen Jehovahs. Durch Scheth wird bezeichnet der Glaube, durch den Liebtätigkeit (kommt); durch seinen Sohn, dessen Name Enosch, wird bezeichnet eine Kirche, welche die Liebtätigkeit für die Hauptsache des Glaubens hielt; daß man alsdann anfing, den Namen Jehovahs anzurufen, bedeutet den aus der Liebtätigkeit hervorgehenden Gottesdienst dieser Kirche. 439. Daß durch Scheth bezeichnet wird der Glaube, durch den Liebtätigkeit (kommt), ist im vorhergehenden Vers gezeigt worden. Daß durch seinen Sohn, dessen Name Enosch, bezeichnet wird eine Kirche, welche die Liebtätigkeit für die Hauptsache des Glaubens hielt, erhellt auch aus dem, was früher gesagt worden, dann auch daraus, daß er genannt wird Enosch, welcher Name auch den Menschen bezeichnet, jedoch nicht den himmlischen Menschen, sondern den menschlich-geistigen Menschen, der hier Enosch ist. Dann erhellt es auch aus dem, was unmittelbar folgt, daß man nämlich dann anfing, den Namen Jehovahs anzurufen. 440. Daß die Worte: "dann fing man an, den Namen Jehovahs anzurufen", den aus der Liebtätigkeit hervorgehenden Gottesdienst jener Kirche bezeichnen, kann daraus erhellen, daß den Namen Jehovahs anrufen ein gewöhnlicher und allgemeiner Ausdruck für aller Verehrung des Herrn ist; und daß diese aus Liebtätigkeit (kommt), erhellt daraus, daß hier gesagt wird Jehovah, im vorgehenden Vers aber Gott; und daß der Herr durchaus nur aus der Liebtätigkeit verehrt werden kann; aus einem Glauben, welcher nicht der der Liebtätigkeit ist, gibt es keine Gottesverehrung, weil eine solche bloß Sache des Mundes, nicht des Herzens ist. Daß den Namen Jehovahs anrufen ein allgemeiner Ausdruck für alle Verehrung des Herrn ist, erhellt aus dem Wort, wie es von Abram heißt: "Er baute einen Altar dem Jehovah und rief an den Namen Jehovahs", 1. Mose 12/8; 13/4; dann: "Er pflanzte einen Hain in Beerscheba, und rief dort an den Namen Jehovahs, des Gottes der Ewigkeit": 1. Mose 21/33. Daß (dies) alles Gottesverehrung (bezeichne), Jes.43/22,23: "Jehovah, der Heilige Israels, sprach: nicht hast du Mich angerufen, Jakob, noch dich mit Mir bemühet Israel, du hast Mir nicht gebracht das Vieh deiner Brandopfer, und mit deinen Opfern Mich nicht geehrt; Ich habe dich nicht dienen lassen mit Mincha; und habe dich nicht ermüdet mit Weihrauch": wo alle vorbildliche Gottesverehrung summarisch angegeben ist. 441. Daß die Anrufung des Namens Jehovahs nicht jetzt erst angefangen habe, kann genugsam erhellen aus dem Vorhergehenden über die Älteste Kirche, die mehr als andere den Herrn anbetete und verehrte; dann auch daraus, daß Habel eine Gabe von den Erstgeburten der Herde darbrachte. Daher hier durch die Anrufung des Namens Jehovahs nichts anderes bezeichnet wird als die Gottesverehrung einer neuen Kirche, nachdem sie zerstört war durch diejenigen, die Kain und zuletzt Lamech genannt werden. 442. Aus dem, was in diesem Kapitel gezeigt worden, geht hervor, daß es in der ältesten Zeit mehrere von der Kirche getrennte Lehren und Ketzereien gab, von denen jede ihren Namen hatte. Diese getrennten Lehren und Ketzereien waren das Resultat eines viel tieferen Denkens als die von heute, weil ihre geistige Eigentümlichkeit von dieser Art war. Nr. 443 - 459 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 5. Kapitel 1. Dies das Buch der Geburten des Menschen, am Tage, da Gott schuf den Menschen; in die Ähnlichkeit Gottes machte Er ihn. 2. Mann und Weib, schuf Er sie und Er segnete sie, und Er nannte ihren Namen Mensch, am Tage, da sie geschaffen wurden. 3. Und der Mensch lebte dreißig und hundert Jahre; und er zeugte in seine Ähnlichkeit, nach seinem Bilde; und er nannte seinen Namen Scheth. 4. Und es waren die Tage des Menschen, nachdem er den Scheth gezeugt, achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 5. Und es waren alle Tage des Menschen, die er lebte, neunhundert Jahre, und dreißig Jahre, und er starb. 6. Und Scheth lebte fünf Jahre und hundert Jahre, und zeugte Enosch. 7. Und Scheth lebte, nachdem er den Enosch gezeugt, sieben Jahre und achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 8. Und es waren alle Tage Scheths zwölf Jahre und neunhundert Jahre; und er starb. 9. Und Enosch lebte neunzig Jahre und zeugte Kenan. 10. Und Enosch lebte, nachdem er den Kenan gezeugt, fünfzehn Jahre und achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 11. Und es waren alle Tage Enoschs fünf Jahre und neunhundert Jahre; und er starb. 12. Und Kenan lebte siebzig Jahre, und zeugte Mahalalel. 13. Und Kenan lebte, nachdem er diesen Mahalalel gezeugt, vierzig Jahre und achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 14. Und es waren alle Tage Kenans zehn Jahre und neunhundert Jahre; und er starb. 15. Und Mahalalel lebte fünf Jahre und sechzig Jahre, und zeugte Jared. 16. Und Mahalalel lebte, nachdem er den Jared gezeugt, dreißig Jahre und achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 17. Und es waren alle Tage Mahalalels fünfundneunzig Jahre und achthundert Jahre; und er starb. 18. Und Jared lebte zweiundsechzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte Chanoch. 19. Und Jared lebte, nachdem er den Chanoch gezeugt, achthundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 20. Und es waren alle Tage Jareds zweiundsechzig Jahre und neunhundert Jahre; und er starb. 21. Und Chanoch lebte fünfundsechzig Jahre, und zeugte Methuschelach. 22. Und Chanoch wandelte für sich mit Gott, nachdem er den Methuschelach gezeugt, dreihundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 23. Und es waren alle Tage Chanochs, fünfundsechzig Jahre und dreihundert Jahre. 24. Und Chanoch wandelte für sich mit Gott, und nicht mehr, weil ihn Gott nahm. 25. Und Methuschelach lebte siebenundachtzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte Lamech. 26. Und Methuschelach lebte, nachdem er den Lamech gezeugt, zweiundachtzig Jahre und siebenhundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. 27. Und es waren alle Tage Methuschelachs neunundsechzig Jahre und neunhundert Jahre; und er starb. 28. Und Lamech lebte zweiundachtzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte einen Sohn. 29. Und er nannte seinen Namen Noach, indem er sprach: der wird uns trösten wegen unseres Werkes, und wegen des Schmerzens unserer Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat. 30. Und Lamech lebte, nachdem er den Noach gezeugt, fünfundneunzig Jahre und fünfhundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 31. Und es waren alle Tage Lamechs siebenundsiebzig Jahre und siebenhundert Jahre; und er starb. 32. Und es war Noach ein Sohn von fünfhundert Jahren, und Noach zeugte Schem, Cham und Japheth.   Inhalt 460. In diesem Kapitel ist insonderheit die Rede von der Fortpflanzung der Ältesten Kirche auf die Nachkommen, beinahe bis zur Sündflut. 461. Die Älteste Kirche selbst, welche die Himmlische war, ist es, die genannt wird Mensch und Ähnlichkeit Gottes: Vers 1. 462. Die andere Kirche, die nicht so himmlisch war als die Älteste Kirche, wird genannt Scheth, wovon Vers 2, 3. 463. Die dritte Kirche hieß Enosch: Vers 6; die vierte Kirche Kenan: Vers 9; die fünfte Kirche Mahalalel: Vers 12; die sechste Kirche Jared: Vers 15; die siebente Kirche Chanoch: Vers 18; die achte Kirche Methuschelach: Vers 21. 464. Die Kirche, die Chanoch hieß, wird beschrieben, wie sie aus den Offenbarungen und Innewerdungen der Ältesten Kirche eine Lehre gebildet habe, die, obwohl sie in jener Zeit zu keinem Gebrauch diente, dennoch erhalten wurde zum Gebrauch der Nachkommenschaft, und dies ist es, daß "Chanoch nicht mehr, weil ihn Gott nahm": Vers 22, 23, 24. 465. Die neunte Kirche hieß Lamech: Vers 25. 466. Die zehnte Kirche, die Mutter dreier Kirchen nach der Sündflut, ist Noach. Diese Kirche ist zu nennen die Alte Kirche: Vers 28, 29. 467. Es wird beschrieben Lamech, wie bei ihr nichts vom Innewerden der Ältesten Kirche mehr übrig war; und Noach, als Neue Kirche: Vers 29.   Innerer Sinn 468. Aus dem, was im vorigen Kapitel gesagt und gezeigt worden, geht hervor, daß durch die Namen bezeichnet worden sind Ketzereien und Lehren; hieraus kann man abnehmen, daß auch durch die Namen in diesem Kapitel nicht Personen bezeichnet werden, sondern Sachen, und zwar hier Lehren oder Kirchen, die sich, wenn auch noch so verändert, erhalten haben von der Ältesten Kirche bis zu Noach. Aber mit der Kirche hat es die Bewandtnis, daß sie im Verlauf der Zeit abnimmt und zuletzt nur unter wenigen übrigbleibt; diese wenigen, bei denen sie zur Zeit der Sündflut übrigblieb, sind Noach genannt worden. Daß die wahre Kirche abnimmt und bei wenigen bleibt, kann an anderen Kirchen erhellen, die gleichfalls abgenommen haben. Die, welche übrigbleiben, werden im Worte genannt Überbleibsel und Überreste, und zwar in der Mitte oder Mittelpunkt des Landes. Im allgemeinen verhält es sich wie im besondern, d.h. wie mit der Kirche, so mit den einzelnen Menschen; wenn nicht bei jedem vom Herrn Überreste erhalten würden, so müßte er notwendig des ewigen Todes sterben. Denn in den Überresten ist geistiges und himmlisches Leben; ebenso im ganzen oder allgemeinen; wenn es nicht immer welche gäbe, bei denen die Kirche oder der wahre Glaube ist, so ginge das menschliche Geschlecht zugrunde; denn um etlicher willen wird, wie bekannt ist, eine Stadt, ja, ein ganzes Reich erhalten; es verhält sich damit, wie mit dem Herzen im Menschen, solange das Herz gesund ist, können die umliegenden Eingeweide leben; ist aber jenes matt, so ergreift die Abzehrung alles und der Mensch stirbt. Die letzten Überreste sind es, die bezeichnet werden durch Noach. Denn außerdem war, wie im folgenden Kapitel (1. Mose 6/12) zu ersehen ist, die ganze Erde verdorben. Von diesen Überresten bei einem jeden Menschen und in der Kirche ist hie und da die Rede bei den Propheten: Jes.4/3,4: "Wer zurückgelassen in Zion und in Jerusalem noch übrig ist, wird Ihm heilig heißen, jeder, der zum Leben geschrieben ist in Jerusalem, wenn der Herr abgewaschen den Unflat der Töchter Zions, und die Blutungen Jerusalems weggespült aus ihrer Mitte": wo von den Überresten, durch welche die Überreste (reliquiae) der Kirche, sodann auch des Menschen der Kirche bezeichnet werden, Heiligkeit beigelegt wird; denn die Übriggebliebenen in Zion und Jerusalem konnten deswegen, daß sie übriggeblieben waren, nicht heilig sein. Jes.10/20-22: "Geschehen wird es an jenem Tage, nicht weiter mehr werden die Überreste Israels und der Entkommene des Hauses Jakob sich stützen auf den, der sie schlug, sondern stützen wird man sich auf Jehovah, den Heiligen Israels in Wahrheit; die Überreste werden wiederkehren; die Überreste Jakobs zu dem starken Gott". Jerem.50/20: "In jenen Tagen und zu jener Zeit wird man suchen die Missetat Israels, aber sie wird nicht da sein, und die Sünden Jehudahs, und sie werden nicht gefunden werden, weil Ich verzeihen werde dem, den Ich werde übriglassen". Micha 5/6: "Es werden die Überreste Jakobs inmitten vieler Völker sein wie Tau von Jehovah, wie Regentropfen auf dem Kraut". Das Übrige oder die Überreste des Menschen oder der Kirche sind auch vorgebildet durch die Zehenten, die heilig waren; daher ist auch die Zahl Zehn eine heilige, und deswegen wird von den Überresten die Zehnzahl ausgesagt, wie bei Jes.6/12,13: "Entfernen wird Jehovah den Menschen, und viel Verlassenes wird sein inmitten des Landes; und (kaum) noch ist darin der zehnte Teil und wird zurückkehren, und wird (doch) zum Ausrotten sein; (aber) wie die Eiche und Steineiche, wenn sie ausgerissen wird, (so bleibt) ein Stamm von ihnen, der Same der Heiligkeit ist sein Stamm": wo der Überrest ein Stamm der Heiligkeit heißt. Amos 5/3: "So sprach der Herr Jehovah, die Stadt, die zu Tausend auszieht, wird hundert übriglassen, und die zu Hundert auszieht, wird zehn übriglassen dem Hause Israels". In diesen und mehreren (anderen) Stellen werden im inneren Sinn bezeichnet die Überreste von denen die Rede ist; daß um der Überreste der Kirche willen eine Stadt erhalten werde, erhellt aus dem, was zu Abraham von Sodom gesagt worden ist: "Abraham sprach: es möchten vielleicht zehn daselbst gefunden werden; und Er sprach: Ich will (sie) nicht verderben um der zehn willen", 1. Mose 18/32. 469. Vers 1: Dies das Buch der Geburten des Menschen, am Tage, da Gott den Menschen schuf; in die Ähnlichkeit Gottes machte Er ihn. "Das Buch der Geburten" ist die Aufzählung derer, die von der Ältesten Kirche waren; "am Tage, da Gott den Menschen schuf" heißt, daß er geistig geworden sei; "in die Ähnlichkeit Gottes machte Er ihn" heißt, daß er himmlisch geworden sei. So ist die Beschreibung der Ältesten Kirche. 470. Daß das Buch der Geburten sei die Aufzählung derer, die von der Ältesten Kirche waren, erhellt zur Genüge aus dem Folgenden; denn hier bis zum 11. Kapitel oder bis zu Eber bezeichnen die Namen durchaus nicht Personen, sondern Sachen.In der Urzeit war das menschliche Geschlecht unterschieden in Häuser, Familien und Stämme. Ein Haus bildete der Gatte und die Gattin mit ihren Kindern, dann auch einige aus der Familie derer, die dienten. Eine Familie bildeten wenigere oder mehrere Häuser, von welchen eines nicht weit vom anderen wohnte, aber doch nicht beisammen. Einen Stamm (gens) bildeten wenigere oder mehrere Familien. 471. Daß sie also wohnten, nämlich allein unter sich, geschieden nur in Häuser und Familien und Stämme, das hatte den Grund, daß so die Kirche unversehrt erhalten würde; daß alle Häuser und Familien abhängen möchten von einem Vater, und so verbleiben möchten in der Liebe und im wahren Gottesdienst; außerdem auch, weil jedes Haus einen von dem anderen verschiedenen Genius hatte; denn es ist bekannt, daß die Kinder, ja die Nachkommen von ihren Eltern her einen Genius, und solche charakteristische Kennzeichen überkommen, daß man sie am Gesicht und mehrerem anderen unterscheiden kann; damit nun keine Vermischung der Sinnesarten entstände, sondern eine genaue Unterscheidung stattfände, gefiel es dem Herrn, daß sie so wohnten; so war die Kirche ein lebendiges Abbild des Reichs des Herrn, denn im Reiche des Herrn sind unzählige Gesellschaften, jede geschieden von der anderen, je nach den Unterschieden der Liebe und des Glaubens; dies ist das Allein-Leben, von dem früher, Nr. 139, gesagt worden; und dies ist das in Zelten-Wohnen, von dem ebenfalls gesagt worden (Nr. 414). Und dies ist es, was, wie dem Herrn gefiel, auch die jüdische Kirche tun sollte, nämlich, daß sie in Häuser, in Familien, in Stämme geschieden sein, und ein jeder nur innerhalb der Familie eine Ehe schließen sollte; der Grund ist derselbe; wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 472. "Am Tage, da Gott den Menschen schuf" heißt, als er geistig wurde; und "in die Ähnlichkeit Gottes machte Er ihn" heißt, als er himmlisch wurde; dies folgt aus dem, was früher gesagt und gezeigt worden ist. Das Wort "schaffen" bezieht sich eigentlich auf den Menschen, wenn er neugeschaffen oder wiedergeboren wird; und "machen", wenn er vollendet wird; weshalb im Wort ein genauer Unterschied gemacht wird zwischen Schaffen, Bilden und Machen, wie auch früher im 1. Mose 2. Kapitel, wo gehandelt wird vom geistigen Menschen der himmlisch wurde: "es ruhte Gott von allem Seinem Werk, das Gott schuf machend", und hie und da anderwärts, wo Schaffen sich bezieht auf den geistigen Menschen, und machen, welches ist vollenden, sich bezieht auf den himmlischen Menschen; man sehe Nr. 16 und 88. 473. Daß "die Ähnlichkeit Gottes" sei der himmlische Mensch, und das Bild Gottes der geistige, ist auch früher gezeigt worden, denn das Bild (imago) ist nach der Ähnlichkeit (similitudo), und die Ähnlichkeit ist das Ebenbild (effigies), denn der himmlische Mensch wird ganz vom Herrn regiert, als Seine Ähnlichkeit. 474. Indem also von der Geburt oder Fortpflanzung der Ältesten Kirche gehandelt wird, wird hier zuerst beschrieben, daß sie aus einer geistigen eine himmlische geworden sei, denn es folgen die Fortpflanzungen von derselben. 475. Vers 2: Mann und Weib schuf Er sie, und segnete sie, und nannte ihren Namen Mensch, am Tage, da sie geschaffen wurden. Durch Mann und Weib wird bezeichnet die Ehe zwischen dem Glauben und der Liebe; durch "ihren Namen nennen, Mensch" wird bezeichnet, daß sie eine Kirche, die vorzugsweise der Mensch heißt. 476. Daß durch Mann (masculus) und Weib (foemina) bezeichnet wird die Ehe zwischen dem Glauben und der Liebe, ist früher gesagt und gezeigt worden, nämlich daß das Männliche oder der Mann bezeichne den Verstand und was Sache des Verstandes, somit was Sache des Glaubens ist; und das Weib bezeichne den Willen oder was Sache des Willens, somit was Sache der Liebe ist, weshalb sie auch genannt wurde Chavah, vom Leben, das bloß Sache der Liebe ist. Darum wird durch Weib auch bezeichnet die Kirche, und durch das Männliche (masculus) der Mann der Kirche. Es wird hier gehandelt vom Zustand der Kirche, da sie geistig war, aber bald himmlisch wurde, weshalb das Männliche vorausgeht, gerade wie 1. Mose 1/26,27; auch bezieht sich das Wort Schaffen auf den geistigen Menschen; gleich hernach aber, nachdem die Ehe zustande gekommen oder die Kirche himmlisch geworden ist, wird nicht Mann und Weib, sondern Mensch gesagt, der beide infolge der Ehe (ex conjugio) bezeichnet. Daher folgt gleich darauf: "und Er nannte ihren Namen Mensch", wodurch die Kirche bezeichnet wird. 477. Daß der Mensch sei die Älteste Kirche, ist früher öfters gesagt und gezeigt worden; denn im höchsten Sinn ist der Herr selbst der alleinige Mensch. Infolgedessen wird die himmlische Kirche Mensch genannt, weil sie Ähnlichkeit; von daher sodann die geistige, weil sie Bild ist. Aber im gewöhnlichen Sinn wird jeder ein Mensch genannt, der menschlichen Verstand hat, denn vom Verstand ist der Mensch Mensch, und mehr Mensch der eine als der andere, obwohl die Unterscheidung des Menschen vom Menschen geschehen sollte je nach dem Glauben der Liebe zum Herrn. Daß die Älteste Kirche und jede wahre Kirche und daher die, welche von der Kirche sind, d.h., die aus der Liebe und dem Glauben an den Herrn sind, hauptsächlich Mensch heißen, erhellt aus dem Wort, wie bei Hes.36/10-12: "Ich will auf euch des Menschen viel machen, das ganze Haus Israels allzumal, Ich will auf euch des Menschen und des Tieres viel machen, daß sie sich mehren und fruchtbar werden; und will euch wohnen machen wie in euren alten Zeiten, und will (euch) mehr Gutes tun als in euren Anfängen; Ich will wandeln lassen auf euch den Menschen, Mein Volk Israels": wo die Älteste Kirche bezeichnet wird durch die alten Zeiten; die alten Kirchen durch Anfänge; die ursprüngliche Kirche, d.h., die aus den Heiden, durch das Haus Israels und das Volk Israel, welche Kirchen Mensch genannt werden. 5. Mose 32/7,8: "Gedenke der Tage der Ewigkeit, verstehet die Jahre des Geschlechts und Geschlechts, da der Höchste ein Erbe gab den Völkerschaften; da Er ausschied die Söhne des Menschen, bestimmte Er die Grenzen der Völker, nach der Zahl der Söhne Israels": wo die Älteste Kirche verstanden wird unter den Tagen der Ewigkeit; die alten Kirchen - unter Geschlecht und Geschlecht; Söhne des Menschen werden die genannt, die im Glauben an den Herrn waren, und dieser Glaube ist die Zahl der Söhne Israels. Daß der Wiedergeborene ein Mensch heißt erhellt bei Jerem.4/23,25: "Ich sah an die Erde und siehe, da war Leere und Öde; und zu den Himmeln auf, und sie hatten kein Licht; ich sah und siehe, da war kein Mensch, und jeglicher Vogel des Himmels war weggeflogen": wo die Erde für den äußeren Menschen, der Himmel für den inneren steht; der Mensch für die Liebe zum Guten, der Vogel des Himmels für das Verständnis des Wahren. Jerem.31/27: "Siehe, die Tage kommen, da Ich besamen werde das Haus Israels und das Haus Jehudahs mit Menschensamen und mit Tiersamen": wo der Mensch für den inneren Menschen, das Tier für den äußeren steht. Jes.2/22: "Lasset ab vom Menschen, in dessen Nase Odem ist, denn wie hoch ist er geschätzt": der Mensch für den Menschen der Kirche. Jes.6/12: "Entfernen wird Jehovah den Menschen, und viel wird sein des Verlassenen inmitten des Landes": wo die Rede ist von einer solchen Verwüstung des Menschen, daß kein Gutes und Wahres mehr da ist. Jes.24/6: "Ausgebrannt werden die Bewohner des Landes werden, und übrig wird des Menschen wenig sein". Jes.33/8,9: "Verödet sind die Pfade, es ist ausgeblieben der Wanderer des Pfades; gebrochen hat er den Bund, verachtet die Städte, nicht geachtet den Menschen, es trauert und schmachtet das Land": für den Menschen, der in der hebräischen Sprache Enosch heißt. Jes.13/12,13: "Kostbarer als feines Gold will Ich den Menschen machen und den Menschen als Gold aus Ophir; darum will Ich den Himmel erschüttern und beben von ihrer Stelle soll die Erde": hier ist Mensch zuerst genannt Enosch, hernach ist er genannt Adam. 478. Daß er Adam heißt, davon ist der Grund, daß das hebräische Wort Adam einen Menschen bedeutet. Daß aber Adam durchaus nie als Eigenname desselben vorkommt, sondern in der Bedeutung des Menschen, ist hier und früher deutlich daraus zu sehen, daß das Wort nicht in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl steht, oder daß es beiden beigelegt wird, sowohl dem Mann als der Frau. Beide zusammen heißen der Mensch. Daß es von beiden gebraucht wird, kann jeder an den Worten sehen, denn es wird gesagt: "Er nannte ihren Namen Mensch, am Tage, da sie geschaffen wurden"; so auch 1. Mose 1/26,28: "Laßt uns den Menschen machen in unser Bild, und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres". Hieraus kann man auch abnehmen, daß nicht von einem zuerst vor allem geschaffenen Menschen, sondern von der Ältesten Kirche die Rede ist. 479. Den Namen nennen oder mit Namen nennen bedeutet im Wort, wie früher gezeigt worden, die Beschaffenheit von einem kennen; hier die Beschaffenheit der Ältesten Kirche, daß nämlich der Mensch von dem Boden genommen oder vom Herrn wiedergeboren worden sei; denn Adam heißt der Boden. Und nachher, nachdem er himmlisch geworden, daß er Mensch vor anderen sei infolge des Glaubens aus der Liebe zum Herrn. 480. Daß sie Mensch genannt wurden am Tage, da sie geschaffen worden, erhellt auch aus 1. Mose 1/26,27, nämlich am Ende des sechsten Tages, welcher entspricht dem Abend des Sabbaths, d.h., da der Sabbath oder der siebente Tag angefangen hat; denn der siebente Tag oder der Sabbath ist der himmlische Mensch, wie früher gezeigt worden. 481. Vers 3: Und der Mensch lebte dreißig und hundert Jahre und zeugte in seine Ähnlichkeit, nach seinem Bilde, und nannte seinen Namen Scheth. Durch "dreißig und hundert Jahre" wird bezeichnet die Zeit, ehe eine neue Kirche entstand, von der, weil sie der Ältesten nicht so unähnlich war, gesagt wird, sie sei geboren in ihre Ähnlichkeit und nach ihrem Bilde. Aber die Ähnlichkeit bezieht sich auf den Glauben und das Bild auf die Liebe. Diese Kirche ist genannt worden Scheth. 482. Was die Jahre und die Zahlen der Jahre, die in diesem Kapitel vorkommen, im inneren Sinn bezeichnen, ist noch keinem bekannt. Die, welche im Sinne des Buchstabens sind, meinen, es seien weltliche Jahre; aber hier, 1. Mose vom 5. bis zum 12. Kapitel ist nichts Geschichtliches, wie es im Sinne des Buchstabens erscheint, enthalten, sondern alles und jedes schließt etwas anders in sich, wie die Namen, so auch die Zahlen. Im Worte kommt hin und wieder die Zahl Drei, dann auch Sieben vor, und überall bezeichnen sie etwas Heiliges oder Unverletzliches in betreff der Zustände, welche die Zeiten oder anderes in sich schließen oder vorbilden, das gleiche in den kleinsten Zeiträumen wie in den größten; denn wie die Teile dem Ganzen angehören, so gehört auch das Kleinste dem Größten an, denn sie müssen sich in gleicher Weise verhalten, damit das Ganze aus den Teilen oder das Größte aus dem Kleinsten in angemessener Weise hervorgehen (existat), wie bei Jes.16/14: "Nun redete Jehovah sprechend: in drei Jahren, gleich den Jahren eines Taglöhners, wird gering gemacht werden die Herrlichkeit Moabs". Jes.21/16: "Es sprach der Herr zu mir: noch ein Jahr, gleich den Jahren eines Taglöhners, und es wird schwinden alle Herrlichkeit Kedars": wo sowohl die kleinsten als die größten Zeiträume bezeichnet werden. Hab.3/2: "Jehovah, ich hörte das Gerücht von Dir; ich hatte, o Jehovah, Ehrfurcht vor Deinem Werk, inmitten der Jahre mache es lebendig, inmitten der Jahre mache es bekannt": wo die Mitte der Jahre für die Ankunft des Herrn steht; auch in kleineren Zeiträumen für jede Ankunft des Herrn, wie z. B. wenn ein Mensch wiedergeboren wird; in größeren, wenn von neuem die Kirche des Herrn aufersteht; es wird auch genannt das Jahr der Erlösten, Jes.63/4: "Der Tag der Rache ist in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösten ist gekommen"; sowie denn auch die tausend Jahre, während welcher der Satan gebunden sein wird: Joh.Offenb.20/2,3,7, und die tausend Jahre der ersten Auferstehung: Joh.Offenb.20/4-6, durchaus nicht tausend Jahre bedeuten, sondern ihre Zustände; denn gleichwie die Tage, so werden auch die Jahre für den Zustand genommen, und die Zustände werden beschrieben durch die Zahl der Jahre; woraus erhellen kann, daß die Zeiten in diesem Kapitel auch Zustände in sich schließen, denn jede Kirche war in einem anderen Zustand des Innewerdens als die andere, je nach den Unterschieden der Sinnesart infolge der Vererbung und der eigenen Tätigkeit. 483. Durch die Namen, die folgen, wie durch Scheth, Enosch, Kenan, Mahalalel, Jared, Chanoch, Methuschelach, Lamech, Noach, werden ebenso viele Kirchen bezeichnet, deren erste und vorzüglichste diejenige war, die der Mensch hieß. Der Kirchen Hauptsächlichstes war das Innewerden, daher die Unterschiede der Kirchen jener Zeit hauptsächlich Unterschiede der Innewerdungen waren. Von dem Innewerden (perceptio) darf hier erwähnt werden, daß im gesamten Himmel lediglich nur das Innewerden des Guten und Wahren herrscht und zwar ein solches, das nicht beschrieben werden kann, mit unzähligen Unterschieden, so daß die eine Gesellschaft nicht das gleiche Innewerden hat, wie die andere; von den Innewerdungen daselbst gibt es Gattungen und Arten, und die Gattungen sind unzählig und die Arten einer jeden Gattung ebenfalls unzählig, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Da es unzählige Gattungen und von einer jeden Gattung unzählige Arten und noch unzähligere Unterarten gibt, so kann erhellen, wie wenig, ja fast nichts heutzutage die Welt von himmlischen und geistigen Dingen weiß, daß sie nicht einmal weiß, was das Innewerden ist, und wenn es gesagt wird, nicht glaubt, daß es dergleichen gebe; so auch in anderem. Die Älteste Kirche bildete das himmlische Reich des Herrn vor, auch in Ansehung der Gattungs- und Art- Unterschiede der Innewerdungen; weil man aber heutzutage auch nicht den allgemeinsten Begriff davon hat, was das Innewerden sei, so würde man nur Fremdes und Unbekanntes vorbringen, wenn man die Gattungen und Arten der Innewerdungen dieser Kirche angeben wollte; in Häuser, Familien und Stämme waren sie deswegen geschieden, und schlossen ihre Ehen innerhalb der Häuser und Familien, um deswillen, damit die Gattungen und Arten der Innewerdungen da sein und nicht anders als gemäß den Fortpflanzungen der Sinnesarten von den Eltern her fortgeleitet werden möchten; daher die, welche von der Ältesten Kirche waren, auch im Himmel beisammen wohnen. 484. Daß die Kirche, die Scheth hieß, der Ältesten Kirche am nächsten ähnlich gewesen ist, erhellt daraus, daß es heißt, "der Mensch habe gezeugt in seine Ähnlichkeit, nach seinem Bilde, und habe seinen Namen Scheth genannt". Die Ähnlichkeit bezieht sich auf den Glauben und das Bild auf die Liebe, denn daß sie nicht gewesen ist wie die Älteste Kirche in Ansehung der Liebe und hieraus des Glaubens an den Herrn, erhellt daraus, daß kurz zuvor gesagt wird: "Mann und Weib schuf Er sie, segnete sie und nannte ihren Namen Mensch", wodurch bezeichnet wird der geistige Mensch des sechsten Tages, wie früher gesagt worden; daher seine Ähnlichkeit war wie der geistige des sechsten Tages, d.h., die Liebe war nicht so die Hauptsache, gleichwohl jedoch der Glaube mit der Liebe verbunden. 485. Daß hier eine andere Kirche unter Scheth verstanden wird als die, welche früher, 1. Mose 4/25 durch Scheth beschrieben worden ist, sehe man daselbst: Nr. 435. Daß Kirchen von verschiedener Lehre mit gleichem Namen benannt worden sind, kann man an denen sehen, die 1. Mose 4/17,18, Chanoch und Lamech genannt wurden, während in diesem Kapitel andere ebenso Chanoch und Lamech genannt worden sind: 1. Mose 5/21,30. 486. Vers 4: Und es waren die Tage des Menschen, nachdem er den Scheth gezeugt, achthundert Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter. Durch Tage werden bezeichnet Zeiten und Zustände im allgemeinen, durch Jahre Zeiten und Zustände im besonderen. Durch Söhne und Töchter wird bezeichnet Wahres und Gutes, das sie inne wurden. 487. Daß durch Tage bezeichnet werden Zeiten und Zustände im allgemeinen, ist 1. Mose 1. Kapitel gezeigt worden, wo die Schöpfungstage nichts anders bezeichnen. Es ist ganz gewöhnlich im Wort, jede Zeit Tag zu nennen, wie offenbar hier und in den folgenden Versen 5,8,11,14,17,20,23,27,31, weshalb auch die Zustände der Zeiten im allgemeinen ebenfalls durch Tage bezeichnet werden; und wenn Jahre beigesetzt werden, dann werden durch die Zeiten der Jahre bezeichnet die so oder so beschaffenen Zustände, somit die Zustände im besonderen. Die Uralten hatten ihre Zahlen, durch die sie Verschiedenes von der Kirche bezeichneten, wie z.B. die Zahlen Drei, Sieben, Zehn, Zwölf und mehrere, die sie aus diesen und anderen zusammensetzten, und so die Zustände der Kirche zusammenfaßten. Daher diese Zahlen Geheimnisse enthalten, zu deren Erklärung vieles erforderlich ist; es war eine Berechnung der Zustände der Kirche. Ähnliches kommt hin und wieder auch im Worte vor, hauptsächlich im prophetischen; auch in den Gebräuchen der jüdischen Kirche sind Zahlen sowohl für Zeiten als Maße, so bei den Schlachtopfern, Speisopfern, Gaben und anderem, und überall bezeichnen sie Heiliges, je nach der Beziehung. Was daher hier achthundert und im folgenden Verse 930 und weiter in den folgenden die Jahrzahlen im besondern in sich schließen, ist mehr, als irgend gezeigt werden kann, nämlich die Zustandsveränderungen ihrer Kirche, je in Beziehung auf den allgemeinen Zustand von ihnen. Im Folgenden soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden, was die einfachen Zahlen bis Zwölf bezeichnen; wenn man dies nicht zuvor weiß, so kann man nicht fassen, was die zusammengesetzten Zahlen bezeichnen. 488. Daß Tage bezeichnen Zustände im allgemeinen, und Jahre Zustände im besonderen, kann, wie gesagt, auch erhellen aus dem Wort: Hes.22/4: "Du hast nahen lassen deine Tage und bist gekommen zu deinen Jahren": hier ist von denen die Rede, die Greuelhaftes tun, und der Sünden Maß voll machen, somit werden auf den Zustand solcher hier im allgemeinen bezogen Tage, im besondern Jahre. Ps.61/7: "Tage auf Tage wirst du dem Könige zulegen, seine Jahre dauern von Geschlecht zu Geschlecht": vom Herrn und Seinem Reich; auch hier Tage und Jahr für den Zustand Seines Reiches. Ps.77/6: "Ich überdachte die Tage von Alters her, die Jahre der Zeitläufe": wo die Tage von Alters her die Zustände der Ältesten Kirche und die Jahre der Zeitläufe die Zustände der Alten Kirche sind. Jes.63/4: "Ein Tag der Rache ist in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösten ist gekommen": für die letzten Zeiten, wo der Tag der Rache für den Zustand der Verdammnis und das Jahr der Erlösten für den Zustand der Seligkeit steht. Jes.61/2: "Auszurufen das Jahr des Wohlgefallens für Jehovah, und den Tag der Rache für unseren Gott, zu trösten alle Trauernden": hier werden ebenfalls Tage, wie auch Jahre genannt und bezeichnen Zustände. Jerem.Klagel.5/21: "Erneure unsere Tage wie vor Alters": hier deutlich für Zustand. Joel 2/1,2,11: "Es kommt der Tag Jehovahs, denn nahe ist er, der Tag der Finsternis und des Dunkels, der Tag der Wolke und der Dunkelheit; wie er ist keiner geworden von Ewigkeit her und nach ihm wird keiner hinzukommen bis in die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht": wo der Tag für den Zustand der Finsternis, des Dunkels, der Wolke und der Dunkelheit eines jeden im besonderen und aller im allgemeinen steht. Sach.3/9,10: "Ich will entfernen die Missetat jenes Landes an einem Tage, an jenem Tage werdet ihr rufen, einer dem anderen, unter den Weinstock und unter den Feigenbaum". Sach.14/7: "Es wird sein ein Tag, der bekannt ist dem Jehovah, nicht Tag noch Nacht, und es wird geschehen zur Abendzeit wird Licht sein": wo deutlich ist, daß Zustände (bezeichnet werden), weil es heißt: es wird ein Tag sein, nicht Tag noch Nacht, zur Abendzeit wird Licht sein. Dann aus dem, was in den Zehn Geboten steht, 5. Mose 5/16 und 25/15: "Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit verlängert werden deine Tage, und daß es dir gut gehe in dem Lande": hier bedeutet die Tage verlängern nicht ein langes Leben, sondern einen glückseligen Zustand; im Sinne des Buchstabens kann es nicht anders scheinen, als daß der Tag eine Zeit bezeichne, aber im inneren Sinn bezeichnet er einen Zustand; die Engel, die im inneren Sinne des Wortes sind, wissen nicht, was Zeit ist, denn sie haben nicht eine Sonne und einen Mond, welche die Zeiten unterscheiden, folglich wissen sie nicht, was Tag und Jahr ist, sondern was ein Zustand und dessen Veränderungen sind; daher vor den Engeln, die im inneren Sinne des Wortes sind, alles, was zur Materie, zu Raum und Zeit gehört, verschwindet; z.B. was im Sinne des Buchstabens steht bei Hes.30/3: "Nahe ist der Tag, ja nahe wird der Tag Jehovahs, der Tag der Wolke, die Zeit der Heiden sein", und bei Joel 1/15: "Wehe des Tages, denn nahe ist der Tag Jehovahs und wie Verwüstung": wo der Tag der Wolke für die Wolke oder Falschheit steht, der Tag der Heiden für Heiden oder Bosheit, der Tag Jehovahs für die Verwüstung; wenn der Zeitbegriff entfernt wird, so bleibt der Begriff des Zustandes der Dinge, die zu jener Zeit waren. Ebenso verhält es sich mit den Tagen und Jahren in diesem Kapitel, die so oft genannt werden. 489. Daß durch Söhne und Töchter bezeichnet wird Wahres und Gutes, das sie inne wurden, und zwar durch Söhne Wahres und durch Töchter Gutes, kann aus sehr vielen Stellen bei den Propheten erhellen; denn die Empfängnisse und Geburten der Kirche sind im Worte, wie vor Alters, genannt worden Söhne und Töchter, wie bei Jes.60/3-5: "Es werden die Völkerschaften zu deinem Lichte wandeln und die Könige zum Glanz deines Aufgangs; erhebe umher deine Augen, und siehe, sie alle versammeln sich und kommen zu dir, deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter an der Seite ernährt werden; dann wirst du sehen und herbeiströmen und staunen und erweitern wird sich dein Herz": wo die Söhne für Wahrheiten und die Töchter für das Gute stehen. Ps.144/11,12: "Befreie mich und errette mich aus der Hand der Söhne des Fremden, deren Mund Eitles redet; unsere Söhne wie Pflanzungen groß gewachsen in ihrer Jugend, unsere Töchter wie Ecksäulen, ausgehauen in der Form des Tempels": Söhne des Fremden für unechte oder falsche Wahrheiten, unsere Söhne für die Lehren des Wahren, die Töchter für die Lehren des Guten. Jes.43/6,8: "Ich will sprechen zur Mitternacht: gib her, und zum Mittag: halte nicht zurück, bring her meine Söhne aus der Ferne, und meine Töchter vom Ende der Erde, führe heraus das blinde Volk, das Augen hat, und die Tauben, die Ohren haben": hier stehen die Söhne für die Wahrheiten, die Töchter für das Gute, die Blinden für die, welche die Wahrheiten sehen werden, Taube für die, welche gehorchen. Jerem.3/24: "Schande verzehret die Arbeit unsere Väter von unserer Jugend auf, ihr kleines und ihr großes Vieh, ihre Söhne und ihre Töchter": hier Söhne und Töchter für Wahres und Gutes. Daß Kinder und Söhne für Wahres stehen, bei Jes.29/22-24: "Nun soll nicht zuschanden werden Jakob, und nun sollen seine Angesichte nicht erblassen; denn wenn er sehen wird seine Kinder, das Werk Meiner Hände, werden sie in ihrer Mitte heiligen Meinen Namen, und werden heiligen den Heiligen Jakobs, und den Gott Israels fürchten, die Irrenden im Geiste werden Einsicht haben": der Heilige Jakobs, der Gott Israels für den Herrn; die Kinder (nati) für die Wiedergeborenen, die Einsicht im Guten und Wahren haben, wie es denn auch erklärt wird. Jes.54/1: "Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, weil der Söhne der allein Gelassenen mehr sind als der Söhne der Vermählten": Söhne der allein Gelassenen für die Wahrheiten der ursprünglichen Kirche oder der aus den Heiden, die Söhne der Vermählten für die Wahrheiten der jüdischen Kirche. Jerem.10/20: "Mein Zelt ist zerstört und alle meine Seile sind zerrissen, meine Söhne sind von mir weggegangen und sind dahin": die Söhne für die Wahrheiten. Jerem.30/20: "Seine Söhne sollen sein wie vormals und ihre Gemeinde soll vor mir bestehen": für die Wahrheiten der Alten Kirche. Sach.9/13: "Ich will aufregen deine Söhne Zion (gegen) deine Söhne, Javan, und will dich hinstellen wie das Schwert des Mächtigen": für die Wahrheiten des Glaubens (aus der Liebe). 490. Daß Tochter für Gutes steht, kommt oft im Worte vor, wie Ps.45/10-17: "Töchter der Könige sind in deinem Köstlichen, es steht die Königin zu deiner Rechten im besten Golde Ophirs; die Tochter von Tyrus im Geschenk; ganz herrlich ist die Tochter des Königs inwendig, von Goldstickereien ist ihr Kleid, an der Stelle deiner Väter werden deine Söhne sein": wo das Gute und Schöne der Liebe und des Glaubens durch die Tochter beschrieben wird. Daher werden die Kirchen genannt Töchter, und zwar wegen des Guten, wie Tochter Zions und Tochter Jerusalems: Jes.37/22 und oft anderwärts; sie werden auch genannt Töchter des Volkes: Jes.22/4; Tochter Tharschisch: Jes.23/10; Tochter Zidons: Jes.23/12; Töchter auf dem Felde: Hes.26/6,8. 491. Ebendasselbe wird bezeichnet durch die Söhne und Töchter in diesem Kapitel, Vers 4,7,10,13,16,19,26,30. Aber wie die Kirche, so die Söhne und Töchter, d.h. so (ihr) Gutes und Wahres. Hier ist es das Wahre und Gute, das sie deutlich inne wurden, weil es zugeschrieben wird der Ältesten Kirche, dem Haupt und der Mutter der übrigen und nachfolgenden. 492. Vers 5: Und es waren alle Tage des Menschen, die er lebte, neunhundert Jahre und dreißig Jahre, und er starb. Durch Tage und Jahre werden hier wie früher bezeichnet Zeiten und Zustände. Daß er starb, bedeutet, daß ein solches Innewerden nicht mehr statthatte. 493. Daß durch Tage und Jahre bezeichnet werden Zeiten und Zustände, dabei ist nicht länger zu verweilen; es soll hier bloß gesagt werden, daß in der Welt notwendig Zeiten und Maße sind, auf die Zahlen angewendet werden, weil (sie) im Letzten der Natur (ist); aber so oft sie (die Zahlen) angewendet werden, so wird durch die Zahlen der Tage und der Jahre, dann auch durch die Zahlen der Maße bezeichnet etwas abgesehen von den Zeiten und Maßen, je nach der Bedeutung der Zahl, wie z.B. daß sechs Tage der Arbeit sind, und der siebente heilig; daß eine Jubelfeier in jedem neunundvierzigsten Jahre ausgerufen und im fünfzigsten begangen werden sollte; daß zwölf Stämme Israels sein sollten, soviel als Apostel des Herrn; daß siebzig Älteste, wie auch ebenso viele Jünger des Herrn, und noch sehr viel anderes mehr; hier sind es Zahlen, die etwas Eigentümliches bezeichnen, abgesehen von dem, auf was sie angewendet sind; und wenn von ihnen abgesehen wird, dann sind es Zustände, die durch die Zahlen bezeichnet werden. 494. Daß gestorben sein bedeutet, daß ein solches Innewerden nicht mehr statthatte, erhellt aus der Bedeutung des Wortes "sterben", das alles bezeichnet, was aufhört das zu sein, was es war, wie in der Joh.Offenb.3/1,2: "Dem Engel der Gemeinde, die zu Sardes ist, schreibe: "Das sagt, Der die sieben Geister und die sieben Sterne hat, Ich kenne deine Werke, daß du den Namen hast, du lebest und bist doch tot; sei wachsam und stärke das übrige, das sterben will, denn Ich habe deine Werke nicht vollkommen gefunden vor Gott". Jerem.22/26: "Ich werde deine Mutter, die dich geboren hat, in ein anderes Land werfen, wo ihr nicht geboren seid und daselbst werdet ihr sterben": wo Mutter für Kirche steht; denn es verhielt sich mit der Kirche, wie gesagt, so, daß sie abnimmt und ausartet, und daß die alte Rechtschaffenheit sich verliert, aus dem Grund hauptsächlich, weil das Erbböse sich vermehrt, denn ein jeder Erzeuger fügt neues Böses zu dem Ererbten hinzu; alles wirkliche Böse bei den Eltern nimmt die Art der Natur an, und wenn es oft sich wiederholt, wird es zur Natur und kommt zu dem Ererbten hinzu, und wird fortgepflanzt auf die Kinder und so auf die Nachkommen; auf diese Weise vermehrt sich das Erbböse bei den Nachkommen ins Ungeheure, was jeder erkennen kann an der bösen Sinnesart der Kinder; sofern sie ganz ähnlich ist der ihrer Eltern und Voreltern. Ganz falsch ist die Meinung derer, die glauben, es gebe kein Erbböses, als das, welches, wie sie sagen, eingepflanzt ist von Adam her, man sehe Nr. 313, während doch ein jeder durch seine wirklichen Sünden ein Erbböses macht, und zu den von seinen Eltern vererbten hinzufügt, und so anhäuft, was in jeder Nachkommenschaft verbleibt; und es wird nur bei denen gemildert, die vom Herrn wiedergeboren werden, dies ist die Hauptursache, warum jede Kirche ausartet; so nun auch die Älteste Kirche. 495. Wie die Älteste Kirche abnahm, kann nicht klar sein, wenn man nicht weiß, was Innewerden ist; denn sie war eine innewerdende Kirche, von der Art es heutzutage keine gibt. Das Innewerden der Kirche besteht darin, daß man inne wird vom Herrn, was das Gute und das Wahre ist, wie die Engel; nicht sowohl was das Gute und Wahre der bürgerlichen Gesellschaft, sondern was das Gute und Wahre der Liebe und des Glaubens an den Herrn ist. An dem Glaubensbekenntnis, wie es sich aus dem Leben bekräftigt, kann man sehen, von welcher Art es ist, und ob es ist. 496. Vers 6: Und Scheth lebte fünf Jahre und hundert Jahre, und zeugte Enosch. Scheth ist, wie gesagt die andere Kirche, nicht so himmlisch wie die älteste Mutterkirche, immer jedoch eine der ältesten. Daß er lebte hundert und fünf Jahre, bezeichnet Zeiten und Zustände, wie zuvor. Daß er den Enosch zeugte bedeutet, daß eine andere Kirche von jenen abstammte, die Enosch hieß. 497. Daß Scheth die andere Kirche ist, weniger himmlisch, als die älteste Mutterkirche, immer jedoch eine der ältesten, erhellt aus dem, was zuvor von Scheth 1. Mose 5/3 gesagt worden ist: es verhält sich mit den Kirchen so, daß sie allmählich und im Fortgange der Zeiten abnehmen in Ansehung des Wesentlichen, hauptsächlich aus dem schon früher angegebenen Grunde. 498. Daß er den Enosch zeugte bedeutet, daß eine andere Kirche, die Enosch hieß, von jenen abstammte. Dies erhellt gleichfalls daraus, daß die Namen in diesem Kapitel nichts anderes bezeichnen als Kirchen. 499. Vers 7,8: Und Scheth lebte, nachdem er den Enosch gezeugt, sieben Jahre und achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Scheths zwölf Jahre und neunhundert Jahre, und er starb. Die Tage und die Jahreszahlen bedeuten hier wie früher Zeiten und Zustände; Söhne und Töchter haben hier dieselbe Bedeutung wie früher; ebenso daß er starb. 500. Vers 9: Und Enosch lebte neunzig Jahre, und zeugte Kenan. Durch Enosch wird bezeichnet die dritte Kirche, noch weniger himmlisch als die Kirche Scheth, aber doch eine von den ältesten. Durch Kenan wird bezeichnet die vierte Kirche, die auf die vorigen folgte. 501. Mit den Kirchen, die im Laufe der Zeiten aufeinanderfolgten, und von denen die eine als von der anderen geboren angegeben wird, verhielt es sich, wie es sich mit den Früchten oder mit ihrem Samen verhält: in der Mitte derselben oder im Innersten sind gleichsam die Früchte der Früchte, oder gleichsam die Samen der Samen, aus denen das der Ordnung nach Folgende gleichsam lebt; denn je weiter von da weg gegen die Umkreise, desto weniger von dem Wesen der Frucht oder des Samens, bis daß zuletzt bloß Häutchen oder Hüllen da sind, in denen die Früchte oder Samen endigen. Oder wie es im Gehirne ist, in dessen Innerstem das feine Organische ist, genannt die Rindensubstanzen, aus denen und durch welche die Wirkungen der Seele hervorgehen; auf diese folgen der Ordnung nach die reineren Hüllen, dann die dickeren, dann die allgemeinen, die Hirnhäute (meninges) genannt werden, und diese werden begrenzt von noch allgemeineren, und zuletzt vom allgemeinsten, das die Hirnschale ist. 502. Jene drei Kirchen: der Mensch (Adam), Scheth und Enosch, bilden zusammen die Älteste Kirche, jedoch mit einem Unterschied der Vollkommenheit in betreff der Innewerdungen. Das Innewerden der ersten Kirche schwächte sich nach und nach in den folgenden ab und wurde allgemeiner. Geradeso, wie es nach dem schon Bemerkten bei der Frucht oder dem Samen, oder beim Gehirne der Fall ist. Die Vollkommenheit besteht in der Fähigkeit, deutlich inne zu werden, die sich abschwächt, wenn es nicht so deutlich, sondern allgemeiner geschieht; dann tritt an die Stelle des klareren Innewerdens ein dunkleres, und fängt so an zu verschwinden. 503. Das Innewerden (perceptivum) der Ältesten Kirche bestand nicht bloß darin, daß sie inne wurden was gut und wahr ist, sondern in der Seligkeit und Lust Gutes zu tun; ohne die Seligkeit und Lust Gutes zu tun, ist das Innewerden nicht lebendig, sondern von ihr lebt es. Das Leben der Liebe und aus ihr des Glaubens, wie es die Älteste Kirche hatte, ist Leben, indem es im Nutzenschaffen oder im Guten und Wahren des Nutzenschaffens ist. Aus dem Nutzenschaffen, durch das Nutzenschaffen und gemäß dem Nutzenschaffen wird Leben vom Herrn gegeben; dem Unnützen kann kein Leben zukommen, denn alles was unnütz ist, wird weggeworfen. In jenem waren sie Ähnlichkeiten des Herrn, daher wurden sie auch in dem Innegewordenen Bilder; das Innewerden ist wissen, was gut und wahr, somit was des Glaubens ist. Wer in der Liebe ist, der freut sich nicht zu wissen, sondern zu tun das Gute und Wahre, d.h. nützlich zu sein. 504. Vers 10,11: Und Enosch lebte, nachdem er den Kenan gezeugt, fünfzehn Jahre und achthundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Enoschs fünf Jahre und neunhundert Jahre, und er starb. Hier haben gleichfalls die Tage, und die Zahlen der Jahre, sodann die Söhne und Töchter, sowie auch, daß er starb, ähnliche Bedeutung. 505. Enosch ist die dritte Kirche, eine der ältesten, aber weniger himmlisch, somit weniger innewerdend als die Kirche Scheth, und diese nicht so himmlisch und innewerdend wie die Mutterkirche, die der Mensch heißt. Diese drei sind es, welche die Älteste Kirche bilden, gleichsam den Kern der Früchte oder Samen im Vergleich mit den folgenden. Die folgenden aber stellen vergleichsweise die häutige Natur derselben dar. 506. Vers 12: Und Kenan lebte siebzig Jahre, und zeugte Mahalalel. Durch Kenan wird bezeichnet die vierte Kirche, und durch Mahalalel die fünfte. 507. Die Kirche, die Kenan hieß, ist nicht so zu jenen drei vollkommeneren zu zählen, denn es begann alsdann das Innewerden, das bei den vorigen ein klar geschiedenes war, allgemein zu werden, und zwar vergleichsweise wie die ersten und weicheren Häute sich verhalten zum Kern der Frucht oder des Samens. Dieser Zustand wird zwar nicht beschrieben, wird aber doch ersichtlich aus dem Folgenden, wie aus der Beschreibung der Kirchen, die Chanoch und die Noach benannt sind. 508. Vers 13,14: Und Kenan lebte, nachdem er den Mahalalel gezeugt, vierzig Jahre und achthundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Kenans zehn Jahre und neunhundert Jahre, und er starb. Mit den Tagen und Jahreszahlen verhält es sich wie früher gesagt worden. Söhne und Töchter beuten hier wie früher Wahres und Gutes das sie inne wurden, aber allgemeiner. Daß er starb, bedeutet ebenfalls, daß sie aufhörte, eine solche zu sein. 509. Es ist hier bloß zu bemerken, daß sich alles verhält je nach dem Zustand der Kirche. 510. Vers 15: Und Mahalalel lebte fünf Jahre und sechzig Jahre, und zeugte Jared. Durch Mahalalel wird die fünfte Kirche bezeichnet; durch Jared die sechste. 511. Weil das Innewerden schwächer, und aus einem mehr ins einzelne gehenden oder klar geschiedenen ein mehr und mehr allgemeines oder dunkles wurde, ging es ebenso mit dem Leben der Liebe oder der Nutzwirkungen; denn wie sich das Leben der Liebe oder der Nutzwirkungen verhält, so das Innewerden. Aus dem Guten das Wahre wissen, ist himmlisch. Auch war das Leben derer, welche die Kirche, genannt Mahalalel, bildeten, von der Art, daß sie die Ergötzung am Wahren der Lust an den Nutzwirkungen vorzogen; was (mir) an solchen, die ihnen glichen, im anderen Leben durch die Erfahrung zu wissen gegeben wurde. 512. Vers 16,17: Und Mahalalel lebte, nachdem er den Jared gezeugt, dreißig Jahre und achthundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Mahalalels fünfundneunzig Jahre und achthundert Jahre, und er starb. Hiermit verhält es sich ebenso wie mit ähnlichem früher. 513. Vers 18: Und Jared lebte zweiundsechzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte Chanoch. Durch Jared wird bezeichnet die sechste Kirche, durch Chanoch die siebente. 514. Von der Kirche, die Jared hieß, wird auch nichts erwähnt; von welcher Art sie aber war, kann man abnehmen von der Kirche Mahalalel, die vorhergeht, und von der Kirche Chanoch, die folgt, von denen sie die mittlere ist. 515. Vers 19,20: Und Jared lebte, nachdem er den Chanoch gezeugt, achthundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Jareds zweiundsechzig Jahre und neunhundert Jahre, und er starb. Auch dies verhält sich ebenso wie das, wovon früher. Daß ihr Alter nicht so groß gewesen ist, wie das des Jared von 962 Jahren, und das des Methuschelach von 969, kann auch jedem klar sein. Dann auch aus dem, was vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn gesagt werden wird zu 1. Mose 6/3, wo es heißt: "Es werden ihre Tage sein hundertzwanzig Jahre"; daher die Zahl der Jahre nicht das Lebensalter irgendeines Menschen, sondern Zeiten und Zustände der Kirche bezeichnet. 516. Vers 21: Und Chanoch lebte fünfundsechzig Jahre, und zeugte Methuschelach. Durch Chanoch wird die siebte Kirche bezeichnet, und durch Methuschelach die achte Kirche. 517. Von welcher Art die Kirche Chanoch war, wird beschrieben in dem gleich Folgenden. 518. Vers 22: Und Chanoch wandelte für sich mit Gott, nachdem er den Methuschelach gezeugt, dreihundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Wandeln mit Gott bezeichnet die Lehre vom Glauben. Daß er Söhne und Töchter zeugte, bezeichnete die Lehrsätze vom Wahren und Guten. 519. Es gab in jener Zeit solche, die aus den Innewerdungen der Ältesten Kirche und der folgenden (sequentium) eine Lehre machten, auf daß sie zur Richtschnur dienen, und man aus ihr wissen möchte, was gut und wahr ist; die, welche von der Art waren, wurden genannt Chanoch; dies wird bezeichnet durch die Worte: "Und Chanoch wandelte für sich mit Gott". So nannten sie auch jene Lehre, die denn auch bezeichnet ist durch den Namen Chanoch, das ist, unterrichten. Es erhellt auch aus der Bedeutung des Wortes "wandeln", und daraus, daß es heißt, er habe gewandelt mit Gott, nicht mit Jehovah; wandeln mit Gott ist lehren und leben nach der Lehre des Glaubens, dagegen wandeln mit Jehovah, ist leben ein Leben der Liebe; wandeln ist ein gewöhnlicher Ausdruck und bedeutet leben, wie z.B. wandeln im Gesetz, wandeln in den Ordnungen, wandeln in der Wahrheit; wandeln bezieht sich eigentlich auf den Weg, welcher der der Wahrheit, welcher mithin der des Glaubens oder der Glaubenslehre ist; was wandeln im Worte bedeutet, kann aus folgenden Stellen einigermaßen erhellen Micha 6/8: "Er hat dir kund getan, o Mensch, was gut ist, und was fordert Jehovah von dir, als das Recht zu tun und die Liebe der Barmherzigkeit, und dich zu demütigen, wandelnd mit deinem Gott": wandeln mit Gott bedeutet hier auch leben nach dem, was kundgetan worden ist; hier wird aber gesagt mit Gott, hingegen von Chanoch ein anderes Wort, welches auch bedeutet von mit Gott, so daß es ein zweideutiger Ausdruck ist. Ps.56/14: "Du hast errettet meine Füße vom Anstoßen, zu wandeln vor Gott im Lichte der Lebendigen": wo vor Gott wandeln ist in der Wahrheit des Glaubens; und diese ist das Licht der Lebendigen. Jes.9/1: "Das Volk, die in der Finsternis Wandelnden, sehen ein großes Licht". Der Herr bei 3. Mose 26/12: "Ich will wandeln in eurer Mitte, und will euer Gott sein, und ihr sollt Mein Volk sein": soviel, als sie sollen leben nach der Lehre des Gesetzes; Jerem.8/2: "Sie werden sie ausbreiten zur Sonne und zum Mond und zu den Himmelsheeren, die sie liebten, und denen sie dienten, und denen sie nachwandelten, und die sie suchten": hier wird deutlich unterschieden zwischen dem, was Sache der Liebe ist und was Sache des Glaubens ist; Sache der Liebe ist lieben und dienen; Sache des Glaubens ist wandeln und suchen. Bei den Propheten wird genau auf die Worte gehalten, und nie eines statt des anderen genommen. Dagegen wandeln mit Jehovah, oder vor Jehovah, bedeutet im Wort ein Leben der Liebe leben. 520. Vers 23,24: Und es waren alle Tage Chanochs fünfundsechzig Jahre und dreihundert Jahre. Und Chanoch wandelte für sich mit Gott, und nicht mehr, weil ihn Gott nahm. Daß "alle Tage Chanochs 365 Jahre" waren bedeutet, daß es wenige (waren), daß er "für sich mit Gott wandelte", ist wie zuvor die Lehre vom Glauben; daß er "nicht mehr, weil ihn Gott nahm" bedeutet, daß jene Lehre erhalten worden sei zum Gebrauch der Nachkommenschaft. 521. Daß er "nicht mehr, weil ihn Gott nahm" bedeutet, jene Lehre sei erhalten worden zum Gebrauche der Nachkommenschaft. Damit hat es bei Chanoch die Bewandtnis, daß er das Innegewordene der Ältesten Kirche, wie gesagt, in eine Lehre brachte, was zu jener Zeit nicht gestattet war; denn etwas ganz anderes ist es, aus dem Innewerden wissen, als aus der Lehre lernen. Die im Innewerden sind, haben nicht nötig, auf dem Weg einer entworfenen Lehre kennenzulernen was sie wissen; wie z.B. der Beleuchtung halber: Wer gut zu denken weiß, braucht nicht durch die Kunst denken zu lernen, dadurch würde seine Fähigkeit, gut zu denken, verlorengehen, wie bei denen, die in Schulstaub stecken. Die aus dem Innewerden sind, denen wird durch einen innerlichen Weg vom Herrn verliehen zu wissen, was gut und wahr ist; dagegen denen, die aus der Lehre sind, durch einen äußeren Weg, d.h. durch den der Körpersinne. Der Unterschied ist wie zwischen Licht und Finsternis. Hierzu kommt, daß die Innewerdungen des himmlischen Menschen gar nicht beschrieben werden können, denn sie sind im allerkleinsten und einzelnsten, mit aller Verschiedenheit je nach den Zuständen und Umständen. Weil aber vorauszusehen war, daß das Innewerden der Ältesten Kirche sich verlieren werde, und daß man nachher durch Lehren das, was wahr und gut ist, erlernen oder durch Finsternis zum Licht kommen werde, darum wird hier gesagt, daß ihn Gott genommen, d.h. erhalten habe zum Gebrauche der Nachkommenschaft. 522. Welche Beschaffenheit das Innewerden derer erhielt, die Chanoch hießen, ist mir auch zu wissen gegeben worden, daß es nämlich zu etwas Dunklem, Allgemeinem wurde, ohne klare Unterscheidung; denn das Gemüt richtet dann seinen Blick außer sich auf Lehrgegenstände. 523. Vers 25: Und Methuschelach lebte siebenundachtzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte Lamech. Durch Methuschelach wird bezeichnet die achte Kirche, und durch Lamech die neunte. 524. Wie diese Kirche beschaffen gewesen sei, davon wird nichts Besonderes erwähnt; daß aber das Innewerden ein allgemeines und dunkles geworden war, erhellt aus der Beschreibung der Kirche, die Noach genannt wird, also daß die Rechtschaffenheit abnahm, und mit der Rechtschaffenheit die Weisheit und Einsicht. 525. Vers 26,27: Und Methuschelach lebte, nachdem er jenen Lamech gezeugt, zweiundachtzig Jahre und siebenhundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Methuschelachs neunundsechzig Jahre und neunhundert Jahre, und er starb. Damit verhielt es sich ebenso, wie mit den übrigen. 526. Vers 28: Und Lamech lebte zweiundachtzig Jahre und hundert Jahre, und zeugte einen Sohn. Durch Lamech wird hier bezeichnet die neunte Kirche, in der ein so allgemeines und dunkles Innewerden des Wahren und Guten war, daß fast keines, somit die Kirche verwüstet war. Durch den Sohn wird der Ursprung einer neuen Kirche bezeichnet. 527. Daß durch Lamech bezeichnet wird eine Kirche, in der ein so allgemeines und dunkles Innewerden des Wahren und Guten war, daß fast keines, somit die Kirche verwüstet war, kann erhellen aus dem Vorhergehenden und aus dem Folgenden, denn sie wird beschrieben in dem gleich folgenden Verse. Lamech bezeichnete im vorhergehenden Kapitel beinahe das gleiche wie hier, nämlich die Verwüstung, über die man nachsehe 1. Mose 4/18,19,23,24; und der, von dem er gezeugt wurde, wird auch beinahe ebenso genannt, nämlich Methuschael, so daß durch die Namen beinahe das gleiche bezeichnet ist, durch Methuschael und Methuschelach etwas Sterbendes, durch Lamech das Zerstörte. 528. Vers 29: Und er nannte seinen Namen Noach, sprechend, der wird uns trösten wegen unseres Werkes und wegen des Schmerzens unserer Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat. Durch Noach wird bezeichnet die Alte Kirche; durch "uns trösten wegen unseres Werkes und wegen des Schmerzens unserer Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat", wird bezeichnet die Lehre, durch die wieder hergestellt werden sollte, was verkehrt war. 529. Daß durch Noach bezeichnet wird die Alte Kirche oder die Mutter der drei Kirchen nach der Sündflut, wird aus dem Folgenden erhellen, wo ausführlicher von Noach gehandelt wird. 530. Durch die Namen im diesem Kapitel werden, wie gesagt, Kirchen bezeichnet oder was dasselbe ist, Lehren, denn von der Lehre ist und wird genannt die Kirche, somit durch Noach die Alte Kirche oder die Lehre, die von der Ältesten her übrigblieb. Wie es sich mit den Kirchen oder Lehren verhält, ist früher gesagt worden, daß sie nämlich abnehmen, bis nichts mehr übrigbleibt von Gutem und Wahrem des Glaubens, und dann wird die Kirche verwüstet genannt im Worte; aber gleichwohl werden immer Überreste erhalten oder einige, bei denen das Gute und Wahre des Glaubens verbleibt, obwohl es wenige sind; und wenn nicht bei ihnen das Gute und Wahre des Glaubens erhalten würde, so würde keine Verbindung des Himmels mit dem Menschengeschlechte sein. Was die Überreste betrifft, die beim Menschen insbesondere sind, je weniger es sind, desto weniger kann sein Vernünftiges und Wißtümliches erleuchtet werden; denn das Licht des Wahren und Guten fließt von den Überresten und durch die Überreste vom Herrn ein. Wären keine Überreste beim Menschen, so wäre er nicht Mensch, sondern viel geringer als ein Tier. Je weniger Überreste, desto weniger ist er Mensch, und je mehrere, desto mehr ist er Mensch. Mit den Überresten verhält es sich wie mit einem Himmelsgestirn, je kleiner es ist, desto weniger Licht von demselben, je größer, desto mehr Licht von demselben. Das wenige, das von der Ältesten Kirche übrigblieb, war bei denen, welche die Kirche bildeten, die Noach genannt wurde, aber es waren nicht Überbleibsel des Innewerdens, sondern der Rechtschaffenheit, sodann der Lehre aus dem Innegewordenen der ältesten Kirchen, daher jetzt zuerst eine neue Kirche vom Herrn erweckt worden ist; und weil sie eine von der der Ältesten ganz verschiedene Anlage hatte, so ist sie zu nennen die Alte Kirche; die Alte darum, weil sie am Ende der Zeitläufe vor der Sündflut und in der ersten Zeit nach der Sündflut (aufkam); von dieser Kirche, vormöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 531. Daß durch "uns trösten wegen unseres Werkes und wegen des Schmerzens unserer Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat" bezeichnet wird die Lehre, durch die wieder hergestellt werden sollte, was verkehrt war, wird ebenfalls aus dem Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, erhellen. Durch Werk wird bezeichnet, daß sie nur mit Mühe und Not inne werden konnten, was wahr ist. Durch den Schmerz der Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat, daß sie nichts Gutes tun konnten. Also wird beschrieben Lamech oder die verwüstete Kirche. Werk und Arbeit unserer Hände heißt es, wenn sie aus sich oder dem Eigenen das Wahre aufsuchen und das Gute tun müssen; das, was daraus entsteht, ist der Boden, den Jehovah verflucht hat, d.h., daß nichts als Falsches und Böses (da sei). Was aber bedeutet, daß Jehovah verfluche, sehe man Nr. 245. Dagegen das Trösten bezieht sich auf den Sohn oder Noach, durch den bezeichnet wird eine neue Geburt, somit eine neue Kirche, welche ist die Alte. Durch diese oder durch Noach wird deswegen auch bezeichnet Ruhe, und aus der Ruhe Trost, wie bei der Ältesten Kirche der siebente Tag, an dem der Herr ruhte, man sehe Nr. 84-88. 532. Vers 30,31: Und Lamech lebte, nachdem er den Noach gezeugt, fünfundneunzig Jahre und fünfhundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. Und es waren alle Tage Lamechs siebenundsiebzig Jahre und siebenhundert Jahre, und er starb. Durch Lamech wird bezeichnet die verwüstete Kirche; durch Söhne und Töchter die Empfängnisse und Geburten einer solchen Kirche. 533. Weil auch von Lamech nicht mehreres erwähnt wird, als daß er Söhne und Töchter zeugte, welches sind die Empfängnisse und Geburten einer solchen Kirche, so ist hierbei nicht weiter zu verweilen. Welcherlei Geburten oder Söhne und Töchter es sind, kann man von der Kirche abnehmen, denn welcherlei die Kirche, solcherlei die Geburten. Jene beiden Kirchen, die Methuschelach und Lamech genannt wurden, nahmen zunächst vor der Sündflut ein Ende. 534. Vers 32: Und es war Noach ein Sohn von fünfhundert Jahren; und Noach zeugte Schem, Cham und Japheth. Durch Noach wird bezeichnet die Alte Kirche; durch Schem, Cham und Japheth, werden bezeichnet drei Alte Kirchen; deren Erzeugerin die Alte war, die Noach hieß. 535. Daß die Kirche, die Noach heißt, nicht zu den Kirchen, die vor der Sündflut waren, gezählt werden darf, kann erhellen aus 1. Mose 5/29: "daß sie dieselben trösten sollte wegen ihres Werkes, und wegen der Arbeit ihrer Hände vom Boden, den Jehovah verflucht hat". Der Trost war, daß sie überleben und fortbestehen sollte. Doch von Noach und seinen Söhnen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 536. Weil im Vorhergehenden mehrmals die Rede war vom Innewerden der Kirchen, die vor der Sündflut bestanden, und heutzutage das Innewerden (Perceptio) eine ganz unbekannte Sache ist, und zwar eine so unbekannte, daß man glauben kann, sie sei eine fortwährende Offenbarung, oder sie sei etwas Eingepflanztes; andere sie sei etwas bloß Eingebildetes, andere anders; und gleichwohl das Innewerden das eigentliche Himmlische vom Herrn ist, denen geschenkt, die im Glauben der Liebe sind, und im ganzen Himmel allenthalben ein Innewerden mit unzähliger Mannigfaltigkeit ist, darum darf (ich), damit man einen Begriff vom Innewerden bekomme, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden das Innewerden in Ansehung seiner Gattungen beschreiben, wie es in den Himmeln ist. Nr. 537 - 553 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 6. Kapitel 1. Und es geschah, daß der Mensch anfing sich zu mehren auf den Angesichten des Bodens und Töchter ihnen geboren wurden. 2. Und es sahen die Söhne Gottes die Töchter des Menschen, daß sie gut seien, und sie nahmen sich Weiber von allen, die sie erwählten. 3. Und Jehovah sprach: nicht wird Mein Geist den Menschen hinfort zurechtweisen, darum, daß er Fleisch (ist); und es werden seine Tage sein hundert und zwanzig Jahre. 4. Die Nephilim waren auf Erden in jenen Tagen, und hauptsächlich, nachdem die Söhne Gottes zu den Töchtern des Menschen eingegangen waren, und sie ihnen geboren; dies die starken Männer, die vom Zeitlauf her Männer des Namens. 5. Und Jehovah sah, daß viel geworden das Böse des Menschen auf Erden, und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse, alltäglich. 6. Und es reute den Jehovah, daß er den Menschen gemacht auf Erden, und es schmerzte Ihn in Seinem Herzen. 7. Und Jehovah sprach: Ich will vertilgen den Menschen, den Ich geschaffen habe, von den Angesichten des Bodens, vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm und bis zum Vogel der Himmel, weil es Mich reut, daß Ich sie gemacht. 8. Und Noach fand Gnade in den Augen Jehovahs.   Inhalt 554. Es wird gehandelt vom Zustand des Menschen vor der Sündflut. 555. Daß beim Menschen, wo die Kirche, Begierden zu herrschen angefangen haben, welche die Töchter sind. Ferner daß sie mit ihren Begierden die Lehren des Glaubens verbunden und so sich bestärkt haben in Bösem und Falschem, und das ist es, daß die Söhne Gottes sich Weiber genommen haben von den Töchtern des Menschen: Vers 1, 2. 556. Weil er so keine Überreste mehr vom Guten und Wahren hatte, wird vorausgesagt, der Mensch soll anders gebildet werden, so daß ihm Überreste zukommen, welche die hundertzwanzig Jahre sind: Vers 3. 557. Die, welche die Lehren des Glaubens in Begierden versenkt und infolge davon, sowie von der Selbstliebe, in arge Einbildungen (diras persuasiones) von ihrer Größe vor anderen verfallen sind, sind die Nephilim: Vers 4. 558. Daher kein Wollen und Innewerden des Guten und Wahren mehr: Vers 5. 559. Die Barmherzigkeit des Herrn wird beschrieben durch das, daß es ihn gereut und geschmerzt habe im Herzen: Vers 6; daß sie so geworden seien, daß ihre Begierden und Einbildungen töten mußten: Vers 7; daß daher, damit das Menschengeschlecht errettet würde, eine neue Kirche erstehen soll, die Noach ist: Vers 8.   Innerer Sinn 560. Bevor man weiter gehen darf, ist zu erwähnen, was für eine Bewandtnis es hatte mit der Kirche vor der Sündflut; im allgemeinen erging es ihr wie den nachherigen Kirchen, wie z.B. mit der jüdischen Kirche vor der Ankunft des Herrn und der christlichen Kirche nach Seiner Ankunft. Die Erkenntnisse des wahren Glaubens verkehrte und verfälschte man. Was insbesondere den Menschen der Kirche vor der Sündflut betrifft, so verfiel er mit dem Fortgang der Zeit in greuliche Einbildungen und versenkte das Gute und Wahre des Glaubens in schändliche Begierden, so sehr, daß kaum einige Überreste bei ihnen waren; und als sie so geworden, wurden sie gleichsam von sich selbst erstickt, denn der Mensch kann ohne Überreste nicht leben. Denn, wie früher gesagt worden, die Überreste sind es, in denen das Leben des Menschen ist, das ihn von den Tieren auszeichnet. Vermöge der Überreste oder durch die Überreste vom Herrn kann der Mensch sein wie ein Mensch, wissen, was gut und wahr ist, über das einzelne reflektieren, folglich denken und schließen (cogitare et ratiocinari); denn in den Überresten allein ist geistiges und himmlisches Leben. 561. Damit man aber wisse, was die Überreste sind, so sind sie nicht bloß das Gute und Wahre, das aus dem Wort des Herrn der Mensch von Kindheit an erlernt hat und was so seinem Gedächtnis eingeprägt ist, sondern es sind auch alle Zustände von daher, wie die Zustände der Unschuld von der Kindheit an, die Zustände der Liebe gegen die Eltern, Geschwister, Lehrer, Freunde; die Zustände der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wie auch der Barmherzigkeit gegen Arme und Bedürftige, kurz alle Zustände des Guten und Wahren. Diese Zustände nebst dem Guten und Wahren, das dem Gedächtnis eingeprägt ist, heißen Überreste, die vom Herrn beim Menschen erhalten und aufbewahrt werden in seinem inneren Menschen, während er es gar nicht weiß und die wohl ausgesondert werden von demjenigen, was des Menschen Eigenes, d.h. böse und falsch ist. Alle diese Zustände werden so vom Herrn beim Menschen erhalten, daß auch nicht das Geringste von ihnen verlorengeht, was mir zu wissen gegeben worden daraus, daß ein jeder Zustand des Menschen von seiner Kindheit an bis in sein höchstes Alter im anderen Leben nicht bloß bleibt, sondern auch wiederkehrt, und zwar ganz so, wie sie waren, während er in der Welt lebte; so nicht bloß das Gute und Wahre des Gedächtnisses, sondern auch all die Zustände der Unschuld und der Liebtätigkeit. Und wann die Zustände des Bösen und Falschen oder der Bosheit und Einbildung wieder kommen, die alle und jede ebenfalls im allerkleinsten bleiben und wiederkehren, dann werden vom Herrn diese Zustände durch jene gemäßigt; hieraus kann erhellen, daß der Mensch, wenn er keine Überreste hätte, nirgend anders als in der ewigen Verdammnis sein könnte; man sehe, was oben Nr. 468 gesagt worden. 562. Die vor der Sündflut waren so, daß sie zuletzt beinahe keine Überreste mehr hatten, darum, weil sie einen solchen Genius hatten, daß sie arge und abscheuliche Irrtümer (persuasiones) von allem einsogen, was irgend vorkam und in ihr Denken fiel, so daß sie von denselben nicht im Geringsten abweichen wollten, und zwar hauptsächlich aus Selbstliebe, indem sie meinten, sie seien gleichsam Götter und alles was sie denken, sei göttlich. Eine solche Art von Überredung bestand nirgends bei einem anderen Volk vor und nach, denn sie ist todbringend oder erstickend, daher sie auch im anderen Leben nirgend sein dürfen wo andere Geister sind. Sind sie zugegen, so nehmen sie denselben durch den Einfluß ihrer überaus hartnäckigen Beredungen alles Vermögen zu denken, außer anderem, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 563. Wenn eine solche Selbstberedung den Menschen einnimmt, dann ist er wie ein Leim, in dem kleben bleibt das Gute und Wahre, das die Überreste ausmachen sollte, so daß die Überreste nicht mehr aufbewahrt bleiben und die aufbewahrten nicht mehr zum Gebrauch dienen können. Daher sie auch, als sie den höchsten Grad solcher Selbstberedung erreicht hatten, von selbst vertilgt, und wie durch eine Überschwemmung nicht unähnlich einer Flut erstickt wurden; weshalb eben ihre Vertilgung mit einer Flut verglichen und auch nach Art der Uralten durch eine Flut beschrieben wird. 564. Vers 1: Und es geschah, daß der Mensch anfing sich zu mehren auf den Angesichten des Bodens, und Töchter ihnen geboren wurden. Durch den "Menschen" wird hier bezeichnet das menschliche Geschlecht zur damaligen Zeit; durch die "Angesichte des Bodens" jener ganze Landstrich, in dem die Kirche war; durch "Töchter" wird hier bezeichnet das dem Willen jenes Menschen Angehörige, folglich die Begierden. 565. Daß durch Mensch hier bezeichnet wird das menschliche Geschlecht zur damaligen Zeit, und zwar das böse und verdorbene, kann erhellen aus: 1. Mose 6/3: "Nicht mehr wird Mein Geist den Menschen hinfort zurechtweisen, darum weil er Fleisch ist". 1. Mose 6/5: "Daß sich vervielfältigt hat das Böse des Menschen auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse ist".1. Mose 6/7: "Ich will vertilgen den Menschen, den Ich geschaffen habe". 1. Mose 7/21,22: "Es starb dahin alles Fleisch, das kriecht auf Erden und jeder Mensch, in dessen Nase das Wehen des Geistes der Leben ist". In betreff des Menschen ist früher gesagt worden, daß der Herr allein Mensch ist, und daß von Ihm jeder himmlische Mensch oder die himmlische Kirche Mensch genannt wird, und von daher die übrigen. Dann auch jeder, von was immer für einem Glauben, um ihn zu unterscheiden von den unvernünftigen Tieren. Aber der Mensch ist Mensch und unterschieden von den Tieren nur durch die Überreste, die des Herrn sind; von ihnen auch wird der Mensch genannt Mensch, und weil wegen der Überreste, die des Herrn sind, so auch vom Herrn, wenn er auch der ärgste ist; denn der Mensch ist gar nicht Mensch, sondern das schlechteste der Tiere, wenn ohne Überreste. 566. Daß durch die Angesichte des Bodens bezeichnet wird jener ganze Strich, in dem die Kirche war, erhellt aus der Bedeutung des Bodens. Im Worte wird der Boden (humus) genau unterschieden von Erde (terra); durch Boden wird überall bezeichnet die Kirche oder etwas von der Kirche; daher auch der Name des Menschen oder Adam, das heißt Erdboden (humus); unter Erde wird dort hin und wieder verstanden eine Nicht-Kirche oder ein Nicht-Etwas der Kirche, wie denn im ersten Kapitel des 1. Mose bloß genannt wird die Erde, weil noch keine Kirche oder noch nicht wiedergeboren war der Mensch; im 1. Mose 2. Kapitel wird zuerst der Erdboden genannt, weil nun eine Kirche; ebenso hier und im folgenden Kapitel, daß vertilgt werden soll "alles Wesen von den Angesichten des Erdbodens weg", 1. Mose 7/4,23: wo es bedeutet in dem Landstrich, wo die Kirche; und ebendaselbst: "lebendig zu machen einen Samen auf den Angesichten der Erde", 1. Mose 7/3: wo von der zu erschaffenden Kirche; ebenso überall im Wort, wie Jes.14/1,2: "Erbarmen wird sich Jehovah Jakobs und wieder erwählen Israel, und sie setzen auf ihren Boden, und es werden sie annehmen die Völker und sie bringen an ihren Ort und erben wird sie das Haus Israel auf dem Boden Jehovahs": wo von der gegründeten Kirche; wo aber keine Kirche, da wird in demselben Kapitel gesagt "Erde": Jes.14/9,12,16,20,21,25,26. Jes.19/17,18: "Und es wird sein der Boden Jehudahs für Ägypten zum Erzittern; an jenem Tage werden fünf Städte sein in dem Land Ägypten, redend die Lippe Kanaans": hier Boden, wo die Kirche, und Land, wo die Kirche nicht ist. Jes.24/20;21: "Taumeln wird die Erde wie ein Trunkener; heimsuchen wird Jehovah das Heer der Höhe in der Höhe und die Könige des Erdbodens auf dem Erdboden". Jerem.14/4,5: "Um des zertretenen Bodens willen, weil nicht Regen war auf Erden, sind beschämt worden die Ackerleute, sie haben verhüllt ihr Haupt, denn auch die Hindin hat auf dem Felde geboren": hier steht Erde für das Festland, wo Boden, und Boden für das Festland, wo Feld ist. Jerem.23/8: "Er hat hergeführt den Samen des Hauses Israel aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Ländern, wohin Ich sie verstoßen, und sie werden wohnen auf ihrem Boden": Land und Länder, wo keine Kirchen, Boden, wo die Kirche oder der wahre Gottesdienst ist. Jerem.24/8-10: "Ich will hingeben die Überreste Jerusalems die Übriggebliebenen in diesem Land und die im Land Ägypten wohnen und will sie geben zur Erregung, zum Unglück für alle Reiche der Erde, und will senden gegen sie Schwert, Hunger und Pest, bis sie aufgerieben sind aus dem Lande, das Ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe": Land für Lehre und den Gottesdienst aus ihr; ebenso Jerem.25/5. Hes.20/41,42: "Ich will euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut ward, und ihr werdet anerkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich euch zurückgebracht in den Boden Israels, in das Land, das euren Vätern zu geben Ich Meine Hand erhoben habe": Boden für den inneren Gottesdienst, Land ist genannt, wenn kein innerer Gottesdienst (da ist). Mal.3/11,12: "Ich will euretwegen schelten auf den Fresser, und nicht verderben wird er euch die Frucht des Bodens, und nicht unfruchtbar wird euch sein der Weinstock im Felde, und es werden euch selig preisen alle Völkerschaften weil ihr sein werdet ein Land des Wohlgefallens": wo Land für Festland, somit offenbar für den Menschen, der Land genannt wird, wo der Boden für die Kirche oder die Lehre steht. 5. Mose 32/43: "Jauchzet ihr Völkerschaften, Sein Volk, Er wird entsündigen seinen Boden, sein Land, sein Volk": offenbar für die Kirche der Heiden, die genannt wird der Boden. Jes.7/16: "Ehe der Knabe weiß das Böse zu verwerfen, und das Gute zu erwählen, wird verlassen sein der Boden, den du verschmähst vor seinen zwei Königen": von der Ankunft des Herrn, wo verlassen sein wird der Boden, d.h. die Kirche oder die wahre Lehre des Glaubens. Daß Boden und Feld gesagt wird wegen der Saat, ist einleuchtend, wie bei Jes.30/23,24: "Er wird den Regen deines Samens geben, womit du besäest den Boden; die Rinder und Eselfüllen bearbeitend den Boden", und bei Joel 1/10: "Verwüstet ist das Feld, und es trauert der Boden, weil verwüstet ist das Getreide". Woraus erhellt, daß der Mensch, der in der hebräischen Sprache heißt Adam (Adamah), die Kirche bezeichnet. 567. Alle jene Gegend wird der Landstrich der Kirche genannt, wo diejenigen sind, die unterrichtet sind in der Lehre des wahren Glaubens, wie das Land Kanaan, als dort die jüdische Kirche; und wie Europa, wo nun die christliche Kirche ist. Die Länder und Gegenden, die außerhalb sind, sind nicht der Landstrich der Kirche oder die Angesichte des Bodens. Wo er vor der Sündflut war, kann man auch ersehen aus den Ländern, die umgeben waren von den aus dem Garten Edens ausgehenden Flüssen, durch die hie und da im Wort auch die Grenzen des Landes Kanaan beschrieben werden; sodann aus dem, was folgt; wie von den Nephilim auf Erden, und daß diese im Lande Kanaan waren, erhellt daraus, daß sie Söhne Anaks von den Nephilim waren: 4. Mose 13/33. 568. Daß die Töchter dasjenige bezeichnen, was Sache des Willens jenes Menschen ist, mithin Begierden, erhellt aus dem, was über die Söhne und Töchter gesagt und gezeigt worden ist zu 1. Mose 5/4 (Nr. 489-491), wo die Söhne Wahrheiten und die Töchter Gutes bezeichneten. Die Töchter oder das Gute sind Angehöriges des Willens; aber wie der Mensch, so ist der Verstand und so der Wille beschaffen, mithin so die Söhne und Töchter. Hier wird gehandelt vom verdorbenen Menschen, der keinen Willen hat, sondern statt des Willens lauter Begierden, die man für den Willen hält, und auch Willen nennt. Das, was ausgesagt wird, verhält sich gemäß der Beschaffenheit dessen, von dem es ausgesagt wird. Daß der Mensch, dem Töchter zugeschrieben werden, der verdorbene Mensch sei, ist früher gezeigt worden. Daß Töchter das, was Sache des Willens ist, und wenn kein Wille zum Guten, Begierden bezeichnen, und daß die Söhne das, was Sache des Verstandes, und wenn kein Verstand des Wahren da ist, Einbildungen bezeichnen, davon ist der Grund der, daß das weibliche Geschlecht so beschaffen und so gebildet ist, daß der Wille oder die Begierde vor dem Verstand vorherrscht; von dieser Art ist die ganze Einrichtung ihrer Fibern, von dieser Art ihre Natur. Hingegen das männliche Geschlecht ist so gebildet, daß der Verstand oder die Vernunft herrscht; so ist ebenfalls die Einrichtung ihrer Fibern, so ihre Natur beschaffen. Daher die Ehe beider, wie die des Willens und Verstandes in einem jeden Menschen ist. Und weil heutzutage kein Wille zum Guten, sondern Begierde ist, und es dennoch eine Verständigkeit oder Vernünftigkeit geben kann, so sind deswegen so viele Gesetze in der jüdischen Kirche gegeben worden von dem Vorrechte des Mannes und der Unterwürfigkeit des Weibes. 569. Vers 2: Und es sahen die Söhne Gottes die Töchter des Menschen, daß sie gut seien; und sie nahmen sich Weiber von allen, die sie erwählten. Durch die "Söhne Gottes" werden bezeichnet die Lehren des Glaubens, durch die "Töchter" hier wie früher die Begierden; daß "die Söhne Gottes sahen die Töchter des Menschen, daß sie gut seien, und sich Weiber nahmen von allen, die sie erwählten" bedeutet, daß sie die Glaubenslehren verbanden mit den Begierden, und zwar mit allen möglichen. 570. Daß durch die Söhne Gottes Glaubenslehren bezeichnet werden, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, wovon oben (Nr. 568), und 1. Mose 5/4 (Nr. 489-491), wo die Söhne Wahrheiten der Kirche bedeuteten. Die Wahrheiten der Kirche sind Lehren, die, weil die in Rede Stehenden sie durch Überlieferungen von den Uralten hatten, an sich betrachtet wahr gewesen sind, daher sie genannt werden Söhne Gottes, und auch beziehungsweise, weil die Begierden genannt werden Töchter des Menschen. Wie sie beschaffen waren, wird hier beschrieben, daß sie nämlich Wahrheiten der Kirche, die heilig waren, in ihre Begierden versenkt und so befleckt haben. Durch sie haben sie sich auch in ihren so fest eingebildeten Grundsätzen bestärkt. Wie es sich damit verhält, kann jeder nach sich selbst und anderen beurteilen: die sich irgend etwas einreden, bestärken sich durch alles, was sie für wahr halten, auch durch solches, was im Worte des Herrn steht; denn wenn sie an vorgefaßten und sich eingeredeten Grundsätzen hängen, so machen sie, daß alles günstig ist und zustimmt, und je mehr einer sich liebt, desto steifer und fester bestärkt er sich. Von solcher Art war dieses Geschlecht, von dem, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden, wo zugleich von ihren argen Selbstberedungen, die, was zum verwundern ist, von der Art sind, daß sie nie aus den Vernünfteleien einfließen dürfen, da sie sonst alles Vernünftige der gegenwärtigen Geister töten, sondern bloß aus Begierden. Hieraus erhellt, was es bedeutet, daß "die Söhne Gottes sahen die Töchter des Menschen, daß sie gut seien, und sich Weiber nahmen von allen, die sie erwählten", daß sie nämlich die Glaubenslehren verbanden mit den Begierden, und zwar mit allen möglichen. 571. Wenn der Mensch von solcher Art ist, daß er die Glaubenswahrheiten in seine unsinnigen Begierden versenkt, so entweiht er die Wahrheiten, und beraubt sich der Überreste, die, obwohl sie bleiben, dennoch nicht hervortreten können: denn sobald sie hervortreten, werden sie von dem, was unheilig ist, entheiligt; denn die Entheiligungen des Wortes bilden gleichsam eine dicke Haut, die entgegensteht, und die das Gute und Wahre der Überreste einsaugt; darum hüte sich der Mensch vor der Entheiligung des Wortes des Herrn, in welchem, obwohl, wer in falschen Prinzipien ist, nicht glaubt, daß es Wahrheiten sind, gleichwohl die ewigen Wahrheiten sind, in denen das Leben ist. 572. Vers 3: Und Jehovah sprach, nicht wird Mein Geist hinfort den Menschen zurechtweisen, darum daß er Fleisch ist; und es werden seine Tage sein hundert und zwanzig Jahre. "Jehovah sprach: nicht wird Mein Geist den Menschen hinfort zurechtweisen (arguet)" bedeutet, daß der Mensch sich so nicht mehr leiten lasse; "darum daß er Fleisch" bedeutet, weil er körperlich geworden; "und es werden seine Tage sein hundert und zwanzig Jahre" bedeutet, daß er Überreste des Glaubens haben müsse; und ist eine Weissagung von der zukünftigen Kirche. 573. "Jehovah sprach, nicht wird Mein Geist den Menschen hinfort zurechtweisen", daß dies bedeutet, der Mensch lasse sich so nicht mehr leiten, erhellt aus dem, was vorhergeht, und was folgt. Aus dem, was vorhergeht, daß sie durch Versenkung der Lehren oder Wahrheiten des Glaubens in die Begierden so geworden seien, daß sie nicht mehr zurechtgewiesen werden oder wissen konnten, was böse ist. Alles Innewerden des Wahren und Guten war durch Selbstberedungen ausgelöscht, indem sie bloß das für wahr hielten, was ihren Selbstberedungen gleichförmig war. - Aus dem, was folgt, daß nämlich der Mensch der Kirche anders geworden nach der Sündflut, indem bei ihm an die Stelle des Innewerdens das Gewissen trat, durch das er konnte zurechtgewiesen werden. Daher durch die Zurechtweisung vom Geiste Jehovahs bezeichnet wird die innere Einsprache, das Innewerden oder das Gewissen, und durch den Geist Jehovahs der Einfluß des Wahren und Guten; wie auch bei Jes.57/16: "Nicht ewig will Ich hadern, nicht immerfort will Ich zürnen, weil der Geist von Mir aus versenken würde; und die Seelen habe Ich gemacht". 574. Daß Fleisch bedeutet, der Mensch sei körperlich geworden, erhellt aus der Bedeutung des Fleisches im Wort, wo es teils für alle Menschen überhaupt, teils für den körperlichen insbesondere genommen wird; für alle Menschen bei Joel 3/1 (oder 2/28): "Ich will ausgießen Meinen Geist über alles Fleisch, und es werden weissagen eure Söhne und eure Töchter": Fleisch für Mensch, Geist für Einfluß des Wahren und Guten vom Herrn. Ps.65/3: "Der Du erhörest Gebet, bis zu Dir wird alles Fleisch kommen": für aller Mensch. Jerem.17/5: "Verflucht der Mann, der auf den Menschen vertrauen, und Fleisch als seinen Arm setzen wird": Fleisch für Mensch, Arm für Macht. Hes.21/4,5: "Damit erfahre alles Fleisch": und Sach.2/17 (oder 2/13): "Sei still alles Fleisch vor Jehovah": für aller Mensch, für den körperlichen insbesonders. Jes.31/3: "Der Ägypter ist Mensch und nicht Gott, und seine Rosse Fleisch und nicht Geist": soviel als ihr Wissen sei körperlich, Rosse hier und anderwärts im Wort für das Vernünftige. Jes.9/19: "Er wird weichen zur Rechten und hungern, und er wird essen zur Linken, und sie werden nicht gesättigt werden, jeder wird das Fleisch seines Armes essen": für das Eigene, das alles körperlich ist. Jes.10/18: "Von der Seele und bis zum Fleisch wird Er zunichte machen": Fleisch für das Körperliche. Jes.40/5,6: "Es wird geoffenbart werden die Herrlichkeit Jehovahs, und sehen wird (sie) alles Fleisch zumal; eine Stimme spricht: rufe; und er sprach, was soll ich rufen? Alles Fleisch ist Gras": Fleisch für jeden Menschen, der körperlich. Jes.66/16: "Im Feuer wird Jehovah rechten, und durch Sein Schwert mit allem Fleisch, und es werden gemehret werden die Durchbohrten Jehovahs": Feuer für Bestrafung der Begierden, Schwert für Bestrafung der Falschheiten, Fleisch für das Körperliche des Menschen. Ps.78/39: "Gott gedachte, daß Fleisch sie sind, ein Windhauch (spiritus), der dahinfährt, um nicht wiederzukehren": vom Volk, das in der Wüste Fleisch verlangte; daß sie fleischlich seien, daß sie Fleisch verlangten, bildete vor, daß sie bloß Leibliches begehrten: 4. Mose 11/32-34. 575. Daß "die Tage des Menschen sein sollten hundertzwanzig Jahre" bedeutet, daß er Überreste des Glaubens haben müsse, im vorhergehenden Kapitel, 1. Mose 5/3,4 wurde gesagt, daß Tage und Jahre Zeiten und Zustände bezeichnen, und daß die Uralten durch verschiedentlich zusammengesetzte Zahlen bezeichnet haben Zustände und Zustandsveränderungen der Kirche. Allein wie die Berechnung ihrer kirchlichen (Zustände) beschaffen war, das gehört zu den verlorenen Dingen. Hier kommen gleichfalls Jahreszahlen vor, und nie kann man wissen, was sie bedeuten, wenn man nicht weiß, was in den einzelnen Zahlen von Eins bis Zwölf und weiter verborgen liegt. Es erhellt deutlich, daß sie etwas anderes und Geheimes in sich schließen; denn daß sie hundertzwanzig Jahre leben sollten, steht in keinem Zusammenhang mit dem, was im Vers vorhergeht. Auch lebten sie nachher nicht hundertzwanzig Jahre, wie zu ersehen ist an denen, die nach der Sündflut lebten: 1. Mose Kapitel 11, an Schem, daß er, nachdem er den Arphachsad gezeugt, fünfhundert Jahre gelebt; Arphachsad, nachdem er den Schelach gezeugt, vierhundertdrei Jahre; Schelach, nachdem er den Eber gezeugt, gleichfalls vierhundertdrei Jahre; Eber, nachdem er den Peleg gezeugt, vierhundertdreißig Jahre; Noach nach der Sündflut dreihundertfünfzig Jahre: 1. Mose 9/28 usf. Was aber die Zahl Hundertzwanzig in sich schließt, erhellt schon aus zehn und zwölf, aus welchen mit sich multipliziert sie zusammengesetzt ist, nämlich daß sie bezeichnet die Überreste des Glaubens. Die Zahl Zehn im Wort, wie auch die Zehnten, bezeichnen und bilden vor die Überreste, die im inneren Menschen bewahrt werden vom Herrn und heilig sind, weil sie des Herrn allein sind. Die Zahl Zwölf bezeichnet den Glauben oder alles, was des Glaubens ist in einem Inbegriff. Die nun aus diesen zusammengesetzte Zahl bezeichnet die Überreste des Glaubens. 576. Daß die Zahl Zehn die Überreste bezeichnet, ebenso wie die Zehnten, kann erhellen aus den Stellen, die folgen: Jes.5/9,10: "Die vielen Häuser werden zur Einöde werden, die großen und schönen, ohne Bewohner, denn zehn Joch Weinberg werden ein Bath geben, und die Aussaat eines Chomers wird ein Epha geben": von der Verödung des Geistigen und Himmlischen; zehn Joch Weinberg werden ein Bath geben soviel, als daß so wenige Überreste des Geistigen; die Aussaat eines Chomers wird ein Epha geben soviel, als daß so wenige Überreste des Himmlischen seien. Jes.6/12,13: "Und vieles wird verlassen sein inmitten des Landes, und noch in ihm der zehnte Teil, und wird bekehrt werden, und doch wird er zum Ausrotten sein": die Mitte des Landes für den inneren Menschen, der zehnte Teil für so geringe Überreste; Hes.45/10,11,14: "Die Waage der Gerechtigkeit, und das Epha der Gerechtigkeit, und das Bath der Gerechtigkeit sollt ihr haben; das Epha und Bath soll ein Maß sein, so daß das Bath das Zehnte des Chomers aufheben, und das Epha des Zehnte des Chomers, nach dem Chomer soll sein Maß sein, und die Gebühr vom Öl ein Bath Öl, das Zehnte des Bath vom Kor, zehn Bath ein Chomer, denn zehn Bath sind ein Chomer": hier ist von den heiligen Dingen Jehovahs die Rede, die durch die Maße beschrieben, und durch die bezeichnet werden die Gattungen der heiligen Dinge; durch zehn hier die Überreste des Himmlischen und hieraus des Geistigen; denn was sollen so viele mit Zahlen bestimmte Maße, wie sie in diesem Kapitel und in den vorhergehenden bei diesem Propheten, wo vom himmlischen Jerusalem und vom neuen Tempel gehandelt wird, und bei anderen, dann auch bei verschiedenen Gebräuchen der jüdischen Kirche vorkommen, wenn sie nicht heilige Geheimnisse enthalten. Amos 5/2,3: "Gefallen ist, nicht mehr wird aufstehen die Jungfrau Israel; so sprach der Herr Jehovih, die Stadt, da Tausend ausgehen, wird zu Überresten machen Hundert, und die da Hundert ausgehen, wird zu Überresten machen Zehn für das Haus Israel": wo die Überreste genannt werden, von denen sehr weniges bleiben sollte, weil bloß der zehnte Teil oder die Überreste der Überreste. Amos 6/8,9: "Ich hasse den Stolz Jakobs und seine Paläste, und ich will verschließen die Stadt und ihre Fülle, und es wird geschehen, wenn übrigbleiben werden zehn Männer in einem Hause, so werden auch sie sterben": für die Überreste, die kaum zurückbleiben werden. 5. Mose 23/3: "Nicht soll kommen ein Ammoniter und Moabiter in die Gemeinde Jehovahs, auch das zehnte Geschlecht soll ihnen nicht kommen in die Gemeinde Jehovahs bis in Ewigkeit": Ammoniter und Moabiter für Entweihung der himmlischen und geistigen Dinge des Glaubens, von deren Überresten früher die Rede war. Daß die Zehnten die Überreste vorbilden, erhellt eben hieraus. Von denselben heißt es also bei Mal.3/10: "Bringet alle Zehnten zum Schatzhause, daß Beute sei in Meinem Hause, und man möge Mich doch prüfen hierin, ob Ich nicht euch öffnen werde die Schleusen des Himmels, und ausschütten werde für euch Segen": daß Beute sei in Meinem Hause, für Überreste im inneren Menschen, die der Beute verglichen werden, weil sie gleichsam verstohlener Weise unter so viel Böses und Falsches eingepflanzt werden; durch diese Überreste kommt aller Segen. Daß durch die Überreste, die im inneren Menschen, alle Liebtätigkeit des Menschen komme, war auch vorgebildet in der jüdischen Kirche dadurch, daß man, nachdem man die Zehnten gegeben hatte, auch geben sollte dem Leviten, dem Fremdling, dem Waisen und der Witwe: 5. Mose 26/12,13. Weil die Überreste allein des Herrn sind, darum werden die Zehnten genannt die Heiligkeit Jehovahs, wovon 3. Mose 27/30,32: "Alle Zehnten des Landes, vom Samen der Erde, von der Frucht des Baumes des Jehovah, sind sie, Heiligkeit Jehovahs; alle Zehnten des Rindviehs und der Herde, alles, was durchgeht unter dem (Hirten-) Stab, das Zehnte soll Heiligkeit Jehovahs sein". Daß der Dekalogus aus zehn Geboten oder zehn Worten bestand, und daß Jehovah sie auf Tafeln schrieb, 5. Mose 10/4, bedeutet die Überreste, und daß sie geschrieben waren mit der Hand Jehovahs bedeutet, daß die Überreste allein des Herrn sind; daß sie im inneren Menschen sind, ist durch die Tafeln vorgebildet. 577. Daß zwölf den Glauben oder das, was Sache der Liebe und aus ihr des Glaubens ist, in einem Inbegriff bezeichne, kann ebenfalls vielfach aus dem Wort begründet werden, sowohl durch die zwölf Söhne Jakobs und ihren Namen, als durch die zwölf Stämme Israels und durch die zwölf Jünger des Herrn; hiervon jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden, hauptsächlich 1. Mose Kapitel 29 und 30. 578. Schon allein aus diesen Zahlen kann erhellen, was das Wort des Herrn in seinem Schoß und Inneren hat, welche verborgene Geheimnisse, die für das nackte Auge nie sichtbar sind. Dergleichen finden sich in ihm auch sonst überall; ebenso in jedem Worte. 579. Daß bei diesen Menschen vor der Sündflut, von denen die Rede ist, wenige, ja fast keine Überreste waren, wird aus dem erhellen, was vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden von ihnen gesagt werden wird. Und weil bei ihnen Überreste nicht erhalten werden konnten, so wird hier in betreff der neuen Kirche, genannt Noach, vorausgesagt, daß sie Überreste haben werde, wovon ebenfalls, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 580. Vers 4: Die Nephilim waren auf Erden in jenen Tagen, und hauptsächlich nachdem die Söhne Gottes zu den Töchtern des Menschen eingegangen waren, und sie ihnen geboren, dies die Starken, die vom Zeitlauf an Männer des Namens waren. Durch "die Nephilim" werden die bezeichnet, die infolge der Selbstberedung von ihrer Hoheit und Überlegenheit alles Heilige und Wahre für nichts achteten; "hauptsächlich nachdem die Söhne Gottes zu den Töchtern des Menschen eingegangen waren und sie ihnen geboren" bedeutet dann, als sie die Lehren des Glaubens in ihre Begierden versenkt, und Beredungen von Falschem gebildet hatten; "starke Männer" werden sie genannt wegen der Selbstliebe; "vom Zeitlauf an Männer des Namens" bedeutet, daß (sie) auch früher so waren (quod prius quoque tales fuerunt). 581. Daß durch die Nephilim, die bezeichnet werden, die infolge der Selbstberedung von ihrer Hoheit und Überlegenheit für nichts achteten alles Heilige und Wahre, erhellt aus dem, was vorhergeht und bald folgt, daß sie nämlich die Lehrwahrheiten in ihre Begierden versenkten, was dadurch bezeichnet wird, daß die Söhne Gottes eingingen zu den Töchtern des Menschen, und hier, daß sie ihnen geboren. Die hohe Meinung von sich und ihren Einbildungen wächst auch mit der Menge der in sie Eingehenden, so daß sie zuletzt zu einer unvertilgbaren Überredung wird; und wenn Glaubenslehren hinzukommen, so achten sie infolge ihrer sich so fest eingeredeten Prinzipien für nichts alles Heilige und Wahre, und werden Nephilim. Jenes Geschlecht, das vor der Sündflut lebte, ist, wie gesagt, von solcher Art, daß es einen jeden Geist, mit ihren gar argen Einbildungen, die, gleich einer giftigen und erstickenden Sphäre, von ihnen ausströmen, also ertötet und erstickt, daß die Geister gar nichts zu denken wissen, so daß sie sich wie halbtot vorkommen; und hätte nicht der Herr durch Seine Ankunft in die Welt die Geisterwelt von solchem giftigen Geschlecht befreit, so hätte kein einziger daselbst sein können, somit wäre das menschliche Geschlecht zugrunde gegangen, da es durch Geister vom Herrn regiert wird; weshalb sie nun in der Hölle wie unter einem finsteren und dichten Felsen unter der Ferse des linken Fußes gehalten werden, und nicht im Geringsten mucksen dürfen, sich zu erheben, somit die Geisterwelt von jener höchst feindseligen Rotte frei ist; von welcher Rotte und ihrer höchst giftigen Sphäre der Beredungen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, besonders gehandelt werden wird; diese sind es, die Nephilim genannt werden, und für nichts achten alles Heilige und Wahre. Es geschieht ihrer auch Erwähnung im Wort, aber ihre Nachkommen sind genannt Enakim und Rephaim. Daß sie Enakim heißen, ist zu ersehen bei 4. Mose 13/33: "Die Kundschafter des Landes Kanaan sprachen: "Daselbst sahen wir Nephilim, die Söhne Enaks von den Nephilim; und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen". Daß sie Rephaim hießen bei 5. Mose 2/10,11: "Die Emim wohnten zuvor im Lande Moabs, ein Volk groß und viel und hoch, wie die Enakim; für Rephaim wurden auch sie gehalten wie die Enakim, und die Moabiter nennen sie Emim". Die Nephilim werden nicht weiter erwähnt, aber die Rephaim, die bei den Propheten gerade beschrieben werden, wie gesagt worden. So bei Jes.14/9: "Die Hölle unten ward erregt für dich, dir entgegen zu kommen, sie regte für dich auf die Rephaim (Schatten, Verstorbene)": es ist die Rede von der Hölle, wo solche sind. Jes.26/14: "Die Toten werden nicht leben, die Rephaim nicht auferstehen, darum daß Du heimgesucht und sie vertilgt, und all ihr Gedächtnis zerstört hast": wo auch von der Hölle (die Rede ist), von der sie nicht mehr auferstehen sollen. Jes.26/19: "Leben werden deine Toten, meine Leichname werden auferstehen; wachet auf und jubelt ihr Bewohner des Staubes, denn ein Tau der Pflanzen ist Dein Tau; aber das Land der Rephaim wirst Du verstoßen": das Land Rephaim ist die Hölle, von der gesagt worden. Ps.88/11: "Wirst Du an den Toten ein Wunder tun, werden die Rephaim aufstehen, Dich bekennen": ebenso von ihrer Hölle, und daß sie nicht mehr aufstehen können und die Sphäre der Geisterwelt mit ihren ärgsten Überredungsgiften beunruhigen. Daß aber die Menschheit von so gräßlichen Einbildungen und Beredungen nicht mehr eingenommen werde, dafür ist vom Herrn gesorgt worden. Die, welche vor der Sündflut lebten, hatten eine solche Natur und Charakter, daß sie davon eingenommen werden könnten, aus einem noch niemand bekannten Grunde, wovon ebenfalls, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 582. Daß "nach dem eingegangen waren die Söhne Gottes zu den Töchtern des Menschen und sie ihnen geboren hatten" bedeutet, daß sie dann, als sie die Lehren des Glaubens in ihre Begierden versenkten, zu Nephilim geworden, dies erhellt aus dem, was kurz zuvor 1. Mose 6/2 (Nr. 570) gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich die Söhne Gottes bezeichnen Lehren des Glaubens und die Töchter Begierden. Die Frucht davon ist keine andere, als daß man für nichts achtet und entweiht das Heilige des Glaubens; denn die Begierden des Menschen, die der Selbst- und Weltliebe angehören, sind völlig entgegen allem Heiligen und Wahren, und bei dem Menschen haben die Begierden das Übergewicht. Wenn daher das Heilige und Wahre, das man anerkannt hat, in Begierden versenkt wird, so ist es um den Menschen geschehen, denn sie können nicht ausgerottet und abgelöst werden. In jeder Vorstellung hängen sie zusammen, und die Vorstellungen sind es, die sich im anderen Leben gegenseitig mitteilen. Sobald daher eine Vorstellung des Heiligen und Wahren hervorgebracht wird, so hängt ihr Unheiliges und Falsches an, was man plötzlich und augenblicklich inne wird. Daher kann es nicht anders sein, als daß solche ausgeschieden und in die Hölle verstoßen werden. 583. Daß die Nephilim Starke (oder Helden) genannt worden sind von der Selbstliebe, erhellt hie und da auch im Wort, wo solche Starke genannt werden, wie Jerem.51/30: "Es haben aufgehört die Starken Babels zu kämpfen, sie sitzen in den Festungen, es schwindet ihre Stärke, sie sind zu Weibern geworden": wo Starke Babels ebenfalls für diejenigen stehen, die von Selbstliebe eingenommen sind. Jerem.50/36: "Das Schwert wider die Lügner, und zu Narren werden sie werden, das Schwert wieder ihre Starken, und sie werden bestürzt werden". Jerem.46/5,6,9: "Ich sah sie bestürzt sich zurückwendend, ihre Starken wurden zerschlagen, und ergriffen die Flucht und sahen nicht zurück, Schrecken ist ringsum, nicht wird fliehen der Schnelle und nicht entrinnen der Starke, steiget auf die Rosse und raset ihr Wagen, es sollen ausziehen die Starken, die von Kusch, von Puth, die Lydier": wo von der Beredung durch Vernunftschlüsse. Jerem.48/14,15: "Wie möget ihr sagen, Starke sind wir und Kraftmänner zum Krieg; verwüstet ist Moab". Jerem.48/41: "Eingenommen ist die Stadt und die Festen, erobert ist sie, und es ist geworden das Herz der Starken Moabs an jenem Tage wie das Herz eines Weibes in Nöten"; ebenso "das Herz der Starken Edoms": Jerem.49/22. Jerem.31/11: "Erlöset hat Jehovah den Jakob, und ihn errettet aus der Hand dessen, der stärker ist als er": wo die Starken mit einem anderen Worte. Daß die Enakim, die von den Nephilim herstammten, für stark ausgegeben wurden, erhellt 5. Mose 9/1,2: "Du gehst heute über den Jordan, kommend zu besitzen Völkerschaften, größer und zahlreicher als du, große und bis in den Himmel befestigte Städte, ein großes und hohes Volk, die Söhne der Enakim, die du kennst, und von denen du gehört hast, wer wird bestehen vor den Söhnen Enaks". 584. Vers 5: Und Jehovah sah, daß viel geworden das Böse des Menschen auf Erden; und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse alltäglich. "Jehovah sah, daß viel geworden das Böse des Menschen auf Erden" bedeutet, der Wille zum Guten habe angefangen aufzuhören; "alles Gebilde der Gedanken des Herzens nur böse alltäglich" bedeutet, daß kein Innewerden des Wahren und Guten mehr da sei. 585. Daß durch das vielgewordene Böse des Menschen auf Erden bezeichnet wird, der Wille zum Guten habe angefangen aufzuhören, erhellt aus dem Vorhergehenden, daß kein Wille mehr, sondern bloß Begierde; sodann aus der Bedeutung des Menschen auf Erden: Erde im buchstäblichen Sinne ist, wo der Mensch; im innern, wo Liebe ist; und weil dieses Sache des Willens oder der Begierde ist, so wird Erde für den Willen des Menschen selbst genommen. Denn der Mensch ist vom Wollen Mensch, nicht vom Wissen und Verstehen, weil das Wissen und Verstehen aus seinem Wollen fließt; was nicht aus seinem Wollen fließt, das will er nicht wissen noch verstehen. Ja wenn er anders redet und handelt, als er will, ist doch immer ein von der Rede und Handlung entfernteres Wollen da, das ihn regiert. Daß das Land Kanaan oder das Heilige Land für die Liebe und so für den Willen des himmlischen Menschen genommen wird, kann mit vielem aus dem Wort begründet werden; ebenso daß die Länder der verschiedenen (heidnischen) Völkerschaften für ihre Triebe, die im allgemeinen die Selbst- und Weltliebe sind. Hieraus erhellt, daß durch das Böse des Menschen auf Erden bezeichnet wird sein natürlich Böses, das Sache des Willens ist, und es heißt viel geworden, weil es bei allen so schlimmer Art war, daß sie nicht anderen wohl wollten; jedoch um ihrer selbst willen; daß es aber ein ganz verkehrtes geworden, ist das Gebilde der Gedanken des Herzens. 586. "Das Gebilde der Gedanken des Herzens nur böse alltäglich" bedeutet, daß kein Innewerden des Guten und Wahren mehr da wahr, aus dem Grunde, weil sie, wie gesagt und gezeigt worden, die Glaubenslehren in ihre schnöden Begierden versenkten; als es so geworden, ging alles Innewerden verloren, und an die Stelle des Innewerdens trat gräßliche Beredung oder die hartnäckigste und todvollste Einbildung, die auch die Ursache ihrer Vertilgung und Erstickung war. Jene tödliche Beredung wird hier bezeichnet durch das Gebilde der Gedanken des Herzens, hingegen durch Gebilde des Herzens, ohne das Wort "Gedanken" wird bezeichnet das Böse der Selbstliebe oder die Begierden, wie im 1. Mose 8/21, wo, nachdem Noach Brandopfer dargebracht, Jehovah sprach: "Nie wieder will Ich den Boden verfluchen um des Menschen willen, darum weil das Gebilde des Herzens des Menschen böse ist von seiner Jugend an": Gebilde ist, was der Mensch sich selbst bildet, und was er sich einredet, wie bei Hab.2/18: "Was nützt das Schnitzbild, daß es ausgeschnitzt sein Bildner, - das Gußbild, und wer Lüge lehrt, daß vertraut der Bildner auf sein Gebilde, zu machen stumme Götzen": Schnitzbild bedeutet falsche Überzeugungen aus den empfangenen und aus sich selbst ausgebrüteten Grundsätzen; Bildner ist der, welcher sich beredet, und einem solchen wird Gebilde beigelegt. Jes.29/16: "O eurer Verkehrtheit, soll denn wie Ton der Töpfer geachtet werden, daß ein Werk zu seinem Meister spreche: er hat mich nicht gemacht; und ein Gebilde zu seinem Bildner sage: er hat es nicht verstanden": Gebilde hier für das Denken aus dem Eigenen und folglich die Überzeugung vom Falschen. Gebilde im allgemeinen ist, was ein Mensch bildet aus dem Herzen oder Willen, wie auch aus dem Denken oder der Selbstberedung, wie im Ps.103/14: "Jehovah weiß unser Gebilde, ist eingedenk, daß Staub wir sind". 5. Mose 31/21: "Ich kenne sein Gebilde, das er heute macht, ehe Ich ihn einführen werde in das Land". 586_. Vers 6: Und es reute den Jehovah, daß Er den Menschen gemacht auf Erden; und es schmerzte Ihn in Seinem Herzen. Daß "Ihn reute", bezeichnet die Barmherzigkeit; daß "es Ihn im Herzen schmerzte", gleichfalls; reuen bezieht sich auf die Weisheit, schmerzen im Herzen auf die Liebe. 587. Daß "es Jehovah reute, den Menschen auf Erden gemacht zu haben", bezeichnet die Barmherzigkeit, und daß es Ihn schmerzte im Herzen gleichfalls. Dies erhellt daraus, daß es den Jehovah niemals reut, weil Er alles und jegliches von Ewigkeit vorhersieht; und als Er den Menschen machte, d.h. neu schuf und vollkommen machte, so daß er himmlisch wurde, sah Er auch voraus, daß er im Fortgang der Zeit so werden würde, und weil Er voraussah, daß er so werden würde, so konnte es Ihn nicht reuen; was klar erhellt bei 1.Sam.15/29: "Samuel sprach, der Unüberwindliche Israels lügt nicht und es kann Ihn nicht gereuen, weil Er nicht ein Mensch ist, daß Ihn gereuen sollte"; und bei 4. Mose 23/19: "Nicht ein Mann ist Gott, daß Er lüge, noch ein Menschensohn, daß Ihn reuete; sollte Er sprechen und es nicht tun, oder reden und nicht halten": sondern gereuen bedeutet, sich erbarmen; die Barmherzigkeit Jehovahs oder des Herrn schließt alles und jegliches in sich, was vom Herrn am Menschengeschlecht getan wird, das von solcher Art ist, daß Er Sich desselben erbarmt, und zwar eines jeden je nach seinem Zustand; so erbarmt Er Sich des Zustandes dessen, gegen den Er Strafe zuläßt; und erbarmt Sich dessen, dem Er Gutes zu genießen gibt; Sache der Barmherzigkeit ist Strafe zulassen, weil Er alles Übel der Strafe zum Guten lenkt; und Sache der Barmherzigkeit ist Gutes zu genießen geben, weil keiner etwas Gutes verdient; denn das ganze Menschengeschlecht ist böse, und von sich selbst rennt jeder zur Hölle, daher es Barmherzigkeit ist, daß er ihr entrissen wird; Barmherzigkeit heißt sie darum, weil Er aus allerlei Elend und aus der Hölle den Menschen herausreißt, somit in Beziehung auf das Menschengeschlecht, das so beschaffen ist, und sie ist eine Äußerung der Liebe gegen alle, weil sie so beschaffen sind. 588. Es wird aber vom Herrn gesagt, daß Ihn reue und es Ihn im Herzen schmerze, weil dergleichen in aller menschlichen Barmherzigkeit erscheint, daher hier, wie oft anderwärts im Worte, nach dem Schein gesprochen ist. Was die Barmherzigkeit des Herrn ist, kann niemand wissen, weil sie allen Verstand des Menschen unendlich übersteigt; was aber die Barmherzigkeit des Menschen ist, weiß der Mensch, und dies ist gereuen und schmerzen. Und wenn nicht der Mensch eine Vorstellung von der Barmherzigkeit bekommt aus einer andern Regung, deren Beschaffenheit er kennt, so kann er durchaus nichts dabei denken, somit auch nicht darüber belehrt werden. Dies ist der Grund, warum menschliche Eigenschaften so oft auf die Attribute Jehovahs oder des Herrn angewandt werden; z.B. daß Jehovah oder der Herr strafe, in Versuchung führe, verderbe, zürne, während Er doch nie jemand straft, nie jemand in Versuchung führt, nie jemand verdirbt und nie zürnt. Wenn daher solches gleichwohl dem Herrn beigelegt wird, so folgt, daß Ihm auch Reue und Schmerz beigelegt wird, denn die Beilegung des einen folgt aus der Beilegung des andern, wie klar erhellt aus folgenden Stellen im Wort: Hes.5/13: "Vollendet soll werden Mein Zorn, und Ich will zur Ruhe kommen lassen Meinen Grimm, und es wird Mich gereuen": weil Ihm hier Zorn und Grimm beigelegt wird, so wird Ihm auch Reue beigelegt. Sach.8/14,15: "Gleichwie Ich gedacht habe Böses zu tun, da Zorn erregt hatten eure Väter, sprach Jehovah Zebaoth, und Mich nicht gereute: also umgekehrt, werde Ich denken, in diesen Tagen Gutes zu tun Jerusalem und dem Hause Jehudahs": wo gesagt wird, daß Jehovah gedacht habe Böses zu tun, während Er doch nie jemand denkt Böses zu tun, sondern Gutes allen und jeglichen. Bei Mose, da er die Angesichte Jehovahs anflehte: 2. Mose 32/12,14: "Kehre Dich vom Grimm Deines Zorns, und laß Dich gereuen des Bösen Deines Volkes; und es ließ Jehovah Sich gereuen des Bösen, das Er geredet hatte zu tun Seinem Volke": auch hier wird dem Jehovah Grimm des Zorns, und infolgedessen Reue zugeschrieben. Der König von Ninive, Jona 3/9: "Wer weiß, Gott mag umkehren und Sich gereuen lassen, daß Er Sich wende von der Glut Seines Zorns, und wir nicht verderben": wo Ihm ebenfalls Reue beigelegt wird, weil Zorn. Hos.11/8,9: "Umgewandelt ist über Mir Mein Herz, zugleich sind brünstig worden Meine Gereuungen, Ich will nicht tun den Grimm Meines Zorns": wo gleichfalls vom Herzen, daß brünstig geworden die Gereuungen, wie hier, daß es Ihn schmerzte im Herzen; die Gereuungen offenbar für viele Barmherzigkeit. Joel 2/13: "Bekehret euch zu Jehovah, eurem Gott, weil gnädig und barmherzig Er ist, langmütig, und von viel Barmherzigkeit und gereuend des Bösen": wo ebenfalls offenbar, daß das Reuen bedeutet Barmherzigkeit. Jerem.26/3: "Ob sie wohl hören und umkehren möchten jedermann von seinem bösen Wege, und Mich gereue des Bösen": für sich erbarmen. Jerem.18/8: "Wenn sich bekehrt jene Völkerschaft von ihrem Bösen, so wird Mich gereuen des Bösen": wo ebenfalls reuen für sich erbarmen, wenn sie sich bekehren würden; denn der Mensch ist es, der von sich abwendet die Barmherzigkeit des Herrn, nie der Herr vom Menschen. 589. Aus diesen und sehr vielen anderen Stellen des Wortes kann erhellen, daß nach den Scheinbarkeiten beim Menschen geredet ist; wer daher durch die Scheinbarkeiten nach denen im Worte geredet ist, falsche Grundsätze begründen will, der könnte es durch unzählige. Aber etwas anderes ist falsche Grundsätze aus dem Wort begründen, etwas anderes einfältig glauben, was im Worte steht. Wer falsche Grundsätze begründet, der setzt bei sich einen Grundsatz voraus, von dem er nimmermehr abgehen oder im Geringsten nachlassen will, sondern rafft und häuft Begründendes zusammen, woher er nur immer kann, somit auch aus dem Wort, bis er sich so überredet, daß er das Wahre nicht mehr sehen kann. Wer hingegen einfältig oder mit einfältigem Herzen glaubt, der faßt nicht voraus schon Grundsätze, sondern denkt, weil der Herr also geredet, so sei es wahr, und wenn er belehrt wird, wie es zu verstehen ist aus andern Aussprüchen des Wortes, so beruhigt er sich und freut sich in seinem Herzen. Ja, wer aus Einfalt glaubt, daß der Herr zürne, strafe, bereue, sich betrübe, und der Mensch so sich fürchten soll vor dem Bösen und Gutes tun, dem schadet es nicht, denn so glaubt er auch, daß der Herr alles und jegliches sieht, und wenn er in einem solchen Glauben ist, so wird er im übrigen nachher, wo nicht vorher, im andern Leben erleuchtet, anders als diejenigen, die aus vorgefaßten Meinungen sich bereden, unter Einwirkung schnöder Selbst- oder Weltliebe. 590. Daß das "Gereuen" sich auf die Weisheit und das "Schmerzen im Herzen haben" sich auf die Liebe bezieht, kann nicht der menschlichen Fassungskraft gemäß erklärt werden, bloß nach dem, was beim Menschen ist, somit durch Scheinbarkeiten; eine jede Denkvorstellung beim Menschen hat etwas vom Verstand und vom Willen, oder von seinem Denken und von seiner Liebe; eine Vorstellung, die nicht etwas von seinem Willen oder seiner Liebe her hat, ist keine Vorstellung, denn anders kann er gar nicht denken; es besteht eine gewisse fortwährende und unzertrennliche Ehe des Denkens und Wollens, somit hängt in oder an den Denkvorstellungen solches, was dem Willen oder der Liebe desselben angehört; aus diesem, das beim Menschen ist, scheint man einigermaßen zu wissen, oder vielmehr einige Vorstellung bekommen zu können, was der Barmherzigkeit des Herrn innewohnt, nämlich die Weisheit und die Liebe. So sind bei den Propheten, hauptsächlich bei Jesaja, fast überall zwei Ausdrücke für jede Sache, der eine schließt in sich das Geistige, der andere das Himmlische; das Geistige der Barmherzigkeit des Herrn ist die Weisheit, das Himmlische ist die Liebe. 591. Vers 7: Und Jehovah sprach: Ich will vertilgen den Menschen, den Ich geschaffen habe, von den Angesichten des Bodens, vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm, und bis zum Vogel der Himmel, weil es Mich reuet, daß Ich sie gemacht. "Jehovah sprach, Ich will vertilgen den Menschen" bedeutet, daß der Mensch sich zugrunde richtete; "den Ich geschaffen von den Angesichten des Bodens" bedeutet, den Menschen von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; "vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm" heißt, daß alles dem Willen Angehörige sie zugrunde richtete; "bis zum Vogel der Himmel" heißt, alles dem Verstande oder Denken Angehörige; "weil es Mich gereute, daß Ich sie gemacht" bedeutet wie früher, das Erbarmen. 592. Daß "Jehovah sprach: Ich will vertilgen den Menschen" bedeutet, daß der Mensch sich zugrunde richtete, erhellt aus dem, was früher gesagt worden, daß nämlich dem Jehovah oder dem Herrn beigemessen wird, Er strafe, Er versuche, Er tue Böses, Er vertilge oder töte, Er verfluche; z.B. Jehovah habe getötet Er, den Erstgeborenen Jehudahs; und Onan, den zweiten Sohn Jehudahs, 1. Mose 38/7,10; Jehovah habe erwürgt alle Erstgeburt Ägyptens, 2. Mose 12/12,29; so bei Jerem.33/5: "Welche Ich schlug in Meinem Zorn und in Meinem Grimm". Ps.78/49: "Er sandte gegen sie die Glut Seines Zorns; heftigen Zorn und Wut und Angst, eine Sendung böser Engel". Amos 3/6: "Wird Böses sein in der Stadt, das Jehovah nicht getan hat?". Joh.Offenb.15/1,7 und 16/1: "Sieben goldene Schalen voll des Zorns des lebendigen Gottes in die Zeitläufe der Zeitläufe": welches alles dem Jehovah beigelegt wird, obwohl es gerade das Gegenteil ist. Daß es Ihm beigelegt wird, hat seinen Grund in dem, wovon früher die Rede war; dann auch darin, damit man zuerst eine ganz allgemeine Vorstellung davon bekommen möge, daß der Herr alles und jegliches regiert und ordnet; nachher aber, daß nichts Böses vom Herrn komme, geschweige daß Er töte, sondern daß es der Mensch ist, der sich selbst Böses zufügt, sich selbst verdirbt und tötet, obwohl es nicht der Mensch ist, sondern böse Geister es sind, die ihn aufregen und leiten; aber es ist der Mensch, weil er nicht anders glaubt, als daß er selbst es sei. So kommt es nun, daß von Jehovah gesagt wird, Er wolle den Menschen vertilgen, da es doch der Mensch war, der sich selbst vertilgte und zugrunde richtete. Wie sich die Sache verhält, kann man hauptsächlich abnehmen an denen im anderen Leben, die in der Pein und Hölle sind; diese jammern beständig, und schreiben jedes Strafübel dem Herrn zu; ebenso die bösen Geister in der Geisterwelt der Bösen, die ein Vergnügen, ja ihr höchstes Vergnügen darein setzen, anderen Leid zuzufügen und zu strafen. Die, denen Leid zugefügt wird und die gestraft werden, meinen, es komme vom Herrn, aber es wurde ihnen gesagt und gezeigt, daß gar nichts Böses vom Herrn kommt, sondern daß sie sich selbst Böses zufügen; denn ein solcher Zustand und ein solches Gleichgewicht von allem ist im anderen Leben, daß das Böse wieder auf den, der Böses tut, zurückfällt und zum Strafübel wird, und daß es ganz notwendig bestehen muß; dies heißt man Zulassung für den Zweck der Besserung des Bösen; aber immer wendet der Herr alles Übel der Strafe zum Guten, so daß gar nichts als Gutes vom Herrn kommt. Was übrigens Zulassung ist, weiß noch niemand; man meint, was zugelassen wird, geschehe von dem, der zuläßt, weil er es zuläßt, aber die Sache verhält sich ganz anders, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 593. "Den Ich geschaffen von den Angesichten des Bodens", daß dies bedeutet den Menschen von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, erhellt nicht bloß daraus, daß es heißt "den Menschen, den Er geschaffen", das ist, den Er wiedergeboren, und nachher, "den Er gemacht", das ist, den Er vollkommen gemacht oder wiedergeboren, bis daß er himmlisch geworden, sondern auch daraus, daß es heißt "von den Angesichten des Bodens"; Boden ist, wo die Kirche, wie früher gezeigt worden ist; auch daraus, daß die Rede ist von denen, welche die Glaubenslehren versenkten in ihre Begierden. Die, welche die Lehre des Glaubens nicht hatten, konnten nicht so tun; die außerhalb der Kirche, sind in der Unkenntnis des Wahren und Guten. Die in der Unkenntnis sind, können in einem gewissen Schein von Kindlichkeit sein, indem sie etwas gegen das Wahre und Gute des Glaubens reden und tun, denn sie können von einem gewissen Eifer getrieben werden für den Gottesdienst, der ihnen von Kindheit an eingeflößt worden, den sie deswegen für wahr und gut halten. Dagegen bei denen, welche die Lehre des Glaubens bei sich haben, verhält sich die Sache ganz anders: diese können Wahres mit Falschem vermischen und Heiliges mit Unheiligem, daher ist ihr Los im anderen Leben viel schlimmer als das Los derer, die Heiden genannt werden, von denen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 594. Daß "vom Menschen bis zum Tier und bis zum Gewürm" bedeutet, daß alles dem Willen Angehörige ihn zugrunde richtete, erhellt aus der Bedeutung des Menschen, des Tieres und des Gewürms; der Mensch ist nur Mensch vom Willen und Verstand, durch die er sich unterscheidet von den unvernünftigen Tieren, das übrige ist denselben ganz ähnlich. Bei diesenging aller Wille zum Guten und aller Verstand des Wahren verloren; an die Stelle des Willens zum Guten traten unsinnige Begierden, an die Stelle des Verstandes des Wahren unsinnige Einbildungen und diese vermischt mit jenen. Daher, nachdem sie so die Überreste gleichsam vertilgt, mußten sie notwendig zugrunde gehen. Daß alles dem Willen Angehörige Tiere und Gewürme genannt wird, erhellt aus dem, was früher in betreff der Tiere und Gewürme gezeigt worden ist; aber hier, weil von einem solchen Menschen die Rede ist, werden durch die Tiere nicht bezeichnet gute Triebe, sondern böse, folglich Begierden; und durch Gewürme sowohl körperliche, als sinnliche Vergnügungen. Daß Tiere und Gewürme solches bezeichnen, bedarf keiner weiteren Begründungen aus dem Wort, weil davon früher Nr. 45, 46, 142, 143 (schon gehandelt worden ist), wo man nachsehe. 595. Daß "der Vogel der Himmel" bedeute alles dem Verstande oder dem Denken Angehörige, sehe man Nr. 40. 596. Vers 8: Und Noach fand Gnade in den Augen Jehovahs. Durch "Noach" wird bezeichnet eine neue Kirche; Daß "er Gnade gefunden in den Augen Jehovahs" heißt, der Herr habe vorhergesehen, daß so das Menschengeschlecht gerettet werden könne. 597. Durch Noach wird bezeichnet eine neue Kirche, welche die Alte Kirche zu nennen ist, um zu unterscheiden zwischen der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war, und derjenigen, die nach der Sündflut war. Die Zustände dieser Kirchen waren gänzlich verschieden: der Ältesten Kirche Zustand war, daß sie ein Innewerden des Guten und folglich des Wahren hatte vom Herrn; der Alten Kirche oder Noachs Zustand wurde so, daß sie ein Gewissen des Guten und Wahren hatte. Wie der Unterschied ist zwischen Innewerden haben und Gewissen haben, so war der Unterschied des Zustandes der Ältesten Kirche und der Alten Kirche; Innewerden ist nicht Gewissen; Innewerden haben die Himmlischen, Gewissen die Geistigen; die Älteste Kirche war himmlisch, die Alte war geistig. Die Älteste Kirche hatte eine unmittelbare Offenbarung durch den Umgang mit Geistern und Engeln, wie auch durch Gesichte und Träume vom Herrn, durch die im allgemeinen, was gut und wahr ist, ihnen zu wissen gegeben wurde, und nachdem sie es im allgemeinen wußten, so wurden diese gewissermaßen allgemeinen Grundsätze (communia illa quasi principia) mit Unzähligem durch Innewerdungen bekräftigt; dieses Unzählige war das Besondere oder Einzelne des Allgemeinen, auf das es sich bezog; so wurden die sozusagen allgemeinen Grundsätze (communia quasi principia) täglich bestärkt. Alles, was nicht mit dem Allgemeinen übereinstimmte, von dem wurden sie inne, daß dem nicht so sei, und alles, was übereinstimmte, von dem wurden sie inne, daß dem so sei; von solcher Art ist auch der Zustand der himmlischen Engel. Die sozusagen allgemeinen Grundsätze der Ältesten Kirche waren himmlische und ewige Wahrheiten, z.B. daß der Herr das Weltall regiere, daß vom Herrn alles Gute und Wahre, daß vom Herrn alles Leben komme, daß das Eigene des Menschen nichts als Böses sei und daß es an sich tot sei, außer ähnlichen anderen; ein Innewerden von Unzähligem, das dies bestätigte und zusammenstimmte, bekamen sie vom Herrn. Ihnen war die Liebe die Hauptsache des Glaubens; durch die Liebe ward ihnen vom Herrn gegeben, inne zu werden alles, was Sache des Glaubens war; der Glaube war ihnen somit Liebe, wie früher gesagt worden. Aber die Alte Kirche ist eine ganz andere geworden; von ihr wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. 598. Daß "er Gnade in den Augen Jehovahs fand" bedeutet, der Herr habe vorgesehen, daß so das Menschengeschlecht errettet werden könne. Die Barmherzigkeit des Herrn schließt in sich und bezielt die Seligmachung des ganzen Menschengeschlechts, ebenso auch die Gnade, daher die Seligmachung des Menschengeschlechts bezeichnet wird; durch Noach wird nicht bloß eine neue Kirche bezeichnet, sondern auch der Glaube dieser Kirche, der ein Glaube der Liebtätigkeit war; so sah denn der Herr vorher, daß durch den Glauben der Liebtätigkeit das Menschgeschlecht gerettet werden konnte, von welchem Glauben im Folgenden die Rede sein wird. Aber die Barmherzigkeit und die Gnade werden im Wort unterschieden und zwar je nach der Verschiedenheit derer, die sie aufnehmen. Die Barmherzigkeit wird angewendet auf die, welche himmlisch, die Gnade aber auf die, welche geistig sind. Denn die Himmlischen erkennen nichts anderes an, als die Barmherzigkeit und die Geistigen kaum etwas anderes als die Gnade; die Himmlischen wissen nicht, was Gnade, die Geistigen wissen kaum, was Barmherzigkeit ist, die sie zu einer und derselben machen mit Gnade, was von der Selbsterniedrigung beider herkommt, die also verschieden ist. Die in der Demut des Herzens sind, die flehen um die Barmherzigkeit des Herrn, hingegen, die in der Demut des Denkens sind, die bitten um Gnade, und wenn sie um Barmherzigkeit flehen, so geschieht dies im Zustand der Anfechtung oder es geschieht bloß mit dem Munde, nicht mit dem Herzen. Weil die neue, Noach genannte Kirche nicht himmlisch war, sondern geistig, darum wird nicht gesagt, sie habe Barmherzigkeit, sondern sie habe Gnade gefunden in den Augen Jehovahs. Daß im Worte unterschieden wird zwischen der Barmherzigkeit und der Gnade, erhellt aus sehr vielen Stellen, wo Jehovah heißt Barmherzig und Gnädig, wie Ps.103/8; 111/4; 145/8; Joel 2/13; ebenso werden sie anderwärts unterschieden, wie bei Jerem.31/2,3: "So sprach Jehovah: Gnade hat gefunden in der Wüste das Volk der vom Schwert Übriggebliebenen, indem Er hinging, ihm, Israel, Ruhe zu geben; von ferne erschien Jehovah mir, und mit ewiger Liebe habe Ich dich geliebt, darum habe Ich dich hergezogen mit Barmherzigkeit": wo Gnade bezogen wird auf das Geistige und Barmherzigkeit auf das Himmlische. Jes.30/18: "Darum wird Jehovah verziehen, euch Gnade zu geben, und darum wird Er Sich erheben, Sich euer zu erbarmen": wo Gnade gleichfalls sich bezieht auf das Geistige, Barmherzigkeit auf das Himmlische. In Folgendem, wo Lot zu den Engeln (sagt), 1. Mose 19/19: "Siehe doch, es hat Gnade gefunden dein Knecht in deinen Augen und groß gemacht hast du deine Barmherzigkeit, die du an mir getan, indem du meine Seele am Leben erhieltst": daß die Gnade sich bezieht auf Geistiges, das Sache des Glaubens oder Verstandes ist, erhellt auch hier, sodann daß es heißt, Gnade gefunden haben in deinen Augen; Barmherzigkeit aber auf Himmlisches, das Sache der Liebe oder des Willens ist, dies erhellt daraus, daß es heißt, er habe Barmherzigkeit getan und die Seele am Leben erhalten. * * * 9. Dies die Geburten Noachs: Noach war ein gerechter redlicher Mann in seinen Geschlechtern, mit Gott wandelte für sich Noach. 10. Und es zeugte Noach drei Söhne, Schem, Cham und Japheth. 11. Und verdorben war die Erde vor Gott, und erfüllt war die Erde mit Gewalttat. 12. Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verdorben, weil verdorben hatte alles Fleisch seinen Weg auf Erden. 13. Und sprach zu Noach: das Ende alles Fleisches ist gekommen vor Mich, weil erfüllt ist die Erde mit Gewalttat von ihren Angesichten; und siehe, Ich verderbe sie mit der Erde. 14. Mache dir einen Kasten vom Holz Gopher, mit Kammern sollst du machen den Kasten und sollst ihn verpichen von innen und außen mit Pech. 15. Und also sollst du ihn machen: dreihundert Ellen die Länge des Kastens, fünfzig Ellen seine Breite und dreißig Ellen seine Höhe. 16. Ein Fenster sollst du machen dem Kasten und eine Elle hoch es oben anbringen; und die Türe des Kastens sollst du in seine Seite setzen, mit unterem, zweitem und drittem Stockwerk sollst du ihn machen. 17. Und Ich, siehe, Ich lasse kommen eine Wasserflut auf die Erde, zu verderben alles Fleisch, in welchem Geist der Leben, unter den Himmeln; alles, was auf Erden ist, soll hinsterben. 18. Und Ich will aufrichten Meinen Bund mit dir; und du sollst eingehen in den Kasten, du und deine Söhne, und dein Weib und die Weiber deiner Söhne mit dir. 19. Und von allem Lebenden, von allem Fleisch, Paare von allem sollst du eingehen lassen in den Kasten, sie am Leben zu erhalten mit dir; Männchen und Weibchen sollen es sein. 20. Vom Vogel nach seiner Art, und vom Vieh nach seiner Art, von allem Gewürm des Bodens nach seiner Art; Paare von allem sollen eingehen zu dir, um am Leben zu bleiben. 21. Und du nimm dir von aller Speise, die gegessen wird und sammle zu dir, und sie wird dir und ihnen sein zur Speise. 22. Und es tat Noach nach allem, was ihm Gott gebot, so tat er.   Inhalt 599. Es wird gehandelt vom Zustand der Kirche, Noach genannt, vor der Wiedergeburt. 600. Es wird beschrieben der Mensch dieser Kirche, als ein solcher, der wiedergeboren werden konnte: Vers 9; daß aber von ihr drei Gattungen von Lehren aufstanden, welche sind Schem, Cham und Japheth: Vers 10. 601. Daß der von der Ältesten Kirche übriggebliebene Mensch nicht wiedergeboren werden konnte, seiner gräßlichen Beredungen und schnöden Begierden wegen: Vers 11, 12, durch die er sich ganz zugrunde richtete: Vers 13. 602. Aber nicht so der Mensch der Noach genannten Kirche, der beschrieben wird durch den Kasten: Vers 14. Und es werden beschrieben die Überreste bei ihm durch die Maße: Vers 15; sein Verständiges durch das Fenster, die Türe und die Kammern: Vers 16. 603. Daß er erhalten werden sollte, während die übrigen durch die Überflutung des Bösen und Falschen zugrunde gingen: Vers 17. 604. Und daß gerettet werden sollte, was bei ihm Wahres und Gutes war: Vers 18; somit das Angehörige des Verstandes und das Angehörige des Willens durch die Wiedergeburt: Vers 19, 20. Zu deren Aufnahme er zubereitet sein sollte: Vers 21. Und daß es also geschehen sei: Vers 22.   Innerer Sinn 605. Es wird nun gehandelt von der Bildung einer neuen Kirche, die Noach genannt wird, und ihre Bildung wird beschrieben durch den Kasten, in den aufgenommen worden Tiere jeglicher Gattung. Aber ehe jene Kirche entstehen konnte, mußte wie gewöhnlich der Mensch der Kirche mehrere Versuchungen aushalten, die beschrieben werden durch die Erhebung, das Schwanken und Verweilen jenes Kastens auf den Wassern der Flut; und endlich, daß er ein wahrer geistiger Mensch und befreit worden sei durch das Aufhören der Wasser und mehreres, was folgt.Niemand kann dies sehen, wenn er bloß am Buchstabensinne hängt, hier hauptsächlich deswegen, weil alles dies in einen historischen Zusammenhang gebracht ist und eine Vorstellung gewährt, wie Erzählungen von Begebenheiten. Aber dazumal war die Schreibart, die für sie höchst ansprechend war, so beschaffen, daß alles in Typen eingekleidet und diese historisch zusammengepaßt wurden, und je besser sie in historischer Ordnung zusammenhingen, desto angenehmer war es ihrem Genius, denn in jenen alten Zeiten gab man sich nicht so den Wissenschaften hin, auf die man heutzutage sich legt, sondern tiefen Gedanken, aus denen solche Erzeugnisse (hervorgingen). Es war dies die Weisheit der Alten. 606. Daß die Flut, der Kasten und was von der Flut und dem Kasten beschrieben wird, die Wiedergeburt, wie auch die Versuchungen, die ihr vorangehen, bezeichnend sind, dies ist heutzutage den Gelehrten einigermaßen bekannt, von denen die Wiedergeburt und Versuchungen ebenfalls mit den Wassern der Flut verglichen werden. 607. Wie aber jene Kirche beschaffen war, wird im Folgenden beschrieben. Um hier eine Vorstellung von ihr zu gewähren, soll es kurz gesagt werden: Die Älteste (Kirche) war, wie gesagt, himmlisch, diese aber wurde eine geistige. Die Älteste hatte ein Innewerden des Guten und Wahren, diese oder die Alte nicht ein Innewerden, sondern statt dessen eine gewisse andere Einsprache, die Gewissen genannt werden kann. Allein, was der Welt noch unbekannt ist und vielleicht unglaublich, der Mensch der Ältesten Kirche hatte ein inneres Atmen und kein äußeres, außer ein stilles; daher redeten sie nicht so durch Worte wie nachher und heutzutage, sondern wie die Engel durch Vorstellungen, die sie ausdrücken konnten durch unzählige Veränderungen der Miene und des Angesichtes, hauptsächlich durch die der Lippen, in denen unzählige Reihen von heutzutage nicht entwickelten Muskelfasern sind; da diese damals gelöst waren, konnten sie durch sie Ideen so darstellen, bezeichnen und vorbilden, daß wozu man heutzutage einer Stunde Zeit bedarf, (um es) in artikulierten Tönen oder Worten (auszudrücken), sie damals es innerhalb einer Minute konnten, und viel vollständiger und klarer für die Fassungskraft und das Verständnis der Anwesenden, als je möglich mit Worten und Reihen von kombinierten Worten; dies ist vielleicht unglaublich, aber dennoch wahr. Es gibt auch mehrere andere, die nicht von diesem Erdball sind, die ebenso redeten und noch heutzutage reden, von welchen, vermöge der Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Wie jenes innere Atmen beschaffen war und wie es im Fortgang der Zeit sich veränderte, ist auch zu wissen gegeben worden. Und weil sie ein solches Atmen hatten wie die Engel, die ebenso atmen, waren sie in tiefen Denkvorstellungen und konnten ein solches Innewerden haben, das nicht geschildert werden kann. Wenn daher geschildert würde, wie es beschaffen war, würde es, weil es nicht gefaßt würde, auch nicht geglaubt werden. Aber bei ihren Nachkommen verschwand jenes innere Atmen allmählich und wurde bei denen, die von gräßlichen Selbstberedungen und Einbildungen eingenommen waren, von solcher Art, daß sie keine Denkvorstellung mehr darstellen konnten, außer eine äußerst häßliche, was zur Folge hatte, daß sie nicht mehr am Leben bleiben konnten, daher sie alle dahingerafft wurden. 608. Als das innere Atmen aufhörte, trat nach und nach ein äußeres Atmen ein, wie ungefähr heutzutage; und mit dem äußeren Atmen die Sprache der Worte oder des artikulierten Lautes, in den die Vorstellungen des Denkens ausgingen. So hat der Zustand des Menschen sich völlig verändert, und ist ein solcher geworden, daß sie nicht mehr ein gleiches Innewerden haben konnten, sondern statt des Innewerdens eine andere Einsprache, die Gewissen genannt werden kann; denn sie war dem Gewissen ähnlich, obwohl ein Mittelding zwischen dem Innewerden und dem heutzutage einigen bekannten Gewissen. Und da jetzt die Denkvorstellungen also heraustraten, nämlich in Wörter der Sprache, so konnten sie auch nicht mehr so durch den inneren Menschen belehrt werden wie der Urmensch, sondern durch den äußeren. Daher traten alsdann an die Stelle der Offenbarungen der Ältesten Kirche Lehrsätze, die mit den äußeren Sinnen zuerst aufgefaßt, und aus denen materielle Vorstellungen des Gedächtnisses und aus diesen Denkvorstellungen gebildet werden sollten, durch die und nach denen sie belehrt wurden. Dies der Grund, warum diese Kirche (Noach), die nun folgte, einen ganz anderen Genius hatte als die Älteste; und hätte nicht in diesen Genius oder in diesen Zustand der Herr das Menschengeschlecht versetzt, so hätte durchaus kein Mensch gerettet werden können. 609. Weil der Zustand des Menschen dieser Kirche, die Noach genannt wird, ein ganz anderer geworden ist, als der Zustand des Menschen der Ältesten Kirche, so konnte derselbe nicht mehr so unterwiesen und erleuchtet werden, wie der Urmensch, weil das Innere verschlossen war, so daß keine Gemeinschaft mehr mit dem Himmel war, außer eine unbekannte. Darum konnte er auch nicht anders belehrt werden, als auf dem äußeren Wege, d.h. dem der Sinne oder dem Sinnlichen. Deshalb sind, vermöge der Vorsehung des Herrn, die Lehrsätze des Glaubens nebst einigen Offenbarungen der Ältesten Kirche zum Gebrauch dieser Nachkommenschaft erhalten worden. Diese Lehrsätze sind zuerst von Kain gesammelt und aufgehoben worden, damit sie nicht verlorengingen, daher es von Kain heißt, es sei ihm ein Zeichen gesetzt worden, daß niemand ihn töte, worüber 1. Mose 4/15 (Nr. 395, 396); nachher wurden sie in einen Lehrbegriff gebracht von Chanoch, und weil dieser Lehrbegriff jener Zeit zu keinem Gebrauche diente, sondern der Nachkommenschaft, darum wird gesagt, daß Gott ihn weggenommen habe, worüber man nachsehe, was 1. Mose 5/24 (Nr. 518-521) gesagt worden. Diese Glaubenslehren waren es, die vom Herrn erhalten worden sind zum Gebrauche dieser Nachkommenschaft oder Kirche; denn vom Herrn ward vorhergesehen, daß das Innewerden verlorengehen würde, daher auch vorhergesehen wurde, daß jene übrigblieben. 610. Vers 9: Dies die Geburten Noachs: Noach war ein gerechter und redlicher Mann in seinen Geschlechtern; mit Gott wandelte Noach für sich. Durch "die Geburten Noachs" wird bezeichnet die Beschreibung der Umbildung oder Wiedergeburt einer neuen Kirche; "Noach ein gerechter und redlicher Mann in seinen Geschlechtern" bedeutet, er war so beschaffen, daß er mit Liebtätigkeit begabt werden konnte; gerecht bezieht sich auf das Gute der Liebtätigkeit, redlich auf das Wahre der Liebtätigkeit; Geschlechter haben eine Beziehung auf den Glauben; "wandelte mit Gott" bedeutet hier, wie früher bei Chanoch, die Lehre des Glaubens. 611. Daß durch die Geburten Noachs bezeichnet wird die Beschreibung der Umbildung oder Wiedergeburt einer neuen Kirche, erhellt aus dem, was früher, 1. Mose 2/4 (Nr. 89) und 1. Mose 5/1 (Nr. 469, 470) gesagt worden ist. 612. Daß "Noach ein gerechter und redlicher Mann in seinen Geschlechtern", bedeute, er war so beschaffen, daß er mit Liebtätigkeit begabt werden konnte, erhellt aus der Bedeutung von gerecht und redlich, wonach gerecht sich bezieht auf das Gute der Liebtätigkeit, redlich auf das Wahre der Liebtätigkeit; dann aus dem Wesentlichen jener Kirche, das die Liebtätigkeit war, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß gerecht sich bezieht auf das Gute der Liebtätigkeit und redlich auf das Wahre der Liebtätigkeit, erhellt aus dem Wort, wie bei Jes.58/2: "Mich werden sie tagtäglich suchen und die Kenntnis Meiner Wege verlangen, als eine Völkerschaft, die Gerechtigkeit tut und das Recht ihres Gottes nicht verläßt; sie werden Mich fragen um die Rechte der Gerechtigkeit, nach dem Herannahen Gottes werden sie verlangen": wo Recht für das, was Sache des Wahren ist und Gerechtigkeit für das, was Sache des Guten ist; es wurde gleichsam ein stehender Ausdruck; Recht und Gerechtigkeit tun, soviel als Wahres und Gutes, wie bei Jes.56/1; Jerem.22/3,15; 23/5; 33/15; Hes.33/14,16,19. Der Herr sprach bei Matth.13/43: "Die Gerechten werden strahlen wie die Sonne im Reiche Meines Vaters": für die, welche mit Liebtätigkeit begabt sind. Ferner wo von der Vollbringung des Zeitlaufes die Rede ist Matth.13/49: "Es werden ausgehen die Engel und werden scheiden die Bösen aus der Mitte der Gerechten": wo ebenfalls für die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind. Redlich aber bedeutet das Wahre aus der Liebtätigkeit; denn es gibt Wahres aus mehrfach anderem Ursprung; was aber aus dem Guten der Liebtätigkeit vom Herrn ist, d.h. redlich und ein redlicher Mensch, wie bei Ps.15/1,2: "Wer wird wallen in Deiner Hütte, wer wird wohnen auf dem Berge Deiner Heiligkeit? der da wandelt redlich und tut Gerechtigkeit und redet Wahrheit in seinem Herzen": hier wird ein Redlicher beschrieben. Ps.18/26: "Bei dem Heiligen zeigst Du dich heilig, bei einem redlichen Manne bezeugst Du Dich redlich": wo redlicher Mann, der vermöge des Heiligen oder Guten der Liebtätigkeit ein solcher ist. Ps.84/12: "Jehovah wird das Gute den in Redlichkeit Wandelnden nicht vorenthalten". Daß redlich ist, wer wahr ist aus dem Guten oder wer redet und tut das Wahre aus der Liebtätigkeit, erhellt daraus, daß auf den Redlichen oder auf die Redlichkeit öfters angewandt wird das Wort wandeln und Weg, ferner gerade oder Geradheit, welches Wörter für das Wahre sind, wie bei Ps.101/2: "Ich will unterweisen im Wege den Redlichen, bis wann er kommen wird zu Mir, Ich will wandeln für Mich in der Redlichkeit Meines Herzens inmitten Meines Hauses"; und Ps.101/6: "Der auf dem Wege des Redlichen Wandelnde, der soll Mir dienen". Ps.119/1: "Selig, die im Wege Redlichen, die im Gesetze Jehovahs Wandelnden". Ps.25/21: "Redlichkeit und Geradheit sollen mich behüten". Ps.37/37: "Beachte den Redlichen und siehe auf den Geraden, denn das Letzte für den Mann ist Friede". Aus diesem erhellt, daß gerecht heißt, wer Gutes tut, und redlich, wer das Wahre aus demselben tut, was auch heißt Gerechtigkeit und Recht tun; Heiligkeit und Gerechtigkeit ist das Himmlische des Glaubens, Redlichkeit und Recht ist das Geistige aus demselben. HG 613 613. Daß Geschlechter Angehörige des Glaubens sind, ist aus dem Buchstabensinne, welcher der historische ist, nicht ersichtlich; weil aber hier nur Inneres ist, so wird das bezeichnet, was dem Glauben angehört; es erhellt auch aus dem Zusammenhang, daß die Geschlechter hier keine anderen sind; im Worte einige Male ebenso, wie bei Jes.58/12: "Sie sollen bauen aus dir die Wüsten des Altertums, die Gründe sollst du aufrichten von Geschlecht zu Geschlecht und man wird dich heißen Verzäuner des Risses, Wiederbringer der Pfade zum Wohnen": wo alles solches bezeichnet, was dem Glauben angehört; Einöden des Altertums sind, was dem Himmlischen des Glaubens angehört, Gründe des Geschlechts und Geschlechts, was dem Geistigen des Glaubens angehört, was im Verfall war, von alten Zeiten her, die zugleich bezeichnet werden. Jes.61/4: "Sie werden bauen die Wüsten des Altertums, die früheren Verödungen wieder aufrichten und erneuern die Städte der Verwüstung, die Verödungen des Geschlechts und Geschlechts". Jes.65/23: "Nicht werden sie arbeiten ins Leere und nicht zeugen zum Schrecken, denn ein Same der Gesegneten Jehovahs sind sie und ihre Sprößlinge mit ihnen": wo ebenfalls zeugen gesagt wird in bezug auf das, was dem Glauben angehört, arbeiten in bezug auf das, was der Liebe angehört; auf dies bezieht sich der Same der Gesegneten Jehovahs, auf jenes die Sprößlinge. 614. Daß "wandeln mit Gott" bezeichne die Lehre des Glaubens, darüber sehe man das früher über Chanoch Bemerkte: 1. Mose 5/22,24 (Nr. 518-521), von dem ebenfalls gesagt wird, daß er mit Gott gewandelt habe; und dort bezeichnete es die Lehre des Glaubens, die erhalten wurde zum Gebrauch der Nachkommenschaft. Und weil es diese Nachkommenschaft ist, zu deren Gebrauch (es war), so wird es nun hier wieder aufgenommen. 615. Es wird hier im allgemeinen beschrieben, wie der Mensch dieser Kirche beschaffen (war), nicht daß er so schon war, denn im Folgenden ist die Rede von seiner Bildung, sondern wie er werden konnte; nämlich daß er durch Erkenntnisse des Glaubens begabt werden konnte mit Liebtätigkeit und so aus Liebtätigkeit handeln und aus dem Guten der Liebtätigkeit erkennen, was wahr ist; daher das Gute der Liebtätigkeit oder "gerecht" vorausgeht und das Wahre der Liebtätigkeit oder "redlich" nachfolgt. Liebtätigkeit ist die Liebe gegen den Nächsten und die Barmherzigkeit und ist ein niedrigerer Grad jener Liebe, welche die Älteste Kirche hatte, welche Liebe die zum Herrn war. So sank denn die Liebe herab und wurde äußerlicher, und ist zu nennen Liebtätigkeit (oder Gutgesinntheit, Charitas). 616. Vers 10: Und es zeugte Noach drei Söhne, Schem, Cham und Japheth. Daß Noach drei Söhne zeugte, bedeutet, daß von daher drei Gattungen von Lehren auferstanden seien, die bezeichnet werden durch Schem, Cham und Japheth. 617. Daß Noach zeugte drei Söhne, bedeute, es seien drei Gattungen von Lehren von daher auferstanden. Dies erhellt aus allem dem, was vorhergeht, daß die Namen nichts anderes bezeichnen als Kirchen, oder was dasselbe ist, Lehren; so auch hier. Aber hier werden sie bloß genannt wegen der Reihenfolge und des Zusammenhangs mit dem, was vorhergeht, der ist, daß vom Herrn vorhergesehen worden: der Mensch von diesem Genius habe können begabt werden mit Liebtätigkeit. Es werden aber gleichwohl drei Arten von Lehren von daher aufstehen, von welchen Lehren im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesprochen werden soll, wo von Schem, Cham und Japheth (die Rede ist). 618. Daß Noach gerecht und redlich war, daß er wandelte mit Gott, und hier, daß er drei Söhne zeugte, wird in der Vergangenheit gesagt und bezieht sich doch auf die Zukunft. Hierbei ist zu wissen, daß der innere Sinn so beschaffen ist, daß er keine Rücksicht auf die Zeiten hat; dies begünstigt auch die Grundsprache, wo zuweilen ein und dasselbe Wort von jeder Zeit gebraucht werden kann, wie sie denn auch nicht zwischen den Worten scheidet. So liegt das Innere klarer zutage. Jene Sprache hat dies vom inneren Sinn her, der vielfältiger ist, als irgend jemand glauben kann, daher läßt sie sich nicht durch Zeiten und Unterscheidungszeichen beschränken. 619. Vers 11: Und verdorben war die Erde vor Gott; und erfüllt war die Erde mit Gewalttat. Durch die "Erde" wird bezeichnet jenes Geschlecht (gens), von dem früher die Rede war, "das verdorben" heißt, infolge von greulichen Selbstberedungen; "und erfüllt mit Gewalttat" infolge von schnöden Begehrungen; "Gott" heißt es hier und im Folgenden dieses Kapitels, weil nun keine Kirche mehr war. 620. Daß durch die "Erde" bezeichnet wird jenes Geschlecht, von dem früher die Rede war, erhellt aus demjenigen, was von der Bedeutung der Erde und des Bodens gezeigt worden ist; Erde ist ein Wort, das im Worte sehr oft genannt wird, und durch sie wird bezeichnet das Land, in dem die wahre Kirche des Herrn, wie das Land Kanaan; auch das Land, in dem keine Kirche ist, wie das Land Ägyptens, und das Land der Heiden, somit (steht es) für die Völkerschaft, die daselbst wohnt; und weil für Völkerschaft, auch für jeden dieser Art, der daselbst ist. Land heißt es von der himmlischen Liebe, wie das Land Kanaan; die Länder der Heiden von unsauberen Trieben; aber Boden vom Glauben, der eingepflanzt wird; denn wie gezeigt worden, die Erde ist das Enthaltende des Bodens, und der Boden ist das Enthaltende des Feldes, wie die Liebe ist das Enthaltende des Glaubens, und der Glaube ist das Enthaltende der Glaubenserkenntnisse, die eingepflanzt werden; hier wird Erde genommen für das Geschlecht, in dem alle himmlische Liebe und alles von der Kirche verlorenging; aus dem Subjekt erkennt man das Prädikat. 621. Daß die Erde verdorben heißt infolge von greulichen Selbstberedungen, und erfüllt mit Gewalttat infolge von schnöden Begierden, erhellt aus der Bedeutung des Wortes verderben und des Wortes Gewalttat. Im Wort wird nie ein Wort für das andere genommen, sondern beständig dasjenige gebraucht, welches eigentlich die Sache, von der es sich handelt, ausdrückt, und zwar so, daß aus den bloßen Wörtern, die gebraucht werden, sogleich erhellt, was im inneren Sinne (bezeichnet wird), wie hier das Wort "verderben" und "Gewalttat". Verderben wird gebraucht von dem, was dem Verstand angehört, wenn er verödet ist, Gewalttat von dem, was dem Willen angehört, wenn er verwüstet ist, somit verderben von Selbstberedungen und Gewalttat von Begierden. 622. Daß "verderben" von Selbstberedungen gilt, erhellt bei Jes.11/9: "Nicht werden sie Böses tun, und nicht verderben auf dem ganzen Berge Meiner Heiligkeit, weil die Erde voll Erkenntnis Jehovahs sein wird", und ebenso Jes.65/25: wo Böses tun sich bezieht auf den Willen oder die Begierden, verderben auf den Verstand oder die Selbstberedungen des Falschen. Jes.1/4: "Wehe der sündigen Völkerschaft, dem Volke von schwerer Missetat, dem Samen der Bösewichte, den verderbenden Söhnen": hier, wie anderwärts, Völkerschaften und Same der Bösewichte für Böses, das dem Willen oder den Begierden angehört; Volk und verderbende Söhne für Falsches, das dem Verstande oder Selbstberedungen angehört. Hes.16/47: "Verderbt bist du mehr als sie in allen deinen Wegen": hier steht verderben von dem, was dem Verstande, der Vernunft oder dem Denken angehört, denn Weg ist ein die Wahrheit bezeichnendes Wort. Ps.14/1: "Verderbt haben sie und abscheulich gemacht das Werk": wo verderbt für greuliche Selbstberedungen, und abscheulich für schnöde Begierden, die in dem Werk sind, oder von denen das Werk ist. Dan.9/26: "Nach sechzig und zwei Wochen wird ausgerottet werden der Messias, und nichts Ihm (sein), und die Stadt und das Heiligtum wird verderbt werden von dem Volk eines Fürsten, der kommt, und sein Ende mit Überflutung": ebenso verderben für die Selbstberedungen des Falschen, von dem eine Überflutung ausgesagt wird. 623. Daß "die Erde mit Gewalttat erfüllt" heißt, infolge von schnöden Begierden, und hauptsächlich infolge von Begierden, die der Selbstliebe oder übermütigem Stolze angehören, erhellt aus dem Wort; Gewalttat wird genannt, wenn man dem Heiligen Gewalt antut durch Entweihung desselben, wie diese Menschen vor der Sündflut, welche die Glaubenslehren versenkten in alle möglichen Begierden; so bei Hes.7/22-24: "Abwenden will Ich Mein Angesicht von ihnen, und sie werden entweihen Mein Verborgenes, und es werden in dasselbe Einbrechende kommen, und es entweihen; mache eine Kette, weil die Erde voll ist von Blutgericht, und die Stadt voll ist von Gewalttat": es werden die Gewalttätigen geschildert, wer sie seien, daß sie solche seien, wie gesagt worden. Hes.12/19: "Ihr Brot werden sie mit Sorgen essen, und ihr Wasser in der Verödung trinken, auf daß verwüstet werde ihr Land von seiner Fülle, wegen der Gewalttat aller in ihm Wohnenden": das Brot, das sie mit Sorgen essen werden, ist Himmlisches; die Wasser, die sie in der Verödung trinken werden, sind Geistiges, dem sie Gewalt angetan oder das sie entweiht haben. Jes.59/6: "Ihre Gewebe werden nicht zu einem Kleid dienen, und sie werden nicht bedeckt werden in ihren Werken; ihre Werke sind Werke des Frevels, und die Gewalttat ist in ihren Fäusten": wo Gewebe und Kleider bezogen werden auf das, was dem Verstande oder Denken angehört, Frevel und Gewalttat auf das, was dem Willen oder den Werken angehört. Jonas 3/8: "Sie sollen sich bekehren ein jeder von seinem bösen Wege, und von der Gewalttat, welche in ihren Fäusten": wo böser Weg gesagt wird vom Falschen, das dem Verstand angehört, und Gewalttat vom Bösen, das dem Willen angehört. Jerem.51/46: "Es wird in (diesem) Jahre ein Gerücht kommen, und Gewalttat in dem Lande sein": Gerücht für das, was des Verstandes ist, Gewalttat für das, was des Willens ist. Jes.53/9: "Keine Gewalttat verübte er, und kein Trug ist in seinem Munde": wo Gewalttat von dem, was Sache des Willens ist, Trug im Munde von dem, was Sache des Verstandes ist. 624. Daß hier von dem Zustande eine Nicht-Kirche die Rede ist, erhellt daraus, daß hier und im Folgenden dieses Kapitels gesagt wird Gott , im Vorhergehenden aber Jehovah ; wenn von einer Nicht-Kirche die Rede ist, so wird gesagt Gott, dagegen wenn von einer Kirche, so wird gesagt Jehovah. Wie 1. Mose Kapitel 1, wo eine Nicht-Kirche vorkam, gesagt wurde Gott, im Folgenden aber, wo eine Kirche, gesagt wurde, Jehovah Gott; Jehovah ist das Allerheiligste, und nur allein der Kirche angehörend; Gott hingegen nicht so, weil jegliches Volk Götter hatte, daher der Name Gott nicht so heilig ist; niemand durfte den Jehovah nennen, als wer die Erkenntnis des wahren Glaubens hatte, hingegen Gott jedermann. 625. Vers 12: Und Gott sah die Erde, und siehe, sie war verdorben, weil verdorben hat alles Fleisch seinen Weg auf Erden. "Gott sah die Erde" bedeutet, daß Gott den Menschen kannte; "daß sie verdorben war" bedeutet, daß nichts als Falsches; "weil verdorben hat alles Fleisch seinen Weg auf Erden" bedeutet, daß das Leibliche des Menschen alles Verständnis des Wahren zugrunde gerichtet habe. 626. Daß "Gott sah die Erde" bedeute, daß Gott den Menschen kannte, kann jedem klar sein, denn Gott, Der alles und jegliches von Ewigkeit her kennt, braucht nicht zu sehen, ob einer so beschaffen sei. Sehen ist etwas Menschliches, daher ist, wie 1. Mose 6/6 (Nr. 587-589) und anderwärts gesagt worden, nach demjenigen, was im Menschen erscheint, geredet; ja so sehr, daß auch gesagt wird, Er sehe mit Augen. 627. "Weil verdorben hat alles Fleisch seinen Weg auf Erden", daß dies bedeute, das Leibliche des Menschen habe alles Verständnis des Wahren zugrunde gerichtet, erhellt aus der Bedeutung des Fleisches, von der früher bei 1. Mose 6/3 (Nr. 574) (gehandelt worden), wonach es im allgemeinen ist aller Mensch, inbesondere der leibliche, oder alles Leibliche; und aus der Bedeutung von Weg, wonach er das Verständnis des Wahren oder die Wahrheit selbst ist. Daß Weg gesagt wird vom Verständnis des Wahren oder von der Wahrheit, kann erhellen aus dem, was früher hie und da angeführt worden ist, und außerdem aus Folgendem bei 5. Mose 9/12,16: "Jehovah sprach: Mache dich auf, steig eilends hinab von hinnen, weil sich verderbt hat dein Volk; sie sind schnell abgewichen von dem Wege, den Ich ihnen geboten, sie haben sich ein Gußbild gemacht": d.h. hier von den Geboten, die Wahrheiten sind. Jerem.32/19: "Dessen Augen offen sind über alle Wege der Menschensöhne, zu geben dem Manne nach seinen Wegen, und nach der Frucht seiner Werke": die Wege sind das Leben nach den Geboten, die Frucht der Werke ist das Leben aus der Liebtätigkeit; somit wird der Weg gebraucht von den Wahrheiten, die sich auf die Gebote und Befehle beziehen; wie auch Menschensohn und Mann, wie oben (Nr. 264, 568) gezeigt worden; ebenso Jerem.7/3 und 17/10. Hos.4/9: "Ich will heimsuchen über ihm seine Wege, und seine Werke ihm vergelten". Sach.1/4,6: "Bekehret euch von euren bösen Wegen und euren bösen Werken; gleichwie Jehovah Zebaoth uns zu tun gedachte, nach unseren Wegen und nach unseren Werken": ebenso, aber das Gegenteil des Früheren, weil böse Wege und böse Werke. Jerem.32/39: "Ich will ihnen ein Herz und einen Weg geben": Herz für Gutes und Weg für Wahres. Ps.119/26,27,29,30,32,35: "Den Weg Deiner Befehle laß mich verstehen. Den Weg der Lüge entferne von mir, und Dein Gesetz verleihe mir gnädiglich. Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt. Den Weg Deiner Gebote will ich laufen": wo der Weg der Befehle und Gebote heißt, der Weg der Wahrheit, dem entgegensetzt ist der Weg der Lüge. Ps.25/4,5: "Deine Wege, Jehovah, tue mir kund, Deine Steige lehre mich, leite meinen Weg in Deiner Wahrheit, und lehre mich": ebenso deutlich für die Wahrheit. Jes.40/14: "Mit wem hat Jehovah Sich beratschlagt, und (wer) hat Ihn unterrichtet, und Ihn gelehrt den Pfad des Gerichts, und Ihn gelehrt die Wissenschaft und den Weg der Einsichten Ihn wissen lassen": deutlich für den Verstand des Wahren. Jerem.6/16: "So sprach Jehovah, stehet auf den Wegen, und sehet, und fraget nach den Pfaden des Altertums (saeculi), welches der gute Weg sei, und gehet auf ihm": ebenso für den Verstand des Wahren. Jes.42/16: "Die Blinden will Ich auf einem Wege führen, den sie nicht kannten, auf Pfaden, die sie nicht kannten, will Ich sie leiten": von den Wahrheiten wird gesagt sowohl Weg, als Pfad, Steige, Gasse und Straße, weil sie zum Wahren führen. Jerem.18/15: "Sie machten sie straucheln auf ihren Wegen, den Steigen des Altertums (saeculi), zu gehen die Pfade, den ungebahnten Weg". Richt.5/6,7: "In den Tagen Jaels hörten auf die Steige, und die auf den Pfaden Gehenden, die gingen krumme Steige; es hörten auf die Straßen in Israel". 628. Der innere Sinn ist hier, daß jeder Mensch, der auch nur immer war in dem Lande, wo die Kirche (war), seinen Weg verdorben habe, so daß er das Wahre nicht verstand, weil jeder Mensch leiblich geworden; nicht allein die, von denen im vorigen Vers (die Rede war), sondern auch die, welche Noach heißen, von denen hier und im folgenden Vers insbesondere gehandelt wird; denn ehe sie wiedergeboren, waren sie so beschaffen. Dies geht voraus, weil von ihrer Wiedergeburt im Folgenden die Rede ist; und weil wenig von der Kirche übriggeblieben war, so wird jetzt gesagt Gott, nicht Jehovah. In diesem Vers wird bezeichnet, daß nichts Wahres, im nun folgenden, daß nichts Gutes vorhanden gewesen, ausgenommen in den Überresten, die bei denen waren, die Noach genannt werden, denn ohne Überreste ist keine Wiedergeburt möglich; ferner in den Lehrsätzen, die sie wußten. Aber es war kein Verstand des Wahren vorhanden, welcher nirgends stattfindet, als wo ein Wollen des Guten ist. Wo kein Wille, da ist auch kein Verstand, und wie der Wille, so ist der Verstand beschaffen. Bei den Uralten war ein Wille zum Guten, weil Liebe zum Herrn, und infolgedessen ein Verstand des Wahren; aber dieser Verstand ging ganz mit dem Willen zugrunde. Ein vernünftig Wahres und natürlich Gutes blieb übrig bei diesen, die Noach genannt werden, daher sie auch wiedergeboren werden konnten. HG 629 629. Vers 13: Und Gott sprach zu Noach: das Ende alles Fleisches ist gekommen vor Mich, weil erfüllt ist die Erde mit Gewalttat von ihren Angesichten; und siehe, Ich verderbe sie mit der Erde. "Gott sprach" bedeutet, daß es so gewesen; "das Ende alles Fleisches ist vor Mich gekommen" bedeutet, daß das Menschengeschlecht notwendig zugrunde gehen mußte; "weil erfüllt ist die Erde mit Gewalttat" bedeutet, daß kein Wille des Guten mehr (da sei); "siehe, Ich will sie verderben mit der Erde" bedeutet, daß das Menschengeschlecht mit der Kirche zugrundegehen werde. 630. Daß "Gott sprach", bedeute, daß es so gewesen, erhellt daraus, daß bei Jehovah durchaus nur Sein ist. 631. "Das Ende alles Fleisches ist vor Mich gekommen", daß dies bedeute, das Menschengeschlecht mußte notwendig zugrunde gehen, erhellt aus den Worten selbst, dann aus der Bedeutung des Fleisches, wonach es ist aller Mensch im allgemeinen, und der leibliche Mensch insbesondere, wovon früher. 632. Daß "die Erde ist erfüllt mit Gewalttat" bedeute, daß kein Wille des Guten mehr sei, erhellt aus demjenigen, was von der Bedeutung der Gewalttat 1. Mose 6/11 gesagt und gezeigt worden ist. Im vorhergehenden Vers wurde gesprochen vom Verstand des Wahren, hier wird gesagt vom Wollen des Guten, daß beides zugrunde gegangen sei bei dem Menschen der Kirche. 633. Die Sache verhält sich so: bei keinem Menschen ist Verstand des Wahren und Wille zum Guten; nicht einmal bei denen, die von der Ältesten Kirche waren. Aber wenn sie himmlisch werden, so scheint es, als ob Wille zum Guten und Verstand des Wahren bei ihnen wäre, er ist aber allein des Herrn, was sie auch wissen, anerkennen und inne werden, wie dies auch bei den Engeln der Fall ist; so sehr, daß wer nicht weiß, anerkennt und inne wird, daß dem so ist, gar kein Verständnis des Wahren und keinen Willen des Guten hat. Bei jeglichem Menschen und bei jeglichem Engel, auch dem durchaus himmlischen, ist sein Eigenes nur falsch und böse; denn es ist bekannt, daß die Himmel nicht rein sind vor dem Herrn, und daß alles Gute und alles Wahre des Herrn allein ist. Aber so wie der Mensch und der Engel kann vervollkommnet werden, so wird er infolge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn vervollkommnet, und empfängt gleichsam (sicut) ein Verständnis des Wahren und einen Willen zum Guten; aber daß er (selbst) ihn hat, ist bloß Schein (apparentia). Vervollkommnet kann jeglicher Mensch werden, und folglich dies Geschenk der Barmherzigkeit des Herrn empfangen, je nach den Tatwirklichkeiten des Lebens eines jeden nach Maßgabe seines von den Eltern eingepflanzten Erbbösen. 634. Aber sehr schwer ist es, faßlich zu sagen, was das Verständnis des Wahren und der Wille zum Guten im eigentlichen Sinne ist, aus dem Grund, weil der Mensch meint, alles, was er denkt, sei Sache des Verstandes, da er es so nennt; und weil er meint, alles, was er begehrt, sei Sache des Willens, da er es so nennt. Und es ist um so schwerer es faßlich zu sagen, weil die meisten heutzutage auch nicht wissen, daß das Intellektuelle vom Wollenden unterschieden ist; denn wenn sie etwas denken, sagen sie, sie wollen es, und wenn sie etwas wollen, sagen sie, sie denken es, und zwar dies ebenfalls aus dem Grunde, weil sie es so nennen. Außerdem ist der Grund, warum es schwer begriffen werden kann, der, weil sie bloß im Körperlichen sind, oder ihr Leben im Äußersten ist. Aus diesen Gründen wissen sie auch nicht, daß es ein Innerliches (interius), und ein noch Innerlicheres, ja ein Innerstes gibt bei jedem Menschen; und daß sein Körperliches und Sinnliches das Äußerste ist, die Begehrungen und die Dinge des Gedächtnisses sind das Innerliche (interius), die Neigungen und das Rationelle sind das noch Innerlichere, und der Wille zum Guten und das Verständnis des Wahren sind das Innerste; und zwar so geschieden unter sich, daß nichts irgend geschiedener. Der körperliche Mensch macht alles dies zu einem , und vermengt es, und dies ist die Ursache, warum er glaubt, daß, wenn sein Körperliches stirbt, auch alles sterben werde, während er doch dann erst zu leben anfängt, und zwar durch sein Inneres, das der Ordnung nach aufeinanderfolgt. Wenn nicht sein Inneres so unterschieden wäre, und eine solche Aufeinanderfolge hätte, so hätten die Menschen im anderen Leben nie können Geister, nie engelische Geister, nie Engel sein, die so unterschieden werden nach dem Inwendigen, daher drei unter sich ganz unterschiedene Himmel sind. Aus diesem kann nun einigermaßen erhellen, was das Verständnis des Wahren und der Wille zum Guten im eigentlichen Sinne ist, und daß sie nur dem himmlischen Menschen oder den Engeln des dritten Himmels zugeschrieben werden können. 635. Daß am Ende der Tage der vorsündflutlichen Kirche alles Verständnis des Wahren und aller Wille zum Guten zugrunde gegangen sei, wird bezeichnet durch das, was im vorigen und in diesem Vers gesagt worden ist. Bei den Menschen vor der Sündflut, die von greulichen Beredungen und schnöden Begierden erfüllt waren, (war dies) so sehr (der Fall), daß nicht einmal eine Spur (davon) sich (mehr) zeigte; aber bei denen, die Noach genannt werden, blieben Überreste, die jedoch kein Verständnis und keinen Willen darstellen konnten, sondern nur Vernunftwahres und natürlich Gutes; denn wie der Mensch, so ist die Wirksamkeit der Überreste beschaffen. Durch die Überreste konnten diese wiedergeboren werden, und keine Beredungen verhinderten und verschlangen das Wirken des Herrn mittelst der Überreste. Selbstberedungen oder eingewurzelte falsche Grundsätze hemmen alles Wirken, und wenn sie nicht vorher ausgerottet werden, so kann der Mensch durchaus nicht wiedergeboren werden, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 636. Daß "Ich will sie verderben mit der Erde" bedeutet, das Menschengeschlecht werde mit der Kirche zugrunde gehen, erhellt daraus, daß es hier heißt mit der Erde; denn die Erde im weiten Sinne bezeichnet die Liebe, wie früher gesagt worden, somit das Himmlische der Kirche. Hier, weil keine Liebe, noch etwas Himmlisches übrigblieb, bezeichnet sie die Selbstliebe, und das Gegenteil des Himmlischen der Kirche (coelesti Ecclesiae). Aber gleichwohl war ein Mensch der Kirche, weil er die Glaubenslehren hatte; denn die Erde ist Behälter (continens) des Landes, und das Land Behälter des Feldes, wie die Liebe Behälter des Glaubens, und der Glaube Behälter der Glaubenserkenntnisse ist. 637. Daß "Ich will sie verderben mit der Erde" bedeutet, das Menschengeschlecht werde zugrunde gehen mit der Kirche, das hat folgende Bewandtnis: Wenn die Kirche des Herrn völlig vertilgt würde auf dem Erdball, so könnte das Menschengeschlecht gar nicht bestehen, sondern alle mit jeglichen gingen zugrunde. Es verhält sich die Kirche gleich wie das Herz: solange das Herz lebt, können die umliegenden Eingeweide und Glieder leben; dagegen sobald das Herz stirbt, stirbt auch alles und jedes. Die Kirche des Herrn auf dem Erdball ist wie das Herz; von ihr hat das Menschengeschlecht, auch das, welches außerhalb der Kirche ist, Leben. Die Ursache ist jedem ganz unbekannt. Auf daß man aber etwas davon wisse, so verhält sich das gesamte Menschengeschlecht auf dem Erdball wie ein Leib samt seinen Teilen, in dem die Kirche ist wie das Herz, und wenn es keine Kirche gäbe, mit der, als wie mit einem Herzen, der Herr durch den Himmel und die Geisterwelt vereinigt würde, so wäre eine Trennung, und wenn eine Trennung des Menschengeschlechts vom Herrn, so ginge es sogleich zugrunde. Dies ist der Grund, warum von der ersten Schöpfung des Menschen an immer eine Kirche war; und warum die Kirche, sooft sie zugrunde zu gehen anfing, dennoch bei einigen übrigblieb. Dies war auch der Grund des Kommens des Herrn in die Welt. Wäre Er nicht vermöge Seiner göttlichen Barmherzigkeit gekommen, so wäre das gesamte Menschengeschlecht auf diesem Erdball zugrunde gegangen, denn damals war die Kirche im Äußersten, und kaum noch etwas Gutes und Wahres übriggeblieben. Daß das Menschengeschlecht durchaus nicht leben kann, wenn es nicht verbunden ist mit dem Herrn durch den Himmel und die Geisterwelt, davon ist der Grund der, weil der Mensch an sich betrachtet viel geringer ist als die unvernünftigen Tiere: würde er sich selbst überlassen, so stürzte er in sein und aller Verderben, denn nichts anderes als seine und aller Zerstörung begehrt er. Seine Ordnung sollte die sein, daß einer den anderen liebe wie sich selbst, aber jetzt liebt jeder sich mehr als die anderen, somit haßt er alle anderen. Dagegen die unvernünftigen Tiere ganz anders: ihre Ordnung ist die, nach der sie leben, somit leben sie ganz nach der Ordnung, in der sie sind. Der Mensch aber ganz gegen die Ordnung. Wenn daher der Herr Sich nicht seiner erbarmen und ihn verbinden würde mit Sich durch die Engel, so könnte er auch nicht eine Minute leben. Dies weiß der Mensch nicht. 638. Vers 14: Mache dir einen Kasten vom Holz Gopher, mit Kammern sollst du machen den Kasten, und sollst ihn verpichen inwendig und auswendig mit Pech. Durch den "Kasten" wird bezeichnet der Mensch dieser Kirche; durch das "Holz Gopher" seine Lüste; durch die "Kammern" werden bezeichnet die zwei Teile des Menschen, welche die des Willens und des Verstandes sind; durch die "Verpichung desselben von innen und außen" wird bezeichnet die Bewahrung vor der Überschwemmung der Begierden. 639. Daß durch den "Kasten" bezeichnet wird der Mensch dieser Kirche oder die Noach genannte Kirche, kann hinlänglich erhellen aus der Beschreibung desselben im Folgenden; dann auch daraus, daß das Wort des Herrn überall Geistiges und Himmlisches in sich schließt, d.h., daß das Wort des Herrn geistig und himmlisch ist. Wenn der Kasten samt seiner Verpichung, Dimension und Einrichtung wie auch die Flut, nicht mehr, als der Buchstabe lautet, bezeichnen würde, so würde es gar nichts Geistiges und Himmlisches sein, sondern bloß etwas Geschichtliches, das für das Menschengeschlecht keinen weiteren Nutzen hätte als ähnliches, das von weltlichen Schriftstellern beschrieben wird. Weil aber das Wort überall in seinem Schoß oder verborgenen Innern Geistiges und Himmlisches in sich schließt, so erhellt klar, daß durch den Kasten, und durch alles, was von dem Kasten gesagt wird, noch unaufgedeckte Geheimnisse bezeichnet werden; ebenso auch anderwärts, z.B. durch das Kästchen, in das Mose gelegt, und das in den Schilf an das Ufer des Flusses gesetzt worden, 2. Mose 2/3 und, mit noch höherer Beziehung, durch die heilige Lade in der Wüste, die verfertigt war nach einem dem Mose auf dem Berge Sinai gezeigten Typus. Und wenn nicht alles und jedes an derselben Vorbilder des Herrn und Seines Reiches gewesen wäre, so wäre es nichts anderes gewesen als ein Götzenbild und der Dienst ein Götzendienst; ebenso der Tempel Salomos, der gar nicht heilig war von sich selbst, d.h. vom Gold, Silber, Zedernholz und Stein daran, sondern von dem einzelnen, das durch dasselbe vorgebildet wurde. Ebenso hier, wenn nicht der Kasten und sein Bau samt dem einzelnen ein Geheimnis der Kirche bezeichnen würde, so wäre das Wort nicht Wort des Herrn, sondern ein toter Buchstabe, wie bei einem weltlichen Schriftsteller. Daß der Kasten den Menschen der Kirche oder die Kirche, die Noach hieß, bezeichnet erhellt aber hieraus. 640. Daß durch das "Holz Gopher", bezeichnet werden Lüste, und durch die Kammern die zwei Teile desselben Menschen, welche die des Willens und Verstandes sind, weiß noch niemand. Auch in welcher Weise dies bezeichnet wird, kann man nicht wissen, wenn nicht zuvor gesagt wird, wie sich die Sache verhielt bei dieser Kirche: Die Älteste Kirche wußte, wie öfter gesagt worden, aus der Liebe alles, was des Glaubens war oder was dasselbe ist, aus dem Willen zum Guten hatte sie den Verstand des Wahren; aber ihre Nachkommen hatten als Anererbtes auch das, daß bei ihnen Begierden herrschten, die dem Willen angehören, in die sie dann auch die Glaubenslehren versenkten, wodurch sie Nephilim wurden. Da nun der Herr vorhersah, daß der Mensch, wenn er in solcher Natur bliebe, auf ewig zugrunde gehen würde, darum wurde vom Herrn vorgesehen, daß das Wollen getrennt wurde von dem Verstehen, und der Mensch nicht wie früher durch den Willen zum Guten gebildet, sondern durch den Verstand des Wahren begabt würde mit Liebtätigkeit, die wie der Wille zum Guten erscheint. Diese neue Kirche, die Noach genannt wird, wurde so, und somit war sie von ganz anderer Anlage, als die Älteste Kirche. Außer dieser Kirche waren es auch andere zu damaliger Zeit, wie die, welche Enosch hieß, von der früher: 1. Mose 4/25,26 (Nr. 439); dann auch solche, von denen keine solche Erwähnung und Beschreibung vorhanden ist. Hier wird nur beschrieben die Kirche Noach, weil sie eine andere, von derjenigen der Ältesten ganz verschiedene Anlage hatte. 641. Weil dieser Mensch der Kirche zu bessern war, in betreff desjenigen Teils des Menschen, der Verstand genannt wird, ehe er gebessert werden konnte in betreff des anderen, der Wille heißt, so wird hier beschrieben, wie das dem Willen Angehörige getrennt worden ist von dem, was dem Verstand angehört und gleichsam bedeckt und verwahrt, auf daß nichts ihn (den Willen) berühren möchte. Denn wäre das aufgeregt worden, was dem Willen, d.h. der Begierde angehörte, so wäre er verloren gewesen, wie, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden sich zeigen wird. Jene zwei Teile, der Verstand und der Wille, sind so geschieden beim Menschen, daß nichts geschiedener. Was mir auch dadurch klar zu wissen gegeben worden ist, daß das Intellektuelle von Geistern und Engeln einfließt in den linken Teil des Hauptes oder des Gehirns, dagegen das Wollen (voluntaria) in den rechten; der gleiche Fall ist auch beim Angesicht. Wenn engelische Geister einfließen, so fließen sie weich wie die sanftesten Lüftchen ein; dagegen wenn böse Geister, dann ist es gleichsam eine Überflutung, in den linken Teil des Gehirns mit Einbildungen und greulichen Beredungen, in den rechten mit Begierden. Ihr Einfluß ist gleichsam eine Überschwemmung von Einbildungen und Begierden. 642. Aus diesem kann erhellen, was diese erste Beschreibung des Kastens, als erbaut aus dem Holz Gopher, was die Kammern, dann was das in sich schließt, daß er mit Pech von außen und innen verpicht werden sollte: daß nämlich jener andere, dem Willen zugehörige Teil, bewahrt werden sollte vor der Überflutung, und bloß aufgeschlossen werden sollte der dem Verstand zugehörige Teil, der 1. Mose 6/16 beschrieben wird durch Fenster, Türe, unteres, zweites und drittes Stockwerk. Dies ist vielleicht unglaublich, weil es noch in niemands Vorstellung kam, und weil man keinen solchen Begriff vom Wort des Herrn hatte, gleichwohl jedoch ist es gewißlich wahr. Aber dies sind die kleinsten und allgemeinsten Geheimnisse, die der Mensch nicht weiß; würde ihm das einzelne gesagt, so würde er auch nicht ein einziges fassen. 643. Was aber die Bedeutung der Worte selbst anbetrifft, als: daß das Holz Gopher bezeichnet die Lüste, und die Kammern - die beiden Teile des Menschen, so kann sie aus dem Wort erhellen: das Holz Gopher ist ein Holz, das viel Schwefelstoff hat, wie z.B. die Tanne und mehrere dieser Gattung; vom Schwefel schreibt sich es her, daß es Lüste bezeichnet, weil es leicht Feuer fängt. Die Uralten verglichen und verähnlichten das, was bei dem Menschen ist, dem Gold, Silber, Erz, Eisen, Stein, Holz. Sein innerstes Himmlische dem Gold, das niedrigste Himmlische dem Erz, und das Niedrigste oder Leibliche von demselben her dem Holz. Dagegen das innerste Geistige verglichen und verähnlichten sie dem Silber, das niedrigere Geistige dem Eisen und das Niedrigste desselben dem Stein; wenn diese im Wort genannt werden, so wird durch dieselben im inneren Sinn solches bezeichnet, wie bei Jes.60/17: "Statt des Erzes will ich bringen Gold, und statt des Eisens will Ich bringen Silber, und statt des Holzes Erz, und statt der Steine Eisen; und will setzen als deine Schatzung Frieden und als deine Vögte Gerechtigkeit": hier ist die Rede vom Reiche des Herrn, in dem keine solchen Metalle sind; sondern es ist Himmlisches und Geistiges, und daß dies bezeichnet wird, erhellt auch daraus klar, daß von Frieden und Gerechtigkeit gesprochen wird; hier entsprechen sich Gold, Erz und Holz, und bezeichnen Himmlisches oder Williges (voluntarium); und es entsprechen sich auch Silber, Eisen und Stein, und bezeichnen Geistiges oder Intellektuelles. Hes.26/12: "Sie werden rauben deine Reichtümer, plündern deine Waren; deine Steine und dein Holz": daß durch Reichtümer und Waren nicht bezeichnet werden weltliche Reichtümer und Waren, erhellt deutlich, sondern himmlische und geistige. So auch durch Steine und Holz, wo Steine sind das, was des Verstandes ist, und Holz das, was des Willens. Hab.2/11: "Der Stein schreit aus der Wand, und der Balken antwortet aus dem Holz": Stein für das Niederste des Verstandes, und Holz für das Niederste des Willens, das antwortet, wenn etwas aus dem sinnlichen Wissen vorgebracht wird. Hab.2/19,20: "Wehe dem, der zum Holze spricht, wache auf, und stehe auf zum schweigenden Stein, dieser wird lehren; siehe, dieser ist gefaßt in Gold und Silber, und kein Geist in seiner Mitte; aber Jehovah ist im Tempel Seiner Heiligkeit": auch hier Holz für Begierde, Stein für das niederste Verständige, daher von ihm gesagt wird schweigen und lehren; daß kein Geist in seiner Mitte bedeutet, daß er nicht Himmlisches und Geistiges vorbilde; wie der Tempel, wo Stein und Holz ist, und zwar gefaßt in Gold und Silber, bei denen, die nicht denken an das, was es vorbildet. Jerem.Klagel.5/4: "Unser Wasser trinken wir um Silber, unser Holz kommt um einen Kaufpreis": wo Wasser und Silber das bezeichnet, was Sache des Verstandes, Holz, was Sache des Willens ist. Jerem.2/27: "Welche zum Holze sagen, mein Vater bist du, und zum Stein, du hast mich geboren": dort Holz für die Begierde, die Sache des Willens, aus dem er empfangen worden, und Stein für sinnliches Wissen, von dem er geboren. Daher heißt es bei den Propheten hie und da: dem Holz und Steine dienen, soviel als geschnitzten Bildern von Holz und Stein, durch die bezeichnet wird, sie haben den Begierden und Einbildungen gedient; auch Ehebruch treiben mit Holz und Stein, wie Jerem.3/9. Hos.4/12: "Das Volk fragt sein Holz, und sein Stab zeigt ihm an, weil der Geist der Hurerei (sie) verführt hat": soviel als, es frage hölzernes Schnitzwerk, d.h. Begierden. Jes.30/33: "Bereitet ist von gestern her ein Topheth, ihr Scheiterhaufen hat Feuer und viel Holz, der Hauch Jehovahs wie ein Strom brennenden Schwefels": hier Feuer, Schwefel und Holz für schnöde Begierden. Holz im allgemeinen bezeichnet das, was das Niedrigste des Willens ist, kostbares Holz, wie von Zedern und ähnliches das, was gut ist, wie das Zedernholz im Tempel; und das Zedernholz, das gebraucht wurde bei der Reinigung des Aussatzes: 3. Mose 14/4,6,7. Und das in die bittern Wasser bei Marah geworfene Holz, von dem die Wasser süß wurden: 2. Mose 15/25. Nicht kostbares Holz aber und solches, das zu Schnitzbildern gemacht, wie auch zum Scheiterhaufen gebraucht wurde und dergleichen, bezeichnet Begierden, wie das Holz Gopher von Schwefel. So bei Jes.34/9: "Ein Tag der Rache für Jehovah; es werden seine Ströme sich in Pech verwandeln und sein Staub in Schwefel, und sein Land soll zu brennendem Peche werden": Pech für greuliche Einbildungen, Schwefel für schnöde Begierden. 644. Daß durch die Kammern, bezeichnet werden die zwei Teile des Menschen, welche die des Willens und Verstandes sind, erhellt auch aus dem, was gesagt worden ist, daß nämlich jene zwei Teile, Wille und Verstand, unter sich durchaus unterschieden sind, und daher das menschliche Hirn in zwei Teile, die Halbkugeln genannt werden, geteilt ist; zu seiner linken Halbkugel gehört das Verständige, zur rechten das Willige; dies ist die allgemeinste Unterscheidung. Außerdem werden sowohl der Verstand als der Wille in unzählige Teile geschieden, denn es gibt so viele Abteilungen des Verständigen und so viele des Willigen im Menschen, daß sie nie nach den Hauptgattungen, geschweige denn nach den Arten ausgedrückt oder aufgezählt werden können. Der Mensch ist wie ein kleinster Himmel, welcher der Geisterwelt und dem Himmel entspricht, wo alle Gattungen und alle Arten des Verständigen und Willigen aus dem Herrn so höchst geordnet unterschieden sind, daß es auch nicht ein Allerkleinstes gibt, das nicht unterschieden wäre, wovon, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Im Himmel werden jene Abteilungen Gesellschaften genannt, im Worte Wohnungen, vom Herrn Bleibestätten: Joh.14/2, hier aber Kammern, weil sie ausgesagt werden vom Kasten, durch den bezeichnet wird der Mensch der Kirche. 645. Daß durch sein Verpichtwerden mit Pech von innen und außen bezeichnet wird die Bewahrung vor der Überflutung der Begierden, erhellt aus dem, was früher gesagt worden ist: denn der Mensch dieser Kirche war vorerst zu bessern in betreff seines Intellektuellen, daher er bewahrt wurde vor der Überflutung der Begierden, die das ganze Besserungswerk zerstören würden. Im Grundtext wird zwar nicht gelesen, daß er mit Pech verpicht werden sollte, sondern es wird ein Wort gebraucht, das Beschirmung bedeutet, abgeleitet von entsündigen oder versöhnen, daher es gleiches in sich schließt. Die Entsündigung oder Versöhnung des Herrn ist die Beschirmung vor der Überflutung des Bösen. 646. Vers 15: Und also sollst du ihn machen: dreihundert Ellen die Länge des Kastens; fünfzig Ellen seine Breite, und dreißig Ellen seine Höhe. Durch die Zahlen werden hier wie früher bezeichnet die Überreste und zwar wenige. Die Länge ist das Heilige derselben, die Breite ist das Wahre, die Höhe ist das Gute. 647. Daß dies solches bezeichnet, muß einem jeden fremd und sehr ferne liegend erscheinen, als: daß die Zahlen Dreihundert und Fünfzig und Dreißig bezeichnen die Überreste und zwar wenige; dann, daß die Länge, Breite und Höhe bezeichnen das Heilige, Wahre und Gute. Aber außer dem, was oben 1. Mose 6/3 (Nr. 575) über die Zahlen gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich dort hundertzwanzig die Glaubensüberreste bezeichnen, kann es einem jeden auch daraus erhellen, daß die, welche im inneren Sinne sind, wie die guten Geister und Engel, außer allem dem sind, was irdisch, körperlich und durchaus weltlich, somit außer allem, was Sache der Zahlen und Maße ist, und doch wird ihnen vom Herrn das Wort vollständig inne zu werden verliehen, und zwar ganz in Abgezogenheit von solchen. Und weil dies wahr ist, so kann daraus deutlich erhellen, daß es Himmlisches und Geistiges in sich schließt, das so entfernt ist vom Sinne des Buchstabens, daß es nicht einmal als solches erscheinen kann; wie denn himmlisch und geistig alles und jegliches (in ihm) ist. Hieraus kann der Mensch auch wissen, wie unsinnig es ist, die Gegenstände des Glaubens durch Sinnliches und Wissenschaftliches erforschen zu wollen, und nicht eher zu glauben, als bis man es auf diese Weise begreift. 648. Daß Zahlen und Maße im Worte Himmlisches und Geistiges bezeichnen, kann deutlich erhellen aus der Messung des neuen Jerusalems und des Tempels bei Johannes und Hesekiel; einem jeden kann klar sein, daß durch das neue Jerusalem und durch den neuen Tempel das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden bezeichnet wird, und daß das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden nicht unter irdische Maße fällt, und gleichwohl die Dimensionen in Ansehung der Länge, Breite und Höhe in Zahlen bestimmt werden; hieraus kann von einem jeden geschlossen werden, daß durch Zahlen und Maße Heiliges bezeichnet wird, wie in der Joh.Offenb.11/1: "Es ward mir ein Rohr gegeben, einem Stabe gleich, und der Engel stand dabei und sprach zu mir: Stehe auf, und miß den Tempel Gottes, und den Altar, und die an ihm anbeten". Und vom neuen Jerusalem, Joh.Offenb.21/12-17: "Des himmlischen Jerusalems große und hohe Mauer hatte zwölf Tore, und auf den Toren zwölf Engel, und Namen geschrieben, welche sind die zwölf Stämme der Kinder Israels, vom Aufgang drei Tore, von Mitternacht drei Tore, von Mittag drei Tore, vom Niedergang drei Tore. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Gründe, und in denselben die zwölf Namen der Apostel des Lammes. Der mit mir redete, hatte ein goldenes Rohr, daß er messe die Stadt, und ihre Tore und ihre Mauer, die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß, wie auch die Breite; er maß nun die Stadt mit dem Rohr zu 12.000 Stadien, ihre Länge und Breite und Höhe waren gleich. Er maß ihre Mauer von hundertvierundvierzig Ellen, welches ist das Maß eines Menschen, das ist eines Engels": hier kommt überall die Zahl Zwölf vor, die eine sehr heilige Zahl ist, weil sie das Heilige des Glaubens bezeichnet, wie oben bei 1. Mose 6/3 gesagt worden, und 1. Mose Kapitel 29 und 30, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden wird; daher auch hinzugesetzt wird, daß jenes Maß sei das Maß eines Menschen, das ist eines Engels. Ebenso verhält es sich mit dem neuen Tempel und dem neuen Jerusalem bei Hesekiel, welche gleichfalls nach Maßen beschrieben werden: Hes.40/3,5,7,9,11,13,14,22,25,30,36,42,47; 41/1-26; 42/5-15; Sach.2/5,6 (oder 2/2,3): wo auch die Zahlen an sich betrachtet nichts bezeichnen, sondern das Heilige, Himmlische und Geistige, in Abgezogenheit von den Zahlen. Auch alle Zahlen der Dimensionen der Lade, 2. Mose 25/10: des Gnadenstuhls, des goldenen Tisches, der Wohnung, des Altars; ebenso 2. Mose 25/10,17,23; Kap.26; 27/1, und alle Zahlen und Dimensionen des Tempels 1.Kön.6/2,3 außer mehrerem. 649. Hier aber bezeichnen die Zahlen oder Maße des Kastens nichts anderes als die Überreste, die bei dem Menschen dieser Kirche, als er gebessert werden sollte, gewesen waren, und zwar wenige, was daraus erhellt, daß in diesen Zahlen herrscht die Fünf, die im Worte bezeichnet etwas oder ein wenig, wie bei Jes.17/6: "Es wird eine Nachlese darin übriggelassen werden, wie nach dem Schütteln des Ölbaumes, zwei, drei Beeren am Haupte des obersten Zweiges, vier, fünf an den Zweigen des fruchtbaren": wo zwei, drei und fünf für wenige. Jes.30/17: "Eintausend vor dem Schelten eines einzigen, vor dem Schelten fünfer werdet ihr fliehen, bis ihr übrig seid wie ein Mastbaum auf dem Haupte des Berges": wo es ebenfalls für wenige (steht). Auch das Geringste der Strafe war, außer der Wiederherstellung, der fünfte Teil, 3. Mose 5/16,24; 22/14; 4. Mose 5/7; und das Geringste der Zugabe, wenn man ein Tier, ein Haus, einen Acker, einen Zehnten löste, war der fünfte Teil: 3. Mose 27/13,15,19,31. 650. Daß die Länge bezeichnet derselben Heiliges, die Breite derselben Wahres, und die Höhe derselben Gutes, die durch Zahlen beschrieben werden, kann nicht so aus dem Wort begründet werden, weil alle und jegliche Aussage sich nach dem Subjekt oder der Sache richtet, von der die Rede ist; wie denn die Länge angewandt auf die Zeit bezeichnet das Fortwährende und Ewige, z.B. die Länge der Tage: Ps.23/6 und 21/5; wogegen sie angewandt auf den Raum das Heilige bezeichnet, das daraus folgt; so verhält es sich auch mit der Breite und der Höhe; eine dreifache Dimension hat alles im Irdischen, aber solche Dimensionen können nicht von himmlischen und geistigen Dingen ausgesagt werden; wenn sie ausgesagt werden, so wird in Abgezogenheit von den Dimensionen verstanden größere und geringere Vollkommenheit, dann ihre Qualität und Quantität; wie hier die Qualität, daß es Überreste sind, und ihre Quantität, daß es wenige sind. HG 651 651. Vers 16: Ein Fenster sollst du machen dem Kasten, und eine Elle hoch es oben anbringen, und die Tür des Kastens sollst du in seine Seite setzen; mit unterem, zweitem und drittem Stockwerk sollst du ihn machen. Durch das "Fenster, das eine Elle hoch oben angebracht werden sollte", wird bezeichnet das Intellektuelle; durch die "Türe an der Seite" wird bezeichnet das Hören; durch das "untere, zweite und dritte Stockwerk" wird bezeichnet Wissenschaftliches, Rationales und Verständiges. 652. Daß das Fenster das Intellektuelle bezeichnet und die Türe das Hören, und somit in diesem Vers die Rede ist vom Intellektuellen des Menschen, kann erhellen aus dem was früher gesagt worden ist, daß nämlich der Mensch dieser Kirche auf solche Weise gebessert wurde. Es sind im Menschen zwei Leben, das eine ist das des Willens, das andere ist das des Verstandes. Zu zwei Leben werden sie, wenn kein Wille, sondern statt des Willens Begierde ist. Der andere oder intellektuelle Teil ist es, der alsdann gebessert und hernach durch ihn ein neuer Wille gegeben werden kann, so daß sie gleichwohl ein Leben ausmachen, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube. Weil nun der Mensch ein solcher war, daß kein Wille, sondern statt desselben lauter Begierde ist, so war derjenige Teil, welcher der des Willens ist, verschlossen, wie 1. Mose 6/14 gesagt worden, und der andere oder intellektuelle Teil wurde aufgeschlossen und von ihm ist in diesem Vers die Rede. 653. Die Sache verhält sich so: wenn der Mensch gebessert wird, was durch Kämpfe und Versuchungen geschieht, dann werden solche böse Geister ihm beigesellt, die nur sein Wißtümliches und Rationales aufregen, und es werden dann Geister, die Begierden aufregen, ganz von ihm abgehalten. Denn es gibt zwei Gattungen böser Geister: nämlich solche, die auf die Vernunftschlüsse des Menschen wirken, und solche, die auf seine Begierden. Die bösen Geister, welche die Vernunftschlüsse aufregen, nehmen all sein Falsches hervor, und suchen ihn zu bereden, daß Falsches wahr sei, ja sie verkehren sogar Wahres in Falsches. Mit ihnen muß der Mensch, während er in Versuchungen ist, kämpfen; aber der Herr kämpft durch Engel, die den Menschen beigegeben sind. Nachdem das Falsche durch Kämpfe ausgeschieden und gleichsam zerstoben ist, dann ist der Mensch vorbereitet, daß er die Glaubenswahrheiten aufnehmen kann. Denn solange Falsches herrscht, kann der Mensch die Glaubenswahrheiten durchaus nicht aufnehmen, denn die Grundsätze des Falschen stehen im Wege. Wenn er so vorbereitet ist, daß er die Glaubenswahrheiten aufnehmen kann, dann erst können ihm die himmlischen Samen eingesät werden, welche sind Samen der Liebtätigkeit. Die Samen der Liebtätigkeit können nie gesät werden in ein Land, in dem Falsches herrscht, sondern in dem Wahres; so verhält es sich mit der Besserung oder Wiedergeburt des geistigen Menschen. So also verhielt es sich auch mit dem Menschen dieser Kirche, die Noach genannt wird; daher kommt es, daß hier nun die Rede ist von dem Fenster und der Türe des Kastens, und von seinem untersten, zweiten und dritten Stockwerk, die alle auf den geistigen oder verständigen Menschen sich beziehen. 654. Dies nun ist es, was in den Kirchen heutzutage bekannt ist, daß der Glaube durch das Hören kommt. Aber der Glaube ist durchaus nicht eine Erkenntnis dessen, was Sache des Glaubens ist oder eine Erkenntnis des zu Glaubenden, das ist bloß ein Wissen, sondern er ist Anerkennung . Aber Anerkennung kann nicht bei irgend jemand stattfinden, es sei denn die Hauptsache des Glaubens bei ihm, welche ist die Liebtätigkeit, das ist die Liebe gegen den Nächsten und die Barmherzigkeit. Wenn Liebtätigkeit da ist, dann ist Anerkennung oder dann ist Glaube da. Wer es anders faßt, ist so weit entfernt von der Erkenntnis des Glaubens, als die Erde entfernt ist oder absteht vom Himmel. Wenn Liebtätigkeit da ist, welche die Güte des Glaubens ist, dann ist Anerkennung da, welche die Wahrheit des Glaubens ist. Wenn daher der Mensch in betreff des Wissenschaftlichen, Vernünftigen und Verständigen wiedergeboren wird, so geschieht es zu dem Ende, daß der Boden, d.h. sein Gemüt, zubereitet werde zur Aufnahme der Liebtätigkeit, aus der oder aus deren Leben er hernach denken und handeln soll, alsdann ist er gebessert oder wiedergeboren, vorher nicht. 655. Daß "durch das Fenster, das eine Elle hoch oben angebracht werden sollte", das Verständige bezeichnet wird, kann ein jeder aus dem, was bereits gesagt worden ist, ersehen, sodann auch daraus, daß das Verständige nicht anders verglichen werden kann, als mit einem Fenster oben, wenn die Rede ist von der Einrichtung des Kastens und durch den Kasten der Mensch der Kirche bezeichnet wird. Im Wort wird gleichfalls Fenster genannt das Verständige des Menschen, sei es nun Vernunft oder Vernünftelei, das ist sein inneres Sehen: Jes.54/11,12: "Du Bedrängte, vom Sturm Umhergeworfene, Trostlose; ich will von Pyropen deine Sonnen (Fenster) machen und deine Tore von Karfunkelsteinen und alle deine Grenze von Steinen des Wohlgefallens": hier für Fenster Sonnen wegen des Lichtes, das ein- oder durchgelassen wird; Sonnen oder Fenster sind hier das Verständige und zwar aus der Liebtätigkeit, daher es dem Pyrop (roten Edelstein) gleichgesetzt wird; die Tore sind das Vernünftige aus demselben, und die Grenze ist das Wissenschaftliche und Sinnliche; es ist hier die Rede von der Kirche des Herrn. Alle Fenster des Tempels zu Jerusalems bildeten dasselbe vor: die oberen derselben das Verständige, die mittleren das Vernünftige und die untersten das Wißtümliche und Sinnliche; denn es waren drei Stockwerke: 1.Kön.6/4,6,8. Ebenso die Fenster des neuen Jerusalems bei Hes.40/16,22,25,33,36. Jerem.9/20: "Es stieg der Tod in unsere Fenster, er kam in unsere Paläste, auszurotten das Kind von der Gasse, die Jünglinge von den Straßen": wo die Fenster der mittleren Wohnung bezeichnet werden, welche sind das Vernünftige, das vertilgt werde; das Kind auf der Gasse ist die Wahrheit, welche geboren wird. Weil die Fenster das Verständige und Vernünftige, die Sache des Wahren sind, bezeichnet, so bezeichnet es auch die Vernünfteleien, welche Sache des Falschen sind. Wie bei Jerem.22/13,14: "Wehe dem, der sein Haus bauet in Ungerechtigkeit und seine Söller mit Unrecht; welcher spricht: ich will mir ein Haus in (großem) Maßstab und geräumige Söller bauen und sich Fenster ausgehauen hat, und Vertäfelung mit Zedern und Malerei mit Minnig": Fenster für Grundsätze des Falschen. Zeph.2/14: "Es werden sich lagern in seiner Mitte Scharen von Tieren, all sein Wild der Völkerschaft; sowohl der Reiher als das Kippod werden auf ihren Knäufen übernachten; eine Stimme wird singen im Fenster, Verödung auf der Schwelle": von Aschur und Ninive, Aschur für Verstand, hier den verödeten; die in den Fenstern singende Stimme für Vernünfteleien aus Einbildung. HG 656 656. Daß durch die Türe von der Seite bezeichnet wird das Hören, kann nun hieraus erhellen, und es ist nicht nötig, es durch ähnliches aus dem Wort zu begründen; denn es verhält sich das Ohr zu den inneren Sinnorganen gerade wie die Türe von der Seite zum Fenster oben, oder was dasselbe ist, das Hören, das Sache des Ohres ist, zum Verständigen, das Sache des inneren Sinnorganes ist. 657. Daß durch das untere, zweite und dritte Stockwerk bezeichnet wird Wissenschaftliches, Vernünftiges und Verständiges, folgt ebenfalls hieraus. Es gibt drei Grade des Verständigen im Menschen: sein niederstes ist das Wissenschaftliche, das mittlere ist das Vernünftige, das oberste ist das Verständige. Diese sind unter sich so geschieden, daß sie nie verwechselt werden. Daß aber der Mensch dies nicht weiß, hat den Grund, weil er ins Sinnliche und ins Wissen allein das Leben setzt; und wenn er daran hängt, so kann er nicht einmal wissen, daß sein Vernünftiges vom Wissen unterschieden, noch weniger, daß das Verständige (von diesen unterschieden ist). Da es jedoch sich so verhält, daß der Herr durch das Verständige beim Menschen einwirkt in sein Vernünftiges und durch das Vernünftige in das Wissen des Gedächtnisses, daher das Leben der Sinne, des Gesichts und des Gehörs. Dies ist der wahre Einfluß und dies der wahre Verkehr der Seele mit dem Leibe. Ohne Einfluß des Lebens des Herrn in das Verständige beim Menschen oder vielmehr in das Wollende und durch das Wollende in das Verständige und durch das Verständige ins Vernünftige und durch das Vernünftige in sein Wissen, das Sache des Gedächtnisses ist, kann es gar kein Leben beim Menschen geben. Und obwohl der Mensch in Falschem und Bösem ist, ist denn doch immer ein Einfluß des Lebens des Herrn durch das Wollende und Verständige, aber es wird das, was einfließt, im vernünftigen Teil je nach seiner Form aufgenommen und macht, daß der Mensch vernünftig denken, reflektieren und verstehen kann, was wahr und gut ist. Hiervon jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden; dann wie sich das Leben bei den Tieren verhält. 658. Jene drei Grade, die im allgemeinen Angehör des Intellektuellen des Menschen heißen, nämlich Verstand, Vernunft und Wissen, sind auch bezeichnet worden im Tempel Jerusalems durch die Fenster der drei Stockwerke: 1.Kön.6/4,6,8; dann auch früher durch die Ströme, die ausgingen aus dem Garten Edens von Aufgang, wo der Aufgang bedeutet den Herrn, Eden die Liebe, die dem Willen angehört, der Garten die Einsicht aus derselben, die Ströme die Weisheit, die Vernunft und das Wissen; wovon man sehe, was gesagt worden ist 1. Mose 2/10-14. 659. Vers 17: Und Ich, siehe, Ich lasse kommen die Wasserflut auf die Erde, zu verderben alles Fleisch, in welchem Geist der Leben unter den Himmeln; alles, was auf Erden ist, soll hinsterben. Durch "die Flut" wird bezeichnet die Überschwemmung des Bösen und Falschen; "zu verderben alles Fleisch, in welchem Geist der Leben unter den Himmeln" bedeutet, daß sich verdarb die ganze Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; "alles, was auf Erden ist, wird hinsterben" bedeutet die, welche von jener Kirche, und solche geworden sind. 660. Daß durch die Flut bezeichnet wird die Überschwemmung des Bösen und Falschen, erhellt aus demjenigen, was früher gesagt worden ist von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, daß sie von schnöden Begierden besessen waren, und daß sie in dieselben versenkten die Lehren des Glaubens, daher sie Selbstberedungen von Falschem bekamen, die alles Wahre und Gute austilgten und zugleich den Weg für die Überreste verschlossen, daß sie nicht wirken konnten, und so konnte es nicht anders kommen, als daß sie sich selbst verdarben. Wenn der Weg für die Überreste verschlossen ist, dann ist der Mensch nicht mehr Mensch, weil er nicht mehr beschützt werden kann von den Engeln, sondern ganz wie er ist besessen wird von bösen Geistern, die nichts anderes suchen und begehren, als mit dem Menschen es Garaus zu machen; daher der Tod derer, die vor der Sündflut lebten, der beschrieben wird durch die Flut oder die totale Überschwemmung. Der Einfluß der Einbildungen und Begierden von den bösen Geistern ist auch nicht unähnlich einer Flut, daher er auch hie und da im Worte genannt wird eine Flut oder Überschwemmung, was man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in den beim folgenden Kapitel vorauszuschickenden Bemerkungen sehen wird. 661. "Zu verderben alles Fleisch, in welchem Geist der Leben unter den Himmeln" bedeutet, daß sich verdarb die ganze Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; dies erhellt aus dem Bisherigen, sodann aus ihrer früheren Schilderung, wonach sie allmählich von den Älteren einen solchen Genius erblich überkamen, daß sie von so greulichen Selbstberedungen vor anderen erfüllt wurden; hauptsächlich aus dem Grund, weil sie die Glaubenslehren, die sie bei sich hatten, ihren Begierden eingossen, worauf sie dann solche wurden. Anders verhält es sich bei denen, die keine Glaubenslehren haben, sondern ganz in Unwissenheit leben; diese können nicht so tun, somit nicht das Heilige entweihen und so den Weg für die Überreste verschließen, folglich nicht die Engel des Herrn von sich abtreiben. Überreste sind, wie gesagt, alles von Unschuld, alles von Liebtätigkeit, alles von Barmherzigkeit, alles von Glaubenswahrheit, was der Mensch von Kindheit an vom Herrn gehabt und gelernt hat; alles und jedes von diesen wird aufbewahrt. Wenn solches der Mensch nicht hätte, so könnte gar nichts von Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit in seinem Denken und Handeln sein, mithin auch nichts Gutes und Wahres, folglich wäre er ärger als die wilden Tiere. Ebenso wenn er Überreste von solchem hätte, aber durch schnöde Begierden und greuliche Selbstberedungen vom Falschen den Weg verstopfen würde, daß sie nicht wirken könnten. Von solcher Art waren die vor der Sündflut, die sich selbst verdarben, und diese werden verstanden unter "allem Fleisch, in welchem Geist der Leben, unter den Himmeln". Fleisch bezeichnet, wie früher gezeigt worden (Nr. 574), allen Menschen im allgemeinen und den körperlichen insbesondere; Geist der Leben alles Leben im allgemeinen, aber eigentlich das Leben derer, die wiedergeboren waren, somit hier die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; obwohl in dieser kein Glaubensleben übrig, wird dennoch, weil sie von den Älteren her einigen Samen davon hatten, hier genannt der Geist der Leben, oder in dessen Nase der Odem des Geistes der Leben, wie im 1. Mose 7/22. Fleisch unter den Himmeln bezeichnet das bloß Körperliche, die Himmel sind das Verstehen des Wahren und Wollen des Guten; wenn diese vom Körperlichen abgeschieden sind, so kann der Mensch nicht mehr leben; was den Menschen hält, ist seine Verbindung mit dem Himmel, das ist durch den Himmel mit dem Herrn. 662. "Alles, was auf Erden wird hinsterben", bedeutet die, welche von jener Kirche und solche geworden sind; daß die Erde nicht bezeichnet den ganzen Erdkreis, sondern bloß diejenigen, die von der Kirche waren, ist früher gezeigt worden (Nr. 620); somit wird hier gar nicht verstanden eine Flut, geschweige denn eine allgemeine Flut, sondern das Hinsterben oder die Erstickung der ihr Angehörigen, als sie geschieden waren von den Überresten, somit vom Verstehen des Wahren und dem Wollen des Guten, mithin von den Himmeln. Daß die Erde den Bereich, wo die Kirche ist, mithin die ihr Angehörigen bezeichnet, dafür mögen außer den früher aus dem Wort angeführten Stellen auch folgende zur Begründung dienen: Jerem.4/27,28: "So sprach Jehovah: verwüstet wird sein die ganze Erde und Vollendung will Ich nicht machen, um deswillen wird trauern die Erde, schwarz werden sein die Himmel oben": hier Erde für die Einwohner, wo die Kirche, die verödet worden. Jes.13/13: "Ich werde erschüttern den Himmel und erbeben soll die Erde von ihrer Stelle": die Erde für den zu verödenden Menschen, wo die Kirche ist. Jerem.25/33: "Es werden Erstochene Jehovahs sein, an jenem Tage vom Ende der Erde bis zum Ende der Erde": wo das Ende der Erde nicht bezeichnet den ganzen Erdkreis, sondern bloß den Strich, wo die Kirche, mithin die Menschen, die der Kirche angehörten. Jerem.25/29,31: "Das Schwert rufe ich über alle Einwohner der Erde; es kommt ein Lärmen bis zum Ende der Erde, weil Streit hat Jehovah gegen die Völkerschaften": wo auch nicht verstanden wird der ganze Erdkreis, sondern bloß der Strich, wo die Kirche, mithin der Einwohner oder der Mensch der Kirche ist; Völkerschaften dort für Falsches. Jes.26/21: "Siehe, Jehovah geht aus von Seinem Ort, heimzusuchen die Missetat des Bewohners der Erde". Jes.40/21: "Höret ihr nicht, ist es euch nicht verkündigt worden von Anbeginn, versteht ihr nicht die Gründe der Erde". Jes.45/18: "Jehovah, Welcher schafft die Himmel, Er ist der Gott, Der die Erde bildet und sie macht, Er, Der sie feststellt": die Erde für den Menschen der Kirche. Sach.12/1: "Spruch Jehovahs, Der ausspannt die Himmel und gründet die Erde, und bildet den Geist des Menschen in dessen Mitte": die Erde offenbar für den Menschen der Kirche. Die Erde wird unterschieden von dem Boden, wie der Mensch der Kirche und die Kirche selbst oder wie die Liebe und der Glaube. 663. Vers 18: Und Ich will aufrichten Meinen Bund mit dir; und du sollst eingehen in den Kasten, du und deine Söhne und dein Weib und die Weiber deiner Söhne mit dir. "Einen Bund aufrichten" bedeutet, daß er wiedergeboren werde; daß "er eingehen solle in den Kasten, und seine Söhne und sein Weib und die Weiber seiner Söhne" bedeutet, daß er gerettet werden sollte; die Söhne sind Wahres, die Weiber sind Gutes. 664. Im vorigen Vers war die Rede von denen, die sich selbst verdarben, hier aber von denen, die wiedergeboren und so gerettet werden sollten und Noach hießen. 665. Daß "einen Bund aufrichten" bedeute, daß er wiedergeboren werden sollte, kann offenbar erhellen aus dem, daß kein anderer Bund stattfinden kann zwischen dem Herrn und dem Menschen als die Verbindung durch Liebe und Glauben, somit bezeichnet Bund die Verbindung. Denn es ist die himmlische Ehe, die der eigentlichste Bund ist. Die himmlische Ehe oder eine Verbindung besteht nur bei denen, die wiedergeboren werden, somit wird die Wiedergeburt selbst im weitesten Sinne bezeichnet durch Bund; der Herr geht einen Bund mit dem Menschen ein, wenn Er ihn wiedergebiert; daher bildete der Bund mit den Alten nichts anderes vor. Aus dem Buchstabensinne faßt man es nicht anders, als daß der mit Abraham, Jischak und Jakob und so oft mit ihren Nachkommen geschlossene Bund sie selbst angehe; allein sie waren von der Art, daß sie nicht wiedergeboren werden konnten; denn sie setzten den Gottesdienst bloß in Äußerliches und hielten das Äußerliche für heilig, ohne daß Innerliches damit verknüpft war; daher die mit ihnen geschlossenen Bündnisse lediglich nur Vorbildungen der Wiedergeburt waren, wie auch alle Gebräuche, und wie Abraham, Jischak und Jakob selbst, die solches vorbildeten, was der Liebe und des Glaubens ist. Wie in gleicher Weise auch die Oberpriester und Priester, von welcher Art auch immer sie sein mochten, auch die verbrecherischen, das himmlische und heiligste Priestertum vorbilden konnten; bei den Vorbildungen wird gar nicht reflektiert auf die Person, sondern auf die Sache, die vorgebildet wird. So bildeten alle Könige Israels und Jehudahs, auch die schlimmsten, das Königliche des Herrn vor; ja auch Pharao, der den Joseph über das Land Ägypten erhöhte. Hieraus und aus mehrerem anderen, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden, kann erhellen, daß die so oft mit den Söhnen Jakobs geschlossenen Bündnisse nichts waren als Rituale, die vorbildeten. 666. Daß der Bund nichts anderes bezeichnet als die Wiedergeburt und was zur Wiedergeburt gehört, kann hin und wieder erhellen aus dem Worte, wo der Herr selbst genannt wird der Bund, weil Er es einzig ist, Der wiedergebiert und zu Dem von dem wiedergeborenen Menschen aufgesehen wird und Der alles in allem der Liebe und des Glaubens ist; daß der Herr der Bund selbst ist, erhellt bei Jes.42/6: "Ich, Jehovah, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und ergreife deine Hand und behüte dich und will dich geben zum Bund des Volkes, zum Licht der Völkerschaften": wo der Bund für den Herrn, das Licht der Völkerschaften ist der Glaube; ebenso Jes.49/6,8. Mal.3/1,2: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, und plötzlich wird zu Seinem Tempel kommen der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, Den ihr begehret; siehe, Er kommt, wer erträgt den Tag Seiner Ankunft?": wo der Herr genannt wird der Engel des Bundes. Der Sabbath wird genannt der ewige Bund, 2. Mose 31/16, weil er bezeichnet den Herrn selbst und den von Ihm wiedergeborenen himmlischen Menschen. Weil der Herr der Bund selbst ist, so ist offenbar, daß der Bund alles ist, was den Menschen mit dem Herrn verbindet, somit die Liebe und der Glaube und was Sache der Liebe und des Glaubens ist; denn dieses ist des Herrn und darin der Herr, somit der Bund selbst in denen, in welchen es aufgenommen wird. Dies kann nirgends stattfinden, als bei dem Wiedergeborenen, bei dem alles, was des Wiedergebärers oder des Herrn ist, Bundessache oder Bund ist. Jes.54/10: "Meine Barmherzigkeit wird nicht von dir weichen und der Bund Meines Friedens wird nicht schwanken": wo Barmherzigkeit und Friedensbund der Herr ist, und was des Herrn ist. Jes.55/3,4: "Neiget euer Ohr und gehet zu Mir, höret und es soll leben eure Seele, und Ich will schließen mit euch den Bund der Ewigkeit, die festen Erbarmungen Davids; sieh', als Zeugen für die Völker gab Ich ihn, als Führer und Gesetzgeber den Völkerschaften": wo David für den Herrn steht; der Bund der Ewigkeit in dem und durch das, was des Herrn ist, was verstanden wird unter zu Ihm gehen und hören, damit die Seele lebe. Jerem.32/39,40: "Ich will ihnen ein Herz und einen Weg geben, Mich zu fürchten alle Tage zu ihrem Besten, und zu dem ihrer Söhne nach ihnen, und Ich will schließen mit ihnen den Bund des Zeitlaufs, daß ich Mich nicht abwenden will von ihnen, ihnen wohlzutun, und Meine Furcht will Ich in ihr Herz geben": für diejenigen, die wiedergeboren werden sollen, dann auch für das, was bei dem Wiedergeborenen ist, welches ist ein Herz und ein Weg, das ist Liebtätigkeit und Glaube, die des Herrn, somit des Bundes sind. Jerem.31/31-33: "Sieh die Tage kommen, ist der Spruch Jehovahs, und Ich will mit dem Hause Israels und mit dem Hause Jehudahs einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund (war), den Ich geschlossen mit ihren Vätern, weil sie Meinen Bund gebrochen haben; sondern dies soll sein der Bund, den ich schließen will mit dem Hause Israels nach diesen Tagen: Ich will Mein Gesetz in ihre Mitte geben, und in ihr Herz es schreiben, und will ihnen ihr Gott sein und sie sollen Mein Volk sein": deutlich wird hier erklärt, was der Bund ist, daß er sei Liebe und Glaube zum Herrn, die bei dem Wiederzugebärenden. Jerem.33/20 wird die Liebe genannt der "Bund des Tages" und der Glaube "der Bund der Nacht". Hes.34/24,25: "Ich, Jehovah, will ihnen sein ihr Gott, und Mein Knecht David Fürst in ihrer Mitte und will mit ihnen schließen den Bund des Friedens, und will aufhören lassen das böse Wild von der Erde, und sie werden in der Wüste sicher wohnen und schlafen in den Wäldern": hier offenbar von der Wiedergeburt, David für den Herrn. Hes.37/25,26: "David soll ihr Fürst sein in Ewigkeit, Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, ein Bund der Ewigkeit soll sein mit ihnen, Ich will Mein Heiligtum in ihre Mitte setzen auf ewiglich": wo gleichfalls von der Wiedergeburt; David und das Heiligtum für den Herrn. Hes.16/8,9,11: "Ich ging einen Bund mit dir ein und du warst Mein, und Ich wusch dich mit Wasser, und spülte dein Blut ab von dir und salbte dich mit Öl": hier offenbar für die Wiedergeburt. Hos.2/18: "Ich will mit ihnen einen Bund schließen an jenem Tage, mit dem Wild des Feldes und mit dem Vogel der Himmel und dem Gewürm der Erde": für die Wiedergeburt; das Wild des Feldes für das, was dem Willen angehört; der Vogel der Himmel für das, was dem Verstand angehört. Ps.111/9: "Erlösung sandte Er Seinem Volke, schrieb auf ewig vor Seinen Bund": für die Wiedergeburt; Bund heißt sie, weil gegeben und hingenommen wird; die aber nicht wiedergeboren sind, oder was dasselbe ist, die in Äußerliches den Gottesdienst setzen und sich selbst und was sie begehren und denken, wie als Götter achten und verehren, von denen wird, weil sie sich vom Herrn trennen, gesagt, daß sie den Bund brechen; wie bei Jerem.22/9: "Verlassen haben sie den Bund Jehovahs ihres Gottes, und sich gebeugt vor andern Göttern und ihnen gedient". 5. Mose 17/2-5: "Wer übertreten würde den Bund, dienend andern Göttern, der Sonne, dem Mond, dem Heere der Himmel, sollte gesteinigt werden": die Sonne für die Selbstliebe, der Mond für die Grundsätze des Falschen, die Heere der Himmel für das Falsche selbst. Hieraus nun erhellt, was die Lade des Bundes, in der das Zeugnis oder der Bund (war, bedeutete) - nämlich den Herrn selbst. Was das Buch des Bundes - nämlich den Herrn selbst: 2. Mose 24/4-7; 34/27; 5. Mose 4/13,23; was das Blut des Bundes - nämlich den Herrn selbst: 2. Mose 24/6,8. Welcher allein Wiedergebärer ist; somit der Bund der Wiedergeburt selbst. 667. Daß "er eingehen sollte in den Kasten, und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne" bedeutet, daß er gerettet werden sollte. Dies erhellt aus dem, was früher gesagt worden ist und was folgt; daß er gerettet worden, weil wiedergeboren. 668. Daß die Söhne das Wahre seien und die Weiber das Gute, ist auch früher gezeigt worden: 1. Mose 5/4 (Nr. 489-491), wo die Söhne und Töchter, hier aber Söhne und Weiber (genannt werden), weil die Weiber das Gute sind, das dem Wahren beigegeben ist. Denn es kann niemals etwas Wahres erzeugt werden, es sei denn ein Gutes oder Angenehmes da, aus welchem, im Guten und Angenehmen ist Leben, nicht aber im Wahren, außer dem, das es hat vom Guten und Angenehmen; das Wahre wird aus ihm gebildet und zutage gefördert. Ebenso der Glaube, welcher Sache des Wahren ist, von der Liebe, die Sache des Guten ist. Es verhält sich das Wahre wie das Licht: wenn es nicht aus der Sonne oder einer Flamme (kommt), ist es kein Licht; das Licht ist von derselben gebildet. Das Wahre ist bloß die Form des Guten, und der Glaube ist bloß die Form der Liebe, das Wahre wird daher gebildet nach der Beschaffenheit des Guten; und der Glaube nach der Beschaffenheit der Liebe oder Liebtätigkeit. Dies ist nun der Grund, daß das Weib und die Weiber genannt werden, die das dem Wahren beigegebene Gute bezeichnen. Daher es im folgenden Vers heißt, daß je zwei von allem eingehen sollten in den Kasten, ein Männchen und ein Weibchen, denn ohne beigegebenes Gute findet keine Wiedergeburt statt. 669. Vers 19: Und von allem Lebenden, von allem Fleisch, Paare von allem, sollst du eingehen lassen in den Kasten, sie am Leben zu erhalten mit dir; Männchen und Weibchen sollen sie sein. Durch die "lebende Seele" wird bezeichnet was des Verstandes ist; durch "alles Fleisch" was des Willens ist; "Paare von allem sollst du eingehen lassen in den Kasten" bedeutet, ihre Wiedergeburt; das Männchen ist das Wahre, das Weibchen ist das Gute. 670. Daß durch die "lebende Seele" bezeichnet wird, was des Verstandes ist, und durch alles Fleisch, was des Willens ist, kann erhellen aus dem, was früher gesagt worden ist, dann auch aus dem, was folgt. Durch lebendige Seele wird im Wort bezeichnet alles lebendige Geschöpf im allgemeinen, welches es auch sei, wie 1. Mose 1/20,21,24; 2/19; hier aber, weil ihm unmittelbar beigefügt wird alles Fleisch, wird bezeichnet das, was des Verstandes ist, aus dem früher angegebenen Grund, daß der Mensch dieser Kirche wiedergeboren werden sollte zuerst in betreff des Verständigen, daher auch im folgenden Vers zuerst genannt wird der Vogel, der das Verständige oder Vernünftige bezeichnet, und dann folgt von den Tieren, die auf den Willen sich beziehen. Fleisch bezeichnet im besonderen das Körperliche, das Sache des Willens ist. 671. Daß "Paare von allem sollst du eingehen lassen in den Kasten, sie am Leben zu erhalten", bedeutet ihre Wiedergeburt, kann erhellen aus dem, was im vorhergehenden Vers gesagt worden ist, daß nämlich das Wahre nur wiedergeboren werden kann durch Gutes und Angenehmes, somit das, was Sache des Glaubens ist, lediglich nur durch das, was Sache der Liebtätigkeit ist; daher hier gesagt wird, daß Paare von allem eingehen sollen, nämlich sowohl vom Wahren, das Sache des Verstandes ist, als vom Guten, das Sache des Willens ist. Bei dem nicht wiedergeborenen Menschen gibt es kein Verständnis des Wahren oder keinen Willen zum Guten, sondern es scheint bloß, als ob sie da wären, auch werden sie in gemeiner Rede so genannt. Es kann jedoch bei ihm vernünftig und wissenschaftlich Wahres geben, aber es ist nicht lebendig; es kann auch gleichsam williges Gute geben, aber es ist nicht lebendig, gerade wie bei den Heiden, ja bei den unvernünftigen Tieren. Aber dies sind bloß Ähnlichkeiten; beim Menschen ist solches nie lebendig, ehe denn er wiedergeboren und so jenes belebt ist vom Herrn. Im anderen Leben nimmt man auf das deutlichste wahr, was nicht lebendig und was lebendig ist. Das Wahre, das nicht lebendig ist, nimmt man sogleich wahr als etwas Materielles, Faseriges, Verschlossenes, das nicht lebendige Gute als etwas Hölzernes, Knöchernes, Steinernes; dagegen das vom Herrn belebte Wahre und Gute ist offen, lebenskräftig, voll des Geistigen und Himmlischen, offenstehend bis zum Herrn hinauf, und dies in jeder Vorstellung und Handlung, selbst im Kleinsten bei beiden; deswegen wird nun gesagt, daß Paare eingehen sollen in den Kasten, sie am Leben zu erhalten. 672. Daß das Männchen das Wahre, und das Weibchen das Gute sei, ist früher gesagt und gezeigt worden (Nr. 54, 476), in jedem Kleinsten des Menschen ist das Bild einer Ehe; alles was dem Verstand angehört, ist so verknüpft mit etwas von seinem Willen; ohne eine solche Verknüpfung oder Ehe wird durchaus nichts erzeugt. 673. Vers 20: Vom Vogel nach seiner Art, und vom Vieh nach seiner Art, von allem Gewürm des Bodens nach seiner Art, Paare von allem sollen eingehen zu dir, um lebendig zu machen (ad vivificandum). Der "Vogel" bezeichnet das Verständige, das "Tier" das Willige, das "Gewürm des Bodens" beides, aber das niedrigste; je "zwei von allem sollen eingehen lebendig zu machen" bezeichnet, wie früher, ihre Wiedergeburt. 674. Daß "der Vogel" bezeichnet Verständiges oder Vernünftiges, ist früher gezeigt worden: Nr. 40, dann auch, daß das Tier bezeichnet Williges oder Triebe: Nr. 45, 46, 143, 144, 246. Daß "das Gewürm des Bodens" beides, jedoch das niedrigste bezeichne, kann für jeden daraus klar sein, daß das Kriechende des Bodens das niedrigste ist. Daß "Paare von allem sollen eingehen lebendig zu machen" ihre Wiedergeburt bezeichne, ist im vorhergehenden Vers gesagt worden. 675. Daß es heißt, "Vogel nach seiner Art, Vieh nach seiner Art und Gewürm nach seiner Art", darüber ist zu wissen, daß es bei jedem Menschen, vom Verständigen und Willigen unzählige Gattungen gibt und noch unzähligere Arten, die unter sich ganz geschieden sind, obwohl der Mensch dies nicht weiß. Allein in der Wiedergeburt des Menschen nimmt der Herr alles und jegliches in seiner Ordnung hervor, scheidet und ordnet es, daß es zu Wahrem und Gutem gewendet und mit demselben verbunden werden kann, und dies mit Verschiedenheit je nach den Zuständen, die auch unzählig sind. Alles dies kann jedoch in Ewigkeit nie vollendet werden, weil jede Gattung, jede Art und jeder Zustand unsäglich vieles begreift, im Einfachen und noch mehr im Zusammengesetzten. Der Mensch weiß nicht einmal, daß dies ist, noch weniger kann er wissen, wie er wiedergeboren wird. Das ist es, was der Herr zu Nikodemus von der Wiedergeburt des Menschen sagt: "Der Geist wehet, wo er will, und seine Stimme hörest du, aber du weißt nicht, woher er kommt oder wohin er geht, so ist jeder, der vom Geist geboren ist": Joh.3/8. 676. Vers 21: Und du nimm dir von aller Speise, die gegessen wird; und sammle zu dir, und sie wird dir und ihnen zur Speise sein. Daß "er sich nehmen sollte von aller Speise, die gegessen wird", bezeichnet Gutes und Angenehmes; daß "er zu sich sammeln sollte" bezeichnet Wahres; daß "es ihm und ihnen zur Speise sein sollte" bezeichnet beides. 677. Was die Speise des wiederzugebärenden Menschen anlangt, so verhält es sich damit folgendermaßen: bevor der Mensch wiedergeboren werden kann, muß er ausgerüstet sein mit allem dem, was zu Mitteln dienen kann, mit Gutem und Angenehmen der Neigungen für das Wollen, mit Wahrem aus dem Worte des Herrn und mit Begründendem auch anderswoher für das Intellektuelle. Ehe der Mensch mit solchem ausgerüstet ist, kann er nicht wiedergeboren werden, es sind dies die Speisen; dies ist der Grund, warum der Mensch, nur wenn er zu erwachsenem Alter gekommen ist, wiedergeboren wird. Aber ein jeder Mensch hat besondere und gleichsam eigentümliche Speisen, die vom Herrn ihm vorgesehen werden, bevor er wiedergeboren wird. 678. Daß "er sich nehmen sollte von aller Speise, die gegessen wird" bezeichnet Gutes und Angenehmes. Dies kann aus dem erhellen, was gesagt worden ist, daß nämlich das Gute und Angenehme das Leben des Menschen ausmacht, nicht so das Wahre, denn das Wahre empfängt sein Leben vom Guten und Angenehmen. Alles Wissenschaftliche und Vernünftige des Menschen von seiner Kindheit an bis zum Greisenalter wird ihm gar nicht anders eingepflanzt als durch das Gute und Angenehme, das, weil von demselben seine Seele lebt und erhalten wird, Speise genannt wird und Speise ist, denn ohne dasselbe kann die Seele des Menschen gar nicht leben, was jeder wissen kann, wenn er nur darauf merken will. 679. Daß "er zu sich sammeln sollte" bezeichnet Wahres. Dies erhellt aus obigem, denn sammeln wird von demjenigen gesagt, was im Gedächtnis des Menschen ist, wo es gesammelt ist. Außerdem schließt es in sich, daß jenes und dieses, oder das Gute und Wahre gesammelt werden soll beim Menschen, ehe denn er wiedergeboren wird, denn ohne gesammeltes Gutes und Wahres, durch welche, als durch Mittel, der Herr wirken soll, kann der Mensch durchaus nicht wiedergeboren werden. Hieraus folgt nun, daß die Worte: "es soll ihm und ihnen zur Speise sein", beides bezeichnen. 680. Daß das Gute und Wahre die echten Speisen des Menschen sind, kann einem jeden klar sein, denn wer derselben verlustig wird, hat kein Leben, sondern ist tot. Die Speisen, an denen seine Seele sich weidet, wenn er tot ist, sind das Angenehme aus dem Bösen und das Ansprechende aus dem Falschen, welche sind Speisen des Todes. Dann die aus körperlichen, weltlichen und natürlichen Dingen, die kein Leben in sich haben. Außerdem weiß ein solcher Mensch auch nicht, was geistige und himmlische Speise ist, so wenig, daß er, so oft Speise oder Brot im Worte genannt wird, meint, es werde leibliche Speise bezeichnet, wie er denn beim Gebete des Herrn: "Gib uns das tägliche Brot" meint, es sei bloß die Nahrung des Leibes. Und welche die Gedanken noch weiter ausdehnen, sagen, es seien auch die übrigen Bedürfnisse des Leibes, als Kleider, Güter und dergleichen (darunter zu verstehen). Ja, sie disputieren scharf dafür, daß keine andere Speise verstanden werde, während sie doch deutlich sehen, daß das Vorhergehende und Nachfolgende bloß Himmlisches und Geistiges in sich schließt und vom Reiche des Herrn die Rede ist. Sodann können sie auch wissen, daß das Wort des Herrn geistig und himmlisch ist. Hieraus und aus anderem kann zur Genüge erhellen, wie sehr der Mensch heutzutage körperlich ist und daß er, wie die Juden, alles, was im Wort gesagt wird, im materiellen und gröbsten Sinne nehmen will. Der Herr selbst lehrt deutlich, was in Seinem Wort durch Speise und Brot bezeichnet wird: von der Speise also bei Joh.6/27: "Jesus sprach, wirket Speise, nicht welche vergeht, sondern Speise, die da bleibet ins ewige Leben, welche der Sohn des Menschen euch gibt". Vom Brot bei Joh.6/49-51,58: "Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer von demselben isset, auch nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen, wenn jemand essen wird von diesem Brote, der wird leben in Ewigkeit"; aber es gibt heutzutage solche, die gleich jenen, die dies hörten, sagen: "Hart ist diese Rede, wer kann sie hören, und die rückwärts abtraten und nicht mehr mit Ihm wandelten": Joh.6/60,66; zu denen dann der Herr sprach: "Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben": Joh.6/63. Ebenso verhält es sich mit dem Wasser, daß es Geistiges des Glaubens bezeichnet, wovon der Herr also bei Joh.4/13,14 (sagt): "Jesus sprach, jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten. Wer aber trinken wird von dem Wasser, das Ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit. Sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm werden eine Quelle Wassers, das ins ewige Leben springt". Aber sie sind heutzutage wie das Weib, mit dem der Herr bei der Quelle redete, das antwortete: "Herr, gib mir dieses Wasser, auf daß ich nicht dürste und nicht kommen darf hierher zu schöpfen": Joh.4/15. Daß die Speise im Worte nichts anderes bezeichne als geistige und himmlische Speise, welche ist der Glaube an den Herrn und die Liebe, erhellt aus vielen Stellen im Wort, wie bei Jerem.Klagel.1/10,11: "Seine Hand streckt aus der Feind über alle Köstlichkeiten Jerusalems, denn sie sah, (wie) die Völkerschaften in ihr Heiligtum kamen, von welchen Du geboten, sie sollen Dir nicht kommen in die Gemeinde. Alles Volk seufzt, sie suchen Brot, sie gaben ihre Köstlichkeiten für Speise, die Seele zu erquicken": wo kein anderes Brot und (keine andere) Speise verstanden wird als geistige, denn es ist vom Heiligtum die Rede. Jerem.Klagel.1/19: "Ich rief meinen Liebhabern zu, sie betrogen mich; meine Priester und meine Ältesten starben in der Stadt dahin, denn sie suchten sich Speise für ihre Seele zurückzubringen". Ps.104/27,28: "Sie alle warten auf Dich, daß Du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit, Du gibst ihnen, sie sammeln, Du tust Deine Hand auf, sie werden gesättigt mit Gutem": ebenso für geistige und himmlische Speise. Jes.55/1: "Jeder Dürstende gehe zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehe, kaufe und esse; und er gehe, kaufe ohne Silber, und ohne Preis Wein und Milch": wo Wein und Milch für geistigen und himmlischen Trank. Jes.7/14,15,22: "Die Jungfrau empfängt und gebiert einen Sohn, und du sollst seinen Namen nennen Immanuel, Butter und Honig wird er essen, damit er wisse, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen; es wird geschehen, vor der Menge des Milchmachens wird man Butter essen, denn Butter und Honig wird essen jeder übrige inmitten des Landes": hier ist Honig und Butter essen das himmlisch Geistige. Die übrigen für die Überreste, wovon auch Mal.3/10: "Bringet alle Zehnten zum Vorratshause, daß Speise sei in meinem Hause": die Zehnten für die Überreste. Über der Speise Bedeutung sehe man mehreres Nr. 56-58, 276. 681. Was geistige und himmlische Speise sei, kann man am besten im anderen Leben wissen. Das Leben der Engel und Geister wird nicht unterhalten durch eine Speise wie in der Welt, sondern durch jegliches Wort, das aus dem Munde des Herrn ausgeht, wie der Herr selbst lehrt: Matth.4/4. Damit verhält es sich so: Der Herr allein ist das Leben aller, von Ihm kommt alles und jegliches, was die Engel und Geister denken, reden und tun, nicht allein, was die Engel und die guten Geister, sondern auch was die bösen Geister. Daß sie Böses reden und tun, kommt daher, daß sie alles Gute und Wahre, das des Herrn ist, so aufnehmen und verkehren; wie die Form des Aufnehmenden, so ist auch die Aufnahme und der Trieb beschaffen. Es kann dies verglichen werden mit mancherlei Gegenständen, die der Sonne Licht aufnehmen, und nach der Form und der Teile Anordnung und Begrenzung das empfangene Licht in widrige und häßliche Farben verwandeln, während andere Gegenstände in angenehme und schöne. So lebt der gesamte Himmel und die gesamte Geisterwelt von allem, was aus dem Munde des Herrn ausgeht, und ein jeder hat sein Leben von daher. Ja, nicht allein der Himmel und die Geisterwelt, sondern auch das gesamte Menschengeschlecht. Ich weiß, daß man dies nicht glauben wird, aber gleichwohl kann ich infolge einer jahrelang fortwährenden Erfahrung versichern, daß es die gewisseste Wahrheit ist. Die bösen Geister in der Geisterwelt wollen auch nicht glauben, daß dem so sei, daher es ihnen mehrmals auf lebendige Weise gezeigt worden ist, so sehr, daß sie mit Unwillen bekannten, daß die Sache sich so verhalte. Würden die Engel, Geister und Menschen dieser Speise beraubt, so würden sie augenblicklich sterben. 682. Vers 22: Und es tat Noach nach allem, was ihm Gott gebot, so tat er. Daß Noach "nach allem tat, was ihm Gott gebot" bedeutet, daß es so geschehen sei; daß es zweimal heißt "er tat", schließt beides in sich. 683. Daß es zweimal heißt "er tat", schließt beides in sich. Darüber ist zu wissen, daß im Worte, hauptsächlich bei den Propheten, eine und dieselbe Sache doppelt beschrieben wird, wie Jes.41/3,4: "Er ging dahin im Frieden, den Weg betrat er nicht mit seinen Füßen; wer hat es gewirkt und getan?": wo jedoch das eine sich bezieht auf das Gute, das andere aber auf das Wahre, oder das eine auf das, was des Willens, das andere auf das, was des Verstandes ist. "Hingehen im Frieden" schließt somit in sich, was des Willens, "den Weg mit den Füßen nicht betreten", was des Verstandes ist. Ebenso wirken und tun. So wird im Wort verbunden, was des Willens und des Verstandes ist, oder was der Liebe und des Glaubens ist, oder was dasselbe ist, Himmlisches und Geistiges, so daß im einzelnen das Bild einer Ehe ist, und es sich bezieht auf die himmlische Ehe. Hier ebenso, insofern ein Wort wiederholt wird. Nr. 684 - 700 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 7. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Noach, gehe du und dein ganzes Haus in den Kasten, weil Ich dich gerecht vor Mir gesehen habe in diesem Geschlecht. 2. Von allem reinen Tier sollst du dir nehmen je sieben, (und) sieben, ein Männchen und sein Weibchen, und vom Tier, das nicht rein ist, je zwei, ein Männchen und sein Weibchen. 3. Auch von dem Vogel der Himmel je sieben, (und) sieben, ein Männchen und ein Weibchen, um Samen beim Leben zu erhalten auf den Angesichten der ganzen Erde. 4. Denn über noch sieben Tage lasse Ich regnen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte, und will vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens. 5. Und Noach tat nach allem, was ihm Jehovah geboten. 6. Und Noach (war) ein Sohn von sechshundert Jahren und die Flut der Wasser entstand auf der Erde. 7. Und es ging ein Noach, und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne, mit ihm, in den Kasten, vor den Wassern der Flut. 8. Vom reinen Tier, und vom Tier, das nicht rein, und vom Vogel, und von allem, was sich regt auf dem Boden. 9. Je zwei (und) zwei gingen ein zu Noach in den Kasten, Männchen und Weibchen, wie Gott dem Noach geboten hatte. 10. Und es geschah in sieben Tagen, und die Wasser der Flut waren auf der Erde. 11. Im sechshundertsten Jahre des Lebensjahres Noachs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, an diesem Tage brachen auf alle Quellen des großen Abgrunds, und die Schleusen des Himmels wurden geöffnet. 12. Und es war der Platzregen auf der Erde vierzig Tage und vierzig Nächte. 13. An eben diesem Tage ging Noach, und Schem, und Cham und Japheth, die Söhne Noachs, und das Weib Noachs, und die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen, in den Kasten. 14. Sie, und alles Wild nach seiner Art; und alles Tier nach seiner Art; und alles Gewürm, das auf der Erde kriechet, nach seiner Art; und aller Vogel nach seiner Art, alles Geflügel, und alles Befiederte. 15. Und sie gingen zu Noach in den Kasten, je zwei (und) zwei von allem Fleisch, in welchem Geist der Leben. 16. Und die Hineingehenden, Männchen und Weibchen, von allem Fleisch, gingen hinein, wie ihm Gott geboten hatte; und es schloß Jehovah hinter ihm. 17. Und es war die Flut vierzig Tage auf der Erde, und es nahmen zu die Wasser, und hoben den Kasten auf, und er ward erhoben über die Erde. 18. Und es wurden stark die Wasser, und mehrten sich sehr auf der Erde, und es ging der Kasten auf den Angesichten der Wasser.19. Und die Wasser wurden gar sehr stark auf der Erde, und es wurden bedeckt alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel (waren). 20. Fünfzehn Ellen stiegen die Wasser darüber, und bedeckten die Berge. 21. Und es starb hin alles Fleisch, das sich regt auf der Erde, am Vogel, und am Tier, und am Wild, und an allem Gewürm, das auf der Erde kriecht; und aller Mensch. 22. Alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte, von allem, das im Trockenen war, starb. 23. Und Er vertilgte alles Wesen, das auf den Angesichten des Bodens, vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm, und bis zum Vogel der Himmel, und sie wurden vertilgt von der Erde; und übrigblieb nur Noach, und was mit ihm (war) in dem Kasten. 24. Und es wurden stark die Wasser auf der Erde, fünfzig und hundert Tage.   Inhalt 701. Hier wird im allgemeinen gehandelt von der Vorbereitung der neuen Kirche; wie früher in betreff ihres Verständigen, so hier in betreff ihres Wollenden: Vers 1-5. 702. Sodann wird gehandelt von ihren Versuchungen, die beschrieben werden in betreff ihres Verständigen: Vers 6-10; und in betreff des Wollenden: Vers 11, 12. 703. Hernach von der Beschirmung dieser Kirche und ihrer Erhaltung: Vers 13-15; aber die Beschaffenheit ihres Zustandes wird als schwankend beschrieben: Vers 16-18. 704. Endlich wird gehandelt von der letzten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, wie sie beschaffen war, daß sie nämlich besessen war von Beredungen des Falschen und Begierden der Selbstliebe, so sehr, daß sie zugrunde ging: Vers 19-24.   Innerer Sinn 705. Hier wird insonderheit gehandelt von der Flut, durch die nicht allein bezeichnet werden Versuchungen, die der Mensch der Kirche, die Noach genannt wird, aushalten mußte, bevor er wiedergeboren werden konnte, sondern es wird durch die Flut auch bezeichnet die Verödung derer, die nicht wiedergeboren werden konnten. Sowohl die Versuchungen als die Verödungen werden im Worte verglichen mit Wasserfluten oder Überschwemmungen, und so genannt. Für Versuchungen, bei Jes.54/7-9,11: "Einen kleinen Augenblick verließ Ich dich, und in großen Erbarmungen will Ich dich wieder sammeln, in der Überströmung des Zorns verbarg Ich Meine Angesichte einen Augenblick vor dir, aber in ewiger Barmherzigkeit will Ich Mich deiner erbarmen, sprach dein Erlöser Jehovah, denn die Wasser Noachs sind Mir dieses, dem Ich geschworen, daß nicht mehr hingehen sollen die Wasser Noachs über die Erde, so schwor Ich dir, nicht zu zürnen, und dich (nicht) zu schelten, du Bedrängte und von Stürmen Umhergeworfene und Trostlose": hier von der wiederzugebärenden Kirche und von den Versuchungen, die genannt werden Wasser Noachs. Der Herr selbst nennt auch die Versuchungen eine Überschwemmung, bei Luk.6/47,48: "Jesus sprach, jeder, der zu Mir kommt, und Meine Reden hört und sie tut, ist gleich einem Menschen, der ein Haus baut, und gräbt, und in die Tiefe dringt und den Grund auf den Felsen legte, da nun eine Überschwemmung entstand, stieß der Strom an jenes Haus, aber er vermochte es nicht zu erschüttern, weil es auf den Felsen gegründet war": daß hier unter Überschwemmung Versuchungen verstanden werden, kann jedem klar sein. Für Verödungen, bei Jes.8/7,8: "Der Herr läßt über sie heraufkommen die starken und vielen Wasser des Stromes, den König Aschurs und alle seine Herrlichkeit, und er kommt herauf über alle seine Bäche, und wird über alle seine Ufer gehen, und wird durch Jehudah gehen, wird überschwemmen und darüber gehen, bis an den Hals wird er reichen": wo der König Aschurs für Einbildungen, Grundsätze des Falschen und die Schlüsse aus demselben, die den Menschen veröden und verödet haben, die vor der Sündflut. Jerem.47/2,3: "So sprach Jehovah, siehe, Wasser kommen herauf von Mitternacht, und werden zu einem überschwemmenden Strom, und werden überschwemmen das Land und seine Fülle, die Stadt und die in ihr Wohnenden": wo von den Philistern die Rede ist, durch welche diejenigen vorgebildet werden, die falsche Grundsätze annehmen und aus denselben über Geistiges vernünfteln, die dann den Menschen überschwemmen, wie die vor der Sündflut. Daß sowohl die Versuchungen als die Verödungen im Wort mit Wasserfluten oder Überschwemmungen verglichen und so genannt werden, hat den Grund, weil sie sich ebenso verhalten; es sind böse Geister, die mit ihren Beredungen und falschen Grundsätzen, in denen sie sind, einfließen und ähnliche beim Menschen anregen; aber beim Menschen, der wiedergeboren wird, sind es Versuchungen, beim Menschen, der nicht wiedergeboren wird, sind es Verödungen. 706. Vers 1: Und Jehovah sprach zu Noach, gehe du und dein ganzes Haus in den Kasten, weil Ich dich gerecht vor Mir gesehen habe in diesem Geschlecht. "Jehovah sprach zu Noach" bedeutet, daß es so geschehen. Jehovah wird gesagt, weil jetzt von der Liebtätigkeit die Rede ist; "gehe du und das ganze Haus in den Kasten" bedeutet das, was des Willens ist, welcher ist das Haus; eingehen in den Kasten heißt hier, vorbereitet werden; "weil Ich dich gerecht gesehen habe in diesem Geschlecht" bedeutet Gutes haben, durch das er wiedergeboren werden könnte. 707. Hier bis zum fünften Vers ist fast dasselbe, was im vorigen Kapitel gesagt worden, nur etwas verändert; ebenso im Folgenden. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, kann gar nicht anders meinen, als daß es bloß eine Wiederholung derselben Sache sei. Ähnliches kommt anderwärts im Worte vor, hauptsächlich bei den Propheten, wo dieselbe Sache mit anderen und wieder anderen Worten ausgedrückt wird, und zuweilen wird sie auch wiederholt und abermals beschrieben. Aber der Grund hiervon ist, wie früher gesagt worden, der, weil zwei unter sich ganz geschiedene Vermögen beim Menschen sind: der Verstand und der Wille, und weil im Worte von beiden auch geschieden gehandelt wird; dies ist der Grund, der Wiederholungen. Daß es hier gleichfalls so sei, wird aus dem, was folgt, erhellen. 708. Daß (die Worte) "Jehovah sprach zu Noach" bedeuten, daß es so geschehen sei, erhellt daraus, daß bei Jehovah lediglich nur Sein ist; was Er spricht, geschieht und ist geschehen, wie z.B. 1. Mose 6/13 und anderwärts, wo das Sprechen Jehovahs ist Geschehen und Geschehenes. 709. Jehovah wird gesagt, weil jetzt von der Liebtätigkeit die Rede ist, im vorhergehenden Kapitel, 1. Mose 6/9-22, wird nicht gesagt Jehovah, sondern Gott, aus dem Grund, weil dort gehandelt wird von der Vorbereitung Noachs oder des Menschen der Kirche, die Noach genannt wird, in betreff seines Verständigen, das Sache des Glaubens ist, hier aber von seiner Vorbereitung in betreff des Wollenden, das Sache der Liebe ist; wenn von dem Verständigen oder den Glaubenswahrheiten (die Rede ist), wird gesagt Gott, wenn von dem Wollenden oder dem Guten der Liebe, wird gesagt Jehovah; denn das Verständige oder was Sache des Glaubens ist, macht die Kirche nicht aus, sondern das Wollende, das Sache der Liebe ist. Jehovah ist in der Liebe und Liebtätigkeit, nicht aber im Glauben, er sei denn ein Glaube der Liebe oder Liebtätigkeit; daher auch im Worte der Glaube verglichen wird der Nacht, die Liebe aber dem Tage, wie im ersten Kapitel des ersten Buches Mose, wo von den großen Lichtern gehandelt worden war und zwar, daß das große Licht oder die Sonne, welche die Liebe bezeichnet, bei Tag herrsche, und das kleine Licht oder der Mond, der den Glauben bezeichnet, bei Nacht herrsche: 1. Mose 1/14,16 (Nr. 31, 32); ebenso bei den Propheten: Jerem.31/35; 33/20; Ps.136/9; sodann Joh.Offenb.8/12. 710. "Gehe du und das ganze Haus ein in den Kasten", daß dies dasjenige bezeichnet, was Sache des Willens ist, ist nun klar. Im vorhergehenden Kapitel, wo von Verständigem die Rede ist, (heißt es) anders, nämlich: "Eingehen sollst du in den Kasten, du und deine Söhne und dein Weib, und die Weiber deiner Söhne mit dir", 1. Mose 6/18. Daß das Haus bezeichnet den Willen und was des Willens, erhellt hie und da aus dem Worte; wie bei Jerem.6/12: "Es werden ihre Häuser auf andere übertragen werden, Felder und Weiber zumal": wo sowohl die Häuser, als die Felder und Weiber sich beziehen auf das, was des Willens ist. Jerem.29/5,28: "Bauet Häuser und bewohnet sie; und pflanzet Gärten und esset ihre Früchte": wo Häuser bauen und bewohnen Sache des Willens, Gärten pflanzen Sache des Verstandes ist; ebenso anderwärts. Und oftmals das Haus Jehovahs für die Kirche, wo die Liebe die Hauptsache ist; das Haus Jehudahs für die himmlische Kirche; das Haus Israels für die geistige Kirche, weil das Haus die Kirche ist. Das Gemüt des Menschen der Kirche, in dem Williges und Verständiges ist, oder der Liebtätigkeit und dem Glauben Angehöriges, ist folglich das Haus. 711. Daß "eingehen in den Kasten" heiße, vorbereitet werden, ist früher, 1. Mose 6/18 (Nr. 667), gesagt worden. Aber dort war die Bedeutung, daß er in betreff des Verständigen, welches Glaubenswahres ist, hier, (daß er) in betreff des Willigen, welches Gutes der Liebtätigkeit ist, vorbereitet worden sei, damit er selig werde. Der Mensch, wenn er nicht vorbereitet, d.h. mit Wahrem und Gutem ausgerüstet ist, kann gar nicht wiedergeboren werden, geschweige denn Versuchungen bestehen, denn die bösen Geister, die alsdann bei ihm sind, regen sein Falsches und Böses auf. Wofern kein Wahres und Gutes vorhanden ist, zu welchem es vom Herrn gewendet und durch das es zerstreut werden soll, so unterliegt er. Wahres und Gutes sind die Überreste, die zu solchen Nutzzwecken vom Herrn aufbewahrt werden. 712. "Weil Ich dich gerecht gesehen habe in diesem Geschlecht", daß dies bedeute Gutes haben, durch das er wiedergeboren werden könnte, ist 1. Mose 6/9 (Nr. 612) gesagt und gezeigt worden. Dort bedeutet gerecht das Gute der Liebtätigkeit, und redlich das Wahre der Liebtätigkeit. Dort steht Geschlechter, weil von Verständigem, hier Geschlecht, weil von Willigem die Rede ist; denn der Wille begreift in sich das Verständige, nicht der Verstand das Willige. 713. Vers 2. Von allem reinen Tier sollst du dir nehmen je sieben (und) sieben, ein Männchen und sein Weibchen, und vom Tier, das nicht rein ist, je zwei, ein Männchen und sein Weibchen. Durch "alles reine Tier" werden bezeichnet Triebe zum Guten; durch "je sieben", daß sie Heiliges seien; durch "Mann und Weib" wird bezeichnet Wahres verbunden mit Gutem; durch "das nicht reine Tier" werden bezeichnet böse Neigungen; durch "je zwei", (daß sie) vergleichsweise Unheiliges (seien); durch "Mann und Weib" Falsches verbunden mit Bösem. 714. Daß durch "alles reine Tier", bezeichnet werden Triebe zum Guten, erhellt aus dem, was früher von den Tieren gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 45, 46, 142, 143, 246. Der Grund, warum die Triebe so bezeichnet sind, ist der, weil der Mensch, an sich und in seinem Eigenen betrachtet, nur Tier ist: er hat ganz gleiche Sinne, ganz gleiche Bestrebungen, ganz gleiche Begierden, dann ganz gleiche Triebe, wie sie auch immer sein mögen. Seine guten und besten Neigungen (amores) sind auch ganz die gleichen, wie z.B. die Genossen seiner Art lieben, die Kinder lieben und die Gattin lieben, so daß sie in gar nichts verschieden sind. Daß er aber Mensch ist und vorzüglicher als die Tiere, kommt daher, daß er ein inwendigeres Leben hat, das durchaus nicht stattfindet oder möglich ist bei den Tieren; und dieses Leben ist das Leben des Glaubens und der Liebe vom Herrn. Wäre dieses Leben nicht in allem, was er gemein hat mit den Tieren, so wäre er nichts anderes; z.B. diene bloß die Liebe zu Seinesgleichen, wenn er sie nur um seinetwillen liebte, und nicht etwas Himmlischeres oder Göttlicheres in der Liebe wäre, so könnte er darum nicht Mensch heißen, weil das gleiche bei den Tieren ist, so in allem übrigen. Wenn daher seinem Willen nicht innewohnte das Leben der Liebe vom Herrn, und seinem Verstande das Leben des Glaubens vom Herrn, so wäre er gar nicht Mensch. Durch das Leben, das er vom Herrn hat, lebt er nach dem Tode, weil ihn der Herr mit Sich verknüpft, und so kann er in Seinem Himmel bei den Engeln sein und leben in Ewigkeit; und wenn auch der Mensch wie ein wildes Tier lebt, und nichts anderes liebt als sich selbst und was auf ihn selbst sich bezieht, so ist gleichwohl die Barmherzigkeit des Herrn, weil eine göttliche und unendliche, so groß, daß Er ihn nicht verläßt, sondern fortwährend Sein Leben durch die Engel ihm einhaucht, das, obwohl er es nicht anders aufnimmt, dennoch bewirkt, daß er denken, reflektieren, verstehen kann, ob etwas gut oder böse, in sittlicher, bürgerlicher, weltlicher und körperlicher Beziehung, und somit auch ob es wahr oder falsch ist. 715. Weil die Uralten wußten, und wenn sie in der Selbstdemütigung waren, anerkannten, daß sie bloß Tiere, ja wilde Tiere seien, hingegen das, daß sie Menschen seien, allein vom Herrn haben, darum verglichen sie nicht nur alles, was bei ihnen war, den Tieren und Vögeln, sondern nannten es auch so; was Sache des Willens war, verglichen sie den Tieren und nannten es Tiere; und was Sache des Verstandes war, verglichen sie mit den Vögeln, und nannten es Vögel. Aber sie unterschieden zwischen guten Trieben und bösen Trieben; gute Triebe verglichen sie mit Lämmern, Schafen, Böckchen, Ziegen, Ziegenböcken, Widdern, Farren, Stieren, aus dem Grund, weil sie gut und mild, sodann weil sie nützlich fürs Leben sind; z.B. daß man sie essen kann, und mit ihren Fellen und ihrer Wolle sich bekleiden; das sind hauptsächlich die reinen Tiere; hingegen die bösen und unmilden, wie auch fürs Leben unnützen, sind unreine Tiere. 716. Daß durch je sieben bezeichnet wird Heiliges, erhellt aus dem, was früher vom siebenten Tag oder Sabbath gesagt worden, Nr. 84-87, daß nämlich der Herr der siebente Tag ist und von Ihm jede himmlische Kirche oder (jeder himmlische) Mensch, ja das Himmlische selbst, das, weil es allein des Herrn ist, höchst heilig ist; weshalb sieben im Wort das Heilige bezeichnet, und zwar im inneren Sinn durchaus nichts, das aus der Zahl wäre, wie hier, denn die im inneren Sinne sind, wie die Engel und engelischen Geister, wissen nicht einmal, was eine Zahl, mithin was sieben ist; darum wird hier durchaus nicht bezeichnet, daß von allem reinen Tier sieben Paare sollten genommen werden, oder daß er so viel Gutes im Verhältnis zum Bösen wie sieben zu zwei haben sollte, sondern daß das Wollen, mit dem dieser Mensch der Kirche ausgerüstet gewesen ist, Gutes war, das heilig war, und durch das er, wie früher gesagt worden, wiedergeboren werden konnte. Daß sieben das Heilige oder heilige Dinge bedeutet, kann erhellen aus den Gebräuchen in der vorbildlichen Kirche, wo die Siebenzahl sehr oft vorkommt, z.B. daß vom Blut und Öl siebenmal gesprengt werden sollte: 3. Mose 8/10,11: "Moses nahm das Öl der Salbung und salbte die Wohnung und alles, was in ihr war, und heiligte es, und sprengte davon auf den Altar siebenmal und salbte den Altar und alle sein Gefäße, sie zu heiligen": wo siebenmal gar nichts bezeichnet hätte, wenn nicht so das Heilige vorgebildet würde; das Öl bedeutet hier das Heilige der Liebe. 3. Mose 16/14,19: "Wenn Aharon einging ins Heilige, sollte er nehmen vom Blut des Farren und sprengen mit seinem Finger auf die Angesichte des Gnadenstuhls gegen Aufgang, und sollte vor die Angesichte des Gnadenstuhls sprengen siebenmal vom Blut mit seinem Finger". Ebenso an den Altar, 3. Mose 16/19: "Er sollte sprengen auf ihn vom Blut mit seinem Finger siebenmal und ihn reinigen und ihn heiligen": wo alles und jegliches bezeichnet den Herrn selbst, mithin das Heilige der Liebe, nämlich sowohl das Blut, als der Gnadenstuhl, wie auch der Altar, sodann der Aufgang, gegen den das Blut gesprengt werden sollte, mithin auch sieben. Bei den Opfern ebenfalls, wovon 3. Mose 4/1,3,5,6: "Wenn eine Seele gesündigt hat aus Irrtum, und wenn der gesalbte Priester gesündigt hat zur Schuld des Volkes, so soll er einen Farren schlachten vor Jehovah und der Priester soll seine Finger tauchen in das Blut und soll von dem Blut siebenmal sprengen vor Jehovah gegen den Vorhang des Heiligen": wo ebenfalls sieben das Heilige bedeutet, weil von der Entsündigung, die allein Sache des Herrn ist, somit vom Herrn gehandelt wird. Ähnliches wurde auch angeordnet in betreff der Reinigung des Aussatzes, von der 3. Mose 14/6,7,27,51: "Von des Vogels Blut, vom Zedernholz und Scharlach und Ysop soll der Priester auf den vom Aussatz zu Reinigenden sprengen siebenmal und ihn reinigen; ebenso vom Öl, das in seiner linken Hand, siebenmal vor Jehovah. Ebenso in das Haus, wo der Aussatz ist, soll er vom Zedernholz und Ysop und Scharlach und vom Blut des Vogels sprengen siebenmal": wo jeder sehen kann, daß im Zedernholz, Scharlach, Ysop, Öl, Blut des Vogels und so auch in sieben lediglich nichts ist, wofern nicht davon, daß durch dieselben Heiliges vorgebildet wurde. Denkt man das Heilige davon weg, so bleibt etwas Totes oder ein unheiliges Götzenwerk zurück; wird aber Heiliges bezeichnet, so ist Gottesverehrung darin, die innerlich ist, und bloß durch Äußeres vorgebildet wird. Zwar konnten die Juden nicht wissen, was es bedeutete, so wie auch heutzutage niemand (weiß), was das Zedernholz, was der Ysop, was der Scharlach, was der Vogel bedeutet, gleichwohl jedoch, wenn sie nur hätten denken wollen, daß das, was sie nicht wußten, Heiliges in sich schließe, und sie so den Herrn verehrt hätten, d.h. den kommenden Messias, Der sie heilen würde von ihrem Aussatz, das ist von der Entweihung des Heiligen, so hätten sie können selig werden; denn wer so denkt und glaubt, wird im anderen Leben sogleich, wenn er es verlangt, unterrichtet, was alles und jegliches vorgebildet hat. Ebenso von der roten Kuh, 4. Mose 19/4: "daß der Priester nehmen sollte von dem Blut mit seinem Finger und sprengen gegen die Angesichte des Zeltes der Versammlung von ihrem Blut siebenmal". Weil der siebente Tag oder der Sabbath den Herrn bezeichnete und von Ihm her den himmlischen Menschen und das Himmlische selbst, so war der siebente Tag in der jüdischen Kirche von allen Gebräuchen der Heiligste, daher der Sabbath des Sabbaths im siebenten Jahr: 3. Mose 25/4; dann die Jubelfeier, die ausgerufen werden sollte nach sieben Sabbathen von Jahren, oder nach siebenmal sieben Jahren: 3. Mose 25/8,9. Daß die Sieben im höchsten Sinne bezeichnet den Herrn und daher das Heilige der Liebe, kann auch ersehen werden an dem goldenen Leuchter und seinen sieben Lichtern, von denen die Rede ist 2. Mose 25/31-33,37; 37/17-19,23; 4. Mose 8/2,3; Sach.4/2 und von denen es in der Joh.Offenb.1/12,13 heißt: "Sieben goldene Leuchter; inmitten der sieben Leuchter Einer gleich eines Menschen Sohn": wo ganz klar erhellt, daß der Leuchter mit den sieben Lichtern den Herrn bezeichnet, und daß die Lichter Heiliges der Liebe sind oder Himmlisches, daher es auch sieben waren. Joh.Offenb.4/5: "Vom Throne gingen aus sieben Leuchten mit Feuer brennend vor dem Throne, welche sind die sieben Geister Gottes": hier sind die sieben Leuchter, die vom Throne des Herrn ausgingen, die sieben Lichter. Ebenso verhält es sich, wo die Siebenzahl vorkommt, bei den Propheten, wie bei Jes.30/26: "Es wird sein das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein, wie das Licht von sieben Tagen, am Tage, da verbinden wird Jehovah den Bruch Seines Volkes": wo das siebenfache Licht, wie das Licht von sieben Tagen durchaus nicht ein siebenfaches, sondern das Heilige der durch die Sonne bezeichneten Liebe ist. Man sehe auch, was von der Siebenzahl früher gesagt und gezeigt worden ist, 1. Mose 4/15 (Nr. 395). Aus diesem geht auch deutlich hervor, daß die Zahlen im Wort, welche es auch immer seien, durchaus nicht Zahlen bezeichnen, wie dies schon früher, 1. Mose 6/3 (Nr. 575-579), gezeigt worden ist. 717. Hieraus erhellt auch, daß vom Willigen des Menschen oder von seinem Guten und Heiligen, das vom Willen ausgesagt wird, die Rede ist; denn es wird hier gesagt, daß er nehmen soll vom reinen Tier je sieben, und im folgenden Vers ebenso vom Vogel; hingegen 1. Mose 6/19,20 (Nr. 669) wird nicht gesagt, daß er nehmen sollte je sieben, sondern je zwei, oder Paare, weil dort die Rede ist vom Verständigen, das nicht heilig an sich, sondern von der Liebe, die Sache des Willens ist, heilig ist. 718. Daß durch Mann und Weib bezeichnet wird Wahres verbunden mit Gutem, erhellt aus der Bedeutung des Mannes, daß er das Wahre ist, das Sache des Verstandes, und aus der Bedeutung des Weibes, daß es das Gute ist, das Sache des Willens ist. Ferner daraus, daß es beim Menschen durchaus nie ein Kleinstes des Gedankens noch ein Kleinstes eines Triebes und einer Handlung gibt, worin nicht eine gewisse Ehe des Verstandes und Willens wäre. Ohne eine gewisse Ehe kann durchaus nichts existieren oder hervorgebracht werden; denn selbst in dem Organischen des Menschen, dem zusammengesetzten und dem einfachen, ja in dem einfachsten, ist ein Leidendes und ein Tätiges, und wenn diese nicht gleichsam durch eine Ehe wie eines Mannes und eine Weibes verknüpft wären, so könnten sie gar nicht daselbst sein, geschweige denn etwas hervorbringen; in der gesamten Natur ebenfalls. Diese beständigen Ehen haben ihren Urgrund und Ursprung in der himmlischen Ehe, durch die auch einem jeden, sowohl belebten als unbelebten Gegenstand in der gesamten Natur ein Bild des Reiches des Herrn eingedrückt ist. 719. Daß durch das nicht reine Tier böse Triebe bezeichnet werden, erhellt aus dem, was von den reinen Tieren früher gesagt und gezeigt worden ist. Reine Tiere heißen sie, weil sie mild, gut und nützlich sind; nicht reine sind das Gegenteil: unmild, böse und unnütz, deren es Gattungen und Arten gibt; im Worte werden sie auch ausgedrückt durch Wölfe, Bären, Füchse, Schweine und mehrere (andere), und es werden durch sie verschiedene Begierden und Bösartigkeiten bezeichnet. Daß hier gesagt wird, es sollen in den Kasten auch unreine Tiere oder böse Triebe eingeführt werden, damit verhält es sich so: Es wird nämlich hier der Mensch dieser Kirche beschrieben, wie er beschaffen war und zwar durch den Kasten, und somit durch das im Kasten Befindliche oder was eingeführt wurde in den Kasten, d.h., was beim Menschen war, ehe er wiedergeboren wurde; bei ihm war Wahres und Gutes, womit er, bevor er wiedergeboren war, vom Herrn ausgerüstet und beschenkt wurde; denn ohne Wahres und Gutes kann durchaus niemand wiedergeboren werden; hier wird erwähnt das bei ihm befindliche Böse und bezeichnet durch unreine Tiere. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, so ist Böses da, das zu zerstreuen, d.h. aufzulösen und zu mildern ist durch Gutes; denn nie kann etwas wirkliches und anererbtes Böse beim Menschen so vertrieben werden, daß es verschwände, sondern es bleibt eingewurzelt, aber es wird bloß aufgelöst und gemildert durch Gutes vom Herrn, daß es nicht schade und zum Vorschein komme, was ein noch unerkanntes Geheimnis ist. Das wirkliche Böse ist es, das aufgelöst und gemildert wird, nicht so das anererbte Böse, was ebenfalls eine unbekannte Sache ist. 720. Daß durch "je zwei", bezeichnet wird vergleichsweise Unheiliges, kann aus der Bedeutung dieser Zahl erhellen; das Zweifältige oder zwei bezeichnet nicht bloß die Ehe und ist, wann die himmlische Ehe, eine heilige Zahl, sondern es bezeichnet auch eben das, was sechs, wie sich nämlich sechs Tage der Arbeit zu dem siebenten der Ruhe oder dem Heiligen verhalten; so zwei zu drei, da der dritte Tag im Wort für den Siebenten genommen wird und beinahe das gleiche in sich schließt wegen der Auferstehung des Herrn am dritten Tage, daher denn auch das Kommen des Herrn in die Welt und in die Herrlichkeit, sodann auch jedes Kommen des Herrn wie durch den siebenten, so auch durch den dritten Tag beschrieben wird; daher die zwei Tage, die vorangehen, nicht heilig, sondern vergleichsweise unheilig sind, wie bei Hos.6/1,2: "Kommt und laßt uns wiederkehren zu Jehovah, denn Er hat uns verwundet und wird uns heilen; geschlagen hat Er und wird uns verbinden; beleben wird Er uns nach zwei Tagen und am dritten Tage uns aufrichten, und wir werden leben vor Ihm". Sach.13/8,9: "Es wird geschehen im ganzen Lande, dies ist der Spruch Jehovahs, zwei Teile in ihm werden ausgerottet werden, hinsterben werden sie, und das dritte wird übriggelassen werden in ihm, und Ich will das dritte Teil durchs Feuer führen und will sie schmelzen, wie man das Silber schmelzt". Und "daß das Silber sehr rein sei, wenn siebenmal gereinigt": Psalm 12/7. Hieraus ist klar, daß wie durch die Sieben nicht bezeichnet sind sieben, sondern Heiliges, so auch durch die Zwei nicht bezeichnet sind zwei, sondern vergleichsweise Unheiliges; somit keineswegs, daß der unreinen Tiere oder seiner bösen Triebe so wenige waren im Vergleich mit den reinen Tieren oder dem Guten, wie zwei zu sieben; da vielmehr beim Menschen unzählig Böses im Vergleich mit dem Guten ist. 721. Daß durch "Mann und Weib" bezeichnet wird Falsches, verbunden mit Bösem, erhellt aus dem, was kurz zuvor gesagt worden ist; denn hier bezieht sich Mann und Weib auf die unreinen Tiere, kurz zuvor auf die reinen, daher sie dort Wahres, verbunden mit Gutem, hier Falsches, verbunden mit Bösem, bedeuten; wie das Subjekt, so ist auch die Aussage beschaffen. 722. Vers 3: Auch von dem Vogel der Himmel je sieben (und) sieben, ein Männchen und ein Weibchen, um Samen beim Leben zu erhalten auf den Angesichten der ganzen Erde. Durch den "Vogel der Himmel" wird bezeichnet Verständiges; durch "je sieben", was heilig ist; durch "Männchen und Weibchen" Wahres und Gutes; "um Samen beim Leben zu erhalten auf den Angesichten der ganzen Erde", bezeichnet die Wahrheiten des Glaubens. 723. Daß durch den "Vogel der Himmel" bezeichnet wird Verständiges, ist früher gezeigt worden (Nr. 40, 142), daher hierbei nicht zu verweilen ist. 724. Ebenso, daß "je sieben" Heiliges bezeichnet, aber hier heiliges Wahres, das heilig ist davon, daß es aus Gutem kommt. Eine Wahrheit ist nie heilig, sie komme denn aus dem Guten. Der Mensch kann viel Wahres aus dem Wort und so aus dem Gedächtnis reden, aber wenn es nicht Liebe ist oder Liebtätigkeit, die es hervorbringt, so kann man demselben durchaus keine Heiligkeit beilegen. Wenn aber Liebe und Liebtätigkeit, dann erkennt er es an und glaubt es somit von Herzen. Ebenso ist es mit dem Glauben, von dem so viele reden, daß er allein selig mache. Wenn es nicht die Liebe ist oder Liebtätigkeit, aus welcher der Glaube, so ist es durchaus kein Glaube; die Liebe und Liebtätigkeit ist es, die den Glauben heiligt.Der Herr ist in der Liebe und Liebtätigkeit, nicht aber im losgetrennten Glauben, sondern im losgetrennten Glauben ist der Mensch selbst, in dem nichts als Unsauberes ist, denn wenn der Glaube losgetrennt ist von der Liebe, ist entweder sein eigener Ruhm oder sein eigener Gewinn der Grund, der im Herzen ist und aus dem er redet; dies kann jeder aus eigener Erfahrung wissen. Wer zu einem sagt, daß er ihn liebe, ihn anderen vorziehe, daß er ihn vor anderen als den Vornehmsten anerkenne und dergleichen, und doch anders im Herzen denkt, der tut dies lediglich nur mit dem Mund und im Herzen leugnet er es, zuweilen behohnlächelt er es sogar. So verhält es sich auch mit dem Glauben, was sich mir durch viele Erfahrungen auf das gewisseste bekundet hat. Die, welche bei Leibesleben den Herrn und den Glauben mit solcher Beredsamkeit und zugleich so erheuchelter Andacht, daß die Zuhörer außer sich gerieten, jedoch nicht von Herzen gepredigt hatten, sind im anderen Leben unter denen, die am meisten den Herrn hassen und die Gläubigen verfolgen. 725. Daß durch das "Männchen und Weibchen" (masculum et foeminam), bezeichnet wird Wahres und Gutes, kann aus demjenigen erhellen, was früher gesagt und gezeigt worden ist (Nr. 54, 476, 718), daß nämlich der Mann und das Männchen (vir et masculus) bezeichne das Wahre, Weib und Weibchen (uxor et foemina) aber das Gute; Männchen und Weibchen aber (masculus et foemina) wird ausgesagt von Beständigem, Mann und Weib dagegen (vir et uxor) von Willigem, aus dem Grund, weil durch Mann und Weib eine Ehe vorgebildet wird, nicht so aber durch Männchen und Weibchen; denn das Wahre kann nie aus sich eine Ehe eingehen mit dem Guten, sondern das Gute mit dem Wahren, weil es durchaus kein Wahres gibt, das nicht vom Guten hervorgebracht und so mit dem Guten verknüpft wird; wenn man sich das Gute vom Wahren wegdenkt, so bleibt außer den Worten gar nichts übrig. 726. "Um Samen beim Leben zu erhalten auf den Angesichten der ganzen Erde", daß dies die Glaubenswahrheiten bezeichne, erhellt daraus, daß durch diese Kirche ein Same lebendig gemacht worden ist, unter dem Samen aber der Glaube verstanden wird. Die übrige Nachkommenschaft der Ältesten Kirche hatte den himmlischen und geistigen Samen durch schnöde Begierden und durch greuliche Selbstberedungen bei sich verdorben; damit aber der himmlische Same nicht verlorengehe, sind wiedergeboren worden, die Noach genannt werden, und zwar durch geistigen Samen. Dies ist es, was bezeichnet wird. Daß sie lebendig gemacht werden, wird von denen gesagt, die das Leben des Herrn empfangen, weil in dem, was des Herrn ist, allein Leben ist. Wie jedem daraus klar werden kann, daß durchaus kein Leben ist in demjenigen, was nicht Sache des ewigen Lebens ist oder was nicht sein Absehen auf das ewige Leben hat. Ein Leben, das nicht ewig ist, ist kein Leben und vergeht in kurzer Zeit; auch kann das Sein dem, was aufhört zu sein, nicht beigelegt werden, sondern dem, was nie aufhört zu sein, somit ist Leben und Sein bloß in dem, was des Herrn oder des Jehovah ist, weil alles Sein und Leben in Ewigkeit Ihm angehört. Unter ewigem Leben wird verstanden ewige Seligkeit, worüber man sehe, was Nr. 290 gesagt und gezeigt worden. 727. Vers 4: Denn über noch sieben Tage lasse Ich regnen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und will vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens. Durch "über sieben Tage" wird der Anfang der Versuchung bezeichnet; durch "regnen" die Versuchung; durch "vierzig Tage und Nächte" die Dauer der Versuchung; durch "vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens", wird bezeichnet das Eigene des Menschen, das gleichsam vertilgt wird, wenn er wiedergeboren wird. Durch ebendasselbe wird auch bezeichnet die Vertilgung derer von der Ältesten Kirche, die sich selbst zugrunde gerichtet hatten. 728. Daß über "sieben Tage" hier den Anfang der Versuchung bezeichne, erhellt aus dem inneren Sinn alles dessen, was in diesem Verse gesagt worden, daß nämlich die Rede ist von der Versuchung des Menschen, der Noach genannt wird. Im allgemeinen ist die Rede sowohl von der Versuchung desselben, als von der gänzlichen Verödung derer, die von der Ältesten Kirche waren und so geworden sind, daher über sieben Tage nicht nur bezeichnet den Anfang der Versuchung, sondern auch das Ende der Verödung. Daß über sieben Tage jenes bezeichnet, hat den Grund, weil sieben eine heilige Zahl ist, wie früher gesagt und gezeigt worden: 1. Mose 7/2 und 4/15,24 und Nr. 84-87; sie bezeichnet das Kommen des Herrn in die Welt, dann Sein Kommen in die Herrlichkeit; im besondern all Sein Kommen. All Sein Kommen bringt mit sich, daß es der Anfang ist für die, welche wiedergeboren werden, und das Ende derer, die verödet werden. So war denn für den Menschen dieser Kirche (Alte Kirche = Noach) Sein Kommen der Anfang der Versuchung, denn wenn der Mensch versucht wird, dann fängt er an ein neuer und wiedergeboren zu werden; und zugleich war es das Ende derer von der Ältesten Kirche, die so geworden waren, daß sie notwendig zugrunde gehen mußten. So auch, als der Herr in die Welt kam, da war die Kirche in ihrer letzten Verödung und dann entstand eine neue. Daß über sieben Tage dies bezeichne, erhellt Dan.9/24,25: "Siebzig Wochen sind entschieden über dein Volk und über deine heilige Stadt, zu vollenden die Übertretung und zu versiegeln die Sünden, und zu versöhnen die Missetat, und zu bringen die Gerechtigkeit der Zeitläufe und zu versiegeln das Gesicht und den Propheten, und zu salben den Heiligen der Heiligen; und wissen und vernehmen sollst du, vom Ausgang des Wortes, daß wieder hergestellt und erbaut werden soll Jerusalem; bis zum Messias, dem Fürsten, sind es sieben Wochen": hier bedeuten siebzig Wochen und sieben Wochen ähnliches wie sieben Tage, nämlich das Kommen des Herrn. Weil aber hier eine offenbare Weissagung ist, so werden die Zeiten in einer noch heiligeren und gewisseren Weise durch Sieben-Zahlen bezeichnet, woraus erhellt, daß sieben, so auf die Zeiten angewandt, nicht bloß bezeichnen das Kommen des Herrn, sondern auch den Anfang einer neuen Kirche alsdann, durch die Worte, daß gesalbt werden sollte der Heilige der Heiligen, und daß Jerusalem wiederhergestellt und gebaut werden sollte. Dann zugleich auch die letzte Verödung durch die Worte, daß die Wochen entschieden seien über die Stadt der Heiligkeit, zu vollenden die Übertretung und zu versiegeln die Sünde. Hes.3/15,16: "Ich (Hesekiel) kam zu den Gefangenen von Thelabib, welche saßen am Strome Chebar, und ich saß daselbst sieben Tage betäubt unter ihnen und es geschah am Ende der sieben Tage, da geschah das Wort Jehovahs zu mir": wo die sieben Tage ebenfalls für den Anfang der Heimsuchung (stehen); denn nach sieben Tagen, da er bei denen, die in der Gefangenschaft waren, saß, geschah das Wort Jehovahs zu ihm. Hes.39/12,14: "Sie werden begraben den Gog, um zu reinigen das Land in sieben Monaten, nach Verlauf der sieben Monate werden sie forschen": wo (es) gleichfalls für den letzten Zeitpunkt der Verödung und den ersten der Heimsuchung (steht). Dan.4/13,22,29 (oder 4/16,25,32): "Das Herz Nebukadnezars werden sie entmenschen und ein Tierherz wird ihm gegeben werden, und sieben Zeiten werden hingehen über ihn": gleichfalls für das Ende der Verödung und den Anfang eines neuen Menschen. Die siebzig Jahre der Babylonischen Gefangenschaft haben dasselbe vorgebildet; gleichviel, ob siebzig oder sieben, sie schließen dasselbe in sich, wie denn auch, wenn sieben Tage oder sieben Jahre oder sieben Zeitläufe (saecula) (vorkommen), welche siebzig Jahre machen. Die Verödung war vorgebildet durch die Jahre der Gefangenschaft; der Anfang einer neuen Kirche war vorgebildet durch die Befreiung und den Wiederaufbau des Tempels. Durch den Dienst Jakobs bei Laban ist auch ähnliches vorgebildet worden, 1. Mose 29/18,20,27,28: "Ich will dir sieben Jahre dienen um Rachel, und er diente sieben Jahre; Laban sprach: erfülle diese Woche, so wollen wir dir auch jene geben um den Dienst, den du bei mir noch sieben andere Jahre dienen sollst; und Jakob tat also und erfüllte diese Woche": wo der Dienst von sieben Jahren ähnliches in sich schließt; dann daß nach den Tagen von sieben Jahren die Ehe und die Freiheit (stattfinden sollte). Die Zeit dieser sieben Jahre wurde eine Woche genannt, wie auch bei Daniel. Gleiches bildete auch vor, daß befohlen wurde, "sie sollen siebenmal um die Stadt Jericho ziehen und es werde die Mauer fallen, wo es heißt, sie seien am siebenten Tage aufgestanden bei der Morgenröte und um die Stadt gezogen nach der Weise, siebenmal; und es geschah beim siebenten Mal stießen sieben Priester in sieben Posaunen, und es fiel die Mauer": Jos.6/10-20; wenn dies nicht auch solches bezeichnet hätte, so wäre nie befohlen worden, daß sie siebenmal herumziehen und daß es sieben Priester und sieben Posaunen sein sollten. Aus diesen und vielen anderen Stellen, wie Joh.Offenb.15/1,6,7; 21/9, kann erhellen, daß über sieben Tage bezeichnet den Anfang einer neuen Kirche und das Ende der alten. Weil hier sowohl von dem Menschen der Kirche, die Noach genannt wird, und von seiner Versuchung gehandelt wird, als von der letzten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die sich zugrunde richtete, so kann durch "über noch sieben Tage" nichts anderes bezeichnet werden, als der Anfang der Versuchung Noachs und das Ende der Ältesten Kirche oder ihre letzte Verödung und das Absterben. 729. Daß durch "regnen" bezeichnet wird die Versuchung, erhellt aus dem, was in den Vorbemerkungen zu diesem Kapitel gesagt und gezeigt worden ist (Nr. 705), daß nämlich die Flut und Überschwemmung der Wasser, die hier das Regnen ist, nicht bloß Versuchung, sondern auch die Verödung bezeichnen; dann wird es auch klar werden aus dem, das im Folgenden von der Flut gesagt werden soll. 730. Daß durch "die vierzig Tage und Nächte" bezeichnet wird die Dauer der Versuchung, erhellt deutlich aus dem Worte des Herrn; daß vierzig die Dauer der Versuchung bedeutet, kommt daher, daß der Herr Sich vierzig Tage lang versuchen ließ, wie zu ersehen ist bei Matth.4/1,2; Luk.4/2; Mark.1/13; und weil alles und jedes, was in der jüdischen Kirche und in den übrigen vorbildlichen Kirchen vor dem Kommen des Herrn angeordnet war, Vorbild auf Ihn war, so (hatten) auch die vierzig Tage und Nächte (die Bedeutung), daß sie vorbildeten und bezeichneten im allgemeinen alle Versuchung, im besonderen jede Versuchungsdauer; und weil der Mensch, wenn er in der Versuchung ist, in der Verödung alles dessen ist, was zu seinem Eigenen gehört und was körperlich ist (denn das Eigene und Körperliche muß erst sterben, und zwar durch Kämpfe und Versuchungen, bevor er neu geboren oder geistig und himmlisch wird), darum bezeichnen auch die vierzig Tage und Nächte die Dauer der Verödung. Hier gleichfalls, wo sowohl von der Versuchung des Menschen der neuen Noach genannten Kirche, als von der Verödung des Menschen vor der Sündflut gehandelt wird. Daß die Vierzig sowohl die größere, als die kleinere Dauer nicht nur der Versuchung, sondern auch der Verödung bezeichnen, erhellt Hes.4/6: "Du sollst auf deiner rechten Seite liegen, und tragen die Missetat des Hauses Jehudah vierzig Tage, je einen Tag habe ich dir für ein Jahr gegeben": hier für die Dauer der Verwüstung der jüdischen Kirche, sodann auch für die Vorbildung der Versuchung des Herrn, denn es wird gesagt, daß er tragen sollte die Missetat des Hauses Jehudah. Hes.29/10-12: "Das Land Ägypten werde Ich zu Wüsten machen, zur Wüste der Verödung, nicht soll durch dasselbe hingehen der Fuß eines Menschen, auch nicht der Fuß eines Tieres soll durch dasselbe hingehen, und es soll vierzig Jahre nicht bewohnt werden, und Ich will das Land Ägyptens zur Einöde machen inmitten der verödeten Länder, und seine Städte inmitten der verwüsteten Städte werden vierzig Jahre eine Einöde sein": hier ebenfalls für die Dauer der Verwüstung und Verödung. Im inneren Sinn werden da keineswegs vierzig Jahre bezeichnet, sondern nur die Verwüstung des Glaubens im allgemeinen, sei es innerhalb einer kleinern oder größern Zeit. Joh.Offenb.11/2: "Den Vorhof, der innerhalb des Tempels ist, wirf hinaus, daß du ihn nicht messest, weil er den Heiden gegeben ist, welche die heilige Stadt zertreten werden zweiundvierzig Monate lang". Joh.Offenb.13/5: "Es ward dem Tier ein Maul gegeben, zu reden Großes und Lästerungen, und es ward ihm Macht gegeben, zweiundvierzig Monate lang sein Wesen zu treiben": hier für die Dauer der Verwüstung; denn es wird keineswegs eine Zeit von zweiundvierzig Monaten verstanden, wie jeder wissen kann. Es heißt aber hier zweiundvierzig, was soviel als vierzig; dies hat darin seinen Grund, daß sieben Tage das Ende der Verwüstung und einen neuen Anfang, sechs aber die Arbeit bezeichnen, weil sechs Tage der Arbeit und des Kampfes sind, weshalb nun sieben mit sechs multipliziert sind, woraus sich die Zahl Zweiundvierzig ergibt, welche bezeichnet die Dauer der Abstreifung der Versuchung oder die Arbeit und den Kampf des wiederzugebärenden Menschen, worin Heiliges ist. Es ist aber die runde Zahl Vierzig, für die nicht runde Zweiundvierzig angenommen, wie aus jenen Stellen in der Offenbarung erhellt. Daß das israelitische Volk vierzig Jahre lang umhergeführt wurde in der Wüste, ehe sie eingeführt wurden ins Land Kanaan, bildete gleichfalls vor und bezeichnete die Dauer der Versuchung, sodann auch die Dauer der Abstreifung. Die Dauer der Versuchung dadurch, daß sie nachher eingeführt wurden ins heilige Land; die Dauer der Abstreifung dadurch, daß alle, die über zwanzig Jahre alt ausgezogen aus Ägypten, in der Wüste starben, ausgenommen Josua und Chaleb. Es sind Versuchungen, die verstanden werden unter demjenigen, wider das sie oft murrten; und es sind Abstreifungen, daß so oft Plagen und Untergang über sie kamen; daß es Versuchungen und Abstreifungen bezeichnet, wird dort vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn gezeigt werden. Hiervon heißt es bei 5. Mose 8/2,3,16 also: "Du sollst gedenken all des Weges, den dich Jehovah, dein Gott, geführt hat, diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich niederzuschlagen, dich zu versuchen, damit Er erfahre, was in deinem Herzen ist, ob du Seine Gebote hältst oder nicht". Daß Moses vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berge Sinai war, bezeichnet gleichfalls die Dauer der Versuchung oder die Versuchung des Herrn, wie bei ihm zu sehen ist 5. Mose 9/9,11,18,25-29; 10/11; 4. Mose 14/33-35; 32/8-14: Auf dem Berg Sinai war er vierzieg Tage und vierzig Nächte, nicht essend Brot, nicht trinkend Wasser, betend für das Volk, daß es nicht verdorben werde". Daß durch die vierzig Tage bezeichnet wird die Dauer der Versuchung, davon ist der Grund, daß wie gesagt, der Herr Sich vom Teufel vierzig Tage versuchen ließ; da nun alles vorbildend auf den Herrn war, so wurde, wenn die Vorstellung der Versuchung bei den Engeln war, diese Vorstellung in der Geisterwelt vorgebildet durch solches, was in der Welt sich findet, wie dies der Fall ist bei allen Vorstellungen der Engel, wenn sie in die Geisterwelt herabkommen, daß sie nämlich vorbildlich sich darstellen; so nun auch durch vierzig, weil der Herr vierzig Tage versucht werden sollte. Beim Herrn und folglich im Engelshimmel ist das Zukünftige oder das Gegenwärtige ein und dasselbe. Das Zukünftige ist gegenwärtig oder was geschehen wird, das ist geschehen, daher die Vorbildung der Versuchungen, wie auch der Abstreifungen durch vierzig in der vorbildlichen Kirche. Aber dies kann noch nicht recht begriffen werden, weil man noch nichts weiß vom Einfluß des Engelshimmels in die Geisterwelt, und daß er so beschaffen ist. 731. Daß durch "vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens" bezeichnet wird das Eigene des Menschen, das gleichsam vertilgt wird, wenn er lebendig gemacht wird, erhellt aus dem, was früher vom Eigenen gesagt worden ist (Nr. 154, 210, 215). Des Menschen Eigenes ist ganz böse und falsch; solange dies bleibt, so lange ist der Mensch tot, aber wenn er Versuchungen besteht, dann wird es zerstreut, d.h. aufgelöst und gemildert durch Wahres und Gutes vom Herrn, und so lebendig gemacht, und es scheint, als ob es nicht da wäre; daß es nicht erscheint und nicht mehr schadet, wird bezeichnet durch vertilgt werden, obwohl es keineswegs vertilgt wird, sondern bleibt. Es verhält sich damit ungefähr wie mit dem Schwarzen und Weißen; wenn diese durch die Lichtstrahlen auf verschiedene Weise miteinander versetzt werden (temperantur), so verwandeln sie sich in schöne Farben, als in blaue, gelbe, purpurrote, durch die, je nach der Anlage, wie bei den Blumen Schönes und Liebliches sich darstellt, während in der Wurzel und auf dem Grunde immerhin Schwarz und Weiß bleiben. Weil aber hier zugleich die Rede ist von der letzten Verödung derer, die von der Ältesten Kirche waren, so werden durch "vertilgen alles Wesen, das Ich gemacht habe, von den Angesichten des Bodens", auch diejenigen bezeichnet, die zugrunde gingen, wie denn auch im folgenden 23. Vers "das Wesen, das Ich gemacht habe", alles das oder jeder Mensch ist, in dem himmlischer Same war oder der von der Kirche war, daher auch in diesem Vers und im folgendem 23. Vers "Boden" gesagt wird, der den Menschen der Kirche bezeichnet, dem Gutes und Wahres eingepflanzt worden, das, wie gesagt, bei denen, die Noach genannt werden, nach allmählicher Vertreibung des Bösen und Falschen heranwuchs, aber bei denen vor der Sündflut, die zugrunde gingen, durch das Unkraut erstickt wurde. 732. Vers 5: Und Noach tat nach allem, was ihm Jehovah geboten. Bedeutet wie früher, daß es also geschehen sei. Man sehe 1. Mose 6/22 (Nr. 682), wo zweimal gesagt wird, daß es Noach getan habe, hier nur einmal; und dort steht Gott, hier aber Jehovah. Der Grund ist, weil dort die Rede ist von Verständigem, hier von Willigem. Das Verständige betrachtet das Willige als anderes, von ihm Verschiedenes, das Willige aber betrachtet das Verständige als mit sich Vereintes, oder als eines , denn vom Willen (ist) der Verstand, was der Grund davon ist, daß dort zweimal "tun" gesagt wird, hier nur einmal; sodann daß dort Gott steht, hier aber Jehovah. 733. Vers 6: Und Noach (war) ein Sohn von sechshundert Jahren, und die Flut der Wasser entstand auf der Erde. Durch "Noach, als Sohn von sechshundert Jahren", wird bezeichnet der erste Stand seiner Versuchung; durch "die Wasserflut auf der Erde" wird bezeichnet der Anfang der Versuchung. 734. Im Vorhergehenden ist von den intellektuellen Wahrheiten gehandelt worden, mit denen der Mensch der Kirche, die Noach hieß, vom Herrn versehen worden ist, ehe er wiedergeboren wurde: 1. Mose 6/13-22; und hernach vom Willens-Guten, mit dem er ebenfalls vom Herrn begabt worden, in diesem Kapitel von Vers 1 bis 5, wo es, weil von beidem gehandelt wird, als eine Wiederholung erscheint. Jetzt aber ist die Rede von seiner Versuchung, und zwar hier vom ersten Stand, und so vom Anfang der Versuchung: Vers 6-11, und wie jeder sehen kann, kommt abermals eine Wiederholung vor: denn in diesem Vers wird gesagt, daß Noach ein Sohn von sechshundert Jahren war, als die Flut auf der Erde entstand, aber im 11. Vers, daß es im sechshundertsten Jahre seines Lebens, im zweiten Monat und am siebzehnten Tage (geschehen sei). Ferner im folgenden 7. Vers, daß Noach eingegangen sei in den Kasten mit (seinen) Söhnen und (deren) Weibern, ebenso im folgenden 13. Vers. Sodann, daß die Tiere eingegangen seien in den Kasten zu Noach Vers 8,9; ebenso auch Vers 14-16. Aus diesem folgt, daß hier ebenfalls eine Wiederholung des Früheren ist. Wer beim bloßen Buchstabensinne stehenbleibt, kann nicht anders wissen, als daß es etwas also wiederholtes Historisches sei, aber hier wie anderwärts ist auch nicht ein Wörtchen das überflüssig und zwecklos wäre, weil es das Wort des Herrn ist, mithin auch nicht eine Wiederholung, sie bedeute denn anderes und zwar hier wie früher, daß es die erste Versuchung ist, die sein Verständiges betrifft und hernach seine Versuchung in betreff des Willigen. Diese Versuchungen folgen aufeinander beim Wiederzugebärenden. Denn etwas ganz anderes ist versucht werden in betreff des Verständigen, und etwas anderes ist versucht werden in betreff des Willigen. Die Versuchung in betreff des Verständigen ist leicht, dagegen die Versuchung in betreff des Willigen ist schwer. 735. Daß die Versuchung in betreff des Verständigen oder in betreff des Falschen, das beim Menschen ist, leicht ist, davon ist der Grund, weil der Mensch in Sinnestäuschungen ist und die Sinnestäuschungen so beschaffen sind, daß sie notwendig eintreten müssen. Daher sie auch leicht zerstreut werden, wie dies bei allen der Fall ist, die im Buchstabensinne des Wortes bleiben, wo nach der Fassungskraft des Menschen, mithin nach den Täuschungen seiner Sinne, geredet ist. Wenn sie diesen einfältig Glauben beimessen, weil es das Wort des Herrn ist, so lassen sie, obwohl sie in Täuschungen sind, sich dennoch leicht belehren, wie zum Beispiel, wer glaubt, daß der Herr zürne, strafe, den Gottlosen Böses tue, der kann, weil er dies aus dem Buchstabensinne hat, leicht unterrichtet werden wie sich die Sache verhält, ebenso wer einfältig glaubt, daß er das Gute aus sich tun könne, und daß er Lohn im anderen Leben empfange. Wer aus sich gut ist, der kann auch leicht belehrt werden, daß das Gute, das er tut, vom Herrn ist, und der Herr Lohn gibt umsonst aus Barmherzigkeit. Daher, wenn solche in die Versuchung in betreff des Verständigen oder solcher Täuschungen kommen, so können sie nur schwach versucht werden, und dies ist die erste Versuchung und erscheint kaum als eine Versuchung, und von ihr ist jetzt die Rede. Anders aber verhält es sich bei denen, die nicht aus einfältigem Herzen dem Worte glauben, sondern sich in Täuschungen und Falschheiten bestärken und dies darum, weil sie ihren Begierden günstig sind, und aus diesem Beweggrund viele Vernünfteleien aus sich und ihrem Wissen aufhäufen, und hernach ebendieselben durch das Wort begründen, und so sich einprägen und sich bereden, daß das Falsche wahr sei. 736. Was den Noach oder den Menschen dieser neuen Kirche betrifft, so war er von der Art, daß er einfältig dem glaubte, was er von der Ältesten Kirche her hatte, welches Lehrsätze waren, gesammelt und in die Form eines Lehrbegriffs gebracht von denen, die Chanoch hießen. Und zwar hatte er eine ganz andere Gemütsart als die Menschen vor der Sündflut, die untergingen und Nephilim hießen, welche die Lehren des Glaubens versenkten in ihre schnöden Begierden und auf diese Art gräßliche Selbstberedungen faßten, von denen sie nicht abweichen wollten, wie sie auch immer von anderen belehrt wurden und ihnen bewiesen wurde, daß sie Falsches seien. Menschen dieser doppelten Art oder Anlage gibt es auch heutzutage, aber jene können leicht wiedergeboren werden, diese hingegen schwer. 737. Daß durch Noach, "als Sohn von sechshundert Jahren", der erste Stand seiner Versuchung bezeichnet wird, erhellt daraus, daß hier bis zu Heber (Eber), 1. Mose 11. Kapitel, durch die Zahlen und die Jahre ihres Alters, sowie durch die Namen nichts anderes bezeichnet wird als Sachen; wie auch durch die Alter und Namen aller: 1. Mose 5. Kapitel. Daß hier die sechshundert Jahre den ersten Stand der Versuchung bezeichnen, kann erhellen aus den Zahlen, die darin vorherrschen, welche sind Zehn und Sechs, zweimal in sich multipliziert. Die größere und kleinere Zahl ebenderselben ändert nichts (an der Sache). Was Zehn anbelangt, so ist früher im 6. Kapitel beim 3. Vers gezeigt worden (Nr. 576), daß sie die Überreste bezeichnen, und daß Sechs hier bezeichnet Arbeit und Kampf, erhellt hie und da aus dem Wort. Denn die Sache verhält sich folgendermaßen: im Vorhergehenden war die Rede von seiner Vorbereitung zur Versuchung, daß er nämlich vom Herrn mit Verständig-Wahrem und Willig-Gutem ausgerüstet worden sei. Dieses Wahre und Gute sind die Überreste, die nicht so hervortreten, daß sie anerkannt würden, bevor der Mensch wiedergeboren wird. Bei denen, die durch Versuchungen wiedergeboren werden, sind die Überreste beim Menschen für die Engel bei ihm, die aus ihnen dasjenige hervornehmen, mit dem sie den Menschen verteidigen gegen die bösen Geister, die das Falsche bei ihm aufregen und so (ihn) bekämpfen. Weil die Überreste bezeichnet werden durch zehn und der Kampf durch sechs, darum werden sechshundert Jahre genannt, in welchen zehn und sechs vorherrschen und den Stand der Versuchung bezeichnen. Was insbesondere die Sechs anbelangt, so erhellt, daß sie den Kampf bedeuten, aus dem ersten Kapitel des Ersten Buches Mose, wo es sechs Tage sind, in denen der Mensch wiedergeboren worden, ehe er himmlisch wurde; innerhalb welcher Tage ein beständiger Kampf war, aber am siebenten Tage Ruhe. Daher kommt es, daß sechs Tage der Arbeit sind und der siebente Tag der Sabbath, der Ruhe bedeutet. Daher kommt es auch, daß ein hebräischer Knecht sechs Jahre dienen und im siebenten frei sein sollte: 2. Mose 21/2; 5. Mose 15/12; Jerem.34/14; und daß man sechs Jahre das Land besäen und sein Erzeugnis sammeln, im siebenten aber es liegen lassen sollte: 2. Mose 23/10-12, ebenso den Weinberg; und daß im siebenten Jahre sein sollte der Sabbath des Sabbaths des Landes, der Sabbath Jehovahs: 3. Mose 25/3,4. Weil sechs die Arbeit und den Kampf bedeuten, so bedeuten sie auch die Zerstreuung des Falschen: Hes.9/2: "Siehe, sechs Männer kamen vom Wege des oberen Tores, das gegen Mitternacht sieht, und ein jeder hat ein Werkzeug der Zerstreuung in seiner Hand". Hes.39/2 wider Gog: "Und Ich will dich zurückkehren lassen, und dich sechsteilen und dich aufsteigen lassen von den Seiten der Mitternacht": wo sechs und sechsteilen für Zerstreuung, Mitternacht für Falsches, Gog für diejenigen, welche die Lehren aus Äußerlichem nehmen, mit dem sie den inneren Gottesdienst zerstören. Hiob 5/19: "In sechs Nöten wird Er dich befreien und in der siebenten wird dich kein Böses anrühren": wo es für den Kampf in den Versuchungen (steht). Sonst kommen die Sechs im Worte vor, wo sie nicht bedeuten Arbeit, Kampf oder Zerstreuung des Falschen, sondern das Heilige des Glaubens, weil sie sich beziehen auf zwölf, welche bedeuten den Glauben und des Glaubens Alles in einem Inbegriff; und auf drei, welche bedeuten das Heilige, daher auch die echte Ableitung der Zahl Sechs. Wie bei Hes.40/5, wo das Rohr des Mannes, mit dem er die heilige Stadt Israels maß, als sechs Ellen lang angegeben wird, und anderwärts. Der Grund dieser Ableitung ist der, daß im Kampfe der Versuchung Heiliges des Glaubens ist, sodann daß sechs Tage der Arbeit und des Kampfes auf den siebenten heiligen abzielen. 738. "Ein Sohn von sechshundert Jahren" wird er hier genannt, weil der Sohn des verständig Wahre bezeichnet, wie früher gezeigt worden (Nr. 489); nicht aber wird er Sohn genannt: 1. Mose 7/11, weil dort von seiner Versuchung in betreff des Willigen die Rede ist. 739. Daß durch die "Wasserflut" bezeichnet wird der Anfang der Versuchung, erhellt daraus, daß hier von der Versuchung in betreff des Verständigen die Rede ist, welche Versuchung vorhergeht und eine leichte ist, wie bemerkt worden; daher sie genannt wird die Wasserflut, nicht schlechthin die Flut wie 1. Mose 7/17; denn die Wasser bezeichnen hauptsächlich das Geistige des Menschen, das Verständige des Glaubens, sodann das diesen Entgegengesetzte oder das Falsche, wie mit sehr vielem aus dem Worte begründet werden kann. Daß die Wasserflut oder Überschwemmung die Versuchung bezeichnet, erhellt aus demjenigen, was in den Vorbemerkungen zu diesem Kapitel gezeigt worden ist (Nr. 705), sodann auch bei Hes.13/11,13,14: "So sprach der Herr Jehovih: Ich will durchbrechen lassen den Geist der Sturmwinde in Meinem Grimm; und ein überschwemmender Platzregen soll in Meinem Zorne kommen, und Hagelsteine in der Glut, zur Vollbringung, daß Ich zerstöre die Wand, die ihr übertünchet mit Unnützem": wo der Geist der Sturmwinde und der überschwemmende Platzregen für die Verwüstung des Falschen; die mit Unnützem übertünchte Wand, für Erdichtetes, das als wahr erscheint. Jes.25/4: "Jehovah Gott ist ein Schirm vor der Überschwemmung, ein Schatten vor der Hitze, denn der Geist der Gewalttätigen ist wie die Überschwemmung der Wand": hier steht Überschwemmung für Versuchung in betreff des Verständigen, und wird unterschieden von der Versuchung in betreff des Willigen, die Hitze genannt wird. Jes.28/2: "Siehe, ein Gewaltiger und Starker dem Herrn, wie die Überschwemmung des Hagels, der Sturm der Zerstörung, wie die Überschwemmung von starken überflutenden Wassern": hier werden die Grade der Versuchung beschrieben. Jes.43/2: "Wenn du durch die Wasser gehst, so bin Ich mit dir, und durch Ströme, so werden sie dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, so wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht brennen": wo Wasser und Ströme für Falsches und Einbildungen, Feuer und Flamme für Böses und Begierden. Ps.32/6,7: "Um dies wird beten jeder Heilige zu Dir zur Zeit des Findens, daher bei der Überschwemmung von vielen Wassern sie ihn nicht erreichen werden; Du bist mein Schirm, vor Not wirst Du mich behüten": wo Überschwemmung von Wassern für Versuchung, die auch eine Flut heißt: Ps.29/10: "Jehovah thronet bei der Flut; und es thronet Jehovah als König ewiglich". Aus diesem und aus den Vorbemerkungen vor diesem Kapitel ist klar, daß die Flut oder Überschwemmung von Wassern nichts anderes bezeichnet als Versuchungen und Verödungen, obwohl sie nach Art der Uralten als Geschichte gegeben ist. 740. Vers 7: Und es ging ein Noach und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne mit ihm in den Kasten, vor den Wassern der Flut. Daß Noach "einging in den Kasten vor den Wassern der Flut" bedeutet, daß er in der Versuchung beschützt worden sei; durch "die Söhne" werden wie früher Wahrheiten bezeichnet; durch "das Weib" Gutes; durch die "Weiber der Söhne" Wahres, verbunden mit Gutem. 741. Daß "Noach ging ein in den Kasten vor den Wassern der Flut" bedeute, er sei beschützt worden, kann jedem einleuchten. Die Versuchungen sind nichts anderes als Kämpfe böser Geister mit den Engeln, die beim Menschen sind. Die bösen Geister regen alle schlimmen Handlungen des Menschen, auch Gedanken, auf, die er von Kindheit an hatte, somit sowohl Böses als Falsches, und verdammen, und nichts ist ihnen lieber als dies, ihre eigentliche Lebenslust besteht darin. Der Herr hingegen beschützt den Menschen durch die Engel und verhütet, daß die bösen Geister und Genien nicht über ihre Grenzen, und weiter, als der Mensch es ertragen kann, hinausschreiten und überfluten. 742. Daß durch die Söhne Wahrheiten bezeichnet werden, durch Weib Gutes, durch die Weiber der Söhne Wahres, verbunden mit Gutem, ist früher, 1. Mose 6/18 (Nr. 668) gesagt worden, wo dieselben Worte stehen. Durch das Wahre und Gute wird, obwohl hier die Söhne und Weiber genannt werden, solches bezeichnet, was bei dem Menschen, der Noach genannt wurde, sich befand, und durch das er beschützt wurde. Von dieser Art ist der älteste, himmlische Geheimnisse in sich schließende Stil des Wortes, bei dem Einkleidung in geschichtlichen Zusammenhang statt hatte. 743. Vers 8,9: Vom reinen Tier und vom Tier, das nicht rein, und vom Vogel, und von allem, was sich regt auf dem Boden. Je zwei (und) zwei gingen ein zu Noach in den Kasten, Männchen und Weibchen, wie Gott dem Noach geboten hatte. Durch das "reine Tier" werden wie früher bezeichnet Triebe zum Guten; durch das "nicht reine Tier" Begierden, durch den "Vogel" im allgemeinen Gedanken; durch "alles, was sich regt auf dem Boden", das Sinnliche und alles Vergnügliche; "je zwei (und) zwei" bezeichnen Entsprechendes; Daß sie "eingingen in den Kasten" (bedeutet), es sei beschützt worden; "Männchen und Weibchen", wie früher das Wahre und Gute; "wie Gott dem Noach befohlen hatte" (bedeutet), es sei also geschehen. 744. Daß durch das reine Tier bezeichnet werden Triebe zum Guten, ist früher, 1. Mose 7/2 gesagt und gezeigt worden, daher hierbei nicht zu verweilen ist; ebenso daselbst, daß durch das nicht reine Tier bezeichnet werden Begierden oder böse Triebe. 745. Daß durch den Vogel im allgemeinen bezeichnet werden Gedanken, erhellt aus dem, was früher hie und da von den Vögeln gesagt worden ist (Nr. 40, 142), daß sie bezeichnen Verständiges oder Vernünftiges, aber dort steht Vögel der Himmel, dagegen hier bloß Vogel, daher im allgemeinen bezeichnet werden Gedanken; denn es gibt mehrere Gattungen von Vögeln, sowohl reine als unreine, die im folgenden 14. Vers unterschieden werden in Vogel, Geflügel und Befiedertes, die reinen sind Gedanken des Wahren, die unreinen sind falsche Gedanken, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 746. Daß durch "alles, was sich regt auf dem Boden" bezeichnet wird das Sinnliche und alles Vergnügliche, ist ebenfalls früher gesagt und gezeigt worden (Nr. 594, 673-675). Die Uralten haben das Sinnliche des Menschen und seine Vergnügungen verglichen und verähnlicht den Gewürmen und Kriechtieren, und haben es auch so genannt weil sie das Äußerlichste sind, und gleichsam kriechen auf der Oberfläche des Menschen, und weil man sie nicht höher sich erheben lassen soll. 747. Daß "je zwei (und) zwei" Entsprechendes bedeuten, kann für jeden daraus klar sein, daß es Paare sind. Paare können nicht sein, wenn sie sich nicht entsprechen, wie sich Wahres und Gutes, Böses und Falsches (entspricht); denn in allem ist das Bild einer Ehe oder eine Verknüpfung, wie von Wahrem mit Gutem, und von Bösem mit Falschem, weil eine Ehe des Verstandes mit dem Willen, oder des Verständigen mit dem Willigen stattfindet, und zwar hat ein jedes Ding seine Ehe oder seine Verknüpfung, ohne die es gar nicht besteht. 748. Daß "sie gingen ein in den Kasten" bedeute, sie seien beschützt worden, ist früher gesagt worden im vorhergehenden Vers 7, wo von Noach und seinen Söhnen und den Weibern (derselben die Rede war). 749. Daß Männliches und Weibliches bedeute das Wahre und Gute, erhellt aus dem 1. Mose 6/19 (Nr. 672) Vorgekommenen, wo Männliches und Weibliches ausgesagt wird von den Vögeln, aber Mann und Weib von den (anderen) Tieren; auch der Grund hiervon ist dort angegeben worden, daß nämlich eine Ehe des Willigen mit dem Verständigen besteht, nicht sowohl des Verständigen an sich betrachtet, mit dem Willigen. Jenes verhält sich wie Mann und Weib (vir et uxor), dieses aber wie Männliches und Weibliches (masculus et foemina); und weil hier, wie bemerkt worden, zuerst die Rede ist von der Versuchung jenes Menschen in betreff des Verständigen, so wird gesagt Männliches und Weibliches; und es wird verstanden ein Kampf oder eine Versuchung in betreff des Verständigen. 750. "Gleich wie Gott befohlen hatte", daß dies bedeutet, es sei also geschehen, ist früher im vorhergehenden Kapitel, 1. Mose 6/22 (Nr. 682), sodann 1. Mose 7/5 gezeigt worden. 751. Weil hier die Rede ist von der Versuchung des Menschen der Kirche, die Noach genannt wurde, und wenigen, wenn je irgendwem bekannt ist, wie es sich mit den Versuchungen verhält, indem wenige heutzutage solche Versuchungen erleiden, und die sie bestehen, nicht anders wissen, als daß es etwas ihnen Anhängendes sei, was so leidet, darum darf es kurz erklärt werden: Es sind böse Geister, die alsdann, wie gesagt, das Falsche und Böse des Menschen aufregen, und zwar aus seinem Gedächtnis alles, was er von Kindheit an gedacht und getan hat. Dies können die bösen Geister so geschickt und boshaft tun, daß es nicht beschrieben werden kann. Aber die Engel, die bei ihm sind, nehmen sein Gutes und Wahres hervor und verteidigen so den Menschen. Dies ist der Kampf, der beim Menschen gefühlt und empfunden wird, und Gewissensbiß und Pein verursacht. Die Versuchungen sind zweierlei Art, die eine betreffend das Verständige, die andere betreffend das Willige. Wenn der Mensch versucht wird in betreff des Verständigen, alsdann bringen die bösen Geister bloß seine bösen Handlungen, die er verübt hat, die hier bezeichnet werden durch die unreinen Tiere, in Anregung, und verklagen und verdammen. Dann zwar auch seine guten Handlungen, die hier ebenfalls bezeichnet werden durch die reinen Tiere, aber dieselben verkehren sie auf tausenderlei Art. Zugleich regen sie seine Gedanken auf, die hier ebenfalls bezeichnet werden durch den Vogel, ferner auch das, was hier bezeichnet wird durch das auf dem Boden sich Regende, aber diese Versuchung ist leicht und wird bloß empfunden durch die Zurückrufung von solchem ins Gedächtnis und eine gewisse daher entstehende Angst. Wenn aber der Mensch versucht wird in betreff des Willigen, alsdann werden nicht sowohl die Handlungen und Gedanken aufgeregt, sondern es sind böse Genien (so können die bösen Geister von dieser Art genannt werden), die ihn entzünden durch seine Begierden und schnöden Triebe, mit denen er erfüllt ist, und so kämpfen sie durch die Begierden des Menschen selbst; was sie so boshaft und heimtückisch tun, daß man gar nicht glauben kann, daß es von ihnen herkomme. Augenblicklich ergießen sie sich in das Leben seiner Begierden, sowie sie auch beinahe in einem Augenblick einen Trieb zum Guten und Wahren verwandeln und umwenden können in einen Trieb zum Bösen und Falschen, daß der Mensch gar nicht anders wissen kann, als daß es von ihm selbst geschehe und von selbst so komme. Diese Versuchung ist sehr schwer, und wird empfunden als ein innerer Schmerz und quälendes Feuer. Von dieser wird im Folgenden gehandelt. Daß es sich so verhält, ward mir aus vielfacher Erfahrung zu vernehmen und zu wissen gegeben, ferner, wann, von woher, welche und wie die bösen Geister oder Genien einflossen und überströmten. Von diesen Erfahrungen wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden besonders gesprochen werden. 752. Vers 10: Und es geschah in sieben Tagen, und die Wasser der Flut waren auf der Erde. Durch dies wird wie früher bezeichnet der Anfang der Versuchung. 753. Daß durch "sieben Tage" bezeichnet wird der Anfang der Versuchung, ist 1. Mose 7/4 gezeigt worden; und es bezieht sich auf das Vorhergehende, daß nämlich diese Versuchung, die sein Verständiges betraf, der Anfang der Versuchung oder die erste Versuchung war, und ist der so ausgedrückte Schluß. Und weil diese erste Versuchung das Verständige betraf, so wird sie ausgedrückt durch die Wasser der Flut, wie 1. Mose 7/7,6 durch die Wasserflut, die eigentlich eine solche Versuchung bedeutet, wie daselbst gezeigt worden. 754. Vers 11: Im sechshundertsten Jahre des Lebensjahres Noachs, im zweiten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, an diesem Tage brachen auf alle Quellen des großen Abgrunds, und die Schleusen des Himmels wurden geöffnet. Durch "das sechshundertste Jahr, den zweiten Monat und den siebzehnten Tag" wird bezeichnet der andere Stand der Versuchung; daß "alle Quellen des großen Abgrunds aufbrachen" bedeutet, das Äußerste der Versuchung in betreff des Willigen; daß "die Schleusen des Himmels aufgetan wurden" bedeutet, das Äußerste der Versuchung in betreff des Verständigen. 755. Daß durch das "sechshundertste Jahr, den zweiten Monat und den siebzehnten Tag", bezeichnet wird der andere Stand der Versuchung, folgt aus dem, was bisher bemerkt worden ist. Denn von Vers 6 bis zu diesem 11. Vers ist vom ersten Stand der Versuchung, der sein Verständiges betraf, gehandelt worden. Jetzt aber wird vom anderen Stand, nämlich den das Willige betreffenden gehandelt, was der Grund ist davon, daß sein Alter wieder angegeben wird: früher er sei gewesen ein Sohn von sechshundert Jahren, hier die Sündflut sei geschehen im sechshundertsten Jahre seines Lebens, im zweiten Monat und am siebzehnten Tage. Niemand kann je ahnen, daß unter den Jahren des Alters Noachs, wobei sowohl die Jahre, als die Monate und Tage angegeben werden, verstanden wird der das Willige betreffende Stand der Versuchung, aber, wie gesagt, von dieser Art war die Rede- und Schreibart der Uralten, und hauptsächlich ergötzten sie sich daran, daß sie Zeiten und Namen angeben, und daraus eine wahrscheinliche Geschichte zusammensetzen konnten; darin bestand ihre Weisheit. Daß aber die sechshundert Jahre nichts anderes bezeichnen als den ersten Stand der Versuchung, ist oben beim 6. Vers gezeigt worden. Hier ebenso sechshundert Jahre, damit aber der andere Stand der Versuchung bezeichnet werde, sind Monate und Tage beigefügt, und zwar zwei Monate oder im zweiten Monat, was den Kampf selbst bezeichnet, wie erhellen kann aus der früher beim 2. Vers dieses Kapitels angegebenen Bedeutung der Zahl Zwei, daß sie nämlich dasselbe bezeichnet was Sechs, d.h. Arbeit und Kampf, sodann Zerstreuung, wie man daselbst nachgewiesen sehen kann. Die Zahl Siebzehn aber bezeichnet sowohl den Anfang der Versuchung, als das Ende der Versuchung darum, weil sie zusammengesetzt ist aus der Zahl Sieben und aus Zehn. Wenn diese Zahl den Anfang der Versuchung bezeichnet, dann schließt sie in sich über sieben Tage oder eine Woche von sieben Tagen, und daß diese den Anfang der Versuchung bezeichnet, ist früher beim 4. Vers dieses Kapitels gezeigt worden. Dagegen, wenn sie das Ende der Versuchung bezeichnet, wie im folgenden 8. Kapitel, Vers 4, dann ist sieben eine heilige Zahl, der zehn beigegeben ist, welche die Überreste bezeichnet, denn ohne Überreste kann der Mensch nicht wiedergeboren werden. Daß die Zahl Siebzehn bezeichnet den Anfang der Versuchung, erhellt bei Jerem.32/9: "daß ihm befohlen worden, er soll einen Acker kaufen von Chanamel, dem Sohne seines Vaterbruders, der in Anatoth war; und er wog ihm da sieben Scheckel und zehn von Silber". Daß diese Zahl auch bezeichnet ihre Babylonische Gefangenschaft, durch die vorgebildet wird die Versuchung der Gläubigen und die Verödung der Ungläubigen, und zwar der Anfang der Versuchung und zugleich das Ende der Versuchung oder die Befreiung, kann aus dem Folgenden in jenem 32. Kapitel beim Propheten Jeremias erhellen. Die Gefangenschaft beim 36. Vers daselbst, die Befreiung vom 37. Vers an daselbst. Eine solche Zahl würde sich gar nicht beim Propheten finden, wenn sie nicht wie alles übrige Geheimnisse in sich schlösse. Daß siebzehn den Anfang der Versuchung bezeichnen, kann auch erhellen aus dem Alter Josephs, der siebzehn Jahre alt war, als er zu den Brüdern geschickt und nach Ägypten verkauft wurde: 1. Mose 37/2. Daß er nach Ägypten verkauft ward, bildet gleiches vor, wie an der dortigen Stelle, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden wird. Daselbst sind vorbildliche Geschichten, die sich so verhalten, wie sie erzählt werden, hier aber sind gemachte Geschichten, die eine sinnbildliche Bedeutung haben, und sich nicht so verhalten, wie sie im Buchstabensinne erzählt werden. Sie schließen aber gleichwohl Geheimnisse des Himmels in sich, und zwar ein jedes Wort wie dieses. Daß es also sich verhält, muß notwendig fremdartig erscheinen, weil, wo eine wahre Geschichte oder eine gemachte Geschichte vorkommt, die Seele am Buchstaben festgehalten wird, von dem sie nicht abstrahieren kann, daher sie glaubt, daß er nichts anderes bezeichne und vorbilde. Daß aber ein innerer Sinn ist, in dem das Leben des Wortes ist, nicht aber im Buchstaben, der ohne den inneren Sinn tot ist, kann jedem Verständigen einleuchten. Was ist auch ohne den inneren Sinn das Geschichtliche anderes als eine Geschichte bei einem weltlichen Schriftsteller? Was würde es also nützen, das Jahr Noachs und den Monat und Tag zu wissen, da die Flut entstand, wenn es nicht ein himmlisches Geheimnis in sich schlösse, und wer kann nicht sehen, daß das Aufbrechen aller Quellen des großen Abgrunds und das Aufgetanwerden der Schleusen des Himmels eine prophetische Redensart ist, außer anderem dergleichen? 756. Daß "das Aufbrechen aller Quellen des großen Abgrunds" bezeichnet das Äußerste der Versuchung in betreff des Willigen, kann erhellen aus dem, was kurz zuvor von den Versuchungen gesagt worden ist, daß sie nämlich von zweierlei Art sind, die eine betreffend das Verständige, die andere betreffend das Willige, und daß diese schwer ist im Vergleich mit jener; sodann daraus, daß bisher von der Versuchung in betreff des Verständigen die Rede war; ebenso erhellt es aus der Bedeutung des Abgrunds, daß es nämlich sind Begierden und Falschheiten aus denselben, wie früher Nr. 18, sodann auch aus Folgendem im Wort bei Hes.26/19: "So spricht der Herr Jehovih, wenn Ich dich gemacht habe zu einer verwüsteten Stadt, wie die Städte, die nicht bewohnt werden, wenn Ich habe kommen lassen über dich den Abgrund, und dich bedeckt haben viele Wasser": wo Abgrund und viele Wasser für das Äußerste der Versuchung (stehen). Jonas 2/6: "Es umgaben mich Wasser bis zur Seele, ein Abgrund umgab mich": wo Wasser und Abgrund gleichfalls für das Äußerste der Versuchung. Ps.42/8: "Abgrund ruft dem Abgrund zu, bei der Stimme des Wassers deiner Strömungen, alle deine Wogen und alle deine Fluten gehen über mich": wo er offenbar für das Äußerste der Versuchung (steht). Ps.106/9-11: "Er schalt das Meer Suph und es vertrocknete, und Er ließ sie gehen durch Abgründe, wie in der Wüste, und rettete sie aus der Hand des Hassers und erlöste sie aus der Hand des Feindes, und Wasser bedeckten ihre Feinde": wo Abgrund für die Versuchungen in der Wüste. Durch Abgrund wurde vor Alters bezeichnet die Hölle, und die Einbildungen und Beredungen des Falschen wurden verglichen den Wassern und Strömen, sodann dem Rauch aus derselben; so erscheinen auch wirklich einige Höllen, nämlich wie Abgründe und wie Meere, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Die bösen Geister, die den Menschen veröden, dann auch die, welche versuchen, kommen von daher, und ihre Einbildungen, die sie eingießen, und die Begierden, mit denen sie den Menschen entzünden, sind wie Überschwemmungen und Ausdünstungen von daher; denn, wie gesagt, der Mensch ist durch böse Geister verbunden mit der Hölle und durch Engel mit dem Himmel; daher, wenn es heißt, alle Quellen des Abgrundes seien aufgebrochen, so wird solches bezeichnet. Daß die Hölle genannt wird Abgrund, und das Garstige, das von ihr herkommt, genannt wird Ströme, erhellt Hes.31/15: "So sprach der Herr Jehovih am Tage, da er hinabkam in die Hölle, machte Ich trauern, deckte über ihm den Abgrund, und hemmte seine Ströme, und es wurden verschlossen die großen Wasser". Die Hölle wird auch Abgrund genannt in der Joh.Offenb.9/1,2,11; 11/7; 17/8; 20/1,3. 757. Daß "das Aufgetanwerden der Schleusen des Himmels", bezeichnet das Äußerste der Versuchung in betreff des Verständigen, erhellt ebenfalls hieraus. Die Versuchung in betreff des Wollens oder der Begierden kann nie getrennt werden von der Versuchung in betreff des Verständigen. Würde sie getrennt, so wäre sie keine Versuchung, sondern eine Überschwemmung, wie sie stattfindet bei denen, die in der Brunst der Begierden leben, in welchen sie, wie die höllischen Geister, die Lust ihres Lebens empfinden. Schleusen des Himmels werden sie genannt von der Überschwemmung von Falschem oder von Vernünfteleien, wovon es auch bei Jes.24/18 (heißt): "Wer flieht vor der Stimme des Schreckens, wird in die Grube fallen, und wer aufsteht aus der Mitte der Grube, wird in der Schlinge gefangen werden, denn die Schleusen von der Höhe sind geöffnet und erschüttert sind die Gründe der Erde". 758. Vers 12: Und es war der Platzregen auf der Erde vierzig Tage und vierzig Nächte . Bedeutet, daß diese Versuchung angedauert habe. Der "Platzregen" ist die Versuchung, "vierzig Tage und Nächte" sind die Dauer. 759. Daß der "Platzregen" hier die Versuchung ist, kann aus dem erhellen, was von der Flut und Überschwemmung früher gesagt und gezeigt worden ist (Nr. 660, 705); sodann daß die aufgebrochenen Quellen des Abgrundes und die geöffneten Schleusen des Himmels Versuchungen sind. 760. Daß "vierzig Tage und vierzig Nächte", die Dauer bezeichnen, ist oben beim 4. Vers (Nr. 730) gezeigt worden, durch vierzig wird, wie gesagt, bezeichnet jede Dauer der Versuchung, sei sie größer oder kleiner, und zwar eine schwere Versuchung, die das Wollen betrifft. Denn der Mensch hat sich ein Leben durch beständige Vergnügungen und durch mancherlei Arten von Welt- und Selbstliebe, folglich durch Begierden, welche die stetigen Ausflüsse (continua) jener Liebe sind, erworben, so daß sein Leben nichts anderes ist als solches Wesen. Dieses Leben kann nimmermehr übereinstimmen mit himmlischem Leben, denn niemand kann Weltliches lieben und zugleich Himmlisches. Weltliches lieben heißt, niederwärts blicken, Himmlisches lieben heißt, aufwärts blicken. Noch weniger kann einer sich lieben und zugleich den Nächsten, und noch weniger den Herrn. Wer sich liebt, haßt alle, die ihm nicht dienen. Somit, wer sich liebt, ist ganz weit entfernt von der himmlischen Liebe und Liebtätigkeit, die darin besteht, daß man den Nächsten mehr liebt als sich und den Herrn über alles. Hieraus erhellt, wie weit das Leben des Menschen absteht vom himmlischen Leben, daher es durch Versuchungen vom Herrn wiedergeboren und umgelenkt wird, so daß es dennoch übereinstimmt. Dies ist der Grund, warum diese Versuchung schwer ist, denn sie berührt das eigentliche Leben des Menschen und greift es an, zerstört und verändert es, daher sie auch dadurch beschrieben wird, daß die Quellen des Abgrundes aufbrachen, und daß die Schleusen des Himmels sich auftaten. 761. Daß die geistige Versuchung beim Menschen ein Kampf der bösen Geister mit den Engeln sei, die beim Menschen sind, und daß dieser Kampf gemeiniglich in seinem Gewissen empfunden werde, ist früher gesagt worden (Nr. 653, 751). Von diesem Kampf ist ferner zu wissen, daß die Engel den Menschen beständig verteidigen und Böses abwenden, das die bösen Geister ihm zufügen wollen. Auch was Falsches und Böses beim Menschen ist, halten sie zurück (defendunt), denn sie wissen gar wohl, woher der Mensch Falsches und Böses hat, nämlich von bösen Geistern und Dämonen (geniis). Der Mensch bringt niemals von sich etwas Falsches und Böses hervor, sondern es sind die bösen Geister, die bei ihm sind, die es hervorbringen, und zugleich dem Menschen den Glauben beibringen, daß es aus ihm selbst komme, so bösartig sind sie, und noch mehr in dem Augenblick, da sie es eingießen und (ihm) jenen Glauben beibringen, klagen sie (ihn) auch an und verdammen (ihn), was ich mit vielen Erfahrungen bestätigen kann. Ein Mensch, der keinen Glauben an den Herrn hat, kann nicht erleuchtet werden, so daß er nicht glaubte, das Böse sei von ihm, daher eignet er sich auch das Böse an, und wird gleich den bösen Geistern, die bei ihm sind. So verhält es sich mit dem Menschen. Weil dies die Engel wissen, so halten sie auch in den Versuchungen bei der Wiedergeburt das Falsche und Böse des Menschen ab (defendunt), sonst würde er unterliegen, weil beim Menschen nichts als nur Böses und Falsches aus diesem ist, so daß er ganz nur eine Anhäufung und Zusammensetzung von Bösem und von Falschem aus diesem ist. 762. Aber geistige Versuchungen sind heutzutage wenig bekannt, auch werden sie nicht so wie ehedem zugelassen, weil der Mensch nicht in der Wahrheit des Glaubens ist; denn so würde er unterliegen. An ihrer Statt ist anderes, als Unglücksfälle, Bekümmernisse und Bangigkeiten, die von natürlichen und körperlichen Ursachen herrühren, wie auch Unwohlsein des Körpers und Krankheiten, die immerhin das Leben seiner Vergnügungen und Begierden einigermaßen zähmen und brechen, und die Gedanken zu Inwendigem und Frommem hinrichten und erheben. Aber das sind keine geistigen Versuchungen, die nur stattfinden bei denen, die ein Gewissen des Wahren und Guten vom Herrn empfangen haben. Das Gewissen selbst ist ihr Bereich, auf den sie einwirken. 763. Von den Versuchungen war bisher die Rede; es folgt nun der Endzweck der Versuchung, welcher war, daß eine neue Kirche erstehen sollte. 764. Vers 13: An eben diesem Tage ging Noach, und Schem, und Cham, und Japheth, die Söhne Noachs, und das Weib Noachs, und die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen ein in den Kasten. Durch "ihr Eingehen in den Kasten" wird hier wie früher bezeichnet, daß sie gerettet worden sind; durch "Noach", was (das Eigentümliche) der Kirche war; durch "Schem, Cham und Japheth", was (das Eigentümliche) der aus jener entstehenden Kirchen war; durch "die Söhne Noachs", die Lehren; durch "die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen", die hieraus entstehenden Kirchen selbst. 765. Bisher ist gehandelt worden von der Versuchung des Menschen der Kirche, der Noach hieß, und zwar zuerst von seiner Versuchung in betreff des Verständigen, welches Glaubenswahres ist: 1. Mose 7/6-10, und hernach von seiner Versuchung in betreff des Wollens, das sich auf das Gute der Liebtätigkeit bezieht: 1. Mose 7/11,12. Der Zweck der Versuchungen war, daß dadurch der Mensch der Kirche neugeboren oder eine neue Kirche werde, während die Älteste unterging. Diese Kirche war von ganz anderer Art als die Älteste, nämlich eine geistige, die so beschaffen ist, daß der Mensch durch Glaubenslehren neu geboren wird. Wenn diese eingepflanzt sind, dann wird ihm ein Gewissen eingeflößt, daß er nicht dem Wahren und Guten des Glaubens zuwider handle, und er wird so begabt mit Liebtätigkeit, die sein Gewissen regiert, aus dem er so zu handeln anfängt. Aus diesem kann erhellen, was ein geistiger Mensch ist; nicht wer meint, der Glaube mache ohne Liebtätigkeit selig, sondern wer zum Wesentlichen des Glaubens die Liebtätigkeit macht, und aus ihr handelt. Daß nun ein solcher Mensch oder eine solche Kirche entstehe, war der Zweck, daher jetzt von dieser Kirche selbst gehandelt wird. Daß jetzt von der Kirche gehandelt wird, kann auch erhellen aus der Wiederholung derselben Sache, denn es heißt hier: "An eben diesem Tage ging Noach, und Schem, und Cham und Japheth, die Söhne Noachs, und das Weib Noachs, und die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen ein in den Kasten"; oben, Vers 7, ebenso, jedoch mit diesen Worten: "und es ging Noach, und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne mit ihm ein in den Kasten"; aber weil jetzt von der Kirche gehandelt wird, werden genannt die Söhne Schem, Cham und Japheth, und wenn diese genannt werden, so bezeichnen sie den Menschen der Kirche. Dagegen wenn genannt werden Söhne ohne Namen, so bezeichnen sie Glaubenswahrheiten. Außerdem wird abermals wiederholt, was früher gesagt worden ist: Vers 8, 9 von den (Land-) Tieren und Vögeln, daß sie eingegangen seien in den Kasten: 1. Mose 7/14-16, jedoch mit dem gehörigen und hier auf die Kirche anwendbaren Unterschied. 766. Absatznumerierung fehlt. 767. Daß "sie gingen ein in den Kasten" bedeute, sie seien gerettet worden, nämlich der Mensch der Kirche, der Noach (war), und die von ihm herstammenden und abgeleiteten übrigen Kirchen, von denen hier die Rede ist, kann erhellen aus demjenigen, was früher vom Eingehen in den Kasten gesagt worden ist (Nr. 710, 711). 768. Daß durch "Noach" bezeichnet wird das Eigentümliche der Kirche, und durch Schem, Cham und Japheth das Eigentümliche der aus ihr entstehenden Kirchen erhellt daraus, daß hier nicht seine Söhne, wie im 1. Mose 7/7, sondern sie selbst mit Namen genannt werden; wenn sie so genannt werden, bezeichnen sie den Menschen der Kirche; der Mensch der Kirche ist nicht bloß die Kirche selbst, sondern der Kirche Alles; er ist der allgemeine Inbegriff alles dessen, was zur Kirche gehört, wie früher gesagt worden von der Ältesten Kirche, die Mensch hieß, ebenso von den übrigen, die genannt sind. So wird durch Noach, und durch Schem, Cham und Japheth bezeichnet alles zur Kirche und zu den aus ihr entstehenden Kirchen Gehörige, in einem Inbegriff. Von dieser Art ist die Schreibart und Redeweise im Wort; z.B. wo Judah genannt wird, wird bei den Propheten allermeist bezeichnet die himmlische Kirche oder alles zu Kirche Gehörige; wo genannt wird Israel, wird allermeist bezeichnet die geistige Kirche oder alles zu dieser Kirche Gehörige, wo Jakob, wird bezeichnet die äußere Kirche; denn bei einem jeden Menschen der Kirche gibt es ein Inneres der Kirche und ein Äußeres; das Innere ist, wo die wahre Kirche; das Äußere ist, was daraus sich bildet, das ist Jakob; anders ist es, wenn sie nicht genannt werden. Der Grund, warum es so ist, ist der, weil sie sich alsdann auf das Reich des Herrn vorbildlich beziehen; der Herr ist der alleinige Mensch, und ist Seines Reiches Alles, und weil die Kirche das Reich des Herrn auf Erden ist, so ist der Herr allein der Kirche Alles. Der Kirche Alles ist die Liebe oder Liebtätigkeit, daher der Mensch, oder was dasselbe ist, ein mit Namen Genannter bezeichnet die Liebe oder Liebtätigkeit, das ist der Kirche Alles, und dann bezeichnet das Weib einfach die Kirche, die hieraus sich bildet, so auch hier. Aber welche Kirchen bezeichnet werden durch Schem, Cham und Japheth wird im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 769. Daß durch die Söhne Noachs bezeichnet werden Lehren, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, wovon früher (Nr. 570); denn eine Kirche kann es nicht geben ohne Lehren, daher sie auch nicht bloß genannt werden, sondern auch beigefügt wird, daß es seine Söhne seien. 770. Daß durch das "Weib Noachs" bezeichnet wird die Kirche selbst, und durch die "drei Weiber seiner Söhne mit ihnen" die aus ihr entstehenden Kirchen selbst, erhellt aus dem, was gesagt worden ist, daß nämlich, wenn der Mensch der Kirche genannt wird, der Kirche Alles (verstanden) ist, oder wie es benannt wird, das Haupt der Kirche; und dann ist das Weib die Kirche, wie früher gezeigt worden: Nr. 252, 253. Anders ist es, wenn im Worte Mann und Weib (vir et uxor) oder Männchen und Weibchen (masculus et foemina) steht, dann wird durch Mann und Männchen bezeichnet das Verständige oder die Glaubenswahrheiten, und durch Weib und Weibchen das Willige oder Glaubensgutes. 771. Weil ein jedes Wort in der Schrift vom Herrn ist, und somit Göttliches einem jeden innewohnt, so erhellt, daß nirgends ein Wort, nicht einmal ein Jota ist, das nicht etwas bezeichnet und in sich schließt; so auch wenn es hier heißt "drei" Weiber, dann Weiber "seiner" Söhne, wie auch "mit ihnen". Was aber das einzelne in sich schließt zu erklären, wäre zu weitläufig, es genügt, bloß vom Allgemeinsten eine allgemeine Vorstellung zu geben. 772. Vers 14,15: Sie und alles Wild nach seiner Art, und alles Tier nach seiner Art; und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht nach seiner Art; und aller Vogel nach seiner Art, alles Geflügel und alles Befiederte. Und sie gingen zu Noach in den Kasten; je zwei (und) zwei von allem Fleisch, in welchem Geist der Leben. Durch "sie" (illi) wird bezeichnet im allgemeinen der Mensch der Kirche; durch "alles Wild (fera) nach seiner Art" wird bezeichnet alles geistig Gute; durch "Tier (bestia) nach seiner Art" das natürlich Gute. durch "alles Gewürm, das kriecht (reptile repens) auf der Erde nach seiner Art", alles sinnlich und körperlich Gute; durch "Vogel nach seiner Art" alles geistig Wahre; durch "Geflügel" (oder Gevögel, volucris), das natürlich Wahre; durch "Befiedertes" (alatum) das sinnlich Wahre; daß "sie eingingen zu Noach in den Kasten", bedeutet daß sie gerettet worden; "je zwei (und) zwei" bedeutet, Paare; "von allem Fleisch, in welchem Geist der Leben" bedeutet, eine neue Kreatur, oder daß sie ein neues Leben vom Herrn empfangen haben. 773. Daß durch "sie" bezeichnet wird im allgemeinen der Mensch der Kirche, oder alles, was zu dieser Kirche gehörte, erhellt daraus, daß es sich bezieht auf die, welche kurz zuvor genannt sind: auf Noach, Schem, Cham und Japheth. Diese, obwohl sie vier sind, machen dennoch eins aus. In Noach, unter dem im allgemeinen verstanden wird die Alte Kirche, sind wie in einem Erzeuger oder Samen die aus ihm (entstehenden) Kirchen enthalten; daher wird durch "sie" bezeichnet die Alte Kirche. Alle jene Kirchen, die Schem, Cham und Japheth hießen, machen zusammen die Kirche aus, welche die Alte Kirche genannt wird. 774. Daß durch "Wild nach seiner Art" bezeichnet wird alles geistig Gute, und durch "Tier nach seiner Art" alles natürlich Gute, und durch "Gewürm, das kriecht auf der Erde", alles sinnlich und körperlich Gute, ist früher gesagt und gezeigt worden: Nr. 45, 46, 142, 143, 246. Daß aber Wild bezeichnet das geistig Gute, kann auf den ersten Anblick zwar scheinen als ob es nicht so wäre, aber es kann erhellen aus der Sachfolge, indem zuerst gesagt wird "sie", d.h. der Mensch der Kirche, hernach das Wild, dann das Tier, endlich das Gewürm, daher Wild etwas Würdigeres und Edleres in sich schließt als Tier, darum, weil dieses Wort in der hebräischen Sprache auch bezeichnet ein Wesen (animal), in dem eine lebende Seele. So auch hier bezeichnet es nicht ein wildes Tier, sondern ein Wesen (animal), in dem eine lebende Seele, denn es ist dasselbe Wort. Daß durch lebendige Wesen, Tiere und Gewürme, die auf der Erde kriechen, Williges bezeichnet wird, ist früher gesagt und gezeigt worden, und wird weiter in dem nun Folgenden, wo von Vögeln die Rede ist, gezeigt werden. 775. Weil es von allem Gattungen und Arten gibt, nämlich sowohl vom geistig Guten, als vom natürlich Guten, dann auch vom Sinnlichen und Körperlichen aus demselben, so wird hier bei einem jeden gesagt, "nach seiner Art". Es gibt so viele Gattungen von geistig Gutem, desgleichen so viele Gattungen von geistig Wahrem, daß sie gar nicht aufgezählt werden können; noch weniger die Arten, die den Gattungen angehören. Im Himmel ist alles Gute und Wahre, Himmlisches und Geistiges, so in seine Gattungen und diese in ihre Arten unterschieden, daß auch nicht eines ist, das nicht durchaus unterschieden wäre, und es sind deren so unzählige, daß man sagen kann, die spezifischen Unterschiede seien endlos (indefinitae). Aus diesem kann erhellen, wie dürftig und beinahe nichts die menschliche Weisheit ist, die kaum weiß, daß ein geistig Gutes und Wahres ist, geschweige denn, was es ist. Aus dem himmlischen und geistigen Guten und dem Wahren aus ihm entsteht und kommt her das natürlich Gute und Wahre; denn nie gibt es ein natürlich Gutes und Wahres, das nicht vom geistig Guten, und dieses vom himmlischen sein Entstehen und durch ebendasselbe sein Bestehen hätte. Wenn das Geistige vom Natürlichen zurückträte, so würde das Natürliche zunichte. Der Ursprung aller Dinge verhält sich so: Alles und jegliches ist vom Herrn, von Ihm ist das Himmlische, durch das Himmlische entsteht von Ihm das Geistige, durch das Geistige das Natürliche, durch das Natürliche das Körperliche und Sinnliche; und wie es vom Herrn so sein Entstehen hat, hat es auch so sein Bestehen; denn, wie bekannt ist, Bestehen ist fortwährendes Entstehen. Diejenigen, die sich die Entstehungen und Ursprünge anders denken, wie die, welche die Natur verehren und aus ihr die Urstände der Dinge herleiten, sind in so unglückseligen Prinzipien, daß die Phantasien der wilden Tiere im Walde viel gesünder genannt werden können. Von solcher Art sind sehr viele, die andere an Weisheit zu übertreffen meinen. 776. Daß "durch den Vogel nach seiner Art", bezeichnet wird alles geistig Wahre, durch Geflügel das natürlich Wahre, durch Befiedertes das sinnlich Wahre, erhellt aus dem, was früher von den Vögeln gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 40. Die Uralten (Antiquissimi) verglichen die Gedanken des Menschen den Vögeln, weil sie sich so verhalten im Vergleich mit dem Wollenden. Weil hier genannt werden Vogel und Geflügel und Befiedertes, und diese aufeinanderfolgen, wie im Menschen das Verständige, das Vernünftige und das Sinnliche, so dürfen, damit niemand zweifle, daß sie dies bezeichnen, noch einige bestätigende Stellen aus dem Wort angeführt werden, aus denen auch erhellt, daß die Tiere solche Dinge, dergleichen genannt worden sind, bezeichnen; wie Ps.8/7,8: "Herrschen ließest Du Ihn über die Werke Deiner Hände, alles legtest Du unter Seine Füße, die Herde und alles Vieh und auch die Tiere der Felder, das Gevögel der Himmel und die Fische des Meers": wo vom Herrn die Rede ist, Dessen Herrschaft über den Menschen und über das, was des Menschen ist, so beschrieben wird; was wäre sonst die Herrschaft über die Tiere und Vögel? Ps.148/9,10,13: "Der Fruchtbaum und alle Zedern, das Wild und alles Tier, das Gewürm und das Gevögel des Gefieders sollen verherrlichen den Namen Jehovahs": der Fruchtbaum ist der himmlische Mensch, die Zeder ist der geistige Mensch, das Wild und das Tier und das Gewürm ihr Gutes, wie hier das Gevögel des Gefieders ihre Wahrheiten, durch die sie verherrlichen können den Namen Jehovahs; dies vermag das Wild, das Tier, das Gewürm, das Gevögel durchaus nicht; in weltlichen Schriften kann dergleichen hyperbolisch (übertreibend) gesagt werden, aber im Worte des Herrn ist durchaus keine Übertreibung, sondern Bezeichnendes und Vorbildliches. Hes.38/20: "Erzittern sollen vor Mir die Fische des Meeres und der Vogel der Himmel und das Wild des Feldes und alles Gewürm, das kriecht auf dem Boden, und aller Mensch, der auf den Angesichten des Bodens": daß hier die Tiere und Vögel solches bezeichnen, erhellt offenbar, denn welche Herrlichkeit wäre es für Jehovah, wenn die Fische, die Vögel, die (Land-) Tiere erzittern würden; oder kann jemand glauben, daß solche Redensarten heilig wären, wenn sie nicht Heiliges in sich schlössen? Jerem.4/25: "Ich sah, und siehe, kein Mensch, aller Vogel der Himmel ist entflohen": soviel als alles Gute und Wahre; hier steht ebenfalls der Mensch für das Gute der Liebe. Jerem.9/9,10: "Verheeret sind sie, so daß nicht ein Mann darübergeht, und man nicht hört die Stimme des Viehs, vom Vogel der Himmel an bis zum (Land-) Tier sind sie weg und davongegangen": gleichfalls soviel als, es ist alles Wahre und Gute weg. Jerem.12/4: "Wie lange wird trauern das Land, und das Kraut alles Feldes verdorren; ob der Bosheit der auf ihr Wohnenden sind zugrunde gegangen Tiere und Vogel, weil sie sagten: Er wird nicht sehen, wie unser Letztes ist": wo die Tiere für das Gute stehen und der Vogel für das Wahre, das zugrunde ging. Zeph.1/3: "Wegraffen will Ich den Menschen und das Tier, wegraffen will Ich den Vogel der Himmel, und die Fische des Meeres, und die Ärgernisse samt den Gottlosen und will ausrotten den Menschen von den Angesichten des Landes weg": wo Mensch und Tier für dasjenige (stehen), was Sache der Liebe und daher des Guten ist; Vogel der Himmel und Fische des Meeres für dasjenige, was Sache des Verstandes, somit was Sache des Wahren ist, was Ärgernisse genannt wird, weil den Gottlosen das Gute und Wahre Ärgernisse sind, nicht aber die (Land-) Tiere und Vögel; daß es solches ist, was zum Menschen gehört, wird auch deutlich gesagt. Ps.104/16,17: "Es werden gesättigt die Bäume Jehovahs und die Zedern Libanons, die Er gepflanzt hat, wo Gevögel nistet": Bäume Jehovahs und Zedern Libanons für den geistigen Menschen; Gevögel für seine Vernunft- oder natürlichen Wahrheiten, die gleichsam Nester sind. Sonst war es gewöhnliche Redensart, daß Vögel auf den Zweigen nisten sollten, wodurch Wahrheiten bezeichnet wurden. Hes.17/23: "Auf dem Berg der Höhe Israels will Ich ihn pflanzen, und er wird den Zweig erheben und Frucht bringen und wird zu einer majestätischen Zeder, und es wird wohnen unter ihr alles Gevögel jedes Gefieders, im Schatten ihrer Zweige werden sie wohnen": für die Kirche der Heiden, die geistig ist, sie ist die majestätische Zeder, Vogel jedes Gefieders für Wahrheiten jeder Art. Hes.31/6: "In seinen Zweigen nisteten aller Vogel der Himmel, und unter seinen Zweigen gebar alles Wild des Feldes, und in seinen Schatten wohnten alle großen Völkerschaften": von Aschur, der die geistige Kirche ist und Zeder genannt wird, Vogel der Himmel für seine Wahrheiten, Tier für Gutes. Dan.4/9,18: "Sein Gezweig war schön und seiner Frucht war viel und Speise für alle darauf, unter ihm hatte Schatten das Tier des Feldes, und in seinen Zweigen wohnte das Gevögel des Himmels": wo das Tier für das Gute, das Gevögel der Himmel für die Wahrheiten steht, was jedem einleuchten kann; denn was wäre es, daß dort der Vogel und das Tier wohnen sollte? Ebenso, was der Herr redete Luk.13/19; Matth.13/32; Mark.4/32: "Das Reich Gottes ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm, und warf es in seinen Garten, und es wuchs und ward zu einem großen Baum, so daß die Vögel des Himmels in seinen Zweigen wohnten". 777. Daß der Vogel bezeichnet das geistig Wahre, das Gevögel das natürlich Wahre, das Gefiederte das sinnlich Wahre, ist aus obigem klar. So sind auch die Wahrheiten unterschieden. Gefiedertes heißen die sinnlichen Wahrheiten, die Sache des Gesichts und des Gehörs sind, weil sie das Äußerste sind, und das ist auch die Bedeutung des Gefieders, wenn es bei anderem gebraucht wird. 778. Weil nun die Vögel der Himmel Verstandeswahrheiten, somit Gedanken bezeichnen, so bezeichnen sie auch das Gegenteil, als Einbildungen oder Falsches, die, weil sie dem Denken des Menschen angehören, auch Vögel genannt werden, z.B. daß die Gottlosen zur Speise gegeben werden sollen den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren, soviel als den Einbildungen und Begierden: Jes.18/6; Jerem.7/33; 16/4; 19/7; 34/20; Hes.29/5; 39/4. Der Herr selbst vergleicht auch die Einbildungen und Beredungen des Falschen den Vögeln, wo Er sagt: "Der Same, der auf den harten Weg fiel, ward zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen ihn": Matth.13/4; Luk.8/5; Mark.4/4,15: wo Vögel des Himmels nichts anderes sind als Falsches. 779. Daß "sie gingen ein zu Noach in den Kasten" bedeutet, sie seien gerettet worden, ist früher gesagt worden. Daß "je zwei (und) zwei" Paare bedeuten und was diese sind, sehe man 1. Mose 6/19. 780. Daß "von allem Fleisch, in welchem Geist der Leben" bedeutet eine neue Kreatur oder daß sie neues Leben empfingen vom Herrn, kann erhellen aus der Bedeutung des Fleisches: daß es ist aller Mensch im allgemeinen und der körperliche insbesondere, wie früher gesagt und gezeigt worden ist (Nr. 574, 661); daher das Fleisch, in welchem Geist der Leben, den Wiedergeborenen bedeutet, denn in seinem Eigenen ist das Leben des Herrn, welches das Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens ist. Aller Mensch ist nichts als Fleisch, wenn aber das Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens ihm vom Herrn eingehaucht wird, dann wird das Fleisch lebendig gemacht und wird geistig und himmlisch, und wird genannt eine neue Kreatur: Mark.16/15, darum, weil er neu geschaffen ist. 781. Vers 16: Und die Hineingehenden, Männchen und Weibchen, von allem Fleisch gingen hinein, wie ihm Gott geboten hatte; und es schloß Jehovah hinter ihm. Die "Hineingehenden" bedeuten, was beim Menschen der Kirche ist;"Männchen und Weibchen von allem Fleisch gingen hinein" bedeutet, daß Wahres und Gutes aller Art bei ihm war; "wie Gott geboten hatte" bedeutet, zu dessen Aufnahme er vorbereitet war; "und es schloß Jehovah hinter ihm" bedeutet, daß der Mensch keine Gemeinschaft mehr mit dem Himmel hatte, wie der Mensch der himmlischen Kirche. 782. Es war bisher bis zum 11. Vers die Rede von der Kirche, daß sie erhalten worden sei in denen, die Noach hießen. Es folgt nun vom Zustand der Kirche, der geschildert wird und zwar zuerst hier, wie erklärt worden; hernach, wie dieser Kirche Zustand beschaffen gewesen sei. Jeder Vers, ja jedes Wort schließt einen besonderen Zustand von ihr in sich, und weil nun vom Zustand der Kirche gehandelt wird, so wird das gleich vorher Gesagte wiederholt und zwar zweimal, nämlich: "und die Hineingehenden, Männchen und Weibchen von allem Fleisch gingen hinein", während es im unmittelbar vorhergehenden Vers heißt: "und sie gingen ein zu Noach in den Kasten, je zwei und zwei, von allem Fleisch"; welche Wiederholung im Wort bedeutet, daß von einem anderen Zustand die Rede ist, sonst wäre es, wie jeder begreifen kann, eine ganz zwecklose Wiederholung. 783. Daß die "Hineingehenden" bedeuten, was beim Menschen der Kirche ist, erhellt nun hieraus. Sodann, daß "Männchen und Weibchen von allem Fleisch gingen ein" bedeute, daß Wahres und Gutes aller Art bei ihm war, dies folgt ebenfalls; denn daß Männchen und Weibchen bedeute Wahres und Gutes, ist früher einige Male gesagt und gezeigt worden. "Wie Gott geboten hatte", daß dies bedeute, zu dessen Aufnahme er vorbereitet war, ist gleichfalls schon früher gesagt worden (Nr. 682); "gebieten" heißt beim Herrn vorbereiten und tun. 784. "Jehovah schloß hinter ihm" bedeutet, daß der Mensch keine Gemeinschaft mehr mit dem Himmel hatte, wie der Mensch der himmlischen Kirche. Damit hatte es folgende Bewandtnis: Der Ältesten Kirche Stand war, daß sie eine innere Gemeinschaft hatten mit dem Himmel, somit durch den Himmel mit dem Herrn. Sie waren in der Liebe zum Herrn. Welche in der Liebe zum Herrn sind, die sind wie die Engel, nur mit dem Unterschied, daß sie mit einem Körper bekleidet sind. Ihr Inneres war geöffnet und war offen bis zum Herrn hinauf. Dagegen mit dieser neuen Kirche stand es anders, sie war nicht in der Liebe zum Herrn, sondern im Glauben und durch den Glauben in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Solche können nicht wie die Uralten eine innere Gemeinschaft haben, sondern eine äußere. Aber die Beschaffenheit dieser und jener Gemeinschaft anzugeben, wäre umständlich. Jeder Mensch hat eine Gemeinschaft, auch die Gottlosen durch die Engel bei ihnen, aber mit einem Unterschied in Ansehung der Grade, näher oder entfernter, sonst könnte der Mensch nicht sein. Die Grade der Gemeinschaft gehen ins Endlose. Ein geistiger Mensch kann durchaus keine solche Gemeinschaft haben, wie ein himmlischer Mensch, aus dem Grund, weil der Herr in der Liebe ist, nicht so im Glauben. Dies ist nun die Bedeutung dessen, daß Jehovah hinter ihm zuschloß. Nach jenen Zeiten war der Himmel auch nirgend mehr offen wie dem Menschen der Ältesten Kirche. Nachher zwar redeten mehrere mit Geistern und Engeln, wie Moses, Aharon und andere, aber auf ganz andere Art, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Der Grund davon, daß der Himmel verschlossen wurde, ist sehr geheim. Sodann daß er heutzutage so verschlossen ist, daß der Mensch nicht einmal weiß, daß Geister, geschweige daß Engel bei ihm sind, und daß er meint, er sei ganz allein, wenn ohne Gesellschafter in der Welt, und wenn er bei sich denkt, während er doch beständig in Gesellschaft von Geistern ist, die so gut wahrnehmen und innewerden, was der Mensch denkt, was er anstrebt und im Schilde führt, so gut und deutlich, als ob es vor allen in der Welt geschehe. Dies weiß der Mensch gar nicht, so verschlossen ist ihm der Himmel; und doch ist es die gewisseste Wahrheit. Der Grund hiervon ist der: Wenn der Himmel nicht so bei ihm verschlossen wäre, so wäre es, da er in keinem Glauben ist, und noch weniger in der Wahrheit des Glaubens, und noch viel weniger in der Liebtätigkeit, höchst gefährlich für ihn. Dies ist auch angedeutet dadurch, daß Jehovah Gott den Menschen austrieb, und von Anfang her vor dem Garten Edens Cherube wohnen ließ, und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu bewahren den Weg des Baumes der Leben: 1. Mose 3/24, man sehe auch Nr. 301-303. 785. Vers 17,18: Und es war die Flut vierzig Tage auf der Erde, und es nahmen zu die Wasser und hoben den Kasten auf, und er ward erhoben über die Erde. Und es wurden stark die Wasser und mehrten sich sehr auf der Erde; und es ging der Kasten auf den Angesichten der Wasser. Durch "vierzig Tage" wird bezeichnet die Dauer der Kirche, die Noach hieß; durch die "Flut" Falsches, das dieselbe noch überschwemmte; daß "die Wasser zunahmen und den Kasten aufhoben, und er sich erhob über die Erde" bedeutet, daß so ihr Schwanken war. "Die Wasser wurden stark und mehrten sich sehr auf der Erde, und der Kasten ging auf den Angesichten der Wasser" bedeutet, daß ihre Schwankungen so zunahmen. 786. Daß durch "vierzig Tage" bezeichnet wird die Dauer der Kirche, die Noach hieß, ist oben 1. Mose 7/4 gezeigt worden; hier sind es vierzig Tage, dort vierzig Tage und Nächte, weil dort bezeichnet wurde die Dauer der Versuchung, in der die Nächte Bangigkeiten sind. 787. Daß durch "die Flut" Falsches bezeichnet wird, das dieselbe noch überschwemmte, folgt ebenfalls daraus; denn die Flut oder Überschwemmung bezieht sich nur auf Falsches. In 1. Mose 7/6 bezeichnet die Wasserflut, wie dort gezeigt worden, die Versuchung, die auch eine Überschwemmung von Falschem ist, das die bösen Geister alsdann beim Menschen aufregen; hier gleichfalls, aber ohne Versuchung; weshalb es hier einfach heißt: die Flut, nicht die Wasserflut. 788. Daß "die Wasser nahmen zu, und hoben den Kasten auf, und er ward erhoben über die Erde" bedeute, daß so ihr Schwanken war; und daß "die Wasser wurden stark und mehrten sich sehr auf der Erde, und der Kasten ging auf den Angesichten der Wasser" bedeute, daß ihre Schwankungen so zunahmen, kann nicht klar sein, wenn nicht zuvor gesagt wird, welcherlei der Zustand dieser Kirche war, die Noach genannt wird. Noach war nicht die Alte Kirche selbst, sondern wie der Vater oder Same jener Kirche, wie früher gesagt worden, aber Noach mit Schem, Cham und Japheth machten zusammen die Alte Kirche aus, die unmittelbar auf die Älteste Kirche folgte. Jeder Mensch der Kirche, der Noach hieß, war von den Nachkommen der Ältesten Kirche, folglich beinahe in dem gleichen Zustand in betreff des Erbbösen, wie die übrige Nachkommenschaft, die zugrunde ging; und die im gleichen Zustand (waren), konnten nicht wiedergeboren und geistig werden, wie die, welche so etwas nicht als Anererbtes an sich haben. Was für ein Anererbtes sie hatten, ist früher gesagt worden: Nr. 310. Zur Verdeutlichung, wie es sich damit verhält, diene Folgendes: Die, welche vom Samen Jakobs sind, wie die Juden, können nicht so wiedergeboren werden wie die Heiden. Es hängt ihnen nicht nur ein Widerspruch gegen den Glauben an, infolge der von Kindheit auf eingesogenen und hernach begründeten Prinzipien, sondern auch infolge des Anererbten. Daß es ihnen auch infolge ihres Anererbten anhängt, kann einigermaßen daraus erhellen, daß sie eine ganz andere Sinnesart, ja ganz andere Sitten, wie auch ein ganz anderes Angesicht haben als die übrigen, woran man erkennen kann, was Folge der Vererbung ist. So ist es auch mit dem Inwendigen, denn die Sitten und die Angesichter sind des Inwendigen Abbilder; weshalb auch die bekehrten Juden mehr als andere schwanken zwischen dem Wahren und Falschen. Ebenso die ersten Menschen dieser Kirche, die Noach genannt werden, weil sie aus der Sippschaft und dem Samen der Uralten waren. Diese Schwankungen sind es, die hier beschrieben werden; und hernach im Folgenden, daß Noach gewesen sei ein Mann des Bodens, und daß er einen Weinberg gepflanzt und vom Wein getrunken habe und trunken worden sei, so daß er entblößt dalag inmitten des Zeltes: 1. Mose 9/20,21. Daß es wenige gewesen sind, konnte ich daraus abnehmen, daß der Mensch dieser Kirche in der Geisterwelt vorgestellt wird als ein langer und hagerer, in Weiß gekleideter Mann, in einem engen Gemache. Aber gleichwohl waren es diese, welche die Lehren des Glaubens bewahrten und bei sich hatten. 789. Die Schwankungen des Menschen dieser Kirche werden hier dadurch beschrieben, daß zuerst die Wasser, d.h. die Falschheiten zunahmen; sodann daß sie den Kasten hinaufhoben; weiter, daß er sich erhob über die Erde; hernach, daß die Wasser stark wurden und sich sehr mehrten auf der Erde; endlich, daß der Kasten auf den Angesichten der Wasser ging. Aber die einzelnen Grade der Schwankungen zu beschreiben wäre teils zu umständlich, teils überflüssig, es genügt zu wissen, daß sie hier beschrieben werden. Bloß dies was es bedeute, daß der Kasten sich erhob über die Erde, und über die Angesichte der Wasser gegangen sei, was für niemand klar sein kann, wenn er nicht belehrt ist, wie der Mensch vom Bösen und Falschen abgehalten wird, dies, weil es ein Geheimnis ist, soll mit wenigem beschrieben werden: Jeder Mensch im allgemeinen, auch der Wiedergeborene, ist so beschaffen, daß er, wenn nicht der Herr ihn abhält vom Bösen und Falschen, sich jählings in die Hölle stürzt, und in welchem Augenblick er nicht abgehalten wird, stürzt er jählings hinein, was durch Erfahrungen mir kund wurde und auch vorgebildet worden ist durch ein Pferd, von dem man sehe Nr. 187, 188. Diese Abhaltung vom Bösen und Falschen verhält sich nicht anders, als wie eine Erhebung, so daß das Böse und Falsche als unter (ihm) und er als über demselben befindlich wahrgenommen wird. Von dieser Erhebung soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. Diese Erhebung ist es, die bezeichnet wird durch den Kasten, da er sich erhob über die Erde, und daß der Kasten auf den Angesichten der Wasser ging. 790. Daß die "Wasser" hier, und im Folgenden Falsches bedeuten, kann erhellen aus denjenigen Stellen des Wortes, die in den Vorbemerkungen zu diesem Kapitel (Nr. 705), und die im 6. Vers dieses Kapitels angeführt worden sind, wo von der Flut oder Überschwemmung der Wasser die Rede ist; dort wurde gezeigt, daß die Überschwemmungen der Wasser Verwüstungen und Versuchungen bezeichneten, die dasselbe in sich schließen wie das Falsche, denn die Verwüstungen und Versuchungen sind lediglich nur Überschwemmungen von Falschem, das von bösen Geistern erregt wird; daß solche Wasser Falsches bedeuten, kommt daher, daß im allgemeinen die Wasser im Wort Geistiges bedeuten, d.h. Verständiges, Vernünftiges und Wissenschaftliches, und weil dies, so bedeuten sie auch das Gegenteil, denn alles Falsche ist ein Wissen, und erscheint als vernünftig und verständig, weil es Sache des Denkens ist. Daß die Wasser Geistiges bedeuten, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort; daß sie aber auch Falsches (bedeuten), dafür soll außer demjenigen, was früher angeführt worden ist, folgendes zur Bestätigung dienen: Jes.8/6,7: "Verworfen hat dies Volk die Wasser Schiloach, die sanft gehenden, darum siehe, so läßt der Herr heraufkommen über sie die starken und vielen Wasser des Stromes; und er wird heraufkommen über alle seine Bäche, und wird gehen über all seine Ufer": wo die sanft gehenden Wasser für Geistiges, die starken und vielen Wasser für Falsches stehen. Jes.18/1,2: "Wehe dem Lande, das mit (seinen) Flügeln beschattet, das jenseits der Ströme Kuschs (ist), und aufs Meer Boten schickt, und in Rohr-Fahrzeugen auf den Angesichten der Wasser; gehet ihr schnellen Boten zu einer gemessenen und zertretenen Völkerschaft, deren Land beraubt haben die Ströme": für Falsches, das dem mit seinen Flügeln beschattenden Land angehört. Jes.43/2: "Wenn du durch die Wasser gehst, so bin Ich mit dir, und durch Ströme, so ersäufen sie dich nicht": Wasser und Ströme für Schwierigkeiten, sodann für Falsches. Jerem.2/18: "Was hast du mit dem Weg Ägyptens, zu trinken die Wasser des Schichor; und was hast du mit dem Weg Aschurs, zu trinken die Wasser des Stromes": die Wasser für Falsches aus Vernünfteleien. Jerem.46/7,8: "Wer kommt da herauf wie ein Strom; wie Ströme werden bewegt seine Wasser; Ägypten kommt wie ein Strom herauf, und wie Ströme werden bewegt die Wasser; und er sprach: ich will hinaufkommen, bedecken das Land, verderben die Stadt und die in ihr Wohnenden": die Wasser für Falsches aus Vernünfteleien. Hes.26/19: "So sprach der Herr Jehovih, wenn Ich dich gemacht habe zu einer verwüsteten Stadt, wie die Städte, die nicht bewohnt werden, wenn Ich habe heraufkommen lassen über dich den Abgrund, und dich bedeckt haben viele Wasser, und dich habe hinabsinken lassen mit denen, die hinabsinken in die Grube": Wasser für Böses und für Falsches aus diesem. Hab.3/15: "Du hast das Meer getreten mit deinen Rossen, den Kot vieler Wasser": Wasser für Falsches. Joh.Offenb.12/15,16: "Es schoß der Drache nach dem Weib aus seinem Munde Wasser wie einen Strom, um durch den Strom sie zu ersäufen": wo die Wasser für Falsches und für Lügen stehen. Ps.144/7,8: "Sende Deine Hände von der Höhe, errette mich, und befreie mich aus vielen Wassern, aus der Hand der Söhne des Fremden, deren Mund Lüge redet, und deren Rechte eine Rechte der Falschheit ist": wo die vielen Wasser offenbar für Falsches stehen; die Söhne des Fremden bedeuten auch Falsches. 791. Hier nun war die Rede von Noach oder von den Wiedergeborenen, Noach genannt, die im Kasten waren, und erhoben wurden über die Wasser. Es folgt nun von den Nachkommen der Ältesten Kirche, die unter den Wassern oder durch die Wasser ersäuft wurden. 792. Vers 19,20: Und die Wasser wurden gar sehr stark auf der Erde, und es wurden bedeckt alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel (waren). Fünfzehn Ellen stiegen die Wasser darüber, und bedeckten die Berge. Die "gar sehr stark gewordenen Wasser auf der Erde" bedeuten die Selbstberedungen vom Falschen, daß sie so zugenommen haben; "und bedeckt wurden alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel" bedeutet, daß alles Gute der Liebtätigkeit vertilgt worden ist; daß "an fünfzehn Ellen die Wasser darüber gingen, und die Berge bedeckten" bedeutet, daß nichts mehr von Liebtätigkeit übrig war; fünfzehn bedeuten so wenig, daß kaum etwas. 793. Hier nun bis zum Ende dieses Kapitels wird gehandelt von denen vor der Sündflut, die zugrunde gingen, was aus den Einzelheiten der Beschreibung erhellen kann. Wer im inneren Sinne ist, der kann sogleich und zwar aus einem einzigen Worte wissen, wovon die Rede ist, noch mehr aus der Verbindung mehrerer. Wenn von einer anderen Sache die Rede ist, so sind es sogleich andere Worte, oder dieselben Worte in anderer Verbindung. Der Grund ist, weil besondere Worte sind für geistige Dinge und besondere für himmlische, oder was dasselbe ist, für das Verständige und für das Wollen betreffende; wie z.B. Verödung ist ein Wort für Geistiges, Verwüstung für Himmlisches, Stadt bezieht sich auf Geistiges, Berg bezieht sich auf Himmlisches, und so fort; ebenso ist es in den Verbindungen. Und was jedem wunderbar vorkommen muß, in der hebräischen Sprache unterscheiden sie sich sehr oft durch den Laut, in denen, die zur Klasse des Geistigen gehören, herrschen gewöhnlich die drei ersten Vokale vor, in denen Himmlisches (ist), die zwei letzten Vokale. Daß hier nun von einer anderen Sache die Rede ist, erkennt man eben hieraus, sodann aus der Wiederholung, wovon früher, daß nämlich hier wiederum gesagt wird: "Und die Wasser wurden gar sehr stark auf der Erde", was auch im vorhergehenden Vers gesagt worden ist; sodann aus allem, was folgt. 794. "Und die Wasser wurden gar sehr stark auf der Erde", daß dies bedeutet, die Selbstberedungen vom Falschen haben so zugenommen, erhellt aus dem, was kurz zuvor von den Wassern gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich die Wasser die Flut oder die überschwemmenden Wasser Falsches bedeuten. Hier wird, weil noch mehr Falsches oder Selbstberedungen vom Falschen da sind, gesagt, daß die Wasser gar sehr stark wurden, das die höchste Steigerungsstufe der Grundsprache ist. Falsches sind Prinzipien des Falschen und Selbstberedungen vom Falschen, und daß diese bei den Menschen vor der Sündflut ungeheuer zugenommen haben, erhellt aus dem, was früher über sie gesagt worden ist. Die Selbstberedungen wachsen ungeheuer, wenn man die Wahrheiten in die Begierden versenkt, oder macht, daß sie der Selbst- und Weltliebe günstig sind. Denn alsdann verdreht man sie, und zwingt sie auf tausenderlei Weise zur Einstimmung. Denn wer ist, der ein Prinzip des Falschen eingesogen oder sich ersonnen hat, und es nicht begründet aus vielem Wissen bei sich, ja auch aus dem Wort; gibt es irgendeine Irrlehre, die nicht auf diese Weise sich Beweisgründe verschafft, und was nicht zusammenstimmt, gleichwohl zwingt, und auf verschiedene Art auslegt und verdreht, daß es nicht dagegen stimmt; z.B. wer den Grundsatz annimmt, daß der Glaube allein selig mache ohne das Gute der Liebtätigkeit, kann der nicht ein ganzes Lehrsystem aus dem Wort zusammenspinnen? Und bekümmert sich dennoch gar nicht darum, merkt nicht einmal darauf, ja sieht nicht, daß der Herr gesagt hat, man solle den Baum erkennen an der Frucht, und welcher Baum nicht gute Frucht bringe, werde abgehauen und ins Feuer geworfen werden: Matth.7/16-20; 12/33. Was gefällt besser, als daß man nach dem Fleisch leben und dennoch selig werden könne, wenn man nur weiß was wahr ist, obgleich man gar nichts Gutes tut . Alle Begierde, die der Mensch begünstigt, macht das Leben seines Willens, und jeder Grundsatz oder alle Selbstberedung von Falschem macht das Leben seines Verstandes, und diese (beiderlei) Leben machen eines aus, wenn man die Wahrheiten oder Glaubenslehren versenkt in Begierden. Jeder Mensch bildet sich so gleichsam eine Seele, deren Leben von solcher Art wird nach dem Tode. Daher ist nichts wichtiger für den Menschen, als zu wissen, was wahr ist; wenn er weiß, was wahr ist, und zwar so, daß es nicht verkehrt werden kann, dann kann es nicht so den Begierden eingegossen werden und den Tod bringen. Was sollte dem Menschen mehr am Herzen liegen, als sein Leben in Ewigkeit. Wenn er aber seine Seele bei Leibesleben zugrunde richtet, tut er es dann nicht auf ewig? 795. Daß (die Worte): "alle hohen Berge wurden bedeckt, die unter dem ganzen Himmel waren", 1. Mose 7/19, bedeuten, es sei alles Gute der Liebtätigkeit vertilgt worden, erhellt aus der Bedeutung der Berge bei den Uralten; die Berge bedeuteten bei ihnen den Herrn, weil sie Seinen Dienst auf den Bergen hatten, aus dem Grunde, weil die Berge die hervorragendsten Stellen der Erde waren, daher bedeuteten die Berge Himmlisches, das sie auch das Höchste nannten, folglich die Liebe und die Liebtätigkeit, somit Gutes der Liebe und Liebtätigkeit, welches das Himmlische ist. Im entgegengesetzten Sinn werden im Worte Berge auch diejenigen genannt, die hochmütig sind, somit die Selbstliebe selbst. Auch die Älteste Kirche wird im Worte darum durch Berge bezeichnet, weil die Berge erhaben sind über der Erde und gleichsam näher dem Himmel, den Uranfängen der Dinge. Daß die Berge bedeuten den Herrn und alles Himmlische von Ihm, oder Gutes der Liebe und Liebtätigkeit, ergibt sich aus folgenden Stellen im Wort, aus denen zu ersehen ist, was sie im besondern bedeuten, denn alles und jegliches verhält sich je nach der Beziehung auf die Sache, von der die Rede ist: Ps.72/3: "Es werden die Berge den Frieden bringen, und die Hügel in Gerechtigkeit": die Berge für die Liebe zum Herrn, die Hügel für die Liebe gegen den Nächsten, wie sie war bei der Ältesten Kirche, die auch durch Berge und Hügel, und zwar eben deshalb, weil sie von solcher Art im Worte bezeichnet wird. Hes.20/40: "Auf dem Berge Meiner Heiligkeit, auf dem Berg der Höhe Israels ist der Spruch des Herrn Jehovih, da wird Mir dienen das ganze Haus Israels, alle (die) im Lande (sind)": wo der Berg der Heiligkeit für die Liebe zum Herrn, der Berg der Höhe Israels für die Liebtätigkeit gegen den Nächsten steht. Jes.2/2: "Es wird geschehen in der Zukunft der Tage, daß fest stehen wird der Berg des Hauses Jehovahs, als Haupt der Berge, und erhaben vor den Hügeln": für den Herrn und infolgedessen für alles Himmlische. Jes.25/6,7: "Es wird Jehovah Zebaoth allen Völkern auf diesem Berge ein Mahl von Fettigkeiten machen; und wird wegnehmen auf diesem Berge die Angesichte der Verhüllung": Berg für den Herrn, daher für alles Himmlische. Jes.30/25: "Es werden auf jedem hohen Berge und auf jedem erhabenen Hügel Bäche, Wasserleitungen sein": Berge für Gutes der Liebe, Hügel für Gutes der Liebtätigkeit, aus welchem Glaubenswahrheiten kommen, welche die Bäche und Wasserleitungen sind. Jes.30/29: "Gesang wird auch sein, wie wenn in der Nacht ein Fest gefeiert wird, und Herzensfreude wie des mit der Flöte Gehenden, zu kommen auf den Berg Jehovahs, zum Felsen Israels": Berg Jehovahs, für den Herrn in Beziehung auf das Gute der Liebe; Fels Israels für den Herrn in Beziehung auf das Gute der Liebtätigkeit. Jes.31/4: "Herabkommen wird Jehovah Zebaoth, zu streiten auf dem Berge Zions, und auf dessen Hügel": der Berg Zion steht hier und oftmals anderwärts für den Herrn und daher für alles Himmlische, das Liebe ist, und Hügel für das niedrigere Himmlische, das Liebtätigkeit ist. Jes.40/9: "Auf einen hohen Berg steige hinan, du Freudenverkünderin Zion, erhebe mit Macht deine Stimme, du Freudenverkünderin Jerusalem": auf einen hohen Berg steigen und Freudensbotschaft verkündigen heißt, den Herrn verehren aus Liebe und Liebtätigkeit, welche das Innerste sind; daher sie auch das Höchste heißen; was das Innerste ist, das wird das Höchste genannt. Jes.42/11: "Es sollen singen die Bewohner des Felsen, vom Haupt der Berge sollen sie rufen": Bewohner des Felsen für die, welche in Liebtätigkeit; vom Haupt der Berge rufen, den Herrn verehren aus Liebe. Jes.52/7: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden ansagt, der Gutes verkündigt, das Heil ansagt": frohe Botschaft verkündigen auf den Bergen, ebenfalls für den Herrn predigen aus der Lehre der Liebe und Liebtätigkeit, und aus denselben (Ihn) verehren. Jes.55/12: "Die Berge und Hügel werden widerhallen vor euch von Gesang, und alle Bäume des Feldes werden in die Hände klatschen": soviel als: den Herrn verehren aus Liebe und Liebtätigkeit, welche sind Berge und Hügel, und aus dem daherkommenden Glauben, welcher ist die Bäume des Feldes. Jes.49/11: "Ich will alle Meine Berge zum Wege machen, und Meine Pfade sollen erhöhet werden": Berge für Liebe und Liebtätigkeit, Weg und Pfade für Glaubenswahrheiten aus ihr, die erhöhet heißen, wenn sie aus der Liebe und Liebtätigkeit stammen, welche das Innerste sind. Jes.57/13: "Wer auf Mich trauet, wird das Land als Erbschaft besitzen, und den Berg Meiner Heiligkeit ererben": für das Reich des Herrn, wo nichts als Liebe und Liebtätigkeit ist. Jes.65/9: "Ich will aus Jakob Samen hervorbringen, und aus Jehudah einen Erben Meiner Berge, und besitzen werden es Meine Auserwählten": Berge für das Reich des Herrn, und himmlisch Gutes, Jehudah für die himmlische Kirche. Jes.57/15: "So sprach der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, und der Heilige (ist) Sein Name, Hoch und Heilig wohne Ich": hier steht hoch für heilig, daher die Berge um der Höhe über der Erde willen den Herrn bezeichneten, und Sein heiliges Himmlisches; weshalb auch der Herr vom Berg Sinai herab das Gesetz bekannt gemacht hat. Vom Herrn wird ebenfalls Liebe und Liebtätigkeit unter den Bergen verstanden, wo Er spricht von der Vollendung des Zeitlaufs, daß die in Judäa sind, alsdann fliehen sollen auf die Berge: Matth.24/16; Luk.21/21; Mark.13/14: wo Judäa für die verwüstete Kirche. 796. Weil die Älteste Kirche den heiligen Dienst auf den Bergen hatte, darum hatte auch die Alte Kirche und infolgedessen alle vorbildlichen Kirchen jener Zeit, ja von daher auch die Heiden den Brauch, auf den Bergen zu opfern und Höhen zu errichten. Von Abraham erhellt es: 1. Mose 12/8; 22/2; von den Juden vor Erbauung des Tempels: 5. Mose 27/4-7; Jos.8/30; 1.Sam.9/12-14,19; 10/5; 1.Kön.3/2-4; von den Heiden: 5. Mose 12/2; 2.Kön.17/9-11; von den götzendienerischen Juden: Jes.57/7; 1.Kön.11/7; 14/23; 22/44; 2.Kön.12/4; 14/4; 15/3,4,34,35; 16/4; 17/9-11; 21/5; 23/5,8,9,13,15. 797. Aus allem dem erhellt nun, was durch die Wasser, mit denen die Berge bedeckt waren, bezeichnet wird, nämlich daß die Selbstberedungen vom Falschen alles Gute der Liebtätigkeit ausgelöscht haben. 798. Daß (die Worte): "fünfzehn Ellen stiegen die Wasser darüber, und bedeckten die Berge" bedeuten, daß nichts von Liebtätigkeit mehr übrig war, und daß fünfzehn bedeuten so wenig, daß kaum etwas, kann erhellen aus der Bedeutung der Zahl Fünf, wovon 1. Mose 6/15 die Rede war (Nr. 649); wo gezeigt wurde, daß fünf in der Schreibart des Wortes oder im inneren Sinn bedeuten weniges, und weil die Zahl Fünfzehn zusammengesetzt ist aus fünf, die wenig bedeuten, und aus zehn, welche die Überreste bedeuten wie 1. Mose 6/3 (Nr. 576) gezeigt worden, so bezieht sich die Zahl Fünfzehn auf die Überreste, die bei ihnen kaum etwas waren; denn die Selbstberedungen vom Falschen waren so groß, daß sie alles Gute auslöschten. Mit den Überresten beim Menschen verhält es sich so, wie früher gesagt worden (Nr. 579-583), daß nämlich die Grundsätze des Falschen und noch mehr die Selbstberedungen vom Falschen, wie sie bei diesen Menschen vor der Sündflut waren, die Überreste so völlig einschlossen und abschlossen, daß sie nicht zutage gefördert werden konnten, und sie, wären sie hervorgefördert worden, sogleich verfälscht worden wären. Denn das Leben der Beredungen ist von der Art, daß es nicht nur alles Wahre verwirft und alles Falsche einschluckt, sondern auch das Wahre, das sich heranmacht, verkehrt. 799. Vers 21,22: Und es starb hin alles Fleisch, das sich regt auf der Erde, am Vogel, und am (Land-) Tier, und am Wild, und an allem Gewürm, das auf der Erde kriecht; und aller Mensch. Alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte, von allem, das im Trockenen (war), starb. "Es starb hin alles Fleisch, das sich regt auf der Erde" bedeutet, daß vertilgt worden seien, die von der letzten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche waren; "an Vogel, und am Tier (bestia), und am Wild, und an allem Gewürm, das auf der Erde kriecht" bedeutet, ihre Beredungen, und hierbei bedeutet der Vogel die Neigungen zum Falschen, das Tier die Begierden, das Wild die Lüste, das Gewürm das Körperliche und Irdische, und dies in einem Inbegriff wird genannt "aller Mensch"; "alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte", bedeutet diejenigen, die von der Ältesten Kirche waren, die den Odem des Geistes der Leben in der Nase, d.h. das Leben der Liebe und des Glaubens aus ihr gehabt hatten; "von allem, das im Trockenen war" bedeutet die, in denen nichts von solchem Leben mehr war; daß es "starb" bedeutet, es habe sich ausgelebt. 800. Daß (die Worte): "es starb hin alles Fleisch, das sich regt auf der Erde" bedeuten, es seien vertilgt worden, die von der letzten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche waren, ergibt sich aus dem Folgenden, wo sie geschildert werden in betreff der Selbstberedungen und in betreff der Begierden. Hier werden sie zuerst genannt Fleisch, das sich regt auf der Erde aus dem Grund, weil sie ganz sinnlich und körperlich geworden sind. Das Sinnliche und Körperliche wurde von den Uralten dem Gewürm verglichen, wie früher gesagt worden; daher wenn gesagt wird Fleisch, das sich regt auf der Erde, so wird bezeichnet ein solcher Mensch, der durch und durch sinnlich und körperlich geworden ist. Daß Fleisch bedeutet allen Menschen im allgemeinen und den körperlichen insbesondere, ist früher gesagt und gezeigt worden. 801. Aus der Beschreibung dieser Menschen vor der Sündflut kann erhellen, wie die Schreibart der Uralten beschaffen war, und daher wie die prophetische Schreibart beschaffen (ist). Beschrieben werden sie hier bis zum Ende dieses Kapitels. In diesem Vers in betreff der Selbstberedungen, im folgenden 23. Vers in betreff der Begierden, d.h. in betreff des Zustandes ihres Verständigen, hernach in betreff des Zustandes ihres Willigen. Und obwohl kein Verständiges noch Williges bei ihnen war, ist denn doch so zu benennen, was das Gegenteil ist, wie die Selbstberedungen vom Falschen, die nichts weniger als Sache des Verstandes, weil sie Sache des Denkens und Vernünftelns sind, ebenso die Begierden, (die nichts weniger als Sache des Willens sind). Beschrieben werden sie, sage ich, zuerst in betreff der Selbstberedungen vom Falschen, hernach in betreff der Begierden, und dies ist der Grund der Wiederholungen in diesem 21. Vers und im folgenden 23., aber in anderer Ordnung. Von dieser Art ist auch die prophetische Schreibart. Der Grund hiervon ist, weil zweierlei Leben beim Menschen ist, das eine dem Verständigen angehörig, das andere dem Willigen angehörig, die unter sich durchaus unterschieden sind. Der Mensch besteht aus beiden, und obwohl sie heutzutage beim Menschen getrennt sind, so fließt dennoch eines in das andere ein, und meistens vereinigen sie sich. Daß sie sich vereinigen und wie sie sich vereinigen, kann aus vielem ersehen und beleuchtet werden. Da nun der Mensch aus diesen zwei Teilen, Verstand und Willen, besteht, und das eine ins andere einfließt, so wird der Mensch, wenn er im Wort beschrieben wird, besonders beschrieben in betreff des einen Teils und (besonders) in betreff des anderen, und dies ist der Grund der Wiederholungen, sonst würde es mangelhaft sein. Ebenso verhält es sich mit jedem Ding, denn die Dinge verhalten sich ganz wie die Subjekte, denn sie gehören den Subjekten an, weil sie aus den Subjekten hervorgehen. Dinge, die getrennt sind von ihrem Subjekt oder von ihrer Substanz, sind Undinge (nichts Reales), und dies ist der Grund davon, daß die Dinge im Wort in gleicher Weise nach beiden Teilen beschrieben werden; so ist die Beschreibung eines jeden Dinges vollständig. 802. Daß von den Selbstberedungen (persuasionibus) hier gehandelt wird, und Vers 23 von den Begierden, wird daraus erkannt, daß in diesem Vers zuerst der Vogel genannt wird, dann das Tier; denn der Vogel bedeutet das, was Sache der Dinge des Verstandes oder der Vernunft (intellektualium aut rationalium), das Tier aber das, was Sache der Dinge des Willens (voluntariorum) ist. Werden aber diejenigen Dinge beschrieben, die Sache der Begierden sind, wie im folgenden 23. Vers, dann wird zuerst das Tier genannt und nachher der Vogel, und dies darum, weil so wechselseitig das eine in das andere einfließt, und somit ist vollständig ihre Beschreibung. 803. "Am Vogel, und am Tier, und am Wild, und an allem Gewürm, das auf der Erde kriecht", daß dies ihre Beredungen bedeutet, und hierbei die Vögel die Neigungen zum Falschen, das Tier die Begierden, das Wild die Lüste, das kriechende Gewürm Körperliches und Irdisches, kann aus dem erhellen, was früher von der Bedeutung der Vögel und Tiere gezeigt worden ist; von den Vögeln Nr. 40 und 1. Mose 7/14,15; von den Tieren ebenso 1. Mose 7/14,15 und Nr. 45, 46, 142, 143, 246. Die Vögel, weil Verständiges, Vernünftiges und Wissenschaftliches, bedeuten das Gegenteil: nämlich verkehrtes Vernunftmäßiges, Falsches und Neigungen zum Falschen. Die Selbstberedungen derer vor der Sündflut werden hier vollständig beschrieben, daß nämlich in ihnen Neigungen zum Falschen, Begierden, Lüste, Körperliches und Irdisches war, alles dies liegt in den Selbstberedungen, was der Mensch nicht weiß, indem er glaubt, ein Grundsatz des Falschen oder eine falsche Überzeugung sei nur etwas Einfaches oder ein Allgemeines, aber er täuscht sich sehr, die Sache verhält sich ganz anders. Jede Neigung des Menschen hat ihre Existenz und Natur von seinem Verständigen und zugleich von seinem Willigen, so daß der ganze Mensch nach all seinem Verständigen und all seinem Willigen, in einer jeden Neigung von ihm, ja in den allereinzelnsten oder kleinsten Teilen seiner Neigung ist; was ich deutlich ersehen konnte aus mehreren Erfahrungen, um bloß dies zu erwähnen, daß man einen Geist im anderen Leben schon aus einer einzigen Vorstellung seines Denkens erkennen kann, wie er beschaffen ist, ja die Engel haben vom Herrn, daß sie beim bloßen Hinblicken auf einen sogleich wissen, wie er beschaffen ist, wobei sie nichts täuscht. Hieraus ergibt sich, daß eine jede Vorstellung eines Menschen, und daß eine jede Neigung, ja ein jeder kleinste Teil seiner Neigung sein Bild und sein Gleichnis ist, d.h., daß in ihnen etwas, zunächst und entfernt, von all seinem Verständigen und all seinem Willigen sich findet. So sind denn die greulichen Selbstberedungen derer vor der Sündflut also beschrieben: daß in ihnen Neigungen zum Falschen waren, sodann Neigungen zum Bösen oder Begierden, wie auch Lüste, endlich Körperliches und Irdisches. Alles dies liegt in solchen Begierden, und nicht bloß in den Begierden im allgemeinen, sondern auch in den einzelnsten oder kleinsten Teilen der Selbstberedungen, in denen das Körperliche und Irdische herrscht. Wenn der Mensch wüßte, wie viel einem Grundsatz des Falschen und einer Selbstberedung vom Falschen innewohnt, so würde er schaudern, es ist ein Bild der Hölle. Wenn es aber aus Unschuld und Unwissenheit stammt, so wird das Falsche darin leicht zerstreut. 804. Es wird hinzugesetzt "aller Mensch", wodurch bezeichnet wird, daß dergleichen in jenem Menschen war; es ist der allgemeine Schluß, der das Vorhergehende in sich begreift. Solche Schlußworte werden hie und da beigefügt. 805. "Alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte", daß dies diejenigen bedeutet, die von der Ältesten Kirche waren, die einen Odem des Geistes der Leben in der Nase, d.h. ein Leben der Liebe und des Glaubens aus ihr gehabt hatten, erhellt aus dem, was früher, Nr. 96, 97 gesagt worden ist. Das Leben ist von den Uralten bezeichnet worden durch den Odem in der Nase oder durch das Atmen, welches das Leben des Leibes ist, das Geistigem entspricht, so wie die Bewegung des Herzens das Leben des Leibes ist, das Himmlischem entspricht. Weil hier die Rede ist von denen vor der Sündflut, in welchen von den Eltern her durch Vererbung Samen aus dem Himmlischen war, jedoch ausgelöscht oder erstickt, so wird hier gesagt: "Alles, was einen Odem des Geistes der Leben in seiner Nase hatte". In diesen Worten liegt noch etwas Tieferes verborgen, wovon Nr. 97 die Rede war, daß nämlich der Mensch der Ältesten Kirche ein inneres Atmen gehabt hat, somit ein mit dem Atmen der Engel einstimmiges und ihm ähnliches, von dem, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Dieses Atmen war wechselnd, gemäß allen Zuständen des inneren Menschen. Aber im Laufe der Zeit veränderte es sich bei den Nachkommen bis zu dieser letzten Nachkommenschaft, in der alles Engelische zugrunde ging. Da konnten sie denn auch nicht mehr mit dem Engelshimmel atmen, und dies war der eigentliche Grund ihrer Vertilgung. Daher wird nun gesagt, daß "ausatmeten und starben, die den Odem des Geistes der Leben in der Nase hatten". Nach diesen Zeiten hörte das innere Atmen auf, und mit demselben die Gemeinschaft mit dem Himmel, somit das himmlische Innewerden, und es trat ein äußeres an die Stelle, und weil so die Gemeinschaft mit dem Himmel aufhörte, so konnten die Menschen der Alten oder neuen Kirche nicht mehr himmlische Menschen sein, wie die Uralten, sondern geistige. Hiervon jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 806. "Von allem, was im Trockenen", daß dies diejenigen bedeute, in denen nichts von solchem Leben mehr war; und daß ihr Sterben bedeute, sie haben ihr Leben ausgehaucht, folgt nun eben hieraus. Trockenes ist, wo kein Wasser, d.h. wo nichts Geistiges mehr, geschweige Himmlisches ist. Die Selbstberedung vom Falschen löscht aus und erstickt gleichsam alles Geistige und Himmlische, wie jeder aus vielfältiger Erfahrung wissen kann, wenn er aufmerkt. Die, welche einmal gewisse Meinungen angenommen haben, wenngleich noch so falsche, hängen denselben so hartnäckig an, daß sie nicht einmal etwas hören wollen, was dagegen spricht; somit lassen sie sich durchaus nicht belehren, so deutlich ihnen auch das Wahre vor Augen gestellt wird. Dies ist noch mehr der Fall, wenn sie eine falsche Meinung infolge eines gewissen Heiligenscheins (ex sanctitate quadam) verehren; solche sind es, die alles Wahre wegwerfen, und das, was sie zulassen, verkehren und so ihren Einbildungen eingießen. Diese sind es, die durch das Trockene hier bezeichnet werden, auf dem weder Wasser noch Gras ist, wie Hes.30/12: "Ich will die Ströme zur Trockene machen, und will das Land in die Hand der Bösen verkaufen, und will verwüsten das Land und seine Fülle": die Ströme zur Trockene machen, soviel als daß nicht mehr etwas Geistiges (da sein werde). Jerem.44/22: "Es ist geworden euer Land zur Trockene": Trockene für verödetes und verwüstetes Land, daß nichts Wahres und Gutes mehr darin ist. 807. Vers 23: Und Er vertilgte alles Wesen, das auf den Angesichten des Bodens, vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm, und bis zum Vogel der Himmel; und sie wurden vertilgt von der Erde, und übrigblieb nur Noach, und was mit ihm (war) in dem Kasten. "Er vertilgte alles Wesen" bedeutet die Begierden, die der Selbstliebe angehören; "das auf den Angesichten des Bodens" bedeutet, die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; "vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm, und bis zum Vogel der Himmel" bedeutet, die Natur ihres Bösen; der Mensch die Natur selbst, das Tier Begierden, Gewürm Lüste, Vogel der Himmel die daraus hervorgehenden Falschheiten; "und sie wurden vertilgt von der Erde" ist der Schluß, daß die Älteste Kirche (ihr Leben) aushauchte; "übrigblieb nur Noach, und was mit ihm war in dem Kasten" bedeutet, daß erhalten wurden, welche die neue Kirche ausmachten; "was mit ihm in dem Kasten" war bedeutet, alles der neuen Kirche Angehörige. 808. "Er vertilgte alles Wesen", daß dies bedeute Begierden, die der Selbstliebe angehören, erhellt aus dem Folgenden, wo sie durch Vorbildliches beschrieben werden. Wesen wird ausgesagt von Willigem, weil vom Willen alles aufsteigt oder entsteht und besteht beim Menschen. Der Wille ist das eigentliche Wesen des Menschen oder der Mensch selbst. Die Begierden derer vor der Sündflut waren die der Selbstliebe. Es gibt zweierlei Hauptarten von Begierden, die eine ist die der Selbstliebe, die andere die der Weltliebe. Der Mensch begehrt nichts anderes, als was er liebt, daher sind die Begierden Sache der Liebe. Bei diesen herrschte die Selbstliebe, folglich deren Begierden; denn sie liebten sich selbst so, daß sie meinten, sie seien Götter, indem sie keinen Gott über sich anerkannten. So beredeten sie sich selbst. 809. "Welches auf den Angesichten des Bodens ist", daß dies bedeutet die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, wovon früher, daß er nämlich die Kirche sei und daher was Sache der Kirche ist. Weil hier das Wesen vertilgt heißt, das auf den Angesichten des Bodens ist, so ist es das, daß vertilgt worden seien die von der Ältesten Kirche und so beschaffen waren. Boden heißt es hier, im vorhergehenden 21. Vers Erde, aus dem Grund, weil die Kirche ihr Prädikat nie bekommt vom Verständigen, sondern vom Willigen. Das Wissenschaftliche und Vernunftmäßige des Glaubens bildet nie die Kirche oder den Menschen der Kirche, sondern die Liebtätigkeit, die Sache des Willens ist. Alles Wesenhafte kommt vom Willen. Folglich macht auch die Lehre nicht die Kirche, wofern nicht die Lehre im allgemeinen und besonderen ihr Absehen auf die Liebtätigkeit hat; alsdann ist die Liebtätigkeit der Endzweck. Aus dem Endzweck erhellt die Beschaffenheit der Lehre, ob sie der Kirche angehört oder nicht. Die Kirche des Herrn, wie das Reich des Herrn in den Himmeln, ist nichts als Liebe und Liebtätigkeit. 810. "Vom Menschen bis zum Tier, bis zum Gewürm, und bis zum Vogel der Himmel", daß dies bedeute die Natur ihres Bösen, und zwar der Mensch die Natur selbst, das Tier die Begierden, das Gewürm die Lüste, der Vogel der Himmel die daraus hervorgehenden Falschheiten, erhellt aus der Bedeutung alles dessen, von dem früher die Rede war, daher hierbei nicht zu verweilen ist. 811. Daß die Worte: "sie wurden vertilgt von der Erde", der Schluß seien, daß die Älteste Kirche (ihr Leben) aushauchte, und daß "übrigblieb nur Noach, und was mit ihm im Kasten war" bedeute, daß erhalten wurden, welche die neue Kirche ausmachten; "und was mit ihm in dem Kasten", bedeute alles der neuen Kirche Angehörige, bedarf auch keiner weiteren Erklärung, weil es von selbst klar ist. 812. Vers 24: Und es wurden stark die Wasser auf der Erde fünfzig und hundert Tage". Bedeutet den letzten Zeitpunkt der Ältesten Kirche. "fünfzig und hundert" ist der letzte und erste Zeitpunkt. 813. Daß dies bedeute den letzten Zeitpunkt der Ältesten Kirche, und fünfzig und hundert den letzten und ersten Zeitpunkt, kann zwar aus dem Wort nicht so begründet werden, wie die einfacheren Zahlen, die häufig vorkommen; aber gleichwohl erhellt es aus der Zahl Fünfzehn, wovon 1. Mose 7/20, welche bedeutet so wenig, daß kaum etwas, somit in noch höherem Grade die Zahl Fünfzig und Hundert, die aus jener zusammengesetzt ist durch Multiplikation mit zehn, welche Überreste bedeuten. Die Vervielfachung des wenigen, sowie die Vervielfachung des halben, des vierten oder des zehnten Teiles macht, daß es noch weniger ist, zuletzt so, daß es beinahe nichts ist, folglich daß es das Ende oder der letzte Zeitpunkt ist. Dieselbe Zahl kommt vor 1. Mose 8/3: daß "die Wasser zurückgetreten seien am Ende von fünfzig und hundert Tagen", wo es gleiches bezeichnet. Die Zahlen im Wort sind ganz ohne Rücksicht auf den Buchstabensinn zu verstehen, sie sind bloß eingeschaltet, um den geschichtlichen Zusammenhang, der im Buchstabensinn ist, schicklich zu fügen, wie früher gesagt und gezeigt worden; so z.B. wo sieben vorkommen, bedeuten sie das Heilige, ganz abgesehen von Zeiten und Maßen, denen sie beigesetzt zu werden pflegen. Die Engel nämlich, die den inneren Sinn des Wortes innewerden, wissen gar nichts von Zeit und Maß, geschweige was eine bestimmte Zahl ist, und gleichwohl verstehen sie das Wort vollständig, wenn es vom Menschen gelesen wird, daher, wenn eine Zahl irgendwo vorkommt, so können sie durchaus nicht die Vorstellung von einer Zahl, sondern nur von der durch die Zahl bezeichneten Sache haben, somit verstehen sie hier unter dieser Zahl, daß sie der letzte Zeitpunkt der Ältesten Kirche, und 1. Mose 8/3, daß sie der erste Zeitpunkt der alten oder neuen Kirche ist. Nr. 814 - 831 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 8. Kapitel 1. Und Gott gedachte Noachs, und alles Wildes und alles Tieres, das mit ihm in dem Kasten (war); und Gott ließ einen Wind hinfahren über die Erde, und es setzten sich die Wasser. 2. Und es wurden verstopft die Quellen des Abgrunds, und die Schleusen des Himmels, und es ward gehemmt der Regen vom Himmel. 3. Und es traten zurück die Wasser von der Erde, hin und wiedergehend, und es entfernten sich die Wasser am Ende von fünfzig und hundert Tagen. 4. Und es ruhte der Kasten im siebenten Monat; am siebzehnten Tage des Monats, auf den Bergen Ararat.5. Und die Wasser waren gehend und versiegend (abnehmend) bis zum zehnten Monat; im zehnten, am ersten des Monats, erschienen die Häupter der Berge. 6. Und es geschah am Ende von vierzig Tagen, und Noach öffnete das Fenster des Kastens, das er gemacht hatte. 7. Und er entließ den Raben, der flog ab und zu, bis zur Austrocknung der Wasser auf (desuper) der Erde. 8. Und er entließ die Taube von sich, zu sehen, ob die Wasser abgenommen haben auf den Angesichten des Bodens. 9. Und die Taube fand nicht Ruhe für die Sohle ihres Fußes, und sie kehrte zu ihm zurück zum Kasten, weil (noch) Wasser (waren) auf den Angesichten der ganzen Erde, und er streckte seine Hand aus, und nahm sie, und brachte sie zu sich herein in den Kasten. 10. Und er harrte noch sieben andere Tage, und er fuhr fort die Taube auszulassen aus dem Kasten. 11. Und es kehrte die Taube zu ihm zurück, zur Zeit des Abends, und siehe, ein Blatt des Ölbaums in ihrem Munde; und Noach erkannte, daß die Wasser abgenommen haben von der Erde. 12. Und er harrte noch sieben andere Tage, und entließ die Taube, und sie kam nicht wieder zu ihm zurück. 13. Und es geschah im ersten und sechshundertsten Jahre, im Anfang, am ersten des Monats, da vertrockneten die Wasser von der Erde weg, und Noach entfernte das Dach des Kastens, und sah, und siehe, getrocknet waren die Angesichte des Erdbodens. 14. Im zweiten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats, war ausgetrocknet die Erde. 15. Und Gott redete zu Noach, und sprach: 16. Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, und deine Söhne, und die Weiber deiner Söhne, mit dir. 17. Alles Wild, das bei dir (ist), von allem Fleisch, am Vogel und am Vieh, und an allem Gewürm, das kriecht auf der Erde, führe aus mit dir, und sie sollen sich verbreiten über die Erde, und sich befruchten, und sich mehren auf der Erde. 18. Und es ging aus Noach, und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne, mit ihm. 19. Alles Wild, alles Gewürm, und aller Vogel, alles Kriechende auf Erden; nach ihren Familien gingen sie aus vom Kasten. 20. Und Noach baute einen Altar dem Jehovah, und nahm von allem reinen Vieh, und von allem reinen Vogel, und brachte Brandopfer dar auf dem Altar. 21. Und Jehovah roch den Geruch der Ruhe, und Jehovah sprach in Seinem Herzen: Nie wieder will Ich verfluchen den Erdboden um des Menschen willen, weil das Dichten des Herzens des Menschen böse ist von seiner Jugend an, und Ich will nicht weiter mehr schlagen alles Lebendige, wie Ich getan habe. 22. Fürder sollen, während aller Tage der Erde, Saat und Ernte, und Kälte und Hitze, und Sommer und Winter, und Tag und Nacht nicht aufhören.   Inhalt 832. Es folgt nun, der Reihenfolge nach, vom Menschen der neuen Kirche, der Noach genannt wird; und zwar von seinem Zustand nach der Versuchung, bis zu seiner Wiedergeburt, und weiter. 833. Von seinem ersten Zustand nach der Versuchung; von seinem Schwanken zwischen dem Wahren und Falschen, bis die Wahrheiten zu erscheinen anfangen: Vers 1-5. 834. Vom zweiten Zustand, der dreiteilig ist: erstens da noch keine Glaubenswahrheiten; hernach da Glaubenswahrheiten mit Liebtätigkeit; und dann da Gutes der Liebtätigkeit zum Vorschein kommt: Vers 6-14. 835. Vom dritten Zustand; da er aus der Liebtätigkeit zu handeln und zu denken anfängt; welches der erste Stand des Wiedergeborenen ist: 15-19. 836. Vom vierten Zustand, da er aus der Liebtätigkeit handelt und denkt; welches der zweite Zustand des Wiedergeborenen ist: Vers 20, 21. 837. Endlich von dieser neuen Kirche, die anstatt der vorigen erweckt worden, und beschrieben wird: Vers 21, 22.   Innerer Sinn 838. In den zwei Kapiteln, die vorhergehen, ist gehandelt worden von der neuen Kirche, die Noach heißt, oder vom Menschen dieser Kirche. Und zwar zuerst von seiner Vorbereitung zur Aufnahme des Glaubens, und der Liebtätigkeit durch den Glauben; darauf von seiner Versuchung, hernach von seinem Beschirmtwerden beim Untergang der Ältesten Kirche. Hier nun folgt von seinem Zustand nach der Versuchung, und zwar in der Ordnung, wie er sich verhalten hat; und zugleich in der Ordnung, wie er sich verhält bei jedweden, die wiedergeboren werden, denn das Wort des Herrn ist von der Art, daß es von allen und jeden (handelt), wo von einem gehandelt wird, mit einem nach eines jeden Sinnesart sich richtenden Unterschied. Dieser Sinn ist der allumfassende des Wortes. 839. Vers 1: Und Gott gedachte Noachs, und alles Wildes, und alles Viehs, das mit ihm in dem Kasten (war), und Gott ließ einen Wind hinfahren über die Erde, und es setzten sich die Wasser. "Gott gedachte" bedeutet das Ende der Versuchung und den Anfang der Erneuerung; durch "Noach" wird, wie früher, bezeichnet der Mensch der Alten Kirche; durch "alles Wild, und alles Vieh (bestia), das mit ihm in dem Kasten (war)" wird bezeichnet alles, was bei ihm war; "und Gott ließ einen Wind hinfahren über die Erde, und es setzten sich die Wasser" bedeutet, daß alles in seine Ordnung gebracht worden sei. 840. "Und Gott gedachte", 1. Mose 8/1, daß dies bedeutet das Ende der Versuchung und den Anfang der Erneuerung, erhellt aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt. Daß Gott gedenke bedeutet insbesondere, daß Er Sich erbarmt. Sein Gedenken ist Barmherzigkeit, die hauptsächlich (von Ihm) ausgesagt wird nach der Versuchung, weil alsdann ein neues Licht hervorstrahlt. Solange die Versuchung anhält, meint der Mensch, der Herr sei ferne, weil er von bösen Genien hin und her getrieben wird, und zwar so, daß er zuweilen in einer solchen Verzweiflung ist, daß er kaum glaubt, es gebe einen Gott; aber der Herr ist alsdann gegenwärtiger, als derselbe je glauben kann. Dagegen wenn die Versuchung aufhört, dann erhält er Trost, und dann erst glaubt er, der Herr sei zugegen. Weshalb hier, weil es so erscheint, das Gedenken Gottes bedeutet das Ende der Versuchung, und den Anfang der Erneuerung. Es heißt: Gott gedenkt, nicht aber Jehovah, weil (er) noch im Zustand vor der Wiedergeburt (ist); wenn er aber wiedergeboren ist, dann wird Jehovah genannt, wie 1. Mose 8/20,21. Der Grund ist, weil der Glaube nicht verbunden ist mit der Liebtätigkeit. Dann erst heißt der Mensch wiedergeboren, wenn er aus Liebtätigkeit handelt. In der Liebtätigkeit ist Jehovah, nicht so im Glauben, ehe dieser mit der Liebtätigkeit verbunden ist. Die Liebtätigkeit ist das eigentliche Sein und Leben des Menschen im anderen Leben, das eigentliche Sein und Leben ist Jehovah, daher, ehe der Mensch ist und lebt, wird nicht gesagt, daß bei ihm sei Jehovah, sondern Gott. 841. Daß durch Noach, wie früher, bezeichnet wird der Mensch der Alten Kirche, und durch alles Wild (fera), und alles Vieh (bestia), das mit ihm in dem Kasten, bezeichnet wird alles, was bei ihm (war), kann erhellen aus dem, was früher von Noach und von der Bedeutung des Wildes und Viehs gesagt worden ist. Wild wird in doppeltem Sinn im Worte genommen, für das beim Menschen, was lebendig ist, und für das, was tot. Daß (es steht) für das, was lebendig ist, davon ist der Grund, weil jenes Wort (Chajah) in der hebräischen Sprache bezeichnet das Lebendige. Weil aber die Uralten (antiquissimi) in ihrer Selbsterniedrigung sich als wilde Tiere (ferae) anerkannten, darum ist auch durch dasselbe Wort bezeichnet worden, was beim Menschen tot ist. Hier wird durch Wild bezeichnet sowohl was lebendig als was tot ist in einem Inbegriff, wie es beim Menschen nach der Versuchung zu sein pflegt, in dem Lebendiges und Totes, oder was des Herrn ist und was des Menschen Eigenes, so verworren erscheint, daß der Mensch kaum weiß, was wahr und gut ist. Aber der Herr bringt und versetzt alsdann alles in Ordnung, wie erhellen kann aus dem, was folgt. Daß Wild bezeichnet, was beim Menschen lebendig ist, sehe man im vorhergehen Kapitel, 1. Mose 7/14, dann auch 1. Mose 8/17,19. Daß es bezeichnet, was beim Menschen ist, auch das Tote, erhellt aus dem, was früher vom Wild und Vieh einige Male gezeigt worden ist: Nr. 45, 46, 142, 143, 246. 842. "Und Gott ließ einen Wind hinfahren über die Erde, und es setzten sich die Wasser", 1. Mose 8/1. Daß dies bedeutet, daß alles in seine Ordnung gebracht worden sei, erhellt aus der Bedeutung des Windes im Wort. Alle Geister, sowohl gute, als böse, werden verglichen und gleichgesetzt dem Winde, und werden auch Winde genannt. Durch ebendasselbe Wort werden in der Grundsprache Geister ausgedrückt, durch das Winde (ausgedrückt werden): In den Versuchungen, die hier die Wasser sind, die sich setzten, wie früher gezeigt worden, sind es böse Geister, die überschwemmen, indem sie mit ihren Phantasien einwirken und ähnliche, die bei den Menschen sind, aufregen. Wenn diese Geister, oder diese Phantasien zerstreut werden, wird im Worte gesagt, es geschehe durch einen Wind, und zwar durch einen Ostwind. Es verhält sich die Sache beim Menschen, der in Versuchung (ist), wenn die Unruhen (turbae) oder die Wasser der Versuchung aufhören, wie im allgemeinen, was (mir) durch mehrfache Erfahrung zu wissen verliehen worden, daß nämlich böse Geister in der Geisterwelt sich zuweilen in Scharen zusammenrotten, und so Unruhen erregen, aber auseinandergetrieben werden durch andere Geisterscharen, die meistens von der Rechten her, somit von der Morgengegend, herbeiströmen, und jenen so große Furcht und Schrecken einjagen, daß sie an nichts als an ihre Flucht denken, wo dann die, welche sich zusammengerottet hatten, in alle Gegenden zerstreut, und so die übel zusammengestoppelten Geistervereine aufgelöst werden: die Geisterscharen, die jene so zerstreuen, werden Ostwind genannt. Außerdem werden sie auf unzählige andere Weisen zerstiebt, die ebenfalls Ostwinde sind, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Wenn so die bösen Geister zerstreut sind, entsteht, nach dem Ungestüm oder stürmischen Zustand, gleichsam heiterer Himmel (serenum) oder Stille; ebenso verhält es sich mit dem Menschen, der in Versuchung ist: Während er in Versuchung ist, befindet er sich unter dem Ungestüm solcher Geister. Nach deren Abtreibung oder Zerstreuung wird es gleichsam heiter, und dies ist der Anfang des in die Ordnung-Gebrachtwerdens aller Dinge. Ehe etwas in Ordnung gebracht wird, ist es das Gewöhnlichste, daß es zuerst in ein Durcheinander (confusum), gleichsam in ein Chaos, gebracht wird. So wird, was nicht gut zusammenhängt, geschieden, und wenn es geschieden ist, dann bringt es der Herr in Ordnung. Es kann dies verglichen werden mit demjenigen, was in der Natur existiert, wo auch alles und jedes zuvor in ein Durcheinander gebracht wird, ehe es geordnet wird. Wären keine Stürme in der Atmosphäre, die das Fremdartige zerstreuten, so würde die Luft nie gereinigt, sondern verpestende Dünste zum Verderben angehäuft werden: ebenso im menschlichen Leibe, wenn nicht alle Teile des Blutes, sowohl die ungleichartigen, als die gleichartigen, beständig und zu wiederholten Malen zuvor in ein Herz zusammenflößen, und daselbst vermengt würden, so würden die Flüssigkeiten zum Verderben zusammengeklebt, und das einzelne würde nicht zu seinen Nutzzwecken besonders verwendet werden. So verhält es sich auch beim wiederzugebärenden Menschen. Daß der Wind, insbesondere der Ostwind, nichts anderes bezeichnet, als die Zerstreuung des Falschen und Bösen, oder, was dasselbe ist, der bösen Geister und Genien, und hernach das in Ordnungbringen, kann erhellen im Wort: Jes.41/16: "Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie wegführen, und der Sturm sie zerstreuen, und du wirst frohlocken in Jehovah, im Heiligen Israels dich rühmen": wo das Worfeln verglichen wird mit dem Wind, und die Zerstreuung mit dem Sturmwind, die sich auf das Böse bezieht, alsdann werden die Wiedergeborenen frohlocken in Jehovah. Ps.48/5-8: "Siehe, die Könige haben sich versammelt, sind vorübergezogen allzumal, sie sahen es, alsogleich wurden sie bestürzt, wurden verwirrt, eilten davon, Schrecken ergriff sie daselbst, Schmerz wie einer Gebärenden, durch den Ostwind wirst Du zerbrechen": hier wird geschildert der Schrecken und die Verwirrung, worin sie sind durch den Ostwind. Diese Schilderung ist von dem, was in der Geisterwelt geschieht, hergenommen, denn der innere Sinn des Wortes schließt dieses in sich. Jerem.18/16,17: "Er wird ihr Land zum Entsetzen machen, wie ein Ostwind will Ich sie zerstreuen vor dem Feinde. Mit dem Nacken, und nicht mit dem Angesicht will Ich sie ansehen am Tage ihres Unterganges": hier gleichfalls Ostwind für die Zerstreuung des Falschen. Ähnliches wird vorgebildet durch den Ostwind, durch den das Meer Suph ausgetrocknet wurde, damit die Kinder Israels hinübergehen konnten, wovon es 2. Mose 14/21 also heißt: "Jehovah brachte das Meer Suph weg durch einen heftigen Ostwind die ganze Nacht, und legte das Meer trocken, und die Wasser wurden zerteilt": daß ähnliches vorgebildet wurde durch die Wasser des Meeres Suph, wie hier bezeichnet ist durch die Wasser der Sündflut, erhellt daraus, daß die Ägypter, durch welche die Bösen vorgebildet worden sind, versanken, und die Kinder Israels, durch welche die Wiedergeborenen (bezeichnet werden), wie hier Noach, hinübergingen. Und durch das Meer Suph wird, wie durch die Sündflut (bezeichnet) die Verdammung, wie auch die Versuchung, somit durch den Ostwind die Zerteilung der Wasser oder des Bösen der Verdammnis, oder der Versuchung, wie auch aus dem Liede Moses nach ihrem Übergang erhellt: 2. Mose 15/1-19. Jes.11/15,16: "Verwünschen wird Jehovah die Zunge des Meeres Ägyptens, und ausrecken Seine Hand über den Strom in der Heftigkeit Seines Windes, und wird ihn zerschlagen in sieben Bäche, und (man) wird den Weg machen in Schuhen. Dann wird ein Pfad sein für den Überrest Seines Volkes, das übrig sein wird von Aschur (her), wie er war für Israel, als es heraufzog aus dem Land Ägypten": wo der Pfad für die Überreste des von Aschur (her) übrigen Volkes soviel ist, als das In-Ordnung-Bringen. 843. Vers 2: Und es wurden verstopft die Quellen des Abgrunds, und die Schleusen des Himmels, und es wurde gehemmt der Regen vom Himmel". Bedeutet, daß die Versuchung aufhörte; "die Quellen des Abgrunds" bedeuten Böses, das Sache des Willens; "die Schleusen des Himmels" Falsches, das Sache des Verstandes (ist); "der Regen" (imber) die Versuchung selbst im allgemeinen. 844. Von diesem Vers bis zum 6. wird gehandelt vom ersten Zustand des Menschen dieser Kirche, nach der Versuchung; und was in diesem Vers (vorkommt), bedeutet das Aufhören der Versuchung. Früher war die Rede von seiner Versuchung in betreff des Wollens (voluntaria), sodann von seiner Versuchung in betreff des Verstandes (intellectualia). Das Aufhören der Versuchung in betreff des Wollens wird bezeichnet durch die Verstopfung der Quellen des Abgrunds; und das Aufhören der (Versuchung) in betreff des Verständigen durch die (Verstopfung) der Schleusen des Himmels. Daß dies die Bedeutung sei, ist früher gesagt und gezeigt worden: 1. Mose 7/11, und daß der Regen die Versuchung selbst (bezeichne), ebenfalls 1. Mose 7/12; daher bei dessen Begründung nicht weiter zu verweilen ist. 845. Daß durch die Quellen des Abgrunds bezeichnet wird die Versuchung in betreff des Wollens, und durch die Schleusen des Himmels die Versuchung in betreff des Verständigen, hat seinen Grund darin, daß das Wollen (voluntarium) des Menschen dasjenige ist, auf das von der Hölle her gewirkt wird; nicht so das Verständige, wenn es nicht versenkt ist in Begierden, welche Sache des Willens sind. Das Böse, das Sache des Willens ist, ist es, was den Menschen verdammt und ihn zur Hölle hinabstößt, nicht so das Falsche, es sei denn verknüpft mit Bösem. Dann folgt eins dem anderen, wie man ersehen kann an sehr vielen, die in Falschem sind, und gleichwohl selig werden, wie die meisten von den Heiden, die in natürlicher Liebtätigkeit und in Barmherzigkeit gelebt haben; dann diejenigen Christen, die aus Herzenseinfalt geglaubt haben. Die Unwissenheit und Einfalt selbst entschuldigt, weil darin Unschuld sein kann. Anders verhält es sich mit denen, die sich in Falschem begründet, und infolgedessen sich ein solches Leben des Falschen angeeignet haben, daß sie alles Wahre abweisen und verwerfen, welches Leben zuvor abgeödet wird, ehe etwas Wahres und somit Gutes eingepflanzt werden kann. Schlimmer aber verhält es sich mit denen, die sich in Falschem bestärkt haben infolge von Begierden, so daß die Falschheiten und Begierden ein Leben ausmachten; sie sind diejenigen, die sich in die Hölle versenken. Dies ist der Grund, warum die Versuchung in betreff des Wollens bezeichnet wird durch die Quellen des Abgrunds, die Höllen sind, und die Versuchung in betreff des Verständigen durch die Schleusen des Himmels, die Wolken sind, aus denen der Platzregen (kommt). 846. Vers 3: Und es traten zurück die Wasser von der Erde, hin und widergehend, und es entfernten sich die Wasser am Ende von fünfzig und hundert Tagen. Daß "zurücktraten die Wasser von der Erde, hin und widergehend" bedeutet die Schwankungen zwischen dem Wahren und Falschen; daß "die Wasser versiegten am Ende von fünfzig und hundert Tagen" bedeutet, daß die Versuchungen aufhörten; fünfzig und hundert Tage bezeichnen hier, wie früher, die Zeitgrenze (terminum). 847. Daß "das Zurücktreten der Wasser von der Erde durch Hin- und Widergehen", 1. Mose 8/3, bedeutet die Schwankungen zwischen dem Wahren und Falschen, erhellt aus dem, was gesagt worden ist, daß nämlich die Wasser der Flut oder die Überschwemmungen, sofern sie Noach betrafen, Versuchungen bezeichneten, und weil hier gehandelt wird vom ersten Zustand nach der Versuchung, so können die durch Hin- und Hergehen zurücktretenden Wasser nichts anderes bezeichnen, als das Schwanken zwischen Wahrem und Falschem. Aber wie es sich mit diesem Schwanken verhält, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, was Versuchung ist, denn wie die Versuchung, so ist auch das Schwanken nach der Versuchung beschaffen. Wenn die Versuchung himmlischer Art ist, so ist ein Schwanken zwischen dem Guten und Bösen. Ist die Versuchung geistiger Art, so ist ein Schwanken zwischen dem Wahren und Falschen da. Ist die Versuchung natürlich, dann ist ein Schwanken zwischen dem was Gegenstand der Begierden ist, und seinen Gegensätzen. Es gibt mehrere Versuchungen: im allgemeinen sind es himmlische, geistige und natürliche, die durchaus nicht miteinander vermengt werden dürfen. Himmlische Versuchungen können nur sein bei denen, die in der Liebe zum Herrn sind. Geistige bei denen, die in Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, die natürlichen sind ganz verschieden von diesen, und sind eigentlich keine Versuchungen, sondern bloß Bangigkeiten infolgedessen, daß ihre natürlichen Lieblingsneigungen (amores) angefochten werden, veranlaßt durch Unglücksfälle, Krankheiten und böse Beschaffenheit des Blutes und der Säfte des Körpers. Aus diesem wenigen kann man einigermaßen abnehmen, was Versuchung ist, nämlich Angst und Bangigkeit von demjenigen her, was den Lieblingsneigungen widerstreitet. Bei denen Liebe zum Herrn ist, bringt alles, was die Liebe zum Herrn anficht, die inwendigste Qual hervor, das ist dann himmlische Versuchung. Bei denen Liebe zum Nächsten ist, oder Liebtätigkeit, stellt alles, was diese Liebe anficht, eine Gewissenspein dar, und dies ist dann geistige Versuchung. Dagegen aber die natürlichen (Zustände), welche die allermeisten Versuchungen nennen, wobei die Schmerzen Gewissensbisse heißen, sind keine Versuchungen, sondern bloß Bangigkeiten infolgedessen, daß ihre Lieblingsneigungen angefochten werden. Zum Beispiel wenn sie voraussehen und fühlen, daß sie beraubt werden der Ehre, der Güter der Welt, des guten Rufs, der Vergnügungen, des Leibeslebens und dergleichen; aber gleichwohl pflegen sie etwas Gutes hervorzubringen. Außerdem gibt es auch Versuchungen bei denen, die in natürlicher Liebtätigkeit sind, somit bei Irrgläubigen jedweder Art, bei Heiden, Götzendienern, von demjenigen her, was ihr Glaubensleben anficht, das sie lieb haben. Aber dies sind Bangigkeiten, die den geistigen Versuchungen nur ähneln. 848. Nach Beendigung der Versuchungen ist gleichsam ein Schwanken da, und wenn es geistige Versuchungen sind, ist es ein Schwanken zwischen dem Wahren und Falschen, was auch daraus deutlich genug erhellen kann, daß die Versuchung der Anfang der Wiedergeburt ist. Alle Wiedergeburt hat den Zweck, daß der Mensch ein neues Leben, oder vielmehr schlechthin das Leben empfange, und ein Mensch werde aus einem Nichtmenschen, oder ein lebendiger Mensch aus einem toten. Daher, wenn sein früheres Leben, das bloß ein tierisches ist, durch Versuchungen abgetan wird, dann kann er nicht anders, als nach der Versuchung schwanken zwischen dem Wahren und Falschen. Das Wahre gehört dem neuen Leben an, das Falsche dem alten. Wenn nicht das frühere Leben abgetan wird, und dergleichen eintritt, so kann durchaus kein geistiger Same eingepflanzt werden, denn es ist kein Boden vorhanden. Wenn aber das frühere Leben abgetan ist, und ein solches Schwanken eintritt, dann weiß er beinahe nicht, was wahr und gut ist, so wenig, daß er kaum weiß, daß es etwas Wahres gibt, wie zum Beispiel, wenn er denkt über das Gute der Liebtätigkeit, oder, wie man es nennt, über die guten Werke, ob er sie nicht aus dem Eigenen tun könne, und im Eigenen ein Verdienst sei, dann ist er so in Dunkelheit und Finsternis, daß, wenn man ihm sagt, daß aus ihm selbst oder aus dem Eigenen, niemand Gutes tun kann, geschweige etwas verdienen, sondern daß alles Gute aus dem Herrn, und alles Verdienst des Herrn sei, er bloß staunen kann. Ebenso in allem übrigen, was Sache des Glaubens ist. Aber gleichwohl wird jene Dunkelheit oder Finsternis, in der er ist, allmählich und stufenweise erhellt. Mit der Wiedergeburt verhält es sich ganz wie wenn der Mensch als Kind geboren wird, dann ist er im dunkelsten Leben, er weiß fast nichts, daher das Allgemeine der Dinge zuerst einfließt, und nach und nach klarer geschieden wird, so wie dem Allgemeinen das Besondere eingefügt wird, und weiterhin dem Besonderen das Einzelne. In dieser Weise wird das Allgemeine vom Einzelnen erhellt, so daß er nicht nur weiß, daß es ist, sondern auch, wie es beschaffen ist: so verhält es sich bei jedem, der von einer geistigen Versuchung herkommt. Ein ähnlicher Zustand ist auch bei denen im anderen Leben, die im Falschen waren und abgeödet werden. Dieser Zustand heißt ein Schwanken, und wird hier beschrieben durch die mit Hin- und Widergehen zurücktretenden Wasser. 849. Daß "die Wasser versiegten am Ende von fünfzig und hundert Tagen", 1. Mose 8/3, bedeutet, daß die Versuchungen aufhörten, folgt nun eben hieraus klar: daß fünfzig und hundert Tage den Zeitraum (terminum) bedeuten, erhellt aus dem, was im vorhergehenden Kapitel, 1. Mose 7/24 von ebenderselben Zahl gesagt worden ist; somit hier den Zeitraum des Schwankens und des neuen Lebens. 850. Vers 4: Und es ruhte der Kasten im siebenten Monat, am siebzehnten Tage des Monats auf den Bergen Ararat. "Der Kasten (arca) ruhte" bedeutet die Wiedergeburt; "der siebente Monat" das Heilige; "der siebzehnte Tag des Monats" bedeutet das Neue; "die Berge Ararat" das Licht (lumen). 851. Daß das "Ruhen des Kastens", 1. Mose 8/4, die Wiedergeburt bedeutet, kann daraus erhellen, daß der Kasten den Menschen dieser Kirche bedeutet, und alles, was in ihm ist, solches bezeichnet, was bei diesem Menschen ist, wie früher ausführlich gezeigt worden ist. Wenn daher gesagt wird, daß der Kasten ruhe, so heißt dies, daß dieser Mensch wiedergeboren werde. Nach der Reihenfolge des Buchstabensinnes scheint zwar angedeutet zu werden, daß durch das Ruhen des Kastens bezeichnet wird die Schwankungen nach der Versuchung (von denen im vorhergehenden Vers) haben aufgehört. Allein die Schwankungen, welche sind Zweifel und Dunkelheiten über das Wahre und Gute, hören nicht so auf, sondern halten lange an, wie dies auch aus dem Folgenden erhellen wird. Hieraus erhellt, daß in zusammenhängender Weise stets anderes (continua alia) im inneren Sinne ist. Und weil dies Geheimnisvolles ist, darf ich es hier aufschließen, daß nämlich der geistige Mensch, nachdem er Versuchungen ausgehalten hat, ebenso eine Ruhe des Herrn wird, wie der himmlische Mensch, dann auch, daß er ebenso ein Siebenter wird, nicht ein siebenter Tag, wie der himmlische Mensch, sondern ein siebenter Monat. Vom himmlischen Menschen, daß er eine Ruhe des Herrn oder ein Sabbath, und daß er ein siebenter Tag sei, sehe man Nr. 84-88. Weil aber ein Unterschied ist zwischen dem himmlischen Menschen und dem geistigen Menschen, so wird die Ruhe des ersteren in der Grundsprache ausgedrückt durch ein Wort, das Sabbath bedeutet, des letzteren Ruhe aber durch ein anderes Wort, von dem Noach benannt ist, der eigentlich Ruhe heißt. 852. Daß der siebente Monat das Heilige bedeutet, erhellt sattsam aus dem, was schon früher gezeigt worden ist: Nr. 84-87, 395, 716. Das Heilige entspricht hier dem, was 1. Mose 2/3 vom himmlischen Menschen gesagt worden ist, daß (nämlich) der siebente Tag geheiligt worden sei, weil Gott an demselben ruhte. 853. Daß der siebzehnte Tag das Neue bedeutet, erhellt aus dem, was von derselben Zahl gesagt und gezeigt worden ist 1. Mose 7/11, Nr. 755, wo sie den Anfang bedeutet, aller Anfang ist ein Neues. 854. Daß die "Berge Ararat" Licht bezeichnen, kann erhellen aus der Bedeutung des Berges, daß er ist das Gute der Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 795, und aus der Bedeutung von Ararat, das ist Licht; und zwar das Licht des Wiedergeborenen.Das neue oder erste Licht des Wiedergeborenen entsteht keineswegs aus den Erkenntnissen der Glaubenswahrheiten, sondern aus der Liebtätigkeit; denn es verhält sich mit den Glaubenswahrheiten, wie mit den Strahlen des Lichtes; die Liebe oder Liebtätigkeit ist wie die Flamme. Das Licht im Wiederzugebärenden stammt nicht aus den Glaubenswahrheiten, sondern aus der Liebtätigkeit; die Glaubenswahrheiten selbst sind die Lichtstrahlen von ihr. Somit erhellt, daß die Berge Ararat ein solches Licht bezeichnen. Dieses Licht ist das erste Licht nach der Versuchung; weil es das erste ist, ist es dunkel und wird Licht (lumen) genannt, nicht das Licht (lux). 855. Hieraus kann nun erhellen, was das in diesem Vers Vorkommende im inneren Sinne bezeichnet, nämlich, daß der geistige Mensch eine heilige Ruhe ist, infolge des neuen intellektuellen Lichtes, das der Liebtätigkeit angehört. Dies wird mit wunderbarer Mannigfaltigkeit und in lieblicher Ordnung, so von den Engeln angeschaut (percipiuntur), daß, wenn der Mensch nur in einer solchen Idee sein könnte, tausende und wieder tausende von Dingen in vielfacher Reihenfolge wären, die eingehen und anregen würden; und zwar solche, die gar nicht beschrieben werden könnten. Von solcher Beschaffenheit ist das Wort des Herrn überall im inneren Sinne, obwohl es im Buchstabensinne als ein rohes Geschichtliches erscheint, wie das, was die Bedeutung ist von dem, daß "ruhte der Kasten im siebenten Monat, und am siebzehnten Tage des Monats, auf den Bergen Ararat". 856. Vers 5: Und die Wasser waren gehend und versiegend (abnehmend) bis zum zehnten Monat; im zehnten, am ersten des Monats, erschienen die Häupter der Berge. "Und die Wasser waren gehend und versiegend" bedeutet, daß das Falsche zu verschwinden (dissipari) anfing; "der zehnte Monat" bedeutet die Wahrheiten der Überreste; daß "am ersten des Monats die Häupter der Berge erschienen" bedeutet, die Glaubenswahrheiten, die alsdann gesehen zu werden anfingen. 857. Daß "die Wasser waren gehend und versiegend", 1. Mose 8/5, bedeutet, daß das Falsche zu verschwinden anfing, dies erhellt aus den Worten selbst, und aus dem, was kurz zuvor, Vers 3, gesagt worden ist, wo es heißt, die Wasser seien zurückgetreten, hin- und widergehend, hier aber die Wasser waren gehend und versiegend; durch dieses, wie durch jenes, werden bezeichnet Schwankungen zwischen dem Wahren und Falschen, hier aber, daß diese Schwankungen sich verminderten. Mit den Schwankungen nach der Versuchung hat es, wie gesagt, die Bewandtnis, daß der Mensch nicht weiß, was wahr ist, aber wie sie nach und nach aufhören, so erscheint das Licht der Wahrheit: der Grund davon ist, daß, solange der Mensch in einem solchen Zustand ist, der innere Mensch, d.h. der Herr durch den inneren, nicht wirken kann auf den äußeren; im Innern sind die Überreste, welche sind die Triebe zum Guten, und daher zum Wahren, wovon früher; im Äußern sind Begierden, und hieraus Falschheiten; solange dieses Äußere nicht gezähmt und ausgelöscht ist, steht der Weg für das Gute und Wahre vom Innern her, d.h. durch das Innere vom Herrn, nicht offen: die Versuchungen haben daher auch den Zweck, daß das Äußere des Menschen bezähmt, und so folgsam gemacht werde dem Innern. Dies kann jedem daraus einleuchten, daß, sobald des Menschen Lieblingsneigungen angefochten und gebrochen werden, wie in Unglücksfällen, Krankheiten, Bekümmernissen der Seele, dann auch seine Begierden aufzuhören anfangen, und er, wenn sie aufhören, anfängt, Frommes zu reden; sobald er aber in seinen vorigen Zustand zurückkehrt, herrscht der äußere Mensch, und denkt er kaum mehr an jenes; ebenso in der letzten Todesstunde, wenn das Körperliche zu erlöschen anfängt. Woraus jeder sehen kann, was der innere Mensch, und was der äußere Mensch ist; sodann was die Überreste sind; und auch wie die Begierden und Lüste, die dem äußeren Menschen angehören, verhindern, daß der Herr durch den inneren Menschen wirken kann: daraus wird ebenfalls jedem klar, was auch die Versuchungen, oder die inneren Schmerzen, die Gewissensbisse genannt werden, bewirken, daß nämlich der äußere Mensch dem inneren Gehorsam leistet. Der Gehorsam des äußeren Menschen ist nichts anderes, als daß die Triebe zum Guten und Wahren nicht gehindert, (nicht) zurückgehalten und (nicht) erstickt werden von den Begierden und den Falschheiten aus diesen. Dies Aufhören der Begierden und Falschheiten wird hier beschrieben durch die Wasser, die gehend und versiegend sind. 858. Daß der "zehnte Monat" bedeutet Wahrheiten, die den Überresten angehören, erhellt aus der Bedeutung von 10, sofern diese sind Überreste: Nr. 576; sodann aus dem, was soeben von den Überresten beim inneren Menschen gesagt worden ist. 859. Daß "am ersten des Monats erschienen die Häupter der Berge", 1. Mose 8/5, bedeutet die Glaubenswahrheiten, die alsdann gesehen zu werden anfangen, erhellt aus der Bedeutung der Berge: Nr. 795, daß sie sind Gutes aus Liebe und Liebtätigkeit; diese Häupter fangen dann an gesehen zu werden, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und begabt wird mit Gewissen, und durch dieses mit Liebtätigkeit: wer glaubt, er sehe die Häupter der Berge, oder die Glaubenswahrheiten, anderswoher als aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, der ist ganz im Irrtum; ohne jenes können die Juden und profanen (weltlich, unkirchlich) Heiden ebenso sehen. Die Häupter der Berge bedeuten die ersten (Funken) des Lichtes, die erscheinen. 860. Aus diesem kann auch erhellen, daß alle Wiedergeburt fortschreitet vom Abend zum Morgen, wie im ersten Kapitel dieses ersten Buches sechsmal gesagt wird, wo von der Wiedergeburt des Menschen die Rede ist. Der Abend wird beschrieben: 1. Mose 1/2,3; der Morgen Vers 4,5; hier das erste des Lichtes oder der Morgen dieses Zustandes durch das Erscheinen der Häupter der Berge. 861. Vers 6: Und es geschah am Ende von vierzig Tagen, und Noach öffnete das Fenster des Kastens, das er gemacht hatte. "Es geschah am Ende von vierzig Tagen" bedeutet, die Dauer des früheren Zustandes und den Anfang des folgenden; "Noach öffnete das Fenster des Kastens, das er gemacht" bedeutet, den anderen Zustand, als die Glaubenswahrheiten ihm erschienen. 862. Daß "es geschah am Ende von vierzig Tagen", 1. Mose 8/6, bedeute die Dauer des früheren Zustandes und den Anfang des folgenden, erhellt aus der Bedeutung von vierzig: Nr. 730, wo, weil gehandelt wird von der Versuchung, es heißt, vierzig Tage und vierzig Nächte, und bezeichnete die Dauer der Versuchung; hier, weil vom Zustand nach der Versuchung gehandelt wird, heißt es, vierzig Tage, nicht aber Nächte; der Grund ist, weil nun die Liebtätigkeit zu erscheinen beginnt, die im Worte dem Tage verglichen, und Tag genannt wird; dagegen der Glaube, der vorhergeht und noch nicht so mit der Liebtätigkeit verbunden ist, der Nacht verglichen und Nacht genannt wird, wie im 1. Mose 1/16 und anderwärts im Wort: der Glaube wird darum auch Nacht im Worte genannt, weil er sein Licht erhält von der Liebtätigkeit, wie der Mond von der Sonne, daher auch der Glaube dem Monde verglichen und Mond genannt wird, und die Liebe oder Liebtätigkeit mit der Sonne verglichen und Sonne genannt wird. Die vierzig Tage, oder die Dauer, die sie bedeuten, bezieht sich sowohl auf das, was vorhergeht, als auf das, was folgt; weshalb es heißt: "am Ende von vierzig Tagen": sie bezeichnen also die Dauer des früheren Zustandes, und den Anfang des nun in Rede stehenden: hier nun beginnt die Schilderung des zweiten Zustandes des Menschen dieser Kirche nach der Versuchung. 863. Daß "Noach öffnete das Fenster des Kastens, das er gemacht", 1. Mose 8/6, bedeutet den anderen Zustand, da die Glaubenswahrheiten ihm erschienen, kann erhellen aus den letzten Worten des vorhergehenden Verses, daß nämlich die Häupter der Berge erschienen seien, und aus deren Bedeutung; sodann aus der Bedeutung des Fensters, wovon Nr. 655, sofern es das Verständige ist und folglich das Wahre des Glaubens, was dasselbe ist, und daraus, daß dies das erste des Lichtes ist. Vom Verständigen oder dem Wahren des Glaubens, das durch Fenster bezeichnet wird, ist hier dasselbe zu bemerken, was früher, daß es nämlich durchaus kein Wahres des Glaubens geben kann, außer vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit, wie durchaus nichts wahrhaft Verständiges, außer vom Wollen. Wenn man das Wollende entfernt, so ist kein Verständiges da, wie früher einige Male gezeigt worden ist, so, wie wenn man die Liebtätigkeit entfernt, kein Glaube da ist. Weil aber des Menschen Wille lauter Begierde ist, so hat, damit das Verständige oder das Wahre des Glaubens nicht in seine Begierde versenkt würde, der Herr wunderbar Vorsehung getan, und hat das Verständige von des Menschen Wollen geschieden durch ein Mittel, welches das Gewissen ist, dem Liebtätigkeit vom Herrn eingegeben wird. Ohne diese wunderbare Vorsehung hätte gar niemand gerettet werden können. 864. Vers 7: Und er entließ den Raben, der flog ab und zu, bis zur Austrocknung der Wasser auf (super) der Erde. "Er entließ den Raben, und der flog ab und zu (exivit exeundo et redeundo)" bedeutet, daß Falschheiten noch störten (interturbarent); durch den Raben werden bezeichnet die Falschheiten; durch gehen und wiederkehren wird bezeichnet ihr Zustand, der so beschaffen ist; "bis zur Austrocknung der Wasser auf der Erde", bedeutet die scheinbare Zerstreuung der Falschheiten. 865. Daß (die Worte:) "Er entließ den Raben, und der flog ab und zu, 1. Mose 8/7, bedeuten, daß die Falschheiten noch Störung verursachten, erhellt aus der Bedeutung des Raben, und aus der Bedeutung von ausgehen und wiederkehren, wovon im Folgenden. Es wird hier beschrieben der zweite Zustand des wiederzugebärenden Menschen nach der Versuchung, wenn die Glaubenswahrheiten, als die ersten (Funken) des Lichtes zu erscheinen anfangen; dieser Zustand ist so beschaffen, daß die Falschheiten fortwährend Störung dazwischen bringen (interturbent), so daß es ein Zustand ist, wie in der Morgendämmerung, wo noch eine Dunkelheit von der Nacht bleibt, daher er hier durch den Raben bezeichnet wird. Die Falschheiten beim geistigen Menschen, hauptsächlich ehe er wiedergeboren ist, verhalten sich wie dichte Wolkenflecken; der Grund ist, weil er nichts Glaubenswahres wissen kann, außer aus den Offenbarungen im Wort, wo alles allgemein gesagt ist. Die (allgemeinen) Wahrheiten sind nichts als Wolkenflecken, denn ein jedes Allgemeine begreift in sich tausend und aber tausend Besonderheiten, und ein jedes Besondere tausend und aber tausend Einzelheiten; die Einzelheiten des Besonderen sind es, die das Allgemeine beleuchten; diese sind den Menschen nie so geoffenbart worden, sowohl weil sie nicht beschrieben, als weil sie nicht begriffen, somit nicht anerkannt und geglaubt werden können; denn sie sind entgegen den Täuschungen der Sinne, in denen der Mensch ist, und die er sich nicht leicht zerstören läßt. Ganz anders verhält es sich beim himmlischen Menschen: dieser hat ein Innewerden vom Herrn, ihm läßt sich das Besondere und das Einzelne des Besonderen beibringen; wie z.B., daß eine wahre Ehe ist zwischen einem Mann und einem Weib, und daß eine solche Ehe das Abbild der himmlischen Ehe ist, folglich daß in einer solchen Ehe himmlische Glückseligkeit sein kann, aber durchaus nicht in der Ehe eines Mannes mit mehreren Weibern. Der geistige Mensch, der aus dem Worte des Herrn dies weiß, beruhigt sich dabei, und bekommt davon das Gewissen, daß die Ehe mit mehreren Weibern Sünde ist; mehr weiß er nicht; dagegen der himmlische Mensch Tausende von Dingen inne wird, die es begründen, so daß er die Ehe mit mehreren verabscheut. Da der geistige Mensch nur Allgemeines weiß, und aus dem Allgemeinen sein Gewissen sich bildet, und die allgemeinen (Wahrheiten) des Wortes angepaßt sind den Täuschungen der Sinne, so erhellt, daß unzählige Falschheiten sich beigesellen, wie auch sich einschleichen, die nicht zerstreut werden können. Diese Falschheiten werden hier bezeichnet durch den Raben, der ausging ab- und zufliegend. 866. Daß durch den Raben Falschheiten bezeichnet werden, kann im allgemeinen erhellen aus dem, was früher von den Vögeln gesagt und gezeigt worden ist, daß sie nämlich bezeichnen das Verständige (intellectualia), das Vernünftige und das Wissenschaftliche; und ebenso die Gegensätze, die Vernünfteleien und Falschheiten sind; jene und diese werden im Wort beschrieben durch verschiedene Arten von Vögeln; die intellektuellen Wahrheiten durch sanfte, schöne und reine Vögel, die Falschheiten aber durch wilde, unschöne und unreine Vögel, und zwar je nach der Art des Wahren und Falschen; grobe und dichte Falschheiten durch Nachteulen und Raben; durch Nachteulen, weil sie in der Finsternis der Nacht leben; durch Raben, weil sie von schwarzer Farbe sind; wie bei Jes.34/11: "Die Nachteule und der Rabe werden in ihr wohnen": wo die Rede ist von der jüdischen Kirche, daß in ihr nichts als Falschheiten seien, die auch beschrieben werden durch die Nachteule und den Raben. 867. Daß durch das Ausgehen und Wiederkehren bezeichnet wird ihr Zustand, der so beschaffen (war), erhellt aus den Falschheiten, die bei dem Menschen sind, wenn er im ersten und zweiten Zustand nach der Versuchung ist, daß nämlich die Falschheiten so herumschwärmen, daß sie ausgehen und wiederkehren, aus dem schon früher angegebenen Grund, weil er bloß in der Erkenntnis der allgemeinsten Dinge ist, und sein kann, in welche die Einbildungen aus den körperlichen, sinnlichen und weltlichen Dingen einfließen, die nicht übereinstimmen mit den Wahrheiten des Glaubens. 868. "Bis zur Austrocknung der Wasser auf der Erde", 1. Mose 8/7, daß dies bedeutet die scheinbare Zerstreuung der Falschheiten, erhellt aus dem Zustande des Menschen, wenn er wiedergeboren wird. Heutzutage glaubt man allgemein, daß das Böse und Falsche beim Menschen ganz zerstreut und vertilgt werde, wenn er wiedergeboren wird, so daß, wenn er wiedergeboren ist, nichts Böses und Falsches mehr übrigbleibe, daß er somit rein und gerecht sei, wie abgespült und abgewaschen mit Wasser. Aber dies ist ganz falsch; nie wird ein einziges Böses und ein einziges Falsches so zerstreut, daß es vertilgt wäre, sondern alles, was er nur immer von Kindheit an erblich an sich genommen und durch wirkliches Tun sich angeeignet hat, das bleibt zurück, so daß der Mensch, obgleich er wiedergeboren ist, doch nichts als Böses und Falsches ist, was den Seelen nach dem Tode lebendig gezeigt wird. Dies kann auch daraus deutlich genug erhellen, daß der Mensch nichts Gutes und nichts Wahres hat, außer vom Herrn, und daß alles Falsche und Böse dem Menschen vom Eigenen her kommt, und daß der Mensch, wie auch der Geist, ja der Engel, wenn er auch nur im Geringsten sich selbst überlassen wird, von selbst zur Hölle rennt, daher es auch im Worte heißt, daß der Himmel nicht rein sei. Dies erkennen die Engel an, und wer es nicht anerkennt, der kann nicht unter den Engeln sein. Es ist allein des Herrn Barmherzigkeit, die sie frei macht, ja sie herauszieht und zurückhält von der Hölle, daß sie sich nicht von selbst hineinstürzen. Daß sie vom Herrn zurückgehalten werden, auf daß sie sich nicht in die Hölle stürzen, werden die Engel deutlich inne, einigermaßen auch die guten Geister. Die bösen Geister aber, sowie die Menschen, glauben es nicht, aber es wurde ihnen oftmals gezeigt. Hiervon wird aus Erfahrung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesprochen werden. Da nun der Zustand des Menschen so beschaffen ist, daß durchaus kein Böses und Falsches so zerstreut werden kann, daß es vertilgt würde, weil im Bösen und Falschen sein eigenes Leben besteht, so bezähmt der Herr, wenn er den Menschen wiedergebiert, vermöge göttlicher Barmherzigkeit, sein Böses und Falsches durch Versuchungen, so daß es wie tot erscheint, obwohl es nicht tot ist, (sondern) bloß bezähmt, damit es nicht so sehr widerstreiten kann dem Guten und Wahren, das vom Herrn ist. Dann gibt der Herr auch durch die Versuchungen ein neues Vermögen, Gutes und Wahres aufzunehmen, indem Er dem Menschen Ideen und Triebe des Guten und Wahren schenkt, zu dem das Böse und Falsche umgelenkt werden kann; und auch indem Er seinem Allgemeinen, von dem früher die Rede war, das Besondere, und diesem die Einzelheiten einflößt, die beim Menschen verborgen sind, und von denen der Mensch gar nichts weiß, denn sie sind innerhalb der Sphäre seines Begreifens und Innewerdens. Dieselben sind so beschaffen, daß sie zu Behältern oder Gefäßen dienen können, daß ihnen vom Herrn eingeflößt werden mag die Liebtätigkeit und in diese die Unschuld; durch deren wunderbare Mischung (temperatura) beim Menschen, Geist und Engel, das Bild eines Regenbogens dargestellt werden kann, weshalb der Regenbogen zum Zeichen des Bundes wurde: 1. Mose 9/12-16, wovon vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, dort (die Rede sein wird). Wenn der Mensch so gebildet ist, dann heißt er wiedergeboren, während gleichwohl all sein Böses und Falsches bleibt, dann aber auch erhalten wird all sein Gutes und Wahres. Wer böse ist, all dessen Böses und Falsches kehrt, ganz wie er in demselben war bei Leibesleben, im anderen Leben wieder, und verwandelt sich in Einbildungen und höllische Strafen. Wer aber gut ist, all dessen Zustände des Guten und Wahren, als der Freundschaft, der Liebtätigkeit und Unschuld, werden mit ihren Wonnen und Seligkeiten, die ins Unermeßliche zunehmen und sich mehren, im anderen Leben zurückgerufen. Dies nun ist es, was bezeichnet wird durch die Austrocknung der Wasser, die eine scheinbare Zerstreuung der Falschheiten ist. 869. Vers 8: Und er entließ die Taube von sich, zu sehen, ob abgenommen haben die Wasser auf den Angesichten des Bodens. Durch "die Taube" werden bezeichnet Wahrheiten und Gutes des Glaubens bei dem Wiederzugebärenden. daß "er hinausließ eine Taube von sich, zu sehen" bedeutet den Zustand der Aufnahme des Wahren und Guten des Glaubens; "ob vermindert seien die Wasser" bedeutet die Falschheiten, die im Wege stehen; "die Angesichte des Bodens" sind das, was bei dem Menschen der Kirche ist; Boden wird gesagt, weil (es) der erste Zustand (ist), da der Mensch zur Kirche wird. 870. Daß durch die "Taube", 1. Mose 8/8, bezeichnet werden Wahrheiten und Gutes des Glaubens bei dem Wiederzugebärenden, erhellt aus der Bedeutung der Taube im Wort; hauptsächlich aus der Taube, die über Jesus kam, als Er getauft wurde, wie Matth.3/16,17: "Als Jesus getauft war, stieg Er sogleich herauf aus dem Wasser, und siehe, da taten sich die Himmel auf, und er sah den Geist Gottes herabfahren, wie eine Taube, und über Ihn kommen", und Joh.1/32; Luk.3/21,22 und Mark.1/10,11: wo die Taube nichts anderes bedeutete, als das Heilige des Glaubens, die Taufe selbst aber die Wiedergeburt: daher bei der neuen Kirche, die erstehen sollte, das Wahre und Gute des Glaubens, das man durch die Wiedergeburt vom Herrn empfängt. Gleiches bildeten vor und schlossen in sich die jungen Tauben oder die Turteltauben, die man zum Opfer und zum Brandopfer darbrachte in der jüdischen Kirche, wovon 3. Mose 1/14-17; 5/7-10; 12/6; 14/21,22; 15/15,29,30; 4. Mose 6/10,11; Luk.2/22-24: was aus jeder dieser Stellen erhellen kann. Daß sie solches bedeuteten, kann jeder schon daraus abnehmen, daß sie notwendig etwas vorbilden mußten; widrigenfalls es etwas Gehaltloses, und durchaus nichts Göttliches wäre. Das Äußere der Kirche ist etwas Unbeseeltes, aber es lebt vom Innern, und das Innere vom Herrn. Daß die Taube im allgemeinen Verständiges des Glaubens bedeutet, erhellt auch bei den Propheten, wie Hos.7/11: "Es wird Ephraim sein, wie eine dumme Taube, ohne Herz, Ägypten haben sie angerufen, nach Assyrien sind sie hingegangen". Hos.11/11: "Ephraim wird scheuen (pavebunt), wie ein Vogel aus Ägypten, und eine Taube aus dem Land Assyrien": wo Ephraim für den Einsichtigen (pro intelligente), Ägypten für den Wissenden, Assyrien für den Vernünftigen, die Taube für das steht, was dem Verständigen des Glaubens angehört, wo auch von der Wiedergeburt der geistigen Kirche gehandelt wird. Ps.74/19: "Jehovah, gib nicht dem wilden Tier die Seele der Turteltaube": das wilde Tier für die, welche keine Liebtätigkeit haben, die Seele der Turteltaube für das Leben des Glaubens. Man sehe, was früher, Nr. 40 und 776, von den Vögeln gesagt und gezeigt worden ist, daß sie nämlich Verständiges bedeuten, und zwar die sanften, schönen, reinen und nützlichen Vögel verständiges Wahres und Gutes; dagegen die wilden, häßlichen, unreinen und unnützen die Gegensätze, nämlich Falsches, wie der Rabe, der hier der Taube entgegengesetzt wird. 871. Daß (die Worte:) "Er entließ die Taube von sich, zu sehen", den Zustand der Aufnahme des Wahren und Guten des Glaubens bedeutet, kann aus der Sachfolge erhellen, sodann aus dem Folgenden, wo von den drei Ständen der Wiedergeburt dieses Menschen nach den Versuchungen gehandelt wird, die bezeichnet werden durch das dreimalige Entlassen der Taube. Hier deuten die Worte zunächst sein Untersuchen (explorationem) an, denn es heißt, er habe eine Taube von sich entlassen, zu sehen, nämlich wie folgt, ob vermindert seien die Wasser, d.h. ob die Falschheiten noch so groß seien, daß das Gute und Wahre des Glaubens nicht aufgenommen werden könnte. Aber beim Herrn ist kein Untersuchen, weil Er alles und jedes weiß, daher es im inneren Sinn nicht das Untersuchen, sondern den Zustand bezeichnet, und hier den ersten Zustand, wo die Falschheiten noch im Wege standen, was bezeichnet wird durch die Worte, ob vermindert seien die Wasser. 872. Daß die "Angesichte des Bodens", 1. Mose 8/8, solches sind, was beim Menschen der Kirche ist, und daß Boden gesagt wird, weil es der erste Zustand ist, wo der Mensch zur Kirche wird, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, wovon früher (Nr. 566), daß es nämlich der Mensch der Kirche ist, der dann ein Boden heißt, wenn ihm das Gute und Wahre des Glaubens eingepflanzt werden kann, vorher wird er Land (terra, Erde) genannt; wie 1. Mose Kapitel 1, wo vom Menschen, ehe er himmlisch geworden, ausgesagt wird Erde; dagegen wenn er himmlisch geworden ist, im zweiten Kapitel wird von ihm ausgesagt Boden und Feld; ebenso in diesem Kapitel. Schon allein an dem Wort Erde und dem Wort Boden kann man ersehen, was im inneren Sinn bezeichnet wird, nicht bloß hier, sondern auch überall im Worte: durch Boden wird im allumfassenden Sinn bezeichnet die Kirche, und weil die Kirche, wird auch bezeichnet der Mensch in der Kirche, denn wie früher gesagt worden ist, jeder Mensch der Kirche ist eine Kirche. 873. Vers 9: Und die Taube fand nicht Ruhe für die Sohle ihres Fußes, und sie kehrte zu ihm zurück zum Kasten, weil (noch) Wasser (waren) auf den Angesichten der ganzen Erde, und er streckte seine Hand aus, und nahm sie, und brachte sie zu sich herein in den Kasten. "Und die Taube fand nicht Ruhe für die Sohle ihres Fußes" bedeutet, daß noch nicht Gutes und Wahres des Glaubens Wurzel fassen konnte; "sie kehrte zu ihm zurück zum Kasten" bedeutet, das Gute und Wahre, sofern es als das des Glaubens bei ihm erschien; "weil (noch) Wasser auf den Angesichten der Erde (waren)" bedeutet die Falschheiten, daß sie noch im Überfluß da waren; "und er streckte seine Hand aus" bedeutet seine eigene Kraft; "und er nahm sie und brachte sie zu sich herein in den Kasten" bedeutet, daß er aus sich selbst das Gute tat, und das Wahre dachte. HG 874 874. Hier wird beschrieben der erste Stand der Wiedergeburt des Menschen dieser Kirche nach der Versuchung, der allen gemein ist, die wiedergeboren werden, nämlich, daß sie glauben, aus sich selbst das Gute zu tun und das Wahre zu denken, und weil sie noch in großem Dunkel sind, so läßt auch der Herr sie so meinen. Gleichwohl aber ist alles Gute, das sie tun, und alles Wahre, das sie denken, wenn sie in solcher Meinung, die falsch ist, stehen, nicht das Gute und Wahre des Glaubens, denn alles, was der Mensch aus sich hervorbringt, kann nicht gut sein, weil es aus seinem Selbst ist, das eine unreine und höchst unsaubere Quelle ist. Aus einer unreinen und ganz unsauberen Quelle kann durchaus nichts Gutes hervorgehen, denn er denkt immer an Verdienst und Selbstgerechtigkeit, ja noch mehr, einige verachten andere in Vergleich mit ihnen, wie der Herr lehrt Luk.18/9-14, andere anders. Die eigenen Begierden mischen sich bei, so daß es äußerlich wie gut erscheint, und gleichwohl innerlich unsauber ist. Daher das Gute, das der Mensch in diesem Zustande tut, nicht das Gute des Glaubens ist, ebenso verhält es sich mit dem Wahren, das er denkt. Wenn, was er denkt, auch die gewisseste Wahrheit wäre, so ist es gleichwohl, solang es aus dem Eigenen ist, an sich zwar ein Wahres des Glaubens, aber das Gute des Glaubens ist nicht darin. Alles Wahre muß, um ein Glaubenswahres zu sein, das Gute des Glaubens vom Herrn in sich haben, dann erst wird es gut und wahr. 875. Daß "die Taube fand nicht Ruhe für die Sohle ihres Fußes", 1. Mose 8/9, bedeutet, daß nichts Gutes und Wahres des Glaubens mehr Wurzel fassen konnte, erhellt aus der Bedeutung der Taube, daß sie das Wahre des Glaubens ist; sodann aus der Bedeutung der Ruhe für die Fußsohle, daß sie nämlich ist Wurzel fassen. Daß es nicht Wurzel fassen konnte, davon wird der Grund im Folgenden angegeben, daß nämlich die Falschheiten noch überflossen. Wie sich aber dies verhält, kann nicht verstanden werden, wenn man nicht weiß, wie die Wiedergeburt des geistigen Menschen geschieht. Bei diesem Menschen waren die Glaubenserkenntnisse aus dem Wort des Herrn, oder aus den Lehren von da her, welche die Alte Kirche hatte aus den Offenbarungen der Ältesten Kirche, seinem Gedächtnisse einzupflanzen, und daher sein intellektuelles Gemüt zu unterrichten. Solang aber daselbst die Falschheiten überfließen, können die Glaubenswahrheiten, wie sehr sie auch eingepflanzt werden mögen, nicht wurzeln, sie hängen bloß an der Oberfläche oder im Gedächtnis, und der Boden wird nicht tauglich, ehe die Falschheiten zerstreut sind, so daß sie nicht erscheinen, wie früher gesagt worden ist. Der Boden selbst wird bei diesem Menschen zubereitet in seinem intellektuellen Gemüt, und wenn er zubereitet ist, dann wird vom Herrn das Gute der Liebtätigkeit eingeflößt, daher das Gewissen, aus dem er hernach handelt, d.h., durch das der Herr das Gute und Wahre des Glaubens wirkt. Also scheidet der Herr das Verständige (intellectualia) dieses Menschen von seinem Wollen, so daß sie gar nicht vereinigt werden. Würden sie vereinigt, so müßte er notwendig ewig verlorengehen. Beim Menschen der Ältesten Kirche war das Wollen vereinigt mit dem Verständigen, wie dies auch der Fall ist bei den himmlischen Engeln, aber beim Menschen dieser Kirche sind sie nicht vereinigt, und werden auch nicht beim geistigen Menschen vereinigt. Gleichwohl scheint es, als ob das Gute der Liebtätigkeit, das er tut, gleichsam aus seinem Willen sei, es ist aber bloß Schein und Täuschung. Alles Gute der Liebtätigkeit, das er tut, ist allein des Herrn, nicht durch den Willen, sondern durch das Gewissen. Wenn der Herr auch nur ein kleinwenig gewähren ließe, daß der Mensch aus eigenem Willen handelte, so würde er statt Gutes Böses tun aus Haß, Rache und Grausamkeit. Ebenso verhält es sich mit dem Wahren, das der geistige Mensch denkt und redet. Wenn er es nicht aus dem Gewissen und so aus dem Guten des Herrn denken und reden würde, so könnte er durchaus nicht anderes Wahres denken und reden, als die teuflische Rotte, wenn sie sich zu Engeln des Lichtes verstellen: dies stellt sich ganz klar heraus im anderen Leben. Hieraus erhellt, wie die Wiedergeburt geschieht, und was die Wiedergeburt des geistigen Menschen ist, nämlich daß sie ist die Trennung seines verständigen Teiles vom wollenden durch das Gewissen, das vom Herrn in seinem verständigen Teile gebildet wird, und was aus diesem getan wird erscheint, als ob es aus seinem Willen wäre, es ist aber vom Herrn. 876. Daß ihr Zurückkehren zu ihm zum Kasten das scheinbare Gute und Wahre des Glaubens bedeute, erhellt aus dem, was gesagt worden ist, dann aus dem, was folgt: Wiederkehren zum Kasten bedeutet im inneren Sinn nicht Befreiung, sondern Ausgelassenwerden aus dem Kasten und nicht wiederkehren, wie aus dem erhellt, was folgt, als Vers 12, daß er eine Taube entlassen habe, und sie nicht mehr zu ihm zurückgekehrt sei, sodann aus dem 15. und 16. Vers, daß ihm befohlen worden sei, auszugehen aus dem Kasten, und aus dem 18. Vers, daß er ausgegangen sei. Der Kasten bedeutet seinen Zustand vor der Wiedergeburt; als er darin war, war er in der Gefangenschaft oder im Kerker, von allen Seiten belagert von Bösem und Falschem, oder von den Wassern der Flut. Daß sie zurückkehrte zu ihm zum Kasten, bedeutet daher, daß das unter der Taube verstandene Gute und Wahre wieder zu ihm zurückkam. Alles Gute, was nur der Mensch aus sich selbst zu tun glaubt, das kommt wieder zu ihm zurück, denn es bezielt ihn selbst, oder er tut es, daß es vor der Welt erscheine, oder vor den Engeln, oder daß er den Himmel verdiene, oder daß er der Größte sei im Himmel. Solches wohnt dem Eigenen und jeder seiner Ideen inne, obwohl es in der äußeren Form als Gutes und Wahres des Glaubens erscheint. Das Gute und Wahre des Glaubens ist inwendig gut und wahr. Vom Innersten, d.h. durch das Innerste des Menschen vom Herrn her, fließt alles Gute und Wahre des Glaubens ein. Dagegen wenn (es) vom Eigenen oder aus Verdienstlichkeit (hervorgeht), dann ist das Inwendige unsauber, und das Äußerliche erscheint als rein, ganz wie eine stinkende Buhldirne, die von Angesicht hübsch erscheint; oder wie ein Äthiopier oder vielmehr eine ägyptische Mumie mit einem weißen Kleid angetan. 877. Daß die Wasser auf den Angesichten der Erde die Falschheiten bedeuten, sofern sie noch überflossen, erhellt aus der Bedeutung der Wasser der Flut, daß sie nämlich Falschheiten sind, wie früher zur Genüge gezeigt worden ist Nr. 790, somit aus den Worten selbst. 878. Daß (die Worte:) "Er streckte seine Hand aus", 1. Mose 8/9, seine eigene Kraft bedeuten, und "er nahm sie, und brachte sie zu sich herein in den Kasten", (daß dies) bedeutet, daß er aus sich selbst das Gute tat und das Wahre dachte, erhellt aus der Bedeutung der Hand, daß sie nämlich die Kraft (potentia) ist, somit hier, daß sie die eigene Kraft ist, aus der (er handelte); denn die Hand ausstrecken, und die Taube nehmen, und zu sich hereinbringen heißt, sich zueignen und zuschreiben das unter der Taube verstandene Wahre. Daß durch Hand bezeichnet wird Kraft, dann Gewalt, und daher Zuversicht, erhellt aus vielem im Wort: Jes.10/12,13: "Ich will heimsuchen die Frucht der Größe des Herzens des Königs von Aschur, weil er gesagt hat, in der Kraft meiner Hand habe ich es getan, und in meiner Weisheit, weil ich verständig bin": wo offenbar die Hand für eigene Kraft steht, der er es zugeschrieben habe, daher die Heimsuchung über ihn kam. Jes.25/11: "Moab wird die Hände ausbreiten inmitten seiner, gleich wie sie ausbreitet ein Schwimmender zum Schwimmen, und wird seinen Stolz demütigen samt den Dämmen (cataractis) seiner Hände": Hände für eigene Kraft, aus Selbsterhebung über andere, somit aus Stolz. Jes.37/27: "Ihre Bewohner, kurz von Hand, sind bestürzt und beschämt": kurz von Hand, soviel als ohne Kraft. Jes.45/9: "Darf wohl der Ton zu seinem Töpfer sagen, was machst du; und dein Werk, es hat keine Hände": es hat keine Hände, soviel als, es hat keine Kraft. Hes.7/27: "Der König wird trauern, und der Fürst wird in Entsetzen gekleidet werden, und die Hände des Volks des Landes werden verzagt werden": Hände für Kräfte. Micha 2/1: "Wehe denen, die auf Frevel sinnen, und Böses wirken auf ihren Lagern, das sie im Lichte des Morgens tun, und weil für einen Gott gilt ihre Hand": Hand für eigene Kraft, auf die sie als ihren Gott vertrauen. Sach.11/17: "Wehe dem nichtswürdigen Hirten, der die Herde verläßt, Schwert über seinen Arm, und über das Auge seiner Rechten; sein Arm soll verdorren, und das Auge seiner Rechten erblinden". Weil Hände Kräfte bedeuten, darum werden das Böse und die Falschheiten im Worte hin und wieder genannt die Werke ihrer Hände; das Böse ist aus dem Eigenen seines Willens, das Falsche aus dem Eigenen seines Verstandes; daß das Böse und Falsche aus dieser Quelle stamme, kann sattsam erhellen aus der Natur des Eigenen des Menschen, daß es nämlich lediglich böse und falsch ist. Von der Natur des Eigenen, daß sie eine solche sei, sehe man das früher Bemerkte: Nr. 39, 41, 141, 150, 154, 210, 215. Weil die Hände im allgemeinen die Kraft bedeuten, darum werden dem Jehovah oder dem Herrn im Wort öfters Hände zugeschrieben, und wird daselbst unter den Händen im inneren Sinn die Allmacht verstanden, wie Jes.26/11: "Jehovah, erhöhet ist Deine Hand": für göttliche Macht. Jes.31/3: "Jehovah streckt Seine Hand aus, alle kommen um": für die göttliche Macht. Jes.45/11,12: "Über das Werk Meiner Hände gebietet Mir. Meine Hände haben ausgespannt die Himmel, und all ihrem Heer habe Ich geboten": für die göttliche Macht; die Wiedergeborenen werden oft im Wort genannt das Werk der Hände Jehovahs. Jes.48/13: "Meine Hand hat die Erde gegründet, und Meine Rechte hat mit der Spanne gemessen die Himmel": die Hand und die Rechte für die (göttliche) Allmacht. Jes.50/2: "Ist verkürzt Meine Hand, daß keine Erlösung sei, und ist in Mir keine Kraft zum Erretten?": für die göttliche Macht. Jerem.32/17,21: "Du hast ausgeführt Dein Volk Israel aus dem Land Ägypten durch Zeichen und Wunder, und durch starke Hand, und durch ausgerecktem Arm": für die göttliche Macht, wo im 17. Vers die Kraft, im 21. Vers die Hand steht: Daß sie durch starke Hand und ausgereckten Arm ausgeführt worden seien aus Ägypten, wird oft gesagt. Hes.20/5,6,23: "So sprach der Herr Jehovah, am Tage da Ich Israel erwählte, und aufhob Meine Hand dem Samen des Hauses Jakobs, und Ich ihnen kund wurde im Land Ägypten: Ich hob auf Meine Hand für sie, sie auszuführen aus dem Land Ägypten". 2. Mose 14/31: "Israel sah die große Hand, die Jehovah betätigte an den Ägyptern". Daß durch Hand die Kraft bezeichnet wird, ist nun hieraus klar zu ersehen; ja, so sehr hatte die Hand die Bedeutung der Kraft, daß es auch vorbildlich wurde, wie aus den Wundern erhellt, die in Ägypten geschehen, daß dem Mose befohlen wurde, er solle den Stab oder die Hand ausrecken, so werde es geschehen; z.B.: 2. Mose 9/22: "Moses reckte die Hand aus, und es ward ein Hagel über Ägypten". 2. Mose 10/21,22: "Moses reckte die Hand aus, und es ward eine Finsternis". 2. Mose 14/21,27: "Moses reckte aus die Hand und den Stab über das Meer Suph, und es vertrocknete; und er reckte die Hand aus, und es wurde zurückgeführt". Niemand, der einigen Verstand hat, um wahrhaft zu denken, kann glauben, daß etwas von Macht gewesen sei in der Hand oder im Stabe Moses, sondern weil das Aufheben und Ausrecken der Hand die göttliche Macht bedeutete, so wurde es auch zum Vorbilde in der jüdischen Kirche. Ebenso als Josua die Lanze ausreckte, von der es heißt bei Jos.8/18,26: "Jehovah sprach, recke aus die Lanze, die in deiner Hand ist, gegen Ai, weil Ich sie in deine Hand geben will; als Josua die Lanze ausreckte, die er in der Hand (hatte), kamen sie in die Stadt, nahmen dieselbe, und Josua zog die Hand, mit der er die Lanze ausgereckt, nicht zurück, bis daß er verbannet hatte alle Einwohner von Ai". Hieraus erhellt auch, wie es sich mit den Vorbildern verhält, die das Äußere der jüdischen Kirche waren; hieraus auch, wie das Wort beschaffen ist, daß es (nämlich) nicht scheint, als ob die Dinge, die in seinem äußeren Sinne sind, Vorbilder des Herrn und Seines Reiches wären, wie hier, daß sie die Hand ausrecken sollten, und ebenso alles übrige, das sich gar nicht als solches zeigt, wenn das Gemüt bloß in dem Geschichtlichen des Buchstabens gehalten wird. Es erhellt auch hieraus, wie weit die Juden von dem wahren Verstehen des Wortes und der Kirchengebräuche sich entfernt hatten, indem sie bloß ins Äußerliche allen Gottesdienst setzten, und gar so weit gingen, daß sie dem Stabe Moses und der Lanze Josuas Macht zuschrieben, während doch in denselben nicht mehr Macht war, als in einem Holz; weil sie aber die Allmacht des Herrn bezeichneten, und diese im Himmel alsdann verstanden wurde, als sie auf Befehl die Hand oder den Stab ausreckten, darum die Zeichen und Wunder. Gleiche Bewandtnis hat es damit, daß, als Moses auf der Spitze des Hügels die Hände aufhob, Josua Sieger war, und als er sie niederließ, besiegt wurde, und daß man deswegen seine Hände unterstützte: 2. Mose 17/9-13. Ebenso, daß die Hände aufgelegt wurden wenn sie eingeweiht wurden, wie vom Volk den Leviten: 4. Mose 8/9,10,12; dem Josua von Mose, als er an dessen Stelle eingesetzt wurde: 4. Mose 27/18,23, damit so Kraft (potentia) verliehen würde; daher auch heutzutage die Einweihungs- u. Einsegnungsgebräuche mittelst Auflegung der Hände. Inwiefern die Hände die Kraft bezeichneten und vorbildeten, kann man sehen an Usa und Jeroboam, von denen folgendes im Worte steht: von Usa, daß er (seine Hand) ausreckte nach der Lade Gottes, und sie anfaßte, und deshalb starb, 2.Sam.6/6,7: die Lade bildete vor den Herrn, somit alles Heilige und Himmlische; daß Usa (die Hand) ausreckte nach der Bundeslade, bildete vor die eigene Kraft, oder das Eigene des Menschen, und weil dieses unheilig ist, so liest man nicht die Hand, sie wird aber gleichwohl verstanden, aus dem Grund, damit nicht von den Engeln ein solches Unheilige wahrgenommen würde, welches das Heilige berührt hätte, und weil er sie ausreckte, starb er. Von Jeroboam, 1.Kön.13/4-6: "Es geschah, als er hörte das Wort des Mannes Gottes, das er rief gegen den Altar, da reckte Jeroboam seine Hand aus über dem Altar, und sprach: Greifet ihn! und es verdorrte seine Hand, die er ausgereckt gegen ihn, und er konnte sie nicht wieder zu sich zurückziehen, er sprach daher zum Manne Gottes: Bitte doch das Angesicht Jehovahs, deines Gottes, daß meine Hand zu mir zurückkomme; und es bat der Mann Gottes das Angesicht Jehovahs, und seine Hand kam zu ihm zurück, und ward, wie vorhin": hier wird gleichfalls durch das Ausrecken der Hand bezeichnet die eigene Kraft, oder das Eigene, das unheilig ist, weil er das Heilige verletzen wollte durch Ausreckung der Hand gegen den Mann Gottes, weshalb seine Hand verdorrte; weil er aber ein Götzendiener war, und, wie früher gesagt worden, nicht entheiligen konnte, so kam seine Hand zurück. Daß die Hand die Kraft bezeichnet und vorbildet, kann erhellen aus den Vorbildungen in der Geisterwelt, wo zuweilen ein nackter Arm zu Gesicht kommt, in dem eine so große Stärke ist, daß er die Gebeine zerbrechen, und das innerste Mark gleichsam zu nichts zermalmen kann, und infolgedessen ein so großer Schrecken (entsteht), daß einem das Herz vergeht; er hat auch wirklich eine solche Stärke. 879. Vers 10,11: Und er harrte noch sieben andere Tage, und fuhr fort, die Taube auszulassen aus dem Kasten. Und es kehrte die Taube zu ihm zurück, zur Zeit des Abends; und siehe, ein abgerissenes Blatt des Ölbaums (war) in ihrem Mund; und Noach erkannte, daß die Wasser abgenommen haben auf der Erde. "Und er harrte noch sieben andere Tage" bedeutet den Anfang des zweiten Zustandes der Wiedergeburt; sieben Tage bedeuten das Heilige, weil nunmehr von der Liebtätigkeit die Rede ist; "und fuhr fort die Taube auszulassen aus dem Kasten" bedeutet den Zustand der Aufnahme des Guten und Wahren des Glaubens; "und es kehrte die Taube zu ihm zurück zur Zeit des Abends" bedeutet, daß (jenes) ein klein wenig (pauxillum) zu erscheinen anfing; die Zeit des Abends ist wie in der Dämmerung vor dem Morgen; "und siehe, ein abgerissenes Blatt des Ölbaumes in ihrem Mund" bedeutet ein wenig (aliquantulum) vom Wahren des Glaubens; das Blatt ist das Wahre; der Ölbaum (oliva) ist das Gute der Liebtätigkeit; das Abgerissene ist das Wahre des Glaubens aus jenem; in ihrem Mund, heißt, daß es sich zeigte; "und Noach erkannte, daß die Wasser abgenommen haben auf (desuper) der Erde" bedeutet, daß dies so sei, weil die Falschheiten nicht so groß (mehr waren), wie früher, daß sie gehindert hätten. 880. Daß "er harrete noch sieben Tage", 1. Mose 8/10, bedeutet den Anfang des zweiten Zustandes der Wiedergeburt, kann daraus erhellen, daß durch dieses beschrieben wird die Zeit, die zwischen dem ersten Zustand, von dem im kurz vorhergehenden 8. und 9. Vers, und diesen fällt, von dem im 10. und 11. Vers die Rede ist. Jene Zeit, die dazwischen fällt, wird um des geschichtlichen Zusammenhanges willen ausgedrückt durch "er harrete." Wie es sich mit dem zweiten Zustand der Wiedergeburt verhält, kann einigermaßen erhellen aus dem, was gesagt und gezeigt worden ist vom ersten Stand, welcher war, daß die Glaubenswahrheiten noch nicht Wurzel fassen konnten, weil die Falschheiten noch im Wege standen. Dann erst wurzeln die Glaubenswahrheiten, wenn der Mensch sie anzuerkennen und zu glauben anfängt, vorher sind sie noch nicht eingewurzelt. Was der Mensch aus dem Worte hört, und im Gedächtnisse behält, ist nur eine Einsaat: aber das Wurzeln fängt gar nie an, wofern nicht der Mensch das Gute der Liebtätigkeit annimmt und aufnimmt. Alles Wahre des Glaubens wurzelt durch das Gute des Glaubens, d.h. durch das Gute der Liebtätigkeit. Es verhält sich damit, wie mit dem Samen, der in die Erde geworfen wird zur Zeit, da es noch Winter ist, oder da die Erde kalt ist, dann liegt er zwar in ihr, allein er treibt keine Wurzel. Sobald aber die Wärme der Sonne die Erde erwärmt, was zur Zeit des ersten Frühlings geschieht, dann fängt der Same an, eine Wurzel zuerst in sich zu treiben, und hernach hinauszulassen in die Erde. Ebenso verhält es sich mit dem geistigen Samen, der eingepflanzt wird. Dieser wurzelt gar nicht, ehe das Gute der Liebtätigkeit ihn gleichsam erwärmt, dann treibt er zuerst in sich selbst eine Wurzel, die er nachher zutage fördert. Es ist dreierlei beim Menschen, was zusammenwirkt und sich vereinigt, nämlich das Natürliche, das Geistige und das Himmlische. Sein Natürliches empfängt durchaus kein Leben, außer vom Geistigen, und das Geistige durchaus keines, außer vom Himmlischen, und das Himmlische vom Herrn allein, Der das eigentliche Leben ist. Damit man aber eine noch vollere Idee hiervon bekomme, so ist das Natürliche der Behälter, der aufnimmt, oder das Gefäß, dem eingegossen wird das Geistige; und das Geistige ist der Behälter, der aufnimmt, oder das Gefäß, dem eingegossen wird das Himmlische. Somit kommt durch das Himmlische das Leben vom Herrn. Solcherlei ist der Einfluß. Das Himmlische ist alles Gute des Glaubens; beim geistigen Menschen ist (es) das Gute der Liebtätigkeit. Das Geistige ist das Wahre, das durchaus nicht zum Wahren des Glaubens wird, es sei denn in ihm das Gute des Glaubens, oder das Gute der Liebtätigkeit, in dem das eigentliche Leben aus dem Herrn ist. Damit man aber noch deutlicher wisse, wie es sich verhält, so ist es das Natürliche des Menschen, welches das Werk der Liebtätigkeit zu tun hat, und zwar entweder mit der Hand, oder mit dem Mund, sodann durch die Organe des Körpers. Allein dies ist an sich tot, es lebt lediglich vom Geistigen, das im Werk ist, und das Geistige lebt lediglich vom Himmlischen, das vom Herrn ist; davon heißt es ein gutes Werk, denn es gibt nichts Gutes, außer vom Herrn. Weil so sich die Sache verhält, so kann jedem einleuchten, daß bei jedem Werk der Liebtätigkeit das Werk selbst nichts ist, als etwas Materielles, daß es aber sein Beseeltsein zu verdanken hat dem Wahren des Glaubens, das im Werk ist, und ferner, daß das Wahre des Glaubens auch nichts ist, als etwas Unbeseeltes, sondern sein Lebendigsein zu verdanken hat dem Guten des Glaubens. Und daß das Gute des Glaubens lebendig ist lediglich vom Herrn allein, Welcher ist das Gute selbst und das Leben selbst. Hieraus erklärt es sich, warum die himmlischen Engel nichts hören wollen vom Glauben, geschweige vom Werk, man sehe Nr. 202, weil sie sowohl den Glauben, als das Werk ableiten aus der Liebe, und den Glauben betätigen aus der Liebe, und das Glaubenswerk selbst (tun) aus der Liebe, so daß ihnen verschwindet sowohl das Werk, als der Glaube, und allein übrigbleibt die Liebe und das Gute aus ihr, und in ihrer Liebe ist der Herr. Diese Engel, weil sie so himmlische Ideen haben, sind unterschieden von den Engeln, die geistige genannt werden. Und ihr Denken und Reden selbst ist daher viel unbegreiflicher, als das Denken und Reden der geistigen Engel. 881. Daß sieben das Heilige bedeuten, weil nunmehr von der Liebtätigkeit die Rede ist, erhellt aus der Bedeutung von sieben, wovon Nr. 395, 716. Sieben ist auch hier eingefügt, damit alles geschichtlich zusammenhänge, denn "sieben, und sieben Tage" fügen im inneren Sinne lediglich nichts hinzu als eine gewisse Heiligkeit, die dieser zweite Zustand hat vom Himmlischen, d.h. von der Liebtätigkeit her. 882. "Und er fuhr fort, die Taube auszulassen aus dem Kasten", 1. Mose 8/10, daß dies den Zustand der Aufnahme des Guten und Wahren des Glaubens bedeutet, erhellt aus dem, was bemerkt worden ist zum 8. Vers, wo beinahe die gleichen Worte sind, aber mit dem Unterschied, daß es dort heißt, er habe die Taube von sich ausgelassen, aus dem ebenfalls dort angegebenen Grund, weil er alsdann das Wahre und Gute aus sich selbst gewirkt, oder weil er geglaubt hat, (er wirke es) aus eigener Kraft, und dieses heißt, von sich (a secum). 883. Daß (die Worte:) "Die Taube kam zu ihm zurück zur Zeit des Abends", 1. Mose 8/11, bedeuten, daß ein klein wenig (vom Guten und Wahren des Glaubens) zu erscheinen anfing, und daß die Zeit des Abends wie in der Dämmerung vor dem Morgen ist, kann gleichfalls erhellen aus dem, was früher bemerkt worden ist zum 8. Vers (Nr. 22), dann auch daraus, daß hier gesagt wird, Zeit des Abends; vom Abend sehe man, was bemerkt worden ist im 1. Mose 1. Kapitel, wo es sechsmal heißt: es war Abend und es war Morgen. Der Abend ist ein Wort der Wiedergeburt, und zwar desjenigen Zustandes derselben, da (der Mensch) noch im Schatten ist, oder da nur erst ein klein wenig von Licht bei ihm erscheint; der Morgen selbst wird beschrieben im folgenden 13. Vers durch (die Worte): "Er entfernte das Dach des Kastens, und sah". Weil der Abend die Dämmerung vor dem Morgen bedeutet, geschieht in der jüdischen Kirche so oft des Abends Erwähnung; sodann fingen deswegen auch ihre Sabbathe und Feste mit dem Abend an; wie denn auch dem Aharon befohlen wurde, er solle die heilige Leuchte anzünden des Abends: 2. Mose 27/21. 884. "Und siehe, ein abgerissenes Blatt des Ölbaums in ihrem Munde", daß dies bedeute ein klein wenig vom Wahren des Glaubens; daß das Blatt das Wahre sei, der Ölbaum das Gute der Liebtätigkeit; das Abgerissene das Wahre des Glaubens aus jenem; in ihrem Munde, daß es sich zeigte: - erhellt aus der Bedeutung des Ölbaums, und leuchtet aus den Worten selbst hervor; und daß es ein klein wenig sei, (erhellt) daraus, daß es nur ein Blatt war. 885. Daß das Blatt das Wahre bedeutet, erhellt hin und wieder aus dem Worte, wo der Mensch einem Baume verglichen, oder Baum genannt wird. Da bedeuten dann die Früchte das Gute der Liebtätigkeit, und das Laub das Wahre aus denselben: es verhält sich auch ebenso mit diesen: wie bei Hes.47/12; Joh.Offenb.22/2: "An dem Fluß erhob sich über seine Ufer hier und dort allerlei Baum der Speise, dessen Blatt nicht abfällt, noch zu Ende geht die Frucht, jeden Monat wächst sie wieder; weil seine Wasser aus dem Heiligtum hervorgehen; und es wird seine Frucht sein zur Speise und sein Blatt zur Arznei": hier der Baum für den Menschen der Kirche, in dem das Reich des Herrn ist, die Frucht für das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, das Blatt für die Wahrheiten aus demselben, die zur Belehrung des menschlichen Geschlechts und seiner Wiedergeburt dienen, daher es vom Blatt heißt, es sei zur Arznei. Hes.17/9: "Wird (jener) nicht seine Wurzeln ausreißen, und seine Frucht abschneiden, und wird verdorren, alle abgerissenen (Blätter) seines Gewächses werden verdorren": hier vom Weinstock oder von der Kirche, der verwüsteten, deren Gutes, das die Frucht ist, und das Abgerissene des Gewächs, welches das Wahre ist, also verdorret. Jerem.17/7,8: "Gesegnet der Mann, der auf Jehovah vertrauet; er wird sein, wie ein Baum, gepflanzt an den Wassern; sein Blatt wird grün sein, im Jahre der Dürre wird ihm nicht bangen; und er wird nicht ablassen, Frucht zu bringen": das grüne Blatt für das Wahre des Glaubens, somit für den Glauben selbst, der aus der Liebtätigkeit (stammt), ebenso Ps.1/3. Jerem.8/13: "Keine Trauben am Weinstock, und keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist abgefallen": Trauben am Weinstock für geistig Gutes, Feigen am Feigenbaum für natürlich Gutes, das Blatt für Wahres, das so abgefallen; ebenso Jes.34/4. Ähnliches ward verstanden unter dem Feigenbaum, den Jesus sah, und an dem Er nichts fand, als Blätter, daher er verdorrte, Matth.21/20; Mark.11/13,14: es war die jüdische Kirche insonderheit unter dem Feigenbaum hier verstanden, bei der nichts natürlich Gutes mehr (war); aber die Lehre des Glaubens oder das Wahre, das bei ihr erhalten war, ist das Blatt; die verwüstete Kirche ist so beschaffen, daß sie das Wahre weiß, aber nicht verstehen will; ebenso sind diejenigen, die sagen, sie wissen das Wahre oder was Sache des Glaubens ist, und nichts Gutes der Liebtätigkeit haben, sie sind bloß Feigenblätter und verdorren. 886. Daß der Ölbaum das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, erhellt nicht bloß aus der Bedeutung des Ölbaumes, sondern auch aus der Bedeutung des Öls im Wort: das Öl vom Ölbaum war es, außer den Gewürzen, mit dem gesalbt wurden die Priester und Könige; und das Öl vom Ölbaum war für die Leuchten; von jenem sehe man 2. Mose 30/24 von diesem 2. Mose 27/20. Der Grund davon, daß das Öl des Ölbaums gebraucht wurde zu den Salbungen und den Leuchten, war, weil es vorbildete alles Himmlische, folglich alles Gute der Liebe und Liebtätigkeit; denn das Öl ist das eigentlich Wesentliche des Baumes, und gleichsam seine Seele, wie das Himmlische oder das Gute der Liebe und Liebtätigkeit das eigentlich Wesentliche oder die eigentliche Seele das Glaubens ist: daher die Vorbildung. Daß das Öl bedeutet das Himmlische oder das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, kann durch vieles aus dem Worte begründet werden, weil aber hier genannt wird der Ölbaum, mögen bloß einige begründende Stellen vom Ölbaum angeführt werden: Jerem.11/16: "Einen grünen Ölbaum von schöner Frucht Gestalt nannte Jehovah (als) deinen Namen": wo so genannt wird die Älteste oder himmlische Kirche, welche die Grundlage der jüdischen Kirche war; daher alle Vorbildungen dieser Kirche ihr Absehen auf Himmlisches, und durch das Himmlische auf den Herrn hatten. Hos.14/7: "Es sollen auslaufen seine Zweige, und es wird wie ein Ölbaum seine Ehre sein, und ein Geruch ihm wie des Libanon": wo von der zu pflanzenden Kirche die Rede ist, deren Ehre ist der Ölbaum, oder das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, und der Geruch wie des Libanon ist Trieb zum Wahren (affectio veri) des Glaubens aus demselben; der Libanon (steht) für die Zedern, die das Geistige oder die Wahrheiten des Glaubens bedeuteten. Sach.4/3,11,14: "Zwei Ölbäume neben dem Leuchter, einer zur Rechten des Ölbehälters, und einer zu seiner Linken: dies die zwei Söhne des reinen Öls, stehend neben dem Herrn der ganzen Erde": wo die zwei Ölbäume für das Himmlische und Geistige, somit für die Liebe (stehen), welche ist Sache der himmlischen Kirche, und für die Liebtätigkeit, welche ist Sache der geistigen Kirche; diese sind zur Rechten und Linken des Herrn; der Leuchter bezeichnet hier, wie er vorbildete in der jüdischen Kirche, den Herrn; die Leuchten Himmlisches, aus dem Geistiges (kommt), wie von der Flamme die Lichtstrahlen oder das Licht. Ps.128/3: "Dein Weib wie ein fruchtbarer Weinstock an den Seiten deines Hauses; deine Söhne, wie die Ölbaumpflanzen": wo Weib wie ein Weinstock für die geistige Kirche (steht); die Söhne für die Glaubenswahrheiten, die Ölbaumpflanzen genannt werden, weil (sie) von dem Guten der Liebtätigkeit (herstammen). Jes.17/6: "Es wird darin eine Nachlese (racemationes) übriggelassen werden, wie beim Schütteln des Ölbaumes, zwei, drei Beeren am Haupte des Zweiges": wo von den Überresten beim Menschen (die Rede ist); Oliven für himmlische Überreste. Micha 6/15: "Du wirst Oliven keltern, und dich nicht mit Öl salben; und Most, und wirst keinen Wein trinken". 5. Mose 28/39,40: "Weinberge wirst die pflanzen und bauen, und keinen Wein trinken; Ölbäume wirst du haben in deinem ganzen Gebiete, und nicht mit Öl dich salben": wo (die Rede ist) vom Überfluß an Lehren vom Guten und Wahren des Glaubens, die sie, weil sie so geartet waren, verwarfen. Aus diesen Stellen kann erhellen, daß das Blatt das Wahre des Glaubens bedeutet, und der Ölbaum das Gute der Liebtätigkeit; und daß ähnliches bezeichnet wird durch das Blatt des Ölbaumes, das die Taube im Munde trug, das ist, daß nun beim Menschen der Alten Kirche ein klein wenig vom Wahren des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit zum Vorschein kam. 887. Daß "die verminderten Wasser auf der Erde", 1. Mose 8/11, bedeuten, daß dies so war, weil die Falschheiten nicht so groß (waren), daß sie hinderten, erhellt aus der Bedeutung ebenderselben Worte oben Vers 8. Daß die Falschheiten nicht so groß waren, wie früher, daß sie hinderten, im zweiten Zustand, von dem hier gehandelt wird, damit hat es die Bewandtnis, daß alle Falschheiten, die sich der Mensch angeeignet hat, bleiben, so daß nicht eine einzige vernichtet wird, wie früher gesagt worden; wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, so sind es die Wahrheiten, die eingepflanzt werden, zu denen das Falsche gewendet wird vom Herrn, und so erscheinen sie gleichsam als entfernt; und zwar durch das Gute mit dem er begabt wird. 888. Vers 12: Und er harrte noch sieben andere Tage, und entließ die Taube, und sie kam nicht mehr zu ihm zurück. "Er harrte noch sieben andere Tage" bedeutet den Anfang des dritten Zustandes; sieben Tage bedeuten das Heilige; "und er entließ die Taube" bedeutet den Zustand der Aufnahme des Guten und Wahren des Glaubens; Daß "die Taube nicht mehr zu ihm zurückkam" bedeutet den freien Zustand. 889. Daß "er harrte noch sieben Tage" bedeutet den Anfang des dritten Zustandes, und daß sieben das Heilige bedeuten, erhellt aus demjenigen, was vom zweiten Zustand kurz zuvor gesagt worden ist, wo die gleichen Worte stehen. HG 890 890. "Und er entließ die Taube", 1. Mose 8/12, daß dies bedeutet den Zustand der Aufnahme des Guten und Wahren des Glaubens, erhellt gleichfalls aus dem, was bemerkt worden ist zum 10. Vers, denn es sind dieselben Worte, und derselbe Sinn, nur daß dort vom zweiten Zustand, hier vom dritten gehandelt wird. Der dritte Zustand wird geschildert durch das, daß die Taube nicht zurückkam, sodann daß Noach das Dach des Kastens entfernte; endlich daß er aus dem Kasten ging, weil trocken geworden waren die Angesichte des Bodens und ausgetrocknet die Erde. 891. Daß "die Taube kam nicht mehr zu ihm zurück", 1. Mose 8/12, bedeutet den freien Stand, folgt nun hieraus, und zwar aus dem, daß die Taube, oder das Wahre des Glaubens, wie die übrigen Vögel und auch die (Land-) Tiere (bestiae) , und somit Noach, nicht mehr im Kasten gehalten wurden vor den Wassern der Flut; solange er im Kasten war, war der Stand der Knechtschaft, d.h. der Stand der Gefangenschaft oder des Kerkers, indem ihn drängten die Wasser der Flut oder die Falschheiten; dieser Stand, nebst dem Stande der Versuchung, wird beschrieben 1. Mose 7/17, daß die Wasser zunahmen und den Kasten hoben, und daß der Kasten über die Erde erhoben wurde; sodann Vers 18, daß die Wasser stark wurden, und der Kasten auf den Angesichten der Wasser ging (Nr. 785-789); der Stand seiner Freiheit wird beschrieben durch das, daß nicht allein Noach aus dem Kasten herausging, sondern auch alles, was bei ihm war: 1. Mose 8/15-18 (Nr. 903-918); so zuallererst die Taube, d.h. das Wahre des Glaubens aus dem Guten; denn alles Freie ist aus dem Guten des Glaubens, d.h. aus der Liebe zum Guten. 892. Wann der Mensch wiedergeboren ist, dann erst kommt er in den Stand der Freiheit, zuvor war er im Stande der Knechtschaft. Knechtschaft ist, wenn Begierden und Falschheiten; Freiheit, wenn Triebe zum Guten und Wahren (affectiones boni et veri) herrschen; wie es sich damit verhalte, wird der Mensch gar nicht inne, solange er im Stande der Knechtschaft ist, sondern dann erst, wenn er in den Stand der Freiheit kommt. Wenn er im Stande der Knechtschaft ist, d.h., wenn Begierden und Falschheiten herrschen, meint der Mensch, der von denselben unterjocht ist, daß er im Stande der Freiheit sei, aber es ist ein grober Irrtum, denn er wird alsdann von der Lust der Begierden und der Vergnügungen aus denselben, oder von der Lust seiner Lieblingsneigungen hingenommen, und weil von der Lust, erscheint es ihm als frei. Ein jeder, wenn er von einer Liebe geleitet wird, hält es, wohin er auch gerissen werden mag, eben, indem er folgt, für Freiheit; aber es sind teuflische Geister, in deren Genossenschaft und gleichsam Strömung er ist, die ihn fortreißen; dies hält der Mensch dann für die höchste Freiheit, und zwar so sehr, daß er glaubt, wenn er dieses Zustandes beraubt würde, so käme er ins elendeste Leben, ja in gar keines. Und dies nicht allein deswegen, weil er nicht weiß, daß es ein anderes Leben gibt (als ein solches), sondern auch deswegen, weil er die Eindrücke in sich aufgenommen hat, daß niemand in den Himmel kommen könne, als durch Leiden, Armut und Entziehung von Vergnügungen; daß aber dies falsch ist, wurde mir durch mehrfache Erfahrung zu wissen gegeben, von welcher Erfahrung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Der Mensch kommt gar nicht in den Stand der Freiheit, ehe er wiedergeboren ist, und durch die Liebe zum Guten und Wahren geleitet wird vom Herrn. Wenn er in diesem Zustande ist, dann erst kann er wissen und inne werden, was Freiheit ist, weil (er) dann (weiß), was Leben, und was wahre Lebenslust, und was Glückseligkeit ist. Vorher weiß er nicht einmal, was gut ist; er nennt zuweilen solches das höchste Gut, was das höchste Übel ist. Wenn die, welche im Stande der Freiheit vom Herrn sind, das Leben der Begierden und Falschheiten sehen, und noch mehr, wenn sie es empfinden, so graut ihnen so vor demselben, wie denen, welche die Hölle vor ihren Augen geöffnet sehen. Weil aber den meisten ganz unbekannt ist, was das Leben der Freiheit ist, so mag mit diesem wenigen kurz gesagt werden, was es ist, daß nämlich das Leben der Freiheit, oder die Freiheit, allein nur ist, vom Herrn geführt werden. Weil aber mehreres im Wege steht, daß der Mensch nicht glauben kann, daß dieses Leben das Leben der Freiheit ist, sowohl weil man Versuchungen erleiden muß, die zu dem Ende geschehen, daß man befreit werde von der Herrschaft teuflischer Geister, als auch, weil man kein anderes Angenehme und Gute kennt, als das der Begierden aus der Selbst- und Weltliebe; sodann auch, weil man eine falsche Meinung angenommen hat von allem, was zum himmlischen Leben gehört, weshalb man durch Beschreibung nicht so belehrt werden kann, wie durch lebendige Erfahrungen, darum darf ich, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden dergleichen anführen. 893. Vers 13: Und es geschah im ersten und sechshundertsten Jahr, im Anfang, am ersten des Monats, da vertrockneten die Wasser von der Erde weg, und Noach entfernte das Dach des Kastens, und sah, und siehe, getrocknet waren die Angesichte des Erdbodens. "Und es geschah im ersten und sechshundertsten Jahr" bedeutet den letzten Zeitpunkt; "im Anfang, am ersten des Monats" bedeutet den ersten Zeitpunkt; "da vertrockneten die Wasser von der Erde weg" bedeutet, daß die Falschheiten alsdann nicht erschienen; "und Noach entfernte das Dach des Kastens, und sah" bedeutet nach Entfernung des Falschen das Licht der Glaubenswahrheiten, die er anerkannte, und an die er Glauben hatte; "und siehe, getrocknet waren die Angesichte des Erdbodens" bedeutet die Wiedergeburt. Daß "es geschah im ersten und sechshundertsten Jahr", 1. Mose 8/13, bedeute den letzten Zeitpunkt, erhellt aus der Bedeutung der Zahl Sechshundert, wovon im vorhergehenden Kapitel, 1. Mose 7/6 (Nr. 737), daß sie nämlich der Anfang, und zwar dort der Anfang der Versuchung ist; ihr Ende wird angedeutet durch dieselbe Zahl, nach Verfluß eines ganzen Jahres, so daß es geschah am Ende des Jahres, daher auch hinzugesetzt wird: "im Anfang, am ersten des Monats", wodurch bezeichnet wird der erste Zeitpunkt. Eine ganze Periode wird im Wort bezeichnet entweder durch einen Tag, eine Woche, einen Monat oder durch ein Jahr, selbst wenn es eine wäre von hundert oder tausend Jahren, wie der Tag im ersten Kapitel des 1. Mose, durch den die Perioden der Wiedergeburt des Menschen der Ältesten Kirche bezeichnet worden sind; denn Tag und Jahr bedeuten nichts anderes im inneren Sinn, als eine Zeit, und weil eine Zeit, bedeuten sie einen Zustand, daher Jahr für Zeit und Zustand hin und wieder im Worte genommen wird, wie Jes.61/2: "Zu verkünden das Jahr des Wohlgefallens für Jehovah, und den Tag der Rache für unseren Gott, zu trösten alle Traurigen": wo von der Zukunft des Herrn gehandelt wird. Jes.63/4: "Der Tag der Rache ist in Meinem Herzen, und das Jahr der Erlösten ist gekommen": wo ebenfalls Tag und Jahr für Zeit und Zustand stehen. Hab.3/2: "Jehovah, Dein Werk, inmitten der Jahre belebe es; inmitten der Jahre mögest Du es kund tun": wo Jahre für Zeit und Zustand stehen. Ps.102/28: "Gott, Du bist Derselbe, und Deine Jahre nehmen kein Ende": Jahre für Zeiten, und daß für Gott keine Zeit sei. Ebenso bezeichnet hier das Jahr, welches das der Sündflut war, durchaus nicht irgendein Jahr, sondern eine nicht durch gewisse Jahre bestimmte Zeit, und zugleich einen Zustand; man sehe das früher über die Jahre Bemerkte: Nr. 482, 487, 488, 493. 894. "Im Anfang, am ersten des Monats", 1. Mose 8/13, daß dies bedeutet den ersten Zeitpunkt, ist nun klar. Was es außerdem in sich schließt, ist zu geheimnisvoll, als daß es so beschrieben werden könnte. Nur, daß es keine bestimmte Zeit gibt, wo der Mensch wiedergeboren ist, so daß er sagen könnte: jetzt bin ich vollkommen, denn es gibt unendlich viele Zustände des Bösen und Falschen bei einem jeden Menschen, nicht bloß einfache Zustände, sondern auch vielfältig zusammengesetzte, die wegzuschaffen sind, so daß sie nicht erscheinen, wie gesagt worden. In einigen Zuständen kann der Mensch vollkommener heißen, aber in unendlich vielen anderen nicht so. Die, welche bei Leibesleben wiedergeboren worden sind, und die im Glauben an den Herrn und in Liebtätigkeit gegen den Nächsten gelebt haben, werden im anderen Leben fortwährend vervollkommnet. 895. Daß "es vertrockneten die Wasser von der Erde weg", 1. Mose 8/13, bedeutet, daß die Falschheiten alsdann nicht erschienen, erhellt aus dem bereits Gesagten. Im besondern bedeutet es, daß die Falschheiten getrennt worden sind vom Wollen dieses Menschen der Kirche. Erde bedeutet hier des Menschen Willen, der nur Begierde ist; daher gesagt wird, daß die Wasser vertrockneten von der Erde weg. Sein Boden ist, wie früher gesagt worden, im verständigen Teil des Menschen, dem Wahrheiten eingepflanzt werden; durchaus nicht in seinem wollenden Teil, der vom verständigen im geistigen Menschen getrennt ist. Darum wird im Folgenden dieses Verses gesagt, daß vertrocknet waren die Angesichte des Bodens. Beim Menschen der Ältesten Kirche war der Boden in seinem wollenden Teil, dem der Herr Gutes einpflanzte, daher er aus dem Guten das Wahre erkennen und innewerden, oder aus der Liebe den Glauben haben konnte. Würde nun jetzt dasselbe geschehen sein, so hätte der Mensch auf ewig verlorengehen müssen, denn sein Wille ist gänzlich verdorben: wie es sich mit der Einpflanzung in den wollenden Teil und in den verständigen Teil des Menschen verhält, kann daraus erhellen, daß der Mensch der Ältesten Kirche zwar Offenbarungen gehabt hatte, durch die er in das Innewerden des Guten und Wahren von Kindheit auf eingeweiht wurde; weil es aber in seinem wollenden Teile eingepflanzt wurde, so wurde er ohne neue Belehrung Unzähliges inne, so daß er aus einem Allgemeinen vom Herrn das Besondere und Einzelne kannte, das man jetzt erlernen und so wissen muß, und doch kaum den tausendsten Teil davon wissen kann; denn der Mensch der geistigen Kirche weiß nichts, als was er lernt, und was er so weiß, behält er, und glaubt, es sei wahr. Ja, wenn er Falsches lernt, und dieses ihm eingeprägt wird, als ob es wahr wäre, so glaubt er es auch, weil er kein anderes Innewerden hat, als daß es so sei, weil er so überredet worden ist. Die, welche ein Gewissen haben, haben aus dem Gewissen eine Einsprache, aber keine andere, als daß es wahr sei, weil sie es so gehört und gelernt haben; dies bildet ihr Gewissen, was man an denen ersehen kann, die ein falsches Gewissen haben. 896. Daß "Noach entfernte das Dach des Kastens, und sah", 1. Mose 8/13, bedeutet, (das) nach Entfernung des Falschen (scheinende) Licht der Glaubenswahrheiten, die er anerkannte und an die er Glauben hatte, kann erhellen aus der Bedeutung der Entfernung des Daches, daß sie nämlich ist, dasjenige wegnehmen, was dem Licht im Wege steht. Weil durch den Kasten bezeichnet wird der Mensch der Alten Kirche, der wiedergeboren werden soll, so kann durch das Dach nichts anderes bezeichnet werden, als das, was im Wege steht, daß man den Himmel oder das Licht nicht sieht. Was im Wege stand, war das Falsche, daher gesagt wird: "er sah"; sehen bedeutet im Wort verstehen, und Glauben haben. Hier, daß er die Wahrheiten anerkannt und an sie Glauben gehabt habe. Etwas ganz anderes ist, die Wahrheiten wissen, und die Wahrheiten anerkennen, und an die Wahrheiten Glauben haben. Das Wissen ist das erste der Wiedergeburt, das Anerkennen ist das zweite, und das Glaubenhaben ist das dritte. Welcher Unterschied ist zwischen wissen, anerkennen und Glauben haben, kann daraus erhellen, daß die Schlimmsten wissen können, und dennoch nicht anerkennen, wie die Juden und diejenigen, die durch scheinbare Vernünfteleien die Wahrheiten zu zerstören suchen; (ferner daraus), daß auch die Ungläubigen anerkennen können, und wenn sie in gewissen Zuständen sind, aus Eifer predigen, bekräftigen und überzeugen (können). Aber Glauben haben können nur die Gläubigen. Die Glauben haben, die wissen, anerkennen und glauben, und sie haben Liebtätigkeit und ein Gewissen, daher nie jemanden Glauben zugeschrieben, oder von ihm gesagt werden kann, daß er Glauben habe, wenn er nicht so beschaffen ist; dies nun heißt wiedergeboren sein. Bloß wissen, was zum Glauben gehört, ist Sache des Gedächtnisses ohne Beistimmung seines Vernünftigen; anerkennen, was zum Glauben gehört, ist eine Beistimmung der Vernunft, in die er aus gewissen Gründen und um gewisser Zwecke willen eingegangen ist, aber Glauben haben ist Sache des Gewissens, d.h. des Herrn, Der durch das Gewissen wirkt. Dies kann am besten gesehen werden an denen im anderen Leben: Die bloß wissen, sind mehrenteils in der Hölle, die anerkennen, sind es auch, weil sie, wie gesagt, bei Leibesleben zwar in gewissen Zuständen anerkannt haben, gleichwohl aber, wenn sie im anderen Leben inne werden, daß es wahr sei, was sie gepredigt, gelehrt und eingeredet haben, sich dann sehr wundern; sie erkennen es bloß an, wenn ihnen ins Gedächtnis zurückgerufen wird, daß sie so gepredigt haben. Die aber Glauben gehabt haben, die sind alle im Himmel. 897. Weil hier gehandelt wird vom wiedergeborenen Menschen der Alten Kirche, so wird durch sehen bezeichnet anerkennen und Glauben haben; daß sehen dies bedeutet, kann aus dem Wort erhellen, wie Jes.22/11: "Ihr habt nicht geschaut auf den, der es gemacht, und den Bildner derselben habt ihr nicht von ferne gesehen": von der Stadt Zions; den Bildner nicht von ferne sehen heißt, nicht anerkennen, geschweige denn Glauben haben. Jes.6/10: "Verstocke das Herz dieses Volks, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen, daß es nicht etwa sehe mit seinen Augen, und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe, und es sich bekehre, und ihm Heilung werde": mit den Augen sehen für anerkennen und Glauben haben. Jes.9/1: "Das Volk, das im Finstern wandelt, sah ein großes Licht": von den Heiden, die den Glauben angenommen haben; ebenso wie hier: "Er entfernte das Dach, und sah". Jes.29/18: "Es werden an jenem Tage die Tauben des Buches Worte hören, und aus dem Dunkel, und aus der Finsternis der Blinden Augen sehen": von der Bekehrung der Heiden zum Glauben, sehen für den Glauben annehmen. Jes.42/18: "Ihr Tauben höret, und ihr Blinden, schauet und sehet": ebenso. Hes.12/2: "Die Augen zum Sehen haben, und nicht sehen, die Ohren zum Hören haben, und nicht hören, weil sie ein Haus der Empörung sind", für: die verstehen, anerkennen und Glauben haben können, und nicht wollen. Daß Sehen bedeutet Glauben haben, erhellt deutlich aus der Vorbildung des Herrn durch die eherne Schlange in der Wüste, daß nämlich alle geheilt wurden, die dieselbe ansahen, wovon es bei 4. Mose 21/8,9 heißt: "Setze eine Schlange auf ein Zeichen, und es wird geschehen, daß jeder Gebissene, der sie angesehen, leben wird; und es geschah, wenn die Schlange einen Mann biß, und er sah an die Schlange von Erz, so lebte er": woraus jeder sehen kann, daß das Sehen den Glauben bedeutet, dann was anderes sollte hier das Sehen sein, als ein Vorbild des Glaubens an den Herrn. Hieraus erhellt auch, daß der Erstgeborene Jakobs, Ruben, vom Sehen so genannt, im inneren Sinn den Glauben bedeutet; man sehe die früheren Bemerkungen von dem Erstgeborenen der Kirche, Nr. 352, 367. 898. "Und siehe, getrocknet waren die Angesichte des Bodens", 1. Mose 8/13, daß dies bedeutet die Wiedergeburt, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, wovon hin und wieder früher, daß er nämlich der Mensch der Kirche ist. Getrocknet heißen die Angesichte des Bodens, wenn die Falschheiten nicht mehr erscheinen. 899. Vers 14: Und im zweiten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats, war ausgetrocknet die Erde. Der "zweite Monat" bedeutet den ganzen Zustand vor der Wiedergeburt; der "siebenundzwanzigste Tag" das Heilige; "die ausgetrocknete Erde", daß er wiedergeboren sei. Es ist dies der Schluß des Vorhergehenden und der Anfang des Folgenden. 900. Daß der "zweite Monat", 1. Mose 8/14, den ganzen Zustand vor der Wiedergeburt bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von zwei im Wort. Zwei bedeutet eben das, was sechs, d.h. den Kampf und die Arbeit, die der Wiedergeburt vorangeht, somit hier den ganzen Zustand, der vorhergeht, ehe er wiedergeboren ist. Die größten und die kleinsten Zeiten werden gemeiniglich im Wort unterschieden in drei oder in sieben, und werden genannt entweder Tage, Wochen, Monate, Jahre oder Zeitläufe; drei und sieben sind heilig, zwei oder sechs, welche vorhergehen, nicht heilig, sondern vergleichsweise unheilig, wie gezeigt worden ist Nr. 720. Drei und sieben sind auch das Unverletzliche (sacrosancta), beides aus dem Grund, weil sie bezogen werden auf das Jüngste Gericht, das kommen soll am dritten oder siebenten Tage. Das Jüngste Gericht ist für einen jeden, wann der Herr kommt, sowohl im allgemeinen, als im besonderen. Ein Jüngstes Gericht war nämlich, als der Herr kam in die Welt; ein Jüngstes Gericht ist, wenn Er kommen wird in die Herrlichkeit. Ein Jüngstes Gericht, wenn zu einem jeden Menschen im besonderen. Ein Jüngstes Gericht ist auch für einen jeden, wenn er stirbt; dieses Jüngste Gericht ist der dritte Tag und der siebente Tag, der heilig ist für die, welche gut gelebt haben, dagegen nicht heilig für die, welche böse gelebt haben; daher wird der dritte und der siebente Tag gebraucht sowohl in Beziehung auf die, welche gerichtet werden zum Tode, als von denen, die gerichtet werden zum Leben, folglich bedeuten jene Zahlen das Nicht-Heilige für die, welche gerichtet werden zum Tode, dagegen das Heilige für die, welche gerichtet werden zum Leben. Zwei oder sechs, die vorhergehen, verhalten sich beziehungsweise, und bedeuten im allgemeinen alle jene Zustände (omnem illum statum), die vorhergehen; dies ist die Bedeutung der Zahlen Zwei und Sechs, und sie verhalten sich je nach der Anwendung auf ein Subjekt und auf eine jede Sache, die ein Subjekt ist, und in Beziehung auf die sie ausgesagt werden: was deutlicher erhellen kann aus dem, was nun folgt von der Zahl Siebenundzwanzig. 901. Daß der "siebenundzwanzigste Tag" das Heilige bedeutet, 1. Mose 8/14, erhellt aus dem vorigen, weil er zusammengesetzt ist aus drei, mit sich selbst zweimal multipliziert; drei mit sich multipliziert sind neun, und diese neun wieder mit drei multipliziert sind siebenundzwanzig, daher in dieser Zahl die drei herrschen; so rechneten die Uralten mit ihren Zahlen (supputabant suos numeros), und verstanden unter denselben lediglich nichts als Sachen. Daß drei dasselbe bedeuten, was sieben, kann erhellen aus dem, was kurz zuvor gesagt worden ist: der geheime Grund hiervon ist, daß der Herr am dritten Tage auferstand. Die Auferstehung des Herrn selbst (ipsa), schließt in sich alles Heilige, und die Auferstehung aller, daher in der jüdischen Kirche diese Zahl vorbildlich wurde, und im Worte eine heilige ist; ebenso wie im Himmel, wo keine Zahlen sind, sondern statt drei und sieben die allgemeine heilige Idee der Auferstehung und Zukunft des Herrn ist: daß drei und sieben Heiliges bedeuten, erhellt aus folgenden Stellen im Worte: 4. Mose 19/11,12,16,19: "Wer einen Toten anrührt, ist unrein sieben Tage, der soll sich entsündigen am dritten Tage, und am siebenten Tage wird er rein sein; und wenn er sich nicht entsündigt hat am dritten Tage, so wird er auch am siebenten Tage nicht rein sein. Wer anrührt einen mit dem Schwert Erstochenen, oder einen Toten, oder das Gebein eines Menschen, oder ein Grab, soll unrein sein sieben Tage; der Reine soll spritzen auf den Unreinen am dritten Tage und siebenten Tage und soll ihn entsündigen am siebenten Tage; und er soll waschen seine Kleider und sich baden in den Wassern, und er wird rein sein am Abend": daß dies Vorbilder sind, oder daß das Äußere bezeichnet Inneres, erhellt offenbar, als: daß unrein sein sollte, wer angerührt hatte einen Toten, einen Erstochenen, das Gebein eines Menschen, ein Grab, welches alles im inneren Sinne bezeichnet des Menschen Eigenes, das tot und unheilig ist; dann auch, daß er sich waschen sollte in den Wassern, und daß er am Abend rein (werde): so sind auch der dritte Tag und der siebente Tag vorbildlich, indem sie das Heilige bedeuten, weil er an denselben entsündigt werden, und so rein sein sollte. Ebenso, die zurückkehrten von der Schlacht gegen die Midianiten, von denen es heißt im 4. Mose 31/19: "Lagert euch draußen außerhalb des Lagers sieben Tage, jeder, der eine Seele getötet hat, und jeder, der einen Erschlagenen berührt hat, einen Erstochenen; ihr sollt euch entsündigen am dritten Tage, und am siebenten Tage": wenn dies ein bloßer Gebrauch wäre, und der dritte und siebente Tag nicht etwas das Heilige oder die Versöhnung Vorbildendes oder Bezeichnendes, so wäre es etwas Totes, wie wenn etwas ohne Ursache, und die Ursache ohne Zweck ist, oder wenn etwas getrennt ist von der Ursache, und diese von ihrem Zweck, somit keineswegs göttlich. Daß der dritte Tag vorbildlich, und somit das Heilige bezeichnend war, erhellt klar aus dem Kommen des Herrn auf den Berg Sinai, 2. Mose 19/10,11,15,16, wobei also befohlen worden war: "Jehovah sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk, und heilige sie, heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen, und bereit seien auf den dritten Tag, weil am dritten Tage Jehovah herabkommen wird vor den Augen alles Volks auf den Berg Sinai". Ebenso daß Josua über den Jordan ging am dritten Tage, wovon es heißt - Jos.1/11; 3/2: "Josua gebot, gehet mitten durch das Lager, und gebietet dem Volk, und sprechet, bereitet euch Zehrung, weil nach drei Tagen ihr über diesen Jordan gehet, um hinzukommen, und das Land zu besitzen": der Übergang über den Jordan bildete vor die Einführung der Kinder Israels, d.h. der Wiedergeborenen, in das Reich des Herrn; Josua, der sie einführte, den Herrn selbst, und dies am dritten Tage. Weil der dritte Tag heilig war, wie der siebente, so wurde verordnet, daß das Jahr der Zehnten das dritte Jahr sein, und sie alsdann sich heilig erzeigen sollten durch Werke der Liebtätigkeit, 5. Mose 26/12-19: die Zehnten bildeten vor die Überreste, die, weil allein des Herrn, heilig sind. Daß Jonas in den Eingeweiden des Fisches drei Tage und drei Nächte war, Jon.2/1, bildete augenscheinlich vor das Begräbnis, und die Auferstehung des Herrn am dritten Tage: Matth.12/40. Daß drei dieses Heilige bedeuten, erhellt auch bei den Propheten, wie: Hos.6/2: "Jehovah wird uns lebendig machen nach zwei Tagen, am dritten Tag uns erwecken, daß wir vor Ihm leben": wo der dritte Tag auch offenbar für die Zukunft des Herrn und die Auferstehung steht. Sach.13/8: "Es wird geschehen im ganzen Lande, zwei Teile in ihm werden ausgerottet werden, werden hinsterben, und das Drittel wird übriggelassen werden in ihm, und Ich will den dritten Teil durchs Feuer führen, und will sie schmelzen, wie man das Silber schmelzt, und will sie erproben, wie man das Gold erprobt": wo der dritte Teil oder drei für das Heilige steht; der dritte Teil schließt gleiches in sich, wie drei, sodann das Drittel des dritten Teils, wie hier, denn drei sind das Drittel des dritten Teils von siebenundzwanzig. 902. Daß die "ausgetrocknete Erde", 1. Mose 8/14, bedeutet, daß er wiedergeboren worden sei, erhellt aus dem, was schon früher von der Austrocknung der Wasser, und von der Vertrocknung der Erde und der Angesichte des Bodens, zu 1. Mose 8/7,13 gesagt worden ist. 903. Vers 15,16: Und Gott redete zu Noach, und sprach: Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, und deine Söhne, und die Weiber deiner Söhne mit dir. "Und Gott redete zu Noach und sprach" bedeutet des Herrn Gegenwart bei dem Menschen dieser Kirche; "gehe aus dem Kasten" bedeutet die Freiheit; "du und dein Weib" bedeutet die Kirche; "und deine Söhne und die Weiber deiner Söhne mit dir" bedeutet die Wahrheiten und das mit den Wahrheiten verbundene Gute bei ihm. 904. Daß "Gott redete zu Noach", 1. Mose 8/15, bedeutet des Herrn Gegenwart bei diesem Menschen der Kirche, kann aus dem inneren Sinn des Wortes erhellen: der Herr redet mit jeglichem Menschen, denn alles, was gut und wahr ist, das der Mensch will und denkt, ist vom Herrn. Es sind bei jeglichem Menschen zum wenigsten zwei böse Geister, und zwei Engel; jene regen sein Böses auf, diese aber geben Gutes und Wahres ein; alles Gute und Wahre, was die Engel eingeben, ist des Herrn, somit redet der Herr beständig mit dem Menschen, aber ganz anders bei dem einen Menschen, als beim anderen. Mit denen, die sich von bösen Geistern verführen lassen, redet der Herr wie abwesend oder von ferne, so daß man kaum sagen kann, Er rede. Dagegen mit denen, die vom Herrn geleitet werden, redet der Herr gegenwärtiger; was zur Genüge daraus erhellen kann, daß durchaus nie jemand etwas Gutes und Wahres denken kann, außer aus dem Herrn. Die Gegenwart des Herrn wird bestimmt (praedicatur) je nach dem Zustand der Nächstenliebe und des Glaubens, in dem der Mensch ist. In der Liebe zum Nächsten ist der Herr gegenwärtig, weil in allem Guten, nicht so im Glauben, wie man ihn nennt, ohne Liebe. Der Glaube ohne Liebe und Liebtätigkeit ist etwas Getrenntes, oder Geschiedenes; wo immer eine Verbindung ist, da muß ein verbindendes Mittel sein, das bloß die Liebe und Liebtätigkeit ist. Dies kann jedem daraus einleuchten, daß der Herr eines jeden Sich erbarmt, und jeden liebt, und jeden glücklich machen will in Ewigkeit. Wer mithin nicht in solcher Liebe ist, daß er anderer sich erbarmt, andere liebt, und sie glücklich machen will, der kann nicht mit dem Herrn verbunden sein, weil Er eine Unähnlichkeit, und nichts weniger als ein Ebenbild ist. Zum Herrn aufschauen durch den Glauben, wie man sagt, und den Nächsten hassen, heißt nicht bloß von ferne stehen, sondern auch zwischen sich und dem Herrn eine tiefe Höllenkluft (infernale) haben, in die man fallen würde, wenn man näher hinzutreten wollte, denn der Haß gegen den Nächsten ist jene tiefe Höllenkluft, die dazwischen liegt. Gegenwart des Herrn beim Menschen findet dann erst statt, wenn er den Nächsten liebt. In der Liebe ist der Herr; und inwieweit der Mensch in der Liebe ist, insoweit ist der Herr gegenwärtig; und inwieweit der Herr gegenwärtig ist, insoweit spricht Er mit dem Menschen. Der Mensch weiß nicht anders, als daß er aus sich denke, allein der Mensch hat nicht eine einzige Denkvorstellung, und nicht einmal das Geringste einer Vorstellung aus sich, sondern was böse und falsch ist, hat er durch böse Geister von der Hölle, und was gut und wahr ist, hat er durch Engel vom Herrn; solcherlei ist der Einfluß, und von daher (inde) sein Leben, und von daher der Verkehr seiner Seele mit dem Leibe. Aus diesem kann erhellen, was es heißt, daß Gott redete (loquutus at) zu Noach; etwas anderes bedeutet sagen (dicere) zu jemand : wie 1. Mose 1/29; 3/13,14,17; 4/6,9,15; 6/13; 7/1; und etwas anderes reden (loqui) zu jemand ; hier heißt reden zu Noach, gegenwärtig sein, weil jetzt vom wiedergeborenen Menschen gehandelt wird, der mit Liebtätigkeit begabt ist. 905. Daß "ausgehen aus dem Kasten", 1. Mose 8/16, bedeutet die Freiheit, erhellt aus dem, was früher gesagt worden ist, und aus der Folge des Sachzusammenhanges selbst. Solange Noach im Kasten war und umwogt von den Wassern der Sündflut, war die Bedeutung, daß er in der Gefangenschaft war, d.h. hin und her getrieben (agitatus) von Bösem und Falschem, oder, was dasselbe ist, von bösen Geistern, von denen der Kampf der Versuchung herkommt. Hieraus folgt, daß ausgehen aus dem Kasten bedeutet die Freiheit; die Gegenwart des Herrn schließt die Freiheit in sich; das eine folgt dem anderen. Je gegenwärtiger der Herr ist, desto freier ist der Mensch, d.h., inwieweit er in der Liebe zum Guten und Wahren steht, insoweit handelt er frei. Der Einfluß des Herrn durch die Engel ist so beschaffen. Dagegen aber, der Einfluß der Hölle durch böse Geister findet statt mit heftiger und ungestümer Herrschbegierde, sie sinnen auf nichts anderes, als den Menschen zu unterjochen, so sehr, daß er nichts ist, und sie alles. Wenn sie alles sind, dann ist der Mensch einer von ihnen, und kaum einer, sondern er ist wie keiner in ihren Augen. Wenn daher der Herr den Menschen von der Herrschaft und dem Joch derselben befreit, so entsteht ein Kampf, und wenn er befreit, d.h. wiedergeboren ist, dann wird er so sanft geführt durch die Engel vom Herrn, daß es nichts weniger als ein Joch und eine Herrschaft ist. Durch Liebliches und Seliges wird er geleitet und wird geliebt und geschätzt. Dies ist es, was der Herr bei Matth.11/30 lehrt: "Mein Joch ist mild und Meine Last ist leicht". Ganz das Gegenteil hiervon geschieht bei den bösen Geistern, bei denen, wie gesagt, der Mensch für nichts geachtet wird, und wenn sie könnten, würden sie ihn in jedem Augenblick quälen; was durch vielfältige Erfahrung zu wissen gegeben worden ist, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 906. Daß "du und dein Weib", 1. Mose 8/16, die Kirche bedeutet, kann gleichfalls aus der Sachfolge erhellen; sodann daß "die Söhne und die Weiber der Söhne mit dir", bedeuten die Wahrheiten und das mit den Wahrheiten verbundene Gute bei ihm, (und) daß "du" den Menschen der Kirche bedeutet, ist klar. Und daß das Weib bedeutet die Kirche, und die Söhne die Wahrheiten, und die Weiber der Söhne das mit den Wahrheiten verbundene Gute, ist früher hin und wieder gezeigt worden, daher hierbei nicht zu verweilen ist. 907. Vers 17: Alles Wild, das bei dir (ist), von allem Fleisch, am Vogel und am Vieh, und an allem Gewürm, das kriecht auf der Erde, führe aus mit dir, und sie sollen sich verbreiten über die Erde, und sich befruchten, und sich mehren auf der Erde. "Alles Wild, das bei dir (ist), von allem Fleisch" bedeutet alles Belebte bei dem Menschen dieser Kirche; "am Vogel" bedeutet hier, wie früher, sein Verständiges; "am Vieh" (bestia), sein Wollendes, welche beide dem inneren Menschen angehören; "an allem Gewürm, das kriecht auf der Erde" bedeutet ähnliches Entsprechendes bei dem äußeren Menschen; "führe aus mit dir" bedeutet den Stand ihrer Freiheit; "und sie sollen sich verbreiten über der Erde" bedeutet das Wirken des inneren Menschen auf den äußeren; "und sich befruchten" bedeutet das Wachstum des Guten; "und sich mehren" bedeutet das Wachstum des Wahren; "auf der Erde" bedeutet beim äußeren Menschen. 908. Daß "alles Wild, das bei dir (ist) von allem Fleisch", 1. Mose 8/17, bedeutet alles Belebte bei dem Menschen dieser Kirche, erhellt daraus, daß Wild ausgesagt wird von Noach oder von dem Menschen dieser Kirche, als nun wiedergeboren, und bezieht sich offenbar auf das Folgende, als: auf den Vogel, das Vieh und das kriechende Gewürm; denn es heißt: alles Wild, das bei dir ist von allem Fleisch am Vogel und am Vieh, und an allem Gewürm, das kriecht auf der Erde: Das Wort Wild selbst bedeutet in der Grundsprache eigentlich Leben oder Lebendiges, aber im Worte nicht bloß das Lebendige, sondern auch das gleichsam nicht Lebendige oder das Wild; weshalb wer den inneren Sinn nicht weiß, zuweilen auch nicht wissen kann, was bezeichnet wird. Der Grund, warum es beides bedeutet, ist, daß der Mensch der Ältesten Kirche in der Selbsterniedrigung vor dem Herrn sich anerkannte als nicht lebendig; ja, nicht einmal als ein Tier, sondern als ein Wild; denn sie wußten, daß so der Mensch, an sich oder in seinem Eigenen betrachtet, beschaffen ist; daher dasselbe Wort bedeutet das Lebendige, und auch bedeutet das Wild: daß es das Lebendige (bezeichnet), erhellt: Ps.68/11: "Dein Wild wird wohnen darin (dem Erbe Gottes); Du wirst stärken mit Deinem Guten den Elenden, o Gott": wo unter dem Wild, weil es wohnen soll im Erbe Gottes, nichts anderes als der wiedergeborene Mensch, somit, wie hier, das Lebendige bei ihm verstanden wird. Ps.50/10,11: "Mein ist alles Wild des Waldes, die Tiere auf den Bergen der Tausende; ich kenne alle Vögel der Berge, und das Wild Meines Feldes (ist) bei Mir": wo das Wild des Feldes bei Mir, oder bei Gott, ebenfalls für den Wiedergeborenen steht, somit für das Lebendige bei ihm. Hes.31/6: "In seinen Zweigen nisteten alle Vögel der Himmel und unter seinen Zweigen zeugte alles Wild des Feldes": wo es von der gepflanzten geistigen Kirche (gesagt) wird, somit für das Lebendige beim Menschen der Kirche steht. Hos.2/18: "Ich will einen Bund schließen an jenem Tage mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel": hier von den Wiederzugebärenden, mit denen ein Bund geschlossen werden soll: ja, so sehr hat das Wild die Bedeutung des Lebendigen, daß die Cherube oder die Engel, die dem Hesekiel erschienen, genannt werden vier Tiere (ferae): Hes.1/5,13-15,19; 10/15. Daß das Wild im entgegengesetzten Sinne für das Nicht-Lebendige oder für das reißende Wild (pro immani fera) im Worte genommen wird, erhellt aus vielen Stellen; bloß folgende mögen zur Begründung hier stehen: Ps.74/19: "Gib nicht dem Wild die Seele Deiner Turteltaube". Zeph.2/15: "Die Stadt ist zur Öde geworden, zum Lager des Wildes". Hes.34/28: "Sie werden nicht mehr ein Raub der Heiden sein, und das Wild der Erde wird sie nicht fressen". Hes.31/13: "Auf seinem gefallenen Stamm (ruina) werden wohnen alle Vögel der Himmel, und bei seinen Zweigen wird sein alles Wild des Feldes". Hos.13/8: "Ich werde sie daselbst verzehren, wie ein Löwe, das Wild des Feldes wird sie zerreißen". Hes.29/5: "Dem Wild der Erde und dem Vogel der Himmel zur Speise gegeben werden", was öfter vorkommt. Und weil die Juden bloß im Buchstabensinne blieben, und unter dem Wild das Wild verstanden, und unter dem Vogel den Vogel, und das Innere des Wortes nicht wissen wollten, geschweige denn anerkennen und so belehrt werden wollten, so waren sie auch so grausam, und solche wilde Tiere, daß sie ihre Lust darin empfanden, die in der Schlacht getöteten Feinde nicht zu begraben, sondern den Vögeln und wilden Tieren zum Fraß auszusetzen; woraus auch erhellen kann, welch ein wildes Tier der Mensch ist. 909. Daß der "Vogel" sein Verständiges bedeute, und das "Tier" sein Wollen, das dem inneren Menschen angehört, und alles auf der Erde kriechende Gewürm", 1. Mose 8/17, bedeute das entsprechende Ähnliche bei seinem äußeren Menschen, kann erhellen aus der Bedeutung des Vogels, wovon früher Nr. 40 und 776; und des Tieres, wovon Nr. 45, 46, 142, 143, 246; daß das auf der Erde kriechende Gewürm bedeute das Entsprechende bei dem äußeren Menschen, erhellt eben hieraus. Das kriechende Gewürm nämlich bezieht sich hier sowohl auf den Vogel oder das Verständige, als auf das Tier oder das Wollende: die Uralten nannten das Sinnliche und die Vergnügungen des Leibes kriechende Gewürme, weil sie nicht anders sich verhalten, als die kriechenden Gewürme auf der Erde; sie verglichen auch den Leib des Menschen dem Erdreich oder Boden, ja sie nannten ihn Erdreich oder Boden, wie hier, wo durch die Erde nichts anderes bezeichnet wird, als der äußere Mensch. 910. Absatznumerierung fehlt. 911. Daß "das kriechende Gewürm", 1. Mose 8/17, bedeutet das entsprechende Ähnliche bei seinem äußeren Menschen, damit hat es folgende Bewandtnis: beim wiedergeborenen Menschen entspricht das Äußere dem Inneren, d.h., es leistet Gehorsam; das Äußere wird zum Gehorsam gebracht, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und dann wird er ein Bild des Himmels; ehe er aber wiedergeboren ist, herrscht das Äußere über das Innere, und dann ist er ein Bild der Hölle. Die Ordnung ist, daß das Himmlische regiere das Geistige, und durch dieses das Natürliche und zuletzt durch dieses das Körperliche. Dagegen wenn das Körperliche und Natürliche herrscht über das Geistige und Himmlische, so ist die Ordnung zerstört, und wenn die Ordnung zerstört ist, ist er ein Bild der Hölle; daher wird vom Herrn durch die Wiedergeburt die Ordnung wieder hergestellt, und wenn sie wieder hergestellt ist, wird er ein Bild des Himmels; so wird der Mensch vom Herrn herausgezogen aus der Hölle; und so wird er erhoben zum Himmel. Damit man wisse, wie es sich alsdann mit der Entsprechung des äußeren Menschen zum inneren verhält, darf es mit wenigem erklärt werden: Ein jeder wiedergeborene Mensch ist ein kleiner Himmel, d.h. ein Gleichnis oder Bild des gesamten Himmels, daher auch im Wort sein innerer Mensch genannt wird Himmel. Im Himmel ist eine solche Ordnung, daß der Herr durch das Himmlische regiert das Geistige, und durch dieses das Natürliche, und so den gesamten Himmel wie einen Menschen. Weshalb auch der Himmel der Größte Mensch genannt wird. Eine solche Ordnung ist auch bei einem jeden, der im Himmel ist. Wenn so auch der Mensch beschaffen ist, dann ist er gleichfalls ein kleiner Himmel, oder, was dasselbe ist, er ist ein Reich des Herrn, weil in ihm ist das Reich des Herrn, dann entspricht bei ihm in ähnlicher Weise wie im Himmel das Äußere dem Inneren, d.h., es gehorcht. Denn in den Himmeln, deren drei sind, und die zusammen einen Menschen darstellen, bilden die Geister den äußeren Menschen, die engelischen Geister den inwendigen (interiorem), die Engel den inneren (internum): Nr. 459. Das Gegenteil ist bei denen, die das Leben allein ins Körperliche, d.h. in Begierden, Vergnügungen, Gelüste und Sinnliches setzen, d.h., die in nichts eine Lust empfinden, als in dem, was (Gegenstand der) Selbst- und Weltliebe ist, welche (Lust) einerlei ist mit der des Hasses gegen alle, die ihnen nicht günstig sind und dienen. Weil bei diesen das Körperliche und Natürliche herrscht über das Geistige und Himmlische, so findet nicht allein keine Entsprechung oder Folgsamkeit des Äußeren statt, sondern ganz das Gegenteil, und somit ist die Ordnung völlig zerstört, und weil so die Ordnung zerstört ist, so können sie nichts anderes sein, als Bilder der Hölle. 912. Daß (die Worte:) "Führe aus mit dir", 1. Mose 8/17, den Stand ihrer Freiheit bedeuten, erhellt aus demjenigen, was im vorhergehenden 15. Vers (Nr. 905) gesagt worden ist vom Ausgehen aus dem Kasten, daß es nämlich die Freiheit bedeutet. 913. Daß "sie sollen sich verbreiten auf der Erde", 1. Mose 8/17, bedeutet das Wirken des inneren Menschen auf den äußeren; und daß "sie sollen (sich) befruchten" bedeutet das Wachstum des Guten und "sich mehren" das Wachstum des Wahren; und daß "auf Erden" bedeutet: beim äußeren Menschen, erhellt aus der Sachfolge, sodann aus demjenigen, was früher gesagt und gezeigt worden ist von der Bedeutung des Befruchtens, daß es im Wort ausgesagt wird vom Guten, und von der Bedeutung des sich Mehrens, daß es ausgesagt wird vom Wahren. Daß die Erde den äußeren Menschen bedeutet, ist gleichfalls früher gezeigt worden. Daher bei dessen Begründung nicht zu verweilen ist. Hier wird gehandelt vom Wirken des inneren Menschen auf den äußeren, nachdem der Mensch wiedergeboren worden ist, daß nämlich dann erst befruchtet wird das Gute, und vermehrt wird das Wahre, wenn der äußere Mensch zur Entsprechung und Folgsamkeit gebracht ist. Früher ist es gar nicht möglich, weil dem Guten das Körperliche, und dem Wahren das Sinnliche widerstreitet, jenes löscht die Liebe zum Guten, dieses die Liebe zum Wahren aus. Die Befruchtung des Guten und die Vermehrung des Wahren geschieht im äußeren Menschen. Die Befruchtung des Guten in seinen Trieben, die Vermehrung des Wahren in seinem Gedächtnis. Der äußere Mensch wird hier Erde genannt, in die sie sich ausbreiten, und auf der sie sich befruchten und mehren. 914. Vers 18,19: Und es ging aus Noach und seine Söhne, und sein Weib, und die Weiber seiner Söhne mit ihm. Alles Wild, alles Gewürm; und aller Vogel, alles Kriechende auf Erden; nach ihren Familien gingen sie aus vom Kasten. "Er ging aus" bedeutet, daß er so geworden sei; durch "Noach und seine Söhne" wird bezeichnet der Mensch der Alten Kirche; durch "sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm" wird die Kirche selbst bezeichnet; "alles Wild und alles Gewürm" bedeutet sein Gutes; das Wild das Gute des inneren Menschen, das Gewürm das Gute des äußeren; "und aller Vogel, alles Kriechende auf Erden" bedeutet die Wahrheiten; der Vogel die Wahrheiten des inneren Menschen, das Kriechende auf Erden die Wahrheiten des äußeren; "nach ihren Familien" bedeutet paarweise; "sie gingen aus vom Kasten" bedeutet wie früher, das so Gewordensein, und zugleich den Stand der Freiheit. 915. Daß "er ging aus", 1. Mose 8/18, bedeutet, daß er so geworden sei; daß "durch Noach und seine Söhne" bezeichnet wird der Mensch der Alten Kirche, "durch sein Weib und die Weiber seiner Söhne" bezeichnet wird die Kirche selbst, erhellt aus der Sachfolge, die es mit sich bringt, daß so geworden ist die Alte Kirche, denn dies ist das Letzte oder der Schluß des Vorhergehenden: wenn die Kirche im Wort beschrieben wird, so wird sie entweder durch Mann und Weib, oder durch Mensch und Weib, beschrieben; wenn durch Mann und Weib, so wird durch Mann bezeichnet das Verständige oder das Wahre, und durch das Weib das Willige oder das Gute; wenn durch Mensch und Weib, so wird durch den Menschen bezeichnet das Gute der Liebe oder die Liebe, und durch das Weib das Wahre des Glaubens, oder der Glaube; somit durch den Menschen das Wesentliche der Kirche, durch das Weib die Kirche selbst. So hin und wieder im Wort: hier, weil bisher die Rede war von der Bildung der neuen Kirche, während die Älteste zugrunde ging, wird durch Noach und seine Söhne bezeichnet der Mensch der Alten Kirche, und durch sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm, die Kirche selbst; daher wird es hier in anderer Ordnung gesagt, als im vorhergehenden 16. Vers: dort heißt es: "Gehe aus, du und dein Weib, und deine Söhne und die Weiber deiner Söhne, mit dir"; wo du und Weib verbunden wird, und die Söhne und die Weiber deiner Söhne, und so durch "du und die Söhne" bezeichnet wird das Wahre, und durch "das Weib und die Weiber der Söhne" das Gute; hier aber nicht in solcher Ordnung, aus dem Grund, wie gesagt, weil durch "du und die Söhne" bezeichnet wird der Mensch der Kirche, und durch "sein Weib und die Weiber seiner Söhne" die Kirche selbst; denn es ist der Schluß des Vorhergehenden. Die Alte Kirche machte nicht Noach aus, sondern seine Söhne Schem, Cham und Japheth, wie früher gesagt worden ist (Nr. 534, 773) denn es waren gleichsam drei Kirchen, die diese Alte Kirche bildeten, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden; diese Kirchen gingen hervor, wie die Töchter, aus der einen , die Noach genannt wird; daher wird hier gesagt, "du und deine Söhne", sodann "Weib und Weiber der Söhne". 916. Daß "alles Wild und alles Gewürm", 1. Mose 8/19, bedeutet sein Gutes; das Wild das Gute des inneren Menschen, das Gewürm das Gute des äußeren (Menschen); sodann daß "aller Vogel und alles Kriechende auf Erden" bedeutet die Wahrheiten, der Vogel die Wahrheiten des inneren Menschen, das auf Erden Kriechende die Wahrheiten des äußeren, kann erhellen aus demjenigen, was im vorhergehenden Vers vom Wild, vom Vogel und vom kriechenden Gewürm gesagt und gezeigt worden ist (Nr. 908-911): dort kriechendes Gewürm, weil beides sowohl das Gute, als das Wahre des äußeren Menschen bezeichnete: weil dies der Schluß des Vorhergehenden ist, wird solches beigefügt, was zur Kirche gehört, nämlich ihr Gutes und Wahres: wodurch auch angedeutet wird, wie beschaffen die Kirche, nämlich daß sie eine geistige, und daß sie so geworden sei, nämlich daß die Liebtätigkeit oder das Gute die Hauptsache war, daher hier zuerst genannt wird das Wild und Gewürm, und hernach der Vogel und das Kriechende. Die Kirche wird eine geistige genannt, wenn sie aus Liebtätigkeit oder aus dem Guten der Liebtätigkeit handelt, durchaus nicht, wenn sie sagt, sie habe Glauben ohne Liebtätigkeit, dann ist sie nicht einmal eine Kirche; denn was ist die Lehre des Glaubens, als die Lehre der Liebtätigkeit; und was der Zweck der Glaubenslehre, als daß man so werde, wie sie lehrt. Das Wissen und Denken, wie sie lehrt, kann es nicht sein, sondern das so Werden, wie sie lehrt, dies allein ist es; daher die geistige Kirche dann erst eine Kirche ist, wenn sie aus Liebtätigkeit, welche die eigentliche Lehre des Glaubens ist, handelt; oder was dasselbe ist, der Mensch der Kirche ist alsdann erst eine Kirche; z.B.: wozu ist ein Gebot, nicht daß man es wisse, sondern daß man nach dem Gebot lebe; dann erst hat man des Reich des Herrn in sich; denn das Reich des Herrn besteht allein in gegenseitiger Liebe, und in der Seligkeit aus ihr. Die, welche den Glauben von der Liebtätigkeit trennen, und in den Glauben ohne das Gute der Liebtätigkeit das Heil setzen, sind Kainiten, die den Bruder Habel, d.h. die Liebtätigkeit, töten; und sind wie Vögel, die um ein Aas herfliegen. Denn ein solcher Glaube ist der Vogel, und das Aas ist der Mensch ohne Liebtätigkeit. So schaffen sie sich auch das unechte Gewissen, daß sie leben können wie Teufel, den Nächsten hassen und verfolgen, in Ehebrüchen das ganze Leben hinbringen, und dennoch selig werden, wie nur zu bekannt ist in der Christenheit. Was kann dem Menschen süßer sein, als zu hören und sich einreden zu lassen, daß er selig werden könne, wenn er sogar lebt wie eine wilde Bestie; selbst die Heiden begreifen, daß dies falsch ist, von denen viele, weil sie das Leben der Christen sehen, die Lehre verabscheuen. Es erhellt hieraus auch, daß es nirgends ein abscheulicheres Leben gibt, als in der Christenheit. 917. Daß "nach ihren Familien", 1. Mose 8/19, bedeutet paarweise, erhellt aus demjenigen, was früher gesagt worden ist, daß nämlich je sieben und sieben von den reinen, und je zwei und zwei von den unreinen eingegangen seien: 1. Mose 7/2,3,15; hier aber, daß sie familienweise ausgegangen seien. Daß es nicht je sieben und sieben, zwei und zwei heißt, sondern (nach) Familien, davon ist der Grund, weil nun vom Herrn alles so in Ordnung gebracht worden ist, daß es Familien vorstelle. Beim wiedergeborenen Menschen verhält es sich mit dem Guten und Wahren, oder dem, was Sache der Liebtätigkeit und daher des Glaubens ist, so, daß es sich gegenseitig aufeinander bezieht, wie Blutsverwandtschaften und Schwägerschaften, also wie Familien von einem Stamm oder Vater, gerade wie es sich im Himmel verhält: Nr. 685, und das ist die Ordnung, die in Gutes und Wahres gebracht wird vom Herrn. Insbesondere wird hier bezeichnet, daß alles und jegliches Gute hinsieht auf sein Wahres, wie auf ehelich (mit ihm) Verbundenes, und wie im allgemeinen die Liebtätigkeit auf den Glauben, so in allem Besonderen das Gute auf das Wahre; denn wofern das Allgemeine nicht existiert vom Besonderen her, ist es kein Allgemeines; vom Besonderen hat das Allgemeine seine Existenz, und von ihm heißt es allgemein; in einem jeden Menschen verhält sich die Sache so. Wie der Mensch im Allgemeinen ist, solcherlei ist er in dem Einzelnsten seiner Neigung (affectio) und seiner Vorstellung, aus diesem bildet er sich (componitur), oder aus diesem wird er ein solcher im allgemeinen. Daher die, welche wiedergeboren sind, so im Einzelnsten werden, wie sie im allgemeinen beschaffen sind. 918. Daß "aus dem Kasten gehen", 1. Mose 8/19, auch den Stand der Freiheit in sich schließt, erhellt aus demjenigen, was vorhin oben vom Ausgehen aus dem Kasten gesagt worden ist. Von welcher Art die Freiheit des geistigen Menschen sei, kann daraus erhellen, daß er vom Herrn durch das Gewissen regiert wird. Wer durch das Gewissen regiert wird, oder wer nach dem Gewissen handelt, handelt frei. Nichts ist ihm mehr zuwider, als gegen das Gewissen handeln. Gegen das Gewissen handeln, ist (ihm) eine Hölle, dagegen nach dem Gewissen handeln, ist ihm der Himmel. Woraus jeder sehen kann, daß dies das Freie ist. Der Herr regiert den geistigen Menschen durch das Gewissen des Guten und Wahren, das, wie gesagt, gebildet ist in seinem verständigen Teil, und so getrennt vom Wollen des Menschen, und weil es ganz getrennt ist vom Wollen des Menschen, so kann deutlich erhellen, daß der Mensch nie aus sich etwas Gutes tut, und weil alles Wahre des Glaubens aus dem Guten des Glaubens ist, so erhellt, daß der Mensch nie aus sich selbst etwas Wahres denkt, sondern daß es vom Herrn allein ist. Daß es scheint, es geschehe aus ihm selbst, ist bloß Schein, und weil so sich die Sache verhält, anerkennt und glaubt dies auch der wahrhaft geistige Mensch. Hieraus ist offenbar, daß das dem geistigen Menschen vom Herrn geschenkte Gewissen gleichsam ein neuer Wille ist, und daß so der Mensch, der von neuem geschaffen worden, begabt ist mit einem neuen Willen, und infolgedessen mit einem neuen Verstand. 919. Vers 20: Und Noach baute einen Altar dem Jehovah, und nahm von allem reinen Vieh, und von allem reinen Vogel, und brachte Brandopfer dar auf dem Altar. "Noach baute einen Altar dem Jehovah" bedeutet eine Vorbildung des Herrn; "er nahm von allem reinen Vieh, und von allem reinen Vogel" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens; "und brachte Brandopfer dar auf dem Altar" bedeutet alle daraus hervorgehende Gottesverehrung. 920. In diesem Vers wird beschrieben der Gottesdienst der Alten Kirche im allgemeinen, und zwar durch den Altar und das Brandopfer, welche die Hauptbestandteile alles vorbildlichen Gottesdienstes waren: aber hier ist zuerst zu sagen welcherlei der Gottesdienst der Ältesten Kirche war, und daher wie die Verehrung des Herrn durch Vorbildliches entstand. Der Mensch der Ältesten Kirche hatte keinen anderen Dienst, als einen inneren, wie er im Himmel ist; denn bei ihnen hatte der Himmel Gemeinschaft mit dem Menschen, daß sie eins ausmachten. Diese Gemeinschaft war das Innewerden, von dem schon oben oft die Rede war. Somit, weil sie engelische, inwendige Menschen waren, fühlten sie zwar das Äußere, das dem Körper und der Welt angehörte, aber kümmerten sich nicht darum; bei den einzelnen Gegenständen der Sinne wurden sie etwas Göttliches und Himmlisches gewahr; z.B., wenn sie einen hohen Berg sahen, so faßten sie nicht die Vorstellung eines Berges, sondern der Höhe, und aus der Höhe den Himmel und den Herrn; daher es denn kam, daß es vom Herrn hieß, Er wohne im Höchsten, wie Er denn auch der Höchste und Erhabenste genannt, und nachher der Dienst des Herrn auf den Bergen gehalten wurde; ebenso im übrigen. Wenn sie den Morgen wahrnahmen, so dachten sie dabei nicht an den eigentlichen Morgen des Tages, sondern an das Himmlische, das gleich ist dem Morgen und der Morgenröte in den Gemütern; daher der Herr genannt wurde der Morgen, der Aufgang und die Morgenröte. Ebenso wenn sie einen Baum und dessen Frucht und Blätter sahen, so bekümmerten sie sich nicht um diese, sondern sahen darin gleichsam vorgebildet den Menschen, in der Frucht die Liebe und Liebtätigkeit, in den Blättern den Glauben; daher denn auch der Mensch der Kirche nicht bloß dem Baum, sowie auch dem Paradies, und was bei ihm ist, der Frucht und den Blättern verglichen, sondern auch so genannt wurde: solcherlei sind die, welche eine himmlische und engelische Vorstellungsweise haben. Einen jeden kann bekannt sein, daß die allgemeine Vorstellung alles Besondere beherrscht, somit alle Gegenstände der Sinne, sowohl die, welche man sieht, als die, welche man hört, und zwar so, daß man um die Gegenstände sich nicht bekümmert, außer sofern sie in die allgemeine Vorstellung, die man hat, einfließen. So, wer in der Seele vergnügt ist, dem erscheint alles, was er hört und sieht, als heiter und lachend. Wer aber in der Seele traurig ist, dem erscheint alles, was er hört und sieht, als traurig und schmerzlich; so in allem übrigen; denn die allgemeine Richtung (affectio) ist im einzelnen, und macht, daß man das einzelne in der allgemeinen Richtung sieht und hört; das übrige erscheint nicht einmal, sondern es ist, wie wenn es abwesend oder nichts wäre: so verhielt es sich beim Menschen der Ältesten Kirche, alles, was er mit den Augen sah, das war ihm himmlisch; und so lebte gleichsam bei ihm alles und jedes. Hieraus kann erhellen, von welcher Art ihr Gottesdienst war, nämlich ein innerlicher, und keineswegs ein äußerlicher. Als aber die Kirche ablenkte, wie bei den Nachkommen, und jenes Innewerden, oder die Gemeinschaft mit dem Himmel, sich zu verlieren anfing, da begann sich die Sache anders zu verhalten. Bei den Gegenständen der Sinne wurden sie nicht mehr das Himmlische inne, sondern das Weltliche, und um so mehr, je weniger Innewerden sie übrig hatten. Und endlich in der letzten Nachkommenschaft, die zunächst vor der Sündflut war, erfaßten sie in den Gegenständen nichts anderes, als das Weltliche, Körperliche und Irdische. So wurde der Himmel vom Menschen geschieden, und hatte keine Gemeinschaft, außer eine sehr entfernte; alsdann bekam der Mensch Gemeinschaft mit der Hölle, und von daher die allgemeine Vorstellung, aus der, wie gesagt, die Vorstellungen alles Besondern (entstehen); wenn nun eine himmlische Idee sich darbot, so galt sie bei ihnen nichts, bis sie zuletzt nicht einmal mehr anerkennen wollten, daß es etwas Geistiges und Himmlisches gebe; so wurde der Zustand des Menschen verändert und umgewendet. Weil vom Herrn vorhergesehen worden, daß der Zustand des Menschen so werden würde, wurde auch vorgesehen, daß sie die Glaubenslehren in Verwahrung hätten, damit sie aus denselben wissen möchten das Himmlische und das Geistige. Jene vom Menschen der Ältesten Kirche herstammenden Lehren sammelten die, welche Kain, und die Chanoch hießen, von denen die Rede war. Daher wird von Kain gesagt, daß ihm ein Zeichen angesetzt worden sei, damit ihn niemand töten möchte; und von Chanoch, daß er von Gott aufgenommen worden sei, worüber man sehe 1. Mose 4/15, Nr. 393, 394; und 1. Mose 5/24. Diese Lehren bestanden bloß in Bezeichnungen (significativis), und so gleichsam in Rätseln, was nämlich die auf der Erde befindlichen Dinge bedeuten, z.B. was die Berge, daß sie Himmlisches und den Herrn (bezeichnen); was der Morgen und der Aufgang, nämlich ebenfalls Himmlisches und den Herrn; was die verschiedenartigen Bäume und ihre Früchte, nämlich den Menschen und sein Himmlisches; und so, was das übrige (bedeute): in dergleichen bestanden ihre Lehren, die gesammelt worden waren aus den Bezeichnungen der Ältesten Kirche; eben daher waren auch ihre Schriften so beschaffen: und da sie in dergleichen das Göttliche und Himmlische, weil auch das Alte, bewunderten, und auch zu schauen glaubten, wurde ihr Gottesdienst mit ähnlichem begonnen und zugelassen. Daher denn ihr Gottesdienst auf Bergen und in Hainen, inmitten von Bäumen, daher auch ihre Denksäulen unter freien Himmel; und endlich die Altäre und Brandopfer, die nachher die Hauptbestandteile alles Gottesdienstes wurden. Dieser Dienst fing an mit der Alten Kirche, und pflanzte sich dann auf die Nachkommen, und auf alle Völkerschaften rings umher fort, außer vielem anderen, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 921. Daß die Worte "Noach baute dem Jehovah einen Altar", 1. Mose 8/20, bedeutet das Vorbildliche des Herrn, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist. Alle Bräuche der Alten Kirche waren Vorbilder des Herrn, wie auch die Bräuche der jüdischen Kirche. Aber das Hauptvorbild war nachher der Altar, sodann das Brandopfer, und weil dieses von reinen Tieren und Vögeln dargebracht ward, so bildete es vor, wie es auch bezeichnete: die reinen Tiere Gutes der Liebtätigkeit, und die reinen Vögel Wahrheiten des Glaubens. Wenn dergleichen dargebracht wurden, bezeichneten sie bei der Alten Kirche, daß sie dem Herrn, aus solchem (Geistigen), Gaben darbrachten; dem Herrn kann nichts anderes, was Ihm wohlgefällig wäre, dargebracht werden. Aber die Nachkommen, wie die Heiden, dann auch die Juden, verkehrten es, indem sie nicht einmal wußten, daß solcherlei (Geistiges) bezeichnet würde, da sie den Gottesdienst bloß in Äußeres setzten. Daß der Altar das Hauptvorbild des Herrn war, kann auch daraus erhellen, daß es, ehe die übrigen Bräuche eingeführt, und ehe die Lade errichtet, und ehe der Tempel erbaut war, Altäre gegeben hat, auch unter den Heiden. Von Abraham weiß man, daß, als er auf einen Berg östlich von Bethel kam er einen Altar errichtete und den Namen Jehovahs anrief: 1. Mose 12/8; daß ihm befohlen worden, den Jischak als Brandopfer darzubringen auf einem Altar: 1. Mose 22/2,9, daß Jakob einen Altar baute bei Lus oder Bethel: 1. Mose 35/6,7; daß Moses eine Altar baute unterhalb des Berges Sinai und opferte: 2. Mose 24/4-6. Dies geschah, noch ehe Opfer eingeführt, und ehe die Lade errichtet war, wo der Gottesdienst nachher verrichtet wurde in der Wüste. Ebenso daß es Altäre gab bei den Heiden, ist abzunehmen von Bileam, der zu Balak sagte, daß er bauen sollte sieben Altäre, und herschaffen sieben Stiere und sieben Widder: 4. Mose 23/1-7,15-18,29,30. Sodann daraus, daß befohlen wurde, der Heiden Altäre sollten zerstört werden, 5. Mose 7/5; Richt.2/2. Daher war denn der Gottesdienst durch Altäre und Opfer keine neue Einrichtung bei den Juden. Ja, es wurden Altäre gebaut, ehe man wußte Ochsen und Schafe auf ihnen zu schlachten, und zwar (dienten sie) zum Gedächtnis. Daß die Altäre bedeuten das Vorbildliche des Herrn, und die Brandopfer Seine Verehrung durch dasselbe, erhellt klar bei den Propheten, wie bei Mose, von Levi, dem das Priestertum gehörte: 5. Mose 33/10: "Sie werden Jakob Deine Rechte lehren, und Israel Dein Gesetz; sie werden Rauchwerk bringen in Deine Nase, und das ganze (Brandopfer) auf Deinen Altar": wo (dieser) für allen Dienst (steht); daß sie die Rechte den Jakob, und das Gesetz den Israel lehren sollten, für den inneren Dienst; daß sie Rauchwerk in die Nase, und das Ganze auf den Altar bringen sollten, für den entsprechenden äußeren Dienst; somit für allen Dienst. Jes.17/7,8: "An jenem Tage wird aufblicken der Mensch zu seinem Macher, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels schauen; und er wird nicht blicken auf die Altäre, das Werk seiner Hände": wo auf die Altäre blicken offenbar bedeutet den vorbildlichen Dienst im allgemeinen, der abgeschafft werden sollte. Jes.19/19: "An jenem Tage wird ein Altar für Jehovah sein inmitten des Landes Ägypten, und eine Denksäule an ihrer Grenze, für Jehovah": hier ebenfalls Altar für den äußeren Dienst. Jerem.Klagel.2/7: "Verlassen hat Jehovah Seinen Altar, verschmäht Sein Heiligtum": Altar für den vorbildlichen Dienst, der abgöttisch geworden. Hos.8/11: "Ephraim hat der Altäre viel gemacht zum Sündigen; es dienten ihm die Altäre zum Sündigen": Altäre hier für alles vom Innern getrennte Vorbildliche, somit für das Abgöttische. Hos.10/8: "Zerstört sollen werden die Höhen Aven, die Sünde Israels, Dorn und Distel wird wachsen auf ihren Altären": hier ebenfalls Altäre für den Götzendienst. Amos 3/14: "Am Tage, da ich heimsuche die Übertretungen Israels über ihn, und heimsuchen werde die Altäre Bethels, und werden abgehauen werden die Hörner des Altars": wo Altäre ebenfalls für das (abgöttisch gewordene) Vorbildliche stehen. Ps.43/3,4: "Sie sollen mich leiten zum Berge Deiner Heiligkeit, und zu Deinen Wohnungen, und ich will eingehen zum Altar Gottes, zu Gott, der Freude meines Jubels": wo Altar offenbar für den Herrn steht, somit der Bau eines Altars in der Alten und in der jüdischen Kirche für die Vorbildung des Herrn. Weil der Dienst des Herrn hauptsächlich durch Brandopfer und Schlachtopfer verrichtet wurde, und so dieselben hauptsächlich den vorbildlichen Dienst bezeichneten, so erhellt, daß der Altar selbst bedeutet das Vorbildliche selbst. 922. "Er nahm von allem reinen Vieh, und von allem reinen Vogel", 1. Mose 8/20, daß dies bedeutet Gutes der Liebtätigkeit und Wahrheiten des Glaubens, ist früher gezeigt worden: daß das Vieh (bestia) Gutes der Liebtätigkeit bedeute: Nr. 45, 46, 142, 143, 246, und der Vogel Wahrheiten des Glaubens: Nr. 40, 776. Die Brandopfer wurden dargebracht von Stieren, von Lämmern und Ziegen, und von Turteltauben oder jungen Tauben, 3. Mose 1/3-18; 4. Mose 15/2-15; 28/1-31. Die Tiere waren reine, ein jedes derselben bedeutete etwas besonderes Himmlisches; und weil sie dies bezeichneten in der Alten Kirche, und in den folgenden es vorbildeten, so erhellt, daß die Brand- und Schlachtopfer nichts anderes waren, als Vorbilder des inneren Gottesdienstes; und daß sie, wenn sie getrennt wurden vom inneren Dienst, abgöttisch waren. Dies kann ein jeder, wenn er nur bei gesunder Vernunft ist, sehen; denn was ist der Altar, als etwas Steinernes, und das Brand- und Schlachtopfer, als die Schlachtung eines Tieres? Soll es ein göttlicher Dienst sein, so muß es etwas Himmlisches vorbilden, das man wissen, und anerkennen, und aus dem man verehren soll Den, Welchen es vorbildet. Daß es Vorbilder des Herrn gegeben hat, kann niemand unbemerkt lassen, als wer gar nichts vom Herrn verstehen will; es ist das Innere, nämlich die Liebtätigkeit und der Glauben aus ihr, durch das anzuschauen, und anzuerkennen, und zu glauben ist Der, Welcher vorgebildet wird, was klar zu ersehen ist bei den Propheten, wie Jerem.7/21-23: "Es sprach Jehovah Zebaoth, der Gott Israels, eure Brandopfer füget (nur) hinzu zu euren Schlachtopfern, und esset Fleisch; Ich habe (aber) nicht geredet mit euren Vätern, und ihnen geboten an dem Tage, da Ich sie ausführte aus dem Land Ägypten, in betreff des Brandopfers und des Schlachtopfers; sondern dieses Wort gebot Ich ihnen, und sprach: Gehorchet Meiner Stimme, und Ich will euer Gott sein": hören auf die - oder gehorchen der Stimme heißt, gehorchen dem Gesetz, das durchaus sich bezieht auf das einzige Gebot, daß man Gott lieben soll über alles, und den Nächsten, wie sich selbst; denn in diesem ist das Gesetz und die Propheten: Matth.22/35-38; 7/12. Ps.40/7,9: "Jehovah, Opfer und Gabe hast du nicht gewollt, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht begehrt; zu tun Deinen Willen, mein Gott, habe ich mich gesehnt; und Dein Gesetz ist inmitten meiner Eingeweide". Samuel, der zu Saul sprach, 1.Sam.15/22: "Hat Jehovah (ebenso) Wohlgefallen an Brandopfern und Schlachtopfern, wie am Gehorsam gegen die Stimme Jehovahs? Siehe, gehorchen ist besser den Opfer, aufmerken (besser) denn das Fett von Widdern"; was der Stimme gehorchen heiße. Micha 6/6-8: "Soll ich dem Jehovah zuvorkommen mit Brandopfern, mit Kälbern, den Söhnen einen Jahres, wird Jehovah Gefallen haben an Tausenden von Widdern, an Myriaden von Strömen Öls; gezeigt hat Er dir, o Mensch, was gut ist, und was fordert Jehovah von dir, als Recht tun, und die Liebe der Barmherzigkeit, und demütig zu sein im Wandel mit deinem Gott": dies ist es, was die Brand- und Schlachtopfer von reinen Tieren und Vögeln bedeuten. Amos 5/22,24: "Wenn ihr Mir darbringen werdet Brandopfer und eure Gaben, werde Ich sie nicht annehmen, und das Dankopfer eurer fetten (Kälber) nicht ansehen, es fließe (aber) wie Wasser das Recht, und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom": das Recht ist das Wahre, und die Gerechtigkeit ist das Gute, beides aus der Liebtätigkeit, welches sind die Brand- und die Schlachtopfer des inneren Menschen. Hos.6/6: "Barmherzigkeit will Ich, und nicht Schlachtopfer; und Erkenntnis Gottes mehr den Brandopfer". Aus diesem erhellt, was die Schlacht- und Brandopfer sind, wo keine Liebtätigkeit und kein Glaube ist; aus eben diesem erhellt auch, daß reine Tiere und reine Vögel vorbildeten, weil bezeichneten, Gutes der Liebtätigkeit und des Glaubens. 923. "Und er brachte Brandopfer dar auf dem Altar", 1. Mose 8/20, daß es bedeutet alle Gottesverehrung daraus, leuchtet ein aus demjenigen, was bisher gesagt worden ist: Die Brandopfer waren die Hauptbestandteile des Gottesdienstes der vorbildlichen Kirche, so hernach die Schlachtopfer, von denen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß die Brandopfer im Inbegriff bedeuten den vorbildlichen Dienst, erhellt auch bei den Propheten: Ps.20/3,4: "Jehovah wird deine Hilfe senden aus dem Heiligtum, und aus Zion dich unterstützen; Er wird gedenken aller deiner Gaben, und dein Brandopfer wird Er fett machen". Jes.56/6,7: "Alle, die den Sabbath halten, daß sie ihn nicht entheiligen, die will Ich hinführen zum Berge Meiner Heiligkeit, ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer zum Wohlgefallen auf Meinem Altar": wo Brand- und Schlachtopfer für alle Gottesverehrung stehen; die Brandopfer für die Verehrung aus Liebe, die Schlachtopfer für die Verehrung aus dem Glauben daraus: Inneres wird hier, wie gemeiniglich bei den Propheten, beschrieben durch Äußeres. 924. Vers 21: Und Jehovah roch den Geruch der Ruhe, und Jehovah sprach in Seinem Herzen: Nie wieder will Ich verfluchen den Erdboden um des Menschen willen, weil das Dichten des Herzens des Menschen böse ist von seiner Jugend an; und Ich will nicht weiter mehr schlagen alles Lebendige, wie Ich getan habe. "Und Jehovah roch den Geruch der Ruhe" bedeutet, daß dem Herrn wohlgefällig gewesen sei die Gottesverehrung daraus; "und Jehovah sprach in Seinem Herzen" bedeutet, daß es so nicht mehr werden sollte; "Nie wieder will Ich verfluchen den Erdboden" bedeutet, daß der Mensch nicht mehr so sich abwenden werde; "um des Menschen willen" bedeutet, wie der Mensch aus der Nachkommenschaft der Ältesten Kirchen; "weil das Dichten des Herzens des Menschen böse ist von seiner Jugend an" bedeutet, daß das Wollen des Menschen ganz und gar böse sei; "und Ich will nicht weiter mehr schlagen alles Lebendige, wie Ich getan habe" bedeutet, daß der Mensch nicht mehr so sich werde verderben können. 925. Daß "Jehovah roch den Geruch der Ruhe", 1. Mose 8/21, bedeutet, daß dem Herrn wohlgefällig war die daraus hervorgehende Gottesverehrung, nämlich die durch das Brandopfer bezeichnete Verehrung aus der Liebtätigkeit und dem Glauben der Liebtätigkeit, ist im nächst vorhergehenden Verse gesagt worden. Hin und wieder wird im Worte gesagt, daß Jehovah gerochen habe den Geruch der Ruhe, und zwar hauptsächlich aus den Brandopfern, und überall bezeichnet es das Wohlgefällige oder Angenehme, wie z.B. daß Er aus den Brandopfern gerochen habe denn Geruch der Ruhe: 2. Mose 29/18,25,41; 3. Mose 1/9,13,17; 23/12,13,18; 4. Mose 28/6,8,13; 29/2,6,8,13,36; dann aus anderen Opfern: 3. Mose 2/2,9; 6/8,14; 8/21,28; 4. Mose 15/3,7,13; und sie werden genannt eine Feuerung (ignitum) zum Geruch der Ruhe Jehovahs, wodurch bezeichnet wird, daß (sie) aus Liebe und Liebtätigkeit (entsprangen); das Feuer, und das Befeuerte, wenn es beigelegt wird dem Herrn und Seiner Verehrung, bedeutet im Worte die Liebe: ebenso auch das Brot; weshalb auch der vorbildliche Dienst durch Brandopfer und Schlachtopfer genannt wird das Brot des Befeuerten für Jehovah zum Geruch der Ruhe: 3. Mose 3/11,16. Daß der Geruch bedeutet das Wohlgefällige und Angenehme, und somit, daß der Geruch auch in der jüdischen Kirche das Vorbild des Wohlgefälligen war, und dem Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben wird, davon ist der Grund, weil das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens aus der Liebtätigkeit angenehmen und lieblichen Gerüchen entspricht; die Wirklichkeit und Beschaffenheit der Entsprechung selbst kann ersehen werden an den Sphären im Himmel der Geister und Engel: es sind dort Sphären der Liebe und des Glaubens, die deutlich empfunden werden. Die Sphären sind so beschaffen, daß, wenn ein guter Geist oder Engel, oder eine Gesellschaft guter Geister oder Engel herankommt, dann alsbald, sooft es dem Herrn gefällt, empfunden wird, wie beschaffen der Geist, Engel oder die Gesellschaft ist in betreff der Liebe und des Glaubens, und zwar von ferne, und noch mehr bei näherer Gegenwart; dies ist unglaublich, aber gleichwohl gewißlich wahr. Solcherlei ist die Mitteilung im anderen Leben und solcherlei das Innewerden. Daher, wenn es dem Herrn gefällt, man nicht nötig hat, lange zu erforschen, wie beschaffen eine Seele oder ein Geist ist, denn er kann sogleich bei seiner Ankunft erkannt werden. Diesen Sphären entsprechen die Sphären der Gerüche in der Welt; daß sie entsprechen, kann daraus erhellen, daß die Sphären der Liebe und des Glaubens, wenn es dem Herrn gefällt, deutlich in Sphären von angenehmen und lieblichen Gerüchen verwandelt werden in der Geisterwelt, und deutlich empfunden werden. Aus diesem erhellt nun, woher und warum der Geruch der Ruhe das Wohlgefällige bedeutet, und warum der Geruch vorbildlich wurde in der jüdischen Kirche, und ein Geruch der Ruhe dem Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben wird. Der Geruch der Ruhe ist der des Friedens, oder das Wohlgefällige des Friedens. Der Friede befaßt in einem Inbegriff alles und jedes, was zum Reiche des Herrn gehört; denn der Stand des Reiches des Herrn ist der Stand des Friedens, im Stande des Friedens stehen alle seligen Zustände aus der Liebe und dem Glauben an den Herrn. Aus diesem, was nun gesagt worden ist, leuchtet ein, nicht nur, was für eine Bewandtnis es mit den Vorbildern hat, sondern auch, warum in der jüdischen Kirche Rauchwerke bestanden, und für diese ein Altar vor dem Vorhang und dem Gnadenstuhl; warum man Weihrauch darbrachte in den Opfern; dann, warum so viele Gewürze im Rauchwerk, im Weihrauch, sowie auch im Salböl gebraucht wurden, somit was der Geruch der Ruhe, was die Räucherungen und was die Gewürze im Wort bedeuten, nämlich Himmlisches der Liebe und daher Geistiges des Glaubens, im allgemeinen alles Wohlgefällige daraus: Hes.20/40,41: "Auf dem Berge Meiner Heiligkeit, auf dem Berge der Höhe Israels, da werden Mir dienen alles Haus Israels, das Ganze, das im Lande (ist), da will Ich sie für angenehm halten; und da will Ich suchen eure Hebopfer, und die Erstlinge eurer Gaben in allen euren Heiligungen, infolge des Geruchs der Ruhe will Ich euch für angenehm halten": wo der Geruch der Ruhe ausgesagt wird von Brandopfern und Gaben, d.h. von der aus der Liebtätigkeit und ihrem Glauben kommenden Verehrung, die durch Brandopfer und Gaben bezeichnet wird, und daher angenehm ist, welches ist der Geruch. Amos 5/21,22: "Ich hasse und habe verworfen eure Feste, und mag nicht riechen eure Festversammlungen, weil, wenn ihr Mir darbringen werdet Brandopfer und eure Gaben, sie nicht werden angenehm sein": hier ist offenbar, daß es bedeutet das Wohlgefällige und Angenehme. Von Jischak, als er Jakob statt Esaus segnete, liest man 1. Mose 27/26,27: "Als Jakob hinzutrat, und Jischak ihn küßte, und roch den Geruch seiner Kleider, segnete er ihn, und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes, das Jehovah gesegnet hat": der Geruch der Kleider bedeutet das natürlich Gute und Wahre, welches wohlgefällig ist infolge der Übereinstimmung mit dem himmlisch und geistig Guten und Wahren, dessen Wohlgefälligkeit beschrieben wird durch den Geruch eines Feldes. 926. Daß (die Worte) "Jehovah sprach in Seinem Herzen", 1. Mose 8/21, bedeuten, daß es so nicht mehr werden sollte, erhellt aus dem Folgenden: Wenn in Beziehung auf Jehovah gesagt wird, daß Er spreche, so ist es nichts anderes, als daß es so oder nicht so sei oder geschehe, denn in Beziehung auf Jehovah kann nichts anderes gesagt werden, als das Ist: was im Worte hin und wieder in Beziehung auf Jehovah ausgesagt wird, ist für diejenigen, die nichts fassen können, als nach solchem, was beim Menschen ist, daher denn auch der Sinn des Buchstabens so beschaffen ist. Die einfältigen Herzens sind, können durch Scheinbarkeiten beim Menschen belehrt werden; denn sie gehen kaum über die Erkenntnisse aus Sinnlichem hinaus, daher nach ihrer Fassungskraft im Wort geredet ist; so hier, daß Jehovah sprach in Seinem Herzen. 927. "Nie wieder will Ich verfluchen den Erdboden um des Menschen willen", 1. Mose 8/21, daß dies bedeutet, der Mensch werde sich nicht mehr so abwenden, wie der Mensch aus der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, erhellt aus dem, was früher von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche gesagt worden ist. Daß verfluchen im inneren Sinn bedeute, sich abwenden, sehe man Nr. 223, 245. Wie dieses und das Folgende sich verhält, daß nämlich der Mensch nicht mehr so sich abwenden werde, wie der Mensch der Ältesten Kirche, und daß er sich nicht mehr so werde verderben können, kann erhellen aus dem, was von den Nachkommen der Ältesten Kirche, die zugrunde gingen, und von der neuen Kirche, die Noach genannt wird, früher gesagt worden ist, daß nämlich der Mensch der Ältesten Kirche so beschaffen war, daß der Wille und der Verstand ein Gemüt bei ihm ausmachten, oder daß bei ihm die Liebe eingepflanzt war in seinem wollenden Teil, und so zugleich der Glaube, der den anderen oder den verständigen Teil seines Gemüts erfüllte. Ihre Nachkommen haben infolgedessen die Einheit ihres Willens und Verstandes erblich überkommen. Als daher Selbstliebe und aus ihr unsinnige Begierden ihren wollenden Teil einzunehmen anfingen, in dem früher Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten wohnte, da wurde nicht allein der wollende Teil oder der Wille ein ganz verkehrter, sondern auch zugleich der verständige Teil oder der Verstand, und um so mehr, da die letzte Nachkommenschaft in die Begierden Falschheiten versenkte, und sie dadurch zu Nephilim wurden. Daher sie denn so wurden, daß sie nicht wieder hergestellt werden konnten, weil beide Teile ihres Gemüts oder das ganze Gemüt zerstört war. Weil es aber vom Herrn vorhergesehen war, so ist auch vorgesehen worden, daß der Mensch wieder aufgerichtet werden würde, und zwar dadurch, daß der Mensch gebessert werden konnte, und wiedergeboren werden in betreff des anderen oder des verständigen Teils seines Gemüts, und ihm eingepflanzt werden konnte ein neuer Wille, welcher ist das Gewissen, durch das der Herr das Gute der Liebe oder Liebtätigkeit, und das Wahre des Glaubens, wirken möchte. So ist der Mensch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, wiederhergestellt worden. Dies ist es, was in diesem Vers bezeichnet wird durch: "Nie wieder will Ich verfluchen den Erdboden um des Menschen willen, weil das Dichten des Herzens des Menschen böse ist von seiner Jugend an", und: "Ich will nicht weiter mehr schlagen alles Lebendige, wie Ich getan habe". 928. Daß "das Dichten des Herzens des Menschen ist böse von seiner Jugend an", 1. Mose 8/21, bedeutet, daß das Wollen des Menschen ganz böse sei, erhellt aus dem, was nun gesagt worden ist; das Dichten des Herzens bedeutet nichts anderes. Der Mensch glaubt, Willen zum Guten zu haben, aber er ist ganz im Irrtum. Wenn er das Gute tut, so ist es nicht aus seinem Willen, sondern es ist aus dem neuen Willen, welcher ist des Herrn, somit aus dem Herrn. Folglich, wenn er das Wahre denkt und redet, ist es aus dem neuen Verstand, der aus jenem ist, und so aus dem Herrn; denn der Wiedergeborene ist ein ganz neuer Mensch, gebildet vom Herrn, daher er auch neu geschaffen heißt. 929. Daß "Ich will nicht weiter mehr schlagen alles Lebendige, wie Ich getan habe", 1. Mose 8/21, bedeutet, daß der Mensch nicht mehr so sich werde verderben können, erhellt nunmehr: denn die Sache verhält sich so: Wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann wird er abgehalten vom Bösen und Falschen, das bei ihm ist, und wird dann nicht anders inne, als daß er das Gute und Wahre von sich selbst tue und denke, aber es ist Schein oder Täuschung, es ist Abhaltung vom Bösen und Falschen, und zwar eine starke, und weil er abgehalten wird vom Bösen und Falschen, kann er sich nicht verderben. Wenn auch nur im geringsten nachgelassen, oder er sich selbst überlassen würde, so würde er in alles Böse und Falsche hineinrennen. 930. Vers 22: Fürder sollen, während aller Tage der Erde, Saat und Ernte, und Kälte und Hitze, und Sommer und Winter, und Tag und Nacht, nicht aufhören. "Fürder sollen, während aller Tage der Erde" bedeutet alle Zeit; "Saat und Ernte" bedeutet den wiederzugebärenden Menschen, und daher die Kirche; "Kälte und Hitze" bedeuten den Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, der so beschaffen ist in Ansehung der Aufnahme des Glaubens und der Liebtätigkeit; Kälte bedeutet keinen Glauben und keine Liebtätigkeit; Hitze aber Glauben und Liebtätigkeit; "Sommer und Winter" bedeuten den Zustand des wiedergeborenen Menschen in Ansehung seines neuen Wollens, dessen Wechsel sich verhalten wie Sommer und Winter; "Tag und Nacht" bedeuten den Zustand ebendesselben, oder des Wiedergeborenen, in betreff des Verständigen, dessen Wechsel sich verhalten, wie Tag und Nacht; "sollen nicht aufhören" heißt, daß dies zu aller Zeit sein werde. 931. Daß "fürder sollen, während aller Tage der Erde", 1. Mose 8/22, bedeuten alle Zeit, erhellt aus der Bedeutung des Tages, daß er ist Zeit, man sehe Nr. 23, 487, 488, 493, daher hier "Tage der Erde" heißt, alle Zeit, solange die Erde oder ein Einwohner auf dem Erdball ist. Einwohner auf dem Erdball hören dann erst auf zu sein, wenn keine Kirche mehr ist; denn wenn keine Kirche (mehr ist), gibt es auch keine Gemeinschaft des Menschen mit dem Himmel mehr, und wenn diese Gemeinschaft aufhört, so gehen alle Einwohner zugrunde. Die Kirche verhält sich, wie früher gesagt worden, wie das Herz und die Lunge im Menschen; solange das Herz und die Lunge gesund ist, so lange lebt der Mensch, so auch solange die Kirche (gesund ist) in Beziehung auf den Größten Menschen, welcher ist der gesamte Himmel; daher wird hier gesagt, "während aller Tage der Erde sollen Saat und Ernte, und Kälte und Hitze, und Sommer und Winter, und Tag und Nacht nicht aufhören": woraus man auch abnehmen kann, daß der Erdball nicht in Ewigkeit dauern, sondern auch sein Ende haben wird, denn es heißt: "während aller Tage der Erde", d.h., solange die Erde (stehen) wird. Daß man aber glaubt, das Ende der Erde werde ein und dasselbe sein mit dem Jüngsten Gericht, von dem im Worte die Rede ist, wo von der Vollendung des Zeitlaufs, vom Tage der Heimsuchung, und vom Jüngsten Gericht gehandelt wird, darin ist man im Irrtum; denn ein Jüngstes Gericht ist für eine jede Kirche, wenn sie verödet ist, oder wenn in ihr kein Glaube mehr ist; das Jüngste Gericht der Ältesten Kirche war, als sie zugrunde ging, wie in ihrer letzten Nachkommenschaft zunächst vor der Sündflut; das Jüngste Gericht für die jüdische Kirche war, als der Herr in die Welt kam: ein Jüngstes Gericht wird auch sein, wann der Herr kommen wird in die Herrlichkeit; nicht daß alsdann untergehen wird die Erde, und untergehen wird die Welt, sondern daß untergeht die Kirche; aber es wird alsdann immer wieder eine neue Kirche vom Herrn erweckt; wie zur Zeit der Sündflut die Alte Kirche, und zur Zeit der Ankunft des Herrn die christliche Urkirche aus den Heiden; so auch wann der Herr kommen wird in die Herrlichkeit; dies wird auch unter dem neuen Himmel, und der neuen Erde, verstanden; gerade wie es ist bei einem jeden Wiedergeborenen, der ein Mensch der Kirche, oder eine Kirche wird; wenn dieser neu geschaffen ist, wird sein innerer Mensch genannt ein neuer Himmel, und der äußere eine neue Erde: außerdem ist auch ein Jüngstes Gericht für einen jeden Menschen, wenn er stirbt; denn alsdann wird er je nach dem, was er getan hat im Leibe, gerichtet entweder zum Tod, oder zum Leben. Daß unter der Vollendung des Zeitlaufs, dem Ende der Tage, oder dem Jüngsten Gericht nichts anderes verstanden wird, folglich nicht der Welt Untergang, erhellt klar aus des Herrn Worten bei Luk.17/34-36: "In jener Nacht werden zwei in einem Bette sein, der eine wird angenommen, der andere wird zurückgelassen werden; zwei werden mahlen miteinander, die eine wird angenommen und die andere wird zurückgelassen werden; zwei werden auf dem Felde sein, der eine wird angenommen, und der andere wird zurückgelassen werden": wo die letzte Zeit genannt wird Nacht, weil kein Glaube, d.h. keine Liebtätigkeit (mehr ist); und daß sie werden zurückgelassen werden, damit wird klar angedeutet, daß alsdann die Welt nicht untergehen wird. 932. Daß "Saat und Ernte", 1. Mose 8/22, bedeuten den wiederzugebärenden Menschen, und daher die Kirche, bedarf keiner Begründung aus dem Wort, weil so oft vorkommt, sowohl daß der Mensch verglichen und gleichgesetzt wird dem Felde, somit der Saat, als auch das Wort des Herrn dem Samen, und die Wirkung selbst dem Erzeugnis oder der Ernte; was ein jeder auch aus der gewöhnlichen Redeweise abnehmen kann, die sich daher schreibt. Im allgemeinen wird hier gehandelt vom Menschen überhaupt, daß nie fehlen werde, daß ihm Samen vom Herrn eingepflanzt wird, sei er nun innerhalb oder außerhalb der Kirche, d.h., mag er das Wort des Herrn wissen oder nicht wissen; ohne eingepflanzten Samen vom Herrn kann der Mensch gar nichts Gutes tun; alles Gute der Liebtätigkeit, auch bei den Heiden, ist Same vom Herrn; und obwohl es bei diesen nicht das Gute des Glaubens ist, wie es sein kann innerhalb der Kirche, so kann es doch das Gute des Glaubens werden; denn die Heiden, die in Liebtätigkeit gelebt haben, wie sie pflegen in der Welt, ergreifen auch im anderen Leben, wenn sie von Engeln belehrt werden, und nehmen viel leichter an, als die Christen, die Lehre des wahren Glaubens und den Glauben der Liebtätigkeit; wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Insbesondere aber wird hier gehandelt vom wiederzugebärenden Menschen, daß nämlich nicht fehlen werde, daß eine Kirche irgendwo auf Erden besteht, was hier bezeichnet wird durch: "Während aller Tage der Erde werde sein Saat und Ernte". Daß immer "Saat und Ernte", oder eine Kirche, bestehen wird, bezieht sich auf das, was im vorhergehenden Verse (gesagt worden ist), daß nämlich der Mensch nicht mehr so sich werde verderben können, wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche. 933. Daß "Kälte und Hitze", 1. Mose 8/22, bedeuten den Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, der so beschaffen ist in Ansehung der Aufnahme des Glaubens und der Liebtätigkeit, und daß Kälte bedeutet keinen Glauben und keine Liebtätigkeit, Hitze aber Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung der Kälte und Hitze im Wort, wo sie ausgesagt werden vom Wiederzugebärenden oder Wiedergeborenen, oder von der Kirche. Dann erhellt es auch aus dem Zusammenhange, nämlich aus dem, was vorhergeht und was folgt; denn es ist von der Kirche die Rede; im vorhergehenden Vers davon, daß der Mensch nicht mehr so sich werde verderben könne; in diesem Vers, daß immer eine Kirche bestehen wird, die zuerst beschrieben wird (in Ansehung dessen), wie es sich mit ihr verhält, wenn sie entsteht, oder wenn der Mensch wiedergeboren wird, so daß er eine Kirche wird, und hierauf ist die Rede vom Wiedergeborenen, wie er beschaffen ist. Somit von jedem Zustand des Menschen der Kirche. Daß solcherlei sein Zustand ist, wenn er wiedergeboren wird, nämlich Kälte und Hitze, oder ohne Glauben und Liebtätigkeit, dann mit Glauben und Liebtätigkeit, kann einem nicht so klar werden, außer aus Erfahrung, und zwar durch Nachdenken über die Erfahrung; und weil es wenige sind, die wiedergeboren werden, und unter denen, die wiedergeboren werden, wenige, wenn irgend solche, die nachdenken, oder denen gegeben wird, über den Zustand ihrer Wiedergeburt nachzudenken, so mag es mit folgendem wenigen gesagt werden: Der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, empfängt Leben vom Herrn; denn man kann sagen, er habe früher nicht gelebt. Das Leben der Welt und des Körpers ist kein Leben, sondern das himmlische und geistige Leben ist einzig Leben. Der Mensch empfängt durch die Wiedergeburt vom Herrn das eigentliche Leben, und weil er früher kein Leben hatte, so wechselt ab das Nicht-Leben und das eigentliche Leben; d.h. kein Glaube und keine Liebtätigkeit, und einiger Glaube und Liebtätigkeit. Kein Glaube und keine Liebtätigkeit wird hier bezeichnet durch Kälte, einiger Glaube und Liebtätigkeit durch Hitze. Damit verhält es sich so: Sooft der Mensch in seinem Körperlichen und Weltlichen ist, ist kein Glaube und Liebtätigkeit da, d.h., (es ist) Kälte (da); denn alsdann wirkt das Körperliche und Weltliche, folglich was sein Eigenes ist. Solange der Mensch in diesem ist, ist er abwesend oder entfernt von Glauben und Liebtätigkeit, so daß er nicht einmal denkt an Himmlisches und Geistiges; der Grund ist, weil nie zugleich sein kann beim Menschen Himmlisches und Körperliches, denn der Wille des Menschen ist ganz verdorben. Dagegen wenn das Körperliche des Menschen und sein Wollen nicht wirkt, sondern ruht, dann wirkt der Herr durch seinen inneren Menschen, und dann ist er in Glauben und Liebtätigkeit, was hier genannt wird Hitze; wenn er wiederum zurückkehrt in den Körper, ist er in der Kälte; und wenn der Körper, oder was des Körpers ist, ruht, und gleichsam nichts ist, dann ist er in Hitze; und so wechselweise; denn die Beschaffenheit des Menschen bringt es mit sich, daß bei ihm das Himmlische und Geistige nicht zusammen sein kann mit seinem Körperlichen und Weltlichen, sondern ein Wechsel stattfindet. Dies ist es, was bei einem jeden Wiederzugebärenden geschieht, und zwar so lange, als er im Zustand der Wiedergeburt ist. Denn anders kann der Mensch nicht wiedergeboren werden, d.h. aus einem Toten ein Lebendiger werden, darum, weil, wie gesagt, sein Wille völlig verdorben ist, der deswegen ganz getrennt wird vom neuen Willen, den er empfängt vom Herrn, und welcher ist des Herrn, nicht des Menschen. Hieraus nun kann erhellen, was durch Kälte und durch Hitze hier bezeichnet wird. Daß die Sache sich so verhält, kann jeder Wiedergeborene aus Erfahrung wissen, daß er nämlich, wenn er im Körperlichen und Weltlichen ist, dann abwesend und entfernt ist vom Innern, so daß er nicht bloß nicht an dasselbe denkt, sondern bei sich alsdann gleichsam eine Kälte spürt; daß er aber, wenn das Körperliche und Weltliche ruht, alsdann in Glauben und Liebtätigkeit ist: sodann kann er auch aus Erfahrung wissen, daß dies abwechselt; daher er auch, wenn das Körperliche und Weltliche überzufließen anfängt und herrschen will, alsdann in Bangigkeiten und Versuchungen kommt, bis er in einen solchen Zustand gebracht ist, daß der äußere Mensch Gehorsam leistet dem inneren, welchen Gehorsam derselbe aber durchaus nie leisten kann, außer wenn er ruht und gleichsam nichts ist. Die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche konnte nicht wiedergeboren werden, weil das Verständige und Wollende bei ihnen ein Gemüt ausmachte; weshalb das Verständige nicht getrennt werden konnte von ihrem Wollenden, so daß sie in dieser Weise abwechselnd im Himmlischen und Geistigen, und abwechselnd im Körperlichen und Weltlichen gewesen wären; sondern sie hatten beständige Kälte im Himmlischen, und beständige Hitze in Begierden, so daß bei ihnen keine Abwechslung stattfinden konnte. 934. Daß die Kälte bedeutet den Mangel an Liebe oder an Liebtätigkeit und Glauben, und daß Hitze oder Feuer (bedeutet) Liebe oder Liebtätigkeit und Glauben, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Johannes zur Kirche in Laodicäa, Joh.Offenb.3/15,16: "Ich kenne deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist; ach daß du kalt oder warm wärest, weil du aber lau, und weder kalt, noch warm bist, so will Ich dich ausspeien aus Meinem Munde": wo kalt für keine Liebtätigkeit steht, und warm für viele. Jes.18/4: "So sprach Jehovah, Ich will ruhen und zuschauen an Meinem Ort, wie eine heitere Hitze über dem Licht, wie eine heitere Tauwolke in der Hitze der Ernte": wo (die Rede ist) von der zu pflanzenden neuen Kirche; Hitze über dem Licht, und Hitze der Ernte, für Liebe und Liebtätigkeit. Jes.31/9: "Jehovah hat ein Feuer in Zion, und einen Ofen in Jerusalem": Feuer für Liebe. Von den Cheruben, die dem Hesekiel erschienen, Hes.1/13: "Die Gestalt der Tiere war anzusehen wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln, einhergehend zwischen den Tieren, und ein Glanz von Feuer, und aus dem Feuer ging Blitz hervor". Und vom Herrn bei Hes.1/26,27; 8/2: "Über der Wölbung, die über dem Haupt der Cherube war, wie das Ansehen eines Saphirsteins, die Gestalt eines Thrones; und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt, wie das Ansehen eines Menschen über ihm oben; und ich sah, wie den Schein einer feurigen Kohle, wie das Ansehen von Feuer, innerhalb desselben ringsum vom Ansehen Seiner Lenden und aufwärts, und vom Ansehen Seiner Lenden und unterwärts, sah ich wie das Aussehen von Feuer, welches Glanz gab ringsum": hier Feuer für Liebe. Dan.7/9,10: "Der Alte der Tage saß, Sein Thron Feuerflammen, dessen Räder brennendes Feuer, ein Strom von Feuer floß und ging aus von Ihm; tausendmal Tausende dienten Ihm, und myriadenmal Myriaden standen vor Ihm": Feuer für die Liebe des Herrn. Sach.2/9 (oder 2/5): "Ich will, dies ist der Spruch Jehovahs, ihr eine Mauer von Feuer sein rings umher": wo vom neuen Jerusalem (die Rede ist). Ps.104/4: "Jehovah macht Seine Engel zu Winden, Seine Diener zum flammenden Feuer": flammendes Feuer für das himmlisch Geistige. Weil das Feuer die Liebe bedeutete, wurde das Feuer auch ein Vorbild des Herrn, was erhellt aus dem Feuer auf dem Brandopferaltar, das nie durfte ausgelöscht werden: 3. Mose 6/2,5,6: es bildete vor die Barmherzigkeit des Herrn: darum mußte Aharon, ehe er zum Gnadenstuhl einging, räuchern mit dem vom Brandopfer genommenen Feuer: 3. Mose 16/12-14. Darum auch kam zum Zeichen, daß die Verehrung dem Herrn angenehm war, Feuer vom Himmel herab und verzehrte die Brandopfer: wie 3. Mose 9/24 und anderwärts. Durch das Feuer wird im Wort auch bezeichnet die eigene Liebe und ihre Begierde, mit der die himmlische Liebe nicht übereinstimmen kann, daher auch zwei Söhne Aharons vom Feuer verzehrt wurden, weil sie mit fremden Feuer angezündet hatten: 3. Mose 10/1,2. Fremdes Feuer ist alle Selbst- und Weltliebe, und alle Begierde dieser Liebe. Außerdem erscheint auch die himmlische Liebe den Gottlosen nicht anders, denn als ein brennendes und verzehrendes Feuer, und darum wird im Worte dem Herrn zugeschrieben ein verzehrendes Feuer, wie denn das Feuer auf dem Berge Sinai, das vorbildete die Liebe oder die Barmherzigkeit des Herrn, von dem Volke wahrgenommen ward wie ein verzehrendes Feuer; daher sie zu Moses sagten, er möchte sie nicht hören lassen die Stimme Jehovah Gottes, noch sehen lassen das große Feuer, damit sie nicht sterben möchten: 5. Mose 18/16. Die Liebe oder die Barmherzigkeit des Herrn erscheint so denen, die im Feuer der Selbst- und Weltliebe sind. 935. Und "Sommer und Winter", 1. Mose 8/22, daß sie bedeuten den Zustand des wiedergeborenen Menschen in Ansehung seines neuen Wollens, dessen Wechsel sich verhalten wie Sommer und Winter, kann erhellen aus dem, was von der Kälte und Hitze gesagt worden ist. Die Wechsel der Wiederzugebärenden werden verglichen der Kälte und Hitze, aber die Wechsel der Wiedergeborenen dem Sommer und Winter. Daß vom Widerzugebärenden dort die Rede war, hier aber vom Wiedergeborenen, erhellt daraus, daß dort an erster Stelle die Kälte genannt wird, und an zweiter die Hitze; hier aber an erster Stelle Sommer, und an zweiter Winter. Der Grund ist, weil der Mensch, der wiedergeboren wird, anfängt mit der Kälte, d.h. mit dem Mangel an Glauben und Liebtätigkeit, dagegen wenn er wiedergeboren ist, dann fängt er an mit Liebtätigkeit. Daß der Wiedergeborene Wechsel hat, daß nämlich bei ihm bald keine Liebtätigkeit, und bald einige Liebtätigkeit ist, kann klar sein, darum, weil bei einem jeden, auch dem Wiedergeborenen, lediglich nur Böses ist, und weil alles Gute ist allein des Herrn. Weil bei ihm nichts als Böses ist, so kann er nicht anders als Wechsel erleiden, und bald sein gleichsam im Sommer, d.h. in Liebtätigkeit, bald aber im Winter, d.h. in keiner Liebtätigkeit. Die Wechsel sind so beschaffen, daß der Mensch mehr und mehr vervollkommnet und so mehr und mehr glückselig gemacht wird. Solche Wechsel sind nicht allein beim wiedergeborenen Menschen, wenn er im Körper lebt, sondern auch wenn er ins andere Leben kommt, denn ohne Wechsel gleichsam des Sommers und Winters in betreff des Wollenden, und gleichsam des Tages und der Nacht in betreff des Verständigen, wird er durchaus nicht vervollkommnet und glückseliger gemacht, sondern ihre Wechsel im anderen Leben verhalten sich wie der Wechsel des Sommers und des Winters in gemäßigten Zonen, und wie die Wechsel des Tages und der Nacht in Frühlingszeiten. Diese Zustände werden auch bei den Propheten beschrieben durch Sommer und durch Winter und durch Tag und Nacht, wie Sach.14/8: "Und es wird geschehen, an jenem Tage werden lebendige Wasser ausgehen aus Jerusalem, ein Teil derselben zum östlichen Meer, und ein Teil derselben zum hinteren Meere hin, im Sommer und im Winter wird es sein": wo (die Rede ist) vom neuen Jerusalem, oder vom Reich des Herrn im Himmel und auf Erden, oder vom Zustand in beiden, der auch genannt wird Sommer und Winter. Ps.74/16,17: "Gott, Dein ist der Tag, auch Dein die Nacht. Du hast bereitet das Licht und die Sonne. Du hast bestimmt alle Grenzen der Erde. Den Sommer und den Winter hast Du gemacht": was ähnliches in sich schließt. Jerem.33/20: "Es soll nicht aufgehoben werden der Bund des Tages und der Bund der Nacht, so daß (nicht) Tag und Nacht sei zu seiner Zeit". 936. Daß "Tag und Nacht", 1. Mose 8/22, bedeuten den Zustand ebendesselben oder des Wiedergeborenen in betreff des Verständigen, dessen Wechsel sich verhalten wie Tag und Nacht, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist; "Sommer und Winter" wird ausgesagt vom Wollen, wegen der Wärme und Kälte, denn das Wollen verhält sich so. "Tag und Nacht" aber vom Verständigen, wegen des Lichts und der Finsternis, denn das Verständige verhält sich so. Weil dies an sich klar ist, bedarf es keiner Begründung durch ähnliches aus dem Worte. 937. Aus diesem kann auch erhellen, wie das Wort des Herrn im inneren Sinn beschaffen ist. Im Sinne des Buchstabens erscheint es so unförmig, daß man nicht anders weiß, als es werde bloß gesprochen von Saat und Ernte, von Kälte und Hitze, von Sommer und Winter, und von Tag und Nacht, während es doch Geheimnisse der Alten oder geistigen Kirche in sich schließt. Die Worte selbst im Buchstabensinn sind so beschaffen, gleichsam so ganz allgemeine Gefäße, in deren jedem so viele und so große himmlische Geheimnisse enthalten sind, daß sie auf keine Weise, auch nicht zum zehntausendsten Teil, erschöpft werden können; denn die Engel können, aus dem Herrn, in jenen so ganz allgemeinen, dem Irdischen entnommenen Worten, mit unbeschreiblicher Mannigfaltigkeit, den ganzen Verlauf der Wiedergeburt und den Zustand des Wiederzugebärenden, wie des Wiedergeborenen, sehen, während der Mensch kaum etwas (sieht).   Nr. 938 - 970 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 9. Kapitel 1. Und Gott segnete Noach, und seine Söhne, und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde. 2. Und die Furcht vor euch, und der Schrecken vor euch, sei über allem Tier der Erde, und über allem Vogel des Himmels, bei allem, was hervorkriechen läßt der Boden, und bei allen Fischen des Meeres, in eure Hände sollen sie gegeben sein. 3. Alles Gewürm, das lebendig ist, soll euch zur Speise sein; wie den Kohl des Krauts habe Ich euch das alles gegeben. 4. Nur das Fleisch in seiner Seele, sein Blut, sollet ihr nicht essen. 5. Und fürwahr, euer Blut will Ich von euren Seelen fordern, aus der Hand alles Wildes will Ich es fordern, und aus der Hand des Menschen, aus der Hand des Mannes, seines Bruders, will Ich fordern die Seele des Menschen. 6. Wer da vergießt das Blut des Menschen im Menschen, des Blut soll vergossen werden, weil zum Bilde Gottes Er gemacht hat den Menschen. 7. Und ihr, seid fruchtbar und mehret euch; breitet euch aus über die Erde, und mehret euch auf ihr. 8. Und Gott sagte zu Noach, und zu seinen Söhnen mit ihm, und sprach: 9. Und Ich, siehe, Ich richte auf Meinen Bund mit euch, und mit eurem Samen nach euch. 10. Und mit aller lebendigen Seele, die bei euch ist, am Vogel, am Tier; und allem Wild der Erde bei euch; von allen, die aus dem Kasten gegangen, in betreff alles Wildes der Erde. 11. Und Ich errichte Meinen Bund mit euch; und es soll nicht mehr ausgerottet werden alles Fleisch von den Wassern der Sündflut; und es wird nicht mehr eine Sündflut sein, zu verderben die Erde. 12. Und Gott sprach: Dies (sei) das Zeichen des Bundes, den Ich gebe zwischen Mir, und zwischen euch, und zwischen aller lebendigen Seele, die bei euch ist; auf die Geschlechter des Zeitlaufs. 13. Meinen Bogen habe Ich gegeben in der Wolke, und er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde. 14. Und es wird geschehen, wenn Ich Mich mit einer Wolke umwölke über die Erde, und gesehen wird der Bogen in der Wolke. 15. So will Ich gedenken Meines Bundes, der zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, und es sollen nicht mehr die Wasser zu einer Sündflut werden, zu verderben alles Fleisch. 16. Und es wird sein der Bogen in der Wolke, und Ich sehe ihn, zu gedenken des ewigen Bundes zwischen Gott, und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, das auf Erden ist. 17. Und Gott sprach zu Noach: Dies (ist) das Zeichen des Bundes, den Ich aufrichte zwischen Mir und zwischen allem Fleisch, das auf Erden ist. 18. Und es waren die Söhne Noachs, die ausgingen aus dem Kasten, Schem, und Cham, und Japheth; und Cham ist der Vater Kanaans. 19. Dies die drei Söhne Noachs, und von ihnen wurde besetzt die ganze Erde. 20. Und es fing an Noach (als) Mann des Bodens, und pflanzte einen Weinberg. 21. Und er trank von dem Weine, und ward betrunken, und ward aufgedeckt inmitten seines Zeltes. 22. Und es sah Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters, und zeigte es an seinen zwei Brüdern draußen. 23. Und Schem und Japheth nahmen das Kleid und legten es auf die Schulter, und gingen rückwärts, und deckten die Blöße ihres Vaters zu; und ihre Angesichter (waren) rückwärts (gewendet), und die Blöße ihres Vaters sahen sie nicht. 24. Und Noach erwachte von seinem Wein, und erfuhr, was ihm getan sein jüngerer Sohn. 25. Und er sprach, verflucht sei Kanaan, ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein. 26. Und er sprach, gesegnet sei Jehovah, der Gott Schems, und Kanaan soll ihm Knecht sein. 27. Es breite Gott den Japheth aus, und er soll wohnen in den Zelten Schems, und Kanaan soll ihm Knecht sein. 28. Und Noach lebte nach der Sündflut, dreihundert Jahre und fünfzig Jahre. 29. Und es waren alle Tage Noachs, neunhundert Jahre, und fünfzig Jahre, und er starb.   Inhalt 971. Es folgt nun vom Zustand der wiedergeborenen Menschen; zuerst von der Herrschaft des inneren Menschen, und vom Gehorsam des äußeren. 972. Daß nämlich alles, was dem äußeren Menschen angehört, dem inneren unterworfen sein und ihm dienen solle: Vers 1-3; daß er sich aber hauptsächlich hüten müsse, das Gute und die Wahrheiten des Glaubens in Begierden zu versenken, oder durch Gutes und Wahres, das dem inneren Menschen angehört, Böses und Falsches zu begründen, was ihn notwendig zum Tode verdammen und bestrafen muß: Vers 4, 5; Und so den geistigen Menschen, oder das Bild Gottes bei ihm, zerstören müsse: Vers 6. Und daß, wenn dies nicht geschieht, alles gut gehe: Vers 7. 973. Sodann ist die Rede vom Zustand des Menschen nach der Sündflut, den der Herr so gebildet hat, daß Er mittelst der Liebtätigkeit bei ihm gegenwärtig sein konnte, damit er nicht mehr so zugrunde ginge, wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche: Vers 8-11. 974. Hierauf wird der Zustand des Menschen nach der Sündflut, der die Liebtätigkeit aufnehmen kann, beschrieben durch den Bogen in der Wolke, dem er ähnlich ist: Vers 12-17. Dieser Bogen bezieht sich auf den Menschen der Kirche, oder den Wiedergeborenen: Vers 12, 13; er bezieht sich auf jeden Menschen im allgemeinen: Vers 14, 15; auf den Menschen, der wiedergeboren werden kann, insbesondere: Vers 16; somit nicht bloß auf den Menschen innerhalb der Kirche, sondern auch auf den Menschen außerhalb der Kirche: Vers 17. 975. Endlich ist die Rede von der Alten Kirche im allgemeinen, und hier wird unter Schem verstanden der innere Gottesdienst, unter Japheth der entsprechende äußere Dienst, unter Cham der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube, unter Kanaan der vom inneren getrennte äußere Gottesdienst: Vers 18-29. Daß diese Kirche darum, weil sie die Glaubenswahrheiten aus sich selbst und durch Vernünfteleien erforschen wollte, zuerst in Irrtümer und Verkehrtheiten verfallen sei: Vers 19-21. Daß die, welche in dem vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst sind, infolge solcher (Verkehrtheiten) die Glaubenslehre selbst verspotten: Vers 22. Daß dagegen diejenigen, die im inneren Gottesdienst, und die in dem aus demselben kommenden äußeren sind, solches zum Guten auslegen und entschuldigen: Vers 23. Daß die, welche in getrenntem äußerem Gottesdienst sind, die Geringsten seien: Vers 24, 25; und gleichwohl geringe Dienste in der Kirche leisten können: Vers 26, 27. 976. Zuletzt wird der ersten Alten Kirche Dauer und Zustand beschrieben durch die Jahre des Alters Noachs: Vers 28, 29.   Innerer Sinn 977. Weil hier die Rede ist vom wiedergeborenen Menschen, so ist mit wenigem zu sagen, wie er sich verhält zum nicht wiedergeborenen Menschen, woraus man dann ersehen kann, wie der eine und wie der andere beschaffen ist. Beim wiedergeborenen Menschen ist ein Gewissen des Guten und Wahren. Aus Gewissen tut er das Gute, und aus Gewissen denkt er das Wahre. Das Gute, das er tut, ist das Gute der Liebtätigkeit, und das Wahre, das er denkt, ist das Wahre des Glaubens. Bei dem nicht wiedergeborenen Menschen ist kein Gewissen. Wenn irgend je eines, so ist es nicht ein Gewissen das Gute zu tun aus Liebtätigkeit und das Wahre zu denken aus dem Glauben, sondern aus einer gewissen Liebe um seiner selbst oder um der Welt willen, daher es ein unechtes oder falsches Gewissen ist. Beim wiedergeborenen Menschen ist Freude, wenn er nach dem Gewissen handelt, und ist Angst, wenn er gezwungen wird etwas zu tun oder zu denken gegen das Gewissen. Aber beim nicht wiedergeborenen Menschen ist es nicht so; die meisten wissen nicht, was das Gewissen ist, geschweige denn das Tun nach dem Gewissen oder gegen das Gewissen, sondern (sie handeln) nach dem, was ihren Lieblingsneigungen günstig ist, und aus dem ihnen Freude kommt. Wenn (etwas) gegen dieses (geschieht), so haben sie Angst. Beim wiedergeborenen Menschen ist ein neuer Wille und ein neuer Verstand. Dieser neue Wille und neue Verstand ist sein Gewissen, d.h. in seinem Gewissen, durch das der Herr wirkt das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens. Beim nicht wiedergeborenen Menschen ist kein Wille, sondern anstatt des Willens ist Begierde, und daher Hinneigung zu allem Bösen, und ist kein Verstand, sondern Vernünfteln, und daher ein Fallen in alles Falsche. Beim wiedergeborenen Menschen ist himmlisches und geistiges Leben, aber beim nicht wiedergeborenen Menschen ist bloß ein leibliches und weltliches Leben. Daß er denken und verstehen kann was gut und wahr ist, das kommt vom Leben des Herrn durch die Überreste, von denen früher (die Rede war), daher hat er das Vermögen, nachzudenken. Beim wiedergeborenen Menschen herrscht der innere Mensch und gehorcht der äußere. Dagegen beim nicht wiedergeborenen Menschen herrscht der äußere Mensch und ruht der innere, als ob er nicht vorhanden wäre. Der wiedergeborene Mensch weiß, oder kann wissen, wenn er nachdenkt, was der innere Mensch und was der äußere ist, aber der nicht wiedergeborene Mensch weiß es gar nicht, noch kann er es wissen, selbst wenn er nachdenken würde, denn er weiß nicht, was das Gute und Wahre des Glaubens aus der Liebtätigkeit ist. Aus diesem ergibt sich die Beschaffenheit des Wiedergeborenen und die Beschaffenheit des Nicht-Wiedergeborenen. Und daß ein Unterschied ist, wie zwischen Sommer und Winter, und zwischen Licht und Dunkel. Daher ist der wiedergeborene Mensch ein lebendiger Mensch, der unwiedergeborene hingegen ist ein toter Mensch. 978. Was der innere Mensch und was der äußere sei, wissen heutzutage wenige, wenn je einige. Man meint, es sei einer und ebenderselbe, und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil man aus dem eigenen Selbst das Gute zu tun und das Wahre zu denken glaubt; das eigene Selbst bringt dies mit sich. Aber der innere Mensch ist so unterschieden vom äußeren, wie es der Himmel von der Erde ist. Weder die Gebildeten, noch die Ungebildeten haben, wenn sie darüber nachdenken, einen anderen Begriff vom inneren Menschen, als daß er sei das Denken, weil es inwendig ist; und vom äußeren Menschen, daß er sei der Leib und seine Sinnlichkeit und Lust, weil (diese) auswendig sind. Aber das Denken, das sie dem inneren Menschen angehörend halten, gehört nicht dem inneren Menschen an. Beim inneren (intern) Menschen ist lediglich nur Gutes und Wahres, welches Sache des Herrn ist, und im inwendigen (interior) Menschen ist eingepflanzt das Gewissen vom Herrn, und gleichwohl haben die Bösen, ja die Schlimmsten, ein Denken, und die ohne Gewissen sind, haben auch ein Denken. Hieraus erhellt, daß das Denken des Menschen nicht dem inneren, sondern dem äußeren Menschen angehört. Daß der Leib und seine Sinnlichkeit und Lust nicht ist der äußere Mensch, erhellt daraus, daß ebenso bei den Geistern, die keinen solchen Leib haben, wie da sie in der Welt lebten, in gleicher Weise ein äußerer Mensch ist. Aber was der innere Mensch und was der äußere Mensch sei, kann man überall nicht wissen, wofern man nicht weiß, daß bei einem jedwedem Menschen ist ein Himmlisches und ein Geistiges, welches entspricht dem Engelshimmel; und ist ein Vernünftiges, welches entspricht dem Himmel der engelischen Geister, und ist eine inwendige Sinnlichkeit, die entspricht dem Himmel der Geister: denn es sind drei Himmel, ebenso viele beim Menschen. Diese Himmel sind ganz geschieden unter sich; daher kommt es, daß ein Mensch, der ein Gewissen hatte, nach dem Tode zuerst im Himmel der Geister ist, hernach vom Herrn erhoben wird in den Himmel der engelischen Geister, und zuletzt in den Engelshimmel, was gar nie geschehen könnte, wenn nicht bei ihm ebenso viele Himmel wären, denen und deren Zustande er entsprechen könnte. Hieraus konnte mir klar werden, was den inneren, und was den äußeren Menschen ausmacht: Den inneren Menschen bildet Himmlisches und Geistiges; den inwendigen (interiorem) oder mittleren Vernünftiges; den äußeren Sinnliches, nicht des Leibes, sondern aus dem Leiblichen (a corporeis); und somit nicht allein beim Menschen, sondern auch beim Geist. Um mit den Gebildeten zu reden, - diese drei verhalten sich, wie Zweck, Ursache und Wirkung. Bekannt ist, daß es durchaus keine Wirkung geben kann, wenn nicht eine Ursache ist; und durchaus kein Ursache, wenn nicht ein Zweck ist; Wirkung, Ursache und Zweck sind unter sich so geschieden (distincta), wie Auswendiges (exterius), Inwendiges (interius) und Innerstes: Der eigentlich sinnliche Mensch, d.h., der aus Sinnlichem denkt, ist der äußerliche Mensch (Externus homo); und der eigentlich geistige und himmlische Mensch ist der innerliche Mensch (Internus homo); der vernünftige Mensch hingegen ist der mittlere zwischen beiden, durch diesen oder durch das Vernünftige findet der Verkehr des inneren Menschen mit dem äußeren statt (fit communicatio Interni hominis cum Externo). Ich weiß, daß dies wenige fassen, darum, weil sie im Äußeren leben und aus dem Äußeren denken; daher kommt es, daß einige sich den unvernünftigen Tieren gleich machen, und glauben, daß sie, wenn der Körper stirbt, auch ganz sterben werden: wogegen sie doch, wenn sie sterben, dann erst anfangen zu leben; dann leben die, welche gut sind, im anderen Leben zuerst ein sinnliches Leben in der Welt oder dem Himmel der Geister, hernach ein inwendigeres sinnliches (interiorem sensualem) Leben im Himmel der engelischen Geister, und zuletzt ein inwendigst sinnliches (intime sensualem) Leben im Engelshimmel; dieses oder das Engelsleben ist das Leben des innerlichen Menschen (Interni hominis), von welchem Leben fast nichts gesagt werden kann, was vom Menschen gesagt werden könnte; die Wiedergeborenen nur können wissen, daß es ist, wenn sie nachdenken aus dem Guten und Wahren und aus dem Kampf; es ist nämlich das Leben des Herrn beim Menschen; denn der Herr wirkt durch den inneren Menschen das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens in seinem äußeren Menschen; was von daher zum Innewerden kommt in seinem Denken und Trieb (cogitatione et affectione), ist etwas Allgemeines, worin Unzähliges ist, das vom inneren Menschen kommt, und das der Mensch gar nicht inne wird, ehe denn er in den Engelshimmel kommt. Von diesem Allgemeinen, wie es beschaffen sei, sehe man den Erfahrungsbeleg Nr. 545. Was jedoch hier gesagt worden ist vom inneren Menschen, ist, weil es die Fassungskraft von mehreren übersteigt, nicht notwendig zum Heil; nur wisse man, daß es einen inneren Menschen und einen äußeren gibt, und erkenne an und glaube, daß alles Gute und Wahre vom Herrn ist. 979. Dies ist über den Zustand des wiedergeborenen Menschen, und vom Einfluß des inneren Menschen in den äußeren, vorausgeschickt worden, weil in diesem Kapitel die Rede ist vom wiedergeborenen Menschen, und von des inneren Menschen Herrschaft über den äußeren, und von des letzteren Gehorsam. 980. Vers 1: Und Gott segnete Noach, und seine Söhne, und sprach zu ihnen, seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde. "Gott segnete" bedeutet die Gegenwart und Gnade des Herrn; durch "Noach und seine Söhne" wird bezeichnet die Alte Kirche; durch "fruchtbar sein" wird bezeichnet Gutes der Liebtätigkeit; durch "sich mehren", Wahres des Glaubens, welches nun Zuwachs erhalten sollte; durch "die Erde erfüllen" wird bezeichnet, beim äußeren Menschen. 981. Daß "Gott segnete", 1. Mose 9/1, bedeutet die Gegenwart und Gnade des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von segnen. Segnen bedeutet im Wort, im äußeren Sinne, bereichert werden mit allem irdisch und leiblich Guten, wie auch das Wort alle auslegen, die beim äußeren Sinne stehenbleiben, wie die Juden vormals und heutzutage, und auch die Christen zu gegenwärtiger Zeit, daher sie den göttlichen Segen gesetzt haben und setzen in Reichtum, Überfluß an allem und in ihren Ruhm: allein segnen bedeutet im inneren Sinne bereichern mit allem geistigen und himmlischen Guten, und weil dieser Segen nirgends woher kommt oder kommen kann, als vom Herrn, darum bedeutet segnen die Gegenwart und Gnade des Herrn; die Gegenwart und Gnade des Herrn bringt dieses mit sich. Gegenwart wird gesagt, weil der Herr in der Liebtätigkeit allein gegenwärtig ist, und hier nun gehandelt wird vom wiedergeborenen geistigen Menschen, der aus Liebtätigkeit handelt; bei jedwedem Menschen ist der Herr gegenwärtig, aber soweit der Mensch entfernt ist von der Liebtätigkeit, insoweit ist die Gegenwart des Herrn sozusagen abwesender, oder der Herr entfernter. Daß Gnade gesagt wird, nicht Barmherzigkeit, hat den vermutlich bisher unbekannten Grund, daß himmlische Menschen nicht sagen Gnade, sondern Barmherzigkeit, dagegen die geistigen Menschen nicht Barmherzigkeit, sondern Gnade; was daher kommt, daß die Himmlischen anerkennen, daß das Menschengeschlecht nur unrein, und an sich auswurfartig und höllisch ist, daher sie anflehen die Barmherzigkeit des Herrn, denn von Barmherzigkeit ist die Rede, wenn man so beschaffen ist; dagegen die Geistigen, obwohl sie solches wissen, erkennen sie es doch nicht an, weil sie im Eigenen bleiben, und dasselbe lieben, daher sie die Barmherzigkeit nur mit Widerstreben (aegre) nennen können, mit Leichtigkeit aber die Gnade; aus der Selbstdemütigung beider geht dies hervor; je mehr einer sich selbst liebt und glaubt das Gute aus sich zu tun und so die Seligkeit verdienen zu können, desto weniger kann er die Barmherzigkeit des Herrn anflehen; daß einige die Gnade (anflehen), ist, weil es zur gewöhnlichen Redensart geworden ist, und dann ist nur gar weniges vom Herrn in der Gnade, mehreres aber vom eigenen Selbst; dies kann jeder bei sich erforschen, wenn er die Gnade des Herrn nennt. 982. Daß durch Noach und seine Söhne bezeichnet wird die Alte Kirche, ist früher gesagt und gezeigt worden, und erhellt aus dem Folgenden. 983. Daß durch "fruchtbar sein" bezeichnet wird Gutes der Liebtätigkeit, durch "sich mehren" Wahres des Glaubens, 1. Mose 9/1, erhellt aus der Bedeutung beider Wörter in der Schrift, wo befruchten, oder Früchte bringen, überall ausgesagt wird von der Liebtätigkeit, und vermehren vom Glauben; man sehe, was von ihrer Bedeutung schon früher gesagt worden ist: Nr. 43 und 55, zu dessen noch weiterer Begründung aus dem Wort folgende Stellen angeführt werden dürfen: Jerem.3/14-16: "Kehret um, ihr abgewandten Söhne; Ich will euch Hirten geben nach Meinem Herzen, und sie werden euch weiden mit Erkenntnis und Einsicht; und es wird geschehen, daß ihr euch mehren und fruchtbar sein werdet auf der Erde": wo sich mehren offenbar steht für wachsen an Erkenntnis und Einsicht, d.h. an Glauben, und fruchtbar sein für Gutes der Liebtätigkeit; denn dort wird von der zu pflanzenden Kirche gehandelt, bei der vorausgeht der Glaube oder die Vermehrung. Jerem.23/3: "Ich will sammeln die Überreste Meiner Herde, aus allen Ländern, dahin ich sie vertrieben habe, und will sie zurückbringen zu ihren Hürden, und sie werden fruchtbar sein und sich mehren": wo von der gepflanzten Kirche die Rede ist, somit fruchtbar sein (sich bezieht) auf Gutes der Liebtätigkeit, und sich mehren auf Wahrheiten des Glaubens. 3. Mose 26/9: "Dazu will Ich euch ansehen, und euch fruchtbar werden lassen, und will aufrichten Meinen Bund mit euch": im inneren Sinn hier von einer himmlischen Kirche, daher fruchtbar sein vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit, sich mehren vom Guten und Wahren des Glaubens ausgesagt wird.Sach.10/8: "Ich will sie erlösen, und sie werden sich mehren, wie sie sich gemehrt hatten": daß hier sich mehren ausgesagt wird von den Wahrheiten des Glaubens, erhellt daraus, daß sie erlöst werden sollen. Jerem.30/18-20: "Es wird gebaut werden die Stadt auf ihrem Hügel, und es wird ausgehen von ihnen das Bekenntnis, und die Stimme der Spielenden, und ich will sie sich mehren lassen, und sie werden nicht vermindert werden, und ihre Söhne werden sein, wie vormals": wo von den Neigungen zum Wahren und von den Glaubenswahrheiten die Rede ist; die Neigungen zum Wahren werden durch das Bekenntnis und die Stimme der Spielenden, das Wachstum der Glaubenswahrheiten durch sich mehren ausgedrückt; die Söhne (stehen) hier ebenfalls für die Wahrheiten. 984. Daß durch "erfüllen die Erde", 1. Mose 9/1, bezeichnet wird: beim äußeren Menschen, erhellt aus der Bedeutung der Erde, daß sie der äußere Mensch ist, wovon einige Male früher die Rede war (Nr. 17, 27, 28). Mit dem Guten der Liebtätigkeit und den Wahrheiten des Glaubens beim wiedergeborenen Menschen verhält es sich so, daß sie eingepflanzt sind in sein Gewissen; und weil sie eingepflanzt sind durch den Glauben, oder durch das Hören des Wortes, so sind sie zuerst in seinem Gedächtnisse, das dem äußeren Menschen angehört; wenn er wiedergeboren ist und der innere Mensch handelt, alsdann verhält es sich mit der Befruchtung und Vermehrung ebenso; das Gute der Liebtätigkeit setzt sich in den Trieben (affectionibus) fort, die dem äußeren Menschen angehören, und die Wahrheiten des Glaubens im Gedächtnisse, und dort und hier wachsen sie und mehren sich. Von welcher Art die Vermehrung sei, kann jeder Wiedergeborene wissen, denn immer kommen Bestätigungsgründe hinzu, sowohl aus dem Wort, als aus dem vernünftigen Menschen, sowie auch aus dem Wissen, und so bestärkt er sich mehr und mehr; und das ist eine Wirkung der Liebtätigkeit, während allein der Herr tätig ist durch die Liebtätigkeit. 985. Vers 2: Und die Furcht vor euch und der Schrecken vor euch sei über allem Tier der Erde, und über allem Vogel des Himmels; bei allem, was hervorkriechen läßt der Boden und bei allen Fischen des Meeres, in eure Hände sollen sie gegeben sein. "Die Furcht vor euch und der Schrecken vor euch" bedeutet die Herrschaft des inneren Menschen; die Furcht bezieht sich auf das Böse, und der Schrecken auf das Falsche; "über alles Tier der Erde" bedeutet über die Begierden, die dem Gemüt (animus) angehören; "über allen Vogel des Himmels" bedeutet über die Falschheiten, die Sache des Vernünftelns sind; "bei allem, was hervorkriechen läßt der Boden" bedeutet die Triebe zum Guten; "bei allen Fischen des Meeres" bedeutet das Wißtümliche; "in eure Hände sollen sie gegeben sein" bedeutet des inneren Menschen Besitzung bei dem äußeren. 986. Daß "die Furcht vor euch und der Schrecken vor euch", 1. Mose 9/2, bedeutet die Herrschaft des inneren Menschen, und daß die Furcht sich auf das Böse und der Schrecken sich auf das Falsche bezieht, kann aus dem Zustand des wiedergeborenen Menschen erhellen. Der Zustand des Menschen, ehe er wiedergeboren, ist, daß Begierden und Falschheiten, die dem äußeren Menschen angehören, beständig vorherrschen, daher denn Kampf ist; und wenn er wiedergeboren ist, dann herrscht der innere Mensch über den äußeren, das ist, über seine Begierden und Falschheiten. Wenn der innere Mensch herrscht, dann hat der Mensch Furcht vor dem Bösen und Schrecken vor dem Falschen, denn sowohl das Böse, als das Falsche ist gegen das Gewissen, und gegen das Gewissen handeln, ist für ihn ein Entsetzen. Der innere Mensch aber fürchtet nicht das Böse, noch erschreckt er vor dem Falschen, sondern der äußere Mensch, daher heißt es hier, "die Furcht vor euch und der Schrecken vor euch sei über allem Tier der Erde und allen Vögel des Himmels", d.h. über allen Begierden, die durch das Tier bezeichnet werden, und über den Falschheiten, die durch den Vogel des Himmels: diese Furcht und dieser Schrecken erscheint als dem Menschen angehörend. Die Sache verhält sich aber so: es sind, wie früher gesagt worden, bei jedem Menschen wenigstens zwei Engel, durch die er Gemeinschaft mit dem Himmel bekommt, und zwei böse Geister, durch die er Gemeinschaft mit der Hölle hat. Wenn die Engel herrschen wie es beim wiedergeborenen Menschen geschieht, dann wagen die bösen Geister, die zugegen sind, nicht im Geringsten etwas zu tun gegen das Gute und Wahre, weil sie alsdann in Banden sind, und wenn sie versuchen, etwas Böses zu tun oder Falsches zu reden, d.h. aufzuregen, dann sind sie sogleich in höllischer Furcht und Schrecken. Diese Furcht und dieser Schrecken sind es, die beim Menschen empfunden werden vor dem, was gegen das Gewissen ist; daher er auch, sobald er etwas gegen das Gewissen tut und redet, in Anfechtung und in Gewissensbisse kommt, d.h. in eine gleichsam höllische Qual. Daß Furcht ausgesagt wird vom Bösen und Schrecken vom Falschen, damit hat es folgende Bewandtnis: die Geister beim Menschen fürchten nicht sowohl Böses zu tun, als sie fürchten Falsches zu reden; denn der Mensch wird durch Glaubenswahrheiten neu geboren und empfängt (durch sie) ein Gewissen, daher die Geister nicht Falsches aufregen dürfen: denn bei jedem von ihnen ist nur Böses, so daß sie im Bösen sind; ihre eigentliche Natur und daher all ihr Dichten und Trachten ist das Böse, und weil sie im Bösen sind und ihr eigenes Leben im Bösen besteht, wird ihnen verziehen, wenn sie Böses tun, wofern sie nur in einigem Nutzwirken sind. Aber Falsches zu reden wird nicht gestattet. Der Grund hiervon ist, daß sie lernen mögen was wahr ist, und so, inwieweit es möglich ist, gebessert werden, um geringe Dienste leisten zu können. Jedoch hiervon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, mehreres im Folgenden. Beim wiedergeborenen Menschen verhält es sich ebenso; denn sein Gewissen wird gebildet aus Glaubenswahrheiten, daher sein Gewissen ein Gewissen des Rechten, und das Lebensböse selbst ihm ein Falsches ist, weil es gegen das Wahre des Glaubens ist. Anders beim Menschen der Urkirche, der ein Innewerden hatte; er ward das Lebensböse inne als Böses, und das Glaubensfalsche als Falsches. 987. Daß "über allem Tier der Erde", 1. Mose 9/2, bedeutet über den Begierden, die dem Gemüt (animus) angehören, erhellt aus der Bedeutung des Tieres im Wort, in dem durch dieselben bezeichnet werden entweder Triebe (affectiones) oder Begierden. Triebe zum Guten durch sanfte, nützliche, reine Tiere; Triebe zum Bösen durch unsanfte, unnützliche, unreine Tiere, wovon man sehe Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 776. Weil sie hier Begierden bedeuten, werden Tiere (bestiae) der Erde genannt, nicht Tiere des Feldes. Was die Herrschaft des wiedergeborenen Menschen über die Begierden betrifft, so muß man wissen, daß im größten Irrtum und keineswegs wiedergeboren sind, die glauben, daß sie aus sich selbst herrschen können über das Böse. Denn der Mensch ist nichts als Böses; er ist eine Zusammenhäufung von Bösem; all sein Wollen ist lauter Böses; das ist es, was gesagt worden im 1. Mose 8/21: "Das Dichten des Herzens des Menschen ist böse von seiner Jugend auf". Es wurde mir durch lebendige Erfahrung gezeigt, daß der Mensch und der Geist, sogar der Engel, an sich betrachtet, d.h. all sein Eigenes, der schlechteste Auswurf ist; und daß er sich selbst überlassen, nur schnaubt nach Haß, Rache, Grausamkeiten und den schändlichsten Ehebrüchen; dies ist sein Eigenes und dies sein Wille. Und dies kann auch jeder, wenn er nachdenkt schon allein daraus abnehmen, daß der Mensch, wenn er geboren wird, das elendeste lebendige Geschöpf unter allen wilden und zahmen Tieren ist; und daß er, wofern nicht die äußeren Bande, nämlich die des Gesetzes, und die Bande, die er sich selbst macht, um der Größte und Reichste zu werden, es verhinderten, sobald er heranwächst und selbständig wird, sich in jeden Frevel stürzen und nicht eher ruhen würde, als bis er alle im Weltall unterjocht, und die Güter aller im Weltall zusammengescharrt hätte, und niemanden verschonen würde, als die sich als gemeine Sklaven unterwürfen. Solcherlei ist jeder Mensch, obwohl es diejenigen nicht inne werden, die sich in der Unmöglichkeit und Unmacht, und in jenen Banden befinden, von denen soeben die Rede war. Wenn aber die Möglichkeit und Macht gegeben und die Bande gelöst wären, würden sie so weit fortrennen, als sie irgend könnten. Die wilden Tiere sind keineswegs so beschaffen; diese werden in eine gewisse Naturordnung geboren: die, welche grausam und raubgierig sind, fügen zwar andern Übles zu, aber nur um sich zu schützen; und daß sie andere fressen, geschieht, um den Hunger zu stillen, und wenn dieser gestillt ist, schaden sie keinem; aber ganz anders der Mensch. Hieraus erhellt demnach, was das Eigene des Menschen und was sein Wille ist. Da der Mensch ein so böses und auswurfartiges Wesen ist, so erhellt, daß er durchaus nicht aus sich selbst über das Böse herrschen kann; es ist ganz und gar widersprechend, daß das Böse sollte herrschen können über das Böse, und nicht allein über das Böse, sondern auch über die Hölle, denn jeder Mensch steht durch böse Geister mit der Hölle in Verbindung; von daher wird das Böse, das bei ihm ist, erregt. Aus diesem kann jeder wissen, und wer gesunden Sinn hat, schließen, daß allein der Herr es ist, Der da herrscht über das Böse beim Menschen und über die Hölle, die beim Menschen ist. Auf daß unterjocht werden könne das Böse beim Menschen, d.h. die Hölle, die in jedem Augenblick auf den Menschen loszustürzen und ihn auf ewig zu verderben trachtet, wird der Mensch vom Herrn wiedergeboren und ihm ein neuer Wille geschenkt, welcher ist das Gewissen, durch das der Herr allein alles Gute wirkt. Dies ist Sache des Glaubens, daß nämlich der Mensch nichts als Böses ist, und daß alles Gute vom Herrn kommt; daher denn der Mensch dies nicht bloß wissen, sondern auch anerkennen und glauben muß. Wenn er es nicht bei Leibesleben anerkennt und glaubt, wird es ihm im anderen Leben in lebendiger Weise gezeigt. 988. "Über allem Vogel des Himmels", 1. Mose 9/2, daß dies bedeute, über den Falschheiten, die Ergebnis des Vernünftelns sind, erhellt aus der Bedeutung des Vogels: die Vögel bedeuten im Wort Verständiges; die sanften, nützlichen und schönen bedeuten wahres Verständiges; dagegen die unsanften, nutzlosen und häßlichen falsches Verständiges, oder Falschheiten, die Ergebnis des Vernünftelns sind: daß sie Verständiges bedeuten, sehe man Nr. 40, 776, 870; hieraus folgt auch, daß die Vögel Vernünfteleien und deren Falsches bedeuten. Damit niemand im Zweifel darüber sei, mögen außer dem, was vom Raben gesagt worden ist, Nr. 866, noch folgende Stellen zur Begründung dienen: Jerem.15/3: "Ich will sie heimsuchen mit viererlei; mit dem Schwert zum Töten; mit Hunden zum Schleifen; und mit dem Vogel des Himmels; und mit dem Tier der Erde, zum Fressen und Verderben". Hes.31/13: "Auf seinem gefällten Stamm wird wohnen jeglicher Vogel des Himmels; und unter seinen Ästen wird sein alles Wild des Feldes". Dan.9/27: "Endlich auf den Vogel der Greuel, die Verwüstung". Joh.Offenb.18/2: "Babylon, das Gefängnis alles unreinen und verhaßten Vogels". Mehrmals heißt es bei den Propheten, daß der Leichnam zur Speise dem Vogel des Himmels und dem Tier der Erde gegeben werden sollte: Jerem.7/33; 19/7; 34/20; Hes.29/5; 39/4; Ps.79/2; Jes.18/6: wodurch bezeichnet wurde, daß sie zugrunde gerichtet werden sollten von Falschem, welches sind die Vögel des Himmels, und von Bösem oder den Begierden, welche sind die Tiere der Erde. 989. Was die Herrschaft über das Falsche anbelangt, so verhält es sich damit ebenso wie mit der Herrschaft über das Böse, daß nämlich der Mensch nicht im Geringsten von sich selbst zu herrschen vermag über das Falsche. Weil hier von der Herrschaft des wiedergeborenen Menschen über die Begierden oder das Tier der Erde, und über die Falschheiten oder den Vogel des Himmels, die Rede ist, so muß man wissen, daß nie jemand sagen kann, er sei wiedergeboren, wenn er nicht anerkennt und glaubt, daß die Liebtätigkeit die Hauptsache seines Glaubens ist; und wenn er nicht angeregt wird von der Liebe gegen den Nächsten und sich seiner erbarmt. Aus der Liebtätigkeit wird gebildet sein neuer Wille; durch die Liebtätigkeit wirkt der Herr das Gute und infolgedessen das Wahre, nicht aber durch den Glauben ohne Liebtätigkeit. Es gibt solche, die aus bloßem Gehorsam Liebeswerke üben, d.h., weil es so geboten ist vom Herrn, und gleichwohl sind sie nicht wiedergeboren; diese werden, wenn sie nicht in die Werke Gerechtigkeit setzen, im anderen Leben wiedergeboren. 990. "Bei allem, was hervorkriechen läßt der Boden", 1. Mose 9/2, daß dies bedeutet die Triebe zum Guten, erhellt sowohl aus dem, was vorhergeht, als aus der Bedeutung des Bodens, aus dem es erzeugt werden oder hervorkriechen soll; aus dem, was vorhergeht, sofern dort vom Bösen und Falschen die Rede war, über das der wiedergeborene Mensch herrschen sollte, darum denn hier von den Trieben zum Guten (gehandelt wird), die ihm in die Hände gegeben werden; aus der Bedeutung des Bodens, aus dem sie erzeugt werden oder hervorkriechen. Der Boden (humus) ist im allgemeinen der Mensch der Kirche und alles, was zur Kirche gehört, folglich hier alles, was vom Herrn durch den inneren Menschen erzeugt wird im äußeren. Der Boden selbst ist im äußeren Menschen, in seinen Trieben und in seinem Gedächtnisse: weil es scheint, als ob der Mensch das Gute hervorbrächte, darum wird gesagt, alles, was der Boden hervorkriechen läßt: aber es ist ein Schein; es geschieht durch den inneren Menschen vom Herrn, denn es gibt, wie gesagt, nichts Gutes und Wahres, außer vom Herrn. 991. "Bei allen Fischen des Meeres", 1. Mose 9/2, daß dies das Wißtümliche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Fisches: die Fische bedeuten im Worte Wißtümliches, das seinen Ursprung aus Sinnlichem hat. Es gibt nämlich dreierlei Wißtümliches: verständiges, vernünftiges und sinnliches; alles wird eingepflanzt dem Gedächtnis, oder vielmehr den Gedächtnissen, und im Wiedergeborenen werden sie daraus vom Herrn durch den inneren Menschen hervorgerufen. Dieses vom Sinnlichen herstammende Wißtümliche kommt zur Empfindung oder Wahrnehmung des Menschen, wenn er im Körper lebt, denn aus demselben denkt er; das übrige, welches mehr innerlich ist, nicht so, ehe er vom Körper entkleidet ins andere Leben kommt. Daß die Fische oder Gewürme, welche die Wasser hervorbringen, Wißtümliches bedeuten, sehe man Nr. 40; und das Seeungeheuer oder der Walfisch das Allgemeine des Wißtümlichen: Nr. 42; und außerdem kann es erhellen aus folgenden Stellen im Wort: Zeph.1/3: "Ich will fehlen lassen den Menschen und das Tier; Ich will fehlen lassen den Vogel der Himmel, und die Fische des Meeres": wo der Vogel der Himmel für Vernünftiges, die Fische des Meeres für niederes Vernünftiges, oder für das Denken des Menschen aus sinnlich Wißtümlichem stehen. Hab.1/14: "Du wirst den Menschen machen wie die Fische des Meeres, wie Gewürm, das keinen Herrn hat": den Menschen machen wie Fische des Meeres, für: ganz sinnlich. Hos.4/3: "Es wird trauern das Land und schmachten jeglicher Bewohner in ihm, das Wild des Feldes und der Vogel der Himmel und auch die Fische des Meeres werden weggerafft werden": hier Fische des Meeres für Wißtümliches aus Sinnlichem. Ps.8/7-9: "Alles hast Du unter Seine Füße gelegt, die Tiere der Felder, den Vogel der Himmel und die Fische des Meeres, den die Pfade der Meere Durchwandernden": wo von der Herrschaft des Herrn beim Menschen die Rede ist; die Fische des Meeres für Wißtümliches. Daß die Meere die Sammlung des Wißtümlichen oder der Kenntnisse bedeuten, sehe man Nr. 28. Jes.19/8,9: "Klagen werden die Fische, und trauern alle, welche die Angel in den Strom werfen, und das Netz breiten über die Angesichte der Wasser, sie werden verschmachten": die Fischer für diejenigen, die bloß auf Sinnliches vertrauen und aus demselben Falsches ausbrüten; es ist dort die Rede von Ägypten oder vom Wißtümlichen. 992. "In eure Hände sollen sie gegeben sein", 1. Mose 9/2, daß dies bedeutet des inneren Menschen Besitzung bei dem äußeren, erhellt aus dem Gesagten, und aus der Bedeutung der Hand, von der Nr. 878 (die Rede war). "In eure Hände sollen sie gegeben sein", wird gesagt, weil der Schein so ist. 993. Vers 3: Alles Gewürm, das lebendig ist, soll euch zur Speise sein, wie den Kohl des Krautes habe Ich euch das alles gegeben. "Alles Gewürm, das lebendig ist" bedeutet alle Vergnügungen, in denen Gutes ist, das lebendig ist; "soll euch zur Speise sein" bedeutet ihr Angenehmes, das sie genießen sollten; "wie den Kohl des Krautes" bedeutet das Geringe der Annehmlichkeiten; "habe Ich euch das alles gegeben" bedeutet den Genuß um des Nutzens willen. 994. "Alles Gewürm, das lebendig ist", 1. Mose 9/3, daß dies bedeute alle Vergnügungen, in denen Gutes ist, das lebendig ist, erhellt aus der Bedeutung des Gewürms, wovon früher die Rede war. Daß die Gewürme hier bedeuten alle reinen Tiere und Vögel, muß jedem klar sein, denn es wurde gesagt, daß sie zur Speise gegeben seien. Die Gewürme sind im eigentlichen Sinne, was von allen das Geringste war, was denn genannt wird, 3. Mose 11/23,29,30 und Unreines war; dagegen im weiten Sinne, wie hier, sind es lebendige Geschöpfe, die zur Speise gegeben sind; hier aber werden sie Gewürme genannt, weil sie Vergnügungen bedeuten. Die Triebe des Menschen werden, wie gesagt, im Wort bezeichnet durch reine Tiere, weil sie aber nur in seinen Vergnügungen empfunden werden, so daß der Mensch sie Vergnügungen nennt, darum werden sie hier Gewürme genannt. Zweierlei Vergnügungen gibt es, nämlich solche, die auf den Willen Betreffendes, und solche, die auf Verständiges sich beziehen; im allgemeinen gibt es Vergnügungen an Besitz von Land und von Schätzen, Vergnügungen der ehelichen Liebe, und der Liebe zu kleinen und zu großen Kindern; Vergnügungen der Freundschaft und der Unterhaltung mit seinesgleichen; Vergnügungen des Lesens, Schreibens, Wissens, Weisesein, und anderes mehr. Es gibt auch Vergnügungen der Sinne, als: die des Gehörs, im allgemein das Vergnügen an der Lieblichkeit des Gesangs und der Musik; die des Gesichts, im allgemeinen das Vergnügen an verschiedenen Schönheiten, die mannigfaltig sind; die des Riechens, das ist der Lieblichkeiten des Geruchs; die des Geschmacks, welche sind: die der Süßigkeiten und des Nutzens aus Speisen und Getränken; die des Tastsinns, nämlich die von mehreren Behaglichkeiten. Diese Gattungen des Vergnügens werden, weil sie im Körper empfunden werden, die des Körpers genannt; aber nie existiert ein Vergnügen im Körper, es entstehe und bestehe denn durch einen inwendigen Trieb; und nie ein inwendiger Trieb (affectio), als von einem noch inwendigeren Trieb, in dem ein Nutzzweck, und eine Endabsicht ist. Dieses seiner Ordnung nach immer inwendiger Werdende und bis zum Innersten hinein Reichende empfindet der Mensch, solang er im Körper lebt, nicht, und die meisten wissen kaum, daß es ein solches gibt, geschweige daß die Vergnügungen daher stammen, während doch im Äußern durchaus nichts entstehen kann, außer von dem der Ordnung nach Inwendigeren her, da die Vergnügungen bloß die letzten Wirkungen sind. Das Inwendigere liegt nicht offen vor, solange man im Körper lebt, außer denen, die darüber nachdenken; im anderen Leben erst offenbart es sich, und zwar in der Ordnung, in der man dem Himmel zu vom Herrn erhoben wird; die inwendigen Triebe mit ihrem Angenehmen offenbaren sich in der Geisterwelt; die noch inwendigeren mit ihrem Wonnigen im Himmel der engelischen Geister; und die noch inwendigeren mit ihrem Seligen im Himmel der Engel; denn es sind drei Himmel, einer inwendiger, vollkommener und seliger als der andere, man sehe Nr. 459 und 684. Diese Dinge entwickeln sich so und stellen sich der Ordnung nach der Empfindung und Wahrnehmung dar im anderen Leben; solange aber der Mensch im Körper lebt, ist, weil er dann beständig im Vorstellen und Denken von leiblichen Dingen ist, jenes Inwendige gleichsam eingeschläfert, weil versenkt ins Leibliche; aber gleichwohl kann dem Nachdenkenden klar sein, daß die Vergnügungen alle so beschaffen sind wie die der Ordnung nach inwendigeren Triebe, und daß sie von ihnen all ihr Wesen und ihre Qualität erhalten. Weil die der Ordnung nach inwendigeren Triebe im äußersten oder im Leibe empfunden werden als Vergnügungen, darum werden sie Gewürme genannt, es ist aber nur das Leibliche, das vom Innern angeregt wird, wie ein jeder abnehmen kann schon an dem Sehen und dessen Vergnügungen; gibt es kein inwendigeres Sehen, so kann das Auge gar nicht sehen; das Sehen des Auges entsteht aus dem inwendigeren Sehen, daher auch der Mensch nach dem Leben des Leibes ebenso sieht, und viel besser, als da er im Leibe lebte, jedoch nicht Weltliches und Leibliches, sondern die im anderen Leben erscheinenden Dinge. Die, welche blind waren im Leben des Leibes, sehen im anderen Leben ebenso wie die, welche scharfsichtig waren; daher auch der Mensch, wenn er schläft, in seinen Träumen ebenso sieht, wie wenn er wacht. Mit dem inneren Gesicht durfte ich die Dinge sehen, die im anderen Leben sind, klarer als ich diejenigen sehe, die in der Welt sind: woraus erhellt, daß das äußere Sehen entsteht aus dem inwendigen Sehen, und dieses aus einem noch inwendigeren, und so fort: ebenso verhält es sich mit jedem anderen Sinn, und mit jedem Vergnügen. Die Vergnügungen werden ebenso anderwärts im Worte Gewürm genannt, und es wird dort auch unterschieden zwischen reinen und unreinen Gewürmen, d.h. zwischen Vergnügungen, deren Angenehmes lebendig oder himmlisch ist, und zwischen Vergnügungen, deren Angenehmes tot oder höllisch ist; wie bei Hos.2/18: "Ich will ihnen schließen an jenem Tage einen Bund, mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel, und dem Gewürm des Bodens": daß hier Wild des Feldes, Vogel der Himmel und Gewürme das Gesagte beim Menschen, bedeuten, kann klar sein, weil von einer neuen Kirche die Rede ist. Ps.69/35: "Loben sollen den Jehovah Himmel und Erde, die Meere, und alles Kriechende in ihnen": die Meere und das Kriechende in ihnen können den Jehovah nicht loben, sondern das, was durch dieselben bezeichnet wird beim Menschen, was lebendig ist, somit vermöge des Lebendigen, das in ihnen ist. Ps.148/10: "Lobet den Jehovah, du Wild und alles Tier, Gewürm und Vogel des Gefieders": ebenso; daß unter den Gewürmen hier nichts anderes verstanden wird als gute Triebe, aus denen Vergnügungen stammen, erhellt auch daraus, daß die Gewürme bei ihnen unrein waren, wie aus dem Folgenden erhellen wird: Ps.104/24,25,27,28: "Jehovah, voll ist die Erde von Deinen Besitztümern; dieses Meer, groß und weit an Räumen; dort Gewürm, und ohne Zahl; alles wartet auf Dich, daß Du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit; Du gibst ihnen, sie sammeln; Du tust auf Deine Hand, sie werden gesättigt mit Gutem": wo im inneren Sinn durch Meere bezeichnet wird Geistiges; durch Gewürme, alles was von daher lebt. Der Genuß wird beschrieben durch ihnen Speise geben zu seiner Zeit und mit Gutem gesättigt werden. Hes.47/9: "Und es wird geschehen, alle lebendige Seele, welche kriecht, alles, wohin die Bäche kommen, wird leben, und es werden sehr viele Fische sein, weil dahin kommen diese Wasser, und sie werden gesund, und leben wird alles, wohin der Bach kommt": wo die Rede ist von den Wassern aus dem neuen Jerusalem; Wasser stehen für Geistiges aus himmlischem Ursprung; die lebendige Seele, welche kriecht, für gute Triebe und die Vergnügungen aus denselben, sowohl des Körpers als der sinnlichen Dinge: daß diese von den Wassern, oder von Geistigem aus himmlischem Ursprung leben, erhellt offenbar. Daß auch unreine Vergnügungen, die ihren Ursprung aus dem Eigenen haben, somit aus dessen garstigen Begierden, ebenso Gewürme heißen, erhellt bei Hes.8/10: "Und ich trat hinein, und sah, und siehe allerlei Gebilde von Gewürmen und Tieren, ein Greuel, und alle Götzen des Hauses Israels, gemalt auf der Wand rings umher": wo Gebilde des Gewürms bedeutet unreine Vergnügungen, deren Inwendiges sind Begierden, und das (Inwendige) von diesen, Haß, Rache, Grausamkeiten und Ehebrüche; solcherlei sind die Gewürme, oder das Angenehme der Vergnügungen aus der Selbst- und Weltliebe, oder dem Eigenen, die ihre Götzen sind, weil sie dieselben für angenehm halten, lieben, für Götter achten und so anbeten. Diese Gewürme waren auch, weil sie solche Abscheulichkeiten bezeichneten, in der vorbildlichen Kirche so unrein, daß man sie nicht einmal anrühren durfte, und wer sie nur anrührte, war unrein, wie zu ersehen ist 3. Mose 5/2; 11/31-33; 22/5,6. 995. "Es soll euch zur Speise sein", 1. Mose 9/3, daß dies bedeute das Angenehme dessen, was sie genießen sollten, kann daraus erhellen, daß jedes Vergnügen den Menschen nicht bloß anregt, sondern auch erhält wie eine Speise. Vergnügen ohne Angenehmes ist kein Vergnügen, sondern etwas Unbeseeltes; vom Angenehmen kommt ihm das, daß es Vergnügen ist und heißt. Aber welcherlei das Angenehme ist, solcherlei ist das Vergnügen. Das Leibliche und Sinnliche ist an sich ganz nur materiell, unbeseelt und tot, aber vom Angenehmen, das vom Inwendigeren der Ordnung nach herkommt, lebt es. Hieraus erhellt, daß welcherlei das Leben des Inwendigeren ist, solcherlei die Annehmlichkeit der Vergnügungen ist, denn im Angenehmen ist das Leben. Das Angenehme, in dem Gutes vom Herrn ist, das allein ist lebendig, denn alsdann stammt es aus dem Leben des Guten selbst. Darum heißt es hier, alles Gewürm, das lebendig ist, soll euch zur Speise sein, d.h. zum Genuß. Einige sind der Meinung, daß nie in den Vergnügungen des Leibes und der sinnlichen Dinge leben dürfe, wer im anderen Leben selig sein will, sondern daß er allem entsagen müsse, indem sie sagen, daß dieses Leibliche und Weltliche es sei, was den Menschen abzieht und abhält vom geistigen und himmlischen Leben. Aber die, welche dieser Meinung sind, und deswegen sich, wenn sie in der Welt leben, von freien Stücken in Ungemach verstoßen, sind nicht unterrichtet, wie sich die Sache verhält: es ist niemanden verboten, der Vergnügungen des Leibes und der sinnlichen Dinge zu genießen, nämlich der Vergnügungen irdischer Besitzungen und Güter; der Vergnügungen von Ehrenstellen und Ämtern im Staat; der Vergnügungen der ehelichen Liebe, und der Liebe gegen kleine und große Kinder; der Vergnügungen der Freundschaft und der Unterhaltung mit seinesgleichen; der Vergnügungen des Gehörs oder der Lieblichkeiten des Gesanges und der Musik; der Vergnügungen des Sehens oder der Schönheiten, die mannigfaltig sind, z.B. elegante Kleider, geschmackvolle und schön möblierte Wohnungen, schöne Gärten und ähnliches, was durch sein Harmonisches angenehm ist; der Vergnügungen des Geruchssinnes oder der Wohlgerüche (suavitatum odoris), der Vergnügungen des Geschmacks oder der Süßigkeiten, und des Erfrischenden aus Speisen und Getränken; der Vergnügungen des Tastsinnes; denn sie sind, wie gesagt, die äußersten oder körperlichen Triebe (affectiones), herkommend von innerlichen Trieben. Die innerlichen Triebe, die lebendig sind, haben alle ihr Angenehmes aus dem Guten und Wahren, und das Gute und Wahre hat sein Angenehmes von der Liebtätigkeit und dem Glauben, somit vom Herrn, mithin vom eigentlichen Leben, weshalb eben die daher stammenden Triebe und Vergnügungen lebendig sind. Und weil die echten Vergnügungen ihren Ursprung von daher haben, so sind sie niemanden untersagt, ja wenn sie von daher ihren Ursprung haben, so übertrifft ihr Angenehmes unendlich das Angenehme, das nicht von daher stammt. Dieses ist im Vergleich mit jenem unrein, wie zum Beispiel das Vergnügen der ehelichen Liebe, wenn es von der wahren ehelichen Liebe stammt, so übertrifft es unendlich das nicht von daher stammende Vergnügen, so sehr, daß die, welche in der wahren ehelichen Liebe sind, in himmlischer Wonne und Seligkeit sind, denn sie kommt vom Himmel hernieder. Was auch die, welche von der Ältesten Kirche waren, bekannten. Das Angenehme aus den Ehebrüchen, das die Ehebrecher empfinden, war ihnen so abscheulich, daß sie davor schauderten, wenn sie nur daran dachten. Hieraus kann erhellen, wie beschaffen das Angenehme ist, das nicht vom wahren Lebensquell oder vom Herrn herabkommt. Daß die oben erwähnten Vergnügungen dem Menschen durchaus nicht untersagt sind, ja, so wenig untersagt, daß sie dann erst Vergnügungen sind, wenn sie von ihrem wahren Ursprung kommen, kann auch daraus erhellen, daß sehr viele, die in Macht, Würde und Wohlstand lebten in der Welt, und alle Vergnügungen sowohl des Leibes als der Sinnlichkeit im Überfluß hatten, unter den Glücklichen und Seligen im Himmel sind, und bei ihnen nun innerlich Angenehmes und Seliges lebt, weil dieses seinen Ursprung herleitete vom Guten der Liebtätigkeit und vom Wahren des Glaubens an den Herrn, und weil von der Liebtätigkeit und dem Glauben an den Herrn, so betrachteten sie all ihre Vergnügungen vom Gesichtspunkt des Nutzwirkens (usus) aus, welches ihr Zweck war. Das Nutzwirken selbst war ihnen am angenehmsten, daher denn das Angenehme ihrer Vergnügen: man sehe den Erfahrungsbeleg Nr. 945. 996. Daß der Kohl Geringes von Genüssen bedeutet, kann aus dem, was gesagt worden ist, erhellen: Kohl des Krautes, 1. Mose 9/3, wird es genannt, weil es bloß weltlich und leiblich, oder äußerlich ist; denn, wie gesagt, die Vergnügungen, die im Leiblichen oder Äußersten sind, haben ihren Ursprung von den zunächst über ihnen stehenden inwendigeren Genüssen. Angenehmes, das man im Äußersten oder Leiblichen fühlt, ist im Vergleich damit gering, denn alles Angenehme ist von der Art, daß es um so geringer ist, je mehr es dem Äußeren und um so seliger, je mehr es dem Inneren zugeht. Daher, wie gesagt, je wie der Reihe nach das Äußerliche entwickelt oder entkleidet wird, desto wonniger und seliger wird das Angenehme, was zur Genüge daraus erhellen kann, daß das Angenehme der Vergnügungen des Menschen, solange er im Leibe lebt, gering ist im Vergleich zu seinem Angenehmen nach dem Leben des Leibes, wenn er in die Geisterwelt kommt, ja, so gering, daß die guten Geister die Annehmlichkeiten des Leibes ganz und gar verachten, und nicht wieder in dieselben zurückkehren wollen, selbst wenn ihnen alle in der ganzen Welt gereicht würden. Das Angenehme dieser Geister wird in gleicher Weise gering, wenn sie vom Herrn in den Himmel der engelischen Geister erhoben werden, denn alsdann ziehen sie dieselben innerlichen Annehmlichkeiten aus, und ziehen noch innerlichere an: ebenso wird den engelischen Geistern das Angenehme, das sie in ihrem Himmel hatten ein geringes, wenn sie vom Herrn in den engelischen, oder dritten Himmel entrückt werden. Und weil in diesem Himmel Inwendiges lebt, und nichts als gegenseitige Liebe, so ist daselbst die Seligkeit unaussprechlich. Über das innerlich Angenehme oder Selige mag man sehen den Erfahrungsbeleg Nr. 545. Aus diesem kann erhellen, was (die Worte) bedeuten: wie den Kohl des Krauts habe Ich euch das alles gegeben. Weil die Gewürme sowohl die Vergnügungen des Leibes, als die Vergnügungen der Sinnlichkeit bedeuten, von denen Kohl des Krauts ausgesagt wird, so ist in der Grundsprache ein Wort, das sowohl den Kohl als das Grün bezeichnet. Kohl in Beziehung auf die Vergnügungen des dem Willen Angehörigen oder der himmlischen Triebe, Grünes in Beziehung auf die Vergnügungen des Verständigen oder der geistigen Triebe. Daß der Kohl des Krautes und das Grün des Krautes Geringes bedeutet, erhellt im Wort, wie bei Jes.15/6: "Die Wasser Nimrim werden Verödungen sein, weil verdorrt ist das Gras, verzehrt das Kraut, das Grüne nicht ist". Jes.37/27: "Ihre Bewohner, kurz von Hand, sind bestürzt und beschämt; sie sind geworden Kraut des Feldes und Kohl des Grases, Heu der Dächer": Kohl des Grases für das Geringste. 5. Moses 11/10: "Das Land, in das du kommst, sie zu besitzen, ist nicht wie das Land Ägypten aus dem du ausgegangen bist, da du säen mußtest deinen Samen und wässern mit deinem Fuße, wie einen Kohlgarten": wo der Kohlgarten für das Geringe steht. Ps.37/2: "Die Bösen sind wie das Gras, plötzlich werden sie vertilgt, und wie der Kohl des Krautes werden sie verzehrt werden": wo Gras und Kohl des Krautes für das Geringste stehen. 997. Daß die Worte: "das alles sei euch gegeben", 1. Mose 9/3, bedeuten den Genuß um des Nutzens willen, d.h. "zur Speise" (ist offenbar), denn alles was zur Speise gegeben wird, ist zum Nutzen. Was den Nutzen betrifft, so verhält es sich damit so, daß die, welche in Liebtätigkeit, d.h. in der Liebe zum Nächsten sind (von welcher Liebe das Angenehme der Vergnügungen, das lebendig ist, herkommt), den Genuß von Vergnügungen nur um der Nutzwirkung willen wollen. Die Liebtätigkeit ist nichts, wenn nicht sind Werke der Liebtätigkeit; in der Ausübung oder Nutzwirkung besteht die Liebtätigkeit. Wer den Nächsten liebt wie sich selbst, fühlt überall nicht das Angenehme der Liebtätigkeit, als in der Ausübung oder in der Nutzwirkung, daher das Leben der Liebtätigkeit ein Leben der Nutzwirkungen ist. Ein solches Leben ist das des ganzen Himmels, denn das Reich des Herrn, weil es das Reich der gegenseitigen Liebe ist, ist ein Reich der Nutzwirkungen. Darum hat jedes Vergnügen, das aus der Liebtätigkeit stammt, aus der Nutzwirkung sein Angenehmes. Je ausgezeichneter der Nutzen, desto größer das Angenehme. Daher kommt es, daß je nach dem Wesen und der Beschaffenheit des Nutzwirkens, die Engel Seligkeit haben vom Herrn. So verhält es sich mit jedem Vergnügen: je ausgezeichneter sein Nutzen ist, desto größer ist sein Angenehmes; wie zum Beispiel nur das Angenehme der eheliche Liebe, weil aus ihr die Pflanzschule der menschlichen Gesellschaft, und aus dieser das Reich des Herrn in den Himmeln ist, welcher Nutzen von allen der größte ist, darum wohnt ihr so viel Annehmlichkeit inne, daß sie, wie gesagt, himmlische Seligkeit ist. Mit den übrigen Vergnügungen verhält es sich ebenso, aber mit Unterschied je nach der Vortrefflichkeit der Nutzwirkungen. Diese Nutzwirkungen sind so vielfach, daß sie kaum in Gattungen und Arten zerlegt werden können; von denen die eine näher und unmittelbarer, die andere entfernter und mittelbarer sich auf das Reich des Herrn, oder den Herrn bezieht. Hieraus erhellt auch, daß dem Menschen alle Vergnügungen gestattet sind, aber um ihres Nutzens willen, und daß sie so vermöge der Nutzwirkung in der sie sind, an der himmlischen Seligkeit teilnehmen und aus ihr leben. 998. Vers 4: Nur das Fleisch in seiner Seele, sein Blut, sollet ihr nicht essen. "Nur das Fleisch" bedeutet das Willige (Voluntarium) des Menschen; "in seiner Seele" bedeutet neues Leben; "sein Blut" bedeutet die Liebtätigkeit; "sollet ihr nicht essen" bedeutet nicht vermischen. Daher das Fleisch in seiner Seele, das Blut, nicht essen, heißt: nicht Unheiliges mit Heiligem vermischen. 999. Daß "Fleisch", 1. Mose 9/4, das Willige des Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Fleisches im eigentlichen Sinn in Beziehung auf den verdorbenen Menschen: Fleisch im allgemeinen bezeichnet alle Menschen, insbesondere den fleischlichen (corporeum), was man früher nachgewiesen sehe: Nr. 574; und weil es alle Menschen bezeichnet und insbesondere den fleischlichen, bezeichnet es was des Menschen Eigenes ist, folglich sein Williges: sein Williges oder sein Wille ist nichts als böse, daher Fleisch ausgesagt vom Menschen, weil er so beschaffen ist, bedeutet alle Begierde (cupiditatem) oder alle Begierlichkeit (concupiscentiam), denn sein Wille ist nur Begierde, wie früher schon einige Male gezeigt worden ist, und weil Fleisch dies bedeutete, so ist solches auch vorgebildet worden durch das Fleisch, nach dem das Volk in der Wüste begehrte, wovon 4. Mose 11/4: "Die zusammengelaufene Menge, welche in seiner Mitte, hatte lüsterne Begier; daher kamen sie wieder und wieder, und weinten und sprachen, wer wird uns speisen mit Fleisch?": wo offenbar Fleisch genannt wird Begier, denn es heißt sie hatten lüsterne Begier (concupiverunt concupiscentiam), wer wird uns speisen mit Fleisch? Es erhellt gleichfalls aus dem was folgt 4. Mose 11/33,34: "Das Fleisch, noch war es zwischen ihren Zähnen, noch war es nicht zermalmt, und der Zorn Jehovahs entbrannte gegen das Volk, und Jehovah richtete in dem Volke eine sehr große Niederlage an, und nannte den Namen jenes Ortes Gräber der Lüsternheit, weil sie daselbst begruben das Volk, das lüstern gewesen war". Jedem kann einleuchten, daß gewiß keine solche Niederlage im Volk angerichtet worden wäre, darum daß sie nach Fleisch lüstern gewesen waren, somit nicht wegen der Begierde nach Fleisch, denn das ist etwas Natürliches, wenn der Mensch lange Zeit vom Essen desselben abgehalten wird, wie dazumal das Volk in der Wüste, sondern die Ursache lag tiefer, und war eine geistige, daß nämlich das Volk von der Art war, daß es ganz und gar verschmähte, was bezeichnet und vorgebildet war durch das Manna, wie daselbst auch aus 4. Mose 11/6 erhellt, und daß sie bloß nach solchem verlangten, was bezeichnet und vorgebildet war durch das Fleisch, nämlich das Eigenwillige (propria voluntaria), das den Begierden angehörig, an sich auswurfsartig und unheilig ist. Weil jene Kirche eine vorbildliche war, wurde infolge der Vorbildung von solchem, das Volk mit einem so großen Schlag heimgesucht; denn was im Volke geschah, wurde geistig vorgebildet im Himmel, das Manna bildete im Himmel vor das Himmlische, und das Fleisch, nach dem sie begehrten, den verdorbenen Willen (foedum voluntaruim); daher denn, weil sie von solcher Art waren, die Bestrafung. Aus diesen und anderen Stellen im Worte kann erhellen, daß durch Fleisch bezeichnet wird das Wollen, und hier das Wollen des (verdorbenen) Menschen, und wie unrein dieses ist, sehe man 1. Mose 9/2, wo vom Tiere das Landes die Rede ist (Nr. 987). 1000. Daß die Seele, 1. Mose 9/4, bedeutet das Leben, kann aus der Bedeutung der Seele im Wort, in vielen Stellen erhellen; Seele bedeutet im Wort im allgemeinen alles Leben, sowohl das innere, oder das des inneren Menschen, als das äußere oder das des äußeren Menschen; und weil alles Leben, bedeutet es ein solches Leben, wie es hat der Mensch, in Beziehung auf den es ausgesagt wird. Hier wird es ausgesagt vom Leben des wiedergeborenen Menschen, das geschieden ist vom Wollenden (a voluntario) des Menschen; denn, wie früher gesagt worden, das neue Leben, das der wiedergeborene geistige Mensch vom Herrn empfängt, ist ganz geschieden vom Wollenden oder Eigenen des Menschen, oder vom eigenen Leben des Menschen, das kein Leben ist, obwohl es so genannt wird, sondern ist tot, weil höllisches Leben. Daher denn hier das Fleisch in seiner Seele, das sie nicht essen sollten, bedeutet das Fleisch mitsamt seiner Seele, d.h., sie sollten nicht vermischen dieses neue Leben, welches das des Herrn ist, mit dem bösen oder auswurfartigen Leben, welches das des Menschen ist, d.h. mit seinem Wollenden oder Eigenen. 1001. Daß Blut, 1. Mose 9/4, bedeutet Liebtätigkeit, kann aus vielem erhellen; somit das neue Willige, das der wiedergeborene geistige Mensch empfängt vom Herrn; dieses neue Willige ist dasselbe, was Liebtätigkeit, denn aus der Liebtätigkeit wird ein neuer Wille gebildet; die Liebtätigkeit nämlich oder die Liebe ist das eigentlich Wesentliche oder Leben des Willens, denn nie kann jemand sagen, daß er etwas wolle, es sei denn darum, daß er es wert hält oder liebt. Sagen, man denke es, ist nicht Wollen, wenn nicht das Wollen dem Denken innewohnt: dieser neue Wille, welcher der Liebtätigkeit angehört, ist hier das Blut; welcher Wille nicht der des Menschen, sondern des Herrn beim Menschen ist; und weil des Herrn, darf er durchaus nicht vermischt werden mit dem, was dem Willen des Menschen angehört, der, wie gesagt, so verdorben ist. Darum war in der vorbildlichen Kirche geboten, man solle nicht essen das Fleisch in seiner Seele, oder das Blut, d.h., man solle es nicht vermischen. Das Blut, weil es die Liebtätigkeit bedeutete, bezeichnete das Heilige; und das Fleisch, weil es das Freiwillige des Menschen bedeutete, bezeichnete das Unheilige, und weil diese geschieden sind, sofern einander entgegengesetzt, ward verboten Blut zu essen; denn durch das Essen des Fleisches samt dem Blut, wurde damals im Himmel vorgebildet die Entweihung, oder die Vermischung des Heiligen und des Unheiligen, welche Vorbildung im Himmel dazumal den Engeln notwendig ein Grauen verursachen mußte; denn zur damaligen Zeit verwandelte sich alles, was beim Menschen der Kirche existierte, je nach Bedeutung der Dinge im inneren Sinn, in entsprechende geistige Vorbildungen bei den Engeln. Weil alles sich verhält je nach seiner Beziehung auf den Menschen, von dem es ausgesagt wird, so auch die Bedeutung des Blutes; Blut, auf den wiedergeborenen geistigen Menschen bezogen, bedeutet die Liebtätigkeit oder die Liebe gegen den Nächsten; auf den wiedergeborenen himmlischen Menschen bezogen, bedeutet es die Liebe zum Herrn; aber auf den Herrn bezogen, bedeutet es all Sein menschliches Wesen, folglich die Liebe selbst, d.h. Seine Barmherzigkeit gegen das Menschengeschlecht. Daher bedeutet Blut, im allgemeinen, weil die Liebe, und was zur Liebe gehört, Himmlisches, das allein des Herrn ist, somit, auf den Menschen bezogen, Himmlisches, das der Mensch vom Herrn empfängt. Das Himmlische, das der wiedergeborene geistige Mensch vom Herrn empfängt, ist geistig Himmlisches (coelestia spiritualia), wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Daß das Blut Himmlisches bedeutet, und im höchsten Sinn bezeichnet das menschliche Wesen des Herrn, somit die Liebe selbst oder Seine Barmherzigkeit gegen das Menschengeschlecht, kann erhellen aus der Heiligkeit, in der das Blut in der vorbildlichen jüdischen Kirche zu halten befohlen worden ist; darum wurde das Blut genannt Blut des Bundes; und gesprengt auf des Volk; dann auf Aharon und seine Söhne zugleich mit dem Öle der Salbung; und das (Blut) von allem Brand- und Schlachtopfer auf den Altar und um den Altar her, wovon 2. Mose 12/7,13,22,23; 24/6,8; 3. Mose 1/5,11,15; 4/6,7,17,18,25,30,34; 5/9; 16/12-15,18,19; 4. Mose 18/17; 5. Mose 12/27. Und weil das Blut so heilig gehalten wurde und das Freiwillige des Menschen so unheilig ist, darum ist wegen der Vorbildung der Entweihung des Heiligen, so streng verboten worden, Blut zu essen, wie bei 3. Mose 3/17: "Eine Satzung der Ewigkeit auf eure Geschlechter hin, in allen euren Wohnungen, kein Fett, und kein Blut sollt ihr essen": Fett für himmlisches Leben, und Blut hier für geistig Himmlisches. Das geistig Himmlische (coeleste spirituale) ist das Geistige, das vom Himmlischen (stammt); wie bei der Ältesten Kirche: ihre Liebe zum Herrn war ihr Himmlisches, weil ihrem Willen eingepflanzt, ihr geistig Himmlisches war der Glauben aus derselben, wovon Nr. 30-38, 337, 393, 398. Beim geistigen Menschen dagegen gibt es kein Himmlisches, weil die Liebtätigkeit in seinem verständigen Teile eingepflanzt ist, sondern ein geistig Himmlisches: 3. Mose 17/10,11,14: "Jeglicher aus dem Hause Israels, oder von dem Fremdling, der sich in ihrer Mitte aufhält, welcher irgend Blut isset, Mein Angesicht will Ich richten wider die Seele, die Blut isset, und will sie ausrotten aus der Mitte ihres Volks, weil die Seele des Fleisches in dem Blut ist; und Ich habe es euch gegeben auf den Altar, zur Sühnung über eure Seelen, weil das Blut selbst für die Seele sühnen wird. Die Seele alles Fleisches ist sein Blut selbst; jeder, der es isset, soll ausgerottet werden": hier ist klar, daß die Seele des Fleisches im Blut, und daß die Seele des Fleisches das Blut ist, oder das Himmlische, d.h. Heilige, das des Herrn ist. 5. Mose 12/23-25: "Bestärke dich, daß du nicht das Blut essest, weil das Blut selbst die Seele ist, und du nicht essen sollst die Seele mit dem Fleisch": aus diesem erhellt gleichfalls, daß das Blut genannt wird Seele, d.h. himmlisches Leben oder das Himmlische, das durch die Brand- und Schlachtopfer dieser Kirche vorgebildet wurde. Daß auch das Himmlische, das des Herrn Eigenes ist, das allein himmlisch und heilig ist, nicht vermischt werden sollte mit dem Eigenen des Menschen, das unheilig ist, wurde ebenfalls dadurch vorgebildet, daß man nicht über dem Gesäuerten opfern oder darbringen durfte das Blut des Schlachtopfers, 2. Mose 23/18; 34/25: das Gesäuerte bezeichnete das Verdorbene und Unreine. Daß das Blut die Seele heißt und das Heilige der Liebtätigkeit bedeutet, und daß das Heilige der Liebe in der jüdischen Kirche vorgebildet wurde durch Blut, kommt daher, daß das Leben des Leibes im Blut besteht; und weil das Leben des Leibes im Blut besteht, so ist es seine äußerste Seele, so daß man sagen kann, das Blut sei die leibliche Seele, oder in ihm sei das leibliche Leben des Menschen; und weil in den vorbildlichen Kirchen Inneres durch Äußeres vorgebildet wurde, darum die Seele oder das himmlische Leben durch Blut. 1002. "Nicht essen", 1. Mose 9/4, daß es bedeutet nicht vermischen, folgt nun hieraus: Fleisch von lebendigen Wesen essen ist, an sich betrachtet, etwas Unheiliges, denn in der Urzeit aß man gar nicht eines (vierfüßigen) Tieres oder eines Vogels Fleisch, sondern bloß Samen, hauptsächlich Brote aus Weizen, sodann Früchte von Bäumen, Gemüse, Milch und was von Milch ist, zum Beispiel Butter; Tiere schlachten und ihr Fleisch essen, galt ihnen für etwas sündiges und wilden Tieren ähnliches; sie machten sich dieselben bloß dienstbar und nutzbar, wie dies auch erhellt aus 1. Mose 1/29,30, aber im Verlauf der Zeit, als der Mensch anfing ebenso wild zu sein wie ein wildes Tier, ja noch wilder, da erst begannen sie Tiere zu schlachten und ihr Fleisch zu essen, und weil der Mensch von solcher Art war, ward es auch zugelassen, und wird heutzutage ebenfalls zugelassen, und inwieweit er das aus Gewissen tut, insoweit ist es erlaubt, denn sein Gewissen bildet sich aus allem dem, was er für wahr, somit was er für erlaubt hält; daher wird auch heutzutage nie jemand verdammt darum, daß er Fleisch ißt. 1003. Daß "das Fleisch in seiner Seele, das Blut, nicht essen" heiße, nicht Unheiliges mit Heiligem vermischen, ergibt sich nun hieraus klar. Unheiliges wird mit Heiligem durchaus nicht vermischt dadurch, daß man das Blut mit dem Fleisch ißt, wie dies auch der Herr deutlich lehrt bei Matth.15/11,17-20: "Nicht was eingeht in den Mund, macht den Menschen unrein, sondern was ausgeht aus dem Mund, das macht den Menschen unrein; denn was ausgeht aus dem Mund, geht aus dem Herzen hervor"; aber in der jüdischen Kirche war es verboten, weil, wie gesagt, durch das Essen des Blutes mit dem Fleisch damals im Himmel die Entweihung vorgebildet wurde. Alles was in jener Kirche geschah, verwandelte sich im Himmel in entsprechende Vorbilder, und zwar das Blut in himmlisch Heiliges; und das Fleisch, außer den Opfern, weil es Begierden bezeichnete, wie gezeigt worden, in Unheiliges; und das Essen von beidem selbst in die Vermischung des Heiligen und Unheiligen; darum ward es damals so streng untersagt. Aber nach dem Kommen des Herrn, als die äußeren Gebräuche abgetan wurden und so die Vorbilder aufhörten, da verwandelte sich solches im Himmel nicht mehr in entsprechende Vorbilder; denn wenn der Mensch innerlich wird und über das Innere belehrt ist, dann gilt ihm das Äußere für nichts; er weiß alsdann, was heilig ist, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube aus ihr; von diesem aus wird dann sein Äußeres angesehen, wie viel nämlich Liebtätigkeit und Glauben an den Herrn im Äußeren ist. Daher denn nach dem Kommen des Herrn, der Mensch im Himmel nicht dem Äußeren nach, sondern dem Innern nach betrachtet wird; wird es einer dem Äußeren nach, so kommt es daher, weil ein solcher Einfalt, und in der Einfalt Unschuld und Liebtätigkeit hat, die seinem Äußeren, oder seinem äußeren Gottesdienst, dem Menschen unbewußt, vom Herrn her innewohnen. 1004. Vers 5: Und fürwahr euer Blut will Ich (von) euren Seelen fordern, aus der Hand alles Wildes will Ich es fordern, und aus der Hand des Menschen, aus der Hand des Mannes, seines Bruders, will Ich fordern die Seele des Menschen. "Euer Blut (von) euren Seelen fordern" bedeutet, daß die der Liebtätigkeit angetane Gewalt sich selbst strafen werde; euer Blut ist hier die Gewalttat, die Seelen sind die, welche Gewalt antun; "aus der Hand alles Wildes" bedeutet von allem, was beim gewalttätigen Menschen ist; "aus der Hand des Menschen, ist von all seinem Wollen; "aus der Hand des Mannes, des Bruders", ist von all seinem Verständigen. "die Seele des Menschen fordern" heißt, die Entweihung rächen. 1005. Daß "euer Blut (von) euren Seelen fordern", 1. Mose 9/5, bedeutet, die der Liebtätigkeit angetane Gewalt werde sich selbst strafen; und daß das Blut die Gewalttat ist, und die Seelen die sind, die Gewalt antun, erhellt aus dem Vorhergehenden und aus dem Folgenden, sodann aus der Bedeutung des Blutes im entgegengesetzten Sinne; und aus der Bedeutung der Seele ebenfalls im entgegengesetzten Sinne: aus dem, was vorhergeht. Es ist im vorhergehenden Vers die Rede vom Essen des Blutes, wodurch bezeichnet ist die Entweihung, wie gezeigt worden. Aus dem Folgenden: Es ist in dem gleich folgenden Vers die Rede von Vergießung des Blutes; daher hier vom Zustand und von der Bestrafung dessen, der Heiliges mit Unheiligem vermischt; aus der Bedeutung des Blutes im entgegengesetzten Sinne. Blut im echten Sinne bedeutet das Himmlische, und, auf den wiedergeborenen geistigen Menschen bezogen, bedeutet es die Liebtätigkeit, das sein Himmlisches ist; aber im entgegengesetzten Sinne bedeutet Blut die der Liebtätigkeit angetane Gewalt, folglich was der Liebtätigkeit entgegen ist, somit allen Haß, alle Rache, alle Grausamkeit, hauptsächlich die Entweihung, wie erhellen kann aus denjenigen Stellen im Wort, die angeführt worden sind: Nr. 374 und 376. Aus der Bedeutung der Seele im entgegengesetzten Sinne: Seele bedeutet im Wort im allgemeinen das Leben, somit allen Menschen, der da lebt, aber wie der Mensch, so ist das Leben beschaffen; somit auch denjenigen Menschen, der Gewalt antut, was mit vielem aus dem Wort begründet werden kann, hier bloß durch Folgendes: 3. Mose 17/10,11,14: "Wenn jemand Blut isset, so will Ich Mein Angesicht richten wider die Seele, die das Blut isset, und will sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes, weil die Seele des Fleisches in dem Blut ist, und Ich es gegeben habe auf den Altar, zur Versöhnung über eure Seelen, weil das Blut selbst für die Seele sühnen wird": wo Seele für Leben im dreifachen Sinne steht, außerdem öfters anderwärts. Daß die der Liebtätigkeit angetane Gewalt sich selbst bestrafen werde, wird erhellen aus dem, was folgt. 1006. "Aus der Hand alles Wildes", 1. Mose 9/5, daß dies bedeutet von allem, was beim gewalttätigen Menschen ist, erhellt aus der Bedeutung des Wildes. Das Wild bedeutet im Wort das Lebendige, wie gezeigt worden Nr. 908. Im entgegengesetzten Sinn aber bedeutet Wild was einem wilden Tiere gleich ist, somit alles wilde beim Menschen, was auch früher gezeigt worden ist, daher bedeutet es den Menschen mit einem solchen Leben, nämlich einen gewalttätigen, oder welcher der Liebtätigkeit Gewalt antut; denn solcher ist einem wilden Tiere gleich. Der Mensch ist Mensch von der Liebe und Liebtätigkeit, aber er ist ein wildes Tier vom Haß, von der Rache und Grausamkeit. 1007. "Aus der Hand des Menschen", daß es heißt von all seinem Wollen, und "aus der Hand des Mannes, des Bruders", 1. Mose 9/5, daß es heißt von all seinem Verständigen, erhellt aus der Bedeutung des Menschen, denn das Wesen und Leben des Menschen ist sein Wille, aber wie der Wille so der Mensch. Und aus der Bedeutung des Mannes, des Bruders; das Verständige beim Menschen wird genannt Mann Bruder, was Nr. 367 gezeigt worden, sei es nun ein wahres Verständiges, oder ein unechtes Verständiges, oder ein falsches Verständiges, heißt es doch Mann Bruder, denn der Verstand heißt Mann: Nr. 158, 265, und Bruder des Willens: Nr. 367. Mensch und Mann Bruder wird hier genannt, und es heißt so das unreine Wollen und das unreine Verständige, aus dem Grund, weil hier von der Entweihung die Rede ist, deren Erwähnung und daher Vorbildung im Himmel nicht geduldet, sondern sogleich abgewiesen wird. Darum hier so milde Ausdrücke, dann auch der gleichsam zweideutige Sinn der Worte dieses Verses, damit man sogar im Himmel nicht wisse, daß solches hier enthalten sei. 1008. "Die Seele des Menschen fordern", 1. Mose 9/5, daß dies heiße die Entweihung rächen, erhellt aus dem, was im vorhergehenden Verse, und aus dem, was in diesem Verse gesagt worden ist; denn es ist die Rede vom Essen des Blutes, wodurch bezeichnet wurde die Entweihung. Was Entweihung ist, wissen wenige, und noch weniger was ihre Strafe ist im anderen Leben: die Entweihung ist mannigfach; wer die Wahrheiten des Glaubens völlig leugnet, entweiht nicht, wie die Völkerschaften, die außerhalb der Kirche und außerhalb der Erkenntnisse leben; aber derjenige entweiht, der das Glaubenswahre weiß, und noch mehr, der es anerkennt, im Munde trägt, predigt und andere davon überzeugt, und doch in Haß, Rache, Grausamkeit, Raub und Ehebruch lebt, und solches bei sich mit mehrerem begründet, was er aus dem Worte zusammenrafft, indem er es verdreht, und so in jene Schändlichkeiten versenkt; ein solcher ist es, der entweiht; dies ist es, was dem Menschen hauptsächlich den Tod bringt. Daß es den Tod bringt, kann daraus erhellen, daß im anderen Leben, Unheiliges und Heiliges völlig geschieden sind, das Unheilige in der Hölle, und das Heilige im Himmel; wenn ein solcher ins andere Leben kommt, klebt in jeder Vorstellung seines Denkens, ebenso wie bei Leibesleben, Heiliges am Unheiligen, wo er dann auch nicht eine Vorstellung vom Heiligen sich bilden kann, ohne daß das anklebende Unheilige, ganz wie am hellen Tage, sichtbar wäre; denn ein solches Innewerden von den Vorstellungen, die ein anderer hat, findet im anderen Leben statt; so zeigt sich in allem, was er denkt, die Entweihung; und weil der Himmel vor der Entweihung ein Grauen hat, so kann es nicht anders sein, als daß ein solcher in die Hölle verstoßen wird. Wie es sich mit den Vorstellungen verhält, weiß kaum jemand; man glaubt, es sei etwas Einfaches, allein in jeder Denkvorstellung ist Unzähliges in verschiedener Weise verbunden, so daß sie eine Abbildung, und daher ein gemaltes Bild des Menschen ist, das ganz (wie es ist), wahrgenommen, ja wirklich erblickt wird im anderen Leben; so nur einige Beispiele: Wenn die Vorstellung eines Ortes vorkommt, sei es nun eine Gegend, oder eine Stadt, oder ein Haus, dann tritt auch die Vorstellung und das Bild von allem, was er je dort verübt hat, zugleich hervor, und das alles sehen die Geister und Engel; oder wenn die Vorstellung von einer Person, gegen die er einen Haß gehabt hat, alsdann tritt die Vorstellung von allem, was er gegen sie gedacht, geredet und getan hat, zugleich hervor; ebenso verhält es sich mit den Vorstellungen aller Sachen; wenn sie hervortreten, liegt alles und jedes, was er von einer Sache begriffen und sich eingeprägt hat, offen vor; z.B. wann die Vorstellung von der Ehe, dann tritt, wenn er ein Ehebrecher war, alles Unreine und Unflätige des Ehebruchs, selbst des Denkens daran, hervor; ebenso alles, womit er sich in den Ehebrüchen bestärkte, sei es aus Sinnlichem, oder aus Vernunftmäßigem, oder aus dem Worte genommen, und wie er die Wahrheiten des Wortes geschändet und verdreht hat; und außerdem fließt die Vorstellung einer Sache ein in die Vorstellung einer anderen und steckt sie an, wie von ein klein wenig Schwärze, wenn man sie ins Wasser wirft, die (ganze) Wassermasse verdunkelt wird: daher denn ein Geist an seinen Vorstellungen erkannt wird, und, was zum Bewundern ist, in jeder Vorstellung von ihm sein Bild oder Gleichnis ist, das, wenn es sich sichtbar darstellt, so häßlich ist, daß es ein Grausen ist, es anzusehen. Hieraus kann erhellen, von welcher Art der Zustand derer ist, die Heiliges entweihen und welcherlei ihr Bild im anderen Leben. Indessen kann man durchaus nicht sagen, daß auch diejenigen Heiliges entweihen, die einfältig geglaubt haben was im Worte steht, wenn sie schon geglaubt haben, was nicht wahr ist; denn im Wort ist nach Scheinbarkeiten geredet, worüber man sehe Nr. 589. 1009. Vers 6: Wer da vergießt das Blut des Menschen im Menschen, des Blut soll vergossen werden, weil zum Bilde Gottes Er gemacht hat den Menschen. "Das Blut des Menschen im Menschen vergießen" bedeutet die Liebtätigkeit auslöschen; im Menschen heißt beim Menschen; "sein Blut soll vergossen werden" bedeutet seine Verdammung; "weil zum Bilde Gottes Er gemacht hat den Menschen" bedeutet die Liebtätigkeit, welche ist das Bild Gottes. 1010. "Das Blut des Menschen im Menschen vergießen", 1. Mose 9/6, daß dies bedeutet die Liebtätigkeit auslöschen, und im Menschen heißt beim Menschen, erhellt aus der Bedeutung des Blutes, wovon früher (gezeigt worden); daß es ist das Heilige der Liebtätigkeit, und daraus, daß gesagt wird das Blut des Menschen im Menschen, d.h. sein inneres Leben, das nicht ist in ihm, sondern bei ihm; denn das Leben des Herrn ist die Liebtätigkeit, welche nicht im Menschen, weil der Mensch unrein und unheilig ist, sondern beim Menschen. Daß Blut vergießen heißt, der Liebtätigkeit Gewalt antun, erhellt aus Stellen des Wortes, auch aus denen, die früher Nr. 374 und 376 angeführt worden sind, wo gezeigt wurde, daß die der Liebtätigkeit angetane Gewalt Blut genannt wird. Blut vergießen heißt im Buchstabensinne töten, im inneren Sinn aber heißt es Haß gegen den Nächsten haben wie der Herr lehrt bei Matth.5/21,22: "Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist, du sollst nicht töten, jeder, der tötet, soll dem Gericht verfallen sein: Ich aber sage euch, daß jeder, der seinem Bruder ohne Grund zürnet, dem Gericht verfallen sein soll": zürnen bedeutet hier, von der Liebtätigkeit abweichen, worüber man sehe Nr. 357, folglich ist es Haß; wer im Haß ist, hat nicht bloß keine Liebtätigkeit, sondern tut auch der Liebtätigkeit Gewalt an, d.h., er vergießt Blut; im Haß ist der Menschenmord selbst, was daraus offenbar erhellt, daß, wer im Haß ist, nichts mehr wünscht, als daß der andere getötet werde; und wenn nicht äußere Bande es verhinderten, würde er denselben töten; die Tötung des Bruders und die Vergießung seines Blutes ist daher Haß, und weil Haß, so ist dergleichen in jeder Vorstellung von ihm gegen denselben. Ebenso verhält es sich mit der Entweihung: Wer das Wort entweiht, der haßt, wie gesagt, nicht bloß die Wahrheit, sondern löscht sie auch aus oder mordet sie; was sich offenbar an denen, die entweiht haben, im anderen Leben zeigt, mögen sie auch in der äußeren Gestalt noch so ehrbar, weise und andächtig geschienen haben, solange sie im Leibe lebten, - im anderen Leben haben sie tödlichen Haß gegen den Herrn und alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens, aus dem Grund, weil es entgegen ist ihren innerlichen Hassungen, Räubereien und Ehebrüchen, die sie mit Scheinheiligem verdeckt, und jenes zu ihren Gunsten geschändet haben. Daß Entweihung Blut ist, erhellt, außer jenen Stellen, die früher in Nr. 374 angeführt worden sind, auch aus folgender Stelle bei 3. Mose 17/3,4: "Jeglicher aus dem Haus Israels, der da schlachtet einen Ochsen, oder ein Lamm, oder eine Ziege im Lager, oder es schlachtet außer dem Lager, und es nicht zur Türe des Versammlungszeltes zum Opfern bringt, als Gabe dem Jehovah vor der Wohnung Jehovahs, als Blut wird es angerechnet werden demselben Manne, Blut hat er vergossen, und es soll ausgerottet werden derselbe Mann aus der Mitte seines Volkes": opfern anderswo als auf dem Altar, der neben dem (heiligen) Zelt (war), bildete vor die Entweihung; denn das Opfern war heilig, aber im Lager und außer dem Lager unheilig. 1011. "Des Blut wird vergossen werden", 1. Mose 9/6, daß dies bedeutet seine Verdammung, erhellt aus dem, was gesagt worden ist. Nach dem Buchstabensinn heißt es, daß ein Blutvergießender oder Mörder mit dem Tode zu bestrafen sei, im inneren Sinn aber, daß wer Haß hat gegen den Nächsten, dies ihn verdamme zum Tode, d.h. zur Hölle; was auch der Herr lehrt: Matth.5/22: "Wer zu seinem Bruder sagt, du Narr, soll der Feuerhölle verfallen sein", denn wenn die Liebtätigkeit ausgelöscht ist, wird der Mensch sich selbst und seinem Eigenen überlassen, und nicht mehr durch innere Bande, welche die des Gewissens sind, sondern durch äußere Bande, welche die des Gesetzes sind, und die er sich selbst macht um mächtig und reich zu werden, vom Herrn regiert. Wenn diese Bande gelöst worden sind, wie dies auch im anderen Leben geschieht, so rennt er in die ärgsten Grausamkeiten und Unflätereien, somit in die Verdammung seiner selbst. Daß das Blut dessen vergossen werden soll, der Blut vergossen hat, ist das den Alten wohlbekannte Wiedervergeltungsrecht, nach dem sie die Bosheiten und Frevel richteten; wie aus mehreren Stellen des Wortes erhellt. Dieses Recht hat seinen Ursprung von dem allgemeinen Gesetz, daß wir dem Nächsten nichts tun sollen, was wir nicht wollen, daß andre uns tun: Matth.7/12; dann auch daher, daß die Ordnung, in der alles im anderen Leben steht, es mit sich bringt, daß das Böse sich selbst strafe, ebenso das Falsche, so daß im Bösen und Falschen selbst seine Strafe liegt. Und weil eine solche Ordnung besteht, daß das Böse sich selbst straft, oder, was dasselbe ist, der Böse in eine dem Bösen entsprechende Strafe verfällt, so leiteten auch aus ihr die Alten ihr Wiedervergeltungsrecht her, was hier ebenfalls dadurch bezeichnet wird, daß wer Blut vergossen hat, des Blut vergossen werden soll, d.h., daß er in die Verdammnis hineinrenne. 1012. Der buchstäbliche Sinn der Worte "wer da vergießt das Blut des Menschen im Menschen, des Blut soll vergossen werden" ist, daß wer des anderen Blut (vergießt), - aber im inneren Sinn ist es nicht das des anderen -, sondern es ist: die Liebtätigkeit bei ihm selbst, daher es auch heißt: "das Blut des Menschen im Menschen". Zuweilen, wenn im buchstäblichen Sinne gehandelt wird von zweien, wird es im inneren Sinn verstanden von einem . Der innere Mensch ist der Mensch im Menschen, daher, wo irgend jemand die Liebtätigkeit auslöscht, die dem inneren Menschen angehört, oder selbst der innere Mensch ist, des Blut soll vergossen werden, d.h., er soll sich selbst verdammen. 1013. "Weil zum Bilde Gottes Er gemacht hat den Menschen", 1. Mose 9/6, daß dies bedeutet die Liebtätigkeit, welche ist das Bild Gottes, ist die Folge. Im unmittelbar Vorhergehenden war die Rede von der Liebtätigkeit, die durch das Blut bezeichnet worden ist, und daß sie nicht ausgelöscht werden soll, ist dadurch bezeichnet worden, daß man nicht Blut vergießen soll; hier nun folgt, daß Er zum Bilde Gottes gemacht hat den Menschen, woraus erhellt, daß die Liebtätigkeit das Bild Gottes ist. Was das Bild Gottes sei, weiß heutzutage kaum jemand. Man lehrt, das Bild Gottes sei verdorben worden im ersten Menschen, den man Adam nennt, und sagt, in ihm sei das Bild Gottes gewesen, das in einem gewissen Zustand der Unschuld (integritas), den man nicht kennt, bestanden haben soll; es war allerdings ein Zustand der Unschuld; denn unter Adam oder dem Menschen wird verstanden die Urkirche, die ein himmlischer Mensch war, und ein Innewerden hatte, wie keine Kirche nach ihr, daher sie auch eine Ähnlichkeit des Herrn war; Ähnlichkeit des Herrn bedeutet die Liebe zu Ihm. Nachdem diese Kirche (Älteste Kirche) mit dem Fortgang der Zeit zugrunde gegangen war, schuf der Herr alsdann eine neue, die nicht eine himmlische Kirche war, sondern eine geistige Kirche; diese war nicht eine Ähnlichkeit, sondern ein Bild des Herrn; Bild bedeutet die geistige Liebe, d.h., die Liebe gegen den Nächsten, oder die Liebtätigkeit, was ebenfalls früher gezeigt worden ist: Nr. 50, 51. Daß diese Kirche vermöge der Liebtätigkeit, ein Bild des Herrn war, erhellt aus diesem Vers; und daß die Liebtätigkeit selbst das Bild des Herrn ist, daraus, daß gesagt wird: "weil zum Bilde Gottes Er gemacht hat den Menschen", nämlich daß die Liebtätigkeit selbst ihn (dazu) gemacht hat. Daß die Liebtätigkeit das Bild Gottes ist, erhellt ganz klar aus dem eigentlichen Wesen der Liebe oder Liebtätigkeit. Eine Ähnlichkeit von jemand machen und ein Bild von jemand, kann nur die Liebe und Liebtätigkeit. Das Wesen der Liebe und Liebtätigkeit ist, daß sie aus zweien gleichsam eins macht; wenn einer den anderen liebt wie sich selbst und mehr als sich selbst, dann sieht der eine den anderen in sich, und sich in dem anderen, was jedem bekannt sein kann, wenn er nur merkt auf die Liebe, oder auf diejenigen, die sich gegenseitig lieben; des einen Wille ist der des anderen, sie sind innerlich gleichsam verbunden, bloß dem Leibe nach voneinander unterschieden. Die Liebe zum Herrn macht den Menschen eins mit dem Herrn, d.h. zu einer Ähnlichkeit; auch die Liebtätigkeit oder die Liebe gegen den Nächsten, diese jedoch zu einem Bild; Bild ist nicht Ähnlichkeit, sondern es ist nach der Ähnlichkeit. Diese Einheit, die aus der Liebe entsteht, beschreibt der Herr selbst, bei Joh.17/21-23: "Ich bitte, daß alle eins seien, gleichwie Du Vater in Mir und Ich in Dir, daß auch sie in Uns eins seien. Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, daß sie eins seien, gleichwie Wir eins sind, Ich in ihnen und Du in Mir": diese Einheit ist jene mystische Vereinigung, die sich einige denken; diese Vereinigung besteht allein durch die Liebe. Joh.14/19-21,23: "Ich lebe, und ihr werdet leben; an jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir seid, und Ich in euch bin: wer da hat Meine Gebote, und tut sie, der ist es, der Mich liebt. Wenn Mich jemand liebt, wird er Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen": woraus erhellt, daß es die Liebe ist, die verbindet, und daß der Herr eine Wohnung bei demjenigen hat, der Ihn liebt, dann (auch bei dem), der den Nächsten liebt, denn dies ist des Herrn Liebe. Diese Vereinigung, die eine Ähnlichkeit und ein Bild macht, kann nicht wohl im Menschengeschlecht erblickt werden, sondern im Himmel, wo alle Engel, vermöge der gegenseitigen Liebe gleichsam eins sind; jede Gesellschaft, die aus mehreren besteht, bildet gleichsam einen Menschen; und alle Gesellschaften zusammen, oder der gesamte Himmel, einen Menschen, der auch der Größte Mensch genannt wird; man sehe Nr. 457 und 459. Der gesamte Himmel ist eine Ähnlichkeit des Herrn, denn der Herr ist alles in allem bei ihnen; jede Gesellschaft ist ebenfalls eine Ähnlichkeit; somit jeder Engel; die himmlischen Engel sind Ähnlichkeiten, die geistigen Engel sind Bilder; aus so vielen Ähnlichkeiten des Herrn, als Engel sind, besteht der Himmel, und dies bloß durch die gegenseitige Liebe, nach der einer den anderen mehr als sich selbst liebt, man sehe Nr. 548, 549. Die Sache verhält sich nämlich so: damit das Allgemeine, oder der gesamte Himmel, eine Ähnlichkeit sei, müssen die Teile oder die einzelnen Engel Ähnlichkeiten sein, oder Bilder, die den Ähnlichkeiten gemäß sind; wofern nicht das Allgemeine gleichsam aus ihm ähnlichen Teilen besteht, ist es kein Allgemeines, das eine Einheit ausmacht. Aus diesem, als der Idee, kann ersehen werden, was die Ähnlichkeit und das Bild Gottes macht, nämlich die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten; daß folglich jeder wiedergeborene geistige Mensch, vermöge der Liebe oder der Liebtätigkeit, die vom Herrn allein kommt, im Zustand der Unschuld (in integritate) ist, von welchem Zustand der Unschuld, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1014. Vers 7: Und ihr, seid fruchtbar und mehret euch; breitet euch aus über die Erde, und mehret euch auf ihr. "Seid fruchtbar und mehret euch" bedeutet hier, wie früher, die Zunahme des Guten und Wahren, im inwendigen Menschen. Fruchtbarsein wird ausgesagt von Gutem, und sich mehren von Wahrem; "breitet euch aus über die Erde, und mehret euch auf ihr" bedeutet die Zunahmen des Guten und Wahren im äußeren Menschen, der die Erde ist. Sich ausbreiten wird ausgesagt von Gutem, sich mehren von Wahrem. 1015. Daß "seid fruchtbar und mehret euch", 1. Mose 9/7, bedeutet die Zunahmen des Guten und Wahren, im inwendigen Menschen, und daß fruchtbar sein ausgesagt wird von Gutem und sich mehren von Wahrem, erhellt aus dem, was früher beim ersten Vers dieses Kapitels gezeigt worden ist: Nr. 983, wo dieselben Worte stehen: daß dies beim inwendigen Menschen sei, kann erhellen aus dem was folgt, wo es abermals heißt, "mehret euch", indem diese Wiederholung unnötig, weil überflüssig wäre, wenn nicht etwas Besonderes vom vorigen Unterschiedenes bezeichnet würde. Aus diesem, und aus dem bisher Gesagten ergibt sich, daß hier Befruchtung und Vermehrung ausgesagt wird vom Guten und Wahren beim inwendigen Menschen. Inwendiger Mensch (Interior homo) wird gesagt, wie oben gezeigt worden, weil der Mensch in betreff des Himmlischen und Geistigen, das allein dem Herrn zugehört, ein innerer Mensch ist; wogegen er in betreff des Vernünftigen ein inwendiger oder mittlerer ist zwischen dem inneren und äußeren; und er in betreff der Triebe zum Guten und in betreff des Gedächtniswissens, ein äußerer ist; daß der Mensch so beschaffen sei, ist gezeigt worden in den Vorbemerkungen zu diesem Kapitel: Nr. 978, daß er aber dies nicht weiß, wenn er im Leibe lebt, kommt daher, weil er im Leiblichen ist, daher er nicht einmal weiß, daß es ein Inwendiges gibt, geschweige daß es in solcher Ordnung unterschieden ist; wenn er aber nur nachsinnen will, so kann es ihm zu Genüge klar werden, sobald er in einem vom Leibe abgezogenen Denken ist, und gleichsam in seinem Geiste denkt. Daß Befruchtung und Vermehrung ausgesagt wird vom inwendigen, d.h. vom vernünftigen Menschen, davon ist der Grund, daß das Wirken des inneren Menschen nur ganz im allgemeinsten empfunden wird im Inwendigen; denn unsäglich viel Einzelnes ist es, was eine allgemeine, und zwar eine höchst allgemeine Einheit in seinem inwendigen Menschen darstellt; wie unendlich dieses Einzelne ist, und wie es sich verhält, und einen ganz allgemeinen dunklen Punkt (communissimum quoddam obscurum) darstellt, kann erhellen aus dem, was früher gezeigt worden ist Nr. 545. 1016. "Breitet euch aus über die Erde, und mehret euch auf ihr", 1. Mose 9/7, daß dies bedeutet die Zunahmen des Guten und Wahren im äußeren Menschen, welcher ist die Erde, und daß sich ausbreiten ausgesagt wird von Gutem, und sich mehren von Wahrem, erhellt aus dem, was oben gesagt worden ist, sodann aus der Bedeutung der Erde, daß sie ist der äußere Mensch, worüber man sehe was gesagt und gezeigt worden ist Nr. 983. Daß es heißt, sich ausbreiten über die Erde, und so sich mehren auf ihr, damit verhält es ich so: bei dem wiedergeborenen Menschen mehrt sich nichts in seinem äußeren Menschen, d.h. nichts Gutes und Wahres bekommt Zuwachs, außer durch die Wirkung der Liebtätigkeit; die Liebtätigkeit ist gleich der Wärme zur Zeit des Frühlings oder des Sommers, die macht, daß die Gräser, Kräuter und Bäume wachsen; ohne Liebtätigkeit oder geistige Wärme wächst nichts, daher es hier zuerst heißt, breitet euch aus über die Erde, was ausgesagt wird von Gutem, das Sache der Liebtätigkeit ist, durch das die Vermehrung des Guten und Wahren geschieht. Jeder kann begreifen, wie es sich hiermit verhält: nichts wächst und mehrt sich beim Menschen, wenn nicht irgendein Trieb (aliqua affectio) vorhanden ist; das Angenehme des Triebes macht, daß es nicht bloß Wurzel faßt, sondern auch wächst; gemäß der Anstrebung des Triebes geschieht alles; was der Mensch liebt, das ergreift, behält und bewahrt er gerne; somit alles, was einem Triebe günstig ist; was nicht günstig ist, um das bekümmert sich der Mensch nicht, er sieht es für nichts an, ja er verwirft es. Aber wie der Mensch beschaffen ist, so auch die Vermehrung: beim Wiedergeborenen ist der Trieb zum Guten und Wahren aus der vom Herrn geschenkten Liebtätigkeit; alles daher, was dem Triebe der Liebtätigkeit günstig ist, das ergreift, behält und bewahrt er, und so bestärkt er sich im Guten und Wahren; dies wird bezeichnet durch (die Worte): "breitet euch aus über die Erde, und mehret euch". 1017. Daß solcherlei die Vermehrung sei, welcherlei der Trieb, dafür möge z.B. dienen: wer den Grundsatz annimmt, daß der Glaube allein selig mache, wenn er auch kein Werk der Liebtätigkeit tue, d.h., wenn er auch keine Liebtätigkeit habe, und so den Glauben trennt von der Liebtätigkeit, nicht bloß infolge des von Kindheit an angenommenen Grundsatzes, sondern auch weil er meint, wenn man die Werke der Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit für das Wesentliche des Glaubens erklären, und so fromm leben würde, so könne man nicht anders als ein Verdienst in die Werke setzen (was jedoch falsch ist), - der verwirft so die Liebtätigkeit, und achtet die Werke der Liebtätigkeit für nichts, und bleibt bloß in der Vorstellung des Glaubens, welcher keiner ist ohne sein Wesentliches, welches ist die Liebtätigkeit. Indem ein solcher diesen Grundsatz bei sich begründet, tut er es keineswegs aus einem Trieb zum Guten, sondern aus einem Trieb zum Angenehmen, daß er nämlich in der Zügellosigkeit der Begierden leben könne; und wer unter solchen dies mit vielem begründet, der tut es nicht aus Liebe zur Wahrheit, sondern aus Selbstverherrlichung, um dadurch größer, gelehrter und höher als andere zu erscheinen, und so unter die Geehrten und Reichen erhoben zu werden, somit aus dem Angenehmen des Triebes; und dieses Angenehme macht, daß die Gründe dafür sich mehren, denn wie gesagt, wie der Trieb beschaffen ist, so auch die Vermehrung. Im allgemeinen kann, wenn ein oberster Grundsatz falsch ist, aus demselben überall nur Falsches folgen, denn alles bildet sich nach dem obersten Grundsatze; ja, was ich aus Erfahrung weiß (wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts), die, welche sich in solchen Grundsätzen vom bloßen Glauben bestärken und in keiner Liebtätigkeit sind, beachten gar nicht und sehen gleichsam nicht alles das, was der Herr von der Liebe und Liebtätigkeit, so oft gesagt hat, als: Matth.3/8,9; 5/7,43-48; 6/12,15; 7/1-20; 9/13; 12/33; 13/8,23; 18/21-35; 19/19; 22/34-39; 24/12,13; 21/34,40,41,43; Mark.4/18-20; 11/13,14,20; 12/28-35; Luk.3/8,9; 6/27-39,43-47; 7/47; 8/8,14,15; 10/25-28; 12/58,59; 13/6-10; Joh.3/19,21; 5/42; 13/34,35; 14/14,15,20-23; 15/1-19; 21/15-17. 1018. Daß es hier abermals heißt, "seid fruchtbar und mehret euch", gerade wie im ersten Vers dieses Kapitels, hat seinen Grund darin, daß hier der Schluß ist; und daß alles wohl gedeihen und fruchtbar sein und sich mehren werde, wenn sie das nicht tun, was bezeichnet wird durch das Essen des Blutes, und durch das Vergießen des Blutes, wenn sie nämlich nicht die Liebtätigkeit auslöschen durch Haß und Entweihungen. 1019. Vers 8: Und Gott sagte zu Noach, und zu seinen Söhnen mit ihm, und sprach. "Gott sprach zu Noach und seinen Söhnen mit ihm, sprechend" bezeichnet die Wahrheit der Dinge, die folgen über die geistige Kirche, die verstanden wird unter Noach und seinen Söhnen mit ihm. 1020. Daß dies bezeichnet wird, kann daraus erhellen, daß alles, was vom 1. Kapitel der Genesis bis zu Eber, 1. Mose Kapitel 11, geschichtlich zusammengewebt ist, anderes bedeutet, als was im Buchstaben vorliegt, und daß die Geschichten hier nur gemachte Geschichten sind, nach Art der Uralten. Wenn diese die Wahrheit einer Sache bekräftigen wollten, sagten sie, Jehovah sprach, hier aber Gott, weil von der geistigen Kirche die Rede ist. Ebenso wenn etwas wahr werden sollte, (verum fieret) oder wahr gemacht worden ist (verum factum est). 1021. Daß durch "Noach und seine Söhne mit ihm", 1. Mose 9/8, bezeichnet wird die Alte Kirche, ist früher gezeigt worden, und wird im Folgenden dieses Kapitels erhellen, daher nicht nötig ist bei Begründung desselben zu verweilen. 1022. Vers 9,10: Und Ich, siehe Ich, richte auf Meinen Bund mit euch, und mit eurem Samen nach euch. Und mit aller lebendigen Seele, die bei euch ist, am Vogel, am Tier und an allem Wild der Erde bei euch; von allen, die aus dem Kasten gegangen, in betreff alles Wildes der Erde. "Und Ich, siehe Ich, richte auf Meinen Bund" bedeutet des Herrn Gegenwart in der Liebtätigkeit; "mit euch", bedeutet den wiedergeborenen geistigen Menschen; "und mit eurem Samen nach euch" bedeutet diejenigen, die neu geschaffen werden; "mit aller lebendigen Seele, die bei euch ist" bedeutet im allgemeinen alles, was beim Menschen wiedergeboren ist; "am Vogel" bedeutet insonderheit sein Verständiges; "am Tier", insonderheit sein neues Wollen; "an allem Wild der Erde", sein niederes Verständiges und Wollendes, das aus demselben stammt; "bei euch" bedeutet hier wie früher, was beim wiedergeborenen geistigen Menschen ist; "von allen, die aus dem Kasten gegangen" bedeutet die Menschen der Kirche; "in betreff alles Wildes der Erde" bedeutet die Menschen außerhalb der Kirche. 1023. "Und Ich, siehe Ich, richte auf Meinen Bund", 1. Mose 9/9, daß dies bedeutet des Herrn Gegenwart in der Liebtätigkeit, kann erhellen aus der Bedeutung des Bundes, wovon Nr. 666, wo gezeigt worden ist, daß Bund bedeutet Wiedergeburt, und zwar die Verbindung des Herrn mit dem wiedergeborenen Menschen durch Liebe, und daß die himmlische Ehe der eigentlichste Bund ist; folglich die himmlische Ehe bei einem jeden wiedergeborenen Menschen. Wie es sich mit dieser Ehe oder diesem Bund verhält, ist ebenfalls früher gezeigt worden: die himmlische Ehe beim Menschen der Ältesten Kirche ward in seinem eigenen Willen; dagegen die himmlische Ehe beim Menschen der Alten Kirche wurde in seinem eigenen Verstand. Als nämlich das Wollen des Menschen ganz verdorben wurde, da trennte der Herr auf wunderbare Weise sein eigenes Verständiges von jenem verdorbenen eigenen Wollen, und bildete in seinem verständigen Eigenen einen neuen Willen, welcher ist das Gewissen, und dem Gewissen flößte Er Liebtätigkeit und der Liebtätigkeit Unschuld ein, und so verband Er Sich, oder was dasselbe ist, Er ging einen neuen Bund ein mit dem Menschen. Inwieweit das Willenseigene des Menschen getrennt werden kann von diesem Verstandeseigenen, insoweit kann der Herr bei ihm gegenwärtig sein, d.h. Sich mit ihm verbinden oder einen Bund mit ihm eingehen. Die Versuchungen und ähnliche Mittel der Wiedergeburt bewirken, daß das Willenseigene des Menschen ruht, als ob es zu nichts würde, und gleichsam stürbe. Inwieweit dies (geschieht), insoweit kann der Herr durch das dem Verstandeseigenen eingepflanzte Gewissen in der Liebtätigkeit wirken. Dies nun ist es, was hier Bund genannt wird. 1024. Daß "mit euch" 1. Mose 9/9, bedeutet den wiedergeborenen geistigen Menschen, erhellt aus demjenigen, was früher hin und wieder gesagt worden ist, daß nämlich Noach und eine Söhne bedeuten die geistige Kirche, die auf die Älteste himmlische folgte, und weil die Kirche, bedeutet er auch jeden Menschen der Kirche, somit den wiedergeborenen geistigen Menschen. 1025. "Mit eurem Samen nach euch", 1. Mose 9/9, daß dies diejenigen bedeutet, die neu geschaffen werden, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sodann aus dem Folgenden. Aus der Bedeutung des Samens: Same bedeutet im buchstäblichen Sinne die Nachkommenschaft, im inneren Sinne aber den Glauben; und weil, wie öfters gesagt worden, kein Glaube ist, außer wo Liebtätigkeit ist, so ist es die Liebtätigkeit selbst, die unter dem Samen im inneren Sinne verstanden wird. Aus dem Folgenden erhellt, daß nicht bloß die Rede ist vom Menschen, der innerhalb der Kirche, sondern auch vom Menschen, der außerhalb der Kirche ist, somit vom gesamten Menschengeschlechte. Überall wo Liebtätigkeit ist, auch bei den von der Kirche entferntesten Völkerschaften, da ist Same, denn der himmlische Same ist die Liebtätigkeit. Niemand nämlich unter den Menschen kann etwas Gutes tun von sich, sondern alles Gute (kommt) vom Herrn; das Gute, das die Heiden tun, ist auch vom Herrn, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß der Same Gottes der Glaube ist, wurde früher gezeigt, Nr. 255: unter Glauben wird dort und anderwärts verstanden die Liebtätigkeit, aus welcher der Glaube (kommt), denn es gibt keinen anderen Glauben, der (wirklich) Glaube ist, als den Glauben der Liebtätigkeit; ebenso wird auch anderwärts im Wort, wo der Same genannt wird, z.B. wo der Same Abrahams oder Jischaks oder Jakobs, bezeichnet die Liebe oder die Liebtätigkeit; Abraham nämlich bildet vor die himmlische Liebe, Jischak die geistige Liebe, die dem inneren Menschen angehören, Jakob dasselbe, aber dem äußeren Menschen angehörig; so nicht bloß in den prophetischen, sondern auch in den geschichtlichen Stellen; das Geschichtliche des Wortes wird im Himmel nicht vernommen, sondern was durch das Geschichtliche bezeichnet wird; das Wort ist nicht bloß für den Menschen, sondern auch für die Engel geschrieben. Wenn der Mensch das Wort liest und aus demselben keinen anderen Sinn als den buchstäblichen erfaßt (capit), dann erfassen die Engel nicht den buchstäblichen Sinn, sondern den inneren; die materiellen, weltlichen und leiblichen Vorstellungen, die der Mensch hat, wenn er das Wort liest, werden bei den Engeln geistige und himmlische Vorstellungen; so z.B. während der Mensch liest von Abraham, Jischak und Jakob, denken die Engel durchaus nicht an Abraham, Jischak und Jakob, sondern an solche Dinge, die durch sie vorgebildet und so bezeichnet werden. Ebenso wenn von Noach, Schem, Cham und Japheth (die Rede ist), so wissen die Engel nichts von diesen Personen, und verstehen nichts anderes als die Alte Kirche, und die inwendigeren Engel nicht einmal die Kirche, sondern den Glauben jener Kirche, und gemäß dem Zusammenhang, den Zustand der Dinge, von denen die Rede ist. So auch, wenn im Worte gesagt wird, Samen, wie hier von Noach, daß ein Bund aufgerichtet werden sollte mit ihnen und mit ihrem Samen nach ihnen, verstehen sie nicht ihre Nachkommenschaft; denn einen Noach hat es nicht gegeben, es wurde nämlich so benannt die Alte Kirche; sondern unter dem Samen verstehen sie die Liebtätigkeit, die das Wesentliche des Glaubens jener Kirche war; ebenso wo in den Geschichten vom Abraham, Jischak und Jakob ihr Same genannt wird, da verstehen die Engel durchaus nicht deren eigene Nachkommenschaft, sondern alle im Weltall, sowohl die innerhalb der Kirche, als die außerhalb, bei denen himmlischer Same oder Liebtätigkeit ist, ja, die innerlicheren Engel verstehen die Liebe selbst, die himmlischer Same ist, für sich allein (abstracte) betrachtet. Daß unter dem Samen verstanden wird die Liebe, sodann jeder, der Liebe hat, erhellt aus folgenden Stellen, wo von Abram die Rede ist: 1. Mose 12/7: "Jehovah sprach, deinem Samen will Ich geben dieses Land"; ferner 1. Mose 13/15,16: "Alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben, und deinem Samen in Ewigkeit, und will deinen Samen machen wie den Staub der Erde": die, welche im Sinne des Buchstabens sind, fassen es nicht anders, als daß unter dem Samen verstanden werde die Nachkommenschaft Abrams, und unter dem Lande, das Land Kanaan, und um so mehr, weil seiner Nachkommenschaft dieses Land gegeben worden ist. Hingegen die, welche im inneren Sinne sind, wie der ganze Himmel, verstehen unter dem Samen Abrams nichts anderes als die Liebe, unter dem Lande Kanaan nichts anderes, als das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden; und darunter, daß ihnen das Land gegeben worden, nichts anderes, als etwas Vorbildliches; wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Ebenso anderwärts, wo von Abram (die Rede ist): 1. Mose 15/5: "Jehovah führte ihn hinaus, und sprach: blicke nun hinauf zum Himmel, und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst, und Er sprach zu ihm: So wird dein Same sein": hier und ebenso, weil Abram die Liebe oder den seligmachenden Glauben vorbildete, so wird unter seinem Samen keine andere Nachkommenschaft im inneren Sinn verstanden, als alle im Weltall, die in der Liebe sind. 1. Mose 17/7,8,10: "Ich will aufrichten Meinen Bund zwischen Mir und zwischen dir, und zwischen deinem Samen nach dir, und will geben dir und deinem Samen nach dir das Land deiner Wanderungen, alles Land Kanaan, zum ewigen Besitz, und will ihnen (ihr) Gott sein: dies Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen deinem Samen nach dir, daß euch beschnitten werde alles Männliche": wo einen Bund aufrichten ebenfalls bedeutet, die Verbindung des Herrn mit den Menschen im Weltall, durch die Liebe, welche Liebe vorgebildet worden ist durch Abram. Hieraus erhellt, was durch seinen Samen bezeichnet wird, nämlich alle im Weltall, die in der Liebe sind: der Bund war die Beschneidung, von der hier die Rede ist, unter welcher der Himmel durchaus nie versteht die Beschneidung des Fleisches, sondern die Beschneidung des Herzens, die bei denen ist, die in der Liebe sind; die Beschneidung war das Vorbild der Wiedergeburt durch Liebe, was bei Mose deutlich erklärt wird: 5. Mose 30/6: "Beschneiden wird Jehovah Gott dein Herz und das Herz deines Samens, zu lieben Jehovah, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, und deiner ganzen Seele, auf daß du leben mögest": woraus erhellt, was die Beschneidung im inneren Sinne ist; daher überall wo die Beschneidung genannt wird, nichts anderes verstanden wird, als Liebe und Liebtätigkeit, und daher Leben. Daß durch den Samen Abrahams alle im Weltall bezeichnet werden, die Liebe haben, erhellt auch aus des Herrn Worten zu Abraham und Jischak; zu Abraham, nachdem er, wie befohlen worden, den Jischak hatte opfern wollen: 1. Mose 22/17,18: "Ich will dir Segen geben, und sehr vermehren deinen Samen, wie die Sterne der Himmel, und wie den Sand, der auf dem Ufer des Meeres ist, und erben wird dein Same das Tor deiner Feinde, und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde": daß hier unter dem Samen verstanden werden alle im Weltall, die Liebe haben, erhellt klar. Gleichwie Abraham, wie gesagt, vorbildete die himmlische Liebe, so Jischak die geistige Liebe, daher durch den Samen Jischaks nichts anderes bezeichnet wird, als jeder Mensch, bei dem geistige Liebe oder Liebtätigkeit ist; von ihm heißt es in 1. Mose 26/3,4,24: "Halte dich auf in diesem Lande, Ich will mit dir sein, und dich segnen, weil Ich dir und deinem Samen geben will alle diese Länder, und will bekräftigen den Eid, den Ich geschworen habe Abraham, deinem Vater, und will sich mehren lassen deinen Samen wie die Sterne der Himmel; und will geben deinem Samen alle diese Länder, und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde": wo offenbar ist, daß alle Völkerschaften verstanden werden, die in der Liebtätigkeit stehen: die himmlische durch Abraham vorgebildete Liebe ist wie der Vater der durch Jischak vorgebildeten geistigen Liebe, denn aus dem Himmlischen wird geboren das Geistige, wie früher gezeigt worden ist. Weil Jakob vorbildete der Kirche Äußeres, die vom Innern her entsteht, somit alles, was im äußeren Menschen von der Liebe und Liebtätigkeit herstammt, darum werden durch seinen Samen bezeichnet alle im Weltall, die einen äußeren Gottesdienst haben, in dem ein innerer ist, und welche die Werke der Liebtätigkeit haben, in denen die Liebtätigkeit vom Herrn ist; von diesem Samen (wurde gesagt) zu Jakob, nachdem er im Traum die Leiter gesehen: 1. Mose 28/13,14; 32/13; 48/4: "Ich (bin) Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Jischaks, das Land, auf dem du liegst, dir will Ich es geben und deinem Samen, und es wird dein Same sein wie der Staub der Erde; und es werden gesegnet werden in dir alle Familien des Erdbodens, und in deinem Samen". Daß der Same nichts anderes bedeutet, kann nicht nur aus den früher Nr. 255 angeführten Stellen des Wortes, sondern auch aus folgenden erhellen: Jes.41/8: "Du Israel, Mein Knecht, Jakob, den Ich erwählt habe, Same Abrahams Meines Freundes": hier wird gehandelt von der Wiedergeburt des Menschen; wo Israel und Jakob, wie öfters, unterschieden werden, und durch Israel bezeichnet wird die geistige innere Kirche, durch Jakob ebenderselben Äußeres, beide werden genannt Same Abrahams, das ist, der himmlischen Kirche, weil das Himmlische, Geistige und Natürliche aufeinanderfolgen. Jerem.2/21: "Ich hatte dich gepflanzt als einen ganz edlen Weinstock, einen Samen der Wahrheit, wie bist du Mir verwandelt worden in Ausgeartete eines fremden Weinstocks": wo von der geistigen Kirche die Rede ist, die ein edler Weinstock ist, dessen Liebtätigkeit oder Glaube der Liebtätigkeit genannt wird "Same der Wahrheit". Jerem.33/22: "Gleichwie nicht gezählt wird das Heer der Himmel, und nicht gemessen wird der Sand des Meeres, so will Ich mehren den Samen Davids, Meines Knechtes, und die Leviten, die Mir dienen": wo offenbar der Same für himmlischen Samen steht, denn durch David wird bezeichnet der Herr; daß der Same Davids nicht gewesen ist, wie das Heer der Himmel, daß nicht gezählt wird, noch wie der Sand des Meeres, der nicht gemessen wird, ist jedem bekannt. Jerem.23/5-8: "Siehe, die Tage kommen, dies ist der Spruch Jehovahs, und Ich will erwecken dem David einen gerechten Sproß, und er wird herrschen als König, verständig wird er handeln, und tun Gericht und Gerechtigkeit auf Erden: in seinen Tagen wird beseligt werden Jehudah, und Israel wird traulich wohnen; und dies sein Name, mit dem sie ihn nennen werden, Jehovah, unsere Gerechtigkeit: darum, siehe, die Tage kommen, dies ist der Spruch Jehovahs, da man nicht mehr sagen wird, es lebt Jehovah, Der heraufkommen ließ die Söhne Israels aus dem Lande Ägypten; sondern es lebt Jehovah, Der heraufkommen ließ, und Der herbeiführte den Samen des Hauses Israels aus dem Lande der Mitternacht": hier wird ganz anderes bezeichnet, als was im Buchstaben erscheint, nicht David durch David, nicht Jehudah durch Jehudah, noch Israel durch Israel, sondern durch David der Herr, durch Jehudah das Himmlische, durch Israel das Geistige; daher durch den Samen Israels die, welche Liebtätigkeit, oder den Glauben der Liebtätigkeit haben. Ps.22/24,25: "Die ihr fürchtet den Jehovah, lobet Ihn aller Same Jakobs, verherrlichet Ihn, scheuet euch vor Ihm aller Same Israels": hier wird durch den Samen Israels auch kein anderer Same verstanden als die geistige Kirche. Jes.6/13: "Sein Stamm wird sein der Same der Heiligkeit": für die Überreste, die heilig, weil des Herrn sind. Jes.65/9: "Ich will ausführen aus Jakob Samen, und aus Jehudah den Besitzer Meiner Berge, und es sollen es besitzen Meine Auserwählten, und Meine Knechte daselbst wohnen": wo von der äußeren und inneren himmlischen Kirche die Rede ist. Jes.65/23: "Sie werden nicht zeugen zur Verstörung, ein Same der Gesegneten Jehovahs sind sie, und ihre Kinder mit ihnen": wo von den neuen Himmeln, und der neuen Erde, oder vom Reich des Herrn (die Rede ist); die daselbst aus der Liebe Gezeugten oder Wiedergeborenen, werden genannt "Same der Gesegneten Jehovahs". 1026. "Und mit aller lebendigen Seele, die bei euch ist", 1. Mose 9/10, daß dies im allgemeinen bedeutet alles, was beim Menschen wiedergeboren ist, kann erhellen aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt; sodann aus der Bedeutung des Lebendigen. Lebendig heißt alles, was Leben empfangen hat vom Herrn; lebendige Seele alles, was beim wiedergeborenen Menschen davon lebt; denn gemäß dem Leben, das der Wiedergeborene empfängt, lebt alles einzelne bei ihm, sowohl sein Vernünftiges, als seine Triebe. Dieses Leben im einzelnen seines Denkens und Redens kommt zur Erscheinung vor den Engeln, nicht so vor dem Menschen. 1027. "Am Vogel", 1. Mose 9/10, daß dies insonderheit bedeutet sein Verständiges, erhellt aus dem, was einige Male früher über die Vögel gesagt und gezeigt worden ist, z.B. Nr. 40, 776. 1028. "Am Tier", 1. Mose 9/10, daß dies insonderheit bedeutet sein neues Williges, erhellt ebenfalls aus dem, was früher über die Tiere und ihre Bedeutung, gesagt und gezeigt worden ist, z.B. Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 776. 1029. "Und an allem Wild der Erde bei euch", 1. Mose 9/10, daß dies bedeutet sein niederes Verständiges und Williges, das aus jenem stammt, erhellt gleichfalls aus dem, was früher von der Bedeutung des Wildes gezeigt worden ist; denn bei jedem Menschen ist Inwendiges und Auswendiges (interiora et exteriora). Das Inwendige sind die Vernunfterkenntnisse (rationalia), die hier bezeichnet worden sind durch den Vogel, und sind die Triebe (affectiones), die bezeichnet worden sind durch das Tier. Das Auswendige sind Wißtümliches und Vergnügungen, die hier durch die wilden Tiere der Erde bezeichnet werden. Daß durch Vogel, Tier und Wild nicht bezeichnet wird Vogel, Tier oder Wild, sondern daß es das Lebendige beim wiedergeborenen Menschen ist, kann jeder wissen und schließen (schon) daraus, daß von Gott kein Bündnis eingegangen werden kann mit unvernünftigen Tieren, denn es heißt: "Ich richte auf einen Bund mit aller lebendigen Seele, die bei euch ist, am Vogel, am Tier, und am Wild der Erde bei euch", sondern mit dem Menschen, der in betreff seines Inwendigen und Auswendigen durch sie so geschildert wird. 1030. "Von allen, die aus dem Kasten gegangen", daß dies bedeutet die Menschen der Kirche, und "in betreff alles Wildes der Erde", 1. Mose 9/10, daß dies bedeutet den Menschen außerhalb der Kirche, kann erhellen aus der Sachfolge im inneren Sinne, denn früher ist genannt worden alles, was aus dem Kasten gegangen ist, als alle lebendige Seele in betreff des Vogels, des Tieres, und des Wildes der Erde, hier heißt es wiederum, von allen, die aus dem Kasten gegangen in betreff des Wildes der Erde; somit wird das Wild der Erde zum zweiten Mal genannt; diese Wiederholung würde nicht stattfinden, wenn nicht etwas anderes hier verstanden würde; dann folgt auch, und Ich richte Meinen Bund auf mit euch, was ebenfalls zuvor gesagt worden ist. Hieraus erhellt, daß durch die aus dem Kasten Gegangenen bezeichnet werden die Wiedergeborenen, oder die Menschen der Kirche, und durch das Wild der Erde alle im Weltall, die außerhalb der Kirche sind. Das Wild der Erde, bedeutet im Wort, wenn unter demselben nicht Lebendiges verstanden wird, dasjenige, was geringer ist und mehr oder weniger von der wilden Tiernatur an sich hat, und zwar je nach der Beziehung auf das, wovon die Rede ist; wenn gehandelt wird von dem, was im Menschen ist, dann bedeutet das Wild der Erde das Niedere, das dem äußeren Menschen, und das dem Leibe angehört, wie kurz vorher in diesem Verse, somit das Geringere. Wenn von einer ganzen Gesellschaft die Rede ist, dann bedeutet das Wild der Erde diejenigen, die nicht zur Kirche gehören, weil die Geringeren; und so fort je nach der Beziehung auf das, was das Subjekt ist: wie bei Hos.2/18: "Ich will ihnen einen Bund schließen an jenem Tage mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel, und dem Gewürm der Erde". Jes.43/20: "Es wird Mich ehren das Wild des Feldes, weil Ich in der Wüste Wasser gab". Hes.31/6: "In seinen Zweigen nisteten alle Vögel der Himmel, und unter seinen Zweigen zeugte alles Wild des Feldes, und in seinem Schatten wohnten alle großen Völkerschaften". HG 1031 1031. Vers 11: Und Ich errichte Meinen Bund mit euch; und es soll nicht mehr ausgerottet werden alles Fleisch von den Wassern der Sündflut; und es wird nicht mehr eine Sündflut sein zu verderben die Erde. "Und Ich errichte Meinen Bund mit euch" bedeutet die Gegenwart bei allen, die nur immer Liebtätigkeit haben, und bezieht sich auf die aus dem Kasten Gehenden, und auf alles Wild der Erde, d.h. auf die Menschen innerhalb der Kirche, und auf die Menschen außerhalb der Kirche; "und es soll nicht mehr ausgerottet werden alles Fleisch von den Wassern der Sündflut" bedeutet, daß sie nicht (mehr) zugrunde gehen sollen wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche; "und es wird nicht mehr eine Sündflut sein zu verderben die Erde" bedeutet, daß eine solche todbringende und erstickende Beredung nicht (mehr) aufkommen solle. 1032. "Und Ich errichte Meinen Bund mit euch", 1. Mose 9/11, daß dies bedeutet die Gegenwart des Herrn bei allen, die nur immer Liebtätigkeit haben, und sich bezieht auf die aus dem Kasten Ausgehenden, und auf alles Wild der Erde, d.h. auf die Menschen innerhalb der Kirche und auf die Menschen außerhalb der Kirche, erhellt aus demjenigen, was kurz vor diesem gesagt worden ist. Daß der Herr einen Bund eingeht, oder durch die Liebtätigkeit sich verbindet auch mit denen, die außerhalb der Kirche sind, und Heiden genannt werden, damit verhält es sich so: Der Mensch der Kirche meint, daß keine von denen, die außerhalb der Kirche sind und Heiden genannt werden, selig werden können, darum, weil sie keine Glaubenserkenntnisse haben, und daher gar nichts vom Herrn wissen, indem sie sagen, ohne Glauben und ohne Erkenntnis des Herrn sei kein Heil; so verdammen sie alle, die außerhalb der Kirche sind. Es gibt sogar viele solche, die in einer Lehre, ja die in einer Ketzerei sind, die meinen, daß keine von denen, die außerhalb sind, oder die nicht so denken wie sie, selig werden; während doch die Sache sich ganz anders verhält. Der Herr hat Barmherzigkeit gegen das ganze Menschengeschlecht, und will alle, die im Weltall sind, selig machen und zu Sich ziehen. Die Barmherzigkeit des Herrn ist unendlich, und läßt sich nicht beschränken auf die wenigen, die innerhalb der Kirche sind, sondern erstreckt sich auf alle auf dem ganzen Erdkreis. Daß sie außerhalb der Kirche geboren sind, und so in der Unwissenheit des Glaubens, ist nicht ihre Schuld, und um deswillen, daß sie nicht Glauben an den Herrn haben, weil sie von Ihm nichts wissen, wird nie einer verdammt. Welcher Gutdenkende wird je sagen, der größte Teil des Menschengeschlechts werde des ewigen Todes sterben, weil sie nicht innerhalb Europas geboren sind, wo verhältnismäßig wenige sind; und welcher Gutdenkende wird sagen, der Herr lasse eine so große Menge Menschen geboren werden, damit sie des ewigen Todes sterbe? Dies wäre gegen das Göttliche und gegen die Barmherzigkeit; und außerdem führen die, welche außerhalb der Kirche sind und Heiden genannt werden, ein viel gesitteteres Leben, als die innerhalb der Kirche, und nehmen viel leichter die Lehre des wahren Glaubens an. Dies ist noch deutlicher zu ersehen an den Seelen im anderen Leben: aus der sogenannten Christenheit kommen die Allerschlimmsten, die mörderisch den Nächsten, und mörderisch den Herrn hassen; die vor allen auf dem ganzen Erdkreis Ehebrecher (sind); nicht aber so aus den übrigen Weltteilen; denn sehr viele von denen, die Götzen verehrt hatten, sind so gesinnt, daß sie Haß und Ehebrüche verabscheuen, und die Christen fürchten, weil sie so geartet sind, und weil sie jedermann plagen wollen. Ja, die Heiden sind von der Art, daß sie, wenn sie von den Engeln belehrt werden über die Glaubenswahrheiten, und daß der Herr das Weltall regiert, es gerne hören und leicht vom Glauben durchdrungen werden, und so ihre Götzen verwerfen; weshalb denn die Heiden, die ein gesittetes Leben geführt und in gegenseitiger Liebtätigkeit und in der Unschuld gelebt haben, im anderen Leben wiedergeboren werden. Solange sie in der Welt leben, ist bei ihnen der Herr gegenwärtig in der Liebtätigkeit und Unschuld, denn es gibt keine Liebtätigkeit und Unschuld außer vom Herrn. Der Herr schenkt ihnen auch ein Gewissen fürs Rechte und Gute, je nach ihrer Religion, und diesem Gewissen flößt Er Unschuld und Liebtätigkeit ein, und ist Unschuld und Liebtätigkeit im Gewissen, dann lassen sie sich leicht vom Wahren des Glaubens aus dem Guten heraus erfüllen. Der Herr selbst hat dies gesagt bei Luk.13/23,28-30: "Es sprach jemand zu Jesus: Herr, sind es wohl wenige, die selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ihr werdet sehen Abraham, Jischak und Jakob, und alle Propheten im Reiche Gottes, euch aber hinausgestoßen; dagegen werden kommen von den Aufgängen und Niedergängen, und von Mitternacht und von Mittag, die sich (zu Tische) lagern im Reiche Gottes; und siehe, es sind Letzte, welche die Ersten sein werden, und es sind Erste, welche die Letzten sein werden": unter Abraham, Jischak und Jakob werden verstanden alle, die in der Liebe sind, wie früher gezeigt worden ist. 1033. Es wurde gesagt, daß auch den Heiden ein Gewissen fürs Rechte und Gute je nach ihrer Religion geschenkt werde, damit verhält es sich so: Im allgemeinen gibt es ein wahres, ein unechtes, und ein falsches Gewissen. Ein wahres Gewissen ist das, welches vom Herrn gebildet wird aus den Glaubenswahrheiten; wenn der Mensch mit demselben begabt ist, so fürchtet er gegen die Glaubenswahrheiten zu handeln; weil so gegen das Gewissen; dieses Gewissen kann niemand empfangen, der nicht in den Wahrheiten des Glaubens ist, daher auch nicht sehr viele in der Christenheit, denn jeder stempelt sein Dogma zur Glaubenswahrheit; gleichwohl aber empfangen die, welche wiedergeboren werden, ein Gewissen, wenn sie die Liebtätigkeit (in sich aufnehmen), denn das Grundwesentliche des Gewissens ist Liebtätigkeit. Ein unechtes Gewissen ist das, welches bei den Heiden sich bildet aus ihrem Religionsdienst, in den sie geboren und erzogen sind, gegen diesen handeln ist für sie gegen das Gewissen handeln; wenn ihr Gewissen gegründet ist in der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, und im Gehorsam, dann sind sie so geartet, daß sie ein wahres Gewissen im anderen Leben empfangen können, das sie dann auch empfangen; denn nichts lieben sie eher und mehr, als das Wahre des Glaubens. Ein falsches Gewissen ist, welches sich bildet nicht von Innerem, sondern von Äußerem her, d.h. nicht durch die Liebtätigkeit, sondern durch die Selbst- und Weltliebe; denn es gibt solche, denen es vorkommt, sie handeln gegen das Gewissen, wenn gegen den Nächsten, und die alsdann auch meinen, innerlich beängstigt zu werden; allein dies kommt daher, daß sie in ihren Gedanken gewahr werden, daß ihr Leben, ihre Ehre, ihr Ruf, ihr Vermögen, oder ihr Erwerb in Gefahr kommt, und ihnen ein Leid zugefügt wird; einige haben infolge von Vererbung eine solche Weichheit des Herzens, andere erwerben sich dieselbe, allein es ist ein falsches Gewissen. 1034. Daß (die Worte) "es soll nicht mehr ausgerottet werden alles Fleisch von den Wassern der Sündflut", 1. Mose 9/11, bedeuten, daß sie nicht zugrunde gehen sollen, wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, erhellt aus demjenigen, was schon früher von den Menschen vor der Sündflut, die zugrunde gingen, gesagt worden ist; und die sind es, die weggerafft worden sind von den Wassern der Sündflut. Es ist früher Nr. 310 gezeigt worden, wie es sich damit verhielt, daß nämlich die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche so beschaffen war, daß mit ihrem Willensvermögen (voluntarium) zugleich auch ihr Verstandesvermögen (intellectuale) verdorben worden wäre, also daß bei ihnen das Verstandesvermögen nicht von ihrem Willensvermögen getrennt, noch im Verstandesvermögen ein neuer Wille gebildet werden konnte, denn also hingen beide Teiles ihres Gemütes zusammen. Weil dies vorhergesehen worden, wurde auch vom Herrn vorgesehen, daß beim Menschen sein Verstandesvermögen vom Willensvermögen getrennt, und so erneuert werden konnte. Und weil in dieser Weise vorgesehen worden war, daß ein solcher Mensch, wie jenes Geschlecht vor der Sündflut, nachher nicht mehr existiere, darum wird hier gesagt, daß kein Fleisch mehr weggerafft werden solle von den Wassern der Sündflut. 1035. "Und es wird nicht mehr eine Sündflut sein zu verderben die Erde", 1. Mose 9/11, daß dies bedeutet, eine solche todbringende und erstickende Beredung werde nicht mehr aufkommen, kann erhellen aus der Bedeutung der Sündflut in Rücksicht auf die Menschen vor der Sündflut, die zugrunde gingen, wovon früher; sodann aus ihren gräßlichen Beredungen, wovon Nr. 310, 563, 570, 581, 586 die Rede war, wie aus dem, was von der nachfolgenden Kirche, die Noach hieß, gesagt worden ist; und ferner aus dem nun Folgenden vom Regenbogen. 1036. Vers 12,13: Und Gott sprach: Dies sei das Zeichen des Bundes, den Ich gebe zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen aller lebendigen Seele, die bei euch ist, auf die Geschlechter des Zeitlaufs, Meinen Bogen habe Ich gegeben in der Wolke, und er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde. "Und Gott sprach" bedeutet, daß es so sei; "dies sei das Zeichen des Bundes" bedeutet die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit; "den Ich gebe zwischen Mir und zwischen euch" bedeutet die Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch die Liebtätigkeit; "und zwischen aller lebendigen Seele, die bei euch ist" bedeutet, wie früher, alles was beim Menschen wiedergeboren ist; "auf die Geschlechter des Zeitlaufs" bedeutet fortwährend alle, die neu geschaffen werden; "Meinen Bogen habe Ich gegeben in der Wolke" bedeutet den Zustand des wiedergeborenen geistigen Menschen, der einem Farbenbogen gleicht. Die Wolke bedeutet das dunkle Licht, in dem der geistige Mensch im Vergleich mit dem himmlischen ist. "und er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde" bedeutet, wie früher, die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit. Die Erde ist hier das Eigene des Menschen. Dies alles bezieht sich auf den wiedergeborenen geistigen Menschen, oder auf die geistige Kirche. 1037. "Und Gott sprach", 1. Mose 9/12, daß dies bedeutet, es sei so, ist früher gesagt und gezeigt worden, denn das Sprechen, oder der Spruch Gottes oder Jehovahs bedeutet, es sei so; die Uralten, weil sie die Dinge der Kirche geschichtlich einkleideten, sagten, wenn sie versichern wollten, daß es so sei: Gott sprach, oder Jehovah sprach, und es war für sie ein Ausdruck der Beteuerung und Bestärkung. 1038. "Dies sei das Zeichen des Bundes", 1. Mose 9/12, daß dies bedeutet die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung des Bundes und des Bundeszeichens. Daß der Bund die Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit bedeutet, ist 1. Mose 6/18 und in diesem Kapitel Vers 9 gezeigt worden. Daß der Bund die Gegenwart des Herrn in der Liebe und Liebtätigkeit ist, ergibt sich aus der Natur des Bundes; jeder Bund ist um der Verbindung willen, daß man nämlich gegenseitig in Freundschaft, oder in Liebe lebe; von daher wird auch die Ehe ein Bund genannt. Eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen gibt es nur in der Liebe und Liebtätigkeit, denn der Herr ist selbst die Liebe und die Barmherzigkeit. Jeden will Er selig machen, und mit starker Kraft zum Himmel, d.h. zu Sich ziehen. Hieraus kann jeder wissen und schließen, daß nie jemand verbunden werden kann mit dem Herrn, wenn nicht durch das, was Er selbst ist, d.h., wenn er nicht ähnliches tut, oder eins ausmacht mit Ihm, so nämlich, daß er den Herrn wiederliebt und den Nächsten wie sich selber liebt; hierdurch allein entsteht Verbindung; dies ist das eigenste Wesen des Bundes; entsteht nun hieraus Verbindung, so folgt offenbar, daß der Herr gegenwärtig ist. Die Gegenwart des Herrn selbst ist zwar bei jedem Menschen, aber sie ist näher und entfernter, ganz gemäß den Fortschritten zur Liebe hin und der Entfernung von der Liebe. Weil der Bund eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch die Liebe ist, oder, was dasselbe ist, eine Gegenwart des Herrn beim Menschen in der Liebe und Liebtätigkeit ist, so wird der Bund selbst im Wort genannt ein Bund des Friedens, denn der Friede bedeutet das Reich des Herrn, und das Reich des Herrn besteht in der gegenseitigen Liebe, in der allein der Friede ist: wie bei Jes.54/10: "Die Berge werden weichen und die Hügel erschüttert werden, und Meine Barmherzigkeit wird von dir nicht weichen, und der Bund Meines Friedens nicht erschüttert werden, sprach dein Erbarmer Jehovah": wo die Barmherzigkeit, die der Liebe angehört, ein Bund des Friedens heißt. Hes.34/23,25: "Erwecken will Ich über sie einen Hirten, und er wird sie weiden, Meinen Knecht David; dieser wird sie weiden, und dieser wird ihnen ihr Hirt sein, und schließen will Ich mit ihnen einen Bund des Friedens": wo unter David offenbar verstanden wird der Herr; Seine Gegenwart bei den wiedergeborenen Menschen wird beschrieben durch "Er wird sie weiden". Hes.37/24,26,27: "Mein Knecht David wird König über sie sein, und der eine Hirt sein ihnen allen; und schließen will Ich mit ihnen einen Bund des Friedens, ein Bund der Ewigkeit wird sein mit ihnen, und Ich will sie geben, und sie sich mehren lassen, und Mein Heiligtum in ihrer Mitte setzen auf ewig; und Ich will ihnen ihr Gott und sie werden Mir Mein Volk sein": wo gleichfalls der Herr unter David verstanden wird; die Liebe unter dem Heiligtum in ihrer Mitte; die Gegenwart und Verbindung des Herrn in der Liebe unter dem, daß "Er ihnen ihr Gott und sie Ihm sein Volk" sein werden, was genannt wird Bund des Friedens und Bund der Ewigkeit.Mal.2/4,5: "Erkennen werdet ihr, daß Ich zu euch gesandt habe dies Gebot, daß Mein Bund sein solle mit Levi, sprach Jehovah Zebaoth, Mein Bund war mit ihm, der des Lebens und des Friedens, und Ich gab ihm dies zur Furcht, und er wird Mich fürchten": Levi im höchsten Sinn ist der Herr, und folglich der Mensch, der Liebe und Liebtätigkeit hat, daher der Bund der Leben und des Friedens mit Levi ist in der Liebe und Liebtätigkeit. Wo von Pincha die Rede ist, 4. Mose 25/12,13: "Siehe, Ich gebe ihm Meinen Bund des Friedens, und dieser wird ihm und seinem Samen nach ihm ein Bund des ewigen Priestertums sein": wo unter Pinchas nicht verstanden wird Pinchas, sondern das Priestertum das durch ihn vorgebildet wurde, welches bezeichnet die Liebe und was zur Liebe gehört, wie alles Priestertum jener Kirche; jeder weiß, daß Pinchas kein ewiges Priestertum hatte. 5. Mose 7/9,12: "Jehovah, dein Gott, ist der eigentliche Gott, ein treuer Gott, Der den Bund und die Barmherzigkeit hält denen, die Ihn lieben und Seine Gebote halten bis ins tausendste Geschlecht": wo offenbar ist, daß die Gegenwart des Herrn beim Menschen in der Liebe der Bund ist, denn es heißt, daß Er sei für die, die Ihn lieben und die Gebote halten. Weil der Bund eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch Liebe ist, so folgt, daß er es auch ist durch alles, was zur Liebe gehört, welches die Glaubenswahrheiten sind und Gebote genannt werden; denn alle Gebote, ja das Gesetz und die Propheten, gründen sich auf das eine Gesetz, daß man lieben soll den Herrn über alles und den Nächsten wie sich selbst, wie dies erhellt aus den Worten des Herrn: Matth.22/34-39; Mark.12/28-35; weshalb auch die Tafeln, auf welche die Zehn Gebote geschrieben worden sind, genannt werden die Tafeln des Bundes. Weil der Bund oder die Verbindung besteht durch die Gesetze oder Gebote der Liebe, bestand er auch durch die in der jüdischen Kirche vom Herrn gegebenen Gesellschaftsgesetze, die Zeugnisse genannt werden; sodann auch durch die vom Herrn befohlenen Kirchengebräuche, die Satzungen heißen; alles dieses heißt zum Bunde Gehöriges, weil es sein Absehen hat auf die Liebe und Liebtätigkeit, wie man liest von dem König Joschia, 2.Kön.23/3: "Es stand der König ob der Säule, und schloß einen Bund vor Jehovah, Jehovah nachzuwandeln, und zu halten Seine Gebote, und Seine Zeugnisse, und Seine Satzungen von ganzem Herzen, und von ganzer Seele, um Kraft zu geben den Worten des Bundes". Hieraus nun ergibt sich, was der Bund ist, und daß der Bund ein innerer ist, denn die Verbindung des Herrn mit dem Menschen geschieht durch Inneres, keineswegs durch Äußeres, das getrennt ist vom Innern; die äußerlichen Dinge sind bloß Typen und Vorbildungen des Inneren, wie die Handlung des Menschen der vorbildende Typus seines Denkens und Wollens ist, und wie das Liebeswerk der vorbildende Typus der Liebtätigkeit ist, die inwendig in der Gesinnung und im Gemüt ist. So waren alle Gebräuche der jüdischen Kirche vorbildliche Typen des Herrn, mithin der Liebe und Liebtätigkeit, und alles dessen, was daraus stammt; daher entsteht durch das Innere des Menschen ein Bund und eine Verbindung; die äußeren Dinge sind bloß Bundeszeichen, wie sie auch genannt werden. Daß durch das Innere ein Bund oder eine Verbindung bewirkt wird, erhellt klar; wie bei Jerem.31/31-33: "Sieh, die Tage kommen, dies ist der Spruch Jehovahs, da Ich schließen werde mit dem Hause Israels, und mit dem Hause Jehudahs, einen neuen Bund, nicht wie der Bund, den Ich geschlossen habe mit ihren Vätern, weil sie gebrochen haben Meinen Bund; sondern dies ist der Bund, den Ich schließen will mit dem Hause Israels nach diesen Tagen, Ich werde Mein Gesetz in ihre Mitte geben, und auf ihr Herz es schreiben": wo von einer neuen Kirche die Rede ist; deutlich wird gesagt, daß der eigenste Bund sei durch Inneres, und zwar im Gewissen, dem eingeschrieben wird das Gesetz, das durchaus das der Liebe ist, wie gesagt worden. Daß die äußeren Dinge kein Bund seien, wofern nicht denselben Inneres beigefügt ist, und sie so eine und dieselbe Sache führen durch die Vereinigung, sondern daß sie Bundeszeichen sind, auf daß man durch dieselben, als durch vorbildliche Typen des Herrn gedenken möge, erhellt daraus, daß der Sabbath und die Beschneidung Bundeszeichen genannt werden; daß der Sabbath so (genannt wird): 2. Mose 31/16,17: "Halten sollen die Söhne Israels den Sabbath, daß sie den Sabbath, in ihre Geschlechter, zum ewigen Bund machen; zwischen Mir und zwischen den Söhnen Israels sei dies ein Zeichen ewiglich". Und daß die Beschneidung so (genannt wird) 1. Mose 17/10,11: "Dies ist Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen deinem Samen nach dir; beschnitten soll euch werden alles Männliche; und beschneiden sollt ihr das Fleisch eurer Vorhaut, und dies soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch". Das Blut wird daher auch genannt das Blut des Bundes: 2. Mose 24/7,8. Die äußeren Gebräuche sind hauptsächlich darum Bundeszeichen genannt worden, damit man bei denselben gedenken möchte des Innerlichen, d.h. derjenigen Dinge, die sie bezeichneten; alle Gebräuche der jüdischen Kirche waren nichts anderes; daher wurde auch dasjenige Zeichen genannt, was ihnen das Innerliche in die Erinnerung bringen sollte, z.B. daß man das vornehmste Gebot auf die Hand binden, und zum Stirnband machen sollte: 5. Mose 6/5,8; 11/13,18: "Du sollst lieben Jehovah deinen Gott, von deinem ganzen Herzen, und von deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften; und du sollst diese Worte zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie zum Stirnband zwischen deinen Augen haben": wo Hand bedeutet den Willen, weil die Macht, denn die Macht gehört dem Willen an; die Stirnbänder zwischen den Augen bedeuten den Verstand, somit das Zeichen die Erinnerung an das vornehmste Gebot, oder an das Gesetz im Inbegriff, damit es beständig im Wollen und beständig im Denken sei, d.h. damit eine Gegenwart des Herrn und der Liebe sei in allem Wollen, und in allem Denken; von dieser Art ist die Gegenwart des Herrn, und von Ihm die der gegenseitigen Liebe bei den Engeln; - von der Beschaffenheit dieser beständigen Gegenwart wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede werden. Ebenso hier, wo es heißt, "dies das Zeichen des Bundes, den Ich gebe zwischen Mir und zwischen euch, Meinen Bogen habe Ich gegeben in der Wolke, und er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde" bedeutet das Zeichen nichts anderes als die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit, somit die Erinnerung beim Menschen. Wie aber hieraus, nämlich aus dem Bogen in der Wolke die Anzeige und Erinnerung komme, wird im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 1039. "Den Ich gebe zwischen Mir und zwischen euch", 1. Mose 9/12, daß dies bedeutet die Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch Liebtätigkeit, erhellt aus dem, was nunmehr vom Bund und Zeichen des Bundes gesagt worden ist: "der Bund" nämlich ist die Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit, "zwischen Mir und zwischen euch" ist die daraus folgende Verbindung, "geben" heißt, machen, daß er ist. 1040. "Und zwischen aller lebendigen Seele, die bei euch ist", 1. Mose 9/12, daß dies bedeutet alles, was beim Menschen wiedergeboren ist, erhellt aus der Bedeutung der lebendigen Seele, wovon oben beim 10. Vers (Nr. 1026), denn Seele bezeichnet im Wort, wie gesagt, alles Leben, sowohl des Menschen inneres als äußeres, auch das der Tiere, und dies darum, weil sie solches bezeichnen was im Menschen ist; aber eigentlich ist lebendige Seele das, was Leben empfängt vom Herrn, d.h. was wiedergeboren ist, weil dieses allein lebt; und weil die Seele das Leben beim Menschen, sowohl das innere als das äußere, bezeichnet, so bezeichnet lebendige Seele in einem Inbegriff alles, was beim Menschen wiedergeboren ist. Beim Menschen sind das Wollende und das Verständige unter sich ganz geschieden; alles und jedes, was daraus hervorgeht beim lebendigen Menschen, ist lebendig. Die Sache verhält sich nämlich so: wie der Mensch beschaffen ist, so ist alles und jedes bei ihm beschaffen; das allgemeine Leben selbst ist im einzelnen, denn vom einzelnen, als von seinem Besonderen ist das Allgemeine; anders existiert durchaus kein Allgemeines: denn es heißt Allgemeines, weil es aus dem Besondern entsteht (a particularibus existit). Welcherlei daher des Menschen Leben im allgemeinen ist, solcherlei ist sein Leben in den Einzelheiten, ja im allgemeinsten seines Strebens und Absehens oder Wollens, und im allereinzelsten seines Denkens, so daß es nicht das Geringste einer Vorstellung geben kann, in der nicht ein gleiches Leben wäre. Wenn z.B. jemand stolz ist, so ist in all seinen Willensbestrebungen und in allen seinen Denkvorstellungen das Stolze. Bei dem, der geizig ist, ebenso das Geizige; bei dem, der den Nächsten haßt, ebenso; so wie wenn jemand dumm ist, im einzelnen seines Willens und im einzelnen seines Denkens Dummes ist; und beim Verrückten Verrücktes. Weil der Mensch so beschaffen ist, so wird im anderen Leben schon an einer einzigen Vorstellung seines Denkens erkannt, wie er geartet ist. Wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann ist alles und jedes beim Menschen wiedergeboren, d.h., es hat Leben, und zwar so viel Leben, als sein Eigenwilliges, das unrein und tot ist, getrennt werden konnte, vom neuen Willen und Verstand, den er vom Herrn empfangen hat; weshalb denn hier, weil vom Wiedergeborenen gehandelt wird, die lebendige Seele alles bezeichnet, was beim Menschen wiedergeboren ist; was im allgemeinen ist sein Verständiges und Wollendes, sowohl inwendiges als auswendiges, das oben Vers 10 (Nr. 1027-1029) ausgedrückt ist durch Vogel und Tier, und durch Wild der Erde, denn es heißt: "Ich richte Meinen Bund auf mit aller lebendigen Seele, am Vogel, am Tier und am Wild der Erde". 1041. "Auf die Geschlechter des Zeitlaufs", 1. Mose 9/12, daß dies bedeutet fortwährend alle, die neu geschaffen werden, erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter des Zeitlaufs. Die Geschlechter sind die Nachkommenschaften, die von den Früheren als von ihren Älteren herstammen. Der Zeitlauf ist das Fortwährende. Hier ist die Rede von dem, was wiedergeboren ist, daher unter den Wiedergeburten des Zeitlaufs verstanden werden diejenigen, die infolge hiervon fortwährend wiedergeboren werden, d.h., die von neuem geschaffen werden. Im inneren Sinn verhält sich alles gemäß der Aussagebeziehung zu dem, wovon die Rede ist. 1042. "Meinen Bogen habe Ich gegeben in der Wolke", 1. Mose 9/13, bedeutet den Zustand des wiedergeborenen geistigen Menschen, der einem Regenbogen gleicht. Jeder kann sich wundern, daß der Bogen in der Wolke oder der Regenbogen, im Worte für ein Bundeszeichen genommen wird, da doch der Regenbogen nichts anders ist, als etwas, was aus der Modifikation der Lichtstrahlen von der Sonne in den Wassertropfen des Regens stets hervorgeht, und nichts anderes als etwas Natürliches ist, und nicht wie die anderen Bundeszeichen in der Kirche, von denen kurz zuvor die Rede war. Daß aber der Bogen in der Wolke die Wiedergeburt vorbildet, und den Zustand des wiedergeborenen geistigen Menschen bezeichnet, kann keinem bekannt sein, dem nicht vergönnt worden ist zu sehen, und infolgedessen zu wissen, wie sich die Sache verhält. Wenn die geistigen Engel, die alle waren wiedergeborene Menschen der geistigen Kirche, im anderen Leben, dem Anblicke als solche dargestellt werden, so erscheint um ihr Haupt her, wie ein Regenbogen; aber die Regenbogen, die erscheinen, verhalten sich ganz ihrem Zustande gemäß und daran wird dann auch im Himmel und in der Geisterwelt erkannt, wie sie beschaffen sind: der Grund, warum das Bild eines Regenbogens erscheint, ist der, daß ihr dem Geistigen entsprechendes Natürliches einen solchen Anblick gewährt, es ist die Modifikation des geistigen Lichtes vom Herrn, in ihrem Natürlichen. Diese Engel sind es, welche heißen wiedergeboren mit Wasser und Geist, die himmlischen Engel aber wiedergeboren mit Feuer. Im Natürlichen verhält es sich so: Wenn eine Farbe entstehen soll, muß etwas Dunkles und etwas Helles, oder Schwarz und Weiß da sein, wenn in diese die Lichtstrahlen aus der Sonne einfallen, so entstehen je nach der verschiedenen Mischung von Dunkel und Hell, oder von Schwarz und Weiß infolge der Brechung der einfließenden Lichtstrahlen, Farben, deren einige mehr oder weniger vom Dunkeln und Schwarzen haben, andere mehr oder weniger vom Hellen und Weißen, daher ihre Verschiedenheit. In gleicher Weise verhält es sich im Geistigen, das Dunkle ist hier das Eigenverständige oder Falsche, und das Schwarze ist das Eigenwillige des Menschen oder das Böse, das die Lichtstrahlen einsaugt und auslöscht. Dagegen das Helle und Weiße ist das Wahre und Gute, das der Mensch meint aus sich selbst zu tun, das die Sonnenstrahlen von sich reflektiert und zurückwirft. Die Lichtstrahlen, die in dasselbe einfallen, und sie gleichsam modifizieren, sind vom Herrn, als von der Sonne der Weisheit und Einsicht, denn die Strahlen des geistigen Lichtes sind keine anderen und nicht anderwärts her. Weil das Natürliche dem Geistigen entspricht, darum erscheint um den wiedergeborenen geistigen Menschen her im anderen Leben, wenn es so sich sichtbar darstellt, etwas einem Bogen in der Wolke Ähnliches, welcher Bogen die Vorbildung des Geistigen in dessen Natürlichem ist. Beim wiedergeborenen geistigen Menschen ist es das Eigenverständige, dem der Herr einflößt Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit; gemäß der Annahme dieser Gaben vom Menschen erscheint sein Regenbogen, wenn er sich sichtbar darstellt, um so schöner, je mehr das Eigenwillige des Menschen entfernt, unterworfen und zum Gehorsam gebracht ist. Den Propheten, wenn sie im Gesichte Gottes waren, erschien ebenfalls ein Bogen gleich dem in der Wolke, so dem Hes.1/26-28: "Oberhalb der Wölbung, die über dem Haupte der Cherubim (war), wie das Aussehen eines Saphirsteins, die Ähnlichkeit eines Thrones, eine Ähnlichkeit wie das Aussehen eines Menschen auf demselben oben: und ich sah wie den Schein einer schimmernden Kohle gemäß dem Aussehen des Feuers innerhalb derselben ringsumher vom Aussehen seiner Lenden und oberhalb; und vom Aussehen Seiner Lenden und unterhalb, sah ich wie das Aussehen eines Feuers mit einem Glanz ringsumher, wie das Aussehen des Bogens, wenn er in der Wolke ist am Tage des Regens, so das Aussehen des Glanzes ringsumher; dies das Aussehen des Ebenbildes der Herrlichkeit Jehovahs": jedem kann klar sein, daß der Herr so erschien, und dann durch Ihn vorgebildet wurde der Himmel, denn Er selbst ist der Himmel, d.h. alles in allem des Himmels; Er ist der hier genannte Mensch, der Thron ist der Himmel, die funkelnde Kohle nach dem Aussehen des Feuers von den Lenden aufwärts ist das Himmlische der Liebe, der Feuerglanz ringsumher von den Lenden abwärts wie ein Bogen in der Wolke ist das himmlisch Geistige (coeleste spirituale); somit ist der himmlische Himmel oder der der himmlischen Engel vorgebildet von den Lenden an aufwärts, und der geistige Himmel oder der der geistigen Engel von den Lenden an abwärts; denn was unten ist von den Lenden an durch die Füße zu den Fußsohlen, bezeichnet im Größten Menschen das Natürliche: hieraus erhellt gleichfalls, daß das Natürliche des Menschen, so erleuchtet durch das geistige Licht vom Herrn, wie ein Bogen in der Wolke erscheint. Er erschien auch dem Johannes, wovon in der Joh.Offenb.4/2,3; 10/1 die Rede ist. 1043. Daß die Wolke das dunkle Licht bedeutet, in dem der geistige Mensch im Vergleich mit dem himmlischen ist, kann aus demjenigen erhellen, was über den Bogen soeben gesagt worden ist. Denn der Bogen oder die Farbe des Bogens existiert nirgends als in der Wolke, das Dunkle selbst, durch das die Sonnenstrahlen durchschimmern, ist es, das sich in Farben verwandelt, somit wie das Dunkel, das vom Strahlenschimmer durchdrungen wird (perstringitur), so die Farbe. Ebenso verhält es sich beim geistigen Menschen: das Dunkle bei ihm, das hier Wolke genannt wird, ist das Falsche, welches dasselbe ist, was sein Eigenverständiges (proprium intellectuale). Wird diesem Eigenen Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit vom Herrn eingeflößt, dann erscheint diese Wolke nicht mehr als Falsches, sondern als die Erscheinung des Wahren (apparens veri) zusammen mit dem Wahren aus dem Herrn, daher das Bild eines gefärbten Bogens. Es ist eine gewisse geistige Modifikation, die gar nicht beschrieben werden kann, und wenn sie nicht vom Menschen wahrgenommen wird an den Farben und ihren Entstehungen, so glaube ich nicht, daß sie der Fassungskraft gemäß erklärt werden kann. Wie diese Wolke beim wiedergeborenen Menschen beschaffen ist, kann aus seinem Zustand vor der Wiedergeburt erhellen: der Mensch wird wiedergeboren durch das, was er für Glaubenswahres hält; jeder hält sein Dogma für wahr, dadurch empfängt er ein Gewissen; nachdem er daher ein Gewissen empfangen hat, ist ihm das Handeln gegen das, was ihm als Glaubenswahres eingeprägt worden ist, gegen das Gewissen; von dieser Art ist jeder Wiedergeborene; denn es werden vom Herrn viele von jedem Bekenntnisse wiedergeboren, und wenn sie wiedergeboren sind, so empfangen sie alsdann keine unmittelbare Offenbarung, außer was ihnen beigebracht wird durch das Wort und die Predigt des Wortes. Weil sie aber Liebtätigkeit empfangen, so wirkt der Herr durch die Liebtätigkeit in ihre Wolke ein, daraus ersteht ein Licht, wie wenn die Sonne eine Wolke durchdringt, die dadurch lichter wird und bunte Farben erhält; so auch entsteht in der Wolke die Ähnlichkeit eines Bogens. Je dünner nun die Wolke ist, d.h. aus je mehreren untermischten Glaubenswahrheiten sie besteht, desto schöner ist der Bogen; dagegen je dichter diese Wolke ist, d.h. aus je wenigeren Glaubenswahrheiten sie besteht, desto unschöner der Bogen; die Unschuld bringt viel Schönheit hinzu, es ist von derselben gleichsam ein lebendiger Glanz in den Farben. Alle Scheinbarkeiten des Wahren sind Wolken, in denen der Mensch ist, wenn er im Buchstabensinne des Wortes ist, denn im Worte ist nach Scheinbarkeiten geredet; wenn er aber dem Worte einfältig glaubt (obwohl er in den Scheinbarkeiten bleibt), und dabei Liebtätigkeit hat, so ist diese Wolke verhältnismäßig dünn; in dieser Wolke wird vom Herrn das Gewissen beim Menschen innerhalb der Kirche gebildet. Alle Unkenntnisse des Wahren sind auch Wolken, in denen der Mensch ist, wenn er nicht weiß, was das Wahre des Glaubens, im allgemeinen, wenn er nicht weiß, was das Wort ist, und noch mehr, wenn er nichts vom Herrn gehört hat; in dieser Wolke wird vom Herrn ein Gewissen beim Menschen außerhalb der Kirche gebildet; denn in der Unwissenheit selbst kann Unschuld, und so Liebtätigkeit sein. Alle Falschheiten sind auch Wolken, aber diese Wolken sind Finsternisse, welche bei denen, die entweder ein falsches Gewissen haben, wovon früher, oder bei denen, die keines haben. Dies sind im allgemeinen die Qualitäten der Wolke. Was die Quantität betrifft, so sind so große Wolken beim Menschen, und so dichte, daß er, wenn er es wüßte, sich verwundern würde, daß je die Lichtstrahlen vom Herrn durchscheinen können, und daß der Mensch wiedergeboren werden kann. Wer am wenigsten Wolke zu haben meint, hat oft die größte und wer am meisten Wolke zu haben glaubt, der hat um so weniger. Solche Wolken sind beim geistigen Menschen, aber beim himmlischen Menschen sind keine so große, weil er Liebe zum Herrn hat, die seinem Willensteile eingepflanzt ist, und darum empfängt er auch kein Gewissen wie der geistige Mensch, sondern ein Innewerden des Guten und Wahren vom Herrn. Wenn der Wille des Menschen so beschaffen ist, daß er die Strahlen der himmlischen Flamme aufnehmen kann, dann wird davon sein Verstand erleuchtet, und aus der Liebe weiß er und wird inne alles was Glaubenswahres ist; sein Wille ist alsdann wie eine kleine Sonne, aus welcher Strahlen in seinen verständigen Teil hineinfallen; von dieser Art war der Mensch der Ältesten Kirche. Dagegen, wenn der Wille des Menschen ganz verdorben und höllisch ist, und deswegen ein neuer Wille, der das Gewissen ist, gebildet wird in seinem verständigen Teile, wie dies geschehen ist beim Menschen der Alten Kirche, und noch geschieht bei jedem wiedergeborenen Menschen der geistigen Kirche, dann ist eine dichte Wolke da, denn er muß lernen was wahr und gut ist, und kann nicht inne werden, ob es so ist; und alsdann fließt auch fortwährend Falsches, welches das Dunkle der Wolke ist, von seinem schwarzen Willensteile ein, oder durch diesen von der Hölle her; dies ist der Grund, warum der verständige Teil gar nicht so erleuchtet werden kann beim geistigen Menschen, wie beim himmlischen Menschen. Daher nun kommt es, daß die Wolke hier das dunkle Licht bezeichnet, in dem der geistige Mensch ist im Vergleich mit dem himmlischen Menschen. 1044. "Und er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde", 1. Mose 9/13, daß dies bedeutet die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit, und daß die Erde hier ist das Eigene des Menschen, erhellt aus demjenigen, was früher gesagt worden ist. Und daß die Erde bedeutet das Eigene des Menschen, erhellt auch aus dem inneren Sinn und aus der Sachfolge selbst. Früher nämlich hieß es: "Dies das Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen aller lebendigen Seele, die bei euch ist", wodurch bezeichnet wurde alles was wiedergeboren ist; hier aber anders: "Er soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen der Erde", woraus, sowie aus der Wiedererwähnung des Bundeszeichens, klar ist, daß hier etwas anderes bezeichnet wird, und zwar (durch) die Erde das, was nicht wiedergeboren ist und was nicht wiedergeboren werden kann, welches ist das Eigenwillige des Menschen; denn der wiedergeborene Mensch ist in betreff des verständigen Teils - des Herrn, aber in betreff des Willensteiles ist er sein Eigen, welche beide Teile im geistigen Menschen entgegengesetzt sind. Aber der Willensteil, obwohl er entgegengesetzt ist, muß dennoch immerhin da sein, denn alles Dunkle in seinem verständigen Teil oder alle Dichtheit seiner Wolke, kommt daher; es fließt fortwährend von da ein, und inwieweit es einfließt, insoweit wird die Wolke im verständigen Teil verdichtet, dagegen inwieweit es entfernt wird, insoweit wird die Wolke verdünnt. Daher nun kommt es, daß durch Erde hier bezeichnet wird das Eigene des Menschen. Daß durch die Erde bezeichnet wird das Leibliche des Menschen außer vielem anderen, ist früher gezeigt worden. Es verhält sich damit wie mit zweien, die früher durch den Bund der Freundschaft vereinigt waren, wie dies der Fall war mit dem Willen und Verstand beim Menschen der Ältesten Kirche. Ist die Freundschaft gebrochen und Feindschaft entstanden, wie geschehen, als der Mensch seinen Willen gänzlich verdarb, und es wird wiederum ein Bündnis eingegangen, dann wird der feindliche Teil vorgestellt, als ob mit ihm ein Bund (geschlossen würde), aber es ist kein Bund mit ihm, weil er ganz entgegengesetzt und zuwider ist, sondern mit demjenigen, was aus demselben einfließt, wie gesagt worden, d.h. mit dem Eigenverständigen. Das Zeichen oder die Anzeige des Bundes ist dieses, daß inwieweit Gegenwart des Herrn im Eigenverständigen ist, insoweit entfernt werden wird das Eigenwillige. Es verhält sich damit ganz wie mit dem Himmel und der Hölle: des wiedergeborenen Menschen verständiger Teil ist, vermöge der Liebtätigkeit, in welcher der Herr gegenwärtig ist, der Himmel, sein Willensteil ist die Hölle. Inwieweit der Herr im Himmel gegenwärtig ist, insoweit wird die Hölle entfernt. Aus sich nämlich ist der Mensch in der Hölle, aus dem Herrn ist er im Himmel, und beständig wird der Mensch von der Hölle erhoben in den Himmel, und inwieweit er erhoben wird, insoweit wird entfernt seine Hölle. Das Zeichen mithin, oder die Anzeige, daß der Herr gegenwärtig ist, ist die Entfernung des Willens des Menschen, die zustande gebracht wird durch Versuchungen und durch mehrere Mittel der Wiedergeburt. 1045. Das bisher Angeführte bezieht sich auf den wiedergeborenen geistigen Menschen oder die geistige Kirche. Das nun Folgende bezieht sich auf jeden Menschen im allgemeinen, hernach auf den Menschen, der wiedergeboren werden kann insonderheit. 1046. Vers 14,15: Und es wird geschehen, wenn Ich Mich mit einer Wolke umwölke über die Erde, und gesehen wird der Bogen in der Wolke, so will Ich gedenken Meines Bundes, der zwischen Mir und zwischen euch, und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, und es sollen nicht mehr die Wasser zu einer Sündflut werden, zu verderben alles Fleisch. "Und es wird geschehen, wenn Ich Mich mit einer Wolke umwölke über die Erde" bedeutet; wenn wegen des Eigenwillens des Menschen nicht erscheint der Glaube der Liebtätigkeit; "und gesehen wird der Bogen in der Wolke" bedeutet, wann gleichwohl der Mensch so beschaffen ist, daß er wiedergeboren werden kann; "so will Ich gedenken Meines Bundes, der zwischen Mir und zwischen euch" bedeutet die Barmherzigkeit des Herrn insonderheit gegen die Wiedergeborenen, und die wiedergeboren werden können; "und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch" bedeutet das gesamte Menschengeschlecht; "und es sollen nicht mehr die Wasser zu einer Sündflut werden, zu verderben alles Fleisch" bedeutet, daß sein Verstandesvermögen (intellectuale) nicht mehr eine solche Beredung wird beibringen (imbuere) können, daß es zugrunde geht wie die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche. Dies bezieht sich auf jeden Menschen im allgemeinen. 1047. "Und es wird geschehen, wenn Ich Mich mit einer Wolke umwölke über die Erde", 1. Mose 9/14, daß dies bedeutet, wann wegen des Eigenwillens des Menschen nicht erscheint der Glaube der Liebtätigkeit, erhellt aus demjenigen, was soeben gesagt worden ist von der Erde oder dem Eigenwillen des Menschen, daß er nämlich so beschaffen sei, daß er fortwährend in den verständigen Teil des Menschen Dunkles oder Falsches eingießt, was eine Umwölkung ist; alle Falschheit kommt daher; was deutlich genug daraus erhellen kann, daß die Selbst- und Weltliebe, die dem Willen des Menschen angehören, nichts als Haß sind, denn in dem Maß als man sich selbst liebt, haßt man den Nächsten. Weil diese Triebe so entgegen sind der himmlischen Liebe, so kann es nicht anders sein, als daß von daher fortwährend solches einfließt, was der wechselseitigen Liebe entgegen ist, was alles im verständigen Teil Falschheiten sind, daher dann all sein Dunkles und Finsteres; das Falsche umwölkt das Wahre, ganz wie eine dunkle Wolke das Licht der Sonne. Und weil das Falsche und das Wahre so wenig beisammen sein können, als die Finsternis und das Licht, so folgt hieraus offenbar, daß das eine fortgeht, wenn das andere kommt; und weil dies abwechslungsweise geschieht, darum heißt es hier: wenn die Erde umwölkt wird mit einer Wolke, d.h., wenn wegen des Eigenwillens nicht erscheint der Glaube der Liebtätigkeit, oder das Wahre und das Gute daraus, und noch weniger das Gute und das aus ihm hervorgehende Wahre. 1048. "Und gesehen wird der Bogen in der Wolke", 1. Mose 9/14, daß dies bedeutet, wenn gleichwohl der Mensch so beschaffen ist, daß er wiedergeboren werden kann, erhellt aus der Bedeutung des Bogens in der Wolke, der das Zeichen oder die Anzeige der Wiedergeburt ist, wie früher gesagt worden ist. Mit dem Bogen in der Wolke verhält es sich weiter so: wie der Mensch oder die Seele nach dem Tod des Leibes beschaffen sei, wird alsbald erkannt vom Herrn von Ewigkeit her, und auch wie er beschaffen sein wird in Ewigkeit; von den Engeln wird sogleich, sobald er ankommt, wahrgenommen, wie er beschaffen ist. Es ist eine Sphäre, die gleichsam ausströmt von seiner Sinnesart oder von allem was bei ihm ist. Diese Sphäre ist, was wunderbar ist, von der Art, daß an derselben wahrgenommen wird, welchen Glauben er hat, welche Liebtätigkeit. Diese Sphäre ist es, die, wenn es dem Herrn so gefällt, sichtbar wird durch einen Bogen. Von dieser Sphäre wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (die Rede sein). Hieraus kann erhellen, was hier bezeichnet wird durch den Bogen, wenn er gesehen wird in der Wolke, nämlich, wenn der Mensch so beschaffen ist, daß er wiedergeboren werden kann. 1049. "So will Ich gedenken Meines Bundes, der zwischen Mir und zwischen euch ist", 1. Mose 9/15, daß dies bedeutet die Barmherzigkeit des Herrn, insonderheit gegen die Wiedergeborenen und die wiedergeboren werden können, folgt nun ebenfalls daraus; denn gedenken heißt beim Herrn "Sich erbarmen". Das "Sich erinnern" kann nicht ausgesagt werden vom Herrn, weil Er von Ewigkeit her alles und jedes weiß, wohl aber das "Sich erbarmen", weil Er weiß, daß der Mensch so beschaffen ist, daß nämlich sein Eigenes höllisch ist, und daß es seine Hölle selbst ist, denn durch sein Eigenwilliges hat er Gemeinschaft mit der Hölle. Daß er infolgedessen, und aus sich von der Art ist, daß er nach nichts mehr und brünstiger begehrt, als in die Hölle sich zu stürzen, und nicht einmal damit zufrieden ist, sondern alles im Weltall begehrt. Weil der Mensch aus sich ein solcher Teufel ist, und der Herr dies weiß, so folgt, daß "des Bundes gedenken" nichts anderes ist, als sich erbarmen und durch göttliche Mittel wiedergebären und mit starker Kraft zum Himmel hinziehen, sofern nämlich der Mensch so beschaffen ist, daß Er es kann. 1050. "Und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch", 1. Mose 9/15, daß dies bedeutet das gesamte Menschengeschlecht, erhellt aus der Bedeutung der lebendigen Seele in allem Fleisch. Jeder Mensch heißt eine lebendige Seele vermöge des Lebendigen das bei ihm ist; kein Mensch kann irgend leben, geschweige als Mensch, wenn er nicht etwas Lebendiges bei sich hat, d.h., wenn er nicht hat etwas Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, oder von daher etwas dem ähnliches oder nachgebildetes; dies Etwas von Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, empfängt der Mensch vom Herrn, wenn er noch Kind ist, und wenn noch im Knabenalter, wie man ersehen kann an dem Stande der Kinder, und an dem Stande des Knabenalters; was der Mensch alsdann empfängt, wird erhalten beim Menschen; was erhalten wird, das wird im Wort genannt Überreste, die allein des Herrn sind beim Menschen; eben dies, was erhalten wird, ist es, was macht, daß der Mensch, wenn er ins Erwachsenenalter kommt, Mensch sein kann; von diesen Überresten sehe man das Nr. 468, 530, 560, 561, 562, 563, 576 Gesagte. Daß die Zustände der Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, die der Mensch in der Kindheit und in den Knabenjahren hatte, machen, daß der Mensch Mensch sein kann, erhellt klar daraus, daß der Mensch nicht, wie die unvernünftigen Tiere, in irgendeine Lebensübung geboren wird, sondern alles und jedes erlernen muß, und daß das, was er erlernt, von der Übung her zur Gewohnheit und sozusagen zur Natur wird. Nicht einmal gehen kann der Mensch, wenn er es nicht erlernt, auch nicht reden, und so in allem übrigen; dergleichen wird ihm durch die Übung gleichsam natürlich; so verhält es sich mit dem Zustand der Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, die ihm gleichfalls beigebracht werden von Kind auf. Würden diese Zustände beim Menschen fehlen, so wäre er viel geringer als ein Tier. Aber diese Zustände sind es, die der Mensch nicht erlernt, sondern zum Geschenk erhält vom Herrn, und die der Herr bei ihm erhält, und sie sind es, die samt den Glaubenswahrheiten Überreste genannt werden, und allein des Herrn sind. Inwieweit der Mensch im Erwachsenenalter diese Zustände austilgt, insoweit wird er tot: wenn der Mensch wiedergeboren wird, so sind diese Zustände die Grundlagen (principia) der Wiedergeburt, und in sie wird er eingeführt, denn der Herr wirkt, wie früher gesagt worden, durch die Überreste. Diese Überreste bei einem jeglichen Menschen sind es, was hier genannt wird lebendige Seele in allem Fleisch: daß alles Fleisch bedeutet jeden Menschen und so das gesamte Menschengeschlecht, kann erhellen aus der Bedeutung des Fleisches hin und wieder im Wort, man sehe was gezeigt worden ist Nr. 574; so bei Matth.24/22 und Mark.13/20: "Würden nicht abgekürzt jene Tage, so würde kein Fleisch erhalten werden". Joh.17/2: "Jesus sprach, Vater verherrliche Deinen Sohn, wie Du Ihm Gewalt über alles Fleisch gegeben hast". Jes.40/5: "Es wird geoffenbart werden die Herrlichkeit Jehovahs, und sehen wird dann alles Fleisch". Jes.49/26: "Erkennen wird dann alles Fleisch, daß Ich Jehovah bin, dein Heiland". 1051. Daß (die Worte) "es sollen nicht mehr die Wasser zu einer Sündflut werden, zu verderben alles Fleisch", 1. Mose 9/15, bedeuten, daß sein Verstandesvermögen nicht mehr eine solche Beredung wird beibringen (imbuere) können, daß es zugrunde geht, wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, kann erhellen aus dem, was früher öfters von den Wassern der Sündflut gesagt und gezeigt worden ist, sodann (aus dem), was von denen vor der Sündflut, die zugrunde gingen (gesagt wurde), daß nämlich bei ihnen nicht bloß das Willensvermögen zugrunde gerichtet und höllisch geworden war, sondern auch das Verstandesvermögen, so daß sie nicht wiedergeboren werden konnten, d.h. nicht ein neuer Wille in ihrem verständigen Teil gebildet werden konnte. 1052. Vers 16: Und es wird sein der Bogen in der Wolke, und Ich sehe ihn, zu gedenken des ewigen Bundes zwischen Gott und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, das auf Erden ist. "Und es wird sein der Bogen in der Wolke" bedeutet seinen Zustand; "und Ich sehe ihn" bedeutet, er sei so beschaffen, daß er wiedergeboren werden kann; "zu gedenken des ewigen Bundes" bedeutet, so daß der Herr gegenwärtig bei ihm sein kann in der Liebtätigkeit; "zwischen Gott und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, das auf Erden ist" bedeutet jeden Menschen, bei dem dies stattfinden kann. Es bezieht sich dies auf den Menschen, der wiedergeboren werden kann im besonderen. 1053. "Und es wird sein der Bogen in der Wolke", 1. Mose 9/16, daß dies bedeutet seinen Zustand, erhellt aus dem, was früher über den Bogen in der Wolke gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich der Mensch oder die Seele im anderen Leben bei den Engeln erkannt wird an seiner Sphäre, und daß die Sphäre, sooft es dem Herrn gefällt, dargestellt wird durch Farben, wie sie am Regenbogen sind, verschiedenartig je nach dem Zustande eines jeden, in Rücksicht auf den Glauben an den Herrn, somit in Rücksicht auf das Gute und Wahre des Glaubens. Im anderen Leben stellen sich dem Gesichte Farben dar, die an Schimmer und Glanz unermeßlich übertreffen die Schönheit der Farben, die mit den Augen auf Erden gesehen werden; jede Farbe bildet etwas Himmlisches und Geistiges vor. Jene Farben sind aus dem Licht, das im Himmel ist, und aus dem Farbenwechsel (variegatio) des geistigen Lichts, wie oben gesagt worden ist; denn die Engel leben in einem so großen Lichte, daß das Licht der Welt verhältnismäßig nichts dagegen ist. Das Himmelslicht, in dem die Engel leben, verhält sich zum Weltlicht, wie das Licht der Mittagssonne zum Schein eines Kerzenlichtes, der verschwindet und zu nichts wird, wenn die Sonne aufgeht. Es gibt im Himmel ein himmlisches Licht und ein geistiges Licht, das himmlische Licht ist, um vergleichsweise zu reden, wie das Licht der Sonne, das geistige Licht hingegen ist wie das Licht des Mondes, aber mit allerlei Unterschied je nach dem Zustande des Licht aufnehmenden Engels; ebenso verhalten sich die Farben, weil sie aus dem Licht entsprungen sind.Der Herr selbst ist dem Himmel der himmlischen Engel, die Sonne, und dem Himmel der geistigen Engel, der Mond: dies ist unglaublich für die diejenigen, die keinen Begriff von dem Leben haben, das die Seelen nach dem Tode leben, es ist aber gleichwohl gewißlich wahr. 1054. Daß "und Ich sehe ihn", 1. Mose 9/16, bedeutet, er sei so beschaffen, daß er wiedergeboren werden kann, erhellt daraus, daß jemanden sehen, wenn es vom Herrn ausgesagt wird, soviel ist als wissen, wie er beschaffen ist; denn der Herr kennt alle von Ewigkeit her, und braucht nicht zu sehen wie einer beschaffen ist. Wenn er so ist, daß er wiedergeboren werden kann, dann wird vom Herrn gesagt, daß Er ihn sehe, wie auch, daß Er das Angesicht über ihn erhebe: wenn er aber nicht wiedergeboren werden kann, dann wird nicht gesagt, daß der Herr sehe, wie auch nicht, daß Er das Angesicht erhebe, sondern es wird gesagt, daß Er die Augen oder das Angesicht abwende, obwohl es der Herr nicht ist, Der Sich abwendet, sondern der Mensch. Daher kommt es, daß es früher, wo die Rede war von dem gesamten Menschengeschlechte in dem viele sind, die nicht wiedergeboren werden können, nicht hieß, wenn Ich sehe den Bogen in der Wolke, sondern wenn gesehen wird der Bogen in der Wolke, 1. Mose 9/14 (Nr. 1048). Mit dem Sehen verhält es sich bei dem Herrn ebenso wie mit dem Gedenken, das im inneren Sinn bedeutet Sich erbarmen, wovon Nr. 840, 1049. Man sehe das früher Gesagte: Nr. 626. 1055. "Zu gedenken des ewigen Bundes", 1. Mose 9/16, daß es bedeutet, so daß der Herr gegenwärtig bei ihm sein kann in der Liebtätigkeit, erhellt aus dem, was über die Bedeutung des Bundes oben gesagt und gezeigt worden ist, daß nämlich kein anderer ewiger Bund sei, als die Liebe zum Herrn, und die Liebe gegen den Nächsten; dieser ist ewig, weil von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der gesamte Himmel, ja die gesamte Natur ist auf Liebe gegründet, denn in der Natur gibt es gar nichts, bei dem einige Vereinigung und Verbindung wäre, ohne daß es seinen Ursprung von der Liebe her hätte, sei es nun beseelt oder unbeseelt; denn alles Natürliche hat sein Dasein (existit) vom Geistigen, und das Geistige vom Himmlischen, wie oben gesagt worden. Daher ist allem und jedem Liebe eingepflanzt, oder ein Bild der Liebe. Nur beim Menschen ist nicht Liebe, sondern das Gegenteil, weil der Mensch die Ordnung der Natur in sich zerstört hat. Wenn er aber wiedergeboren werden kann, oder wieder für die Ordnung gewonnen werden, und gegenseitige Liebe in sich aufnehmen kann, dann ist der Bund oder die Verbindung durch Liebtätigkeit da, wovon hier die Rede ist. 1056. "Zwischen Gott, und zwischen aller lebendigen Seele in allem Fleisch, das auf Erden ist", 1. Mose 9/16, daß dies bedeutet bei jedem Menschen, bei dem jenes stattfinden kann, erhellt aus dem, was gesagt worden ist, daß nämlich von denen die Rede ist, die wiedergeboren werden können, daher die lebendige Seele in allem Fleisch keine andere bezeichnet. 1057. Vers 17: Und Gott sprach zu Noach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich aufrichte zwischen Mir und zwischen allem Fleisch, das auf Erden ist. "Und Gott sprach zu Noach" bedeutet, dies soll die Kirche wissen; "dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich aufrichte zwischen Mir und zwischen allem Fleisch, das auf Erden ist" bedeutet, daß die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit nicht bloß beim Menschen der Kirche, sondern auch beim Menschen außerhalb der Kirche sein soll. 1058. Daß (die Worte) "Gott sprach zu Noach", 1. Mose 9/17, bedeuten, dies soll die Kirche wissen, erhellt aus der Sachfolge, die nur aus dem inneren Sinn klar wird, in dem dies so zusammenhängt: zuerst wurde gehandelt vom wiedergeborenen geistigen Menschen innerhalb der Kirche; zweitens von jedem Menschen im Weltall; drittens von jedem Menschen, der wiedergeboren werden kann; hier nun ist der Schluß, daß nämlich dies die Kirche wissen soll. Daß Noach die Kirche sei, ist früher gezeigt worden, und zwar hier ist es die geistige Kirche im allgemeinen, weil Noach allein genannt wird. Was sie wissen soll, folgt nun. 1059. Daß (die Worte) "dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich aufrichte zwischen Mir und zwischen allem Fleisch, das auf Erden ist", 1. Mose 9/17, bedeuten, die Anzeige der Gegenwart des Herrn in der Liebtätigkeit solle nicht bloß beim Menschen der Kirche, sondern auch beim Menschen außerhalb der Kirche sein, erhellt aus der Bedeutung von "allem Fleisch", wonach es ist "aller Mensch", mithin das gesamte Menschengeschlecht. Daß es ist das gesamte Menschengeschlecht, sowohl das innerhalb der Kirche, als das außerhalb der Kirche, erhellt nicht nur daraus, daß es heißt "alles Fleisch", sondern auch daraus, daß es nicht wie früher heißt: "lebendige Seele in allem Fleisch". Es wird auch klarer gemacht durch den Beisatz: "das auf Erden ist". Daß der Herr bei denen, die außerhalb der Kirche sind und Heiden genannt werden, ebenso in der Liebtätigkeit gegenwärtig ist, wie bei denen, die innerhalb der Kirche sind, sehe man nachgewiesen Nr. 932, 1032. Ja, Er ist noch gegenwärtiger. Der Grund ist, weil keine so große Wolke in ihrem verständigen Teil ist, als im allgemeinen bei den sogenannten Christen; denn die Heiden wissen nichts vom Wort, sie wissen auch nicht, was der Herr ist, folglich wissen sie nicht, was das Wahre des Glaubens ist, und können daher auch nicht gegen den Herrn und gegen das Wahre des Glaubens sein, daher ihre Wolke nicht gegen den Herrn und gegen das Wahre des Glaubens ist. Eine solche Wolke ist leicht zu zerstreuen, wenn sie erleuchtet werden. Dagegen bei den Christen gibt es eine Wolke gegen den Herrn und gegen die Glaubenswahrheiten, und diese Wolke ist so dunkel, daß Finsternis ist; und wo Haß ist anstelle der Liebtätigkeit, da ist dicker schwarzer Dunst (caliginosum); noch mehr bei denen, welche die Glaubenswahrheiten entweihen, was die Heiden nicht tun können, weil sie in der Unkunde des Glaubenswahren leben. Niemand kann das entweihen, wovon er nicht weiß, wie es beschaffen ist, und daß es ist. Dies ist der Grund, warum mehrere aus den Heiden selig werden als aus den Christen; was auch der Herr sagte bei Luk.13/23,28-30 und dann auch, daß ihre Kinder alle dem Reich des Herrn angehören: Matth.18/10,14; 19/14; Luk.18/16. 1060. Vers 18: Und es waren die Söhne Noachs, die ausgingen aus dem Kasten, Schem, und Cham, und Japheth; und Cham ist der Vater Kanaans. "Und es waren die Söhne Noachs, die ausgingen aus dem Kasten" bedeutet diejenigen, welche die Alte Kirche ausmachten. "Die ausgingen aus dem Kasten" bedeutet die wiedergeboren wurden; "Schem" bezeichnet die innere Kirche;"Cham" bezeichnet die verdorbene Kirche, "Japheth" bezeichnet die äußere Kirche; "Cham ist der Vater Kanaans" bedeutet, daß aus der verdorbenen Kirche entstanden sei der Gottesdienst im Äußeren ohne Inneres, der bezeichnet wird durch Kanaan. 1061. "Und es waren die Söhne Noachs, die ausgingen aus dem Kasten", 1. Mose 9/18, daß dies bedeutet diejenigen, welche die Alte Kirche ausmachten; und daß "die ausgingen aus dem Kasten" sind die wiedergeboren wurden, ergibt sich aus allem dem was folgt, aus dem klar werden wird, wie sich die Sache verhält. 1062. Daß "Schem" bezeichnet die innerliche Kirche, "Cham" die verdorbene Kirche, "Japheth" die äußerliche Kirche, 1. Mose 9/18, erhellt ebenfalls aus dem Folgenden, denn sie werden geschildert wie sie beschaffen sind. Wie in jeder Kirche, so war es auch in der Alten, daß es nämlich gab innerliche (interni) Menschen, verdorbene innerliche und äußerliche (externi). Die Innerlichen sind die, welche zur Hauptsache des Glaubens die Liebtätigkeit machen; die verdorbenen Innerlichen sind die, welche zur Hauptsache des Glaubens machen den Glauben ohne Liebtätigkeit; und die Äußerlichen sind die, welche an einen inneren Menschen wenig denken, gleichwohl aber Werke der Liebtätigkeit üben und die Gebräuche der Kirche gewissenhaft beobachten; außer diesen drei Gattungen von Menschen gibt es keine anderen, welche Menschen der geistigen Kirche zu nennen wären. Und weil sie allesamt Menschen der Kirche waren, heißen sie ausgegangen aus dem Kasten. Die, welche innerliche Menschen waren in der Alten Kirche, d.h., die zur Hauptsache des Glaubens die Liebtätigkeit machten, wurden genannt Schem. Dagegen die, welche verdorbene innerliche (Menschen) waren, die nämlich zur Hauptsache des Glaubens machten den Glauben ohne Liebtätigkeit, in der Alten Kirche, wurden Cham genannt. Die aber äußerliche (Menschen) waren, und an einen inneren Menschen wenig dachten, gleichwohl aber Werke der Liebtätigkeit übten, und die Gebräuche der Kirche gewissenhaft beobachteten in der Alten Kirche, wurden Japheth genannt. Von den einzelnen, wie sie beschaffen waren, wird im Folgenden gehandelt. 1063. Daß (die Worte) "Cham ist der Vater Kanaans", 1. Mose 9/18, bedeuten, daß aus der verdorbenen Kirche entstanden sei der Gottesdienst im Äußeren ohne Inneres, der bezeichnet wird durch Kanaan, erhellt gleichfalls aus dem Folgenden, denn was in diesem Vers enthalten ist, ist das Vorausgeschickte des Folgenden. Daß Cham die verdorbene Kirche bezeichnet, d.h. diejenigen, die zur Hauptsache der Religion den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben machen, erhellt Ps.78/51: "Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, den Erstling der Kräfte, in den Hütten Chams": durch die Erstgeburt Ägyptens ist vorgebildet worden der Glaube ohne Liebtätigkeit; daß der Glaube genannt wird der Erstgeborene der Kirche, sehe man: Nr. 352, 367 und daß der Glaube infolgedessen genannt wird der Erstling (principium) der Kraft, wie hier bei David, sehe man 1. Mose 49/3, wo von Ruben (die Rede ist), der als der Erstgeborene Jakobs den Glauben vorbildete, und der Anfang der Kraft genannt wird. Die Hütten Chams sind der daraus hervorgehende Gottesdienst; daß die Hütten den Gottesdienst bedeuten, (darüber) sehe man das früher Nr. 414 Gesagte. Ägypten wird daher genannt das Land Chams: Ps.105/23,27; 106/22.Solche, die in der Alten Kirche Cham genannt wurden, weil sie ein Leben aller Begierden lebten, mit dem bloßen Geschwätz, daß sie, wie sie auch immer leben möchten, selig werden können durch den Glauben, erschienen den Alten schwarz von der Hitze der Begierden, daher sie Cham genannt wurden. Daß Cham der Vater Kanaans heißt, kommt daher, daß solche sich nichts darum bekümmern, wie der Mensch lebt, wenn er nur den Gottesdienst besucht, denn immerhin wollen sie doch einen Gottesdienst. Der äußere Dienst ist ihnen der einzige, den inneren, welcher der der alleinigen Liebtätigkeit ist, verwerfen sie, darum heißt Cham der Vater Kanaans. 1064. Vers 19: Dies die drei Söhne Noachs; und von ihnen wurde besetzt die ganze Erde. "Dies die drei Söhne Noachs" bedeutet diese drei Gattungen von Lehren, in welche die Kirchen im allgemeinen zerfallen; "und von ihnen wurde besetzt die ganze Erde" bedeutet, daß von ihnen alle Lehren abstammen, sowohl die wahren als die falschen. 1065. Daß (die Worte) "dies die drei Söhne Noachs", 1. Mose 9/19, bedeuten, diese drei Gattungen von Lehren, in welche die Kirchen im allgemeinen zerfallen, ist kurz oben gesagt worden. Es gibt zwar unzählige weniger allgemeine Gattungen von Lehren, aber es gibt nicht mehrere allgemeine Gattungen. Die, welche nicht anerkennen die Liebtätigkeit, noch den Glauben, noch einen äußeren Gottesdienst, gehören nicht zu irgendeiner Kirche; daher von ihnen, weil hier von der Kirche (gehandelt wird), nicht die Rede ist. 1066. Daß "von ihnen besetzt wurde (dispersa est) die ganze Erde", 1. Mose 9/19, bedeutet, daß von daher abstammen alle Lehren, sowohl die wahren als die falschen, erhellt aus der Bedeutung der Erde: Erde (terra) wird im Worte auf verschiedene Weise genommen, im allumfassenden Sinn für den Ort oder die Gegend, wo die Kirche ist, oder wo die Kirche war, wie die Erde (oder das Land) Kanaan, das Land Jehudahs, das Land Israels, somit im allgemeinen für alle Angehörigen der Kirche, denn die Erde (oder das Land), wird als Prädikat auf den Menschen bezogen, der daselbst ist, wie auch bekannt ist in der gewöhnlichen Redeweise: wenn man daher vor Alters die ganze Erde nannte, so verstand man nicht den ganzen Erdkreis, sondern bloß das Land, wo die Kirche war, und somit die Kirche selbst; wie erhellen kann aus folgenden Stellen im Wort: Jes.24/1,3-6,18-21: "Jehovah macht leer das Land; ganz bar gemacht wird werden das Land; es wird trauern, und verwirrt werden das Land; und das Land wird entweiht werden unter seinen Bewohnern; deshalb wird der Fluch fressen das Land; darum werden verbrennen die Bewohner des Landes, und wenig Menschen werden übrigbleiben. Die Schleusen von der Höhe sind geöffnet, und erschüttert sind die Gründe der Erde; ganz zertrümmert ist die Erde; ganz zerschmettert ist die Erde; von Grund aus erbebt die Erde; es taumelt die Erde wie ein Betrunkener; und hin und her schwankt sie wie eine Hütte; und schwer wird auf ihr sein die Übertretung, und sie wird fallen und nicht wieder aufstehen": Erde (oder Land) für das Volk, das daselbst ist, und zwar für das Volk der Kirche, somit für die Kirche und für jene Verödeten, die der Kirche angehören, von denen, wenn sie verödet werden, gesagt wird, sie werden ausgeleert, erschüttert, sie schwanken wie ein Betrunkener, sie wanken, sie fallen und stehen nicht wieder auf. Daß durch das Land bezeichnet wird der Mensch, folglich die Kirche, die des Menschen ist, erhellt bei Mal.3/12: "Es werden euch selig preisen alle Völkerschaften, weil ihr sein werdet ein Land des Wohlgefallens". Daß die Erde für die Kirche steht, bei Jes.40/21: "Verstehet ihr nicht die Gründe der Erde": wo die Gründe der Erde für die Gründe der Kirche stehen; Jes.65/17: "Siehe Ich schaffe neue Himmel, und eine neue Erde"; so auch Jes.66/22 und Joh.Offenb.21/1: neue Himmel und eine neue Erde, für das Reich des Herrn und die Kirche. Sach.12/1: "Jehovah spannt aus die Himmel, und gründet die Erde, und bildet den Geist des Menschen in ihrer Mitte": für die Kirche. 1. Mose 1/1: "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde". 1. Mose 2/1: "Es wurden vollendet die Himmel und die Erde". 1. Mose 2/4: "Dies sind die Geburten des Himmels und der Erde": überall für die Kirche, die geschaffen, gebildet, gemacht worden ist. Joel 2/10: "Vor ihm erbebt die Erde, erzitterten die Himmel; Sonne und Mond wurden verdunkelt": für die Kirche, und für das, was der Kirche angehört; wenn dieses verödet wird, so wird gesagt, der Himmel und die Erde erbeben, Sonne und Mond werden schwarz, d.h. die Liebe und der Glaube. Jerem.4/23: "Ich sah die Erde, siehe da eine Leere und Öde, und zu den Himmel auf, und kein Licht derselben": hier offenbar die Erde für den Menschen, in dem nichts von der Kirche ist. Jerem.4/27,28: "Verwüstet wird sein die ganze Erde, und Vollendung will Ich nicht machen, darum wird trauern die Erde, und verdunkelt werden sein die Himmel": ebenso für die Kirche, deren Auswendiges ist Erde und ihr Inwendiges die Himmel, von denen ausgesagt wird, daß sie verdunkelt seien, und kein Licht haben, wenn keine Weisheit für das Gute und keine Einsicht für das Wahre mehr da ist; dann auch ist die Erde leer und öde; ebenso ist der Mensch der Kirche, der eine Kirche sein sollte; daß unter der ganzen Erde auch anderwärts nur die Kirche verstanden wird: so bei Dan.7/23: "Das vierte Tier wird das vierte Reich sein auf Erden, welche wird verschieden sein von allen Reichen, und wird fressen die ganze Erde, und sie zertreten, und sie zermalmen": die ganze Erde für die Kirche, und für das, was der Kirche angehört; denn im Worte wird nicht gehandelt von monarchischen Mächten, was Sache der weltlichen Schriftsteller ist, sondern vom Heiligen und von den Zuständen der Kirche, die durch die Reiche der Erde bezeichnet werden. Jerem.25/32,33: "Ein großer Sturm wird erregt werden von den Seiten der Erde, und es werden sein Durchbohrte Jehovahs an jenem Tage, vom Ende der Erde bis zum Ende der Erde": vom Ende der Erde bis zum Ende der Erde hier für die Kirche, und für alles was der Kirche angehört. Jes.14/7: "Es ruhet und rastet die ganze Erde, sie sind in Jubel ausgebrochen": die ganze Erde hier für die Kirche. Hes.35/14: "Wie sich freut die ganze Erde": wo auch die ganze Erde für die Kirche steht. Jes.54/9: "Ich habe geschworen, daß nicht mehr hingehen sollen die Wasser Noachs über die Erde": wo die Erde für die Kirche steht, denn es wird hier von der Kirche gehandelt. Weil die Erde im Wort die Kirche bezeichnet, so bezeichnet sie auch die Nicht-Kirche, denn jedes dieser Wörter hat auch konträre oder entgegengesetze Bedeutungen, wie die verschiedenen Länder der Heiden, im allgemeinen alle Länder außerhalb des Landes Kanaan; darum auch Erde genommen für das Volk, und für den Menschen außerhalb der Kirche, und infolgedessen für den äußeren Menschen, für seinen Willen, für sein Eigenes usw.; selten im Wort für den ganzen Erdkreis, wenn nicht alsdann bezeichnet wird das ganze Menschengeschlecht nach seinem kirchlichen oder unkirchlichen Zustand. Und weil die Erde in sich faßt das Feld, darum ist sie ein Wort, das mehreres bezeichnet, weil es dasselbe in sich schließt. Was sie aber bezeichnet, ergibt sich klar aus der Sache, als aus ihrem Subjekt, von dem gehandelt, und etwas ausgesagt wird. Hieraus nun kann erhellen, daß hier durch die ganze Erde, die von den Söhnen Noachs besetzt worden, nicht bezeichnet wird der ganze Erdkreis, oder das ganze Menschengeschlecht, sondern alle Lehren, sowohl wahre als falsche, welche die Kirchen hatten. 1067. Vers 20: Und es fing an Noach (als) Mann des Bodens, und pflanzte einen Weinberg. "Und es fing an Noach als Mann des Bodens" bedeutet im allgemeinen den in den Lehren des Glaubens unterwiesenen Menschen; "und pflanzte einen Weinberg" bezeichnet die hieraus entstehende Kirche; der Weinberg ist die geistige Kirche. 1068. "Und es fing an Noach (als) Mann des Bodens", 1. Mose 9/20, daß dies im allgemeinen den in den Lehren des Glaubens unterwiesenen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bodens, wovon Nr. 268 und 566, daß er nämlich ist der Mensch der Kirche, oder was dasselbe ist, die Kirche, denn damit eine Kirche sei, muß der Mensch eine Kirche sein: Boden heißt die Kirche darum, weil sie Samen empfängt, welche die des Glaubens sind, oder Wahres und Gutes des Glaubens. Der Boden wird von der Erde, die, wie gezeigt worden, ebenfalls die Kirche bezeichnet, unterschieden, wie der Glaube von der Liebtätigkeit. Gleichwie die Liebtätigkeit in sich enthält den Glauben, so enthält die Erde in sich den Boden; wenn daher von der Kirche im allgemeinen die Rede ist, so wird sie genannt Erde, wenn im besondern, so wird sie genannt Boden, wie hier, denn die Gattung ist der Inbegriff des aus ihr Hervorgehenden. Die Lehren, die der Mensch der Alten Kirche hatte, waren, wie früher gesagt worden, aus den Offenbarungen und Innewerdungen der Ältesten Kirche, soweit sie sich erhalten hatten, und an sie hatten sie Glauben, wie wir heutzutage an das Wort; jene Lehren waren ihr Wort; daher, daß Noach anfing (als) Mann des Bodens, bedeutet den in den Lehren des Glaubens unterwiesenen Menschen. 1069. Daß "er pflanzte einen Weinberg", 1. Mose 9/20, bezeichnet die daraus hervorgehende Kirche, und daß der Weinberg ist die geistige Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Weinbergs. Im Worte werden die Kirchen hin und wieder beschrieben durch Gärten, sodann auch durch Gartenbäume, und werden auch so genannt, und zwar wegen der Früchte, die das bezeichnen, was Sache der Liebe und Liebtätigkeit ist, daher es heißt, der Mensch werde an der Frucht erkannt. Die Vergleichungen der Kirchen mit Gärten, Bäumen und Früchten haben ihren Ursprung aus den Vorbildungen im Himmel, wo auch zuweilen Gärten von unaussprechlicher Schönheit sich darstellen, gemäß den Sphären des Glaubens; daher auch die himmlische Kirche beschrieben worden ist durch einen paradiesischen Garten, in dem Bäume jeder Art sind; und durch die Bäume des Gartens wurden bezeichnet die Innewerdungen jener Kirche; und durch die Früchte Gutes jeder Art, das Sache der Liebe ist. Die Alte Kirche aber wird, weil sie geistig ist, beschrieben durch einen Weinberg, von den Früchten, die Trauben sind, die da Werke der Liebtätigkeit vorbilden und bezeichnen; was deutlich aus mehreren Stellen des Wortes erhellt: Jes.5/1-3,7: "Ich will meinem Geliebten singen das Lied meines Geliebten von seinem Weinberge: Einen Weinberg hatte mein Geliebter im Horn des Ölsohnes; und er umzäunte ihn, und umsteinte ihn, und bepflanzte ihn mit edlem Weinstock, und baute einen Turm in dessen Mitte, und auch eine Kelter hieb er aus in ihm, und erwartete, daß er brächte Trauben, und er brachte Herlinge: und nun, Bewohner Jerusalems, und Mann Jehudahs, richtet doch zwischen Mir und zwischen Meinem Weinberg: der Weinberg des Jehovahs Zebaoth ist das Haus Israels": hier beutet Weinberg die Alte, somit die geistige Kirche, und es wird deutlich gesagt, daß er sei das Haus Israels, denn durch Israel wird im Worte bezeichnet die geistige Kirche, durch Jehudah aber die himmlische Kirche. Jerem.31/4,5: "Ich will dich noch bauen, und du wirst gebaut werden, Jungfrau Israel, du wirst noch schmücken deine Pauken, und wirst ausgehen in den Reigen der Spielenden, du wirst noch Weinberge pflanzen auf den Bergen Samarias": wo der Weinberg für die geistige Kirche steht; und die Rede ist von Israel, durch das, wie gesagt, bezeichnet wird die geistige Kirche. Hes.28/25,26: "Wenn Ich versammelt haben werde das Haus Israels aus den Völkern, so werden sie wohnen auf der Erde in Zuversicht, und werden Häuser bauen und Weinberge pflanzen": hier der Weinberg für die geistige Kirche oder Israel; Weinberge pflanzen für unterwiesen werden im Wahren und Guten des Glaubens. Amos 4/9,12: "Ich habe euch geschlagen mit Brand und Vergelbung, eure meisten Gärten, und eure Weinberge, und eure Feigenbäume, und eure Ölgärten, wird fressen die Raupe; so will Ich tun dir Israel": Gärten für das, was zur Kirche gehört; Weinberge für das Geistige der Kirche, Feigenbäume für das Natürliche, Ölgärten für das Himmlische, somit für das, was der geistigen Kirche oder Israel angehört. Amos 9/14: "Ich will zurückbringen die Gefangenschaft Meines Volkes Israel, und sie werden die verwüsteten Städte bauen und bewohnen, und werden Weinberge pflanzen, und deren Wein trinken, und werden Gärten anlegen, und deren Früchte essen": Weinberge pflanzen für die Pflanzung der geistigen Kirche, somit Weinberg für die geistige Kirche oder Israel. Wie der Weinberg die geistige Kirche bezeichnet, so auch der Weinstock, denn der Weinstock gehört dem Weinberge an, und verhält sich wie die Kirche und der Mensch der Kirche, daher es dasselbe ist. Jerem.2/14,21: "Ist Israel ein Knecht, ist er ein Hausgeborner, warum ist er zur Beute geworden: Ich hatte dich gepflanzt als einen ganz edlen Weinstock, einen Samen der Wahrheit, und wie bist du Mir verwandelt worden in ausgeartete Reben eines fremden Weinstocks!": Weinstock für die geistige Kirche oder Israel. Hes.19/1,10: "Erhebe eine Wehklage über die Fürsten Israels; deine Mutter (war) wie ein Weinstock in der Ähnlichkeit von dir, an Wassern gepflanzt, fruchtbar und aussprossend von den vielen Wassern": Weinstock für die geistige Alte Kirche, welche die Mutter ist, somit für Israel, daher es auch heißt in der Ähnlichkeit von dir. Hos.10/1: "Ein leerer Weinstock ist Israel, er bringt eine ihm ähnliche Frucht": Weinstock für die geistige Kirche oder Israel, hier für die verwüstete. Hos.14/2,6,8: "Kehre wieder Israel zu Jehovah, deinem Gott, so will Ich sein wie ein Tau für Israel, es werden wiederkehren die in seinem Schatten Wohnenden, sie werden Frucht lebendig machen, und erblühen wie ein Weinstock, sein Gedächtnis wie der Wein Libanons": hier der Weinstock für die geistige Kirche oder Israel. 1. Mose 49/10,11: "Bis daß kommt Schiloh, der an den Weinstock sein Füllen bindet, und an den Edelreben den Sohn seiner Eselin": hier ist eine Weissagung auf den Herrn; Weinstock und Edelrebe für die geistigen Kirchen. Die Gleichnisse des Herrn von den Arbeitern in den Weinbergen bezeichneten gleichfalls die geistigen Kirchen: Matth.20/1-17; Mark.12/1-13; Luk.20/9-17; Matth.21/33-44. Weil der Weinstock die geistige Kirche bezeichnet, und der geistigen Kirche Vornehmstes die Liebtätigkeit ist, in welcher der Herr gegenwärtig ist, und durch die Er Sich mit dem Menschen verbindet, darum vergleicht Sich der Herr mit einem Weinstock, und beschreibt den Menschen der Kirche oder die geistige Kirche mit folgenden Worten bei Joh.15/1-5,12: "Ich bin der wahrhaftige Weinstock, und Mein Vater ist der Weingärtner, jede Rebe an Mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt Er weg; jede Fruchtbringende aber, die wird Er beschneiden, daß sie mehr Frucht bringe. Bleibet in Mir, und Ich in euch; gleichwie die Rebe nicht Frucht bringen kann von sich selbst, wenn sie nicht bleibt im Weinstock, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr die Reben, wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viele Frucht, weil ihr ohne Mich nichts tun könnet. Dies ist Mein Gebot, daß ihr euch einander liebet, wie Ich euch geliebt habe": hieraus erhellt, was die geistige Kirche ist. 1070. Vers 21: Und er trank von dem Wein, und ward betrunken, und ward aufgedeckt inmitten seines Zeltes. "Und er trank von dem Wein" bedeutet, daß er die Dinge des Glaubens ausgrübeln wollte; "und ward betrunken" bedeutet, daß er infolgedessen in Irrtümer verfiel; "und ward aufgedeckt inmitten seines Zeltes" bedeutet die daraus hervorgehenden Verkehrtheiten. Die Mitte des Zeltes ist das, was die Hauptsache des Glaubens ist. 1071. Daß "er trank Wein", 1. Mose 9/21, bedeutet, daß er die Dinge des Glaubens ausgrübeln wollte, erhellt aus der Bedeutung des Weines. Der Weinberg oder der Weinstock ist, wie gezeigt worden, die geistige Kirche, oder der Mensch der geistigen Kirche; die Traube (uva), die Traubenkämme (racemi), die Traubenbeeren (botri) sind ihre Frucht, und bedeuten die Liebtätigkeit und was zur Liebtätigkeit gehört; der Wein aber bedeutet den Glauben aus ihr und alles was zum Glauben gehört. Somit ist die Traube das Himmlische dieser Kirche, der Wein ist dieser Kirche Geistiges; jenes oder das Himmlische ist, wie schon früher oft gesagt wurde, Sache des Willens, dieses oder das Geistige ist Sache des Verstandes. Daß "er trank von dem Wein" bedeutet, er wollte die Dinge des Glaubens ausgrübeln (investigare), und zwar durch Vernünfteleien (ratiocinia), erhellt daraus, daß er betrunken wurde, d.h. in Irrtümer verfiel: denn der Mensch dieser Kirche hatte kein Innewerden wie der Mensch der Ältesten Kirche sondern was gut und wahr ist, mußte er erlernen aus den Glaubenslehren, die vom Innewerden der Ältesten Kirche her gesammelt und erhalten worden waren, und diese Lehren waren das Wort jener Kirche.Die Glaubenslehren, wie das Wort, waren ohne ein Innewerden, in vielen Stücken von der Art, daß man sie nicht glauben konnte, denn das Geistige und Himmlische übersteigt die menschliche Fassungskraft unendlich, daher das Vernünfteln; wer aber nicht glauben will, ehe er es faßt, kann gar nicht glauben, wie früher oft gezeigt worden, man sehe das in Nr. 128, 129, 130, 195, 196, 215, 232, 233 Gesagte. Daß die Trauben im Worte bedeuten die Liebtätigkeit und was zur Liebtätigkeit gehört, und daß der Wein bedeutet den Glauben aus ihr und was zum Glauben gehört, kann aus nachfolgenden Stellen erhellen: Jes.5/1,2,4: "Einen Weinberg hatte mein Geliebter, im Horne des Öl-Sohnes, er erwartete, daß er Trauben brächte, und er brachte Herlinge": wo Trauben für die Liebtätigkeit und ihre Früchte stehen. Jerem.8/13: "Zusammen will Ich sie lesen, dies ist der Spruch Jehovahs, keine Trauben sind am Weinstock, und keine Feigen am Feigenbaum": Weinstock für die geistige Kirche, Trauben für die Liebtätigkeit. Hos.9/10: "Wie Trauben in der Wüste fand Ich Israel, wie den Erstling am Feigenbaum, in seinem Beginn, sah Ich eure Väter": Israel für die Alte Kirche, Trauben dafür, daß sie mit Liebtätigkeit begabt gewesen seien; im entgegengesetzten Sinne, wenn Israel für die Söhne Jakobs steht. Micha 7/1: "Keine Traube zum Essen, einen Erstling hat begehret meine Seele; verloren hat sich der Heilige von der Erde, und einen Rechtschaffenen unter den Menschen gibt es nicht": Trauben für die Liebtätigkeit oder das Heilige, Erstling für den Glauben oder das Rechte. Jes.65/8: "So sprach Jehovah, gleich wie gefunden wird Most in der Traube, und man spricht, verdirb es nicht, weil Segen darin ist": Traube für Liebtätigkeit, Most für der Liebtätigkeit Gutes und die Wahrheiten aus diesem. 1. Mose 49/11: "Er hat im Wein gewaschen das Gewand, und im Blute der Trauben seine Bedeckung": eine Weissagung auf den Herrn; Wein für das Geistige aus dem Himmlischen, Traubenblut für das Himmlische, in Beziehung auf die geistigen Kirchen; somit die Trauben für die Liebtätigkeit selbst, der Wein für den Glauben selbst. Joh.Offenb.14/18: "Der Engel sprach: Schlage eine scharfe Sichel an, und schneide die Trauben (botros) der Erde, weil reif geworden sind ihre Beeren (uvae)": hier von den letzten Zeiten, wo kein Glaube, d.h. wo keine Liebe ist; denn einen anderen Glauben gibt es nicht, als den der Liebtätigkeit, und er ist wesentlich selbst Liebtätigkeit. Wenn daher gesagt wird, es sei kein Glaube mehr, wie in den letzten Zeiten, so wird verstanden, es sei keine Liebtätigkeit mehr. Gleichwie die Trauben die Liebtätigkeit bezeichnen, so bedeutet der Wein den Glauben aus ihr, denn der Wein kommt aus den Trauben; was außer den soeben und früher angeführten Stellen, wo vom Weinberg und Weinstock die Rede ist, auch aus folgenden erhellen kann: Jes.16/10: "Weggenommen ist Fröhlichkeit und Frohlocken vom Karmel, und in den Weinbergen wird nicht gesungen, nicht gejubelt, Wein in den Keltern tritt nicht der Keltertreter, das Hedad habe Ich aufhören lassen": soviel als: verödet ist die geistige Kirche, welche Karmel ist; Wein in den Keltern tritt man nicht, soviel als, es gebe keine mehr, die im Glauben stehen. Jes.24/6,7,9,11: "Es werden ausgebrannt werden die Bewohner der Erde und wenig Menschen werden übrigbleiben, trauern wird der Most, verschmachten der Weinstock, beim Gesang wird man nicht Wein trinken; bitter wird sein das starke Getränk denen, die es trinken, Geschrei ob dem Wein auf den Gassen": von der verwüsteten geistigen Kirche, Wein hier für die Glaubenswahrheiten, die wertlos sind. Jerem.Klagel.2/12: "Zu ihren Müttern werden sie sprechen, wo ist Getreide und Wein, wenn sie hinschmachten wie ein Durchbohrter in den Gassen der Stadt": wo Getreide und Wein bedeutet, wo Liebe und Glaube ist; die Gassen der Stadt bedeuten hier wie anderwärts im Wort, die Wahrheiten; die Durchbohrten hier, daß sie nicht wissen was Glaubenswahrheiten sind. Amos 9/14: "Ich will zurückbringen die Gefangenschaft Meines Volkes Israel, und sie werden die verwüsteten Städte bauen und bewohnen, und werden Weinberge pflanzen und deren Wein trinken": von der geistigen Kirche oder Israel, von der gesagt wird, daß sie Weinberge pflanze und Wein trinke, wenn sie so wird, daß sie aus der Liebtätigkeit den Glauben hat. Zeph.1/13 und Amos 5/1: "Sie werden Häuser bauen, aber nicht bewohnen, und Weinberge pflanzen, aber deren Wein nicht trinken": für das Gegenteil, wenn die geistige Kirche verwüstet ist. Sach.10/7: "Sie werden sein, wie der mächtige Ephraim, und fröhlich wird sein ihr Herz, wie vom Wein, und ihr Söhne werden es sehen und fröhlich sein": hier vom Haus Jehudahs, daß es so sei infolge des Guten und Wahren des Glaubens. Joh.Offenb.6/6: "Dem Öl und Wein sollen sie keinen Schaden antun": soviel als nicht dem Himmlischen und Geistigen, oder demjenigen, was Sache der Liebe und des Glaubens ist. Weil der Wein bezeichnete den Glauben an den Herrn, wurde auch der Glaube in der jüdischen Kirche vorgebildet in den Opfern durch die Spende des Weines, wovon 4. Mose 15/2-15; 28/11-15,18-31; 29/7-17; 3. Mose 23/12,13; 2. Mose 29/40; daher es heißt bei Hos.9/2-4: "Tenne und Kelter wird sie nicht weiden, und der Most wird lügen darin, sie werden nicht wohnen im Lande Jehovahs, und wiederkehren wird Ephraim nach Ägypten, und in Assyrien werden sie Unreines essen, nicht werden sie dem Jehovah Wein spenden, und nicht angenehm werden Ihm (ihre Opfer) sein": wo die Rede ist von Israel oder der geistigen Kirche und von denen daselbst, die das Heilige und Wahre des Glaubens dadurch verkehren und entweihen, daß sie es durch die Wissenschaften und Vernünfteleien ausgrübeln wollen; Ägypten ist die Wissenschaft, Assyrien ist das Vernünfteln, Ephraim die, welche vernünfteln. 1072. Daß "er wurde betrunken", 1. Mose 9/21, bedeutet, er sei infolge davon in Irrtümer verfallen, erhellt aus der Bedeutung des Betrunkenen im Wort. Betrunkene werden genannt, die nichts glauben, als was sie begreifen, und daher Untersuchungen anstellen über die Geheimnisse des Glaubens, und weil dies geschieht durch Sinnliches, oder Wißtümliches, oder Philosophisches, so kann es nicht anders sein, als daß der Mensch, wie er eben ist, dadurch in Irrtümer verfällt. Das Denken des Menschen ist nur irdisch, leiblich und materiell, weil es stammt aus Irdischem, Leiblichem und Materiellem, welches stets anklebt, und in dem die Vorstellungen seines Denkens ihre Grundlage haben, durch das sie begrenzt werden, daher aus demselben über göttliche Dinge denken und vernünfteln heißt, sich in Irrtümer und Verkehrtheiten stürzen, und so unmöglich ist es, dadurch Glauben zu erwerben, wie es einem Kamel (unmöglich) ist, durch ein Nadelöhr zu gehen: der Irrtum und Wahnwitz, der hieraus entsteht, wird im Worte Betrunkenheit genannt: ja, auch die Seelen oder Geister im anderen Leben, die über und gegen die Glaubenswahrheiten vernünfteln, werden wie betrunken und benehmen sich ebenso, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Es werden die Geister klar durchschaut, ob sie im Glauben der Liebtätigkeit sind, oder nicht; die, so im Glauben der Liebtätigkeit sind, die vernünfteln nicht über die Glaubenswahrheiten, sondern sagen, es sei so, und bestärken sich auch durch Sinnliches, Wißtümliches und Analytisches der Vernunft, soviel sie können; sobald aber etwas Dunkles dazwischen tritt, wovon sie kein Innewerden haben, so verwerfen sie dasselbe, und lassen nicht zu, daß so etwas sie in den Zweifel führe, indem sie sagen, es sei sehr weniges, was sie begreifen können, und deswegen denken, es sei nicht wahr, weil sie es nicht begreifen, sei Wahnsinn; diese sind es, die in der Liebtätigkeit sind. Dagegen aber die, welche nicht im Glauben der Liebtätigkeit sind, die wollen immer nur vernünfteln, ob es so sei, und wissen, wie es sich damit verhält, indem sie sagen, wenn sie nicht wissen können, wie es sich damit verhält, können sie nicht glauben, daß es so sei; hieran allein schon wird alsbald erkannt, daß sie in keinem Glauben sind, und es ist ein Zeichen, daß sie nicht nur an allem zweifeln, sondern auch, daß sie es mit ihrem Herzen leugnen; und wenn sie belehrt werden, wie es sich damit verhält, so bleiben sie dennoch darauf bestehen, und erregen dagegen allerlei Skrupel, und ruhen gar nicht, wenn es auch in Ewigkeit fortwährte; und die so darauf bestehen, die häufen Irrtümer auf Irrtümer; sie sind es, oder ihresgleichen, die im Wort genannt werden trunken vom Wein oder starkem Getränk; wie Jes.28/7-9: "Diese irren herum vom Wein, und kommen vom Weg ab durch starkes Getränk; Priester und Prophet irren durch starkes Getränk; sie sind übermannt vom Wein, irren vom starken Getränk, irren im Gesicht, alle Tische sind voll vom Gespei der Entleerung; wen soll Er lehren die Wissenschaft, und wen soll Er verstehen machen die Predigt, die von der Milch entwöhnten, die von den Brüsten Weggerissenen": daß hier solche verstanden werden, ist klar. Jes.19/11,12,14: "Wie sprechet ihr zu Pharao, ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn der Könige des Altertums, wo sind nun deine Weisen, sie mögen es doch anzeigen, Jehovah hat ausgegossen in ihrer Mitte den Geist der Verkehrtheiten, und sie haben irregeführt Ägypten in all dessen Werk, gleichwie herumirrt ein Betrunkener in seinem Gespei": der Betrunkene für die, welche aus Wißtümlichem heraus ausgrübeln wollen das Geistige und Himmlische; Ägypten bedeutet das Wißtümliche, daher es sich auch nennt den Sohn der Weisen. Jerem.25/27: "Trinket und werdet trunken, und speiet, und fallet, und stehet nicht wieder auf": für Falsches. Ps.107/27: "Sie taumeln und schwanken, wie ein Trunkener, und all ihre Weisheit wird ersäuft". Jes.56/12: "Kommet, ich will Wein holen, und wir wollen uns berauschen mit starkem Getränk, und es wird wie heute auch morgen, großer Überfluß sein": was ausgesagt wird von denen, die gegen die Glaubenswahrheiten sind. Jerem.13/12,13: "Jeder Schlauch wird erfüllt werden mit Wein; alle Bewohner Jerusalems mit Trunkenheit": Wein für den Glauben, Trunkenheit für die Irrtümer. Joel 1/5-7: "Wachet auf, ihr Betrunkenen, und weinet, und heulet all ihr Weintrinker, ob dem Most, weil er entrückt ist eurem Munde; weil eine Völkerschaft heraufkommt über mein Land, und meinen Weinstock in Verwüstung setzt": von der in betreff der Glaubenswahrheiten verwüsteten Kirche. Joh.Offenb.14/8,10; 16/19; 17/2; 18/3; 19/15: "Babylon hat vom Wein des Zorns der Hurerei getränket alle Völkerschaften, trunken sind worden vom Wein der Hurerei die Erdbewohner": Wein der Hurerei für die geschändeten Glaubenswahrheiten, von denen Trunkenheit ausgesagt wird. Jerem.51/7: "Ein goldener Becher ist Babel in der Hand Jehovahs, der berauscht die ganze Erde, von seinem Wein haben getrunken die Völkerschaften, darum rasen die Völkerschaften": weil die Trunkenheit bezeichnete die Tollheiten in betreff der Glaubenswahrheiten, wurde sie auch vorbildlich, und dem Aharon ward verboten, wie folgt: "Aharon und seine Söhne sollen nicht Wein noch berauschendes Getränk trinken, wenn sie eingehen ins Zelt, damit sie nicht sterben, zu unterscheiden zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen, dem Unreinen und dem Reinen": 3. Mose 10/8,9. Die, welche nichts glauben, als was sie durch Sinnliches und Wißtümliches begreifen, sind auch genannt worden Helden im Trinken, bei Jes.5/21,22: "Wehe denen, die in ihren Augen weise, und vor ihren Angesichtern verständig sind; wehe den Helden im Weintrinken, und den Männern der Stärke zum Mischen berauschenden Getränks": sie werden genannt Weise in ihren Augen und vor ihren Angesichtern Verständige, weil die, welche gegen die Glaubenswahrheiten vernünfteln, mehr als andere weise zu sein meinen. Die aber, die sich nichts um das Wort und um die Glaubenswahrheiten bekümmern, und so nichts wissen wollen vom Glauben, indem sie so die Prinzipien leugnen, werden genannt Trunkene ohne Wein, bei Jes.29/9,10: "Betrunken sind sie, doch nicht vom Wein, sie schwanken, doch nicht von starkem Getränk, denn ausgegossen hat über sie Jehovah den Geist der Betäubung, und hat verschlossen eure Augen": daß es solche sind, erhellt aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden bei dem Propheten. Solche Trunkene glauben, sie seien mehr wach als andere, aber sie sind in tiefer Betäubung. Daß die Alte Kirche im Anfang so war, wie sie beschrieben wird in diesem Vers, hauptsächlich diejenigen, die von der Sippschaft der Ältesten Kirche waren, kann erhellen aus dem, was früher Nr. 788 gesagt worden ist. 1073. "Er ward aufgedeckt inmitten seines Zeltes", 1. Mose 9/21, daß dies die Verkehrtheiten hieraus bezeichnete, erhellt aus der Bedeutung von aufgedeckt oder nackt. Denn aufgedeckt und nackt von der Trunkenheit vom Wein wird derjenige genannt, bei dem keine Glaubenswahrheiten sind, und mehr noch bei dem Verkehrtes ist. Die Glaubenswahrheiten selbst werden verglichen den Kleidern, die das Gute der Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit bedecken, denn die Liebtätigkeit ist der Leib selbst, die Wahrheiten sind daher die Kleider, oder was ebensoviel ist, die Liebtätigkeit ist die Seele selbst, die Glaubenswahrheiten sind wie der Leib, der das Gewand der Seele ist; auch werden die Glaubenswahrheiten im Worte genannt Kleider und Bedeckung, weshalb im 1. Mose 9/23 gesagt wird: Schem und Japheth haben ein Kleid genommen, und haben bedeckt die Blöße ihres Vaters. Die geistigen Dinge verhalten sich im Vergleiche zu den himmlischen, wie der Leib, der die Seele bekleidet, oder wie Kleider, die den Leib (bedecken); im Himmel werden sie auch vorgebildet durch Kleider. Hier ist, weil es heißt, er sei aufgedeckt dagelegen, die Bedeutung, er habe sich der Glaubenswahrheiten beraubt dadurch, daß er sie untersuchen wollte durch Sinnliches und durch Vernünfteleien aus diesem. Ähnliches wird im Worte bezeichnet durch "entblößt liegen infolge der Trunkenheit durch Wein", wie Jerem.Klagel.4/21: "Freue dich und sei fröhlich, Tochter Edoms, die da wohnt im Lande Uz; auch über dich wird hingehen der Kelch, du wirst betrunken und entblößt werden". Hab.2/15: "Wehe dem, der zum Trinken bringt seinen Genossen und (andere) berauscht, um hinzublicken auf ihre Blößen". HG 1074 1074. Daß "inmitten seines Zeltes", 1. Mose 9/21, die Hauptsache (principale) des Glaubens ist, erhellt aus der Bedeutung der Mitte und aus der Bedeutung des Zeltes. Die Mitte bedeutet im Wort das Innerste, und das Zelt die Liebtätigkeit oder die aus der Liebtätigkeit hervorgehende Gottesverehrung. Die Liebtätigkeit ist das Innerste, d.h. die Hauptsache des Glaubens und des Gottesdienstes, und so die Mitte des Zeltes. Daß die Mitte das Innerste bedeutet, ist früher gezeigt worden, und daß das Zelt ist das Heilige der Liebe, oder die Liebtätigkeit, sehe man Nr. 414. 1075. Vers 22: Und es sah Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters, und zeigte es an seinen zwei Brüdern draußen. "Cham" und "Kanaan" bedeutet hier wie früher: Cham die verdorbene Kirche, Kanaan den Gottesdienst im Äußeren ohne das Innere; "und sah die Blöße seines Vaters" bedeutet, daß er jene Irrtümer und Verkehrtheiten, von denen früher die Rede war, bemerkt habe; "und zeigte es an seinen zwei Brüdern draußen" bedeutet, daß er darüber gespottet habe. Seine Brüder heißen sie, weil er sich zum Glauben bekannte. 1076. Daß "Cham", 1. Mose 9/22, die verdorbene Kirche bedeutet, erhellt aus dem, was früher über Cham gesagt worden ist. Verdorbene Kirche heißt die, welche das Wort anerkennt und einen der wahren Kirche ähnlichen Gottesdienst hat, gleichwohl aber den Glauben trennt von der Liebtätigkeit, somit von seinem Wesen und von seinem Leben, wodurch der Glaube etwas Totes wird, daher es nicht anders sein kann, als daß sie eine verdorbene Kirche sei: wie sie werden, kann daraus erhellen, daß sie durchaus kein Gewissen haben können; denn ein Gewissen, das wirklich Gewissen ist, gibt es überall nicht, außer aus der Liebtätigkeit, die Liebtätigkeit ist es, die das Gewissen macht, d.h. der Herr durch die Liebtätigkeit. Was ist das Gewissen anderes, als niemanden Böses tun auf irgendeine Weise, oder allen Gutes tun auf jegliche Weise; somit ist das Gewissen Sache der Liebtätigkeit, durchaus nicht des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens; haben sie je ein Gewissen, so ist es ein falsches Gewissen, worüber man im Früheren nachsehe; und weil sie ohne Gewissen sind, rennen sie in allen Frevel, so weit ihnen die äußeren Bande nachgelassen werden: ja, sie wissen nicht einmal was Liebtätigkeit ist, bloß daß es ein Wort ist, das etwas bedeutet. Und weil sie ohne Liebtätigkeit sind, wissen sie auch nicht, was Glaube ist; wenn sie gefragt werden, so können sie nichts anders antworten, als daß er sei ein Denken, einige, er sei eine Zuversicht, andere, es seien die Glaubenserkenntnisse, wenige, daß er sei ein Leben nach den Erkenntnissen, und kaum irgendwelche, daß er ein Leben der Liebtätigkeit oder der Liebe zueinander sei. Und wird ihnen dies gesagt, und ihnen Anlaß gegeben darüber nachzudenken, so antworten sie nicht anders, als daß jede Liebe bei sich selbst anfange, und daß ärger als ein Heide sei, wer nicht für sich und die Seinigen sorgt, weshalb ihr Sinn bloß auf sie selbst und auf die Welt gerichtet ist; daher kommt es, daß sie im Eigenen leben; und wie dieses beschaffen ist, wurde früher einige Male geschildert; diese sind es, die Cham genannt werden. 1077. Weil diejenigen, die hier "Cham und Kanaan" genannt werden, 1. Mose 9/22, d.h., die den Glauben trennen von der Liebtätigkeit und daher bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, nicht wissen können, was und woher das Gewissen ist, soll es mit wenigem gesagt werden: Das Gewissen bildet sich durch die Glaubenswahrheiten; denn was der Mensch gehört, anerkannt und geglaubt hat, das macht bei ihm das Gewissen, und dann ist gegen dergleichen handeln für ihn soviel als gegen das Gewissen handeln, was jedem hinlänglich bekannt und gewiß sein kann. Hieraus folgt, daß er nie ein wahres Gewissen haben kann, wofern nicht Wahrheiten des Glaubens da sind, die er hören, anerkennen und glauben kann; denn durch die Glaubenswahrheiten wird, indem der Herr in der Liebtätigkeit wirksam ist, der Mensch wiedergeboren, somit empfängt er durch dieselben ein Gewissen, und zwar ist das Gewissen der neue Mensch selbst. Hieraus ergibt sich, daß die Glaubenswahrheiten die Mittel sind, daß er wird, d.h., daß der Mensch lebt nach dem, was der Glaube lehrt, dessen Hauptsache ist: den Herrn über alles, und den Nächsten wie sich selbst lieben. Wenn er nicht nach ihnen lebt, was ist dann der Glaube anderes, als etwas Leeres und ein tönendes Wort, oder etwas vom himmlischen Leben Getrenntes, in welchem Getrennten durchaus kein Heil ist; denn glauben, daß der Mensch, mag er leben wie er will, dennoch selig werden könne, wenn er nur den Glauben hat, heißt sagen, daß er selig werde, wenn er auch keine Liebtätigkeit, und wenn er auch kein Gewissen hat, d.h., daß er selig werden könne, wenn er auch in Haß, in Rachsucht, in Räubereien, in Ehebrüchen, kurz in allem, was der Liebtätigkeit und dem Gewissen entgegen ist, dahinlebt, wenn er nur den Glauben hat, selbst wenn es in der letzten Todesstunde wäre. Sie mögen nun erwägen, wenn sie in einem so falschen Prinzip sind, welche Glaubenswahrheit es denn sei, die ihr Gewissen bilden könnte, ob nicht eine solche, die Falsches ist. Wenn sie etwas von Gewissen zu haben meinen, so sind es nur äußere Bande (nämlich die Furcht vor dem Gesetz, für die Ehre, für den Erwerb, für den guten Ruf ob dergleichen), die bei ihnen das ausmachen, was sie Gewissen nennen, daß sie nämlich den Nächsten nicht beleidigen, und daß sie ihm wohl tun. Da es aber kein Gewissen ist, weil keine Liebtätigkeit, so rennen solche, wenn ihnen die Bande nachgelassen oder gelöst sind, in die ärgsten Verbrechen und Schandtaten. Aber ganz anders verhält es sich mit denen, die obwohl sie sagten, daß der Glaube allein selig macht, dennoch ein Leben der Liebtätigkeit lebten; denn in ihrem Glauben war Liebtätigkeit vom Herrn. 1078. Daß "der Vater Kanaans", 1. Mose 9/22, bedeutet den Gottesdienst im Äußern ohne den Innern, ist früher gesagt worden. Aus dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben kann kein anderer Gottesdienst entstehen; denn der innere Mensch ist Liebtätigkeit, durchaus nicht Glaube ohne Liebtätigkeit, daher, wer der Liebtätigkeit bar und ledig ist durchaus keinen anderen Gottesdienst haben kann, als einen äußeren ohne den inneren; und weil aus dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben ein solcher Gottesdienst entsteht, so wurde Cham genannt der Vater Kanaans, und im Folgendem wird nicht von Cham, sondern von Kanaan gehandelt. 1079. Daß "er sah die Blöße seines Vaters", 1. Mose 9/22, bedeutet, er habe die Irrtümer und Verkehrtheiten bemerkt, kann erhellen aus der Bedeutung der Blöße, wovon soeben, und dann auch schon früher Nr. 213, 214 (gezeigt wurde), daß sie das Böse und Verkehrte ist. Hier werden diejenigen, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, dadurch beschrieben, daß Cham die Blöße seines Vaters, d.h. seine Irrtümer und seine Verkehrtheiten bemerkte. Die, welche so beschaffen sind, sehen nichts anderes beim Menschen. Dagegen die im Glauben der Liebtätigkeit Stehenden anders: diese bemerken das Gute, und wenn sie etwas Böses und Falsches sehen, entschuldigen sie dasselbe, und wenn sie können, suchen sie es bei ihm zu verbessern, wie hier gesagt wird von Schem und Japheth. Wo keine Liebtätigkeit ist, da ist Selbstliebe, folglich Haß gegen alle, die ihm nicht günstig sind; daher kommt, daß sie beim Nächsten nur sein Böses sehen, und wenn etwas Gutes, so erkennen sie es als keines, oder legen es zum Bösen aus; ganz anders die in der Liebtätigkeit sind: daran lassen sich diese zweierlei Menschengattungen erkennen. Hauptsächlich wenn sie ins andere Leben kommen, scheint bei denen, die in keiner Liebtätigkeit sind, die Gesinnung des Hasses aus allem hervor, jeden wollen sie prüfen, ja richten und begehren nichts mehr, als Böses aufzufinden, indem sie beständig im Sinne führen zu verdammen, zu strafen und zu peinigen. Dagegen die, welche in der Liebtätigkeit sind, die sehen das Böse des anderen kaum, merken aber all sein Gutes und Wahres, und was böse und falsch ist legen sie zum Guten aus. Von dieser Art sind alle Engel, was sie vom Herrn haben, Der alles Böse zum Guten lenkt. 1080. Daß "er zeigte es seinen zwei Brüdern an", 1. Mose 9/22, bedeutet, er habe darüber gespottet, folgt nun eben hieraus; denn bei denen, die in keiner Liebtätigkeit sind, ist beständige Verachtung anderer oder beständige Verspottung anderer, und sooft sich Gelegenheit zeigt, ein Ausbringen ihrer Irrtümer. Daß sie es nicht offen tun, kommt bloß von äußeren Banden her, die davon abhalten, nämlich der Furcht vor dem Gesetz, der Furcht für das Leben, vor dem Verlust der Ehre, des Erwerbs und des guten Rufs wegen dergleichen, daher es kommt, daß sie inwendig solches hegen, auswendig aber freundliche Gesinnungen heucheln. Sie erwerben sich daher zweierlei Sphären, die im anderen Leben deutlich wahrgenommen werden: eine, welche die inwendige ist, voll von Haß, die andere, welche die auswendige ist, die das Gute heuchelnde. Weil diese Sphären gar nicht übereinstimmen, so können sie nicht anders als unter sich streiten, daher sie auch, wenn ihnen die äußere Sphäre genommen wird, so daß sie sich nicht verstellen können, sofort in jeden Frevel rennen. Wenn sie ihnen aber nicht genommen wird, dann liegt in jedem ihrer Worte Haß verborgen, der wahrgenommen wird; daher denn ihre Strafen und Qualen. 1081. Daß sie seine Brüder genannt werden, weil er sich zum Glauben bekannte, erhellt aus dem, was Nr. 367 gezeigt worden ist, daß nämlich die Liebtätigkeit der Bruder des Glaubens ist. 1082. Vers 23: Und Schem und Japheth nahmen das Kleid, und legten es auf die Schulter, und gingen rückwärts, und deckten die Blöße ihres Vaters zu, und ihre Angesichter (waren) rückwärts (gewendet), und die Blöße ihres Vaters sahen sie nicht. Durch "Schem" wird bezeichnet die innere Kirche; durch "Japheth" die ihr entsprechende äußere Kirche. daß "sie ein Kleid nahmen" bedeutet, daß sie es zum Guten ausgelegt haben; "und legten es auf die Schulter" bedeutet, daß sie dies mit aller Macht (getan haben); "und gingen rückwärts" bedeutet, daß sie nicht merkten auf die Irrtümer und Verkehrtheiten;"und deckten die Blöße ihres Vaters zu" bedeutet, daß sie es so entschuldigten; "und ihre Angesichter (waren) rückwärts (gewendet), und die Blöße ihres Vaters sahen sie nicht" bedeutet, daß man so tun, und nicht merken soll auf solche Dinge, welche Irrtümer und Fehler sind, die aus Vernünfteleien entstehen. 1083. Daß durch "Schem" bezeichnet wird die innere Kirche, durch "Japheth" die ihr entsprechende äußere, 1. Mose 9/23, ist früher gesagt worden. Wo eine Kirche ist, da muß notwendig ein Inneres und ein Äußeres sein; denn der Mensch, der eine Kirche ist, ist ein innerer und ein äußerer. Ehe er eine Kirche wird, d.h., ehe er wiedergeboren ist, ist er im Äußeren, und wenn er wiedergeboren wird, so wird er vom Äußeren, ja durch Äußeres geführt zu Innerem, wie schon früher gesagt und gezeigt worden ist; und hernach, wenn er wiedergeboren ist, dann endigt sich alles, was dem inneren Menschen angehört, im Äußeren; somit muß notwendig jede Kirche eine innere und äußere sein. Wie die Alte Kirche, so die heutige christliche Kirche: Die innere Alte Kirche waren alle Dinge der Liebtätigkeit und des Glaubens aus ihr, alle Selbstdemütigung, alle Anbetung des Herrn aus der Liebtätigkeit, alle gute Regung gegen den Nächsten, und anderes dergleichen. Das Äußere dieser Kirche waren Opfer, Spenden und mehreres, was alles durch die Vorbildung sich bezog auf den Herrn, und auf Ihn sein Absehen hatte. Daher das Innere im Äußeren war und eine Kirche (mit ihm) ausmachte. Das Innere der christlichen Kirche ist ganz ähnlich dem Inneren der Alten Kirche, aber es trat anderes Äußeres ein, nämlich an die Stelle der Opfer und dergleichen Symbolisches, von dem aus in gleicher Weise ein Absehen auf den Herrn statthat. So macht dann das Innere und Äußere auch eines aus. Die Alte Kirche war gar nicht verschieden von der christlichen Kirche in Rücksicht des Inneren, sondern bloß in Rücksicht des Äußeren. Die Verehrung des Herrn aus der Liebtätigkeit kann nie verschieden sein, wie sehr auch das Äußere wechseln möge. Und weil es keine Kirche geben kann, wenn nicht ein Inneres und Äußeres da ist, so wäre das Innere ohne Äußeres etwas Unbegrenztes, wenn es nicht in einem Äußeren begrenzt würde; denn der Mensch ist von der Art, und zwar der meiste Teil, daß er nicht weiß, was der innere Mensch ist und was zum inneren Menschen gehört, daher er denn, wofern nicht ein äußerer Gottesdienst wäre, gar nicht wissen würde, was heilig ist. Wenn diese Liebtätigkeit und infolgedessen Gewissen haben, so haben sie einen inneren Gottesdienst bei sich im äußeren, denn der Herr ist bei ihnen wirksam in der Liebtätigkeit und im Gewissen, und macht, daß all ihr Gottesdienst teilnimmt am Inneren. Anders die, welche keine Liebtätigkeit und folglich kein Gewissen haben, diese können einen Gottesdienst im Äußeren haben, aber einen vom Inneren getrennten, wie einen von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, ein solcher Gottesdienst wird genannt Kanaan, und ein solcher Glaube wird genannt Cham; und weil aus dem getrennten Glauben ein solcher Gottesdienst entsteht, wird Cham genannt der Vater Kanaans. 1084. Daß "sie nahmen das Kleid", 1. Mose 9/23, bedeutet, sie legten es zum Guten aus, erhellt aus dem, was früher gesagt worden ist: ein Kleid nehmen und jemands Blöße zudecken, kann nichts anderes bezeichnen, da das Aufgedecktsein und die Blöße Irrtümer und Verkehrtheiten bedeuten. HG 1085 1085. Daß "sie legten es auf die Schulter", 1. Mose 9/23, bedeutet, daß sie es mit aller Macht taten, nämlich zum Guten auslegten und entschuldigten, erhellt aus der Bedeutung der Schulter, daß sie ist alle Macht. Die Hand bedeutet im Worte Macht, was früher gezeigt worden ist; der Arm noch größere Macht; die Schulter aber alle Macht, was auch erhellen kann aus folgenden Stellen im Wort: Hes.34/21: "Mit der Seite und Schulter dränget ihr, und mit euren Hörnern stoßet ihr alle geschwächten Schafe, bis ihr sie hinausgetrieben und zerstreuet habt": mit der Seite und Schulter hier soviel als von ganzer Seele und mit aller Macht, und mit den Hörnern stoßen soviel als mit allen Kräften. Hes.29/6,7: "Damit erkennen alle Bewohner Ägyptens, daß Ich Jehovah bin, darum weil sie ein Rohrstock waren dem Hause Israels, wenn du sie zu dir mit der Hand fassest, so wirst du zerbrochen werden, und ihnen die ganze Schulter durchstechen": von denjenigen, die aus Wißtümlichen heraus die geistigen Wahrheiten durchprüfen wollen, der Rohrstock für eine solche Macht, mit der Hand fassen für vertrauen; die ganze Schulter durchstechen für aller Macht beraubt werden, so daß sie nichts wissen. Zeph.3/9: "Auf daß alle anrufen den Namen Jehovahs, daß man Ihm diene mit einer Schulter": soviel als mit einer Seele, also mit einer Macht. Sach.7/11: "Sie sträubten sich aufzumerken, und zeigten eine hartnäckige Schulter": soviel als sie widerstrebten mit aller Macht. Jes.46/6,7: "Sie dingen einen Gießer, der Gold und Silber zu einem Gott macht, (diesen) beten sie an und beugen sich (vor ihm), heben ihn auf die Schulter und tragen ihn": soviel als sie beten den Götzen mit aller Macht an, was ausgedrückt ist durch auf der Schulter tragen. Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird das Fürstentum auf Seiner Schulter sein, und Sein Name wird genannt werden: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens": vom Herrn, und zwar hier von Seiner Macht und Gewalt, daher es heißt, auf Seiner Schulter. Jes.22/22: "Ich will den Schlüssel des Hauses Davids auf Seine Schulter legen, und Er wird öffnen und niemand zuschließen, und Er wird zuschließen und niemand öffnen": hier gleichfalls vom Herrn, und auf die Schulter legen den Schlüssel des Hauses David, für Macht und Gewalt. 1086. Daß "sie gingen rückwärts", 1. Mose 9/23, bedeutet, sie merkten nicht auf die Irrtümer und Verkehrtheiten, kann erhellen aus der Bedeutung von "rückwärts gehen", daß es ist die Augen abwenden und nicht sehen, wie auch aus dem Folgenden klar wird, wo es heißt, "sie haben die Blöße ihres Vaters nicht gesehen". Nicht sehen heißt im inneren Sinn nicht aufmerken. 1087. Daß "sie deckten die Blöße ihres Vaters zu", 1. Mose 9/23, bedeutet, sie haben es so entschuldigt, erhellt gleichfalls aus dem Zusammenhang, sodann aus der Bedeutung der Nacktheit, daß es Verkehrtheiten sind. 1088. Daß "ihre Angesichter (waren) rückwärts, und die Blöße ihres Vaters sahen sie nicht", 1. Mose 9/23, bedeutet, daß man so tun, und nicht auf solche Dinge merken soll, die Irrtümer und Fehler aus Vernünfteleien sind, erhellt aus der Wiederholung, denn beinahe dasselbe wird hier gesagt, was kurz zuvor, daher dies zugleich auch den Schluß bildet. Denn diese Mutterkirche, oder der Mensch dieser Kirche war so beschaffen, daß sie dies nicht aus Bosheit, sondern aus Einfalt getan hat, wie erhellen kann aus dem gleich Folgenden, wo gesagt wird, "Noach sei von seinem Wein erwacht, d.h., er sei besser belehrt worden. Was die Sache betrifft, so denken die, welche in keiner Liebtätigkeit sind, nur Böses vom Nächsten, und reden nur böse; wenn Gutes, ist es um ihretwillen, oder dem zu gefallen, dem sie schmeicheln unter dem Schein der Freundschaft; dagegen die, so in der Liebtätigkeit sind, denken nur Gutes vom Nächsten, und reden nur Gutes (von ihm), und das nicht um ihret- und um des anderen willen, dem sie etwa schmeicheln wollten, sondern weil es der Herr in der Liebtätigkeit so wirkt. Die ersten sind gleich den bösen Geistern, diese den Engeln, die beim Menschen sind; die bösen Geister regen immer nur das Böse und Falsche des Menschen auf und verdammen ihn; die Engel aber nichts als Gutes und Wahres, und was böse und falsch ist, entschuldigen sie. Woraus erhellt, daß bei denen, die in keiner Liebtätigkeit sind, böse Geister herrschen, durch die der Mensch Gemeinschaft hat mit der Hölle; und bei denen, die in der Liebtätigkeit sind, Engel herrschen, durch die er Gemeinschaft hat mit dem Himmel. 1089. Vers 24: Und Noach erwachte von seinem Wein, und erfuhr was ihm getan sein jüngerer Sohn. "Und Noach erwachte von seinem Wein" bedeutet, als er besser belehrt wurde; "und erfuhr was ihm getan sein jüngerer Sohn" bedeutet den vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst, daß er darüber spottet. 1090. Daß "Noach erwachte von seinem Wein", 1. Mose 9/24, bedeutet als er besser belehrt wurde, erhellt aus der Bedeutung von erwachen nach der Trunkenheit, sofern der Betrunkene (Vers 21) bedeutete, daß er in Irrtümer verfallen sei; weshalb das Erwachen kein anderes ist, als das von den Irrtümern. 1091. "Was ihm getan sein jüngerer Sohn", 1. Mose 9/24, bedeutet, der vom inneren getrennte Gottesdienst sei von der Art, daß er darüber spottet. Nach dem Sinne des Buchstabens oder dem geschichtlichen scheint es, als ob unter dem jüngeren Sohn verstanden werde Cham, aber aus dem folgenden Vers erhellt, daß verstanden wird Kanaan, denn es wird gesagt, "verflucht sei Kanaan"; auch in dem darauf folgenden 27. und 28. Vers, daß Kanaan ein Knecht sein solle. Daß aber nichts von Cham erwähnt wird, davon sehe man den Grund im folgenden Vers. Hier ist nun zu erwähnen, warum eine solche Ordnung ist, daß an erster Stelle genannt wird Schem, an zweiter Cham, an dritter Japheth, und an vierter Kanaan: die Liebtätigkeit ist das erste der Kirche oder Schem; der Glaube ist das zweite oder Cham; der Gottesdienst ist das dritte oder Japheth. Der Gottesdienst im Äußeren ohne Glauben und Liebtätigkeit ist das vierte oder Kanaan. Die Liebtätigkeit ist der Bruder des Glaubens, folglich auch der Gottesdienst aus der Liebtätigkeit; aber der Gottesdienst im Äußeren ohne Liebtätigkeit ist der Knecht der Knechte. 1092. Vers 25: Und er sprach, verflucht sei Kanaan, ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein. "Verflucht sei Kanaan" bedeutet, daß der vom Inneren getrennte äußere Gottesdienst sich abwende vom Herrn; "ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein" bedeutet das Geringste in der Kirche. 1093. Daß "verflucht sei Kanaan", 1. Mose 9/25, bedeutet, der vom inneren getrennte äußere Gottesdienst wende sich ab vom Herrn, erhellt aus der Bedeutung Kanaans und aus der Bedeutung von verflucht werden. Daß Kanaan ist der vom inneren getrennte äußere Gottesdienst, erhellt aus dem, was früher von Kanaan gesagt worden ist (Nr. 1091), sodann daraus, daß er verflucht heißt; und aus dem Folgenden, daß er sei ein Knecht der Knechte; und für beide, sowohl für Schem als für Japheth ein Knecht; was nichts anderes sein kann, als etwas von der Kirche selbst Getrenntes, wie es der bloß in Äußeres gesetzte Gottesdienst ist. Aus der Bedeutung von verflucht werden, welche ist sich abwenden, denn der Herr verflucht niemanden, Er zürnt nicht einmal, sondern der Mensch ist es, der sich verflucht dadurch, daß er sich abwendet vom Herrn, worüber man sehe was früher gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 223, 245, 592. So weit ist der Herr entfernt, jemanden zu verfluchen und zu zürnen, wie der Himmel (entfernt ist) von der Erde. Wer kann glauben, daß der Herr, Der allwissend und allmächtig ist und mit Weisheit die Welt regiert, und so unendlich erhaben ist über menschliche Schwachheiten, zürne einem so erbärmlichen Staub, nämlich den Menschen, die kaum einigermaßen wissen, was sie tun, und aus sich nichts vermögen als Böses. Daher denn beim Herrn durchaus kein Zürnen, sondern nur Erbarmen ist. Daß hier Geheimnisse enthalten sind, kann man schon daraus ersehen, daß nicht Cham verflucht wird, während er doch derjenige war, der die Blöße seines Vaters sah, und den Brüdern anzeigte, sondern Kanaan, sein Sohn, der nicht sein einziger und auch nicht sein Erstgeborener war, sondern der Ordnung nach der vierte, wie dies erhellt aus 1. Mose 10/6, wo als Söhne Chams genannt werden Kusch, Misraim, Put und Kanaan; sodann daraus, daß das göttliche Gesetz bestimmte, der Sohn dürfe nicht tragen die Missetat des Vaters, wie dies erhellt Hes.18/20; 5. Mose 24/16; 2.Kön.14/6: "Die Seele, die gesündigt hat, die soll sterben; der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, noch soll der Vater tragen die Missetat des Sohnes"; wie auch daraus, daß diese Missetat als so unbedeutend erscheint, sofern er nämlich bloß die Blöße seines Vaters gesehen und den Brüdern angezeigt hatte, so daß deswegen unmöglich die ganze Nachkommenschaft hätte verflucht werden können, woraus sich ergibt, daß Geheimnisse darin liegen. Daß hier nicht Cham genannt wird, sondern Kanaan, hat seinen Grund darin, daß Cham bezeichnet den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben in der geistigen Kirche, die nicht verflucht werden kann, sofern dem Glauben dieser Kirche Heiligkeit innewohnt, weil Wahrheit, die, obwohl sie kein Glaube ist, wenn keine Liebtätigkeit da ist, gleichwohl, weil durch die Erkenntnisse des Glaubens der Mensch wiedergeboren wird, der Liebtätigkeit beigesellt werden kann, und so gewissermaßen (ihr) Bruder ist, oder (ihr) Bruder werden kann, weshalb nicht Cham, sondern Kanaan verflucht wurde. Überdies waren auch die Einwohner des Landes Kanaan großenteils so beschaffen, daß sie allen Gottesdienst in Äußeres setzten, die dortigen Juden ebenso wie die Heiden. Diese Geheimnisse sind es, die darin liegen, und wäre dies nicht, so würde keineswegs Kanaan statt Chams gesetzt worden sein. Daß der vom inneren getrennte äußere Gottesdienst sich abwendet, und so sich verflucht, erhellt zur Genüge daraus, daß die, welche im äußeren Gottesdienst sind, auf nichts anderes sehen, als auf Weltliches, Leibliches und Irdisches, somit niederwärts, und in dasselbe ihren Sinn und ihr Leben versenken, wovon im gleich Folgenden. 1094. "Ein Knecht der Knechte soll er seinen Brüdern sein", 1. Mose 9/25, daß dies bedeutet das Geringste in der Kirche, erhellt aus der Natur des von dem inneren getrennten äußeren Gottesdienst. Daß der äußere Gottesdienst an sich betrachtet nichts ist, wofern nicht ein innerer ist, der ihn heilig macht, kann jedem einleuchten; was ist die äußere Anbetung ohne die Anbetung des Herzens anderes als eine Gebärde; was ist die Anbetung des Mundes, wenn nicht Andacht in ihr ist, anderes als ein Plappern; und was ist ein Werk, wenn keine Gesinnung in ihm ist, anderes als ein Nichts? Alles Äußere ist daher an sich etwas Seelenloses, und lebt einzig vom Innern her. Wie der äußerliche vom inneren getrennte Gottesdienst beschaffen ist, konnte ich an vielen im anderen Leben ersehen; die Magierinnen und Zauberinnen daselbst, waren, solange sie in der Welt lebten, ebenso zur Kirche und zu den Sakramenten gegangen wie andere; ebenso die Arglistigen, und zwar diese mehr als andere; sodann auch die, welche an Räubereien ihre Freude hatten; wie auch die Geizigen; und doch sind sie höllisch, und hassen aufs Gründlichste den Herrn und den Nächsten; ihr innerer Dienst im Äußeren war gewesen, entweder vor der Welt zu scheinen, oder Weltliches, Irdisches und Leibliches, das sie begehrten, zu erlangen; oder unter dem Schein der Heiligkeit zu täuschen; oder aus einer angenommenen Gewohnheit. Daß solche sehr bereitwillig jeden Gott, oder jeden Götzen, der ihnen und ihren Begierden günstig ist, anbeten, stellt sich deutlich heraus, besonders an den Juden, die, weil sie den Gottesdienst bloß in Äußeres setzten, so oft in Abgöttereien verfallen sind; der Grund ist, weil ein solcher Dienst an sich bloß abgöttisch ist, denn Äußeres ist es, was von ihnen verehrt wird. Auch die Heiden im Lande Kanaan, welche die Baale und andere Götter verehrten, hatten beinahe einen ähnlichen äußeren Dienst, denn sie hatten nicht bloß Tempel und Altäre, sondern auch Opfer, so daß ihr äußerer Dienst wenig verschieden war vom Dienst der Juden, nur daß sie Baal, Astaroth oder einen anderen ihren Gott nannten, die Juden aber Jehovah, indem sie, wie auch noch heutzutage, meinten, die bloße Nennung des Jehovah mache sie zu Heiligen und Auserwählten, während doch dies vielmehr sie vor anderen verdammte, denn so konnten sie das Heilige entweihen, was die Heiden nicht konnten. Ein solcher Gottesdienst ist es, der Kanaan genannt wird und ein Knecht der Knechte heißt. Daß der Knecht der Knechte das Geringste in der Kirche ist, sehe man im folgenden Vers. 1095. Vers 26: Und er sprach, gesegnet sei Jehovah, der Gott Schems, und Kanaan soll ihm Knecht sein. "Gesegnet sei Jehovah, der Gott Schems" bedeutet alles Gute denen, die vom Inneren her den Herrn verehren; Schem ist die innere Kirche; "und Kanaan soll ihm Knecht sein" bedeutet, daß solche, die bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, unter diejenigen gehören, die geringe Dienste leisten können den Menschen der Kirche. 1096. Daß "gesegnet sei Jehovah, der Gott Schems", 1. Mose 9/26, bedeutet alles Gute denen, die vom Inneren her (ab internis) den Herrn verehren, kann erhellen aus der Bedeutung von gesegnet. Segen schließt in sich alles himmlisch und geistig, sodann auch (alles) natürlich Gute, was durch den Segen im inneren Sinn bezeichnet wird; und im äußeren Sinn wird durch den Segen bezeichnet alles weltlich, leiblich und irdisch Gute; soll aber dieses ein Segen sein, so muß es notwendig vom inneren Segen herstammen, denn dieser allein ist ein Segen, weil er ewig und mit aller Glückseligkeit verbunden ist, und das eigentliche Sein der Segnungen ist, denn was anderes ist wahrhaft als das Ewige?, alles andere hört auf zu sein. Bei den Alten war es gebräuchlich zu sagen, gesegnet sei Jehovah, worunter sie verstanden, daß von Ihm aller Segen, d.h. alles Gute komme, und es war auch ein Ausdruck der Danksagung dafür, daß der Herr segnet und gesegnet hat, wie bei Ps.28/6; 31/22; 41/14; 66/20; 68/20,36; 72/18,19; 89/53; 119/12; 124/6; 135/21; 144/1; außer anderen Stellen. Gesegnet sei Jehovah Gott, wird hier gesagt, weil von Schem oder der inneren Kirche die Rede ist; welche Kirche eine innere heißt von der Liebtätigkeit. In der Liebtätigkeit ist der Herr gegenwärtig, Der deshalb hier Jehovah Gott genannt wird; dagegen aber in der äußeren Kirche nicht so, obwohl in dieser der Herr gegenwärtig ist, so ist Er es doch nicht wie im Menschen der inneren Kirche. Denn der Mensch der äußeren Kirche glaubt immerhin, daß er das Gute der Liebtätigkeit aus sich selbst tue, daher, wenn die Rede ist vom Menschen der äußeren Kirche, der Herr dann genannt wird Gott, wie 1. Mose 9/27 von Japheth: "Es breite Gott den Japheth aus". Daß alles Gute denen, die vom Inneren her den Herrn verehren, (zuteil wird), kann auch aus der Ordnung der Dinge erhellen; denn diese Ordnung ist folgende: Vom Herrn ist alles Himmlische, vom Himmlischen ist alles Geistige, vom Geistigen ist alles Natürliche, dies ist die Ordnung der Existenz aller Dinge, und von daher stammt die Ordnung des Einflusses. Das Himmlische ist die Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten; wo keine Liebe ist, da ist das Land zerrissen und der Herr nicht gegenwärtig, Der einzig und allein einfließt durch das Himmlische, d.h. durch die Liebe. Wo nichts Himmlisches ist, da kann es auch nichts Geistiges geben, weil alles Geistige ist durch das Himmlische vom Herrn. Das Geistige ist der Glaube, darum gibt es keinen Glauben außer durch die Liebtätigkeit oder die Liebe vom Herrn. Ebenso verhält es sich mit dem Natürlichen. In derselben Ordnung fließt alles Gute ein. Hieraus folgt, daß alles Gute (denen zuteil wird), die vom Inneren her, d.h. aus der Liebtätigkeit den Herrn verehren; daß dagegen denen, die nicht aus der Liebtätigkeit, nicht Gutes (zukommt), sondern bloß solches, was Gutes lügt und an sich böse ist, wie die Lust des Hasses und der Ehebrüche, die an sich betrachtet gar nichts ist als eine auswurfartige Lust, in die sie auch im anderen Leben sich verwandelt. 1097. Daß "Kanaan soll ihm Knecht sein", 1. Mose 9/26, bedeutet, daß solche, die bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, unter die gehören, die den Menschen der Kirche geringe Dienste leisten können, kann hauptsächlich erhellen aus den Vorbildungen der jüdischen Kirche: In der jüdischen Kirche wurde die innere Kirche vorgebildet durch Jehudah und Israel, durch Jehudah die himmlische Kirche, durch Israel die geistige Kirche, durch Jakob die äußere Kirche. Die aber bloß in Äußeres den Gottesdienst setzten, wurden vorgebildet durch die Heiden, die sie Fremdlinge nannten, die ihre Knechte sein und geringe Dienste in der Kirche leisten sollten, wie bei Jes.61/5: "Fremde werden stehen und eure Herde weiden, und die Söhne der Fremde eure Ackerleute und Winzer sein; und ihr werdet Priester Jehovahs heißen, Diener unseres Gottes wird man zu euch sagen, die Güter der Heiden werdet ihr essen; und in ihrer Herrlichkeit euch rühmen": wo die himmlischen Menschen genannt werden Priester Jehovahs, die Geistigen Diener Gottes; die bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, Söhne der Fremde, die dienen sollten auf den Äckern und in den Weinbergen. Jes.60/10: "Es werden die Söhne der Fremde die Mauern bauen, und ihre Könige werden dir dienen": wo gleichfalls ihre Dienste erwähnt werden. Von den Gibeoniten heißt es bei Jos.9/23,27: "Verflucht seid ihr, und nicht wird ausgetilgt werden aus euch der Knecht und die Holzhauer und Wasserträger für das Haus meines Gottes; es bestimmte sie Josua an diesem Tage zu Holzhauern und Wasserträgern für die Gemeinde, hauptsächlich für den Altar Jehovahs": wen aber die Gibeoniten vorbildeten, sofern mit ihnen ein Bündnis geschlossen wurde, sehe man anderwärts; sie gehörten immerhin unter diejenigen, die dienen sollten in der Kirche. In betreff der Auswärtigen wurde das Gesetz gegeben, daß sie, wenn sie den Frieden annehmen und die Tore öffnen würden, tributpflichtig sein und dienen sollten: 5. Mose 20/11; 1.Kön.9/21,22. Alles und jedes, was im Wort geschrieben steht von der jüdischen Kirche, war vorbildlich für das Reich des Herrn. Das Reich des Herrn ist so beschaffen, daß jeder, wer und wie beschaffen er auch sein mag, Nutzen schaffen muß; nichts als Nutzen ist es, worauf vom Herrn gesehen wird in Seinem Reich. Auch die Höllischen müssen Nutzen schaffen, aber die Nutzdienste, die sie leisten, sind äußerst gering; unter denen, die geringe Nutzdienste leisten, sind im anderen Leben diejenigen, die bloß einen, vom inneren getrennten, äußeren Gottesdienst hatten. Übrigens waren die Vorbilder in der jüdischen Kirche von der Art, daß gar nicht gesehen wurde auf die Person, die vorbildete, sondern auf die Sache, die vorgebildet wurde; wie z.B. die Juden, die nichts weniger als himmlische Menschen waren und doch dieselben vorbildeten; so war Israel nichts weniger als ein geistiger Mensch und bildete dennoch denselben vor, ebenso Jakob und die übrigen; sodann die Könige und Priester, durch die gleichwohl das Königliche und Heilige des Herrn vorgebildet wurde. Was man noch deutlicher daraus ersehen kann, daß auch tote Dinge vorbildeten, als: die Kleider Aharons, der Altar selbst, der Tisch, auf dem die Brote lagen, und die Leuchten, Brot und Wein, außerdem die Stiere, Farren, Böcke, Schafe, Ziegen, Lämmer, Tauben, Turteltauben. Und weil die Söhne Jehudahs und Israels den inneren und äußeren Gottesdienst der Kirche des Herrn bloß vorbildeten, und gleichwohl mehr als andere bloß in Äußeres allen Gottesdienst setzten, darum sind sie vor anderen diejenigen, die Kanaan, nach seiner Bedeutung hier, genannt werden können. 1098. Damit man wisse, was Schem, und was Japheth, d.h., wer ein Mensch der inneren Kirche, und wer ein Mensch der äußeren, und somit was Kanaan sei, so mag es aus Folgendem ersehen werden: Der Mensch der inneren Kirche schreibt dem Herrn alles Gute zu, das er tut, und alles Wahre, das er denkt; der Mensch der äußeren Kirche aber weiß dies nicht, und tut gleichwohl Gutes. Der Mensch der inneren Kirche macht zum Wesentlichen den Dienst des Herrn aus der Liebtätigkeit, und zwar den inneren, den äußeren Dienst (aber) nicht so zum Wesentlichen; der Mensch der äußeren Kirche macht den äußeren Dienst zum Wesentlichen, was innerer Dienst ist, weiß er nicht, hat diesen aber gleichwohl: weshalb der Mensch der inneren Kirche gegen das Gewissen zu handeln glaubt, wenn er nicht vom Inneren aus den Herrn verehrt, wogegen der Mensch der äußeren Kirche gegen das Gewissen zu handeln glaubt, wenn er äußere Gebräuche nicht gewissenhaft beobachtet. Dem Gewissen des Menschen der inneren Kirchen wohnt vieles inne, weil er vieles weiß vom inneren Sinn des Wortes; dem Gewissen des Menschen der äußeren Kirche aber wohnt wenigeres inne, weil er weniges weiß vom inneren Sinn des Wortes. Jener oder der Mensch der inneren Kirche ist es, der Schem genannt wird; dieser aber oder der Mensch der äußeren Kirche ist es, der Japheth genannt wird: dagegen wer bloß in Äußeres den Gottesdienst setzt, und keine Liebtätigkeit, folglich kein Gewissen hat, der wird genannt Kanaan. 1099. Vers 27: Es breite Gott den Japheth aus; und er soll wohnen in den Zelten Schems; und Kanaan soll ihm Knecht sein. Durch "Japheth" wird, wie früher, bezeichnet die entsprechende äußere Kirche; "es breite Gott den Japheth aus" bedeutet seine Erleuchtung; "und er soll wohnen in den Zelten Schems" bedeutet, damit Inneres des Gottesdienstes sei im Äußeren; "und Kanaan soll ihm Knecht sein" bedeutet hier, wie früher, daß die, welche bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, geringe Dienste leisten können. 1100. Daß durch "Japheth", 1. Mose 9/27, bezeichnet wird die entsprechende äußere Kirche, ist früher gesagt worden, dann auch was unter der äußeren Kirche verstanden wird, nämlich der äußere Gottesdienst, somit diejenigen, die nicht wissen was der innere Mensch und was des inneren Menschen ist, und dennoch in der Liebtätigkeit leben; bei diesen ist der Herr ebenso gegenwärtig, denn der Herr wirkt durch die Liebtätigkeit, überall wo Liebtätigkeit ist. Es verhält sich dies wie bei den Kindern, obwohl diese nicht wissen was Liebtätigkeit, und noch weniger, was Glaube ist, so ist doch immerhin der Herr viel gegenwärtiger bei ihnen als bei den Erwachsenen, hauptsächlich wenn die Kinder in Liebe untereinander leben; so bei den Einfältigen, die Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit haben; es hilft nichts, daß der Mensch viel weiß, wenn er nicht lebt nach dem, was er weiß, denn das Wissen hat keinen anderen Zweck, als daß er dadurch (etwas) werde, nämlich gut; ist er gut geworden, so hat er viel mehr, als wer Unzähliges weiß und noch nicht gut ist, denn was dieser durch das Vielwissen sucht, das hat jener; anders aber, wer viel Wahres und Gutes weiß und zugleich Liebtätigkeit und Gewissen hat, und ein Mensch der inneren Kirche oder Schem ist: welche wenig wissen und Gewissen haben, die werden im anderen Leben erleuchtet bis dahin, daß sie Engel werden, deren Weisheit und Einsicht dann unaussprechlich ist: diese werden durch Japheth bezeichnet. 1101. "Es breite Gott den Japheth aus", 1. Mose 9/27, bedeutet seine Erleuchtung. Im Buchstabensinn bedeutet ausbreiten (dilatare) die Grenzen erweitern, im inneren Sinn aber erleuchtet werden, denn die Erleuchtung ist gleichsam die Erweiterung der Grenzen der Weisheit und Einsicht, wie bei Jes.54/2: "Erweitere (dilata) den Raum deines Zeltes, und die Teppiche deiner Wohnungen soll man ausbreiten": für die Erleuchtung im Geistigen. Erweitert wird der Mensch der äußeren Kirche, wenn er unterrichtet wird im Wahren und Guten des Glaubens; und weil er in der Liebtätigkeit ist, so wird er dadurch mehr und mehr befestigt; und je mehr er unterrichtet wird, desto mehr wird zerstreut die Wolke seines verständigen Teiles, in dem Liebtätigkeit und Gewissen ist. 1102. "Er wird wohnen in den Zelten Schems", 1. Mose 9/27, daß dies bedeutet, auf daß Inneres des Gottesdienstes sei im Äußeren, kann erhellen aus allem dem, was früher von Schem gesagt worden ist, daß nämlich Schem ist die innere Kirche, oder der innere Gottesdienst, und daß der äußere Gottesdienst nichts anderes ist, als etwas Seelenloses, oder Unreines, wenn nicht ein innerer da ist, der ihn belebt und heiligt. Daß die Zelte (tentoria) nichts anderes bedeuten, als das Heilige der Liebe und den Gottesdienst aus ihr, kann erhellen aus der Bedeutung der Zelte, wovon Nr. 414. Es war ein bei den Alten gewöhnlicher Ausdruck, herumwandern und wohnen in Zelten, wodurch im inneren Sinn bezeichnet wurde der heilige Dienst, aus dem Grund, weil die Uralten nicht allein herumwanderten mit Zelten, sondern auch in Zelten wohnten, und in ihnen den heiligen Dienst verrichteten; daher auch herumwandern und wohnen im inneren Sinn bedeutete leben. Daß die Zelte den heiligen Dienst bedeuten, dafür mögen außer den Stellen, die Nr. 414 angeführt worden sind, noch folgende zur Begründung dienen: Ps.78/60: "Gott verließ die Wohnung Schilo, das Zelt, in dem Er wohnte im Menschen": wo das Zelt ähnliches bedeutet wie der Tempel, in dem Gott wohnend heißt, wenn er gegenwärtig ist beim Menschen in der Liebe; daher ein Mensch, der im heiligen Dienst lebte, von den Alten ein Zelt genannt wurde, nachher aber ein Tempel. Jes.54/2: "Erweitere den Raum deines Zeltes, und die Teppiche deiner Wohnungen soll man ausdehnen": für die Erleuchtung in demjenigen, was zum wahren Gottesdienste gehört. Jerem.4/20: "Verwüstet ist das ganze Land; plötzlich sind verwüstet worden Meine Zelte, im Augenblicke Meine Teppiche": wo offenbar erhellt, daß nicht Zelte verstanden werden, sondern der heilige Dienst. Sach.12/6,7: "Wohnen wird Jerusalem noch unter sich in Jerusalem: erretten wird Jehovah die Zelte Jehudahs": wo Zelte Jehudahs für den Dienst des Herrn aus dem Heiligen der Liebe stehen. Hieraus kann nun erhellen, was heißt wohnen in den Zelten Schems, nämlich auf daß ein innerer Dienst sei im äußeren. Weil aber der Mensch Japheth, oder der Mensch der äußeren Kirche, nicht so weiß, was das Innere ist, darum soll es mit wenigen Worten gesagt werden: Wenn der Mensch bei sich fühlt oder inne wird, daß er gut denkt vom Herrn, und daß er gut denkt vom Nächsten und ihm Dienste leisten will, nicht um eines Gewinnes willen, oder um der eigenen Ehre willen; und wenn er fühlt, daß er sich desjenigen erbarmt, der in Ungemach ist, und mehr noch dessen, der in Irrtum ist in Rücksicht der Lehre des Glaubens, alsdann kann er wissen, daß er wohnt in den Zelten Schems, d.h., daß er Inneres bei sich hat, durch das der Herr wirkt. 1103. "Kanaan soll ihm Knecht sein", 1. Mose 9/27, daß dies bedeutet, daß diejenigen, die bloß in Äußeres den Gottesdienst setzen, geringe Dienste leisten können, erhellt aus dem, was oben zu den vorhergehenden Versen, 1. Mose 9/25,26, gesagt worden ist von Kanaan, daß er ein Knecht sei: solche sind zwar nicht Knechte in der Kirche des Herrn auf Erden, denn mehrere von ihnen sind solche, welche die ersten Würden inne haben, und den übrigen vorstehen, und nichts aus Liebtätigkeit und Gewissen tun, und dennoch sehr genau das Äußere der Kirche beobachten, ja sogar diejenigen verdammen, die es nicht beobachten; weil aber solche ohne Liebtätigkeit und Gewissen sind, und allein in Äußeres ohne Inneres den Gottesdienst setzen, sind sie Knechte im Reich des Herrn, d.h. im anderen Leben; denn sie sind unter den Unseligen. Die Dienste, die sie dort leisten, sind gering, und können, weil sie vielerlei sind, nicht so angegeben werden, jedoch soll von denselben, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gehandelt werden; denn jeder, wer er auch sei, muß im anderen Leben Nutzen schaffen, denn der Mensch wird um gar keines anderen Zweckes willen geboren, als daß er Nutzen schaffe der Gesellschaft, in der er ist, und dem Nächsten, solange er in der Welt lebt; im anderen Leben einen Nutzen, gemäß dem Wohlgefallen des Herrn; es verhält sich damit wie im menschlichen Leibe: alles, was in diesem ist, muß Nutzen schaffen, auch was an sich nichts wert ist, wie die an sich auswurfartigen Säfte, z.B. mehrere speichelartige, sodann die Gallen, und dergleichen, was nicht bloß den Speisen dienen, sondern auch das Auswurfartige ausscheiden, und die Eingeweide ausreinigen muß; oder wie in den Äckern und Weinbergen, der Dünger und Mist und so fort. 1104. Vers 28,29: Und Noach lebte nach der Sündflut dreihundert Jahre und fünfzig Jahre. Und es waren alle Tage Noachs neunhundert Jahre und fünfzig Jahre; und er starb. Dies bedeutet die Dauer der ersten Alten Kirche, und zugleich deren Zustand. 1105. Daß dies bezeichnet wird, erhellt zur Genüge aus dem, was von den Zahlen und Jahren früher gesagt worden ist, was man nachsehe Nr. 482, 487, 488, 493, 575, 647, 648. Nr. 1106 - 1129 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 10. Kapitel 1. Und dies die Geburten der Söhne Noachs, Schem, Cham und Japheth; und es wurden ihnen Söhne geboren nach der Sündflut. 2. Die Söhne Japheths (sind): Gomer, und Magog, und Madai, und Javan, und Thubal, und Meschech, und Thiras. 3. Und die Söhne Gomers: Aschkenas, und Riphath, und Thogarmah. 4. Und die Söhne Javans: Elischah, und Tharschisch, Kitthim, und Dodanim. 5. Von diesen breiteten sich aus die Inseln der Völkerschaften, in ihren Ländern, jede nach ihrer Zunge, nach ihren Familien, in Rücksicht ihrer Geschlechter. 6. Und die Söhne Chams: Kusch, und Mizraim, und Puth, und Kanaan. 7. Und die Söhne Kuschs: Seba, und Chavillah, und Sabtha, und Raamah, und Sabtheka. Und die Söhne Raamahs: Scheba, und Dedan. 8. Und Kusch zeugte Nimrod; der fing an mächtig zu sein auf der Erde. 9. Der war ein gewaltiger Jäger vor Jehovah; darum sagte man, wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor Jehovah. 10. Und der Anfang seines Reiches war Babel, und Erech, und Akkad, und Kalneh, im Lande Schinear. 11. Von diesem Lande ging (er aus nach) Aschur und baute Ninive, und die Stadt Rechoboth, und Kalach. 12. Und Resen zwischen Ninive und zwischen Kalach; dies ist die große Stadt. 13. Und Mizraim zeugte (die) Ludim, und Anamim, und Lehabim, und die Naphthuchim. 14. Und Pathrusim, und Kasluchim, von denen ausgingen die Pelisthim, und Kaphthorim. 15. Und Kanaan zeugte Zidon, seinen Erstgeborenen, und (den) Cheth. 16. Und den Jebusi und den Emori und den Girgaschi. 17. Und den Chivi und den Arki und den Sini. 18. Und den Arvadi und den Zemari und den Chamathi: und nachher breiteten sich aus die Familien der Kanaaniten. 19. Und die Grenze der Kanaaniten war, wenn man von Zidon kommt gen Gerar, bis Assa, wenn man kommt gen Sodom, und Amora, und Adma, und Zeboim, bis Lascha. 20. Dies die Söhne Chams, nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, in ihren Völkerschaften. 21. Und dem Schem wurde auch geboren: er ist der Vater aller Söhne Ebers; der ältere Bruder Japheths. 22. Die Söhne Schems sind: Elam, und Aschur, und Arphachschad, und Lud, und Aram. 23. Und die Söhne Arams: Uz, und Chul, und Gether, und Masch. 24. Und Arphachschad zeugte Schelach; und Schelach zeugte Eber. 25. Und dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der Name des einen Peleg, weil in seinen Tagen das Land geteilt wurde; und der Name seines Bruders: Joktan. 26. Und Joktan zeugte Almodad, und Scheleph, und Chazarmaveht, und Jerach. 27. Und Hadoram, und Usal, und Diklah. 28. Und Obal, und Abimael, und Scheba. 29. Und Ophir, und Chavillah, und Jobab; diese alle sind Söhne Joktans. 30. Und ihre Wohnung war von Mescha, wenn man kommt gen Sephar, dem Berg des Aufgangs. 31. Dies die Söhne Schems, nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, nach ihren Völkerschaften. 32. Dies die Familien der Söhne Noachs, nach ihren Geburten, in ihren Völkerschaften; und von ihnen breiteten sich aus die Völkerschaften auf der Erde nach der Flut.   Inhalt 1130. In diesem ganzen Kapitel wird gehandelt von der Alten Kirche, und ihrer Fortpflanzung: Vers 1. 1131. Die, welche einen dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst hatten, sind die Söhne Japheths: Vers 2; und die einen vom inneren entfernteren hatten, sind die Söhne Gomers und Javans: Vers 3, 4, welche einen noch entfernteren hatten, sind die Inseln der Völkerschaften: Vers 5. 1132. Die, welche die Erkenntnisse, die Wissenschaften und die Religionsgebräuche hochhielten und vom Inneren trennten, sind die Söhne Chams: Vers 6. Welche die Erkenntnisse geistiger Dinge (hochschätzten), sind Söhne Kuschs; und welche die Erkenntnisse himmlischer Dinge, sind Söhne Raamahs: Vers 7. 1133. Weiter wird gehandelt von denen, die einen äußeren Gottesdienst haben, in dem innerliches Böses und Falsches ist, Nimrod ist ein solcher Dienst: Vers 8, 9; das Böse in einem solchen Dienst: Vers 10; das Falsche in einem solchen Dienst: Vers 11, 12. 1134. Von denen, die aus Wißtümlichem durch Vernünfteleien sich neue Gottesdienste ausdenken: Vers 13, 14; welche aus den Glaubenserkenntnissen ein bloßes Wissen machen: Vers 14. 1135. Vom äußeren Dienst ohne den inneren, welcher ist Kanaan, und von den Abstammungen dieses Dienstes: Vers 15-18; von seiner Ausdehnung: Vers 19, 20. 1136. Vom inneren Dienst, welcher ist Schem, und von seiner Ausdehnung selbst bis zur Anderen Alten Kirche: Vers 21; vom inneren Dienst und seinen Abstammungen, die, weil aus der Liebtätigkeit stammend, der Weisheit, Einsicht, Wissenschaft und den Erkenntnissen angehören, die durch die Völkerschaften bezeichnet werden: Vers 22-24. 1137. Von einer Kirche, die in Syrien bestand, gestiftet von Eber, welche die Andere Alte Kirche zu nennen ist; deren innerer Dienst ist Peleg, der äußere Joktan: Vers 25; ihre Gebräuche sind die Völkerschaften, die genannt werden: Vers 26-29; dieser Kirche Ausdehnung: Vers 30. 1138. Daß die Gottesdienste der Alten Kirche verschieden gewesen seien, und gemäß der Sinnesart einer jeden Völkerschaft: Vers 31, 32.   Innerer Sinn 1139. Es ist schon früher gesagt worden, daß vier verschiedene Stile im Wort sind. Der erste, den die Älteste Kirche hatte, war von der Art, wie vom ersten Kapitel der Genesis bis hierher. Der zweite ist der geschichtliche, wie im Folgenden bei Mose, und in den übrigen geschichtlichen Büchern. Der dritte ist der prophetische. Der vierte hält die Mitte zwischen dem prophetischen, und der Redeweise des gemeinen Lebens; worüber man sehe Nr. 66. 1140. In diesem Kapitel und im Folgenden, bis zu Heber (Eber), wird der älteste Stil fortgesetzt, hält jedoch die Mitte zwischen dem Stil der gemachten Geschichte, und dem Stil der wahren Geschichte; denn unter Noach und seinen Söhnen Schem, Cham, Japheth und Kanaan ist nichts anderes verstanden worden, und wird nichts anderes verstanden, als abstrakt die Alte Kirche in Ansehung ihres Gottesdienstes; nämlich unter Schem der innere Dienst, unter Japheth der entsprechende äußere Dienst, unter Cham der verdorbene innere Dienst, unter Kanaan der vom inneren getrennte äußere Dienst; solche Personen hat es nie gegeben; sondern es sind so genannt worden die Gottesdienste, weil auf sie, als auf die grundwesentlichen, sich zurückführen ließen alle verschiedenen anderen, oder alle Unterschiede im besonderen. Daher unter Noach nichts anderes verstanden worden ist, als die Alte Kirche im allgemeinen, sofern sie gleich einem Stammvater alle in sich begreift. Dagegen aber werden unter den Namen in diesem Kapitel, mit Ausnahme Hebers und seiner Nachkommenschaft, ebenso viele Völkerschaften verstanden, und es waren ebenso viele Völkerschaften, welche die Alte Kirche zusammen ausmachten, und diese Kirche war um das Land Kanaan her weithin verbreitet. 1141. Die, welche hier Söhne Japheths genannt werden, waren alle von der Art, daß sie einen dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst hatten, d.h. Leute, die in Einfalt, in Freundschaft, und in gegenseitiger Liebtätigkeit lebten, aber keine andere Lehrgegenstände wußten, als die äußeren Gebräuche. Die, welche Söhne Chams heißen, waren Leute, die einen verdorbenen inneren Gottesdienst hatten. Welche Söhne Kanaans genannt werden, waren solche, die einen vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst hatten. Welche Söhne Schems genannt werden, waren inwendige Menschen und verehrten den Herrn, und liebten den Nächsten; ihre Kirche war beinahe wie unsere wahre christliche Kirche. 1142. Wie sie im besonderen beschaffen waren, wird in diesem Kapitel nicht erwähnt, denn sie werden nur den Namen nach aufgezählt, aber es erhellt aus den Schriften der Propheten, in denen hin und wieder dieser Völkerschaften Namen vorkommen, und überall nichts anderes bezeichnen; und zwar bald im guten Sinn, bald im entgegengesetzten Sinn. 1143. Obwohl dies die Namen derjenigen Völkerschaften waren, die zusammen die Alte Kirche ausmachten, so werden dennoch im inneren Sinn Sachen verstanden, nämlich die Gottesdienste selbst. Von Namen, von Ländern, von Völkerschaften und dergleichen, wissen die im Himmel nichts; von dergleichen hat man dort keine Vorstellung, sondern von den durch sie bezeichneten Dingen. Vom inneren Sinn her hat das Wort des Herrn sein Leben, er ist wie die Seele, und der äußere Sinn ist gleichsam deren Leib; und es verhält sich damit wie beim Menschen, wenn sein Leib stirbt, dann lebt die Seele, und wenn die Seele lebt, dann weiß er nicht mehr, was des Leibes ist, somit wenn er unter die Engel kommt, auch nicht was das Wort im Buchstabensinne, sondern was es in seiner Seele ist. Der Mensch der Ältesten Kirche war so geartet, daß er, wenn er heutzutage leben und das Wort lesen würde, gar nicht am Sinne des Buchstabens kleben würde, sondern es wäre, als ob er ihn nicht sähe, sondern nur den inneren Sinn abgezogen vom Buchstaben, und zwar als ob der Buchstabe nicht wäre, so wäre er im Leben oder in der Seele des Wortes. Gleiches ist der Fall überall im Wort, auch in den Geschichten, die ganz so sich verhalten, wie sie erzählt sind, dennoch aber ist in ihnen nicht einmal ein Wörtchen, das nicht im inneren Sinn Geheimnisse in sich schließt, welche denen durchaus nie erscheinen, die nur auf den geschichtlichen Zusammenhang merken. So also werden 1. Mose 10. Kapitel durch die Namen hier bezeichnet, im buchstäblichen oder geschichtlichen Sinn, die Völker, die zusammen die Alte Kirche ausmachten, im inneren Sinn aber ihre Religionslehren. 1144. Vers 1: Und dies die Geburten der Söhne Noachs, Schem, Cham und Japheth; und es wurden ihnen Söhne geboren nach der Sündflut. "Und dies die Geburten der Söhne Noachs" bedeutet die Abstammungen der Lehren und Gottesdienste der Alten Kirche, welche im allgemeinen ist Noach; "Schem, Cham und Japheth" bedeuten wie früher: Schem den wahren inneren Dienst, Cham den verdorbenen inneren Dienst, Japheth den dem inneren entsprechenden äußeren Dienst; "und geboren wurden ihnen Söhne" bedeutet die von ihnen herstammenden Lehren; "nach der Sündflut" bedeutet von der Zeit an, da diese neue Kirche entstand. HG 1145 1145. "Dies die Geburten der Söhne Noachs" 1. Mose 10/1, daß sie die Abstammungen der Lehren und Gottesdienste der Alten Kirche bedeuten, welche im allgemeinen ist Noach, erhellt aus der Bedeutung der Geburten, wovon früher die Rede war. Geburten sind im äußeren oder buchstäblichen Sinne die Zeugungen des einen vom anderen, wie bekannt ist; im inneren Sinne aber bezieht sich alles auf Himmlisches und Geistiges, oder auf Dinge der Liebtätigkeit und des Glaubens, somit beziehen sich die Geburten hier auf kirchliche, folglich Lehrgegenstände, wie aus dem Folgenden besser erhellen wird. 1146. Daß "Schem, Cham und Japheth", 1. Mose 10/1, hier wie früher bedeuten: Schem den wahren inneren Dienst, Cham den verdorbenen inneren Dienst, Japheth den dem inneren entsprechenden äußeren Dienst, erhellt aus dem, was früher über sie gesagt wurde, wo nicht bloß gezeigt worden ist, daß Schem, Cham und Japheth jene Gottesdienste bezeichnen, sondern auch, was unter dem wahren inneren Dienst oder Schem, sodann was unter dem verdorbenen inneren Dienst oder Cham, wie auch was unter dem, dem inneren entsprechenden äußeren Dienst oder Japheth verstanden wird. Daher hierbei nicht weiter zu verweilen ist. 1147. "Und geboren wurden ihnen Söhne", 1. Mose 10/1, daß sie die von ihnen herstammenden Lehren bedeuten, erhellt aus der Bedeutung der Söhne im inneren Sinn, daß sie sind Wahrheiten des Glaubens, sodann auch Falsches, folglich Lehren, durch die sowohl Wahres als Falsches bezeichnet wird, denn die Lehren der Kirche sind von solcher Art. Daß die Söhne dergleichen bedeuten, sehe man Nr. 264, 489, 491, 533. 1148. "Nach der Sündflut", 1. Mose 10/1, daß dies bedeutet von der Zeit an, da diese neue Kirche entstand, erhellt ebenfalls aus dem, was in den vorhergehenden Kapiteln gesagt worden ist; denn das Ende der Ältesten Kirche wird beschrieben durch die Sündflut, dann auch der Anfang der Alten Kirche. Zu merken ist, daß die Kirche vor der Sündflut genannt wird die Älteste Kirche, die Kirche nach der Sündflut aber die Alte Kirche. 1149. Vers 2: Die Söhne Japheths (sind): Gomer und Magog und Madai und Javan und Thubal und Meschech und Thiras. "Die Söhne Japheths" bedeuten diejenigen, die einen dem inneren entsprechenden äußeren Dienst hatten; "Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Meschech und Thiras", waren ebenso viele Völkerschaften, bei denen ein solcher Gottesdienst war; und durch sie werden im inneren Sinn ebenso viele verschiedene Lehren bezeichnet, die eben das waren, was die Religionsgebräuche, die sie heilig hielten. 1150. Daß "die Söhne Japheths", 1. Mose 10/2, diejenigen bedeuten, die einen dem inneren entsprechenden äußeren Dienst hatten, ist schon früher gesagt worden (Nr. 1062, 1098-1100). Der äußere Dienst heißt dem inneren entsprechend, wenn er das Wesentliche in sich hat. Das Wesentliche ist die Anbetung des Herrn von Herzen, die gar nicht möglich ist, wenn nicht Liebtätigkeit oder Liebe zum Nächsten da ist; in der Liebtätigkeit oder in der Liebe zum Nächsten ist der Herr gegenwärtig, dann kann Er von Herzen angebetet werden; so kommt vom Herrn die Anbetung, denn der Herr gibt alles Können und alles Sein in der Anbetung. Hieraus folgt, daß wie die Liebtätigkeit beim Menschen beschaffen ist, so die Anbetung, oder der Gottesdienst; aller Gottesdienst ist Anbetung, weil in ihm sein muß die Anbetung des Herrn, auf daß er ein Gottesdienst sei. Die Söhne Japheths, oder die Völkerschaften und Völker, die Söhne Japheths hießen, lebten unter sich in gegenseitiger Liebtätigkeit, in Freundschaft, in Leutseligkeit (civilitate), und in Einfalt, daher auch in ihrem Gottesdienst der Herr zugegen war, denn wenn der Herr zugegen ist im äußeren Dienst, dann ist der innere Dienst im äußeren, oder es ist ein dem inneren entsprechender äußerer Dienst. Weitaus die meisten Völkerschaften waren ehedem von der Art, und es gibt auch noch heutzutage solche, die in Äußeres den Gottesdienst setzen und nicht wissen, was das Innere ist, und wenn sie es wissen, nicht darüber nachdenken. Wenn diese den Herrn anerkennen und den Nächsten lieben, so ist der Herr in ihrem Gottesdienst, und sie sind Söhne Japheths; wenn sie aber den Herrn leugnen und bloß sich lieben und sich um den Nächsten nicht bekümmern, noch mehr wenn sie ihn hassen, so ist ihr Gottesdienst ein vom inneren getrennter äußerlicher, und sie sind Söhne Kanaans oder Kanaaniten. 1151. "Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Meschech und Thiras", 1. Mose 10/2, daß diese ebenso viele Völkerschaften waren, bei denen ein solcher Gottesdienst war, und daß durch sie im inneren Sinn ebenso viele Lehren bezeichnet werden, die eben das waren, was die Religionsgebräuche, die sie heilig hielten, erhellt offenbar aus dem Wort, in dem diese Völkerschaften hin und wieder genannt werden; denn durch sie wird überall bezeichnet der äußere Gottesdienst, bald der dem inneren entsprechende äußere Dienst, bald der entgegengesetzte; daß der entgegensetzte, kommt daher, daß alle Kirchen, wo immer sie auch waren, mit der Zeit sich veränderten, und zwar ins Entgegengesetzte. Daß die hier genannten Völkerschaften nichts anderes bedeuten, als den äußeren Dienst, folglich ihre Lehrgegenstände, die Gebräuche waren, kann, wie gesagt, aus anderen Stellen des Wortes, besonders bei den Propheten erhellen; von Magog, Meschech, Tubal und Gomer heißt es bei Hes.38/2-6,8: "Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Gog, das Land Magogs, den Fürsten, das Haupt Meschechs und Thubals, und weissage über ihn, und sprich: So sprach der Herr Jehovih: Siehe Ich (bin) wider dich, Gog, du Fürst, Haupt Meschechs und Thubals, und will dich zurückführen, und will Haken legen in deine Kinnbacken, und will dich herausführen, und all dein Heer, Rosse und Reiter, alle vollkommen gekleidet, eine große Versammlung, mit Tartsche und Schild, Schwerter führend, sie alle, mit ihnen Persien, Kusch und Puth, mit diesen Gomer und alle seine Flügel, Beththogarmah, die Seiten der Mitternacht, und alle seine Flügel; in der Folge der Jahre wirst du kommen über das Land, das zurückgekehrt vom Schwert, gesammelt ist aus vielen Völkern, auf die Berge Israels, die zur Wüste geworden waren": in diesem ganzen Kapitel wird gehandelt von der Kirche, die eine verkehrte geworden war, und zuletzt allen Dienst in Äußeres oder in Gebräuche setzte, nach Verlöschung der Liebtätigkeit, die bezeichnet wird durch die Berge Israels; Gog und das Land Magogs, der Fürst und das Haupt Meschechs und Thubals, ist hier der Dienst im Äußeren. Jeder kann sehen, daß nicht von Gog und Magog die Rede ist; das Wort des Herrn handelt nicht von weltlichen Dingen, sondern schließt Göttliches in sich. Hes.39/1,2,4: "Weissage über Gog, und sprich: So sprach der Herr Jehovih: Siehe Ich bin wider dich Gog, du Fürst, Haupt Meschechs und Thubals, und will dich zurückführen, und dich sechsteilen (sextabo), Ich will dich heraufkommen lassen aus den Seiten der Mitternacht, und dich bringen an die Berge Israels, auf den Bergen Israels wirst du fallen, du und alle deine Flügel, und die Völker, die mit dir sind": in diesem ganzen Kapitel wird gleichfalls gehandelt von dem äußeren Dienst, der getrennt ist vom inneren, und götzendienerisch geworden ist, und hier durch Gog, Meschech und Thubal bezeichnet wird, unter denen auch verstanden werden die Lehren, die sie annehmen, und hernach aus dem buchstäblichen Sinne des Wortes begründen, und so das Wahre verfälschen, und den inneren Dienst zerstören; denn wie gesagt, durch ebendieselben Völkerschaften wird das Entgegengesetzte bezeichnet. Joh.Offenb.20/7-9: "Wenn vollendet sind die tausend Jahre, so wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnisse, und wird ausgehen zu verführen die Völkerschaften, die in den vier Ecken der Erde sind, den Gog und Magog, sie zu versammeln zum Krieg, sie erhoben sich über die Breite der Erde, und umgaben das Lager der Heiligen, die geliebte Stadt": hier wird durch Gog und Magog ähnliches bezeichnet: der äußere Dienst der getrennt ist vom inneren, d.h. getrennt von der Liebe zum Herrn und von der Liebe zum Nächsten, ist ganz nur ein götzendienerischer, welcher umgibt das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt. Von Meschech und Thubal bei Hes.32/26: "Daselbst (liegt) Meschech und Thubal, und all seine Schar, um ihn her seine Gräber, alle unbeschnitten, vom Schwert durchbohrt, weil sie Schrecken vor sich verbreiteten im Lande der Lebenden": wo die Rede ist von Ägypten oder dem Wißtümlichen, mittelst dessen sie das Geistige ausgrübeln (explorare) wollen; Meschech und Thubal für die Lehren (doctrinalia), die sich auf Religionsgebräuche beziehen, und die unbeschnitten genannt werden, wenn kein Liebe (da ist); daher sie mit dem Schwert durchbohrt (confossa) und ein Schrecken im Lande der Lebenden (heißen). Von Javan bei Joel 4/6 (oder 3/6): "Die Söhne Jehudahs und die Söhne Jerusalems habt ihr verkauft an die Söhne der Javanim, um sie weit zu entfernen von ihrer Grenze": die Söhne Jehudahs für das Himmlische des Glaubens, die Söhne Jerusalems für das Geistige des Glaubens, somit für Inneres; die Söhne der Javanim für den vom inneren getrennten Dienst im Äußern, von welchem Dienst, weil er so weit vom Innern entfernt ist, gesagt wird, daß sie dieselben weit von ihrer Grenze entfernt haben. Javan und Thubal für den wahren äußeren Dienst selbst bei Jes.66/18,19: "Kommend zu versammeln alle Völkerschaften und Zungen, und sie werden kommen und sehen Meine Herrlichkeit, und Ich will an sie ein Zeichen setzen, und will senden aus ihnen Entkommene zu den Völkerschaften Tharschisch, Pul und Lud, die den Bogen ziehen, Thubal und Javan, den fernen Inseln, welche nichts gehört von Meinem Ruhm, und nicht gesehen haben Meine Herrlichkeit, und sie werden Meine Herrlichkeit verkünden in den Völkerschaften": wo vom Reich des Herrn und seiner Zukunft die Rede ist; Thubal und Javan für die, welche in einem dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst sind und über das Innere belehrt werden sollen. 1152. Vers 3,4: Und die Söhne Gomers: Aschkenas, und Riphath, und Thogarmah. Und die Söhne Javans: Elischah, und Tharschisch, Kitthim, und Dodanim". Durch "die Söhne Gomers" werden ebenfalls diejenigen bezeichnet, die einen äußeren Gottesdienst hatten, der aber von demjenigen abstammte, welcher bei der Völkerschaft Gomer war; "Aschkenas, und Riphath, und Thogarmah" waren ebenso viele Völkerschaften, bei denen ein solcher Gottesdienst war, und durch sie werden auch bezeichnet ebenso viele Lehren, die Religionsgebräuche betrafen, herstammend von dem äußeren Dienst bei Gomer; durch "die Söhne Javans" werden bezeichnet noch andere, die einen äußeren Dienst hatten, herstammend von dem Dienst, der bei der Völkerschaft Javan war; "Elischah, und Tharschisch, Kitthim, und Dodanim" waren ebenso viele Völkerschaften, die einen solchen Gottesdienst hatten, und durch die auch bezeichnet werden ebenso viele Lehren, welche Religionsgebräuche betrafen, und herstammten von dem äußeren Dienst bei Javan. 1153. Daß durch die "Söhne Gomers", 1. Mose 10/3, ebenfalls diejenigen bezeichnet werden, die einen äußeren Gottesdienst hatten, der aber von demjenigen abstammte, welcher bei der Völkerschaft Gomer war, folgt aus dem, was früher einige Male gesagt und gezeigt worden ist über die Bedeutung der Söhne; dann auch daraus, daß Gomer eine Völkerschaft unter denen ist, die einen dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst hatten. Sieben Völkerschaften werden im vorigen Vers genannt, die in einem solchen Dienst waren, hier wiederum sieben Völkerschaften, die Söhne Gomers und Javans heißen. Was für ein besonderer Unterschied aber war zwischen der einen und der anderen, läßt sich nicht sagen, weil sie hier bloß genannt werden; bei den Propheten aber, wo im besondern von diesem und jenem Gottesdienst der Kirche gehandelt wird, können die Unterschiede ersehen werden. Im allgemeinen verhalten sich alle Verschiedenheiten des äußeren Dienstes, wie auch die des inneren, gemäß der Anbetung des Herrn im Gottesdienst, und die Anbetung verhält sich gemäß der Liebe zum Herrn, und der Liebe zum Nächsten, denn in der Liebe ist der Herr gegenwärtig, so im Gottesdienst, mit dessen Verschiedenheiten bei den hier genannten Völkern es sich darum so verhielt. Um es noch deutlicher zu sagen, wie die Verschiedenheiten des Dienstes sich verhalten, und wie sie sich in der Alten Kirche bei den verschiedenen Völkerschaften verhielten, so ist zu wissen, daß aller wahre Dienst besteht in der Anbetung des Herrn, die Anbetung des Herrn in der Demut, die Demut in der Anerkennung, daß man selbst gar nichts Lebendiges und gar nichts Gutes habe, sondern daß alles, was man hat, tot ist, ja leichenhaft; und in der Anerkennung, daß vom Herrn alles Lebendige und alles Gute (ist). Je mehr der Mensch dies anerkennt, nicht mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, desto mehr ist er in der Demut, folglich desto mehr in der Anbetung, d.h. im wahren Gottesdienst, und desto mehr ist er in der Liebe und Liebtätigkeit, und desto mehr ist er in der Seligkeit, im einen ist das andere enthalten, (sie sind) so verbunden, daß sie unzertrennlich sind; hieraus kann erhellen, welche und welcherlei die Unterschiede des Gottesdienstes sind. Die, welche hier erwähnt sind und genannt werden Söhne Gomers und Javans, sind diejenigen, die ebenfalls einen dem inneren entsprechenden äußeren Dienst hatten, aber einen etwas entfernteren, als diejenigen, die im vorhergehenden Vers erwähnt sind, weshalb sie auch Söhne genannt werden; die abwärts aufeinanderfolgenden Generationen oder die Abstammungen gehen hier fort vom Innerlichen zum Äußerlichen; je sinnlicher der Mensch ist, desto äußerlicher, folglich entfernter wird er vom wahren Dienst des Herrn, denn er hat an sich mehr von der Welt, vom Leib und von der Erde, und weniger vom Geist, daher er entfernter ist. Diese, weil sie Söhne Gomers und Javans heißen, setzen, da sie mehr sinnlich sind, den Gottesdienst noch mehr in Äußeres, als die sogenannten Eltern und Vetter, daher sie hier eine zweite Klasse bilden. 1154. "Aschkenas, Riphath und Thogarmah", 1. Mose 10/3, daß sie ebenso viele Völkerschaften waren, bei denen ein solcher Dienst sich fand, und daß durch sie bezeichnet werden ebenso viele Lehren, die sich auf Religionsgebräuche bezogen, und herstammten vom äußeren Dienst bei Gomer, erhellt bei den Propheten, wo auch ebendieselben Völkerschaften erwähnt, und durch sie überall bezeichnet werden Lehren oder Religionsgebräuche, wie gewöhnlich, in beiderlei Sinn, bald im echten, bald im entgegengesetzten: Aschkenas bei Jerem.51/27: "Richtet ein Panier auf im Lande, stoßet in die Posaune unter den Völkerschaften, weihet gegen sie die Völkerschaften, lasset hören gegen sie die Königreiche Ararath, Minni, und Aschkenas": hier von der Zerstörung Babels, wo Aschkenas für ihren abgöttischen Dienst, oder für den vom inneren getrennten äußeren steht, der Babel zerstört; im besonderen für falsche Lehren; somit in entgegengesetzten Sinn. Thogarmah bei Hes.27/13,14: "Javan, Thubal und Meschech, diese deine Händler, in der Seele des Menschen, und Gefäße von Erz haben sie gegeben in deinen Handel. Von Beththogarmah haben sie Rosse und Reiter, und Maultiere gegeben deinen Handelsplätzen (subsidiis)": wo von Tyrus die Rede ist, durch das vorgebildet sind die, welche Erkenntnisse himmlischer und geistiger Dinge besaßen; Javan, Thubal und Meschech sind, wie früher, verschiedene vorbildliche oder entsprechende Gebräuche; Beththogarmah ebenfalls; die äußeren Gebräuche von jenen beziehen sich auf Himmlisches, von diesem aber, d.h. von Beththogarmah auf Geistiges, wie erhellt aus der Bedeutung der Dinge, mit denen sie gehandelt haben: hier im guten Sinn. Hes.38/6: "Gomer und alle seine Flügel, Beththogarmah die Seiten der Mitternacht, und mit allen seinen Flügeln": für verkehrte Lehren, die auch die Seiten der Mitternacht sind: hier im entgegengesetzten Sinn. 1155. Daß durch die "Söhne Javans", 1. Mose 10/4, bezeichnet werden noch andere, die einen äußeren Dienst hatten, der von dem Gottesdienst der Völkerschaft Javan herstammte, kann gleichfalls erhellen bei den Propheten, wo sie in einem Zusammenhang mit den Sachen selbst vorkommen, indem sie nichts anderes bedeuten als Sachen. Daß bloß erwähnt werden die Söhne Gomers und die Söhne Javans, nicht aber die der übrigen: 1. Mose 10/2, wo sieben sind, hat seinen Grund darin, daß die Söhne des einen sich beziehen auf die Klasse des Geistigen, und die Söhne des anderen auf die Klasse des Himmlischen; daß die Söhne Gomers sich auf die Klasse des Geistigen beziehen, erhellt aus den kurz oben angeführten Stellen bei den Propheten. Daß aber die Söhne Javans zur Klasse des Himmlischen gehören, wird aus dem Folgenden klar werden; die Klasse des Geistigen unterscheidet sich von der Klasse des Himmlischen dadurch, daß jenes sich bezieht auf Wahrheiten des Glaubens, und dieses auf Gutes des Glaubens, das der Liebtätigkeit angehört. Diese Unterscheidungen sind, obwohl sie in der Welt ganz unbekannt sind, gleichwohl im Himmel sehr bekannt, ja nicht bloß in Rücksicht der Unterschiede im allgemeinen, sondern auch in Rücksicht der besonderen Unterschiede, und es gibt daselbst nicht das Kleinste eines Unterschiedes, das nicht in der gehörigsten Ordnung gesondert wäre. In der Welt weiß man nichts weiter, als daß es Gottesdienste gibt, und daß sie verschieden sind, und zwar bloß im Äußeren. Im Himmel aber treten die Unterschiede selbst, die unzählig sind, auf lebendige Weise vor die Augen, und zwar gemäß ihrer Beschaffenheit im Innern. 1156. "Elischah, Tharschisch, Kitthim und Dodanim", 1. Mose 10/4, daß sie ebenso viele Völkerschaften waren, bei denen ein solcher Gottesdienst statt hatte, und daß durch sie bezeichnet werden ebenso viele Lehren, die Rituale waren, und herstammten vom äußeren Dienst bei Javan, kann erhellen aus folgenden Stellen bei den Propheten: Von Elischah bei Hes.27/7: "Byssus mit Stickerei aus Ägypten war deine Ausbreitung, daß es dir zum Panier diente: Hyazinth und Purpur aus den Inseln Elischah war dein Decke": wo von Tyrus die Rede ist, durch das bezeichnet werden die, welche himmlische und geistige Reichtümer, d.h. Erkenntnisse besitzen; Stickerei aus Ägypten für Wißtümliches, und so für die Geistiges vorbildenden Gebräuche, Hyazinthe und Purpur aus den Inseln Elischah für die dem inneren Dienst entsprechenden, somit für die das Himmlische vorbildenden Gebräuche; hier im echten Sinn. Von Tharschisch bei Jes.66/19: "Ich will senden aus ihnen Entronnene zu den Völkerschaften Tharschisch, Pul und Lud, die den Bogen spannen; Thubal und Javan den fernen Inseln". Jes.23/1,14: "Heulet ihr Schiffe Tharschischs, weil verwüstet ist Tyrus, daß kein Haus mehr ist, in das man eingehe, aus dem Lande Kitthim (ward es) ihnen kund", und weiter von Tharschisch Jes.60/9; Jerem.10/9; Hes.27/12; Ps.48/8: wo es für Religionsgebräuche oder Lehren steht. Von Kitthim bei Jerem.2/10: "Geht hinüber in die Inseln Kitthim, und sehet; und nach Arabien, und merket wohl auf, ob etwas geschehen ist wie dies", und bei Jes.23/12: "Er sprach: Nicht weiter sollst du frohlocken, geschändete Jungfrau Tochter Zidons, auf zu Kitthim, ziehe hinüber, auch dort ist keine Ruhe dir": wo Kitthim für die Religionsgebräuche steht. Hes.27/6: "Aus Eichen von Baschan machten sie deine Ruder, dein Brett machten sie aus Elfenbein, die Tochter der Schritte, aus den Inseln Kitthim": wo von Tyrus die Rede ist; das Schiffbrett aus den Inseln Kitthim für das Äußere des Gottesdienstes, somit für Religionsgebräuche, die sich auf die Klasse des Himmlischen beziehen. 4. Mose 24/24: "Schiffe vom Ufer Kitthim, und sie werden bedrängen Aschur, und werden bedrängen Eber": wo es ebenfalls für den äußeren Dienst, oder für Religionsgebräuche steht. Hieraus kann erhellen, daß durch alle diese Namen im inneren Sinn Sachen bezeichnet werden, und diese Sachen in ihrem Zusammenhange vorkommen. 1157. Vers 5: Von diesen breiteten sich aus die Inseln der Völkerschaften in ihren Ländern, jede nach ihrer Zunge, nach ihren Familien, in Rücksicht ihrer Geschlechter. "Von diesen breiteten sich aus die Inseln der Völkerschaften in ihren Ländern" bedeutet, daß die Gottesdienste mehrerer Völkerschaften von ihnen herkamen. Die Inseln sind besondere Gebiete, somit besondere Gottesdienste, die noch entfernter waren. Die Länder sind ihr Allgemeines; "nach ihrer Zunge, nach ihren Familien, in Rücksicht ihrer Geschlechter" bedeutet dasselbe nach der Sinnesart einer jeden. Nach ihrer Zunge, heißt nach der Meinung einer jeden; nach ihren Familien, heißt nach der Gutartigkeit; in Rücksicht ihrer Geschlechter, heißt nach beiderlei Rücksichten im allgemeinen. 1158. Daß "von diesen breiteten sich aus die Inseln der Völkerschaften in ihren Ländern", 1. Mose 10/5, bedeutet, daß die Gottesdienste mehrerer Völkerschaften von ihnen herkamen; und daß die Inseln sind besondere Gebiete (tractus), somit besondere Gottesdienste, die noch entfernter waren, und daß die Länder sind ihr Allgemeines, erhellt aus der Bedeutung der Inseln im Wort. Bisher ist gehandelt worden von denen (1. Mose 10/1-4), die einen dem inneren entsprechenden äußeren Gottesdienst hatten; durch die sieben Söhne Japheths sind diejenigen bezeichnet worden, die dem wahren inneren Dienst näher kamen; durch die sieben Söhne Gomers und zugleich Javans, diejenigen, die vom wahren inneren Dienst entfernter waren. Durch die Inseln der Völkerschaften werden bezeichnet diejenigen, die noch entfernter, und eigentlich diejenigen, die untereinander in Liebtätigkeit, aber doch in Unkunde lebten, indem sie nichts wußten vom Herrn, von den Glaubenslehren der Kirche, und vom inneren Gottesdienst, dennoch aber einen äußeren Dienst hatten, den sie gewissenhaft beobachteten; solche werden im Worte Inseln genannt, daher wird durch die Inseln im inneren Sinn bezeichnet der Gottesdienst, der entfernter ist. Die, welche im inneren Sinn des Wortes sind, wie die Engel, wissen nichts von Inseln, denn sie haben keine Vorstellung mehr von solchen Dingen, sondern statt derselben vernehmen sie den entfernteren Gottesdienst, wie ihn die Völkerschaften außerhalb der Kirche haben. Ebenso vernehmen sie auch bei den Inseln dasjenige innerhalb der Kirche selbst, was etwas entfernter ist von der Liebtätigkeit, wie es die Freundschaftlichkeiten und Artigkeiten sind; Freundschaft ist nicht Liebtätigkeit, noch weniger Artigkeit (civilitas), sondern es sind Stufen unterhalb der Liebtätigkeit, je mehr sie aber von der Liebtätigkeit an sich haben, desto mehr sind sie aufrichtig. Daß durch die Inseln solcherlei bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Jes.41/1,5: "Verstummet Mir, ihr Inseln und die Völker sollen erneuern ihr Kräfte, sollen herzutreten. Es sahen es die Inseln und fürchteten sich, die Enden der Erde zitterten, naheten sich und kamen": hier die Inseln für die gutartigen Völkerschaften außerhalb der Kirche, die ihren äußeren Dienst gewissenhaft beobachteten; die äußersten Grenzen, wo (noch) eine Kirche ist, werden genannt die Enden der Erde. Jes.42/4,10,12: "Er wird nicht verdunkeln und nicht zerbrechen, bis Er auf Erden das Gericht aufrichtet, und auf Sein Gesetz die Inseln harren. Singet dem Jehovah ein neues Lied, Sein Lob vom Ende der Erde her, die ihr hinabsteiget ins Meer, und was es füllt, die Inseln und ihre Bewohner; sie sollen darbringen dem Jehovah Herrlichkeit, und Sein Lob auf den Inseln verkündigen": die Inseln auch hier für die Völkerschaften außerhalb der Kirche, die in Unkunde, Einfalt und Rechtschaffenheit lebten. Jes.49/1: "Merket, ihr Inseln, auf Mich, und höret ihr Völker von der Ferne": ebenso für jene Völkerschaften, die entfernter sind vom Dienste des Herrn, und von den Erkenntnissen des Glaubens, weshalb es heißt, von der Ferne. Jes.51/5: "Auf Mich werden die Inseln hoffen, und auf Meinen Arm warten": für dieselben; weil sie die sind, die in Rechtschaffenheit leben, wird gesagt, sie werden auf Mich hoffen, und auf Meinen Arm warten. Jerem.31/10: "Höret das Wort Jehovahs, ihr Völkerschaften, und verkündet es auf den Inseln von der Ferne": für ebendieselben. Zeph.2/11: "Furchtbar ist Jehovah über ihnen, weil Er hinschwinden lassen wird alle Götter der Erde, und sich Ihm beugen werden jeder von seinem Orte her, alle Inseln der Völkerschaften": die Inseln der Völkerschaften für die von den Glaubenserkenntnissen entfernteren Völkerschaften. Ps.97/1,2: "Jehovah ist König, es frohlocke die Erde, es seien fröhlich viele Inseln; Wolke und Dunkel um Ihn her": für ebendieselben; ihre Unwissenheit wird hier vorbildlich ausgedrückt durch Wolke und Dunkel; weil sie aber in Einfalt und Rechtschaffenheit sind, wird gesagt, um Ihn her. Weil durch die Inseln bezeichnet wird das, was entfernter ist, so sind auch Tharschisch, Pul, Lud, Thubal und Javan, durch die bezeichnet wurden die äußeren Gottesdienste, Inseln genannt worden: Jes.66/19; sodann auch die Kitthim: Jerem.2/10; Hes.27/6. Werden die Inseln dem Lande oder den Bergen entgegengesetzt, so bedeuten sie auch die Glaubenswahrheiten, darum weil sie im Meere sind; somit Lehren, die sich auf gottesdienstlichen Gebräuche beziehen. 1159. Daß "jede nach ihrer Zunge, nach ihren Familien, nach ihren Geschlechtern", 1. Mose 10/5, bedeutet dasselbe nach der Sinnesart eines jeden, und daß "nach der Zunge" heiße, nach der Meinung eines jeden, und daß "nach den Familien" heiße, nach der Rechtschaffenheit, und daß "nach ihren Geschlechtern" (gentes) heiße, nach beiderlei Rücksichten im allgemeinen, kann erhellen aus der Bedeutung der Zunge, und der Familien, und der Geschlechter im Wort, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß die Zunge im inneren Sinn bezeichnet die Meinung, somit die Grundsätze und Überzeugungen, hat seinen Grund darin, daß eine solche Entsprechung zwischen der Zunge und dem verständigen Teile des Menschen, oder seinem Denken stattfindet; welcherlei die Wirkung mit ihrer Ursache ist, solcherlei ist auch der Einfluß nicht nur der Gedanken des Menschen in die Bewegungen der redenden Zunge, sondern solcherlei ist auch der Einfluß des Himmels, wovon einiges aus Erfahrung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Daß die Familien im inneren Sinn bedeutet die Rechtschaffenheit, sodann Liebtätigkeit und die Liebe, kommt daher, daß alles, was zur gegenseitigen Liebe gehört, sich in den Himmeln verhält wie Blutsfreundschaften und Schwägerschaften, somit wie Familien, worüber man sehe Nr. 685; daher im Worte das, was zur Liebe oder Liebtätigkeit gehört, ausgedrückt wird durch Häuser, wie auch durch Familien (bei dessen Begründung hier nicht zu verweilen ist). Daß das Haus dergleichen bezeichnet, sehe man Nr. 710. Daß die Geschlechter (gentes) beides im allgemeinen bezeichnen, erhellt aus der Bedeutung des Geschlechtes oder der Geschlechter im Wort. Geschlechter bedeuten im guten Sinn neues Williges und Verständiges, folglich Gutes der Liebe und Wahrheiten des Glaubens, im entgegengesetzten Sinn aber bedeuten sie Böses und Falsches, ebenso auch, Häuser, Familien, Zungen, was durch sehr vieles aus dem Wort begründet werden kann. Der Grund ist, weil die Älteste Kirche geschieden war in Häuser, in Familien und in Geschlechter. Ein Haus bildeten die Ehegatten mit den Kindern und mit den Knechten und Mägden; eine Familie bildeten mehrere Häuser, die nicht weit voneinander entfernt waren; Geschlechter aber bildeten mehrere Familien; daher bezeichneten die Geschlechter in einem Inbegriff alle Familien zusammen. Ebenso verhält es sich im Himmel, aber alles hat dort seine Beziehung auf die Liebe und den Glauben an den Herrn: Nr. 685. Daher nun die Bedeutung der Geschlechter im inneren Sinn, sofern sie ist das Allgemeine, das in sich begreift sowohl das Willige als das Verständige, oder was dasselbe ist, sowohl das was der Liebe, als das was des Glaubens ist, in Beziehung auf die Familien und Häuser, aus denen sie sich bilden, worüber man sehe was früher Nr. 470, 471, 783, (gesagt worden ist). Aus diesem erhellt, daß die Geschlechter (oder Völkerschaften) beides im allgemeinen bedeuten; und daß eine jede nach ihrer Zunge, nach ihren Familien und in betreff ihrer Geschlechter bedeutet die Sinnesart (genium) eines jeden Menschen, jeder Familie, jedes Geschlechts (oder jeder Völkerschaft), auf die der Gottesdienst von der Alten Kirche sich fortpflanzte. 1160. Vers 6: Und die Söhne Chams: Kusch, und Mizraim, und Puth, und Kanaan. Durch "Cham" wird hier wie früher, bezeichnet der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube; durch "die Söhne Chams", was dem getrennten Glauben angehört; "Kusch, und Mizraim, und Puth, und Kanaan", waren ebenso viele Völkerschaften (gentes), durch die im inneren Sinn bezeichnet werden Erkenntnisse, Wissenschaften und Gottesdienste, die dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben angehören. 1161. Daß durch Cham bezeichnet wird der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube, erhellt aus dem, was im vorhergehenden Kapitel über Cham gesagt und gezeigt worden ist. 1162. Daß durch "die Söhne Chams", 1. Mose 10/6, bezeichnet wird was dem getrennten Glauben angehört, folgt eben hieraus. Um wissen zu können, was Cham, und somit auch was die Söhne Chams sind, muß man wissen, was der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube ist. Der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube ist kein Glaube; wo kein Glaube ist, da ist kein Gottesdienst, weder ein innerer, noch ein äußerer; wenn je ein Dienst ist, so ist es ein verdorbener Dienst, daher durch Cham in gleicher Weise auch bezeichnet wird der verdorbene innere Dienst. Eine falsche Meinung haben die, welche den Glauben für ein bloßes von der Liebtätigkeit getrenntes Wissen himmlischer und geistiger Dinge halten; denn ein Wissen können zuweilen vor anderen die Allerschlimmsten haben, wie die, welche in beständigem Haß und Rache und in Ehebrüchen leben, folglich höllisch sind, und nach dem Leben des Leibes Teufel werden; hieraus kann erhellen, daß das Wissen kein Glaube ist, sondern der Glaube ist die Anerkennung dessen, was des Glaubens ist, und die Anerkennung ist keineswegs äußerlich, sondern innerlich, und wird vom Herrn allein gewirkt durch die Liebtätigkeit beim Menschen, und die Anerkennung ist keineswegs Sache des Mundes, sondern Sache des Lebens. Aus dem Leben eines jeden kann man wissen, wie die Anerkennung beschaffen ist. Söhne Chams heißen alle, die ein Wissen von den Erkenntnissen des Glauben haben, und keine Liebtätigkeit; sei es nun ein Wissen der tieferen Erkenntnisse des Wortes (cognitionum interiorum verbi), und seiner eigentlichen Geheimnisse; oder ein Wissen alles dessen, was im buchstäblichen Sinne des Wortes ist; oder ein Wissen anderer Wahrheiten, durch die man diese sehen kann, welchen Namen sie auch haben mögen; oder eine Erkenntnis aller Rituale des äußeren Gottesdienstes; wenn sie keine Liebtätigkeit haben, sind sie Söhne Chams. Daß die, welche Söhne Chams genannt werden, so beschaffen sind, zeigt sich an den Völkerschaften, von denen jetzt die Rede ist. 1163. Daß "Kusch, Mizraim, Puth und Kanaan", 1. Mose 10/6, ebenso viele Völkerschaften waren, durch die im inneren Sinn bezeichnet werden Erkenntnisse, Wissenschaften und Religionsgebräuche, die dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben angehören, kann erhellen aus dem Wort wo diese Völkerschaften hin und wieder genannt werden, denn dort wird durch sie solches bezeichnet; nämlich durch Kusch oder Äthiopien die tieferen Erkenntnisse (cognitiones interiores) des Wortes, durch die man falsche Prinzipien begründet; durch Mizraim oder Ägypten, Wissenschaften oder verschiedenes Wißtümliches, durch das man die Geheimnisse des Glaubens ausforschen will und die Prinzipien des Falschen dadurch begründet; durch Puth oder Libyen, die Erkenntnisse aus dem buchstäblichen Sinne des Wortes, durch die man gleichfalls falsche Prinzipien begründet; durch Kanaan oder die Kanaaniten werden bezeichnet die Religionsgebräuche oder vom inneren getrennte äußere Gottesdienste; diese alle, wenn sie von der Liebtätigkeit getrennt sind, werden genannt Söhne Chams. Durch ebendieselben Völkerschaften werden auch bezeichnet die Erkenntnisse und Wissenschaften schlechthin: durch Kusch die tieferen Erkenntnisse des Wortes, durch Ägypten die Wissenschaften, durch Puth die Erkenntnisse aus dem buchstäblichen Sinne des Wortes; dies ist der Grund, warum sie in beiderlei Sinn genommen werden, sowohl im bösen als im guten, wie aus folgenden Stellen erhellen kann. 1164. Daß durch "Kusch oder Äthiopien" bezeichnet werden die tiefer gehenden Erkenntnisse des Wortes, durch die man falsche Prinzipien begründet, erhellt bei Jerem.46/8,9: "Ägypten zieht hinan wie ein Strom, und wie Ströme werden bewegt die Wasser, und es sprach: Ich will hinanziehen, das Land bedecken, die Stadt zerstören, und die darin wohnen; ziehet hinauf ihr Rosse, und raset ihr Wagen, und es sollen ausziehen die Starken von Kusch und Puth, die den Schild ergreifen": hier Ägypten für diejenigen, die nichts glauben, wenn sie es nicht durch Wißtümliches begreifen, daher denn lauter Zweifel, Verneinungen und Irrtümer, welches ist hinaufziehen, das Land bedecken und die Stadt zerstören; Kusch hier, für die allgemeineren und tiefer gehenden Erkenntnisse des Wortes, mit denen man die vorgefaßten Grundsätze des Falschen begründet; Puth für die Erkenntnisse aus dem buchstäblichen Sinne des Wortes, die den Scheinbarkeiten der Sinne gemäß sind. Hes.30/4-6: "Es wird das Schwert nach Ägypten kommen, und Schmerz sein in Kusch, wenn fallen wird der Durchbohrte in Ägypten, und man nehmen wird seine Schar, und es werden zerstört werden seine Grundfesten, Kusch und Puth, und Lud und ganz Ereb und Kub, und die Söhne des Bundeslandes werden mit ihnen durchs Schwert fallen": was dies sein solle, konnte gar niemand wissen, außer aus dem inneren Sinn; und wenn nicht die Namen Sachen bezeichneten, so würde beinahe kein Sinn sein; hier aber werden durch Ägypten bezeichnet die Wissenschaften, mittels der man in die Geheimnisse des Glaubens eindringen will; Kusch und Puth werden seine Grundfesten genannt, weil sie Erkenntnisse aus dem Wort sind. Hes.30/9: "An jenem Tage werden Boten von Mir ausgehen auf Schiffen, um zu schrecken den sichern Kusch, und es wird Schmerz bei ihnen sein wie am Tage Ägyptens": Kusch für die Erkenntnisse aus dem Wort, die die falschen Schlüsse aus dem Wißtümlichen begründen. Hes.29/10: "Ich will das Land Ägypten zur Wüste machen, zur Wüste der Verödung vom Turm Sevene, und bis zur Grenze Kusch": hier Ägypten für das Wißtümliche, Kusch für die Erkenntnisse des Inwendigen des Wortes, welche die Grenzen sind, bis wohin die Wissenschaften gehen. Jes.20/4,5: "Wegführen wird der König Aschurs die Gefangenschaft Ägyptens, und die Gefangenschaft Kuschs, Knaben und Greise, nackt und barfuß, und mit entblößtem Gesäß, die Nachtheit Ägyptens, und bestürzt werden sie sein, und sich schämen wegen Kuschs, ihrer Hoffnung und wegen Ägyptens, ihrer Zierde": hier Kusch für die Erkenntnisse aus dem Wort, mit denen die durch Wißtümliches eingesogenen falschen Meinungen begründet werden; Aschur ist die Vernünftelei, die gefangen führt. Nahum 3/9: "Kusch, ihre Stärke, und Ägypten, und kein Ende, Puth und Lubim waren deine Hilfe": von der verwüsteten Kirche, wo gleichfalls Ägypten für das Wißtümliche und Kusch für die Erkenntnisse steht. Kusch und Ägypten einfach für die Erkenntnisse und Wissenschaften, die Wahrheiten sind, nutzbringend für die, welche im Glauben der Liebtätigkeit sind; mithin im guten Sinn. Jes.45/14: "Es sprach Jehovah: die Arbeit Ägyptens, und der Lohn Kuschs, und der Sabäer, die Männer des Maßes, werden zur dir übergehen, und dein sein, dir nach werden sie wandeln in Fesseln, sie werden übergehen, und sich beugen zu dir, zu dir werden sie beten: nur in dir ist Gott, und sonst kein anderer Gott": die Arbeit Ägyptens für die Wissenschaft, der Lohn Kuschs und der Sabäer für die Erkenntnisse der geistigen Dinge, die denjenigen dienlich sind, die den Herrn anerkennen, denn für sie ist alles Wissenschaft und Erkenntnis. Dan.11/43: "Der König der Mitternacht wird herrschen über die verborgenen Schätze Goldes und Silbers, und über alle Kostbarkeiten Ägyptens, und die Lubim (Puth) und Kuschim (werden) in deinen Gängen (sein)": Puth und Kusch hier für die Erkenntnisse aus dem Wort, Ägypten für das Wißtümliche. Zeph.3/10: "Von jenseits der Ströme Kuschs her Meine Anbeter": für diejenigen, die außer dem Bereich der Erkenntnisse sind, somit für die Heiden. Ps.68/32: "Es werden die Großen aus Ägypten kommen, Kusch wird seine Hände nach Gott ausstrecken": hier Ägypten für die Wissenschaften und Kusch für die Erkenntnisse. Ps.87/4: "Gedenken will Ich Rahabs und Babels unter denen, die Mich erkennen, siehe, Philistäa, und Tyrus, samt Kusch, dieser ist dort geboren (in der Stadt Gottes)": Kusch für die Erkenntnisse aus dem Wort, weshalb er heißt, geboren in der Stadt Gottes. Weil Kusch die tiefer gehenden Erkenntnisse des Wortes und die Einsicht aus denselben bezeichnet, darum wird gesagt, daß der zweite vom Garten Eden ausgehende Strom das ganze Land Kusch umgeben habe, worüber man sehe Nr. 117. 1165. Daß durch "Mizraim oder Ägypten", 1. Mose 10/6, im Worte bezeichnet werden Wissenschaften, oder allerlei Wißtümliches, womit man die Glaubensgeheimnisse ausforschen will, und (wodurch man) die von daher gefaßten falschen Ansichten begründet, sodann auch einfach die Wissenschaften, somit (auch) die nützlichen, erhellt nicht bloß aus den bereits angeführten Stellen, sondern auch aus sehr vielen anderen, die alle, wenn sie angeführt würden, (viele) Seiten füllen würden; man sehe Jes.19/1-15; 30/1-3; 31/1-3; Jerem.2/18,36; 42/14-22; 46/1-28; Hes.16/26; 23/3,8; 29/1-13; 30/1-26; Hos.7/11; 9/3,6; 11/1,5,11; Micha 7/12; Sach.10/10,11; Ps.80/9-15. 1166. Daß durch "Puth oder Libyen", 1. Mose 10/6, im Worte bezeichnet werden Erkenntnisse aus dem buchstäblichen Sinne, durch die in gleicher Weise falsche Ansichten begründet werden, sodann auch überhaupt dergleichen Erkenntnisse, erhellt aus den schon früher angeführten Stellen (Nr. 1164), wo von Kusch die Rede ist; weil nämlich durch diesen gleichfalls Erkenntnisse, jedoch tiefere, bezeichnet werden, so werden im Worte Puth und Kusch zusammen genannt. Man sehe die dort angeführten Stellen aus Jerem.46/8,9; Hes.30/4-6; Nahum 3/9; Dan.11/43. 1167. Daß durch "Kanaan oder den Kanaaniten", 1. Mose 10/6, im Worte bezeichnet werden Rituale, oder äußere Gottesdienste, die getrennt sind vom inneren, erhellt aus sehr vielen Stellen, hauptsächlich in den geschichtlichen Büchern, und weil dieselben von dieser Art waren, zur Zeit, da die Söhne Jakobs ins Land eingeführt wurden, ward zugelassen, daß sie ausgerottet wurden, aber im inneren Sinn des Wortes werden alle die unter den Kanaaniten verstanden, die einen vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst haben; und weil die Juden und Israeliten mehr als die übrigen von dieser Art waren, werden im prophetischen Wort sie insonderheit damit bezeichnet, wie schon aus folgenden zwei Stellen erhellen kann: Ps.106/38,39: "Sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, und entweiht wurde das Land durch Blut, und sie verunreinigten sich mit ihren Werken, und hurten mit ihren Taten": das Blut der Söhne und Töchter vergießen heißt hier im inneren Sinn, sie haben alle Glaubenswahrheiten und alles Gute der Liebtätigkeit ausgetilgt; die Söhne und Töchter den Götzen Kanaans opfern bedeutet, die Dinge des Glaubens und der Liebtätigkeit entweihen durch einen vom inneren getrennten äußeren Dienst, der durchaus nur abgöttisch ist, so verunreinigten sie sich mit ihren Werken und hurten mit ihren Taten. Hes.16/3: "So sprach der Herr Jehovih zu Jerusalem, deine Handelsgeschäfte, und deine Herkunft sind aus dem Lande Kanaan, dein Vater ein Amoriter, deine Mutter eine Hethiterin": wo deutlich gesagt wird, sie seien vom kanaanäischen Lande. Daß Kanaan den vom inneren getrennten äußerlichen Dienst bezeichnet, darüber sehe man Nr. 1078, 1094. 1168. Vers 7: Und die Söhne Kuschs: Seba und Chavillah, und Sabtha, und Raamah, und Sabtheka. Und die Söhne Raamahs: Scheba und Dedan. Durch "die Söhne Kuschs" werden diejenigen bezeichnet, die keinen inneren Dienst hatten, sondern Glaubenserkenntnisse, in deren Besitz sie die Religion setzten; "Seba, Chavillah, Sabtha, Raamah und Sabtheka", sind ebenso viele Völkerschaften, bei denen sich diese fanden. Im inneren Sinn werden durch ebendieselben die Erkenntnisse selbst bezeichnet; durch die Söhne Raamahs werden gleichfalls solche bezeichnet, die keinen inneren Dienst hatten, sondern Glaubenserkenntnisse, in deren Besitz sie die Religion setzten; "Scheba und Dedan" waren die Völkerschaften, bei denen sie sich fanden; mit dem Unterschiede jedoch, daß durch die Söhne Kuschs bezeichnet werden Erkenntnisse von geistigen, durch die Söhne Ramaahs Erkenntnisse von himmlischen Dingen. 1169. Daß durch die "Söhne Kuschs", 1. Mose 10/7, solche bezeichnet werden, die keinen inneren Dienst hatten, sondern Glaubenserkenntnisse, in deren Besitz sie die Religion setzten, zeigt sich an Kusch, dessen Söhne sie sind, und durch den bezeichnet werden innerliche Erkenntnisse geistiger Dinge, wie oben gezeigt worden; wie auch aus den Stellen des Wortes erhellt, in denen jene Völkerschaften genannt werden. 1170. Daß "Seba, Chavillah, Sabtha, Raamah, Sabtheka", 1. Mose 10/7, ebenso viele Völkerschaften sind, bei denen sie waren, und daß im inneren Sinne durch ebendieselben die Erkenntnisse selbst bezeichnet werden, kann erhellen aus den Stellen im Wort, die unten angeführt werden sollen. 1171. Daß durch die "Söhne Raamahs", 1. Mose 10/7, gleichfalls solche bezeichnet werden, die keinen inneren Dienst hatten, sondern Glaubenserkenntnisse, in deren Besitz sie die Religion setzten; und daß Scheba und Dedan Völkerschaften sind, bei denen sie waren, und daß im inneren Sinn durch ebendieselben die Erkenntnisse selbst bezeichnet werden, ist zu ersehen aus folgenden Stellen bei den Propheten; und zwar, was die von Seba, Scheba und Raamah handelnden betrifft: Ps.72/10,11: "Die Könige Tharschischs und der Inseln werden Gaben bringen, und die Könige Schebas und Sebas Ehrengeschenke zuführen, und es werden vor Ihm sich beugen alle Könige": wo vom Herrn, Seinem Reich und der himmlischen Kirche die Rede ist; daß hier durch Gabe und Ehrengeschenk bezeichnet werden Gottesdienste, kann jeder sehen, aber welcher Gottesdienst, und von welcher Art, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, was unter Tharschisch und den Inseln, und unter Scheba und Seba verstanden wird; daß unter Tharschisch und den Inseln verstanden werden äußere Gottesdienste, die dem inneren entsprechen, ist früher gezeigt worden, und daß unter Scheba und Seba innere Gottesdienste, folgt eben daraus, nämlich unter Scheba Himmlisches des Gottesdienstes, und unter Seba Geistiges des Gottesdienstes. Jes.43/3: "Ich gab als Lösegeld für dich Ägypten, Kusch und Seba statt deiner": wo Kusch und Seba für die geistigen Dinge des Glaubens stehen. Jes.45/14: "Die Arbeit Ägyptens, und der Lohn Kuschs und der Sebäer; die Männer des Maßes werden zu dir übergehen": die Arbeit Ägyptens für die Wissenschaft, der Lohn Kuschs und der Sebäer für die Erkenntnisse der geistigen Dinge, welche denjenigen dienen, die an den Herrn glauben. Jes.60/6,7: "Die Menge der Kamele wird dich decken, die Dromedare Midians und Ephas, alle werden aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch bringen, und Jehovahs Lob verkündigen, alle Herden Arabiens werden sich zu dir sammeln": wo unter Scheba verstanden werden die himmlischen Dinge und die aus denselben hervorgehenden geistigen, welche sind Gold und Weihrauch, und erklärt werden als Lob Jehovahs, d.h. als innerer Dienst. Hes.27/22,23: "Die Kaufleute Schebas und Raamahs, sie sind deine Händler in dem Erstling alles Gewürzes, und in allem kostbaren Stein, und Gold haben sie gegeben zu deiner Befriedigung (subsidiis tuis)": von Tyrus, wo, was durch Scheba und Raamah bezeichnet wird, erhellt aus der Handelsware, als welche genannt wird Gewürz, kostbarer Stein und Gold; das Gewürz ist im inneren Sinn Liebtätigkeit, der kostbare Stein ist der Glaube aus derselben, das Gold ist die Liebe zum Herrn, was alles das Himmlische ist, das durch Scheba bezeichnet wird; die Erkenntnisse von solchen Dingen sind eigentlich Scheba, daher sie hier Handelswaren (negotiationes) genannt werden; und mit denselben werden ausgestattet die, welche Menschen der Kirche werden, denn ohne Erkenntnisse kann niemand ein Mensch der Kirche werden; ähnliches wurde vorgebildet durch die Königin von Scheba, die zu Salomo kam, und ihm Gewürze, Gold und Edelgestein brachte: 1.Kön.10/1-3, dann auch durch die Weisen aus dem Morgenland, die zu Jesus kamen, da Er geboren war, und niederfielen und Ihn anbeteten, und ihre Schätze auftaten, und Ihm Geschenke darbrachten, Gold, Weihrauch und Myrrhen: Matth.2/1,11, durch die bezeichnet wurde das himmlische, geistige und natürlich Gute. Jerem.6/20: "Was soll Mir Weihrauch aus Scheba kommen, und der beste Kalmus aus fernem Lande; eure Brandopfer sind nicht wohlgefällig": auch hier ist klar, daß durch Scheba bezeichnet werden Erkenntnisse und Anbetungen, welche sind Weihrauch und Kalmus, aber hier solche, die ohne Liebtätigkeit, und somit nicht angenehm sind. 1172. Daß durch "Dedan", 1. Mose 10/7, bezeichnet werden Erkenntnisse von himmlischen Dingen niederer Art, die in den Religionsgebräuchen sind, erhellt aus folgenden Stellen im Wort: Hes.27/15: "Die Söhne Dedans waren deine Händler, viele Inseln als Käufer dir zur Hand, Hörner von Elfenbein und Ebenholz brachten sie dir zur Bezahlung": Hörner von Elfenbein und Ebenholz sind im inneren Sinn äußerliches Gutes, das dem Gottesdienst oder den Religionsgebräuchen angehört; Hes.27/20,21: "Dedan war deine Händlerin in den Kleidern der Freiheit für den Wagen; Arabien und alle Fürsten Kedars": wo die Kleider der Freiheit für den Wagen gleichfalls äußerliches oder die Gebräuche betreffendes Gutes sind. Jerem.49/7,8: "Stinkend geworden ist ihre Weisheit, fliehet, sie haben sich abgewandt, in die Tiefe sich hinabgelassen (daselbst) zu wohnen, die Bewohner Dedans": hier Dedan im eigentlichen Sinne für Gebräuche, in denen kein innerer Dienst oder Anbetung des Herrn von Herzen ist, von denen dann ausgesagt wird, daß sie sich abwenden, und in die Tiefe sich hinablassen (daselbst) zu wohnen. Hieraus nun erhellt, daß durch die Söhne Kuschs bezeichnet werden Erkenntnisse geistiger Dinge, und durch die Söhne Raamahs Erkenntnisse himmlischer Dinge. 1173. Vers 8,9: Und Kusch zeugte Nimrod: dieser fing an mächtig zu sein auf der Erde. Der war ein gewaltiger Jäger vor Jehovah; darum sagte man: wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor Jehovah. Durch "Kusch" werden hier, wie früher, die inwendigeren Erkenntnisse geistiger und himmlischer Dinge bezeichnet; durch "Nimrod" werden diejenigen bezeichnet, die den inneren Gottesdienst zu einem äußerlichen machten; somit wird durch Nimrod ein solcher äußerlicher Dienst bezeichnet; daß "Kusch zeugte den Nimrod" heißt, die, welche Erkenntnisse von inwendigeren Dingen besaßen, haben einen solchen Gottesdienst eingeführt; "dieser fing an mächtig zu sein auf der Erde" bedeutet, daß eine solche Religion in der Kirche emporkam; die Erde ist die Kirche, wie früher; "der war ein gewaltiger Jäger vor Jehovah" bedeutet, er habe viele beredet; "darum sprach man: wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor Jehovah" bedeutet, weil so viele beredet wurden, so sei solche Redensart sprichwörtlich geworden, und weiter bedeutet es, daß eine solche Religion die Gemüter der Menschen leicht für sich einnehme. 1174. Daß durch Kusch die inwendigeren Erkenntnisse geistiger und himmlischer Dinge bezeichnet werden, erhellt aus demjenigen, was früher über Kusch gesagt und gezeigt worden ist. 1175. Daß durch "Nimrod", 1. Mose 10/8, diejenigen bezeichnet werden, die den innerlichen Gottesdienst zu einem äußerlichen machten, und daß somit durch Nimrod ein solcher äußerlicher Dienst bezeichnet wird, kann erhellen aus dem, was folgt; vorläufig ist hier zu sagen, was es heißt, den innerlichen Dienst zu einem äußerlichen machen. Früher ist gesagt und gezeigt worden, daß der innerliche Gottesdienst, welcher der aus der Liebe und Liebtätigkeit hervorgehende ist, der eigentliche Gottesdienst ist, und daß der äußere Gottesdienst ohne diesen inneren kein Gottesdienst ist. Dagegen den innerlichen Dienst zu einem äußerlichen machen heißt, den äußeren Dienst zu einem wesentlichen machen vor dem inneren, was das Umgekehrte des vorigen ist, wie wenn man sagte, daß es keinen inneren Gottesdienst gebe, ohne einen äußeren, während es doch so sich verhält, daß es keinen äußeren Gottesdienst gibt ohne einen inneren. Die Religion derer, die den Glauben trennen von der Liebtätigkeit, ist von dieser Art, daß sie nämlich die Dinge des Glaubens vorziehen den Dingen der Liebtätigkeit, oder was Sache der Glaubenserkenntnisse ist, dem, was Sache des Lebens ist, somit das Formale dem Wesentlichen; jeder äußere Gottesdienst ist das Formale des inneren Gottesdienstes; denn der innere ist das eigentlich Wesentliche; aus dem Formalen ohne sein Wesentliches einen Gottesdienst machen heißt, den inneren zu einem äußerlichen machen; wie z.B. daß wer lebte, wo es keine Kirche, keine Predigt, keine Sakramente, kein Priestertum gibt, nicht selig werden, oder einen Gottesdienst haben könne, da doch ein solcher aus dem Innern den Herrn verehren kann. Allein hieraus folgt nicht, daß der äußere wegbleiben soll. Zur größeren Verdeutlichung diene noch als Beispiel: Wenn man das eigentlich Wesentliche des Gottesdienstes darein setzt, daß dies genüge, wenn man nur vom Glauben spricht, so ist dies alles nur Formales des Gottesdienstes; die aber, welche den Gottesdienst aus der Liebe und Liebtätigkeit zu einem wesentlichen machen, die tun das gleiche, sie besuchen nämlich die Kirche, sie begehen die Sakramente, sie hören die Predigten an, sie beten, sie beobachten die Festtage und dergleichen, und zwar sehr fleißig und sorgfältig, allein sie setzen in dergleichen nicht das Wesentliche des Gottesdienstes. In dem äußeren Gottesdienst, den diese haben, ist, weil in ihm der innere ist, Heiliges und Lebendiges; in dem hingegen, den die haben, von denen oben die Rede war, ist nichts Heiliges und Lebendiges; denn das eigentlich Wesentliche ist es, was das Formale oder Zeremonielle heiligt und lebendig macht. Hingegen der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube kann den Gottesdienst nicht heiligen und lebendig machen, weil das Wesen und Leben fehlt. Ein solcher Gottesdienst wird genannt Nimrod, und entsteht aus den Erkenntnissen, welche sind Kusch, und diese aus dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben kann durch die Erkenntnisse, die dem getrennten Glauben angehören, durchaus kein anderer Dienst ausgeboren werden. Dies ist es, was bezeichnet wird durch Nimrod. 1176. Daß "Kusch zeugte den Nimrod", 1. Mose 10/8, heiße, die, welche Erkenntnisse des Inwendigen (interiorum) besaßen, haben einen solchen Gottesdienst eingeführt, erhellt aus dem, was bereits gesagt worden ist. Die Erkenntnisse des Inwendigen sind das, was man Lehren (doctrinalia) nennt, und die man auch von den Religionsgebräuchen unterscheidet, wie denn zum Beispiel ihre Hauptlehre ist, daß der Glaube allein selig mache. Sie wissen aber nicht, daß die Liebe zum Herrn und die Liebe zum Nächsten der eigentliche Glaube ist, und daß die Erkenntnisse, die sie den Glauben nennen, ganz nur zum Zweck haben, daß man durch sie vom Herrn Liebe zu Ihm und Liebe zum Nächsten empfange, und daß dieser Glaube es ist, der selig macht. Diejenigen, welche die bloßen Erkenntnisse Glauben nennen, sind es, die einen solchen Dienst erzeugen und einführen, von dem oben die Rede war. 1177. Daß "der war gewaltig auf der Erde", 1. Mose 10/8, bedeutet, daß eine solche Religion in der Kirche emporgekommen sei, kann erhellen aus dem, was sogleich folgt. Daß die Erde die Kirche ist, wurde Nr. 620, 636, 662 und anderwärts gezeigt. HG 1178 1178. Daß "der war ein gewaltiger Jäger vor Jehovah", 1. Mose 10/9, bedeutet, er habe viele beredet, erhellt daraus, daß der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube so beschaffen ist; sodann aus der Bedeutung von Jagen im Wort. Der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube ist von der Art, daß man sich leicht von ihm bereden läßt. Der größte Teil der Menschen weiß nichts vom Innern, sondern nur vom Äußern; und die meisten leben in der Sinnlichkeit, in Lüsten und Begierden, und haben sich selbst und die Welt im Auge, darum werden sie von einer solchen Religion leicht gefangen. Aus der Bedeutung von Jagen: Im Wort bedeutet jagen im allgemeinen bereden, im besonderen die Seelen fangen dadurch, daß man ihrer Sinnlichkeit, ihren Lüsten und Begierden schmeichelt, durch Anwendung von Lehren, die man der eigenen oder des anderen Sinnesart gemäß willkürlich auslegt, aus selbstsüchtigem Beweggrund, um zu großem Ansehen und Vermögen zu gelangen, somit durch Beredung; wie dies erhellt bei Hes.13/18-21: "Wehe denen, die Polster zusammenflicken auf alle Achseln Meiner Hände, und Decken machen auf das Haupt jedes Wuchses, um Seelen zu erjagen, die Seelen erjaget ihr Meinem Volk, und die Seelen machet ihr für euch lebendig: und Mich habt ihr entheiligt bei Meinem Volk um einige Hände voll Gerste, und um Brocken Brotes, Seelen zu morden, die nicht sterben sollen, und Seelen lebendig zu machen, die nicht leben sollen, indem ihr vorlügt Meinem Volk, denen, die auf Lügen hören. Sieh, Ich will an eure Polster, auf denen ihr die Seelen erjaget, daß sie davonflattern, und will sie wegreißen von euren Armen, und will loslassen die Seelen, die ihr erjaget, die Seelen zum Davonflattern, und will zerreißen eure Decken, und erretten Mein Volk aus eurer Hand, und sie sollen nicht mehr sein in eurer Hand zur Jagd": hier wird erklärt, was das Jagen ist, daß es ist ein Täuschen durch Beredungen und durch Erkenntnisse, die man verkehrt, und die man zu eigenen Gunsten und gemäß der Sinnesart des anderen auslegt. Micha 7/2,3: "Weg ist der Barmherzige von der Erde, und kein Rechtschaffener ist unter den Menschen, sie alle lauern auf Blut, sie erjagen den Mann, seinen Bruder, mit dem Netz, wenn sie Böses tun mit den Händen statt Gutes zu tun, so fragt der Fürst und der Richter nach Vergeltung, und der Große redet die Verkehrtheit seiner Seele, und so drehen sie dieselbe": hier wird ebenfalls erklärt, was das Jagen sei, nämlich lauern in selbstischer Absicht, oder das Falsche als Wahrheit aussagen und Verkehrtheit reden und drehen und so bereden. Ps.140/12: "Der Mann der Zunge wird nicht fest stehen auf Erden, der Mann der Gewalttat, das Böse jagt ihn in Umstürzungen": hier ist die Rede von Gottlosen, die durch Falsches bereden, boshaft denken, schmeichelhaft sprechen, um zu täuschen; die Zunge hier für die Lüge. 1179. "Darum sagte man: wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor Jehovah", 1. Mose 10/9, daß dies bedeute, weil so viele beredet wurden, sei solche Redensart sprichwörtlich geworden, und daß es weiter bedeute, eine solche Religion nehme die Gemüter des Menschen leicht für sich ein, kann aus dem bereits Gesagten erhellen, dann auch aus dem Buchstabensinn selbst. Und da man überdies vor Alters den Sachen Namen gab, so hat man diesen Namen jenem Gottesdienst gegeben, nämlich, daß Nimrod, d.h. jener Gottesdienst, gewaltig in der Jagd, d.h. die Gemüter für sich einnehmend sei. Es heißt "vor Jehovah", weil die, welche in einem solchen Gottesdienst waren, den getrennten Glauben Jehovah nannten, oder den Mann Jehovah, wie aus dem erhellt, was schon Nr. 340 über Kain gesagt worden ist, durch den gleichfalls der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube bezeichnet wird. Jedoch ist zwischen Kain und Cham der Unterschied, daß jenes stattfand in der himmlischen Kirche, die ein Innewerden hatte, dieses aber in der geistigen Kirche, die kein Innewerden hatte, daher jenes ärger war als dieses. Solche sind vor Alters genannt worden Gewaltige, wie Jes.21/17: "Es wird hinschwinden alle Herrlichkeit Kedars, und der Überrest der Zahl, der Bogen der Gewaltigen der Söhne Kedars, sie werden vermindert werden". Hos.10/13: "Gepflügt habt ihr Gottlosigkeit, Ungerechtigkeit geerntet, gegessen die Frucht der Lüge, weil du vertraut hast deinem Weg, der Menge deiner Gewaltigen"; und anderwärts. Männer und Gewaltige nannten sie sich vom Glauben, denn in der Grundsprache ist es ein Wort durch das der Gewaltige und zugleich der Mann ausgedrückt wird, und dieses Wort wird in der Schrift ausgesagt vom Glauben, und zwar in beiderlei Sinn. 1180. Vers 10: Und der Anfang seines Reiches war Babel, und Erech, und Akkad, und Kalneh, im Lande Schinear. "Der Anfang seines Reiches war" bedeutet, so habe begonnen solcher Gottesdienst; "Babel, und Erech, und Akkad, und Kalneh, im Lande Schinear" bedeuten, daß in selbigen Gegenden solche Gottesdienste gewesen seien; und zugleich werden durch ebendieselben bezeichnet die Gottesdienste selbst, deren Äußeres heilig erscheint, das Inwendige aber unheilig ist. 1181. Daß "der Anfang seines Reiches", 1. Mose 10/10, bedeutet, so habe begonnen solcher Gottesdienst, erhellt aus der Bedeutung von Babel im Lande Schinear, wovon im Folgenden. 1182. Daß "Babel, Erech, Akkad, Kalneh im Lande Schinear", 1. Mose 10/10, bedeuten, in selbigen Orten seien solche Gottesdienste gewesen, und daß durch ebendieselben zugleich bezeichnet werden die Gottesdienste selbst, deren Äußeres heilig erscheint, deren Inwendiges aber unheilig ist, erhellt aus der Bedeutung Babels und des Landes Schinear; im Wort ist oft die Rede von Babel, und durch dieses wird überall bezeichnet ein solcher Gottesdienst, wobei nämlich das Äußere heilig erscheint, das Inwendige aber unheilig ist; weil aber von Babel gehandelt wird im folgenden Kapitel, soll dort gezeigt werden, daß durch Babel solches bezeichnet wird; sodann daß solcher Gottesdienst anfänglich nicht so unheilig gewesen, hernach aber so geworden ist; denn der äußere Gottesdienst verhält sich ganz wie das Inwendige, je unschuldiger das Inwendige ist, desto unschuldiger ist der äußere Gottesdienst; dagegen je unreiner das Inwendige, desto unreiner ist der äußere Gottesdienst; und je unheiliger das Inwendige ist, desto unheiliger ist der äußere Gottesdienst; um es kurz zu sagen, je mehr Selbst- und Weltliebe ein Mensch hat, der in jenem äußeren Gottesdienst ist, desto weniger Lebendiges und Heiliges ist in seinem Gottesdienst; je mehr Haß gegen den Nächsten in der Welt- und Selbstliebe ist, desto mehr Unheiliges ist in seinem Gottesdienst; je mehr Bosheit im Haß ist, desto Unheiligeres ist weiter im Gottesdienst; und je mehr List in der Bosheit, desto Unheiligeres ist weiter im Gottesdienst; jenes und dieses ist das Inwendige des äußeren Dienstes, der durch Babel bezeichnet wird, worüber im folgenden Kapitel. 1183. Was durch Erech, Akkad, Kalne, im Lande Schinear, insbesondere bezeichnet werde, kann nicht so erhellen, weil sie im Wort anderwärts nicht erwähnt werden, ausgenommen Kalne, bei Amos 6/2; sie sind aber verschiedene Arten eines solchen Gottesdienstes. Was aber das Land Schinear betrifft, in dem diese Gottesdienste waren, so erhellt es aus der Bedeutung desselben im 1. Mose 11/2, dann auch bei Sach.5/11, besonders aber bei Dan.1/2, wo es heißt: "Der Herr gab in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, Jehojakim den König Jehudahs und einen Teil der Gefäße des Hauses Gottes, und er brachte sie ins Land Schinear, in das Haus seines Gottes, und die Gefäße brachte er in das Schatzhaus seines Gottes": wodurch bezeichnet wird, das Heilige sei entweiht worden; die Gefäße des Hauses Gottes sind das Heilige; das Haus des Gottes des Königs von Babel im Lande Schinear ist das Unheilige, in welches das Heilige gebracht worden ist; obwohl dies geschichtlich ist, enthielt es doch jene Geheimnisse, wie alles Geschichtliche des Wortes; und weiter erhellt es aus der Entweihung ebenderselben Gefäße bei Dan.5/3-5; wenn durch dieselbe nicht Heiliges vorgebildet worden wäre, so hätte sich solches gar nicht begeben. 1184. Vers 11,12: Von diesem Lande ging Aschur aus und baute Ninive, und die Stadt Rechoboth, und Kalach. Und Resen zwischen Ninive und zwischen Kalach, dies ist die große Stadt. "Von diesem Lande ging Aschur aus" bedeutet die, welche in einem solchen äußeren Gottesdienst waren, haben angefangen über das Innere des Gottesdienstes zu vernünfteln; Aschur ist die Vernünftelei; "und baute Ninive, und die Stadt Rechoboth, und Kalach" bedeutet, sie haben sich so Glaubenslehren gebildet; durch Ninive wird bezeichnet Falsches der Lehren; durch Rechoboth und Kalach ebenfalls solches aus anderem Ursprung; "Und Resen zwischen Ninive und zwischen Kalach" bedeutet, sie haben sich auch Lebenslehren gebildet; durch Resen wird bezeichnet das daraus hervorgehende Falsche der Lehren; Ninive ist das Falsche aus Vernünfteleien; Kalach ist das Falsche aus den Begierden; zwischen Ninive und Kalach ist das Falsche aus beiden; "dies ist die große Stadt" bedeutet, diese Lehren haben große Aufnahme gefunden. 1185. Daß "von diesem Lande ging Aschur aus", 1. Mose 10/11, bedeute, die, welche in einem solchen äußeren Gottesdienst waren, haben angefangen, über das Innere des Gottesdienstes zu vernünfteln, kann erhellen aus der Bedeutung Aschurs im Wort, welche ist Vernunft und Vernünftelei, worüber im gleich Folgenden. Hier erscheint ein doppelter Sinn, nämlich daß Aschur von selbigem Lande ausgegangen, und dann auch daß Nimrod von selbigem Lande ausgegangen sei nach Aschur oder Assyrien. Es ist so ausgedrückt, weil beides bezeichnet wird, nämlich sowohl daß die Vernünftelei über geistige und himmlische Dinge aus einem solchen Gottesdienst entspringe, das ist, Aschur ausgegangen sei aus dem Lande Schinear, als auch daß ein solcher Gottesdienst vernünftle über geistige und himmlische Dinge, das ist, daß Nimrod ausgegangen sei aus dem Lande nach Aschur oder Assyrien.1186. Daß Aschur die Vernünftelei ist, erhellt aus der Bedeutung Aschurs oder Assyriens im Wort, wo es immer genommen wird für solches, was Sache der Vernunft ist, in beiderlei Sinn, nämlich für Vernünftiges und für Vernünfteleien (durch Vernunft und Vernünftiges wird eigentlich verstanden das, was wahr ist, durch vernünfteln und Vernünfteleien aber das, was falsch ist); weil Aschur Vernunft und Vernünftelei bezeichnet, wird es meistens bei Ägypten genannt, das Wißtümliches bedeutet, denn die Vernunft und die Vernünftelei bildet sich aus Wißtümlichem. Daß Aschur die Vernünftelei bedeutet, erhellt Jes.10/5,7,13: "Wehe Aschur, Rute Meines Zorns, er denkt nicht das Rechte, und sein Herz sinnt nicht auf das Rechte, er sprach: In der Kraft meiner Hand habe ich es getan, und in meiner Weisheit, weil ich verständig bin": wo Aschur für die Vernünftelei steht, weswegen von ihm ausgesagt wird, daß er nicht das Rechte denke und ersinne, und gesagt wird: durch seine Weisheit, weil er verständig sei. Hes.23/2,3,5,6,17: "Zwei Weiber, Töchter einer Mutter, hurten in Ägypten, in ihrer Jugend hurten sie, die eine hurte und liebte ihre Buhlen, Aschur (die Assyrer), die nahen, gekleidet in Hyazinth, Fürsten und Hauptleute, Jünglinge des Verlangens sie alle, Reiter, reitend auf Rossen, es kamen zu ihr die Söhne Babels, und verunreinigten sie durch ihre Hurerei": wo Ägypten für Wißtümliches steht, Aschur für Vernünftelei, die Söhne Babels für Falsches aus Begierden. Hes.16/26,28,29: "Jerusalem, du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, du hurtest mit den Söhnen Aschurs; du machtest deines Hurens viel bis ins Land Kanaan nach Chaldäa": Ägypten gleichfalls für Wißtümliches; Aschur für die Vernünftelei. Das Vernünfteln aus Wißtümlichem über geistige und himmlische Dinge wird Hurerei genannt, sowohl hier als anderwärts im Wort; daß nicht gemeint ist Hurerei mit den Ägyptern und mit den Assyriern, kann jeder sehen.Jerem.2/18,36: "Israel, was hast du mit dem Weg Ägyptens, zu trinken die Wasser des Schichor, und was hast du mit dem Weg Aschurs, zu trinken die Wasser des Stromes (Euphrat)": gleichfalls Ägypten für Wißtümliches, und Aschur für Vernünftelei. Jerem.50/17,18: "Ein versprengtes Schaf ist Israel, Löwen haben ihn verscheucht; zuerst hat ihn gefressen der König Aschurs, und nun zuletzt brach ihm die Beine der König Babels": Aschur für Vernünftelei über geistige Dinge. Micha 5/4,5: "Es wird sein dieser Friede, wenn Aschur gekommen ist in unser Land, und wenn er betreten hat unsere Paläste, so wollen wir über ihn bestellen sieben Hirten, und acht Fürsten der Menschen, die sollen abweiden das Land Aschurs mit dem Schwert, und das Land Nimrods in seinen Toren, und er wird frei machen von Aschur, wenn er kommen wird in unser Land, und wenn er betreten wird unsere Grenze": hier (ist die Rede) von Israel oder der geistigen Kirche, von der gesagt wird, daß Aschur nicht in sie eingehen werde, d.h. keine Vernünftelei; das Land Nimrods steht für einen solchen Gottesdienst, der durch Nimrod bezeichnet ist, in dem inwendiges Böses und Falsches ist. Daß Aschur im Wort auch ist die Vernunft, die beim Menschen der Kirche ist, und mit der er das Wahre und Gute durchschaut, erhellt Hos.11/11: "Sie werden sich scheuen wie ein Vogel aus Ägypten, und wie eine Taube aus dem Lande Aschurs": wo Ägypten für die Wissenschaft des Menschen der Kirche und Aschur für die Vernunft ebendesselben steht; daß der Vogel sei das wißtümlich Verständige (scientificum intellectuale), und die Taube das vernünftige Gute (rationale bonum), ist schon früher gezeigt worden. Jes.19/23-25: "An jenem Tage wird ein Pfad sein von Ägypten nach Aschur, und Aschur wird kommen nach Ägypten, und Ägypten nach Aschur, und die Ägypter werden dem Aschur dienen. An jenem Tage wird Israel der dritte sein für Ägypten und für Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah Zebaoth, sprechend: Gesegnet Mein Volk Ägypten, und das Werk Meiner Hände Aschur, und Mein Erbe Israel": wo von der geistigen Kirche die Rede ist, welche ist Israel, deren Vernunft Aschur, und die Wissenschaft Ägypten; diese drei machen zusammen aus des Menschen der geistigen Kirche Verständiges, das so aufeinanderfolgt. Auch anderwärts, wo Aschur genannt wird, bezeichnet es das wahre oder falsche Vernünftige, wie bei Jes.20/1-6; 23/13; 27/13; 30/31; 31/8; 36/1-22; 37/1-37; 52/4; Hes.27/23,24; 31/3-18; 32/22; Micha 7/12; Zeph.2/13; Sach.10/11; Ps.83/9. Aschur für das Vernünfteln bei Hos.5/13; 7/11; 10/6; 11/5; 12/2; 14/4; und bei Sach.10/10, wo es mit Beziehung auf Ephraim genannt wird, durch den bezeichnet wird das Verständige, dort jedoch das verkehrte. 1187. Daß "er baute Ninive und die Stadt Rechoboth und Kalach", 1. Mose 10/11, bedeutet, er habe so sich Glaubenslehren gebildet, erhellt aus der Bedeutung von Ninive, und Rechoboth, und Kalach, wovon im gleich Folgenden, sodann aus der Bedeutung der Stadt im Wort, daß sie nämlich ist eine wahre oder eine ketzerische Lehre, was Nr. 402 gezeigt worden ist. 1188. Daß durch Ninive bezeichnet wird Falsches der Lehre, durch Rechoboth und Kalach ebenfalls solches, aber aus anderem Ursprung, erhellt aus der Bedeutung von Ninive im Wort, wovon sogleich. Falsches dieser Art gibt es von dreierlei Ursprung: Der erste ist aus Täuschungen der Sinne, aus Finsternis des Verstandes, weil er nicht erleuchtet ist, und aus Unwissenheit, daher dann die Falschheit, welche ist Ninive. Der andere Ursprung ist aus derselben Ursache, aber mit vorherrschender Sucht, als entweder nach Neuerung oder nach Auszeichnung, das Falsche von daher ist Rechoboth. Der dritte Ursprung ist aus dem Willen, somit den Begierden, daß man nichts anderes als wahr anerkennen will, als was den Begierden günstig ist, daher denn Falsches, das genannt wird Kalach. All dieses Falsche entsteht durch Aschur oder Vernünfteleien über Wahrheiten und Gutes des Glaubens. Daß Ninive bedeutet Falsches aus Täuschungen der Sinne, aus Finsternis des Verstandes, weil er nicht erleuchtet ist, und aus Unwissenheit, erhellt bei Jonas, der nach Ninive gesandt worden, welcher Stadt vergeben wurde, weil sie von solcher Art war; und aus einzelnem bei Jonas über Ninive; wovon vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn anderwärts. Dort ist Geschichtliches, das aber dennoch prophetisch ist, und in sich schließt und vorbildet solche Geheimnisse, wie alles übrige Geschichtliche des Wortes. Ebenso bei Jes.37/37,38, wo es vom Könige Aschurs heißt, er sei zu Ninive geblieben, und als er anbetete im Hause seine Gottes Nisroch, von seinen Söhnen mit dem Schwert erschlagen worden; obwohl dies Geschichte ist, so ist es doch prophetisch, und schließt in sich und bildet vor ähnliche Geheimnisse, und zwar wird hier durch Ninive bezeichnet der äußere Gottesdienst, in dem Falsches ist, der, weil abgöttisch, von den Söhnen mit dem Schwert erschlagen wurde; die Söhne sind Falsches, wie früher gezeigt worden, das Schwert ist des Falschen Strafe, wie überall im Wort; auch bei Zeph.2/13,14: "Jehovah wird Seine Hand ausstrecken über den Norden, und wird verderben den Aschur, und Ninive zur Öde machen, zur Dürre wie die Wüste, und es werden in ihrer Mitte Herden lagern, all ihr Wild der Völkerschaft, auch der Löffelreiher und der Entenadler werden in ihren Granatäpfeln übernachten, eine Stimme wird singen im Fenster, Verwüstung auf der Schwelle, weil er ihr Zedernholz entblößt hat": hier wird Ninive beschrieben, aber im prophetischen Stil, und die Falschheit selbst, die bezeichnet wird durch Ninive; diese Falschheit, weil sie verehrt wird, wird genannt Mitternacht, Wild der Völkerschaft, Löffelreiher und Entenadler in den Granatäpfeln (Knäufen oder Säulenköpfen), und wird geschildert durch das Singen der Stimme im Fenster, und das Entblößtwerden (oder Abgerissenwerden) der Zeder, welche ist das verständige Wahre (intellectuale verum); alle diese Ausdrücke sind bezeichnend für solche Falschheit. 1189. Daß durch Kalach bezeichnet wird Falsches, das aus Begierden entspringt, kann zwar nicht aus prophetischen, wohl aber aus historischen Stellen des Wortes begründet werden, daß nämlich "der König Aschurs die Söhne Israels versetzte nach Aschur oder Assyrien, und sie wohnen ließ in Kalach, und in Chabor, am Flusse Gosan, und in den Städten Mediens": 2.Kön.17/6; 18/11 wo das Geschichtliche nichts anderes in sich schließt; denn alles Geschichtliche des Wortes ist bezeichnend und vorbildlich; so ist Israel hier für die verkehrte geistige Kirche, Aschur die Vernünftelei, Kalach solche Falschheit. 1190. Daß "Resen zwischen Ninive und Kalach", 1. Mose 10/12, bedeutet, sie haben sich auch Lebenslehren gebildet, und daß durch Resen bezeichnet werden die falschen Lehren solchen Ursprungs, kann erhellen aus dem, was kurz zuvor in betreff Ninives und Kalachs gezeigt worden ist; sodann aus der Sachfolge, sofern im vorigen Vers gehandelt worden ist vom Falschen der Lehre, hier nun vom Falschen des Lebens; denn der Stil des Wortes, besonders der prophetische, ist von der Art, daß, wenn von Verständigem, auch von Willigem gehandelt wird, im vorigen Vers von Verständigem oder Falschem der Lehre, hier aber von Falschem des Lebens, was durch Resen bezeichnet wird. Weil desselben nicht weiter im Worte Erwähnung geschieht, kann es nicht so begründet werden, bloß dadurch, daß Resen gebaut worden ist zwischen Ninive und Kalach, das ist, zwischen dem Falschen aus Vernünfteleien, und dem Falschen von Begierden, was hervorbringt das Falsche des Lebens; sodann dadurch, daß sie genannt wird die große Stadt, weil (hervorgehend) aus Falschem sowohl des Verstandes als des Willens. 1191. "Dies ist die große Stadt", 1. Mose 10/12, daß dies bedeutet, daß solche Lehren große Aufnahme gefunden, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, welche ist die wahre Lehre, oder die falsche Lehre, wie gezeigt worden ist Nr. 402. Und die große Stadt heißt sie, weil alle Falschheit der Lehre und des Gottesdienstes sich fortsetzt in Falsches des Lebens. 1192. Gleich oben im 10. Vers ist gehandelt worden vom Bösen im Gottesdienst, das bezeichnet wurde durch Babel, Erech, Akkad und Kalneh im Lande Schinear, in den beiden letzten Versen ist gehandelt worden vom Falschen im Gottesdienst, das bezeichnet wurde durch Ninive, Rechoboth, Kalach und Resen. Das Falsche ist Sache der Grundsätze aus Vernünfteleien, das Böse ist Sache der Begierden aus der Welt- und Selbstliebe. 1193. Vers 13,14: Und Mizraim zeugte die Ludim, und die Anamim, und die Lehabim, und die Naphthuchim. Und die Pathrusim, und die Kasluchim, von denen ausgingen die Pelisthim und die Kaphthorim. "Mizraim zeugte die Ludim, und die Anamim, und die Lehabim, und die Naphthuchim, und Kaphthorim" bedeutet ebenso viele Völkerschaften, durch die bezeichnet werden ebenso viele Gattungen von Religionsgebräuchen; Mizraim ist die Wissenschaft, Ludim, Anamim, Lehabim, und Naphthuchim, sind ebenso viele Religionsgebräuche, die bloß wißtümlicher Art sind; "Pathrusim, und die Kasluchim", sind Völkerschaften, die so genannt wurden, und durch die bezeichnet werden Lehren von Religionsgebräuchen aus gleichem Ursprung, bloß wißtümlicher Art; "von denen ausgingen die Pelisthim" bedeutet eine daher stammende Völkerschaft, durch die bezeichnet wird die Wissenschaft der Erkenntnisse des Glaubens und der Liebtätigkeit. Daß sie ausgegangen sind bedeutet, daß die Erkenntnisse bei diesen wißtümlicher Art sind. 1194. Daß (die Worte) "Mizraim zeugte die Ludim, Anamim, Lehabim, und die Naphthuchim, Kaphthorim", 1. Mose 10/13,14, ebenso viele Völkerschaften bedeuten, durch die bezeichnet werden ebenso viele Religionsgebräuche, kann erhellen aus dem, was in betreff Mizraims oder Ägyptens oben 1. Mose 10/6 (Nr. 1163-1165) gezeigt worden ist, daß nämlich Ägypten bedeutet die Wissenschaft oder die Dinge des Wissens (sientifica); die als von ihm gezeugt genannt werden, können keine andere sein, oder nichts anderes als Religionsgebräuche, und zwar Gebräuche des äußeren Gottesdienstes; denn das Wort des Herrn handelt in seinem Schoß und Grund, das ist in seinem inneren Sinn, von gar keinen anderen Dingen als von solchen Seines Reiches, somit von Dingen der Kirche, daher hier das, was durch Vernünfteleien über Wißtümliches geboren werden, nichts anderes ist als Religionsgebräuche. 1195. Daß Mizraim oder Ägypten ist die Wissenschaft, ist oben 1. Mose 10/6 (Nr. 1163-1165) gezeigt worden; daß die Ludim, Anamim, Lehabim, und Naphthuchim, ebenso viele Religionsgebräuche, und zwar bloß wißtümlicher Art sind, erhellt aus dem soeben Gesagten: Religionsgebräuche bloß wißtümlicher Art werden ausgesagt von denen, die durch Vernünfteleien die geistigen und himmlischen Dinge ausgrübeln, und so sich einen Gottesdienst ersinnen. Die Gebräuche eines solchen Gottesdienstes werden, weil aus Vernünfteleien und Wißtümlichem gebildet, Religionsgebräuche wißtümlicher Art genannt, in denen nichts Geistiges und Himmlisches ist, weil sie aus dem eigenen Selbst stammen; daher die ägyptischen Götzen, und daher die Zaubereien; und weil ihre Religionsgebräuche diesen Ursprung hatten, haben sie die Gebräuche der Alten Kirche gänzlich verworfen, ja verabscheut und gehaßt, wie dies erhellt aus 1. Mose 43/32; 46/34; 2. Mose 8/22. Weil dies bezeichnet wird, heißen sie gezeugt von Mizraim oder von Ägypten, d.h. von Wißtümlichem; und weil ihr Wißtümliches verschieden war, so sind hierdurch auch ihre Religionsgebräuche verschieden geworden; die Verschiedenheiten im allgemeinen sind durch ebenso viele Völkerschaften bezeichnet worden. Daß solches unter Ludim oder den Ludiern verstanden wird, erhellt Jerem.46/8,9: "Ägypten erhebt sich wie ein Strom, und wie Ströme wogen die Wasser, und es sprach: Ich will hinansteigen, bedecken das Land, verderben die Stadt, und ihre Bewohner; steiget hinan ihr Rosse, und raset ihr Wagen, und es sollen ausziehen die Starken von Kusch und Puth, die den Schild führen, und die Ludier, die den Bogen führen und spannen": wo die Ströme Ägyptens sind falsches Wißtümliches verschiedener Art, hinansteigen, und das Land bedecken heißt, durch Wißtümliches eindringen in Dinge der Kirche oder des Glaubens, die Stadt verderben heißt, die Wahrheiten zerstören; Kusch und Puth sind die Erkenntnisse; die Ludier sind die Religionsgebräuche wißtümlicher Art, wovon die Rede ist; den Bogen führen und spannen heißt, vernünfteln. 1196. Daß die Pathrusim und Kasluchim Völkerschaften dieses Namens sind, und daß durch sie bezeichnet werden Lehren von Religionsgebräuchen gleichen Ursprungs, nämlich bloß wißtümlicher Art, erhellt aus dem bereits Gesagten, und aus der Reihenfolge, in der sie hier vorkommen. Über die Pathrusim sehe man bei Jes.11/11,12; Hes.29/13-15; 30/13,14; Jerem.44/1,15. 1197. "Von welchem ausgingen die Pelisthim", 1. Mose 10/14, daß diese eine daher stammende Völkerschaft bedeuten, und daß durch diese bezeichnet wird die Wissenschaft der Erkenntnisse des Glaubens und Liebtätigkeit, erhellt aus dem Worte, wo sie mehrmals genannt werden. Philister wurden in der Alten Kirche genannt alle diejenigen, die viel vom Glauben sprachen, und daß im Glauben das Heil sei, und doch kein Glaubensleben hatten, daher sie auch vor anderen Unbeschnittene, das ist Lieblose genannt wurden; daß sie Unbeschnittene genannt wurden, sehe man 1.Sam.14/6; 17/26,36; 31/4; 2.Sam.1/20 und anderwärts. Ebendieselben konnten, weil sie so beschaffen waren, nicht anders als die Erkenntnisse des Glaubens zu Dingen des Gedächtnisses machen. Denn die Erkenntnisse geistiger und himmlischer Dinge, und selbst die Geheimnisse des Glaubens, werden nichts anderes als Gedächtnisdinge, wenn der Mensch, der sie inne hat, ohne Liebtätigkeit ist. Die Dinge des Gedächtnisses sind tote Dinge, wofern nicht der Mensch so beschaffen ist, daß er aus Gewissen danach lebt; geschieht dies, dann sind sie, wie sie Dinge des Gedächtnisses sind, zugleich auch Dinge des Lebens, und dann erst sind sie bei ihm, und gereichen ihm nach dem Leben des Leibes zum Nutzen und Heil. Die Wissenschaften und Erkenntnisse sind nichts beim Menschen im anderen Leben, wenn er auch alle Geheimnisse gewußt hat, die je geoffenbart worden, es sei denn, daß sie ins Leben übergegangen sind. Durch die Philister werden in den prophetischen Teilen des Wortes überall solche bezeichnet, auch in den geschichtlichen Teilen des Wortes, wie z.B. daß Abraham im Lande der Philister als Fremdling sich aufhielt, und mit Abimelech, dem König der Philister, einen Bund schloß: 1. Mose 20/1-18; 21/22-34; 26/1-34. Weil hier durch die Philister bezeichnet wurden die Erkenntnisse des Glaubens, so hat sich Abraham, da er das Himmlische des Glaubens vorbildete, als Fremdling dort aufgehalten und ein Bündnis eingegangen, ebenso Jischak, durch den das Geistige vorgebildet wurde; nicht aber Jakob, weil durch ihn das Äußere der Kirche vorgebildet wurde. Daß die Philister im allgemeinen bedeuten die Wissenschaft der Erkenntnisse des Glaubens und im besondern diejenigen, die den Glauben und das Heil in bloße Erkenntnisse setzen, die sie zu Dingen des Gedächtnisses machen, kann auch erhellen bei Jes.14/29: "Freue dich nicht, du ganzes Philistäa, daß zerbrochen ist die Rute, die dich schlug, denn von der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk ausgehen, und seine Frucht ein fliegender Drache sein": wo Wurzel der Schlange für Wißtümliches, Basilisk für das Böse aus dem Falschen daher steht; die Frucht ein fliegender Drache sind ihre Werke, die, weil sie aus Begierden kommen, genannt werden ein fliegender Drache (prester volans). Joel 4/4-6 (oder 3/4-6): "Was wollt ihr Mir, Tyrus und Zidon, und alle Grenzen Philistäas, bezahlet ihr Vergeltung über Mich? Sehr schnell will Ich Vergeltung bringen über euer Haupt, darum weil ihr Mein Silber und Mein Gold genommen und Meine Kleinode, die guten, in eure Tempel gebracht habt, und die Söhne Jehudahs, und die Söhne Jerusalems verkauft habt an die Söhne Javanim, auf daß ihr sie ferne wegführet von euren Grenzen": was hier unter den Philistern und unter ganz Philistäa oder unter all ihren Grenzen verstanden wird ist klar; Silber und Gold sind hier die geistigen und himmlischen Dinge des Glaubens, gute Kleinode sind deren Erkenntnisse, daß sie dieselben in ihre Tempel gebracht haben heißt, sie haben selbige gehabt und gepredigt; daß sie aber die Söhne Jehudahs und die Söhne Jerusalems verkauft haben heißt, sie haben keine Liebe und keinen Glauben gehabt; Jehudah ist im Wort das Himmlische des Glaubens, Jerusalem ist das Geistige des Glaubens daher, was weit von ihren Grenzen entfernt ist; außerdem anderwärts bei den Propheten, wie Jerem.25/20; 47/1-7; Hes.16/27,57; 25/15,16; Amos 1/8; Obadja 19; Zeph.2/5; von den Kaphthoräern 5. Mose 2/23; Jerem.47/4; Amos 9/7. 1198. Daß "sie gingen aus", 1. Mose 10/14, bedeutet, die Erkenntnisse bei diesen seien wißtümlicher Art, erhellt aus dem bereits Gesagten. Sie heißen nicht gezeugt von denen, die von Ägypten waren, sondern ausgegangen, weil sie nicht von der Art sind, daß sie aus natürlichen Wissenschaften vernünfteln über Geistiges und Himmlisches, und sich so Lehren ausdenken, wie die, von denen früher die Rede war, sondern daß sie die Erkenntnisse des Glaubens anderwärtsher erlernen, und sie zu keinem anderen Zweck wissen wollen und im Gedächtnis behalten, als wie andere Dinge, um die sie sich außer dem, daß sie selbige wissen, weiter nicht bekümmern, außer um durch sie zu Ehren erhoben zu werden, und dergleichen; somit ist die Wissenschaft der Erkenntnisse des Glaubens so unterschieden von der Wissenschaft der natürlichen Dinge, daß sie kaum etwas gemein haben, und darum heißen sie nicht von jenen erzeugt, sondern ausgegangen. Weil die Philister so geartet sind, können sie nicht anders als eben auch die Glaubenserkenntnisse, durch Vernünfteleien aus ihnen, verkehren, und sich daraus falsche Lehren bilden, daher sie auch unter denen sind, die nur schwer können wiedergeboren werden und Liebtätigkeit empfangen, sowohl weil sie unbeschnittenen Herzens sind, als weil die Grundsätze des Falschen, und daher ihr Verstandesleben (sie) zurückhalten und (ihnen) im Wege stehen. 1199. Vers 15: Und Kanaan zeugte Zidon, seinen Erstgeborenen, und den Cheth. "Kanaan" bedeutet hier wie früher, den äußeren Gottesdienst, in dem nichts Inneres ist; "Zidon" bedeutet die äußerlichen Erkenntnisse geistiger Dinge, und weil diese das erste eines solchen äußeren Dienstes sind, heißt Zidon Kanaans Erstgeborener; "Cheth" bedeutet die äußerlichen Erkenntnisse himmlischer Dinge. 1200. Daß Kanaan bedeutet den äußeren Gottesdienst, in dem nichts Inneres ist, ist schon früher, wo von Kanaan die Rede war, gezeigt worden (Nr. 1094, 1097). Der äußere Dienst, der Kanaan genannt wird, ist so beschaffen, wie er vor dem Kommen des Herrn, und dann auch nach Seinem Kommen, bei den Juden war, die einen äußeren Gottesdienst hatten, den sie auch streng beobachteten, dabei aber doch nichts wußten vom Innern, so wenig, daß sie meinten, sie leben bloß in dem Leibe. Was die Seele, was der Glaube, was der Herr, was das geistige und himmlische Leben, was das Leben nach dem Tode ist, wußten sie gar nicht; daher auch zur Zeit des Herrn die meisten eine Auferstehung leugneten, wie dies erhellt: Matth.22/23-33; Mark.12/18-28; Luk.20/27-41. Wenn der Mensch von der Art ist, daß er nicht glaubt, daß er nach dem Tode leben werde, so glaubt er auch nicht, daß es etwas geistig und himmlisch Inneres gibt; solche sind es auch, die in lauter Begierden leben, hauptsächlich die in schmutzigen Geiz versunken sind; diese haben nichtsdestoweniger einen Gottesdienst. So besuchen die einen die Synagogen, die anderen die Kirchen und halten die Gebräuche, einige von ihnen sehr streng; weil sie aber nicht glauben, daß es ein Leben nach dem Tode gibt, so kann ihr Gottesdienst kein anderer als ein äußerlicher sein, in dem nichts Inneres ist, wie eine Schale ohne Kern, und wie ein Baum, an dem keine Frucht ist, und nicht einmal Blätter sind. Solcherlei ist der äußere Dienst, der durch Kanaan bezeichnet wird. Die übrigen äußeren Gottesdienste, von denen oben gehandelt worden, waren Dienste, in denen Inneres ist. 1201. Daß "Zidon", 1. Mose 10/15, bedeutet die äußerlicheren Erkenntnisse geistiger Dinge, erhellt daraus, daß er genannt wird der Erstgeborene Kanaans; denn das Erstgeborene einer jeden Kirche im inneren Sinn ist der Glaube: Nr. 352, 367; hier aber, wo kein Glaube, weil kein Inneres ist, sind es nur die äußerlicheren Erkenntnisse des Geistigen, welche die Stelle des Glaubens vertreten, somit Erkenntnisse, wie bei den Juden, die nicht bloß die Gebräuche des äußeren Gottesdienstes, sondern mehreres betreffen, was zu jenem Dienst gehört, als da sind die Lehrwahrheiten (doctrinalia): Daß Zidon dies bedeutet, erhellt auch daraus, daß Tyrus und Zidon, die äußersten Grenzen von Philistäa waren, und zwar nächst dem Meer, und darum sind durch Tyrus bezeichnet worden die innerlicheren Erkenntnisse, und durch Zidon die äußerlicheren Kenntnisse, und zwar der geistigen Dinge; was auch erhellt aus dem Wort: Jerem.47/4: "Ob dem Tage, der da kommt zu verwüsten alle Philister auszurotten von Tyrus und Zidon jeden übrigen Helfer, weil Jehovah verwüstet die Philister, den Rest der Insel Kaphtor": wo die Philister für das Wissen der Erkenntnisse des Glaubens und der Liebtätigkeit stehen; Tyrus für die innerlicheren Erkenntnisse und Zidon für die (äußerlicheren) Kenntnisse von Geistigem. Joel 4/4,5 (oder 3/4,5): "Was wollt ihr Mir, Tyrus und Zidon, und alle Grenzen Philistäas; daß ihr Mein Silber und Mein Gold genommen, und Meine guten Kleinode gebracht habt in eure Tempel": wo offenbar Tyrus und Zidon für die Erkenntnisse stehen, und genannt werden Grenzen Philistäas, denn Silber und Gold und die guten Kleinode sind Erkenntnisse. Hes.32/30,32: "Die Fürsten des Nordens, sie alle, und jeder Zidonier, die hinabgefahren sind mit den Durchbohrten in die Grube; wenn er hingestreckt sein wird inmitten der Unbeschnittenen samt den vom Schwert Durchbohrten, Pharao und all seine Menge": wo der Zidonier steht für die äußerlicheren Kenntnisse, die ohne Inneres ein bloßes Wissen sind, daher er zugleich genannt wird mit Pharao oder Ägypten, durch den das Wißtümliche bezeichnet wird. Sach.9/2: "Auch Chamath wird an sie grenzen, Tyrus und Zidon, denn sie war sehr weise": wo von Damaskus die Rede ist; Tyrus und Zidon für Erkenntnisse. Hes.27/8: "Die Bewohner Zidons und Arvads waren deine Ruderer, deine Weisen, Tyrus, waren in dir, sie deine Schiffer": wo Tyrus für die inwendigeren Erkenntnisse steht, daher ihre Weisen genannt werden Schiffer, und Zidon für die äußerlicheren Erkenntnisse, daher sie genannt werden Ruderer, denn so verhalten sich die inwendigeren Erkenntnisse zu den auswendigeren. Jes.23/2-5: "Es schweigen die Bewohner der Insel, der Kaufmann Zidons, der übers Meer fährt, sie haben dich gefüllt, aber in vielen Wassern der Same des Schichor, die Ernte des Stromes, sein Ertrag, und war der Handel der Völkerschaften; erröte Zidon, denn es sprach das Meer, die Festung des Meeres, sprechend: ich habe nicht gekreißt, und nicht geboren, und habe nicht großgezogen Jünglinge, nicht aufwachsen lassen Jungfrauen": Zidon hier für die äußerlicheren Erkenntnisse, die, weil in ihnen nichts Inneres ist, genannt werden der Same des Schichor, die Ernte des Stromes, sein Ertrag der Handel der Völkerschaften, dann auch das Meer, die Festung des Meeres, und daß es nicht kreiße, noch gebäre; was im buchstäblichen Sinne nimmermehr begriffen würde, aber deutlich erhellt im inneren Sinn, wie auch sonst bei den Propheten. Weil Zidon die auswendigen Kenntnisse bedeutet, wird es auch genannt die Umgebung Israels, oder der geistigen Kirche: Hes.28/24,26, denn die auswendigen Kenntnisse verhalten sich wie eine Umgebung. 1202. Weil diese Kenntnisse das erste eines solchen äußerlichen Dienstes sind, in dem kein innerer ist, deswegen heißt Zidon Kanaans Erstgeborener, wie dies im vorigen Absatz erklärt worden ist. 1203. Daß "Cheth", 1. Mose 10/15, bedeutet die auswendigen Erkenntnisse himmlischer Dinge, folgt hieraus. Bei den Propheten ist es gewöhnlich, daß Geistiges und Himmlisches verbunden wird, oder daß, wo gehandelt wird von geistigen Dingen, auch gehandelt wird von himmlischen, und dies darum, weil das eine aus dem anderen ist, und keinerlei Vollkommenheit da ist, wenn sie nicht verbunden sind, und damit ein Bild der himmlischen Ehe sei in allem und jedem des Wortes; hieraus, sowie aus anderen Stellen des Wortes erhellt auch, daß durch Zidon bezeichnet werden die auswendigen Erkenntnisse geistiger Dinge, durch Cheth aber die auswendigen Erkenntnisse himmlischer Dinge, in beiderlei Sinn, nämlich sowohl ohne Inneres, als mit Innerem, wie sie auch einfach für die auswendigen Erkenntnisse stehen. Geistiges ist, wie früher oft gesagt worden, das, was Sache des Glaubens ist, Himmlisches, das, was Sache der Liebe ist; ferner, Geistiges ist, was Sache des Verstandes, und Himmlisches was Sache des Willens ist. Daß Cheth die auswendigen Erkenntnisse ohne Inneres bedeutet, erhellt bei Hes.16/3,45: "So sprach der Herr Jehovih zu Jerusalem, deine Handelswaren und deine Herkunft sind aus dem Lande Kanaan, dein Vater ist ein Amoriter, und deine Mutter eine Chethitin. Die Tochter deiner Mutter bist du, die ihres Mannes und ihrer Söhne überdrüssig ist; und die Schwester deiner Schwestern, die ihrer Männer und ihrer Söhne überdrüssig waren, eure Mutter ist ein Chethitin, und euer Vater ein Amoriter": wo der äußerliche Gottesdienst ohne inneren ist Kanaan; der Gatten und der Söhne überdrüssig sein heißt, das Gute und die Wahrheiten verwerfen, daher ihre Mutter genannt wird eine Chethitin. Außerdem wird Cheth im Wort auch für die auswendigen Erkenntnisse der himmlischen Dinge im guten Sinn genommen, wie beinahe alle Namen von Ländern, Städten, Völkerschaften, Personen, aus dem schon früher angegebenen Grunde; von dieser Bedeutung Cheths soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. Die Erkenntnisse geistiger Dinge sind die, welche den Glauben somit die Lehre betreffen, die Erkenntnisse himmlischer Dinge aber sind die, welche die Liebe, somit das Leben betreffen. HG 1204 1204. Vers 16-18: Und den Jebusi und den Emori und den Girgaschi. Und den Chivi und den Arki und den Sini. Und den Arvadi und den Zemari und den Chamathi. Und nachher breiteten sich aus die Familien der Kanaaniten. "Jebusi, Emori, Girgaschi, Chivi, Arki, Sini, Arvadi, Zemari und Chamathi", waren ebenso viele Völkerschaften, durch die auch ebenso viele verschiedene Abgöttereien bezeichnet werden; "und nachher breiteten sich aus die Familien der Kanaaniten" bedeutet, daß die übrigen Götzendienste von daher stammen. 1205. "Jebusi, Emori, Girgaschi, Chivi, Arki, Sini, Arvadi, Zemari, Chamathi", 1. Mose 10/16-18, waren ebenso viele Völkerschaften, und durch sie werden auch ebenso viele verschiedene Abgöttereien bezeichnet; daß Abgöttereien durch diese Völkerschaften bezeichnet werden, erhellt aus mehrerem im Wort; denn sie waren Einwohner des Landes Kanaan, die wegen der Abgöttereien verworfen, und zum Teil ausgerottet worden sind; aber im inneren Sinn des Wortes werden nicht jene Völkerschaften bezeichnet, sondern die Abgöttereien selbst, im allgemeinen bei allen, wo immer sie sich finden mögen, insonderheit bei den Juden; denn welche nur in Äußeres den Gottesdienst setzen, und das Innere gar nicht wissen wollen, und wenn sie belehrt werden, es verwerfen, die sind zu all diesen Abgöttereien sehr geneigt, wie man augenscheinlich sehen kann an den Juden. Im inneren Gottesdienst allein ist das Band, das den Menschen von der Abgötterei abhält, und wenn dieses aufhört, so ist nichts (mehr) da, was (ihn) zurückhält. Es gibt aber nicht nur äußere Abgöttereien, sondern auch inwendige: in äußere Abgöttereien verfallen die, welche einen äußeren Gottesdienst haben ohne inneren; in inwendige Abgöttereien die, welche einen äußeren Gottesdienst haben, dessen Inwendiges unsauber ist; solche Abgöttereien werden gleichfalls durch diese Völkerschaften bezeichnet. Die inwendigen Abgöttereien sind ebenso viele Falschheiten und Begierden, die man liebt, anbetet, und die so die Stelle der Götter und Götzen vertreten, die bei den Heiden waren; aber welche Falschheiten und Begierden es sind, die angebetet, und durch diese Völkerschaften, nämlich Jebusi, Emori, Girgaschi, Chivi, Arki, Sini, Arvadi, Zemari und Chamathi bezeichnet werden, dies hier auseinanderzusetzen wäre zu umständlich; es soll, bei den betreffenden Stellen, wo sie vorkommen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 1206. "Nachher breiteten sich aus die Familien der Kanaaniten", 1. Mose 10/18, daß dies bedeutet, die übrigen Götzendienste stammen von daher, erhellt ohne Erklärung. 1207. Vers 19: Und die Grenze der Kanaaniten war, wenn man von Zidon kommt gen Gerar, bis Assa, wenn man kommt gen Sodom, und Amora, und Adma, und Zeboim, bis Lascha. Durch "Zidon" werden hier wie früher bezeichnet, auswendige Erkenntnisse; durch "Gerar" werden bezeichnet die Offenbarungen betreffend den Glauben; durch "Assa" die Offenbarungen betreffend die Liebtätigkeit; daß "die Grenze der Kanaaniten war, wenn man von Zidon kommt gen Gerar, bis Assa" bezeichnet die Ausdehnung der Erkenntnisse auf das Wahre und Gute bei denen, die einen äußeren Gottesdienst ohne inneren haben; "wenn man kommt gen Sodom, Amora, Adma und Zeboim, bis Lascha" bezeichnet das Falsche und Böse, in das sie endigen. 1208. Daß durch "Zidon", 1. Mose 10/19, auswendige Erkenntnisse bezeichnet werden, erhellt aus dem, was 1. Mose 10/15 gezeigt worden ist. 1209. Daß durch "Gerar", 1. Mose 10/19, bezeichnet werden die den Glauben betreffenden Offenbarungen, somit im allgemeinen der Glaube selbst, kann erhellen aus den Stellen, in denen Gerar genannt wird, wie z.B. 1. Mose 20/2; 26/1,17, von dieser seiner Bedeutung soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. 1210. Daß durch "Assa", 1. Mose 10/19, bezeichnet werden die Offenbarungen betreffend die Liebtätigkeit, kann erhellen sowohl daraus, daß im Wort, wo von Geistigem die Rede ist, in Verbindung damit auch von Himmlischem gehandelt wird, d.h., wenn von Sachen des Glaubens, auch von Sachen der Liebtätigkeit; als auch aus dem Wort, wo Assa (Gasa) genannt wird; außerdem (auch daraus), daß die Erkenntnisse sich (wirklich) erstrecken auf den Glauben bis zur Liebtätigkeit, die ihre letzte Grenze ist. 1211. Daß "die Grenze der Kanaaniten war, wenn man von Zidon kommt gen Gerar, bis nach Assa", 1. Mose 10/19, bedeutet die Ausdehnung der Erkenntnisse bei denen, die einen äußeren Gottesdienst ohne inneren haben, erhellt aus der Bedeutung von Gerar und Assa; die Grenzen aller Erkenntnisse, die den Gottesdienst betreffen, sei er nun ein äußerer oder ein innerer, gehen dahin; denn jeder Gottesdienst stammt aus dem Glauben und der Liebtätigkeit; welcher nicht von daher stammt, ist kein Gottesdienst, sondern Abgötterei. Weil von Kanaan, das ist vom äußeren Gottesdienst und seinen Abstammungen gehandelt wird, sind es nicht des Gottesdienstes, sondern der Erkenntnisse Grenzen und Ausdehnungen, die hier verstanden werden. 1212. "Wenn man kommt gen Sodom, Amora, Adma, Zeboim, bis Lascha", 1. Mose 10/19, daß dies bezeichnet das Falsche und Böse, in das sie endigen, kann erhellen aus der Bedeutung ebenderselben in den geschichtlichen und prophetischen Teilen des Wortes. Es gibt im allgemeinen zweierlei Entstehungen der Falschheiten, die eine ist aus Begierden, die der Selbst- und Weltliebe angehören, die andere ist aus Erkenntnissen und Wißtümlichem, durch Vernünfteleien; wenn das hieraus entspringende Falsche herrschen will über die Wahrheiten, so wird es bezeichnet durch Sodom, Amora, Adma und Zeboim: daß Falsches und hieraus entspringendes Böses die Grenzen sind des äußeren Gottesdienstes, der ohne inneren ist, kann jedem klar sein. In einem solchen Gottesdienst ist nichts als Totes, mag sich daher ein Mensch, der in solchem Gottesdienst ist, hinwenden wohin er will, so gerät er in Irrtum hinein, es ist nichts Inneres da, was führt und auf dem Wege der Wahrheit zurückhält, sondern bloß Äußeres, das ihn fortreißt überallhin wo die Begierde und die Einbildung will. Weil in den geschichtlichen und den prophetischen Teilen des Wortes Sodom, Amora, Adma und Zeboim erwähnt werden, so soll was jedes insbesondere bedeutet, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, dort gesagt werden. 1213. Vers 20: Dies die Söhne Chams, nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, in ihren Völkerschaften. "Die Söhne Chams" bedeuten die Abstammungen der Lehren und Gottesdienste aus dem verdorbenen inneren Dienst, welcher Cham ist; "nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, in ihren Völkerschaften" bedeutet nach der Sinnesart eines jeden im besonderen und allgemeinen. Nach den Familien heißt, gemäß den Sitten, nach den Zungen heißt, gemäß den Meinungen; in den Ländern heißt, im allgemeinen rücksichtlich der Meinungen; in den Völkerschaften (gentibus) heißt, im allgemeinen rücksichtlich der Sitten. 1214. Daß "die Söhne Chams", 1. Mose 10/20, bedeuten die Abstammungen der Lehren und Gottesdienste aus dem verdorbenen inneren Dienst, welcher ist Cham, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, daß sie sind Lehren; und aus der Bedeutung Chams, daß er ist der verdorbene innere Dienst, wovon früher die Rede war (Nr. 1062, 1063, 1076). 1215. "Nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, in ihren Völkerschaften", 1. Mose 10/20, daß dies bedeutet nach der Sinnesart eines jeden im besonderen und im allgemeinen, ist 1. Mose 10/5 erklärt worden, wo ebendieselben Worte, aber in einer anderen Ordnung vorkommen; dort heißt es von den Söhnen Japheths, "daß von ihnen sich ausbreiteten die Inseln der Völkerschaften in ihren Ländern, jegliche nach ihrer Zunge, nach ihren Familien in betreff ihrer Völkerschaften", und durch sie sind bezeichnet worden äußere Gottesdienste, in denen ein innerer ist, daher bei ihnen vorhergeht was Sache der Lehre ist, hier aber das, was auf die Sitten oder das Leben sich bezieht. 1216. Daß nach den Familien heißt, gemäß den Sitten, daß nach den Zungen heißt, gemäß den Meinungen, daß in den Ländern heißt, im allgemeinen rücksichtlich der Meinungen, und daß in den Völkerschaften heißt, im allgemeinen rücksichtlich der Sitten, kann erhellen aus der Bedeutung eines jeden, nämlich der Familie, der Zunge, des Landes, der Völkerschaft im Wort, worüber man sehe was 1. Mose 10/5 gesagt worden ist. 1217. Vers 21. Und dem Schem wurde auch geboren; er ist der Vater aller Söhne Ebers, der ältere Bruder Japheths. Durch "Schem" wird hier bezeichnet die Alte Kirche im allgemeinen. "Dem Schem wurde geboren" bedeutet hier, daß aus der Alten Kirche eine neue Kirche hervorgegangen sei; durch Eber wird bezeichnet eine neue Kirche, welche die Andere Alte Kirche zu nennen ist; daß "Schem der Vater aller Söhne Ebers gewesen" bedeutet, daß diese Andere Alte Kirche, und was zu dieser Kirche gehört, von der ersten Alten Kirche, als von ihrem Vater, entstanden sei. "der ältere Bruder Japheths" bedeutet, daß deren Gottesdienst ein äußerlicher gewesen sei. 1218. Daß durch "Schem", 1. Mose 10/21, hier bezeichnet wird die Alte Kirche im allgemeinen, kann daraus erhellen, daß hier gehandelt wird von Eber, auf den er nun sich bezieht; und daß er in diesem Vers genannt wird der ältere Bruder Japheths. 1219. Daß "dem Schem wurde geboren", 1. Mose 10/21, hier bedeutet, aus der Alten Kirche sei eine neue Kirche hervorgegangen, erhellt aus dem Inhalt dieses Verses, daß nämlich von Eber die Rede ist, unter dem verstanden wird diese neue Alte Kirche, wovon im Folgenden. 1220. Daß durch Eber bezeichnet wird eine neue Kirche, welche die Andere Alte Kirche zu nennen ist, erhellt aus dem Folgenden, wo von Eber besonders gehandelt wird; hier wird Eber genannt, weil von ihm jene neue Kirche (herstammt). Wie es sich mit Eber und mit dieser zweiten Kirche verhielt, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. 1221. Daß "er war der Vater aller Söhne Ebers", 1. Mose 10/21, bedeutet, diese Andere Alte Kirche, und was zu dieser Kirche gehört, sei von der ersten Alten Kirche als ihrem Vater, entstanden, wird gleichfalls aus dem, was über Eber und über diese Kirche folgt, erhellen; denn es wird von Eber gehandelt vom 24. bis 30 Vers dieses Kapitels, und vom 11 Vers bis zum Ende des folgenden Kapitels. 1222. Daß "der ältere Bruder Japheths", 1. Mose 10/21, bedeutet, ihr Gottesdienst sei ein äußerer gewesen, erhellt aus der Bedeutung Japheths, wonach er ist die äußere Kirche, wovon 1. Mose 9/18 und folgend, und 1. Mose 10/1-5 die Rede war; hier bedeutet Schem als der ältere Bruder Japheths insbesondere, daß die innere Kirche und die äußere Kirche Brüder sind, denn der innere Gottesdienst verhält sich nicht anders zum äußeren Gottesdienst, in dem ein innerer ist, denn es ist eine Blutsfreundschaft, weil in beiden die Liebtätigkeit die Hauptsache ist; aber die innere Kirche ist der ältere Bruder, weil sie früher und innerlicher ist. Der ältere Bruder Japheths schließt hier auch das in sich, daß die Andere Alte Kirche, die Eber genannt wurde, gleichsam der ersten Alten Kirche Bruder war, denn durch Japheth wird im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet, als der äußere Gottesdienst, in dem ein innerer ist, bei jeder Kirche, somit auch der Gottesdienst dieser neuen Alten Kirche, der hauptsächlich ein äußerer war. Der innere Sinn des Wortes ist von der Art, daß das Geschichtliche des buchstäblichen Sinnes nicht beachtet wird, wenn es auf Universelles abgesehen ist, das abgezogen ist vom buchstäblichen Sinne, denn es findet zwischen ihnen ein anderes Wechselverhältnis statt. Daher bedeutet hier der ältere Bruder Japheths im inneren Sinn den Gottesdienst der neuen Alten Kirche, daß er ein äußerer war. Wenn dies nicht bezeichnet würde, so wäre nicht nötig gewesen, daß hier gesagt wurde, er sei der ältere Bruder Japheths. 1223. Vers 22. Die Söhne Schems sind: Elam und Aschur, und Arphachschad, und Lud, und Aram. Durch Schem wird hier wie früher bezeichnet die innere Kirche: "durch die Söhne Schems" werden bezeichnet die Dinge der Weisheit: "Elam, Aschur, Arphachschad, Lud und Aram" waren ebenso viele Völkerschaften, durch die bezeichnet wird, was zur Weisheit gehört, durch Elam der Glaube aus der Liebtätigkeit, durch Aschur die Vernunft daher, durch Arphachschad die Wissenschaft daher, durch Lud die Erkenntnisse des Wahren und durch Aram die Erkenntnisse des Guten. 1224. Hieraus erhellt, was diese Namen im inneren Sinn bedeuten, daß nämlich die Alte Kirche, die eine innere war, begabt war mit Weisheit, Einsicht, Wissenschaft, und Erkenntnissen des Wahren und Guten. Dergleichen ist im inneren Sinn enthalten, obwohl es nur Namen sind, aus denen im buchstäblichen Sinn nichts anderes ersichtlich ist, als daß es ebenso viele Ursprünge oder Väter von Völkerschaften gewesen seien, und somit nichts Lehrhaftes, noch weniger etwas Geistiges und Himmlisches. Ebenso verhält es sich bei den Propheten, wo zuweilen Reihen von Namen, durch die im inneren Sinn Sachen bezeichnet worden sind, in schöner Ordnung aufeinanderfolgen. 1225. Daß durch "Schem" bezeichnet wird die innere Kirche, ist 1. Mose 9/18 und folgend gesagt und gezeigt worden. 1226. Daß durch die "Söhne Schems", 1. Mose 10/22, bezeichnet wird was Sache der Weisheit ist, erhellt nicht nur daraus, daß Schem die innere Kirche ist, deren Söhne keine andere sind, als die der Weisheit (quam sapientiae). Weisheit heißt alles das, was erzeugt wird aus der Liebtätigkeit, weil durch die Liebtätigkeit vom Herrn, von Dem alle Weisheit (kommt), weil Er die Weisheit selbst ist; daher die wahre Einsicht, und daher die wahre Wissenschaft, und daher die wahre Erkenntnis, was alles sind Söhne der Liebtätigkeit, das ist, Söhne des Herrn durch die Liebtätigkeit; und weil sie Söhne des Herrn sind durch die Liebtätigkeit, so wird von ihnen allen Weisheit ausgesagt, denn in ihnen allen ist Weisheit, von der sie ihr Leben haben, und zwar so, daß weder die Einsicht, noch die Wissenschaft, noch die Erkenntnis lebt außer vermöge der Weisheit, die der Liebtätigkeit angehört, so wie diese dem Herrn. 1227. Daß "Elam, Aschur, Arphachschad, Lud und Aram", 1. Mose 10/22 ebenso viele Völkerschaften waren, erhellt aus den geschichtlichen und prophetischen Teilen des Wortes, in denen sie genannt werden; und daß durch sie solches bezeichnet wird, was Sache der Weisheit ist, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden, dann auch aus dem Folgenden. Bei diesen Völkerschaften war eine innere Kirche; bei den anderen, die Söhne Japheths genannt werden, eine äußere Kirche; und bei denen, die Söhne Chams heißen, eine verdorbene innere Kirche; und bei denen, die Söhne Kanaans (heißen), eine verdorbene äußere Kirche. Ob man sagt innerer und äußerer Gottesdienst, oder innere und äußere Kirche, ist gleich. 1228. Daß durch "Elam" bezeichnet wird der Glaube aus der Liebtätigkeit, erhellt aus dem Wesen der inneren Kirche; eine innere Kirche ist die, der die Liebtätigkeit die Hauptsache ist, aus der sie denkt und handelt. Die erste Frucht der Liebtätigkeit ist nur der Glaube, denn daher und nirgend anderswoher kommt der Glaube; daß Elam sei der Glaube aus der Liebtätigkeit, oder der Glaube selbst, der die innere Kirche ausmacht, erhellt Jerem.49/34-39: "Es geschah das Wort Jehovahs zu Jeremias, über Elam: siehe Ich zerbreche den Bogen Elams, den Erstling seiner Macht, und will bringen zu Elam vier Winde aus den vier Enden der Himmel, und will sie zerstreuen in alle diese Winde, und es wird keine Völkerschaft sein, zu der nicht kommen wird von den vertriebenen Elams; und Ich will zaghaft machen den Elam vor seinen Feinden und vor denen, die nach seiner Seele trachten; und will über sie Übel bringen, die Entbrennung Meines Zorns, und will hinter ihnen hersenden das Schwert bis Ich sie aufgerieben; und Ich will Meinen Thron aufrichten in Elam, und will verderben von da den König und die Fürsten, und es wird geschehen in der Zukunft der Tage, daß Ich zurückführen werde die Gefangenschaft Elams": hier wird unter Elam gehandelt vom Glauben oder, was dasselbe ist, von der inneren Kirche, sofern sie verkehrt und verdorben worden ist, und von ebenderselben als wiederhergestellt, wie mehrmals im Wort, von Jehudah, Israel und Jakob, durch die Kirchen bezeichnet werden: durch Jehudah die himmlische Kirche, durch Israel die geistige Kirche, durch Jakob die äußere Kirche, deren Verkehrung in gleicher Weise beschrieben wird, daß sie nämlich zerstreut, und hernach daß die Zerstreuten aus den Feinden wieder gesammelt und aus der Gefangenschaft zurückgeführt werden sollten, worunter die Schöpfung einer neuen Kirche verstanden wird. So heißt es hier von Elam oder der inneren Kirche, als einer verkehrten und verdorbenen, daß er zerstreut, und hernach, daß er zurückgeführt werden sollte; sodann daß Jehovah seinen Thron in Elam aufrichten werde, das ist, in der inneren Kirche oder in der Kirche Innerem, und dies ist nichts anderes als was Sache des Glaubens aus der Liebtätigkeit ist. Jes.21/1,2: "Last der Wüste des Meeres, aus der Wüste kommt es, aus furchtbarem Land: ein hartes Gesicht ist mir angezeigt, der Treulose handelt treulos, und der Verwüster verwüstet; erhebe dich Elam, belagere Madai, all ihr Seufzen will ich aufhören machen": wo von der Verwüstung der Kirche durch Babel die Rede ist; Elam ist die innere Kirche, Madai die äußere Kirche, oder der äußere Gottesdienst, in dem ein innerer ist. Daß Madai eine solche Kirche, oder ein solcher Gottesdienst sei, erhellt 1. Mose 10/2 (Nr. 1150, 1151), wo Madai der Sohn Japheths heißt. 1229. Daß durch "Aschur" bezeichnet wird die Vernunft, erhellt aus demjenigen, was 1. Mose 10/11 gezeigt worden ist. 1230. Daß durch "Arphachschad" bezeichnet wird die Wissenschaft, kann aus dem Wort nicht so begründet werden, sondern erhellt aus dem Zusammenhang der Sachen, sowohl der vorhergehenden als der folgenden. 1231. Daß durch "Lud" bezeichnet werden die Erkenntnisse des Wahren, erhellt daraus, daß die Erkenntnisse des Wahren daher stammen, nämlich vom Herrn durch die Liebtätigkeit, und so durch den Glauben, mittelst der Vernunft und der Wissenschaft; dann auch bei Hes.27/10: "Persien und Lud und Puth waren in deinem Heer, deine Kriegsleute, Schild und Helm hängten sie in dir auf, sie gaben dir Ehre": wo von Tyrus die Rede ist; Lud und Puth für die Erkenntnisse, von denen gesagt wird, sie seien im Heer, und Kriegsleute, weil sie dienen zur Verteidigung der Wahrheiten, zur Stütze der Vernunft, was auch ist den Schild und Helm aufhängen. Daß durch Puth die auswendigeren Erkenntnisse bezeichnet werden, sehe man 1. Mose 10/6 (Nr. 1166). 1232. Daß durch "Aram" oder Syrien bezeichnet werden die Erkenntnisse des Guten, folgt eben hieraus; sodann auch aus dem Wort: Hes.27/16: "Aram, war deine Händlerin, ob der Menge deiner Werke, in Chrysopras, Purpur, und Stickerei, und Byssus, und Ramoth, und Karfunkel, sie gaben es in deinem Handel": wo von Tyrus oder dem Besitz der Erkenntnisse die Rede ist: Werke, Chrysopras, Purpur, Stickerei, Byssus, Ramoth und Karfunkel, bedeuten hier nichts anderes als Erkenntnisse des Guten. Hos.12/13-15: "Jakob floh in das Gefilde Arams, und (Israel) diente um ein Weib, und um ein Weib hütete er, und durch einen Propheten führte Jehovah Israel herauf aus Ägypten, und durch eine Propheten ward es gehütet; zum Zorn reizte Ephraim mit Bitterkeiten": wo Jakob für die äußere Kirche, und Israel für die innere geistige Kirche steht; Aram für die Erkenntnisse des Guten, Ägypten für verkehrende Wissenschaft; Ephraim für verkehrte Einsicht; was diese im Zusammenhang bedeuten, kann gar nicht aus dem buchstäblichen Sinn erhellen, sondern nur aus dem inneren Sinn, wo die Namen, wie gesagt, Dinge der Kirche bezeichnen. Jes.17/1,3: "Siehe Damaskus ist verworfen, daß sie keine Stadt mehr ist, und ist zum Trümmerhaufen geworden; und verschwinden wird die Festung aus Ephraim, und das Königtum aus Damaskus, und der Überrest Arams wird wie die Herrlichkeit der Söhne Israels sein": wo der Überrest Arams für die Erkenntnisse des Guten steht, die genannt werden die Herrlichkeit Israels: Aram oder Syrien steht auch im entgegengesetzten Sinn für die verkehrten Erkenntnisse des Guten, wie der Gebrauch in beiderlei Sinn gewöhnlich ist im Wort, bei Jes.7/4-6; 9/11; 5. Mose 26/5. 1233. Vers 23: Und die Söhne Arams: Uz und Chul, und Gether, und Masch. "Aram" bedeutet hier, wie früher, die Erkenntnisse des Guten; "die Söhne Arams" sind die Erkenntnisse aus diesem Ursprung, und was Sache der Erkenntnisse ist; "Uz, Chul, Gether und Masch" bedeuten ebenso viele Gattungen dieser Kenntnisse. 1234. Daß "Aram", 1. Mose 10/23, die Erkenntnisse des Guten bedeutet, ist soeben gezeigt worden: Daß die Söhne Arams sind die Erkenntnisse von daher und was Angehör der Erkenntnisse ist, folgt eben hieraus; die Erkenntnisse von daher sind die natürlichen Wahrheiten; und was Angehör der Erkenntnisse ist, sind die Handlungen ihnen gemäß. Daß dies bezeichnet wird, kann nicht so aus dem Wort begründet werden, denn sie gehören nicht zu dem, was oft erwähnt wird, bloß Uz bei Jerem.25/20 und Jerem.Klagel.4/21. Hieraus folgt nun, daß Uz, Chul, Gether und Masch ebenso viele Gattungen dieser Erkenntnisse und der ihnen gemäßen Handlungen bedeuten. 1235. Vers 24: Und Arphachschad zeugte Schelach, und Schelach zeugte Eber. "Arphachschad" war eine so benannte Völkerschaft, durch welche die Wissenschaft bezeichnet wird; "Schelach" war gleichfalls eine so benannte Völkerschaft, durch die das bezeichnet wird, was zur Wissenschaft von daher gehört; durch "Eber" wird auch bezeichnet eine Völkerschaft, deren Stammvater Eber war und so hieß; durch ihn wird bezeichnet die Andere Alte Kirche, die von der früheren geschieden war. 1236. Daß "Arphachschad", 1. Mose 10/24, eine Völkerschaft war, die so genannt wurde, und daß durch dieselbe bezeichnet wird die Wissenschaft, erhellt aus dem, was kurz zuvor, 1. Mose 10/22, über ihn gesagt worden ist. 1237. Daß "Schelach", 1. Mose 10/24, ebenfalls eine Völkerschaft war, und durch dieselbe bezeichnet wird was zur Wissenschaft von daher gehört, folgt, weil gesagt wird: "Arphachschad zeugte den Schelach". 1238. Daß durch "Eber", 1. Mose 10/24, auch eine Völkerschaft bezeichnet wird, deren Vater Eber war, und (wirklich) so hieß, damit verhält es sich so: Die bisher genannt worden, waren Völkerschaften, bei denen die Alte Kirche war, und die alle genannt wurden Söhne Schems, Chams, Japheths, Kanaans, weil durch Schem, Cham, Japheth, Kanaan, verschiedene Gottesdienste der Kirche bezeichnet wurden. Einen Noach, Schem, Cham, Japheth, Kanaan, hat es niemals gegeben; weil aber die Alte Kirche insbesondere so beschaffen war, und jede Kirche im allgemeinen so beschaffen ist, daß sie ist eine wahre innere, eine verdorbene innere, eine wahre äußere, und eine verdorbene äußere, darum (sind) diese Namen (da), damit alle Unterschiede im allgemeinen auf sie und ihre Söhne, als auf ihre Häupter, zurückgeführt werden können. Die hier genannten Völkerschaften hatten auch zuerst einen solchen Gottesdienst, und darum wurden sie genannt Söhne eines der Söhne Noachs, und darum werden auch solche Gottesdienste selbst durch die Namen dieser Völkerschaften im Worte bezeichnet. Diese erste Alte Kirche, die durch Noach und seine Söhne bezeichnet wurde, war nicht unter wenigen, sondern erstreckte sich über mehrere Reiche, wie aus den genannten Völkerschaften erhellt, nämlich über Assyrien, Mesopotamien, Syrien, Äthiopien, Arabien, Libyen, Philistäa bis Tyrus und Zidon, über das ganze Land Kanaan, jenseits des Jordans und diesseits des Jordans. Später aber begann in Syrien ein gewisser äußerer Gottesdienst, der hernach sich weit umher verbreitete, und zwar über mehrere Länder, hauptsächlich über Kanaan, und dieser Gottesdienst war verschieden von dem Gottesdienst der Alten Kirche; und weil so etwas von Kirche entstand, das getrennt war von der Alten Kirche, so kam infolge hiervon gleichsam eine neue Kirche auf, die man deshalb die Andere Alte Kirche nennen mag. Eber war ihr erster Gründer, daher diese Kirche nach Eber genannt wurde. Zur selben Zeit waren alle unterschieden in Häuser, Familien und Völkerschaften, wie früher gesagt worden; eine Völkerschaft erkannte einen Vater an, nach dem sie auch benannt wurde, wie aus dem Wort hin und wieder erhellt; so ist denn die Völkerschaft, die den Eber als ihren Vater anerkannte, die hebräische Völkerschaft genannt worden. 1239. Daß durch "Eber" bezeichnet wird die Andere Alte Kirche, die getrennt war von der früheren, erhellt aus dem, was bereits gesagt worden ist. 1240. Vers 25: Und dem Eber wurden zwei Söhne geboren, der Name des einen Peleg, weil in seinen Tagen das Land geteilt wurde, und der Name seines Bruders: Joktan. "Eber" war der erste Gründer der Anderen Alten Kirche, und durch ihn wird diese Kirche bezeichnet; er hatte zwei Söhne, durch die bezeichnet werden zweierlei Gottesdienste, nämlich ein innerer und ein äußerer; seine zwei Söhne hießen Peleg und Joktan: durch Peleg wird bezeichnet der innere Gottesdienst dieser Kirche, und durch Joktan der äußere Gottesdienst dieser Kirche; "weil in seinen Tagen das Land geteilt wurde" bedeutet, daß damals ein Neues der Kirche entstanden sei; Land bezeichnet hier, wie früher, die Kirche; "der Name seines Bruders: Joktan" bedeutet den äußeren Gottesdienst dieser Kirche. 1241. Daß Eber der erste Gründer der Anderen Alten Kirche war, durch den diese Kirche bezeichnet wird, damit verhält es sich so: Die erste Alte Kirche, die, wie gesagt, so weit über den Erdkreis, hauptsächlich über den asiatischen, verbreitet war, war, wie es mit allen Kirchen überall zu gehen pflegt, im Laufe der Zeit ausgeartet, und von neuereren verfälscht worden, sowohl was den äußeren als auch was den inneren Gottesdienst betrifft, und zwar in verschiedenen Gegenden, hauptsächlich dadurch, daß alle Bezeichnungen und Vorbildungen, welche die Alte Kirche aus dem Munde der Urkirche hatte, und die alle sich auf den Herrn und Sein Reich bezogen, in Abgöttisches, und bei einigen Völkerschaften in Magisches verwandelt wurde; damit nun nicht die gesamte Kirche einstürzen möchte, ward vom Herrn zugelassen, daß der bezeichnende und vorbildliche Gottesdienst irgendwo wiederhergestellt wurde, was von Eber geschah, und dieser Gottesdienst bestand hauptsächlich in Äußerem; das Äußere des Gottesdienstes waren Höhen, Haine, Säulen, Salbungen, außer Priesterdiensten und was zum Priestertum gehörte, und anderes mehr, was man Satzungen nannte. Das Innere des Gottesdienstes waren Lehren aus der Zeit vor der Sündflut, besonders von denen her, die Chanoch hießen, und die Wahrnehmungen der Urkirche gesammelt und daraus Lehrsätze gemacht hatten, und dies war ihr Wort. Aus diesen und jenen Dingen bestand der Gottesdienst dieser Kirche, der von Eber erneuert, aber vermehrt und auch verändert wurde; besonders begannen sie anderen Religionsgebräuchen vorzuziehen die Opfer, die in der wahren Alten Kirche unbekannt waren, und bloß bei einigen Nachkommen des Cham und Kanaan bestanden, die Götzendiener waren, und denen sie zu dem Ende zugelassen worden, damit sie nicht ihre Söhne und Töchter opfern möchten. Hieraus erhellt, von welcher Art diese Andere Alte Kirche war, die von Eber gegründet, und in seiner Nachkommenschaft, welche die hebräische Völkerschaft hieß, fortgepflanzt wurde. 1242. Daß durch die zwei Söhne Ebers, 1. Mose 10/25, bezeichnet werden zweierlei Gottesdienste, nämlich ein innerer und ein äußerer, welche zwei Söhne Peleg und Joktan hießen, und durch Peleg bezeichnet wird dieser Kirche innerer Dienst, und durch Joktan dieser Kirche äußerer Dienst, erhellt hauptsächlich daraus, daß durch Eber und die Völkerschaft Ebers im inneren Sinn diese Andere Alte Kirche bezeichnet wird, und weil in jeder Kirche ein Inneres und ein Äußeres ist, denn ohne Inneres ist sie weder, noch kann sie heißen eine Kirche, sondern ein Götzendienst, ferner, weil es Dinge der Kirche sind, auf die der Ausdruck Söhne sich bezieht, so ist offenbar, daß durch den einen der Söhne bezeichnet wird das Innere der Kirche und durch den anderen das Äußere, wie hin und wieder im Wort anderwärts, z.B. schon früher durch Adah und Zillah, die Weiber Lamechs, Nr. 409, durch Leah und Rachel, durch Jakob und Israel, von denen im Folgenden; ebenso durch andere. Von Joktans Nachkommenschaft wird in diesem Kapitel gehandelt, von Pelegs im folgenden. 1243. "Weil in seinen Tagen das Land geteilt wurde", 1. Mose 10/25, daß dies bedeutet, daß damals etwas Neues in der Kirche entstanden sei, erhellt nun eben hieraus; denn durch das Land wird nichts anderes bezeichnet als die Kirche, was schon früher, Nr. 662, 1066 deutlich gezeigt worden ist. 1244. Daß "der Name seines Bruders Joktan", 1. Mose 10/25, bedeutet den äußeren Gottesdienst dieser Kirche, ist soeben gezeigt worden. Daß der äußere Gottesdienst Bruder genannt wird, sehe man 1. Mose 10/21, wo es von Schem heißt, er sei der ältere Bruder Japheths, daher hier der Name des Bruders beigefügt ist. 1245. Vers 26-29. Und Joktan zeugte Almodad, und Scheleph, und Chazarmaveth, und Jerach. Und Hadoram, und Usal, und Diklah. Und Obal, und Abimael, und Scheba. Und Ophir, und Chavillah, und Jobab; diese alle sind Söhne Joktans. Diese waren ebenso viele Völkerschaften aus den Familien Ebers, durch die bezeichnet werden ebenso viele Religionsgebräuche. 1246. Daß diese ebenso viele Völkerschaften aus den Familien Ebers waren, kann erhellen aus dem Zustand, in dem sie zu jener Zeit waren. In der ältesten Zeit lebten, wie schon früher gesagt worden, die Völkerschaften geschieden in Familien, und diese in Häuser. Jede Völkerschaft erkannte einen Stammvater an, nach dem sie genannt wurden. Die Söhne eines Vaters, wenn sie sich mehrten, bildeten gleichfalls Häuser, Familien und Geschlechter, usf.; (so nun) die, welche Söhne Joktans waren, in gleicher Weise; wie dies erhellen kann an den Söhnen Jakobs, die später, nachdem sie sich gemehrt hatten, Stämme bildeten, von denen jeder einen von den Söhnen Jakobs als Vater anerkannten, nach dem er genannt wurde, während gleichwohl alle zusammengenommen von Jakob (herstammten), und auch Jakob genannt wurden; so nun diese Völkerschaften von Eber, und wurden Hebräer genannt. 1247. Daß durch sie ebenso viele Religionsgebräuche bezeichnet werden, erhellt daraus, daß die Namen im Worte niemals etwas anderes bezeichnen als Sachen, denn das Wort bezieht sich im inneren Sinn auf nichts anderes als auf den Herrn, Sein Reich in den Himmeln und auf Erden, folglich auf die Kirche und was Sache der Kirche ist, so nun diese Namen; und weil Joktan, der Sohn Ebers, wie schon früher gesagt worden, den äußeren Gottesdienst dieser neuen Kirche bedeutet, so können seine Söhne nichts anderes bezeichnen als Dinge des äußeren Gottesdienstes, welche sind Religionsgebräuche, und zwar ebenso viele Gattungen derselben. Aber welcherlei Gattungen von Religionsgebräuchen, kann nicht gesagt werden, weil sie in Beziehung zu dem Gottesdienst selbst stehen; und bevor dieser bekannt ist, kann von seinen Gebräuchen nichts gesagt werden, und sie zu wissen hätte auch keinen Nutzen; auch kommen sie im Worte nicht vor außer Scheba, Ophir und Chavillah, die aber nicht von diesem Stamme sind, denn Scheba und Chavillah, von denen im Wort die Rede ist, waren von denen, welche Söhne Chams genannt werden, wie dies erhellt aus 1. Mose 10/7; so auch verhält es sich mit Ophir. 1248. Vers 30: Und ihre Wohnung war von Mescha, wenn man kommt gen Sephar, dem Berge des Aufgangs. Durch dies wird bezeichnet die Ausdehnung des Gottesdienstes, und zwar von den Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit; durch "Mescha" wird bezeichnet das Wahre; durch "Sephar" das Gute; durch "den Berg des Aufgangs" die Liebtätigkeit. 1249. Daß durch dies bezeichnet wird die Ausdehnung des Gottesdienstes, und zwar von den Wahrheiten des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit, und daß durch Mescha bezeichnet wird das Wahre, durch Sephar das Gute, kann zwar nicht aus dem Wort begründet werden, weil von Mescha und Sephar keine Erwähnung geschieht bei den Propheten, aber dennoch kann es daraus erhellen, daß es der Schluß des Vorhergehenden ist, insbesondere daraus, daß der Berg des Aufgangs das Letzte ist, wohin das Vorhergehende zielt, und durch Berg des Aufgangs im Worte bezeichnet wird die Liebtätigkeit vom Herrn, wie aus dem Folgenden erhellen kann. Sodann daraus, daß alles, was zur Kirche gehört, auf die Liebtätigkeit als auf ihr Letztes und ihren Endzweck hinzielt. Hieraus folgt, daß Mescha bezeichnet das Wahre oder den Ausgangspunkt, und Sephar das Gute, und so die Liebtätigkeit, welche ist der Berg des Aufgangs, oder der Zielpunkt. 1250. Daß durch den "Berg des Aufgangs", 1. Mose 10/30, bezeichnet wird die Liebtätigkeit, und zwar die Liebtätigkeit vom Herrn her, erhellt aus der Bedeutung des Berges im Wort, daß er ist die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, was früher schon, Nr. 795, gezeigt worden ist, und daß der Aufgang bedeutet den Herrn, und daher Himmlisches, was Sache der Liebe und Liebtätigkeit ist, sehe man auch früher Nr. 101, sodann aus folgenden Stellen: Hes.11/22,23: "Es erhoben die Cherube ihre Flügel, da stieg auf die Herrlichkeit Jehovahs aus der Mitte der Stadt, und stand über dem Berge, der gegen den Aufgang der Stadt ist": wo durch den Berg, der gegen den Aufgang ist, nichts anderes bezeichnet wird als das Himmlische, welches ist Sache der Liebe und Liebtätigkeit, welche ist des Herrn, denn es wird gesagt, die Herrlichkeit Jehovahs sei dort gestanden. Hes.43/1,2: "Er führte mich zum Tor, dem Tor, das hinsieht zum Wege des Aufgangs, und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam vom Berge des Aufgangs": wo durch den Aufgang das gleiche bezeichnet wird. Hes.44/1,2: "Und er führte mich zurück auf dem Weg des Tors des äußeren Heiligtums, das hinsieht gegen den Aufgang, und dasselbe war verschlossen, und Jehovah sprach zu mir: dieses Tor soll verschlossen sein, und nicht geöffnet werden, und niemand soll eingehen durch dasselbe, sondern Jehovah, der Gott Israels, wird durch dasselbe eingehen": der Aufgang ebenfalls für das Himmlische, das Sache der Liebe ist, die allein des Herrn ist. Hes.46/12: "Wenn der Fürst bringen wird ein Freiwilliges, ein Brandopfer, und ein Friedensopfer, ein Freiwilliges dem Jehovah, so wird er Ihm öffnen das Tor, das hinsieht gegen den Aufgang, und wird darbringen sein Brandopfer, und seine Friedensopfer, wie er sie bringen wird am Tage des Sabbaths": gleichfalls für das Himmlische, das Sache der Liebe zum Herrn ist. Hes.47/1,8: "Er führte mich zurück zur Tür des Hauses, und siehe da, Wasser flossen hervor unter der Schwelle des Hauses gegen Aufgang, weil das Angesicht des Hauses der Aufgang ist": hier vom neuen Jerusalem, der Aufgang für den Herrn, somit für das Himmlische, das Sache der Liebe ist; die Wasser sind Geistiges. Das gleiche bedeutet hier der Berg des Aufgangs; außerdem wurden die, welche in Syrien wohnten, Söhne des Aufgangs genannt, von denen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. HG 1251 1251. Vers 31: Dies die Söhne Schems, nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, nach ihren Völkerschaften. "Dies die Söhne Schems" bedeuten die Ableitungen aus dem inneren Gottesdienst, welcher ist Schem; "nach ihren Familien, nach ihren Zungen, in ihren Ländern, in ihren Völkerschaften" bedeutet nach eines jeglichen Sinnesart im besonderen und allgemeinen. Nach den Familien heißt, gemäß den Unterschieden in betreff der Liebtätigkeit; nach den Zungen heißt, gemäß den Unterschieden in betreff des Glaubens; in ihren Ländern heißt, im allgemeinen rücksichtlich dessen, was Sache des Glaubens ist; in den Völkerschaften heißt, im allgemeinen rücksichtlich dessen, was Sache der Liebtätigkeit ist. 1252. Daß dies bezeichnet wird, bedarf keiner weiteren Begründung, denn es sind ebendieselben Worte, die 1. Mose 10/20 vorkommen, wo man das dort Gesagte nachsehen mag. Es verhalten sich die Bedeutungen, wie hier die der Familien, Zungen, Länder und Völkerschaften, je nach den Subjekten, auf die sie gezogen werden; dort auf Cham oder den verdorbenen inneren Gottesdienst, hier aber auf Schem, oder den wahren inneren Gottesdienst; daher sich die Familien und Völkerschaften dort auf die Sitten, und die Zungen und Länder auf die Meinungen bezogen, welche die der verdorbenen inneren Kirche sind; hier aber die Familien und Völkerschaften sich auf die Liebtätigkeit, und die Zungen und Länder auf den Glauben beziehen, welche die der wahren inneren Kirche sind. Über die Bedeutung der Völkerschaften und Familien sehe man im Folgenden dieses Kapitels. 1253. Vers 32: Dies die Familien der Söhne Noachs, nach ihren Geburten, in ihren Völkerschaften. "Dies die Familien der Söhne Noachs" bedeutet die Gottesdienste der Alten Kirche im besonderen; "nach ihren Geburten" bedeutet, je wie sie gebessert werden konnten; "in ihren Völkerschaften" bedeutet die Gottesdienste der Kirche im allgemeinen. 1254. "Dies die Familien der Söhne Noachs", 1. Mose 10/32, daß dies bedeute die Gottesdienste der Alten Kirche im besonderen, erhellt aus der Bedeutung der Familie, und der Familie der Söhne, daß es sind Gottesdienste, und zwar Arten von Gottesdiensten. Im Vorhergehenden dieses Kapitels haben die genannten Völkerschaften nichts anderes bedeutet, als die verschiedenen Gottesdienste der Alten Kirche; daher die Familien, aus denen die Völkerschaften bestanden, auch nichts anderes bedeuten können. Im inneren Sinn können durchaus keine andere Familien, als die der geistigen und himmlischen Dinge verstanden werden. 1255. "Nach ihren Geburten", 1. Mose 10/32, daß dies bedeute, je wie sie gebessert werden konnten, erhellt aus der Bedeutung der Geburt, daß sie ist Besserung; wenn der Mensch von neuem oder wiedergeboren wird vom Herrn, dann ist alles und jedes, was er neu empfängt, eine Geburt; so haben hier, weil von der Alten Kirche gehandelt wird, die Geburten die Bedeutung: je wie sie gebessert werden konnten. Was die Besserung der Völkerschaften betrifft, so haben nicht alle den gleichen Gottesdienst gehabt, auch nicht die gleiche Lehre, und zwar darum (nicht), weil nicht alle von gleicher Sinnesart waren, und weil nicht alle die gleiche Erziehung und den gleichen Unterricht von Kindheit auf hatten. Die Grundsätze, die der Mensch von Kindheit an faßt, bricht der Herr niemals, sondern lenkt sie, wenn es solche sind, in die er eine Heiligkeit gesetzt, und die nicht wider die göttliche und natürliche Ordnung, sondern an sich gleichgültig sind, so läßt sie der Herr, und duldet, daß man darin bleibt; wie bei mehreren in der Anderen Alten Kirche, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1256. "In ihren Völkerschaften", daß dies bedeute die Gottesdienste der Kirche im allgemeinen, erhellt aus dem, was früher von den Völkerschaften gesagt worden ist, und aus dem, was folgt. 1257. Vers 32: Und von ihnen breiteten sich aus die Völkerschaften auf Erden nach der Flut. "Von ihnen breiteten sich aus die Völkerschaften auf Erden" bedeutet, daß daher alle Gottesdienste der Kirche in Beziehung auf das Gute und Böse stammen, welches bezeichnet wird durch die Völkerschaften. Die Erde ist die Kirche. "Nach der Flut" bedeutet vom Anbeginn der Alten Kirche. 1258. Daß (die Worte) "von ihnen breiteten sich aus die Völkerschaften auf Erden", 1. Mose 10/32, bedeuten, daß daher stammen alle Gottesdienste der Kirche in Beziehung auf das Gute oder Böse, und daß dieses durch die Völkerschaften bezeichnet wird, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften: Unter einer Völkerschaft wurden, wie früher gesagt worden, verstanden mehrere Familien zugleich. Mehrere Familien, die einen Vater anerkannten, machten eine Völkerschaft aus in der Ältesten und Alten Kirche; daß aber die Völkerschaften im inneren Sinn Gottesdienste der Kirche bedeuten, und zwar in Beziehung auf das Gute oder das Böse im Gottesdienst, damit hat es diese Bewandtnis: Wenn Familien und Völkerschaften von den Engeln ins Auge gefaßt werden, so haben sie nie die Vorstellung von einer Völkerschaft, sondern nur die Vorstellung des bei ihr befindlichen Gottesdienstes, denn sie denken sich alle nach der wirklichen Beschaffenheit, oder nach ihrer Eigenschaft. Die Beschaffenheit oder Eigenschaft des Menschen, nach der er im Himmel angesehen wird, ist die Liebtätigkeit und der Glaube. Dies kann von einem jeden deutlich begriffen werden, er darf nur aufmerken, wenn er an einen Menschen, oder eine Familie, oder eine Völkerschaft denkt, so denkt er meistens, wie sie beschaffen sind, und zwar jeder nach dem, was bei ihm gerade herrscht; die Vorstellung von ihrer Eigenschaft drängt sich sogleich auf, und demgemäß betrachtet er sie bei sich. Wieviel mehr der Herr, und aus Ihm die Engel; sie können sich einen Menschen, eine Familie und eine Völkerschaft nur denken nach ihrer Eigenschaft in Ansehung der Liebtätigkeit und des Glaubens, daher wird im inneren Sinn durch die Völkerschaften nichts anderes bezeichnet, als der Gottesdienst der Kirche, und zwar in Ansehung einer Eigenschaft, welche ist das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens aus ihm; wann der Ausdruck Völkerschaften im Worte vorkommt, so bleiben die Engel nicht bei der Vorstellung einer Völkerschaft stehen, gemäß dem geschichtlichen Buchstabensinn, sondern bei der Vorstellung des Guten und Wahren bei der Völkerschaft, die genannt wird. 1259. Ferner daß die Völkerschaften bedeuten Gutes und Böses im Gottesdienst, damit verhält es sich so: In den ältesten Zeiten wohnte man geschieden in Völkerschaften, Familien und Häuser, wie früher gesagt worden, und dies darum, daß die Kirche auf Erden vorbilden möchte das Reich des Herrn, wo alle geschieden sind in Vereine, und die Vereine in größere, und diese wiederum in größere, und zwar gemäß den Unterschieden der Liebe und des Glaubens im allgemeinen und im besonderen, worüber man sehe Nr. 684, 685, somit ebenfalls gleichsam in Häuser, Familien und Völkerschaften; daher bedeuten Häuser, Familien und Völkerschaften im Worte Gutes der Liebe und des Glaubens aus ihm, wo genau unterschieden wird zwischen Völkerschaften und Volk; durch die Völkerschaft wird bezeichnet das Gute oder das Böse, aber durch das Volk das Wahre oder das Falsche, und zwar so sich gleichbleibend, daß sie nirgends anders (stehen), wie dies erhellen kann aus folgenden Stellen: z.B. Jes.11/10-12: "Es wird geschehen an jenem Tage, die Wurzel des Jischai, die da steht als Panier der Völker, nach ihr werden die Völkerschaften fragen, und es wird seine Ruhe Herrlichkeit sein. An jenem Tage wird der Herr zum zweiten Mal dazutun Seine Hand, zu erwerben die Überreste Seines Volkes, das übrig von Aschur, und von Ägypten, und von Pathros, und von Kusch, und von Elam, und von Schinear, und von Chamath, und von den Inseln des Meeres: und Er wird erheben ein Panier den Völkerschaften, und sammeln die Vertriebenen Israels, und das Zerstreute Jehudahs zusammenbringen": wo die Völker für die Wahrheiten der Kirche und die Völkerschaften für das Gute (stehen), zwischen denen offenbar unterschieden wird; es ist dort die Rede vom Reich des Herrn und von der Kirche; dann überhaupt von jedem wiedergeborenen Menschen. Durch die Namen wird das bezeichnet, wovon früher die Rede war; sodann durch Israel der Kirche Geistiges, durch Jehudah derselben Himmlisches. Jes.9/2,3: "Das Volk, die da wandelten in Finsternis, sahen ein großes Licht, Du hast gemehrt die Völkerschaft, ihr groß gemacht die Freude: wo das Volk für die Wahrheiten (steht), daher von ihm ausgesagt wird, es wandle in Finsternis und sehe Licht; Völkerschaft für Gutes. Jes.14/32: "Was soll man antworten den Boten der Völkerschaft, daß Jehovah Zion gegründet hat, und in ihr Zuversicht haben werden die Elenden Seines Volkes": ebenfalls Völkerschaft für das Gute, Volk für das Wahre. Jes.25/7: "Jehovah Zebaoth wird verschlingen auf diesem Berge die Angesichte der Verhüllung, der Hülle über allen Völkern, und die Decke, die gedeckt ist über alle Völkerschaften": wo von der neuen oder der Kirche aus den Heiden die Rede ist; Volk für deren Wahrheiten, Völkerschaft für das Gute. Jes.26/2: "Tut auf die Tore, daß eingehe die gerechte Völkerschaft, welche die Treue bewahrt": wo die Völkerschaft offenbar für Gutes steht. Jes.43/9: "Alle Völkerschaften werden versammelt werden zumal, und gesammelt die Völker": ebenfalls von der Kirche aus den Heiden; die Völkerschaften für ihr Gutes, und das Volk für die Wahrheiten, und weil sie voneinander unterschieden sind, so wird von beiden gehandelt, sonst wäre es eine zwecklose Wiederholung. Jes.49/22: "Es sprach der Herr Jehovah, sieh, Ich will nach den Völkerschaften Meine Hand erheben, und bei den Völkern Mein Panier aufrichten, und sie werden deine Söhne im Busen führen, und deine Töchter auf der Schulter hertragen": hier vom Reich des Herrn; die Völkerschaften gleichfalls für das Gute, und die Völker für die Wahrheiten. Jes.54/3: "Zur Rechten und zur Linken wirst du ausbrechen, und dein Same wird Völkerschaften erben, und sie werden verödete Städte bewohnen": vom Reich des Herrn, und von der Kirche, welche die aus den Heiden genannt wird; daß die Völkerschaften für das Gute der Liebtätigkeit, oder, was dasselbe ist, für diejenigen stehen, bei denen Gutes der Liebtätigkeit ist, erhellt daraus, daß der Same oder Glaube sie erben wird, die Städte für die Wahrheiten. Jes.55/4,5: "Siehe, zum Zeugen habe Ich den Völkern Ihn gegeben, zu einem Fürsten und Gesetzgeber den Völkern; siehe, eine Völkerschaft, die Du nicht kanntest, wirst Du rufen, und eine Völkerschaft, die Dich nicht kannte, sie werden zu Dir laufen": hier vom Reich des Herrn, die Völker für die Wahrheiten, die Völkerschaften für das Gute; in der Kirche sind die mit dem Guten der Liebtätigkeit Begabten die Völkerschaften, die mit den Wahrheiten des Glaubens die Völker, denn das Gute und die Wahrheiten sind die Prädikate vermöge der Subjekte, bei denen sie sich finden. Jes.60/3-5: "Die Völkerschaften werden zu deinem Lichte wandeln, und die Könige zum Glanze deines Aufgangs, dann wirst du sehen und herströmen, und es wird staunen, und sich erweitern dein Herz, daß sich zu dir kehren wird die Menge des Meeres, das Heer der Völkerschaften zu dir kommen wird": vom Reich des Herrn, und von der Kirche aus den Heiden, wo die Völkerschaften für das Gute, die Könige, welche die der Völker sind, für die Wahrheiten stehen. Zeph.2/9: "Die Überreste Meines Volkes werden sie berauben, und die übrigen meiner Völkerschaft werden sie erben". Sach.8/22: "Es werden viele Völker kommen, und zahlreiche Völkerschaften, zu suchen den Jehovah der Heerscharen in Jerusalem": Jerusalem für das Reich des Herrn, und für die Kirche, die Völker für die, welche in den Wahrheiten des Glaubens, die Völkerschaften für die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, daher sie geschieden genannt werden. Ps.18/44: "Du wirst mich befreien von den Fehden des Volks, Du wirst mich zum Haupt der Völkerschaften machen; ein Volk, das ich nicht kannte, wird mir dienen": das Volk gleichfalls für die, welche in den Wahrheiten, die Völkerschaften für die, welche im Guten sind, und weil diese den Menschen der Kirche ausmachen, wird beides genannt. Ps.67/4,5: "Bekennen werden Dich die Völker, Gott; bekennen Dich die Völker alle, freuen werden sich und jauchzen die Völkerschaften, weil Du richten wirst die Völker mit Rechtlichkeit, und Du die Völkerschaften in das Land wirst führen": offenbar die Völker für die, welche in den Wahrheiten des Glaubens, und die Völkerschaften für die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind. 5. Mose 32/7,8: "Gedenke der Tage der Ewigkeit; verstehet die Jahre des Geschlechtes und (wieder des) Geschlechts, frage deinen Vater, und er wird dir es verkünden, deine Ältesten, und sie werden dir es sagen, als der Höchste das Erbe gab den Völkerschaften, und schied die Söhne des Menschen, stellte Er fest die Grenzen der Völker, nach der Zahl der Söhne Israels": wo von der Urkirche, und von den alten Kirchen (die Rede ist), welche sind die Tage der Ewigkeit, und die Jahre des Geschlechtes und Geschlechts, wo Völkerschaften (gentes) hießen die, welche im Guten der Liebtätigkeit standen, denen das Erbe gegeben wurde, und Söhne des Menschen, und hernach Völker die, welche im Wahren des Glaubens von daher waren. Weil durch die Völkerschaften bezeichnet wird das Gute der Kirche, und durch die Völker die Wahrheiten, darum wurde von Esau und Jakob gesagt, da sie noch im Mutterleib waren: "Zwei Völkerschaften sind in deinem Leibe, und zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden", 1. Mose 25/23. Hieraus kann nun erhellen, was die Kirche der Völkerschaften (oder der Heiden, gentium) in ihrem echten Sinn ist: die Urkirche war die wahre Kirche der Völkerschaften, hernach die Alte Kirche. Weil Völkerschaften diejenigen heißen, die in der Liebtätigkeit, Völker die, welche im Glauben stehen, so wird das Priestertum des Herrn ausgesagt von den Völkerschaften, weil von Himmlischem, welches das Gute ist; Sein Königtum von den Völkern, weil von Geistigem, welches ist Wahres, was auch vorgebildet war in der jüdischen Kirche; in ihr waren sie eine Völkerschaft, ehe sie Könige hatten, aber nachdem sie Könige bekommen hatten, wurden sie ein Volk. 1260. Weil die Völkerschaften in der Ältesten und in der Alten Kirche, Gutes oder das Gute bedeuten, darum bedeuten sie auch im entgegengesetzten Sinn Böses oder das Böse; ebenso die Völker, weil sie Wahres bedeuten, darum bedeuten sie auch im entgegengesetzen Sinn Falsches; in der ausgearteten Kirche nämlich verwandelt sich das Gute ins Böse, und das Wahre ins Falsche, daher kommt die Bedeutung der Völkerschaften und der Völker in diesem Sinne oft vor im Wort wie bei Jes.13/4; 14/6; 18/2,7; 30/28; 34/1,2; Hes.20/32 und öfter anderwärts. 1261. Wie die Völkerschaften Gutes bedeuten, so auch die Familien, weil jede Völkerschaft aus Familien bestand; ebenso die Häuser, weil jede Familie aus mehreren Häusern sich bildete: über das Haus sehe man Nr. 710; die Familien aber bedeuten Gutes, wenn sie ausgesagt werden von den Völkerschaften, dagegen Wahres, wenn sie ausgesagt werden von den Völkern: wie im Ps.22/28,29: "Es werden sich vor Dir beugen alle Familien der Völkerschaften, weil des Jehovah das Reich ist, und Er herrschet über die Völkerschaften", und Ps.96/7: "Gebet dem Jehovah, ihr Familien der Völker, gebet dem Jehovah Herrlichkeit und Stärke". Im 1. Mose 10/31,32 werden die Familien von Gutem ausgesagt, weil es Familien der Völkerschaften waren. 1262. Hieraus kann nun erhellen, daß durch Erde hier auch die Kirche bezeichnet wird. Wenn nämlich die Erde (oder ein Land) genannt wird, so wird nichts anderes verstanden, als die Völkerschaft oder das Volk daselbst, und wenn eine Völkerschaft oder ein Volk, nichts anderes als ihre Beschaffenheit; daher dann durch Erde (oder Land, terra) nichts anderes bezeichnet wird als die Kirche, wie Nr. 662, 1066 gezeigt worden ist. 1263. Daß "nach der Flut", 1. Mose 10/32, bedeutet vom Beginn der Alten Kirche an, erhellt daraus, daß die Flut das Ende der Urkirche, und der Anfang der Alten Kirche war, wie früher gezeigt worden ist: Nr. 705, 739, 790. 1264. Hieraus kann nun erhellen, daß, obwohl lauter Namen von Völkerschaften und Familien in diesem Kapitel vorkommen, es dennoch im allgemeinen nicht bloß enthält alle Unterschiede des Gottesdienstes in betreff des Guten der Liebtätigkeit und der Glaubenswahrheiten, die in der Alten Kirche sich fanden, sondern auch, die in jeder Kirche sind; ja noch mehrere, als je ein Mensch glauben kann. So beschaffen ist das Wort des Herrn. Nr. 1265 - 1278 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 11. Kapitel 1. Und es war die ganze Erde eine Lippe, und einerlei Worte. 2. Und es geschah, da sie auszogen vom Aufgang, fanden sie ein Tal im Lande Schinear, und wohnten daselbst. 3. Und sie sprachen, ein Mann zu seinen Genossen: Wohlan, laßt uns Ziegel streichen, und zu einem Brande brennen: und es war ihnen der Ziegel statt des Steins, und das Erdpech war ihnen statt des Lehms. 4. Und sie sprachen: Wohlan, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, und sein Haupt (sei) im Himmel; und laßt uns einen Namen machen, daß wir nicht zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde. 5. Und Jehovah stieg herab zu sehen die Stadt und den Turm, den die Söhne des Menschen bauten. 6. Und Jehovah sprach: Siehe, ein Volk, und eine Lippe ihnen allen, und dies ihr Beginnen zu tun; und nun möchte ihnen nichts verwehrt werden, was sie gedachten zu tun. 7. Wohlan, laßt uns hinabsteigen und daselbst ihre Lippe verwirren, daß sie nicht hören ein Mann die Lippe seines Genossen. 8. Und Jehovah zerstreute sie von da über die Angesichte der ganzen Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. 9. Darum nannte Er ihren Namen Babel, weil dort Jehovah verwirrte die Lippe der ganzen Erde; und von da zerstreute sie Jehovah über die Angesichte der ganzen Erde. 10. Dies die Geburten Schems: Schem (war) ein Sohn von hundert Jahren und zeugte den Arphachschad, zwei Jahre nach der Flut. 11. Und Schem lebte, nachdem er den Arphachschad gezeugt, fünfhundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 12. Und Arphachschad lebte fünfunddreißig Jahre und zeugte Schelach. 13. Und Arphachschad lebte, nachdem er Schelach gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 14. Und Schelach lebte dreißig Jahre und zeugte den Eber. 15. Und Schelach lebte, nachdem er den Eber gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 16. Und Eber lebte vierunddreißig Jahre und zeugte den Peleg. 17. Und Eber lebte, nachdem er den Peleg gezeugt, dreißig Jahre und vierhundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 18. Und Peleg lebte dreißig Jahre und zeugte den Reu. 19. Und Peleg lebte, nachdem er den Reu gezeugt, neun Jahre und zweihundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 20. Und Reu lebte zweiunddreißig Jahre und zeugte den Serug. 21. Und Reu lebte, nachdem er Serug gezeugt, sieben Jahre und zweihundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. 22. Und Serug lebte dreißig Jahre und zeugte den Nachor. 23. Und Serug lebte, nachdem er den Nachor gezeugt, zweihundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 24. Und Nachor lebte neunundzwanzig Jahre und zeugte den Therach. 25. Und Nachor lebte, nachdem er den Therach gezeugt, neunzehn Jahre und hundert Jahre; und zeugte Söhne und Töchter. 26. Und Therach lebte siebzig Jahre und zeugte den Abram, den Nachor und den Haran. 27. Und dies die Geburten des Therach: Therach zeugte den Abram, den Nachor und den Haran; und Haran zeugte den Lot. 28. Und Haran starb über dem Angesichte Therachs, seines Vaters, im Lande seiner Geburt, in Ur der Chaldäer. 29. Und Abram und Nachor nahmen sich Weiber; der Name des Weibes Abrams Sarai; und der Name des Weibes Nachors Milkah, die Tochter Harans, des Vaters der Milkah, und des Vaters der Jiska. 30. Und Sarai war unfruchtbar, kein Sprößling ihr. 31. Und Therach nahm Abram, seinen Sohn; und Lot, den Sohn Harans, den Sohn seines Sohnes; und Sarai, seine Schwiegertochter, das Weib Abrams, seines Sohnes, und sie gingen aus mit ihnen von Ur der Chaldäer, zu gehen in das Land Kanaan, und sie kamen bis Charan und blieben daselbst. 32. Und die Tage Therachs waren fünf Jahre und zweihundert Jahre, und Therach starb in Charan.   Inhalt 1279. Es wird gehandelt von der ersten Alten Kirche, die nach der Sündflut war: Vers 1-9. 1280. Von ihrem ersten Stand, wo alle eine Lehre hatten: Vers 1, vom anderen, wo sie anfingen abzuweichen: Vers 2, vom dritten, wo Falsches der Begierden zu walten anfing: Vers 3, vom vierten, wo sie mittelst des Gottesdienstes zu herrschen anfingen: Vers 4, daher der Zustand der Kirche sich veränderte: Vers 5, 6; so daß bei keinem mehr das Gute des Glaubens war: Vers 7-9. 1281. Von der Anderen Alten Kirche, die von Eber den Namen hat; und von deren Fortpflanzung und Zustand, und daß sie endlich in Abgötterei auslief: Vers 10-26. 1282. Vom Ursprung der dritten Alten Kirche, die aus einer götzendienerischen eine vorbildliche wurde, wird gehandelt Vers 27-32.   Innerer Sinn 1283. Es wird nun gehandelt von der Alten Kirche im allgemeinen, und daß ihr innerer Gottesdienst im Laufe der Zeit verfälscht und verkehrt worden sei, und infolgedessen auch der äußere Gottesdienst, denn der äußere Gottesdienst verhält sich gemäß dem inneren. Die Verfälschung und Verkehrung des inneren Gottesdienstes ist hier Babel. Daß das Bisherige, ausgenommen das den Eber Betreffende, nicht wahre, sondern gemachte Geschichte sei, kann man auch ersehen aus dem, was hier über den Babylonischen Turm vorkommt, als z.B. daß sie den Bau eines Turmes, dessen Haupt bis zum Himmel reichte, unternahmen, daß die Sprache verwirrt wurde, so daß der eine die Sprache des anderen nicht verstand, daß Jehovah sie so verwirrt habe. Dann auch daraus, daß daher Babel komme, während doch 1. Mose 10/10 gesagt wird, Babel sei von Nimrod erbaut worden. Hieraus erhellt denn auch, daß Babel nicht eine Stadt, sondern eine Sache bedeutet, und hier einen Gottesdienst, dessen Inneres unheilig ist, dessen Äußeres aber als heilig erscheint. 1284. Vers 1: Und es war die ganze Erde eine Lippe, und einerlei Worte. "Es war die ganze Erde eine Lippe" bedeutet überall eine Lehre im allgemeinen. Die Lippe ist die Lehre, die Erde ist die Kirche; "und einerlei Worte" bedeuten eine Lehre im besonderen. 1285. "Es war die ganze Erde eine Lippe", 1. Mose 11/1, daß dies bedeutet, überall sei im allgemeinen eine Lehre gewesen, erhellt aus der Bedeutung der Lippe im Wort, wovon im gleich Folgenden. In diesem Vers und durch diese wenigen Worte, wird beschrieben, wie der Zustand der Alten Kirche beschaffen war, nämlich daß sie in der Hauptsache (in genere) eine Lehre hatte; dagegen im folgenden Vers wird beschrieben, wie ihre Verfälschung und Verkehrung begann; und hernach bis zum 9. Vers, wie sie gänzlich verkehrt wurde, so daß kein innerer Gottesdienst mehr da war. Gleich darauf wird gehandelt von der Anderen Alten Kirche, die mit Eber begann; und endlich von der dritten, die der Anfang der jüdischen Kirche war. Was die erste Alte Kirche betrifft, daß in ihr, obgleich sie so weit durch den Erdkreis verbreitet war, dennoch eine Lippe und einerlei Worte waren, das ist, eine Lehre im allgemeinen und im besondern, während doch überall verschiedene, sowohl innere als äußere Gottesdienste bestanden, wie im vorigen Kapitel gezeigt worden ist, wo durch eine jede dort genannte Völkerschaft bezeichnet wurde eine verschiedene Lehr- und Religionsform, damit verhält es sich so: Im Himmel sind unzählige Vereine, und alle verschieden, aber dennoch eins , denn alle werden als eins geführt vom Herrn, worüber man das Nr. 457, 551, 684, 685, 690 Gesagte nachsehe. Und es verhält sich damit wie mit dem Menschen; obwohl nämlich in diesem so viele Eingeweide, und so viele Eingeweidchen innerhalb der Eingeweide, Organe und Gliedmaßen sind, deren jedes wieder eine andere Verrichtung hat, so werden dennoch alle und jede, als eins von einer Seele regiert. Oder wie mit dem Körper, in dem verschiedene Tätigkeiten von Kräften und Bewegungen sind, dennoch aber alle von der einzigen Bewegung des Herzens und der einzigen der Lunge regiert werden, und eins ausmachen. Daß diese so übereinwirken können, kommt daher, daß im Himmel ein einziger Einfluß ist, der von einem jeden gemäß seiner Sinnesart aufgenommen wird, und dies ist der Einfluß der Triebe vom Herrn, Sein Erbarmen und Leben; und obwohl es ein einziger Einfluß ist, so gehorcht und folgt dennoch alles wie eins; und dies vermöge der gegenseitigen Liebe, in welcher die im Himmel sind. So verhielt es sich mit der ersten Alten Kirche, obwohl sie viele innere und äußere Gottesdienste, als im allgemeinen Völkerschaften, und im besonderen Familien von Völkerschaften, und im einzelnen Menschen der Kirche waren, so hatten doch alle eine Lippe und einerlei Worte, d.i. alle eine Lehre im allgemeinen und besonderen. Eine Lehre ist da, wenn alle gegenseitige Liebe oder Liebtätigkeit haben. Die gegenseitige Liebe und Liebtätigkeit macht, daß sie eins sind, obgleich sie mannigfaltig sind, denn sie macht aus Mannigfachem eins. Alle, so viele ihrer auch immer sein mögen, selbst Myriaden von Myriaden, haben, wenn sie in Liebtätigkeit oder gegenseitiger Liebe sind, einen Endzweck, nämlich das allgemeine Beste, das Reich des Herrn und den Herrn selbst. Die Verschiedenheiten der Lehrsätze und Gottesdienste sind wie die Verschiedenheiten der Sinne und der Eingeweide im Menschen, die zur Vollkommenheit des Ganzen beitragen; denn der Herr fließt und wirkt alsdann ein durch die Liebtätigkeit auf verschiedene Weise, gemäß eines jeden Sinnesart, und so bringt Er alle und jede in Ordnung, wie im Himmel, so auch auf Erden, und dann geschieht des Herrn Wille, wie der Herr selbst lehrt, auf Erden wie in den Himmeln. 1286. Daß die Lippe ist die Lehre, erhellt aus folgenden Stellen im Wort: Jes.6/3,5-7: "Die Seraphim riefen: Heilig, heilig, heilig ist Jehovah Zebaoth; der Prophet sprach: Wehe mir, ich bin vernichtet, der ich ein Mann unrein von Lippen bin, und ich inmitten eines Volkes unrein von Lippen wohne, weil den König Jehovah Zebaoth gesehen haben meine Augen, und es flog zu mir einer von den Seraphim, rührte meinen Mund an, und sprach: Siehe, dieser hat angerührt deine Lippen, und es weicht deine Missetat, und deine Sünde wird gesühnt": die Lippen für das Inwendige des Menschen, somit für den inneren Gottesdienst, aus dem die Anbetung (hervorgeht), was hier bei dem Propheten vorgebildet wurde; daß seine Lippen angerührt wurden, und so die Missetat wich, und die Sünde gesühnt wurde, war, wie jeder sehen kann, eine Vorbildung des Inwendigen, das durch die Lippen bezeichnet wird, und das zur Liebtätigkeit und ihrer Lehre Gehörige ist. Jes.11/4: "Jehovah wird die Erde schlagen mit der Rute Seines Mundes, und mit dem Geist Seiner Lippen die Gottlosen töten": im inneren Sinn bedeutet dies nicht, daß Jehovah mit der Rute Seines Mundes schlage, und mit dem Geist der Lippen den Gottlosen töte, sondern daß der Gottlose es sich so mache; der Geist der Lippen ist die Lehre, die bei dem Gottlosen eine falsche ist. Jes.57/19: "Ich schaffe das Erzeugnis der Lippen, den Frieden, Frieden dem Fernen und dem Nahen, und heile ihn": das Erzeugnis der Lippen für die Lehre. Hes.3/4-7: "Sohn des Menschen, gehe hin, komme zum Hause Israels, und rede Meine Worte zu ihnen, nicht zu einem Volke, das von tiefer Lippe und schwerer Zunge ist, bist du gesandt, (sondern) zum Hause Israels, nicht zu vielen Völkern, die von tiefer Lippe und schwerer Zunge sind, deren Worte du nicht hören möchtest: würden nicht, wenn zu diesen Ich dich senden würde, sie auf dich merken, und das Haus Israels will nicht auf dich merken, weil sie nicht auf Mich hören wollen, denn das ganze Haus Israels ist von verhärteter Stirne, und harten Herzens": tief von Lippe gilt von den Völkerschaften, die, obwohl in Falschheit der Lehre, dennoch in Liebtätigkeit sind, weshalb von ihnen gesagt wird, sie merken auf, dagegen heißt es von denen, die nicht in Liebtätigkeit sind, sie seien von verhärteter Stirn und hart von Herzen. Zeph.3/9: "Ich will mich wenden an ein Volk von klarer Lippe, daß sie alle anrufen den Namen Jehovahs, zu dienen Ihm mit einer Schulter": die klare Lippe offenbar für die Lehre. Mal.2/6,7: "Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und Verkehrtheit ward nicht gefunden in seinen Lippen: denn die Lippen des Priesters werden bewahren die Wissenschaft, und das Gesetz suchen aus seinem Munde, weil er der Engel Jehovahs Zebaoth ist": von Levi, durch den der Herr vorgebildet wird; die Lippen für die Lehre aus der Liebtätigkeit. Ps.12/5: "Die das sagen, mit unserer Zunge werden wir obsiegen, unsere Lippen sind mit uns": die Lippen für das Falsche. Ps.63/6: "Wie mit Fett und Mark wird gesättigt werden meine Seele, und mit den Lippen der Lieder wird loben mein Mund". Jes.19/18: "An jenem Tage werden fünf Städte sein im Land Ägyptens, redend mit der Lippe Kanaans, und schwörend dem Jehovah Zebaoth": die Lippe für die Lehre. 1287. Daß die Erde bedeutet die Kirche, wurde gezeigt Nr. 662, 1066. 1288. Daß "einerlei Worte", 1. Mose 11/1, bedeuten eine Lehre im besonderen, erhellt aus dem vorhin Gesagten, denn die Lippe bezeichnet, wie gezeigt worden, die Lehre im allgemeinen, die Worte aber die Lehre im besonderen, oder die besonderen Stücke der Lehre; denn die Besonderheiten machen, wie gesagt, nichts, wenn sie nur auf einen Endzweck zielen, welcher ist den Herrn lieben über alles und den Nächsten wie sich selbst; denn alsdann sind die Besonderheiten dem allgemeinen zugehörig. Daß das Wort alle Lehre von der Liebtätigkeit und dem Glauben aus ihr bedeutet, und die Worte das, was Sache der Lehre ist, erhellt Ps.119/6-17: "Bekennen will ich Dich in Geradheit des Herzens, indem ich lerne die Gerichte Deiner Gerechtigkeit; Deine Satzungen will ich bewahren: wodurch wird ein Jüngling seinen Pfad rein machen? dadurch, daß er sich hält nach Deinem Wort: von meinem ganzen Herzen habe ich Dich gesucht, daß Du mich nicht abirren lassest von Deinen Geboten; in meinem Herzen habe ich Dein Wort verborgen, daß ich nicht sündige wider Dich. Gepriesen seist Du Jehovah, lehre mich Deine Satzungen, mit meinen Lippen habe ich erzählt alle Gerichte Deines Mundes: in dem Wege Deiner Zeugnisse habe ich meine Freude gehabt: in Deinen Befehlen sinne ich; und blicke auf Deine Wege; in Deinen Satzungen ergötze ich mich; ich vergesse nicht Deines Wortes": das Wort für die Lehre im allgemeinen; daß hier unterschieden sind, Gebote, Gerichte, Zeugnisse, Befehle, Satzungen, Weg, Lippen ist klar, und dies alles ist Sache des Wortes oder der Lehre; auch anderwärts im Wort hat jenes unterschiedene Bedeutung. Ps.45/1-3,5: "Das Lied der Liebe; es wallet mein Herz von gutem Wort; meine Zunge ist der Griffel eines fertigen Schreibers; schön bist du vor den Söhnen des Menschen; ausgegossen ist Holdseligkeit auf deinen Lippen; reite auf dem Wort der Wahrheit und der Sanftmut der Gerechtigkeit, lehren wird dich Wunder deine Rechte": reiten auf dem Wort der Wahrheit, und der Sanftmut der Gerechtigkeit heißt, lehren die Lehre des Wahren und Guten; hier wie anderwärts im Wort haben Wort, Mund, Lippe und Zunge verschiedene Bedeutung; daß sie sich auf die Lehre der Liebtätigkeit beziehen, ist klar, weil sie genannt wird das Lied der Liebe, von welcher Lehre ausgesagt wird Schönheit vor den Söhnen des Menschen, Holdseligkeit der Lippen, die Rechte, welche Wunder lehrt. Jes.9/8: "Das Wort hat Jehovah gesandt in Jakob, und ist gefallen in Israel": das Wort für die Lehre des inneren und äußeren Gottesdienstes, Jakob hier für den äußeren Gottesdienst, Israel für den inneren. Matth.4/4: "Jesus sprach: Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jeglichem Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht". Matth.13/19: "Wenn jemand das Wort des Reiches hört, und nicht beachtet, so kommt der Böse, und raubt was gesäet ist im Herzen"; sodann über das Wort auch Matth.13/20-23. Matth.24/35: "Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen": hier das Wort für die Lehre des Herrn, und die Worte für das, was zu Seiner Lehre gehört. Weil die Worte für alles zur Lehre Gehörige stehen, darum werden die Zehn Gebote genannt Worte: 2. Mose 34/28: "Jehovah schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte". 5. Mose 4/13; 10/4: "Er verkündigte euch Seinen Bund, den Er euch gebot zu halten, die Zehn Worte und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln". 5. Mose 4/9: "Hüte dich, und bewahre deine Seele sehr, daß du nicht etwa vergessest die Worte, die deine Augen gesehen haben", außer anderen Stellen. 1289. Vers 2: Und es geschah, da sie auszogen vom Aufgang, fanden sie ein Tal im Lande Schinear, und wohnten daselbst. "Da sie auszogen vom Aufgang" bedeutet, da sie sich entfernten von der Liebtätigkeit; der Aufgang ist die Liebtätigkeit vom Herrn; "fanden sie ein Tal im Lande Schinear" bedeutet, der Gottesdienst sei unreiner und unheiliger geworden; "und wohnten daselbst" bedeutet den Lebenswandel. 1290. "Da sie auszogen vom Aufgang", 1. Mose 11/2, daß dies bedeutet, da sie sich von der Liebtätigkeit entfernten, erhellt aus der Bedeutung von ausziehen (proficisci) und aus der Bedeutung des Aufgangs im Wort; daß ausziehen hier heißt, sich entfernen, ist klar, weil es ausgesagt wird von der Liebtätigkeit, welche ist der Aufgang, von dem sie auszogen. 1291. Daß "der Aufgang", 1. Mose 11/2, ist die Liebtätigkeit vom Herrn, erhellt aus dem, was schon früher gezeigt worden ist: Nr. 101, 1250. 1292. Daß "sie fanden ein Tal im Lande Schinear", 1. Mose 11/2, bedeutet, der Gottesdienst sei unreiner und unheiliger geworden, erhellt aus der Bedeutung des Tales, und aus der Bedeutung des Landes Schinear. Was das Tal betrifft, so bedeuten im Wort Berge die Liebe oder Liebtätigkeit, als das Höchste, oder, was das gleiche ist, das Innerste im Gottesdienst, wie schon früher gezeigt worden ist: Nr. 795; das Tal bezeichnet daher, was unterhalb der Berge ist, oder das Niedrigere, oder, was dasselbe ist, das Äußerlichere im Gottesdienst. Das Land Schinear aber bedeutet den äußeren Gottesdienst, in dem Unheiliges ist, wie schon früher gezeigt worden ist: Nr. 1183; so denn, daß sie ein Tal fanden im Lande Schinear bedeutet, der Gottesdienst sei unreiner und unheiliger geworden. Im ersten Vers war die Rede von der Kirche, daß sie eine Lippe und einerlei Worte oder eine Lehre im allgemeinen und besonderen hatte. In diesem Vers aber wird gehandelt von der Abweichung der Kirche, nämlich daß sie wegzogen vom Aufgang, d.h., daß sie anfingen, sich von der Liebtätigkeit zu entfernen; denn je mehr sich die Kirche, oder der Mensch der Kirche, von der Liebtätigkeit entfernt, (entfernt sich) sein Gottesdienst vom Heiligen, oder desto mehr nähert sich sein Gottesdienst dem Unreinen und Unheiligen. Daß (die Worte): sie fanden ein Tal im Lande Schinear, die Hinneigung der Kirche oder des Gottesdienstes zum Unheiligen bedeuten, ist deswegen, weil das Tal eine Niederung zwischen den Bergen ist, durch die, wie gesagt, bezeichnet wird Heiliges der Liebe oder Heiliges der Liebtätigkeit im Gottesdienst; wie auch erhellen kann aus der Bedeutung des Tals im Wort, wo es mit mehreren Namen in der Grundsprache ausgedrückt wird, durch die, wenn in diesem Sinn genommen, minder oder mehr Unheiliges im Gottesdienst bezeichnet wird; daß Täler solches bedeuten, erhellt Jes.22/1,5: "Last des Gesichte-Tals, denn ein Tag des Getümmels, und der Zertretung und Bestürzung ist (von) dem Herrn Jehovah Zebaoth, im Tale des Gesichtes": Tal des Gesichtes für die Phantasien und Vernünfteleien, durch die der Gottesdienst verfälscht und endlich entheiligt wird. Jerem.2/23: "Wie sagst du denn: ich bin nicht verunreinigt, den Baalim bin ich nicht nachgegangen, siehe deinen Weg im Tal": das Tal für den unreinen Gottesdienst. Jerem.7/31,32; 19/6: "Sie bauten die Höhen Topheth, die im Tale des Sohnes Hinnom sind; darum siehe, es kommen Tage, da man nicht mehr sagen wird Topheth, oder Tal des Sohnes Hinnom, sondern Tal des Würgens": das Tal Hinnom für die Hölle, dann für die Entweihung des Wahren und Guten. So auch Hes.6/3: "So sprach der Herr Jehovah zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern, siehe Ich, Ich bringe über euch das Schwert, und will zerstören eure Höhen". Hes.39/11,15: "Ich will dem Gog dort einen Begräbnisort geben in Israel, das Tal derer, die vorüberziehen zum Aufgang des Meeres, und sie werden es nennen das Tal der Menge Gogs": wo vom Gottesdienst im Äußeren die Rede ist; das Tal für einen solchen Gottesdienst. Wenn aber der Gottesdienst noch nicht so unheilig geworden ist, wird er (im hebräischen) ausgedrückt durch den Namen des Tales, der in diesem Vers vorkommt, wie bei Jes.41/18: "Ich will auf Hügeln Ströme öffnen, und inmitten der Täler Quellen setzen, die Wüste in einen Wassersee verwandeln, und das trockene Land in Wasserquellen": wo von denen die Rede ist, die in der Unwissenheit oder außerhalb der Erkenntnisse des Glaubens und der Liebtätigkeit, aber dennoch in Liebtätigkeit sind, das Tal hier für solche; ebenso das Tal bei Hes.37/1. 1293. "Und sie wohnten daselbst", 1. Mose 11/2, daß dies den daraus hervorgehenden Lebenswandel bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Wohnens im Wort, daß es ist leben. Das Wort wohnen kommt sowohl in den prophetischen als den geschichtlichen Teilen des Wortes öfters vor und bedeutet im inneren Sinn meistens leben; der Grund ist, weil die Uralten in Zelten wohnten und daselbst den heiligsten Gottesdienst hatten, daher auch die Zelte im Wort das Heilige des Gottesdienstes bedeuteten, wie gezeigt worden ist Nr. 414; und weil die Zelte das Heilige im Gottesdienst bedeuteten, so bedeutet auch wohnen im guten Sinn leben oder den Lebenswandel: so auch weil die Alten mit ihren Zelten auszogen, bedeutet das Reisen (Proficisci), im inneren Sinn die Einrichtungen und die Ordnung des Lebens. 1294. Vers 3: Und sie sprachen, ein Mann zu seinem Genossen: Wohlan, laßt uns Ziegel streichen, und zu einem Brande brennen; und es war ihnen der Ziegel statt des Steins, und das Erdpech war ihnen statt des Lehms. "Und sie sprachen, ein Mann zu seinem Genossen" bedeutet den Beginn; "wohlan, laßt uns Ziegel streichen" bedeutet Falsches, das sie sich erdachten; "und zu einem Brande brennen" bedeutet Böses aus der Selbstliebe; "und es war ihnen der Ziegel statt des Steins" bedeutet, daß das Falsche ihnen für das Wahre galt; "und das Erdpech war ihnen statt des Lehms" bedeutet, daß das Böse der Begierde für das Gute galt. 1295. Daß "und sie sprachen, ein Mann zu seinem Genossen", 1. Mose 11/3, bedeutet, sie haben angefangen, folgt aus dem Zusammenhang. In diesem Vers wird gehandelt vom dritten Zustand der Kirche, da das Falsche zu herrschen anfing, und zwar Falsches aus Begierden. Es gibt zweierlei Anfänge des Falschen, der eine ist aus der Unkunde des Wahren, der andere aus den Begierden. Das Falsche aus der Unkunde des Wahren ist nicht so schädlich, als das Falsche aus den Begierden; denn das Falsche aus der Unwissenheit kommt entweder daher, daß man so von Jugend auf belehrt worden ist, oder daher, daß man durch verschiedene Geschäfte abgehalten worden ist zu untersuchen, ob es wahr sei; oder daß man nicht genug Fähigkeit hatte, über das Wahre und Falsche zu urteilen. Das Falsche von daher bringt nicht viel Schaden, wenn man nur nicht sich mit vielem bestärkt, und, durch irgendeine Begierde gereizt, sich so beredet hat, daß man jenes Falsche in Schutz nimmt. Denn so verdichtet man die Wolke der Finsternis und verwandelt sie so sehr in Finsternis, daß man das Wahre nicht sehen kann. Das Falsche der Begierden hingegen ist, wenn der Ursprung des Falschen die Begierde ist, oder die Selbst- und Weltliebe, z.B.: Wenn man irgendeine Lehre ergreift, sie bekennt, um damit die Gemüter für sich zu gewinnen und zu leiten, und die Lehre zu eigenen Gunsten auslegt oder verdreht, und sie sowohl aus Wißtümlichen durch Schlüsse begründet, als auch aus dem Buchstabensinne des Wortes. Der Gottesdienst hieraus ist unheilig, so heilig er auch äußerlich erscheinen mag; denn inwendig ist nicht die Verehrung des Herrn, sondern Selbstverehrung, und man erkennt dabei auch keine Wahrheit an, außer so weit man sie zu eigenen Gunsten auslegen kann. Ein solcher Gottesdienst ist es, der durch Babel bezeichnet wird. Aber doch verhält es sich anders mit denen, die in einem solchen Gottesdienst geboren und erzogen worden sind und nicht wissen, daß er etwas Falsches ist, und in der Liebtätigkeit leben, in deren Unwissenheit ist Unschuld, und in deren Gottesdienst ist das Gute aus der Liebtätigkeit. Das Unheilige eines Gottesdienstes wird nicht sowohl ausgesagt vom Gottesdienst selbst als von der Beschaffenheit dessen, der in dem Gottesdienst ist. 1296. "Wohlan, laßt uns Ziegel streichen", 1. Mose 11/3, daß dies bedeutet Falsches, das sie sich erdachten, erhellt aus der Bedeutung des Ziegels; der Stein bedeutet im Wort das Wahre, daher der Ziegel, weil vom Menschen gemacht, das Falsche bedeutet; denn er ist ein künstlich gemachter Stein; daß der Ziegel dies bedeutet, kann auch aus folgenden Stellen erhellen: Jes.65/2,3: "Ich habe Meine Hände ausgebreitet den ganzen Tag nach einem widerspenstigen Volk, das da wandelt auf einem nicht guten Weg nach seinen Gedanken, das opfert in Gärten, und räuchert auf Ziegeln": räuchern auf Ziegeln, für verehren aus Erdichtetem und Falschem, daher sie genannt werden: die nach ihren Gedanken wandeln. Jes.9/9,10: "Wegen des Hochmuts und Stolzes des Herzens Ephraims, und des Bewohners von Samaria, indem sie sprechen: Ziegel sind gefallen, und mit gehauenem Stein wollen wir bauen": Ephraim für den Verständigen, der auf Verkehrtheiten verfallen ist, und Wahres falsch oder Ziegelsteine nennt oder dazu macht; die gehauenen Steine für das Erdichtete. Nahum 3/14,15: "Wasser der Belagerung schöpfe dir, mache stark deine Festungen, tritt in den Kot und stampfe Ton, stelle her den Ziegelofen, dort wird dich das Feuer fressen, und das Schwert dich vertilgen": hier den Ton stampfen für Falsches, einen Ziegelofen herstellen, für den Gottesdienst aus demselben; das Feuer ist die Strafe der Begierden, das Schwert ist die Strafe der Falschheiten. Hes.4/1: "Nimm dir einen Ziegel, und setzte ihn vor dich, und grabe auf ihn ein die Stadt Jerusalem": hier wird befohlen, er solle sie belagern, welches Prophetische in sich schließt, daß der Gottesdienst verfälscht sei. Daß der Ziegel das Falsche bedeutet, kann weiter erhellen aus der Bedeutung des Steins, daß er ist das Wahre, wovon im gleich Folgenden. 1297. "Und zu einem Brand brennen", 1. Mose 11/3, daß dies bedeute Böses aus der Selbstliebe, erhellt aus der Bedeutung, die das Verbranntwerden, der Brand, das Feuer, der Schwefel, das Erdpech im Worte haben, indem sie ausgesagt werden von den Begierden, hauptsächlich von denen, die der Selbstliebe angehören; wie Jes.64,10: "Unser Haus der Heiligkeit, und unsere Zierde, wo dich unsere Väter priesen, ist zu einem Feuerbrand geworden, und alle unsere Kostbarkeiten sind zu einer Verwüstung geworden". Jes.33/11,12: "Empfanget Unrat, gebäret Stoppeln, euer Wind, das Feuer wird euch verzehren, so werden die Völker Kalkbrände sein, abgehauene Dornen, die mit Feuer angezündet werden": verbrannt werden und Feuer wird von den Begierden ausgesagt, weil sie sich ebenso verhalten; so auch sonst anderwärts öfter. 1298. Daß (die Worte): "der Ziegel war ihnen statt des Steins", 1. Mose 11/3, bedeuten, daß das Falsche ihnen für das Wahre galt, erhellt aus der Bedeutung des Ziegels, wovon Nr. 1296, daß er das Falsche ist; sodann aus der Bedeutung des Steins, daß er im weiten Sinne das Wahre ist, wovon Nr. 643. Daß die Steine das Wahre bedeuteten, hatte den Grund, daß die Grenzen der Uralten durch Steine bezeichnet wurden, und daß sie Steine aufrichteten als Zeugen, daß es so sei, oder daß es wahr sei, wie dies erhellt aus dem Stein, den Jakob als Säule setzte: 1. Mose 28/22; 35/14; und aus der Säule von Steinen zwischen Laban und Jakob: 1. Mose 31/46,47,52 und aus dem Altar, den die Söhne Rubens, Gads und Manasses am Jordan zum Zeugnis aufbauten: Jos.22/10,28,34; daher im Worte durch Steine Wahrheiten bezeichnet werden, so daß nicht bloß durch die Steine des Altars, sondern auch durch die Edelsteine auf den Schultern des Ephods Aharons, und auf dem Brustschild des Gerichts bezeichnet wurden heilige Wahrheiten, welche die der Liebe sind. Was den Altar betrifft, so bezeichnete, als der Opferdienst auf den Altären anfing, der Altar die vorbildliche Verehrung des Herrn im allgemeinen, die Steine selbst aber die heiligen Wahrheiten dieses Gottesdienstes; daher befohlen wurde, daß der Altar aus ganzen, unbehauenen Steinen gebaut werden solle, und verboten, ein Eisen über ihnen zu schwingen: 5. Mose 27/5-7; Jos.8/31, aus dem Grund, weil behauene Steine, und über die ein Eisen geschwungen worden, bedeuteten Künstliches, und so Erdichtetes des Gottesdienstes, d.h., was aus Eigenem oder aus dem Dichten des Gedankens und des Herzens des Menschen kommt, und dies hieß den Gottesdienst entweihen, wie deutlich gesagt wird 2. Mose 20/25; aus demselben Grund ist auch kein Eisen über die Steine des Tempels geschwungen worden: 1.Kön.6/7. Daß die Edelsteine auf den Schultern des Ephods Aharons und im Brustschild des Gerichts, ebenfalls heilige Wahrheiten bedeuteten, ist früher Nr. 114. gezeigt worden; was auch erhellt Jes.54/11-13: "Siehe, Ich werde in Karfunkel deine Steine legen, und auf Saphire gründen, und zu Rubinen deine Sonnen (Fenster) machen, und deine Tore zu Edelsteinen, und alle deine Grenze zu Steinen der Lust; und alle deine Söhne sollen Gelehrte Jehovahs sein, und viel der Friede deiner Söhne": die hier genannten Steine für heilige Wahrheiten; weshalb gesagt wird, alle deine Söhne sollen Gelehrte Jehovahs sein; darum heißt es auch in der Joh.Offenb.21/19,20: "Die Gründe der heiligen Stadt Jerusalem sollen mit jedem edlen Stein geschmückt sein", - die dann genannt werden: das heilige Jerusalem für das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, dessen Grundlagen sind heilige Wahrheiten. Ebenso sind durch die steinernen Tafeln, auf denen die Gebote des Gesetzes, oder die Zehn Worte geschrieben waren, bezeichnet worden heilige Wahrheiten, daher sie von Stein waren, oder ihr Grund ein Stein war, wovon 2. Mose 24/12; 31/18; 34/1; 5. Mose 5/22; 10/1 die Rede war: denn die Gebote selbst sind nichts als Glaubenswahrheiten. Weil nun durch Steine vor Alters Wahrheiten bezeichnet wurden, und nachher als der Gottesdienst auf Säulen, Altären und im Tempel aufkam, durch Säulen, Altäre und den Tempel heilige Wahrheiten bezeichnet wurden, so wurde auch der Herr ein Stein genannt: 1. Mose 49/24: "Der Tapfere Jakobs, daher der Hirt, der Stein Israels". Jes.28/16: "Es sprach der Herr Jehovah: Ich lege in Zion einen Grundstein, einen Stein der Erprobung, einen Eckstein von Wert, von gegründeter Gründung". Ps.118/22: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden". Dan.2/34,35,45: "Durch den aus einem Felsen gehauenen Stein, der die Bildsäule Nebukadnezars zermalmte". Daß die Steine Wahrheiten bezeichnen, erhellt auch Jes.27/9: "Dadurch wird gesühnt werden die Missetat Jakobs, und das wird sein alle Frucht: Entfernung seiner Sünde, wenn er alle Steine des Altars, wie zerstreute Kalksteine gemacht hat": die Steine des Altars für die Wahrheiten im Gottesdienst, die zerstreuet worden sind. Jes.62/10: "Ebnet den Weg des Volkes, bahnet, bahnet den Pfad, räumet weg den Stein": Weg und Stein für die Wahrheiten. Jerem.51/25,26: "Ich bin wider dich, verderblicher Berg, Ich werde dich herabstürzen von den Felsen, und dich zu einem Berg des Brandes machen, und man wird nicht von dir einen Eckstein oder einen Grundstein holen": wo von Babel die Rede ist; der Berg des Brandes ist die Selbstliebe; daß kein Stein von da (geholt werde) heißt, keine Wahrheit. 1299. Daß "Erdpech war ihnen statt des Lehms", 1. Mose 11/3, bedeutet das Böse der Begierde für das Gute, dies erhellt aus der Bedeutung des Erdpechs und aus der Bedeutung des Lehms im Worte. Weil hier gehandelt wird vom Bau des Babylonischen Turmes, so wird solcherlei ausgesagt, was zum Bau dienlich ist, hier das Erdpech, weil es schwefelig und feurig ist; womit im Worte Begierden, hauptsächlich die der Selbstliebe, bezeichnet werden. Hier durch Erdpech Böses der Begierden, wie auch Falsches von daher, die auch das Böse sind, mit dem der Turm, wovon im Folgenden, erbaut wird; daß solcherlei bezeichnet wird, erhellt Jes.34/8,9: "Der Tag der Rache Jehovahs; es werden ihre Ströme sich in Pech verwandeln, und ihr Staub in Schwefel; und ihr Land wird zu brennendem Peche werden": Pech und Schwefel für Falsches und Böses der Begierden; außerdem auch anderwärts. HG 1300 1300. Daß der Lehm das Gute bedeutet, aus dem das Gemüt oder der Mensch der Kirche gebildet wird, erhellt auch aus dem Wort, wie bei Jes.64/7: "Nun Jehovah, unser Vater bist Du, wir sind Lehm, und Du unser Töpfer, und das Werk Deiner Hand wir alle": Lehm für den eigentlichen Menschen der Kirche, der gebildet wird, somit für das Gute der Liebtätigkeit, durch das alle Bildung des Menschen, d.h. seine Besserung und Wiedergeburt (bewirkt wird). Jerem.18/6: "Gleich wie Lehm in der Hand des Töpfers, so seid ihr in Meiner Hand, Haus Israel": ebenso. Ob es sich vom Bauen mit Lehm, oder von der Bildung handelt, ist gleich. 1301. Daß nun dieses bezeichnet wird, kann jedem einleuchten, sowohl aus der Bedeutung alles dessen, was in diesem Vers vorkommt, als daraus, daß hier solcherlei erwähnt wird, als: was für Steine, was für Lehm sie hatten, was der Erwähnung im Worte des Herrn gar nicht würdig gewesen wäre, wofern nicht diese Geheimnisse darin eingewickelt wären. 1302. Vers 4: Und sie sprachen: Wohlan, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, und sein Haupt (sei) im Himmel, und laßt uns einen Namen machen, daß wir nicht zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde. "Und sie sprachen" bedeutet, es sei geschehen; "wohlan laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen" bedeutet, daß sie eine Lehre und einen Gottesdienst erdenken wollten; die Stadt ist die Lehre, der Turm ist die Selbstverehrung; "und sein Haupt (sei) im Himmel" bedeutet, bis dahin, daß sie herrschen möchten über das, was im Himmel ist; "und laßt uns einen Namen machen" bedeutet, um dadurch in den Ruf der Macht zu kommen; "daß wir nicht zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde" bedeutet, sonst würden sie nicht anerkannt werden. 1303. "Und sie sprachen", 1. Mose 11/4, daß dies bedeutet, es sei so geschehen, folgt aus dem Zusammenhang, wie das Frühere: "sie sprachen ein Mann zu seinem Genossen", man habe angefangen; denn hier wird Babel ihrer Beschaffenheit nach durch den Turm beschrieben. 1304. Daß (die Worte) "laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen", 1. Mose 11/4, bedeuten, sie wollten sich eine Lehre und einen Gottesdienst erdenken, kann erhellen aus der Bedeutung der Stadt und aus der Bedeutung des Turmes, wovon im gleich Folgenden. Mit der Kirche hat es die Bewandtnis, daß wenn die Liebtätigkeit gegen den Nächsten zurücktritt, und an ihre Stelle die Selbstliebe tritt, die Glaubenslehre, soweit sie nicht zur Selbstverehrung gewendet werden kann, vernichtet ist, und auch im Gottesdienst nichts für heilig gehalten wird, außer um des Selbst willen, mithin nur sofern es Selbstverehrung ist: alle Selbstliebe bringt dies mit sich; denn wer sich mehr als andere liebt, der haßt nicht nur alle, die ihm nicht dienen, und ist ihnen nur günstig, wenn sie Knechte geworden sind, sondern er verrennt sich auch, soweit ihm Raum gelassen wird, sogar dahin, daß er sich über Gott erhebt. Daß die Selbstliebe von der Art ist, wenn ihr die Zügel gelassen werden, ist mir in lebendiger Weise gezeigt worden. Dies ist es, was durch Stadt und Turm bezeichnet wird. Die Selbstliebe und alle Begierde aus ihr ist das Allerunsauberste und Unheiligste und ist das eigentlichst Höllische; hieraus kann jeder schließen, welcherlei der Gottesdienst ist, der inwendig dergleichen in sich hat. 1305. Daß die Stadt bedeutet die Lehre, oder einen sowohl echten als ketzerischen Lehrbegriff, ist schon früher gezeigt worden: Nr. 402. 1306. Daß der Turm die Selbstverehrung ist, erhellt aus der Bedeutung des Turmes. Selbstverehrung ist da, wenn der Mensch sich selbst so hoch über andere erhebt, daß er göttlich verehrt wird; daher denn die Selbstliebe, welche Hochmut und Stolz ist, genannt wird Hoheit, Erhabenheit, Erhebung und beschrieben wird durch alles, was hoch ist, wie Jes.2/11-18: "Die Augen des Stolzes des Menschen werden gedemütigt werden, und gebeugt die Hoheit der Männer, und erhöht wird werden Jehovah, Er allein an jenem Tage, denn der Tag des Jehovah Zebaoth geht über jeden Stolzen und Hohen, und über jeden Erhabenen, und er wird erniedrigt werden, und über alle Zedern des Libanon, die hohen und erhabenen, und über alle Eichen Baschans, und über alle hohen Berge, und über alle erhabenen Hügel; und über jeden hohen Turm, und über jede befestigte Mauer": wo die Rede ist von der Selbstliebe, die durch die Zedern, Eichen, Berge, Hügel, den Turm, die hoch und erhaben sind, beschrieben wird. Jes.30/25: "Es werden (auf jedem hohen Berge und jedem ragenden Hügel) Bäche, Wasserleitungen sein, am Tage der großen Schlacht, wenn fallen werden die Türme": gleichfalls für die Selbstliebe und Erhebung im Gottesdienst. Jes.23/13: "Siehe das Land der Chaldäer, dieses Volk war (vor kurzem) nicht, Aschur hat es gegründet in Tzijim, sie werden aufrichten ihre Türme, aufbauen ihre Paläste, Er wird es in Schutt verwandeln": von Tyrus und seiner Verwüstung, die Warttürme, (mit einem anderen Ausdruck) für die Phantasien von daher. Hes.26/3,4: "Ich werde sich erheben lassen wider Tyrus viele Völkerschaften, und sie werden zerstören die Mauern von Tyrus, und abbrechen ihre Türme, und Ich will wegfegen ihren Staub von ihr, und sie zur Dürre eines Felsen machen": ebenso. Daß die Selbstliebe im Gottesdienst, oder die Selbstverehrung, ein Turm genannt wird, ist deswegen, weil, wie früher gezeigt wurde, die Stadt die Lehre bedeutet: Nr. 402, und ehedem die Städte befestigt wurden mit Türmen, in denen Wächter waren; auch waren Türme an den Grenzen, daher sie Wachttürme genannt wurden: 2.Kön.9/17; 17/9; 18/8; und Warttürme: Jes.23/13; außerdem auch, wenn die Kirche des Herrn verglichen wird einem Weinberg, so wird das, was zum Gottesdienst, dann zu dessen Erhaltung gehört, verglichen einer Kelter und einem Turm im Weinberg, wie erhellt Jes.5/1,2; Matth.21/33; Mark.12/1. 1307. "Und sein Haupt (sei) im Himmel", 1. Mose 11/4, daß dies bedeutet bis dahin, daß sie herrschen möchten über das, was im Himmel ist, folgt nun eben hieraus; denn das Haupt im Himmel haben heißt, seine Erhebung bis dahin ausdehnen, wie dies auch erhellt aus der Beschreibung Babels hin und wieder im Wort, und aus dem, was früher über die Erhebung des Hauptes gesagt wurde: Nr. 257. Die Selbstliebe ist es, die am allerwenigsten mit dem himmlischen Leben zusammenstimmt, denn aus ihr (kommt) alles Böse, nicht bloß Haß, sondern auch Rache, Grausamkeiten und Ehebrüche; und noch weniger stimmt sie damit zusammen, wenn sie in den Gottesdienst eindringt und ihn entheiligt, daher die Höllen aus solchen bestehen, die, je mehr sie aus diesen das Haupt in den Himmel erheben wollen, desto tiefer sich hinab versenken, und in desto schrecklichere Strafen sich stürzen. 1308. "Und laßt uns einen Namen machen", 1. Mose 11/4, daß dies bedeutet, um dadurch den Ruf von Macht zu erlangen, kann erhellen aus der Bedeutung von sich einen Namen machen: denn solche wissen, daß ein jeder einen Gottesdienst haben will, denn dies ist allgemein, auch bei allen (heidnischen) Völkerschaften; denn ein jeder, wenn er das Weltall, und noch mehr, wenn er die Ordnung des Weltalls betrachtet, erkennt ein höchstes Wesen an, und weil er glücklich zu werden wünscht, betet er es an; und überdies ist etwas inwendig in ihm, was dafür spricht, denn solches fließt ein vom Herrn durch Engel, die bei jedem Menschen sind. Ein Mensch, der nicht von der Art ist, steht unter der Herrschaft höllischer Geister, und erkennt Gott nicht an: Weil dies jene wissen, die babylonische Türme aufbauen, so machen sie sich durch Lehrbestimmungen und heilige Dinge einen Namen, sonst würden sie nicht verehrt werden können, was im gleich Folgenden bezeichnet wird durch (die Worte): "daß wir nicht zerstreut würden über die Angesichte der ganzen Erde", d.h., daß sie nicht anerkannt werden würden; hieraus folgt auch, daß solche sich einen um so größeren Namen machen, je höher sie ihr Haupt in den Himmel erheben können. Ihre größte Herrschaft ist bei denen, die etwas Gewissen haben, denn solche führen sie wohin sie wollen; wogegen sie aber die, welche ohne Gewissen sind, durch mehrere äußerliche Bande regieren. 1309. "Daß wir nicht etwa zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde", 1. Mose 11/4, daß dies bedeutet, sie würden sonst nicht anerkannt werden, folgt nun eben hieraus; denn zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde heißt, aus ihrem Anblick verschwinden, somit nicht angenommen, noch anerkannt werden. 1310. Vers 5: Und Jehovah stieg herab, zu sehen die Stadt und den Turm, den die Söhne des Menschen bauten. "Jehovah stieg herab" bedeutet das Gericht über sie; "zu sehen die Stadt und den Turm" bedeutet, darum, daß sie die Lehre verkehrt und den Gottesdienst entheiligt haben; "den die Söhne des Menschen bauten" bedeutet, die sie sich ersonnen hatten. 1311. "Und Jehovah stieg herab", 1. Mose 11/5, daß dies das Gericht über sie bedeutet, erhellt aus dem, was vorhergeht und was folgt, sodann aus der Bedeutung des Herabsteigens in Beziehung auf Jehovah; aus dem Vorhergehenden: denn dort war die Rede von der Erbauung der Stadt und des Babylonischen Turms; aus dem Folgendem, denn da wird gehandelt von der Verwirrung der Lippen und der Zerstreuung. Aus der Bedeutung des Herabsteigens in Beziehung auf Jehovah, sofern dieser Ausdruck gebraucht wird: wenn ein Gericht gehalten wird. Jehovah oder der Herr ist überall gegenwärtig und weiß alles von Ewigkeit her, daher von Ihm nicht gesagt werden kann, Er steige herab um zu sehen; bloß im Buchstabensinn, in dem nach den Scheinbarkeiten beim Menschen (gesprochen wird), wird so gesagt, im inneren Sinn aber nicht so; in diesem Sinn stellt sich die Sache dar, nicht wie sie nach den Scheinbarkeiten ist, sondern wie sie an sich ist, weshalb hier das Herabsteigen um zu sehen, das Gericht ist. Das Gericht wird (von Ihm) ausgesagt, wenn das Böse den höchsten Grad erreicht hat, was im Worte heißt, wenn es vollendet oder die Missetat vollendet ist. Denn die Sache verhält sich so: Alles Böse hat seine Grenzen, wie weit es gehen darf, wenn es über diese Grenzen hinaus geführt wird, so verfällt es in die Strafe des Bösen, und zwar im besonderen, wie im allgemeinen; die Strafe des Bösen ist, was dann das Gericht heißt. Und weil es zuerst scheint, als ob der Herr nicht sehe oder wahrnehme, daß es böse ist (denn wenn der Mensch Böses tut ohne Strafe, so meint er, der Herr bekümmere Sich nicht darum, wenn er aber Strafe erfährt, dann erst glaubt er, daß der Herr es sieht, ja, daß der Herr straft), so wird solchen Scheinbarkeiten gemäß gesagt, Jehovah sei herabgestiegen zu sehen. Das Herabsteigen wird von Jehovah ausgesagt, weil das Höchste (von Ihm) ausgesagt wird, oder daß Er im Höchsten sei, und dies ebenfalls gemäß der Scheinbarkeit; denn Er ist nicht im Höchsten, sondern im Innersten, daher im Worte das Höchste und das Innerste dasselbe bedeutet. Das Gericht selbst oder die Strafe des Bösen stellt sich dar im Unteren und Untersten, daher gesagt wird, Er steige herab, wie auch Ps.144/5,6: "Jehovah, neige Deine Himmel, und steig' herab, rühre an die Berge, und sie werden rauchen, sende aus den Blitz, und zerstreue sie": wo es auch für die Strafe des Bösen oder des Gerichtes steht. Jes.31/4: "Herabsteigen wird Jehovah Zebaoth, zu streiten auf dem Berge Zion, und auf seinem Hügel". Jes.64/2: "Du wirst herabsteigen, vor Dir werden die Berge zerfließen": wo das Herabsteigen gleichfalls für die Strafe oder das Gericht über das Böse steht. Micha 1/3,4: "Jehovah ging hervor aus Seinem Ort, und stieg herab, und trat auf die Höhen der Erde, und es zerschmolzen die Berge unter Ihm". 1312. "Zu sehen die Stadt und den Turm", 1. Mose 11/5, daß dies bedeutet, darum, daß sie die Lehre verkehrt und den Gottesdienst entheiligt haben, erhellt aus der Bedeutung der Stadt und des Turmes, wovon früher. 1313. "Den die Söhne des Menschen bauten", 1. Mose 11/5, daß dies bedeutet, die sie sich ersonnen haben, erhellt ohne Auslegung. "Die Söhne des Menschen" sind hier die Söhne der Kirche; denn die nicht von der Kirche sind, und die Erkenntnisse des Glaubens nicht bei sich haben, können dergleichen nicht ersinnen. Daß diese das Heilige nicht entweihen können, ist früher gezeigt worden: Nr. 301, 302, 303, 593. 1314. Vers 6: Und Jehovah sprach: Siehe, ein Volk, und eine Lippe ihnen allen, und dies ihr Beginnen zu tun; und nun möchte ihnen nichts verwehrt werden, was sie gedachten zu tun. "Jehovah sprach" bedeutet, daß es so war; "siehe, ein Volk, und eine Lippe ihnen allen" bedeutet, daß alle einerlei Glaubenswahrheit und eine Lehre hatten; "und dies ihr Beginnen zu tun" bedeutet, daß sie nun andere zu werden anfangen; "und nun möchte ihnen nichts verwehrt werden, was sie gedachten zu tun" bedeutet, wenn nun nicht ihr Zustand verändert werde. 1315. Daß "Jehovah sprach", 1. Mose 11/6, bedeutet, es sei so gewesen, erhellt daraus, daß hier, wie früher gezeigt worden, nicht wahre Geschichte, sondern gemachte Geschichte ist, daher es, wenn gesagt wird "Jehovah sprach", nichts anderes bezeichnen kann; wie auch früher hin und wieder. 1316. "Siehe, ein Volk, und eine Lippe ihnen allen", 1. Mose 11/6, daß dies bedeutet, alle haben einerlei Glaubenswahrheit und eine Lehre gehabt, erhellt aus der Bedeutung des Volkes, das die Glaubenswahrheit ist, und aus der Bedeutung der Lippe, welche die Lehre ist. Daß das Volk bedeutet die Glaubenswahrheit, d.h. diejenigen, die im Glaubenswahren sind, ist schon früher gezeigt worden: Nr. 1259, und daß die Lippe bedeutet die Lehre des Glaubens, ist 1. Mose 11/1 gezeigt worden. Ein Volk und eine Lehre wird gesagt, wann alle zum Endzweck haben das allgemeine Wohl der Gesellschaft, das allgemeine Wohl der Kirche, und das Reich des Herrn, denn so ist im Endzweck der Herr, von Dem her alle eins sind. Wenn man aber das eigene Wohl zum Endzweck hat, so kann der Herr durchaus nicht gegenwärtig sein. Das Eigene des Menschen selbst entfremdet den Herrn, denn so kehrt und wendet er das allgemeine Wohl der Gesellschaft, und selbst das der Kirche, ja, das Reich des Herrn sich zu, bis zu dem Maß, daß es wie (nur) für ihn selbst da ist. So entzieht er dem Herrn, was Sein ist, und setzt sich an Seine Stelle. Wenn dies beim Menschen herrscht, so ist das gleiche in allen seinen Gedanken, ja in den kleinsten Teilen der Gedanken. Was das Herrschende ist beim Menschen, verhält sich in dieser Weise. Dies kommt im Leben des Leibes nicht so offen zutage, wie im anderen Leben. Was bei ihm herrschend ist, offenbart sich durch eine gewisse Sphäre; die von allen, die um ihn sind, empfunden wird. Weil diese Sphäre von allem bei ihm Befindlichen ausdünstet, ist sie solcherart. Die Sphäre desjenigen, der auf sich selbst sieht in allen Dingen, eignet sich zu, und, wie man dort sagt, verschlingt (absorbet) alles, was ihm günstig ist, somit alle Lust der Geister um ihn her, und zerstört alle Freiheit bei ihnen. Daher es nicht anders sein kann, als daß ein solcher entfernt wird. Dagegen aber, wenn ein Volk und eine Lippe ist, d.h., wenn das allgemeine Wohl aller beabsichtigt wird, dann eignet sich nie der eine die Lust des anderen zu, noch zerstört er des anderen Freiheit, sondern fördert und vermehrt sie soviel er kann, daher die himmlischen Vereine wie eins sind, und dies einzig durch die gegenseitige Liebe vom Herrn. Ebenso verhält es sich in der Kirche. 1317. Daß "dies ihr Beginnen zu tun", 1. Mose 11/6, bedeutet, sie fingen nun an anders zu werden; dies kann aus dem Zusammenhang erhellen. Das "Beginnen zu tun" bedeutet hier das Denken oder Bestreben, folglich den Endzweck; wie dies auch erhellt aus dem, was gleich folgt: "und nun möchte ihnen nicht verwehrt werden, alles was sie gedachten zu tun". Daß im inneren Sinn der Endzweck bezeichnet wird, kommt daher, daß vom Herrn nichts anderes beim Menschen angesehen wird als die Endabsicht, wie auch immer seine Gedanken und Handlungen sind, die in unzähligen Weisen wechseln, ist nur der Endzweck gut, so sind sie alle gut. Ist aber der Endzweck böse, so sind sie alle böse. Der Endzweck ist es, welcher herrscht im einzelnen dessen, was der Mensch denkt und tut. Weil die Engel beim Menschen des Herrn sind, regieren sie nichts anderes beim Menschen, als seine Absichten, wenn sie diese regieren, so regieren sie auch die Gedanken und Handlungen, denn diese alle sind Angehörige der Endabsicht. Der Endzweck beim Menschen ist sein eigentliches Leben, alles was er denkt und tut, lebt durch den Zweck, weil es dem Zweck angehört, daher wie der Zweck, so ist auch das Leben des Menschen. Der Zweck ist nichts anderes, als Liebe, denn der Mensch kann nichts anderes zum Zweck haben, als was er liebt. Wer anders denkt, als er tut, hat dennoch zum Zweck, was er liebt. Selbst in der Verstellung, oder in der Täuschung, ist der Zweck, welcher ist die Selbstliebe oder Weltliebe, und daher der Lustreiz seines Lebens. Hieraus kann jeder schließen, daß das Leben des Menschen so ist, wie seine Liebe ist. Dies nun ist es, was bezeichnet wird durch das "Beginnen zu tun". 1318. "Und nun möchte ihnen nichts verwehrt werden, was sie gedachten zu tun", 1. Mose 11/6, daß dies bedeute, wofern nun nicht ihr Zustand geändert wird, kann aus dem Folgenden erhellen. Der innere Sinn des Wortes ist von der Art, daß er beständig auf das Folgende und auf den Schluß hinsieht, obwohl es im Buchstabensinn nicht so erscheint. Wofern bei denen, die so sind, wie die oben Geschilderten, nicht ihr Zustand verändert wird, so wird bei ihnen nicht verhindert, was sie gedenken zu tun. Daß auch wirklich ihr Zustand verändert worden ist, erhellt aus dem Folgenden. "Der Gedanke zu tun" ist nichts anderes als das Bestreben, das ist der Endzweck. Der Zweck beim Menschen kann gar nicht gehindert, das ist verändert werden, wenn nicht der Zustand; denn der Zweck ist das eigentliche Leben des Menschen. Indem der Zustand verändert wird, wird auch der Zweck verändert, und mit dem Zweck auch das Denken. Was für eine Veränderung mit dem Zustand des Menschen dieser Kirche vorgegangen ist, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. 1319. Vers 7: Wohlan, laßt uns hinabsteigen, und daselbst ihre Lippe verwirren, daß sie nicht hören ein Mann die Lippe seines Genossen. "Wohlan, laßt uns hinabsteigen" bedeutet, daß so das Gericht gehalten worden sei; "und daselbst ihre Lippe verwirren" bedeutet, keiner habe das Wahre der Lehre; "daß sie nicht hören ein Mann die Lippe seines Genossen" bedeutet, daß alle uneinig seien. 1320. Daß "wohlan, laßt uns hinabsteigen", 1. Mose 1/7, bedeutet, so sei das Gericht gehalten worden, erhellt aus dem, was über die Bedeutung des Hinabsteigens 1. Mose 11/5 gesagt worden ist. Daß es in der Mehrzahl heißt: "laßt uns hinabsteigen und die Lippen verwirren", hat den Grund, weil es die Vollstreckung des Gerichts ist, die durch Geister geschieht, und zwar durch böse. 1321. Daß "daselbst ihre Lippe verwirren", 1. Mose 11/7, bedeutet, keiner habe das Wahre der Lehre, kann erhellen aus der Bedeutung der Lippe, daß sie ist die Lehre, wovon 1. Mose 11/1 (Nr. 1286); woraus folgt, daß die Lippen verwirren heißt dasjenige verwirren, was Sache der Lehre ist, das ist, die Wahrheiten der Lehre. Verwirren bedeutet im inneren Sinne nicht bloß verfinstern, sondern auch verwischen und zerstreuen, so daß nichts Wahres mehr vorhanden ist. Wenn die Selbstverehrung an die Stelle der Verehrung des Herrn tritt, dann wird nicht nur alles Wahre verkehrt, sondern auch abgeschafft, und zuletzt wird das Falsche als wahr anerkannt, und das Böse als gut; denn alles Licht der Wahrheit ist vom Herrn, und alle Finsternis ist vom Menschen. Wenn der Mensch im Gottesdienst an die Stelle des Herrn tritt, so wird das Licht des Wahren zur Finsternis; und dann wird von solchen das Licht als Finsternis angesehen und die Finsternis als Licht; solcherlei ist auch das Leben nach dem Tod. Das Leben des Falschen ist ihnen gleichsam das Licht, das Leben des Wahren aber ist ihnen gleichsam Finsternis; aber das Licht eines solchen Lebens verwandelt sich in lauter Finsternis, wenn sie sich dem Himmel nähern: Solange sie in der Welt sind, können sie zwar das Wahre reden, ja mit Beredsamkeit und scheinbarem Eifer, und weil eine beständige Reflexion über sich selbst (super se) da ist, so kommt es ihnen auch vor, sie denken dasselbe, weil aber der eigentliche Zweck die Selbstverehrung ist, so bringen die Gedanken vom Zweck her es mit sich, daß sie das Wahre nur anerkennen, soweit ihr Ich im Wahren ist. Wenn der Mensch, der das Wahre im Munde führt, von dieser Art ist, so ist offenbar, daß er nichts Wahres hat. Dies zeigt sich deutlich im anderen Leben: dort anerkennen solche nicht nur nicht das Wahre, das sie im Leben des Leibes bekannt hatten, sondern sie hassen und verfolgen es auch, und dies insoweit, als ihnen der Hochmut oder die Selbstverehrung nicht benommen wird. 1322. "Daß sie nicht hören ein Mann die Lippe seines Genossen", 1. Mose 11/7, daß dies bedeutet, alle seien uneinig, oder der eine sei wider den anderen, kann erhellen aus den Worten selbst. Nicht hören die Lippe des Genossen heißt, nicht anerkennen, was der andere redet, und im inneren Sinne nicht anerkennen, was der andere lehrt oder seine Lehre, denn die Lippe ist die Lehre, wie 1. Mose 11/1 gezeigt worden ist. Mit dem Munde anerkennen sie zwar, aber nicht mit dem Herzen, aber die Eintracht des Mundes ist nichts bei der Zwietracht des Herzens. Es verhält sich damit, wie mit den bösen Geistern im anderen Leben, die ebenso wie die guten in Vereine geschieden sind, aber in Verbindung erhalten werden dadurch, daß sie an die gleichen Phantasien und Begierden gebunden sind, so daß sie übereinwirken in dem, daß sie das Wahre und Gute verfolgen. So ist ein Allgemeines da, durch das sie zusammengehalten werden; sobald aber dieses Allgemeine sich auflöst, so stürzt sich einer auf den anderen, und ihre Lust besteht dann darin, daß sie den Genossen und die Genossen quälen. Ebenso verhält es sich mit einer solchen Lehre und Gottesverehrung in der Welt: die Vorschriften der Lehre und des Gottesdienstes erkennen sie ziemlich übereinstimmend an, allein das Allgemeine, das sie zusammenhält, ist die Selbstverehrung, und wieweit sie an solchem Allgemeinen teilnehmen können, insoweit erkennen sie (es) an; dagegen aber, inwieweit sie nicht teilnehmen oder Hoffnung haben können teilzunehmen, insoweit lösen sie sich auf, aus dem soeben angegebenen Grund, weil keiner von solchen etwas Wahres, sondern ein jeder das Falsche statt des Wahren und das Böse statt des Guten hat. Dies nun ist es, daß ein Mann nicht höre die Lippe seines Genossen. 1323. Vers 8: Und Jehovah zerstreute sie von da über die Angesichte der ganzen Erde; und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. "Und Jehovah zerstreute sie von da über die Angesichte der ganzen Erde" bedeutet hier wie früher, sie seien nicht anerkannt worden; "und sie hörten auf, die Stadt zu bauen" bedeutet, daß eine solche Lehre nicht angenommen worden sei. 1324. Daß "Jehovah zerstreute sie von da über die Angesichte der ganzen Erde", 1. Mose 11/8, bedeutet, sie seien nicht anerkannt worden, dies erhellt aus dem, was früher, 1. Mose 11/4, gesagt wurde, wo dieselben Worte stehen. Daß "sie hörten auf, die Stadt zu bauen", 1. Mose 11/8, bedeutet, eine solche Lehre sei nicht angenommen worden, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, daß sie ist die Lehre, wie Nr. 402 gezeigt worden, sodann aus dem, was 1. Mose 11/4,5 über das Bauen der Stadt und des Turmes bemerkt worden ist. Hieraus geht hervor, daß eine solche Lehre oder ein solcher Gottesdienst, in dem inwendig die Selbstliebe, oder die Selbstverehrung ist, bei dieser Alten Kirche nicht zugelassen wurde, und zwar aus dem im folgenden Vers angegebenen Grund. 1325. Vers 9: Darum nannte Er ihren Namen Babel, weil dort Jehovah verwirrte die Lippe der ganzen Erde, und von da zerstreute sie Jehovah über die Angesichte der ganzen Erde. "Darum nannte Er ihren Namen Babel" bedeutet einen solchen Gottesdienst; "weil dort Jehovah verwirrte die Lippe der ganzen Erde" bedeutet den Zustand dieser Alten Kirche, daß der innere Gottesdienst verlorenzugehen anfing; die Erde ist die Kirche; "und von da zerstreute sie Jehovah über die Angesichte der ganzen Erde" bedeutet, der innere Gottesdienst sei zunichte geworden. 1326. "Darum nannte Er ihren Namen Babel", 1. Mose 11/9, daß dies einen solchen Gottesdienst bedeutet, nämlich welcherlei Gottesdienst bezeichnet wird durch Babel, erhellt aus dem, was bisher gesagt worden, nämlich ein Gottesdienst, in dem inwendig die Selbstliebe, folglich alles, was unsauber und unheilig ist. Die Selbstliebe ist nichts anderes als das Eigene, und wie unsauber und unheilig dieses ist, kann erhellen aus dem, was früher Nr. 210 und 215 über das Eigene gezeigt worden ist. Aus der Selbstsucht (Philavtia), d.h. aus der Selbstliebe oder dem Eigenen kommt alles Böse her, als Haß, Rache, Grausamkeit, Ehebruch, Betrügerei, Heuchelei, Gottlosigkeit; wenn daher die Selbstliebe oder das Eigene im Gottesdienst ist, so wohnt ihm solcherlei Böses inne, aber je nach dem Unterschied und Grad der Größe und Beschaffenheit dessen, was aus jener Liebe hervorgeht; daher dann alle Entheiligung des Gottesdienstes. Es verhält sich aber damit so: Je mehr Selbstliebe oder Eigenes sich in den Gottesdienst eindrängt, desto mehr tritt der innere Gottesdienst zurück, oder desto mehr wird der innere Gottesdienst zunichte. Der innere Gottesdienst besteht in der Liebe zum Guten und in der Anerkennung des Wahren, je mehr dagegen Selbstliebe oder je mehr Eigenes hineinkommt oder eindringt, desto mehr tritt zurück oder geht davon die Liebe zum Guten und die Anerkennung des Wahren; das Heilige kann durchaus nicht mit dem Unheiligen zusammen sein, wie der Himmel nicht mit der Hölle, sondern das eine muß vom anderen zurücktreten. Solcherlei ist der Zustand und die Ordnung im Reich des Herrn. Dies ist der Grund, warum bei solchen, deren Gottesdienst ein Babel genannt wird, kein innerer Gottesdienst sich findet, sondern ein totes, und zwar aashaftes Innere, das verehrt wird. Hieraus ist ersichtlich, wie ihr äußerer Gottesdienst beschaffen ist, der solchen Inhalt hat. Daß ein solcher Gottesdienst ein Babel ist, erhellt hin und wieder aus dem Wort, wo Babel beschrieben wird, z.B. bei Dan.2/31,32,44,45, wo die Bildsäule, die Nebukadnezar, der König Babels, im Traume sah, und deren Haupt Gold, Brust und Arme Silber, Bauch und Hüften Erz, die Beine Eisen, die Füße teilweise Eisen, teilweise Ton waren, bedeutet, daß aus dem wahren Gottesdienst am Ende ein solcher Gottesdienst, der Babel genannt wird, geworden sei, daher auch ein aus dem Felsen gehauener Stein das Eisen, das Erz, den Ton das Silber und das Gold zermalmte: die Bildsäule von Gold, die Nebukadnezar, der König von Babel, aufrichtete, daß man sie anbeten sollte, war auch nichts anderes: Dan.3/1-31. Ebenso daß der König Babels und die Großen aus goldenen Gefäßen, die aus dem Tempel von Jerusalem waren, Wein tranken, und die goldenen, silbernen, ehernen, eisernen und steinernen Götter priesen, und deshalb eine Schrift an der Wand erschien: Dan.5/1-30. Sodann daß Darius der Meder befahl, man solle ihn als Gott anbeten: Dan.6/1-29, sowie auch die Tiere, die dem Daniel im Traume erschienen: Dan.7/1-28; ebenso auch die Tiere und Babel bei Johannes in der Offenbarung. Daß ein solcher Gottesdienst bezeichnet und vorgebildet wurde, erhellt deutlich nicht nur bei Daniel und Johannes, sondern auch bei den Propheten: Jes.13/8,10,21,22: "Flammengesichter sind ihre Gesichter; die Sterne der Himmel und ihre Gestirne leuchten nicht mit ihrem Licht, verfinstert ist die Sonne bei ihrem Aufgang; und der Mond läßt sein Licht nicht scheinen: es lagern dort Zijim, und ihre Häuser werden voll von Ochim, und es wohnen daselbst die Töchter der Nachteule, und Waldteufel tanzen daselbst, und es antworten Ijim in ihren Palästen, und Drachen in den Tempeln der Lust": wo die Rede von Babel ist und beschrieben wird das Innere eines solchen Gottesdienstes, durch Flammengesichter, welche Begierden sind, durch das Nichtleuchten der Sterne, welche die Wahrheiten des Glaubens sind, durch die Verfinsterung der Sonne, welche ist die heilige Liebe, durch das Nichtscheinen des Mondes, welcher ist das Wahre des Glaubens, durch Zijim, die Ochim, die Töchter der Nachteule, die Waldteufel, die Ijim, die Drachen, als das Inwendige des Gottesdienstes, denn solcherlei sind die (Erscheinungen) der Selbstliebe oder des Eigenen; daher auch Babel bei Johannes genannt wird die Mutter der Hurereien und Greuel, Joh.Offenb.17/5. Joh.Offenb.18/2: "Eine Wohnung der Drachen, und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes, und ein Gefängnis jedes unreinen und verhaßten Vogels": woraus erhellt, daß, wo solcherlei (Verkehrtheiten) inwendig sich finden, nichts Gutes und Wahres des Glaubens sein kann, und daß in demselben Verhältnis das Gute der Liebe (affectionis) und die Wahrheiten des Glaubens zurücktreten, in dem (Verhältnis) jene eindringen: Sie werden auch genannt die Götzenbilder Babels: Jes.21/9. Daß es die Selbstliebe oder das Eigene ist, was im Gottesdienst ist, oder daß es die Selbstverehrung ist, erhellt deutlich bei Jes.14/4,13-15: "Weissage dieses Gleichnis über den König Babels: Du sprachst in deinem Herzen, ich will in den Himmel steigen, über die Sterne Gottes will ich meinen Thron erhöhen, und sitzen auf dem Berge der Versammlung, an den Seiten der Mitternacht; ich will über die Höhen der Wolke steigen; ich will gleich werden dem Höchsten, doch zur Hölle wirst du hinabgestoßen werden": wo offenbar ist, daß Babel als Gott verehrt werden will, d.h., daß es Selbstvergötterung ist. Jes.47/1,10: "Steige hinab, und sitze auf dem Staub, Jungfrau Tochter Babels; sitze auf der Erde, ohne Thron, Tochter der Chaldäer, du verließest dich auf deine Bosheit, du sprachst: Niemand siehet mich, deine Weisheit und deine Wissenschaft, sie hat dich abgewendet, du sprachst in deinem Herzen: Ich, und niemand sonst wie ich". Jerem.51/25,53: "Siehe, Ich bin wider dich, du verderblicher Berg, der die ganze Erde verdirbt, und will ausstrecken Meine Hand über dich, und dich hinabstürzen von den Felsen, und will dich zu einem Berge der Verbrennung machen: wenn Babel in die Himmel gestiegen sein und befestigt haben wird die Höhe seiner Stärke, so werden von Mir Verwüster über sie kommen": auch hieraus kann man sehen, daß Babel die Selbstverehrung ist. Daß sie kein Licht des Wahren, sondern lauter Finsternis, d.h., daß sie die Glaubenswahrheit nicht haben, wird beschrieben bei Jerem.50/1,3: "Das Wort, das Jehovah sprach wider Babel, wider das Land der Chaldäer: Es wird heraufkommen über sie eine Völkerschaft aus Mitternacht, diese wird ihr Land zur Wüste machen, und es wird kein Bewohner darin sein, vom Menschen bis zum Tier werden sie sich davonmachen, wegziehen": Mitternacht für Finsternis oder Nicht-Wahres; kein Mensch und kein Tier, für nicht Gutes. Mehreres über Babel sehe man 1. Mose 11/28 (Nr. 1368), wo von den Chaldäern gehandelt wird. 1327. Daß "Jehovah verwirrte die Lippe der ganzen Erde", 1. Mose 11/9, bedeutet den Zustand dieser Alten Kirche, wo der innere Gottesdienst sich zu verlieren anfing. Dies erhellt daraus, daß gesagt wird: Lippe der ganzen Erde, nicht wie früher, 1. Mose 11/7, die Lippen derer, welche die Stadt und den Turm zu bauen begonnen. Durch das Angesicht der ganzen Erde wird bezeichnet der Zustand der Kirche, denn die Erde ist die Kirche: Nr. 662, 1066. Mit den Kirchen nach der Sündflut verhielt es sich folgendermaßen: Es waren drei Kirchen, die im Worte besonders erwähnt werden, nämlich die erste Alte Kirche, die von Noach den Namen hatte; die Andere Alte Kirche, die von Eber; und die dritte Alte Kirche, die von Jakob, und nachher von Jehudah und Israel (ihren Namen hatte). Was die erste Kirche betrifft, die nämlich Noach genannt wurde, so war sie gleichsam die Stammutter der folgenden, und wie gewöhnlich die Kirchen in ihren Anfängen, noch mehr unversehrt und unschuldig, wie dies auch erhellt aus 1. Mose 11/1, daß ihnen eine Lippe, das ist eine Lehre, nämlich allen die Liebtätigkeit das Wesentliche war; aber im Fortgang der Zeit begann sie, wie dies bei den Kirchen zu geschehen pflegt, ebenfalls zu fallen, und zwar hauptsächlich infolgedessen, daß mehrere von ihnen anfingen den Gottesdienst auf sich überzuleiten, damit sie so über andere hervorragen möchten, wie dies 1. Mose 22/4 erhellt: "Denn sie sprachen: Wir wollen uns eine Stadt bauen und einen Turm, und sein Haupt (sei) im Himmel, und einen Namen wollen wir uns machen". Solche konnten in der Kirche nichts anderes sein als wie ein Gärungsmittel, oder wie eine Brandfackel, aus der eine Feuersbrunst entsteht. Als nun die Gefahr der Entweihung des Heiligen infolgedessen, wovon Nr. 571, 582, vor der Tür war, wurde der Zustand dieser Kirche, durch eine Fügung der Vorsehung des Herrn, verändert, dahin nämlich, daß ihr innerer Gottesdienst zugrunde ging, und der äußere blieb, was hier dadurch bezeichnet wird, daß "Jehovah die Lippe der ganzen Erde verwirrte". Hieraus erhellt auch, daß ein solcher Gottesdienst, der Babel genannt wird, nicht aufkam in der ersten Alten Kirche, sondern in den folgenden, als die Menschen anfingen als Götter verehrt zu werden, hauptsächlich nach dem Tod, daher so viele Götter der Heiden. Der Grund, warum zugelassen wurde, daß der innere Gottesdienst sich verlor und der äußere blieb, ist der, daß das Heilige nicht entweiht werden möchte. Die Entweihung des Heiligen hat die ewige Verdammnis zur Folge. Das Heilige kann niemand entweihen, als wer die Erkenntnisse des Glaubens hat und sie anerkennt, wer sie aber nicht hat, kann auch nicht anerkennen, noch weniger entweihen. Das Innere ist es, was entweiht werden kann, denn im Inneren ist das Heilige, nicht aber im Äußeren. Es verhält sich damit wie mit einem Menschen, der Böses tut, aber nicht Böses denkt; ihm kann das Böse, das er tut, nicht zugerechnet werden, so wenig als dem, der es nicht mit Überlegung tut, oder dem, der keine Vernunft hat. Wer also nicht glaubt, daß es ein Leben nach dem Tode gebe, aber doch einen äußeren Gottesdienst hat, der kann das, was sich auf das ewige Leben bezieht, nicht entweihen, weil er nicht glaubt, daß es eines gibt. Anders verhält es sich mit denen, die es wissen, und die es anerkennen; dies ist auch der Grund, warum dem Menschen eher zugelassen wird, in Lüsten und in Begierden zu leben, und sich durch dieselben vom Inneren zu entfernen, als daß er zur Erkenntnis und Anerkennung des Inneren kommt und dasselbe entweiht. Den Juden wird deswegen heutzutage zugelassen, sich in Geiz zu versenken, damit sie so um so weiter von der Anerkennung des Inneren wegkommen, denn sie sind von der Art, daß sie, wenn sie es anerkennen würden, nicht anders könnten, als es entweihen. Nichts entfernt mehr vom Inneren als der Geiz, weil er die niedrigste irdische Begierde ist; ebenso verhält es sich bei vielen innerhalb der Kirche, und ebenso verhält es sich auch mit den Völkerschaften außerhalb der Kirche; diese, nämlich die Heiden, können am allerwenigsten entweihen. Dies nun ist der Grund, warum hier gesagt wird, Jehovah habe die Lippe der ganzen Erde verwirrt, und dies bedeutet die Veränderung des Zustandes der Kirche, daß nämlich ihr Gottesdienst ein äußerlicher geworden sei, in dem kein innerer ist. Das gleiche ist vorgebildet und bezeichnet worden durch die Babylonische Gefangenschaft, in welche die Israeliten, und nachher die Juden abgeführt wurden, und wovon es heißt: Jerem.27/8: "Und es wird geschehen, die Völkerschaft und das Königreich, die nicht dienen werden dem König Babels, und wer nicht geben wird seinen Hals in das Joch des Königs von Babel, mit Schwert, und Hunger, und Pest will Ich heimsuchen diese Völkerschaft, bis Ich sie aufreiben werde durch seine Hand": dem König Babels dienen und den Hals in sein Joch geben heißt, gänzlich beraubt werden der Erkenntnis und Anerkennung des Guten und Wahren, somit des inneren Gottesdienstes. Was noch deutlicher erhellt: Jerem.29/16,17: "So sprach Jehovah zu allem Volk in dieser Stadt, euren Brüdern, die nicht mit euch wegzogen in die Gefangenschaft: so sprach Jehovah Zebaoth, siehe Ich sende unter sie das Schwert, den Hunger und die Pest, und will sie machen wie widerliche Feigen": in der Stadt zurückbleiben, und nicht wegziehen zum König Babels, bildete vor und bezeichnete diejenigen, die in den Erkenntnissen des Inneren oder der Glaubenswahrheiten waren, und dieselben entweihten, von denen es heißt, daß gegen sie das Schwert, der Hunger, die Pest gesendet werden, welche die Strafen der Entweihung sind, und daß sie werden wie widerliche Feigen. Daß durch Babel diejenigen bezeichnet werden, die andere aller Erkenntnis und Anerkennung des Wahren berauben, ist auch vorgebildet und bezeichnet worden durch Folgendes: Jerem.20/4,5: "Ganz Jehudah will Ich in die Hand des Königs von Babel geben, und er wird sie wegführen nach Babel, und sie mit dem Schwerte schlagen, und Ich will allen Reichtum dieser Stadt, und all ihren Erwerb, und all ihre Kostbarkeit, und alle Schätze der Könige Jehudahs dahingeben, will sie geben in die Hand ihrer Feinde, und sie werden sie plündern und sie wegnehmen": wo durch allen Reichtum, allen Erwerb, alle Kostbarkeit, alle Schätze der Könige Jehudahs, im inneren Sinn bezeichnet werden die Erkenntnisse des Glaubens. Jerem.25/9,11: "Mit den Familien des Nordens werde Ich den König Babels herbringen über dieses Land, und über dessen Bewohner, und über all diese Völkerschaften ringsumher, und will sie in den Bann tun, und sie zur Verödung, und zum Gespött, und zu ewigen Wüsten machen, und dieses ganze Land wird zur Wüste werden": wo die Verwüstung vom Inneren des Glaubens, oder des inneren Gottesdienstes durch Babel beschrieben wird. Wer nämlich in der Selbstverehrung steht, der hat keine Glaubenswahrheit, er verdirbt, verwüstet und führt in Gefangenschaft weg alles, was Wahrheit ist, daher auch Babel genannt wird "ein verderbender Berg": Jerem.51/25; ferner sehe man was über Babel Nr. 1182 gesagt worden ist. 1328. "Und von da zerstreute sie Jehovah über die Angesichte der ganzen Erde", 1. Mose 11/9, daß dies bedeutet, der innere Gottesdienst sei zunichte geworden, kann erhellen aus der Bedeutung des Zerstreutwerdens (dispergi), daß es ist zersprengt werden (dissipari). Im nächsten Sinn werden durch zerstreut werden über die Angesichte der ganzen Erde diejenigen bezeichnet, welche die Stadt Babels bauen wollten, weil es aber die sind, die andere aller Erkenntnis des Wahren berauben, so wird dadurch zugleich bezeichnet die Wegnahme des inneren Gottesdienstes, denn das eine ist die Folge des anderen, hier ist es die Folge, weil es zum dritten Mal gesagt wird. Daß die erste Alte Kirche der Erkenntnisse des Wahren und Guten beraubt wurde, erhellt daraus, daß die Völkerschaften, die jene Alte Kirche ausmachten, größtenteils Götzendiener wurden, und dennoch einen äußeren Gottesdienst hatten. Wenn die Götzendiener außerhalb der Kirche sind, so ist ihr Los viel besser, als das Los der Götzendiener innerhalb der Kirche, jene sind äußere Götzendiener, diese aber innere. Daß ihr Los ein besseres ist, erhellt aus dem, was der Herr sagt bei Luk.13/23,28-30; Matth.8/11,12. Dies nun ist der Grund, warum der Zustand dieser Alten Kirche verändert wurde. 1329. Vers 10: Dies die Geburten Schems: Schem war ein Sohn von hundert Jahren und zeugte Arphachschad, zwei Jahre nach der Flut. "Dies die Geburten Schems" bedeutet die Fortleitungen (derivationes) der Anderen Alten Kirche; Schem ist der innere Gottesdienst im allgemeinen; "hundert Jahre" bedeuten den Zustand der Kirche im Anfang; "Arphachschad" war eine so benannte Völkerschaft, durch welche die Wissenschaft bezeichnet wird; "zwei Jahre nach der Flut" bedeutet die andere nachsündflutliche Kirche. 1330. Daß "dies die Geburten Schems", 1. Mose 11/10, die Fortpflanzungen der Anderen Alten Kirche bedeuten, erhellt aus der Bedeutung der Geburten, daß sie soviel als der Ursprung und die Fortleitung der Lehren und Gottesdienste sind, wie früher Nr. 1145 gesagt worden ist. Die Geburten hier und anderwärts im Wort sind keine andere als die der Kirche, somit die der Lehren und Gottesdienste; der innere Sinn des Wortes schließt nichts anderes in sich; wenn daher eine Kirche entsteht, so wird gesagt, daß sie Geburten habe, so bei der Ältesten Kirche, 1. Mose 2/4: "Dies die Geburten der Himmel und der Erde", ebenso bei den übrigen Kirchen vor der Sündflut, die auf sie folgten, 1. Mose 5/1: "Dies das Buch der Geburten"; desgleichen bei den Kirchen nach der Sündflut, deren es drei waren, wovon die erste Noach hieß, die andere von Eber den Namen hatte, die dritte von Jakob, und nachher von Jehudah und Israel. Die erste Kirche wird, wo sie beschrieben wird, in gleicher Weise eingeführt, 1. Mose 10/1: "Dies die Geburten der Söhne Noachs; diese andere, nach Eber benannte, ebenso in diesem Vers: "Dies die Geburten Schems"; auch die dritte 1. Mose 11/27: "Dies die Geburten Therachs; daher die Geburten nichts anderes bezeichnen als die Entstehungen und Fortleitungen der Lehren und Gottesdienste der Kirche, die beschrieben wird. Daß die Geburten dieser zweiten Kirche von Schem abgeleitet werden, oder daß ihr Anfang von Schem her beschrieben wird, hat den Grund, weil Schem den inneren Gottesdienst bedeutet, hier den inneren Gottesdienst dieser Kirche; nicht daß der innere Gottesdienst dieser Kirche ein solcher innere Gottesdienst gewesen sei, wie er im vorigen Kapitel (1. Mose Kap.10) durch Schem bezeichnet worden ist, sondern nur, daß er der innere Gottesdienst dieser Kirche sei. 1331. Daß Schem der innere Gottesdienst im allgemeinen ist, erhellt nun eben hieraus. Welcherlei der innere Gottesdienst dieser Kirche war, kann man an denen ersehen, die der Reihe nach von Schem an genannt werden, daß er nämlich etwas auf das Wissen sich Beziehendes (scientificum) war, was auch bestätigt wird durch Jahreszahlen, wenn sie recht eingesehen und entfaltet werden. 1332. Daß "hundert Jahre", 1. Mose 11/10, den Zustand dieser Kirche im allgemeinen bedeuten, erhellt aus dem, was über die Zahlen und Jahre im allgemeinen früher gesagt und gezeigt wurde: Nr. 482, 487, 488, 493, 575, 647, 648, 755, 813, 893, daß sie nämlich Zeiten und Zustände bedeuten. Welche und was für Zustände durch die Zahl von hundert Jahren, sodann durch die Zahlen der Jahre im Folgenden dieses Kapitels bezeichnet werden, dies auseinanderzusetzen, wäre zu umständlich, wie es denn auch ein verwickeltes Geschäft wäre. 1333. Absatznumerierung fehlt. 1334. Daß "Arphachschad" eine so benannte Völkerschaft war, und daß durch diese bezeichnet wird die Wissenschaft, ist 1. Mose 10/24, Nr. 1236 gesagt worden. 1335. "Zwei Jahre nach der Flut", 1. Mose 11/10, daß dies die andere nachsündflutliche Kirche bedeutet, kann daraus erhellen, daß durch das Jahr im Wort, wie auch den Tag, und durch die Woche bezeichnet wird eine ganze Periode, eine kleinere oder größere, von weniger oder mehr Jahren, ja abstrakt eine Periode, wie man ersehen kann aus denjenigen Stellen, die früher, Nr. 488, 493, angeführt worden sind: ebenso hier, zwei Jahre nach der Flut, wodurch bezeichnet wird die zweite Periode der Kirche, welche war als diese andere Kirche begann. 1336. Vers 11: Und Schem lebte, nachdem er den Arphachschad gezeugt, fünfhundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Schem lebte, nachdem er den Arphachschad gezeugt, fünfhundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; Schem bedeutet denn inneren Gottesdienst im allgemeinen; Arphachschad die Wissenschaft; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet die Lehrbestimmungen. 1337. Daß dies bezeichnet wird, bedarf keiner Begründung, es erhellt aus der Bedeutung ebenderselben (Wörter), wovon früher, nur daß der innere Gottesdienst dieser Kirche nichts anderes war, als etwas auf das Wissen sich beziehendes (scientificum), somit eine Art von Liebe, die genannt werden kann die Liebe zum Wahren, denn als diese Kirche anfing, war kaum noch einige Liebtätigkeit übrig, somit auch kein Glaube, der allein Sache der Liebtätigkeit ist, wie auch aus dem kurz Vorhergehenden, betreffend die Stadt und den Turm Babels, erhellt, daß nämlich Jehovah die Lippe der ganzen Erde verwirrt habe: 1. Mose 11/9. 1338. Daß "Söhne und Töchter zeugen" bedeutet Lehrbestimmungen, erhellt aus der Bedeutung der Söhne: Nr. 264, 489, 490, 491, 533. 1339. Vers 12: Und Arphachschad lebte fünfunddreißig Jahre und zeugte Schelach. "Arphachschad lebte fünfunddreißig Jahre" bedeutet den Anfang des zweiten Zustandes dieser Kirche, sodann ihren anderen Zustand selbst; durch Arphachschad wird, hier wie früher, bezeichnet das Wissen; "und zeugte Schelach" bedeutet die Abstammung von daher; Schelach war eine so benannte Völkerschaft, durch die bezeichnet wird das, was Sache des Wissens ist. 1340. Daß dies bezeichnet wird, bedarf auch keiner Begründung. Daß Schelach eine so benannte Völkerschaft war, und durch sie bezeichnet wird das, was Sache des Wissens ist, ist früher, 1. Mose 10/24 gesagt worden. 1341. Vers 13: Und Arphachschad lebte, nachdem er jenen Schelach gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Arphachschad lebte, nachdem er jenen Schelach gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; Arphachschad hier wie früher das Wissen, und Schelach das, was Sache des Wissens ist; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet Lehrbestimmungen. 1342. Vers 14: Und Schelach lebte dreißig Jahre und zeugte den Eber. "Schelach lebte dreißig Jahre" bedeutet den Anfang des dritten Zustandes; Schelach bedeutet hier, wie früher, das, was Sache des Wissens ist; "und zeugte den Eber" bedeutet die Abstammung von daher. Eber war eine Völkerschaft, welche die hebräische Völkerschaft von Eber her als ihrem Stammvater genannt wurde, und durch die bezeichnet wird der zweiten Alten Kirche Gottesdienst im allgemeinen. HG 1343 1343. Daß "Eber" eine Völkerschaft war, die ihrem Stammvater nach die hebräische Völkerschaft genannt wurde, und daß durch sie bezeichnet wird der zweiten Alten Kirche Gottesdienst im allgemeinen, erhellt aus den geschichtlichen Teilen des Wortes, in denen sie hin und wieder genannt wird. Weil in dieser Völkerschaft ein neuer Gottesdienst anfing, wurden von ihr her Hebräer genannt alle, die einen ähnlichen Gottesdienst hatten: Ihr Gottesdienst war so, wie er nachher erneuert wurde bei Jakobs Nachkommen; und seine Hauptsache bestand darin, daß sie ihren Gott Jehovah hießen, und daß sie Opfer hatten. Die Älteste Kirche erkannte einmütig den Herrn an, und nannte Ihn Jehovah, wie auch aus den ersten Kapiteln der Genesis und anderwärts im Wort erhellt. Die Alte Kirche, d.h. diejenige, die nach der Sündflut bestand, erkannte auch den Herrn an, und nannte Ihn Jehovah, hauptsächlich diejenigen, die einen innerlichen Gottesdienst hatten und Söhne Schems hießen; die übrigen, die in einem äußerlichen Gottesdienst waren, erkannten auch Jehovah an und verehrten Ihn. Als aber der innere Gottesdienst äußerlich, und noch mehr, als er abgöttisch wurde, und als jede Völkerschaft ihren Gott zu haben anfing, den sie verehrte, behielt die hebräische Völkerschaft den Namen Jehovahs und nannten ihren Gott Jehovah, und hierin unterschieden sie sich von den übrigen Völkerschaften. Jakobs Nachkommen in Ägypten hatten mit dem äußeren Gottesdienst auch dies verloren, daß ihr Gott Jehovah genannt werde, sogar Moses selbst; daher sie zu allererst belehrt wurden, daß Jehovah der Gott der Hebräer sei, und der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs, wie aus Folgendem erhellen kann: 2. Mose 3/18: "Jehovah sprach zu Mose, gehe du und die Ältesten Israels hinein zum König Ägyptens, und sprechet zu ihm: Jehovah, der Gott der Hebräer, kam uns entgegen, und nun möchten wir ziehen drei Tagereisen in die Wüste, und opfern Jehovah unserem Gott". 2. Mose 5/2,3: "Pharao sprach: Wer ist Jehovah, dessen Stimme ich hören soll, Israel zu entlassen, ich kenne den Jehovah nicht, und auch Israel will ich nicht entlassen, und sie sprachen: Der Gott der Hebräer kam uns entgegen; wir möchten drei Tagereisen in die Wüste ziehen, und opfern dem Jehovah unserem Gott". Daß Jakobs Nachkommen in Ägypten mit dem Gottesdienst auch den Namen Jehovahs verloren hatten, kann aus Folgendem erhellen: 2. Mose 3/13-15: "Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israels komme, und zu ihnen sage: der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie zu mir sagen werden, welches ist Sein Name, was soll ich zu ihnen sagen? und Gott sprach zu Mose: Ich Bin Der Ich Bin, und Er sprach: so sollst du sprechen zu den Söhnen Israels, Der Ich Bin hat mich zu euch gesandt; und weiter sprach Gott zu Mose: So sollst du sagen zu den Söhnen Israels: Jehovah, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks, und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt, dies Mein Name in Ewigkeit": hieraus ist offenbar, daß auch Moses ihn nicht wußte, und daß sie von den übrigen unterschieden werden sollten durch den Namen Jehovahs, des Gottes der Hebräer; daher wird auch anderwärts Jehovah genannt der Gott der Hebräer: 2. Mose 7/16: "Du sollst zu Pharao sagen: Jehovah, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt". 2. Mose 9/1,13: "Gehe hinein zu Pharao, und rede zu ihm, so sprach Jehovah, der Gott der Hebräer". 2. Mose 10/3: "Moses und Aharon gingen hinein zu Pharao, und sprachen zu ihm: So sprach Jehovah, der Gott der Hebräer". Jona 1/9: "Ein Hebräer bin ich, und den Jehovah, den Gott der Himmel, fürchte ich". 1.Sam.4/6,8,9: "Die Philister hörten die Stimme des Geschreis, sie sprachen: Was für eine Stimme großen Jubelgeschreis ist dies im Lager der Hebräer; und sie erfuhren, daß die Lade Jehovahs ins Lager gekommen sei; die Philister sprachen: Wehe uns, wer wird uns befreien aus der Hand dieser hehren Götter; dies sind die Götter, welche die Ägypter schlugen mit allerlei Plage in der Wüste, werdet zu Männern, ihr Philister, dienet nicht den Hebräern": auch hier ist offenbar, daß die Völkerschaften durch die Götter unterschieden wurden, die sie benannten, und zwar die hebräische Völkerschaft durch Jehovah. Daß das andere Wesentliche des Gottesdienstes der hebräischen Völkerschaft in den Opfern bestand, erhellt ebenfalls aus den oben angeführten Stellen 2. Mose 3/18; 5/2,3, dann auch daraus, daß die Ägypter die hebräische Völkerschaft um dieses Gottesdienstes willen verabscheuten, wie aus Folgendem erhellt: 2. Mose 8/22: "Moses sprach: Es ist nicht recht so zu tun, weil wir einen Greuel der Ägypter dem Jehovah unserem Gott opfern würden; siehe, wir würden einen Greuel der Ägypter in ihren Augen opfern, würden sie uns nicht steinigen?". Daher haben auch die Ägypter die hebräische Völkerschaft verabscheut, so sehr, daß sie nicht einmal Brot mit ihnen essen wollten: 1. Mose 43/32. Hieraus erhellt auch, daß die Nachkommenschaft Jakobs nicht allein die hebräische Völkerschaft war, sondern alle, die einen solchen Gottesdienst hatten; daher auch das Land Kanaan zur Zeit Josephs das Land der Hebräer genannt wird: 1. Mose 40/15: "Joseph sprach: Ich bin gestohlen aus dem Land der Hebräer". Daß Opfer bei den Götzendienern im Lande der Hebräer waren, kann aus vielem erhellen. Denn sie opferten ihren Göttern, den Baalen und anderen; außerdem, daß Bileam, der aus Syrien war, wo Eber, oder woher die hebräische Völkerschaft war, ehe die Nachkommen Jakobs ins Land Kanaan kamen, nicht nur Opfer darbrachte, sondern auch Jehovah seinen Gott nannte. Daß Bileam aus Syrien war, woher die hebräische Völkerschaft stammte: 4. Mose 23/7; daß er Opfer darbrachte: 4. Mose 22/39,40; 23/1-3,14,29; daß er Jehovah seinen Gott nannte: 4. Mose 22/18, und hin und wieder anderwärts. Daß von Noach, 1. Mose 8/20, gesagt wird, er habe dem Jehovah Brandopfer dargebracht, ist nicht wahre Geschichte, sondern gemachte Geschichte, weil durch die Brandopfer das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet wurde, wie man dort sehen mag. Hieraus geht nun hervor, was durch den Eber, oder durch die hebräische Völkerschaft bezeichnet wird. 1344. Vers 15: Und Schelach lebte, nachdem er den Eber gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Schelach lebte, nachdem er den Eber gezeugt, drei Jahre und vierhundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; Schelach, hier wie früher, das, was Sache des Wissens ist; Eber, hier wie früher, dieser Kirche Gottesdienst im allgemeinen; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet Lehrbestimmungen. 1345. Vers 16: Und Eber lebte vierunddreißig Jahre, und zeugte Peleg. "Und Eber lebte vierunddreißig Jahre" bedeutet den Anfang des vierten Zustandes dieser Kirche; Eber, hier wie früher, den Gottesdienst dieser Kirche im allgemeinen; "und zeugte Peleg" bedeutet die Abstammung von daher; Peleg war eine nach ihm als ihrem Stammvater so benannte Völkerschaft, durch die der äußerliche Gottesdienst bezeichnet wird. Daß Peleg hier den äußeren Gottesdienst bezeichnet, folgt aus der Reihenfolge der Abstammungen des Gottesdienstes, somit aus seiner Abstammung. Im 1. Mose 10/25 anders nach der Bedeutung des Namens, daß in seinen Tagen das Land (terra) geteilt worden sei, und weil er dort zugleich mit seinem Bruder Joktan jene Kirche vorbildete. 1346. Vers 17: Und Eber lebte, nachdem er den Peleg gezeugt, dreißig Jahre und vierhundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Eber lebte, nachdem er den Peleg gezeugt, dreißig Jahre und vierhundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; durch Eber und Peleg wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet Lehrbestimmungen, betreffend die Religionsgebräuche. 1347. Vers 18: Und Peleg lebte dreißig Jahre und zeugte den Reu. "Und Peleg lebte dreißig Jahre" bedeutet den Anfang des fünften Zustandes. Durch Peleg wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet; "und zeugte den Reu" bedeutet die Abstammung von daher; Reu war eine nach ihm als ihrem Stammvater so benannte Völkerschaft, durch die ein noch mehr äußerlicher Gottesdienst bezeichnet wird. 1348. Vers 19: Und Peleg lebte, nachdem er diesen Reu gezeugt, neun Jahre und zweihundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Und Peleg lebte, nachdem er diesen Reu gezeugt, neun Jahre und zweihundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand, durch Peleg und durch Reu wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet Religionsgebräuche. 1349. Vers 20: Und Reu lebte zweiunddreißig Jahre, und zeugte den Serug. "Und Reu lebte zweiunddreißig Jahre" bedeutet den Anfang des sechsten Zustandes; durch Reu wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet;"und zeugte den Serug" bedeutet die Abstammung von daher. Serug war eine nach ihm als ihrem Stammvater so benannte Völkerschaft, durch die der Gottesdienst im Äußeren bezeichnet wird.1350. Vers 21: Und Reu lebte, nachdem er den Serug gezeugt, sieben Jahre und zweihundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Und Reu lebte, nachdem er den Serug gezeugt, sieben Jahre und zweihundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; durch Reu und Serug wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet die Gebräuche eines solchen Gottesdienstes. 1351. Vers 22: Und Serug lebte dreißig Jahre und zeugte den Nachor. "Und Serug lebte dreißig Jahre" bedeutet den Anfang des siebenten Zustandes dieser Kirche; durch Serug wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet, "und zeugte den Nachor" bedeutet die Abstammung von daher; Nachor war eine nach ihm als ihrem Stammvater so benannte Völkerschaft, durch die ein zur Abgötterei sich hinneigender Gottesdienst bezeichnet wird. 1352. Vers 23: Und Serug lebte, nachdem er den Nachor gezeugt, zweihundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Und Serug lebte, nachdem er den Nachor gezeugt, zweihundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; durch Serug und Nachor wird hier (das gleiche) wie früher bezeichnet; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet die Gebräuche jenes Gottesdienstes. 1353. Vers 24: Und Nachor lebte neunundzwanzig Jahre, und zeugte den Therach. "Und Nachor lebte neunundzwanzig Jahre" bedeutet den Anfang des achten Zustandes dieser Kirche; durch Nachor wird, hier wie früher, der zur Abgötterei sich hinneigende Gottesdienst bezeichnet; "und zeugte den Therach" bedeutet die Abstammung von daher; Therach war eine nach ihm als ihrem Stammvater so benannte Völkerschaft, durch die der Götzendienst bezeichnet wird. 1354. Vers 25: Und Nachor lebte, nachdem er den Therach gezeugt, neunzehn Jahre und hundert Jahre, und zeugte Söhne und Töchter. "Und Nachor lebte, nachdem er den Therach gezeugt, neunzehn Jahre und hundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand; durch Nachor wird, hier wie früher, der zur Abgötterei sich hinneigende Gottesdienst bezeichnet; durch Therach der Götzendienst; "und zeugte Söhne und Töchter" bedeutet abgöttische Gebräuche. 1355. Vers 26: Und Therach lebte siebzig Jahre, und zeugte den Abram, den Nachor, und den Haran. "Und Therach lebte siebzig Jahre" bedeutet den Anfang des neunten Zustandes, welcher der letzte ist; durch Therach wird, hier wie früher, der Götzendienst bezeichnet; "und zeugte den Abram, den Nachor, und den Haran" bedeutet die Abstammungen von daher; Abram, Nachor und Haran waren Personen, nach denen auch Völkerschaften genannt wurden, die Götzendiener waren. 1356. Daß durch Therach bezeichnet wird der Götzendienst, kann erhellen aus den Abstammungen, von denen 1. Mose 11/20-26 die Rede ist. Diese Andere Alte Kirche artete von einem inneren Gottesdienst so aus, und wurde so verdorben, daß sie endlich abgöttisch wurde, wie es bei den Kirchen zu geschehen pflegt, daß sie nämlich vom Inneren ihre Richtung aufs Äußere nehmen, und zuletzt nach Abstreifung des Inneren in bloßen Äußerlichkeiten stehen bleiben. Daß diese Kirche so wurde, also daß ein großer Teil derselben Jehovah nicht als Gott anerkannte, sondern andere Götter verehrte, erhellt Jos.24/2: "Josua sprach zu allem Volk: So sprach Jehovah, der Gott Israels: Jenseits des Flusses wohnten eure Väter von Alters her, Therach, der Vater Abrahams, und der Vater Nachors und dienten anderen Göttern". Jos.24/14,15: "Nun fürchtet den Jehovah, und dient Ihm in Redlichkeit und Wahrheit; und entfernt die Götter, denen gedient haben eure Väter jenseits des Stromes und in Ägypten, und dient dem Jehovah; und ist es böse in euren Augen zu dienen Jehovah, so erwählet euch heute, wem ihr dienen wollt, ob den Göttern, denen eure Väter gedient haben, die jenseits des Stroms (waren), oder den Göttern der Amoriter": wo augenscheinlich ist, daß Therach, Abram und Nachor Götzendiener waren. Daß Nachor eine Völkerschaft war, bei der Götzendienst herrschte, erhellt auch an Laban, dem Syrer, der in der Stadt Nachors war: 1. Mose 24/10,, und Götzenbilder oder Theraphim verehrte, die Rachel entwendete: 1. Mose 31/19,26,32,34, und daß ein anderer war der Gott Abrahams, ein anderer der Gott Nachors, und ein anderer der ihres Vaters oder des Therach, erhellt 1. Mose 31/53; ausdrücklich wird auch in Beziehung auf Abraham gesagt, daß Jehovah ihm nicht bekannt gewesen sei: 2. Mose 6/3: "Ich Jehovah bin erschienen dem Abraham, Jischak und Jakob als Gott Schaddai, und mit Meinem Namen Jehovah war Ich ihnen nicht bekannt". Hieraus erhellt, wie sehr diese Kirche bei dieser Völkerschaft in Götzendienst verfallen war, der hier durch Therach bezeichnet wird; und weil durch Therach, (eben damit) auch durch Abram, Nachor und Haran. 1357. Es gibt drei Hauptarten von Abgötterei, die erste ist die der Selbstliebe, die zweite ist die der Weltliebe, die dritte ist die Liebe zu Vergnügungen; aller Götzendienst hat zum Endzweck das eine oder das andere von diesen dreien. Die Religionsübung solcher geschieht um keiner anderen Zwecke willen; denn vom ewigen Leben wissen sie nichts, noch bekümmern sie sich darum, ja sie leugnen es auch. Diese drei Arten von Abgötterei sind bezeichnet worden durch die drei Söhne Therachs. 1358. Daß Abram, Nachor und Haran Personen waren, nach denen auch Völkerschaften benannt wurden, die Götzendiener waren, erhellt aus den geschichtlichen Teilen des Wortes; in betreff des Nachor ist es gezeigt worden; denn eine eigene Stadt ward genannt die Stadt Nachors: 1. Mose 24/10; die Städte in jener Zeit waren nichts anderes, als Familien, die beisammen wohnten und mehrere Familien nichts anderes als eine Völkerschaft (gens, ein Stamm): daß aus Abraham mehrere Völkerschaften entstanden, erhellt nicht bloß aus der Nachkommenschaft Jischmaels, oder den Jischmaeliten, sondern auch aus der Nachkommenschaft mehrerer Söhne von ihm aus seinem Weibe Keturah, die genannt werden: 1. Mose 25/1-4. 1359. Vers 27: Und dies die Geburten des Therach: Therach zeugte den Abram, den Nachor und den Haran; und Haran zeugte den Lot. "Und dies die Geburten des Therach" bedeutet die Ursprünge und Fortleiter der Abgötterei, aus der eine vorbildliche Kirche (entstand); Therach war der Sohn Nachors, sodann eine nach ihm als ihrem Stammvater benannte Völkerschaft; durch ihn wird bezeichnet der Götzendienst; "Abram, Nachor und Haran" waren die Söhne Therachs, sodann auch die Völkerschaften, die nach ihnen als nach ihren Stammvätern benannt wurden; durch sie werden hier bezeichnet Götzendienste von daher; von "Lot" stammten auch zwei götzendienerische Völkerschaften ab. 1360. "Dies die Geburten des Therach", 1. Mose 11/27, bedeutet die Ursprünge und Fortleiter der Abgötterei, aus der eine vorbildliche Kirche (entstand). Daß die Geburten die Entstehungen und Fortleitungen bedeuten, ist oben 1. Mose 11/10 gezeigt worden. Hier nun wird gehandelt von der dritten Kirche nach der Sündflut, die folgte, als die andere, von der 1. Mose 11/10 bis hierher gehandelt worden, in Therach abgöttisch geworden war. Daß Therach, Abram, Nachor und Haran Götzendiener waren, ist gezeigt worden; ebenso waren dies auch die Völkerschaften, die aus ihnen (entstanden), wie die Jischmaeliten und Midianiten, und andere, die Nachkommen Abrams waren, außer anderen in Syrien, die von Nachor abstammten. Dann auch die Moabiter und Ammoniter, die Nachkommen Lots waren. 1361. Daß aus der Abgötterei eine vorbildliche Kirche geworden ist, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, was das Vorbildliche ist. Was in der jüdischen Kirche vorgebildet wurde, und was im Wort, ist der Herr und Sein Reich, mithin Himmlisches der Liebe und Geistiges des Glaubens; dies ist es, was vorgebildet wird, außer mehrerem, was dazu gehört, wie alles, was Sache der Kirche ist. Die Vorbilder sind entweder Personen oder Sachen, die in der Welt oder auch über der Erde sind; kurz alles, was Gegenstand der Sinne ist, so daß es kaum einen Gegenstand gibt, der nicht vorbildend sein könnte; aber das allgemeine Gesetz der Vorbildung ist, daß gar nicht zurückgesehen wird auf die Person oder auf die Sache, die vorbildet, sondern auf dasjenige selbst, was vorgebildet wird; wie z.B.: Ein jeder König, wer er auch war, in Juda und Israel, ja in Ägypten und anderwärts, konnte den Herrn vorbilden; ihr Königtum selbst ist das Vorbildliche; so konnte es der allerschlimmste König, wie Pharao, der den Joseph über das Land Ägypten erhöhte, Nebukadnezar in Babel: Dan.2/37,38, Saul und die übrigen Könige Jehudahs und Israels, mochten sie sein wie sie wollten; die Salbung selbst, von der sie "Gesalbte Jehovahs" genannt wurden, schließt dies in sich. Ebenso alle Priester, so viele es immer waren, bildeten den Herrn vor, das Priestertum selbst ist das Vorbildliche. Die Priester, die böse und unrein waren, in gleicher Weise: weil nämlich bei den Vorbildern gar nicht reflektiert wurde auf die Person, wie sie beschaffen war. Und nicht allein Menschen bildeten vor, sondern auch Tiere, wie z.B. alle, die geopfert wurden; die Lämmer und Schafe bildeten Himmlisches vor, die Tauben und Turteltauben Geistiges; die Widder, Böcke, Farren und Rinder, ebenso, aber Himmlisches und Geistiges von mehr niederer Art. Und, wie gesagt, nicht allein Beseeltes bildete vor, sondern auch Unbeseeltes, wie z.B. der Altar, ja die Steine des Altars, sodann die Lade und das Zelt mit allem, was daselbst war, wie auch der Tempel mit allem, was darin war, wie dies jedem bekannt sein kann, so die Leuchter, die Brote, die Kleider Aharons: und nicht allein diese Dinge waren vorbildlich, sondern auch alle Gebräuche, die in der jüdischen Kirche waren. In den alten Kirchen erstreckten sich die Vorbilder auf alle Gegenstände der Sinne, wie auf die Berge und Hügel, auf die Täler, Ebenen, Flüsse, Bäche, Quellen, Zisternen, auf die Haine, auf die Bäume im allgemeinen und auf jeden Baum im besonderen, so sehr, daß ein jeder Baum etwas Gewisses bezeichnete, was dann nachher, als die bezeichnende Kirche aufhörte, vorbildlich wurde. Hieraus kann erhellen, was unter den Vorbildern verstanden wird, und weil nicht allein durch Menschen, wer und wie beschaffen sie auch immer sein mochten, sondern auch durch Tiere, sodann auch durch Unbeseelten, himmlische und geistige Dinge vorgebildet werden konnten, solche nämlich, die zum Reich des Herrn in den Himmeln, und die zum Reich des Herrn auf Erden gehören, so erhellt hieraus, was die vorbildliche Kirche ist. Mit den Vorbildern hatte es die Bewandtnis, daß vor den Geistern und Engeln alles heilig erschien, was gemäß den befohlenen Gebräuchen geschah, so z.B. wenn der Hohepriester sich mit Wasser gewaschen hatte, mit priesterlichem Gewand bekleidet diente, vor den angezündeten Lichtern stand, mochte er nun gewesen sein wie er wollte, wenn auch sogar der Allerunreinste und in seinem Herzen ein Götzendiener; so auch die übrigen Priester. Denn, wie gesagt, bei den Vorbildern wurde nicht reflektiert auf die Person, sondern auf dasjenige selbst, was vorgebildet wurde, ganz abgesehen von der Person, wie auch abgesehen von den Rindern, Farren, Lämmern, die geopfert wurden, oder von dem Blut, das um den Altar gesprengt wurde, wie auch abgesehen vom Altar selbst, und so fort. Diese vorbildliche Kirche wurde gegründet, nachdem aller innere Gottesdienst verlorengegangen, und nachdem er nicht bloß ganz äußerlich, sondern auch abgöttisch geworden war, und zwar aus dem Grunde, damit einige Verbindung des Himmels mit der Erde, oder das Herrn durch den Himmel mit dem Menschen sein möchte; und dies, nachdem die Verbindung durch das Innere des Gottesdienstes verlorengegangen war. Welcherlei aber diese Verbindung durch bloße Vorbilder ist, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. Die Vorbilder fangen nicht früher an als im folgenden Kapitel, wo alles und jedes, was in ihm und in dem Folgenden vorkommt, rein vorbildlich ist. Hier wird gehandelt vom Zustand derjenigen, welche die Väter waren, ehe einige von ihnen und deren Nachkommen, vorbildlich wurden, und daß jene in einem Götzendienst waren, ist oben gezeigt worden. 1362. Daß Therach ein Sohn Nachors, und auch eine nach ihm als ihrem Stammvater benannte Völkerschaft war, und daß durch ihn bezeichnet wird der Götzendienst, ist früher gezeigt worden. Daß Therach eine Völkerschaft war, kann daraus erhellen, daß die von seinen Söhnen abstammenden Völkerschaften ihn als ihren Vater anerkannten, wie auch die Söhne Jakobs oder die Juden und Israeliten; sodann die Jischmaeliten, die Midianiten und andere, den Abram; die Moabiter und Ammoniter den Lot. Obwohl diese Völkerschaften nicht nach ihnen, sondern nach ihren Söhnen genannt sind, so wird dennoch, sofern alle einen gemeinschaftlichen Vater anerkennen, und sich Söhne derselben nennen, als: Söhne Therachs, oder Söhne Abrahams, oder Söhne Lots, durch einen jeden derselben bezeichnet eine Völkerschaft im allgemeinen Sinn, so hier durch Therach, Abram, Nachor und Lot, denn sie sind der Völkerschaften Stämme oder Wurzeln, wie z.B. die Nachkommen Jakobs, von denen alle nach seinen zwölf Söhnen benannt sind, dennoch genannt werden Jakob und Israel; dann auch Same und Söhne Abrahams: Joh.8/33,39. 1363. Daß Abram, Nachor und Haran Söhne Therachs waren, 1. Mose 11/27, und auch Völkerschaften, nach ihnen als ihren Stammvätern benannt, und daß durch sie hier Götzendienste bezeichnet werden, erhellt aus demjenigen, was oben gezeigt worden ist, sodann auch daraus, daß durch Therach, dessen Söhne sie waren, bezeichnet wird die Abgötterei: aber welcherlei Götzendienste durch die drei Söhne Therachs, und hernach durch Lot, den Sohn Harans, hier bezeichnet werden, kann erhellen, wenn man die Götzendienste nach ihren Arten betrachtet. Es gibt im allgemeinen viererlei Götzendienste, von denen der eine innerlicher als der andere ist; die drei innerlicheren sind wie die Söhne eines Vaters, der vierte ist gleichsam der Sohn des dritten. Es gibt innerliche und äußerliche Götzendienste; die innerlichen sind es, die den Menschen verdammen, die äußerlichen aber nicht so. Je innerlicher ein Götzendienst ist, desto mehr verdammt er, dagegen je äußerlicher, desto weniger. Die innerlichen Götzendiener erkennen Gott nicht an, sondern beten sich und die Welt an, und haben zu Götzen alle Begierden, die äußerlichen dagegen können Gott anerkennen, obwohl sie nicht wissen, wer der Gott des Weltalls ist. Die innerlichen Götzendiener werden erkannt am Leben, das sie sich angeeignet haben, und inwieweit dieses Leben sich entfernt vom Leben der Liebtätigkeit, insoweit sind sie innerliche Götzendiener. Die äußerlichen Götzendiener (werden) bloß am Gottesdienst erkannt, denn obwohl sie Götzendiener sind, können sie doch ein Leben der Liebtätigkeit haben. Die innerlichen Götzendiener können das Heilige entweihen, die äußerlichen Götzendiener dagegen können es nicht; damit daher das Heilige nicht entweiht werden möge, wird die äußerliche Abgötterei geduldet, wie dies erhellen kann aus dem, was Nr. 571, 582 und 1327 gesagt worden ist. 1364. Daß von Lot, 1. Mose 11/27, zwei Völkerschaften herkamen, die Götzendiener waren, erhellt an seinen beiden Söhnen von den Töchtern: 1. Mose 19/37,38, Moab und Ammi, von denen die Moabiter und Ammoniter (herstammten), und daß diese Götzendiener waren, ist aus dem Wort bekannt. Hier wird erwähnt Lot als Vater der durch Moab und Ammi bezeichneten Götzendienste. 1365. Vers 28: Und Haran starb über dem Angesichte Therachs, seines Vaters, im Lande seiner Geburt, in Ur der Chaldäer. "Und Haran starb über dem Angesichte Therachs, seines Vaters, im Lande seiner Geburt, in Ur der Chaldäer" bedeutet, daß der innerlichere Gottesdienst abgetan und ganz abgöttisch wurde. Durch "Haran" wird bezeichnet der innerlichere Götzendienst, durch "Therach, seinen Vater" wie früher, der Götzendienst im allgemeinen; durch "Land der Geburt" der Ursprung, von dem er herstammte; durch "Ur der Chaldäer" wird bezeichnet der äußerliche Gottesdienst, in dem Falsches ist. HG 1366 1366. "Haran starb über dem Angesichte Therachs, seines Vaters, im Lande seiner Geburt, in Ur der Chaldäer", 1. Mose 11/28, daß dies bedeutet, der innerlichere Gottesdienst sei abgetan und ganz abgöttisch geworden, erhellt aus der Bedeutung von Haran, Therach, Geburt und Ur der Chaldäer, sodann daraus, daß gesagt wird, er sei gestorben über den Angesichten Therachs, seines Vaters. Mit dem Erlöschen oder Zunichtewerden des innerlichen Gottesdienstes verhält es sich so, daß bei keiner Völkerschaft eine Kirche von neuem erstehen kann, bevor sie so abgeödet ist, daß nichts Böses und Falsches in ihrem inneren Gottesdienst mehr übrig ist. Solange noch Böses im inneren Gottesdienst ist, wird das Gute und Wahre, das seinen inneren Gottesdienst ausmachen soll, zurückgehalten; denn solange Böses und Falsches da ist, kann das Gute und Wahre nicht aufgenommen werden. Dies kann daraus erhellen, daß die, welche in einem Irrglauben geboren sind und sich im Falschen desselben so begründet haben, daß sie sich gänzlich beredeten, nur schwer, wenn je, dazu gebracht werden können, das Wahre aufzunehmen, das ihrem Falschen entgegen ist. Anders aber die Heiden, die nicht wissen, was das Wahre des Glaubens ist, und dennoch in Liebtätigkeit leben. Dies war der Grund, warum die Kirche des Herrn nicht wiederhergestellt werden konnte bei den Juden, sondern bei den Heiden, die keine Erkenntnisse des Glaubens hatten; jene verfinstern gänzlich durch Falsches und löschen so aus das Licht der Wahrheit, diese aber nicht so, denn sie wissen nicht, was das Wahre des Glaubens ist, und was sie nicht wissen, das können sie auch nicht verfinstern und auslöschen. Weil nun eine neue Kirche zu gründen war, so sind als solche, bei denen das Gute und Wahre des Glaubens eingepflanzt werden sollte, diejenigen angenommen worden, bei denen alle Erkenntnis des Guten und Wahren des Glaubens verschwunden war, und die wie die Heiden äußerliche Götzendiener geworden waren. Von Therach und Abram ist oben gezeigt worden, daß sie solche waren, nämlich andere Götter verehrten, und nichts von Jehovah, folglich auch nichts von dem Guten und Wahren des Glaubens wußten, somit für die Aufnahme des Samens der Wahrheit empfänglicher geworden waren, als andere in Syrien, bei denen noch Erkenntnisse geblieben waren. Daß dergleichen noch bei einigen übriggeblieben waren, erhellt an Bileam, der aus Syrien war, und nicht allein den Jehovah verehrte, sondern auch opferte und zugleich Prophet war. Dies nun ist es, was dieser Vers enthält, nämlich der innerliche Gottesdienst sei abgetan und ganz abgöttisch geworden. 1367. Daß durch Haran bezeichnet wird der innerliche Götzendienst, und durch Therach der Götzendienst im allgemeinen, ist früher gesagt und gezeigt worden. Daß durch das Land der Geburt bezeichnet wird der Ursprung, und daß von daher ihr Götzendienst abstammte, erhellt aus der Bedeutung der Geburt, daß sie ist Entstehung und Fortleitung, wovon 1. Mose 11/10 und 27 die Rede war. 1368. Daß durch "Ur der Chaldäer", 1. Mose 11/28, bezeichnet wird der äußerliche Gottesdienst, in dem Falsches ist, erhellt aus der Bedeutung der Chaldäer im Wort: Nr. 1326 wurde gezeigt, daß durch Babel bezeichnet wird ein Gottesdienst, in dem inwendig Böses ist, durch Chaldäa aber wird bezeichnet ein Gottesdienst, in dem inwendig Falsches ist, folglich wird durch Babel bezeichnet ein Gottesdienst, in dem inwendig nichts Gutes ist und durch Chaldäa ein Gottesdienst, in dem inwendig nichts Wahres ist. Ein Gottesdienst, in dem inwendig nichts Gutes und nichts Wahres ist, ist ein Gottesdienst, in dem inwendig Unheiliges und Abgöttisches ist; daß ein solcher Gottesdienst im Wort durch Chaldäa bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.23/13: "Siehe, das Land der Chaldäer, dieses war kein Volk, Aschur hat es gegründet in Tzijim, sie werden aufrichten ihre Warttürme, aufbauen ihre Paläste, er wird es zu einem Schutthaufen machen": das Land der Chaldäer, das kein Volk (ist, steht) für das Falsche; Aschur hat es gegründet, für die Vernünfteleien, die Warttürme für die Phantasien. Jes.43/14: "So sprach Jehovah, euer Erlöser, der Heilige Israels, um euretwillen sandte Ich gen Babel, und riß herab alle die Riegel, und die Chaldäer, in deren Schiffen Geschrei ist": Babel für einen Gottesdienst, in dem inwendig Böses, die Chaldäer für einen Gottesdienst, in dem inwendig Falsches ist, die Schiffe sind die Erkenntnisse des Wahren, die verdorben worden. Jes.47/5,6,9: "Sitze still, und gehe in die Finsternis, du Tochter der Chaldäer, weil man dich fürder nicht die Herrin der Königreiche nennen wird, Ich zürnte Meinem Volk, entweihte Mein Erbe, und gab sie in deine Hand, es werden dir plötzlich, an einem Tage kommen diese zwei, Kinderlosigkeit und Witwentum, in vollem Maße werden sie über dich kommen, ob der Menge deiner Zaubereien, und ob der Menge deiner Berschwörungen": hier ist klar, daß Chaldäa die Entweihung des Wahren ist, und genannt wird Zaubereien und Beschwörungen. Jes.48/20: "Gehet aus von Babel, flieht von den Chaldäern": soviel als aus der Entweihung des Guten und Wahren im Gottesdienst. Hes.16/2,3,26,28,29: "Tue Jerusalem seine Greuel kund; dein Vater ist ein Amoriter, und deine Mutter eine Chethtiterin; du hurtest mit den Söhnen Ägyptens; du hurtest mit den Söhnen Aschurs; von da erweitertest du deine Hurerei bis ins Chaldäerland": von der jüdischen Kirche insbesondere, die Söhne Ägyptens für das Wißtümliche, die Söhne Aschurs für die Vernünfteleien, das Chaldäerland, bis zu dem sie die Hurerei erweiterten, für die Entweihung des Wahren; daß durch Ägypten, Aschur und Chaldäa nicht Länder verstanden werden, und daß von keiner andern Hurerei die Rede ist, kann jeder sehen. Hes.23/5,8,14-17: "Ohola hurte und liebelte mit ihren Buhlen, den nahen Assyrern, und ließ nicht ihre Hurereien von Ägypten her, sie trieb noch weiter ihre Hurereien, und sah Männer, gemalt an der Wand, die Bilder der Chaldäer, gemalt mit Bergrot, gegürtet mit Gürteln um ihre Lenden, mit herabhängenden farbigen Turban auf ihren Häuptern, von Ansehen wie die Feldherrn sie alle, ähnlich den Söhnen Babels, den Chaldäern, im Land ihrer Geburt, sie entbrannte gegen sie beim Anblick ihrer Augen, und sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa, die Söhne Babels befleckten sie durch ihre Hurereien": wo die Chaldäer genannt werden Söhne Babels, für die entweihten Wahrheiten im Gottesdienst; Ohola für die geistige Kirche, die Samaria genannt wird. Hab.1/6-9: "Ich erweckte die Chaldäer, die grimmige und behende Völkerschaft, die fortzieht in der Erde Weiten, Wohnsitze einzunehmen, die nicht ihr sind, schrecklich und furchtbar ist sie, und aus ihr selbst geht ihr Urteil, und ihre Erhebung hervor; leichter als die Parder sind ihre Rosse, bissiger denn die Abendwölfe, und es breiten sich aus ihre Reiter, ihre Reiter kommen aus der Ferne, sie fliegen herbei wie ein Adler, der auf den Fraß sich hinstürzt; insgesamt kommt sie zur Gewalttat; die schnaubende Hast ihrer Angesichter geht nach Morgen": hier wird die chaldäische Völkerschaft beschrieben durch viele Vorbilder, welche die Entweihungen des Wahren im Gottesdienst bezeichnen. Außerdem wird Babel und Chaldäa in zwei ganzen Kapiteln beschrieben bei Jerem. Kapitel 50 und 51, wo augenscheinlich ist, was durch beide bezeichnet wird, nämlich durch Babel die Entweihung des Himmlischen, und durch Chaldäa die Entweihung des Geistigen im Gottesdienst. Hieraus erhellt nun, was durch Ur der Chaldäer bezeichnet wird, nämlich der äußerliche Gottesdienst, in dem inwendig unheiliges Abgöttisches ist: daß ihr Gottesdienst so beschaffen war, durfte ich auch von ihnen selbst erfahren. 1369. Vers 29: Und Abram und Nachor nahmen sich Weiber, der Name des Weibes Abrams: Sarai, und der Name des Weibes Nachors: Milkah, die Tochter Harans, des Vaters der Milkah, und des Vaters der Jiska. Daß "Abram und Nachor nahmen sich Weiber, der Name des Weibes Abrams: Sarai, und der Name des Weibes Nachors: Milkah, die Tochter Harans, des Vaters der Milkah, und des Vaters der Jiska" bedeutet die Ehen des Bösen mit dem Falschen im Götzendienst, die sich so verhalten. Durch die Ehemänner wird bezeichnet Böses, durch die Weiber Falsches. 1370. Daß dies bezeichnet wird, dies zu erörtern, wäre zu umständlich, denn es müßten so die Gattungen und Abstammungen der Abgöttereien auseinandergesetzt werden; diese können aus nichts anderem erkannt werden als aus den Gegensätzen, nämlich aus den Entweihungen, als: des Himmlischen der Liebe, des Geistigen derselben, sodann des Vernünftigen, das aus diesem stammt, endlich des Wißtümlichen. Die Entweihungen dieser Dinge bilden die Gattungen und Arten der Abgöttereien, nicht aber die Götzendienste, die äußerliche Abgöttereien sind. Diese Götzendienste können verbunden sein mit Trieben zum Guten und Wahren, und so mit der Liebtätigkeit, wie bei den Heiden, die in gegenseitiger Liebtätigkeit leben. Inwendige Götzendienste sind es, die durch die äußeren Götzendienste im Wort bezeichnet werden: ihre Geburten und Zeugungen, sodann die Ehen, welche die des Bösen und Falschen sind, verhalten sich ganz wie diese Verwandtschaften und wie diese Ehen, die 1. Mose 11/27,29 beschrieben sind. 1371. Vers 30: Und Sarai war unfruchtbar, kein Sprößling ihr. Daß Sarai unfruchtbar war, kein Sprößling ihr, bedeutet, daß das Böse und Falsche sich nicht mehr fortpflanzte. 1372. Dies kann erhellen aus der Bedeutung von unfruchtbar, wovon anderwärts; denn Sohn und Tochter bedeuten, wie früher gezeigt worden, das Wahre und Gute, und im entgegengesetzten Sinn das Böse und Falsche; daher unfruchtbar, daß das Böse und Falsche des Götzendienstes sich nicht weiter fortpflanzte. 1373. Vers 31: Und Therach nahm Abram, seinen Sohn, und Lot, den Sohn Harans, den Sohn seines Sohnes, und Sarai, seine Schwiegertochter, das Weib Abrams, seines Sohnes, und sie gingen aus mit ihnen von Ur der Chaldäer, zu gehen in das Land Kanaan; und sie kamen bis Charan und blieben daselbst. Dies bedeutet, daß diejenigen, die im Götzendienst waren, unterrichtet werden sollten in den himmlischen und geistigen Dingen des Glaubens, damit hieraus die vorbildliche Kirche entstehen möchte. 1374. Daß dies bezeichnet wird, kann erhellen aus dem, was oben gesagt worden ist, und aus dem, was im folgenden Kapitel gesagt werden soll. 1375. Vers 32: Und die Tage Therachs waren fünf Jahre und zweihundert Jahre, und Therach starb in Charan. "Und die Tage Therachs waren fünf Jahre und zweihundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand des unter Therach verstandenen Götzendienstes; "und Therach starb in Charan" bedeutet das Ende der Abgötterei und den Anfang der vorbildlichen Kirche durch Abram.   Nr. 1376 - 1400 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 12. Kapitel 1. Und Jehovah sprach zu Abram, gehe (dir) aus deinem Land, und aus deiner Heimat, und aus dem Hause deines Vaters, in das Land, das Ich dich sehen lassen will. 2. Und Ich will dich machen zu einer großen Völkerschaft, und will dich segnen, und groß machen deinen Namen, und du wirst ein Segen sein. 3. Und Ich will segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will Ich verfluchen; und gesegnet werden in dir werden alle Familien des Erdbodens. 4. Und Abram ging, wie zu ihm geredet Jehovah; und mit ihm ging Lot: und Abram (war) ein Sohn von fünf Jahren und siebzig Jahren, da er ausging aus Charan. 5. Und Abram nahm Sarai, sein Weib, und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihre Errungenschaft, die sie erworben, und die Seele, die sie gemacht hatten in Charan, und sie zogen aus zu gehen ins Land Kanaan, und sie kamen ins Land Kanaan. 6. Und Abram zog durch das Land bis zum Ort Schechem, bis zum Eichenwald Moreh; und der Kanaaniter (war) damals im Lande. 7. Und Jehovah erschien dem Abram, und sprach: Deinem Samen will Ich geben dieses Land; und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, Der ihm erschienen. 8. Und er brach auf von da gegen den Berg östlich von Bethel, und schlug (sein) Zelt auf; Bethel meerwärts, und Ai gegen Morgen; und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, und rief an den Namen Jehovahs. 9. Und Abram zog gehend und reisend gegen Mittag. 10. Und es war Hunger im Lande; und Abram stieg hinab nach Ägypten, dort (als Fremder) sich aufzuhalten; weil schwer der Hunger (war) im Lande. 11. Und es geschah, als er nahe daran war, in Ägypten anzukommen, da sprach er zu Sarai, seinem Weibe, siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib schön von Ansehen bist. 12. Und es wird geschehen, wenn dich sehen werden die Ägypter, so werden sie sagen, sein Weib ist diese, und werden mich töten, und dich leben lassen. 13. Sage doch, meine Schwester (seiest) du, darum, daß es mir gut gehe um deinetwillen, und meine Seele lebe um deinethalben. 14. Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam, da sahen die Ägypter das Weib, daß sie sehr schön (war). 15. Und es sahen sie die Fürsten Pharaos, und priesen sie bei Pharao, und das Weib ward genommen ins Haus Pharaos. 16. Und dem Abram tat er Gutes um ihretwillen, und er hatte Schaf- und Rindvieh, und Esel und Knechte, und Mägde und Eselinnen, und Kamele. 17. Und Jehovah schlug den Pharao mit großen Plagen, und sein Haus wegen des Wortes der Sarai, des Weibes Abrams. 18. Und Pharao rief Abram, und sprach: Warum hast du mir das getan, warum hast du mir nicht angezeigt, daß sie dein Weib (sei). 19. Warum sprachst du: Sie ist meine Schwester, und ich hätte sie mir zum Weibe genommen; und nun, siehe, (da ist) dein Weib, nimm sie und gehe. 20. Und es befahl ob ihm Pharao den Männern, und sie entließen ihn und sein Weib, und alles, was er hatte.   Inhalt 1401. Die wahren Geschichten fangen hier an, die alle vorbildlich sind, und die einzelnen Worte (sinnbildlich) bezeichnend. Was in diesem Kapitel von Abram vorkommt, bildet vor des Herrn Zustand vom ersten Knabenalter bis zum Jünglingsalter. Der Herr, weil Er wie ein anderer Mensch geboren wurde, schritt auch fort von einem dunklen Zustand zu einem helleren: Charan ist der erste Zustand, der dunkel war; Schechem ist der zweite; der Eichenwald Moreh ist der dritte; der Berg, wo Bethel meerwärts und Ai östlich ist, ist der vierte; von da gegen Mittag nach Ägypten, ist der fünfte. 1402. Was erzählt wird von dem Aufenthalt Abrams in Ägypten bildet vor und bezeichnet des Herrn ersten Unterricht; Abram ist der Herr; Sarai als Weib ist das Wahre, das mit dem Himmlischen verbunden werden soll; Sarai als Schwester ist das verständige Wahre; Ägypten ist die Wissenschaft. Es wird beschrieben der Fortschritt vom Wißtümlichen bis zu den himmlischen Wahrheiten; derselbe ging vor sich gemäß der göttlichen Ordnung, damit das menschliche Wesen des Herrn mit dem Göttlichen verbunden und zugleich Jehovah würde.   Innerer Sinn 1403. Vom ersten Kapitel der Genesis bis hierher, oder vielmehr bis zu Eber, waren es keine wahren Geschichten, sondern gemachte Geschichten, die im inneren Sinn himmlische und geistige Dinge bezeichneten. In diesem Kapitel und in den folgenden sind nicht gemachte Geschichten, sondern wahre Geschichten, die im inneren Sinn gleichfalls himmlische und geistige Dinge bezeichnen, was jedem schon allein daraus einleuchten kann, daß es das Wort des Herrn ist. 1404. Hier, wo wahre Geschichten sind, bezeichnen alle und jede Sätze und Worte im inneren Sinn ganz anderes, als im Buchstabensinn, aber die Geschichten selbst sind vorbildlich: Abram, von dem zuerst die Rede ist, bildet vor im allgemeinen den Herrn, im besonderen den himmlischen Menschen. Jischak, von dem nachher (gehandelt wird), ebenfalls im allgemeinen den Herrn, im besonderen den geistigen Menschen; Jakob auch im allgemeinen den Herrn, im besonderen den natürlichen Menschen; somit das, was Sache des Herrn ist, was Sache Seines Reiches ist, und was Sache der Kirche ist. 1405. Aber mit dem inneren Sinn verhält es sich so, wie bisher deutlich gezeigt worden ist, daß nämlich alles und jedes abgezogen vom Buchstaben zu verstehen ist, als ob der Buchstabe nicht da wäre. Im inneren Sinn nämlich ist die Seele und das Leben des Wortes, das nicht zum Vorschein kommt, wenn nicht der Buchstabensinn gleichsam verschwindet; so vernehmen die Engel vom Herrn das Wort, wenn es vom Menschen gelesen wird. 1406. Was das Geschichtliche in diesem Kapitel vorbildet, erhellt aus der voranstehenden Inhaltsanzeige; was die Sätze und Worte (vorbilden), kann aus der nun folgenden Erklärung erhellen. 1407. Vers 1: Und Jehovah sprach zu Abram, gehe (dir) aus deinem Land, und aus deiner Heimat, und aus dem Hause deines Vaters, in das Land, das Ich dich sehen lassen will. Dieses und das Folgende verhält sich geschichtlich so, wie es geschrieben ist, aber das Geschichtliche ist vorbildend, alle Worte sind (sinnbildlich) bezeichnend: unter Abram wird im inneren Sinn der Herr verstanden, wie vorhin gesagt worden. "Und Jehovah sprach zu Abram" bedeutet die allererste Weisung (animadvertentia); "gehe dir aus deinem Land" bedeutet das Leibliche und Weltliche, von dem er sich zurückziehen sollte; "und aus deiner Heimat" bedeutet das äußerliche Leibliche und Weltliche; "und aus dem Hause deines Vaters" bedeutet solches innerlich; "in das Land, das Ich dich sehen lassen will" bedeutet das Geistige und Himmlische, das zu schauen gegeben werden sollte. 1408. Dieses und das Folgende verhält sich geschichtlich, so wie es geschrieben steht, aber das Geschichtliche ist vorbildend, alle Worte sind (sinnbildlich) bezeichnend. Dasselbe ist der Fall in allen Geschichtsbüchern des Wortes, nicht allein in den Büchern Moses, sondern auch in den Josuas, der Richter, Samuels und der Könige, in welchen allen nichts anderes erscheint als Geschichte, aber obwohl Geschichte ist im Buchstabensinn, so sind doch im inneren Sinn Geheimnisse des Himmels, die darin verborgen liegen. Welche Geheimnisse durchaus nicht gesehen werden können, solange das Gemüt mit dem Auge am Geschichtlichen haftet, und sie werden auch nicht eher geoffenbart, als wenn das Gemüt vom Buchstabensinn entfernt wird. Es verhält sich mit dem Wort des Herrn wie mit dem Leib, in dem eine lebendige Seele ist. Was (in) der Seele ist, kommt nicht zur Erscheinung, solange das Gemüt am Leiblichen klebt, so daß es kaum glaubt, es habe eine Seele, geschweige denn, es werde nach dem Tode fortleben. Sobald es aber vom Leiblichen sich zurückzieht, so kommt zum Vorschein das, was Sache der Seele und des Lebens ist. Dies ist auch die Ursache, warum nicht allein das Leibliche sterben muß, ehe denn der Mensch von neuem oder wiedergeboren werden kann, sondern auch der Leib sterben muß, auf daß er (der Mensch) in den Himmel kommen, und das Himmlische sehen kann. Eine solche Bewandtnis hat es mit dem Wort des Herrn: sein Leibliches ist das, was Sache des Buchstabensinnes ist: wenn das Gemüt daran haftet, wird das Innere gar nicht gesehen, ist aber jenes gleichsam tot, dann erst stellt sich dieses zur Anschauung dar. Aber gleichwohl ist das zum Buchstabensinn Gehörige ähnlich dem, was beim Menschen in seinem Leib ist, nämlich dem Gedächtniswissen, das aus dem Gebiet der Sinnlichkeit ist, und das aus allgemeinen Gefäßen besteht, in denen Inwendiges oder Inneres ist. Hieraus kann man abnehmen, daß etwas anderes sind die Gefäße, und etwas anderes das Wesentliche, das in den Gefäßen ist. Die Gefäße sind Natürliches, das Wesentliche in den Gefäßen ist Geistiges und Himmlisches. Ebenso sind die Geschichten des Wortes, wie auch die einzelnen Ausdrücke im Wort allgemeine, natürliche, ja materielle Gefäße, in denen Geistiges und Himmlisches ist. Dieses kommt gar nicht zur Anschauung, außer durch den inneren Sinn. Einem jeden kann es schon daraus einleuchten, daß vieles im Wort nach Scheinbarkeiten, ja nach Sinnestäuschungen, gesprochen ist, z.B. daß der Herr zürne, strafe, verfluche, töte, und dergleichen mehr, während doch im inneren Sinn das Gegenteil ist, daß nämlich der Herr gar nicht zürnt und straft, noch weniger verflucht und tötet; denen jedoch, die aus Einfalt des Herzens an das Wort glauben, wie sie es im Buchstaben fassen, schadet es nicht, wenn sie nur in Liebtätigkeit leben. Darum, weil das Wort nichts anderes lehrt, als daß jeder mit dem Nächsten in Liebtätigkeit leben, und daß man den Herrn lieben soll über alles. Die, welche das tun, haben Inneres bei sich, und so werden bei ihnen die aus dem Sinne des Buchstabens gefaßten Täuschungen leicht zerstreut. 1409. Daß das Geschichtliche vorbildend ist, alle Worte aber bezeichnend sind, kann erhellen aus demjenigen, was in betreff des Vorbildlichen und Bezeichnenden früher gesagt und gezeigt worden ist, Nr. 665, 920, 1361; weil nun hier das Vorbildliche anfängt, so darf die Sache noch einmal kurz erörtert werden. Die Angehörigen der Ältesten Kirche, welche die himmlische war, hatten alle irdischen und weltlichen Dinge, die irgend Gegenstände ihrer Sinne waren, nicht anders angesehen, denn als tote Dinge; weil aber alle und jegliche Dinge, die in der Welt sind, ein Bild des Reiches des Herrn, folglich himmlische und geistige Dinge darstellen, so dachten sie, wenn sie dieselben sahen oder mit irgendeinem Sinn auffaßten, nicht an sie, sondern an Himmlisches und Geistiges, und zwar nicht von jenen Dingen aus, sondern mittelst derselben; so lebten die toten Dinge bei ihnen. Die Bedeutungen dieser Dinge sammelten aus ihrem Munde ihre Nachkommen, und machten daraus Lehrsätze, die das Wort der Alten Kirche nach der Flut waren; diese waren bei der Alten Kirche Bezeichnungen, und durch sie lernten sie die inneren Dinge, und aus ihnen dachten sie über Geistiges und Himmlisches. Als aber jene Erkenntnisse verlorenzugehen anfing, so daß man nicht wußte, daß solches dadurch bezeichnet werde, und man jene irdischen und weltlichen Dinge heilig zu halten und zu verehren begann, ohne an ihre Bedeutung zu denken, da wurden ebendieselben vorbildend. Daher die vorbildliche Kirche, die in Abram ihren Anfang nimmt, und nachher förmlich eingesetzt wurde bei Jakobs Nachkommen: hieraus kann man ersehen, daß die Vorbildungen herstammen von den (sinnbildlichen) Bezeichnungen der Alten Kirche, und die (sinnbildlichen) Bezeichnungen (significativa) der Alten Kirche von den himmlischen Ideen der Ältesten Kirche. Wie es sich mit den Vorbildungen verhält, kann erhellen aus den geschichtlichen Schriften des Wortes, wo alle Taten dieser Väter, nämliche Abrams, Jischaks und Jakobs, dann nachher Moses, der Richter, der Könige von Jehudah und Israel, nichts anderes sind als Vorbildungen (repraesentativa): Abram bildet, wie gesagt, im Worte den Herrn vor, und weil den Herrn, auch den himmlischen Menschen, Jischak auch den Herrn und daher den geistigen Menschen, Jakaob gleichfalls den Herrn, und daher den natürlichen Menschen, der dem geistigen entspricht: aber mit den Vorbildungen verhält es sich so, daß man durchaus nicht reflektiert über die Beschaffenheit der Person, sondern über die Sache, die sie vorbildet. Denn alle Könige von Jehudah und Israel bildeten das Königliche des Herrn vor, mochten sie nun beschaffen sein, wie sie wollten, und alle Priester das Priesterliche des Herrn, mochten sie sein, wie sie wollten; somit konnten sowohl Böse als Gute den Herrn und die himmlischen und geistigen Dinge Seines Reiches vorbilden: denn, wie früher gesagt und gezeigt worden, die Vorbildungen sind völlig getrennt von der Person. Daher kommt es nun, daß alles Geschichtliche des Wortes vorbildlich ist; und weil es vorbildlich ist, so folgt, daß alle Ausdrücke des Wortes (sinnbildlich) bezeichnend sind, d.h., daß sie etwas anderes bedeuten im inneren Sinn, als im Sinne des Buchstabens. 1410. Daß "Jehovah sprach zu Abram", 1. Mose 12/1, bedeutet die allererste Weisung, damit hat es die Bewandtnis: Das Geschichtliche ist hier vorbildend, die Worte selbst aber sind (sinnbildlich) bezeichnend; in der Alten Kirche war eine solche Ausdrucksweise, daß sie, wenn etwas wahr war, sagten: Jehovah sprach, oder Jehovah redete, und das bedeutet, es sei so (wie früher gezeigt worden): nachdem aber die (sinnbildlichen) Bezeichnungen in Vorbildungen verwandelt worden waren, da redete Jehovah oder der Herr wirklich mit ihnen, und wenn dann gesagt wird: Jehovah sprach, oder Jehovah redete mit einem, so bedeutet es dasselbe wir früher. Denn die Worte des Herrn in den wahren Geschichten schließen gleiches in sich, wie die Worte des Herrn in den gemachten Geschichten, nur ist der Unterschied, daß es in diesen gemacht ist wie eine wahre Geschichte, in jenen (aber) nicht gemacht. Daß Jehovah zu Abram sprach, bedeutet daher nichts anderes, als die erste Weisung; wie wenn in der Alten Kirche jemand durch das Gewissen, oder durch eine andere Einsprache, oder durch das bei ihnen befindliche Wort unterwiesen wurde, daß es so sei, wo dann ebenfalls gesagt wurde: Jehovah sprach. 1411. Daß "Gehe dir aus deinem Land", 1. Mose 12/1, bedeutet das Leibliche und Weltliche, von dem er abtreten sollte, erhellt aus der Bedeutung des Landes (oder der Erde), die verschieden ist, und sich nach der Person oder Sache richtet, auf die es sich bezieht, wie auch im 1. Kapitel der Genesis, wo die Erde auch den äußeren Menschen bezeichnete, und anderwärts: Nr. 82, 620, 636, 913. Daß es hier Leibliches und Weltliches bedeutet, hat den Grund, weil dieses dem äußeren Menschen angehört. Das Land im eigentlichen Sinn ist das Land selbst, die Gegend oder das Reich, und ist auch der Einwohner darin, sodann das Volk selbst und die Völkerschaft selbst, die in jenem Land ist, somit bezeichnet das Wort Land nicht allein im weiteren Sinn das Volk oder die Völkerschaft, sondern auch im engeren Sinn den Einwohner. Wenn das Land vom Einwohner ausgesagt wird, dann verhält sich die Bedeutung je nach der Sache, von der die Rede ist, (wie) hier vom Leiblichen und Weltlichen, denn das Geburtsland (nativitas), von dem Abram ausgehen sollte, war ein götzendienerisches, es steht daher hier im historischen Sinn: er solle ausgehen von diesem Land, aber im vorbildlichen Sinn heißt es, er solle abtreten von dem, was Angehör des äußeren Menschen ist, d.i. das Äußere solle nicht widerstreben, noch stören; und weil vom Herrn (die Rede ist): das Äußere solle mit dem Inneren übereinstimmen. 1412. Daß "aus deiner Heimat", 1. Mose 12/1, bedeutet das äußerlich Leibliche und Weltliche, und daß "aus dem Hause deines Vaters" bedeutet innerlich solches, kann erhellen aus der Bedeutung der Heimat (nativitas), und aus der Bedeutung des Hauses des Vaters. Es gibt bei den Menschen äußerlich und innerlich Leibliches und Weltliches; das äußerliche ist das, was dem Leibe eigen ist, als die Vergnügungen und das Sinnliche; das Innerliche sind Triebe und Wißtümliches. Dies ist es, was bezeichnet wird durch die Heimat und durch das Haus des Vaters. Daß dies bezeichnet wird, kann durch vieles begründet werden, weil es aber aus dem Zusammenhang und der Anschauung der Dinge im inneren Sinn erhellt, so ist bei der Begründung desselben nicht zu verweilen. 1413. Daß "in das Land, das Ich dich sehen lassen will", 1. Mose 12/1, bedeutet Geistiges und Himmlisches, das zu schauen gegeben werden sollte, erhellt aus der Bedeutung des Landes: Nr. 662, 1066, und zwar hier des Landes Kanaan, durch das vorgebildet wird das Reich des Herrn, wie aus vielen Stellen im Wort erhellen kann, daher das Land Kanaan genannt wird das heilige Land, dann das himmlische Kanaan. Und weil es das Reich des Herrn vorbildete, so bildete es auch vor und bezeichnete das Himmlische und Geistige, das zum Reich des Herrn gehört; hier was des Herrn selbst ist. 1414. Weil hier gehandelt wird vom Herrn, so sind hier mehr Geheimnisse enthalten, als je gedacht und ausgesprochen werden kann. Denn hier wird im inneren Sinn verstanden der erste Zustand des Herrn, da Er geboren wurde, weil dieser Zustand höchst geheimnisvoll ist, so kann er nicht so der Fassungskraft nahe gebracht werden, bloß daß Er war wie ein anderer Mensch, ausgenommen, daß Er von Jehovah empfangen worden war, daß Er aber dennoch von einem jungfräulichen Weibe geboren wurde, und daß Er durch die Geburt von einem jungfräulichen Weibe Schwachheiten angezogen hatte, wie sie der Mensch im allgemeinen hat. Diese Schwachheiten sind die körperlichen, von denen in diesem Vers gesagt wird, daß Er Sich von ihnen zurückziehen soll, damit Ihm Himmlisches und Geistiges zu schauen gegeben werde. Es gibt zweierlei Anererbtes, das dem Menschen angeboren wird; das eine vom Vater, das andere von der Mutter. Das Anererbte des Herrn vom Vater war das Göttliche, aber das Anererbte von der Mutter her war das schwache Menschliche. Dieses Schwache, das der Mensch erblich von der Mutter mit sich bringt, ist etwas Körperliches, das zerstreut wird, wenn er wiedergeboren wird; was aber der Mensch vom Vater her hat, das bleibt in Ewigkeit. Aber das Anererbte des Herrn von Jehovah war, wie gesagt, das Göttliche. Das andere Geheimnis ist, daß das Menschliche des Herrn auch göttlich geworden ist. Bei Ihm allein war die vollkommenste oder unendlich vollkommene Entsprechung alles zum Körper Gehörigen mit dem Göttlichen, daher die Vereinigung des Körperlichen mit dem himmlisch Göttlichen, und des Sinnlichen mit dem geistig Göttlichen. Er (war) somit der "Vollkommene Mensch", und der "Alleinige Mensch". 1415. Vers 2: Und Ich will dich machen zu einer großen Völkerschaft, und will dich segnen und groß machen deinen Namen, und du wirst ein Segen sein. "Und Ich will dich machen zu einer großen Völkerschaft" bedeutet das Reich in den Himmeln und auf Erden; große Völkerschaft wird gesagt von dem Himmlischen und dem Guten her; "und will dich segnen" bedeutet die Befruchtung des Himmlischen und die Vermehrung des Geistigen; "und groß machen deinen Namen" bedeutet die Herrlichkeit; "und du wirst ein Segen sein" bedeutet, daß vom Herrn alles und jedes sei. 1416. Daß "Ich will dich machen zu einer großen Völkerschaft", 1. Mose 12/2, bedeutet das Reich in den Himmeln und auf Erden, kann erhellen aus der Bedeutung der Völkerschaft, die im inneren Sinn ist das Himmlische der Liebe und das Gute aus ihr, somit alle im Weltall, die das Himmlische der Liebe und Liebtätigkeit haben. Weil hier vom Herrn im inneren Sinn die Rede ist, so wird verstanden alles Himmlische der Liebe und alles Gute aus ihr, somit Sein Reich, das bei denen ist, die in der Liebe und Liebtätigkeit sind: im höchsten Sinn ist der Herr selbst die große Völkerschaft, weil Er das Himmlische selbst und das Gute selbst ist, denn alles Gute der Liebe und der Liebtätigkeit ist von Ihm allein, daher auch der Herr ist Sein Reich selbst, das ist, alles in allem Seines Reiches, wie auch anerkannt wird von allen Engeln im Himmel; woraus nun erhellt, daß "Ich will dich machen zu einer großen Völkerschaft" bedeutet: das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden. Daß die Völkerschaft im inneren Sinn, wo die Rede ist vom Herrn und vom Himmlischen der Liebe, Ihn und alles Himmlische bezeichnet, kann auch erhellen aus demjenigen, was über die Bedeutung der Völkerschaft und der Völkerschaften Nr. 1258, 1259 angeführt worden ist, was auch noch durch Folgendes bestätigt werden kann. Von Abraham heißt es später: "Nicht mehr soll dein Name genannt werden Abram, sondern es wird dein Name sein Abraham, weil Ich dich zum Vater einer Menge von Völkerschaften gemacht habe", 1. Mose 17/5; aus Jehovahs Namen ist genommen der Buchstabe "H" in Abraham, wegen der Vorbildung Jehovahs oder des Herrn. Ebenso bei Sarai, 1. Mose 17/15,16: "Du sollst ihren Namen nicht nennen Sarai, sondern Sarah (soll sein) ihr Name, und Ich will sie segnen, und will auch von ihr dir einen Sohn geben: also will Ich sie segnen, und sie wird zu Völkerschaften werden, Könige von Völkern werden aus ihr sein": wo die Völkerschaften für Himmlisches der Liebe, die Könige von Völkern für Geistiges des Glaubens aus ihr (stehen), was allein Sache des Herrn ist. Von Jakob gleichfalls, 1. Mose 35/10,11: "Nicht mehr soll dein Name genannt werden Jakob, sondern Israel soll dein Name sein, und Er nannte seinen Namen Israel, und Gott sprach: Ich (bin) Gott, der Blitzeschleuderer, wachse und mehre dich, eine Völkerschaft und eine Sammlung von Völkerschaften soll aus dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden hervorgehen": wo Israel für den Herrn steht, Der, wie einigen bekannt ist, selbst Israel im höchsten Sinn ist, und wenn Er dies ist, so ist offenbar, daß die Völkerschaft und die Sammlung von Völkerschaften und die Könige aus seinen Lenden sind Himmlisches und Geistiges der Liebe, somit alle, die in Himmlischem und Geistigem der Liebe sind. Von Jischmael, dem Sohne Abrams aus Hagar, 1. Mose 21/13,18: "Den Sohn der Magd, zur Völkerschaft will Ich ihn machen, weil er dein Same ist": was durch Jischmael vorgebildet wird, wird man bei dortiger Stelle sehen. Der Same Abrams ist die Liebe selbst, von welcher her eine Völkerschaft von Jischmaels Geschlecht ausgesagt wird. Daß die Völkerschaft Himmlisches der Liebe bezeichnet, erhellt 2. Mose 19/5,6: "Wenn ihr auf Meine Stimme hören, gehorchen und bewahren werdet Meinen Bund, so werdet ihr Mir ein Eigentum aus allen Völkern sein, und werdet Mir sein ein Priester-Königreich und eine heilige Völkerschaft": wo das Priester-Königreich, welches ist das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, so ausgesagt vom Himmlischen der Liebe, ausdrücklich genannt wird eine heilige Völkerschaft; wogegen das Königreich des Herrn von Seinem Königtum (so) ausgesagt worden ist vom Geistigen der Liebe, und genannt wird ein heiliges Volk; daher die Könige aus den Lenden, wie es oben heißt, Geistiges sind. Jerem.31/36: "Wenn diese Satzungen weichen werden von Mir, so werden auch sie, der Same Israels, aufhören, daß er nicht ist eine Völkerschaft vor Mir alle Tage": der Same Israels steht für das Himmlische der Liebtätigkeit, und wenn diese aufhört, so ist es nicht mehr eine Völkerschaft vor dem Herrn. Jes.9/2,3: "Das Volk, das in Finsternis wandelt, sah ein großes Licht, du mehrtest die Völkerschaft": von der Kirche aus den (heidnischen) Völkerschaften insonderheit, im allgemeinen von allen, die in Unwissenheit sind und in Liebtätigkeit leben, die eine Völkerschaft sind, weil sie zum Reich des Herrn gehören. Ps.106/5: "Daß ich schaue das Gute Deiner Auserwählten, daß ich mich freue der Freude Deiner Völkerschaft, daß ich mich rühme Deines Erbes": wo offenbar die Völkerschaft für das Reich des Herrn steht. Die Bedeutung der Völkerschaft, als des Himmlischen der Liebe und des Guten aus ihr, entstand aus jener Wahrnehmung (ex perceptivo illo), daß die Menschen der Ältesten Kirche unterschieden waren in Häuser, Familien und Geschlechter (gentes, Völkerschaften), und sie so eine Idee vom Reich des Herrn bekamen, und weil vom Reich des Herrn, auch eine Idee vom Himmlischen selbst erhielten; aus welcher Wahrnehmung dann die (sinnbildliche) Bezeichnung, und aus dieser die Vorbildung entstand. 1417. Daß es heißt "große Völkerschaft" von dem Himmlischen und Guten, erhellt aus dem, was soeben, dann auch aus dem, was schon früher, Nr. 1259 gesagt und gezeigt worden ist. Hieraus kann man ableiten, was die Kirche aus den (heidnischen) Völkerschaften im eigentlichen Sinn ist. 1418. Daß die Worte "und Ich will dich segnen", 1. Mose 12/2, bedeuten die Befruchtung des Himmlischen und die Vermehrung des Geistigen, kann erhellen aus der Bedeutung des Segnens im Worte, wovon im gleich Folgenden. 1419. Daß "und groß machen deinen Namen", 1. Mose 12/2, bedeutet die Herrlichkeit, kann ohne Erklärung klar sein: im äußeren Sinn wird durch einen Namen machen und durch den Ruhm bezeichnet etwas Weltliches, im inneren Sinn aber etwas Himmlisches; dieses Himmlische ist nicht das Bestreben, der Größte zu sein, sondern der Kleinste, um allen zu dienen, wie der Herr selbst gesagt hat bei Matth.20/26-28 und Mark.10/44,45: "Nicht so soll es unter euch sein, sondern wer unter euch groß werden will, wird euer Diener sein müssen: und wer der Erste sein will, wird sein müssen euer Knecht: wie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, Sich dienen zu lassen, sondern zu dienen und Seine Seele zu geben zur Erlösung für viele". Das Himmlische der Liebe ist, daß sie sich nicht selbst angehören will, sondern allen, so daß sie all das Ihre anderen geben will; das Wesen der himmlischen Liebe besteht hierin. Der Herr, weil Er die Liebe selbst, oder das Wesen und Leben der Liebe aller in den Himmeln ist, will all das Seine dem menschlichen Geschlechte geben, was eben durch jene Worte des Herrn bezeichnet wird, daß nämlich des Menschen Sohn gekommen ist, Seine Seele zur Erlösung für viele zu geben. Hieraus erhellt, daß der Name und Ruhm im inneren Sinn etwas ganz anderes ist, als im äußeren Sinn; daher dann alle im Himmel, welche groß und die Größten zu werden wünschen, verworfen werden, weil dies entgegen ist dem Wesen und Leben der himmlischen Liebe, das vom Herrn ist: daher kommt auch, daß nichts der himmlischen Liebe mehr zuwider ist, als die Selbstliebe: worüber man die Erfahrungsberichte Nr. 450, 452, 952 nachsehen mag. 1420. Daß die Worte "und du wirst ein Segen sein", 1. Mose 12/2, bedeuten, daß alles und jedes vom Herrn sei, kann erhellen aus der Bedeutung des Segens: Segen wird ausgesagt von allem Guten, im äußeren Sinn von leiblichen, weltlichen und natürlichen Gütern; im inneren Sinn von geistigen und himmlischen Gütern; ein Segen heißt der, von dem alles Gute und der all jenes Gute gibt; was durchaus nicht von Abram gesagt werden kann; auch hieraus erhellt, daß durch Abram vorgebildet wird der Herr, Der allein der Segen ist. In gleicher Weise verhält es sich mit dem, was im Folgenden von Abraham gesagt wird, z.B. 1. Mose 18/18: "Abraham wird gewißlich zu einer großen und zahlreichen Völkerschaft werden, und es werden in ihm gesegnet werden alle Völkerschaften der Erde"; von Jischak 1. Mose 26/4: "Es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde"; von Jakob 1. Mose 28/14: "Es werden gesegnet werden in dir alle Familien der Erde, und in deinem Samen". Daß die Völkerschaften nicht gesegnet werden können, noch gesegnet worden sind in Abraham, Jischak und Jakob, noch in ihrem Samen, sondern im Herrn, kann jedem klar sein: dies wird auch deutlich gesagt bei Ps.72/17: "Sein Name wird sein in Ewigkeit, vor der Sonne wird Er den Sohnes-Namen haben, und gesegnet werden in Ihm werden alle Völkerschaften": wo vom Herrn die Rede ist. Ps.21/7: "Du wirst Ihn machen zu Segnungen in Ewigkeit": wo ebenfalls vom Herrn die Rede ist. Jerem.4/2: "Gesegnet werden in Ihm werden die Völkerschaften, und in Ihm sich rühmen". Hieraus nun erhellt, daß der Segen den Herrn bezeichnet, und daß es, wenn Er Segen genannt wird, bedeutet, daß von Ihm alles Himmlische und Geistige komme, das einzig und allein das Gute ist, und weil es einzig ist das Gute, so ist es auch einzig das Wahre; soviel daher von himmlisch und geistig Gutem innewohnt dem natürlichen, weltlichen und leiblichen (Gut), insoweit ist dieses gut, und insoweit ist es gesegnet. 1421. Vers 3: Und Ich will segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will Ich verfluchen; und gesegnet werden in dir werden alle Familien des Erdbodens. "Und Ich will segnen, die dich segnen" bedeutet alle Seligkeit denen, die den Herrn von Herzen anerkennen; "und wer dich verflucht, den will Ich verfluchen" bedeutet Unseligkeit denen, die (Ihn) nicht anerkennen; "und gesegnet werden in dir werden alle Familien des Erdbodens" bedeutet, daß alles Wahre und Gute vom Herrn sei. 1422. Daß die Worte: "und Ich will segnen, die dich segnen", 1. Mose 12/3, bedeuten alle Seligkeit denen, die den Herrn von Herzen anerkennen, kann erhellen aus der Bedeutung des Segens, daß er nämlich in sich schließt alles und jedes, was vom Herrn ist, sowohl was gut, als was wahr ist, somit Himmlisches, Geistiges, Natürliches, Weltliches und Leibliches; und weil der Segen im universellen Sinn alles das umfaßt, so kann in den einzelnen Stellen aus dem Zusammenhang erhellen, was das Segnen bedeutet; denn die Bedeutung richtet sich nach den Subjekten, von denen es ausgesagt wird; woraus erhellt, daß die Worte: "Ich will segnen die dich segnen" bedeuten alle Seligkeit denen, die den Herrn von Herzen anerkennen; denn hier wird, wie gesagt, im inneren Sinn vom Herrn gehandelt. Den Jehovah und den Herrn segnen (d.h. preisen) war eine bei den Alten gewöhnliche Redensart, wie erhellen kann im Wort, z.B.: Ps.68/27: "In den Versammlungen preiset Gott den Herrn, aus der Quelle Israels". Ps.96/2: "Singet dem Jehovah, preiset Seine Namen, verkündiget von Tag zu Tag Sein Heil". Dan.2/19,20: "Im Gesicht der Nacht wird das Geheimnis geoffenbart, darum pries Daniel den Gott der Himmel, sprach, es sei der Name dieses Gottes gepriesen von Zeitlauf bis zu Zeitlauf, weil Weisheit und Gewalt Sein ist". Von Zacharia und Schimeon liest man auch, daß sie Gott gepriesen haben: Luk.1/64; 2/28. Hier ist offenbar, was den Herrn segnen heißt, nämlich Ihm singen, Sein Heil verkündigen, Seine Weisheit und Gewalt predigen, somit den Herrn bekennen und anerkennen von Herzen; die das tun, müssen notwendig vom Herrn gesegnet, d.h. beschenkt werden mit demjenigen, was Gegenstand des Segens ist, nämlich mit himmlischem, geistigem, natürlichem, weltlichem und leiblichem Gut, welche Güter diejenigen sind, in denen, wenn sie so aufeinanderfolgen, die Seligkeit ist. Weil es eine allgemeine Redensart war, den Jehovah oder den Herrn segnen, und von Jehovah oder dem Herrn gesegnet werden, darum war es auch eine allgemeine Redensart, zu sagen: Gesegnet (d.h. gepriesen sei) Jehovah, wie: Ps.28/6: "Gepriesen sei Jehovah, weil Er gehört hat die Stimme meiner Bitten". Ps.31/22: "Gepriesen sei Jehovah, weil Er wunderbar Seine Barmherzigkeit an Mir erwiesen hat". Ps.66/20: "Gepriesen sei Gott, der nicht verworfen meine Bitten, und Seine Barmherzigkeit Mir (nicht) entzog". Ps.72/18,19: "Gepriesen sei Jehovah Gott, der Gott Israels, der Wunder tut allein, und gepriesen sei der Name Seiner Herrlichkeit in Ewigkeit, und voll soll werden von Seiner Herrlichkeit die ganze Erde". Ps.119/12: "Gepriesen seist Du, o Jehovah, lehre mich Deine Satzungen". Ps.144/1: "Gepriesen sei Jehovah, mein Fels, der meine Hände lehret". Luk.1/67,68: "Zacharias, erfüllt mit heiligem Geiste, prophezeite, und sprach: Gepriesen sei der Gott Israels, weil Er heimgesucht und Befreiung geschafft hat Seinem Volke". HG 1423 1423. "Und wer dich verflucht, den will Ich verfluchen", 1. Mose 12/3, daß dies bedeute die Unseligkeit derer, die (den Herrn) nicht anerkennen, erhellt aus der Bedeutung von verflucht werden und verfluchen, nämlich sich abwenden vom Herrn, wie früher gezeigt worden: Nr. 245, 379, folglich nicht anerkennen; denn die nicht anerkennen, die wenden sich ab. Somit schließt hier verfluchen in sich alles, was entgegengesetzt ist dem, was das Segnen in sich schließt. 1424. "Und gesegnet werden in dir werden alle Familien des Bodens", 1. Mose 12/3, daß dies bedeute, daß alles Gute und Wahre vom Herrn sei, kann erhellen aus der Bedeutung des Segnens, wovon in diesem und im vorhergehenden Vers die Rede ist, sodann aus der Bedeutung der "Familien des Bodens", welche ist: alles Gute und Wahre, denn die Familien bedeuten im Wort ähnliches wie die Völkerschaften und auch die Völker; denn die Familien werden im Worte bezogen sowohl auf die Völkerschaften als auf die Völker, und es werden genannt Familien der Völkerschaften, und Familien der Völker. Die Völkerschaften bezeichnen Gutes, und die Völker bezeichnen Wahrheiten: Nr. 1259. Die Familien also sowohl Gutes als Wahres: Nr. 1261. Daß gesagt wird "alle Familien des Bodens" hat den Grund, weil alles Gute und Wahre Sache des Glaubens der Liebe ist, welcher (derjenige) der Kirche ist. Daß durch den Boden bezeichnet wird die Kirche, folglich der Glaube, welcher (derjenige) der Kirche ist, ist Nr. 566 gezeigt worden. 1425. Vers 4: Und Abram ging, wie zu ihm geredet Jehovah, und mit ihm ging Lot; und Abram (war) ein Sohn von fünf Jahren und siebzig Jahren, da er ausging aus Charan. Durch Abram wird, wie gesagt, vorgebildet der Herr in betreff Seines menschlichen Wesens. "Und Abram ging, wie zu ihm geredet Jehovah" bedeutet das Fortschreiten zum Göttlichen; "und mit ihm ging Lot" bezeichnet das Sinnliche; durch Lot wird vorgebildet der Herr in betreff Seines sinnlichen und körperlichen Menschen; "und Abram war ein Sohn von fünf Jahren und siebzig Jahren" bedeutet noch nicht gar viel Göttliches; "da er ausging aus Charan" bedeutet den dunklen Zustand des Herrn. 1426. Daß durch Abram vorgebildet wird der Herr in betreff Seines menschlichen Wesens, erhellt aus dem einzelnen, das über Abram gesagt worden ist; nachher, sowohl in betreff des menschlichen, als in betreff des göttlichen (Wesens); aber dann wird er Abraham genannt. Was vom 1. Vers bis zum 3. gesagt worden ist, bildet vor und bezeichnet die erste Weisung, daß Er anziehen soll das Himmlische und so das Göttliche: hier, im 4. Vers, fangen die Fortschreitungen Seines menschlichen Wesens zum Göttlichen an. 1427. "Und Abram ging, wie zu ihm geredet Jehovah", 1. Mose 12/4, daß dies bedeutet das Fortschreiten zum Göttlichen, erhellt aus dem, was bereits gesagt worden ist. 1428. "Und mit ihm ging Lot", 1. Mose 12/4, daß dies das Sinnliche bedeutet, und daß durch Lot vorgebildet wird der Herr in betreff Seines sinnlichen und körperlichen Menschen, kann erhellen aus der Vorbildung Lots im Folgenden, wo von ihm berichtet wird, daß er sich getrennt habe von Abram, und daß er durch Engel gerettet worden sei: dagegen nahm Lot nachher, nachdem er sich getrennt hatte, eine andere Vorbildung an, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch von einem jungfräulichen Weibe, und daß Er Sinnliches und Körperliches hatte, wie ein anderer Mensch, ist bekannt; aber darin, daß Sein Sinnliches und Körperliches nachher mit dem Himmlischen vereinigt und göttlich wurde, war Er nicht wie ein anderer Mensch. Durch Lot wird vorgebildet des Herrn Sinnliches und Körperliches selbst, oder, was dasselbe ist, Sein sinnlicher und körperlicher Mensch, wie Er war im Stande Seiner Kindheit, nicht wie Er wurde, als Er durch Himmlisches mit dem Göttlichen vereinigt wurde. 1429. Daß "Abram (war) ein Sohn von fünf Jahren und siebzig Jahren", 1. Mose 12/4, bedeute noch nicht gar viel Göttliches, kann erhellen aus der Bedeutung der Zahl fünf, sofern sie ist wenig, und der Zahl siebzig, sofern sie ist Heiliges. Daß fünf sei wenig, ist früher Nr. 649 gezeigt worden, und daß siebzig oder sieben sei das Heilige, Nr. 395, 433, 716, 881. Weil hier siebzig auf den Herrn bezogen wird, so bezeichnet es das heilige Göttliche. Daß auch die Zahlen der Jahre Abrams im inneren Sinn etwas anderes bedeuten, kann erhellen aus dem, was früher über die Jahre und Zahlen gesagt und gezeigt worden ist, Nr. 482, 487, 493, 575, 647, 648, 755, 813; und daraus, daß es kein Wörtchen und Jota im Worte gibt, das nicht einen inneren Sinn hat; und wenn es nicht Geistiges und Himmlisches in sich schlösse, so wäre nimmermehr erwähnt worden, daß Abram damals fünf Jahre und siebzig Jahre alt war, auch wäre dergleichen nicht in diesem Lebensalter desselben vorgekommen. Wie dies auch erhellen kann aus anderen Zahlen sowohl von Jahren, als von Maßen im Worte. 1430. "Da er ausging von Charan", 1. Mose 12/4, daß dies bedeutet den dunklen Zustand des Herrn, wie er der Kindheit des Menschen eigen ist, kann erhellen aus der Bedeutung von Charan im vorigen Kapitel, wohin zuerst Therach mit Abram kam, und wo Therach, der Vater Abrams starb: 1. Mose 11/31,32; dann aus dem Folgenden, daß Jakob ging nach Charan, wo Laban war: 1. Mose 27/43; 28/10; 29/4. Charan war eine Gegend, wo ein äußerlicher Gottesdienst, und zwar in Beziehung auf Therach, Abram und Laban, ein abgöttischer war, aber im inneren Sinn wird nicht bezeichnet, was im äußeren ist, sondern etwas Dunkles. Die Vorstellung des Götzendienstes bleibt nicht zurück, sondern wird abgestreift, wenn aus dem äußeren Sinn der innere wird; wie z.B. die Vorstellung der heiligen Liebe aus dem Berg: Nr. 795, wenn aus dem äußeren Sinn der innere wird, verliert sich zuerst die Vorstellung des Berges, und bleibt zurück die Vorstellung der Höhe, und durch die Höhe wird vorgebildet die Heiligkeit; so im übrigen. 1431. Vers 5: Und Abram nahm Sarai, sein Weib, und Lot, den Sohn seines Bruders, und all ihre Errungenschaft, die sie erworben, und die Seele, die sie gemacht hatten in Charan, und sie zogen aus zu gehen ins Land Kanaan, und sie kamen ins Land Kanaan. "Und Abram nahm Sarai, sein Weib" bedeutet das Gute, dem das Wahre beigesellt ist; unter Abram wird, wie gesagt, der Herr verstanden, und zwar hier da Er noch ein Knabe war. Unter dem Weibe "Sarai", das Wahre; "und Lot, den Sohn seines Bruders" bedeutet das sinnlich Wahre, somit das erste, das dem Knaben beigebracht wird; "und all ihre Errungenschaft, die sie erworben" bedeutet alles, was sinnliche Wahrheiten sind; "und die Seele, die sie gemacht hatten in Charan" bedeutet alles wesentlich Lebendige, das in jenem dunklen Zustand möglich ist; "und sie zogen aus zu gehen ins Land Kanaan" bedeutet, daß Er so fortschritt zum Himmlischen der Liebe; "und sie kamen ins Land Kanaan" bedeutet, daß Er zum Himmlischen der Liebe gelangte. 1432. "Und Abram nahm Sarai, sein Weib", 1. Mose 12/5, daß dies bedeute, daß das Gute dem Wahren beigesellt sei, kann erhellen aus dem, was im Wort durch den Menschen und sein Weib bezeichnet wird, wovon Nr. 915 (die Rede war), somit wird hier durch Sarai im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet, als das Wahre. Es ist in allem und jedem beim Menschen das Bild einer Ehe, und es kann nie etwas auch noch so Kleines geben, worin jenes Bild sich nicht findet, sowohl im äußeren Menschen, und in dessen Einzelheiten, als auch im inneren Menschen und in dessen Einzelheiten. Der Grund ist, weil alles und jedes entsteht und besteht vom Herrn, und von der Vereinigung, gleichsam Vermählung Seines menschlichen Wesens mit dem Göttlichen; und von der Verbindung, oder himmlischen Ehe beider mit Seinem Reich in den Himmeln und auf Erden. Da hier vorzubilden war das Wahre, das dem Guten beigesellt ist, so konnte es, weil durch Geschichtliches hier den Abram betreffend, nicht anders vorgebildet werden, als durch sein Weib: daß es ein Bild der Ehe im allem und jedem ist, sehe man Nr. 54, 55, 718, 747, 917. 1433. Daß durch Abram verstanden wird der Herr, hier da Er noch ein Knabe war, durch das Weib Sarai (aber) das Wahre, erhellt aus dem Gesagten. 1434. "Und Lot, den Sohn seines Bruders", 1. Mose 12/5, daß dies bedeute das sinnlich Wahre, somit das erste, das dem Herrn als Knabe beigebracht wurde, erhellt aus der Bedeutung Lots, von der im vorhergehenden Vers (die Rede war), daß er nämlich das Sinnliche (darstellte); und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre (bezeichnet), wovon früher, Nr. 264, 489, 491, 533 (gehandelt wurde). Dann aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ebenfalls das Wahre des Glaubens ist, Nr. 367, somit hier das sinnlich Wahre; denn im inneren Sinn wird gar nicht reflektiert auf die Personen und Worte, (sondern) nur auf ihre Bedeutung: im Himmel weiß man nicht, wer Lot ist, sondern (nur) die durch ihn vorgebildete Eigenschaft; auch weiß man nicht, was der Sohn ist, sondern den geistigen Zustand, der beziehungsweise ist wie ein Sohn; auch weiß man nicht, was der Bruder ist, außer von der Brüderschaft, wie sie im Himmel ist. Was das sinnlich Wahre betrifft, so ist es das erste Wahre, das Eingang findet, weil das Urteil im Knabenalter nicht höher reicht. Das sinnlich Wahre ist, daß man alles Irdische und Weltliche ansieht als von Gott geschaffen, und zwar alles und jedes zu einem Zweck, und in allem und jedem ein Bild des Reiches Gottes (sieht); dieses sinnlich Wahre wird nur eingeflößt beim himmlischen Menschen; und weil der Herr allein ein himmlischer Mensch war, so wurden diese und ähnliche sinnliche Wahrheiten Ihm eingeflößt in der ersten Kindheit, und so wurde Er vorbereitet zu Aufnahme des Himmlischen. 1435. "Und all ihre Errungenschaft, die sie erworben", 1. Mose 12/5, daß dies bedeute alles, was zu den sinnlichen Wahrheiten gehört, erhellt aus dem, was gesagt worden ist. Errungenschaft heißt alles Wißtümliche, aus dem der Mensch denkt. Ohne erworbenes Wißtümliches, kann der Mensch, sofern er Mensch ist, gar keine Denkvorstellung haben. Die Denkvorstellungen gründen sich auf das, was aus dem Sinnlichen dem Gedächtnis eingeprägt ist. Daher die Kenntnisse (scientifica) Gefäße geistiger Dinge, und die Neigungen (affectiones) aus guten Vergnügungen des Körpers Gefäße himmlischer Dinge sind; diese alle werden Errungenschaften genannt, und zwar in Charan (gemachte), wodurch bezeichnet wird der dunkle Zustand, wie er in der Kindheit bis zum Knabenalter ist. 1436. "Und die Seele, die sie gemacht hatten in Charan", 1. Mose 12/5, daß dies bedeutet alles wesentlich Lebendige, das in jenem dunklen Zustand möglich ist, erhellt aus der Bedeutung der Seele, sofern sie das wesentlich Lebendige ist, und aus der Bedeutung von Charan, sofern es der dunkle Zustand ist, wovon im vorhergehenden Vers (die Rede war). Die Seele bezeichnet im eigentlichen Sinn dasjenige, was beim Menschen lebt, somit sein Leben selbst. Was beim Menschen lebt, ist nicht der Leib, sondern die Seele, und durch die Seele lebt der Leib. Das eigentliche Leben des Menschen, oder sein eigentlich Lebendiges, ist aus der himmlischen Liebe. Es kann durchaus nichts Lebendiges geben, es habe denn von daher seinen Ursprung; weshalb hier durch die Seele bezeichnet wird das Gute, das aus der himmlischen Liebe lebt, welches das eigentlich und wesentlich Lebendige ist. Im buchstäblichen Sinn wird unter Seele hier verstanden jeder Mensch, dann auch jedes Tier, welche das Lebendige sind, das sie sich verschafft hatten, im inneren Sinn aber wird hier nichts anderes bezeichnet, als das wesentlich Lebendige. 1437. "Und sie zogen aus zu gehen ins Land Kanaan", 1. Mose 12/5, daß dies bedeute, er sei fortgeschritten zum Himmlischen der Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan. Daß das Land Kanaan vorbilde das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, kann aus vielen Stellen im Wort erhellen. Der Grund hiervon ist, weil dort die vorbildliche Kirche gestiftet wurde, in der alles und jedes vorbildete den Herrn, und das Himmlische und Geistige Seines Reiches; und zwar nicht bloß die Gebräuche, sondern auch alles, was mit den Gebräuchen zusammenhing, sowohl die, welche sie verrichteten, als auch das, wodurch sie verrichtet wurden, auch die Orte, an denen die Verrichtung geschah. Weil die vorbildliche Kirche daselbst war, darum wurde auch das Land genannt das Heilige Land, obwohl es nichts weniger als heilig war, da es ja bewohnt war von Götzendienern und unheiligen Menschen. Dies nun ist der Grund, warum durch das Land Kanaan hier und im Folgenden bezeichnet wird das Himmlische der Liebe; denn das Himmlische der Liebe ist einzig das, was im Reich des Herrn ist, und was das Reich des Herrn ausmacht. HG 1438 1438. "Und sie kamen ins Land Kanaan", 1. Mose 12/5, daß dies bedeute, Er sei zum Himmlischen der Liebe gelangt, erhellt aus dem, was soeben über das Land Kanaan gesagt worden ist. Es wird hier zuerst beschrieben das Leben des Herrn, nämlich von der Geburt bis zum Knabenalter, daß Er gelangt sei zum Himmlischen der Liebe. Das Himmlische der Liebe ist das eigentlich Wesentliche; das übrige kommt davon her. Mit diesem wurde Er zu allererst ausgerüstet, denn von diesem aus wurde nachher, wie von seinem Samen, alles befruchtet. Der Same selbst war bei Ihm himmlisch, weil Er von Jehovah erzeugt (natus) war. Daher Er der Einzige war, Der diesen Samen in sich hatte; alle Menschen, soviel ihrer immer sind, haben keinen anderen Samen, als etwas Unreines und Höllisches, in dem und aus dem ihr Eigenes ist, und zwar dieses aus dem Anererbten vom Vater, was jedem bekannt ist. Wofern sie daher nicht einen neuen Samen, und neues Eigenes, d.h. einen neuen Willen und einen neuen Verstand vom Herrn empfangen, so können sie nicht anders als der Hölle geweiht sein; von der alle, sowohl die Menschen als die Geister und Engel, herausgezogen und beständig abgehalten werden vom Herrn. 1439. Vers 6: Und Abram zog durch das Land bis zum Ort Schechem, bis zum Eichenwald Moreh: und der Kanaaniter (war) damals im Lande. "Und Abram zog durch das Land bis zum Ort Schechem" bedeutet den anderen Zustand des Herrn, da das Himmlische der Liebe Ihm erschien; was bezeichnet wird durch Schechem; "bis zum Eichenwald Moreh" bedeutet den dritten Zustand, nämlich das erste Innewerden, welches ist der Eichenwald Moreh; "und der Kanaaniter war damals im Lande" bedeutet das von der Mutter ererbte Böse in Seinem äußeren Menschen. 1440. "Und Abram zog durch das Land bis zum Ort Schechem", 1. Mose 12/6, daß dies bedeute den anderen Zustand des Herrn, da das Himmlische der Liebe Ihm erschien, kann erhellen aus dem, was vorhergeht, und aus der Ordnung von allem. Aus dem, was vorhergeht: daß Er nämlich fortschreiten sollte zum Himmlischen der Liebe, und daß Er dazu gelangt sei, was bezeichnet wird durch (die Worte): "sie zogen aus zu gehen ins Land Kanaan; und sie kamen ins Land Kanaan"; aus der Ordnung von allem: daß, nachdem Er Sich zum Himmlischen fortbewegt hatte, und zu demselben gelangt war, alsdann es Ihm auch erschien. Im Himmlischen ist das rechte Licht der Seele, weil in ihm das Göttliche Selbst ist, das ist Jehovah selbst; und weil der Herr das menschliche Wesen mit dem Göttlichen verband, als Er zum Himmlischen gelangte, so konnte es nicht anders sein, als daß Jehovah Ihm erschien. 1441. Daß dies durch Schechem bezeichnet wird, kann auch daraus erhellen, daß Schechem gleichsam die erste Station im Lande Kanaan ist, dahin man kommt von Syrien, oder von Charan her. Und weil durch das Land Kanaan bezeichnet wird das Himmlische der Liebe, so folgt, daß durch Schechem bezeichnet wird die erste Erscheinung des Himmlischen. Als Jakob aus Charan ins Land Kanaan zurückkehrte, kam er gleichfalls nach Schechem, wie aus Folgendem erhellen kann: 1. Mose 33/17-20: "Jakob brach auf gen Sukkoth, und baute sich ein Haus, und seinem Vieh machte er Hütten, darum nannte er den Namen des Ortes Sukkoth; und Jakob kam nach Schalem, der Stadt Schechems, die im Lande Kanaan ist, da er kam aus Paddan Aram, und er lagerte vor der Stadt, und richtete daselbst einen Altar auf", wo ebenfalls durch Schechem das erste des Lichtes bezeichnet wird. Ps.60/8-10; 103/8-10: "Gott sprach in Seiner Heiligkeit: Ich werde frohlocken, werde Schechem verteilen, und das Tal Sukkoth vermessen; Mein ist Gilead und Mein Manasse, und Ephraim die Stärke Meines Hauptes, Jehudah Mein Gesetzgeber. Moab ist Mein Waschbecken, auf Edom will Ich werfen Meinen Schuh, ob Philistäa laut aufjauchzen": wo durch Schechem auch etwas Ähnliches bezeichnet wird. Daß die Namen nichts anderes bezeichnen als Sachen, so auch Schechem, kann aus diesen prophetischen Worten Davids deutlich erhellen, sonst wären sie beinahe nichts als eine Anhäufung von Namen. Daß Schechem eine Stadt der Zuflucht wurde: Jos.20/7; und auch eine Priesterstadt: Jos.21/21; und daß dort ein Bund gemacht wurde: Jos.24/1,25, schließt auch gleiches in sich. 1442. "Bis zum Eichenwald Moreh", 1. Mose 12/6, daß dies bedeutet das erste Innewerden, kann ebenfalls aus dem Zusammenhang erhellen; sobald Jehovah dem Herrn in Seinem Himmlischen erschien, mußte Er auch das Innewerden (perceptionem) erlangen; aus dem Himmlischen ist alles Innewerden. Was das Innewerden sei, ist schon früher gesagt und gezeigt worden: Nr. 104, 202, 371, 483, 495, 503, 521, 536, 865. Ein jeder, wenn er zum Himmlischen kommt, empfängt ein Innewerden vom Herrn. Alle die, welche himmlische Menschen wurden, wie die von der Ältesten Kirche, empfingen auch ein Innewerden, was früher gezeigt wurde: Nr. 125, 597, 607, 784, 895. Die, welche geistige Menschen werden, das ist, die Liebtätigkeit vom Herrn empfangen, haben etwas dem Innewerden Ähnliches (analogon), oder eine, je nachdem sie im Himmlischen der Liebtätigkeit sind, mehr oder weniger deutliche Einsprache des Gewissens; das Himmlische der Liebtätigkeit bringt dies mit sich, denn in solchem allein ist der Herr gegenwärtig, und in demselben erscheint Er dem Menschen. Wieviel mehr mußte dies der Fall sein beim Herrn, der von Kindheit an fortschritt zu Jehovah, und mit Ihm (so) verbunden und vereinigt wurde, daß Sie eins waren. 1443. Daß das erste Innewerden der "Eichenwald Moreh" ist, damit verhält es sich so: beim Menschen ist Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches; sein Innerstes ist das Verständige, sein Innerliches ist das Vernünftige und sein Äußerliches ist das Wißtümliche, dies (alles) heißt sein Geistiges, das in solcher Ordnung ist. Das Verständige des himmlischen Menschen wird verglichen einem Garten von allerlei Bäumen; sein Vernünftiges einem Wald von Zedern und ähnlichen Bäumen, wie auf dem Libanon; sein Wißtümliches aber den Eichenwäldern, und zwar dies wegen der ineinander geschlungenen Äste, wie sie die Eichen haben. Durch die Bäume selbst sind bezeichnet worden Gefühlswahrnehmungen (perceptiones), wie durch die Bäume des Gartens Eden vom Aufgang die innersten Gefühlswahrnehmungen oder die des Verständigen, wie früher gezeigt worden: Nr. 99, 100, 103. Durch die Bäume des Waldes Libanon, innerliche Gefühlswahrnehmungen oder von Vernünftigem; durch die Eichbäume aber äußerliche Gefühlswahrnehmungen oder vom Wißtümlichen, welche die des äußeren Menschen sind. Ebendeswegen bedeutet der Eichenwald Moreh das erste Innewerden des Herrn, denn noch war Er ein Knabe, und Sein Geistiges nicht innerlicher. Außerdem war es der Eichenwald Moreh, wohin auch die Söhne Israels zuerst kamen, als sie über den Jordan gingen, und das Land Kanaan sahen, wovon es bei 5. Mose 11/29,30 heißt: "Du sollst den Segen geben auf dem Berge Gerisim, und den Fluch auf dem Berge Ebal; sind dieselben nicht jenseits des Jordans, hinter dem Weg des Eingangs der Sonne im Lande des Kanaaniters, der wohnt in der Ebene gegen Gilgal, neben den Eichenwäldern Moreh": wodurch gleichfalls bezeichnet wird das erste des Innewerdens; denn der Einzug der Söhne Israels bildet vor den Eingang der Gläubigen ins Reich des Herrn. 1444. "Und der Kanaaniter (war) damals im Lande", 1. Mose 12/6, daß dies bedeute das von der Mutter anererbte Böse in Seinem äußerem Menschen, kann erhellen aus dem, was früher gesagt worden ist über das Anererbte bei dem Herrn; denn Er ward geboren wie ein anderer Mensch und hatte von der Mutter her Böses bei Sich, gegen das Er kämpfte, und das Er überwand. Bekannt ist, daß der Herr die schwersten Versuchungen bestand und aushielt, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden; und zwar so große, daß Er allein und aus eigener Macht gegen die ganze Hölle kämpfen mußte; niemand kann eine Versuchung bestehen, wenn ihm nicht Böses anklebt; wer nichts Böses hat kann auch nicht das Geringste einer Versuchung haben; das Böse ist es, was die höllischen Geister aufregen. Der Herr hatte keinerlei wirkliches oder eigenes Böse, dergleichen alle Menschen (haben), sondern nur anererbtes Böses von der Mutter, das hier genannt wird "der Kanaaniter damals im Lande", worüber man sehe, was oben, 1. Mose 12/1, Nr. 1414, gesagt worden ist, daß es nämlich zweierlei Erbliches gebe, das dem Menschen angeboren wird, das eine vom Vater, das andere von der Mutter: das vom Vater bleibt in Ewigkeit, das von der Mutter aber wird vom Herrn zerstreut, wenn der Mensch wiedergeboren wird. Dagegen das Anererbte des Herrn von Seinem Vater war das Göttliche; das Erbliche von der Mutter war das Böse, von dem hier die Rede ist, und durch das Er Versuchungen bestand, worüber man sehe Mark.1/12,13; Matth.4/1; Luk.4/1,2. Er hatte aber, wie gesagt, kein wirkliches oder eigenes Böses, auch kein Erbböses von der Mutter mehr, nachdem Er durch Versuchungen die Hölle überwunden hatte; daher es hier heißt, es sei damals gewesen, nämlich "der Kanaaniter damals im Lande". Kanaaniter waren diejenigen, die am Meer und am Ufer des Jordans wohnten, wie dies erhellt 4. Mose 13/27-29: "Die zurückgekehrten Kundschafter sagten: Wir kamen in das Land, dahin du uns gesandt, und zwar fließt dasselbe von Milch und Honig, und das ist seine Frucht; nur daß stark ist das Volk, das im Lande wohnt, und die Städte sehr fest und groß, und auch die Kinder Enaks sahen wir dort, Amalek wohnt im Mittag, und der Chethiter, und der Jebusiter, und der Amoriter wohnen auf dem Berge, und der Kanaaniter wohnt an dem Meer, und an dem Ufer des Jordans": daß die Kanaaniter an dem Meer und an dem Ufer des Jordans wohnten, bedeutet somit das Böse beim äußeren Menschen, wie das von der Mutter anererbte ist; denn das Meer und der Jordan waren die Grenzen; daß ein solches Böses durch den Kanaaniter bezeichnet wird, erhellt auch Sach.14/21: "Nicht mehr wird sein ein Kanaaniter im Hause des Jehovah Zebaoth an jenem Tage": wo vom Reich des Herrn (die Rede ist), und wodurch bezeichnet wird, daß der Herr das unter dem Kanaaniter verstandene Böse überwunden, und aus Seinem Reiche vertrieben habe. Alle Arten des Bösen werden bezeichnet durch die götzendienerischen Völkerschaften im kanaanitischen Lande, unter denen die Kanaaniter waren, wie 1. Mose 15/18,19,(21); 2. Mose 3/8,17; 23/23,28; 33/2; 34/11; 5. Mose 7/1; 20/17; Jos.3/10; 24/11; Richt.3/5. Was für ein Böses durch eine jede Völkerschaft insonderheit bezeichnet wird, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesagt werden. 1445. Vers 7: Und Jehovah erschien dem Abram, und sprach: Deinem Samen will Ich geben dieses Land; und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, Der ihm erschien. "Und Jehovah erschien dem Abram" bedeutet, Jehovah sei dem Herrn erschienen, da Er noch ein Knabe war; "und sprach: deinem Samen will Ich geben dieses Land" bedeutet, daß denen, die Glauben an Ihn haben, das Himmlische geschenkt werden würde; "und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, Der ihm erschien" bedeutet die erste Verehrung seines Vaters aus dem Himmlischen der Liebe. 1446. "Und Jehovah erschien dem Abram", 1. Mose 12/7, daß dies bedeute, Jehovah sei dem Herrn erschienen, da Er noch ein Knabe war, erhellt aus dem Vorhergehenden; und schon aus der Vorbildung des Herrn durch Abram; sodann aus der Ordnung, daß Er das Himmlische, und gleich darauf das Innewerden erlangte, woraus folgt, daß Jehovah Ihm erschien. 1447. "Er sprach: Deinem Samen will Ich geben dieses Land", 1. Mose 12/7, daß dies bedeute, daß denen, die Glauben an Ihn haben, das Himmlische geschenkt werden solle, erhellt aus der Bedeutung des Samens, und aus der Bedeutung des Landes; daß der Same den Glauben an den Herrn bedeutet, ist früher gezeigt worden, Nr. 255, 256, und daß das Land das Himmlische bedeute, ist 1. Mose 12/1 (Nr. 1413) gezeigt worden, sodann Nr. 620, 636, 662, 1066. Im Buchstabensinn wird unter dem Samen Abrams verstanden seine Nachkommenschaft von Jakob, und unter dem Land das eigentliche Land Kanaan, das ihnen zum Besitztum gegeben werden sollte, darum, daß sie vorbilden sollten das Himmlische und Geistige des Reichs und der Kirche des Herrn; und damit bei ihnen die vorbildliche Kirche eingerichtet würde, und (dann auch), weil der Herr daselbst geboren werden sollte; im inneren Sinn wird aber nichts anderes durch Samen bezeichnet als der Glaube an den Herrn, und durch das Land nichts anderes als das Himmlische; und hier, daß das Himmlische denjenigen geschenkt werden solle, die Glauben an Ihn haben: was durch Glauben an den Herrn haben verstanden wird, ist früher öfters gesagt worden. 1448. "Und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, Der ihm erschienen", 1. Mose 12/7, daß dies bedeutet die erste Verehrung Seines Vaters aus dem Himmlischen der Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern er das Hauptvorbild des Gottesdienstes ist: Nr. 921. 1449. Vers 8: Und er brach auf von da gegen den Berg östlich von Bethel; und schlug (sein) Zelt auf; Bethel meerwärts und Ai gegen Morgen. Und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah, und rief an den Namen Jehovahs. "Und er brach auf von da gegen den Berg östlich von Bethel" bedeutet den vierten Zustand des Herrn, da Er noch ein Knabe war, nämlich das Fortschreiten des Himmlischen der Liebe, welches ist das Hinüberziehen auf den Berg östlich von Bethel; "und schlug (sein) Zelt auf" bedeutet das Heilige des Glaubens; "Bethel meerwärts und Ai gegen Morgen" bedeutet, Sein Zustand sei noch ein dunkler gewesen; "und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah" bedeutet die äußere Verehrung Seines Vaters aus jenem Zustand heraus; "und rief an den Namen Jehovahs" bedeutet die innere Verehrung Seines Vaters aus jenem Zustand. 1450. "Und er brach auf von da gegen den Berg östlich von Bethel", 1. Mose 12/8, daß dies bedeute den vierten Zustand des Herrn, da Er noch ein Knabe war, kann erhellen aus dem, was vorhergeht, sodann aus dem, was folgt, somit auch aus der Ordnung selbst. Die Ordnung war, daß der Herr zu allererst von Kindheit an eingeweiht werden sollte in das Himmlische der Liebe; das Himmlische der Liebe ist die Liebe gegen Jehovah, und die Liebe gegen den Nächsten, und darin die Unschuld selbst, daraus als aus den eigentlichen Lebensquellen fließt alles und jedes. Denn das übrige ist nur Abgeleitetes. Dieses Himmlische wird dem Menschen hauptsächlich im Stande seiner Kindheit bis zum Knabenalter eingeflößt, und zwar ohne Erkenntnisse; denn es fließt ein vom Herrn, und regt an, ehe der Mensch weiß, was Liebe und Anregung ist, wie das erhellen kann aus dem Zustand der Kinder, und hernach aus dem Zustand des ersten Knabenalters; dies sind bei dem Menschen die Überreste, von denen einigemal (die Rede war, und) die vom Herrn eingeflößt und aufbewahrt werden zum Gebrauch seines folgenden Lebens, worüber man sehe Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661. Der Herr, weil Er geboren wurde wie ein anderer Mensch, wurde auch gemäß der Ordnung ins Himmlische eingeführt, und zwar stufenweise von der Kindheit bis zum Knabenalter, und hernach in Erkenntnisse; wie es sich mit diesem bei Ihm verhielt, wird in diesem Vers beschrieben, und im folgenden vorgebildet durch Abrams Aufenthalt in Ägypten. 1451. Daß "das Aufbrechen gegen den Berg östlich von Bethel", 1. Mose 12/8, bedeute das Fortschreiten des Himmlischen der Liebe, kann erhellen aus der Bedeutung des Berges, sofern er nämlich das Himmlische ist, wie gezeigt worden Nr. 795, 796, und aus der Bedeutung des Ostens (oder Aufgangs), sofern er ist Jehovah selbst in betreff der Liebe, Welcher ist der eigentliche Aufgang, wie auch gezeigt worden Nr. 101 und anderwärts. Sodann aus der Bedeutung von Bethel, sofern es die Erkenntnis des Himmlischen ist. Das Himmlische wird dem Menschen eingeflößt sowohl ohne Erkenntnisse, als mit Erkenntnissen. Das Himmlische ohne Erkenntnisse von der Kindheit an bis zu seinem Knabenalter, wie soeben oben gesagt worden ist; das Himmlische aber mit Erkenntnissen hernach vom Knabenalter bis zum Erwachsenenalter. Und weil der Herr fortschreiten sollte in Erkenntnisse des Himmlischen, die bezeichnet werden durch Bethel, wird hier gesagt, er brach von da auf gegen den Berg östlich von Bethel. 1452. "Und schlug sein Zelt auf", 1. Mose 12/8, daß dies bedeute das Heilige des Glaubens, kann erhellen aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige der Liebe, folglich das Heilige des Glaubens aus der Liebe, wie früher gezeigt worden ist: Nr. 414. Daß er daselbst sein Zelt "aufschlug" bedeutet, er habe jetzt angefangen. HG 1453 1453. "Bethel meerwärts und Ai gegen Morgen", 1. Mose 12/8, daß Sein Zustand noch ein dunkler war, nämlich in betreff der Erkenntnisse himmlischer und geistiger Dinge; denn ein anderes ist im Himmlischen sein, und ein anderes in den Erkenntnissen des Himmlischen; die Kinder und Knaben sind mehr als die Erwachsenen im Himmlischen, weil in Liebe gegen die Eltern und in der Liebe gegeneinander, sodann in der Unschuld; die Erwachsenen aber sind mehr als die Kinder und Knaben in den Erkenntnissen desselben, und sehr viele doch nicht im Himmlischen der Liebe. Ehe der Mensch unterrichtet wird in dem, was zur Liebe und zum Glauben gehört, ist er in einem dunklen Zustand, nämlich in Rücksicht der Erkenntnisse, und dieser Zustand wird hier dadurch beschrieben, daß Bethel meerwärts, d.h. gegen Abend, und Ai gegen Morgen war; durch Bethel werden, wie gesagt, bezeichnet die Erkenntnisse der himmlischen, durch Ai aber die Erkenntnisse der weltlichen Dinge, jene heißen westwärts, wenn sie im Dunklen sind, denn die Abendgegend bezeichnet im Wort das Dunkle; diese heißen ostwärts, wenn sie im Klaren sind, denn der Osten im Vergleich mit dem Westen ist das Klare. Daß Westen und Osten diese Bedeutung haben, ist nicht nötig zu begründen, weil es einem jeden ohne Begründung einleuchtet. Daß aber Bethel die Erkenntnisse der himmlischen Dinge bezeichnet, kann erhellen aus anderen Stellen, in denen Bethel genannt wird im Wort, wie 1. Mose 13/3,4: "daß Abram auf seine Reisen zog vom Mittag bis gen Bethel, bis zu dem Ort, wo sein Zelt war im Anfang zwischen Bethel und zwischen Ai, an den Ort des Altars, den er dort gemacht": wo auf seinen Reisen von Mittag bis gen Bethel bedeutet, das Fortschreiten in das Licht der Erkenntnisse; daher dort nicht gesagt wird, Bethel sei westwärts und Ai ostwärts gewesen. Von Jakob, wo er die Leiter sah, 1. Mose 28/17,19: "Er sprach: Dies ist nichts anderes, denn das Haus Gottes, und dies die Pforte des Himmels; und er nannte den Namen dieses Ortes Bethel": wo gleichfalls durch Bethel bezeichnet wird die Erkenntnis der himmlischen Dinge; denn der Mensch ist ein Bethel, d.h. ein Haus Gottes, sodann eine Pforte des Himmels, wenn er im Himmlischen der Erkenntnisse ist; wenn der Mensch wiedergeboren wird, so wird er eingeführt durch die Erkenntnisse der geistigen und himmlischen Dinge; wenn er aber wiedergeboren ist, dann ist er eingeführt, und ist im Himmlischen und Geistigen der Erkenntnisse. 1. Mose 35/1,6,7 sprach Gott zu Jakob: "Mache dich auf, steige auf gen Bethel, und wohne daselbst, mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist": wo gleichfalls durch Bethel bezeichnet werden die Erkenntnisse. Daß die Lade Jehovahs in Bethel war, und die Söhne Israels dahin kamen und den Jehovah fragten: Richt.20/18,26,27; 1.Sam.7/16; 10/3: bedeutet ähnliches. Sodann, daß der König von Assyrien einen von den Priestern sandte, die er aus Samaria weggeführt, der sich in Bethel setzte, und sie lehrte, wie sie Jehovah fürchten sollten: 2.Kön.17/27,28. Amos 7/12,13: "Amaziah sprach zu Amos: Seher, geh, fliehe (dir) ins Land Jehudah, und iß dort Brot, und prophezeie daselbst; und zu Bethel prophezeie hinfort nicht mehr, weil es das Heiligtum des Königs, und das Haus des Königs ist". Nachdem Jeroboam Bethel entweiht hatte: 1.Kön.12/32; 13/1-8; 2.Kön.23/15; wurde durch Bethel das Gegenteil vorgebildet, wie Hos.10/15; Amos 3/14,15; 4/5-7. Daß aber Ai die Erkenntnisse der weltlichen Dinge bedeutet, kann auch aus historischen und prophetischen Stellen des Wortes begründet werden, bei Jos.7/2; 8/1-28; Jerem.49/3,4. 1454. "Und er baute daselbst einen Altar dem Jehovah", 1. Mose 12/8, daß dies bedeute die äußere Verehrung seines Vaters aus jenem Zustand heraus, erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern er das Hauptvorbild des Gottesdienstes ist: Nr. 921. 1455. "Und rief an den Namen Jehovahs", 1. Mose 12/8, daß dies bedeute die innere Verehrung seines Vaters aus jenem Zustand heraus, erhellt aus der Bedeutung von anrufen den Namen Jehovahs: Nr. 440. Daß äußere Verehrung ist: einen Altar dem Jehovah bauen; und innere: den Namen Jehovahs anrufen, kann jedem klar sein. 1456. Vers 9. Und Abram zog gehend und reisend gegen Mittag. "Und Abram zog gehend und reisend" bedeutet das weitere Fortschreiten; "gegen Mittag" bedeutet, in Gutes und Wahres hinein, somit in einen lichtvolleren Zustand in betreff des Inwendigen. 1457. "Und Abram zog gehend und reisend", 1. Mose 12/9, (profectus eundo et proficiscendo) daß dies bedeute das weitere Fortschreiten, kann erhellen aus der Bedeutung von gehen und reisen (ier et proficisci); bei den Alten bedeuteten die Reisen, Wanderungen und Pilgerfahrten (itinerea, profectiones et peregrinationes) nichts anderes, daher auch im inneren Sinn nichts anderes im Worte. Hier beginnen die Fortschritte des Herrn in den Erkenntnissen. Daß der Herr wie ein anderer Mensch auch belehrt worden ist, kann erhellen bei Luk.1/80: "Das Knäblein wuchs und erstarkte im Geist; er war in den Wüsten bis zum Tag Seiner Erscheinung vor Israel". Luk.2/40: "Der Knabe wuchs und erstarkte am Geist, und ward erfüllt mit Weisheit, und Gnade war über Ihm". Luk.2/46-49: "Joseph und die Mutter Jesu fanden Ihn nach drei Tagen im Tempel, sitzend inmitten der Lehrer, und ihnen zuhörend, und sie fragend, es staunten alle, die Ihn hörten, ob Seiner Verständigkeit und Seiner Antworten. Als sie Ihn sahen, verwunderte sie sich, Er aber sprach zu ihnen: Warum habt ihr Mich gesucht, wußtet ihr nicht, daß Ich in dem, was Meines Vaters ist, sein muß?". Daß Er damals zwölf Jahre alt war: Luk.2/42. Luk.2/52: "Weiterhin nahm Jesus zu an Weisheit und Alter, und Gnade bei Gott und den Menschen". 1458. "Gegen Mittag", 1. Mose 12/9, daß dies bedeutet in Gutes und Wahres hinein, somit in einen lichtvollen Zustand in betreff des Inwendigen, erhellt aus der Bedeutung des Mittags; daß der Mittag einen lichtvollen Zustand bedeutet kommt daher, daß es im anderen Leben keine Himmelsgegenden und Zeiten gibt, sondern Zustände, die durch Himmelsgegenden und Zeiten bezeichnet werden. Die Zustände des Verständigen verhalten sich wie die Zustände der Tages- und Jahreszeiten, dann auch wie die der Himmelsgegenden; die Zustände des Tages sind die des Abends, der Nacht, des Morgens und des Mittags; die Zustände des Jahres sind die des Herbstes, des Winters, des Frühlings, des Sommers; und die Zustände der Himmelsgegenden sind die der Sonne gegen Westen, Norden, Osten und Süden; diesen ähnlich sind die Zustände des Verständigen; und, was wunderbar ist, im Himmel sind diejenigen im Licht, die im Zustand der Weisheit und Verständigkeit sind, ganz gemäß dem Zustand, und im höchsten Licht, die im Zustand der höchsten Weisheit und Verständigkeit sind; die Weisheit aber gehört dort der Liebe und Liebtätigkeit an, und die Verständigkeit gehört dem Glauben an den Herrn an. Daß es im anderen Leben ein Licht gibt, mit dem das Weltlicht kaum verglichen werden kann, weiß ich aus vieler Erfahrung, von der, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (die Rede sein wird). Und weil eine solche Entsprechung des Lichtes und des Verständigen im Himmel stattfindet, so wird im inneren Sinn hier und anderwärts im Worte durch den Mittag nichts anderes bezeichnet: der Mittag bezeichnet hier die Verständigkeit (Einsicht), die erworben wird durch Erkenntnisse; die Erkenntnisse sind himmlische und geistige Wahrheiten, die ebenso viele Ausstrahlungen des Lichtes im Himmel sind, und auch, wie gesagt, sich sichtbar durch das Licht darstellen. Weil der Herr jetzt mit den Erkenntnissen ausgerüstet werden sollte, damit Er auch nach Seinem menschlichen Wesen das Himmelslicht selbst würde, wird hier gesagt: "Er zog gehend und reisend gegen Mittag". Daß der Mittag dieses bezeichnet, kann aus ähnlichem im Wort erhellen, wie bei Jes.43/6: "Ich will zur Mitternacht sprechen: gib her, und zum Mittag: halte nicht zurück; bring' her Meine Söhne aus der Ferne, und Meine Töchter vom Ende der Erde": die Mitternacht (Norden) für diejenigen, die in Unwissenheit, der Mittag (Süden) für diejenigen, die in den Erkenntnissen sind; die Söhne für die Wahrheiten, und die Töchter für das Gute. Jes.58/10: "Wenn du dem Hungrigen deine Seele darreichen, und die betrübte Seele sättigen wirst, so wird aufgehen in der Finsternis dein Licht, und dein Dunkel wie der Mittag": dem Hungrigen die Seele darreichen, und die betrübte Seele sättigen, für Gutes der Liebtätigkeit im allgemeinen; aufgehen wird in der Finsternis das Licht, für: es wird ihnen Verständnis des Wahren (werden), und das Dunkel wie der Mittag, für: es wird ihnen die Weisheit des Guten (gegeben werden); der Mittag bedeutet von der Wärme das Gute, von dem Lichte das Wahre. Hes.40/2: "In Gesichten Gottes brachte Er mich ins Land Israels, und stellte mich auf einen sehr hohen Berg, auf dem wie der Bau einer Stadt gegen Mittag (war)": vom neuen Jerusalem oder dem Reich des Herrn, das, weil im Lichte der Weisheit und Verständigkeit, gegen Mittag ist. Ps.37/6: "Jehovah wird herausführen wie das Licht deine Gerechtigkeit, und dein Gericht wie den Mittag". Ps.91/5,6: "Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeile, der am Tage fliegt, vor der Pest, die im Dunkeln schleicht, vor der Zerstörung, die am Mittag verwüstet": sich nicht fürchten vor der Zerstörung, die am Mittag verwüstet, soviel als vor der Verdammnis, die ausbricht bei denen, die in Erkenntnissen sind und sie verkehren. Hes.21/2,3: "Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Mittag, und rede (stilla) gegen Mittag, und prophezeie gegen den Wald des Feldes des Mittags, und sprich zum Walde des Mittags, es sollen in ihm verbrannt werden alle Angesichte vom Süden bis zum Norden": der Wald des Mittags für diejenigen, die im Licht der Wahrheiten sind, und dasselbe auslöschen, somit für die, welche innerhalb der Kirche so beschaffen sind. Dan.8/9,10: "Aus einem von ihnen ging hervor ein kleines Horn, und ward sehr groß dem Mittag zu, und dem Aufgang zu, und der Zierde zu, und wuchs bis zum Heer der Himmel": für die, welche das Gute und die Wahrheiten bekämpfen. Jerem.13/16,19: "Gebet dem Jehovah, eurem Gott, die Herrlichkeit, ehe Er es finster werden läßt, und ehe sich stoßen eure Füße an den Bergen der Dämmerung, und (indem) ihr Licht erwartet, Er es umsetzen wird in Todesschatten, und in Dunkel; die Städte des Mittags werden verschlossen sein, und niemand, der sie öffnet": die Städte des Mittags für die Erkenntnisse des Wahren und Guten. Obadja Vers 20: "Die Weggeführten Jerusalems, die zu Sepharad sind, werden erben die Städte des Mittags": die Städte des Mittags gleichfalls für Wahres und Gutes, somit für das Wahre und Gute selbst, dessen Erben sie werden sollen: es wird dort gehandelt vom Reich des Herrn. Daß Abram fortzog gehend und reisend gegen Mittag bedeutet, wie gesagt, das Fortschreiten des Herrn in Gutes und Wahres, somit in einen lichtvollen Zustand in Rücksicht des Inwendigen: damit verhält es sich so, daß die Erkenntnisse es sind, die den Weg öffnen zur Anschauung des Himmlischen und Geistigen; durch die Erkenntnisse wird dem inneren Menschen der Weg geöffnet zum äußeren, in dem die aufnehmenden Gefäße sind, deren es so viele gibt, als Erkenntnisse des Guten und Wahren sind; in diese als in seine Gefäße fließt das Himmlische ein. 1459. Vers 10: Und es war Hunger im Lande, und Abram stieg hinab nach Ägypten, dort (als Fremder) sich aufzuhalten; weil schwer der Hunger (war) im Lande. "Und es war Hunger im Lande" bedeutet den Mangel an Erkenntnissen, der noch beim Herrn statthatte, als Er noch ein Knabe war; "und Abram stieg nach Ägypten" bedeutet Unterricht in den Erkenntnissen aus dem Wort; Ägypten ist die Wissenschaft der Erkenntnisse; "als Fremder sich aufzuhalten" heißt, belehrt werden; "weil schwer der Hunger (war) im Lande" bedeutet großen Mangel bei Seinem äußeren Menschen. 1460. "Und es war Hunger im Lande", 1. Mose 12/10, daß dies bedeute den Mangel an Erkenntnissen, den der Herr noch hatte, als Er ein Knabe war, erhellt aus dem früher Gesagten: die Erkenntnisse beim Menschen kommen im Knabenalter durchaus nicht von innen heraus, sondern von den Gegenständen der Sinne, hauptsächlich vom Gehör; denn es sind, wie gesagt, beim äußeren Menschen aufnehmende Gefäße, welche die des Gedächtnisses heißen, diese werden gebildet durch Erkenntnisse, wie jedem bekannt sein kann, während der innere Mensch einfließt und Beistand leistet, folglich werden die Erkenntnisse erlernt und dem Gedächtnis eingepflanzt gemäß dem Einfluß des inneren Menschen. So war es auch beim Herrn, da Er noch ein Knabe war, denn Er wurde geboren wie ein anderer Mensch, und unterrichtet wie ein anderer, aber das Innere war bei Ihm das Himmlische, das die Gefäße zubereitete, daß die Erkenntnisse aufgenommen, und daß die Erkenntnisse nachher Gefäße zur Aufnahme des Göttlichen werden möchten; das Innere bei Ihm war göttlich von Jehovah, Seinem Vater, das Äußere war menschlich von Maria, Seiner Mutter: hieraus kann erhellen, daß beim Herrn ebenso wie bei anderen Menschen in Seinem äußeren Menschen im Knabenalter Mangel an Erkenntnissen war. Daß der Hunger den Mangel an Erkenntnissen bedeutet, erhellt aus dem Wort anderwärts, wie bei Jes.5/12,13: "Auf das Werk Jehovahs sehen sie nicht, und das Tun Seiner Hände schauen sie nicht, darum muß ins Elend wandern Mein Volk, um der Nichterkenntnis willen, und seine Herrlichkeit sind Hungers Sterbende, und seine Menge verschmachtet vor Durst": Hungers sterbend für Mangel an himmlischen Erkenntnissen, die Menge verschmachtend vor Durst für Mangel an geistigen Erkenntnissen. Jerem.5/12,13: "Sie haben gelogen gegen Jehovah und gesagt, Er ist nicht, und nicht wird über uns kommen Unglück, und Schwert und Hunger werden wir nicht sehen; und die Propheten werden zu Wind werden, und das Wort haben sie nicht": Schwert und Hunger für: Erkenntnisse des Wahren und Guten beraubt werden; die Propheten für die, welche lehren, und das Wort nicht in sich haben; daß vom Schwert und Hunger aufgerieben werden heißt: der Erkenntnisse des Wahren und Guten beraubt werden, und daß sie (Mittel) der Verödung seien, das Schwert in betreff des Geistigen, der Hunger in betreff des Himmlischen, erhellt hin und wieder im Wort, z.B. bei Jerem.14/13-16,18; Jerem.Klagel.4/9 und anderwärts; wie bei Hes.5/16,17: "Auch Hunger werde Ich über euch häufen, und euch zerbrechen den Stab des Brotes; und werde senden über euch Hunger und böses Wild, und sie werden dich kinderlos machen, und das Schwert werde Ich über dich bringen": Hunger für Beraubung (in Rücksicht) der himmlischen Erkenntnisse, oder der Erkenntnisse des Guten, woraus Falsches und Böses. Ps.105/16: "Und Er rief Hunger über das Land, allen Stab des Brotes zerbrach Er": den Stab des Brotes zerbrechen, für: der himmlischen Nahrung beraubt werden; denn das Leben der guten Geister und Engel wird durch keine andere Speise erhalten, als durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren, und durch das Gute und Wahre selbst, daher die Bedeutung des Hungers und des Brotes im inneren Sinn. Ps.107/9: "Er sättigte die schmachtende Seele, und die hungrige Seele füllte Er mit Gutem": für die, welche Verlangen nach Erkenntnissen haben. Jerem.Klagel.2/19: "Hebe empor deine Hände ob der Seele deiner Kinder, die vor Hunger verschmachten an allen Straßenecken": der Hunger für den Mangel an Erkenntnissen, die Straßen für die Wahrheiten. Hes.34/28,29: "Sie werden sicher wohnen, und niemand wird sie schrecken, und Ich werde ihnen eine Pflanze aufwachsen lassen zum Namen, und sie werden nicht mehr durch Hunger weggerafft werden im Lande", für: sie sollen nicht mehr um die Erkenntnisse des Guten und Wahren gebracht werden. Joh.Offenb.7/16: "Sie werden nicht mehr hungern, und nicht mehr dürsten": vom Reich des Herrn, wo man Überfluß hat an allen himmlischen Erkenntnissen und Gütern, was (soviel) ist (als) nicht hungern, und an geistigen Erkenntnissen und Wahrheiten, was (soviel) ist (als) nicht dürsten. Ebenso sagte der Herr bei Joh.6/35: "Ich bin das Brot des Lebens, wer zu Mir kommt, wird nicht hungern, und wer an Mich glaubt, wird niemals dürsten". Luk.6/21: "Selig die ihr nun hungert, denn ihr werdet gesättigt werden". Luk.1/53: "Die Hungrigen hat Er gefüllt mit Gütern": wo von himmlisch Gutem und dessen Erkenntnissen (die Rede ist). Daß Hunger bedeutet Mangel an Erkenntnissen, wird deutlich gesagt bei Amos 8/11,12: "Sieh, Tage kommen, da Ich Hunger senden werde ins Land, nicht Hunger nach Brot, und nicht Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs". 1461. "Und Abram stieg hinab nach Ägypten, dort sich als Fremder aufzuhalten", 1. Mose 12/10, daß dies den Unterricht in den Erkenntnissen aus dem Worte bezeichne, erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, und aus der Bedeutung von sich (in der Fremde) aufhalten. Daß Ägypten die Wissenschaft der Erkenntnisse bedeute, und sich in der Fremde aufhalten unterrichtet werden, wird man im gleich Folgenden sehen. Daß der Herr wie ein anderer Mensch im Knabenalter unterrichtet wurde, erhellt aus jenen Stellen bei Lukas, die zum vorhergehenden 9. Vers Nr. 1457 angeführt worden sind, sodann aus demjenigen, was zuvor gleich oben gesagt worden vom äußeren Menschen, der nicht anders zur Entsprechung und Übereinstimmung mit dem inneren Menschen gebracht werden kann, als durch Erkenntnisse. Der äußere Mensch ist fleischlich und sinnlich, und nimmt nichts Himmlisches und Geistiges an, wenn nicht ihm als dem Boden Erkenntnisse eingepflanzt werden; die himmlischen Dinge können in diesen ihre aufnehmenden Gefäße haben; aber die Erkenntnisse müssen aus dem Worte sein. Die Erkenntnisse aus dem Worte sind so beschaffen, daß sie offen sind vom Herrn selbst her; denn das Wort selbst ist aus dem Herrn durch den Himmel, und in allen und jeden Teilen desselben ist das Leben des Herrn, obwohl es in seiner äußeren Gestalt nicht so erscheint. Hieraus kann erhellen, daß der Herr im Knabenalter Sich keine anderen Kenntnisse verschaffen wollte als die des Wortes, das Ihm, wie gesagt, offen war, von Seinem Vater Jehovah selbst her, mit Dem Er vereinigt und eins werden sollte; und zwar um so mehr, weil nichts im Worte gesagt ist, das nicht auf Ihn im Innersten sich bezöge, und das nicht zuvor von Ihm gekommen wäre; denn (Sein) menschliches Wesen war nur eine Zugabe zu Seinem göttlichen (Wesen), das von Ewigkeit war. 1462. Daß Ägypten die Wissenschaft der Erkenntnisse in Beziehung auf den Herrn sei, hingegen die Wissenschaft im allgemeinen in Beziehung auf alle anderen Menschen, kann erhellen aus der Bedeutung desselben im Worte, wovon schon einige Male früher, und insbesondere Nr. 1164, 1165, (die Rede war). In Ägypten nämlich war die Alte Kirche, wie in mehreren anderen Gegenden, Nr. 1238, und weil dort die Kirche war, standen auch die Wissenschaften daselbst mehr als anderswo im Flor (in Blüte); daher durch Ägypten die Wissenschaft bezeichnet worden ist; nachdem sie aber durch die Wissenschaften in die Mysterien des Glaubens hatten eindringen und so aus eigener Macht erforschen wollen, ob die göttlichen Geheimnisse sich so verhalten, da wurde es (Ägypten) magisch, und durch Ägypten wurde bezeichnet Wißtümliches, das (die Wahrheit) verkehrt; wovon dann Falsches und aus diesem Böses. Wie dies erhellt bei Jes.19/11. Daß durch Ägypten bezeichnet werden nützliche Wissenschaften, so hier die Wissenschaft der Erkenntnisse, die dem Himmlischen und Geistigen zu Gefäßen dienen kann, mag aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Jes.19/13: "Sie haben verführt Ägypten, den Eckstein der Stämme": wo es genannt wird der Eckstein der Stämme, der zur Stütze dienen sollte den Dingen des Glaubens, die durch die Stämme bezeichnet werden. Jes.19/18-22: "An jenem Tage werden fünf Städte sein im Land Ägypten, redend mit der Lippe Kanaans, und schwörend dem Jehovah Zebaoth, Ir-Cheres (Sonnenstadt) wird gesagt werden zu jeder. An jenem Tage wird sein ein Altar dem Jehovah inmitten des Landes Ägypten, und eine Standsäule neben seiner Grenze für Jehovah, und wird sein zum Zeichen und zum Zeugen für den Jehovah Zebaoth im Land Ägypten, denn sie werden schreien zu Jehovah wegen der Unterdrücker, und Er wird ihnen senden einen Retter und Fürsten, und wird sie befreien, und bekannt wird Jehovah werden Ägypten, und es werden die Ägypter erkennen den Jehovah an jenem Tag, und werden Opfer und Mincha bringen, und ein Gelübde geloben dem Jehovah, und es bezahlen: und schlagen wird Jehovah sehr Ägypten, und heilen, und sie werden wiederkehren zu Jehovah, und Er wird sich von ihnen erbitten lassen, und sie heilen": wo im guten Sinn von Ägyptern (die Rede ist), für die, welche im Wißtümlichen sind, oder (in) natürlichen Wahrheiten, die Gefäße geistiger Wahrheiten sind. Jes.19/23-25: "An jenem Tage wird ein Pfad sein von Ägypten nach Aschur, und Aschur wird nach Ägypten kommen, und Ägypten nach Aschur, und die Ägypter werden Aschur dienen. An jenem Tage wird Israel der dritte sein für Ägypten und für Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah Zebaoth, sprechend: Gesegnet sei Mein Volk Ägypten, und Meiner Hände Werk Aschur, und Mein Erbe Israel": wo durch Ägypten bezeichnet wird die Wissenschaft natürlicher Wahrheiten, durch Aschur die Vernunft oder das Vernünftige, durch Israel die geistigen Dinge, die (so) aufeinanderfolgen, daher es heißt, daß an jenem Tage ein Pfad sein werde von Ägypten nach Aschur, und Israel werde das dritte sein für Ägypten und Aschur. Hes.27/7: "Byssus in Stickerei aus Ägypten war dein Segel, damit es dir zu Zeichen sein möchte": wo von Tyrus (die Rede ist), durch das bezeichnet wird der Besitz von Erkenntnissen; Byssus mit Stickerei für die Wahrheiten der Wissenschaften, die dienen; das Wißtümliche, weil es Sache des äußeren Menschen ist, muß dienen dem Inneren. Hes.29/13,14: "So sprach der Herr Jehovih, vom Ende von vierzig Jahren an werde Ich sammeln Ägypten aus den Völkern, wohin sie zerstreut waren, und will zurückbringen die Gefangenschaft Ägyptens": für ähnliches, das über Jehudah und Israel hin und wieder gesagt wird, daß sie aus den Völkern gesammelt und aus der Gefangenschaft zurückgeführt werden sollen. Sach.14/17,18: "Und es wird geschehen, wer nicht hinaufziehen wird von den Familien der Erde gen Jerusalem, anzubeten den König Jehovah Zebaoth, über solche wird nicht der Regen kommen, und wenn die Familie Ägyptens nicht hinaufziehen, und nicht kommen wird": auch im guten Sinn von Ägypten, durch das ähnliches bezeichnet wird. Daß die Wissenschaft oder menschliche Weisheit bezeichnet wird durch Ägypten, kann auch erhellen bei Dan.11/43, wo die Wissenschaften himmlischer und geistiger Dinge genannt werden, verborgene Schätze und Gold und Silber, sodann Kostbarkeiten Ägyptens. Und von Salomo heißt es: "Seine Weisheit sei vielfacher gewesen als die Weisheit aller Söhne des Aufgangs, und als alle Weisheit der Ägypter": 1.Kön.5/10. Das Haus, das von Salomo für die Tochter Pharaos erbaut wurde, bildete auch nichts anderes vor: 1.Kön.7/8-51. Daß der Herr, als Kind, nach Ägypten gebracht wurde, bedeutete auch nichts anderes, als was hier durch Abram (bezeichnet wird), und zugleich (geschah es auch), damit Er alles erfüllen möchte, was auf Ihn vorgebildet worden war. Die Wanderung Jakobs und seiner Söhne nach Ägypten bildete im innersten Sinne auch nichts anderes vor, als des Herrn ersten Unterricht in den Erkenntnissen aus dem Wort, wie auch aus dem Folgenden sich ergibt; vom Herrn heißt es bei Matth.2/13-15,19-21: "Der Engel des Herrn erschien im Traum dem Josef und sprach: "Wach auf und nimm den Knaben und Seine Mutter und fliehe nach Ägypten, und bleibe daselbst bis ich dir sagen werde; er wachte auf, nahm den Knaben und Seine Mutter bei Nacht, und entwich nach Ägypten und war dort bis zum Tode des Herodes, auf daß erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, wenn er spricht: Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen; worüber es bei Hos.11/1, also heißt: "Als Israel ein Knabe war, da liebte Ich Ihn, und aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn": hieraus erhellt, daß durch den Knaben Israel der Herr verstanden wird; und Sein Unterrichtetwerden als Knabe, durch die Worte: Aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn. Hos.12/13,14: "Durch einen Propheten führte Jehovah den Israel herauf aus Ägypten, und durch einen Propheten wurde er gehütet": wo ebenfalls durch Israel verstanden wird der Herr; durch den Propheten wird bezeichnet einer der das lehrt, somit die Lehre der Erkenntnisse. Ps.80/8,9: "Gott Zebaoth führe uns zurück, und laß leuchten Deine Angesichte, und wir werden gerettet werden, einen Weinstock hast du aus Ägypten kommen lassen, hast vertrieben die Völkerschaften; und ihn gepflanzt": wo auch (die Rede ist) vom Herrn, Der genannt wird ein Weinstock aus Ägypten in betreff der Erkenntnisse, in denen Er unterrichtet wurde. 1463. Daß pilgern (sich im Ausland aufhalten) bedeute unterrichtet werden, kann erhellen aus der Bedeutung von Pilgern (peregrinari) im Worte, sofern sie ist unterrichtet werden, und zwar darum, weil das Pilgern und Wandern, oder das Fortgehen von einem Ort an den anderen im Himmel nichts anderes ist, als eine Veränderung des Zustandes, wie früher gezeigt worden: Nr. 1376, 1379; sooft daher im Worte vorkommt ein Reisen, Pilgern und Versetztwerden von einem Ort an den anderen, kommt den Engeln nichts anderes vor als eine Zustandsveränderung, die bei ihnen stattfindet. Die Zustandsveränderungen betreffen sowohl die Gedanken als die Neigungen: die Zustandsveränderungen der Gedanken sind Erkenntnisse, die in der Geisterwelt sich darstellen durch Belehrungen, und dies war auch der Grund, warum die Menschen der Ältesten Kirche, weil sie Gemeinschaft hatten mit dem Engelshimmel, beim Pilgern nichts anderes inne wurden. So bedeutet hier (1. Mose 12/10) daß "Abram hinabstieg nach Ägypten, um da sich (als Fremder) aufzuhalten", nichts anderes, als das Unterrichtetwerden des Herrn; gleiche Bedeutung hat das Hinabziehen Jakobs und seiner Söhne nach Ägypten, wie bei Jes.52/4: "So sprach der Herr Jehovih: Nach Ägypten zog hinab Mein Volk im Anfang, daselbst sich aufzuhalten, und Aschur hat für nichts es unterdrückt": wo Aschur für die Vernünfteleien (steht): darum wurden auch diejenigen, die in der jüdischen Kirche unterrichtet wurden, genannt Fremdlinge, die sich in ihrer Mitte aufhalten, in Beziehung auf welche geboten war, daß sie ebenso gehalten werden sollten, wie die Eingeborenen: 2. Mose 12/48,49; 3. Mose 24/22; 4. Mose 15/13-16,26,29; 19/10; wovon es heißt bei Hes.47/21-23: "Ihr sollt dies Land unter euch verteilen nach den Stämmen Israels, und es soll geschehen, nach dem Los sollt ihr als Erbe teilen zwischen euch und den Fremdlingen, die sich in eurer Mitte aufhalten, und sie sollen euch sein wie der Eingeborene unter den Söhnen Israels, mit euch sollen sie das Los werfen über das Erbe inmitten der Stämme Israels, und es soll geschehen in dem Stamme, bei dem der Fremdling sich aufgehalten hat, daselbst sollt ihr geben sein Erbe": wo vom neuen Jerusalem, oder vom Reich des Herrn (die Rede ist); unter den Fremdlingen, die sich daselbst aufhalten, werden diejenigen verstanden, die sich unterrichten lassen, mithin die Heiden; daß sie für die (stehen), die unterrichtet werden, erhellt daraus, daß es heißt: in dem Stamm, bei dem er sich aufhält, sollte ihm eine Erbschaft gegeben werden; die Stämme für das, was Sache des Glaubens ist. Durch das Pilgern (oder Wallen, peregrinari) wird auch ähnliches bezeichnet wie durch das Reisen und Wohnen, durch das Reisen die Weise und Ordnung des Lebens, und durch wohnen leben, wovon früher Nr. 1293; daher auch das Land Kanaan genannt wird das Land der Wallfahrten Abrahams, Jischaks und Jakobs, 1. Mose 28/4; 36/7; 37/1; 2. Mose 6/4 und Jakob sprach zu Pharao: "Die Tage der Jahre meiner Wallfahrten, wenig und böse sind gewesen die Tage der Jahre meines Lebens, und haben nicht erreicht die Tage der Jahre des Lebens meiner Väter, in den Tagen ihrer Pilgerfahrten": 1. Mose 47/9, wo die Wallfahrt für das Leben und die Unterweisung steht. 1464. "Weil schwer der Hunger war im Lande", 1. Mose 12/10, daß dies bedeute großen Mangel bei Seinem äußeren Menschen, erhellt aus der Bedeutung des Hungers oben in diesem Vers. Der Geheimnisse, die hier enthalten sind, sind zu viele, als daß sie in der Kürze angegeben werden könnten. Der Herr hatte ein größeres Lernvermögen als jeder andere Mensch; weil Er aber in den himmlischen Dingen früher zu unterrichten war als in den geistigen, während es bei anderen Menschen nicht so ist, darum wird dies angeführt; auch aus dem Grund, weil ein Erbübel von der Mutter her in Seinem äußeren Menschen war, gegen das Er kämpfen und das Er überwinden sollte; außer unzähligen anderen. 1465. Vers 11: Und es geschah, als er nahe daran war, in Ägypten anzukommen, da sprach er zu Sarai, seinem Weibe, siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib schön von Ansehen bist. "Und es geschah, als er nahe daran war, in Ägypten anzukommen" bedeutet, als Er anfing zu lernen; Ägypten ist die Wissenschaft der Erkenntnisse; "da sprach er zu Sarai, seinem Weibe" bedeutet, Er habe so gedacht von den Wahrheiten, denen die himmlischen Dinge beigesellt sind; das Weib Sarai ist das Wahre, das beigesellt war den himmlischen Dingen, die sich bei dem Herrn befanden; "siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib schön von Ansehen bist" bedeutet, daß das Wahre aus himmlischem Ursprung lieblich sei. 1466. "Und es geschah, als er nahe daran war, in Ägypten anzukommen", 1. Mose 12/11, daß dies bedeute, als Er anfing zu lernen, erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es die Wissenschaft der Erkenntnisse ist; wenn also vom Hinnahen zu dieser die Rede ist, so kann es nichts anderes bedeuten. 1467. Daß Ägypten die Wissenschaft der Erkenntnisse ist, erhellt aus dem, was bei dem vorhergehenden Vers über Ägypten gesagt und gezeigt worden ist. 1468. "Da sprach er zu Sarai, seinem Weibe", 1. Mose 12/11, daß dies bedeutet, er habe so von den Wahrheiten gedacht, denen die himmlischen Dinge beigesellt sind, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, wenn sie Weib (Abrams) genannt wird; Eheweib bedeutet im inneren Sinn des Wortes nichts anderes als das mit dem Guten verbundene Wahre; denn die Verbindung des Wahren mit dem Guten verhält sich nicht anders als wie eine Ehe; wenn der Gatte (maritus) im Wort genannt wird, dann bedeutet der Gatte das Gute, und das Weib (oder die Gattin, uxor) das Wahre, aber wenn nicht der Gatte genannt, sondern gesagt wird der Mann (vir), dann bezeichnet er das Wahre, und das Weib das Gute, und zwar konsequent allenthalben im Wort, wie dies auch früher, Nr. 915, gesagt worden ist: hier, weil Abram (als Gatte) genannt ist, bedeutet das Weib Sarai das Wahre: zu dem Weibe sagen heißt also im inneren Sinn, so denken von den Wahrheiten, mit denen die himmlischen Dinge verbunden sind. Es ist wahre Geschichte, daß Abram so zu seinem Weibe gesagt hat, als er nach Ägypten reiste, aber wie gesagt, alle Geschichten des Wortes sind vorbildend und alle Worte sind bezeichnend; es sind keine andere Geschichten, und in keiner anderen Ordnung, und keine andere Worte und Ausdrücke angeführt worden, als solche, die im inneren Sinn jene Geheimnisse ausdrücken. 1469. Daß das Weib Sarai das den himmlischen Dingen, die beim Herrn waren, beigesellte Wahre sei, erhellt aus demjenigen, was soeben über die Bedeutung des Weibes Sarai gesagt worden ist. Daß gesagt wird das den himmlischen Dingen beigesellte Wahre, geschieht darum, weil alles Wahre beim Herrn (schon) vorher (da) war; das Himmlische hat bei sich das Wahre, das eine ist unzertrennlich vom anderen, wie das Licht von der Flamme, aber es war verborgen in Seinem inneren Menschen, der göttlich (war); die wißtümlichen Dinge und die Erkenntnisse, die Er erlernte, sind nicht Wahres oder Wahrheiten, sondern sind nur die aufnehmenden Gefäße; wie denn alles, was im Gedächtnis des Menschen ist, nichts weniger als Wahres ist, obwohl es so genannt wird, sondern in ihnen, als in den Gefäßen, ist das Wahre; diese Gefäße mußten durch Unterricht in den Erkenntnissen aus dem Wort vom Herrn gebildet, oder vielmehr aufgeschlossen werden, damit nicht allein Himmlisches ihnen eingeflößt, sondern damit (sie selbst) auch himmlisch, somit göttlich würden; denn der Herr verband das göttliche Wesen mit dem menschlichen, damit Sein Menschliches auch göttlich werde. 1470. Daß "siehe doch, ich weiß, daß du ein Weib schön von Ansehen bist", 1. Mose 12/11, bedeute, das Wahre aus himmlischem Ursprung sei lieblich, kann erhellen aus der Bedeutung des Weibes, schön von Ansehen. Alles Wahre, das himmlisch ist, oder das aus Himmlischem erzeugt wird, ist Seliges im inneren Menschen, und Angenehmes im äußeren, nicht anders wird das Wahre bei den himmlischen Engeln empfunden (percipitur); ganz anders, wenn es nicht aus himmlischem Ursprung ist; es gibt zweierlei Seliges im inneren Menschen, dem zweierlei Angenehmes im äußeren Menschen entspricht, das eine ist das des Guten, das andere ist das des Wahren; das himmlisch Selige und Angenehme ist das des Guten, das geistig Selige und Angenehme ist das des Wahren; es ist auch bekannt, daß das Wahre selbst Seligkeit und Freude (jucunditatem) mit sich führt, eine wesentliche aber alsdann, wenn es aus dem Himmlischen stammt, infolgedessen das Wahre selbst auch himmlisch wird, und genannt wird das himmlisch Wahre; und es ist vergleichsweise wie das Licht der Sonne zur Frühlingszeit, das in seinem Schoß Wärme hat, von der alles auf der Erde belebt, und gleichsam beseelt wird; jenes himmlisch Wahre ist das Schöne selbst, oder die Schönheit selbst. Dieses Wahre ist es, das hier heißt: ein Weib schön von Ansehen. Welche Geheimnisse dies außerdem in sich schließt, wird aus dem Folgenden klar werden. 1471. Vers 12: Und es wird geschehen, wenn dich sehen werden die Ägypter, so werden sie sagen, sein Weib ist diese, und werden mich töten, und dich leben lassen. "Und es wird geschehen, wenn dich sehen werden die Ägypter" bedeutet die Wissenschaft der Erkenntnisse, die beschrieben wird, wie sie beschaffen ist, wenn sie (nämlich die Ägypter) die himmlischen Erkenntnisse sehen; "so werden sie sagen, sein Weib ist diese" bedeutet, sie werden dieselben (die Erkenntnisse) himmlisch nennen; "und werden mich töten, und dich leben lassen" bedeutet, sie würden um das Himmlische sich nichts bekümmern, sondern lediglich nur um die Erkenntnisse, die sie erlangen würden. 1472. "Und es wird geschehen, wenn dich sehen werden die Ägypter", 1. Mose 12/12, daß dies bedeute die Wissenschaft der Erkenntnisse, die beschrieben wird, wie beschaffen sie ist, wenn sie die himmlischen Erkenntnisse sehen, kann erhellen aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es die Wissenschaft der Erkenntnisse ist, wie früher gezeigt worden; und daher, was (die Worte) bedeuten: "wenn sehen werden die Ägypter", nämlich daß sie (die Wissenschaft) so ist, wie in diesem Vers beschrieben wird; die Wissenschaft der Erkenntnisse bringt dies mit sich, und es ist etwas Natürliches, das sie in sich hat. Es zeigt sich auch bei den Knaben, wenn sie zuerst anfangen zu lernen, nämlich je tiefer es ist (was sie lernen), desto mehr begehren sie, und wenn sie hören, daß es Himmlisches und Göttliches ist, noch mehr. Aber diese Lust (hoc jucundum) ist eine natürliche und entsteht aus der Begierde, die im äußeren Menschen ist. Diese Begierde macht bei anderen Menschen, daß sie ihre Lust nur setzen in die Wissenschaft der Erkenntnisse, ohne einen anderen Zweck; während doch die Wissenschaft der Erkenntnisse nichts anderes ist, als etwas Werkzeugliches zum Zweck eines Nutzens, daß sie nämlich dem Himmlischen und Geistigen zu Gefäßen dienen sollen; und dann erst, wenn sie hierzu dienen, haben sie einen Nutzen und empfangen ihren Lustreiz von dem Nutzen. Einem jeden kann, wenn er aufmerkt, einleuchten, daß die Wissenschaft der Erkenntnisse an sich keinen anderen Endzweck hat, als daß der Mensch vernünftig werde, und infolgedessen geistig, und endlich himmlisch, und durch sie sein äußerer Mensch verbunden werde mit dem inneren: wenn dies geschieht, ist sie in ihrer eigentlichen Nutzwirkung: der innere Mensch hat sein Absehen auf nichts als auf Nutzwirkungen. Um jenes Endzwecks willen flößt der Herr auch die Lust ein, welche das Knaben- und das Jünglingsalter in den Wissenschaften empfindet. Wenn aber der Mensch anfängt, die Lust bloß ins Wissen zu setzen, so ist es eine leibliche Begierde, die ihn hinnimmt, und inwieweit sie ihn hinnimmt, oder er seine Lust bloß ins Wissen setzt, insoweit entfernt er sich vom Himmlischen, und insoweit verschließt sich das Wißtümliche gegen den Herrn und wird materiell. Je mehr aber das Wißtümliche erlernt wird um des Nutzzwecks willen, z.B. um der menschlichen Gesellschaft, um der Kirche des Herrn auf Erden, um des Reiches des Herrn in den Himmeln willen, und mehr noch um des Herrn willen, desto mehr wird es aufgeschlossen. Daher auch die Engel, die in der Wissenschaft aller Erkenntnisse sind, und zwar in einer solchen, daß kaum der zehntausendste Teil davon zum vollen Verständnis des Menschen gebracht werden kann, dennoch die Wissenschaften für nichts achten im Vergleich mit dem Nutzen. Hieraus kann erhellen, was bezeichnet wird durch das: "wenn dich sehen werden die Ägypter, so werden sie sagen, sein Weib ist diese und werden mich töten und dich leben lassen". Weil dies der Herr als Knabe wußte und so dachte, ist dies gesagt worden, nämlich wenn er sich von der bloßen Begierde nach der Wissenschaft der Erkenntnisse hinnehmen ließe, dann wäre die Wissenschaft von der Art, daß sie um das Himmlische sich nichts bekümmern würde, sondern nur um die Erkenntnisse, welche die Wißbegierde hinnehmen würde: hierüber folgt noch mehreres. 1473. "So werden sie sagen, sein Weib ist diese", 1. Mose 12/12, bedeutet, sie werden sie (die Erkenntnisse) himmlisch nennen, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, daß es nämlich das dem Himmlischen beigesellte Wahre ist, daher "sein Weib ist diese", soviel ist als, es sei himmlisch. 1474. "Und werden mich töten, und dich leben lassen", 1. Mose 12/12, daß dies bedeutet, sie würden um das Himmlische sich nichts bekümmern, sondern lediglich nur um die Erkenntnisse, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist. 1474_. Vers 13: Sage doch, meine Schwester (seiest) du, darum, daß es mir gut gehe um deinetwillen, und meine Seele lebe um deinethalben. "Sage doch, meine Schwester seiest du" bedeutet das Verstandeswahre (intellectuale verum), welches ist die Schwester; "darum, daß es mir gut gehe um deinetwillen" bedeutet, so könne das Himmlische nicht verletzt werden; "und meine Seele lebe um deinethalben" bedeutet, so könne das Himmlische gerettet werden. 1475. Daß (die Worte): "sage doch, meine Schwester seiest du", 1. Mose 12/13, bedeuten das Verstandeswahre, das die Schwester ist, kann erhellen aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie das Verstandeswahre ist, während das himmlisch Wahre das Weib ist; über welche Bedeutung derselben im Folgenden. Damit verhält es sich so: Die Wissenschaft ist von der Art, daß sie nichts lieber begehrt, als sich ins Himmlische einzudrängen und dasselbe zu erforschen. Dies ist aber gegen die Ordnung; denn so verletzt sie das Himmlische; die eigentliche Ordnung ist, daß das Himmlische durch das Geistige eindringe ins Vernünftige und so ins Wißtümliche, und dasselbe sich anpasse; wird diese Ordnung nicht beobachtet, so (erlangt man) durchaus keine Weisheit. Es sind hierin auch enthalten jene Geheimnisse, wie der Herr von Seinem Vater aller Ordnung gemäß unterrichtet wurde, und somit, wie Sein äußerer Mensch mit dem inneren verbunden, das ist wie Sein äußerer Mensch ebenso wie der innere göttlich gemacht, und Er so in Rücksicht auf beiderlei Wesen Jehovah wurde; dies geschah durch Erkenntnisse, welche die Mittel sind; ohne Erkenntnisse, als die Mittel, kann der äußere Mensch nicht einmal ein Mensch werden. 1476. "Darum daß es mir gut gehe um deinetwillen", 1. Mose 12/13, daß dies bedeute, so könne das Himmlische nicht verletzt werden, erhellt aus dem, was oben gesagt worden ist; denn, wie früher einige Male gesagt worden ist, die Ordnung ist, daß das Himmlische einfließe ins Geistige, das Geistige ins Vernünftige, und dieses ins Wißtümliche. Wenn diese Ordnung ist, dann wird vom Himmlischen sich angepaßt das Geistige, vom Geistigen das Vernünftige, und von diesem das Wißtümliche. Das Wißtümliche im allgemeinen wird alsdann das letzte Gefäß, oder, was dasselbe ist, die wißtümlichen (Wahrheiten) im besonderen und einzelnen werden die letzten Gefäße, die den vernünftigen entsprechen, die vernünftigen den geistigen und die geistigen den himmlischen. Wenn solche Ordnung ist, dann kann das Himmlische nicht verletzt werden; außerhalb dieser Ordnung wird es verletzt. Weil hier im inneren Sinn gehandelt wird von dem Unterrichtetwerden des Herrn, so wird hier beschrieben, wie Er fortgeschritten sei. 1477. Daß (die Worte) "meine Seele lebe um deinethalben", 1. Mose 12/13, bedeuten, so könnte das Himmlische gerettet werden, kann erhellen aus der Bedeutung der Seele, sofern sie nämlich das Himmlische ist, denn dieses ist die eigentliche Seele, weil das eigentliche Leben. Hieraus erhellt, was (die Worte) bedeuten: "auf daß meine Seele lebe deinethalben". Aus dem Folgenden wird erhellen, daß die himmlischen oder göttlichen Dinge dem Herrn nicht so beigegeben worden sind, daß sie ein Wesen ausmachten, ehe denn Er Versuchungen aushielt, und so das von der Mutter her ererbte Böse austrieb. Hier und in den folgenden Versen wird (nur) beschrieben, wie unterdessen das Himmlische selbst nicht verletzt, sondern gerettet worden sei. 1478. Vers 14: Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam, da sahen die Ägypter das Weib, daß sie sehr schön (war). "Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam" bedeutet, als der Herr anfing unterrichtet zu werden; "da sahen die Ägypter das Weib, daß sie sehr schön war" bedeutet die Wissenschaft der Erkenntnisse, als so beschaffen, daß sie sich selbst sehr wohlgefällt. 1479. "Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam", 1. Mose 12/14, daß dies bedeute, als der Herr anfing unterrichtet zu werden, erhellt aus der Vorbildung Abrams, sofern es nämlich im inneren Sinn der Herr als Knabe ist, und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es die Wissenschaft der Erkenntnisse ist, wie 1. Mose 12/10 gezeigt worden ist. Hieraus ist offenbar, daß nach Ägypten kommen heißt, unterrichtet werden. 1480. "Da sahen die Ägypter das Weib, daß sie sehr schön war", 1. Mose 12/14, daß dies bedeute, die Wissenschaft der Erkenntnisse gefalle sich sehr wohl, erhellt aus dem, was oben 1. Mose 12/11 gesagt worden ist, daß nämlich die Wissenschaft im Knabenalter so beschaffen sei. Denn es ist der Wissenschaft, weil dem Menschen, gleichsam angeboren, daß sie zu allererst gefällt, um keines anderen Zwecks, als um des Wissens willen; ein jedweder Mensch ist von solcher Art. Der Geist hat eine überaus große Lust am Wissen, so daß er kaum etwas anderes eher begehrt; es ist seine Speise, durch die er erhalten und erquickt wird, wie der äußere Mensch von der irdischen Speise; diese seine Geistesnahrung wird dem äußeren Menschen mitgeteilt, zu dem Zweck, daß der äußere Mensch angepaßt werde dem inneren. Die himmlische Speise ist alles Gute der Liebe und der Liebtätigkeit vom Herrn, die geistige Speise ist alles Wahre des Glaubens; von diesen Speisen leben die Engel. Von da aus entsteht eine Speise, die auch eine himmlische und geistige ist, aber eine niederere engelische, davon leben die engelischen Geister; aus diesen wieder eine noch niederere himmlische und geistige, welche die der Vernunft und der Wissenschaft ist, von dieser leben die guten Geister; zuletzt kommt die leibliche Speise, die für den Menschen ist, solang er im Körper lebt; diese Speisen entsprechen einander auf wunderbare Weise. Hieraus kann man auch ersehen, warum und wie die Wissenschaft ein so großes Wohlgefallen an sich findet, denn es verhält sich damit wie mit der Eßlust und dem Geschmack, daher auch dem Wißtümlichen in der Geisterwelt das Essen beim Menschen entspricht, und der Begierde nach Wissenschaften die Eßlust und der Geschmack selbst, was durch die Erfahrung sich bestätigt, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1481. Vers 15: Und es sahen sie die Fürsten Pharaos, und priesen sie bei Pharao, und das Weib ward genommen ins Haus Pharaos. "Und es sahen sie die Fürsten Pharaos" bedeutet die Hauptvorschriften, welche sind die Fürsten Pharaos, "und priesen sie bei Pharao" bedeutet, daß sie gefielen; "und das Weib ward genommen ins Haus Pharaos" bedeutet, sie haben das Gemüt eingenommen. 1482. "Und es sahen sie die Fürsten Pharaos", 1. Mose 12/15, daß dies bedeutet die Hauptvorschriften, welche sind die Fürsten Pharaos, erhellt aus der Bedeutung der Fürsten und des Pharao. Die Fürsten bedeuten im Worte das, was Hauptsache ist, sowohl in den historischen als in den prophetischen Teilen des Wortes; und Pharao bedeutet dasselbe, was Ägypten, und hier steht Ägypten oder Pharao im besten Sinn, weil sie sich beziehen auf das Wissen der Erkenntnisse, das der Herr im Knabenalter zuerst ergriff. Daß es die Hauptvorschriften aus dem Wort gewesen sind, erhellt aus der Bedeutung dieser im inneren Sinn. Daß durch Pharao im Wort dasselbe bezeichnet wird, was durch Ägypten im allgemeinen, kann mit vielem belegt werden, ebenso auch durch die genannten Könige anderer Reiche dasselbe, was durch die Namen der Reiche selbst: durch die Fürsten aber das Hauptsächliche derselben, wie bei Jes.19/11,13: "Töricht sind die Fürsten Zoans, die weisen Räte Pharaos, wie möget ihr sagen zu Pharao: ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn der Könige des Altertums; dumm wurden die Fürsten Zoans, betört sind die Fürsten Nophs": hier die Fürst Zoans, und die weisen Räte Pharaos, für die vornehmsten wißtümlichen (Wahrheiten); und weil, wie schon früher gesagt worden, die Weisheit ursprünglich in Ägypten blühte (Nr. 1462), wird er genannt ein Sohn der Weisen, und ein Sohn der Könige des Altertums: so auch anderwärts öfters im Worte Fürst für das Vornehmste. 1483. "Und priesen sie bei Pharao", 1. Mose 12/15, daß dies bedeute, sie gefielen, kann ohne Erklärung einleuchten. 1484. "Und das Weib ward genommen ins Haus Pharaos", 1. Mose 12/15, daß dies bedeute, sie haben das Gemüt für sich gewonnen, kann erhellen aus der Bedeutung des Weibes, und aus der Bedeutung des Hauses. Das Weib bedeutet das Wahre, hier das Wahre in den Wissenschaften, woran der Herr im Knabenalter eine so große Freude hatte. Die Freude am Wahren ist die, welche aus dem Verstandeswahren kommt, das durch die Schwester bezeichnet worden ist. Das Haus bezeichnet das, was beim Menschen, hauptsächlich was in seinem Willen ist, wie dies früher gezeigt worden ist, Nr. 710; somit hier, was dem Gemütsstreben, oder dem Wissens- und Lerntrieb angehört. 1484_. Vers 16: Und dem Abram tat er Gutes um ihretwillen; und er hatte Schaf- und Rindvieh, und Esel und Knechte, und Mägde und Eselinnen, und Kamele. "Und dem Abram tat er Gutes um ihretwillen" bedeutet das Wissen (scientifica) habe sich beim Herrn vervielfältigt; "und er hatte Schaf- und Rindvieh, und Esel und Knechte, und Mägde und Eselinnen, und Kamele" bedeutet alles im allgemeinen, was dem Wissen (scientificis) angehört. 1485. "Und dem Abram tat er Gutes um ihretwillen", 1. Mose 12/16, daß dies bedeute, das Wissen habe sich beim Herrn vervielfältigt, erhellt aus der Bedeutung von Gutes tun, welche ist, bereichert werden. Es wird dies ausgesagt von der Wissenschaft, die bezeichnet wird durch Pharao, sofern er Gutes getan habe dem Abram, das ist, dem Herrn als Knaben, und zwar um ihretwillen (nämlich der Sarai willen), das ist, um des Verstandeswahren willen, nach dem Er Verlangen hatte. Das Verlangen nach Wahrem war es, infolgedessen die Bereicherung statthatte. 1486. "Und (er hatte) Schaf- und Rindvieh, und Esel und Knechte, und Mägde und Eselinnen, und Kamele", 1. Mose 12/16, daß dies bedeutet alles im allgemeinen, was dem Wissen (scientificis) angehört, erhellt aus der Bedeutung aller dieser Gegenstände im Wort; was aber ein jedes inbesondere bedeutet, wäre zu umständlich nachzuweisen; z.B: was hier Schafe und Rindvieh (grex et armentum) was Esel und Knechte, was Mägde und Eselinnen, was Kamele (bedeuten); ein jedes hat seine besondere Bedeutung, im allgemeinen alles, was zur Wissenschaft der Erkenntnisse (cognitionum) und des Wißtümlichen (scientificorium) gehört; die wißtümlichen Dinge an sich betrachtet sind Esel und Knechte, ihre Vergnügungen sind Mägde und Eselinnen, die Kamele sind allgemeine Dienstleistungen, Schaf- und Rindvieh sind Besitztümer, so hin und wieder im Worte. Alle Dinge, die nur immer beim äußeren Menschen sind, sind nichts anderes als Dienstleistungen, das ist, sie sollen dienen dem inneren Menschen; so alles Wißtümliche, das lediglich nur dem äußeren Menschen angehört; denn es ist erworben aus dem Irdischen und Weltlichen durch das Sinnliche, damit es dienen könnte dem inwendigeren oder vernünftigen Menschen, dieser dem geistigen und dieser dem himmlischen, und dieser dem Herrn. So sind sie einander untergeordnet, daß das Auswendigere (exteriora) dem Inwendigeren (interioribus) in der Ordnung, somit alles und jedes der Ordnung nach dem Herrn (diene): das Wißtümliche ist sonach das Letzte und Äußerste, in das der Ordnung nach das Inwendigere ausläuft, und weil es das Letzte und Äußerste ist, so muß es mehr als das übrige dienstbar sein; jeder kann wissen, wozu das Wißtümliche dienen kann, wenn er nur nachdenkt, oder bei sich untersucht, wozu es nützt; wenn er so über den Nutzzweck nachdenkt, so kann er auch begreifen, von welcher Art der Nutzzweck ist: alles Wißtümliche muß einen Nutzzweck haben, und dies ist sein Dienst. 1486_. Vers 17: Und Jehovah schlug den Pharao mit großen Plagen, und sein Haus, wegen des Wortes der Sarai, des Weibes Abrams. "Und Jehovah schlug den Pharao mit großen Plagen" bedeutet, daß das Wißtümliche zerstört worden sei; "und sein Haus" bedeutet, das er gesammelt hatte; "wegen des Wortes der Sarai, des Weibes Abrams" bedeutet, wegen des Wahren, das mit dem Himmlischen verbunden werden soll. 1487. "Und Jehovah schlug den Pharao mit großen Plagen", 1. Mose 12/17, daß dies bedeute, das Wißtümliche sei zerstört worden, erhellt aus der Bedeutung Pharaos, als der Wissenschaft im allgemeinen, folglich auch des Wißtümlichen, das der Wissenschaft angehört (scientificorum, quae sunt scientiae); und aus der Bedeutung von geschlagen werden mit großen Plagen, sofern es ist zerstört werden: solche Bewandtnis hat es mit dem Wißtümlichen; dieses wird im Knabenalter erworben in keiner anderen Absicht, als zum Zweck des Wissens, beim Herrn infolge der Freude am - und der Neigung zum Wahren. Das Wißtümliche, das im Knabenalter erworben wird, ist mancherlei, aber es wird vom Herrn in die Ordnung gestellt, daß es zu einem Nutzen dient, zuerst daß (der Mensch) denken lernt, sodann daß er durch das Denken nützlich wird, endlich daß er es verwirkliche, nämlich daß sein Leben selbst im Nutzenschaffen bestehe, und ein Leben der Nutzwirkungen sei. Dies leistet das Wißtümliche, das er im Knabenalter in sich aufnimmt; ohne dasselbe kann sein äußerer Mensch durchaus nicht dem inneren verbunden und zugleich nutzbringend werden. Wenn ein Mensch nützlich wird, d.h., wenn all sein Denken aus der Absicht, Nutzen zu schaffen, hervorgeht, und alles, was er tut, das Nutzenschaffen zum Endzweck hat, obschon nicht mit deutlichem Bewußtsein, doch im verborgenen Hintergrund, infolge des Charakters, den er sich dadurch angebildet hat, dann wird das Wißtümliche, das dem ersten Nutzzweck, vernünftig zu werden, gedient hat, zerstört, weil es hinfort zu nichts mehr dient, und so weiter. Dies ist es, was hier verstanden wird unter dem, daß "Jehovah den Pharao mit großen Plagen schlug". 1488. "Und sein Haus", 1. Mose 12/17, daß dies bedeute, was er gesammelt hatte, kann erhellen aus der Bedeutung des Hauses, nämlich hier des Wißtümlichen, das gesammelt wird. Wißtümliches sammeln, und mittelst desselben den äußeren Menschen bilden und ihn erbauen, damit verhält es sich nicht anders, als mit dem Bauen eines Hauses. Daher auch durch bauen und durch Häuser bauen im Wort hin und wieder ähnliches bezeichnet wird, z.B. bei Jes.65/17,21,22: "Ich schaffe neue Himmel, und eine neue Erde, sie werden Häuser bauen und bewohnen; und werden Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen, nicht werden sie bauen, und ein anderer bewohnen": das Haus hier, wo Weisheit und Verständigkeit, somit wo Erkenntnisse des Wahren und Guten sind, denn es wird vom Reich des Herrn gehandelt, nämlich von den neuen Himmeln und der neuen Erde. Jerem.29/5: "Bauet Häuser und bewohnet sie, und pflanzet Gärten, und esset ihre Früchte". Ps.112/1,3: "Selig der Mann, der den Jehovah fürchtet, an Seinen Geboten sich hoch erfreut; Vermögen und Reichtum ist in seinem Hause, und seine Gerechtigkeit stehet in Ewigkeit": wo Vermögen und Reichtum für die Güter und Reichtümer der Weisheit und Verständigkeit, somit für die Erkenntnisse (stehen), die in seinem Hause, das ist, bei ihm sind. Das Haus steht im entgegengesetzten Sinn, Zeph.1/12,13: "Heimsuchen werde Ich die da sagen in ihrem Herzen, nicht wohlgetan hat Jehovah, und nicht übel, und es wird ihr Vermögen zum Raub werden, und ihre Häuser zur Verwüstung, und sie werden Häuser bauen und nicht bewohnen, und werden Weinberge pflanzen und den Wein nicht trinken". Haggai 1/8-10: "Steiget auf den Berg, und bringet Holz, und bauet das Haus: (Es war) ein Hinausgehen auf vieles, und siehe es (war mir) wenig; und brachtet ihr es ins Haus, so blies Ich es auseinander; weshalb? spricht Jehovah, um Meines Hauses willen, das da öde ist, und ihr laufet, ein jeglicher zu seinem Haus; darum sind über euch verschlossen die Himmel, daß es keinen Tau gibt": das Haus für das Wißtümliche, durch das, mittelst der Vernünftelei, Falsches (entsteht). Jes.5/7-9: "Wehe denen; die da reihen Haus an Haus, und Feld zum Felde fügen, bis daß kein Raum mehr ist, und ihr allein wohnet inmitten des Landes: fürwahr, die vielen Häuser werden zur Verwüstung werden, die großen und guten, ohne Bewohner; der Weinberg Jehovahs ist das Haus Israels": ebenfalls für das Wißtümliche, durch das Falschheiten (kommen). Amos 6/11,12: "Siehe, Jehovah gebietet und wird schlagen das große Haus mit Rissen, und das kleine Haus mit Spalten: werden wohl auf dem Felsen Rosse laufen, wird man da pflügen mit Rindern? daß ihr das Gericht verwandelt habt in Galle, und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut": das Haus ebenfalls für Falsches und Böses aus diesem, die Rosse für Vernünftelei, das Gericht für die Wahrheiten, die in Galle verwandelt werden, und die Frucht der Gerechtigkeit für das Gute, das in Wermut verwandelt wird. So steht hin und wieder im Wort das Haus für die menschlichen Gemüter, in denen Einsicht und Weisheit sein soll; hier das Haus Pharaos für das Wißtümliche, durch das Einsicht und so Weisheit (kommt). Gleiches ist bezeichnet worden durch das Haus, das Salomo der Tochter Pharaos erbaute: 1.Kön.7/8-51. Weil Haus steht für die Gemüter, in denen Einsicht und Weisheit (wohnt), und die Neigungen haben, die dem Willen angehören, darum ist der Ausdruck Haus im Wort von weiter Bedeutung. Was er aber im besonderen bedeutet, kann erhellen aus den Gegenständen, auf die er bezogen wird; der Mensch selbst wird auch ein Haus genannt. 1489. "Wegen (des Wortes) der Sarai, des Weibes Abrams", 1. Mose 12/17, daß dies bedeute, wegen des Wahren, das dem Himmlischen beigesellt werden soll, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, mithin des Weibes Sarai, sofern sie das dem Himmlischen beizugesellende Wahre ist, wovon oben Nr. 1473. Die Sache verhält sich so: wofern nicht das Wißtümliche, das im Knabenalter seine nützlichen Dienste leistete, den Menschen vernünftig zu machen, zerstört wird, so daß es nichts (mehr) gilt, kann das Wahre durchaus nicht mit dem Himmlischen verbunden werden; jene ersten Gegenstände des Wissens (scientifica) sind meistenteils Irdisches, Leibliches, Weltliches; so göttlich auch die Gebote sind, die der Knabe erlernt, so hat er doch keine andere Vorstellung von ihnen, als (wie er sie) aus solchem Wißtümlichen (sich bildete); solange daher dieses unterste Wißtümliche, aus dem die Vorstellungen (sich bildeten), noch anklebt, kann das Gemüt nicht erhoben werden. Beim Herrn war es ebenso, weil er geboren wurde wie ein anderer Mensch, und unterrichtet werden mußte wie ein anderer, jedoch gemäß der göttlichen Ordnung, die so ist, wie gesagt worden. In diesen (Berichten) über Abram in Ägypten wird beschrieben die göttliche Ordnung, wie der äußere Mensch verbunden wird mit dem inneren (Menschen) beim Herrn, damit auch der äußere (Mensch) möchte göttlich werden. 1490. Vers 18: Und Pharao rief Abram, und sprach: Warum hast du mir das getan, warum hast du mir nicht angezeigt, daß sie dein Weib (sei). "Und Pharao rief Abram" bedeutet, daß der Herr sich erinnerte; "und sprach: Warum hast du mir das getan" bedeutet, es sei Ihm schmerzlich gewesen; "warum hast du mir nicht angezeigt, daß sie dein Weib sei" bedeutet, als Er erkannte, Er dürfe kein anderes Wahres haben, als solches, das verbunden werden könne mit dem Himmlischen. 1491. "Und Pharao rief Abram", 1. Mose 12/18, daß dies bedeute, der Herr habe sich erinnert, kann erhellen aus der Bedeutung Pharaos, sofern er ist das Wissen. Das Wissen selbst, oder die Dinge des Wissens selbst, die der Herr als Knabe in sich aufnahm, werden hier genannt Pharao, somit ist es das Wissen selbst, das so den Herrn anredet, oder Jehovah durch das Wissen. Hieraus ergibt sich, daß dies bedeutet, der Herr habe Sich erinnert. Die Rüge (animadvertentia) kommt durch das Wissen, somit durch Pharao, durch den, wie gesagt, das Wissen bezeichnet wird. 1492. "Er sprach: Warum hast du mir das getan", 1. Mose 12/18, daß dies bedeute, es sei Ihm schmerzlich gewesen, kann auch erhellen schon aus der Mißstimmung (indignatio) selbst, in der dies gesagt worden; das daraus entstandene wehmütige Gefühl (indolentia) selbst wird so ausgedrückt. Der innere Sinn ist von der Art, daß die Stimmung selbst (ipsa affectio), die in den Worten verborgen liegt, es ist, die den inneren Sinn bestimmt. Auf die Worte des Buchstabens wird nicht geachtet; es ist, als ob sie nicht da wären. Die Stimmung, die in diesen Worten liegt, ist gleichsam der Unwille (indigantio) des Wissens, und das wehmütige Gefühl des Herrn, und zwar das wehmütige Gefühl darüber, daß so das Wißtümliche zerstört würde, das Er mit Lust und Freude in sich aufgenommen hatte. Es verhält sich damit, wie wenn Kinder etwas lieben, das die Eltern als ihnen schädlich ansehen, sobald es ihnen weggenommen wird, so tut es ihnen wehe. 1493. "Daß sie dein Weib sei", 1. Mose 12/18, daß dies bedeute, er dürfe kein anderes Wahres haben, als solches, das verbunden werden könnte mit dem Himmlischen, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, als des Wahren, das mit dem Himmlischen verbunden werden soll, wovon im 12.Vers. Es wird hier, wie gesagt, beschrieben die Ordnung, in welcher der Herr fortschritt zur Verständigkeit und so zur Weisheit, damit Er ganz, wie Er es war nach dem göttlichen Wesen, auch nach dem menschlichen, zur Weisheit selbst würde. 1494. Vers 19. Warum sprachst du: Sie ist meine Schwester, und ich hätte sie mir zum Weibe genommen; und nun, siehe, (da ist) dein Weib, nimm (sie) und gehe. "Warum sprachst du: Sie ist meine Schwester" bedeutet, er habe damals nicht anders gewußt, als daß er verständig Wahres habe; "und ich hätte sie mir zum Weibe genommen" bedeutet, er hätte so verletzen können das Wahre, das mit dem Himmlischen verbunden werden sollte; "und nun, siehe, (da ist) dein Weib, nimm sie und gehe" bedeutet, das Wahre soll mit dem Himmlischen verbunden werden. 1495. "Warum sprachst du: Sie ist meine Schwester", 1. Mose 12/19, daß dies bedeute, Er habe damals nicht anders gewußt, als daß Er verständig Wahres habe, erhellt aus der Bedeutung der Schwester, welche ist das verständig Wahre, sodann daraus, daß Er so gesagt hatte, wie dies aus 1. Mose 12/13 erhellt; was geschehen ist zu dem Zweck, daß das Himmlische nicht verletzt, sondern gerettet würde. Hieraus geht hervor, daß der Herr als Knabe, da Er das Wißtümliche in Sich aufnahm zu allererst nicht anders wußte, als daß das Wißtümliche bloß da sei um des verständigen Menschen willen, oder um aus demselben die Wahrheiten zu erkennen, daß es aber da war, um (mittelst desselben) zum Himmlischen zu gelangen, wurde (erst) nachher entdeckt; und dies ist geschehen, damit das Himmlische nicht verletzt sondern gerettet werden möchte. Es findet, wenn der Mensch unterrichtet wird, ein Fortschreiten statt von den wißtümlichen zu den Vernunftwahrheiten, weiterhin zu den intellektuellen Wahrheiten und endlich zu den himmlischen Wahrheiten, die hier durch das Weib bezeichnet werden; schreitet man fort von den wißtümlichen und Vernunftwahrheiten zu den himmlischen Wahrheiten ohne Vermittlung der intellektuellen Wahrheiten, so wird das Himmlische verletzt, weil es keinen Zusammenhang der Vernunftwahrheiten, die aus den wißtümlichen stammen, mit den himmlischen Wahrheiten gibt, außer durch die Verstandeswahrheiten, welche die vermittelnden sind. Was himmlische Wahrheiten und was Verstandeswahrheiten sind, wird man im gleich Folgenden sehen. Damit man wisse, wie es sich damit verhält, muß etwas über die Ordnung gesagt werden: Die Ordnung ist, daß das Himmlische einfließe in das Geistige, und sich dieses anpasse; das Geistige soll sofort einfließen ins Vernünftige, und sich dieses anpassen; das Vernünftige sofort ins Wißtümliche, und dieses sich anpassen. Wenn aber der Mensch im ersten Knabenalter unterrichtet wird, dann ist zwar die gleiche Ordnung, jedoch erscheint es anders, daß er nämlich vom Wißtümlichen fortschreitet zum Vernünftigen, von diesem zum Geistigen, und so endlich zum Himmlischen; daß es so erscheint, hat seinen Grund darin, daß auf diese Weise der Weg geöffnet werden soll für das Himmlische, welches das Innerste ist. Aller Unterricht ist bloß eine Eröffnung des Weges, und in dem Maße, als der Weg geöffnet wird, oder, was dasselbe ist, in dem Maße, als die Gefäße geöffnet werden, in demselben Maße fließt, wie gesagt, der Ordnung nach vom himmlisch Geistigen her das Vernünftige, in dieses das himmlisch Geistige, und in dieses das Himmlische ein; diese kommen beständig entgegen, und bereiten für sich zu und bilden die Gefäße, die geöffnet werden; was auch daraus erhellen kann, daß das Wißtümliche und das Vernünftige an sich tot ist, und den Schein, daß es lebe, bloß her hat vom innerlichen Leben, das einfließt. Dies kann jeder klar ersehen am Denken und Urteilsvermögen; in diesen liegen alle Geheimnisse der analytischen Kunst und Wissenschaft verborgen, deren es so viele sind, daß sie gar nicht, selbst dem zehntausendsten Teil nach, erforscht werden können, und zwar nicht bloß beim erwachsenen Menschen, sondern auch bei den Knaben ist all ihr Denken und all ihr Reden aus diesem ganz voll davon; obwohl der Mensch, selbst der Gebildetste, es nicht weiß; was durchaus nicht hätte sein können, wenn nicht das Himmlische und Geistige, das inwendig ist, entgegenkäme, einflösse, und alles das hervorbrächte. 1496. "Und ich hätte sie mir zum Weibe genommen", 1. Mose 12/19, daß dies bedeutet, so hätte können verletzt werden das Wahre, das mit dem Himmlischen verbunden werden sollte, kann erhellen aus dem, was soeben, sodann auch aus dem, was oben 1. Mose 12/13 gesagt worden ist. Daß das Wahre mit dem Himmlischen verbunden werden sollte, damit verhält es sich so: Das Wahre, das vom Knabenalter an erlernt wird, ist, an sich betrachtet, nur ein passendes Gefäß, dem das Himmlische eingeflößt werden kann: das Wahre hat von sich keinerlei Leben, sondern vom Himmlischen, das einfließt; das Himmlische ist Liebe und Liebtätigkeit (amor et charitas); alles Wahre ist von daher; und weil alles Wahre von daher ist, so ist es nichts anderes als ein Gefäß; die Wahrheiten selbst stellen sich auch deutlich so dar im anderen Leben. Dort hat man bei den Wahrheiten nie die Wahrheit im Auge, sondern das Leben, das in ihnen ist, das ist, das Himmlische, das Angehör der Liebe und Liebtätigkeit in den Wahrheiten ist; durch dieses werden die Wahrheiten himmlisch, und werden genannt himmlische Wahrheiten; hieraus kann nun erhellen, was das Verstandeswahre ist, sodann daß das Verstandeswahre den Weg zum Himmlischen beim Herrn geöffnet hat. Ein anderes ist das wißtümliche Wahre (verum scientificum), ein anderes das Vernunftwahre (verum rationale), und ein anderes das Verstandeswahre (verum intellectuale), sie folgen (so) aufeinander. Das wißtümliche Wahre ist das der Wissenschaft; das Vernunftwahre ist das wißtümliche Wahre, das durch die Vernunft begründet ist; das Verstandeswahre ist verbunden mit einer inneren Wahrnehmung (cum pereptione interna), daß es so sei; dieses war beim Herrn im Knabenalter, und öffnete bei Ihm den Weg zum Himmlischen. 1497. "Und nun siehe, (da ist) dein Weib, nimm sie und gehe", 1. Mose 12/19, daß dies bedeutet, das Wahre soll mit dem Himmlischen verbunden werden, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie das Wahre ist, das mit dem Himmlischen verbunden werden soll, wie 1. Mose 12/11,12 gezeigt worden, und aus dem, was soeben gesagt wurde. 1498. Vers 20: Und es befahl ob ihm Pharao den Männern; und sie entließen ihn und sein Weib, und alles, was er hatte. "Und es befahl ob ihm Pharao den Männern" bedeutet, das Wißtümliche habe den Herrn verlassen; "und sein Weib" bedeutet die mit dem Himmlischen verbundenen Wahrheiten; "und alles, was er hatte" bedeutet alles, was den himmlischen Wahrheiten angehörte. 1499. "Und es befahl ob ihm Pharao den Männern", 1. Mose 12/20, daß dies bedeutet, das Wißtümliche habe den Herrn verlassen, erhellt aus der Bedeutung Pharaos, sofern er das Wissen (scientia) ist; sodann aus der Bedeutung der Männer, sofern sie das Verständige (intellectualia) sind, wie Nr. 158 gezeigt worden ist. Weil sie hier auf Pharao oder die Wissenschaft bezogen werden, so bezeichnen die Männer das ihr Angemessene (adaequata). Daß das Wißtümliche den Herrn verlassen hat, damit verhält es sich so: wenn das Himmlische mit den Verstandeswahrheiten verbunden wird, und diese himmlisch werden, dann zerstreut sich von selbst alles Unnütze; das Himmlische bringt es so mit sich. 1500. "Sein Weib", 1. Mose 12/20, daß dies bedeute, das mit dem Himmlischen verbundene Wahre, daß nämlich das Wißtümliche jenes verlassen habe, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, als des mit dem Himmlischen verbundenen Wahren, wovon oben; so wie aus dem, was soeben gesagt wurde. Das unnütze Wißtümliche verläßt das Himmlische, wie das Eitle die Weisheit (zu verlassen) pflegt; es ist gleichsam das Krustige oder Schuppige, das sich von selber abtrennt. 1501. "Alles, was er hatte", 1. Mose 12/20, daß dies bedeute alles, was den himmlischen Wahrheiten angehörte, folgt nun eben hieraus. 1502. Aus dem Bisherigen ist nun klar, daß der Aufenthalt Abrams in Ägypten nichts anderes vorbildet und bezeichnet, als den Herrn, und zwar Sein Unterrichtetwerden in der Kindheit. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß es bei Hos.11/1 und Matth.2/15 heißt: "Aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn"; ferner daraus, daß gesagt wird: 2. Mose 12/40,41: "Das Wohnen der Söhne Israels, die in Ägypten wohnten, war dreißig Jahre und vierhundert Jahre; und es geschah am Ende der dreißig und vierhundert Jahre; es geschah an eben diesem Tage, da zogen aus alle Heere Jehovahs aus dem Land Ägypten": welche Jahre nicht anfingen mit den Einzug Jakobs in Ägypten, sondern mit dem Aufenthalt Abrams in Ägypten, von wo an es vierhundertdreißig Jahre waren. So wird durch den Sohn aus Ägypten in der Stelle bei Hos.11/1 im inneren Sinn bezeichnet der Herr; und es wird ferner dadurch bestätigt, daß durch Ägypten im Wort nichts anderes bezeichnet wird, als das Wissen, wie gezeigt worden Nr. 1164, 1165, 1462. Und daß hier Geheimnisse enthalten sind, kann auch daraus erhellen, daß ähnliches von Abram gesagt wird, als er sich in Philistäa aufhielt, daß er nämlich sein Weib für seine Schwester ausgab: 1. Mose Kapitel 20 und ähnliches von Jischak, als auch er sich in Philistäa aufhielt, daß er sein Weib für seine Schwester ausgegeben habe: 1. Mose 26/6-13, was durchaus nicht im Wort erzählt, und zwar mit den gleichen Umständen erzählt worden wäre, wenn nicht diese Geheimnisse darin verborgen lägen. Abgesehen davon, daß es das Wort des Herrn ist, das durchaus kein Leben haben kann, wenn nicht ein innerer Sinn da ist, der auf Ihn abzielt. Die Geheimnisse, die in diesen Stellen, so wie in jenen von Abram und Jischak in Philistäa verborgen liegen, handeln davon, wie das menschliche Wesen des Herrn verbunden wurde mit Seinem Göttlichen, oder was dasselbe ist, wie der Herr auch Seinem menschlichen Wesen nach Jehovah wurde. Und daß Er von Kindheit an dazu geweiht (und bereitet) wurde, von welcher Einweihung (und Vorbereitung) hier gehandelt wird. Außerdem schließen diese Dinge noch mehr Geheimnisse in sich, als der Mensch irgend glauben kann. Dasjenige aber, was enthüllt werden kann, ist so weniges, daß es kaum etwas ist. Außer den tiefsten Geheimnissen betreffend den Herrn, schließen sie auch in sich Geheimnisse über die Unterweisung und Wiedergeburt des Menschen, auf daß er himmlisch werde, sodann auch von der Unterweisung und Wiedergeburt des Menschen, auf daß er geistig werde; und nicht bloß von der des Menschen im besonderen, sondern auch von der der Kirche im allgemeinen. Dann auch schließt es in sich Geheimnisse von der Unterweisung der Kinder im Himmel. Mit einem Wort von der (Unterweisung) aller, die Ebenbilder und Ähnlichkeiten des Herrn werden. Diese Dinge liegen nirgends offen zutage im Sinne des Buchstabens, weil das Geschichtliche verdunkelt und verfinstert, sondern im inneren Sinn. 1503. Absatznumerierung fehlt. Nr. 1504 - 1534 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 13. Kapitel 1. Und Abram zog herauf aus Ägypten, er und sein Weib, und alles, was sein war, und Lot mit ihm, gegen Mittag zu. 2. Und Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. 3. Und er ging auf seinen Reisen von Mittag aus und bis Bethel, bis an den Ort, wo sein Zelt war im Anbeginn zwischen Bethel und zwischen Ai. 4. Zu dem Ort des Altars, den er daselbst gemacht im Anfang; und Abram rief daselbst an den Namen Jehovahs. 5. Und auch Lot, der mit Abram ging, hatte Schaf- und Rindvieh, und Zelte. 6. Und es trug sie das Land nicht zu wohnen beieinander, weil ihre Habe groß war, und sie konnten nicht beieinander wohnen. 7. Und es war Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und zwischen den Hirten des Viehs Lots; und der Kanaaniter und Perisiter war damals wohnend im Lande. 8. Und Abram sprach zu Lot: Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und zwischen dir, und zwischen meinen Hirten, und zwischen deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder. 9. Liegt nicht das ganze Land vor dir? Scheide dich doch von mir! Wenn zur Linken, so will ich rechts gehen, und wenn zur Rechten, so will ich links gehen. 10. Und Lot hob seine Augen auf, und sah die ganze Ebene des Jordans, daß sie ganz bewässert war, bevor Jehovah verdarb Sodom und Amora, wie ein Garten Jehovahs, wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar. 11. Und Lot wählte sich die ganze Ebene des Jordans, und Lot zog weg vom Aufgang, und sie schieden sich, der Mann von seinem Bruder. 12. Abram wohnte im Lande Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Ebene, und schlug seine Zelte auf bis gen Sodom. 13. Und die Männer Sodoms waren böse und Sünder gegen Jehovah sehr. 14. Und Jehovah sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm geschieden: Erhebe doch deine Augen, und siehe von dem Ort aus, wo du bist, gen Mitternacht, und gen Mittag, und gen Aufgang, und gen Niedergang. 15. Denn alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben, und deinem Samen bis in Ewigkeit. 16. Und Ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde, so daß, wenn man zählen kann den Staub der Erde, auch dein Same gezählt werden wird. 17. Mache dich auf, wandle durch das Land seiner Länge nach, und seiner Breite nach, denn dir will Ich es geben. 18. Und Abram brach auf, und kam und wohnte in den Eichenwäldern Mamres, die in Chebron sind, und baute daselbst einen Altar dem Jehovah.   Inhalt 1535. In diesem Kapitel wird gehandelt vom äußeren Menschen beim Herrn, der verbunden werden sollte mit seinem Inneren. Der äußere Mensch ist das menschliche Wesen, der Innere ist das göttliche (Wesen). Jener wird hier vorgebildet durch Lot, dieser aber durch Abram. 1536. Es wird hier beschrieben der Zustand des äußeren Menschen, wie er beschaffen war im Knabenalter, wo er zuerst mit Kenntnissen und Erkenntnissen ausgerüstet wurde, daß er nämlich von da mehr und mehr fortgeschritten sei zur Verbindung mit dem Inneren: Vers 1-4. 1537. Daß aber noch mehreres in Seinem äußeren Menschen da war, das die Verbindung verhinderte: Vers 5-7; wovon Er jedoch geschieden werden wollte: Vers 8, 9. 1538. Daß dem Herrn der äußere Mensch erschienen sei, wie er ist in seiner Schönheit, wenn verbunden mit dem Inneren; dann auch wie er ist, wenn nicht verbunden: Vers 10-13. 1539. Verheißung, daß, wenn der äußere Mensch mit dem Inneren verbunden, oder das menschliche Wesen mit dem göttlichen Wesen des Herrn verbunden ist, Ihm dann alle Macht gegeben werden sollte: Vers 14-17. Von der inwendigeren Wahrnehmung des Herrn: Vers 18.   Innerer Sinn 1540. Die wahren Geschichten des Wortes begannen mit dem vorhergehenden 12. Kapitel; bis dahin, oder vielmehr bis Eber, waren es gemachte Geschichten (geschichtartige Einkleidungen). Was nun von Abram weiter vorkommt, bezeichnet im inneren Sinn den Herrn, und zwar Sein erstes Leben, wie es war, bevor Sein äußerer Mensch verbunden wurde mit dem Inneren, so daß sie übereinwirkten, d.h. bevor Sein äußerer Mensch gleichfalls himmlisch und göttlich geworden war. Die Geschichten sind es, die den Herrn vorbilden, die Worte selbst sind Bezeichnungen dessen, was vorgebildet wird. Weil es aber Geschichten sind, so kann es nicht anders sein, als daß das Gemüt des Lesers darin festgehalten wird, hauptsächlich heutzutage, wo die meisten und beinahe alle nicht glauben, daß es einen inneren Sinn gibt, geschweige denn in den einzelnen Wörtern. Und vielleicht werden sie es auch jetzt noch nicht anerkennen, obgleich es bis hierher so deutlich gezeigt worden ist. Auch darum (nicht), weil der innere Sinn vom Buchstabensinn so sehr abzuweichen scheint, daß man ihn kaum erkennt. Man kann jedoch eben dies, daß die Geschichten keineswegs das Wort sein können schon daraus wissen, daß in ihnen, wenn sie vom inneren Sinn geschieden sind, nicht mehr Göttliches ist, als in irgendeiner anderen Geschichte; wogegen der innere Sinn macht, daß es göttlich ist. Daß der innere Sinn das Wort selbst ist, erhellt aus vielem, das geoffenbart ist, z.B. "Aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn": Matth.2/15, außer vielen anderen Stellen. Der Herr selbst hat nach der Auferstehung die Jünger gelehrt, was bei Mose und den Propheten in Beziehung auf Ihn geschrieben war: Luk.24/27, daß somit nichts im Wort geschrieben steht, was nicht sein Absehen auf Ihn, Sein Reich und die Kirche hat; diese sind die geistigen und himmlischen Dinge des Wortes. Dagegen was der Buchstabensinn hat, sind meistenteils weltliche, körperliche und irdische Dinge, die keineswegs das Wort des Herrn ausmachen können. Heutzutage sind (die Menschen) so, daß sie nichts als solche Dinge in sich aufnehmen; was geistige und himmlische Dinge sind, wissen sie kaum. Anders der Mensch der Urkirche und der Alten Kirche: wenn dieser heutzutage lebte, und das Wort läse, so würde er gar nicht achten auf den Buchstabensinn, den er für nichts ansehen würde, sondern auf den inneren Sinn. Sie wundern sich sehr, daß jemand das Wort anders in sich aufnimmt. Daher sind auch alle Bücher der Alten so geschrieben, daß sie im tieferen Sinn etwas anderes in sich schließen, als im Buchstaben. 1541. Vers 1: Und Abram zog herauf aus Ägypten, er und sein Weib, und alles, was sein war, und Lot mit ihm, gegen Mittag zu. Dieses und das Folgende in diesem Kapitel bildet im inneren Sinn auch den Herrn vor und ist die Fortsetzung Seines Lebens vom Knabenalter an. "Und Abram zog herauf aus Ägypten" bedeutet, von dem Wißtümlichen, das den Herrn verließ; Abram ist im inneren Sinn der Herr, hier da Er noch ein Knabe war; Ägypten, hier wie früher, die Wissenschaft; "er und sein Weib" bedeutet die himmlischen Wahrheiten, die damals beim Herrn waren; "und alles, was sein war" bedeutet, alles zum Himmlischen Gehörige; "und Lot mit ihm" bedeutet das Sinnliche; "gegen Mittag zu" bedeutet ins himmlische Licht. 1542. Daß dieses und das Folgende in diesem Kapitel im inneren Sinn ebenfalls den Herrn vorbildet, und daß es die Fortsetzung Seines Lebens ist vom Knabenalter an, kann erhellen aus dem, was im vorigen Kapitel gesagt und gezeigt worden ist, sodann aus dem, was folgt, hauptsächlich daraus, daß es das Wort des Herrn ist, und dieses von Ihm durch den Himmel sich herabließ, und daß somit auch nicht der kleinste Teil eines Wortes geschrieben wurde, der nicht himmlische Geheimnisse in sich birgt; was von solchem Ursprung ist, kann gar nicht anders sein. Daß im inneren Sinn gehandelt wurde von dem Unterrichtetwerden des Herrn, da Er noch ein Knabe war, ist gezeigt worden. Es ist zweierlei im Menschen, was bewirkt, daß er nicht himmlisch werden kann, das eine gehört seinem Verstandesgebiet, das andere seinem Willensgebiet an. Was dem Verstandesgebiet angehört, sind unnütze Wissensdinge, die er im Knaben- und Jünglingsalter erlernt; was zum Willensgebiet gehört, sind Vergnügungen aus den Begierden, denen er günstig ist. Diese und jene sind es, die hindern, daß er nicht zum Himmlischen gelangen kann. Diese müssen zuerst beseitigt werden, und wenn sie beseitigt sind, dann erst kann er eingelassen werden ins Licht der himmlischen (Dinge), und endlich ins himmlische Licht (selbst). Weil der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch und unterrichtet werden mußte wie ein anderer, so mußte er auch Wißtümliches erlernen, und dies wurde vorgebildet und bezeichnet durch Abrams Wanderung in Ägypten, und daß die unnützen Wissensdinge Ihn zuletzt verlassen haben, wurde auch dadurch vorgebildet, daß Pharao seinetwegen den Männern gebot, und sie ihn, und sein Weib, und all das Seine entließen: 1. Mose 12/20. Daß aber die Vergnügungen, die dem Willensgebiet angehören, und den sinnlichen Menschen, aber den äußersten ausmachen, Ihn ebenfalls verlassen haben, wird in diesem Kapitel vorgebildet durch Lot, daß er sich von Abram getrennt habe; denn Lot stellt einen solchen Menschen dar. 1543. "Und Abram stieg herauf aus Ägypten", 1. Mose 13/1, daß dies bedeutet, vom Wißtümlichen, das den Herrn verlassen hat, erhellt aus der Bedeutung Abrams, als durch den vorgebildet wird der Herr, sodann aus der Bedeutung Ägyptens, als welche ist die Wissenschaft; auch aus der Bedeutung von aufsteigen, denn aufsteigen (ascendere) wird ausgesagt, wenn man vom Unteren, welches das Wißtümliche ist, sich erhebt zum Oberen, welches das Himmlische ist, daher schließt die im Wort oft vorkommende Redensart: heraufziehen von Ägypten ins Land Kanaan, gleiches in sich. 1544. Daß Abram im inneren Sinn der Herr ist, hier daß Er noch ein Knabe war, und daß Ägypten ist die Wissenschaft, ist gezeigt worden. HG 1545 1545. "Er und sein Weib", 1. Mose 13/1, daß dies bedeutet die himmlischen Wahrheiten (coelestia vera), die damals beim Herrn waren, kann erhellen aus der Bedeutung von "er", nämlich Abram, welcher ist der Herr, und weil der Herr, so ist es das Himmlische bei Ihm; daß (der Mensch) Mensch ist, das hat er vermöge dessen, was bei ihm ist, der Herr vermöge des Himmlischen, denn Er war der alleinige Himmlische, so daß Er das Himmlische selbst war, daher durch Abram, und noch mehr durch Abraham, das Himmlische bezeichnet wird. Hernach kann es erhellen aus der Bedeutung von Weib, als des dem Himmlischen beigesellten Wahren, wie schon früher, Nr. 1468, gezeigt worden ist. Daß es die himmlischen Wahrheiten sind oder die Wahrheiten aus dem Himmlischen, erhellt daraus, daß er zuerst genannt wird, und nachher sein Weib. Denn ein anderes ist das wahre Himmlische (coeleste verum), und ein anderes das himmlische Wahre (verum coeleste). Das wahre Himmlische ist, das seinen Ursprung her hat vom Himmlischen, das himmlische Wahre (Verum coeleste) ist das, welches entspringt vom Wahren, das dem Himmlischen eingepflanzt wird durch Erkenntnisse. 1546. "Und alles, was sein war", 1. Mose 13/1, daß dies bedeutet alles zum Himmlischen Gehörige, erhellt nun eben hieraus. 1547. "Und Lot mit ihm", 1. Mose 13/1, daß dies das Sinnliche bedeutet, ist mit wenigem schon früher, Nr. 1428, bemerkt worden; weil hier insbesondere von Lot gehandelt wird, so muß man wissen, was derselbe beim Herrn vorbildet: Pharao bildete vor das Wißtümliche, das endlich den Herrn entlassen hat; Lot aber das Sinnliche (sensualia), unter dem verstanden wird der äußere Mensch und seine Vergnügungen, die dem Sinnlichen angehören, somit was das Äußerste ist, und den Menschen im Knabenalter zu fesseln und vom Guten abzuführen pflegt; denn in dem Maß als der Mensch den aus den Begierden entspringenden Vergnügungen nachhängt, wird er abgezogen vom Himmlischen, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört; denn in jenen ist die Liebe aus sich und aus der Welt, mit denen die himmlische Liebe nicht übereinstimmen kann. Es gibt jedoch auch Vergnügungen, die mit dem Himmlischen ganz übereinstimmen, und in der äußeren Gestalt auch als die gleichen erscheinen, worüber man das schon früher, Nr. 945, 994, 995, 997, Gesagte nachsehe; aber die aus den Begierden entspringenden Vergnügen sind zu bezähmen und abzustreifen, weil sie den Zugang zum Himmlischen verschließen; von diesen Vergnügungen, nicht von jenen, handelt es sich in diesem Kapitel bei Lot, sofern er sich von Abram getrennt habe: und hier, daß solche da gewesen seien, die bezeichnet werden durch "Lot mit ihm". Im allgemeinen aber wird durch Lot bezeichnet der äußere Mensch, wie dies aus dem Folgenden erhellen wird. 1548. "Gegen Mittag zu", 1. Mose 13/1, daß dies bedeutet, in das himmlische Licht, erhellt aus der Bedeutung des Mittags, sofern dieser ist ein lichtvoller Zustand in betreff des Inwendigeren, wovon Nr. 1458. Es gibt zweierlei Zustände, aus denen himmlisches Licht (kommt): Der erste ist der, in den der Mensch eingeführt wird von Kindheit an; denn es ist bekannt, daß die Kinder in der Unschuld und in Gutem der Liebe sind, welche das Himmlische sind, in das sie vom Herrn zuerst eingeführt werden, und das für ihn aufbewahrt wird zum Gebrauch seiner folgenden Lebenszeit, und zu seinem Gebrauch, wenn er ins andere Leben kommt; dieses ist, was man die ersten Überreste heißt, wovon hin und wieder früher (die Rede war). Der andere Zustand ist, daß er in Geistiges und Himmlisches eingeführt wird durch Erkenntnisse, die eingepflanzt werden müssen dem Himmlischen, das ihm von Kindheit an geschenkt worden. Diese sind beim Herrn Seinem ersten Himmlischen eingepflanzt worden; daher Ihm das Lichte, das hier genannt wird Mittag. 1549. Vers 2: Und Abram (war) sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. "Und Abram (war) sehr reich an Vieh" bedeutet das Gute, mit dem der Herr damals bereichert war; "an Silber" bedeutet die Wahrheiten; "und an Gold" bedeutet das Gute aus den Wahrheiten. 1550. "Und Abram war sehr reich an Vieh", 1. Mose 13/2, daß dies bedeutet an Gutem, erhellt aus der Bedeutung des Viehs und der Herde, sofern diese ist das Gute, wovon Nr. 343, 415 (die Rede war). 1551. "An Silber", 1. Mose 13/2, daß dies bedeutet an Wahrheiten, erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern dieses ist das Wahre. Die Uralten verglichen das Gute und die Wahrheiten beim Menschen den Metallen, das innerste oder himmlische Gute, welches das der Liebe zum Herrn ist, dem Golde; die Wahrheiten aus diesem, dem Silber; das niedrigere oder natürliche Gute, dem Erz; die niedrigeren Wahrheiten aber, dem Eisen; und sie verglichen nicht nur, sondern nannten sie auch so. Daher schreibt es sich, daß auch die Zeiten ebendenselben Metallen gleichgesetzt und genannt wurden die Goldenen, Silbernen, Ehernen und Eisernen Zeitalter; denn so folgten sie aufeinander; das Goldene Zeitalter war die Zeit der ältesten Kirche, die ein himmlischer Mensch; das Silberne Zeitalter war die Zeit der Alten Kirche, die ein geistiger Mensch war; das Eherne Zeitalter war die Zeit der folgenden Kirche; auf die dann das Eiserne Zeitalter folgte. Gleiches ist auch bezeichnet worden durch die Bildsäule, die Nebukadnezar im Traume sah: Dan.2/32,33: "Deren Haupt war von gutem Gold; Brust und Arme von Silber; Bauch und Schenkel von Erz; die Beine von Eisen". Daß so aufeinanderfolgen sollten, oder daß so aufeinanderfolgten die Zeiten der Kirche, erhellt bei demselben Propheten in jenem Kapitel. Daß das Silber im inneren Sinn des Wortes, überall wo es genannt wird, das Wahre bedeutet, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.60/17: "Statt des Erzes will Ich bringen Gold, und statt des Eisens will Ich bringen Silber, und statt des Holzes Erz; und statt der Steine Eisen; und will setzen als deine Schatzung Frieden, und als deine Treiber Gerechtigkeit": wo klar ist, was ein jedes Metall (bedeutet); es ist hier vom Kommen des Herrn und Seinem Reich, und von der himmlischen Kirche die Rede; für Erz Gold heißt, für das natürliche Gute das himmlische Gute; für Eisen Silber heißt, für das natürlich Wahre das geistig Wahre; für Holz Erz heißt, für das leiblich Gute das natürlich Gute; für Steine Eisen heißt, für das sinnlich Wahre das natürlich Wahre. Jes.55/1: "Auf, alle Dürstende, gehet hin zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet, kaufet und esset": wer kein Silber hat ist, wer in Unwissenheit des Wahren, und doch im Guten der Liebtätigkeit ist, wie viele innerhalb der Kirche und die Heiden außerhalb der Kirche. Jes.60/9: "Auf Mich werden die Inseln harren, und die Schiffe Tharschisch im Anfang, herbeizubringen deine Söhne aus der Ferne, ihr Silber und ihr Gold mit ihnen, dem Namen Jehovahs, deines Gottes, und dem Heiligen Israels": hier von der neuen oder Heidenkirche insonderheit, vom Reich des Herrn überhaupt, die Schiffe von Tharschisch für die Erkenntnisse, das Silber für das Wahre, das Gold für das Gute, und dies sind die Dinge, die sie herbeibringen werden dem Namen Jehovahs. Hes.16/17: "Du nahmst das Geschmeide deines Schmucks von Meinem Gold und von Meinem Silber, das Ich dir gegeben hatte, und machtest dir Mannesbilder": hier Gold für die Erkenntnisse himmlischer, Silber für die der geistigen Dinge. Hes.16/13: "Geschmückt warst du mit Gold und Silber, und dein Gewand von Byssus und von Seide und Stickerei": von Jerusalem, durch das bezeichnet wird die Kirche des Herrn, deren Schmuck so beschrieben wird. Hes.28/3,4: "Siehe, weise bist du, kein Geheimnis war dir verborgen, in deiner Weisheit und in deiner Einsicht schafftest du dir Reichtümer, und tatest Gold und Silber in deine Schätze": von Tyrus, wo offenbar ist, daß das Gold Reichtümer der Weisheit sind, und das Silber Reichtümer der Einsicht. Joel 4/5 (oder 3/5): "Mein Silber und mein Gold habt ihr genommen, und Meine Kleinode, die köstlichen, in eure Tempel gebracht": von Tyrus, Zidon und Philistäa, durch welche die Erkenntnisse bezeichnet werden, und diese sind das Gold und Silber, das sie in ihre Tempel gebracht haben. Hag.2/8,9: "Es wird kommen die Auswahl aller Völkerschaften, und Ich will dieses Haus erfüllen mit Herrlichkeit, Mein ist das Silber, und Mein das Gold, größer wird sein die Herrlichkeit dieses späteren Hauses als die, des früheren": wo (die Rede ist) von der Kirche des Herrn, von der ausgesagt wird Gold und Silber. Mal.3/3: "Er wird sitzen, schmelzend und läuternd das Silber, und wird reinigen die Söhne Levis": wo vom Kommen des Herrn die Rede ist. Ps.12/7: "Die Reden Jehovahs sind reine Reden, Silber geschmolzen im Tiegel der Erde, gegossen siebenmal": Silber gereinigt siebenmal, für die göttliche Wahrheit. Wenn den Kindern Israels, als sie aus Ägypten zogen, befohlen wurde, "daß ein Weib von ihrer Nachbarin und von der Gastfreundin ihres Hauses, sich erbitten sollte Gefäße von Gold, und Kleider, und sie legen sollte auf ihre Söhne und auf ihre Töchter und die Ägypter berauben": 2. Mose 3/22; 11/2,3; 12/35,36, so kann jeder sehen, daß zu den Kindern Israels durchaus nicht gesagt worden wäre, sie sollen auf diese Weise stehlen und die Ägypter berauben, wenn nicht (dergleichen) einige Geheimnisse vorbilden würde; welche Geheimnisse aber, kann erhellen aus der Bedeutung des Silbers, des Goldes, der Kleider und Ägyptens, und daß diese ähnliches vorgebildet haben, wie hier Abram, sofern dieser reich war an Silber und Gold aus Ägypten. Wie das Silber das Wahre bedeutet, so bedeutet es im entgegengesetzten Sinn das Falsche, denn die im Falschen sind, meinen, das Falsche sei wahr, wie dies auch erhellt bei den Propheten: 5. Mose 7/25,26: "Du sollst nicht begehren der Heiden Silber und Gold, noch es dir nehmen, damit du nicht darin verstrickt wirst, weil es ein Greuel Jehovahs, deines Gottes, ist, verabscheuen, ja verabscheuen sollst du es": der Heiden Gold für Böses, und ihr Silber für Falsches. 2. Mose 20/23: "Ihr sollt nicht neben Mir machen Götter von Silber, und Götter von Gold sollt ihr auch nicht machen": durch die im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet wird, als Falschheiten und Begierden, die Falschheiten sind Götter von Silber, und die Begierden sind Götter von Gold. Jes.31/7: "An jenem Tage werden sie verwerfen ein jeglicher die Götzen seines Silbers, und die Götzen seinen Goldes, die euch eure Hände gemacht haben, als Sünde": die Götzen von Silber und die Götzen von Gold für gleiches; eure Hände haben sie gemacht heißt, (sie stammen) aus dem Eigenen. Jerem.10/8,9: "Sie werden albern und töricht, eine Unterweisung in Eitelkeiten ist jenes Holz, gestrecktes Silber wird von Tharschisch hergebracht, und Gold aus Uphas, ein Werk des Schmiedes und der Hände des Schmelzers; hyazinth- und purpurfarbig ist ihr Kleid, ganz ein Werk der Weisen": für gleiches, wie deutlich erhellt. 1552. "Und an Gold", 1. Mose 13/2, daß dies bedeutet Gutes aus den Wahrheiten, erhellt aus der Bedeutung von Gold, sofern dieses das himmlisch Gute ist, oder das Gute der Weisheit und Liebe, wie dies erhellt aus dem eben Gezeigten, sodann aus dem Nr. 113 Gesagten. Daß es hier Gutes aus den Wahrheiten ist, folgt aus dem, was im vorigen Kapitel vorkommt, daß nämlich der Herr die Verstandeswahrheiten mit den himmlischen verbunden habe (Nr. 1494-1502). 1553. Vers 3: Und er ging auf seinen Reisen von Mittag aus, und bis Bethel, bis an den Ort, wo sein Zelt war im Anbeginn, zwischen Bethel und zwischen Ai. "Und er ging auf seinen Reisen" bedeutet nach der Ordnung; "von Mittag aus und bis Bethel" bedeutet vom Licht der Einsicht ins Licht der Weisheit; "bis an den Ort, wo sein Zelt war im Anbeginn" bedeutet zu dem Heiligen, das da war, ehe er mit Erkenntnissen ausgerüstet war; "zwischen Bethel und zwischen Ai" bedeutet hier wie früher, das Himmlische der Erkenntnisse und das Weltliche. 1554. "Und er ging auf seinen Reisen", 1. Mose 13/3, daß dies bedeutet nach der Ordnung, kann erhellen aus der Bedeutung der Reisen oder Züge, sofern diese sind weitere Fortbewegungen, wovon Nr.1457 die Rede war, und weil diese nach der Ordnung vor sich gingen, so bedeuten die Reisen hier nichts anders. Der Herr ist von der ersten Kindheit an nach aller göttlichen Ordnung fortgeschritten zum Himmlischen, und in das Himmlische. Wie diese Ordnung beschaffen ist, wird durch Abram im inneren Sinn beschrieben. Nach einer solchen Ordnung werden auch alle geführt, die vom Herrn neu geschaffen werden. Diese Ordnung ist jedoch bei den Menschen verschieden, je nach eines jeden Natur und Sinnesart. Die Ordnung aber, in der ein Mensch geführt wird, wenn er wiedergeboren wird, kennt kein Sterblicher, nicht einmal die Engel, außer im Schattenriß, sondern allein der Herr. 1555. "Von Mittag aus und bis Bethel", 1. Mose 13/3, daß dies bedeutet vom Licht der Verständigkeit in das Licht der Weisheit, erhellt aus der Bedeutung des Mittags, sofern dieser ist das Licht der Verständigkeit oder, was dasselbe ist, der helle Zustand im Inwendigeren, wovon Nr. 1458 und aus der Bedeutung von Bethel, sofern diese ist das himmlische Licht, entspringend aus den Erkenntnissen, wovon Nr. 1453. Licht der Verständigkeit heißt jenes, das erworben wird durch Erkenntnisse der Wahrheiten und Gutheiten (bonitatum) des Glaubens. Das Licht der Weisheit aber ist das des Lebens, und wird durch dieses erworben. Das Licht der Verständigkeit betrifft das Verstandesgebiet oder den Verstand, das Licht der Weisheit aber das Willensgebiet oder das Leben. Wenige, wenn je welche, wissen wie der Mensch zur wahren Weisheit hingeführt wird. Die Verständigkeit ist nicht Weisheit, sondern führt zur Weisheit, denn verstehen was wahr und gut, heißt nicht, wahr und gut sein , sondern weise sein heißt, (es) sein (sapere est esse). Die Weisheit wird nur vom Leben ausgesagt, daß nämlich der Mensch so beschaffen ist. In die Weisheit oder ins Leben wird man eingeführt durch das Wissen und Kennen, oder durch die Wissenschaften und Erkenntnisse. Bei jeglichem Menschen sind zwei Teile, der Wille und der Verstand. Der Wille ist der die erste Stelle einnehmende Teil (primaria pars), der Verstand ist der die zweite einnehmende (secundaria). Sein Leben nach dem Tod bestimmt sich nach seinem Willensgebiet, nicht nach dem des Verstandes. Der Wille beim Menschen wird vom Herrn gebildet von der Kindheit bis zum Knabenalter, und dies geschieht dadurch, daß ihm eingeflößt wird Unschuld und Liebe gegen die Eltern, Wärterinnen, und Kinder von gleichem Alter, und durch mehreres, was der Mensch nicht weiß und zwar Himmlisches. Würde dieses Himmlische nicht dem Menschen, solange er ein Kind und Knabe ist, eingeflößt, so könnte er gar nicht ein Mensch werden; so wird die erste Grundlage (primum planum) gebildet. Weil aber der Mensch nicht Mensch ist, wenn er nicht auch mit Verstand begabt ist, so macht der Wille allein den Menschen nicht aus, sondern der Verstand mit dem Willen. Und Verstand kann nicht anders erworben werden als durch Wissenschaften und Erkenntnisse, darum muß er vom Knabenalter an mit diesen ausgerüstet werden, und so wird gebildet die andere Grundlage (alterum planum). Wenn der verständige Teil versehen ist mit Wissenschaften und Erkenntnissen, hauptsächlich mit Erkenntnissen des Wahren und Guten, dann erst kann er wiedergeboren werden. Und wenn er wiedergeboren wird, dann wird vom Herrn Wahres und Gutes durch die Erkenntnisse eingepflanzt seinem Himmlischen, mit dem er von Kindheit an vom Herrn beschenkt worden ist, so daß sein Verständiges eins ausmacht mit dem Himmlischen, und wenn dieses der Herr so verbunden hat, so wird er mit Liebtätigkeit beschenkt, aus der er zu handeln beginnt, und die dem Gewissen angehört. So erst empfängt er ein neues Leben, und zwar stufenweise. Das Licht dieses Lebens heißt Weisheit, die alsdann vorherrscht, und der Einsicht vorsteht: so wird gebildet die dritte Grundlage (tertium planum). Wenn der Mensch so wiedergeboren ist bei Leibesleben, so wird er im anderen Leben fortwährend mehr vervollkommnet. Hieraus kann erhellen, was das Licht der Verständigkeit, und was das Licht der Weisheit ist. 1556. "Bis an den Ort, wo sein Zelt war im Anbeginn", 1. Mose 13/3, daß dies bedeutet das Heilige, das da war, bevor Er mit Erkenntnissen ausgerüstet war, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es das Heilige des Glaubens ist, wovon Nr. 414, 1452 und aus dem soeben Gesagten; somit zum Himmlischen, das der Herr hatte, ehe Er mit Wissenschaften und Erkenntnissen ausgerüstet war, wie dies erhellt aus dem, was 1. Mose 12/8 vorkommt: "und Abram brach von da auf gegen den Berg östlich von Bethel, und schlug sein Zelt auf", was geschah, ehe Er nach Ägypten gezogen war, d.h. bevor der Herr mit Wissenschaften und Erkenntnissen ausgerüstet war. 1557. "Zwischen Bethel und zwischen Ai", 1. Mose 13/3, daß dies bedeutet Himmlisches der Erkenntnisse (einerseits) und Weltliches (andererseits), erhellt aus der Bedeutung von Bethel, sofern es das Licht der Weisheit durch die Erkenntnisse ist, Nr. 1453, und aus der Bedeutung von Ai, sofern es das Licht aus Weltlichem ist, wovon ebenfalls Nr. 1453 die Rede war: aus dem dort Gesagten kann erhellen, wie der Zustand des Herrn damals beschaffen war, nämlich knabenhaft, der von der Art ist, daß Weltliches dabei ist; denn das Weltliche kann nicht zerstreut werden, bevor das Wahre und Gute dem Himmlischen eingepflanzt wird durch Erkenntnisse; denn der Mensch kann durchaus nicht unterscheiden zwischen Himmlischem und Weltlichem, ehe er weiß und kennt, was himmlisch und weltlich ist; die Erkenntnisse machen die allgemeine und dunkle Vorstellung deutlich, und je deutlicher eine Vorstellung wird durch Erkenntnisse, desto mehr kann das Weltliche ausgeschieden werden. Aber jener knabenhafte Zustand ist dennoch ein heiliger, weil unschuldiger; die Unwissenheit benimmt der Heiligkeit durchaus nichts, wenn in ihr Unschuld ist; denn Heiligkeit wohnt in einer Unwissenheit, die unschuldig ist. Bei allen Menschen, ausgenommen beim Herrn, kann die Heiligkeit nur in der Unwissenheit wohnen, wofern nicht in der Unwissenheit, ist sie auch keine Heiligkeit; selbst bei den Engeln, die im höchsten Licht der Verständigkeit und Weisheit sind, wohnt die Heiligkeit auch in der Unwissenheit; denn sie wissen und erkennen an, daß sie nichts wissen aus sich, sondern daß alles, was sie wissen, vom Herrn ist; sie wissen auch und erkennen an, daß all ihre Wissenschaft, Verständigkeit und Weisheit wie nichts ist im Vergleich mit der unendlichen des Herrn, daß sie also Unwissenheit ist. Wer nicht anerkennt, daß das, was er nicht weiß, unendlich mehr ist, als was er weiß, der kann nicht in der Heiligkeit der Unwissenheit sein, in der die Engel sind. Die Heiligkeit der Unwissenheit besteht nicht darin, daß man mehr als andere in Unwissenheit ist, sondern in der Anerkennung, daß man nichts aus sich weiß, und daß das, was man nicht weiß, gegenüber dem, was man weiß, unendlich vieles ist; hauptsächlich, daß man das Wißtümliche und Verständige gegen das Himmlische gering achtet, oder das, was Sache des Verstandes ist, gegenüber dem, was Sache des Lebens ist. Was den Herrn betrifft, so schritt Er, weil Er das Menschliche mit dem Göttlichen verbinden sollte, der Ordnung gemäß fort, und gelangte jetzt erst zu jenem himmlischen Zustand, den Er als Knabe hatte, und in welchem Zustand auch Weltliches da ist, und indem Er Sich weiter fortbewegte in einen noch mehr himmlischen Zustand, zuletzt in den himmlischen Zustand der Kindlichkeit, in dem Er das menschliche Wesen vollständig verband mit dem Göttlichen. 1558. Vers 4: Zu dem Ort des Altars, den er daselbst gemacht im Anfang, und Abram rief daselbst an den Namen Jehovahs. "Zu dem Ort des Altars" bedeutet das Heilige der Gottesverehrung; "den er daselbst gemacht im Anfang" bedeutet, das er als Knabe hatte; "und Abram rief daselbst an den Namen Jehovahs" bedeutet den inneren Gottesdienst in jenem Zustand. 1559. "Zu dem Ort des Altars", 1. Mose 13/4, daß dies bedeutet das Heilige des Gottesdienstes, erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern diese das Hauptvorbild des Gottesdienstes ist, wovon Nr. 921. 1560. "Den er daselbst gemacht im Anfang", 1. Mose 13/4, daß dies bedeutet, das er als Knabe hatte, erhellt aus dem, was 1. Mose 12/8 gesagt worden ist. Im Anfang (in principio) heißt es hier, und im vorigen Vers im Anbeginn (in initio), weil es war, bevor der Herr mit Wissenssachen und Erkenntnissen ausgerüstet war. Jeder Zustand, bevor ein Mensch unterrichtet wird, ist im Anbeginn, und wenn er anfängt unterrichtet zu werden, ist er im Anfang. 1561. "Und Abram rief daselbst an den Namen Jehovahs", 1. Mose 13/4, daß dies den inneren Gottesdienst in jenem Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von anrufen den Namen Jehovahs, wovon Nr. 440, 1445, die Rede war. Daß hier auch des Altars erwähnt wird, und daß gesagt wird, er habe den Namen Jehovahs angerufen, ebenso wie 1. Mose 12/8 (Nr. 1455), kommt daher, daß es gleiche Zustände sind, mit dem Unterschied, daß dieser licht ist gegen jene; wenn Erkenntnisse dem früheren Zustand, von dem die Rede war, eingepflanzt werden, so machen sie ihn licht; wenn das Wahre und Gute durch Erkenntnisse mit dem früheren Himmlischen verbunden wird, dann wird seine Tätigkeit so beschrieben; der Gottesdienst selbst ist nur eine aus dem Himmlischen, das inwendig ist, herkommende Tätigkeit; das Himmlische selbst kann nicht ohne Tätigkeit sein; der Gottesdienst ist die erste Tätigkeit; denn so äußert es sich, weil es darin Freude empfindet; alles Gute der Liebe und Liebtätigkeit ist das wesentliche Tätige selbst. 1562. Vers 5: Und auch Lot, der mit Abram ging, hatte Schaf- und Rindvieh, und Zelte. "Und auch Lot, der mit Abram ging" bedeutet den äußeren Menschen, der beim Herrn war; "hatte Schaf- und Rindvieh, und Zelte" bedeutet das, was der äußere Mensch in reichlichem Maße hat. Schaf- und Rindvieh, sind die Besitztümer des äußeren Menschen; die Zelte sind die Dinge seines Gottesdienstes, die sich vom inneren schieden. 1563. "Und auch Lot, der mit Abram ging", 1. Mose 13/5, daß dies bedeutet den äußeren Menschen, der beim Herrn war, erhellt aus der Vorbildung Lots, sofern er der sinnliche Mensch ist, oder was dasselbe ist, der äußere. Daß ein Inneres und ein Äußeres bei jedem Menschen ist, oder was dasselbe ist, daß es einen inneren und einen äußeren Menschen gibt, ist jedem innerhalb der Kirche bekannt, worüber man das früher Gesagte nachsehe: Nr. 978, 994, 995, 1015. Der äußere Mensch empfängt sein Leben hauptsächlich vom inneren, d.h. von seinem Geist oder seiner Seele; daher kommt sein eigentliches Leben im allgemeinen, und dieses Leben kann nicht für sich besonders oder deutlich vom äußeren Mensch angenommen werden, wenn nicht dessen organische Gefäße geöffnet werden, die Aufnehmende des Besonderen und Einzelnen des inneren Menschen sein müssen. Diese organischen Gefäße, die das Aufnehmende sein sollen, werden nur mittels der Sinne geöffnet, welche vornehmlich sind das Gehör und das Gesicht, und je wie diese geöffnet werden, kann auch der innere Mensch mit dem Besonderen und Einzelnen einfließen. Jene (Gefäße) werden aber mittelst der Sinne geöffnet durch Wißtümliches und durch Erkenntnisse, sodann durch Vergnügungen und Lustreize, durch erstere, die dem Verstande, durch letztere, die dem Willen angehören: hieraus kann erhellen, daß gar nicht anders geschehen kann, als daß bei dem äußeren Menschen sich auch einschleichen Wissensdinge und Erkenntnisse, die nicht übereinstimmen können mit den geistigen Wahrheiten, und daß sich einschleichen Vergnügungen und Lustreize, die nicht übereinstimmen können mit dem himmlisch Guten, als da ist alles das, was auf leibliche, weltliche und irdische Dinge als Endzwecke abzielt; und wenn diese als Endzweck bezielt werden, dann ziehen sie den äußeren Menschen auswärts und abwärts, und entfernen ihn vom inneren; daher denn, wenn dergleichen nicht zerstreut wird, der innere Mensch durchaus nicht mit dem äußeren übereinstimmen kann: darum ist, ehe der innere Mensch mit dem äußeren übereinstimmen kann, solches zu entfernen. Daß nun dieses entfernt und ausgeschieden worden ist beim Herrn, wird vorgebildet und bezeichnet durch die Trennung Lots von Abram. 1564. "Er hatte Schaf- und Rindvieh, und Zelte", 1. Mose 13/5, daß dies das bedeutet, was der äußere Mensch in reichlichem Maße hat, kann erhellen aus der Bedeutung von Schafen, Rindern und Zelten, wovon gleich unten. Hier bedeuten sie die Besitztümer des äußeren Menschen; denn durch Lot wird der äußere Mensch des Herrn vorgebildet. Es ist zweierlei beim äußeren Menschen, nämlich solches, was nicht übereinstimmen kann: durch Schafe, Rinder und Zelte wird hier das bezeichnet, was nicht übereinstimmen kann, wie dies erhellt aus dem was folgt: "Und es war Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und zwischen den Hirten des Viehs Lots": 1. Mose 13/7. 1565. Daß Schaf- und Rindvieh sind Besitztümer des äußeren Menschen, kann erhellen aus der Bedeutung von Schaf- und Rindvieh, sofern diese das Gute sind, wovon Nr. 343 und 415 die Rede war; hier aber ist es das, was ausgeschieden werden soll, somit Nicht-Gutes, weil es ausgesagt wird von Lot, der von Abram getrennt wurde; daß Schaf- und Rindvieh auch sind Nicht-Gutes, kann erhellen aus folgenden Stellen im Wort: Zeph.2/5-7: "Ich werde dich verderben lassen, daß (du) ohne Bewohner (seiest), und es wird der Strich des Meeres zu Wohnungen der Ausgrabung, und zu Schafhürden dienen". Jerem.51/23: "Zerstreuen werde Ich in dir den Hirten und die Herde, zerstreuen in dir den Ackermann und sein Gespann". Jerem.49/28,29: "Ziehet hinauf nach Arabien, und verwüstet die Söhne des Aufgangs; ihre Zelte, und ihre Herden werden sie nehmen". 1566. Daß die Zelte sein Gottesdienst sind, der sich trennte vom inneren, kann erhellen aus der Bedeutung von Zelt, sofern dieses ist das Heilige des Gottesdienstes: Nr. 414, sodann aus der Vorbildung Lots, sofern dieser der äußere Mensch ist, von dem Zelte oder Gottesdienste ausgesagt werden; daß die Zelte im entgegengesetzten Sinn den nicht heiligen Gottesdienst bedeuten, kann auch aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Hos.9/6: "Die Nessel wird es erben, Dorngesträuch ist in ihren Zelten". Hab.3/7,8: "Ich sah die Zelte Kaschans, es bebten die Zelttücher des Landes Midian; zürnte Jehovah den Strömen?". Jerem.6/3: "Zur Tochter Zions werden kommen Hirten und ihre Herden, werden wider sie Zelte aufschlagen rings umher, werden abweiden jeglicher seinen Raum". Ps.78/51: "Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, den Erstling der Kräfte in den Zelten Chams". Ps.84/11: "Ich will lieber an der Schwelle stehen im Hause meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gottlosigkeit". 1567. Vers 6: Und es trug sie das Land nicht, zu wohnen beieinander, weil ihre Habe groß war, und sie konnten nicht beieinander wohnen. "Und es trug sie das Land nicht, zu wohnen beieinander" bedeutet, daß das, was zum himmlischen Inneren gehört, nicht mit jenem zusammen sein konnte; "weil ihre Habe groß war, und sie konnten nicht beieinander wohnen" bedeutet, daß, was vom inneren Menschen erworben worden, mit dem, was im äußeren Menschen erworben war, nicht übereinstimmen konnte. 1568. "Und es trug sie das Land nicht, zu wohnen beieinander", 1. Mose 13/6, bedeutet, daß das, was zum himmlischen Inneren gehört, nicht zusammen sein konnte mit jenem, nämlich mit dem, was durch Lot hier bezeichnet wird. Abram bildet, wie gesagt, den Herrn vor, hier Seinen inneren Menschen, Lot aber den äußeren, hier das, was vom äußeren Menschen getrennt werden sollte, mit dem nämlich das Innere nicht zusammenwohnen konnte. Im äußeren Menschen ist vieles, mit dem der innere zusammenwohnen kann, als da sind die Gefühle des Guten, und die daraus entspringenden Lustreize und Vergnügungen, denn diese sind Wirkungen des Guten des inneren Menschen, und seiner Freuden und Seligkeiten, und da sie Wirkungen sind, so entsprechen sie ganz (dem inneren Menschen), und gehören dann dem inneren Menschen an, nicht dem äußeren; denn die Wirkung gehört bekanntlich nicht der Wirkung an, sondern der wirkenden Ursache, wie z.B. die Liebtätigkeit, die aus dem Angesicht, hervorstrahlt, gehört nicht dem Angesicht, sondern der Liebe an, die inwendig ist und das Angesicht so gestaltet, und so die Wirkung darstellt; oder wie die Unschuld bei den Kindern, die in ihrer Miene, in ihren Gebärden, und so in ihren Spielen miteinander sich zeigt, nicht der Miene oder den Gebärden angehört, sondern der Unschuld vom Herrn her, die durch ihre Seele einfließt. So verhält es sich mit den Wirkungen, und so bei allem übrigen. Hieraus erhellt, daß es vieles gibt beim äußeren Menschen, was mit dem inneren zusammenwohnen oder übereinstimmen kann. Aber es gibt auch vieles, das nicht übereinstimmt, oder mit dem der innere Mensch nicht zusammenwohnen kann, als da ist alles, was aus der Selbstliebe und aus der Weltliebe entspringt, denn alles, was daher stammt, hat das eigene Ich als Endzweck, und hat die Welt als den Endzweck im Auge. Mit diesem kann das Himmlische, das der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört, nicht zusammenstimmen. Dieses nämlich hat den Herrn als Endzweck, und hat Sein Reich, und alles, was Ihm und Seinem Reiche angehört, als Endzweck im Auge. Die Zwecke der Selbstliebe und der Weltliebe sehen nach außen oder nach unten; die Zwecke der Liebe zum Herrn aber, und die der Liebe gegen den Nächsten, sehen nach innen oder nach oben; woraus erhellen kann, daß sie so sehr voneinander abweichen, daß sie gar nicht beisammen sein können. Damit man wisse, was die Entsprechung und Zusammenstimmung des äußeren Menschen mit dem inneren macht, und was die Nicht-Zusammenstimmung macht, so gebe man nur acht auf die Zwecke, die herrschen, oder, was dasselbe ist, auf die Neigungen (amores), die herrschen; (denn die Neigungen sind Zwecke, da man alles, was man liebt, als Zweck im Auge hat). So wird dann alles klar werden, wie das Leben beschaffen ist, und wie es beschaffen sein wird nach dem Tod, denn aus den Zwecken, oder, was dasselbe ist, aus den Neigungen, die herrschen, bildet sich das Leben. Das Leben eines jeden Menschen ist nichts anderes. Wenn das, was nicht zusammenstimmt mit dem ewigen Leben, (das ist, mit dem geistigen und himmlischen Leben, welches das ewige Leben ist) nicht entfernt wird bei Leibesleben, so muß es im anderen Leben entfernt werden, und wenn es nicht entfernt werden kann, so kann der Mensch nicht anders als unglückselig sein in Ewigkeit. Dies ist nun gesagt worden, damit man wisse, daß im äußeren Menschen Dinge sind, die mit dem inneren übereinstimmen, und solche, die nicht übereinstimmen, und daß diejenigen, die übereinstimmen, durchaus nicht zusammen sein können mit denjenigen, die nicht übereinstimmen. Sodann daß dasjenige, was im äußeren Menschen übereinstimmt, vom inneren Menschen, das ist durch den inneren Menschen vom Herrn herstammt, z.B. das Angesicht, das von Liebtätigkeit strahlt, oder das Angesicht der Liebtätigkeit, oder auch die Unschuld in der Miene und den Gebärden der Kinder, wie gesagt worden, wogegen was nicht übereinstimmt, dem Menschen und seinem Eigenen angehört. Hieraus kann man erkennen, was es bedeutet, daß das Land sie nicht trug, zu wohnen beieinander. Es wird hier im inneren Sinne vom Herrn gehandelt, und weil vom Herrn, auch von allem, was Ihm ähnlich und ebenbildlich ist, nämlich von Seinem Reich, von der Kirche, von jedem Menschen des Reiches oder der Kirche, daher hier solches dargestellt wird, was beim Menschen ist. Was beim Herrn war, bevor Er aus eigener Macht das Böse, das ist den Teufel und die Hölle überwunden hatte, und Er so himmlisch, göttlich und Jehovah auch dem menschlichen Wesen nach geworden war, verhält sich gemäß dem Zustand, in dem Er Sich befand. 1569. "Weil ihre Habe groß war, und sie konnten nicht beieinander wohnen", 1. Mose 13/6, daß dies bedeutet, was vom inneren Menschen erworben worden, konnte mit dem, was im äußeren erworben war, nicht zusammenstimmen, kann erhellen aus dem, was soeben gesagt worden ist. 1570. Vers 7: Und es war Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und zwischen den Hirten des Viehs Lots: und der Kanaaniter und Perisiter (war) damals wohnend im Lande. "Und es war Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und zwischen den Hirten des Viehs Lots" bedeutet, daß der innere Mensch und der äußere nicht zusammenstimmten. Die Hirten des Viehs Abrams sind die himmlischen Dinge, die Hirten des Viehs Lots sind die sinnlichen Dinge; "und der Kanaaniter und Perisiter war damals wohnend im Lande" bedeutet das Böse und Falsche im äußeren Menschen. 1571. "Es war Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und zwischen den Hirten des Viehs Lots", 1. Mose 13/7, daß dies bedeutet der innere Mensch und der äußere stimmten nicht zusammen, erhellt aus der Bedeutung der Hirten des Viehs, sofern diese diejenigen sind, die lehren, somit was dem Gottesdienst angehört, wie dies jedem bekannt sein kann; daher wir uns mit dessen Begründung aus dem Worte nicht aufzuhalten brauchen: dies bezieht sich auf das, was im vorhergehenden 5.Vers Zelte genannt wurde, und daß diese den Gottesdienst bedeuten, ist dort angemerkt worden; was in dem unmittelbar vorhergehenden 6.Vers gesagt wird, bezieht sich auf das, was im 5.Vers genannt wurde Schaf- und Rindvieh, und daß diese Besitztümner oder Erwerbungen sind, ist dort ebenfalls angemerkt worden. Weil hier gehandelt wird vom Gottesdienst, nämlich dem des inneren Menschen und dem des äußeren, so wird, da diese noch nicht zusammenstimmten, hier gesagt: "es war Zank zwischen den Hirten"; denn Abram bildet den inneren Menschen vor und Lot den äußeren. Am Gottesdienst hauptsächlich wird erkannt, welch und was für ein Zwiespalt ist zwischen dem inneren und dem äußeren Menschen, ja in den Einzelheiten des Gottesdienstes, wenn in diesem der innere Mensch sein Absehen haben will auf die Zwecke des Reiches Gottes, und der äußere Mensch sein Absehen haben will auf die Zwecke der Welt. Daher denn der Zwiespalt, der im Gottesdienst sich offenbart, und zwar so sehr, daß auch das Geringste des Zwiespalts im Himmel wahrgenommen wird. Dies ist es, was bezeichnet wird durch den Zank zwischen den Hirten des Viehs Abrams, und den Hirten des Viehs Lots. Es wird auch die Ursache beigefügt, nämlich weil der Kanaaniter und der Perisiter damals im Lande war. 1572. Daß die Hirten des Viehs Abrams die himmlischen Dinge sind, die dem inneren Menschen angehören, und daß die Hirten des Viehs Lots die sinnlichen Dinge sind, die dem äußeren Menschen angehören, erhellt aus dem, was früher gesagt worden ist. Unter den himmlischen Dingen, welche die Hirten des Viehs Abrams sind, werden verstanden die himmlischen Dinge im Gottesdienst, die dem inneren Menschen angehören; unter den Hirten des Viehs Lots werden verstanden die sinnlichen Dinge, die im Gottesdienst sind, die dem äußeren Menschen angehören, und die nicht zusammenstimmen mit den himmlischen Dingen des Gottesdienstes des inneren Menschen. Wie es sich damit verhält, erhellt aus dem, was früher gezeigt worden ist. 1573. "Und der Kanaaniter und Perisiter war damals wohnend im Lande", 1. Mose 13/7, daß dies bedeutet das Böse und Falsche im äußeren Menschen, kann erhellen aus der Bedeutung des Kanaaniters, sofern dieser ist das von der Mutter her ererbte Böse im äußeren Menschen, von dem Nr. 1444 (die Rede war); und aus der Bedeutung des Perisiters, sofern dieser ist das Falsche aus demselben, wovon im Folgenden. Daß ein Erbböses von der Mutter her beim Herrn gewesen ist in Seinem äußeren Menschen, wurde früher gesagt (Nr. 1414, 1444); daß auch Falsches daraus, folgt nun: Wo Erbböses ist, da ist auch Falsches; dieses wird aus jenem geboren, allein das Falsche aus dem Bösen kann nicht geboren werden, ehe der Mensch mit Wißtümlichem und Erkenntnissen ausgerüstet ist; das Böse hat nichts anderes, in das es einwirken oder einfließen könnte, als in Wißtümliches und Erkenntnisse; so wird das Böse, das dem Willensgebiet angehört, verwandelt in Falsches im Verstandesgebiet; daher dieses Falsche auch angeerbt war, weil aus Anererbtem geboren, nicht aber das Falsche aus falschen Grundsätzen; allein es war im äußeren Menschen, und der innere Mensch konnte sehen, daß es falsch war. Und weil Erbböses von der Mutter da war, bevor der Herr ausgerüstet war mit Wißtümlichem und Erkenntnissen, oder ehe Abram pilgerte in Ägypten, so wird gesagt, der Kanaaniter war im Lande nicht aber der Perisiter, 1. Mose 12/6; hier aber, nachdem Er mit Wißtümlichem und Erkenntnissen ausgerüstet worden, wird gesagt: "der Kanaaniter und Perisiter wohnten im Lande"; woraus erhellt, daß durch den Kanaaniter bezeichnet wird das Böse, und durch den Perisiter das Falsche. Hieraus erhellt auch, daß die Erwähnung des Kanaaniters und des Perisiters in keinem historischen Zusammenhang steht; denn im Vorhergehenden und im Nachfolgenden kommt nichts von ihnen vor, so auch im 1. Mose 12/6, wo des Kanaaniters erwähnt wird; woraus hervorgeht, daß hier irgendein Geheimnis verborgen liegt, das man nur aus dem inneren Sinn erkennen kann. Jeder kann sich darüber wundern, daß gesagt wird, es sei Erbböses von der Mutter beim Herrn gewesen, weil es aber hier so deutlich gesagt wird, und im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird, so kann nicht daran gezweifelt werden, daß es so gewesen ist: denn es kann nie von einem Menschen ein Mensch geboren werden, ohne Böses von diesem mitzubringen; aber ein anderes ist das Erböses, das er vom Vater her hat, und ein anderes, das von der Mutter her. Das Erbböse vom Vater her ist innerlich und bleibt in Ewigkeit, denn es kann gar nicht ausgerottet werden: ein solches hat der Herr nicht gehabt, weil Er von Jehovah als Vater geboren, somit dem Inneren nach göttlich oder Jehovah (war). Allein das Erbböse von der Mutter her gehört dem äußern Menschen an, und dieses war beim Herrn, und wird genannt Kanaaniter im Lande, und das Falsche aus demselben Perisiter. So wurde der Herr geboren, wie ein anderer Mensch, und hatte Schwachheiten wie ein anderer Mensch. Daß Er Erbböses von der Mutter her hatte, erhellt augenscheinlich daraus, daß Er Versuchungen bestand. Es kann durchaus niemand versucht werden, der kein Böses hat. Das Böse beim Menschen ist es, das versucht, und durch das er versucht wird: daß der Herr versucht wurde und schwerere Versuchungen bestand, als je ein Mensch dem zehntausendsten Teile nach aushalten kann, und daß Er sie allein ausgehalten, und das Böse, oder den Teufel und die ganze Hölle aus eigener Macht überwunden hat, ist auch bekannt; von diesen Versuchungen heißt es also bei Luk.4/1,2,13,14: "Jesus ward im Geist geführt in die Wüste, und vierzig Tage versucht vom Teufel, so daß Er nicht aß in denselbigen Tagen: nachdem aber der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, stand er von Ihm ab eine Zeitlang; von da kam Er wieder in der Kraft des Geistes nach Galiläa". Mark.1/12,13: "Der Geist trieb Jesum, daß Er hinausging in die Wüste, und Er war in der Wüste vierzig Tage, und ward versucht, und war bei den Tieren": wo durch die Tiere bezeichnet wird die Hölle; außerdem wurde Er bis zum Tode versucht, so daß Er Blutstropfen schwitzte, Luk.22/44: "Und als Er in der Angst war, betete Er stärker; es ward aber Sein Schweiß, wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen". In keiner Weise kann ein Engel vom Teufel versucht werden, weil, solange er im Herrn ist, böse Geister nicht einmal von ferne nahen können; sie werden sogleich vom Schauder und Schrecken ergriffen. Viel weniger hätte die Hölle können dem Herrn nahen, wenn Er wäre göttlich geboren worden, das ist, ohne Böses, das von der Mutter her anklebte. Daß der Herr wirklich die Missetaten und Übel des menschlichen Geschlechtes getragen habe, ist auch eine gewöhnliche Redensart der Prediger; aber die Missetaten und Übel (oder Sünden) auf sich überleiten, anderes als auf dem Wege der Vererbung, ist gar nicht möglich. Das Göttliche ist für das Böse gar nicht empfänglich: um daher das Böse mit eigenen Kräften zu überwinden, was ein Mensch durchaus nicht konnte, noch kann, und damit Er so allein zur Gerechtigkeit würde, wollte Er geboren werden wie ein anderer Mensch. Sonst wäre nicht nötig gewesen, daß Er geboren wurde, denn das menschliche Wesen konnte der Herr ohne Geburt annehmen, wie Er es auch zuweilen annahm, wenn Er der Ältesten Kirche, wie auch den Propheten erschien. Aber zu dem Ende, daß Er auch das Böse anzöge, gegen das Er kämpfen, und das Er überwinden sollte, kam Er in die Welt, und so wollte Er in Sich das göttliche Wesen mit dem menschlichen Wesen verbinden. Aber der Herr hatte kein wirkliches oder eigenes Böse, wie Er selbst auch sagt bei Johannes: "Wer von euch kann mich einer Sünder zeihen?" Joh.8/46. Hieraus geht nun klar hervor, was bezeichnet wird dadurch, daß Streit war zwischen den Hirten des Viehs Abrams und zwischen den Hirten des Viehs Lots, was ohne Zusammenhang voraus geht; die Ursache war, weil "der Kanaaniter und der Perisiter im Lande wohnten". HG 1574 1574. Daß der "Kanaaniter" das Erbböse von der Mutter im äußeren Menschen bedeutet, ist früher gezeigt worden Nr. 1444; daß aber der Perisiter das Falsche aus dem Bösen bedeutet, erhellt aus anderen Stellen im Wort, wo der Perisiter genannt wird, wie es denn von Jakob heißt bei 1. Mose 34/30: "Jakob sprach zu Schimeon und zu Levi: Ihr habt mir Verlegenheit bereitet, weil ihr mich stinkend machtet bei dem Einwohner des Landes; bei dem Kanaaniter, und bei dem Perisiter, und ich in geringer Anzahl bin, und sie werden sich sammeln über mich, und mich schlagen, und ich werde zugrunde gehen, ich und mein Haus": wo gleichfalls durch den Kanaaniter bezeichnet wird das Böse, und durch den Perisiter das Falsche. Jos.17/15: "Es sprach zu den Söhnen Josephs Josua: Wenn du ein zahlreiches Volk bist, so ziehe hinauf in den Wald, und baue dir dort im Lande des Perisiters und der Rephaim, sofern dir zu eng ist das Gebirge Ephraim": wo durch die Perisiter bezeichnet werden Grundsätze des Falschen, durch Rephaim Beredungen des Falschen, die sie ausrotten sollten, denn das Gebirge Ephraim ist im inneren Sinn die Verständigkeit. Richt.1/1-5: "Nach dem Tode Josuas, da fragten die Söhne Israels den Jehovah, und sprachen: Wer wird uns hinaufziehen zu dem Kanaaniter, um anfänglich zu kämpfen wider ihn, und Jehovah sprach: Jehudah soll hinaufziehen, siehe, Ich habe das Land in seine Hand gegeben: und Jehudah sprach zu Schimeon, seinem Bruder, ziehe mit mir hinauf in mein Los, und laß uns kämpfen wider den Kanaaniter, so will auch ich mit dir ziehen in dein Los, und Schimeon zog mit ihm und Jehudah zog hinauf, und Jehovah gab den Kanaaniter und den Perisiter in ihre Hand": wo durch Jehudah gleichfalls vorgebildet wird der Herr in Rücksicht des Himmlischen, durch Schimeon in Rücksicht des Geistigen aus demselben; der Kanaaniter ist das Böse, der Perisiter ist das Falsche, das überwunden wurde; dies war die göttliche Antwort oder das göttliche Orakel, das so verstanden wird. 1575. Vers 8: Und Abram sprach zu Lot: Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und zwischen dir, und zwischen meinen Hirten, und zwischen deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder. "Und Abram sprach zu Lot" bedeutet, so habe der innere Mensch gesprochen zum äußeren; "Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und zwischen dir, und zwischen meinen Hirten, und zwischen deinen Hirten" bedeutet, es soll keine Zwietracht sein zwischen beiden; "denn wir sind ja Brüder (viri fratres)" bedeutet, sie seien an sich vereinigt. 1576. "Und Abram sprach zu Lot", 1. Mose 13/8, daß dies bedeutet, so habe der innere Mensch gesprochen zum äußeren, erhellt aus der Vorbildung Abrams hier, sofern er der Innere Mensch ist, und aus der Vorbildung Lots, als des äußeren, der abgetrennt werden soll. Daß Abram den inneren Menschen vorbildet, davon ist der Grund in dem, daß er dem Lot gegenübergestellt wird, der dasjenige im äußeren Menschen ist, was ausgeschieden werden soll: im äußeren Menschen ist solches, das übereinstimmt, und ist solches, das nicht übereinstimmt. Dieses (letztere) ist Lot, daher das Übereinstimmende Abram ist, auch dasjenige, was im äußeren Menschen ist, denn dasselbe macht eins aus mit dem inneren (Menschen), und gehört dem inneren an. 1577. "Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und zwischen dir", 1. Mose 13/8, daß dies bedeutet, es soll keine Zwietracht sein zwischen beiden, kann aus dem, was früher gesagt worden, erhellen. Was die Zusammenstimmung oder Vereinigung des inneren Menschen mit dem äußeren anbelangt, so sind (dabei) mehr Geheimnisse, als je ausgesprochen werden können. Der innere Mensch und der äußere sind nie und nirgends bei irgendeinem Menschen vereinigt worden, und konnten auch nicht vereinigt werden, noch können sie je vereinigt werden, nur beim Herrn allein, weshalb Er auch in die Welt kam. Bei den Menschen, die wiedergeboren wurden, scheint es, als ob sie vereinigt wären, allein sie sind Angehör des Herrn, denn was übereinstimmt ist Angehör des Herrn, was aber nicht übereinstimmt ist Angehör des Menschen. Zweierlei ist beim inneren Menschen, nämlich das Himmlische und das Geistige, und diese zwei machen eins aus, wenn aus dem Himmlischen das Geistige stammt; oder, was dasselbe ist, zweierlei ist beim inneren Menschen: das Gute und das Wahre, und diese zwei machen eins aus, wenn aus dem Guten das Wahre stammt: oder, was auch dasselbe ist, zweierlei ist beim inneren Menschen: die Liebe und der Glaube, und diese zwei machen eins aus, wenn aus der Liebe der Glaube kommt; oder, was auch dasselbe ist, zweierlei ist beim inneren Menschen: der Wille und der Verstand, und diese zwei machen eins aus, wenn aus dem Willen der Verstand hervorgeht. Noch deutlicher kann es ersehen werden an der Sonne, aus der Licht kommt: wenn dem Licht aus der Sonne innewohnt sowohl Wärme als auch Helle, dann sproßt und lebt alles davon, aber wenn im Licht aus der Sonne keine Wärme ist, wie zur Winterszeit, dann erstarrt und stirbt alles davon. Daraus erhellt, was den inneren Menschen ausmacht. Was aber den äußeren (ausmacht) ist hieraus klar. Beim äußeren Menschen ist alles natürlich, denn der äußere Mensch ist dasselbe, was der natürliche Mensch ist. Von dem inneren Menschen sagt man alsdann, daß er vereinigt werde mit dem äußeren, wenn das himmlisch Geistige (coeleste spirituale) des inneren Menschen einfließt in das Natürliche des äußeren, und macht, daß sie als eines zusammenwirken, dadurch wird das Natürliche auch himmlisch und geistig, aber ein niedrigeres Himmlisches und Geistiges, oder, was dasselbe ist, der äußere Mensch wird dadurch auch himmlisch und geistig, jedoch äußerlich himmlisch und geistig (exterius coelestis et spiritualis). Der innere und der äußere Mensch sind durchaus unterschieden, weil es das Himmlische und Geistige ist, was den inneren Menschen anregt, dagegen aber das Natürliche den äußeren. Aber obwohl unterschieden, sind sie dennoch vereinigt, nämlich wenn das himmlisch Geistige (coeleste spirituale) des inneren Menschen einfließt in das Natürliche des äußeren, und dieses als das Seinige bestimmt (disponit). Beim Herrn allein war der innere Mensch vereinigt mit dem äußeren, aber bei keinem anderen Menschen, außer insoweit der Herr (sie) vereinigt hat und vereinigt. Allein die Liebe und Liebtätigkeit oder das Gute ist es, was vereinigt, und es gibt durchaus nicht irgendwelche Liebe und Liebtätigkeit, das ist, irgendwelches Gutes, außer vom Herrn. Eine solche Vereinigung ist es, auf die jene Worte Abrams hinzielen: "Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und zwischen dir, und zwischen meinen Hirten und zwischen deinen Hirten, denn wir sind ja Brüder". Daß gesagt wird: zwischen mir und zwischen dir, und zwischen meinen Hirten und zwischen deinen Hirten, damit verhält es sich so: wie es im inneren Menschen zweierlei gibt, nämlich das Himmlische und das Geistige, die, wie gesagt, eins ausmachen sollen, so auch im äußeren Menschen: sein Himmlisches wird genannt das natürliche Gute, sein Geistiges wird genannt das natürlich Wahre. Es sei nicht Streit zwischen mir und zwischen dir, bezieht sich auf das Gute, es soll nämlich das Gute des inneren Menschen nicht uneins sein mit dem Guten des äußeren Menschen; und es sei nicht Streit zwischen meinen Hirten und zwischen deinen Hirten, bezieht sich auf das Wahre, es soll nämlich das Wahre des inneren Menschen nicht uneins sein mit dem Wahren des äußeren Menschen. 1578. "Denn wir sind ja Brüder (viri fratres)", 1. Mose 13/8, daß dies bedeutet, daß sie an sich vereinigt seien, erhellt aus der Bedeutung von Mann Bruder (viri fratris), sofern diese ist Vereinigung, und zwar die Vereinigung des Wahren und Guten. 1579. Vers 9: Liegt nicht das ganze Land vor dir? Scheide dich doch von mir! Wenn zur Linken, so will ich rechts gehen, und wenn zur Rechten, so will ich links gehen. "Liegt nicht das ganze Land vor dir" bedeutet alles Gute; "scheide dich doch von mir" bedeutet, daß es nicht erscheinen könne, wenn nicht das, was unnütz ist, zu nichts wird; "wenn zur Linken, so will ich rechts gehen, und wenn zur Rechten, so will ich links gehen" bedeutet die Scheidung. 1580. "Liegt nicht das ganze Land vor dir", 1. Mose 13/9, daß dies bedeutet alles Gute, erhellt aus der Bedeutung des Landes im guten Sinne, und hier des Landes Kanaan, sofern dieses ist das Himmlische, folglich das Gute, wovon Nr. 566, 620, 636, 662 die Rede war. Es spricht hier der innere Mensch zum äußeren, oder zu demjenigen, was beim äußeren nicht übereinstimmt, wie dies der Mensch zu tun pflegt, wenn er etwas Böses bei sich wahrnimmt, von dem er geschieden werden will, was in den Versuchungen und Kämpfen geschieht, denn es ist denen, die in Versuchungen und Kämpfen waren, bekannt, daß sie bei sich wahrnehmen, was nicht übereinstimmt, wovon sie, solange der Kampf währt, nicht geschieden werden können, aber gleichwohl geschieden zu sein wünschen, ja zuweilen so sehr, daß sie dem Bösen zürnen, und es austreiben wollen. Dies ist es, was hier bezeichnet wird. 1581. "Scheide dich doch von mir", 1. Mose 13/9, daß dies bedeutet es könne nicht erscheinen, wenn nicht das, was uneinig (discors) ist, zu nichts wird, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist, daß nämlich der innere Mensch will, daß dasjenige im äußeren Menschen, was nicht übereinstimmt, sich abtrenne, denn ehe es ausgeschieden ist, kann das Gute nicht erscheinen, das fortwährend einfließt vom inneren Menschen vom Herrn. Was aber die Scheidung betrifft, so muß man wissen, daß es keine Abtrennung, sondern daß es ein Ruhen ist. Das Böse, das im äußeren Menschen ist, kann bei keinem Menschen, ausgenommen beim Herrn, abgetrennt werden; was der Mensch einmal erworben hat, das bleibt; aber es scheint ausgeschieden zu werden, wenn es ruht, denn so erscheint es als nicht vorhanden (nullum); und es ruht nicht so, daß es als nicht vorhanden erschiene, außer vom Herrn her, und wenn es in dieser Weise ruht, dann erst fließt Gutes vom Herrn her ein und regt den äußeren Menschen an. Von dieser Art ist der Zustand der Engel, auch sie wissen nicht anderes, als daß das Böse von ihnen abgetrennt sei, allein es ist bloß eine Abhaltung vom Bösen, somit ein Ruhen, so daß es als nicht vorhanden erscheint, folglich ist es ein Schein - was die Engel auch wissen, wenn sie darüber nachdenken. 1582. "Wenn zur Linken, so will ich rechts gehen, und wenn zur Rechten, so will ich links gehen", 1. Mose 13/9, daß dies die Ausscheidung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Rechten und der Linken. Das Rechte und das Linke ist nichts anderes als etwas Beziehungsweises (respectivum); es ist nicht eine gewisse Himmelsgegend, auch ist es nicht ein gewisser Ort, wie dies daraus erhellen kann, daß sowohl der Aufgang als der Niedergang, sowohl der Mittag als die Mitternacht, zur Rechten sein kann, wie auch zur Linken, je nach des Menschen Hinblick. Ebenso verhält es sich mit dem Ort: vom Lande Kanaan konnte auch nicht gesagt werden, es sei zur Rechten oder zur Linken, außer beziehungsweise: überall wo der Herr ist, da ist der Mittelpunkt, daher das Rechte und das Linke. So mochte Abram, durch den der Herr vorgebildet wurde, sich dahin oder dorthin begeben, so war doch immer das Vorbildliche bei ihm, und auch das Land. So wäre es gleichviel gewesen, ob Abram im Lande Kanaan, oder ob er anderswo war. Vergleichsweise wie beim Würdigsten am Tisch: der Ort, wo er sitzt, ist der oberste, und nach ihm bestimmen sich die Plätze zur Rechten und zur Linken. Daher das Rechts- oder Linksgehen eine Redensart des Wunsches war, durch welche die Scheidung bezeichnet wurde. 1583. Vers 10: Und Lot hob seine Augen auf, und sah die ganze Ebene des Jordans, daß sie ganz bewässert war, bevor Jehovah verdarb Sodom und Amora, wie ein Garten Jehovahs, wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar. "Und Lot hob seine Augen auf" bedeutet, daß der äußere Mensch erleuchtet worden sei vom Inneren; "und sah die ganze Ebene des Jordans" bedeutet dasjenige Gute und Wahre, das beim äußeren Menschen war; "daß sie ganz bewässert war" bedeutet, daß es dort wachsen könne; "bevor Jehovah verdarb Sodom und Amora" bedeutet den äußeren Menschen, der durch Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen zerstört worden; "wie ein Garten Jehovahs" bedeutet sein Vernünftiges; "wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar" bedeutet Wißtümliches aus Trieben zum Guten. Die Bedeutung hiervon ist, daß dem Herrn der äußere Mensch erschienen sei, wie er beschaffen ist in seiner Schönheit, wenn er mit dem Inneren verbunden ist. 1584. "Und Lot hob seine Augen auf", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet, der äußere Mensch sei erleuchtet worden vom inneren, erhellt aus der Bedeutung von die Augen aufheben, welches ist sehen - im inneren Sinne wahrnehmen - hier erleuchtet werden, weil es ausgesagt wird von Lot oder dem äußeren Menschen, wenn dieser wahrnimmt, wie der äußere Mensch beschaffen ist, wenn verbunden mit dem inneren, oder wie er beschaffen ist in seiner Schönheit, dann ist er erleuchtet vom inneren, und dann ist er im göttlichen Schauen (in vosione Divina), von dem hier gehandelt wird; und es kann nicht bezweifelt werden, daß der Herr als Knabe, in betreff des äußeren Menschen, oftmals in einem solchen göttlichen Schauen war, weil Er allein den äußeren Menschen mit dem inneren verband; der äußere Mensch war Sein menschliches Wesen, der innere (Mensch) aber Sein Göttliches. 1585. "Und sah die ganze Ebene des Jordans", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet dasjenige Gute und Wahre, das beim äußeren Menschen war, erhellt aus der Bedeutung der Ebene und des Jordans, die Ebene um den Jordan bedeutet im inneren Sinn den äußeren Menschen in betreff all seines Guten und Wahren; daß die Jordanebene dies bedeutet kommt daher, daß der Jordan die Grenze des Landes Kanaan war; das Land Kanaan bedeutet, wie früher gesagt und gezeigt worden, das Reich und die Kirche des Herrn, und zwar deren Himmlisches und Geistiges, daher es auch genannt wurde das Heilige Land, und das Himmlische Kanaan; und weil das Reich und die Kirche des Herrn, bedeutet es im höchsten Sinn den Herrn selbst, Der alles in allem Seines Reiches und Seiner Kirche ist; daher war alles, was sich im Lande Kanaan befand, vorbildlich. Was in der Mitte des Landes, oder was das Innerste war, bildete Seinen inneren Menschen vor, wie der Berg Zion und Jerusalem, jener das Himmlische, dieses das Geistige; was von da weiter abgelegen war, bildete vor das vom Inneren Entferntere; was das Äußerste war oder die Grenzen, bildete vor den äußeren Menschen. Die Grenzen des Landes Kanaan waren mehrere, im allgemeinen die zwei Ströme Euphrat und Jordan, dann auch das Meer, infolgedessen der Euphrat und der Jordan das Äußere vorbildeten; daher denn hier die Jordanebene, wie sie es vorbildet, auch alles bei dem äußeren Menschen Befindliche bezeichnet. Ebenso verhält es sich, wenn das Land Kanaan gesagt wird vom Reich des Herrn in den Himmeln, und in gleicher Weise, wenn von der Kirche des Herrn auf Erden; ebenso wenn vom Menschen des Reichs oder der Kirche, und in gleicher Weise, wenn abstrakt vom Himmlischen der Liebe, und so weiter. Daher kommt, daß beinahe alle Städte, ja alle Berge, Hügel, Täler, Flüsse und anderes im Lande Kanaan vorbildliche Bedeutung hatten. Daß der Euphratstrom, weil er die Grenze war, das Sinnliche und Wißtümliche vorbildete, das dem äußeren Menschen angehört, ist gezeigt worden Nr. 120; daß auch der Jordan und die Jordanebene, kann aus folgenden Stellen erhellen: Ps.42/7: "Mein Gott, über mich beugt sich meine Seele, darum will ich Dein gedenken aus dem Lande des Jordans, und Chermonim vom Berge der Kleinheit": wo das Land des Jordans für das steht, was niedrig und so entfernt ist vom Himmlischen, wie das Äußere des Menschen vom Inneren. Daß die Kinder Israels über den Jordan gingen, als sie einzogen ins Land Kanaan, und daß dieser alsdann zerteilt wurde, bildete auch vor den Eintritt in den inneren Menschen durch den äußeren Menschen, auch den des Menschen in das Reich des Herrn, außer mehrerem: Jos.3/14-17; 4/1-24. Und weil der äußere Mensch den inneren fortwährend anficht und nach der Herrschaft strebt, so wurde der Stolz (superbia) oder das Anschwellen (elatio) des Jordans, zur prophetischen Redensart, wie bei Jerem.12/5: "Wie willst du es den Rossen gleich tun, und im Lande des Friedens zuversichtlich sein, und was tust du beim Anschwellen des Jordans": das Anschwellen des Jordans für die Dinge, die dem äußeren Menschen angehören, und sich auflehnen und herrschen wollen über den inneren, dergleichen die Vernünfteleien sind, die hier die Rosse sind und die daher kommende Zuversicht. Jerem.49/17,19: "Edom wird zur Öde werden; siehe wie ein Löwe sich erhebt vom Stolz des Jordans zur Wohnung Ethans": der Stolz des Jordans für die Erhebung des äußeren Menschen wider das Gute und Wahre des inneren. Sach.11/2,3: "Heule, Tanne, weil gefallen ist die Zeder, weil die Herrlichen verwüstet sind, heulet ihr Eichen Baschans, weil herabgekommen ist der befestigte Wald; die Stimme des Heulens der Hirten, weil verwüstet ist ihre Pracht; die Stimme des Gebrülls der jungen Löwen, weil verwüstet ist die Anschwellung des Jordans". Daß der Jordan die Grenze des Landes Kanaan war, erhellt aus 4. Mose 34/12 und die des Landes Judas gegen Morgen: Jos.15/5. 1586. "Daß sie ganz bewässert war", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet, daß es dort wachsen könne, nämlich das Gute und Wahre, kann erhellen aus der Bedeutung von bewässert, man sehe was Nr. 108 (gesagt worden ist). 1587. "Bevor Jehovah verdarb Sodom und Amora", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet den durch Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen zugrunde gerichteten äußeren Menschen, kann erhellen aus der Bedeutung von Sodom, als den Begierden des Bösen, und aus der Bedeutung von Amora, als den Beredungen des Falschen. Diese zwei sind es, die den äußeren Menschen zugrunde richten und vom inneren trennen; und diese zwei waren es, welche die Urkirche vor der Sündflut zerstört haben. Die Begierden des Bösen gehören dem Willen an, und die Beredungen des Falschen gehören dem Verstand an, und wenn diese zwei herrschen, so ist der ganze äußere Mensch zugrunde gerichtet, und ist dieser zugrunde gerichtet, so ist er auch geschieden vom inneren, nicht daß die Seele oder der Geist geschieden würde vom Leibe, sondern daß das Gute und Wahre von seiner Seele oder seinem Geist geschieden ist, so daß sie nicht einfließen, als nur entfernt, von welchem Einfluß, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts (die Rede sein soll). Und weil im Menschengeschlecht der äußere Mensch so zugrunde gerichtet und sein Verband mit dem inneren, d.i. mit dem Guten und Wahren, zerrissen war, ist der Herr in die Welt gekommen, damit Er den äußeren Menschen mit dem inneren, d.i. das menschliche Wesen mit dem Göttlichen verbände und vereinigte. Wie der äußere Mensch beschaffen ist, wenn verbunden mit dem Inneren, wird hier beschrieben, daß er nämlich, bevor der Herr verdorben hatte Sodom und Amora, gewesen sei wie ein Garten Jehovahs, wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar. 1588. "Wie ein Garten Jehovahs", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet, sein Vernünftiges, erhellt aus der Bedeutung des Garten Jehovahs, sofern dieser ist die Einsicht, wovon Nr. 100, mithin das Vernünftige, welches das Vermittelnde ist zwischen dem inneren und äußeren Menschen; das Vernünftige ist des äußeren Menschen Einsicht; ein Garten Jehovahs wird er genannt, wenn das Vernünftige himmlisch ist, d.h. aus himmlischen Ursprung ist, wie es dies war bei der Urkirche wovon bei Jes.51/3: "Trösten wird Jehovah Zion, trösten alle ihre Wildnisse, und wird ihre Wüste wie ein Eden machen, und ihre Einöde wie einen Garten Jehovahs; Freude und Fröhlichkeit wird in ihr gefunden werden, Bekenntnis und die Stimme des Gesanges". Ein Garten Gottes wird es aber genannt, wenn das Vernünftige geistig, das ist aus geistigen Ursprung ist, wie bei der Alten Kirche, wovon bei Hes.28/12,13: "Voll Weisheit, und vollkommen an Schönheit, in Eden, dem Garten Gottes, warst du". Das Vernünftige des Menschen wird einem Garten verglichen wegen des Vorbildlichen, das sich im Himmel darstellt; das Vernünftige des Menschen, wenn in dasselbe einfließt das geistig Himmlische vom Herrn, ist es, das nicht anders erscheint; ja es stellen sich auch infolgedessen Paradiese sichtbar dar, die alle Vorstellung der menschlichen Einbildungskraft an Pracht und Schönheit übersteigen; was eine Wirkung des Einflusses des himmlisch geistigen Lichtes vom Herrn ist, wovon Nr. 1042, 1043, und nicht die paradiesischen Lieblichkeiten und Schönheiten sind es, die anregen, sondern es ist das himmlisch Geistige (coelestia spiritualia), das in ihnen lebt. 1589. "Wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar", 1. Mose 13/10, daß dies bedeutet Wißtümliches aus Neigungen zum Guten (scientifica boni), kann erhellen aus der Bedeutung von Ägypten, wovon Nr. 1164, 1165 (die Rede war), sofern dieses im guten Sinn nach, Nr. 1462, die Wissenschaft ist, und aus der Bedeutung von Zoar, als die Neigungen vom Guten. Zoar war eine Stadt nicht weit von Sodom, wohin auch Lot floh, als er durch die Engel dem Brand Sodoms entrissen wurde, wovon 1. Mose 19/20,22,30; und außerdem wird Zoar genannt 1. Mose 14/2,8; 5. Mose 34/3; Jes.15/5; Jerem.48/34, wo es auch die Neigung (affectionem) bedeutet; und weil die Neigung zum Guten (affectionem boni), so bedeutet es auch im entgegengesetzten Sinn, wie gewöhnlich die Neigung zum Bösen. Dreierlei ist was den äußeren Menschen ausmacht, nämlich das Vernünftige, das Wißtümliche und das äußere Sinnliche; das Vernünftige ist das Inwendigere, das Wißtümliche ist das Auswendigere, das Sinnliche ist das Äußerste; das Vernünftige ist es, durch das der innere Mensch verbunden wird mit dem äußeren; wie das Vernünftige beschaffen ist, so ist die Verbindung beschaffen; das äußere Sinnliche ist hier das Gesicht und das Gehör; das Vernünftige ist aber an sich nichts, wenn nicht die Neigung in dasselbe einfließt, und macht, daß es tätig ist, und daß es lebt; hieraus folgt, daß das Vernünftige so ist, wie die Neigung. Wenn die Neigung zum Guten einfließt, so wird die Neigung zum Guten im Vernünftigen eine Neigung zum Wahren; das Gegenteil, wenn die Neigung zum Bösen. Weil das Wißtümliche sich an das Vernünftige anschließt, und sein Werkzeug wird, so folgt auch, daß die Neigung einfließt ins Wißtümliche, und es gestaltet. Denn beim äußeren Menschen lebt durchaus nichts, als die Neigung: der Grund ist, weil die Neigung zum Guten herniedersteigt aus dem Himmlischen, das ist aus der himmlischen Liebe, die alles belebt, in das sie einfließt, ja auch die Neigungen zum Bösen, oder die Begierden belebt; denn das Gute der Liebe fließt vom Herrn fortwährend ein, und zwar durch den inneren Menschen in den äußeren; aber der Mensch, der in der Neigung zum Bösen oder in der Begierde ist, verkehrt das Gute; dennoch aber bleibt davon das Leben. Um dies zu begreifen, mag man es vergleichsweise ersehen an den Gegenständen, welche die Sonnenstrahlen aufnehmen: es gibt einige, die sie sehr schön aufnehmen, und in die schönsten Farben verwandeln, z.B. der Diamant, Rubin, Hyazinth, Saphir und andere kostbare Steine, aber es gibt auch solche, die sie nicht so aufnehmen, sondern in die häßlichsten Farben verwandeln. Dies kann auch erhellen aus den Sinnesarten der Menschen selbst: Es gibt solche, die das Gute eines anderen mit aller Zuneigung aufnehmen, und es gibt solche, die es in Böses verwandeln: daraus kann erhellen, was das aus den Neigungen zum Guten hervorgehende Wissen ist, das bezeichnet wird durch "das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar", da das Vernünftige ist wie ein Garten Jehovahs. 1590. Daß dies bedeutet, dem Herrn sei der äußere Mensch erschienen, wie er ist in seiner Schönheit, wenn er mit dem inneren verbunden ist, kann erhellen aus dem inneren Sinn, in dem der Herr dem inneren Menschen nach vorgebildet wird durch Abram, und dem äußeren nach durch Lot. Welche Schönheit der äußere Mensch hat, wenn er verbunden ist mit dem inneren, kann nicht beschrieben werden, weil sie sich nicht findet bei irgendeinem Menschen, außer allein beim Herrn. Was beim Menschen und Engel ist, das ist vom Herrn; nur einigermaßen kann es erhellen aus dem Ebenbild des Herrn in betreff Seines äußeren Menschen in den Himmeln, man sehe Nr. 553 und 1530. Die drei Himmel sind Ebenbilder des äußeren Menschen des Herrn, deren Schönheit gar nicht beschrieben werden kann durch etwas, das eine faßliche Vorstellung von ihrer Beschaffenheit gewährte; wie beim Herrn alles unendlich (Infinitum) ist, so ist im Himmel alles unbestimmbar (Indefinitum); das Unbestimmbare des Himmels ist ein Bild vom Unendlichen des Herrn. 1591. Vers 11: Und Lot wählte sich die ganze Ebene des Jordans; und Lot zog weg vom Aufgang, und sie schieden sich, der Mann von seinem Bruder. "Und Lot wählte sich die ganze Ebene des Jordans" bedeutet den äußeren Menschen, als so beschaffen; "und Lot zog weg vom Aufgang" bedeutet dasjenige beim äußeren Menschen, was zurücktritt von der himmlischen Liebe; "und sie schieden sich, der Mann von seinem Bruder" bedeutet, daß dasselbe trenne. 1592. "Und Lot wählte sich die ganze Ebene des Jordans", 1. Mose 13/11, daß dies bedeutet den äußeren Menschen als so beschaffen, erhellt aus der Bedeutung der Ebene des Jordans, sofern diese ist der äußere Mensch, wovon im vorigen Vers die Rede war. Die Schönheit des äußeren Menschen, wenn er verbunden ist mit dem inneren, wird im vorhergehenden Vers beschrieben; dagegen seine Häßlichkeit, wenn er abgetrennt ist, wird beschrieben in diesem Vers und in den beiden folgenden. 1593. "Und Lot zog weg vom Aufgang", 1. Mose 13/11, daß dies bedeutet dasjenige beim äußeren Menschen, was zurücktritt von der himmlischen Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Aufgangs, sofern dieser ist der Herr, somit alles Himmlische, wovon Nr. 101 die Rede war, und weil durch den Aufgang bezeichnet wird der Herr, so folgt hieraus, daß der Aufgang hier ist des Herrn innerer Mensch, der göttlich ist. Daß also der äußere Mensch zurückgetreten sei vom Inneren, wird hier dadurch bezeichnet, daß Lot weggezogen ist vom Aufgang. 1594. "Und sie schieden sich, der Mann von seinem Bruder", 1. Mose 13/11, daß dies bedeutet, daß jene Dinge eine Trennung bewirken, folgt hieraus: was "Mann Bruder" sei, ist Nr. 1578 gesagt worden, daß er nämlich ist die Vereinigung, daher die Trennung des Mannes vom Bruder die Entzweiung ist. Was den äußeren Menschen entzweit mit dem inneren, weiß der Mensch nicht, und zwar aus mehrfacher Ursache, sowohl weil er nicht weiß, oder wenn er es gehört hat, nicht glaubt, daß es einen inneren Menschen gibt; als auch, weil er nicht weiß, oder wenn er es gehört hat, nicht glaubt, daß die Selbstliebe und deren Begierden es sind, die entzweien, dann auch die Weltliebe und deren Begierden, diese jedoch nicht so sehr wie die Selbstliebe. Daß er nicht weiß, und, wenn er es gehört hat, nicht glaubt, daß es einen inneren Menschen gibt, kommt daher, weil er im Körperlichen und Sinnlichen lebt, das durchaus nicht sehen kann, was inwendig ist. Das Inwendige kann sehen, was auswendig ist, das Auswendige hingegen durchaus nicht, was inwendig ist; so z.B. das Gesicht: das innere Gesicht kann sehen, was das äußere Gesicht (sieht); das äußere Gesicht aber durchaus nicht, was das innere (sieht); oder das Verständige und Vernünftige kann wahrnehmen, was und wie beschaffen das Wißtümliche ist, nicht aber umgekehrt. Sodann kommt es auch daher, daß er nicht glaubt, daß es einen Geist gibt, der abgetrennt wird vom Körper, wenn dieser stirbt, und kaum, daß es ein inneres Leben gibt, das man die Seele nennt; denn wenn der sinnliche und körperliche Mensch an eine Trennung des Geistes vom Körper denkt, so kommt ihm dies als etwas Unmögliches vor, weil er das Leben in den Körper setzt, und sich hierin bestärkt dadurch, daß auch die unvernünftigen Tiere leben, und dennoch nicht fortleben nach dem Tod, und dergleichen mehr; dieses alles infolgedessen, daß er im Körperlichen und Sinnlichen lebt, welches Leben an sich betrachtet, kaum etwas anderes ist, als das Leben der unvernünftigen Tiere, mit dem alleinigen Unterschied, daß der Mensch denken und über die ihm vorkommenden Dinge vernünfteln kann, über welches Vermögen, das er von den unvernünftigen Tieren voraus hat, er dann auch nicht nachdenkt. Es ist jedoch nicht sowohl dieser Grund, der den äußeren Menschen mit dem inneren entzweit, (denn der größte Teil der Menschen ist in diesem Unglauben, und die Gelehrten mehr als die Einfältigen) sondern was (sie) entzweit, ist hauptsächlich die Selbstliebe, dann auch die Weltliebe, diese jedoch nicht so sehr wie die Selbstliebe. Daß der Mensch dies nicht weiß, kommt daher, daß er in keiner Liebtätigkeit lebt, und, wenn er in keiner Liebtätigkeit lebt, ihm nicht scheinen kann, daß das Leben der Selbstliebe und ihrer Begierden der himmlischen Liebe so sehr entgegen ist. Auch ist in der Selbstliebe und ihren Begierden alsdann etwas Flammendes, und daher Angenehmes, welches das Leben so anregt, daß er kaum anders weiß, als daß die ewige Seligkeit selbst darin bestehe; daher auch viele die ewige Seligkeit darin setzen, daß sie nach dem Leben des Leibes groß werden, und so von anderen, selbst von den Engeln bedient werden, während sie selbst keinem dienen wollen, außer aus dem geheimen Grund um ihrer selbst willen, daß sie nämlich bedient werden. Wenn sie sagen, sie wollen dann dem Herrn allein dienen, so ist es falsch, denn die in der Selbstliebe sind, wollen, daß auch der Herr ihnen diene, und inwieweit dies nicht geschieht, treten sie zurück; so gehen sie in ihrem Herzen damit um, selbst der Herr werden und über das Weltall herrschen zu wollen; und was für ein Regiment dies wäre, wenn viele von der Art sind, ja wenn alle, kann sich jeder denken: nicht wahr? ein höllisches Regiment, bei dem ein jeder sich mehr liebt, als den anderen. Dies liegt in der Selbstliebe verborgen. Hieraus kann erhellen wie die Selbstliebe beschaffen ist, auch daraus, daß sie in sich Haß birgt gegen alle, die sich ihr nicht unterwerfen als ihre Knechte, und weil Haß, auch Rache, Grausamkeit, Betrügerei und vieles Schändliche. Die gegenseitige Liebe, die allein himmlisch ist, besteht darin, daß man nicht nur sagt, sondern auch anerkennt, und glaubt, man sei ganz unwürdig, und etwas Schlechtes und Unsauberes, das der Herr aus unendlicher Barmherzigkeit fortwährend aus der Hölle, in die es sich fort und fort zu stürzen strebt, ja begehrt, herauszieht und von ihr abhält; dies soll man anerkennen und glauben, weil es wahr ist, - nicht etwa weil der Herr oder irgendein Engel will, daß man es anerkenne und glaube, sich zu unterwerfen, sondern daß man sich nicht erhebe, während man dennoch so ist, wie wenn z.B. der Kot sagen würde, er sei lauteres Gold, oder die Fliege des Kloaks, sie sei in Paradiesvogel. Inwieweit also der Mensch anerkennt und glaubt, er sei so, wie er ist, insoweit tritt er zurück von der Selbstliebe und deren Begierden, und insoweit schaudert er vor sich zurück; inwieweit dies geschieht, insoweit empfängt er vom Herrn himmlische Liebe, d.h. gegenseitige Liebe, die darin besteht, daß er allen dienen will; diese sind es, die verstanden werden unter den Kleinsten, die Im Reiche des Herrn die Größten werden: Matth.20/26-28; Luk.9/46-48. Hieraus kann erhellen, was den äußeren Menschen trennt vom inneren, nämliche hauptsächlich die Selbstliebe; und was hauptsächlich den äußeren Menschen vereinigt mit dem inneren, ist die gegenseitige Liebe, die durchaus nicht möglich ist, bevor die Selbstliebe zurücktritt; denn sie sind ganz entgegen. Der innere (Internus) Mensch ist nichts anderes, als wechselseitige Liebe; des Menschen Geist oder die Seele ist der inwendige (interior) Mensch, der nach dem Tode fortlebt, und ist organisch; denn er ist dem Leibe beigefügt, solang der Mensch in der Welt lebt; dieser inwendige Mensch, d.h. seine Seele oder Geist, ist nicht der innere Mensch, sondern der innere Mensch ist in demselben, wenn in ihm die gegenseitige Liebe ist. Was zum inneren Mensch gehört ist Angehör des Herrn, so daß man sagen kann, der innere Mensch sei der Herr; weil aber der Herr dem Engel oder dem Menschen, wenn er in wechselseitiger Liebe lebt, ein himmlisches Eigene gibt, so daß ihm nicht anders erscheint, als daß er das Gute aus sich tue, so wird der innere Mensch dem Menschen zugeschrieben, als ob er sein wäre; wer aber in der wechselseitigen Liebe ist, der erkennt an und glaubt, daß alles Gute und Wahre nicht sein ist, sondern des Herrn, und daß es ein Geschenk des Herrn ist, wenn er den anderen lieben kann wie sich selbst, und mehr noch, wenn er, wie die Engel, den anderen mehr lieben kann als sich selbst, von welchem Gnadengeschenk und dessen Seligkeit er insoweit zurücktritt, als er von der Anerkennung, daß es Angehör des Herrn ist, (sich entfernt). 1595. Vers 12: Abram wohnte im Lande Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Ebene, und schlug seine Zelte auf bis gen Sodom. "Abram wohnte im Lande Kanaan" bedeutet den inneren Menschen, daß er im Himmlischen der Liebe war; "und Lot wohnte in den Städten der Ebene" bedeutet den äußeren Menschen, daß er im Wißtümlichen war; "und schlug seine Zelte auf bis gen Sodom" bedeutet die Ausdehnung bis zu den Begierden. 1596. "Abram wohnte im Lande Kanaan", 1. Mose 13/12, daß dies den inneren Menschen bedeutet, sofern er im Himmlischen der Liebe war, erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, als des Himmlischen der Liebe, wovon einigemal früher. 1597. "Und Lot wohnte in den Städten der Ebene", 1. Mose 13/12, daß dies den äußeren Menschen bedeutet, sofern er im Wißtümlichen war, erhellt aus der Vorbildung Lots, sofern er der äußere Mensch ist, und aus der Bedeutung der Stadt oder der Städte, sofern diese die Lehrbestimmungen sind, die an sich nichts anderes sind, als Wissensdinge, wenn sie ausgesagt werden vom äußeren Menschen, solange dieser getrennt ist vom inneren. Daß die Städte die Lehrbestimmungen bedeuten, sowohl die wahren als die falschen, ist früher gezeigt worden: Nr. 402. 1598. "Und schlug seine Zelte auf bis gen Sodom", 1. Mose 13/12, daß dies bedeutet die Ausdehnung bis zu den Begierden, erhellt aus der Bedeutung von Sodom, wovon oben beim 10.Vers die Rede war, sofern es nämlich die Begierde ist: dies entspricht dem, was im vorigen 10.Vers gesagt worden ist, daß nämlich die Jordanebene ganz bewässert war wie ein Garten Jehovahs, wie das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar, wo gehandelt wurde vom äußeren Menschen, wenn er vereinigt ist mit dem inneren; und durch das Land Ägypten, wo man kommt gen Zoar, wurden bezeichnet die Wissensdinge aus den Neigungen zum Guten. Hier aber wird dadurch, daß "Lot wohnte in den Städten der Ebene und seine Zelte aufschlug bis gen Sodom" bezeichnet der äußere Mensch, wenn er nicht vereinigt ist mit dem inneren, und dadurch sind bezeichnet die Wissensdinge aus den Trieben zum Bösen oder den Begierden; denn es war dort beschrieben die Schönheit des äußeren Menschen, wenn er vereinigt ist mit dem inneren, hier aber seine Häßlichkeit, wenn er nicht vereinigt ist, und noch mehr im folgenden Vers, wo es heißt: "Und die Männer Sodoms waren böse und Sünder gegen Jehovah sehr". Welche Häßlichkeit der äußere Mensch hat, wenn er getrennt ist vom inneren, kann jedem klar werden aus dem, was gesagt worden ist von der Selbstliebe und ihren Begierden, die hauptsächlich entzweien. So groß die Schönheit des äußeren Menschen ist, wenn er vereinigt ist mit dem inneren, so groß ist seine Häßlichkeit, wenn er entzweit ist; denn der äußere Mensch ist an sich betrachtet zu nichts anderem da, als daß er dem inneren (Menschen) diene; er ist ein Werkzeug dazu, daß die Zwecke zu Nutzzwecken werden, und die Nutzzwecke sich darstellen in der Wirkung, und so alles zur Vollkommenheit gedeihe; das Gegenteil entsteht, wenn der äußere Mensch sich trennt vom inneren, und sich allein dienen will, ja noch mehr, wenn er herrschen will über den inneren; was, wie gezeigt worden, hauptsächlich hervorgeht aus der Selbstliebe und ihren Begierden. 1599. Vers 13: Und die Männer Sodoms (waren) böse und Sünder gegen Jehovah sehr. "Und die Männer Sodoms (waren) böse und Sünder gegen Jehovah sehr" bedeutet Begierden, bis zu denen die Wissensdinge sich erstreckten. 1600. "Und die Männer Sodoms (waren) böse und Sünder gegen Jehovah sehr", 1. Mose 13/13, daß dies bedeutet die Begierden, bis zu denen die Wissensdinge sich erstreckten, kann erhellen aus der Bedeutung Sodoms, wovon früher die Rede war, sofern es sind die Begierden. Und aus der Bedeutung der Männer, sofern diese die Dinge des Verstandes und der Vernunft, hier die Wissensdinge (intellectualia et rationalia, hic scientifica) sind, weil sie ausgesagt werden vom äußeren Menschen, wenn er getrennt ist vom inneren. Daß die Männer die Dinge des Verstandes und der Vernunft bedeuten, ist auch schon früher gezeigt worden: Nr. 265, 749, 1007. Von den Wissensdingen wird alsdann gesagt, sie erstrecken sich bis zu den Begierden, wenn sie zu keinem anderen Endzweck erlernt werden, als um groß zu werden, nicht aber, daß sie dem Nutzzweck dienen sollen, durch sie gut zu werden. Alle Wissensdinge sind zu dem Zweck da, daß der Mensch vernünftig und so weise werden könne, und daß er so dienen könne dem inneren Menschen. 1601. Vers 14: Und Jehovah sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm geschieden: Erhebe doch deine Augen, und siehe von dem Ort aus, wo du bist, gen Mitternacht, und gen Mittag, und gen Aufgang, und gen Niedergang. "Und Jehovah sprach zu Abram" bedeutet, daß Jehovah so geredet habe zum Herrn; "nachdem Lot sich von ihm geschieden" bedeutet, als die Begierden des äußeren Menschen entfernt waren, so daß sie nicht hinderten; "erhebe doch deine Augen, und siehe von dem Ort aus, wo du bist" bedeutet den Zustand, in dem der Herr damals war, so daß Er aus demselben heraus wahrnehmen konnte, was kommen sollte; "gen Mitternacht, und gen Mittag, und gen Aufgang, und gen Niedergang" bedeutet alle, so viel ihrer immer sind, im Weltall. 1602. "Und Jehovah sprach zu Abram", 1. Mose 13/14, daß dies bedeutet, Jehovah habe so gesprochen zum Herrn, kann erhellen aus dem inneren Sinn des Wortes, in dem der Herr unter Abram verstanden wird. Sodann auch aus dem Zustand selbst, in dem Er damals war, der hier auch beschrieben wird, daß nämlich das Äußere, das hinderte, entfernt wurde; was bezeichnet wird durch die Worte: "Nachdem sich Lot von ihm geschieden". Der Herr war dem inneren Menschen nach göttlich, weil Er aus Jehovah geboren war, sobald daher nichts hinderte von seiten des äußeren Menschen, so folgt, daß Er alles Kommende sah, und daß dies dann erschien, als ob Jehovah geredet hätte, kam daher, daß es vor dem äußeren Menschen (geschah). In betreff des inneren Menschen war Er einer mit Jehovah, wie der Herr selbst lehrt bei Joh.14/6,8-11: "Philippus sprach: Zeige uns den Vater, Jesus sprach zu ihm: So lange bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht, Philippus? Wer Mich sieht, sieht den Vater, wie sagst du nun, zeige uns den Vater: glaubst du nicht, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist". 1603. "Nachdem Lot sich von ihm geschieden", 1. Mose 13/14, daß dies bedeutet, als die Begierden des äußeren Menschen entfernt waren, so daß sie nicht hinderten, erhellt aus der Vorbildung Lots, sofern dieser der äußere Mensch ist, und aus dem, was vorhergeht, daß er nämlich getrennt wurde, d.h. dasjenige, was hinderte. Als dieses entfernt war, wirkte der innere Mensch oder Jehovah als eines zusammen mit dem äußeren, oder mit dem menschlichen Wesen des Herrn. Es ist nur das nicht damit zusammenstimmende Äußere, von dem die Rede war, und das daran hindert, daß der innere Mensch, indem er auf den äußeren einwirkt, macht, daß er mit ihm eins ist. Der äußere Mensch ist nichts anderes, als etwas Werkzeugliches oder Organisches, in sich kein Leben Habendes; vom inneren Menschen empfängt er das Leben, und dann scheint es als ob der äußere Mensch Leben hätte aus sich. Beim Herrn aber, nachdem Er das Erbböse ausgetrieben und so die Organe des menschlichen Wesens gereinigt hatte, empfingen auch diese das Leben, so daß der Herr, wie Er in betreff des inneren Menschen das Leben war, auch in betreff des äußeren Menschen das Leben wurde: dies ist es, was die Verklärung bedeutet, bei Joh.13/31,32: "Jesus sagt: Nun ist der Sohn des Menschen verklärt, und Gott ist verklärt in Ihm, ist Gott verklärt in Ihm, so wird Gott Ihn auch in Sich selbst verklären, und wird Ihn sogleich verklären". Joh.17/1,5: "Vater, die Stunde ist gekommen, verkläre Deinen Sohn, daß auch Dein Sohn Dich verkläre: nun denn verkläre Mich Du, Vater, bei Dir selbst, mit der Klarheit, die Ich, ehe die Welt war, bei Dir hatte". Joh.12/28: "Jesus sprach: Vater verkläre Deinen Namen: es kam nun eine Stimme vom Himmel; Ich habe Ihn nicht nur verkläret, sondern werde Ihn auch wieder verklären". 1604. "Erhebe doch deine Augen, und siehe von dem Ort aus, wo du bist", 1. Mose 13/14, daß dies den Zustand bedeutet, in dem der Herr damals war, erhellt aus der Bedeutung von "die Augen erheben und sehen", was soviel ist als erleuchtet sein und innewerden, wovon 1. Mose 13/10; und aus der Bedeutung des Ortes im inneren Sinn, sofern diese der Zustand ist. Daß der Ort nichts anderes ist als der "Zustand" wurde gezeigt Nr. 1274, 1376-1379. 1605. "Gen Mitternacht und gen Mittag, und gen Aufgang, und gen Niedergang", 1. Mose 13/14, daß dies bedeutet, alle so viel ihrer immer sind im Weltall, erhellt aus der Bedeutung von diesen. Mitternacht, Mittag, Aufgang und Niedergang bedeuten im Wort jegliches etwas für sich: Mitternacht für diejenigen, die außerhalb der Kirche sind, welche nämlich in Finsternis in Rücksicht der Glaubenswahrheiten sind; dann auch bedeutet es die Finsternis bei dem Menschen; der Mittag aber bedeutet die, welche innerhalb der Kirche sind, die nämlich im Lichte sind in Rücksicht der Kenntnisse, ebenso auch das Licht selbst; der Aufgang bedeutet diejenigen, die vorher gewesen sind, sodann auch die himmlische Liebe, wie früher gezeigt worden; der Niedergang aber bedeutet diejenigen, die kommen werden, ebenso die nicht in der Liebe sind; was sie bedeuten, erhellt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn. Wenn aber alle genannt werden, wie hier "Mitternacht, Mittag, Aufgang und Niedergang", so bedeuten sie alle die auf dem gesamten Erdkreis, die leben, sodann auch die, welche gewesen sind und welche kommen werden; sie bedeuten auch die Zustände des menschlichen Geschlechts in betreff der Liebe und des Glaubens. 1606. Vers 15: Denn alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben, und deinem Samen bis in Ewigkeit. "Denn alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben" bedeutet das himmlische Reich, daß es dem Herrn gehören sollte; "und deinem Samen bis in Ewigkeit" bedeutet diejenigen, die Glauben an Ihn haben würden. 1607. "Denn alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben", 1. Mose 13/15, daß dies bedeutet das himmlische Reich, daß es dem Herrn angehören sollte, erhellt aus der Bedeutung des Landes, und hier des Landes Kanaan, weil gesagt wird: das Land, das du siehst, als welches ist das Himmelreich. Denn durch das Land Kanaan wurde vorgebildet das Reich des Herrn in den Himmeln, oder der Himmel, und das Reich des Herrn auf Erden, oder die Kirche, von welcher Bedeutung des Landes schon früher einigemal gehandelt worden ist. Daß dem Herrn das Reich in den Himmeln und auf Erden gegeben wurde, erhellt hin und wieder aus dem Worte, wie bei Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird sein das Fürstentum auf Seiner Schulter, und Sein Name wird genannt werden Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens". Dan.7/13,14: "Ich sah in Gesichten der Nacht, und siehe, mit den Wolken der Himmel kam Einer wie ein Menschensohn, und gelangte bis zu dem Alten der Tage, und man brachte Ihn vor denselben: und Ihm ward gegeben die Herrschaft, und die Herrlichkeit, und das Reich, und alle Völker, Völkerschaften und Zungen werden Ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergehen, und Sein Reich, das nicht untergehen wird". Der Herr selbst sagt dies auch bei Matth.11/27: "Alles ist mir übergeben von Meinem Vater", und bei Luk.10/22. Matth.28/18: "Gegeben ist Mir die Gewalt im Himmel und auf Erden". Joh.17/2,3: "Gegeben hast Du dem Sohn Gewalt über alles Fleisch, damit Er alles, was Du Ihm gegeben hast, ihnen gebe, ewiges Leben"; was auch bezeichnet wird durch das Sitzen zur Rechten, wie bei Luk.22/69: "Von nun an wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft Gottes". In Rücksicht dessen, daß dem Sohn des Menschen alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden gegeben wurde, ist zu wissen, daß der Herr Gewalt hatte über alles in den Himmeln und auf Erden, ehe Er in die Welt kam, denn Er war Gott von Ewigkeit und Jehovah, wie Er selbst deutlich sagt bei Joh.17/5: "Nun verkläre Mich, Du Vater, bei Dir selbst, mit der Klarheit, die Ich, ehe die Welt war, bei Dir hatte", und "Amen, amen, Ich sage euch, ehe Abraham war, bin Ich": Joh.8/58, denn Er war Jehovah und Gott der Urkirche, die vor der Sündflut bestand, und ist ihnen erschienen. Er war auch der Jehovah und der Gott der Alten Kirche, die nach der Sündflut bestand; und Er war es, Den alle Gebräuche der jüdischen Kirche vorbildeten, und Den man verehren sollte. Daß Er sagt, Ihm sei alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben worden, als ob dies dann erst geschehen wäre, hat seinen Grund darin, daß unter dem Sohn des Menschen verstanden wird Sein menschliches Wesen, das, als es vereinigt war mit dem Göttlichen, auch Jehovah war, und dem zugleich die Gewalt zukam, was nicht geschehen konnte, ehe Er verklärt war, d.h. ehe Sein menschliches Wesen durch die Vereinigung mit dem Göttlichen auch das Leben in Sich hatte, und so in gleicher Weise göttlich und Jehovah geworden war, wie Er selbst sagt bei Joh.5/26: "Wie der Vater hat das Leben in Ihm selbst, so hat Er auch dem Sohn gegeben, das Leben in Sich selbst zu haben". Sein menschliches Wesen oder Sein äußerer Mensch ist es, der auch bei Daniel am angeführten Ort genannt wird Sohn des Menschen; und bei Jesaja, am angeführten Ort: "Ein Knabe ist (uns) geboren, und ein Sohn uns gegeben": daß Ihm gegeben werden sollte das Himmelreich, und alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden, wurde Ihm nun gezeigt und verheißen, und wird bezeichnet durch diese Worte: "Alles Land, das du siehst, dir will Ich es geben, und deinem Samen nach dir in Ewigkeit": dies geschah, ehe Sein menschliches Wesen vereinigt war mit Seinem Göttlichen, und dieses war vereinigt, als Er den Teufel und die Hölle überwunden, nämlich mit eigener Macht, und eigenen Kräften ausgetrieben hatte alles Böse, was allein entzweit. 1608. "Und deinem Samen bis in Ewigkeit", 1. Mose 13/15, daß dies diejenigen bedeutet, die Glauben an Ihn haben würden, erhellt aus der Bedeutung des Samens, als des Glaubens, und zwar des Glaubens der Liebtätigkeit, von dem Nr. 255, 256, 1025, die Rede war. Daß Seinem Samen, das ist den Glauben an Ihn Habenden das Himmelreich gegeben werden sollte, erhellt deutlich aus den Worten des Herrn selbst: Joh.3/35: "Der Vater liebt den Sohn, und hat Ihm alles in Seine Hand gegeben: wer an den Sohn glaubt hat ewiges Leben, wer aber dem Sohn nicht glaubt wird das Leben nicht sehen". Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes (geboren sind)". Hieraus erhellt, was der Glaube oder das "an Ihn glauben" ist, nämlich bei denen, die Ihn aufnehmen und an Ihn glauben, nicht aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes. Der Fleischeswille ist, was der Liebe und Liebtätigkeit entgegen ist, denn dies wird bezeichnet durch Fleisch: Nr. 999; und der Manneswille ist, was dem Glauben aus Liebe oder Liebtätigkeit entgegen ist; dieses ist es, was durch den Mann bezeichnet wird; denn der Wille des Fleisches und der Wille des Mannes ist das, was trennt, die Liebe aber und der Glaube aus ihr ist das, was verbindet. Bei denen daher die Liebe und der Glaube aus ihr sind, die sind die aus Gott Geborenen; und weil sie aus Gott geboren sind, heißen sie Söhne Gottes, und sind Sein Same, denen das Himmelreich (gegeben wird), was bezeichnet wird durch Folgendes in diesem Vers: "Alles Land, das du siehst, will Ich dir geben, und deinem Samen bis in Ewigkeit". Daß das Himmelreich nicht denen gegeben werden kann, die in einem Glauben ohne Liebtätigkeit sind, d.h. denen, die sagen, sie haben den Glauben und hassen doch den Nächsten, kann jedem, wenn er nur nachdenken will, klar sein. Denn kein Leben kann einem solchen Glauben innewohnen, denn das Leben bildet der Haß, d.i. die Hölle, denn die Hölle besteht nur aus Haß; nicht aus dem Haß, den der Mensch anererbt, sondern aus dem Haß, den er sich durch das wirkliche Leben angeeignet hat. 1609. Vers 16: Und Ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde, so daß, wenn man zählen kann den Staub der Erde, auch dein Same gezählt werden wird. "Und Ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde" bedeutet die Vermehrung ins Unermeßliche; "wenn man zählen kann den Staub der Erde, auch dein Same gezählt werden wird" bedeutet die Beteuerung. 1610. "Und Ich will deinen Samen machen wie den Staub der Erde", 1. Mose 13/16, daß dies bedeutet die Vermehrung ins Unermeßliche, erhellt ohne Erklärung; es wird hier gesagt, daß der Same gemacht werden soll wie der Staub der Erde , anderwärts im Worte, wie der Sand des Meeres ; anderwärts wie die Sterne der Himmel ; jegliches hat seine besondere Bedeutung: der Staub der Erde bezieht sich auf das, was himmlisch ist; denn die Erde bedeutet, wie früher gezeigt worden, das Himmlische der Liebe; der Sand des Meeres bezieht sich auf das, was geistig ist; denn das Meer bedeutet, wie ebenfalls gezeigt worden ist, das Geistige der Liebe; wie die Sterne der Himmel bedeutet beides in höherem Grade: und weil es unzählig ist, so entstand hieraus die gewöhnliche Redensart, die Befruchtung und Vermehrung ins Unermeßliche dadurch auszudrücken. Daß der Same ins Unermeßliche vermehrt werden sollte, das ist der Glaube der Liebe oder die Liebe, bedeutet im höchsten Sinn den Herrn, und zwar Sein menschliches Wesen; denn der Herr wird in betreff Seines menschlichen Wesens genannt der Same des Weibes, wovon Nr. 256; und wenn das menschliche Wesen des Herrn, so wird unter der Vermehrung ins Unermeßliche (in immensum) verstanden, das unendliche Himmlische und Geistige (infinitum coeleste et spirituale): wenn aber durch den Samen bezeichnet wird der Glaube der Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit im menschlichen Geschlecht, so wird verstanden, daß der Same in einem jeden, der in der Liebtätigkeit lebt, ins Unermeßliche vermehrt werden soll; dies geschieht auch bei jedem, der in der Liebtätigkeit lebt, im anderen Leben, bei ihm mehrt sich die Liebtätigkeit und der Glaube aus ihr, und mit diesen die Seligkeit so sehr, daß es nicht anders als durch das Unermeßliche und Unaussprechliche beschrieben werden kann: wenn durch den Samen das menschliche Geschlecht bezeichnet wird, so ist dessen Vermehrung im Reich des Herrn auch ins Unermeßliche gehend, nicht allein aus denen, die innerhalb der Kirche sind und ihren Kindern, sondern auch aus denen, die außerhalb der Kirche sind und ihren Kindern; daher ist das Reich des Herrn oder der Himmel unermeßlich, und es wird von dessen Unermeßlichkeit, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo die Rede werden. 1611. Vers 17: Mache dich auf, wandle durch das Land seiner Länge nach, und seiner Breite nach, denn dir will Ich es geben. "Mache dich auf, wandle durch das Land" bedeutet, er solle das Himmelreich durchforschen; "seiner Länge nach, und seiner Breite nach" bedeutet sein Himmlisches und sein Geistiges; "denn dir will Ich es geben" bedeutet, es soll ihm gehören. 1612. "Mache dich auf, wandle durch das Land", 1. Mose 13/17, daß dies bedeutet, er solle das Himmelreich durchforschen, erhellt aus der Bedeutung des Landes, als des Himmelreichs, wovon einige Male früher: sich aufmachen und wandeln durch das Land heißt, im Buchstabensinn forschen und sehen, wie es beschaffen ist, daher im inneren Sinn, in welchem durch Land oder das Land Kanaan bezeichnet wird das Reich Gottes in den Himmeln oder der Himmel, und Reich Gottes auf Erden oder die Kirche, bezeichnet wird durchschauen, wie auch innewerden. 1613. "Seiner Länge nach, und seiner Breite nach", 1. Mose 13/17, bedeutet das Himmlische und das Geistige, oder, was dasselbe ist, das Gute und das Wahre. Daß die Länge das Gute bedeutet, und die Breite das Wahre, wurde früher gesagt, man sehe Nr. 650. Die Ursache ist, weil das Land das Himmelreich oder die Kirche bedeutet, von denen keine Länge und Breite ausgesagt werden kann, sondern solches, das angemessen und entsprechend ist, welches ist das Gute und das Wahre. Das Himmlische oder Gute wird, weil es die erste Stelle einnimmt, der Länge verglichen, das Geistige aber oder das Wahre, weil es die zweite Stelle einnimmt, wird verglichen der Breite. Daß die Breite das Wahre ist, erhellt ziemlich deutlich im prophetischen Wort: Hab.1/6: "Ich erwecke die Chaldäer, die grimmige und behende Völkerschaft, die in die Breiten der Erde zieht": die Chaldäer für die, welche im Falschen; in die Breiten der Erde ziehen, für die Wahrheiten zerstören, denn es wird ausgesagt von den Chaldäern. Ps.31/9: "Jehovah, Du hast mich nicht in die Hand des Feindes überliefert, hast meine Füße stehenlassen in der Breite": in der Breite stehen, für im Wahren. Ps.118/5: "Aus der Angst habe ich angerufen den Jah, Er antwortet mir in der Breite": antworten in der Breite für in der Wahrheit. Hos.4/16: "Weiden wird sie Jehovah wie ein Lamm in der Breite": weiden in der Breite, für das Wahre lehren. Jes.8/8: "Aschur wird gehen durch Jehudah, wird überschwemmen und hindurchziehen, bis an den Hals wird er reichen, und es werden die Ausbreitungen seiner Flügel sein die Fülle der Breite des Landes": Aschur für die Vernünftelei, die das Land oder die Kirche überschwemmen wird; die Flügel für die Vernünfteleien, aus denen Falsches hervorgeht; die Fülle der Breite für voll von Falschem oder solchem, das dem Wahren entgegen ist. Weil die Länge des Landes das Gute bedeutet und seine Breite das Wahre, so wird vom neuen Jerusalem gesagt, "es sei gemessen worden, und liege viereckig, und seine Länge sei so groß wie die Breite": Joh.Offenb.21/16, woraus jeder sehen kann, daß die Länge und die Breite nichts anderes bedeutet, sofern das neue Jerusalem nichts anderes ist, als das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden. Infolge der Bedeutung der Dinge im inneren Sinn sind die Bezeichnungen himmlischer und geistiger Dinge durch solches, was auf Erden ist, als durch die Längen und Breiten, ehemals üblich geworden, wie auch die Höhe und die Tiefe heutzutage in der Rede des gemeinen Lebens, wenn sie ausgesagt wird von der Weisheit. 1614. "Denn dir will Ich es geben", 1. Mose 13/17, daß dies bedeutet, Ihm solle es gehören, erhellt ohne Erklärung. Daß das Land oder Himmelreich dem Herrn allein gehört, erhellt aus dem, was mehrmals gezeigt worden ist, daß nämlich kein anderer der Herr des Himmels ist; und weil Er der Herr des Himmels ist, so ist Er auch der Herr der Kirche. Es erhellt auch daraus, daß alles Himmlische und Geistige, oder Gute und Wahre, vom Herrn allein (kommt), vermöge dessen der Herr alles in allem Seines Himmels ist, und zwar dies so sehr, daß wer nicht das Gute und Wahre vom Herrn her (in sich) empfindet (appercipit), nicht mehr im Himmel ist. Diese Sphäre ist es, die im gesamten Himmel waltet. Sie ist auch die Seele des Himmels, und sie ist das Leben, das einfließt in alle, die im Guten sind. 1615. Vers 18: Und Abram brach auf, und kam, und wohnte in den Eichenwäldern Mamres, die in Chebron sind, und baute daselbst einen Altar dem Jehovah. "Und Abram brach auf, und kam, und wohnte in den Eichenwäldern Mamres, die in Chebron sind" bedeutet, daß der Herr zu einem noch inwendigeren Innewerden gelangte. Es ist dies der sechste Zustand; "und baute daselbst einen Altar dem Jehovah" bedeutet den Gottesdienst aus diesem Zustand. 1616. "Und Abram brach auf (tentoriavit) und kam und wohnte in den Eichenwäldern Mamres, die in Chebron sind", 1. Mose 13/18, daß dies bedeutet, der Herr sei zu einem noch mehr inwendigen Innewerden (ad interiorem perceptionem) gelangt, erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen (tentoriare), oder das Zelt fortrücken und aufschlagen, sofern dieses ist verbunden werden: denn das Zelt ist das Heilige des Gottesdienstes, (was schon früher gezeigt worden ist Nr. 414, 1452) durch das der äußere Mensch verbunden wird mit dem inneren; und aus der Bedeutung des Eichenwaldes (querceti), sofern dieser das Innewerden (perceptio) ist, wovon Nr. 1442, 1443, wo der Eichenwald Moreh (vorkommt), der das erste Innewerden ist, hier aber die Eichenwälder Mamres, in der Mehrzahl, welche bedeuten ein reicheres (plurem), das ist, ein inwendigeres Innewerden; dieses Innewerden wird genannt die Eichenwälder Mamres, die in Chebron sind. Mamre wird auch anderwärts erwähnt, wie z.B. 1. Mose 14/13; 18/1; 23/17-19; 35/27. Dann auch Chebron: 1. Mose 35/27; 37/14; Jos.10/36,39; 14/13-15; 15/13,54; 20/7; 21/11,13; Richt.1/10,20 und anderwärts. In welcher Bedeutung aber, wird man dort, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, ersehen. Daß die Eichenwälder Mamres, die in Chebron sind, ein noch inwendigeres Innewerden bedeuten, damit verhält es sich so: je wie das, was dem äußeren Menschen angehört, verbunden wird mit dem Himmlischen des inneren Menschen, nimmt das Innewerden zu und wird innerlicher. Die Verbindung mit dem Himmlischen bringt ein Innewerden mit sich; denn im Himmlischen, das der Liebe zu Jehovah angehört, ist das eigentliche Leben des inneren Menschen, oder, was dasselbe ist, im Himmlischen, das der Liebe angehört, d.h. in der himmlischen Liebe, ist Jehovah gegenwärtig, und diese Gegenwart wird nicht im äußeren Menschen gefühlt, bevor die Verbindung geschehen ist; aus der Verbindung kommt alles Innewerden. Aus dem inneren Sinn erhellt hier wie es sich mit dem Herrn verhielt, daß nämlich Sein äußerer Mensch, oder Sein menschliches Wesen, stufenweise gemäß der Vermehrung und Befruchtung der Erkenntnisse verbunden wurde mit dem göttlichen Wesen; es kann durchaus niemand, sofern er Mensch ist, verbunden werden mit Jehovah oder dem Herrn, außer durch Erkenntnisse, denn durch die Erkenntnisse wird der Mensch zum Menschen; so wurde der Herr, weil Er geboren worden wie ein anderer Mensch, auch unterrichtet wie ein anderer Mensch, aber Seinen Erkenntnissen wurde als in die Behälter fort und fort Himmlisches eingeflößt, so daß die Erkenntnisse fortwährend Aufnahmegefäße für Himmlisches, und diese selbst auch himmlisch wurden; so gelangte Er mehr und mehr zum Himmlischen der Kindheit; denn, wie schon früher gesagt worden, das Himmlische, das der Liebe angehört, wird eingeflößt von der ersten Kindheit an bis zum Knabenalter, auch bis zum Jünglingsalter, je nachdem der Mensch ist, alsdann aber und später wird er mit Wissenschaften und Erkenntnissen ausgerüstet; wenn der Mensch so beschaffen ist, daß er wiedergeboren werden kann, so werden jene Wissenschaften und Erkenntnisse erfüllt mit Himmlischem, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört, und werden so eingepflanzt dem Himmlischen, mit dem er von der Kindheit an bis zum Knaben- und Jünglingsalter beschenkt worden ist, und so wird sein äußerer Mensch mit dem inneren verbunden; zuerst werden sie eingepflanzt dem Himmlischen, mit dem er im Jünglingsalter, hernach demjenigen, womit er im Knabenalter, und zuletzt dem, womit er in der Kindheit beschenkt worden war; alsdann ist er das Kind, von dem der Herr sagt, daß solcher sei das Reich Gottes; die Einpflanzung geschieht vom Herrn allein; daher gibt es nichts Himmlisches beim Menschen, und kann keines geben, das nicht vom Herrn wäre, und das nicht des Herrn (Eigentum) wäre. Der Herr aber hat aus eigener Macht Seinen äußeren Menschen mit dem inneren verbunden, und die Erkenntnisse erfüllt mit Himmlischem, und so eingepflanzt dem Himmlischen, und zwar gemäß der göttlichen Ordnung, zuerst dem Himmlischen des Knabenalters, hernach dem Himmlischen des Alters zwischen dem Knabenalter und der Kindheit, und zuletzt dem Himmlischen Seiner eigentlichen Kindheit; so wurde Er zugleich Seinem menschlichen Wesen nach die Unschuld selbst und die Liebe selbst, von der alle Unschuld und alle Liebe in den Himmeln und auf Erden kommt: solche Unschuld ist die wahre Kindheit, weil sie zugleich Weisheit ist; die Unschuld der Kindheit aber, wenn sie nicht durch Erkenntnisse zur Unschuld der Weisheit wird, hat keinen Nutzen, daher die Kinder im anderen Leben mit Erkenntnissen ausgerüstet werden. Je wie der Herr die Erkenntnisse dem Himmlischen einpflanzte, hatte Er ein Innewerden. Denn, wie gesagt, aus der Verbindung kommt alles Innewerden. Das erste Innewerden, als Er das Wißtümliche des Knabenalters einpflanzte, welches Innewerden bezeichnet wird durch den Eichenwald Moreh; das andere, von dem hier die Rede ist, das inwendiger ist, als Er die Erkenntnisse einpflanzte, welches Innewerden bezeichnet wird durch die Eichenwälder Mamres, die in Chebron sind. 1617. Daß dies der sechste Zustand ist, erhellt aus dem, was im vorigen Kapitel gesagt worden ist. 1618. "Und baute daselbst einen Altar dem Jehovah", 1. Mose 13/18, daß dies den Gottesdienst bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern dieser das Vorbild alles Gottesdienstes im allgemeinen ist, wovon Nr. 921 die Rede war. Unter dem Gottesdienst wird im inneren Sinn verstanden alle Verbindung durch Liebe und Liebtätigkeit; der Mensch ist fortwährend im Gottesdienst, wenn er in der Liebe und Liebtätigkeit ist; der äußere Gottesdienst ist bloß eine Wirkung. Die Engel sind in einem solchen Gottesdienst, darum ist bei ihnen ein beständiger Sabbath, und daher bedeutet auch der Sabbath im inneren Sinne das Reich des Herrn: aber der Mensch, wenn er in der Welt ist, muß notwendig auch im äußeren Gottesdienst sein, denn durch den äußeren Gottesdienst wird das Innere aufgeweckt, und durch den äußeren Gottesdienst wird das Äußere in der Heiligkeit gehalten, so daß das Innere einfließen kann; zudem wird so der Mensch ausgerüstet mit Erkenntnissen und zubereitet zur Aufnahme des Himmlischen, wie er denn auch beschenkt wird mit den Zuständen der Heiligkeit, ohne daß er darum weiß: diese Zustände der Heiligkeit werden vom Herrn ihm aufbewahrt zum Gebrauch des ewigen Lebens; denn alle Zustände seines Lebens kehren wieder im anderen Leben.   Nr. 1619 - 1650 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 14. Kapitel 1. Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Schinear, Ariochs des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs von Gojim, 2. daß sie Krieg führten mit Bera, dem Könige von Sodom, und mit Birscha, dem König von Amora, Schineab, dem König von Adma, und Schemeber, dem König von Zeboim, und dem König von Bela, das ist Zoar. 3. Alle diese kamen zusammen in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. 4. Zwölf Jahre hatten sie Kedorlaomer gedient; und im dreizehnten Jahr empörten sie sich. 5. Und im vierzehnten Jahr kam Kedorlaomer, und die Könige, die mit ihm waren und schlugen die Rephaim zu Asteroth Karnaim, und die Susim zu Ham, und die Emim zu Schave Kiriathaim. 6. Und die Chortier auf ihrem Berge Seir, bis Elparan, die oben in die Wüste hin (ausläuft). 7. Und sie wandten sich, und kamen zu En-Mischpat, das ist Kadesch, und schlugen das ganze Feld der Amalekiter, und auch den Amoriter, der zu Chazezon Thamar wohnt. 8. Da zogen aus der König von Sodom, und der König von Amora, und der König von Adma, und der König von Zeboim, und der König von Bela, das ist Zoar, und stellten sich gegen sie zur Schlacht im Tale Siddim. 9. Gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König der Gojim, und Amraphel, den König von Schinear, und Arioch, den König von Ellasar; vier Könige gegen fünf. 10. Und das Tal Siddim (enthielt) Brunnen und Brunnen von Erdharz, und es flohen der König von Sodom und von Amora, und fielen daselbst, und die übrigen flohen auf den Berg. 11. Und sie nahmen alle Habe von Sodom und Amora, und all ihre Speise, und zogen davon. 12. Und sie nahmen Lot und seine Habe, den Sohn des Bruders Abrams, und zogen davon: und derselbe hatte zu Sodom gewohnt. 13. Und es kam ein Entronnener und sagte es Abram, dem Hebräer, an, und derselbe wohnte in den Eichenwäldern Mamres, des Amoriters, des Bruders Eschkels, und des Bruders Aners, und diese (waren) Verbündete Abrams. 14. Und Abram hörte, daß sein Bruder gefangen worden, und er ließ ausziehen seine Eingeübten, seine Hausgeborenen, achtzehn und dreihundert, und jagte nach bis Dan. 15. Und er teilte sich (und fiel) über sie her des Nachts, er und seine Knechte, und schlug sie, und verfolgte sie bis Choba, das zur Linken von Damaskus (liegt). 16. Und brachte zurück alle Habe; und auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück, und auch die Weiber und das Volk. 17. Und der König von Sodom zog aus, ihm entgegen, nachdem er wiedergekommen von der Niederlage Kedorlaomers, und der Könige, die mit ihm waren, in das Tal Schaveh, das ist das Tal des Königs. 18. Und Melchisedek, der König von Schalem, brachte heraus Brot und Wein, und derselbe (war) ein Priester Gott, dem Höchsten 19. Und segnete ihn, und sprach: Gesegnet sei Abram Gott, dem Höchsten, Dem Besitzer der Himmel und der Erde. 20. Und gepriesen sei Gott, der Höchste, Der deine Feinde überantwortet hat in deine Hand; und er gab ihm den Zehnten von allem. 21. Und der König von Sodom sprach zu Abram: Gib mir die Seele, und die Habe nimm für dich. 22. Und Abram sprach zum König von Sodom: Ich habe meine Hand erhoben zu Jehovah, Gott, dem Höchsten, Dem Besitzer der Himmel und der Erde. 23. Wenn vom Faden bis zum Schuhriemen, und wenn ich irgend etwas annehme, was dein ist, damit du nicht sagest: ich habe Abram reich gemacht. 24. Außer nur, was gegessen haben die Knaben, und den Anteil der Männer, die mit mir gegangen sind, Aner, Eschkol und Mamre, diese mögen ihren Anteil nehmen.   Inhalt 1651. In diesem Kapitel wird gehandelt von den Versuchungskämpfen des Herrn, die durch die hier beschriebenen Kriege vorgebildet und bezeichnet werden. 1652. Das Gute und Wahre, das beim äußeren Menschen (sich fand), aber (nur) als Gutes und Wahres erschien, war dasjenige, aus dem der Herr im Knabenalter wider das Böse und Falsche kämpfte. Das scheinbar Gute und Wahre wird durch die Vers 1 genannten Könige bezeichnet, das Böse und Falsche aber, gegen das gekämpft wurde, wird durch die Vers 2 genannten Könige bezeichnet, und daß dies unrein war: Vers 3. 1653. Daß jenes Böse und Falsche, gegen das Er kämpfte, nicht früher als im Knabenalter zum Vorschein kam, und daß es in diesem hervorbrach, dies wird dadurch bezeichnet, daß sie dem Kedorlaomer gedient hatten: Vers 4. 1654. Daß der Herr alsdann bekriegt und besiegt habe alle Arten von Beredungen des Falschen, welche sind die Rephaim, die Susim, die Emim, die Choriter: Vers 5, 6; hierauf das Falsche und Böse selbst, welche sind der Amalekiter und der Amoriter: Vers 7, hernach das übrige Falsche und Böse, welche sind, die Vers 8-11 genannten Könige. 1655. Daß das scheinbar Wahre und Gute, das an sich nicht wahr und gut ist, den äußeren Menschen einnahm: Vers 12, und daß der vernünftige Mensch, welcher ist Abram der Hebräer, als er dies wahrnahm, ihn losmachte und befreite: Vers 13-16. 1656. Daß nach diesen Kämpfen das Böse und Falsche sich unterworfen habe: Vers 17. 1657. Der innere Mensch des Herrn im Inwendigen, oder das Göttliche im Vernünftigen, ist Melchisedek, von dem nach den Kämpfen Segen kommt: Vers 18-20. Der Zehnte sind die Überreste, oder die Zustände des Guten und Wahren infolge der Kämpfe: Vers 20. 1658. Daß die überwundenen bösen und höllischen Geister um das Leben baten, und um das übrige sich nicht bekümmerten; daß aber vom Herrn ihnen nichts weggenommen wurde, weil Ihm von ihrem Bösen und Falschen keine Stärke kam; daß sie aber in die Gewalt der guten Geister und der Engel gegeben wurden, wird bezeichnet durch das, was Vers 21-24 vorkommt.   Innerer Sinn 1659. Was in diesem Kapitel enthalten ist, erscheint als ob es nicht vorbildlich wäre, denn es ist bloß die Rede von Kriegen zwischen mehreren Königen und von der Rettung Lots durch Abram, und zuletzt von Melchisedek, so daß es scheint, als ob es kein himmlisches Geheimnis in sich schlösse; dennoch aber birgt es, wie alles übrige, im inneren Sinn die größten Geheimnisse in sich, die auch in stetigem Zusammenhang sich anschließen an das Vorhergehende, und in stetigem Zusammenhang sich verknüpfen mit dem Folgenden. Im Vorhergehenden wurde gehandelt vom Herrn und seinem Unterrichtetwerden, sodann von Seinem äußeren Menschen, der mittelst der Wissenschaften und Erkenntnisse verbunden werden sollte mit dem inneren, weil aber Sein äußerer Mensch so beschaffen war, daß er erblich von der Mutter her in ihm solches hatte, das die Verbindung verhinderte, was notwendig zuvor durch Kämpfe und Versuchungen ausgetrieben werden mußte, ehe Sein äußerer Mensch vereinigt werden konnte mit dem inneren, oder Sein menschliches Wesen mit dem Göttlichen, darum wird in diesem Kapitel gehandelt von jenen Kämpfen, die im inneren Sinn vorgebildet und bezeichnet werden durch die Kriege, von denen hier die Rede ist: innerhalb der Kirche ist bekannt, daß Melchisedek den Herrn vorgebildet hat, und daß somit, wo von Melchisedek (die Rede ist), im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird; woraus auch geschlossen werden kann, daß nicht allein dieses, sondern auch das übrige vorbildend ist, denn es kann auch nicht ein Wörtchen im Worte geschrieben sein, das nicht vom Himmel herabgekommen wäre, und in dem nicht infolgedessen die Engel Himmlisches sehen. In den ältesten Zeiten wurde auch mehreres vorgebildet durch Kriege, die sie die Kriege Jehovahs nannten, und diese bezeichneten nichts anderes als Kämpfe der Kirche, und derjenigen, die zur Kirche gehörten, das ist ihre Versuchungen, die nichts anderes sind als Kämpfe und Kriege mit dem Bösen bei ihnen, folglich mit der teuflischen Rotte, die das Böse aufregt, und die Kirche und den Menschen der Kirche zu zerstören trachtet: daß dies unter den Kriegen im Worte nicht anders verstanden wird, kann deutlich daraus erhellen, daß im Wort von nichts als vom Herrn und Seinem Reich, und von der Kirche gehandelt werden kann, weil es göttlich und nicht menschlich, folglich himmlisch und nicht weltlich ist; weshalb unter den Kriegen, die im Buchstabensinn vorkommen, im inneren Sinn nichts anderes verstanden werden kann; was aus dem Folgenden noch besser erhellen kann. 1660. Vers 1,2: Und es geschah in den Tagen Amraphel, des Königs von Schinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam und Thideals, des Königs der Gojim, daß sie Krieg führten mit Bera, dem Könige von Sodom, und mit Birscha, dem Könige von Amora, Schineab, dem Könige von Adma, und Schemeber, dem Könige von Zeboim, und dem Könige von Bela, das ist Zoar. "Und es geschah in den Tagen Amraphel, des Königs von Schinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam und Thideals, des Königs der Gojim" bedeutet ebenso viele Arten des scheinbar Guten und Wahren, das an sich nicht gut und wahr ist, beim äußeren Menschen des Herrn. Die einzelnen Könige, und die einzelnen Völkerschaften (bedeuten je) ein solches Gutes und Wahres; "daß sie Krieg führten mit Bera, dem Könige von Sodom, und mit Birscha, dem Könige von Amora, Schineab, dem Könige von Adma, und Schemeber, dem Könige von Zeboim, und dem Könige von Bela, das ist Zoar" bedeutet ebenso viele Arten von Begierden des Bösen, und Beredungen des Falschen, gegen die der Herr kämpfte. 1661. "Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Schinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs der Gojim", 1. Mose 14/1, daß dies bedeutet ebenso viele Arten des scheinbar Guten und Wahren, das an sich nicht gut und wahr ist, beim äußeren Menschen des Herrn, kann erhellen aus der Bedeutung aller dieser im inneren Sinn. Sodann aus dem Folgenden, denn es ist die Rede vom Kampf des Herrn gegen das Böse und Falsche, hier von Seinem ersten Kampf, der in Seinem Knabenalter und ersten Jünglingsalter stattfand; welchen (Kampf) Er dann erst antrat und aushielt, als Er mit Wissenschaften und Erkenntnissen ausgerüstet war; weshalb hier gesagt wird: "in den Tagen von diesen". Man kann durchaus nicht kämpfen gegen das Böse und Falsche, ehe man weiß, was böse und falsch, somit nicht bevor man unterrichtet ist. Was böse ist, weiß der Mensch nicht, noch weniger was falsch ist, ehe er des Verstandes und Urteils mächtig ist, und dies ist der Grund, warum der Mensch nicht in Versuchungen kommt, bevor er zum reifen Alter gelangt ist; somit jeder Mensch in seinem Mannesalter, der Herr aber im Knabenalter. Jeder Mensch kämpft zu allererst aus dem Guten und Wahren, das er durch die Erkenntnisse empfangen hat, und aus ihnen und mittels derselben urteilt er über das Böse und Falsche. Auch meint jeder Mensch, wenn er zuerst anfängt zu kämpfen, jenes Gute und Wahre, aus dem er kämpft, sei sein, d.h., er schreibt es sich selbst zu, und zugleich schreibt er sich die Kraft zu, mit der er widersteht; dies wird auch zugelassen, denn der Mensch kann alsdann nichts anderes wissen. Ehe jemand wiedergeboren ist, kann er durchaus nicht wissen, so daß er sagen kann, er wisse, anerkenne und glaube es, daß nichts Gutes und Wahres aus ihm selbst, sondern alles Gute und Wahre vom Herrn kommt; sodann daß er nicht aus eigener Kraft irgendeinem Bösen und Falschen widerstehen kann; denn er weiß nicht, daß böse Geister das Böse und Falsche aufwecken und eingießen, noch weniger, daß er durch böse Geister mit der Hölle in Gemeinschaft steht, und daß die Hölle geradeso andringt wie das Meer gegen die einzelnen Teile eines Dammes (anzudringen) pflegt; welchem (Andrang der Hölle) der Mensch gar nicht mit seinen Kräften widerstehen kann. Weil er aber dennoch, bevor er wiedergeboren ist, nicht anderes meinen kann, als daß es mit seinen Kräften geschehe, so wird es auch zugelassen, und so wird er in Kämpfe oder in Versuchungen eingeführt. Hernach aber wird er mehr und mehr erleuchtet. Ist der Mensch in einem solchen Zustand, daß er meint, das Gute und Wahre sei von ihm selbst, und die Kraft zu widerstehen, sei sein, alsdann ist das Gute und Wahre, aus dem er gegen das Böse und Falsche kämpft nicht Gutes und Wahres, obwohl es so erscheint, denn es ist das Eigene darin, und er setzt ein Selbstverdienst in den Sieg, und rühmt sich, als habe er das Böse und Falsche besiegt, während es doch der Herr allein ist, Der kämpft und siegt. Daß die Sache sich so verhält, können nur diejenigen wissen, die durch Versuchungen wiedergeboren werden. Weil der Herr im ersten Knabenalter in die schwersten Kämpfe gegen das Böse und Falsche eingeführt wurde, so konnte auch Er damals keine andere Meinung haben, und zwar dies sowohl, weil es der göttlichen Ordnung gemäß war, daß Sein menschliches Wesen durch fortwährende Kämpfe und Siege ins göttliche Wesen eingeführt und mit demselben vereinigt werden sollte, als auch, weil das Gute und Wahre, aus dem Er gegen das Böse und Falsche kämpfte, dem äußeren Menschen angehörte; und weil dieses Gute und Wahre sonach nicht ganz göttlich war, weshalb es auch das Scheinbare des Guten und Wahren genannt wird. Sein göttliches Wesen brachte so das Menschliche dahin, daß es aus eigener Kraft siegte; allein hier sind mehr Geheimnisse, als daß sie je beschrieben werden könnten; mit einem Wort, in den ersten Kämpfen war das Gute und Wahre beim Herrn, aus dem Er kämpfte mit Erblichem von der Mutter her behaftet, und insoweit, als es mit Erblichem von der Mutter her behaftet war, war es nicht göttlich, sondern wurde stufenweise, wie Er das Böse und Falsche überwand, gereinigt und göttlich gemacht. 1662. Daß die einzelnen Könige, und die einzelnen Völkerschaften ein solches Gute und ein solches Wahre bedeuten, kann erhellen aus ihrer Bedeutung im inneren Sinn, je mit Beziehung auf die Sache, von der die Rede ist; denn eine jede Völkerschaft, und ein jedes Land, bedeutet etwas Gewisses im allgemeinen, und zwar im eigentlichen und im entgegengesetzten Sinn. Allein die allgemeine Bedeutung richtet sich nach der Sache, von der die Rede ist. Daß das scheinbar Gute und Wahre durch die Namen dieser Könige und dieser Völkerschaften bezeichnet wird, kann durch vieles begründet werden, allein dies ist früher schon oft begründet worden, und weil hier so viele Namen vorkommen, so wäre es zu weitläufig, alles so im einzelnen auseinanderzusetzen. 1663. "Sie führten Krieg mit Bera, dem Könige von Sodom, und mit Birscha, dem Könige von Amora, Schineab, dem Könige von Adma, und Schemeber, dem Könige von Zeboim, und dem Könige von Bela, das ist Zoar", 1. Mose 14/2, daß diese bedeuten ebenso viele Arten von Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen, gegen die der Herr kämpfte, kann ebenfalls erhellen aus der Bedeutung dieser Könige und dieser Völkerschaften, die genannt werden, wie auch aus dem Folgenden. Welche Begierden des Bösen, und welche Beredungen des Falschen durch sie im einzelnen bezeichnet werden, wäre ebenfalls zu weitläufig auseinanderzusetzen; von der Bedeutung Sodoms und Amoras, sodann Admas und Zeboim, wie auch Zoars, ist schon früher mit wenigem gehandelt worden; es sind die allgemeinsten und am meisten durchwaltenden Arten des Bösen und Falschen, die im inneren Sinn bezeichnet sind und hier in ihrer Reihe aufeinanderfolgen. Daß der Herr schwerere Versuchungen als alle in der ganzen Welt, oder die allerschwersten bestand und aushielt, ist nicht so bekannt aus dem Wort, in dem bloß erwähnt wird, daß Er vierzig Tage in der Wüste war und vom Teufel versucht wurde. Die Versuchungen selbst, die Er damals hatte, sind nur mit wenigem beschrieben, welches wenige jedoch alles in sich schließt, wie das, was erwähnt wird bei Mark.1/12,13, daß Er daselbst bei den Tieren war, durch welche die Ärgsten von der höllischen Rotte bezeichnet werden, und was nachher erwähnt wird, daß Er nämlich vom Teufel geführt wurde auf die Zinnen des Tempels und auf einen hohen Berg, sind nichts anderes als Vorbildungen der schwersten Versuchungen, die Er in der Wüste hatte, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1664. Daß die Kriege hier im inneren Sinn nichts anderes bedeuten, als geistige Kämpfe oder Versuchungen ist schon früher in den Vorbemerkungen gesagt worden. Durch die Kriege wird im Worte, besonders bei den Propheten, auch nichts anderes bezeichnet. Menschliche Kriege können nichts gelten im Inneren des Wortes, denn solche sind nichts Geistiges und Himmlisches, das einzig Gegenstand des Wortes ist. Daß durch die Kriege im Worte Kämpfe mit dem Teufel, oder, was dasselbe ist, mit der Hölle bezeichnet werden, kann erhellen aus folgenden Stellen, abgesehen von vielen anderen: Joh.Offenb.16/14: "Es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, hinzugehen zu den Königen des Landes und des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zum Krieg jenes großen Tages Gottes, des Allmächtigen": wo jeder sehen kann, daß kein anderer Krieg durch den großen Tag Gottes, des Allmächtigen, bezeichnet wird; Joh.Offenb.11/7: "Das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, wird Krieg führen": wo der Abgrund die Hölle ist; Joh.Offenb.12/17: "Der Drache ward zornig über das Weib, und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes hielten, und das Zeugnis Jesu Christi haben", und 13/7: "Es ward ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen". Alle diese Kriege sind Kämpfe, wie sie bei den Versuchungen stattfinden. Die Kriege der Könige des Mittags und der Mitternacht, und die übrigen bei Dan. Kapitel 10 und 11; sodann die von Michael: Dan.10/13,21; 12/1; Joh.Offenb.12/7 sind auch keine andere. Daß die Kriege nichts anderes bedeuten, erhellt auch aus den übrigen Propheten, wie bei Hes.13/5: "Ihr stieget nicht hinauf in die Risse, und umgabet nicht mit einer Mauer das Haus Israels, zu stehen im Krieg am Tage Jehovahs": wo von den Propheten die Rede ist; Jes.2/4: "Sie werden die Schwerter zu Hauen, und ihre Spieße zu Sicheln schmieden, es wird nicht Völkerschaft gegen Völkerschaft das Schwert erheben, und nicht mehr werden sie Krieg lernen": wo offenbar ist, daß keine anderen Kriege bezeichnet werden, folglich durch die Kriegswerkzeuge, als: durch die Schwerter, Spieße, Schilde usw., nichts anderes im Worte (bezeichnet wird), als was zu solchen Kriegen gehört. Jes.21/14,15: "Bringet dem Durstigen Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Thema, kommet mit Brot entgegen dem Flüchtigen, denn vor den Schwertern werden sie flüchtig sein, vor dem gezückten Schwert, und vor dem gespannten Bogen, und vor der Schwere des Krieges". Jerem.6/3-5: "Zur Tochter Zions werden Hirten kommen, und ihre Herden, sie werden bei ihr Zelte aufschlagen rings umher, werden abweiden jeglicher seinen Raum; heiliget wider sie den Krieg; stehet auf, und laßt uns am Mittag hinaufziehen": wo kein anderer Krieg (verstanden wird), weil er gegen die Tochter Zions, das ist, die Kirche (gerichtet ist). Jerem.49/25,26: "Wie ist sie nicht verlassen, die Stadt des Lobes, die Stadt meiner Freude; darum werden ihre Jünglinge in ihren Straßen fallen, und alle Männer des Krieges werden ausgerottet werden an jenem Tage": die Stadt des Lobes und der Freude für das, was der Kirche angehört; die Männer des Krieges für diejenigen, die kämpfen. Hos.2/18: "Ich will für sie einen Bund schließen an jenem Tage mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel, und dem Gewürm des Bodens, und Bogen, und Schwert, und Krieg will Ich zerbrechen vom Land weg, und will sie vertrauensvoll ruhen lassen": wo gleichfalls wie der Krieg für die Kämpfe, so die verschiedenen Kriegswaffen für dasjenige stehen, was zum geistigen Kampfe gehört und zerbrochen wird, wenn der Mensch mit dem Aufhören der Begierden und Falschheiten in die Ruhe des Friedens kommt. Ps.46/9,10: "Schauet die Werke Jehovahs, Der Einöden macht im Lande, die Kriege aufhören läßt bis ans Ende der Erde, den Bogen zerbricht, und Spieß zerhackt, die Wagen mit Feuer verbrennt": ebenso. Ps.76/3,4: "In Schalem ist der Wohnsitz Gottes, und Seine Wohnung in Zion, dort hat Er zerbrochen die feurigen Geschoße des Bogens, Schild, und Schwert, und Krieg". Weil die Priester den Herrn vorbildeten, Der allein für den Menschen kämpft, so wird ihr Amt genannt ein Kriegsdienst: 4. Mose 4/23,35,39,43,47. Daß allein Jehovah, das ist, der Herr den Teufel bekämpft und besiegt beim Menschen, wenn dieser in den Kämpfen der Versuchung ist, obwohl es dem Menschen nicht so erscheint, ist eine feststehende Wahrheit; denn auch nicht das Geringste kann von den bösen Geistern dem Menschen angetan werden, was nicht aus Zulassung geschieht, und gar nichts durch Engel abgewendet werden außer aus dem Herrn, so daß der Herr allein es ist, Der allen Kampf aushält und überwindet, was auch hin und wieder vorgebildet worden ist durch die Kriege, welche die Söhne Israels führten gegen die heidnischen Völkerschaften. Daß Er allein es ist, ist auch gesagt worden im 5. Mose 1/30: "Jehovah, euer Gott, zieht vor euch her, Er wird für euch kämpfen". 5. Mose 20/4: "Jehovah euer Gott, zieht vor euch her, zu kämpfen für euch mit euren Feinden, euch zu retten"; sodann z.B. bei Jos.23/3,5. Denn die Kriege daselbst, die gegen die götzendienerischen Bewohner des Landes Kanaan geführt wurden, bildeten alle vor die Kämpfe des Herrn mit der Hölle, dann auch infolgedessen die Seiner Kirche und der Menschen der Kirche. Dem gemäß steht es auch Jes.31/4: "Gleichwie der Löwe brüllet, und der junge Löwe, ob seinem Raube, wenn gegen ihn anrückt die Fülle der Hirten, von deren Stimme er nicht bestürzt wird, und von ihrem Getöse nicht geängstigt; also wird herabkommen Jehovah Zebaoth, zu streiten auf dem Berge Zion, und auf dessen Hügel"; daher auch Jehovah oder der Herr ein Kriegsmann hieß, wie bei 2. Mose 15/3: "Jehovah ist ein Mann des Krieges, Jehovah Sein Name". Jes.42/13: "Jehovah wird ausziehen wie ein Held, wird wie ein Kriegsmann Eifer wecken, Er wird rufen und Geschrei erheben, über Seine Feinde wird Er obsiegen". Daher kommt auch, daß vieles zum Krieg Gehörige dem Herrn zugeschrieben wird, wie hier rufen und Geschrei erheben: auch Geister und Engel erscheinen als Kriegsmänner, wenn eine Vorbildung geschieht, wie z.B. bei Jos.5/13,14: "Josua erhob seine Augen, und sah, und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert gezückt in seiner Hand; er sprach zu Josua: Ich bin der Fürst des Heeres Jehovahs; und Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde". Dies erschien so, weil es vorbildlich war; weshalb auch Jakobs Nachkommen ihre Kriege die Kriege Jehovahs nannten: ebenso in den alten Kirchen, bei denen sich Bücher befanden, die auch genannt wurden, Kriege Jehovahs, wie dies erhellt bei 4. Mose 21/14,15: "Es heißt im Buch der Kriege Jehovahs", die beinahe ebenso beschrieben waren, wie die Kriege, von denen in diesem Kapitel die Rede ist, allein es wurden (durch sie) bezeichnet Kriege der Kirche: eine solche Schreibweise war in jenen Zeiten gewöhnlich, denn damals waren die Menschen inwendiger und hatten tiefere Gedanken. 1665. Vers 3: Alle diese kamen zusammen in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. "Alle diese kamen zusammen in das Tal Siddim" bedeutet, daß sie im Unreinen der Begierden waren; "das ist das Salzmeer" bedeutet das Häßliche der Falschheiten aus ihnen. 1666. "Alle diese kamen zusammen im Tal Siddim", 1. Mose 14/3, das dies bedeutet, sie seien im Unreinen der Begierden gewesen, kann erhellen aus der Bedeutung des Tales Siddim, wovon es 1. Mose 14/10 heißt: "Das Tal Siddim (enthielt) Brunnen (und) Brunnen von Erdharz", oder "es war voll Brunnen von Erdharz": wodurch das Unsaubere und Unreine der Begierden bezeichnet wird: Nr. 1299; ebenso daraus, daß durch Sodom, Amora, Adma und Zeboim bezeichnet worden sind Begierden des Bösen, und Beredungen des Falschen, die an sich unrein sind: daß sie unrein sind, kann jedem innerhalb der Kirche bekannt sein; solche Geister lieben nichts mehr als in sumpfigen, kotigen und mit Auswurf erfüllten Orten sich aufzuhalten, so daß ihre Natur solches mit sich bringt; dergleichen Unreines dünstet aus ihnen merkbar hervor, wenn sie der Sphäre der guten Geister nahe kommen, besonders wenn sie die Guten anzufechten begehren, d.h. sich versammeln, sie zu bekämpfen; hieraus erhellt, was das Tal Siddim ist. "Das ist das Salzmeer", daß dies bedeutet das Häßliche der daraus hervorgehenden Falschheiten, kann erhellen aus der Bedeutung des Salzmeeres, sofern es beinahe dasselbe ist mit dem Tale Siddim, denn es heißt: das Tal Siddim, das ist das Salzmeer; allein es ist dies darum beigefügt, weil das Salzmeer die Falschheiten bedeutet, die aus den Begierden hervorbrechen; denn es gibt gar keine Begierde, die nicht Falschheiten erzeugt. Das Leben der Begierden kann mit einem Kohlenfeuer verglichen werden, die Falschheiten mit dem dunklen Licht aus demselben; wie das Feuer durchaus nicht ohne Licht sein kann, so auch die Begierde nicht ohne Falschheit; jede Begierde gehört irgendeiner garstigen Liebe an, denn man begehrt, was man liebt, daher sie Begierde genannt wird, und in der Begierde selbst ist das stetig sich Fortsetzende (continuum) jener Liebe. Alles was jener Liebe oder Begierde günstig ist oder zustimmt, das wird Falschheit genannt; daraus erhellt, warum das Salzmeer hier dem Tal Siddim beigefügt ist. Weil die Begierden und Falschheiten es sind, die den Menschen verwüsten, d.h. alles Lebens der Liebe zum Guten und der Neigung zum Wahren berauben, so wird die Verwüstung hin und wieder beschrieben durch das Salzige, wie bei Jerem.17/5,6: "Wer Fleisch zu seinem Arme macht, wird sein wie ein entblößtes Gesträuch in der Einöde, und wird nicht sehen, wenn das Gute kommt, und wird wohnen an ausgebrannten Örtern in der Wüste, ein salziges Land, das nicht bewohnt wird". Hes.47/11: "Seine Mooräste, und seine Sümpfe, sie werden nicht gesund, dem Salz werden sie überlassen werden". Ps.107/33,34: "Jehovah verwandelt die Ströme in eine Wüste, und die Mündungen der Wasser in Dürre, das Fruchtland in Salziges, ob der Bosheit der darin Wohnenden". Zeph.2/9: "Moab wird wie Sodom sein, und die Söhne Ammons wie Amora, ein Ort überlassen der Nessel und eine Salzgrube, und eine Einöde in Ewigkeit". 5. Mose 29/22: "Schwefel wird sein und Salz, eine Brandstätte das ganze Land, es wird nicht besäet werden, und nichts hervortreiben, auch wird nicht aufgehen in ihr irgendein Kraut, gleich der Umkehrung von Sodom und Amora, von Adma und Zeboim": Schwefel und Salz, ein Brand das ganze Land, für das verwüstete Gute und Wahre, der Schwefel für die Verwüstung des Guten, das Salz für die Verwüstung des Wahren, denn das Hitzige und Salzige zerstört das Land und des Landes Erzeugnisse, so wie die Begierde das Gute, und die Falschheit die Wahrheiten zerstört; weil das Salz die Verwüstung bezeichnete, so pflegte man auch die Städte, die man zerstörte, damit sie nicht wieder aufgebaut werden möchten, mit Salz zu bestreuen, wie Richt.9/45. Das Salz wird auch im entgegengesetzten Sinne genommen, und bezeichnet dann das, was Fruchtbarkeit und was gleichsam Schmackhaftigkeit gibt. 1666_. Vers 4: Zwölf Jahre hatten sie Kedorlaomer gedient, und im dreizehnten Jahr empörten sie sich. "Zwölf Jahre hatten sie dem Kadorlaomer gedient" bedeutet, daß das Böse und Falsche im Knabenalter nicht zum Vorschein gekommen sei, sondern daß es dem scheinbar Guten und Wahren gedient habe; "und im dreizehnten Jahr empörten sie sich" bedeutet den Anfang der Versuchungen im Knabenalter. 1667. "Zwölf Jahre hatten sie dem Kedorlaomer gedient", 1. Mose 14/4, daß dies bedeutet, das Böse und Falsche sei im Knabenalter nicht zum Vorschein gekommen, sondern habe dem scheinbar Guten und Wahren gedient, erhellt aus der Vorbildung und Bedeutung Kedorlaomers, sodann derer, die gedient hatten, von denen 1. Mose 14/1,2 die Rede war, wie auch aus der Bedeutung von zwölf: Kedorlaomer mit denen, die im 2. Vers genannt werden, bedeutet das scheinbar Gute und Wahre beim Herrn, somit den äußeren Menschen in betreff desselben, hier Kedorlaomer als Zusammenfassung für alle, die im 2. Vers genannt werden, wie dies auch aus dem Folgenden erhellt, sodann daraus, daß er der König von Elam war, von dessen Bedeutung früher gehandelt wurde, sofern sie nämlich ist der Glaube aus der Liebtätigkeit, hier also das Wahre und das Gute; denn der Glaube und was zum Glauben gehört, ist nichts als Wahrheiten und die Liebtätigkeit, und was zur Liebtätigkeit gehört ist Gutes. Hier aber Gutes der Kindheit, das, obwohl es als gut erscheint, doch nicht gut ist, solange das Erbböse dasselbe verunreinigt, es ist aus der Selbstliebe und aus der Weltliebe, was anhängt und anklebt; alles, was der Selbstliebe und Weltliebe angehört, erscheint dann als gut, es ist aber nicht gut. Es ist jedoch gut zu nennen, solange es beim Kind oder Knaben ist, der noch nicht weiß, was wahrhaft gut ist. Die Unwissenheit entschuldigt, und die Unschuld macht, daß es wie Gutes erscheint. Allein die Sache verhält sich anders, wenn der Mensch unterrichtet ist, und weiß, was gut und böse ist. Ein solches Gute und Wahre, wie es beim Knaben ist, bevor er unterrichtet ist, wird bezeichnet durch Kedorlaomer. Daß "sie zwölf Jahre gedient hatten" bedeutet, die ganze Zeit, solange ein solches Gutes und Wahres da ist, denn zwölf bedeuten im inneren Sinn alles, was dem Glauben der Liebtätigkeit, oder dem Glauben aus der Liebtätigkeit angehört, ebenso wie Elam, 1. Mose 10/22, und solange ein solches Gute und Wahre beim Menschen ist, sei es in seinem Knabenalter, oder in seiner übrigen Lebenszeit, kann das Böse und Falsche nichts ausrichten, d.h., die bösen Geister mucksen nicht, etwas zu tun, oder etwas Böses zuzufügen, wie sich dies ganz offen herausstellt bei den Kindern, gutartigen Knaben und solchen, die einfältigen Herzens sind, wenn sich bei diesen auch böse Geister, oder die ärgsten aus der höllischen Rotte befänden, so würden sie doch gar nichts ausrichten können, sondern sind unterjocht, was hier dadurch bezeichnet wird, daß sie zwölf Jahre dem Kedorlaomer gedient hatten; die Ursache, warum sie alsdann unterjocht sind, und dienen, ist die, daß der Mensch sich noch nicht eine Sphäre der Begierden und Falschheiten angeeignet hat; denn die bösen Geister und Genien dürfen nur auf dasjenige einwirken, was der Mensch sich wirklich angeeignet hat, nicht auf das, was ihm anererbt ist. Weshalb denn, bevor der Mensch sich solche Sphären angeeignet hat, die bösen Geister dienen; sobald er aber sie sich aneignet, drängen sie sich bei ihm ein und suchen zu herrschen, denn alsdann sind sie in ihrer eigenen Sphäre, und finden in ihr eine gewisse Lust, oder ihr eigentliches Leben; wo ein Aas ist, da (versammeln sich) die Adler. 1668. "Und im dreizehnten Jahr empörten sie sich", 1. Mose 14/4, daß dies den Anfang der Versuchungen im Knabenalter bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des dreizehnten Jahres, und aus der Bedeutung von sich empören; das dreizehnte Jahr steht in der Mitte zwischen zwölf und vierzehn; was durch zwölf bezeichnet wird, ist gesagt worden, und was durch vierzehn, folgt nun: die Mitte zwischen Nicht-Versuchung und Versuchung ist dreizehn: was die Empörung bedeutet, kann erhellen, wenn sie ausgesagt wird vom Bösen beim Menschen, oder von den bösen Geistern, wann sie unterjocht sind oder dienen, und anfangen sich aufzulehnen und Anfälle zu machen. Das Böse oder die bösen Geister empören sich in dem Maße (= einwirken in das Böse und Falsche des Menschen), als der Mensch, der im Guten und Wahren sein will, bei sich einiges Böse und Falsche begründet, oder als in sein Gutes und Wahres Begierden und Falschheiten sich einschleichen; in diesen ist das Leben der bösen Geister, im Guten und Wahren aber ist das Leben der Engel, daher die Anfechtung und der Kampf. Dies ist der Fall bei allen, die ein Gewissen haben, und (war es) noch mehr beim Herrn, als einem Knaben, Der ein Innewerden (hatte). Bei denen, die Gewissen haben, entsteht von daher ein dumpfer Schmerz, bei denen aber, die ein Innewerden haben, ein scharfer Schmerz, und je innerlicher das Innewerden ist, ein desto schärferer. Hieraus läßt sich abnehmen, um wieviel stärker die Versuchung des Herrn war, als die der Menschen, sofern Er ein inwendigeres und ein innerstes Innewerden hatte. 1669. Vers 5: Und im vierzehnten Jahr kam Kedorlaomer, und die Könige, die mit ihm waren und schlugen die Rephaim zu Asteroth Karnaim, und die Susim zu Ham, und die Emim zu Schave Kiriathaim. "Und im vierzehnten Jahr" bedeutet die erste Versuchung; "kam Kedorlaomer" bedeutet das scheinbar Gute im äußeren Menschen; "und die Könige, die mit ihm waren" bedeutet das scheinbar Wahre, das jenem Guten angehört; "und schlugen die Rephaim zu Asteroth Karnaim, und die Susim zu Ham, und die Emim zu Schave Kiriathaim" bedeutet die Beredungen des Falschen, oder die Hölle von solchen, die der Herr überwand. 1670. "Und im vierzehnten Jahr", 1. Mose 14/5, daß dies die erste Versuchung bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von vierzehn, oder dem Ende der zweiten Woche, wovon Nr. 728 (die Rede war); wo die Zeit von sieben Tagen oder einer Woche bedeutet den Anfang der Versuchung; die von vierzehn (Tagen), oder zwei Wochen, ebendasselbe; hier vierzehn, weil sie sich beziehen auf zwölf, die vorhergehen, und durch die, wie gesagt, die Zeit des Knabenalters bezeichnet worden ist. 1671. "Da kam Kedorlaomer", 1. Mose 14/5, daß dies das scheinbar Gute im äußeren Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Kedorlaomer, wovon im nächst vorhergehenden Vers die Rede war (Nr. 1667), sofern sie das scheinbar Gute und Wahre ist, hier nur das Gute, weil gesagt wird: "und die Könige, die mit ihm waren", durch die das Wahre bezeichnet wird. 1672. "Und die Könige, die mit ihm waren", 1. Mose 14/5, daß diese das scheinbar Wahre bedeuten, das jenem Guten angehört, erhellt aus der Bedeutung der Könige im Wort. Die Könige, Königreiche und Völker in den geschichtlichen und prophetischen Teilen des Wortes bedeuten die Wahrheiten, und was zu den Wahrheiten gehört, was durch vieles begründet werden kann; im Worte wurde genau unterschieden zwischen Volk und Völkerschaft; durch Volk werden Wahrheiten bezeichnet, durch Völkerschaft Gutes: Nr. 1259, 1260. Die Könige werden ausgesagt von Völkern, nicht so von Völkerschaften; die Söhne Israels waren, bevor sie sich um Könige umtaten, eine Völkerschaft, und bildeten vor das Gute oder Himmlische, nachdem sie aber einen König begehrt und erhalten hatten, wurden sie ein Volk, und bildeten nicht das Gute oder Himmlisches vor, sondern das Wahre oder Geistige, und dies war der Grund, warum es ihnen als Fehler angerechnet wurde: 1.Sam.8/7-22, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Weil hier Kedorlaomer genannt, und beigefügt wird: "die Könige, die mit ihm (waren)", so wird sowohl das Gute, als das Wahre bezeichnet, durch Kedorlaomer das Gute, durch die Könige das Wahre, wie aber das Gute und Wahre im Anfang der Versuchungen des Herrn beschaffen war, wurde oben gesagt (Nr. 1661, 1662). 1673. "Und schlugen die Rephaim zu Asteroth Karnaim, und die Susim zu Ham, und die Emim zu Schave Kiriathaim", 1. Mose 14/5, daß diese die Beredungen des Falschen bedeuten, oder die Hölle von solchen, die der Herr überwand, erhellt aus der Bedeutung der Rephaim, Susim und Emim, sofern diese gleicher Art waren wie die Nephilim, die erwähnt werden 1. Mose 6/4 und daß diese bedeuten die Beredungen des Falschen, oder diejenigen, die aus Einbildung von ihrer Hoheit und Überlegenheit alles Heilige und Wahre für nichts achteten, und die Falschheiten in die Begierden eingossen, ist mehr als hinlänglich dort gezeigt worden: Nr. 581 und aus den dort angeführten Stellen: 4. Mose 13/33, 5. Mose 2/10; Jes.14/9; 26/14,19; Ps.88/11. Es sind hier Gattungen der Beredungen des Falschen, die durch diese drei, sodann auch durch die Choriter auf dem Berge Seir bezeichnet werden; denn es gibt mehrere Gattungen von Beredungen des Falschen, nicht nur je nach den Falschheiten, sondern auch je nach den Begierden, denen sie sich anhängen, oder in die sie sich eingießen, oder aus denen sie hervorgehen und erzeugt werden. Welcherlei die Beredungen des Falschen sind, kann keinem Menschen irgend kund werden, da dieser kaum mehr weiß, als daß es eine Beredung des Falschen und eine Begierde des Bösen gibt. Im anderen Leben hingegen sind sie auf das genaueste in ihre Gattungen und in ihre Arten abgeteilt. Die greulichsten Beredungen des Falschen waren bei denen, die vor der Sündflut gelebt hatten, hauptsächlich bei denen, die Nephilim hießen, diese waren von der Art, daß sie durch ihre Überredungen im anderen Leben den Geistern, zu denen sie sich heranmachen, alles Denkvermögen entziehen, so daß es diesen vorkommt, als könnten sie kaum leben und noch weniger etwas Wahres denken; denn es besteht, wie gezeigt worden, eine Mitteilung aller Gedanken im anderen Leben, daher denn, wenn so etwas Überredendes einfließt, dasselbe notwendig gleichsam alle Denkkraft anderer töten muß. Solch ruchlose Völker (gentes) waren es, gegen die der Herr im ersten Knabenalter kämpfte, und die Er überwand, und wenn sie nicht der Herr durch Sein Kommen in die Welt überwunden hätte, so wäre heutzutage gar kein Mensch mehr auf dieser Erde übrig; denn jeder Mensch wird durch Geister vom Herrn regiert. Heutzutage sind ebendieselben infolge ihrer Phantasien von einem wie in Wolken gehüllten Felsen umgeben, aus dem sie fortwährend herauszukommen streben, jedoch vergebens. Von diesen sehe man Nr. 1265-1272, und früher öfter. Diese und solcherlei sind auch verstanden bei Jes.26/14: "Die Toten werden nicht leben, die Rephaim nicht aufstehen, darum daß du heimgesucht und sie vertilgt, und alles Andenken an sie vernichtet hast". Ps.88/11: "Wirst du an den Toten Wunder tun, werden die Rephaim aufstehen und dich preisen?": wo unter den Toten nicht verstanden werden Tote, sondern Verdammte. Auch heutzutage gibt es, besonders aus der Christenheit solche, die ebenfalls Beredungen haben, aber nicht so arge, wie sie die vor der Sündflut hatten. Ein anderes sind die Beredungen des Falschen, die sowohl das Willens- als das Verstandesgebiet des Menschen einnehmen; von solcher Art waren die der Vorsündflutlichen, und derer, die durch die Rephaim, Susim und Emim bezeichnet werden. Ein anderes dagegen sind die Beredungen des Falschen, die bloß das Verstandesgebiet einnehmen, und die aus Grundsätzen des Falschen, die sie bei sich begründet haben, entspringen; diese sind nicht so stark, noch so todbringend, wie die von jenen, dennoch aber bringen sie im anderen Leben den Geistern großen Schaden bei und entziehen ihnen zum Teil ihr Denkvermögen. Geister, die so beschaffen sind, erwecken beim Menschen lauter Begründungen des Falschen, so daß der Mensch nichts anderes sieht, als daß das Falsche wahr und das Böse gut sei; ihre Sphäre ist es, die so beschaffen ist. Sobald etwas von den Engeln hervorgerufen wird, ersticken sie es, und löschen es aus. Der Mensch kann, ob er von solchen regiert wird, schon daran merken, wenn er die Wahrheiten des Wortes für Falsches hält und sich darin begründet, so daß er nichts anderes sehen kann; alsdann kann er ganz gewiß sein, daß solche Geister bei ihm sind, und daß sie herrschen. Ebenso die, welche sich bereden, aller eigene Vorteil sei auch das gemeine Beste, und nichts anderes für das gemeine Beste halten, als was auch das eigene ist. Die bösen Geister bei ihm geben (einem solchen) so viele Begründungen ein, daß er nichts anderes sieht. Die, welche von der Art sind, daß sie alles Eigene als das gemeine Beste ansehen, oder es in den Schein hüllen, als ob es das gemeine Beste wäre, machen es im anderen Leben ebenso in Rücksicht dessen, was dort das gemeine Beste ist. Daß ein solcher Einfluß der Geister beim Menschen stattfindet, davon durfte ich durch fortwährende Erfahrung lebendig überzeugt werden. 1674. Vers 6: Und die Choriter auf ihrem Berge Seir, bis Elparan, die oben in die Wüste hin (ausläuft). "Und die Choriter auf ihrem Berge Seir" bedeutet die Beredungen des Falschen aus der Selbstliebe; "bis Elparan, die oben in die Wüste hin (ausläuft)" bedeutet die Ausdehnung. 1675. "Und die Choriter auf ihrem Berge Seir", 1. Mose 14/6, daß dies bedeutet die Beredungen des Falschen, die aus der Selbstliebe (hervorgehen), erhellt aus der Bedeutung der Choriter, und aus der Bedeutung von Seir; was die Choriter betrifft, so waren sie diejenigen, die auf dem Berge Seir wohnten, wie dies erhellt aus 1. Mose 36/8,20-40, wo Esau (war), der Edom hieß; durch Esau oder Edom wird im echten Sinn der Herr in Rücksicht Seines menschlichen Wesens bezeichnet, und Er wird auch durch Esau oder Edom vorgebildet, wie dies vielfach erhellen kann sowohl aus den geschichtlichen, als aus den prophetischen Teilen des Wortes, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden; und weil durch die Choriter diejenigen, die in den Beredungen des Falschen sind, vorgebildet wurden, und die Vorbilder zu jener Zeit wirklich existierten, darum ist auch gleiches vorgebildet worden dadurch, daß Esaus Nachkommen die Choriter vertrieben haben vom Berg Seir, wovon es heißt im 5. Mose 2/20-22: "Für das Land der Rephaim wird auch dieses geachtet, die Rephaim wohnten früher darin, und die Ammoniter nennen sie Samsumim; ein Volk groß und zahlreich und hoch wie die Enakim; und Jehovah vertilgte sie vor ihnen, und sie besaßen dieselbigen, und wohnten an ihrer Statt. Wie Er getan hat den Söhnen Esaus, die in Seir wohnen, daß Er die Choriter vertilgte vor ihnen, und sie besaßen dieselbigen, und wohnten an deren Statt": dies bildet vor und bezeichnet dasselbe, was hier von Kedorlaomer vorkommt, daß nämlich Kedorlaomer und die Könige mit ihm die Choriter auf dem Berg Seir geschlagen haben; denn durch Kedorlaomer wird, wie gesagt, vorgebildet das Gute und Wahre des Herrn in Seinem Knabenalter, somit das menschliche Wesen des Herrn in betreff seines damaligen Guten und Wahren, durch das Er zerstörte die Beredungen des Falschen, d.h. die von solcher Teufelsrotte erfüllten Höllen, die mit Beredungen des Falschen die Geisterwelt und folglich auch das Menschengeschlecht zu verderben trachteten: und weil Esau oder Edom den Herrn in betreff des menschlichen Wesens vorbildete, so bildete auch der Berg Seir, so wie Paran solches vor, was Seinem menschlichen Wesen angehörte, nämlich das Himmlische der Liebe, wie dies erhellt aus dem Segen Moses: 5. Mose 33/2,3: "Jehovah kam von Sinai, und ging ihnen auf von Seir, strahlte hervor vom Berge Paran, und kam von Myriaden der Heiligkeit, zu Seiner Rechten das Feuer des Gesetzes ihnen, auch liebet Er die Völker": daß Jehovah aufging vom Berg Seir und hervorstrahlte vom Berge Paran, bedeutet nichts anderes als das menschliche Wesen des Herrn. Jeder kann wissen, daß vom Berg Seir aufgehen und hervorstrahlen vom Berge Paran, nicht bedeutet Berge, noch Bewohner (derselben), sondern göttliche Dinge, somit Himmlisches des menschlichen Wesens des Herrn, in Beziehung auf welches gesagt wird, Jehovah sei aufgegangen und habe hervorgestrahlt: diese Vorbildung Seirs erhellt ferner aus dem Liede der Debora und des Barak im Buche der Richter 5/4,5: "Jehovah, als Du auszogst aus Seir, als Du hervortratest aus dem Felde Edoms, erbebte die Erde, und troffen die Himmel, auch troffen die Wolken Wasser, die Berge zerflossen, dieser Sinai vor Jehovah, dem Gott Israels": wo das Ausziehen aus Seir und das Hervortreten aus dem Felde Edoms auch nichts anderes bedeutet. Noch deutlicher in der Weissagung Bileams, der einer von den Söhnen des Aufgangs oder aus Syrien war, wo sich noch ein Rest der Alten Kirche befand bei 4. Mose 24/17,18: "Ich sehe Ihn, doch nicht jetzt, ich schaue Ihn, doch nicht nahe, es wird aufgehen ein Stern aus Jakob, und ein Zepter sich erheben, aus Israel, und Edom wird (sein) Erbgut sein, und (sein) Erbgut wird Seir sein, seiner Feinde (Land)": wo Ihn sehen, doch nicht jetzt, Ihn schauen, doch nicht nahe, ist das Kommen des Herrn in die Welt, dessen menschliches Wesen heißt, ein Stern aus Jakob, der aufgehen wird, sodann Edom und Seir; daß (Ihm) nicht Edom und Seir zum Erbgut werden sollte, kann jedem klar sein; das Erbe Seir, Seiner Feinde (Land), oder der Berg Seiner Feinde, ist dasselbe, was sonst öfter vorkommt, daß nämlich die Feinde sollen vertrieben, und ihr Land in Besitz genommen werden. Daß der Berg Paran oder Elparan, der in diesem Verse genannt wird, ebendasselbe bedeutet, erhellt weiter bei Hab.3/3: "Gott wird von Theman kommen, und der Heilige vom Berge Paran, Selah, es bedeckte die Himmel Seine Ehre, und von Seinem Lob ist erfüllt die Erde": man muß jedoch wissen, daß die Berge und Länder ihre Bedeutung haben und empfangen von den dort befindlichen Bewohnern, so als die Choriter dort wohnten, von den Choritern, und nachdem sie vertrieben waren, von denen, die sie vertrieben, wie von Esau oder Edom, und auch anderwärtsher, daher in beiderlei Sinn, im echten und im entgegengesetzten; im echten für das menschliche Wesen des Herrn, im entgegengesetzten für die Selbstliebe. Das menschliche Wesen des Herrn ist die himmlische Liebe selbst; der himmlischen Liebe ist entgegengesetzt die Selbstliebe; somit bedeuten die Choriter die Beredungen des Falschen aus der Selbstliebe. Es gibt Beredungen des Falschen aus der Selbstliebe und Beredungen des Falschen aus der Weltliebe, jene Beredungen, nämlich die aus der Selbstliebe sind die verderblichsten; wogegen die Beredungen aus der Weltliebe nicht so verderblich sind; jene, oder die Beredungen des Falschen aus der Selbstliebe, sind dem Himmlischen der Liebe entgegengesetzt, diese, oder die Beredungen des Falschen aus der Weltliebe, sind dem Geistigen der Liebe entgegengesetzt. Die Beredungen aus der Selbstliebe bringen mit sich, daß sie über alles herrschen wollen, und inwieweit ihnen die Bande nachgelassen werden, insoweit fortrennen, bis dahin, daß sie herrschen wollen über das Weltall, und, was auch gezeigt worden, über Jehovah. Daher die Beredungen dieser Art im anderen Leben gar nicht geduldet werden; wogegen die Beredungen aus der Weltliebe nicht bis dahin fortrennen; daher aus ihnen nur die Rasereien kommen, daß sie mit ihrem Lose nicht zufrieden sind, sondern vergeblich trachten nach himmlischer Freude, und die Güter anderer an sich bringen wollen, nicht so sehr in der Absicht zu herrschen; doch die Unterschiede dieser Beredungen sind unzählig. 1676. "Bis Elparan, die oben in die Wüste hin (ausläuft)", 1. Mose 14/6, daß dies die Ausdehnung bedeutet, kann daraus erhellen, daß die Choriter geschlagen, und bis dahin in die Flucht gejagt wurden. Die Wüste Paran wird erwähnt: 1. Mose 21/21; 4. Mose 10/12; 12/16; 13/3,26; 5. Mose 1/1. Was durch Elparan, die in der Wüste ist, hier bezeichnet wird, kann nicht so auseinandergesetzt werden, nur dies, daß der erste Sieg des Herrn über die durch jene Völkerschaften bezeichneten Höllen sich noch nicht weiter erstreckt habe. Wie weit er aber sich erstreckte, wird bezeichnet durch Elparan oben in der Wüste hin. Wem nicht gegeben worden ist, die himmlischen Geheimnisse zu wissen, der kann meinen, daß es des Kommens des Herrn in die Welt, um mit den Höllen zu kämpfen und durch die gegen Sich zugelassenen Versuchungen sie zu überwältigen und zu besiegen, nicht bedurft hätte, da sie ja durch die göttliche Allmacht hätten unterjocht, und in ihre Höllen eingeschlossen werden können, daß sich aber die Sache dennoch so verhält, ist eine feststehende Wahrheit. Die Geheimnisse selbst auch nur im allgemeinsten zu enthüllen, würde nicht nur ein ganzes Werk erfordern, sondern auch Gelegenheit geben zu Vernünfteleien über göttliche Mysterien, welche die menschlichen Gemüter, wie vollständig sie auch enthüllt würden, doch nicht begreifen könnten, und die meisten auch nicht begreifen wollten. Daher genug ist, daß man weiß, und weil dem so ist, daß man glaubt, es sei ewige Wahrheit, daß, wenn nicht der Herr in die Welt gekommen wäre, und durch die gegen Sich zugelassenen Versuchungen die Höllen unterjocht und besiegt hätte, das Menschengeschlecht verloren gewesen wäre, und daß sie nicht anders hatten gerettet werden können, auch die nicht, die auf dieser Erde von der Zeit der Ältesten Kirche an gewesen waren. 1677. Vers 7: Und sie wandten sich, und kamen zu En-Mischpat, das ist Kadesch, und schlugen das ganze Feld der Amalekiter, und auch den Amoriter, der zu Chazezon Thamar wohnt. "Und sie wandten sich, und kamen zu En-Mischpat, das ist Kadesch" bedeutet die Fortsetzung; "und schlugen das ganze Feld der Amalekiter" bedeutet Gattungen des Falschen; "und auch den Amoriter, der zu Chazezon Thamar wohnt" bedeutet Gattungen des Bösen, das von daher stammt. 1678. "Und sie wandten sich, und kamen zu En-Mischpat, das ist Kadesch", 1. Mose 14/7, daß dies die Fortsetzung bedeutet, erhellt aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt; es wird nun hier gehandelt vom Falschen und dem Bösen aus diesem; das Falsche wird bezeichnet durch den Amalekiter, und das Böse daraus durch den Amoriter zu Chazezon Thamar: durch Kadesch werden die Wahrheiten bezeichnet, sodann auch die Streitigkeiten über die Wahrheiten; weil hier gehandelt wird vom Falschen und vom Bösen daraus, das der Herr in Seinem ersten Kampf überwand, so wird hier genannt En-Mischpat, das ist Kadesch, weil Streit war über die Wahrheiten. Daß Kadesch die Wahrheiten bedeutet, über die gestritten wird, erhellt bei Hesekiel, wo die Grenzen des Heiligen Landes beschrieben werden: Hes.47/19; 48/28: "Die Ecke des Mittags gegen Süden, von Thamar bis zu den Wassern Meriboth (der Streitigkeiten:) Kadesch, dem Erbe am großen Meer, und der Ecke des Südens gegen Mittag": wo der Mittag (Süden) für das Licht der Wahrheit steht, seine Grenze, durch die der Streit über die Wahrheiten bezeichnet wird, heißt Kadesch. Kadesch war es auch, wo Moses den Felsen schlug, aus dem Wasser hervorkamen, welche Wasser genannt wurden Meribah wegen des Streites: 4. Mose 20/1,2,11,13: durch den Felsen wird bekanntlich der Herr bezeichnet, durch die Wasser im inneren Sinne des Wortes, die geistigen Dinge, welche die Wahrheiten sind; die Wasser wurden Meribah genannt, weil über sie Streit war: daß sie auch genannt wurden Wasser des Streites Kadesch, erhellt bei 4. Mose 27/14; 5. Mose 32/51: "Ihr ward widerspenstig Meinem Mund in der Wüste Zin, beim Streite der Versammlung, daß ihr Mich heiligen solltet durch die Wasser in ihren Augen, dies die Wasser des Streites Kadesch der Wüste Zin". Ebenso war es in Kadesch, wohin die Kundschafter zurückkamen aus dem Lande Kanaan, und wo sie murrten und zankten, indem sie nicht ins Land hineingehen wollten: 4. Mose 13/26. Aus diesem erhellt, daß En-Mischpat, d.h. die Quelle des Gerichts, oder die Quelle Mischpat Kadesch bedeutet den Streit über die Wahrheiten, und so die Fortsetzung. Weil hier wahre Geschichten sind, und es sich so zugetragen hat, so könnte es scheinen, als ob dergleichen nicht vorgebildet und bezeichnet worden sei durch die Orte, an die Kedorlaomer kam, und durch die Völkerschaften, die er schlug; allein alle Geschichten im Worte sind vorbildend und bezeichnend, sowohl in Ansehung der Orte, als auch in Rücksicht der Völkerschaften, sowie auch der Tatsachen, wie dies deutlich erhellen kann aus allem, sowohl in den geschichtlichen als in den prophetischen Teilen des Wortes. 1679. "Und schlugen das ganze Feld der Amalekiter", 1. Mose 14/7, daß dies die Gattungen des Falschen bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und Bedeutung der amalektischen Völkerschaft. Durch alle Völkerschaften, die im Lande Kanaan waren, sind Gattungen des Falschen und Bösen vorgebildet worden, wie dies aus dem Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, erhellen wird. Durch die Amalekiter wurde Falsches bezeichnet, durch die Amoriter und Chazezon Thamar Böses aus Falschem; daß durch die Amalekiter Falsches, durch das die Wahrheiten bekämpft werden, (bezeichnet wurde), kann erhellen aus dem, was von den Amalekiter erwähnt wird: 2. Mose 17/13-16; 4. Mose 13/29; 24/20; 5. Mose 25/17-19; Richt.5/13,14; 1.Sam.15/1-35; 27/8; Ps.83/8,9. Durch die Rephaim, Susim, Emim, die Choriter, von denen im 1. Mose 14/5,6 (Nr. 1669-1675) die Rede ist, wurden bezeichnet Beredungen des Falschen, die aus Begierden des Bösen, das ist, aus dem Bösen entspringen, hier aber wird durch die Amalekiter, und den Amoriter in Chazezon Thamar bezeichnet Falsches, aus dem Böses (kommt). Ein anderes ist das Falsche aus dem Bösen, und ein anderes das Falsche und das Böse aus ihm: das Falsche entspringt entweder aus Begierden, die dem Willen angehören, oder aus angenommenen Grundsätzen, die dem Verstand angehören. Das Falsche aus Begierden, die dem Willen angehören, ist verderblich, und läßt sich nicht so leicht ausrotten, weil es mit dem eigentlichen Leben des Menschen zusammenhängt; das eigentliche Leben des Menschen ist es, was begehrt, d.h., was liebt; befestigt er bei sich dieses Leben, oder die Begierden oder Liebe, so sind alle Begründungen Falsches, und werden seinem Leben eingepflanzt; von dieser Art waren die vor der Sündflut. Hingegen das Falsche aus angenommenen Grundsätzen, die dem Verstand angehören, kann nicht so eingewurzelt werden ins Willensgebiet des Menschen, wie z.B. die falschen Lehren oder Irrlehren; dieses nimmt seinen Ursprung außerhalb des Willens, und aus der Einflößung solcher Dinge von Kindheit an, und hernach aus der Begründung im erwachsenen Alter. Weil es aber Falsches ist, so muß es notwendig Böses des Lebens erzeugen; z.B. wer glaubt, er verdiene die Seligkeit durch Werke, und sich darin bestärkt, (bei dem) ist das Verdienst selbst und die eigene Rechtfertigung, und das Selbstvertrauen das Böse, das daraus entspringt; und umgekehrt, wer glaubt, es könne keine Frömmigkeit des Lebens geben, ohne daß man ein Verdienst in die Werke setzt, (bei dem) ist das Böse daraus, daß er bei sich alle Lebensfrömmigkeit auslöscht, und sich den Begierden und Vergnügungen hingibt; ebenso in vielem anderen. Dergleichen Falsches und daraus kommendes Böses ist es, wovon in diesem Vers gehandelt wird. 1680. "Und auch den Amoriter, der in Chazezon Thamar wohnt", 1. Mose 14/7, daß dies bedeutet Gattungen von Bösem, die von daher stammen, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist, sodann aus der Vorbildung und Bedeutung der Amoriter, wovon im Folgenden, 1. Mose 15/16, (die Rede sein wird). Was das Böse und Falsche anbelangt, gegen das der Herr kämpfte, so ist zu wissen, daß es höllische Geister waren, die (sich) im Bösen und Falschen (befanden), d.h., daß es mit solchen angefüllte Höllen waren, die fortwährend das Menschengeschlecht feindlich anfielen; denn die Höllischen gehen auf nichts anderes aus, als jeden zu verderben, und nichts macht ihnen mehr Vergnügen, als wenn sie quälen (können). Im anderen Leben werden die Geister danach unterschieden: die, welche auf Böses gegen andere ausgehen, sind höllische oder teuflische Geister, die aber, welche anderen wohl wollen, sind gute und engelische Geister. Der Mensch kann wissen, unter welchen er ist, ob unter höllischen oder unter engelischen: wenn er gegen den Nächsten Böses im Sinn hat, von ihm nur Böses denkt, und wenn er kann, es auch wirklich tut, und seine Freude daran hat, so ist er unter den Höllischen und wird auch höllisch im anderen Leben. Wer dagegen Gutes gegen den Nächsten im Sinn hat, und von ihm nur Gutes denkt, und wenn er kann, es auch wirklich tut, der ist unter den Engelischen, und wird auch ein Engel im anderen Leben. Das ist das Kennzeichen, danach soll sich jeder prüfen, wie er beschaffen ist. Es macht (die Sache um )nichts (besser), daß einer nicht Böses tut, wenn er nicht kann, oder es nicht wagt, und es macht (die Sache um) nichts (besser), daß einer Gutes tut um seiner selbst willen, das sind Äußerlichkeiten, die im anderen Leben entfernt werden, der Mensch ist dort, wie er denkt und gesinnt ist. Es gibt viele, die aus einer in der Welt angenommenen Gewohnheit gut reden können, allein man merkt sogleich ob das Gemüt oder die Absicht damit übereinstimmt, wo nicht, so wird er unter die Höllischen von seiner Gattung und Art zurückgeworfen. 1681. Vers 8,9: Da zogen aus der König von Sodom, und der König von Amora, und der König von Adma, und der König von Zeboim, und der König von Bela, das ist Zoar, und stellten sich gegen sie zur Schlacht im Tale Siddim; gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König der Gojim, und Amraphel, den König von Schinear, und Arioch, den König von Ellasar; vier Könige gegen fünf. "Da zogen aus der König von Sodom, und der König von Amora, und der König von Adma, und der König von Zeboim, und der König von Bela, das ist Zoar" bedeutet wie früher, allgemein herrschendes Böses und Falsches; "und stellten sich gegen sie zur Schlacht" bedeutet sie haben einen Angriff gemacht; "im Tale Siddim" bedeutet hier, wie früher, das Unreine; "gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König der Gojim, und Amraphel, den König von Schinear, und Arioch, den König von Ellasar" bedeutet Wahrheiten und Gutes im äußeren Menschen; Kedorlaomer, der König von Elam, die Wahrheiten; Thideal, der König von Gojim, das Gute; die übrigen, was daraus (hervorgeht); "vier Könige gegen fünf" bedeutet die Vereinigung jener ersteren und die Uneinigkeit der letzteren. 1682. "Da zogen aus der König von Sodom, und der König von Amora, und der König von Adma, und der König von Zeboim, und der König von Bela, das ist Zoar", 1. Mose 14/8, daß diese allgemein herrschendes Böses und Falsches bedeuten, erhellt aus dem, was oben, 1. Mose 14/2, von ebendenselben gesagt worden ist, sofern sie nämlich sind Begierden des Bösen, und Beredungen des Falschen. Dort ist im allgemeinen durch dieselben Könige bezeichnet worden alles Böse und alles Falsche, oder, was dasselbe ist, (alle) Begierden des Bösen und Beredungen des Falschen, daher gesagt wurde, es sei Krieg mit ihnen geführt worden. Nachher ist die Rede von dem Krieg mit den Rephaim, Susim, Emim und den Choritern, sodann mit dem Amalekiter, und dem Amoriter, und endlich mit diesen Königen, die zu Anfang genannt wurden. Es wird daher hier durch ebendieselben Könige bloß bezeichnet herrschendes Böses und Falsches, das von geringerem Grad ist. 1683. "Und stellten sich gegen sie zur Schlacht", 1. Mose 14/8, daß dies bedeutet, sie haben einen Angriff gemacht, erhellt aus der Bedeutung von eine Schlacht ordnen, sofern dieses ist bekämpfen, denn daß sie sich empört haben, wird oben 1. Mose 14/3 gesagt. Es ist daraus auch klar, daß es die bösen Geister sind, die angreifen, denn die Sache verhält sich so: Der Herr hat nie mit irgendeiner Hölle einen Kampf angefangen, sondern die Höllen haben Ihn angegriffen. Wie dies auch bei jedem Menschen geschieht, der in der Versuchung ist, oder im Kampf mit bösen Geistern; bei ihm machen die Engel niemals einen Angriff, sondern immer und beständig die bösen oder höllischen Geister. Die Engel wenden nur ab und verteidigen. Dies kommt vom Herrn her, der niemals jemanden, und wäre es auch der allerschlimmste und feindseligste Mensch, Übles zufügen oder ihn in die Hölle hinabstoßen will, sondern er selber ist es, der sich Übles antut und sich in die Hölle stürzt. Dies folgt auch aus der Natur des Bösen, und aus der Natur des Guten; die Natur des Bösen ist, daß es jedem Leid antun will; die Natur des Guten ist, daß es keinem Leid antun will. Die Bösen sind in ihrem eigentlichen Lebenselement, wenn sie angreifen, beständig suchen sie zu verderben; die Guten sind in ihrem eigentlichen Lebenselement, wenn sie niemand angreifen, und wenn sie Nutzen schaffen können dadurch, daß sie andere gegen die Bösen verteidigen. 1684. "Im Tale Siddim", 1. Mose 14/8, daß dies das Unreine bedeutet, erhellt aus dem, was oben, 1. Mose 14/3 vom Tale Siddim, und vom Salzmeer gesagt worden ist. 1685. "Gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König der Gojim, und Amraphel, den König von Schinear, und Arioch, den König von Ellasar", 1. Mose 14/9, daß dies Wahrheiten und Gutes im äußeren Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung ebenderselben 1. Mose 14/1. Daß Kedorlaomer, der König von Elam, Wahrheiten, und Thideal, der König von Gojim, Gutes bedeutet, und die übrigen das daraus Hervorgehende, erhellt daraus, daß hier ebendieselben Könige in einer anderen Ordnung aufgeführt werden als 1. Mose 14/1. Dort an dritter Stelle, hier an erster Kedorlaomer, König von Elam; und dort an vierter Stelle, hier an der zweiten Thideal, der König der Gojim. Das Wahre ist es, was das erste des Kampfes ist, denn aus dem Wahren wird gekämpft; aus dem Wahren nämlich wird erkannt, was falsch und was böse ist. Weshalb solche Kämpfe durchaus nicht stattfinden, bevor der Mensch ausgerüstet ist mit Wissenschaften und Erkenntnissen des Wahren und Guten; daher durch Kedorlaomer, der an erster Stelle hier genannt wird, bezeichnet wird das Wahre, das beim Herrn war, was auch erhellt aus der Bedeutung Elams, sofern dieses ist der Glaube aus der Liebtätigkeit, was dasselbe ist mit dem Wahren, wie schon früher gezeigt worden ist: 1. Mose 10/22 (Nr. 1228); woraus folgt, daß Thideal, der König der Gojim, oder der Völkerschaften (gentium), das Gute bedeutet; und daß die übrigen Könige die Wahrheiten und das Gute (bedeuten), die aus demselben stammen. 1686. "Vier Könige gegen fünf", 1. Mose 14/9, daß dies bedeutet die Einigkeit jener ersten, und die Uneinigkeit dieser letzteren, kann erhellen aus der Bedeutung von vier, und aus der Bedeutung von fünf; vier bedeuten Einigkeit, weil sie Paare sind, wie auch zwei, wenn sie sich auf die Ehen von Sachen beziehen, wie dies auch bemerkt worden Nr. 720; fünf aber Uneinigkeit, weil wenig, wie dies gezeigt worden ist Nr. 649. Es verhält sich alles je nach der Beziehung auf die Sache, von der die Rede ist. 1687. Vers 10: Und das Tal Siddim (enthielt) Brunnen (und) Brunnen von Erdharz, und es flohen der König von Sodom und von Amora, und fielen daselbst, und die übrigen flohen auf den Berg. "Und das Tal Siddim (enthielt) Brunnen (und) Brunnen von Erdharz" bedeutet das Unreine der Falschheiten und Begierden; "und es flohen der König von Sodom und von Amora, und fielen daselbst" bedeutet, jenes Böse und Falsche sei besiegt worden; "und die übrigen flohen auf den Berg" bedeutet nicht alle seien gefallen; der Berg ist die Selbst- und Weltliebe. 1688. "Und das Tal Siddim (enthielt) Brunnen (und) Brunnen, (oder war voll Brunnen) von Erdharz", 1. Mose 14/10, daß dies das Unreine der Falschheiten und Begierden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Siddim, sofern dieses ist das Unreine, wovon Nr. 1666 (die Rede war), sodann aus der Bedeutung der Brunnen, sofern diese sind die Falschheiten, und des Erdharzes, sofern dieses sind die Begierden; Brunnen heißen die Falschheiten vom unreinen Wasser, und Erdharz die Begierden vom garstigen Schwefeldunst in solchem Wasser. 1689. "Und es flohen der König von Sodom und von Amora, und fielen daselbst", 1. Mose 14/10, daß dies bedeutet jenes Böse und Falsche sei besiegt worden, erhellt aus der Bedeutung von Sodom und Amora, sofern diese sind das Böse der Begierden, und das Falsche der Beredungen, wovon oben; hier der König von Sodom und Amora für alles, auch durch die übrigen Könige bezeichnete Böse und Falsche. Sodann aus der Bedeutung von fliehen und fallen, sofern dieses ist besiegt werden. 1690. "Und die übrigen flohen auf den Berg", 1. Mose 14/10, daß dies bedeutet, nicht alle (seien gefallen), ist ohne Erklärung (schon) daraus klar, daß die die übrigblieben, entflohen. Im inneren Sinn wird von den Versuchungen gehandelt, die der Herr aushielt im Knabenalter, wovon nichts erwähnt wird im Wort des Neuen Testaments, bloß von der Versuchung in der Wüste, oder bald nachdem Er aus der Wüste gekommen war, und endlich von der letzten Versuchung in Gethsemane, und so fort. Daß des Herrn Leben vom ersten Knabenalter an bis zur letzten Stunde des Lebens in der Welt eine fortwährende Versuchung und ein fortwährender Sieg war, erhellt aus vielem im Wort des Alten Testaments, und daß sie nicht aufhörte mit der Versuchung in der Wüste, erhellt aus Folgendem bei Luk.4/13: "Nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, stand er von Ihm ab eine Zeitlang", sodann daraus, daß Er bis zum Kreuzestod versucht wurde, somit bis zur letzten Stunde des Lebens in der Welt. Hieraus ist klar, daß das ganze Leben des Herrn in der Welt vom ersten Knabenalter an eine fortwährende Versuchung und ein fortwährender Sieg war. Die letzte war, da Er am Kreuz betete für die Feinde, also für alle auf dem ganzen Erdkreis. Im Wort vom Leben des Herrn, bei den Evangelisten, wird außer der letzten nur erwähnt Seine Versuchung in der Wüste, mehr ist den Jüngern nicht enthüllt worden. Was enthüllt wurde, erscheint nach dem Buchstabensinn so leicht, daß es kaum etwas ist, denn so zu sagen und so zu antworten, ist keine Versuchung, während sie doch schwerer war, als je ein menschliches Gemüt fassen und glauben kann. Niemand kann wissen, was Versuchung ist, außer wer darin war. Die Versuchung, die erwähnt wird bei Matth.4/1-11; Mark.1/12,13; Luk.4/1-13, enthält die Versuchungen im Inbegriff, daß Er nämlich aus Liebe zum Menschengeschlecht kämpfte wider die Triebe der Selbst- und Weltliebe, von denen die Höllen angefüllt waren: Alle Versuchung geschieht gegen die Liebe, in welcher der Mensch ist, in welchem Grad die Liebe ist, in solchem geschieht die Versuchung. Wenn sie nicht gegen die Liebe ist, so ist sie keine Versuchung. Die Liebe jemandes zerstören heißt, (dessen) eigentliches Leben (zerstören), denn die Liebe ist das Leben. Das Leben des Herrn war die Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, und zwar eine so große und starke, daß sie nichts als lauter Liebe war. Gegen dieses Sein Leben wurden fortwährende Versuchungen zugelassen, wie gesagt, vom ersten Knabenalter bis zur letzten Stunde in der Welt. Die Liebe, die das eigenste Leben des Herrn war, wird dadurch bezeichnet, "daß Ihn hungerte, und daß der Teufel sprach: wenn Du der Sohn Gottes bist, so sprich zu diesem Stein, er soll Brot werden, und daß Jesus antwortete: Es steht geschrieben: der Mensch soll nicht vom Brot allein leben, sondern von jedem Worte Gottes": Luk.4/2-4; Matth.4/2-4. Daß Er kämpfte gegen die Weltliebe, oder alles, was zur Weltliebe gehört, wird dadurch bezeichnet, daß "Ihn der Teufel wegführte auf einen hohen Berg, und Ihm alle Reiche des Erdkreises in Zeit eines Augenblicks zeigte, und sagte, Dir will ich geben alle diese Macht, und ihre Herrlichkeit, weil sie mir gegeben ist, und ich sie gebe wem ich will: wenn Du nun mich anbeten wirst, so soll alles Dein sein; Jesus aber antwortete ihm und sprach: gehe hinter Mich, Satan, denn es steht geschrieben: du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und Ihm allein dienen": Luk.4/5-8; Matth.4/8-10. Daß Er kämpfte gegen die Selbstliebe, und alles, was zur Selbstliebe gehört, wird bezeichnet durch dieses: "Es nahm Ihn zu sich der Teufel in die heilige Stadt, und stellte Ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu Ihm: wenn Du der Sohn Gottes bist, so laß Dich selbst hinab, denn es steht geschrieben: Seinen Engeln wird Er gebieten wegen Deiner, und sie werden Dich auf den Händen tragen, daß Du nicht etwa Deinen Fuß an einen Stein stoßest; da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen": Luk.4/9-12; Matth.4/5-7. Der fortwährende Sieg wird dadurch beschrieben, daß nach der Versuchung "die Engel herzutraten, und Ihm dienten": Matth.4/11; Mark.1/13. Kurz, der Herr ist vom ersten Knabenalter an, bis zur letzten Stunde Seines Lebens in der Welt, von allen Höllen angegriffen worden, die fortwährend von Ihm bezwungen, unterjocht und besiegt wurden, und zwar einzig und allein aus Liebe zum ganzen Menschengeschlecht. Und weil diese Liebe nicht eine menschliche, sondern eine göttliche war, und so groß die Liebe, so groß auch die Versuchung war, so kann erhellen, wie schwer die Kämpfe waren, und wie groß die Unbändigkeit von seiten der Höllen: daß sich dies so verhielt, weiß ich gewiß. 1691. Daß der Berg die Selbstliebe und die Weltliebe ist, kann erhellen aus der Bedeutung des Berges, von der gleich die Rede sein soll. Alles Böse und Falsche entsteht aus der Selbstliebe und Weltliebe, es gibt keinen anderen Ursprung desselben; denn die Liebe zu sich und die zur Welt sind der himmlischen und geistigen Liebe entgegengesetzt; und weil Gegensätze, so sind sie es, welche die himmlischen und geistigen Dinge des Reiches Gottes fortwährend zu zerstören trachten. Aus der Selbst- und Weltliebe entstehen alle Arten des Hasses, aus dem Haß alle Rachehandlungen und Grausamkeiten, aus jenen und diesen alle Heimtücken, kurz, alle Höllen. Daß durch Berge im Wort die Selbst- und Weltliebe bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.2/11,12,14,15: "Die Augen des Hochmuts des Menschen werden gedemütigt werden, und gebeugt wird werden die Hoheit der Menschen; der Tag Jehovahs Zebaoth über alle Stolzen und Hohen, über alle hohen Berge, und über alle erhabenen Hügel, und über jeglichen hervorragenden Turm": offenbar hier die hohen Berge für die Selbstliebe und die erhabenen Hügel für die Weltliebe. Jes.40/4: "Jedes Tal wird erhöhet werden, und jeder Berg und Hügel wird erniedrigt werden": auch offenbar für die Selbst- und Weltliebe. Jes.42/15: "Ich werde verwüsten die Berge und die Hügel, und all ihr Kraut verdorren lassen": in gleicher Weise die Berge für die Selbstliebe und die Hügel für die Weltliebe. Hes.38/20: "Umgerissen sollen werden die Berge, und einstürzen die Stufen, und jede Mauer wird zur Erde fallen". Jerem.51/25: "Siehe, Ich (will) wider dich (sein), o verderbender Berg, der du das ganze Land verdirbst, und will ausstrecken Meine Hand wider dich, und dich herabstürzen von den Felsen, und dich zum Berge des Brandes machen": wo von Babel und Chaldäa (die Rede ist), durch die, wie früher gezeigt worden, die Selbst- und Weltliebe bezeichnet wird. 5. Mose 32/22: "Ein Feuer ist angezündet in Meinem Zorn, und wird brennen bis zur untersten Hölle, und verzehren das Land und sein Gewächs, und entflammen die Gründe der Berge": die Gründe der Berge für die Höllen, wie dies deutlich gesagt wird; Gründe der Berge werden sie genannt, weil die Selbst- und Weltliebe daselbst herrschen, und von daher stammen. Jonas 2/6,7: "Mich umgaben Wasser bis an die Seele, der Abgrund umfing mich, Meergras hängte sich an mein Haupt; in die Einschnitte (excisiones) der Berge stieg ich hinab; der Erde Riegel über mir in Ewigkeit, du aber zogst mein Leben aus der Grube heraus, Jehovah, Mein Gott". Die Versuchungskämpfe des Herrn gegen die Höllen werden durch Jonas, als er im Bauch des großen Fisches war, prophetisch so beschrieben; wie auch anderwärts im Worte, besonders bei David. Wer in Versuchungen ist, ist in den Höllen; das in den Höllen sein macht nicht der Ort, sondern der Zustand. Weil Berge und die Türme die Selbst- und Weltliebe bedeuten, so kann daraus erhellen, was bezeichnet wird durch das, daß der Herr vom Teufel geführt wurde, auf einen hohen Berg und auf die Zinne des Tempels, nämlich in die alleräußersten Versuchungskämpfe gegen die Triebe der Selbst- und Weltliebe, das ist, gegen die Höllen. Die Berge bedeuten auch im entgegengesetzen Sinn, wie gewöhnlich, die himmlische und die geistige Liebe, wie früher gezeigt worden ist: Nr. 795, 796. 1692. Was die Versuchungen oder die Versuchungskämpfe bewirken, kann kaum jemand wissen. Dieselben sind die Mittel, durch die das Böse und Falsche aufgelöst und beseitigt wird und durch die ein Schauder vor demselben beigebracht, und ein Gewissen nicht nur gegeben, sondern auch gestärkt, und so der Mensch wiedergeboren wird. Dies ist der Grund, warum die, welche wiedergeboren werden, in Kämpfe versetzt werden und Versuchungen bestehen, und solche, die (sie) nicht bei Leibesleben (bestehen, die müssen es) im anderen Leben, wenn sie so sind, daß sie wiedergeboren werden können; daher die Kirche des Herrn die kämpfende genannt wird. Aber der Herr allein hat aus eigenen Kräften oder aus eigener Macht die grausamsten Versuchungskämpfe bestanden; denn Er war von allen Höllen umwogt, und überwand dieselben fortwährend. Der Herr allein ist es auch, Der bei den Menschen kämpft, die in Versuchungskämpfen sind, und Der überwindet. Der Mensch kann aus eigener Macht gar nichts ausrichten gegen die bösen oder höllischen Geister, denn sie hängen mit den Höllen so zusammen, daß, wenn die eine überwunden ist, die andere auf ihn hereinstürzen würde, und so in Ewigkeit fort. Sie sind gleich dem Meere, das auf die einzelnen Teile des Dammes andrückt; wenn der Damm durchbrochen würde mit einer Ritze oder einem kleinen Kanal, so würde das Meer gar nicht aufhören durchzubrechen und zu überschwemmen, bis daß nichts mehr übrig wäre. So würde es sich verhalten, wenn nicht der Herr allein die Versuchungskämpfe beim Menschen aushielte. 1693. Vers 11: Und sie nahmen alle Habe von Sodom und Amora, und all ihre Speise, und zogen davon. "Und sie nahmen alle Habe von Sodom und Amora" bedeutet, sie seien der Macht, Böses zu tun, beraubt worden; "und all ihre Speise" bedeutet, der Macht, Falsches zu denken; "und zogen davon" bedeutet, sie seien so verlassen worden. 1694. "Und sie nahmen alle Habe von Sodom und Amora", 1. Mose 14/11, daß dies bedeutet, sie seien der Macht, Böses zu tun, beraubt worden, erhellt aus der Bedeutung von jemandes Habe nehmen. Unter der Habe Sodoms und Amoras wird im inneren Sinn nichts anderes verstanden, als das Böse und Falsche; das Böse wird hier bezeichnet durch die Habe, und das Falsche durch die Speise: geistige Güter und Reichtümer bei den Guten sind nichts anderes als Gutes und Wahres, mit dem sie vom Herrn beschenkt und bereichert werden; somit sind die Güter und Reichtümer bei den Bösen nichts anderes, als Böses und Falsches, das sie sich selbst angeeignet haben; solches wird auch durch Habe (oder Vermögen) im Worte bezeichnet: hieraus erhellt, daß, die Habe Sodoms und Amoras nehmen, ist, sie der Macht, Böses zu tun, berauben. 1695. "Und all ihre Speise", 1. Mose 14/11, daß dies bedeutet, (sie) der Macht, Falsches zu denken, (berauben), erhellt aus der Bedeutung der Speise. Was die himmlische, die geistige und die natürliche Speise ist, die man im anderen Leben genießt, ist schon früher gesagt worden in Nr. 56-58, 680, 681, diese entsprechen auch der leiblichen Speise, und werden daher auch im Worte durch Speise vorgebildet und Speise genannt. Die Speise der höllischen Geister aber ist das, was der Weisheit, Verständigkeit und wahren Wissenschaft entgegen ist, und dies ist alles Falsche. Durch diese Speise werden auch merkwürdigerweise die bösen Geister erhalten. Der Grund hiervon ist der, daß es ihr Leben ist. Wenn ihnen nicht Gelegenheit gegeben wird, das Wahre zu tadeln, ja, es zu lästern, so können sie nicht leben. Jedoch wird ihnen nur Gelegenheit gegeben, solches Falsche zu denken und zu reden, das aus ihrem Bösen hervorgeht, nicht aber solches, das gegen ihr eigenes Böse ist, denn dies ist Trügerei /dolus); denn inwieweit sie aus ihrem Bösen Falsches reden, geschieht es aus ihrem Leben und (dies) wird ihnen dann auch verziehen, weil sie so beschaffen sind, daß sie nicht anders leben können. Daß sie der Macht, Böses zu tun und Falsches zu denken, beraubt sind, damit verhält es sich so: in den Versuchungskämpfen wird den bösen Geistern zugelassen, alles Böse und Falsche, das beim Menschen ist, hervorzuholen und aus dem Bösen und Falschen des Menschen zu kämpfen. Wenn sie aber besiegt sind, dann dürfen sie das nicht mehr tun, denn sie spüren beim Menschen sogleich, wenn das Gute und Wahre bestärkt ist. Eine solche Wahrnehmung wird den Geistern als Voraus vor den Menschen gegeben. Aus der eigentlichen Sphäre des im Wahren und Guten bestärkten Menschen erkennen sie sogleich, wie es steht, was für eine Antwort sie bekommen werden usw. Dies zeigt sich deutlich beim wiedergeborenen geistigen Menschen, bei dem ebenso wie beim nicht wiedergeborenen, böse Geister sind, allein sie sind unterjocht und dienen. Dies wird dadurch bezeichnet, daß sie der Macht, Böses zu tun und Falsches zu denken, beraubt worden sind. 1696. "Und sie zogen davon", 1. Mose 14/11, daß dies bedeutet, sie seien zurückgelassen worden, erhellt ohne Erklärung. 1697. Vers 12: Und sie nahmen Lot und seine Habe, den Sohn des Bruders Abrams, und zogen davon; und derselbe hatte zu Sodom gewohnt. "Und sie nahmen Lot und seine Habe, den Sohn des Bruders Abrams, und zogen davon" bedeutet, daß das scheinbar Gute und Wahre, das an sich nicht gut und wahr ist, den äußeren Menschen und all das bei diesem Befindliche eingenommen habe; "und derselbe hatte zu Sodom gewohnt" bedeutet seinen Zustand. 1698. "Und sie nahmen Lot und seine Habe, den Sohn des Bruders Abrams, und zogen davon", 1. Mose 14/12, daß dies bedeutet, daß sie das scheinbar Gute und Wahre, das an sich nicht gut und wahr ist, den äußeren Menschen und alles bei diesem Befindliche eingenommen haben, erhellt aus der Bedeutung Lots, und daß dieser beim Herrn den sinnlichen oder äußeren Menschen bezeichnet, ist schon früher eingehend gesagt und gezeigt worden, und zwar (bedeutet er) hier den äußeren Menschen in betreff des scheinbar Guten und Wahren, das hier die Habe Lots ist; daß dieses Gute und Wahre im ersten Knabenalter als gut und wahr erschien, und an sich nicht so war, ist schon früher erklärt worden; daß es aber stufenweise gereinigt wurde, und zwar durch Versuchungskämpfe, kann aus dem, was von den Versuchungen gesagt worden ist, erhellen (Nr. 1661, 1662). 1699. "Und derselbe hatte zu Sodom gewohnt", 1. Mose 14/12, daß dies seinen Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung Sodoms. 1700. Vers 13: Und es kam ein Entronnener, und sagte es Abram, dem Hebräer, an, und derselbe wohnte in den Eichenwäldern Mamres, des Amoriters, des Bruders Eschkols, und des Bruders Aners, und diese (waren) Verbündete Abrams. "Und es kam ein Entronnener, und sagte es Abram, dem Hebräer, an" bedeutet, daß der Herr aus Seinem inwendigen Menschen heraus ein Innewerden hatte. Abram, der Hebräer, ist der inwendige (interior) Mensch, mit dem verbunden ist der innere (adjunctus internus) oder göttliche. "und derselbe wohnte in den Eichenwäldern Mamres, des Amoriters" bedeutet den Zustand des Innewerdens aus dem Vernünftigen Menschen; "des Bruders Eschkols, und des Bruders Aners, und diese (waren) Verbündete Abrams" bedeutet den Zustand des vernünftigen Menschen in betreff des äußeren, und zwar wie sein Gutes und Wahres beschaffen war. 1701. "Und es kam ein Entronnener, und sagte es Abram, dem Hebräer, an", 1. Mose 14/13, daß dies bedeutet der Herr habe aus Seinem inwendigen Menschen ein Innewerden gehabt, erhellt aus der Bedeutung Abrams, des Hebräers, sofern dieser der mit dem inneren (Menschen) verbundene inwendige Mensch (interior Homo conjunctus Interno) ist, wovon gleich unten; und weil dies im inneren Sinn auf den Herrn bezogen wird, und das Geschichtliche vorbildend ist, so ist klar, daß (die Worte:) "Es kam ein Entronnener, und zeigt an", nichts anderes bedeuten, als der Herr habe wahrgenommen. Was im äußeren Menschen vorgeht, das vernimmt der inwendige Mensch, wie wenn es jemand anzeigen würde. Der Herr, Der eine Wahrnehmung von allem, was geschah, hatte, sah deutlich, welcherlei und woher das war, was bei Ihm aufstieg; so z.B. wenn etwas Böses die Neigungen des äußeren Menschen, oder wenn etwas Falsches dessen Erkenntnisse einnahm, so mußte Er notwendig wissen, wie es beschaffen war, und woher (es kam), aber auch, welche bösen Geister es aufregten und wie sie es aufregten, und so vieles andere. Denn solches und unzählig anderes ist den Engeln nicht verborgen, und kaum denjenigen Menschen, die ein himmlisches Innewerden haben, wie viel weniger dem Herrn! 1702. Daß Abram, der Hebräer, der inwendige Mensch ist, mit dem verbunden der innere oder göttliche (Mensch) (Interior Homo, cui adjunctus Internus seu Divinus), kann erhellen aus der Bedeutung Abrams, des Hebräers, oder aus dem Beinamen Abrams, sofern er hier heißt der Hebräer. Im Vorhergehenden und im Folgenden, wo von Abram die Rede ist, wird er nicht der Hebräer genannt, (sondern) bloß hier. Weshalb etwas Besonderes beim Herrn durch Abram, den Hebräer vorgebildet und bezeichnet wird, was (aber) vorgebildet und bezeichnet wird, kann aus dem inneren Sinne erhellen, daß es nämlich der mit dem inneren oder göttlichen (Menschen) verbundene inwendige Mensch ist, wie dies auch erhellen kann aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn. Die Hebräer werden im Wort genannt, wenn etwas von Dienstbarkeit irgendwelcher Art bezeichnet wird, wie dies aus dem Folgenden erhellen kann. Der inwendige Mensch hat die Bestimmung, daß er diene dem inneren oder göttlichen (Menschen), weshalb hier der inwendige Mensch genannt wird Abram, der Hebräer. Was der inwendige Mensch ist, weiß kaum jemand, daher es mit wenigem gesagt werden soll: der inwendige Mensch (Interior Homo) ist der mittlere zwischen dem inneren und äußeren. Durch den inwendigen Menschen hat der innere (internus) Gemeinschaft mit dem äußeren, ohne jenen mittleren kann es durchaus keine Gemeinschaft geben. Das Himmlische ist vom Natürlichen geschieden, und noch mehr vom Körperlichen; wofern nicht ein Mittleres da ist, durch das eine Gemeinschaft statthat, kann das Himmlische gar nicht in das Natürliche einwirken, noch weniger ins Körperliche. Der inwendige Mensch ist der, welcher der vernünftige Mensch heißt, und dieser Mensch hat, weil er der mittlere ist, Gemeinschaft mit dem inneren (Menschen), bei dem das Gute und Wahre selbst ist, und hat auch Gemeinschaft mit dem auswendigen (Menschen), bei dem das Böse und Falsche ist. Vermöge der Gemeinschaft mit dem inneren (Menschen) kann der Mensch an Himmlisches und Geistiges denken oder nach oben blicken, was die Tiere nicht können. Vermöge der Gemeinschaft mit dem auswendigen (Menschen) kann der Mensch an Weltliches und Körperliches denken oder nach unten blicken, kaum anders als die Tiere, die in ähnlicher Weise eine Vorstellung von irdischen Dingen haben. Mit einem Wort, der inwendige oder mittlere Mensch ist der eigentliche vernünftige Mensch, der geistig oder himmlisch ist, wenn er nach oben blickt, tierisch aber, wenn er nach unten blickt. Bekannt ist, daß der Mensch wissen kann, daß er anders redet als er denkt, und anders tut als er will, und daß es eine Vorstellung und Täuschung (dolus) gibt, sodann auch, daß es eine Vernunft oder ein Vernünftiges gibt, und das dieses ein Inwendigeres ist, weil es anders gesinnt sein kann. So wie auch, daß bei einem, der in der Wiedergeburt steht (apud regenerandum), etwas Inwendiges da ist, das kämpft mit dem Auswendigen. Dieses Inwendige, das anders denkt und anders will und das kämpft, ist der inwendige Mensch. In diesem inwendigen Menschen ist das Gewissen beim geistigen Menschen, und ist das Innewerden (perceptio), beim himmlischen. Dieser inwendige Mensch, der beim Herrn mit dem inneren göttlichen (Menschen) verbunden war, ist es, der hier genannt wird Abram, der Hebräer. 1703. Daß Hebräer im Worte ausgesagt wird von dem, was einer Dienstbarkeit angehört, erhellt aus folgenden Stellen: 5. Mose 15/12: "Wenn an dich verkauft werden wird dein Bruder, der Hebräer oder die Hebräerin, und dir dienen wird sechs Jahre, so sollst du im siebenten Jahr ihn frei lassen von dir": wo der Hebräer und die Hebräerin genannt wird, weil von Dienstbarkeit die Rede ist. Jerem.34/9,14: "Am Ende von sieben Jahren sollt ihr entlassen ein jeglicher seinen Bruder, den Hebräer, der an dich verkauft worden ist, und dir gedient hat sechs Jahre": wo ebenfalls der Hebräer genannt wird, weil von Dienstbarkeit die Rede ist; sonst werden die Söhne Jakobs bei den Propheten nicht Hebräer genannt. 1.Sam.4/9: "Die Philister sagten: Stärket euch, und seid Männer, daß ihr nicht dienen dürfet den Hebräern, wie sie euch gedient haben": in gleicher Weise. 2. Mose 9/1,13; 10/3: "Jehovah sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao, und rede zu ihm: So sprach Jehovah, der Gott der Hebräer, entlaß mein Volk, daß sie Mir dienen": wo sie auch der Dienstbarkeit wegen Hebräer genannt wurden. Potiphars Weib von Joseph, 1. Mose 39/14: "Sie rief den Männern ihres Hauses, und sprach zu ihnen: Sehet, da hat er uns einen hebräischen Mann gebracht, uns zu entehren": Hebräer wird er genannt, weil er dort ein Knecht war. Der Oberste der Bäcker zu Pharao, 1. Mose 41/12: "Es war bei uns ein hebräischer Jüngling, der Knecht des Obersten der Trabanten, der deutete uns die Träume": und überdies nannten bekanntlich die Ägypter die Söhne Israels Hebräer, weil sie Knechte, oder in der Knechtschaft waren: 2. Mose 1/15,16,19 und anderwärts. 1704. "Und derselbe wohnte in den Eichenwäldern Mamres, des Amoriters", 1. Mose 14/13, daß dies den Zustand des Innewerdens aus dem vernünftigen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Eichenwaldes, und der Eichenwälder Mamres, des Amoriters, wovon Nr. 1442, 1443, 1616. 1705. "Und des Bruders Eschkols und des Bruders Aners, und diese (waren) Verbündete Abrams", 1. Mose 14/13, daß diese den Zustand des vernünftigen Menschen in betreff des Äußeren bedeuten, und zwar, wie sein Gutes und Wahres beschaffen war, kann erhellen aus der Bedeutung derselben, wovon 1. Mose 14/24 (Nr. 1752-1754), wo sie auch genannt werden: um es mit wenigem zu sagen, so werden durch Mamre, Eschkol und Aner vorgebildet und bezeichnet Engel, die beim Herrn, als Er im ersten Knabenalter kämpfte, sich befanden, und dem Guten und Wahren, (das) damals beim Herrn (war), angemessen waren; vom Guten und Wahren werden sie benannt; nirgends hat irgendein Engel im Himmel irgendeinen Namen, sondern es ist das Gute und Wahre, von dem die Namen ausgesagt werden, wie z.B. Michael und andere Engel im Wort; es gibt nirgends solche, sondern sie werden so genannt von irgendeinem Amt, das sie haben; hier Mamre, Eschkol und Aner in gleicher Weise, jedoch vorbildlich. 1706. Vers 14: Und Abram hörte, daß sein Bruder gefangen worden, und er ließ ausziehen seine Eingeübten, seine Hausgeborenen, achtzehn und dreihundert, und jagte nach bis Dan. "Und Abram hörte, daß sein Bruder gefangen worden" bedeutet, daß der inwendigere Mensch wahrgenommen habe, in welchem Zustand der äußere war; "und er ließ ausziehen seine Eingeübten, seine Hausgeborenen" bedeutet dasjenige Gute und Wahre beim äußeren Menschen, das jetzt befreit ist von dem Joch der Knechtschaft; "achtzehn und dreihundert" bedeutet dessen Beschaffenheit; "und jagte nach bis Dan" bedeutet der Reinigung Anfang. 1707. "Und Abram hörte, daß sein Bruder gefangen worden", 1. Mose 14/14, daß dies bedeutet, der inwendige Mensch habe wahrgenommen, in welchem Zustand der äußere war, erhellt aus der Bedeutung Abrams im unmittelbar vorhergegangenen Vers (Nr. 1702); und aus der Bedeutung Lots, welcher ist der äußere Mensch, wie früher gezeigt worden. Sodann aus der Bedeutung von "hören, daß sein Bruder gefangen sei", welches ist wahrnehmen, in welchem Zustand er war, daß nämlich, wie im zwölften Vers gezeigt worden, scheinbar Gutes und Wahres ihn eingenommen habe (Nr. 1698). Damit verhält es sich so: als der inwendige Mensch, der unter Abram, dem Hebräer, verstanden wird, wahrnahm, daß das Gute und Wahre, aus dem gekämpft wurde, nur scheinbar Gutes und Wahres war, und daß es den ganzen äußeren Menschen, der durch Lot, den Bruders-Sohn, bezeichnet wurde, eingenommen habe, alsdann reinigte dasselbe der inwendige Mensch, oder der innere göttliche (Mensch) durch den inwendigen Menschen. Wie dies geschieht, kann niemand je wissen, außer wem es geoffenbart worden ist, denn der Einfluß des inneren Menschen durch den inwendigen oder mittleren in den äußeren ist ein Geheimnis, hauptsächlich in der jetzigen Zeit, wo wenige, wenn je etliche wissen, was der inwendige Mensch, noch weniger, was der innere ist. Was der innere und der inwendige Mensch ist, siehe gleich oben beim dreizehnten Vers (Nr. 1702); hier aber soll mit wenigem gesagt werden, wie der Einfluß beschaffen ist. Der innere Mensch gehört bei jedem Menschen dem Herrn allein an, denn in ihn legt der Herr das Gute und Wahre nieder, mit dem Er den Menschen von Kindheit an beschenkt. Von da fließt Er durch dasselbe in den inwendigen oder vernünftigen Menschen ein, und durch diesen in den auswendigen. So wird der Mensch befähigt zu denken und ein Mensch zu sein. Aber der Einfluß vom inneren Menschen in den inwendigen oder mittleren und so in den auswendigen ist ein doppelter, entweder durch Himmlisches oder durch Geistiges oder, was dasselbe ist, entweder durch Gutes oder durch Wahres. Durch Himmlisches oder Gutes fließt Er bloß bei den wiedergeborenen Menschen ein, die entweder mit einem Innewerden oder mit Gewissen begabt sind, somit durch das Innewerden (perceptione) oder durch das Gewissen. Daher findet der Einfluß durchs Himmlische nur bei denen statt, die in der Liebe zum Herrn oder in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind. Durch Geistiges oder Wahres aber fließt der Herr bei jeglichem Menschen ein; und wenn dieser Einfluß nicht wäre, so könnte der Mensch nicht denken, somit auch nicht reden. Wenn der Mensch von der Art ist, daß er das Gute und Wahre verkehrt, und wenn er sich um das Himmlische und Geistige nicht bekümmert, dann findet kein Einfluß des Himmlischen oder Guten statt, sondern der Weg für das Himmlische und Gute ist verschlossen; und dennoch findet ein Einfluß des Geistigen und Wahren statt, und dieser Weg wird fortwährend offen gehalten. Hieraus kann erhellen, wie der inwendige oder mittlere, d.h. der vernünftige Mensch beschaffen ist. Hier wird durch Abram bezeichnet der innere Mensch im inwendigen oder mittleren. Wenn Himmlisches oder Gutes vom inneren Menschen her einfließt in den inwendigen, dann eignet sich der innere den inwendigen oder mittleren an, und macht ihn zu dem seinigen. Dennoch aber ist der inwendige oder mittlere Mensch unterschieden vom inneren. Ebenso geschieht es, wenn der innere Mensch durch den inwendigen oder mittleren einfließt in den auswendigen, dann eignet er sich ihn auch an, und macht ihn zu dem seinigen, dennoch aber ist der auswendige Mensch unterschieden vom inwendigen. So nun, als der innere im inwendigen oder mittleren wahrnahm, daß der Zustand des äußeren Menschen so beschaffen war, daß nämlich dieser zum Gefangenen gemacht worden war, d.h., daß nicht echtes, sondern scheinbar Gutes, aus dem er gegen so viele Feinde kämpfte, ihn eingenommen habe, dann floß er ein, und brachte wieder alles in Ordnung und befreite denselben von dem, was anfeindete und reinigte ihn so, damit es nämlich nicht scheinbar Gutes und Wahres sein möchte, sondern echt Gutes und Wahres, und so verbunden mit dem inneren oder göttlichen, und zwar, wie gesagt, durch den inwendigen oder mittleren. Darin war der Herr keinem Menschen gleich, weil Sein inwendiger Mensch in betreff des Himmlischen oder Guten göttlich war und schon von der Geburt an verknüpft mit dem inneren (Menschen). Der innere (Mensch) mit diesem inwendigen war Jehovah Sein Vater selbst. Aber darin war Er anderen Menschen gleich, daß Sein inwendiger Mensch in betreff des Geistigen oder Wahren verknüpft war mit dem äußeren, und so menschlich, aber auch dieser wurde durch fortwährende Versuchungskämpfe und Siege aus eigener Kraft ebenfalls göttlich, das ist Jehovah. Der äußere Mensch ist es, der Lot genannt wird, aber derselbe heißt im früheren Zustand Bruders-Sohn, im jetzigen hingegen Bruder Abrams, denn dazumal hieß er Bruders-Sohn, als scheinbar Wahres und Gutes ihn einnahm, Bruder dagegen, als echt Gutes und echt Wahres. 1708. "Und er ließ ausziehen seine Eingeübten, seine Hausgeborenen", 1. Mose 14/14, daß dies bedeutet dasjenige Gute beim äußeren Menschen, das nun befreit ist vom Joch der Knechtschaft, erhellt aus der Bedeutung der Eingeübten, sodann der Geborenen des Hauses Abrams. Eingeübte (initiati) oder Neulinge (novitii) Abrams im inneren Sinn, sind dasjenige Gute beim äußeren Menschen, das mit dem inwendigen Menschen verbunden werden kann. Geborene des Hauses im inneren Sinn sind ebendasselbe Gute wie auch Wahre, sofern es eigen ist. Allein dies enthält mehr Geheimnisse, als ausgesprochen werden können, hauptsächlich die, wie das scheinbar Gute nach den Versuchungskämpfen zu echt Gutem wird, und daß es alsdann verbunden werden kann mit dem inwendigeren oder mittleren Menschen, und durch diesen mit dem inneren und ebenfalls göttlich werden; denn der Herr hat stufenweise das menschliche Wesen mit dem Göttlichen verknüpft, und zwar durch Versuchungskämpfe und Siege. Dieses Gute, das zu echt Gutem wurde, ist es, das genannt wird Eingeübte oder Neulinge Abrams, denn es war (erst) eingeweiht und noch neu; und weil es durch eigene Kraft erworben wurde, werden sie Geborene des Hauses genannt. 1709. "Achtzehn und dreihundert (Männer)", 1. Mose 14/14, daß dies ihre Beschaffenheit bedeutet, daß sie nämlich das Heilige des Kampfes sind, das schließt die Zahl Achtzehn in sich, dann auch die Zahl Dreihundert, denn diese Zahlen sind zusammengesetzt aus drei und sechs. Drei bedeutet das Heilige, wie gezeigt worden: Nr. 720, 901 und sechs den Kampf, wie gezeigt worden: Nr. 737, 900. Daß Abram so viele ausziehen ließ, ist geschichtlich wahr, es war aber doch vorbildend, wie alles Geschichtliche des Wortes in den fünf Büchern Mose, in denen Josuas, der Richter, Samuels, der Könige, Daniels und Jonas, wo die Zahlen in gleicher Weise Geheimnisse in sich schließen; denn nichts ist im Worte geschrieben, das nicht so beschaffen war, sonst wäre es nicht Wort, und sonst wäre gar nicht erwähnt worden, daß Abram 318 ausziehen ließ, und daß sie Eingeübte und Hausgeborene waren, außer mehrerem, was in diesem Kapitel gesagt wird. 1710. "Und jagte nach bis Dan", 1. Mose 14/14, daß dies den Zustand der Reinigung bedeutet, erhellt aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn; die Feinde verfolgen heißt hier das Böse und Falsche austreiben, das bei dem Guten und Wahren sich befand, und machte, daß es wie Gutes und Wahres erschien, und so dasselbe begreifen und reinigen. Bis gen Dan, bedeutet bis zur letzten Grenze Kanaans, somit bis zu den äußersten Enden, wohin sie geflohen waren; daß Dan die letzten Grenzen oder äußersten Enden Kanaans bezeichnet, erhellt hin und wieder aus dem Wort, wie bei 2.Sam.3/10: "Wegzunehmen das Königtum von Hause Sauls, und aufzurichten den Stuhl Davids über Israel und über Jehudah, von Dan bis gen Beerscheba". 2.Sam.17/11: "Versammelt, ja versammelt soll werden ganz Israel von Dan bis Beerscheba". 2.Sam.24/2,15: "David sprach zu Joab: Durchstreife alle Stämme Israels von Dan bis Beerscheba. 1.Kön.5/5: "Es wohnte Jehudah und Israel in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock, und unter seinem Feigenbaum von Dan bis Beerscheba": woraus erhellt, daß Dan die letzte Grenze Kanaans war, bis wohin er die Feinde verfolgte, die das Gute und Wahre des äußeren Menschen angriffen; weil aber Dan die Grenze Kanaans und somit innerhalb Kanaans war, so jagte er sie, damit sie auch dort nicht sein möchten, weiter fort, nämlich bis nach Choba, die zur Linken von Damaskus war, wie dies aus dem, was im gleich folgenden Vers 15 steht, erhellt, und so reinigte er (denselben). Durch das Land Kanaan wird, wie schon früher gesagt worden, im heiligen Sinn bezeichnet das Reich des Herrn, somit das Himmlische der Liebe oder das Gute, hauptsächlich das Gute beim Herrn. 1711. Vers 15: Und er teilte sich, (und fiel) über sie her des Nachts, er und seine Knechte, und schlug sie, und verfolgte sie bis Choba, das zur Linken von Damaskus (liegt). "Und er teilte sich, (und fiel) über sie her des Nachts" bedeutet den Schatten, in dem das scheinbar Gute und Wahre sich befand; "er und seine Knechte" bedeutet den vernunftmäßigen Menschen, und was im äußeren (Menschen) gehorchte; "und schlug sie" bedeutet die Losmachung (vindicationem); "und verfolgte sie bis Choba, das zur Linken von Damaskus (liegt)" bedeutet die Ausdehnung bis wohin. 1712. "Und er teilte sich, (und fiel) über sie her des Nachts", 1. Mose 14/15, daß dies den Schatten bedeutet, in dem das scheinbar Gute und Wahre sich befand, erhellt aus der Bedeutung der Nacht, die der Zustand des Schattens ist. Zustand des Schattens heißt, wenn man nicht weiß, ob es scheinbar Gutes und Wahres oder echt Gutes und Wahres ist. Jeder, solange er im scheinbar Guten und Wahren ist, meint, es sei echt Gutes und Wahres; das Böse und Falsche, das im scheinbar Guten und Wahren sich befindet, ist es, was umschattet und macht, daß es als echt erscheint. Die, welche in Unwissenheit sind, können nicht anders wissen, als daß das Gute, das sie tun, ihnen angehöre und das Wahre, das sie denken, ihnen angehöre. Ebenso die, welche das Gute, das sie tun, sich zuschreiben, und ein Verdienst darein setzen, indem sie alsdann nicht wissen, daß es nicht gut ist, obwohl es so erscheint, und daß das Eigene und das Selbstverdienst, das sie darein setzen, Böses und Falsches ist, das verdunkelt und verfinstert; so in vielem anderen. Wie das Böse und Falsche beschaffen ist, und wieviel Böses und Falsches in jenen verborgen liegt, kann man im Leben des Körpers durchaus nicht so sehen, wie im anderen Leben; dann stellt es sich ganz wie im hellen Lichte sichtbar dar. Aber anders ist es, wenn das geschieht aus nicht begründeter Unwissenheit; alsdann wird jenes Böse und Falsche leicht zerteilt, dagegen wenn man sich darin begründet, daß man aus eigenen Kräften Gutes tun und dem Bösen widerstehen könne, und daß man so die Seligkeit verdiene, alsdann bleibt es verknüpft und macht, daß das Gute bös und das Wahre falsch ist. Dennoch aber ist die Ordnung so, daß der Mensch wie aus sich das Gute tun und deshalb die Hand nicht sinken lassen und nicht denken soll: wenn ich nichts Gutes aus mir selbst tun kann, so muß ich unmittelbaren Einfluß erwarten, und so in einem leidenden Zustand verharren; dies ist auch gegen die Ordnung. Sondern er muß das Gute tun wie aus sich, wenn er aber reflektiert über das Gute, das er tut oder getan hat, dann soll er denken, anerkennen und glauben, daß der Herr es bei ihm gewirkt hat. Wenn er sich in jener Weise gehen läßt, indem er so denkt, wie gesagt worden, dann ist er kein Subjekt, in das der Herr einwirken kann. Er kann nicht einfließen in einen, der sich alles desjenigen beraubt, in das die Kräfte eingegossen werden sollen. Es ist gerade, wie wenn einer nichts lernen wollte, außer es werde ihm eine Offenbarung zuteil, oder wie wenn einer nicht lehren wollte, wenn ihm nicht die Worte eingegeben werden. Oder wie wenn einer nichts unternehmen wollte, wenn er nicht getrieben würde ohne seinen Willen. Wenn dies geschehen würde, so würde er noch mehr darüber unwillig werden, daß er wie etwas Unbeseeltes sei, während doch, was vom Herrn beim Menschen beseelt wird, eben das ist, was erscheint als ob es von ihm selber wäre. So z.B., daß der Mensch nicht von sich lebt, ist (zwar) eine ewige Wahrheit, wenn es aber nicht scheinen würde, als ob er aus sich lebte, so könnte er gar nicht leben. 1713. "Er und seine Knechte", 1. Mose 14/15, daß dies bedeutet den Vernunftmäßigen Menschen, und was im äußeren (Menschen) gehorchte, erhellt aus der Bedeutung von er, das ist Abram, welcher ist der inwendige Mensch, wovon oben, und aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie das sind, was gehorcht. Alles, was im äußeren Menschen ist, bevor dieser befreit und losgemacht ist (vindicatus), heißt Knechte, denn es gehorcht eben dem inwendigen (Menschen); wie z.B.: beim auswendigen Menschen sind Gefühle (affectiones) und sind Wissensdinge (scientifica), jene sind aus dem Guten des inwendigeren Menschen, diese sind aus den Wahrheiten ebendesselben; wenn sie getrieben werden, daß sie zusammenwirken mit dem inwendigen Menschen, so wird gesagt, daß sie dienen und gehorchen; daher wird hier durch Knechte nichts anders bezeichnet, als was im äußeren Menschen gehorchte. 1714. "Und er schlug sie", 1. Mose 14/15, daß dies die Loslassung (vindicationem) bedeutet, kann aus dem Zusammenhang und ohne Erklärung erhellen. 1715. "Und verfolgte sie bis Choba, das zur Linken von Damaskus (liegt)", 1. Mose 14/15, daß dies bedeutet die Ausdehnung wie weit, kann erhellen aus der Bedeutung von "Choba, das zur Linken von Damaskus liegt". Wo Choba gelegen, weiß man nicht, weil es nicht weiter im Wort erwähnt wird, Damaskus aber war die Hauptstadt von Syrien, wie dies erhellt aus 2.Sam.8/5,6 und Jes.7/8. Durch dieses wird beinahe dasselbe bezeichnet, was durch Syrien, wovon früher, 1. Mose 10/22 (Nr. 1232). Die letzte Grenze des Landes Kanaan, aber über Dan hinaus, wird beschrieben durch Damaskus, wie bei Amos 5/26,27: "Ihr trugt Sikkuth, euren König, und Kijun, eure Bilder, den Stern eurer Götter, die ihr euch gemacht, und Ich will euch wandern lassen über Damaskus hinaus". Die Grenze des Heiligen Landes oder des Reiches des Herrn gegen Mitternacht heißt auch die Grenze von Damaskus: Hes.47/16-18; 48/1. Wenn hier gesagt wird, daß sie geschlagen und verjagt worden seien bis Choba, das zur Linken von Damaskus liegt, so wird bezeichnet die Ausdehnung, bis wohin das scheinbar Gute und Wahre gereinigt wurde: wenn man aber nicht weiß, wie jenes scheinbar Gute und Wahre beschaffen war, und von was es gereinigt worden, so daß es ein echtes wurde, so kann nicht erklärt werden, was eigentlich hier verstanden wird unter Choba zur Linken von Damaskus, bloß im allgemeinen, daß es gereinigt wurde. 1716. Vers 16: Und brachte zurück alle Habe; und auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück, und auch die Weiber und das Volk. "Und brachte zurück alle Habe" bedeutet, daß der inwendige Mensch alles, was im äußeren Menschen ist, in einen übereinstimmenden Zustand gebracht habe; "und auch Lot, seinen Bruder, und seine Habe brachte er zurück" bedeutet den äußeren Menschen und alles, was ihm angehört; "und auch die Weiber und das Volk" bedeutet sowohl das Gute, als die Wahrheiten. 1717. "Und brachte zurück alle Habe", 1. Mose 14/16, daß dies bedeutet, der inwendige Mensch habe alles, was im äußeren Menschen ist, in einen übereinstimmenden Zustand gebracht, kann erhellen aus der Bedeutung von alle Habe zurückbringen. Die Habe (acquisitio) ist hier das, was Kedorlaomer und die Könige mit ihm den Feinden abgenommen hatten, wovon im Vorhergehenden. Durch "Kedorlaomer und die Könige mit ihm" wurde bezeichnet das Gute und Wahre des auswendigen Menschen. Ihre Errungenschaft (acquisitio) von den Feinden war nichts anderes, als daß diese der Macht, Böses zu tun und Falsches zu denken, beraubt wurden, was bezeichnet wurde durch die Güter Sodoms und Amoras, und durch alle Speise, die sie genommen hatten, wovon 1. Mose 14/11 (Nr. 1693-1695). Wie sich dieses verhält, ist von der Art, daß es nicht mit wenigem ausgelegt werden kann. Damit man aber einen Begriff davon habe, so stehe dieses hier: wer in Versuchungskämpfen ist, und wer überwindet, der erwirbt sich mehr und mehr Gewalt über die bösen Geister oder über die teuflische Rotte, bis dahin, daß sie zuletzt keinen Versuch mehr wagen. Aber sooft ein Sieg errungen wird, so oft bringt der Herr wieder in Ordnung das Gute und die Wahrheiten, aus denen gekämpft worden war, und so oft wird es somit gereinigt, und wie weit es gereinigt wird, insoweit wird Himmlisches der Liebe dem auswendigen Menschen eingeflößt, und es entsteht eine Entsprechung. Dies ist es, was bezeichnet wird durch alle Habe zurückbringen. Wer meint, der äußere Mensch könne zur Entsprechung gebracht werden ohne Versuchungskämpfe, der täuscht sich, denn die Versuchungen sind die Mittel, das Böse und Falsche zu zerstreuen, sodann Gutes und Wahres einzuführen, und das, was zum äußeren Menschen gehört, wieder zum Gehorsam zu bringen, daß er diene dem inwendigen oder vernünftigen, und durch diesen dem inneren Menschen, d.h. dem Herrn, Der durch den inneren Menschen wirkt. Daß durch die Versuchungen dieses bewirkt wird, kann niemand wissen, als wer durch Versuchungen wiedergeboren wurde. Wie es aber geschieht, kann kaum dem allgemeinsten nach beschrieben werden, sofern es geschieht, ohne daß der Mensch weiß, woher und wie, denn es ist das göttliche Wirken des Herrn. 1718. "Und auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück", 1. Mose 14/16, daß dies bedeutet den äußeren Menschen und alles, was diesem angehört, erhellt aus der Bedeutung Lots, sofern dieser der äußere Mensch ist; wovon einige Male. Was der äußere Mensch ist, weiß man heutzutage kaum, man meint nämlich, das, was zum Körper gehört, mache allein den äußeren Menschen aus, wie z.B. sein Sinnliches, nämlich der Tastsinn, der Geschmack, der Geruch, das Gehör und das Gesicht, sodann die Begehrungen und Vergnügungen - diese bilden aber den äußersten (extimum), der ganz körperlich ist. Den äußeren Menschen bilden eigentlich die Wissensdinge (scientifica), die dem Gedächtnis angehören, und die Gefühle (affectiones), die der Liebe, von welcher der Mensch durchdrungen ist, angehören, sodann das Sinnliche (sensualia), das dem Geist eigen ist, mit den Vergnügungen, die auch bei den Geistern sind. Daß dieses eigentlich den äußeren oder auswendigen Menschen bildet, kann man sehen an den Menschen im anderen Leben, oder an den Geistern; diese haben ihn gleichfalls, und ebenso den Inwendigen und folglich den Inneren. Der Körper ist nur gleichsam die Decke oder gleichsam die Schale, die abgelöst wird, damit der eigentliche Mensch (vere homo) lebe und damit all das Seine vortrefflicher werde. 1719. "Und auch die Weiber und das Volk", 1. Mose 14/16, daß dies bedeutet sowohl das Gute, als das Wahre, kann erhellen aus der Bedeutung der Frauen (uxorum) und der Töchter, sofern sie sind das Gute, von dem Nr. 489, 490, 491, 568, 915, die Rede war, hier (stehen) für die Frauen und Töchter, die Weiber; und aus der Bedeutung von Volk, welches ist das Wahre, wovon Nr. 1259, 1260, die Rede war. 1720. Vers 17: Und der König von Sodom zog aus, ihm entgegen, nachdem er wiedergekommen von der Niederlage Kedorlaomers, und der Könige, die mit ihm waren, in das Tal Schaveh, das ist das Tal des Königs. "Und der König von Sodom zog aus, ihm entgegen" bedeutet das Böse und Falsche habe sich unterworfen, "nachdem er wiedergekommen von der Niederlage Kedorlaomers, und der Könige, die mit ihm waren" bedeutet die Befreiung und Loslassung (vindicationem) des scheinbar Guten und Wahren; "in das Tal Schaveh, das ist das Tal des Königs" bedeutet den Zustand des äußeren Menschen in betreff des Guten und Wahren alsdann. 1721. "Und der König von Sodom zog aus, ihm entgegen", 1. Mose 14/17, daß dies bedeutet, das Böse und Falsche habe sich unterworfen, erhellt aus der Bedeutung des Königs von Sodom, sofern er ist das Böse und Falsche, gegen das gekämpft wurde; und aus der Bedeutung von ausziehen ihm entgegen, welches ist sich unterwerfen. Weil in dem Zusammenhang liegt, daß das Böse und Falsche sich unterworfen habe, so wird (es) hier vom König Sodoms gesagt, im folgenden 21. Vers aber wird von ihm gehandelt. 1722. "Nachdem er wiedergekommen von der Niederlage Kedorlaomers, und der Könige, die mit ihm waren", 1. Mose 14/17, daß dies bedeutet die Befreiung und Loslassung des scheinbar Guten und Wahren, erhellt aus dem, was vorhergeht, und was oben über Kedorlaomer und die Könige, die mit ihm waren, gesagt worden ist. 1723. "In das Tal Schaveh, das ist das Tal des Königs", 1. Mose 14/17, daß dies bedeutet den Zustand des äußeren Menschen in betreff des Guten und Wahren alsdann, kann erhellen aus der Bedeutung des Tales Schaveh, sodann des Tales des Königs. Das Tal Schaveh bedeutet das Gute des äußeren Menschen, das Tal des Königs die Wahrheiten ebendesselben: der äußere Mensch heißt Tal darum, weil er unten ist; was äußerlich ist, das ist auch Unteres, wie das, was innerlich ist, auch Oberes ist: daß der König das Wahre bedeutet, ist früher gesagt worden: Nr. 1672. 1724. Vers 18: Und Melchisedek, der König von Schalem, brachte heraus Brot und Wein, und derselbe (war) ein Priester, Gott, dem Höchsten. "Melchisedek" bedeutet das Himmlische des inwendigeren Menschen beim Herrn; "der König von Schalem" bedeutet den Zustand des Friedens in betreff des Inwendigeren oder Vernünftigen; "brachte heraus Brot" bedeutet Himmlisches, und die Erquickung davon; "und Wein" bedeutet Geistiges, und die Erquickung davon; "und derselbe (war) ein Priester" bedeutet das Heilige der Liebe; "Gott, dem Höchsten" bedeutet den inneren Menschen, der Jehovah (war). 1725. Daß "Melchisedek", 1. Mose 14/18, das Himmlische des inwendigen Menschen beim Herrn bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von Melchisedek, wovon gleich nachher; sodann aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt. Was der innere Mensch, was der inwendige Mensch und was der äußere sei, ist oben hinlänglich gezeigt worden; sodann daß der innere Mensch einfließt durch den inwendigen in den äußeren; wie auch, daß der innere Mensch in den inwenigen einfließt, entweder durch Himmlisches oder durch Geistiges. Durch Himmlisches bei jedem wiedergeborenen Menschen, das ist, bei denen, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten leben; durch Geistiges aber bei jedem Menschen, wie er auch immer beschaffen sei, daher sein Licht aus dem Himmel, d.h., daß er kann denken und reden und ein Mensch sein; hierüber sehe man Nr. 1707. Himmlisches des inwendigen Menschen ist alles, was der himmlischen Liebe angehört, wie früher öfter gesagt worden; dieses Himmlische beim inwendigen Menschen des Herrn, oder der inwendige Mensch des Herrn in betreff dieses Himmlischen wird Melchisedek genannt: der innere Mensch im Herrn war Jehovah selbst; der inwendige Mensch ist, nachdem er nach den Versuchungskämpfen gereinigt war, auch göttlich und Jehovah geworden, ebenso auch der äußere; jetzt aber, da Er im Stande der Kämpfe der Versuchung war, und noch nicht so durch Versuchungskämpfe gereinigt war, wird er in betreff des Himmlischen genannt Melchisedek, das ist König der Heiligkeit und Gerechtigkeit: daß die Sache sich so verhält, kann auch erhellen bei David, wo ebenfalls von den Versuchungskämpfen des Herrn gehandelt und zuletzt Sein inwendiger Mensch in betreff des Himmlischen Melchisedek genannt wird, Ps.110/1-5: "Jehovahs Spruch zu meinem Herrn: Sitze zu Meiner Rechten, bis Ich deine Feinde gelegt zum Schemel deiner Füße; das Zepter der Stärke wird Jehovah senden aus Zion; herrsche inmitten deiner Feinde; dein Volk voll Bereitwilligkeit, am Tage deiner Tapferkeit, in den Ehren der Heiligkeit; aus dem Mutterleib von der Morgenröte dir der Tau deiner Geburt; geschworen hat Jehovah, und nicht wird es Ihn gereuen, Du ein Priester in Ewigkeit, gemäß meinem Wort Melchisedek, der Herr zu deiner Rechten, hat geschlagen am Tage Seines Zorns die Könige": es wird gehandelt von den Versuchungskämpfen des Herrn mit den Höllen, wie in diesem Kapitel, 1. Mose 14, wie dies aus den einzelnen Worten erhellen kann; daß vom Herrn hier die Rede ist, lehrt Er selbst: Matth.22/41-43; Mark.12/36; Luk.20/42-44. Die Feinde zum Schemel der Füße legen, herrschen inmitten der Feinde, der Tag der Tapferkeit, schlagen am Tage Seines Zorns die Könige bedeutet Versuchungskämpfe und Siege. 1726. "Der König von Schalem", 1. Mose 14/18, daß dies bedeutet den Zustand des Friedens in betreff des Inwendigeren oder Vernünftigen, erhellt aus der Bedeutung Schalems. Schalem bedeutet in der Grundsprache Frieden, wie auch Vollkommenheit, somit den Zustand des Friedens und den Zustand der Vollkommenheit: der Zustand des Friedens ist der Zustand des Reiches des Herrn. In diesem Zustand ist das Himmlische und Geistige des Herrn wie in seiner Morgenröte und seinem Frühling, denn der Friede verhält sich wie zur Morgenzeit der Morgenröte und zur Frühlingszeit des Frühlings; die Morgenröte und der Frühling machen, daß alles, was dann die Sinne berührt, voll Freude und Fröhlichkeit ist; das einzelne bekommt seine Stimmung vom allgemeinen Wesen der Morgenröte und des Frühlings; so verhält es sich mit dem Zustand des Friedens im Reich des Herrn. Im Zustand das Friedens ist alles Himmlische und Geistige gleichsam in seinem Morgenröte- oder Frühlingsflor und Lachen, das ist, in seiner eigentlichen Seligkeit; der Zustand des Friedens regt das einzelne so an, denn der Herr ist der Friede selbst; was auch unter Schalem im Ps.76/2,3 verstanden wird: "Bekannt ist in Jehudah Gott, in Israel Sein Name groß, und es ist in Schalem Seine Hütte, und Seine Wohnung in Zion". Wenn der Mensch in Versuchungskämpfen ist, so wird er vom Herrn abwechslungsweise mit dem Zustand des Friedens beschenkt, und so erquickt; dieser Zustand des Friedens wird hier bezeichnet durch Schalem, und gleich hernach auch durch Brot und Wein, durch die bezeichnet wird Himmlisches und Geistiges, somit der Zustand des Himmlischen und Geistigen im Frieden, welcher Zustand die eigentliche Erquickung ist. 1727. "Brachte heraus Brot", 1. Mose 14/18, daß dies bedeutet Himmlisches, und die Erquickung davon; "und Wein", daß dies bedeutet Geistiges und die Erquickung davon, erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern dieses ist das Himmlische, worüber Nr. 276, 680; und aus der Bedeutung des Weines, sodann des Weinstockes und Weinberges, sofern dieser ist das Geistige, worüber Nr. 1069, 1071; und weil das Brot bedeutet das Himmlische, und der Wein das Geistige, so sind sie auch Sinnbilder im heilige Abendmahl geworden: daß Melchisedek Brot und Wein herausgebracht hat, bedeutet hier das gleiche, weil das Brot in der Alten Kirche das Vorbild alles Himmlischen, und der Wein das Vorbild alles Geistigen, somit hier des Herrn selbst war, von Dem alles Himmlische und alles Geistige (kommt). 1728. "Und derselbe (war) ein Priester", 1. Mose 14/18, daß dies bedeutet das Heilige der Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Priesters im Wort: es sind zwei Prädikate, die dem Herrn beigelegt werden, nämlich daß Er sei ein König, und daß Er sei ein Priester. Der König oder das Königtum bedeutet das heilige Wahre, der Priester oder das Priestertum bedeutet das heilige Gute. Jenes ist das geistig Göttliche, dieses das himmlisch Göttliche. Der Herr als König regiert alles und jegliches im Weltall aus dem göttlich Wahren, und als Priester aus dem göttlich Guten. Das göttlich Wahre ist die eigentliche Ordnung Seines gesamten Reiches, und alle Gesetze desselben sind Wahres, oder ewige Wahrheiten; das göttlich Gute ist das eigentliche Wesentliche der Ordnung, wovon alles Angehör der Barmherzigkeit ist; beides wird vom Herrn ausgesagt. Wäre es nur das göttlich Wahre, so könnte kein Sterblicher selig werden, denn die Wahrheiten verdammen jeden zur Hölle. Dagegen das göttlich Gute, das Angehör der Barmherzigkeit ist, erhebt von der Hölle zum Himmel. Dieses ist es, was die Könige und Priester in der jüdischen Kirche vorgebildet haben; und was auch Melchisedek vorgebildet hat als König von Schalem, und als Priester Gott, dem Höchsten. 1729. "Gott, dem Höchsten", 1. Mose 14/18, daß dies bedeutet den inneren Menschen, der Jehovah ist, erhellt aus dem, was oben einige Male vom inneren Menschen des Herrn gesagt worden ist (Nr. 1707), daß er Jehovah selbst sei, daß somit der Herr ( einer und) derselbe sei mit Jehovah, dem Vater, wie Er sagt bei Joh.14/6,8-11: "Ich bin der Weg und die Wahrheit, und das Leben. Spricht Philippus: Zeige uns den Vater! Spricht zu ihm Jesus: So lange Zeit bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht, Philippus? Wer Mich gesehen, hat den Vater gesehen: wie sprichst du nun, zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist? Glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist". Das menschliche Wesen des Herrn ist es, was der Sohn des Menschen genannt wird, und das auch nach den Versuchungskämpfen vereinigt wurde mit dem göttlichen Wesen, so daß dasselbe auch Jehovah wurde, daher man im Himmel keinen anderen Jehovah Vater kennt, als den Herrn, siehe Nr. 15. Beim Herrn ist alles Jehovah, nicht allein Sein innerer Mensch und der inwendige, sondern auch der äußere, ja selbst der Körper, daher Er allein es ist, Der auch mit dem Körper in den Himmel auferstand, wie dies genugsam erhellt bei den Evangelisten, wo von Seiner Auferstehung gehandelt wird. Sodann aus den Worten des Herrn selbst bei Luk.24/38-40: "Warum steigen Gedanken auf in euren Herzen, sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich es selbst bin; betastet Mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Beine, wie ihr sehet, daß Ich habe; und als Er dies gesagt hatte, zeigte Er ihnen Hände und Füße". 1730. Vers 19: Und er segnete ihn, und sprach: Gesegnet sei Abram Gott, dem Höchsten, Dem Besitzer der Himmel und der Erde. "Und er segnete ihn" bedeutet den Genuß des Himmlischen und Geistigen; "und sprach: Gesegnet sei Abram Gott, dem Höchsten" bedeutet den inwendigen Menschen des Herrn, daß der Genuß des Guten von Seinem Inneren (herkomme); "Dem Besitzer der Himmel und der Erde" bedeutet des inneren Menschen, oder Jehovahs, Verbindung mit dem Inwendigen und Auswendigen. 1731. "Und er segnete ihn", 1. Mose 14/19, daß dies den Genuß des Himmlischen und Geistigen bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Segnens, welche ist alles Gute genießen, worüber Nr. 981, 1096. Alles Gute genießen die, welche das himmlische und geistige Gute (genießen); denn von daher kommt alles Gute, was immer für einen Namen es haben mag. Das, was in diesem Vers enthalten ist, zeigt an und spricht aus die Verbindung des menschlichen Wesens des Herrn mit Seinem göttlichen (Wesen). Der Segen selbst schließt dies in sich. 1732. "Gesegnet sei Abram Gott, dem Höchsten", 1. Mose 14/19, daß dies den inwendigen Menschen des Herrn bedeutet, daß der Genuß des Guten von Seinem Inneren herkomme, erhellt ebenfalls aus der Bedeutung des Segens, sofern dieser, wie gesagt, der Genuß des Guten ist; dann aus der Bedeutung des Abrams hier, sofern dieser der inwendige oder vernünftige Mensch ist, wovon 1. Mose 14/13 (Nr. 1702), sodann aus der Bedeutung Gottes, des Höchsten, sofern diese das Innere des Herrn ist, wovon auch früher: durch Abram wird, wie gesagt, bezeichnet der inwendige oder vernünftige Mensch, der mit dem inneren (Menschen) oder Jehovah vereinigt werden sollte, und zwar durch Versuchungskämpfe und Siege: denn so verhält es sich mit dem inwendigen Menschen: der inwendige Mensch ist, wie gesagt, der mittlere zwischen dem inneren und äußeren (Menschen), und macht, daß der innere Einfluß haben kann in den äußeren; ohne ihn gibt es keine Gemeinschaft; es findet eine Gemeinschaft des Himmlischen und eine solche des Geistigen statt; wenn eine Gemeinschaft des Himmlischen, so wurde der inwendige Mensch genannt Melchisedek , wenn aber eine Gemeinschaft des Geistigen, so wird er genannt Abram, der Hebräer. 1733. "Dem Besitzer der Himmel und der Erde", 1. Mose 14/19, daß dies bedeutet des inneren Menschen, oder Jehovahs Verbindung mit dem inwendigen und auswendigeren (Menschen), erhellt aus der Bedeutung des Himmels und der Erde. Himmel wird das genannt, was inwendig im Menschen ist, und Erde wird genannt das, was auswendig ist. Daß der Himmel dasjenige bezeichnet, was inwendig ist im Menschen, hat seinen Grund darin, daß der Mensch dem Inwendigen nach ein Bild des Himmels, und so ein kleiner Himmel ist. Der inwendige Mensch des Herrn ist ganz eigentlichst (principaliter) der Himmel, weil der Herr alles in allem des Himmels, somit der Himmel selbst ist: daß der auswendige Mensch genannt wird Erde folgt eben hieraus. Daher auch unter den neuen Himmeln und der neuen Erde, von denen bei den Propheten und in der Offenbarung die Rede ist, nichts anderes verstanden wird, als das Reich des Herrn, und ein jeglicher, der ein Reich des Herrn ist, oder in dem das Reich des Herrn ist. Daß der Himmel und die Erde dies bedeutet, sehe man vom Himmel: Nr. 82, 911 und von der Erde: Nr. 82, 620, 636, 913. Daß hier Gott, der Höchste, der Besitzer der Himmel und der Erde bedeutet des inneren Menschen Verbindung mit dem inwendigen und auswendigen beim Herrn, kann daraus erhellen, daß der Herr dem inneren Menschen nach Jehovah selbst (war), und weil der innere Mensch oder Jehovah den äußeren leitete und unterrichtete, wie ein Vater den Sohn, darum heißt Er in betreff des äußeren Menschen in Beziehung auf Jehovah, der Sohn Gottes, in Beziehung auf die Mutter aber der Sohn des Menschen; der innere Mensch des Herrn, der Jehovah selbst war, ist es, welcher hier heißt Gott, der Höchste, und ehe eine vollständige Verbindung oder Einigung geschah, heißt Er der Besitzer der Himmel und der Erde, das ist, der Besitzer alles dessen, was beim inwendigen und auswendigen Menschen ist, die hier, wie gesagt, unter den Himmeln und der Erde verstanden werden. 1734. Vers 20: Und gepriesen sei Gott, der Höchste, Der deine Feinde überantwortet hat in deine Hand; und er gab ihm den Zehnten von allem. "Und gepriesen sei Gott, der Höchste" bedeutet den inneren Menschen des Herrn; "Der deine Feinde überantwortet hat in deine Hand" bedeutet den Sieg; "und er gab ihm den Zehnten von allem" bedeutet die Überreste von dem Sieg her. 1735. "Und gepriesen sei Gott, der Höchste", 1. Mose 14/20, daß dies den inneren Menschen des Herrn bedeutet erhellt aus demjenigen, was soeben über den inneren Menschen gesagt worden ist. Gott, der Höchste wurde Jehovah in der Alten Kirche genannt, aus dem Grund, weil die Höhe vorbildete und bezeichnete das Innere, somit der Höchste, das Innerste; daher der Gottesdienst der Alten Kirche auf Höhen, Bergen, Hügeln. Das Innerste verhält sich auch zum Auswendigen und Äußersten nicht anders, als das Höchste zum Untern und Untersten; das Höchste oder Innerste ist das Himmlische der Liebe, oder die Liebe selbst. Jehovah oder das Innere des Herrn war das eigentliche Himmlische der Liebe, das ist: die Liebe selbst, der keine anderen Attribute zukommen, als die der reinen Liebe, somit der reinen Barmherzigkeit gegen das gesamte Menschengeschlecht, die darin besteht, daß sie alle retten und ewig selig machen, und all das Ihre auf sie übertragen will; somit aus reiner Barmherzigkeit alle, die folgen wollen, zum Himmel, das ist, zu sich mit starker Kraft der Liebe hinziehen will: Diese Liebe selbst ist eben Jehovah. Von keinem anderen Ding (oder Wesen) kann das "Ich Bin" oder das "Ist" ausgesagt werden, als von der Liebe. Aus jener Liebe ist, weil in der Liebe, oder der Liebe selbst angehörend, das Sein alles Lebens, das ist, das Leben selbst; und weil Jehovah selbst das Sein des Lebens, oder das Leben selbst ist, weil die alleinige Liebe, so hat alles und jedes von daher sein Sein und sein Leben, und niemand kann sein und leben von sich, als allein Jehovah, das ist, allein der Herr. Und weil niemand sein und leben kann von sich, als allein der Herr, so ist es eine Sinnestäuschung, daß es den Menschen scheint, sie leben von sich. Die Engel empfinden es lebhaft, daß sie nicht von sich leben, sondern vom Herrn, weil sie leben im Sein des Lebens des Herrn, weil in Seiner Liebe; dennoch aber wird ihnen, mehr als allen anderen, der Schein, als ob sie aus sich lebten, gegeben, mit unaussprechlicher Seligkeit: dies also heißt, im Herrn leben, was durchaus nicht möglich ist, wenn man nicht in Seiner Liebe lebt, das ist, in Liebtätigkeit gegen den Nächsten. 1736. Daß der Herr der Jehovah ist, Der hier genannt wird Gott, der Höchste, erhellt deutlich aus dem Wort: Jes.54/5: "Jehovah Zebaoth Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird Er genannt": wo deutlich gesagt wird, daß der Erlöser und der Heilige Israels, Der allein der Herr ist, Jehovah Zebaoth, und der Gott der ganzen Erde ist. Jes.48/17: "So sprach Jehovah, dein Erlöser, der Heilige Israels, Ich (bin) Jehovah, dein Gott". Jes.41/14: "Ich helfe dir, dies ist der Spruch Jehovahs, dein Erlöser, der Heilige Israels". Der Heilige Israels und der Gott Israels kommt oftmals vor; daß der Herr der Heilige Israels und der Gott Israels ist, erhellt offenbar daraus, "daß sie sahen den Gott Israels, unter Seinen Füßen wie ein Werk von Saphirstein, und wie die Substanz des Himmels in Ansehung der Reinheit": 2. Mose 24/10. Die jüdische Kirche hat auch keinen anderen anerkannt und Jehovah genannt, weil sie einen Gott Jehovah verehrte; und dies um so mehr, weil, (was den meisten von ihnen unbekannt war), alle Gebräuche der Kirche Ihn vorbildeten; und alle Teile des Wortes im inneren Sinn Ihn bezeichneten. Jes.25/8,9: "Verschlingen wird Er den Tod auf immer, und abwischen wird der Herr Jehovih die Tränen von allen Angesichtern; und sprechen wird (man) an jenem Tage: Siehe, unser Gott ist Dieser, wir harrten auf Ihn, und Er wird uns erretten, Dieser ist Jehovah, Den wir erwarteten, laßt uns frohlocken und fröhlich sein in Seinem Heil": wo von der Zukunft des Herrn (die Rede ist). Jes.40/10,11: "Siehe, der Herr Jehovih wird im Starken kommen, und Sein Arm wird für Ihn herrschen; wie ein Hirt wird Er Seine Herde weiden, in Seinen Arm (sie) nehmen; die Lämmlein in Seinem Busen tragen, die Säugenden (lactentes) führen": wo offenbar vom Herrn, Welcher der Herr Jehovih (ist), gehandelt wird. Im Starken (in forti) wird Er kommen, und Sein Arm für Ihn herrschen, soviel als, Er werde mit eigener Kraft die Höllen besiegen, die Herde weiden, in den Arm nehmen, die Lämmlein im Busen tragen, die Säugenden führen, wird ausgesagt von Seiner Liebe oder Barmherzigkeit. Jes.45/18,21,22: "So sprach Jehovah, Der die Himmel schafft, Er Gott, Der die Erde bildet, und sie macht, Er, Der sie befestigt, nicht zur Leere schuf Er sie, zum wohnen hat Er sie gebildet; Ich Jehovah, und keiner sonst. Bin nicht Ich Jehovah, und sonst kein Gott außer Mir, ein gerechter Gott und Heiland ist nicht außer Mir, sehet auf zu Mir, und es sollen errettet werden alle Enden der Erde; denn Ich bin Gott, und keiner sonst": wo offenbar vom Herrn die Rede ist, daß Er allein Jehovah und Gott sei; daß die Himmel schaffen, und die Erde bilden, soviel ist als sie wiedergebären, somit daß der Schöpfer des Himmels und der Erde sei der Wiedergebärer, sehe man Nr. 16, 88, 472, und anderwärts; daher der Herr hie und da genannt wird Schöpfer, Bildner, Macher. Jes.63/16: "Du (bist) unser Vater, denn Abraham kennt uns nicht, und Israel erkennt uns nicht an, Du Jehovah, unser Vater, unser Erlöser, ist von Ewigkeit her Dein Name": wo offenbar vom Herrn (die Rede ist), Der allein der Erlöser ist. 2. Mose 23/21: "Hüte dich vor seinen Angesichten, und höre auf seine Stimme, erbittere ihn nicht, denn nicht wird er eure Übertretung ertragen, weil Mein Name in Seiner Mitte ist": daß der Name das Wesen ist, sehe man Nr. 144, 145, und daß "in der Mitte" soviel ist als das Innerste: Nr. 1074. Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird sein das Fürstentum auf Seiner Schulter, genannt wird werden Sein Name, Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens": (wo) offenbar der Herr (gemeint) ist. Jerem.23/5,6: "Siehe, die Tage kommen, da Ich dem David einen gerechten Sproß erwecken werde, und Er wird als König regieren und verständig handeln, und wird Recht und Gerechtigkeit üben auf Erden: in Seinen Tagen wird errettet werden Jehudah, und Israel wird zuversichtlich wohnen; und dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird: Jehovah unsere Gerechtigkeit": wo offenbar der Herr gemeint ist. Sach.14/9: "Es wird Jehovah König über die ganze Erde sein, an jenem Tage wird Jehovah einer sein, und Sein Name einer ": offenbar vom Herrn; der Name für das Wesen. 1737. "Der deine Feinde überantwortet hat in deine Hand", 1. Mose 14/20, daß dies den Sieg bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Die Verbindung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen ist vom Herrn zustande gebracht worden und geschehen durch fortwährende Versuchungskämpfe und Siege, und zwar aus eigener Macht. Wer die Art und Weise der Verbindung und Vereinigung anders faßt, täuscht sich sehr; dadurch wurde Er die Gerechtigkeit. Die Verbindung oder Vereinigung ist geschehen mit dem Himmlischen der Liebe, das ist, mit der Liebe selbst, die, wie gesagt, Jehovah ist. Die Verbindung der Menschen mit dem Herrn geschieht auch durch Versuchungen und durch Einpflanzung des Glaubens in die Liebe: wofern nicht der Glaube in die Liebe eingepflanzt wird, das ist, wofern nicht der Mensch durch das, was zum Glauben gehört, Glaubensleben, das ist, Liebtätigkeit empfängt, entsteht durchaus keine Verbindung. Dies allein heißt Ihm folgen, nämlich so verbunden werden mit dem Herrn, wie der Herr in betreff des menschlichen Wesens mit Jehovah, daher werden auch alle solche Söhne Gottes genannt vom Herrn her, Welcher der einzige Sohn Gottes ist, und werden Seine Ebenbilder. 1738. "Und er gab ihm den Zehnten von allem", 1. Mose 14/20, daß dies bedeutet die Überreste vom Sieg her, erhellt aus der Bedeutung des Zehnten, sofern dieser ist die Überreste, wovon in Nr. 576. Was aber Überreste sind, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 661, 1050. Daß sie nämlich sind alle Zustände der Liebe und Liebtätigkeit, folglich alle Zustände der Kindlichkeit und des Friedens, mit denen der Mensch beschenkt wird. Diese Zustände werden dem Menschen geschenkt von Kindheit an, aber nach und nach immer weniger sowie der Mensch ins Erwachsenenalter tritt. Dagegen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, so empfängt er zu den früheren noch neue Überreste, somit ein neues Leben; denn der Mensch hat es von den Überresten oder durch die Überreste, daß er Mensch ist; denn der Mensch ist ohne den Zustand der Liebe und Liebtätigkeit und ohne den Zustand der Kindlichkeit, die in seine übrigen Lebenszustände eingehen; nicht Mensch, sondern ärger als jedes wilde Tier. Die in den Versuchungskämpfen erworbenen Überreste sind es, die hier verstanden werden. Diese Überreste sind es, die durch den dem Melchisedek vom Abram gegebenen Zehnten bezeichnet werden, und sind alles Himmlische der Liebe, das der Herr Sich erworben hat durch fortwährende Kämpfe und Siege, durch die Er fortwährend vereinigt wurde mit dem göttlichen Wesen, bis daß Sein menschliches Wesen gleichfalls die Liebe oder das Sein des Lebens, das ist Jehovah, wurde. 1739. Vers 21: Und der König von Sodom sprach zu Abram: Gib mir die Seele, und die Habe nimm für dich. "Und der König von Sodom sprach" bedeutet das Böse und Falsche, das besiegt worden war; "zu Abram" bedeutet das Vernünftige des Herrn; "gib mir die Seele, und die Habe nimm für dich" bedeutet, er möge ihnen Leben geben, so würden sie um das übrige sich nicht bekümmern. 1740. "Und der König von Sodom sprach", 1. Mose 14/21, daß dies das Böse und Falsche bedeutet, das besiegt worden, erhellt aus der Bedeutung von Sodom, welches ist das Böse und Falsche, wie oben in diesem Kapitel gezeigt wurde: Nr. 1661. Im 17. Vers heißt es, der König von Sodom ging aus, dem Abram entgegen, wodurch bezeichnet wurde, das Böse und Falsche habe sich unterworfen; hier nun wird weiter gesagt, daß es flehend sei. Daß das Böse und Falsche besiegt worden ist, oder daß das Böse und Falsche besiegt wird durch Versuchungskämpfe, und so das Gute und Wahre angezogen wird, kommt daher, daß so das Böse und Falsche beseitigt wird, und wenn dieses beseitigt ist, so tritt das Gute und Wahre an seine Stelle, das hernach mehr und mehr befestigt und so gestärkt wird; denn böse Geister sind es, die das Böse und Falsche aufregen. Wenn dieses nicht aufgeregt wird, so weiß der Mensch kaum, daß es böse und falsch ist, alsdann aber kommt es an den Tag und je länger die Versuchungskämpfe währen, desto mehr kommt es an den Tag, bis dahin, daß man zuletzt vor dem Bösen und Falschen ein Grauen hat. Und je wie das Böse und Falsche beseitigt wird, tritt Gutes und Wahres an seine Stelle. Und je mehr Grauen vor dem Bösen und Falschen man bekommt, desto mehr Liebe wird vom Herrn eingeflößt für das Gute und Wahre. Und je mehr Grauen entsteht vor dem Bösen und Falschen, desto weniger wagen die bösen Geister herzuzutreten, weil sie den Abscheu und das Grauen vor dem Bösen und Falschen, in dem ihr Leben besteht, nicht ertragen können; zuweilen werden sie beim ersten Herzunahen von Schrecken ergriffen. Und je mehr Liebe zum Guten und Wahren, desto lieber mögen die Engel beim Menschen sein, und mit den Engeln der Himmel; denn sie sind in ihrem Leben, wenn im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens. 1741. "Zu Abram", 1. Mose 14/21, daß dies das Vernünftige des Herrn bedeutet, erhellt aus der Vorbildung Abrams. In den beiden vorhergehenden Kapiteln bildete Abram vor den Herrn oder Seinen Zustand im Knabenalter; hier oder in diesem Kapitel bildet er vor das Vernünftige des Herrn, und dann wird er genannt Abram, der Hebräer, wie dies erhellt aus dem, was 1. Mose 14/13 (Nr. 1700-1703) gesagt und gezeigt worden ist; hier ebenso, denn es wird in diesem Kapitel kein anderer Abram, als Abram, der Hebräer verstanden. Das Geistige des Herrn, das mit dem inneren Menschen zusammenhängt, ist Abram, der Hebräer, das Himmlische aber, das mit dem Inneren zusammenhängt, das wurde vorgebildet und bezeichnet durch Melchisedek. 1742. "Gib mir die Seele, und die Habe nimm für dich", 1. Mose 14/21, daß dies bedeutet, er möge ihnen Leben geben, dann würden sie um das übrige sich nicht bekümmern, erhellt aus der Bedeutung der Seele, welche ist Leben, wovon Nr. 1000, 1005, 1040 und aus der Bedeutung der Habe (acquisitio), die das übrige ist, das nicht so eigentlich zum Leben gehört, wovon im gleich Folgenden. Das Leben, das die bösen Geister haben, und das sie im höchsten Grade (perdite) lieben, ist das Leben der Begierden der Selbstliebe und Weltliebe, folglich das Leben in allerlei Haß, Rachgier und Grausamkeit; sie meinen, in keinem anderen Leben gebe es Lust. Sie sind wie die Menschen (denn sie sind Menschen gewesen, und vom Leben, das sie als Menschen hatten, haben sie das noch an sich), die in die Lust solcher Begierden alles Leben setzen, indem sie nicht anders wissen, als daß dieses Leben das einzige sei, und daß sie, wenn sie es verlieren, durchaus sterben müßten. Von welcher Art aber das Leben ist, das sie lieben, kann man an solchen im anderen Leben sehen: es verwandelt sich in ein stinkendes und auswurfartiges, und, was merkwürdig ist, sie empfinden diesen Gestank als etwas höchst Angenehmes, wie dies erhellen kann aus dem, was Nr. 820, 964 aus Erfahrung (berichtet worden ist): gerade wie die Dämonen, die, als sie vom Herrn aus dem Rasenden ausgetrieben wurden, aus Furcht vor dem Verlust ihres Lebens baten, Er möchte sie in die Schweine fahren lassen: Mark.5/7-13; daß diese solche waren, die bei Leibesleben schnödem Geiz ergeben waren, kann daraus erhellen, daß es solchen im anderen Leben scheint, sie halten sich unter Schweinen auf, und dies infolgedessen, daß das Leben der Schweine dem Geiz entspricht, und deshalb ihnen angenehm ist, wie dies aus dem erhellt, was aus Erfahrung (berichtet worden ist): Nr. 939. 1743. Vers 22: Und Abram sprach zum König von Sodom: Ich habe meine Hand erhoben zu Jehovah, Gott, dem Höchsten, Dem Besitzer der Himmel und der Erde. "Und Abram sprach zum König von Sodom" bedeutet die Antwort; "ich habe meine Hand erhoben zu Jehovah" bedeutet das Gemüt, wie es beim Herrn war; "Dem Besitzer der Himmel und der Erde" bedeutet die Verbindung. 1744. "Und Abram sprach zum König von Sodom", 1. Mose 14/22, daß dies die Antwort bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 1745. "Ich habe meine Hand erhoben zu Jehovah", 1. Mose 14/22, daß dies bedeutet das Gemüt, wie es beim Herrn war, erhellt aus der Bedeutung der Erhebung der Hände. Die Erhebung der Hand zu Jehovah ist bekanntlich eine der Gemütsstimmung entsprechende Gebärde des Leibes. Im Buchstabensinn wird das, was innerlich ist oder dem Gemüt angehört, ausgedrückt durch Äußeres, das entspricht, im inneren Sinn aber ist es das Innere, was gemeint wird; darum ist hier die Erhebung der Hand das Gemüt oder die Stimmung des Gemütes (affectio mentis). Solange der Herr im Zustand der Versuchungen war, sprach Er mit Jehovah wie mit einem anderen, inwieweit aber Sein menschliches Wesen vereinigt war mit Seinem göttlichen (Wesen), insoweit sprach Er mit Jehovah wie mit Sich selbst, was aus vielen Stellen bei den Evangelisten erhellt, sodann auch aus vielen (Stellen) bei den Propheten und bei David. Die Ursache erhellt klar aus dem, was schon oben gesagt wurde über das von der Mutter her Anererbte: inwieweit dies blieb, insoweit war Er gleichsam abwesend von Jehovah, inwieweit aber dieses ausgerottet wurde, insoweit war Er (Ihm) gegenwärtig und selbst Jehovah. Es kann dies klar werden aus der Verbindung des Herrn mit den Engeln: der Engel redet zuweilen nicht aus sich, sondern aus dem Herrn, und alsdann weiß er nichts anderes, als daß er der Herr sei, allein alsdann ruht sein Äußeres; anders ist es, wenn das Äußere wirkt. Die Ursache ist, weil ihr innerer Mensch Besitztum des Herrn ist, und inwieweit alsdann das Eigene nicht hindert, insoweit ist er des Herrn, ja der Herr. Beim Herrn aber ist eine völlige Verbindung oder ewige Vereinigung mit Jehovah zustande gekommen, so daß Sein menschliches Wesen selbst auch Jehovah ist. 1746. "Dem Besitzer der Himmel und der Erde", 1. Mose 14/22, daß dies die Verbindung bedeutet, erhellt aus dem, was 1. Mose 14/19 gesagt wurde, wo die gleichen Worte (vorkommen), und die gleiche Bedeutung (ist). 1747. Vers 23: Wenn vom Faden bis zum Schuhriemen, und wenn ich irgend etwas annehme, was dein ist, damit du nicht sagest: Ich habe Abram reich gemacht. "Wenn vom Faden bis zum Schuhriemen" bedeutet alles, was unreines Natürliches und Körperliches war; "und wenn ich irgend etwas annehme, was dein ist" bedeutet, daß nichts dergleichen bei der himmlischen Liebe ist; "damit du nicht sagest: Ich habe Abram reich gemacht" bedeutet, daß von daher dem Herrn durchaus keine Stärke (komme). 1748. "Wenn vom Faden bis zum Schuhriemen", 1. Mose 14/23, daß dies bedeutet, alles, was unreines Natürliches und Körperliches war, erhellt aus der Bedeutung des Schuhriemens: Im Worte bezeichnet die Fußsohle und die Ferse das unterste Natürliche, wie schon früher gezeigt wurde: Nr. 259; der Schuh ist das, was die Fußsohle und die Ferse bekleidet, daher der Schuh das noch mehr untere Natürliche, somit das Körperliche selbst bedeutet; die Bedeutung des Schuhs richtet sich nach den Subjekten: Wird er ausgesagt von Gutem, so wird er im guten Sinn genommen, wenn von Bösem, im bösen Sinn, wie hier, wo die Rede ist von der Habe des Königs von Sodom, durch den das Böse und Falsche bezeichnet wird, darum wird durch Schuhriemen bezeichnet das unreine Natürliche und Körperliche; durch den Faden des Schuhs wird das Falsche bezeichnet, und durch den Riemen des Schuhs, das Böse, und zwar, weil in der Verkleinerung, das allerschlechteste: daß dies durch Schuh bezeichnet wird, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort; z.B. als Jehovah dem Mose aus der Mitte des Brombeerbusches erschien und zu Moses sprach: "Nahe nicht herzu, ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehest, ist Land der Heiligkeit": 2. Mose 3/5; ebenso der Fürst des Heeres Jehovahs zu Josua: "Ziehe deinen Schuh von deinem Fuß, weil der Ort, auf dem du stehest, Heiligkeit ist", Jos.5/15: woraus jeder sehen kann, daß der Schuh der Heiligkeit nichts nehmen würde, wenn nur der Mensch in sich heilig wäre, sondern daß es darum gesagt worden ist, weil der Schuh das unterste Natürliche und Körperliche vorbildete, das ausgezogen werden soll. Daß es das unreine Natürliche und Körperliche (bedeutet), erhellt auch im Ps.60/10: "Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will Ich werfen meinen Schuh". Etwas Ähnliches schließt in sich, was den Jüngern befohlen wurde Matth.10/14; Mark.6/11; Luk.9/5: "So jemand euch nicht aufnehmen, noch eure Worte hören wird, so gehet aus demselben Haus oder derselben Stadt, und schüttelt ab den Staub eurer Füße": wo der Staub der Füße das gleiche (bedeutet), was der Schuh, weil die Fußsohle das unterste Natürliche bedeutet, nämlich das Unreine aus dem Bösen und Falschen; und weil sie zur damaligen Zeit im Vorbildlichen waren, und glaubten, in diesem allein seien himmlische Geheimnisse enthalten, nicht in den nackten Wahrheiten, darum wurde ihnen so zu tun befohlen. Weil der Schuh das unterste Natürliche bedeutete, so bedeutete auch das Ausziehen des Schuhs, oder die Entschuhung (discalceatio), daß einem das Unterste der Natur ausgezogen werden sollte; so dem, der den Levirat (die Schwagerpflicht) nicht leisten wollte, wovon es bei 5. Mose 25/5-10 heißt: "So einer die Schwagerpflicht nicht leisten wollte, so soll seine Schwägerin herzutreten vor den Augen der Ältesten, und seinen Schuh ausziehen von seinem Fuß, und ihm ins Angesicht speien; und antworten und sprechen: so geschehe dem Manne, der nicht erbaut das Haus seines Bruders, und sein Name in Israel soll heißen, das Haus des Barfüßers": d.h. dessen, der ohne alle natürliche Liebtätigkeit ist. Daß der Schuh das unterste Natürliche auch im guten Sinn bedeutet, erhellt ebenfalls aus dem Wort, wie bei Mose, wenn es von Ascher heißt, 5. Mose 33/24,25: "Gesegnet vor den Söhnen sei Ascher, er sei angenehm seinen Brüdern, und in Öl tauchend seinen Fuß, Eisen und Erz sein Schuh": wo der Schuh für das (unterste) Natürliche steht, der Schuh (von) Eisen für das natürlich Wahre, der Schuh (von) Erz für das natürlich Gute, wie dies erhellt aus der Bedeutung des Eisens und des Erzes: Nr. 425, 426, und weil Schuh das unterste Natürliche und Körperliche bedeutet, so wurde daraus eine Redensart, durch die bezeichnet wurde das Allerkleinste und Geringste; denn das unterste Natürliche und Körperliche ist von dem, was beim Menschen ist, das Allergeringste, was verstanden wurde von Johannes, dem Täufer, als er sprach: "Es kommt ein Stärkerer denn ich, dessen Schuhriemen zu lösen ich nicht tauglich bin": Luk.3/16; Mark.1/7; Joh.1/27. 1749. "Wenn ich irgend etwas annehme, das dein ist", 1. Mose 14/23, daß dies bedeutet, daß nichts derart bei der himmlischen Liebe sei, kann daraus erhellen, daß Abram gesagt hatte, er wolle nichts annehmen vom König Sodoms. Abram bildete vor den Herrn, nun als Sieger, somit das, was der himmlischen Liebe angehörte, und das Er Sich durch Siege erworben hatte; und der König von Sodom bildete das Böse und Falsche vor, wovon nichts beim Herrn als Sieger oder bei der himmlischen Liebe sein sollte. Was hierunter im inneren Sinn verstanden wird, kann nicht klar werden, wenn man nicht weiß, wie sich die Sache verhält im anderen Leben: Bei den bösen und höllischen Geistern regiert die Selbst- und Weltliebe, daher meinen sie, sie seien die Götter des Weltalls, und vermögen viel. Wenn sie besiegt sind, so bleibt doch, obwohl sie merken, daß sie gar nichts vermögen, die Meinung von (ihrer) Gewalt und Herrschaft, und sie glauben, sie können viel beitragen zur Macht und Herrschaft des Herrn. Darum bieten sie auch, um mitregieren zu können, bei den guten Geistern ihre Dienste an. Weil es aber nichts als Böses und Falsches ist, wodurch sie etwas ausrichten zu können meinen, dagegen aber beim Herrn, oder der himmlischen Liebe, nichts als Gutes und Wahres ist, so wird hier dem König von Sodom, durch den solche vorgebildet werden, geantwortet, daß nichts derart beim Herrn sei, oder daß dem Herrn keine Macht vom Bösen und Falschen komme. Die Herrschaft aus dem Bösen und Falschen ist ganz entgegen der Herrschaft aus dem Guten und Wahren. Die Herrschaft aus dem Bösen und Falschen ist, alle zu Knechten machen wollen; die Herrschaft aus dem Guten und Wahren ist, alle frei machen wollen; die Herrschaft aus dem Bösen und Falschen ist, alle verderben, dagegen die Herrschaft aus dem Guten und Wahren ist, alle retten; woraus erhellt, daß die Herrschaft aus dem Bösen und Falschen die des Teufels ist, dagegen die Herrschaft aus dem Guten und Wahren die des Herrn ist. Daß es ganz entgegengesetzte Herrschaften sind, kann erhellen aus des Herrn Worten bei Matth.12/24-30, und daß niemand zwei Herren dienen könne: Matth.6/24; Luk.16/13. 1750. "Damit du nicht sagst: ich habe Abram reich gemacht", 1. Mose 14/23, daß dies bedeutet, daß von daher dem Herrn durchaus keine Stärke komme, kann erhellen aus der Bedeutung von reich werden, welche ist Macht und Stärke erwerben. Wie es sich damit verhält, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist. 1751. Vers 24: Außer nur, was gegessen haben die Knaben, und den Anteil der Männer, die mit mir gegangen sind, Aner, Eschkol und Mamre, diese mögen ihren Anteil nehmen. "Außer nur, was gegessen haben die Knaben" bedeutet die guten Geister; "und den Anteil der Männer, die mit mir gegangen sind" bedeutet die Engel; "Aner, Eschkol und Mamre" bedeutet das, was bei ihnen ist; "diese mögen ihren Anteil nehmen" bedeutet, daß sie in deren Gewalt gegeben seien. 1752. "Außer nur, was gegessen haben die Knaben", 1. Mose 14/24, daß dies die guten Geister bedeutet, erhellt aus dem, was vorhergeht, und aus dem was folgt; aus dem, was vorhergeht: im 1. Mose 14/13 (Nr. 1705) wurde Mamre, Eschkol und Aner erwähnt, daß sie Bundesgenossen Abrams waren, womit bezeichnet wurde der Zustand des vernünftigen Menschen in betreff des äußeren des Herrn, wie dessen Gutes und Wahres beschaffen war, und so, daß durch sie bezeichnet wurden die Engel, die mit dem Herrn waren, als Er kämpfte. Hier werden die mit Abram gegangen sind, genannt Knaben, unter denen keine anderen verstanden werden, als gute Geister, unter den Männern dagegen, von denen gleich auch (die Rede ist), Engel. Daß Engel mit dem Herrn waren, als Er kämpfte gegen die Höllen, erhellt aus dem Wort, sodann auch daraus, daß es, als Er in Versuchungskämpfen war, nicht anders sein konnte, als daß Engel da waren, denen der Herr aus eigener Macht Kraft und gleichsam Macht gab mitzukämpfen, denn alle Macht haben die Engel vom Herrn. Daß die Engel gegen die Bösen kämpfen, kann erhellen aus dem, was früher hin und wieder von den Engeln beim Menschen gesagt worden ist, daß sie nämlich den Menschen beschützen, und das Böse abwenden, auf daß die höllischen Geister ausgehen, wovon Nr. 50, 227, 228, 697, 968, allein alle ihre Macht ist vom Herrn: die guten Geister sind zwar auch Engel, aber niedriger, denn sie sind im ersten Himmel, die engelischen Geister aber im zweiten, hingegen die eigentlich sogenannten Engel im dritten, wovon Nr. 459, 684. Die Regierungsform im anderen Leben ist, daß die guten Geister untergeordnet sind den engelischen Engeln, so daß sie eine engelische Gesellschaft zusammen ausmachen: die guten Geister und die engelischen Geister sind es, die hier Knaben genannt werden, dagegen die eigentlichen Engel Männer. 1753. "Und den Anteil der Männer, die mit mir gegangen sind", 1. Mose 14/24, daß dies die Engel bedeutet, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist; abgesehen davon, daß die Engel, wenn sie vor den Menschen erschienen, im Worte Männer genannt werden. 1754. "Aner, Eschkol und Mamre", 1. Mose 14/24, daß diese das bedeuten, was bei ihnen ist, erhellt aus dem, was oben 1. Mose 14/13 über ebendieselben gesagt worden ist: daß nämlich durch die Namen dieser bezeichnet wird das Gute und Wahre, aus dem gekämpft wurde, nicht sowohl die Engel, weil die Engel, wie gesagt, verstanden sind unter den Knaben und Männern; denn die Engel haben keineswegs Namen, sondern werden am Guten und Wahren erkannt, wie sie beschaffen sind, daher auch durch den Namen im Worte nichts anderes bezeichnet wird als das Wesen, und dessen Beschaffenheit, wie schon oben gezeigt worden ist, Nr. 144, 145, 340. Wie dies auch erhellen kann bei Jesaja, wo in Beziehung auf den Herrn (gesagt wird): Jes.9/5,6: "Sein Name wird genannt werden Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens": wo unter dem Namen verstanden wird, wie Er beschaffen ist, daß Er nämlich sei wunderbar, ein Rat, Gott, ein Held, der Vater der Ewigkeit, der Fürst des Friedens. Jerem.23/5,6, wo auch in Beziehung auf den Herrn (gesagt wird): "Dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird, Jehovah, unsere Gerechtigkeit": wo deutlich erhellt, daß der Name ist die Gerechtigkeit; sodann bei 2. Mose 23/21, wo auch in Beziehung auf den Herrn gesagt wird: "Er wird nicht ertragen eure Übertretung, weil Mein Name in Seiner Mitte ist": wo der Name auch für das Wesen (steht), daß es nämlich göttlich sei; außerdem aus vielen Stellen im Wort, wo gesagt wird, daß sie den Namen Jehovahs angerufen haben, daß sie den Namen Jehovahs nicht ins Eitle nehmen sollten; und im Gebet des Herrn: Geheiliget sei Dein Name. Ebenso verhält es sich mit den Namen der Engel; und ebenso hier mit den Namen Eschkol, Aner und Mamre, welche die Engel vorbilden, daß nämlich solches bezeichnet wird, was bei den Engeln ist. 1755. "Diese mögen ihren Anteil nehmen", 1. Mose 14/24, daß dies bedeutet, sie seien in deren Gewalt gegeben, erhellt aus dem, was oben 1. Mose 14/21-23 (Nr. 1739-1750) gesagt worden ist, daß nämlich der Herr nichts von ihnen haben wollte, weil keine Stärke dem Herrn von daher komme. Daß sie den Engeln in die Gewalt gegeben sind, damit verhält es sich so: Die Engel sind es, welche herrschen über die bösen und höllischen Geister, wie sich mir aus vieler Erfahrung ergeben hat, der Herr aber sieht vorher, und schaut alles und jedes, und sorgt vor und ordnet alles und jedes, aber einiges aus Zulassung (permissione), einiges aus Gestattung (admissione), einiges aus Erlaubnis (venia), einiges aus Wohlgefallen (beneplacito), einiges aus Seinem Willen: das Herrschenwollen selbst ist etwas menschlich Eigenes (proprium humanum), verschieden von dem, was sie vom Herrn empfangen; dennoch aber gehört alle Herrschaft der Liebe und Barmherzigkeit an ohne ein Herrschenwollen. Jedoch kann dies, weil es tiefere Geheimnisse sind, nicht mit wenigem verständlich gesagt werden; es genügt zu wissen, daß die bösen und höllischen Geister den Engeln in die Gewalt gegeben sind, und daß der Herr alles und jedes, auch das allereinzelnste regiert, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in der Folge, wo von der Vorsehung und den Zulassungen (gehandelt werden wird). 1756. Dies ist es, was das Bisherige im inneren Sinn im allgemeinen in sich schließt, allein der Sachzusammenhang selbst und dessen Schönheit kann, wenn alles und jedes nach der Bedeutung der Worte erklärt wird, nicht so hervortreten, als wenn es in eine Idee gefaßt würde; faßt man alles in einer Idee zusammen, dann erscheint das, was zerstreut ist, schon zusammenhängend und verknüpft. Es verhält sich damit, wie wenn man einen Redenden hört, und auf die Wörter achtet, alsdann faßt man die Idee des Redenden nicht so, wie wenn man gar nicht auf die Wörter oder deren Bedeutung merkt; denn der innere Sinn des Wortes verhält sich zum äußeren oder buchstäblichen beinahe ebenso wie die Rede, deren Wörter kaum gehört, und noch weniger beachtet werden, wenn das Gemüt bloß in dem Sinn der durch die Wörter des Redenden bezeichneten Sachen festgehalten wird. Die älteste Schreibweise war Vorbildung von Sachen durch Personen und durch Wörter, unter welche sie etwas ganz anderes verstanden; die weltlichen Schriftsteller kleideten in dieser Weise ihre Geschichtswerke ein, auch die Dinge, die sich auf das bürgerliche und sittliche Leben bezogen, und zwar so, daß nichts dem Buchstaben nach ganz so war, wie es geschrieben war, sondern etwas anderes darunter verstanden wurde, und dies bis dahin, daß sie alle möglichen Neigungen als Götter und Göttinnen darstellten, denen die Heiden nachher einen Gottesdienst weihten. Dies kann jedem wissenschaftlich Gebildeten bekannt sein, denn es sind noch solche alte Bücher vorhanden: diese Schreibweise hatten sie von den Uralten her, die vor der Sündflut lebten, und sich die himmlischen und göttlichen Dinge durch solches, was auf Erden und in der Welt sichtbar war, vorbildeten, und so das Gemüt und die Seele mit lieblichen und wonnigen (Gefühlen) erfüllten, wenn sie die Gegenstände des Weltalls betrachteten, hauptsächlich solche, die eine schöne Form und Ordnung hatten. Daher sind alle Bücher der Kirche jener Zeiten so geschrieben; von dieser Art ist das Buch Hiobs; als denselben nachgebildet ist von dieser Art auch das Hohelied Salomos; von dieser Art waren auch die zwei Bücher, die Moses erwähnt: 4. Mose 21/14,27, außer vielen, die verlorengegangen sind. Dieser Stil ist nachher als altertümlich verehrt worden, sowohl bei den Heiden, als bei den Nachkommen Jakobs, in dem Grad, daß sie nicht, was nicht so geschrieben war, als göttlich verehrten; wenn sie daher vom prophetischen Geist getrieben wurden, wie Jakob: 1. Mose 49/3-17; Moses: 2. Mose 15/1-21; 5. Mose 33/2-29; Bileam, der zu den Söhnen des Morgenlandes aus Syrien gehörte, wo sich noch die Alte Kirche befand: 4. Mose 23/7-10,19-24; 24/5-9,17-24; Debora und Barak: Richt.5/2-31; Channah: 1.Sam.2/2-10 und viele andere, so sprachen sie ebenso, und zwar aus mehreren geheimen Ursachen; obwohl sie es nicht verstanden und (auch sehr wenige ausgenommen) nicht wußten, daß es himmlische Dinge des Reiches und der Kirche des Herrn bezeichnete, so fühlten sie doch, von Bewunderung und Staunen ergriffen und durchdrungen, daß Göttliches und Heiliges darin lag. Daß aber die Geschichten des Wortes von gleicher Art sind, nämlich Vorbildungen und Bezeichnungen himmlischer und geistiger Dinge des Reiches des Herrn, in allen Namen und in allen Wörtern, war der gebildeten Welt noch nicht bekannt, nur daß das Wort in betreff des kleinsten Jota eingegeben ist, und daß himmlische Geheimnisse in allem und jedem enthalten sind. Nr. 1757 - 1777 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 15. Kapitel 1. Nach diesen Worten, geschah das Wort Jehovahs zu Abram, im Gesicht, und sprach: Fürchte dich nicht, Abram, Ich (bin) dir Schild, dein Lohn wird sehr groß (sein). 2. Und Abram sprach: Herr Jehovih, was willst Du mir geben, gehe ich doch kinderlos dahin, und Sohn ist der Verwalter meines Hauses, jener Damaszener Elieser. 3. Und Abram sprach: Du hast mir ja nicht Samen gegeben, und siehe, der Sohn meines Hauses erbet mich. 4. Und siehe, das Wort Jehovahs (geschah) zu ihm, und sprach: nicht dieser soll dich erben, sondern der ausgehen wird von deinen Eingeweiden, der soll dich erben. 5. Und Er führte ihn hinaus, und sprach: Blicke doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie wirst zählen können; und Er sprach zu ihm: So wird dein Same sein. 6. Und er glaubte an Jehovah, und Er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit. 7. Und Er sprach zu ihm: Ich Jehovah, Der Ich dich ausgeführt habe aus Ur der Chaldäer, dir dieses Land zu geben, es erblich zu besitzen. 8. Und er sprach: Herr Jehovih, woran soll ich erkennen, daß ich es erblich besitzen werde? 9. Und Er sprach zu ihm: Nimm dir eine dreijährige Kuh, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder, und eine Turteltaube, und eine junge (Taube). 10. Und er nahm sich diese alle, und zerteilte sie in der Mitte, und legte jeden Teil davon dem anderen gegenüber, und den Vogel zerteilte er nicht. 11. Und das Gevögel kam herab auf die Körper, und Abram scheuchte sie weg. 12. Und die Sonne war am Untergehen, und ein Schlummer fiel auf Abram, und siehe, ein Schrecken großer Finsternis fiel auf ihn. 13. Und Er sprach zu Abram: Das sollst du wissen, daß Fremdling sein wird dein Same in einem Lande, das nicht sein ist, und wird ihnen dienen, und man wird sie drängen vierhundert Jahre. 14. Und auch die Völkerschaft, der sie dienen werden, will Ich richten, und danach werden sie ausziehen mit großer Habe. 15. Und du wirst zu deinen Vätern kommen im Frieden, und wirst begraben werden in gutem Alter. 16. Und im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren, weil (noch) nicht vollendet ist die Missetat der Amoriter bis jetzt. 17. Und es geschah, die Sonne ging unter, und dunkel ward es, und siehe, ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die hindurchfuhr zwischen jenen Stücken. 18. An jenem Tage schloß Jehovah mit Abram einen Bund, und sprach: Deinem Samen will Ich dieses Land geben, vom Strom Ägyptens, bis zum großen Strome, dem Strome Phrath. 19. Den Keniter, und den Kenissiter, und den Kadmoniter. 20. Und den Chithiter, und den Perisiter, und die Rephaim. 21. Und den Amoriter, und den Kanaaniter, und den Girgaschiter, und den Jebusiter.   Inhalt 1778. Es wird hier, im inneren Sinn, eine Fortsetzung gegeben, betreffend den Herrn, nachdem Er im Knabenalter die schwersten Versuchungskämpfe ausgehalten, und zwar wider die Liebe, die Er zum ganzen Menschengeschlecht, insbesondere zur Kirche hegte. Da Er nun in Sorgen war wegen des künftigen Zustandes, wurde Ihm eine Verheißung gegeben, zugleich aber auch gezeigt, wie der Zustand der Kirche werden würde zu ihren letzten Zeiten, da sie ihr Leben auszuhauchen anfange, daß aber dennoch eine neue Kirche, die an die Stelle der früheren treten soll, aufleben, und das Himmelreich unermeßlich zunehmen werde. 1779. Trost für den Herrn nach den Versuchungskämpfen, von denen im vorigen Kapitel: Vers 1. 1780. Klage des Herrn wegen der Kirche, daß sie nur eine äußere sei: Vers 2, 3. Verheißung von einer inneren: Vers 4. Von ihrer Vermehrung: Vers 5. Daß der Herr die Gerechtigkeit sei: Vers 6. Und Ihm allein das Reich in den Himmeln und auf Erden angehöre: Vers 7. 1781. Und weil Er wollte Gewißheit haben, daß das Menschengeschlecht gerettet werde: Vers 8, so wurde Ihm gezeigt, wie es sich verhält mit der Kirche im allgemeinen, im besonderen, und im einzelnen: Vers 9-17. 1782. Die Kuh, die Ziege, der Widder, sind Vorbildungen der himmlischen Dinge der Kirche, die Turteltaube und die junge (Taube) die ihrer geistigen: Vers 9. Die Kirche auf der einen Seite, und der Herr auf der anderen: Vers 10. Daß der Herr das Böse und Falsche zerstreue: Vers 11. Daß aber dennoch das Falsche sie anfechten werde: Vers 12, 13. Befreiung davon: Vers 14. Somit dem Herrn Trost: Vers 15. Daß aber Böses sie einnehmen werde: Vers 16. Und zuletzt nichts als Falschheiten und Begierden herrschen werden: Vers 17. Daß dann das Reich des Herrn, und eine neue Kirche sein werde, deren Ausdehnung beschrieben wird: Vers 18. Das daraus zu vertreibende Falsche und Böse sind die Völkerschaften, die genannt sind: Vers 19-21.   Innerer Sinn 1783. Was hier enthalten ist, sind, wie früher gesagt worden, wahre Geschichten, daß nämlich Jehovah mit Abram so geredet und ihm der erbliche Besitz des Landes Kanaan verheißen wurde. Daß ihm befohlen wurde, eine Kuh, eine Ziege, einen Widder, eine Turteltaube und eine junge (Taube) also hinzulegen; daß das Gevögel herabfiel auf die Körper; daß ein Schlummer auf ihn fiel, und im Schlummer Schrecken der Finsternis; und daß, als die Sonne untergegangen war, ihm wie ein rauchender Ofen mit einer feurigen Fackel zwischen den Teilen erschien usw.; dies sind wahre Geschichten, dennoch aber alles und jedes, auch im kleinsten einer Tatsache, vorbildlich, und die Worte selbst, in denen es beschrieben wird, auch im kleinsten Jota bezeichnend, d.h. in allem und jedem ist ein innerer Sinn; denn alles und jedes, was im Wort ist, ist eingegeben, und weil eingegeben, so kann es nicht anders als aus himmlischem Ursprung sein, d.h. Himmlisches und Geistiges in seinem Schoße bergen. Sonst wäre es durchaus nicht das Wort des Herrn. Dies ist es, was im inneren Sinn enthalten ist. Wenn dieser Sinn sich herausstellt, so verschwindet der Buchstabensinn, als ob er gar nicht da wäre, wie auch umgekehrt, wenn man bloß auf den historischen oder Buchstabensinn merkt, so verschwindet der innere Sinn, wie wenn er gar nicht da wäre. Dies verhält sich wie das himmlische Licht zum Weltlicht, und umgekehrt wie das Weltlicht zum himmlischen Licht: wenn das himmlische Licht erscheint, dann ist das Weltlicht wie Finsternis, was mir durch Erfahrung kund geworden ist; wenn man aber im Weltlicht ist, dann wäre das himmlische Licht, wenn es erschiene, wie Finsternis. Ebenso ist es in den menschlichen Gemütern: wer in menschliche Weisheit oder in die Wissenschaften alles setzt, dem erscheint die himmlische Weisheit wie ein dunkles Nichts, wer aber in der himmlischen Weisheit ist, dem ist die menschliche Weisheit wie etwas dunkles Allgemeines, das, wofern nicht himmlische Strahlen darin sind, wie Finsternis wäre. 1784. Vers 1: Nach diesen Worten, geschah das Wort Jehovahs zu Abram, im Gesicht, und sprach: Fürchte dich nicht, Abram, Ich (bin) dir Schild, dein Lohn (wird) sehr groß (sein). "Nach diesen Worten, geschah das Wort Jehovahs zu Abram im Gesicht" bedeutet, daß (Ihm) nach Kämpfen im Knabenalter eine Offenbarung geworden sei; das Gesicht ist die inwendigste Offenbarung, welche die des Innewerdens ist; "fürchte dich nicht, Abram, Ich (bin) dir Schild" bedeutet den Schutz wider das Böse und Falsche, in den die Zuversicht gesetzt wird; "dein Lohn (wird) sehr groß (sein)" bedeutet das Ende der Siege. 1785. "Nach diesen Worten geschah das Wort Jehovahs zu Abram im Gesicht", 1. Mose 15/1, daß dies bedeutet, nach den Kämpfen im Knabenalter sei (Ihm) eine Offenbarung geworden, erhellt aus der Bedeutung der Worte, und dann des Wortes Jehovahs zu Abram, wie auch aus der Bedeutung des Gesichts. Durch die Worte werden in der hebräischen Sprache Dinge (res) bezeichnet, hier durchgemachte Dinge (res peractae), welche sind die Versuchungskämpfe des Herrn, von denen im vorigen Kapitel die Rede war. Das Wort Jehovahs zu Abram, ist nichts anderes als das Wort des Herrn zu Sich selbst. Im Knabenalter aber, und in den Versuchungskämpfen, da die (beiderlei) Wesen noch nicht wie in eines vereinigt waren, konnte es nicht anders erscheinen denn als eine Offenbarung. Das Innere, wenn es auf das Äußere wirkt, in einem Zustand und in Augenblicken, da dieses entfernter ist, stellt sich nicht anders dar. Dieser Zustand ist es, welcher der Stand der Erniedrigung des Herrn genannt wird. 1786. Daß das Gesicht die innerste Offenbarung sei, welche die des Innewerdens (perceptionis) ist, kann an den Gesichten erhellen, die sich je nach dem Zustand des Menschen verhalten; ein Gesicht vor denen, welchen das Inwendige verschlossen ist, verhält sich ganz anders, als ein Gesicht vor denen, welchen das Inwendige geöffnet ist; und z.B. als der Herr der ganzen Versammlung auf dem Berge Sinai erschien, war diese Erscheinung ein Gesicht, das ein anderes war für das Volk, als für Aharon, ein anderes für Aharon als für Moses, ferner hatten ein anderes Gesicht die Propheten, als Moses. Von Gesichten gibt es mehrere Arten, wovon vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Die Gesichte sind um so vollkommener, je inwendiger (sie sind); beim Herrn war das allervollkommenste, weil Er alsdann ein Innewerden alles dessen, was in der Geisterwelt und in den Himmeln war, und mit Jehovah eine unmittelbare Gemeinschaft hatte; diese Gemeinschaft wird durch das Gesicht, in dem Jehovah dem Abram erschien, vorgebildet, und im inneren Sinne bezeichnet. 1787. "Fürchte dich nicht, Abram, Ich (bin) dir Schild", 1. Mose 15/1, daß dies bedeutet den Schutz wider das Böse und Falsche, in den das Vertrauen gesetzt wird, erhellt aus der Bedeutung des Schildes, wovon nachher. Diese Worte, daß nämlich Jehovah sein Schild sei, und (sein) Lohn sehr groß, sind Worte des Trostes nach den Versuchungen. Jede Versuchung bringt eine Art von Verzweiflung mit sich, sonst ist sie keine Versuchung, daher auch der Trost folgt. Wer versucht wird, kommt in Ängsten, die in einen Zustand der Verzweiflung wegen des Endes versetzen. Der Versuchungskampf selbst ist nichts anderes. Wer in Gewißheit ist wegen des Sieges, ist in keiner Angst, somit auch in keiner Versuchung. Da der Herr die allerärgsten und grausamsten Versuchungen aushielt, so konnte es nicht anders sein, als daß auch Er in Zustände der Verzweiflung versetzt wurde, die Er durch eigene Kraft austreiben und überwinden sollte; wie dies genugsam erhellen kann aus Seiner Versuchung in Gethsemane, wovon es bei Luk.22/40-44 also heißt: "Als Jesus an dem Orte war, sprach Er zu den Jüngern: Betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet. Er aber ward von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit entfernt und kniete nieder und betete, indem Er sprach: Vater, wenn Du willst, so gehe dieser Kelch vor Mir vorüber, doch nicht Mein Wille, sondern der Deine geschehe! Es erschien Ihm aber ein Engel vom Himmel, der Ihn stärkte; und als Er in Angst war, betete Er inständiger; es ward aber Sein Schweiß, wie Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen". Matth.26/36-44: "Er fing an von Schmerz und Angst ergriffen zu werden. Dann sprach Er zu den Jüngern: Ganz traurig ist Meine Seele bis zum Tod. Und Er ging ein wenig weiter, fiel auf Sein Angesicht und betete, indem Er sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch vor Mir vorüber. Jedoch nicht wie Ich will, sondern wie Du. Wieder zum zweiten Mal ging Er weg, und betete, indem Er sprach: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vor Mir vorübergehen kann ohne daß Ich ihn trinke, so geschehe Dein Wille. Und Er betete zum dritten Mal, indem Er dasselbe Wort sprach". Mark.14/33-41: "Er fing an Sich zu entsetzen und sehr beängstigt zu werden, und sprach zu den Jüngern: Von Traurigkeit umringt ist Meine Seele bis zum Tod. Und Er ging ein wenig weiter, fiel auf die Erde und betete, daß, wenn es möglich wäre, die Stunde vor Ihm vorübergehe, und sprach: Abba, Vater, alles ist Dir möglich, laß vor Mir diesen Kelch vorübergehen, aber nicht wie Ich will, sondern wie Du. So zum zweiten, und so zum dritten Mal". Hieraus kann erhellen, wie des Herrn Versuchungen beschaffen waren, daß sie nämlich die allerschrecklichsten waren, und daß Er vom Innersten heraus Angst hatte, bis zum Blutschweiß, und daß Er alsdann im Zustand der Verzweiflung wegen des Endes und Erfolges war, und daß Ihm Tröstungen zukamen. Die Worte: "Ich Jehovah Dein Schild, und dein Lohn sehr groß", schließen gleichfalls in sich den Trost nach den Versuchungskämpfen, von denen im vorigen Kapitel gehandelt wurde. 1788. Daß der "Schild" der Schutz gegen das Böse und Falsche ist, auf den vertraut wird, erhellt ohne Erklärung, denn durch häufigen Gebrauch ist zur gewöhnlichen Redensart geworden, daß Jehovah Schild und Schirm (clipeus et scutum) sei: was aber insbesondere durch Schild (clipeus) bezeichnet wird, kann aus dem Wort erhellen, nämlich in Beziehung auf den Herrn, Schutz, und in Beziehung auf den Menschen, Vertrauen auf den Schutz des Herrn. Wie der Krieg die Versuchungen bezeichnet: Nr. 1664, so alle Kriegswaffen etwas Besonderes der Versuchung, und die Verteidigung gegen das Böse und Falsche, oder gegen die teuflische Rotte, welche die Versuchung herbeiführt und versucht; daher ein anderes bezeichnet der runde Schild (clipeus), ein anderes der länglich viereckige Schild (scutum), ein anderes der kleine runde Schild (parma), ein anderes der Helm, ein anderes der Speer (hasta), sodann die Lanze (lancea), ein anderes das Schwert (gladius), ein anderes der Bogen und die Pfeile, ein anderes der Harnisch (lorica), wovon einzeln, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß der Schild (clipeus) in Beziehung auf den Herrn bezeichnet den Schutz gegen das Böse und Falsche, und in Beziehung auf den Menschen das Vertrauen auf den Herrn, hat seinen Grund darin, daß derselbe eine Schutzwehr für die Brust war, und durch die Brust das Gute und Wahre bezeichnet wurde, das Gute, weil darin das Herz, und das Wahre, weil darin die Lunge war; daß der Schild diese Bedeutung hat, erhellt im Ps.144/1,2: "Gepriesen sei Jehovah, mein Fels, Der meine Hände lehrt den Kampf, und meine Finger den Krieg, meine Barmherzigkeit, und meine Schutzwehr, meine feste Burg, und mein Erretter mir, mein Schild und (Der), auf Den ich vertraue": wo der Kampf und Krieg im inneren Sinn sich auf die Versuchungen, und zwar dort auf die Versuchungen des Herrn bezieht; der Schild (clipeus) ist in Beziehung auf Jehovah der Schutz, in Beziehung auf den Menschen, das Vertrauen, wie dies deutlich erhellt. Ps.115/9-11: "O Israel, vertraue auf Jehovah, ihre Hilfe und ihr Schild ist Er: Haus Aharons, vertrauet auf Jehovah, ihre Hilfe und ihr Schild ist Er: die ihr den Jehovah fürchtet, vertrauet auf Jehovah, Er ist ihre Hilfe, und Er ist ihr Schild": ebenso. Ps.91/2,4: "Jehovah, meine Schutzwehr, mein Gott, auf Den ich traue, mit Seinem Fittich wird Er decken dich, und unter Seinen Flügeln wirst du vertrauen, Schild und Schirm ist Seine Wahrheit": wo Schild und Schirm (clipeus et parma) für den Schutz gegen das Falsche steht. Ps.18/3,31: "Jehovah, mein Fels, und meine Schutzwehr, und mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild, und Horn meines Heils, ein Schild Jehovah allen, die auf Ihn vertrauen": ebenso. Ps.7/10,11: "Der Du prüfst Herzen und Nieren, ein gerechter Gott, mein Schild bei Gott, Der da rettet, die rechten Herzens sind": für das Vertrauen. Ps.18/36: "Du gabst mir den Schild Deines Heils, und Deine Rechte wird mich halten": für das Vertrauen. Ps.47/10: "Gottes sind die Schilde der Erde, Er ist sehr erhöht": für das Vertrauen. Ps.84/12: "Sonne und Schild ist Jehovah Gott, Gnade und Herrlichkeit wird geben Jehovah, nicht wird Gutes vorenthalten werden denen, die in Redlichkeit wandeln": für den Schutz. 5. Mose 33/29: "O deine Seligkeiten, Israel, wer ist wie du, ein Volk, errettet in Jehovah, (Welcher) der Schild deiner Hilfe, und Der das Schwert deiner Vortrefflichkeit (ist), und getäuscht sollen werden deine Feinde an dir": der Schild für den Schutz. Wie die Kriegswaffen ausgesagt werden von denen, die in Versuchungskämpfen sind, so werden auch dieselben Kriegswaffen ausgesagt von den Feinden, die andringen und versuchen, und alsdann bezeichnen sie das Gegenteil, z.B. der Schild das Böse und Falsche, aus dem sie kämpfen und das (sie) verteidigt, (mala et falsa ... quae defendunt), und dem sie vertrauen; wie bei Jerem.46/3,4: "Rüstet Schild und Tartsche, und ziehet in die Schlacht, spannet die Rosse an, und sitzet auf, ihr Reiter, und stellet euch in Helmen, schärfet die Lanzen, ziehet die Panzer an", und außerdem öfter anderwärts. 1789. "Dein Lohn (wird) sehr groß (sein)", 1. Mose 15/1, daß dies das Ende der Siege bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Lohnes, sofern dieser die Belohnung nach den Versuchungskämpfen ist. Hier das Ende der Siege, weil der Herr durchaus keinen Siegespreis für Sich erwartete. Der Preis Seiner Siege war das Heil des ganzen Menschengeschlechts. Aus Liebe zum ganzen Menschengeschlecht hat Er gekämpft. Wer aus dieser Liebe kämpft, der verlangt keinerlei Belohnung, weil diese Liebe von der Art ist, daß sie all das Ihre anderen geben und auf sie übertragen und nichts für sich haben will. Daher das Heil des ganzen Menschengeschlechts hier durch den Lohn bezeichnet wird. 1790. Vers 2: Und Abram sprach: Herr Jehovih, was willst Du mir geben, gehe ich doch kinderlos dahin, und Sohn (ist der) Verwalter meines Hauses, jener Damaszener Elieser. "Und Abram sprach: Herr Jehovih" bedeutet des Herrn Innewerden; Abram ist der inwendigere Mensch; der Herr Jehovih ist der innere gegenüber dem inwendigeren; "was willst Du mir geben, gehe ich doch kinderlos dahin" bedeutet, daß keine innere Kirche (da sei); "und Sohn (ist der) Verwalter meines Hauses" bedeutet die äußere Kirche; "jener Damaszener Elieser", ist die äußere Kirche. 1791. "Und Abram sprach: Herr Jehovih", 1. Mose 15/2, daß dies des Herrn Innewerden bedeutet, kann daraus erhellen, daß der Herr das allerinnerste und vollkommenste Innewerden hatte. Das Innewerden (perceptio) war, wie früher gesagt worden, eine wahrnehmende Empfindung und Erkenntnis (sensatio et cognitio perceptiva) alles dessen, was im Himmel geschah, und war ein beständiger Umgang (communicatio) und inneres Reden mit Jehovah, wie es allein der Herr hatte. Dieses wird im inneren Sinne verstanden unter dem, daß Abram zu Jehovah sprach, und ist somit vorgebildet durch Abram, wenn er mit Jehovah redete; ebenso wo im Folgenden vorkommt, daß Abram zu Jehovah sprach. 1792. Daß Abram der inwendige Mensch sei, oder daß Abram vorbildete den inwendigeren oder vernünftigen Menschen des Herrn, ist schon früher gesagt worden; was der inwendigere Mensch des Herrn sei, ist im vorigen Kapitel angedeutet worden (Nr. 1702). 1793. Daß der "Herr Jehovih", der innere (Mensch) in Beziehung auf den inwendigen (Menschen) sei, erhellt aus dem, was vom inneren Menschen des Herrn gesagt worden ist, daß er nämlich Jehovah selbst war, von Dem Er empfangen wurde, und Dessen einziger Sohn Er war, mit Dem das Menschliche des Herrn vereinigt wurde, nachdem Er das Mütterliche, d.h. dasjenige, was Er von der Mutter her in Sich hatte, durch Versuchungskämpfe gereinigt. Im Worte kommt öfter vor Herr Jehovih, ja sooft Jehovah der Herr genannt wird, heißt Er nicht Herr Jehovah, sondern Herr Jehovih, und zwar hauptsächlich, wo von den Versuchungen die Rede ist, wie bei Jes.40/10,11: "Sieh, der Herr Jehovih kommt im Starken, und Sein Arm herrscht Ihm, siehe, Sein Lohn (ist) mit Ihm, und Sein Werk vor Ihm, wie ein Hirt wird Er seine Herde weiden, in Seinen Arm wird Er sammeln die Lämmer, und in Seinem Schoß tragen, die Säugenden wird Er führen": wo (die Worte:) "der Herr Jehovih kommt im Starken", vom Sieg in den Versuchungskämpfen (gesagt worden), Sein Arm wird Ihm herrschen, für: aus eigener Macht; was der Lohn sei, von dem im vorigen Vers (die Rede war), wird hier gesagt, nämlich das Heil des ganzen Menschengeschlechts, d.h., daß Er als Hirte die Herde weide, in den Arm die Lämmer nehme, (sie) im Schoße trage, die Säugenden (lactentes) führe, welches alles (Ausfluß) der innersten oder göttlichen Liebe ist. Jes.50/5-7,9: "Der Herr Jehovih öffnete mir das Ohr, und ich widerstrebte nicht, ich wich nicht rückwärts, meinen Leib bot ich dar den Schlagenden, und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel, aber der Herr Jehovih wird mir helfen; siehe, der Herr Jehovih wird mir helfen": hier offenbar von den Versuchungen, und so auch anderwärts. 1794. "Was willst du mir geben, gehe ich doch kinderlos dahin", 1. Mose 15/2, daß dies bedeutet, daß keine innere Kirche da sei, kann erhellen aus der Bedeutung von kinderlos wandeln. Wandeln heißt im inneren Sinn leben, wie gezeigt worden ist: Nr. 519. Kinderlos aber (ist), wer keinen Samen oder keine eigene Nachkommenschaft hat, wovon in den folgenden Versen 3, 4, 5 gehandelt wird, wo erklärt wird, was der Kinderlose ist, oder wer keinen Samen hat. 1795. "Und Sohn (ist der) Verwalter meines Hauses", 1. Mose 15/2, daß dies die äußere Kirche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Verwalters des Hauses im inneren Sinn, d.h. in Beziehung auf die Kirche. Die äußere Kirche heißt der Verwalter (procurator) des Hauses, während die innere Kirche selbst das Haus und der Hausvater der Herr ist; mit der äußeren Kirche verhält es sich nicht anders; denn alle Verwaltung gehört zum Äußeren der Kirche, wie z.B. die Verwaltung der gottesdienstlichen Gebräuche und vieler Dinge, die zum Tempel und zur eigentlichen Kirche, das ist, zum Haus Jehovahs oder des Herrn gehören. Das Äußere der Kirche ohne das Innere ist nichts, sondern vom Inneren her hat es, daß es ist, und es ist so beschaffen wie das Innere. Es verhält sich damit wie mit dem Menschen: sein Äußeres oder Leibliches ist an sich ein Nichts, wenn nicht ein Inneres da ist, das beseelt und belebt; wie daher das Innere, so ist das Äußere beschaffen; oder wie die Seele und das Gemüt beschaffen, so ist alles anzusehen, was durch das Äußere oder Leibliche zur Erscheinung kommt (existunt), was Sache des Herzen ist, macht den Menschen, nicht was Sache des Mundes und der Gebärden ist; so auch das Innere der Kirche. Gleichwohl jedoch verhält sich das Äußere der Kirche wie das Äußere des Menschen, daß es nämlich verwaltet und dient, oder, was dasselbe ist, der äußere oder leibliche Mensch kann in gleicher Weise genannt werden der Geschäftsführer oder Verwalter (procurator seu administrator) des Hauses, wenn das Haus das ist, was zum Inwendigeren gehört. Hieraus geht hervor, was der Kinderlose ist, wenn nämlich das Innere der Kirche nicht da ist, sondern nur das Äußere, wie dies der Fall war zu jener Zeit, über die der Herr klagte. 1796. "Jener Damaszener Elieser", 1. Mose 15/2, daß dieser sei die äußere Kirche, erhellt nun aus dem Vorhergehenden, sodann aus der Bedeutung des Damaszeners; Damaskus war die Hauptstadt Syriens, wo die Überreste des Gottesdienstes der Alten Kirche waren, und woher Heber (Eber) oder die hebräische Völkerschaft (stammt), bei der nur das Äußere der Kirche war, wie früher gesagt worden: Nr. 1238, 1241, somit daselbst nur die Verwaltung des Hauses. Daß hierin etwas von Verzweiflung, folglich von einer Versuchung des Herrn liegt, geht hervor aus den Worten, sodann auch aus dem Trost, der in betreff der inneren Kirche folgt. 1797. Vers 3: Und Abram sprach: Du hast mir ja nicht Samen gegeben, und siehe, der Sohn meines Hauses erbet mich. "Und Abram sprach: Du hast mir ja nicht Samen gegeben" bedeutet, es sei das Innere der Kirche nicht da, d.h. keine Liebe und kein Glaube; "und siehe, der Sohn meines Hauses erbet mich" bedeutet, es würde so nur das Äußere im Reich des Herrn sein. 1798. "Und Abram sprach: Du hast mir ja nicht Samen gegeben", 1. Mose 15/3, daß dies bedeutet, das Innere der Kirche sei nicht da, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern dieser die Liebe und der Glaube ist, wovon Nr. 255, 256, 1025, und im Folgenden aus der Bedeutung des Erben. Daß die Liebe und der Glaube aus ihr das Innere der Kirche sei, ist früher einige Male gesagt und gezeigt worden. Es wird kein anderer Glaube, der das Innere der Kirche wäre, verstanden, als der Glaube der Liebe oder Liebtätigkeit, d.h., der aus der Liebe oder Liebtätigkeit stammt. Der Glaube im allgemeinen Sinn ist alles zur Kirchenlehre Gehörige (omne doctrinale Ecclesiae). Allein die von der Liebe oder Liebtätigkeit getrennte Lehre macht das Innere der Kirche durchaus nicht aus; denn die Lehre (doctrinale) ist nur ein Wissen, das Sache des Gedächtnisses ist, und auch bei den Schlimmsten, ja bei den Höllischen sich findet. Hingegen die Lehre, die aus der Liebtätigkeit stammt, oder die (Bestimmung) der Liebtätigkeit ist, diese macht das Innere, denn sie ist (Bestimmung) des Lebens. Das Leben selbst ist das Innere alles Gottesdienstes, und so jede Lehrbestimmung, die aus dem Leben der Liebtätigkeit fließt. Diese Lehrbestimmung (doctrinale) ist es, welche (Bestimmung) des Glaubens ist, der hier verstanden wird. Daß dieser Glaube (derjenige) ist, der das Innere der Kirche ist, kann allein schon daraus erhellen, daß wer das Leben der Liebtätigkeit hat, alles zum Glauben Gehörige weiß. Erforsche nur, wenn du willst, die Lehrbestimmungen, worin sie bestehen, und wie sie beschaffen sind, ob sie nicht alle (Bestimmungen) der Liebtätigkeit, folglich des Glaubens aus der Liebtätigkeit sind, so z.B. nur die Zehn Gebote, deren erstes ist: Du sollst den Herrn Gott verehren. Wer das Leben der Liebe oder Liebtätigkeit hat, der verehrt den Herrn Gott, weil dies sein Leben ist. Das zweite: Du sollst den Sabbath halten. Wer im Leben der Liebe oder in der Liebtätigkeit ist, der hält den Sabbath heilig, denn nichts ist ihm süßer, als den Herrn verehren, und Ihn verherrlichen jeden Tag. Das Gebot: Du sollst nicht töten: dies ist ganz und gar (eine Bestimmung) der Liebtätigkeit. Wer den Nächsten liebt wie sich selbst, der schaudert davor zurück, etwas zu tun, das ihn verletzt, mehr noch, ihn zu töten. Du sollst nicht stehlen: ebenso, denn wer das Leben der Liebtätigkeit hat, der gibt lieber von dem Seinen dem Nächsten, als daß er ihm etwas wegnähme. Du sollst nicht ehebrechen: gleichfalls. Wer im Leben der Liebtätigkeit ist, behütet vielmehr des Nächsten Ehegattin, daß ihr niemand ein solches Unheil zufüge, und sieht den Ehebruch als eine Schandtat gegen das Gewissen an, und als etwas, das die eheliche Liebe und ihre Pflichten zerstört. Sich gelüsten lassen dessen, was der Nächste hat, ist denen auch zuwider, die im Leben der Liebtätigkeit sind; denn Sache der Liebtätigkeit ist, anderen Gutes (tun) wollen aus sich und von dem Seinigen, somit gelüsten sie durchaus nicht nach dem, was des anderen ist. Dies sind die Vorschriften der Zehn Gebote, die äußerliche Lehrbestimmungen des Glaubens sind, die von dem, der in der Liebtätigkeit und ihrem Leben ist, nicht bloß gedächtnismäßig gewußt werden, sie sind vielmehr in seinem Herzen, und er besitzt sie als ihm eingeschrieben, weil sie in der Liebtätigkeit, somit in seinem Leben selbst sind. So verhält es sich auch mit anderen Bestimmungen, die zur Glaubenslehre gehören, er weiß sie ebenfalls allein aus der Liebtätigkeit, denn er lebt nach dem Gewissen des Rechten. Das Rechte und Wahre, das er nicht so einsehen und erforschen kann, das glaubt er einfältig oder aus einfältigem Herzen, daß es so ist, weil der Herr so gesagt hat, und wer so glaubt, der tut nichts Böses, auch wenn (das, was er glaubt), nicht Wahrheit an sich, sondern (nur) scheinbare Wahrheit wäre, wie z.B. daß der Herr zürne, strafe, versuche, und dergleichen. Dann auch, daß im heiligen Abendmahl Brot und Wein etwas (sinnbildlich) Bezeichnendes (significatvium) sein, oder daß das Fleisch und Blut in irgendeiner Weise dabei sei, wie man es erklärt, es macht nichts, ob sie das eine oder das andere sagen, obwohl es wenige gibt, die darüber nachdenken, und wenn sie darüber denken, so geschieht es nur aus einfältigem Herzen, weil sie so belehrt worden, und so, daß sie dennoch in der Liebtätigkeit leben. Wenn solche hören, daß Brot und Wein im inneren Sinn die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, und was zur Liebe gehört, und die Gegenliebe des Menschen zum Herrn und gegen den Nächsten bedeuten, so glauben sie es sogleich und freuen sich, daß es sich so verhält. Durchaus nicht aber die, welche in den Lehrbestimmungen sind, und nicht in der Liebtätigkeit, diese streiten über alles und verdammen alle, die sich über das, was sie das Glauben heißen, nicht aussprechen wie sie. Hieraus kann jedem einleuchten, daß die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten das Innere der Kirche ist. 1799. "Und siehe, der Sohn meines Hauses erbet mich", 1. Mose 15/3, daß dies bedeutet, es würde nur das Äußere im Reich des Herrn sein, erhellt aus der Bedeutung des Erben (haeredis) und des Erbens (haereditare), im inneren Sinn; Erbe werden, oder erben, bedeutet das ewige Leben im Reich des Herrn. Alle im Reich des Herrn sind Erben, denn sie leben vom Leben des Herrn, welches das Leben der gegenseitigen Liebe ist, und heißen daher Söhne. Des Herrn Söhne oder Erben sind alle, die in Seinem Leben sind, weil sie von Ihm ihr Leben haben, und aus Ihm geboren, d.h. wiedergeboren sind; die, welche aus jemanden geboren werden, sind Erben, somit alle, die vom Herrn wiedergeboren werden, denn alsdann empfangen sie das Leben des Herrn. Im Reich des Herrn sind Äußerliche (Externi), Innerliche (Interiores) und Innere (Interni); die guten Geister, die im ersten Himmel sind, sind die Äußerlichen; die engelischen Geister, die im anderen Himmel sind, sind die Innerlicheren; die Engel, die im dritten sind, sind die Inneren. Die Äußerlichen sind nicht so nahe verwandt (propinqui) oder (nicht so) nahe (prope) dem Herrn, wie die Innerlichen; und diese nicht so nah verwandt oder nahe wie die Inneren. Der Herr will aus göttlicher Liebe oder Barmherzigkeit alle nahe bei Sich haben; und daß sie nicht draußen stehen sollen, das ist im ersten Himmel, sondern Er will, daß sie im dritten, und, wenn es möglich wäre, nicht nur bei Ihm, sondern in Ihm seien; von dieser Art ist die göttliche Liebe oder die des Herrn, und weil die Kirche damals bloß im Äußeren war, so beklagte Er Sich hier, und sagte: Siehe, der Sohn meines Hauses erbet mich, wodurch bezeichnet wird, daß nur das Äußere in Seinem Reiche wäre; aber es folgt der Trost und die Verheißung, betreffend das Innere, in den gleich folgenden Versen. Was das Äußere der Kirche sei, ist schon früher gesagt worden: Nr. 1083, 1098, 1100, 1151, 1153. Die Lehre selbst macht nicht das Äußere, noch weniger das Innere, wie oben gesagt worden, und begründet auch keinen Unterschied unter den Kirchen beim Herrn, sondern es ist das Leben nach den Lehren, die alle, wenn sie wahr sind, ihr Absehen auf die Liebtätigkeit, als ihr Grundwesen haben; wozu die Lehre sonst, als daß sie lehre, wie der Mensch sein soll? In der Christenheit sind es die Lehrbestimmungen, welche die Kirchen unterscheiden, und sie nennen sich von daher Römisch-Katholische, Lutheraner, Calvinisten, oder Reformierte und Evangelische, außer andere Namen. Sie heißen so, bloß von der Lehre her, dies wäre durchaus nicht der Fall, wenn sie die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten zur Hauptsache des Glaubens machen würden, alsdann wären jene Dinge bloß Verschiedenheiten der Meinungen über die Geheimnisse des Glaubens, welche die wahren Christen dem Gewissen eines jeden überlassen, und in ihrem Herzen sagen würden, ein wahrer Christ sei, wer als ein Christ lebt, oder wie der Herr lehrt. So würde aus allen verschiedenen Kirchen eine werden, und alle Zwistigkeiten, die aus der bloßen Lehre entstehen, würden verschwinden, ja der Haß des einen gegen den anderen würde augenblicklich vergehen, und es würde das Reich des Herrn auf Erden entstehen. Die Alte Kirche, zunächst nach der Sündflut, obwohl durch mehrere Reiche zerstreut, war dennoch so beschaffen, nämlich daß sie in betreff der Lehren sehr voneinander verschieden waren, dennoch aber die Liebtätigkeit zur Hauptsache machten, und den Gottesdienst nicht von den Lehren aus, die Bestimmungen des Glaubens, sondern von der Liebtätigkeit aus, welche Bestimmung des Lebens ist, betrachteten, was verstanden wird unter dem, daß alle eine Lippe, und einerlei Worte hatten, 1. Mose 11/1, worüber man sehe Nr. 1285. 1800. Vers 4: Und siehe, das Wort Jehovahs (geschah) zu ihm, und sprach: Nicht dieser soll dich erben, sondern der ausgehen wird von deinen Eingeweiden, der soll dich erben. "Und siehe, das Wort Jehovahs (geschah) zu ihm" bedeutet die Antwort; "und sprach: Nicht dieser soll dich erben" bedeutet, das Äußere soll nicht der Erbe Seines Reiches sein, "sondern der ausgehen wird von deinen Eingeweiden" bedeutet die, welche in der Liebe zu Ihm und in der Liebe gegen den Nächsten sind; "der soll dich erben" bedeutet, daß jene die Erben werden sollen. 1801. "Und siehe, das Wort Jehovahs (geschah) zu ihm", 1. Mose 15/4, bedeutet die Antwort, nämlich es soll nicht das Äußere der Kirche sein, sondern es soll das Innere sein, wie dies aus dem erhellt, was folgt. Das Wort Jehovahs, oder die Antwort, das ist der Trost. 1802. "Und sprach: Nicht dieser soll dich erben", 1. Mose 15/4, daß dies bedeutet, das Äußere soll nicht der Erbe Seines Reiches sein, erhellt aus der Bedeutung von Erbe werden oder erben, wovon kurz zuvor; der Erbe des Reiches des Herrn ist nicht das Äußere, sondern das Innere; das Äußere ist es zwar auch, aber durch das Innere, denn alsdann wirken sie in eins zusammen. Damit man wisse, wie es sich damit verhält, muß man festhalten, daß alle in den Himmeln, sowohl die im ersten, als die im zweiten, sowie die im dritten, d.h. sowohl die, welche die Äußeren sind, als die, welche die Inwendigeren, sowie die, welche die Inneren sind, Erben des Reiches des Herrn sind, denn alle machen einen Himmel aus. In den Himmeln des Herrn verhält sich Inneres und Äußeres ganz wie beim Menschen: die Engel, die im ersten Himmel sind, sind untergeordnet den Engeln, die im zweiten sind, und diese sind untergeordnet den Engeln die im dritten sind; jedoch ist die Unterordnung nicht die der Herrschgewalt, sondern sie ist, wie im Menschen, ein Einfluß des Inneren ins Auswendigere; es fließt nämlich des Herrn Leben durch den dritten Himmel ein in den zweiten, und durch diesen in den ersten, und zwar in der Ordnung der Aufeinanderfolge, außerdem auch unmittelbar in alle Himmel. Die inwendigen oder untergeordneten Engel wissen nicht, daß es sich so verhält, wofern ihnen nicht vom Herrn eine Reflexion darüber gegeben wird, somit ist es nicht eine Unterordnung der Herrschgewalt: inwieweit das Innere beim Engel des dritten Himmels ist, insoweit ist er ein Erbe des Reiches des Herrn, ferner inwieweit Inneres beim Engel des zweiten Himmels ist, insoweit ist er Erbe, ebenso inwieweit Inneres beim Engel des ersten Himmels ist, insoweit ist auch er Erbe; das Innere macht das Erbesein; bei den inwendigeren Engeln ist mehr Inneres, als bei den auswendigeren Engeln, daher sie dem Herrn näher und mehr Erben sind. Das Innere ist Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten; je mehr sie daher Liebe und Liebtätigkeit haben, desto mehr sind sie Söhne oder Erben, denn desto mehr haben sie von des Herrn Leben. Aber vom ersten oder äußeren Himmel kann nie jemand in den zweiten oder inwendigeren Himmel erhoben werden, bevor er unterrichtet ist im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens; inwieweit er unterrichtet ist, insoweit kann er erhoben werden und unter die engelischen Geister kommen; ebenso diese, bevor sie in den dritten Himmel erhoben werden, oder unter die Engel kommen können. Durch den Unterricht wird das Inwendige und so das Innere gebildet, und zur Aufnahme des Guten der Liebe und der Glaubenswahrheiten, und so zum Innewerden (ad perceptionem) des Guten und Wahren befähigt. Niemand kann innewerden (percipere), was er nicht weiß und glaubt, somit nicht begabt werden mit dem Vermögen, das Gute der Liebe und Wahre des Glaubens inne zu werden, außer durch Erkenntnisse, so daß er weiß (ut norit), was es ist, und wie es beschaffen ist. Ebenso verhält es sich mit allen, auch mit den Kindern, die alle im Reich des Herrn unterrichtet werden, diese aber leicht, weil sie nicht von falschen Grundsätzen eingenommen sind: sie werden jedoch nur in den allgemeinen Wahrheiten unterrichtet, und wenn sie diese annehmen, dann ist unsäglich vieles, was sie innewerden. Es verhält sich damit, wie mit einem, der von einer Wahrheit im allgemeinen überzeugt ist; ein solcher faßt leicht, und wie von selbst, oder aus freien Stücken das Besondere im Allgemeinen, und das Einzelne des Besonderen, durch das dieses befestigt wird; denn er wird von der Wahrheit im allgemeinen angeregt, folglich auch von dem Besonderen und Einzelnen derselben Wahrheit, durch das sie befestigt wird; denn dieses geht mit Lust und Wonne in die allgemeine Neigung ein, und vervollkommnet sie so immer mehr. Dies ist das Innere, kraft dessen sie Erben heißen, oder kraft dessen sie das Reich des Herrn erblich besitzen können; aber dann erst sind sie Erben, oder besitzen erblich, wenn sie in der Neigung zum Guten, das ist in gegenseitiger Liebe sind, in die sie durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren, und die Neigungen dazu, eingeführt werden; und inwieweit sie in der Neigung zum Guten oder in gegenseitiger Liebe sind, insoweit sind sie Erben oder erben sie; denn die gegenseitige Liebe ist das eigenste Lebenselement (ipsissimum vitale), das sie vom Wesen des Herrn, als von ihrem Vater empfangen. Dies kann auch erhellen aus dem, was bald im 1. Mose 15/5 folgt. 1803. "Sondern der ausgehen wird aus deinen Eingeweiden", 1. Mose 15/4, daß dies diejenigen bedeutet, die in der Liebe zu Ihm, und in der Liebe gegen den Nächsten sind, erhellt aus der Bedeutung der Eingeweide, und des Ausgehens aus den Eingeweiden, sofern dieses ist geboren werden, hier, daß es diejenigen sind, die vom Herrn geboren werden: die, welche vom Herrn geboren, das ist, die wiedergeboren werden, empfangen des Herrn Leben. Des Herrn Leben ist, wie gesagt, göttliche Liebe, das ist eine solche Liebe gegen das gesamte Menschengeschlecht, nach der Er es ganz, oder nach der Er, wo möglich, alle selig machen will in Ewigkeit. Die, welche des Herrn Liebe nicht haben, das ist, die nicht den Nächsten lieben wie sich selbst, haben durchaus nicht des Herrn Leben, sind somit gar nicht von Ihm geboren, oder von Seinen Eingeweiden ausgegangen, daher sie auch nicht Erben Seines Reiches sein können; woraus erhellt, daß durch das Ausgehen aus den Eingeweiden im inneren Sinn hier diejenigen bezeichnet werden, die in der Liebe zu Ihm, und in der Liebe gegen den Nächsten sind, wie bei Jes.48/17-19: "So sprach Jehovah, dein Erlöser, der Heilige Israels, Ich (bin) Jehovah, dein Gott, Der dich lehrt fortzuschreiten, Der dich führt auf dem Wege, den du wandeln sollst: hättest du doch gehört auf Meine Gebote, dann wäre dem Strome gleich dein Friede, und deine Gerechtigkeit wie Meeresfluten, und es wäre wie der Sand dein Same, und die ausgegangen aus deinen Eingeweiden wie seine spitzen Steine": der dem Sand gleiche Same für das Gute; die gleich spitzen Steinen aus den Eingeweiden Ausgegangenen für das Wahre, somit für diejenigen, die in der Liebe sind, denn diese allein sind in der Liebe zum Guten und Wahren. Überdies bedeuten die Eingeweide im Wort auch die Liebe oder Barmherzigkeit darum, weil die Zeugungseingeweide, hauptsächlich der Mutterleib, die keusche eheliche Liebe, und folglich die Liebe gegen die Kinder vorbilden, und so bezeichnen, wie bei Jes.63/15: "Die Bewegung Deiner Eingeweide, und Deiner Erbarmungen hielt gegen mich sich zurück". Jerem.31/20: "Ist nicht ein teurer Sohn Mir Ephraim, nicht ein Kind der Wonnen? Darum sind in Bewegung Meine Eingeweide gegen ihn, brünstig will Ich Mich seiner erbarmen". Hieraus erhellt, daß die Liebe selbst oder die Barmherzigkeit selbst und das Erbarmen des Herrn gegen das Menschengeschlecht es ist, was im inneren Sinn die Eingeweide, und durch das Ausgehen von den Eingeweiden bezeichnet wird, folglich durch die von den Eingeweiden Ausgegangenen diejenigen, die in der Liebe sind: daß das Reich des Herrn die gegenseitige Liebe ist, sehe man Nr. 548, 549, 684, 693, 694. 1804. "Der soll dich erben", 1. Mose 15/4, daß dies bedeutet, jene sollen die Erben werden, erhellt aus der Bedeutung des Erben, wovon (schon) gehandelt worden ist. 1805. Vers 5: Und Er führte ihn hinaus, und sprach: Blicke doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie wirst zählen können. Und Er sprach zu ihm: So wird dein Same sein. "Und Er führte ihn hinaus" bedeutet das Sehen des inwendigeren Menschen, das vom Äußeren aus das Innere sieht; "und sprach: Blicke doch gen Himmel" bedeutet die Vergegenwärtigung des Reiches des Herrn bei der Betrachtung des Weltalls; "und zähle die Sterne" bedeutet die Vergegenwärtigung des Guten und Wahren beim Anschauen der Gestirne; "wenn du sie wirst zählen können" bedeutet die Befruchtung der Liebe und die Vermehrung des Glaubens, "und Er sprach zu ihm: So wird dein Same sein" bedeutet die Erben des Reiches des Herrn. 1806. "Und Er führte ihn hinaus", 1. Mose 15/5, daß dies bedeutet das Sehen des inwendigeren Menschen, das vom Äußeren aus das Innere sieht, kann erhellen aus der Bedeutung des Hinausführens, und zugleich aus dem Folgenden. Das Innere wird hinausgeführt, wenn man mit leiblichen Augen den Sternenhimmel betrachtet, und dabei an das Reich des Herrn denkt; sooft der Mensch etwas mit seinen Augen sieht, und das, was er sieht, wie nicht sieht, sondern aus demselben sieht und denkt, was sich auf die Kirche, oder auf den Himmel bezieht, so oft wird sein inwendigeres Sehen, oder das Sehen seines Geistes, oder seiner Seele hinausgeführt. Das Auge selbst ist eigentlich nichts anderes als das hinausgeführte Sehen seines Geistes, und zwar hauptsächlich zu dem Ende, daß er vom Äußeren aus das Innere sehe, d.h., daß er von den Gegenständen in der Welt fortwährend hinsehe auf die Dinge, die im anderen Leben sind, denn dieses (andere) Leben ist es, wegen dessen er lebt in der Welt. Von dieser Art war das Sehen der Ältesten Kirche; von dieser Art ist das Sehen der Engel bei den Menschen; und von dieser Art war das Sehen des Herrn. 1807. "Und sprach: Blicke doch gen Himmel", 1. Mose 15/5, daß dies bedeutet die Vergegenwärtigung des Reiches des Herrn bei Betrachtung des Weltalls, erhellt aus der Bedeutung des Himmels. Der Himmel bedeutet im Wort im inneren Sinn nicht den Himmel, der den Augen erscheint, sondern das Reich des Herrn im ganzen und einzelnen. Wer auf das Innere hinsieht vom Äußeren aus, der denkt, wenn er den Himmel sieht, gar nicht an den Sternenhimmel, sondern an den Engelshimmel; und wenn er die Sonne sieht, denkt er nicht an die Sonne, sondern an den Herrn, daß Er die Himmelssonne sei; ebenso wenn er den Mond, und dann auch, wenn er die Sterne sieht. Ja, wenn er die Unermeßlichkeit des Himmels sieht, denkt er nicht an dessen Unermeßlichkeit, sondern an die unermeßliche und unendliche Macht des Herrn; so auch bei dem übrigen, denn alles ist vorbildlich. Ebenso bei dem, was auf Erden ist, z.B. wenn er die Morgenröte des Tages sieht, so denkt er nicht an die Morgenröte, sondern an den Ursprung aller Dinge vom Herrn, und an das Fortschreiten in den Tag der Weisheit; ebenso wenn er Gärten, Baumpflanzungen und Blumenbeete sieht, so hängt das Auge nicht an einem Baum, dessen Blüte, Blatt und Frucht, sondern an dem Himmlischen, das dadurch vorgebildet wird, auch nicht an einer Blume und deren Schönheit und Lieblichkeit, sondern an dem, was diese im anderen Leben vorbildet; denn es gibt überhaupt in den Himmeln und auf Erden nichts Schönes und Angenehmes, das nicht in irgendeiner Weise eine Vorbildung des Reiches des Herrn wäre, worüber man nachsehe, was Nr. 1632 gesagt worden ist, dies heißt aufblicken zum Himmel, wodurch die Vergegenwärtigung des Himmels bei Betrachtung des Weltalls bezeichnet wird. Der Grund, warum alles und jedes, was sich im Himmel und auf Erden befindet, vorbildlich ist, ist der, daß es entstanden ist, und fortwährend entsteht, d.h. besteht, vom Einfluß des Herrn durch den Himmel. Es verhält sich damit wie mit dem menschlichen Leib, der entsteht und besteht durch seine Seele, daher im Leib alles und jedes eine Vorbildung seiner Seele ist; diese ist im Nutzzweck und Endziel (in usu et fine), der Leib aber in deren Verwirklichung (exercitio). Alle Wirkungen, worin sie auch immer bestehen mögen, sind ebenfalls Vorbildungen (repraesentativa) von Nutzzwecken, welche die Ursachen sind, und die Nutzzwecke (usus) sind Vorbildungen der Endzwecke, die den Urgründen angehören (sunt principiorum). Die, welche in göttlichen Ideen sind, bleiben niemals bei den Gegenständen des äußeren Gesichtes stehen, sondern sehen stets aus ihnen und in ihnen das Innere; das eigentlichst Innere (ipsissima interna) ist das, was dem Reich des Herrn angehört, somit sind sie im eigentlichsten Endzweck. Ebenso verhält es sich mit dem Wort des Herrn: wer im Göttlichen ist, sieht das Wort des Herrn niemals nach dem Buchstaben an, sondern den Buchstaben und buchstäblichen Sinn als die Vorbildung und Bezeichnung himmlischer und geistiger Dinge der Kirche und des Reiches des Herrn; der buchstäbliche Sinn dient ihm bloß zu einem Werkzeug und Mittel, sich jene zu denken. Von dieser Art war das Sehen (visus) des Herrn. 1808. "Und zähle die Sterne", 1. Mose 15/5, daß dies die Vergegenwärtigung des Guten und Wahren bei der Betrachtung der Gestirne bedeutet, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist, sodann aus der Vorbildung und Bezeichnung der Sterne, als des Guten und der Wahrheiten. Die Sterne werden im Worte mehrmals erwähnt, und überall bezeichnen sie Gutes und Wahres; im entgegengesetzten Sinne, Böses und Falsches, oder, was dasselbe ist, Engel oder Engelsvereine, und im entgegengesetzten Sinn böse Geister und deren Genossenschaften. Wenn Engel oder Engelsvereine, so sind es Fixsterne, wenn aber böse Geister und deren Genossenschaften, so sind es Irrsterne, die oftmals (von mir) gesehen wurden. Daß alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, Vorbildungen himmlischer und geistiger Dinge sind, konnte deutlich daraus ersehen werden, daß ähnliches, was an dem Himmel und auf Erden vor den Augen erscheint, auch in der Geisterwelt sichtbar dargestellt wird, und zwar so deutlich wie am hellen Tag, dort aber nichts als Vorbildliches ist; z.B. wenn der Sternenhimmel erscheint, und die Sterne an ihm unbeweglich (vixae), so weiß man sogleich, daß sie Gutes und Wahres bedeuten; und wenn irrende Sterne erscheinen, so weiß man sogleich, daß sie Böses und Falsches bedeuten; an dem Schimmern und Funkeln der Sterne kann man auch ersehen, wie es beschaffen ist; außer unzähligem anderen. Hieraus kann, wer weise denken will, wissen, woher die Entstehung aller Dinge auf der Erde kommt, nämlich vom Herrn. Und daß sie auf der Erde nicht ideell (idealiter), sondern in der Wirklichkeit (actualiter) existieren, hat seinen Grund darin, daß alles sowohl Himmlisches, als Geistiges, was vom Herrn stammt, lebendig und wesenhaft, oder, wie man es nennt, substantiell ist, daher es in der untersten Natur auch wirklich existiert, man sehe Nr. 1632. Daß die Sterne Gutes und Wahres vorbilden und bezeichnen, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Jes.13/10,11: "Die Sterne der Himmel und ihre Gestirne leuchten nicht mit ihrem Licht, verfinstert ist die Sonne in ihrem Ausgang, und der Mond läßt nicht scheinen sein Licht; und Ich werde heimsuchen auf dem Erdkreis das Böse, und an den Gottlosen ihre Missetat": wo vom Tage der Heimsuchung die Rede ist. Jeder kann sehen, daß unter den Sternen und Gestirnen hier nicht verstanden werden Sterne und Gestirne, sondern Wahres und Gutes, und unter der Sonne die Liebe, und unter dem Mond der Glaube, denn es wird gehandelt vom Falschen und Bösen, das verfinstert. Hes.32/7,8: "Bedecken will Ich, wenn Ich dich vertilgt haben werde, die Himmel, will schwarz machen ihre Sterne, die Sonne mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird nicht leuchten lassen sein Licht. Alle Leuchten des Lichtes will Ich schwarz machen über dir, und will Finsternis bringen über dein Land". Joel 2/10; 4/15: "Vor Ihm erbebte die Erde, es erzitterten die Himmel, Sonne und Mond wurden schwarz, und die Sterne zogen ihren Schein zurück". Ps.148/3,4: "Lobet den Jehovah, Sonne und Mond, lobet Ihn alle Sterne des Lichtes, lobet Ihn, ihr Himmel der Himmel". Daß durch die Sterne nicht Sterne, sondern Gutes und Wahres, oder, was dasselbe ist, die im Guten und Wahren sind, wie die Engel, bezeichnet werden, wird deutlich gesagt: Joh.Offenb.1/16,20: "Ich sah den Sohn des Menschen, in Seiner rechten Hand haltend sieben Sterne: das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen auf Meiner Rechten, und die sieben Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden; die sieben Leuchter aber, die du gesehen, sind sieben Gemeinden". Joh.Offenb.8/12: "Der vierte Engel posaunte, so daß geschlagen wurde der dritte Teil der Sonne, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, auf daß verfinstert würde ihr dritter Teil, und der Tag nicht schiene zu seinem dritten Teil, und die Nacht desgleichen": hier erhellt deutlich, daß das Gute und Wahre verfinstert wurde. Dan.8/9,10: "Es kam hervor ein kleines Horn, und wuchs gar sehr gegen Mittag, und gegen Aufgang, und gegen die Zierde, und wuchs bis zu dem Heer der Himmel, und warf auf die Erde von dem Heer, und von den Sternen, und zertrat sie": (wo) offenbar (ist), daß das Himmelsheer und die Sterne Gutes und Wahres sind, das zertreten wurde. Hieraus kann erhellen, was verstanden wurde unter folgenden Worten des Herrn bei Matth.24/29: "In der Vollendung des Weltlaufs, gleich nach der Trübsal jener Tage, wird die Sonne verdunkelt werden, und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden". Luk.21/25: "Dann werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Gestirnen, und auf der Erde Angst der Völkerschaften in Verzweiflung beim Brausen des Meeres und der wogenden See": wo durch Sonne durchaus nicht bezeichnet wird die Sonne, noch durch Mond der Mond, noch durch Sterne die Sterne, noch durch Meer das Meer, sondern die Dinge, die durch sie vorgebildet werden, nämlich durch die Sonne Himmlisches der Liebe, durch den Mond Geistiges, durch die Sterne Gutes und Wahres, oder Erkenntnisse des Guten und Wahren, die um die Zeit der Vollendung des Weltlaufs, wenn kein Glaube, d.h. keine Liebtätigkeit (mehr da ist), so verfinstert werden. 1809. "Wenn du sie wirst zählen können", 1. Mose 15/5, daß dies bedeutet die Befruchtung der Liebe und die Vermehrung des Glaubens, oder, was dasselbe ist, die Befruchtung des Guten, und die Vermehrung des Wahren, kann ohne Erklärung erhellen, daß sie nämlich nicht gezählt werden können. 1810. "So wird dein Same sein", 1. Mose 15/5, daß dies die Erben des Reiches des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern dieser ist die Liebe und der Glaube aus ihr, oder, was dasselbe ist, die, welche in der Liebe und im Glauben sind, sowohl die Engel als die Menschen. Daß der Same dies bedeutet, ist früher hin und wieder gesagt und gezeigt worden. Dies bezeichnet im allgemeinen das Reich des Herrn, das so unermeßlich groß und zahlreich ist, daß man es gar nicht glauben kann, so daß es nur durch das Unermeßliche ausgedrückt zu werden vermag. Von seiner Unermeßlichkeit, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Sie wird hier bezeichnet durch die Worte dieses Verses: "Blicke doch gen Himmel, und zähle die Sterne, wenn du sie wirst zählen können; und Er sprach zu ihm: So wird dein Same sein"; außerdem wird durch dieselben Worte auch bezeichnet das unzählige Gute und Wahre, das der Weisheit und Einsicht angehört, mit seiner Glückseligkeit, bei jedem Engel. 1811. Vers 6: Und er glaubte an Jehovah, und Er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit. "Und er glaubte an Jehovah" bedeutet den Glauben des Herrn alsdann; "und Er rechnete es ihm dies zur Gerechtigkeit" bedeutet, daß der Herr hierin zuerst die Gerechtigkeit geworden sei. 1812. "Und er glaubte an Jehovah", 1. Mose 15/6, daß dies bedeutet den Glauben des Herrn alsdann, erhellt aus den Worten selbst, sodann aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, welcher ist, daß der Herr, während Er in der Welt lebte, in fortwährenden Versuchungskämpfen war und in fortwährenden Siegen; stets aus innerstem Vertrauen und Glauben, daß Er, weil Er aus lauter Liebe für das Heil des ganzen Menschengeschlechtes kämpfte, notwendig siegen müsse, was hier heißt an Jehovah glauben. An der Liebe, aus der jemand kämpft, wird erkannt, welchen Glauben (er hat). Wer aus einer anderen Liebe, als aus der Liebe gegen den Nächsten und gegen das Reich des Herrn kämpft, der kämpft nicht aus Glauben, das ist, er glaubt nicht an Jehovah, sondern an das, was er liebt; denn die Liebe selbst, für die er kämpft, ist sein Glaube. Wie zum Beispiel, wer kämpft aus der Liebe, der Größte im Himmel zu werden, der glaubt nicht an Jehovah, sondern vielmehr an sich. Denn der Größte werden wollen heißt, über andere herrschen wollen, somit kämpft er für die Herrschaft, ebenso im übrigen. Daher man an der Liebe selbst, aus der gekämpft wird, erkennen kann, welcher Glaube (da ist). Der Herr aber hat in allen Seinen Versuchungskämpfen gar nicht aus Selbstliebe oder für Sich gekämpft, sondern für alle in der ganzen Welt; folglich nicht, daß Er der Größte werden möchte, denn das ist der göttlichen Liebe entgegengesetzt, kaum daß Er der Kleinste (werde, sondern) nur, daß alle anderen etwas werden und selig werden möchten. Wie Er auch selbst sagt bei Mark.10/37,44,45: "Es sprachen die zwei Söhne des Zebedäus: Gib uns, daß wir der eine zu Deiner Rechten, und der andere zu Deiner Linken sitzen in Deiner Herrlichkeit. Jesus sprach: Wer irgend will groß sein unter euch, soll sein euer Diener; und wer irgend will unter euch der Erste sein, soll aller Knecht sein; denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß Ihm gedient werde, sondern daß Er diene, und gebe Seine Seele als Lösegeld für viele". Diese Liebe, oder dieser Glaube ist es, aus dem der Herr kämpfte, und derselbe wird hier verstanden unter glauben an Jehovah. 1813. "Er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit", 1. Mose 15/6, daß dies bedeutet, daß der Herr hierin zuerst zur Gerechtigkeit geworden sei, kann ebenfalls erhellen aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird; daß der Herr allein die Gerechtigkeit wurde für das ganze Menschengeschlecht, kann daraus erhellen, daß Er allein gekämpft hat aus göttlicher Liebe, nämlich aus Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, nach dessen Heil Er in Seinen Kämpfen einzig verlangte, und für das Er glühte. Der Herr wurde nach Seinem menschlichen Wesen nicht als die Gerechtigkeit geboren, sondern Er wurde zur Gerechtigkeit durch die Versuchungskämpfe und Siege, und zwar aus eigener Kraft; und sooft Er kämpfte und siegte, wurde Ihm das zur Gerechtigkeit gerechnet, das ist, der Gerechtigkeit, die Er werden sollte, fortwährend beigelegt als Zuwachs, bis Er zu lauter Gerechtigkeit wurde. Ein Mensch, der von einem menschlichen Vater her, oder vom Samen eines menschlichen Vaters geboren wird, kann, wenn er aus sich (kämpft), durchaus nicht aus einer anderen Liebe kämpfen, als aus der Liebe zu sich und zur Welt, somit nicht aus himmlischer Liebe, sondern aus höllischer; denn sein Eigenes vom Vater her, nebst dem von ihm selbst durch die Tat (actualiter) erworbenen Eigenen, ist so beschaffen: Wer daher meint, er kämpfe aus sich gegen den Teufel, täuscht sich gar sehr; ebenso wer sich mit eigenen Kräften gerecht machen will, das ist glauben, das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens sei von ihm selbst, folglich verdiene er dadurch den Himmel, der handelt und denkt gegen das Gute und Wahre des Glaubens; denn das Wahre des Glaubens, d.h., die eigentliche Wahrheit ist, daß der Herr kämpft. Weil er so gegen das Wahre des Glaubens alsdann handelt und denkt, entzieht er dem Herrn, was Ihm gehört, und was des Herrn ist, macht er zu dem Seinigen, oder, was dasselbe ist, er setzt sich selbst an die Stelle des Herrn, somit dasjenige bei ihm, was höllisch ist. Daher kommt, daß sie groß oder die Größten im Himmel werden wollen; und daher kommt auch, daß sie fälschlich glauben, der Herr habe gegen die Höllen gekämpft, um der Größte zu sein; das menschliche Eigene bringt solche Phantasien mit sich, die als Wahrheiten erscheinen, allein es ist ganz das Gegenteil. Daß der Herr in die Welt kam, um die Gerechtigkeit zu werden, und daß Er allein die Gerechtigkeit sei, ist auch von den Propheten vorhergesagt worden; somit konnte dies vor Seiner Ankunft bekannt sein. Sodann auch, daß Er anders die Gerechtigkeit nicht werden konnte, als durch Versuchungen und Siege über alles Böse und alle Höllen: Jerem.23/6: "In Seinen Tagen wird errettet werden Jehudah, und Israel wird sicher wohnen, und dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird, Jehovah unsere Gerechtigkeit". Jerem.33/15,16: "In jenen Tagen und zu jener Zeit will Ich dem David einen Sprößling der Gerechtigkeit aufsprossen lassen, und Er wird Gericht und Gerechtigkeit üben auf Erden: in jenen Tagen wird errettet werden Jehudah, und Jerusalem wird sicher wohnen, das aber (ist es), was man Ihn nennen wird: Jehovah unsere Gerechtigkeit". Jes.59/16,17: "Er sah, und kein Mann (war da), und Er staunte, daß keiner ins Mittel trat, und Heil verschaffte Ihm Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit stützte Ihn, und Er zog an Gerechtigkeit wie einen Panzer, und den Helm des Heiles auf Sein Haupt", man sehe hauptsächlich Jes.63/3,5. Sein Arm steht für die eigene Kraft. Weil der Herr allein die Gerechtigkeit (ist), heißt Er auch die Wohnung der Gerechtigkeit: Jerem.31/23; 50/7. 1814. Vers 7: Und Er sprach zu ihm: Ich Jehovah, Der Ich dich ausgeführt habe aus Ur der Chaldäer, dir dieses Land zu geben, es erblich zu besitzen. "Und Er sprach zu ihm: Ich Jehovah" bedeutet den inneren Menschen des Herrn, der Jehovah (war), von dem das Innewerden (herkam); "Der Ich dich ausgeführt habe aus Ur der Chaldäer" bedeutet den ersten Zustand des äußeren Menschen; "dir dieses Land zu geben, es erblich zu besitzen" bedeutet das Reich des Herrn, dessen Besitzer Er allein ist. 1815. "Und Er sprach zu ihm: Ich Jehovah", 1. Mose 15/7, daß dies bedeutet den inneren Menschen des Herrn, der Jehovah ist, und von dem das Innewerden (herkam), erhellt aus dem, was oben früher hin und wieder gesagt wurde, daß nämlich das Innere des Herrn, das ist alles was der Herr aus dem Vater empfing, in Ihm Jehovah war, denn aus Jehovah wurde Er empfangen (Nr. 1702, 1707, 1725, 1729, 1733). Ein anderes ist, was der Mensch von seinem Vater empfängt, und ein anderes, was von der Mutter: vom Vater empfängt der Mensch alles was innerlich ist, die Seele selbst oder das Leben ist aus dem Vater; von der Mutter aber empfängt er alles was äußerlich ist. Kurz, der inwendigere Mensch oder der Geist, ist von seinem Vater, der auswendigere Mensch aber oder der Leib selbst ist von der Mutter. Dies kann jeder schon daraus abnehmen, daß die Seele selbst vom Vater eingepflanzt wird, die sich dann im Ei chen mit einer leiblichen Form zu bekleiden beginnt; alles, was hernach dazu kommt, sowohl im Ei chen, als im Mutterleib, ist von der Mutter, denn von anderswoher hat es keinen Zuwachs. Hieraus kann erhellen, daß der Herr in betreff des Inneren Jehovah war. Weil aber das Äußere, das der Herr von der Mutter empfangen hatte, vereinigt werden sollte mit dem Göttlichen oder Jehovah, und zwar durch Versuchungen und Siege, so konnte es, in jenen Zuständen, Ihm nicht anders erscheinen, als daß es, wenn Er mit Jehovah redete, (so) war, wie wenn (Er) mit einem anderen redete, während doch Er selbst mit Sich redete, insoweit Er nämlich (mit Jehovah) verbunden war. Das Innewerden (perceptio), das der Herr zum Unterschied von allen, die geboren wurden, im vollkommensten Maße hatte, war aus Seinem Inneren, das ist, aus Jehovah selbst, was hier im inneren Sinn dadurch bezeichnet wird, daß Jehovah zu Ihm sprach. 1816. "Der Ich dich ausgeführt habe aus Ur der Chaldäer", 1. Mose 15/7, daß dies den ersten Zustand des äußeren Menschen bedeutet, kann aus der Bedeutung von Ur der Chaldäer erhellen: das Mütterliche, das der Herr von der Geburt her empfangen hatte, oder das von der Mutter her Anererbte, ist es, was hier durch Ur der Chaldäer bezeichnet wird. Wie dies beschaffen war, ist früher beschrieben worden. Dieses Mütterliche oder von der Mutter Anererbte, war es, aus dem Er ausgeführt wurde, so oft Er Böses und Falsches, das ist die Höllen überwand. 1817. "Dir dieses Land zu geben, es erblich zu besitzen", 1. Mose 15/7, daß dies das Reich des Herrn bedeutet, dessen alleiniger Besitzer Er (ist), erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Heiligen Landes oder Kanaans, sofern dieses das Reich des Herrn ist, sodann aus der Bedeutung von erben (haeredifare), wovon hin und wieder früher. Das Land erben, wodurch bezeichnet wird das Himmelreich besitzen, wird hier von Seinem menschlichen Wesen ausgesagt, denn in betreff des Göttlichen war Er der Besitzer des Weltalls, folglich das Himmelreiches, von Ewigkeit her. 1818. Vers 8: Und er sprach: Herr Jehovih, woran soll ich erkennen, daß ich es erblich besitzen werde? "Und er sprach: Herr Jehovih" bedeutet ein gewisses Reden (quasi colloquutionem) des inwendigeren Menschen mit dem inneren. "woran soll ich erkennen, daß ich es erblich besitzen werde?" bedeutet eine Versuchung gegen die Liebe des Herrn, Der Gewißheit haben wollte. 1819. "Und er sprach: Herr Jehovih", 1. Mose 15/8, daß dies ein gewisses Sprechen des inwendigeren Menschen mit dem inneren bedeutet, erhellt aus dem, was im vorigen Verse gesagt wurde bei den Worten: "Es sprach zu ihm Jehovah", sodann aus dem, was im zweiten Verse dieses Kapitels vom Herrn Jehovih (bemerkt wurde), daß es (nämlich) ein Reden des inwendigeren Menschen mit dem inneren, oder (mit) Jehovah sei; besonders wenn Er in der Versuchung war. 1820. "Woran soll ich erkennen, daß ich es erblich besitzen werde?", 1. Mose 15/8, daß dies bedeutet eine Versuchung gegen die Liebe des Herrn, Der Gewißheit haben wollte, kann aus dem Zweifel erhellen, der in den Worten selbst liegt. Wer in der Versuchung ist, der ist im Zweifel wegen des Endziels. Das Endziel (finis) ist die Liebe, gegen welche die bösen Geister und die bösen Genien kämpfen und so das Endziel in Zweifel setzen, und zwar um so mehr in Zweifel (setzen), je mehr er (es) liebt. Wenn (er) nicht wegen des Endziels, das geliebt wird, in Zweifel, ja in Verzweiflung gesetzt würde, so wäre es keine Versuchung. Die Gewißheit über den Erfolg geht dem Siege voran und gehört (schon) zum Siege. Weil wenige wissen, wie es sich mit den Versuchungen verhält, so darf es hier kürzlich auseinandergesetzt werden: Die bösen Geister kämpfen durchaus nie gegen etwas anderes, als was der Mensch liebt, und sie kämpfen um so heftiger, je brünstiger er es liebt. Böse Genien sind die, welche kämpfen gegen das, was mit der Neigung zum Guten, und böse Geister (die, welche) gegen das, was mit der Neigung zum Wahren zusammenhängt. Sobald sie auch nur das Geringste bemerken, was der Mensch liebt, oder gleichsam mit dem Geruch aufspüren, was ihm angenehm und lieb ist, so machen sie sogleich einen Angriff darauf und suchen es zu zerstören, somit den ganzen Menschen, weil sein Leben in seinen Lieblingsneigungen besteht. So macht ihnen gar nichts größere Lust, als den Menschen zugrunde zu richten und sie lassen nicht davon ab, und wenn es auch in Ewigkeit fort ginge, wofern sie nicht vom Herrn zurückgeworfen werden. Die, welche bösartig und arglistig sind, schleichen sich in die Lieblingsneigungen selbst ein, indem sie ihnen schmeicheln, und führen so den Menschen hinein, und bald nachdem sie ihn so hineingeführt, versuchen sie seine Lieblingsneigungen zu zerstören, und so den Menschen zu töten, und zwar auf tausenderlei Arten, die unbegreiflich sind. Auch kämpfen sie nicht in der Weise, daß sie gegen das Gute und Wahre vernünfteln, solche Kämpfe haben keine Bedeutung, denn wenn sie tausendmal überwunden würden, so beständen sie doch darauf, denn Vernünfteleien gegen das Gute und Wahre können gar nicht ausbleiben; sondern sie verkehren das Gute und Wahre und entflammen mit einem gewissen Feuer der Begierde und der Überredung, daß der Mensch nicht anders weiß, als daß er (selbst) in der gleichen Begierde und Überzeugung sei, und entzünden es zugleich mit einer Glut, die sie aus einer anderweitigen Lust des Menschen aufgreifen, und so vergiften und überfallen sie (ihn) auf die arglistigste Weise, und zwar, indem sie vom einen ins andere führen, so geschickt, daß, wenn der Herr nicht Hilfe bringen würde, der Mensch durchaus nicht anders wüßte, als daß es so sei. Ebenso gegen die Neigungen zum Wahren, die das Gewissen ausmachen. Sobald sie etwas von Gewissen wahrnehmen, welcherlei es auch immer sei, bilden sie sich aus den Falschheiten und Schwächen beim Menschen eine Neigung, und durch diese verdunkeln sie das Licht des Wahren, und verkehren so (das Gewissen), oder bringen Angst bei und peinigen. Überdies halten sie den Gedanken hartnäckig bei einer Sache fest und erfüllen ihn so mit Phantasien und hüllen zugleich dann heimlich Begierden in die Phantasien ein, außer unzähligen anderen Künsten, die gar nicht in faßlicher Weise beschrieben werden können. Weniges nur, und zwar nur das Allgemeinste ist es, was zum Bewußtsein des Menschen gelangen kann, und gerade dieses (Gewissen) vor anderen zu zerstören ist ihnen die größte Lust. Aus diesem wenigen, ja wenigsten kann erhellen, wie die Versuchungen beschaffen sind, daß die Versuchungen im allgemeinen so sind, wie die Lieblingsneigungen, daraus kann auch erhellen, wie die Versuchungen des Herrn beschaffen waren, nämlich ganz entsetzlich (atrocissimae); denn je größer die Liebe ist, desto größer die Entsetzlichkeit. Des Herrn Liebe hatte zum Gegenstand das Heil des ganzen Menschengeschlechts, und war eine höchst feurige (ardentissimus), folglich jede Neigung zum Guten, und jede Neigung zum Wahren im höchsten Grad. Gegen diese kämpften mit den bösartigsten Trugkünsten und Giften alle Höllen an, dennoch aber überwand der Herr sie alle durch eigene Kraft. Die Siege bringen das mit sich, daß die bösartigen Genien und Geister nachher nichts (mehr) wagen, denn ihr Leben besteht darin, daß sie zerstören können, wenn sie aber merken, daß der Mensch von der Art ist, daß er widerstehen kann, dann fliehen sie beim ersten Angriff weg, wie dies auch gewöhnlich geschieht, wenn sie sich der ersten Schwelle des Himmels nahen, sie werden alsdann sogleich von Schauder und Schrecken ergriffen, und stürzen sich rücklings hinab. 1821. Vers 9: Und Er sprach zu ihm: Nimm dir eine dreijährige Kuh, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder, und eine Turteltaube, und eine junge (Taube). "Und Er sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden; "nimm eine dreijährige Kuh, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder" bedeutet die Dinge, die Vorbildungen des Himmlischen der Kirche sind; "die Kuh", die der auswendigen himmlischen Dinge, "die Ziege", die der inwendigen himmlischen Dinge, "der Widder", die der geistig himmlischen Dinge; "dreijährig" darum, weil sie alle Dinge der Kirche in betreff der Zeiten und Zustände in sich schließen sollten; "und eine Turteltaube und eine junge (Taube)" bedeutet die Dinge, die Vorbildungen des Geistigen der Kirche sind; die Turteltaube, die mehr auswendigen; die junge (Taube) die mehr inwendigen Dinge. 1822. "Und Er sprach zu ihm", 1. Mose 15/9, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 1791 und 1815 gesagt worden ist. Das Innewerden (perceptio) selbst ist nichts anderes, als ein gewisses inneres Sprechen, das sich so äußert, daß man inne wird, was gesagt wird; alles inwendige Reden (dictamen interius), auch des Gewissens, ist nichts anderes; das Innewerden aber ist ein höherer, oder mehr inwendiger Grad. 1823. "Nimm dir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder", 1. Mose 15/9, daß dies die Dinge bedeutet, die Vorbildungen des Himmlischen der Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung derselben bei den Opfern; niemand, der gesund denkt, kann glauben, daß die verschiedenen Tiere, die geopfert wurden, nichts anderes zu bedeuten hatten, als eben Opfer, oder daß der Ochs und der Stier, oder das Kalb, das gleiche (bedeuteten), was das Schaf, der Bock, die Ziege und diese dasselbe, was das Lamm, und das gleiche die Turteltaube und die Jungen der Tauben, da doch ein jedes Tier seine besondere Bedeutung hatte. Dies kann genugsam daraus erhellen, daß niemals das eine statt des anderen dargebracht wurde, und daß ausdrücklich genannt wurden, die bei den Brandopfern und den täglichen Opfern, bei den Sabbath- und Festopfern, die bei den freiwilligen, den Gelübde- und Dankopfern, die bei den versöhnenden Schuld- und Sündopfern, die bei den Reinigungsopfern geopfert werden sollten; dies wäre gar nicht geschehen, wenn nicht etwas Besonderes durch ein jedes Tier vorgebildet und bezeichnet worden wäre. Was aber ein jedes insbesondere bedeutet, wäre zu umständlich hier zu erörtern; es genügt hier zu wissen, daß es himmlische Dinge sind, die durch die Tiere (animalia) bezeichnet werden, und geistige durch die Vögel, und durch ein jedes etwas besonderes Himmlisches und Geistiges. Die jüdische Kirche selbst und alle zu ihr gehörigen Dinge waren Vorbildungen von solchem, was zum Reich des Herrn gehörte, in dem nichts als Himmlisches und Geistiges, d.h. nichts ist, als was der Liebe und dem Glauben angehört, wie dies auch genugsam erhellen kann aus der Bedeutung der reinen und nützlichen Tiere, wovon Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, und weil dieselben in den ältesten Kirchen himmlisch Gutes bezeichneten, so sind sie nachher in der Kirche, als nur ein äußerer und zwar vorbildlicher Gottesdienst in Ansehen stand und anerkannt wurde, zu Vorbildungen geworden. Weil hier vom Zustand der Kirche gehandelt und vorher gesagt wird, wie er künftig beschaffen sein werde, so wurde es durch gleiche Vorbildungen vor Abram gezeigt, ganz wie es hier erwähnt wird, dennoch aber wird im inneren Sinn dergleichen bezeichnet; dies kann jeder wissen und denken; denn wozu wäre nötig gewesen, eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine junge (Taube) zu nehmen, sie in zwei Teile zu teilen, und so hinzulegen, wenn nicht alles und jedes (sinnbildlich) bezeichnend gewesen wäre; was sie aber bezeichnen, kann aus dem Folgenden erhellen. 1824. Daß die Kuh die Dinge bedeutet, die Vorbildungen des auswendigen Himmlischen sind, die Ziege diejenigen, die (Vorbildungen) des inwendigen Himmlischen sind, und der Widder diejenigen des geistig Himmlischen, kann erhellen aus den Opfern, von denen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn im Folgenden, wo von den Opfern die Rede sein wird. Es gibt auswendiger Himmlisches und inwendiger Himmlisches, sodann geistig Himmlisches; auswendiger Himmlisches ist, was dem äußeren Menschen, inwendiger Himmlisches ist, was dem inneren angehört, geistig Himmlisches, was daraus stammt. Das Himmlische selbst ist Liebe zum Herrn und Liebe gegen den Nächsten; dieses Himmlische fließt ein vom Herrn her, und zwar durch den inneren Menschen in den äußeren; im inwendigen Menschen heißt dieses das inwendige Himmlische, im auswendigen das auswendig Himmlische. Das auswendig Himmlische ist jede Neigung zum Guten, es ist sogar auch alles aus der Neigung zum Guten entspringende Vergnügen; in dem Maße als in jener und in diesem, das ist, in der Neigung zum Guten und dem Vergnügen daraus, das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit ist, insoweit ist es himmlisch, und insoweit ist es glückselig. Das geistig Himmlische aber ist jede Neigung zum Wahren, in der die Neigung zum Guten, oder jede Neigung zum Wahren, die erzeugt wird aus der Neigung zum Guten; also ist es der Glaube, in dem die Liebtätigkeit ist, oder der Glaube, der von der Liebtätigkeit erzeugt wird. 1825. Daß das "Dreijährige", alles zur Kirche Gehörige in betreff der Zustände und Zeiten in sich schließt, erhellt aus der Bedeutung von drei im Wort; drei bedeutet die volle Zeit der Kirche, von ihrer Entstehung bis zu ihrem Ende, somit all ihren Zustand; die letzte Zeit der Kirche wird deswegen bezeichnet durch den dritten Tag, durch die dritte Woche, durch den dritten Monat, durch das dritte Jahr und durch den dritten Zeitlauf (saeculum), was dasselbe ist. Wie der Zustand der Kirche bezeichnet wird durch die Dreizahl, so auch der eines jeden, der eine Kirche ist, ja, ein jedes zur Kirche gehörige Ding, wie dies aus der Bedeutung jener Zahl in den Nr. 720, 901, aus dem dort angeführten Stellen erhellen kann. Daß die dreijährige Kuh so die Zeit oder den Zustand der Kirche bis zum Letzten, wenn sie nämlich verwüstet oder verödet ist, bedeutet, kann auch erhellen bei Jes.15/5: "Mein Herz schreit über Moab, seine Flüchtigen schweifen bis gen Zoar, eine dreijährige Kuh, denn im Hinaufziehen nach Luchith wird es mit Weinen da hinansteigen, denn auf dem Wege nach Choronnaim wird man ein Jammergeschrei erheben". Jerem.48/33,34: "Hinweggenommen ist die Fröhlichkeit und das Jauchzen von Carmel, und vom Lande Moabs, und den Wein aus den Keltern werde Ich aufhören lassen; man wird nicht keltern (mehr unter) Hedad, Hedad (ist) nicht Hedad (mehr): vom Geschrei Chesbons bis gen Elealeh, bis Jahaz ließen sie ihre Stimme erschallen, von Zoar bis nach Choronaim, eine dreijährige Kuh, weil auch die Wasser von Nimrim zu Wüsten (geworden sind)": was diese Dinge sind, würde durchaus niemand sehen, wofern er nicht wüßte, was bezeichnet wird durch Moab, durch Zoar, durch das Hinaufgehen gen Luchith, durch das Geschrei Chesbons bis Elealeh, durch Jahaz, durch Choranaim, durch die Wasser von Nimrim, und durch die dreijährige Kuh; daß es die letzte Verwüstung ist, ist klar. 1826. Er sollte nehmen eine "Turteltaube und eine junge (Taube)", 1. Mose 15/9, daß dies die Dinge bedeuten, die zum Geistigen der Kirche gehören, erhellt aus der Bedeutung der Vögel im allgemeinen, und der Turteltaube und Tauben insbesondere. Daß die Vögel die geistigen Dinge bedeuten, die Sache des Glaubens oder des Wahren sind, folglich das Verständige und Vernünftige, ist früher gezeigt worden: Nr. 40, 745, 776, 991, und die Tauben das Gute und Wahre des Glaubens: Nr. 870. Was außerdem die bei den Opfern (vorkommenden Dinge bedeuten), soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, dort gesagt werden, wo von den Opfern (die Rede sein wird). Im Worte, besonders im prophetischen, wird, wenn vom Himmlischen gesprochen wird, auch vom Geistigen gesprochen, und sie werden so verbunden, weil das eine aus dem anderen stammt, so daß das eine dem anderen angehört, wie früher gesagt worden ist: Nr. 639, 680, 683, 707, 793, 801. 1827. Daß die "Turteltaube" die Dinge bedeutet, die Vorbildungen des auswendigen Geistigen, und die "junge (Taube)" diejenigen, die (Vorbildungen) des inwendigen sind, kann erhellen aus dem, was vom Himmlischen gesagt worden ist (Nr. 1824), dessen Auswendiges durch die Kuh, und das Inwendige durch die Ziege, und was in der Mitte ist, durch den Widder bezeichnet wurde. 1828. Vers 10: Und er nahm sich diese alle, und zerteilte sie in der Mitte, und legte jeden Teil davon dem anderen gegenüber, und den Vogel zerteilte er nicht. "Und er nahm sich diese alle" bedeutet, es sei so geschehen; "und zerteilte sie in der Mitte" bedeutet die Kirche und den Herrn; "und legte jeden Teil davon dem anderen gegenüber" bedeutet die gegenseitige Beziehung (parallellismus) und Entsprechung in betreff der himmlischen Dinge; "und den Vogel zerteilte er nicht" bedeutet die geistigen Dinge, bei denen keine solche gegenseitige Beziehung und Entsprechung stattfindet. 1829. "Und er nahm sich diese alle", 1. Mose 15/10, daß dies bedeutet, es sei so geschehen, erhellt ohne Erklärung. 1830. "Und zerteilte sie in der Mitte", 1. Mose 15/10, daß dies die Kirche und den Herrn bedeutet, erhellt aus dem, was folgt; denn es waren himmlische Dinge, die durch die Kuh, die Ziege und den Widder, und geistige Dinge, die durch die Turteltaube und die junge (Taube) bezeichnet wurden, und die, wenn zerteilt und einander gegenüber gelegt, nichts anderes bezeichnen können. 1831. "Und er legte jeden Teil davon dem andern gegenüber", 1. Mose 15/10, daß dies die gegenseitige Beziehung (den Parallelismus) und Entsprechung in betreff der himmlischen Dinge bedeutet, kann daraus erhellen, daß die Teile auf der einen Seite die Kirche bezeichnen, die Teile auf der anderen den Herrn. Und wenn diese einander gerade gegenüber gelegt werden, so ist es nichts anderes als eine gegenseitige Beziehung und Entsprechung. Und weil die Kuh, die Ziege und der Widder (durch die, wie gleich obem beim 9. Vers gesagt worden ist, die himmlischen Dinge bezeichnet wurden) so geteilt und gelegt wurden, so erhellt, daß eine gegenseitige Beziehung und Entsprechung in betreff der himmlischen Dinge besteht, anders aber in betreff der geistigen Dinge. Himmlisch ist, wie oft gesagt worden, alles, was der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört. Der Herr ist es, Der Liebe und Liebtätigkeit gibt, die Kirche ist es, die empfängt. Was (sie) vereinigt, ist das Gewissen, dem Liebe und Liebtätigkeit eingepflanzt wird; daher der Zwischenraum zwischen den Teilen dasjenige beim Menschen bedeutet, was das Innewerden, das innere Sprechen, und das Gewissen genannt wird. Was oberhalb des Innewerdens, der Einsprache und des Gewissens ist, ist (Eigentum) des Herrn, was unterhalb ist, ist beim Menschen. Weil sie somit gegenseitig aufeinander hinsehen, so heißt es eine gegenseitige Beziehung, und weil sie einander gegenseitig entsprechen, wie das Tätige und das Leidende, so heißt es eine Entsprechung. 1832. "Und den Vogel zerteilte er nicht", 1. Mose 15/10, daß dies die geistigen Dinge bedeutet, bei denen keine solche gegenseitige Beziehung und Entsprechung ist, erhellt aus der Bedeutung des Vogels (volucris), sofern dieser das Geistige ist, wovon oben 1. Mose 15/9 (Nr. 1826), und daraus, daß er den Vogel nicht in der Mitte zerteilte, folglich eine solche gegenseitige Beziehung und Entsprechung nicht stattfindet. Durch die geistigen Dinge wird, wie früher oft gesagt worden ist, alles bezeichnet, was dem Glauben angehört, demnach alle Lehrbestimmungen (doctrinalia); denn diese werden Gegenstände des Glaubens genannt, obwohl sie nicht (Bestimmungen) des Glaubens sind, bevor sie mit der Liebtätigkeit verbunden sind; zwischen diesen und dem Herrn gibt es keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung, denn sie sind solches, was nicht durch ein inneres Sprechen und durch das Gewissen einfließt, wie dasjenige, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, sondern sie fließen ein durch den Unterricht, und so durch das Gehör, somit nicht von innen, sondern von außen her, und bilden so beim Menschen ihre Gefäße oder Aufnahmsbehälter. Der größte Teil derselben erscheint als Wahres, und ist doch nicht Wahres, wie die Dinge, die zum buchstäblichen Sinne des Wortes gehören, und Vorbildungen des Wahren, und (sinnbildliche) Bezeichnungen des Wahren sind, somit an sich nicht Wahrheiten; einige sind auch Falschheiten, die jedoch zu Gefäßen und Aufnahmsbehältern dienen können. Beim Herrn sind nur wesentliche Wahrheiten, daher es keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung derselben mit (diesen) gibt. Dennoch aber können sie angepaßt werden, daß sie den himmlischen Dingen, welche die der Liebe und Liebtätigkeit sind, zu Gefäßen dienen. Sie sind das, was die Wolke des verständigen Teiles ausmacht, von der früher die Rede war, und welcher der Herr Liebtätigkeit einflößt, und so das Gewissen macht; wie z.B. bei denen, die im Buchstabensinn des Wortes bleiben, und meinen, daß der Herr es sei, Der in Versuchung führt und dann das Gewissen des Menschen peinigt, und daß Er, weil Er das Böse zuläßt, auch die Ursache des Bösen sei; daß Er die Bösen in die Hölle verstoße, und dergleichen; dies sind Scheinwahrheiten, nicht aber Wahrheiten. Und weil sie nicht Wahrheiten an sich sind, so ist auch keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung da; diese läßt dennoch der Herr unangetastet (integra) beim Menschen, und paßt sie in wunderbarer Weise durch die Liebtätigkeit an, daß sie den himmlischen Dingen zu Gefäßen dienen können. Ebenso ist es mit dem Gottesdienst, den Lehren und Sitten, ja den Götzen gutartiger Heiden, diese läßt der Herr gleichfalls unangetastet, und dennoch paßt Er sie durch die Liebtätigkeit an (adaptat), daß sie ebenfalls zu Gefäßen dienen können. Ebenso verhielt es sich mit den allermeisten Gebräuchen in der Alten Kirche und nachher in der jüdischen Kirche, die an sich nichts anderes waren, als Gebräuche (ritualia), in denen das Wahre nicht war, die aber geduldet und zugelassen, ja befohlen wurden, weil sie von ihren Eltern für heilig gehalten, und so ihren Gemütern von Kindheit an als Wahrheiten eingepflanzt und eingeprägt wurden. Diese und ähnliche Dinge sind es, die dadurch bezeichnet werden, daß die Vögel nicht zerteilt wurden (1. Mose 15/10); denn was einmal der Meinung eines Menschen eingepflanzt, und für heilig gehalten wird, das läßt, wenn es nur nicht gegen die göttliche Ordnung ist, der Herr unangetastet, und obwohl keine gegenseitige Beziehung und Entsprechung (parallelismus et correspondentia) stattfindet, so paßt Er es doch an. Dies ist es auch, was in der jüdischen Kirche dadurch bezeichnet wurde, daß bei den Opfern die Vögel nicht zerteilt wurden, denn zerteilen heißt einander gegenüberstellen, so daß es gleichmäßig (adaequate) entspricht; und weil die Dinge, von denen die Rede war, nicht gleichmäßig entsprechend sind, so werden sie im anderen Leben bei denen, die sich belehren lassen, verwischt, und eigentliche Wahrheiten den Neigungen zum Guten eingepflanzt. Daß die Vögel auch in der jüdischen Kirche nicht zerteilt wurden, eben wegen dieser Vorbildung und Bezeichnung, erhellt bei 3. Mose 1/14,17: "Wenn vom Vogel ein Brandopfer seine Gabe ist für Jehovah, so soll er herzubringen von den Turteltauben oder von den Söhnen der Taube, und soll sie spalten an ihren Flügeln, nicht zerteilen"; ebenso bei den Opfern für die Sünde: 3. Mose 5/7,8. 1833. Vers 11: Und das Gevögel kam herab auf die Körper, und Abram scheuchte sie weg. "Und das Gevögel kam herab auf die Körper" bedeutet Böses und daraus hervorgehendes Falsches, das zerstören wollte; "und Abram scheuchte sie weg" bedeutet, daß der Herr es fortgejagt habe. 1834. "Und das Gevögel kam herab auf die Körper", 1. Mose 15/11, daß dies bedeutet Böses und daraus (hervorgehendes) Falsches, was zerstören wollte, erhellt aus der Bedeutung des Gevögels, die das Falsche ist; das Gevögel (volatile) bedeutet im Worte das Wahre, wie oben gezeigt worden (Nr. 1826), sodann im entgegengesetzten Sinn das Falsche; wie dies gewöhnlich mit beinahe allen Bedeutungen solcher Dinge im Worte der Fall ist, daß sie nämlich in beiderlei Sinn (gebraucht werden); daß es auch das Falsche (bedeutet), ist Nr. 778, 866, 988, gezeigt worden. Jeder kann sehen, daß dies Geheimnisse bezeichnet, sonst wäre es der Erwähnung nicht wert gewesen; welches Geheimnis es bezeichnet, ist ebenfalls gesagt worden, und erhellt aus der Sachfolge im inneren Sinn, wonach nämlich vom Zustand der Kirche die Rede ist. Die Kirche, wenn sie vom Herrn erweckt wird, ist im Anfang schuldlos, und es liebt dann einer den anderen, als einen Bruder, wie dies bekannt ist von der ursprünglichen (christlichen) Kirche nach der Ankunft des Herrn: alle Söhne der Kirche lebten damals unter sich wie Brüder, und nannten sich auch Brüder, und liebten sich gegenseitig, allein nach Verfluß einiger Zeit nahm die Liebtätigkeit ab und verschwand. Und mit deren Verschwinden trat das Böse an ihre Stelle, und mit dem Bösen schlich sich auch das Falsche ein, daher dann Spaltungen (schismata) und Irrlehren (haereses), die durchaus nicht statt hätten, wenn die Liebtätigkeit herrschen und leben würde; alsdann würde man eine Spaltung nicht einmal Spaltung nennen noch eine Irrlehre Irrlehre, sondern eine Lehrverschiedenheit (doctrinale) je nach eines Meinung, die man dem Gewissen eines jeden überlassen würde, wenn er nur nicht die Grundlehren (principia), das ist, den Herrn, das ewige Leben, das Wort leugnete, und nur nicht gegen die göttliche Ordnung, das ist, gegen die Vorschriften der Zehn Worte wäre. Das Böse und das Falsche aus ihm, das in die Kirche mit dem Verschwinden der Liebtätigkeit eintritt, ist es, was hier unter dem Gevögel verstanden wird, die Abram, das ist, welches der Herr wegscheuchte, Der hier durch Abram vorgebildet wird; Abram scheuchte nichts als Gevögel weg, und durchaus nichts Böses und Falsches; auch weiß man im Himmel von Abraham nichts anderes, als daß er wie ein anderer Mensch ist, der gar nichts aus sich vermag, sondern allein der Herr; wie dies auch durch Jes.63/16 gesagt wird: "Du unser Vater, denn Abraham kennet uns nicht an, Du Jehovah (bist) unser Vater, unser Erlöser, ist von Ewigkeit Dein Name". 1835. "Und Abram scheuchte sie weg", 1. Mose 15/11, daß dies bedeutet, der Herr habe es weggetrieben, erhellt aus dem, was gesagt worden ist; es verhält sich auch mit der Kirche so, wenn diese von der Liebtätigkeit abzuweichen beginnt, so wird das Böse und das Falsche aus diesem noch leichter verjagt, denn sie ist noch in einem Zustand, der von der Liebtätigkeit noch nicht so entfernt ist, somit sind ihre Gemüter noch etwas lenksam. Mit dem Fortgang der Zeit aber nimmt das Böse und Falsche aus diesem zu und wird so begründet und bestärkt, wovon im Folgenden gehandelt wird. Der Herr treibt fortwährend, so weit es möglich ist, das Böse und Falsche weg, aber Er tut dies durch das Gewissen. Wenn dieses erschlafft, so gibt es kein Mittel mehr, durch das der Herr einfließen könnte, denn der Einfluß des Herrn beim Menschen findet statt durch die Liebtätigkeit in sein Gewissen; in jenem Fall aber tritt an dessen Stelle und wird gebildet eine neues Mittel, das ein äußeres ist, nämlich die Furcht vor dem Gesetz, die Furcht (vor dem Verlust) des Lebens, der Ehre, des Vermögens und des guten Rufs infolgedessen. Diese gehören jedoch nicht zum Gewissen, sie sind nur äußere Fesseln, die bewirken, daß der Mensch in Gesellschaft mit anderen leben und als ein Freund erscheinen kann, wie er auch immer inwendig beschaffen sein mag. Aber dieses Mittel, oder diese Fesseln, haben gar keine Bedeutung im anderen Leben; denn das Äußere wird dort entfernt, und wie er inwendig beschaffen ist, so bleibt er dort. Es gibt sehr viele, die ein sittlich- und bürgerlich gutes Leben geführt, niemand beleidigt, Freundschaft- und Höflichkeitsdienste geleistet, ja vielen Gutes getan hatten, jedoch bloß um ihrer selbst willen, aus Rücksichten der Ehre, des Erwerbs und dergleichen, diese sind im anderen Leben unter den Höllischen, weil sie inwendig nichts Gutes und Wahres hatten, sondern Böses und Falsches, ja Haß, Rachgier, Grausamkeit, ehebrecherische Gesinnungen, was nicht vor dem Menschen erscheint, und insoweit nicht erscheint, als jene Befürchtungen, die äußere Fesseln sind, (bei ihnen) Kraft haben (valent). 1836. Vers 12: Und die Sonne war am Untergehen, und ein Schlummer fiel auf Abram, und siehe, ein Schrecken großer Finsternis fiel auf ihn. "Und die Sonne war am Untergehen" bedeutet die Zeit und den Zustand vor der Vollendung (ante consummationem); "und ein Schlummer fiel auf Abram" bedeutet, daß die Kirche damals in der Finsternis war; "und siehe, ein Schrecken großer Finsternis fiel auf ihn" bedeutet, daß die Finsternis eine schreckliche sei. Die Finsternisse sind Falschheiten. 1837. "Und die Sonne war am Untergehen", 1. Mose 15/12, daß dies bedeutet die Zeit und den Zustand vor der Vollendung, erhellt aus der Bedeutung der Sonne. Die Sonne bedeutet im inneren Sinn den Herrn und daher das Himmlische, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört, folglich die Liebe und Liebtätigkeit selbst, wovon Nr. 30-38, 105. Hieraus ist klar, daß der Untergang der Sonne die letzte Zeit der Kirche ist, welche Vollendung (consummatio) heißt, wenn keine Liebtätigkeit mehr da ist. Die Kirche des Herrn wird auch den Tageszeiten verglichen: ihr erstes Alter dem Sonnenaufgang oder der Morgenröte und dem Morgen, das letzte dem Sonnenuntergang oder dem Abend und den alsdann einbrechenden Schatten; denn es verhält sich mit diesen in gleicher Weise. Ebenso wird sie den Jahreszeiten verglichen: ihr erstes Alter dem Frühling, wo alles blüht, das dem letzten vorhergehende dem Herbst, wenn es zu erstarren beginnt; ja sie wird auch den Metallen verglichen, ihr erstes Alter wird das goldene genannt, ihr letztes das eiserne und tönerne, wie bei Dan.2/31-33. Hieraus erhellt, was dadurch bezeichnet wird, daß die Sonne am Untergehen war; und daß es die Zeit und den Zustand vor dem Ausleben bedeutet, weil die Sonne noch nicht untergegangen war: im Folgenden wird gehandelt vom Zustand der Kirche, wenn die Sonne untergegangen ist, daß dann eine Finsternis entstand, ein Ofenrauch und eine Feuerfackel hindurchging zwischen den Stücken. 1838. "Und ein Schlummer fiel auf Abram", 1. Mose 15/12, daß dies bedeutet, die Kirche sei alsdann in der Finsternis, erhellt aus der Bedeutung des Schlummers; der Schlummer ist ein finsterer Zustand im Vergleich mit dem Wachen, und dieser Zustand wird hier ausgesagt vom Herrn, Der durch Abram vorgebildet wird; nicht daß ein Schlummer oder finsterer Zustand je bei Ihm gewesen wäre, sondern bei der Kirche; es verhält sich damit wie im anderen Leben, wo der Herr immer die Sonne ist, und das Licht selbst, vor den Bösen aber wie eine Finsternis erscheint; denn gemäß dem Zustand eines jeden erscheint der Herr, so hier in betreff der Kirche, wenn sie in einem finsteren Zustand ist; z.B. diene auch die Verwüstung, Bestrafung und Verdammnis, die in vielen Stellen dem Herrn zugeschrieben werden, während sie doch (eine Wirkung) des Menschen der Kirche sind, der sich selbst verwüstet, bestraft und verdammt; es erscheint so vor dem Menschen, als ob der Herr verwüste, strafe und verdamme, und weil es so erscheint, so wird nach den Scheinbarkeiten so gesagt; denn wenn der Mensch nicht durch Scheinbarkeiten belehrt würde, so würde er sich gar nicht belehren lassen; was dem Schein entgegen ist, das glaubt und begreift er nur spät, wenn er des Urteils mächtig und mit dem Glauben der Liebtätigkeit begabt ist: so verhält es sich mit der Kirche, wenn sie in Finsternis ist, alsdann wird der Herr vor ihnen so sehr verdunkelt, daß Er nicht erscheint, das ist, anerkannt wird, obwohl der Herr durchaus nicht verdunkelt wird, sondern der Mensch, in dem und bei dem der Herr sein möchte, dennoch aber wird die Verdunklung vom Herrn gesagt; ebenso hier der Schlummer, durch den ein finsterer Zustand der Kirche bezeichnet wurde. 1839. "Und siehe, ein Schrecken großer Finsternis fiel auf ihn", 1. Mose 15/12, daß dies bedeutet, daß die Finsternis eine schreckliche sei, und daß die Finsternisse Falschheiten seien, erhellt aus der Bedeutung der Finsternisse, sofern sie die Falschheiten sind, von denen bald nachher die Rede ist. Der Zustand der Kirche vor dem Ausleben, da die Sonne am Untergehen ist, wird beschrieben durch den Schrecken großer Finsternis; der Zustand aber, wenn die Sonne untergegangen ist, wird beschrieben durch die Dunkelheit usw., im folgenden 17. Vers (Nr. 1860). Der Herr sagt bei Matth.24/29: "Die Sonne wird verfinstert werden, und der Mond wird nicht geben sein Licht, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden": nicht daß die Weltsonne verdunkelt wird, sondern das Himmlische, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört; auch nicht der Mond, sondern das Geistige, das dem Glauben angehört; auch nicht daß die Sterne werden vom Himmel fallen, sondern die Erkenntnisse des Guten und Wahren beim Menschen der Kirche, welche die Kräfte der Himmel sind; auch nicht daß im Himmel dergleichen geschehen werde (denn der Himmel wird durchaus nicht verfinstert), sondern auf der Erde. Daß "der Schrecken großer Finsternisse auf ihn fiel" heißt, er habe vor einer so großen Verwüstung sich entsetzt; je mehr jemand im Himmlischen der Liebe ist, desto größer ist sein Entsetzen, wenn er das Ausleben wahrnimmt; beim Herrn in höherem Grade als bei anderen, weil Er in der himmlischen und göttlichen Liebe selbst war. Daß die Finsternis die Falschheiten bedeutet, erhellt aus sehr vielen Stellen im Worte: Jes.5/20: "Wehe denen, die Finsternis zum Licht, und Licht zur Finsternis machen": die Finsternis für das Falsche, und das Licht für die Wahrheiten. Jes.5/30: "Er wird das Land ansehen, und siehe, Finsternis, Drangsal, und das Licht ist verfinstert": die Finsternis für das Falsche, das Licht ist verfinstert, soviel als: es erscheine keine Wahrheit. Jes.60/2: "Siehe Finsternis decket die Erde und Dunkel die Völker". Amos 5/18,20: "Der Tag Jehovahs ist Finsternis und nicht Licht: ist nicht Finsternis der Tag Jehovahs, und nicht Licht, und Dunkel, und nicht Schimmer ihm". Zeph.1/14,15: "Nah ist Jehovahs großer Tag, ein Tag des Grimms ist jener Tag, ein Tag der Drangsal und Beengung, ein Tag der Wüste und Verödung, ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag der Wolke und des Schattens": wo der Tag Jehovahs für die letzte Zeit und den Zustand der Kirche (steht), die Finsternis und Dunkelheit für das Falsche und Böse. Auch der Herr nennt die Falschheiten Finsternis, Matth.6/23: "Wenn dein Auge böse ist, so ist der ganze Leib verfinstert, wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß (ist) die Finsternis": die Finsternisse für die Falschheiten, die diejenigen einnehmen, die in den Erkenntnissen sind; und der Sinn ist, wie viel größer diese seien als die Finsternis bei jenen oder den Heiden, die keine Erkenntnisse haben; ebenso bei Matth.8/12; 22/13: "Die Söhne des Reiches werden hinausgestoßen werden in die äußerste Finsternis": die äußerste Finsternis (tenebrae exteriores) für die ärgeren Falschheiten derer, die in der Kirche sind, denn diese verfinstern das Licht, und bringen Falschheiten gegen die Wahrheiten bei, was die Heiden nicht können. Joh.1/4,5: "In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, das Licht nun erscheinet in der Finsternis, aber die Finsternis erfaßte es nicht": die Finsternis für die Falschheiten innerhalb der Kirche. Die Falschheiten außerhalb der Kirche werden auch Finsternis genannt, aber eine solche, die erleuchtet werden kann, wovon es bei Matth.4/16 heißt: "Das Volk, das in der Finsternis saß, sah ein großes Licht, und den im Gebiet und im Schatten des Todes Sitzenden, ein Licht ging ihnen auf": die Finsternis für das Falsche der Unwissenheit, wie es bei den Heiden ist. Joh.3/19: "Das ist das Gericht, daß das Licht in die Welt kam, die Menschen aber die Finsternis mehr liebten, als das Licht, denn ihre Werke waren böse": das Licht für die Wahrheiten, und die Finsternis für das Falsche; und das Licht für den Herrn, weil von Ihm alles Wahre, die Finsternis für die Höllen, weil aus ihnen alles Falsche (kommt). Joh.8/12: "Jesus sprach: Ich bin das Licht der Welt, wer Mir folget, wird nicht in der Finsternis wandeln". Joh.12/35,36,46: "Wandelt, solang ihr das Licht habt, damit nicht die Finsternis euch ergreife; denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit keiner, der an Mich glaubt, in der Finsternis bleibe": das Licht für den Herrn, von Dem alles Gute und Wahre (kommt), die Finsternis für das Falsche, das vom Herrn allein beseitigt wird. Die Falschheiten der letzten Zeiten, die hier Finsternis genannt werden, oder von denen der Schrecken großer Finsternis gesagt wird, sind vorgebildet und bezeichnet worden durch die Finsternis, die über das ganze Land kam, von der sechsten Stunde bis zur neunten; ferner dadurch, daß alsdann die Sonne verfinstert wurde, wodurch vorgebildet und bezeichnet wurde, daß damals keine Liebe oder kein Glaube mehr da war: Matth.27/45; Mark.15/33; Luk.23/44,45. 1840. Vers 13: Und Er sprach zu Abram: Das sollst du wissen, daß Fremdling sein wird dein Same in einem Lande, das nicht sein ist; und wird ihnen dienen, und man wird sie drängen vierhundert Jahre. "Und Er sprach zu Abram" bedeutet das Innewerden; "das sollst du wissen" bedeutet, es sei gewiß; "daß Fremdling sein wird dein Same" bedeutet, daß die Liebtätigkeit und der Glaube selten (sein werden); "in einem Lande, das nicht sein ist" bedeutet, wo es scheint, als ob die Kirche nicht denen angehörte, die in der Liebtätigkeit und im Glauben sind; "und wird ihnen dienen" bedeutet die Unterdrückung; "und man wird sie drängen" bedeutet ihre schweren Versuchungen; "vierhundert Jahre" bedeutet die Dauer und den Zustand. 1841. "Und Er sprach zu Abram", 1. Mose 15/13, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus dem, was oben, 1. Mose 15/9, und anderwärts gesagt wurde, wo die gleichen Worte die gleiche Bedeutung haben. 1842. "Das sollst du wissen", 1. Mose 15/13, daß dies bedeutet, es sei gewiß, erhellt ohne Erklärung. 1843. "Fremdling wird sein dein Same", 1. Mose 15/13, daß dies bedeutet, daß selten (sein werde) die Liebtätigkeit und der Glaube, erhellt aus der Bedeutung des Fremdlings und aus der Bedeutung des Samens. Fremdling (peregrinum) bedeutet, was nicht im Lande geboren ist, somit was nicht als einheimisch (indigena) anerkannt, folglich was als fremd (alienum) angesehen wird. Der Same bedeutet aber die Liebtätigkeit und deren Glauben, wie früher gezeigt worden: Nr. 255, 1025 und 1. Mose 15/3. Weil Fremdling heißt, was als fremd angesehen wird, und fremd ist, was nicht im Lande oder aus dem Lande ist, so folgt, daß es solches ist, was selten ist, mithin daß die Liebtätigkeit und der Glaube der Liebtätigkeit, welcher der Same ist, selten sein werde. Es wird gehandelt von der Zeit vor dem Ausleben, wann große Finsternisse, das ist Falschheiten (da sein werden), daß alsdann der Same Fremdling oder die Liebtätigkeit und der Glaube selten sein werde. Daß der Glaube selten (sein werde) in den letzten Zeiten, wurde vom Herrn vorhergesagt, wo von der Vollendung des Zeitlaufs die Rede ist, bei Matth.24/4-51; Mark.13/3-37; Luk.21/7-38, wo alles, was gesagt wird, in sich schließt, daß in jenen Zeiten die Liebtätigkeit und der Glaube selten sein, und zuletzt ganz verschwinden werde. Durch Johannes in der Offenbarung gleichfalls; dann auch bei den Propheten öfter; außer dem, was in den geschichtlichen Teilen des Wortes (vorkommt). Aber unter dem Glauben, der in den letzten Zeiten verlorengehen soll, wird nichts anderes verstanden, als die Liebtätigkeit. Es gibt durchaus keinen anderen Glauben, als den Glauben der Liebtätigkeit. Wer keine Liebtätigkeit hat, kann gar nichts vom Glauben haben. Die Liebtätigkeit ist der eigentliche Grund und Boden, in den er eingepflanzt wird. Sie ist sein Herz, aus dem er ist und lebt. Darum verglichen die Alten die Liebe und die Liebtätigkeit dem Herzen, und den Glauben der Lunge, die beide in der Brust sind. Es ist auch das gleiche, denn ein Leben des Glaubens ohne Liebtätigkeit sich einbilden, wäre wie ein Leben aus der bloßen Lunge ohne das Herz, und daß ein solches nicht möglich ist, kann jedem klar sein. Darum nannten sie Sache des Herzens alles, was zur Liebtätigkeit gehört; und Sache des bloßen Mundes, oder der Lunge durch den Einfluß des Atmens in die Rede, alles, was Sache des Glaubens ohne die Liebtätigkeit ist. Daher die alten Redensarten vom Guten und Wahren, daß es vom Herzen ausgehen müsse. 1844. "In einem Lande, das nicht sein ist", 1. Mose 15/13, daß dies bedeutet, wo (es scheint) als ob die Kirche nicht denen angehörte, die in der Liebtätigkeit und im Glauben sind, erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern dieses ist die Kirche, wovon Nr. 566, 662, 1066, 1067. Heutzutage bestimmt man den Begriff der Kirche bloß durch die Glaubenslehren (Ecclesiam praedicant ex solos doctrinalibus fidei), und unterscheidet nach diesen die Kirchen des Herrn, ohne sich darum zu bekümmern, was für ein Leben sie haben, ob sie inwendigen Haß hegen, und wie wilde Tiere einer den anderen zerfleischen, berauben, um den guten Namen, die Ehre und das Vermögen bringen, und im Herzen alles, was heilig ist, leugnen; während doch bei solchen gar keine Kirche ist, sondern bei denen, die den Herrn lieben und den Nächsten wie sich selbst, die ein Gewissen haben, und solche Gesinnungen des Hasses, von denen die Rede war, verabscheuen; diese sind jedoch unter jenen wie Fremdlinge, und (letztere) beleidigen sie, so viel es ihnen möglich ist, mit Scheltworten, und verfolgen sie, oder sehen sie als einfältige, geringe und wertlose Leute an; dies nun ist es, daß Fremdling sein wird dein Name im Lande. 1845. "Und wird ihnen dienen", 1. Mose 15/13, daß dies die Unterdrückung bedeutet, kann aus dem soeben Gesagten erhellen. 1846. "Und man wird sie drängen", 1. Mose 15/13, daß dies ihre schweren Versuchungen bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von Drängen (affligere) oder Drangsal (afflictio), sofern diese ist Verfolgung, folglich Versuchung; im Worte des Herrn wird nichts anderes durch Drangsal bezeichnet. Jes.48/10: "Ich will dich ausscheiden im Ofen der Drangsal": Drangsal für Versuchung; 5. Mose 8/2,16: "Gedenke des ganzen Weges, auf dem Jehovah, dein Gott, dich geleitet hat, diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich zu drängen, und dich zu versuchen. Jehovah speiste dich mit Manna in der Wüste, das deine Väter nicht kannten, um dich zu drängen, und dich zu versuchen, (und) dir zuletzt wohlzutun": drängen offenbar für versuchen. 5. Mose 26/6,7: "Als die Ägypter uns mißhandelten, und uns drängten, und auf uns harte Knechtschaft legten, und wir schrieen zu Jehovah, dem Gott unserer Väter, da erhörte Jehovah unsere Stimme, und sah unsere Drangsal, und unsere Mühsal, und unsere Unterdrückung": hier dasselbe, was in diesem Vers, daß sie dienen und bedrängt werden sollten, wodurch gleichfalls die Versuchungen der Gläubigen bezeichnet wurden, wie auch durch ihre Drangsale in der Wüste, durch die auch die Versuchungen des Herrn vorgebildet wurden, wie bei Jes.53/3,4: "Verachtet, ein Mann der Schmerzen, daher gleichsam ein Verbergen der Angesichter vor ihm, verachtet (war er), und wir schätzten ihn nicht; er trug jedoch unsere Krankheiten, und nahm auf sich unsere Schmerzen, wir aber hielten ihn für den von Gott Geplagten, Zerschlagenen, und Bedrängten": durch dieses werden die Versuchungen des Herrn bezeichnet; daß Er unsere Krankheiten trug und unsere Schmerzen auf Sich nahm, darunter wird nicht verstanden, daß die Gläubigen keine Versuchungen bestehen müssen, auch nicht, daß Er die Sünden auf Sich abgeleitet und so weggenommen habe (sustulerit), sondern daß Er durch Versuchungskämpfe und Siege die Höllen überwunden habe, und so allein, auch dem menschlichen Wesen nach, die Versuchungen bei den Gläubigen aushalte. Auch vom Herrn werden die Versuchungen Drangsale genannt: Mark.4/16,17: "Die, welche auf das Felsige gesät werden, haben, wenn sie das Wort gehört, nicht Wurzel in ihnen selbst, sondern sind unbeständig; wenn nachher Drangsal und Verfolgung entsteht wegen des Wortes, so werden sie alsbald geärgert": Drangsal offenbar für Versuchung; nicht Wurzel haben in ihnen selbst heißt, keine Liebtätigkeit (haben), denn in dieser wurzelt der Glaube; die nun, die sich dieser Wurzel nicht zu erfreuen haben, unterliegen in den Versuchungen. Joh.16/33: "In der Welt habt ihr Drangsal, aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden": Drangsal für Versuchung. Matth.24/7-9,21,29: "Aufgeregt wird werden Völkerschaft gegen Völkerschaft, und Reich gegen Reich, alles dieses ist der Anfang der Schmerzen, alsdann werden sie euch in Drangsal übergeben. Es wird eine große Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist seit Anfang der Welt. Gleich nach der Drangsal selbiger Tage wird die Sonne verdunkelt werden": wo von der Vollendung des Zeitlaufs, oder den letzten Zeiten der Kirche (die Rede ist); Drangsal für äußere und innere Versuchungen; äußere sind Verfolgungen von der Welt, innere vom Teufel; die Lieblosigkeit wird dadurch bezeichnet, daß Völkerschaft gegen Völkerschaft, und Reich gegen Reich sich erheben werden, und dadurch, daß die Sonne, das ist der Herr, die Liebe und Liebtätigkeit, werden verdunkelt werden. 1847. "Vierhundert Jahre", 1. Mose 15/13, daß dies die Dauer und den Zustand, nämlich die Versuchungen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von vierhundert, welche Zahl dasselbe bedeutet was vierzig, nämlich die Dauer und die Zustände der Versuchungen: Nr. 730, 862; der Versuchungen kürzere und längere Dauer wird durch vierzig im Worte beschrieben. Im buchstäblichen Sinn bezieht sich dies auf die Dauer (des Aufenthalts) der Söhne Jakobs in Ägypten, und daß diese vierhundertdreißig Jahre gewährt habe, erhellt aus 2. Mose 12/40, obwohl (ihr Aufenthalt) nicht so lange währte vom Kommen Jakobs nach Ägypten an, sondern von der Fremdlingschaft Abrams daselbst, wie dies früher bemerkt worden; von dieser her heißt es vierhundertdreißig, weil diese Zahl die Versuchungen in sich schließt, die sie durch die Knechtschaft in Ägypten, und dann nachher durch die vierzigjährigen Drangsale in der Wüste vorbildeten. 1848. Vers 14: Und auch die Völkerschaft, der sie dienen werden, will Ich richten; und danach werden sie ausziehen mit großer Habe. "Und auch die Völkerschaft, der sie dienen werden" bedeutet die Bösen, die unterdrücken; "will Ich richten" bedeutet die Heimsuchung und das Gericht; "und danach werden sie ausziehen mit großer Habe" bedeutet die Befreiung, und daß ihnen himmlisches und geistiges Gute (werde zuteil werden). 1849. "Und auch die Völkerschaft, der sie dienen werden", 1. Mose 15/14, daß dies die Bösen bedeutet, die unterdrücken, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaft, und des Dienens; Völkerschaft bedeutet im echten Sinne Gutes, oder, was dasselbe ist, die Guten; denn das Gute, wenn es im allgemeinen genannt wird, ist bei einem Subjekt, welches Mensch, Geist oder Engel ist; die Völkerschaft aber bedeutet im entgegengesetzten Sinn Böses, oder, was dasselbe ist, die Bösen, wovon Nr. 1159, 1258-1260. Das Dienen aber, oder die Knechtschaft bedeutet die Unterdrückung, wo im vorigen Vers. 1850. "Will Ich richten", 1. Mose 15/14, daß dies die Heimsuchung und das Gericht bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Durch richten oder Gericht wird nicht ein Jüngstes Gericht bezeichnet, wie viele meinen, daß nämlich Himmel und Erde vergehen werden und so ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen werden müsse, wovon bei den Propheten und in der Offenbarung (die Rede ist), und daß also alles untergehen werde. Diese Meinung hat sich so weit verbreitet, daß sie auch die Seelen der am besten Unterrichteten eingenommen hat, und zwar so sehr, daß sie nicht glauben, daß die Toten (früher) auferstehen werden, als zur selben Zeit. Daher denn, weil diese Zeit vorhergesagt worden ist, und sie dennoch nach so vielen seitdem verflossenen Jahrhunderten es nicht eintreffen, noch bevorstehen sehen, die Sicheren sich in ihrer Sicherheit darin bestärken, daß gar nichts daran sei, daß sie also nicht auferstehen werden. Man wisse aber, daß unter dem Jüngsten Gericht, oder unter dem Untergang des Himmels und der Erde, so etwas nirgends verstanden wurde. Nach dem Buchstabensinn ist es so, aber durchaus nicht nach dem inneren Sinn. Nach dem inneren Sinn wird unter dem Jüngsten Gericht die letzte Zeit der Kirche verstanden, unter dem Himmel und der Erde, die untergehen sollten, wird die Kirche in Ansehung des inneren und äußeren Gottesdienstes verstanden, welche Kirche zunichte wird, wenn keine Liebtätigkeit mehr da ist: das Jüngste Gericht war für die Älteste Kirche da, als alle Liebtätigkeit und aller Glaube aufhörte, und als kein Innewerden mehr da war, was zunächst vor der Sündflut der Fall war; die Sündflut selbst, war das Jüngste Gericht jener Kirche. Damals verging der Himmel und die Erde, das ist, die Kirche, und es wurde ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen, d.h. eine neue Kirche, welche die Alte Kirche genannt wurde, und von der auch (die Rede war). Auch diese Kirche hatte ihre letzte Zeit, damals nämlich, als alle Liebtätigkeit erkaltete, und aller Glaube verfinstert wurde, was geschah um die Zeit Ebers; diese Zeit war das Jüngste Gericht derselben Kirche, welche der Himmel und die Erde war, die vergingen. Der neue Himmel und die neue Erde war die hebräische Kirche; auch diese hatte ihre letzte Zeit, oder ihr Jüngstes Gericht, als sie götzendienerisch wurde; daher eine neue Kirche gegründet wurde, und zwar bei den Nachkommen Jakobs, welche die jüdische Kirche genannt wurde, und die keine andere Kirche war, als eine die Liebtätigkeit und den Glauben vorbildende Kirche; in dieser Kirche, oder bei den Nachkommen Jakobs, war keine Liebtätigkeit und kein Glaube, daher auch keine Kirche, sondern nur Vorbildung einer Kirche, und dies darum, weil keine unmittelbare Gemeinschaft des Reiches des Herrn in den Himmeln mit irgendeiner wahren Kirche auf Erden stattfinden konnte, daher eine unmittelbare Gemeinschaft durch Vorbildungen hergestellt wurde. Dieser sogenannten Kirche letzte Zeit oder Jüngstes Gericht war, als der Herr in die Welt kam, denn alsdann hörten die Vorbildungen auf, nämlich die Opfer und dergleichen Gebräuche, und damit diese aufhören möchten, wurden sie aus dem Lande Kanaan hinausgeworfen. Nach diesem wurde ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen, nämlich eine neue Kirche, die zu nennen ist die (christliche) Urkirche, und ihren Anfang erhielt vom Herrn, und nachher allmählich erstarkte, und ursprünglich in der Liebtätigkeit und im Glauben war. Von dieser Kirche Untergang wird vom Herrn geweissagt bei den Evangelisten und durch Johannes in der Offenbarung, und dieser Untergang ist es, der das Jüngste Gericht genannt wird. Nicht daß nun der Himmel und die Erde vergehen sollten, sondern daß eine neue Kirche in irgendeinem Gebiet der Erde (in quodam terrarum orbe) erweckt werde, während jene in ihrem äußeren Gottesdienst bleiben würde, wie die Juden in dem ihrigen, und daß im Gottesdienst der letzteren nichts von Liebtätigkeit und Glauben, das ist nichts von einer Kirche ist, ist genugsam bekannt. Dies im allgemeinen vom Jüngsten Gericht: im besonderen ist das Jüngste Gericht für einen jeden da, sobald er stirbt, denn alsdann geht er hinüber ins andere Leben, in dem er, wenn er in das Leben kommt, das er im Leben hatte, gerichtet wird entweder zum Tod oder zum Leben. Ein Jüngstes Gericht findet auch im einzelnen statt; bei dem Menschen, der zum Tode gerichtet (oder verurteilt) wird, ist es alles und jedes, was verdammt, denn in seinem Denken und Wollen gibt es nichts, wenn auch noch so Geringes, das nicht seinem Jüngsten Gericht ähnlich wäre und ihn zum Tode hinzöge; beim Menschen, der zum Leben gerichtet wird, ist es ebenso. Alles und jedes in seinem Denken und Wollen hat bei ihm das Bild seines Jüngsten Gerichts und führt ihn zum Leben; denn wie der Mensch im allgemeinen beschaffen ist, so ist er auch im einzelnen des Denkens und der Neigung. Dies ist es, was durch das Jüngste Gericht bezeichnet wird. 1851. "Und danach werden sie ausziehen mit großer Habe", 1. Mose 15/14, daß dies die Befreiung bedeutet, und daß ihnen himmlisches und geistiges Gute (zuteil werden solle), erhellt aus der Bedeutung des Ausgehens, sofern dieses ist befreit werden, und aus der Bedeutung der Habe (acquisitio), sofern diese ist das himmlische und geistige Gute, denn dies ist die Habe (oder Errungenschaft) derer, die Verfolgungen leiden, und Versuchungen, Bedrückungen, Drangsale oder Knechtschaft ausstehen, wovon in diesem und in dem vorhergehenden Vers. Dieses Gute ist auch vorgebildet und bezeichnet worden durch die Errungenschaft der Söhne Jakobs, als sie aus Ägypten auszogen: 2. Mose 11/2; 12/36, dann auch durch ihre Errungenschaft im Lande Kanaan nach Vertreibung der Heiden; und hin und wieder bei den Propheten, wo von der den Feinden abgenommenen Beute, durch die sie reich werden sollten, die Rede ist. 1852. Vers 15: Und du wirst zu deinen Vätern kommen im Frieden, (und) wirst begraben werden in gutem Alter. "Und du wirst zu deinen Vätern kommen im Frieden" bedeutet, daß nichts von Gutem und Wahrem werde verletzt werden; "(und) wirst begraben werden in gutem Alter" bedeutet den Genuß alles Guten als denen zukommend, die des Herrn sind. 1853. "Und du wirst zu deinen Vätern kommen im Frieden", 1. Mose 15/15, daß dies bedeutet, daß nichts vom Guten und Wahren werde verletzt werden, kann erhellen aus der Bedeutung der Väter, sodann des Kommens zu den Vätern, wie auch des Friedens. "Die Väter" bedeuten im inneren Sinne hier dasselbe, was die Töchter und die Söhne zusammengenommen. Daß die Töchter das Gute und die Söhne die Wahrheiten bedeuten, ist gezeigt worden Nr. 489, 490, 491, 533, 1147; daher die Väter das, was zusammengenommen (simul) den Töchtern und den Söhnen angehört. Zu den Vätern kommen heißt, aus dem Leben des Körpers in das Leben des Geistes, oder aus der Welt ins andere Leben übergehen. "Im Frieden" bedeutet, daß er nichts verlieren werde; somit daß nichts werde verletzt werden. Denn wer ins andere Leben hinüberkommt, verliert nichts von dem, was zum Menschen gehört, alles und jedes behält er und hat es bei sich, mit Ausnahme des Körpers, der die tiefer gehende Übung seiner Fähigkeiten gehindert hat. Daß hier kein Tod oder Übergang zu den Vätern durch den Tod bezeichnet wird, kann aus dem gleich Folgenden erhellen. 1854. "(Und) du wirst begraben werden in gutem Alter", 1. Mose 15/15, daß dies bedeutet den Genuß alles Guten als zukommend denen, die des Herrn sind, erhellt daraus, daß diejenigen, die sterben und begraben werden, nicht sterben, sondern von einem dunklen Leben in ein helles übergehen, denn der Tod des Körpers ist nur eine Fortsetzung, wie auch Vervollkommnung des Lebens, und dann erst kommen die, welche des Herrn sind, in den Genuß alles Guten, und dieser Genuß wird durch das gute Alter bezeichnet. Es kommt (im Worte) öfter vor, daß sie gestorben, begraben und zu den Vätern versammelt worden seien, allein dies bedeutet im inneren Sinne nicht das, was im Buchstabensinn (die Bedeutung ist). Im inneren Sinn ist es das, was zum Leben nach dem Tode gehört, und was ewig ist; im Buchstabensinn aber das, was zum Leben in der Welt gehört, und was zeitlich ist; daher denn, wenn dergleichen vorkommt, diejenigen, die im inneren Sinn sind, wie die Engel, gar nicht bei solchem verweilen, was auf den Tod und das Begräbnis sich bezieht, sondern bei solchem, was auf die Fortsetzung des Lebens sich bezieht; denn den Tod betrachten sie als nichts anderes, denn als ein Ausziehen dessen, was der gröbsten Natur und der Zeit angehört, und als eine Fortdauer des eigentlichen Lebens, ja sie wissen nichts vom Tod, und denken gar nicht an den Tod. Ebenso verhält es sich mit den Lebensaltern des Menschen: wenn es hier heißt in gutem Alter, so nehmen die Engel gar nicht das Alter (senium) wahr, ja sie wissen nicht, was das Alter ist, denn sie streben fort und fort zum Leben einer kräftigen und blühenden Jugend hin (ad vitam juventutis et adolescentiae); ein solches Leben, mithin sein Himmlisches und Geistiges ist es, was verstanden wird, wenn das gute Alter und dergleichen im Worte vorkommt. 1855. Vers 16: Und im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren, weil (noch) nicht vollendet ist die Missetat der Amoriter bis jetzt. "Und im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren" bedeutet die Zeit und den Zustand der Wiederherstellung; "weil (noch) nicht vollendet ist die Missetat der Amoriter bis jetzt" bedeutet die letzte Zeit, da nichts Gutes mehr vorhanden ist. 1856. "Und im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren", 1. Mose 15/16, daß dies die Zeit und den Zustand der Wiederherstellung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des vierten Geschlechts. Das vierte Geschlecht (generatio quarta) bedeutet dasselbe, was vierzig und vierhundert, nämlich der Versuchung Dauer und Zustand, wovon 1. Mose 15/13 (die Rede war), es ist ein Verkleinerungsausdruck von jenem. Mag eine Zahl größer oder kleiner sein, wenn sie nur von derselben Sippschaft ist, so schließt sie das gleiche in sich, wie schon früher einige Male gesagt worden ist. Daß die vierte Generation nicht eine Generation von Abram, noch von Jischak, noch von Jakob an bedeutet, erhellt aus der Geschichte im Wort, denn es waren mehr Generationen, und diese verschieden von ihren Vätern, als sie zurückkehrten. Anderwärts kommt gleichfalls die vierte Generation vor, bedeutet aber im inneren Sinn durchaus nicht eine Generation, sondern hier die Zeit und den Zustand der Wiederherstellung, weil das Ende dessen, was bezeichnet wird durch vierzig oder vierhundert; man sehe Nr. 862, 1847. 1857. "Weil (noch) nicht vollendet ist die Missetat der Amoriter bis jetzt", 1. Mose 15/16, daß dies die letzte Zeit, da nichts Gutes mehr vorhanden ist, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Amoriters, sodann aus der Bedeutung der Vollendung. Durch den Amoriter wird im Worte das Böse im allgemeinen bezeichnet, aus dem Grund, weil das Land Kanaan das Land der Amoriter genannt wurde, wie dies erhellt bei Hes.16/3,4 und Amos 2/9,10, weshalb hier durch den Amoriter alle Völkerschaften des Landes Kanaan bezeichnet werden, durch die, wie schon früher gesagt worden, das Böse und Falsche im besonderen bezeichnet wurde; daher denn durch den Amoriter alles Böse im allgemeinen. Durch die Vollendung wird die letzte Zeit, wenn kein Gutes mehr da ist, bezeichnet. Was aber im inneren Sinn verstanden wird unter dem, daß die Missetat der Amoriter bis jetzt noch nicht vollendet sei, ist ein Geheimnis. Es verhält sich mit den Bösen im anderen Leben so, daß sie nicht gestraft werden, ehe ihr Böses den höchsten Grad erreicht hat, und zwar im allgemeinen und im besonderen; denn es ist ein solches Gleichgewicht im anderen Leben, daß das Böse sich selbst straft, oder daß die Bösen in die Strafe des Bösen hineinrennen, aber dies dann, wenn es den höchsten Grad erreicht hat. Ein jedes Böse hat seine Grenze, und zwar mit Unterschied bei einem jeden, und diese Grenze darf nicht überschritten werden. Wenn der Böse sie überschreitet, so stürzt er sich in die Strafe hinein, und zwar dies in jedem besonderen; ebenso im allgemeinen. Die Bösen stürzen sich nicht in einem Augenblick in die Hölle hinab, sondern allmählich. Dies hat seinen Urgrund in dem Gesetz der vom Herrn eingesetzten universellen Ordnung, daß der Herr gar niemanden in die Hölle hinabstößt, sondern daß das Böse selbst, oder der Böse selbst, sich hinabstürzt, und zwar allmählich, bis das Böse vollendet ist, und nichts Gutes mehr erscheint. Solange noch etwas Gutes da ist; wird er aus der Hölle emporgehoben, ist aber nur Böses da, so wird er von selbst in die Hölle hinabgestoßen. Das eine muß vom anderen zuvor geschieden werden, denn sie sind einander entgegengesetzt. Nach beiden Seiten hin zu hängen, ist nicht gestattet. Dies ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß die Missetat der Amoriter vollendet werden müsse. Mit den Guten aber ist es anders, sie werden fortwährend vom Herrn dem Himmel zu gehoben, und das Böse wird allmählich abgestreift. Es verhält sich mit dem Zustand der Kirche ebenso: die Heimsuchung kommt nicht eher, als wenn das Böse vollendet ist, d.h., wenn nichts Gutes der Liebtätigkeit und nichts Wahres des Glaubens mehr da ist. Von dieser Vollendung ist öfter bei den Propheten die Rede: Jes.28/22: "Vollendung und Entscheidung habe ich vernommen von dem Herrn Jehovah Zebaoth über die ganze Erde". Jerem.51/13: "Babel, die du wohnst auf vielen Wassern, groß an Schätzen, es kommt dein Ende, das Maß deines Gewinns". Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind entschieden über dein Volk, und über die Stadt deiner Heiligkeit, zu vollenden die Übertretung, und zu versiegeln die Sünden, und zu sühnen die Missetat, und herbeizubringen die Gerechtigkeit der Weltalter (saeculorum), und zu versiegeln das Gesicht und den Propheten, und zu salben den Heiligen der Heiligen". Dan.9/27: "Endlich über den Vogel der Greuel die Verwüstung, und bis zur Vollendung und Entscheidung wird es sich ergießen über die Verödung". Vom Herrn selbst wird die Vollendung auch vorhergesagt in folgenden Worten: Luk.21/24: "Sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes, und gefangen weggeführt werden unter alle Völkerschaften; und zuletzt wird Jerusalem zertreten sein von den Völkerschaften, bis daß erfüllt sein werden die Zeiten der Völkerschaften" (der Heiden): fallen durch die Schärfe (ore) des Schwertes, bedeutet durch Falsches, denn das Schwert ist im Worte des Falschen Strafe; Jerusalem für das Reich des Herrn und die Kirche: Nr. 402; die Völkerschaften (Heiden) für das Böse: Nr. 1260; somit, daß die Vollendung alsdann statthaben werde, wenn die Kirche vom Bösen und Falschen in Besitz genommen, und so durch sich selbst zerstört sein wird. 1858. Vers 17: Und es geschah, die Sonne ging unter, und dunkel ward es, und siehe, ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die hindurchfuhr zwischen jenen Stücken. "Und es geschah, die Sonne ging unter" bedeutet die letzte Zeit, wann die Vollendung vorhanden ist; "und dunkel ward es" bedeutet, wenn Haß anstatt der Liebtätigkeit (da ist); "und siehe, ein rauchender Ofen" bedeutet das dichteste Falsche; "und eine Feuerfackel" bedeutet die Hitze der Begierden; "die hindurchfuhr zwischen jenen Stücken" bedeutet, daß jene (Hitze) diejenigen geteilt habe, die von der Kirche mit dem Herrn waren. 1859. "Und es geschah, die Sonne ging unter", 1. Mose 15/17, daß dies die letzte Zeit bedeutet, wenn die Vollendung vorhanden ist, erhellt aus dem, was 1. Mose 15/12 vom Untergang der Sonne und dessen Bedeutung gesagt wurde, daß er nämlich die letzte Zeit der Kirche sei. 1860. "Und dunkel ward es", 1. Mose 15/17, daß dies bedeutet, wenn Haß anstatt der Liebtätigkeit (da ist), erhellt aus der Bedeutung des Dunkels. Im Worte bedeutet die Finsternis Falsches, das Dunkel aber Böses, wovon gleich unten. Finsternis ist da, wenn das Falsche anstatt des Wahren, und Dunkel, wenn das Böse anstatt des Guten, oder was ganz dasselbe ist, wenn Haß anstatt der Liebtätigkeit (da ist). Wenn Haß anstatt der Liebtätigkeit da ist, ist ein so großes Dunkel, daß der Mensch gar nicht weiß, daß (der Haß etwas) Böses ist, geschweige ein so großes Böse, daß es ihn im anderen Leben zur Hölle hinabstößt; denn die, welche im Hasse sind, empfinden eine gewisse Annehmlichkeit (jucundum) und gleichsam eine gewisse Lebenslust (vitale) darin; gerade diese Annehmlichkeit und Lebenslust macht, daß man kaum anders weiß, als daß sie gut sei. Alles, was dem Vergnügen und der Begierde des Menschen, weil seiner Liebe, günstig ist, das empfindet er als Gutes, so sehr, daß, wenn man ihm sagt, es sei höllisch, er es kaum glauben kann. Noch weniger, wenn man ihm sagt, daß eine solche Annehmlichkeit und Lebenslust sich im anderen Leben in einen Auswurfs- und Leichengestank verwandelt. Noch weniger glaubt er, daß er selbst ein Teufel und ein schauerliches Bild der Hölle werde; denn die Hölle besteht nur aus Formen des Hasses und solchen teuflischen Gestalten. Dies kann jedoch jeder wissen, der einige Denkkraft hat, denn wenn er selbst den Haß beschreiben, oder im Bilde darstellen, oder wenn er könnte, auf irgendeine Weise malen wollte, so würde er es nicht anders tun, als durch teuflische Gestalten, dergleichen sie auch wirklich nach dem Tod werden. Und, merkwürdigerweise, können solche dennoch sagen, sie werden im anderen Leben in den Himmel kommen, (und zwar) einige bloß dadurch, daß sie sagen, sie haben den Glauben, während doch im Himmel nur Gestalten der Liebtätigkeit sind, und wie diese beschaffen sind, ersehe man aus dem Erfahrungsbeleg: Nr. 553. Nun möge man erwägen, wie jene beiden Gestalten, die des Hasses und die der Liebtätigkeit, an einem Ort einstimmig beisammen sein könnten! Daß die Finsternis das Falsche, und die Dunkelheit das Böse bedeutet, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Jes.60/2: "Siehe, Finsternis bedeckt die Erde, und Dunkel die Völker". Joel 2/1,2: "Zusammenschrecken sollen alle Bewohner des Landes, denn es kommt der Tag Jehovahs, der Tag der Finsternis und Dunkelheit". Zeph.1/15: "Ein Tag des Grimmes ist jener Tag, ein Tag der Wüste und Verödung, ein Tag der Finsternis und Dunkelheit". Amos 5/20: "Ist nicht Finsternis der Tag Jehovahs, und nicht Licht, und Dunkel, und nicht Helle ihm". Wo der letzte Tag Jehovahs für die letzte Zeit der Kirche (steht), von der hier (die Rede ist). Die Finsternis für das Falsche, das Dunkel für das Böse. Darum wird beides genannt, sonst wäre es die Wiederholung einer und derselben Sache, oder eine leere Worthäufung. Das Wort aber, durch das in der Grundsprache das Dunkel in diesem Vers ausgedrückt wird, schließt beides in sich, sowohl das Falsche, als das Böse, oder dichtes Falsches, aus dem Böses, und dann auch dichtes Böses, aus dem Falsches (kommt). 1861. "Und siehe, ein rauchender Ofen (furnus fumi), daß dies das dichteste Falsche bedeutet, "und eine brennende Fackel" (fax ignis), 1. Mose 15/17, daß dies die Hitze der Begierden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des rauchenden Ofens, sofern diese ist das dichte Falsche, und aus der Bedeutung der brennenden Fackel, sofern diese ist die Hitze der Begierden. Ein rauchender Ofen heißt es, weil ein Mensch, besonders ein Mensch der Kirche, der Kenntnisse des Wahren hat, und (sie) gleichwohl nicht anerkennt, sondern im Herzen leugnet, und sein Leben in den dem Wahren entgegengesetzten Dingen hinbringt, nicht anders erscheint, denn als ein rauchender Ofen, er selbst wie ein Ofen, und das aus allerlei Haß (entspringende) Falsche wie ein Rauch. Die Begierden, aus denen das Falsche hervorgeht, nicht anders, denn als brennende Fackeln aus einem solchen Ofen, wie dies auch aus den Vorbildungen im anderen Leben erhellt, wovon aus Erfahrung: Nr. 814, 1528. Es sind Begierden nach Haß- und Rachehandlungen, nach Grausamkeiten und Ehebrüchen; und mehr noch nach eben diesen, wenn sie mit listigen Anschlägen vermischt sind, die so erscheinen und werden. Daß durch Ofen, Rauch und Feuer dergleichen im Worte bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.9/17,18: "Ein jeder (ist ein) Heuchler und Bösewicht, und jeder Mund redet Torheit, denn wie ein Feuer brennt die Bosheit, Dorngestrüppe und Dornhecken verzehret sie, und zündet an die Gebüsche des Waldes, und sie erheben sich wie Rauchsäulen; im Grimm Jehovahs Zebaoth hat sich verdunkelt das Land, und das Volk ist geworden wie eine Speise des Feuers, keiner wird seines Bruders verschonen": wo das Feuer für die Äußerungen des Hasses steht, das Aufsteigen des Rauches von daher für dergleichen Falsches. Der Haß wird dadurch beschrieben, daß keiner seines Bruders verschonen wird. Wenn solche von den Engeln angesehen werden, so erscheinen sie nicht anders, als sie hier beschrieben sind. Joel 3/3,4 (oder 2/30,31): "Ich werde Wunderzeichen geben an den Himmel und auf Erden, Blut und Feuer, und Rauchsäulen; die Sonne wird in Finsternis, der Mond in Blut verwandelt werden, ehe kommt der Tag Jehovahs, der große und schreckliche": wo das Feuer für den Haß (steht), die Rauchsäulen für das Falsche, die Sonne für die Liebtätigkeit, der Mond für den Glauben. Jes.34/9,10: "Das Land wird zu brennendem Pech werden, Nacht und Tag wird es nicht verlöschen, ewig wird sein Rauch aufsteigen": das brennende Pech für die argen Begierden, der Rauch für die Falschheiten. Mal.3/19: "Siehe, der Tag kommt brennend wie ein Ofen, und es werden alle Stolzen, und jeder, der Bosheit tut, wie Stoppel sein, und entflammen wird sie der kommende Tag; er wird ihnen nicht Wurzel, noch Ast zurücklassen": der brennende Ofen für ähnliches; die Wurzel für die Liebtätigkeit, der Ast für die Wahrheit, die nicht wird übriggelassen werden. Hos.13/1,3: "Ephraim hat sich verschuldet durch Baal; er wird sein wie Spreu, die vom Wirbelwind hinweggeweht wird von der Tenne, und wie Rauch aus dem Rauchfang": Ephraim für den Verständigen, der so geworden ist. Jes.1/31: "Der Gewaltige wird zu Werg werden, und seine Tat zu einem Funken, und beide werden in gleicher Weise angezündet werden, und niemand, der sie lösche": für die, welche in der Selbstliebe, oder was dasselbe ist, im Haß gegen den Nächsten sind, daß sie so von ihren Begierden werden entzündet werden. Joh.Offenb.18/2,18; 19/3: "Babylon ist geworden eine Wohnung der Dämonen; sie schrieen, da sie den Rauch von ihrem Brande sahen; der Rauch steigt auf in die Zeitläufe der Zeitläufe". Joh.Offenb.9/2: "Er öffnete den Brunnen des Abgrunds, infolgedessen ein Rauch aus dem Brunnen emporstieg, wie der Rauch eines großen Ofens; und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens". Joh.Offenb.9/17,18: "Aus dem Maul der Rosse ging hervor Feuer und Rauch und Schwefel; von diesen ward getötet der dritte Teil der Menschen, vom Feuer und vom Rauch und vom Schwefel, der von ihrem Maul ausging". Joh.Offenb.14/9,10: "Wer das Tier anbetet, soll trinken vom Wein des Zornes Gottes, der mit lauterem gemischt ist im Becher Seines Zorns, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel". Joh.Offenb.16/8,9: "Der vierte Engel goß aus seine Schale in die Sonne, und es ward ihm gegeben, die Menschen mit Hitze zu schlagen, durch Feuer; und so glühten die Menschen von großer Hitze; und lästerten den Namen Gottes". Ebenso, daß sie "geworfen wurden in den Feuerpfuhl, der mit Schwefel brennet": Offenb.19/20; 20/14,15; 21/8. In diesen Stellen steht das Feuer für die Begierden, der Rauch für die Falschheiten, die in den letzten Zeiten herrschen werden. Wie es sich im anderen Leben verhält, so ist es von Johannes geschaut worden, als ihm sein inwendigeres Gesicht geöffnet wurde. Ähnliches erscheint auch den Geistern und den Seelen nach dem Tod. Hieraus kann erhellen, was das höllische Feuer ist, daß es nichts anderes ist als Haß, Rache und Grausamkeit, (oder was dasselbe ist, Selbstliebe), welche so werden. Würde ein Mensch, der von der Art ist, solange er im Leben des Körper ist, von den Engeln in der Nähe gesehen werden, so würde er, wie sehr er auch auswendig als ein anderer erschiene, vor ihren Augen nicht anders erscheinen, nämlich sein Haß wie Feuerfackeln, und die daraus hervorgehenden Falschheiten wie rauchende Öfen. Von diesem Feuer sagt der Herr: Matth.3/10; Luk.3/9: "Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen": unter der guten Frucht wird die Liebtätigkeit verstanden, wer sich um diese bringt, haut sich ab, und wirft sich in ein solches Feuer. Matth.13/41,42,50: "Es wird der Sohn des Menschen Seine Engel aussenden, und sie werden aus Seinem Reich sammeln alle Anstöße, und die so Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen". Matth.25/41: "Der König sagt zu denen, die zur Linken sind: Weichet von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln". Daß sie geworfen werden sollen in das ewige Feuer, in die Gehenna des Feuers, und daß ihr Wurm nicht sterbe, und das Feuer nicht verlösche: Matth.18/8,9; Mark.9/43-49; ebenso Luk.16/24: "Sende Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und meine Zunge kühle, denn ich leide Qual in dieser Flamme". Solche, welche die Geheimnisse des Reiches des Herrn nicht wissen, meinen, der Herr werfe die Gottlosen in die Hölle, oder in ein solches Feuer, welches das des Hasses ist; die Sache verhält sich aber ganz anders; es ist der Mensch selbst und der teuflische Geist selbst, der sich hinabstürzt; weil es aber so erscheint, so ist im Worte nach dem Anschein, ja nach den Täuschungen der Sinne, so geredet worden, besonders vor den Juden, die gar nichts begreifen wollten, als was den Sinnen gemäß war, welcherlei Täuschungen es auch sein mochten. Darum ist der Buchstabensinn, besonders in den Propheten, voll von dergleichen, wie: Jerem.21/12: "So sprach Jehovah: Haltet Gericht in der Frühe, und errettet den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers, daß nicht wie Feuer ausbreche Mein Grimm und brenne, so daß niemand löschen möge, um der Bosheit ihrer Werke willen": Gericht halten heißt das Wahre sagen; den Beraubten erretten aus der Hand des Unterdrückers heißt, das Gute der Liebtätigkeit tun. Das Feuer steht für die höllische Strafe derer, die dies nicht tun, das ist, die im Falschen des Hasses leben. Im Buchstabensinn wird solches Feuer und solche Wut dem Jehovah zugeschrieben, im inneren Sinn aber ist es ganz das Gegenteil. Joel 2/1,3: "Der Tag Jehovahs, vor ihm frißt das Feuer, und hinter ihm entzündet die Flamme". Ps.18/9,10: "Rauch stieg aus Seiner Nase auf, und Feuer fraß aus Seinem Munde, Kohlen brannten aus Ihm, und Dunkel unter Seinen Füßen". 5. Mose 32/22: "Das Feuer ist angezündet in Meinem Zorn, und wird brennen bis zur untersten Hölle, und verzehren das Land und sein Erzeugnis, und entflammen die Grundfesten der Berge": wo das Feuer für den Haß, der Rauch für das Falsche (steht), das beim Menschen ist; was dem Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben wird, aus den schon angegebenen Gründen. Es erscheint auch so den Höllen, als ob Jehovah oder der Herr dies tue, allein es ist ganz das Gegenteil, sie sind es (selbst), die sich das tun, weil sie im Feuer des Hasses sind. Hieraus ist zu ersehen, wie leicht man, wenn man den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, in Phantasien verfallen kann. Ebenso verhielt es sich mit dem Rauch und Feuer, das dem Volke vom Berge Sinai herab erschien, als das Gesetz verkündigt wurde; denn Jehovah oder der Herr erscheint einem jeden so wie dieser beschaffen ist: den himmlischen Engeln als Sonne, den geistigen Engeln als Mond, allen Guten als ein Licht von verschiedener Annehmlichkeit und Lieblichkeit, den Bösen aber wie Rauch und wie verzehrendes Feuer. Und weil die Juden, als das Gesetz verkündigt wurde, nichts von Liebtätigkeit hatten, sondern bei ihnen die Selbst- und Weltliebe, folglich nur Böses und Falsches herrschte, darum erschien Er ihnen wie Rauch und Feuer, während (Er) in demselben Augenblick den Engeln wie eine Sonne und ein himmlisches Licht (erschien). Daß Er den Juden so erschien, weil sie so beschaffen waren, erhellt: 2. Mose 24/16,17: "Es wohnte die Herrlichkeit Jehovahs auf dem Berge Sinai; und das Ansehen der Herrlichkeit Jehovahs (war) wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges, vor den Augen der Söhne Israels". 2. Mose 19/18: "Der ganze Berg Sinai rauchte, darum, weil Jehovah auf ihn herabgestiegen war im Feuer, und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Ofens, und der ganze Berg bebte sehr". 5. Mose 4/11,12; 5/19: "Ihr tratet herzu, und standet unten am Berg, da der Berg brannte im Feuer, bis zum Herzen des Himmels, Finsternis und Wolke, und Dunkel; und Jehovah redete zu euch aus der Mitte des Feuers". 5. Mose 5/20-22: "Es geschah, da ihr hörtet die Stimme aus der Mitte der Finsternis, da brannte der Berg im Feuer, und ihr tratet zu mir, und sagtet: Warum sollen wir sterben, denn verzehren wird uns dieses große Feuer; wenn wir weiter hören die Stimme Jehovahs, unseres Gottes, so werden wir sterben". Ebenso würde es gehen, wenn ein anderer, der im Haß und in den Unreinheiten des Hasses lebt, den Herrn sehen würde; er könnte Ihn nicht anders sehen, als aus dem Haß und dessen Unreinheiten, die Aufnahmegefäße der Strahlen des Guten und Wahren von Ihm sind, die aber eben diese Strahlen des Guten und Wahren in ein solches Feuer, Rauch und Dunkel verkehren würden. Aus denselben Stellen wird auch klar, was der Ofenrauch und was die Feuerfackel ist, nämlich das dichteste Falsche und das unreinste Böse, das in den letzten Zeiten die Kirche einnehmen wird. 1862. "Die hindurchfuhr zwischen jenen Stücken", 1. Mose 15/17, daß dies bedeutet, es habe jene (Hitze) diejenigen geteilt, die von der Kirche mit dem Herrn waren, kann erhellen aus dem, was 1. Mose 15/10 gesagt wurde von dem Mitten-Entzweiteilen der Tiere, daß dieses bezeichnete die gegenseitige Beziehung und Entsprechung in betreff des Himmlischen, und daß das Gegenüberliegen des einen Teils gegen den anderen bezeichnete die Kirche und den Herrn, und der mitten inne liegende Raum oder Zwischenraum dasjenige, was zwischen dem Herrn und der Kirche oder zwischen dem Herrn und dem Menschen der Kirche vermittelt, und dies ist das Gewissen, dem Gutes und Wahres durch die Liebtätigkeit eingepflanzt ist. Wenn an die Stelle der Liebtätigkeit Haß, und an die Stelle des Guten und Wahren Böses und Falsches tritt, dann ist kein Gewissen des Guten und Wahren da, sondern diese Mitte oder dieser Zwischenraum erscheint wie angefüllt mit Ofenrauch und Feuerfackeln, das ist, angefüllt mit Beredungen des Bösen und mit allerlei Haß, und dieses ist es, was den Herrn von der Kirche ganz trennt. Dieses ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß es hindurchfuhr zwischen jenen Stücken, hauptsächlich die Feuerfackel, welche die Selbstliebe ist, oder, was dasselbe ist, das Böse des Hasses. Was auch erhellen kann bei Jeremias, wo beinahe dieselben Worte stehen: Jerem.34/14,18-20: "Ich will geben die Männer, die Meinen Bund übertreten haben, die nicht festgehalten haben die Worte des Bundes, den sie geschlossen haben vor Mir, ein Kalb, das sie entzweigeschnitten, und zwischen dessen Teilen sie hindurchgegangen sind: die Fürsten Jehudahs, und die Fürsten Jerusalems, die Hämmlinge, und Priester, und alles Volk des Landes, die hindurchgingen zwischen den Teilen des Kalbes, und will sie geben in die Hand ihrer Feinde, und in die Hand derer, die ihre Seelen suchen, und ihr Leichnam wird zur Speise dienen dem Vogel der Himmel und dem Tier der Erde". 1863. Vers 18: An jenem Tage schloß Jehovah mit Abram einen Bund, und sprach: Deinem Samen will Ich dieses Land geben, vom Strom Ägyptens, bis zum großen Strome, dem Strome Phrath. "An jenem Tage schloß Jehovah mit Abram einen Bund" bedeutet die Verbindung des inwendigeren Menschen des Herrn mit dem inneren (Menschen) oder Jehovah; "und sprach: Deinem Samen will Ich dieses Land geben" bedeutet die Tröstungen nach diesen Versuchungen und Schrecknissen, daß die, welche in Liebtätigkeit und Glauben an Ihn sind, Erben werden sollen; "vom Strom Ägyptens, bis zum großen Strome, dem Strome Phrath", bedeutet die Ausdehnung des Geistigen und Himmlischen: zum Strom Ägypten, ist die Ausdehnung des Geistigen; zum Strome Phrath, ist die Ausdehnung des Himmlischen. 1864. "An jenem Tage schloß Jehovah mit Abram einen Bund", 1. Mose 15/18, daß dies die Verbindung des inwendigeren Menschen des Herrn mit dem inneren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern diese ist Verbindung, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038; und weil hier im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird, so bedeutet es eine innigere Verbindung; denn der Herr schritt mehr und mehr fort zur Verbindung und Vereinigung mit Jehovah, Seinem Vater, bis daß Er einer (mit Ihm) wurde, das ist, das menschliche Wesen selbst auch Jehovah (wurde), Der das eigentliche Innere des Herrn war. Dies wurde vorgebildet durch den Bund, den Jehovah mit Abram schloß. Jeder kann sehen, daß Jehovah keineswegs einen Bund schließt mit einem Menschen, dies wäre gegen das Göttliche. Was ist der Mensch anderes, als etwas Geringes und Unreines, das aus sich nichts als Böses denkt und tut. Alles Gute, das er tut, ist aus Jehovah, woraus erhellen kann, daß dieses Bündnis wie die übrigen Bündnisse mit den Nachkommen Abrams, nichts anderes war als eine Vorbildung des Göttlichen und der himmlischen Dinge des Reiches Gottes, hier daß es eine Vorbildung der Verbindung des menschlichen Wesens des Herrn, mit Seinem Göttlichen, das ist, mit Jehovah war. Daß es eine Vorbildung der Verbindung des inwendigeren Menschen des Herrn mit dem inneren, das ist mit Jehovah war, erhellt aus dem Vorhergehenden, sofern nämlich der Herr durch Versuchungskämpfe und Siege mehr und mehr sich verband und vereinigte. Was der inwendigere Mensch (Interior Homo) ist, ist früher gesagt worden (Nr. 1702), nämlich der mittlere zwischen dem inneren und dem äußeren (Menschen). 1865. "Und sprach: Deinem Samen will Ich dieses Land geben", 1. Mose 15/18, daß dies den Trost nach diesen Versuchungen und Schrecknissen bedeutet, daß nämlich die, welche in der Liebtätigkeit und im Glauben an Ihn sind, Erben werden sollen, erhellt aus der Bedeutung des Samens, und aus der Bedeutung des Landes. Durch den Samen Abrams wird die Liebe und der aus ihr hervorgehende Glaube bezeichnet, was früher gezeigt worden ist: Nr. 255, 256, 1025, folglich alle die, welche in der Liebtätigkeit und im Glauben an den Herrn sind. Durch das Land Kanaan aber wird das Reich des Herrn bezeichnet. "Das Land Kanaan deinem Samen geben" bedeutet daher, daß das himmlische Reich zum Erbe gegeben werden solle denen, die infolge der Liebtätigkeit Glauben an Ihn haben. Daß dies dem Herrn nach den Versuchungen und Schrecknissen zum Trost gereicht habe, kann ohne Erklärung erhellen, denn nach den (von Ihm) geschauten betrübenden Ereignissen, daß nämlich, nachdem Er das Böse und Falsche verjagt hatte, das durch das Gevögel bezeichnet wurde, das auf die Körper herabkam, und das Abram wegscheuchte, wovon 1. Mose 15/11, gleichwohl dichte Falschheiten sich eindrängen würden, vor denen Er Sich entsetzte, und die durch den Schrecken großer Finsternisse bezeichnet wurden, der im Schlummer auf Abram fiel, wovon 1. Mose 15/12; und gleichwohl zuletzt lauter Falsches und Böses das Menschengeschlecht einnehmen würde, was durch den Ofenrauch und die Feuerfackel bezeichnet wurde, die zwischen den Stücken hindurchfuhr, wovon 1. Mose 15/17, konnte Er nicht anders als in Angst und Schmerz sein, weshalb nun ein Trost folgt, wie 1. Mose 15/4,5, daß nämlich Sein Same das Land erben werde, d.h. die, welche in Liebtätigkeit und im Glauben an Ihn sind, Erben Seines Reiches werden sollen. Bloß die Rettung des Menschengeschlechts gereichte Ihm zum Trost, denn Er war in der göttlichen und himmlischen Liebe, und wurde auch Seinem menschlichen Wesen nach die göttliche und himmlische Liebe selbst, welche einzig die Liebe aller im Auge hat und im Herzen trägt. Daß die göttliche Liebe so beschaffen ist, kann erhellen aus der Liebe der Eltern gegen die Kinder, sofern sie in dem Grade wächst, in dem sie niedersteigt, d.h. größer wird in den Nachkommen als in den nächsten Kindern selbst. Es gibt gar nichts ohne Ursache und Ursprung, folglich auch nicht diese Liebe gegen die Nachkommen, sofern sie bei dem Menschengeschlecht nach und nach immer mehr zunimmt. Die Ursache und der Ursprung kann nicht anderswoher kommen, als aus dem Herrn, von Dem alle eheliche Liebe und Elternliebe gegen die Kinder einfließt, infolgedessen, daß Seine Liebe so beschaffen ist, daß Er alle wie ein Vater seine Kinder liebt, und alle zu Erben machen will, und für ein Erbgut sorgt für die, welche geboren werden sollen, wie für die, welche geboren sind. HG 1866 1866. "Vom Strom Ägyptens bis zum großen Strome, dem Strome Phrath", 1. Mose 15/18, daß dies die Ausdehnung des Geistigen und Himmlischen bedeutet: zum Strom Ägyptens, daß dies die Ausdehnung des Geistigen ist, zum Strom Phrath, daß dies die Ausdehnung des Himmlischen ist, erhellt aus der Bedeutung des Stromes Ägyptens und aus der Bedeutung des großen Stromes oder des Euphrat. Daß diese Ströme die Ausdehnung des Geistigen und Himmlischen bedeuten, kann erhellen aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern dieses ist das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, in dem nichts als Geistiges, das Sache des Glaubens, und Himmlisches ist, das Sache der gegenseitigen Liebe ist, daher nichts anderes, als die Ausdehnung desselben unter den Grenzen des Landes Kanaan verstanden werden kann; denn was das Land Kanaan, was der Strom Ägyptens, und was der große Strom Euphrat sei, davon wissen die, welche in den Himmeln sind, gar nichts, ja nicht einmal, was die Grenzen eines Landes sind, sondern was die Ausdehnung der geistigen und himmlischen Dinge ist, und die Bestimmungen und Begrenzungen der Zustände derselben, das wissen sie; dies haben sie in ihren Gedanken, wenn jene Dinge vom Menschen gelesen werden, indem so der Buchstabe und dessen historischer Sinn verschwindet, der den himmlischen Ideen zum Träger diente. Daß der Strom Ägyptens die Ausdehnung der geistigen Dinge bedeutet, kommt daher, daß Ägypten bedeutet das Wißtümliche (scientivica), das zugleich mit dem Vernünftigen und Verständigen des Menschen das Geistige ist, wie Nr. 1443, und hin und wieder anderwärts gesagt worden ist. Und daß Ägypten im inneren Sinn das Wißtümliche bedeutet: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Daß der Strom Euphrat die Ausdehnung der himmlischen Dinge bedeutet, kann erhellen von den Ländern, die dieser Strom begrenzt und vom Lande Kanaan scheidet, und durch die hin und wieder auch das Wißtümliche und die Erkenntnisse der himmlischen Dinge bezeichnet werden; hier aber, weil er der Strom, und der große Strom genannt wird, ist es nichts anderes, als die himmlischen Dinge, und die Erkenntnisse derselben, denn der große Strom, und die Größe, wird von jenem ausgesagt. 1867. Vers 19-21: Den Keniter, und den Kenissiter, und den Kadmoniter. Und den Chithiter, und den Perisiter, und die Rephaim. Und den Amoriter, und den Kanaaniter, und den Girgaschiter, und den Jebusiter. "Den Keniter, und den Kenissiter, und den Kadmoniter" bedeutet das Falsche, das aus dem Reich des Herrn vertrieben werden soll; "den Chithiter, und den Perisiter, und die Rephaim" bedeutet die Beredungen des Falschen; "den Amoriter, und den Kanaaniter, und den Girgaschiter, und den Jebusiter" bedeutet das aus dem Bösen hervorgehende Falsche. 1868. Daß diese Dinge durch jene Völkerschaften bezeichnet werden, wäre zu weitläufig aus dem Wort jetzt zu begründen, und ist hier auch nicht nötig, weil sie bloß genannt werden. Von einigen war früher die Rede, z.B. von den Rephaim, daß sie die Beredungen des Falschen bedeuten: Nr. 567, 581, 1673; vom Amoriter, daß er Böses: Nr. 1680; vom Kanaaniter, daß er Böses: 1. Mose 15/16, vom Perisiter, daß er Falsches bedeute: Nr. 1574. Was die übrigen Völkerschaften insbesondere bedeuten, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn im Folgenden, wo sie vorkommen, gesagt werden. Was die Völkerschaften betrifft, die aus dem Reich des Herrn vertrieben werden sollten, so verhält es sich damit so: Im anderen Leben verlangen die bösen und teuflischen Geister nach nichts so sehr, als in die Geisterwelt einzudringen, und die guten Geister anzugreifen, sie werden aber ebensooft hinausgeworfen; in gleicher Weise wie beim Menschen, der wiedergeboren wird, das Böse und Falsche, das ihn eingenommen hatte, unterjocht und zerstreut, und an dessen Statt Wahres und Gutes, das dem Reich des Herrn angehört, eingepflanzt wird. Dies ist vorgebildet worden durch die Völkerschaften, die von den Söhnen Jakobs aus dem Lande Kanaan vertrieben wurden; ebenso durch die Juden selbst, die nachher daraus vertrieben wurden; gleiches geschah ehedem mit mehreren Völkerschaften, durch die ähnliches vorgebildet wurde, wie durch die Choriter, die von Esaus Nachkommen aus dem Gebirge Seir vertrieben wurden, wovon 5. Mose 2/12,22; durch die Avim, die von den Kaphthorim vertrieben wurden: 5. Mose 2/23; sodann durch die Emim und Rephaim, die von den Moabitern (vertrieben wurden): 5. Mose 2/9-11; wie auch durch die Samsumim, (die) von den Ammonitern vertrieben wurden: 5. Mose 2/19-21; außerdem durch mehrere andere, von denen bei den Propheten die Rede ist. Nr. 1869 - 1885 abgedruckt in Band   Vorrede Im ersten Teil sind fünfzehn Kapitel der Genesis erklärt, und es ist gesagt worden, was sie im inneren Sinn enthalten, und einem jeden Kapitel ist beigefügt worden, was ich in der Geisterwelt und im Engelshimmel, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, sehen und hören durfte; nun folgt der andere Teil, in dem gleichfalls jedem Kapitel dergleichen beigefügt werden wird. Diesem 16. Kapitel etwas über die Gesichte und Träume, auch die prophetischen, die im Worte vorkommen. Ich weiß, daß wenige glauben werden, daß jemand die Dinge, die im anderen Leben existieren, sehen, und von daher etwas über den Zustand der Seelen nach dem Tode berichten könne, weil wenige an eine Auferstehung glauben, und zwar von den Gebildeten noch wenigere, als von den Einfältigen; mit dem Mund zwar sagen sie es, weil es der Glaubenslehre gemäß ist, daß sie auferstehen werden, dennoch aber leugnen sie es im Herzen; ja einige gestehen auch offen, sie würden es dann glauben, wenn jemand von den Toten auferstände, und sie ihn sehen, hören und betasten würden; wenn aber dies geschehen würde, so geschehe es nur für einzelne, und dennoch würde ein jeder von solcher Art, der es im Herzen leugnet, nicht so überzeugt werden, sondern es würden sich tausend Gegengründe einschleichen, die seinen Sinn im Unglauben bestärken würden; gleichwohl sagen einige, sie glauben, daß sie auferstehen werden, aber am Tage des Jüngsten Gerichts, von dem sie die Meinung gefaßt haben, daß alsdann alles in der sichtbaren Welt untergehen werde, und weil man jenen Tag so viele Jahrhunderte vergebens erwartet hat, so sind sie auch im Zweifel. Was aber unter dem Jüngsten Gericht, von dem im Worte die Rede ist, verstanden wird, soll am Ende des folgenden 17. Kapitel von 1. Moses, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, kurz gesagt werden. Hieraus kann erhellen, wie sie heutzutage in der Christenheit sind; die Sadduzäer, von denen bei Matth.22/23 und folgend die Rede ist, hatten die Auferstehung offen geleugnet, sie taten aber besser daran, als diejenigen heutzutage, die, weil so in der Glaubenslehre steht, sagen, sie leugnen sie nicht, während sie doch dieselbe im Herzen leugnen, so daß sie das Gegenteil von dem glauben, was die sagen. Damit man sich aber nicht mehr in dieser falschen Meinung bestärken möge, ist mir, aus der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gegeben worden, während ich dem Leibe nach in der Welt bin, dem Geiste nach im anderen Leben zu sein, (denn der Mensch ist ein mit einem Körper bekleideter Geist), und dort mit den Seelen zu reden, die nicht lange nach dem Hinscheiden auferstanden sind, ja beinahe mit allen denen, die ich bei Leibesleben gekannt hatte, und die gestorben sind, sodann täglich nun schon einige Jahre lang mit Geistern und Engeln zu reden, und dort staunenswerte Dinge zu sehen, die noch nie in eines Menschen Sinn gekommen sind; und zwar dies ohne alle Täuschung. Weil sehr viele sagen, sie würden glauben, wenn einer aus dem anderen Leben zu ihnen käme, so wird man nun sehen, ob sie trotz der Bestärkung des Herzens im Unglauben sich überzeugen lassen. Das kann ich versichern, daß von denen, die ins andere Leben kommen, die aus der Christenheit die allerschlimmsten sind, indem sie den Nächsten hassen, den Glauben hassen und den Herrn leugnen; denn im anderen Leben reden die Herzen, nicht die Mäuler, abgesehen davon, daß sie, mehr als die übrigen, Ehebrecher sind; und weil der Himmel sich von denen, die innerhalb der Kirche sind, zu entfernen anfängt, so kann klar sein, was mir auch als gewiß zu wissen gegeben wurde, daß die letzte Zeit nahe ist. Über den inneren Sinn des Wortes, was er sei und wie beschaffen, sehe man, was gesagt und gezeigt worden ist im ersten Teil: Nr. 1-5, 64-66, 167, 605, 920, 937, 1143, 1224, 1404, 1405, 1408, 1409, 1502, 1540, 1659, 1756, hauptsächlich 1767-1777 und 1869-1879, 1783, 1807 und im diesem Teil Nr. 1886-1889. * Zweiter Teil Des ersten Buches Mose 16. Kapitel 1886. In diesem Kapitel ist von Hagar und Jischmael die Rede; was aber durch Hagar und Jischmael im inneren Sinn vorgebildet und bezeichnet wird, ist noch niemanden bekannt; und konnte auch nicht bekannt sein, weil bisher die Welt, auch die gebildete, meinte, das Geschichtliche im Wort sei nur Geschichtliches, und schließe nichts Tieferes in sich, und obwohl man sagte, daß ein jedes Jota von Gott eingegeben sei, so verstand man darunter doch nichts anderes, als daß jenes geoffenbart worden sei, und daß etwas Dogmatisches, das auf die Glaubenslehre anwendbar ist, daraus abgeleitet werden, und für Lehrende und Lernende dienlich sein könne, und daß es eben als von Gott Eingegebenes, eine göttliche Kraft an den Gemütern beweise, und mehr als alles andere Geschichtliche Gutes wirke. Aber das Historische an sich betrachtet trägt wenig zur Besserung des Menschen und nichts zum ewigen Leben bei, denn im anderen Leben wird das Geschichtliche der Vergessenheit übergeben; denn was hätte man dort davon, wenn man wüßte von der Magd Hagar, sie sei dem Abram von Sarai gegeben worden, wenn man von Jischmael, ja wenn man von Abram wüßte? Nichts außer dem, was des Herrn, und was vom Herrn ist, tut den Seelen Not, um in den Himmel einzugehen und der Freude, das ist, des ewigen Lebens zu genießen; um deswillen ist das Wort da, und dieses ist es, was in dessen Inwendigem enthalten ist. 1887. Die Inspiration schließt in sich, daß im einzelnen des Wortes, sowohl in seinen historischen Teilen, als in den übrigen, Himmlisches ist, was Sache der Liebe oder des Guten, und Geistiges, was Sache des Glaubens oder des Wahren, somit Göttliches ist. Denn was vom Herrn inspiriert wird, das steigt von Ihm hernieder, und zwar durch den Engelshimmel, und so durch die Geisterwelt, bis zum Menschen, bei dem es sich so darstellt, wie es im Buchstaben beschaffen ist. Aber ganz anders ist es in seinem ersten Ursprung: Im Himmel ist durchaus keine weltliche Geschichte, sondern alles ist Vorbildung göttlicher Dinge, und nichts anderes wird man dort inne; wie auch daraus bekannt sein kann, daß, was dort ist, Unaussprechliches ist; wofern daher die Geschichten nicht Vorbildungen göttlicher Dinge und somit himmlisch sind, können sie durchaus nicht von Gott eingegeben sein. Wie das Wort in den Himmeln beschaffen ist, das wird nur aus dem inneren Sinn erkannt, denn der innere Sinn ist das Wort des Herrn in den Himmeln. 1888. Daß der Buchstabensinn des Wortes eine Darstellung himmlischer Geheimnisse sei, und daß er ein Aufnahmegefäß und so ein Bergungsort himmlischer und geistiger Dinge des Herrn sei, kann ich durch zwei Beispiele erläutern; wovon das eine ist, daß unter David nicht verstanden wird David, sondern der Herr; und das andere, daß die Namen nichts anderes bezeichnen, als Sachen folglich auch das übrige. Von David heißt es bei Hes.37/24,25: "Mein Knecht David wird König sein über sie und der eine Hirt über sie alle: wohnen werden auf Erden sie, und ihre Söhne, und die Söhne ihrer Söhne bis in Ewigkeit; und David, mein Knecht, ein Fürst für sie in Ewigkeit"; und bei Hos.3/5: "Zurückkehren werden die Söhne Israels, und werden suchen Jehovah, ihren Gott, und David, ihren König": Dies ist von jenen Propheten nach Davids Zeit geschrieben worden, und doch wird offen gesagt, daß er ihr König und Fürst sein werde; woraus einem jeden einleuchten kann, daß unter David im inneren Sinn der Herr verstanden wird; so auch in den übrigen Stellen, auch den historischen, wo David genannt wird. Daß die Namen der Königreiche, Gegenden, Städte, Männer, Sachen bezeichnen, kann augenscheinlich bei den Propheten erhellen; als Beispiel diene bloß Folgendes bei Jes.10/24,26-34: "So sprach der Herr, Jehovih Zebaoth: Fürchte dich nicht, mein Volk, Bewohner Zions, vor Aschur; mit der Rute wird er dich schlagen, und den Stab aufheben über dich im Weg Ägyptens: erwecken wird über ihn Jehovah Zebaoth eine Geißel, gleich der Plage Midians, auf dem Felsen Horeb, und seinen Stab auf dem Meer, und wird ihn aufheben im Weg Ägyptens: er wird kommen gegen Ajath; wird hinüberziehen gen Migron; zu Mischmasch wird er entbieten seinen Waffen; wird hinüberziehen nach Mabara; Gibea eine Herberge für uns, zittern wird Chormah, Saul Gibeah wird fliehen; ertöne mit deiner Stimme, Tochter Gallim; Lajisch merke auf; elende Anathoth; flüchtig wird sein Madmena; die Bewohner von Gebim werden sich versammeln; noch ist es Tag, in Nob zu stehen; schwingen wird seine Hand der Berg der Tochter Zions, der Hügel Jerusalems. Umhauen wird er die Gebüsche des Waldes mit dem Eisen, und der Libanon wird fallen durch den Herrlichen": hier sind beinahe lauter Namen, aus denen keinerlei Sinn hervorgehen würde, wenn nicht der einzelnen Namen Sachen bezeichneten; und wenn man mit dem Gedanken bei jenen Namen stehen bliebe, so würde man gar nicht anerkennen, daß es Wort des Herrn sei; aber wer wird glauben, daß jenes alles im inneren Sinn Geheimnisse des Himmels enthält, und daß damit der Zustand derjenigen beschrieben wird, die durch Vernünfteleien aus Wissenschaftlichem in die Geheimnisse des Glaubens einzudringen sich bemühen, und daß durch einen jeden Namen etwas Besonderes von jenem Zustand beschrieben wird; sodann daß jene Vernünfteleien durch Himmlisches der Liebe und Geistiges des Glaubens vom Herrn zerstreut werden? Daß durch Aschur die Vernünftelei, von der hier die Rede ist, bezeichnet wird, kann deutlich erhellen aus dem, was in betreff Aschurs gezeigt worden ist Nr. 119, 1186; und daß durch Ägypten Wißtümliches bezeichnet wurde, aus dem, was Nr. 1164, 1165, 1462 gesagt wurde; was man nachsehen und prüfen möge, ob es sich nicht so verhält; ebenso verhält es sich mit den übrigen Namen; und in gleicher Weise mit den einzelnen Wörtern. 1889. Ebenso verhält es sich in diesem Kapitel mit den Namen Abram, Sarai, Hagar und Jischmael; was sie aber in sich schließen, kann erhellen aus der Inhaltsanzeige, sodann aus der Erklärung des einzelnen im Folgenden; aber es sind solche Dinge, die nicht leicht faßlich erklärt werden können, denn es wird unter ihnen gehandelt vom Vernunftmäßigen des Herrn, wie dieses empfangen und geboren wurde, und wie es beschaffen war, ehe es mit dem Inneren des Herrn, das Jehovah war, vereinigt wurde; daß dies nicht leicht faßlich erklärbar ist, hat den Grund, weil man heutzutage nicht weiß, was der innere Mensch, was der inwendigere, und was der auswendigere ist; wenn gesagt wird das Vernunftmäßige, oder der Vernunftmensch, dann hat man noch eine Idee davon, hingegen wenn gesagt wird, das Vernunftmäßige sei das Vermittelnde zwischen dem inneren und äußeren Menschen, so fassen dies wenige, wenn je einige: weil aber im inneren Sinn hier vom vernunftmäßigen Menschen beim Herrn gehandelt wird, wie er vom Einfluß des inneren Menschen in den äußeren empfangen und geboren wurde, und dieses es ist, was die Geschichten von Abram, Hagar und Jischmael in sich schließen, so muß man, damit das, was in der Erklärung folgt, nicht ganz als fremdartig erscheine, wissen, daß bei einem jeden Menschen ein innerer Mensch ist, ein vernunftmäßiger als der mittlere, und ein äußerer; und daß diese unter sich sehr genau unterschieden sind; worüber man das früher Gesagte nachsehe: Nr.978.   16. Kapitel 1. Und Sarai, das Weib Abrams, gebar ihm nicht; und sie hatte eine ägyptische Magd, deren Name war Hagar. 2. Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, verschlossen hat mich Jehovah, daß ich nicht gebäre, gehe doch ein zu meiner Magd, vielleicht werde ich erbauet werden von ihr; und Abram hörte auf die Stimme Sarais. 3. Da nahm Sarai, das Weib Abrams, Hagar, die Ägypterin, ihre Magd, am Ende der zehn Jahre, seit Abram wohnte im Lande Kanaan, und gab sie dem Abram, ihrem Manne, ihm zum Weibe. 4. Und er ging ein zu Hagar, und sie ward schwanger; und (als) sie sah, daß sie schwanger geworden, war ihre Gebieterin gering in ihren Augen. 5. Und Sarai sprach zu Abram: Meine Unbill (liegt) auf dir, ich habe meine Magd gelegt an deinen Busen, und sie sah, daß sie schwanger geworden, und ich bin gering in ihren Augen; es richte Jehovah zwischen mir und zwischen dir. 6. Und Abram sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, tue ihr, was gut in deinen Augen ist; da demütigte sie Sarai, und sie floh von ihrem Angesicht. 7. Da fand sie der Engel Jehovahs an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Wege (nach) Schur. 8. Und sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Und sie sprach: Von dem Angesicht Sarais, meiner Gebieterin, fliehe ich. 9. Da sprach zu ihr der Engel Jehovahs: Kehre wieder um zu deiner Gebieterin, und demütige dich unter ihre Hände. 10. Und der Engel Jehovahs sprach zu ihr: Mehren, ja mehren will Ich deinen Samen, und er wird nicht gezählet werden vor der Menge. 11. Und der Engel Jehovahs sprach zu ihr: Siehe, du bist schwanger, und wirst einen Sohn gebären, und sollst seinen Namen nennen Jischmael, weil Jehovah gehört hat auf deine Drangsal. 12. Und derselbe wird sein ein Waldesel-Mensch, seine Hand gegen alle, und die Hand aller gegen ihn; und wider die Angesichte aller seiner Brüder wird er wohnen. 13. Und sie nannte den Namen Jehovahs, des zu ihr Redenden; Du Gott siehest mich; denn sie sprach: Habe ich doch hier gesehen Dem nach, Der mich siehet! 14. Darum nannte man den Brunnen, Brunnen dem Lebendigen, Der mich siehet, siehe da, zwischen Kadesch und zwischen Bared. 15. Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar geboren, Jischmael. 16. Und Abram (war) ein Sohn von achtzig Jahren und sechs Jahren, als Hagar den Jischmael dem Abram gebar.   Inhalt 1890. Es wird in diesem Kapitel gehandelt vom ersten Vernunftmäßigen beim Herrn, das empfangen wurde vom Einfluß des inneren Menschen in die Neigung des äußeren zu den Wissenschaften: der innere Mensch ist Abram; die Neigung des äußeren zu den Wissenschaften ist die ägyptische Magd Hagar; das Vernunftmäßige hieraus ist Jischmael; wie dieses beschaffen war, wird hier beschrieben, und nachher in 21. Kapitel, wo es heißt, es sei aus dem Hause vertrieben worden, nachdem das göttlich Vernünftige des Herrn, das durch Jischak vorgebildet ist, geboren wurde. 1891. Daß das erste Vernunftmäßige des Herrn nach der Ordnung durch den Einfluß, oder die Verbindung des inneren Menschen mit dem Leben der Neigung zu den Wissenschaften, die dem Äußeren angehört, empfangen worden sei: Vers 1-3. Weil es aber vom äußeren her (so war), dessen Natur so beschaffen ist, daß es das intellektuelle Wahre geringschätzte: Vers 4, darum dachte der Herr auf dessen Unterjochung: Vers 5-9. Und wann unterjocht, daß es geistig und himmlisch werde: Vers 10, 11. Es wird beschrieben, wie es beschaffen wäre, wenn nicht unterjocht: Vers 12. Einblick des Herrn von seinem inwendigeren Menschen in die Ursache: Vers 13, 14. Es wird so das Vernunftmäßige in betreff seiner Beschaffenheit beschrieben; sodann der Zustand des Herrn, als es entstand: Vers 15, 16.   Innerer Sinn 1892. Vers 1: Und Sarai, das Weib Abrams, gebar ihm nicht; und sie hatte eine ägyptische Magd, deren Name war Hagar. "Und Sarai, das Weib Abrams, gebar ihm nicht" bedeutet, daß noch kein vernunftmäßiger Mensch (da war). Sarai ist das dem Guten beigesellte Wahre; Abram ist der innere Mensch des Herrn, der Jehovah (war); "und sie hatte eine ägyptische Magd" bedeutet die Neigung zu den Wissenschaften; "deren Name war Hagar" bedeutet das Leben des auswendigeren oder natürlichen Menschen. 1893. "Sarai, das Weib Abrams, gebar ihm nicht", 1. Mose 16/1, daß dies bedeutet, daß noch kein vernunftmäßiger Mensch (da war), wird aus dem Folgenden erhellen, wo von Jischak die Rede ist: es sind nämlich bei einem jeden Menschen ein innerer Mensch, ein vernunftmäßiger Mensch, welcher der mittlere, und ein äußerer, der eigentlich der natürliche Mensch heißt. Diese sind beim Herrn vorgebildet worden durch Abraham, Jischak und Jakob: der innere Mensch durch Abraham, der vernünftige durch Jischak, und der natürliche durch Jakob. Der innere Mensch beim Herrn war Jehovah selbst; denn Er ist aus Jehovah empfangen worden, daher Er Ihn so oft Seinen Vater nannte, und Er im Worte der Eingeborene Gottes, und der alleinige Sohn Gottes hieß. Der vernünftige Mensch wird nicht angeboren, sondern bloß die Fähigkeit, ein vernünftiger Mensch zu werden, wie einem jeden daraus erhellen kann, daß die neugeborenen Kinder mit keiner Vernunft begabt sind, sondern vernünftig werden mit dem Fortgang der Zeit mittelst des äußeren und inneren Sinnlichen, so wie sie in Wissenschaften und Erkenntnisse eingeführt werden. Bei den Knaben erscheint zwar ein Vernunftmäßiges, ist aber doch nicht Vernünftiges, sondern bloß ein Anfangsgrund desselben, was man daraus erkennt, daß die Vernunft bei Erwachsenen und Greisen ist. Vom vernunftmäßigen Menschen beim Herrn ist in diesem Kapitel die Rede. Das göttlich Vernünftige selbst wird vorgebildet durch Jischak, das erste Vernunftmäßige aber, ehe es göttlich geworden ist, durch Jischmael, daher hier dadurch, daß Sarai, das Weib Abrams, ihm nicht gebar, bezeichnet wird, daß noch kein göttlich Vernünftiges da war. Der Herr wurde, wie früher gesagt worden, geboren wie ein anderer Mensch, und in betreff dessen, was Er von der Mutter Maria her hatte, war Er wie ein anderer Mensch, und weil das Vernünftige durch Wissenschaftliches und durch Erkenntnisse gebildet wird, die durch das Äußere oder das dem äußeren Menschen angehörende Sinnliche eindringen, darum wurde Sein erstes Vernünftiges geboren wie bei einem anderen Menschen. Weil Er aber alles, was menschlich war bei Ihm, durch eigene Kraft göttlich machen mußte, so denn auch das Vernünftige: Sein erstes Vernünftiges wird beschrieben in diesem Kapitel, dann auch im 21. Kapitel, wo ebenfalls von Hagar und Jischmael vom 9. bis 21. Vers die Rede ist, daß nämlich dieser ausgetrieben worden sei, als Jischak heranwuchs, durch den vorgebildet wird das göttlich Vernünftige. 1894. Daß Sarai das dem Guten beigesellte Wahre sei, ist Nr. 1468 und anderwärts gesagt und gezeigt worden; ebenso daß Abram sei der innere Mensch des Herrn, der Jehovah ist. Daß der innere Mensch des Herrn, der Jehovah ist, Mensch genannt wird hat seinen Grund darin, daß niemand Mensch ist, als allein Jehovah; denn Mensch bedeutet in seinem echten Sinn dasjenige Sein, aus dem der Mensch ist. Das eigentliche Sein, aus dem der Mensch ist, ist das Göttliche, folglich das Himmlische und das Geistige. Ohne das göttlich Himmlische und göttlich Geistige ist nichts Menschliches beim Menschen, sondern ist etwas Tierisches (animale quoddam), wie bei den vernunftlosen Tieren. Aus Jehovahs oder des Herrn Sein hat jeder Mensch, daß er Mensch ist, von daher auch wird er Mensch genannt. Das Himmlische, das den Menschen (zum Menschen) macht, besteht darin, daß er den Herrn liebt, und den Nächsten liebt, so ist er Mensch, weil das Ebenbild des Herrn, und weil er jenes vom Herrn hat; sonst ist er ein wildes Tier. Daß Jehovah oder der Herr der alleinige Mensch sei, und daß von Ihm her die Menschen haben, daß sie Menschen heißen, sodann, daß der eine mehr Mensch sei als der andere, sehe man Nr. 49, 288, 477, 565; und außerdem kann es daraus erhellen, daß Jehovah oder der Herr, den Vätern der Ältesten Kirche, und nachher auch dem Abraham, so wie den Propheten, als Mensch erschienen ist. Daher es auch, nachdem kein (rechter) Mensch mehr auf Erden, oder nichts Himmlisches und Geistiges mehr beim Menschen war, dem Herrn beliebte, menschliche Natur dadurch anzunehmen, daß Er wie ein anderer Mensch geboren wurde, um sie göttlich zu machen; auch insofern (ist Er) der alleinige Mensch. Überdies stellt der gesamte Himmel vor dem Herrn das Bild eines Menschen, weil Ihn, dar, daher auch der Himmel der Größte Mensch genannt wird, darum hauptsächlich, weil der Herr alles in allem in demselben ist. 1895. "Und sie hatte eine ägyptische Magd", 1. Mose 16/1, daß dies die Neigung zu den Wissenschaften bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Magd, und aus der Bedeutung Ägyptens. Sarai, als Herrin oder Gebieterin, bildet vor und bezeichnet das dem Guten beigesellte Wahre. Das dem Guten beigesellte Wahre ist das verstandesmäßige Wahre im echten Sinn; das vernunftmäßige Wahre aber ist unterhalb desselben, somit niedriger; dieses entsteht aus den Wissenschaften und Erkenntnissen, sofern sie durch eine ihnen entsprechende Neigung belebt sind, und weil diese Neigung dem auswendigeren Menschen angehört, muß sie dem verstandesmäßigen Wahren, das beim Innersten ist, dienen, wie eine Magd der Herrin oder eine Dienerin der Gebieterin, daher ist es jene Neigung, die durch die Magd Hagar vorgebildet und bezeichnet wird: wie es sich damit verhält, kann nicht so faßlich gesagt werden; denn zuvor muß man wissen, was das verstandesmäßige Wahre im echten Sinn ist; sodann auch, wie das Vernunftmäßige erzeugt wird, nämlich vom inneren Menschen als Vater, und von dem auswendigeren oder natürlichen als Mutter, ohne die Verbindung beider entsteht nirgends etwas Vernünftiges. Das Vernünftige entsteht nicht, wie man meint, aus den Wissenschaften und Erkenntnissen, sondern aus der Neigung zu den Wissenschaften und Erkenntnissen, wie dies schon daraus erhellen kann, daß durchaus niemand vernünftig werden kann, wofern nicht ein Lustreiz oder eine Neigung zu den Wissenschaften und Erkenntnissen ihn anweht; die Neigung ist das eigentliche mütterliche Leben, und das eigentlich Himmlische und Geistige in der Neigung ist das väterliche Leben, und inwieweit daher Neigung da ist, und je nachdem die Neigung ist, insoweit und in solcher Weise wird der Mensch vernünftig; die Dinge des Wissens und die Erkenntnisse an sich sind nur tote Dinge, oder werkzeugliche Ursachen, die durch das Leben der Neigung belebt werden; dies ist die Empfängnis des vernünftigen Menschen bei einem jeden. Daß sie eine ägyptische Magd war, und dies gesagt wird, hat den Grund, weil Ägypten die Wissenschaften bezeichnet, wie Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, gezeigt wurde. 1896. "Ihr Name war Hagar", 1. Mose 16/1, daß dies das Leben des auswendigeren oder natürlichen Menschen bedeutet, kann aus dem, was gesagt worden ist, erhellen; sodann aus der Bedeutung von Hagar, sofern diese ist eine Fremde oder Pilgernde (peregrinans). Die Fremdlinge bildeten diejenigen vor, die unterrichtet werden sollten, und das Herumreisen das Unterrichtetwerden, sodann die Lebensweisen, wie früher gezeigt worden ist: Nr. 1463. Wenn im Worte gesagt wird sein (oder ihr) Name ist (so oder so), wie hier, ihr Name (war) Hagar , so bedeutet es, daß der Name etwas in sich schließe, was zu beachten sei, denn mit Namen nennen, heißt wissen, wie jemand beschaffen ist, wie Nr. 144, 145, 340. Auch nicht ein Wörtchen steht im Worte ohne Grund, und ohne Bezeichnung einer Sache im inneren Sinn. 1897. Vers 2: Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, verschlossen hat mich Jehovah, daß ich nicht gebäre, gehe doch ein zu meiner Magd, vielleicht werde ich erbauet werden von ihr; und Abram hörte auf die Stimme Sarais . "Und Sarai sprach zu Abram" bedeutet, so sei (im Gefühl) vernommen worden; "siehe doch, verschlossen hat mich Jehovah, daß ich nicht gebäre" bedeutet den Zustand ehe der inwendigere oder göttlich vernünftige Mensch geboren worden; "gehe doch ein zu meiner Magd" bedeutet die Verbindung mit dem Auswendigeren, "vielleicht werde ich erbauet werden von ihr" bedeutet, so könne das Vernünftige geboren werden; "und Abram hörte auf die Stimme Sarais" bedeutet, es habe nicht anders geschehen können. 1898. "Sarai sprach zu Abram", 1. Mose 16/2, daß dies bedeute, so sei (im Gefühl) vernommen worden, erhellt aus der Bedeutung von Sarai und Abram, sofern nämlich Sarai ist das dem Guten beigesellte Wahre, und Abram der innere Mensch. Daher was von Sarai zu Abram gesagt wurde, im inneren Sinn nicht ein Gespräch bedeuten kann, sondern ein Innewerden. Das Innewerden des Herrn war damals aus dem, welchem Guten zugesellten Wahren, das Ihm sagte, wie sich die Sache verhalte. Etwas Ähnliches ist beim himmlischen Menschen, der ein Innewerden bekommt: es ist ein dem Guten zugeselltes Wahre, das diktiert, hernach ist es das Gute, aus dem, oder durch welches das Wahre vernommen wird. Daß "sagen" im inneren Sinn bedeutet innewerden, sehe man Nr. 1791, 1815, 1819, 1822. 1899. "Siehe doch, verschlossen hat mich Jehovah, daß ich nicht gebäre", 1. Mose 16/2, daß dies bedeute den Zustand, ehe der inwendigere oder göttlich vernünftige Mensch geboren worden, erhellt aus dem, was schon früher über die Empfängnis und Geburt des vernünftigen Menschen gesagt worden ist, daß nämlich der göttlich vernünftige Mensch vorgebildet werde durch Jischak, der erste Vernunftmensch aber, der göttlich werden sollte, durch Jischmael. Damit dieses vorgebildet würde, ist Sarai so lang unfruchtbar geblieben, bis Jischmael ein Knabe geworden war, wovon im 1. Mose 21. Kapitel. Darum heißt es hier: Jehovah habe sie verschlossen, daß sie nicht gebar . 1900. "Gehe doch ein zu meiner Magd", 1. Mose 16/2, daß dies die Verbindung mit dem Auswendigeren bedeutet, erhellt auch aus dem, was schon früher gesagt worden ist, daß nämlich das Vernünftige des Menschen empfangen und erzeugt werde aus dem inneren Menschen als Vater, und aus dem auswendigeren als Mutter. Das eigentliche Leben des Menschen ist vom inneren Menschen her, der keinen als nur einen sehr dunklen Verkehr mit dem äußeren haben kann, bevor die aufnehmenden Gefäße, die dem Gedächtnis angehören, gebildet sind, und dies geschieht durch Erkenntnisse und Wissenschaften. Der Einfluß des inneren Menschen hat statt mittelst der Neigung in die Erkenntnisse und Wissensdinge des auswendigeren Menschen; ehe diese vorhanden sind, ist zwar unterdessen ein Verkehr da, aber bloß durch Gefühle, durch die der äußere regiert wird, daher es nur ganz allgemeine Bewegungen sind, und zwar Begierden, sodann einige blinde Hinneigungen, wie sie bei den kleinen Kindern erscheinen. Allein dieses Leben wird stufenweise klarer, je wie die Gefäße des Gedächtnisses durch Erkenntnisse, und die Gefäße des inwendigeren Gedächtnisses durch Vernunftmäßiges gebildet werden. Je wie diese Gefäße gebildet, und in gehörige Ordnung gebracht werden, und zwar in eine solche, daß sie sich gegenseitig aufeinander beziehen, vergleichsweise wie Blutsverwandtschaften und Schwägerschaften, oder wie Gesellschaften und Familien, so wird die Entsprechung des äußeren Menschen mit dem inneren vervollkommnet; und noch besser durch Vernunftmäßiges, welches das Vermittelnde (intermedia) ist; aber immerhin nicht in angemessener Weise, wenn nicht die Erkenntnisse, durch die sie (die Gefäße) gebildet werden, Wahrheiten sind; denn des inneren Menschen Himmlisches und Geistiges findet für sich eine Entsprechung nur in den Wahrheiten; diese in den organischen Formen der beiden Gedächtnisse, sind die echten Gefäße, in die Himmlisches der Liebe und Geistiges des Glaubens hineingebracht werden kann; denn alsdann werden sie vom Herrn nach der Idee und dem Bild der Gesellschaften des Himmels oder Seines Reiches geordnet, so daß der Mensch ein Himmel oder Reich Gottes im kleinen wird, wie denn auch die Gemüter derjenigen, die im Himmlischen der Liebe und im Geistigen des Glaubens sind, im Worte so genannt werden, aber dies ist gesagt worden für die, welche tiefer zu denken lieben. 1901. "Vielleicht werde ich erbauet werden von ihr", 1. Mose 16/2, daß dies bedeutet, so könne das Vernunftmäßige geboren werden, kann erhellen aus der Bedeutung von erbauet werden, wenn es von der Zeugung ausgesagt wird, somit ohne Erklärung. Durch Sarai wird, wie gesagt, bezeichnet das verstandesmäßige Wahre (intellectuale Verum), das als Gattin dem Guten beigestellt ist: das verstandesmäßige Wahre, das beim Innersten sich befindet, ist ganz kinderlos (orbum), oder wie eine kinderlose (improlis) Mutter, wann noch kein Vernunftmäßiges da ist, in das und durch das es einfließen kann; denn ohne das vermittelnde Vernunftmäßige kann es nicht mit einem Wahren in den auswendigeren Menschen einfließen; wie man dies ersehen kann an den Kindern, diese können gar nicht Wahres wissen, ehe sie mit Erkenntnissen ausgerüstet sind; aber je besser und vollkommener sie mit Erkenntnissen ausgerüstet werden, desto besser und vollkommener kann das verstandesmäßige Wahre, das beim Innersten oder beim Guten ist, mitgeteilt werden: Dieses durch Sarai vorgebildete verstandesmäßige Wahre ist das eigentlich Geistige, das durch den Himmel, und so durch den inneren Weg, und zwar bei einem jeden Menschen einfließt, und stets den Erkenntnissen entgegenkommt, die durch Sinneswahrnehmungen (senualia) eingebracht, und dem Gedächtnis eingepflanzt werden, ohne daß der Mensch es weiß, weil es zu rein ist, als daß es durch eine allgemeine Vorstellung erfaßt werden könnte; es ist ein gewisses Licht, das erleuchtet, und die Fähigkeit zu wissen, zu denken, und zu verstehen gibt. Das Vernunftmäßige, weil es auch nur durch den Einfluß des durch Sarai vorgebildeten verstandesmäßigen Wahren entstehen kann, verhält sich nicht anders als dessen Sohn: wenn das Vernunftmäßige aus Wahrheiten, die dem Guten beigesellt sind, und noch mehr, wenn es aus Gutem, von dem Wahrheiten herkommen, gebildet wird, dann ist es ein echter Sohn; vorher zwar wird es auch als Sohn anerkannt, aber nicht als ein echter, sondern von der Magd, immerhin jedoch wird es an Kindes Statt angenommen, und dies ist der Grund, warum hier gesagt wird, daß sie von ihr erbauet werden würde. 1902. "Und Abram hörte auf die Stimme Sarais", 1. Mose 16/2, daß dies bedeutet, es habe nicht anders geschehen können, kann erhellen aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, und aus der Notwendigkeit, sofern das Vernünftige beim Menschen nicht anders geboren werden kann. Wenn der Mensch mit keinem Erbübel behaftet wäre, dann würde das Vernunftmäßige unmittelbar aus der Ehe der himmlischen Dinge des inneren Menschen mit dessen geistigen geboren, und durch das Vernunftmäßige würde das Wißtümliche geboren, so daß der Mensch alles Vernunftmäßige und alles Wißtümliche sogleich, wenn er in die Welt kommt, bei sich hätte; denn dieses wäre der Ordnung des Einflusses gemäß; was daraus geschlossen werden kann, daß alle Tiere, die es immer sein mögen, in alles Wissen von dem, was ihnen zu ihrer Nahrung, Beschützung, Wohnung und Fortpflanzung notwendig und dienlich ist, geboren werden, weil ihre Natur der Ordnung gemäß ist; wieviel mehr der Mensch, wenn nicht bei ihm die Ordnung zerstört wäre, denn er allein wird in kein Wissen geboren. Das, was macht, daß er so geboren wird, ist das Erbübel von Vater und Mutter her, daher alle seine Fähigkeiten in entgegengesetzter Richtung in Beziehung auf die Wahrheiten und das Gute sind, und durch den unmittelbaren Einfluß des Himmlischen und Geistigen vom Herrn her nicht in entsprechende Formen gebracht werden können. Dies ist der Grund, warum das Vernunftmäßige des Menschen auf eine ganz andere Weise, oder auf einem anderen Weg, gebildet werden muß, nämlich durch Wissensdinge und Erkenntnisse, die durch die Sinne eingebracht wurden, also durch den äußeren Weg, somit in umgekehrter Ordnung einfließen. Der Mensch wird so auf wunderbare Weise vom Herrn vernünftig gemacht. Dies wird verstanden unter dem eingehen zur Magd, wodurch die Verbindung des inneren Menschen mit dem auswendigeren bezeichnet wird; und durch das Hören Abrams auf die Stimme Sarais, wodurch bezeichnet wird, es hätte nicht anders geschehen können. Weil der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch, und von der Mutter her Erbliches hatte, so war Er hierin einem andern gleich, zu dem Ende, daß Er durch Versuchungskämpfe und Siege alles in Ordnung bringen möchte. Darum ist auch Sein Vernunftmäßiges ebenso empfangen und geboren worden, wie bei einem anderen Menschen, (nur) mit dem Unterschied, daß das Göttliche oder Jehovah in allem und jedem von Ihm inwendigst war, somit das Leben der Liebe gegen das gesamte Menschengeschlecht, für das und dessen Rettung Er in allen Seinen Versuchungen kämpfte. 1903. Vers 3: Da nahm Sarai, das Weib Abrams, Hagar, die Ägypterin, ihre Magd, am Ende der zehn Jahre, seit Abram wohnte im Lande Kanaan, und gab sie Abram, ihrem Manne, ihm zum Weibe. "Da nahm Sarai, das Weib Abrams" bedeutet die Neigung zum Wahren, die im echten Sinn Sarai, die Ehefrau ist; "Hagar, die Ägypterin, ihre Magd" bedeutet das Leben des auswendigeren Menschen und die Neigung zum Wissen (affectio scientiarum); "am Ende der zehn Jahre, seit Abram wohnte im Lande Kanaan" bedeutet die Überreste des Guten und aus diesem des Wahren, die Sich der Herr erwarb, durch die jenes Vernunftmäßige empfangen wurde; "und gab sie Abram, ihrem Manne, ihm zum Weibe" bedeutet eine Verbindung infolge der Anregung der Neigung zum Wahren. 1904. "Da nahm Sarai, das Weib Abrams", 1. Mose 16/3, daß dies bedeutet die Neigung zum Wahren, die im echten Sinn Sarai, das Eheweib ist, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, sofern sie das dem Guten beigesellte Wahre ist, und aus der Bedeutung von Eheweib (uxor), sofern sie die Neigung ist, von der schon Nr. 915, 1468 die Rede war. Es gibt zweierlei Neigungen, die voneinander unterschieden sind: die Neigung zum Guten (affectio poni), und die Neigung zum Wahren. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann geht die Neigung zum Wahren voraus, denn er wird angeregt vom Wahren um des Guten willen. Wenn er aber wiedergeboren ist, geht die Neigung zum Guten vor, und aus dem Guten wird er angeregt vom Wahren. Die Neigung zum Guten gehört dem Willen, und die Neigung zum Wahren gehört dem Verstand an. Die ältesten Menschen haben zwischen beiderlei Neigungen gleichsam eine Ehe angenommen, das Gute oder die Liebe zum Guten hießen sie den Menschen als Ehemann (maritum), das Wahre oder die Liebe zum Wahren hießen sie den Menschen als Eheweib (uxorem). Die Vergleichung des Guten und Wahren mit einer Ehe hat ihren Ursprung in der himmlischen Ehe. Das Gute und Wahre an sich betrachtet sind ohne Leben, sie empfangen aber Leben von der Liebe oder von der Neigung; sie dienen nur als Werkzeuge für das Leben. Wie daher die das Gute und das Wahre anregende Liebe beschaffen ist, so ist das Leben beschaffen; denn alles, was zum Leben gehört, ist Sache der Liebe oder Neigung! Daher kommt, daß Sarai das Eheweib im echten Sinn die Neigung zum Wahren bedeutet, und hier, weil das Verständige ein Verlangen hatte nach dem Vernünftigen, als nach seiner Frucht, und weil das, was sie spricht, ein Verlangen oder einen Trieb ausdrückt, darum wird in diesem Vers ausdrücklich gesagt: Sarai, das Weib Abrams, gab ihrem Manne Abram ; was nicht nötig gewesen wäre zu sagen (denn es wäre an sich überflüssig), wenn es nicht dergleichen im inneren Sinn in sich schlösse. Das verstandesmäßige Wahre wird vom vernunftmäßigen Wahren, und dieses vom wißtümlichen Wahren unterschieden, wie das Innere, das Mittlere und das Äußere. Das verstandesmäßige Wahre ist das Innere, das vernunftmäßige Wahre ist das Mittlere, und das wißtümliche Wahre ist das Äußere. Diese sind voneinander sehr genau unterschieden, weil das eine inwendiger ist als das andere. Bei einem jeden Menschen ist das verstandesmäßige Wahre, das inwendig ist, oder dem Innersten angehört, nicht (Eigentum) des Menschen, sondern es ist das des Herrn beim Menschen, von daher fließt der Herr ein ins Vernunftmäßige, wo zuerst das Wahre als dem Menschen angehörend erscheint, und durch das Vernunftmäßige ins Wißtümliche, woraus erhellt, daß der Mensch durchaus nicht denken kann wie von sich aus dem verstandesmäßigen Wahren, sondern aus dem vernunftmäßigen und dem wißtümlichen Wahren, weil diese als das Seine erscheinen. Der Herr allein dachte, als Er in der Welt lebte, aus dem intellektuellen Wahren, weil dasselbe Sein mit dem Guten verbundenes Göttliche, oder das mit dem göttlich Himmlischen verbundene göttlich Geistige war; hierin war der Herr von jedem anderen Menschen unterschieden. Aus dem Göttlichen denken wie aus sich selbst, ist gar nicht Sache des Menschen, noch möglich im Menschen, (sondern) allein in Ihm, der von Jehovah empfangen war. Weil Er aus dem verstandesmäßigen Wahren, das ist, aus der Liebe oder Neigung zum verstandesmäßigen Wahren dachte, so verlangte Er auch aus demselben nach dem Vernunftmäßigen, daher kommt, daß hier gesagt wird, Sarai des Weib Abrams, unter der die Neigung zum verstandesmäßigen Wahren verstanden wird, habe Hagar, die Ägypterin, genommen, und sie Abram, ihrem Manne, ihm zum Weibe gegeben. Die übrigen Geheimnisse, die hier sind, können nicht faßlich entwickelt und erklärt werden, weil der Mensch im tiefsten Dunkel ist, ja gar keine Vorstellung von seinem Inneren hat, denn er setzt ins Wißtümliche sowohl das Vernünftige, als das Verständige, und weiß nicht, daß sie unterschieden sind, und zwar so unterschieden, daß es ein Verständiges geben kann ohne ein Vernünftiges, wie auch von daher ein Vernünftiges ohne ein Wißtümliches. Dies muß als widersinnig denen erscheinen, die im Wißtümlichen (befangen) sind, es ist aber dennoch Wahrheit. Es ist jedoch unmöglich, daß jemand im wißtümlich Wahren sei, nämlich in dessen Neigung und Glauben, wenn er nicht im vernunftmäßigen Wahren ist, in das und durch das der Herr vom Verstandesmäßigen her einfließen kann. Diese Geheimnisse werden dem Menschen nur im anderen Leben offenbar. 1905. "Hagar, die Ägypterin, ihre Magd", 1. Mose 16/3, daß dies bedeutet das Leben des auswendigeren Menschen, und die Neigung zum Wissen, erhellt aus der Bedeutung von Hagar, wovon Nr. 1895, 1896; und aus der Bedeutung der Ägypterin, sodann der Magd, wovon ebenfalls dort. 1906. "Am Ende der zehn Jahre, seit Abram wohnte im Lande Kanaan", 1. Mose 16/3, daß dies bedeutet die Überreste des Guten und aus ihm des Wahren, die der Herr Sich erwarb, durch die jenes Vernunftmäßige empfangen wurde, erhellt aus der Bedeutung von zehn, sofern diese die Überreste sind, wovon Nr. 576. Was Überreste sind, ist gesagt und gezeigt worden Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 798, 1050; daß sie nämlich sind alle Zustände der Neigung zum Guten und Wahren, mit denen der Mensch vom Herrn von der ersten Kindheit an bis zum Ende des Lebens beschenkt wird, welche Zustände für ihn zum Behuf seines Lebens nach dem Tod aufbewahrt werden, denn alle seine Lebenszustände kehren im anderen Leben allmählich wieder, und alsdann werden sie durch die Zustände des Guten und Wahren gemildert, mit denen er vom Herrn beschenkt worden war. Je mehr Überreste er daher bei Leibesleben empfangen hat, oder je mehr Gutes und Wahres, desto angenehmer und schöner erscheinen seine übrigen Zustände wenn sie wiederkehren. Daß es sich so verhält, kann einem jeden klar werden, wenn er es erwägen mag. Wenn der Mensch geboren ist, hat er nichts Gutes und Wahres aus sich selbst, sondern er ist ganz wie er ist mit Erbübel befleckt, dagegen fließt alles Gute ein, z.B. daß er seine Eltern, seine Wärterinnen, seinesgleichen liebt, und dies aus Kindlichkeit. Dieses ist es, was vom Herrn durch den Himmel der Unschuld und des Friedens, welcher der innerste ist, einfließt, und so wird der Mensch, solange er ein Kind ist, damit ausgestattet. Hernach, wenn er heranwächst, tritt diese kindliche Güte, Unschuld und Harmlosigkeit zurück und je mehr er in die Welt eingeführt wird, desto mehr kommt er dadurch in Vergnügungen und in Begierden, somit in Böses hinein, und in demselben Maße fängt das Himmlische oder Gute des kindlichen Alters an zu verschwinden. Allein es bleibt dennoch zurück, und durch sie werden die Zustände gemildert, die der Mensch hernach annimmt und sich aneignet. Ohne dieselben kann der Mensch nicht Mensch sein, denn die Zustände der Begierden oder des Bösen, ohne Milderung durch Zustände der Neigung zum Guten, wären wilder als die irgendeines Tieres. Jene guten Zustände sind es, die Überreste heißen, und sind vom Herrn geschenkt und dem Charakter des Menschen eingepflanzt worden, und zwar dies ohne Wissen des Menschen. Im folgenden Alter wird er auch mit neuem beschenkt, aber diese Zustände gehören nicht dem Guten, sondern dem Wahren an, denn wenn er heranwächst, wird er mit Wahrheiten ausgestattet und diese werden gleichfalls bei ihm in seinem inwendigeren Menschen aufbewahrt. Diesen Überresten, die dem Wahren angehören und die aus dem Einfluß des Geistigen vom Herrn her geboren werden, hat es der Mensch zu verdanken, daß er denken, wie auch das Gute und Wahre, das zum bürgerlichen und sittlichen Leben gehört, verstehen, dann auch das Geistige oder Glaubenswahre aufnehmen kann. Allein dieses vermag er nur durch die Überreste des Guten, die er in der Kindheit empfangen hat. Daß es Überreste gibt, und daß dieselben dem Menschen in seinem inwendigeren Vernunftmäßigen aufbewahrt werden, weiß der Mensch gar nicht, weil er glaubt, es fließe nichts ein, sondern es sei alles etwas Natürliches, ihm angeboren, somit sei alles in ihm selber, (schon) als Kind, während es sich doch ganz anders verhält. Von den Überresten ist hin und wieder im Worte die Rede, und es werden durch dieselben diejenigen Zustände bezeichnet, durch die der Mensch Mensch wird, und dies allein vom Herrn her. Die Überreste aber, die sich beim Herrn befanden, waren alle göttliche Zustände, die Er Sich erworben, und durch die Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen (Wesen) vereinigt hat; sie sind nicht zu vergleichen mit den Überresten beim Menschen, denn diese sind nicht göttlich, sondern menschlich. Jene Überreste sind es, die bezeichnet werden durch die zehn Jahre, die Abram im Lande Kanaan wohnte. Wenn die Engel das Wort hören, so wissen sie nicht von Zehn, sondern sogleich, wenn diese vom Menschen genannt werden, stellt sich bei ihnen die Vorstellung der Überreste ein, denn durch zehn und Zehnten werden im Wort die Überreste bezeichnet, wie aus demjenigen erhellt, was gesagt und gezeigt wurde Nr. 576, 1738; und wenn sie vernehmen, daß es gewesen sei am Ende der zehn Jahre, seit Abram im Lande Kanaan wohnte, so stellt sich die Vorstellung des Herrn ein, und zugleich Unzähliges, was durch die Überreste beim Herrn, solange Er in der Welt war, bezeichnet wird. 1907. "Und gab sie Abram, ihrem Mann, ihm zum Weibe", 1. Mose 16/3, daß dies bedeutet eine Verbindung infolge der Anregung der Neigung zum Wahren, erhellt aus dem, was oben von Sarai, dem Weibe Abrams, gesagt wurde, daß sie nämlich die Neigung zum Wahren im echten Sinne sei; und aus dem, was von der Verbindung des inneren Menschen mit dem Leben, und der Neigung des Auswendigeren, von der das Vernunftmäßige herkommt, gesagt wurde. Hagar ist dem Abram nicht zur Gattin, sondern zum Weibe gegeben worden, dies hat seinen Grund darin, daß es der göttlichen Ordnung gemäß ist, daß eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Gattin statthat; die eheliche Liebe kann gar nicht geteilt werden, wird sie geteilt unter mehrere, so ist es keine eheliche Liebe, sondern es ist eine unzüchtige (lasciviae), über welchen Gegenstand, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. 1908. Vers 4: Und er ging ein zu Hagar, und sie ward schwanger; und (als) sie sah, daß sie schwanger geworden, war ihre Gebieterin gering in ihren Augen. "Und er ging ein zu Hagar" bedeutet die Verbindung des inneren Menschen mit dem Leben, das der Neigung zum Wissen angehört; "und sie ward schwanger" bedeutet das erste Leben des Vernunftmäßigen; "und (als) sie sah, daß sie schwanger geworden, war ihre Gebieterin gering in ihren Augen" bedeutet, daß dieses Vernunftmäßige bei seiner Empfängnis das dem Guten zugesellte Wahre selbst gering geschätzt habe. 1909. "Er ging ein zu Hagar", 1. Mose 16/4, daß dies bedeutet die Verbindung des inneren Menschen mit dem Leben, das der Neigung zum Wissen angehört, erhellt aus der Bedeutung von Hagar, sofern diese ist das des auswendigeren oder natürlichen Menschen, wovon Nr. 1896, 1. Mose 16/1; und daß dieses Leben sei das Leben der Neigung zum Wissen, erhellt aus der Bedeutung der ägyptischen Magd, wovon ebenfalls oben (die Rede war). Es gibt mehrere Neigungen des auswendigeren Menschen, die alle ihren Nutzzwecken gewidmet sind, allein über sie alle ragt hervor die Neigung zu Erkenntnissen und Wissenschaften, wenn sie zum Zweck hat, wahrhaft vernünftig zu werden, denn so hat sie zum Zweck das Gute und Wahre. Das Leben des inneren Menschen selbst fließt in alle Neigungen des natürlichen Menschen ein, allein es gestaltet sich dort verschieden je nach den Endzwecken. Wenn in Neigungen, welche die Welt zum Endzweck haben, so wird dieser Endzweck belebt von jenem Leben, und wird weltliches Leben. Wenn in Neigungen, die das Ich zum Endzweck haben, so wird dieser Endzweck belebt von jenem Leben, und wird ein fleischliches Leben; so bei den übrigen. Daher kommt, daß die Begierden und Phantasien leben, aber ein der Neigung zum Guten und Wahren entgegengesetztes Leben. Das einfließende Leben schmiegt sich keinem anderen Gegenstand an, als dem Endzweck, weil der Endzweck jedem seine Liebe ist, und die Liebe einzig das ist, was lebt. Die übrigen Gegenstände sind nur die Ableitungen davon, die ihr Leben vom Endzweck her haben. Ein jeder kann sehen, was für ein Leben er hat, wenn er nur erforscht, was für einen Endzweck er hat; nicht was für Zwecke, denn es sind deren unzählige, nämlich ebenso viele als Absichten (intentiones), und beinahe ebenso viele als Urteile und Schlüsse der Gedanken, aber diese sind Mittelzwecke, die vom Hauptzweck auf mannigfaltige Weise abgeleitet werden, oder auf ihn abzielen. Er möge aber denjenigen Zweck erforschen, den er den übrigen vorzieht, und in Beziehung auf den die übrigen wie nichts sind: wenn er zum Endzweck hat sich selbst und die Welt, so soll er wissen, daß (er) höllisch ist; wenn er aber zum Endzweck hat das Wohl des Nächsten, das allgemeine Wohl, das Reich des Herrn, hauptsächlich den Herrn selbst, so soll er wissen, daß er himmlisch ist. 1910. "Und sie ward schwanger", 1. Mose 16/4, daß dies bedeutet das erste Leben des Vernunftmäßigen, erhellt aus der Bedeutung des Schwangerwerdens (der Empfängnis, conceptionis), sofern sie ist das erste Leben. Was das Vernunftmäßige betrifft, so empfängt dies, wie gesagt, sein Leben vom Leben des inneren Menschen, das in das Leben der Neigung zu den Erkenntnissen und Wissenschaften des Auswendigeren einfließt. Das Leben der Neigung zu Erkenntnissen und Wissenschaften gibt dem Vernunftmäßigen gleichsam einen Leib, oder bekleidet das Leben des inneren Menschen wie der Leib die Seele. Mit den Erkenntnissen und Wissenschaften verhält es sich nicht anders. Ein Abbild oder Gleichnis der Seele und des Leibes ist in jeglichem, was beim Menschen ist, im einzelnen seiner Neigung und im einzelnen seines Denkens, denn es gibt nichts, so einfach es auch erscheint, das nicht zusammengesetzt wäre und von einem Früheren als es selbst sein Dasein hätte. 1911. "Und (als) sie sah, daß sie schwanger geworden, war ihre Gebieterin gering in ihren Augen", 1. Mose 16/4; daß dies bedeutet, dieses Vernunftmäßige habe bei seiner Empfängnis das dem Guten zugesellte Wahre selbst gering geschätzt, erhellt aus der Bedeutung der Gebieterin oder Sarai, sofern sie das dem Guten zugesellte Wahre ist. Das zuerst empfangene Vernunftmäßige kann das verstandesmäßige oder geistig Wahre nicht als wahr anerkennen, weil ihm von den aus der Welt und Natur her empfangenen Kenntnissen mehrere Täuschungen, und von den aus dem Buchstabensinn des Wortes genommenen Erkenntnissen Scheinbarkeiten ankleben, die nicht wahr sind. Wie es z.B. eine verstandesmäßige Wahrheit ist, daß alles Leben vom Herrn her ist. Das zuerst empfangene Vernunftmäßige begreift dies nicht, es meint, wenn es nicht aus sich leben würde, so hätte es gar kein Leben, ja es wird unwillig, wenn man anders sagt, wie dies oftmals bei Geistern wahrgenommen wurde, die an den Täuschungen der Sinne hängen. Eine verstandesmäßige Wahrheit ist, daß alles Gute und Wahre vom Herrn her ist; das zuerst empfangene Vernunftmäßige begreift auch dieses nicht, weil es empfindet, wie wenn dasselbe von ihm selber (wäre), dann meint es auch, wenn nicht das Gute und Wahre von ihm selber wäre, so könnte es nichts Gutes und Wahres denken, noch weniger tun, und wenn von einem anderen, so müßte es erschlaffen und fortwährend auf einen Einfluß warten. Eine verstandesmäßige Wahrheit ist, daß nichts als Gutes vom Herrn komme, und durchaus nichts Böses; das zuerst empfangene Vernunftmäßige glaubt auch dieses nicht; es meint, weil der Herr alles und jedes regiert, so (sei) auch das Böse von Ihm, und weil Er allmächtig und allgegenwärtig und das Gute selbst ist, und die Strafen der Bösen in der Hölle nicht wegnimmt, so wolle Er auch das Strafübel, während Er doch niemanden Böses tut, noch will, daß jemand gestraft werde. Eine verstandesmäßige Wahrheit ist, daß der himmlische Mensch ein Innewerden des Guten und Wahren vom Herrn her hat, das erste Vernünftige leugnet entweder das Innewerden ganz und gar, oder meint, wenn er von einem anderen und nicht von ihm selbst her inne würde, so wäre er wie unbeseelt oder leblos: ja je mehr das Vernunftmäßige aus den von den Sinneswahrnehmungen herkommenden Wissensdingen, und je mehr es aus Philosophischem denkt, desto weniger begreift es diese und die übrigen verstandesmäßigen Wahrheiten; denn die Täuschungen werden dadurch in um so dichtere Schatten eingehüllt; woher auch kommt, daß die Gelehrten weniger als andere glauben. Wenn das zuerst empfangene Vernünftige so beschaffen ist, so leuchtet ein, daß es die Gebieterin gering achtet, das ist, die verstandesmäßige Wahrheit gering schätzt: die verstandesmäßige Wahrheit wird nicht früher offenbar, d.h. anerkannt, als wenn die Täuschungen und Scheinbarkeiten zerstreut sind, und diese werden so lange nicht zerstreut, als der Mensch über die Wahrheiten selbst aus Sinnlichem und Wißtümlichem vernünftelt, sondern dann erst, wenn er mit einfältigem Herzen glaubt, daß es wahr ist, weil vom Herrn so gesagt worden ist, alsdann werden die Schatten der Täuschungen zerstreut, und es tut alsdann bei ihm nichts, daß er es nicht begreift. Beim Herrn aber waren keine Täuschungen, sondern sobald Sein (erstes) Vernunftmäßiges empfangen worden war, Scheinbarkeiten von Wahrem, die nicht wahr an sich waren, wie aus demjenigen erhellt, was Nr. 1661 gesagt worden ist, daher auch Sein Vernunftmäßiges gleich bei der Empfängnis das verstandesmäßige Wahre gering schätze, allmählich aber, so wie das Vernunftmäßige göttlich wurde, die Wolken der Scheinbarkeiten zerstreut und die verstandesmäßigen Wahrheiten Ihm offenbar wurden, was dadurch vorgebildet und bezeichnet worden ist, daß Jischmael aus dem Hause getrieben wurde als Jischak heranwuchs. Daß der Herr das verstandesmäßige Wahre nicht gering geschätzt hat, sondern inne geworden ist und gesehen hat, daß Sein neues Vernunftmäßiges es gering schätzte, wird aus demjenigen, was Nr. 1914 folgt, erhellen. 1912. Vers 5: Und Sarai sprach zu Abram: Meine Unbill (liegt) auf dir, ich habe meine Magd gelegt an deinen Busen, und sie sah, daß sie schwanger geworden, und ich bin gering in ihren Augen; es richte Jehovah zwischen mir und zwischen dir. "Und Sarai sprach zu Abram" bedeutet die Neigung zum Wahren habe so vernommen; "Meine Unbill (liegt) auf dir, ich habe meine Magd gelegt an deinen Busen" bedeutet, daß sie die Schuld nicht auf sich nehme; "und sie sah, daß sie schwanger geworden" bedeutet das erste Leben des Vernunftmäßigen; "und ich bin gering in ihren Augen" bedeutet hier, wir früher, dieses Vernunftmäßige habe bei seiner Empfängnis das dem Guten beigesellte Wahre selbst gering geschätzt; "es richte Jehovah zwischen mir und zwischen dir" bedeutet den Unwillen des Herrn. 1913. "Sarai sprach zum Abram", 1. Mose 16/5, daß dies bedeutet, die Neigung zum Wahren habe so vernommen, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, Nr. 1904; und von sagen, sofern es im inneren Sinn ist innewerden (percipere), wie Nr. 1898 gesagt worden, wo eben dieselben Worte (stehen). 1914. "Meine Unbill (liegt) auf dir, ich habe meine Magd gelegt an deinen Busen", 1. Mose 16/5, daß dies bedeutet, sie nehme die Schuld nicht auf sich, erhellt ohne Erklärung: dies schließt im inneren Sinn in sich, der Herr sei inne geworden, daß dieses erste Vernunftmäßige so beschaffen sei, daß es das verstandesmäßige Wahre geringschätze, daher er es zurechtwies; denn der Herr dachte aus dem verstandesmäßigen Wahren, wie Nr. 1904 gesagt worden ist, und weil dasselbe über dem Vernunftmäßigen ist, so konnte Er inne werden und sehen, wie das Vernunftmäßige beschaffen war, daß es nämlich jenes Wahre gering achtete. Daß der Herr vom Inwendigeren aus inne werden und sehen konnte, wie beschaffen das neue Vernunftmäßige bei Ihm war, kann daraus erhellen, daß das Inwendigere inne werden kann, was im Auswendigeren vorhanden ist, oder, was dasselbe ist, daß der Obere sehen kann, was im Untern ist; aber nicht umgekehrt. Auch diejenigen, die ein Gewissen haben, vermögen und pflegen es zu tun; denn wenn etwas, das gegen das Wahre des Gewissens ist, in das Denken oder in das Streben des Willens einfließt, so nehmen sie es nicht nur wahr, sondern klagen es auch an, ja es schmerzt sie, daß sie so beschaffen sind; mehr noch die ein Innewerden haben, denn das Innewerden ist inwendiger im Vernunftmäßigen, wieviel mehr der Herr, Der ein göttlich-himmlisches Innewerden hatte, und ein Denken aus der Neigung zum verstandesmäßigen Wahren, das über dem Vernunftmäßigen ist. Daher Er notwendig unwillig werden mußte, da Er wußte, daß nichts Böses und Falsches aus Ihm selbst kam, und daß Er aus der Neigung zum Wahren mit dem höchsten Fleiß dafür besorgt war, daß das Vernunftmäßige rein sei. Hieraus kann erhellen, daß der Herr das verstandesmäßige Wahre nicht gering schätzte, sondern inne ward, daß das erste Vernunftmäßige bei Ihm es gering schätzte. Was das Denken aus dem verstandesmäßigen Wahren sei, kann nicht faßlich erklärt werden, und zwar um so weniger, weil niemand aus jener Neigung, und aus jenem Wahren dachte, als der Herr; wer aus diesem heraus denkt, der ist über dem Engelshimmel; denn die Engel des dritten Himmels denken nicht aus dem verstandesmäßigen Wahren, sondern aus dem Inwendigeren des Vernünftigen. Inwieweit aber der Herr das menschliche Wesen mit dem göttlichen vereinigte, dachte Er aus dem göttlich Guten selbst, das ist, aus Jehovah. Die Väter der Ältesten Kirche, die ein Innewerden hatten, dachten aus dem inwendigeren Vernünftigen; die Väter der Alten Kirche, die kein Innewerden, sondern ein Gewissen hatten, dachten aus dem auswendigeren oder natürlichen Vernünftigen. Alle die hingegen, die ohne Gewissen sind, denken gar nicht aus dem Vernünftigen, denn sie haben kein Vernünftiges, obwohl es so scheint als ob sie eines hätten, sondern sie denken aus dem sinnlich und fleischlich Natürlichen. Daß jene, die kein Gewissen haben, nicht aus dem Vernünftigen denken können, davon ist, wie gesagt, die Ursache die, daß sie kein Vernünftiges haben. Der vernünftige Mensch ist der, welcher das Gute und Wahre des Glaubens denkt, durchaus nicht aber, wer gegen dasselbe denkt. Diejenigen, die das Böse und Falsche denken, denken Unsinn (insaniunt cogitatione), daher von ihnen das Vernünftige nicht ausgesagt werden kann. 1915. "Sie sah, daß sie schwanger geworden", 1. Mose 16/5, daß dies das erste Leben des Vernunftmäßigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Schwangerwerdens, sofern sie ist das erste Leben, hier wie früher Nr. 1910. 1916."Ich bin gering in ihren Augen", 1. Mose 16/5, daß dies bedeutet, dieses Vernünftige habe bei seiner Empfängnis das dem Guten zugesellte Wahre selbst gering geschätzt, erhellt aus dem, was Nr. 1911, 1914 gesagt wurde. 1917. "Es richte Jehovah zwischen mir und zwischen dir", 1. Mose 16/5, daß dies den Unwillen des Herrn bedeutet, erhellt aus dem, was eben gesagt wurde, somit ohne Erklärung. Wie es sich damit weiter verhält, davon kann niemand eine Vorstellung fassen, als diejenigen, die in Versuchungskämpfen gewesen sind. In den Versuchungen findet Verstörung und Verödung (vastationes et desolationes), es findet Verzweiflung statt, und daher Gefühllosigkeit und Unwillen (indolentiae et indignationes), außer anderen schmerzlichen Regungen, und zwar in verschiedener Weise und wechselnd, je nach den Zuständen des Bösen und Falschen, die von bösen Genien und Geistern herbeigeführt werden, und gegen die gekämpft wird. Die teuflischen Geister begehren nichts so sehr, als etwas Falsches aufzufinden, ja es ist bei ihnen gewöhnlich von sich her etwas Falsches beizubringen, und dann zugleich anzuklagen; daher der so große Unwille des Herrn, in dessen erstem Vernünftigen kein Falsches, sondern Schein des Wahren war, der an sich nicht wahr ist, von dem Nr. 1661, 1911 E. 1918. Vers 6: Und Abram sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, tue ihr, was gut in deinen Augen ist; da demütigte sie Sarai, und sie floh von ihrem Angesicht. "Und Abram sprach zu Sarai" bedeutet das Innewerden; "Siehe, deine Magd ist in deiner Hand" bedeutet, dieses empfangene Vernunftmäßige sei unter der Gewalt des dem Guten zugesellten Wahren; "tue ihr, was gut in deinen Augen ist" bedeutet die Herrschaft; "da demütigte sie Sarai" bedeutet die Unterjochung; "und sie floh von ihrem Angesicht" bedeutet den Unwillen dieses zuerst empfangenen Vernünftigen. 1919. "Abram sprach zu Sarai", 1. Mose 16/6, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 1898 gesagt worden ist: das Innewerden des Herrn ist vorgebildet worden, und wird hier bezeichnet durch das Sprechen Abrams zu Sarai, das Denken aus dem Innewerden aber durch das Sprechen Sarais zu Abram. Das Innewerden war es, aus dem das Denken (kam). Die, welche im Innewerden sind, denken nicht anderswoher; dennoch aber ist das Innewerden etwas anderes, als das Denken. Damit man wisse, daß es etwas anderes ist, diene zur Verdeutlichung das Gewissen. Das Gewissen ist ein allgemeines, somit dunkles Einsprechen (dictamen) dessen, was durch die Himmel vom Herrn her einfließt. Das, was einfließt, stellt sich im inwendigeren vernünftigen Menschen dar, und zwar wie in einer Wolke, und diese Wolke kommt, von den Scheinbarkeiten und Täuschungen in betreff des Wahren und Guten des Glaubens, her. Das Denken ist jedoch unterschieden vom Gewissen, es fließt aber aus dem Gewissen, denn die, welche ein Gewissen haben, die denken und reden nach demselben, und ist das Denken kaum etwas anderes als eine Entfaltung dessen, was im Gewissen liegt, und so eine Zerteilung desselben in Vorstellungen und hernach im Worte. Daher kommt, daß die, welche ein Gewissen haben, vom Herrn dazu angehalten werden, gut vom Nächsten zu denken und abgehalten werden, böse zu denken. Daher ein Gewissen nur möglich ist bei denen, die den Nächsten lieben wie sich selbst und gut denken von den Wahrheiten des Glaubens. Aus dem Angeführten kann erhellen, welcher Unterschied ist zwischen dem Gewissen und dem Denken, woraus man auch den Unterschied zwischen dem Innewerden (perceptio) und dem Denken erkennen kann. Das Innewerden des Herrn war unmittelbar aus Jehovah, somit aus dem göttlich Guten, Sein Denken aber aus dem verstandesmäßigen Wahren und dem Trieb dazu, wie Nr. 1904, 1914 gesagt worden ist. Das göttliche Innewerden des Herrn kann mit keinerlei Vorstellung, auch nicht einer engelischen, begriffen, somit auch nicht beschrieben werden. Das Innewerden der Engel, wovon Nr. 1384, 1394, 1395 (die Rede war), ist kaum etwas im Vergleich mit dem Innewerden, das der Herr hatte; das Innewerden des Herrn, weil es ein Göttliches war, bezog sich auf alles, was in den Himmeln, und weil auf alles, was in den Himmeln, so bezog es sich auf alles, was auf Erden ist; denn die Ordnung, der Zusammenhang und Einfluß bringt es mit sich, daß wer in dem Innewerden von jenem, auch im Innewerden von diesem ist. Nachdem aber das menschliche Wesen des Herrn mit Seinem Göttlichen vereinigt, und zugleich Jehovah geworden war, da war der Herr über dem, was Innewerden heißt, weil über der Ordnung, die in den Himmeln, und von daher auf Erden ist. Jehovah ist Der, von Dem die Ordnung ist, daher man sagen kann, daß Jehovah die Ordnung selbst sei; denn aus Ihm selbst regiert Er die Ordnung, nicht, wie man meint, bloß im allgemeinen (in universali), sondern auch im einzelnsten. Denn das Einzelnste ist es, aus dem das Allgemeine (besteht). Das Allgemeine nennen und davon das Einzelne trennen, wäre nichts anderes, als ein Ganzes nennen, in dem keine Teile, somit etwas nennen, in dem nichts ist. Somit ist es ganz falsch, und, wie man es nennt, ein bloßes Gedankending (ens rationis), zu sagen, die Vorsehung des Herrn sei eine allgemeine, und beziehe sich nicht auf das einzelnste, denn vorsehen und regieren im Allgemeinen, und nicht im einzelnsten, heißt gar nichts vorsehen und regieren. Dies ist philosophisch wahr, dennoch aber ist zu verwundern, daß die Philosophen selbst, auch die tiefsinnigeren, es anders fassen und anders denken. 1920. "Siehe, deine Magd ist in deiner Hand", 1. Mose 16/6, daß dies bedeutet, dieses empfangene Vernunftmäßige sei unter der Gewalt der Neigung zu dem, dem Guten beigesellten Wahren, erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist die Gewalt, wovon Nr. 878, und aus der Bedeutung von Hagar, der Ägypterin, sofern sie ist der Wissenstrieb, wovon ebenfalls früher die Rede war. Nachdem das Vernünftige durch den Einfluß des inneren Menschen in das Leben des Wissenstriebes des äußeren empfangen worden ist, wird unter der Magd auch verstanden jenes zarte Vernunftmäßige, das (noch) im Mutterleib ist; das aber, wenn es geboren und herangewachsen ist, durch Jischmael vorgebildet wird, wovon im Folgenden. Daß der Herr über das Vernunftmäßige, das bei Ihm war, Gewalt hatte, und daß Er es aus eigener Macht unterjochte, wird aus dem, was gleich gesagt werden soll, erhellen. 1921. "Tue ihr, was gut in deinen Augen ist", 1. Mose 16/6, daß dies die Herrschaft bedeutet, erhellt ohne Erklärung. Im inneren Sinn bildet dies vor und bezeichnet, daß der Herr das Böse, das durch Vererbung sich auch in dieses erste Vernunftmäßige eingeschlichen hatte, aus eigener Macht überwunden, unterjocht und ausgetrieben habe, denn wie gesagt, das Vernunftmäßige ist vom inneren Menschen, der Jehovah war, als vom Vater, empfangen, und vom auswendigeren, als von der Mutter, geboren worden. Alles, was vom Auswendigeren (herstammte), das hatte ein Anererbtes, somit auch Böses bei sich; dieses war es, was der Herr durch eigene Kraft überwand, unterjochte und austrieb, und endlich göttlich machte; daß es durch eigene Kraft (geschah), erhellt aus allem und jedem, was in diesem Verse (gesagt wird), wie z.B. (aus dem Worte): "deine Magd ist in deiner Hand"; wodurch bezeichnet wird, jenes Vernunftmäßige sei in Seiner Gewalt; und daß jetzt gesagt wird. "tue ihr, was gut in deinen Augen ist", wodurch die Herrschaft über dasselbe bezeichnet wird; und gleich darauf: "Sarai demütigte sie", wodurch die Unterjochung bezeichnet wird. Dies ist zu Sarai gesagt worden, durch die das verstandesmäßige Wahre bezeichnet wird, das dem Herrn selbst angehörte, aus dem Er dachte, wie Nr. 1904, 1914 gesagt worden, und aus dem Er die Herrschaft über das Vernunftmäßige hatte, so wie auch über das Natürliche, das dem auswendigeren Menschen angehörte. Wer aus dem verstandesmäßigen Wahren denkt und aus dem göttlich Guten inne wird, (das auch Sein war, weil des Vaters, denn Er hatte keine andere Seele,) kann nicht anders als aus eigener Kraft handeln. Daher Er denn, weil Er das anererbte Böse aus eigener Kraft bezähmte und ausstieß, auch aus eigener Kraft das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigte. Das eine ist die Folge des anderen. Wer aus Jehovah empfangen wird, hat kein anderes Innere, das ist keine andere Seele, als den Jehovah, daher Er Seinem eigensten Leben nach Jehovah selbst war. Jehovah oder das göttliche Wesen kann nicht geteilt werden, wie die Seele eines menschlichen Vaters, aus der ein Sprößling empfangen wird; inwieweit dieser von der Ebenbildlichkeit des Vaters sich entfernt, insoweit (entfernt er sich) vom Vater, somit mehr und mehr mit dem vorrückenden Alter. Daher kommt, daß die Liebe des Vaters gegen die Kinder gemäß dem Fortschreiten des Alters sich vermindert. Anders der Herr, Er entfernte sich mit dem fortschreitenden Alter Seinem menschlichen Wesen nach nicht, sondern näherte sich fortwährend, bis zur vollkommenen Vereinigung; woraus erhellt, daß Er (Einer und) ebenderselbe ist mit Jehovah dem Vater, wie Er selbst auch deutlich lehrt: Joh.14/6,8-11. 1922. "Und demütigte sie", 1. Mose 16/6, daß dies die Unterjochung bedeutet, folgt aus dem, was gesagt worden. 1923. "Und sie floh von ihrem Angesicht", 1. Mose 16/6, daß dies den Unwillen dieses zuerst empfangenen Vernunftmäßigen bedeutet, erhellt ebenfalls ohne Erklärung; denn vom Angesicht fliehen ist nichts anderes als die Gegenwart nicht ertragen können, was (ein Zeichen) des Unwillens ist. Es wird hier beschrieben der Unwille dieses Vernunftmäßigen gegen das verstandesmäßige Wahre, darüber daß das verstandesmäßige Wahre oder der Herr es demütigen oder unterjochen wollte. Wenn das Vernunftmäßige sich wider das Verstandesmäßige auflehnt, so entsteht ein inwendiger Kampf, und ein Unwille auf seiten dessen, der unterjocht wird, wie dies in den Versuchungen geschieht, die nichts anderes sind als inwendige Kämpfe, und sind Hader und Streit um die Gewalt und Herrschaft, des Bösen auf der einen Seite, und des Guten auf der anderen. 1924. Vers 7: Da fand sie der Engel Jehovahs an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Wege (nach) Schur. "Da fand sie der Engel Jehovahs" bedeutet das Denken des inwendigeren Menschen; der Engel Jehovahs ist hier das inwendigere Denken, das aus dem Inneren des Herrn stammte; "an einer Wasserquelle in der Wüste" bedeutet das natürlich Wahre, das noch kein Leben erlangt hat; "an der Quelle auf dem Wege (nach) Schur" bedeutet, daß jenes Wahre von demjenigen war, das aus Wißtümlichem hervorgeht. 1925. "Da fand sie der Engel Jehovahs", 1. Mose 16/7, daß dies das Denken des inwendigeren Menschen, nämlich beim Herrn bedeutet, kann erhellen aus der Vorbildung und Bedeutung des Engels Jehovahs. Der Engel Jehovahs wird öfter im Wort erwähnt, und überall, wenn er im guten Sinn (vorkommt), bildet er vor und bezeichnet etwas Wesentliches beim Herrn und vom Herrn. Was er aber vorbildet und bezeichnet, kann aus dem Zusammenhang erhellen: es waren Engel, die zu den Menschen gesandt wurden; wie denn auch (solche) durch die Propheten sprachen; was sie aber sprachen, war nicht von den Engeln, sondern durch die Engel; denn sie waren alsdann in einem Zustand, in dem sie nicht anders wußten, als daß sie Jehovah, das ist der Herr seien. Sobald sie aber ausgeredet hatten, traten sie in ihren vorigen Zustand zurück, und redeten wie aus sich. So verhielt es sich mit den Engeln, die das Wort des Herrn sprachen, was mir durch viele heutzutage ähnliche Erfahrung im anderen Leben zu erkennen gegeben wurde, von welcher Erfahrung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (die Rede sein soll). Dies ist der Grund, warum die Engel zuweilen Jehovah genannt worden sind; wie dies deutlich erhellt an dem Engel, der dem Mose im Busch erschien, und von dem es heißt 2. Mose 3/2,4,14,15: "Es erschien der Engel Jehovahs dem Mose in einer Feuerflamme aus der Mitte des Busches; da sah Jehovah, daß er weg ging zu sehen, und Gott rief ihm aus der Mitte des Busches. Gott sprach zu Mose: Ich bin der Ich bin; und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du sprechen zu den Söhnen Israels, Jehovah, der Gott eurer Väter, hat mich zu euch gesandt": woraus erhellt, daß es ein Engel war, der dem Mose als eine Flamme im Busch erschien, und daß derselbe als Jehovah sprach, weil durch ihn der Herr oder Jehovah. Damit nämlich das Reden zu dem Menschen durch Worte mit artikuliertem Laut, und in der untersten Natur geschehe, bedient sich der Herr des Dienstes der Engel, indem Er sie mit dem Göttlichen erfüllt, und das, was ihr Eigenes ist, einschläfert, so daß sie alsdann nicht anders wissen, als daß sie selbst Jehovah seien. So läßt sich das Göttliche Jehovahs, das im Höchsten ist, herab ins Unterste der Natur, in dem der Mensch mit dem Gesichts- und Gehörsinn ist. Ebenso der Engel, der mit Gideon redete, von dem es im Buche der Richter heißt Richt.6/12,13,16: "Es erschien dem Gideon der Engel Jehovahs, und sprach zu ihm: Jehovah (sei) mit dir, mächtig an Stärke; da sprach zu ihm Gideon, bei mir, mein Herr, warum hat denn das alles uns betroffen? und Jehovah blickte ihn an, und sprach: Gehe in deiner Stärke; dann sprach zu ihm Jehovah: Ich will ja mit dir sein"; und nachher Vers 22, 23: "Gideon sah, daß es der Engel Jehovahs (war); da sprach Gideon: Ach, Herr Jehovih, habe ich denn also den Engel Jehovahs von Angesicht zu Angesicht gesehen; und Jehovah sprach zu ihm: Friede dir, fürchte dich nicht": wo er ebenfalls ein Engel war, aber damals in einem Zustand, in dem er nicht anders wußte, als daß er Jehovah oder der Herr sei. Richt.2/1: "Der Engel Jehovahs kam herauf von Gilgal nach Bochim, und sprach: Ich habe euch heraufgeführt aus Ägypten, und euch gebracht in das Land, das Ich euren Vätern geschworen, und gesagt, ich werde Meinen Bund mit euch nicht brechen in Ewigkeit": wo gleichfalls der Engel im Namen Jehovahs spricht, indem er sagt, er habe sie aus Ägyptenland heraufgeführt, während doch nicht der Engel, sondern Jehovah sie heraufgeführt hatte, wie oftmals anderwärts gesagt wird. Hieraus kann erhellen, wie die Engel durch die Propheten gesprochen haben, nämlich der Herr selbst, obwohl durch Engel, und die Engel nicht im mindesten aus sich selbst. Daß vom Herrn das Wort (kam), erhellt aus vielen Stellen, auch bei Matth.1/22,23: "Auf daß erfüllet würde, was gesprochen ward vom Herrn durch den Propheten, wenn Er sprach: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein, und einen Sohn gebären": so auch sonst anderwärts. Weil der Herr durch Engel spricht, wenn mit dem Menschen, so kommt daher, daß auch der Herr hin und wieder im Worte Engel heißt, und dann wird, wie gesagt, durch Engel etwas Wesentliches bei dem Herrn und vom Herrn bezeichnet, wie hier, nämlich das inwendigere Denken des Herrn, daher auch der Engel ebenfalls Jehovah und Gott hier in diesem Kapitel genannt wird, wie 1. Mose 16/13: "Und Hagar nannte den Namen Jehovahs, des zu ihr Redenden, du Gott siehest mich". Anderwärts wird gleichfalls durch die Engel etwas Besonderes des Herrn bezeichnet, wie bei Joh.Offenb.1/20: "Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden": Engel der Gemeinden gibt es nicht, sondern durch die Engel wird das bezeichnet, was Sache der Kirche, somit was des Herrn ist in Beziehung auf die Gemeinden. Joh.Offenb.21/12: "Ich sah die Mauer des heiligen Jerusalem, groß und hoch, sie hatte zwölf Tore, und auf den Toren zwölf Engel, und Namen geschrieben, welche sind die der zwölf Stämme der Söhne Israels": wo durch die zwölf Engel dasselbe bezeichnet wird, was durch die zwölf Stämme, nämlich alles, was (Quell und Gegenstand) des Glaubens ist, somit der Herr, von Dem der Glaube und Dessen alles (ist). Joh.Offenb.14/6: "Ich sah einen Engel schweben inmitten des Himmels, der ein ewiges Evangelium hatte": wo durch den Engel bezeichnet wird das Evangelium, das allein Sache des Herrn ist. Jes.63/9: "Der Engel Seines Angesichts errettete sie, um Seiner Liebe und Seiner Milde willen hat Er sie erlöst, und die gehoben, und sie getragen, alle Tage der Ewigkeit": wo unter dem Engel des Angesichts die Barmherzigkeit des Herrn gegen das gesamte Menschengeschlecht, nach der Er sie erlöst hat, verstanden wird. 1. Mose 48/16: "Der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, segne die Knaben": wo ebenfalls die Erlösung, die ein Werk des Herrn ist, durch den Engel bezeichnet wird. Mal.3/1: "Plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr begehret": daß der Herr durch den Engel bezeichnet wird, ist dort klar zu ersehen, so Er der Engel des Bundes heißt wegen Seines Kommens; noch klarer, daß durch den Engel der Herr bezeichnet wird, in 2. Mose 23/20,21: "Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, und dich hinzubringen an den Ort, den Ich bereitet habe; er wird nicht ertragen eure Übertretung, weil Mein Name in seiner Mitte ist". Hieraus erhellt nun, daß unter dem Engel im Wort der Herr verstanden wird, aber was vom Herrn, ist aus dem Zusammenhang im inneren Sinn ersichtlich. 1926. Daß "der Engel Jehovahs", 1. Mose 16/7, hier sei das inwendigere Denken, das aus dem Inneren des Herrn kam, erhellt, wie gesagt, aus dem Zusammenhang. Unter dem Inwendigeren wird hier dasjenige beim Herrn verstanden, was mit Jehovah oder Seinem Innern vereinigt war. Die Vereinigung ist nicht sofort und auf einmal geschehen, sondern nach und nach; nämlich vom ersten Knabenalter an bis zum letzten Augenblick Seines Lebens in der Welt, und dies hauptsächlich durch Versuchungen und Siege. Eine jede Versuchung und ein jeder Sieg vereinigte. In dem Maße auch, als Er Sich mit dem Innern oder Jehovah vereinigte, wurde Sein Denken inwendiger und wurde das verstandesmäßige Wahre vereinigt mit dem göttlich Guten. Dieses Denken ist es, das unter dem inwendigeren Denken, das aus dem Innern des Herrn kam, verstanden, und das hier eigentlich durch "Engel Jehovahs" vorgebildet und bezeichnet wird. 1927. "An einer Wasserquelle in der Wüste", 1. Mose 16/7, daß dies das natürliche Wahre, das noch kein Leben erlangt hat, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Wasserquelle, sofern sie das Wahre ist; und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie das ist, was noch wenig Leben (vitale) hat, ebenso wie (dies) durch Folgendes im inneren Sinn (bezeichnet wird) bei Luk.1/80, wo vom Herrn (gesagt wird): "Der Knabe wuchs und erstarkte am Geist, er war jedoch in den Wüsten bis zu den Tagen seiner Erscheinung vor Israel". Daß die Wasserquelle und die Wüste dieses bedeuten, kann mit sehr vielem aus dem Worte begründet werden, weil aber im Folgenden öfter der Quellen, so wie der Wüste, und zwar auch in solcher Bedeutung, Erwähnung geschieht, so wird es dort, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, begründet werden. Was das heißt, daß das Wahre noch kein Leben erlangt habe, wird aus dem erhellen, was gleich gesagt werden soll. 1928. Daß "an der Quelle auf dem Wege (nach) Schur", 1. Mose 16/7, bedeutet, jenes Wahre sei von demjenigen gewesen, das aus Wißtümlichem hervorgeht, erhellt aus der Bedeutung der Quelle, sodann des Weges, wie auch von Schur. Die Quelle bedeutet das Wahre; der Weg bedeutet, was zum Wahren führt, und was aus dem Wahren hervorgeht, wie Nr. 627 gezeigt worden ist. Schur aber bedeutet ein solches Wißtümliches, das noch gleichsam in der Wüste ist, d.h. noch kein Leben erlangt hat: von den Wahrheiten aus Wißtümlichem sagt man, sie erlangen Leben, wenn sie sich anschließen oder beigesellen den Wahrheiten, in die das Himmlische der Liebe einfließt, das eigentliche Leben des Wahren ist von daher. Es gibt Verbindungen der Dinge, somit der Wahrheiten, wie zwischen den Gesellschaften im Himmel, denen sie auch entsprechen; denn der Mensch ist seinem Inwendigeren nach ein Himmel im Kleinen. Die Dinge oder Wahrheiten, die nicht nach der Form der himmlischen Gesellschaften verbunden sind, haben noch kein Leben erlangt: denn vorher kann das Himmlische der Liebe vom Herrn her nicht gehörig einfließen. Sie erlangen dann erst Leben, wenn die gleiche Form auf beiden Seiten ist, oder wenn des Menschen kleiner Himmel ein entsprechendes Bild des größten ist, vorher kann niemand ein himmlischer Mensch genannt werden. Der Herr, Der aus Sich selbst den ganzen Himmel regieren sollte, hat das Wahre und Gute bei Seinem äußeren Menschen, oder in Seinem menschlichen Wesen, während Er in der Welt war, in eine solche Ordnung gebracht. Weil Er aber inne wurde, daß Sein zuerst empfangenes Vernunftmäßiges noch nicht so beschaffen war, wie oben beim 4. und 5. Vers gesagt worden ist, so dachte Er und ward inne, daß die Ursache sei, daß das aus dem Wißtümlichen entsprungene natürliche Wahre noch kein Leben erlangt hatte, d.h. (noch nicht) in jene himmlische Ordnung gebracht war. Überdies haben die Wahrheiten des Glaubens gar kein Leben, wenn der Mensch nicht in der Liebtätigkeit lebt; aus der Liebtätigkeit fließen alle Wahrheiten des Glaubens, und in der Liebtätigkeit sind sie; und wenn sie in der Liebtätigkeit und aus der Liebtätigkeit sind, dann haben sie Leben. In der Liebtätigkeit ist Leben, durchaus nicht in den Wahrheiten ohne Liebtätigkeit. Daß Schur das Wißtümliche, das noch kein Leben erlangt hat, bedeutet, erhellt aus dessen Bezeichnung; denn Schur war eine Wüste nicht weit vom Meer Suph, somit gegen Ägypten hin, wie bei 2. Moses 15/22 erhellt: "Moses ließ Israel ausziehen vom Meere Suph, und sie gingen hinaus in die Wüste Schur, von da gingen sie drei Tage in der Wüste, und fanden kein Wasser"; daß (es) Ägypten zu (lag), erhellt auch bei 1. Moses 25/18, wo von den Nachkommen Jischmaels gesagt wird: "Sie wohnten von Chavillah bis Schur, das im Angesicht Ägyptens (liegt)". 1.Sam.15/7: "Saul schlug Amalek von Chavillah, bis man kommt gen Schur, das im Angesicht Ägyptens (liegt)". 1.Sam. 27/8: "David stürzte sich auf den Geschuriter, und den Gisriter, und den Amalekiter, welche wohnen im Lande von Alters her, wo man kommt gen Schur, und bis zum Ägyptenland": woraus erhellen kann, daß durch Schur das erste Wißtümliche bezeichnet wird, und zwar ein solches, das noch in der Wüste, oder mit dem übrigen noch nicht gemäß der himmlischen Gesellschaft verbunden ist, denn durch Ägypten, vor dessen Angesicht es lag, wird das Wissen in jedem Sinne bezeichnet, wie schon gezeigt worden ist Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. 1929. Daß dieses bezeichnet wird dadurch, daß der Engel Jehovahs die Hagar an der Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle am Wege (nach) Schur, gefunden habe , kann nicht ersichtlich werden aus dem buchstäblichen Sinn, um so weniger, weil es etwas Geschichtliches ist, und dieser Sinn von der Bedeutung solcher Dinge sehr weit entfernt zu sein scheint; dennoch aber ist dies der Sinn, der in die Vorstellungen der Engel kommt, wenn vom Menschen diese Dinge gelesen werden; denn die Engel haben keine Vorstellung von Hagar, noch von einer Wasserquelle, noch von einer Wüste, noch von einem Weg, noch von Schur; alles dieses dringt nicht zu ihnen, sondern vergeht schon auf der ersten Schwelle. Aber was durch Hagar, durch Quelle, durch Wüste, durch Weg, und durch Schur bezeichnet wird, das verstehen sie, und bilden daraus himmlische Ideen, und so nehmen sie das Wort des Herrn in sich auf, denn der innere Sinn ist ihnen das Wort. 1930. Vers 8: Und sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Und sie sprach: Von dem Angesicht Sarais, meiner Gebieterin, fliehe ich. "Und sprach: Hagar, Magd Sarais" bedeutet die Kenntnisnahme; "woher kommst du, und wohin gehst du?" bedeutet von dem Zustand; "Und sie sprach: von dem Angesicht Sarais, meiner Gebieterin, fliehe ich" bedeutet die Antwort und den Unwillen. 1931. "Er sprach: Hagar, Magd Sarais", 1. Mose 16/8, daß dies bedeutet die Kenntnisnahme, erhellt aus dem Zusammenhang; denn Hagar wird von dem Engel angesprochen, wie wenn er in Kenntnis gesetzt werden wollte. Im Wort ist gewöhnlich, daß Jehovah den Menschen fragt, und die Menschen antworten, obwohl Jehovah es vorher weiß, und zwar nicht bloß die Tatsache, sondern auch die Ursachen und die Endzwecke, somit alles Kleinste und Innerste. Weil aber der Mensch dies nicht weiß, und glaubt, daß gar niemand wisse, was er im Verborgenen, ohne daß jemand es sieht, tut, und noch weniger, was er denkt, darum geschieht es so dem Glauben des Menschen gemäß. Dennoch aber verhält es sich in Wahrheit so, daß gewöhnliche Geister die Gedanken des Menschen besser innewerden, als der Mensch selbst, die engelischen Geister das noch Inwendigere der Gedanken, und die Engel noch Inwendigeres, nämlich die Ursachen und Endzwecke, von denen der Mensch wenig weiß. Dies wurde (mir) durch vielfache und fortwährende Erfahrung von mehreren Jahren zu wissen gegeben. Wenn die Geister und Engel dieses innewerden, wie viel mehr der Herr oder Jehovah, Der unendlich ist, und allen das Innewerden verleiht. 1932. "Woher kommst du, und wohin gehst du", 1. Mose 16/8, daß dies die Kenntnisnahme von dem Zustand bedeutet, erhellt eben hieraus. 1933. "Und sie sprach: Von dem Angesicht Sarais, meiner Gebieterin, fliehe ich", 1. Mose 16/8, daß dies die Antwort und den Unwillen bedeutet, erhellt aus dem, was gesagt worden ist. Über den Unwillen sehe man beim 4. Vers, wo eben dieselben Worte stehen; weil das Angesicht das Inwendigere bedeutet, wie Nr. 358 gezeigt worden ist, so (bedeutet es) auch Gefühle des Unwillens und mehreres. 1934. Vers 9: Da sprach zu ihr der Engel Jehovahs: Kehre wieder um zu deiner Gebieterin, und demütige dich unter ihre Hände. "Da sprach zu ihr der Engel Jehovahs" bedeutet die Antwort des inwendigeren Menschen des Herrn. "Kehre wieder um zu deiner Gebieterin" bedeutet, er habe wahrgenommen, daß er sich selbst nicht trauen dürfe, sondern dem inwendigeren Wahren und dessen Neigung; "und demütige dich unter ihre Hände" bedeutet, er müsse sich nötigen, damit er unter desselben Gewalt sei. 1935. "Da sprach zu ihr der Engel Jehovahs", 1. Mose 16/9, daß dies die Antwort des inwendigeren Menschen des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Engels Jehovahs, sofern sie ist das inwendigere Denken des Herrn, wovon Nr.1925; und weil es das Denken ist, so ist es auch die Antwort. Das inwendigere Denken des Herrn stammte aus der Neigung zum verstandesmäßigen Wahren (affectio Veri Intellectualis), und diese Neigung aus dem göttlich Guten selbst. Ein solches Denken ist bei gar keinem Menschen, und kann auch nicht sein; beim Menschen ist zwar auch ein inwendigeres Denken, das durch seinen inneren Menschen in den inwendigeren vernunftmäßigen vom Herrn her einfließt bei denen, die ein Gewissen haben, was daraus erhellen kann, daß sie das Böse und Falsche in ihrem äußeren Menschen, das gegen das Gute und Wahre im inwendigeren kämpft, wahrnehmen können. Allein dieses Denken ist viel niedriger, und in keinerlei Weise zu vergleichen mit dem des Herrn, das aus der Neigung des verstandesmäßigen Wahren stammte, und Sein Eigen war. Solche aber, die kein Gewissen haben, können kein inwendigeres Denken haben, daher auch bei ihnen keinerlei Kampf ist. Der Grund ist der, weil ihr Vernunftmäßiges eins und dasselbe tut mit dem Sinnlich-Fleischlichen; und obwohl auch bei ihnen fortwährend das Gute und Wahre vom Herrn her einfließt, so nehmen sie es doch nicht wahr (non appercipiunt), weil sie es sogleich auslöschen und ersticken. Daher kommt, daß sie auch keine Glaubenswahrheit glauben. 1936. "Kehre wieder um zu deiner Gebieterin", 1. Mose 16/9, daß dies bedeutet, Er habe wahrgenommen, daß Er nicht sich selber trauen dürfe, sondern dem inwendigeren Wahren und dessen Neigung, erhellt aus der Bedeutung der Gebieterin, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren. Was aber im besonderen durch Sarai, durch Sarai das Eheweib, und durch Sarai, die Gebieterin, bezeichnet wird, kann nicht beschrieben, weil nicht mit irgendeiner Vorstellung erfaßt werden, es geht, wie schon früher gesagt worden, über den Verstand, auch den engelischen. Hier wird nur angedeutet, wie der Herr über die Scheinbarkeiten dachte, die das erste Vernunftmäßige bei Ihm zurückgehalten haben, daß nämlich denselben nicht zu trauen sei, sondern den göttlichen Wahrheiten selbst, wie sehr sie auch von jenem Vernunftmäßigen als unglaublich erscheinen sollten. So verhält es sich mit allen göttlichen Wahrheiten; wenn über dieselben das Vernunftmäßige zu Rate gezogen wird, so können sie gar nicht geglaubt werden, denn sie übersteigen all seine Fassungskraft, wie z.B., daß kein Mensch, Geist und Engel aus sich selbst lebe, sondern allein der Herr, und daß das Leben des Menschen, des Geistes und des Engels eine Scheinbarkeit des Lebens (apparens vitae) bei ihnen sei. Dies widerstreitet dem Vernunftmäßigen, das aus Täuschungen heraus urteilt, aber es ist dennoch zu glauben, weil es Wahrheit ist. Göttliche Wahrheit ist, daß grenzenlos vieles (indefinita) in einem jeden Ausdruck des Wortes (in unaquavis voce Verbi) ist, so einfältig und roh derselbe auch dem Menschen erscheint, ja daß darin mehr als der ganze Himmel ist, und daß die Geheimnisse, die darin sind, vor den Engeln vom Herrn her in unaufhörlichem Wechsel (in perpetua varietate) dargestellt werden können in Ewigkeit fort. Dies ist dem Vernunftmäßigen so unglaublich, daß es demselben gar keinen Glauben beimessen will, dennoch aber ist es Wahrheit. Göttliche Wahrheit ist, daß gar niemand im anderen Leben wegen guter Handlungen belohnt wird, wenn er ein Verdienst in sie gesetzt, und wenn er sie um seines Gewissens, seiner Ehre und seines guten Namens willen getan hat; und daß gar niemand um böser Handlungen willen gestraft wird, wenn er aus einer wahrhaft guten Endabsicht gehandelt hat. Die Endabsichten sind es, die angesehen werden, von ihnen aus die Handlungen. Auch dies kann vom Vernunftmäßigen nicht geglaubt werden, weil es aber Wahrheit ist, so ist dem Vernunftmäßigen nicht zu trauen, da es nicht aus dem Inneren, sondern aus dem Äußeren schließt. Göttliche Wahrheit ist, daß, wer nach der kleinsten Freude im anderen Leben strebt, vom Herrn die größte erhält, und daß wer nach der größten die kleinste hat, sodann daß in der himmlischen Freude durchaus kein Trachten nach einem Vorzug vor einem anderen ist, und wieviel Streben nach Vorzug, soviel von Hölle. Ferner daß in der himmlischen Herrlichkeit nicht das Geringste von weltlicher Herrlichkeit ist. Auch dieses widerstreitet dem Vernunftmäßigen, ist aber dennoch zu glauben, weil es wahr ist. Es ist auch göttliche Wahrheit, daß je weiser einer ist, derselbe um so mehr glaubt, daß er gar keine Weisheit aus sich selbst hat, und daß einer um so unsinniger ist, je mehr er aus sich (zu) haben glaubt, somit je mehr Klugheit er sich selbst zuschreibt. Auch dieses leugnet das Vernunftmäßige, weil es meint, was nicht aus ihm (komme), sei nichts. Solcher (Wahrheiten) gibt es unzählig viele. Aus diesen, wenn auch wenigen Beispielen kann erhellen, daß dem Vernunftmäßigen nicht zu trauen ist, denn das Vernunftmäßige ist in Täuschungen und Scheinbarkeiten, daher es die von Täuschungen und Scheinbarkeiten entblößten Wahrheiten verwirft, und zwar um so mehr, je mehr einer in der Selbstliebe und deren Begierden ist, und in Vernünfteleien, sodann in den Prinzipien des Falschen in Rücksicht des Glaubens. Man sehe auch, was Nr. 1911 angeführt worden ist. 1937. "Demütige dich unter ihre Hände", 1. Mose,16/9, daß dies bedeutet, er müsse sich nötigen, um unter dessen Gewalt zu sein, erhellt ohne Erklärung. Das sich Demütigen wird in der Grundsprache durch ein Wort ausgedrückt, das niederschlagen (affligere) bedeutet; daß sich niederschlagen im inneren Sinn ist sich nötigen, kann aus sehr vielen Stellen im Wort erhellen, von welcher Bedeutung desselben im Folgenden (die Rede sein wird). Daß der Mensch sich nötigen muß, das Gute zu tun, demjenigen zu gehorchen, was vom Herrn geboten ist und Wahres zu reden, d.h. sich zu demütigen unter die Hände des Herrn, oder sich zu unterwerfen unter die Gewalt des göttlich Guten und Wahren, schließt mehr Geheimnisse in sich, als mit wenigem erklärt werden kann. Es gibt einige Geister, die, solange sie in der Welt lebten, weil sie gehört, daß alles Gute vom Herrn sei, und der Mensch nichts Gutes aus sich tun könne, aus Grundsatz sich zu nichts genötigt, sondern sich hatten gehen lassen, indem sie, weil dem so sei, alles Streben für vergeblich hielten, und deswegen einen unmittelbaren Einfluß in das Streben ihres Willens erwarteten, und sich nicht nötigten, irgend etwas Gutes zu tun, ja sogar so weit gingen, daß, wenn etwas Böses sich einschlich, sie sich, weil sie keinerlei Widerstreben von innen her fühlten, ihm auch preisgaben, in der Meinung, es werde solchergestalt erlaubt sein. Allein diese sind von der Art, daß sie gleichsam ohne Eigenes sind, so daß sie keine Bestimmtheit haben, daher sie zu den Unbrauchbaren gehören, da sie sich ebenso von den Bösen als von den Guten leiten lassen, und von den Bösen viel leiden müssen, wogegen die, welche sich Zwang angetan (und sich gewehrt) hatten gegen das Böse und Falsche, obwohl sie zuerst meinten, dies geschehe von ihnen selbst oder aus eigener Kraft, nachher aber erleuchtet wurden, daß ihr Streben vom Herrn war, ja das Allergeringste des Strebens, die können im anderen Leben nicht von bösen Geistern geleitet werden, sondern sind unter den Seligen; woraus erhellen kann, daß der Mensch sich zum Tun des Guten und zum Reden des Wahren nötigen muß. Das Geheimnis, das hierin verborgen liegt, ist, daß der Mensch so mit himmlisch Eigenem vom Herrn beschenkt wird. Das himmlisch Eigene des Menschen wird im Streben seines Denkens gebildet, und wenn er dieses Streben nicht erlangt dadurch, daß er, wie es den Anschein hat, sich zwingt, so erlangt er es niemals dadurch, daß er sich nicht zwingt. Um den Sachverhalt klar zu machen, so ist in aller Nötigung zum Guten eine gewisse Freiheit, die nicht so empfunden wird während man in der Nötigung selbst ist, dennoch aber in ihr sich findet. So z.B. wenn jemand Todesgefahren um eines gewissen Zweckes willen bestehen will, oder wenn jemand Körperschmerzen um der Genesung willen ertragen will, so ist eine Willigkeit und so eine gewisse Freiheit dabei, aus der er dieses tut, obwohl die Gefahren und die Schmerzen, solang er darin ist, die Empfindung der Willigkeit oder Freiheit wegnehmen. So verhält es sich mit denen, die sich zum Guten nötigen: inwendig ist Willigkeit, somit Freiheit, aus der und um derentwillen sie sich nötigen, nämlich aus Gehorsam gegen das, was der Herr geboten hat, und ob des Heils ihrer Seele nach dem Tod, worin noch inwendiger ist, ohne Wissen des Menschen: um des Reichs des Herrn, ja um des Herrn selbst willen. Dies geschieht allermeist in den Versuchungen und in diesem ist, wenn der Mensch gegen das Böse und Falsche, das von bösen Geistern eingegossen und beigebracht wird, sich nötigt (und sich wehrt), mehr Freiheit, als in irgendeinem Zustand außerhalb der Versuchungen, obwohl der Mensch es alsdann nicht begreifen kann. Es ist eine inwendigere Freiheit, vermöge der er das Böse unterjochen will, und zwar bis zu dem Grad, daß er der Kraft und Stärke des Bösen, das ihn anficht, gewachsen ist, sonst würde er gar nicht kämpfen. Diese Freiheit ist vom Herrn, Der sie in sein Gewissen legt, und dadurch macht, daß er das Böse wie aus eigenem (Vermögen) besiegt. Durch diese Freiheit empfängt der Mensch ein Eigenes, in das der Herr das Gute einflößen (operari) kann. Ohne das durch Freiheit erworbene, das ist, geschenkte Eigene kann gar kein Mensch gebessert werden, weil er keinen neuen Willen, der das Gewissen ist, empfangen kann. Die so geschenkte Freiheit ist der eigentliche Boden (planum), in den der Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn (statthat). Daher kommt, daß die, welche nicht aus dieser Willigkeit oder Freiheit in den Versuchungen widerstehen, unterliegen müssen. In aller Freiheit ist das Leben des Menschen, weil es seine Liebe ist. Alles, was der Mensch aus Liebe tut, das erscheint ihm als frei: in dieser Freiheit, da der Mensch sich gegen das Böse und Falsche und zum Tun des Guten nötigt, ist himmlische Liebe, die der Herr dann einflößt, und durch die Er das Eigene desselben schafft, weshalb der Herr will, daß dieses dem Menschen als sein eigen erscheine, obwohl es nicht sein ist. Dieses Eigene, das er so durch scheinbare Nötigung bei Leibesleben empfängt, erfüllt der Herr im anderen Leben mit zahllosen Lustgefühlen und Seligkeiten; solche werden auch von einer Stufe zur anderen erleuchtet, ja befestigt in dieser Wahrheit, daß sie gar nicht aus sich selbst sich genötigt hatten, sondern daß auch das Allergeringste des Strebens ihres Willens vom Herrn war; und daß es nur darum so schien, als ob es von ihnen selbst gekommen sei, damit ihnen vom Herrn eine neue Willigkeit als die ihrige geschenkt und ihnen so das Leben der himmlischen Liebe angeeignet werden möchte; denn der Herr will das Seine, somit das Himmlische einem jeden mitteilen, so daß es als diesem eigen und als in ihm seiend erscheint, obwohl es nicht sein ist. Die Engel sind in einem solchen Eigenen, und in dem Maß, als sie in jener Wahrheit sind, daß vom Herrn alles Gute und Wahre her ist, sind sie im Lustgefühl und der Seligkeit dieses Eigenen. Diejenigen aber, die alles Gute und Wahre verachten und verwerfen, und die nichts glauben wollen, was ihren Begierden und Vernünfteleien widerstreitet, die können sich nicht nötigen, und so können sie dieses Eigene des Gewissens, oder das neue Wollen nicht empfangen. Aus dem oben Gesagten ist auch klar, daß sich nötigen nicht ist genötigt werden (denn aus dem Genötigtwerden kommt nie etwas Gutes und dies geschieht, wenn ein Mensch von einem anderen Menschen zum Gut-Handeln genötigt wird), sondern daß das hier gemeinte Sichnötigen aus einer ihm unbekannten Freiheit kommt, denn vom Herrn kommt nie irgendein Zwang, daher es ein allgemeines Gesetz ist, daß alles Gute und Wahre der Freiheit eingepflanzt werde, widrigenfalls der Boden gar nicht empfänglich, noch förderlich fürs Gute wird, ja gar kein Boden entsteht, in dem der Same gedeihen könnte. 1938. Vers 10: Und der Engel Jehovahs sprach zu ihr: Mehren, ja mehren will Ich deinen Samen, und er wird nicht gezählet werden vor der Menge. "Und der Engel Jehovahs sprach zu ihr" bedeutet das Denken des inwendigeren Menschen; "Mehren, ja mehren will Ich deinen Samen" bedeutet die Fruchtbarmachung des vernunftmäßigen Menschen, wenn er sich der Gewalt des dem Guten zugesellten verstandesmäßigen Wahren unterwirft; "und er wird nicht gezählet werden vor der Menge" bedeutet die Vermehrung ins Unermeßliche. 1939. "Der Engel Jehovahs sprach zu ihr", 1. Mose 16/10, daß dies das Denken des inwendigen Menschen bedeutet, erhellt aus dem vorhergehenden Vers, wo ebendieselben Worte stehen. 1940. "Mehren, ja mehren will Ich deinen Samen", 1. Mose 16/10, daß dies die Fruchtbarmachung des vernünftigen Menschen, wenn er sich der Gewalt des dem Guten zugesellten (verstandesmäßigen Wahren des) inwendigeren Menschen unterwirft, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern dieser ist die Liebe und der Glaube, wovon Nr. 1025, 1447, 1610. Hier aber wird durch Mehrung des Samens bezeichnet die Fruchtbarmachung des Himmlischen der Liebe im Vernunftmäßigen, wann das Vernunftmäßige dem inwendigeren Wahren oder Göttlichen sich unterworfen hat. Die Mehrung wird ausgesagt vom Wahren, die Fruchtbarmachung aber vom Guten, wie aus demjenigen erhellt, was Nr. 43, 55, 913, 983 gesagt und gezeigt worden ist. Weil aber vom Herrn die Rede ist, so wird durch die Vermehrung bezeichnet die Fruchtbarmachung (fructificatio), weil alles Wahre in Seinem Vernünftigen zum Guten, somit zum Göttlichen wurde, das hier ausgesagt wird. Anders im Menschen, dessen Vernunftmäßiges aus dem Wahren oder aus dem Trieb zum Wahren vom Herrn gebildet wird, dieser Trieb ist Sein Gutes, aus dem er handelt. Will man wissen, wie es sich mit der Vermehrung und Fruchtbarmachung beim Menschen in seinem Vernunftmäßigen verhält, so kann man es nicht verstehen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Einfluß verhält, worüber im allgemeinen Folgendes: Bei einem jeden Menschen ist, wie schon früher gesagt worden, ein innerer Mensch, ist ein vernunftmäßiger als der mittlere und ein äußerer. Der innere Mensch ist es, der sein Innerstes ist, kraft dessen er Mensch ist, und durch denselben unterscheidet er sich von den unvernünftigen Tieren, die ein solches Innerstes nicht haben, auch ist derselbe gleichsam die Pforte oder der Eingang des Herrn, d.h. der himmlischen und geistigen Dinge des Herrn, in den Menschen; was dort vorgeht, kann vom Menschen nicht begriffen werden, weil es über all seinem Vernunftmäßigen ist, aus dem er denkt. Diesem Innersten, oder inneren Menschen ist unterworfen das Vernunftmäßige, das als des Menschen Eigenes erscheint, in dieses fließen durch jenen inneren Menschen die himmlischen Dinge der Liebe und des Glaubens vom Herrn her ein; und durch dieses Vernunftmäßige in das Wißtümliche, das dem äußeren Menschen angehört. Was aber einfließt, wird aufgenommen gemäß dem Zustand eines jeden. Wofern das Vernunftmäßige sich nicht dem Guten und Wahren des Herrn unterwirft, wird das, was einfließt, von diesem Vernunftmäßigen entweder erstickt oder verworfen oder verkehrt, und noch mehr, wenn es in das sinnlich Wißtümliche des Gedächtnisses einfließt. Dies ist es (was verstanden wird unter dem), daß der Same entweder auf den Weg oder auf Felsengrund oder unter Dornen fällt, wie der Herr lehrt bei Matth.13/3-7; Mark.4/3-7; Luk.8/5-7. Wenn hingegen das Vernunftmäßige sich dem Herrn, das ist Seinem Worte unterwirft und glaubt, dann ist das Vernunftmäßige wie ein gutes Erdreich oder Land, in das der Same fällt und viele Früchte bringt. 1941. "Und er wird nicht gezählet werden vor der Menge", 1. Mose 16/10, daß dies die Vermehrung ins Unendliche bedeutet, erhellt ohne Erklärung; durch dieses wird bezeichnet das Wahre, das so durch das Gute an Menge zunehmen wird. Weil beim Herrn, von Dem hier im inneren Sinne gehandelt wird, alles göttlich und unendlich ist, läßt sich dieses nicht ausdrücken; damit man daher eine Vorstellung fassen möge, wie es sich mit der Vermehrung des Wahren aus dem Guten verhält, so soll es in Beziehung auf den Menschen gesagt werden. Bei einem Menschen, der im Guten, d.h. in der Liebe und Liebtätigkeit ist, wird der Same vom Herrn so befruchtet und vermehrt, daß er vor der Menge nicht gezählt werden kann; während er im Körper lebt nicht so sehr, im anderen Leben aber auf unglaubliche Weise. Denn solange der Mensch im Körper lebt, ist der Same in einem körperlichen Boden, und daselbst unter Verschlingungen und Dickicht, welche sind die Wissensdinge und Vergnügungen, sodann die Sorgen und Bekümmernisse. Wenn aber diese abgelegt sind, was geschieht, wenn er ins andere Leben übergeht, so wird der Same von jenem los, und wächst auf, wie der Same eines Baumes wenn er sich aus dem Boden erhebt zu einem Strauch, dann zu einem großen Baum zu wachsen, endlich sich zu einem Garten von Bäumen zu vermehren pflegt. Denn alle Wissenschaft, Einsicht und Weisheit, und deren Lustgefühle und Seligkeiten befruchten und vermehren sich in dieser Weise, und wachsen so in Ewigkeit fort, und zwar aus dem kleinsten Samen, wie dies der Herr lehrt vom Senfkorn (Matth.13/31), was sich sattsam herausstellen kann an der Wissenschaft, Einsicht und Weisheit der Engel, die damals, als sie Menschen waren, für sie eine unaussprechliche war. 1942. Vers 11: Und der Engel Jehovahs sprach zu ihr: Siehe, du bist schwanger, und wirst einen Sohn gebären, und sollst seinen Namen nennen Jischmael, weil Jehovah gehört hat auf deine Drangsal. "Und der Engel Jehovah sprach zu ihr" bedeutet das Denken des inwendigeren Menschen; "Siehe, du bist schwanger" bedeutet das Leben des Vernunftmenschen; "und wirst einen Sohn gebären" bedeutet sein Wahres; "und sollst seinen Namen nennen Jischmael" bedeutet den Zustand des Lebens; "weil Jehovah gehört hat auf deine Drangsal" bedeutet, wenn er sich unterwerfen würde. 1943. "Der Engel Jehovahs sprach zu ihr", 1. Mose 16/11, daß dies das Denken des inwendigeren Menschen bedeutet, erhellt aus dem, was oben beim 7., 9. und 10. Vers gesagt worden ist. 1944. "Siehe, du bist schwanger", 1. Mose 16/11, daß dies das Leben des Vernunftmenschen bedeutet, erhellt aus dem, was oben von seiner Empfängnis gesagt worden ist, und aus dem, was von Jischmael folgt, daß er nämlich sei das erste Vernunftmäßige beim Herrn. Im allgemeinen ist vom vernunftmäßigen Menschen zu wissen, daß vom Vernunftmäßigen dann gesagt wird es empfange Leben, es sei im Mutterleib und werde geboren, wenn der Mensch zu denken anfängt, daß bei ihm Böses und Falsches sei, das dem Wahren und Guten widerspricht und entgegenarbeitet, und mehr noch, wenn er es wegschaffen und unterjochen will. Wenn er dieses nicht wahrnehmen und fühlen kann, so hat er nichts Vernünftiges, wie sehr er es auch zu haben meint; denn das Vernünftige ist das Vermittelnde, das den inneren Menschen mit dem äußeren vereinigt und so vom Herrn her das im Äußern Vorgehende wahrnimmt und den Äußern zum Gehorsam bringt, ja, Ihn über das Leibliche und Irdische, in das er sich versenkt, erhebt, und macht, daß der Mensch Mensch ist, daß er zum Himmel blickt, dessen Bürger er ist, nicht, wie die unvernünftigen Tiere, bloß zur Erde, in der er nur ein Fremdling ist, geschweige denn zur Hölle. Dies sind die Obliegenheiten der Vernunft. Wenn daher der Mensch nicht so beschaffen ist, daß er so denken kann, so kann nicht gesagt werden, daß er Vernunft habe. An dem Leben ihres Gebrauchs oder ihrer Tätigkeit wird erkannt, ob sie da ist. Vernünfteln gegen das Gute und Wahre, das man im Herzen leugnet, oder das man erkennt, weil man davon gehört hat, heißt nicht Vernunft haben, das können auch viele, die äußerlich fessellos sich in alle Ruchlosigkeit stürzen, nur mit dem Unterschied, daß diese, die Vernunft zu haben meinen, und sie doch nicht haben, aus einem gewissen Anstand in der Rede sprechen, und aus erheuchelter Ehrenhaftigkeit handeln, worin sie durch äußere Bande, als da sind Furcht vor dem Gesetz, vor dem Verlust des Erwerbs, der Ehre, des guten Rufs, des Lebens, gehalten werden. Wenn diese Bande, die äußere sind, weggenommen würden, so würden einige noch unsinniger sein als jene; darum kann man von niemand sagen, er habe Vernunft deshalb, weil er Schlüsse machen kann. Die, welche keine Vernunft haben, pflegen sogar aus Sinneswahrnehmungen und Wissenschaftlichem heraus viel gewandter zu reden, als die, welche haben. Dies erhellt aufs klarste an den bösen Geistern im anderen Leben, obwohl diese für vernünftiger als andere gehalten wurden, während sie im Körper lebten, so sind sie doch, wenn die äußeren Bande, die den Anstand in ihrer Rede und die erheuchelte Ehrenhaftigkeit ihres Lebens bewirkt haben, weggenommen werden, (wie dies bei allen im anderen Leben zu geschehen pflegt) noch unsinniger als jene, die in der Welt wirklich wahnsinnig sind, denn sie stürzen sich in jeden Frevel ohne Scham, Furcht noch Grauen. Dagegen die, welche, als sie in der Welt lebten, (wirklich) Vernünftige waren, nicht so, wenn diesen die äußeren Bande weggenommen werden, so sind sie noch verständiger (saniores), denn sie hatten innere Bande, und diese sind die Bande des Gewissens, durch die der Herr ihre Gedanken an die Gesetze des Guten und Wahren, die ihr Vernünftiges waren, gebunden hielt. 1945. "Du wirst einen Sohn gebären", 1. Mose 16/11, daß dies bedeutet das Wahre, nämlich dieses Vernunftmäßigen, das durch Jischmael bezeichnet wird, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern sie ist das Wahre, wovon Nr. 264, 489, 491, 533, 1147. Dieses Wahre wird im folgenden Vers beschrieben. 1946. "Und sollst seinen Namen nennen Jischmael", 1. Mose 16/11, bedeutet den Zustand des Lebens. Vor Alters nämlich wurden den Söhnen und Töchtern Namen gegeben, die den Zustand bezeichneten, in dem die Eltern waren, besonders die Mütter, (zur Zeit) wenn sie empfingen, oder wenn sie schwanger waren, oder wenn sie geboren, oder in dem die Kinder bei der Geburt waren; so waren die Namen bezeichnend. Woher Jischmael seinen Namen hatte, wird hier erklärt: nämlich weil Jehovah auf die Drangsal hörte, was der Zustand der Mutter war; was aber Jischmael vorbildet, wird im folgenden Vers beschrieben. HG 1947 1947. "Weil Jehovah gehört hat auf deine Drangsal", 1. Mose 16/11, daß dies bedeutet, wenn es sich unterwerfen würde, erhellt aus dem, was in den Nr. 1937 gesagt worden ist, daß sich demütigen und kasteien sei: sich der Gewalt des inneren Menschen unterwerfen, von der Unterwerfung ebenfalls gehandelt und dort gezeigt wurde, daß es sei (sich) zwingen, sodann daß in dem Sich-Zwingen Freiheit, d.h. eigener Antrieb und Wille sei, wodurch das Sich-Zwingen sich unterscheidet vom Gezwungenwerden. Es wurde auch gezeigt, daß ohne diese Freiheit, nämlich die Selbstbestimmung oder Willigkeit, nie ein Mensch gebessert werden, noch etwas himmlisch Eigenes empfangen kann, sodann auch, daß in den Versuchungen mehr Freiheit ist, als außer den Versuchungen, obwohl das Gegenteil davon zu sein scheint, denn alsdann wird die Freiheit stärker, je nach den Anfechtungen von seiten des Bösen und Falschen und wird gekräftigt vom Herrn, auf daß ihm himmlisch Eigenes geschenkt werde, daher auch in den Versuchungen der Herr gegenwärtiger ist. So wie auch, daß der Herr niemanden zwingt. Wer zum Denken des Wahren und zum Tun des Guten gezwungen wird, der wird nicht gebessert, sondern denkt alsdann nur noch mehr das Falsche und will das Böse, - aller Zwang bringt das mit sich. Dies kann auch erhellen aus den Handlungen und Erweisungen des Lebens, durch die sich die zwei Sätze bewahrheiten: daß die Gewissen keinen Zwang leiden, und daß wir zum Verbotenen Neigung haben. Ein jeder begehrt auch von der Unfreiheit in die Freiheit (zu kommen), denn diese gehört zu seinem Leben. Hieraus ist klar, daß dem Herrn nichts angenehm ist, was nicht aus Freiheit, d.h. aus eigenem Antrieb oder Wollen (kommt). Denn wer aus der Unfreiheit heraus den Herrn verehrt, verehrt Ihn gar nicht aus dem Seinen. Es ist etwas Äußeres was sich bewegt, d.h. was durch Zwang bewegt wird, während das Innere entweder gar nicht dabei ist, oder widerstrebt, ja widerspricht. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, so nötigt er sich kraft der Freiheit mit der er vom Herrn beschenkt wird, er demütigt, ja schlägt nieder das Vernunftmäßige, damit es sich unterwerfe, und dadurch empfängt er ein himmlisches Eigenes, und dieses Eigene wird sodann vom Herrn stufenweise vervollkommnet und mehr und mehr frei, so daß (daraus) ein Trieb zum Guten, und aus diesem zum Wahren entsteht, und ihm zum Lustgefühl und in jenem wie in diesem zur Seligkeit wird, wie sie die Engel haben. Diese Freiheit ist es, von welcher der Herr selbst also bei Johannes 8/32,36 spricht: "Die Wahrheit macht euch frei, wenn der Sohn euch frei macht, so seid ihr wahrhaft frei". Was diese Freiheit ist, wissen gar nicht, die kein Gewissen haben, denn sie setzen die Freiheit in Willkür und Zügellosigkeit das Falsche zu denken und zu reden, so wie das Böse zu wollen und zu tun, und zwar ohne daß dieses eine Nötigung und Demütigung, geschweige eine Niederlage erlitte, während doch ganz das Gegenteil ist, wie dies auch der Herr lehrt bei Joh.8/34: "Jeder der Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde". Dieses knechtische Freie empfangen sie von den höllischen Geistern bei ihnen, die dasselbe einflößen und wenn sie in deren Leben sind, so sind sie auch in den Lieblingsneigungen und Begierden ebenderselben, indem das unreine und unflätige Lustgefühl sie anweht, und wenn sie gleichsam von deren Strömung fortgetrieben werden so meinen sie in der Freiheit zu sein, allein es ist eine höllische Freiheit. Der Unterschied zwischen dieser höllischen Freiheit und der himmlischen Freiheit ist der, daß jene die des Todes ist, und dieselben zur Hölle hinabzieht, diese aber, oder die himmlische Freiheit, die des Lebens ist, und sie zum Himmel erhebt. Daß aller wahre innere Gottesdienst nicht aus Zwang, sondern aus Freiheit geschehe, und wenn er nicht aus Freiheit, kein innerer Gottesdienst sei, erhellt aus dem Wort: aus den freiwilligen Gelübde-, Friedens- oder Dank-opfern, die Gaben und Darbringungen hießen, wovon 4. Mose 15/3-17; 5. Mose 12/6; 16/10,11; 23/23,24 und anderwärts. Ps.54/8: "Freiwillig werde ich Dir opfern, werde preisen Deinen Namen, Jehovah, weil er gut ist". Aus der Thruma oder der Beisteuer, die sie zur Stiftshütte bringen sollten, und zu den Kleidern der Heiligkeit, wovon bei 2. Mose 25/2: "Rede zu den Söhnen Israels, daß sie Mir eine Beisteuer sammeln; von jedem Mann, den sein Herz von selber antrieb, sollt ihr Meine Beisteuer nehmen"; und 2. Mose 35/5: "Jeder soll freiwilligen Herzens sie herbringen, die Beisteuer Jehovahs". Die Demütigungen aber des Vernunftmenschen oder seine Niederschlagung aus Freiheit, ward auch vorgebildet durch die Kasteiung (afflictionem) der Seelen an Festtagen, wovon es bei 3. Mose 16/29 heißt: "Es soll euch eine ewige Satzung sein, am siebenten Monat, am zehnten des Monats, sollt ihr eure Seelen kasteien", und 3. Mose 23/29: "Am zehnten des siebenten Monats, das ist der Tag der Aussöhnung, sollt ihr eine heilige Versammlung haben, und sollt eure Seelen kasteien, jede Seele, die sich nicht kasteien wird an eben diesem Tage, soll ausgerottet werden aus ihren Völkern". Daher wird das Ungesäuerte, in dem kein Gährungsstoff ist, Brot der Kasteiung genannt, 5. Mose 16/2,3. Von der Kasteiung heißt es bei Ps.15/1,2,4: "Jehovah, wer wird weilen in Deinem Zelt, wer wird wohnen auf dem Berge Deiner Heiligkeit, wer unsträflich wandelt, und Gerechtigkeit übt, wer schwöret, sich zu kasteien (einzuschränken), ohne es zu ändern". Daß die Kasteiung (afflictio) eine Bezähmung und Unterjochung des Bösen und Falschen ist, das vom äußeren Menschen her in seinen vernunftmäßigen aufsteigt, kann aus dem, was gesagt worden ist, erhellen, somit ist es keine Verstoßung seiner selbst in Armut und Elend, noch ein Entsagen in Beziehung auf die Annehmlichkeiten des Leibes. Durch diese wird das Böse nicht bezähmt und unterjocht, zuweilen wird auch dadurch ein anderes Böses aufgeweckt, nämlich die Verdienstlichkeit wegen der Entsagung, abgesehen davon, daß die Freiheit des Menschen dabei leidet, in der, als in dem rechten Boden, einzig und allein das Gute und Wahre des Glaubens eingepflanzt werden kann. Von der Kasteiung (oder Drangsal), daß sie auch Versuchung sei, sehe man Nr. 1846. 1948. Vers 12: Und derselbe wird sein ein Waldesel-Mensch, seine Hand gegen alle, und die Hand aller gegen ihn; und wider die Angesichte aller seiner Brüder wird er wohnen. "Und derselbe wird sein ein Waldesel-Mensch" (onager homo), bedeutet das vernunftmäßige Wahre, das beschrieben wird; "seine Hand gegen alle" bedeutet, es werde kämpfen gegen alles Unwahre; "und die Hand aller gegen ihn" bedeutet, das Falsche werde widerstreiten; "und wider die Angesichte aller seiner Brüder wird er wohnen" bedeutet, es werden fortwährende Streitigkeiten in Glaubenssachen, er werde aber dennoch Sieger sein. 1949. "Derselbe wird sein ein Waldesel-Mensch", 1. Mose 16/12, daß dies das vernunftmäßige Wahre bedeutet, das beschrieben wird, erhellt aus der Bedeutung des wilden Esels (onagri), sofern sie ist das vernunftmäßige Wahre: im Worte werden oftmals Pferde, Reiter, Maultiere, Esel erwähnt, und noch niemand weiß, daß sie Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches bedeuten, daß aber dies die Bedeutung ist, wird vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, bei den betreffenden Stellen, mit vielem begründet werden. Zu derselben Gattung gehört der wilde Esel (onager), denn er ist das Maultier der Wüste, oder der Waldesel und bedeutet das Vernunftmäßige des Menschen, nicht das Vernunftmäßige in seinem ganzen Umfang, sondern nur das vernunftmäßige Wahre. Das Vernunftmäßige besteht aus dem Guten und dem Wahren, d.h. aus demjenigen, was zur Liebtätigkeit und aus demjenigen, was zum Glauben gehört. Das vernunftmäßige Wahre ist das, was durch den wilden Esel bezeichnet wird. Dies nun ist es, was durch Jischmael vorgebildet und in diesem Vers beschrieben wird. Niemand kann glauben, daß das vom vernünftig Guten getrennte vernunftmäßige Wahre so beschaffen ist, und ich hätte auch nicht gewußt, daß es so ist, wäre ich nicht durch lebendige Erfahrung belehrt worden. Ob man sagt, das vernunftmäßige Wahre oder der Mensch, dessen Vernunftmäßiges so beschaffen ist, ist gleichviel. Der Mensch, dessen Vernunftmäßiges so beschaffen ist, daß es bloß im Wahren ist, und wenn auch im Wahren des Glaubens doch nicht zugleich im Guten der Liebtätigkeit, ist ganz so beschaffen: Er ist ein mürrischer Mann, der nichts leiden mag, der gegen alle ist, jeden ansieht als wäre er im Falschen, sogleich schilt, züchtigt, straft, sich nicht erbarmt, sich nicht anschließt, noch die Gemüter zu lenken sucht; denn er betrachtet alles aus dem Wahren, und nichts aus dem Guten. Daher kommt, daß Jischmael ausgetrieben wurde, und hernach in der Wüste wohnte und seine Mutter ihm ein Weib nahm aus Ägyptenland, 1. Mose 21/9-21, welches alles Vorbildung von einem ist, der ein solches Vernunftmäßiges hat. Der wilden Esel geschieht Erwähnung in den Prophetischen Schriften des Wortes, als bei Jes.32/14: "Der Palast wird eine Wüste sein, die Menge der Stadt verlassen, der Hügel und der Wartturm wird sein statt der Höhlen, bis in Ewigkeit (saeculum) die Freude der wilden Esel, die Weide der Herden": wo von der Verwüstung des Verstandesmäßigen die Rede ist, das, wenn es in betreff des Wahren verwüstet ist, genannt wird die Freude der wilden Esel, und in betreff des Guten die Weide der Herden, mithin wie unvernünftig. Jerem.14/6: "Die wilden Esel standen auf den Hügeln, schnappten nach Wind, wie die Seetiere, verschmachtet sind ihre Augen, weil kein Kraut da ist": wo von der Dürre, oder vom Nichtdasein das Guten und Wahren die Rede ist. Von den wilden Eseln wird ausgesagt, daß sie nach Wind schnappen, wenn nach Leerem statt des Reellen gegriffen wird, welches das Wahre ist. Die Augen sind verschmachtet, für: man erfasse nicht, was das Wahre ist. Hos.8/9: "Weil sie hinaufzogen nach Assyrien, ein wilder Esel, einsam für sich, so gingen die von Ephraim um Buhlerlohn auf Liebeshändel aus": Ephraim für deren Verstandesmäßiges; hinaufziehen nach Assyrien, für: vernünfteln über das Wahre, ob es wahr sei; der einsame wilde Esel für: das so des Wahren beraubte Vernunftmäßige. Hos.13/15: "Weil er unter den Brüdern wie ein wilder Esel sein wird, wird kommen der Ostwind Jehovahs, von der Wüste aufsteigend, und es wird vertrocknen sein Born, und versiegen sein Quell, und er wird rauben den Schatz aller Gefäße des Verlangens": wo von Ephraim die Rede ist, durch die das Verstandesmäßige der geistigen Kirche bezeichnet wird, deren Vernunftmäßiges wie ein wilder Esel ist, von dessen Zerstreuung gehandelt wird. Ps.104/10,11: "Jehovah Gott wird Quellen in Flüsse fließen lassen, sie werden zwischen den Bergen hinrinnen, sie tränken alles Wild der Felder, es löschen die wilden Esel ihren Durst": die Quellen für die Erkenntnisse, das Wild der Felder für Gutes, die wilden Esel für die Vernunftwahrheiten. 1950. "Seine Hand gegen alle", 1. Mose 16/12, daß dies bedeutet, es werde kämpfen gegen das, was nicht wahr ist, und "die Hand aller gegen ihn", daß dies bedeutet, das Falsche werde dagegen ankämpfen, erhellt daraus, daß durch Jischmael, wie gesagt, das vom Guten getrennte vernunftmäßige Wahre bezeichnet wird. Wenn von diesem Wahren ausgesagt wird, daß seine Hand gegen alle und die aller gegen ihn sei, so ist klar, daß jenes bezeichnet wird. Oben wurde angegeben, daß durch Abram der innere Mensch des Herrn vorgebildet werde; oder was dasselbe ist, Sein himmlisch und geistig Göttliches; durch Jischak der inwendigere Mensch des Herrn oder sein vernünftig Göttliches; durch Jakob der auswendigere Mensch des Herrn oder sein natürlich Göttliches. Hier ist die Rede vom Vernunftmäßigen, wie es beschaffen wäre, wofern es nicht mit dem Inneren, d.h. dem himmlisch und geistig Göttlichen vereinigt würde. Weil dieses Vernunftmäßige seine Natur vom Leben des Triebes zum Wissen, das ist von Hagar der ägyptischen Magd der Sarai, her hatte, und dieses Leben dem äußeren Menschen angehörte, und dasselbe von der Mutter des Herrn Anererbtes hatte, gegen das gekämpft und das ausgetrieben werden sollte, darum wird das Vernunftmäßige beschrieben wie es beschaffen wäre, wenn ohne das vernünftige Gute. Nachdem aber der Herr jenes Anererbte durch Versuchungskämpfe und Siege gedemütigt oder niedergeschlagen und unterjocht und Sein Vernunftmäßiges von dem göttlich Guten her belebt hat, so wird dasselbe Jischak oder wird vorgebildet durch Jischak, nachdem Jischmael, samt seiner Mutter Hagar, aus dem Haus gejagt war. Alles echt Vernünftige besteht aus Gutem und Wahrem, das ist, aus Himmlischem und Geistigem. Das Gute oder Himmlische ist seine eigene Seele oder sein Leben; das Wahre oder Geistige ist das, was von daher sein Leben empfängt. Das Vernunftmäßige ohne Leben aus dem himmlisch Guten, ist so wie es hier beschrieben wird, daß es nämlich gegen alle kämpft und alle gegen es kämpfen. Das vernünftig Gute kämpft gar nicht, wie sehr es auch bekämpft wird, weil es mild und gütig, geduldig und nachgiebig ist, denn es ist Liebe und Barmherzigkeit. Und obwohl es nicht kämpft, so überwindet es doch alle und denkt gar nicht an den Kampf, noch rühmt es sich des Sieges und zwar, weil es göttlich ist und sicher von sich selbst aus, denn kein Böses kann das Gute angreifen, es kann nicht einmal in der Sphäre, in der das Gute ist, bestehen; wenn dieses nur herannaht, weicht und sinkt das Böse von selbst zurück, denn das Böse ist höllisch, das Gute ist himmlisch. Beinahe ebenso verhält es sich mit dem geistig Himmlischen, das ist mit dem Wahren aus himmlischem Ursprung oder mit dem Wahren, das aus dem Guten ist, denn dieses Wahre ist ein vom Guten gebildetes Wahre, so daß es die Form des Guten genannt werden kann. Aber das vom Guten getrennte Wahre, das hier durch Jischmael vorgebildet und in diesem Vers beschrieben wird, ist ein ganz anderes, nämlich wie ein wilder Esel und kämpft gegen alle, und alle gegen es, und denkt und sinnt kaum auf etwas anderes, als auf Kämpfe. Sein allgemeines Vergnügen oder seine herrschende Neigung ist, zu siegen, und wenn es siegt, rühmt es sich des Sieges, daher es durch den wilden Esel oder das Maultier der Wüste oder den Waldesel beschrieben wird, der nicht mit anderen (zusammen) sein kann. Ein solches Leben ist das Leben des Wahren ohne das Gute, ja das Leben des Glaubens ohne Liebtätigkeit. Wenn daher der Mensch wiedergeboren wird, so geschieht dies zwar durch das Wahre des Glaubens, dennoch aber zugleich durch das Leben der Liebtätigkeit, das der Herr gemäß dem Wachstum des Glaubenswahren einflößt. 1951. "Er wird wider die Angesichte aller seiner Brüder wohnen", 1. Mose 16/12, daß dies bedeutet, es werden fortwährende Streitigkeiten in Glaubenssachen, er werde aber dennoch immer Sieger sein, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist. Es wird dies noch vollständiger beschrieben, wo von Jischmaels Nachkommen gehandelt wird, mit folgenden Worten: "Sie wohnten von Chavillah bis Schur, das im Angesicht Ägyptens liegt, wo man kommt gen Aschur, im Angesicht aller (seiner) Brüder fiel sein Los": 1. Mose 25/18. Der innere Sinn hiervon wird klar aus der Bedeutung von Chavillah, Schur, Ägypten und Assyrien. Chavillah bedeutet das, was zur Einsicht gehört, wie dies klar ist aus dem, was Nr. 115 gezeigt worden ist. Schur, das aus dem wißtümlichen hervorgehende Wahre, wovon Nr. 1928; Ägypten alles, was der Wissenschaft angehört, Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; und Assyrien das, was der Vernunft angehört, Nr. 119, 1186. Wenn man die Bedeutungen von diesen in einen Sinn bringt, so erhellt, daß durch Jischmael ein solches Vernunftmäßiges vorgebildet wird. Das so beschaffene Wahre selbst wird im anderen Leben vorbildlich auf verschiedene Arten dargestellt und immer als stark, kräftig, hart, so daß man ihm nicht widerstehen kann. Wenn die Geister nur ein solches Wahre denken, so kommt sie ein gewisser Schrecken an, aus dem Grunde, weil es seine Natur ist, daß es nicht nachgibt, somit auch nicht zurücktritt. Woraus auch erhellen kann, was durch das Wohnen wider die Angesichte aller Brüder bezeichnet worden ist. Jeder kann erkennen, daß in dieser Beschreibung ein Geheimnis verborgen liegt, aber was für eines, hat man bisher nicht gewußt. 1952. Vers 13,14: Und sie nannte den Namen Jehovahs des zu ihr Redenden; Du Gott siehest mich; denn sie sprach: Habe ich doch hier gesehen Dem nach, Der mich siehet. Darum nannte man den Brunnen, Brunnen dem Lebendigen, Der mich siehet, siehe da, zwischen Kadesch und zwischen Bared. "Und sie nannte den Namen Jehovahs, des zu ihr Redenden" bedeutet den Zustand des inwendigeren Menschen des Herrn, als Er dieses dachte; "Du Gott siehest mich" bedeutet den Einfluß; "denn sie sprach: Habe ich doch hier gesehen Dem nach, Der mich siehet" bedeutet den Einfluß in das Leben des auswendigeren Menschen ohne Vermittlung des Vernunftmäßigen; "Darum nannte man den Brunnen" bedeutet den Zustand des Wahren von daher; "Brunnen dem Lebendigen, Der mich siehet" bedeutet das so ersichtliche Wahre; "siehe da, zwischen Kadesch und Bared" bedeutet die Beschaffenheit. 1953. "Und sie nannte den Namen Jehovahs, des zu ihr Redenden", 1. Mose 16/13, daß dies bedeutet den Zustand des inwendigeren Menschen des Herrn, als Er dieses dachte, erhellt aus dem, was vorhergeht und was folgt, sodann aus der Bedeutung des Namens, nämlich wissen wie er beschaffen ist; wovon Nr. 144, 145, 1754. Es wird hier der Zustand beschrieben, wie er beschaffen war oder in dem der Herr war, als Er so vom Vernunftmäßigen dachte. Das Vernunftmäßige konnte dieses nicht denken, sondern der inwendigere oder höhere Mensch, von dem Nr. 1926; denn das Vernunftmäßige kann nie über sich denken, wie es beschaffen ist, denn sich selbst kann niemand anschauen, sondern es muß ein Inwendigeres oder Höheres sein, das über jenes denkt, weil es dasselbe anschauen kann. Wie z.B.: das Ohr kann nicht wissen, noch weniger inne werden die Rede, die es auffaßt, sondern es ist ein inwendigeres Hören; das Ohr unterscheidet nur die artikulierten Töne oder Worte, es ist ein inwendigeres Hören, das erfaßt und hernach ein inwendigeres Sehen oder Anschauen, das wahrnimmt, daher durch das Hören die Wahrnehmung des Sinnes der Rede. Ebenso verhält es sich bei Dingen des Gesichts: die ersten Vorstellungen, die den Gegenständen des Gesichts entnommen werden, sind materiell, wie sie auch genannt werden, aber es ist ein noch inwendigeres Sehen, das jene anschaut und so denkt. So verhält es sich mit dem Vernunftmäßigen des Menschen: das Vernunftmäßige kann sich nie anschauen, noch weniger erforschen wie es beschaffen sei, sondern es muß ein Inwendigeres sein, das dieses tut. Sofern daher der Mensch dieses tun kann, nämlich etwas Falsches in seinem Vernunftmäßigen wahrnehmen und etwas Wahres, das hervorleuchtet, und noch mehr wenn etwas Kämpfendes und Siegendes, so kann er wissen, daß es vom Einfluß des Herrn durch den inneren Menschen herkommt. Der inwendigere Mensch des Herrn, von dem Nr. 1926 und der hier gemeint ist, war der, welcher mit dem inneren (Menschen), nämlich Jehovah verbunden war, somit weit über jenem Vernunftmäßigen, aus jenem sah Er wie in himmlischem Licht und ward inne, wie das Vernunftmäßige beschaffen sein würde, wenn es bloß im Wahren, nicht im Guten wäre. 1954. "Du Gott siehst mich", 1. Mose 16/13, daß dies den Einfluß bedeutet, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist: das Schauen vom Höheren her in den unteren, oder was dasselbe ist, vom inwendigeren in den auswendigeren, wird Einfluß genannt, denn es geschieht durch einen Einfluß, es ist wie mit dem inwendigeren Sehen beim Menschen, wofern dieses nicht fortwährend in sein äußeres Sehen oder in das des Auges einflöße, so würde dieses nie irgendeinen Gegenstand auffassen und unterscheiden, denn es ist das inwendigere Sehen, das durch das Auge das auffaßt, was das Auge sieht, niemals das Auge, obwohl es so erscheint. Hieraus kann auch erhellen, wie sehr der Mensch in Sinnestäuschungen befangen ist, der glaubt, daß das Auge sehe, während es doch das Sehen seines Geistes ist, und dieses das inwendigere Sehvermögen ist, das durchs Auge sieht. Die bei mir befindlichen Geister haben durch meine Augen die Dinge, die in der Welt sind, so gut gesehen wie ich, wovon Nr. 1880; aber einige von ihnen, die noch in Sinnestäuschungen waren, meinten, sie hätten durch ihre Augen gesehen, allein es wurde ihnen gezeigt, daß dem nicht so war, denn als (meine) Augen geschlossen waren, sahen sie nichts in dieser atmosphärischen Welt. Ebenso verhält es sich auch mit dem Menschen, sein Geist ist es, der sieht, nicht das Auge, sondern durch das Auge. Dasselbe kann auch erhellen aus den Träumen, in denen der Mensch zuweilen sieht wie am Tage, dennoch aber verhält es sich in ähnlicher Weise mit diesem inwendigeren oder Geistes-Sehvermögen, dieses sieht nicht aus sich, sondern aus einem noch inwendigeren oder dem seiner Vernunft, ja auch diese sieht nicht aus sich, sondern es ist ein noch inwendigeres (Sehvermögen), das dem inneren Menschen angehört, wovon Nr. 1940; aber gleichwohl ist es nicht dieses, sondern der Herr durch den inneren Menschen, Der allein sieht, weil Er allein lebt, und dem Menschen gibt, daß er sieht, und daß es ihm erscheint, als ob er es aus sich sähe; so verhält es sich mit dem Einfluß. 1955. "Denn sie sprach: habe ich doch hier gesehen Dem nach, Der mich siehet", 1. Mose 16/13, bedeutet den Einfluß in das Leben des auswendigeren Menschen ohne Vermittlung des Vernunftmäßigen, erhellt aus der Bedeutung von "sehen dem Sehenden nach"; dem Sehenden nachsehen ist aus dem Inwendigeren oder Höheren. Was innerhalb oder oberhalb ist, im inneren Sinn, wird im Buchstabensinn ausgedrückt durch nach, da jenes erscheint in dem, was außerhalb oder unterhalb ist; es ist Hagar, die hier redet, durch die, wie früher gezeigt worden ist, das Leben der Wissenschaften, welches das des auswendigeren Menschen ist, bezeichnet wird; weil aus diesem Leben das erste Vernunftmäßige entstanden ist, darum sah der Herr die Ursache, warum es so geschah, aus seinem inwendigeren Menschen im auswendigeren, und zwar dies ohne Vermittlung des Vernunftmäßigen. Daß dies Geheimnisse in sich schließt, kann jeder sehen, schon daraus, daß niemand wissen kann, was da sei "sehen Dem nach, Der mich sieht", außer aus dem inneren Sinn, in dem auch solches ist, was nicht faßlich erklärt werden kann, außer durch Ideen, wie sie die Engel haben, und die nicht in Wörter fallen, sondern bloß in den Sinn der Wörter, und zwar in einer Weise, bei der abgesehen wird von den materiellen Vorstellungen, aus denen die Vorstellungen des Wortsinnes bestehen: von diesem, was dem Menschen so dunkel erscheint, haben die Engel so klare und deutliche, mit so viel Vorbildungen bereicherte Vorstellungen, daß ein Buch geschrieben werden müßte, wollte man nur ein klein wenig davon beschreiben. 1956. "Darum nannte man den Brunnen", 1. Mose 16/14, daß dies bedeutet den Zustand des Wahren von daher, erhellt aus dem Gesagten, sodann aus der Bedeutung der Brunnquelle, sofern sie ist das Wahre, wovon oben Nr. 1927; weil dieses nicht im Vernunftmäßigen war, sondern unterhalb des Vernunftmäßigen, so wird der Brunnen die Quelle (fons), in der Grundsprache mit einem anderen Wort ausgedrückt, als dem oben gebrauchten und sonst für Quelle gewöhnlichen. 1957. "Brunnen dem Lebendigen, Der mich siehet", 1. Mose 16/14, daß dies das so durchsichtige Wahre bedeutet, erhellt auch aus dem Gesagten; daß nämlich der Herr deutlich gesehen habe, wie es sich mit dem Wahren dieses Vernunftmäßigen verhielt, daß es nicht gut sei. Der inwendigere Mensch des Herrn, aus dem Er sah, heißt der sehende Lebendige, weil Er mit dem inneren verbunden (war), der Jehovah (war), Der allein lebt und allein sieht, wie oben Nr. 1954 gezeigt worden ist. 1958. "Siehe, da, zwischen Kadesch und zwischen Bared", 1. Mose 16/14, daß dies die Beschaffenheit bedeutet, daß Er nämlich gesehen habe, wie dieses Wahre, somit wie das Vernunftmäßige beschaffen sein würde, erhellt aus der Bedeutung von Kadesch und Bared. Daß Kadesch das Wahre bedeutet, sodann die Streitigkeiten über die Wahrheiten, ist früher Nr. 1678 gezeigt worden. Bared aber, was unten ist, somit das wißtümliche Wahre, aus dem auch das Vernunftmäßige (stammt). Daß die Namen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 1876, 1888, 1889; sodann Nr. 1224, 1264. 1959. Vers 15: Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar geboren, Jischmael. "Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn" bedeutet den aus jener Verbindung und Empfängnis geborenen Vernunftmenschen; "und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar geboren, Jischmael" bedeutet seine Beschaffenheit. 1960. "Hagar gebar dem Abram einen Sohn", 1. Mose 16/15, daß dies den aus jener Empfängnis und Verbindung geborenen Vernunftmenschen bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und Bedeutung von Hagar, Abram und Sohn. Daß Hagar das Leben der Neigung des auswendigeren Menschen zu den Wissenschaften bedeutet, ist Nr. 1895, 1896 gesagt worden; daß Abram den inneren Menschen des Herrn (bedeutet), Nr. 1893, 1950; und daß der Sohn das Wahre, somit dasjenige Wahre ist, das diesem Vernunftmäßigen angehörte: Nr. 264, 489, 491, 533, 1147. Daß Hagar dem Abram gebar, bedeutet also den aus jener Empfängnis und Verbindung geborenen Vernunftmenschen. In diesen Sinn verwandelt sich der Buchstabensinn, wenn er zu den Engeln gelangt, oder bei den Engeln ist. 1961. "Und Abram nannte den Namen seines Sohnes, den Hagar geboren, Jischmael", 1. Mose 16/15, daß dies seine Beschaffenheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Namens, nämlich wissen, wie er beschaffen ist, wovon Nr. 144, 145, 1754; sodann aus der Vorbildung und Bedeutung Jischmaels, sofern diese ist das vernunftmäßige Wahre, das im 1. Mose 16/11,12 mit folgenden Worten beschrieben wird: "Du sollst seinen Namen nennen Jischmael, weil Jehovah gehört hat auf deine Drangsal. Und derselbe wird sein ein wilder Mensch, seine Hand gegen alle, und die Hand aller gegen ihn; und wider die Angesichte aller seiner Brüder wird er wohnen", wovon in der Erklärung jener Verse; seine Beschaffenheit wird dort beschrieben. 1962. Vers 16: Und Abram (war) ein Sohn von achtzig Jahren und sechs Jahren, als Hagar den Jischmael (dem Abram) gebar. "Und Abram (war) ein Sohn von achtzig und sechs Jahren" bedeutet den Zustand des Herrn in betreff des durch Versuchungskämpfe erworbenen himmlisch Guten; "als Hagar den Jischmael (dem Abram) gebar" bedeutet, als das Leben der Neigung zum Wissen das Vernunftmäßige gebar. 1963. Daß "Abram (war) ein Sohn von achtzig Jahren und sechs Jahren", 1. Mose 16/16, den Zustand des Herrn in betreff des durch die Versuchungskämpfe erworbenen himmlisch Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von achtzig, welche Zahl das gleiche in sich schließt, was vierzig, und daß diese die Versuchungen bedeuten, ist Nr. 730, 862 gezeigt worden; und aus der Bedeutung von sechs, sofern sie ist der Kampf, wovon ebenfalls Nr. 720, 737, 900; dann auch aus der Bedeutung von zehn, sofern sie sind die Überreste, wovon Nr. 576; diese Überreste waren beim Herrn Errungenschaften von himmlisch Gutem, wodurch Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen (Wesen) vereinigte, Nr. 1906 E. Aus diesen drei Zahlen ist zusammengesetzt die Zahl Sechs und Achtzig, welche dergleichen in sich schließt, somit bezeichnet sie den Zustand des Herrn in betreff des durch Versuchungskämpfe erworbenen himmlisch Guten; denn alle Zahlen im Worte bezeichnen Sachen, wie Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813 gezeigt worden ist. Weil es hier Zahlen von Jahren sind, und zwar in der Geschichte von Abram angeführte, so scheint es, als ob sie nicht Bezeichnungen solcher Dinge wären; allein im Wort ist nichts geschrieben, was nicht in einen geistigen und himmlischen Sinn bei den Engeln überginge; denn die Engel sind in keinen anderen als geistigen und himmlischen Ideen, sie wissen nicht, noch werden sie inne, was sechs und achtzig ist, auch bekümmern sie sich nichts darum, wie alt Abram war, als ihm Hagar den Jischmael gebar, wenn aber eine solche Zahl gelesen worden ist, so stößt ihnen sogleich auf, was die Zahlen in sich schließen; auch (erhellt es) aus dem übrigen, wie es im inneren Sinn erklärt ist. 1964. "Als Hagar den Jischmael dem Abram gebar", 1. Mose 16/16, daß dies bedeutet, als das Leben des Wissenstriebes das Vernunftmäßige gebar, erhellt aus der Bedeutung von Hagar, sofern sie ist das Leben des Wissenstriebes; und aus der Bedeutung Jischmaels, sofern diese ist das zuerst geborene Vernunftmäßige, wovon oben. Weil in diesem Kapitel vom Vernunftmäßigen des Menschen gehandelt, und beschrieben wurde, wie es beschaffen ist, wenn einzig und allein die Wahrheiten dasselbe bilden und wie es beschaffen ist, wenn Gutes und aus Gutem Wahres, so muß man wissen, daß das Vernunftmäßige durchaus nicht empfangen und geboren, noch gebildet werden kann, ohne Wißtümliches und Erkenntnisse; aber das Wißtümliche und die Erkenntnisse müssen einen Nutzen zum Endzweck haben, und wenn einen Nutzen, so haben sie zum Endzweck das Leben, denn alles Leben gehört den Nutzwirkungen, weil den Endzwecken an. Wenn sie nicht um des Lebens der Nutzwirkungen willen erlernt werden, so haben sie keinen Wert, weil keinen Nutzen. Aus ihnen allein, nämlich den Wissensdingen und Erkenntnissen ohne das Leben des Nutzens, wird das Vernunftmäßige, wie es beschrieben worden ist, gleich einem wilden Esel mürrisch, streitsüchtig und ein dürres und trockenes Leben habend, infolge einer gewissen Lust zu dem von Selbstliebe befleckten Wahren. Dagegen wenn sie zum Endzweck den Nutzen haben, so empfangen sie Leben aus den Nutzwirkungen, aber ein solches Leben, wie es die Nutzwirkungen haben. Diejenigen, welche die Kenntnisse erlernen, um im Glauben der Liebe vervollkommnet zu werden, (denn der wahre und eigentliche Glaube ist die Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten,) die sind im Nutzen aller Nutzwirkungen und empfangen geistiges und himmlisches Leben vom Herrn, und wenn sie in diesem Leben (sind), so sind sie in der Fähigkeit, alles inne zu werden, was zum Reich des Herrn gehört. In diesem Leben sind alle Engel, und weil in diesem Leben, sind sie in der eigentlichen Einsicht und Weisheit. 1965. Dies nun ist der innere Sinn der Dinge in diesem Kapitel von Abram, Hagar, und Jischmael; aber wie gehaltvoll dieser Sinn sei, oder wie endlos vieles er enthalte, kann schon daraus erhellen, daß sie, wie alles und jedes im Wort, sich auf den Herrn beziehen, und vom Herrn handeln; (das Leben des Wortes, weil das Wort selbst, ist von daher,) (und daß sie) im inneren Sinn zugleich auch handeln vom Reich des Herrn in den Himmeln, sodann von Seinem Reich auf Erden, d.h. von der Kirche; ebenso von einem jeden, in dem das Reich des Herrn ist; und außerdem im allgemeinen von allem Himmlischen und Geistigen; denn aus dem Herrn (stammt) alles dies; daher kommt, daß durch Abram auch vorgebildet wird die himmlische Kirche, der himmlische Mensch, sodann das Himmlische selbst, und so fort, aber bis dahin die Erklärung ausdehnen, würde zu weit führen. Nr. 1966 - 1983 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 17. Kapitel 1984. Wenige können glauben, daß im Wort ein innerer Sinn ist, der gar nicht aus dem Buchstaben hervorleuchtet, und dies darum, weil er vom Buchstabensinn so weit entfernt ist, daß er gleichsam die Entfernung des Himmels von der Erde hat. Daß aber der Buchstabensinn dergleichen in sich enthält, und daß er Geheimnisse vorbildet und bezeichnet, die niemand sieht als der Herr, und die Engel durch den Herrn, erhellt aus dem, was im ersten Teil hin und wieder gesagt worden ist. Der Buchstabensinn verhält sich zum inneren Sinn, wie der Leib des Menschen zu seiner Seele. Solange der Mensch im Leib ist, und aus Leiblichem denkt, weiß er beinahe gar nichts von der Seele, denn die Tätigkeiten des Leibes sind andere als die der Seele, so sehr, daß die Tätigkeiten der Seele, wenn sie enthüllt würden, nicht als so beschaffen anerkannt werden würden. So verhält es sich auch mit dem Inneren des Wortes: in seinem Inneren ist seine Seele, das ist sein Leben. Dieses, nämlich das Innere, bezieht sich auf nichts anderes als auf den Herrn, Sein Reich, die Kirche, und dasjenige, was Sache Seines Reiches und Seiner Kirche beim Menschen ist. Sofern es auf dieses sein Absehen hat, ist es das Wort des Herrn, denn alsdann ist das Leben selbst darin. Daß es so sich verhält ist im ersten Teil mit vielem begründet, auch (mir) als gewiß zu wissen gegeben worden, denn es können gar keine Vorstellungen von leiblichen und weltlichen Dingen bis zu den Engeln dringen, sondern sie werden abgelegt und gänzlich entfernt schon auf der ersten Schwelle, wenn sie vom Menschen ausgehen, wie auf den Grund wirklicher Erfahrung ersehen werden kann im ersten Teil: Nr. 1769-1772 einschließlich, und was für eine Veränderung mit ihnen vorgeht: Nr. 1872-1876. Dies kann auch genugsam erhellen aus sehr vielen Stellen im Wort, die im Buchstabensinn ganz unverständlich sind, und die, wenn sie nicht eine solche Seele oder ein solches Leben in sich hätten, nicht als Wort des Herrn anerkannt werden, und niemanden, der nicht von Kind auf den Glauben einsog, daß das Wort eingegeben und so heilig sei, als göttlich erscheinen würden: Wer würde aus dem Buchstabensinn wissen, was die Worte bedeuten die Jakob zu seinen Söhnen vor seinem Tode sprach 1. Mose 49/17: "Dan, eine Schlange auf dem Weg, eine Natter auf dem Pfad, beißend in die Fersen des Pferdes, so daß sein Reiter rückwärts fällt"; Vers 19: "Gad, ihn wird ein Heerhaufen plündern, und er wird die Ferse berauben"; Vers 21: "Naphthali, eine freigelassene Hindin, von sich gebend Reden der Zierlichkeit"; Vers 11,12: "Jehudah wird an den Weinstock binden seinen jungen Esel, und an den edlen Reben den Sohn seiner Eselin: er wird im Weine waschen sein Gewand, und im Traubenblut seine Hülle: röter sind seine Augen als Wein, und weißer seine Zähne als Milch"; ebenso in sehr vielen Stellen bei den Propheten. Was aber diese Dinge bedeuten, stellt sich lediglich nur heraus im inneren Sinn, in dem alles und jedes in schönster Ordnung zusammenhängt. Ebenso was der Herr von den letzten Zeiten sagte bei Matth.24/29,30: "In der Vollendung des Zeitlaufes wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden, und dann wird erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen; und alsdann werden wehklagen alle Stämme des Landes". Diese Dinge bedeuten keineswegs eine Verfinsterung der Sonne und des Mondes, noch ein Herabfallen der Sterne vom Himmel, noch ein Wehklagen der Stämme, sondern die Liebtätigkeit und den Glauben, die im inneren Sinn die Sonne und der Mond sind, und diese werden verfinstert werden. Sodann die Erkenntnisse des Guten und Wahren, welche die Sterne sind und hier Kräfte der Himmel genannt werden, die so herabsinken und verschwinden werden, und alles zum Glauben Gehörige, welches die Stämme des Landes sind; wie dies auch gezeigt worden ist im ersten Teil: Nr. 31, 32, 1053, 1529, 1530, 1531, 1808. Aus diesem wenigen kann nun erhellen, was der innere Sinn des Wortes ist, sodann daß er vom Buchstabensinn entfernt, und in einigen Stellen sehr entfernt ist: dennoch aber bildet der Sinn des Buchstabens Wahrheiten vor, und stellt Scheinwahrheiten dar, in denen der Mensch sein kann, solang er noch nicht im Licht des Wahren ist.   17. Kapitel 1. Und Abram war ein Sohn von neunzig Jahren und neun Jahren, da erschien Jehovah dem Abram, und sprach zu ihm: Ich (bin) Gott Schaddai, wandle vor Mir, und sei fromm. 2. Und Ich will Meinen Bund machen zwischen Mir und zwischen dir, und dich sehr, sehr mehren. 3. Und Abram fiel auf sein Angesicht; und Gott redete mit ihm, und sprach: 4. Ich, siehe, Mein Bund mit dir, und du wirst sein ein Vater einer Menge von Völkerschaften. 5. Und man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram, sondern dein Name soll sein Abraham, weil Ich zum Vater einer Menge von Völkerschaften dich gegeben habe. 6. Und Ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen; und will dich zu Völkerschaften machen, und Könige werden aus dir hervorgehen. 7. Und will aufrichten Meinen Bund zwischen Mir und zwischen dir, und zwischen deinem Samen nach dir, auf ihre Geschlechter, zu einem ewigen Bund, dir Gott zu sein, und deinem Samen nach dir. 8. Und will dir, und deinem Samen nach dir, geben das Land deiner Pilgerfahrten, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitztum, und will ihnen Gott sein. 9. Und Gott sprach zu Abraham: Und du sollst Meinen Bund halten, du und dein Same nach dir, auf ihre Geschlechter. 10. Dies ist Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch und zwischen deinem Samen nach dir, beschnitten soll euch werden alles Männliche. 11. Und ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut, und es soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch. 12. Und der Sohn von acht Tagen soll euch beschnitten werden, jedes Männliche, in eure Geschlechter, der Hausgeborene und der um Silber (Geld) Erkaufte, von allem Sohn der Fremde, der nicht von deinem Samen ist. 13. Beschnitten, ja beschnitten soll werden der Geborene deines Hauses, und der um dein Silber (Geld) Erkaufte; und es soll sein Mein Bund in eurem Fleisch zum ewigen Bund. 14. Und das Vorhaut habende Männliche, wofern es nicht beschnitten wird am Fleisch seiner Vorhaut, so soll selbige Seele ausgerottet werden aus ihren Völkern, Meinen Bund hat sie gebrochen. 15. Und Gott sprach zu Abraham: Sarai, dein Weib, sollst du nicht nennen mit ihrem Namen Sarai, weil Sarah ihr Name ist. 16. Und Ich will sie segnen, und auch von ihr dir einen Sohn geben, und will sie segnen, und sie wird werden zu Völkerschaften, Könige von Völkern werden aus ihr kommen. 17. Und Abraham fiel auf sein Angesicht, und lachte, und sprach in seinem Herzen: Wird dem Sohn von hundert Jahren geboren werden; und wird wohl Sarah, als Tochter von neunzig Jahren, gebären? 18. Und Abraham sprach zu Gott: Möchte doch Jischmael leben dürfen vor Dir. 19. Und Gott sprach: Wahrlich, Sarah, dein Weib gebiert dir einen Sohn, und du sollst seinen Namen nennen Jischak, und Ich will Meinen Bund mit ihm aufrichten zu einem ewigen Bund, seinem Samen nach ihm. 20. Und wegen Jischmaels habe Ich dich erhört: siehe, Ich will ihn segnen, und ihn fruchtbar werden und ihn sehr, sehr sich mehren lassen. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und Ich will ihn zur großen Völkerschaft machen. 21. Und Meinen Bund will Ich aufrichten mit Jischak, den dir Sarah gebären wird, zu dieser bestimmten Zeit, im folgenden Jahr. 22. Und Er hörte auf mit ihm zu reden, und Gott stieg auf von Abraham. 23. Und Abraham nahm Jischmael, seinen Sohn, und alle Geborenen seines Hauses, und jeden um sein Silber (Geld) Erkauften, alles Männliche unter den Männern des Hauses Abrahams, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut, an eben diesem Tage, wie mit ihm Gott geredet hatte. 24. Und Abraham war ein Sohn von neunzig und neun Jahren, als ihm beschnitten wurde das Fleisch seiner Vorhaut. 25. Und Jischmael, sein Sohn, ein Sohn von dreizehn Jahren, als ihm beschnitten ward das Fleisch seiner Vorhaut. 26. An diesem selbigen Tag wurde beschnitten Abraham und Jischmael, sein Sohn. 27. Und alle Männer seines Hauses, der Hausgeborene, und der um Silber (Geld) Erkaufte, vom fremden Sohn, wurden beschnitten mit ihm.   Inhalt 1985. Es wird hier gehandelt von der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Wie auch von der Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch das menschliche Wesen. 1986. Jehovah hat sich geoffenbart dem Herrn in Seinem Menschlichen: Vers 1 wobei Er vorhersagte die Vereinigung: Vers 2, 5, nämlich die des Göttlichen mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen: Vers 4, 5. Und daß von Ihm alles Gute und Wahre komme: Vers 6. So werde die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschengeschlecht durch Ihn geschehen: Vers 7. Und das Himmelreich werde Sein werden, und Er werde es geben denen, die an Ihn glauben: Vers 8, 9. Aber der Mensch müsse zuvor die Lieblingsneigungen und deren schnöde Begierden entfernen, und so gereinigt werden; dies ist es, was vorgebildet wurde und bezeichnet wird durch die Beschneidung: Vers 10, 11. So werde eine Verbindung geschehen, sowohl mit denen, die innerhalb der Kirche, als mit denen, die außerhalb sind: Vers 12. Die Reinigung müsse notwendig vorhergehen, sonst (gebe) es keine Verbindung, sondern Verdammnis; gleichwohl könne die Verbindung nur stattfinden im Unreinen des Menschen: Vers 13,14. Es wird vorhergesagt, die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen, oder des Wahren mit dem Guten: Vers 15, 16, 17. Sodann die Verbindung mit denen, die in den Glaubenswahrheiten sind, nämlich wie mit den Angehörigen der himmlischen Kirche, so auch mit den Angehörigen der geistigen Kirche: Vers 18, 19. Und daß auch diese mit dem Guten des Glaubens werden ausgestattet werden: Vers 20 Schluß, daß dies (geschehe) kraft der Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen im Herrn: Vers 21. Ende der Vorhersage: Vers 22. So sollte es geschehen, und so ist es geschehen: Vers 23-27.   Innerer Sinn 1987. Vers 1: Und Abram war ein Sohn von neunzig Jahren und neun Jahren, da erschien Jehovah dem Abram, und sprach zu ihm: Ich (bin) Gott Schaddai, wandle vor Mir, und sei fromm. "Und Abram war ein Sohn von neunzig Jahren und neun Jahren" bedeutet die Zeit, bevor der Herr den inneren Menschen mit dem Vernünftigen völlig verband. Abram bezeichnet den Herrn in diesem Zustand und in diesem Alter; "da erschien Jehovah dem Abram" bedeutet eine Offenbarung; "Ich (bin) Gott Schaddai" bedeutet den Namen des Gottes Abrams im Buchstabensinn; unter welchem (Namen) der Herr zuerst ihnen vorgestellt wurde; "wandle vor Mir" bedeutet das Wahre des Glaubens; "und sei fromm" bedeutet das Gute. 1988. "Und Abram war ein Sohn von neunzig Jahren und neun Jahren", 1. Mose 17/1, daß dies bedeutet die Zeit, bevor der Herr den inneren Menschen mit dem vernünftigen völlig verband, erhellt aus der Bedeutung von neun, wenn sie vor zehn, oder was dasselbe ist, von neunundneunzig, wenn sie vor hundert vorausgehen; denn Abram war, als ihm Jischak geboren wurde, hundert Jahre alt. Wie beschaffen der innere Sinn des Wortes ist, kann hauptsächlich erhellen an den Zahlen, wie auch an den Namen. Die Zahlen, welcherlei sie auch immer sein mögen, bezeichnen Sachen, wie auch die Namen, denn es ist gar nichts im Worte, in dem nicht Göttliches wäre, oder das keinen inneren Sinn hätte. Wie entfernt dieser vom Buchstabensinn ist, ist besonders hieraus klar, denn die Namen und Zahlen werden im Himmel gar nicht beachtet, sondern dasjenige, was durch die Namen und Zahlen bezeichnet wird, wie z.B. sooft die Zahl Sieben vorkommt, schwebt den Engeln sogleich statt sieben das Heilige vor, denn sieben bedeutet des Heilige, darum weil der Himmlische Mensch der siebente Tag oder der Sabbath, somit die Ruhe des Herrn ist: Nr. 84-87, 395, 433, 716, 881. Ebenso verhält es sich mit den übrigen Zahlen, wie z.B. mit zwölf, sooft zwölf vorkommen, schwebt den Engeln die Vorstellung aller Dinge des Glaubens vor, und dies darum, weil die zwölf Stämme jene bezeichneten: Nr. 577. Daß die Zahlen Sachen im Worte bezeichnen, sehe man Nr. 482, 487, 488, 493, 595, 647, 648, 755, 813,893. Ebenso verhält es sich mit der Zahl Neunundneunzig: daß diese die Zeit bedeutet, ehe der Herr den inneren Menschen mit dem vernünftigen völlig verbunden hatte, erhellt aus der Bedeutung der hundert Jahre, die Abram hatte, als ihm Jischak geboren ward, durch den vorgebildet und bezeichnet wird der vernünftige Mensch des Herrn, der mit Seinem inneren (Menschen), das ist dem Göttlichen verbunden ist. Hundert bedeutet dasselbe im Worte, was zehn, weil jene Zahl zusammengesetzt ist aus zehn mit zehn multipliziert, und die Zehn bedeuten die Überreste, was gezeigt worden ist Nr. 576; was die Überreste beim Menschen seien, sehe man Nr. 468, 530, 561, 660, 1050, und was die Überreste beim Herrn: Nr. 1906. Diese Geheimnisse können nicht weiter ausgelegt werden, aber jeder kann es erschließen, wenn er nur zuvor sich damit bekannt gemacht hat, was die Überreste sind; denn heutzutage weiß man nicht, was sie sind. Nur soll man das wissen, daß die Überreste beim Herrn das göttlich Gute bezeichnen, das Er Sich durch eigene Kraft erwarb, und durch das Er das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigte. Hieraus kann erhellen, was durch Neunundneunzig bezeichnet wird, daß diese nämlich, weil sie den Hundert vorausgehen, die Zeit bezeichnen, ehe der Herr den inneren Menschen mit dem Vernünftigen völlig verband. Durch Jischmael wurde das erste Vernünftige beim Herrn vorgebildet; wie dieses beschaffen war, wurde zur vollen Genüge gezeigt im vorhergehenden 16. Kapitel. Hingegen durch Jischak wird vorgebildet das göttlich Vernünftige des Herrn, wie im Folgenden erhellen wird. Daß Abram sich so lang im Lande Kanaan aufgehalten hatte, nun schon vierundzwanzig Jahre, zehn Jahre nachdem Jischmael geboren ward, und nachher dreizehn Jahre, und noch keinen Sohn von seinem Weibe Sarai hatte, sondern daß dann erst die Verheißung eines Sohnes geschah, als er neunundneunzig Jahre alt war, das schließt, wie jeder sehen kann, ein Geheimnis in sich. Das Geheimnis war, daß er dadurch die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem menschlichen (Wesen), und zwar Seines inneren Menschen, der Jehovah ist, mit Seinem vernünftigen (Menschen) vorbilden sollte. 1989. Daß Abram den Herrn in jenem Zustand und in jenem Alter bezeichnet, erhellt aus dem, was früher über Abram gesagt worden ist. Abram bildet im inneren Sinn den Herrn vor, denn ein anderer Abram wird, wenn er im Worte genannt wird, im Himmel nicht verstanden. Was Abram war, wissen zwar diejenigen, die innerhalb der Kirche geboren sind, und von ihm aus dem Wort gehört haben, wohl, wenn sie ins andere Leben kommen, weil er aber ist, wie ein anderer, und ihnen auch keinerlei Hilfe schaffen kann, so bekümmern sie sich nicht weiter um ihn; und sie werden belehrt, daß unter Abram im Worte kein anderer verstanden werde als der Herr. Die Engel aber, die in himmlischen Vorstellungen sind, und sie an keinen Menschen heften, wissen gar nichts von Abram, daher sie sich, wenn das Wort vom Menschen gelesen und Abram genannt wird, keinen anderen dabei denken, als den Herrn, und bei obigen Worten, den Herrn in jenem Zustand und in jenem Alter, denn hier redet Jehovah mit Abram, das ist mit dem Herrn. 1990. "Da erschien Jehovah dem Abram", 1. Mose 17/1, daß dies eine Offenbarung bedeutet, ist ohne Erklärung klar, denn durch Abram wird der Herr vorgebildet. Kein einziger Mensch auf dem ganzen Erdkreis hat Jehovah, den Vater des Herrn, gesehen, sondern der Herr allein, wie Er selbst sagte bei Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen, der Eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, Er hat (Ihn) dargestellt" (ille exposuit), Joh.5/37: "Weder Seine Stimme habt ihr je gehört, noch Seine Gestalt gesehen", und abermals bei Joh.6/46: "Nicht daß den Vater jemand gesehen hätte, sondern der bei dem Vater ist, dieser hat den Vater gesehen". Das unendliche Selbst, das über allen Himmeln, und über dem Inwendigsten bei dem Menschen ist, kann nicht geoffenbart werden, außer durch das Göttlich-Menschliche, das allein beim Herrn ist. Eine Gemeinschaft (communicatio) des Unendlichen mit dem Endlichen ist anderswoher gar nicht möglich; und dies ist auch die Ursache, daß Jehovah, wenn Er den Menschen der Ältesten Kirche, und nachmals denen der Alten Kirche, die nach der Sündflut bestand, dann später dem Abraham und den Propheten erschien, ihnen als Mensch Sich offenbarte, und dieser der Herr war, lehrt Er ausdrücklich bei Joh.8/56,58: "Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er Meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn, und freute sich: wahrlich, wahrlich sage Ich euch, ehe Abraham war, bin Ich", außerdem bei den Propheten, wie bei Dan.7/13, dem Er erschien "wie ein Menschensohn". Hieraus kann erhellen, daß das unendliche Sein, das Jehovah ist, dem Menschen lediglich nur geoffenbart werden konnte durch das menschliche Wesen, somit nur durch den Herrn; und somit daß es niemanden geoffenbart wurde, als allein dem Herrn. Damit Er auch beim Menschen sein, und mit ihm verbunden werden könnte, nachdem sich der Mensch vom Göttlichen ganz entfernt, und in schnöde Begierden, und so in bloß Leibliches und Irdisches sich versenkt hatte, nahm Er das menschliche Wesen selbst durch die Geburt wirklich an, damit Er so das unendliche Göttliche den so weit entfernten Menschen dennoch nahe bringen könnte, sonst wären sie für ewig im Tode der Verdammten untergegangen. Die übrigen Geheimnisse von der Offenbarung Jehovahs im Menschlichen des Herrn, so lange er im Stande der Erniedrigung war, ehe er das menschliche Wesen völlig mit dem Göttlichen vereinigte, und es verherrlichte, werden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden, so weit es faßlich geschehen kann, ausgelegt werden. 1991. "Und sprach zu ihm", 1. Mose 17/1, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus dem Innewerden des Herrn, das von Jehovah war, wovon Nr. 1919; und daß das Sprechen Jehovahs oder Gottes im inneren Sinn bedeutet innewerden, Nr. 1602, 1791, 1815, 1819, 1822. 1992. "Ich (bin) Gott Schaddai", 1. Mose 17/1, daß dies im Buchstabensinn bedeutet den Namen des Gottes Abrams, durch den der Herr zuerst ihnen vorgestellt wurde, erhellt aus dem, was im Wort von Abram und vom Haus seines Vaters (berichtet wird), daß sie nämlich andere Götter angebetet hatten. In Syrien, woher Abram war, waren Überreste der Alten Kirche geblieben, und dort hatten mehrere Familien einen Gottesdienst beibehalten, wie dies an Eber erhellt, der von daher war, und woher die hebräische Völkerschaft stammte, und ebenso hatten sie auch den Namen Jehovahs beibehalten, wie dies aus dem hervorgeht, was Nr. 1343, und an Bileam, der ebenfalls aus Syrien war, und Opfer darbrachte, und Jehovah seinen Gott nannte. Daß er aus Syrien war: 4. Mose 23/7; daß er Opfer darbrachte: 4. Mose 22/39,40; 23/1-3,14,29; daß er Jehovah seinen Gott nannte: 4. Mose 22/8,13,18,31; 23/8,12,16. Hingegen das Haus Therachs, des Vaters Abrams und Nachors, nicht also. Dieses war dort unter den Familien der Heiden, die nicht allein den Namen Jehovahs verloren hatten, sondern auch anderen Göttern dienten, und statt Jehovah den Schaddai verehrten, den sie ihren Gott nannten. Daß sie den Namen Jehovahs verloren hatten, erhellt aus dem, was Nr. 1343 angeführt worden ist; und daß sie anderen Göttern dienten, wird ausdrücklich gesagt bei Jos.24/2,14,15: "Josua sprach zu allem Volk: So sprach Jehovah, der Gott Israels: Jenseits des Stromes wohnten vor Alters eure Väter, Therach, der Vater Abrahams und der Vater Nachors, und dienten anderen Göttern: nun fürchtet den Jehovah, und dienet Ihm in Rechtschaffenheit und Wahrheit; und entfernet die Götter, denen eure Väter gedient hatten jenseits des Stromes, und in Ägypten, und dienet Jehovah: und ist es übel in euren Augen, dem Jehovah zu dienen, so erwählet euch heute, wem ihr dienen wollt, ob den Göttern, denen gedient hatten eure Väter, die jenseits des Stromes waren, oder den amoritischen Göttern". Daß auch Nachor, der Bruder Abrahams, und die Völkerschaft aus ihm, anderen Göttern diente, erhellt auch an Laban, dem Syrer, der in der Stadt Nachors war, und die Bilder oder Theraphim verehrte, die Rachel wegnahm, 1. Mose 24/10; 31/19,26,32,34; man sehe, was von ihnen Nr. 1356 (gesagt worden ist); daß sie statt Jehovah den Schaddai verehrten, den sie ihren Gott nannten, wird deutlich gesagt bei 2. Mose 6/3: "Ich Jehovah erschien Abraham, Jischak und Jakob, als Gott Schaddai, und mit Meinem Namen Jehovah war Ich ihnen nicht bekannt". Hieraus kann erhellen, wie Abraham in seiner Jugend beschaffen war, daß er nämlich war wie andere Heiden, ein Götzendiener, und daß er, auch noch jetzt, als er schon im Lande Kanaan war, noch nicht aus dem Sinn geschlagen hatte den Gott Schaddai, durch den der Name des Gottes Abrams im Buchstabensinn bezeichnet wird, und daß ihnen, nämlich Abraham, Jischak und Jakob, wie dies aus der angeführten Stelle 2. Mose 6/3, erhellt, unter jenem Namen desselben der Herr zuerst vorgestellt wurde. Daß der Herr ihnen zuerst unter dem Namen Schaddai vorgestellt werden wollte, geschah darum, weil der Herr nicht plötzlich, noch weniger im Augenblick, den jemanden von Kindheit an eingepflanzten Gottesdienst zerstören will, denn das hieße die Wurzel ausraufen, und so das tief eingeprägte Heilige der Anbetung und des Gottesdienstes zerstören, das der Herr niemals bricht, sondern lenkt. Das von Kindheit an eingewurzelte Heilige hat das an sich, daß es keine Gewalt leidet, sondern nur ein sanftes und mildes Lenken. Das gleiche geschieht mit den Heiden, die bei Leibesleben Götzen verehrt, und doch in tätiger Liebe zueinander gelebt hatten. Das Heilige ihres Gottesdienstes wird, weil es von ihrer Kindheit her eingewurzelt ist, im anderen Leben nicht augenblicklich abgetan, sondern allmählich; denn solchen, die in tätiger Liebe gegeneinander gelebt haben, kann Gutes und Wahres des Glaubens leicht eingepflanzt werden, das sie dann nachher mit Freuden aufnehmen; denn die Liebtätigkeit ist der eigentliche Boden: so geschah es mit Abraham, Jischak, und Jakob, daß nämlich der Herr duldete, daß sie den Namen des Gottes Schaddai behielten, ja, daß Er sogar so weit ging, zu sagen, Er sei der Gott Schaddai; und zwar dies wegen dessen Bedeutung: die Ausleger geben Schaddai wieder durch den Allmächtigen, andere durch den Blitzenden; allein eigentlich bedeutet er den Versucher, und den nach den Versuchungen Wohltuenden, wie dies bei Hiob erhellt, der, weil er in Versuchungen war, seiner so oft gedenkt, wie aus folgenden Stellen bei ihm erhellen kann: Hiob 5/17: "Siehe, selig der Mensch, den Gott züchtigt; und die Zurechtweisung des Schaddai sollst du nicht verschmähen". Hiob 6/4: "Die Pfeile Schaddais stecken in mir, die Schrecken Gottes rüsten sich wider mich". Hiob 6/14: "Die Furcht Schaddais wird er verlassen". Hiob 13/3: "Ich werde zu Schaddai reden, und will rechten mit Gott", Hiob 15/25: "Er streckt wider Gott seine Hand aus, und wider Schaddai stärkt er sich". Hiob 21/20: "Seine Augen werden seinen Untergang sehen, und von der Wut Schaddais wird er trinken". Hiob 37/23: "Schaddai, Ihn wirst du nicht finden, groß (ist Er) an Macht, und Gericht, und an Größe der Gerechtigkeit, Er wird nicht betrüben". Dann bei Joel 1/15: "Wehe des Tages, weil nahe ist der Tag Jehovahs, und wie Verwüstung wird er von Schaddai kommen". Dies kann auch erhellen aus dem Wort Schaddai selbst, welches bedeutet Verwüstung, somit Versuchung; denn die Versuchung ist eine Art von Verwüstung; weil es aber seinen Ursprung von den Völkerschaften in Syrien her hat, so heißt Er nicht Elohim Schaddai, sondern El Schaddai, und bei Hiob nur Schaddai, und El oder Gott wird besonders genannt. Weil nach den Versuchungen Trost kommt, so schrieben sie ebendemselben Schaddai auch das Gute zu, das daraus entsteht, wie bei Hiob 22/17,23,25,26; sodann das Verständnis des Wahren, das ebenfalls daraus kommt: Hiob 32/8; 33/4; und weil Er so für den Gott des Wahren gehalten wurde (denn Verwüstung, Versuchung, Züchtigung und Schelten, ist durchaus nicht Sache des Guten, sondern des Wahren); und weil dem Abraham, Jischak und Jakob durch ihn der Herr vorgestellt wurde, so wurde der Name beibehalten, auch bei den Propheten, bei denen jedoch unter Schaddai das Wahre verstanden wird, wie bei Hes.1/24: "Ich hörte das Rauschen der Flügel der Cherube, wie das Rauschen vieler Wasser, wie die Stimme des Schaddai, wenn sie gingen, die Stimme eines Getümmels, wie die Stimme eines Heerlagers". Hes.10/4,5: "Der Vorhof ward erfüllt vom Glanz der Herrlichkeit Jehovahs, und das Rauschen der Flügel der Cherube ward gehört, bis zum äußern Vorhof, wie die Stimme des Gottes Schaddai, wenn Er redet": wo Jehovah für das Gute, Schaddai für das Wahre steht; durch die Flügel werden im Wort gleichfalls die Dinge des Wahren, im inneren Sinne bezeichnet. Auch Jischak und Jakob nennen den Gott Schaddai in gleichem Sinn, nämlich als den, der versucht, und von der Versuchung befreit, und nachher wohltut. Jischak (sagte) zu seinem Sohne Jakob, als dieser vor Esau floh, 1. Mose 28/3: "Der Gott Schaddai segne dich, und mache dich fruchtbar, und mehre dich". Jakob zu seinen Söhnen, als sie nach Ägypten reisten, um Getreide zu kaufen, da sie den Joseph so sehr fürchteten, 1. Mose 43/14: "Der Gott Schaddai gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne, und entlasse euch euren anderen Bruder und Benjamin": Jakob, hier Israel, als er segnete den Joseph, der mehr als seine Brüder in den Übeln der Versuchungen war, und daraus befreit wurde, 1. Mose 49/25: "Vom Gott deines Vaters, und Er wird dir helfen, und mit Schaddai, und Er wird dich segnen". Daher kommt, daß der Herr zuerst durch den Gott Schaddai, den Abram verehrte, vorgestellt werden wollte, indem Er sprach: "Ich (bin) der Gott Schaddai"; ebenso nachher von Jakob: "Ich (bin) der Gott Schaddai, sei fruchtbar, und mehre dich": 1. Mose 35/11; auch deswegen, weil im Vorhergehenden von den Versuchungen, im inneren Sinn gehandelt wurde. Der Schaddai-Dienst hatte bei ihnen seinen Entstehungsgrund darin, daß, wie bei einer gewissen Völkerschaft, von der, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (die Rede sein soll), wie auch bei den Angehörigen der Alten Kirche, öfter Geister gehört wurden, die schalten, sodann auch solche, die nachher trösteten; die Geister, die schalten, vernahm man zur linken Seite unter dem Arm; Engel waren dann vom Haupt aus zugegen, welche die Geister regierten, und das Schelten mäßigten; und weil sie meinten, daß alles, was durch die Geister ihnen gesagt wurde, göttlich sei, nannten sie jenen scheltenden Geist Schaddai; und weil er nachher auch tröstete, Gott Schaddai. Zu jener Zeit waren sie, wie auch die Juden, weil sie den inneren Sinn des Wortes nicht verstanden, der Religionsansicht, daß alles Böse, somit alle Versuchung ebensowohl von Gott komme, als alles Gute, somit aller Trost; daß es aber sich anders verhält, sehe man Nr. 245, 598, 696, 1093, 1874, 1875. 1993. "Wandle vor Mir", 1. Mose 17/1, daß dies bedeutet das Wahre des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung von Wandeln, sofern es ist leben nach dem Wahren des Glaubens, wovon Nr. 519, sodann aus der Bedeutung des Weges, in Beziehung auf den das Wandeln ausgesagt wird, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 627. 1994. "Und sei fromm" (integer), 1. Mose 17/1, daß dies bedeutet das Gute der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung des Frommen, sofern sie ist, das Gute tun aus dem Wahren, d.h. das Gute aus dem Gewissen des Wahren (ex conscientia veri), somit aus Liebtätigkeit; denn diese macht das Gewissen, über welche Bedeutung desselben man sehe Nr. 612. Weil aber im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird, so wird durch fromm das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, denn aus der Liebtätigkeit geht das Gute hervor, so daß selbst das Wahre, das daraus kommt, Gutes ist. 1995. Vers 2: Und Ich will Meinen Bund machen zwischen Mir und zwischen dir, und dich sehr, sehr mehren. "Und Ich will meinen Bund machen zwischen Mir und zwischen dir" bedeutet die Vereinigung des inneren Menschen, der Jehovah ist, mit dem inwendigen (cum Interiori); "und dich sehr, sehr mehren" bedeutet die Befruchtung der Neigung zum Wahren ins Unendliche. 1996. "Und Ich will Meinen Bund machen zwischen Mir und zwischen dir", 1. Mose 17/2, daß dies bedeutet die Vereinigung des inneren Menschen, der Jehovah ist, mit dem inwendigen (Menschen), erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern diese ist Verbindung. Denn so oft der Bund zwischen Jehovah und dem Menschen im Wort erwähnt wird, wird durch den Bund im inneren Sinn nichts anderes, als die Verbindung des Herrn mit dem Menschen bezeichnet. Die so oft zwischen Jehovah und Jakobs Nachkommen geschlossenen Bündnisse stellten nichts anderes vor; weil dies in Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864 begründet worden ist, so wäre überflüssig, es hier abermals zu begründen. Der innere Mensch des Herrn war Jehovah, weil Er von Ihm (her) empfangen war. Der inwendige (Mensch) aber wird hier vorgebildet durch Abram, daher der Bund zwischen Mir und zwischen dir, bedeutet die Vereinigung des inneren Menschen, oder Jehovahs mit dem inwendigen, also mit dem menschlichen Wesen des Herrn. 1997. "Und dich sehr, sehr mehren", 1. Mose17/2, daß dies bedeutet die Befruchtung der Neigung zum Wahren ins Unendliche, kann erhellen aus der Bedeutung von sich mehren, sofern es ausgesagt wird vom Wahren, wovon Nr. 43, 55, 913, 983; und weil vom Herrn die Rede ist, bedeutet es die Fruchtbarmachung des Wahren aus dem Guten ins Unendliche, wovon Nr. 1940. Es gibt zweierlei Triebe (affectiones), nämlich den Trieb zum Guten und den Trieb zum Wahren. Der Trieb zum Guten ist: das Gute tun aus Liebe zum Guten, der Trieb zum Wahren ist: das Gute tun aus Liebe zum Wahren. Diese zwei Triebe erscheinen auf den ersten Anblick als ob sie einerlei wären, sie sind aber an sich unterschieden, sowohl in Ansehung des Wesens, als in Ansehung des Ursprungs. Der Trieb zum Guten oder das Tun des Guten aus Liebe zum Guten, ist eigentlich Sache des Willens, der Trieb zum Wahren aber oder das Tun des Guten aus Liebe zum Wahren ist eigentlich Sache des Verstandes. So sind diese zwei Triebe voneinander unterschieden, wie der Wille und der Verstand. Der Trieb zum Guten ist aus der himmlischen Liebe, der Trieb zum Wahren aber ist aus der geistigen Liebe. Der Trieb zum Guten kann nur ausgesagt werden vom himmlischen Menschen, der Trieb zum Wahren aber vom geistigen Menschen. Was das Himmlische und der himmlische Mensch, und was das Geistige oder der geistige Mensch sei, ist im ersten Teil hinlänglich gezeigt worden. Die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, war im Trieb zum Guten, die Alte Kirche aber, die nach der Sündflut bestand, war im Trieb zum Wahren; denn jene war eine himmlische Kirche, diese aber eine geistige Kirche. Alle Engel in den Himmeln sind unterschieden in himmlische und geistige; himmlisch sind die, welche im Trieb zum Guten, geistig die, welche im Trieb zum Wahren sind, jenen erscheint der Herr als Sonne, diesen aber als Mond, Nr. 1529, 1530, 1531, 1838. Diesen, d.h. den Trieb zum Wahren, vereinigte der Herr mit dem Trieb zum Guten, (welcher ist das Gute tun aus Liebe zum Guten) als Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen vereinigte: daher wird durch "sich sehr, sehr mehren", die Fruchtbarmachung des Wahren aus dem Guten ins Unendliche bezeichnet. 1998. Vers 3: Und Abram fiel auf sein Angesicht; und Gott redete mit ihm, und sprach. "Und Abram fiel auf sein Angesicht" bedeutet die Anbetung; "und Gott redete mit ihm, und sprach" bedeutet den Grad des Innewerdens; Gott wird genannt, weil durch den Gott Schaddai, den Abram verehrte, der Herr vorgebildet wird; sodann weil vom Wahren gehandelt wird, das mit dem Guten vereinigt werden soll. 1999. "Und Abram fiel auf sein Angesicht", 1. Mose 17/3, daß dies die Anbetung bedeutet, ist ohne Erläuterung klar. Das Fallen auf das Angesicht war ein Anbetungsbrauch der Ältesten Kirche, und von daher der Alten, und dies darum, weil das Angesicht das Inwendige bezeichnete, dessen Zustand der Erniedrigung durch das Fallen auf das Angesicht vorgebildet wurde; daher es in der Vorbildlichen jüdischen Kirche gebräuchlich wurde. Die wahre Anbetung, oder die Erniedrigung des Herzens bringt das Niederfallen zur Erde auf das Angesicht vor dem Herrn, als eine natürlich sich daraus ergebende Gebärde, mit sich; denn in der Erniedrigung des Herzens ist die Anerkennung, daß man selbst nichts als Unreines ist, und zugleich die Anerkennung der unendlichen Barmherzigkeit des Herrn gegen ein solches. Wenn in diesen Anerkennungen das Gemüt festgehalten wird, so senkt sich das Gemüt selbst gegen die Hölle hinab, und wirft den Leib nieder, und erhebt sich nicht, ehe es vom Herrn erhoben wird; und dies geschieht bei jeder wahren Selbsterniedrigung mit dem Gefühl der Erhebung infolge der Barmherzigkeit des Herrn. Von dieser Art war die Selbsterniedrigung der Menschen der Ältesten Kirche. Allein anders verhält es sich mit der Anbetung, die nicht aus der Erniedrigung des Herzens kommt, man sehe Nr. 1153. Aus dem Wort bei den Evangelisten ist bekannt, daß der Herr den Jehovah, Seinen Vater, anbetete und anflehte, und zwar als einen von Ihm Verschiedenen, obwohl Jehovah in Ihm war. Allein der Zustand, in dem der Herr sich damals befand, war der Zustand Seiner Erniedrigung; und wie dieser beschaffen war, ist im ersten Teil angegeben worden, daß Er nämlich damals in der menschlichen Schwäche war, die Er von der Mutter her hatte. Allein je mehr Er diese auszog, und das Göttliche anzog, insoweit war Er in einem anderen Zustand, welcher Zustand der Stand Seiner Verherrlichung heißt. Im früheren Zustand betete Er Jehovah an als einen von Ihm Verschiedenen, wiewohl Er in Ihm war, denn Sein Inneres, war Jehovah; aber in diesem, nämlich dem Stand der Verherrlichung, redete Er mit Jehovah, wie mit Sich, denn Er war selbst Jehovah. Allein wie sich dieses verhält, kann man nicht fassen, wenn man nicht weiß, was das Innere ist, und wie das Innere auf das Äußere wirkt; und weiter, wie das Innere und das Äußere voneinander verschieden sind und gleichwohl verbunden; dennoch aber kann es durch etwas Ähnliches verdeutlicht werden, nämlich durch das Innere beim Menschen, und dessen Einfluß und Einwirken auf das Äußere bei ihm. Daß der Mensch ein Inneres hat, ferner ein Inwendiges (Interius) oder Vernunftmäßiges und endlich ein Äußeres, sehe man Nr. 1889, 1940. Das Innere des Menschen ist es, kraft dessen der Mensch Mensch ist, und durch das er sich von den unvernünftigen Tieren unterscheidet. Durch dieses Innere lebt der Mensch nach dem Tod und in Ewigkeit; und durch dasselbe kann er vom Herrn unter die Engel erhoben werden. Es ist die eigentliche Urform, kraft deren er zum Menschen wird und ein Mensch ist. Durch dieses Innere vereinigt sich der Herr mit dem Menschen. Der Himmel selbst ist dem Herrn höchst nahe durch dieses menschliche Innere (Coelum Domino proximum est ab internis his humanis), dennoch aber (ist es noch) über dem innersten Engelshimmel, daher es dem Herrn selbst angehört. So ist das ganze Menschengeschlecht unter den Augen des Herrn (Ihm) ganz gegenwärtig. Eine Entfernung, wie sie auf der unter dem Mond befindlichen Erde erscheint, gibt es nicht im Himmel, noch weniger über dem Himmel, man sehe das aus Erfahrung Nr. 1275, 1277 Gesagte. Jene inneren Substanzen (Interna) der Menschen haben kein Leben in sich, sondern sind Formen, die das Leben des Herrn aufnehmen. Inwieweit nun der Mensch im Bösen, sowohl wirklichem als erblichem ist, insoweit ist er gleichsam von diesem Inneren, das des Herrn und beim Herrn ist, insoweit also vom Herrn geschieden; denn obwohl jenes dem Menschen beigegeben und von ihm unzertrennlich ist, so scheidet sich dennoch der Mensch gleichsam davon ab in dem Maße, als er vom Herrn sich zurückzieht, man sehe Nr. 1594. Allein die Scheidung ist keine Losreißung von demselben, denn alsdann könnte der Mensch nicht mehr nach dem Tode leben, sondern es ist eine Nichtübereinstimmung und ein Widerstreit derjenigen seiner Vermögen, die unterhalb sind, d.h. seines vernunftmäßigen und äußeren Menschen mit jenem. Je größer die Nichtübereinstimmung und der Widerstreit ist, je mehr wird der Mensch abgetrennt, inwieweit hingegen eine Übereinstimmung und kein Widerstreit da ist, insoweit wird der Mensch durch das Innere mit dem Herrn verbunden, was in dem Maße geschieht, als er in der Liebe und Liebtätigkeit ist; denn die Liebe und Liebtätigkeit verbindet. So verhält es sich beim Menschen. Des Herrn Inneres aber war Jehovah selbst, weil Er empfangen worden ist von Jehovah, Der nicht geteilt und eines anderen werden kann, wie eines Sohnes, der von einem menschlichen Vater empfangen worden ist; denn das Göttliche ist nicht teilbar wie das Menschliche, sondern ist und bleibt eins und dasselbe. Mit diesem Inneren vereinigte der Herr das menschliche Wesen; und weil des Herrn Inneres Jehovah war, so war es nicht eine das Leben aufnehmende Form, wie das Innere eines Menschen, sondern es war das Leben selbst. Auch Sein menschliches Wesen ist durch die Vereinigung in gleicher Weise das Leben geworden; weshalb der Herr so oft sagte, daß Er das Leben sei, wie bei Joh.5/26: "Gleichwie der Vater das Leben in Ihm selbst hat, so hat Er dem Sohne gegeben, das Leben in Ihm selbst zu haben", außerdem Joh.1/4; 5/21; 6/33,35,48; 11/25. In dem Maß also, als der Herr im Menschlichen war, das Er von der Mutter erblich hatte, erschien Er als von Jehovah unterschieden, und betete den Jehovah an wie einen anderen als Er; inwieweit Er hingegen dieses Menschliche auszog, insoweit war der Herr nicht unterschieden von Jehovah, sondern einer mit Ihm. Jener Zustand war der Stand der Erniedrigung des Herrn, dieser aber der Stand Seiner Verherrlichung. 2000. "Und Gott redete mit ihm, und sprach", 1. Mose 17/3, daß dies den Grad des Innewerdens bezeichnet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens Jehovahs, sofern es ist Innewerden, Nr. 1898, 1899. Hier bezeichnet es den Grad des Innewerdens, weil Er im Stande der Erniedrigung oder Anbetung, und in diesem je nach deren Grad mit Jehovah mehr verbunden und vereinigt war; denn die Erniedrigung bringt dieses mit sich. Daß es inwendigere und noch inwendigere Arten von Innewerden gibt, sehe man Nr. 1616. 2001. Daß Er Gott genannt wird, weil durch den Gott Schaddai, den Abram verehrte, der Herr vorgebildet wurde, sodann auch weil von dem Wahren gehandelt wird, das mit dem Guten vereinigt werden sollte, erhellt aus dem, was schon früher gesagt worden ist: im Worte wird der Herr oft Jehovah, oft Jehovah Gott, ferner Herr Jehovah, und oft Gott genannt, und zwar immer aus einem geheimen, im inneren Sinn verschlossenen Grunde. Wo von der Liebe oder dem Guten gehandelt wird, und von der himmlischen Kirche, heißt Er Jehovah; dagegen aber wo vom Glauben oder dem Wahren, und von der geistigen Kirche die Rede ist, heißt Er Gott, und zwar beständig; und dies darum, weil das eigentliche Sein des Herrn das der Liebe ist, und das Sein aus diesem das des Glaubens ist: Nr. 709, 732. Hier heißt Er Gott deswegen, weil vom Wahren gehandelt wird, das mit dem Guten vereinigt werden soll. Der andere Grund ist hier, daß der Herr dargestellt werden wollte durch den Gott Schaddai, den Abraham verehrte, daher der Name Gott im Folgenden beibehalten wird; denn in diesem Kapitel wird Jehovah nur einmal genannt, öfter aber Gott, wie im 7. 8. 15. 18. 19. 22. 23. Vers. 2002. Vers 4: Ich, siehe, Mein Bund mit dir, und du wirst sein ein Vater einer Menge von Völkerschaften. "Ich, siehe, Mein Bund mit dir" bedeutet die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen; "und du wirst ein Vater einer Menge von Völkerschaften sein" bedeutet die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen; "der Vater" bedeutet, von Ihm; "die Menge" bedeutet das Wahre; "von Völkerschaften" bedeutet daraus Gutes. 2003. "Ich, siehe, Mein Bund mit dir", 1. Mose 17/4, daß dies bedeutet die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern diese ist die Verbindung, worüber Nr. 665, 666, 1023, 1038. Daß es hier die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen ist, ergibt sich hieraus, und aus dem inneren Sinn des Vorhergehenden, somit eben aus den Worten: "Mein Bund mit dir." 2004. "Und du wirst sein ein Vater einer Menge von Völkerschaften", 1. Mose 17/4, daß dies bedeutet die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen, kann nicht so erhellen aus der Erklärung der einzelnen Wörter im inneren Sinn, wenn sie nicht gleichsam in einer allgemeinen Vorstellung, in der dieser Sinn sich darstellt, betrachtet werden. Der innere Sinn ist öfter von dieser Art: und wenn er so ist, so kann er heißen der umfassendere, weil entferntere. Aus der Erklärung der einzelnen Wörter geht dieser nächste Sinn hervor, daß vom Herrn alles Wahre und alles Gute komme, denn, wie unten gesagt werden wird, "Vater" bedeutet von Ihm, d.h. vom Herrn; die "Menge" das Wahre, und von "Völkerschaften", daraus Gutes. Weil aber dieses, nämlich das Wahre und Gute, es ist, durch das der Herr das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt hat, so geht daraus jener umfassendere und entferntere Sinn hervor. Die Engel fassen diese Worte so, und zugleich dann auch die gegenseitige Vereinigung, nämlich des göttlichen Wesens des Herrn mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen; denn (jene Worte): "Ich, Mein Bund mit dir" bedeuten die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, diese hier also, die des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen. Daß die Vereinigung gegenseitig geschehen ist, ist ein Geheimnis, das noch nicht aufgedeckt, und von der Art ist, daß es kaum faßlich erklärt werden kann, denn es ist noch niemanden bekannt, wie beschaffen der Einfluß ist, und ohne Erkenntnis des Einflusses kann man mit keiner Vorstellung erreichen, was die gegenseitige Vereinigung ist. Allein es kann einigermaßen beleuchtet werden an dem Einfluß beim Menschen, denn auch beim Menschen findet eine gegenseitige Verbindung statt: vom Herrn fließt durch das Innere des Menschen, von dem soeben Nr. 1999 die Rede war, fortwährend Leben ein in das Vernunftmäßige des Menschen, und durch dieses in das Äußere, und zwar in dessen Wissensdinge und Erkenntnisse, und macht sie nicht nur empfänglich für die Aufnahme des Lebens, sondern bringt sie auch in Ordnung und macht so, daß der Mensch denken kann, und zuletzt, daß er vernünftig ist. Diese Verbindung ist die des Herrn mit dem Menschen, ohne die der Mensch gar nicht denken, noch weniger vernünftig sein könnte. Was jedem daraus klar sein kann, daß im Denken des Menschen unzählige Geheimnisse der Wissenschaft und analytischen Kunst (Logik) sind, und zwar so unzählige, daß sie in Ewigkeit nicht erforscht werden können, und diese fließen durchaus nicht durch die Sinne oder durch den äußeren Menschen ein, sondern durch den inneren. Der Mensch aber kommt seinerseits diesem Leben, das vom Herrn ausgeht, entgegen durch Wissensdinge und Erkenntnisse, und so verbindet er sich von seiner Seite. Was aber die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem Menschlichen und des Menschlichen mit dem Göttlichen, betrifft, so ist diese unendlich übersteigend; denn das Innere des Herrn war Jehovah selbst, somit das Leben selbst. Das Innere des Menschen aber ist nicht der Herr, somit nicht Leben, sondern ein Leben Aufnehmendes. Beim Herrn fand mit Jehovah eine Vereinigung statt, aber beim Menschen findet nicht Vereinigung, sondern Verbindung mit dem Herrn statt. Der Herr hat aus eigener Kraft sich mit Jehovah vereinigt, daher Er auch zur Gerechtigkeit wurde, der Mensch aber durchaus nie mit eigener Kraft, sondern mit der des Herrn, so daß der Herr Sich mit den Menschen verbindet: jene gegenseitige Vereinigung ist es, die vom Herrn verstanden wird, wenn Er das Seinige dem Vater, und das des Vaters Sich zuschreibt, wie bei Joh.12/44-46: Jesus sprach: "Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, Der Mich gesandt hat. Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, auf daß jeder, der an Mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe": in diesen Worten liegen jene größten Geheimnisse verborgen, und zwar von der Vereinigung des Guten mit dem Wahren, und des Wahren mit dem Guten, oder, was das gleiche ist, von der Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Daher Er sagt: "Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, Der Mich gesandt hat", und gleich darauf: "Wer an Mich glaubt". Von jener zwischen ihnen erfolgten Vereinigung (spricht Er) so: "Wer Mich siehet, siehet Den Der Mich gesandt hat"; bei Joh.14/10-12: "Die Worte, die Ich zu euch rede, die rede Ich nicht aus Mir selbst, der Vater, Der in Mir bleibet, Er tut die Werke: glaubet Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir ist; wahrlich, Ich sage euch, wer an Mich glaubt, (wird auch) die Werke (tun), die Ich tue": in diesen Worten sind ebendieselben Geheimnisse, nämlich von der Vereinigung des Guten mit dem Wahren, und des Wahren mit dem Guten, oder, was das gleiche ist, des göttlichen Wesens des Herrn mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen; weswegen Er sagt: "die Worte, die Ich zu euch rede, rede Ich nicht aus Mir selbst, der Vater, Der in Mir ist, tut die Werke"; und gleich darauf: "die Werke, die Ich tue". Von der zwischen (ihnen) statthabenden Vereinigung hier gleichfalls so: "Ich im Vater, und der Vater in Mir"; dies ist die mystische Vereinigung, von der mehrere reden. Hieraus erhellt, daß Er nicht ein anderer war, als der Vater, obwohl Er vom Vater wie von einem anderen sprach, und zwar dies wegen der gegenseitigen Vereinigung, die geschehen sollte, und die geschehen ist; denn Er sagt so oft frei heraus, Er sei einer mit dem Vater, wie in den angeführten Stellen: Joh.12/45: "Wer Mich siehet, siehet Den, Der Mich gesandt hat", Joh.14/10,11: "der Vater, Der in Mir bleibet, glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist", Joh.8/19: "Wenn ihr Mich kennen würdet, so würdet ihr Meinen Vater kennen", Joh.14/7-10: "Wenn ihr Mich erkannt habt, habt ihr auch Meinen Vater erkannt; und von nun an habt ihr Ihn erkannt, und Ihn gesehen. Da spricht zu Ihm Philippus: Zeige uns den Vater; Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin Ich schon bei euch, und du kennst Mich nicht, Philippus, wer Mich gesehen, hat den Vater gesehen; wie sprichst du denn, zeige uns den Vater, glaubest du nicht, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist?" Joh.10/30: "Ich und der Vater sind eins ". Daher kommt, daß man im Himmel keinen anderen Vater weiß, als den Herrn, weil in Ihm der Vater, und Er eins mit dem Vater ist, und wenn man Ihn sieht, man den Vater sieht, wie Er selbst sagte; man sehe Nr. 15. 2005. Daß "Vater" bedeutet, von Ihm, erhellt aus der Bedeutung des Vaters, von dem im gleich Vorhergehenden (die Rede war), nämlich daß alles das, was vom Vater war, von Ihm war, weil sie eins sind. Das Innere eines jeden Menschen ist vom Vater, das Äußere von der Mutter; oder, was das gleiche ist, die Seele selbst ist vom Vater, der Leib, mit dem die Seele bekleidet wird, ist von der Mutter. Seele und Leib machen gleichwohl eines aus, denn die Seele ist die des Leibes, und der Leib der der Seele, sie sind daher unzertrennlich. Das Innere des Herrn war vom Vater, somit selbst der Vater; daher kommt, daß der Herr sagt, der Vater sei in Ihm; Ich im Vater, und der Vater in Mir; wer Mich sieht, sieht den Vater; Ich und der Vater sind eins; wie aus den oben angeführten Stellen erhellt. Im Worte des Alten Testaments heißt Er auch Vater, wie bei Jes.9/5,6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und es wird das Fürstentum auf seiner Schulter sein, und Sein Name wird genannt werden: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens". Jedem ist klar, daß der uns geborene Knabe, und der uns gegebene Sohn der Herr ist, Der genannt wird Vater der Ewigkeit. Jes.63/16: "Du unser Vater, denn Abraham erkennet uns nicht, und Israel erkennet uns nicht an, du Jehovah unser Vater, unser Erlöser, von Ewigkeit dein Name": wo auch der Herr es ist, Welcher Jehovah unser Vater heißt, denn es ist kein anderer Erlöser. Mal.2/10: "Haben wir alle nicht einen Vater, hat nicht ein Gott uns geschaffen": schaffen für wiedergebären, wie gezeigt worden ist Nr. 16, 88, 472. Außerdem wird unter Jehovah allenthalben im Wort des Alten Testaments der Herr verstanden, weil Ihn alle Kirchengebräuche vorbildeten; und auf Ihn bezieht sich im inneren Sinn alles im Wort. 2006. Daß "die Menge" das Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Menge, sofern sie ist das Wahre, wovon früher Nr. 1941; und aus der Bedeutung von "sich mehren", sofern es ausgesagt wird vom Wahren, wovon Nr. 43, 55, 913, 983. 2007. Daß "von Völkerschaften" bedeutet daraus Gutes, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849. 2008. Vers 5: Und man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram, sondern dein Name soll sein Abraham, weil Ich zum Vater einer Menge von Völkerschaften dich gegeben habe. "Und man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram" bedeutet, Er werde das Menschliche ausziehen; "sondern dein Name soll sein Abraham" bedeutet, Er werde das Göttliche anziehen; "weil Ich zum Vater einer Menge von Völkerschaften dich gegeben habe" bedeutet, hier wie früher, daß von Ihm alles Wahre und daraus hervorgehende Gute komme. 2009. "Und man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram", daß dies bedeutet, Er werde das Menschliche ausziehen, "sondern dein Name soll sein Abraham", 1. Mose 17/5, daß dies bedeutet, Er werde das Göttliche anziehen, erhellt aus der Bedeutung des Namens, dann auch aus der Bedeutung Abrams, und hernach Abrahams. Wenn im Wort gesagt wird, "dein Name soll sein", so bedeutet es die Beschaffenheit, oder daß er ein solcher sein werde, wie aus demjenigen erhellt, was angeführt worden ist Nr. 144, 145, 1754; und weil der Name die Beschaffenheit bedeutet, so umfaßt der Name in einem Inbegriff alles, was in Ihm ist; denn auf jemandes Namen achtet man gar nicht im Himmel, sondern wenn jemand genannt wird, oder wenn ein Name gesagt wird, so stellt sich ein die Vorstellung seiner Beschaffenheit, oder alles dessen, was sein, bei ihm, und in ihm ist; daher der Name im Wort die Beschaffenheit bedeutet. Damit dies klar zum Verständnis kommen könne, dürfen aus dem Wort noch mehrere Belegstellen angeführt werden, wie z.B. im Segen bei 4. Mose 6/24-27: "Es segne dich Jehovah, und behüte dich, es lasse Jehovah leuchten Sein Angesicht über dir, und erbarme Sich deiner; es erhebe Jehovah Sein Angesicht zu dir, und gebe dir Frieden; so sollen sie Meinen Namen legen auf die Söhne Israels": hieraus wird offenbar, was der Name und das Leben des Namens auf die Söhne Israels ist, nämlich, daß der Herr segne, behüte, erleuchte, sich erbarme, Frieden gebe; somit daß Jehovah oder der Herr ein solcher sei. In den Zehn Geboten: 2. Mose 20/7 und 5. Mose 5/11: "Du sollst den Namen deines Gottes nicht ins Eitle ziehen, weil Jehovah nicht schuldlos halten wird den, der Seinen Namen ins Eitle zieht": wo den Namen Gottes ins Eitle ziehen nicht bedeutet den Namen, sondern alles und jedes, was von Ihm ist, somit alles und jedes, was zu Seiner Verehrung gehört, was nicht verachtet, noch weniger gelästert, und mit Unflätigkeiten beschmutzt werden soll. Im Gebet des Herrn, Luk.11/2: "Geheiligt werde Dein Name; es komme Dein Reich; es geschehe Dein Wille, wie im Himmel, so auch auf Erden": auch hier wird unter dem Namen nicht verstanden der Name, sondern alle Dinge der Liebe und des Glaubens, denn diese sind Gottes oder des Herrn, und sie sind von Ihm. Wenn diese, weil sie heilig sind, heilig gehalten werden, so kommt das Reich des Herrn, und geschieht Sein Wille auf Erden wie in den Himmeln. Daß der Name dergleichen bedeutet, erhellt aus allen Stellen im Worte des Alten und des Neuen Testaments, wo immer der Name gesagt wird; wie bei Jes.12/4: "Ihr sollt an jenem Tage sprechen: bekennet dem Jehovah, rufet Seinen Namen an, tut kund unter den Völkern Seine Werke, gedenket, daß erhöhet ist Sein Name": wo der Namen Jehovahs "anrufen und verkündigen, daß erhöhet ist Sein Name", gar nicht heißt irgendeinen Gottesdienst in den Namen setzen, und glauben, daß Jehovah durch Seinen Namen angerufen werde, sondern durch die Erkenntnis Seiner Beschaffenheit, somit durch alles und jedes, was von Ihm ist. Jes.24/15: "Darum in Urim ehret den Jehovah: in den Inseln des Meeres den Namen Jehovahs, des Gottes Israels": wo in "Urim ehren den Jehovah" heißt, aus Heiligem der Liebe; in den "Inseln des Meeres den Namen Jehovahs, des Gottes Israels" heißt, aus Heiligem des Glaubens. Jes.26/13: "Jehovah, unser Gott, nur in Dir wollen wir gedenken Deines Namens"; und Jes.41/25: "Ich will (ihn) erwecken aus Mitternacht, und er wird kommen, vom Aufgang der Sonne, er wird anrufen Meinen Namen": wo gedenken und anrufen den Namen Jehovahs heißt, verehren aus dem Guten der Liebe und den Wahrheiten des Glaubens; "die aus der Mitternacht sind", die außerhalb der Kirche und in der Unkenntnis über den Namen Jehovahs Befindlichen, die gleichwohl Seinen Namen anrufen, wenn sie in Liebtätigkeit gegeneinander leben, und als Gottheit den Schöpfer des Weltalls anbeten; denn in der Gottesverehrung und ihrer Beschaffenheit, nicht im Namen besteht die Anbetung Jehovahs. Daß der Herr auch bei den Heiden gegenwärtig ist, sehe man Nr. 932, 1032, 1059. Jes.62/2: "Es sahen die Völkerschaften deine Gerechtigkeit, und alle Könige deine Herrlichkeit; und man wird dich mit einem neuen Namen nennen, den der Mund Jehovahs aussprechen wird": wo man wird dich mit einem neuen Namen nennen, soviel ist, als er werde ein anderer, nämlich neu geschaffen oder wiedergeboren, mithin so beschaffen sein. Micha 4/5: "Alle Völker werden wandeln jedes in dem Namen seines Gottes, und wir werden wandeln in dem Namen Jehovahs, unseres Gottes, ewiglich und immerdar": wandeln im Namen seines Gottes, offenbar für den unheiligen Gottesdienst; und wandeln im Namen Jehovahs für den wahren Gottesdienst. Mal.1/11: "Vom Aufgang der Sonne, und bis zu ihrem Niedergang ist groß Mein Name unter den Völkerschaften, und an jedem Ort wird Rauchwerk Meinem Namen dargebracht, und reine Gabe, denn groß Mein Name unter den Völkerschaften": wo durch den Namen nicht bezeichnet wird der Name, sondern die Gottesverehrung, die diejenige Beschaffenheit Jehovahs oder des Herrn ist, wegen der Er angebetet werden will. 5. Mose 12/5,11,14; 16/2,6,11: "An den Ort, den Jehovah, euer Gott, erwählen wird aus allen Stämmen, Seinen Namen dorthin zu legen, und Seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, dahin sollt ihr bringen alles, was Ich euch gebiete": wo ebenfalls durch "Seinen Namen hinlegen, und Seinen Namen daselbst wohnen lassen", nicht bezeichnet wird der Name, sondern die Gottesverehrung, somit diejenige Beschaffenheit Jehovahs, wegen der Er verehrt werden soll: Seine Beschaffenheit ist das Gute der Liebe, und das Wahre des Glaubens. Bei denen, die in diesen sind, wohnt der Name Jehovahs. Jerem.7/12: "Gehet hin an Meinen Ort, der in Schilo (war), wo Ich Meinen Namen habe wohnen lassen im Anfang": hier ebenso für die Gottesverehrung, somit für die Lehre des wahren Glaubens. Daß Jehovah nicht bei demjenigen wohnt, der bloß Seinen Namen weiß und nennt, kann jedem klar sein; denn der bloße Name ohne die Vorstellung der Beschaffenheit, die Erkenntnis der Beschaffenheit, und den Glauben an die Beschaffenheit, ist ein leeres Wort. Hieraus wird offenbar, daß der Name die Beschaffenheit und die Kenntnis der Beschaffenheit ist. 5. Mose 10/8: "Zu selbiger Zeit sonderte Jehovah den Stamm Levi aus, Ihm zu dienen, und zu segnen in Seinem Namen": wo "segnen im Namen Jehovahs", nicht heißt durch den Namen, sondern durch das, was im Namen Jehovahs liegt, wovon oben. Jerem.23/6: "Dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird, Jehovah unsere Gerechtigkeit": hier steht der Name für die Gerechtigkeit, welche die Eigenschaft des Herrn ist, von Dem gehandelt wird. Jes.49/1: "Jehovah hat von Mutterleib an Mich berufen; von den Eingeweiden Meiner Mutter, und erwähnen lassen Meinen Namen": wo ebenfalls vom Herrn die Rede ist; "Seines Namens erwähnen" heißt lehren, wie Er beschaffen ist. Daß durch den Namen die Beschaffenheit bezeichnet wird, erhellt noch deutlicher bei Joh.Offenb.3/4,5,12: "Du hast wenige Namen in Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben, und sie werden mit Mir wandeln in weißen, weil sie würdig sind. Wer überwindet, der wird angetan werden mit weißen Kleidern, und Ich werde seinen Namen nicht tilgen aus dem Buche des Lebens; und werde seinen Namen bekennen vor Meinem Vater, und vor den Engeln. Wer überwindet, auf den werde Ich schreiben den Namen Gottes, und den Namen der Stadt Meines Gottes, des neuen Jerusalems, das herabkommt aus dem Himmel, von Meinem Gott, und Meinem neuen Namen": wo deutlich erhellt, daß der Name nicht der Name ist, sondern daß er die Beschaffenheit des Bezeichneten ist. Der Name im Buche des Lebens ist nichts anderes. Ebenso das Bekennen seines Namens vor dem Vater; und auf ihn schreiben den Namen Gottes und der Stadt, und den neuen Namen; ebenso anderwärts die Namen, von denen es heißt, sie seien geschrieben im Buche des Lebens und im Himmel: Joh.Offenb.13/8; 17/8; Luk.10/20. Im Himmel ist es durchaus nur die Beschaffenheit, an welcher der eine vom anderen erkannt wird, und diese wird im Buchstabensinn durch den Namen ausgedrückt; wie dies jedem auch daraus klar werden kann, daß jeder, der auf Erden genannt wird, sich in der Vorstellung des anderen darstellt, wie er beschaffen ist, und durch diese erkannt, und von einem anderen unterschieden wird. Im anderen Leben bleiben die Vorstellungen, aber die Namen gehen verloren; und noch mehr bei den Engeln. Daher kommt, daß der Name im inneren Sinn ist die Beschaffenheit, oder die Kenntnis, wie einer beschaffen ist. Joh.Offenb.19/12,13: "Auf dem Haupte Dessen, Der auf dem weißen Pferde saß, viele Diademe; Er trug einen Namen geschrieben, den niemand weiß als Er, angetan war Er mit einem in Blut getauchten Kleid, und als Sein Name wird genannt das Wort Gottes": daß hier der Name ist das Wort Gottes, somit die Beschaffenheit Dessen, Der auf dem weißen Pferde saß, wird mit ausdrücklichen Worten gesagt. Daß der Name Jehovahs sei wissen, wie Er beschaffen ist, nämlich daß Er alles Gute der Liebe, und alles Wahre des Glaubens ist, erhellt deutlich aus folgenden Worten des Herrn bei Joh.17/25,26: "Gerechter Vater, Ich kenne Dich, und auch diese haben erkannt, daß Du Mich gesandt hast, denn Ich habe Deinen Namen ihnen kund getan, und will ihn kund tun, auf daß die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen". Und daß der Name Gottes oder des Herrn sei alle Lehre des Glaubens von der Liebe und Liebtätigkeit, welche (Lehre) bezeichnet wird durch "an Seinen Namen glauben" bei Joh.1/12: "Wie viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Kinder Gottes zu sein, den an Seinen Namen Glaubenden". Joh.14/13-15: "Wenn ihr etwas bitten werdet in Meinem Namen, will Ich es tun; wenn ihr Mich liebet, so haltet Meine Gebote". Joh.15/16,17: "Alles, was ihr den Vater bitten werdet in Meinem Namen, gibt Er euch; das gebiete Ich euch, daß ihr euch einander liebet". Matth.18/20: "Wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich in ihrer Mitte": wo "die im Namen des Herrn Versammelten" diejenigen bezeichnen, die in der Lehre des Glaubens von der Liebe und Liebtätigkeit, somit die in der Liebe und Liebtätigkeit sind. Matth.10/22; 24/9,10; Mark.13/13: "Ihr werdet gehaßt sein von allen Völkerschaften um Meines Namens willen": wo "um Meines Namens willen" offenbar (heißt), um der Lehre willen. Daß der Name selbst nichts ausmacht, sondern das, was der Name in sich schließt, nämlich alles zur Liebtätigkeit und zum Glauben Gehörige, erhellt klar aus Matth.7/22,23: "Haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Krafttaten getan? aber alsdann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter". Hieraus erhellt, daß die, welche den Gottesdienst in den Namen setzen, wie die Juden in den Namen Jehovahs und die Christen in den Namen des Herrn, darum nicht würdiger sind, weil der Name nichts ausmacht; sondern daß sie so beschaffen sein sollen, wie Er geboten hat, und dies heißt glauben an Seinen Namen; und wenn man sagt: "es sei in keinem anderen Namen das Heil, als in dem des Herrn", so heißt dies, in keiner anderen Lehre, das ist, in nichts anderem, als in der gegenseitigen Liebe, welche die wahre Lehre des Glaubens ist, somit in keinem anderen, als im Herrn, weil von Ihm allein alle Liebe, und daraus der Glaube kommt. 2010. Da nun der "Name" bedeutet die Beschaffenheit, und die Kenntnis der Beschaffenheit, so kann erhellen, was bezeichnet wird durch die Worte in diesem Verse, nämlich: "man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram, sondern Abraham soll dein Name sein", d.h., er soll nicht sein, wie er war, sondern so, wie er künftig sein wird. Daß Abram anderen Göttern gedient, und den Gott Schaddai verehrt hatte, ist oben Nr. 1992 gezeigt worden; weil er aber den Herrn vorbilden sollte, und zwar Seinen inneren Menschen, somit das Himmlische Seiner Liebe, darum mußte Seine frühere Beschaffenheit ausgetilgt, das ist, der Name Abram in eine andere Beschaffenheit umgewandelt werden, durch die der Herr würde vorgebildet werden können; darum wurde der Buchstabe "H" aus dem Namen Jehovahs genommen, (welcher Buchstabe im Namen Jehovahs der einzige ist, der das Göttliche in sich schließt, und bezeichnet Ich bin, oder das Sein ), und wurde eingeschoben, und er wurde Abraham genannt. Ebenso verhält es sich mit Sarai, von der im Folgenden; ihrem Namen wurde eben derselbe Buchstabe beigefügt, und sie wurde Sarah genannt. Hieraus kann auch erhellen, daß Abraham im inneren Sinn des Wortes Jehovah oder den Herrn vorbildete. Man muß jedoch wissen, daß es bei den Vorbildungen nichts ausmacht, wie der (vorbildende) Mensch beschaffen ist; denn bei ihnen wird gar nicht reflektiert auf die Person, sondern auf die Sache, die sie vorbildet, wie schon früher gesagt und gezeigt wurde: Nr. 665, 1097 E, 1361. Daher ist nun die Bedeutung jener Worte im inneren Sinn, daß der Herr das Menschliche ausziehen, und das Göttliche anziehen werde; was auch im Zusammenhang mit dem Vorhergehenden, dann auch im Zusammenhang mit dem Folgenden liegt, denn es geschieht nun die Verheißung von dem Sohn Jischak, durch den das göttlich Vernunftmäßige des Herrn vorgebildet werden sollte. 2011. "Weil Ich zum Vater einer Menge von Völkerschaften dich gegeben habe", 1. Mose 17/5, daß dies hier, wie früher, bedeutet, daß von Ihm alles Wahre und daraus hervorgehende Gute komme, erhellt aus der Bedeutung des Vaters, sofern sie ist: von Ihm; aus der Bedeutung der Menge, sofern sie ist das Wahre; sodann (aus derjenigen) der Völkerschaften, sofern sie ist das Gute daraus, wovon Nr. 2005-2007. Daß eben diese Worte im umfassenderen oder entfernteren Sinn die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen bedeuten, sehe man Nr. 2004: denn die Vereinigung des menschlichen Wesens des Herrn mit dem Göttlichen verhält sich wie die des Wahren mit dem Guten, und die Vereinigung Seines göttlichen Wesens mit dem menschlichen (Wesen), wie die des Guten mit dem Wahren, die eine gegenseitige ist. Ja im Herrn war das Wahre selbst, das sich vereinigte mit dem Guten, und das Gute, das sich mit dem Wahren vereinigte, denn das unendliche Göttliche kann nicht anders genannt werden, als das Gute und Wahre selbst. Daher ist das menschliche Gemüt in keiner Täuschung, wenn es denkt, der Herr sei das Gute selbst und das Wahre selbst. 2012. Vers 6: Und Ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen; und will dich zu Völkerschaften machen, und Könige werden aus dir hervorgehen. "Und Ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen" bedeutet die Fruchtbarmachung des Guten ins Unendliche; "und will dich zu Völkerschaften machen" bedeutet, von Ihm alles Gute; "und Könige werden aus dir hervorgehen" bedeutet von Ihm alles Wahre. 2013. "Und Ich will dich sehr, sehr fruchtbar machen", 1. Mose 17/6, daß dies die Fruchtbarmachung des Guten ins Unendliche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von fruchtbar gemacht werden, sofern es vom Guten ausgesagt wird, wovon Nr. 43, 55, 913, 983; und weil es heißt "sehr, sehr", und gehandelt wird vom Herrn, so bedeutet es die Fruchtbarmachung ins Unendliche. 2014. "Und will dich zu Völkerschaften machen", 1. Mose 17/6, daß dies bedeutet, von Ihm alles Gute, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften, in ihrem echten und ursprünglichen Sinn, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. 2015. "Und Könige werden aus dir hervorgehen", 1. Mose 17/6, daß dies bedeutet, von Ihm alles Wahre, erhellt aus der Bedeutung des Königs im Worte, sowohl im historischen als prophetischen, sofern sie ist das Wahre, wie Nr. 1672 zwar gesagt, aber noch nicht so nachgewiesen worden ist. Aus der Bedeutung der Völkerschaften, sofern sie sind Gutes, und aus der Bedeutung der Könige, sofern sie sind Wahres, kann erhellen, wie der innere Sinn des Wortes beschaffen ist, sodann auch, wie entfernt er vom Sinne des Buchstabens ist: wer das Wort liest, besonders das historische, glaubt gar nicht anderes, als daß die Völkerschaften dort Völkerschaften seien, und daß die Könige dort Könige seien, und daß so im eigentlichsten Wort (in ippsissimo Verbo) von den Völkerschaften, die genannt werden, und von den Königen, gehandelt werde; allein die Vorstellung der Völkerschaften, sowie der Könige geht ganz verloren, wenn sie von den Engeln aufgenommen wird, und an deren Stelle tritt das Gute und das Wahre. Dies muß notwendig als fremdartig, ja als widersinnig erscheinen, dennoch aber verhält es sich so. Es kann auch jedem schon daraus einleuchten, daß, wenn im Worte Völkerschaften durch die Völkerschaften und Könige durch die Könige bezeichnet würden, das Wort des Herrn kaum mehr in sich schlösse, als irgendeine andere Geschichte, oder irgendeine andere Schrift, und so etwas Weltliches wäre, während doch im Worte durchaus alles göttlich, somit himmlisch und geistig ist; wie z.B. schon in diesem Verse, daß Abraham sollte fruchtbar gemacht, und zu Völkern gegeben werden, und Könige von ihm ausgehen sollten, was wäre dies anderes, als etwas ganz Weltliches und gar nichts Himmlisches, denn es ist darin nur eine Weltherrlichkeit, die gar nichts ist im Himmel. Dagegen wenn es das Wort des Herrn ist, so muß es eine Herrlichkeit des Himmels sein, und keine der Welt. Daher auch der Buchstabensinn ganz ausgetilgt wird und verschwindet, wenn er in den Himmel übergeht, und dergestalt gereinigt wird, daß nichts Weltliches eingemischt ist; denn unter Abraham wird nicht Abraham verstanden, sondern der Herr; unter fruchtbar gemacht werden nicht seine Nachkommenschaft, sofern sie sehr, sehr wachsen sollte; sondern das Gute des menschlichen Wesens des Herrn ins Unendliche sich erweiternd und erhöhend. Unter den Völkerschaften nicht Völkerschaften, sondern Gutes; und unter den Königen nicht Könige, sondern Wahres. Während jedoch die Geschichte nach dem Buchstabensinn gleichwohl in ihrer Wahrheit bleibt, denn es war wirklich wahr, daß zu Abraham so gesagt wurde, sodann auch, daß er so fruchtbar gemacht wurde, und daß Völkerschaften, und dann auch Könige von ihm stammten. Daß die Könige Wahrheiten bedeuten, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.60/10,16: "Söhne der Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige dir dienen; du wirst saugen die Milch der Völkerschaften, und die Brüste der Könige wirst du saugen". Was das Saugen der Milch der Völkerschaften und der Brüste der Könige bedeutet, wird durchaus nicht klar aus dem Buchstabensinn, sondern aus dem inneren Sinn, in dem es bedeutet: mit Gutem begabt und in den Wahrheiten unterrichtet werden. Jerem.17/25; 22/4: "Es werden eingehen durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, die da sitzen auf dem Throne Davids, fahrend zu Wagen und (reitend) auf Pferden": fahren zu Wagen und reiten auf Pferden, ist ein prophetischer Ausdruck, der den Überfluß an Verständigem bedeutet, wie aus sehr vielen Stellen bei den Propheten erhellen kann. Durch die Worte: durch die Tore der Stadt werden Könige eingehen, wird also im inneren Sinn bezeichnet, daß sie mit den Glaubenswahrheiten ausgerüstet werden sollten. Dieser Sinn des Wortes ist der himmlische, in den der weltliche des Buchstabens übergeht. Jerem.Klagel.2/6,9: "Jehovah verwarf im Unwillen Seines Zorns den König und den Priester; zur Erde senkten sich die Tore Zions; Er verdarb und zerbrach desselben Riegel; der König und die Fürsten sind unter Heiden, kein Gesetz": hier der König für das Wahre des Glaubens, der Priester für das Gute der Liebtätigkeit; Zion für die Kirche, die zugrunde gerichtet wird, und deren Riegel zerbrochen werden. Daher der König und die Fürsten unter den Heiden, d.h. das Wahre und das, was dem Wahren angehört, in der Verbannung sein müssen, so daß gar kein Gesetz, d.h. gar keine Lehre des Glaubens mehr vorhanden ist. Jes.7/16: "Ehe der Knabe weiß das Böse zu verwerfen, und das Gute zu erwählen, wird der Boden verlassen sein, den du verschmähst, vor seinen zwei Königen": wo vom Kommen des Herrn die Rede ist; der Boden, der verlassen werden wird, für den Glauben, der alsdann gar nicht mehr (da sein wird), und dessen Wahrheiten die Könige sind, vor denen man Ekel haben werde. Jes.49/22,23: "Ich werde zu den Völkerschaften Meine Hand aufheben, und zu den Völkern Mein Panier aufrichten, und sie werden deine Söhne in dem Schoß herbringen, und deine Töchter werden auf den Schultern herbeigetragen werden, es werden Könige deine Pfleger sein, und ihre Gemahlinnen deine Säugeammen": die Völkerschaften und die Töchter für Gutes, die Völker und die Söhne für Wahres, wie im ersten Teile gezeigt worden. Daß die Völkerschaften für Gutes stehen: Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, die Töchter ebenso: Nr. 489, 490, 491; Völker für Wahres: Nr. 1259, 1260; die Söhne ebenso: Nr. 489, 491, 533, 1147. Die Könige also für die Wahrheiten im allgemeinen, von denen sie ernährt, und die Gemahlinnen (dominae) für das Gute, mit dem sie gesäugt werden sollen. Ob man sagt Gutes und Wahres, oder diejenigen, die in Gutem und Wahrem sind, ist gleichviel. Jes.52/15: "Er wird besprengen viele Völkerschaften, über Ihm werden Könige ihren Mund zuhalten, weil sie, was ihnen (nicht) erzählt worden ist, gesehen, und was sie nicht gehört, verstanden haben": wo vom Kommen des Herrn (die Rede ist). Die Völkerschaften für die, welche vom Guten angeregt werden, die Könige für die, welche von Wahrem. Ps.2/10-12: "Nun ihr Könige, seid verständig, laßt euch unterweisen, ihr Richter des Landes; dienet dem Jehovah mit Furcht, und freuet euch mit Zittern, küsset den Sohn, daß er nicht etwa zürne, und ihr umkommet auf dem Wege": die Könige für die, welche in den Wahrheiten sind, die auch von den Wahrheiten her hin und wieder genannt werden Söhne des Königs. Der Sohn hier für den Herrn, Der hier der Sohn genannt wird, weil Er das Wahre selbst ist, und von Ihm alles Wahre kommt. Joh.Offenb.5/9,10: "Sie werden ein neues Lied singen: Würdig bist du zu nehmen das Buch, und zu öffnen seine Siegel; du hast uns unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, daß wir regieren auf der Erde": wo die, welche in den Wahrheiten sind, Könige genannt werden; der Herr nennt sie auch Söhne des Reichs, bei Matth.13/37,38: "Der den guten Samen säet, ist der Sohn des Menschen, der Acker ist die Welt, der Same sind die Söhne des Reichs, und das Unkraut sind die Söhne des Bösen". Joh.Offenb.16/12: "Der sechste Engel goß seine Schale aus über den großen Strom Euphrat, und es vertrocknete dessen Wasser, damit bereitet würde der Weg der Könige, die vom Aufgang der Sonne sind": daß durch den Euphrat nicht der Euphrat bezeichnet wird, noch durch die Könige von Sonnenaufgang Könige von da, ist klar. Was durch den Euphrat (bezeichnet) wird, sehe man Nr. 120, 1585, 1866. Hieraus wird offenbar, was der Weg der Könige ist, die von Sonnenaufgang kommen, nämlich Wahrheiten des Glaubens, die vom Guten der Liebe stammen. Joh.Offenb.21/24: "Die Völkerschaften, die gerettet werden, werden in ihrem Lichte wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen": wo die Völkerschaften für diejenigen stehen, die in Gutem sind, die Könige der Erde für die, welche in den Wahrheiten sind; was auch daraus klar wird, daß hier Prophetisches, nicht Historisches ist. Joh.Offenb.17/2: "Mit der großen Hure, die auf vielen Wassern sitzt, haben gehuret die Könige der Erde und sind berauscht worden vom Wein ihrer Hurerei". Joh.Offenb.18/3,9: "Babylon hat vom Wein ihrer Hurerei getränket alle Völkerschaften, und die Könige der Erde haben mit ihr gehurt": hier ist gleichfalls klar, daß durch die Könige der Erde nicht Könige bezeichnet werden, denn es wird gehandelt von der Fälschung und Schändung der Glaubenslehre, das ist des Wahren, welche ist Hurerei; die Könige der Erde für die Wahrheiten, die verfälscht und geschändet wurden. Joh.Offenb.17/12,13: "Die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben, aber Gewalt als Könige empfangen auf eine Stunde mit dem Tier, diese werden einen Sinn haben, und werden ihre Gewalt und Macht dem Tier übergeben": daß hier die Könige nicht Könige sind, leuchtet auch jedem ein; sonst wäre ganz unverständlich, daß die zehn Könige wie Könige auf eine Stunde Gewalt empfangen würden. Joh.Offenb.19/19: "Ich sah das Tier, und die Könige der Erde, und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer": daß der auf dem Pferde Sitzende das Wort Gottes sei, wird hier ausdrücklich gesagt, Vers 13, gegen das, wie es heißt, die Könige der Erde versammelt waren; das Tier für das entweihte Gute der Liebe, die Könige für die geschändeten Wahrheiten des Glaubens. Könige der Erde (oder des Landes) heißen sie, weil innerhalb der Kirche. Daß die Erde (oder das Land), nämlich Kanaan die Kirche ist: Nr. 662, 1066, 1067, 1262. Das weiße Pferd für das Verständnis des Wahren, der auf dem Pferde Sitzende für das Wort. Noch deutlicher bei Dan. Kapitel 11: wo die Rede ist von einem Krieg zwischen dem Könige des Mittags und dem Könige der Mitternacht, wodurch bezeichnet wird Wahres und Falsches, die (miteinander) gekämpft haben; die Kämpfe werden hier auch in historischer Form beschrieben. Weil der König das Wahre bedeutet, so kann erhellen, was es im inneren Sinn ist, daß der Herr König heißt, dann auch Priester, wie auch, was beim Herrn die Könige, und was die Priester vorgebildet haben. Die Könige bildeten Sein göttlich Wahres vor, und die Priester Sein göttlich Gutes. Alle Gesetze der Ordnung, nach denen der Herr das Weltall als König regiert, sind Wahrheiten; alle Gesetze aber, nach denen Er das Weltall als Priester regiert, und nach denen Er auch die Wahrheiten selbst leitet, sind Gutes; denn die Regierung nach den bloßen Wahrheiten würde jeglichen zur Hölle verdammen, die Regierung nach dem Guten aber führt aus derselben heraus, und erhebt in den Himmel, man sehe Nr. 1728. Weil diese beiden beim Herrn verbunden sind, so wurden sie auch vor Alters durch das mit dem Priestertum verbundene Königtum vorgebildet, wie bei Melchisedek, der König von Schalem und zugleich Priester für Gott den Höchsten war, 1. Mose 14/18, und nachher bei den Juden, wo die vorbildliche Kirche in ihrer Form eingerichtet war, durch die Richter und Priester, später durch die Könige. Weil aber die Könige die Wahrheiten vorbilden sollten, die nicht die Oberherrschaft haben dürften, da sie verdammen, darum mißfiel es (das Königtum dem Herrn) so sehr, daß sie (deshalb) sehr getadelt wurden, und die Beschaffenheit des an sich betrachteten Wahren wurde durch das Recht des Königs beschrieben: 1.Sam.8/11-18, und schon früher wurde durch Moses: 5. Mose 17/14-18 befohlen, daß man für das echte Wahre, das aus dem Guten stammt, nicht ein unechtes wählen, und daß man es nicht durch Vernünfteleien und wissenschaftliche Klügeleien verunreinigen solle; dies ist es, was die den König betreffende Vorschrift bei Mose in der angeführten Stelle in sich schließt, was gar niemand aus dem Buchstabensinn ersehen kann, gleichwohl jedoch wird es klar aus dem einzelnen im inneren Sinn, und eben hieraus, daß durch den König und das Königtum nichts anderes vorgebildet und bezeichnet worden ist, als das Wahre. 2016. Was die Sache betrifft, daß nämlich vom Herrn alles Gute und aus diesem hervorgehendes Wahre komme, so ist es eine feststehende Wahrheit. Die Engel sind im Innewerden derselben, so daß sie innewerden, wie viel vom Herrn (ist), und dieses gut und wahr sei, und wie viel von ihnen selbst ist, (und) dieses böse und falsch sei. Sie bekennen dies auch vor den neuangekommenen Seelen, und vor den Geistern, die es bezweifeln, ja noch mehr, daß sie abgehalten werden vom Bösen und Falschen, das aus ihrem Eigenen ist, und daß sie im Guten und Wahren gehalten werden, vom Herrn. Die Abhaltung selbst, und der Einfluß selbst, ist ihnen auch fühlbar, man sehe Nr. 1614; daß aber der Mensch meint, er tue das Gute aus sich, und er denke das Wahre aus sich, ist ein Schein, weil er im Stande des Nicht-Innewerdens ist, und im tiefsten Dunkel in betreff des Einflusses. Daher er aus dem Schein, ja aus der Täuschung schließt, und sich von dieser durchaus nicht abbringen läßt, so lange er nur den Sinnen glaubt, und so lange er aus ihnen vernünftelt, ob es so sei. Obwohl es aber so ist, so muß der Mensch dennoch das Gute tun, und das Wahre denken, wie von sich, denn sonst kann er nicht umgebildet und wiedergeboren werden; die Ursache, warum, sehe man Nr. 1937, 1947. In diesem Vers wird gehandelt von dem menschlichen Wesen des Herrn, sofern es mit dem Göttlichen vereinigt werden sollte, und daß so alles Gute und Wahre, vom göttlichen Wesen durch Sein Menschliches, zum Menschen kommen sollte, ist ein göttliches Geheimnis, das wenige glauben, weil sie es nicht fassen; denn sie meinen, das göttlich Gute könne zum Menschen gelangen ohne das mit dem Göttlichen vereinigte Menschliche des Herrn. Daß dies aber nicht geschehen könne, wurde mit wenigem gezeigt schon Nr. 1676, 1990; nämlich daß der Mensch durch die Begierden, in die er sich versenkte, und durch Falsches, mit dem er sich verblendete, vom höchsten Göttlichen sich soweit entfernt habe, daß gar kein Einfluß des Göttlichen in das Vernunftmäßige seines Gemütes stattfinden konnte, außer durch das Menschliche, das der Herr in Sich mit dem Göttlichen vereinigen sollte. Durch Sein Menschliches ist eine Mitteilung bewirkt worden; denn so konnte das höchste Göttliche zum Menschen kommen, was der Herr in mehreren Stellen deutlich sagt, daß nämlich Er der Weg sei; und daß zum Vater kein Zugang sei als durch Ihn. Dies nun ist es, was hier gesagt wird, daß von Ihm, nämlich dem mit dem Göttlichen vereinigten Menschlichen, alles Gute und alles Wahre komme. 2017. Vers 7: Und will aufrichten Meinen Bund zwischen Mir und zwischen dir, und zwischen deinem Samen nach dir, auf ihre Geschlechter, zu einem ewigen Bund, dir Gott zu sein, und deinem Samen nach dir. "Und Ich will aufrichten Meinen Bund zwischen Mir und zwischen dir" bedeutet die Vereinigung; "und zwischen deinem Samen nach dir" bedeutet die Verbindung mit denen, die Glauben an Ihn haben; "auf ihre Geschlechter" bedeutet die Dinge, die (Wirkungen) des Glaubens sind; "zu einem ewigen Bund" bedeutet die Verbindung mit diesen; "dir Gott zu sein" bedeutet das Göttliche des Herrn in Ihm; "und deinem Samen nach dir" bedeutet, daraus Göttliches bei denen, die Glauben an Ihn haben. 2018. "Und will aufrichten Meinen Bund zwischen Mir und zwischen dir", 1. Mose 17/7, daß dies die Vereinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist die Vereinigung, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038; von welcher Vereinigung in diesem Kapitel und früher hin und wieder gehandelt, und gezeigt worden ist, daß Jehovah, Der hier redet, in Ihm war, weil einer mit Ihm schon von der Empfängnis und Geburt her, denn Er war empfangen von Jehovah, und daher war sein Inneres Jehovah. Und dies ist durch Ähnliches beim Menschen beleuchtet worden: Nr. 1999; daß nämlich seine Seele eins sei mit dem Leibe, oder sein Inneres mit dem Äußeren, obwohl sie voneinander unterschieden sind, und zuweilen so unterschieden, daß das eine mit dem anderen streitet, wie dies in den Versuchungen zu geschehen pflegt, in denen das Innere das Äußere straft, und das Böse, das im Äußeren ist, verwerfen will, und gleichwohl sind sie verbunden, oder eins, weil sowohl die Seele, als der Leib ebendemselben Menschen angehört. Zum Beispiel möge dienen, wer anders denkt, als er in seinem Gesicht zeigt, mit dem Munde redet, und mit der Gebärde tut, (bei dem) ist dann ein Inwendiges da, das mit dem Äußeren nicht übereinstimmt, dennoch aber sind sie eins, denn das Denken gehört ebensowohl dem Menschen an, als das Äußere der Mienen, des Mundes, der Gebärde. Vereinigung aber ist da, wenn diese, nämlich die Mienen, die Rede des Mundes, und die Gebärde mit dem Denken übereinstimmen; dies zur Beleuchtung. 2019. "Und zwischen deinem Samen nach dir", 1. Mose 17/7, daß dies bedeutet die Verbindung mit denen, die Glauben an Ihn haben, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube, wovon Nr. 1025, 1447, 1610; sodann aus der Bedeutung von "nach dir", sofern es ist folgen. Im Wort ist es eine oft gebrauchte Redensart, einem nachwandeln: wie Jerem.7/6; 8/2; Hes.20/16; sodann Mark.8/34; Luk.9/23; 14/27. Daher bedeutet hier "der Same nach dir" diejenigen, die im Glauben sind, und Ihm folgen; im inneren Sinn, die von Ihm geboren sind. 2020. "Auf ihre Geschlechter", 1. Mose 17/7, daß diese die Dinge bedeuten, die Wirkungen des Glaubens sind, erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter, sofern sie das sind, was von der Liebtätigkeit erzeugt und geboren wird, d.h. alle (Wirkungen) des Glaubens, oder, was dasselbe ist, alle die, welche vom Herrn wiedergeboren sind, in denen also der Glaube der Liebtätigkeit ist, wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden. Daß die Geschlechter, wie auch die Geburten, im inneren Sinne dies sind, ist im ersten Teil gezeigt worden: Nr. 613, 1041, 1045, 1330. HG 2021 2021. "Zu einem ewigen Bund", 1. Mose 17/7, daß dies bedeutet die Verbindung mit diesen, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist Verbindung, wovon Nr. 665, 666, 1023, 1038, und daß mit denjenigen, die Same genannt werden, erhellt daraus, daß dieser unmittelbar folgt, und daß der Bund zum zweitenmal in diesem Verse genannt wird, somit der erstere sich bezieht auf die Vereinigung Jehovahs mit dem menschlichen Wesen, der andere auf die Verbindung mit diesen, die der Same sind. Damit man eine deutlichere Vorstellung bekomme von der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit dem Menschlichen, und von der Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch den Glauben der Liebtätigkeit, mag hier und im Folgenden erstere eine Vereinigung (Unio), letztere aber eine Verbindung (Conjunctio) genannt werden. Auch fand wirklich zwischen dem göttlichen Wesen des Herrn und dem Menschlichen eine Vereinigung statt, zwischen dem Herrn und dem Menschen aber, durch den Glauben der Liebtätigkeit, eine Verbindung. Was daraus erhellt, daß Jehovah oder der Herr das Leben ist, und Sein menschliches Wesen auch Leben geworden ist, wie oben gezeigt worden ist, zwischen Leben und Leben aber Vereinigung statthat; wogegen der Mensch nicht Leben, sondern Leben aufnehmend ist, wie früher ebenfalls gezeigt wurde. Wenn das Leben einfließt in ein Lebenaufnehmendes, so ist es eine Verbindung, denn es schließt sich ihm an wie das Tätige dem Leidenden, oder wie das an sich Lebende dem an sich Toten, das infolgedessen lebt. Es erscheint zwar das Selbsttätige (principale) als mit dem Werkzeuglichen, wie sie genannt werden, so verbunden, wie wenn sie eins wären, dennoch aber sind sie nicht eins, denn jenes ist für sich, und dieses ist für sich. Der Mensch lebt nicht aus sich, sondern der Herr schließt aus Barmherzigkeit ihn Sich an (adjungit), und macht so, daß er lebe in Ewigkeit; und weil sie so unterschieden sind, so heißt es eine Verbindung. 2022. "Dir Gott zu sein", 1. Mose 17/7, daß dies bedeutet das Göttliche des Herrn in Ihm, erhellt aus dem, was oben vom göttlichen Wesen des Herrn, daß es in Ihm war, gesagt wurde. 2023. "Und deinem Samen nach dir", 1. Mose 17/7, daß dies bedeutet, daher Göttliches bei denen, die Glauben an Ihn haben, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube der Liebtätigkeit, wovon Nr. 1025, 1447, 1610; sodann aus der Bedeutung von "nach dir", sofern es ist: Ihm nachfolgen, wovon Nr. 2019. Das Göttliche bei denen, die Glauben an Ihn haben, ist die Liebe und die Liebtätigkeit. Unter der Liebe wird verstanden die Liebe zum Herrn, unter der Liebtätigkeit die Liebe gegen den Nächsten. Die Liebe zum Herrn kann gar nicht getrennt werden von der Liebe gegen den Nächsten; denn die Liebe des Herrn ist die gegen das gesamte Menschengeschlecht, das Er ewig selig machen, und ganz an Sich anschließen will, so daß keiner von ihnen verlorengehe. Wer daher die Liebe zum Herrn hat, der hat die Liebe des Herrn, und so kann er nicht anders, als den Nächsten lieben. Die hingegen, die in der Liebe gegen den Nächsten sind, sind darum nicht alle in der Liebe zum Herrn, wie z.B. die gutartigen Heiden, die in Unwissenheit in betreff des Herrn sind, bei denen aber gleichwohl der Herr in der Liebtätigkeit gegenwärtig ist, wie gezeigt wurde Nr. 1032, 1059; dann auch andere innerhalb der Kirche; denn die Liebe zum Herrn ist auf einer höheren Stufe: Die, welche die Liebe zum Herrn haben, sind himmlische Menschen, die hingegen, welche die Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit haben, sind geistige. Die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, und eine himmlische war, sie war in der Liebe zum Herrn, die Alte Kirche aber, die nach der Sündflut bestand, und eine geistige war, war in der Liebe gegen den Nächsten, oder in der Liebtätigkeit: diese Unterscheidung zwischen Liebe und Liebtätigkeit wird im Folgenden statthaben, wenn sie genannt werden. 2024. Vers 8: Und will dir, und deinem Samen nach dir, geben das Land deiner Pilgerfahrten, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitztum, und will ihnen Gott sein. "Und will dir, und deinem Samen nach dir, geben das Land deiner Pilgerfahrten" bedeutet, daß der Herr Sich alles mit eigenen Kräften erwarb, welches ist das Land der Pilgerfahrten; "Ich will dir geben" heißt, Sein ist alles, was in den Himmeln und auf Erden ist; "und deinem Samen nach dir" bedeutet, Er werde es geben denen, die Glauben an Ihn haben würden; "das ganze Land Kanaan" bedeutet das himmlische Reich; "zu ewigem Besitztum" bedeutet in Ewigkeit; "und will ihnen Gott sein" bedeutet, Er sei ein Gott. 2025. "Und will dir, und deinem Samen nach dir, geben das Land deiner Pilgerfahrten", 1. Mose 17/8, daß dies bedeutet, der Herr habe sich alles mit eigenen Kräften erworben, welches ist das Land der Pilgerfahrten, erhellt aus der Bedeutung von pilgern, sofern es ist unterwiesen werden, wovon Nr. 1463; und weil der Mensch sich Leben verschafft hauptsächlich durch Unterweisung in Wissensdingen, Lehren und Erkenntnissen des Glaubens, so ist demnach die Pilgerfahrt das Leben, das er so sich erworben hat. Auf den Herrn angewandt, ist es das Leben, das Er Sich verschaffte, durch Erkenntnisse, Kämpfe in Versuchungen und Siege in denselben, und weil Er es Sich (erwarb) mit eigenen Kräften, so wird hier durch Land der Pilgerfahrten dieses bezeichnet. Daß der Herr alles mit eigenen Kräften Sich errungen, und mit eigenen Kräften das menschliche Wesen mit dem Göttlichen, und das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigte, und so allein die Gerechtigkeit wurde, erhellt deutlich bei den Propheten, wie bei Jes.63/1,3,5: "Wer ist Der, Welcher aus Edom kommt, einhertritt in der Größe seiner Kraft; die Kelter habe Ich allein getreten, und von den Völkern ist nicht irgend jemand mit Mir. Ich schaute umher, und niemand half; Ich staunte, und es unterstützte niemand (Mich); darum leistete Mir Heil Mein Arm": Edom für das menschliche Wesen des Herrn; die Kraft und der Arm für die Macht, und daß aus eigener, wird deutlich gesagt, daß nämlich "niemand half, niemand unterstützte, daß Ihm Heil verschaffte Sein Arm". Jes.59/16,17: "Er sah, daß niemand da ist, und staunte, daß niemand in das Mittel trat; und Heil verschaffte Ihm Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit; sie stützte Ihn: und Er zog an Gerechtigkeit wie einen Panzer, und setzte auf Sein Haupt den Helm des Heils": ebenso, daß mit eigener Kraft, und daß Er so zur Gerechtigkeit wurde. Daß der Herr die Gerechtigkeit ist, bei Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt, die Missetat zu sühnen, und herbeizubringen die Gerechtigkeit der Zeitläufe, und zu versiegeln das Gesicht und den Propheten, und zu salben den Heiligen der Heiligen". Jerem.23/5,6; 33/15,16: "Dem David will ich einen gerechten Sproß erwecken, und er wird regieren als König, und verständig handeln, und Gericht und Gerechtigkeit üben im Lande; in Seinen Tagen wird Jehudah errettet werden, und Israel wird im Vertrauen wohnen; und dies Sein Name, mit dem man Ihn nennen wird, Jehovah unsere Gerechtigkeit": darum wird Er auch genannt die Wohnung der Gerechtigkeit, Jerem.31/23; 50/7 und bei Jes.9/5,6: Wunderbar und Held. Daß der Herr so oft dem Vater zuschreibt, was Sein ist, wurde erklärt Nr. 1999, 2004; denn Jehovah war in Ihm, folglich im einzelnen des Seinigen. Dies kann durch Ähnliches, obwohl nicht Gleiches, beim Menschen versinnlicht werden: die Seele des Menschen ist in ihm, und weil in ihm, so ist sie auch in seinem einzelnsten, nämlich im einzelnsten seines Denkens, und im einzelnsten seines Handelns. Alles, was irgend seine Seele nicht in sich hat, ist nicht sein. Die Seele des Herrn war das Leben selbst, oder das Sein selbst, das Jehovah ist, denn Er war empfangen aus Jehovah, somit war Dieser in Seinem einzelnsten; und weil das Leben selbst, oder das Sein selbst, das Jehovah ist, Ihm angehörte, wie die Seele dem Menschen angehört, so war auch Sein das dem Jehovah Angehörende, und dies ist es, wenn der Herr sagt, daß Er im Schoße des Vaters sei: Joh.1/18 und daß alles, was der Vater hat, Sein sei: Joh.16/15; 17/10,11. Aus dem Guten, das der Jehovah ist, vereinigte Er das göttliche Wesen mit dem menschlichen (Wesen), und aus dem Wahren vereinigte Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen Wesen), somit alles und jedes aus Ihm selbst; ja Sein Menschliches war sich selbst überlassen, damit Er von Sich aus gegen alle Höllen kämpfen, und sie besiegen möchte, und weil Er in Sich selbst das Leben hatte, das Sein eigen war, so hat Er jene mit Seiner Macht und mit Seinen Kräften überwunden; wie dies auch bei den Propheten in den angeführten Stellen deutlich gesagt wird. Darum nun, weil Er mit eigenen Kräften Sich alles erwarb, wurde Er die Gerechtigkeit, und errettete die Geisterwelt von den höllischen Genien und Geistern, und befreite so das Menschengeschlecht vom Untergang, (denn das Menschengeschlecht wird durch Geister regiert), und so erlöste Er es, darum heißt Er so oft im Wort des Alten Testaments Befreier und Erlöser, und Heiland, welches ist Sein Name Jesus. 2026. "Ich will dir geben", 1. Mose 17/8, daß dies heißt, Sein sei, was in den Himmeln und auf Erden ist, folgt aus dem soeben Gesagten. "Dir geben" heißt im Buchstabensinn, daß Gott oder Jehovah Ihm geben werde, wie auch im Wort der Evangelisten, daß der Vater Ihm alles gegeben habe, was im Himmel und auf Erden ist; allein im inneren Sinn, in dem das Wahre selbst in seiner Reinheit sich darstellt, heißt es, daß der Herr es Sich erworben habe, weil, wie gesagt, in Ihm und in all dem Seinen Jehovah war, was noch weiter durch Ähnliches erläutert werden kann; wie z.B. wenn der inwendigere oder vernunftmäßige Mensch, oder das Denken sagen würde, sein leibliches Wesen würde Ruhe oder Frieden haben, wenn es unterlassen würde dies oder jenes zu tun, - dann ist, der dies sagt, ebenderselbe Mensch, wie der, zu dem es gesagt wird; denn sowohl das Vernunftwesen gehört dem Menschen an, als das leibliche Wesen, daher denn, wenn Obiges genannt wird, dieses verstanden wird. Daß dem Herrn gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist, erhellt überdies aus sehr vielen Stellen des Wortes, außer denen im Alten Testament, auch aus folgenden bei den Evangelisten: Matth.11/27; Luk.10/22; Joh.3/34,35; 17/2; Matth.28/18 und aus dem, was gezeigt worden ist Nr. 458, 551, 552, 1607. Und weil der Herr den ganzen Himmel regiert, so regiert Er auch alles, was auf Erden ist, denn sie sind so miteinander verknüpft, daß wer den einen regiert, alles regiert; denn vom Himmel der Engel ist der Himmel der engelischen Geister abhängig, von diesem die Geisterwelt, von dieser wiederum das Menschengeschlecht; und ebenso von den Himmeln alles, was in der Welt und Natur ist, denn ohne den Einfluß des Herrn durch die Himmel würde gar nichts, was in der Natur und ihren drei Reichen ist, entstehen und bestehen; man sehe Nr. 1632. 2027. "Und deinem Samen nach dir", 1. Mose 17/8, daß dies bedeutet, Er werde es geben denen, die Glauben an Ihn haben würden, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube, wovon Nr. 1025, 1447, 1610; nämlich der Glaube der Liebtätigkeit, wovon Nr. 379, 389, 654, 724, 809, 916, 1017, 1162, 1176, 1258. Den Glauben der Liebtätigkeit haben diejenigen nicht (sind somit nicht der hier verstandene Same), die ein Verdienst in die Taten ihres Lebens setzen; denn so wollen sie nicht aus der Gerechtigkeit des Herrn, sondern aus ihrer eigenen selig werden. Daß in diesem kein Glaube der Liebtätigkeit, d.h. keine Liebtätigkeit ist, erhellt daraus, daß sie sich selbst anderen vorziehen, somit sich selbst, nicht andere, im Auge haben, außer soweit diese ihnen dienen, und sie die, welche dies nicht wollen, entweder verachten, oder hassen. Daher sie so durch die Selbstsucht Trennung, und durchaus nicht Vereinigung bewirken, und so zerstören was himmlisch ist, nämlich die gegenseitige Liebe, welche die Stütze des Himmels ist; denn in ihr hat der Himmel selbst, und alle seine Vereinigung und Einmütigkeit seinen Grund und Bestand; denn alles, was die Einmütigkeit im anderen Leben zerstört, das ist gegen die Ordnung des Himmels selbst, geht also auf die Zerstörung des Ganzen aus. Von solcher Art sind die, welche in die Taten ihres Lebens ein Verdienst setzen, und die Gerechtigkeit sich zueignen: zu diesen gehören viele im anderen Leben, sie leuchten zuweilen im Angesicht wie Fackeln, allein aus einem Irrlicht heraus, das aus der Selbstrechtfertigung hervorgeht, sie sind jedoch kalt. Man sah sie zuweilen herumlaufen und ihr Selbstverdienst aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes begründen, während sie die Wahrheiten, die dem inneren Sinn angehören, haßten: Nr. 1877. Ihre Sphäre ist eine selbstbeschauliche, somit zerstörend für alle Vorstellungen, die nicht ihr Absehen auf sie selbst als ein höheres Wesen haben. Die Sphäre vieler von dieser Art, wenn sie beisammen sind, ist eine so zerreißende (distractiva), daß in ihr nichts als Widerwärtigkeit und Feindseligkeit ist; denn da jeder das gleiche will, daß ihm nämlich gedient werde, so tötet er den anderen im Herzen. Einige von ihnen sind unter denen, die sagen, sie haben im Weinberg des Herrn gearbeitet, während sie doch damals fortwährend in ihrem Sinn auf Vorzug vor anderen, auf Ruhm und Ehrenstellen, dann auch auf Einkommen, und so stets auch darauf ausgingen, daß sie die Größten im Himmel, ja daß sie von den Engeln bedient werden möchten; wobei sie andere, im Vergleich mit sich, im Herzen verachten, also mit keiner gegenseitigen Liebe, in welcher der Himmel besteht, sondern mit Selbstliebe erfüllt sind, in die sie den Himmel setzen, denn sie wissen nicht, was der Himmel ist, worüber man nachsehe Nr. 450, 451, 452, 1594, 1679. Diese sind unter denen, welche die Ersten sein wollen, aber die Letzten werden: Matth.19/30; 20/16; Mark.10/31 und die sagen, sie haben durch den Namen des Herrn geweissagt, und viele Krafttaten getan, denen aber gesagt wird: Ich kenne euch nicht: Matth.7/22,23. Anders verhält es sich mit denen, die aus Einfältigkeit des Herzens meinten, sie verdienen den Himmel, und in der Liebtätigkeit gelebt hatten; diese sahen das Verdienen des Himmels als eine Verheißung an, und erkennen leicht an, daß derselbe ein Geschenk der Barmherzigkeit des Herrn ist; denn das Leben der Liebtätigkeit bringt dieses mit sich. Die Liebtätigkeit selbst liebt alles Wahre. 2028. "Das ganze Land Kanaan", 1. Mose 17/8, daß dies bedeutet das himmlische Reich, erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es ist das himmlische Reich, wovon Nr. 1413, 1437, 1607. 2029. "Zu ewigem Besitztum", 1. Mose 17/8, daß dies das Ewige bedeutet, erhellt ohne Aufklärung. Sie werden Besitzer, dann auch Erben genannt, nicht aus Verdienst, sondern aus Barmherzigkeit. 2030. "Und will ihnen Gott sein", 1. Mose 17/8, daß dies bedeutet, Er sei ein Gott, erhellt daraus, daß hier gehandelt wird von dem menschlichen Wesen des Herrn, das mit dem Göttlichen vereinigt, und so selbst auch Gott werden sollte, daher denn "Ich will ihnen Gott sein", im inneren Sinn den Einen Gott bezeichnet. 2031. Vers 9: Und Gott sprach zu Abraham: Und du sollst Meinen Bund halten, du und dein Same nach dir, auf ihre Geschlechter. "Und Gott sprach zu Abraham" bedeutet ein Innewerden; "und du sollst Meinen Bund halten" bedeutet eine noch engere Vereinigung; "du und dein Same nach dir" bedeutet, daß von Ihm eine Verbindung aller, die Glauben an Ihn haben, komme; "auf Ihre Geschlechter" bedeutet die dem Glauben angehörigen Dinge. 2032. "Und Gott sprach zu Abraham", 1. Mose 17/9, daß dies ein Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens Gottes im historischen Sinne des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1602, 1791, 1815, 1819, 1822. 2033. "Und du sollst Meinen Bund halten", 1. Mose 17/9, daß dies eine noch engere Vereinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist Vereinigung und Verbindung, wovon 1. Mose 17/2,4,7 und Nr. 665, 666, 1023, 1038. Die hier wiederholte Erwähnung des Bundes, von dem früher so oft die Rede war, deutet eine engere Vereinigung an. Im historischen Sinn, der von Abraham (handelt), kann nichts anderes ausgesagt werden, als daß er den Bund halten solle, im inneren Sinn hingegen, in dem vom Herrn (gehandelt) wird, verschwindet das Historische, und tritt an dessen Stelle solches, was sich (von Ihm) aussagen läßt (praedicabilia), und dieses ist: enger vereinigt werden. Die Vereinigung des menschlichen Wesens des Herrn mit Seinem Göttlichen ist nicht auf einmal geschehen, sondern während Seines ganzen Lebenslaufes von der Kindheit an bis zum letzten (Tag) Seines Lebens in der Welt; so stieg Er fortwährend auf zur Verherrlichung, d.h. Vereinigung, und dies ist es, was bei Joh.12/28 gesagt wird: "Jesus sprach: Vater, verherrliche Deinen Namen"; da ging eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe (ihn) nicht nur verherrlicht, sondern werde auch ferner (ihn) verherrlichen". Man sehe, was gesagt worden ist Nr. 1960, 1864, 2034. 2034. "Du und dein Same nach dir", 1. Mose 17/9, bedeutet, von Ihm eine Verbindung aller, die Glauben an Ihn haben, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube, wovon einige Male oben; und aus der Bedeutung von "nach dir" sofern es ist Ihm folgen, wovon Nr. 2019. Vorher wurde gehandelt von der Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem menschlichen (Wesen), und des Menschlichen mit dem Göttlichen, hier nun wird gehandelt von der Verbindung des Herrn mit denen, die an Ihn glauben; weshalb es auch abermals heißt "du", nämlich "du sollst Meinen Bund halten, du und dein Same"; aus welcher Wiederholung und Anschließung an den Samen hervorgeht, daß im inneren Sinn die Verbindung bezeichnet wird, und zwar mit denen, die der Same sind. Daß durch diesen bezeichnet wird der Glaube der Liebtätigkeit, ist gezeigt worden: Nr. 1025, 1447, 1610, und daß der Glaube die Liebtätigkeit selbst ist: Nr. 30-38, 379, 389, 654, 724, 809, 916, 1017, 1076, 1077, 1162, 1176,1258, 1798, 1799, 1834, 1844. Auch der Herr, wenn Er von Seiner Vereinigung mit dem Vater spricht, redet Er sogleich auch und im Zusammenhang damit von Seiner Verbindung mit dem Menschengeschlecht, weil dies die Ursache der Vereinigung war, wie dies erhellt bei Joh.17/21-23,26: "Auf daß alle eins seien, wie Du, Vater, in Mir, und Ich in Dir, damit auch sie in Uns eines seien. Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie Wir eins sind, Ich bin in ihnen, und Du in Mir; denn Ich habe ihnen kund gemacht Deinen Namen, und will kund machen, auf daß die Liebe, mit der Du mich geliebet hast, in ihnen sei": woraus erhellt, daß der Herr bei Seiner Vereinigung mit dem Vater Sein Absehen auf Seine Verbindung mit dem Menschengeschlecht hatte, und daß diese Ihm am Herzen lag, weil es Seine Liebe war; denn alle Verbindung geschieht durch die Liebe, welche Liebe ist die Verbindung selbst. Joh.14/19-21: "Weil Ich lebe, so werdet auch ihr leben; an jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich im Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch, wer Meine Gebote hat und sie tut, der liebt Mich": hieraus wird ebenfalls klar, daß der Herr bei der Vereinigung Seines menschlichen Wesens mit dem Göttlichen es abgesehen hatte auf Seine Verbindung mit dem Menschengeschlecht, und daß diese der Endzweck, und diese Seine Liebe war, die von der Art war, daß Ihm die innigste Freude war die Beseligung des Menschengeschlechts, beabsichtigt bei Seiner Vereinigung mit dem Vater; und es wird hier auch das beschrieben, was vereinigt, nämlich - Seine Gebote haben und sie tun -, somit den Vater lieben. Joh.12/28,30,32: "Vater, verherrliche Deinen Namen; da ging eine Stimme aus vom Himmel: Ich habe ihn nicht nur verherrlicht, sondern werde ihn ferner auch verherrlichen, Jesus sprach: Nicht um Meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen: Ich aber, wenn Ich werde erhöhet sein von der Erde, will Ich alle nach Mir ziehen": unter Verherrlichung wird verstanden Vereinigung, wie früher gesagt worden; und daß Er es bei Seiner Vereinigung mit dem Vater abgesehen hatte auf Seine Verbindung mit dem Menschengeschlecht, wird ausdrücklich gesagt, nämlich (in den Worten): "Wenn Ich erhöhet sein werde, will Ich alle nach Mir ziehen". Daß eine Verbindung des Unendlichen oder des höchsten Göttlichen mit dem Menschengeschlecht geschehen sei durch das göttlich gewordene Menschliche des Herrn, und daß diese die Ursache des Kommens des Herrn in die Welt war, ist ein Geheimnis, das mehrere bei sich ergründen wollen, und das sie, weil sie es nicht begreifen, nicht glauben, und weil sie es nicht glauben, infolgedessen, daß sie es nicht begreifen, so wird es ihnen zum Anstoß. Daß dem so ist, ist mir durch viele Erfahrung gezeigt worden an denen, die ins andere Leben kommen: sehr viele von ihnen, beinahe der größte Teil der Geistreichen (ingeniosorum) in der Welt, sobald sie sich nur denken, der Herr solle Mensch geworden, und wie ein anderer Mensch der äußeren Gestalt nach gewesen sein, und gelitten haben, und dennoch das Weltall regieren, füllen sie die Sphäre sogleich mit Ärgernissen an, und dies darum, weil es ihnen bei Leibesleben ein Ärgernis war, obwohl sie damals nichts davon laut werden ließen, und obwohl sie Ihn mit äußerer Andacht anbeteten; denn im anderen Leben stellt sich das Inwendige offen heraus, und äußert sich durch die von ihnen aus sich verbreitende Sphäre, wovon Nr. 1048, 1053, 1316, 1504 die Rede war. Hieran wird deutlich erkannt, welchen Glaubens sie gewesen waren, und was sie vom Herrn gedacht hatten. Da nun dem so ist, so darf noch mit wenigem erklärt werden, wie sich die Sache verhält, nachdem alles Himmlische beim Menschen, d.h. alle Liebe zum Herrn verlorengegangen war, so daß kein Wille zum Guten mehr da war, da wurde das Menschengeschlecht von der Gottheit geschieden, denn nichts verbindet, als die Liebe, war daher diese nicht mehr da, so trat Trennung ein, und wenn Trennung, so folgt Untergang und Ausrottung; daher dann die Verheißung geschah vom Kommen des Herrn in die Welt, Der das Menschliche mit dem Göttlichen vereinigen, und durch diese Vereinigung das Menschengeschlecht in Ihm selbst verbinden sollte durch den Glauben der Liebe und Liebtätigkeit. Von der Zeit der ersten Verheißung an, von der 1. Mose 3/15 die Rede ist, war es der Glaube der Liebe an den kommenden Herrn, der verband; als aber kein Glaube der Liebe mehr übrig war auf dem Erdkreis, da kam der Herr und vereinigte das menschliche Wesen mit dem Göttlichen, so daß sie ganz eins waren, wie Er selbst deutlich sagt, und zugleich lehrte Er den Weg der Wahrheit, daß jeder, der an Ihn glauben, das ist, Ihn und was Ihm angehörte lieben, und in Seiner Liebe, welche die gegen das ganze Menschengeschlecht, somit gegen den Nächsten sein würde, verbunden und selig gemacht werden würde. Als im Herrn das Menschliche göttlich, und das Göttliche menschlich wurde, da entstand bei den Menschen ein Einfluß des Unendlichen oder höchsten Göttlichen, der gar nicht anders hätte entstehen können. Dadurch wurden auch zerstreut die greulichen Beredungen des Falschen, und die greulichen Begierden des Bösen, mit denen die Geisterwelt angefüllt war, und von den aus der Welt anlangenden Seelen fortwährend angefüllt wurde; und diejenigen, die in denselben waren, wurden in die Hölle geworfen, und so ausgeschieden. Würde dies nicht geschehen sein, so wäre das Menschengeschlecht verloren gewesen, denn diese wird vom Herrn durch Geister regiert; und diese konnten nicht anders vertrieben werden, denn es fand kein Einwirken des Göttlichen durch das Vernunftmäßige in das innere Sinnliche des Menschen statt, denn dieses ist weit unter dem höchsten Göttlichen, wenn es nicht so vereinigt ist, abgesehen von noch tieferen Geheimnissen, die durchaus nicht für irgendeinen Menschen dem Verständnis nahe gebracht werden können. Man sehe was früher (gesagt worden), Nr. 1676, 1990, 2016. Daß der Herr als Sonne erscheint im Himmel der Himmlischen, und als Mond im Himmel der geistigen Engel, und daß die Sonne das Himmlische Seiner Liebe sei, und der Mond das Geistige der Liebe: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531; und daß alles und jedes unter Seinem Blick sei: Nr. 1274, 1277. 2035. "Auf ihre Geschlechter", 1. Mose 17/9, daß dies die Dinge des Glaubens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Geschlechtern und Geburten, sofern sie sind das, was dem Glauben angehört, wovon Nr. 613, 1145, 1255, 1330 und daß das, was der Liebe und dem Glauben angehört, sich verhält, wie die Verwandtschaften und Schwägerschaften der Geschlechter: Nr. 685, 917. 2036. Vers 10: Dies ist Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch und zwischen deinem Samen nach dir, beschnitten soll euch werden alles Männliche. "Dies ist Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch" bedeutet das Kennzeichen der Verbindung aller mit dem Herrn; "und zwischen deinem Samen nach dir" bedeutet die, welche den Glauben an Ihn haben; "beschnitten soll euch werden alles Männliche" bedeutet die Reinheit. 2037. "Dies ist Mein Bund, den ihr halten sollt zwischen Mir und zwischen euch", 1. Mose 17/10, daß dies bedeutet das Kennzeichen der Verbindung aller mit dem Herrn, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern sie ist Verbindung, wovon früher. Daß er hier das Zeichen der Verbindung ist, erhellt aus dem folgenden Vers, in dem er genannt wird "das Zeichen des Bundes", wo Folgendes steht: "Ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut, und es soll sein zum Zeichen des Bundes, zwischen Mir und zwischen euch". Bundeszeichen waren alle äußeren Gebräuche der Kirche, die heilig gehalten werden mußten, weil durch sie das Innere bezeichnet wurde. Die Beschneidung, von der hier gehandelt wird, war nichts als ein vorbildlicher und bezeichnender Gebrauch, wovon im Folgenden; dennoch aber werden die Gebräuche im Worte hie und da der Bund genannt, und dies darum, weil das Äußere Inneres vorbildete, und so es bezeichnete. Das Innere gehört zum Bund, weil es verbindet, nicht aber das Äußere, außer durch das Innere. Die äußeren Dinge waren nur Zeichen des Bundes, oder Abzeichen der Verbindung, bei denen man sich des Inneren erinnern, und so durch dieses verbunden werden sollte. Über die Zeichen des Bundes sehe man Nr. 1308. Alles Innere, das zum Bunde gehört, oder das verbindet, bezieht sich auf die Liebe und Liebtätigkeit, und geht aus der Liebe und Liebtätigkeit hervor, denn von diesen zwei Stücken, nämlich den Herrn lieben mehr als sich, und den Nächsten wie sich selbst, hängen das ganze Gesetz und alle Propheten, d.h. die gesamte Lehre des Glaubens ab: Matth.22/34-39; Mark.12/28-34. 2038. "Und zwischen deinem Samen nach dir", 1. Mose 17/10, daß dies bedeutet die, welche Glauben an Ihn haben, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern sie ist der Glaube aus der Liebtätigkeit, wovon früher. 2039. "Beschnitten soll euch werden alles Männliche", 1. Mose 17/10, daß dies die Reinheit bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und daher Bezeichnung von Beschneiden im inneren Sinn. Die Beschneidung oder die Wegschneidung der Vorhaut bedeutete nichts anderes, als die Entfernung und Abstreifung dessen, was die himmlische Liebe verhinderte und verunreinigte, und dies ist das Böse der Begierden, besonders der Begierden der Selbstliebe, und das Falsche daraus. Der Grund dieser Bedeutung ist, weil die Zeugungsglieder beider Geschlechter die himmlische Liebe vorbilden. Es gibt drei Gattungen von Liebe, die das Himmlische des Reiches des Herrn ausmachen, nämlich die eheliche Liebe, die Liebe gegen die Kinder, und die gesellschaftliche (societatis) oder gegenseitige Liebe. Die eheliche Liebe ist die vornehmste (principalis) von allen, denn in ihr ist der Endzweck des größten Nutzens, nämlich die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, und daher des Reiches des Herrn, dessen Pflanzschule es ist. Die Liebe gegen die Kinder folgt ihr zunächst, und stammt aus ihr; und hernach die gesellschaftliche oder gegenseitige Liebe. Alles, was die Liebesneigungen verdeckt, verhindert und verunreinigt, wird bezeichnet durch die Vorhaut, deren Wegschneidung oder Beschneidung deswegen vorbildlich wurde; denn inwieweit das Böse der Begierden und das Falsche aus demselben entfernt wird, insoweit wird der Mensch gereinigt, und insoweit kann die himmlische Liebe zum Vorschein kommen. Wie sehr die Selbstliebe der himmlischen Liebe entgegen, und wie unrein sie ist, ist gesagt und gezeigt worden Nr. 760, 1307, 1308, 1321, 1594, 2045, 2057. Hieraus wird ersichtlich, daß die Beschneidung im inneren Sinn die Reinheit bedeutet. Daß die Beschneidung nur das Zeichen des Bundes oder der Verbindung ist, kann deutlich daraus erhellen, daß die Beschneidung der Vorhaut ganz und gar nichts ist ohne die Beschneidung des Herzens; und daß die Beschneidung des Herzens, welche die Reinigung von jenen unreinen Trieben ist, dasjenige ist, was bezeichnet wird, wie dies aus folgenden Stellen im Wort deutlich hervorgeht: 5. Mose 30/6: "Beschneiden wird Jehovah Gott dein Herz, und das Herz deines Samens, zu lieben Jehovah, deinen Gott, in deinem ganzen Herzen und in deiner ganzen Seele, auf daß du leben mögest": woraus erhellt, daß das Herz beschneiden heißt, gereinigt werden von unreinen Trieben, so daß man Jehovah Gott oder den Herrn lieben kann von ganzem Herzen, und von ganzer Seele. Jerem.4/3,4: "Macht euch urbar einen Neubruch, und säet nicht unter die Dornen, beschneidet euch für Jehovah, und entfernet die Vorhaut eures Herzens, du Mann Jehudahs und ihr Bewohner Jerusalems": sich für Jehovah beschneiden, und die Vorhäute des Herzens entfernen, ist auch nichts anderes, als solches entfernen, was die himmlische Liebe hindert; hieraus erhellt auch, daß die Beschneidung des Herzens das Inwendigere ist, das durch die Beschneidung der Vorhaut bezeichnet wird. 5. Mose 10/16,18: "Beschneiden sollt ihr die Vorhaut eures Herzens, und euren Nacken nicht mehr verhärten, (Er) schafft Recht dem Waisen und der Witwe, und liebt den Fremdling, Brot und Kleidung ihm zu geben": wo auch klar ist, daß die Vorhaut des Herzens beschneiden soviel ist als gereinigt werden vom Bösen unreiner Triebe und von dem daraus hervorgehenden Falschen. Das Himmlische der Liebe wird beschrieben durch die Werke der Liebtätigkeit, nämlich durch das Recht schaffen dem Waisen und der Witwe, und durch den Fremdling lieben, ihm zu geben Brot und Kleidung. Jerem.9/24,25: "Siehe, die Tage kommen, da Ich heimsuchen werde jeden Beschnittenen an der Vorhaut, Ägypten, und Jehudah, und Edom, und die Söhne Ammons, und Moab, und alle mit geschorenen Haarecken, die da wohnen in der Wüste, weil alle Völkerschaften Vorhaut haben,und das Volk Israel Vorhaut hat am Herzen": auch hieraus ist offenbar, daß die Beschneidung eine sinnbildliche Bezeichnung der Reinigung ist. Sie werden Beschnittene an der Vorhaut genannt, dennoch aber Völkerschaften die Vorhaut haben, unter anderen auch Jehudah; und Israel mit Vorhaut am Herzen behaftet. 3. Mose 26/41: "Ob dann etwa sich demütigen wird ihr mit Vorhaut behaftetes Herz". Daß durch die Vorhaut und das mit Vorhaut Behaftete das Unreine bezeichnet wird, erhellt bei Jes.52/1: "Auf, auf, zieh deine Stärke an, Zion, zieh an die Kleider deines Schmucks, Jerusalem, die Stadt der Heiligkeit, weil nicht mehr kommen wird in dich, wer Vorhaut hat und unrein ist": unter Zion wird verstanden die himmlische Kirche, unter Jerusalem die geistige Kirche, in die das mit Vorhaut Behaftete, welches das Unreine ist, keinen Eingang finden soll. Daß die Beschneidung ein Zeichen des Bundes, oder ein Abzeichen der Verbindung ist, erhellt offenbar daraus, daß ähnliches vorgebildet wurde durch die Baumfrüchte, die ebenfalls beschnitten werden sollten, wovon bei 3. Mose 19/23,24: "Wenn ihr kommen werdet ins Land, und pflanzen werdet irgendwelchen Baum der Speise, so sollt ihr für Vorhaut halten seine Vorhaut, seine Frucht; drei Jahre sei sie euch mit Vorhaut behaftet, sie soll nicht gegessen werden, und im vierten Jahr sei all seine Frucht Heiligkeit der Lobpreisungen für Jehovah": die Früchte bilden gleichfalls vor und bezeichnen die Liebtätigkeit, wie aus vielen Stellen im Wort erhellen kann, somit bedeutet deren Vorhaut das Unreine, das die Liebtätigkeit verhindert und befleckt. Merkwürdig ist, wenn die Engel im Himmel die Vorstellung der Reinigung von unreinen Natürlichen haben, so stellt sich in der Geisterwelt urplötzlich etwas der Beschneidung Ähnliches dar; denn die Engelsideen werden in der Geisterwelt zu sinnbildlichen Darstellungen. Es gab vorbildliche Bräuche in der jüdischen Kirche, die von daher ihren Ursprung hatten, und es gab auch solche, die nicht von daher stammten. Solche, bei denen in der Geisterwelt jene plötzliche Beschneidung sich darstellte, wollten in den Himmel eingelassen werden, und ehe sie eingelassen wurden, fand jene Vorbildung statt. Hieraus kann erhellen, warum dem Josua geboten wurde, daß Er das Volk beschneiden sollte, als sie nach dem Übergang über den Jordan ins Land Kanaan einziehen sollten. Der Einzug des Volkes ins Land Kanaan bildete auch nichts anderes vor, als den Einlaß der Gläubigen in den Himmel, darum war die Beschneidung zum zweiten Mal geboten worden: Jos.5/2,3,9: "Jehovah sprach zu Joschua: Mache dir steinerne Messer, und beschneide die Söhne Israels zum zweiten Mal; und Joschua machte sich steinerne Messer, und beschnitt die Söhne Israels bei dem Hügel der Vorhäute; und Jehovah sprach zu Joschua: Heute habe Ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt, und nannte den Namen jenes Ortes Gilgal (Abwälzung)": die steinernen Messer (gladii petrarum) bedeuten die Wahrheiten, mit denen sie getränkt werden sollten, damit sie so die unreinen Triebe züchtigen und wegschaffen könnten, denn ohne Erkenntnisse des Wahren findet durchaus keine Reinigung statt. Daß der Stein oder Fels die Wahrheiten bedeutet, ist schon früher: Nr. 643, 1298 gezeigt worden; und daß das messerförmige Schwert (gladius) von den Wahrheiten, durch die das Böse gezüchtigt werden soll, ausgesagt wird, ist aus dem Worte bekannt. 2040. Vers 11: Und ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut, und es soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch. "Und ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut" bedeutet die Entfernung der Selbst- und Weltliebe; "und es soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch" bedeutet die Vorbildung und sinnbildliche Bezeichnung der Reinheit. 2041. "Ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut", 1. Mose 17/11, daß dies die Entfernung der Selbst- und Weltliebe bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und Bezeichnung der Beschneidung, sofern sie ist die Reinigung von unsauberen Trieben, wovon Nr. 2039; sodann aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es ist das Eigene des Menschen, wovon Nr. 999. Das Eigene des Menschen ist nichts als Selbst- und Weltliebe, somit jede Begierde, die aus derselben stammt. Wie unrein dasselbe ist, wurde gezeigt Nr. 141, 150, 154, 210, 215, 694, 731; 874, 875, 876, 987, 1047. Weil dieses Eigene bezeichnet wird als ein zu Entfernendes, so heißt es hier Fleisch der Vorhaut. Sie sind die zwei sogenannten Triebe (amores), und deren Begierden, die den Einfluß der himmlischen Liebe vom Herrn hindern; denn wenn dieselben im inwendigen und äußeren Menschen herrschen, und ihn einnehmen, so stoßen sie die einfließende himmlische Liebe entweder zurück, oder ersticken sie, oder verkehren und beflecken sie auch, denn sie sind das gerade Gegenteil der himmlischen Liebe. Daß sie ihr völlig entgegengesetzt sind, wird, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden nachgewiesen werden. Inwieweit sie aber entfernt werden, insoweit fängt die vom Herrn einfließende himmlische Liebe an in seinem inwendigen Menschen zu erscheinen, ja zu leuchten, und insoweit fängt er an zu sehen, daß er im Bösen und Falschen ist, ja weiterhin selbst im Unreinen und Unsauberen, und endlich, daß dieses sein Eigenes war. Diejenigen, die wiedergeboren werden, sind es, bei denen dieselben entfernt werden. Dies kann auch von den Unwiedergeborenen wahrgenommen werden, wenn bei ihnen die Begierden jener Triebe ruhen, wie dies zuweilen geschieht, wenn sie in andächtigem Nachdenken sind, oder wenn sie eingeschläfert werden; was geschieht, wenn sie in unglücklichen Umständen, in Bekümmernissen und Krankheiten sind, und hauptsächlich in den Augenblicken des Todes; weil alsdann das Leibliche und Weltliche eingeschläfert, und gleichsam tot ist, so nehmen sie etwas vom himmlischen Licht, und vom Trost aus demselben wahr. Allein bei diesen ist es nicht eine Entfernung jener Begierden, sondern nur eine Einschläferung, denn sobald sie in den vorigen Zustand zurückkehren, fallen sie in jene Begierden zurück. Auch bei den Bösen kann das Leibliche und Weltliche eingeschläfert werden, und sie können alsdann gleichsam in etwas Himmlisches erhoben werden, wie dies zuweilen mit Seelen, besonders neuangekommenen, im anderen Leben geschieht, welche die Herrlichkeit des Herrn sehnlich zu sehen wünschen, weil sie so viel vom Himmel gehört hatten, als sie noch in der Welt lebten. Ihnen wird alsdann jenes Äußere eingeschläfert, und sie werden so in den ersten Himmel hinauf versetzt, und ihr Wunsch ihnen gewährt; allein sie können es nicht lange dort aushalten, weil es nur ein Ruhen des Leiblichen und Weltlichen, nicht aber eine Entfernung desselben ist, wie bei den Engeln, worüber Nr. 541, 542. Man muß wissen, daß himmlische Liebe vom Herrn fortwährend beim Menschen einfließt, und daß nichts anders ist, was entgegensteht, als die Begierden jener Triebe, und die Falschheiten aus ihnen. 2042. "Und es soll sein zum Zeichen des Bundes zwischen Mir und zwischen euch", 1. Mose 17/11, daß dies die Vorbildung und das sinnbildliche Zeichen der Reinheit sei, erhellt aus dem, was Nr. 2039 gezeigt worden ist, daß nämlich die Beschneidung nichts anderes war, als die Vorbildung der Reinigung von unsauberen Trieben; und weil es nur ein äußerer Brauch war, der das Innere vorbildete und bezeichnete, so war es nicht ein Bund, sondern ein Zeichen des Bundes. 2043. Vers 12: Und der Sohn von acht Tagen soll euch beschnitten werden, jedes Männliche, in eure Geschlechter, der Hausgeborene und der um Silber (Geld) Erkaufte, von allem Sohn der Fremde, der nicht von deinem Samen ist. "Und der Sohn von acht Tagen" bedeutet jedweden Anfang der Reinigung; "soll euch beschnitten werden" bedeutet die Reinigung; "jedes Männliche" bedeutet die, welche im Wahren des Glaubens sind; "in eure Geschlechter" bedeutet das zum Glauben Gehörige; "der Hausgeborene" bedeutet die Himmlischen; "der um Silber (Geld) Erkaufte" bedeutet die Geistigen, die innerhalb der Kirche sind; "von allem Sohn der Fremde, der nicht von deinem Samen ist" bedeutet die, welche außerhalb der Kirche sind. 2044. "Und der Sohn von acht Tagen", 1. Mose 17/12, daß dies bedeutet jedweden Anfang der Reinigung, erhellt aus der Bedeutung des achten Tages. Eine Woche, die aus sieben Tagen besteht, bedeutet eine vollständige Periode jedweden Zustandes und jeglicher Zeit, wie die der Umbildung, Wiedergeburt, Versuchung, sowohl eines Menschen insbesondere, als einer Kirche im allgemeinen; somit heißt Woche eine Periode, mag sie nun bestehen aus tausend Jahren, oder aus hundert, oder aus zehn, mithin von acht Tagen, Stunden, Minuten, und so fort, was aus den in Nr. 728 angeführten Stellen erhellen kann; und weil der achte Tag der erste Tag der folgenden Woche ist, so bedeutet er hier jedweden Anfang. Hieraus erhellt auch, daß wie die Beschneidung selbst eine Vorbildung der Reinigung war, so auch die Zeit, nämlich der achte Tag; nicht daß sie dann in einen reineren Zustand eingetreten, und deswegen gereinigt worden wären, sondern weil, wie die Beschneidung die Reinigung bezeichnete, so der achte Tag, daß sie geschehen müsse zu jeder Zeit, und so immer wie von einem neuen Ausgangspunkt aus. 2045. "Soll euch beschnitten werden", 1. Mose 17/12, daß dies die Reinigung bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und Bezeichnung der Beschneidung, sofern sie ist die Reinigung von unsauberen Trieben, wovon Nr. 2039. Die, welche in den Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, können gar nicht glauben, daß sie in so Unsauberem und Unreinem sind, wie sie es wirklich sind; denn es ist etwas Behagliches und Angenehmes, das streichelt, Beifall gibt und liebkost, und macht, daß sie ein solches Leben lieben, es jedem anderen Leben vorziehen, und so meinen, es sei nichts Böses darin; denn alles, was der Liebe und daher dem Leben eines Menschen günstig ist, das hält er für gut. Daher stimmt auch die Vernunft bei, und spiegelt Falsches vor, das bestärkt, und so sehr verblendet, daß solche gar nicht sehen, was himmlische Liebe ist, und wenn sie es sehen würden, so würden sie in ihrem Herzen sagen, es sei etwas Jämmerliches oder ein Nichts, oder etwas Phantastisches, was das Gemüt wie in krankhaftem Zustand erhält. Daß aber das Leben der Selbst- und Weltliebe mit seinen Vergnügungen und Lustreizen unsauber und unrein ist, kann jedem klar sein, wenn er aus dem Vernunftvermögen, mit dem er begabt ist, denken will: die Selbstliebe ist es, aus der alles Böse herkommt, das die bürgerliche Gesellschaft zerstört; aus ihr als aus einem unreinen Brunnen entspringt aller Haß, alle Rache, alle Grausamkeit, ja aller Ehebruch; denn wer sich liebt, der verachtet entweder, oder schmäht, oder haßt alle anderen, die ihm nicht dienen, oder Ehre erzeigen, oder günstig sind; und wenn er haßt, so atmet er nichts als Rache und Grausamkeit, und zwar in dem Maß, als er sich liebt. So ist diese Liebe zerstörend für die Gesellschaft und das Menschengeschlecht. Daß sie so beschaffen ist, darüber sehe man Nr. 693, 694, 760, 1307, 1308, 1321, 1506, 1594, 1691, 1862. Daß die Selbstliebe die unreinste im anderen Leben ist, und schnurstracks entgegengesetzt der gegenseitigen Liebe, in welcher der Himmel besteht, wird auch im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden; und weil aus ihr Haß, Rache, Grausamkeit und Ehebruch kommt, so stammt eben daher auch alles, was Sünde, Verbrechen, Greuel und Entweihung heißt, ist sie daher in dem Vernunftgebiet des Menschen, und in den Begierden und Phantasien seines äußeren Menschen, so wird der Einfluß der himmlischen Liebe vom Herrn fortwährend zurückgehalten, verkehrt und befleckt; sie ist wie ein garstiger Auswurf, der allen lieblichen Geruch vertreibt, ja verunreinigt; und sie ist wie ein Gegenstand, der die fortwährend einfließenden Lichtstrahlen in häßliche und schwarze Farben verwandelt; auch ist sie wie ein Tiger und eine Schlange, welche die Liebkosungen speiend zurückweist, und diejenigen, die Speisen darreichen, durch Biß und Gift tötet; oder wie ein lasterhafter Mensch, der auch die besten Absichten anderer, und selbst die Wohltaten in Tadelnswertes und in Bosheiten verkehrt. Hieraus erhellt, daß jene Triebe, nämlich die der Selbst- und Weltliebe es sind, die durch die Vorhäute vorgebildet und bezeichnet werden, die weggeschnitten werden sollen. 2046. Daß "jedes Männliche" (masculus), 1. Mose 17/12, alle diejenigen bezeichnet, die im Wahren des Glaubens sind, erhellt aus der Bedeutung des Männlichen, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 672, 749. Daß es heißt das Männliche, durch welches das Wahre des Glaubens bezeichnet wird, hat seinen Grund darin, daß niemand von jenen unreinen Trieben gereinigt werden kann, als wer im Wahren ist; aus dem Wahren erkennt man, was rein und unrein, und was heilig und unheilig ist. Bevor man dieses weiß, sind keine Mittel da, auf die und durch welche die himmlische Liebe wirken kann, die fortwährend vom Herrn einfließt, und nur im Wahren aufgenommen werden kann; weshalb der Mensch durch die Erkenntnisse des Wahren umgebildet und wiedergeboren wird, und zwar nicht früher, als er mit ihnen ausgerüstet ist. Das Gewissen (conscientia) selbst wird durch die Wahrheiten des Glaubens gebildet, denn (es) ist das Bewußtsein (conscientia est) des Wahren und Rechten, mit dem der Wiedergeborene beschenkt wird, worüber Nr. 977, 986 f, 1033, 1076, 1077. Dies ist auch der Grund, warum steinerne Messer, oder, wie sie genannt werden, messerförmige Schwerter von Felsen (gladii petrarum) zur Beschneidung gebraucht wurden; daß durch dieselben die Wahrheiten bezeichnet werden, sehe man Nr. 2039 E. 2047. "In eure Geschlechter", 1. Mose 17/12, daß dies bedeutet, das zum Wahren Gehörige, erhellt aus der Bedeutung der Geschlechter und Geburten, sofern sie sind die Dinge des Glaubens, wovon Nr. 613, 1145, 1255, 2020, 2035. 2048. Daß "der Hausgeborene", die Himmlischen, und "der um Silber (oder Geld, argento) Erkaufte", 1. Mose 17/12, die Geistigen bedeutet, somit die, welche innerhalb der Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung des Hausgeborenen, sofern es diejenigen sind, die innerhalb des Hauses sind. Das Haus bezeichnet im Worte das Himmlische, weil dieses das Innerste ist, daher durch das Haus Gottes im umfassenden Sinn bezeichnet wird das Reich des Herrn, im weniger umfassenden die Kirche, im besonderen der Mensch selbst, in dem das Reich oder die Kirche des Herrn ist. Wenn der Mensch ein Haus genannt wird, so wird das Himmlische des Glaubens bei ihm bezeichnet, wenn ein Tempel, so wird bezeichnet das Wahre des Glaubens bei ihm. Somit werden hier durch den Hausgeborenen die Himmlischen bezeichnet. Daß aber der Kauf des Silbers oder "der um Silber Erkaufte" die Geistigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es ist das Wahre, somit das Geistige des Glaubens, wovon Nr. 1551. Himmlische heißen, die in der Liebe zum Herrn sind, und weil die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, in dieser Liebe war, so war sie eine himmlische Kirche. Geistige heißen, die in der Liebe gegen den Nächsten, und so im Wahren des Glaubens sind. So beschaffen war die Alte Kirche, die nach der Sündflut bestand. Vom Unterschied zwischen den Himmlischen und den Geistigen ist mehrmals im ersten Teil die Rede gewesen. Jeder kann sehen, daß hier himmlische Geheimnisse sind, nämlich daß beschnitten werden sollten die Hausgeborenen, und die um Silber Erkauften, dann auch die Söhne der Fremde, und daß sie so genannt werden, und zwar dies einige Male, wie im folgenden 12. 23. 27. Vers, welche Geheimnisse nur enthüllt werden durch den inneren Sinn, daß nämlich durch die Hausgeborenen und die um Silber Erkauften bezeichnet werden die Himmlischen und die Geistigen, somit die, welche innerhalb der Kirche sind, und durch den fremden Sohn, der nicht vom Samen ist, die, welche außerhalb der Kirche sind. 2049. "Von allem Sohn der Fremde, der nicht von deinem Samen ist", 1. Mose 17/12, daß dies diejenigen bedeutet, die außerhalb der Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung des fremden Sohnes, sofern es diejenigen sind, die nicht innerhalb der Kirche geboren, somit nicht im Guten und Wahren des Glaubens sind, weil nicht in den Erkenntnissen desselben. Die fremden Söhne bedeuten auch diejenigen, die im äußeren Gottesdienst sind, von denen Nr. 1097; allein dann wird gehandelt von denen, die innerhalb der Kirche sind; hier aber, weil die Rede ist von der Kirche des Herrn im umfassenden Sinn (in universali), sind die fremden Söhne diejenigen, die nicht innerhalb der Kirche geboren sind, wie die Heiden. Die Heiden, die außerhalb der Kirche sind, können in Wahrheiten sein, aber nicht in den Wahrheiten des Glaubens. Ihre Wahrheiten sind, wie die Vorschriften der Zehn Gebote, daß man die Eltern ehren, daß man nicht morden, nicht stehlen, nicht die Ehe brechen, nicht begehren soll, was anderen gehört, sodann daß man die Gottheit verehren soll. Die Wahrheiten des Glaubens aber sind alle Lehren vom ewigen Leben, vom Reich des Herrn und vom Herrn. Diese können ihnen nicht bekannt sein, weil sie das Wort nicht haben. Diese sind es, die durch die fremden Söhne, die nicht vom Samen sind, und die mit (jenen) beschnitten, d.h. gereinigt werden sollen, bezeichnet werden. Hieraus ist klar, daß dieselben ebenso gereinigt werden können, wie die innerhalb der Kirche, was durch das Beschnitten werden bezeichnet wurde. Sie werden gereinigt, wenn sie die unreinen Triebe wegwerfen, und untereinander in Liebtätigkeit leben, denn alsdann leben sie in Wahrheiten (denn alle Wahrheiten gehören der Liebtätigkeit an); allein in den Wahrheiten, von denen vorhin (die Rede war). Und wenn sie in diesen Wahrheiten leben, so nehmen sie die Wahrheiten des Glaubens leicht an, wo nicht im Leben des Leibes, so doch im anderen Leben, weil die Wahrheiten des Glaubens die inwendigeren Wahrheiten der Liebtätigkeit sind; denn sie lieben dann nichts so sehr, als in die inwendigeren Wahrheiten der Liebtätigkeit eingelassen zu werden. Das Inwendigere der Liebtätigkeit ist es, worin das Reich des Herrn besteht, über sie sehe man Nr. 932, 1032, 1059, 1327, 1328, 1366. Im anderen Leben macht das Wissen der Erkenntnisse des Glaubens nichts aus; denn die Schlimmsten, ja die Höllischen, können im Wissen derselben sein, und zuweilen mehr als andere, sondern es ist das Leben nach den Erkenntnissen, denn alle Erkenntnisse haben zum Endzweck das Leben. Würden sie nicht um des Lebens willen erlernt, so wären sie von keinem Nutzen, als etwa daß sie davon reden, und daher für gelehrt in der Welt gehalten, zu Ehrenstellen erhoben werden, und Ruhm und Vermögen erwerben könnten; woraus erhellt, daß das Leben der Erkenntnisse des Glaubens kein anderes ist, als das Leben der Liebtätigkeit; denn das Gesetz und die Propheten, d.h. die ganze Lehre des Glaubens mit allen ihren Erkenntnissen besteht in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten, wie jedem offenbar ist aus des Herrn Worten bei Matth.22/34-39 und Mark.12/28-35. Allein die Lehren oder Erkenntnisse des Glaubens sind dennoch höchst notwendig zur Bildung des Lebens der Liebtätigkeit, das ohne dieselben nicht gebildet werden kann. Dieses Leben ist es, das nach dem Tode selig macht, und ganz und gar nicht ein Leben des Glaubens ohne jenes, denn ohne Liebtätigkeit ist ein Leben des Glaubens nicht möglich. Die, welche im Leben der Liebe und Liebtätigkeit sind, sind im Leben des Herrn; mit Ihm kann niemand durch ein anderes verbunden werden. Hieraus ergibt sich auch, daß die Wahrheiten des Glaubens durchaus nicht als wahr anerkannt werden können, d.h. jene Anerkennung derselben, von der sie reden, eben nur äußerlich und mit dem Munde möglich ist, wofern sie nicht in der Liebtätigkeit eingepflanzt sind. Denn inwendig oder mit dem Herzen werden sie geleugnet; denn, wie gesagt, alle haben zum Endzweck die Liebtätigkeit, und wenn diese nicht innewohnt, so werden sie inwendig verworfen. Das Inwendige stellt sich nach seiner Beschaffenheit heraus, wenn das Auswendige weggenommen wird, wie dies im anderen Leben geschieht, daß es nämlich allen Wahrheiten des Glaubens ganz und gar entgegen ist. Ein Leben der Liebtätigkeit oder gegenseitigen Liebe im anderen Leben empfangen, wenn man keine im Leben des Leibes gehabt hat, ist gar nicht möglich, sondern das Leben desselben in der Welt bleibt ihnen nach dem Tode; denn jene (Liebe) verabscheuen und hassen sie. Wenn sie sich nur nähern einer Gesellschaft, in der das Leben gegenseitiger Liebe waltet, so zittern und schaudern sie, und leiden Pein. Solche, obwohl sie innerhalb der Kirche geboren sind, heißen fremde Söhne, behaftet mit Vorhaut des Herzens und mit Vorhaut des Fleisches, die nicht eingelassen werden dürfen ins Heiligtum, d.h. ins Reich des Herrn. Sie sind es auch, die verstanden werden bei Hes.44/7,9: "Kein Sohn der Fremde, behaftet mit Vorhaut des Herzens, und mit Vorhaut des Fleisches, soll eingehen ins Heiligtum", und Hes.31/18: "Wem bist du so an Herrlichkeit und Größe gleich geworden, unter den Bäumen Edens? und wirst hinunterfahren müssen mit den Bäumen Edens ins untere Land, inmitten der mit Vorhaut Behafteten wirst du bei den von Schwert Durchbohrten liegen": wo (die Rede ist) von Pharao, durch den bezeichnet werden die Wissenschaften im allgemeinen: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Durch die Bäume Edens, mit denen sie hinunterfahren sollen ins untere Land: ebenfalls Wissenschaften, allein die Wissenschaften der Erkenntnisse des Glaubens. Hieraus nun ist offenbar, was ein mit Vorhaut Behafteter im inneren Sinn ist, nämlich wer in unreinen Trieben und deren Leben ist. 2050. Vers 13: Beschnitten, ja beschnitten soll werden der Geborene deines Hauses, und der um dein Silber (Geld) Erkaufte; und es soll sein Mein Bund in eurem Fleisch zum ewigen Bund. "Beschnitten, ja beschnitten soll werden" bedeutet, daß sie allerwegen von sich entfernen sollen die Triebe der Selbst- und Weltliebe. "Der Geborene deines Hauses, und der um dein Silber (Geld) Erkaufte" bedeutet die innerhalb der Kirche von beiderlei Art; "und es soll sein Mein Bund in eurem Fleisch" bedeutet die Verbindung des Herrn mit dem Menschen in dessen Unreinheit, dann auch das Bezeichnende; "zum ewigen Bund" bedeutet die Verbindung. 2051. "Beschnitten, ja beschnitten soll werden", 1. Mose 17/13, daß dies bedeutet, sie sollen allerwegen (omnio) von sich entfernen die Triebe der Selbst- und Weltliebe, nämlich die innerhalb der Kirche Befindlichen, die durch den Hausgeborenen und den um Silber Erkauften bezeichnet werden, erhellt aus der Vorbildung der Beschneidung, sofern sie ist die Reinigung von den Trieben der Selbst- und Weltliebe, wovon Nr. 2039. Hier wird abermals wiederholt, daß sie beschnitten werden sollen, und gesagt "beschnitten, ja beschnitten soll werden", wodurch die Notwendigkeit ausgedrückt wird, das ist, daß sie allerwegen von jenen Trieben gereinigt werden müssen; und weil die innerhalb der Kirche Befindlichen bezeichnet werden, so werden hier die Söhne der Fremde nicht erwähnt, denn durch diese werden, wie Nr. 2048 gezeigt worden ist, diejenigen bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind. Aus der Wiederholung desjenigen, was im vorherigen Vers von den Hausgeborenen und den um Silber Erkauften gesagt worden ist, kann jeder sehen, daß es ein göttliches Geheimnis ist, das aus dem Buchstabensinn nicht erhellt. Das Geheimnis ist, daß die Reinigung von jenen garstigen Trieben höchst notwendig ist innerhalb der Kirche, auch aus dem Grunde, weil die, welche innerhalb der Kirche sind, das Heilige selbst unrein machen können, was die außerhalb der Kirche Befindlichen, oder die Heiden, nicht tun können; daher jene in größerer Gefahr der Verdammnis sind. Außerdem können die innerhalb der Kirche Befindlichen sich Grundsätze des Falschen gegen die Glaubenswahrheiten selbst bilden, und damit erfüllt werden, die außerhalb der Kirche hingegen können dies nicht, weil sie diese nicht kennen. Somit können jene die heiligen Wahrheiten entweihen, diese aber nicht, worüber Nr. 1059, 1327, 1328. 2052. "Der Geborene deines Hauses, und der um dein Silber (Geld) Erkaufte", 1. Mose 17/13, die innerhalb der Kirche Befindlichen, von beiderlei Art bedeutet, nämlich die Himmlischen, die "der Hausgeborene" sind, und die Geistigen, die "der um dein Silber Erkaufte" sind, ist Nr. 2048 gezeigt worden. 2053. "Es soll sein Mein Bund in eurem Fleisch", 1. Mose 17/13, daß dies die Verbindung des Herrn mit dem Menschen in seiner Unreinheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern dieser die Verbindung ist, wovon oben, und aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es ist das Eigene des Menschen, wovon Nr. 2041. Wie unrein das Eigene sei, ist dort auch gesagt und gezeigt worden: Nr. 141, 150, 154, 210, 215, 664, 731, 874, 875, 876, 987, 1047. Daß "Mein Bund in eurem Fleisch" die Verbindung des Herrn mit dem Menschen in einer Unreinheit ist, damit verhält es sich so: beim Menschen gibt es gar keine reine verstandesmäßige Wahrheit, d.h. göttliche Wahrheit, sondern die Wahrheiten des Glaubens, die beim Menschen sich finden, sind Scheinwahrheiten (apparentiae veri), denen sich die Sinnestäuschungen anschließen, und diesen die Falschheiten der Begierden der Selbst- und Weltliebe; solche Wahrheiten sind bei dem Menschen. Wie unrein sie sind, kann daraus erhellen, daß ihnen dergleichen beigefügt ist. Dennoch aber verbindet sich der Herr mit dem Menschen in diesem Unreinen, denn Er beseelt und belebt es mit Unschuld und Liebtätigkeit, und bildet so das Gewissen. Die Wahrheiten des Gewissens sind mancherlei, nämlich gemäß der Religion eines jeden, und der Herr will sie nicht verletzten, weil der Mensch von ihnen erfüllt ist, und eine Heiligkeit darein gesetzt hat, sofern sie nur nicht dem Guten des Glaubens entgegen sind. Der Herr zerdrückt niemanden, sondern Er lenkt, was daraus erhellen kann, daß in jeglicher Glaubensmeinung innerhalb der Kirche solche sind, die mit einem Gewissen beschenkt werden, das jedoch um so besser ist, je näher seine Wahrheiten den echten Wahrheiten des Glaubens kommen. Weil aus Glaubenswahrheiten von solcher Art das Gewissen gebildet wird, so erhellt, daß dasselbe im Verstandesgebiet des Menschen gebildet ist, denn das Verstandesgebiet ist es, das sie aufnimmt, weshalb der Herr dieses Gebiet wunderbar geschieden hat vom Willensgebiet, was ein früher nicht bekanntes Geheimnis ist, über das man nachsehe in Nr. 863, 875, 895, 927, 1023. Daß "der Bund in eurem Fleisch" auch ein sinnbildliches Zeichen (significativum), nämlich der Reinigung ist, erhellt aus demjenigen, was über die Beschneidung Nr. 2039 gezeigt worden ist. 2054. "Zum ewigen Bund", 1. Mose 17/13, daß dies die Verbindung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern sie ist Verbindung, wovon früher. Weil hier von denjenigen gehandelt wird, die innerhalb der Kirche sind, so wird wieder der Bund genannt, und zwar hier der ewige Bund, und dies sowohl darum, weil für sie höchst notwendig ist, daß sie beschnitten oder von den Trieben der Selbst- und Weltliebe gereinigt werden, wie dies Nr. 2051 gezeigt worden ist, als auch, weil mit denen die innerhalb der Kirche sind, die nächste Verbindung des Herrn und Seines Himmels statthat, sofern (diese vermittelt ist) durch das Gute und Wahre des Glaubens. Es besteht zwar auch eine Verbindung mit denen, die außerhalb der Kirche sind, aber eine entferntere, weil sie, wie Nr. 2049 gesagt worden ist, nicht im Guten und Wahren des Glaubens sind. Die Kirche verhält sich im Reich des Herrn wie das Herz und die Lunge im Menschen. Das Inwendigere des Menschen wird mit seinem Äußeren durch Herz und Lunge verbunden, und dadurch leben alle inneren Teile (viscera), die um sie her sind. So verhält es sich auch mit dem Menschengeschlecht: die Verbindung des Herrn und Seines Himmels ist am nächsten mit der Kirche, entfernter aber mit denen, die außerhalb der Kirche sind, welche sind wie die inneren Teile, die mittelst des Herzens und der Lunge leben. Die Himmlischen sind wie das Herz, die Geistigen aber wie die Lunge. Jener und dieser Notwendigkeit wegen wird hier insbesondere gehandelt von denen, die innerhalb der Kirche sind, und wird der "Bund" zweimal wiederholt. 2055. Vers 14: Und das Vorhaut habende Männliche, wofern es nicht beschnitten wird am Fleisch seiner Vorhaut, so soll selbige Seele ausgerottet werden aus ihren Völkern, Meinen Bund hat sie gebrochen. "Und das Vorhaut habende Männliche" bedeutet die, welche nicht im Wahren des Glaubens sind; "wofern es nicht beschnitten wird am Fleisch seiner Vorhaut" bedeutet die, welche in der Selbst- und Weltliebe sind; "so soll selbige Seele ausgerottet werden aus ihren Völkern" bedeutet den ewigen Tod; "Meinen Bund hat sie gebrochen" bedeutet, sie könne nicht verbunden werden. HG 2056 2056. "Und das Vorhaut habende Männliche", 1. Mose 17/14, daß dies bedeutet, wer nicht im Wahren des Glaubens ist, erhellt aus der Bedeutung des Männlichen, sofern es ist das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 2046, daher hier "das Vorhaut habende Männliche" denjenigen bezeichnet, der nicht im Wahren des Glaubens, somit im Falschen ist. Das "mit Vorhaut Behaftete" wird, wie früher gesagt worden, ausgesagt von dem, was hindert und verunreinigt. Wird es dem Männlichen beigefügt, so ist es das, was das Wahre hindert und verunreinigt, ebenso wenn es irgendeiner anderen Sache beigefügt wird, so bedeutet es die Verdunklung und Befleckung derselben Sache, wie das mit Vorhaut behaftete Ohr bei Jerem.6/10: "Über wen soll Ich reden, und zeugen, daß sie es hören, siehe, mit Vorhaut ist behaftet ihr Ohr, und sie können nicht aufmerken; siehe, das Wort Jehovahs ist ihnen geworden zur Schmach, sie wollen es nicht": das mit Vorhaut behaftete Ohr soviel als, daß kein Aufmerken, und das Wort ihnen zur Schmach geworden sei. Es wird in diesem Vers auch von denjenigen innerhalb der Kirche gehandelt, die nicht allein im Falschen, sondern auch im Unreinen der Neigungen der Selbst- und Weltliebe sind, denn es schließt sich im Zusammenhang an das Vorhergehende an, daher gesagt wird "das Vorhaut habende Männliche, das nicht beschnitten wird am Fleisch seiner Vorhaut"; somit ist es das mit dem Unreinen des Lebens verbundene Falsche. In welch großer Gefahr der ewigen Verdammnis sie sind, kann aus dem, was Nr. 2051 gesagt worden ist, erhellen. Hier werden hauptsächlich diejenigen innerhalb der Kirche bezeichnet, die das Gute und Wahre des Glaubens entweihen, von denen es heißt: "selbige Seele soll ausgerottet werden aus ihren Völkern": denn diese können entweihen, nicht aber die, welche außerhalb der Kirche sind, wie Nr. 593, 1008, 1010, 1059 gezeigt worden ist. 2057. "Wofern es nicht beschnitten wird am Fleisch seiner Vorhaut", 1. Mose 17/14, daß dies bedeutet, wer in der Selbstliebe ist, erhellt aus dem, was oben über die Bedeutung des Beschnittenwerdens und der Vorhaut, Nr. 2039, 2049 E, sodann von der Bedeutung des Fleisches: Nr. 2041 gesagt worden ist. Das Fleisch der Vorhaut bedeutet hier die Selbstliebe. Die, welche innerhalb der Kirche im Falschen sind und zugleich in der Selbstliebe, sind es, die hauptsächlich das Heilige entweihen, nicht so die, welche in irgendeiner anderen Liebe sind, denn die Selbstliebe ist unter allen die unreinste, weil sie zerstörend für die Gesellschaft, somit zerstörend für das Menschengeschlecht ist, wie Nr. 2045 gezeigt worden ist. Daß sie auch schnurstracks entgegengesetzt ist der gegenseitigen Liebe, in welcher der Himmel besteht, somit zerstörend für die himmlische Ordnung selbst, kann man ersehen an den bösen Geistern und Genien im anderen Leben, sodann an den Höllen, in denen nichts ist als Selbstliebe, welche die Herrschaft führt, und weil Selbstliebe, auch alle Arten von Haß, Rache und Grausamkeit, da diese aus ihr herkommen. Die gegenseitige Liebe im Himmel besteht darin, daß man den Nächsten mehr liebt als sich selbst; daher der ganze Himmel gleichsam einen Menschen vorstellt, denn es werden durch die gegenseitige Liebe vom Herrn alle in dieser Weise zusammengesellt. Daher kommt, daß die Seligkeiten aller mitgeteilt werden den einzelnen, und die der einzelnen allen. Die himmlische Form selbst ist von daher eine solche, daß ein jeder gleichsam ein gewisser Mittelpunkt ist, somit ein Mittelpunkt der von allen ausgehenden Mitteilungen und damit gegebenen Seligkeiten, und zwar dies nach allen Unterschieden jener Liebe, die unzählig sind; und weil die, welche in jener Liebe sind, die höchste Seligkeit darin empfinden, daß sie das, was zu ihnen einfließt, anderen mitteilen können, und zwar von Herzen, so wird die Mitteilung eine fortwährende und ewige, und durch sie nimmt die Seligkeit der einzelnen in dem Grade zu, als das Reich des Herrn (zunimmt). Die Engel denken nicht daran, weil sie in Gesellschaften und nach Wohnstätten abgeteilt sind, der Herr aber ordnet so alles und jedes. Von dieser Art ist das Reich des Herrn in den Himmeln. Aber diese Form, und diese Ordnung wird von nichts anderem zu zerstören versucht, als von der Selbstliebe, somit von allen denen im anderen Leben, die in der Liebe zu sich sind, von denen in der tieferen Hölle mehr als von anderen; denn die Liebe zu sich teilt anderen nichts mit, sondern löscht die Annehmlichkeiten und Wonnen anderer aus und erstickt sie. Alles Angenehme, das von anderen in sie einfließt, nehmen sie in sich auf, konzentrieren es in sich, verwandeln es in das Unreine ihres Ichs, und machen, daß es sich nicht weiter verbreitet. So zerstören sie alles Einmütige und Verträgliche (consociabile), daher denn Uneinigkeit und folglich Zerstörung. Und weil jeder unter ihnen von anderen bedient, verehrt und angebetet werden will, und keinen liebt als sich selbst, so entsteht daraus Zwiespalt, der sich in jammervolle Zustände endigt und verläuft, so daß sie keine größere Lust empfinden, als andere aus Haß, Rachgier und Grausamkeit in gräßlicher Weise und mit greulichen Schreckbildern zu peinigen. Wenn solche zu einer Gesellschaft kommen, in der gegenseitige Liebe waltet, so werden sie, weil alles einfließende Angenehme in ihnen eingeengt bleibt, wie unreine und tote Massen in der reinen und lebendigen Himmelsluft (aura) von selbst hinabgeworfen, und weil sie eine unreine Vorstellung von sich ausdünsten, so verwandelt sich ihr Angenehmes in Aasgestank, infolgedessen sie die Hölle ihres Ichs fühlen, nebst dem, daß sie von schrecklicher Angst ergriffen werden. Hieraus kann erhellen, wie die Liebe zu sich beschaffen ist, daß sie nämlich nicht bloß zerstörend für das Menschengeschlecht, wie Nr. 2045 gezeigt worden, sondern auch zerstörend für die himmlische Ordnung, und somit in ihr nichts als Unreines, Schmutziges, Unheiliges, ja die Hölle selbst ist; wie wenig sie auch denen, die darin sind, so erscheinen mag. Diejenigen sind in der Selbstliebe, die andere im Vergleich mit sich verachten, und diejenigen, die ihnen nicht günstig sind, (ihnen nicht) dienen und keine gewisse Verehrung erzeigen, hassen, und eine grausame Lust darin finden, sich zu rächen, und andere um Ehre, guten Ruf, Vermögen, und ums Leben zu bringen. Die, welche in jener sind, sind auch in diesem, und die, welche in diesem sind, sollen wissen, daß sie auch in jener sind. 2058. "So soll selbige Seele ausgerottet werden aus ihren Völkern", 1. Mose 17/14, daß dies den ewigen Tod bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Seele, sofern sie ist Leben, wovon Nr. 1000, 1040, 1742; und aus der Bedeutung der Völker, sofern sie sind die Wahrheiten, wovon Nr. 1259, 1260, so daß die Völker sind die in den Wahrheiten Lebenden, d.h. die Engel, und aus diesen ausgerottet werden heißt, verdammt werden und des ewigen Todes sterben. 2059. "Meinen Bund hat sie gebrochen", 1. Mose 17/14, daß dies bedeutet, sie könne nicht verbunden werden, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist die Verbindung, wovon früher. Den Bund brechen heißt also, sich abtrennen, so daß man nicht verbunden werden kann. 2060. Vers 15: Und Gott sprach zu Abraham: Sarai, dein Weib, sollst du nicht nennen mit ihrem Namen Sarai, weil Sarah ihr Name ist. "Und Gott sprach zu Abraham" bedeutet ein Innewerden; "Sarai, dein Weib" bedeutet hier, wie früher, das mit dem Guten verbundene Wahre; "sollst du sie nicht nennen mit ihrem Namen Sarai" bedeutet, es werde das Menschliche ausziehen; "weil Sarah ihr Name ist" bedeutet, es werde das Göttliche anziehen. 2061. "Gott sprach zu Abraham", 1. Mose 17/15, daß dies ein Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens Gottes, im historischen Sinn, sofern es im inneren Sinn ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919. Weil nun hier von einer anderen Sache gehandelt wird, nämlich von derjenigen, die durch Sarai und Sarah, sodann (von der), die durch die Verheißung eines Sohnes von der Sarah, und dadurch bezeichnet wird, daß Jischmael zu einem großen Volk werden soll, so wird angefangen mit einem neuen Innewerden des Herrn, das ausgedrückt wird durch "Gott sprach zu Abraham", wie hin und wieder in anderen Stellen. 2062. "Sarai, dein Weib", 1. Mose 17/15, daß dies das mit dem Guten verbundene Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Sarai, sofern sie ist das verstandesmäßige Wahre, und weil hier beigefügt wird "Weib", ist es jenes mit dem Guten verbundene Wahre. Daß "Sarai" und "Sarai als Weib" das mit dem Guten verbundene Wahre bedeutet, ist Nr. 1468, 1901 und anderwärts hin und wieder gezeigt worden. 2063. "Sollst du nicht nennen mit ihrem Namen Sarai, weil Sarah ihr Name ist", 1. Mose 17/15, daß dies bedeutet, Er werde das Menschliche ausziehen, und das Göttliche anziehen, erhellt aus dem, was 1. Mose 17/5 über Abraham gesagt worden ist, wo es heißt: "Man soll nicht mehr deinen Namen nennen Abram, sondern es soll dein Name sein Abraham", wodurch ebenfalls bezeichnet worden ist, daß Er das Menschliche ausziehen und das Göttliche anziehen werde, wovon Nr. 2009, denn der Buchstabe "H", der dem Namen Sarah beigefügt wurde, ist von dem Namen Jehovahs genommen, zu dem Ende, daß Sarah, wie Abraham, das Göttliche des Herrn vorbilden möchte, nämlich die göttliche Vermählung des Guten mit dem Wahren im Herrn: Abraham das göttlich Gute, und Sarah das göttlich Wahre aus dem das göttlich Vernunftmäßige (Divinum Rationale), das Jischak ist, geboren werden sollte. Das göttlich Gute, das die Liebe ist, und in Beziehung auf das ganze Menschengeschlecht die Barmherzigkeit ist, war das Innere des Herrn, das ist Jehovah, Der das Gute selbst ist, dieses wird vorgebildet durch Abraham. Das Wahre, das mit dem göttlich Guten verbunden werden sollte, ist vorgebildet worden durch Sarai, und nachdem dieses auch göttlich geworden, wird es vorgebildet durch Sarah, denn der Herr ist zur Vereinigung mit Jehovah allmählich fortgeschritten, wie oben hin und wieder gesagt worden ist. Das noch nicht göttliche Wahre, das durch Sarai vorgebildet wurde, war (da), als es noch nicht so mit dem Guten vereinigt war, so daß aus dem Guten das Wahre (hervorgegangen wäre); nachdem es aber mit dem Guten so vereinigt war, daß es aus dem Guten hervorging, da war es göttlich, und das Wahre selbst war dann auch Gutes, weil das Wahre des Guten. Ein anderes ist das Wahre, das zum Guten hinstrebt, um mit dem Guten vereinigt zu werden, und ein anderes das, welches mit dem Guten so vereinigt ist, daß es ganz aus dem Guten hervorgeht. Das Wahre, das zum Guten hinstrebt, hat noch etwas vom Menschlichen an sich, dasjenige aber, das mit dem Guten ganz vereinigt ist, zieht alles, was menschlich ist, aus, und zieht das Göttliche an. Dies kann, wie früher durch etwas Ähnliches beim Menschen beleuchtet werden: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, d.h., wenn er mit dem Herrn verbunden werden soll, schreitet er zur Verbindung durch das Wahre, d.h. durch die Wahrheiten des Glaubens vor; denn niemand kann anders wiedergeboren werden, als durch die Erkenntnisse des Glaubens, welche die Wahrheiten sind, durch die er zur Verbindung fortschreitet. Diesen kommt der Herr entgegen durch das Gute, d.h. durch die Liebtätigkeit, und gestaltet sie nach den Erkenntnissen des Glaubens, d.h. nach dessen Wahrheiten; denn alle Wahrheiten sind aufnehmende Gefäße des Guten, je echter daher die Wahrheiten sind, und je mehr sie vervielfältigt werden, desto mehr wird dem Guten Gelegenheit gegeben, dieselben, als Gefäße anzunehmen, und sie in Ordnung zu bringen, und zuletzt sich zu offenbaren, bis sie am Ende nicht als Wahrheiten erscheinen, außer soweit durch sie das Gute hindurchleuchtet. So wird das Wahre himmlisch geistig (coeleste spirituale); weil nur im Guten, das allein Sache der Liebtätigkeit ist, der Herr gegenwärtig ist, wird der Mensch so mit dem Herrn verbunden; und durch das Gute, d.h. durch die Liebtätigkeit, mit einem Gewissen beschenkt, aus dem er hernach das Wahre denkt und das Rechte tut, dieses jedoch gemäß den Wahrheiten und Rechtsbegriffen, nach denen das Gute oder die Liebtätigkeit sich gestaltet. 2064. Vers 16: Und Ich will sie segnen, und auch von ihr dir einen Sohn geben, und will sie segnen, und sie wird werden zu Völkerschaften, Könige von Völkern werden aus ihr kommen. "Und Ich will sie segnen" bedeutet die Vervielfältigung des Wahren; "und auch von ihr dir einen Sohn geben" bedeutet das Vernunftmäßige; "und will sie segnen" bedeutet dessen Vervielfältigung; "und sie wird werden zu Völkerschaften" bedeutet Gutes aus demselben; "Könige von Völkern werden aus ihr kommen, bedeutet Wahrheiten aus dem verbundenen Wahren und Guten, welche die Könige der Völker sind. 2065. "Und Ich will sie segnen", 1. Mose 17/16, daß dies die Vervielfältigung des Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Gesegnetwerden, sofern es ist bereichert werden mit allem Guten und Wahren, wovon Nr. 981, 1096, 1420, 1422. Weil hier in Beziehung auf Sarah gesagt wird, daß Gott sie segnen werde, so wird die Bereicherung oder Vervielfältigung des Wahren bezeichnet, denn durch Sarah wird, wie schon früher gezeigt worden, vorgebildet und bezeichnet das Wahre des Guten, welches das verstandesmäßige Wahre ist, von dem Wahren und dessen Vervielfältigung hier gehandelt wird. Was das verstandesmäßige Wahre sei, sehe man Nr. 1904. 2066. "Und auch von ihr dir einen Sohn geben", 1. Mose 17/16, daß dies das Vernunftmäßige bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147; und weil alles Vernunftmäßige mit dem Wahren beginnt (a vero inchoat), so wird hier durch den Sohn das Vernunftmäßige bezeichnet. Das erste Vernunftmäßige des Herrn wurde vorgebildet und bezeichnet durch Jischmael, der von Hagar, der Magd, geboren wurde, wovon im vorigen 16. Kapitel. Das andere Vernunftmäßige, von dem hier die Rede ist, wird vorgebildet und bezeichnet durch Jischak, der von Sarah geboren werden sollte. Jenes, nämlich das durch Jischmael vorgebildete, war das Vernunftmäßige, das nachher aus dem Hause vertrieben wurde; dieses Vernunftmäßige aber, das durch Jischak vorgebildet wird, ist das, welches im Hause blieb, weil es göttlich (war). Allein von diesem Vernunftmäßigen soll im folgenden Kapitel, wo von Jischak die Rede ist, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gesprochen werden. 2067. "Und Ich will sie segnen", 1. Mose 17/16, daß dies die Vervielfältigung desselben bedeutet, nämlich des unter dem Sohne verstandenen Vernunftmäßigen, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist mit allem Guten und Wahren bereichert werden, wovon gleich oben. 2068. "Und sie wird werden zu Völkerschaften", 1. Mose 17/16, daß dies bedeutet Gutes aus demselben, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften, sofern sie sind Gutes, wovon Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. 2069. "Könige von Völkern werden aus ihr kommen", 1. Mose 17/16, daß dies die Wahrheiten aus dem verbundenen Wahren und Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Könige, sofern sie im allgemeinen sind alle Wahrheiten, wovon Nr. 2015; und aus der Bedeutung der Völker, sofern sie ebenfalls Wahres sind, im allgemeinen alles Geistige, denn die Könige werden ausgesagt von Völkern, nicht so von Völkerschaften, außer wenn die Völkerschaften Böses bedeuten, wovon Nr. 1259, 1260. Im prophetischen Wort werden öfter Könige und Völker genannt, unter denselben aber keineswegs Könige und Völker verstanden, denn im eigentlichsten Wort, das der innere Sinn ist, wird gar nicht gehandelt von Königen und Völkern, sondern von himmlischen und geistigen Dingen, die zum Reich des Herrn gehören, somit vom Guten und Wahren. Der Buchstabensinn führt, wie die menschlichen Wörter, nur die Gegenstände vor, um den daraus sich ergebenden Sinn zu verstehen. Da nun hier von Sarah die Rede ist, daß aus ihr Könige von Völkern sein werden, und durch Sarah das göttlich Wahre, das der Herr hatte, bezeichnet wird, so ist offenbar, daß durch Könige der Völker bezeichnet wurden die Wahrheiten aus dem verbundenen Wahren und Guten, und diese sind alle Wahrheiten der inneren Kirche, oder die tieferen des Glaubens. Diese Wahrheiten werden, weil sie vom Herrn stammen, hie und da im Worte Könige, dann auch Söhne des Königs genannt, wie Nr. 2015 gezeigt worden ist. Jeder kann sehen, daß in den Worten: "Könige von Völkern werden aus ihr sein", etwas innerlich Göttliches verborgen liegt; denn in diesem Vers wird von Jischak gehandelt, und von ihm gesagt: "Ich will ihn segnen, und er wird werden zu Völkerschaften", von Sarah aber, daß "Könige von Völkern aus ihr kommen werden"; sodann, daß auch von Abraham oben in 1. Mose 17/6 beinahe das gleiche gesagt worden ist, daß Könige von ihm ausgehen werden, nicht aber wie von Sarah, Könige von Völkern: das Geheimnis, das darin liegt, ist zu tief verborgen, als daß es mit wenigem entwickelt und beschrieben werden könnte. Aus der Vorbildung und Bezeichnung Abrahams, als des göttlich Guten, und aus der Vorbildung und Bezeichnung der Sarah, als des göttlich Wahren, wird es einigermaßen klar, daß nämlich aus dem unter Abraham verstandenen göttlich Guten des Herrn alles himmlisch Wahre, und aus dem unter Sarah verstandenen göttlich Wahren des Herrn alles geistig Wahre hervorgehen und sein werde. Das himmlisch Wahre ist dasjenige, das bei den himmlischen Engeln, und das geistig Wahre dasjenige, das bei den geistigen Engeln sich befindet; oder was dasselbe ist, das himmlisch Wahre war dasjenige, das bei den Menschen der Ältesten Kirche sich befand, die vor der Sündflut und eine himmlische Kirche war; das geistig Wahre dasjenige, das bei den Menschen der Alten Kirche sich befand, die nach der Sündflut und eine geistige Kirche war; denn die Engel, wie auch die Menschen der Kirche, werden unterschieden in Himmlische und Geistige, jene sind von diesen unterschieden durch die Liebe zum Herrn, diese sind von jenen unterschieden durch die Liebe gegen den Nächsten. Von dem himmlisch Wahren aber, und von dem geistig Wahren kann nicht mehreres gesagt werden, bevor man weiß, welcher Unterschied ist zwischen dem Himmlischen und Geistigen, oder was dasselbe ist, zwischen der himmlischen und der geistigen Kirche, worüber man nachsehe Nr. 202, 337, 1577; sodann wie die Älteste Kirche beschaffen, und wie die Alte war: Nr. 597, 607, 640, 765, 1114-1125 und öfter in anderen Stellen. Und daß Liebe zum Herrn haben himmlisch sei, und Liebe gegen den Nächsten haben, geistig: Nr. 2023. Das Geheimnis wird nun hieraus offenbar, daß nämlich durch die Könige, die von Abraham ausgehen werden, wovon 1. Mose 17/6, bezeichnet werden himmlische Wahrheiten, die vom göttlich Guten des Herrn einfließen, und daß durch die Könige von Völkern, die aus Sarah sein werden, wovon in diesem Vers, bezeichnet werden die geistigen Wahrheiten, die vom göttlich Wahren des Herrn einfließen. Denn das göttlich Gute des Herrn kann nur beim himmlischen Menschen einfließen, weil es in dessen Willensgebiet einfließt, wie bei der Ältesten Kirche. Das göttlich Wahre des Herrn aber fließt beim geistigen Menschen ein, weil allein in dessen Verstandesgebiet, das in ihm von seinem Willensgebiet getrennt ist: Nr. 2053 E; oder, was dasselbe ist, das himmlisch Gute fließt beim himmlischen Menschen ein, das geistig Gute beim geistigen Menschen; daher der Herr den himmlischen Engeln als Sonne erscheint, den geistigen aber als Mond: Nr. 1529, 1530. 2070. Vers 17: Und Abraham fiel auf sein Angesicht, und lachte, und sprach in seinem Herzen: Wird dem Sohn von hundert Jahren geboren werden; und wird wohl Sarah, als Tochter von neunzig Jahren, gebären? "Und Abraham fiel auf sein Angesicht" bedeutet die Anbetung; "und lachte" bedeutet die Neigung zum Wahren; "und sprach in seinem Herzen" bedeutet, er habe so gedacht; "wird dem Sohn von hundert Jahren geboren werden" bedeutet, daß alsdann das Vernunftmäßige des menschlichen Wesens des Herrn mit dem göttlichen (Wesen) vereinigt werden würde; "und wird wohl Sarah, als Tochter von neunzig Jahren gebären" bedeutet, daß das mit dem Guten verbundene Wahre dies tun werde. 2071. "Und Abraham fiel auf sein Angesicht", 1. Mose 17/17, daß dies die Anbetung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des aufs Angesicht Fallens, sofern es ist anbeten, wovon Nr. 1999. 2072. "Und lachte", 1. Moses 17/17, daß dies die Neigung zum Wahren bedeutet, kann aus dem Ursprung und Wesen des Lachens erhellen. Sein Ursprung ist kein anderer, als die Neigung zum Wahren oder die Neigung zum Falschen, daher die Heiterkeit und Fröhlichkeit, die sich im Angesicht durch Lachen äußert. Hieraus ist klar, daß das Wesen des Lachens nichts anderes ist. Das Lachen ist zwar etwas Äußeres, das dem Leib, weil dem Angesicht angehört, im Wort wird aber Innerliches durch Äußerliches ausgedrückt und bezeichnet: wie alle inwendigen Regungen der Seele und des Gemütes durch das Angesicht, das inwendige Hören und der Gehorsam durch das Ohr, das inwendige Sehen oder der Verstand durch das Auge, die Kraft und Stärke durch Hand und Arm, und so weiter, mithin die Neigung zum Wahren durch Lachen. Im Vernunftmäßigen des Menschen ist das Wahre, und zwar als die Hauptsache; in ihm ist auch die Neigung zum Guten, allein diese ist ebenfalls in der Neigung zum Wahren, als deren Seele. Die Neigung zum Guten, die im Vernunftmäßigen ist, äußert sich nicht durch Lachen, sondern durch eine gewisse Freude, und daher durch die Lust des Vergnügens, die nicht lacht; denn im Lachen ist gemeiniglich auch etwas, das nicht so gut ist. Daß im Vernunftmäßigen des Menschen das Wahre die Hauptsache ist, hat seinen Grund darin, daß das Vernunftmäßige durch Erkenntnisse des Wahren gebildet wird, denn wenn nicht durch sie, kann nie jemand vernünftig werden. Die Erkenntnisse des Guten sind ebensowohl Wahrheiten, als die Erkenntnisse des Wahren. Daß das Lachen hier die Neigung zum Wahren bedeutet, kann daraus erhellen, daß hier erwähnt wird, Abraham habe gelacht, und ebenso Sarah, sowohl ehe Jischak geboren, und auch nachdem er geboren war, sodann daß Jischak vom Lachen den Namen bekam, denn Jischak bedeutet das Lachen. Daß Abraham, als er von Jischak hörte, gelacht habe, erhellt aus diesem Vers; denn es wird gesagt, Abraham habe, als er von einem Sohn aus der Sarah hörte, gelacht, so auch Sarah, ehe Jischak geboren wurde, als die von Jehovah hörte, daß sie gebären werde; wovon es heißt: "Als Sarah es hörte an der Türe des Zeltes, da lachte Sarah bei sich selbst, und sprach: Werde ich, nachdem ich alt geworden bin, Wollust haben, und auch mein Herr alt ist; und Jehovah sprach zu Abraham: Warum hat Sarah darüber gelacht, und gesagt: Werde ich auch wirklich gebären, nachdem ich alt geworden bin. Sarah leugnete, und sprach: Ich habe nicht gelacht, denn sie fürchtete sich; und Er sprach: Nein, du hast gelacht", 1. Mose 18/10,12,13,15. Nachher auch als Jischak geboren war: "Abraham nannte den Namen seines Sohnes Jischak (Lachen); Sarah sprach: Ein Lachen hat mir Gott bereitet; jeder, der es hört, wird meiner lachen", 1. Mose 21/3,6. Wofern nicht das Lachen, und der Name Jischak, wodurch das Lachen bezeichnet wird, jenes in sich schlösse, würden diese Dinge gar nicht erwähnt worden sein. 2073. "Und sprach in seinem Herzen", 1. Mose 17/17, daß dies bedeutet, er habe so gedacht, ist ohne Auslegung klar. 2074. "Wird dem Sohn von hundert Jahren geboren werden", 1. Mose 17/17, daß dies bedeutet, daß alsdann das Vernunftmäßige des menschlichen Wesens des Herrn vereinigt werden sollte mit dem Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung von hundert, wovon Nr. 1988, was man nachsehe. 2075. "Und wird wohl Sarah, als Tochter von neunzig Jahren, gebären?", 1. Mose 17/17, daß dies bedeutet, das mit dem Guten verbundene Wahre werde dies tun, erhellt aus der Vorbildung und Bedeutung der Sarah, sofern sie ist das mit dem Guten verbundene Wahre, oder das göttlich Wahre; und aus der Bedeutung der Zahl neunzig, oder, was dasselbe ist, von neun. Jeder muß sich notwendig wundern, daß die Zahl von hundert Jahren, die Abraham hatte, bedeuten soll: das Vernunftmäßige des menschlichen Wesens des Herrn werde vereinigt werden mit dem Göttlichen, und daß die Zahl von neunzig Jahren, die Sarah hatte, bedeuten soll: das mit dem Guten verbundene Wahre werde dies tun. Allein da nichts, das nicht Himmlisches und Göttliches wäre, im Worte des Herrn ist, so ist dies auch selbst bei den Zahlen der Fall, die darin vorkommen. Daß jedwede Zahlen im Wort Sachen bedeuten, und ebenso auch jedwede Namen, ist Nr. 482, 487, 488, 493, 575, 647, 648, 755, 813, 893 1988 gezeigt worden. Daß nun die Zahl Neun die Verbindung bedeutet, und mehr noch die Zahl Neunzig, die zusammengesetzt ist aus neun multipliziert mit zehn (denn zehn bedeuten die Überreste, durch welche die Verbindung entsteht, wie dies aus demjenigen hervorgeht, was Nr. 1988 am Ende gesagt worden ist), kann auch erhellen aus folgendem Vorbildenden und Bezeichnenden: Es wurde geboten, daß am zehnten Tag des siebenten Monats der Tag der Sühnungen sein sollte, und daß dies sein sollte der Sabbath des Sabbaths; und man am neunten des siebenten Monats am Abend vom Abend bis zum Abend den Sabbath feiern sollte: 3. Mose 23/27,32: im inneren Sinn bedeutet dieses die Verbindung durch die Überreste, nämlich neun die Verbindung, und zehn die Überreste. Daß ein göttliches Geheimnis in diesen Zahlen verborgen liege, stellt sich deutlich heraus an den Monaten und Tagen des Jahres, die heilig zu halten waren; wie von jedem siebente Tag: daß der Sabbath, vom siebenten Monat: wie hier, daß dann der Sabbath des Sabbaths, ebenso vom siebente Jahr, sodann vom siebenmal sieben: daß dann das Jubiläum beginnen sollte. So verhält es sich in gleicher Weise mit den übrigen Zahlen im Wort, wie z.B. mit drei, die beinahe das gleiche bedeutet wie sieben; und mit zwölf, die alle Dinge des Glaubens bedeutet, und mit der Zahl Zehn, die dasselbe bedeutet, was die Zehnten, nämlich die Überreste: Nr. 576, usf. So hier im 3. Buch Mose: würden nicht die Zahl Zehn, und die Zahl Neun Geheimnisse in sich schließen, so wäre keineswegs geboten worden, daß dieser Sabbath des Sabbaths am zehnten Tag des siebenten Monats sein, und man ihn am neunten des Monats feiern sollte. Diese Beschaffenheit hat das Wort des Herrn im inneren Sinn, obwohl im historischen Sinn so etwas nicht hervortritt. Ebenso verhält es sich mit dem, was von Jerusalem erwähnt wird, daß es von Nebukadnezar im neunten Jahr des Zedekia belagert, und daß es durchbrochen wurde im elften Jahr, am neunten des Monats, wovon es im 2.Kön.25/1,3,4 also heißt: "Es geschah im neunten Jahr, seitdem Zedekia regierte, im zehnten Monat, am zehnten des Monats, kam Nebukadnezar, der König von Babel, wider Jerusalem, und die Stadt kam in Belagerung bis zum elften Jahr des Königs Zedekia, am neunten des Monats, und der Hunger nahm überhand in der Stadt, und war kein Brot da für das Volk des Landes, und die Stadt ward durchbrochen": durch das neunten Jahr, den zehnten Monat und durch das elfte Jahr und den neunte des Monats, da Hunger in der Stadt und kein Brot da war, für das Volk des Landes, wird im inneren Sinn bezeichnet, daß keine Verbindung mehr war durch die (Kräfte) des Glaubens und der Liebtätigkeit. Hunger in der Stadt, und kein Brot für das Volk des Landes, bedeutet, daß nichts von Glauben und nichts von Liebtätigkeit mehr übrig war. Dies ist der innere Sinn dieser Worte, der gar nicht im Buchstaben erscheint; und dergleichen leuchtet noch weniger aus den historischen Teilen des Wortes, als aus den prophetischen hervor, weil das Historische den Geist so sehr fesselt, daß man glaubt, daß noch etwas Höheres darin verborgen liege, während doch alles vorbildend ist, und die Worte selbst allenthalben bezeichnend sind. Dies ist unglaublich, dennoch aber ganz wahr, man sehe Nr. 1769-1772. 2076. Vers 18: Und Abraham sprach zu Gott: Möchte doch Jischmael leben dürfen vor Dir. "Und Abraham sprach zu Gott" bedeutet ein Innewerden des Herrn aus der Liebe; "möchte doch Jischmael leben dürfen vor Dir" bedeutet die anderen, die aus dem Wahren vernünftig sind, daß sie doch nicht verlorengehen möchten. 2077. "Und Abraham sprach zu Gott", 1. Mose 17/18, daß dies ein Innewerden des Herrn aus der Liebe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens zu Gott, sofern es ist innewerden, wovon früher öfter. Daß Abraham hier den Herrn in solchem Zustand und in solchem Alter bezeichnet, ist Nr. 1989 gesagt worden. Daß der Herr dies aus der Liebe heraus sprach, ist klar, denn schon aus den Worten selbst leuchtet das Gefühl der Liebe hervor, wenn gesagt wird: "möchte doch Jischmael leben vor Dir". Die Gefühlsregung oder Liebe des Herrn war eine göttliche, nämlich gegen das ganze Menschengeschlecht, das Er durch die Vereinigung Seines menschlichen Wesens mit dem göttlichen (Wesen) ganz an Sich anschließen, und ewig selig machen wollte, von welcher Liebe man nachsehe Nr. 1735; und daß der Herr aus dieser Liebe fortwährend gegen die Höllen kämpfte: Nr. 1690, 1789, 1812; und daß Er bei der Vereinigung Seines Menschlichen mit dem Göttlichen Sein Absehen auf nichts als auf die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschengeschlecht hatte: Nr. 2034. Die Liebe, wie sie der Herr hatte, übersteigt allen menschlichen Verstand, und ist besonders denen unglaublich, die nicht wissen, was die himmlische Liebe ist, in der die Engel sind: um eine Seele aus der Hölle zu retten, achten jene Engel den Tod für nichts, ja, wenn sie könnten, würden sie für dieselbe in die Hölle gehen; daher ist es ihre innigste Freude, einen von den Toten Auferstehenden in den Himmel zu versetzen. Sie bekennen aber, daß diese Liebe nicht im Geringsten aus ihnen stamme, sondern deren alles und jedes aus dem Herrn allein, ja sie werden unwillig, wenn jemand anders denkt. 2078. "Möchte doch Jischmael leben dürfen vor Dir", 1. Mose 17/18, daß dies die anderen bedeutet, die aus dem Wahren vernünftig sind, daß sie doch nicht verlorengehen möchten, erhellt aus der Vorbildung und daher Bezeichnung Jischmaels, sofern er ist das Vernunftmäßige, wovon 1. Mose Kapitel 16, wo von Jischmael gehandelt wurde. Es gibt zwei Gattungen von Menschen innerhalb der Kirche, nämlich Geistige und Himmlische. Jene, nämlich die Geistigen, werden vernünftig aus dem Wahren, diese aber, oder die Himmlischen, aus dem Guten. Was für ein Unterschied ist zwischen den Geistigen und den Himmlischen, sehe man Nr. 2069 und mehrmals im ersten Teil. Jene, nämlich die Geistigen, die durch das Wahre vernünftig werden, werden hier unter Jischmael verstanden, denn das vernunftmäßige Wahre ist Jischmael in seinem echten Sinn, wie Nr. 1893, 1949, 1950, 1951 gezeigt wurde. Dieses vernunftmäßige Wahre, wenn es vom Guten angenommen und ersehnt wird, wie hier vom Herrn, Der unter Abraham verstanden wird, bedeutet das Geistige, somit den geistigen Menschen, oder, was dasselbe ist, die geistige Kirche, nach deren Seligmachung der Herr aus göttlicher Liebe, (von welcher gleich oben Nr. 2077) Sich sehnte; was ausgedrückt wird durch die Worte: "möchte doch Jischmael leben vor Dir". 2079. Vers 19: Und Gott sprach: Wahrlich, Sarah, dein Weib gebiert dir einen Sohn, und du sollst seinen Namen nennen Jischak, und Ich will Meinen Bund mit ihm aufrichten zu einem ewigen Bund, seinem Samen nach ihm. "Und Gott sprach" bedeutet innegewordene Antwort; "Wahrlich, Sarah, dein Weib" bedeutet das mit dem Guten verbundene göttlich Wahre; "gebiert dir einen Sohn" bedeutet aus demselben das Vernunftmäßige; "und du sollst seinen Namen nennen Jischak" bedeutet das vernunftmäßige Göttliche; "und Ich will Meinen Bund mit ihm aufrichten" bedeutet die Vereinigung; "zu einem ewigen Bund" bedeutet die ewige Vereinigung; "seinem Samen nach ihm" bedeutet die, welche Glauben an den Herrn haben würden. 2080. "Und Gott sprach", 1. Mose 17/19, daß dies die innegewordene Antwort bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens, sofern es ist innewerden (percipere), wovon Nr. 2077; und weil im vorigen Vers Abraham sprach, wodurch das Innewerden bezeichnet wurde, und hier, Gott sprach oder antwortete, so folgt, daß es die innegewordene Antwort oder die Antwort des Innewerdens bedeutet. In jedwedem Innewerden ist sowohl ein Vorlegen, als eine Antwort. Das Innewerden von beidem wird hier im historischen Sinn dadurch ausgedrückt, daß Abraham zu Gott sprach, und daß Gott sprach; daß das Sprechen Gottes ist innewerden, sehe man Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919 und oben in diesem Kapitel hin und wieder. 2081. "Wahrlich, Sarah, dein Weib", 1. Mose 17/19, daß dies das mit dem Guten verbundene göttlich Wahre bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und daher Bezeichnung von Sarah, sofern sie ist das mit dem Guten verbundene göttlich Wahre, wovon Nr. 2063. 2082. "Gebiert dir einen Sohn", 1. Mose 17/19, daß dies bedeutet, aus demselben das Vernunftmäßige, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, hier das vernunftmäßig Wahre, wovon Nr. 2066. 2083. "Und du sollst seinen Namen nennen Jischak", 1. Mose 17/19, daß dies bedeutet das vernunftmäßig Göttliche, erhellt aus der Vorbildung Jischaks, sodann aus der Bedeutung seines Namens im inneren Sinn. Aus der Vorbildung Jischaks: Abraham bildet, wie früher hin und wieder gesagt worden, den inneren Menschen des Herrn vor; Jischak aber den vernunftmäßigen, und Jakob den natürlichen. Der innere Mensch des Herrn war Jehovah selbst; der vernunftmäßige, weil empfangen aus dem Einfluß des inneren Menschen in den Wissenstrieb des Äußeren (Nr. 1896, 1902, 1910), war aus dem so mit dem Menschlichen verbundenen Göttlichen. Das erste, durch Jischmael vorgebildete Vernunftmäßige war daher menschlich, wurde aber vom Herrn göttlich gemacht, und so wird es vorgebildet durch Jischak: aus der Bedeutung des Namens: Jischak war benannt worden vom Lachen, und weil das Lachen im inneren Sinn die Neigung zum Wahren, die dem Vernunftmäßigen angehört, bedeutet, wie Nr. 2072 gezeigt worden, somit hier das vernunftmäßige Göttliche. Der Herr hat durch eigene Kraft alles, was menschlich bei Ihm war, zum Göttlichen gemacht; somit nicht allein das Vernunftmäßige, sondern auch das inwendigere und das auswendigere Sinnliche, somit den Leib selbst. So hat Er das Menschliche mit dem Göttlichen vereinigt. Daß nicht allein das Vernunftmäßige, sondern auch das Sinnliche, somit der ganze Leib, ebenfalls göttlich und Jehovah geworden ist, wurde früher gezeigt; und es kann auch jedem daraus klar werden, daß Er nur dem Körper nach von den Toten auferstanden ist, und zur Rechten der göttlichen Macht sitzt, sowohl in betreff alles Göttlichen, als auch in betreff alles Menschlichen. Zur Rechten der göttlichen Macht sitzen, bedeutet alle Gewalt haben in den Himmeln und auf Erden. 2084. "Und Ich will Meinen Bund mit ihm aufrichten zu einem ewigen Bund", 2. Mose 17/19, daß dies die Vereinigung bedeutet, und zwar die ewige Vereinigung, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist Verbindung, und wenn er vom Herrn ausgesagt wird: die Vereinigung Seines göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Daß der Bund dies bezeichnet, ist Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864 und hin und wieder in diesem Kapitel gezeigt worden. 2085. "Seinem Samen nach ihm", 1. Mose 17/19, daß dies diejenigen bedeutet, die Glauben an den Herrn haben würden, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube, wovon Nr. 1025, 1447, 1610, 2034. Durch den Samen werden hier diejenigen bezeichnet, die den Glauben der Liebe, d.h. die Liebe zum Herrn haben, folglich die Himmlischen, oder die, welche von der himmlischen Kirche sind, denn es wird vom Samen aus Jischak gehandelt. Diejenigen aber, die den Glauben der Liebtätigkeit, d.h. Liebtätigkeit gegen den Nächsten haben, mithin die Geistigen, oder die, welche von der geistigen Kirche sind, werden bezeichnet durch Jischmael, von dem im nun folgenden Vers (die Rede ist). Welcher Unterschied zwischen den Himmlischen und den Geistigen sei, sehe man Nr. 2069, 2078; sodann welcher Unterschied zwischen Liebe zum Herrn haben und Liebtätigkeit gegen den Nächsten haben: Nr. 2023. 2086. Vers 20: Und wegen Jischmaels habe Ich dich erhört, siehe, Ich will ihn segnen, und ihn fruchtbar werden und ihn sehr, sehr sich mehren lassen. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und Ich will ihn zur großen Völkerschaft machen. "Und wegen Jischmaels habe Ich dich erhört" bedeutet, die aus dem Wahren Vernünftigen, daß sie selig gemacht werden sollen; "siehe, Ich will ihn segnen" bedeutet, daß sie ausgerüstet und beschenkt werden sollen; "Ich will ihn fruchtbar werden lassen" bedeutet an Gutem des Glaubens; "und will ihn sich mehren lassen" bedeutet an den Wahrheiten daraus; "sehr, sehr" bedeutet ins Unermeßliche; "zwölf Fürsten wird er zeugen" bedeutet die vornehmsten Gebote des Glaubens, welcher der der Liebtätigkeit ist; "und Ich will ihn zur großen Völkerschaft machen" bedeutet den Genuß des Guten und das Wachstum. 2087. "Und wegen Jischmaels habe Ich dich erhört", 1. Mose 17/20, daß dies die aus dem Wahren Vernünftigen bedeutet, daß sie selig gemacht werden sollen, erhellt aus der Vorbildung Jischmaels hier, sofern es diejenigen sind, die aus dem Wahren vernünftig sind, oder die Geistigen, wovon Nr. 2078; und daß sie selig gemacht werden sollen, aus der Bedeutung von "dich erhören", wie dies ohne Erklärung erhellen kann. 2088. "Siehe, Ich will ihn segnen, ihn fruchtbar werden lassen, und ihn sehr, sehr sich mehren lassen", 1. Mose 17/20, daß dies bedeutet, sie sollen ausgerüstet und beschenkt werden mit dem Guten des Glaubens, und mit den Wahrheiten daraus ins Unermeßliche, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, fruchtbar gemacht werden und sich mehren. Gesegnet werden bedeutet beschenkt werden mit allem Guten, wie gezeigt worden ist Nr. 981, 1096, 1420, 1422; fruchtbar gemacht werden, bedeutet das Gute des Glaubens, mit dem sie beschenkt werden sollten; und sich mehren die Wahrheiten daraus, wie gleichfalls Nr. 43, 55, 913, 983 gezeigt worden ist. Wer die Himmlischen sind, und wer die Geistigen, wäre zu weitläufig hier zu schildern, sie wurden früher geschildert, was man nachsehe Nr. 81, 597, 607, 765, 2069, 2078 und mehrmals anderwärts; im allgemeinen sind die Himmlischen die, welche die Liebe zum Herrn haben; und die Geistigen die, welche die Liebtätigkeit gegen den Nächsten haben; was für ein Unterschied sei zwischen Liebe zum Herrn haben, und Liebtätigkeit gegen den Nächsten (haben), sehe man Nr. 2023. Himmlische sind die, welche in der Neigung zum Guten aus dem Guten sind, Geistige aber die, welche in der Neigung zum Guten aus dem Wahren sind. Im Anfang waren alle himmlisch, weil in der Liebe zum Herrn, daher sie ein Innewerden erhielten, kraft dessen sie das Gute nicht aus dem Wahren, sondern aus der Neigung zum Guten inne wurden. Nachher aber, als die Liebe zum Herrn nicht mehr von der Art war, folgten die Geistigen, und Geistige wurden sie dann genannt, wenn sie in der Liebe gegen den Nächsten oder in der Liebtätigkeit waren. Allein die Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit wurde durch das Wahre eingepflanzt, und so empfingen sie ein Gewissen, nach dem sie nicht aus der Neigung zum Guten, sondern aus der Neigung zum Wahren handelten; die Liebtätigkeit erscheint bei ihnen als eine Neigung zum Guten, ist aber eine Neigung zum Wahren. Nach dem Anschein wird jedoch die Liebtätigkeit auch das Gute genannt, sie ist aber das Gute ihres Glaubens. Dies sind die, welche vom Herrn verstanden wurden bei Joh.10/9,14,16: "Ich bin die Türe, so jemand durch Mich eingeht, wird er selig werden, und wird eingehen und ausgehen, und Weide finden: Ich bin der gute Hirt, und erkenne die Meinen, und werde erkannt von den Meinen; und Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch sie muß Ich herführen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirt werden". 2089. "Zwölf Fürsten wird er zeugen", 1. Mose 17/20, daß dies bedeutet die vornehmsten Gebote, welche die der Liebtätigkeit sind, erhellt aus der Bedeutung von 12, sofern sie sind alles zum Glauben gehörige; und aus der Bedeutung der Fürsten, sofern sie sind das Vornehmste (primaria). Könige und Fürsten werden hin und wieder im Worte genannt, im inneren Sinn aber bedeuten sie keineswegs einen König oder Fürsten, sondern das, was das Vornehmste der Sache ist, auf die sie bezogen werden. Daß die Könige in einem Inbegriff die Wahrheiten bedeuten, ist Nr. 2015 gezeigt worden; daß die Fürsten das Vornehmste des Wahren, und dieses die Gebote sind: Nr. 1482; daher die Engel Fürstentümer heißen, weil sie in den Wahrheiten sind, und zwar die geistigen Engel. Fürsten werden sie genannt von den Wahrheiten, welche die der Liebtätigkeit sind, denn, wie Nr. 1832 gesagt worden ist, empfingen die Geistigen vom Herrn durch die Wahrheiten, die ihnen als wahr erscheinen, die Liebtätigkeit, und durch diese ein Gewissen. Daß zwölf alles zum Glauben Gehörige bedeuten, war bisher der Welt unbekannt, und dennoch bedeutet die Zahl Zwölf, sooft sie im Wort, sowohl im historischen als prophetischen, vorkommt, nichts anderes. Durch die zwölf Söhne Jakobs, und von daher durch die nach ihnen genannten zwölf Stämme, wird nichts anderes bezeichnet; ebenso durch die zwölf Jünger des Herrn; jeder von jenen und diesen bildete etwas Wesentliches und Hauptsächliches des Glaubens vor. Was jeder Sohn Jakobs und was daher jeder Stamm Israels vorgebildet habe, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden, wo von den Söhnen Jakobs, 1. Mose Kapitel 29 und 30, die Rede ist, gesagt werden. 2092. "Und Ich will ihn zur großen Völkerschaft machen", 1. Mose 17/20, daß dies den Genuß des Guten und des Wachstums bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften, sofern sie sind Gutes, wovon Nr. 1159, 1258-1260, 1416, 1849; daher hier "zur großen Völkerschaft machen", sowohl den Genuß als das Wachstum des Guten bezeichnet. 2091. Vers 21: Und Meinen Bund will Ich aufrichten mit Jischak, den dir Sarah gebären wird, zu dieser bestimmten Zeit, im folgenden Jahr. "Und Meinen Bund will Ich aufrichten mit Jischak" bedeutet die Vereinigung mit dem göttlich Vernunftmäßigen; "den dir Sarah gebären wird" bedeutet das mit dem Guten verbundene göttlich Wahre, aus dem es hervorgehen wird; "zu dieser bestimmten Zeit im folgenden Jahr" bedeutet den damaligen Stand der Vereinigung. HG 2092 2092. "Und Meinen Bund will Ich aufrichten mit Jischak", 1. Moses 17/21, daß dies die Vereinigung mit dem göttlich Vernunftmäßigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bundes, sofern er ist Vereinigung, wovon früher; und aus der Vorbildung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernunftmäßige, wovon Nr. 2083. 2093. "Den dir Sarah gebären wird", 1. Mose 17/21, daß dies das mit dem göttlich Guten verbundene göttlich Wahre bedeutet, aus dem es hervorgehen wird, erhellt aus der Vorbildung der Sarah, sofern sie ist das göttlich Wahre, wovon Nr. 2063, 2081; und aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist das göttliche Gute, wovon Nr. 2063 und hin und wieder anderwärts. Wie das erste Vernunftmäßige des Herrn empfangen und geboren worden ist, wurde im vorigen Kapitel gesagt, wo (die Rede war) von Jischmael, durch den jenes Vernunftmäßige vorgebildet wurde. Hier nun und im folgenden Kapitel wird gehandelt von demjenigen Vernunftmäßigen, das vom Herrn göttlich gemacht wurde und zwar durch die einer Ehe gleichende Verbindung des göttlich Guten mit dem göttlich Wahren. Das erste Vernunftmäßige kann nicht anders empfangen werden, als durch den Einfluß des inneren Menschen in den Wissenstrieb des äußeren, noch anders geboren werden, als von der Neigung zum Wissen, die durch Hagar, die Magd der Sarai, vorgebildet wurde, wie Nr. 1896, 1902, 1910 und anderwärts gezeigt wurde; das andere Vernunftmäßige aber oder das Göttliche wird nicht so empfangen und geboren, sondern durch die Verbindung des Wahren des inneren Menschen mit dem Guten desselben, und den Einfluß von daher. Beim Herrn durch eigene Kraft aus dem Göttlichen Selbst, das ist, Jehovah: Sein innerer Mensch war, wie schon früher hin und wieder gesagt worden, Jehovah und das durch Abraham vorgebildete Gute selbst, gehörte dem inneren Menschen an, sodann gehörte auch das durch Sarah vorgebildete Wahre selbst, ebenfalls dem inneren Menschen an, somit (waren) beide göttlich. Daraus nun wurde das vernunftmäßig Göttliche des Herrn empfangen und geboren; und zwar vermöge des Einflusses des Guten in das Wahre, somit durch das Wahre. Denn das Hauptsächliche des Vernunftmäßigen ist das Wahre, wie in Nr. 2072 gesagt wurde. Darum heißt es hier: "den dir Sarah gebären wird", und dies bedeutet das mit dem Guten verbundene göttlich Wahre, aus dem es hervorgehen werde; und 1. Mose 17/17, daß "Sarah eine Tochter von neunzig Jahren" bedeutet, das mit dem Guten verbundene Wahre werde dies tun. Bei jedem Menschen existiert, weil er zur Ähnlichkeit und zum Bilde Gottes geschaffen ist, etwas Ähnliches, jedoch nicht gleiches, daß nämlich sein erstes Vernunftmäßige auch durch den Einfluß seines inneren Menschen in das Leben des Wissenstriebes seines äußeren empfangen und geboren wird. Sein anderes Vernunftmäßiges hingegen aus dem Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn durch seinen inneren Menschen. Dieses andere Vernunftmäßige bekommt er vom Herrn, wenn er wiedergeboren wird, denn alsdann fühlt er in seinem Vernünftigen, was das Gute und Wahre des Glaubens ist. Der innere Mensch beim Menschen ist über seinem Vernunftmäßigen, und ist (Eigentum) des Herrn wovon in Nr. 1889, 1940. HG 2094 2094. Im vorigen und in diesem Kapitel, bis hierher, wurde von der Empfängnis und Geburt des Vernunftmäßigen beim Herrn gehandelt; und davon, wie es göttlich gemacht wurde, wird auch im Folgenden gehandelt. Es können aber einige meinen, daß dieses zu wissen, zum Glauben nicht so notwendig sei, wenn man nur wisse, daß das menschliche Wesen des Herrn göttlich geworden ist; und daß der Herr in betreff beider Gott ist. Allein die Sache verhält sich so: Die, welche dies einfältig glauben, haben nicht nötig zu wissen, wie es geschehen ist; denn das Wissen, wie es geschehen ist, hat nur zum Zweck, daß man glaube, es sei dem so. Es gibt heutzutage viele, die nichts glauben, wenn sie nicht durch die Vernunft erkennen, daß dem so ist, was offenbar daraus erhellen kann, daß wenige an den Herrn glauben, obwohl sie es mit dem Munde bekennen, weil es der Lehre des Glaubens gemäß ist. Dennoch aber sagen sie bei sich und untereinander, wenn sie wüßten, daß es so sein könnte, so würden sie glauben. Daß sie nicht glauben, und so sagen, kommt daher, daß der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch, und der äußeren Gestalt nach war wie ein anderer; solche können durchaus keinen Glauben empfangen, wenn sie nicht zuvor einigermaßen begreifen, wie es so sein kann; darum denn dieses. Die, welche einfältig dem Worte glauben, brauchen nicht alles dieses zu wissen, weil sie am Ziele sind, das jene, von denen eben die Rede war, nur durch die Erkenntnis solcher Dinge erreichen können. Außerdem ist dieses der Inhalt des inneren Sinnes, und der innere Sinn ist das Wort des Herrn in den Himmeln, die in den Himmeln verstehen es so. Wenn der Mensch im Wahren, d.h. im inneren Sinn ist, dann kann er mit denen im Himmel dem Denken nach eins ausmachen, obgleich der Mensch im Vergleich damit nur die allgemeinste und dunkelste Vorstellung davon hat. Die Himmlischen dort, die im Glauben selbst sind, schauen es aus dem Guten, daß dem so ist, die Geistigen hingegen aus dem Wahren, und diese werden auch durch solches, was im inneren Sinn enthalten ist, bestärkt, und so vervollkommnet, dies jedoch durch Tausende von inwendigeren Gründen, die nicht in des Menschen Vorstellung in wahrnehmbarer Weise einfließen können. 2095. "Zu dieser bestimmten Zeit, im folgenden Jahr", 1. Mose 17/21, daß dies den Stand der alsdann stattfindenden Vereinigung bedeutet, erhellt aus dem, was gesagt worden ist vom Alter Abrahams, daß er ein Sohn von hundert Jahren war, und vom Alter der Sarah, daß sie eine Tochter von neunzig Jahren war, als Jischak geboren wurde, wodurch bezeichnet wurde, daß alsdann das Vernunftmäßige des menschlichen Wesens des Herrn mit dem Göttlichen vereinigt werden sollte, und daß das mit dem Guten verbundene Wahre dies tun würde, wovon Nr. 1988, 2074, 2075; darum nun ist das folgende Jahr der Stand der Vereinigung. 2096. Vers 22: Und Er hörte auf mit ihm zu reden, und Gott stieg auf von Abraham. "Und Er hörte auf mit ihm zu reden" bedeutet das Ende dieses Innewerdens; "und Gott stieg auf von Abraham" bedeutet das Eintreten des Herrn in den früheren Zustand. 2097. "Und Er hörte auf mit ihm zu reden", 1. Mose 17/22, daß dies das Ende dieses Innewerdens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Redens und Sprechens, sofern es im inneren Sinn ist innewerden, wovon einige Male früher. Aufhören zu reden, heißt daher nicht mehr in solchem Innewerden sein. 2098. "Und Gott stieg auf von Abraham", 1. Moses 17/22, daß dies das Eintreten des Herrn in den früheren Zustand bedeutet, erhellt eben hieraus, und somit ohne Erklärung. Daß der Herr zweierlei Zustände hatte, als Er in der Welt lebte, einen (Zustand) der Erniedrigung, und einen andern der Verherrlichung, ist schon Nr. 1603, 2033 gezeigt worden. Weil (Er) zweierlei Zustände hatte, so ist offenbar, daß (Er) auch zweierlei Zustände des Innewerdens (perceptionis) hatte. Im Zustand der Verherrlichung, d.h. der Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen, war Er, als Er das, was in diesem Kapitel bis hierher im inneren Sinn enthalten ist, inne wurde; und daß (Er Sich) jetzt nicht mehr in einem solchen Innewerden (befand), wird ausgedrückt durch die Worte: "Er hörte auf (absolvit), mit ihm zu reden, und Gott stieg auf von Abraham." 2099. Vers 23: Und Abraham nahm Jischmael, seinen Sohn, und alle Geborenen seines Hauses, und jeden um sein Silber (Geld) Erkauften, alles Männliche unter den Männern des Hauses Abrahams, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut, an eben diesem Tage, wie mit ihm Gott geredet hatte. "Und Abraham nahm Jischmael, seinen Sohn" bedeutet diejenigen, die wahrhaft vernünftig sind; "und alle Geborenen seines Hauses, und jeden um sein Silber (Geld) Erkauften, und alles Männliche unter den Männern des Hauses Abrahams" bedeutet hier wie früher, diejenigen innerhalb der Kirche, bei denen die Wahrheiten des Glaubens mit Gutem verbunden werden; "und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut" bedeutet ihre Reinigung und Gerechtigkeit vom Herrn; "an eben diesem Tage" bedeutet jenen Zustand, von dem die Rede war; "wie mit ihm Gott geredet hatte" bedeutet gemäß dem Innewerden. 2100. "Und Abraham nahm Jischmael, seinen Sohn", 1. Moses 17/23, daß dies diejenigen bedeutet, die wahrhaft vernünftig sind, erhellt aus der Bedeutung Jischmaels, sofern es diejenigen sind, die aus dem Wahren vernünftig, das ist geistig sind, wovon Nr. 2078, 2087, 2088. 2101. "Und alle Geborenen seines Hauses, und jeden um sein Silber (Geld) Erkauften, alles Männliche unter den Männern des Hauses Abrahams", 1. Moses 17/23, daß dies diejenigen bezeichnet, die innerhalb der Kirche sind, bei denen die Wahrheiten des Glaubens mit Gutem verbunden sind, erhellt aus der Bedeutung der Geborenen des Hauses, sofern sie die Himmlischen sind; aus der Bedeutung der um Silber Erkauften, sofern sie die Geistigen sind, und diejenigen innerhalb der Kirche, von denen Nr. 2048, 2051, 2052 (die Rede war), sodann aus der Bedeutung des Männlichen (masculi), sofern es sind die im Wahren des Glaubens Befindlichen, wovon Nr. 2046; woraus hervorgeht, daß es diejenigen sind, die sich innerhalb der Kirche befinden, und bei denen die Wahrheiten des Glaubens mit Gutem verbunden sind. 2102. "Und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut", 1. Mose 17/23, daß dies ihre Reinigung und Gerechtigkeit vom Herrn her bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Beschnittenwerdens, sofern es ist gereinigt werden von den Neigungen der Selbst- und Weltliebe, wovon Nr. 2039; sodann aus der Bedeutung des Fleisches der Vorhaut, sofern es ist die Entfernung der Neigungen jener Liebe, wovon Nr. 2041, 2053, 2057. Daß jene Neigungen allein im Wege stehen, daß das Gute und Wahre vom Herrn einfließen und wirken kann, ist dort auch gezeigt worden; somit daß die Gerechtigkeit des Herrn dem Menschen nicht angeeignet werden kann. Es ist in diesem ganzen Kapitel gehandelt worden von der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit dem Menschlichen, und von der Verbindung des Herrn mit dem Menschen durch Sein menschliches Wesen, sofern es göttlich gemacht worden ist, wie auch von der Beschneidung, d.h. von der Reinigung von dem Unlauteren beim Menschen. Diese Dinge stehen in einem Zusammenhang, und das eine folgt aus dem anderen; denn die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen ist im Herrn geschehen, zu dem Ende, daß das Göttliche könnte mit dem Menschen verbunden werden. Allein die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschen kann nicht geschehen, es sei denn, daß der Mensch von jenen Neigungen gereinigt werde. Sobald er aber von denselben gereinigt wird, fließt das Göttlich-Menschliche des Herrn ein, und verbindet so den Menschen mit sich. Hieraus wird offenbar, wie das Wort beschaffen ist, daß es nämlich, wenn man versteht, was im inneren Sinn bezeichnet wird, einen passenden und schönen Sachzusammenhang zeigt. 2103. "An eben diesem Tage", 1. Mose 17/23, daß dies jenen Zustand bedeutet, von dem die Rede war, erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er im inneren Sinn der Zustand ist, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893. 2104. "Wie mit ihm Gott geredet hatte", 1. Mose 17/23, daß dies bedeutet dem Innewerden gemäß, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens und Redens Gottes, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2097. 2105. Vers 24-26: Und Abraham war ein Sohn von neunzig und neun Jahren, als er beschnitt das Fleisch seiner Vorhaut. Und Jischmael, sein Sohn, ein Sohn von dreizehn Jahren, als ihm beschnitten ward das Fleisch seiner Vorhaut. An diesem selbigen Tag wurde beschnitten Abraham und Jischmael, sein Sohn. "Und Abraham, ein Sohn von neunzig und neun Jahren" bedeutet den Zustand und die Zeit vor der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem Menschlichen; "als er beschnitt das Fleisch seiner Vorhaut" bedeutet als Er das Böse des äußeren Menschen gänzlich austrieb; "und Jischmael, sein Sohn" bedeutet diejenigen, die aus den Wahrheiten des Glaubens vom Herrn her vernünftig werden; "ein Sohn von dreizehn Jahren" bedeutet die heiligen Überreste; "als ihm beschnitten ward das Fleisch seiner Vorhaut" bedeutet, wie früher: die Reinigung; "an diesem selbigen Tage" bedeutet, daß es dann (geschehen sei); "wurde beschnitten Abraham und Jischmael, sein Sohn" bedeutet, daß der Herr, als Er Sein Menschliches Wesen mit dem Göttlichen verband, auch die übrigen, die aus dem Wahren vernünftig werden, mit Sich verband und sie selig machte. 2106. "Und Abraham ein Sohn von neunzig und neun Jahren", 1. Mose 17/24, daß dies den Zustand und die Zeit vor der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem Menschlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von neunzig und neun Jahren, sofern es ist die Zeit, ehe der Herr den inneren Menschen mit dem Vernunftmäßigen völlig verband, wovon Nr. 1988. Der innere Mensch des Herrn war, wie früher einige Male gesagt worden, Jehovah selbst, d.h. das Göttliche Selbst, das, als Es mit dem Menschlichen vereinigt wurde, mit dem Vernunftmäßigen vereinigt wurde, denn im Innersten des Vernunftmäßigen fängt das Menschliche an, und dehnt sich von da aus bis zum Äußeren des Menschen. 2107. "Als er beschnitt das Fleisch seiner Vorhaut", 1. Mose 17/24, daß dies bedeutet, als Er das Böse des äußeren Menschen gänzlich austrieb, erhellt aus der Bedeutung des Beschnittenwerdens, sofern es ist gereinigt werden von den Neigungen der Selbst- und Weltliebe, oder, was dasselbe ist, vom Bösen, denn alles Böse kommt von daher, wovon Nr. 2039, 2041, 2053, 2057; und daß der Herr aus eigener Kraft das Böse austrieb, und so das menschliche Wesen göttlich machte, ist im ersten Teile mit vielem nachgewiesen worden, sodann auch Nr. 2025. 2108. "Und Jischmael, sein Sohn", 1. Mose 17/25, daß dies diejenigen bedeutet, die aus den Wahrheiten des Glaubens vernünftig werden, erhellt aus der Vorbildung Jischmaels hier, sofern es die sind, die aus dem Wahren vernünftig, d.h. geistig werden, wovon ebenfalls Nr. 2078, 2087, 2088. 2109. "Ein Sohn von dreizehn Jahren", 1. Mose 17/25, daß dies die heiligen Überreste bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von zehn, sofern es sind die Überreste, wovon Nr. 567, 1988, und aus der Bedeutung von drei, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 720, 901. Daher die Zahl Dreizehn, weil sie zusammengesetzt ist aus zehn und drei, bedeutet die heiligen Überreste. Daß die Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 482, 487, 488, 493, 575, 647, 648, 755, 813, 893. Was die Überreste bei dem Menschen seien, wurde gesagt Nr. 468, 530, 561, 660, 1050, 1906. 2110. "Als ihm beschnitten ward das Fleisch seiner Vorhaut", 1. Mose 17/25, daß dies die Reinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Beschnittenwerdens, sofern es ist gereinigt werden von den Neigungen der Selbst- und Weltliebe, wovon Nr. 2039; und aus der Bedeutung des Fleisches der Vorhaut, sofern es ist die Entfernung jener Neigungen, wovon Nr. 2041, 2053, 2057. 2111. "An diesem selbigen Tag", 1. Mose 17/26, daß dies bedeutet, es sei dann (geschehen), erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern sie ist die Zeit und der Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893. 2112. "Wurde beschnitten Abraham und Jischmael, sein Sohn", 1. Mose 17/26, daß dies bedeutet, als der Herr Sein menschliches Wesen mit dem Göttlichen verband, habe Er mit Sich auch verbunden die übrigen, die aus dem Wahren vernünftig werden, und sie selig gemacht, erhellt aus der Vorbildung Abrahams in diesem Kapitel, sofern er ist der Herr in jenem Zustand und in jenem Alter, wovon Nr. 1089; und aus der Vorbildung Jischmaels hier, sofern es sind diejenigen, die aus dem Wahren vernünftig werden, wovon Nr. 2078, 2087, 2088; sodann aus der Bedeutung von Beschnittenwerden, sofern es ist gereinigt werden, wovon Nr. 2039; und wenn bezogen auf den Herrn, sofern es ist verherrlicht werden, so daß es also ist das Menschliche ausziehen und das Göttliche anziehen. Daß verherrlicht werden soviel ist als das Göttliche anziehen, sehe man Nr. 2033; und daß Er alsdann auch diejenigen mit Sich verbunden habe, die aus dem Wahren vernünftig, d.h. geistig werden, sehe man Nr. 2034, 2078, 2088. 2113. Vers 27: Und alle Männer seines Hauses, der Hausgeborene, und der um Silber (Geld) Erkaufte, vom fremden Sohn, wurden beschnitten von ihm. "Und alle Männer seines Hauses, der Hausgeborene, und der um Silber (Geld) Erkaufte" bedeutet, daß alsdann alle diejenigen, die innerhalb der Kirche sind; "vom fremden Sohn" bedeutet alle, die vernünftig werden außerhalb der Kirche; "wurden beschnitten von ihm" bedeutet, daß sie vom Herrn gerechtfertigt worden seien. 2114. "Alle Männer seines Hauses, der Hausgeborene und der um Silber (Geld) Erkaufte", 1. Mose 17/27, daß dies bedeutet, daß alsdann alle diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung des Hausgeborenen, sofern es sind die Himmlischen; und aus der Bedeutung der um Silber Erkauften, sofern sie sind die Geistigen, wovon Nr. 2048, 2051, 2052; und daß sie diejenigen sind, die innerhalb der Kirche sind, ist dort ebenfalls gesagt worden; denn alle, die innerhalb der Kirche sind, d.h. alle, welche die Kirche bilden, sind entweder himmlisch oder geistig. Welcherlei aber die Himmlischen, und welcherlei die Geistigen seien, sehe man Nr. 2088. In diesem letzten Vers dieses Kapitels ist der summarische Inhalt alles dessen, was oben gesagt worden ist, daß nämlich die, welche gereinigt worden sind von den Neigungen der Selbst- und Weltliebe, sowohl die innerhalb der Kirche, als die außerhalb der Kirche, vom Herrn gerechtfertigt worden seien: jene und diese werden genannt die Männer des Hauses, denn das Haus bedeutet im inneren Sinn das Reich des Herrn: Nr. 2048. 2115. "Vom fremden Sohn", 1. Mose 17/27, daß dies bedeutet alle, die vernünftig werden außerhalb der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des fremden Sohnes, sofern es diejenigen sind, die sich außerhalb der Kirche befinden, wovon Nr. 2049. Daß es also die Heiden sind, die das Wort nicht haben, und deswegen nichts vom Herrn wissen, und daß diese ebenso selig werden, wenn sie vernünftig sind, d.h. in Liebtätigkeit, oder in gegenseitiger Liebe untereinander leben, und gemäß ihrer Religion einiges Gewissen empfangen haben, ist im ersten Teil, Nr. 593, 932, 1032, 1059, 1327, 1328 gezeigt worden. 2116. "Wurden beschnitten von ihm", 1. Mose 17/27, daß dies bedeutet, sie seien vom Herrn gerechtfertigt worden, kann erhellen aus der Vorbildung und daher Bezeichnung des Beschnittenwerdens, sofern es ist gereinigt werden, wovon Nr. 2039. Daß sie von ihm, das ist von Abraham, beschnitten wurden, war auch vorbildlich, daß sie nämlich vom Herrn gereinigt und so gerechtfertigt worden seien. Was aber die Rechtfertigung betrifft, so verhält sie sich nicht nach der gewöhnlichen Meinung, daß nämlich alles Böse und alle Sünden weggewischt und ganz getilgt seien, wenn sie nur, (wie sie meinen,) glauben, und wäre dies auch in der letzten Todesstunde, wie sehr sie auch immer während ihres ganzen Lebenslaufes im Bösen und in Schandtaten gelebt haben mögen; denn ich bin vollständig belehrt worden, daß auch nicht das kleinste Böse, das der Mensch bei Leibesleben gedacht und wirklich getan hat, abgewischt und ganz getilgt wird, sondern daß es alles zurückbleibt, bis zu seinem kleinsten Teil. Es verhält sich damit so: die, welche Haß, Rache, Grausamkeit und Ehebruch in Gedanken gehabt und ausgeübt, und so in keiner Liebtätigkeit gelebt haben, erwartet das Leben, das sie sich dadurch angebildet haben, nach dem Tode; ja alle und jede (Eigentümlichkeiten) eines solchen Lebens, die nacheinander wiederkehren; daher ihre Qualen in der Hölle. Wogegen bei denen, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten gelebt hatten, das Böse ihres Lebens zwar auch alles noch bleibt, aber gemildert wird durch das Gute, das sie durch ein Leben der Liebtätigkeit, während sie in der Welt lebten, vom Herrn empfangen haben, und so werden sie in den Himmel erhoben, ja abgehalten von dem Bösen, das sie bei sich haben, so daß es nicht erscheint. Die, welche im anderen Leben daran zweifeln, daß sie Böses bei sich haben, weil es nicht erscheint, werden in dasselbe zurückversetzt, bis sie wissen, daß die Sache sich so verhält, und hernach werden sie wieder in den Himmel erhoben. Dies nun heißt gerechtfertigt werden; denn so erkennen sie nicht ihre eigene Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit des Herrn an. Wenn man sagt, diejenigen werden selig, die den Glauben haben, so ist dies wahr, allein unter dem Glauben wird im Wort nichts anderes verstanden, als die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, somit das Leben aus dieser. Die Lehrbestimmungen und Dogmen des Glaubens sind nicht der Glaube, sondern Angehör des Glaubens, denn alle und jede sind zu dem Endzweck da, daß der Mensch so werde, wie sie lehren, was deutlich erhellen kann aus den Worten des Herrn, daß in der Liebe zu Gott und in der Liebe gegen den Nächsten das Gesetz und alle Propheten, das ist die gesamte Lehre des Glaubens, bestehe: Matth.22/34-39; Mark.12/28-35. Daß es keinen anderen Glauben, der wirklich Glaube wäre, gebe, ist im ersten Teil, Nr. 30-38, 379, 389, 724, 809, 896, 904, 916, 989, 1017, 1076, 1077, 1121, 1158, 1162, 1176, 1258, 1285, 1316, 1608, 1798, 1799, 1834, 1843, 1844; und daß der Himmel selbst in der Liebe zum Herrn und in der gegenseitigen Liebe bestehe: Nr. 537, 547, 553, 1112, 2057 gezeigt worden. Nr. 2117 - 2134 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 18. Kapitel Vorrede Am Ende des vorigen Kapitels ist vom Letzten Gericht gehandelt, und gezeigt worden, was durch dasselbe bezeichnet wird, nämlich nicht der Untergang der Welt, sondern die letzte Zeit der Kirche. Wann diese bevorsteht, sagt der Herr, werde Er kommen in den Wolken der Himmel, mit Kraft und Herrlichkeit: Matth.24/30; Mark.13/26; Luk.21/27. Niemanden ist bis jetzt bekannt, was unter den Wolken der Himmel verstanden wurde, aber es wurde mir aufgeschlossen, daß nichts anderes verstanden wird, als der buchstäbliche Sinn des Wortes, und unter der Kraft und Herrlichkeit der innere Sinn des Wortes; denn im inneren Sinn des Wortes ist die Herrlichkeit, weil alles darin vom Herrn und Seinem Reiche handelt: man sehe Nr. 1769-1772. Ebenso unter der Wolke, die den Petrus, Jakobus und Johannes umgab, als ihnen der Herr in Herrlichkeit erschien, wovon es bei Luk.9/35,36 heißt: "Es kam eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist Mein geliebter Sohn, Ihn höret; als aber die Stimme erschollen war, ward Jesus allein gefunden": durch Moses und Elias, die mit dem Herrn sprachen, wurde hier vorgebildet das Wort des Alten Testaments, das auch genannt wird Moses und die Propheten, durch Moses seine (Bücher), sodann die historischen (Bücher); durch den Propheten Elias alle Propheten; durch Petrus, Jakobus und Johannes aber wurden, wie sonst überall, wo sie in den Büchern der Evangelisten genannt werden, vorgebildet der Glaube, die Liebtätigkeit und das Gute der Liebtätigkeit; und daß sie allein dabei waren, bedeutet, daß keine anderen die Herrlichkeit des Herrn, die in Seinem Worte ist, sehen können, als die, welche im Glauben, in dessen Liebtätigkeit und in deren Gutem sind. Die übrigen können sie zwar sehen, sehen sie aber dennoch nicht, weil sie nicht glauben. Dies ist der innere Sinn in betreff jener zwei Dinge. Auch bei den Propheten bedeutet hin und wieder Wolke das Wort im Buchstaben, und Herrlichkeit das Wort im Leben. Was der innere Sinn des Wortes, und wie er beschaffen ist, wurde an vielen Stellen gesagt, und in der Erklärung der einzelnen Wörter nachgewiesen. Die Schriftgelehrten zur Zeit des Herrn waren die, welche am allerwenigsten glaubten, daß etwas im Worte über den Herrn geschrieben war. Die Schriftgelehrten jetziger Zeit wissen es zwar, werden aber vielleicht am allerwenigsten glauben, daß eine andere Herrlichkeit im Worte ist, als die, welche im Buchstaben erscheint, der doch (nur) die Wolke ist, in der die Herrlichkeit wohnt. 2135. Aus diesem 18. Kapitel besonders kann erhellen, wie der innere Sinn des Wortes beschaffen ist, und wie die Engel dasselbe verstehen, wenn es vom Menschen gelesen wird. Aus dem historischen Sinne des Buchstabens wird nichts anderes erkannt, als daß dem Abraham Jehovah unter der Gestalt dreier Männer erschien; und daß Sarah, Abraham und sein Knabe, Speise für sie zugerichtet haben, nämlich Kuchen aus Semmelmehl, ein junges Rind, sodann Butter und Milch. Obgleich es historisch war, daß es so geschehen, so wird es doch nicht so von den Engeln verstanden, sondern ganz abgesehen vom Buchstaben das, was es vorbildet und bezeichnet, gemäß dem in der Inhaltsangabe Gesagten: nämlich statt dessen, was dort historisch gesagt ist, der Zustand des Innewerdens des Herrn im Menschlichen und Seine alsdann statthabende Gemeinschaft mit dem Göttlichen, vor der vollkommenen Vereinigung Seines göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Dieser Zustand ist es auch, von dem der Herr sagt: "Gott hat niemand je gesehen, der eingeborene Sohn, der in dem Schoß des Vaters ist, Er hat (Ihn) schaubar gemacht (exposuit) - Joh.1/18; und unter den dort erwähnten Speisen nichts als das himmlisch- und geistig Gute, wovon in der Erklärung. Und weiter hernach unter dem, was über den Sohn gesagt wird, den Sarah zur bestimmten Zeit des anderen Jahres gebären sollte, verstehen sie nichts anderes, als daß das vernunftmäßige Menschliche des Herrn göttlich werden sollte. Endlich unter dem, was Abraham mit Jehovah redete von der Zerstörung Sodoms und Gomorrahs, nichts anderes als die Dazwischenkunft (intercessio) des Herrn für das Menschengeschlecht; und dort unter fünfzig, fünfundvierzig, vierzig, dreißg, zwanzig und zehn, die Dazwischenkunft für diejenigen, bei denen das Wahre mit dem Guten verbunden ist, und die das Gute erlangt haben durch Versuchungen und Kämpfe, oder durch andere Zustände. So verhält es sich mit dem übrigen im Worte, wie dies besser aus der Erklärung der einzelnen Worte erhellen kann, wo gezeigt worden ist, daß in den einzelnen Worten das gleiche enthalten ist, sowohl im historischen als im prophetischen Wort. Daß ein solcher innerer Sinn überall im Worte ist, in dem nur gehandelt wird vom Herrn, von Seinem Reich in den Himmeln, von Seiner Kirche auf Erden, und im besonderen bei einem jeden, somit von Gutem der Liebe und von Wahrem des Glaubens, kann auch einem jeden erhellen aus demjenigen, was aus dem Alten Testament bei den Evangelisten angeführt wird, z.B. bei Matth.22/44; Ps.110/1: "Es sprach der Herr zu Meinem Herrn: setze dich zu Meiner Rechten, bis Ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße legen werde". Daß diese Worte vom (Herrn) handeln, kann auch nicht aus dem Buchstabensinn bei David in der angeführten Stelle erscheinen, daß aber gleichwohl kein anderer verstanden wird als der Herr, lehrt Er dort selbst. Matth.2/6; Micha 5/1: "Du Bethlehem, Land Jehudas, bist mitnichten die kleinste unter den Führern Jehudas, (denn) aus dir soll hervorgehen der Führer, der Mein Volk Israel weiden wird". Die im buchstäblichen Sinne bleiben, wie die Juden, wissen zwar hieraus, daß dort der Herr geboren werden sollte, weil sie aber einen Führer und König erwarten, der sie ins Land Kanaan zurückführen wird, darum erklären sie jene Worte nach dem Buchstaben, nämlich das Land Jehudas durch das Land Kanaan, Israel auch durch Israel, obwohl sie nicht wissen, wo es ist, und unter dem Fürsten noch ihren Messias: während doch etwas anderes unter Jehudah und Israel verstanden wird, nämlich unter Jehudah die Himmlischen, unter Israel die Geistigen, im Himmel und auf Erden, und unter dem Führer der Herr. Matth.2/18; Jerem.31/15: "Eine Stimme wurde in Ramah gehört, ein Wehklagen, ein Geschrei, und ein großes Geheul, Rachel beweinte ihre Kinder, und wollte keinen Trost annehmen, weil sie nicht (mehr) sind". Die im Buchstabensinn bleiben, entnehmen daraus durchaus nicht denjenigen Sinn, welcher der innere jener Worte ist. Daß es aber einen solchen hat, erhellt bei dem Evangelisten Matth.2/15: "Aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn"; bei dem Propheten Hos.11/1, heißt es so: "Als Israel ein Knabe (war), liebte Ich ihn, und aus Ägypten rief Ich Meinen Sohn: rief man ihnen, so gingen sie aus dem Angesicht; und (doch) hatte Ich Ephraim gegängelt": die, welche nicht wissen, daß es einen inneren Sinn gibt, können nichts anderes meinen, als daß hier Jakob verstanden wird, als er nach Ägypten zog, und seine Nachkommen, als sie davon auszogen, und unter Ephraim der Stamm Ephraim, somit eben das, was in den historischen Teilen des Wortes (vorkommt); und doch ist aus dem Wort der Evangelisten klar, daß sie den Herrn bedeuten. Was aber ein jegliches bedeutet, könnte man durchaus nicht wissen, wofern es nicht durch den inneren Sinn aufgedeckt würde.   18. Kapitel 1. Und es erschien ihm Jehovah in den Eichenwäldern Mamres, und er saß an der Türe des Zeltes, als der Tag heiß ward. 2. Und er hob seine Augen auf, und sah, und siehe, drei Männer standen über ihm; und er sah, und lief ihnen entgegen von der Türe des Zeltes her, und bückte sich nieder zur Erde. 3. Und sprach: Mein Herr, wenn ich irgend Gnade gefunden habe in deinen Augen, so gehe doch nicht vorüber vor deinem Knecht. 4. Nehmet doch an ein wenig Wasser, und waschet eure Füße, und lehnet euch nieder unter dem Baume. 5. Und ich will einen Bissen Brot bringen, und ihr sollt euer Herz laben; hernach möget ihr weiter ziehen: denn warum seid ihr vorbeigekommen bei eurem Knecht; und sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast. 6. Da eilte Abraham nach dem Zelt zu Sarah, und sprach: Eilends nimm drei Seah Semmelmehl, knete, und mache Kuchen. 7. Und zu den Rindern lief Abraham, und nahm den Sohn eines Rindes, zart und gut, und gab ihn an den Knaben ab, und er eilte ihn zuzubereiten. 8. Und er nahm Butter und Milch, und den Sohn des Rindes, den er zubereitet, und setzte es ihnen vor, und er stand vor ihnen unter dem Baum; und sie aßen. 9. Und sie sprachen zu ihm: Wo ist Sarah, dein Weib? und er sprach: Siehe, im Zelt. 10. Und Er sprach: wieder werde Ich kommen zu dir um diese Zeit des Lebens, und siehe, einen Sohn wird Sarah, dein Weib, haben; und Sarah hörte dies an der Türe des Zeltes, und sie war hinter ihm. 11. Und Abraham und Sarah (waren) alt, gekommen in die Tage, es ging Sarah nicht mehr nach der Weiber Weise. 12. Und Sarah lachte bei sich selbst, und sprach: Nun ich gealtert bin, soll ich Wollust pflegen, und auch mein Herr ist alt. 13. Und Jehovah sprach zu Abraham: Warum lachte hierüber Sarah, und sprach: Soll ich denn wirklich noch gebären, nun ich doch alt bin? 14. Soll für Jehovah etwas zu schwer sein? Zur bestimmten Zeit werde Ich wiederkommen zu dir, um diese Zeit des Lebens, und Sarah wird einen Sohn haben. 15. Da leugnete Sarah, indem sie sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fürchtete sich. Und Er sprach: Nein, du hast gelacht. 16. Und es erhoben sich die Männer von da, und sahen hin nach Sodom; und Abraham ging mit ihnen, sie zu entlassen. 17. Und Jehovah sprach: Verberge Ich wohl vor Abraham, was Ich tue? 18. Wird doch Abraham zu einer großen und zahlreichen Völkerschaft werden, und werden gesegnet werden in ihm alle Völkerschaften der Erde. 19. Denn Ich kenne ihn, daß er befehlen wird seinen Söhnen, und seinem Hause nach ihm, daß sie bewahren den Weg Jehovahs, zu tun Gerechtigkeit und Recht, auf daß Jehovah kommen lasse auf Abraham, was Er geredet hat über ihn. 20. Und Jehovah sprach: Das Geschrei Sodoms und Amoras, es ist groß geworden, und ihre Sünde ist sehr schwer geworden. 21. Ich will doch hinabfahren, und sehen, ob sie nach dem Geschrei davon, das zu Mir gekommen, Vollendung gemacht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen. 22. Und die Männer blickten von da (in die Ferne), und gingen gegen Sodom zu, und Abraham stand noch vor Jehovah. 23. Und Abraham trat hinzu, und sprach: Wirst Du auch den Gerechten mit dem Gottlosen vertilgen? 24. Es möchten vielleicht fünfzig Gerechte sein inmitten der Stadt, wirst Du dennoch vertilgen, und nicht verschonen den Ort um der fünfzig Gerechten willen, die in seiner Mitte sind? 25. Es sei ferne von Dir, so zu tun, sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose; ferne sei es von Dir, wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? 26. Und Jehovah sprach: Finde Ich in Sodom fünfzig Gerechte, inmitten der Stadt, so will Ich schonen des ganzen Ortes um ihretwillen. 27. Und Abraham antwortete, und sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn, wiewohl ich Staub und Asche bin. 28. Es möchten vielleicht den fünfzig Gerechten fünf fehlen, wirst Du denn um der fünf willen die ganze Stadt verderben? Und Er sprach: Ich werde nicht verderben, wenn ich fünfundvierzig darin finden werde. 29. Und er fuhr fort mit Ihm zu reden, und sprach: Vielleicht möchten vierzig darin gefunden werden; und Er sprach: Ich werde es nicht tun um der vierzig willen. 30. Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich (weiter) rede; vielleicht werden dreißig darin gefunden werden; und Er sprach: Ich werde es nicht tun, wenn Ich dreißig darin finden werde. 31. Und er sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn: vielleicht werden zwanzig darin gefunden; und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zwanzig willen. 32. Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich nur noch diesmal rede, vielleicht werden daselbst zehn gefunden werden. Und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zehn willen. 33. Und Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham; und Abraham kehrte zurück an seinen Ort.   Inhalt 2136. Zuerst wird hier gehandelt vom Zustand des Innewerdens des Herrn im Menschlichen, und von Seiner Gemeinschaft alsdann mit dem Göttlichen, vor der vollkommenen Vereinigung Seines menschlichen Wesens mit dem Göttlichen. Dieser Zustand ist es auch, von dem der Herr sagt: "Gott hat niemand je gesehen, der Eingeborene Sohn der im Schoße des Vaters ist": Joh.1/18. 2137. Der damalige Zustand des Innewerdens des Herrn im Menschlichen wird bezeichnet durch die Eichenwälder Mamres: Vers 1, in diesem ward Er des Göttlichen bewußt (apperciperet), das sich vor Seinem Menschlichen offenbarte: Vers 2, worüber Er Sich freute: Vers 3, und wollte, daß das Göttliche sich Seinem Menschlichen mehr nähern möchte, durch Einhüllung in etwas Natürliches: Vers 4, und Sein Menschliches mehr Seinem Göttlichen, durch Anziehung des Himmlischen: Vers 5. Das Himmlische und das Geistige aus demselben, das Er anzog, wird bezeichnet durch drei Seah Semmelmehl, aus denen Kuchen (gebacken werden): 1. Mose 18/6 und daß Er auch ein gleichförmiges Natürliches anzog, wird bezeichnet durch den Sohn des Rindes: Vers 7, daher das Gleichförmigwerden und die Gemeinschaft des Göttlichen mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen: Vers 8. 2138. Fürs zweite wird gehandelt von dem Innewerden des Herrn in jenem Zustand, vom Vernunftmäßigen bei Ihm, daß es das Menschliche ausziehen und göttlich werden sollte. 2139. Daß das Vernunftmäßige göttlich werden sollte, wird bezeichnet durch den Sohn, den Sarah gebären sollte: Vers 9, daß das menschlich vernunftmäßig Wahre beim Herrn dies nicht inne ward, somit nicht glaubte, wird bezeichnet durch das Lachen der Sarah an der Türe des Zeltes, die hinter ihm war: Vers 10-13,15. Bekräftigt, daß der Herr auch dieses ausziehen, und statt desselben das göttlich Wahre anziehen sollte: Vers 14. 2140. Drittens wird gehandelt von den Schmerzen und der Bangigkeit des Herrn ob des Menschengeschlechts, weil es so sehr mit Selbstsucht, und aus dieser mit der Begierde, über andere zu herrschen aus dem Bösen und Falschen, behaftet war, für das Er in jenem Zustand vermittelnd eintrat (intercessit), und erlangte, daß diejenigen selig werden sollten, bei denen Gutes und Wahres sich finden würde, die aber diese seien, wird der Ordnung nach aufgezählt. 2141. Ein Innewerden des Herrn betreffend das Menschengeschlecht, daß es im Bösen und Falschen war; Sodom ist die Selbstliebe, und aus ihr die Begierde zu herrschen aus dem Bösen, Amora ist die aus dem Falschen: Vers 16,20. Daß es dem Herrn in jenem Zustand nicht verhehlt werden konnte, weil durch Ihn und von Ihm alle Seligmachung kommt: Vers 17-19; daß sie nämlich heimgesucht werden sollten, sobald ihre Bosheit den höchsten Grad erreicht haben würde: Vers 20, 21, als Er in jenem Innewerden war: Vers 22 trat Er für sie vermittelnd ein; zuerst für die, bei denen Wahrheiten, und diese voll des Guten waren, und diese werden bezeichnet durch fünfzig: Vers 23-26; sodann für diejenigen, bei denen weniger Gutes, dieses aber doch mit Wahrheiten verbunden war, die bezeichnet werden durch fünfundvierzig: Vers 27, 28; ferner für die, welche in Versuchungen gewesen waren, und bezeichnet werden durch vierzig: Vers 29; wie auch für diejenigen, die in einigen Kämpfen gegen das Böse (gewesen) waren, und bezeichnet werden durch dreißig: Vers 30; hernach für diejenigen, bei denen anderswoher Zustände der Hinneigung zum Guten waren, und die bezeichnet werden durch zwanzig: Vers 31; endlich für diejenigen, bei denen Zustände der Neigung zum Wahren waren, und die bezeichnet werden durch zehn: Vers 32; und es wurde stets darauf geantwortet, daß dieselben selig werden sollen: Vers 26, 28-32: nachdem dies geschehen, kehrte der Herr in den vorigen Stand des Innewerdens zurück: Vers 33. Diese Geheimnisse in diesem Kapitel sind im inneren Sinn enthalten, und sind aus dem Buchstaben nicht ersichtlich.   Innerer Sinn 2142. Vers 1: Und es erschien ihm Jehovah in den Eichenwäldern Mamres, und er saß an der Türe des Zeltes, als der Tag heiß ward. "Und es erschien ihm Jehovah" bedeutet das Innewerden des Herrn; "in den Eichenwäldern Mamres" bedeutet die Beschaffenheit des Innewerdens; "und er saß an der Türe des Zeltes" bedeutet das Heilige, das Er damals hatte; "als der Tag heiß ward" bedeutet aus Liebe. 2143. "Und es erschien ihm Jehovah", 1. Mose 18/1, daß dies das Innewerden des Herrn bedeutet, kann daraus erhellen, daß die historischen Teile des Wortes nichts als Vorbildungen, und die Worte in ihnen sinnbildliche Bezeichnungen derjenigen Dinge sind, die der innere Sinn enthält. Hier wird im inneren Sinn gehandelt vom Herrn, und von Seinem Innewerden, was vorgebildet wurde durch das, daß Jehovah dem Abraham erschien: jede Erscheinung, jede Rede und jede Tatsache in den historischen Teilen des Wortes ist von dieser Art. Was sie aber vorbilden, stellt sich nicht offen heraus, es wäre denn, daß man die historischen Dinge nicht anders beachtete, als wie jene Gegenstände, z.B. des Gesichtssinnes, von denen man nur Anlaß oder Gelegenheit erhält, an höhere Dinge zu denken, z.B. von Gärten, wenn man sie sieht, an die Früchte, an deren Nutzzwecke, sodann an den Lebensgenuß aus ihnen, und noch höherer; an die paradiesische oder himmlische Seligkeit. Wenn man an solches denkt, so sieht man zwar die einzelnen Gegenstände des Gartens, aber so leichthin, daß man sie nicht beachtet. Ebenso verhält es sich auch mit den historischen Dingen des Wortes, wenn man bei ihnen an die himmlischen und geistigen Dinge denkt, die im inneren Sinne sind; so werden die historischen Dinge, und die Worte selbst, nicht anders beachtet. 2144. "In den Eichenwäldern Mamres", 1. Mose 18/1, daß dies die Beschaffenheit des Innewerdens bedeutet, erhellt aus der Vorbildung und Bezeichnung der Eichenwälder, sodann aus der Vorbildung und Bezeichnung Mamres. Was die Eichenwälder im allgemeinen vorgebildet und bezeichnet haben, ist Nr. 1442, 1443 gezeigt worden; und was die Eichenwälder Mamres insbesondere: Nr. 1616, nämlich Innewerdungen (Perceptiones), aber solche, dergleichen die menschlichen sind aus den Dingen des Wissens, und aus den ersten Vernunftbegriffen, die von daher stammen. Was das Innewerden ist, ist heutigen Tages ganz unbekannt, weil niemand heutzutage in einem solchen Innewerden ist, in welchem die Alten und besonders die Urmenschen waren. Diese wußten aus dem Innewerden ob etwas gut, und folglich, ob es wahr ist; es war ein Einfluß in ihr Vernunftmäßiges vom Herrn durch den Himmel, aus dem sie alsbald, wenn sie an etwas Heiliges dachten, inne wurden, ob es so ist, oder nicht so ist. Ein solches Innewerden ging beim Menschen nachher verloren, als er nicht mehr in himmlischen, sondern bloß in weltlichen und körperlichen Vorstellungen zu sein anfing; und an dessen Stelle trat das Gewissen, das auch eine Art von Innewerden ist; denn gegen des Gewissen und nach dem Gewissen handeln, ist nichts anderes, als aus demselben vernehmen, ob es so ist oder nicht so ist, oder geschehen soll. Allein das Innewerden des Gewissens stammt nicht aus dem Guten, das einfließt, sondern es stammt aus dem Wahren, das gemäß dem Heiligen ihres Gottesdienstes der Vernunft von Kindheit an eingepflanzt und hernach befestigt worden ist. Sie glauben dann, dieses sei einzig und allein gut. Daher ist das Gewissen eine Art von Innewerden, aber aus einem solchen Wahren, und wenn diesem Liebtätigkeit und Unschuld vom Herrn eingeflößt wird, so entsteht das Gute dieses Gewissens. Aus diesem wenigen kann erhellen, was Innewerden ist; allein zwischen Innewerden und Gewissen ist ein großer Unterschied; man sehe, was vom Innewerden im ersten Teil gesagt worden ist: Nr. 104, 125, 371, 483, 495, 503, 521, 536, 597, 607, 784, 865, 895, 1121, 1616; vom Innewerden der Geister und Engel: Nr. 202, 203, 1008, 1383, 1384, 1390-1392, 1394, 1397, 1504; und daß die bloß wissenschaftlich Gebildeten (Eruditi) nicht wissen, was Innewerden ist: Nr. 1387. Was den Herrn betrifft, so war, während Er in der Welt lebte, all Sein Denken aus dem göttlichen Innewerden, weil Er allein ein göttlicher und himmlischer Mensch war, denn Er war der Einzige, in Dem Jehovah selbst war, aus dem Sein Innewerden kam, wovon ebenfalls Nr. 1616, 1791. Seine Innewerdungen wurden mehr und mehr inwendiger, je näher Er zur Vereinigung mit Jehovah fortschritt. Wie nun aber Sein Innewerden beschaffen war, kann aus demjenigen erhellen, was von den Eichenwäldern Mamres Nr. 1616 gesagt worden ist; und wie es wurde, als Er das inne ward, was in diesem Kapitel enthalten ist, wird nun im Folgenden beschrieben. 2145. "Und er saß an der Türe des Zeltes, als der Tag heiß ward", 1. Mose 18/1, daß dies das Heilige bedeutet, das Er nun hatte, nämlich das Heilige der Liebe, die durch den heißwerdenden Tag bezeichnet wird, wovon nachher, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 414, 1102, 1566; und den Grund, warum durch die Zelte Heiliges bezeichnet wurde, sehe man eben dort. Weil nun der Herr in dem Innewerden war, das durch die Eichenwälder Mamres bezeichnet wird, das ein niederes, vernunftmäßiges, dennoch aber ein inwendigeres ist, als das, welches durch den Eichenwald Moreh bezeichnet wird, wovon Nr. 1442, 1443; so wird es hier vorgebildet und so bezeichnet dadurch, daß Er an der Türe des Zeltes, d.h. am Eingang zum Heiligen saß. Wie es sich mit den Innewerdungen verhält, daß sie weniger und mehr innerlich sind, kann beleuchtet werden an den Innewerdungen der Urmenschen, von denen ich hörte, je mehr sie in den Dingen des Wissens aus dem, was Gegenstand des Hörens und Sehens war, versenkt waren, desto niedriger seien ihre Innewerdungen gewesen. Je mehr sie aber über diese zu den himmlischen Dingen der Liebtätigkeit und der Liebe erhoben wurden, desto inwendiger seien sie gewesen, weil sie alsdann dem Herrn näher waren. 2146. "Als der Tag heiß ward", 1. Mose 18/1, daß dies bedeutet aus Liebe, erhellt aus der Bedeutung der Wärme, sofern sie im inneren Sinn ist Liebe; und weil die Wärme entweder die des Tages oder des Jahres ist, so wird die Liebe entweder durch die Wärme des Tages, oder durch die Wärme des Jahres vorgebildet, gemäß dem, was im Historischen erwähnt wird. Daß die Wärme die Liebe bedeutet, kann daraus erhellen, daß die Liebe eine geistige Wärme genannt wird, und daß jedes Gefühl (affectio) durch ein Warmwerden bezeichnet wird, auch in der gewöhnlichen Rede; und überdies auch daraus, daß die Liebe und ihre Gefühle, im Inwendigeren des Menschen, dann auch in seinem Auswendigeren, und selbst im Leiblichen sich deutlich kund geben durch eine Art von Wärme. Ja diese hat auch wirklich keinen anderen Ursprung beim Menschen, wenn sie aus seinem Inwendigeren ausfließt; wie aber die Liebe, so die Wärme. Die himmlische Liebe und die geistige Liebe sind es, die eine reine Wärme darstellen; jede andere Wärme, die nämlich aus der Selbst- und der Weltliebe, sodann aus anderen unlauteren Liebearten kommt, ist unrein, und geht im anderen Leben in Auswurfartiges über, man sehe Nr. 1773. Zudem muß man wissen, daß das Heilige durchaus nur ausgesagt wird von der Liebe und Liebtätigkeit, nicht aber vom Glauben her, außer inwieweit Liebe oder Liebtätigkeit in den Glaubenswahrheiten ist. Die Glaubenswahrheiten sind nur heilig von daher, man sehe das früher Nr. 2049 Gesagte. 2147. Vers 2: Und er hob seine Augen auf, und sah, und siehe, drei Männer standen über ihm; und er sah, und lief ihnen entgegen von der Türe des Zeltes her, und bückte sich nieder zur Erde. "Und er hob seine Augen auf" bedeutet, Er habe inwendig in sich gesehen; "und siehe, drei Männer stehend über ihm" bedeutet das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige; "und er sah" bedeutet, von dem Heiligen her, das der Herr damals hatte; "und bückte sich zur Erde" bedeutet die Wirkung der Selbsterniedrigung aus Freude darüber. 2148. "Und er hob seine Augen auf", 1. Mose 18/2, daß dies bedeutet, Er habe inwendig in Sich gesehen, erhellt aus der Bedeutung von die Augen erheben. Durch die Augen wird im Worte das inwendigere Sehen oder der Verstand bezeichnet, wie aus den Nr. 212 angeführten Stellen erhellen kann. Die Augen aufheben heißt daher: dasjenige sehen und innewerden, was man über sich hat. Das Inwendigere wird im Wort ausgedrückt durch das Obere, wie z.B. nach oben blicken, die Augen zum Himmel erheben, an Hohes denken, und zwar dies aus dem Grund, weil der Mensch meint, der Himmel sei in der Höhe, oder über ihm, während er doch nicht in der Höhe ist, sondern im Inwendigen, wie z.B. wenn der Mensch im Himmlischen der Liebe ist, so ist dann sein Himmel inwendig in ihm, man sehe Nr. 450. Hieraus ist klar, daß die Augen aufheben, bedeutet inwendig in sich sehen. 2149. "Siehe, drei Männer standen über ihm", 1. Mose 18/2, daß dies bedeutet das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige, kann ohne Erklärung erhellen, denn jedem ist bekannt, daß ein Dreifaltiges ist, und dieses Dreifaltige eins ist. Daß es eins ist, stellt sich in diesem Kapitel deutlich heraus, nämlich im folgenden 3. Vers, wo es heißt: "Er sprach: Mein Herr, wenn ich irgend Gnade gefunden habe in deinen Augen, so geh doch nicht vorüber"; was zu den drei Männern gesagt worden war. Überdies Vers 10: "Und er sprach, wieder werde Ich kommen zu dir"; Vers 13: "Und Jehovah sprach zu Abraham"; Vers 15: "Er sprach, nein, du hast gelacht"; Vers 17: "Und Jehovah sprach, verberge Ich wohl vor Abraham, was Ich tue"; Vers 19: "Denn Ich kenne ihn"; Vers 20: "Und Jehovah sprach"; Vers 21: "Ich will hinabfahren, und will sehen, ob sie es nach ihrem Geschrei, das zu Mir gekommen, zum Ende gebracht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen"; Vers 23: "Abraham sprach: Wirst Du auch vertilgen den Gerechten mit dem Gottlosen"; Vers 25: "Ferne sei von Dir so zu tun, ferne sei von Dir"; Vers 26: "Und Jehovah sprach: Wenn Ich finden werde fünfzig Gerechte, so will Ich schonen des ganzen Orts um ihretwillen"; Vers 27: "Ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn"; Vers 28: "Wirst Du um der fünf willen die ganze Stadt verderben? und Er sprach: Ich werde nicht verderben, wenn Ich fünfundvierzig darin finden werde"; Vers 29: "Und er fuhr fort zu Ihm zu reden; Er sprach: Ich werde es nicht tun um der vierzig willen"; Vers 30: "Möchte doch mein Herr nicht zürnen; Er sprach: Ich werde es nicht tun, wenn Ich dreißig dort finden werde"; Vers 31: "Ich habe mich unterwunden zu meinem Herrn zu reden; Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zwanzig willen"; Vers 32: "Möchte doch mein Herr nicht zürnen; und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zehn willen"; Vers 33: "Und Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham". Hieraus kann erhellen, daß durch die drei Männer, die dem Abraham erschienen, bezeichnet wurde das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige, und daß das Dreifaltige in sich eins ist; im inneren Sinn ward hier von Jehovah gehandelt, daß Er dem Herrn erschienen sei, und daß der Herr dieses wahrnahm, aber nicht durch eine solche Erscheinung, wie sie Abraham hatte, denn daß drei Männer dem Abraham erschienen, ist eine historische Wahrheit, allein sie bildet das göttliche Innewerden, oder das Innewerden aus dem Göttlichen vor, das der Herr hatte, als Er im Menschlichen war, von welchem Innewerden im Folgenden gehandelt wird. 2150. "Und er sah", 1. Mose 18/2, daß dies bedeutet, als Er dieses wahrnahm, erhellt aus der Bedeutung des Sehens im inneren Sinn, sofern es ist verstehen und wahrnehmen, sodann erleuchtet werden: Nr. 1584. Daß sehen jenes bedeutet, ist das allergewöhnlichste im Wort. Hier nun wird bezeichnet, Er habe wahrgenommen, Er werde ein Innewerden aus dem Göttlichen haben, wie soeben gesagt worden. 2151. "Abraham lief ihnen entgegen", 1. Mose 18/2, daß dies bedeutet, Er sei näher hinzugetreten zu dem, was Er inne wurde, erhellt aus der Folge der Dinge im inneren Sinn, denn im vorhergehenden Vers ist die Rede vom Innewerden des Herrn, in dem Er war; in diesem Vers: daß Er Sich des Innewerdens aus dem Göttlichen bewußt geworden sei; hier nun wird, daß Er demselben näher getreten sei, vorgebildet und so bezeichnet dadurch, daß "er ihnen entgegenlief". 2152. "Von der Türe des Zeltes her", 1. Mose 18/2, daß dies bedeutet vom Heiligen aus, das der Herr nun hatte, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige; und aus der Bedeutung der Türe, sofern sie ist der Eingang zum Heiligen, wovon Nr. 2145. 2153. "Und bückte sich nieder zur Erde", 1. Mose 18/2, daß dies die Wirkung der Selbsterniedrigung aus Freude darüber bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sich bücken, sofern es ist sich demütigen. Wie alle inwendigeren Gefühle ihnen entsprechende Gebärden im Äußeren oder Leiblichen haben, welche Gebärden die Wirkungen der Gefühle als ihrer wirkenden Ursachen sind, so hat das Gefühl der Demut zur Folge die Erniedrigung, wie auch das sich Niederwerfen. Daß dies aus Freuden geschehen sei, ist klar, weil Er Sich des Innewerdens aus dem Göttlichen bewußt wurde. Vom Stande der Erniedrigung des Herrn, als Er im Menschlichen war, wurde schon früher hin und wieder gehandelt, und soll im Folgenden dieses Kapitels vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch weiter gehandelt werden. 2154. Vers 3: Und sprach: Mein Herr, wenn ich irgend Gnade gefunden habe in deinen Augen, so gehe doch nicht vorüber vor deinem Knecht. "Und sprach" bedeutet, er dachte so; "Mein Herr" bedeutet das Dreifaltige in einem; "wenn ich irgend Gnade gefunden habe in deinen Augen" bedeutet das Ehrfurchtsvolle (respectivum) des Zustandes des Herrn, als Er jenes Innewerden wahrnahm; "so gehe doch nicht vorüber vor Deinem Knecht" bedeutet, Er habe recht sehr verlangt, daß das, was Er inne zu werden begann, nicht vorübergehen möchte; der Knecht ist das Menschliche beim Herrn, ehe es göttlich wurde. 2155. "Und sprach", 1. Mose 18/3, daß dies bedeutet, er habe so gedacht, erhellt aus der Bedeutung des Sagens im historischen Sinn, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080. 2156. "Mein Herr", 1. Mose 18/3, bedeutet das Dreifaltige in einem, nämlich das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige, welches das Dreifaltige in einem ist. Daher hier der Herr in der Einzahl genannt wird; ebenso Vers 27, 31: "Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit meinem Herrn"; und Vers 30, 32: "Möchte doch mein Herr nicht zürnen". Sodann werden jene drei Männer auch Jehovah genannt, Vers 13: "Jehovah sprach zu Abraham"; Vers 14: "Wird für Jehovah irgend etwas zu schwer sein?"; Vers 32: "Abraham stand noch vor Jehovah"; Vers 33: "Und Jehovah ging hin, als Er aufgehört hatte zu Abraham zu reden". Hieraus erhellt, daß die drei Männer, d.h. das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige mit dem Herrn einer und derselbe sind, und der Herr einer und derselbe mit Jehovah. Im christlichen Glauben, welcher der Symbolische heißt, wird ebendasselbe anerkannt, wo mit dürren Worten gesagt wird: "Es sind nicht drei Unerschaffene, nicht drei Unendliche, nicht drei Ewige, nicht drei Allmächtige, nicht drei Herren, sondern einer". Die, welche dieses Dreifaltige, das in einem ist, trennen, sind keine anderen, als die, welche sagen, sie erkennen ein höchstes Wesen an: den Schöpfer des Weltalls, was denen, die außerhalb der Kirche sind, verziehen wird; aber die, welche innerhalb der Kirche so sagen, erkennen nicht einmal einen Gott an, obwohl sie das sagen, und zuweilen auch meinen; noch weniger erkennen sie den Herrn an. 2157. "Wenn ich irgend Gnade gefunden habe in Deinen Augen", 1. Mose 18/3, daß dies bedeutet das Ehrfurchtsvolle des Zustandes des Herrn, als Er jenes Innewerden wahrnahm, kann erhellen aus dem Gefühl der Demut, das in diesen Worten selbst liegt, dann auch in den gleich folgenden: "so gehe doch nicht vorüber vor Deinem Knecht", worin ebenfalls Demut liegt. In jedem einzelnen, was das Wort enthält, ist sowohl ein Gefühl, als auch eine Sache. Die himmlischen Engel verstehen das Wort wie es im inneren Sinn ist, nach dem Gefühl (quoad affectionem); die geistigen Engel hingegen wie es im inneren Sinn ist nach der Sache. Die, welche das Wort im inneren Sinn nach dem Gefühl verstehen (percipiunt), achten gar nicht auf die Worte, die der Sache angehören, sondern bilden sich Vorstellungen nach dem Gefühl und dessen Reihenfolge, und zwar mit unbegrenzter Mannigfaltigkeit; wie z.B. hier bei den Worten: "Wenn ich irgend Gnade gefunden habe in Deinen Augen, so gehe doch nicht vorüber vor Deinem Knecht", verstehen sie den Zustand der Erniedrigung des Herrn im Menschlichen, aber einzig das Gefühl der Demut, daher bilden sie sich, in unaussprechlicher Weise Mannigfaltigkeit und Menge, himmlische Vorstellungen, die kaum Vorstellungen (ideae) genannt werden können, sondern ebenso viele Lichtstrahlungen von Gefühlen und Innewerdungen, die in fortwährendem Zusammenhang einander folgen gemäß der Reihenfolge des Gefühls der Sachen, die im Worte sind, wenn es gelesen wird. Daraus kann erhellen, daß das Innewerden, Denken und Reden der himmlischen Engel unaussprechlicher und reicher ist, als das Innewerden Denken und Reden der geistigen Engel, denn dieses bestimmt sich nur nach der Sache gemäß der Reihenfolge der Sätze. Von der Rede der himmlischen Engel, daß sie so beschaffen sei, sehe man Nr. 1647. Daher kommt, daß die Worte: "Wenn ich irgend Gnade gefunden habe in Deinen Augen", im himmlischen Sinn bedeuten das Ehrfurchtsvolle des Zustandes des Herrn als Er jenes Innewerden wahrnahm. Außerdem war das "Gnadefinden in deinen Augen", eine gewöhnliche Redensart bei jeder Achtungsbezeugung, wie dies erhellen kann aus der Achtung, die Laban dem Jakob bezeugte, 1. Mose 30/27: "Laban sprach zu ihm: Habe ich irgend Gnade gefunden in Deinen Augen"; bei derjenigen, die Jakob dem Esau bezeugte: "Jakob sprach: Nicht doch, wenn ich irgend Gnade gefunden habe in Deinen Augen", und ebenso anderwärts im Worte. 2158. "So gehe doch nicht vorüber vor deinem Knecht", 1. Mose 18/3, daß dies bedeutet, Er habe gar sehr gewünscht, damit verhält es sich ebenso, wie soeben gesagt worden, daß es nämlich auch hier eine Ehrfurchtsbezeugung ist, die so ausgedrückt wird, und zugleich ein Gefühl des Verlangens, daß doch das, was Er inne zu werden begann, nicht vorübergehen möchte. 2159. Daß "der Knecht" das Menschliche beim Herrn ist, bevor es göttlich geworden, kann aus vielen Stellen bei den Propheten erhellen. Der Grund ist, daß das Menschliche beim Herrn nichts anderes war, bevor Er es auszog und göttlich machte: das Menschliche bei Ihm war von der Mutter, somit schwach, und hatte von daher etwas Anererbtes an sich, das Er durch Versuchungskämpfe überwand und gänzlich austrieb, bis zu dem Grad, daß Er gar nichts Schwaches und Anererbtes von der Mutter mehr hatte, ja zuletzt gar nichts mehr von der Mutter. So daß Er das Mütterliche gänzlich auszog, daß Er nicht mehr ihr Sohn war, wie Er auch selbst sagt bei Mark.3/32-35; Matth.12/46-49; Luk.8/20,21: "Sie sprachen zu Jesus: Siehe, Deine Mutter, und Deine Brüder; und ringsumher anblickend die um Ihn saßen, sprach Er: Siehe, Meine Mutter, und Meine Brüder; denn wer den Willen Gottes tut, der ist Mein Bruder, und Meine Schwester, und Meine Mutter". Und als Er dieses Menschliche auszog, zog Er das Göttlich-Menschliche an, von dem Er Sich nannte "Sohn des Menschen", wie mehrmals im Wort des Neuen Testaments, dann auch "Sohn Gottes". Und durch Sohn des Menschen bezeichnete Er das Wahre selbst, und durch Sohn Gottes das Gute selbst, das Seinem menschlichen Wesen angehörte, als es göttlich wurde. Der frühere Zustand war der der Erniedrigung des Herrn, dieser aber der Seiner Verherrlichung, wovon Nr. 1999. Im früheren Zustand, nämlich dem der Erniedrigung, da Er noch das schwache Menschliche bei Sich hatte, betete Er Jehovah an wie einen anderen von Ihm (verschiedenen), und zwar wie ein Knecht, denn das Menschliche ist jenem gegenüber nichts anderes; daher wird auch im Wort jenes Menschliche als ein Knecht bezeichnet; wie bei Jes.37/35: "Beschützen will Ich diese Stadt, sie zu erhalten um Meinetwillen, und um Davids, Meines Knechtes willen": wo von den Assyrern (die Rede ist), in deren Lager vom Engel 185.000 geschlagen wurden. David für den Herrn, Der, weil Er kommen sollte, in betreff des Menschlichen Knecht heißt. Daß David im Worte für den Herrn (steht), sehe man Nr. 1888. Jes.42/1: "Siehe, Mein Knecht, auf Den Ich Mich stützen werde, Mein Auserwählter, (an dem) Meine Seele Wohlgefallen hat; Ich habe Meinen Geist auf Ihn gegeben; das Recht wird Er den Völkerschaften bringen": wo offenbar vom Herrn (die Rede ist), Der, solang Er im Menschlichen war, als Knecht und Auserwählter bezeichnet wird. Jes.42/19: "Wer ist blind, wenn nicht Mein Knecht, und taub wie der Engel, den Ich senden werde? wer ist blind wie der Vollkommene, und blind wie der Knecht Jehovahs?": wo auch vom Herrn (die Rede ist), Der ebenfalls, solang Er im Menschlichen war, als Knecht und Engel bezeichnet wird. Jes.43/10: "Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehovah, und Mein Knecht, den Ich erwählet habe; auf daß ihr wisset und Mir glaubet, und verstehet, daß Ich es selbst bin". Jes.49/5,6: "Es sprach Jehovah, Der Mich von Mutterleib an Ihm zu einem Knecht Sich gebildet, zu Ihm zurückzuführen Jakob, und daß Israel Ihm versammelt werde; und sprach: Ein Leichtes ist es, daß du Mir Knecht seist, die Stämme Jakobs aufzurichten, Ich habe dich gegeben zum Licht der Völkerschaften, zu sein Mein Heil bis an der Erde Ende": wo auch offenbar vom Herrn, und von Seinem Menschlichen die Rede ist, bevor Er das Licht der Völkerschaften, und das Heil bis zum Ende der Erde geworden war. Jes.50/10: "Wer unter euch fürchtet Jehovah, hört auf die Stimme Seines Knechtes? Wer im Finstern wandelt, und keine Helle hat, vertraue auf den Namen Jehovahs, und stütze sich auf seinen Gott": der Knecht gleichfalls für das Menschliche beim Herrn; für die Zeit, da Er in diesem war, und den Weg der Wahrheit lehrte, ist es die Stimme des Knechts Jehovahs. Jes.52/12,13: "Es gehet vor euch her Jehovah, und es sammelt euch der Gott Israels, siehe, klug wird handeln Mein Knecht, er wird emporgehoben, und erhöhet, und sehr erhoben werden": daß der Herr, solang Er im Menschlichen war, als der Knecht bezeichnet wird, ist klar, denn es wird von Ihm gesagt, Er werde emporgehoben, und erhöhet, und erhoben werden: Jes.53/2,3,10,11: "Keine Gestalt hatte Er, und keine Ehre, wir sahen Ihn, aber (da war) kein Ansehen, verachtet, ein Mann der Schmerzen, vertraut mit Krankheit; Jehovah wollte ihn zermalmen, machte ihn schwach: wenn Er zum Schuldopfer gegeben seine Seele, wird Er Samen sehen, die Tage verlängern, und der Wille Jehovahs wird durch Seine Hand gelingen; aus der Arbeit Seiner Seele wird Er sehen, gesättigt werden, durch Seine Erkenntnis wird der Gerechte, Mein Knecht, viele rechtfertigen; und ihre Missetaten hat Er getragen": wo offenbar, wie in diesem ganzen Kapitel, vom Zustand der Erniedrigung des Herrn gehandelt und auch gesagt wird, daß Er dann in menschlicher Schwachheit (in infirmo humano) war, nämlich ein Mann der Schmerzen, vertraut mit Krankheit, schwach, in Arbeit Seiner Seele war, außer mehrerem, in welchem Zustand Er als Knecht bezeichnet wird. 2160. Vers 4: Nehmet doch an ein wenig Wasser, und waschet eure Füße, und lehnet euch nieder unter dem Baume. "Nehmet doch an ein wenig Wasser" bedeutet, sie möchten herzutreten und sich vom Göttlichen zu Seinen Verstandesbegriffen herablassen; "und waschet eure Füße" bedeutet, sie möchten etwas Natürliches anziehen, damit Er in Seinem damaligen Zustand ein besseres Innewerden habe; "und lehnet euch nieder unter dem Baume" bedeutet zum Innewerden Seines Zustandes, in dem Er war; der Baum ist das Innewerden (perceptio). 2161. "Nehmet doch an (accipiatur quaeso) ein wenig Wasser", 1. Mose 18/4, daß dies bedeute, sie möchten näher herzutreten, und vom Göttlichen zu Seinen Verstandesbegriffen (intellectualia) sich herablassen, kann nicht so erhellen aus diesen Worten allein: sie sollen ein wenig Wasser annehmen, sondern aus der Reihenfolge der in diesem Vers (enthaltenen) Dinge, und deren Zusammenhang mit denen, die vorhergehen und nachfolgen. Aus dem, was in diesem Verse steht, würde gar niemand wissen, daß (die Worte): "Nehmet doch an ein wenig Wasser, und waschet eure Füße, und lehnet auch nieder unter dem Baum" bedeuten sollen, das Göttliche möchte sich zum Stand des Innewerdens, in dem der Herr damals war, näher herablassen, und sich in etwas Natürliches hüllen, auf daß Er besser inne werde; denn es zeigt sich in den Worten, wenn man sie historisch versteht, keine Spur von diesem Geheimnisse. Daß sie aber gleichwohl im inneren Sinn jene Bedeutung haben, und die Engel sie so verstehen, weiß ich gewiß. Hieraus kann erhellen, welch große und wie tiefe Geheimnisse im Worte verborgen liegen. Außerdem kann es klar werden aus der Bedeutung der Worte im inneren Sinn, nämlich aus der Bedeutung des Wassers, sofern es ist das Verstandesmäßige; aus der Bedeutung der Füße, sofern sie sind das Natürliche; und aus der Bedeutung des Baumes, sofern er ist das Innewerden. Versteht man nun dies, so kann aus der Aufeinanderfolge der Dinge und deren Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und Nachfolgenden erhellen, was sie im inneren Sinn bedeuten, nämlich das, was gesagt wurde. Daß die Wasser Wißtümliches und Vernunftmäßiges (scientifica et rationalia) mithin Verstandesbegriffe (intellectualia) bedeuten, ist Nr. 28, 680 gezeigt worden, und kann aus sehr vielen anderen Stellen im Wort erhellen, die aufzuführen zu weitläufig wäre. 2162. "Und waschet eure Füße", 1. Mose 18/4, daß dies bedeutet, Er möchte etwas Natürliches anlegen, damit Er in Seinem damaligen Zustande ein besseres Innewerden haben möchte, kann erhellen aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche sind, sodann ebenfalls aus der Aufeinanderfolge der Dinge. Daß hier Geheimnisse verborgen liegen, kann einigermaßen daraus erhellen, daß Abraham die drei Männer bat, sie möchten ein wenig Wasser annehmen, und die Füße waschen, und sie möchten sich unter den Baum lehnen, während er doch wußte, daß es der Herr oder Jehovah war; auch daraus, daß so etwas sonst nicht erwähnt worden wäre. Daß die Füße das Natürliche bedeuten, kann erhellen aus den Vorbildungen bei den Urmenschen und so im Worte. Das Himmlische und Geistige wird vorgebildet durch das Haupt und durch das, was zum Haupte gehört; durch die Brust und was zur Brust gehört, das Vernunftmäßige und was zum Vernunftmäßigen gehört; durch die Füße und was zu den Füßen gehört, das Natürliche und das zum Natürlichen gehörige; daher kommt, daß die Fußsohle und Ferse das unterste Natürliche bedeutet, worüber man sehe Nr. 259; und der Schuh, das Allerunterste, das schmutzig ist, wovon Nr. 1748. Ähnliches wird bezeichnet durch das, was in den Träumen und Gesichten bei den Propheten vorgebildet wurde; wie z.B. die dem Nebukadnezar erschienene Bildsäule, Dan.2/32,33: deren Haupt gutes Gold, Brust und Arme Silber, Bauch und Schenkel Erz, die Beine Eisen, die Füße zum Teil Eisen, zum Teil Ton waren, wo das Haupt Himmlisches bedeutet, welches das Innerste, und das Gold ist, wie Nr. 113, 1551, 1552 gezeigt worden; Brust und Arme, Geistiges oder Vernunftmäßiges, welches das Silber ist, wie Nr. 1551 gezeigt worden; die Füße aber das Untere, welches das Natürliche ist, dessen Wahrheiten bezeichnet werden durch das Eisen, und das Gute durch den Ton oder Lehm. Daß Eisen das Wahre ist, sehe man Nr. 425, 426 und daß Lehm das Gute ist: Nr. 1300; beides hier das Natürliche. So folgen sie auch aufeinander im Reich des Herrn in den Himmeln, und in der Kirche, die das Reich des Herrn auf Erden ist, sodann in jeglichem, der ein Reich des Herrn ist. Ebenso verhält es sich mit dem Gesicht, das Daniel hatte, von dem es heißt: Dan.10/5,6: "Ich hob meine Augen auf, und sah, und siehe ein Mann in Leinwand gekleidet, und seine Lenden umgürtet mit Gold von Uphas, und der Leib wie Tharschisch (Chrysolith) und sein Antlitz von Ansehen wie der Blitz, und seine Augen wie Feuerfackeln, und seine Arme und Füße wie der Glanz geglätteten Erzes": durch diese Dinge wird insbesondere das Inwendigere des Wortes, in betreff des Guten und Wahren bezeichnet: die Arme und Füße sind dessen Auswendigeres, das der Buchstabensinn ist, weil in diesem Natürliches ist, denn vom Natürlichen ist es hergenommen. Was außerdem jegliches bedeutet, nämlich Lenden, Leib, Antlitz, Augen und mehreres beim Menschen, kann aus den Vorbildungen im anderen Leben erhellen, von denen vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gesprochen werden soll, wo (die Rede sein wird) vom Größten Menschen, welcher der Himmel des Herrn ist, und von den Vorbildungen von daher in der Geisterwelt. Was man liest von Moses, Aharon, Nadab, Abihu, und den siebzig Ältesten, daß sie sahen den Gott Israels, unter dessen Füßen war wie ein Werk von Saphirstein, und wie das Wesen des Himmels in Rücksicht der Reinheit (2. Mose 24/9,10) bedeutet, sie haben nur Äußeres der Kirche gesehen, vorgebildet in natürlichen Dingen. Dann auch den buchstäblichen Sinn des Wortes, in dem auch Äußeres vorgebildet wird durch Natürliches, das die Füße sind, unter denen wie ein Werk von Saphirstein, und wie das Wesen des Himmels war; daß es der Herr war, Der ihnen erschien, aber bloß in jenem Unteren oder Natürlichen, ist klar, denn Er heißt der Gott Israels, Den alle Dinge der Kirche vorbildeten, und alle Dinge des Wortes im inneren Sinn bezeichneten; denn der Herr stellt sich sichtbar dar gemäß dem, was alsdann bezeichnet wird, wie bei Joh.Offenb.19/11,13: als Mann auf einem weißen Pferde, und daß Er dort das Wort bezeichnet habe, wird mit klaren Worten gesagt. Die dem Hesekiel 1/7 erschienenen lebendigen Wesen (animalia), die Cherube waren, sind in betreff des Himmlischen und Geistigen durch die Gesichter und Flügel, wie auch mehreres andere beschrieben, in betreff des Natürlichen aber so: "Ihre Füße, der Fuß gerade, und ihre Fußsohle wie die Fußsohle eines Kalbes, und schimmernd wie der Glanz geglätteten Erzes". Daß gesagt wird, die Füße haben geschimmert wie geglättetes Erz, das ist das Natürliche, ist deswegen, weil das Erz, das natürlich Gute bedeutet, wovon Nr. 425, 1551. Ebenso daß Er dem Johannes erschien, Joh.Offenb.1/14,15; 2/18: "als ein Menschensohn, dessen Augen waren wie eine Feuerflamme, und die Füße gleich dem Messing". Daß die Füße das Natürliche bedeuten, erhellt ferner aus Folgendem: Joh.Offenb.10/1,2: "Er sah einen starken Engel herabkommen aus dem Himmel, umgeben mit einer Wolke, und ein Regenbogen um das Haupt, und sein Angesicht wie die Sonne, und seine Füße wie Feuersäulen; er hatte in seiner Hand ein offenes Büchlein, und setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land": durch diesen Engel wird ebenfalls das Wort bezeichnet, (und zwar) wie es im inneren Sinn ist, durch den Regenbogen um das Haupt, und durch das Angesicht wie die Sonne; der äußere Buchstabensinn aber durch die Füße. Das Meer sind die natürlichen Wahrheiten, das Land das natürliche Gute; woraus erhellt, was es bedeutet, daß er den rechten Fuß auf das Meer, und den linken auf das Land gesetzt habe. Es wird hin und wieder im Worte des Fußschemels erwähnt, man weiß aber nicht, was er im inneren Sinn bedeutet: z.B. bei Jes.66/1: "Jehovah sprach: Die Himmel sind Mein Thron, und die Erde der Schemel Meiner Füße; wo ist das Haus, das ihr Mir bauen wollt, und wo der Ort Meiner Ruhe?": die Himmel sind das Himmlische und das Geistige, somit das Innerste, sowohl des Reiches des Herrn in den Himmeln, als des Reiches des Herrn auf Erden, oder in der Kirche, sodann bei einem jeden Menschen, der ein Reich des Herrn oder eine Kirche ist. Somit auch die himmlischen und geistigen Dinge an sich betrachtet, welche die der Liebe und Liebtätigkeit und von daher des Glaubens sind; somit alles, was dem inneren Gottesdienst, und ebenso alles, was dem inneren Sinn des Wortes angehört, diese sind die Himmel, und werden genannt der Thron des Herrn. Die Erde aber ist alles Untere, das jenen entspricht, wie es ist das untere Vernunftmäßige und Natürliche, von dem vermöge der Entsprechung auch Himmlisches und Geistiges ausgesagt wird; dergleichen das ist, was in den unteren Himmeln, und auch, was in der Kirche, und was im äußeren Gottesdienst, sodann das, was im Buchstabensinn des Wortes ist, mit einem Wort alles, was aus dem Inneren hervorgeht, und sich im Äußeren darstellt; dieses wird, weil es das Natürliche ist, Erde, und der Schemel der Füße des Herrn genannt. Was Himmel und Erde im inneren Sinn seien, sehe man auch Nr. 82, 1733; was der neue Himmel, und die neue Erde: Nr. 2117, 2118 E; und daß der Mensch ein Himmel im Kleinen sei: Nr. 911, 978, 1900. Ebenso bei Jerem.Klagel.2/1 "Es umwölkt in Seinem Zorn der Herr die Tochter Zions, Er hat herabwerfen lassen von den Himmeln auf die Erde die Zierde Israels, und nicht gedacht des Schemels Seiner Füße am Tage Seines Zorns". Ps.99/5: "Erhöhet Jehovah, unsern Gott, und neiget euch zum Schemel Seiner Füße, heilig ist Er". Ps.132/7: "Wir werden eingehen in Seine Wohnungen, uns zu dem Schemel Seiner Füße neigen". Es meinten die in der vorbildlichen Kirche, also die Juden, das Haus Gottes und der Tempel sei der Schemel der Füße, indem sie nicht wußten, daß durch das Haus Gottes und den Tempel der vorbildliche äußere Gottesdienst bezeichnet wurde; was das Innere der Kirche sei, das durch den Himmel oder den Thron Gottes bezeichnet wurde, wußten sie gar nicht. Ps.110/1; Matth.22/42,44; Mark.12/36; Luk.20/42,43: "Jehovahs Spruch zu Meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis daß Ich habe Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße gelegt": durch den Schemel der Füße wird ebenfalls bezeichnet das Natürliche des Menschen, sowohl das Sinnliche, als das Wißtümliche, und das Vernunftmäßige von daher, welche Dinge Feinde heißen, wenn sie den Gottesdienst verkehren, und zwar aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes, so daß der Gottesdienst bloß im Äußeren ist, und gar keiner oder ein verunstalteter innerer ist, wovon Nr. 1094, 1175, 1182. Wenn sie so verkehrt und verunstaltet worden sind, so werden sie Feinde genannt; weil sie aber an sich betrachtet sich auf den inneren Gottesdienst beziehen, so werden, wenn dieser wiederhergestellt wird, sowohl die Dinge des äußeren Gottesdienstes, als die des Buchstabensinnes des Wortes zum Schemel der Füße. Jes.60/13: "Die Herrlichkeit Libanons wird zu Dir kommen; Tanne, Fichte, Buchsbaum allzumal, zu schmücken den Ort Meines Heiligtums, und den Ort Meiner Füße will Ich zu Ehren bringen": es wird hier gehandelt vom Reich des Herrn, und der Kirche, deren geistig Himmlisches ist die Herrlichkeit des Libanons oder die Zedern, das natürlich Himmlische aber sind die Tanne, die Fichte, der Buchsbaum, wie auch sonst im Wort, somit die Dinge des äußeren Gottesdienstes, von denen gesagt wird: "Ich werde den Ort meiner Füße zu Ehren bringen"; dieser kann nicht zu Ehren gebracht werden durch die Tanne, die Fichte, den Buchsbaum, sondern durch das, was diese bezeichnen. Daß die Füße diese Bedeutung haben, erhellt auch aus den Vorbildungen in der jüdischen Kirche, z.B. daraus, daß "Aharon und seine Söhne Hände und Füße waschen sollten, bevor sie in die Hütte eingingen": 2. Mose 30/19,20; 40/31,32. Daß dies Geheimnisse vorbildete, kann jeder sehen, denn was ist das Waschen der Hände und Füße, als eben etwas Äußeres, das nichts bewirkt, wenn nicht das Innere sauber und rein ist, auch kann das Innere durch jene Waschung nicht gesäubert und gereinigt werden. Weil aber alle Gebräuche jener Kirche die inneren Dinge sinnbildlich bezeichneten, welche die himmlischen und geistigen sind, so auch hier, nämlich die Reinheit des äußeren Gottesdienstes, der alsdann rein ist, wenn im äußeren der innere ist; daher ihre Waschbecken aus Erz waren, wie auch jenes große, welches das eherne Meer hieß, nebst den zehn kleineren Becken aus Erz, um den Tempel Salomos her: 1.Kön.7/23,38: weil das Erz das Gute des äußeren Gottesdienstes vorbildete, welches dasselbe ist mit dem natürlich Guten. Über diese Bedeutung des Erzes sehe man Nr. 425, 1551. In gleicher Weise war es eine Vorbildung, daß ein Mann, aus dem Samen Aharons, an dem ein Bruch des Fußes, oder ein Bruch der Hand war, nicht herzutreten durfte, die Feuerungen Jehovahs darzubringen: 3. Mose 21/19,21. Durch die an Händen und Füßen Gebrochenen werden diejenigen vorgebildet, die in einem verkehrten äußeren Gottesdienst sind. Daß die Füße die natürlichen Dinge bedeuten, erhellt auch sonst hin und wieder bei den Propheten, z.B. in folgendem prophetischen Spruch 5. Mose 33/24,25: "Gesegnet von den Söhnen sei Ascher, er sei der Angenehme unter seinen Brüdern, und tauchend in Öl seinen Fuß, Eisen und Erz deine Schuhe". Dies wird niemand verständlich sein, wenn man nicht weiß, was im inneren Sinn bedeuten Öl, Fuß, Eisen, Erz, Schuh; daß der Fuß das Natürliche ist, der Schuh das noch niedrigere Natürliche, wie solches das körperlich Sinnliche ist, sehe man Nr. 1748; und daß das Öl das Himmlische ist: Nr. 886; das Eisen das natürlich Wahre: Nr. 425, 426; und das Erz das natürliche Gute: Nr. 425, 1551. Hieraus wird klar, was jene Worte in sich schließen. Nahum 1/3: "Jehovah hat in Sturm und Wetter (Seinen) Weg, und eine Wolke ist der Staub Seiner Füße": wo der Staub der Füße die natürlichen und körperlichen Dinge bedeutet, die bei dem Menschen sind, und aus denen Wolken (entstehen). Ebendasselbe wird auch bei Ps.18/10 bezeichnet durch die Worte: "Jehovah neigte die Himmel, und fuhr herab, und Dunkel (war) unter Seinen Füßen". Wenn das Gute und Wahre des Glaubens durch das natürliche Licht, wie man es nennt, verkehrt wird, so wird es im Worte beschrieben durch die Füße und die Klauen des Tieres, durch welche die Wasser getrübt, und womit die Speisen zertreten werden, wie bei Hes.32/2,13: "Du gingest hinaus in die Ströme, und machtest trüb die Wasser mit deinen Füßen, und zertratest deren Flüsse; Ich will verderben all sein Tier von den vielen Wassern, und es wird sie nicht mehr trüben der Fuß eines Menschen, noch die Klaue eines Tieres": es wird hier gehandelt von Ägypten, und daß durch dieses die Wissenschaften bezeichnet worden sind, ist gezeigt worden: Nr. 1164, 1165, 1462; somit durch die Füße und Klauen, mit denen die Flüsse und Wasser getrübt werden, Wißtümliches aus Sinnlichem und aus Natürlichem, aus dem sie über die Geheimnisse des Glaubens vernünfteln, und nicht eher glauben, als bis sie durch jenes begriffen werden, d.h. gar nicht glauben, denn je mehr solche vernünfteln, desto weniger glauben sie. Man sehe Nr. 128, 129, 130, 215, 232, 233, 1072, 1385. Aus all diesem wird nun klar, daß durch die Füße im Wort das Natürliche bezeichnet wird, was aber weiter bezeichnet wird, erhellt aus dem Sachzusammenhang. 2163. "Und lehnet euch nieder unter den Baum", 1. Mose 18/4, daß dies bedeutet, zum Innewerden seines Zustandes, in dem er war, erhellt aus der Bedeutung des Baumes, sofern er ist das Innewerden, wovon Nr. 103. Der eigentliche Sinn ergibt sich daher aus dem Sachzusammenhang, daß er nämlich jener ist. Daß Bäume die Innewerdungen (Perceptiones) sinnbildlich bezeichnet haben, kam daher, daß der himmlische Mensch dem Paradies oder Garten in Eden verglichen und gleichgesetzt wurde, daher die Innewerdungen der himmlischen Dinge bei ihm den Bäumen in diesem. 2164. Vers 5: Und ich will einen Bissen Brot bringen, und ihr sollt euer Herz laben; hernach möget ihr weiterziehen: denn warum seid ihr vorbeigekommen bei eurem Knecht; und sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast. "Und ich will einen Bissen Brot bringen" bedeutet etwas Himmlisches (ihm) beigeben; "ihr sollt euer Herz laben" bedeutet, so viel zusagt; "hernach möget ihr weiterziehen" bedeutet, wenn er mit dem Innewerden zu Ende gekommen sein werde, so werde er solchergestalt zufrieden sein; "denn wozu seid ihr vorbeigekommen bei eurem Knecht" bedeutet, darum seien sie gekommen; "und sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast" bedeutet, es sollte so geschehen. 2165. "Und ich will einen Bissen Brot bringen", 1. Mose 18/5, daß dies bedeutet, etwas Himmlisches beigefügt (aliquid coeleste adjunctum), erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es ist das Himmlische, wovon Nr. 276, 680, 681, 1798. Daß das Brot das Himmlische bedeutet, kommt daher, daß das Brot im allgemeinen alle Speise, somit im inneren Sinn alle himmlische Speise bezeichnet. Was himmlische Speise sei, ist Nr. 56-58, 680, 681, 1480, 1695 gesagt worden. Daß das Brot im allgemeinen alle Speise bezeichnet, kann aus folgenden Stellen des Wortes erhellen: man liest von Joseph, er habe zu demjenigen, der über sein Haus (gesetzt war), gesagt, er solle die Lämmer, d.h. seine Brüder ins Haus führen, und "das zu Schlachtende schlachten und zurichten", und nachher als es zugerichtet war, und sie essen sollten, sprach er: "Leget Brot vor", 1. Mose 43/16,31: das hieß, man sollte den Tisch zurichten, somit steht Brot für alle Speisen. 2. Mose 18/12: auch hier Brot für alle Speisen. Von Jethro (2. Mose 18/12) liest man, "daß Aharon und alle Ältesten Israels gekommen seien, das Brot zu essen mit dem Schwiegervater Moses, vor Gott": auch hier Brot für alle Speisen. Von Manoach im Buch der Richter 13/15,16: "Manoach sprach zum Engel Jehovahs: Laß dich doch von uns zurückhalten, und vor dir ein Ziegenböckchen zurichten, und der Engel Jehovahs sprach zu Manoach: Wenn du mich auch zurückhältst, so werde ich dein Brot (doch) nicht essen": hier steht Brot für das Ziegenböckchen. 1.Sam.14/27,28: Als Jonathan von der Honigwabe aß, sagte man zu ihm, daß Saul das Volk beschworen und gesagt habe, verflucht sei der Mann, der heute "Brot essen wird": wo Brot für alle Speise (steht). 1.Sam.20/24,27: Als Saul sich hinsetzte Brot zu essen, sprach er zu Jonathan: "Warum ist der Sohn Jischais nicht gekommen, weder gestern noch heute, zum Brot": soviel als zum Tisch; wo allerlei Speise ist. Von David, der zu Mephiboscheth, dem Sohn Jonathans 2.Sam.9/7,10 sprach: "Du sollst Brot essen an meinem Tisch immerdar". Ebenso von Evilmerodach, der sagte, 2.Kön.25/29: "Jehojachin, der König von Jehudah, solle täglich das Brot essen vor ihm, alle Tage seines Lebens". Von Salomo heißt es 1.Kön.5/2,3 (oder 4/22,23): "Das Brot Schelomos war auf jeden Tag, dreißig Kor Semmelmehl, und sechzig Kor (anderes) Mehl, zehn gemästete Rinder, und zwanzig Weiderinder, und hundert Schafe, ohne die Hirsche, Rehe, Damwild, und gemästete Hähne": wo offenbar das Brot für jenes alles steht. Da nun das Brot im allgemeinen alle Speisen bezeichnet, so bedeutet es im inneren Sinn alles das, was himmlische Speise genannt wird. Was noch besser erhellen kann an den Brandopfern und Schlachtopfern, die dargebracht wurden von Lämmern, Schafen, Ziegen, Böcken, Widdern, Kälbern, Stieren, die mit einem Wort genannt werden "Brot der Feuerung für Jehovah", wie aus folgenden Stellen deutlich erhellt bei Mose, wo von verschiedenen Opfern die Rede ist, von denen er sagt: 3. Mose.3/11,16: "Dieselben soll der Priester anzünden auf dem Altar, ein Brot der Feuerung für Jehovah, zum Geruch der Ruhe": alle jene Schlacht- und Brandopfer wurden so genannt. 3. Mose 21/6,8,17,21: "Die Söhne Aharons sollen heilig sein ihrem Gott, und nicht entweihen den Namen ihres Gottes, weil sie die Feuerungen Jehovahs, das Brot ihres Gottes, darbringen. Du sollst ihn heiligen, weil das Brot deines Gottes er darbringt. Ein Mann vom Samen Aharons, an dem ein Fehl ist, soll nicht herzutreten, darzubringen das Brot seines Gottes": wo ebenfalls die Schlacht- und Brandopfer das Brot sind, wie auch 3. Mose 22/25. 4. Mose 28/2: "Gebiete den Söhnen Israels, und sprich zu ihnen: Meine Opfergabe, Mein Brot, zu Feuerungen des Geruchs der Ruhe, sollt ihr acht haben, Mir darzubringen zu seiner bestimmten Zeit": hier ebenfalls Brot für alle Opfer, die dort aufgezählt werden. Mal.1/7: "(Ihr) bringet auf Meinem Altare verunreinigtes Brot dar": wo auch von Opfern die Rede ist. Das Geheiligte von den Schlachtopfern, das sie aßen, hieß auch Brot, wie bei Mose 3. Mose 22/6,7 erhellt: "Wer Unreines angerührt hat, soll nicht essen vom Geheiligten, vielmehr soll er sein Fleisch im Wasser baden, und (wenn) die Sonne untergegangen ist, so wird er rein sein, und mag hernach essen vom Geheiligten, weil das sein Brot ist". Die Brand- und die Schlachtopfer in der jüdischen Kirche bildeten nichts anderes vor, als die himmlischen Dinge, die zum Reich des Herrn in den Himmeln, und zum Reich des Herrn auf Erden oder in der Kirche, sodann die, welche zum Reich des Herrn oder zur Kirche bei einem jeden, im allgemeinen alle die, welche zur Liebe und Liebtätigkeit gehören, denn diese sind himmlisch; und eine jede Gattung von Opfern etwas Besonderes. Diese alle wurden zu damaliger Zeit Brot genannt. Als daher die Opfer abgeschafft wurden, und an ihre Stelle für den äußeren Gottesdienst etwas anderes trat, wurde verordnet, daß Brot und Wein gebraucht werden sollten. Was also Brot bedeutet, ist nun hieraus klar, nämlich alles das, was die Opfer vorbildeten, somit im inneren Sinn den Herrn selbst, und weil den Herrn selbst, so bedeutet es die Liebe selbst gegen das ganze Menschengeschlecht, und was zur Liebe gehört, wie auch die Gegenliebe des Menschen zum Herrn, und gegen den Nächsten; somit bedeutet es alle himmlischen Dinge, und so der Wein alle geistigen. Was auch mit klaren Worten der Herr lehrt bei Johannes 6/31-35: "Sie sprachen: Unsere Väter haben das Man gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht, Brot vom Himmel gab Er ihnen zu essen; da sprach zu ihnen Jesus, Amen, amen, Ich sage euch, nicht Moses gab euch Brot vom Himmel, sondern Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel, denn das Brot Gottes ist das, welches vom Himmel herabkommt, und Leben gibt der Welt; sie sprachen zu Ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot; da sprach zu ihnen Jesus: Ich bin das Brot des Lebens, wer zu Mir kommt, wird nicht hungern, und wer an Mich glaubt, wird niemals dürsten", und bei Joh.6/47-51: "Wahrlich, Ich sage euch, wer an Mich glaubt, hat ewiges Leben, Ich bin das Brot des Lebens, eure Väter haben das Man gegessen in der Wüste und sind gestorben, dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, daß wer davon isset, nicht sterbe: Ich bin das lebende Brot, das vom Himmel herabgekommen, wenn jemand von diesem Brot isset, wird er leben in Ewigkeit". Weil nun das Brot der Herr ist, so ist es das der himmlischen Dinge, die zur Liebe gehören, und Sache des Herrn sind, denn der Herr ist das Himmlische selbst, weil Er die Liebe selbst, d.h. die Barmherzigkeit selbst ist. Und weil es so ist, so ist das Brot auch alles Himmlische, d.h. alle Liebe und Liebtätigkeit beim Menschen, denn diese sind vom Herrn. Welche daher nicht in der Liebe und Liebtätigkeit sind, die haben den Herrn nicht bei sich, werden also nicht mit den Gütern und den Seligkeiten beschenkt, die durch Brot im inneren Sinn bezeichnet werden. Dieses äußere Sinnbild ist angeordnet worden, weil der größte Teil des Menschengeschlechtes in äußerem Gottesdienst ist, und deshalb ohne etwas Äußeres kaum etwas Heiliges bei ihnen wäre. Wenn sie daher in der Liebe zum Herrn leben, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, so haben sie dennoch ein Inneres bei sich, obschon sie nicht wissen, daß dieses das eigentlichste Innere des Gottesdienstes ist. So werden sie in ihrem äußeren Gottesdienst im Guten bestärkt, das durch das Brot bezeichnet wird. Auch bei den Propheten werden durch Brot die himmlischen Dinge, die zur Liebe gehören, bezeichnet, als bei Jes.3/1,7; 30/23; 33/15,16; 55/2; 58/7,8; Jerem.Klagel.5/9; Hes.4/16,17; 5/16; 14/13; Amos 4/6; 8/11; Ps.105/16. Ebenso die Schaubrote (Panes facierum) auf dem Tisch, wovon 3. Mose 24/5-9; 2. Mose 25/30; 40/23; 4. Mose 4/7; 1.Kön.7/48. 2166. "Und ihr sollt euer Herz laben", 1. Mose 18/5, daß dies bedeutet, soweit es zusagt, kann nicht so erhellen aus der nächsten Bedeutung der Worte im inneren Sinn, dennoch aber aus dem Sachzusammenhang; denn es wird gehandelt vom göttlichen Innewerden (Perceptio), daß dieses näher kommen möchte dem Innewerden des Menschlichen, das damals beim Herrn war, und daß es sich herablassen möchte zu Seinen Verstandesbegriffen, dadurch, daß es etwas Natürliches anzöge, sodann etwas diesem beigefügtes Himmlisches, soweit es zusagt, und dieses heißt das Herz laben. Im nächsten Sinn heißt das Herz laben durch Brot soviel als sich erquicken mithin soviel oder wenig Himmlisches genießen, als gerade zuträglich ist. 2167. "Hernach möget ihr weiterziehen", 1. Mose 18/5, daß dies bedeutet, wenn er mit dem Innewerden zu Ende gekommen sein werde, so werde er solchergestalt zufrieden sein, erhellt ebenso aus dem Zusammenhang. 2168. "Denn warum seid ihr vorbeigekommen bei eurem Knecht", 1. Mose 18/5, daß dies bedeutet, sie seien deswegen gekommen, erhellt gleichfalls ohne Erklärung. 2169. Daß "Und sie sprachen: Tue, wie du gesagt hast", 1. Mose 18/5, bedeutet, es sollte also geschehen, bedarf ebenfalls keiner Erklärung. 2170. Vers 6: Da eilte Abraham nach dem Zelt zu Sarah, und sprach: Eilends nimm drei Seah Semmelmehl, knete, und mache Kuchen. "Da eilte Abraham nach dem Zelt (zu Sarah)" bedeutet das vernunftmäßige Gute des Herrn verbunden mit seinem Wahren; Abraham ist hier der Herr in jenem Zustand in Rücksicht des Guten; Sarah in Rücksicht des Wahren. Das Zelt in Rücksicht des Heiligen der Liebe; "und sprach" bedeutet den Zustand des Innewerdens wie er damals beziehungsweise war; "Eilends nimm drei Seah Semmelmehl, knete, und mache Kuchen" bedeutet das Himmlische seiner Liebe in jenem Zustand: drei ist das Heilige; das Semmelmehl ist das Geistige und Himmlische des Vernunftmäßigen, das damals beim Herrn war; die Kuchen gleichfalls, als beides verbunden war. 2171. "Da eilte Abraham nach dem Zelt zu Sarah", 1. Mose 18/6, daß dies bedeutet das vernunftmäßige Gute des Herrn verbunden mit seinem Wahren, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, sodann der Sarah, und aus der Bedeutung des Zeltes, wovon sogleich. Wie alles und jedes sich gemäß der Sache verhält, von der im inneren Sinn gehandelt wird, so auch dieses, nämlich gemäß dem göttlichen Innewerden, in das der Herr kam, als Er im Innewerden des Menschlichen war. Aber diejenigen, die nicht wissen, was das Innewerden ist, können auch nicht wissen, wie es sich mit dem Innewerden verhält, noch weniger, daß es ein mehr und mehr inwendiges Innewerden gibt, nämlich ein natürliches Innewerden, dann ein vernunftmäßiges Innewerden, endlich ein inneres Innewerden, das göttlich ist, und das allein der Herr hatte. Die, welche im Innewerden sind, wie die Engel, wissen ganz gut, in welchem sie sind, ob in einem natürlichen oder in einem vernunftmäßigen oder in einem noch inwendigeren, das für sie ein göttliches ist. Wieviel mehr nicht der Herr, Der ein Innewerden hatte vom höchsten und unendlichen Göttlichen Selbst her, wovon Nr. 1616 E, 1791; in diesem sind nie irgendwelche Engel, denn in sie fließt das Innewerden vom höchsten oder unendlichen Göttlichen des Herrn durch Sein menschliches Wesen ein. Daß das Innewerden des Herrn beschrieben wird, geschieht darum, weil als Er im Menschlichen war, Ihm so kund wurde, wie in Ihm vereinigt werden sollte das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige, hernach wie Sein Vernunftmäßiges göttlich werden sollte, und zuletzt wie das Menschengeschlecht beschaffen sei, das durch Ihn, d.h. durch die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen in Ihm, errettet werden sollte, wovon in diesem Kapitel gehandelt wird; um deswillen wird zuerst das Innewerden des Herrn beschrieben, dann auch um der Vereinigung selbst willen, die geschehen sollte. 2172. Daß "Abraham" hier der Herr in jenem Zustand in Rücksicht des Guten sei, erhellt aus der Vorbildung Abrahams. Abraham bildet den Herrn im Menschlichen vor, wenn er mit Jehovah redet, wie hier, wie auch Nr. 1989 wo er den Herrn in jenem Zustand und in jenem Alter vorbildete, weil er damals auch mit Jehovah redete; sonst bildet Abraham das göttlich Gute des Herrn vor, und Sarah das göttlich Wahre, daher jetzt des vernunftmäßig Gute. 2173. Daß "Sarah" hier der Herr in Ansehung des Wahren sei, erhellt aus der Vorbildung Sarahs, sofern sie ist das dem Guten beigesellte verstandesmäßige Wahre, hier aber das vernunftmäßig Wahre, aus eben demselben Grund, von dem soeben bei Abraham die Rede war. Daß Sarah das Wahre vorbildet, sehe man Nr. 1468, 1901, 2063, 2065. Das Gute und Wahre kann in den geschichtlichen Teilen des Wortes nicht anders als durch eine Ehe vorgebildet werden, denn so verhalten sie sich: es besteht nämlich eine göttliche Ehe zwischen den himmlischen und den geistigen Dingen, oder was dasselbe ist, zwischen denjenigen, die der Liebe und denen, die dem Glauben angehören, oder, was abermals dasselbe ist, zwischen denen, die dem Willen und denen, die dem Verstand angehören. Jene sind Sache des Guten, diese sind Sache des Wahren. Eine solche Ehe ist im Reich des Herrn in den Himmeln, eine solche auch im Reich des Herrn auf Erden oder in der Kirche, eine solche in einem jeden Menschen, im einzelnen desselben, ja im allereinzelnsten. Was nicht in einer solchen Ehe ist, lebt nicht. Ja eine solche Ehe ist von daher in der ganzen Natur, und in ihren einzelnen Teilen aber unter einer anderen Form und Gestalt, sonst würde gar nichts in ihr bestehen. Weil eine solche Ehe im einzelnen ist, so wird bei den Propheten eine jede Sache in doppelter Weise ausgedrückt, besonders bei Jesajas: der eine Ausdruck bezieht sich auf das Himmlische oder Gute, der andere auf das Geistige oder Wahre, wovon Nr. 683, 793, 801. Daß ein Bild der Ehe in allem ist, sehe man Nr. 718, 747, 917, 1432. Daher kommt, daß durch Abraham das Gute des Herrn, und durch Sarah das Wahre vorgebildet wird. 2174. Daß (Er) das Zelt ist in Ansehung des Heiligen der Liebe, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 414, 1102, 1566, 2145. 2175. "Und sprach", 1. Mose 18/6, daß dies bedeutet den Zustand des Innewerdens wie er damals beziehungsweise war, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens im historischen Sinn, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080. 2176. "Eilends nimm drei Seah Semmelmehl, knete, und mache Kuchen", 1. Mose 18/6, daß dies das Himmlische Seiner Liebe in jenem Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Mehl, Semmel und Kuchen, wovon im gleich Folgenden. Daß dies darin eingeschlossen ist, kann gar nicht glauben, wer im buchstäblichen Sinn oder dem der Worte, und noch weniger wer in den durch diese dargestellten Geschichten seine Gedanken festhält, denn er denkt nicht allein an diese Zurichtung, sondern auch an die Männer, die zu Abraham kamen, nicht aber daran, daß sie tiefere Geheimnisse in sich schließen. Dies ist der Grund, warum er noch weniger glauben kann, daß in den einzelnen historischen Teilen des Wortes, ebenso wie in den prophetischen, Geheimnisse verborgen sind; denn das Historische zieht am meisten die Aufmerksamkeit auf sich, und verdunkelt das Inwendigere. Daß aber dennoch Geheimnisse, und zwar auch ganz verborgene darin sind, kann schon daraus erhellen, daß es das Wort des Herrn ist, geschrieben nicht allein für den Menschen, sondern auch zugleich für den Himmel, und zwar so, daß wenn der Mensch es liest, die Engel alsdann himmlische Vorstellungen davon bekommen, so daß durch das Wort der Himmel mit dem Menschengeschlecht verbunden ist. Was unter Mehl, Semmel und Kuchen, im inneren Sinn verstanden wird, folgt jetzt. 2177. Daß "Semmelmehl" das Geistige und Himmlische sei, das damals beim Herrn war, und die Kuchen gleichfalls, als beides verbunden war, erhellt klar aus den Opfern der vorbildlichen Kirche, und aus dem Speisopfer, das damals dargebracht wurde, und das aus Semmelmehl mit Öl gemengt, und zu Kuchen gemacht, bestand. Die Hauptsache des vorbildlichen Gottesdienstes bestand in Brandopfern und Schlachtopfern, und was diese vorbildeten, ist oben gesagt worden, wo vom Brot die Rede war: Nr. 2165, nämlich das Himmlische, das dem Reich des Herrn in den Himmeln, sodann auch dem Reich des Herrn oder der Kirche in einem jeden, im allgemeinen alles das, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört, weil dieses himmlisch ist, das alles zu damaliger Zeit Brot genannt wurde. Diesen Opfern wurde auch das Speisopfer beigefügt, das aus Semmel, mit Öl gemengt, bestand, und dem auch Rauchwerk, sodann auch ein Trankopfer aus Wein beigefügt wurde. Was diese vorbildeten kann auch klar sein, nämlich das gleiche wie die Opfer, aber in niedrigerem Grad, somit solches, das der geistigen Kirche, sodann auch solches, das der äußeren Kirche angehört. Jedem kann klar sein, daß solche Dinge gar nicht angeordnet worden wären, wenn sie nicht Göttliches vorgebildet hätten, sodann auch, daß ein jegliches etwas Besonderes (vorbildete); denn wenn sie nicht Göttliches vorgebildet hätten, so wären sie nichts anderes gewesen als solches, was auch bei den Heiden war, bei denen ebenfalls Schlachtopfer, Speisopfer, Trankopfer, Räucherungen, dann auch ewige Feuer und mehreres, das zu ihnen von der Alten, besonders von der hebräischen Kirche her kam, und was, weil davon das Innere, d.h. das Göttliche, das vorgebildet worden, abgetrennt wurde, nichts anderes war, als Abgöttisches, wozu es auch bei den Juden wurde, daher sie auch in alle Arten von Abgötterei verfielen. Hieraus kann jedem klar sein, daß himmlische Geheimnisse einem jeden Brauch, besonders den Opfern, und deren Einzelheiten innewohnten. Was das Speisopfer betrifft, so wird seine Beschaffenheit, und die Art seiner Bereitung zu Kuchen im ganzen 2. Kapitel des 3. Buches Mose, und im 15. Kapitel des 4. Mose und anderwärts beschrieben. Das Gesetz des Speisopfers wird im 3. Mose 6/6-10 beschrieben: "Feuer soll fortwährend brennen auf dem Altar, es soll nicht verlöschen; und dies ist das Gesetz des Speisopfers: darbringen sollen dasselbe die Söhne Aharons vor Jehovah vor dem Altar, und er soll davon heben mit seiner Faust vom Semmelmehl des Speisopfers, und von dessen Öl, und allen Weihrauch, der auf dem Speisopfer ist, und soll es anzünden auf dem Altar; ein Geruch der Ruhe, zum Gedächtnis dem Jehovah, und das übrige davon sollen Aharon und seine Söhne essen; ungesäuert soll es gegessen werden am heiligen Ort; im Vorhof des Versammlungszeltes sollen sie es essen; es soll nicht gesäuert gebacken werden; als ihren Teil habe Ich es gegeben von Meinen Feuerungen, Heiliges des Heiligen ist es": das Feuer, das immerfort brennend sein soll auf dem Altar, bildete vor die Liebe, d.h. die fortdauernde und ewige Barmherzigkeit des Herrn. Daß das Feuer die Liebe im Wort bedeutet, sehe man Nr. 934, daher "die Feuerungen (ignita) zum Geruch der Ruhe" bedeuten des Herrn Wohlgefallen an dem, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört. Daß der Geruch das Wohlgefallen, d.h. das Angenehme (gratum) sei, sehe man Nr. 925, 1519. Daß sie es "mit der Faust nehmen" sollten, bildete vor, daß sie aus allen Kräften, d.h. von ganzer Seele lieben sollten, denn die Hand oder Höhlung der Hand (vola) bedeutet die Macht, wie gezeigt worden ist Nr. 878, daher auch die Faust. "Semmel mit Öl und Weihrauch", bildete alle Dinge der Liebtätigkeit vor: Semmel ihr Geistiges, Öl aber ihr Himmlisches, der Weihrauch, daß es so angenehm sei. Daß Semmel das Geistige (bedeutet), ist aus diesem und dem Folgenden klar. Daß Öl das Himmlische oder Gute der Liebtätigkeit (bedeutet), sehe man Nr. 886 und daß der Weihrauch von dem Geruch her (bedeutet) das Angenehme und Willkommene (ab odore gratum et acceptum), Nr. 925. Daß es "ungesäuert" oder ohne Hefe sein sollte, bedeutet aufrichtig, somit aus aufrichtigem Herzen, und ohne Unreines. Daß "das übrige Aharon und seine Söhne essen sollten", bildete vor das Gegenseitige des Menschen, und die Aneignung, somit die Verbindung durch Liebe und die Liebtätigkeit, daher befohlen wurde, sie sollten es "an heiligem Ort essen". Darum wird es genannt "das Heilige des Heiligen". Dies war es, was durch das Speisopfer vorgebildet wurde, und die Vorbildungen selbst wurden so verstanden im Himmel. Und wenn der Mensch der Kirche sie so faßte, dann war er in einer dem Innewerden der Engel gleichen Vorstellung, somit im Reich des Herrn in den Himmeln selbst, obwohl er noch auf Erden war. Von dem Speisopfer wird noch weiter gehandelt, von welcher Art es sein sollte bei einer jeden Gattung von Opfer, sodann wie es zu Kuchen gebacken, so wie auch von welcher Art es von denen, die gereinigt wurden, dargebracht werden sollte, auch bei anderen Gelegenheiten; was alles anzuführen und zu erklären zu weitläufig wäre, man sehe was davon gesagt wird: 2. Mose 29/39-41; 3. Mose 5/11-13; 6/9-14; 10/12,13; 23/10-13,16,17; 4. Mose 5/15; 6/15-20; Kap.7 hin und wieder; 28/5,7,9,12,13,20,21,28,29; 29/3,4,9,10,14,15,18,21,24,27,30,33,37. Das zu Kuchen gemachte Semmelmehl bildete im allgemeinen das gleiche vor wie das Brot, nämlich das Himmlische der Liebe, und das Mehl ihr Geistiges, wie dies aus den oben angeführten Stellen erhellen kann. Die Brote, welche Brot der Angesichte oder Schaubrot (Panis propositionis) hießen, wurden aus Semmelmehl gemacht, das zu Kuchen bereitet, und auf den Tisch gelegt wurde, zu immerwährender Vorbildung der Liebe, d.h. der Barmherzigkeit des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, und das Gegenseitige des Menschen, wovon es bei 3. Mose 24/5-9 heißt: "Du sollst Semmelmehl nehmen, und davon zwölf Kuchen backen; zwei Zehntel soll ein Kuchen haben; und sollst sie in zwei Reihen legen, je sechs in eine Reihe, auf den reinen Tisch, vor Jehovah; und sollst auf eine Reihe lauteren Weihrauch tun; und es soll darin zu Broten zum Gedächtnis eine Feuerung für Jehovah sein; an jedem Sabbathtage soll er es ordnen vor Jehovah für und für, mit den Söhnen Israels ein Bund der Ewigkeit, und es soll sein dem Aharon und seinen Söhnen, und sie sollen es essen an heiligem Ort, weil es für ihn die Heiligkeit der Heiligkeiten ist, von den Feuerungen Jehovahs, eine Satzung der Ewigkeit": die einzelnen und einzelnsten Dinge bildeten vor das Heilige der Liebe und Liebtätigkeit, und die Semmel (similago) das gleiche wie das Semmelmehl (farina similaginis), nämlich das Himmlische und dessen Geistiges, und der Kuchen beides verbunden. Hieraus erhellt, welche Heiligkeit das Wort für die hat, die in himmlischen Vorstellungen sind; ja, welche Heiligkeit eben diesem vorbildlichen Brauch innewohnte. Daher kommt, daß er die Heiligkeit der Heiligkeiten heißt; und umgekehrt, wie gar keine Heiligkeit er für die hat, die meinen, es sei nichts Himmlisches darin, und bloß im Äußeren bleiben, wie diejenigen, die hier das Mehl bloß als Mehl, die Semmel als Semmel und den Kuchen als Kuchen nehmen, und daß dergleichen gesagt worden sei, ohne daß die Einzelheiten etwas Göttliches in sich schließen. Solche machen es geradeso wie die, welche meinen, das Brot und der Wein des heiligen Abendmahles sei eben nur ein Brauch, in dem inwendig nichts Heiliges ist, während es doch ein solches Heiliges ist, daß die menschlichen Gemüter durch dasselbe mit den himmlischen Gemütern verbunden werden, wenn sie aus innerem Gefühl denken, daß jene Dinge die Liebe des Herrn, und die Gegenliebe (reciprocum) des Menschen bedeuten, und sie so von innen heraus in heiliger Andacht (sanctitate) sind. Gleiches schloß in sich, daß die Söhne Israels, wenn sie ins Land kämen, von den Erstlingen des Teiges einen Kuchen als Hebe für Jehovah geben sollten: 4. Mose 15/20. Daß solches bezeichnet wird, kann auch erhellen bei den Propheten, aus denen für jetzt nur angeführt werden mag Hes.16/13: "Du warst geschmückt mit Gold und Silber, und dein Kleid (war) Byssus und Seide, und Stickerei; Semmel, Honig, und Öl aßest du, und wardst überaus schön, und gediehest zum Königreich": wo gehandelt wird von Jerusalem, durch das die Kirche bezeichnet wird, die solchen Schmuck hatte in ihrer ersten Zeit, nämlich die Alte Kirche, die bildlich dargestellt wird durch Kleider und mehrere Schmucksachen; sodann ihre Gefühle (affectiones) für das Wahre und Gute, durch Semmel, Honig und Öl. Einem jeden kann klar sein, daß alles dieses im inneren Sinn ganz anderes bezeichnet, als im Sinne des Buchstabens, so auch dieses, daß Abraham zu Sarah sagte: "eilends nimm drei Seah Semmelmehl, knete, und mache Kuchen"; daß drei bedeutet Heiliges, ist Nr. 720, 901 gezeigt worden. 2178. Vers 7: Und zu den Rindern lief Abraham, und nahm den Sohn eines Rindes, zart und gut, und gab ihn an den Knaben ab, und er eilte ihn zuzubereiten. "Und zu den Rindern lief Abraham" bedeutet das natürliche Gute; "und nahm den Sohn eines Rindes, zart und gut" bedeutet das himmlische Natürliche (caeleste naturale), das gleichförmig (war), und welches von dem des Vernunftmäßigen an sich genommen wurde, um dem Innewerden aus dem Göttlichen sich zu verbinden; "und gab ihn an den Knaben ab, und er eilte ihn zuzubereiten" bedeutet die Verbindung dieses Guten mit dem vernunftmäßigen Guten; der Knabe ist hier der natürliche Mensch. 2179. "Und zu den Rindern (armentum) lief Abraham", 1. Mose 18/7, daß dies das natürliche Gute bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Rinder (boum) und jungen Stiere (juvencorum), die zum Pflugvieh (armentum) gehören, wovon gleich nachher. Daß die Tiere, die zum Pflugvieh gehörten, und (die), welche zur Herde kleineren Viehs (gregis) gehörten, solches bedeuten was beim Menschen ist, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776 gezeigt worden ist, und außerdem sehe man, was über die Opfertiere gesagt wurde: Nr. 1823. Jeder kann sich wundern, daß die im Worte genannten Tiere, sodann die in den Opfern dargebrachten, Gutes und Wahres, oder, was das gleiche ist, Himmlisches und Geistiges sollen bezeichnet haben; allein mit wenigem mag gesagt werden, woher dies kommt: In der Geisterwelt stellen sich mancherlei Vorbildungen dar, und zwar dort vor den Augen der Geister oftmals auch Tiere, wie z.B. Pferde, auf mancherlei Weise geschmückt, Rinder, Schafe, Lämmer und andere von verschiedener Art, zuweilen solche, die auf der Erde gar nicht gesehen werden, sie sind aber bloß Vorbildungen. Dergleichen erschienen auch den Propheten, von denen im Wort die Rede ist, und die ebenfalls von daher stammten; die Tiere, die dort erscheinen, sind Vorbildungen von Neigungen zum Guten und Wahren, und dann auch zum Bösen und Falschen. Gute Geister wissen sehr wohl, was sie bedeuten, sodann schließen sie daraus auch auf das, was die Engel untereinander reden; denn die Rede der Engel, wenn sie in die Geisterwelt herabfällt, stellt sich zuweilen so dar; wie z.B. wenn Pferde erscheinen, so wissen sie, daß die Engel ein Gespräch haben von Gegenständen des Verstandes (de intellectualibus); wenn Rinder und junge Stiere, daß (sie reden) von dem natürlich Guten; wenn Schafe, daß sie von dem vernunftmäßig Guten, und von der Redlichkeit (probitate); wenn Lämmer, daß sie von noch inwendigerem Guten, und von der Unschuld (reden) und so weiter. Weil der Mensch der Ältesten Kirche Gemeinschaft hatte mit Geistern und Engeln und fortwährend Gesichte, dann auch Träume hatte, wie die Propheten (sie hatten), darum kam ihnen, sobald sie irgendein Tier sahen, die Vorstellung entgegen, was es bedeutete. Von daher hatten die Vorbildungen und sinnbildlichen Bezeichnungen ihren ersten Ursprung; nach ihren Zeiten blieben diese lange; und zuletzt wurden sie ihres Altertums wegen so verehrt, daß man in lauter Vorbildungen schrieb, und Bücher, die nicht so geschrieben waren, keinen Wert, ja solche, die sich innerhalb der Kirche befanden, keine Heiligkeit hatten; darum, so wie aus anderen geheimen Gründen, von denen, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts die Rede sein wird, sind auch die Bücher des Wortes so geschrieben worden. 2180. "Und nahm den Sohn eines Rindes, zart und gut", 1. Mose 18/7, daß dies das himmlisch Natürliche (coeleste naturale) bedeutet, das von dem Vernunftmäßigen an sich genommen wurde, um dem Innewerden aus dem Göttlichen sich zu verbinden, erhellt aus der Bedeutung des jungen Stieres oder des Sohns eines Rindes im Wort, sofern es das natürlich Gute ist. Und weil vom Vernunftmäßigen des Herrn die Rede ist, so heißt es zart vom geistig Himmlischen, oder dem Wahren des Guten, und gut vom Himmlischen selbst, oder vom Guten selbst. Im echt Vernünftigen ist eine Neigung zum Wahren, und ist auch eine Neigung zum Guten, allein sein Hauptsächliches (primarium) ist die Neigung zum Wahren, wie Nr. 2072 gezeigt worden ist, darum wird das Zarte vorausgeschickt. Dennoch aber wird beides genannt, wie das gewöhnlich im Worte der Fall ist, wegen der Ehe des Wahren und Guten, wovon Nr. 2173. Daß der junge Stier oder Sohn des Rindes das himmlisch Natürliche, oder was dasselbe ist, das natürlich Gute bedeutet, kann vornehmlich aus den Opfern erhellen, welche die Hauptvorbildungen der hebräischen und nachher der jüdischen Kirche waren. Ihre Opfer geschahen entweder aus Pflugvieh (Armento) oder aus dem kleineren Vieh (Grege), somit aus Tieren verschiedener Art, die rein waren, als aus Rindern, jungen Stieren, Böcken (hircis), Schafen, Widdern, Ziegenböckchen (haedis) und Lämmern, überdies aus Turteltauben und jungen Tauben: alle diese bedeuteten Inwendiges des Gottesdienstes, d.h. Himmlisches und Geistiges: Nr. 2165, 2177 und zwar die (Opfer) aus dem Rindvieh natürlich Himmlisches, und die aus dem Kleinvieh vernunftmäßig Himmlisches. Weil jenes und dieses, nämlich das Natürliche und das Vernunftmäßige, mehr und mehr innerlich ist und verschieden, darum wurden so viele Gattungen und so viele Arten jener Tiere bei den Opfern gebraucht. Dies kann auch daraus erhellen, daß vorgeschrieben war, welcherlei Tiere bei den Brandopfern, dann bei den Schlachtopfern verschiedener Art, als bei den täglichen, bei den Sabbath- und Festopfern, bei den freiwilligen, den Dank- und Gelübdeopfern, den Sühneopfern der Schuld und der Sünde, dann bei Reinigungs- und Läuterungsopfern, wie auch bei Einweihungsopfern, dargebracht werden sollten, und daß sie ausdrücklich genannt wurden, sodann wie viele derselben bei jeder Art von Opfer, was gar nicht geschehen wäre, wenn nicht ein jedes etwas Besonderes bezeichnet hätte, wie deutlich erhellt aus jenen Stellen, wo von den Opfern gehandelt wird: 2. Mose Kapitel 29; 3. Mose Kapitel 1; 3; 4; 9; 16; 23; 4. Mose Kapitel 7; 8; 15; 29: was für eine Bedeutung aber ein jedes hatte, dies zu zeigen ist hier nicht der Ort. Ebenso verhält es sich bei den Propheten, wo sie genannt werden. Hieraus kann erhellen, daß die jungen Stiere natürlich Himmlisches bezeichnet haben. Daß nichts anderes als Himmlisches bezeichnet wurde, kann auch erhellen an den dem Hesekiel erschienen Cheruben, und an den dem Johannes erschienen Tieren vor dem Thron. Von den Cheruben sagt der Prophet Hes.1/10: "Ihre Gesichter hatten Ähnlichkeit mit einem Menschengesicht, und einem Löwengesicht, zur Rechten der vier, und einem Stiergesicht zur Linken der vier, und einem Adlergesicht (hinter) den vieren"; und Joh.Offenb.4/7,8 von den vier Tieren vor dem Thron so: "Um den Thron vier Tiere, das erste Tier glich einem Löwen, das andere Tier glich einem jungen Stiere, das dritte Tier hatte ein Angesicht wie ein Mensch, das vierte Tier glich einem fliegenden Adler; diese sprachen: Heilig, heilig, heilig der Herr Gott, der Allmächtige, Der da war, und Der da ist, und Der kommen wird": daß durch die Cherube, und durch jene Tiere Heiliges vorgebildet wurde, kann ein jeder sehen, somit auch durch die Rinder und jungen Stiere dort. Ebenso was in der Weissagung Moses von Joseph steht, von dem er sagt: 5. Mose 33/16,17: "Es komme auf das Haupt Josephs, und auf den Scheitel des Nasiräers seiner Brüder: dem Erstgebornen seines Rindes, Ehre ihm, und (wie) die Hörner des Einhorns seine Hörner, mit diesen wird er die Völkerschaften stoßen allzumal bis an die Grenzen der Erde". Dies wäre niemanden verständlich, wenn man nicht weiß, was im inneren Sinn bedeutet Rind, Einhorn, Hörner und dergleichen. Was im allgemeinen die Opfer betrifft, so sind sie zwar durch Mose dem israelitischen Volk geboten worden, allein die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, wußte gar nichts von Opfern, und es kam ihnen gar nicht in den Sinn, den Herrn durch Abschlachtungen von Tieren verehren zu wollen. Die Alte Kirche, die nach der Sündflut bestand, wußte auch nichts davon; zwar war diese in Vorbildungen, aber nicht in Opfern, sondern diese wurden erst eingeführt in der folgenden Kirche, welche die Hebräische hieß, und von da aus kam es zu den Heiden; und von da aus auch zu Abraham, Jischak, und Jakob, und so zu dessen Nachkommen. Daß die Heiden im Opferdienst waren, ist gezeigt worden Nr. 1343 und daß Jakobs Nachkommen, ehe sie aus Ägypten zogen, somit ehe die Opfer durch Mose auf dem Berge Sinai geboten wurden, (darin waren), kann erhellen aus 2. Mose 5/3; 10/25,27; 18/12; 24/4,5; hauptsächlich aus ihrem Götzendienst vor dem goldenen Kalb, wovon es heißt bei 2. Mose 32/5,6: "Aharon baute einen Altar (vor dem Kalb), und Aharon rief aus, und sprach: Ein Fest Jehovahs ist morgen; und sie standen früh auf am folgenden Tag, und opferten Brandopfer, und brachten herzu Friedopfer; und das Volk setzte sich zu essen und zu trinken, und sie standen auf zu spielen": und dies geschah, als Mose auf dem Berge Sinai war, und sonach ehe das Gebot vom Altar und von den Opfern zu ihnen gekommen (war). Dies Gebot kam deswegen, weil der Opferdienst bei ihnen, wie bei den Heiden, in einen abgöttischen verwandelt worden war, und sie von diesem Dienst nicht abgebracht werden konnten, weil sie eine besondere Heiligkeit darein setzten, und was einmal als heilig von Kindheit an eingepflanzt worden ist, zumal von den Eltern her, und so eingewurzelt ist, das wird, wenn es nicht geradezu gegen die Ordnung ist, vom Herrn niemals gebrochen, sondern gelenkt. Dies war der Grund, warum vorgeschrieben wurde, sie sollen so eingerichtet werden wie man in den Büchern Mose liest. Daß die Opfer dem Jehovah durchaus nicht angenehm waren, und daß sie somit nur zugelassen und geduldet wurden aus dem angegebenen Grunde, erhellt deutlich bei den Propheten: Jerem.7/21-23: "Es sprach Jehovah Zebaoth, der Gott Israels: Füget nur eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern, und esset Fleisch! Ich habe mit euren Vätern nicht geredet, und ihnen nicht geboten an dem Tage, da Ich sie ausführte aus Ägypterland, in betreff von Brandopfer und von Schlachtopfer, sondern dies gebot Ich ihnen, und sprach: Gehorchet Meiner Stimme, so will Ich euch Gott sein". Ps.40/7,9: "Jehovah, Schlachtopfer und Speisopfer hast Du nicht gewollt, Brandopfer und Sündopfer hast Du nicht begehrt, zu tun Deinen Willen, mein Gott, hat mich verlangt". Ps.51/18,19: "Du hast nicht Lust am Schlachtopfer, daß ich es gebe, Brandopfer nimmst Du nicht gnädig an; die Opfer Gottes sind: ein zerknirschter Geist". Ps.50/9,13,14; 107/21,22; 116/17; 5. Mose 23/19: "Ich will nicht aus deinem Hause Stiere nehmen, nicht aus deinen Ställen Böcke, opfere Gott Dank". Hos.6/6: "Barmherzigkeit will Ich, und nicht Opfer, und Erkenntnis Gottes mehr, denn Brandopfer". Samuel sprach zu Saul 1.Sam.15/22: "Hat Jehovah Gefallen an Brandopfern und Schlachtopfern? siehe, folgsam sein ist besser als Opfer, Gehorsam besser als das Fett von Widdern". Micha 6/6-8: "Worin soll ich zuvorkommen dem Jehovah, mich bücken vor dem Gott der Höhe? soll ich Ihm zuvorkommen mit Brandopfern, mit Kälbern, den Söhnen eines Jahres? wird Jehovah Wohlgefallen haben an Tausenden von Widdern, an Myriaden von Strömen Öls? Er hat dir kund getan, o Mensch, was gut ist, und was fordert Jehovah von dir, nur Recht tun, und Barmherzigkeit lieben, und sich demütigen, wandelnd vor deinem Gott". Hieraus ist nun klar, daß die Opfer nicht geboten, sondern zugelassen wurden; sodann daß bei den Opfern auf nichts anderes, als auf das Innere gesehen wurde: und daß das Innere es war, und nicht das Äußere, was wohlgefiel. Daher auch der Herr jene abschaffte, wie auch vorhergesagt wurde durch Dan.9/27 mit den Worten: "In der Mitte der Woche wird Er das Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen": wo vom Kommen des Herrn die Rede ist, man sehe was davon gesagt wurde Nr. 922, 923, 1128, 1823. Was den Sohn des Rindes betrifft, den Abraham für die drei Männer bereitete oder zurichtete, so verhielt es sich damit ebenso wie mit dem bei den Opfern. Daß er gleiches bedeutete, kann auch daraus erhellen, daß er zu Sarah sagte, sie solle drei Seah Semmel nehmen; von der Semmel zu einem jungen Stier heißt es bei Mose: "Wenn sie ins Land gekommen sein würden: Wenn du den Sohn eines Rindes zum Brandopfer oder Schlachtopfer machst, indem du ein Gelübde ablegst, oder zum Friedopfer dem Jehovah, so sollst du darbringen über den Sohn eines Rindes ein Speisopfer von Semmel drei Zehnteile gemengt mit Öl": 4. Mose 15/8,9: wo ebenfalls drei genannt werden, hier drei Zehnteile, dort drei Seah; dagegen aber zu einem Widder nur zwei Zehnteile, zu einem Lamm ein Zehnteil, 4. Mose 15/4-6. 2181. "Und gab es an den Knaben ab, und er eilte ihn zuzubereiten", 1. Mose 18/7, daß dies die Verbindung dieses Guten mit dem vernunftmäßigen Guten bedeutet, und daß der Knabe der natürliche Mensch ist, erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er der ist, der bedient und verwaltet; und das, womit gedient wird oder was geschieht, heißt: zubereiten oder machen, nämlich den Sohn des Rindes, durch den das natürlich Gute bezeichnet wird, wie gezeigt worden. Damit man besser verstehe, wie es sich damit verhält, möge man wissen, daß es bei einem jeden Menschen ein Inwendiges gibt, daß es gibt ein Vernunftmäßiges, welches das Mittlere ist, und daß es gibt ein Natürliches, und daß diese voneinander unterschieden sind, wovon Nr. 1889, 1940, und daß sie einander gleichförmig gemacht werden müssen (conformanda), damit sie eins ausmachen, somit das vernunftmäßig Gute mit dem natürlich Guten, und daß ohne das Gleichförmigwerden und so die Verbindung kein göttliches Innewerden möglich ist. Weil vom göttlichen Innewerden des Herrn hier gehandelt wird, so wird im inneren Sinn durch diese Dinge bezeichnet die Gleichförmigmachung und Verbindung von beiden. 2182. Vers 8: Und er nahm Butter und Milch, und den Sohn des Rindes, den er zubereitet, und setzte es ihnen vor, und er stand vor ihnen unter dem Baum; und sie aßen. "Und er nahm Butter und Milch und den Sohn des Rindes, den er zubereitet" bedeutet jenes alles so verbunden; Butter ist das Himmlische des Vernunftmäßigen; Milch ist das Geistige daraus; der Sohn des Rindes ist das entsprechende Natürliche; "und er setzte es ihnen vor" bedeutet, daß er sich so zur Aufnahme vorbereitet habe; "und er stand vor ihnen unter dem Baum" bedeutet das Innewerden von daher; der Baum ist das Innewerden; "und sie aßen" bedeutet die so betätigte Gemeinschaft. 2183. "Und er nahm Butter und Milch, und den Sohn des Rindes, den er zubereitet", 1. Mose 18/8, daß dies bedeutet jenes alles so verbunden, kann erhellen aus der Bedeutung von Butter, Milch und Sohn des Rindes, wovon gleich nachher. In den vorhergehenden Versen war die Rede vom Vernunftmäßigen des Herrn, daß es mit dem Himmlischen und dem Geistigen von daher ausgerüstet worden sei, was durch das zu einem Kuchen gemachte Semmelmehl bezeichnet wurde Nr. 2176, 2177, sodann von dem himmlisch Natürlichen, das durch den Sohn des Rindes bezeichnet wurde, Nr. 2180. Eben diese Dinge werden nun mit anderen Worten ausgedrückt, nämlich durch Butter, Milch und den Sohn des Rindes, durch die bezeichnet wird jenes alles, sofern es verbunden ist. Allein dem gemeinen Verständnis kann dies nicht so leicht nahe gebracht werden, aus dem Grund, weil den meisten unbekannt ist, daß jeder Mensch ein Inneres hat, daß es ein Vernunftmäßiges hat, und ein Natürliches hat, und daß diese an sich durchaus unterschieden sind, ja so unterschieden, daß das eine mit dem andern uneins sein kann, nämlich das Vernunftmäßige, das der vernunftmäßige Mensch genannt wird, mit dem Natürlichen, das der natürliche Mensch ist, so daß der vernunftmäßige Mensch das Böse, das im natürlichen ist, sehen und durchschauen, - und er, wenn es echtes Vernunftmäßiges ist, dasselbe züchtigen kann, man sehe Nr. 1904. Ehe diese beiden verbunden sind, kann der Mensch nicht ein ganzer Mensch, noch in der Friedensruhe sein, weil das eine mit dem andern streitet, denn die Engel, die beim Menschen sind, regieren sein Vernunftmäßiges, die bösen Geister aber, die bei ebendemselben sind, sein Natürliches, daher denn Streit kommt. Wenn das Vernunftmäßige siegt, so wird das Natürliche unterjocht, und so der Mensch mit einem Gewissen beschenkt. Siegt aber das Natürliche, so kann er nichts von Gewissen aufnehmen. Siegt das Vernünftige, dann wird sein Natürliches so, wie wenn es auch vernünftig wäre; siegt aber das Natürliche, dann wird das Vernunftmäßige so, wie wenn es auch natürlich wäre. Ferner: siegt das Vernünftige, dann kommen die Engel näher zum Menschen heran, und pflanzen ihm Liebtätigkeit ein, die das Himmlische ist, das durch die Engel vom Herrn kommt, und dann treten die bösen Geister in einige Entfernung; siegt hingegen das Natürliche, dann ziehen sich die Engel weiter hinweg, d.h. mehr in sein Inwendigeres zurück, die bösen Geister aber machen sich näher ans Vernunftmäßige heran und bekämpfen es fortwährend, und erfüllen sein Unteres mit Haß, Rache, Trug und dergleichen. Siegt das Vernünftige, dann kommt der Mensch in die Ruhe des Friedens, und im anderen Leben in den Frieden des Himmels. Siegt hingegen das Natürliche, dann scheint es, solange er lebt, als ob er in der Ruhe wäre, im anderen Leben jedoch kommt er in die Unruhe und Qual der Hölle. Hieraus kann man erkennen, wie der Zustand des Menschen in Ansehung seines Vernunftmäßigen und in Ansehung seines Naturmäßigen ist. Daher es nichts anderes gibt, was den Menschen selig und glücklich machen kann, als daß dem Vernünftigen das Natürliche gleichförmig, und beides verbunden werde, was einzig geschieht durch die Liebtätigkeit, und die Liebtätigkeit ist einzig vom Herrn. 2184. Daß "Butter" ist das Himmlische des Vernunftmäßigen, daß "Milch" ist das Geistige aus demselben, und daß der "Sohn des Rindes" ist das entsprechende Natürliche, erhellt aus der Bedeutung der Butter, und aus der Bedeutung der Milch, sodann aus der Bedeutung des Sohnes des Rindes. Was die Butter betrifft, so bedeutet dieselbe im Wort das Himmlische; und zwar von der Fettigkeit her; daß das Fette das Himmlische sei, ist Nr. 353 gezeigt worden; und daß das Öl, weil es fett ist, das Himmlische selbst sei: Nr. 886; daß auch die Butter -, kann erhellen bei Jes.7/14,15: "Siehe, eine Jungfrau wird einen Sohn gebären, und seinen Namen nennen Immanuel; Butter und Honig wird er essen, auf daß er wisse das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen": wo gehandelt wird vom Herrn, Der Immanuel ist; und daß durch Butter nicht bezeichnet wird Butter, noch Honig durch Honig, kann jeder sehen, sondern durch Butter wird bezeichnet Sein Himmlisches, durch Honig das, was aus dem Himmlischen stammt. Jes.7/22: "Und es wird geschehen, daß infolge der Menge der gewonnen Milch man Butter essen wird; denn Butter und Honig wird essen jeder, der übrig ist inmitten des Landes": wo die Rede ist vom Reich des Herrn, und von denen auf Erden, die im Reiche des Herrn sind; die Milch steht hier für das geistig Gute, die Butter für das himmlisch Gute, und der Honig für das Selige von daher. 5. Mose 32/12-14: "Jehovah allein leitet ihn, und nicht mit Ihm ein fremder Gott, reiten läßt Er ihn auf den Höhen des Landes, und speiset (ihn) mit den Erzeugnissen der Felder, und läßt ihn Honig saugen aus dem Felsen, und Öl aus dem Kiesel des Gesteins: Butter der Rinderherde, und Milch des Kleinviehs, mit dem Fett der Lämmer, und der Widder der Söhne Baschans, und der Böcke, mit dem Fett der Nieren des Weizens, und Blut der Traube wirst du trinken, Lauteres": was dies ist, kann niemand verstehen, wofern er nicht den inneren Sinn eines jeden (Wortes) weiß: es erscheint als eine Häufung von Ausdrücken, wie sie in den Reden bei den Weisen der Welt vorkommt, dennoch aber bezeichnet jegliches etwas Himmlisches, und dessen Geistiges, und dann das Glückliche und Selige von daher, und dies alles in schöngefügter Reihenfolge. Butter der Rinderherde ist das natürlich Himmlische, Milch des Kleinviehs ist das geistig Himmlische des Vernunftmäßigen. Was aber die Milch betrifft, so bedeutet diese, wie gesagt, das Geistige aus dem Himmlischen, oder das geistig Himmlische. Was das geistig Himmlische sei, sehe man in Nr. 1577, 1824 und sonst hin und wieder. Daß die Milch das Geistige ist, das aus dem Himmlischen stammt, kommt daher, daß Wasser das Geistige bedeutet, Nr. 680, 739, Milch aber, weil darin etwas Fettes ist, das geistig Himmlische, oder was dasselbe, das Wahre des Guten, oder was auch dasselbe ist, den Glauben der Liebe oder Liebtätigkeit, oder was gleichfalls dasselbe ist, das Verstandesmäßige des Guten des Willens, (oder was) wieder dasselbe ist, die Neigung zum Wahren, in der inwendig die Neigung zum Guten ist, und was abermals dasselbe ist, die Neigung zu den Erkenntnissen und Wissenschaften aus der Neigung der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wie sie bei denen ist, die den Nächsten lieben, und sich darin bestärken durch die Erkenntnisse des Glaubens, sodann aus Dingen des Wissens, und diese deshalb lieben. Dies alles ist das gleiche, was das geistig Himmlische und wird ausgesagt je nach der Sache, von der es sich handelt. Daß jenes bezeichnet wird, wird auch aus dem Worte klar, wie bei Jes.55/1,2: "Jeder der da dürstet, gehet zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet, kaufet, und esset; und gehet, kaufet ohne Silber, und ohne Preis Wein und Milch; warum wäget ihr Silber dar für Nicht-Brot": wo der Wein für das Geistige steht, das Sache des Glaubens ist, die Milch für das Geistige, das Sache der Liebe ist. 1. Mose 49/11,12: "Er wusch im Wein sein Kleid, und in Traubenblut seine Bedeckung: die Augen rot vor Wein, und die Zähne weiß vor Milch": wo eine Weissagung Jakobs, damals Israels, von Jehudah ist, und unter Jehudah dort der Herr beschrieben wird; und zwar wird durch "weiß die Zähne von Milch" bezeichnet das geistig Himmlische, das Seinem Natürlichen (angehörte). Bei Joel 4/18 (oder 3/18): "Es wird geschehen an jenem Tage, daß von (Most) die Berge triefen, und von Milch die Hügel fließen werden; und alle Bäche Jehudas werden geh'n voll Wasser": wo vom Reich des Herrn die Rede ist, und die Milch dort für das geistig Himmlische steht. Im Worte wird auch das Land Kanaan, durch welches das Reich des Herrn vorgebildet und bezeichnet wird, genannt ein Land, das von Milch und Honig fließt: 4. Mose 13/27; 14/8; 5. Mose 26/9,15; 27/3; Jerem.11/5; 32/22; Hes.20/6,15; und zwar wird hier unter Milch nichts anderes verstanden als ein Überfluß von himmlisch geistigen Dingen, und unter Honig ein Überfluß von Seligkeiten daraus, das Land ist das Himmlische selbst des Reiches, woraus jenes stammt. Was den Sohn des Rindes betrifft, so ist Nr. 2180 gezeigt worden, daß durch denselben das natürlich Himmlische bezeichnet wird. Das natürlich Himmlische ist dasselbe, was das natürliche Gute oder das Gute im Natürlichen. Das Natürliche des Menschen, wie sein Vernunftmäßiges, hat sein Gutes, und sein Wahres, denn überall ist eine Ehe des Guten und des Wahren, wie Nr. 2173 gesagt worden ist. Das Gute des Natürlichen ist das Angenehme, das an der Liebtätigkeit oder an der Freundschaft, die der Liebtätigkeit angehört, erkannt wird (percipitur), und aus diesem Angenehmen entsteht die Lust (volupe), oder das Vergnügen (voluptas), das eigentlich dem Körper angehört. Das Wahre des Natürlichen ist das Wißtümliche, das jenem Angenehmen günstig ist. Daraus kann erhellen, was das natürlich Himmlische ist. 2185. "Und setzte es ihnen vor", 1. Mose 18/8, daß dies bedeutet, er habe sich so zur Aufnahme vorbereitet, kann erhellen aus der Bedeutung von "ihnen vorsetzen" im inneren Sinn, wenn von der Vorbereitung des Vernunftmäßigen gehandelt wird, somit ohne weitere Erklärung. 2186. "Und er stand vor ihnen unter dem Baum", 1. Mose 18/8, daß dies das Innewerden von daher bedeutet, folgt aus der Bedeutung des Baumes, sofern er ist das Innewerden, wovon Nr. 103, 2163. Im 1. Mose 18/4 wurde gesagt, die drei Männer, die zu Abraham kamen, haben sich unter dem Baum niedergelassen, wodurch bezeichnet wurde, das Göttliche sei zum Innewerden jenes Zustandes, in dem der Herr damals war, hinzugetreten, hier aber wird gesagt, Abraham sei unter dem Baume gestanden, wodurch bezeichnet wird, daß der Herr zum göttlichen Innewerden gelangt sei, nachdem er sich vorbereitet hatte; und dies ist das Gegenseitige. Jeder kann sehen, daß es nicht ohne Grund ist, wenn von den drei Männern und von Abraham gesagt wurde, "sie seien unter dem Baum gestanden", daß es also gesagt wurde um der Geheimnisse willen, die darin verborgen liegen. 2187. "Und sie aßen", 1. Mose 18/8, daß dies die so (betätigte) Gemeinschaft bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von essen, sofern es ist mitgeteilt werden, sodann verbunden werden, was auch aus dem Wort erhellt dadurch, daß Aharon, seine Söhne, die Leviten, dann das Volk, die geheiligten Stücke der Opfer an heiligem Ort essen sollten, wurde nichts anderes sinnbildlich bezeichnet, als Gemeinschaft, Verbindung und Aneignung, wie zu der Stelle 3. Mose 6/9,10 und Nr. 2177 gesagt worden ist; denn es war eine himmlische und geistige Speise, die durch die geheiligten Stücke bezeichnet wurde, die sie aßen, somit deren Aneignung. Die geheiligten Stücke waren von den Opfern diejenigen, die nicht auf dem Altar verbrannt wurden, und wurden gegessen entweder von den Priestern, oder von dem Volk, das jene darbrachten, wie aus mehreren Stellen erhellen kann, in denen von den Opfern gehandelt wird: Die, welche von den Priestern gegessen wurden: 2. Mose 29/32,33; 3. Mose 6/9,19; 7/6,15,16,18; 8/31; 10/12,13; 4. Mose 18/9-11; die, welche von dem Volk gegessen wurden: 3. Mose 19/5,6; 5. Mose 12/27; 27/7 und anderwärts; und daß die Unreinen nicht davon essen durften: 3. Mose 7/19-21; 22/4-7. Jene Mahlzeiten wurden gehalten an einem heiligen Ort neben dem Altar oder bei der Türe oder im Vorhof des Zeltes; und sie bedeuteten nichts anderes, als die Gemeinschaft, Verbindung und Aneignung der himmlischen Güter; denn durch sie wurde die himmlische Speise vorgebildet. Was himmlische Speise ist, sehe man Nr. 56, 57, 58, 680, 681, 1480, 1695; und jenes alles hieß "Brot", und was durch dieses bezeichnet wird, sehe man Nr. 2165. Das gleiche wurde dadurch vorgebildet, daß Aharon und seine Söhne die Brote der Vorlegung oder des Angesichtes (die Schaubrote) an heiligem Orte essen sollten: 3. Mose 24/9. Das für den Nasiräer gegebene Gesetz, daß er von allem, was aus der Traube (kommt), woher der Wein, von den Kernen (acinis) bis zur Haut, in den Tagen seines Nasiräates, nicht essen sollte, 4. Mose 6/4, hatte den Grund, daß der Nasiräer den himmlischen Menschen vorbildete, und der himmlische Mensch von der Art ist, daß er das Geistige nicht einmal nennen will, wie man in Nr. 202, 337, 880 E und 1647 sehen kann, und weil der Wein und Traube, und dann auch alles, was aus der Traube kommt, das Geistige bedeuten, so war dem Nasiräer verboten, davon zu essen, denn d.h. Gemeinschaft damit zu haben, sich damit zu verbinden, und sich dasselbe anzueignen. Ähnliches wird unter essen verstanden bei Jes.55/1,2: "Wer da dürstet, gehe zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet, kaufet, und esset, und gehet, kaufet ohne Silber, und ohne Preis, Wein und Milch: warum wäget ihr Silber dar für Nicht-Brot, und Arbeit für Nicht-zum-Sattwerden? höret, ja höret auf Mich, und esset Gutes, und laben wird sich am Fett eure Seele", dann auch was bei Joh.Offenb.2/7 (steht): "Wer überwindet, dem will Ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der inmitten des Paradieses Gottes ist": der Baum des Lebens ist das Himmlische selbst, und im höchsten Sinn der Herr selbst, weil von Ihm alles Himmlische, das ist: alle Liebe und Liebtätigkeit kommt, somit heißt "essen vom Baume des Lebens" soviel als den Herrn genießen; und den Herrn genießen, heißt beschenkt werden mit Liebe und Liebtätigkeit, also mit dem, was zum himmlischen Leben gehört; wie der Herr selbst sagt Joh.6/51,57: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, wer von diesem Brot isset, wird leben in Ewigkeit; wer Mich isset, der wird leben durch Mich". Allein sie sagten Joh.6/60,63: "Dies ist eine harte Rede; doch Jesus sprach: die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist, und sind Leben". Hieraus wird klar, was unter essen verstanden wird im heiligen Abendmahl: Matth.26/26-28; Mark.14/22,23; Luk.22/19,20: nämlich Gemeinschaft haben, verbunden werden, und sich aneignen. Daraus erhellt auch, was verstanden wird unter dem, daß der Herr sagte Matth.8/11: "Viele werden kommen vom Aufgang und vom Niedergang, und mit Abraham, Jischak und Jakob zu Tische liegen", nicht daß sie mit ihnen im Reiche Gottes essen werden, sondern daß sie der himmlischen Güter genießen werden, die durch Abraham, Jischak und Jakob, bezeichnet werden, nämlich des Himmlischen der Liebe, sowohl der innersten, welche sind Abraham, als auch der unteren, welche die mittleren sind, wie des Vernunftmäßigen, welche sind Jischak; und der noch mehr unteren, welche die natürlich Himmlischen, dergleichen die im ersten Himmel sind, die unter Jakob verstanden worden sind. Dies sind die inneren Bedeutungen der Worte. Daß dies Abraham, Jischak und Jakob sei, sehe man Nr. 1893 und allenthalben anderwärts, wo von ihnen gehandelt wird, denn ob man sagt, jener himmlischen Dinge genießen, oder ob man sagt, des Herrn genießen, der durch jene vorgebildet wird, ist gleich, denn vom Herrn ist jenes alles, und der Herr ist alles in allem desselben. 2188. Vers 9: Und sie sprachen zu ihm: Wo ist Sarah, dein Weib? und er sprach: Siehe, im Zelt. "Und sie sprachen zu ihm, wo ist Sarah, dein Weib?" bedeutet das vernunftmäßige Wahre, das damals nicht zur Erscheinung kam, weil Er im vernunftmäßigen Guten war; "und er sprach: Siehe, im Zelt" bedeutet im Heiligen. 2189. "Und sie sprachen zu ihm: Wo ist Sarah, dein Weib", 1. Mose 18/9, daß dies das vernunftmäßige Wahre bedeutet, das damals nicht zur Erscheinung kam weil Er im vernunftmäßigen Guten war, erhellt aus der Vorbildung der Sarah hier, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre, wovon Nr. 2173. Wie es sich damit verhält, dann auch mit dem Folgenden, wo vom Zustand des Vernunftmäßigen beim Herrn die Rede ist, der durch Sarah vorgebildet wird, kann für den Verstand nicht so faßlich gemacht werden, wenn man nicht weiß, wie im allgemeinen der Zustand des Vernunftmäßigen beschaffen ist, in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren; dann (wie es war) beim Herrn in Ansehung des Göttlichen und in Ansehung des Menschlichen, in dem Er damals war. Das Vornehmste des Vernunftmäßigen beim Menschen ist das Wahre, wie Nr. 2072 gesagt worden ist, folglich ist es die Neigung zum Wahren, und dies deshalb, daß der Mensch gebessert und so wiedergeboren werden könne, was durch Erkenntnisse und Wissensdinge geschieht, die dem Gebiete des Wahren angehören. Diese werden fortwährend ins Gute, d.h. in die Liebtätigkeit eingepflanzt, damit er so ein Leben der Liebtätigkeit empfange. Daher kommt es, daß die Neigung zum Wahren beim Menschen in seinem Vernunftmäßigen vorherrscht; denn mit dem Leben der Liebtätigkeit, welches das himmlische Leben selbst ist, verhält es sich so, daß dasselbe bei denen, die gebessert und wiedergeboren werden, fortwährend geboren wird, aufwächst und zunimmt, und zwar durch die Wahrheiten. Darum, je mehr Wahres eingepflanzt wird, desto mehr wird das Leben der Liebtätigkeit vervollkommnet. Daher gemäß der Qualität und Quantität des Wahren, sich die Liebtätigkeit beim Menschen verhält. Hieraus kann einigermaßen erhellen, wie es sich mit dem Vernunftwesen des Menschen verhält; allein im Wahren ist kein Leben, sondern in Guten. Das Wahre ist nur ein Aufnahmegefäß des Lebens, d.h. des Guten. Das Wahre ist wie ein Gewand oder Kleid des Guten, daher auch im Worte die Wahrheiten Gewänder, sowie auch Kleider genannt werden. Wenn aber das Gute das Vernunftwesen ausmacht, dann verschwindet das Wahre (disparatur), und wird so wie wenn es das Gute wäre. Das Gute leuchtet alsdann durchs Wahre hindurch, wie dies bei den Engeln geschieht. Wenn diese bekleidet erscheinen, so ist es der Glanz, der die Erscheinung des Kleides bewirkt, in welcher Weise auch die Engel vor den Propheten erschienen. Dies ist es nun, was verstanden wird unter dem, daß das vernunftmäßige Wahre damals nicht zur Erscheinung kam, weil Er im vernunftmäßigen Guten war, was dadurch bezeichnet wurde, daß sie zu ihm sprachen: "Wo ist Sarah, dein Weib": weil aber das Vernunftwesen des Herrn damals göttlich war, wie es bei keinem Engel sein kann, so kann es nicht anders als durch eine Vergleichung, somit durch eine Versinnlichung mittelst etwas Ähnlichem, das aber nicht ebendasselbe ist, beschrieben werden. 2190. "Er sprach: Siehe im Zelt", 1. Mose 18/9, daß dies bedeutet, im Heiligen, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 414, 1102, 1566, 2145. Im Heiligen wird gesagt, weil im Guten. Alles Gute wird heilig genannt darum, weil es der Liebe und Liebtätigkeit angehört, die einzig vom Herrn (kommt): allein wie das Gute ist, so ist das Heilige. Das Gute wird gebildet, d.h. wird geboren und wächst heran durch die Wahrheiten des Glaubens, und verhält sich daher gemäß der Qualität und Quantität des in die Liebtätigkeit eingepflanzten Glaubenswahren, wie Nr. 2189 gesagt worden ist. Hieraus kann erhellen, daß das Gute oder Heilige bei einem jeden verschieden ist, und obwohl es in der äußeren Form als ähnlich erscheint, so ist es doch in den inneren Formen unähnlich, und zwar sowohl bei denen, die außerhalb der Kirche, als bei denen, die innerhalb der Kirche sind. Im Guten der Liebtätigkeit beim Menschen liegt mehr, als der Mensch je glauben kann. Es liegen darin alle Dinge seines Glaubens, folglich im Heiligen seines Gottesdienstes. Das Heilige seines Gottesdienstes erscheint den Engeln wie am hellen Tag, wie es beschaffen ist, obwohl der Mensch nichts weiß, als daß er in einer gewissen heiligen (Stimmung) ist. Myriaden von Myriaden seiner Gedanken vom Guten und Wahren des Glaubens und der Neigungen daraus sind in seinem Heiligen. Doch vom Heiligen des Gottesdienstes, wie es im allgemeinen beschaffen sei, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo. 2191. Vers 10: Und Er sprach: wieder werde Ich kommen zu dir um diese Zeit des Lebens, und siehe, einen Sohn wird Sarah, dein Weib, haben; und Sarah hörte dies an der Türe des Zeltes, und sie war hinter ihm. "Und Er sprach" bedeutet das Innewerden; "wieder werde Ich kommen zu dir um diese Zeit des Lebens" bedeutet die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen des Herrn, "und siehe, einen Sohn wird Sarah, dein Weib, haben" bedeutet das Vernunftmäßige werde göttlich sein; "und Sarah hörte dies an der Türe des Zeltes" bedeutet das vernunftmäßig Wahre damals neben dem Heiligen; "und sie war hinter ihm" bedeutet, neben dem Guten, in dem damals das Vernunftmäßige war, somit geschieden von jenem, in dem Maß als Menschliches darin war. 2192. "Und Er sprach", 1. Mose 18/10, daß dies das Innewerden (perceptio) bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Sprechen, im historischen Sinn, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1898, 1910, 2080. 2193. "Wieder werde Ich kommen zu dir um diese Zeit des Lebens", 1. Mose 18/10, daß dies die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen bedeutet, erhellt daraus, daß das Kommen Jehovahs zu Abraham vorbildete das göttliche Innewerden, zu dessen Aufnahme sich der Herr vorbereitete, somit die Verbindung, wie oben gezeigt worden, somit wird dadurch, daß Er wiederkommen werde zu ihm, das gleiche bezeichnet, nämlich die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen. "Zu dieser Zeit des Lebens", ist zur gegenwärtigen Zeit des folgenden Jahres. 2194. "Siehe, einen Sohn wird Sarah, dein Weib, haben", 1. Mose 18/10, daß dies bedeutet, das Vernunftmäßige werde göttlich sein, erhellt aus der Bedeutung von Sohn, sodann von Sarah, wie auch von Jischak, der ihr geboren werden sollte. Sowohl der Sohn, als auch Sarah, und dann auch Jischak, bedeutet das, was dem Vernunftmäßigen des Herrn angehört. Daß der Sohn das Wahre ist, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, Sarah das vernunftmäßige Göttliche (Rationale Divinum): Nr. 1893, 2066, 2083. Das Menschliche beginnt bei einem jeden Menschen im Innersten seines Vernunftwesens (Rationalis), wie Nr. 2106 gesagt worden ist, also auch das Menschliche des Herrn. Was über demselben war, war Jehovah selbst, anders als bei einem jeden anderen Menschen. Weil im Innersten des Vernunftwesens das Menschliche beginnt und der Herr alles Menschliche bei sich göttlich machte, somit auch das Vernunftmäßige selbst, zuerst von dessen Innerstem aus; und nachdem dieses göttlich geworden, wird es durch Jischak vorgebildet und bezeichnet. 2195. "Und Sarah hörte dies an der Türe des Zeltes", 1. Mose 18/10, daß dies bedeutet das vernunftmäßig Wahre damals neben dem Heiligen, erhellt aus der Vorbildung Sarahs, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre, wovon Nr. 2173, 2194; sodann aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 414, 1102, 1566, 2145; und so aus der Bedeutung der Türe des Zeltes, sofern sie ist der Eingang zum Heiligen, somit neben dem Heiligen, wovon Nr. 2145. Wie es sich damit verhält, folgt nun. 2196. "Und sie war hinter ihm", 1. Mose 18/10, daß dies bedeutet neben dem Guten, in dem damals das Vernunftmäßige war, und von demselben geschieden in dem Maß, als Menschliches darin war, erhellt daraus, daß von der Türe, an der Sarah (stand), gesagt wird, sie sei hinter ihm gewesen. "Hinter ihm sein" bedeutet nicht verbunden, sondern rückwärts von ihm sein. Was von jemanden geschieden wird, das wird vorgebildet durch eine Art von Verweisung gleichsam hinter dem Rücken, wie dies erhellen kann aus den Vorbildungen im anderen Leben, wovon aus Erfahrung Nr. 1393, 1875; dies nun wird hier dadurch ausgedrückt, daß die Türe, an der Sarah (stand), hinter ihm war. Daß die bloß menschliche Vernunftwahrheit, die damals beim Herrn war, von Ihm abgetrennt wurde, als Er Sich mit dem Göttlichen verband, damit verhält es sich so: die menschliche Vernunftwahrheit faßt die göttlichen Dinge nicht, weil diese über der Sphäre ihres Verstandes hinausliegen; denn dieses Wahre steht in Verbindung mit dem Wissen, das im natürlichen Menschen ist, und inwieweit es aus diesem die Dinge, die über ihm sind, anschaut, insoweit erkennt es sie nicht an; denn dieses Wahre ist in Scheinbarkeiten (befangen), deren es sich nicht entledigen kann; und Scheinbarkeiten sind die (Vorstellungen), die aus Sinneswahrnehmungen (ex sensualibus) entstanden sind, und zu dem Glauben führen, als ob die göttlichen Dinge selbst auch dergleichen seien, während doch diese allen Scheinbarkeiten enthoben sind, und wenn sie ausgesprochen werden, dieses vernunftmäßig Wahre sie gar nicht glauben kann, weil es sie nicht fassen kann; wie zum Beispiel: (Wenn es heißt), der Mensch habe kein Leben, als das vom Herrn (ausströmende), so meint der Vernunftmensch (Rationale) infolge der Scheinbarkeiten (ex apparentiis), dann könnte er nicht leben wie von sich, während er doch dann erst wahrhaft lebt, wenn er inne wird, daß es vom Herrn ist. Der Vernunftmensch meint infolge der Scheinbarkeiten, das Gute, das er tut, sei aus ihm selbst, während doch nichts Gutes von ihm, sondern vom Herrn ist. Der Vernunftmensch meint infolge der Scheinbarkeiten, er verdiene die Seligkeit, wenn er Gutes tut, während doch der Mensch nichts durch sich verdienen kann, sondern alles Verdienst des Herrn ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, daß wenn er vom Bösen abgehalten, und im Guten gehalten wird vom Herrn her, nichts als Gutes und Gerechtes, ja Heiliges bei ihm sei, während doch im Menschen nichts als Böses, Ungerechtes, und Unheiliges ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, wenn er das Gute aus Liebtätigkeit tut, so tue er es aus der Willenskraft (ex voluntario) in ihm, während er es doch nicht aus seinem Willensvermögen (tut), sondern aus seinem Verstandesvermögen, dem die Liebtätigkeit eingepflanzt worden ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, es könne keine Herrlichkeit geben ohne die Herrlichkeit der Welt, während doch in der Herrlichkeit des Himmels gar nichts von Herrlichkeit der Welt ist. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, niemand könne den Nächsten mehr lieben als sich selbst, sondern alle Liebe fange bei sich selbst an, während doch die himmlische Liebe nichts von Selbstliebe in sich hat. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, es könne kein Licht geben, als das aus dem Licht der Welt, während doch in den Himmeln gar nichts vom Licht der Welt ist, ja ein so großes Licht, daß es das Mittagslicht der Welt tausendmal übertrifft. Der Mensch meint infolge der Scheinbarkeiten, der Herr könne nicht vor dem ganzen Himmel leuchten wie die Sonne, während doch alles Licht des Himmels von Ihm (ausströmt). Der Mensch kann infolge der Scheinbarkeiten nicht fassen, daß es ein sich Fortbewegen (progressiones) im anderen Leben gibt, während man doch (dort) sich als fortbewegend erscheint, ganz wie der Mensch auf Erden, z.B. in seinen Wohnungen, Vorhöfen, Paradiesen; noch weniger, wenn gesagt wird, dies seien Zustandsveränderungen, die so erscheinen. Der Mensch kann infolge der Scheinbarkeiten auch nicht fassen, daß man die Geister und Engel, da sie ja vor den Augen unsichtbar sind, sehen kann, auch nicht, daß sie mit dem Menschen reden können, während sie doch vor dem inneren Auge oder dem des Geistes noch deutlicher erscheinen, als der Mensch dem Menschen auf der Erde; wie denn auch ihre Reden in gleicher Weise gehört werden. Und so gibt es tausend und aber tausend Dinge, welche die (bloße) Vernunft des Menschen aus ihrem aus Sinneswahrnehmungen entstandenen, und infolgedessen getrübten Lichtschein, durchaus nicht glauben kann. Ja selbst in natürlichen Dingen ist diese Vernunft blind, wie sie z.B. nicht fassen kann, wie die Erdbewohner auf der ganz entgegengesetzten Seite auf den Füßen stehen und wandeln können, und so in sehr vielen anderen Dingen, wieviel mehr in geistigen und himmlischen, die weit über den natürlichen hinausliegen! Weil das menschliche Vernunftlicht so beschaffen ist, so wird von solchem hier gesagt, es sei ausgeschieden worden, als der Herr, mit dem Göttlichen vereinigt, im göttlichen Innewerden war, was dadurch bezeichnet wird, daß Sarah, die hier ein solches Vernunftwahres ist, an der Türe des Zeltes stand, und diese hinter ihm war. 2197. Vers 11: Und Abraham und Sarah (waren) alt, gekommen in die Tage, es ging Sarah nicht mehr nach der Weiber Weise. "Abraham und Sarah (waren) alt" bedeutet das Menschliche beim Herrn, das ausgezogen werden sollte; "gekommen in die Tage" bedeutet, daß die Zeit da war; "es ging Sarah nicht mehr nach der Weiber Weise" bedeutet den Zustand des vernunftmäßig Wahren, daß er nicht mehr so bleiben konnte. 2198. "Abraham und Sarah (waren) alt", 1. Mose 18/11, daß dies das Menschliche beim Herrn, das ausgezogen werden sollte, bedeutet, erhellt aus der Vorbildung Abrahams und Sarahs, sodann aus der Bedeutung der Alten oder des Greisenalters. Abraham bildet hier den Herrn vor in betreff des vernunftmäßig Guten, und Sarah bildet den Herrn vor in betreff des vernunftmäßig Wahren, wie hin und wieder in diesem Kapitel gesagt worden ist. Somit bilden beide hier das Menschliche beim Herrn vor, aus dem oben angegebenen Grund, weil nun Jehovah gegenwärtig war, und mit Abraham redete, und Jehovah war das Göttliche Selbst des Herrn und nicht von Ihm geschieden, obwohl es als geschieden in den historischen Vorbildungen dargestellt wird, denn durch Historisches kann es nicht anders vorgebildet werden. Wenn aber gesagt wird, Abraham und Sarah waren alt, so bedeutet es, daß jenes Menschliche ausgezogen werden sollte. Das Greisenalter schließt nichts anderes in sich, als die letzte Zeit. Im Wort wird hin und wieder das Greisenalter erwähnt, dann auch, daß sie gestorben seien, aber im inneren Sinn wird durchaus kein Greisenalter, kein Tod, wie der des Körpers, verstanden, sondern etwas anderes, das aus dem Sachzusammenhang sich ergibt, denn vom hohen Alter und vom Tod weiß man nichts im anderen Leben. Was hier gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang, nämlich der Herr sollte das Menschliche ausziehen. 2199. "Gekommen in die Tage", 1. Mose 18/11, daß dies bedeutet, daß die Zeit da war, folgt nun eben hieraus. Im Worte bedeutet der Tag, wie auch das Jahr, ja die Zeit überhaupt, einen Zustand, wie Nr. 23, 487, 488, 493, 893 gezeigt worden ist. So hier das Kommen in die Tage, bedeutet im inneren Sinn, in jenen Zustand, da Er das Menschliche ausziehen sollte, somit daß die Zeit da war. 2200. "Es ging Sarah nicht mehr nach der Weiber Weise", 1. Mose 18/11, daß dies bedeutet, daß es nicht mehr so bleiben konnte, erhellt aus dem, was soeben gesagt worden ist, somit ohne Erklärung. 2201. Vers 12: Und Sarah lachte bei sich selbst, und sprach: Nun ich gealtert bin, soll ich Wollust pflegen, und auch mein Herr ist alt. "Und Sarah lachte bei sich selbst" bedeutet die Stimmung (affectio) jenes vernunftmäßig Wahren darüber, daß es so geschehen sollte; "und sprach: Nun ich gealtert bin, soll ich Wollust pflegen" bedeutet die Neigung jenes Wahren sei nicht gewesen, den Zustand zu verändern; "und auch mein Herr ist alt" bedeutet, die Neigung zum Wahren habe sich gewundert, daß auch das vernunftmäßig Gute, dem des Wahre beigesellt ist, das Menschliche ausziehen sollte. 2202. "Und Sarah lachte bei sich selbst", 1. Mose 18/12, daß dies die Stimmung (affectio) jenes Wahren darüber, daß es so geschehen sollte, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von lachen oder Gelächter, sofern es ist die Neigung zum Wahren (affectio veri) wovon Nr. 2072. Was dies in sich schließt, folgt nun. 2203. "Und sie sprach: Nun ich gealtert bin, soll ich Wollust pflegen", 1. Mose 18/12, daß dies bedeutet, die Neigung jenes Wahren sei nicht gewesen den Zustand zu ändern, erhellt aus der Bedeutung von altern, sofern es ist das Menschliche ausziehen, somit den Zustand ändern, wovon Nr. 2198. Und aus der Bedeutung von "soll ich Wollust pflegen", sofern es ist: "nicht verlangen", somit daß es nicht seine Neigung sei. Wie es sich damit verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 2196 von Sarah gesagt worden ist, daß sie an der Türe des Zeltes stand, und dieselbe hinter ihm war: daß nämlich das menschliche Vernunftwesen (Rationale humanum) in betreff des Wahren von der Art sei, daß es nicht verstehen kann, was das Göttliche ist, und zwar darum nicht, weil dieses Wahre in Scheinbarkeiten (befangen) ist, und daher das, was es nicht verstehen kann, auch nicht glaubt, und von dem, was es nicht glaubt, auch nicht angeregt wird. Die Scheinbarkeiten, in denen das Vernunftwesen ist, sind von der Art, daß sie anregen, denn in den Scheinbarkeiten selbst ist ein Reiz (delectatio), daher es meint, wenn es der Scheinbarkeiten beraubt würde, so wäre kein Reiz mehr da. Während doch die himmlische Neigung nicht in Scheinbarkeiten ist, sondern im Guten und Wahren selbst. Weil das vernunftmäßig Wahre von dieser Art ist, so wird es ihm auch zugute gehalten, und zugelassen in Scheinbarkeiten zu sein und an ihnen sein Ergötzen zu haben. Ein solches Wahre, das in Scheinbarkeiten war, wird vorgebildet durch Sarah, als der Herr Sich mit dem Göttlichen verband. Daher gesagt wird, sie sei an der Türe gestanden, und habe gelacht, und gesagt: "nun, ich alt geworden bin, soll ich Wollust haben", wodurch bezeichnet wird: seine Neigung sei nicht gewesen, den Zustand zu ändern. 2204. "Und auch mein Herr ist alt", 1. Mose 18/12, daß dies bedeutet die Neigung zum Wahren habe sich gewundert, daß das vernunftmäßig Gute, dem das Wahre beigesellt ist, auch das Menschliche ausziehen sollte, erhellt aus der Vorbildung der Sarah, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre, wovon Nr. 2198 und anderwärts; sodann aus der Bedeutung von alt werden, sofern es ist das Menschliche ausziehen, wovon ebenfalls Nr. 2198. Das menschliche vernunftmäßig Gute ist von der Art, daß es viel von weltlichen Lustreizen (jucundis) in sich hat, denn es ist nicht bloß aus Wahrheiten gebildet, sondern auch aus Lustreizen sinnlicher Dinge und aus mehreren Lustreizen, die in der Welt (sich finden). Diesen Lustreizen wird, wenn der Mensch gebessert und wiedergeboren wird, das geistig Gute vom Herrn eingeflößt, und alsdann wird durch dieses das Weltliche gemäßigt, und so hat er hernach seine Seligkeit in jenem. Der Herr hingegen hat alles Weltliche aus dem Vernunftmäßigen ganz ausgetrieben, und es so göttlich gemacht. Und dies ist (die Bedeutung davon), daß das vernunftmäßig Wahre, das unter Sarah verstanden wird, sich verwundert habe. 2205. Vers 13: Und Jehovah sprach zu Abraham: Warum lachte hierüber Sarah, und sprach: Soll ich denn wirklich noch gebären, nun ich doch alt bin? "Und Jehovah sprach zu Abraham:" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen; "Warum lachte hierüber Sarah" bedeutet das Denken des vernunftmäßig Wahren aus seiner Neigung; "Soll ich denn wirklich noch gebären" bedeutet, es habe sich gewundert, daß das Vernunftmäßige sollte göttlich werden; "nun ich doch alt bin" bedeutet, nachdem es nicht mehr so beschaffen war. 2206. "Und Jehovah sprach zu Abraham", 1. Mose 18/13, daß dies das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen (Dicere), sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080; und daraus, daß Jehovah sprach, welches ist innewerden aus dem Göttlichen, denn wie schon öfter gezeigt worden, das eigentliche Innere (ipsum Internum) des Herrn war Jehovah. 2207. "Warum lachte hierüber Sarah", 1. Mose 18/13, daß dies das Denken des vernunftmäßig Wahren aus seiner Neigung (affectio) bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von lachen oder Gelächter, sofern es ist eine Erregung (affectio), wie sie dem Wahren eigen ist, wovon Nr. 2072; und aus der Vorbildung der Sarah, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre, wovon einigemal früher in diesem Kapitel. Diese Frage schließt in sich, daß der Herr inne ward, daß in seinem Vernunftmäßigen noch etwas Menschliches sei. 2208. "Soll ich denn wirklich noch gebären", 1. Mose 18/13, daß dies bedeutet, es habe sich gewundert, daß das Vernunftmäßige sollte göttlich werden, erhellt aus der Bedeutung von Gebären hier im inneren Sinn, weil nämlich das göttlich Vernünftige des Herrn vorgebildet werden sollte durch Jischak; wie früher gesagt worden und aus dem Folgenden erhellen wird, so bedeutet das Gebären hier den Jischak, d.h. das Vernunftmäßige (Rationale), das göttlich werden sollte; und dieses konnte das durch Sarah vorgebildete Vernunftmäßige (rationale) nicht begreifen. 2209. "Nun ich doch alt bin?", 1. Mose 18/13, daß dies bedeutet, nachdem es nicht mehr so beschaffen war, nämlich nicht ein Göttliches, sondern ein Menschliches, und daß dies ausgezogen werden sollte, erhellt aus der Bedeutung von alt werden, sofern es ist das Menschliche ausziehen, wovon Nr. 2198, 2203. Was das Vernunftmäßige im allgemeinen betrifft, so kann dasselbe, wenn es über göttliche Dinge nachdenkt, hauptsächlich aus dem Wahren, das es hat, durchaus nicht glauben, daß sie von solcher Art sind, sowohl weil es sie nicht faßt, als weil ihm die aus den Sinnestäuschungen entstandenen Scheinbarkeiten ankleben, durch die, und aus denen es denkt, wie dies aus den Beispielen erhellen kann, die Nr. 2196 angeführt worden sind, und denen der Erläuterung wegen noch folgende beigefügt werden mögen: Kann die Vernunft, wenn sie befragt wird, glauben, daß es einen inneren Sinn des Wortes gibt, und daß derselbe so entfernt vom Buchstabensinn ist, wie dies gezeigt worden ist; und daß so das Wort es ist, was den Himmel mit der Erde, d.h. das Reich des Herrn in den Himmeln mit dem Reich des Herrn auf Erden verbindet? Kann die Vernunft glauben, daß die Seelen nach dem Tod unter sich aufs deutlichste reden, und doch ohne Wörtersprache, und gleichwohl so sinnvoll, daß sie in einer Minute mehr ausdrücken, als der Mensch durch seine Sprache in einer Stunde; und die Engel in gleicher Weise, aber in einer noch vollkommeneren und für die Geister unvernehmlichen Sprache. Sodann daß alle Seelen, sobald sie ins andere Leben kommen, so zu reden wissen, obwohl sie gar keine Unterweisung so zu reden bekommen? Kann die Vernunft glauben, daß in einer einzigen Neigung des Menschen, ja in einem Seufzer von ihm, so grenzenlos vieles, das die Engel inne werden, enthalten ist, daß man es gar nicht beschreiben kann; und daß eine jede Neigung des Menschen, ja eine jede Vorstellung seines Denkens, ein Bild von ihm ist, und zwar ein solches, daß in wunderbarer Weise alle Teile seines Lebens darin liegen? Und so tausendmal tausend ähnliche Dinge? Wenn die Vernunft, die ihre Weisheit aus sinnlichen (Wahrnehmungen) schöpft, und von Sinnestäuschungen eingenommen ist, darüber denkt, so glaubt sie nicht, daß es so sein könne, weil sie sich keinerlei Vorstellung davon bilden kann, es wäre denn aus solchen Dingen, die sie mit einem äußeren und inneren Sinn erfaßt; wie viel weniger, wenn sie über himmlisch und geistig Göttliches denkt, das noch höher ist? Denn es müssen immer einige Scheinbarkeiten aus sinnlichen Wahrnehmungen da sein, auf die sich das Denken stützen kann, und wenn diese Scheinbarkeiten weggezogen werden, so geht die Vorstellung verloren; was mir auch an neuangekommenen Geistern vergewissert werden konnte, die sich an den Scheinbarkeiten, die sie von der Welt her mitgebracht haben gar sehr ergötzen, indem sie sagen, wenn diese ihnen entzogen würden, so wüßten sie nicht, ob sie noch denken könnten. Von dieser Art ist die Vernunft an sich betrachtet. 2210. Vers 14: Soll für Jehovah etwas zu schwer sein? Zur bestimmten Zeit werde Ich wiederkommen zu dir, um diese Zeit des Lebens, und Sarah wird einen Sohn haben. "Soll für Jehovah etwas zu schwer sein?" bedeutet, daß dem Jehovah alles möglich sei; "Zur bestimmten Zeit werde Ich wiederkommen zu dir" bedeutet den künftigen Zustand; "um diese Zeit des Lebens, und Sarah wird einen Sohn haben" bedeutet, daß alsdann der Herr die menschliche Vernunft ausziehen, und die göttliche Vernunft anziehen werde. 2211. "Soll für Jehovah etwas zu schwer sein", 1. Mose 18/14, daß dies bedeutet, dem Jehovah sei alles möglich, erhellt ohne Erklärung. 2212. "Zur bestimmten Zeit werde Ich wiederkommen zu dir", 1. Mose 18/14, daß dies den künftigen Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie ist der Zustand, wie Nr. 2199 gesagt worden ist. Hier heißt es, "Jehovah werde wiederkommen zur bestimmten Zeit", gleich darauf, "zu dieser Zeit des Lebens", oder was dasselbe ist, zur gegenwärtigen Zeit des folgenden Jahres; beides schließt etwas Besonderes in sich, nämlich die bestimmte Zeit das Allgemeine jenes Zustandes, der durch "diese Zeit des Lebens" bezeichnet wird; das Allgemeine ist das was künftig ist, wie es aber sein wird, wird bezeichnet durch "diese Zeit des Lebens". Im Wort ist es, besonders bei den Propheten, gewöhnlich, daß Zustände durch zweierlei beinahe gleiche Ausdrücke beschrieben werden, während doch der eine das Allgemeine, der andere eine besondere Bestimmtheit in dem Allgemeinen in sich schließt. 2213. "Um diese Zeit des Lebens, und Sarah wird einen Sohn haben", 1. Mose 18/14, daß dies bedeutet, alsdann werde der Herr das menschliche Vernunftmäßige ausziehen und das göttliche Vernunftmäßige anziehen, erhellt aus der Bedeutung des "Wiederkommens um diese Zeit des Lebens", d.h. zur gegenwärtigen Zeit des folgenden Jahres, sofern es ist die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen des Herrn, wovon Nr. 2193; und aus der Bedeutung des Sohnes der Sarah, sofern er ist das künftige göttlich Vernünftige, wovon Nr. 2194. "Diese Zeit des Lebens" oder die gegenwärtige Zeit des folgenden Jahres, deutet die Zeit an, da Abraham ins hundertste Jahr eintreten würde, durch welches Jahr bezeichnet wird die Vereinigung des Menschlichen des Herrn mit dem Göttlichen und des Göttlichen mit dem Menschlichen, wie Nr. 1988 gezeigt wurde. Ein Jahr kam dann dazwischen, weil durch Jahr im Worte nicht bezeichnet wird ein Jahr, sondern eine volle Zeit, somit eine ganze Periode, bestehe sie nun aus tausend Jahren, oder aus hundert, oder aus zehn, oder aus Stunden, wie ebenfalls schon früher gezeigt worden ist: Nr. 482, 487, 488, 493, 893. Ebenso auch eine Woche, wovon Nr. 2044. 2214. Vers 15: Da leugnete Sarah, indem sie sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fürchtete sich. Und Er sprach: Nein, du hast gelacht. "Da leugnete Sarah, indem sie sprach: Ich habe nicht gelacht, denn sie fürchtete sich" bedeutet, das menschlich Vernunftwahre wollte sich entschuldigen, weil es merkte, daß es nicht so sei, wie es sein sollte; "und Er sprach: Nein, du hast gelacht" bedeutet, es sei gleichwohl so beschaffen. 2215. "Sarah leugnete, indem sie sprach: Ich habe nicht gelacht", 1. Mose 18/15, daß dies bedeutet, das menschliche Vernunftwahre wollte sich entschuldigen, weil es merkte, daß es nicht so sei, wie es sein sollte, kann ohne Erklärung erhellen. 2216. "Und Er sprach: Nein, du hast gelacht", 1. Mose 18/15, daß dies bedeutet, es sei gleichwohl so beschaffen, erhellt auch ohne Erklärung. Wie es sich damit verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 2072 über die Bedeutung des Lachens oder Gelächters gesagt worden ist, daß es nämlich die Neigung (affectio) des Vernunftmäßigen ist, und zwar die Neigung zum Wahren oder zum Falschen im Vernunftmäßigen; von daher kommt alles Lachen. Solange eine solche Neigung im Vernunftmäßigen ist, die sich durch Lachen äußert, so lange ist etwas Fleischliches oder Weltliches, somit bloß Menschliches da. Das himmlisch Gute und das geistig Gute lacht nicht, sondern äußert seine Lust und Heiterkeit auf eine andere Weise in Angesicht, Rede und Gebärde, denn im Lachen ist sehr vieles, z.B. meistens etwas von Verachtung, die, wenn sie auch nicht zum Vorschein kommt, dennoch darunter verborgen liegt. Und es unterscheidet sich leicht von der Heiterkeit des Gemütes, die auch etwas dem Lachen Ähnliches (ein Lächeln) hervorbringt. Der Zustand des menschlich Vernunftmäßigen beim Herrn wird dadurch beschrieben, daß Sarah lachte und es ist dadurch bezeichnet, mit welcher Regung das damals vom Guten getrennte Wahre des Vernunftmäßigen das ansah, was gesagt wurde, daß es ausgezogen und das Göttliche angezogen werden sollte. Nicht daß es gelacht habe, sondern daß es aus dem Göttlichen innegeworden sei, wie es noch beschaffen war, und wieviel Menschliches noch darin sei, das Er auszutreiben habe. Dies wird durch das Lachen der Sarah im inneren Sinn bezeichnet. 2217. Vers 16: Und es erhoben sich die Männer von da, und sahen hin nach Sodom; und Abraham ging mit ihnen, sie zu entlassen. "Und es erhoben sich die Männer von da" bedeutet, daß jenes Innewerden zu Ende ging; "und sahen hin nach Sodom" bedeutet des Menschengeschlechts; Sodom ist alles Böse aus der Selbstliebe; "und Abraham ging mit ihnen" bedeutet, daß auch der Herr noch mit ihnen im Innewerden blieb, aber betreffend des Menschengeschlechts; "sie zu entlassen" bedeutet, er wollte sich von diesem (Innewerden) entfernen. 2218. "Und es erhoben sich die Männer von da", 1. Mose 18/16, daß dies bedeutet, jenes Innewerden sollte zu Ende gehen, kann erhellen aus der Bedeutung von sich erheben (surgere), was soviel ist als weggehen; und aus derjenigen der Männer, wovon oben. Durch das Kommen der drei Männer oder Jehovahs zu Abraham wurde vorgebildet das göttliche Innewerden des Herrn, wie oben gezeigt worden. Das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen betraf damals zuerst das göttliche Dreieine (Trinum Divinum), welches das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das Ausgehende (Procedens) ist; hernach betraf es Sein Menschliches, welches das Göttliche anziehen sollte. Nun folgt das Innewerden aus dem Göttlichen betreffend die Beschaffenheit des Menschengeschlechts. Diese drei Punkte sind es, wovon in diesem Kapitel gehandelt wird. Und sie folgen in der Ordnung, daß nämlich das Göttliche das Menschliche annehmen, und dieses göttlich machen sollte, um das Menschengeschlecht zu retten. Von den beiden ersteren Punkten wird gesagt: das Innewerden sei zu Ende gegangen, und dies wird im inneren Sinn verstanden unter dem, daß die Männer aufstanden. Das Innewerden betreffend die Beschaffenheit des Menschengeschlechts hingegen wird im inneren Sinn dadurch bezeichnet, daß sie hinblickten nach Sodom, und Abraham mit ihnen ging; und daß er in diesem Innewerden nicht bleiben wollte, wird dadurch bezeichnet, daß er mit ihnen ging, sie zu entlassen. Wie es sich damit verhält, kann noch besser ersehen werden aus der vorausgeschickten Inhaltsangabe, sodann aus der Erklärung des Folgenden. HG 2219 2219. "Und sahen hin nach Sodom", 1. Mose 18/16, daß dies den Zustand des Menschengeschlechts bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von hinblicken (prospicere ad facies), und zwar hier nach Sodom (ad facies Sodomae). Durch die Angesichte (facies) wird bezeichnet alles Inwendigere des Menschen, sowohl Böses als Gutes, und dies darum, weil dasselbe aus dem Angesicht hervorleuchtet, wie Nr. 358 gezeigt worden ist. Hier also bedeuten die Angesichte, weil sie von Sodom ausgesagt werden, das inwendigere Böse, welches das der Selbstliebe ist, welches Böse im allgemeinen unter Sodom verstanden wird, wie dies aus dem gleich Folgenden erhellen wird. Daß das allerschlimmste Böse aus der Selbstliebe seinen Ursprung hat, kommt daher, weil die Selbstliebe die Zerstörerin der menschlichen Gesellschaft ist, wie dies Nr. 2045 gezeigt worden ist, und die Zerstörerin der himmlischen Gesellschaft: Nr. 2057. Und weil die Verkehrtheit des Menschengeschlechts daraus erkannt wird, so wird hier durch die Angesichte Sodoms der Zustand des Menschengeschlechts bezeichnet. Außerdem ist im ersten Teil in verschiedenen Stellen gezeigt worden, wie die Selbstliebe beschaffen ist, nämlich ganz entgegen der Ordnung, in die der Mensch geschaffen wurde. Dem Menschen ist als Vorzug vor den Tieren die Vernunft gegeben worden, zu dem Ende, daß jeder dem anderen wohl wolle und wohl tue, sowohl im besonderen als im allgemeinen. Dies ist die Ordnung, in die der Mensch erschaffen wurde, folglich ist es die Liebe zu Gott und die Liebe gegen den Nächsten, die das Leben des Menschen sein, und durch das er sich von den unvernünftigen Tieren unterscheiden sollte. Dies ist auch die Ordnung des Himmels, in der er sein sollte, solange er in der Welt lebt, und so im Reich des Herrn, und in eben diese würde er übergehen, wenn er den Leib ablegt, der ihm auf Erden gedient hatte, und würde dort in einen immer mehr sich vervollkommnenden himmlischen Zustand auferstehen. Allein die Selbstliebe ist das Hauptsächlichste, ja das einzige, was diese zerstört, nicht so die Weltliebe, denn diese ist zwar den geistigen Dingen des Glaubens, die Selbstliebe hingegen ist den himmlischen Dingen der Liebe schnurgerade entgegen; denn wer sich selbst liebt, der liebt alle anderen nicht, sondern geht darauf aus, jegliche, die ihn nicht verehren, zu vernichten, und will und tut niemanden wohl, als wer in ihm ist, oder sich dazu bringen läßt, daß er in ihm ist, als etwas, seinen Begierden und Phantasien gleichsam Eingeimpftes. Hieraus wird klar, daß aus der Selbstliebe entspringen alle Arten von Haß, alle Rachehandlungen und Grausamkeiten, sodann alle schändlichen Heucheleien und Tücke, somit alle Frevel wider die Ordnung der menschlichen Gesellschaft, und wider die Ordnung der himmlischen Gesellschaft; ja sogar verrucht ist die Selbstliebe, auch bei denen, die zur untersten Volksklasse gehören. Daß sie, wenn ihr die Zügel gelassen werden, d.h., wenn ihr Raum gelassen wird, sich zu ergehen, so weit fortrennt, daß sie nicht allein über die Nächsten und Nachbarn, sondern auch über die ganze Welt, ja über das höchste Göttliche Selbst herrschen will, davon weiß der Mensch zwar nichts, weil er in Banden, deren er sich nicht so bewußt ist, gehalten wird, aber in dem Maß, als diese Bande nachgelassen werden, rennt er bis dahin fort. Dies ist mir durch viele Erfahrungen im anderen Leben zu wissen gegeben worden. Weil dies in der Selbstliebe verborgen liegt, so hassen auch die, welche in der Selbstliebe stehen, und nicht mit Banden des Gewissens begabt sind, mehr als alle anderen den Herrn, somit alle Glaubenswahrheiten; denn diese sind die eigentlichen Gesetze der Ordnung im Reich des Herrn, und werden von solchen so sehr zurückgestoßen, daß sie selbige sogar verabscheuen, was sich auch im anderen Leben augenscheinlich herausstellt. Diese Liebe ist auch "der Kopf der Schlange, welchen der Same des Weibes", das ist der Herr, zertritt, worüber man nachsehe Nr. 257. Allein die Selbstliebe ist nicht immer diejenige, die in der äußeren Form als Hochmut und Stolz erscheint, denn zuweilen können solche den Nächsten mit Liebe umfassen; denn einigen wird ein solches Äußere angeboren, und von einigen im Knabenalter angenommen, nachher aber unterjocht, während gleichwohl das Äußere bleibt. Sondern es sind diejenigen, die andere neben sich gering schätzen, und im Vergleich mit sich für nichts achten, und sich um das allgemeine Wohl gar nicht bekümmern, außer wenn es für sie ist, und mit ihnen gleichsam in eines zusammenfällt; besonders sind es die, welche alle, die ihnen nicht günstig sind und dienen, hassen, sie verfolgen, und, soweit sie können, um die Besitzungen, um Ehre, guten Ruf, ja, ums Leben bringen. Die, welche in ihrem Sinn auf dergleichen ausgehen, sollen wissen, daß sie in der Selbstliebe vor anderen sind. 2220. Daß Sodom alles aus der Selbstliebe stammende Böse ist, erhellt aus der Bedeutung Sodoms im Worte. Obwohl im folgenden Kapitel es den Anschein hat, als ob durch Sodom das Böse des schlimmsten Ehebruchs bezeichnet würde, so wird doch gleichwohl durch dasselbe im inneren Sinn nichts anderes als das Böse aus der Selbstliebe bezeichnet. Im Worte werden auch die aus der Selbstliebe entspringenden Greuel durch Ehebrüche verschiedener Art vorgebildet. Daß Sodom im allgemeinen alles Böse aus der Selbstliebe, und Amora alles Falsche daraus bezeichnet, ist Nr. 1212, 1663, 1682, 1689 gezeigt worden; und weiter kann es aus folgenden Stellen im Worte erhellen: Jerem.50/35,40: "Das Schwert über die Chaldäer, und über die Bewohner Babels, gleich der Zerstörung, die Gott über Sodom und Amora, und ihre Nachbarn verhängt hat, wird, so spricht Jehovah, nicht daselbst wohnen ein Mann, und nicht wird in ihr weilen ein Menschensohn": es wird hier von denjenigen gehandelt, die durch die Chaldäer bezeichnet werden, und dies sind die, in deren Gottesdienst unheiliges Falsches ist, wie Nr. 1368 gezeigt worden ist, sodann von denen, die durch Babel (bezeichnet) werden, in deren Gottesdienst unheiliges Böses ist: Nr. 1182, 1326. Ihre Verdammnis wird beschrieben durch die Zerstörung Sodoms, d.h. des Bösen im allgemeinen, und durch die Zerstörung Amoras, d.h. des Falschen im allgemeinen, weil auch in ihrem Gottesdienst Böses der Selbstliebe, und Falsches aus demselben ist: Amos 4/11: "Ich kehrte euch um wie bei der Zerstörung, die Gott über Sodom und Amora verhängte, und ihr wurdet wie ein Feuerbrand herausgerissen aus dem Brand": wo die Rede ist von Samaria, durch das bezeichnet wird die verkehrte geistige Kirche, die in betreff des Bösen im allgemeinen, gegenüber dem Guten der Liebtätigkeit genannt wird Sodom, und in betreff des Falschen im allgemeinen gegenüber dem Wahren des Glaubens genannt wird Amora; und in betreff beider, hier wie früher, eine von Gott verhängte Zerstörung (eversio Dei). Zeph.2/9,10: "Moab wird wie Sodom sein, und die Söhne Ammons wie Amora, ein Ort überlassen der Nessel, und eine Salzgrube, und eine Wüstenei in Ewigkeit; dies alles ihnen wegen ihres Hochmuts, daß sie geschmähet, und sich gespreizt haben ob dem Volk Jehovahs Zebaoth": wo Sodom für das Böse aus der Selbstliebe, und Amora für das Falsche daraus steht, von denen hier ausgesagt wird Wüsteneien (desolatio), wie früher Zerstörung (eversio). Der Hochmut (superbia), ist die Selbstliebe; "Schmach antun dem Volk Jehovahs Zebaoth" heißt den Wahrheiten Böses zufügen, und "sich spreizen ob dem Volk", ist das Falsche. Hes.16/46,48-50: "Deine ältere Schwester, sie und ihre Töchter, die dir zur Linken wohnt; und deine jüngere Schwester, die zu deiner Rechten wohnt, Sodom und ihre Töchter, nicht hat Sodom, deine Schwester, sie und ihre Töchter, getan wie du getan hast und deine Töchter: siehe, dies war die Missetat deiner Schwester Sodom: Hoffahrt, Sattheit des Brotes, und Sicherheit des Müßigseins, hatte sie und ihre Töchter, und die Hand des Elenden und Dürftigen stärkte sie nicht; und sie wurden hochmütig, und taten Greuel vor Mir": es ist hier die Rede von den Greueln Jerusalems, und sie wird geschildert unter Samaria und Sodom: unter Samaria in betreff des Falschen, statt Amoras, und unter Sodom in betreff des Bösen. Und es wird gesagt, was insbesondere durch Sodom bezeichnet wird, denn es heißt: "dies war die Missetat Sodoms", nämlich die Selbstliebe, die hier bezeichnet wird durch den Hochmut. Daß sie das Gute der Liebtätigkeit von sich wiesen, wird bezeichnet durch die "Sattheit des Brotes", und daß sie sich dabei beruhigten, wird bezeichnet durch die "Sicherheit des Müßigseins"; und daß sie keine Barmherzigkeit hatten, wird dadurch beschrieben, daß sie "nicht stärkten die Hand des Elenden und Dürftigen"; und daß von daher alle Begierden mit Selbstliebe erfüllt wurden, dadurch, daß "die Töchter hochmütig wurden"; die Begierden sind die Töchter. Hieraus erhellt deutlicher, was Sodom ist, somit daß nicht im historischen Sinn zu nehmen ist, was im folgenden Kapitel steht, sondern daß durch denselben dort im inneren Sinn bezeichnet wird solches, was hier beim Propheten geschildert wird, nämlich was der Selbstliebe eigen ist. Allein Sodom wird hier milder beschrieben, weil von den Greueln Jerusalems gehandelt wird, daß nämlich diese größer waren, als diejenigen Sodoms. Wie dies auch zu ersehen ist aus den Worten des Herrn: Matth.10/15; Mark.6/11; Luk.10/12: "Amen, Ich sage euch, erträglicher wird es ergehen dem Lande Sodoms und Amoras, am Tage des Gerichts, als jener Stadt". Joh.Offenb.11/8: "Ihre Leiber auf der Gasse der großen Stadt, die geistig Sodom und Ägypten heißt": daß hier unter Sodom nicht verstanden wird Sodom, noch unter Ägypten Ägypten, ist klar, denn es wird gesagt, sie heiße geistig Sodom und Ägypten. Sodom steht für alles Böse aus der Selbstliebe, und Ägypten statt Amora für alles Falsche aus demselben. 2221. "Und Abraham ging mit ihnen", 1. Mose 18/16, daß dies bedeutet, der Herr sei noch mit ihnen im Innewerden geblieben, aber in betreff des Menschengeschlechts, kann erhellen aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, denn gehen mit den drei Männern, das ist, mit Jehovah, heißt noch im Innewerden sein. 2222. "Sie zu entlassen", 1. Mose 18/16, daß dies bedeutet, er wollte sich von demselben entfernen, erhellt ohne Erklärung. Die Ursache ist auch klar, nämlich daß das Innewerden aus dem Göttlichen, und von daher das Denken vom Menschengeschlecht, daß es so beschaffen sei, Schauer einjagte, denn die Liebe des Herrn gegen des ganze Menschengeschlecht war so groß, daß Er durch die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen, und des Göttlichen mit dem Menschen, alle ewig selig machen wollte. Als Er daher inne wurde, es sei so beschaffen, wollte er sich vom Innewerden und vom Denken von daher entfernen, was dadurch bezeichnet wird, daß er sie entlassen wollte. 2223. Vers 17: Und Jehovah sprach: Verberge Ich wohl vor Abraham, was Ich tue? "Und Jehovah sprach" bedeutet das Innewerden; "Verberge Ich wohl vor Abraham, was Ich tue" bedeutet, daß vor dem Herrn nichts verborgen werden durfte. 2224. "Und Jehovah sprach", 1. Mose 18/17, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Sprechen (dicere), sofern es soviel ist als innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080. Weil hier Jehovah sprach, so ist es, daß der Herr aus dem Göttlichen inne geworden sei. 2225. "Verberge Ich wohl vor Abraham, was Ich tue?", 1. Mose 18/17, daß dies bedeutet, daß vor dem Herrn nichts verborgen werden durfte, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist der Herr in jenem Zustand, wovon einigemal in diesem Kapitel. Daß das übrige bedeutet, es dürfe nicht verborgen werden, ist klar. Der Sinn des Buchstabens ist hier der gleiche mit dem inneren Sinn, wie auch anderwärts hin und wieder, besonders wo von wesentlichen Punkten des Glaubens gehandelt wird, die, weil sie notwendig sind zum Heil, im Buchstaben so gesagt werden, wie sie im inneren Sinn beschaffen sind, wie z.B. 5. Mose 6/4-6: "Jehovah unser Gott ist ein Jehovah; und du sollst lieben Jehovah, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen, und von deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften; und es sollen diese Worte auf deinem Herzen sein"; außer anderem ähnlichen. 2226. Vers 18: Wird doch Abraham zu einer großen und zahlreichen Völkerschaft werden, und werden gesegnet werden in ihm alle Völkerschaften der Erde. "Wird doch Abraham zu einer großen und zahlreichen Völkerschaft werden" bedeutet, daß vom Herrn alles Gute und alles Wahre aus diesem kommen werde; "und es werden gesegnet werden in ihm alle Völkerschaften der Erde" bedeutet, daß von Ihm alle, die in der Liebtätigkeit sind, werden selig gemacht werden. 2227. "Wird doch Abraham zu einer großen und zahlreichen Völkerschaft werden", 1. Mose 18/18, daß dies bedeutet, vom Herrn werde alles Gute, und alles Wahre daraus kommen, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist der Herr, wovon öfter oben; sodann aus der Bedeutung der Völkerschaft, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849. Hier einer großen und zahlreichen Völkerschaft, wodurch das Gute und Wahre daraus bezeichnet wird. Daß das Große vom Guten und das Zahlreiche vom Wahren ausgesagt wird, kann aus anderen Stellen im Wort erhellen; allein sie jetzt anzuführen, muß unterbleiben. Das Wahre daraus, oder das Wahre aus dem Guten ist, im echten Sinn, das geistig Gute: Es gibt zweierlei voneinander unterschiedenes Gute, nämlich das himmlisch Gute, und das geistig Gute. Das himmlische Gute ist das der Liebe zum Herrn, das geistig Gute ist das der Liebe zum Nächsten. Aus jenem Guten, d.h. dem Himmlischen, stammt dieses, nämlich das Geistige, denn niemand kann den Herrn lieben, wenn er nicht auch den Nächsten liebt. In der Liebe zum Herrn ist die Liebe zum Nächsten, denn die Liebe zum Herrn ist vom Herrn, somit von der Liebe selbst gegen das ganze Menschengeschlecht. In der Liebe zum Herrn sein, ist soviel als im Herrn sein, und wer im Herrn ist, kann nicht anders als in Seiner Liebe sein, welche ist die zum Menschengeschlecht, somit zum Nächsten. Somit ist sie in beiderlei Gutem, nämlich im himmlischen und im geistigen; jenes ist das eigentlichste Gute, dies aber ist sein Wahres, oder das Wahre daraus, welches Wahre, wie gesagt, das geistig Gute ist. Jenes ist das, was durch groß, dieses aber das, was durch zahlreich bezeichnet wird. 2228. "Und werden gesegnet werden in ihm alle Völkerschaften der Erde", 1. Mose 18/18, daß dies bedeutet, daß von Ihm alle, die in der Liebtätigkeit sind, werden selig gemacht werden, erhellt aus der Bedeutung von "gesegnet werden", sofern es ist begabt werden mit allem Guten, das aus himmlischem Ursprung ist, wovon Nr. 981, 1096, 1420, 1422. Die, welche mit Gutem aus himmlischem Ursprung, d.h. mit himmlischem Guten und mit geistigem Guten, Nr. 2177, begabt werden, die werden auch mit ewigem Heil beschenkt, d.h., sie werden selig gemacht. Unter "allen Völkerschaften der Erde", werden im inneren Sinn diejenigen verstanden, die im Guten der Liebe und der Liebtätigkeit sind, wie dies aus der Bedeutung der Völkerschaft erhellt, sofern sie ist das Gute: Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849. Daß durch "alle Völkerschaften der Erde" nicht bezeichnet werden alle auf dem ganzen Erdkreis, kann einem jeden klar sein, weil sehr viele unter ihnen sind, die nicht selig werden, sondern nur die, welche in der Liebtätigkeit sind, d.h., die ein Leben der Liebtätigkeit erlangt haben. Damit niemanden verborgen bleibe, wie es sich mit der Seligmachung der Menschen nach dem Hinscheiden verhält, so soll es mit wenigem gesagt werden: es gibt viele, die sagen, der Mensch werde selig durch den Glauben, oder wie man sagt, wenn man nur den Glauben habe. Allein ein sehr großer Teil unter ihnen weiß nicht, was Glaube ist. Einige meinen, es sei eben ein Denken, einige, es sei die Anerkennung eines bestimmten Glaubensinhaltes, andere, es sei die ganze Glaubenslehre, die anzunehmen sei, andere wieder anders. Somit gehen sie schon in der Erkenntnis dessen, was Glaube sei, in der Irre; folglich in dem, was das ist, wodurch der Mensch selig wird. Gleichwohl aber ist er nicht ein bloßes Denken, noch ist er die Anerkennung eines Glaubensinhaltes, noch die Erkenntnis alles dessen, was zur Glaubenslehre gehört: durch diese Dinge kann niemand selig werden, denn sie können nicht tiefer Wurzel schlagen, als ins Denken. Das Denken macht niemanden selig, sondern es ist das Leben, das man sich in der Welt durch die Glaubenserkenntnisse verschafft hat. Dieses Leben bleibt; dagegen alles Denken, das nicht mit dem Leben eines Menschen harmoniert, geht verloren, so daß es zunichte wird. Die himmlischen Zusammengesellungen bilden sich nach dem Leben, und durchaus nicht nach den Gedanken, die nicht dem Leben eigen sind. Die Gedanken, die nicht dem Leben eigen sind, sind durch falschen Schein täuschend (simulatoriae), und diese werden ganz verworfen. Im allgemeinen gibt es zweierlei Leben, das eine ist höllisch, das andere himmlisch. Das höllische Leben bildet sich aus allen denjenigen Zwecken, Gedanken und Werken, die aus der Selbstliebe, folglich aus dem Haß gegen den Nächsten hervorgehen, das himmlische Leben aus allen denjenigen Zwecken, Gedanken und Werken, die der Liebe gegen den Nächsten angehören: dieses Leben ist dasjenige, auf das alles, was Glauben heißt, abzielt, und wird durch alles zum Glauben Gehörige erworben. Daraus kann erhellen, was Glaube ist, daß er nämlich Liebtätigkeit ist, denn zu dieser führt alles, was Glaubenslehre heißt, hin, in ihr ist alles das, und aus ihr wird alles das abgeleitet. Die Seele ist nach dem Leben des Leibes so, wie ihre Liebe. 2229. Vers 19: Denn Ich kenne ihn, daß er befehlen wird seinen Söhnen, und seinem Hause nach ihm, daß sie bewahren den Weg Jehovahs, zu tun Gerechtigkeit und Recht, auf daß Jehovah kommen lasse auf Abraham, was er geredet hat über ihn. "Denn Ich kenne ihn" bedeutet, es sei wahr; "daß er befehlen wird seinen Söhnen, und seinem Hause nach ihm, und sie werden bewahren den Weg Jehovahs, zu tun Gerechtigkeit und Recht" bedeutet, daß von Ihm alle Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens komme; die Söhne sind die, in denen die Wahrheiten sind; das Haus die im Guten sind; der Weg ist die Lehre; die Gerechtigkeit wird vom Guten, das Gericht vom Wahren gesagt; "auf daß Jehovah kommen lasse auf Abraham, was Er geredet hat über ihn" bedeutet, daß deswegen das menschliche Wesen dem Göttlichen werde beigesellt sein. 2230. "Denn Ich kenne ihn", 1. Mose 18/19, daß dies bedeutet, es sei wahr, kann erhellen aus der Bedeutung von kennen. Jemanden erkennen heißt eigentlich wissen, daß er so oder so beschaffen ist; ebenso angewandt auf eine Sache, oder auf etwas anderes, heißt es wissen, daß es so beschaffen ist, daher das Kennen sich bezieht auf das, was ausgesagt wird, und dasjenige bezeichnet, was nach dem Sachzusammenhang verstanden wird, daß es so sei, oder daß es wahr sei. 2231. "Daß, er befehlen wird seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, und sie werden bewahren den Weg Jehovahs, zu tun Gerechtigkeit und Recht" (Gericht), 1. Mose 18/19, daß dies bedeutet, daß von ihm alle Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens komme, kann erhellen aus der Bedeutung des Sohnes, des Hauses, des Weges, der Gerechtigkeit und des Gerichts, die in einen Inbegriff oder in einen Sinn gebracht, bedeuten alle Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens; denn durch die Söhne werden bezeichnet alle, die in den Wahrheiten sind, durch Haus alle, die im Guten, durch Weg die Lehre, durch die sie unterwiesen werden, und zwar wird die Lehre vom Guten bezeichnet durch die Gerechtigkeit, und die vom Wahren durch das Gericht. Die Lehre vom Guten ist die Lehre der Liebtätigkeit, und die Lehre vom Wahren ist die Lehre des Glaubens. Im allgemeinen ist es nur eine Lehre, nämlich die Lehre der Liebtätigkeit, denn auf die Liebtätigkeit zielt, wie Nr. 2228 gesagt worden, alles zum Glauben Gehörige ab. Zwischen der Liebtätigkeit und dem Glauben findet kein anderer Unterschied statt, als der ist zwischen dem Wollen des Guten und dem Denken des Guten. Wer das Gute will, der denkt auch das Gute, somit ist es (ein Unterschied) wie zwischen Willen und Verstand. Die, welche sich besinnen, wissen, daß ein anderes ist der Wille und ein anderes der Verstand. In der wissenschaftlich gebildeten Welt ist dies auch bekannt, und stellt sich deutlich heraus bei denen, die übel wollen, und doch aus dem Denken heraus gut reden, woraus jedem klar wird, daß ein anderes ist der Wille und ein anderes der Verstand, und daß so das menschliche Gemüt in zwei Teile geschieden ist, die nicht eins ausmachen. Doch ist der Mensch so beschaffen, daß diese zwei Teile ein Gemüt ausmachen sollten, und kein anderer Unterschied sein sollte, als vergleichsweise zu reden, wie einer ist zwischen der Flamme und dem Licht aus ihr. Die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten wäre wie die Flamme, und alles Wahrnehmen und Denken wäre wie das Licht aus ihr, so daß die Liebe und Liebtätigkeit alles im Wahrnehmen und Denken, d.h. in allem und jedem desselben wäre. Das Wahrnehmen oder Denken über die Beschaffenheit der Liebe und Liebtätigkeit ist es, was Glaube genannt wird. Weil aber das Menschengeschlecht anfing das Böse zu wollen, den Nächsten zu hassen, und Rache und Grausamkeit zu üben, bis zu dem Grad, daß jener Teil des Gemüts, welcher der Wille heißt, gänzlich verdorben wurde, so fingen sie an zwischen der Liebtätigkeit und dem Glauben zu unterscheiden, und alle Lehrbestimmungen, die zu ihrer Religion gehörten, auf den Glauben zu beziehen, und sie mit einem Wort den Glauben zu nennen. Und am Ende gingen sie so weit, daß sie sagten, sie können selig werden allein durch den Glauben, unter dem sie ihre Lehrbestimmungen verstanden, wenn sie dieselben nur glauben, mögen sie dann leben wie sie wollen. So wurde die Liebtätigkeit vom Glauben getrennt, der dann aber nichts anderes ist, als, vergleichsweise zu reden: ein Licht ohne Flamme; wie das Sonnenlicht zur Winterszeit zu sein pflegt, das kalt und eisig ist in dem Grad, daß die Gewächse der Erde erstarren und absterben. Während dagegen der Glaube aus der Liebtätigkeit wie das Licht zur Frühlings- und Sommerzeit ist, durch das alles sproßt und blüht. Dies kann man auch daraus abnehmen, daß die Liebe und Liebtätigkeit eine himmlische Flamme ist, und daß der Glaube ein geistiges Licht aus derselben ist. Gerade so stellt es sich wahrnehmbar und sichtbar dar im anderen Leben, denn dort offenbart sich das Himmlische des Herrn vor den Engeln durch einen flammigen Lichtglanz gleich dem der Sonne, und das Geistige des Herrn durch das Licht aus demselben, wodurch auch die Engel und Geister in ihrem Inneren angeregt werden, gemäß dem Leben der Liebe und Liebtätigkeit bei ihnen. Daher die Freuden und Seligkeiten mit deren Unterschieden im anderen Leben. Hieraus kann erhellen, wie es sich damit verhält, wenn gesagt wird, der Glaube allein mache selig. 2232. Daß "die Söhne" diejenigen sind, die in Wahrem sind, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes im Wort, sofern er ist das Wahre: Nr. 489, 491, 533, 1147. Durch die Söhne werden im abgezogenen Sinn die Wahrheiten bezeichnet, aber auf den Menschen angewandt, sind die Söhne alle die, welche in Wahrheiten sind. 2233. Daß "das Haus" diejenigen sind, die in Gutem stehen, erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute: Nr. 710, 1708, 2048. Durch das Haus, oder die Hausgeborenen, wird ebenso im abgezogenen Sinn das Gute bezeichnet, aber auf den Menschen angewandt, sind es alle, die in Gutem sind. 2234. Daß "der Weg" die Lehre ist, erhellt aus der Bedeutung des Weges. Der Weg wird im Worte von den Wahrheiten ausgesagt, weil die Wahrheiten zum Guten führen, und aus dem Guten hervorgehen, wie aus den im ersten Teil, Nr. 627 angeführten Stellen erhellen kann. Und weil der Weg von jenen ausgesagt wird, so ist der Weg die Lehre, sofern die Lehre in einem Inbegriff alles das in sich faßt, was zum Guten, d.h. zur Liebtätigkeit führt. 2235. Daß "die Gerechtigkeit" auf das Gute, und "das Gericht" (Recht) auf das Wahre sich bezieht, kann erhellen aus der Bedeutung der Gerechtigkeit und aus der Bedeutung des Gerichts. Mehrmals werden im Worte Gerechtigkeit und Gericht zugleich genannt, was sie aber im inneren Sinn bedeuten, ist noch nicht bekannt. Im nächsten Sinn wird Gerechtigkeit vom Gerechten (justo), und Gericht vom Rechten (recto) ausgesagt. Gerecht (justum) ist, wenn etwas gerichtet wird nach dem (Gebot des) Guten, und zwar gemäß dem Wissen, recht aber, wenn es gerichtet wird nach dem Gesetz, und so nach dem Gerechten des Gesetzes, somit auch dem Gewissen gemäß, weil das Gesetz demselben zur Norm dient. Im inneren Sinn aber ist Gerechtigkeit, was aus dem Guten, und Gericht, was aus dem Wahren (kommt). Gut ist alles, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, wahr ist alles, was zum Glauben aus derselben gehört. Das Wahre leitet sein Wesen her vom Guten, und heißt das Wahre aus dem Guten, wie der Glaube aus der Liebe, so auch das Gericht von der Gerechtigkeit. Daß die Gerechtigkeit und das Gericht dies bedeuten, erhellt aus folgenden Stellen im Wort: Jerem.22/3,13,15: "Tut Recht und Gerechtigkeit; und rettet den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers. Wehe dem, der sein Haus bauet in Ungerechtigkeit, und seine Obergemächer in Unrecht. Hat nicht dein Vater gegessen und getrunken, und Recht und Gerechtigkeit getan, dann (ging es) ihm gut": Recht (oder Gericht, jucium) für das, was zum Wahren, und Gerechtigkeit (für das), was zum Guten gehört. Hes.33/14,16,19: "Wenn der Gottlose sich von seiner Sünde bekehrt, und Recht und Gerechtigkeit getan hat, so soll all seiner Sünden, die er begangen hat, ihm nicht gedacht werden, Recht und Gerechtigkeit hat er getan, leben, ja leben soll er; weil der Gottlose von seiner Gottlosigkeit sich bekehrt und Recht und Gerechtigkeit getan hat, darum soll er leben": ebenso Recht (oder Gericht) für das Wahre, das Sache des Glaubens ist, und Gerechtigkeit für das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist. Amos 5/24: "Es fließe wie die Wasser Gericht, und Gerechtigkeit wie ein starker Strom". Jes.56/1: "So sprach Jehovah: Bewahret Gericht, und tut Gerechtigkeit, denn nahe ist Mein Heil zu kommen, und Meine Gerechtigkeit, sich zu offenbaren"; Jes.9/6: "Des Friedens wird kein Ende sein, auf Davids Thron und über Seinem Reich, es zu befestigen, und es zu stützen in Gericht und Gerechtigkeit, von nun an und bis in Ewigkeit": für in den Wahrheiten des Glaubens, und in dem Guten der Liebtätigkeit. Jes.33/5: "Erhaben ist Jehovah, denn Er bewohnt die Höhe, erfüllet hat Er Zion mit Gericht und Gerechtigkeit": Gericht für den Glauben, Gerechtigkeit für die Liebe, Zion für die Kirche. Es geht das Gericht voraus, weil durch den Glauben Liebe, geht aber die Gerechtigkeit voraus, so heißt es, daß aus der Liebe Glaube (kommt), wie bei Hos.2/19,20: "Ich will dich verloben Mir auf ewig, und will dich Mir verloben in Gerechtigkeit und Gericht, und in Barmherzigkeit und in Erbarmungen; und will dich Mir verloben im Glauben, und du wirst erkennen den Jehovah": wo die Gerechtigkeit vorausgeht, wie auch die Barmherzigkeit, die der Liebe angehören, und nachfolgt das Gericht, wie auch die Erbarmungen, die dem Glauben aus der Liebe angehören, beides wird genannt Glaube oder Treue. Ps.36/6,7: "Jehovah in den Himmeln ist Deine Barmherzigkeit, Deine Wahrheit bis zu den Ätherlüften; Deine Gerechtigkeit (ist) wie die Berge Gottes, Deine Gerichte (sind) ein großer Abgrund": hier gehören sowohl die Barmherzigkeit, als die Gerechtigkeit in gleicher Weise der Liebe an, die Wahrheit und die Gerichte aber dem Glauben. Ps.85/12,13: "Wahrheit soll aus der Erde sprossen, und Gerechtigkeit aus dem Himmel blicken; auch wird Jehovah Gutes geben, und unser Land wird geben sein Gewächs": hier steht Wahrheit, die dem Glauben angehört für Gericht, und Gerechtigkeit für die Liebe oder Barmherzigkeit. Sach.8/8: "Ich will sie herbeibringen, und sie werden wohnen inmitten Jerusalems, und werden sein Mein Volk, und Ich will sein ihr Gott in Wahrheit und in Gerechtigkeit": auch hieraus ist zu ersehen, daß das Gericht das Wahre, und die Gerechtigkeit das Gute ist, weil statt Gericht hier Wahrheit steht. Ps.15/2: "Wer unsträflich wandelt, und Gerechtigkeit übt, und redet Wahrheit". Weil der Glaube der Liebtätigkeit angehört, oder weil das Wahre dem Guten angehört, darum werden die Wahrheiten des Guten hie und da die Gerichte der Gerechtigkeit genannt, und so bedeuten die Gerichte beinahe das gleiche, was die Gebote, wie bei Jes.58/2: "Mich sollen sie Tag für Tag suchen, und nach der Kenntnis Meiner Wege verlangen, als eine Völkerschaft, die Gerechtigkeit übt, und das Gericht ihres Gottes nicht verläßt, sie sollen Mich fragen um die Gerichte der Gerechtigkeit; nach dem Herannahen Gottes sich sehnen": daß es die Gebote sind, bei Ps.119/164,172: "Siebenmal des Tages habe ich Dich gelobt ob der Gerichte Deiner Gerechtigkeit, alle Deine Gebote sind Gerechtigkeit". Vom Herrn besonders wird gesagt, Er übe Gericht und Gerechtigkeit, wenn Er den Menschen neu schafft, wie bei Jerem.9/23: "Dessen rühme sich, wer sich rühmet, daß er Mich verstehe und kenne, daß Ich Jehovah bin, der Barmherzigkeit, Gericht und Gerechtigkeit übt auf Erden, weil daran Ich Wohlgefallen habe": hier wird die Barmherzigkeit, die der Liebe angehört, beschrieben durch Gericht und Gerechtigkeit. Jerem.23/5; 33/15: "Ich will dem David einen gerechten Sproß erwecken, und er wird als König regieren, und verständig handeln, und Gericht und Gerechtigkeit üben auf Erden". Daher es bei Joh.16/7-11 heißt: "Wenn Ich hingegangen bin, will Ich den Beistand zu euch senden, und wenn er kommen wird, so wird er die Welt überweisen von der Sünde, von der Gerechtigkeit, und vom Gericht; von der Sünde, daß sie nicht an Mich glauben; von der Gerechtigkeit, daß Ich zu Meinem Vater hingehe, und ihr Mich nicht mehr sehen werdet; vom Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist": die Sünde hier für alle Untreue (infidelitas); daß er "überweisen wird von der Gerechtigkeit" heißt, von allem, was gegen das Gute ist, während doch der Herr das Menschliche mit dem Göttlichen vereinigt hat, um die Welt zu retten und dies ist (die Bedeutung von) "Ich gehe zum Vater, und ihr werdet Mich nicht mehr sehen". "Vom Gericht" heißt von allem, was gegen das Wahre ist, während doch das Böse in seine Höllen hinabgeworfen worden ist, so daß es nicht mehr Schaden zufügen kann; und dieses heißt "der Fürst der Welt ist gerichtet". Im allgemeinen ist: "er wird überweisen von der Sünde, von der Gerechtigkeit und vom Gericht", soviel als von aller Untreue gegen das Gute und Wahre, somit daß keine Liebtätigkeit und kein Glaube da sei, denn unter Gerechtigkeit und Gericht ist in alten Zeiten verstanden worden, in Beziehung auf den Herrn alle Barmherzigkeit und Gnade, und in Beziehung auf den Menschen alle Liebtätigkeit und (aller) Glaube. 2236. "Auf daß Jehovah kommen lasse auf Abraham, was Er geredet hat über ihn", 1. Mose 18/19, daß dies bedeutet, deswegen werde das menschliche Wesen beigesellt werden dem Göttlichen, erhellt nicht sowohl aus der Bedeutung der Worte, als daraus, daß alles, was im Wort gesagt ist, in sich schließt das Kommen des Herrn, um das menschliche Wesen mit dem Göttlichen zu vereinigen, und durch diese Vereinigung das Menschengeschlecht zu retten. Dies ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch das, daß Er kommen lassen wollte über Abraham was Er geredet hat über ihn. 2237. Vers 20: Und Jehovah sprach: Das Geschrei Sodoms und Amoras, es ist groß geworden, und ihre Sünde ist sehr schwer geworden. "Und Jehovah sprach" bedeutet das Innewerden; "Das Geschrei Sodoms und Amoras, es ist groß geworden, und ihre Sünde ist sehr schwer geworden" bedeutet, daß das Falsche und Böse der Selbstliebe bis zur Vollendung gewachsen sei; das Geschrei ist das Falsche, die Sünde ist das Böse. 2238. "Und Jehovah sprach", 1. Mose 18/20, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens (dicere) im historischen Sinn, sofern es ist innewerden. Wenn das Sprechen Jehovahs in den historischen Teilen des Wortes vorkommt, so bedeutet es ein Innewerden, das nicht ganz mit dem früheren zusammenhängt, sondern ein nachfolgendes, und zuweilen ein neues ist; man sehe auch Nr. 2061. 2239. Daß "das Geschrei Sodoms und Amoras", sofern es groß und ihre Sünde, sofern sie sehr schwer geworden sei, 1. Mose 18/20, das Falsche und Böse der Selbstliebe sei, bis zur Vollendung gewachsen, erhellt aus der Bedeutung Sodoms, sofern es ist das Böse aus der Selbstliebe, und Amoras, sofern es ist das Falsche aus demselben, was Nr. 2220 gezeigt worden ist; sodann aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es ist das Falsche, und der Sünde, sofern sie ist das Böse, wovon gleich nachher; woraus erhellt, daß die Worte: "es ist groß geworden", nämlich das Geschrei, und sie ist schwer geworden, nämlich die Sünde, bedeuten, das Falsche und Böse sei aufs Höchste oder zur Vollendung gekommen. Noch besser erhellt dies aus dem Folgenden, wo es heißt: "wenn zehn dort gefunden würden, so soll die Stadt verschont werden", 1. Mose 19/32, wodurch bezeichnet wird, wenn gleichwohl noch einige Überreste vorhanden wären, d.h. etwas Gutes und Wahres, denn wenn nichts Gutes und Wahres mehr inwendig beim Menschen ist, alsdann ist Wüste und Verödung, mithin Vollendung da; wovon in dem gleich folgenden Vers. 2240. Daß das Geschrei das Falsche ist, und die Sünde das Böse ist, kann erhellen aus der Bedeutung des Geschreis im Worte. Daß das Geschrei das Falsche bedeutet, kann niemand bekannt sein, wofern er nicht den inneren Sinn des Wortes weiß. Es kommt einige Male bei den Propheten vor, und wenn dort gehandelt wird von der Verwüstung und Verödung, so wird gesagt, daß sie heulen und schreien, und dies bedeutet, daß das Gute und Wahre verwüstet sei, und es ist dort ein Wort, durch das im inneren Sinn das Falsche bezeichnet wird, wie bei Jerem.25/36: "Die Stimme des Geschreis der Hirten, und des Geheuls der Mächtigen der Herde, weil Jehovah verwüstet ihre Weide": wo das Geschrei der Hirten bedeutet, daß sie im Falschen seien, aus dem Verwüstung (kommt). Jerem.47/2,4: "Siehe, Wasser erheben sich aus Mitternacht, und werden zu einem überschwemmenden Strome werden, und werden überschwemmen das Land und seine Fülle, die Stadt und die in ihr Wohnenden, und schreien werden die Menschen und heulen werden alle Bewohner des Landes, ob dem Tag, der da kommt zu verwüsten": wo gehandelt wird von der Verödung des Glaubens, die durch Falsches geschieht. Der überschwemmende Strom ist das Falsche, wie gezeigt worden ist Nr. 705, 790. Zeph.1/10,13: "Stimme des Geschreis vom Fischtor, und Geheul vom andern (Teile), und großer Jammer von den Hügeln her, und ihre Güter werden zum Raube werden, und ihre Häuser zur Verödung": wo ebenfalls Geschrei ausgesagt wird von Falschem, das verwüstet. Jes.15/5,6; Jerem.48/3: "Auf dem Wege von Choronaim werden sie ein Jammergeschrei erheben, weil die Wasser von Nimrim Verödungen sein werden, weil verdorret ist das Gras, verzehrt das Kraut, der Kohl dahin ist": hier wird die Verödung des Glaubens, und die Vollendung beschrieben durch das Geschrei. Jerem.14/2,3: "In Trauer liegt Jehudah, und seine Tore sind schlaff geworden, sie sanken geschwärzt zur Erde, und das Geschrei Jerusalems stieg auf; und ihre Angesehenen sandten ihre Kleinen zu den Wassern, sie kamen zu den Gruben, fanden nicht Wasser, sie kamen zurück mit ihren leeren Gefäßen": wo das Geschrei Jerusalems für das Falsche (steht), denn daß sie nicht Wasser fanden, ist (soviel als) keine Erkenntnisse des Wahren. Daß diese die Wasser sind, ist Nr. 28, 680, 739 gezeigt worden. Jes.65/19: "Frohlocken will Ich ob Jerusalems, und ob Meines Volkes Mich freuen, und es soll nicht mehr in ihr gehört werden die Stimme des Weinens, und die Stimme des Geschreis": wo "es wird nicht gehört werden die Stimme des Weinens" soviel ist als nicht Böses, und "nicht die Stimme des Geschreis", soviel ist als nicht Falsches. Das meiste hiervon kann nicht aus dem Buchstabensinn verstanden werden, auch nicht was Geschrei ist, sondern aus dem inneren Sinn. Jes.5/7: "Jehovah harrte auf Gericht, aber siehe, Krätze, auf Gerechtigkeit, aber siehe, Geschrei": wo ebenfalls von der Verwüstung des Guten und Wahren gehandelt wird. Es ist hier, wie auch sonst bei den Propheten, eine Art von Wechselbeziehung (reciprocatio), die darin besteht, daß statt des Wahren gefunden wird das Böse, und dies ist "für Gericht Krätze", und statt des Guten das Falsche, und dies ist "für Gerechtigkeit Geschrei", denn daß Gericht das Wahre, und Gerechtigkeit das Gute sei, ist Nr. 2235 gezeigt worden. Eine gleiche Wechselbeziehung ist, wo von Sodom und Amora gehandelt wird 3. Mose 32/32: "Vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock, und von den Feldern Amoras ihre Trauben; Trauben von Galle, Beeren der Bitterkeiten haben sie": wo eine ähnliche Redeweise ist, denn der Weinstock wird ausgesagt vom Wahren und vom Falschen, und die Felder und die Trauben vom Guten und vom Bösen, somit ist der Weinstock Sodoms das Falsche aus dem Bösen, und die Felder und Trauben Amoras sind das Böse aus dem Falschen; denn es gibt zwei Gattungen des Falschen, wovon Nr. 1212, somit gibt es auch zwei Gattungen des Bösen. Die beiden Gattungen des Falschen und des Bösen werden in diesem Vers durch "das Geschrei Sodoms und Amoras, daß es groß geworden, und ihre Sünde, daß sie sehr schwer geworden" bezeichnet, was daraus erhellt, daß an erster Stelle das Geschrei, und an zweiter die Sünde genannt, und gleichwohl zuerst gesagt wird Sodom, welches das Böse aus der Selbstliebe ist; und hernach Amora, welches das Falsche aus demselben ist. 2241. Vers 21: Ich will doch hinabfahren, und sehen, ob sie nach dem Geschrei davon, das zu Mir gekommen, Vollendung gemacht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen. "Ich will doch hinabfahren und sehen" bedeutet die Heimsuchung; "ob sie nach dem Geschrei davon, das zu Mir gekommen, Vollendung gemacht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen" bedeutet, ob das Böse den höchsten Grad erreicht habe. 2242. "Ich will doch hinabfahren, und sehen", 1. Mose 18/21, daß dies die Heimsuchung bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von hinabfahren um zu sehen, das soviel ist als das Gericht, wovon Nr. 1311, folglich soviel als die Heimsuchung. Die letzte Zeit der Kirche im allgemeinen, und die letzte Zeit eines jeden im besonderen, wird im Wort Heimsuchung (Visitatio) genannt, und geht dem Gericht voraus, und ist so die Heimsuchung nichts anderes als die Untersuchung der Beschaffenheit, nämlich wie die Kirche im allgemeinen, oder der Mensch im besonderen beschaffen ist, und diese Untersuchung wird im Buchstabensinn dadurch ausgedrückt, daß Jehovah hinabfahre und sehe. Die Beschaffenheit des Buchstabensinnes kann hieraus erhellen, denn Jehovah fährt nicht hinab, da vom Herrn ein Hinabfahren nicht ausgesagt werden kann, weil Er immer im Höchsten ist. Auch sieht Jehovah nicht, ob es so sei, weil Er alles und jedes von Ewigkeit her weiß; dennoch aber wird so gesagt, weil es beim Menschen scheint als ob es so geschehe, denn der Mensch ist im Unteren, und wenn da etwas entsteht, so denkt er nicht, und weiß nicht einmal, wie sich das Obere verhält, also auch nicht, wie es einfließt; denn sein Denken geht nicht weiter als aufs Nächste, daher kann er es nicht anders fassen, als daß es so etwas ist, was einem Hinabfahren und Sehen ähnlich ist; und dies um so mehr, wenn er meint, es wisse niemand, was er denkt. Abgesehen davon, daß er keine andere Vorstellung hat, als daß es von oben herab, und wenn von Gott, daß es vom Höchsten her komme, während es doch nicht vom Höchsten, sondern vom Innersten her(kommt). Hieraus kann erhellen, wie der Buchstabensinn beschaffen ist, daß er nämlich den Scheinbarkeiten gemäß ist, und wäre er nicht den Scheinbarkeiten gemäß, so würde das Wort niemand verstehen und anerkennen, somit nicht annehmen. Die Engel aber sind nicht so in Scheinbarkeiten wie der Mensch, daher denn das Wort, während es in betreff des Buchstabens für den Menschen ist, in betreff des inneren Sinnes für die Engel, dann auch für diejenigen Menschen, denen, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gegeben ist, während sie in der Welt leben, wie die Engel zu sein. Die Heimsuchung wird hie und da im Wort erwähnt und durch sie entweder die Verwüstung bezeichnet, die sowohl an der Kirche als an irgendeinem einzelnen vorgeht, oder die Befreiung, somit die Untersuchung der Beschaffenheit: Für die Verwüstung bei Jes.10/3: "Was wollt ihr tun am Tag der Heimsuchung, von ferne wird sie kommen, zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe, und wo wollt ihr lassen eure Herrlichkeit"; Jes.13/10,11: "Die Sterne der Himmel und deren Gestirne werden nicht leuchten mit ihrem Licht, verfinstert wird die Sonne in ihrem Ausgang werden, und der Mond wird nicht scheinen lassen sein Licht, und heimsuchen will Ich auf dem Erdkreis das Böse, und an den Gottlosen ihre Missetat": daß durch die Sterne und Gestirne, die nicht leuchten werden, und durch die Sonne, die verfinstert werden, und den Mond, der nicht scheinen lassen wird sein Licht, bezeichnet wird: es sei keine Liebe und keine Liebtätigkeit da, sehe man Nr. 2120 und weil dies eine Verwüstung ist, so heißt es "der Tag der Heimsuchung". Jerem.8/12: "Sie werden fallen unter den Fallenden, und zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie straucheln": für die Zeit da sie verwüstet sind, oder keine Liebtätigkeit und kein Glaube da ist. Hes.9/1: "Genahet haben sich die Heimsuchungen der Stadt, und (jeder) Mann (habe) das Werkzeug ihrer Zerstörung in seiner Hand": auch hier wird von der Verwüstung gehandelt, daher dem Manne das Werkzeug der Zerstörung. Hos.9/7: "Gekommen sind die Tage der Heimsuchung, gekommen die Tage der Vergeltung": ebenso; bei Micha 7/4: "Der Tag deiner Wächter, deine Heimsuchung ist gekommen, nun wird ihre Verwirrung da sein": ebenfalls für die verwüstete Liebtätigkeit. 2. Mose 32/34: "Am Tage Meines Heimsuchens, da will Ich heimsuchen an ihnen ihre Sünde": wo vom Volk in der Wüste, nachdem sie sich ein goldenes Kalb gemacht, (die Rede ist). Daß durch die Heimsuchung (auch) die Befreiung bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: 2. Mose 3/16; 4/31; Jerem.27/22; 29/10; Luk.1/68,78; 19/41,42. 2243. "Ob sie nach dem Geschrei davon, das zu Mir gekommen, Vollendung gemacht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen", 1. Mose 18/21, daß dies bedeutet, ob das Böse den höchsten Grad erreicht habe, erhellt aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es ist das Falsche, wovon Nr. 2240. Es gibt zwei Gattungen des Falschen, wie ebendort am Ende gesagt worden, nämlich ein Falsches, das aus Bösem kommt, und ein Falsches, das Böses hervorbringt. Falsches, das aus Bösem kommt, ist alles; was der Mensch denkt, während er im Bösen ist, das nämlich dem Bösen günstig ist, wie z.B., wenn er im Ehebruch ist, was er dann vom Ehebruch denkt: daß er erlaubt, daß er anständig, daß er ein Lebensgenuß sei, daß die Kindererzeugung dadurch gefördert werde, und dergleichen mehr; das alles ist Falsches aus dem Bösen. Falsches hingegen, das Böses hervorbringt ist, wenn der Mensch einen Grundsatz vermöge seiner Religion annimmt, und infolgedessen glaubt, daß er gut oder heilig sei, während er doch an sich böse ist, wie z.B.: wer infolge seiner Religion glaubt, daß irgendein Mensch selig machen könne, und ihn deswegen verehrt und anbetet, der tut infolge dieses Falschen Böses. So infolge jedes anderen Religionsglaubens, der an sich falsch ist. Weil es ein Falsches aus dem Bösen ist, und das Falsche Böses hervorbringt, darum wird hier das Geschrei genannt, und bezeichnet als etwas Allgemeines das, was es in sich schließt, nämlich das Böse; was auch daraus erhellt, daß gesagt wird: "ob sie nach dem Geschrei von ihr, das zu Mir gekommen, Vollendung gemacht haben", wo Geschrei von ihr in der Einzahl steht, und Vollendung gemacht haben in der Mehrzahl. Was Vollendung sei, ist Nr. 1857 gezeigt worden. Außerdem kann man, was Vollendung sei, abnehmen von den Kirchen: die Älteste Kirche, die der Mensch hieß, war von allen die am meisten himmlische, diese artete mit dem Fortgang der Zeit vom Guten der Liebe so aus, daß am Ende nichts Himmlisches mehr übrigblieb, und dann war ihre Vollendung da, die durch ihren Zustand vor der Sündflut beschrieben wird. Die Alte Kirche, die nach der Sündflut bestand, und Noach genannt wurde, und weniger himmlisch war, auch sie kam mit dem Fortgang der Zeit vom Guten der Liebtätigkeit so ab, daß nichts von Liebtätigkeit mehr übrigblieb, denn sie verwandelte sich teils in Zauberei (magia) teils in Abgötterei, teils in eine von der Liebtätigkeit getrennte Glaubenslehre (dogmaticum), und dann war ihre Vollendung da. Darauf folgte eine andere Kirche, welche die hebräische genannt wurde, und noch weniger himmlisch und geistig war, indem sie in äußere Gebräuche einen heiligen Gottesdienst setzte. Diese wurde mit dem Fortgang der Zeit in mancherlei Weise verunstaltet, und ihr äußerer Gottesdienst verwandelte sich in Götzendienst, und dann war ihre Vollendung da. Die vierte Kirche wurde hernach bei Jakobs Nachkommen hergestellt, und diese hatte nichts Himmlisches und Geistiges, sondern nur die Vorbildung desselben, daher diese Kirche eine die himmlischen und geistigen Dinge vorbildende Kirche war, denn was die Gebräuche vorbildeten und bezeichneten, wußten sie nicht. Sie wurde aber eingesetzt, damit doch noch irgendein Zusammenhang zwischen dem Menschen und dem Himmel sein möchte, wie er statthat zwischen den Vorbildungen des Guten und Wahren und zwischen dem Guten und Wahren selbst. Diese Kirche ging zuletzt so sehr in Falsches und Böses über, daß jeder Gebrauch ein abgöttischer wurde, und dann war ihre Vollendung da. Als daher nach den so allmählich hinschwindenden Kirchen in der letzten der Zusammenhang zwischen dem Menschengeschlecht und dem Himmel so sehr zerrissen war, daß das Menschengeschlecht verlorengegangen wäre, weil keine Kirche (mehr da war), durch die ein Zusammenhang und Verband stattgehabt hätte, man sehe Nr. 468, 637, 931, 2054, da kam der Herr in die Welt, und verband durch die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen in Ihm, den Himmel mit der Erde, und stellte zugleich dann eine neue Kirche her, welche die christliche Kirche genannt wurde, und ursprünglich im Guten des Glaubens war, wie sie denn unter sich als Brüder in Liebtätigkeit lebten. Allein diese wich mit dem Fortgang der Zeit auf verschiedene Weise ab, und ist heutzutage so geworden, daß sie nicht einmal wissen, daß der Hauptgrund (fundamentale) des Glaubens ist die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und obwohl sie der Lehre gemäß sagen, daß der Herr der Seligmacher des Menschengeschlechts sei, daß sie nach dem Tode auferstehen werden, daß ein Himmel und eine Hölle sei, so glauben es dennoch nur wenige. Und weil diese Kirche so geworden ist, so ist ihre Vollendung nicht mehr ferne. Hieraus kann erhellen, was die Vollendung ist, daß sie nämlich alsdann da ist, wenn das Böse den höchsten Grad erreicht hat. Ebenso verhält es sich im besonderen, nämlich bei jedem einzelnen Menschen. Wie sich aber die Vollendung im besonderen bei jedem einzelnen Menschen verhält, wird, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. Im Wort wird hin und wieder von der Vollendung gehandelt, und es wird der Zustand, der vorhergeht, beschrieben durch die Verwüstung und Verödung, auf welche die Heimsuchung folgt. 2244. Vers 22: Und die Männer blickten von da (in die Ferne), und gingen gegen Sodom zu, und Abraham stand noch vor Jehovah. "Und die Männer blickten von da (in die Ferne)" bedeutet das Denken des Herrn aus dem Göttlichen; "und gingen gegen Sodom zu" bedeutet über das Menschengeschlecht, das in so großem Bösen (war); "und Abraham stand noch vor Jehovah" bedeutet das Denken des Herrn aus dem Menschlichen, das beigesellt war, in der oben angegebenen Weise. 2245. "Und die Männer blickten von da (in die Ferne)", 1. Mose 18/22, daß dies das Denken des Herrn aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von blicken in die Ferne (prospicere), sofern es soviel ist als denken (cogitare), denn sehen heißt im inneren Sinn, wie auch in der gewöhnlichen Rede, verstehen (intelligere), denn der Verstand (intellectus) ist ein inneres Sehen. In die Ferne blicken ist somit denken, das Sache des inneren Sehens oder des Verstandes ist. Sodann aus der Bedeutung der Männer, sofern sie ist das Göttliche. In diesem Kapitel werden hin und wieder die Männer, und hin und wieder wird statt der Männer Jehovah genannt. Wenn die Männer: so wird das Dreifache (Trinum) bezeichnet, nämlich das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das Ausgehende. Das Denken des Herrn aus diesem Göttlichen wird dadurch bezeichnet, daß die Männer von da in die Ferne blickten. Das Denken war aus dem mit dem Göttlichen verbundenen Menschlichen, von welcher Verbindung zu Anfang dieses Kapitels gehandelt wurde, dagegen das Innewerden, aus dem das Denken (kam), war aus dem Göttlichen, weshalb gleich darauf, in eben diesem Verse, Jehovah genannt wird, nämlich "er stand vor Jehovah"; und war das Menschliche mit dem Göttlichen verbunden, so war zugleich auch ein Ausgehendes (da). 2246. "Und gingen gegen Sodom zu", 1. Mose 18/22, daß dies bedeutet, das Menschengeschlecht sei in so großem Bösen, erhellt aus der Bedeutung Sodoms, sofern es das Böse aus der Selbstliebe ist, wovon Nr. 2220, und (aus) dem Hinblicken nach Sodom zu, sofern es ist nach dem Zustand des Menschengeschlechts: Nr. 2219. Daß Sodom den Zustand des Menschengeschlechts, das in so großem Bösen (war), bedeutet, kommt daher, daß unter Sodom nicht verstanden wird Sodom, sondern alle diejenigen auf dem ganzen Erdkreis, die in der Selbstliebe sind, und durch die Beschreibung Sodoms wird vorgebildet der Zustand aller, die in jenem Bösen sind, wie aus dem Folgenden erhellen kann. Daß die Selbstliebe die Quelle alles Bösen, somit das Böse selbst ist, erhellt aus demjenigen, was von ihr Nr. 2045, 2057, 2219 gesagt und gezeigt worden ist; daher hier gesagt wird, es sei in so großem Bösen. 2247. "Und Abraham stand noch vor Jehovah", 1. Mose 18/22, daß dies bedeutet das Denken des Herrn aus dem Menschlichen, das in der angegebenen Weise beigesellt war, erhellt aus der Vorbildung Abrahams in diesem Kapitel, sofern er ist der Herr in betreff des Menschlichen, und (daraus), daß er vor Jehovah gestanden sei. Hieraus folgt ohne Erklärung, daß es ein Denken aus dem Menschlichen war, das beigesellt war in der Weise, wie zu Anfang dieses Kapitels, sodann auch Nr. 2245 gesagt worden ist. 2248. Vers 23: Und Abraham trat hinzu, und sprach: Wirst Du auch den Gerechten mit dem Gottlosen vertilgen? "Und Abraham trat hinzu und sprach" bedeutet das Denken des Herrn aus dem Menschlichen, das sich dem Göttlichen näher anschloß; "Wirst Du auch den Gerechten mit dem Gottlosen vertilgen?" bedeutet den Schmerz des Herrn aus Liebe gegen das Menschengeschlecht, und die Fürsprache (intercessio), daß dennoch Gutes beigesellt (sich finde), obwohl Böses da (sei). 2249. "Und Abraham trat hinzu und sprach", 1. Mose 18/23, daß dies das Denken des Herrn aus dem Menschlichen bedeutet, das sich dem Göttlichen näher anschloß, folgt aus dem, was vorhergeht, wo vom Denken des Herrn über das Menschengeschlecht gehandelt wird, somit ohne Erklärung. Daß in diesem Kapitel im inneren Sinn so umständlich beschrieben wird der Zustand des Denkens und Innewerdens des Herrn, und im Anfang so umständlich der Zustand der Verbindung des Menschlichen mit dem Göttlichen des Herrn, wird zwar vielleicht vor dem Menschen als nicht so wichtig erscheinen, gleichwohl aber ist es von der größten Wichtigkeit: denn vor den Engeln, denen der innere Sinn das Wort ist, stellen sich diese Dinge mit ihren Vorbildungen in schönster Form lebendig (ad vivum) dar, außer unzähligem, was daraus folgt und eine Ähnlichkeit damit hat, von der Verbindung des Herrn mit dem Himmel, und der Aufnahme seines Göttlichen in ihrem Menschlichen; denn die engelischen Ideen sind von der Art, daß sie jene Dinge vor allem anderen erfassen, und als das Lieblichste inne werden. Daher sie auch mehr und mehr erleuchtet und befestigt werden in Beziehung auf die Vereinigung des menschlichen Wesens des Herrn mit dem Göttlichen; denn Engel sind (Wesen), die (früher) Menschen waren, und solange sie Menschen (waren), konnten sie sich den Herrn nicht anders denn als einen Menschen denken, und (einen) Herrn als Gott, sodann eine göttliche Dreieinigkeit, und sich mancherlei Vorstellungen bilden, obwohl sie nichts über deren Beschaffenheit wußten; denn die himmlischen Geheimnisse bringen das mit sich, daß, obwohl sie alle Fassungskraft übersteigen, dennoch jeder sich davon eine Vorstellung macht, denn es kann gar nichts im Gedächtnis festgehalten werden, noch weniger einigermaßen ins Denken eingehen, außer durch eine irgendwie gebildete Vorstellung. Und weil die Vorstellungen nicht anders als aus den Dingen, die in der Welt sind, oder aus dem, was mit weltlichen Dingen Ähnlichkeit hat, gebildet werden konnten, und alsdann infolge des nicht verstandenen Täuschungen sich einschlichen, die im anderen Leben die alsdann inwendigeren Denkvorstellungen dem Wahren und guten des Glaubens entfremden. Damit nun dergleichen beseitigt werde, darum wird in diesem Kapitel, in dessen innerem Sinn, soviel gehandelt von der Verbindung des Menschlichen mit dem Göttlichen des Herrn, und von seinem Innewerden und Denken, und dann stellen sich, wenn das Wort gelesen wird, diese Dinge dem Innewerden der Engel so dar, daß die früheren, aus Fremdartigem und den daraus leicht entstehenden Bedenklichkeiten gebildeten Vorstellungen, nach und nach zerstreut werden, und neue, dem Lichte der Wahrheit, in dem die Engel sind, gleichförmige eingeflößt werden, und zwar dies mehr bei den geistigen Engeln, als bei den himmlischen; denn nach Maßgabe der Reinigung der Vorstellungen werden sie vervollkommnet zur Aufnahme der himmlischen (Dinge). Daß der Himmel nicht rein ist vor dem Herrn, ist bekannt, und daß sie fortwährend vervollkommnet werden, ist wahr. 2250. "Wirst Du auch den Gerechten mit dem Gottlosen vertilgen?", 1. Mose 18/23, daß dies bedeutet den Schmerz des Herrn aus Liebe gegen das Menschengeschlecht, und die Fürsprache, daß dennoch Gutes dabei sei, obwohl Böses da ist, kann erhellen aus dem Liebeseifer, der hervorleuchtet, und zwar noch mehr im folgenden 25. Vers, wo es heißt: "Ferne sei von Dir, so zu tun, sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose, ferne sei es von Dir, wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?" außerdem erhellt es aus der Bedeutung des Gerechten, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 612, 2235; und aus der Bedeutung des Gottlosen, sofern er entgegengesetzt ist dem Gerechten, d.h. entgegengesetzt dem Guten, somit das Böse. Es geht aus diesem, sodann aus den folgenden Worten dieses Kapitels auch hervor, daß es eine Fürsprache (Intercessio) ist. Die Fürsprache des Herrn für das Menschengeschlecht fand damals statt, als Er in der Welt war, und zwar im Stande der Erniedrigung; denn alsdann redete er, wie schon früher gesagt worden, mit Jehovah wie mit einem anderen. Dagegen aber im Stande der Verherrlichung, nachdem das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt, und dasselbe auch Jehovah geworden ist, tut Er nicht mehr Fürbitte, sondern erbarmt sich, und schafft aus Seinem Göttlichen Hilfe, und macht selig. Die Barmherzigkeit selbst ist es, welche die Fürsprache ist, denn ihr Wesen ist so beschaffen. 2251. Vers 24: Es möchten vielleicht fünfzig Gerechte sein inmitten der Stadt, wirst Du dennoch vertilgen, und nicht verschonen den Ort um der fünfzig Gerechten willen, die in seiner Mitte sind? "Es möchten vielleicht fünfzig Gerechte sein inmitten der Stadt" bedeutet, daß die Wahrheiten voll von Gutem sein könnten; "wirst Du dennoch vertilgen und nicht verschonen den Ort um der fünfzig Gerechten willen, die in seiner Mitte sind" bedeutet, die Fürsprache aus Liebe, daß sie alsdann nicht zugrunde gehen möchten. 2252. "Es möchten vielleicht fünfzig Gerechte sein inmitten der Stadt", 1. Mose 18/24, bedeutet, die Wahrheiten können voll von Gutem sein, erhellt aus der Bedeutung von fünfzig, sofern es ist das Volle; aus der Bedeutung des Gerechten, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 612, 2235; aus der Mitte, sofern sie soviel ist als inwendig: Nr. 1074; und aus der Stadt, sofern sie ist das Wahre: Nr. 402. Somit bedeuten die fünfzig Gerechten inmitten der Stadt, im inneren Sinn, das Wahre könne inwendig voll von Gutem sein. Daß dieser Sinn in jenen Worten liegt, kann niemand aus dem Buchstaben sehen, denn das Historische des Buchstabensinnes führt das Gemüt ganz anderswohin, oder zu anderen Gedanken. Daß aber gleichwohl diese Worte von denen, die im inneren Sinn sind, so verstanden werden, weiß ich gewiß. Auch die Zahlen selbst, wie hier fünfzig, und im Folgenden fünfundvierzig, vierzig, dreißig, zwanzig und zehn, werden von denen, die im inneren Sinn sind, gar nicht als Zahlen genommen, sondern als Sachen oder Zustände, wie Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075 gezeigt worden ist; denn die Alten bezeichneten die Zustände ihrer Kirche auch durch Zahlen, und wie diese ihre Rechnungsweise beschaffen war, kann aus der Bedeutung der Zahlen in den angeführten Stellen erhellen. Die Bedeutung der Zahlen hatten sie aus den Vorbildungen, die in der Geisterwelt existieren, wo, wenn etwas wie gezählt erscheint, es nicht etwas durch Zahlen Bestimmtes bedeutet, sondern eine Sache oder einen Zustand, wie aus demjenigen erhellen kann, was Nr. 2129, 2130 angeführt worden ist, sodann Nr. 2089 von zwölf, daß es alles zum Glauben Gehörige bedeute. Ebenso verhält es sich mit den Zahlen, die nun folgen. Hieraus erhellt, wie das Wort im inneren Sinn beschaffen ist. Daß die Fünfzig das Volle bedeuten kommt daher, daß es die Zahl ist, die auf siebenmal sieben, oder auf neunundvierzig folgt, so daß sie deren Erfüllung ist. Daher in der vorbildenden Kirche das Fest der sieben Sabbathe am fünfzigsten Tage, und das Jubeljahr im fünfzigsten Jahr war. Von dem Fest der sieben Sabbathe heißt es bei 3. Mose 23/15,16: "Ihr sollt euch zählen vom folgenden (Tag) nach dem Sabbath, vom Tage da ihr die Webegarbe dargebracht, sieben volle Sabbathe sollen es sein, bis zum folgenden (Tag) des siebenten Sabbaths, sollt ihr fünfzig Tage zählen, und darbringen eine neue Gabe dem Jehovah": und 3. Mose 25/8,10: "Du sollst dir zählen sieben Sabbathe von Jahren, sieben Jahre siebenmal, und es sollen dir die Tage der sieben Sabbathe von Jahren, neunundvierzig Jahre sein, und ihr sollt heiligen das fünfzigste Jahr, und Freiheit ausrufen im Lande für alle seine Bewohner, das soll euch das Jubeljahr sein": hieraus geht hervor, daß das 50. das Volle der Sabbathe ist. Auch sonst überall wo fünfzig im Worte genannt werden, bezeichnen sie das Volle: z.B. daß die Leviten vom Sohn von dreißig Jahren und darüber, bis zum Sohn von fünfzig Jahren gezählt wurden: 4. Mose 4/23,35,39,43,47; 8/25: für den vollen oder letzten Zustand, um dann den Dienst zu verrichten. 5. Mose 22/29: Daß "ein Mann, der bei dem Mädchen lag, die Jungfrau war, dem Vater des Mädchens geben sollte fünfzig (Sekel) Silber, und sie sein Weib sein, und er sie nicht verschmähen sollte. Für volle Strafe und vollen Wiederersatz: daß "David dem Arafna für die Tenne, in der er dem Jehovah einen Altar errichtete, fünfzig Sekel Silber gab": 2.Sam.24/24; für vollen Preis und vollen Kauf. Daß Absalom sich einen Wagen und Rosse anschaffte, und fünfzig Männer hatte, die vor ihm herliefen: 2.Sam.15/1; ebenso Adonia Wagen und Rosse und fünfzig Männer, die vor ihm herliefen: 1.Kön.1/5 für volle Auszeichnung und Größe; denn sie hatten von den Alten her gewisse vorbildliche und bezeichnende Zahlen, die sie beobachteten, die auch bei ihren Gebräuchen vorgeschrieben waren, von denen aber die meisten nicht wußten was sie bedeuteten; und weil so fünfzig das Volle (plenum) bedeuten, und diese Zahl auch eine vorbildliche war, wird durch sie ebendasselbe bezeichnet im Gleichnisse des Herrn von dem Haushalter, der zu dem, der Öl schuldig war, sagte (Luk.16/6): "Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? und als dieser sprach: Hundert Bath Öl, ihm dann sagte: Nimm deine Handschrift, und setze dich hin, und schreibe flugs fünfzig": fünfzig für volle Bezahlung. Weil es eine Zahl ist, so scheint es zwar, daß sie nichts weiter als eben die Zahl in sich schließe, während doch im inneren Sinn überall unter dieser Zahl das Volle verstanden ist, wie bei Hag.2/16: "Man kam zur Kelter um fünfzig zu schöpfen aus der Kelter, da waren es zwanzig": daß nämlich statt des Vollen nicht viel da gewesen sei. Fünfzig wären hier bei dem Propheten nicht genannt worden, wenn sie nicht dieses bezeichnet hätten. 2253. "Wirst du dennoch vertilgen, und nicht verschonen den Ort um der fünfzig Gerechten willen, die in seiner Mitte sind?", 1. Mose 18/24, daß dies die Fürsprache aus Liebe, daß sie nicht zugrunde gehen möchten, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der fünfzig, und dann des Gerechten, sowie auch Seiner oder der Stadt Mitte, wovon soeben Nr. 2252 die Rede war, was alles die Fürsprache aus Liebe in sich schließt, und daß sie nicht zugrunde gehen sollten; was die Fürsprache betrifft, so sehe man Nr. 2250. Daß aus Liebe, ist auch offenbar: beim Herrn war, als Er in der Welt war, kein anderes Leben, als das Leben der Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, das ewig selig zu machen Er brünstig verlangte. Dieses Leben ist das eigentlichst himmlische, durch das Er Sich mit dem Göttlichen und das Göttliche mit sich vereinigte; denn das Sein selbst oder Jehovah, ist nichts anderes als die Barmherzigkeit, welche die der Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht ist; und jenes Leben war das der reinen Liebe, die bei gar keinem Menschen irgend möglich ist. Die, welche nicht wissen, was das Leben ist, und daß das Leben so ist wie die Liebe, fassen dies nicht. Hieraus erhellt, daß in dem Maße, als jemand den Nächsten liebt, er auch vom Leben des Herrn (in sich) hat. 2254. Vers 25: Es sei ferne von Dir, so zu tun, sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose; ferne sei es von Dir, wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? "Es sei ferne von Dir, so zu tun" bedeutet das Grauen des Herrn; "sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose" bedeutet, daß das Gute nicht sterben könne, weil das Böse davon geschieden werden kann; "ferne sei es von Dir" bedeutet einen noch höheren Grad des Grauens; "wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben" bedeutet, daß das göttliche Gute nicht nach dem Guten getrennten Wahren das tun könne. 2255. "Es sei ferne von Dir so zu tun", 1. Mose 18/25, daß dies das Grauen des Herrn bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 2256. "Sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen, und daß so der Gerechte sei wie der Gottlose", 1. Mose 18/25, daß dies bedeutet, das Gute könne nicht sterben, weil das Böse davon geschieden werden kann, erhellt aus der Bedeutung des Gerechten, sofern es ist das Gute, und des Gottlosen, sofern er ist das Böse, wovon Nr. 2250. Sterben zu lassen den Gerechten mit dem Gottlosen heißt daher, das Gute mit dem Bösen. Weil dies nicht geschehen darf, sodann weil dieser Gedanke Grauen erregt, wird es im inneren Sinn entfernt, und dann stellt sich dies dar, daß das Gute nicht sterben könne, weil das Böse davon geschieden werden kann. Wie es sich damit verhält, ist wenigen, wenn überhaupt einigen bekannt. Man muß wissen, daß alles Gute, das je ein Mensch gedacht und getan hat, von der Kindheit an bis zum Ende seines Lebens, zurückbleibt; ebenso alles Böse, so daß nicht das Geringste davon verlorengeht: es ist dem Buch seines Lebens, d.h. seinen beiden Gedächtnissen und seiner Natur, d.h. seinem Charakter und seiner Sinnesart, eingeschrieben. Daraus hat er sich sein Leben, und sozusagen seine Seele gebildet, die nach seinem Tode so geartet ist. Allein das Gute wird nie so mit dem Bösen, noch das Böse so mit dem Guten vermischt, daß sie nicht geschieden werden könnten; denn wenn sie miteinander vermischt würden, so ginge der Mensch ewig verloren; dafür tut der Herr Vorsehung: Wenn der Mensch ins andere Leben kommt, so scheidet, wenn er im Guten der Liebe und Liebtätigkeit gelebt hat, alsdann der Herr das Böse aus, und erhebt ihn durch das Gute bei ihm in den Himmel. Hat er aber im Bösen gelebt, nämlich in dem, was der Liebe und Liebtätigkeit entgegen ist, dann scheidet der Herr das Gute von ihm aus, und es führt ihn das Böse in die Hölle. Solcherlei ist das Los eines jeden nach dem Tod. Allein es ist eine Scheidung, keineswegs eine völlige Wegnahme. Außerdem scheidet auch, weil der Wille des Menschen, welcher der eine Teil seines Lebens ist, ganz verdorben ist, der Herr diesen verdorbenen Teil von dem anderen Teil aus, welcher der seines Verstandes ist, und pflanzt in diesen das Gute der Liebtätigkeit, und durch dieses einen neuen Willen ein bei denen, die wiedergeboren werden, dies sind die, welche ein Gewissen haben. So scheidet der Herr auch im allgemeinen das Böse vom Guten. Dies sind die Geheimnisse, die im inneren Sinn verstanden sind unter dem, daß das Gute nicht sterben könne, weil das Böse davon geschieden werden kann. 2257. "Ferne sei es von dir", 1. Mose 18/25, daß dies einen noch höheren Grad des Grauens bezeichnet, da es nochmals gesagt wird, bedarf somit ebensowenig einer Erklärung. 2258. "Wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?", 1. Mose 18/25, daß dies bedeutet, das göttlich Gute könne nicht nach dem vom Guten getrennten Wahren so tun, erhellt aus der Bedeutung des Richters der ganzen Erde, sodann aus der Bedeutung des Rechts (oder Gerichts). Der Richter der ganzen Erde bedeutet im inneren Sinn das Gute selbst, aus dem das Wahre (kommt), was in der vorbildlichen Kirche auch vorgebildet wurde durch die Priester, die zugleich Richter waren. Als Priester bildeten sie vor das göttlich Gute, und als Richter das göttlich Wahre. Der Richter der ganzen Erde aber beides, und zwar dies wegen der Bedeutung der Erde, wovon im ersten Teil hin und wieder. Allein dies jetzt aus den Vorbildungen jener Kirche zu begründen, wäre zu weitläufig. Das Recht (oder Gericht) aber bedeutet das Wahre, wie Nr. 2235 gezeigt worden ist. Aus der Bedeutung von diesem, so wie aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn kann erhellen, daß (die Worte) "wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht tun" bedeuten, daß das göttlich Gute nicht nach dem vom Guten getrennten Wahren dies tun könne. Um das Wie hiervon zu verstehen, muß man wissen, daß es zwei Dinge sind, welche die Ordnung des ganzen Himmels, und von daher im Weltganzen ausmachen, nämlich das Gute und das Wahre. Das Gute ist das Wesentliche der Ordnung, von dem alles ins Gebiet der Barmherzigkeit gehört. Das Wahre ist das, was die zweite Stelle der Ordnung einnimmt, und wovon alle Dinge Wahrheiten sind. Das göttlich Gute spricht alle dem Himmel zu, das göttlich Wahre aber verdammt alle zur Hölle. Gebe es daher nicht eine ewige Barmherzigkeit des Herrn, die dem Guten angehört, so würden alle Menschen, so viele ihrer irgend sein mögen, verdammt sein. Dies ist es, was bezeichnet wird durch (jene Worte): daß das göttlich Gute nicht nach dem vom Guten getrennten Wahren so tun könne. Man sehe auch was hierüber Nr. 1728 gesagt worden ist. Daß aber dennoch die Bösen zur Hölle verdammt sind, das kommt nicht daher, daß das göttlich Gute vom göttlich Wahren abgetrennt wäre, sondern davon, daß der Mensch sich selbst vom göttlich Guten trennt; denn der Herr wirft niemals jemand in die Hölle hinab, sondern der Mensch sich selbst, wie schon einige Male früher gesagt worden. Sodann ist auch darin das göttliche Gute verbunden mit dem göttlich Wahren, daß wenn nicht die Bösen von den Guten getrennt würden, die Bösen den Guten Schaden zufügen, und fortwährend die Ordnung zu zerstören suchen würden. Somit ist, daß die Guten nicht beschädigt werden, Sache der Barmherzigkeit. Es verhält sich damit, wie mit den Reichen der Erde, wenn das Böse nicht bestraft würde, so würde das ganze Reich vom Bösen angesteckt, und ginge so zugrunde. Daher es bei Königen und Richtern mehr ein Werk der Barmherzigkeit ist, das Böse zu bestrafen, und solche Subjekte aus der Gesellschaft auszutreiben, als unzeitige Nachsicht für dieselben zu üben. 2259. Vers 26: Und Jehovah sprach: Finde Ich in Sodom fünfzig Gerechte, inmitten der Stadt, so will Ich schonen des ganzen Ortes um ihretwillen. "Und Jehovah sprach" bedeutet das Innewerden; "Finde Ich in Sodom fünfzig Gerechte" bedeutet hier wie früher, wenn das Wahre voll von Gutem ist, "so will Ich schonen des ganzen Ortes um ihretwillen" bedeutet, so werden sie selig werden. 2260. "Und Jehovah sprach", 1. Mose 18/26, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Sprechens Jehovahs, im historischen Sinn, sofern es die Vorbildung des Innewerdens des Herrn aus dem Göttlichen ist; und daß es eine Art von Folge des Denkens aus demselben, und eine Art von Antwort ist. Über das Sprechen Jehovahs sehe man das Nr. 2238 Bemerkte. 2261. "Finde Ich in Sodom fünfzig Gerechte inmitten der Stadt", 1. Mose 18/26, daß dies bedeutet, wenn das Wahre voll von Gutem ist, erhellt aus der Bedeutung von fünfzig, sofern sie ist das Volle, und aus der Bedeutung der Mitte der Stadt, sofern sie ist inwendig im Wahren, oder im Wahren, wovon Nr. 2252, was man nachsehe, denn es sind dieselben Worte. Man könnte meinen, es könne nicht fehlen, daß der Mensch selig werde, wenn das Wahre voll von Gutem ist. Allein man muß wissen, daß beim Menschen sehr wenig Wahrheiten sind, und daß, wenn welche da sind, sie kein Leben haben, wenn in ihnen nicht Gutes ist, und daß er, wenn in ihnen Gutes ist, selig wird, aber aus Barmherzigkeit. Denn sehr wenige Wahrheiten sind beim Menschen und das Gute, das in ihnen ist, hat seine Beschaffenheit gemäß den Wahrheiten und dem Leben des Menschen. Die Wahrheiten an sich betrachtet geben nicht Leben, sondern das Gute; die Wahrheiten sind nur das, was Leben, d.h. Gutes, aufnimmt. Weshalb niemand je sagen kann, daß er durch die Wahrheiten, oder wie die allgemeine Redensart ist, durch den Glauben allein, selig werden könne, wofern nicht in den Wahrheiten, die (Gegenstand) des Glaubens sind, Gutes ist. Das Gute, das in denselben sein muß, muß das Gute der Liebtätigkeit sein, daher denn der Glaube selbst, im inneren Sinn, nichts anderes ist, als Liebtätigkeit, wie Nr. 2231 gezeigt worden ist. Sagt man, daß die Anerkennung des Wahren der Glaube sei, der selig macht, so muß man wissen, daß es bei denen, die in dem der Liebtätigkeit Entgegengesetzten leben, gar keine Anerkennung geben kann, sondern eine Art von Beredung, mit der das Leben der Selbst- oder Weltliebe verknüpft ist, somit ist in einer solchen Anerkennung nicht das Leben des Glaubens, welches das der Liebtätigkeit wäre. Die Allerschlimmsten können aus Selbst- oder Weltliebe, oder in der Absicht sich vor anderen durch Einsicht und Weisheit, wie man es nennt, auszuzeichnen, und so Ehrenstellen, Ruhm, Einkommen zu erhaschen, Wahrheiten des Glaubens ergreifen, und sie mit vielen Gründen beweisen, gleichwohl aber sind bei ihnen jene Wahrheiten tot. Das Leben des Wahren, somit des Glaubens, ist einzig vom Herrn, Der das Leben selbst ist. Das Leben des Herrn ist Barmherzigkeit, die der Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht angehört. Am Leben des Herrn können diejenigen gar nicht Teil haben, die, obwohl sie sich zu den Glaubenswahrheiten bekennen, andere neben sich verachten, und wenn das Leben ihrer Selbst- und Weltliebe angetastet wird, den Nächsten hassen, und Lust empfinden, wenn er um Vermögen, Ehre, guten Namen und ums Leben kommt. Mit den Wahrheiten des Glaubens aber verhält es sich so, daß der Mensch durch sie wiedergeboren wird, denn sie sind die eigentlichsten Aufnahmegefäße des Guten; wie also die Wahrheiten beschaffen sind, und wie das Gute in den Wahrheiten, und wie die Verbindung und von daher die Fähigkeit, daß sie im anderen Leben vervollkommnet werden, so ist auch der Zustand der Seligkeit und des Glücks nach dem Tode beschaffen. 2262. "So will Ich schonen des ganzen Ortes um ihretwillen", 1. Mose 18/26, daß dies bedeutet, sie werden selig werden, folgt aus dem Zusammenhang, als Schluß, somit ohne Erklärung. Der Ort bedeutet den Zustand, wie Nr.1273, 1378 gezeigt worden ist, somit wird hier für Stadt gesagt Ort, damit bezeichnet werde, daß die, welche in einem solchen Zustand sind, sollen selig werden. 2263. Vers 27: Und Abraham antwortete, und sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn, wiewohl ich Staub und Asche bin. "Und Abraham antwortete und sprach" bedeutet das Denken des Herrn aus dem Menschlichen; "Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn, wiewohl ich Staub und Asche bin" bedeutet die Erniedrigung des Menschlichen, hinsichtlich der Beschaffenheit, die es (dem Göttlichen) gegenüber (respective) hatte. 2264. "Und Abraham antwortete, und sprach", 1. Mose 18/27, daß dies das Denken des Herrn aus dem Menschlichen bedeutet, erhellt aus der Vorbildung Abrahams in diesem Kapitel, sofern er ist der Herr in betreff des Menschlichen, wovon einige Male oben. 2265. "Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn, wiewohl ich Staub und Asche bin", 1. Mose 18/27, daß dies bedeutet die Erniedrigung (humiliatio) des Menschlichen hinsichtlich der Beschaffenheit, die es (dem Göttlichen) gegenüber hatte, ist (offenbar). Vom Zustand des Herrn im Menschlichen, oder dem Stand Seiner Erniedrigung (humiliatio), und vom Zustand des Herrn in Seinem Göttlichen, oder Seiner Verherrlichung, ist früher einige Male gehandelt worden; sodann auch, daß Er im Stande der Erniedrigung mit Jehovah redete wie mit einem anderen, so wie im Stande der Verherrlichung (als) mit Sich selbst, sehe man Nr. 1999. Weil hier Abraham den Herrn im Menschlichen vorbildet, so wird in diesem Zustand gesagt, daß das Menschliche gegenüber dem Göttlichen, wie Staub und Asche sei, daher auch dieser Zustand genannt wird der Stand der Erniedrigung. Die Erniedrigung ist Folge der Anerkennung, daß er selbst im Verhältnis so beschaffen sei. Unter dem Menschlichen wird hier nicht das Göttlich-Menschliche verstanden, sondern das Menschliche, das Er von der Mutter her hatte, das Er gänzlich austrieb, und an dessen Statt das Göttlich-Menschliche anzog. Jenes Menschliche, nämlich das Mütterliche, ist es, von dem hier Staub und Asche ausgesagt wird. Man sehe was Nr. 2159 gesagt worden ist. 2266. Vers 28: Es möchten vielleicht den fünfzig Gerechten fünf fehlen, wirst Du denn um der fünf willen die ganze Stadt verderben? Und Er sprach: Ich werde nicht verderben, wenn ich fünfundvierzig darin finden werde. "Es möchten vielleicht den fünfzig Gerechten fünf fehlen" bedeutet, wenn etwas weniger da wäre; "wirst Du um der fünf willen die ganze Stadt verderben" bedeutet, soll um des Wenigen willen, das mangelt, der Mensch zugrunde gehen; "und Er sprach: Ich werde nicht verderben, wenn ich fünfundvierzig darin finden werde" bedeutet, er soll nicht zugrunde gehen, wenn sie verbunden werden können. 2267. "Es möchten vielleicht den fünfzig Gerechten fünf fehlen", 1. Mose 18/28, daß dies bedeutet, wenn etwas weniger da wäre, erhellt aus der Bedeutung von fünf, sofern es ist wenig, oder weniger, von welcher Bedeutung dieser Zahl Nr. 649 (die Rede war). Was fünfzig Gerechte bedeuten, ist Nr. 2252 gezeigt worden. 2268. "Wirst Du denn um der fünf willen die ganze Stadt verderben", 1. Mose 18/28, daß dies bedeutet: soll um des wenigen willen, das mangelt, der Mensch zugrunde gehen, erhellt aus der Bedeutung von fünf, sofern es ist wenig, wovon soeben; und aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist das Wahre, wovon ebenfalls früher (die Rede war). Das menschliche Gemüt wird in Rücksicht der Wahrheiten einer Stadt verglichen, und auch eine Stadt genannt; und in Rücksicht des Guten, das in den Wahrheiten ist, wird es den Bewohnern in ihr verglichen, und wird auch Bewohner genannt; denn es verhält sich damit ebenso, wenn die Wahrheiten, die in den Gedächtnissen des Menschen, und in den Gedanken seines Gemütes sind, ohne Gutes sind, so sind sie wie eine Stadt ohne Bewohner, somit leer und gehaltlos. Ja, es kann auch von den Engeln gesagt werden, daß sie gleichsam in den Wahrheiten des Menschen wohnen, und Gefühle des Guten vom Herrn her einflößen, wenn der Mensch in der Liebe zum Herrn, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten lebt, denn so haben sie ihre Lust daran, bei solchen Menschen zu wohnen, d.h. zu leben. Anders bei denen, die in einigem Wahren sind, und in keinem Guten der Liebtätigkeit. 2269. "Und Er sprach: Ich werde nicht verderben, wenn Ich fünfundvierzig darin finden werde", 1. Mose 18/28, daß dies bedeutet: er solle nicht zugrunde gehen, wenn sie verbunden werden können, erhellt aus der Bedeutung der Zahl fünfundvierzig, sofern sie ist Verbindung. Schon früher ist gezeigt worden, daß die einfachen Zahlen ihre Bedeutung behalten, auch wenn sie multipliziert werden, und so die größeren Zahlen eine ähnliche wie die kleineren; so also auch fünfundvierzig, welche Zahl durch Multiplikation zusammengesetzt ist aus fünf mal neun, und weil sie durch Multiplikation zusammengesetzt ist aus fünf mal neun, so bedeutet sie dasselbe was fünf und neun. Daß die fünf wenig bedeuten, erhellt aus dem, was Nr. 649 gezeigt worden, und daß neun die Verbindung oder das Verbundene, Nr. 2075; somit hier, wenn einigermaßen Gutes verbunden ist mit Wahrheiten. Daß die Zahlen im Worte Sachen oder Zustände bedeuten, erhellt aus dem, was Nr. 2252 von fünfzig gesagt wurde, sodann aus dem, was von den Zahlen Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988 gezeigt worden ist. Weil die fünf wenig, und fünfundvierzig die Verbindung bedeuten, so ist schon eine derartige Erklärung dieser Zahlen in diesem Vers; denn es heißt: "Es möchten vielleicht den fünfzig Gerechten fünf fehlen", wodurch bezeichnet wird, wenn etwas weniger da wäre; und nachher: "wirst Du um der fünf willen die ganze Stadt verderben", wodurch bezeichnet wird, sollen sie um des Wenigen willen, das mangelt, zugrunde gehen; denn weil fünf weniger bedeuten, so werden nachher die fünf nicht wieder angeführt, sondern es wird gesagt: "Ich werde nicht verderben, wenn Ich fünfundvierzig dort finden werde", wodurch bezeichnet wird, daß sie nicht zugrunde gehen sollen, wenn sie verbunden werden könnten. Daß hier genannt werden fünfundvierzig, und nicht, wenn fünf fehlen an fünfzig, hat seinen Grund auch darin, daß fünf nicht allein wenig bedeuten, wie Nr. 649 gezeigt worden, sondern auch Trennung, wie ebenfalls gezeigt worden ist Nr. 1686. Damit nun nicht Trennung, sondern Verbindung bezeichnet werde, wird diese Zahl, nämlich fünfundvierzig, genannt; denn fünfundvierzig ist, wie oben gesagt worden, einige Verbindung. So folgt im inneren Sinn das einzelne schön in seiner Ordnung. Was die Verbindung des Guten mit dem Wahren betrifft, so ist sie ein Geheimnis, das nicht so beschrieben werden kann, daß man es mit der gewöhnlichen Fassungskraft zu begreifen vermöchte. Nur (mit) wenigem soll (etwas darüber) gesagt werden: je mehr das Wahre echt und rein ist, desto besser kann das Gute, das vom Herrn ist, demselben als einem aufnehmenden Gefäß eingefügt werden. Je weniger hingegen das Wahre echt und rein ist, desto weniger kann des Gute vom Herrn eingefügt werden, denn sie müssen sich gegenseitig entsprechen, gemäß der Entsprechung geschieht die Verbindung. Das Gute kann gar nicht in Falsches, noch das Böse in die Wahrheiten, als in aufnehmende Gefäße hineingebracht werden, denn sie sind von entgegengesetzter Art und Natur, das eine verwirft das andere als seinen Feind. Ja, wenn sie suchen würden sich zu verbinden, so würde das eine das andere ausspeien: das Gute nämlich das Böse wie Gift, und das Böse das Gute, wie etwas erbrechen Erregendes. Eine solche Feindschaft zwischen dem Bösen und dem Guten ist vom Herrn vorgesehen, damit sie niemals vermischt werden möchten, denn würden sie vermischt, so ginge der Mensch zugrunde. Bei den Betrügern und Heuchlern fehlt nicht viel, daß sie verbunden wären, dennoch aber wird vom Herrn Vorsorge getroffen, daß sie nicht verbunden werden. Dies ist der Grund, warum die Betrüger und Heuchler im anderen Leben mehr als alle anderen Grauenhaftes zu leiden haben. 2270. Vers 29: Und er fuhr fort mit Ihm zu reden, und sprach: Vielleicht möchten vierzig darin gefunden werden; und Er sprach: Ich werde es nicht tun um der vierzig willen. "Und er fuhr fort mit Ihm zu reden" bedeutet, das Denken; "und sprach: Vielleicht möchten vierzig darin gefunden werden" bedeutet diejenigen, die in Versuchungen gewesen sein mögen; "und Er sprach: Ich werde es nicht tun um der vierzig willen" bedeutet, sie sollen selig werden. 2271. "Er fuhr fort mit Ihm zu reden", 1. Mose 18/29, daß dies das Denken bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Redens im inneren Sinn. Das Reden oder die Rede ist nichts anderes, als das, was aus dem Denken fließt, und weil Inneres bezeichnet wird durch Äußeres, wie das Einsehen durch das Sehen, der Verstand durch das Auge, der Gehorsam durch das Ohr, und so fort, so auch das Denken durch das Reden. 2272. "Und (er) sprach: Vielleicht möchten vierzig darin gefunden werden", 1. Mose 18/29, daß dies bedeutet, die in Versuchungen gewesen sind, erhellt aus der Bedeutung der Zahl Vierzig, sofern sie sind Versuchungen, wovon Nr. 730. Wie dies der Sachordnung nach folgt, kann erhellen an den Versuchungen. Die Versuchungen entstehen zu dem Ende, daß nicht bloß der Mensch in den Wahrheiten befestigt, sondern auch daß die Wahrheiten mit dem Guten enger verbunden werden, denn er kämpft dann für die Wahrheiten gegen das Falsche. Und weil er dann in innerlichem Schmerz ist, und in Pein, so hören die Lustreize der Begierden und der Vergnügungen aus ihnen auf, und dann fließt Gutes vom Herrn ein, und zugleich wird dann das Böse als etwas Abscheuliches angesehen, daher neue und den früheren entgegengesetzte Gedanken, zu denen er nachher kann gelenkt, und so vom Bösen zum Guten geführt, und dieses mit den Wahrheiten verbunden werden. Und weil durch die Versuchungen eine Verbindung des Guten mit dem Wahren geschieht, und im vorigen Vers gesagt worden ist, daß diejenigen selig würden, bei denen das Gute verbunden werden kann mit den Wahrheiten, darum folgt dies, und zwar so, daß sie verbunden werden können durch Versuchungen. Dies ist der Sachzusammenhang für die, welche im inneren Sinn sind. 2273. "Und Er sprach: Ich werde es nicht tun um der vierzig willen", 1. Mose 18/29, daß dies bedeutet, sie werden selig werden, erhellt ohne Erklärung. Von denen, die im vorhergehenden Vers durch fünfundvierzig bezeichnet werden, wurde gesagt: "Ich werde nicht verderben, wenn Ich finden werde fünfundvierzig", und damit bezeichnet, sie würden nicht zugrunde gehen, wenn das Gute mit den Wahrheiten verbunden werden könnte. Hier nun folgt von den vierzig, und wird gesagt: "Ich werde es nicht tun um der vierzig willen", wodurch nicht bezeichnet wird, daß sie selig werden sollten um der Versuchungen willen, denn in Versuchungen kommen auch einige, die in denselben unterliegen, bei denen somit das Gute nicht verbunden wird, ja um der Versuchungen willen wird der Mensch auch dann nicht selig, wenn er ein Verdienst in sie setzt; denn wenn er ein Verdienst in die Versuchungen setzt, so ist es aus Selbstliebe, daß er sich damit rühmt und glaubt, er habe vor anderen den Himmel verdient, wobei er zugleich an seinen Vorzug vor anderen denkt, indem er andere neben sich verachtet. Was alles der gegenseitigen Liebe und daher der himmlischen Seligkeit entgegengesetzt ist. Die Versuchungen, in denen der Mensch überwindet, bringen das mit sich, daß er glaubt, alle anderen seien würdiger, als er selbst, und er sei viel mehr höllisch, als himmlisch; denn dergleichen kommt ihm in den Versuchungen vor. Wenn er also nach den Versuchungen in diese ganz entgegengesetzen Gedanken kommt, so ist es ein Zeichen, daß er nicht überwunden hat, denn die Gedanken, die er in den Versuchungen hatte, sind solche, zu denen sich sollen lenken lassen können die Gedanken, die er nach den Versuchungen hat. Und wenn diese nicht zu jenen gelenkt werden können, so ist er entweder in der Versuchung unterlegen, oder er fällt wieder in die gleichen zurück, und zuweilen in noch schwerere, bis er zu derjenigen Gesundheit gebracht ist, daß er glaubt, er habe nichts verdient. Hieraus erhellt, daß durch die vierzig hier diejenigen bezeichnet werden, bei denen durch Versuchungen das Gute mit den Wahrheiten verbunden worden ist. 2274. Vers 30: Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich (weiter) rede; vielleicht werden dreißig darin gefunden werden; und Er sprach: Ich werde es nicht tun, wenn Ich dreißig darin finden werde. "Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich (weiter) rede" bedeutet ängstliche Sorge um das Menschengeschlecht; "vielleicht werden dreißig darin gefunden werden" bedeutet einigen Kampf; "und Er sprach: Ich werde es nicht tun, wenn Ich dreißig darin finden werde" bedeutet, sie werden selig werden. 2275. "Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich (weiter) rede", 1. Mose 18/30, daß dies die ängstliche Sorge (anxietas) um den Zustand des Menschengeschlechtes bedeutet, kann nicht so aus den Worten, sondern (mehr) aus der Gefühlsregung der letzteren erhellen: Zweierlei ist im inneren Sinn des Wortes, nämlich ein Geistiges und ein Himmlisches. Das Geistige ist, daß wegsehend vom Buchstaben Dinge befaßt werden, denen der buchstäbliche Sinn als Träger dient, wie die Dinge, die das Auge sieht, wenn sie zu Trägern (objectis) des Denkens über Höheres dienen. Das Himmlische besteht darin, daß man allein die Gefühlsanregung (affectio) der im inneren Sinn enthaltenden Dinge inne wird. In jenem sind die geistigen Engel, in diesem aber die himmlischen Engel. Die, welche in diesem oder in der Gefühlsanregung sind, werden sogleich inne, was der Buchstabe in sich schließt, wenn er vom Menschen gelesen wird, schon aus der bloßen Gefühlsregung, und aus ihr bilden sie sich himmlische Ideen, und zwar in unzähliger Mannigfaltigkeit, und auf unaussprechliche Weise, gemäß der sich ergebenden Zusammenstimmung der himmlischen Dinge der Liebe, die in der Gefühlsanregung (ist). Hieraus kann erhellen, was das Wort des Herrn in seinem Hintergrunde birgt, wenn also jene Worte gelesen werden: "Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich rede", so empfinden (percipiunt) die himmlischen Engel sogleich eine gewisse Ängstlichkeit, und zwar eine Ängstlichkeit (anxietas) der Liebe gegen das Menschengeschlecht, und zugleich wird dann Unzähliges und Unaussprechliches über die Ängstlichkeit der Liebe, die der Herr (empfand) als Er über den Zustand des Menschengeschlechts nachdachte, ihnen beigebracht (insinuantur). 2276. "Vielleicht werden dreißig darin gefunden werden", 1. Mose 18/30, daß dies einigen Kampf bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Zahl Dreißig. Daß dreißig etwas von Kampf, somit wenig Kampf bedeuten, kommt daher, daß diese Zahl durch Multiplikation zusammengesetzt ist aus fünf, wodurch etwas weniges bezeichnet wird, und aus sechs, wodurch Arbeit oder Kampf bezeichnet wird, wie Nr. 649, 720, 737, 900, 1709 gezeigt worden ist. Daher bedeutet denn auch diese Zahl, überall wo sie im Wort gelesen wird, verhältnismäßig etwas weniges, wie bei Sach.11/12,13: "Ich sprach zu ihnen, wenn es gut ist in euren Augen, so gebet den Lohn, und wenn nicht, so unterlasset es, und sie wägten dar meinen Lohn, dreißig Silberlinge, und Jehovah sprach zu mir, wirf es hin zum Töpfer, den prächtigen Preis, womit Ich geschätzt bin von ihnen; und ich nahm die dreißig Silberlinge, und warf es ins Haus Jehovahs zum Töpfer": soviel als sie haben so gering geschätzt das Verdienst des Herrn, und die Erlösung und Seligmachung durch Ihn. Der Töpfer für die Besserung und Wiedergeburt. Matth.27/10: "Sie nahmen die dreißig Silberlinge, (den Preis) des Geschätzten, den sie erkauft hatten von den Söhnen Israels, und gaben sie um den Töpfer-Acker, wie mir der Herr geboten hat": woraus deutlich erhellt, daß dreißig für den geringen Preis des Geschätzten (steht). Die Schätzung eines Knechts, der gering geachtet wurde, war dreißig Sekel, wie dies erhellt bei 2. Mose 21/32: "Wenn einen Knecht gestoßen hat der Ochse, oder eine Magd, so soll er dreißig Sekel Silber geben seinem Herrn, und der Ochse soll gesteinigt werden"; wie gering ein Knecht geachtet wurde, erhellt 2. Mose 21/20,21: der Knecht (steht) im inneren Sinn für die Arbeit; daß die Leviten angenommen wurden, den Dienst zu verrichten, was beschrieben wird durch den, der kommt, den Heeresdienst zu versehen, und das Werk zu tun im Versammlungszelt, vom Sohn von dreißig Jahren bis fünfzig: 4. Mose 4/3,23,30,35,39,43 war deswegen, weil durch dreißig diejenigen bezeichnet wurden, die eingeleitet werden sollten, die also den im geistigen Sinn verstandenen Heeresdienst noch wenig verstehen konnten; außerdem andere Stellen, wo dreißig im Worte genannt werden: z.B. daß sie über den Sohn eines Rindes als Mincha (Speisopfer) darbringen sollten drei Zehnteile: 4. Mose 15/9 was deswegen war, weil das Opfer von einem Rind das natürliche Gute vorbildete, wie Nr. 2180 gezeigt worden ist, und das natürliche Gute gering ist im Verhältnis zum geistig Guten, das durch das Opfer eines Widders vorgebildet wurde, und noch geringer im Verhältnis zum himmlisch Guten, das vorgebildet wurde durch das Opfer eines Lammes, bei denen ein anderes Maß von Zehnteilen der Mincha (Speisopfer) stattfand, wie dort zu ersehen ist: 4. Mose 15/4-6 sodann 4. Mose 28/12,13,20,21,28,29; 29/3,4,9,10,14,15. Die Maße von Zehnteilen oder Verhältnisse, wären keineswegs angeordnet worden, wenn sie nicht himmlische Geheimnisse in sich geschlossen hätten; dreißig für Geringes auch bei Mark.4/8: "Der Same, der in das gute Land fiel, gab Frucht, die aufging und wuchs, und trug der eine dreißig, und der andere sechzig, und der andere hundert": dreißg für geringen Ertrag, und daß er wenig gearbeitet habe. Diese Zahlen wären nicht bestimmt worden, hätten sie nicht das, was sie bedeuten, in sich geschlossen. 2277. "Und er sprach: Ich werde es nicht tun, wenn Ich dreißig darin finden werde", 1. Mose 18/30, daß dies bedeutet, sie werden selig werden, erhellt aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, ohne Erklärung. 2278. Vers 31: Und Er sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn: vielleicht werden zwanzig darin gefunden; und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zwanzig willen. "Und er sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn" bedeutet, hier wie früher, die Erniedrigung des Menschlichen vor dem Göttlichen; "vielleicht werden zwanzig darin gefunden werden" bedeutet, wenn nicht etwas Kampf, so doch Gutes: "und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zwanzig willen" bedeutet, sie werden selig werden. 2279. "Und er sprach: Siehe doch, ich habe mich unterwunden zu reden zu meinem Herrn", 1. Mose 18/31, daß dies bedeutet die Erniedrigung des Menschlichen vor dem Göttlichen, erhellt aus dem, was Nr. 2265 gesagt worden ist, wo eben dieselben Worte (stehen). 2280. "Vielleicht werden zwanzig darin gefunden werden", 1. Mose 18/31, daß dies bedeutet, wenn nicht etwas Kampf, so doch Gutes, erhellt aus der Bedeutung von zwanzig. Wie alle Zahlen, die im Worte genannt werden, Sachen und Zustände bezeichnen, man sehe Nr. 2252, so auch zwanzig, und was diese bedeuten, kann erhellen aus ihrer Entstehung, nämlich aus zwei mal zehn. Zehn, wie auch Zehnteile, bedeuten im Worte die Überreste, durch die bezeichnet wird alles Gute und Wahre, das der Herr beim Menschen von seiner Kindheit an, bis zum Ende seiner Lebensdauer, einflößt, wovon im folgenden Vers. Zwei mal zehn, oder zwei Zehnteile, d.h. zwanzig, bedeuten das gleiche, aber in einem höheren Grade, nämlich das Gute. Gutes von dreierlei Art wird durch die Überreste bezeichnet, nämlich Gutes der Kindheit, Gutes der Unwissenheit, und Gutes der Einsicht. Gutes der Kindheit ist, was dem Menschen gleich von seiner Geburt an bis zu dem Alter eingeflößt wird, wo er anfängt unterrichtet zu werden und etwas zu wissen beginnt. Gutes der Unwissenheit ist, wenn er unterrichtet wird, und etwas zu wissen anfängt. Gutes der Einsicht ist, wenn er darüber nachdenken kann, was wahr und was gut ist. Das Gute der Kindheit ist von der Kindheit des Menschen bis zu seinem 10. Lebensjahr, das Gute der Unwissenheit von diesem Alter bis zu seinem 20. Jahr: mit diesem Jahr fängt der Mensch an vernünftig zu werden, und die Fähigkeit des Nachdenkens über das Gute und Wahre zu haben, und sich das Gute der Einsicht zu verschaffen. Das Gute der Unwissenheit ist es, was bezeichnet wird durch zwanzig, weil diejenigen, die im Guten der Unwissenheit sind, in keine Versuchung kommen, denn niemand wird versucht, ehe er nachdenken und auf seine Weise innewerden kann, was gut und wahr ist. Von denjenigen, die das Gute empfangen haben durch Versuchungen, wurde gehandelt in den zwei nächst vorhergehenden Versen, in diesem Vers nun von denen, die nicht in Versuchungen (waren), und dennoch etwas Gutes haben. Weil durch zwanzig diejenigen bezeichnet werden, die dieses Gute, welches das Gute der Unwissenheit genannt wird, haben, so wurden infolgedessen alle diejenigen, die aus Ägypten ausgezogen waren, gezählt vom Sohn von zwanzig Jahren an und darüber, und, wie gesagt wird, jeder, der auszog ins Heer, worunter diejenigen verstanden wurden, die nicht mehr im Guten der Unwissenheit waren, von welche die Rede ist 4. Mose 1/20,24,26,28,30,32,34,38,40,42,45; 26/4; und daß alle diejenigen, die über zwanzig Jahre (alt waren), starben in der Wüste: 4. Mose 32/10,11 weil ihnen das Böse zugerechnet werden konnte, und sie diejenigen vorbildeten, die in den Versuchungen unterliegen. Sodann daß die Schätzung eines Mannsbildes vom Sohn von fünf Jahren an, bis zum Sohn von zwanzig Jahren, auf zwanzig Sekel bestimmt wurde: 3. Mose 27/5 und eine andere Schätzung vom Sohn von zwanzig Jahren bis sechzig, auf fünfzig Sekel: 3. Mose 27/3. Mit jenem Guten, nämlich der Kindheit, der Unwissenheit und der Einsicht verhält es sich so: das Gute der Einsicht ist das Beste, denn dieses ist das der Weisheit. Das Gute, das vorhergeht, nämlich das der Unwissenheit, ist zwar auch gut, weil aber wenig Einsicht darin ist, so kann es nicht Gutes der Weisheit genannt werden. Das Gute der Kindheit aber ist zwar an sich gut, dennoch aber ist es weniger gut, als die vorigen, denn es findet sich bei ihm noch nichts Wahres der Einsicht, somit ist es nicht zu irgendeinem Guten der Weisheit geworden, sondern es ist nur die Grundlage (planum) da, daß es dazu werden kann. Die Erkenntnisse des Guten und Wahren machen, daß der Mensch weise wird wie ein Mensch. Die eigentliche Kindlichkeit, durch welche die Unschuld bezeichnet wird, gehört nicht der Kindheit, sondern der Weisheit an, wie noch besser erhellen kann aus dem, was von den Kindern im anderen Leben, am Ende dieses Kapitels gesagt werden wird. Durch zwanzig wird in diesem Vers kein anderes Gute bezeichnet, als das Gute der Unwissenheit; und dieses Gute wird nicht bloß von denen ausgesagt, die unter zwanzig Jahren sind, sondern auch von allen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und zugleich in der Unkenntnis des Wahren, wie dies diejenigen innerhalb der Kirche sind, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und, aus irgendeiner Ursache, nicht wissen, was das Wahre des Glaubens ist, wie bei weitem die meisten von denen sind, die heilig von Gott, und gar vom Nächsten denken. Dann sind es auch alle außerhalb der Kirche, die Heiden genannt werden, und gleichfalls im Guten der Liebtätigkeit leben. Diese und jene, obwohl sie nicht in den Glaubenswahrheiten sind, sind dennoch, weil im Guten, auch in der Fähigkeit die Wahrheiten des Glaubens aufzunehmen im anderen Leben, gerade wie die Kinder, denn ihr Verstand (intellectuale) ist noch nicht angesteckt von Grundsätzen des Bösen, weil sie nicht wissen, daß (es) falsch und böse ist, und das Leben der Liebtätigkeit bringt es so mit sich, daß das Falsche und Böse der Unwissenheit leicht zum Wahren und Guten gelenkt werden kann. Nicht so bei denen, die sich in dem, was dem Wahren entgegengesetzt ist, bestärkt, und zugleich ihr Leben in dem, was dem Guten entgegengesetzt ist, hingebracht haben. Sonst bedeuten im Worte zwei Zehnteile sowohl das himmlische, als das geistige Gute. Das himmlische und aus ihm das geistige Gute durch die zwei Zehnteile, aus denen ein jedes der Schaubrote (panis dispositionis et facierum) gemacht wurde: 3. Mose 24/5; und das geistig Gute durch die zwei Zehnteile der Mincha auf das Opfer eines Widders: 4. Mose 15/6; 28/12,20,28; 29/3,9,14 wovon, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo. 2281. "Und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zwanzig willen", 1. Mose 18/31, daß dies bedeutet, sie werden selig werden, erhellt aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, somit ohne Erklärung. 2282. Vers 32: Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich nur noch diesmal rede, vielleicht werden daselbst zehn gefunden werden. Und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zehn willen. "Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich nur noch diesmal rede" bedeutet immer noch ängstliche Sorge um den Zustand des Menschengeschlechts, "vielleicht werden daselbst zehn gefunden werden" bedeutet, wenn dennoch Überreste vorhanden wären, "und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zehn willen" bedeutet, sie werden selig werden. 2283. "Und er sprach: Möchte doch mein Herr nicht zürnen, daß ich nur noch diesmal rede", 1. Mose 18/32, daß dies noch weiteres ängstliches Besorgtsein um den Zustand des Menschengeschlechts bedeutet, erhellt aus der Gefühlsregung in diesen Worten, wovon Nr. 2275, wo ebendieselben Worte (stehen). 2284. "Vielleicht werden daselbst zehn gefunden werden", 1. Mose 18/32, daß dies bedeutet, wenn dennoch Überreste vorhanden wären, erhellt aus der Bedeutung der Zahl Zehn, sofern sie Überreste sind, wovon Nr. 576, 1738. Was aber Überreste sind, ist schon früher an verschiedenen Stellen, wie Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 1050, 1738, 1906 gesagt und gezeigt worden, daß sie nämlich seien alles Gute und alles Wahre beim Menschen, das in seinen Gedächtnissen, und in seinem Leben verborgen liegt. Bekannt ist, daß es nichts Gutes und nicht Wahres gibt, das nicht vom Herrn wäre, sodann daß das Gute und das Wahre fortwährend vom Herrn beim Menschen einfließt, daß es aber auf verschiedene Weise aufgenommen wird, und zwar dies je nach dem Leben des Bösen, und nach den Grundsätzen des Falschen, in denen der Mensch sich bestärkt hat, diese sind es, die das vom Herrn fortwährend einfließende Gute und Wahre entweder auslöschen oder ersticken oder verkehren. Damit nun nicht Gutes mit Bösem und Wahres mit Falschem vermischt werde (denn wenn sie vermischt würden, ginge der Mensch ewig verloren), scheidet der Herr dieselben und verbirgt das Gute und Wahre, das er (der Mensch) angenommen hat, in dessen inwendigem Menschen, und der Herr wird niemals zulassen, daß es daraus hervortrete, solange er (der Mensch) im Bösen und Falschen ist, sondern nur dann, wenn er in einer heiligen Stimmung oder in einer Angst oder in Krankheiten und dergleichen sich befindet. Dieses, was der Herr so beim Menschen verborgen hat, ist es, was Überreste genannt wird, und dieser geschieht im Worte sehr häufig Erwähnung, allein es ist noch niemanden bekannt, was sie bedeuten. Je nach der Qualität und Quantität der Überreste, d.h. des Guten und Wahren bei ihm, genießt der Mensch Seligkeit und Glück im anderen Leben. Denn sie sind, wie gesagt in seinem inwendigen Menschen verborgen und kommen nur dann zutage, wenn der Mensch das Leibliche und Weltliche verlassen hat. Der Herr allein weiß, welche Qualität und Quantität des Menschen Überreste haben; der Mensch kann das gar nicht wissen, denn heutzutage ist der Mensch von der Art, daß er Gutes lügen kann, während doch inwendig nichts als Böses ist. Dann auch kann der Mensch, als böse erscheinen, während er doch inwendig Gutes hat. Daher dem Menschen durchaus nicht erlaubt ist über einen anderen zu urteilen, wie er seinem geistigen Leben nach beschaffen ist; denn, wie gesagt, der Herr allein weiß dies. Dagegen darf ein jeder über den anderen urteilen, wie er seinem sittlichen und bürgerlichen Leben nach beschaffen ist, denn dies liegt im Interesse der Gesellschaft. Es ist sehr gewöhnlich, daß diejenigen, die eine Meinung über eine Glaubenswahrheit angenommen haben, über andere urteilen, daß sie nicht selig werden können, wenn sie nicht ebenso glauben wie sie, was doch der Herr verboten hat: Matth.7/1,2; während ich jedoch durch viele Erfahrungen vergewissert worden bin, daß von jeder Religion welche selig werden, wenn sie nur durch ein Leben der Liebtätigkeit Überreste des Guten und scheinbaren Wahren aufgenommen haben; dies ist es, was verstanden worden ist unter (den Worten): "Wenn zehn würden gefunden werden, so werden sie nicht verdorben werden um der zehn willen", wodurch bezeichnet worden ist: wenn Überreste vorhanden wären, so würden sie selig werden. Das Leben der Liebtätigkeit ist: gut vom anderen denken und ihm wohl wollen, und Freude bei sich empfinden darüber, daß auch andere selig werden. Das Leben der Liebtätigkeit haben aber diejenigen nicht, die wollen, daß keine anderen selig werden als die, welche glauben wie sie, und mehr noch, die unwillig darüber werden, daß es anders ist. Dies kann schon daraus erhellen, daß von den Heiden mehrere als von den Christen selig werden, denn diejenigen von ihnen, die gut vom Nächsten gedacht und ihm wohl gewollt haben, nehmen lieber als die, welche Christen heißen, die Wahrheiten des Glaubens im anderen Leben auf und erkennen den Herrn eher an als die Christen, denn nichts ist den Engeln angenehmer und seliger, als diejenigen zu unterrichten, die von der Erde her ins andere Leben kommen. 2285. "Und Er sprach: Ich werde nicht verderben um der zehn willen", 1. Mose 18/32, daß dies bedeutet, sie werden selig werden, erhellt aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn, somit ohne Erklärung. 2286. Vers 33: Und Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham; und Abraham kehrte zurück an seinen Ort. "Und Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham" bedeutet, daß dieser Zustand des Innewerdens, in dem der Herr war, dann aufgehört habe so zu sein; "und Abraham kehrte zurück an seinen Ort" bedeutet, daß der Herr wieder in den Zustand, in dem Er war, ehe Er dieses inne ward, eingetreten sei. 2287. "Und Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham", 1. Mose 18/33, daß dies bedeutet, jener Zustand des Innewerdens, in dem der Herr war, habe dann aufgehört so beschaffen zu sein, erhellt aus der Bedeutung des Redens und aus der Vorbildung Abrahams. Reden bedeutet im inneren Sinn denken, wie Nr. 2271 gezeigt worden, hier aber innewerden (percipere), weil von Jehovah ausgesagt wird, Er habe vollendet zu reden zu Abraham; denn das Denken war aus dem Innewerden, wie schon früher gesagt worden, und das Innewerden aus dem Inneren des Herrn, das Jehovah war. Abraham aber bildet in diesem Kapitel den Herrn im menschlichen Zustand vor, wie schon oben öfter gesagt worden. Daraus kann erhellen, daß durch (die Worte): "Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu reden zu Abraham", nichts anderes im inneren Sinn bezeichnet wird, als daß jener Zustand des Innewerdens, in dem der Herr war, alsdann aufgehört habe (so) zu sein. Den Grund, warum in diesem Kapitel im inneren Sinn so viel vom Innewerden und Denken des Herrn gehandelt wird, sehe man Nr. 2249. 2288. "Und Abraham kehrte zurück an seinen Ort", 1. Mose 18/33, daß dies bedeutet, daß der Herr in den Zustand, in dem Er war bevor Er dieses inne ward, wieder eintrat, erhellt aus der Vorbildung Abrahams in diesem Kapitel, sofern er ist der Herr im menschlichen Zustand, und aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273, 1378. Somit heißt hier zurückkehren an seinen Ort, im inneren Sinn, zurückkehren in den Zustand, in dem Er früher war. Daß der Herr zweierlei Zustände hatte, als Er in der Welt lebte, nämlich einen Zustand der Erniedrigung, und einen Zustand der Verherrlichung, ist schon früher gesagt und gezeigt worden. Der Stand Seiner Erniedrigung war, wenn Er im Menschlichen war, das Er erblich von der Mutter her hatte. Der Stand der Verherrlichung, wenn Er im Göttlichen (war), das Er von Jehovah Seinem Vater hatte. Jenen Zustand, nämlich das Menschliche (Humanum) von der Mutter, zog der Herr ganz aus, und zog das Göttlich-Menschliche an, als Er aus der Welt hinüberging, und zum Göttlichen Selbst, indem Er von Ewigkeit her war: Joh.17/5, zurückkehrte, zugleich mit dem göttlich gewordenen Menschlichen, und aus diesen beiden ist das Heilige, das den ganzen Himmel erfüllt. So regiert Er aus dem Göttlichen Selbst (und) dem Göttlich-Menschlichen durch das ausgehende Heilige das Weltall. Nr. 2289 - 2309 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 19. Kapitel 2310. Vom inneren Sinn des Wortes ist früher mehrmals gehandelt worden; ich weiß aber, daß wenige glauben können, daß ein solcher Sinn in den einzelnen Teilen des Wortes, nicht allein in den prophetischen, sondern auch in den historischen ist; daß ein solcher Sinn in den prophetischen Teilen ist, kann man leichter glauben, weil in ihnen keine solche Reihenfolge ist, und zugleich in ihnen fremdartige Ausdrücke vorkommen. Daher jeder auf die Vermutung kommen kann, daß sie ein Geheimnis in sich schließen, daß es sich aber mit den historischen Teilen ebenso verhält, zeigt sich nicht so leicht, sowohl weil es bisher niemanden in den Sinn kam, als auch, weil das Historische von der Art ist, daß es die Aufmerksamkeit an sich fesselt, und so das Gemüt nicht zu dem Gedanken kommen läßt, daß etwas Höheres darin verborgen sei. Sodann auch, weil es sich mit den historischen Dingen wirklich so verhält, wie es erzählt ist. Dennoch aber muß jeder auf den Schluß kommen, daß auch in ihnen inwendig Himmlisches und Göttliches ist, das nicht hervorleuchtet: 1. daraus, daß das Wort vom Herrn durch den Himmel zum Menschen herabgelassen worden ist, und daß es somit etwas anderes in seinem Ursprung ist, wie die Urform beschaffen, und daß diese vom buchstäblichen Sinn so verschieden und entfernt ist, daß es nicht einmal gesehen, folglich von denen, die bloß weltlich sind, nicht anerkannt wird, wird im Folgenden mit vielem gezeigt werden. 2. daraus, daß das Wort, weil es göttlich, nicht bloß geschrieben ist für den Menschen, sondern auch für die Engel beim Menschen, damit es nicht nur zum Gebrauch diene dem menschlichen Geschlecht, sondern auch zum Gebrauch dem Himmel; und daß das Wort das Mittel ist, das Himmel und Erde vereinigt. Die Vereinigung geschieht durch die Kirche, und zwar durch das Wort in der Kirche, das eben deshalb diese Beschaffenheit hat, und sich von jeder anderen Schrift unterscheidet. Was insbesondere die historischen Teile betrifft, so könnten sie, wenn sie nicht in Abgezogenheit vom Buchstaben gleicherweise Göttliches und Himmlisches enthielten, durchaus nicht von jemand, der weiter denkt, als ein, und zwar bis auf ein jedes Jota hinaus, eingegebenes Wort anerkannt werden. Würde wohl jemand sagen, daß im göttlichen Wort etwas erwähnt werden könnte von der Greueltat der Töchter Lots, von der am Ende dieses Kapitels die Rede ist? und von Jakob, daß er Stäbe abgeschält, und bis aufs Weiße entblößt und sie in die Wassertröge gelegt habe, damit die Herde bunte, punktierte und gefleckte (Jungen) gebären sollte, außer vielen anderen Dingen in den übrigen Büchern Moses, in denen Josuas, der Richter, Samuels und der Könige, die von keinem Belang wären, und in Rücksicht derer es gleichgültig wäre, ob man sie wüßte oder nicht wüßte, wenn sie nicht tiefer (genommen) ein göttliches Geheimnis in sich schlössen. Wo nicht, so würden sie sich in nichts von anderen Geschichten unterscheiden, die zuweilen so geschrieben sind, daß sie mehr Anregendes zu haben scheinen. Weil die - (bloß) wissenschaftlich gebildete Welt nicht weiß, daß göttliche und himmlische Dinge auch in den historischen Teilen des Wortes inwendig verborgen liegen, so würden sie, wäre nicht eine heilige Verehrung (dagegen), die ihnen von Kind auf für die Bücher des Wortes eingeprägt worden ist, auch leicht bei sich denken, daß das Wort nicht heilig sei außer allein von daher, während dasselbe es doch nicht von daher ist, sondern weil ein innerer Sinn, und zwar ein himmlischer und ein göttlicher, darin ist, der macht, daß es den Himmel mit der Erde, das heißt, die engelischen Gemüter mit den menschlichen, und so diese mit dem Herrn vereinigt. 2311. Daß das Wort diese Eigenschaft hat, und so von jeder anderen Schrift unterschieden ist, kann auch daraus erhellen, daß nicht nur, wie Nr. 1224, 1264, 1876, 1888 gezeigt worden ist, alle Namen Sachen bezeichnen, sondern auch alle Wörter einen geistigen Sinn haben, und daß sie somit etwas anderes im Himmel bedeuten, als auf Erden, und zwar ganz durchgängig sowohl in den prophetischen als in den historischen Teilen. Und wenn diese Namen und diese Wörter, ihrer im ganzen Wort feststehenden Bedeutung gemäß, in den himmlischen Sinn übertragen werden, so geht ein innerer Sinn hervor, der das engelische Wort ist. Dieser doppelte Sinn des Wortes verhält sich wie Leib und Seele. Der buchstäbliche Sinn ist wie der Leib, und der innere Sinn ist wie die Seele, und gleichwie der Leib durch die Seele lebt, so der buchstäbliche Sinn durch den inneren; durch diesen fließt das Leben des Herrn in ihn ein, je nach der Stimmung (affectio) dessen, der es liest. Hieraus erhellt, wie heilig das Wort ist, obwohl es vor weltlichen Gemütern nicht so erscheint.   19. Kapitel 1. Und es kamen die zwei Engel gen Sodom des Abends, und Lot saß im Tore von Sodom, und Lot sah (sie), und erhob sich ihnen entgegen, und bückte sich mit dem Angesicht zur Erde. 2. Und er sprach: Siehe doch, meine Herren, kehret doch ein ins Haus eures Knechtes, und übernachtet, und waschet eure Füße; und des Morgens früh möget ihr aufstehen, und eures Weges gehen: und sie sprachen: Nein, denn auf der Gasse wollen wir übernachten. 3. Und er drang sehr in sie, und sie kehrten bei ihm ein, und kamen in sein Haus, und er machte ihnen ein Mahl, und backte Ungesäuertes, und sie aßen. 4. Kaum noch hatten sie sich gelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer Sodoms, das Haus, vom Knaben bis zum Greise, alles Volk von (allen) Enden. 5. Und sie schrien nach Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. 6. Und Lot ging zu ihnen hinaus zur Türe, und die Pforte schloß er hinter sich zu. 7. Und sprach: Nicht doch, meine Brüder, tut nicht so übel. 8. Siehe doch, ich habe zwei Töchter, die (noch) keinen Mann erkannt haben, laßt mich sie herausführen zu euch, und ihr möget ihnen tun, wie es gut ist in euren Augen; nur jenen Männern sollt ihr nichts tun, denn darum sind sie in den Schatten meines Balkens eingegangen. 9. Und sie sprachen: Tritt näher her! und sprachen: Ist der Eine gekommen, sich als Fremdling hier aufzuhalten, und will den Richter machen? nun wollen wir es mit dir ärger machen, als mit jenen. Und sie drangen ein auf den Mann, auf Lot sehr, und traten hinzu, die Pforte zu erbrechen. 10. Und die Männer streckten ihre Hand hinaus, und führten Lot zu sich herein ins Haus, und die Pforte verschlossen sie. 11. Und die Männer, die vor der Türe des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, vom Kleinen bis zum Großen, und dieselben mühten sich ab die Türe zu finden. 12. Da sprachen die Männer zu Lot: Wen hast du noch hier? den Eidam, und deine Söhne, und deine Töchter, und jeden, den du in der Stadt hast, führe hinaus aus dem Ort. 13. Denn wir verderben diesen Ort, weil groß geworden ist ihr Geschrei vor Jehovah, und uns Jehovah gesandt hat, ihn zu verderben. 14. Und Lot ging hinaus, und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen wollten, und sprach: Machet euch auf, gehet aus von diesem Ort, denn Jehovah wird die Stadt verderben; und er war wie ein Spielender (Scherzender) in den Augen seiner Eidame. 15. Und wie die Morgenröte aufging, trieben die Engel Lot an zu eilen, und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die gefunden werden, damit du nicht etwa hingerafft werdest in der Missetat der Stadt. 16. Und er zögerte, und die Männer ergriffen seine Hand, und die Hand seines Weibes, und die Hand seiner zwei Töchter, bei der schonenden Nachsicht Jehovahs mit ihm, und führten ihn hinaus, und stellten ihn außerhalb der Stadt. 17. Und es geschah, als sie dieselben hinausführten, da sprach Er: Rette dich ob deiner Seele, blicke nicht hinter dich, und bleibe nicht stehen in der ganzen Ebene; auf den Berg rette dich, damit du nicht hingerafft werdest. 18. Und Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, meine Herren! 19. Siehe doch, Dein Knecht hat Gnade gefunden in Deinen Augen, und Du hast groß gemacht Deine Barmherzigkeit, die Du getan hast an mir, am Leben zu erhalten meine Seele; aber ich werde mich nicht retten können auf den Berg, daß mir nicht etwa anklebe das Böse, und ich sterbe. 20. Siehe doch, diese Stadt ist nahe dahin zu fliehen, und sie ist klein, dahin möchte ich mich retten: ist sie nicht klein? und es würde leben meine Seele. 21. Und Er sprach zu ihm: Siehe, Ich habe angenommen dein Angesicht, auch in Rücksicht dieses Wortes, daß Ich nicht umkehre die Stadt, von der du geredet hast. 22. Eile, rette dich dorthin, weil Ich nichts tun kann, bevor du dorthin gekommen bist; darum nannte er den Namen der Stadt Zoar. 23. Die Sonne ging auf über die Erde, und Lot kam gen Zoar. 24. Und Jehovah ließ regnen über Sodom und über Amora Schwefel und Feuer von Jehovah herab aus dem Himmel. 25. Und Er kehrte jene Städte um, und die ganze Ebene, und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Bodens. 26. Und sein Weib sah zurück hinter ihn, und ward zur Salzsäule. 27. Und Abraham machte sich früh morgens auf, an den Ort, da er gestanden hatte vor Jehovah. 28. Und blickte hin gegen die Angesichte Sodoms und Amoras, und gegen alle Angesichte des Landes der Ebene; und er sah, und siehe, es stieg auf der Rauch des Landes, wie der Rauch des Ofens. 29. Und es geschah, als Gott verdarb die Städte der Ebene, da gedachte Gott an Abraham, und ließ Lot herausgehen aus der Mitte der Umkehrung, da Er umkehrte die Städte, in denen Lot gewohnt hatte. 30. Und Lot erhob sich von Zoar, und wohnte auf dem Berge, und seine zwei Töchter mit ihm, denn er fürchtete sich zu wohnen in Zoar; und er wohnte in einer Höhle, er und seine zwei Töchter. 31. Da sprach die Erstgeborene zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und kein Mann auf Erden, der zu uns käme, nach dem Weg der ganzen Erde. 32. Komm, laß uns unserem Vater Wein zu trinken geben, und bei ihm liegen, und von unserem Vater Samen lebendig machen. 33. Und sie gaben ihrem Vater Wein zu trinken in selbiger Nacht, und die Erstgeborene kam, und lag bei ihrem Vater, und er merkte es nicht als sie lag und als sie aufstand. 34. Und es geschah am folgenden Tag, da sprach die Erstgeborene zur Jüngeren: Siehe, ich bin gestern bei meinem Vater gelegen, laß uns ihm Wein zu trinken geben auch in dieser Nacht, und (dann) komm, liege bei ihm, und wir werden von unserem Vater Samen lebendig machen. 35. Und sie gaben auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die Jüngere machte sich auf, und lag bei ihm, und er merkte es nicht als sie lag und als sie aufstand. 36. Und die beiden Töchter Lots wurden schwanger von ihrem Vater. 37. Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Moab; dies der Vater Moabs bis auf diesen Tag. 38. Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Benammi, dies der Vater der Söhne Ammons bis auf diesen Tag.   Inhalt 2312. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn unter Lot beschrieben der Zustand der geistigen Kirche, die im Guten der Liebtätigkeit ist, aber in äußerlichem Gottesdienst, wie dieselbe im Fortgang der Zeit abnimmt. 2313. Erster Zustand jener Kirche, daß sie im Guten der Liebtätigkeit seien, und den Herrn anerkennen; und daß sie von Ihm im Guten befestigt werden: Vers 1-3, und selig gemacht werden: Vers 12. Zweiter Zustand , daß bei ihnen das Böse gegen das Gute zu wirken anfange, daß sie aber mächtig vom Bösen abgehalten, und im Guten gehalten werden, vom Herrn: Vers 14-16. Ihre Schwäche wird beschrieben Vers 17, daß sie gerettet werden: Vers 19. Dritter Zustand : daß sie nicht mehr aus Neigung zum Guten, sondern aus Neigung zum Wahren denken und handeln: Vers 18-20, und daß sie gerettet werden, Vers 23. Vierter Zustand, daß die Neigung zum Wahren verlorengehe, und dies ist das zur Salzsäule gewordene Weib Lots: Vers 26. Fünfter Zustand , daß das unreine Gute oder das Gute des Falschen darauf folge, und dies ist Lot in der Höhle des Berges: Vers 30. Sechster Zustand , daß auch dieses Gute immer mehr geschändet und verfälscht werde: Vers 31-33. Ebenso das Wahre: Vers 34, 35. Daß hieraus empfangen und geboren werde eine Scheinkirche (quoddam instar Ecclesiae), deren sogenanntes Gute ist Moab, und deren ebenfalls so genanntes Wahre ist der Sohn Ammons: Vers 36-38. 2314. Ferner wird im inneren Sinn unter den Bewohnern Sodoms beschrieben der Zustand derjenigen in eben derselben Kirche, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind, und wie das Böse und Falsche bei ihnen im Fortgang der Zeit anwächst, bis sie nichts als Böses und Falsches haben. 2315. Erster Zustand derselben, daß sie gegen das Gute der Liebtätigkeit seien, und gegen den Herrn: Vers 4, 5. Zweiter Zustand, daß sie, obwohl belehrt über das Gute der Liebtätigkeit, und über das Angenehme der Gefühle desselben, dessen sie zu genießen haben würden, dennoch sich verstocken, und das Gute verwerfen: Vers 6-8. Daß sie auch selbst das Gute der Liebtätigkeit zu zerstören trachten, daß aber der Herr es beschütze: Vers 9, 10. Dritter Zustand, saß sie endlich so werden, daß sie das Wahre und Gute nicht einmal sehen können, noch weniger, daß das Wahre zum Guten führt: Vers 11. Daß sie vom Bösen und Falschen so eingenommen seien, daß sie notwendig zugrunde gehen müssen: Vers 13. Vierter Zustand, ihr Untergang: Vers 24; und daß von ihnen alles Wahre und Gute abgetrennt werde: Vers 25. 2316. Daß die Guten von den Bösen getrennt, und daß die Guten selig gemacht werden, durch das göttlich gewordene Menschliche des Herrn: Vers 27-29.   Innerer Sinn 2317. Vers 1: Und es kamen die zwei Engel gen Sodom des Abends, und Lot saß im Tore von Sodom, und Lot sah (sie), und erhob sich ihnen entgegen, und bückte sich mit dem Angesicht zur Erde. "Und es kamen die zwei Engel gen Sodom des Abends" bedeutet die Heimsuchung, die dem Gericht vorausgeht. Die "zwei Engel" bedeuten das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, dem das Gericht zusteht. "Sodom" die Bösen, besonders die innerhalb der Kirche. Der "Abend" ist die Zeit der Heimsuchung; "und Lot saß im Tore von Sodom" bedeutet diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit, aber in äußerlichem Gottesdienst stehen, welche hier sind Lot; die sich unter den Bösen befinden, aber getrennt von ihnen, und dies heißt "sitzen im Tore Sodoms", "und Lot sah (sie)" bedeutet ihr Gewissen; "und erhob sich ihnen entgegen" bedeutet die Anerkennung, und die Regung der Liebtätigkeit; "und bückte sich, mit dem Angesicht zur Erde" bedeutet die Selbstdemütigung. 2318. "Es kamen die zwei Engel gen Sodom des Abends", 1. Mose 19/1, daß dies die Heimsuchung, die dem Gericht vorausgeht, bedeutet, kann erhellen aus dem, was von den drei Männern oder Jehovah im vorigen Kapitel gesagt worden ist; sodann aus demjenigen, was in diesem Kapitel folgt; so wie auch aus der Bedeutung des Abends. Im vorigen Kapitel sprach Jehovah: "Ich will doch hinabfahren und sehen, ob nach dem Geschrei, das zu Mir gekommen, die Bewohner Sodoms und Amoras es zum Ende gebracht haben, und wenn nicht, will Ich es erkennen": 1. Mose 18/20,21; daß durch diese Worte die Heimsuchung bezeichnet wird, die dem Gerichte vorausgeht, ist dort gezeigt worden. In diesem Kapitel wird der eigentliche Akt der Heimsuchung, hernach das Gericht beschrieben, wie aus dem Folgenden erhellt. Daß der Abend die Zeit der Heimsuchung bedeutet, wird man unten sehen. Was die Heimsuchung ist, und daß die Heimsuchung dem Gerichte vorausgeht, sehe man Nr. 2242. Im vorigen Kapitel wurde gehandelt von dem verkehrten Zustand des Menschengeschlechts, und von dem Schmerz und dem Einstehen des Herrn für diejenigen, die im Bösen, dennoch aber in einigem Guten und Wahren sind, daher folgt nun von der Rettung derer, die in einigem Guten und Wahren sind. Diese sind es, die in diesem Kapitel durch Lot vorgebildet werden; dann zugleich vom Untergang derer, die ganz im Bösen und Falschen sind, dies sind die, welche hier durch Sodom und Amora bezeichnet werden. 2319. Daß die zwei Engel das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, dem das Gericht zusteht, bedeuten, erhellt sowohl aus der Bedeutung der Engel im Wort, als daraus, daß hier zwei Engel genannt werden. Daß die Engel im Wort etwas wesentliches Göttliches beim Herrn bedeuten, und welches, - daß dies aus dem Zusammenhang erhellen kann, ist Nr. 1925 gezeigt worden. Daß sie hier das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige des Herrn bedeuten, wird daraus klar, daß unter den drei Männern, die bei Abraham waren, verstanden wurde das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, Nr. 2149, 2156, 2288. Daraus und aus dem, daß sie Jehovah heißen: 1. Mose 19/24 sodann aus der Bedeutung der Engel: Nr. 1925 ist offenbar, daß unter den zwei Engeln hier das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn verstanden wird. 2320. Warum hier nur zwei Engel waren, während bei Abraham drei Männer (waren), ist ein Geheimnis, das nicht mit wenigem ausgelegt werden kann. Es kann einigermaßen daraus erhellen, daß in diesem Kapitel gehandelt wird vom Gericht, nämlich von der Rettung der Gläubigen und der Verdammung der Ungläubigen; und aus dem Worte erhellt, daß dem Göttlich-Menschlichen und dem ausgehenden Heiligen des Herrn das Gericht zukommt. Daß dem Göttlich-Menschlichen, bei Joh.5/22: "Nicht der Vater richtet jemanden, sondern hat alles Gericht dem Sohne gegeben": unter dem Sohn wird das Göttlich-Menschliche verstanden, man sehe Nr. 2159; daß dem Heiligen, das von dem Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, das Gericht zukommt, ebenfalls bei Joh.16/7,8: "Wenn Ich werde hingegangen sein, werde Ich den Beistand zu euch senden; und wenn derselbe kommen wird, so wird er die Welt überweisen von der Sünde und von der Gerechtigkeit, und vom Gericht"; und daß das Heilige vom Herrn ausgeht, Joh.16/13,15: "Er wird nicht aus sich reden, sondern von dem Meinigen wird Er es nehmen, und verkündigen": und zwar dies, wenn das Menschliche göttlich geworden, d.h., wenn der Herr verklärt ist: Joh.7/29: "Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verklärt war". 2321. Daß das Gericht dem Göttlich-Menschlichen und dem ausgehenden Heiligen des Herrn zukommt, damit verhält es sich so, daß das Menschengeschlecht nicht mehr hätte selig werden können, wenn nicht der Herr in die Welt gekommen wäre, und das göttliche Wesen mit dem menschlichen Wesen vereinigt hätte, denn ohne das göttlich gewordene Menschliche des Herrn hätte das Heil nicht mehr zum Menschen gelangen können: Nr. 1990; 2016; 2034; 2035. Das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige selbst ist es, was die Bösen von den Guten scheidet, denn die Bösen haben eine solche Furcht und Grauen vor dem Heiligen des Herrn, daß sie demselben nicht nahen können, sondern weit weg davon fliehen, jeder nach Maßgabe des Unheiligen bei ihnen, in ihre Höllen. 2322. Daß "Sodom" die Bösen bedeutet, hauptsächlich diejenigen innerhalb der Kirche, erhellt aus der Bedeutung Sodoms, sofern es ist das Böse der Selbstliebe, wovon Nr. 2220, 2246 sofern es also diejenigen sind, die in diesem Bösen sind. Die, welche das Wort bloß nach dem Buchstabensinn fassen, können meinen, daß unter Sodom eine Schändlichkeit, die gegen die Ordnung der Natur ist, verstanden werde, allein im inneren Sinn wird durch Sodom bezeichnet das Böse der Selbstliebe. Aus diesem Bösen entspringt alles Böse jeder Gattung; und was daraus entspringt, wird Ehebruch genannt, und wird durch dergleichen beschrieben. Was aus denjenigen Stellen des Wortes erhellen wird, die am Ende dieses Kapitels angeführt werden sollen. 2323. Daß der Abend die Zeit der Heimsuchung ist, erhellt aus der Bedeutung des Abends. Die Zustände der Kirche werden im Wort sowohl mit den Jahreszeiten, als auch mit den Tageszeiten verglichen. Mit den Zeiten des Jahres, nämlich dessen Sommer, Herbst, Winter und Frühling; mit den Zeiten des Tages, nämlich dessen Mittag, Abend, Nacht und Morgen; denn sie verhalten sich in gleicher Weise. Der Zustand der Kirche, der Abend heißt, ist da, wenn keine Liebtätigkeit mehr, folglich wenn kein Glaube (mehr) da zu sein anfängt, somit wenn die Kirche zu sein aufhört. Dieser Abend ist es, auf den die Nacht folgt, man sehe Nr. 22; und ist auch da, wenn die Liebtätigkeit, folglich wenn der Glaube, somit wenn eine neue Kirche entsteht: dieser Abend ist die Dämmerung vor dem Morgen, man sehe Nr. 883. Somit bedeutet der Abend beides, denn wenn die Kirche zu sein aufhört, so wird vom Herrn vorgesehen, daß eine neue ersteht und zwar zur gleichen Zeit, denn ohne eine Kirche irgendwo auf dem Erdkreis kann das Menschengeschlecht nicht bestehen, weil es keine Verbindung mit dem Himmel hätte, wie Nr. 468, 637, 931 2054 gezeigt worden ist. In diesem Kapitel wird von beiderlei Zuständen der Kirche gehandelt, nämlich von der Entstehung einer neuen Kirche, die durch Lot vorgebildet wird, und vom Untergang der alten, die durch Sodom und Amora bezeichnet wird, wie aus der Inhaltsangabe erhellen kann. Daher kommt, daß hier gesagt wird, die zwei Engel seien nach Sodom gekommen des Abends; und daß erwähnt wird, was geschehen ist am Abend: Vers 1-3, was in der Nacht: Vers 4-14, was am Morgen oder bei aufgehender Morgenröte: Vers 15-22, und was nach Sonnenaufgang: Vers 23-26. Weil der Abend jene Zustände der Kirche bedeutet, so bedeutet er auch die Heimsuchung, die dem Gericht vorausgeht; denn wenn das Gericht, d.h. die Rettung der Gläubigen und die Verdammung der Ungläubigen bevorsteht, so geht vorher die Heimsuchung oder die Prüfung, wie sie beschaffen sind, d.h. ob einige Liebtätigkeit und Glaube vorhanden sei. Diese Heimsuchung geschieht am Abend, daher auch die Heimsuchung selbst der Abend genannt wird, wie bei Zeph.2/5,7: "Wehe den Bewohnern der Gegend am Meer, der Völkerschaft der Kerethiter, das Wort Jehovahs wider euch, du Kanaan, Land der Philister, denn Ich will dich verderben lassen, bis daß kein Bewohner mehr da ist; die Überreste des Hauses Jehudahs werden weiden in den Häusern Askelons, am Abend werden sie sich lagern, weil sie heimsuchen wird Jehovah, ihr Gott, und zurückführen in ihre Gefangenschaft". 2324. "Und Lot saß im Tore von Sodom", 1. Mose 19/1, daß dies diejenigen bedeutet, die im Guten der Liebtätigkeit, aber in äußerlichem Gottesdienst sind, welche hier Lot sind, und die sich unter Bösen, aber getrennt von ihnen befinden, was die Bedeutung ist von "sitzen im Tore Sodoms", kann erhellen aus der Vorbildung Lots, und aus der Bedeutung des Tores, und sodann auch Sodoms. Aus der Vorbildung Lots: Lot bildete, solange er mit Abraham war, das Sinnliche des Herrn vor, somit sein Äußeres, wie Nr. 1428. 1434,1547 gezeigt worden ist. Jetzt aber, da er von Abraham getrennt ist, behält er die Vorbildung des Herrn nicht mehr bei, sondern die Vorbildung derer, die bei dem Herrn sind, nämlich den äußeren Menschen der Kirche, und die sind diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, aber in äußerlichem Gottesdienst. Ja, Lot bildet in diesem Kapitel nicht bloß den äußeren Menschen der Kirche, oder was dasselbe ist, die äußere Kirche vor, wie sie beschaffen ist im Anfang, sondern auch, wie sie beschaffen ist im Fortgang, und dann auch am Ende. Das Ende dieser Kirche ist es, das durch Moab und den Sohn Ammons bezeichnet wird, wie dies aus dem Zusammenhang des Folgenden, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, erhellen wird. Im Wort ist es etwas Gewöhnliches, daß einer mehrere aufeinanderfolgende Zustände vorbildet, die durch die aufeinanderfolgenden Handlungen seines Lebens beschrieben werden. Aus der Bedeutung des Tores: das Tor ist es, durch das man in die Stadt hinein, und durch das man aus der Stadt heraus geht, folglich bedeutet das "Sitzen im Tor" hier zwar bei den Bösen sein, aber dennoch getrennt sein von ihnen; wie gewöhnlich die Menschen von der Kirche, die im Guten der Liebtätigkeit sind; obwohl diese bei den Bösen sind, so sind sie dennoch von ihnen getrennt, nicht in betreff des bürgerlichen Lebens, sondern in betreff des geistigen Lebens. Daß Sodom das Böse im allgemeinen, oder, was dasselbe ist, die Bösen, hauptsächlich innerhalb der Kirche, bedeutet, ist Nr. 2322 gesagt worden. 2325. "Und Lot sah (sie)", 1. Mose 19/1, daß dies bedeutet das Gewissen, nämlich derjenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, aber in äußerlichem Gottesdienst, kann aus der Bedeutung von Sehen erhellen. Sehen bedeutet im Wort einsehen (intelligere), man sehe Nr. 897, 1584, 1806, 1807, 2150. Im inneren Sinn aber bedeutet es Glauben haben, von welcher Bedeutung desselben, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn beim 32. Vers des 29. Kapitels der Genesis die Rede sein wird. Daß es hier das Gewissen (bedeutet), kommt daher, daß diejenigen, die Glauben (haben), auch Gewissen haben, jener ist von diesem unzertrennlich, und zwar so unzertrennlich, daß es gleichviel ist, ob man sagt Glauben oder Gewissen: unter dem Glauben wird verstanden der Glaube, durch den Liebtätigkeit, und der aus der Liebtätigkeit (kommt), somit die Liebtätigkeit selbst, denn der Glaube ohne die Liebtätigkeit ist kein Glaube; und wie es keinen Glauben geben kann ohne Liebtätigkeit, so auch kein Gewissen. 2326. "Und er erhob sich ihnen entgegen", 1. Mose 19/1, daß dies die Anerkennung, wie auch die Regung der Liebtätigkeit bedeutet, kann daraus erhellen, daß Lot, als sie kamen, sogleich erkannte, daß es Engel wären; nicht aber die Männer Sodoms, von denen es so heißt: "Sie riefen Lot zu und sprachen: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind bei Nacht, bringe sie her zu uns, daß wir sie erkennen": Vers 5. Im inneren Sinn bedeutet dies, daß die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind innerhalb der Kirche, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, das unter den zwei Engeln verstanden wird, anerkennen, nicht aber diejenigen, die nicht im Guten der Liebtätigkeit stehen. Daß ebendieselben Worte auch die Regung (affectum) der Liebtätigkeit in sich schließen, ist klar, auch daraus, daß Lot, durch den die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, vorgebildet werden, ja das Gute der Liebtätigkeit selbst bezeichnet wird, sie in sein Haus eingeladen hat. 2327. "Er bückte sich mit dem Angesicht zur Erde", 1. Mose 19/1, daß dies die Demut bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Daß sie ehemals, besonders in den vorbildlichen Kirchen, sich so tief bückten, daß sie das Angesicht zur Erde senkten, geschah aus dem Grund, weil das Angesicht das Inwendigere des Menschen bedeutete: Nr. 358, 1999 und daß bis zur Erde -, weil der Erdenstaub das Unheilige und Verdammte bezeichnete: Nr. 278, folglich bildeten sie so vor, daß sie aus sich unheilig und verdammt seien, darum warfen sie sich nieder, indem sie mit dem Angesicht die Erde berührten, ja sich in Staub und Asche wälzten, dann auch Staub und Asche auf das Haupt streuten, wie dies erhellen kann aus Jerem.Klagel.2/10; Hes.27/30; Micha 1/10; Jos.7/6; Joh.Offenb.18/19 und anderwärts. Hierdurch bildeten sie den Zustand der wahren Demut vor, der durchaus nicht stattfinden kann, wofern man nicht anerkennt, daß man von sich unheilig und verdammt ist, und daß man somit aus sich nicht zum Herrn aufsehen kann, wo nichts als Göttliches und Heiliges ist. Inwieweit daher der Mensch in der Selbsterkenntnis ist, insoweit kann er in der wahren Demut, und insoweit in der Anbetung sein, wenn er im Gottesdienst begriffen ist; denn in allem Gottesdienst muß Selbstdemütigung sein; wird diese von jenem getrennt, so ist gar keine Anbetung, somit gar kein Gottesdienst da. Daß der Zustand der Selbstdemütigung das Wesentliche im Gottesdienst selbst ist, kommt daher, daß in dem Maß, als das Herz sich demütigt, die Selbstliebe und alles Böse aus derselben aufhört, und in dem Maß als dieses aufhört, das Gute und Wahre, d.h. die Liebtätigkeit und der Glaube, vom Herrn einfließt; denn das, was hindert, daß es nicht aufgenommen wird, ist hauptsächlich die Selbstliebe; denn in dieser ist Verachtung anderer neben sich, ist Haß und Rachgier, wenn man nicht verehrt wird, und ist Unbarmherzigkeit und Grausamkeit, somit das allerschlimmste Böse, in welches das Gute und das Wahre nicht eingepflanzt werden kann, denn sie sind Gegensätze. 2328. Vers 2: Und er sprach: Siehe doch, meine Herren, kehret doch ein ins Haus eures Knechtes, und übernachtet, und waschet eure Füße; und des Morgens früh möget ihr aufstehen, und eures Weges gehen: und sie sprachen: Nein, denn auf der Gasse wollen wir übernachten. "Und er sprach: siehe doch, meine Herren" bedeutet die inwendigere Anerkennung und das Bekenntnis des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen des Herrn; "kehret doch ein ins Haus eures Knechtes und übernachtet" bedeutet die Einladung, bei ihm eine Wohnung zu nehmen; "ins Haus eures Knechtes" heißt, im Guten der Liebtätigkeit; "und waschet eure Füße" bedeutet die Anpassung an sein Natürliches; "und des Morgens früh möget ihr aufstehen und eures Weges gehen" bedeutet die so erfolgende Bestärkung im Guten und Wahren; "und sie sprachen: Nein" bedeutet den Zweifel, der bei der Versuchung zu sein pflegt; "denn auf der Gasse wollen wir übernachten" bedeutet, daß er gleichsam aus dem Wahren richten wollte. 2329. "Er sprach, siehe doch, meine Herren", 1. Mose 19/2, daß dies die innerliche Anerkennung und das Bekenntnis des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen des Herrn bedeutet, erhellt aus der Anerkennung und Selbstdemütigung, von der soeben (die Rede war). Hier folgt das Bekenntnis unmittelbar darauf, denn ein Bekenntnis ist es, daß er sagt: "Siehe doch, meine Herren". Das inwendigere Bekenntnis ist Sache des Herzens, und findet statt in der Demut, und zugleich in der Neigung zum Guten (affectio boni). Das äußerliche Bekenntnis aber ist Sache des Mundes, und kann statthaben in erheuchelter Demut, und in erheuchelter Neigung zum Guten, die keine ist, wie bei denen, die sich zum Herrn bekennen um ihrer eigenen Ehre, oder vielmehr Selbstverehrung, und ihres Einkommens willen; was solche mit dem Munde bekennen, das leugnen sie im Herzen. Daß in der Mehrzahl gesagt wird: "meine Herren", geschieht aus demselben Grunde, aus dem im vorigen Kapitel gesagt wird drei Männer, weil wie dort die drei bedeuten das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, und das ausgehende Heilige, so hier die zwei bedeuten das Göttlich-Menschliche und das Ausgehende Heilige des Herrn, wie eben gesagt worden. Daß diese eins sind, ist jedem innerhalb der Kirche bekannt, und weil sie eins sind, so werden sie auch im Folgenden in der Einzahl genannt, wie Vers 17: "Es geschah, da sie dieselben hinausführten, da sprach Er, rette dich ob deiner Seele"; Vers 19: "Siehe doch, Dein Knecht hat Gnade gefunden in Deinen Augen, und groß hast Du gemacht Deine Barmherzigkeit, die Du getan hast an mir"; Vers 21: "Und Er sprach zu ihm: Siehe Ich habe angenommen dein Angesicht auch in Rücksicht dieses Wortes, daß Ich nicht umkehre die Stadt"; Vers 22: "Weil Ich nichts tun kann, bevor du dorthin gekommen bist". Daß das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige Jehovah ist, erhellt aus dem vorigen Kapitel, wo die drei Männer hin und wieder Jehovah heißen, nämlich ebendaselbst Vers 13: "Jehovah sprach zu Abraham"; Vers 14: "Soll für Jehovah etwas zu schwer sein"; Vers 22: "Abraham stand noch vor Jehovah"; Vers 33: "Jehovah ging hin, als Er vollendet hatte zu Abraham zu reden"; folglich ist das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige Jehovah, wie Er auch genannt wird in diesem Kapitel, Vers 24: "Und Jehovah ließ regnen über Sodom und Amora Schwefel und Feuer von Jehovah herab aus dem Himmel". Über den inneren Sinn dieser (Worte) wird man in der Folge (das Nähere) sehen. Daß der Herr selbst der Jehovah ist, der so oft in den historischen und prophetischen Teilen des Alten Testaments genannt wird, sehe man Nr. 1736. Die, welche in Wahrheit Menschen der Kirche sind, d.h., die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, kennen und anerkennen das Dreieine, dennoch aber demütigen sie sich vor dem Herrn, und beten Ihn allein an, und dies darum, weil sie wissen, daß es keinen Zugang gibt zum Göttlichen Selbst, das der Vater genannt wird, außer durch den Sohn, und daß alles Heilige, das dem Heiligen Geist angehört, von Ihm ausgeht; und wenn sie in dieser Vorstellung sind, so beten sie keinen anderen an, als Den, durch Den und von Dem alles ist, somit den Einen, und lassen die Vorstellungen nicht in Drei auseinandergehen, wie viele andere innerhalb der Kirche zu tun pflegen; was sich bei vielen im anderen Leben zeigt, auch bei wissenschaftlich Gebildeten, die mehr als andere die Glaubensgeheimnisse bei Leibesleben besessen zu haben meinten. Solche wurden im anderen Leben geprüft, welche Vorstellung sie von einem Gott gehabt haben; ob es drei Ewige, ob es drei Allmächtige, ob es drei Herren (gebe), und es wurde deutlich wahrgenommen, daß sie die Vorstellung von Dreien gehabt hatten (denn es findet dort eine Mitteilung der Vorstellungen statt); während doch nach dem symbolischen Glauben, in dem es mit ausdrücklichen Worten gesagt wird, nicht drei Unerschaffene, nicht drei Unendliche, nicht drei Ewige, nicht drei Allmächtige, nicht drei Herren sind, sondern Einer, wie dies auch (wirklich) ist. So gestanden sie (auch), daß sie zwar mit dem Mund gesagt hätten, es sei ein Gott, dennoch aber gedacht und einige (auch) geglaubt hätten drei, welche sie in der Vorstellung trennen, (aber) nicht verbinden konnten; und hiervon liegt der Grund darin, daß alle Geheimnisse, ja selbst die allergrößten Geheimnisse, eine Vorstellung mit sich bringen, denn ohne Vorstellung kann nichts gedacht, nicht einmal etwas im Gedächtnis behalten werden. Daher wird im anderen Leben wie am hellen Tag offenbar, was für einen Gedanken, und daher Glauben ein jeder sich von einem Gott gebildet hat. Sogar die Juden im anderen Leben, wenn sie hören, der Herr sei Jehovah, und es sei nur ein Gott, können nichts (dawider) sagen; wenn sie aber wahrnehmen, daß die Vorstellungen der Christen in drei zerteilt sind, so sagen sie, sie verehren einen Gott, jene aber drei, und dies um so mehr, da keine anderen die in der Vorstellung getrennten drei verbinden können, als die, welche im Glauben der Liebtätigkeit sind, denn deren Gemüt paßt der Herr sich an (applicat Sibi). 2330. "Kehret doch ein ins Haus eures Knechtes, und übernachtet", 1. Mose 19/2, daß dies die Einladung bedeutet, bei ihm eine Wohnung zu nehmen, erhellt ohne Erklärung. 2331. "Ins Haus des Knechtes", daß dies heißt im Guten der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das himmlisch Gute, das allein der Liebe und Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 2048, 2233. 2332. "Waschet eure Füße", 1. Mose 19/2, daß dies die Anpassung an sein Natürliches bedeutet, erhellt aus demjenigen, was Nr. 2162 gesagt worden ist, wo ebendieselben Worte (stehen). Wenn sie ehemals den Engel Jehovahs sahen, glaubten sie, daß sie sterben werden: 2. Mose 19/12,21,24; 20/16,19; Richt.6/22,23; 13/22,23 und dies darum, weil das heilige Göttliche, wenn es in das beim Menschen befindliche Unheilige einfließt, eine solche Wirkung hat, daß es wie ein fressendes und verzehrendes Feuer ist, weshalb der Herr vor dem Menschen, dem Er Sich sichtbar darstellt, ja auch vor den Engeln, das von Ihm ausgehende Heilige auf wunderbare Weise mäßigt und mildert, daß sie es aushalten können, oder was dasselbe ist, Er paßt es ihrem Natürlichen an. Dies nun ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch die Worte, die Lot zu den Engeln sprach: "Waschet eure Füße". Hieraus erhellt, welche Beschaffenheit der innere Sinn hat, denn daß dies die Bedeutung ist, kann aus dem Sinn des Buchstabens nicht ersehen werden. 2333. "Und des Morgens früh möget ihr aufstehen, und eures Weges gehen", 1. Mose 19/2, daß dies die so erfolgende Bestärkung im Guten und Wahren bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von früh aufstehen, sodann aus der Bedeutung von des Weges gehen. Morgen (oder Frühe, mane) bedeutet im Wort das Reich des Herrn, weil alles, was zum Reich des Herrn gehört, somit vornehmlich das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, was aus dem Wort beim 15. Vers begründet werden wird. Der Weg aber bedeutet das Wahre: man sehe Nr. 627. Hieraus folgt, daß nachdem sie in seinem Haus gewesen und daselbst übernachtet hatten, wodurch bezeichnet wurde, daß sie im Guten der Liebtätigkeit ihre Wohnung bei ihm haben sollten, Morgens frühe aufstehen und ihres Weges gehen sollten, wodurch bezeichnet wird, er sei so im Guten und Wahren bestärkt worden. Aus diesem, wie aus dem übrigen wird klar, wie entfernt der innere Sinn vom Sinne des Buchstabens, und daher wie unsichtbar er ist, besonders in den historischen Teilen des Wortes, und daß er nicht offenbar wird, wofern nicht die einzelnen Ausdrücke nach ihrer stehenden Bedeutung im Wort erklärt werden. Wenn daher die Vorstellungen im Buchstabensinne festgehalten werden, so erscheint der innere Sinn nicht anders denn als etwas Dunkles und Finsteres. Dagegen umgekehrt, wenn die Vorstellungen im inneren Sinn festgehalten werden, so erscheint ebenso der Buchstabensinn als dunkel, ja vor den Engeln wie nichts, denn die Engel sind nicht mehr in weltlichen und leiblichen (Vorstellungen), wie sie der Mensch hat, sondern in geistigen und himmlischen, in welche die Ausdrücke des Buchstabensinnes auf wunderbare Weise verwandelt werden, wenn er vom Menschen, der das Wort liest, zu der Sphäre, in der die Engel sind, d.h. zum Himmel aufsteigt, und zwar dies vermöge der Entsprechung der geistigen mit weltlichen, und der himmlischen mit leiblichen Dingen, welche Entsprechung durchaus sich gleichbleibend (constantissima) ist, wie sie aber beschaffen ist, ist noch nicht aufgedeckt worden, bis jetzt nur in der Erklärung der Wörter, Namen und Zahlen, nach dem inneren Sinn im Wort. Damit man wisse, wie jene Entsprechung beschaffen ist, oder was dasselbe ist, wie die weltlichen und leiblichen Vorstellungen in entsprechende geistige und himmlische Vorstellungen übergehen, wenn sie zum Himmel erhoben werden, möge zum Beispiel dienen der Morgen, und der Weg: wenn gelesen wird Morgen, wie hier: "des Morgens früh aufstehen", dann entnehmen die Engel nicht die Vorstellung des Morgens von einem Tag, sondern die Vorstellung des Morgens im geistigen Sinn, somit die gleiche wie bei 2.Sam.23/4: "Der Fels Israels, Er (ist) wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, des Morgens ohne Wolken"; und bei Dan.8/14,26: "Der Heilige sprach zu mir, bis zum Abend, wenn (es) Morgen wird, zweitausend dreihundert": somit vernehmen sie statt des Morgens den Herrn, oder Sein Reich, oder die himmlischen Dinge der Liebe und Liebtätigkeit und zwar dies mit Mannigfaltigkeit je nach der Reihenfolge der Dinge im Wort, das gelesen wird. Ebenso wenn Weg gelesen wird, wie hier: "eures Weges gehen", können sie keine Vorstellung von einem Weg haben, sondern eine andere geistige oder himmlische, nämlich die gleiche wie bei Joh.14/6: sofern der Herr sagte: "Ich bin der Weg und die Wahrheit"; und was bei David vorkommt, Ps.25/4,5: "Deine Wege, Jehovah, tue mir kund, leite meinen Weg in der Wahrheit", und bei Jes.40/14: "Den Weg der Einsichten hat Er ihn wissen lassen": somit vernehmen sie statt Weg das Wahre, und zwar sowohl in den historischen als den prophetischen Teilen des Wortes, denn um das Historische bekümmern sich die Engel nicht mehr, weil es ihren Vorstellungen ganz und gar nicht angemessen ist, daher sie anstatt derselben solches vernehmen, was des Herrn und Seines Reiches ist, was auch in schöner Ordnung und passendem Zusammenhang im inneren Sinn sich folgt. (Eben) deshalb, damit das Wort auch für die Engel sei, ist alles Historische darin vorbildlich, und sind die einzelnen Wörter bezeichnend für solche Dinge. Dieses Eigentümliche hat das Wort vor jeder anderen Schrift voraus. 2334. "Und sie sprachen: Nein", 1. Mose 19/2, daß dies den Zweifel bedeutet, der bei der Versuchung zu sein pflegt, kann erhellen aus der Verneinung, und daraus, daß sie dennoch in sein Haus gingen. In jeder Versuchung ist ein Zweifeln an der Gegenwart und Barmherzigkeit des Herrn, und am Seligwerden, und dergleichen, denn sie sind in innerlicher Angst, bis zur Verzweiflung, in der sie meistens gehalten werden, zu dem Ende, daß sie endlich darin bestärkt werden, daß alles von der Barmherzigkeit des Herrn abhängt, daß sie durch Ihn allein selig werden, und daß bei ihnen nichts als Böses ist, wovon sie durch die Kämpfe, in denen sie siegen, vergewissert werden. Es bleiben nach der Versuchung von daher mehrere Zustände des Wahren und Guten, zu denen nachher vom Herrn die Gedanken gelenkt werden können, die sonst auf Unsinniges verfallen, und das Gemüt gegen das Wahre und Gute einnehmen würden. Weil hier unter Lot gehandelt wird vom ersten Zustand der Kirche, die im Guten der Liebtätigkeit, aber in äußerlichem Gottesdienst ist, und der Mensch, ehe er in diesen Zustand kommt, gebessert werden muß, was auch durch eine Art von Versuchung geschieht; diejenigen aber, die in äußerlichem Gottesdienst sind, nur eine leichte Versuchung bestehen, darum sind jene (Worte) gesprochen worden, die etwas von Versuchung in sich schließen, sofern nämlich die Engel zuerst sagten, sie würden auf der Gasse übernachten, und Lot in sie drang, worauf sie dann sich ihm zuwandten, und in sein Haus kamen. 2335. "Denn auf der Gasse wollen wir übernachten", 1. Mose 19/2, daß dies bedeutet, er habe gleichsam aus dem Wahren richten wollen, kann erhellen aus der Bedeutung der Gasse, und aus der Bedeutung von übernachten. Die Gasse wird im Wort hin und wieder genannt, und bedeutet im inneren Sinn etwas Ähnliches wie der Weg, nämlich das Wahre; denn Gasse ist ein Weg in der Stadt, wie aus den gleich folgenden Stellen erhellen wird. Daß übernachten hier heißt richten, kann erhellen aus der Bedeutung der Nacht; Nr. 2323 ist gezeigt worden, daß der Abend den Zustand der Kirche vor dem Letzten bedeutet, wenn kein Glaube mehr da zu sein anfängt, dann auch die Heimsuchung, die dem Gericht vorausgeht. Daraus wird offenbar, daß die Nacht, die darauf folgt, der letzte Zustand ist, wenn kein Glaube mehr vorhanden, dann daß sie das Gericht ist. Hieraus ist klar, daß auf der Gasse übernachten im inneren Sinn heißt: richten. Was das Gericht betrifft, so gibt es ein doppeltes, nämlich aus dem Guten, und aus dem Wahren. Die Gläubigen werden gerichtet aus dem Guten, hingegen die Ungläubigen aus dem Wahren. Daß die Gläubigen aus dem Guten, erhellt offenbar bei Matth.25/34-40; und daß die Ungläubigen aus dem Wahren: Matth.25/41-46. Aus dem Guten gerichtet werden, heißt selig gemacht werden, weil sie dasselbe aufgenommen haben, hingegen aus dem Wahren gerichtet werden, heißt verdammt werden, weil sie das Gute verworfen haben; das Gute gehört dem Herrn an. Die, welche dieses mit dem Leben und Glauben anerkennen, gehören dem Herrn an, und werden daher selig; diejenigen hingegen, die es nicht mit dem Leben, mithin nicht mit dem Glauben anerkennen, die können dem Herrn nicht angehören, also auch nicht selig werden. Sie werden deshalb nach den Handlungen und nach den Gedanken und Absichten ihres Lebens gerichtet, und wenn nach diesen, so kann es nicht anders sein, als daß sie verdammt werden; denn es ist wahr, daß der Mensch aus sich nur Böses tut, denkt und beabsichtigt, und aus sich zur Hölle fortrennt, soweit er nicht vom Herrn davon zurückgehalten wird. Es verhält sich jedoch mit dem Gericht aus dem Wahren so: der Herr richtet niemals jemanden anders als aus dem Guten, denn Er will alle, so viel ihrer auch sind, in den Himmel erheben; ja, wenn Er könnte bis zu Sich, denn der Herr ist die Barmherzigkeit selbst und das Gute selbst. Die Barmherzigkeit selbst und das Gute selbst können nie jemanden verdammen, sondern der Mensch ist es, der, weil er das Gute verwirft, sich verdammt. So wie der Mensch bei Leibesleben das Gute geflohen hatte, so flieht er es auch im anderen Leben, mithin den Himmel und den Herrn, denn der Herr kann lediglich nur im Guten sein. Auch im Wahren ist Er, aber nicht in dem vom Guten getrennten Wahren. Daß der Herr niemand verdammt oder zur Hölle verurteilt, sagt Er selbst bei Joh.3/17,19: "Nicht hat Gott Seinen Sohn in die Welt gesandt, daß Er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Ihn selig gemacht werde: das ist das Gericht, daß das Licht in die Welt kam, die Menschen aber die Finsternis mehr liebten als das Licht, denn ihre Werke waren Böse"; und bei Joh.12/47: "Wenn jemand Meine Worte höret, jedoch nicht glaubt, den richte Ich nicht; denn Ich bin nicht gekommen, daß Ich die Welt richte, sondern daß Ich die Welt selig mache". Außerdem sehe man das hierüber früher Gesagte: Nr. 223, 245, 592, 696, 1093, 1683, 1874, 2258. Wo vom Gericht: Nr. 2320, 2321 gehandelt wurde, ist gezeigt worden, daß dem Göttlich-Menschlichen und dem ausgehenden Heiligen des Herrn alles Gericht zukommt, nach den Worten des Herrn bei Joh.5/22: "Nicht der Vater richtet jemand, sondern alles Gericht hat Er dem Sohne gegeben", und doch wird jetzt gesagt, daß der Herr nicht richte, so daß Er jemand verdamme. Hieraus erhellt, wie das Wort im Buchstaben beschaffen ist: wenn es nicht aus einem anderen Sinn, nämlich aus dem inneren, verstanden würde, so würde es nicht begriffen werden. Aus dem inneren Sinn allein wird klar, wie es sich mit dem Gericht verhält. 2336. Daß die Gasse das Wahre bedeutet, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, wie: Joh.Offenb.21/21: "Die zwölf Tore, zwölf Perlen, ein jedes Tor war eine Perle, und die Gasse der Stadt reines Gold, wie durchscheinend Glas". Das neue Jerusalem ist das Reich des Herrn, und weil dieses beschrieben wird in betreff des Guten und Wahren, so wird es beschrieben durch Mauern, Tore und Gassen. Unter diesen, nämlich unter den Gassen, wird verstanden alles zum Wahren Gehörige, das zum Guten führt, oder alles zum Glauben Gehörige, das zur Liebe und Liebtätigkeit führt, und weil die Wahrheiten alsdann Sache des Guten werden, somit durchleuchtet vom Guten, so heißt die Gasse Gold wie durchscheinend Glas. Joh.Offenb.22/2: "In der Mitte ihrer Gasse und des Stromes, hier und dort ein Baum des Lebens, der zwölf(mal) Früchte bringt": wo auch vom neuen Jerusalem oder dem Reich des Herrn die Rede ist: die Mitte der Gasse ist das Wahre des Glaubens, durch welches das Gute, und das hernach vom Guten (kommt). Die zwölf Früchte sind die, welche Früchte des Glaubens genannt werden, denn zwölf bedeutet alles zum Glauben Gehörige, wie gezeigt worden ist: Nr. 577, 2089, 2129, 2130. Dan.9/25: "Wisse und vernimm: vom Ausgang des Wortes bis zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems, bis zum Messias, dem Führer, (sind es) sieben Wochen, und sechzig und zwei Wochen, so wird wiederhergestellt und gebaut werden die Gasse und der Graben": wo von dem Kommen des Herrn (die Rede ist); daß wieder hergestellt werden soll die Gasse und der Graben heißt, daß dann das Wahre und das Gute (wieder hergestellt werde). Daß Jerusalem alsdann nicht wiederhergestellt und gebaut wurde, ist bekannt, und daß es nicht neu wieder hergestellt und gebaut werden soll, kann auch jeder wissen, wenn er nicht seine Vorstellungen in einem weltlichen Reich festhält, sondern in dem himmlischen Reich, das unter Jerusalem im inneren Sinn verstanden ist. Luk.14/21: "Der Hausvater sprach zu seinem Knecht, gehe eilends auf die Gassen und Straßen der Stadt, und führe die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden hier herein": die, welche im Sinne des Buchstabens bleiben, entnehmen hieraus nichts anderes, als daß der Knecht überall hingehen sollte, und daß dies durch die Gassen und Straßen der Stadt bezeichnet werde; und daß er alle, welche es auch sein mögen, herbringen sollte, und daß dies durch die Armen, die Krüppel, die Lahmen und die Blinden bezeichnet werde. Allein die einzelnen Wörter schließen Geheimnisse in sich, denn es sind (Worte) des Herrn. Daß er auf die Gassen und Straßen gehen sollte, bedeutet, er sollte suchen wo immer etwas echt Wahres, oder ein Wahres ist, das aus dem Guten leuchtet, oder durch welches das Gute hindurchleuchtet. Daß er die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden einführen sollte, bedeutet solche, die in der Alten Kirche so genannt worden sind, und solche waren in Rücksicht des Glaubens, aber im Leben des Guten, die somit über das Reich des Herrn belehrt werden sollten, also die Heiden, die noch nicht unterrichtet waren. Weil die Gassen die Wahrheiten bedeuteten, so war es ein vorbildlicher Gebrauch bei den Juden, auf den Gassen zu lehren, wie bei Matth.6/2,5 und bei Luk.13/26,27. Bei den Propheten bedeuten die Gassen überall wo sie genannt werden entweder Wahrheiten, oder das den Wahrheiten Entgegengesetzte, wie bei Jes.59/14: "Zurückgedrängt war das Recht, und die Gerechtigkeit stand von ferne, denn es strauchelte auf der Gasse die Wahrheit, und Geradheit kann nicht ankommen" und Jes.51/20: "Deine Söhne verschmachteten und lagen an allen Gassenecken". Jerem.9/20: "Heraufgestiegen ist der Tod in die Fenster, er ist gekommen in unsere Paläste, auszurotten das Kindlein aus der Gasse, die Jünglinge aus den Straßen". Hes.26/11: "Nebukadnezar wird mit den Hufen seiner Rosse zerstampfen alle deine Gassen": wo die Rede ist von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Wahren bezeichnet werden: Nr. 1201. Die Hufe der Rosse sind Wissensdinge, die das Wahre verkehren. Nahum 2/5: "In den Gassen rasen die Wagen, sie rennen hin und her in den Straßen": die Wagen für den Lehrbegriff des Wahren, von dem es heißt: "er rase in den Gassen", wenn Falsches statt des Wahren da ist. Sach.8/4,5: "Noch werden wohnen alte Männer, und alte Weiber in den Gassen Jerusalems, und die Gassen der Stadt werden voll werden von Knaben und Mädchen, die da spielen in den Gassen": von den Neigungen zum Wahren, und den Fröhlichkeiten und Freuden von daher; außerdem anderwärts: Jes.24/11; Jerem.5/1; 7/34; 49/26; Jerem.Klagel.2/11,19; 4/8,14; Zeph.3/6. 2337. Vers 3: Und er drang sehr in sie, und sie kehrten bei ihm ein, und kamen in sein Haus, und er machte ihnen ein Mahl, und backte Ungesäuertes, und sie aßen. "Und er drang sehr in sie" bedeutet den Zustand der Versuchung, wenn man siegt; "und sie kehrten bei ihm ein" bedeutet eine Bleibestätte; "und kamen in sein Haus" bedeutet die Bestärkung im Guten; "und er machte ihnen ein Mahl" bedeutet das Zusammenwohnen; "und backte Ungesäuertes" bedeutet die Reinigung; "und sie aßen" bedeutet die Aneignung. 2338. "Er drang sehr in sie", 1. Mose 19/3, daß dies den Zustand der Versuchung, wenn man siegt, bedeutet, kann nur denen einleuchten, die in Versuchungen gewesen sind. Die Versuchungen bringen einen Zweifel an der Gegenwart und Barmherzigkeit des Herrn, sodann am Seligwerden mit sich. Die bösen Geister, die dann beim Menschen sind, und die Versuchung herbeiführen, reden das "Nein" stark ein, allein die guten Geister und die Engel zerstreuen diesen Zweifel auf alle Weise, und erhalten fortwährend in Hoffnung, und befestigen endlich das "Ja". Daher der Mensch, der in der Versuchung ist, zwischen Nein und Ja schwebt. Wer unterliegt, bleibt im Zweifel, und fällt in die Verneinung. Wer hingegen siegt, ist zwar im Zweifel, wer aber durch die Hoffnung sich aufrichten läßt, beharrt dennoch in der Bejahung. Weil in diesem Kampf der Mensch in den Herrn zu dringen scheint, besonders durch Gebete, daß Er möge gegenwärtig sein, sich erbarmen, Hilfe bringen, von der Verdammnis befreien, so wird hier, wo gehandelt wird von der Versuchung derjenigen, die Menschen der Kirche werden, derselbe dadurch beschrieben, daß die Engel zuerst sagten, nein, und daß sie auf der Gasse übernachten wollten, daß aber Lot sehr in sie drang, und sie so bei ihm einkehrten, und in sein Haus kamen. 2339. "Und sie kehrten bei ihm ein", 1. Mose 19/3, daß dies eine Bleibestätte bedeutet, erhellt aus der Bedeutung eben derselben Worte Nr. 2230, somit ohne weitere Erklärung. 2340. "Und sie kamen in sein Haus", 1. Mose 19/3, daß dies die Befestigung im Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das himmlisch Gute, wovon Nr. 2233, 2331; und eben hieraus, sodann aus der Sachfolge im inneren Sinn, daß es ist ein Befestigtwerden im Guten. 2341. "Und er machte ihnen ein Mahl", 1. Mose 19/3, daß dies bedeutet ein Zusammenwohnen, erhellt aus der Bedeutung des Mahles. Im Wort werden hin und wieder Mahlzeiten erwähnt, und bedeuten in ihm im inneren Sinn ein Zusammenwohnen, wie bei Jerem.16/8: "Das Wort Jehovahs an ihn: Ins Haus des Gastmahles sollst du nicht eingehen, bei ihnen zu sitzen, zu essen und zu trinken": wo zum Propheten mehreres gesagt wird, wodurch er vorbilden sollte, daß das Gute mit dem Bösen und das Wahre mit dem Falschen keine Gemeinschaft haben dürfe, und unter anderem, daß er nicht eingehen sollte in das Haus des Gastmahles, wodurch bezeichnet wurde, daß das Gute und Wahre nicht zusammen wohnen dürfe mit dem Bösen und Falschen. Jes.25/6: "Jehovah Zebaoth wird allen Völkern auf diesem Berge ein Mahl bereiten von Fettem, ein Mahl mit angenehmen Weinen, von markigen Fettigkeiten, von hefenlosen Weinen": hier Berg für Liebe zum Herrn: Nr. 795; 1430; die, welche in dieser sind, wohnen mit dem Herrn zusammen im Guten und Wahren, was durch das Mahl bezeichnet wird; Fettes und Markiges sind Gutes: Nr. 353, angenehme und hefenlose Weine sind Wahrheiten aus demselben. Die Mahlzeiten von Geheiligtem, wenn sie opferten in der jüdischen Kirche, bildeten auch nichts anderes vor, als das Zusammenwohnen des Herrn mit dem Menschen, im Heiligen der Liebe, bezeichnet durch die Opfer: Nr. 2187; ebenso nachher durch das heilige Abendmahl, das in der christlichen Urkirche eine Mahlzeit hieß. Im 1. Mose 20/8 wird erwähnt, daß Abraham ein großes Mahl bereitet habe an dem Tage, wo Jischak entwöhnt wurde, dadurch wurde vorgebildet, und daher bezeichnet das Zusammenwohnen und die erste Verbindung des Göttlichen des Herrn mit Seinem vernunftmäßigen Menschlichen. Ebendasselbe wird auch in anderen Stellen durch die Mahlzeiten im inneren Sinn bezeichnet. Was auch daraus geschlossen werden kann, daß Mahlzeiten stattfinden unter mehreren, die in Liebe und Liebtätigkeit beisammen sind, und sich ihren Gemütern nach verbinden, und die Freuden, welche die Gefühlszustände der Liebe und Liebtätigkeit sind, miteinander teilen. 2342. "Und er backte Ungesäuertes", 1. Mose 19/3, daß dies die Reinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Ungesäuerten (azymi) oder Ungegorenen (infermentali). Das Brot bedeutet im Wort im allgemeinen alle himmlischen und geistigen Dinge: Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177; und daß diese ohne Unreines sein sollten, wurde vorgebildet durch das ungesäuerte Brot; denn das Gärungsmittel (fermentum) bedeutet das Böse und das Falsche, durch welche die himmlischen und geistigen Dinge unrein und unheilig gemacht werden. Um dieser Vorbildung willen wurde denen, die von der vorbildlichen Kirche waren, geboten, daß sie bei den Opfern kein anderes Brot oder Mincha darbringen sollten, als ungegorenes oder ungesäuertes, wie dies erhellt 3. Mose 2/11: "Kein Speisopfer, das ihr Jehovah darbringen wollt, soll gesäuert bereitet werden"; 2. Mose 23/18; 34/25: "Du sollst nicht auf Gesäuertem opfern das Blut Meines Opfers". Und darum wurde auch geboten, daß sie in den sieben Tagen des Pascha kein anderes Brot essen sollten, als ungegorenes oder ungesäuertes, 2. Mose 12/15,18-20: "Sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen, auch sollt ihr am ersten Tag wegtun den Sauerteig aus euren Häusern, weil jeder, der Gesäuertes ißt, eine solche Seele (ist, die) ausgerottet werden soll aus Israel, vom ersten Tage bis zum siebenten. Im ersten, am vierzehnten Tage des Monats am Abend sollt ihr Ungesäuertes essen, bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend: sieben Tage soll kein Sauerteig gefunden werden in euren Häusern, weil jeder, der Gesäuertes ißt, eine solche Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde Israels, sowohl der Fremdling, als der Eingeborene des Landes"; außerdem anderwärts, als 2. Mose 13/6,7; 23/15; 34/18; 5. Mose 16/3,4. Daher das Pascha hieß das Fest des Ungesäuerten: 3. Mose 23/6; 4. Mose 28/16,17; Matth.26/17; Luk.22/1,7. Daß das Pascha die Verherrlichung des Herrn, und so die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschengeschlecht vorbilden sollte, wird anderswo, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. Und weil die Verbindung des Herrn mit dem Menschengeschlecht durch die Liebe und Liebtätigkeit, und von daher den Glauben geschieht, so wurden diese himmlischen und geistigen Dinge vorgebildet durch ungesäuertes Brot, das sie in den Tagen des Pascha essen sollten, und damit jene nicht mit irgend etwas Unheiligem verunreinigt würden, darum war das Gesäuerte so streng untersagt, daß die, welche es aßen, ausgerottet werden sollten; denn die, welche die himmlischen und geistigen Dinge entweihen, müssen notwendig verlorengehen. Jeder kann sehen, daß ohne dieses Geheimnis, dieser religiöse Brauch gar nicht mit Androhung einer so strengen Strafe, eingesetzt worden wäre: alles, was in jener Kirche geboten war, bildete ein Geheimnis vor, ja selbst das Backen, wie z.B. jene einzelnen Dinge, welche die Söhne Israels verrichteten, als sie aus Ägypten zogen, 2. Mose 12/8-10: "daß sie nämlich in jener Nacht essen sollten Fleisch, am Feuer gebraten, und Ungesäuertes mit Bitterem, daß sie es nicht essen sollten roh, noch mit Wasser gekocht; den Kopf über den Schenkeln; daß sie nichts davon bis zum Morgen übriglassen, das Überbleibende mit Feuer verbrennen sollten": dieses alles hatte vorbildliche Bedeutung, daß sie nämlich essen sollten in der Nacht, das Fleisch am Feuer gebraten, das Ungesäuerte mit Bitterem, den Kopf über den Schenkeln, nicht roh, nicht mit Wasser gekocht, daß sie nichts bis zum Morgen übriglassen, und daß sie das Überbleibende mit Feuer verbrennen sollten. Allein diese Geheimnisse werden keineswegs offenbar, es sei denn, daß sie aufgedeckt werden durch den inneren Sinn. Allein schon hieraus kann erhellen, daß alles göttlich ist. Ebenso das rituelle Verfahren mit dem Nasiräer, 4. Mose 6/19: "daß der Priester den gekochten Vorderbug von einem Widder, und einen ungesäuerten Kuchen aus dem Korb, und einen ungesäuerten Fladen nehmen, und auf die Hände des Nasiräers legen sollte, nachdem er dessen Nasiräat abgeschoren": wer nicht weiß, daß der Nasiräer den himmlischen Menschen selbst vorbildete, weiß auch nicht, daß jenes alles und jedes himmlische Dinge, somit Geheimnisse in sich schließt, die nicht im Buchstaben erscheinen, nämlich der gekochte Vorderbug von einem Widder, der ungesäuerte Kuchen, der ungesäuerte Fladen, das Abscheren der Haupthaare; woraus erhellen kann, was für eine Meinung vom Wort diejenigen fassen können, die nicht glauben, daß es einen inneren Sinn gibt, denn ohne ein Inneres ist alles bedeutungslos. Ist aber das Zeremonielle oder Rituelle entfernt, so wird hier alles göttlich und heilig. Ebenso verhält es sich auch mit dem übrigen, und so mit dem Ungesäuerten, sofern es ist das Heilige der Liebe, oder das Heilige des Heiligen, wie es auch genannt wird, 3. Mose 6/9,10,16,17: "Das übriggebliebene Ungesäuerte soll von Aharon und seinen Söhnen gegessen werden am Ort der Heiligkeit, denn es ist das Heilige des Heiligen": das ungesäuerte Brot also, ist die reine Liebe, und das Backen des Ungesäuerten, die Reinigung. 2343. "Und sie aßen", 1. Mose 19/3, daß dies die Aneignung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Essens, sofern es ist mitgeteilt und verbunden, somit angeeignet werden, wovon Nr. 2187. Aus dem eben Gesagten und Erklärten kann erhellen, wie dasjenige, was im vorigen und in diesem Vers enthalten ist, im inneren Sinn sich verhält und zusammenhängt, daraus, daß durch "die Engel" bezeichnet wird das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn; durch "einkehren bei ihm": eine Bleibestätte haben; durch "in sein Haus kommen": befestigt werden im Guten; durch "ein Mahl bereiten": zusammen wohnen; durch "Ungesäuertes backen": gereinigt werden; und durch "essen": angeeignet werden. Hieraus wird offenbar, wie der Sachzusammenhang im inneren Sinn beschaffen ist, obwohl gar nichts davon im historischen Sinn erscheint. Von dieser Art ist die Ordnung und der Zusammenhang in allen und jeden Teilen des Wortes, allein der Zusammenhang selbst kann seiner Beschaffenheit nach nicht zum Vorschein kommen in der Erklärung der einzelnen Wörter, denn von da aus erscheinen diese als etwas Abgerissenes, und das stetig Zusammenhängende des Sinnes verliert sich, wohl aber wenn alles zusammen in einer Vorstellung angeschaut, oder mit einem Gedankenblick wahrgenommen wird, wie dies bei denen geschieht, die im inneren Sinn und zugleich in himmlischem Licht vom Herrn sind. Bei diesen stellt sich in jenen Worten der ganze Verlauf der Besserung und Wiedergeburt derjenigen dar, welche Menschen der hier durch Lot vorgebildeten Kirche werden. Daß sie nämlich zuerst etwas von Versuchung fühlen, daß aber wenn sie ausharren und überwinden, der Herr eine Wohnung bei ihnen hat, und sie im Guten befestigt, sie zu sich in sein Reich einführt, und mit ihnen zusammen wohnt, und hier sie reinigt und vervollkommnet, und zugleich ihnen Gutes und Seliges aneignet, und zwar dies durch sein Göttlich-Menschliches und sein ausgehendes Heilige. Daß vom Herrn allein alle Wiedergeburt oder alles neue Leben, mithin das Heil kommt, ist zwar in der Kirche bekannt, wird aber von wenigen geglaubt. Daß es nicht geglaubt wird, hat seinen Grund darin, daß sie nicht im Guten der Liebtätigkeit sind. Denen, die nicht in diesem sind, ist es ebenso unmöglich dies zu glauben, als es einem Kamel ist durch ein Nadelöhr einzugehen, denn das Gute der Liebtätigkeit ist der eigentliche Boden für die Samen des Glaubens. Das Wahre und das Gute stimmen zusammen, das Wahre und das Böse aber nimmermehr, sie sind von entgegengesetztem Charakter, und das eine verabscheut das andere. Inwieweit daher der Mensch im Guten ist, insoweit kann er im Wahren sein, oder inwieweit in der Liebtätigkeit, insoweit im Glauben, besonders in diesem Hauptpunkt des Glaubens, daß vom Herrn alles Heil kommt. Daß dies der Hauptpunkt des Glaubens ist, erhellt aus vielen Stellen im Wort, wie bei Joh.3/16: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen Eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe". Joh.3/36: "Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben, wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm". Joh.6/29: "Das ist das Werk Gottes, daß ihr an Ihn glaubet, Den der Vater gesandt hat". Joh.6/40: "Das ist der Wille Dessen, Der Mich gesandt hat, daß jeder, der den Sohn sieht, und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe, und Ich ihn auferwecke am letzten Tage". Joh.8/24: "Wenn ihr nicht glaubt, daß Ich bin, so werdet ihr sterben in euren Sünden". Joh.11/25,26: "Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an Mich glaubt, wird, ob er auch stürbe, leben; jeder aber, der lebt, und an Mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit". Daß niemand an den Herrn glauben kann, wenn er nicht im Guten ist, d.h., daß keiner den Glauben haben kann, wenn er nicht in der Liebtätigkeit ist, erhellt auch bei Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht Kinder Gottes zu sein, denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind"; und Joh.15/5,6,9,12: "Ich bin der Weinstock, ihr die Reben, wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun; wer nicht in Mir bleibt, der ist hinausgeworfen, wie eine Rebe und verdorret; gleichwie Mich der Vater geliebt hat, so habe Ich euch geliebt, bleibet in Meiner Liebe; das ist Mein Gebot, daß ihr euch einander liebet, wie Ich euch geliebt habe". Hieraus kann erhellen, daß die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, das Leben des Glaubens ist. Daß aber die im Bösen sind, d.h. im Leben des Bösen, gar nicht glauben können, daß vom Herrn alles Heil kommt, konnte ich an denen sehen, die aus der Christenheit ins andere Leben kamen, auch an denen, die bei Leibesleben nach der Glaubenslehre, mit dem Munde bekannt, ja gelehrt hatten, daß ohne den Herrn kein Heil sei, während sie jedoch ein Leben des Bösen führten. Diese erfüllten, wenn der Herr auch nur genannt wurde, die Sphäre sogleich mit lauter Ärgernissen; denn (auch) was sie bloß denken im anderen Leben, wird wahrgenommen, und verbreitet von sich aus eine Sphäre, in der sich offenbart, was für einen Glauben sie haben, man sehe Nr. 1394. Wenn bei ebendenselben die Liebe oder Liebtätigkeit auch nur genannt wurde, so wurde man von ihnen wie etwas Finsteres und zugleich Knorriges (Grumosum), aus einer unsauberen Liebe heraus gewahr, was von solcher Natur war, daß es alles Gefühl von Liebe zum Herrn, und von Liebtätigkeit gegen den Nächsten, auslöschte, erstickte und verkehrte. Von dieser Art ist heutzutage der Glaube, von dem sie sagen, er mache selig ohne Gutes der Liebtätigkeit. Ebendieselben wurden auch gefragt, welchen Glauben sie denn gehabt hätten, wenn nicht den, welchen sie bei Leibesleben bekannten, da sagten sie, (denn verhehlen, was er denkt, kann niemand im anderen Leben,) sie hätten an Gott den Schöpfer des Weltalls geglaubt, als man sie aber prüfte, ob dem so sei, erfuhr man, daß sie an gar keinen Gott geglaubt, sondern gedacht hatten, es sei alles Sache der Natur, und leeres Gerede alles das, was vom anderen Leben gesagt worden. Von dieser Art ist der Glaube aller derer innerhalb der Kirche, die nicht an den Herrn glauben, sondern sagen, sie glauben an Gott den Schöpfer des Weltalls, denn von nirgends her kann das Wahre einfließen, als vom Herrn, und das Wahre kann nirgends eingepflanzt werden, als im Guten, das vom Herrn kommt. Daß das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn es ist, durch das und aus dem Leben und Seligkeit kommt, weiß man gewiß aus den Worten des heiligen Abendmahls: "Das ist Mein Leib, das ist Mein Blut", und dies ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, und daß aus diesem alles Heilige stammt, ist bekannt. Ob man sagt das Göttlich-Menschliche, oder Leib, oder Fleisch, oder Brot, oder göttliche Liebe, ist gleich; denn das Göttlich-Menschliche des Herrn ist lautere Liebe, und das Heilige gehört allein der Liebe an, das Heilige des Glaubens aber stammt von daher. 2344. Vers 4: Kaum noch hatten sie sich gelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer Sodoms, das Haus, vom Knaben bis zum Greise, alles Volk von (allen) Enden. "Kaum noch hatten sie sich gelegt" bedeutet die erste Zeit der Heimsuchung; "die Männer der Stadt" bedeuten diejenigen, die im Falschen; "die Männer Sodoms" bedeuten diejenigen, die im Bösen sind; "sie umringten das Haus" bedeutet, wider das Gute der Liebtätigkeit; "vom Knaben bis zum Greise" bedeutet das neue und das befestigte Falsche und Böse; "alles Volk von (allen) Enden" bedeutet alles und jedes bei ihnen. 2345. "Kaum noch hatten sie sich gelegt", 1. Mose 19/4, daß dies die erste Zeit der Heimsuchung bedeutet, erhellt aus demjenigen, was vom Abend und von der Nacht Nr. 2325, 2335 gesagt worden ist, daß nämlich durch sie im Worte die Heimsuchung und das Gericht bezeichnet werde. Hier wird zwar der Abend und die Nacht nicht genannt, sondern es wird gesagt: kaum noch hatten sie sich gelegt, und es wird so bezeichnet die Zeit des zur Nacht fortschreitenden Abends, oder der beginnenden Nacht, folglich die erste Zeit der Heimsuchung über die Bösen, wie dies auch aus dem Folgenden erhellt; denn die Untersuchung über die Bösen innerhalb der Kirche, die unter Sodom verstanden sind, beginnt hier. 2346. "Die Männer der Stadt", 1. Mose 19/4, daß dies diejenigen, die im Falschen sind, bedeutet, und "die Männer Sodoms" diejenigen, die im Bösen, erhellt aus der Bedeutung der Stadt und Sodoms. Daß die Stadt die Wahrheiten bedeutet, sodann das Falsche oder das den Wahrheiten Entgegengesetzte, ist Nr. 402, und daß Sodom Böses jeder Art (bezeichnet), ist Nr. 2220, 2246 gezeigt worden. Weil es sowohl Falsches als Böses war, worüber Untersuchung oder Heimsuchung gehalten wurde, wird gesagt, Männer der Stadt, Männer Sodoms, wenn nicht beides verstanden worden wäre, so wäre nur gesagt worden: "die Männer Sodoms". 2347. "Sie umringten das Haus", 1. Mose 19/4, daß dies bedeutet, (sie waren) gegen das Gute der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung von Haus, sofern es ist das himmlisch Gute, das kein anderes ist als das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, wovon Nr. 2048, 2233, sodann aus der Bedeutung von umringen, sofern es ist gegen dasselbe sein, oder mit feindseligem Sinn es angreifen und bekämpfen. 2348. "Vom Knaben bis zum Greise", 1. Mose 19/4, daß dies bedeutet das neue und das befestigte Falsche und Böse, kann erhellen aus der Bedeutung des Knaben und des Greises, wenn sie vom Falschen und vom Bösen ausgesagt werden, daß nämlich die Knaben sind, was noch nicht herangewachsen, also neu ist, Greise was zu hohem Alter gelangt ist, also befestigt. Auch sonst im Worte kommen Knabe und Greis in gleichem Sinn vor, wie bei Sach.8/4,5: "Noch werden wohnen greise Männer, und greise Weiber in den Gassen Jerusalems, und die Gassen der Stadt werden erfüllt werden mit Knaben und Mädchen, die da spielen in den Gassen": wo Jerusalem (steht) für das Reich des Herrn und die Kirche: Nr. 402, 2117; die Gassen für die Wahrheiten darin: Nr. 2336, somit die greisen Männer für die befestigten Wahrheiten, die greisen Weiber für das befestigte Gute; die Knaben, die da spielen auf den Gassen, für die neuen Wahrheiten, und die Mädchen für das neue Gute und dessen Gefühle und die Freuden von daher. Hieraus erhellt, wie die himmlischen und geistigen Dinge sich in Historisches verwandeln, indem sie sich in die weltlichen Dinge, die (Gegenstand) des Buchstabensinnes sind, herablassen, in welchem Sinn es kaum anders scheint, als daß Greise, Knaben, Weiber, Mädchen zu verstehen seien. Jerem.6/11: "Schütte (ihn) aus über das Kindlein auf der Gasse Jerusalems, und über den Kreis der Jünglinge gleichfalls, denn auch der Mann samt dem Weibe werden gefangen werden, der Greis samt dem Wohlbetagten": hier die Gasse Jerusalems für das Falsche, das in der Kirche herrscht: Nr. 2336, von dem das neue und das herangewachsene (Falsche) genannt wird Kindlein und Jünglinge, das alte und befestigte (Falsche) genannt wird der Greis und der Wohlbetagte. Jerem.51/21,22: "Ich will zerstreuen in dir das Roß und seinen Reiter, und zerstreuen in dir den Wagen, und den, der darauf fährt, und zerstreuen in dir Mann und Weib, und zerstreuen in dir den Greis und den Knaben": hier gleichfalls Greis und Knabe für das befestigte und das neue Wahre. Jerem.9/20: "Heraufgekommen ist der Tod in die Fenster, ist gekommen in unsere Paläste, auszurotten das Kindlein auf der Gasse, die Jünglinge aus den Straßen": wo das Kindlein für die Wahrheiten steht, die zuerst geboren werden, und die ausgerottet werden, wenn der Tod in die Fenster und Paläste kommt, d.h. ins Verstehen und Wollen. Daß die Fenster das Verstehen sind, sehe man Nr. 655, 658. Die Paläste oder Häuser das Wollen: Nr. 710. 2349. "Alles Volk von (allen) Enden", 1. Mose 19/4, daß dies bedeutet alles und jedes bei ihnen, erhellt aus dem, was vorhergeht, sofern durch die Knaben und Greise sowohl das neue, als das befestigte Falsche und Böse bezeichnet wird, daher nun das Volk von (allen) Enden, alles und jedes bei ihnen. Das Volk bedeutet im allgemeinen ebenfalls das Falsche, man sehe Nr. 1259, 1260. Hier nun wird der erste Zustand derjenigen innerhalb der Kirche beschrieben, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind, und folglich gegen den Herrn. Denn das eine schließt das andere in sich, denn niemand kann (anders) mit dem Herrn verbunden werden, als durch die Liebe und Liebtätigkeit. Die Liebe ist die eigentliche geistige Verbindung, wie aus dem Wesen der Liebe erhellen kann, und wer mit Ihm nicht verbunden werden kann, der kann Ihn auch nicht anerkennen. Daß die, welche nicht im Guten sind, auch nicht können den Herrn anerkennen, d.h. Glaube an Ihn haben, erhellt bei Joh.3/19-21: "Das Licht kam in die Welt, die Menschen aber liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse; wer Böses tut, hasset das Licht, und kommt nicht zum Licht, daß nicht seine Werke gerügt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, daß seine Werke offenbar werden, weil sie in Gott getan sind": woraus erhellt, daß die, welche gegen das Gute der Liebtätigkeit sind, gegen den Herrn sind, oder, was dasselbe ist, daß die, welche im Bösen sind, das Licht hassen, und nicht zum Licht kommen. Daß das Licht der Glaube an den Herrn, und der Herr selbst ist, steht klar bei Joh.1/9,10; 12/35,36,46. Ebenso anderwärts bei Joh.7/7: "Nicht kann die Welt euch hassen, Mich aber hasset sie, weil Ich von ihr zeuge, daß ihre Werke böse sind". Noch deutlicher bei Matth.25/41-45: "Er wird sagen zu denen, die zur Linken sind, weichet von Mir, ihr Verfluchten; denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir nicht zu essen gegeben; durstig, und ihr habt Mich nicht getränkt; ein Fremdling war Ich, und ihr habt Mich nicht aufgenommen; nackt, und ihr habt Mich nicht bekleidet; krank, und im Gefängnis, und ihr habt Mich nicht besucht; wahrlich, Ich sage euch, inwiefern ihr dies nicht getan habt, einem von diesen Geringsten, habt ihr auch Mir es nicht getan": hieraus wird klar, wie sehr gegen den Herrn sind, die gegen das Gute der Liebtätigkeit sind. Sodann daß ein jeder gerichtet wird nach dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist, nicht nach dem Wahren, das Sache des Glaubens ist, wofern dieses getrennt ist vom Guten, wie auch Matth.16/27: "Kommen wird der Sohn des Menschen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann einem jeden vergelten nach seinem Tun": das Tun für das Gute, das aus der Liebtätigkeit hervorgeht. Was der Liebtätigkeit angehört, wird auch Frucht des Glaubens genannt. 2350. Vers 5: Und sie schrien nach Lot, und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. "Und sie schrien nach Lot, und sprachen zu ihm" bedeutet das Falsche aus dem Bösen, sofern es zürnt gegen das Gute; "wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind" bedeutet die Leugnung des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen des Herrn; "diese Nacht" bedeutet die letzte Zeit, da diese nicht mehr anerkannt werden; "führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen" bedeutet, sie wollten zeigen, daß es ein Irrtum sei, das Dasein derselben anzuerkennen. 2351. "Sie schrien nach Lot, und sprachen zu ihm", 1. Mose 19/5, daß dies bedeutet das Falsche aus dem Bösen, sofern es zürnt gegen das Gute, kann erhellen aus der Bedeutung des Schreiens, ferner aus derjenigen Lots, und so aus der Gemütsbewegung. Daß das Wort "schreien" vom Falschen ausgesagt wird, ist Nr. 2240 gezeigt worden; daß Lot die Menschen der Kirche, die im Guten sind, somit das Gute selbst vorbildet: Nr. 2324. Hieraus und aus dem Affekt des Zornes, der in diesen Worten liegt, erhellt, daß es ist das Falsche aus dem Bösen, sofern es zürnt gegen das Gute. Daß es mehrere Arten des Falschen gibt, im allgemeinen aber zweierlei, nämlich das Falsche, das aus dem Bösen erzeugt wird, und dasjenige, das Böses erzeugt, sehe man Nr. 1188, 1212, 1295, 1679, 2243. Das Falsche aus dem Bösen, das innerhalb der Kirche ist, ist hauptsächlich das Falsche, das dem Bösen des Lebens günstig ist, wie z.B. dieses, daß das Gute, d.h. die Liebtätigkeit, nicht den Menschen der Kirche mache, sondern das Wahre, d.h. der Glaube; und daß der Mensch selig werde, wie sehr er auch immer während seines ganzen Lebenslaufes im Bösen gelebt habe, wenn er nur im Zustand der Einschläferung des Körperlichen, wie vor dem Tod zu geschehen pflegt, etwas von Glauben mit anscheinender Rührung ausgesprochen habe. Dieses Falsche ist es, das hauptsächlich gegen das Gute zürnt, und dadurch bezeichnet wird, daß sie nach Lot schrien. Ursache des Zornes ist alles das, was die Lust irgendeiner Liebe zu zerstören strebt. Zorn heißt es, wenn das Böse das Gute bekämpft, Eifer aber, wenn das Gute das Böse schilt. 2352. "Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind", 1. Mose 19/5, daß dies die Leugnung des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der zwei Männer, wovon Nr. 2320; dann auch aus dem gleich Folgenden, wo es heißt: führe sie heraus zu uns, damit wir sie erkennen. Hieraus ist klar, daß eine Leugnung eingehüllt wird: daß die, welche gegen das Gute der Liebtätigkeit sind, gegen den Herrn sind, und Ihn im Herzen leugnen, obwohl sie, um der Selbst- und Weltliebe willen, Ihn mit dem Munde bekennen, sehe man Nr. 2343, 2349. 2353. "In der Nacht", 1. Mose 19/5, daß dies die letzte Zeit bedeutet, da dieselben nicht mehr anerkannt werden, erhellt aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie ist die Zeit der Finsternis, wo man die Gegenstände des Lichtes nicht mehr erblickt. Die Engel kamen nicht bei Nacht, sondern des Abends, weil es aber Männer Sodoms sind, die geredet und geschrien haben, d.h. solche, die im Falschen und Bösen sind, so wird nicht gesagt des Abends, sondern in der Nacht; denn die Nacht bedeutet im Wort die Zeit und den Zustand, da kein Licht des Wahren mehr da ist, sondern lauter Böses und Falsches; somit die letzte, da das Gericht ist; in welcher Bedeutung man hin und wieder von ihr liest, wie bei Micha 3/5,6: "Wider die Propheten; Nacht (wird) euch vom Gesicht, und finster wird es euch vom Wahrsagen, und die Sonne geht unter über den Propheten, und schwarz wird über ihnen der Tag": die Propheten hier für diejenigen, die Falsches lehren; Nacht; Verfinsterung, Untergang der Sonne, schwarzwerdender Tag, für Falsches und Böses. Joh.11/9,10: "Wenn jemand am Tage wandelt, so stößt er nicht an, wenn aber jemand in der Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist": wo die Nacht für das Falsche aus dem Bösen, das Licht für das Wahre aus dem Guten steht; denn wie alles Licht des Wahren aus dem Guten ist, so ist alle Nacht des Falschen aus dem Bösen. Joh.9/4: "Ich muß wirken die Werke Dessen, Der Mich gesandt hat, so lange es Tag ist, es kommt eine Nacht, da niemand wirken kann": der Tag für die Zeit und den Zustand, wenn das Gute und Wahre, die Nacht aber, wenn das Böse und Falsche (herrscht). Luk.17/34: "Ich sage euch, in derselben Nacht werden zwei auf einem Bette sein, der eine wird angenommen, der andere verlassen werden": hier die Nacht für die letzte Zeit, da kein Wahres des Glaubens mehr (da ist). Weil in Ägypten, als die Söhne Israels von da auszogen, die Verwüstung des Guten und Wahren innerhalb der Kirche vorgebildet wurde, und daß nichts als das Falsche und Böse mehr herrschte, so wurde befohlen, daß sie mitten in der Nacht ausziehen sollten: 2. Mose 11/4; und geschah, daß um Mitternacht alle Erstgeburten Ägyptens getötet wurden: 2. Mose 12/12,29,30. Und weil diejenigen, die im Guten und Wahren sind, vorgebildet durch die Söhne Israels, unter Falschem und Bösem, wie Lot zu Sodom, bewahrt wurden, so heißt jene Nacht, in Beziehung auf sie, "die Nacht der Bewahrungen Jehovahs": 2. Mose 12/42. 2354. "Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen", 1. Mose 19/5, daß dies bedeutet, sie wollten zeigen, daß es falsch sei, das Sein derselben anzuerkennen, nämlich das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, erhellt aus der Bedeutung der zwei Engel, wovon oben Nr. 2320; sodann auch aus dem Affekt des Zornes, in dem dies gesagt wurde, sofern was in diesem gesagt wird, verneinend ist. Hier wird der erste Zustand der verwüsteten Kirche, d.h., wenn kein Glaube, weil keine Liebtätigkeit mehr da zu sein anfängt, beschrieben, und dieser Zustand besteht darin, daß sie, weil sie gegen das Gute der Liebtätigkeit sind, auch in keinem Glauben sind, besonders in keiner Anerkennung des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen des Herrn. Dieses leugnen im Herzen alle die, welche im Leben des Bösen sind, nämlich alle die, welche andere neben sich verachten, alle hassen die sie nicht verehren, die in Rache gegen ebendieselben, ja in Grausamkeit Lust empfinden, und die aus Ehebrüchen sich nichts machen. Besser haben noch zu ihrer Zeit die Pharisäer getan, die das Göttliche des Herrn offen leugneten, als solche heutzutage, die um selbst verehrt zu werden, und um schnöden Gewinnes willen, Ihn äußerlich andächtig verehren, innerlich aber jenes Unheilige in sich verbergen. Wie diese nach und nach werden, wird im Folgenden beschrieben durch die Männer Sodoms, und durch dessen Zerstörung: 1. Mose 19/24,25. Es verhält sich mit dem Menschen, wie schon früher einige Male gesagt worden ist, so, daß bei ihm böse Geister sind, und zugleich Engel. Durch die bösen Geister hat er Gemeinschaft mit der Hölle, und durch die Engel mit dem Himmel: Nr. 687, 697; inwieweit nun sein Leben zum Bösen sich anläßt, insoweit fließt die Hölle ein, inwieweit aber sein Leben dem Guten sich nähert, fließt der Himmel, somit der Herr ein. Woraus erhellt, daß die, welche im Leben des Bösen sind, nicht können den Herrn anerkennen, sondern sich Unzähliges gegen Ihn erdichten, weil die Phantasien der Hölle einfließen, die sie aufnehmen. Diejenigen hingegen, die im Leben des Guten sind, die anerkennen den Herrn, weil der Himmel einfließt, in dem die Liebe und Liebtätigkeit die Hauptsache ist, weil der Himmel des Herrn ist, von dem alles zur Liebe und Liebtätigkeit Gehörige kommt, man sehe Nr. 537, 540, 547, 548, 551, 553, 685, 2130. 2355. Vers 6,7: Und Lot ging zu ihnen hinaus zur Türe, und die Pforte schloß er hinter sich zu. Und sprach: Nicht doch, meine Brüder, tut nicht (so) übel. "Und Lot ging zu ihnen hinaus zur Türe" bedeutet, daß er sich in kluger Weise anpaßte; "und die Pforte schloß er hinter sich zu" bedeutet, damit sie das Gute der Liebtätigkeit nicht verletzten, und das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn (nicht) leugnen möchten; "und sprach" bedeutet die Ermahnung; "nicht doch, meine Brüder, tut nicht (so) übel", sie sollen jene nicht verletzen; "Brüder", sagt er, weil aus dem Guten, aus dem er ermahnte. 2356. "Lot ging zu ihnen hinaus zur Türe", 1. Mose 19/6, daß dies bedeutet, er habe sich klug angepaßt, erhellt aus dem inwendigeren Sinn der Türe, und des Hinausgehens zur Türe. Die Türe bedeutet im Wort das, was einführt oder einläßt entweder zum Wahren, oder zum Guten, oder zum Herrn. Daher kommt, daß die Türe auch das Wahre selbst, dann das Gute selbst, so wie auch den Herrn selbst bedeutet; denn das Wahre führt zum Guten, und das Gute zum Herrn. Dergleichen bildeten die Türe und die Vorhänge des Zeltes, dann auch des Tempels vor, man sehe Nr. 2145, 2152, 2576. Daß dies die Bedeutung der Türe ist, wird klar aus den Worten des Herrn bei Joh.10/1-3,7,9: "Wer nicht durch die Türe eingeht in den Schafstall, sondern anderswo hinaufsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber; wer aber durch die Türe eingeht, ist ein Hirt der Schafe, diesem öffnet der Türhüter. Ich bin die Türe der Schafe, wenn durch Mich jemand eingehet, so wird er selig werden": hier (steht) die Türe für das Wahre und Gute, somit für den Herrn, Der selbst das Wahre und das Gute ist. Hieraus wird klar, was bezeichnet wird durch eingelassen werden durch die Türe in den Himmel, folglich was durch die Schlüssel, mit denen aufgeschlossen wird. Hier aber wird durch die Türe bezeichnet etwas Gutes, das der Sinnesart derer, die das Haus besetzt haben, angemessen ist; denn die Türe (janua, Haustüre) wird hier unterschieden von der Pforte (ostium, Öffnung im Inneren), und war vor dem Haus, was daraus sich ergibt, daß Lot hinausging, und daß er die Pforte hinter sich verschloß; und daß jenes Gute die Glückseligkeit des Lebens sein sollte, erhellt aus dem, was gleich folgt, womit er diejenigen, die im Falschen und Bösen waren, überzeugen wollte; denn solche lassen sich nicht durch das eigentlichste Gute bestimmen, denn dies verwerfen sie. Hieraus erhellt, daß durch das "Hinausgehen zur Türe" hier bezeichnet wird, er habe sich klug anbequemt. 2357. "Und die Pforte schloß er hinter sich", 1. Mose 19/6, daß dies bedeutet, damit sie das Gute der Liebtätigkeit nicht verletzen, und das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn (nicht) leugnen möchten, erhellt aus dem, was eben gesagt worden ist. Die Pforte verschließen heißt, damit sie nicht hineingehen, hier: damit nicht in das durch das Haus bezeichnete Gute, und so zum Göttlichen und Heiligen des Herrn. Es schließen diese (Worte) noch tiefere Geheimnisse in sich, in deren Sinn und Vorstellung die Engel kommen, wenn dies gelesen wird; daß nämlich diejenigen, die im Leben des Bösen sind, nicht weiter zugelassen werden als zur Erkenntnis des Guten und des Herrn, nicht aber bis zum eigentlichsten Anerkennen und Glauben, und dies darum, weil solange sie im Bösen sind, sie nicht zugleich im Guten sein können. Es kann niemand zwei Herren zugleich dienen. Wer einmal anerkennt und glaubt, der entweiht, wenn er zum Leben des Bösen zurückkehrt, das Gute und Heilige, wer aber nicht anerkennt und glaubt, der kann auch nicht entweihen. Darum wird durch die Vorsehung des Herrn dafür gesorgt, daß der Mensch nicht weiter in die eigentliche Anerkennung und Glauben eingelassen wird, als soweit er nachher darin gehalten werden kann, und zwar dies wegen der Strafe der Entweihung, die in der Hölle eine sehr schwere (gravissima) ist. Dies ist der Grund, warum so wenigen heutzutage gestattet wird, von Herzen zu glauben, daß das Gute der Liebe und Liebtätigkeit der Himmel im Menschen ist, und daß alles Göttliche im Herrn ist; denn sie sind im Leben des Bösen. Dies nun ist es, was tiefer im Inneren dadurch bezeichnet wird, daß Lot die Pforte hinter sich schloß; denn die Pforte war die inwendigere Türe, durch die man in das eigentliche Haus, in dem die Engel (waren), einging, d.h. in das Gute, in dem der Herr ist. 2358. "Und er sprach", 1. Mose 19/7, daß dies eine Ermahnung bedeutet, erhellt aus dem, was nun folgt, somit ohne weitere Erklärung. 2359. "Nicht doch, meine Brüder, tut nicht (so) übel", 1. Mose 19/7, daß dies bedeutet, sie sollen jene nicht verletzen, nämlich das Gute der Liebtätigkeit und das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von übel tun, sofern es ist verletzen. Hieraus ergibt sich, daß von denjenigen gehandelt wird, die innerhalb der Kirche sind, und daß diese es sind, die unter den Männern Sodoms verstanden werden, denn jene (beiden) kann niemand verletzen, als wer das Wort hat. Daß diese das Heiligste sind, kann daraus erhellen, daß niemand ins Reich des Herrn, d.h. in den Himmel eingelassen werden kann, wofern er nicht das Göttliche und Heilige des Herrn anerkennt. Von Ihm allein fließt es ein, und zwar eben in das Gute, das von Ihm ist. Das Göttliche kann nur einfließen ins Göttliche, und kann sich dem Menschen nur mitteilen durch das Göttlich-Menschliche und das aus diesem (hervorgehende) Heilige des Herrn. Hieraus kann verstanden werden, was das heißt, daß der Herr alles in allem Seines Reiches ist; sodann daß nichts Gutes, das beim Menschen ist, (Eigentum) des Menschen, sondern des Herrn ist. 2360. Daß er (sie) Brüder nennt, weil aus dem Guten, aus dem er ermahnte, erhellt aus der Bedeutung des Bruders. Der Bruder bedeutet ebendasselbe im Wort was der Nächste, und dies darum, weil jeder den Nächsten lieben soll wie sich selbst. So wurden sie Brüder genannt aus Liebe, oder was das gleiche ist, aus dem Guten. Diese Benennung und Begrüßung des Nächsten kommt daher, daß der Herr im Himmel der Vater aller ist, und daß Er alle liebt als Kinder; und daß so die Liebe eine geistige Verbindung ist. Es stellt sich infolgedessen der ganze Himmel wie eine Zeugung (generati) aus der Liebe und Liebtätigkeit dar: Nr. 685, 917. Darum wurden alle Söhne Israels, weil sie das himmlische Reich des Herrn, d.h. das der Liebe und Liebtätigkeit vorbildeten, unter sich Brüder genannt, dann auch Genossen, letzteres aber, nämlich Genossen, nicht aus dem Guten der Liebe, sondern aus dem Wahren des Glaubens, wie bei Jes.41/6: "Ein Mann hilft seinem Genossen, und sagt zu seinem Bruder: stärke dich". Jerem.23/35: "So sollt ihr sprechen ein Mann zu seinem Genossen, und ein Mann zu seinem Bruder: Was hat Jehovah geantwortet, und was hat Jehovah geredet". Ps.122/8: "Um meiner Brüder, und meiner Genossen willen will ich reden, möchte doch Friede sein in dir". 5. Mose 15/2,3: "Er soll nicht drängen seinen Genossen und seinen Bruder, weil ausgerufen worden ist ein Erlaß Jehovahs". Jes.19/2: "Ich will Ägypten mit Ägypten zusammenstoßen, und sie werden streiten ein Mann gegen seinen Bruder, und ein Mann gegen seinen Genossen". Jerem.9/3: "Hütet euch ein jeglicher vor seinem Genossen, und vertrauet keinem Bruder, denn jeder Bruder wird durch Unterstellen eines Beines niederwerfen, und jeder Genosse auf Verleumdung ausgehen". Daß alle von jener Kirche mit einem Namen Brüder hießen: Jes.66/20: "Sie werden alle eure Brüder aus allen Völkerschaften als Gabe für Jehovah darbringen, auf Rossen und auf Wagen, und auf Sänftewagen, und auf Maultieren, und auf Dromedaren, zum Berge Meiner Heiligkeit Jerusalem": die, welche nichts anderes wissen als den Buchstabensinn, wie die Juden, glauben, es werden keine anderen bezeichnet, als Jakobs Nachkommen, sodann daß dieselben auf Rossen, und auf Wagen und auf Sänftewagen, auf Maultieren zurückgebracht werden sollen von denen, die sie Heiden nennen, nach Jerusalem. Allein unter den Brüdern werden verstanden alle, die im Guten sind; und unter Rosse, Wagen, Sänftewagen, die Dinge des Wahren und Guten; und unter Jerusalem das Reich des Herrn. 5. Mose 15/7,11: "Wenn unter dir sein wird ein Dürftiger von einem deiner Brüder, in einem deiner Tore, so sollst du nicht dein Herz verhärten, und nicht deine Hand verschließen vor deinem dürftigen Bruder". 5. Mose 17/15,20: "Aus der Mitte deiner Brüder sollst du einen König über dich setzen, du kannst nicht über dich setzen einen fremden Mann, der nicht dein Bruder ist; und sein Herz soll sich nicht erheben über seine Brüder". 5. Mose 18/15,18: "Einem Propheten aus deiner Mitte, von deinen Brüdern, wie mich, wird dir erwecken Jehovah, dein Gott, Diesem sollt ihr gehorchen". Hieraus erhellt, daß die Juden und Israeliten sich alle Brüder nannten, die Verbündeten aber Genossen. Weil sie aber für nichts Sinn hatten als für die historischen und weltlichen Dinge des Wortes, so glaubten sie, sie haben sich darum Brüder zu nennen, weil sie alle die Söhne eines Vaters, nämlich Abrahams seien. Allein im Wort sind sie nicht von daher Brüder genannt worden, sondern vom Guten, das sie vorbildeten. Abraham ist auch im inneren Sinn nichts anderes, als die Liebe selbst, d.h. der Herr: Nr. 1893, 1965, 1989, 2011, dessen Söhne und somit die Brüder diejenigen sind, die im Guten sind, ja alle, die Nächster heißen, wie der Herr lehrt bei Matth.23/8: "Einer ist euer Meister, Christus, ihr alle seid Brüder". Matth.5/22-24: "Jeder, der seinem Bruder ohne Grund zürnet, soll dem Gericht verfallen sein; jeder, der zu seinem Bruder sagt: Raka, soll dem hohen Rat (synedrium) verfallen sein. Wenn du eine Gabe auf dem Altar darbringst, und dabei dich erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich habe, so laß daselbst die Gabe vor dem Altar, und gehe hin, und versöhne dich zuvor mit dem Bruder". Matth.7/3,4: "Warum siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist; wie magst du zu deinem Bruder sagen, laß mich den Splitter aus deinem Auge ziehen". Matth.18/15: "Wenn dein Bruder an dir gesündigt hat, so gehe hin und überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Wenn er dich höret, so hast du einen Bruder gewonnen". Matth.18/21: "Es trat Petrus zu Ihm, und sprach: Herr, wie oft darf mein Bruder an mir sündigen, und muß ich vergeben". Matth.18/35: "So wird auch Mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeglicher seinem Bruder von Herzen vergebet ihre Vergehungen": Hieraus ist klar, daß alle, die in der ganzen Welt Brüder heißen, die der Nächste sind, und zwar darum, weil jeder seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst, somit von der Liebe oder dem Guten her. Und weil der Herr das Gute selbst ist, und alle nach dem Guten ansieht, und selbst der Nächste im höchsten Sinn ist, so nennt auch Er sie Brüder, wie bei Joh.20/17: "Jesus sprach zu Maria, gehe hin zu Meinen Brüdern"; und bei Matth.25/40: "Der König wird antworten, und zu ihnen sprechen: Wahrlich, Ich sage euch, inwiefern ihr es getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, habt ihr Mir es getan": hieraus erhellt nun, daß Bruder ein Ausdruck der Liebe ist. 2361. Vers 8: Siehe doch, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben, laßt mich sie herausführen zu euch, und ihr möget ihnen tun, wie es gut ist in euren Augen; nur jenen Männern sollt ihr nichts tun, denn darum sind sie in den Schatten meines Balkens eingegangen. "Siehe doch, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben" bedeutet die Gefühle des Guten und Wahren: "laßt mich sie herausführen zu euch" bedeutet die Seligkeit aus ihnen; "und ihr möget ihnen tun, wie es gut ist in euren Augen" bedeutet den Genuß inwieweit sie aus dem Guten ein Gefühl haben würden; "nur jenen Männern sollt ihr nichts tun" bedeutet, sie sollen das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn nicht verletzen; "denn darum sind sie in den Schatten meines Balkens eingegangen" bedeutet, daß sie im Guten der Liebtätigkeit seien; der Schatten des Balkens ist in dessen dunklem Allgemeinen. 2362. "Siehe, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben", 1. Mose 19/8, daß dies die Gefühle des Guten und Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Gefühle, wovon Nr. 489, 490, 491. Daß sie keinen Mann erkannt haben, bedeutet, daß Falsches sie nicht befleckt habe, denn der Mann bedeutet das vernunftmäßige Wahre, dann auch im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 265, 749, 1007. Es gibt zweierlei Gefühle: nämlich für das Gute und für das Wahre, man sehe Nr. 1997; jene, oder das Gefühl des Guten, bildet die himmlische Kirche, und wird im Wort genannt die Tochter Zions; diese aber oder das Gefühl des Wahren bildet die geistige Kirche, und wird im Wort genannt die Tochter Jerusalems; wie bei Jes.37/22; 2.Kön.19/21: "Verachtet hat dich, verspottet hat dich die Jungfrau Tochter Zions, hinter dir hat den Kopf geschüttelt die Tochter Jerusalems". Jerem.Klagel.2/13: "Was soll ich dir vergleichen, Tochter Jerusalems? was soll ich dir gleichstellen, und womit dich trösten, Jungfrau Tochter Zions?". Micha 4/8: "Du o Turm der Herde, Hügel der Tochter Zions, bis zu dir wird es kommen, und wird kommen die frühere Herrschaft, das Reich der Tochter Jerusalems". Zeph.3/14: "Juble, Tochter Zions, jauchzet, Israel, freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalems". Sach.9/9: "Frohlocke sehr, Tochter Zions, jauchze, Tochter Jerusalems, siehe dein König wird dir kommen"; Matth.21/5; Joh.12/15. Daß die himmlische Kirche oder das himmlische Reich des Herrn von dem Gefühl des Guten, d.h. von der Liebe zum Herrn selbst, Tochter Zions heißt, sehe man noch Jes.10/32; 16/1; 52/2; 62/11; Jerem.4/31; 6/2,23; Jerem.Klagel.1/6; 2/1,4,8,10; Micha 4/10,13; Sach.2/14; Ps.9/15; und daß die geistige Kirche, oder das geistige Reich des Herrn, von dem Gefühl des Wahren, und so von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die Tochter Jerusalems heißt: Jerem.Klagel.2/15. Die himmlische Kirche wird davon, daß sie aus Liebe zum Herrn in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, besonders einer unverehelichten Tochter, oder einer Jungfrau verglichen, ja auch Jungfrau genannt, wie bei Joh.Offenb. 14/4,5: "Diese sind es, die mit Weibern nicht befleckt worden sind, denn sie sind Jungfrauen; diese sind es, die dem Lamme folgen, wohin es geht; denn sie sind unbefleckt vor dem Throne Gottes": damit dies auch vorgebildet würde in der jüdischen Kirche, wurde den Priestern auferlegt, daß sie nicht Witwen, sondern Jungfrauen zu Gattinnen nehmen sollten: 3. Mose 21/13-15; Hes.44/22. Aus dem, was in diesem Vers steht, kann erhellen, wie rein das Wort im inneren Sinn ist, obwohl es im Buchstaben anders erscheint; denn wenn man diese (Worte) liest: "Siehe doch, ich habe zwei Töchter, die (noch) keinen Mann erkannt haben, lasset mich sie hinausführen zu euch, und ihr möget ihnen tun, wie es gut ist in euren Augen, nur jenen Männer sollt ihr nichts tun", - so schleicht sich nichts anderes als etwas Unreines in die Vorstellungen ein, besonders bei jenen, die im Leben des Bösen sind; wie keusch aber dennoch diese (Worte) im inneren Sinne sind, stellt sich in der Erklärung heraus, sofern sie nämlich bedeuten die Gefühle des Guten und Wahren, und die Seligkeit, die aus deren Genuß diejenigen empfinden würden, die das Göttliche und Heilige des Herrn nicht verletzen. 2363. "Laßt mich sie herausführen zu euch", 1. Mose 19/8, daß dies die Seligkeit aus denselben, nämlich aus den Gefühlen des Guten und Wahren, bedeute, erhellt aus dem Sinn derselben Worte, wenn sie bezogen werden auf die Gefühle, die hier unter den Töchtern verstanden werden. Was die Sache selbst betrifft, daß Seligkeit und Glück bloß in dem Gefühl des Guten und Wahren sei, darüber sind in tiefer Unwissenheit die, welche im Bösen und in dessen Lust sind. Die Seligkeit in dem Gefühl des Guten und Wahren erscheint ihnen entweder als ein Nichts, oder als etwas Trauriges, einigen als etwas Schmerzhaftes, ja als tödlich. Die höllischen Genien und Geister sind von dieser Art, sie meinen und glauben, wenn ihnen die Lust der Selbst- und Weltliebe, folglich des Bösen aus derselben, genommen würde, so könnte ihnen gar kein Leben mehr übrigbleiben; wird ihnen aber gezeigt, daß dann erst das rechte Leben mit Seligkeit und Wonne anfange, so empfinden sie eine Art von Traurigkeit über den Verlust ihrer Lust, und wenn sie unter diejenigen geführt werden, die in einem solchen Leben sind, so ergreift sie Schmerz und Qual. Außerdem fangen sie dann auch an etwas Aashaftes und grauenhaft Höllisches in sich zu fühlen, daher sie den Himmel, in dem solche Seligkeit und Wonne ist, ihre Hölle nennen, und so weit wegfliehen, als sie sich von dem Angesicht des Herrn entfernen und verbergen können. Daß aber dennoch alle Seligkeit und Wonne in dem Gefühl des Guten, welches das der Liebe und Liebtätigkeit ist, und in dem des Wahren besteht, welches das des Glaubens ist, sofern dieses zu jenem führt, kann daraus erhellen, daß der Himmel, d.h. das engelische Leben, darin besteht; sodann daß es vom Innersten heraus anregt, weil es durch das Innerste vom Herrn her einfließt, man sehe Nr. 540, 541, 545. Alsdann dringt auch Weisheit und Einsicht ein, und erfüllt die geheimsten Wohnstätten des Gemütes selbst, und entzündet das Gute mit himmlischer Flamme, und das Wahre mit himmlischem Licht, und zwar dies mit einem Gefühl von Seligkeit und Wonne, von dem man nur das Unaussprechliche aussagen kann. Die, welche in diesem Zustand sind, werden inne, wie nichtig, und wie traurig, und wie jämmerlich das Leben derjenigen ist, die im Bösen der Selbst- und der Weltliebe sind. Damit aber der Mensch wisse, welcherlei in Vergleichung (mit jenem) dieses Leben ist, nämlich das Leben der Selbst- und der Weltliebe, oder, was dasselbe ist, das Leben des Hochmutes, des Geizes, der Habsucht, des Hasses, der Rachgier, der Unbarmherzigkeit, des Ehebrechens, so möge der, welcher einige Gaben des Geistes besitzt, sich ein Bild von der einen oder anderen jener (Verkehrtheiten) machen, oder sie, wenn er kann, nach den Vorstellungen, die er aus Erfahrung, Wissenschaft und Vernunft davon fassen kann, sich ausmalen, dann wird er in demselben Maß, als er sich die Beschreibung und Ausmalung derselben angelegen sein läßt, sehen, wie schauerlich sie sind, und daß es teuflische Ausgestaltungen sind, in denen nichts Menschliches ist. Dergleichen Gestalten werden nach dem Tod alle die, welche eine Lebenslust darin empfinden, und um so schauderhaftere, je größer die Lust ist. Umgekehrt aber, wenn er sich ein Bild macht von der Liebe und Liebtätigkeit, oder auch durch eine Gestalt sich dieselbe vergegenwärtigt, so wird er in demselben Maß, als er sich die Beschreibung oder Zeichnung angelegen sein läßt, auch sehen, daß sie eine engelische Gestalt ist, die voll von Seligem und Schönen, und in der Himmlisches und Göttliches ist. Könnte wohl jemand glauben, daß jene beiderlei Gestalten beisammen sein können; und daß jene teuflische Gestalt ausgezogen, und in eine Gestalt der Liebtätigkeit umgewandelt zu werden vermöge, und zwar durch einen Glauben, dem das Leben entgegen ist? Denn nach dem Tod erwartet jeden das Leben, oder, was dasselbe ist, die Neigung, dieser gemäß ist dann alles Denken, folglich der Glaube, der sich so offenbart, wie er im Herzen beschaffen gewesen war. 2364. "Und ihr möget ihnen tun, wie es gut ist in euren Augen", 1. Mose 19/8, daß dies bedeutet den Genuß, inwieweit er aus dem Guten (kommt), kann ebenfalls erhellen aus dem Sinn der Worte, dann aus dem Zusammenhang, wenn jene ausgesagt werden von den Gefühlen, die durch die Töchter bezeichnet werden. Daß er klug sich angepaßt habe, ist dadurch bezeichnet worden, daß Lot zu ihnen hinausging zur Türe: Nr. 2356; die Klugheit selbst erhellt aus diesen und den übrigen Worten in diesem Vers, daß sie nämlich der Seligkeit der Gefühle des Guten und Wahren genießen sollten, soviel sie aus dem Guten es (vermöchten), was dadurch bezeichnet wird, daß sie ihnen tun mögen, wie es gut in ihren Augen ist. Genießen soviel (sie) aus dem Guten (es vermöchten), d.h., so weit sie wüßten, daß es gut sei, zu weiterem ist niemand verbunden; denn alle werden vom Herrn zum Guten des Lebens gelenkt durch das Gute ihres Glaubens, also anders die Heiden als die Christen, anders die Einfältigen als die Gebildeten, anders die Kinder als die Erwachsenen. Die mit Bösem ihr Leben befleckt haben, werden dadurch gelenkt, daß sie sich des Bösen enthalten, und das Gute beabsichtigen, und zwar dies tun nach Maßgabe ihrer Fassungskraft; die Absicht oder der Endzweck wird bei ihnen angesehen, und obwohl die Handlungen an sich nicht gut sind, so haben sie doch vom Endzweck her etwas Gutes und von daher (etwas) Leben, was ihr Seliges macht. 2365. "Nur jenen Männern sollt ihr nichts tun", 1. Mose 19/8, daß dies bedeutet, sie sollen das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn nicht verletzen, erhellt aus der Bedeutung der Männer und Engel, wovon oben. 2366. "Denn darum sind sie in den Schatten meines Balkens eingegangen", 1. Mose 19/8, daß dies bedeutet, sie seien im Guten der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute: Nr. 710, 2233, 2234, welches Haus hier genannt wird "der Schatten des Balkens", aus dem gleich anzugebenden Grund. HG 2367 2367. Daß der Schatten des Balkens das dunkle Allgemeine ist, damit verhält es sich so: Das Innewerden des Guten und Wahren ist nur im Dunkeln beim Menschen, auch dem Wiedergeborenen, (und dies) mehr bei dem, der im äußerlichen Gottesdienst ist, der hier durch Lot vorgebildet wird. Die Gefühle, wie die Wahrnehmungen sind, solange der Mensch im Leiblichen ist, d.h., wenn er noch im Leibe lebt, sehr allgemein, mithin sehr dunkel, wie sehr auch der Mensch des Glaubens sein mag, es sei nicht so. Myriaden von Myriaden sind in jeder kleinen Regung seines Gefühls, auch in jeder Vorstellung seiner Wahrnehmung, die ihm als eine erscheint, was vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn gezeigt werden soll, wo von den Gefühlen und Vorstellungen gehandelt werden wird. Der Mensch kann weniges von dem darin Enthaltenen, durch Reflexion, zuweilen erforschen und beschreiben, allein Unzähliges, ja grenzenlos vieles liegt darin verborgen, was gar nie zu seiner Kenntnis kommt, noch kommen kann, solange er im Leibe lebt; es tritt jedoch zutage, wenn das Leibliche und Weltliche verschwunden ist; was genugsam daraus erhellen kann, daß ein Mensch, der im Guten der Liebe und Liebtätigkeit war, wenn er ins andere Leben übergeht, aus einem dunklen Leben in ein helleres, wie von einer Art von Nacht in den Tag kommt, und inwieweit in den Himmel, insoweit in ein helleres, bis zu dem Licht, in dem die Engel sind, deren Licht der Einsicht und Weisheit unaussprechlich ist, und dem gegenüber der Lichtschein selbst, in dem der Mensch vergleichsweise sich befindet, wie etwas Finsteres ist. Darum wird hier gesagt, sie seien in den Schatten seines Balkens gekommen, wodurch bezeichnet wird, sie seien in seinem dunklen Allgemeinen, d.h., daß er wenig vom Göttlichen und Heiligen des Herrn wisse, daß er aber dennoch anerkenne, und den Glauben habe, daß es sei, und daß es im Guten der Liebtätigkeit sei, d.h. bei denen, die in diesem Guten sind. 2368. Vers 9: Und sie sprachen: Tritt näher her! und sprachen: Ist der Eine gekommen, sich als Fremdling (hier) aufzuhalten, und will den Richter machen? nun wollen wir es mit dir ärger machen, als mit jenen. Und sie drangen ein auf den Mann, auf Lot sehr, und traten hinzu, die Pforte zu erbrechen. "Und sie sprachen: Tritt näher her" bedeutet, Drohungen ihres Zorns; "und sprachen: ist der Eine gekommen sich als Fremdling (hier) aufzuhalten" bedeutet die von einer anderen Lehre und von einem anderen Leben sind; "und will den Richter machen" bedeutet, wollen die uns lehren? "nun wollen wir es mit dir ärger machen, als mit jenen" bedeutet, daß sie das Gute der Liebtätigkeit noch mehr verwarfen, denn das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn; "Und sie drangen ein auf den Mann" bedeutet, daß sie dem Wahren Gewalt antun wollten; "auf Lot sehr" bedeutet, am meisten dem Guten der Liebtätigkeit; "und traten hinzu, die Pforte zu erbrechen" bedeutet, sie schritten bis zum Versuch, beides zu zerstören. 2369. "Und sie sprachen", 1. Mose 19/9, daß dies eine Antwort aus Zorn bedeutet, kann aus demjenigen erhellen, was vorausgeht, und was folgt, somit ohne Erklärung. 2370. "Tritt näher her", 1. Mose 19/9, daß dies Drohungen des Zornes bedeutet, nämlich gegen das Gute der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung Lots, sofern er ist das Gute der Liebtätigkeit, zu dem und von dem dieses gesagt wurde; und daß es Drohungen des Zornes sind, ergibt sich aus den Worten selbst; und aus den folgenden, sofern sie in sich schließen, daß sie jenes gänzlich verwerfen würden, wenn er noch mehr davon reden, und dazu raten würde, was die Bedeutung ist von: tritt näher her. 2371. "Und sie sprachen: Ist der Eine gekommen sich als Fremdling (hier) aufzuhalten", 1. Mose 19/9, daß dies bedeutet die von einer anderen Lehre und von einem anderen Leben sind, erhellt aus der Bedeutung von als Fremdling sich aufhalten, was soviel ist als unterrichtet werden und leben, somit die Lehre und das Leben, wovon Nr. 1463, 2025. Hier wird der Zustand der Kirche beschrieben, wie er ist um die letzten Zeiten, wann kein Glaube mehr da ist, weil keine Liebtätigkeit, daß nämlich das Gute der Liebtätigkeit, weil es ganz aus dem Leben verschwunden ist, auch aus der Lehre ausgestoßen werde. Hier wird nicht von jenen gehandelt, die das Gute der Liebtätigkeit verfälschen, dadurch daß sie es zu ihren Gunsten ausdeuten, sowohl um ihretwillen, damit sie die Größten sein möchten, als auch um der Güter der Welt willen, damit sie alles besitzen möchten, und sich das Recht der Gnadenspenden anmaßen, und so das Gute der Liebtätigkeit durch verschiedene Kunstgriffe und in trügerischer Weise verunreinigen. Sondern von denjenigen, die nichts vom Guten der Liebtätigkeit oder von guten Werken, sondern allein vom Glauben, der von diesen getrennt ist, hören wollen, und als Grund dafür anführen, daß ja gar nichts als Böses im Menschen sei, daß das Gute, das von ihm kommt, auch an sich böse sei, und somit in diesem gar kein Heil sei; und daß niemand den Himmel durch irgend etwas Gutes verdienen, somit nicht dadurch selig werden könne, sondern allein durch den Glauben, in dem sie das Verdienst des Herrn anerkennen. Diese Lehre ist es, die in der letzten Zeit, wenn die Kirche auszuhauchen anfängt, im Schwange geht, und mit Feuer gelehrt, und mit Beifall ergriffen wird. Allein der darauf ruhende Schluß, daß man ein böses Leben und einen guten Glauben haben könne, ist falsch, und ebenso auch, daß es, weil nur Böses im Menschen ist, nichts Gutes vom Herrn her geben könne, (während doch), weil in diesem der Herr ist, auch der Himmel (darin) ist, und weil der Himmel, auch Seligkeit und Wonne: endlich daß es, weil niemand durch irgend etwas Gutes verdienen könne, auch kein himmlisch Gutes vom Herrn gebe, in dem das (Vertrauen auf) Verdienst als etwas sehr Arges (quoddam enorme) angesehen wird, während doch in einem solchen Guten alle Engel sind, in einem solchen alle Wiedergeborenen, und in einem solchen die, welche Lust, ja Seligkeit im Guten selbst, oder in der Neigung dazu, empfinden. Von diesem Guten, oder von dieser Liebtätigkeit spricht der Herr bei Matth.5/43-48: "Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten lieben, und deinen Feind hassen: Ich (aber) sage euch: tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Söhne seiet eures Vaters, der in den Himmeln (ist): denn wenn ihr liebet, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? und wenn ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr Vorzügliches, tun nicht auch die Zöllner (die Heiden) also?"; ebenso bei Luk.6/27-36 mit dem Beisatz: "Tut wohl und leihet, ohne etwas dafür zu hoffen, dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein": wo beschrieben wird das Gute, das vom Herrn ist, und daß es ohne alles Absehen auf Wiedervergeltung sei, daher die, welche in demselben sind, genannt werden Söhne des Vaters, der in den Himmeln ist, und Söhne des Höchsten. Und weil in demselben der Herr ist, so ist auch der Lohn (darin). Luk.14/12-14: "Wenn du ein Mittagsmahl oder Abendmahl gibst, so lade nicht ein deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn, daß sie nicht etwa wieder dich einladen, und dir Vergeltung werde; sondern wenn du ein Gastmahl gibst, so lade Arme, Krüppel, (Lahme), Blinde, dann wirst du selig sein, weil sie nicht haben, zu vergelten, es wird dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten": Mittagsmahl, Abendmahl, Gastmahl (prandium, coena, convivium) ist das Gute der Liebtätigkeit, in dem ein Zusammenwohnen des Herrn mit dem Menschen ist: Nr. 2341, daher dadurch dargestellt wird, und deutlich erhellt, daß die Vergeltung im Guten selbst ist, weil in ihm der Herr ist, denn es heißt, es wird vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten. Die, welche, weil der Herr so geboten hat, das Gute aus sich zu tun sich bestreben, die sind es, die endlich dieses Gute empfangen, und die hernach belehrt, gläubig anerkennen, daß alles Gute vom Herrn ist: Nr. 1712, 1937, 1947 und alsdann das Vertrauen auf das eigene Verdienst so verabscheuen, daß sie, wenn sie nur an ein Verdienst denken, traurig werden, und fühlen, daß das Selige und Wonnige bei ihnen um soviel sich vermindert. Anders die, welche es nicht so machen, sondern ein Leben des Bösen führen und dabei lehren und bekennen, daß im getrennten Glauben Heil sei. Solche wissen auch nicht, daß ein solches Gute möglich ist; und es ist merkwürdig, daß ebendieselben im anderen Leben, wie (mir) durch viele Erfahrung zu wissen gegeben worden, durch alles und jedes Gute, dessen sie sich erinnern, den Himmel verdienen wollen, weil sie dann erst wissen, daß in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben kein Heil ist. Allein sie sind dann diejenigen, von denen der Herr bei Matthäus 7/22,23 sagt: "Sie werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in deinem Namen viele Krafttaten getan, allein dann werde Ich ihnen bekennen, Ich kenne euch nicht, geht weg von Mir, ihr Übeltäter". Bei Matthäus stellt sich auch heraus, daß sie ganz und gar nicht geachtet hatten auf alles das, was der Herr selbst vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit so oft gelehrt hat, sondern daß dergleichen Dinge wie Wolken, die vorüberfliegen, oder wie Nachtgesichte waren, z.B. was steht bei: Matth.3/8,9; 5/7-48; 6/1-20; 7/16-20,24-27; 9/13; 12/33; 13/8,23; 18/21-30; 19/19; 22/34-39; 24/12,13; 25/34-46; Mark.4/18-20; 11/13,14,20; 12/28-35; Luk.3/8,9; 6/27-39,43-49; 7/47; 8/8,14,15; 10/25-28; 12/58,59; 13/6-10; Joh.3/19,21; 5/42; 13/34,35; 14/14,15,20-23; 15/1-19; 21/15-17. Dies nun und Ähnliches ist es, was dadurch bezeichnet wurde, daß die Männer Sodoms, d.h. die, welche im Bösen (waren): Nr. 2220, 2246, 2322 zu Lot sagten: "Ist der Eine gekommen als Fremdling sich (hier) aufzuhalten, und will den Richter machen", d.h. werden die, welche von einer anderen Lehre und einem anderen Leben sind, uns lehren?. 2372. "Und will den Richter machen", 1. Mose 19/9, daß dies bedeutet: "werden diese uns lehren", erhellt aus der Bedeutung des Richtens, sofern es soviel ist als lehren. Daß die Gerechtigkeit ausgesagt wird von der Ausübung des Guten, das Gericht aber vom Unterricht im Wahren, ist Nr. 2235 gezeigt worden, daher es kommt, daß das Richten im inneren Sinn heißt: unterrichten oder lehren. Das Wahre lehren ist soviel als lehren was gut ist, weil alles Wahre auf das Gute abzielt. 2373. "Nun wollen wir es mit dir ärger machen, als mit jenen", 1. Mose 19/9, daß dies bedeutet, sie würden das Gute der Liebtätigkeit noch mehr verwerfen, als das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, kann erhellen aus der Bedeutung Lots, sofern er ist das Gute der Liebtätigkeit, denn Lot bildet diejenigen vor, die im Guten der Liebtätigkeit sind: Nr. 2324, 2351, 2371, und aus der Bedeutung der Männer oder Engel, sofern sie ist der Herr in Rücksicht des Göttlich-Menschlichen und des ausgehenden Heiligen, wovon oben. Hieraus erhellt, daß "es ärger mit dir machen, als mit jenen" diesen Sinn hat. Daß diejenigen, die im Bösen innerhalb der Kirche sind, noch mehr die Liebtätigkeit verwerfen als den Herrn leugnen, geschieht darum, weil sie so unter dem Schein von Religiosität ihren Begierden nachleben und einen äußeren Gottesdienst ohne allen inneren haben können, d.h. einen Gottesdienst des Mundes, nicht des Herzens, und je mehr sie diesen Dienst zu einem Göttlichen und Heiligen machen, desto mehr in Ansehen und Einkommen stehen. Abgesehen von mehreren anderen Ursachen, die verborgen, dennoch aber offenbar sind; während jedoch die Sache sich so verhält, daß wer das eine verwirft, nämlich in Lehre und zugleich im Leben, auch das andere verwirft, und wenn er es nicht mit dem Munde wagt, es doch mit dem Herzen tut. Dies wird auch im Buchstabensinn ausgedrückt durch das, daß sie hinzutraten, die Pforte zu erbrechen, wodurch bezeichnet wird, daß sie bis zum Versuch gingen, beides zu zerstören. Was aber dem Versuch Einhalt tut, daß er nicht in die Tat ausbricht, ist auch nicht verborgen. 2374. "Und sie drangen ein auf den Mann", 1. Mose 19/9, daß dies bedeutet, sie wollten dem Wahren Gewalt antun, erhellt aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist das Verständige und Vernünftige beim Menschen, und weil dies -, so ist es das Wahre, wovon Nr. 158, 1007. Dem Wahren Gewalt antun, heißt die zum Glauben gehörigen Dinge verkehren, und diese werden verkehrt, wenn man sie von der Liebtätigkeit trennt, und wenn man leugnet, daß sie zum Guten des Lebens führen. 2375. "Auf Lot sehr", 1. Mose 19/9, daß dies bedeutet, hauptsächlich dem Guten der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung Lots, sofern er ist das Gute der Liebtätigkeit, wovon Nr. 2324, 2351, 2371, 2373; aus diesen Worten selbst: daß sie auf den Mann, auf Lot sehr eingedrungen seien, kann erhellen, daß etwas anderes durch "den Mann" bezeichnet wird, und etwas anderes durch "Lot sehr", sonst wäre es an einem genug gewesen. 2376. " Und sie traten hinzu, die Pforte zu erbrechen", 1. Mose 19/9, bedeutet, sie seien bis zu dem Versuch gekommen, beides zu zerstören, erhellt aus der Bedeutung von hinzutreten, sofern es ist, den Versuch machen; und aus der Bedeutung der Pforte, sofern sie dasjenige ist, was zum Guten und zum Herrn einführt, sodann auch, sofern sie das Gutes selbst, und der Herr selbst ist, wovon Nr. 2356, 2357; wie es sich damit verhält, sehe man Nr. 2373. 2377. Vers 10: Und die Männer streckten ihre Hand hinaus, und führten Lot zu sich herein ins Haus, und die Pforte verschlossen sie. "Und die Männer streckten ihre Hand hinaus" bedeutet des Herrn mächtige Hilfe; "und führten Lot zu sich herein ins Haus" bedeutet, daß der Herr diejenigen beschütze, die im Guten der Liebtätigkeit sind; "und die Pforte verschlossen sie" bedeutet, daß Er auch jeden Zugang zu ihnen verschließe. 2378. "Und die Männer streckten ihre Hand hinaus", 1. Mose 19/10, daß dies des Herrn mächtige Hilfe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern sie ist der Herr, wovon oben; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist die Macht, wovon Nr. 878. 2379. "Und sie führten Lot zu sich herein ins Haus", 1. Mose 19/10, daß dies bedeutet, daß der Herr diejenigen beschütze, die im Guten der Liebtätigkeit sind, erhellt aus der Vorbildung Lots, sofern es diejenigen sind, die im Guten der Liebtätigkeit stehen, wovon oben, und aus der Bedeutung von zu sich einführen ins Haus, sofern es ist beschützen. Ins Haus eingeführt werden heißt, ins Gute, und die ins Gute eingeführt werden), werden in den Himmel eingeführt; und die, welche in den Himmel (eingeführt werden), werden auch zum Herrn (geführt), daher sie sicher sind vor aller Anfechtung in Rücksicht ihrer Seelen. Daß ein Mensch, der im Guten steht, der Seele nach in Gesellschaft mit den Engeln ist, und so während er im Leibe lebt, dennoch im Himmel ist, obwohl er alsdann es nicht weiß, und auch die engelische Freude nicht empfinden kann, weil er im Leiblichen und in der Vorbereitung ist, sehe man Nr. 1277. 2380. "Und die Pforte verschlossen sie", 1. Mose 19/10, daß dies bedeutet, Er verschließe auch allen Zugang zu ihnen, erhellt aus der Bedeutung der Pforte, sofern sie ist das, was einführt: Nr. 2356, 2357, 2376 somit der Zugang; und daher kommt, daß die Pforte schließen heißt, den Zugang verschließen. Im anderen Leben wird der Zugang dadurch verschlossen, daß die Guten von den Bösen getrennt werden, damit sie von den Sphären der Beredungen des Falschen und der Begierden des Bösen nicht angefochten werden können; denn die Ausdünstung der Hölle kann nicht bis zum Himmel durchdringen. Bei Leibesleben wird der Zugang verschlossen, sofern die Grundsätze und Beredungen des Falschen nichts ausrichten können bei denen, die im Guten sind. Die Engel, die bei ihnen sind, wenden, sobald etwas Falsches des Bösen oder etwas Böses des Falschen eingegossen wird, sei es nun in der Rede von einem bösen Menschen, oder im Denken von einem bösen Geist oder Genius, es sogleich ab, und lenken es zu etwas Wahrem und Gutem, in dem sie befestigt sind. Und zwar dies, wenn sie auch noch so sehr angefochten werden dem Leibe nach, weil sie diesen im Vergleich mit der Seele für nichts achten. Der Mensch ist, solange er noch im Leiblichen ist, in einer so dunklen allgemeinen Vorstellung und Empfindung: Nr. 2367, daß er kaum weiß, ob er im Guten der Liebtätigkeit ist, oder nicht, und dies auch aus dem Grund, weil er nicht weiß, was Liebtätigkeit und was der Nächste ist. Man muß jedoch wissen, welche es sind: alle diejenigen sind im Guten der Liebtätigkeit, die ein Gewissen haben, d.h., die vom Gerechten und Billigen, vom Guten und Wahren, nicht weichen wollen, um des Gerechten und Billigen, des Guten und Wahren selbst willen. Denn dies heißt aus Gewissen. Und die, welche infolgedessen gut vom Nächsten denken, wollen ihm auch wohl, selbst wenn er ein Feind wäre, und zwar dies ohne alle (Absicht auf) Vergeltung. Dies sind die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, mögen sie außerhalb der Kirche oder innerhalb der Kirche sein. Diejenigen von ihnen, die innerhalb der Kirche sind, beten auch den Herrn an, und hören und tun gerne was Er gelehrt hat, umgekehrt aber haben die, welche im Bösen sind, kein Gewissen. Um das Gerechte und Billige bekümmern sie sich nicht, außer insoweit sie dadurch einen guten Namen erwerben können, daß sie als solche erscheinen. Was gut und wahr ist, daß es das geistige Leben anregt, wissen sie nicht, auch verwerfen sie es als ein Nichts, überdies denken sie übel vom Nächsten und wollen ihm übel, tun auch übel, selbst dem Freunde, falls er ihnen nicht geneigt ist, und empfinden eine Lust darin. Wenn (sie) etwas Gutes (tun), so geschieht es im Absehen auf Vergeltung. Solche innerhalb der Kirche leugnen den Herrn insgeheim, und soweit die Ehre, das Einkommen, der gute Name oder das Leben nicht dabei in Gefahr kommen, offen. Dennoch aber muß man wissen, daß einige meinen, sie seien nicht im Guten, während sie es sind, und einige, sie seien im Guten, während sie es nicht sind. Daß einige meinen, sie seien nicht im Guten, während sie es sind, kommt daher, daß solange sie darüber bei sich nachdenken, sogleich dann von den Engeln, in deren Gesellschaft sie sind, eingegeben wird, daß sie nicht im Guten seien, damit sie nicht das Gute sich zuschreiben, und der Gedanke auf eigenes Verdienst, und auf ihre Vorzüglichkeit vor anderen gelenkt werden. Wäre es anders, so würden sie in Versuchungen fallen. Daß aber einige meinen, sie seien im Guten, während sie es nicht sind, kommt daher, daß wenn sie darüber nachdenken, sogleich von bösen Genien und Geistern, in deren Genossenschaft sie sind, eingegossen wird, sie seien im Guten, denn das Angenehme des Bösen halten sie für gut; ja es wird ihnen eingeblasen, daß alles Gute, das sie anderen getan haben, aus Gründen der Selbst- und Weltliebe, Gutes sei das vergolten werden müsse, auch im anderen Leben, daß sie somit mehr Verdienst haben, als andere, die sie neben sich verachten, ja für nichts achten. Und es ist merkwürdig, daß solche, wenn sie anderes dächten, in Versuchungen fallen und darin unterliegen würden. 2381. Vers 11: Und die Männer, die vor der Türe des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, vom Kleinen bis zum Großen, und dieselben mühten sich ab die Türe zu finden. "Und die Männer, die vor der Türe des Hauses waren" bedeutet die Vernünfteleien (rationalia) und die Lehrbestimmungen aus ihnen, durch die dem Guten der Liebtätigkeit Gewalt angetan wird; "schlugen sie mit Blindheit" bedeutet, daß sie mit Falschem erfüllt wurden; "vom Kleinen bis zum Großen" bedeutet im besonderen und im allgemeinen; "und dieselben mühten sich ab die Türe zu finden" bedeutet, bis dahin, daß sie nichts Wahres, das zum Guten führen würde, mehr sehen konnten. 2382. "Und die Männer, die vor der Türe des Hauses waren", 1. Mose 19/11, daß dies die Vernünfteleien und die aus ihnen hervorgehenden Lehren bedeutet, durch die dem Guten der Liebtätigkeit Gewalt angetan wird, erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern sie die Dinge des Vernunftgebietes (rationalia) sind, wovon Nr. 158, 1007; aus der Bedeutung der Türe, sofern sie ist die Einführung oder der Zugang, der entweder zum Wahren oder zum Guten führt, somit eine Lehrbestimmung (doctrinale), wovon Nr. 2356; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute der Liebtätigkeit, wovon oben hie und da. Weil hier von denjenigen gehandelt wird, die herzutraten, um die Pforte zu erbrechen, d.h., die sowohl das Gute der Liebtätigkeit, als das Göttliche und Heilige des Herrn zu zerstören suchten, Nr. 2376, so wurden böse Vernünfteleien (rationalia mala) und die aus ihnen hervorgehenden falschen Lehrbestimmungen verstanden, durch die dem Guten der Liebtätigkeit Gewalt angetan wird. 2383. "Schlugen sie mit Blindheit", 1. Mose 19/11, daß dies bedeutet, sie wurden mit Falschem erfüllt, erhellt aus der Bedeutung der Blindheit. Die Blindheit wird im Wort von denen ausgesagt, die im Falschen, dann auch von denen, die in Unkenntnis des Wahren sind. Beide werden blind genannt, welche aber verstanden werden, kann aus dem Sachzusammenhang, besonders im inneren Sinn erhellen. Daß Blinde genannt werden, die im Falschen sind, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.56/10: "Seine Wächter sind blind, sie alle wissen nichts, sie alle sind stumme Hunde, können nicht bellen": die blinden Wächter (speculatores) für die, welche durch Vernünftelei im Falschen sind; Jes.59/9,10; Jes.59/9,10: "Wir harren auf Licht, und siehe Finsternis; auf Helle, und im Dunkeln wandeln wir; wir tappen wie Blinde an der Wand". Jerem.Klagel.4/14: "Sie irrten blind in den Gassen, befleckten sich mit Blut, das, was sie nicht können, rühren sie an mit den Kleidern": soviel als, es seien alle Wahrheiten verunreinigt, die Gasse für die Wahrheiten, in Beziehung auf welche sie irrten: Nr. 2336; Sach.12/4: "An jenem Tage will Ich jedes Roß mit Stumpfsinn schlagen, und seinen Reiter mit Raserei, jedes Roß der Völker werde Ich mit Blindheit schlagen": das Roß hier und anderwärts im Wort für das Verständige, daher gesagt wird, das Roß solle mit Stumpfsinn geschlagen, und das Roß der Völker mit Blindheit geschlagen, d.h. mit Falschheiten erfüllt werden. Joh.9/39-41: "Zum Gericht bin Ich in die Welt gekommen, damit die Nicht-Sehenden sehen, die Sehenden aber blind werden: es hörten dies (einige) von den Pharisäern, und sprachen: Sind auch wir blind? da sprach zu ihnen Jesus: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber saget, wir sehen, so bleibt eure Sünde": hier stehen die Blinden in beiderlei Sinn, die nämlich im Falschen, und die in Unkenntnis des Wahren sind. Bei denen, die innerhalb der Kirche sind und wissen was wahr ist, ist die Blindheit Falschheit; hingegen (bei denen), die nicht wissen was wahr ist, wie bei denen die außerhalb der Kirche sind, ist die Blindheit Unkenntnis des Wahren und sie sind ohne Schuld; Joh.12/40; Jes.6/9-11: "Er hat verblendet ihre Augen, und verstockt ihr Herz, daß sie nicht sehen mit ihren Augen, und mit dem Herzen verstehen, und Ich sie heile": soviel als, es wäre besser, sie wären im Falschen, als in den Wahrheiten, weil sie im Leben des Bösen sind, und wenn sie in den Wahrheiten unterrichtet würden, sie dieselben nicht nur noch mehr verfälschen, sondern auch mit Bösem verunreinigen würden; aus demselben Grund, aus dem die Männer Sodoms mit Blindheit geschlagen, d.h. die Lehren mit Falschem erfüllt wurden. Warum dies geschehe ist gezeigt worden Nr. 301-303, 593, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2426. Weil das Blinde das Falsche bezeichnete, darum war in der vorbildlichen jüdischen Kirche verboten, irgend etwas Blindes zu opfern: 3. Mose 22/22; 5. Mose 15/21; Mal.1/8: sodann auch untersagt, daß ein Blinder aus den Priestern herzutrete, zu opfern auf dem Altar: 3. Mose 21/18,21. Daß die Blindheit von der Unkenntnis des Wahren ausgesagt wird, wie die Heiden in einer solchen sind, erhellt bei Jes. 29/18: "Es werden an jenem Tage die Tauben die Worte des Buches hören, und aus dem Dunkel und der Finsternis der blinden Augen sehen": die Blinden für die, welche in Unkenntnis des Wahren, besonders die außerhalb der Kirche sind; Jes.43/8: "Führe hinaus das blinde Volk, das Augen hat: und die Tauben, die Ohren haben": wo von der Kirche der Heiden die Rede ist. Jes.42/16: "Ich will die Blinden auf einem Wege führen, den sie nicht kennen, will die Finsternis vor ihnen zum Lichte machen"; und Jes.42/6,7: "Ich werde Dich zum Licht des Volkes geben, zu öffnen blinde Augen, aus dem Verschlusse den Gebundenen zu führen, aus dem Gefängnishause die in Finsternis Sitzenden": wo die Rede ist vom Kommen des Herrn, daß alsdann diejenigen unterrichtet werden sollen, die in Unkenntnis des Wahren sind; denn die im Falschen sind, lassen sich nicht so unterrichten, weil sie das Wahre kennen, und sich gegen dasselbe bestärkt, und es in eine Finsternis verkehrt haben, die nicht zerstreut wird. Luk.14/21: "Der Hausvater sprach zu seinem Knecht: Gehe eilends in die Gassen und Straßen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel, und Lahmen, und Blinden hier herein": wo vom Reich des Herrn (die Rede ist); daß nicht Arme, Krüppel, Lahme, Blinde bezeichnet werden, ist klar, sondern solche, die im geistigen Sinn so beschaffen sind; Luk.7/22: "Jesus sagte, sie sollten dem Johannes verkündigen, daß die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen gereinigt werden, die Tauben hören, die Toten auferstehen, und den Armen das Evangelium gepredigt werde": nach dem Buchstabensinn werden unter den Blinden, Lahmen, Aussätzigen, Tauben, Toten, Armen keine anderen verstanden, als die so sind, weil es wirklich so geschehen ist, daß nämlich die Blinden das Gesicht wieder erhielten, die Tauben das Gehör, die Aussätzigen Heilung, die Toten das Leben; dennoch aber werden im inneren Sinn ebendieselben verstanden, die (zu verstehen sind) bei Jes.35/5,6: "Dann werden geöffnet werden die Augen der Blinden, und die Ohren der Tauben sich auftun, und es wird hüpfen wie ein Hirsch der Lahme, und singen die Zunge des Stummen": wo (die Rede ist) vom Kommen des Herrn, und von einer neuen Kirche alsdann, die genannt wird die der Heiden, von denen ausgesagt wird, daß sie wären blind, taub, lahm, stumm, so genannt in Rücksicht der Lehre und des Lebens. Denn man muß wissen, daß alle Wunder, die vom Herrn gewirkt wurden, immer solches in sich schlossen, und daher bezeichneten, was unter den Blinden, Lahmen, Aussätzigen, Tauben, Toten im inneren Sinn verstanden wird, infolgedessen die Wunder des Herrn göttlich waren, wie auch diejenigen, die geschahen in Ägypten, in der Wüste und die übrigen, von denen im Wort (die Rede ist); was ein Geheimnis ist. 2384. "Vom Kleinen bis zum Großen", 1. Mose 19/11, daß dies bedeutet im besonderen und im allgemeinen, erhellt aus deren Bedeutung im inneren Sinn, wenn sie ausgesagt werden von den Vernünfteleien und daraus hervorgehenden Lehren, die durch die Männer, die (vor) der Türe des Hauses (waren), bezeichnet werden; denn das Besondere und das Allgemeine verhält sich gleich; denn das Besondere ist wie das Kleine, und das allgemeine des Besonderen wie das Große; was das Besondere gegenüber dem Allgemeinen sei, und wie es sich damit verhalte, sehe man Nr. 920, 1040, 1316. 2385. "Und dieselben mühten sich ab die Türe zu finden", 1. Mose 19/11, daß dies bedeutet, bis dahin, daß sie nichts Wahres mehr, das zum Guten führen würde, sehen konnten, erhellt aus der Bedeutung der Türe, sofern sie ist die Einführung und der Zugang, und sofern sie ist das Wahre selbst, weil dieses zum Guten einführt, wovon Nr. 2356. Hier aber werden durch die Türe bezeichnet die Erkenntnisse, die zum Wahren einführen sollen, denn die Türe war, wie Nr. 2356 gesagt worden, vor dem Hause; denn es heißt, "Lot sei zur Türe hinausgegangen, und habe die Pforte hinter sich verschlossen": 1. Mose 19/6 daher denn "sich abmühen die Türe zu finden" heißt: nicht sehen was Wahres, das zum Guten führen würde. Solcherlei werden, besonders in den letzten Zeiten diejenigen, die aus der Vernünftelei Lehrbestimmung ausbrüten, und nichts glauben, wenn sie es nicht ganz begreifen. Das Leben des Bösen fließt dann fortwährend ein in ihre Vernunfttätigkeit (rationale) und gießt ein trügerisches Licht aus dem Feuer der Neigungen zum Bösen ein, und macht, daß sie Falsches als wahr sehen, wie gewöhnlich die, welche im nächtlichen Licht Scheingestalten sehen; ebendasselbe wird hernach mit vielem begründet, und werden dann Lehrbestimmungen daraus, wie sie diejenigen haben, die sagen, daß es auf das Leben, das Sache der Neigung ist, nicht ankomme, sondern allein auf den Glauben, der Sache des Denkens ist. Daß jedes Prinzip, von welcher Art es immer sein möge, und wenn es das Falsche selbst wäre, einmal angenommen, durch Unzähliges begründet und in äußerer Form so dargestellt werden kann, als ob es das Wahre selbst wäre, kann jedem bekannt sein, daher die Irrlehren (haereses) von denen, wenn sie einmal begründet sind, durchaus nicht mehr abgegangen wird. Aber aus einem falschen Prinzip fließt lediglich nur Falsches hervor, und wenn Wahrheiten unter dasselbe eingestreut werden, so werden sie dennoch, wenn das falsche Prinzip durch sie begründet wird, zu verfälschten Wahrheiten, weil befleckt vom Wesen des Prinzips. Ganz anders, wenn das Wahre selbst als Prinzip angenommen, und dieses begründet würde, wie z.B., daß die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten es seien, wovon das Gesetz abhängt, und wovon alle Propheten reden, und daß sie somit das Wesentliche aller Lehre und Gottesverehrung seien, dann würde das Gemüt erleuchtet durch unzählig vieles im Wort, was sonst im Dunkel des falschen Prinzips verborgen liegen bleibt. Ja alsdann würden die Irrlehren zerstreut, und aus den vielen würde eine Kirche werden, wie sehr auch die daraus fließenden oder dahin führenden Lehrbestimmungen, und dann auch die Gebräuche, verschieden wären. Von dieser Art war die Alte Kirche, die durch mehrere Reiche sich erstreckte, nämlich durch Assyrien, Mesopotamien, Syrien, Äthiopien, Arabien, Libyen, Ägypten, Philistäa bis zu Tyrus und Zidon, durch das Land Kanaan diesseits und jenseits des Jordans. Bei ihnen waren die Lehrbestimmung und Gebräuche verschieden, dennoch aber war es eine Kirche, weil die Liebtätigkeit ihnen wesentlich war. Und damals war das Reich des Herrn auf Erden wie in den Himmeln; denn der Himmel ist von dieser Art, man sehe Nr. 684, 690. Wenn es so (wäre), so würden alle wie ein Mensch vom Herrn regiert, denn sie wären wie die Glieder und Organe eines Leibes, die, obwohl sie nicht die gleiche Form und nicht die gleiche Verrichtung haben, dennoch sich auf ein Herz beziehen, von dem alle und jede in ihrer Form, die allenthalben verschieden ist, abhängen. Dann würde ein jeder, in was immer für einer Lehre, und in was immer für einem äußeren Gottesdienst er auch sein möge, sagen: der ist mein Bruder, ich sehe, daß er den Herrn verehrt, und daß er gut ist. 2386. Vers 12: Da sprachen die Männer zu Lot: Wen hast du noch hier? den Eidam, und deine Söhne, und deine Töchter, und jeden, den du in der Stadt hast, führe hinaus aus dem Ort. "Da sprachen die Männer zu Lot" bedeutet, daß der Herr sich denen zuwendet, die im Guten der Liebtätigkeit sind; "wen hast du noch hier? den Eidam, und deine Söhne, und deine Töchter, und jeden, den du in der Stadt hast, führe hinaus aus dem Ort" bedeutet daß alle, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und alles, was ihr angehört, gerettet werden würden, auch die, welche im Wahren des Glaubens sind, wenn sie vom Bösen abtreten; die Eidame sind die den Neigungen zum Guten beigesellten, hier die beizugesellenden Wahrheiten; die Söhne sind die Wahrheiten, die Töchter die Neigungen zum Guten und Wahren; jeder, der in der Stadt ist, ist alles, was etwas vom Wahren an sich hat; der Ort ist der Zustand des Bösen. 2387. "Da sprachen die Männer zu Lot", 1. Mose 19/12, daß dies bedeutet, der Herr wende sich an die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern es der Herr ist, wovon Nr. 2378; aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist sich zuwenden; und was aus der Vorbildung Lots, sofern es diejenigen sind, die im Guten der Liebtätigkeit stehen, wovon Nr. 2324, 2351, 2371; daher daß die Männer zu Lot sprachen, bedeutet, daß der Herr sich denjenigen zuwendet, die im Guten der Liebtätigkeit sind. 2388. "Wen hast du noch hier? den Eidam, und deine Söhne, und deine Töchter, und jeden, den du in der Stadt hast, führe hinaus aus dem Ort", 1. Mose 19/12, daß dies bedeutet, alle die im Guten der Liebtätigkeit sind, und alles, was dieser angehört, würden gerettet werden, auch die, welche im Wahren des Glaubens sind, wenn sie vom Bösen abtreten, erhellt aus der Bedeutung der Eidame, Söhne, Töchter, der Stadt, und des Ortes, wovon nachher. Daß diejenigen, die im Wahren des Glaubens sind, wenn sie vom Bösen abtreten, selig werden, damit verhält es sich so: die Glaubenswahrheiten sind die eigentlichen Aufnahmegefäße des Guten: Nr. 1900, 2063, 2261, 2269 und nehmen das Gute auf, insoweit der Mensch vom Bösen abläßt; denn das Gute fließt fortwährend ein vom Herrn, das Böse des Lebens aber ist es, was verhindert, daß es aufgenommen wird in den Wahrheiten, die beim Menschen in seinem Gedächtnis oder Wissen sind. Inwieweit daher der Mensch vom Bösen abläßt, insoweit dringt das Gute ein, und fügt sich seinen Wahrheiten ein. Dann wird das Wahre des Glaubens bei ihm zum Guten des Glaubens. Der Mensch kann zwar das Wahre wissen, auch wenn irgendein weltlicher Beweggrund dazu antreibt, es bekennen, ja sogar überzeugt werden, daß es wahr ist, dennoch aber lebt dieses Wahre nicht, so lang er im Leben des Bösen ist; denn ein solcher Mensch ist wie ein Baum, an dem Blätter sind, aber keine Frucht. Und es ist jenes Wahre wie ein Licht in dem keine Wärme ist, wie es zur Winterszeit ist, wo nichts wächst; ist aber die Wärme darin, dann wird das Licht wie es zur Frühlingszeit ist, wo alles wächst. Das Wahre wird im Wort dem Lichte verglichen, und wird Licht genannt, die Wärme aber wird verglichen der Liebe, und diese wird auch geistige Wärme genannt. Im anderen Leben offenbart sich auch das Wahre durch das Licht, das Gute aber durch die Wärme. Hingegen das Wahre ohne Gutes durch ein kaltes Licht, mit dem Guten aber durch ein dem Frühlingslicht ähnliches. Hieraus wird klar, was das Wahre des Glaubens ohne das Gute der Liebtätigkeit ist. Daher kommt, daß die Eidame und die Söhne, durch die solche Wahrheiten bezeichnet worden sind, nicht gerettet wurden, sondern allein Lot mit seinen Töchtern. Weil hier gesagt wird, daß auch die, welche im Wahren des Glaubens sind, wenn sie vom Bösen abtreten, selig werden, so muß man wissen, daß es diejenigen sind, die sich zum Glauben bekennen, und gar nicht an die Liebtätigkeit denken, und zwar darum, weil sie so unterrichtet worden sind, und weil sie nicht wissen, was die Liebtätigkeit ist, indem sie meinen, sie bestehe bloß darin, daß man anderen das Seine gibt, und sich eines jeden erbarmt, dann auch weil sie nicht wissen, was der Nächste ist, gegen den Liebtätigkeit (zu üben ist), indem sie meinen, es seien überhaupt alle, beinahe ohne Unterschied, wobei jedoch ebendieselben im Leben der Liebtätigkeit gegen den Nächsten leben, weil im Leben des Guten; solchen schadet es nicht, daß sie sich zum Glauben mit den übrigen bekennen, denn ihrem Glauben wohnt Liebtätigkeit inne, denn diese bedeutet alles Gute des Lebens im allgemeinen und im besondern. Was also Liebtätigkeit, und was der Nächste ist, wird im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 2389. Daß die Eidame die den Neigungen zum Guten und Wahren beigesellten, hier die beizugesellenden Wahrheiten sind, erhellt aus der Bedeutung der Eidame. Der Mann (vir) bedeutet im Wort das Wahre, und die Ehefrau (uxor) das Gute: Nr. 265, 749, 1007 aus dem Grund, weil eine Art von Ehe (instar conjugii) besteht zwischen dem Wahren und Guten: Nr. 1432, 1904, 2173 daher die Eidame bedeuten die Erkenntnisse des Wahren, denen die Neigungen zum Guten, welche die Töchter sind, beigesellt sind, hier beigesellt werden sollten, denn es heißt im folgenden 14. Vers, Lot sei hinausgegangen, und habe geredet zu den Eidamen, die seine Töchter nahmen, das heißt nehmen wollten. 2390. Daß die Söhne die Wahrheiten sind, oder was dasselbe ist, diejenigen, die in Wahrheiten sind, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie die Wahrheiten sind, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147. 2391. Daß die Töchter die Neigungen zum Guten und Wahren, oder was dasselbe ist, diejenigen sind, die in diesen Neigungen sind, erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie jene Neigungen sind, wovon Nr. 2362. 2392. Daß jeder, "den er hat in der Stadt", alles ist, was etwas vom Wahren an sich hat, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre (doctrinale), somit das Wahre in seinem Inbegriff, wovon Nr. 402, 2268. 2393. Daß "der Ort" der Zustand des Bösen ist, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377; hier der Zustand des Bösen, weil es Sodom war, durch welches das Böse im allgemeinen bezeichnet wird: Nr. 2220, 2246, 2322. 2394. Vers 13: Denn wir verderben diesen Ort, weil groß geworden ist ihr Geschrei vor Jehovah, und uns Jehovah gesandt hat, ihn zu verderben. "Denn wir verderben diesen Ort" bedeutet, daß der Zustand des Bösen, in dem sie waren, sie verdammte; "weil groß geworden ist ihr Geschrei vor Jehovah" bedeutet, weil das Falsche aus dem Bösen so groß ist; "und uns Jehovah gesandt hat ihn zu verderben" bedeutet, daß sie notwendig zugrunde gehen müssen. 2395. "Denn wir verderben diesen Ort", 1. Mose 19/13, daß dies bedeutet, daß der Zustand des Bösen, in dem sie waren, sie verdammte, erhellt aus dem Sinn von verderben, wenn es vom Herrn ausgesagt wird, sofern es in der inneren Bedeutung heißt, durch das Böse zugrunde gehen, d.h. verdammt werden; sodann aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand des Bösen: Nr. 2393. Oftmals kommt im Worte vor, daß Jehovah verderbe, im inneren Sinn aber wird verstanden, daß der Mensch sich selbst verderbe, denn Jehovah oder der Herr verdirbt keinen, weil es aber scheint, als ob es von Jehovah oder vom Herrn komme, weil Er alles und jedes sieht und alles und jedes regiert, ist hin und wieder im Worte so gesprochen worden, zu dem Ende, daß die Menschen dadurch in der allgemeinsten Vorstellung gehalten werden sollen, daß alles unter den Augen des Herrn ist, und alles unter Seiner Leitung, und wenn sie zuerst in dieser Vorstellung gehalten werden, so können sie hernach leicht belehrt werden, denn die Erklärungen des Wortes nach seinem inneren Sinn, sind weiter nichts als das einzelne, das die allgemeine Vorstellung aufhellt. Der Grund ist auch, daß die, welche in keiner Liebe sind, in Furcht gehalten werden, und so den Herrn scheuen, und zu Ihm um der Befreiung willen fliehen möchten. Hieraus erhellt, daß es nichts schadet, wenn man dem Buchstabensinn glaubt, obschon der innere Sinn etwas anderes lehrt, nur soll es aus einfältigem Herzen geschehen. Doch hiervon ausführlicher im Folgenden beim 24. Vers, Nr. 2447 wo gesagt wird, Jehovah habe regnen lassen über Sodom und über Amora Schwefel und Feuer. Die Engel sind, weil sie im inneren Sinne sind, so weit entfernt zu denken, daß Jehovah oder der Herr jemand verderbe, daß sie vielmehr nicht einmal die Vorstellung davon ertragen können. Wird daher dieses und ähnliches im Worte vom Menschen gelesen, so wird der Buchstabensinn gleichsam hinter den Rücken geworfen, und geht zuletzt in den über, daß das Böse selbst es ist, was den Menschen verdirbt, und daß der Herr niemanden verdirbt, wie dies erhellen kann an einem Beispiel, wovon Nr. 1875. 2396. "Weil groß geworden ist ihr Geschrei vor Jehovah", 1. Mose 19/13, daß dies bedeutet, weil das Falsche aus dem Bösen so groß ist, kann erhellen aus der Bedeutung des Geschreis, wovon Nr. 2240 sofern es ausgesagt wird vom Falschen, und hier vom Falschen aus dem Bösen, Nr. 2351. 2397. "Und uns Jehovah gesandt hat, ihn zu verderben", 1. Mose 19/13, daß dies bedeutet, sie müssen notwendig zugrunde gehen, damit verhält es sich ebenso wie mit dem, was Nr. 2395 gesagt worden ist. Daß "Wir", nämlich die Männer oder Engel, das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn sind, ist oben gezeigt worden. Durch dasselbe sind die Guten gerettet worden, und die Bösen zugrunde gegangen, diese jedoch nach jenem Gesetz, daß das Böse selbst sie verdarb, und weil sie dadurch zugrunde gegangen sind, und zwar durch das Kommen des Herrn in die Welt, so wird dem Scheine gemäß gesagt, sie seien gesandt, dieselben zu verderben. Es heißt mehrmals im Worte vom Herrn, Er sei gesandt worden vom Vater, wie es auch hier heißt: "Gesandt hat uns Jehovah", überall aber wird durch Gesandtwerden im inneren Sinn bezeichnet Ausgehen, wie bei Joh.17/8: "Sie haben angenommen und wahrhaftig erkannt, daß Ich von Dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, daß Du Mich gesandt hast"; ebenso anderwärts, wie Joh.3/17: "Nicht hat Gott Seinen Sohn in die Welt gesandt, daß Er die Welt richte, sondern daß die Welt durch Ihn gerettet werde". Joh.5/23: "Wer den Sohn nicht ehret, ehret nicht den Vater, Der Ihn gesandt hat; außerdem oftmals anderwärts, wie bei Matth.10/40; 15/24; Joh.3/34; 4/34; 5/30,36-38; 6/29,39,44,57; 7/16,18,28,29; 8/16,18,29,42; 9/4; 10/36; 11/41,42; 17/18; 20/21; Luk.4/43; 9/48; 10/16; Mark.9/37; Jes.61/1. Ebenso heißt es vom Heiligen des Geistes, es sei gesandt worden, d.h., es gehe aus vom Göttlichen des Herrn wie bei Joh.15/26: "Jesus sagte: Wenn gekommen sein wird der Beistand, den Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird er von Mir zeugen". Joh.16/5,7: "Wenn Ich hingegangen sein werde, will Ich den Beistand zu euch senden". Daher hießen die Propheten Gesandte, weil die Worte, die sie sprachen, vom Heiligen des Geistes des Herrn ausgingen. Und weil aus dem göttlich Guten alles göttlich Wahre ausgeht, so wird der Ausdruck "gesandt werden" eigentlich vom göttlich Wahren ausgesagt. Was aber Ausgehen sei, ist auch klar, daß nämlich der, welcher ausgeht, oder das, was ausgeht, dem angehört, von dem er oder es ausgeht. 2398. Vers 14: Und Lot ging hinaus, und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen wollten, und sprach: Machet euch auf, gehet aus von diesem Ort, denn Jehovah wird die Stadt verderben; und er war wie ein Spielender (Scherzender) in den Augen seiner Eidame. "Und Lot ging hinaus" bedeutet diejenigen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, sodann auch das Gute der Liebtätigkeit selbst; "und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen wollten" bedeutet mit denen, die in den Wahrheiten sind, denen die Gefühle des Guten (affectiones boni) hätten beigegeben werden können, "und er sprach, machet euch auf, gehet aus von diesem Ort" bedeutet, daß sie nicht im Zustand des Bösen bleiben sollten; "denn Jehovah wird die Stadt verderben" bedeutet, sonst müßten sie notwendig zugrunde gehen; "und er war wie ein Spielender (Scherzender) in den Augen seiner Eidame" bedeutet die Verhöhnung. 2399. "Und Lot ging hinaus", 1. Mose 19/14, daß dies diejenigen bedeutet, die im Guten der Liebtätigkeit sind, sodann auch das Gute der Liebtätigkeit selbst, ist schon früher einige Male gezeigt worden; denn wer diejenigen, die im Guten sind, vorbildet, bezeichnet auch dieses Gute selbst, in dem sie sind. 2400. "Und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen wollten", 1. Mose 19/14, daß dies bedeutet mit denen, die in den Wahrheiten sind, denen die Gefühle des Guten hätten verbunden werden können, erhellt aus der Bedeutung der Eidame, sofern sie sind die Erkenntnisse des Wahren folglich die Wahrheiten, wovon Nr. 2389, und aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind die Gefühle des Guten (affectiones veri), wovon Nr. 2362; und weil es heißt, er habe geredet mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen wollten, so wird bezeichnet, mit denen, die in den Wahrheiten sind, mit denen die Gefühle des Guten hätten verbunden werden können. Weil sie hätten verbunden werden können, so wird gesagt, seine Eidame, weil sie aber nicht verbunden wurden, so heißt es, welche die Töchter nehmen wollten. Hier wird von der dritten Gattung von Menschen innerhalb der Kirche gehandelt, nämlich von denen, welche die Wahrheiten wissen, aber dennoch im Bösen leben; denn es gibt dreierlei Gattungen von Menschen innerhalb der Kirche: erstens solche, die im Guten der Liebtätigkeit leben, diese werden vorgebildet durch Lot; zweitens solche, die ganz im Falschen und Bösen sind, und sowohl das Wahre, als das Gute von sich stoßen; dies sind die, welche durch die Männer Sodoms vorgebildet werden; drittens solche, die zwar die Wahrheiten wissen, dennoch aber im Bösen sind, diese werden bezeichnet durch die Eidame. Sie sind besonders diejenigen, die lehren, (bei denen) aber das Wahre, das sie lehren, nicht tiefer Wurzel geschlagen hat, als gewöhnlich das bloße Gedächtniswissen, denn es wird erlernt, und feilgeboten bloß um der Ehre und des Einkommens willen; und weil bei solchen der Boden, in dem das Wahre ist, die Selbstliebe, und die Weltliebe ist, so haben sie keinen Glauben des Wahren, sondern nur eine von daher stammende Art von Beredungsglauben (nisi quaedam persuasiva inde); und wie dieser beschaffen sei, wird vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesagt werden; sie werden hier dargestellt durch die Eidame, sofern diese nicht an die Zerstörung Sodoms glaubten, sondern darüber spotteten. Der Glaube ihres Herzens ist auch von solcher Art. 2401. "Und sprach: Machet euch auf, gehet aus von diesem Ort", 1. Mose 19/14, daß dies bedeutet, sie sollten nicht im Zustand des Bösen bleiben, erhellt aus der Bedeutung des Sichaufmachens und Ausgehens, und dann auch des Ortes. Sich aufmachen liest man oft im Worte, denkt aber dabei wenig an das, was es weiter bezeichnet, weil es unter die Ausdrücke der vertraulichen Redeweise gehört, allein im inneren Sinn schließt es eine Erhebung in sich, wie hier vom Bösen zum Guten; denn das Gemüt wird erhoben, wenn es vom Bösen absteht: Nr. 2388. Ausgehen heißt, zurücktreten oder nicht bleiben; der Ort aber ist der Zustand des Bösen: Nr. 2393. Hieraus erhellt, daß jenes bezeichnet wird. Wie diejenigen beschaffen sind, die in den Erkenntnissen des Wahren, aber zugleich im Leben des Bösen sind, ist schon früher einige Male gesagt worden, daß sie nämlich, solange sie im Leben des Bösen sind, nichts glauben, denn das Böse wollen und dabei das Wahre gläubig anerkennen, ist gar nicht möglich. Es wird hieraus auch klar, daß der Mensch nicht selig werden kann durch das Denken und Reden des Wahren, ja des Guten, wenn er nichts anderes will, und aus seinem Wollen nichts anderes tut, als das Böse. Eben das Wollen des Menschen ist es, was nach dem Tode lebt, nicht so sein Denken, außer demjenigen, das aus seinem Wollen fließt. Wenn er nun so beschaffen ist, wie sein Wollen, so kann erhellen, was er wohl denken könne von den Glaubenswahrheiten, die er aufgefaßt, ja die er gelehrt hat, da sie ihn ja verdammen würden; er ist alsdann so weit entfernt, aus ihnen zu denken, daß er sie vielmehr verabscheut, ja so weit es zugelassen wird, sie verlästert, gleich des Teufels Rotte. Die, welche vom Leben nach dem Tode nicht unterrichtet sind, können meinen, daß sie alsdann den Glauben leicht annehmen können, wenn sie sehen, daß der Herr den ganzen Himmel regiert, und wenn sie hören, daß der Himmel darin besteht, Ihn und den Nächsten zu lieben, allein daß die Bösen können den Glauben annehmen, d.h. aus dem Wollen dasselbe glauben, ist so weit (von der Wirklichkeit) entfernt, als die Hölle vom Himmel entfernt ist, denn sie sind ganz und gar im Bösen, und von daher im Falschen. Schon an ihrer bloßen Herkunft oder Gegenwart, erkennt und fühlt man, daß sie gegen den Herrn und gegen den Nächsten sind, somit gegen das Gute und daher gegen das Wahre; es ist eine ruchlose Sphäre, die aus dem Leben ihres Wollens und von daher ihres Denkens ausströmt: Nr. 1048, 1053, 1316, 1504. Wenn es möglich wäre, daß sie im anderen Leben gläubig und gut würden, durch den bloßen Unterricht, so wäre nicht einer in der Hölle, denn der Herr will (alle), so viele ihrer immer sind, zu Sich in den Himmel erheben; denn Seine Barmherzigkeit ist eine unendliche, weil sie die göttliche selbst ist, und zwar gegen das ganze Menschengeschlecht, mithin sowohl gegen Böse als Gute. 2402. "Denn Jehovah wird die Stadt verderben", 1. Mose 19/14, daß dies bedeutet, sonst müßten sie notwendig zugrunde gehen, erhellt aus der Erklärung beinahe ebenderselben Worte Nr. 2395, 2397. 2403. "Und er war wie ein Spielender (Scherzender) in den Augen seiner Eidame", 1. Mose 19/14, daß dies die Verhöhnung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von spielen (ludere), sofern es soviel ist als: es sei gleichsam ein Scherz, ein Märchen, ein albernes Gerede, somit solches, worüber sie zu spotten hätten. "In ihren Augen" bedeutet, vor ihrer Vernunft, wie aus der Bedeutung der Augen erhellt: Nr. 212. Hieraus ergibt sich, wie diejenigen geartet sind, die im Wahren des Glaubens, und nicht zugleich im Guten des Lebens sind. 2404. Vers 15: Und wie die Morgenröte aufging, trieben die Engel Lot an zu eilen, und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die gefunden werden, damit du nicht etwa hingerafft werdest in der Missetat der Stadt. "Und wie die Morgenröte aufging" bedeutet, wenn das Reich des Herrn herannaht: "trieben die Engel Lot an zu eilen" bedeutet, daß der Herr sie vom Bösen abhielt, und im Guten erhielt; "und sprachen: Mach dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter", bedeutet das Wahre des Glaubens, und die Gefühle des Wahren und Guten; "die gefunden werden", heißt, daß sie vom Bösen abgetrennt worden seien; "damit du nicht etwa hingerafft werdest in der Missetat der Stadt" bedeutet, damit sie nicht durch das Böse des Falschen zugrunde gehen möchten. 2405. "Und wie die Morgenröte aufging", 1. Mose 19/15, daß dies bedeutet, wenn das Reich des Herrn herannaht, erhellt aus der Bedeutung der Morgenröte oder des Morgens im Worte: weil in diesem Kapitel von den nacheinander folgenden Zuständen der Kirche gehandelt wird, so war zuerst die Rede von dem, was geschah am Abend, hernach, was in der Nacht, nun folgt, was in der Morgendämmerung, und gleich darauf, was (geschah) nachdem die Sonne aufgegangen war. Die Morgendämmerung wird hier ausgedrückt durch (die Worte:) "wie die Morgenröte aufging" und hat dann statt, wenn die Guten (probi) von den Bösen geschieden werden, von welcher Scheidung gehandelt wird in diesem Vers bis zum 22. Vers, dadurch, daß Lot mit Weib und Töchtern ausgeführt und gerettet wurde. Daß die Scheidung dem Gericht vorausgeht, erhellt aus den Worten des Herrn bei Matth.25/32: "Es werden vor Ihm versammelt werden alle Völkerschaften, und Er wird sie scheiden voneinander, wie der Hirt die Schafe scheidet von den Böcken". Diese Zeit oder dieser Zustand heißt im Worte die Morgenröte, weil alsdann der Herr kommt oder, was dasselbe ist, alsdann Sein Reich herannaht, denn es verhält sich ebenso bei den Guten, denn es leuchtet alsdann bei ihnen eine Art von Morgendämmerung oder Morgenröte auf, daher im Wort das Kommen des Herrn mit dem Morgen verglichen wird, und auch genannt wird der Morgen. Daß es damit verglichen wird, (erhellt) bei Hos.6/2,3: "Jehovah wird uns lebendig machen nach zwei Tagen, am dritten Tage wird Er uns aufrichten, und wir werden leben vor Ihm, und erkennen, und eifrig trachten Jehovah zu erkennen; wie die Morgenröte ist Sein Ausgang": die zwei Tage für die Zeit und den Zustand, der vorausgeht; der dritte Tag für das Gericht oder das Kommen des Herrn, somit für das Herannahen Seines Reiches: Nr. 720, 901. Dieses Kommen, oder dieses Herannahen wird der Morgenröte verglichen: bei 2.Sam.23/4: "Der Gott Israels wie das Licht des Morgens, es geht auf die Sonne, ein Morgen ohne Wolke, vom Glanz, vom Regen sproßt es aus der Erde": der Gott Israels für den Herrn, denn kein anderer Gott Israels ward in jener Kirche verstanden; denn Er war vorgebildet in allem und jedem derselben, bei Joel 2/1,2: "Es kommt der Tag Jehovahs, denn nahe ist er, ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag der Wolke, und des Dunkels, wie die Morgenröte ausgebreitet über die Berge": auch hier vom Kommen des Herrn und Seinem Reiche; ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, weil alsdann die Guten von den Bösen geschieden werden, wie hier Lot von den Männern Sodoms; und nachdem die Guten getrennt sind, die Bösen untergehen. Daß das Kommen des Herrn oder das Herannahen Seines Reiches nicht mit dem Morgen verglichen, sondern Morgen genannt wird, bei Dan.8/13,14,26:"Es sprach ein Heiliger: wie lange das Gesicht, das Beständige und die verwüstende Übertretung? Er sprach zu mir: bis zum Abend Morgen, zweitausend dreihundert, und es wird gerechtfertigt werden der Heilige. Das Gesicht des Abends und des Morgens, das genannt worden, ist Wahrheit": der Morgen hier offenbar für das Kommen des Herrn. Ps.110/3: "Dein Volk von Freiwilligen, am Tage deiner Tapferkeit, in den Ehren der Heiligkeit, vom Schoß der Morgenröte (fällt) dir der Tau deiner Geburt": wo im ganzen Psalm (gehandelt wird) vom Herrn, und von Seinen Siegen in den Versuchungen, welche sind die Tage der Tapferkeit, und die Ehren seiner Heiligkeit. "Vom Schoße der Morgenröte" ist Er, somit die göttliche Liebe, aus der Er kämpfte. Zeph.3/5: "Jehovah (ist) gerecht inmitten Seiner, nicht wird Er eine Verkehrtheit tun, am Morgen, am Morgen wird Er das Gericht ans Licht bringen": der Morgen für die Zeit und den Zustand des Gerichts, das (eins und) dasselbe ist mit dem Kommen des Herrn, und dieses eins mit dem Herannahen Seines Reiches. Weil der Morgen diese Bedeutung hatte, so ist, damit ebendasselbe vorgebildet würde, befohlen worden, daß Aharon und seine Söhne aufsetzen sollten die Leuchte und zurichten vom Abend bis zum Morgen vor Jehovah", 2. Mose 27/21: der Abend ist hier die Dämmerung vor dem Morgen: Nr. 2323. Ebenso daß das Feuer auf dem Altar angezündet werden sollte jeden Morgen (singulis auroris), 3. Mose 6/5,12, dann auch daß vom Passahlamm und vom Geheiligten der Opfer, nichts übriggelassen werden sollte bis zum Morgen: 2. Mose 12/10; 23/18/ 34/25; 3. Mose 22/29,30; 4. Mose 9/12, wodurch bezeichnet wurde, daß wenn der Herr kommen würde, die Opfer aufhören sollten. Im allgemeinen Sinn heißt es Morgen, sowohl wenn die Morgenröte erscheint, als wenn die Sonne aufgeht, und dann wird der Morgen genommen für das Gericht sowohl betreffend die Guten, als über die Bösen, wie in diesem Kapitel. "Die Sonne ging auf über die Erde, und Lot kam gen Zoar: und Jehovah ließ regnen über Sodom und Amora Schwefel und Feuer": 1. Mose 19/23,24; ebenso für das Gericht über die Bösen, Ps.101/8: "Jeden Morgen werde ich verderben alle Gottlosen des Landes, auszurotten aus der Stadt Jehovahs alle Missetäter". Jerem.20/16: "Jener Mann (sei) wie die Städte, die Jehovah umkehrte, ohne daß Ihn gereuete, er höre Geschrei am Morgen". Weil der Morgen im eigentlichen Sinn den Herrn, Sein Kommen, somit das Herannahen Seines Reiches bedeutet, so kann erhellen, was der Morgen noch weiter bedeutet, nämlich den Aufgang einer neuen Kirche, denn diese ist das Reich des Herrn auf Erden, und zwar sowohl im allgemeinen, als im besonderen, ja auch im einzelnen. Im allgemeinen: wenn von neuem eine Kirche auf dem Erdkreis erweckt wird; im besonderen, wenn der Mensch wiedergeboren und ein neuer wird, denn alsdann ersteht in ihm das Reich des Herrn, und er wird eine Kirche; im einzelnen, so oft bei ihm das Gute der Liebe und des Glaubens wirkt, denn in diesem ist das Kommen des Herrn; daher die Auferstehung des Herrn am dritten Tage Morgens: Mark.16/2,9; Luk.24/1; Joh.20/1. Dies alles schließt in sich, auch im besondern und einzelnen, daß Er in den Gemütern der Wiedergeborenen täglich, ja jeden Augenblick, aufersteht. 2406. "Trieben die Engel Lot an zu eilen", 1. Mose 19/15, daß dies bedeutet, daß der Herr sie vom Bösen abhielt, und im Guten erhielt, erhellt aus der Bedeutung von eilen und antreiben, sofern es ist drängen, und daß dadurch bezeichnet wird abgehalten werden vom Bösen, erhellt sowohl aus dem inneren Sinn dieser Worte, als aus dem Folgenden. Der innere Sinn ist, daß wenn die Kirche vom Guten der Liebtätigkeit abzufallen anfängt, sie alsdann vom Herrn kräftiger abgehalten werden vom Bösen, als wenn sie im Guten der Liebtätigkeit ist. Aus dem Folgenden ergibt sich ebendasselbe, daß nämlich, obwohl die Engel Lot zum Ausgehen aus der Stadt antrieben, er dennoch verzog, und daß sie seine Hand, und die seines Weibes und der Töchter ergriffen, und sie hinausführten, und außerhalb der Stadt stellten, wodurch bezeichnet und beschrieben wird, wie der Mensch in jenem Zustand beschaffen ist; denn es wird hier vom zweiten Zustand dieser Kirche gehandelt. Der erste Zustand ist beschrieben in den Versen 1-3 dieses Kapitels, und besteht darin, daß sie im Guten der Liebtätigkeit seien, und den Herrn anerkennen, und von Ihm (ipso) im Guten befestigt werden; der zweite Zustand wird hier beschrieben, und besteht darin, daß bei den Menschen der Kirche selbst das Böse anfängt dem Guten entgegen zu wirken, und daß sie alsdann vom Herrn mächtig vom Bösen abgehalten und im Guten erhalten werden, und von diesem Zustand wird gehandelt in diesem Vers, und in den folgenden 15-17. Was die Sache selbst betrifft, so wissen wenige, wenn je einige, daß alle Menschen, so viel ihrer sind, vom Bösen abgehalten werden vom Herrn, und zwar mit einer stärkeren Kraft, als der Mensch irgend glauben kann; denn das Streben eines jeden Menschen geht beständig aufs Böse, und zwar sowohl infolge des anererbten, in das er geboren ist, als infolge des wirklichen, das er sich selbst erworben hat, bis dahin, daß er, würde er nicht durch den Herrn abgehalten, jeden Augenblick jählings zur untersten Hölle fortrennen würde; allein die Barmherzigkeit des Herrn ist so groß, daß er in jedem, auch dem kleinsten Augenblick erhoben, und abgehalten wird, sich in dasselbe zu stürzen. Dies ist auch bei den Guten der Fall, aber mit Unterschied gemäß dem Leben ihrer Liebtätigkeit und ihres Glaubens. So kämpft der Herr fortwährend mit dem Menschen, und für den Menschen mit der Hölle, obwohl es dem Menschen nicht so scheint. Daß dem so ist, wurde (mir) durch viele Erfahrung zu wissen gegeben, wovon, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts, man sehe auch Nr. 929, 1581. 2407. "Und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib, und deine zwei Töchter, die gefunden werden", 1. Mose 19/15, daß dies bedeutet das Wahre des Glaubens und die Neigungen zum Wahren und Guten, und daß diese als abgetrennt erfunden wurden, erhellt aus der Bedeutung von sich aufmachen, sofern es ist erhoben werden vom Bösen: Nr. 2401; sodann aus der Bedeutung des Weibes hier, sofern es ist das Wahre des Glaubens, wovon 1. Mose 19/26, wo die Rede ist vom Weibe Lots, daß sie in eine Salzsäule verwandelt worden sei; wie auch aus der Bedeutung der zwei Töchter, sofern sie sind die Neigungen zum Wahren und Guten, wovon Nr. 2362. Daß "die Gefundenen" sind die vom Bösen Geschiedenen, kann ebenfalls erhellen, weil sie gerettet wurden. Mit diesem wenigen wird jener zweite Zustand der Kirche beschrieben, daß sie nämlich sich nicht aus dem Guten zum Wahren führen lassen, wie früher, sondern durch das Wahre zum Guten, daß sie aber dennoch in einem dunklen Gefühl für das Gute seien; denn in dem Maß, als das Wahre zum Führer wird, verdunkelt sich das Gute; und in dem Maß, als das Gute zum Führer wird, tritt das Wahre in seinem Licht hervor. 2408. "Damit du nicht etwa hingerafft werdest in der Missetat der Stadt", 1. Mose 19/15, daß dies bedeutet: damit sie nicht durch das Böse des Falschen zugrunde gehen möchten, erhellt aus der Bedeutung von Missetat, sofern sie ist das Böse; und aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre, auch die falsche, wovon Nr. 402. Was das Böse des Falschen sei, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 1212, 1679 gesagt worden ist. 2409. Vers 16: Und er zögerte, und die Männer ergriffen seine Hand, und die Hand seines Weibes, und die Hand seiner zwei Töchter, bei der schonenden Nachsicht Jehovahs mit ihm, und führten ihn hinaus, und stellten ihn außerhalb der Stadt. "Und er zögerte" bedeutet ein Widerstreben von der Natur des Bösen her; "und die Männer ergriffen seine Hand, und die Hand seines Weibes, und die Hand seiner zwei Töchter" bedeutet daß der Herr mächtig vom Bösen abgehalten und so gestärkt habe das durch Lot, sein Weib und seine Töchter bezeichnete Gute und Wahre; "bei der schonenden Nachsicht Jehovahs mit ihm" bedeutet aus Gnade und Barmherzigkeit; "und sie führten ihn hinaus, und stellten ihn außerhalb der Stadt" bedeutet seinen Zustand alsdann. 2410. "Und er zögerte", 1. Mose 19/16, daß dies das Widerstreben aus der Natur des Bösen bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 2406 gesagt worden ist; denn das Böse, das im Menschen ist, wirkt fortwährend dem Guten, das vom Herrn ist, entgegen. Das Böse aus dem Anererbten und das aus dem eigenen Tun klebt dem Menschen an in seinen einzelnen Gedanken, ja in den kleinsten Teilchen der Gedanken, dies zieht ihn abwärts, der Herr aber hält ihn ab und erhebt ihn durch das Gute, das Er einflößt. So wird der Mensch zwischen dem Guten und Bösen in der Schwebe erhalten. Würde er daher auch nur einen kleinen Augenblick nicht durch den Herrn vom Bösen abgehalten, so würde er von selbst hinabstürzen; und dies in diesem Zustand, in dem der Mensch der Kirche ist, den Lot jetzt vorbildet, noch mehr als im früheren Zustand. Jener Zustand besteht darin, daß er anfängt, nicht sowohl aus dem Guten als aus dem Wahren zu denken und zu handeln, somit aus einer gewissen Entfernung vom Guten. 2411. "Und die Männer ergriffen seine Hand, und die Hand seines Weibes, und die Hand seiner zwei Töchter", 1. Mose 19/16, daß dies bedeutet, der Herr habe das durch Lot, sein Weib und seine Töchter bezeichnete Gute und Wahre mächtig vom Bösen abgehalten und so gestärkt, erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern es ist der Herr, wovon oben; aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist die Macht, wovon Nr. 878; sodann aus der Bedeutung Lots, sofern er ist das Gute der Liebtätigkeit, wovon Nr. 2324, 2351, 2371, 2399; aus der Bedeutung des Weibes, sofern es ist das Wahre des Glaubens, wovon im folgenden 26. Vers; und aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind die Neigungen zum Wahren und Guten, wovon Nr. 489, 490, 491, 2362; sodann endlich aus demjenigen, was Nr. 2388 gesagt worden ist, daß nämlich das Gute und Wahre vom Herrn in dem Maß einfließe, als der Mensch vom Bösen abgehalten wird, folglich daß insoweit das durch Lot, sein Weib, und seine zwei Töchter bezeichnete Gute und Wahre gestärkt wird. Dies kann auch jeder, aus eigener Erfahrung, wenn er nachdenkt, wissen, denn inwieweit er vom Leiblichen und Weltlichen entfernt wird, insoweit ist er in einer geistigen Vorstellung, d.h., wird er himmelwärts erhoben, wie dies geschieht, wenn er in heiliger Andacht ist, wenn in einer Versuchung, sodann wenn in unglücklichen Umständen oder in Krankheiten. Daß alsdann die leiblichen und weltlichen Dinge, d.h. die Liebe zu denselben, entfernt ist, ist bekannt. Der Grund ist der, daß das Himmlische und Geistige vom Herrn fortwährend einfließt, allein das Böse und das Falsche aus diesem, so wie das Falsche und das Böse aus ihm, das vom Leiblichen und Weltlichen her einfließt, ist es, was verhindert, daß es aufgenommen wird. 2412. "Bei der schonenden Nachsicht Jehovahs mit ihm", 1. Mose 19/16, daß dies bedeutet aus Gnade und Barmherzigkeit, erhellt aus der Bedeutung der schonenden Nachsicht (clementia) Jehovahs, die nichts anderes sein kann, als Gnade und Barmherzigkeit. Daß der Mensch vom Bösen abgehalten, und im Guten erhalten wird vom Herrn, aus lauter Barmherzigkeit, sehe man Nr. 1049. Daß sowohl die Gnade als die Barmherzigkeit genannt wird, geschieht aus dem Nr. 598, 981 angegebenen Grund, weil nämlich die, welche im Wahren und von daher im Guten sind, nur die Gnade, hingegen die, welche im Guten und von daher im Wahren sind, die Barmherzigkeit des Herrn anflehen; was von dem ungleichen Zustand der Demut und der von daher stammenden Anbetung herkommt, der nicht ist bei dem einen wie bei dem anderen. 2413. "Und führten ihn hinaus, und stellten ihn außerhalb der Stadt", 1. Mose 19/16, daß dies seinen Zustand alsdann bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von hinausführen, sofern es ist abhalten, und aus der Bedeutung von außerhalb der Stadt stellen, sofern es ist vom Falschen weg. Der Zustand war also alsdann, daß durch die Abhaltung vom Bösen, das Gute und Wahre vom Herrn gestärkt wurde. 2414. Vers 17: Und es geschah, als sie dieselben hinausführten, da sprach Er: Rette dich ob deiner Seele, blicke nicht hinter dich, und bleibe nicht stehen in der ganzen Ebene; auf den Berg rette dich, damit du nicht hingerafft werdest. "Und es geschah, als sie dieselben hinausführten" bedeutet den Zustand, da sie vom Falschen und Bösen abgehalten wurden; "da sprach Er: Rette dich ob deiner Seele" bedeutet, er solle sorgen für sein ewiges Leben; "blicke nicht hinter dich" bedeutet, er solle nicht auf die Lehrbestimmungen hinsehen; "und bleibe nicht stehen in der ganzen Ebene" bedeutet, er soll in keiner derselben verweilen; "auf den Berg rette dich" bedeutet zum Guten der Liebe und der Liebtätigkeit; "damit du nicht hingerafft werdest" bedeutet, widrigenfalls würde er verlorengehen. 2415. "Und es geschah, als sie dieselben hinausführten", 1. Mose 19/17, daß dies den Zustand bedeutet, da sie vom Falschen und Bösen abgehalten wurden, erhellt aus demjenigen, was soeben Nr. 2413, sodann aus dem was Nr. 2388, 2411 gesagt worden ist. 2416. "Da sprach Er: Rette dich ob deiner Seele", 1. Mose 19/17, daß dies bedeutet, er solle sorgen für sein ewiges Leben, erhellt ohne Erklärung; wie er aber sorgen soll für sein Leben, folgt jetzt. 2417. "Blicke nicht hinter dich", 1. Mose 19/17, daß dies bedeutet, er solle nicht hinsehen auf die Lehrbestimmungen, erhellt aus der Bedeutung von "hinter sich blicken", da die Stadt hinter ihm lag, und der Berg vor ihm war; denn durch die Stadt wird bezeichnet der Lehrbegriff: Nr. 402, 2268, 2392, durch den Berg aber die Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 795, 1430. Daß dies die Bedeutung ist, wird sich in der Erklärung zum 26. Vers herausstellen, wo gesagt wird, daß das Weib hinter ihn blickte, und zur Salzsäule wurde. Jeder kann erkennen, daß hierin, nämlich in dem Hinter-sich-Blicken, ein göttliches Geheimnis liegt, und daß dieses tiefer verborgen liegt, als daß man es sehen könnte; denn in dem Hinter-sich-Blicken erscheint nichts Arges, dennoch aber ist es von so großer Wichtigkeit, daß gesagt wird, er soll sich retten ob seiner Seele, d.h., er soll sorgen für sein ewiges Leben, dadurch daß er nicht hinter sich blicke. Was aber das Hinsehen auf die Lehrbestimmungen sei, wird man im Folgenden sehen: hier soll nur gesagt werden, was Lehrbestimmung (Doctrinale) ist: Es gibt zweierlei Lehren, die eine ist die der Liebe und der Liebtätigkeit, die andere ist die des Glaubens. Jede Kirche des Herrn hat in ihrem Anfang, wenn sie noch jugendlich und Jungfrau ist, keine andere Lehre und liebt keine andere, als die der Liebtätigkeit, denn diese ist die des Lebens, allmählich aber wendet sich die Kirche von dieser Lehre ab, bis dahin, daß sie anfängt sie gering zu schätzen, und endlich zu verwerfen, und dann erkennt sie gar keine andere Lehre an, als die, welche genannt wird die des Glaubens, und wenn sie diesen von der Liebtätigkeit trennt, so steht die Lehre im Bund mit dem Leben des Bösen. Von jener Art war die (christliche) Urkirche oder die aus den Heiden, nach dem Kommen das Herrn; diese hatte in ihrem Anfang keine andere Lehre, als die Liebe und Liebtätigkeit, denn diese (Lehre) hatte der Herr selbst gepredigt, man sehe Nr. 2371 E. Allein nach Seiner Zeit begann, so wie die Liebe und Liebtätigkeit zu erkalten anfing, allmählich die Lehre des Glaubens, und mit ihr Meinungsverschiedenheiten und Spaltungen (haereses), die sich mehrten wie sie an dieser festhielten. Ebenso die Alte Kirche, die nach der Sündflut bestand, und über so viele Reiche verbreitet war: Nr. 2385 auch sie kannte in ihrem Anfang keine andere Lehre, als die Lehre der Liebtätigkeit, weil diese ihr Absehen auf das Leben hatte und dasselbe einflößte (imbuebat), und so sorgten sie für ihr ewiges Wohl; dennoch aber fingen nach einiger Zeit einige an auch die Lehre des Glaubens auszubilden, den sie zuletzt von der Liebtätigkeit trennten, allein diese nannte man Cham, weil sie im Leben des Bösen waren, man sehe Nr. 1062, 1063, 1076. Die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, und vor den übrigen der Mensch (Adam) hieß, war im eigentlichen Innewerden (perceptio) der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, somit hatte sie die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit als eine ihr eingeschriebene; allein auch damals gab es solche, die den Glauben ausbildeten, und als sie diesen zuletzt von der Liebtätigkeit trennten, wurden sie Kain genannt, denn durch Kain wird ein solcher Glaube bezeichnet, und durch Habel, den er tötete, die Liebtätigkeit, man sehe die Auslegung zum 4. Kapitel des 1. Buches Mose. Hieraus kann erhellen, daß es zweierlei Lehrbegriffe gibt, wovon der eine der der Liebtätigkeit, der andere der des Glaubens ist, obwohl beide an sich eins sind, denn die Lehre der Liebtätigkeit schließt alles zum Glauben Gehörige in sich. Wenn aber die Lehre bloß aus solchen Stücken, die Gegenstand des Glaubens sind, gebildet wird, dann heißt sie zweierlei (duplex), weil der Glaube von der Liebtätigkeit getrennt wird. Daß sie heutzutage getrennt sind, kann daraus erhellen, daß man ganz und gar nicht weiß, was die Liebtätigkeit, und was der Nächste ist. Die, welche bloß in der Lehre des Glaubens sind, halten fest, daß die Liebtätigkeit gegen den Nächsten nichts anderes sei, als anderen von dem Seinigen geben, und sich eines jeden erbarmen, denn jeden, ohne Unterschied, nennen sie den Nächsten, während doch die Liebtätigkeit (caritas) alles und jedes Gute beim Menschen ist, in seiner Neigung, und in seinem Eifer, und von daher in seinem Leben. Und der Nächste ist alles Gute bei anderen, von dem er angeregt wird, folglich diejenigen, die im Guten sind, und zwar dies mit aller Unterscheidung. So ist zum Beispiel derjenige in der Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und Recht ausübt, durch Bestrafung des Bösen und Belohnung der Guten. In der Bestrafung der Bösen ist Liebtätigkeit, denn so wird er vom Eifer getrieben, einen solchen zu bessern, und zugleich andere zu beschützen, daß ihnen von jenen her nicht Böses geschehe; denn so sorgt er wohlwollend auch für den, der im Bösen ist, oder für den Feind, und so sorgt er wohlwollend für andere, und für den Staat selbst, und zwar aus Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Ebenso verhält es sich mit dem übrigen Guten des Lebens, denn Gutes des Lebens ist gar nicht möglich, wenn es nicht aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten stammt, denn auf diese zielt es ab, und diese schließt es in sich. Weil so große Dunkelheit darüber herrscht, was die Liebtätigkeit und was der Nächste ist, so ist hieraus auch klar, daß nachdem die Lehre des Glaubens die erste Stelle eingenommen hat, die Lehre der Liebtätigkeit unter die verlorenen Dinge gehört, während doch sie allein es war, was in der Alten Kirche ausgebildet wurde, so daß man alles Gute, das Sache der Liebtätigkeit gegen den Nächsten war, d.h. alle, die im Guten waren, in Klassen brachte, und zwar mit vielen Unterscheidungen, und ihnen auch (besondere) Namen gab, und sie nannte: Arme, Elende, Unterdrückte, Kranke, Nackte, Hungrige, Durstige, Gefangene oder im Kerker Befindliche, Fremdlinge, Waisen, Witwen. Einige auch Lahme, Blinde, Taube, Stumme, Krüppel, außer mehreren anderen. Dieser Lehre gemäß sprach der Herr im Alten Testament, daher in diesem so oft dergleichen vorkommen; und nach ebenderselben sprach auch der Herr selbst, wie bei Matth.25/35,36,38-45; Luk.14/13,21 und mehrmals anderwärts. Daher kommt es, daß jene Namen etwas anderes im inneren Sinn bedeuten. Damit nun die Lehre der Liebtätigkeit wieder hergestellt werde, so soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in der Folge gesagt werden, wer jene sind, und im allgemeinen und besonderen, was die Liebtätigkeit und was der Nächste ist. 2418. "Bleib nicht stehen in der ganzen Ebene", 1. Mose 19/17, daß dies bedeutet, er solle bei keiner derselben (Lehrbestimmung) verweilen, erhellt aus der Bedeutung der Ebene, sofern sie ist das Ganze der Lehre, wovon sogleich. Wie es sich damit verhält, daß er bei keiner derselben verweilen solle, wird beim 26. Vers gesagt werden, wo es von dem Weibe Lots heißt, daß sie hinter ihn gesehen habe. Daß die Ebene im Wort alles zur Lehre Gehörige bedeutet, erhellt bei Jerem.48/8: "Kommen wird der Verwüster zu jeder Stadt, und keine Stadt wird entrinnen, und zugrunde gehen wird das Tal, und verdorben werden die Ebene": die Stadt für die falsche Lehre, die Ebene für alles, was zu dieser Lehre gehört; Joh.Offenb.20/7-9: "Wann vollendet sein werden die tausend Jahre, so wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden, und wird ausgehen zu verführen die Völkerschaften, den Gog und den Magog, sie zu versammeln zum Krieg, deren Zahl ist wie der Sand des Meeres; sie erhoben sich nun über die ganze Ebene der Erde, und umgaben das Lager der Heiligen, aber es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab, und verzehrte sie": wo Gog und Magog für diejenigen stehen, die in einem äußeren Gottesdienst ohne inneren sind, der somit abgöttisch geworden ist: Nr. 1151. Die Ebene der Erde für die Lehrbestimmungen der Kirche, die von jenen verwüstet werden, das Lager der Heiligen für das Gute der Liebe und Liebtätigkeit; mit dem durchs Feuer von Gott aus dem Himmel Verzehrten verhält es sich ebenso wie mit den Männern Sodoms und Amoras, 1. Mose 19/24; außerdem werden die Lehren der Liebtätigkeit Städte des Berges genannt, und die Lehren des Glaubens Städte der Ebene: Jerem.33/13. 2419. "Auf den Berg rette dich", 1. Mose 19/17, daß dies bedeutet zum Guten der Liebe und der Liebtätigkeit, erhellt aus der Bedeutung des Berges, sofern er ist die Liebe und Liebtätigkeit, wovon Nr. 795, 1430. 2420. "Damit du nicht hingerafft werdest", 1. Mose 19/17, daß dies bedeutet widrigenfalls würde er zugrunde gehen, erhellt ohne Erklärung. 2421. Vers 18,19: Und Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, meine Herren! Siehe doch, Dein Knecht hat Gnade gefunden in Deinen Augen, und Du hast groß gemacht Deine Barmherzigkeit, die Du getan hast an mir, am Leben zu erhalten meine Seele; aber ich werde mich nicht retten können auf den Berg, daß mir nicht etwa anklebe das Böse, und ich sterbe. "Und Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, meine Herren" bedeutet die Schwachheit, daß er nicht könnte; "siehe doch, Dein Knecht hat Gnade gefunden in Deinen Augen" bedeutet die Selbstdemütigung aus der Neigung zum Wahren; "und Du hast groß gemacht Deine Barmherzigkeit" bedeutet einen Schatten (instar) von Demut aus der Neigung zum Guten; "die Du getan hast an mir, am Leben zu erhalten meine Seele" bedeutet darum, weil Er ihn retten wollte; "aber ich werde mich nicht retten können auf den Berg" bedeutet den Zweifel, ob er das Gute der Liebtätigkeit würde haben können; "daß mir nicht etwa anklebe das Böse, und ich sterbe" bedeutet, es würde dann nicht anders geschehen können als zugleich aus dem Bösen, und er würde so verdammt werden. 2422. "Und Lot sprach zu ihnen: Nicht doch, meine Herren", 1. Mose 19/18, daß dies die Schwachheit bedeutet, daß er nicht könnte, erhellt aus der Gefühlsregung in den Worten selbst, sodann aus dem Folgenden. Hier wird nun vom dritten Zustand der Kirche gehandelt, der durch Lot in diesem Kapitel vorgebildet wird; und dieser ist, daß sie nicht mehr denken und handeln aus Neigung zum Guten, sondern aus Neigung zum Wahren, und ein solcher Zustand tritt ein, wenn die Neigung zum Guten sich zu vermindern, und gleichsam zurückzutreten anfängt. Das Gute ist zwar da, allein es hat sich mehr gegen das Inwendige zurückgezogen, daher es im Dunkeln ist, sich aber äußert in einer gewissen Neigung, welche die Neigung zum Wahren (affectio veri) heißt. Was die Neigung zum Guten, und was die Neigung zum Wahren sei, sehe man Nr. 1997 und in dem gleich folgenden Absatz 2425. Das Dasein dieser Zustände kommt dem Menschen nicht zum Vorschein, noch weniger ihre Beschaffenheit, allein sie erscheinen den Engeln wie im hellen Licht, denn die Engel sind in jeder guten Neigung des Menschen. Sie erscheinen auch dem Menschen selbst, sobald er ins andere Leben kommt. Gemäß diesen Neigungen, und gemäß deren Beschaffenheit, sind die Guten in Gesellschaften abgeteilt: Nr. 685. 2423. "Siehe doch, Dein Knecht hat Gnade gefunden in Deinen Augen", daß dies die Selbstdemütigung aus der Neigung zum Wahren bedeutet, "und Du hast groß gemacht Deine Barmherzigkeit", 1. Mose 19/19, daß dies einen Schatten von Selbstdemütigung aus der Neigung zum Guten bedeutet, kann aus demjenigen erhellen, was von der Gnade und Barmherzigkeit schon Nr. 598, 981 gesagt worden ist; denn die, welche in der Neigung zum Wahren sind, können sich nicht so tief demütigen, daß sie von Herzen anerkennen, daß alles Sache der Barmherzigkeit ist, daher sie statt derselben die Gnade nennen. Ja, je weniger Neigung zum Wahren bei ihnen ist, desto weniger Demut ist auch im Aussprechen der Gnade. Umgekehrt aber, je mehr Neigung zum Guten bei jemandem ist, desto mehr Demut hat er beim Aussprechen der Barmherzigkeit. Hieraus wird offenbar, wie groß der Unterschied ist zwischen der Anbetung und somit der Gottesverehrung bei denen, die in der Neigung zum Wahren, und bei denen, die in der Neigung zum Guten sind, denn damit Gottesverehrung da sei, muß Anbetung da sein, und damit Anbetung da sei, muß Demut da sein und zwar in allem und jedem der Gottesverehrung. Daraus erhellt, warum hier sowohl die Gnade, als die Barmherzigkeit genannt wird. 2424. "Die Du getan hast an mir, am Leben zu erhalten meine Seele", 1. Mose 19/19, daß dies bedeutet darum, weil Er ihn retten wollte, erhellt ohne Erklärung. 2425. "Aber ich werde mich nicht retten können auf den Berg", 1. Mose 19/19, daß dies den Zweifel bedeutet, ob er das Gute der Liebtätigkeit würde haben, d.h. denken und handeln können aus jenem Guten, erhellt aus der Bedeutung des Berges, sofern er ist Liebe und Liebtätigkeit, wovon Nr. 795, 1430. Was den Zweifel anbelangt, so verhält es sich damit so: die in der Neigung zum Wahren sind, bei denen ist in ihrer Neigung zum Wahren die Neigung zum Guten, aber so dunkel, daß sie dessen nicht bewußt werden, somit auch nicht wissen, was die Neigung zum Guten, und was echte Liebtätigkeit ist, sie meinen es zwar zu wissen, allein aus dem Wahren, somit aus der Wissenschaft, nicht aber aus dem Guten selbst, dennoch aber tun sie Gutes der Liebtätigkeit, nicht um damit etwas zu verdienen, sondern aus Gehorsam, und zwar dies insoweit als sie fassen, daß es wahr ist; denn sie lassen sich vom Herrn aus dem Dunkel des Guten durch das Wahre, das ihnen als wahr erscheint, leiten. Wie zum Beispiel, weil sie nicht wissen, was der Nächste ist, so tun sie einem jeden Gutes, von dem sie glauben, er sei der Nächste, besonders den Armen, weil diese als von weltlichen (Gütern) entblößt, sich arm nennen. Den Waisen und Witwen, weil sie so genannt werden; den Fremdlingen, weil sie solche sind, und so im übrigen; und zwar dies solange sie nicht wissen, was durch die Armen, die Waisen, Witwen, Fremdlinge, usw. bezeichnet wird; weil jedoch in ihrer Neigung zum scheinbar Wahren dunkel verborgen liegt die Neigung zum Guten, durch das der Herr sie leitet so zu tun, so sind sie zugleich dem Inwendigen nach in dem Guten, in dem bei ihnen die Engel sind, und hier sich ergötzen an ihren Scheinbarkeiten des Wahren, von denen sie angeregt werden. Hingegen die, welche im Guten der Liebtätigkeit und aus diesem in der Neigung zum Wahren sind, tun alles mit Unterscheidung, denn sie sind im Licht, denn das Licht des Wahren kommt nirgend anders her, als aus dem Guten, weil durch das Gute der Herr einfließt. Diese tun den Armen, Waisen, Witwen, Fremdlingen nicht deswegen bloß Gutes, weil sie so genannt werden, denn sie wissen, daß die, welche gut sind, seien sie arm oder reich, die Nächsten sind mehr als andere, denn von den Guten geschieht anderen Gutes, und so viel sie daher diesen Gutes tun, so viel (tun sie es) durch dieselben anderen. Sie wissen auch zu unterscheiden zwischen dem Guten, und somit zwischen den Guten. Das allgemeine Beste (commune bonum) selbst heißen sie noch mehr ihren Nächsten, denn in diesem wird das Gute noch mehrerer bezweckt. Das Reich des Herrn auf Erden, welches ist die Kirche, erkennen sie noch mehr für ihren Nächsten an, gegen den Liebtätigkeit (zu üben) ist. Das eigentliche Reich des Herrn in den Himmeln noch mehr. Die aber den Herrn diesen allen vorziehen, Ihn allein anbeten, und Ihn über alles lieben, solche leiten von Ihm die Abstufungen (derivationes) des Nächsten ab; denn im höchsten Sinn ist der Herr selbst der Nächste; somit alles Gute, insoweit es von Ihm ist. Diejenigen aber, die im Gegensatz sind, leiten die Abstufungen des Nächsten von ihnen selbst ab, und erkennen als Nächsten nur diejenigen an, die ihnen günstig sind und dienen, und heißen auch keine andere Brüder und Freunde, und zwar mit Unterschied, je nachdem sie mit ihnen eins ausmachen. Hieraus kann erhellen, was der Nächste ist, nämlich einem jeden gemäß der Liebe, in der er ist; und daß in Wahrheit der Nächste ist, wer in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, und zwar mit aller Unterscheidung, somit ist es das Gute selbst bei einem jeden, was bestimmend ist. 2426. "Daß mir nicht etwa anklebe das Böse, und ich sterbe", 1. Mose 19/19, daß dies bedeutet, es würde dann nicht anders geschehen können, als daß er zugleich im Bösen wäre, und so verdammt werden würde, erhellt ohne Erklärung. Was dieses in sich schließt, kann man wissen aus dem, was schon Nr. 301, 302, 303, 571, 582, 1001, 1327, 1328 gesagt und gezeigt worden ist, nämlich, daß der Herr stets vorsieht, daß das Böse nicht mit dem Guten vermischt werde, sondern der Mensch in dem Maß, als er im Bösen ist, auch vom Guten entfernt wird, denn es ist besser, daß er ganz im Bösen sei, als im Bösen und zugleich im Guten; denn wenn im Bösen und zugleich im Guten, so kann es nicht anders sein als daß er verdammt ist auf ewig: es sind die Betrüger und Heuchler innerhalb der Kirche, die in dieser Gefahr vor anderen sind. Dies nun heißt im inneren Sinn, daß mir nicht anklebe das Böse, und ich sterbe. 2427. Vers 20: Siehe doch, diese Stadt ist nahe, dahin zu fliehen, und sie ist klein, dahin möchte ich mich retten: ist sie nicht klein? und es würde leben meine Seele. "Siehe doch, diese Stadt ist nahe, dahin zu fliehen" bedeutet, möchte es doch erlaubt sein, aus dem Wahren des Glaubens; "und sie ist klein" bedeutet, aus dem wenigen, das er habe; "dahin möchte ich mich retten" bedeutet, möchte doch erlaubt sein, von ihm aus auf das Gute hinzusehen; "ist sie nicht klein" bedeutet, ob er nicht ein klein wenig haben dürfte; "und es würde leben meine Seele" bedeutet, daß er so vielleicht gerettet würde. 2428. "Siehe doch, diese Stadt ist nahe, dahin zu fliehen", 1. Mose 19/20, daß dies bedeutet, möchte es erlaubt sein aus dem Wahren des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre, somit das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 402, 2268; nahe heißt sie, weil das Wahre verwandt ist mit dem Guten; dahin fliehen bedeutet daher, möchte es doch erlaubt sein aus diesem, weil er es nicht vermöchte aus dem Guten: Nr. 2422. 2429. "Und sie ist klein", 1. Mose 19/20, daß dies bedeutet, aus dem wenigen, das er habe, kann erhellen aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist das Wahre, wovon soeben; daß sie klein ist, bedeutet, er habe wenig Wahres, hier aus dem wenigen, das er habe, wie aus dem Vorhergehenden und Folgenden erhellt. Was die Sache selbst betrifft, nämlich daß diejenigen, die in der Neigung zum Wahren sind, wenig Wahres haben, im Vergleich mit denen, die in der Neigung zum Guten sind, kann daraus erhellen, daß sie aus dem ganz wenigen und dunklen Guten, das sie haben, aufs Wahre hinsehen. Das Wahre beim Menschen verhält sich ganz gemäß dem Guten bei ihm, wo wenig Gutes ist, da ist auch wenig Wahres, sie stehen in gleichem Verhältnis, und auf gleicher Stufe, oder halten, wie man sagt, gleichen Schritt; was zwar als widersinnig erscheinen kann, dennoch aber verhält es sich so. Das Gute ist das eigentliche Wesen des Wahren, das Wahre ohne sein Wesen ist nicht wahr, obwohl es scheint, als ob es dies wäre. Es ist bloß etwas Tönendes, und wie ein leeres Gefäß: Will jemand das Wahre bei sich haben, so muß er es nicht nur wissen, sondern auch anerkennen und ihm Glauben schenken, geschieht dies, dann erst hat er das Wahre, weil es dann ihn anregt, und bleibt. Anders, wenn er das Wahre nur weiß, und nicht anerkennt, und ihm Glauben schenkt, dann hat er das Wahre nicht in sich, wie bei vielen der Fall ist, die im Bösen sind. Solche können das Wahre wissen, und zuweilen besser als andere, haben es aber dennoch nicht, ja sie haben es um so weniger, weil sie es in ihrem Herzen leugnen. Es wird vom Herrn vorgesehen, daß niemand mehr Wahres habe, d.h. anerkenne und glaube, als soviel er Gutes annimmt. Daher kommt, daß es hier von der Stadt, durch die das Wahre bezeichnet wird, heißt, sie sei klein, und wieder in diesem Vers: "Ist sie nicht klein?" Dann im 22. Vers: "er nannte den Namen der Stadt Zoar", wodurch in der Grundsprache bezeichnet wird wenig, aus dem Grund, weil hier von denjenigen gehandelt wird, die in der Neigung zum Wahren sind, und nicht so in der Neigung zum Guten. 2430. "Dahin möchte ich mich retten", 1. Mose 19/20, daß dies bedeutet, möchte doch erlaubt sein, von ihm aus auf das Gute hin zu sehen, kann erhellen aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt. Es wurde gesagt, er sollte sich retten auf den Berg, durch den das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet wird: Nr. 2419; darauf aber ward geantwortet, er könne dies nicht, wohl aber zur Stadt, durch die das Wahre des Glaubens bezeichnet wird: Nr. 2428, somit er könne von dem Wahren sein Absehen auf das Gute, oder, was das gleiche ist, vom Glauben aus auf die Liebtätigkeit haben; es war auch jene Stadt unten am Berg gelegen, und von ihr aus stieg er hinauf und wohnte auf dem Berg, allein in einer Höhle daselbst: 1. Mose 19/30. 2431. "Ist sie nicht klein", 1. Mose 19/20, daß dies bedeutet, ob er nicht ein klein wenig haben dürfe, erhellt aus demjenigen, was Nr. 2429 gesagt worden ist, somit ohne weitere Erklärung. Diese Frage steht deswegen da, weil der Herr allein weiß, wie viel Gutes im Wahren ist, somit wie viel Wahres beim Menschen ist. 2432. "Und es würde leben meine Seele", 1. Mose 19/20, daß dies bedeutet, er würde so vielleicht gerettet werden, erhellt ebenfalls ohne Erklärung; daß er auch wirklich gerettet wurde, weil in seinem Wahren Gutes war, erhellt aus dem, was folgt, nämlich aus der Antwort: "Siehe, ich habe angenommen dein Angesicht auch in Rücksicht dieses Wortes, daß Ich nicht umkehre die Stadt, von der du geredet hast": 1. Mose 19/21; und nachher: "Die Sonne ging auf über die Erde, und Lot kam gen Zoar": 1. Mose 19/23 worunter verstanden wird, daß diejenigen selig werden, die in der Neigung zum Wahren, d.h., die im Glauben sind, wenn es nur ein Glaube des Guten ist. 2433. Vers 21: Und Er sprach zu ihm: Siehe, Ich habe angenommen dein Angesicht, auch in Rücksicht dieses Wortes, daß Ich nicht umkehre die Stadt, von der du geredet hast. "Und Er sprach zu ihm: Siehe, Ich habe angenommen dein Angesicht auch in Rücksicht dieses Wortes" bedeutet die Einwilligung (annuentia), wofern das Inwendige im Wahren etwas vom Guten an sich habe; "daß Ich nicht umkehre die Stadt, von der du geredet hast" bedeutet, er würde so nicht zugrunde gehen. 2434. "Und Er sprach zu ihm: Siehe, Ich habe angenommen dein Angesicht, auch in Rücksicht dieses Wortes", 1. Mose 19/21, daß dies bedeutet die Einwilligung, wofern das Inwendige im Wahren etwas vom Guten an sich habe, erhellt aus der Bedeutung des Angesichts. Das Angesicht kommt im Wort oft vor und bezeichnet in ihm das Inwendige, wie Nr. 358, 1999 gezeigt worden ist. Auch wenn das Angesicht dem Jehovah oder Herrn zugeschrieben wird, bedeutet es die Barmherzigkeit, den Frieden, das Gute: Nr. 222, 223. Hier nun das Gute, das inwendig im Wahren ist, daher das Angesicht annehmen heißt, einwilligen, wofern das Inwendige im Wahren etwas vom Guten an sich hat. "In Rücksicht dieses Wortes", heißt in Rücksicht dieser Sache. Daß das Wahre nicht da ist, wofern nicht inwendig in ihm Gutes ist, sehe man Nr. 1496, 1832, 1900, 1904, 1928, 2063, 2173, 2269, 2401, 2403, 2429; und daß Seligkeit und Wonne der Mensch nach dem Tod nicht hat vom Wahren, sondern vom Guten, das im Wahren ist: Nr. 2261. Daher ihm desto größere Seligkeit und Wonne (wird), je mehr Gutes im Wahren ist. Daß das Gute inwendig im Wahren ist, und macht, daß es wahr ist, kann auch an dem Guten und Wahren selbst in weltlichen Dingen erhellen; wenn der Mensch in diesen etwas als gut ergreift und anerkennt, so nennt er dann alles wahr, was diesem Guten günstig ist. Alles aber, was (demselben) nicht günstig ist, das verwirft er, und nennt es falsch: er kann zwar auch sagen, daß etwas wahr sei, was jenem Guten nicht günstig ist, alsdann aber heuchelt er, und denkt anders. So auch in geistigen Dingen. 2435. "Daß Ich nicht umkehre die Stadt, von der du geredet hast", 1. Mose 19/21, daß dies bedeutet, er würde so nicht zugrunde gehen, nämlich ein Mensch, bei dem Wahres ist, in dem inwendig Gutes ist, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist das Wahre, wovon Nr. 402, 2268, 2428. Von den ältesten Zeiten her hat man darüber gestritten, was das Erstgeborene der Kirche sei, ob die Liebtätigkeit oder ob der Glaube, und zwar (letzteres) darum, weil durch die Wahrheiten des Glaubens der Mensch wiedergeboren, und zur Kirche wird. Allein diejenigen, die den Glauben vorzogen, und ihn zum Erstgeborenen machten, fielen alle in Irrlehren und Falschheiten, und löschten zuletzt die Liebtätigkeit ganz aus, wie man von Kain, durch den ein solcher Glaube bezeichnet wird, liest, daß er zuletzt seinen Bruder Habel, durch den die Liebtätigkeit bezeichnet wird, getötet habe. Ebenso nachher von Ruben, dem erstgeborenen Sohne Jakobs, durch den ebenfalls der Glaube bezeichnet wird, allein dieser befleckte seines Vaters Lager: 1. Mose 35/22; 49/4 weshalb er (dessen) unwürdig, und die Erstgeburt dem Joseph gegeben wurde: 1. Mose 48/5; 1.Chron.5/1. Daher denn alle Streitigkeiten und dann die Gesetze, wegen der Erstgeburt im Wort. Die Ursache, warum man darüber stritt, war, weil man nicht wußte, wie man auch heutzutage nicht weiß, daß ein Mensch so viel Glauben hat, als er Liebtätigkeit hat, und daß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, die Liebtätigkeit dem Glauben entgegenkommt, oder was dasselbe ist, das Gute dem Wahren entgegenkommt, und sich in dessen einzelnes einschmiegt und einfügt, und den Glauben zum Glauben macht. Und daß so die Liebtätigkeit das eigentlich Erstgeborene der Kirche ist, obwohl es vor dem Menschen anders erscheint. Man sehe auch Nr. 352, 367. Weil aber von diesen Dingen im Folgenden viel gehandelt wird, so soll, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, dort mehr (darüber gesagt werden). 2436. Vers 22: Eile, rette dich dorthin, weil Ich nichts tun kann, bevor du dorthin gekommen bist; darum nannte er den Namen der Stadt Zoar. "Eile, rette dich dorthin" bedeutet, er soll darin bleiben, weil er nicht weiter kann; "weil Ich nichts tun kann bevor du dorthin gekommen bist" bedeutet, bevor das Gericht über die Bösen (gehalten wird), sollen errettet werden die in der Neigung zum Wahren sind; "darum nannte er den Namen der Stadt Zoar" bedeutet die Neigung zum Wahren. 2437. "Eile, rette dich dorthin", 1. Mose 19/22, daß dies bedeutet, er solle darin bleiben, weil er nicht weiter kann, nämlich im Wahren des Glaubens und in der Neigung dazu, weil er im Guten der Liebtätigkeit selbst und in der Neigung dazu nicht könnte, erhellt aus dem, was vorhergeht. 2438. "Weil Ich nichts tun kann, bevor du dorthin gekommen bist", 1. Mose 19/22, daß dies bedeutet, bevor das Gericht über die Bösen (gehalten wird), sollen errettet werden die in der Neigung zum Wahren sind, kann daraus erhellen, daß Ich kann nicht etwas tun, das Gericht über die Bösen bedeutet, das gleich nachher durch die Zerstörung Sodoms und Amoras beschrieben wird, und daß du bis dorthin gekommen bist, bedeutet, es müssen vorher errettet werden die in der Neigung zum Wahren sind, die hier durch Lot vorgebildet werden, was auch unter dem verstanden wird, daß Lot nach Zoar kam: 1. Mose 19/23. Daß die Guten und Gerechten vorher errettet werden, ehe die Bösen und Ungerechten zugrunde gehen, erhellt auch anderwärts im Wort, z.B. wo vom Letzten Gericht gehandelt wird bei Matth.25/32,34,41: Daß geschieden wurden die Schafe von den Böcken, und vorher gesagt wurde zu den Schafen, sie sollen in das Reich des Herrn eingehen, ehe gesagt wurde zu den Böcken, sie sollen entweichen in das ewige Feuer. Das gleiche ist auch vorgebildet worden durch die Israeliten als sie aus Ägypten zogen, sofern sie errettet wurden, bevor die Ägypter ins Meer Suph versanken. Ebendasselbe wird auch bezeichnet durch das, wovon hin und wieder die Propheten (sprachen), daß nachdem die Gläubigen aus der Gefangenschaft zurückgeführt waren, ihre Feinde hernach ihre Strafe erlitten und umkamen. Dies geschieht auch stets im anderen Leben, daß nämlich zuerst die Gläubigen errettet, und hernach die Ungläubigen bestraft werden, oder, was dasselbe ist, jene vom Herrn in den Himmel erhoben werden, diese aber hernach sich in die Hölle stürzen. Daß es nicht zugleich geschieht, hat seinen Grund darin, daß die Guten, wenn sie nicht von den Bösen weggerissen würden (surriperentur), durch die Begierden des Bösen und die Beredungen des Falschen, welche die Bösen wie Gift fortwährend um sich her ausstreuen, leicht zugrunde gehen würden. Im allgemeinen aber, damit, ehe dies geschieht, bei den Guten das Böse ausgeschieden, und bei den Bösen das Gute abgetrennt werde, damit jene durch das Gute vom Herrn in den Himmel erhoben werden, und diese durch das Böse sich in die Hölle hinabstürzen, über welchen Gegenstand, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden Nr. 2449, 2451, gesprochen werden wird. 2439. "Darum nannte er den Namen der Stadt Zoar", 1. Mose 19/22, daß dies die Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung derselben, sofern sie ist die Neigung zu einem Guten, nämlich (demjenigen) des Wissens, d.h. die Neigung des Wahren, wovon Nr. 1589; und aus der Bedeutung von "den Namen nennen", sofern es ist die Beschaffenheit kennen, wovon Nr. 144, 145, 1754, 2009 nämlich hier, daß es wenig Wahres sei, denn durch Zoar wird in der Grundsprache wenig oder ein kleines bezeichnet; denn die in der Neigung zum Wahren sind, haben wenig Wahres, weil wenig Gutes im Verhältnis zu denen, die in der Neigung zum Guten sind, man sehe Nr. 2429. Daß auch die Wahrheiten, die an sich wahr sind, bei dem einen mehr wahr, bei dem anderen weniger wahr, bei einigen gar nicht wahr, ja sogar falsch sind, kann man beinahe an allen ersehen, die an sich wahr sind, denn sie gestalten sich beim Menschen, bei dem sie sind, verschieden, je nach seinen Neigungen. Wie z.B. in Beziehung auf das Tun eines guten Werkes oder des Guten der Liebtätigkeit ist an sich wahr, daß man es tun soll, es ist aber bei dem einen ein Gutes der Liebtätigkeit, weil es aus der Liebtätigkeit hervorgeht, bei dem anderen ist es ein Werk des Gehorsams, weil es aus dem Gehorsam hervorgeht, bei einigen ist es etwas auf Verdienst Berechnetes, weil sie dadurch verdienen und selig werden wollen, bei einigen aber ist es etwas Heuchlerisches, darauf berechnet, so zu scheinen, und so fort. So in allen übrigen, die Wahrheiten des Glaubens genannt werden. Hieraus kann auch erhellen, daß viel Wahres bei denen ist, die in der Neigung zum Guten sind, und weniger Wahres bei denen, die in der Neigung zum Wahren sind, denn diese sehen auf das Gute als etwas von ihnen Entfernteres hin, jene aber auf das Gute als etwas ihnen Gegenwärtiges. 2440. Vers 23: Die Sonne ging auf über die Erde, und Lot kam gen Zoar. "Die Sonne ging auf über die Erde" bedeutet die letzte Zeit, die das Jüngste Gericht genannt wird, "und Lot kam gen Zoar" bedeutet diejenigen, die in der Neigung zum Wahren sind, daß sie errettet wurden. 2441. "Die Sonne ging auf über die Erde", 1. Mose 19/23, daß dies die letzte Zeit bedeutet, die das Jüngste Gericht genannt wird, erhellt aus der Bedeutung des Sonnenaufganges, wenn von den Zeiten und Zuständen der Kirche gehandelt wird. Daß die Tages-, wie auch die Jahreszeiten im inneren Sinn die aufeinanderfolgenden Zustände der Kirche bedeuten, ist Nr. 2323 gezeigt worden; und daß die Morgenröte oder der Morgen das Kommen des Herrn, oder das Herannahen seines Reiches: Nr. 2405: so nun der Aufgang (Exortus) der Sonne, oder ihr Aufgehen (Egressus) über die Erde, die Gegenwart (desselben) selbst; und dies aus dem Grund, weil sowohl die Sonne als der Aufgang (oriens) den Herrn bedeutet. Daß die Sonne (diese Bedeutung hat), sehe man Nr. 31, 32, 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2120; und daß der Aufgang (oriens) Nr. 101. Daß die Gegenwart des Herrn, das gleiche ist mit der letzten Zeit, die das Gericht genannt wird, kommt daher, daß Seine Gegenwart die Guten von den Bösen ausscheidet, und es mit sich bringt, daß die Guten in den Himmel erhoben werden, und die Bösen sich in die Hölle stürzen. Denn im anderen Leben verhält es sich so. Der Herr ist die Sonne für den ganzen Himmel, man sehe Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531; denn es ist das himmlisch Göttliche Seiner Liebe, was so vor ihren Augen erscheint, und wirklich das eigentliche Licht des Himmels macht. Inwieweit sie nun in der himmlischen Liebe sind, insoweit werden sie in dieses himmlische Licht, das vom Herrn ist, erhoben. Insoweit sie hingegen von der himmlischen Liebe entfernt sind, insoweit stürzen sie sich von dem Licht weg in höllische Finsternis. Daher kommt nun, daß der Aufgang der Sonne, durch den die Gegenwart des Herrn bezeichnet wird, sowohl die Seligmachung der Guten, als die Verdammnis der Bösen in sich schließt, und nun zuerst gesagt wird, daß Lot gen Zoar kam, d.h., daß diejenigen gerettet wurden, die durch Lot hier vorgebildet werden, und gleich nachher, daß Jehovah über Sodom und Amora Schwefel und Feuer regnen ließ, d.h., daß die Bösen verdammt wurden. Die im Bösen der Selbst- und der Weltliebe sind, d.h., die in Haß gegen alles sind, was der Liebe zum Herrn, und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, denen erscheint das Licht des Himmels wirklich als dichtes Dunkel, daher im Wort gesagt wird, die Sonne sei für sie schwarz geworden, wodurch bezeichnet wird, sie haben alles zur Liebe und Liebtätigkeit Gehörige verworfen; und alles, was ihr entgegengesetzt ist, angenommen, wie bei Hes.32/7,8: "Bedecken werde Ich, wenn Ich dich ausgelöscht, die Himmel, und verdunkeln ihre Sterne, die Sonne werde Ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird nicht leuchten lassen sein Licht, alle Leuchten des Lichtes in den Himmeln werde Ich verdunkeln über dir, will Finsternis verbreiten über deinem Land": jeder kann sehen, daß durch bedecken die Himmel, verdunkeln die Sterne, bedecken die Sonne, verdunkeln die Leuchten des Lichtes, etwas anderes bezeichnet wird. Jes.13/9,10: "Verfinstert ist die Sonne in ihrem Ausgang, und der Mond wird nicht scheinen lassen sein Licht". Joel 2/2,10: "Sonne und Mond werden verdunkelt, und die Sterne ziehen ihren Glanz zurück". Es kann nun also klar sein, was durch folgende Worte des Herrn bezeichnet wird, wo (die Rede ist) von der letzten Zeit der Kirche, die das Gericht genannt wird; bei Matth.24/29: "Alsbald nach der Drangsal jener Tage, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond nicht geben sein Licht, und die Sterne werden vom Himmel fallen": daß nämlich nicht die Sonne durch die Sonne, nicht der Mond durch den Mond, auch nicht die Sterne durch die Sterne, sondern daß durch die Sonne die Liebe und Liebtätigkeit, durch den Mond der Glaube aus derselben, und durch die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, von denen alsdann gesagt wird, daß sie verfinstert seien, das Licht verlieren, und vom Himmel fallen, wann keine Anerkennung des Herrn, und keine Liebe zu Ihm, und keine Liebtätigkeit gegen den Nächsten mehr da ist, nach deren Vernichtung die Selbstliebe mit dem Falschen aus ihr den Menschen einnimmt, denn das eine ist die Folge des anderen. Daher heißt es auch so bei Joh.Offenb.16/8,9: "Der vierte Engel goß seine Schale aus in die Sonne, und es ward ihm gegeben die Menschen mit Hitze zu schlagen durch Feuer, und es entbrannten die Menschen in großer Hitze, und lästerten den Namen Gottes": wo ebenfalls von den letzten Zeiten der Kirche gehandelt wird, da alle Liebe und Liebtätigkeit erloschen ist, oder nach der gewöhnlichen Weise zu reden: wenn kein Glaube mehr da ist. Das Erlöschen der Liebe und Liebtätigkeit wird verstanden unter dem, daß eine Schale ausgegossen wurde in die Sonne, und infolgedessen alsdann die Selbstsucht und deren Begierden unter dem, daß die Menschen entzündet wurden durchs Feuer, und daß sie entbrannten in großer Hitze. Die Lästerung des Namens Gottes ist hiervon die Folge. Die Alte Kirche verstand nichts anderes unter der Sonne, als den Herrn, und das himmlisch Göttliche seiner Liebe, daher sie den Brauch hatten, gegen Aufgang der Sonne hin zu beten, wobei sie dann nicht einmal an die Sonne dachten. Nachdem aber ihre Nachkommen mit den übrigen Vorbildungen und Bezeichnungen auch diese verloren hatten, fingen sie dann an die Sonne selbst und den Mond zu verehren, und dieser (Götzen-)dienst verbreitete sich unter mehrere Völkerschaften so sehr, daß sie ihnen Tempel widmeten, und Säulen setzten, und weil alsdann Sonne und Mond den entgegengesetzten Sinn bekamen, bedeuten sie die Selbst- und die Weltliebe, die der himmlischen und der geistigen Liebe ganz entgegengesetzt sind. Daher wird im Wort unter der Verehrung der Sonne und des Mondes die Selbst- und Weltverehrung verstanden, wie bei 5. Mose 4/19: "Auf daß du nicht etwa deine Augen erhebest zum Himmel, und schauest die Sonne und den Mond, und die Sterne, alles Heer der Himmel, und lassest dich verleiten, und bückest dich vor ihnen; und dienest ihnen". 5. Mose 17/3,5: "Wofern (ein Mann oder ein Weib) hingeht, und dienet anderen Göttern, und der Sonne oder dem Mond, oder allem Heer der Himmel, was Ich nicht geboten habe, dann sollst du sie steinigen mit Steinen, und sie sollen sterben": in eine solche Abgötterei ist der alte Gottesdienst verwandelt worden, als sie nicht mehr glaubten, daß etwas Inneres sinnbildlich bezeichnet werde in den Bräuchen der Kirche, sondern nur Äußeres: Jerem.8/1,2: "Zu jener Zeit werden sie die Gebeine der Könige Jehudahs, der Fürsten, der Priester, der Propheten, und der Bewohner Jerusalems ausreiten vor der Sonne und dem Mond, und allem Heer der Himmel, die sie geliebt, und denen sie gedient hatten": die Sonne für die Selbstsucht und deren Begierden; daß sie die Gebeine ausbreiten würden, bedeutet das Höllische, das bei solchen (war). Jerem.43/13: "Zerbrechen wird er die Säulen des Hauses der Sonne, das im Land Ägyptens ist, und die Häuser der Götter Ägyptens wird er verbrennen mit Feuer": die Säulen des Hauses für die Selbstverehrung. 2442. "Und Lot kam gen Zoar", 1. Mose 19/23, daß dies diejenigen bedeutet, die in der Neigung zum Wahren sind, daß sie errettet wurden, erhellt aus der Bedeutung Zoar, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2439. Hieraus kann auch erhellen, daß auch die, welche im Glauben sind, errettet werden, wofern nur in ihrem Glauben Gutes ist, d.h., (wofern sie) vom Wahren des Glaubens angeregt werden um des Guten willen, was (soviel ist, als) aus dem Guten; alles Leben des Glaubens stammt nicht anderswoher. Daß die Liebtätigkeit das Wesentliche des Glaubens sei, so daß sie sogar der Glaube selbst ist, weil sie das Eigentliche des Glaubens (ipsum fidei) ist, sehe man Nr. 379, 389, 654, 724, 809, 916, 1162, 1176, 1798, 1799, 1834, 1844, 2049, 2116, 2189, 2190, 2228, 2261, 2340,2349, 2419. 2443. Vers 24: Und Jehovah ließ regnen über Sodom und über Amora Schwefel und Feuer von Jehovah herab aus dem Himmel. "Und Jehovah ließ regnen über Sodom und über Amora Schwefel und Feuer" bedeutet die Hölle für die, welche im Bösen der Selbstliebe und im Falschen von daher sind; "regnen" heißt verdammt werden; "der Schwefel" ist die Hölle der Selbstliebe; "das Feuer" ist die Hölle des Falschen von daher; "von Jehovah herab aus dem Himmel" bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung in Ansehung des Wahren, weil sie sich vom Guten trennen. 2444. "Und Jehovah ließ regnen über Sodom und über Amora Schwefel und Feuer", 1. Mose 19/24, daß dies bedeutet die Hölle für die, welche im Bösen der Selbstliebe und im Falschen von daher sind, erhellt aus der Bedeutung des Regnens, sofern es ist verdammt werden, des Schwefels, sofern er ist die Hölle des Bösen der Selbstliebe, und (aus derjenigen) des Feuers, sofern es ist die Hölle des Falschen von daher, wovon im gleich Folgenden; sodann aus der Bedeutung von Sodom, sofern es ist das Böse der Selbstliebe, und Amoras, sofern es ist das Falsche, das von daher stammt, wovon Nr. 2220, 2246, 2322. Hier wird auch Amoras gedacht, dessen vorher in diesem Kapitel keine Erwähnung geschah, aus dem Grund, weil Amora das Falsche bedeutet, das aus dem Bösen der Selbstliebe stammt; denn innerhalb der Kirche, von deren letzter Zeit oder Gericht hier gehandelt wird, ist es dieses Böse, das vornehmlich dem Guten entgegenwirkt, und das Falsche aus demselben, das dem Wahren entgegenwirkt; welche zwei so verbunden sind, daß wer in dem einen ist, auch im anderen ist, und zwar in gleichem Verhältnis, und in gleichem Grad. Es erscheint zwar anders, dennoch aber stellt sich heraus, daß dem so ist, wenn nicht in der Welt, so doch im anderen Leben. Von der Selbstliebe wie sie beschaffen sei, und wie großes Böse aus derselben und daß von daher die Höllen stammen, sehe man Nr. 693, 694, 760, 1307, 1308, 1321, 1594, 1691, 2041, 2045, 2051, 2057, 2219. 2445. Daß "regnen" ist verdammt werden, erhellt aus der Bedeutung des Regens. Der Regen bedeutet im Wort im echten Sinne den Segen, daher auch die Seligmachung, im entgegengesetzten Sinn aber den Fluch, daher auch die Verdammnis. Daß er den Segen, und daher auch die Seligmachung (bedeutet), erhellt aus vielen Stellen im Wort; daß er aber im entgegengesetzten Sinne der Fluch und daher die Verdammnis bedeutet, wird aus Folgendem klar: Jes.4/6: "Eine Hütte wird sein zum Schatten bei Tag vor der Hitze, und zur Zuflucht und zum Geborgensein vor der Überflutung, und vor dem Regen". Hes.13/11,13: "Sprich zu denen, die das Untaugliche übertünchen, daß es fallen wird, es wird kommen ein überflutender Regen, und ihr Hagelsteine werdet fallen; ein überflutender Regen wird in meinem Zorne kommen, und Hagelsteine im Grimm zur Vollendung". Ps.105/32,33: "Er gab ihre Regen als Hagel, Flammenfeuer in ihrem Land, und zerschlug ihren Weinstock, und ihren Feigenbaum": wo von Ägypten (die Rede ist), von dem es 2. Mose 9/23,24 heißt: "Jehovah gab Donner und Hagel, und es zuckte das Feuer auf der Erde, und Jehovah ließ Hagel regnen auf das Land Ägypten". 2446. Daß der "Schwefel" die Hölle des Bösen der Selbstsucht (amoris sui) ist, und das "Feuer" die Hölle des Falschen aus demselben, erhellt aus der Bedeutung des Schwefels, und daher des Feuers im Wort, sofern es ist die Selbstsucht mit deren Begierden und den Falschheiten von daher, sofern er also ist die Hölle, denn diese besteht aus dergleichen. Daß der Schwefel und das Feuer dies bedeuten, erhellt bei Ps.11/6: "Jehovah wird regnen lassen über die Gottlosen, Schlingen, Feuer und Schwefel": daß es hier nicht Feuer und Schwefel ist, sondern etwas anderes, das durch Feuer und Schwefel bezeichnet wird, kann auch daraus erhellen, daß es heißt: "Jehovah wird regnen lassen Schlingen". Hes.38/22: "Streiten will Ich mit ihm mit Pest und Blut, und überflutenden Regen, und Hagelsteine, Feuer und Schwefel regnen lassen über ihn, und über seine Flügel, und über die vielen Völker, die mit ihm sind": wo (die Rede ist) von Gog, der das Land Israels, d.h. die Kirche verwüstet; was Gog sei, sehe man Nr. 1151; Feuer für Falsches, Schwefel für Böses aus demselben, und zugleich für die Höllen derjenigen, die verwüsten. Joh.Offenb.19/20: "Die das Tier anbeteten, wurden geworfen in den Pfuhl, der mit Schwefel brennt": für die Hölle. Joh.Offenb.20/10: "Der Teufel ward geworfen in den Feuer- und Schwefelpfuhl, wo das Tier und der falsche Prophet sind, und sie werden gequält werden Tag und Nacht in die Zeitläufe der Zeitläufe": offenbar für die Hölle. Joh.Offenb.21/8: "Den Greuelhaften und Mördern, und den Ehebrechern, und Zauberern, und Götzendienern, und allen Lügnern, (soll sein) ihr Teil im Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet": auch (hier) Feuer und Schwefel offenbar für die Hölle. Daß (sie stehen) für das Böse der Selbstsucht und das Falsche aus diesem, aus dem die Hölle besteht, bei Jes.34/8,9: "Ein Tag der Rache für Jehovah, das Jahr der Vergeltung für den Streit Zions, und es werden seine Ströme in Pech verwandelt werden, und sein Staub in Schwefel, und sein Land wird werden zu brennendem Pech": wo das brennende Pech für das dichte und heillose Falsche steht statt des Feuers, der Schwefel für das Böse, das aus der Selbstsucht stammt. Jes.30/33: "Sein Scheiterhaufen (ist) Feuer und viel Holz, der Hauch Jehovahs wie ein Strom brennenden Schwefels darin": wo von Thopheth (die Rede ist), der Strom brennenden Schwefels für das Falsche aus dem Bösen der Selbstliebe. Luk.17/29,30: "An dem Tage, da Lot ausging aus Sodom, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und verdarb alle; ähnliches wird geschehen am Tage, da der Sohn des Menschen wird geoffenbart werden": daß es alsdann nicht Feuer und Schwefel regnen wird, kann jeder sehen, sondern daß herrschen werden Irrtümer (falsitates) und Begierden der Selbstsucht, die durch das Feuer und den Schwefel bezeichnet werden und die Höllen machen. Daß das Feuer im Worte Begierden bezeichnet, und zugleich Höllen (allein dann bedeutet der Rauch, der aus dem Feuer [aufsteigt], das Falsche, das aus denselben [hervorgeht] und das in jenen Höllen ist), sehe man Nr. 1861, und Joh.Offenb.9/17,18: "Ich sah die Rosse im Gesicht, und die auf ihnen saßen, sie hatten feurige und schwefelichte Panzer; und die Köpfe der Rosse, wie der Löwen Köpfe, und aus ihrem Maul ging Feuer, Rauch und Schwefel: von diesen dreien ward getötet der dritte Teil der Menschen, vom Feuer, und vom Rauch, und vom Schwefel": Feuer, Rauch und Schwefel für Böses und Falsches aller Art, aus denen die Höllen (bestehen). 2447. "Von Jehovah herab aus dem Himmel", 1. Mose 19/24, bedeutet nach den Gesetzen der Ordnung in Ansehung des Wahren, weil sie sich vom Guten trennen, kann nur erhellen aus dem inneren Sinn, durch den aufgedeckt wird, wie es sich mit den Bestrafungen und Verdammungen verhält, daß sie nämlich gar nicht von Jehovah, d.h. vom Herrn kommen, sondern vom Menschen, bösen Geist und Teufel selbst, und zwar infolge der Gesetze der Ordnung in Ansehung des Wahren, weil sie sich vom Guten trennen: Alle Ordnung kommt von Jehovah, d.h. vom Herrn, und nach ihr wird von Ihm alles und jedes regiert, aber mit vielfachem Unterschied, nämlich nach (Seinem) Willen, nach (Seinem) Wohlgefallen, infolge (Seiner) Erlaubnis, und infolge (Seiner) Zulassung. Was nach (Seinem) Willen und Wohlgefallen (ex Voluntate et Beneplacito) geschieht, das geschieht nach den Gesetzen der Ordnung in Rücksicht des Guten, auch mehreres was infolge (Seiner) Erlaubnis, einiges auch, was infolge von Zulassung. Wenn aber der Mensch sich vom Guten trennt, so unterwirft er sich den Gesetzen der Ordnung, die sich auf das vom Guten getrennte Wahre beziehen, die von der Art sind, daß sie verdammen, denn alles Wahre verdammt den Menschen und wirft in die Hölle, aber der Herr bringt nach dem Guten, d.h. aus Barmherzigkeit Rettung (salvat), und erhebt in den Himmel. Hieraus erhellt, daß der Mensch selbst es ist, der sich verdammt. Was aus Zulassung geschieht, ist meistens von solcher Art, wie zum Beispiel, daß ein Teufel den anderen straft und quält, außer unzählig viel anderem, dies ist gemäß den Gesetzen der Ordnung in Ansehung des vom Guten getrennten Wahren, denn sonst könnten sie nicht in Banden gehalten, und auch nicht abgehalten werden, auf alle Rechtschaffenen und Guten loszugehen, und sie auf ewig zu verderben. Daß dies nicht geschehe, ist das Gute, das vom Herrn bezweckt wird. Es verhält sich damit geradeso wie auf Erden, wo wenn ein gnädiger und milder König, der nichts als Gutes beabsichtigt und tut, nicht dulden würde, daß seine Gesetze die Bösen und die Frevler bestrafen (obwohl er niemanden straft, sondern vielmehr bedauert, daß sie so geartet sind, daß das Böse sie strafen muß), so würde er sein Reich selbst solchen zur Beute überlassen, was (eine Handlung) der höchsten Ungnade, und der höchsten Unbarmherzigkeit wäre. Hieraus wird klar, daß keineswegs Jehovah Schwefel und Feuer regnen ließ, d.h. zur Hölle verdammte, sondern daß vielmehr sie selbst, die im Bösen und aus diesem im Falschen waren, dies taten, und zwar dadurch, daß sie sich vom Guten trennten, und so sich den Gesetzen der Ordnung nach dem bloßen Wahren unterwarfen. Hieraus folgt nun, daß jener der innere Sinn dieser Worte ist, daß (nämlich) im Worte dem Jehovah oder Herrn, Böses, das Bestrafen, Verfluchen, und Verdammen und mehreres (dergleichen) zugeschrieben wird, wie hier, daß Er Schwefel und Feuer regnen ließ: Hes.38/22: "Streiten will Ich mit ihm mit Pest und Blut, Feuer und Schwefel will Ich regnen lassen über ihn". Jes.30/33: "Das Hauchen Jehovahs wie ein Strom brennenden Schwefels". Ps.11/6: "Jehovah wird regnen lassen über die Gottlosen, Schlingen, Feuer und Schwefel". Ps.18/9,10: "Es stieg Rauch auf aus Seiner Nase, und Feuer aus Seinem Munde, Kohlen brannten aus Ihm". Jerem.21/12: "Auf daß nicht ausbreche wie Feuer Mein Grimm, und brenne, da niemand löscht". 5. Mose 32/22: "Ein Feuer ist angezündet in Meinem Zorn, und wird brennen bis zur untersten Hölle"; außer ähnlichem in vielen anderen Stellen. Warum dergleichen im Worte, wie gesagt, dem Jehovah oder Herrn zugeschrieben wird, ist erklärt Nr. 223, 245, 592, 589, 696, 735, 1093, 1638, 1683, 1874; denn so weit entfernt ist es vom Herrn, daß dergleichen von Ihm komme, als das Gute entfernt ist vom Bösen, oder der Himmel von der Hölle, oder das Göttliche vom Teuflischen; das Böse der Hölle und der Teufel tun dies, keineswegs der Herr, Welcher ist die Barmherzigkeit selbst, und das Gute selbst, weil es aber so erscheint, darum wird es aus Gründen, wovon in den angeführten Stellen, (Ihm) zugeschrieben. Daß in diesem Verse gesagt wird, Jehovah habe regnen lassen von Jehovah aus dem Himmel herab, läßt im Buchstabensinn scheinen, als ob es zwei wären, einer auf Erden, und einer im Himmel; allein der innere Sinn lehrt, wie auch dies zu verstehen ist, daß nämlich unter dem zuerst genannten Jehovah verstanden wird das Göttlich-Menschliche und das ausgehende Heilige des Herrn, in diesem Kapitel verstanden unter den zwei Männern; und daß unter dem zum zweiten Mal genannten Jehovah verstanden wird das Göttliche Selbst, das der Vater heißt, von dem im vorigen Kapitel (die Rede war), sodann auch, daß dieses Dreieine im Herrn ist, wie Er selbst sagt bei Joh.14/9-11: "Wer Mich gesehen, hat den Vater gesehen; glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist"; und vom ausgehenden Heiligen Joh.16/13-15: "Der Paraklet wird nicht aus sich selbst reden, von dem Meinen wird Er es nehmen und euch verkündigen": so (ist) ein Jehovah, obwohl hier zwei genannt werden; daß zwei (genannt werden), hat seinen Grund darin, daß alle Gesetze der Ordnung (entstanden) sind aus dem Göttlichen Selbst, dem Göttlich-Menschlichen, und dem ausgehenden Heiligen des Herrn. 2448. Vers 25: Und Er kehrte jene Städte um, und die ganze Ebene, und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Bodens. "Und Er kehrte jene Städte um" bedeutet, daß von ihnen alle Wahrheiten abgetrennt wurden, so daß sie nur Falsches hatten; "und die ganze Ebene" bedeutet alles, was zu den Wahrheiten gehörte; "und alle Bewohner der Städte" bedeutet, daß von ihnen alles Gute abgetrennt wurde, so daß sie nichts als Böses hatten; "und das Gewächs des Bodens" bedeutet alles, was zur Kirche gehört. 2449. "Und er kehrte jene Städte um", 1. Mose 19/25, daß dies bedeutet, es seien von ihnen alle Wahrheiten abgetrennt worden, so daß sie nur Falsches hatten, erhellt aus der Bedeutung der Städte, sofern sie sind die Lehrbestimmungen, somit die Wahrheiten, denn diese sind (Gegenstand) der Lehrbestimmungen, wovon Nr. 402, 2268, 2428 und von diesen heißt es, sie werden umgekehrt, wenn Falsches für Wahres da ist. Hier wenn von ihnen abgetrennt sind alle Wahrheiten, dann auch alles Gute, von dem ebenfalls in diesem Vers (die Rede ist), weil gehandelt wird vom letzten Zustand derjenigen, die innerhalb der Kirche in Bösem und Falschem sind; ihr Zustand wird auch wirklich so. Damit man wisse, wie er beschaffen ist, soll es mit wenigem gesagt werden: die, welche ins andere Leben kommen, werden alle in das gleiche Leben, das sie im Leibe hatten, zurückgeführt und hierauf wird bei den Guten das Böse und Falsche ausgeschieden, damit sie durch das Gute und Wahre vom Herrn in den Himmel erhoben werden. Bei den Bösen hingegen wird das Gute und Wahre ausgeschieden, damit sie durch das Böse und Falsche in die Hölle geführt werden, man sehe Nr. 2119; ganz gemäß den Worten des Herrn bei Matth.13/12: "Wer da hat, dem wird gegeben werden, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch was er hat, genommen werden"; und anderwärts bei Matth.25/29: "Jedem, der hat, wird gegeben werden, daß er die Fülle habe; von dem aber, der nicht hat, wird (auch das, was er hat), genommen werden", Luk.8/18; 19/24-26; Mark.4/24,25; was auch bezeichnet wird durch Folgendes bei Matth.13/30,39,40: "Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und es wird geschehen, zur Zeit der Ernte werde Ich den Schnittern sagen: leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune; die Ernte ist die Vollendung des Weltalters, gleichwie das Unkraut zusammengelesen, und mit Feuer verbrannt wird, so wird es sein in der Vollendung des Weltalters". Ferner was gesagt ist von dem Netz, das ins Meer geworfen ward, und Fische von verschiedener Gattung zusammenfaßte, daß hernach das Gute in Gefäße zusammengelesen, und das Böse hinausgeworfen wurde, und daß so geschehen werde in der Vollendung eines Weltalters: Matth.13/47-50. Was die Vollendung sei, und daß sie das gleiche in sich schließe in betreff der Kirche, sehe man Nr. 1857, 2243. Die Ursache der Ausscheidung des Bösen und Falschen bei den Guten ist, daß sie nicht hängen möchten zwischen Bösem und Gutem, sondern durch das Gute in den Himmel erhoben werden; und die Ursache der Ausscheidung des Guten und Wahren bei den Bösen ist, daß sie nicht durch irgendwelches Gute, das bei ihnen ist, die Guten verführen, und daß sie durch das Böse entweichen möchten unter die Bösen, die in der Hölle sind; denn solcherlei ist die Gemeinschaft aller Denkvorstellungen und Neigungen im anderen Leben, daß das Gute Gemeinschaft hat mit dem Guten, das Böse mit dem Bösen: Nr. 1388, 1389, 1390; weshalb wenn sie nicht abgetrennt würden, unzählige Übelstände daraus entständen, abgesehen davon, daß sonst keine Zusammengesellung zustande käme; während doch alles aufs genaueste zusammengesellt ist, in den Himmeln gemäß allen Unterschieden der Liebe zum Herrn und der gegenseitigen Liebe, und von daher des Glaubens: Nr. 685, 1394; und in den Höllen gemäß allen Unterschieden der Begierden, und von daher der Phantasien: Nr. 695, 1322. Allein man muß wissen, daß Ausscheidung keine völlige Wegnahme ist, denn keinem wird ganz genommen, was er hatte. 2450. "Und die ganze Ebene", 1. Mose 19/25, daß dies bedeutet alles, was zu jenen Wahrheiten gehörte, erhellt aus der Bedeutung der Ebene, sofern sie ist alles, was Gegenstand der Lehre ist, somit alles, was zu den Wahrheiten gehört, wovon Nr. 2418. 2451. "Und alle Bewohner der Städte", 1. Mose 19/25, daß dies bedeutet, es sei von ihnen alles Gute abgetrennt worden, so daß sie nichts als Böses hatten, erhellt aus der Bedeutung der Bewohner, wenn sie auf die Stadt bezogen werden, sofern sie sind das Gute, wie durch viele Stellen im Wort bestätigt werden kann; auch erhellt es daraus, daß, wenn die Stadt das Wahre bedeutet, der Bewohner das Gute ist, denn das Wahre ist es, in dem das Gute wohnt; und Wahres, in dem nicht Gutes wohnt, ist wie eine leere Stadt, oder eine Stadt ohne Bewohner. Daß von den Bösen auch alles Gute abgetrennt wird, so daß sie nichts als Böses haben, sehe man außerdem auch Nr. 2449. 2452. "Und das Gewächs des Bodens", 1. Mose 19/25, daß dies bedeutet alles, was zur Kirche gehört, erhellt aus der Bedeutung des Gewächses. Unter dem Gewächs (germen) wird sowohl die Saat (seges), als alles Grüne verstanden, und daß unter diesen Gutes und Wahres verstanden wird, ist überall aus dem Wort ersichtlich, und aus der Bedeutung des Bodens (humus), sofern er ist die Kirche, wovon Nr. 566, 1068. Daß das Gute und Wahre alles zur Kirche Gehörige ist, ist bekannt. 2453. Vers 26: Und sein Weib sah zurück hinter ihn, und ward zur Salzsäule. "Und sein Weib sah zurück hinter ihn" bedeutet, daß das Wahre sich vom Guten abgewandt und auf die Lehrbestimmungen hingesehen habe; "und ward zur Salzsäule" bedeutet, daß alles Gute des Wahren verwüstet worden sei. 2454. "Und sein Weib sah zurück hinter ihn", 1. Mose 19/26, daß dies bedeutet, das Wahre habe sich vom Guten abgewandt, und auf die Lehrbestimmungen hingesehen, erhellt aus der Bedeutung von zurückblicken (respicere) hinter ihn, und aus der Bedeutung des Weibes. Zurückblicken hinter ihn, daß dies heißt auf die Lehrbestimmungen, die dem Wahren angehören, nicht aber auf ein den Lehren gemäßes Leben, das Sache des Guten ist, (hinsehen), ist Nr. 2417 gesagt worden; denn dasjenige heißt hinter ihm, was das Spätere (posterius), und dasjenige vor ihm, was das Frühere (prius) ist. Daß das Wahre das Spätere ist und das Gute das Frühere, ist öfter gezeigt worden, denn das Wahre ist Sache des Guten, weil das Wesen und Leben des Wahren das Gute ist, weshalb zurücksehen hinter ihn, soviel ist als auf das Wahre, das Gegenstand der Lehre ist, nicht aber auf das Gute, das Sache des Lebens gemäß der Lehre ist. Daß dies bezeichnet wird, erhellt offenbar aus den Worten des Herrn, wo Er auch von der letzten Zeit der Kirche, oder der Vollendung eines Weltalters spricht bei Luk.17/31,32: "An jenem Tage soll, wer auf dem Hause ist, und seine Gefäße im Hause hat, nicht hinabsteigen sie zu holen; und wer auf dem Felde ist, soll gleicherweise nicht zurückkehren zu (dem) hinter ihm: gedenket des Weibes Lots". Diese Worte des Herrn sind gar nicht verständlich ohne einen inneren Sinn, somit wenn man nicht weiß, was bedeutet "auf dem Hause sein", was "die Gefäße im Haus", was das "Hinabsteigen sie zu holen", und was das "Feld", und zuletzt was das "Zurückkehren zu (dem, was) hinter ihm (ist)". Nach dem inneren Sinn heißt auf dem Hause sein, im Guten sein: daß das Haus das Gute ist, sehe man Nr. 710, 2233, 2234; die Gefäße im Hause sind die Wahrheiten, die zum Guten gehören; daß die Wahrheiten Gefäße des Guten sind, sehe man Nr. 1496, 1832, 1900, 2063. 2269. Hinabsteigen sie zu holen heißt, sich wegwenden vom Guten zum Wahren, was offenbar ist, denn das Gute wie es das Frühere ist, so ist es auch das Obere, und das Wahre wie es ist das Spätere, ist es auch das Untere. Daß das Feld die Kirche ist, so genannt vom Samen, den sie aufnimmt, daß mithin die Felder diejenigen sind, die im Guten der Lehre sind, erhellt aus vielen Stellen im Wort. Hieraus wird klar, was das Zurückkehren zu (dem, was) hinter ihm (ist), bedeutet, nämlich sich abwenden vom Guten, und hinsehen auf die Lehrbestimmungen; daher denn weil diese bezeichnet werden durch das Weib Lots, hinzugesetzt wird: gedenket des Weibes Lots; es wird nicht gesagt, sie sah zurück hinter sich, sondern hinter ihn, weil Lot das Gute bedeutet, man sehe Nr. 2324, 2351, 2371, 2399. Daher kommt, daß, als Lot angeredet wurde, 1. Mose 19/17, gesagt wurde: Siehe nicht zurück hinter dich; daß es bei Lukas heißt, er soll nicht zurückkehren zu (dem) hinter ihm (ad post eum), nicht zu den Dingen, die hinter ihm sind (ad illa quae post eum), kommt daher, daß die Himmlischen etwas, was zur Lehrbestimmung gehört, nicht einmal nennen wollen, man sehe Nr. 202, 337 und dies ist der Grund, warum es auch (hier) nicht genannt wurde, sondern gesagt zu (dem) hinter ihm (ad post eum). Eben dieses wird so beschrieben bei Matth.24/15-17: "Wenn ihr sehen werdet den Greuel der Verwüstung, der vorhergesagt ist von Daniel dem Propheten, dann sollen die in Judäa sind, fliehen auf die Berge. Wer auf dem Hause ist, steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seine Kleider zu holen": wo der Greuel der Verwüstung ist der Zustand der Kirche, wenn keine Liebe und keine Liebtätigkeit mehr da ist, nach deren Verwüstung verabscheuungswerte Greuel herrschen; daß Judäa die Kirche ist, und zwar die Himmlische, ist aus dem Worte des Alten Testaments, sowohl dem historischen als dem prophetischen, allenthalben ersichtlich, daß die Berge, auf die sie fliehen sollten, die Liebe zum Herrn und aus ihr die Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, sehe man 794, 1430, 1691; daß wer auf dem Hause ist, das Gute der Liebe bedeutet, wurde gleich oben gesagt; hinabsteigen etwas aus seinem Hause zu holen, daß dies soviel ist als sich abwenden vom Guten zum Wahren, wurde ebenfalls oben gesagt; daß wer auf dem Felde ist diejenigen bedeutet, die in der geistigen Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung des Feldes im Wort; er soll nicht zurückkehren die Kleider zu holen, daß dies heißt, er solle sich nicht abwenden vom Guten zum Wahren, sofern dieses (Gegenstand) der Lehre ist; und daß die Kleider die Wahrheiten bedeuten, weil die Wahrheiten das Gute bekleiden wie Kleider, sehe man Nr. 1073. Jeder kann sehen, daß alles das, was der Herr von der Vollendung des Weltalters dort gesagt hat, etwas ganz anderes bedeutet, und Geheimnisse in sich schließt, wie z.B. daß die in Judäa auf die Berge fliehen sollen, daß, wer auf dem Hause ist, nicht hinabsteigen soll, etwas aus dem Hause zu holen, und daß, wer auf dem Felde ist, nicht zurückkehren soll, seine Kleider zu holen; ebenso daß Lot nicht zurücksehen soll hinter sich 1. Mose 19/17 und hier daß sein Weib zurückgesehen habe hinter ihn. Ferner erhellt dies aus der Bedeutung des Weibes (uxoris), sofern sie ist das Wahre, wovon Nr. 915, 1468, und aus der Bedeutung Lots, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 2324, 2351, 2371, 2399; daher gesagt wird hinter ihn. Vom Wahren wird gesagt, es wende sich vom Guten ab, und sehe auf die Lehrbestimmungen hin, wenn nicht mehr am Herzen liegt, was für ein Leben der Mensch der Kirche hat, sondern was für eine Lehre, während doch das Leben nach der Lehre den Menschen der Kirche macht, nicht aber die vom Leben getrennte Lehre; denn wenn die Lehre vom Leben getrennt wird, dann wird, weil das Gute, das Sache des Lebens ist, verwüstet ist, auch das Wahre, das Gegenstand der Lehre ist, verwüstet, d.h., es wird zur Salzsäule; was jeder, der allein auf die Lehre, nicht aufs Leben sieht, wissen kann, (er frage sich nur), ob er, obwohl es die Lehre lehrt, wirklich an eine Auferstehung, an einen Himmel, an eine Hölle, ja an den Herrn, und an das übrige glaubt, was zur Lehre gehört. 2455. "Und ward zur Salzsäule", 1. Mose 19/26, daß dies bedeutet alles Gute des Wahren sei verwüstet worden, kann erhellen aus der Bedeutung der Säule, und aus der Bedeutung des Salzes: Die Säule wurde in der Grundsprache ausgedrückt durch ein Wort, mit dem ein Stehenbleiben (statio) bezeichnet wird, nicht als eine Säule, die entweder zum Gottesdienst oder zum Zeichen, oder zum Zeugen errichtet wurde, so daß durch die Salzsäule hier (vielmehr) bezeichnet wird, daß es verwüstet stehen geblieben sei (constiterit), nämlich das Wahre, das durch das Weib Lots bezeichnet wird: Nr. 2454. Das Wahre heißt alsdann verwüstet, wenn nichts Gutes mehr in demselben ist. Die Verwüstung selbst wird durch das Salz bezeichnet. Wie das meiste im Wort zweierlei Sinn hat, nämlich einen echten und einen ihm entgegengesetzten, so auch das Salz, dieses bedeutet im echten Sinn die Neigung zum Wahren, im entgegengesetzten Sinn die Verwüstung der Neigung zum Wahren, d.h. des Guten im Wahren. Daß es die Neigung zum Wahren bedeutet, sehe man 2. Mose 30/35; 3. Mose 2/13; Matth.5/13; Mark.9/49,50; Luk.14/34,35. Daß es die Verwüstung der Neigung zum Wahren oder des Guten im Wahren (bedeutet), erhellt aus folgenden Stellen: 5. Mose 29/22: "Schwefel wird sein, und Salz, ein Brand das ganze Land, nicht wird es besät werden, nicht aufsprossen, noch aufgehen in ihm irgendein Kraut, gleich der Umkehrung von Sodom und Amora, Adma und Zeboim": wo der Schwefel ist die Verwüstung des Guten, und das Salz die Verwüstung des Wahren. Daß es eine Verwüstung ist, geht aus dem einzelnen hervor. Zeph.2/9: "Moab wird wie Sodom sein, und die Söhne Ammons wie Amora, ein Ort preisgegeben der Nessel, und eine Salzgrube, und eine Verödung auf ewig": wo der Ort preisgegeben der Nessel für das verwüstete Gute (steht), und die Salzgrube für das verwüstete Wahre; denn der Ort der Nessel bezieht sich auf Sodom, durch welches das Böse oder das verwüstete Gute, und die Salzgrube auf Amora, durch das, wie gezeigt worden ist, das Falsche oder das verwüstete Wahre bezeichnet wird. Daß es die Verwüstung ist, ist offenbar, denn es wird gesagt eine Verödung auf ewig. Jerem.17/6: "Wer Fleisch zu seinem Arme macht, wird sein wie ein entblößtes Strauchwerk in der Öde, und wird nicht sehen wenn das Gute kommt, und wird wohnen an ausgebrannten Orten in der Wüste, ein salziges Land, das nicht bewohnt wird": hier die ausgebrannten Orte für das verwüstete Gute, das salzige Land für das verwüstete Wahre; Ps.107/33,34: "Jehovah wandelt Ströme in eine Wüste, und Wasserquellen in Trockenheit, das fruchtbare Land in salziges, ob der Bosheit derer, die darin wohnen": das fruchtbare Land in salziges für die Verwüstung des Guten im Wahren. Hes.47/11: "Seine schlammigen Pfützen und seine Sümpfe, die werden nicht gesund, in Salz werden sie gewandelt werden": in Salz wandeln für völlig verwüstet werden in Ansehung des Wahren. Weil das Salz die Verwüstung bedeutete, und die Städte die Lehrbestimmungen des Wahren, wie Nr. 402, 2268, 2428, 2451 gezeigt worden, so bestreute man ehedem die zerstörten Städte, daß sie nicht wieder aufgebaut werden sollen mit Salz: Richt.9/45. Dies ist nun der vierte Zustand der Kirche, die durch Lot vorgebildet wird, und findet statt, wenn alles Wahre in betreff des Guten verwüstet ist. 2456. Vers 27-29: Und Abraham machte sich früh morgens auf, an den Ort, da er gestanden hatte vor Jehovah. Und blickte hin gegen die Angesichte Sodoms und Amoras, und gegen alle Angesichte des Landes der Ebene; und er sah, und siehe, es stieg auf der Rauch des Landes, wie der Rauch des Ofens. Und es geschah, als Gott verdarb die Städte der Ebene, da gedachte Gott an Abraham, und ließ Lot herausgehen aus der Mitte der Umkehrung, da Er umkehrte die Städte, in denen Lot gewohnt hatte. "Und Abraham machte sich frühmorgens auf" bedeutet das Denken des Herrn über die letzte Zeit; Abraham ist, hier wie früher, der Herr in diesem Zustand; "an den Ort, da er gestanden hatte vor Jehovah" bedeutet den Zustand des Innewerdens und Denkens, in dem Er früher war; der Ort ist der Zustand; "und blickte hin gegen die Angesichte Sodoms und Amoras" bedeutet das Denken über ihren inwendigen Zustand in betreff des Bösen und Falschen; "und gegen alle Angesichte des Landes der Ebene" bedeutet alle inwendigeren Zustände, die daraus hervorgehen; "und er sah, und siehe, es stieg auf der Rauch des Landes, wie der Rauch des Ofens" bedeutet den Zustand des Falschen, welcher ist der Rauch, aus dem Zustand des Bösen, welcher ist der Ofen, innerhalb der Kirche, welche ist das Land; "und es geschah, als Gott verdarb die Städte der Ebene" bedeutet als sie zugrunde gingen durch Falsches des Bösen, welches ist die Städte der Ebene, "da gedachte Gott an Abraham" bedeutet die Seligmachung durch die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit seinem Menschlichen; "und ließ Lot herausgehen aus der Mitte der Umkehrung" bedeutet die Seligmachung derer, die im Guten, und auch derer, die im Wahren sind, in dem das Gute ist, die alle hier Lot sind; "da Er umkehrte die Städte" bedeutet als zugrunde gingen die, welche in Falschem aus dem Bösen waren; "in denen Lot gewohnt hatte" bedeutet obwohl in solchem auch welche waren, die gerettet wurden. 2457. Dies im einzelnen zu erklären ist nicht nötig, weil es größtenteils im vorigen Kapitel, und schon früher erklärt worden ist. Dieses ist beigesetzt und zwischen eingefügt worden zu dem Ende, daß sich herausstelle, daß die Guten von den Bösen geschieden und jene selig gemacht, diese aber verdammt wurden, einzig und allein kraft der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit seinem Menschlichen; sonst wären alle diejenigen, die durch Lot hier vorgebildet werden, auch miteinander verloren gewesen; was verstanden wird unter folgenden Worten: "Es geschah, als Gott die Städte der Ebene verdarb, da gedachte Gott an Abraham, und ließ Lot herausgehen aus der Mitte der Umkehrung, da Er umkehrte die Städte, in denen Lot gewohnt hatte"; was im inneren Sinn heißt, es seien kraft der Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit seinem Menschlichen errettet worden alle, die im Guten, wie auch die, welche im Wahren waren, in dem Gutes ist, und die hier vorgebildet sind durch Lot; während jene, die in Falschem aus Bösem waren, zugrunde gingen, obwohl die, welche errettet wurden, auch in Falschem und Bösem waren. So ist nun das, was in diesem Kapitel steht, mit dem, was im vorigen steht, verbunden, sofern nämlich Abraham, d.h. der Herr, in jenem Zustand, einstand für diejenigen in Sodom und Amora, die durch fünfzig, durch vierzig fünf, durch vierzig, durch dreißig, durch zwanzig, und durch zehn bezeichnet werden; und daß dies sind alle diejenigen in ihrer Ordnung, die im Guten sind, sodann die, welche im Wahren sind, in dem etwas Gutes ist, ist dort erklärt worden. 2458. Vers 30: Und Lot erhob sich von Zoar, und wohnte auf dem Berge, und seine zwei Töchter mit ihm, denn er fürchtete sich zu wohnen in Zoar; und er wohnte in einer Höhle, er und seine zwei Töchter. "Und Lot erhob sich von Zoar" bedeutet als sie nicht mehr in der Neigung zum Wahren sich befanden; "und wohnte auf dem Berge" bedeutet, daß sie dann einigem Guten sich zuwandten; "und seine zwei Töchter mit ihm" bedeutet, daß auch ebenso die Neigungen aus diesem; "denn er fürchtete sich zu wohnen in Zoar" bedeutet weil sie aus der Neigung zum Wahren nicht mehr das Gute erzielen konnten; "und er wohnte in einer Höhle" bedeutet das Gute des Falschen; "er und seine zwei Töchter" bedeutet, die Neigungen von daher, welche die eines solchen Guten und eines solchen Falschen sind. 2459. "Und Lot erhob sich von Zoar", 1. Mose 19/30, daß dies bedeutet, als sie nicht mehr in der Neigung zum Wahren sich befanden, erhellt aus der Bedeutung Zoars, sofern es ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2439, und weil darauf folgt, daß er auf dem Berge wohnte, da er sich fürchtete in Zoar zu wohnen, so wird bezeichnet, als sie nicht mehr in der Neigung zum Wahren sich befanden, und zwar dies, weil alles Gute des Wahren verwüstet worden war, wie aus 1. Mose 19/26 erhellt. Hier wird nun der fünfte Zustand der Kirche, die durch Lot vorgebildet wird, beschrieben, der darin besteht, daß wenn keine Neigung zum Wahren mehr vorhanden ist, sich ein unreines Gutes, oder das Gute des Falschen, eindrängt. 2460. "Und wohnte auf dem Berge", 1. Mose 19/30, daß dies bedeutet, sie haben sich alsdann einigem Guten (ad quoddam bonum) zugewandt, erhellt aus der Bedeutung des Berges, sofern er ist die Liebe in jedem Sinn, nämlich die himmlische und die geistige Liebe: Nr. 795, 1430, wie auch die Selbst- und die Weltliebe: Nr. 1691 und zwar dies, weil sehr vieles im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat. Und weil alles Gute irgendeiner Liebe angehört, so wird durch den Berg hier das Gute bezeichnet, aber was für ein Gutes, wird im Folgenden beschrieben, daß es nämlich ein dunkles war, und unrein geworden, denn gleich darauf wird gesagt, er habe in einer Höhle gewohnt, und nachher, es seien unheilige Dinge dort geschehen. 2461. "Und seine zwei Töchter mit ihm", 1. Mose 19/30, daß dies bedeutet, seine Neigungen ebenso, erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind die Neigungen, wovon Nr. 489, 490, 491. Allein wie das Gute, so sind die Neigungen beschaffen, auch das unechte und unreine Gute hat seine Neigungen, denn alle werden angeregt von dem, was sie für gut halten, möge es nun beschaffen sein, wie es wolle, denn es ist (Gegenstand) ihrer Liebe. 2462. "Denn er fürchtete sich zu wohnen in Zoar", 1. Mose 19/30, daß dies bedeutet, weil er aus der Neigung zum Wahren nicht mehr sein Absehen auf das Gute haben konnte, erhellt aus der Bedeutung Zoars, sofern es ist die Neigung zum Wahren: Nr. 2439; nach deren Verwüstung man nicht mehr aus ihr sein Absehen auf das Gute haben kann; auch hat man alsdann Furcht vor allem Wahren, denn dieses ist dem Guten der unreinen Liebe entgegen. 2463. "Und er wohnte in einer Höhle", 1. Mose 19/30, daß dies das Gute des Falschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Höhle. Die Höhle ist eine Wohnung auf dem Berge, aber eine dunkle; und weil die Wohnungen jeglicher Art, wie das Haus, Gutes bedeuten, Nr. 2233, 2234 allein eine Art des Guten, je nach ihrer Beschaffenheit, so bedeutet hier die Höhle, weil eine dunkle Wohnung, auch ein solches Gute. Die Höhlen der Berge werden auch hin und wieder im Worte genannt, und bedeuten im inneren Sinn gleichfalls dergleichen, wie Jes.2/19; 32/14 auch in den historischen Teilen, z.B. 1.Kön.19/9,13 daß Elias als er vor Isabel floh, "zu einer Höhle auf dem Berge Choreb kam, wo er übernachtete, und hier das Wort Jehovahs zu ihm geschah, daß er herausgehen und stehen sollte auf dem Berge vor Jehovah; und daß er dann das Angesicht mit einem Mantel verhüllte und herausging und stand an der Pforte der Höhle": hier wird durch die Höhle im inneren Sinn das dunkle Gute bezeichnet, allein so wie es in den Versuchungen beschaffen ist, und weil dieses das Göttliche nicht aushalten würde, verhüllte er das Angesicht mit dem Mantel; ebenso anderwärts in den historischen Teilen, daß die Söhne Israels wegen Midians sich Höhlen in den Bergen machten: Richt.6/2, ferner wegen der Philister: 1.Sam.13/6. Mit dem Historischen verhält es sich dort ebenso wie mit diesem Historischen bei Mose, daß es etwas anderes im inneren Sinn bedeutet. 2464. "Er und seine zwei Töchter", 1. Mose 19/30, daß sie bedeuten die Neigungen von daher, welche die eines solchen Guten und eines solchen Falschen sind, erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie die Neigungen sind: Nr. 2461. Das Gute, aus dem die Neigungen, oder der Vater, von dem die Töchter stammen, ist Lot; hingegen das Wahre, aus dem dieselben kommen, oder die Mutter, war das Weib Lots, wenn diese aber eine Salzsäule geworden, d.h., wenn das Gute des Wahren verwüstet ist, dann entsteht ein solches Gute, das durch Lot in der Höhle, und solche Neigungen aus ihm, die durch die Töchter bezeichnet werden. 2465. Vers 31-36: Da sprach die Erstgeborene zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und kein Mann auf Erden, der zu uns käme, nach dem Weg der ganzen Erde. Komm, laß uns unserem Vater Wein zu trinken geben, und bei ihm liegen, und von unserem Vater Samen lebendig machen. Und sie gaben ihrem Vater Wein zu trinken in selbiger Nacht, und die Erstgeborene kam, und lag bei ihrem Vater, und er merkte es nicht als sie lag und als sie aufstand. Und es geschah am folgenden Tag, da sprach die Erstgeborene zur Jüngeren: Siehe, ich bin gestern bei meinem Vater gelegen, laß uns ihm Wein zu trinken geben auch in dieser Nacht, und (dann) komm, liege bei ihm, und wir werden von unserem Vater Samen lebendig machen. Und sie gaben auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die Jüngere machte sich auf, und lag bei ihm, und er merkte es nicht als sie lag und als sie aufstand. Und die beiden Töchter Lots wurden schwanger von ihrem Vater. "Da sprach die Erstgeborene zu der Jüngeren" bedeutet, hier wie früher, die Neigungen, die Erstgeborene die Neigung zu einem solchen Guten, die jüngere die Neigung zu einem solchen Falschen. "Unser Vater ist alt, und kein Mann auf Erden" bedeutet, daß man nicht mehr wisse, was gut, und was wahr ist; "der zu uns käme" bedeutet, womit sie verbunden werden könnten; "nach dem Weg der ganzen Erde" bedeutet, nach den Lehrbestimmungen, die Erde ist die Kirche; "komm, laß uns unserem Vater Wein zu trinken geben" bedeutet, daß sie ein solches Gute erfüllen sollten mit Falschem, welches ist der Wein; "und bei ihm liegen" bedeutet, daß sie so einander (angepaßt) wurden; "und von unserem Vater Samen lebendig machen" bedeutet, daß so das Neue einer Art von Kirche entstehen würde; "und sie gaben ihrem Vater Wein zu trinken" bedeutet, sie haben solches Gute mit Falschem erfüllt; "in selbiger Nacht" bedeutet, wenn alles in so großem Dunkel sein würde; "und die Erstgeborene kam" bedeutet die Neigung eines solchen Guten; "und lag bei ihrem Vater" bedeutet, daß sie so einander angepaßt wurden; "und er merkte es nicht als sie lag und als sie aufstand" bedeutet, daß ein solches allgemeines Gute nicht anders gewußt habe, als daß es so sein sollte; "und es geschah am folgenden Tag" bedeutet nachher; "da sprach die Erstgeborene zur Jüngeren" bedeutet, daß die Neigung eines solchen Guten das Falsche überredete, "siehe, ich bin gestern bei meinem Vater gelegen" bedeutet, daß sie so verbunden worden seien; "laß uns ihm Wein zu trinken geben auch in dieser Nacht" bedeutet, hier wie früher, daß sie ein solches Gute mit Falschem erfüllen sollten, wenn das einzelne in so großer Dunkelheit sein würde; "und (dann) komm, liege bei ihm" bedeutet, daß auch dieses verbunden werden würde; "und wir werden von unserem Vater Samen lebendig machen" bedeutet hier wie früher, daß so das Neue einer Art von Kirche (entstehen würde); "und sie gaben auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken" bedeutet, daß sie in jenem dunklen Zustand ein solches Gute mit Falschem anfüllten; "und die Jüngere machte sich auf, und lag bei ihm" bedeutet die Neigung zum Falschen habe es ebenso gemacht, damit das Falsche wie Wahres erscheinen möchte, und sie würden so verbunden werden; "und er merkte es nicht, als sie lag und als sie aufstand" bedeutet, daß ein solches allgemeines Gute nicht anders gewußt habe, als daß es so sei, "und die beiden Töchter Lots wurden schwanger von ihrem Vater" bedeutet, dies sei der Ursprung einer solchen Religion, die durch Moab und den Sohn Ammons bezeichnet wird. 2466. Daß im inneren Sinn (wirklich) das, was als Auslegung angegeben worden, bezeichnet wird, kann begründet werden, und zwar bis auf die einzelnen Worte hinaus, allein außer dem, daß das meiste schon früher begründet worden ist, ist es auch solches, was die Vorstellungen, und die keuschen Ohren beleidigt. Aus der summarischen Erklärung kann das erhellen, daß dadurch beschrieben wird der Ursprung einer solchen Religion, die durch Moab und den Sohn Ammons im Worte bezeichnet wird, daß es das geschändete Gute und das verfälschte Wahre ist, ist offenbar. Die Schändungen (Adulterationes) des Guten, und die Verfälschungen des Wahren werden im Wort gemeiniglich beschrieben durch Ehebrüche und unzüchtige Handlungen (scortationes), und werden auch so genannt; und dies kommt daher, daß das Gute und das Wahre unter sich eine Ehe bilden: Nr. 1904, 2173; ja, was kaum jemand glauben kann, von daher als aus seinem echten Urgrund stammt die Heiligkeit der Ehen auf Erden, und stammen auch die Ehegesetze, von denen im Wort (gehandelt wird); denn es verhält sich damit so, daß die himmlischen mit den geistigen (Einflüssen), wenn sie vom Himmel herabkommen in die untere Sphäre, sich in dieser ganz und gar in etwas der Ehe Ähnliches verwandeln, und zwar infolge der Entsprechung, die zwischen den geistigen und den natürlichen Dingen besteht, von welcher Entsprechung, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo (die Rede sein wird). Wenn aber dieselben in der unteren Sphäre verkehrt werden, wie da geschieht, wo böse Genien und böse Geister sind, dann verwandeln sich ebendieselben in solches, was ins Gebiet der Ehebrüche und Hurereien gehört. Daher kommt, daß die Befleckungen des Guten und die Verkehrungen des Wahren im Wort durch Ehebrüche und Hurereien beschrieben und daß sie auch so genannt werden. Wie dies deutlich erhellen kann aus folgenden Stellen: Hes.16/15-17,20,26,28,29: "Du triebest Hurerei um deines Namens willen; und gossest deine Hurereien aus auf jeden, der vorüberzog; du nahmst von deinen Kleidern, und machtest dir bunte Höhen, und hurtest auf denselben, du nahmst die Geräte deines Schmuckes aus Meinem Golde und aus Meinem Silber, das Ich dir gegeben hatte, und machtest dir Mannesbilder, und hurtest mit ihnen: du nahmst deine Söhne, und deine Töchter, die du Mir geboren, und opfertest sie ihnen; war es zu wenig noch an deinen Hurereien? du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, groß von Fleisch; und mehrtest deine Hurerei, um Mich zu reizen; du hurtest mit den Söhnen Aschurs, und hurtest mit ihnen, und wardst nicht satt, und dehntest aus dein Huren, bis zum Land der Handelsschaft Chaldäa, und wurdest doch auch damit nicht gesättigt": wo die Rede ist von Jerusalem, durch das hier die in betreff der Wahrheiten verkehrte Kirche bezeichnet wird. Daß alle jene Dinge etwas ganz anderes bedeuten, kann jeder sehen. Daß das Verkehrte der Kirche Hurerei heißt, ist klar. Die Kleider sind hier die Wahrheiten, die verkehrt werden; daher die Falschheiten, die verehrt werden, sind die bunten Höhen, mit denen Hurerei getrieben wird. Daß die Kleider die Wahrheiten sind, sehe man Nr. 1073, und daß die Höhen der Gottesdienst sind: Nr. 796. Die Geräte des Schmuckes aus Gold und Silber, das Ich gegeben hatte, sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort, durch die sie Falschheiten begründen, die, wenn sie als Wahrheiten erscheinen, genannt werden Mannesbilder, mit denen Hurerei getrieben wird. Daß die Geräte des Schmuckes aus Gold und Silber Erkenntnisse des Guten und Wahren sind, ergibt sich aus der Bedeutung des Goldes, sofern es ist das Gute: Nr. 113, 1551, 1552 und des Silbers, sofern es ist das Wahre: Nr. 1551, 2048. Mannesbilder, sofern sie als Wahrheiten erscheinen: Nr. 2046. Daß die Söhne und Töchter, die sie geboren, und denen sie geopfert haben, Wahres und Gutes sind, das sie verkehrt haben, ergibt sich aus der Bedeutung der Söhne und der Töchter: Nr. 489, 490, 491, 533, 2362. Daß huren mit den Söhnen Ägyptens heißt, dasselbe verkehren durch Wißtümliches, erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es ist das Wißtümliche (scientificum): Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Huren mit den Söhnen Aschurs, daß dies heißt verkehren durch Vernünfteleien, ergibt sich aus der Bedeutung Aschurs, sofern es ist das Vernünfteln (ratiocinatio): Nr. 119, 1186. Die Hurerei ausdehnen bis zum Land Chaldäa, daß dies heißt bis zur Entweihung des Wahren, welche ist Chaldäa: Nr. 1368. Hieraus wird klar, wie der innere Sinn des Wortes beschaffen ist im eigentlichen Sinne des Buchstabens. Hes.23/2-5,7,8,11,12,14,16: "Zwei Weiber, die Töchter einer Mutter, hurten in Ägypten, in ihrer frühen Jugend hurten sie; Ohola Samaria, Oholiba Jerusalem; es hurete Ohola unter Mir, und hatte ihre Buhlen lieb, die nahen Assyrier, sie gab ihre Hurereien über sie, die Auswahl aller Söhne Aschurs; ihre Hurereien von Ägypten her verließ sie nicht, denn bei ihm hatte sie gelegen in ihrer frühen Jugend. Oholiba verdarb ihre Liebe mehr als jene, und ihre Hurereien (gingen) über die Hurereien ihrer Schwester, sie entbrannte gegen die Söhne Aschurs: sie fügte ihren Hurereien noch hinzu, daß sie Bilder der Chaldäer sah, und beim Anblick ihrer Augen gegen sie entbrannte; zu ihr kamen Babels Söhne zum Beilager der Liebe": Samaria ist die Kirche, die in der Neigung zum Wahren, Jerusalem die, welche in der Neigung zum Guten ist, deren Hurereien mit den Ägyptern, und den Söhnen Aschurs, sind die Verkehrungen des Guten und Wahren durch Dinge aus dem Gebiet des Wissens und der Vernunft (scientifica et ratiocinia), durch die Falsches begründet wird, wie sich dies ergibt aus der Bedeutung Ägyptens: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462 und Aschurs: Nr. 119, 1186; und daß es (gekommen sei) bis zum unheiligen Gottesdienst, der in betreff des Wahren Chaldäa ist: Nr. 1368 und in betreff es Guten sind es die Söhne Babels: Nr. 1182, 1326. Jes.23/17: "Und es wird geschehen vom Ende der siebzig Jahre an wird Jehovah heimsuchen Tyrus, und sie wird zurückkehren zu ihrem Hurengewerbe, und wird huren mit allen Königreichen der Erde": es ist das Feilbieten des Falschen, was durch das Hurengewerbe und die Hurerei von Tyrus bezeichnet wird. Daß Tyrus Erkenntnisse des Wahren sind, sehe man Nr. 1201; daß die Königreiche die Wahrheiten sind, mit denen Hurerei getrieben wird: Nr. 1672. Jerem.3/1,2: "Du hast gehurt mit vielen Genossen; und solltest wieder zu Mir kehren? hebe deine Augen auf zu den Hügeln, und siehe, wo du nicht geschändet wurdest, an den Wegen saßest du für sie wie der Araber in der Wüste, und entweihtest das Land durch deine Hurereien, und deine Bosheit": huren und durch Hurereien das Land entweihen heißt, die Wahrheiten der Kirche verkehren und verfälschen; daß das Land die Kirche ist, sehe man Nr. 662, 1066, 1067. Jerem.3/9: "Mit der Stimme ihrer Hurerei entweihte sie das Land, trieb Ehebruch mit Stein und Holz": Ehebruch treiben mit Stein und Holz heißt, die Wahrheiten und das Gute des äußeren Gottesdienstes verkehren; daß der Stein ein solches Wahre ist, sehe man Nr. 643, 1298, daß das Holz ein solches Gute ist: Nr. 643. Jerem.29/23: "Darum daß sie eine Torheit begangen in Israel, und Ehebruch getrieben mit den Weibern ihrer Genossen, und ein Wort geredet haben in Meinem Namen, ein falsches, das Ich nicht geboten hatte": Ehebruch treiben mit den Weibern der Genossen, heißt das Falsche lehren wie von ihnen. Jerem.23/14: "Bei den Propheten Jerusalems sah Ich Schändliches, wie sie Ehebruch treiben und im Falschen gehen": wo das Ehebrechen sich auf das Gute bezieht, das befleckt wird, und das Gehen im Falschen sich bezieht auf das Wahre, das verkehrt wird. Jerem.13/27: "Deine Ehebrüche, und dein Wiehern, die Scheußlichkeit deiner Hurerei auf den Hügeln, im Felde, deine Greuel sah Ich; wehe dir, Jerusalem, du wirst nicht mehr gereinigt werden nach diesem: wie lange noch?". Hos.4/11-14: "Hurerei, und Wein, und Most nahm ein das Herz; mein Volk befragt das Holz, und sein Stab soll ihm offenbaren, denn der Geist des Hurens hat verführt; und sie hurten unter ihrem Gott; auf den Gipfeln der Berge opfern sie, und auf den Hügeln räuchern sie, unter der Eiche, Pappel und Terebinthe; darum huren eure Töchter, und eure Schwiegertöchter treiben Ehebruch; soll Ich es denn ahnden an euren Töchtern, daß sie huren, und an euren Schwiegertöchtern, daß sie Ehebruch treiben, da sie selbst mit Huren teilen, und mit den feilen Dirnen opfern": was dieses einzelne im inneren Sinn bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Weines, sofern er ist das Falsche, des Mostes, sofern er ist das Böse aus demselben; des Holzes, das gefragt wird, sofern es ist das Gute des Angenehmen irgendeiner Begierde; des Stabes, der offenbaren soll, sofern er ist die eingebildete Macht des eigenen Verstandes, sodann der Berge und der Hügel, sofern sie sind die Triebe der Selbst- und der Weltliebe; der Eiche (quercus), der Pappel, der Terebinthe (roboris), sofern sie sind ebenso viele grobe Wahrnehmungen aus derselben, denen sie vertrauen; der Töchter und der Schwiegertöchter, sofern sie sind dergleichen Neigungen; woraus sich ergibt, was durch die Hurereien, Ehebrüche, und die öffentlichen Dirnen hier bezeichnet wird. Hos.9/1: "Israel, du hast gehuret über deinem Gott, hast Buhlerlohn geliebt auf allen Getreidetennen": der Buhlerlohn (quaestus meretricius) für das Feilbieten des Falschen. 2. Mose 34/15,16: "Du sollst keinen Bund schließen mit dem Einwohner des Landes, daß er, wenn sie ihren Göttern nachhuren, und ihren Göttern opfern, dich rufe, und du essest von seinen Opfern, und nehmest von seinen Töchtern für deine Söhne, und seine Töchter nachhuren ihren Göttern, und machen, daß seine Söhne ihren Göttern nachhuren". 3. Mose 20/5,6: "Ich werde alle, die ihm nachhuren, indem sie nachhuren dem Molech, ausrotten aus der Mitte ihrer Völker; und wenn eine Seele sich wendet zu den Totenbeschwörern und zu den Wahrsagern, ihnen nachzuhuren, so will Ich Mein Angesicht richten wider diese Seele, und ihn ausrotten aus der Mitte seines Volkes". 4. Mose 14/33: "Eure Söhne sollen weiden in der Wüste vierzig Jahre, und sollen eure Hurereien tragen; bis daß eure Leiber verzehrt sind in der Wüste". 4. Mose 15/39: "Ihr sollt gedenken aller Gebote Jehovahs, und sie tun, und nicht spähen nach eurem Herzen, und nach euren Augen, daß ihr ihnen nachhuret". Noch deutlicher bei Joh.Offenb.17/1,2: "Ein Engel sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht der großen Hure, die auf vielen Wassern sitzt, mit der gehurt haben die Könige der Erde, und sind berauscht worden vom Wein ihrer Hurerei die Bewohner der Erde": die große Hure für diejenigen, die in einem unheiligen Gottesdienst sind, die vielen Wasser, auf denen sie sitzt, sind die Erkenntnisse: Nr. 28, 739. Die Könige der Erde, die mit ihr gehurt haben, sind die Wahrheiten der Kirche: Nr. 1672, 2015, 2069. Der Wein, von dem sie berauscht wurden, ist das Falsche: Nr. 1071, 1072. Weil der Wein und die Berauschung diese Bedeutung haben, so wird von den Töchtern Lots gesagt, sie haben ihrem Vater Wein zu trinken gegeben: 1. Mose 19/32,33,35. Joh.Offenb.18/3: "Babylon hat mit dem Wein der Wut ihrer Hurerei getränket alle Völkerschaften, und die Könige der Erde haben mit ihr gehurt": Babylon oder Babel, für den Gottesdienst, dessen Äußeres heilig erscheint, dessen Inneres aber unheilig ist: Nr. 1182, 1295, 1326. Die Völkerschaften die sie getränkt hat, sind das Gute, das entweiht wird: Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. Die Könige, die mit ihr gehurt haben, sind die Wahrheiten: Nr. 1672, 2015, 2069. Joh.Offenb.19/2: "Wahr und gerecht sind die Gerichte Gottes des Herrn, weil Er gerichtet hat die große Hure, welche die Erde verdarb mit ihrer Hurerei": die Erde für die Kirche: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 2117, 2118. Weil die Hurereien dergleichen bedeuteten, und die Töchter die Neigungen, darum war es so streng verboten, daß die Tochter eines Priesters hure, wovon es bei 3. Mose 21/9 also heißt: "Die Tochter eines Priesters, wenn sie anfängt zu huren, soll, weil sie den Vater entheiligt, mit Feuer verbrannt werden". Ferner daß man keinen Hurenerwerb bringen soll ins Haus Jehovahs, weil es ein Greuel ist: 5. Mose 23/19. Und darum auch ein solches Untersuchungsverfahren mit einem Weibe, gegen das der Mann den Verdacht des Ehebruchs hegte: 4. Mose 5/12-31 wobei alles und jedes sich auf die Schändungen des Guten bezieht. Außerdem sind es der Ehebrüche und Hurereien mehrere Gattungen, und noch mehrere Arten, von denen im Wort die Rede ist. Diese Gattung, die unter dem Beiliegen der Töchter Lots mit ihrem Vater beschrieben wird, ist die, welche Moab und Sohn Ammons genannt wird, wovon gleich nachher. 2467. Vers 37,38: Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Moab; dies der Vater Moabs bis auf diesen Tag. Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Benammi, dies der Vater der Söhne Ammons bis auf diesen Tag. "Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, bedeutet die Religion dieser Kirche in betreff des Guten; "und nannte seinen Namen Moab" bedeutet ihre Beschaffenheit; "dies der Vater Moabs bis auf diesen Tag" bedeutet, daß sie von daher ihre Beschaffenheit haben; "und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn" bedeutet das verfälschte Wahre dieser Kirche; "und nannte seinen Namen Benammi" bedeutet ihre Beschaffenheit; "dies der Vater der Söhne Ammons bis auf diesen Tag" bedeutet, daß sie von daher ihre Beschaffenheit haben. 2468. Auch dies bedarf keiner Begründung, denn aus der Erklärung selbst und aus dem, was vorhergeht und was nachfolgt, ergibt sich, daß dergleichen bezeichnet wird. Was aber und wie beschaffen die Religion ist, die durch Moab und die Söhne Ammons bezeichnet wird, kann aus ihrer Entstehung, die beschrieben ist, erhellen, und dann auch aus vielen Stellen sowohl im historischen als prophetischen Wort, in denen sie genannt werden. Sie sind im allgemeinen diejenigen, die in einem äußerlichen Gottesdienst sind, der einigermaßen als heilig erscheint, aber nicht im Inneren, und die, welche die Dinge des äußeren Gottesdienstes als das Gute und Wahre ergreifen, dagegen aber das zum inwendigen Gottesdienst Gehörige verwerfen und verachten. Ein solcher Gottesdienst, und eine solche Religion schleicht sich ein in diejenigen, die in natürlich Gutem sind, aber andere neben sich verachten. Sie sind nicht unähnlich den Früchten, die in der äußeren Gestalt nicht unschön, inwendig aber schimmelig oder faulig sind. Auch nicht unähnlich marmornen Gefäßen, die Unreines, zuweilen Garstiges enthalten. Oder auch nicht unähnlich Frauenspersonen, die an Gesicht, Leib und Manieren nicht mißfällig, inwendig aber siech, und mit Ekelhaftem erfüllt sind; denn das allgemeine Gute, das bei ihnen ist, ist es, was nicht unschön erscheint, aber das Besondere, das hineinkommt, ist unrein. Anfangs zwar nicht so, aber nach und nach, denn sie lassen sich leicht von allem Möglichen einnehmen, was gut genannt wird, und von daher von allem möglichen Falschen, das sie, weil sie es begründen, für wahr halten, und zwar dies weil sie das Innere des Gottesdienstes verachten, dieses aber, weil sie in der Selbstliebe sind. Solche haben ihren Ursprung und stammen ab von denen, die bloß in äußerem Gottesdienst sind, und in diesem Kapitel durch Lot vorgebildet werden, und zwar wenn das Gute des Wahren verödet ist. Beschrieben werden sie im Wort, sowohl wie sie geartet sind im Anfang, da ihr Gutes noch nicht so verunreinigt ist, als nachher wann es verunreinigt wird, wie auch zuletzt, wenn es ganz verunreinigt ist; und daß sie das Inwendigere des Gottesdienstes und der Lehre verwerfen. Wie geartet sie sind im Anfang, da ihr Gutes noch nicht so verunreinigt ist, bei Dan.11/40,41: "Zur Zeit des Endes wird mit ihm zusammenstoßen der König des Mittags, darum wird wie ein Sturmwind auf ihn losstürzen der König der Mitternacht, mit Wagen und mit Reitern, und vielen Schiffen, und wird kommen in die Länder, und überfluten, und hindurchziehen, und kommen in das Land der Zierde, und viele solche werden zusammenstürzen: diese werden entrissen werden aus seiner Hand, Edom, und Moab, und die Erstlinge der Söhne Ammons": der König des Mittags für diejenigen, die im Guten und Wahren sind, der König der Mitternacht für diejenigen, die in Bösem und Falschem, der König der Mitternacht mit Wagen, Reitern, Schiffen, kommend in die Länder, überflutend und hindurchdringend, soviel als daß das durch die Wagen, Reiter, Schiffe bezeichnete Böse und Falsche die Oberhand bekommen werde; entrissen sollen werden aus seiner Hand Edom, Moab und die Erstlinge der Söhne Ammons, für diejenigen, die in einem solchen Guten sind, das noch nicht so durch Falsches verunreinigt ist, daher sie genannt werden Erstlinge der Söhne Ammons. 5. Mose 2/8,9: "Wir zogen hindurch auf dem Wege der Wüste, und Jehovah sprach zu Mose: Du sollst Moab nicht in die Enge treiben, noch dich mit ihnen in einen Krieg einlassen, weil Ich dir nichts von ihrem Land zum Erbteil geben werde, denn den Söhnen Lots habe Ich Ar zum Erbteil gegeben"; und von den Söhnen Ammons: 5. Mose 2/17-19: "Jehovah sprach zu Mose: Du ziehest heute durch die Grenze Moabs, Ar, und wirst nahe kommen gegen die Söhne Ammons, die sollst du nicht beängstigen, noch dich mit ihnen einlassen, denn Ich werde dir nichts vom Land der Söhne Ammons zum Erbteil geben, weil Ich es den Söhnen Lots zum Erbe gegeben habe": Ar für ein solches Gute, Moab und die Söhne Ammons für die, welche in einem solchen Guten sind, aber im Anfang, daher befohlen wird, daß sie nicht beängstigt werden sollen. Daher kommt, daß Moab die Emim austrieb, und die Rephaim, welche wie die Enakim, und daß die Söhne Ammons auch austrieben die Rephaim, die sie Samsummim nannten: 5. Mose 2/9-11,18-21: durch die Emim, Rephaim, Enakim, Samsummim werden die von Beredungen des Falschen und Bösen Eingenommenen bezeichnet, man sehe Nr. 581, 1673. Durch Moab und die Söhne Ammons hier diejenigen, die noch nicht davon eingenommen sind; als aber auch diese davon eingenommen waren, d.h. ihr Gutes mit Falschem verunreinigt war, wurden sie ebenfalls vertrieben: 4. Mose 21/21-31; Hes.25/8-11. Sie werden beschrieben wie sie geartet sind, wenn ihr Gutes verunreinigt wird, bei Jerem.48/1,9,28,30-32,36,46,47: "Zu Moab sprach also Jehovah: Wehe über Nebo, denn es ist verwüstet, zuschanden geworden, eingenommen ist Kiriathaim, zuschanden geworden und bestürzt ist Misgab; nicht mehr ist Moabs Lob; gebt Moab Flügel, denn er möchte weit wegfliegen, und seine Städte werden zur Öde werden, da niemand in ihnen wohnen wird. Verlasset die Städte, und wohnet auf den Felsen, ihr Bewohner Moabs, und seid wie eine Taube, die nistet in den Übergängen der Öffnung der Grube. Ich kenne, spricht Jehovah, seinen Zorn, und (er ist) nicht fest, sein Falsches, nicht das Rechte taten sie. Darum will Ich heulen über Moab, und zu ganz Moab schreien. Mehr als geweint worden über Iaeser will Ich weinen über dich, Weinstock Sibma; deine Schoße gingen übers Meer, bis ans Meer Iaesers reichten sie, über deine Sommerfrüchte, und über deine Weinlese ist der Verwüster hergefallen. Darum rührt sich Mein Herz über Moab, wie eine Flöte. Wehe dir, Moab, zugrunde gegangen ist das Volk des Kemosch, denn weggeführt sind deine Söhne in die Gefangenschaft, und deine Töchter in Gefängnis. Doch Ich will zurückführen die Gefangenschaft Moabs in der Folge der Tage": hier (wird) im ganzen Kapitel von Moab (gehandelt), unter ihm aber von denjenigen, die in einem solchen Guten sind, wie sie sich vom Falschen einnehmen lassen; daher gesagt wird, man soll dem Moab Flügel geben, daß er wegfliege, und seine Städte werden zur Öde werden, sie sollen aber die Städte verlassen, und auf einem Felsen wohnen und wie eine Taube nisten in den Übergängen der Öffnung der Grube, und dergleichen, womit der Rat gegeben wird, sie sollen in ihrem allgemeinen Guten und Wahren bleiben; und wenn sie dann vom Falschen der Unwissenheit verführt werden würden, so werden sie in der Folge der Tage aus der Gefangenschaft zurückgeführt werden. Von denjenigen aber, bei denen dies nicht geschieht, wird gesagt: Über Moab will Ich heulen, und zu ganz Moab will Ich schreien, und Mein Herz rührt sich über Moab; das Falsche, von dem sie eingenommen werden, wird bezeichnet durch Nebo, Kiriathaim, Misgab, Sibma, Iaeser, Kemosch, und mehrere Namen, die in diesem Kapitel vorkommen. Jes.16/1-4,6,7,11-14: "Ein verscheuchtes Nest werden sein die Töchter Moabs; schaffet Rat, haltet Gericht; setze (gleich der Nacht) deinen Schatten in die Mitte des Mittags; verbirg die Vertriebenen, den Flüchtigen entdecke nicht, laß weilen in dir meine Vertriebenen, Moab, sei ihnen ein Bergungsort vor dem Verwüster. Wir hörten von dem Hochmut Moabs, hochmütig ist er sehr, sein Stolz und sein Hochmut und sein Zorn, nicht so seine Lügen; darum wird heulen Moab, ob Moabs, alle werden heulen. Darum werden meine Eingeweide, ob Moabs wie eine Zither gerührt, und mein Inneres ob der Stadt Cherez. Es wird geschehen, wenn man sieht, daß ermüdet ist Moab auf der Höhe, so wird er kommen zu seinem Heiligtum zu beten, und wird nicht können. In drei Jahren, gleich den Taglöhnersjahren, wird gering werden das Lob Moabs, bei all der großen Menge, und der Rest wenig (und) klein sein, ohne Kraft": auch in diesem ganzen Kapitel wird von Moab gehandelt, und unter ihm von denjenigen, die in einem solchen Guten sind, und hier hin und wieder mit den gleichen Worten beschrieben werden, wie bei Jerem. im 48. Kapitel, und es wird ihnen der Rat gegeben, sie sollen in ihrem allgemeinen Guten und Wahren bleiben, und sich nicht vom Falschen einnehmen lassen. Das allgemeine Gute und Wahre wird bezeichnet durch das, daß sie Rat schaffen, Gericht halten, die Vertriebenen verbergen, den Flüchtigen nicht offenbaren, und ein Bergungsort für die Vertriebenen vor dem Verwüster sein sollen, was alles das Äußere des Gottesdienstes bedeutet. Weil sie sich aber von Falschem einnehmen lassen, wird gesagt, in drei Jahren, gleich Taglöhnersjahren, wird gering werden das Lob Moabs bei all der großen Menge, und der Rest wenig und klein, ohne Kraft. Weil sie leicht verführt werden, wird Moab genannt die Aussendung der Hand der Philister, und die Söhne Ammons ihr Gehorsam, bei Jes.11/10,13,14: "Die Wurzel des Jischai, die als Panier der Völker steht, es werden die Völkerschaften sie suchen, und es wird Seine Ruhe Herrlichkeit sein, weichen wird die Eifersucht Ephraims, und die Feinde Jehudahs werden ausgerottet werden, Ephraim wird nicht eifern mit Jehudah, und Jehudah nicht bedrängen Ephraim; und sie werden auf die Schulter der Philister fliegen, dem Meere zu, zusammen werden sie berauben die Söhne des Aufgangs, Edom, Moab, die Aussendung ihrer Hand, und die Söhne Ammons, ihren Gehorsam": die Wurzel Jischais für den Herrn; Jehudah für diejenigen, die im himmlischen Guten, Ephraim für diejenigen, die im geistigen Wahren, die Philister für die, welche in der Wissenschaft der Erkenntnisse des Wahren, und nicht in der Liebtätigkeit, die Söhne des Aufgangs für die, welche in der Wissenschaft der Erkenntnisse des Guten und ebenfalls nicht in der Liebtätigkeit sind, deren Handsendung heißt Moab, und der Gehorsam die Söhne Ammons, weil sie mit Falschem von ihnen erfüllt werden. Wie aber die, welche Moab und Söhne Ammons heißen, geartet werden, wenn ihr Gutes ganz mit Falschem verunreinigt ist, wird beschrieben bei Ps.60/8-10; Ps.108/8-10: "Gott sprach in Seiner Heiligkeit: Mein ist Gilead, und Mein Menasche, und Ephraim die Stärke Meines Hauptes, Jehudah Mein Gesetzgeber, Moab Mein Waschbecken": das Waschbecken für das mit Falschem verunreinigte Gute. Jerem.48/2,11,38: "Nicht mehr ist Moabs Ruhm, in Chesbon sannen sie Böses über ihn, kommt laßt uns ihn ausrotten aus der Völkerschaft: befriedigt war Moab von seinen jungen Jahren her; und er ruhend auf seinen Hefen, und nicht geschüttet aus Gefäß in Gefäß, und ging nicht in Verbannung; darum ist sein Geschmack in ihm geblieben, und sein Geruch ist nicht verändert. Auf allen Dächern Moabs, lauter Trauern, weil Ich zerbrochen Moab wie ein Gefäß, an dem kein Wohlgefallen ist": das Falsche, mit dem das Gute, das Moab ist, verunreinigt wird, heißt hier Hefen, in denen der Geschmack und Geruch bleibt, wenn er nicht gebessert wird, und dies heißt hier ausgeschüttet werden aus Gefäß in Gefäß; das Gute selbst heißt ein Gefäß, an dem kein Wohlgefallen ist, wie bei David, ein Becken, in dem gewaschen wird. Jes.25/10: "Es ruht Jehovahs Hand auf diesem Berge, und es wird zerdroschen werden Moab unter ihm, wie zertreten wird das Stroh im Mist". Daß die, welche in einem solchen Guten sind, bloß ums Äußere sich bekümmern, und das Innere des Gottesdienstes und der Lehre verachten, verwerfen, ja von sich stoßen, daher das Falsche ihnen für das Wahre (gilt), bei Hes.25/2-11: "Sohn des Menschen, richte dein Angesicht gegen die Söhne Ammons, und weissage über sie, und sprich zu den Söhnen Ammons: Höret das Wort des Herrn Jehovih, so sprach der Herr Jehovih, darum daß du sagst, wohlan äuge zu Meinem Heiligtum, das entweihet ist, und zum Land Israels, weil es verödet ist, und zum Haus Jehudah, weil sie in die Gefangenschaft abgegangen sind, will Ich Rabbah zur Wohnung der Kamele machen, und die Söhne Ammons zum Lagerplatz der Herde. Es sprach der Herr Jehovih, weil du in die Hand geklatscht, und mit dem Fuß gestampft hast, und hast dich gefreut in all deiner Verachtung in der Seele, über den Boden Israels, deswegen werde Ich ausstrecken meine Hand über dich, und dich zur Beute geben den Völkerschaften, und dich ausrotten von den Völkern, und dich vertilgen aus den Ländern": wohlan zum Heiligtum, das entweihet, zum Boden Israels, weil er verödet ist, zum Haus Jehudahs, weil sie in die Gefangenschaft abgegangen sind, du hast in die Hand geklatscht, mit dem Fuß gestampft, und dich gefreut, in aller Verachtung in der Seele, über den Boden Israels, sind Worte der Verachtung, der Verhöhnung und der Verwerfung des Inwendigeren des Gottesdienstes und der Lehre, nach dessen Verwerfung das Äußere keinen Wert hat, sondern zur Beute gegeben wird den Völkerschaften, d.h. eingenommen vom Bösen, und ausgerottet wird aus den Völkern, d.h. durch Falsches, und vertilgt wird aus den Ländern, d.h. zur Unkirchlichkeit (nullis Ecclesiae) wird. Zeph.2/8-10: "Ich hörte die Schmähung Moabs, und die Lästerungen der Söhne Ammons, die Mein Volk geschmäht, (sich) breit gemacht haben über ihre Grenze: darum, bei Meinem Leben, Moab soll wie Sodom werden, und die Söhne Ammons wie Amora, ein Ort überlassen der Nessel, und eine Salzgrube, und Öde werden sie sein auf ewig: dies ihnen, wegen ihres Hochmuts, daß sie geschmäht, und sich breit gemacht haben über das Volk Jehovahs Zebaoth": das Volk schmähen, und (sich) breit machen über ihre Grenze, und über das Volk Jehovahs Zebaoth heißt, geringschätzen und verwerfen die inwendigeren Wahrheiten, welche sind das Volk Jehovahs Zebaoth, daher das Gute zum Bösen des Falschen, welches ist Sodom, und der Ort überlassen der Nessel, und die Wahrheiten zum Falschen werden, welches ist Amora und die Salzgrube; denn vom Inneren her hat es das Äußere, daß es gut und wahr ist. Ps.83/3-9: "Die Feinde sinnen über dein Volk hinterlistig auf Heimliches, sie ratschlagen über deine Verborgenen, kommt, laßt uns sie ausrotten aus der Völkerschaft, und nicht mehr soll gedacht werden des Namens Israel, denn sie ratschlagen im Herzen miteinander, gegen dich schließen einen Bund die Zelte Edoms, und die Jischmaeliten, Moab, und die Hagriter; Gebal und Ammon, und Amalek, Philistäa mit den Bewohnern von Tyrus, auch Aschur gesellt sich ihnen bei, sie sind ein Arm den Söhnen Lots": ratschlagen über die Verborgenen, sie ausrotten aus der Völkerschaft, daß nicht mehr genannt werde der Name Israels, heißt das Inwendigere ganz verschmähen; die Zelte Edoms, die Jischmaeliten, Moab, die Hagriter, Gebal und Ammon, sind diejenigen, die im Äußeren des Gottesdienstes und der Lehre sind, Philistäa mit Tyrus sind die, welche von den inneren Dingen reden, aber nicht in denselben sind; Aschur, welcher der Arm ist für die Söhne Lots, ist die Vernünftelei, durch die sie für die äußeren Dinge streiten, und die inneren bekämpfen. 5. Mose 23/1-8: "Es soll kein Mann das Weib seines Vaters nehmen, und nicht aufdecken die Decke seines Vaters, nicht soll ein Zerstoßener oder dem die Hoden zerquetscht sind, kommen in die Versammlung Jehovahs; nicht soll kommen ein Moabiter und Ammoniter in die Versammlung Jehovahs, auch das zehnte Geschlecht soll ihm nicht kommen in die Versammlung Jehovahs in Ewigkeit": hieraus wird klar, was Moab und Ammon sind am Ende der Tage, oder wenn sie ganz vom Falschen eingenommen sind, nämlich diejenigen, bei denen das Gute geschändet und das Wahre verfälscht wird, dadurch, daß sie alles Inwendigere verachten, verwerfen, und zuletzt von sich stoßen, daher sie auch hier genannt werden nach schändlichen Ehebrüchen, welche sind das Weib des Vaters nehmen, die Decke des Vaters aufdecken, beinahe wie von den Töchtern Lots, von denen Moab und Ammon herstammen, erwähnt wird; sodann nach den Zerstoßenen, und denen, welchen die Hoden zerquetscht sind, durch welche die bezeichnet werden, welche alles, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, von sich stoßen; die Versammlung Jehovahs ist der Himmel, in den sie nicht kommen können, weil sie keine Überreste haben, die allein vom inwendigeren Guten und inwendigeren Wahren herkommen, und die durch das zehnte Geschlecht bezeichnet werden: Nr. 576, 1738, 2280. Dieselben waren auch unter den Heiden, welche die Söhne und Töchter dem Molech opferten, wodurch im inneren Sinn bezeichnet wird, daß sie das Wahre und Gute auslöschten, denn der Gott Moabs war Kemosch, und der Gott der Söhne Ammons Molech und Milchom: 1.Kön.11/7,33; 2.Kön.23/13; denen sie opferten: 2.Kön.3/27; daß durch die Söhne und Töchter die Wahrheiten und das Gute bezeichnet werden, sehe man Nr. 489, 490, 491, 533, 1147. Dies ist nun Moab und Ammon, aber der Gattungen ihres Falschen, durch die sie das Gute schänden, und die Wahrheiten auslöschen, gibt es viele, die bei Jerem.48/21-26 aufgezählt werden, allein durch lauter Namen, nämlich diese: "Das Gericht ist gekommen über das Land der Ebene, über Cholon, und über Jahza, und über Mephaat. Und über Dibon, und über Nebo, und über Bethdiblathaim. Und über Kiriathaim, und über Bethgamul, und über Bethmeon. Und über Kirioth, und über Bozra, und über alle Städte des Landes Moab, die fernen und die nahen. Abgehauen ist das Horn Moabs, und sein Arm zerbrochen. Berauschet ihn, weil er über Jehovah sich erhoben hat; und Moab soll sich ergießen in seinem Gespei": diese Gattungen des Falschen sind es, die zusammentreffen bei denjenigen, die Moab und Ammon genannt werden, die es aber sind, und wie beschaffen, kann erhellen aus der Bedeutung der einzelnen Namen im inneren Sinn; daß die Namen im Wort nichts anderes bedeuten als Sachen, ist mehrmals gezeigt worden. Nr. 2469 - 2494 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 20. Kapitel 2495. Daß im Worte ein innerer Sinn ist, der nicht im Buchstaben erscheint, ist schon früher an vielen Stellen gesagt und gezeigt worden, und wie er beschaffen ist, erhellt aus dem, was vom 1. Kapitel der Genesis bis hierher erklärt wurde: Weil jedoch die wenigen, die heutzutage dem Wort glauben, gleichwohl nicht wissen, daß ein solcher Sinn existiert, so mag dasselbe noch weiter begründet werden. Der Herr beschreibt die Vollendung des Zeitlaufs, d.h. die letzte Zeit der Kirche also: Matth.24/29; Mark.13/24: "Alsbald nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden": daß Sonne hier nicht die Sonne, Mond nicht den Mond, und Sterne nicht die Sterne bedeuten, sondern Sonne die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, Mond den Glauben der Liebe und Liebtätigkeit, und Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren (bedeuten), wurde gezeigt Nr. 31, 32, 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2120, 2441; somit wird durch jene Worte des Herrn bezeichnet, daß bei Vollendung des Zeitlaufs, oder in der letzten Zeit, keine Liebe und keine Liebtätigkeit, mithin kein Glaube mehr sein wird. Daß dies der Sinn ist, erhellt aus ähnlichen Worten des Herrn bei den Propheten, wie bei Jes.13/9,10: "Siehe, der Tag Jehovahs kommt, das Land zur Öde zu machen, und dessen Sünder wird Er daraus verderben; denn die Sterne der Himmel, und ihre Gestirne werden nicht leuchten mit ihrem Licht; verfinstert wird die Sonne in ihrem Aufgang werden, und der Mond nicht scheinen lassen sein Licht": wo gleichfalls von der letzten Zeit der Kirche, oder was dasselbe ist, von der Vollendung des Zeitlaufs gehandelt wird. Joel 2/2,10: "Ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag des Gewölkes und des Dunkels, vor Ihm erbebte die Erde, erzitterten die Himmel, Sonne und Mond wurden schwarz, und die Sterne zogen ihren Glanz zurück": ebenso anderwärts Joel 3/4: "Die Sonne wird in Finsternis, und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe kommt der Tag Jehovahs, der große und schreckliche"; ferner Joel 4/14,15: "Nah ist der Tag Jehovahs, Sonne und Mond sind schwarz geworden: und die Sterne haben ihren Glanz zurückgezogen". Hes.32/7,8: "Verdecken will Ich, wenn Ich dich vertilgt, die Himmel, und verdunkeln ihre Sterne, die Sonne will Ich mit Gewölk verdecken, und der Mond soll nicht leuchten lassen sein Licht, alle Leuchten des Lichtes an den Himmeln will Ich schwärzen, und Finsternis verbreiten über dein Land". In gleicher Weise bei Joh.Offenb.6/12,13: "Ich sah, als es das sechste Siegel geöffnet hatte, siehe da entstand ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, und die Sterne fielen auf die Erde"; Joh.Offenb.8/12: "Der vierte Engel stieß in die Posaune, so daß geschlagen wurde der dritte Teil der Sonne, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, und verfinstert wurde der dritte Teil derselben". Aus diesen Stellen kann erhellen, daß die Worte des Herrn bei den Evangelisten ähnliches in sich schließen wie die Worte des Herrn bei den Propheten, daß nämlich zu den letzten Zeiten keine Liebtätigkeit oder kein Glaube sein wird; und daß dies der innere Sinn ist, wie dies auch noch weiter sich herausstellt bei Jes.24/23: "Erröten wird der Mond, und sich schämen die Sonne, weil Jehovah Zebaoth regieren wird auf dem Berge Zions; und in Jerusalem"; d.h. erröten wird der Glaube, welcher ist der Mond, und schämen wird sich die Liebtätigkeit, welche ist die Sonne, weil sie so beschaffen sind; von dem Mond und der Sonne kann man nicht sagen, daß sie werden erröten und sich schämen. Dan.8/9,10: "Das Horn des Ziegenbockes wuchs gegen den Mittag, und gegen den Aufgang, und wuchs bis zum Heer der Himmel, und warf auf die Erde vom Heer, und von den Sternen, und zertrat sie": daß hier das Heer der Himmel nicht Heer, noch die Sterne Sterne bedeuten, ist jedem offenbar.   20. Kapitel 1. Und Abraham brach auf von da nach dem Lande gegen Mittag, und wohnte zwischen Kadesch und zwischen Schur, und hielt sich in Gerar auf. 2. Und Abraham sagte von Sarah seinem Weibe, meine Schwester ist diese; und Abimelech, der König von Gerar, sandte hin, und nahm Sarah weg. 3. Da kam Gott zu Abimelech im Traum des Nachts, und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes um des Weibes willen, das du weggenommen hast, denn sie ist eines Manne Eheweib. 4. Und Abimelech hatte sich nicht genahet zu ihr; und sprach: Herr, wirst Du denn auch ein gerechtes Volk töten? 5. Hat er nicht zu mir gesagt: Meine Schwester ist sie? Und sie selbst auch hatte gesagt: Mein Bruder ist er. In Redlichkeit meines Herzens, und in Schuldlosigkeit meiner Hände habe ich das getan. 6. Da sprach zu ihm Gott im Traum: Auch Ich weiß, daß du in Redlichkeit deines Herzens das getan hast, und Ich habe dich auch verhindert, an Mir zu sündigen, darum ließ Ich dir nicht zu, sie zu berühren. 7. Und nun gib das Weib des Mannes zurück, denn er ist ein Prophet, und wird für dich beten, und du wirst leben; und wenn du sie nicht zurückgibst, so wisse, daß du des Todes sterben wirst, du und jeder, der dein ist. 8. Und Abimelech stand des Morgens früh auf, und rief alle seine Knechte, und redete alle diese Worte vor ihren Ohren, und die Männer fürchteten sich sehr. 9. Und Abimelech rief Abraham, und sprach zu ihm: Was hast du uns getan, und was habe ich an dir gesündigt, daß du über mich und über mein Reich eine so große Sünde gebracht hast; Taten, die nicht getan werden sollen, hast du an mir getan. 10. Und Abimelech sprach (weiter) zu Abraham: Was hast du gesehen, daß du dieses (Wort) getan hast? 11. Da sprach Abraham: Weil ich sagte, es ist ja doch keine Furcht Gottes an diesem Ort, und sie werden mich töten um meines Weibes willen. 12. Auch ist sie in Wahrheit meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, doch nicht die Tochter meiner Mutter; und sie ward mein Weib. 13. Und es geschah, als Gott mich wegziehen hieß aus dem Hause meines Vaters, da sprach ich zu ihr: Das sei deine Güte, die du tun mögest an mir, an jedem Ort, dahin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder. 14. Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, und Knechte und Mägde, und gab sie Abraham; und stellte ihm zurück Sarah, sein Weib. 15. Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land ist vor dir, wo es gut ist in deinen Augen, da wohne. 16. Und zu Sarah sprach er: Siehe, ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben, siehe, das (sei) dir eine Decke der Augen für alle, die mit dir, und mit allen sind, und sie war gerächt. 17. Da betete Abraham zu Gott, und Gott heilte den Abimelech, und sein Weib, und seine Mägde, und sie gebaren. 18. Denn ganz verschlossen hatte Jehovah deshalb jeden Mutterleib des Hauses Abimelechs, um Sarahs, des Weibes Abrahams willen.   Inhalt 2496. Oben im 12. Kapitel ist gehandelt worden vom Reisen Abrahams in Ägypten, wodurch bezeichnet wurde der Unterricht in den Dingen des Wissens, den der Herr empfing, da er noch Knabe war: hier nun wird gehandelt von dem Reisen Abrahams in Gerar, wo Abimelech war, wodurch ebenfalls bezeichnet wird das Unterrichtetwerden des Herrn, aber in den Lehren der Liebtätigkeit und des Glaubens. Es wird hier hauptsächlich gehandelt von der Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens, aus welchem Ursprung sie sei, daß sie nämlich geistig sei aus himmlischem, nicht aber vernunftmäßigem Ursprung. 2497. Es wird gehandelt vom Zustand es Herrn, in dem Er war, als Er Sich zuerst unterrichtete in den Lehren der Liebtätigkeit und des Glaubens; der Zustand selbst wird bezeichnet durch Kadesch und Schur; die Lehre des Glaubens durch Abimelech, den König von Gerar: Vers 1, 2. Daß Er zuerst gedacht habe an das Vernünftige, daß es zu Rat gezogen werden sollte: Vers 2. Daß es aber dennoch nicht zu Rat gezogen wurde: Vers 3, 4, 8, 9. Die Ursachen, warum Er so dachte: Vers 5, 6, 10-13. Daß die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens geistig sei aus himmlischem Ursprung: Vers 7. Daß Er so unterrichtet wurde, und Ihm alsdann alles Vernunftmäßige, wie auch (alles) Wissenschaftliche als Hülle oder Gewand diente: Vers 14-16. und so die Lehre vervollkommnet wurde: Vers 17. Daß es anders gegangen wäre, wenn aus der Vernunft: Vers 18.   Innerer Sinn 2498. Daß diese Geschichten, wie alles übrige was zum Worte gehört, göttliche Geheimnisse in sich schließen, kann daraus erhellen, daß Abraham jetzt abermals sein Weib für seine Schwester ausgab, denn das gleiche war geschehen, als er nach Ägypten kam, denn damals 1. Mose 12/13, sagte er zu Sarah: "Sage doch, du seiest meine Schwester"; und nicht nur Abraham, sondern auch Jischak als er nach Gerar kam, auch er sagte 1. Mose 26/6,7, sein Weib Rebecka sei seine Schwester: "Es fragten die Männer des Ortes nach seinem Weibe, und er sagte: Sie ist meine Schwester": in welchen Kapiteln auch mehreres ähnliche vorkommt; so daß also dreimal dergleichen Geschichten erzählt wurden, was ohne eine geheime Ursache im inneren Sinn durchaus nicht geschehen wäre. 2499. Vers 1: Und Abraham brach auf von da nach dem Lande gegen Mittag, und wohnte zwischen Kadesch und zwischen Schur, und hielt sich in Gerar auf. "Und Abraham brach auf von da nach dem Lande gegen Mittag" bedeutet das Fortschreiten des Herrn im Guten und in den Wahrheiten des Glaubens; Abraham ist der Herr in diesem Zustand, "und wohnte zwischen Kadesch und zwischen Schur" bedeutet seinen Zustand im besonderen; Kadesch ist die Neigung zu dem inwendigeren aus Vernunftgründen hervorgehenden Wahren; Schur ist die Neigung zum auswendigeren aus Wissenschaftlichem hervorgehenden Wahren; "und hielt sich in Gerar auf" bedeutet den Unterricht von daher in den geistigen Dingen des Glaubens. 2500. "Und Abraham brach auf (profectus est) von da nach dem Lande gegen Mittag", 1. Mose 20/1, daß dies das Fortschreiten des Herrn im Guten und Wahren des Glaubens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Reisens (Proficisci) sofern es ist ein Fortschreiten, wovon Nr. 1457; und aus der Bedeutung des Landes gegen Mittag, sofern es ist das Gute und Wahre des Glaubens, wovon Nr. 1458. Früher, 1. Mose 12. Kapitel, war von Abraham gesagt worden, er zog gehend und reisend (profectus eundo et Proficiscendo) gegen Mittag, als (er) nach Ägypten zog: Vers 9, 10, wodurch im inneren Sinn bezeichnet wurde, daß der Herr als Knabe fortgeschritten sei in Gutes und Wahres in betreff der Wissenschaft der Erkenntnisse: Nr. 1456, 1459. Hier nun, daß er aufgebrochen sei nach dem Lande gegen Mittag, wodurch bezeichnet wird ein weiteres und inwendigeres Fortschreiten, nämlich in Gutes und Wahres in betreff der Lehre des Glaubens, daher hier genannt wird das Land gegen Mittag, weil das Land in seinem eigentlichen Sinn die Kirche bedeutet, für welche die Lehre (ist): Nr. 566, 662, 1066, 2117, 2118. Was den Unterricht des Herrn im allgemeinen betrifft, so erhellt aus diesem Kapitel, im inneren Sinn, von welcher Art er war, daß er nämlich statthatte durch fortwährende Offenbarungen und durch göttliche Wahrnehmungen und Gedanken aus Ihm, d.h. aus Seinem Göttlichen, die Er der göttlichen Einsicht und Weisheit einpflanzte, und zwar dies bis zur vollkommenen Vereinigung Seines Menschlichen mit Seinem Göttlichen. Dieser Weg des Weisewerdens kann durchaus nicht stattfinden bei irgendeinem Menschen, denn er floß ein aus dem Göttlichen Selbst, das Sein Innerstes war, weil des Vaters, aus Dem Er empfangen worden. Somit von der göttlichen Liebe selbst, die allein der Herr hatte, und die war, daß (sie) das ganze Menschengeschlecht selig machen wollte. Es ist ein Geheimnis, das kaum noch jemanden bekannt ist, daß der Liebe selbst (auch) Weisheit und Einsicht innewohnt, diese aber so ist wie die Liebe ist. Daß in der Liebe (auch) Weisheit und Einsicht ist, kommt daher, daß aller Einfluß statthat in die Liebe, oder, was dasselbe ist, in das Gute, somit in das eigentliche Leben des Menschen. Daher stammt die Weisheit und Einsicht der Engel, die unaussprechlich ist. Daher auch die Weisheit und Einsicht der Menschen, die in der Liebe zum Herrn, und (in der) Liebtätigkeit gegen den Nächsten (stehen). Obwohl diese derselben sich nicht bewußt werden (eam apud se non appercipiunt), während sie im Leibe leben, so kommen sie dennoch in sie nach dem Hingang, und dies darum, weil sie der Liebe selbst, und der Liebtätigkeit selbst innewohnt, man sehe Nr. 2494. Was aber die Liebe des Herrn betrifft, so war sie unendlich erhaben über die Liebe, in der die Engel sind, denn sie war die göttliche selbst, daher sie in sich etwas ganz Überschwengliches (supereminens) von Weisheit und Einsicht hatte, in das Er jedoch, weil Er als Mensch geboren war, und wie ein Mensch nach der göttlichen Ordnung fortschreiten sollte, allmählich sich einführte, um so sein Menschliches mit dem Göttlichen zu vereinigen, und göttlich zu machen, und zwar dies durch eigene Macht. 2501. Daß Abraham der Herr in jenem Zustand sei, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist der Herr, hier der Herr in jenem Zustand, wie auch früher: Nr. 1893, 1965, 1989, 2011, 2172, 2198. 2502. "Und wohnte zwischen Kadesch und zwischen Schur", 1. Mose 20/1, daß dies seinen Zustand im besonderen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es ist leben, wovon Nr. 1293. Was vorhergeht, zeigt dieses auch an, daß nämlich Abraham von da aufgebrochen sei ins Land gegen Mittag, wodurch das Fortschreiten des Herrn in das Gute und Wahre des Glaubens bezeichnet wird, und nun wird gesagt, daß er wohnte zwischen Kadesch und zwischen Schur, wodurch folglich nichts anderes bezeichnet wird, als der Zustand des Herrn im besonderen, der beschrieben wird zwischen Kadesch und Schur, wovon (im) jetzt (Folgenden die Rede ist). 2503. Daß "Kadesch" die Neigung zu dem inwendigeren aus Vernunftgründen (a rationalibus) hervorgehenden Wahren und Schur die Neigung zu dem auswendigeren aus Wissenschaftlichem hervorgehenden Wahren ist, kann erhellen aus der Bedeutung von Kadesch und von Schur. Daß Kadesch das Wahre bedeutet, über das gestritten wird, ist Nr. 1678 gezeigt worden, somit Streit über das Wahre, aus welchem Ursprung, ob aus der Vernunft (ex rationali), wie aus dem Folgenden klar wird, weil aber beim Herrn alles Wahre aus himmlischem Ursprung war, so bedeutet Kadesch die Neigung zum Wahren. Es gibt bei jedem Menschen der Kirche Vernunftwahrheiten (vera rationalia) und wissenschaftliche Wahrheiten (vera scientifica); die Vernunftwahrheiten sind inwendiger, die wissenschaftlichen Wahrheiten aber sind auswendiger. Diese sind voneinander unterschieden, ganz wie die zwei Gedächtnisse des Menschen, von denen Nr. 2469-2473; hieraus folgt, daß es auch zweierlei Neigungen zum Wahren gibt, eine inwendigere, welche die zu den Vernunftwahrheiten (rationalium) und eine auswendigere, welche die zu den wissenschaftlichen Wahrheiten (scientificorum) ist. Die Neigung zum inwendigeren Wahren, das aus Vernunftgründen (rationalibus) hervorgeht, wird hier durch Kadesch bezeichnet, die Neigung zum auswendigeren Wahren hingegen, das aus Wissenschaftlichem hervorgeht, durch Schur. Daß Schur dieses Wahre bedeutet, sehe man Nr. 1928. Daß die Namen im Wort gar nichts anderes bedeuten als Sachen, ist Nr. 1224, 1264, 1876, 1888 und öfter anderwärts nachgewiesen worden. 2504. "Und hielt sich in Gerar auf", 1. Mose 20/1, daß dies den Unterricht von daher in den geistigen Dingen des Glaubens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von (als Fremdling) sich aufhalten (Peregrinari), sofern es ist unterrichtet werden, wovon Nr. 1463, 2025; und aus der Bedeutung von Gerar, sofern es ist das Geistige des Glaubens. Gerar wird in einigen Stellen in der Genesis genannt, als 1. Mose 10/19; 26/1,6,17,20,26 und bedeutet in denselben den Glauben, und zwar dies darum, weil Gerar in Philistäa war, und durch Philistäa das Wissen der Erkenntnisse des Glaubens bezeichnet wird, man sehe Nr. 1197, 1198; und Gerar es war, wo der König der Philister selbst wohnte, woher denn kommt, daß durch Gerar der Glaube selbst bezeichnet wird: Nr. 1209; und durch den König von Gerar das Wahre des Glaubens selbst, denn der König ist im inneren Sinn das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069; somit durch Abimelech die Lehre des Glaubens, wovon im Folgenden. Es gibt im allgemeinen Verständiges des Glaubens, es gibt Vernunftmäßiges des Glaubens, und es gibt Wissenschaftliches des Glaubens, so schreiten sie in der Ordnung nacheinander vom Inwendigen aufs Auswendigere. Was das Inwendigste des Glaubens ist, wird genannt das Verständige (Intellectualia); was aus demselben oder von da hervorgeht, ist das Vernunftmäßige (Rationalia) des Glaubens; was wiederum aus diesem (hervorgeht), ist das Wissenschaftliche (scientifica) des Glaubens. Es verhält sich, um mit den wissenschaftlich Gebildeten zu reden, wie das Frühere zum Späteren, oder, was dasselbe ist, wie das Obere zum Unteren, d.h. wie das Inwendigere zum Auswendigeren. Es scheint zwar dem Menschen, als ob das Wissenschaftliche des Glaubens das erste wäre, und aus ihm nachher das Vernünftige und zuletzt das Verständige sich hervorbilde, und zwar dies darum, weil der Mensch so vom Knabenalter an fortschreitet, dennoch aber fließt das Verständige fortwährend ein ins Vernünftige, und dieses in das Wissenschaftliche, ohne daß der Mensch es weiß. Im Knabenalter jedoch nur dunkel, im reiferen Alter klarer, und zuletzt, wenn der Mensch wiedergeboren ist, mit deutlichem Bewußtsein: bei diesem kommt es zur Erscheinung; daß dies die Ordnung ist, und noch völliger im anderen Leben, sehe man Nr. 1495. Dies alles wird genannt Geistiges (Spiritualia), das so in Grade unterschieden wird, und in solcher Ordnung aufeinanderfolgt. Geistige Dinge des Glaubens sind alle Wahrheiten, die aus dem Guten kommen, d.h. himmlischen Ursprungs sind. Alles, was aus himmlischem Ursprung herstammt, ist Geistiges des Glaubens. 2505. Vers 2: Und Abraham sagte von Sarah, seinem Weibe, meine Schwester ist diese; und Abimelech, der König von Gerar, sandte hin, und nahm Sarah weg. "Und Abraham sagte" bedeutet das Denken des Herrn; "von Sarah, seinem Weibe" bedeutet das mit dem Himmlischen verbundene geistig Wahre; "meine Schwester ist diese" bedeutet das Vernunftwahre; "und Abimelech, der König von Gerar, sandte hin" bedeutet die Lehre des Glaubens; Abimelech ist die Lehre des Glaubens, die auf die Vernunftwahrheiten hinsieht; "und nahm Sarah weg" bedeutet die Neigung, die Vernunft zu Rate zu ziehen. HG 2506 2506. "Und Abraham sagte", 1. Mose 20/2, daß dies ein Denken bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sagen in dem Geschichtlichen, sofern es ist ein Wahrnehmen, dann auch ein Denken, wovon Nr. 1898, 1919, 2061, 2080, 2238, 2260, 2271, 2287. 2507. "Von Sarah seinem Weibe", 1. Mose 20/2, daß dies das mit dem Himmlischen verbundene geistig Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Weibes Sarah, sofern es das dem göttlich Guten verbundene verständig Wahre ist, oder, was dasselbe ist, das mit dem Himmlischen verbundene geistig Wahre, wovon Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173. 2198. Was das Geistige und was das Himmlische sei, ist früher öfter gesagt worden, man sehe Nr. 1155, 1577, 1824, 2048, 2088. Himmlisch heißt dasjenige, was dem Guten angehört, das ist, was Sache der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist; und Geistiges das, was Sache des Wahren, d.h. des Glaubens aus jener ist. 2508. "Meine Schwester ist diese", 1. Mose 20/2, daß dies das Vernunftwahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie ist das verständige Vernunftwahre, wovon Nr. 1495. Daß das Vernunftwahre die Schwester sei, kann anderswoher nicht erhellen, als aus der himmlischen Ehe, denn was aus dieser stammt, steht unter sich in einem Verwandtschaftsverhältnis, wie die Blutsfreundschaften und Schwägerschaften auf Erden, worüber man sehe Nr. 685, 917 und zwar mit endloser Mannigfaltigkeit. Die himmlische Ehe selbst besteht allein zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren; aus ihr wird beim Menschen empfangen das Verständige, das Vernunftmäßige und das Wissenschaftliche; denn ohne Empfängnis aus der himmlischen Ehe kann der Mensch durchaus nicht weder mit Verstand, noch mit Vernunft, noch mit Wissenschaft begabt werden, mithin auch nicht Mensch sein. So viel er also von der himmlischen Ehe her an sich hat, insoweit ist er Mensch. Im Herrn selbst ist die himmlische Ehe, so daß der Herr eben diese Ehe selbst ist, denn Er ist das göttlich Gute selbst, und zugleich das göttlich Wahre (selbst). Die Engel und die Menschen sind insoweit in der himmlischen Ehe, als sie in der Liebe zum Herrn, und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, und inwieweit sie von daher im Glauben, d.h. inwieweit sie im Guten des Herrn und von daher im Wahren sind, und alsdann heißen sie Töchter und Söhne, und untereinander Schwestern und Brüder, jedoch dies mit Unterschied. Daß das Vernunftwahre Schwester heißt, hat seinen Grund darin, daß es empfangen wird vom Einfluß des göttlich Guten in die Neigung zu den Vernunftwahrheiten. Das Gute, das von daher im Vernünftigen ist, heißt Bruder, und das Wahre, das von daher stammt, Schwester. Allein dies wird besser erhellen aus dem, was im 1. Mose 20/12 Abraham sagt: "Auch ist sie in Wahrheit meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nicht aber die Tochter meiner Mutter, und sie ward mein Weib". 2509. "Und Abimelech, der König von Gerar, sandte hin", 1. Mose 20/2, daß dies die Lehre des Glaubens bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 2504 gesagt worden ist, daß nämlich durch Philistäa bezeichnet wird die Wissenschaft der Erkenntnisse des Glaubens: Nr. 1197, 1198, durch Gerar, das in Philistäa war, der Glaube: Nr. 1209, 2504; durch den König, das Glaubenswahre selbst: Nr. 1672, 2015, 2069. Daher durch Abimelech bezeichnet wird die Lehre des Glaubens, allein die Lehre des Glaubens sofern sie auf die Vernunftwahrheiten (rationalia) hinsieht, wie aus dem nun Folgenden klar werden wird. 2510. Daß Abimelech die auf die Vernunftwahrheiten hinsehende Glaubenslehre ist, 1. Mose 20/2, kann daraus erhellen, daß er auf Sarah hinsah, nicht als auf Abrahams Weib, sondern als dessen Schwester, und durch Sarah als Schwester das Vernunftwahre bezeichnet wird: Nr. 2508. Ebendasselbe erhellt auch aus dem Folgenden, denn es handelt sich dort von der Glaubenslehre, ob sie ihren Ursprung von der Vernunft (rationali), oder ob vom Himmlischen her habe. Daher Abimelech die auf das Vernunftmäßige (rationalia) hinsehende Glaubenslehre bedeutet. Von der Lehre wird gesagt, sie sehe auf das Vernünftige hin, wenn nichts anderes als Wahres der Lehre anerkannt wird, als was mit der Vernunft begriffen werden kann, so daß von allen zur Lehre gehörigen Dingen eine Anschauung aus der Vernunft statthat. Daß aber die Glaubenslehre nicht aus der Vernunft stammt, sondern himmlischen Ursprungs ist, wird im Folgenden, im inneren Sinn, gelehrt. 2511. "Und nahm Sarah weg", 1. Mose 20/2, bedeutet die Neigung, die Vernunft zu Rate zu ziehen, (dies) erhellt aus der Bedeutung der Sarah als Schwester, wovon Nr. 2508, sodann aus sie nehmen, sofern es eine Neigung zu ihr bedeutet, somit im inneren Sinn, die Neigung, die Vernunft zu Rate zu ziehen. Was im inneren Sinn enthalten ist, schließt in sich das erste Denken des Herrn über die Glaubenslehre, ob es zuträglich sei, die Vernunft zu Rate zu ziehen, oder nicht. Daß das erste Denken von dieser Art war, hat seinen Grund darin, daß der Herr aller göttlichen Ordnung gemäß fortschritt, und alles, was menschlich war, worin Er geboren wurde, und das Er von der Mutter her hatte, das mußte Er ausziehen, um das Göttliche anzuziehen; somit auch dieses Menschliche, ob in den Glaubenslehren die Vernunft zu Rate gezogen werden solle. 2512. Vers 3: Da kam Gott zu Abimelech im Traum des Nachts, und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes um des Weibes willen, das du weggenommen hast, denn sie ist eines Mannes Eheweib. "Da kam Gott zu Abimelech" bedeutet ein Innewerden des Herrn über die Glaubenslehre; "im Traum des Nachts" bedeutet ein dunkles; "und sprach zu ihm" bedeutet das Denken aus demselben; "siehe, du bist des Todes um des Weibes willen" bedeutet, daß die Glaubenslehre zu nichts würde, wenn über ihren Inhalt die Vernunft zu Rate gezogen würde; "denn sie ist eines Mannes Eheweib" bedeutet, daß es die Lehre des wahren Glaubens, und ihr Inhalt mit dem Himmlischen verbunden sei. 2513. "Da kam Gott zu Abimelech", 1. Mose 20/3, daß dies ein Innewerden über die Glaubenslehre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Kommens Gottes, und aus der Bedeutung Abimelechs. Daß das Kommen Gottes ein Innewerden bedeutet, ist klar, denn das Innewerden ist nichts anderes als ein göttliches Kommen oder Einfließen in das Verstandesvermögen: daß Abimelech die Lehre des Glaubens bedeutet, ist Nr. 2504, 2509, 2510 gezeigt worden. 2514. "Im Traum des Nachts", 1. Mose 20/3, daß dies bedeutet ein dunkles Innewerden, kann erhellen aus der Bedeutung des Traumes, und zugleich der Nacht. Der Traum bedeutet, wenn vom Innewerden die Rede ist, etwas Dunkles im Vergleich mit dem Wachsein; und mehr noch wenn gesagt wird "Traum des Nachts". Daß das erste Innewerden des Herrn ein dunkles heißt, hat seinen Grund darin, daß es war im Menschenlichen, das Er ausziehen und dessen Schatten Er zerstreuen sollte. Das Wahrnehmungsvermögen (perceptivum) des Herrn war, obwohl aus dem Göttlichen, dennoch im Menschlichen, und dieses ist so geartet, daß es das eigentliche Licht nicht sogleich aufnimmt, sondern allmählich, so wie die Schatten, die in ihm sind, zerstreut werden. Daß es sich in ein geringeres Dunkel in betreff der Glaubenslehre versetzte, wird dadurch bezeichnet, daß Gott abermals zu Abimelech im Traume kam, wo der Nacht nicht mehr erwähnt wird (Vers 6); und daß es nachher zu klarem Innewerden kam, wird dadurch bezeichnet, daß Abimelech des Morgens früh aufstand (Vers 8). 2515. "Und sprach zu ihm", 1. Mose 20/3, daß dies ein Denken aus demselben, nämlich aus dem Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Sprechen, sofern es ist innewerden, dann von Denken, wovon Nr. 2506. Weil hier gesagt wird, das Denken sei aus demselben gewesen, so mag mit wenigem gesagt werden, wie es sich mit dem Denken verhält: es gibt Gedanken aus dem Innewerden (ex perceptione), Gedanken aus dem Gewissen (ex conscientia) und Gedanken aus keinem Gewissen. Gedanken aus dem Innewerden finden allein statt bei Himmlischen, d.h. bei denen, die in der Liebe zum Herrn sind, und es ist das inwendigste, das bei einem Menschen möglich ist, und ist bei den himmlischen Engeln im Himmel. Das Innewerden aus dem Herrn (ex Domino est) ist es, durch das und aus dem ihr Denken kommt, gegen das Innewerden zu denken, ist (ihnen) unmöglich. Die Gedanken aus dem Gewissen sind niedriger (inferiores) und finden statt bei den Geistigen, d.h. bei denen, die im Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens sind in Ansehung des Lebens und in Ansehung der Lehre. Gegen das Gewissen zu denken ist auch ihnen unmöglich, denn das wäre gegen das Gute und das Wahre, das ihnen vom Herrn eingesprochen (dictatur) wird durchs Gewissen. Die Gedanken aber aus keinem Gewissen sind bei denen, die sich inwendig nicht regieren lassen vom Guten und Wahren, sondern vom Bösen und Falschen, d.h. nicht vom Herrn, sondern von sich selbst. Diese glauben, sie denken ebensosehr in sich selbst, als diejenigen, die aus dem Gewissen und aus dem Innewerden (denken), und dies (glauben sie) darum, weil sie nicht wissen, was das Gewissen, und noch weniger, was das Innewerden ist. Allein der Unterschied ist so groß als der zwischen der Hölle und dem Himmel. Die, welche ohne Gewissen denken, die denken aus allerlei Begierden und Phantasien, somit aus der Hölle. Diejenigen hingegen, die aus dem Gewissen denken, die denken aus den Neigungen zum Guten und Wahren, somit aus dem Himmel. Was aber das Denken des Herrn betrifft, so überstieg es allen menschlichen Verstand, denn es war unmittelbar aus dem Göttlichen. 2516. Daß "siehe, du bist des Todes um des Weibes willen", 1. Mose 20/3, bedeutet, die Glaubenslehre würde zu nichts wenn über ihren Inhalt die Vernunft zu Rate gezogen würde, erhellt aus der Bedeutung des Abimelech, der hier der du ist, sofern er ist die Glaubenslehre; aus der Bedeutung von des Todes sein (mori), sofern es ist zu nichts werden; und aus der Bedeutung der Schwester, die hier Weib genannt wird, sofern sie ist das Vernünftige, wovon Nr. 2508. Dem gemäß nun wird dadurch, daß Abimelech des Todes sein würde um des Weibes willen, bezeichnet, die Glaubenslehre würde zu nichts werden, wenn die Vernunft zu Rate gezogen würde. Daß keine Glaubenslehre aus der Vernunft stammt, hat seinen Grund darin, daß die Vernunft (rationale) in Scheinbarkeiten des Guten und Wahren ist und diese Scheinbarkeiten nicht Wahrheiten an sich sind, wie Nr. 2053, 2196, 2203, 2209 gezeigt worden ist. Außerdem hat die Vernunft in ihrem Gebiet (sub se) Täuschungen, welche stammen aus äußeren Sinneswahrnehmungen (ex sensualibus externis), die durch Wissenschaftliches bestärkt sind und Schatten werfen auf jene Scheinbarkeiten des Wahren. Das Vernunftmäßige ist größtenteils bloß menschlich, wie dies auch aus seiner Entstehung erhellen kann. Daher kommt nun, daß von ihm für keine Lehrbestimmung des Glaubens ausgegangen (auspicari) und noch weniger (eine solche) auf dasselbe gebaut (condi) werden kann. Sondern sie muß hervorgehen (erit) aus dem Göttlichen Selbst und dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, von daher ist ihr Ursprung und zwar so ganz, daß der Herr die Lehre selbst ist, daher Er auch im Worte genannt wird das Wort, die Wahrheit, das Licht, das Leben, die Türe; und zwar stammt - was ein Geheimnis ist - jede Lehrbestimmung aus dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren und hat in sich die himmlische Ehe. Eine Lehrbestimmung, die diese nicht in sich hat, ist keine echte Lehre des Glaubens, daher kommt es, daß in den einzelnen Teilen des Wortes, aus denen die Lehre kommt, eine Art von Ehe ist, man sehe Nr. 683, 793, 801. Es scheint zwar, als ob die Lehre des Glaubens, im buchstäblichen oder äußeren Sinn des Wortes, vieles aus dem Vernunftmäßigen, ja aus dem Natürlichen an sich habe, allein dies kommt daher, daß das Wort für den Menschen ist, und diesem in solcher Weise angepaßt worden ist, dennoch aber ist es an sich geistig aus himmlischem Ursprung, d.h. aus dem göttlich Wahren, das verbunden ist mit dem göttlich Guten. Daß die Lehre zu nichts würde, wenn über ihren Inhalt die Vernunft zu Rate gezogen würde, soll im Folgenden durch Beispiele erläutert werden. 2517. "Denn sie ist eines Mannes Eheweib", 1. Mose 20/3, daß dies bedeutet, daß die Lehre des wahren Glaubens geistig und ihr Inhalt verbunden sei mit dem Himmlischen, erhellt aus der Bedeutung von eines Mannes Eheweib werden (maritari marito). Der Ehemann (maritus) bedeutet, wenn er im Worte genannt wird, das Gute, und alsdann die Ehegattin (uxor) das Wahre; anders wenn der Gatte (maritus) genannt wird Mann (vir), alsdann bedeutet der Mann das Wahre, und die Gattin (uxor) das Gute, man sehe Nr. 915 und anderwärts. Darum bedeutet hier die an einen Ehemann Verehelichte (maritata marito), daß das Wahre verbunden sei mit dem Guten, somit, daß auch das Wahre Gutes sei. Dies erhellt auch aus der Bedeutung des Weibes (uxoris) Sarah, sofern sie ist das geistig Wahre, und Abrahams, sofern er ist das himmlisch Gute, beides göttlich, wovon Nr. 2501, 2507. Und weil Sarah das göttliche geistig Wahre (verum spirituale Divinum) bedeutet, so wird auch des wahren Glaubens Lehre selbst unter dem Weibe Sarah verstanden, denn die Lehre besteht aus Wahrheiten. Hieraus erhellt, daß verehelicht an einen Ehemann heißt, die Lehre des wahren Glaubens sei geistig, und ihr Inhalt verbunden mit dem Himmlischen. 2518. Vers 4: Und Abimelech hatte sich nicht genahet zu ihr; und sprach: Herr, wirst Du denn auch ein gerechtes Volk töten? "Und Abimelech hatte sich nicht genahet zu ihr" bedeutet, daß in der Lehre des Glaubens das Vernunftwahre in keiner Weise zu Rate gezogen worden sei; "und er sprach: Herr, wirst Du denn auch ein gerechtes Volk töten" bedeutet, ob das Gute und Wahre der Lehre vernichtet werden solle. 2519. "Und Abimelech hatte sich nicht genahet zu ihr", 1. Mose 20/4, daß dies bedeutet, daß in der Lehre des Glaubens das Vernunftwahre in keiner Weise zu Rat gezogen worden sei, erhellt aus der Bedeutung Abimelechs, sofern er ist die Lehre des Glaubens, wovon Nr. 2504, 2509, 2510, und aus der Bedeutung von sich zu ihr nahen, nämlich zu Sarah als Schwester, sofern es ist berühren, oder auf irgendeine Weise zu Rate ziehen das Vernunftwahre, welches ist die Schwester: Nr. 1495, 2508. Daß das Vernunftwahre in keiner Weise zu Rate gezogen wurde, hat den früher angegebenen Grund, daß alle Glaubenslehren aus dem Göttlichen stammen, das unendlich erhaben ist über menschliche Vernunft. Aus dem Göttlichen empfängt die Vernunft ihr Gutes und ihr Wahres. Das Göttliche kann eingehen in das Vernunftmäßige, nicht aber umgekehrt; gerade wie die Seele in den Leib eingehen, und diesen bilden kann, nicht aber der Leib in die Seele; oder wie das Licht in den Schatten eingehen und diesen auf verschiedene Weise in Farben ausgestalten kann, nicht aber der Schatten ins Licht. Weil es aber zuerst den Anschein hat, als ob die Vernunft dabei sein müsse, weil gerade sie das ist, was aufnimmt, so war hier der erste Gedanke, ob es nicht auch zugleich zu Rate gezogen werden sollte. Allein der Herr offenbarte und antwortete Sich selbst, so daß die Lehre zu Nichts würde; daher sie denn auch nicht zu Rate gezogen wurde, was hier dadurch bezeichnet wird, daß Abimelech sich nicht zu ihr genaht hatte. HG 2520 2520. "Und sprach: Herr, wirst Du denn auch ein gerechtes Volk töten?", 1. Mose 20/4. Daß dies bedeutet, ob das Gute und Wahre vernichtet werden solle, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaft (gentis), sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 1259, 1260, 1416; und weil es ausgesagt wird von der Völkerschaft Abimelechs, durch den die Lehre des Glaubens bezeichnet wird, so wird unter der gerechten Völkerschaft hier sowohl das Gute als das Wahre bezeichnet, denn beides gehört der Lehre an. Daß dies gesagt wurde im Eifer der Neigung oder Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, ist offenbar. Diese Liebe leitete die Gedanken des Herrn, als Er noch im mütterlichen Menschlichen war, und obwohl Er aus dem Göttlichen inne ward, daß die Lehre des Glaubens nur himmlischen Ursprungs ist, so ist dennoch aus Rücksicht auf das menschliche Geschlecht, das nichts annimmt, wovon es sich nicht auch irgendeine Vorstellung aus seiner Vernunft machen kann, deshalb gesagt worden: wirst Du denn auch ein gerechtes Volk töten? wovon die Bedeutung ist, ob denn das Gute und Wahre der Lehre vernichtet werden sollte. Daß der Mensch nichts annimmt, wovon er nicht auch irgendeine Vorstellung aus seiner Vernunft haben kann, das kann man an den Vorstellungen ersehen, die der Mensch von den göttlichen Geheimnissen hegt, sofern denselben immer eine Vorstellung, die von weltlichen oder solchen Dingen hergenommen sind, die den weltlichen ähnlich sind, anklebt, durch welche (die Sache) im Gedächtnis behalten und durch die sie wieder ins Denken hervorgerufen wird; denn der Mensch kann ohne eine von weltlichen Dingen hergenommene Vorstellung gar nichts denken; darum, wenn die Wahrheiten gerade so unverhüllt vorgelegt würden, wie sie aus dem Göttlichen entspringen (nude ex origine Divina), so würden sie gar nicht angenommen, sondern würden alle seine Fassungskraft, somit auch den Glauben, besonders derjenigen übersteigen, die in äußerlichem Gottesdienst sind. Dies zu beleuchten mögen folgende Beispiele dienen: Das Göttliche Selbst kann nur im Göttlichen sein, somit nur allein im Göttlich-Menschlichen des Herrn, und durch dieses beim Menschen. Würde die Vernunft zu Rate gezogen, so würde sie sagen, das Göttliche Selbst könne im Menschen eines jeden sein. Ferner (die Wahrheit), daß es kein Heiliges gibt, das nicht vom Herrn ausgeht, somit vom Göttlichen, das eines ist. Die Vernunft, wenn sie zu Rate gezogen würde, würde sagen, (es komme auch) anderswoher. Ferner (die Wahrheit), daß der Mensch nicht aus sich lebt, nicht aus sich Gutes tut, nicht aus sich das Wahre glaubt, ja nicht aus sich denkt, sondern das Gute und Wahre aus dem Herrn, das Böse und Falsche aber aus der Hölle; und, was noch mehr ist, auch die Hölle, d.h., die in der Hölle, denken nicht aus sich, sondern nehmen so (in ihrer Weise) das Gute und Wahre des Herrn auf. Würde die Vernunft zu Rate gezogen werden, so würde sie dies verwerfen, weil sie es nicht fassen würde. Sodann (die Wahrheit), daß niemand dafür belohnt wird, daß er das Gute tut, und das Wahre lehrt, und daß das Äußere nichts ausmacht, sondern das Innere, in dem Maß als Neigung zum Guten im Tun des Guten ist und in dem Maß als von daher Neigung zum Wahren im Lehren des Wahren, und dies in dem Maß, als es nicht aus ihm, (dem Menschen) selbst, (kommt). Und so in tausend anderen Dingen. Weil die menschliche Vernunft so beschaffen ist, darum ist im Wort nach des Menschen Fassungskraft auch nach seiner Denkungsart gesprochen worden; daher kommt es, daß der innere Sinn des Wortes ein anderer ist als sein buchstäblicher. Dies kann sattsam erhellen an dem Wort des Alten Testaments, wo das meiste gemäß der Fassungskraft und Denkungsart des Volkes, das damals lebte, gesagt ist; und darum auch so wenig, ja kaum etwas vom Leben nach dem Tod, von der ewigen Seligkeit und vom inneren Menschen, denn das jüdische und israelitische Volk, bei dem damals die Kirche war, war so geartet, daß sie, wenn dergleichen aufgedeckt worden wäre, es nicht nur nicht verstanden, sondern auch verspottet hätten, ebenso wenn ihnen aufgedeckt worden wäre, daß der Messias oder Christus kommen werde, ihre Seelen ewig selig zu machen, so würden sie auch dies als ein Nichts verworfen haben, so wie man dies an demselben Volk auch noch heutzutage sehen kann, sofern, wenn man vor ihm das Innere oder Geistige nur nennt, und (sagt), daß der Messias nicht der größte König auf Erden sein werde, darüber nur gelacht wird. Dies war der Grund, warum der Herr hin und wieder ebenso wie die Propheten sprach, und das übrige in Gleichnissen, wie Er selbst sagt bei Matth.13/13: "Jesus sprach: In Gleichnissen rede Ich zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, noch verstehen": die Sehenden und Hörenden sind die, welche innerhalb der Kirche sind und, obwohl sie sehen und hören, dennoch nicht verstehen. Joh.12/40: "Er hat verblendet ihre Augen, und verstockt ihr Herz, daß sie nicht sehen mit ihren Augen und verstehen mit dem Herzen, und sich bekehren, und Ich sie heile": daß sie sich bekehren und geheilt werden würden, schließt in sich, daß sie es gleichwohl nachher verwerfen und so entweihen würden, was ewige Verdammnis mit sich bringt, man sehe Nr. 301, 302, 303, 582, 1008, 1010, 1059, 1325, 1328, 2051, 2426. Dennoch aber hat der Herr das Inwendigere des Wortes an vielen Stellen aufgedeckt, jedoch nur für die Weisen. 2521. Vers 5: Hat er nicht zu mir gesagt: Meine Schwester ist sie? Und sie selbst auch hatte gesagt: Mein Bruder ist er; in Redlichkeit meines Herzens, und in Schuldlosigkeit meiner Hände habe ich das getan. "Hat er nicht zu mir gesagt" bedeutet die Entschuldigung, daß er so gedacht hatte, "meine Schwester ist sie" bedeutet, daß die Vernunft es sei, was zu Rate gezogen werden sollte; "und sie selbst auch hatte gesagt: Mein Bruder ist er" bedeutet, die Vernunft selbst habe so eingegeben, daß das himmlisch Gute ihm beigesellt sein würde; "in Redlichkeit meines Herzens" bedeutet, es sei so gedacht worden aus Unschuld und einfältigem Guten; "und in Schuldlosigkeit meiner Hände habe ich das getan" bedeutet aus Neigung zum Wahren, und so mit aller Befähigung (facultate). 2522. "Hat er nicht zu mir gesagt", 1. Mose 20/5, daß dies die Entschuldigung bedeutet, daß er so gedacht hatte, erhellt aus dem einzelnen in diesem Vers, sodann aus der Bedeutung von sagen, sofern es ist denken, wovon Nr. 2506. 2523. "Meine Schwester ist sie", 1. Mose 20/5, daß dies bedeutet, die Vernunft sei es, was zu Rate gezogen werden sollte, daß er nämlich so gedacht habe, erhellt aus der Bedeutung der Schwester in diesem Kapitel, sofern sie ist das Vernunftwahre, wovon Nr. 1495, 2508. Im inneren Sinn des Wortes wird das ganze Leben des Herrn, wie es in der Welt sein würde, beschrieben, auch in Ansehung der Wahrnehmungen und Gedanken, denn diese waren, weil sie aus dem Göttlichen (kamen), vorhergesehen und vorgesehen, auch zu dem Ende, daß sie dann den Engeln, die das Wort nach dem inneren Sinn verstehen, und so vor ihnen der Herr vergegenwärtigt würde, und zugleich wie Er allmählich das Menschliche auszog und das Göttliche anzog. Wäre nicht dies durch das Wort, dann auch durch alle religiösen Gebräuche in der jüdischen Kirche, den Engeln wie gegenwärtig gewesen, so hätte der Herr gleich nach dem Fall der Ältesten Kirche, die Mensch oder Adam genannt wird, in die Welt kommen müssen, denn schon damals war sofort eine Weissagung von dem Kommen des Herrn (gegeben worden): 1. Mose 3/15. Und was noch mehr ist, das damalige Menschengeschlecht hätte nicht errettet werden können. Was des Herrn Leben selbst betrifft, so war dasselbe ein beständig fortwährendes Fortschreiten des Menschlichen zum Göttlichen, bis zur vollkommenen Vereinigung, wie schon früher mehrmals gesagt worden ist; denn um mit den Höllen zu kämpfen, und sie zu besiegen, mußte Er es aus dem Menschlichen (tun), denn kein Kampf mit den Höllen ist (möglich) aus dem Göttlichen. Darum gefiel es Ihm, das Menschliche anzuziehen wie ein anderer Mensch, ein Kind zu sein wie ein anderes, hineingebildet zu werden in die Wissenschaften und Erkenntnisse, was vorgebildet und bezeichnet wurde durch das Wandern Abrahams in Ägypten, 1. Mose Kapitel 12, und nun in Gerar, somit wie ein anderer Mensch die Vernunft auszubilden, und so deren Schatten zu zerstreuen, und sie ins Licht zu versetzen, und zwar dies aus eigener Kraft. Daß ein solches Fortschreiten des Herrn vom Menschlichen zum Göttlichen statthatte, kann niemand zweifelhaft sein, wenn man nur erwägt, daß Er ein Kind war, und reden lernte wie ein Kind, usf. Allein der Unterschied bestand darin, daß das Göttliche Selbst in Ihm war, sofern Er aus Jehovah empfangen war. 2524. "Und sie selbst hatte gesagt: mein Bruder ist er", 1. Mose 20/5, daß dies bedeutet, die Vernunft selbst habe eingegeben, daß das himmlische Gute ihr beigesellt sein würde, kann erhellen aus der Bedeutung der Schwester, welche hier ist sie selbst, sofern sie ist das Vernunftmäßige (rationale): Nr. 1405, 2508; und aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ist das Gute des Wahren: Nr. 367, 2508. Die Sache verhält sich nämlich so: das göttlich Gute und das göttlich Wahre sind wie durch ein eheliches Band miteinander vereinigt, denn daher (stammt) die himmlische Ehe, und daher auch bis zur untern Natur herab die eheliche Liebe. Das Gute und das Wahre des Vernunftmäßigen dagegen sind nicht miteinander verbunden wie durch eine Ehe, sondern durch eine Blutsfreundschaft wie Bruder und Schwester, weil (nämlich) das Vernunftmäßige in Rücksicht des Wahren empfangen wird durch einen Einfluß des göttlich Guten in die Neigung zu den Wissenschaften und Erkenntnissen, man sehe Nr. 1895, 1902, 1910. Das Gute des Vernunftmäßigen aber durch einen Einfluß des göttlich Guten in jenes Wahre, das in ihm zum Guten der Liebtätigkeit selbst wird, das der Bruder des Glaubens ist, oder, was dasselbe ist, der des Wahren, Nr. 367. Allein mit dem Guten und Wahren des Vernunftmäßigen hat es die Bewandtnis, daß zwar sein Gutes aus dem göttlich Guten stammt, sein Wahres aber nicht aus dem göttlich Wahren, denn das Vernunftwahre wird durch Wissenschaften und Erkenntnisse erworben, die durch äußere und innere Sinneswahrnehmung (sensualia), somit auf einem äußeren Weg hineingebracht werden, woher denn kommt, daß seinen Wahrheiten von den Sinneswahrnehmungen her manche Täuschungen ankleben, die machen, daß (seine) Wahrheiten nicht Wahrheiten sind, dennoch aber, wenn das göttlich Gute in sie einfließt und sie empfängt, als Wahrheiten erscheinen, und als Wahrheiten anerkannt werden, obwohl sie nichts denn Scheinwahrheiten sind. Das Gute selbst gestaltet sich alsdann in diesen Wahrheiten gemäß den Schatten in ihnen, und wird ein Gutes, das so geartet ist, wie das Wahre ist. Dies ist eines der Geheimnisse, die in diesen Worten verborgen liegen, das Vernunftmäßige habe so eingegeben, daß das himmlisch Gute ihm beigesellt sein würde. 2525. "In Redlichkeit meines Herzens", 1. Mose 20/5, daß dies bedeutet, es sei so gedacht worden aus Unschuld und einfältigem Guten, kann erhellen aus der Bedeutung der Redlichkeit, und sodann des Herzens. Redlichkeit (Rectitudo) wird in der Grundsprache durch ein Wort ausgedrückt, das auch Rechtschaffenheit der Gesinnung (integritas) und Vollkommenheit, und dann auch Einfalt bedeutet. Das Herz aber bedeutet Liebe und Liebtätigkeit, die, wie bekannt ist, dem Guten angehören. Daher kommt, daß in Redlichkeit des Herzens heißt: in Unschuld und einfältigem Guten. 2526. "Und in Schuldlosigkeit meiner Hände habe ich das getan", 1. Mose 20/5, daß dies bedeutet aus Neigung zum Wahren, und so mit aller Befähigung, erhellt aus der Bedeutung der Schuldlosigkeit und sodann der Hände. Schuldlosigkeit (immunitas) wird in der Grundsprache ausgedrückt durch ein Wort, das auch Fleckenlosigkeit (munditia) und Reinheit (puritas) bedeutet. Hände werden vom Wahren ausgesagt, und bedeuten Kraft (potentia), somit Befähigung (facultas): Nr. 878. Daß also (die Worte): in Redlichkeit des Herzens und Schuldlosigkeit der Hände habe ich das getan, bedeuten es sei (so) gedacht worden in Unschuld und einfältigem Guten, und aus Neigung zum Wahren, und so mit aller Befähigung, kommt daher, daß vermöge der Unschuld das Gute gut ist, und aus dem Guten das Wahre wahr ist, und dann, wenn diese in ihrer Ordnung darin sind, alle Befähigung da ist. Daß dies in jenen Worten eingeschlossen liegt, ist offenbar, denn das redliche oder unverdorbene (rectum seu integrum) oder das vollkommene (aut perfectum) Herz, durch welches das Gute bezeichnet wird, ist nicht da, wenn nicht, wie gesagt, Unschuld im Guten ist: dadurch wird es zum einfältig Guten; und schuldlose oder unbefleckte (immunes seu mundae) oder reine (aut purae) Hände, die vom Wahren ausgesagt werden, sind, wie ebenfalls gesagt worden, nicht da, wenn nicht das Gute in den Wahrheiten ist, d.h., wenn nicht Neigung zum Wahren da ist; wenn aus diesen, so ist es auch aus aller Befähigung oder Kraft, die ebenfalls durch die Hände bezeichnet wird: Nr. 878. 2527. Vers 6: Da sprach zu ihm Gott im Traum: Auch Ich weiß, daß du in Redlichkeit deines Herzens das getan hast, und Ich habe dich auch verhindert, an Mir zu sündigen, darum ließ Ich dir nicht zu, sie zu berühren. "Da sprach zu ihm Gott im Traum" bedeutet ein weniger dunkles Innewerden; "auch Ich weiß, daß du in Redlichkeit deines Herzens das getan hast" bedeutet, hier wie früher, es sei in Unschuld und aus einfältigem Guten so gedacht worden, somit sei er nicht in der Schuld; "und Ich habe dich auch verhindert, an Mir zu sündigen" bedeutet, es sei keine Beschädigung zugefügt worden; "darum ließ Ich dir nicht zu, sie zu berühren" bedeutet, daß nichts von der Vernunft zu Rate gezogen worden sei. 2528. "Da sprach zu ihm Gott im Traum", 1. Mose 20/6, daß dies ein weniger dunkles Innewerden bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 2514 gesagt und erklärt worden ist. Daß in diesem Vers gesagt wird Gott, nicht aber Jehovah, nur im letzten Vers, hat seinen Grund darin, daß von geistigen Dingen, d.h. von Lehrbestimmungen des Glaubens gehandelt wird, denn dann wird Gott genannt, wenn aber von himmlischen Dingen, oder von der Liebe und Liebtätigkeit gehandelt wird, dann wird Jehovah genannt, man sehe Nr. 709, 732, 2001. 2529. "Auch Ich weiß, daß du in Redlichkeit deines Herzens das getan hast", 1. Mose 20/6, daß dies bedeutet, es sei in Unschuld und aus einfältig Gutem so gedacht worden, erhellt aus dem, was Nr. 2525, 2526 gesagt worden ist, wo dieselben Worte stehen. Daß nicht, wie oben, auch gesagt wird in Schuldlosigkeit der Hände, hat den geheimen Grund, daß der Neigung zum Wahren, die durch die Schuldlosigkeit der Hände bezeichnet wird, etwas Menschliches innewohnte, denn das Wahre war in den Herrn auch durch das Menschliche seiner Geburt gelegt worden (insinuatum fuit), das Gute aber allein vom Göttlichen, wie aus der Entstehung des Vernünftigen in Rücksicht des Guten, und in Rücksicht des Wahren erhellen kann: Nr. 2524. 2530. "Und Ich habe dich auch verhindert, an Mir zu sündigen", 1. Mose 20/6, daß dies bedeutet, es sei keine Beschädigung zugefügt worden, sofern nämlich in der Glaubenslehre die Vernunft nicht zu Rate gezogen worden sei, wie dies auch gleich folgt, kann ohne Erklärung erhellen. HG 2531 2531. "Darum ließ Ich dir nicht zu, sie zu berühren", 1. Mose 20/6, daß dies bedeutet, es sei nichts von der Vernunft zu Rate gezogen worden, erhellt aus der Bedeutung von zulassen zu berühren, sofern es ist zu Rate ziehen, wie auch sich zu ihr nahen: oben Vers 4, Nr. 2519; und aus der Bedeutung der Sarah als Schwester, welche hier die "sie" ist, sofern sie ist das Vernunftmäßige, wovon Nr. 1495, 2508. Damit man weiter wisse, wie es sich mit der Lehre des Glaubens verhält, daß sie nämlich geistig sei aus himmlischem Ursprung, so ist zu wissen, daß sie das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten ist, somit ganz göttlich. Was göttlich ist, ist unbegreiflich, weil es über allen Verstand, auch den engelischen, hinausgeht. Doch aber kann dieses Göttliche, das an sich unbegreiflich ist, durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, in das Vernunftgebiet (rationale) des Menschen einfließen, und wenn es in sein Vernunftgebiet einfließt, so wird es da gemäß den daselbst befindlichen Wahrheiten aufgenommen, somit in verschiedener Weise und anders bei dem einen als bei dem anderen. Je mehr also die beim Menschen befindlichen Wahrheiten echt sind, desto vollkommener wird auch das Göttliche, das einfließt, aufgenommen, und in gleichem Maße wird auch das Verständige des Menschen erleuchtet. Im Worte des Herrn sind die Wahrheiten selbst; allein in dessen buchstäblichem Sinn sind Wahrheiten, die der Fassungskraft derjenigen angepaßt sind, die im äußeren Gottesdienst sind; in seinem inneren Sinn hingegen sind Wahrheiten, die denen angepaßt sind, die innerliche Menschen sind; die nämlich in Ansehung der Lehre und zugleich des Lebens engelartig sind. Ihre Vernunft wird von daher in dem Maß erleuchtet, daß die Erleuchtung mit dem Glanz der Sterne und der Sonne verglichen wird: Dan.12/3; Matth.13/43. Hieraus wird offenbar, wieviel daran gelegen ist, daß man die inwendigeren Wahrheiten kennt und annimmt. Diese Wahrheiten können zwar gewußt, aber durchaus nicht aufgenommen werden, außer von denen, die in der Liebe oder im Glauben an den Herrn sind. Denn der Herr ist, wie Er das göttlich Gute ist, so auch das göttlich Wahre, mithin ist Er die Lehre selbst, denn alles, was in der Lehre des wahren Glaubens ist, bezieht sich auf den Herrn, und auch auf das himmlische Reich und die Kirche, und was zum himmlischen Reich und zur Kirche gehört, allein diese alle gehören Ihm an, und sind Mittelzwecke, durch die bezielt wird der letzte (Zweck), d.h. der Herr. Daß der Herr die Lehre selbst sei in Rücksicht des Guten und Wahren, somit Derjenige, auf Den allein hingewiesen wird in der Lehre, lehrt Er selbst bei Joh.14/6,7: "Jesus sagte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben": wo der Weg ist die Lehre, die Wahrheit alles was zur Lehre gehört, das Leben das Gute selbst, welches das Leben des Wahren ist; und daß die Liebe oder Glaube an Ihn, aufnehme, bei Joh.1/11-13: "Die Seinigen (properii) nahmen Ihn nicht auf; so viele aber (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu sein, den an Seinen Namen Glaubenden; die nicht aus Geblüt, noch aus dem willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind": aus Gott geboren sind diejenigen, die in der Liebe und aus ihr im Glauben sind. 2532. Vers 7: Und nun gib das Weib des Mannes zurück, denn er ist ein Prophet, und wird für dich beten, und du wirst leben; und wenn du sie nicht zurückgibst, so wisse, daß du des Todes sterben wirst, du und jeder, der dein ist. "Und nun gib das Weib des Mannes zurück" bedeutet, er solle das geistige Wahre der Lehre unabhängig vom Vernunftmäßigen machen; "denn er ist ein Prophet" bedeutet, es soll in dieser Weise gelehrt werden; "und er wird für dich beten" bedeutet, so werde es geoffenbart werden; "und du wirst leben" bedeutet, daß so die Lehre Leben (bekommen werde); "und wenn du sie nicht zurückgibst" bedeutet, hier wie früher, wenn er nicht das geistige Wahre der Lehre unabhängig mache vom Vernunftmäßigen; "so wisse, daß du des Todes sterben wirst" bedeutet, daß (dann) keine Lehre des Wahren und Guten sein werde; "du und jeder, der dein ist" bedeutet, samt allem, was zu ihr gehört. 2533. "Und nun gib das Weib des Mannes zurück", 1. Mose 20/7, daß dies bedeutet, er solle das geistige Wahre der Lehre unabhängig vom Vernunftmäßigen machen, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie ist das geistige Wahre, wovon Nr. 2509, 2510; und aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist die Lehre selbst; denn Abraham, durch den der Herr in jenem Zustand vorgebildet wird, bedeutet, wenn er genannt wird: Mann, das himmlische Wahre, das dasselbe ist mit der Lehre aus himmlischem Ursprung; denn der Mann ist im inneren Sinn das Verständige, man sehe Nr. 158, 265, 749, 915, 1007, 2517. Hieraus erhellt, daß das Weib des Mannes zurückgeben, soviel ist als das geistige Wahre der Lehre unabhängig machen: daß es bedeutet vom Vernunftmäßigen, ergibt sich daraus; daß Abimelech, der (sie) zurückgeben sollte, die Lehre, sofern sie ihr Absehen auf die Vernunftwahrheiten (rationalia) hat, oder was dasselbe ist, die Vernunftwahrheiten der Lehre bedeutet: Nr. 2510. Oben ist gesagt worden, daß die Lehre des Glaubens, obwohl sie an sich göttlich ist, und so über alle menschliche, auch engelische Fassungskraft hinausgeht, dennoch im Worte stets der Fassungskraft des Menschen gemäß in vernunftmäßiger Weise ausgesprochen (dictata) worden ist. Es verhält sich damit gerade wie mit einem Vater, der die noch in der Kindheit stehenden Knaben und Mädchen lehrt; indem er lehrt, legt er alles und jedes nach ihrer Auffassungsweise aus, obwohl er aus inwendigerem oder höherem (Standpunkt) denkt, sonst wäre es etwas lehren, was nicht gelernt wird, oder gleichsam Samen auf einen Felsen hinwerfen; auch wie mit den Engeln, die im anderen Leben die einfältigen Herzen unterrichten, obwohl die Engel in himmlischer und geistiger Weisheit sind, so erheben sie sich doch nicht über die Fassungskraft derer, die sie lehren, sondern reden einfältig mit ihnen, wobei sie aber stufenweise aufsteigen, so wie dieselben unterrichtet werden. Denn wenn sie aus engelischer Weisheit reden würden, so würden die Einfältigen gar nichts fassen, somit auch nicht zum Wahren und Guten des Glaubens hingeführt werden. Ebenso wäre es, wenn der Herr nicht nach der Fassungskraft des Menschen auf vernunftmäßige Weise im Worte gelehrt hätte. Dennoch aber ist das Wort bis zum engelischen Verstand in seinem inneren Sinn erhoben, und doch ist es in dieser höchsten Erhebung, in der es vor den Engeln ist, noch unendlich unterhalb des Göttlichen. Daraus erhellt, wie das Wort in seinem Ursprung, und so an sich beschaffen ist, und daß es somit allenthalben mehr in sich schließt, als der ganze Himmel nur einem kleinen Teile nach davon zu begreifen fähig ist, wenn es auch noch so unbedeutend und schmucklos (tam leve et tam rude) im Buchstaben erscheint. Daß der Herr das Wort ist, weil von Ihm das Wort, und Er im Wort ist, erhellt Joh.1/1,4,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; in Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen: das Wort ward Fleisch, und wohnte in uns, und wir sahen seine Herrlichkeit; eine Herrlichkeit wie des Eingebornen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit": man sehe auch Joh.Offenb.19/11,13,16. Und weil der Herr das Wort ist, so ist Er auch die Lehre, denn eine andere Lehre, welche die göttliche selbst ist, gibt es nicht. 2534. "Denn er ist ein Prophet", 1. Mose 20/7, daß dies bedeutet, es solle so gelehrt werden, erhellt aus der Bedeutung des Propheten. "Prophet" wird im Worte vielmals gelesen, und im Sinne des Buchstabens bedeutet er diejenigen, denen eine Offenbarung (zuteil geworden), sodann abstrakt genommen die Offenbarung selbst, allein im inneren Sinne bedeutet er einen Lehrenden, sodann abstrakt genommen die Lehre selbst. Und weil der Herr die Lehre selbst ist, oder das Wort, das lehrt, so wird Er Prophet genannt, wie auch bei 5. Mose 18/15,18: "Einen Propheten aus deiner Mitte, aus (deinen) Brüdern, wie mich, wird erwecken Jehovah dein Gott, diesem sollt ihr gehorchen": wie mich wird gesagt, weil der Herr durch Mose, ebenso wie durch Abraham, Jischak, Jakob, David und mehrere vorgebildet worden ist; und weil sie Ihn erwarteten, darum heißt es bei Joh.6/14: "Als die Leute sahen, welches Zeichen Jesus getan hatte, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll". Weil der Herr im höchsten Sinn der Prophet ist, und das Zeugnis Jesu der Geist der Weissagung ist: Joh.Offenb.19/10, so hat darin seinen Grund, daß der Prophet im inneren Sinn des Wortes den Lehrenden, sodann abstrakt genommen die Lehre bezeichnet was aus folgenden Stellen deutlich erhellen kann: Luk.1/76: "Du Knabe wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden"; so Sacharias von Johannes dem Täufer, seinem Sohn, der selbst sagt, er sei kein Prophet gewesen, sondern ein durch Lehre und Verkündigung von der Ankunft des Herrn den Weg Bereitender, Joh.1/21-23: "Sie fragten ihn: Was bist du? Bist du Elias? er aber sprach: Ich bin es nicht; bist du ein Prophet? er antwortete: Nein. Sie sagten daher zu ihm: Wer bist du? Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste, machet eben den Weg des Herrn". Matth.7/22: "Viele werden an jenem Tage sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt?": wo klar ist, daß weissagen (prophetare) soviel ist als lehren. Joh.Offenb.10/11: "Du mußt abermals weissagen, über Völker, und Völkerschaften, und Zungen, und viele Könige": weissagen für lehren; was Völker, Völkerschaften, Zungen, Könige sind, ist hin und wieder gesagt und gezeigt worden. Joh.11/2,3: "Die Heiden werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang, Ich werde aber Meinen zwei Zeugen geben, daß sie weissagen tausendzweihundertsechzig Tage, angetan mit Säcken": wo auch weissagen für lehren (steht). 2. Mose 7/1: "Jehovah sprach zu Mose: Siehe, Ich habe dich zum Gott gesetzt für Pharao, und Aharon, dein Bruder soll dein Prophet sein": wo der Prophet für den Lehrenden oder für denjenigen steht, der spricht, was Moses sagen will. Joel 3/1: "Ausgießen will Ich Meinen Geist auf alles Fleisch, und weissagen werden eure Söhne und eure Töchter": sie werden weissagen für: sie werden lehren. Jes.29/10,11: "Ausgegossen hat Jehovah über euch den Geist der Schläfrigkeit, und hat verschlossen eure Augen, die Propheten und eure Häupter, die Seher hat Er verhüllt, und es ward euch das Gesicht aller, wie die Worte des versiegelten Buches, das man einem, der sich auf die Schriftzeichen versteht, gibt und spricht: Lies es doch, und er wird sagen: Ich kann nicht, weil es versiegelt ist": wo unter den Propheten diejenigen verstanden werden, die das Wahre lehren, und (unter) den Sehern, die das Wahre sehen, und von denen man sagt, sie werden verhüllt, wenn sie nichts Wahres wissen, und nichts Wahres sehen. Weil in den alten Zeiten Propheten diejenigen hießen, die lehrten, darum wurden sie auch Seher genannt, weil sehen bedeutete verstehen: Nr. 2150, 2325. Daß sie Seher genannt wurden, sehe man 1.Sam.9/9; 2.Sam.24/11; dann auch Männer Gottes wegen der Bedeutung des Mannes: Nr. 158, 265, 749, 915, 1007, 2517: daß sie Männer Gottes hießen, sehe man 2.Kön.1/9-16; 4/7,9,16,21,22,25,27,40,42; 5/8,14,20; 13/19; 23/16,17. Daß durch die Propheten im inneren Sinn die Lehrenden bezeichnet werden, erhellt bei Jeremias im ganzen 23. Kapitel, und bei Hesekiel im ganzen 13. Kapitel, wo von den Propheten besonders gehandelt wird; sodann auch in vielen Stellen anderwärts, wo sie genannt werden. Daher werden auch durch die Lügenpropheten (Pseudoprophetas) diejenigen bezeichnet, die Falsches lehren, wie bei Matth.24/11,24: "In der Vollendung des Zeitlaufes werden viele Lügenpropheten aufstehen, und werden viele verführen, es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen geben, und in den Irrtum hineinführen, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten": wo durch die Lügenpropheten und die falschen Propheten keine anderen bezeichnet werden; ebenso durch die Lügenpropheten in der Joh.Offenb.16/13; 19/20; 20/10. Wie sehr der innere Sinn des Wortes verdunkelt wird durch die Vorstellungen, die man aus den Vorbildungen der jüdischen Kirche gefaßt hat, kann auch daraus erhellen, daß so oft der Prophet im Wort erwähnt wird, sogleich die Vorstellung von den Propheten sich einstellt, wie sie in jener Zeit waren, welche Vorstellung sehr im Wege steht, daß man wahrnehme, was durch sie bezeichnet wird. Allein je weiser einer ist, desto leichter wird die aus jenen Vorbildungen gefaßte Vorstellung entfernt; wie z.B. wo der Tempel erwähnt wird, da verstehen die, welche weiser denken, nicht den Tempel zu Jerusalem, sondern den Tempel des Herrn; wo der Berg Zions oder Zion (genannt wird), nicht den, der zu Jerusalem war, sondern das Reich des Herrn, und wo Jerusalem (genannt wird), nicht dasjenige, das im Stamme Benjamins und Jehudahs war, sondern das heilige und himmlische Jerusalem. 2535. "Und wird für dich beten", 1. Mose 20/7, daß dies bedeutet, es werde so geoffenbart werden, erhellt aus der Bedeutung von Beten. Das "Gebet" an sich betrachtet ist ein Reden mit Gott, und alsdann eine innere Anschauung der Dinge, welche die Gegenstände des Gebetes sind, und dieser entspricht etwas Ähnliches von Einfluß in das Wahrnehmen oder das Denken seines Gemütes, so daß es eine gewisse Öffnung der inneren Regionen des Menschen gegen Gott hin ist. Doch dies mit Unterschied je nach dem Zustand des Menschen, und nach dem Wesen der Sache, die Gegenstand des Gebetes ist. Wenn es aus Liebe und Glauben (hervorgeht), und es nur himmlische und geistige Dinge sind, um die und für die gebetet wird, alsdann geschieht im Gebet eine Art von Offenbarung, die sich in des Betenden Gefühl (affectio) als Hoffnung, Trost, oder eine inwendige Freude kundgibt. Daher kommt, daß Beten im inneren Sinn bedeutet geoffenbart werden; hier um so mehr, weil es in Beziehung auf den Propheten gesagt wird, und unter dem Propheten der Herr verstanden wird, dessen Gebet nichts anders war als ein inneres Reden mit dem Göttlichen, und zugleich dann eine Offenbarung. Daß es eine Offenbarung war, ist ersichtlich bei Luk.3/21: "Es geschah, als Jesus getauft wurde, und betete, daß der Himmel geöffnet ward". Luk.9/28,29: "Es geschah, als Jesus, zu Sich nehmend Petrus, Jakobus und Johannes, auf den Berg stieg um zu beten; und als Er nun betete, wurde das Aussehen Seines Angesichtes ein anderes, und Sein Gewand weiß strahlend". Joh.12/27,28: "Als Er betete, und sprach: Vater, verherrliche Deinen Namen, da ging eine Stimme aus vom Himmel; Ich habe ihn verherrlicht, und werde ihn ferner verherrlichen": wo klar ist, daß das Gebet des Herrn ein Reden mit dem Göttlichen, und alsdann eine Offenbarung war. 2536. "Und du wirst leben", 1. Mose 20/7, daß dies bedeutet, so bekommt die Lehre Leben, kann ohne Erklärung erhellen. 2537. "Und wenn du sie nicht zurückgibst", 1. Mose 20/7, daß (dies bedeutet), wenn er nicht das geistig Wahre (der Lehre) unabhängig mache vom Vernunftmäßigen, erhellt aus dem, was gleich oben Nr. 2533 gesagt worden ist, wo ebendieselben Worte stehen. 2538. "So wisse, daß du des Todes sterben wirst", 1. Mose 20/7, daß dies bedeutet, es werde dann keine Lehre des Wahren und Guten sein, kann ebenfalls erhellen aus dem, was oben Nr. 2516 gesagt worden ist, wo auch ähnliche Worte stehen. Ebenso, daß "jeder, der dein ist" bedeutet samt allem, was zu ihr, nämlich der Lehre gehört. Daß "jeder", im inneren Sinn bedeutet alles oder alle Dinge, kommt daher, daß die Personen im Worte Sachen bedeuten, somit jeder, der dem Abimelech angehört, alles oder alle Dinge der Lehre. Aus diesem wird nun klar, welches der innere Sinn der Worte in diesem Vers ist, daß er nämlich das geistig Wahre der Lehre vom Vernunftmäßigen unabhängig machen solle, und daß (es) so werde gelehrt und Ihm werde geoffenbart werden, und so Leben in die Lehre kommen werde. Würde Er aber das geistig Wahre der Lehre nicht unabhängig machen vom Vernunftmäßigen, so würde die Lehre des Wahren und Guten in ihrem ganzen und einzelnen zu nichts werden. Mit der Lehre hat es die Bewandtnis: so viel Menschliches, d.h. Sinnliches, Wissenschaftliches und Vernunftmäßiges da ist, auf welches hin man glaubt, daß es so sei, insoweit ist die Lehre nichts. Inwieweit aber das Sinnliche, Wissenschaftliche und Vernunftmäßige entfernt, d.h. ohne dasselbe geglaubt wird, insoweit lebt die Lehre, denn insoweit fließt Göttliches ein. Es ist des Menschen Eigenes, das den Einfluß und die Aufnahme hindert. Allein ein anderes ist, aufgrund (ex) des Vernunftmäßigen, Wissenschaftlichen und Sinnlichen glauben, oder dasselbe zu Rate ziehen, um glauben zu können, und ein anderes ist, das, was man glaubt befestigen und bestärken (confirmare et corroborare) durch Vernunftmäßiges, Wissenschaftliches und Sinnliches. Welcher Unterschied ist, wird im Folgenden klar werden, denn davon wird im inneren Sinn in diesem Kapitel auch gehandelt. 2539. Vers 8: Und Abimelech stand des Morgens früh auf, und rief alle seine Knechte, und redete alle diese Worte vor ihren Ohren, und die Männer fürchteten sich sehr. "Und Abimelech stand des Morgens früh auf, bedeutet eine klares Innewerden, und das Licht der Bestätigung aus dem himmlisch Guten; "und rief alle seine Knechte" bedeutet das Vernunftmäßige und Wissenschaftliche; "und redete alle diese Worte vor ihren Ohren" bedeutet eine Ermahnung an die von daher genommenen Bestätigungsgründe bis dahin, daß sie gehorchten; "und die Männer fürchteten sich sehr" bedeutet, bis dahin, daß sie einen Widerwillen dagegen hatten. 2540. "Und Abimelech stand des Morgens früh auf", 1. Mose 20/8, daß dies ein klares Innewerden und das Licht der Bestätigung aus dem himmlisch Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des früh Aufstehens; sodann der des Abimelech, so wie auch der des Morgens. Was die Frühe bedeutet, ist gezeigt worden Nr. 2333, 2405. Daß sie hier ein klares Innewerden (bedeutet), ergibt sich hieraus, sodann auch aus dem Zusammenhang, wonach das Innewerden zuerst ein dunkles war: Nr. 2513, 2514 und nachher ein weniger dunkles: Nr. 2528. Was Abimelech ist, daß er die Glaubenslehre bedeutet, die ihr Absehen auf das Vernunftmäßige hat, sehe man Nr. 2509, 2510. Und was der Morgen (bedeutet), ergibt sich aus der Bedeutung der Frühe. Weil hier gesagt wird, er stand frühmorgens auf, bedeutet nicht nur ein klares Innewerden, sondern auch das Licht der Bestätigung aus dem himmlisch Guten, denn das himmlisch Gute ist es, aus dem das bestätigende Licht des Wahren kommt. Hieraus nun kann erhellen, daß jenes die Bedeutung ist. Daß (hier) so viel im inneren Sinn die Rede ist vom Innewerden (Perceptio), das der Herr hatte, als Er im Menschlichen war, und vom Denken über das Vernunftmäßige in der Glaubenslehre, hat den auch schon oben angegebenen Grund; sodann den, daß es die Weise des Engelischen ist, sich das Leben des Herrn in der Welt in seinen mannigfaltigen Beziehungen deutlich zu denken, und wie Er das menschlich Vernunftmäßige auszog, und dasselbe aus eigener Kraft göttlich machte. Und zugleich über die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens, wie sie beschaffen ist, wenn sich das Vernunftmäßige einmischt, außer mehrerem, das zum Inwendigeren der Kirche und des Menschen gehört, und davon abhängt. Dergleichen erscheint einem Menschen, dem die weltlichen und leiblichen Dinge im Sinn und am Herzen liegen, als bedeutungslos und vielleicht als etwas, das ihm zu nichts nütze ist, allein eben diese Dinge sind für die Engel, denen die himmlischen und geistigen Dinge im Sinn und am Herzen liegen, von hohem Wert. Ihre Ideen und Wahrnehmungen über diese Dinge sind unaussprechlich. Daraus wird klar, daß die meisten Dinge, die dem Menschen unwichtig sind, weil sie seine Fassungskraft übersteigen, den Engeln höchst schätzbar sind, weil sie in das Licht ihrer Weisheit eingehen; und umgekehrt, daß Dinge, die dem Menschen höchst schätzbar, weil weltlich sind, und so in sein Fassungsvermögen eingehen, den Engeln unwichtig sind, weil sie über das Licht ihrer Weisheit hinausgehen; mit dem inneren Sinn des Wortes verhält es sich in dieser Beziehung in vielen Stellen ebenso. 2541. "Und rief (alle) seine Knechte", 1. Mose 20/8, daß dies das Vernünftige und Wissenschaftliche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Knechte im Wort, wovon im Folgenden beim 14. Vers: Nr. 2567. Es ist in einem Menschen, der im Reich des Herrn, oder der ein Reich des Herrn ist, Himmlisches, Geistiges, Vernunftmäßiges, Wissenschaftliches und Sinnliches, und diese sind einander untergeordnet. Das Himmlische und das Geistige nimmt die erste Stelle ein, und gehört dem Herrn an, diesen (beiden) ist untergeordnet und dient das Vernunftmäßige, diesem ist wieder untergeordnet und dient das Wissenschaftliche, diesem oder dem Wissenschaftlichen endlich das Sinnliche. Die, welche dienstbar sind oder dienen, sind beziehungsweise Knechte, und werden im Worte Knechte genannt. Daß eine solche Unterordnung stattfindet, weiß ein Mensch, der bloß aus Sinnlichem und Wissenschaftlichem denkt, nicht, und wer etwas davon weiß, hat doch nur eine sehr dunkle Vorstellung, weil er noch im Leiblichen ist; die Engel aber eine sehr klar unterschiedene, denn tausend ja Millionen klar unterschiedener Vorstellungen bei den Engeln stellen lediglich nur eine dunkle bei den Menschen dar, wie zum Beispiel dabei, daß Abimelech seine Knechte rief, und alle die Worte vor ihren Ohren redete, und daß die Männer sich sehr fürchteten, denken sich die Engel größere Geheimnisse, als ein Mensch je faßt, ja, als er glauben kann: wie nämlich der Herr das Vernunftmäßige und Wissenschaftliche zum Gehorsam brachte, und zwar so, daß (Er) nicht das Vernunftmäßige und Wissenschaftliche selbst, sondern die gegen das Himmlische und Geistige der Lehre sich erhebenden Neigungen (unterjochte), denn wenn diese unterjocht sind, so ist das Vernunftmäßige und Wissenschaftliche zum Gehorsam, und zugleich alsdann in Ordnung gebracht. Dergleichen gehört bei den Engeln zu den allgemeinsten Dingen, die vielleicht dem Menschen zu seinen dunkelsten oder unverständlichsten gehören. 2542. "Und redete alle diese Worte vor ihren Ohren", 1. Mose 20/8, daß dies bedeutet eine Ermahnung an die von daher genommenen Bestätigungsgründe, bis dahin, daß sie gehorchten, kann erhellen aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn; sodann aus der Bedeutung der Ohren. Aus dem Sachzusammenhang: Es gibt viele Bestätigungsgründe, die zu allem, was die Vernunft anerkennt, hinzutreten, denn bei dieser findet nur auf Bestätigungsgründe hin (ex confirmantibus) eine Anerkennung statt. Daher kommt, daß, wenn die Vernunft (rationalia) zum Gehorsam gebracht wird, eine Ermahnung statthat, auf die Bestätigungsgründe (zu achten), denn diese fordern immer dringend und erheben sich gleichsam. Aus der Bedeutung der Ohren: Die Ohren bedeuten im inneren Sinn des Wortes den Gehorsam, auch wegen der Entsprechung, die zwischen dem Hören und dem Gehorchen stattfindet, welche Entsprechung auch selbst in dem Wort "Hören" (Audire), und noch mehr im Gehör geben (Auscultare) liegt, und der Ursprung zu dieser Entsprechung ist aus dem anderen Leben, wo die, welche gehorsam und folgsam sind, zum Gebiet des Ohres gehören, ja dem Gehör selbst entsprechen, was ein noch unbekanntes Geheimnis ist; dies wird jedoch noch besser einleuchten, wo von der Entsprechung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gehandelt werden wird. Daß die Ohren diese Bedeutung haben, kann aus vielen Stellen im Wort erhellen; für jetzt möge nur angeführt werden was bei Jes.6/10 steht: "Verstocke das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und seine Augen verklebe, daß es nicht etwas sehe mit seine Augen, und mit seine Ohren höre, und sein Herz verstehe": mit den Augen sehen heißt hier verstehen, und mit den Ohren hören heißt, mit dem Gefühl vernehmen (percipere affectione), folglich gehorchen; und wo der Herr sagt: "Wer Ohren hat zu hören, der höre", Matth.11/15; 13/9,43; Luk.8/8; 14/35; wird hier nichts anderes bezeichnet. 2543. "Und die Männer fürchteten sich sehr", 1. Mose 20/8, daß dies bedeutet, bis dahin, daß sie einen Widerwillen dagegen hatten, erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten hier, und aus der Bedeutung der Männer. Fürchten oder Furcht schließt, wie jede Gemütsbewegung, mehreres in sich, obwohl es als einfach erscheint, nämlich den Verlust des Lebens, des guten Namens, der Ehre, des Einkommens in weltlichen Dingen, hingegen den Verlust des Guten und Wahren und daher des Lebens in himmlischen Dingen; und weil diese, so schließt es auch in sich ein Grauen vor dem, was sie zu zerstören sucht, und zwar je mehr der Mensch in der Neigung zum Guten und Wahren ist. Der Neigung (affectio) selbst ist entgegen der Widerwille (aversatio), daher hier durch sich fürchten bezeichnet wird einen Widerwillen dagegen haben. Wie großen Widerwillen der Herr hatte, erhellt aus dem Eifer in dem das gesagt worden ist, was im nun folgenden Verse vorkommt, dieser Eifer war für die Lehre, daß sie von allem Vernunftmäßigen und Wissenschaftlichen rein gehalten sein sollte. Daß die Männer das Vernunftmäßige und Wissenschaftliche, oder Verstandesmäßige, welcherlei es auch sei, bedeuten, ist Nr. 158, 265, 749, 915, 1007 gezeigt worden. 2544. Vers 9: Und Abimelech rief Abraham, und sprach zu ihm: Was hast du uns getan, und was habe ich an dir gesündigt, daß du über mich und über mein Reich eine so große Sünde gebracht hast; Taten, die nicht getan werden sollen, hast du an mir getan. "Und Abimelech rief Abraham, und sprach zu ihm" bedeutet das Denken des Herrn aus der Lehre des Glaubens; "was hast du uns getan, und was habe ich an dir gesündigt" bedeutet die Widerlegung seiner selbst, daß er so gedacht habe; "daß du über mich und über mein Reich eine große Sünde gebracht hast" bedeutet, daß so die Glaubenslehre und alle Lehrbestimmungen gefährdet wären; "Taten, die nicht getan werden sollen, hast du an mir getan" bedeutet das Schaudern. 2545. "Und Abimelech rief Abraham, und sprach zu ihm", 1. Mose 20/9, daß dies das Denken des Herrn aus der Lehre des Glaubens bedeutet, kann erhellen aus der Vorbildung Abimelechs, sodann Abrahams, und aus der Bedeutung von Sprechen, wovon mehrmals früher. Was das Denken aus der Glaubenslehre ist, kann nicht in faßlicher Weise erklärt werden, denn das Innewerden dieser Sache kann nur in engelische Vorstellungen fallen, denen dies in so großem Licht mit himmlischen Vorbildungen dargestellt wird, daß kaum etwas davon beschrieben werden kann; wie dies erhellen könnte, wenn gesagt würde, daß es ein Denken war aus dem intellektuellen (verstandesmäßigen intellectualia) des Wahren, das über dem Vernunftmäßigen (rationale) war, auf das er von jenem aus hinsah (quod inde spectavit); daß aber das Innewerden, aus dem er dachte, aus dem göttlich Wahren war. 2546. "Was hast du uns getan, und was habe ich an dir gesündigt", 1. Mose 20/9, daß dies bedeutet die Widerlegung seiner selbst, daß er so gedacht habe, kann aus der Gemütsbewegung und dem Eifer in diesen Worten erhellen, wovon Nr. 2543, deshalb nämlich, weil das Vernunftmäßige und das Wissenschaftliche sich erheben und eindringen, und so etwas gemein haben mit der Glaubenslehre, die göttlich ist. 2547. "Daß du über mich und über mein Reich eine so große Sünde gebracht hast", 1. Mose 20/9, daß dies bedeutet, daß so die Lehre des Glaubens und alle Lehrbestimmungen gefährdet wären, erhellt aus der Bedeutung Abimelechs, der hier "mich", sofern er ist die Lehre des Glaubens, und aus der Bedeutung des Reichs, sofern es ist das Wahre der Lehre oder die Lehrbestimmung (doctrinale). Daß das Reich im inneren Sinn die Wahrheiten der Lehre und im entgegengesetzten Sinn Falsches der Lehre bedeutet, erhellt aus dem Wort, wie bei Jerem.51/19,20: "Der Bildner aller Dinge ist Er, und das Zepter Seines Erbes, Jehovah Zebaoth Sein Name, Hammer (bist) du Mir, Waffen des Kriegs, und zerstreuen will Ich in dir Völkerschaften, und verderben in dir Königreiche": wo vom Herrn (die Rede ist), und klar ist, daß Er nicht Völkerschaften zerstreuen, noch Königreiche verderben sollte, sondern diejenigen Dinge, die durch die Völkerschaften und Königreiche bezeichnet werden, nämlich das Böse und Falsche, das in der Lehre ist. Hes.37/21,22: "Siehe, Ich will die Söhne Israels herausnehmen aus den Völkerschaften, unter die sie gegangen sind, und will sie sammeln ringsher, und will sie bringen in ihr Land, will sie machen zu einer Völkerschaft im Lande, auf den Bergen Israels, und einen König sollen sie alle haben zum König, und sie sollen nicht mehr sein zwei Völkerschaften, und nicht mehr geteilt werden in zwei Königreiche": Israel für die geistige Kirche, Völkerschaft für das Gute dieser Kirche oder Lehre. Daß die Völkerschaften das Gute sind, sehe man Nr. 1259, 1260, 1416, 1849; das Königreich für die Wahrheiten derselben (Kirche); daß durch die Völkerschaften und Königreiche hier etwas anderes als Völkerschaften und Königreiche bezeichnet wird, ist klar, denn es wird gesagt von den Söhnen Israels oder den Israeliten, daß sie gesammelt und gebracht werden sollen über das Land, während sie doch unter die Heiden zerstreut und in die Heiden übergegangen waren. Jes.19/2: "Ich will Ägypten mit Ägypten mischen, und streiten werden sie ein Mann gegen seinen Bruder, und ein Mann gegen seinen Genossen, Stadt gegen Stadt, und Königreich gegen Königreich": wo Ägypten für die Vernünfteleien aus dem Wissenschaftlichen über die Wahrheiten des Glaubens steht: Nr. 1164, 1165, 1186; die Stadt für den Lehrbegriff, hier den ketzerischen: Nr. 402, 2268, 2450; das Königreich für das Falsche des Lehrbegriffs, daher Stadt gegen Stadt, und Königreich gegen Königreich, dafür daß Ketzereien und Falsches miteinander streiten werden. Ebenso bei dem, was der Herr von der Vollendung des Zeitlaufs sagte, bei Matth.24/7: "Es wird sich erheben Volk wider Volk, und Reich wider Reich": soviel als Böses gegen Böses, und Falsches gegen Falsches. Was Daniel weissagte von den vier Reichen, Dan.2/37-46; 7/17-28 und von den Reichen Medien und Persien: 8/20-27, von den Reichen des Königs von Mittag und des Königs von Mitternacht: Kapitel 11; und was Johannes in der Offenbarung auch von Königen und Königreichen sagt, bedeutet nichts anderes, und unter den Königreichen werden dort nur die Zustände der Kirche in Ansehung der Wahrheiten und Falschheiten verstanden. Die Zustände der Monarchien und Reiche der Erde im Sinne des Buchstabens sind Zustände der Kirche und des Reiches des Herrn im inneren Sinn und in diesem Sinn sind nichts als geistige und himmlische Dinge, denn das Wort des Herrn ist an sich betrachtet nur Geistiges und Himmlisches, damit es aber gelesen und von jedem Menschen gefaßt werde, werden die Dinge des Himmels durch solche, die auf Erden sind, gegeben. 2548. "Taten, die nicht getan werden sollen, hast du an mir getan", 1. Mose 20/9, daß dies ein Schaudern bedeutet, erhellt aus dem Affekt in diesen Worten, sodann aus dem Sachzusammenhang, daß er nämlich einen Widerwillen hatte: Nr. 2543; sodann daß er aus Eifer gerügt: Nr. 2546; hier nun, daß ihn geschaudert habe. 2549. Vers 10,11: Und Abimelech sprach (weiter) zu Abraham: Was hast du gesehen, daß du dieses (Wort) getan hast? Da sprach Abraham: Weil ich sagte, es ist ja doch keine Furcht Gottes an diesem Ort, und sie werden mich töten um meines Weibes willen. "Und Abimelech sprach zu Abraham" bedeutet ein weiteres Denken aus der Glaubenslehre; "was hast du gesehen, daß du dieses (Wort) getan hast" bedeutet den Einblick in die Ursache; "Da sprach Abraham" bedeutet ein Innewerden, das die Antwort (war); "weil ich sagte, es ist ja doch keine Furcht Gottes an diesem Ort" bedeutet ein Denken aus demselben, daß sie in dem Zustand, in dem sie sind, keine Rücksicht auf das geistig Wahre haben würden; "und sie werden mich töten um meines Weibes willen" bedeutet, daß so auch die himmlischen Dinge verlorengingen, wenn sie denken würden, daß allein das geistig Wahre hätte verbunden werden können mit dem himmlisch Guten. 2550. "Und Abimelech sprach zu Abraham", 1. Mose 20/10, daß dies ein weiteres Denken aus der Glaubenslehre bedeutet, erhellt aus dem, was oben Nr. 2545 (gesagt worden), wo beinahe dieselben Worte stehen. Weil es hier abermals gesagt worden ist, bedeutet es ein weiteres Denken, und zwar über die Ursache. Was das Denken aus der Glaubenslehre sei, sehe man ebenfalls dort. 2551. "Was hast du gesehen, daß du dieses (Wort) getan hast", 1. Mose 20/10, daß dies den Einblick in die Ursache bedeutet, erhellt ohne Erklärung, sodann aus dem, was folgt, wo die Ursache angegeben wird. Daß so der Ordnung nach im inneren Sinn dargestellt wird, wie der Herr empfunden und gedacht hat über die Glaubenslehre, und über das Vernunftmäßige, ob es zu Rate gezogen werden solle, hat seinen Grund darin, daß es engelisch ist, über diese Dinge in solcher Ordnung zu denken. Der innere Sinn des Wortes ist hauptsächlich für die Engel, somit ihren Wahrnehmungen und Gedanken angepaßt; sie sind in ihrer Lust, ja in ihren Seligkeiten und Wonnen, wenn sie über den Herrn, über sein Göttliches und sein Menschliches, und darüber wie dieses göttlich wurde, denken, denn sie werden von einer himmlischen und geistigen Sphäre umflossen, die voll ist des Herrn, so daß man sagen kann, sie seien im Herrn, daher es für sie nichts Seligeres und Wonniglicheres gibt, als gemäß dem, was der Sphäre und dem Gefühl aus ihr angehört, zu denken. Zugleich werden sie alsdann auch unterrichtet und vervollkommnet, darin hauptsächlich, in welcher Weise der Herr stufenweise, so wie Er heranwuchs, das Menschliche, in das Er geboren wurde, aus eigener Kraft göttlich machte, somit wie Er durch Wissenschaften und Erkenntnisse, die Er Sich selbst offenbarte, sein Vernünftiges vervollkommnete, dessen Schatten allmählich zerstreute, und es ins göttliche Licht versetzte. Diese und unzählige andere Dinge werden vor den Engeln in himmlischer und geistiger Weise mit tausend und aber tausend Vorbildungen im Lichte des Lebens vorgestellt, wenn das Wort gelesen wird. Allein diese Dinge, die den Engeln so köstlich sind, sind den Menschen wie Wertloses, weil sie über (ihre) Fassungskraft hinausgehen, somit im Schatten ihres Verstandes sind. Und umgekehrt, was den Menschen köstlich ist, wie die Dinge, in denen Weltliches ist, sind den Engeln wertlos, weil sie unter ihrem Zustand, somit im Schatten ihrer Weisheit sind. Somit gehen, was zu verwundern ist, diejenigen Dinge, die in den Schatten des Menschen, und beinahe in seine Verachtung kommen, in das Licht der Engel und in ihre Neigung über, wie dies bei vielem, was zum inneren Sinn des Wortes gehört, der Fall ist. 2552. "Da sprach Abraham", 1. Mose 20/11, daß dies ein Innewerden, das die Antwort ist, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes: Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2061, 2080, 2238, 2260, 2271, 2287. Daß das Denken des Herrn aus der Glaubenslehre dadurch bezeichnet wird, daß Abimelech zu Abraham sprach, das Innewerden hingegen, das die Antwort war, dadurch, daß Abraham sprach, damit verhält es sich so: das Innewerden ist das Höhere, und der Herr hatte es aus dem Göttlichen Selbst, das Denken aber ist das Niedrigere, und der Herr hatte es aus dem Verständigen selbst (ex ipso intellectuali). Und weil das Innewerden es war, aus dem das Denken kam, so war also die Antwort des Denkens aus dem Innewerden. Dies kann durch etwas Ähnliches beim Menschen beleuchtet werden: der himmlische Mensch kann nur denken aus dem Innewerden, und der geistige Mensch nur aus dem Gewissen, Nr. 2515. Das Innewerden des ersteren, so wie das Gewissen, ist aus dem Herrn, und es erscheint ihm selbst nicht, woher es ist, sein Denken aber ist aus der Vernunft (rationali), und es erscheint ihm als aus ihm (hervorgehend). So auch, wenn er etwas aus der Vernunft denkt, dann kommt der Schluß des Denkens oder die Antwort aus dem Innewerden oder aus dem Gewissen; mithin wird ihm vom Herrn geantwortet je nach seinem Lebenszustand, seiner Neigung und dem entsprechend (conformiter) eingepflanzten oder eingeprägten Wahren der Lehre. 2553. "Weil ich sagte, es ist ja doch keine Furcht Gottes an diesem Ort", 1. Mose 20/11, daß dies ein von daher kommendes Denken bedeutet, sie würden in dem Zustand, in dem sie sind, keine Rücksicht auf das geistig Wahre haben, erhellt aus der Bedeutung der Furcht Gottes, sofern sie ist die Rücksicht auf das göttlich oder geistig Wahre; und aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377. Die Sache selbst verhält sich so: der Mensch kann eine rein geistige und himmlische, d.h. göttliche Lehrwahrheit (doctrinale) nicht fassen, weil sie seine Fassungskraft, somit auch seinen Glauben unendlich übersteigt. Alle Gedanken des Menschen endigen sich (terminantur) in Natürlichem, das in dem Gebiet der Sinneswahrnehmungen liegt; was nicht aus diesem und gemäß diesem gesagt wird, das wird nicht begriffen, sondern verliert sich, wie ein unbegrenzter Blick, in einem Ozean oder dem Universum. Würden daher die Lehrwahrheiten vor dem Menschen anders vorgetragen werden, so würden sie gar nicht angenommen, somit würde man keine Rücksicht für sie haben, was an den einzelnen Teilen des Wortes zur Genüge erhellen kann: in ihm werden die rein göttlichen (Wahrheiten) selbst aus demselben Grund natürlich, ja sinnlich dargestellt, wie z.B. daß Jehovah Ohren, daß Er Augen, daß Er ein Angesicht, daß Er Gemütsbewegungen habe wie der Mensch, daß Er Zorn habe, und dergleichen; und dies noch mehr zu der Zeit, als der Herr in die Welt kam, damals wußte man nicht einmal, was himmlisch und geistig ist, nicht einmal, daß es ein Inneres gibt. Bloß irdische und weltliche und somit äußere Dinge nahmen ihr ganzes Gemüt ein, wie selbst das der Apostel, die meinten, das Reich des Herrn werde wie ein Weltreich sein, und deswegen baten, es möchte der eine zur Rechten, der andere zur Linken sitzen dürfen, und lange glaubten, sie würden auf zwölf Thronen sitzen, zu richten die zwölf Stämme Israels, indem sie noch nicht wußten, daß sie im anderen Leben nicht einmal das Geringste eines einzigen Menschen richten könnten: Nr. 2129 E. Der Einblick in diesen Zustand des Menschengeschlechts war der Grund, warum der Herr zuerst darüber, ob in der Glaubenslehre die Vernunft zu Rate zu ziehen sei, nachdachte, und zwar aus Liebe, der daran lag, daß für das Heil aller gesorgt werden, und daß das Wort nicht verlorengehen möchte. 2554. "Und sie werden mich töten um meines Weibes willen", 1. Mose 20/10,11, daß dies bedeutet, daß so auch die himmlischen Dinge des Glaubens verlorengingen, wenn sie denken würden, daß allein das geistig Wahre hätte verbunden werden können mit dem himmlisch Guten, erhellt aus der Bedeutung von töten, sofern es ist verlorengehen; und aus der Bedeutung des Weibes, sofern es ist das mit dem himmlisch Guten verbundene geistig Wahre, wovon Nr. 2507. Dies ist der andere Grund, warum so gedacht worden ist, und damit verhält es sich so: das göttlich Gute, das hier das himmlisch Gute genannt wird, ist mit dem göttlich Wahren, das hier das geistig Wahre heißt, gleichsam durch eine Ehe vereinigt: Nr. 2508; und obwohl das göttlich Gute nur mit dem göttlich Wahren so vereinigt ist, so fließt es dennoch in die niedrigeren Wahrheiten ein, und verbindet sich mit diesen, jedoch nicht wie durch eine Ehe, denn es fließt in Vernunftwahrheiten ein, die nur Scheinbarkeiten des Wahren sind, und verbindet sich mit ihnen, ja auch in die wissenschaftlichen und die sinnlichen Wahrheiten, die kaum etwas anderes sind als Täuschungen, und verbindet sich mit ihnen. Wäre dem nicht so, so hätte gar kein Mensch selig werden können, man sehe darüber Nr. 1831, 1832. Daß das göttlich Gute mit jenen und diesen verbunden und so der Mensch selig werden könne, war auch der Grund des Kommens des Herrn in die Welt, denn ohne das göttlich gemachte Menschliche des Herrn, gibt es durchaus keine Verbindung, durch dieses aber findet Verbindung statt. Außer diesem Geheimnis liegen auch noch mehrere andere Geheimnisse in diesen Worten: "Sie werden mich töten um meines Weibes willen", wodurch bezeichnet wird, daß so die himmlischen Dinge des Glaubens verlorengehen würden, wenn sie dächten, daß allein das geistige Wahre hätte verbunden werden können mit dem himmlisch Guten; nämlich dieses, wenn sie keine Rücksicht hätte auf das geistig Wahre, daß dann auch das himmlisch Gute verlorengehen würde, denn wenn jenes verworfen wird, so geht dieses verloren. Dann auch dieses, wenn nicht gesagt worden wäre, daß sie den Vater anbeten sollten, obwohl kein Zugang zu Ihm ist als durch den Sohn, und wer den Sohn sieht, den Vater sieht: Joh.14/8-12, so wäre es nicht angenommen worden; und so noch mehrere andere. 2555. Vers 12,13: Auch ist sie in Wahrheit meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, doch nicht die Tochter meiner Mutter; und sie ward mein Weib. Und es geschah, als Gott mich wegziehen hieß aus dem Hause meines Vaters, da sprach ich zu ihr: Das sei deine Güte, die du tun mögest an mir, an jedem Ort, dahin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder. "Auch ist sie in Wahrheit meine Schwester" bedeutet, daß das vernunftmäßige Wahre eine solche Verwandtschaft habe; "die Tochter meines Vaters ist sie, doch nicht die Tochter meiner Mutter" bedeutet, daß die Vernunft empfangen worden sei aus dem himmlisch Guten als Vater, nicht aber aus dem geistig Wahren als Mutter; "und sie ward mein Weib" bedeutet, daß das geistig Wahre mit dem Himmlischen verbunden worden sei mittelst der Vernunfttätigkeit "und es geschah, als Gott mich wegziehen hieß aus dem Hause meines Vaters" bedeutet, als Er verließ das Wissenschaftliche und die Scheinbarkeiten aus demselben, samt deren Lustreizen, welche hier sind das Haus seines Vaters; "da sprach ich zu ihr" bedeutet, das Denken alsdann; "das sei deine Güte, die du tun mögest an mir" bedeutet, daß Er davon alsdann diesen Trost hätte; "an jedem Ort, dahin wir kommen" bedeutet alles, was Er nachher über das Vernunftwahre erschließen würde; "sage von mir, er ist mein Bruder" bedeutet, es sollte gesagt werden, daß das Vernunftwahre beigesellt sei dem himmlisch Guten. 2556. "Auch ist sie in Wahrheit meine Schwester", 1. Mose 20/12, daß dies bedeutet, daß das Vernunftwahre eine solche Verwandtschaft habe, erhellt aus der Bedeutung der Sarah als Schwester, sofern sie ist das vernunftmäßig Wahre, wovon in Nr. 2508, sodann aus dem nun Folgenden, sofern gehandelt wird von der Geburt des Vernunftmäßigen und dessen damit gegebener Verwandtschaft. Im allgemeinen ist festzuhalten, daß alles und jedes beim wahrhaft Vernünftigen, d.h. wiedergeborenen Menschen, alle seine Neigungen, seine Wahrnehmungen und seine Gedanken, wie durch Blutfreundschaft und Verwandtschaft miteinander verbunden sind; denn sie sind so gestellt, daß sie sich gegenseitig aufeinander beziehen, wie die Familien eines Hauses, und zwar in einer ganz bis ins einzelne herab ausgeprägten Weise, daher sie auch gemäß den Verwandtschaftsverhältnissen, in denen sie stehen, reproduziert werden. Dies haben sie vom Einfluß des Himmels, d.h. des Herrn durch den Himmel. Bei einem Menschen, der wahrhaft vernünftig, d.h. wiedergeboren ist, ist alles in eine Ordnung gestellt, wie sie im Himmel ist, und zwar dies vermöge des Einflusses. Von daher hat der Mensch eine Fähigkeit zu denken, zu schließen, zu urteilen und zu reflektieren, die so wunderbar ist, daß sie über alle menschliche Wissenschaft und Weisheit hinausgeht, und unabsehbar weit über die Analysen, die menschlicher Fleiß daraus entnommen hat. Daß man dies bisher nicht gewußt hat, kommt daher, daß man nicht geglaubt hat, daß alle Neigungen, Wahrnehmungen und Gedanken einfließen, die bösen aus der Hölle, und die gutartigen aus dem Himmel, somit daß sie einen Zusammenhang haben mit der Außenwelt, während es doch sich so verhält, daß der Mensch seinem Geiste nach so verbunden ist mit der Außenwelt (hier ist ein Übersetzungs- oder Druckfehler, es muß heißen: jenseitige Welt, siehe auch Nr. 50, 5448, 5849, WCR 607), daß er, wenn er des Zusammenhanges mit dieser beraubt würde, nicht einen Augenblick leben könnte. Was man auch daraus wissen kann, daß es nirgends etwas Zusammenhangloses gibt, und daß das Zusammenhanglose augenblicklich zugrunde geht. 2557. "Die Tochter meines Vaters ist sie, doch nicht die Tochter meiner Mutter", 1. Mose 20/12, daß dies bedeutet, die Vernunft sei empfangen aus dem himmlisch Guten als Vater, nicht aber aus dem geistig Wahren als Mutter, kann erhellen aus der Empfängnis des Vernunftmäßigen, sofern sie nämlich geschieht durch den Einfluß des göttlichen himmlisch Guten in die Neigung zu den Wissenschaften, wovon Nr. 1895, 1902, 1910. Hier sind zwei Geheimnisse: das eine, daß die Vernunft des Menschen empfangen wird aus dem göttlichen himmlisch Guten als Vater, und daß in anderer Weise keine Vernunft (rationale) entsteht. Das andere ist, daß die Vernunft nicht empfangen wird aus dem geistig Wahren als Mutter. Was das erste betrifft, daß nämlich die Vernunft des Menschen empfangen wird aus dem Göttlichen himmlisch Guten als Vater und daß in anderer Weise keine Vernunft entsteht, kann erhellen aus dem, was schon früher Nr. 1895, 1902, 1910 gesagt worden ist, sodann auch aus dem, was jedem Menschen bekannt sein kann, wenn er darüber nachdenkt; denn es ist bekannt, daß der Mensch in kein Wissen, noch in irgendwelches Vernunftmäßige geboren wird, sondern nur in die Fähigkeit es aufzunehmen, sodann daß er nachher stufenweise alles lernt und sich aneignet, und zwar hauptsächlich durch die Sinneswahrnehmungen des Gehörs und des Gesichts, und in dem Maß als er es lernt und sich aneignet, auch vernünftig wird. Daß dies auf leiblichem, d.h. äußerlichem Weg, weil durch das Gehör und Gesicht, geschieht, ist klar; was aber der Mensch nicht weiß, weil er nicht darauf reflektiert, das ist, daß fortwährend etwas von Innen her einfließt, was jenes, da so eingeht und eingeflößt wird, aufnimmt und in Ordnung bringt; was einfließt und aufnimmt, und ordnet, ist das göttliche himmlisch Gute, das vom Herrn kommt, daher das Leben desselben, daher die Ordnung, und daher die Blutsfreundschaften und Verwandtschaften zwischen dem einzelnen. Hieraus kann erhellen, daß die Vernunft des Menschen vom göttlichen himmlisch Guten als Vater herstammt, gemäß den Worten in diesem Vers: "Sie ist die Tochter meines Vaters". Was das andere betrifft, daß nämlich die Vernunft nicht empfangen sei aus dem geistig Wahren als Mutter, so kann es aus demjenigen erhellen, was Nr. 1902 gesagt worden ist; denn wenn das geistig Wahre von innen her einfließen würde, wie das Gute, dann würde der Mensch in alles Vernünftige und zugleich in alles Wissenschaftliche geboren, so daß er nicht nötig hätte, irgend etwas zu erlernen. Weil aber der Mensch so beschaffen ist, daß er durch Vererbung in allem Bösen, und von daher in allem Falschen ist, infolgedessen aber, wenn die wirklichen Wahrheiten einflössen, diese schänden und verfälschen würde, und so der Mensch ewig verlorenginge, so ist vom Herrn vorgesehen worden, daß nichts Wahres einfließt durch das Innere des Menschen, sondern nur durch sein Äußeres. Hieraus kann erhellen, daß die Vernunft des Menschen nicht aus dem geistig Wahren, als der Mutter, stammt, nach den Worten in diesem Vers: "Jedoch nicht die Tochter meiner Mutter". Dergleichen Ordnung gemäß hat es dem Herrn gefallen, daß auch Sein Vernünftiges gebildet werde, und zwar dies zu dem Ende, daß Er das Menschliche bei sich durch eigene Macht göttlich machen, und das göttliche geistig Wahre dem göttlichen himmlisch Guten, und das göttliche himmlisch Gute dem Göttlichen geistig Wahren einpflanzen und vereinigen möchte. 2558. "Und sie ward mein Weib", 1. Mose 20/12, daß dies bedeutet, das geistig Wahre sei mit dem Himmlischen verbunden worden mittelst der Vernunfttätigkeit, erhellt aus der Vorbildung der Sarah als des Weibes Abrahams, sofern sie ist das geistig Wahre verbunden mit dem himmlisch Guten, wovon Nr. 2507; und aus der Vorbildung ebenderselben, als Schwester, sofern sie ist das Vernunftwahre, wovon Nr. 2508. Daher denn dadurch, daß (sie) aus der Schwester zur Gattin wurde, bezeichnet wird, es sei mittelst der Vernunfttätigkeit (rationalitate) das geistig Wahre mit dem Himmlischen verbunden worden; wie es sich damit verhält, kann aus demjenigen erhellen, was soeben Nr. 2557 gesagt worden ist. 2559. "Und es geschah, als Gott mich wegziehen hieß aus dem Hause meines Vaters", 1. Mose 20/13, daß dies bedeutet, als Er das Wissenschaftliche und die Scheinbarkeiten aus demselben, samt ihren Lustreizen, welche hier sind das Haus des Vaters, verließ, erhellt aus der Bedeutung von wegziehen, sofern es ist verlassen; und aus der Bedeutung von Haus, sofern es ist das Gute: Nr. 2233, 2234, hier das Gute des Angenehmen aus den Scheinbarkeiten der wissenschaftlichen und der Vernunft(wahrheiten), denn alles Angenehme erscheint als gut. Daß hier durch Haus des Vaters bezeichnet werden die Lustreize der wissenschaftlichen und der Vernunft(wahrheiten), mithin ihren Scheinbarkeiten, kommt daher, daß sie bezogen werden auf Abraham, als er wegzog aus dem Hause seines Vaters, denn damals verehrte Abraham samt dem Hause seines Vaters andere Götter, man sehe Nr. 1356, 1992. Daher kommt, daß in der Mehrzahl gesagt wird: "Es hießen mich wegziehen Gott"; es muß bemerkt werden, daß es auch nach der Grundsprache heißt: es machten mich irren die Götter, weil aber der Herr durch Abraham vorgebildet wird, so muß gesagt werden, es hieß mich wegziehen Gott: weil die ersten wissenschaftlichen und von daher stammenden Vernunft(wahrheiten) beim Herrn menschlich waren, behaftet mit Erblichem aus der Mutter, somit nicht rein göttlich, so hat dies die Folge, daß sie durch den ersten Zustand Abrahams vorgebildet werden; wie weit aber die Vorbildungen gehen, sehe man Nr. 665, 1097 E, 1361, 1992. 2560. "Da sprach ich zu ihr", 1. Mose 20/13, daß dies bedeutet das Denken alsdann, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist denken, wovon schon früher öfter. 2561. "Dies sei deine Güte, die du tun mögest an mir", 1. Mose 20/13, daß dies bedeutet, daß er davon alsdann diesen Trost hätte, kann erhellen aus dem, was vorhergeht, und aus dem, was folgt, somit ohne weitere Erklärung. 2562. "An jedem Ort, dahin wir kommen", 1. Mose 20/13, daß dies bedeutet, alles, was er nachher über das Vernunftwahre erschließen würde, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist ein Zustand, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377. Der Zustand der Sache, von der hier gehandelt wird, ist der Zustand des Schließens über das Vernunftwahre, daß gesagt werden solle, das Vernunftwahre sei dem himmlisch Guten beigesellt, wie folgt. 2563. "Sage von mir: Er ist mein Bruder", 1. Mose 20/13, daß dies bedeutet, es solle gesagt werden, das Vernunftwahre sei dem himmlisch Guten beigesellt, kann erhellen aus dem oben Nr. 2524 (Gesagten), wo beinahe dieselben Worte stehen. 2564. Vers 14: Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, und Knechte und Mägde, und gab sie Abraham; und stellte ihm zurück Sarah, sein Weib. "Da nahm Abimelech" bedeutet, daß die Lehre des Glaubens; "Schafe und Rinder" bedeutet, sie sei bereichert worden mit vernunftmäßig Gutem und mit natürlich Gutem; "und Knechte und Mägde" bedeutet auch mit Vernunftwahrheiten und mit natürlichen Wahrheiten, sodann mit den Neigungen zu denselben; "und gab sie Abraham" bedeutet dem Herrn; "und stellte ihm zurück Sarah, sein Weib" bedeutet, nachdem das geistig Göttliche beigesellt war dem himmlischen Göttlichen. 2565. "Da nahm Abimelech", 1. Mose 20/14, daß dies bedeutet, daß die Lehre des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung Abimelechs, sofern er ist die Lehre des Glaubens, wovon Nr. 2504, 2509, 2510. 2566. "Schafe und Rinder", 1. Mose 20/14, daß dies bedeutet, sie sei bereichert worden mit vernunftmäßig Gutem und mit natürlich Gutem, erhellt aus der Bedeutung der Schafe und der Rinder. Schafe (grex) werden diejenigen innerhalb der Kirche genannt, die wahrhaft vernünftig sind, d.h. innerliche Menschen. Daher kommt, daß durch die Schafe abstrakt genommen, auch das vernunftmäßige oder innerliche Gute selbst bezeichnet wird, man sehe Nr. 343, 415, 1565; Rinder (armentum) aber werden diejenigen innerhalb der Kirche genannt, die natürlich sind, d.h. äußerliche Menschen; daher auch durch das Rind, abstrakt genommen, das natürliche oder äußerliche Gute selbst bezeichnet wird, über welche Bedeutung des Rindviehs man sehe Nr. 2180. Daß durch die Tiere dergleichen bezeichnet wurde, ist Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 776, 1823, 2179 gezeigt worden. Daß "Abimelech nahm und gab" bedeutet, die Glaubenslehre sei bereichert worden, denn durch Abimelech wird die Lehre des Glaubens bezeichnet. 2567. "Knechte und Mägde", 1. Mose 20/14, daß dies bedeutet, auch mit Vernunftwahrheiten und mit natürlichen Wahrheiten, sodann mit den Neigungen zu denselben, erhellt aus der Bedeutung der Knechte und Mägde. Knechte und Mägde werden hin und wieder im Worte genannt und durch dieselben werden im inneren Sinn diejenigen Dinge bezeichnet, die beziehungsweise niedriger und geringer sind, wie dies die vernunftmäßigen und natürlichen Dinge sind gegenüber den geistigen und himmlischen. Unter den natürlichen Wahrheiten werden verstanden wissenschaftliche aller Art, denn diese sind natürlich; daß durch die Knechte und Mägde im Worte diese bezeichnet werden, ergibt sich aus dem inneren Sinn der Worte, wo sie genannt werden: Jes.14/1,2: "Erbarmen wird Sich Jehovah Jakobs, und wird fürder erwählen Israel, und wird sie versetzen auf ihren Boden, und anhängen wird ihnen der Fremdling und sich halten zum Hause Jakobs, und es werden sie nehmen die Völker, und sie bringen an ihren Ort, und es wird sie für sich als Erbe erhalten das Haus Israels auf dem Boden Jehovahs zu Knechten und Mägden": hier (steht) Jakob für die äußere Kirche, Israel für die innere, Fremdlinge für die, welche im Wahren und Guten unterrichtet werden: Nr. 1463, 2025. Die Knechte und Mägde für die natürlichen und die Vernunftwahrheiten mit den Neigungen zu denselben, die der unter Jakob und Israel verstandenen Kirche dienen werden. Daß hier nicht Jakob und Israel, oder Juden und Israeliten, gemeint sind, ist klar, denn diese, unter die Heiden zerstreut, sind Heiden geworden. Die Juden hegen und erwarten noch dergleichen, und zwar nach dem Buchstaben, daß nämlich die Fremden (ihnen) anhangen werden, daß die Völker sie heimführen, und diese ihnen zu Knechten und Mägden dienen werden, während doch in den prophetischen Teilen des Wortes, in denen sie genannt werden, auch nicht das Geringste von den Juden und Israeliten zu verstehen ist. Was ihnen auch daraus offenbar werden kann, daß von Israel gleich sehr wie von Jehudah gesagt wird, sie sollen zurückgeführt werden. Jes.24/1,2: "Siehe Jehovah leeret das Land aus, und macht es öde, und wird entstellen dessen Aussehen, und sich zerstreuen lassen seine Bewohner, und es wird sein wie das Volk, so der Priester, wie der Knecht so sein Herr, wie die Magd, so ihre Herrin": hier das Land für die Kirche: Nr. 662, 1066, 1067, 1850, die ausgeleert und öde gemacht wird, und deren Aussehen entstellt, und deren Bewohner zerstreut werden, wenn nichts innerlich Wahres und Gutes mehr da ist, die das Volk und der Priester sind, und nichts äußerlich Wahres und Gutes, die der Knecht und die Magd sind, und dies ist der Fall, wenn das Äußere über das Innere herrscht. Jes.65/9: "Ich will aus Jakob Samen bringen, und aus Jehudah den Erben Meiner Berge, und besitzen werden sie Meine Auserwählten, und Meine Knechte daselbst wohnen": hier Jakob für die äußere Kirche, Jehudah für die innere himmlische Kirche, die Auserwählten für das Gute, die Knechte für dessen Wahrheiten. Joel 3/1,2: "Ich will ausgießen Meinen Geist auf alles Fleisch, und weissagen werden eure Söhne und eure Töchter; auch auf die Knechte und die Mägde werde Ich in selbigen Tagen ausgießen Meinen Geist": wo vom Reich des Herrn (die Rede ist); weissagen (prophetare) für lehren: Nr. 2534; die Söhne für die Wahrheiten selbst: Nr. 489, 491, 533, 1147; die Töchter für das Gute selbst: Nr. 489, 490, 491; die Knechte und Mägde für das niedrigere Wahre und Gute, und es wird gesagt, daß auf sie der Geist ausgegossen werde, wenn sie hinzutreten und bestätigen. Daß durch Knechte und Mägde solches bezeichnet wird, ist hier und anderwärts nicht so augenscheinlich, sowohl wegen der gewöhnlichen Vorstellung von Knechten und Mägden, als auch wegen der scheinbaren Geschichtlichkeit. Joh.Offenb.19/17,18: "Ich sah einen Engel in der Sonne stehen, der rief mit großer Stimme, und sprach zu den Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen. Essen sollt ihr Fleisch von Königen, und Fleisch von Obersten, und Fleisch von Starken, und Fleisch von Rossen, und derer, die auf ihnen Sitzen, und Fleisch von allen Freien, und Knechten, und von Kleinen und Großen": daß hier nicht ist Fleisch von Königen, Obersten, Starken, Rossen, den auf ihnen Sitzenden, den Freien und Knechten, das sie essen sollten, ist klar, sondern die inneren und äußeren Wahrheiten der Kirche, die ihnen zu Fleisch geworden sind. Daß die Knechte die Wahrheiten, und die Mägde das Gute bedeuten, die dienlich sind, und so dem geistig und himmlisch Wahren und Guten dienen, erhellt noch deutlicher aus den in der vorbildlichen Kirche für die Knechte und Mägde gegebenen Gesetzen, welche Gesetze alle sich beziehen auf den Zustand der Kirche und des Reiches des Herrn im allgemeinen und besonderen, und wie das niedrigere Wahre und Gute, welches das natürliche und das vernunftmäßige ist, dem Geistigen und Himmlischen, somit Göttlichen dienen soll. So z.B. daß ein hebräischer Sklave (servus hebraeus) und eine hebräische Sklavin (serva hebraea), im siebenten Jahr frei sein, und alsdann beschenkt werden sollte von der Herde, von der Tenne, und Kelter: 2. Mose 21/2,6; 5. Mose 15/12-15; Jerem.34/9-14. Daß "sein Eheweib frei sein sollte, wenn sie mit ihm in die Sklaverei gegangen, wenn aber sein Herr ihm ein Weib gegeben hatte, daß Weib und Kinder seines Herrn sein sollten": 2. Mose 21/3,4. Daß "ein armer gekaufter Bruder nicht sklavisch dienen, sondern wie ein Gedungener (mercenarius) und Mietmann (inquilinus), im Jubeljahr, zugleich mit (seinen) Kindern ausgehen sollte": 3. Mose 25/47-55. Daß aus den Völkerschaften ringsumher, Knechte (servie) und Mägde (ancillae) erkauft werden sollten, und aus den Söhnen der als Fremdlinge sich aufhaltenden Beisassen (inquilinorum peregrinantium), und daß dieselben ihr immerwährendes Besitztum sein sollten, über die sie herrschen durften, nicht aber über die Söhne Israels: 3. Mose 25/44-46. Daß, wenn ein Sklave nicht von seinem Sklavendienst (servitio) ausgehen wollte, eine Pfrieme durch sein Ohr an die Türe getan werden, und er immerwährender Sklave sein sollte; ebenso auch wenn eine Magd: 2. Mose 21/6; 5. Mose 15/16,17. Wenn jemand seinen Sklaven, oder seine Sklavin, mit einem Stabe geschlagen, daß er starb, so sollte es gebüßt werden; wenn er aber am Leben blieb einen Tag oder Tage, so sollte er (der Herr, davon) frei sein, weil es sein Geld ist: 2. Mose 21/20,21. Wenn er das Auge oder den Zahn eines Sklaven ausgeschlagen, so sollte dieser frei ausgehen: 2. Mose 21/26,27. Wenn ein Ochse einen Knecht oder eine Magd stieß, so daß er starb, so sollten dreißig Sekel seinem Herrn bezahlt und der Ochse gesteinigt werden: 2. Mose 21/32. Ein Sklave, der sich von seinem Herrn losgerissen, sollte nicht eingeschlossen werden, sondern wohnen an einem beliebigen Ort, und nicht gedemütigt werden: 5. Mose 23/16,17. Ein um Silber erkaufter und beschnittener Sklave sollte das Pascha essen dürfen: 2. Mose 12/(44),45. Die erkaufte Tochter jemands sollte aus dem Sklavendienst nicht ausgehen, wie die Sklaven; wenn sie schlecht war (in den Augen ihres Herrn), so sollte der Herr sie nicht an einen Fremden verkaufen: wenn sie verlobt würde mit dem Sohn, so sollte sie sein wie eine Tochter; wenn er eine andere genommen, so sollte er die Nahrung, Bedeckung, und die Beiwohnung nicht mindern; wenn er dies nicht getan, so sollte sie umsonst aus der Sklaverei gehen: 2. Mose 21/7-12. Alle diese Gesetze haben ihren Ursprung von den Gesetzen des Wahren und Guten im Himmel, und beziehen sich auf sie im inneren Sinn, aber teils durch Entsprechendes, teils durch Vorbildliches, und teils durch (sinnbildlich) Bezeichnendes. Nachdem aber die Vorbildungen und sinnbildlichen Bezeichnungen, die das Äußerste und Unterste des Gottesdienstes waren, abgeschafft worden sind, hörte auch ihre Notwendigkeit auf. Würden nun diese Gesetze, nach den Gesetzen der Ordnung des Wahren und Guten, und nach den Vorbildungen und den sinnbildlichen Bezeichnungen ausgelegt werden, so würde sich herausstellen, daß durch die Knechte nichts anderes bezeichnet wird, als die vernunftmäßigen und wissenschaftlichen Wahrheiten, die niedrigere Wahrheiten sind, und daher den geistigen Wahrheiten dienen müssen, und durch die Mägde deren Gutes, das zwar, weil es auch ein niedrigeres ist, dienen muß, jedoch auf andere Weise, daher einige in Beziehung auf die Mägde gegebene Gesetze sich unterscheiden von den in Beziehung auf die Knechte gegebenen Gesetzen; denn die Wahrheiten an sich betrachtet sind mehr Knechte als ihr Gutes. Durch das königliche Recht bei 1.Sam.8/11,13,16-18 wird im inneren Sinn auch nichts anderes bezeichnet, als das Recht des Wahren, und auch das Recht des Falschen, wenn es über das Wahre und über das Gute zu herrschen anfängt, was aus der Erklärung der Worte, durch die es beschrieben worden ist, erhellen kann: "Das wird sein das Recht des Königs, der über euch herrschen wird: eure Söhne wird er nehmen, und wird sie sich stellen zu seinen Wagen, und zu seinen Reitern, und sie werden laufen vor seinen Wagen; eure Töchter wird er nehmen zu Gewürzbereiterinnen und zu Köchinnen, und zu Bäckerinnen; eure Knechte, und eure Mägde, und eure besten Jünglinge und eure Esel, wird er nehmen und sie bestellen zu seinem Werk; eure Herde wird er zehnten. Endlich werdet ihr selbst seine Knechte sein: und ihr werdet an selbigem Tage schreien ob eurem Könige, den ihr euch erwählet habt, und Jehovah wird euch nicht antworten an selbigem Tage": daß durch den König das Wahre bezeichnet wird, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069 somit im entgegengesetzten Sinn, Nicht-Wahres, d.h. Falsches. Durch die Söhne, die er sich tun werde zu seinen Wagen und zu seinen Reitern, werden bezeichnet die Wahrheiten der Lehre, die dienen werden den Grundsätzen des Falschen, welche sind die Wagen und Reiter; durch die Töchter, die er nehmen werde zu Gewürzbereiterinnen, zu Köchinnen und zu Bäckerinnen, wird bezeichnet Gutes der Lehre, durch die er jenes angenehm und gefällig machen wird. Durch die Knechte und Mägde, die Jünglinge, und die Esel, durch die er sein Werk tun wird, wird bezeichnet Vernunftmäßiges und Wissenschaftliches, durch das er jenes begründen wird. Durch die Herde, die er zehnten wird, werden bezeichnet die Überreste des Guten, die er verletzen wird; und dadurch, daß sie werden zu Knechten werden, wird bezeichnet, er werde machen, daß die himmlischen und geistigen Dinge des Wortes und der Lehre, statt zu herrschen, zur Begründung des Falschen seiner Grundsätze, und des Bösen seiner Begierden dienen werden; denn alles wird dem Grundsatze des Falschen eingegossen als Begründendes, durch falsche Anwendung, unrichtige Auslegung, Verkehrung, Verwerfung dessen, was nicht günstig ist; daher wird beigefügt, wenn ihr an jenem Tage schreien werdet ob eures Königs, den ihr euch erwählt habt, so wird Jehovah nicht antworten an selbigem Tage. 2568. Oben in diesem Kapitel wurde gesagt, daß die Lehre zu nichts werden würde, wenn man die Vernunft zu Rate zöge: Nr. 2516, 2538 und daß sie auch nicht zu Rat gezogen worden sei: Nr. 2519, 2531; hier aber wird gesagt daß die Lehre des Glaubens ausgestattet worden sei sowohl mit vernunftmäßigen als mit natürlichem Guten und Wahren; es scheint zwar auf den ersten Blick, als ob es sich widersprechend und das Gegenteil wäre, allein es ist gleichwohl dem nicht so. Wie es beim Herrn war, ist gesagt worden; wie es aber beim Menschen ist, soll noch gesagt werden. Beim Menschen ist es ein ganz anderes, von den Vernunfterkenntnissen (ex rationalibus) auf die Lehre des Glaubens hinsehen (spectare), und ein anderes, aus der Lehre des Glaubens auf die Vernunfterkenntnisse hinsehen; von den Vernunfterkenntnissen aus auf die Lehre des Glaubens hinsehen, heißt dem Wort oder der Lehre aus demselben nicht früher glauben, als bis man aus Vernunftgründen überzeugt wird, daß es so ist; hingegen aus der Lehre des Glaubens auf die Vernunfterkenntnisse hinsehen, heißt zuerst dem Wort oder der Lehre aus demselben glauben, und nachher ebendasselbe durch Vernunfterkenntnisse begründen. Jenes ist die umgekehrte Ordnung, und macht, daß man nichts glaubt, dieses aber ist die rechte Ordnung, und macht, daß man besser glaubt. Jenes ist das: "Du wirst des Todes sein um des Weibes willen", wodurch bezeichnet wird, daß die Glaubenslehre zu nichts werden würde, wenn man die Vernunft zu Rate zöge: Nr. 2516, 2538, dieses aber: "Abimelech gab Schafe und Rinder, und Knechte und Mägde", wodurch bezeichnet wird, die Lehre des Glaubens sei mit vernünftigem und natürlichem Guten und Wahren bereichert worden. Von diesen Dingen wird viel gehandelt im Wort in dessen innerem Sinn, hauptsächlich wo von Aschur und von Ägypten die Rede ist, und dies darum, weil, wenn man auf die Glaubenslehre von den Vernunfterkenntnissen aus hinsieht, d.h. nicht eher glaubt, als der Mensch aus diesen überzeugt wird, daß es so ist, jene alsdann nicht nur zu nichts wird, sondern auch ihrem ganzen Inhalt nach verneint wird; dagegen wenn man von der Glaubenslehre aus auf die Vernunfterkenntnisse hinsieht, d.h., wenn man dem Worte glaubt, und nachher ebendasselbe durch Vernunfterkenntnisse bestätigt, dann lebt die Lehre, und ihr ganzer Inhalt wird bejaht: es sind also zwei Prinzipien, eines, das zu allem Unverstand und Unsinn führt, und ein anderes, das zu aller Einsicht und Weisheit führt. Jenes Prinzip ist: alles verneinen, oder in seinem Herzen sagen man könne es nicht glauben, bevor man durch solches, was man begreifen oder empfinden kann, überführt wird; dieses Prinzip ist dasjenige, das zu allem Unverstand und Unsinn führt, und ist zu nennen das verneinende Prinzip. Das andere Prinzip ist, dasjenige bejahen, was zur Lehre aus dem Worte gehört, oder bei sich denken und glauben, daß es Wahrheiten seien, weil es der Herr gesagt hat; dieses Prinzip ist dasjenige, das zu aller Einsicht und Weisheit führt, und ist zu nennen das bejahende Prinzip. Je mehr diejenigen, die aus dem verneinenden Prinzip denken, Vernunftmäßiges, je mehr sie Wissenschaftliches, und je mehr sie Philosophisches zu Rate ziehen, desto mehr werfen und stürzen sie sich in Finsternis, bis dahin, daß sie endlich alles leugnen. Die Ursachen hiervon sind, daß niemand aus den niedrigeren Dingen die höheren, d.h. aus jenen die geistigen und himmlischen, noch weniger die göttlichen begreifen kann, weil sie alles Verständnis übersteigen, und außerdem alsdann das einzelne von dem Prinzip aus in Verneinendes eingehüllt wird. Umgekehrt aber die, welche aus dem Prinzip der Bejahung denken, diese können sich durch alle möglichen Vernunftgründe und durch alles mögliche Wissenschaftliche, ja durch Philosophisches, durch das sie irgend können, bestärken, denn alles das ist für sie bestätigend, und gibt ihnen eine vollständigere Vorstellung von der Sache. Außerdem gibt es solche, die im Zweifel sind, ehe sie verneinen, und es gibt solche, die im Zweifel sind, ehe sie bejahen. Die im Zweifel sind, ehe sie verneinen, sind diejenigen, die sich zum Leben des Bösen hinneigen, und wenn dieses Leben sie fortreißt, dann verneinen sie ebensoviel als sie darüber denken. Die aber im Zweifel sind, ehe sie bejahen, sind diejenigen, die sich zum Leben des Guten hinneigen, und wenn sie sich vom Herrn dazu hinlenken lassen, dann bejahen sie ebensoviel als sie darüber denken. Weil in den folgenden Versen noch weiter davon gehandelt wird, so darf, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, dasselbe dort noch vollständiger ins Licht gestellt werden; man sehe Nr. 2588. 2569. "Und gab (sie) Abraham", daß dies bedeutet dem Herrn, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist der Herr, wovon früher öfter. "Und stellte ihm zurück Sarah, sein Weib", 1. Mose 20/14, daß dies bedeutet, nachdem das geistige Göttliche beigesellt war dem himmlisch Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung Sarahs, des Eheweibes, sofern sie ist das dem himmlisch Guten beigesellte geistige Wahre, wovon Nr. 2507. Welches der innere Sinn der Worte in diesem Vers ist, wird aus dem Gesagten klar, daß nämlich der Herr, als in Ihm das Menschliche mit dem Göttlichen und das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigt war, Allwissenheit hatte nicht nur in himmlisch und geistig göttlichen Dingen, sondern auch in unterhimmlischen und untergeistigen, d.h. vernunftmäßigen und natürlichen Dingen; denn aus dem Göttlichen, als aus der Sonne alles Lichtes, wird das einzelne als Gegenwärtiges gesehen. 2570. Vers 15: Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land ist vor dir, wo es gut ist in deinen Augen, da wohne. "Und Abimelech sprach: siehe, mein Land ist vor dir" bedeutet das Innewerden des Herrn über die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit; "wo es gut ist in deinen Augen, da wohne" bedeutet, Er solle in allem sein, wo Gutes ist. 2571. "Und Abimelech sprach: Siehe, mein Land ist vor dir", 1. Mose 20/15, daß dies das Innewerden des Herrn über die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist denken, wovon Nr. 2506; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es hier ist die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit. Das Land (oder die Erde) bedeutet im inneren Sinn verschiedenes: Nr. 620, 636, 1066 was es aber bedeutet, erhellt aus dem Sachzusammenhang; denn es bedeutet den äußeren Menschen der Kirche, wenn der Himmel den inneren (bedeutet): Nr. 82, 913, 1411, 1733. Es bedeutet auch den Landstrich, in dem die Kirche ist: Nr. 662, 1066; es bedeutet die Kirche selbst, sodann universell das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, und dies darum, weil das Land Kanaan oder das heilige Land dieses vorbildete: Nr. 1437, 1585, 1607; ebendasselbe auch der neue Himmel und die neue Erde: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118; und weil den Menschen der Kirche, die Kirche und das Reich des Herrn, so bedeutet es auch das, was ihr Wesentliches ist, nämlich die Liebe zum Herrn, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn davon hängen diese ab: Nr. 537, 540, 547, 553, 2130, mithin die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit, welche die der Kirche ist, und die hier ist das Land Abimelechs, denn durch Abimelech als König wird die Lehre des Glaubens bezeichnet, durch sein Land aber, aus dem und in dem er (war), die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit, aus der und in welcher der Glaube (ist). Daß bisher das Denken des Herrn sich auf die Lehre des Glaubens bezog, nun aber auf die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit, kommt daher, daß der Herr das Menschliche dem Göttlichen beigesellte durch die Wahrheiten, welche die des Glaubens sind, wiewohl auch zugleich durch göttlich Gutes, welches das der Liebe ist, in den Wahrheiten, gemäß der Ordnung, durch die auch der Mensch ein geistiger und himmlischer wird, nicht aber ein göttlicher, der das Leben in sich hat, wie der Herr; nachdem aber im Herrn die göttliche Ehe des Wahren und Guten und des Guten und Wahren vollzogen war, was dadurch bezeichnet wird, daß Abimelech Sarah die Gattin dem Abraham zurückgab: Nr. 2569, da bezog sich das Denken auf die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit, auch dies gemäß der Ordnung; denn wenn der Mensch geistig und himmlisch geworden ist, dann denkt er nicht mehr aus dem Wahren, sondern aus dem Guten, nicht jedoch aus dem mit dem göttlich Wahren vereinigten göttlich Guten, wie der Herr. Dies ist der Grund, warum jetzt erst die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit genannt wird, obwohl die Lehre des Glaubens an sich betrachtet ebendieselbe ist, und das Wahrnehmen und Denken des Herrn immer aus der göttlichen Liebe im einzelnen des Glaubens war. Daher kommt, daß die Lehre der Liebe und Liebtätigkeit die göttliche Lehre selbst ist, und diejenige, die in den Ältesten Kirchen ausgebildet war, und man, weil sie eins ausmachte mit der Lehre des Glaubens, diejenigen verwarf, die sie trennten, man sehe Nr. 2417. 2572. "Wo es gut ist in deinen Augen, da wohne", 1. Mose 20/15, daß dies bedeutet, Er solle sein in allem wo Gutes ist, im nächsten Sinn im Guten der Lehre, kann erhellen aus der Bedeutung der Augen, die das Verständige, das Sache der Lehre ist, bedeuten; und aus der Bedeutung von wohnen, welches ist Leben: Nr. 1293, hier das Sein (Esse), weil es vom Herrn ausgesagt wird. Sein in allem wo Gutes ist, heißt sein in der Allwissenheit aller göttlichen, himmlischen, geistigen, vernunftmäßigen und natürlichen Dinge, und zwar dies aus göttlicher Liebe, denn in der göttlichen Liebe ist die Allwissenheit aller dieser Dinge: Nr. 2500. Außerdem gibt es ein Gutes und ein Wahres der Lehre, das Gute der Lehre ist die Liebe und die Liebtätigkeit, das Wahre der Lehre ist der Glaube. Die, welche im Guten der Lehre, d.h. in der Liebe und Liebtätigkeit sind, sind (auch) im Wahren der Lehre, d.h. im Glauben; allein ein anderes ist, im Guten sein, oder in der Liebe und Liebtätigkeit, und ein anderes im Guten der Lehre. Kinder, die in der Liebe gegen die Eltern sind, und in der Liebtätigkeit gegen andere Kinder, sind im Guten, nicht aber im Guten der Lehre, folglich auch nicht im Wahren der Lehre oder im Glauben. Im Guten der Lehre aber sind diejenigen, die durch die Wahrheiten des Glaubens wiedergeboren worden sind. Inwieweit diese im Guten sind, insoweit sind sie in den Wahrheiten, d.h. inwieweit in der Liebe und Liebtätigkeit, insoweit im Glauben, folglich insoweit in der Weisheit und Einsicht. Weil die Engel in der Liebe zum Herrn und in gegenseitiger Liebe sind, sind sie auch in allem Wahren, somit in aller Weisheit und Einsicht, nicht nur in himmlischen und geistigen Dingen, sondern auch in vernunftmäßigen und natürlichen; denn aus der Liebe, weil aus dem Herrn, sind sie in den eigentlichen Urgründen (prinzipiis) oder Quellen der Dinge, d.h. in den Endzwecken und Ursachen. Aus den Urgründen oder Endzwecken und Ursachen sehen, heißt aus dem Himmel (sehen) alles, was unterhalb, auch was auf Erden ist. Es verhält sich damit vergleichsweise wie mit einem, der auf einen hohen Berg und zwar in einem Wartturm daselbst steht: ein solcher kann viele Meilen weit ringsherum sehen was unterhalb desselben ist, während die, welche unterhalb, und mehr noch die, welche im Tal oder Wald sind, kaum so viele Schritte weit (sehen können). Ebenso verhält es sich auch mit denjenigen, die im Guten der Lehre sind, gegenüber denen, die in dem vom Guten getrennten Wahren der Lehre sind, obwohl diese meinen, sie können weiter sehen als jene, während sie doch nichts Gutes und auch nichts Wahres außer nur ganz leichthin auf der Oberfläche sehen, und auch dieses mit Falschem verunreinigt. Dennoch aber ist die Weisheit und Einsicht der Engel eine beschränkte (finita) und gegen der göttlichen des Herrn eine sehr beschränkte (finitissima) und kaum etwas. Wie dies daraus erhellen kann, daß zwischen dem Unendlichen und Endlichen kein Verhältnis stattfindet, gleichwohl jedoch eine Gemeinschaft (communicatio) vermöge der göttlichen Allmacht, und von daher, daß der Herr das Gute selbst, und die Liebe selbst, mithin das eigentliche Sein des Guten und das eigentliche Sein der Liebe, die bei den Engeln somit das eigentliche Sein ihrer Weisheit und Einsicht ist. Hieraus wird auch klar, daß der Herr im Himmel und auf Erden in allem ist, wo Gutes ist. Zu sehr täuschen sich diejenigen, die meinen, der Herr sei in dem vom Guten getrennten Wahren; Er ist lediglich nur im Guten, und von daher im Wahren, d.h. in der Liebe und Liebtätigkeit, und aus ihr im Glauben. 2573. Vers 16: Und zu Sarah sprach er: Siehe, ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben, siehe, das sei dir eine Decke der Augen für alle, die mit dir, und mit allen sind, und sie war gerächt. "Und zu Sarah sprach er" bedeutet das Innewerden aus dem geistig Wahren; "siehe, ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben" bedeutet den Überfluß des dem himmlisch Guten beigesellten Vernunftwahren; "siehe, das sei dir eine Decke der Augen für alle, die mit dir" bedeutet, daß die Vernunftwahrheiten gleich einer Hülle oder einem Gewand für die geistigen Wahrheiten seien; "und mit allen sind" bedeutet, daß auch die Wahrheiten, die von daher stammen; "und sie war gerächt (vindicate)" bedeutet, daß so keine Schuld und keine Beschädigung (noxa) da war. 2574. "Und zu Sarah sprach er", 1. Mose 20/16, daß dies ein Innewerden aus dem geistig Wahren bedeutet, erhellt aus der Vorbildung der Sarah als Gattin, sofern sie ist das göttliche geistig Wahre, wovon Nr. 2507; und ebenderselben als Schwester, sofern sie ist das Vernunftwahre, wovon Nr. 2508, und aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden (percipere), wovon Nr. 2506. Hier ist gesprochen zu Sarah als Gattin, sodann zu Sarah als Schwester: als Gattin weil sie zurückgegeben wurde: Nr. 2569, als Schwester, weil gesagt wird: Ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben; und was von Abimelech gesagt wurde, das wurde von Sarah vernommen in jenem Zustand, darum wird durch das Sprechen zu Sarah bezeichnet ein Innewerden aus dem geistig Wahren. Daß diese Dinge tiefere Geheimnisse in sich schließen, als daß sie in faßlicher Weise ausgelegt werden könnten, ist offenbar. Sollten sie nur einigermaßen ausgelegt werden, so wäre notwendig, daß zuvor mehreres erklärt würde, was man noch nicht weiß, so z.B. was das geistig Wahre, was das Innewerden aus dem geistig Wahren ist, daß der Herr allein ein Innewerden aus dem geistig Wahren hatte, daß der Herr so wie Er das vernunftmäßige Wahre dem vernunftmäßigen Guten einpflanzte, so das geistig Wahre dem himmlisch Guten, somit fortwährend das Menschliche dem Göttlichen, damit im einzelnen eine Ehe des Menschlichen mit dem Göttlichen, und des Göttlichen mit dem Menschlichen sein möchte. Dieses und mehreres (andere) müßte vorausgehen, ehe die in diesem Vers enthaltenen (Worte) in faßlicher Weise erklärt werden können. Dergleichen ist hauptsächlich den engelischen Gemütern angemessen, die Einsicht in solchen Dingen haben, und für die der innere Sinn des Wortes ist. Ihnen werden diese Dinge in himmlischer Weise vorgebildet, und durch sie, so wie durch die in diesem Kapitel vorkommenden Dinge, wird beigebracht, wie der Herr das Menschliche, das Er von der Mutter hatte, nach und nach ausstieß, bis dahin, daß Er zuletzt nicht mehr ihr Sohn war. Daß Er sie auch nicht als Mutter anerkannte, erhellt Matth.12/46-49; Mark.3/31-35; Luk.8/20,21; Joh.2/4, und wie Er das Menschliche durch eigene Kraft göttlich machte, bis dahin, daß Er mit dem Vater eins war, wie Er selbst lehrt bei Joh.14/6,8-11 und anderwärts; dies wird durch Myriaden von Vorstellungen und Vorbildungen, die alle unaussprechlich sind, vom Herrn den Engeln in klarem Lichte dargestellt. Der Grund ist, weil es ihren Gemütern angemessen ist, und weil sie in der Seligkeit ihrer Einsicht, und in der Wonne ihrer Weisheit sind, wenn in diesem. Und außerdem, weil es Engel gibt, die, als sie Menschen waren, eine Vorstellung vom Menschlichen des Herrn gefaßt hatten, wie von dem Menschlichen bei einem anderen Menschen, so wird, damit sie mit den himmlischen Engeln im anderen Leben zusammen sein können, (denn die durch die Neigung zum Guten eingegebenen Vorstellungen verbinden im anderen Leben), dergleichen durch den inneren Sinn des Wortes zerstreut, und sie so vervollkommnet. Hieraus kann erhellen, wie köstlich den Engeln die Dinge sind, die der innere Sinn des Wortes enthält, obwohl sie vielleicht als wertlos erscheinen werden dem Menschen, der eine so dunkle Vorstellung von dergleichen hat, daß sie kaum eine ist. 2575. "Siehe, ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben", 1. Mose 20/16, daß dies eine unendliche Fülle des dem Guten beigesellten vernunftmäßigen Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Tausend, sofern es ist vieles und Unzähliges, hier Unendliches, oder eine unendliche Fülle, weil es auf den Herrn bezogen wird, von welcher Bedeutung desselben unten (die Rede sein wird). Aus der Bedeutung des Silbers, sofern es ist das Vernunftwahre, wovon Nr. 1551, 2048, und aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ist das himmlisch Gute, das dem Vernunftwahren, wie der Bruder der Schwester, beigesellt ist: Nr. 2524, 2557. Daraus erhellt, daß (die Worte) "ich habe tausend Silberlinge deinem Bruder gegeben" bedeuten eine unendliche Fülle des dem Guten beigesellten Vernunftwahren. Daß es dem Guten, welches ist der Bruder, gegeben wurde, nicht aber dem Wahren, ist deshalb, weil vom Guten das Wahre (kommt), nicht umgekehrt. Über jene unendliche Fülle sehe man Nr. 2572. Daß tausend im Worte vieles und Unzähliges bedeuten, und wenn sie auf den Herrn bezogen werden, Unendliches, wird klar aus folgenden Stellen: 2. Mose 20/5,6; 34/7; 5. Mose.5/9,10: "Ich, Jehovah, (bin) dein Gott, ein eifernder Gott, heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, an den dritten, und an den vierten, meinen Hassern; und Barmherzigkeit tuend Tausenden (milibus), die Mich lieben, und Meine Gebote halten". Jerem.32/18: "Jehovah tut Barmherzigkeit an Tausenden (in Millenos), und vergilt die Missetat der Väter in den Busen ihrer Söhne nach ihnen": wo durch Tausende (millia) und die Tausende (Millenos) nicht bezeichnet wird etwas Begrenztes (Definitum), sondern Unendliches (Infinitum), denn die Barmherzigkeit des Herrn ist eine unendliche, weil göttliche. Ps.68/18: "Die Wagen Gottes sind zwei Myriaden, die Tausende verdoppelt (milleni duplicati), der Herr in ihnen, Sinai in Heiligkeit": wo die Myriaden und die Tausende für unzählige (stehen). Ps.91/7: "Fallen werden an deiner Seite tausend (mille) und zehntausend (Myrias) zu deiner Rechten, an dich wird es nicht herankommen": wo tausend und eine Myriade auch für unzählige (stehen); und weil es auf den Herrn, Der unter David in den Psalmen verstanden wird, sich bezieht, für alle, die Feinde sind. Ps.144/13: "Unsere Speicher sind voll, ausspendend Speise um Speise, unsere Herden gebärend tausend (mille), und zehntausend in unseren Gassen": auch hier tausend und zehntausend (decem Mille) oder eine Myriade, für Unzähliges. Ps.90/4: "Tausend Jahre sind in deinen Augen, wie der gestrige Tag, wenn er vorüberging": tausend (mille) Jahre soviel als ohne Zeit, somit für das Ewige, welches das Unendliche in Beziehung auf die Zeit (infinitum temporis) ist. Jes.30/17: "Je tausend (mille unum) werdet ihr vor dem Schelten eines einzigen, vor dem Schelten von fünfen, fliehen, bis ihr übrigbleibet wie eine Stange auf dem Haupt des Berges": wo ein Tausend (mille unum) oder eine Chiliade, für viele (steht) ohne bestimmte Zahl, fünf für wenige: Nr. 649. 5. Mose 1/11: "Jehovah, der Gott eurer Väter, tue hinzu zu euch, tausendmal mehr als ihr seid (sicut vos, Mille vicibus), und segne euch": wo tausendmal für unzählige (steht), wie in der gewöhnlichen Rede, in der man auch tausend sagt für viele, z.B. es sei tausendmal gesagt worden, es sei auf tausenderlei Weise (mille modis) geschehen. Jos.23/10: "Ein einziger Mann von euch wird tausend jagen, denn Jehovah, euer Gott, streitet für euch". Weil tausend eine bestimmte Zahl in der Rechnung ist, so scheint es, als ob in den prophetischen Stellen, besonders wenn sie in historischem Zusammenhang stehen, tausend bedeuten tausend, während sie doch unabhängig von einer bestimmten Zahl viele oder unzählige bedeuten, denn das Historische ist von solcher Beschaffenheit, daß es die Vorstellungen bei den nächsten und eigentlichen Bedeutungen der Wörter, sowie auch der Namen die dabei vorkommen, festhält, während doch durch die Zahlen, ebenso wie durch die Namen im Worte Sachen bezeichnet werden, wie aus demjenigen erhellen kann, was von den Zahlen schon Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252 gezeigt worden ist. Daher kommt, daß auch einige der Meinung sind, durch die tausend Jahre in der Joh.Offenb.20/1-7 werden tausend Jahre oder tausend Zeiten bezeichnet, und dies darum, weil das Prophetische dort historisch beschrieben ist, während doch durch die tausend Jahre dort nichts als unbestimmt vieles, sodann anderwärts auch Unendliches in Beziehung auf die Zeit (infinitum temporis) oder Ewiges bezeichnet wird. 2576. "Siehe, das sei dir eine Decke der Augen für alle, die mit dir sind", 1. Mose 20/16, daß dies bedeutet, die Vernunftwahrheiten seien wie eine Hülle oder Bekleidung für die geistigen Wahrheiten, erhellt aus der Bedeutung der Hülle, wovon im gleich Folgenden, und aus der Bedeutung der Augen, sofern sie sind das Verständige, wie aus sehr vielen Stellen im Worte ersichtlich ist; sodann aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist verstehen: Nr. 2150, 2325. Jeder kann sehen, daß im einzelnen in diesem Vers Geheimnisse sind, die nicht offenbar werden können, außer aus einem gewissen tieferen Sinn, wie z.B. daß er tausend Silberlinge gegeben habe, und dieses nicht gesagt wird in Beziehung auf ihren Ehegatten, sondern auf ihren Bruder, daß jenes eine Decke der Augen sein sollte, sowohl für sie, als für alle, die mit ihr und dann mit allen sind, und daß sie so gerächt worden sei. Es können zwar manche historische Vermutungen aus dem Buchstabensinn abgeleitet werden, aber sie alle haben nichts Geistiges, noch weniger etwas Göttliches (an sich), während doch das Wort ein solches ist. Daß die Vernunftwahrheiten wie eine Hülle oder Bekleidung für die geistigen Wahrheiten sind, damit verhält es sich so: was das Innerste des Menschen ist, das gehört seiner Seele an, was aber das Auswendigere ist, das gehört seinem Leib an. Das Innerste des Menschen ist das Gute und die Wahrheiten, aus denen die Seele ihr Leben hat, sonst wäre die Seele nicht Seele. Das Auswendigere bekommt von daher sein Leben, und es ist alles wie ein Leib, oder, was dasselbe ist, wie eine Hülle oder Bekleidung. Dies kann besonders aus demjenigen erhellen, was im anderen Leben erscheint, wie an den Engeln; wenn diese sich sichtbar darstellen, so leuchtet ihr Inwendiges aus ihrem Angesicht hervor, ihr Auswendiges stellt sich dar sowohl an ihrem Leib als in ihrer Bekleidung, dermaßen, daß dort jeder schon aus dem Gewand wissen kann, wie sie geartet sind, denn sie sind reale Substanzen, somit Wesenheiten in Ausgestaltung; mit den Engeln, die erschienen und dem Angesicht und der Bekleidung nach, im Worte beschrieben sind, verhält es sich ebenso, z.B. denjenigen, die im Grab des Herrn erschienen sind: Matth.28/3; Mark.16/5; und den 24 Ältesten um den Thron: Joh.Offenb.4/4 und anderen, und zwar nicht nur mit den Engeln, sondern auch mit allem übrigen, wenn auch Unbeseelten, was im Wort erwähnt wird, dessen Auswendiges die Hülle oder Bekleidung ist, wie mit der Bundeslade und mit dem sie umgebenden Zelt. Die Lade daselbst, die das Innerste bildete, stellte den Herrn selbst vor, denn in ihr war das Zeugnis, das Zelt hingegen, das außerhalb war, bildete vor das Reich des Herrn. Die Umhüllungen daran oder die Vorhänge und Decken, bildeten samt und sonders vor die auswendigen himmlischen und geistigen Dinge in Seinem Reich, nämlich in den drei Himmeln; was daraus erhellen kann, daß seine Gestalt dem Moses auf dem Berge Sinai gezeigt worden war: 2. Mose 25/9; 26/30; von daher hatte es seine Heiligkeit, nicht aber vom Gold und Silber und den Bildwerken in ihm. Weil (aber) jetzt davon gehandelt wird, daß die Vernunftwahrheiten wie eine Hülle oder Bekleidung für die geistigen Wahrheiten seien, und bei Mose das Zelt beschrieben wird in Ansehung seiner Umhüllungen oder Decken, auch in Ansehung der Vorhänge, die an den Eingängen (waren), so mag, der Beleuchtung wegen, angegeben werden, was insbesondere durch die Vorhänge daran bezeichnet worden ist. Was aber durch die Decken ringsumher (bezeichnet wurde), wird anderwärts, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden: Vorhänge waren daran drei. Der erste bildete eine Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten, der andere wird genannt die Decke für die Türe des Zeltes, der dritte die Decke für das Tor des Vorhofs. Von dem eigentlichen Vorhang, welcher der erste war, vor der Lade, heißt es bei 2. Mose 26/31-34; 36/35,36: "Mache einen Vorhang aus Hyazinth und Purpurfarbe und doppelt gefärbtem Scharlach, und von gezwirntem Byssus, ein Werk des Erdenkens, sollst du ihn machen mit Cheruben: und sollst ihn anbringen an vier Säulen von Schittim, die überzogen sind mit Gold, und ihre Haken von Gold; auf vier Fußgestellen von Silber; und sollst den Vorhang tun unter die Henkel und sollst hineinbringen, innerhalb des Vorhangs, die Lade des Zeugnisses, und der Vorhang soll für euch scheiden zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten": dieser Vorhang bildete vor die nächsten und innersten Scheinbarkeiten des vernunftmäßig Guten und Wahren, in dem die Engel des dritten Himmels sind, welche Scheinbarkeiten beschrieben sind durch Hyazinth, Purpur, doppelt gefärbten Scharlach, und gezwirnten Byssus, wobei die rote Farbe das Gute der Liebe, und die weiße deren Wahrheiten vorbildete. In ähnlicher Weise auch das Gold und das Silber, mit denen die Säulen überzogen wurden, und aus denen die Haken und Füße (bestanden). Daß die Farben vorbilden, sehe man Nr. 1042, 1043, 1053, 1624; daß das Gold das Gute der Liebe ist: Nr. 113, 1551, 1552; daß das Silber das Wahre ist: Nr. 1551, 2048, woraus erhellen kann, was es bedeutet, daß der Vorhang des Tempels entzwei riß: Matth.27/51; Mark.15/38; Luk.23/45 nämlich daß der Herr eingegangen sei ins Göttliche Selbst, nachdem alle Scheinbarkeiten zerstreut waren, und daß Er zugleich den Zugang zum Göttlichen Selbst eröffnet habe durch sein göttlich gewordenes Menschliche. Vom anderen Vorhang, oder der Decke für die Türe des Zeltes, heißt es bei 2. Mose 26/36,37; 36/37,38: "Mache eine Decke an den Eingang des Zeltes, aus Hyazinth, und Purpur, und doppelt gefärbtem Scharlach, und gezwirntem Byssus, ein Werk des Buntwirkers: und mache zur Decke fünf Säulen von Schittim, und überziehe sie mit Gold, ihre Haken von Gold, und gieße für sie fünf Fußgestelle von Erz": durch diese Decke wurden vorgebildet Scheinbarkeiten des Guten und Wahren, die niedriger oder äußerlicher sind als die vorigen, oder mittlere des Vernunftmäßigen, in denen die Engel des zweiten Himmels sind. Welche Scheinbarkeiten beinahe ebenso beschrieben sind, mit dem Unterschied doch, daß für diese Decke fünf Säulen und fünf Fußgestelle sein sollten, durch welche Zahl das verhältnismäßig wenige bezeichnet wird, denn diese Scheinbarkeiten hängen nicht so zusammen, oder sind nicht so himmlisch, wie die Scheinbarkeiten des innersten oder dritten Himmels. Über die Zahl Fünf, daß (sie bedeutet) wenig, sehe man Nr. 649, 1686; und weil diese Scheinbarkeiten sich beziehen auf die natürlichen Dinge, so wurde befohlen, daß die Fußgestelle aus Erz gegossen werden sollten, denn durch Erz wurde das vernunftmäßig (soll wohl heißen natürlich, nach Nr. 425, 1551 - Anmerkung des Übersetzers) Gute vorgebildet und bezeichnet: Nr. 425, 1551. Vom dritten (Vorhang), oder der Decke für das Tor des Vorhofs, heißt es bei 2. Mose 27/16,17; 38/18/19: "Für das Tor des Vorhofs eine Decke, von zwanzig Ellen, aus Hyazinth und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach, und gezwirntem Byssus, ein Werk des Buntwirkers; ihre Säulen vier, deren Fußgestelle vier, alle Säulen des Vorhofs ringsum eingefaßt mit Silber, ihre Haken von Silber, ihre Fußgestelle aber von Erz": durch diese Decke wurden noch niedrigere oder auswendigere Scheinbarkeiten des Guten und Wahren vorgebildet, welche sind die untersten des Vernunftmäßigen, und in denen die Engel des ersten Himmels sind. Diese Scheinbarkeiten, weil sie den inwendigeren entsprechen, sind in ähnlicher Weise beschrieben, mit dem Unterschied jedoch, daß die Säulen nicht mit Gold überzogen, sondern mit Silber eingefaßt, und daß die Haken aus Silber sein sollten, wodurch die Vernunftwahrheiten bezeichnet werden, die ihren Ursprung unmittelbar aus den wissenschaftlichen haben, und die Fußgestelle aus Erz, wodurch natürlich Gutes bezeichnet wird. Hieraus kann erhellen, daß nichts dabei war, das nicht eine Vorbildung himmlischer und geistiger Dinge des Reiches des Herrn wäre, oder daß alles ganz nach dem Urbild der himmlischen und geistigen Dinge in den drei Himmeln gemacht worden war; sodann daß die Umhüllungen oder Decken jene Dinge bezeichneten, die wie der Leib oder die Bekleidung um das Innerste oder außerhalb desselben sind. Außerdem kann, daß die Umhüllungen, Decken, Gewänder oder Kleider die verhältnismäßig niedrigeren Wahrheiten bedeuten, noch aus vielen Stellen im Wort erhellen, wie bei Hes.27/7: "Byssus mit Buntwirkerei aus Ägypten war dein Angespanntes, Hyazinth und Purpur aus den Inseln Elischa deine Decke": wo von Tyrus (die Rede ist), durch das die inwendigeren Erkenntnisse himmlischer und geistiger Dinge, mithin die, welche in denselben sind, bezeichnet werden: Nr. 1201; die Buntwirkerei aus Ägypten für das Wissenschaftliche; daß Ägypten das Wissenschaftliche sei: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Hyazinth und Purpur aus den Inseln Elischa, das die Decke (sein sollte), für die Religionsgebräuche, die dem inneren Gottesdienst entsprechen: Nr. 1156. Hes.26/16: "Herabsteigen werden von ihren Stühlen alle Fürsten des Meeres, und abwerfen ihre Mäntel, und die Kleider ihrer Buntwirkerei ausziehen, mit Schrecknissen werden sie angetan werden, auf der Erde werden sie sitzen": auch (dies) von Tyrus; die Mäntel und Kleider der Buntwirkerei für die Erkenntnisse aus Wissenschaftlichem, somit für die niedrigeren Wahrheiten. Hes.16/10,11,16,18: "Ich kleidete dich in Gesticktes, und zog dir Schuhe an von Thachasch, und umwand dich mit Byssus, und bedeckte dich mit Seide, und schmückte dich mit Schmuck, und legte Spangen an deine Hände, und eine Kette an deine Kehle. Du nahmst von deinen Kleidern, und machtest dir bunte Höhen, und hurtest auf ihnen; du nahmst buntgewirkte Kleider, und bedecktest sie": von Jerusalem, welches ist die geistige Kirche, und beschrieben wird wie sie war vor Alters, und wie nachher als sie verkehrt wurde; ihr niedrigeres Geistige, und ihre Lehren, sind die buntgewirkten Kleider von Byssus, von Seide. Jes.3/1,6,7,17-24: "Der Herr Jehovah Zebaoth entfernend aus Jerusalem (und Jehudah) jeden Stab des Brotes und (jeden) Stab des Wassers; alsdann wird ergreifen ein Mann seinen Bruder des Hauses seines Vaters, (und sprechen): ein Kleid hast du, Fürst sollst du uns sein: er aber wird an jenem Tag entgegnen, und sprechen: Ich werde nicht sein ein Verbindender, und in meinem Hause ist kein Brot, und kein Kleid, setzet mich nicht zum Fürsten des Volkes. Mit Krätze wird überziehen der Herr den Scheitel der Töchter Zions, und an jenem Tage wird der Herr entfernen den Schmuck der Fußspangen und der Netzchen, und der kleinen Monde, und der Halsbänder, und der Kettchen, und der Armspangen (bracteolarum) und die Kopfbunde (tiarias), und die Kniebänder (periscelides), und die Gürtel (alligamenta), und die Häuser der Seele (domos animae), und die Ohrgehänge (inaures): die Ringe, und den Nasenschmuck (ornamenta nasi), die Feierkleider (mutatorias vestes), und die Überwürfe (Amicula), und die Obergewänder (pepla), und die Nadelbüchschen (aciaria), die Spiegel, und die Hemden (sindones), und die Turbane (cidares), und die Mäntelchen (palliola)": Jerusalem für die geistige Kirche, Jehudah für die himmlische Kirche, der Stab des Brotes und der Stab des Wassers, der entfernt werden wird, für das Gute und das Wahre; das Kleid, das der Fürst anhat, für die Wahrheiten, die der Lehre angehören. Die verschiedenen Gewänder und Schmucksachen der Töchter Zions, die aufgezählt werden, sind alle und jede Gattungen und Arten des Guten und Wahren, deren sie sollen beraubt werden; wenn nicht die Einzelheiten, die aufgezählt werden, etwas Besonderes der Kirche bezeichnen würden, so würden sie nicht zum Wort gehören, in dessen jedwedem Ausdruck etwas Göttliches ist. Sie werden ausgesagt von den Töchtern Zions, und daß durch diese die Dinge der Kirche bezeichnet werden, sehe man Nr. 2362. Jes.52/1,2: "Auf, auf, zieh deine Stärke an, Zion, zieh an die Kleider deines Schmucks, Jerusalem, du Stadt der Heiligkeit, denn nicht soll kommen mehr in dich wer unbeschnitten ist und unrein": Zion für die himmlische Kirche, Jerusalem für die geistige, die Kleider des Schmucks für die heiligen Dinge des Glaubens. Jes.59/6: "Ihre Gewebe dienen nicht zum Kleide, auch werden sie nicht bedeckt mit ihren Werken, ihre Werke sind Werke der Missetat": die Gewebe (telae) für erdichtete Wahrheiten, die nicht zum Kleide dienen, das Kleid für die auswendigeren Wahrheiten der Lehre und des Gottesdienstes, daher es heißt, auch werden sie nicht bedeckt mit den Werken. Jes.61/10: "Freuen werde ich mich in Jehovah, frohlocken wird meine Seele in meinem Gott, denn Er wird kleiden mich mit Kleidern des Heiles, mit dem Rock der Gerechtigkeit hat Er mich bedeckt": die Kleider des Heiles für die Wahrheiten des Glaubens, der Rock der Gerechtigkeit für das Gute der Liebtätigkeit. Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast wenige Namen auch in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben und wandeln werden mit Mir in weißen (Kleidern), denn sie sind es würdig; wer überwindet, soll angetan werden mit weißen Kleidern". Joh.Offenb.16/15: "Selig ist, wer wacht, und seine Kleider bewahrt, daß er nicht nackt wandle". Joh.Offenb.4/4: "Auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, angetan mit weißen Kleidern": wo offenbar die Kleider nicht Kleider sind, sondern Geistiges, das Sache des Wahren ist. Ebenso was der Herr sagte von der Vollendung des Zeitlaufs, daß sie nicht zurückkehren sollen, die Kleider zu holen: Matth.24/18; Mark.13/16, daß hier die Kleider Wahrheiten sind, sehe man Nr. 2454; sodann was (Er sagte) von dem, der nicht mit einem Hochzeitskleid angetan war: Matth.22/11,12; und was von Johannes: "Was seid ihr hinausgegangen zu sehen, einen Menschen mit glänzenden Kleidern angetan? Die glänzende (Kleider) tragen, sind in den Häusern der Könige": Matth.11/8; Luk.7/25: d.h. nicht im Äußern der Lehre und es Gottesdienstes, sondern im Innern; daher er beifügt: "Was seid ihr hinausgegangen zu sehen, einen Propheten? (Ja,) Ich sage euch, (der) auch noch mehr (ist), denn ein Prophet", ebendasselbe Matth.11/9: der Prophet für die äußeren Dinge der Lehre und des Gottesdienstes. Weil die Kleider die Wahrheiten jeder Gattung bezeichneten, so war befohlen, daß die Söhne Israels, als sie aus Ägypten zogen, Gold und Silber und Kleider entlehnen und auf die Söhne legen sollten: 2. Mose 3/22; 12/35,36; sodann daß Kleider mehrerer Gattungen oder gemischte (Zeuge) nicht angezogen werden sollten: 3. Mose 19/19; 5. Mose 22/11, und daß sie sich Quasten an die Säume der Kleider machen, daran eine hyazinthfarbige Schnur tun, und wenn sie diese sehen, der Gebote gedenken und sie tun sollten: 4. Mose 15/38-40. Sie zerrissen auch ehemals die Kleider, wie zu ersehen ist bei Jos.7/6; Richt.11/35; 1.Sam.4/12; 2.Sam.1/2,11,12; 3/31; 13/30,31; 15/32; 1.Kön.21/27; 2.Kön.5/7,8; 6/30; 22/11,14,19; Jes.36/22; 37/1; und dies bezeichnete den Eifer für die Lehre und das Wahre, das so zerrissen war; sodann das demütige Bekenntnis (humiliatio), daß nichts bei ihnen sei, was durch den Kleiderschmuck bezeichnet wird. Daß durch die Umhüllungen, Decken, Gewänder oder Kleider solches bezeichnet wird, erhellt auch aus der Weissagung Jakobs, damals Israels: "Er wird an den Weinstock binden sein Füllen, und an den Edelweinstock den Sohn seiner Eselin; er wird im Weine waschen sein Kleid, und im Blut der Trauben seine Hülle": 1. Mose 49/11. Was dies bedeutet kann niemand wissen, es sei denn aus dem inneren Sinne, was nämlich der Weinstock, der Edelweinstock, das Füllen, der Sohn der Eselin, der Wein, das Blut der Trauben, das Kleid und die Hülle (bedeutet), daß es auf den Herrn geht, Der hier Schiloh genannt wird, ist offenbar. Es wird hier gehandelt von Jehudah, durch den das himmlisch Göttliche des Herrn vorgebildet wird: durch die Kleidung, die er im Weine und durch die Hülle, die er im Blut der Trauben waschen werde, wird bezeichnet Sein Vernunftmäßiges und Natürliches, das Er göttlich machen sollte. Ebenso bei Jes.63/1-3: "Wer ist Der, Welcher aus Edom kommt, in gefärbten Kleidern aus Bozra, Er, Der ehrwürdig in Seiner Kleidung, einhergeht in der Größe Seiner Kraft? warum so rot Dein Kleid, und Dein Gewand wie eines Keltertreters? und die Kelter habe Ich allein getreten, und von den Völkern war niemand mit Mir: gespritzet ist ihr Sieg auf Meine Kleider, und Meinen ganzen Anzug habe Ich besudelt": wo auch die Kleider und der Anzug für das Menschliche des Herrn stehen, das Er durch Versuchungskämpfe und Siege aus eigener Macht göttlich machte, daher gesagt wird, "die Kelter habe Ich allein getreten, und von den Völkern war niemand mit Mir"; daß Jischak roch den Geruch der Kleider Esaus, und sofort (Jakob) segnete: 1. Mose 27/27 schließt ähnliches in sich. Selbst das Heilige des Göttlich-Menschlichen des Herrn, war ebenfalls ein Kleid, das wie das Licht, und wie ein strahlendes Weiß erschien, als Er verwandelt wurde, wovon es bei Matth.17/2 also heißt: "Als Jesus verwandelt wurde, glänzte Sein Angesicht wie die Sonne, Seine Kleider wurden (weiß) wie das Licht"; bei Luk.9/29: "Als Jesus betete, wurde das Aussehen seines Angesichts ein anderes, sein Gewand weiß strahlend"; und bei Mark.9/3: "Als Jesus verwandelt ward, wurden seine Kleider glänzend, sehr weiß wie der Schnee, wie kein Walker auf Erden weiß machen kann". Die Kleider der Heiligkeit, mit denen Aharon angetan war, als er hinter den Vorhang einging, die von Leinwand waren, bildeten ähnliches vor: 3. Mose 16/2,4, ebenso die Kleider der Heiligkeit, die zur Herrlichkeit und Zierde (dienten), und die des Dienstes, wovon 2. Mose 28/2-22; 39/1-23 in denselben war nicht das Geringste, das nicht vorbildete. 2577. "Und mit allen sind", 1. Mose 20/16, daß dies bedeutet, auch die Wahrheiten, die von daher stammen, nämlich die wissenschaftlichen und sinnlichen, erhellt aus dem, was oben gesagt worden ist, und aus dem Zusammenhang selbst, denn unmittelbar vorher wird gesagt: "Siehe, das sei dir eine Decke der Augen für alle, die mit dir (sind)", wodurch Vernunftwahrheiten bezeichnet werden, die wie eine Hülle für die geistigen Wahrheiten sind, und nun heißt es wieder: "mit allen", wodurch demnach noch niedrigere Wahrheiten bezeichnet werden, die von den vernunftmäßigen herstammen, und diese sind keine andere, als welche wissenschaftliche Wahrheiten und sinnliche Wahrheiten genannt werden. Daß aus dem Vernunftmäßigen wissenschaftliche Wahrheiten und sinnliche Wahrheiten herstammen, erhellt aus der Ordnung des Einflusses: das Inwendigere (interiora) fließt ein in das Auswendigere (exteriora) oder, was dasselbe ist, das Obere (superiora) in das Untere (inferiora), nicht aber umgekehrt. Es erscheint zwar anders, nämlich daß durch die sinnlichen und die wissenschaftlichen (Wahrheiten) der Mensch vernünftig werde, allein dies ist eine Täuschung: Das Gute vom Herrn her fließt durch das Vernunftvermögen des Menschen immerfort ein, und kommt entgegen, und nimmt Wissenschaftliches an sich (sibi adoptat), und inwieweit es dasselbe an sich nehmen und es gehörig ordnen kann, insoweit wird er vernünftig. Es verhält sich damit ebenso, wie mit dem Guten und den sogenannten Glaubenswahrheiten: das Gute vom Herrn her fließt ein in die Wahrheiten und nimmt sie an sich (sibi adoptat), und inwieweit es dieselben an sich nehmen kann, insoweit wird der Mensch geistig; wiewohl es den Anschein hat, als ob die sogenannten Glaubenswahrheiten einfließen und den Menschen geistig machen. Dieser Schein ist auch die Ursache, warum man heutzutage das Wahre, das Gegenstand des Glaubens ist, so sehr kultiviert, und nicht denkt an das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist. 2578. "Und sie war gerächt (vindicata)", 1. Mose 20/16, daß dies bedeutet, daß so keine Schuld und keine Beschädigung da war, erhellt aus allem dem, was vorhergeht, und wovon dieses der Schluß ist. 2579. Vers 17: Da betete Abraham zu Gott, und Gott heilte den Abimelech, und sein Weib, und seine Mägde, und sie gebaren. "Da betete Abraham zu Gott" bedeutet eine Offenbarung; "und Gott heilte den Abimelech" bedeutet die Gesundheit (integritatem) der Lehre in Ansehung des Guten; "und sein Weib" bedeutet in Ansehung des Wahren; "und seine Mägde" bedeutet in Ansehung der Neigungen zu den Lehren; "und sie gebaren" bedeutet die Fruchtbarkeit. 2580. "Da betete Abraham zu Gott", 1. Mose 20/17, daß dies eine Offenbarung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von beten, wenn es vom Herrn ausgesagt wird, sofern es ist geoffenbart werden, wovon Nr. 2535; und aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist der Herr, wovon schon mehrmals. Im Sinne des Buchstabens sind es zwei, nämlich ein anderer, der betete, und ein anderer, zu dem er betete, denn es wird gesagt, Abraham betete zu Gott. Im inneren Sinn aber sind es nicht zwei, sondern einer , denn es war in Ihm Gott oder Jehovah, Der offenbarte, denn aus Jehovah war Er empfangen: allein inwieweit mütterlich Menschliches da war, war Er ein anderer. Wie es sich damit verhält, kann jedoch nur schwer bis zum Verständnis in Vorstellungen fallen; in engelische zwar, die sich im Lichte des Himmels darstellen, nicht so (aber) in menschliche, die, wenn sie nicht erleuchtet sind von denjenigen, die im Bereich des Lichtes der Welt sind, es nicht erfassen; noch weniger in die (Vorstellungen) derjenigen, denen alles, was Gegenstand des Lichtes des Himmels ist, so (sehr) Dunkelheit ist, daß es nichts ist. 2581. "Und Gott heilte den Abimelech", 1. Mose 20/17, daß dies die Gesundheit der Lehre in Ansehung des Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von heilen, sofern es ist gesund machen (intgegrum facere); und aus der Vorbildung Abimelechs, sofern er ist die ihr Absehen auf Vernunftgründe habende Glaubenslehre: Nr. 2510. Daß sie es ist in Rücksicht des Guten, ergibt sich daraus, daß gesagt wird, auch sein Weib (uxor) sei geheilt worden, wodurch die Gesundheit der Lehre in betreff des Wahren bezeichnet wird, denn wenn im Worte der Gatte (maritus) Gatte heißt, so wie auch, wenn er genannt wird, dann bedeutet er das Gute, und die Gattin (uxor) das Wahre; wenn aber der Gatte Mann (vir) heißt, dann bedeutet er das Wahre, und die Gattin (uxor) das Gute, wovon auch Nr. 915, 1468, 2517. 2582. "Und sein Weib", 1. Mose 20/17, daß dies bedeutet in Ansehung des Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Weibes (uxoris), sofern sie ist das Wahre, wovon soeben Nr.2581. 2583. "Und seine Mägde", 1. Mose 20/17, daß dies bedeutet in Ansehung der Neigungen zu den Lehren von daher, erhellt aus der Bedeutung der Mägde, sofern sie sind die Neigungen zu den vernunftmäßigen und wissenschaftlichen (Wahrheiten), wovon Nr. 1895, 2567. Hier zu den Lehren, weil sie ausgesagt werden von der Glaubenslehre, denn sie gehörten dem Abimelech an, durch den die Glaubenslehre bezeichnet wird. Nr. 2509, 2510; denn alles verhält sich gemäß der Beziehung auf dasjenige, von dem gehandelt wird. 2584. "Und sie gebaren", 1. Mose 20/17, daß dies die Fruchtbarkeit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gebären und Geburt. Im inneren Sinn des Wortes sind bloß geistige und himmlische Dinge, die bezeichnet werden, wo daher genannt wird Empfängnis oder empfangen, Geburt (partus) oder gebären (parere), Entstehung (nativitas) oder entstehen (nasci), Zeugung (generatio) oder zeugen (generare), sodann die, welche erzeugen (gignunt), als Vater und Mutter, und die erzeugt werden, als Söhne und Töchter, werden sie lediglich nur im geistigen Sinne verstanden, denn das Wort an sich ist geistig und himmlisch. So also auch hier das Gebären, wodurch Fruchtbarkeit in Ansehung der Dinge, die zur Lehre gehören, bezeichnet wird. Daß unter den Geburten im Worte keine andere Geburten verstanden werden, kann aus folgenden Stellen erhellen: 1.Sam.2/5,6: "Satte sind um Brot verdingt worden, und Hungrige gibt es nicht mehr, bis daß die Unfruchtbare sieben gebar, die Kinderreiche abnahm; Jehovah tötet und macht lebendig, läßt hinabfahren in die Unterwelt, und läßt herauffahren". Jerem.15/9: "Es verschmachtet, die sieben geboren hatte, sie haucht ihre Seele aus; ihre Sonne geht unter, während es noch Tag ist". Jes.54/1: "Singe, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die nicht kreißte, weil mehr sind der Söhne der Verlassenen, denn der Söhne der Vermählten, sprach Jehovah". Ps.29/9: "Die Stimme Jehovahs macht kreißen die Hirsche, und entblößt die Wälder; und in Seinem Tempel sagt jeder, der Ihm angehört, Preis". Jes.23/4,5: "Erröte Zidon, weil gesprochen hat das Meer, die Veste des Meeres sprechend: Ich habe nicht gekreißt, nicht geboren, und nicht groß gezogen Jünglinge, noch auferzogen Mädchen, wie bei dem Gerüchte für Ägypten, werden sie kreißen, bei der Kunde von Tyrus". Jes.66/7-9: "Ehe sie kreißt gebiert sie, und bevor ihr Wehen kommen, ist sie eines Knaben genesen; wer hat solches je gehört wie das? wer etwas gesehen wie dieses? kreißt ein Land an einem Tag, und sollte Ich gebären lassen, sprach Jehovah? sollte Ich Gebären lassend, auch verschließen? sprach dein Gott". Jerem.30/6: "Fraget doch und sehet, ob ein Mannsbild gebäre; warum denn sah ich jeden Mann seine Hände auf seinen Lenden, wie einer Gebärenden?". Hes.30/16: "Ich werde Feuer geben in Ägypten, und kreißen soll Sin, und No zum (Durchbruch) kommen". Hos.9/11: "Ephraim, wie ein Vogel wird wegfliegen ihre Herrlichkeit, von der Geburt, und von dem Mutterleib, und der Empfängnis". Hos.13/13: "Denn Wehen einer Kreißenden sind angekommen Ephraim, er ist ein unweiser Sohn, weil er zur Zeit nicht stehen wird im Durchbruch des Gebärleibes der Söhne". Joh.Offenb.12/1,2,4,5: "Ein Weib umgeben von der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen; im Mutterleibe tragend schrie sie kreißend, und hatte Qual zu gebären: ein Drache stand vor dem Weibe, das gebären wollte, um, sobald sie geboren, ihren Sohn zu verschlingen; sie gebar nun einen männlichen Sohn, der weiden sollte alle Völkerschaften mit eiserner Rute; allein entrückt war der Knabe zu Gott und Seinem Thron". Aus allen diesen Stellen kann jeder sehen, daß keine andere Empfängnisse und Geburten bezeichnet werden, als die der Kirche eigen sind; ebenso (nun) aus obigem, was in Beziehung auf Abimelech gesagt wird, daß Gott geheilt habe den Abimelech, sein Weib, und seine Mägde, und sie geboren; und daß Jehovah ganz verschlossen jeden Mutterleib des Hauses Abimelechs um Sarahs des Weibes Abrahams willen. Was im inneren Sinn durch diese Dinge bezeichnet wird, kann aus der Erklärung derselben erhellen, nämlich der Zustand der Glaubenslehre, wie er ist, wenn sie von den göttlichen Wahrheiten aus angesehen wird, und wie er ist, wenn sie von der Vernunft aus (rationali) angesehen wird, daß nämlich, wenn von den göttlichen Wahrheiten, d.h. vom Wort aus alsdann alles und jedes, sowohl die Vernunfterkenntnisse, als die wissenschaftlichen begründend sind. Anders (aber) wenn vom Menschlichen aus, d.h. von der Vernunft und Wissenschaft aus, daß alsdann nichts Gutes und nichts Wahres empfangen wird; denn vom Wort aus angesehen heißt vom Herrn her, hingegen von der Vernunft und Wissenschaft aus, heißt vom Menschen aus; aus jenem kommt alle Einsicht und Weisheit, aus diesen kommt aller Unsinn und Torheit. eit 2585. Vers 18: Denn ganz verschlossen hatte Jehovah deshalb jeden Mutterleib des Hauses Abimelechs, um Sarahs, des Weibes Abrahams willen. "Denn ganz verschlossen, hatte Jehovah deshalb jeden Mutterleib des Hauses Abimelechs" bedeutet Unfruchtbarkeit der Lehre; "um Sarahs willen" (propter verbum Sarae) bedeutet, durch das Vernunftmäßige, wenn es sich verbunden hätte; "des Weibes Abrahams" bedeutet, damit das geistig Wahre verbunden wäre dem himmlisch Guten. 2586. "Denn ganz verschlossen hatte Jehovah deshalb jeden Mutterleib des Hauses Abimelechs", 1. Mose 20/18, daß dies bedeutet Unfruchtbarkeit, nämlich der Lehre, erhellt aus der Bedeutung von ganz verschließen (claudendo claudere) den Mutterleib, sofern es ist die Empfängnis selbst verhindern; und aus der Bedeutung des Hauses Abimelechs, sofern es ist das Gute der Glaubenslehre; daß also Unfruchtbarkeit bezeichnet wird, ist hieraus klar. Daß oben in diesem Kapitel Gott genannt wird, hier aber zuerst Jehovah, geschieht deswegen, weil Gott genannt wird wo vom Wahren, Jehovah aber, wo vom Guten gehandelt wird. Jede Empfängnis der Lehre geschieht aus dem Guten als Vater, die Geburt aber durch das Wahre als von der Mutter, wie früher einige Male gesagt worden. Hier wird gehandelt von der Empfängnis, und weil diese aus dem Guten (geschieht), wird genannt Jehovah, oben aber von der Geburt, und weil diese durch das Wahre (geschieht), wird Gott genannt, wie im vorigen Vers: "Gott heilte den Abimelech, sein Weib, und seine Mägde, und sie gebaren", ebenso auch anderwärts im Worte, wo gehandelt wird von der Empfängnis, wie bei Jes.49/1,5: "Jehovah hat von Mutterleib an mich berufen", es sprach Jehovah, "mein Bildner von Mutterleibe an, dann werd' ich teuer sein Jehovah; und mein Gott wird meine Stärke sein": Stärke wird ausgesagt vom Wahren, daher Gott genannt wird; Jes.44/2,24: "So sprach Jehovah, der dich gemacht, und dich gebildet von Mutterleibe an"; und anderwärts. Darum wird auch genannt das Haus Abimelechs, durch welches das Gute der Glaubenslehre bezeichnet wird. Daß das Haus das Gute ist, sehe man Nr. 2048, 2233, 2234; und daß Abimelech die Lehre des Glaubens ist: Nr. 2509, 2510. Daß ein göttliches Geheimnis darin liegt, daß sie geboren; und daß die Mutterleiber des Hauses Abimelechs verschlossen worden waren der Sarah wegen, ist klar, und dieses Geheimnis wird lediglich nur durch den inneren Sinn aufgedeckt. 2587. "Um Sarahs willen", 1. Mose 20/18, daß dies bedeutet: durch das Vernunftmäßige, wenn es sich verbunden hätte, erhellt aus der Vorbildung der Sarah, als Schwester, sofern sie ist das vernünftig Wahre, wovon Nr. 2508; das Wort der Sarah bedeutet die ganze verhandelte Sache (omnem rem transactam), daß sie nämlich Schwester genannt wurde, daß Abimelech sie nahm, daß er aber nicht zu ihr nahe: was dies weiter bedeutet, wird im gleich Folgenden gesagt werden. 2588. "Des Weibes (uxoris) Abrahams willen", 1. Mose 20/18, daß dies bedeutet, damit das geistig Wahre verbunden würde dem himmlisch Guten, erhellt aus der Vorbildung der Sarah als Gattin (uxoris) sofern sie ist das geistig Wahre, verbunden mit dem himmlisch Guten, wovon Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198. 2507 und aus der Vorbildung Abrahams, sofern er ist das himmlisch Gute, verbunden dem geistig Wahren, wovon Nr. 2011, 2172, 2198, 2501. Ob man sagt das geistig Wahre und das himmlisch Gute, oder der Herr, ist dasselbe, weil der Herr das Wahre selbst und das Gute selbst ist, und die eigentliche Ehe (ipsum) des Wahren und Guten, sowie des Guten und Wahren. Wie sich dies verhält, kann zwar aus der Erklärung erhellen, weil es aber zu dem gehört, was zu dieser Zeit dunkel ist, so möge es, soweit es geschehen kann, beleuchtet werden: Es wird hier von der Glaubenslehre gehandelt, von welcher der Herr im Knabenalter gedacht hat, nämlich ob es erlaubt sei in sie durch das Vernünftige einzugehen, und so sich Vorstellungen über sie zu bilden; daß so gedacht worden, geschah in der Liebesabsicht für das Menschengeschlecht zu sorgen, das so geartet ist, daß es nicht glaubt, was es nicht auf vernünftige Weise faßt; aber Er ward aus dem Göttlichen inne, daß dies nicht geschehen dürfe, daher hat Er aus dem Göttlichen Sich geoffenbart, und alsdann aus demselben auch alles im Weltall, was untergeordnet ist, nämlich was zu Vernünftigem, und was zu Natürlichem gehört. Wie es sich mit den Lehren des Glaubens bei den Menschen verhält, ist oben Nr. 2568 gesagt worden, nämlich daß zwei Prinzipien sind, aus denen sie denken, ein verneinendes und ein bejahendes, und zwar aus dem verneinenden Prinzip diejenigen, die nichts glauben, wenn sie nicht durch Vernunftgründe und Wißtümliches, ja durch Sinneswahrnehmungen überwiesen werden; und aus dem bejahenden diejenigen, die glauben, daß es wahr ist, weil es der Herr im Wort gesagt hat, somit die Glauben haben an den Herrn. Die in der Verneinung sind, daß das, was im Wort steht, wahr sei, indem sie im Herzen sagen, daß sie alsdann glauben wollen, wenn sie durch Vernunftmäßiges und Wißtümliches überzeugt werden, mit denen ist es so, daß sie eigentlich gar nicht glauben, auch nicht wenn sie selbst durch leibliche Sinneswahrnehmungen, als durch Gesicht und Gehör, und durch den Tastsinn überwiesen würden, denn sie würden immer wieder neue Vernunftschlüsse dagegen bilden, so daß sie zuletzt allen Glauben ganz auslöschen, und zugleich das Licht der Vernunft in Finsternis, weil in Falsches, verwandeln. Welche aber in der Bejahung sind, d.h., die glauben, daß es wahr ist, weil der Herr so gesagt hat, mit denen ist es so, daß sie durch Vernunftgründe, und Wißtümliches, ja durch Sinneswahrnehmungen, fort und fort bestärkt, und ihre Vorstellungen erleuchtet und bekräftigt werden; denn der Mensch bekommt nicht anderswo her Licht, als durch Vernunftgründe und Wißtümliches, ein jeder macht es auch so; bei diesen lebt so des Lebens die Lehre, und es wird von ihnen gesagt, daß sie geheilt werden und gebären; bei jenen aber stirbt des Todes die Lehre, und wird von ihnen gesagt, daß ganz verschlossen werde der Mutterleib. Hier aus diesem wird klar, was es heißt durch Vernunftmäßiges in die Lehre des Glaubens eingehen, und was es heißt, aus der Glaubenslehre in Vernunftmäßiges eingehen, aber dies soll durch Beispiele beleuchtet werden. Aus der Lehre des Wortes ergibt sich, daß das erste und die Hauptsache der Lehre ist Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Diejenigen nun, die in der Bejahung in diesem Punkt sind, können in alle beliebigen Vernunft- und wissenschaftlichen Gründe, ja sinnliche Wahrnehmungen eingehen, jeder nach seiner Gabe, seiner Wissenschaft und seiner Erfahrung; ja, je mehr sie eingehen, desto mehr werden sie bestärkt, denn die ganze Natur ist des Bestärkenden voll. Die aber diesen ersten und Hauptpunkt der Lehre verneinen und vorher durch wissenschaftliche und Vernunftgründe wollen überwiesen werden, daß es so sei, die lassen sich, weil sie es im Herzen verneinen, gar nicht überweisen, und stehen fortwährend für ein anderes Prinzip, das sie für das wesentliche halten, ein. Und ebendieselben verblenden sich durch die Bestärkungen ihres Prinzips zuletzt so, daß sie nicht einmal wissen können, was Liebe zum Herrn und was Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist; und weil sie sich im Gegenteil bestärken, so tun sie dies endlich auch darin, daß sie sich einbilden, daß es keine andere Liebe geben könnte, die mit einer Lust verbunden wäre, als die Selbst- und Weltliebe, und zwar bis dahin, daß sie, wo nicht in der Lehre, so doch im Leben, die höllische Liebe anstatt der himmlischen umfassen. Mit jenen aber, die weder in der Verneinung, noch in der Bejahung sind, sondern im Bezweifeln, ehe sie verneinen oder bejahen, verhält es sich wie Nr. 2568 gesagt worden, nämlich, daß die, welche zum Leben des Bösen hinneigen, in die Verneinung fallen, die aber zum Leben des Guten (hinneigen), in die Bejahung geführt werden. Ein anderes Beispiel: Unter die Hauptsätze der Lehre gehört der, daß alles Gute vom Herrn, und alles Böse vom Menschen oder von dem eigenen Ich kommt. Welche in der Bejahung sind, daß dem so sei, die können sich durch vieles was vernunftmäßig und wissenschaftlich ist, bestärken, als: daß überall nichts Gutes einfließen kann, als vom Guten selbst, d.h. von der Quelle des Guten, somit vom Herrn, und daß der Urgrund des Guten nirgend anders sein kann; indem sie sich es klar machen durch alles, was in ihnen, in anderen, im allgemeinen, ja, im geschaffenen Weltall, wahrhaft gut ist. Hingegen die, welche in der Verneinung sind, die bestärken sich in dem Gegenteil durch alles, was sie je denken, zuletzt so weit, daß sie nicht wissen, was gut ist, indem sie miteinander streiten, welches das höchste Gut sei, in tiefer Unwissenheit, daß das himmlisch und geistig Gute vom Herrn es ist, durch das alles Gute, das geringer ist, belebt wird, und daß der Lustreiz aus demselben wahrhaft ein Lustreiz ist. Einige sagen (wähnen) von nirgendwo anders her als nur von ihnen selbst könne das Gute (kommen). Noch ein Beispiel sei das, daß die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, die Wahrheiten der Lehre annehmen und Glauben an das Wort haben können, nicht aber die im Leben der Selbst- und Weltliebe sind, oder was das gleiche, daß die im Guten sind, glauben können, nicht aber die im Bösen. Die, welche in der Bejahung sind, können dieses mit Unzähligem vernunftmäßig und wissenschaftlich begründen: vernunftmäßig, daß das Wahre und das Gute zusammenstimme, nicht aber das Wahre und das Böse, und daß, wie im Bösen, so auch aus dem Bösen alles Falsche sei, und wenn einige dennoch das Wahre haben, so sei es auf den Lippen, nicht im Herzen; (sie können) wissenschaftlich durch vieles beweisen, daß Wahres das Böse flieht und daß Böses das Wahre verschmäht. Die aber in der Verneinung sind, bestärken sich darin, daß ein jeder, möge er geartet sein, wie er wolle, wenn er auch in fortwährendem Haß, in den Lustreizen der Rache, und in Betrügereien lebt, wie andere glauben können, und zwar bis daß sie das Gute des Lebens ganz aus der Lehre verwerfen, und wenn dieses verworfen ist, glauben sie gar nichts. Damit weiter klar werde, wie es sich verhält, noch ein Beispiel: Die in der Bejahung sind, das Wort sei so geschrieben, daß es einen inneren Sinn hat, der nicht im Buchstaben erscheint, die können sich mit vielem, auch durch Vernunftgründe, bestärken, wie daß durch das Wort der Mensch mit dem Himmel in Verbindung kommt; daß es Entsprechungen natürlicher Dinge mit geistigen Dingen gibt, und daß diese nicht so in die Erscheinung treten; daß die Vorstellungen des inwendigeren Denkens ganz andere sind, als die materiellen Vorstellungen, die in Worte der Sprache fallen, daß der Mensch, während er in der Welt ist, auch im Himmel sein kann, weil er zum Leben in beiden geboren worden, durch das Wort das für beide ist, daß ein göttliches Licht bei einigen ins Verständige und in die Neigungen einfließt, wenn das Wort gelesen wird; daß notwendig etwas geschrieben worden sein muß, das aus dem Himmel herabgekommen ist, und daß mithin dasselbe nicht so beschaffen sein kann in seinem Ursprung, wie im Buchstaben, daß es nur heilig sein kann, vermöge einer inwendig liegenden Heiligkeit; auch kann er sich durch wissenschaftliche Gründe bestärken, wie, daß sie ehemals in den Vorbildungen gewesen sind, und daß die Schriften der Alten Kirche so beschaffen waren; ferner infolgedessen auch die Schriften mehrerer unter den Heiden; und daß die Schreibart daher in den Kirchen als heilig, und bei den Heiden als gelehrt verehrt wurde; es können auch die Bücher mehrerer erwähnt werden. Aber die, welche in der Verneinung sind, wenn sie es nicht leugnen, glauben sie dies alles doch nicht; und bereden sich, daß das Wort sei so wie im Buchstaben, zwar weltlich erscheinend, daß es aber dennoch geistig sei; wo aber das Geistige verborgen liegt, darum bekümmern sie sich nicht, doch wollen sie (es für geistig gehalten wissen) aus mehrfacher Ursache; und dies können sie mit vielem begründen. Um es auch den Einfältigen faßlich darzustellen, diene auch ein wissenschaftlicher Gegenstand als Beispiel: Daß das Sehen nicht Sache des Auges, sondern Sache des Geistes ist, der durch das Auge, als durch das Organ seines Leibes, das was in der Welt ist, sieht, das können die, welche in der Bejahung sind, mit vielem begründen, z.B. mit den Reden, die man hört, daß sie sich auf ein inwendigeres Sehen beziehen, und in dasselbe sich verwandeln, was nicht geschehen könnte, wenn es kein inwendigeres Sehen gäbe, sodann daß alles, was man denkt, mit einem inwendigeren Sehen gesehen wird, von einigen klarer und von einigen dunkler; außerdem daß das Eingebildete sich dem wirklich Gesehenen (visualibus) nicht unähnlich sich darstellt; wie auch wenn der Geist der im Körper ist, nicht das, was das Auge als Organ auffaßt, sehen würde, so würde der Geist im anderen Leben nichts sehen können, da es doch nicht anders sein kann, als daß derselbe Unzähliges und Staunenswertes sehen wird, was das Auge des Leibes gar nicht sehen kann; außerdem kann er reflektieren über Träume, hauptsächlich der Propheten, in denen ebenso mehreres geschaut wurde, und zwar nicht durch die Augen; endlich wenn er Philosophie versteht, durch den Satz: daß Auswendiges nicht eingehen kann in Inwendiges, wie Zusammengesetztes nicht in Einfaches, somit das, was dem Leibe angehört, nicht in das, was dem Geist angehört, sondern umgekehrt; außer mehrerem anderen, so daß er zuletzt überzeugt ist, daß dem Geiste das Sehen zukommt, dem Auge aber nur vom Geist. Hingegen nennen die, welche in der Verneinung sind, dieses alles entweder natürliche Dinge oder Phantasien, und wenn man ihnen sagt, daß der Mensch in seinem Geist ein viel vollkommeneres Sehen vermöge und genieße als in seinem Leibe, so lachen sie darüber, und verweisen es unter die Albernheiten, indem sie glauben, daß sie dann in der Finsternis leben müßten, wenn sie des Gesichtes des Auges beraubt würden, während es doch das Gegenteil ist, daß sie nämlich dann erst im Licht leben. Aus diesen Beispielen wird klar, was es ist, vom Wahren aus in Vernunftmäßiges und Wissenschaftliches eingehen, und vom wissenschaftlichen und vernunftmäßigen aus in Wahres, daß nämlich jenes der Ordnung gemäß, dieses aber gegen die Ordnung ist; und daß, wenn es der Ordnung gemäß geschieht, der Mensch erleuchtet wird, daß er aber, wenn es gegen die Ordnung geschieht, verblendet wird. Hieraus leuchtet ein, wie viel daran liegt, daß man das Wahre weiß und glaubt; denn vom Wahren wird der Mensch erleuchtet, vom Falschen aber verblendet; vom Wahren aus eröffnet sich dem Vernunftwesen ein unermeßliches und beinahe unbegrenztes Feld, vom Falschen aber, obwohl es nicht so scheint, verhältnismäßig fast gar keines. Daher haben die Engel eine so große Weisheit, weil sie im Wahren sind, denn das Wahre ist das eigentliche Licht des Himmels. Die, welche sich dadurch verblendet haben, daß sie nichts glauben wollten, was sie nicht mit den Sinnen begreifen, bis zu dem Grad, daß sie nichts glaubten, hießen ehedem Schlangen des Baumes der Wissenschaft, denn aus Sinneswahrnehmungen und den Täuschungen aus denselben, die leicht ins Begreifen und Glauben des Menschen fallen, haben sie viel vernünftelt, und mehrere verführt; man sehe Nr. 195, 196. Im anderen Leben kann man sie von anderen Geistern leicht unterscheiden, daran, daß sie über alles, was des Glaubens ist, vernünfteln, ob es so sei; wenn ihnen tausend und aber tausendmal gezeigt wird, daß es so sei, so erregen sie dennoch gegen alle Beweisgründe verneinende Zweifel, wenn dies auch in Ewigkeit währen würde. Sie sind demnach so sehr verblendet, daß sie keinen Gemeinverstand haben, d.h. nicht begreifen können was gut und wahr ist; und doch meint ein jeder von ihnen, sie seien weiser als alle in der Welt, indem sie die Weisheit darin setzen, daß sie, was göttlich ist, entkräften und vom Natürlichen ableiten können. Viele, die als Weise in der Welt geachtet wurden, sind vor anderen so geartet, denn je mehr einer Scharfsinn (ingenii dote) und Wissenschaft besitzt, und in der Verneinung ist, um so viel mehr ist er im Unsinn als andere, aber je mehr einer Scharfsinn und Wissenschaft besitzt, und in der Bejahung ist, um so viel mehr kann er weise werden. Das Vernünftige durch Wissenschaften ausbilden, ist durchaus nicht verwehrt, aber verboten ist, sich gegen die Wahrheiten des Glaubens, die dem Wort angehören, zu verhärten. Hiervon ist viel die Rede im inneren Sinn des Wortes, hauptsächlich des prophetischen, wo von Aschur und Ägypten gehandelt wird; denn durch Aschur wird bezeichnet die Vernünftelei: Nr. 1119, 1186 und durch Ägypten die Wissenschaft: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Von denjenigen, die durch Wissenschaftliches und Vernunftmäßiges in die Lehrsachen des Glaubens und in göttliche Dinge eingehen wollen, und daher unsinnig sind, heißt es so bei Jes.19/2,3,5-7,14: "Verwirren werde Ich Ägypter gegen Ägypter, daß streiten wird ein Mann gegen seinen Bruder und ein Mann gegen seinen Genossen, Stadt gegen Stadt, und Königreich gegen Königreich und erschöpft soll werden der Mut den Ägyptern in ihrem Inwendigen und ihren Rat werde Ich verschlingen: versiegen werden Wasser vom Meer, und der Fluß wird ausdorren und vertrocknen; und zurücktreten werden die Ströme, es werden gering werden und ausdorren die Flüsse Ägyptens; Rohr und Schilf werden verwelken; aller Same des Flusses wird vertrocknen. Jehovah hat gemischt in ihrem Inneren den Geist der Verkehrtheiten, daß sie irre gemacht haben Ägypten in all seinem Wort, wie ein Trunkener herumirrt in seinem Gespei". Jes.30/1-3: "Wehe den widerspenstigen Söhnen, die weggehen, hinabzusteigen nach Ägypten, aber meinen Mund haben sie nicht gefragt, sich zu stärken mit der Stärke Pharaos und zu vertrauen auf den Schatten Ägyptens; und es soll euch die Stärke Pharaos zur Schande geraten, und das Vertrauen auf den Schatten Ägyptens zur Schmach". Jes.31/1,3,8: "Wehe denen, die hinabsteigen in Ägypten um Hilfe, und verlassen sich auf Rosse und vertrauen auf Wagen, daß ihrer viel sind, aber nicht blicken auf den Heiligen Israels, und Jehovah nicht suchen. Und Jehovah wird ausstrecken Seine Hand, straucheln wird der Helfer und fallen der, dem geholfen wird, und sie alle miteinander werden umkommen. Und fallen wird Aschur vom Schwert nicht eines Mannes, und das Schwert nicht eines Menschen wird ihn fressen". Jerem.2/13,14,17,18,31,36: "Zweierlei Böses hat getan Mein Volk: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendiger Wasser, um sich auszuhauen Gruben, zerbrochene Gruben, die nicht halten die Wasser. Ist nicht ein Knecht Israel? wenn er ein Geborener des Hauses ist, warum ist er geworden zur Beute? tust du das dir nicht, damit daß du verläßt Jehovah deinen Gott, in der Zeit, da Er dich leitet auf den Weg? und nun was hast du mit dem Wege Ägyptens zu trinken die Wasser des Schichor? oder was hast du mit dem Wege Aschurs, zu trinken die Wasser des Flusses? O Geschlecht, sehet auf das Wort Jehovahs! Bin Ich eine Wüste gewesen dem Israel, ein Land der Finsternisse? Warum hat gesagt Mein Volk, wir werden Herr-Sein, nicht werden wir forthin kommen zu dir, was gehst du so tapfer daran zu ändern deinen Weg, auch an Ägypten wirst du zuschanden werden, wie du bist zuschanden geworden an Aschur". Jerem.42/15-17: "Höret das Wort Jehovahs ihr Überreste Judas, so sprach Jehovah Zebaoth der Gott Israels, wenn ihr ganz gesetzt habt eure Angesichte zu kommen nach Ägypten, und kommet, daselbst fremd zu sein; so wird es geschehen, das Schwert, davor ihr euch fürchtet, wird euch dort ergreifen in Ägyptenland, und der Hunger, davor euch bange ist, wird dort euch anhangen in Ägypten, daß ihr dort sterbet: und es wird geschehen, alle Männer, die gesetzt haben ihre Angesichte, zu kommen nach Ägypten, daselbst fremd zu sein; werden sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und sie werden keinen haben der übrig sei oder entrinne, vor dem Übel, das Ich bringe über sie". Hes.29/6-9: "Und Erkennen werden alle Bewohner Ägyptens, daß Ich Jehovah bin, darum daß sie gewesen sind ein Rohrstab dem Hause Israels; wenn sie dich fasseten in der Hand, brachest du und spaltetest ihnen die ganze Schulter; und wenn sie sich stützen auf dich, zerbrachst du, und machtest ihnen stehen alle Lenden. Darum so sprach der Herr Jehovah: siehe Ich bringe über euch das Schwert und werde ausrotten lassen aus dir Mensch und Tier, und es wird das Land Ägyptens zur Ödung und Wüste werden, und sie werden erfahren, daß Ich Jehovah sei, darum daß er gesagt hat: Der Fluß ist mein, und ich habe ihn gemacht". Hos.7/11-13: "Es war Ephraim wie eine dumme Taube; Ägypten riefen sie an, gen Aschur liefen sie; indem sie gehen werden, so werde Ich ausspannen über sie Mein Netz. Wehe ihnen, weil sie ausgeschweift sind von Mir weg". Hos.12/2: "Ephraim weidet Wind, und folgt dem Ostwind nach, täglich macht er der Lüge und der Zerstörung mehr, und sie schließen einen Bund mit Aschur, und Öl wird nach Ägypten gebracht". Hos.9/1,3,6,16,17: "Israel hat gehuret unter seinem Gott, du hast Gewinn lieb gehabt auf allen Tennen des Getreides, zurückkehren wird Ephraim nach Ägypten, und in Aschur werden sie Unreines essen; denn siehe, sie sind hingegangen vor der Zerstörung; Ägypten wird sie sammeln, Moph wird sie begraben. Das Erwünschte ihres Silbers wird der Dorn besitzen, Distel in ihren Zelten. Geschlagen ist Ephraim, ihre Wurzel ist vertrocknet, Frucht werden sie nicht machen; auch wenn sie Kinder zeugen, so werde Ich finden das Erwünschte ihres Bauchs. Verwerfen wird sie mein Gott, weil sie Ihn nicht gehört haben, und werden flüchtig sein unter den Völkerschaften". Jes.10/5,7,8,12,13,16: "Wehe Aschur, die Rute Meines Zorns, und der Stab ist in seiner Hand Meines Unwillens. Er denkt nicht recht, und sein Herz sinnet nicht recht, weil zu verderben in seinem Herzen ist, und auszurotten Völkerschaften, nicht wenige. Denn er spricht, sind nicht meine Fürsten allzumal Könige? Heimsuchen werde Ich ob der Frucht der Erhebung des Herzens des Königs von Aschur, weil er gesagt hat: durch die Stärke meiner Hand habe ich es getan, und durch meine Weisheit, weil ich verständig bin, und werde entfernen die Grenzen der Völker, und ihre Schätze werde ich plündern, und niederwerfen als ein Mächtiger, die Einwohner. Darum wird senden der Herr der Herren Zebaoth in ihre Fetten die Auszehrung, und anstatt ihrer Herrlichkeit wird gewißlich angezündet werden die Anzündung des Feuers". In allen diesen Stellen wird durch Aschur bezeichnet die Vernünftelei; durch Ägypten und Pharao die Wissenschaft; durch Ephraim das Verständliche. Und es wird hier und öfters anderwärts beschrieben, was aus der Vernunft des Menschen wird, wenn sie aus Verneinung über die Glaubenswahrheiten vernünftelt. Das gleiche ist eingehüllt darin, daß, als Rabschake, vom Könige Aschurs gesandt, wider Jerusalem und den König Hiskias redete, der Engel Jehovahs im Lager des Königs von Aschur alsdann hundertundachtzig und fünftausend schlug, wovon bei Jes. Kapitel 36 und 37 handelt, womit bezeichnet wird, was für eine Niederlage dies Vernunftmäßige des Menschen erleidet, wenn er gegen göttliche Dinge vernünftelt, wenngleich der Mensch sich dünken mag, daß er alsdann weise sei. Diese Vernünftelei wird auch hie und da genannt: Hurerei mit den Söhnen Ägyptens, und mit den Söhnen Aschurs, wie bei Hes.16/26,28; 23/3,5-21: "Gehurt hast du mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, die großes Fleisch haben, und hast viel gemacht deiner Hurerei, und hast gehuret mit den Söhnen Aschurs, ohne daß du genug bekommen hast": man sehe Nr. 2466. Von denjenigen aber, die aus der Lehre des Glaubens in Vernunftmäßiges und Wissenschaftliches eingehen, und daher weise sind, (heißt es) bei Jes.19/18-21: "An jenem Tage wird ein Altar sein für Jehovah mitten im Lande Ägypten, und eine Standsäule an seiner Grenze für Jehovah, und wird sein zum Zeichen und Zeugnis für Jehovah Zebaoth im Lande Ägypten; denn sie werden schreien zu Jehovah wegen der Unterdrücker, und er wird ihnen senden einen Heiland und Fürsten, und wird sie befreien; und bekannt wird werden Jehovah Ägypten, und erkennen werden die Ägypter den Jehovah an jenem Tage, und werden machen Opfer und Mincha, und werden geloben ein Gelübde dem Jehovah, und werden es halten". Jes.19/23-25: "An jenem Tage wird ein Pfad sein von Ägypten gen Aschur und kommen wird Aschur gen Ägypten, und dienen werden die Ägypter dem Aschur; an jenem Tage wird sein Israel der Dritte für Ägypten und Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah Zebaoth sprechend: gesegnet Ägypten Mein Volk und Aschur, Meiner Hände Werk und Israel Mein Erbe": hier (ist die Rede) von der geistigen Kirche, deren Geistiges ist Israel, das Vernunftmäßige ist Aschur, das Wissenschaftliche ist Ägypten, welche drei jener Kirche Verständiges, das so aufeinanderfolgt, ausmachen; daher wird gesagt: an jenem Tage wird Israel der Dritte sein für Ägypten und Aschur, und gesegnet Ägypten, Mein Volk, Aschur Meiner Hände Werk und Israel, Mein Erbe. Jes.27/13: "Es wird geschehen an jenem Tage, es wird geblasen werden mit der großen Trompete; da werden kommen die Verlorenen im Lande Aschur, und die Vertriebenen im Lande Ägypten, und werden sich bücken dem Jehovah auf dem Berg der Heiligkeit, in Jerusalem". Jes.45/14: "So sprach Jehovah: die Arbeit Ägyptens, und der Lohn des Kusch und der Sabäer der Männer des (langen) Maßes: zu Dir werden sie übergehen, und werden Dein sein, sie werden Dir folgen, und zu Dir sich bücken, zu Dir beten: nur in Dir ist Gott, und kein anderer außerdem ist Gott": Kusch und Sabäer sind Erkenntnisse: Nr. 117, 1171. Sach.14/17,18: "Ägypten wird hinaufgehen nach Jerusalem, anzubeten den König Jehovah Zebaoth". Micha 7/7,11,12: "Ich schaue auf Jehovah, ich erwarte den Gott meines Heils; mein Gott wird mich hören. Der Tag zu bauen deine Mauern, der Tag ist da, und bis zu Dir werden sie kommen daher von Aschur, und die Städte Ägyptens, und daher von Ägypten bis zum Fluß". Hes.29/13,14: "So sprach der Herr, Jehovah: Am Ende der vierzig Jahre werde Ich sammeln Ägypten aus den Völkern, wohin sie zerstreut waren, und werde zurückführen die Gefangenschaft Ägyptens". Hes.31/3-8: "Siehe, Aschur war eine Zeder auf Libanon, schön von Ästen, und ein schattiger Wald, und erhaben von Höhe und zwischen Gebüsch war ihr Zweig. Die Wasser haben sie wachsen gemacht, mit ihren Flüssen gehend um ihre Pflanzung, und ihre Kanäle sandten sie zu allen Bäumen des Feldes. Darum ist hoch geworden ihre Höhe vor allen Bäumen des Feldes, und gemehret sind worden ihre Zweige von vielen Wassern. In ihren Zweigen nisteten alle Vögel der Himmel, und unter ihren Zweigen gebären alle wilden Tiere des Feldes, und in ihrem Schatten wohnten alle großen Völker. Und sie ward schön in ihrer Größe, in der Länge ihrer Zweige, weil ihre Wurzel war an vielen Wassern. Zedern verbargen sie nicht im Garten Gottes; Tannen glichen nicht ihren Zweigen, kein Baum im Garten Gottes glich ihr in ihrer Schönheit. Schön habe Ich sie gemacht in der Menge ihrer Zweige, und eifersüchtig waren auf sie alle Bäume Edens, im Garten Gottes": hier wird beschrieben die Älteste Kirche, die eine himmlische war, nach der Beschaffenheit ihres Vernunftwesens, ihrer Weisheit und Einsicht, weil die Kirche aus dem Göttlichen das, was geringer war, und somit aus dem Guten selbst, das Wahre und das, was (demselben) untergeordnet ist, anschaute. Aschur und die Zeder ist das Vernünftige; das Gebüsch, in dem die Zweige sind, ist das Wißtümliche; die Flüsse und Wasser sind das geistig Gute, an dem die Wurzel ist, die Höhe und Länge der Zweige ist ihre Ausdehnung; der Garten Gottes ist die geistige Kirche; die Bäumen Eden sind Innewerdungen. Aus diesem und Obigem wird klar, wie geartet das Vernunftmäßige und wie geartet das Wißtümliche des Menschen sei, wenn es den göttlichen Wahrheiten untergeordnet wird, und denselben zur Bestätigung dient. Daß das Vernunftmäßige und die Wissenssachen denen, die in der Bejahung sind, zu Mitteln, weise zu sein, dient, ist vorgebildet und bezeichnet dadurch, daß den Söhnen Israels befohlen wurde, sie sollen von den Ägyptern Gefäße von Gold, und Gefäße von Silber, und Kleider borgen: 2. Mose 3/22; 11/2; 12/35,36; ebenso durch das, was hie und da im Wort gesagt wird: sie werden der Heiden Güter, Häuser, Weinberge und Ölgärten usw. besitzen; wie auch, daß das Gold und Silber, das den Heiden geraubt worden, heilig werden sollte, wie bei Jes.33/17,18: "Heimsuchen wird Jehovah Tyrus, und sie wird wiederkommen zu ihrem Hurenlohn, und wird huren mit allen Königreichen der Erde auf dem Erd-Boden; und es wird ihre Handelschaft und ihr Hurenlohn dem Jehovah Heiliges sein. Es wird nicht verborgen und nicht zurückgelegt werden, weil denen, die vor Jehovah wohnen, ihre Handelschaft sein wird zum Essen zur Sättigung, und zur vorigen Bedeckung": die Handelschaft von Tyrus (steht) für Erkenntnisse: Nr. 1201, welche denen, die in der Verneinung sind, ein Hurenlohn, aber denen, die in der Bejahung (stehen), heilig sind. Das gleiche wird auch verstanden unter den Worten des Herrn bei Luk.16/9,11: "Machet euch Freunde von dem Mammon der Ungerechtigkeit, auf daß, wenn ihr hinscheidet, sie euch aufnehmen in die ewigen Wohnungen. Wenn ihr in dem ungerechten Mammon nicht treu seid; wer wird euch das Wahre anvertrauen?"   Nr. 2589 - 2605 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 21. Kapitel 2606. Das Wort des Alten Testaments wurde ehemals genannt das Gesetz und die Propheten; unter Gesetz wurden verstanden alle geschichtlichen Schriften, welches sind die fünf Bücher Mose, Josua, Richter, Samuel und Könige; unter den Propheten wurden verstanden alle prophetischen Schriften, welches sind Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephania, Haggai, Sacharia, Maleachi, dann auch die Psalmen Davids. Die Geschichtsbücher heißen auch Moses; daher hie und da für Gesetz und Propheten gesagt wird Moses und die Propheten; und die prophetischen Bücher (heißen) Elias, man sehe die Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis. 2607. Was die Geschichtsbücher betrifft, so sind alles, was darin steht, wahre Geschichten; ausgenommen was in den ersten Kapiteln der Genesis steht, welches gemachte Geschichten sind, wovon im ersten Teil (gehandelt wurde); aber obgleich es wahre Geschichten sind, haben sie dennoch einen inneren Sinn, und in diesem Sinn handeln sie, wie die prophetischen Schriften, einzig und allein vom Herrn, sie handeln auch vom Himmel und der Kirche, und von dem, was des Himmels und der Kirche ist, aber dieses ist des Herrn, darum bezielen sie durch dieses den Herrn, und ebendaher sind sie das Wort. Alle Geschichten darin sind vorbildlich, und die einzelnen Worte, womit sie beschrieben werden, sind bezeichnend. Daß die Geschichten vorbildlich sind, ergibt sich aus den Erklärungen, die bisher über Abraham gegeben wurden, und wird erhellen aus den Erklärungen, die über Jischak, über Jakob, seine zwölf Söhne, über Ägypten, über die Wanderschaft des Volkes in der Wüste, über seinen Einzug ins Land Kanaan, usw., aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gegeben werden sollen. Daß die einzelnen Worte, womit (die Geschichten) beschrieben werden, bezeichnend sind, erhellt auch aus dem, was gezeigt worden ist, als: daß die Namen Sachen bezeichnen, z.B. Ägypten Wissenschaft, Aschur das Vernünftige, Ephraim das Verständige, Tyrus die Erkenntnisse, Zion die himmlische Kirche, Jerusalem die geistige (Kirche), usw.; ebenso die Nennwörter, z.B. daß der König das Wahre, der Priester das Gute bezeichnet, und daß die übrigen ihre innere Bedeutung haben, z.B. Königreich, Stadt, Haus, Völkerschaft, Volk, Garten, Weinberg, Ölberg, Gold, Silber, Erz, Eisen, Vögel, Tiere, Brot, Wein, Öl, Morgen, Tag, Licht und zwar immer die gleiche, sowohl in den geschichtlichen als prophetischen Büchern, obgleich sie von verschiedenen (Männern) und in ganz anderen Zeiten geschrieben worden sind; diese Bedeutung würde keineswegs sich so gleich bleiben, wenn das Wort nicht vom Himmel herabgekommen wäre. Hieraus kann man erkennen, daß ein innerer Sinn im Wort ist; überdies auch daraus, daß das göttliche Wort keineswegs handeln kann von bloßen Menschen, wie von Abraham, Jischak, Jakob, deren Nachkommenschaft, welche die schlimmste Völkerschaft war, von ihren Königen, Weibern, Söhnen, Töchtern, Kebsweibern, Raubzügen und dergleichen, was an sich betrachtet nicht einmal wert ist im Wort erwähnt zu werden, wenn nicht dadurch vorgebildet und bezeichnet ist solches, was im Reich des Herrn ist, dieses ist des Wortes würdig. 2608. Diesem ähnlich ist auch das meiste bei den Propheten, z.B. das was Nr. 1888 angeführt wurde; und folgendes bei Jes.16/7-9: "Heulen wird Moab, ganz Moab wird heulen, wegen der Gründe von Kir Charesch, ihr trauert jedoch zerknirscht, denn die Äcker Chesboas haben gefehlt, der Weinstock Sibmas; die Herren der Völkerschaften zerschlagen die Rebschosse, die bis gen Joeser reichten, sie irrten in der Wüste, seine Ranken sind auseinandergerissen, sie gingen übers Meer; darum muß ich beweinen mit Weinen Joeser, den Weinstock Sibmas; ich muß dich netzen mit meiner Träne Chesbon und Elealeh, weil über deine Weinlese und über deine Ernte das Hedad ist gefallen"; und bei Jerem.48/3-5,21-24: "Eine Stimme des Geschreis von Choronaim her, eine Verwüstung und große Zerstörung, zerbrochen ist Moab, es haben hören lassen ein Geschrei seine Kleinen, denn beim Aufsteigen gen Luchith im Weinen steigt Weinen auf, denn im Hinabgehen gen Choronaim haben die Feinde ein Geschrei der Zerbrechung gehört. Das Gericht kommt zum Land der Ebene, zu Chalon, und zu Jachza, und zu Maphaata, und über Dibon, und über Nebo, und über Bethdiblathaim, und über Kiriathaim, und über Bethgamul, und über Bethmeon und über Kerioth, und über Bozra". Von solcher Art sind in sehr vielen Stellen die prophetischen Schriften des Wortes; wenn diese keinen inneren Sinn hätten, wären sie von keinem Nutzen; da es doch notwendig ist, daß das Wort, weil göttlich, die Gesetze des Himmelreiches, in das der Mensch kommen soll, in sich enthält. 2609. Was aber die Gebote des Lebens betrifft, als da sind alle, die in den Zehn Geboten stehen, und mehrere im Gesetz und den Propheten, so sind sie, weil sie fürs Menschenleben selbst sich eignen, in beiderlei Sinn, sowohl im buchstäblichen als im inneren Sinn zu brauchen. Die im Buchstabensinn waren für das Volk und die Völker jener Zeit, die nichts Inneres begriffen; die im inneren Sinn waren für die Engel, die um Äußeres nicht fragen. Wenn die Zehn Gebote nicht auch Inneres enthalten würden, so wären sie gewiß nicht mit einem so großen Wunder auf dem Berg Sinai verkündet worden, denn solches, was darin steht, als: daß man die Eltern ehren, nicht stehlen, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht des Nächsten Eigentum begehren soll, wissen auch die Heiden, und haben es als Vorschriften in ihren Gesetzen, und mußten die Söhne Israels, sofern sie Menschen waren, ohne solche Verkündigung wissen; weil aber jene Gebote in beiderlei Sinn für das Leben sich eigneten, und wie äußere Formen waren, die von inneren herausgebildet sind, die einander entsprechen, darum kamen sie vom Himmel auf dem Berge Sinai mit einem so großen Wunder herab, und zwar im inneren Sinn gesprochen und gehört im Himmel, aber im äußeren Sinn gesprochen und gehört auf Erden, wie z.B. daß denen, welche die Eltern ehren, die Tage auf Erden verlängert werden würden auf dem Lande. Hierbei vernahmen die Engel im Himmel unter den Eltern den Herrn, unter dem Land sein Reich, das als Söhne und Erben diejenigen ewiglich besitzen sollen, die Ihn aus Liebe und Glauben verehren. Die Menschen auf Erden aber verstanden unter Eltern die Eltern, unter Land das Land Kanaan, unter Verlängerung der Tage die Lebensjahre. Man soll nicht stehlen: dabei vernahmen die Engel im Himmel, daß sie dem Herrn nichts rauben und sich selbst keinerlei Gerechtigkeit und Verdienst zuschreiben dürfen; die Menschen auf Erden aber, man soll nicht stehlen; daß dies wahr ist in beiderlei Sinn, ist klar. Ferner man soll nicht töten: dabei vernahmen die Engel im Himmel, daß sie niemand hassen, und daß sie bei niemand etwas Wahres und Gutes auslöschen dürfen; aber die Menschen auf Erden, daß man die Freunde nicht töten soll; so (verhält sich es) in den übrigen.   21. Kapitel 1. Und Jehovah suchte Sarah heim, wie Er gesagt hat, und Jehovah tat der Sarah, wie Er geredet hat. 2. Und Sarah empfing und gebar dem Abraham einen Sohn seinem Greisenalter, zur bestimmten Zeit, wie Gott mit ihm geredet hat. 3. Und Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren ward, den ihm Sarah gebar, Jischak. 4. Und Abraham beschnitt Jischak seinen Sohn, den Sohn von acht Tagen, wie ihm Gott geboten hat. 5. Und Abraham; ein Sohn von hundert Jahren, da ihm geboren wurde Jischak sein Sohn. 6. Und Sarah sprach: ein Lachen hat mir Gott gemacht; jeder, der es hört, wird mein lachen. 7. Und sie sprach, wer hätte gesagt: dem Abraham wird Sarah Söhne säugen; denn ich habe geboren einen Sohn seinem Greisenalter. 8. Und das Kind wuchs und ward entwöhnt, und Abraham machte ein großes Gastmahl, am Tage, da man Jischak entwöhnte. 9. Und Sarah sah den Sohn der Hagar, der Ägypterin, den sie dem Abraham geboren hatte, spotten. 10. Und sie sprach zu Abraham: treibe diese Magd und ihren Sohn hinaus; denn nicht soll erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jischak. 11. Und das Wort war sehr böse in den Augen Abrahams von wegen seines Sohnes. 12. Und Gott sprach zu Abraham: es sei nicht böse in deinen Augen ob dem Knaben und ob deiner Magd; alles was Sarah zu dir sagt, höre auf ihre Stimme, denn in Jischak wird dir genannt werden ein Same. 13. Und auch den Sohn der Magd, den will Ich als eine Völkerschaft setzen, weil er dein Same. 14. Und frühe stand Abraham auf am Morgen, und nahm Brot und eine Flasche Wasser, und gab es Hagar, legte auf ihre Schulter, und den Knaben, und schickte sie fort, und sie ging und irrte in der Wüste Beerscheba. 15. Und die Wasser wurden gar aus der Flasche, und sie warf den Knaben unter eines der Gesträuche. 16. Und sie ging und setzte sich gegenüber, sich entfernend etwa einen Bogenschuß, denn sie sprach: Daß ich nicht sehe das Sterben des Knaben, und sie saß gegenüber, und hub ihre Stimme auf und weinte. 17. Und Gott hörte die Stimme es Knaben; und der Engel Gottes rief der Hagar zu vom Himmel, und sprach zu ihr: was ist dir Hagar, fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, worin er ist. 18. Steh auf, hebe den Knaben auf, und stärke deine Hand in ihm, denn als eine große Völkerschaft will Ich ihn setzen. 19. Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen, und ging hin und füllte die Wasserflasche, und tränkte den Knaben. 20. Und Gott war mit dem Knaben, und er wuchs, und wohnte in der Wüste; und er war ein Bogenschütze. 21. Und er wohnte in der Wüste Paran; und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland. 22. Und es geschah in derselben Zeit, und es sprach Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres, zu Abraham sprechend: Gott ist mit dir in allem was du tust. 23. Und nun schwöre mir bei Gott hier, ob du lügst mir, und meinem Sohn und meinem Enkel; nach der Güte, die ich getan mit dir, sollst du tun mit mir, und mit dem Lande, darinnen du ein Fremdling bist. 24. Und Abraham sprach: ich will schwören. 25. Und Abraham strafte den Abimelech, von wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs weggenommen haben. 26. Und Abimelech sprach: Ich weiß nicht, wer dies Wort getan hat, und du hast mir es auch nicht angezeigt, und ich habe es auch nicht gehört außer heute. 27. Und Abraham nahm Schafe und Rinder, und gab dem Abimelech, und sie beide schlossen einen Bund. 28. Und Abraham stellte sieben Lämmer von der Herde, sie allein. 29. Und Abimelech sprach zu Abraham: was sollen diese Lämmer da, die du gestellt hast allein. 30. Und er sprach: Weil du sieben Lämmer nehmen sollst von meiner Hand, deswegen sei mir es zum Zeugnis, daß ich diesen Brunnen gegraben habe. 31. Darum nannte er jenen Ort Beerscheba, weil dort sie beide geschworen haben. 32. Und sie schlossen einen Bund in Beerscheba; und es stund auf Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres und sie kehrten um ins Land der Philister. 33. Und er pflanzte einen Hain in Beerscheba und rief dort an den Namen des Gottes der Ewigkeit. 34. Und Abraham war Fremdling im Lande der Philister viele Tage.   Inhalt 2610. Im inneren Sinn wird hier zuerst gehandelt vom göttlich Vernünftigen des Herrn, das vorgebildet wird durch Jischak: Vers 1-8. 2611. Hernach vom bloß menschlich Vernünftigen, das sofort getrennt wurde, und dies ist der Sohn Hagars, der Ägypterin: Vers 9-12. 2612. Nachdem dieses getrennt worden, wird durch ebendenselben, nämlich durch den Sohn der Hagar, wie auch durch die Mutter vorgebildet die geistige Kirche, von der und deren Zustand Vers 13-21. 2613. Von den menschlich vernünftigen Dingen, die der Glaubenslehre, die an sich göttlich ist, beigefügt werden; Vers 22 bis Ende. 2614. Die Lehre mit jenen beigefügten Dingen ist Beerscheba: Vers 14, 31, 33.   Innerer Sinn 2615. Vers 1: Und Jehovah suchte Sarah heim, wie Er gesagt hat, und Jehovah tat der Sarah, wie Er geredet hat. "Und Jehovah suchte Sarah heim" bedeutet die Gegenwart des himmlisch Göttlichen im geistig Göttlichen; "wie er gesagt hat" bedeutet, wie er es inne geworden war; "und Jehovah tat der Sarah" bedeutet den Stand der Vereinigung; "wie Er geredet hat" bedeutet, wie er gedacht hat. HG 2616 2616. "Und Jehovah suchte Sarah heim", 1. Mose 21/1, daß dies bedeutet die Gegenwart des himmlisch Göttlichen im geistig Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung Jehovahs, sofern Er ist das himmlisch Göttliche, das ist, das göttlich Gute, oder das eigentliche Sein, und weil dieses ist lauter Liebe und Barmherzigkeit, so ist es das Gute selbst; aus der Bedeutung von heimsuchen, sofern es ist gegenwärtig sein; und aus der Bedeutung von Sarah, sofern sie ist das geistig Göttliche, das ist, das göttlich Wahre, worüber Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2507. 2617. "Wie Er gesagt hat", 1. Mose 21/1, daß dies bedeutet, wie er es inne geworden war, erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist inne werden, wovon Nr. 2238, 2260, 2552. 2618. "Und Jehovah tat der Sarah", 1. Mose 21/1, daß dies bedeutet den Stand der Vereinigung, nämlich des geistig Göttlichen des Herrn in seinem himmlisch Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung von tun, wenn es ausgesagt wird vom Göttlichen des Herrn, sofern es ist das Ganze der Wirkung, folglich des Zustandes, und aus der Bedeutung Jehovahs, dann der Sarah, wovon Nr. 2616. Was den Stand der Vereinigung des geistig Göttlichen, des Herrn in seinem himmlisch Göttlichen betrifft, so ist er die eigentliche Ehe des Guten und Wahren, woher die himmlische Ehe, und diese Ehe ist das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, darum heißt das Reich des Herrn so oft im Wort eine Ehe, und wird mit einer Ehe verglichen, die Ursache, die ein Geheimnis ist, weil aus der Ehe des göttlich Guten und Wahren und des göttlich Wahren und Guten im Herrn alle eheliche Liebe ist, und durch diese alle himmlische und geistige Liebe, welche Geheimnisse überdies eingehüllt sind in den Worten: "Jehovah suchte die Sarah heim, wie er gesagt hat, und Jehovah tat der Sarah, wie er geredet hat", die können nicht ausgesprochen werden, weil sie nicht auszudrücken sind, denn sie begreifen den Stand der Vereinigung des Göttlichen des Herrn mit seinem Menschlichen selbst; dessen Erscheinungen werden den Engeln vom Herrn vorgestellt durch himmlische Lichtstrahlungen, und beleuchtet durch unaussprechliche Vorbildungen, aber den Menschen unmöglich, weil es geschehen müßte durch solches, was zum Weltlicht gehört, und worein es nicht fällt, ja durch Beschreibungen mit dergleichen wird es mehr verdunkelt. 2619. "Wie Er geredet hat", 1. Mose 21/1, daß dies bedeutet, wie Er gedacht hat, erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287. Das Innewerden, das bezeichnet wird durch "Jehovah sagte", war aus dem himmlisch Göttlichen, aber das Denken, das bezeichnet wird durch "Jehovah redete", war aus dem himmlisch Göttlichen durch das geistig Göttliche, daher ist es gleichsam eine Wiederholung im Buchstabensinn, nämlich wie Er gesagt hat, und wie Er geredet hat. Was aber das Innewerden aus dem himmlisch Göttlichen und das Denken aus dem himmlisch Göttlichen durch das geistig Göttliche ist, fällt nicht in das Fassungsvermögen, wäre es auch noch so erhellt durch das, was zum Weltlicht gehört. Hieraus wird offenbar, wie (wenig) das unendlich viele übrige (begriffen werden) kann. Daß aus dem Innewerden das Denken ist, sehe man Nr. 1919, 2515. Beim Menschen verhält es sich so: Das Gute ist es, aus dem er inne wird, das Wahre aber, durch das er denkt. Das Gute ist Sache der Liebe und deren Neigungen, folglich ist aus ihm das Innewerden, das Wahre aber ist Sache des Glaubens, folglich gehört dieser dem Denken an. Jenes wird in den historischen Teilen des Wortes bezeichnet durch sprechen (oder sagen), dieses aber durch reden. Wenn aber bloß sprechen gelesen wird, dann bezeichnet es zuweilen inne werden, zuweilen denken, weil das Sprechen beides in sich begreift. 2620. Vers 2: Und Sarah empfing und gebar dem Abraham einen Sohn seinem Greisenalter, zur bestimmten Zeit, wie Gott mit ihm geredet hat. "Und Sarah empfing und gebar" bedeutet, es war und kam ins Dasein; "dem Abraham" bedeutet aus der Vereinigung des geistig Göttlichen mit dem himmlisch Göttlichen des Herrn, "einen Sohn", bedeutet das göttlich Vernünftige; "seinem Greisenalter" bedeutet, als die Tage erfüllt waren, daß das Menschliche ausgezogen werden sollte; "zur bestimmten Zeit" bedeutet, als das Vernünftige fähig war aufzunehmen; "wie mit ihm Gott geredet hat" bedeutet, wie Er wollte. 2621. "Und Sarah empfing und gebar", 1. Mose 21/2, bedeutet, es war und kam ins Dasein, nämlich, wie folgt, das göttlich Vernünftige aus der Vereinigung des geistig Göttlichen mit dem himmlisch Göttlichen des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von empfangen und gebären. Daß keine anderen Empfängnisse und Geburten im inneren Sinne des Wortes gemeint werden als geistige und himmlische, sehe man Nr. 2584. Hier aber göttliche, weil gehandelt wird vom Vernünftigen des Herrn, das göttlich wurde, und von Ihm, nämlich dem Herrn, wird hauptsächlich das Sein und Dasein (Esse et Existere) ausgesagt, denn Er allein ist und existiert. Was überdies das Sein und Dasein betrifft, so scheint es, als ob sie beinahe das gleiche wären, aber sie sind es nicht. Ein jeder und ein jedes hat von der Empfängnis sein Sein, von der Geburt aber sein Dasein, somit, wie die Empfängnis früher ist als die Geburt, ist das Sein früher als das Dasein. Die Seele ist das eigentliche Sein des Menschen, dagegen das Sinnenhafte oder Leibliche ist sein Dasein, denn jene existiert in diesem. Die himmlische und geistige Liebe ist das eigentliche Sein des Menschen, die wiedergeboren wird; dagegen das Vernünftige und Sinnenhafte, wenn es mit jener Liebe ausgestattet ist, ist sein Dasein. So verhält es sich mit allem und jedem im Universum, denn es gibt durchaus nichts, was nicht seine Empfängnis hat, auf daß es Sei , und seine Geburt, auf daß es da sei . Dies kann auch mit folgendem klar gemacht werden, aber den wissenschaftlich Gebildeten: jede Wirkung hat ihre Ursache, und jede Ursache hat ihren Zweck, der Zweck ist das Sein der Ursache, und die Ursache ist das Dasein des Zweckes; ebenso ist die Ursache das Sein der Wirkung, aber die Wirkung ist das Dasein der Ursache. HG 2622 2622. "Sarah dem Abraham", 1. Mose 21/2, daß dies bedeutet aus der Vereinigung des geistig Göttlichen mit dem himmlisch Göttlichen, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Sarah, sofern sie ist das geistig Göttliche oder das göttlich Wahre, wovon Nr. 1486, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, 2507, und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist das himmlisch Göttliche oder das göttlich Gute, wovon Nr. 1989, 2011, 2172, 2198, 2501. Über die Vereinigung des geistig Göttlichen mit dem himmlisch Göttlichen sehe man was Nr. 2618 gesagt worden ist. 2623. "Einen Sohn", 1. Mose 21/2, daß dies bedeutet das göttlich Vernünftige, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes: der Sohn bedeutet in des Wortes innerem Sinn das Wahre: Nr. 489, 491, 533; und weil das Wahre die Hauptsache im Vernünftigen ist: Nr. 2072, 2189, wird durch Sohn auch das Vernünftige bezeichnet; hier aber das göttlich Vernünftige, in dem vornehmlich das Gute ist; das auch Jischak, der hier der Sohn ist, vorbildet, wovon im Folgenden. 2624. "Seinem Greisenalter", 1. Mose 21/2, daß dies bedeutet, als die Tage erfüllt waren, daß das Menschliche ausgezogen werden sollte, kann erhellen aus der Bedeutung des Greisenalters, sofern es ist der Zustand, da das Menschliche ausgezogen und das Göttliche angezogen werden sollte, wovon Nr. 2198; denn Abraham war damals ein Greis von hundert Jahren, und daß durch diese Zahl der volle Zustand der Vereinigung bezeichnet wird, wird in der Auslegung zu 1. Mose 21/5 klar werden. 2625. "Zur bestimmten Zeit", 1. Mose 21/2, daß dies bedeutet, als das Vernünftige fähig war aufzunehmen, kann erhellen aus der Bedeutung der Zeit. Zweierlei Dinge sind es, die, solange der Mensch in der Welt lebt, wesentlich erscheinen, weil sie der Natur eigentümlich sind, nämlich der Raum und die Zeit. Daher im Raum und in der Zeit leben, heißt: in der Welt oder Natur leben. Aber diese zwei werden im anderen Leben zu nichts; dennoch erscheinen sie in der Geisterwelt als etwas, aus dem Grund, weil die Neulingsgeister vom Leib her die Vorstellung von Natürlichem bei sich haben, aber gleichwohl werden sie hernach inne, daß kein Raum und Zeit dort ist, sondern an deren Statt Zustände, und daß den Räumen und Zeiten in der Natur Zustände im anderen Leben entsprechen: den Räumen Zustände in betreff des Seins, und den Zeiten Zustände in betreff des Daseins. Über den Raum oder Ort sehe man Nr. 1274, 1379, 1380, 1382. Hieraus kann jedem einleuchten, was für eine Vorstellung der Mensch, solange er in der Welt oder Natur ist, von Gegenständen des anderen Lebens und von mehreren Geheimnissen des Glaubens haben kann; daß er nämlich nicht daran glauben will, ehe er es durch solches, was in der Welt ist, ja durch Sinnliches begreift, denn er kann nicht anders meinen, als wenn er der Vorstellung des Raumes und der Zeit, noch mehr wenn er dem Raum und der Zeit selbst sich entschlagen würde, daß er alsdann zu gar nichts würde, und daß ihm so nichts übrigbleibe, aus dem er empfinden und denken könnte als ein unbegreifliches Durcheinander, während es doch ganz das Gegenteil ist: das Engelsleben ist seinem Wesen nach das allerweiseste und seligste. Dies ist der Grund, warum durch die Altersstufen im Wort nicht Altersstufen bezeichnet werden im inneren Sinne, sondern Zustände, somit in diesem Vers durch Greisenalter nicht Greisenalter, sodann durch Zahlen nicht Zahlen, sondern gewisse Zustände insonderheit, z.B. durch die Zahl von hundert Jahren, wovon im Folgenden. Aus diesem kann nun erhellen, daß durch die "bestimmte Zeit" bezeichnet wird der Zustand, wo das Vernünftige fähig war aufzunehmen. Was die Sache selbst betrifft, nämlich daß aus der Vereinigung des geistig Göttlichen mit dem himmlisch Göttlichen des Herrn das göttlich Vernünftige war und ins Dasein kam, da die Tage erfüllt waren, daß das Menschliche ausgezogen werden sollte, und da das Vernünftige fähig war aufzunehmen, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch "es empfing und gebar Sarah dem Abraham einen Sohn seinem Greisenalter, zur bestimmten Zeit", so ist zu merken, daß im Innersten des Vernünftigen das Menschliche anfängt: man sehe Nr. 2106, 2194, und daß der Herr allmählich fortgeschritten ist zur Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen und des Göttlichen mit dem Menschlichen: Nr. 1864, 2033, 2523; und zwar mit eigener Macht: Nr. 1921, 2025, 2026, 2083; durch fortwährende Versuchungen und Siege: Nr. 1690, 1737, 1813; und durch fortwährende Offenbarungen aus seinem Göttlichen: Nr. 1616, 2500; und zwar bis daß Er zuletzt alles mütterlich Menschliche austrieb: Nr. 1414, 1444, 2574; und daß Er so sein Menschliches in betreff des Vernünftigen göttlich machte, gemäß dem was in diesem Vers steht. Hieraus wird klar, wie zu verstehen ist: "als die Tage erfüllt waren", daß das Menschliche ausgezogen werden sollte, und als das Vernünftige fähig war aufzunehmen; einigermaßen kann man sich diese Sache begreiflich machen aus dem, was bei denen geschieht, die wiedergeboren werden: das Himmlische, das Sache der Liebe ist, und das Geistige, das Sache des Glaubens ist, wird nicht auf einmal, sondern allmählich ihnen eingepflanzt, und wenn durch dasselbe das Vernünftige des Menschen fähig geworden ist aufzunehmen, dann erst wird er wiedergeboren, allermeist durch Versuchungen, in denen er siegt; indem dies geschieht, sind die Tage erfüllt, daß er den alten Menschen auszieht und den neuen anzieht. Über die Wiedergeburt des Menschen sehe man Nr. 677, 679, 711, 848, 986, 1555, 2475. 2626. "Wie Gott mit ihm geredet hat", 1. Mose 21/2, daß dies bedeutet, wie Er wollte, kann erhellen aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619; daß es aber hier ist wollen, ist darum, weil gesagt wird, Gott habe geredet, denn das göttliche Reden ist wollen. 2627. Vers 3: Und Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren ward, den ihm Sarah gebar, Jischak. "Und Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren ward" bedeutet seine Beschaffenheit als göttlich; "den ihm Sarah gebar" bedeutet das Sein und Dasein aus dem mit dem himmlisch Göttlichen vereinigten geistig Göttlichen; "Jischak" bedeutet das göttlich Vernünftige. 2628. "Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren ward", 1. Mose 21/3, daß dies bedeutet seine Beschaffenheit als göttlich, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in betreff des himmlisch Göttlichen, oder des göttlich Guten, worüber früher an vielen Stellen; aus der Bedeutung von Namen nennen, sofern es ist die Beschaffenheit, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Vernünftige, worüber Nr. 2623; dann aus der Bedeutung des ihm Geborenen, sofern es ist Dasein vom Göttlichen; hieraus wird offenbar, daß "Abraham nannte den Namen des ihm geborenen Sohnes" bedeutet seine Beschaffenheit als göttlich. Aus diesen wenigen Worten leuchten denen, die im inneren Sinne sind, drei Geheimnisse hervor: Erstens, daß das Göttlich-Menschliche des Herrn aus dem Göttlichen Selbst sein Dasein hatte, wovon in diesem Vers weiter gehandelt wird. Zweitens, daß das Göttlich-Menschliche des Herrn von Jehovah nicht nur empfangen, sondern auch geboren worden ist, daher der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Sohn Gottes und der Eingeborene genannt wird: Joh.1/14,18,50; 3/16,18,35,36; 5/19-27; 6/69; 9/35; 10/36; 11/27, 14/13,14; 17/1; 20/31, ebenso bei den übrigen Evangelisten. Drittens, daß das Göttlich-Menschliche des Herrn, der Name Jehovahs, d.h. Seine Beschaffenheit ist, man sehe Joh.12/28. 2629. "Den ihm Sarah gebar", 1. Mose 21/3, daß dies bedeutet Sein und Dasein aus dem mit dem himmlisch Göttlichen vereinigten geistig Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Dasein, worüber Nr. 2621; und weil die Geburt die Empfängnis in sich schließt, und die Geburt oder das Dasein aus dem geistig Göttlichen ist, und die Empfängnis oder das Sein aus dem himmlisch Göttlichen, die hier vereinigt sind, daher bedeutet gebären hier sowohl Sein als Dasein; sodann aus der vorbildlichen Bedeutung der Sarah, sofern sie das mit dem himmlisch Göttlichen vereinigte geistig Göttliche, worüber Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, 2507. Dies ist zu geheimnisvoll, als daß es beschrieben, ja als daß es durch irgend etwas in der Welt beleuchtet werden könnte, es ist für Engelsgemüter, denen dies durch Unaussprechliches im Himmelslicht dargestellt wird. 2630. Daß "Jischak" das göttlich Vernünftige bedeutet, erhellt aus demjenigen, was über Abraham, Jischak und Jakob Nr. 1893, 2066, 2083 gesagt worden ist, daß nämlich Abraham das höchste Göttliche, Jischak das göttlich Vernünftige, und Jakob sein göttlich Natürliches vorbildet; wie auch aus dem folgenden, wo von Jischak die Rede ist, erhellen wird. 2631. Vers 4: Und Abraham beschnitt Jischak seinen Sohn, den Sohn von acht Tagen, wie ihm Gott geboten hat. "Abraham beschnitt Jischak seinen Sohn" bedeutet die Reinigung des Vernünftigen; "den Sohn von acht Tagen" bedeutet den Anfang und die Fortsetzung; "wie Gott ihm geboten hat" bedeutet gemäß der göttlichen Ordnung. 2632. "Und Abraham beschnitt Jischak seinen Sohn", 1. Mose 21/4, daß dies die Reinigung des Vernünftigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Beschneidung, sofern sie ist Reinigung, worüber Nr. 2039; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Jischak, sofern er ist das göttlich Vernünftige, worüber Nr. 2630. Daß das erste Vernünftige des Herrn geboren wurde, wie bei anderen, nämlich durch Wissenssachen und Erkenntnisse, ist früher gesagt worden, wo von Jischmael die Rede war, durch den jenes Vernünftige vorgebildet wird. Weil nun dieses durch Wissenssachen und Erkenntnisse geboren worden ist, somit durch den äußeren Weg, welcher ist der der Sinneswahrnehmungen, wie bei anderen, so konnte es nicht anders sein, als daß dasselbe mehreres aus Weltlichem bei sich hatte, denn die Vorstellungen des Vernünftigen werden aus diesem erworben, und das um so mehr, weil Er Anererbtes von der Mutter her hatte. Jenes Weltliche und dieses Anererbte war es, was der Herr allmählich aus seinem Vernünftigen austrieb, und das, bis es fähig war, das Göttliche aufzunehmen: Nr. 2624, 2625; dann wurde das göttlich Vernünftige des Herrn geboren, das durch Jischak vorgebildet wird: Nr. 2630, und zwar nicht durch den äußeren Weg, welcher ist der der Sinneswahrnehmungen, sowie früher das Vernünftige, sondern durch den inneren Weg aus dem Göttlichen Selbst: Nr. 2628, 2629. Weil dies nicht mit einem Mal, sondern allmählich geschah: Nr. 1690, 2033, wurde es gereinigt und zwar fortwährend, was dadurch bezeichnet wird, daß "Abraham seinen Sohn, den Sohn von acht Tagen, beschnitt". Daß der Herr sein Vernünftiges allmählich göttlich gemacht und fortwährend gereinigt hat, erhellt auch bei Joh.12/28: Jesus sprach: "Vater verherrliche Deinen Namen, da ging eine Stimme aus vom Himmel: ja, Ich habe verherrlicht, und werde wieder verherrlichen"; daß verherrlichen ist göttlich machen, sehe man Nr. 1603, 1999. Durch die Beschneidung wurde in der Alten Kirche auch nichts anderes vorgebildet und bezeichnet, als daß der Mensch von den Trieben der Selbst- und Weltliebe gereinigt werden soll und zwar auch allmählich und fortwährend, man sehe Nr. 2039, 2046, 2049, 2056, hauptsächlich, wenn er neu geboren oder wiedergeboren ist, denn alsdann wirkt der Herr durch den inneren Weg, das ist durch das Gute des Gewissens ein, und scheidet allmählich und fortwährend dasjenige aus, was vom Anererbten und vom wirklichen Bösen anklebt. 2633. "Den Sohn von acht Tagen", 1. Mose 21/4, daß dies den Anfang und die Fortsetzung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des 8. Tages, an dem sie beschnitten wurden, sofern er ist jedweder Anfang, somit die Fortsetzung, wovon Nr. 2044. 2634. "Wie ihm Gott geboten hat", 1. Mose 21/4, daß dies bedeutet gemäß der göttlichen Ordnung, erhellt aus der Bedeutung des Gebietens oder der Gebote Gottes. Die Gebote Gottes oder was Gott geboten hat, gehört samt und sonders zur göttlichen Ordnung, so sehr, daß die göttliche Ordnung nichts ist als ein immerwährendes Gebot Gottes, daher leben nach den Geboten Gottes, und in den Geboten Gottes heißt, gemäß der göttlichen Ordnung und in der göttlichen Ordnung. Daher kommt es, daß durch Gott hat geboten, hier bezeichnet wird gemäß der göttlichen Ordnung. Es war der göttlichen Ordnung gemäß, daß alles, was männlich war, am achten Tage nach der Geburt beschnitten werden sollte, nicht weil die Beschneidung etwas wirkte, oder die Beschnittenen eher ins Reich Gottes kamen, als die Unbeschnittenen, sondern weil solcher Brauch in der vorbildlichen Kirche entsprach der Reinigung des Herzens, von welcher Entsprechung, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesprochen werden soll. Daß das Herz, d.h. das Innere des Menschen, allmählich und fortwährend vom Bösen, das den Begierden und vom Falschen, das den Phantasien daraus angehört, gereinigt werden muß, ist der göttlichen Ordnung gemäß. Die Gebote über die Reinigung des Herzens gehören samt und sonders zur göttlichen Ordnung; wiefern also der Mensch in jenen Geboten, insofern lebt er in der göttlichen Ordnung; und wiefern er in dieser, insofern wird bei ihm alles vom Herrn eingerichtet gemäß der Ordnung, die von Ihm in den Himmeln eingeführt ist, nämlich sowohl dessen Vernünftiges als Wißtümliches; hierdurch wird der Mensch ein Himmel in kleinster Gestalt, entsprechend dem größten. 2635. Vers 5: Und Abraham ein Sohn von hundert Jahren, da ihm geboren wurde Jischak sein Sohn. "Und Abraham ein Sohn von hundert Jahren" bedeutet den vollen Stand der Vereinigung; "da ihm geboren wurde Jischak sein Sohn" bedeutet, da das Vernünftige des Herrn göttlich wurde. 2636. "Und Abraham ein Sohn von hundert Jahren", 1. Mose 21/5, daß dies den vollen Stand der Vereinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von hundert, welche ist das Volle, wovon im gleich Folgenden; und aus der Bedeutung von Jahren, welche ist der Stand, wovon Nr. 482, 487, 488, 493, 893, hier der Stand der Vereinigung. Was den vollen Stand der Vereinigung des Göttlichen mit Seinem Menschlichen (des Herrn), oder was das gleiche ist, mit dem Vernünftigen sei, denn das Vernünftige fängt im Innersten des Menschen an: Nr. 2106, 2194, kann nicht so begreiflich gesagt, aber dennoch durch solches beleuchtet werden, was beim Menschen genannt wird der volle Stand, wenn er gebessert und wiedergeboren wird. Es ist bekannt, daß der Mensch nur im herangewachsenen Alter wiedergeboren werden kann, weil er dann erst Vernunft und Urteilskraft gebrauchen, und so das Gute und Wahre vom Herrn aufnehmen kann. Ehe er in diesen Zustand kommt, wird er vom Herrn dadurch vorbereitet, daß solches in ihn hineingelegt wird, was ihm als Boden zur Aufnahme der Samen des Guten und Wahren vom Herrn dienen kann, und dies sind mehrere Zustände der Unschuld und Liebtätigkeit, dann auch Erkenntnisse des Guten und Wahren, und die Gedanken daraus, was mehrere Jahre lang, ehe er wiedergeboren wird, geschieht. Wenn der Mensch in solche eingeführt und so vorbereitet ist, dann heißt sein Stand ein voller, denn alsdann ist das Innere zur Aufnahme befähigt. Beim Menschen heißt solches alles, womit er vom Herrn vor der Wiedergeburt begabt, und wodurch er wiedergeboren wird, Überreste, die im Worte durch die Zahl Zehn bezeichnet werden: Nr. 576, 1738, 2284, dann auch durch hundert, wenn der volle Stand der Wiedergeburt da ist: Nr. 1988; dies mag zur Beleuchtung dessen dienen, was bezeichnet wird durch den vollen Stand der Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen im Herrn, nämlich als Er aus eigener Macht durch Versuchungskämpfe und Siege, und durch göttliche Kräfte der Weisheit und Einsicht, so viel Göttliches im Menschlichen, das ist im Vernünftigen sich erworben hatte, daß Er das Göttliche Selbst mit dem im Vernünftigen erworbenen Göttlichen vereinigen konnte: um diesen Stand vorzubilden, geschah es, daß dem Abraham, obwohl er mehrere Jahre im Lande Kanaan verweilte, Jischak nicht eher geboren wird, als da er hundert Jahre alt war. Diese Geheimnisse sind es, die in der Zahl von hundert Jahren, die Abraham alt war, enthalten sind. Daß die Zahl Hundert das Volle bedeutet, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Jes.65/20: "Nicht wird von dannen mehr sein ein Kind an Tagen, und ein Greis, der nicht erfüllet hätte alle seine Tage, denn der Knabe wird als Sohn von hundert Jahren sterben, und der Sünder als Sohn von hundert verflucht werden": wo offenbar hundert soviel als voll, denn es heißt: es wird nicht mehr sein ein Kind an Tagen und ein Greis, der seine Tage nicht erfüllt hätte, und der Knabe und der Sünder von hundert Jahren, d.h. wenn sein Stand voll ist. Matth.19/29; Mark.10/29,30: "Jeder, der verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Äcker, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen, und das ewige Leben ererben": wo hundertfältig soviel als voll, oder ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß. Luk.8/8; Matth.13/8,23; Mark.4/20: "Ein anderer Samen fiel auf das gute Land, und aufgewachsen brachte er hundertfältige Frucht": wo hundert auch soviel als voll, welche Zahl nicht gesagt worden wäre, wenn sie das nicht bezeichnet hätte; ebenso wo der Herr im Gleichnis von den Schuldnern sagt, Luk.16/5-7: "Einer war hundert Bat Öl, und der andere hundert Kor Weizen schuldig", so auch anderwärts, wo hundert vorkommt; ebenso verhält es sich mit tausend, über welche Zahl man sehe Nr. 2575. 2637. "Da ihm geboren wurde Jischak sein Sohn", 1. Mose 21/5, daß dies bedeutet da das Vernünftige des Herrn göttlich wurde, erhellt aus der Bedeutung von geboren werden, sofern es ist Dasein, worüber Nr. 2584, 2621, 2629, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, worüber Nr. 2630; und zwar wird gesagt: geboren werden dem Abraham, da es göttlich geworden war, wie auch Vers 3: "Abraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren ward": man sehe 2628. HG 2638 2638. Vers 6,7: Und Sarah sprach: ein Lachen hat mir Gott gemacht; jeder, der es hört, wird mein lachen. Und sie sprach, wer hätte gesagt, dem Abraham wird Sarah Söhne säugen; denn ich habe geboren einen Sohn seinem Greisenalter. "Und Sarah sprach" bedeutet das Innewerden aus dem geistig Göttlichen; "ein Lachen hat mir Gott gemacht" bedeutet die Neigung zum himmlisch Wahren; "jeder, der es hört, wird mein lachen" bedeutet, daß alles was dort ist Neigung haben werde; "und sie sprach" bedeutet das Denken; "wer hätte gesagt: dem Abraham wird Sarah Söhne säugen" bedeutet, daß der Herr mit eigener Macht das Menschliche dem Göttlichen eingepflanzt habe; "denn ich habe geboren einen Sohn seinem Greisenalter" bedeutet, daß dies geschah, als die Tage erfüllt waren. 2639. "Und Sarah sprach", 1. Mose 21/6, daß dies das Innewerden aus dem geistig Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Sarah, sofern sie ist das geistig Göttliche, oder das göttlich Wahre, wovon Nr. 2622. 2640. "Ein Lachen hat mir Gott gemacht", 1. Mose 21/6, daß dies die Neigung zum himmlisch Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Lachens, sofern es ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2072, 2216; und aus dem Machen Gottes, sofern es ist das Himmlische aus welchem. 2641. "Jeder, der es hört, wird mein lachen", 1. Mose 21/6, bedeutet, daß alles dort Neigung haben werde, erhellt aus der Bedeutung von hören und lachen; hören wird im Wort ausgesagt von dem, was Sache der Neigung ist, sehen aber von dem, was Sache des Denkens ist, was erhellen kann aus sehr vielen Stellen im Wort, dann auch aus den Entsprechungen, man sehe Nr. 2542. Weil hier von der Neigung zum himmlisch Wahren die Rede ist, wird gesagt: "jeder der es höret", wodurch bezeichnet wird alles zur Neigung Gehörige; daß lachen ist: vom Wahren angeregt werden oder eine Neigung zum Wahren haben, sehe man Nr. 2072, 2216, 2640. 2642. "Und sie sprach", 1. Mose 21/7, daß dies das Denken bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, dann auch denken, wovon öfters, man sehe Nr. 2619 E. 2643. "Wer hätte gesagt: dem Abraham wird Sarah Söhne säugen", 1. Mose 21/7, daß dies bedeutet, der Herr habe mit eigener Macht das Menschliche dem Göttlichen eingepflanzt, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Abraham, dann der Sarah und aus der Bedeutung des Säugens und der Söhne. Daß Abraham das göttlich Gute, und Sarah das göttlich Wahre vorgebildet hat, ist gezeigt worden, daß Milch das Geistige aus himmlischem Ursprung oder das Wahre aus dem Guten ist, sehe man Nr. 2184, somit ist säugen: dasselbe einpflanzen. Daß die Söhne Wahrheiten sind, hier die im Vernünftigen, erhellt aus der Bedeutung der Söhne: Nr. 489, 490, 491, 533; daß dies im inneren Sinn bedeutet, der Herr habe aus eigener Macht das Menschliche dem Göttlichen eingepflanzt, ist: weil das göttlich Wahre das gleiche ist, was das Göttlich-Menschliche, wenn es nun von diesem heißt, daß es dem Abraham Söhne säuge, so wird bezeichnet, es habe das Menschliche dem Göttlichen eingepflanzt, und weil das Menschliche, so ist aus eigener Macht. Aber dies kann nicht wohl klarer fürs Verständnis ausgelegt werden, wenn weitläufiger, so wird der Sinn noch dunkler, denn es sind göttliche Dinge, die allein den Engeln durch Himmlisches und Geistiges vorgestellt werden können. Wenn dem Menschen in erhabenerem Stil, so würde es in materielle und körperliche Vorstellungen, die der Mensch hat, fallen. Außerdem ist zu merken, daß das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung seiner Beschaffenheit, sobald es geboren wurde, mit folgenden Worten beschrieben wird: "ein Lachen hat mir Gott gemacht, ein jeder der es höret wird mein lachen; und sie sprach, wer hätte gesagt, dem Abraham wird Sarah Söhne säugen"; es ist alte Sitte, daß wenn ein Kind geboren wurde, ihm ein den Zustand bezeichnender Name beigelegt, und daß dieser Zustand dann auch beschrieben wurde, z.B. da Kain der Chavah und dem Adam geboren wurde: 1. Mose 4/1; daß ihnen Schet: 1. Mose 4/25; da Noach dem Lamech: 1. Mose 5/29; da Esau und Jakob dem Jischak: 1. Mose 25/25,26; da zwölf Söhne dem Jakob: 1. Mose 29/32-35, 30/6,8,11,13,18,20,24; 35/18; da Perez und Serach der Thamar: 1. Mose 38/29,30; da Menasche und Ephraim dem Joseph: 1. Mose 41/51,52; da Gerschom und Elieser dem Mose: 2. Mose 2/22; 18/4; was diese alle vorbilden, und was sie im inneren Sinne bezeichnen, ist in der dem Namen, der beigelegt wurde, beigefügten Beschreibung eingehüllt; so hier was Jischak. Was aber eingehüllt ist, erhellt in ein wenig aus der summarischen Erklärung, aber es sind gleichwohl tiefere Geheimnisse verborgen, denn es sind göttliche Dinge, die durch keine Wortformen und Redensarten ausgedrückt werden können. 2644. "Denn ich habe geboren einen Sohn seinem Greisenalter", 1. Mose 21/7, daß dies bedeutet, es sei das geschehen, als die Tage erfüllt waren, erhellt aus der Erklärung der beinahe gleichen Worte im 2. Vers, wovon Nr. 2621-2624. 2645. Vers 8: Und das Kind wuchs, und ward entwöhnet, und Abraham machte ein großes Gastmahl am Tage, da man Jischak entwöhnte. "Und das Kind wuchs" bedeutet die weitere Vervollkommnung des Vernünftigen des Herrn; "und ward entwöhnt" bedeutet die Trennung des bloß menschlich Vernünftigen; "Und Abraham machte ein großes Gastmahl" bedeutet die Beiwohnung und Vereinigung; "am Tage, da man Jischak entwöhnte" bedeutet den Stand der Trennung. 2646. "Und das Kind wuchs", 1. Mose 21/8, daß dies die weitere Vervollkommnung des Vernünftigen des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von wachsen, sofern es ist vervollkommnet werden; und aus der Bedeutung des Kindes oder Sohnes, sofern es ist das göttlich Vernünftige des Herrn, wovon Nr. 2623. 2647. "Und ward entwöhnt", 1. Mose 21/8, daß dies die Trennung des bloß menschlich Vernünftigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von entwöhnt werden, sofern es ist getrennt werden, wie die Kinder von den Brüsten der Mutter; daß das bloß menschlich Vernünftige getrennt wurde, wird in diesem Kapitel weiter beschrieben, und vorgebildet dadurch, daß der Sohn der Hagar aus dem Hause geworfen wurde. 2648. "Und Abraham machte ein großes Gastmahl", 1. Mose 21/8, daß dies die Beiwohnung und Vereinigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Gastmahls, sofern es ist die Beiwohnung, wovon Nr. 2341; hier auch die Vereinigung, weil gehandelt wird vom Herrn, dessen Menschliches mit dem Göttlichen vereinigt wurde, und das Göttliche mit dem Menschlichen, und weil von dieser Vereinigung gehandelt wird, heißt es ein großes Gastmahl. 2649. "Am Tage, da man Jischak entwöhnte", 1. Mose 21/8, daß dies den Stand der Trennung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Tag, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893; und aus der Bedeutung von entwöhnt werden, sofern es ist getrennt werden, wovon Nr. 2647. Vom 1. Vers dieses Kapitels an wurde gehandelt von der Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen des Herrn, in folgender Ordnung: Von der Gegenwart des Göttlichen im Menschlichen, der Vereinigung wegen: Vers 1. Von der Gegenwart des Menschlichen im Göttlichen, somit von der wechselseitigen Vereinigung, wovon Nr. 2004: Vers 2. Daß infolge jener Vereinigung das Menschliche göttlich wurde: Vers 3. Und dies allmählich und fortwährend, als der Herr in der Welt lebte: Vers 4. Und daß dies begann, als das Vernünftige im Stand war aufzunehmen: Vers 5. Es wird beschrieben der Stand der Vereinigung in betreff seiner Beschaffenheit, mit Geheimnissen: Vers 6, 7; und nun folgt von der Trennung des mütterlich Menschlichen; und geht fort bis zum 12. Vers. Diese Trennung wird in diesem Vers bezeichnet durch die Entwöhnung Jischaks, und im folgenden vorgebildet dadurch, daß der Sohn der Hagar aus dem Hause fortgeschickt worden; und weil die Einung des Göttlichen des Herrn mit seinem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen, die eigentliche Ehe des Guten und Wahren, und folglich die himmlische Ehe ist, die dasselbe ist was das Reich des Herrn, darum wird ein großes Gastmahl erwähnt, das Abraham machte, als Jischak entwöhnet ward, wodurch das erste der Ehe oder die erste Einung bezeichnet wird. Wenn dieses Gastmahl kein Geheimnis bezeichnet hätte, wie auch die Entwöhnung, so wäre dessen gar nicht gedacht worden. Weil nun folgt von der Trennung des früheren Menschlichen, das der Herr von der Mutter hatte, und zuletzt von der völligen Ablegung desselben, so ist zu merken, daß der Herr allmählich und fortwährend bis zum letzten Augenblick des Lebens, da Er verherrlicht wurde, von Sich getrennt und ausgezogen hat das was bloß menschlich war, was Er nämlich von der Mutter her hatte, bis daß Er endlich nicht mehr ihr Sohn war, sondern der Sohn Gottes, wie in Ansehung der Empfängnis auch in Ansehung der Geburt, und so eins mit dem Vater, und Jehovah selbst: Daß Er alles Menschliche von der Mutter von Sich getrennt und ausgezogen hat, so daß Er nicht mehr ihr Sohn war, erhellt klar aus den Worten des Herrn bei Joh.2/3,4: "als es an Wein gebrach, sagte die Mutter Jesu zu Ihm, sie haben nicht Wein; spricht Jesus zu ihr: was Mir und Dir, o Weib". Matth.12/47-50: "Es sagte jemand, siehe deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, die suchen mit Dir zu reden; aber Jesus antwortete und sprach zu dem, der es gesagt hatte: wer ist Meine Mutter, und wer Meine Brüder? Und indem Er Seine Hand ausstreckte über Seine Jünger, sprach Er: siehe Meine Mutter, und Meine Brüder; denn wer da tut den Willen Meines Vaters, der in den Himmeln ist, der ist Mein Bruder, und Schwester und Mutter"; Mark.3/32-35; Luk.8/20,21. Luk.11/27,28: "Es erhub ein Weib ihre Stimme aus dem Volk, und sprach zu Ihm: selig der Bauch, der Dich geboren hat, und die Brüste, die Du gesäuget hast; aber Jesus sprach: selig diejenigen, welche hören das Wort Gottes und es bewahren": wenn hier das Weib von der Mutter spricht, redete der Herr von denen, von welchen Er oben, nämlich: wer den Willen Meines Vaters tut, der ist Mein Bruder, Schwester und Mutter, was ganz das gleiche ist mit diesem: selig diejenigen, welche hören das Wort Gottes und es bewahren; Joh.19/26,27: "Als Jesus sah die Mutter, und den Jünger dastehen, den Er lieb hatte, sprach Er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn; hernach sagte Er zum Jünger: siehe, deine Mutter, darum von jener Stunde an nahm sie der Jünger bei sich auf": aus diesen Worten ist klar, daß der Herr zu ihr sprach, wie sie dachte, als sie Ihn am Kreuz sah, aber dennoch nennt Er sie nicht Mutter, sondern Weib, und daß Er den Namen der Mutter auf diejenigen übertrug, die durch den Jünger bezeichnet werden, daher sprach Er zu dem Jünger: siehe, deine Mutter; noch deutlicher aus diesen Worten des Herrn: "Jesus fragte die Pharisäer und sprach, was dünket euch von Christus, wes Sohn ist er? Sie sagen zu Ihm: Davids, spricht Er zu ihnen: wie denn heißt Ihn David im Geist einen Herrn, wenn er sagt: es sprach der Herr zu meinem Herrn, sitze zu meiner Rechten, bis Ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße; wenn nun David Ihn Herr heißt, wie ist Er sein Sohn; und niemand konnte Ihm ein Wort antworten, Matth.22/41-46; Mark.12/35-37; Luk.20/42-44: somit war Er auch nicht mehr der Sohn Davids nach dem Fleisch. Was ferner die Trennung und Ausziehung des mütterlich Menschlichen betrifft, so begreifen es diejenigen nicht, die bloß körperliche Vorstellungen vom Menschlichen des Herrn haben, und davon denken, wie von dem Menschlichen eines anderen Menschen, daher sie solches Ärgernis daran nehmen; sie wissen nicht, daß wie das Leben beschaffen ist so der Mensch, und daß der Herr das göttliche Lebens-Sein oder Jehovah von der Empfängnis an war, und daß das gleiche Lebens-Sein in Seinem Menschlichen existiert hat Kraft der Vereinigung. 2650. Vers 9: Und Sarah sah den Sohn der Hagar, der Ägypterin, den sie dem Abraham geboren hatte, spotten. "Und Sarah sah" bedeutet den Blick des Herrn aus dem geistig Göttlichen; "den Sohn der Hagar, der Ägypterin" bedeutet in das bloß menschlich Vernünftige; Hagar die Ägypterin ist die Neigung zu den Wissenschaften, aus der jenes Vernünftige, als von der Mutter, geboren wurde; "den sie dem Abraham geboren hatte" bedeutet, daß es vom himmlisch Göttlichen als vom Vater das Dasein hatte; "spotten" bedeutet nicht übereinstimmend und zusagend dem göttlich Vernünftigen. 2651. "Und Sarah sah", 1. Mose 21/9, daß dies bedeutet den Blick des Herrn aus dem geistig Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist verstehen, wovon Nr. 897, 2150, 2325, was ebensoviel als aus dem Gesicht des Gemüts schauen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Sarah, sofern sie ist das geistig Göttliche, oder das göttlich Wahre, wovon Nr. 2622; Sarah sah heißt das geistig Göttliche schaute, was ebensoviel ist als der Herr aus dem geistig Göttlichen. 2652. "Den Sohn der Hagar, der Ägypterin", 1. Mose 21/9, daß dies bedeutet in das bloß menschliche Vernünftige, und daß Hagar die Ägypterin die Neigung zu den Wissenschaften ist, aus der jenes Vernünftige, als von einer Mutter geboren wurde, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, nämlich Jischmaels, sofern er ist das erste Vernünftige, das der Herr hatte, wovon im 16. Kapitel des 1.Buches Mose, wo von Hagar und Jischmael gehandelt wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung desselben, und der Ägypterin Hagar, welche die Mutter war, wovon ebenfalls dort. Daß das erste oder bloß menschlich Vernünftige beim Herrn empfangen wurde vom himmlisch Göttlichen als vom Vater, und geboren von der Neigung zu den Wissenschaften als von der Mutter, sehe man Nr. 1895, 1896, 1902, 1910. 2653. "Den sie dem Abraham geboren hatte", 1. Mose 21/9, daß dies bedeutet, daß es vom himmlisch Göttlichen als vom Vater das Dasein hatte, erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Dasein, wovon Nr. 2621, 2629; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Abraham, sofern er ist das himmlisch Göttliche, wovon Nr. 1989, 2011, 2172, 2198, 2501; daß jenes Vernünftige aus dem himmlisch Göttlichen des Herrn, als vom Vater, das Dasein hatte, sehe man Nr. 1895, 1896, 1902, 1910. 2654. "Spotten", 1. Mose 21/9, daß dies bedeutet nicht angemessen und zusagend dem göttlich Vernünftigen, kann erhellen aus der Bedeutung von spotten, sofern es ist Abneigung gegen das, was einem nicht angemessen ist und zusagt. Im vorhergehenden Vers wurde gesagt, das Kind wuchs und ward entwöhnt, und Abraham machte ein großes Gastmahl, als er Jischak entwöhnte, wodurch bezeichnet wurde, daß, als das Vernünftige des Herrn göttlich geworden, das Vernünftige, das früher da war, getrennt wurde; darum folgt jetzt unmittelbar vom Sohn der Hagar der Ägypterin, und daß unter diesem jenes Vernünftige verstanden wird, wurde in der Erklärung zum 16. Kapitel des 1.Buches Mose, wo von Jischmael und Hagar gehandelt wird, gezeigt; hieraus wird auch klar, daß die Dinge im inneren Sinne in zusammenhängender Reihe folgten. Was aber das erste Vernünftige des Herrn betrifft, so konnte, weil dieses geboren wurde wie bei einem anderen Menschen, nämlich durch Wissenschaften und Kenntnisse, es nicht anders sein, als daß es Scheinwahrheiten waren, die an sich nicht wahr sind, wie aus demjenigen erhellen kann, was Nr. 1911, 1936, 2196, 2203, 2209, 2519 angeführt wurde; und weil in Scheinwahrheiten, so konnten ihm nicht angemessen sein, noch zu sagen Wahrheiten ohne Scheinbarkeiten, wie es die Göttlichen sind, sowohl weil er sie nicht begreift, als weil sie ihm entgegen sind; aber zur Erläuterung sollen Beispiele dienen: Das menschlich Vernünftige, das nämlich von Weltlichem durch Sinneswahrnehmungen und hernach von Weltartigem durch Wissenschaften und Kenntnisse geboren ist, lacht beinahe darüber oder spottet, wenn man ihm etwa sagt, daß (der Mensch) nicht aus sich lebe, sondern daß es ihm scheine, wie wenn er aus sich lebe; und daß einer um so mehr lebt, d.h. weiser und verständiger, glücklicher und seliger, je weniger er glaubt, daß er aus sich lebe, und daß dieses das Leben der Engel ist, vornehmlich derjenigen, die himmlisch sind und am inwendigsten oder dem Herrn am nächsten; denn sie wissen, daß niemand von sich lebt, als allein Jehovah, das ist der Herr. Jenes Vernünftige würde auch spotten, wenn man ihm sagte, er habe nichts Eigenes, sondern daß es Täuschung oder Schein sei, daß er es habe; und noch mehr, wenn man ihm sagte, daß je mehr er in der falschen Meinung sei, er habe Eigenes, er um so weniger habe, und umgekehrt. Ebenso, alles was er aus dem Eigenen denkt und tut, sei böse, wenn es auch gut wäre, und daß er nicht eher weise sei, als wenn er glaubt und inne wird, alles Böse komme von der Hölle, und alles Gute vom Herrn. In diesem Glauben, ja Innewerden sind alle Engel, die jedoch Eigenes in reichlicherem Maße haben als alle (Menschen und Geister), aber wissen und innewerden, daß dasselbe vom Herrn ist, aber daß es ganz den Anschein habe, als ob es ihnen gehöre. Ferner, jenes Vernünftige würde spotten, wenn man sagte, daß im Himmel die Größten sind, welche die Kleinsten; die Weisesten die, welche glauben und innewerden, daß sie am wenigsten weise seien; die Seligsten die, welche wollen, daß andere am meisten, sie aber am wenigsten selig seien. Daß Himmel ist, unter allen sein wollen, aber Hölle über alle; folglich, daß in der Himmelsherrlichkeit gar nichts ist, was in der Weltherrlichkeit ist. Ebenso würde jenes Vernünftige spotten, wenn man sagte, daß im anderen Leben keinerlei Raum und Zeit ist, sondern daß es Zustände sind, denen gemäß sie scheinbar vorhanden sind; und daß das Leben um so himmlischer ist, je weiter es von dem, was dem Raum und der Zeit angehört, entfernt ist, und je näher es dem kommt was Ewigkeit ist, in der nämlich die Ewigkeit gar nichts von einer Idee der Zeit, noch von einer Ähnlichkeit derselben sich findet. So in unzählig viel anderem. Daß solches im bloß menschlich Vernünftigen sein und daß ebendarum dieses Vernünftige die göttlichen Dinge verspotten würde, hat der Herr gesehen, und zwar aus dem geistig Göttlichen, was dadurch bezeichnet wird, daß Sarah sah den Sohn der Hagar der Ägypterin: Nr. 2651, 2652. Daß der Mensch von innen heraus in das bei sich blicken kann, was unten ist, wissen diejenigen aus Erfahrung, die ein Innewerden, auch diejenigen, die ein Gewissen haben, denn sie sehen so weit, daß sie ihre eigenen Gedanken strafen. Daher können die Wiedergeborenen sehen, von welcher Art ihr Vernünftiges ist, das sie vor der Wiedergeburt hatten; aber ein solches Innewerden beim Menschen ist vom Herrn, aber der Herr hatte es aus Ihm selbst. 2655. Vers 10: Und sie sprach zu Abraham: treibe diese Magd und ihren Sohn hinaus; denn nicht soll erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jischak. "Und sie sprach zu Abraham" bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen; "treibe diese Magd und ihren Sohn hinaus" bedeutet, daß verbannt werden soll, was dem bloß menschlich Vernünftigen angehört; "denn nicht soll erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jischak" bedeutet, daß das bloß menschlich Vernünftige mit dem eigentlich göttlich Vernünftigen keine Lebensgemeinschaft haben kann, weder in Ansehung des Wahren, noch in Ansehung des Guten. 2656. "Und sie sprach zu Abraham", 1. Mose 21/10, daß dies das Innewerden aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sagen in den geschichtlichen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters, und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist das himmlisch Göttliche oder das göttlich Gute, wovon Nr. 2622. 2657. Daß "treibe diese Magd und ihren Sohn hinaus", 1. Mose 21/10, bedeutet, verbannt soll werden was dem bloß menschlich Vernünftigen angehört, erhellt aus der Bedeutung von hinaustreiben, sofern es ist verbannen; aus der Bedeutung der Magd, sofern sie ist die Neigung zu Vernünftigem und Wißtümlichen, somit ihr Gutes, wovon Nr. 2567; und aus der Bedeutung des Sohns, sofern er ist das Wahre jenes Vernünftigen, wovon Nr. 264, 489, 533, 1147, aber es ist scheinbar Gutes und Wahres, das von diesem ersten oder bloß menschlich Vernünftigen ausgesagt wird, daher kommt es, daß: "treib diese Magd und ihren Sohn hinaus" bedeutet, es soll verbannt werden, was dem bloß menschlich Vernünftigen angehört. Wie es sich damit verhält, nämlich daß das erste Vernünftige verbannt wurde, als das Göttliche an dessen Stelle trat, wurde früher hie und da gesagt und gezeigt, weil aber hier insonderheit davon gehandelt wird, soll es noch mit wenigem erklärt werden: Es ist bei einem jeden Menschen, der wiedergeboren wird, zweierlei Vernünftiges: das eine vor der Wiedergeburt, das andere nach der Wiedergeburt. Das erste, das vor der Wiedergeburt da ist, wird erworben durch Sinneserfahrungen, durch Betrachtungen über das, was im bürgerlichen und im sittlichen Leben vorkommt und durch Wissenschaften, und durch Vernunftschlüsse aus ihnen und durch sie. Dann durch Erkenntnisse von geistigen Dingen aus der Glaubenslehre oder aus dem Wort; aber dies geht dann nicht weiter als ein klein wenig über die Vorstellungen des leiblichen Gedächtnisses hinaus, die beziehungsweise in hohem Grade materiell sind. Alles nun, was er dann denkt, ist aus solchen, oder damit es mit dem innerlichen oder verständigen Sehvermögen zugleich begriffen werde, wird solcherlei vergleichsweise und nach entsprechender Ähnlichkeit dargestellt. So beschaffen ist das erste Vernünftige, oder das vor der Wiedergeburt da ist. Aber das Vernünftige nach der Wiedergeburt wird vom Herrn gebildet durch Neigungen zum geistig Wahren und Guten. Diese Neigungen werden vom Herrn auf wunderbare Weise in die Wahrheiten des vorigen Vernünftigen eingepflanzt, und so wird dort das lebendig gemacht, was übereinstimmend ist und zusagt, das übrige aber wird als nutzlos davon getrennt, bis daß zuletzt das geistig Gute und Wahre wie in Bündel gesammelt wird, nachdem das Nichtübereinstimmende, das nicht lebendig gemacht werden kann, gleichsam in den Umkreis geworfen worden, und das allmählich, je wie das geistig Gute und Wahre mit dem Leben ihrer Neigungen zunimmt. Hieraus wird klar, wie beschaffen das andere Vernünftige. Wie sich es damit verhält, kann klar gemacht werden durch Vergleichen mit der Frucht der Bäume: das erste Vernünftige verhält sich im Anfang wie eine unreife Frucht, die allmählich reift, bis sie Samen bei sich ansetzt. Wenn sie nun so herangewachsen ist, daß sie sich vom Baum zu trennen anfängt, alsdann ist ihr Stand voll, wovon Nr. 2636. Das andere Vernünftige aber, womit einer vom Herrn begabt wird, wenn er wiedergeboren wird, verhält sich wie ebendieselbe Frucht in einem guten Boden, in dem das vermodert, was um die Samen her ist, und diese keimen von ihrem Inwendigsten aus und treiben eine Wurzel, dann über den Boden hinauf ein Reis, das zu einem neuen Baum wächst und sich entfaltet, bis zu neuen Früchten, hernach zu Gärten und Paradiesen, gemäß den Neigungen zum Guten und Wahren, die er aufnimmt. Man sehe Matth.13/31,32; Joh.12/24. Weil aber Beispiele mehr überzeugen, so diene als Beispiel das Eigene, das der Mensch vor der Wiedergeburt, und das Eigene, das er nach der Wiedergeburt hat. Aus dem ersten Vernünftigen, das er sich durch die oben angegebenen Mittel erworben hat, glaubt der Mensch, daß er aus sich selbst, somit aus dem Eigenen das Wahre denke und das Gute tue. Dieses erste Vernünftige kann es nicht anders begreifen, wenn er auch belehrt ist, daß alles Gute der Liebe und alles Wahre des Glaubens vom Herrn sei; wenn er aber wiedergeboren wird, was in seinem herangewachsenen Alter geschieht, fängt er an, aus dem anderen Vernünftigen, womit er vom Herrn begabt wird, zu denken, daß das Gute und Wahre nicht von ihm selbst oder vom Eigenen sei, sondern vom Herrn, aber daß er dennoch das Gute tue und das Wahre denke wie von ihm selbst. Man sehe Nr. 1937, 1947. Je mehr er dann hierin bestärkt wird, desto mehr wird er in das Licht der Wahrheit hinüber geführt, bis daß er endlich glaubt, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn sei. Dann wird das Eigene des früheren Vernünftigen allmählich getrennt, und der Mensch wird mit einem himmlischen Eigenen vom Herrn beschenkt, das dem neuen Vernünftigen zuteil wird. Ein weiteres Beispiel: Der im ersten Vernünftige (befindliche Mensch) kennt im Anfang keine andere Liebe als die zu sich und zur Welt, und obwohl er hört, daß die himmlische Liebe eine ganz andere sei, begreift er es doch nicht. Hernach aber, wenn er etwas Gutes tut, empfindet er dabei kein anderes Vergnügen, als daß er die Gunst eines anderen zu verdienen meint, oder daß er als Christ gelte, oder daß er die Freude des ewigen Lebens davon erlange. Das andere Vernünftige aber, womit er vom Herrn durch die Wiedergeburt beschenkt wird, fängt an eine Lust im Guten und Wahren selbst zu empfinden, und von dieser Lust angeregt zu werden. Nicht um etwas für sich willen, sondern um des Guten und Wahren willen. Und wenn er aus dieser Lust getrieben wird, dann verwirft er das Verdienst, bis er es endlich als einen Greuel verschmäht. Diese Lust nimmt bei ihm allmählich zu, und wird beglückend, und im anderen Leben wird sie beseligend und sein Himmel selbst. Hieraus nun kann erhellen, wie es sich mit beiderlei Vernünftigem beim Menschen, der wiedergeboren wird, verhält. Aber man muß wissen, daß beim Menschen, obwohl er wiedergeboren wird, dennoch alles und jedes, dem ersten Vernünftigen Angehörige, zurückbleibt, und nur vom anderen Vernünftigen getrennt wird, und zwar auf wunderbare Weise vom Herrn. Der Herr aber hat das erste Vernünftige (in seinem Erdenleben) ganz verbannt, so daß nichts davon zurückblieb; denn das bloß Menschliche und das Göttliche können nicht beisammen sein, daher war Er nicht mehr der Sohn der Maria, sondern Jehovah nach beiderlei Wesen. 2658. "Denn nicht soll erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jischak", 1. Mose 21/10, daß dies bedeutet, das bloß menschlich Vernünftige könne mit dem eigentlich göttlich Vernünftigen keine Lebensgemeinschaft haben, weder in Ansehung des Wahren, noch in Ansehung des Guten, erhellt aus der Bedeutung von erben, sofern es ist das Leben eines anderen haben, wovon gleich nachher; aus der Bedeutung des Sohnes der Magd, sofern er ist das bloß menschlich Vernünftige in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten, wovon Nr. 2657; und aus der Bedeutung meines Sohnes, des Jischak, sofern er ist das göttlich Vernünftige in Ansehung des Wahren, welches ist mein Sohn, und in Ansehung des Guten, welches ist Jischak, wovon Nr. 2623, 2630. Daß Jischak das göttlich Vernünftige in Ansehung des Guten ist, erhellt aus der Bedeutung des Lachens, von dem er den Namen bekam, sofern es ist die Neigung zum Wahren oder das Gute des Wahren, erhellt aus 1. Mose 21/6,7, Nr. 2640, 2641, 2643. Hieraus wird klar, daß "nicht soll erben der Sohn dieser Magd mit meinem Sohn, mit Jischak", heißt: das bloß menschlich Vernünftige könne mit dem göttlich Vernünftigen keine Lebensgemeinschaft haben, weder in Ansehung des Wahren, noch in Ansehung des Guten. Daß es keine Lebensgemeinschaft haben kann, erhellt schon daraus, daß das Göttliche das Leben selbst ist, und so das Leben in Sich selber hat; das bloß Menschliche aber ist ein Organ des Lebens, und hat so das Leben nicht in ihm selbst. Als das Menschliche des Herrn göttlich geworden, war es nicht mehr ein Lebensorgan, oder Leben empfangend, sondern war eigentliches Leben, ein solches wie es dem Jehovah selbst angehört; schon von Seiner Empfängnis von Jehovah her hatte Er dies ursprünglich, was aus den Worten des Herrn selbst klar hervorgeht bei Joh.5/26: "Wie der Vater hat Leben in Ihm selber, so gab Er dem Sohn zu haben Leben in Ihm selber": das Göttlich-Menschliche ist es, was Sohn genannt wird: Nr. 1729, 2159, 2628; Joh.1/4: "In Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen"; Joh.14/6: "Jesus sprach, Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"; Joh.11/25: "Jesus sprach, Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer da glaubet an Mich, wird, wenn er auch stirbt, leben"; Joh.6/33: "Das Brot Gottes ist es, das herabkommt aus dem Himmel und Leben gibt der Welt". Daß aber der Mensch nicht Leben ist, sondern ein Organ oder Gefäß des Lebens, sehe man Nr. 2021 und sonst hie und da. Hieraus kann einleuchten, daß als der Herr auch in betreff des Menschlichen Jehovah wurde, das, was nicht Leben war an sich, d.h. das bloß Menschliche entfernt wurde; dies wird bezeichnet dadurch, daß der Sohn der Magd nicht erben konnte mit dem Sohn Jischak. Daß das Erben im inneren Sinn, wenn es auf den Herrn bezogen wird, ist: das Leben des Vaters, somit: in Ihm selber haben; und daß, wenn es auf Menschen bezogen wird, ist: das Leben des Herrn haben, d.h. Leben vom Herrn empfangen, erhellt aus mehreren Stellen des Wortes. Das Leben in sich selbst haben ist das eigentliche Sein des Lebens, das ist, Jehovah; aber das Leben des Herrn haben, oder leben vom Herrn empfangen, ist den Herrn aufnehmen mit Liebe und Glauben, und weil solche im Herrn sind und des Herrn sind, werden sie Seine Erben und Söhne genannt. Im Wort des Alten Testaments wird das Erbe sowohl vom Himmlischen oder Guten als vom Geistigen oder Wahren ausgesagt, aber gleichwohl wird das eine mit einem anderen Wort ausgedrückt als das andere. Das erstere Wort kann man übersetzen mit "erblich besitzen", das andere aber mit "erben", denn das erstere Wort schließt in der Ursprache den Besitz in sich, dieses aber eine Ableitung davon, wie sich das Himmlische zum Geistigen, oder das Gute zum Wahren verhält. In diesem Vers, wo durch Jischak vorgebildet wird das göttlich Vernünftige oder das Göttlich-Menschliche des Herrn, ist es das Wort des Besitzes kraft des Erbrechts, weil des Herrn Göttlich-Menschliches ist der alleinige Besitzer (und) Erbe, wie Er auch selbst lehrt im Gleichnis Matth.21/33,37,38; Mark.12/7; Luk.20/14 und hie und da erklärt, daß alles (was) des Vaters Sein sei. Daß erblich besitzen und erben im Wort, wenn es auf Menschen bezogen wird, bedeutet: Leben empfangen vom Herrn, folglich das ewige Leben oder den Himmel, denn diejenigen allein empfangen den Himmel, die das Leben des Herrn aufnehmen, erhellt bei Joh.Offenb.21/7: "Wer überwindet, wird alles erblich empfangen, und Ich werde ihm Gott sein, und er wird Mir Sohn sein"; bei Matth.19/29: "Jeder der verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen und ewiges Leben erben", Matth.25/34; Mark.10/17; Luk.18/18. Hier wird der Himmel genannt ewiges Leben, sonst einfach Leben: wie Matth.18/8,9; 19/17; Joh.3/36; 5/24,29, darum weil der Herr das Leben selbst ist, und wer Sein Leben empfängt, der ist im Himmel. Ps.69/36,37: "Gott wird retten Zion, und bauen die Städte Jehudahs, und sie werden dort wohnen, und es erblich besitzen, und der Same Seiner Knechte werden es erben, und die da lieben Seinen Namen, werden drinnen wohnen": wo erblich besitzen auf diejenigen bezogen wird, die in himmlischer Liebe sind, erben auf diejenigen, die in geistiger Liebe. Jes.57/13: "Wer auf Mich trauet wird erben das Land, und erblich besitzen den Berg meiner Heiligkeit". 2. Mose 6/8: "Bringen will Ich euch zu dem Land, auf dem Ich erhoben habe Meine Hand, es zu geben Abraham, Jischak und Jakob, und werde es geben zu erblichem Besitz": dies bedeutet im Buchstabensinn, daß das Land Kanaan ihnen zu erblichem Besitz gegeben werden würde, was auch geschah; im inneren Sinn aber bedeutet es, daß der Himmel denen gegeben werde, die in Liebe und Glauben an den Herrn sind; denn wie der Herr durch Abraham, Jischak und Jakob vorgebildet wird, so wird durch sie bezeichnet die Liebe selbst und der Glaube selbst, folglich diejenigen, die in Liebe und Glaube, somit die im Herrn sind; wie auch durch Abraham, Jischak und Jakob, mit denen viele zu Tische sitzen werden im Himmelreich: Matth.8/11; denn im Himmel weiß man gar nichts von Abraham, Jischak und Jakob, sondern allein weiß man, was durch sie vorgebildet und bezeichnet wird, ebenso was durch das Zu-Tische-Sitzen oder essen mit ihnen; denn daß alle Namen im Wort Sachen bezeichnen, sehe man Nr. 1224, 1264, 1876, 1888, und daß das Land Kanaan sei das himmlische Kanaan oder der Himmel: Nr. 1585, 1607, 1866, das auch einfach genannt wird Land: Nr. 1413, 1607, 1733, 2571, wie auch bei Matth.5/5: "Selig sind die Elenden, weil sie das Land erblich empfangen werden". 2659. Vers 11: Und das Wort war sehr böse in den Augen Abrahams von wegen seines Sohnes. "Und das Wort war sehr böse in den Augen Abrahams" bedeutet den Zustand des Herrn, da er zuerst dachte an die Trennung jenes Vernünftigen von ihm; "von wegen seines Sohnes" bedeutet, darum weil er es lieb hatte. 2660. "Und das Wort war sehr böse in den Augen Abrahams", 1. Mose 21/11, daß dies bedeutet den Zustand des Herrn, da Er zuerst an die Trennung jenes Vernünftigen von ihm dachte, daß es nämlich ein Zustand des Schmerzes aus Liebe war, kann erhellen ohne Erklärung. 2661. "Von wegen seines Sohnes", 1. Mose 21/11, daß dies bedeutet, darum weil er es lieb hatte, nämlich das erste Vernünftige, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, nämlich der Magd, sofern er ist das bloß menschlich oder erste Vernünftige, wovon früher. Die Ursache des Schmerzes wird hier zwar nicht erwähnt, aber dennoch erhellt es aus dem was folgt: offenbar aus Liebe, denn es wird gesagt: "seines Sohnes", und es wird von ihm gehandelt in Folgendem von Vers 13-21. Daß man aber wisse, woher dieser Schmerz, und warum gesagt wird, "das Wort war sehr böse in den Augen Abrahams von wegen seines Sohnes", mag dieses wenige zu einiger Beleuchtung dienen: Der Herr ist nicht in die Welt gekommen, um die Himmlischen, sondern um die Geistigen zu retten. Die Älteste Kirche, die Mensch genannt wurde, war eine himmlische; wenn diese in ihrer Unschuld (integritate) geblieben wäre, so hätte der Herr nicht nötig gehabt, als Mensch geboren zu werden; sobald daher diese abzufallen anfing, sah der Herr voraus, daß die himmlische Kirche vom Erdkreis ganz verschwinden würde, darum ist alsbald die Verheißung geschehen vom Kommen des Herrn in die Welt: 1. Mose 3/15. Nach der Zeit jener Kirche war keine himmlische Kirche mehr, sondern eine geistige Kirche. Die Alte Kirche, die nach der Sintflut war, war eine geistige Kirche, von der viel im ersten Teil. Diese Kirche, oder die Angehörigen der geistigen Kirche konnten nicht gerettet werden, wenn der Herr nicht in die Welt gekommen wäre. Dies ist verstanden unter den Worten des Herrn bei Matth.9/12,13: "Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die sich übel befinden; Ich bin nicht gekommen zu rufen die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße". Auch unter folgenden bei Joh.10/16: "Und andere Schafe habe Ich, welche nicht sind aus dieser Hürde; auch jene muß Ich herführen, und Sie werden Meine Stimme hören, und es wird werden eine Herde und ein Hirte"; dann auch unter dem Gleichnis von hundert Schafen bei Matth.18/11-13. Weil nun durch Jischak sowohl vorgebildet wird das göttlich Vernünftige des Herrn, als auch bezeichnet werden die Himmlischen, die Erben genannt werden; und durch Jischmael sowohl das bloß menschliche Vernünftige des Herrn vorgebildet wird, als auch bezeichnet werden die Geistigen, die Söhne heißen, wie auch aus dem, was Nr. 2658 gesagt wurde, klar ist; daher aus göttlicher Liebe Ihm Schmerz, oder die Worte die in diesem Vers; daher auch das, was folgt von Vers 13 bis 21, wo durch den Sohn der Hagar und die Mutter die geistige Kirche vorgebildet und von ihrem oder der dieser Kirche Angehörigen Zustand gehandelt wird: Nr. 2612. Diese Geheimnisse können noch nicht weiter besprochen werden; nur so viel, daß beim Herrn, als Er in der Welt war, alle Zustände der Kirche dargestellt worden sind und wie die Menschen durch Ihn gerettet wurden, daher werden auch die gleichen Zustände der Kirche durch die gleichen Namen bezeichnet. 2662. Vers 12: Und Gott sprach zu Abraham: es sei nicht böse in deinen Augen ob dem Knaben, und ob deiner Magd; alles was Sarah zu dir sagt, höre auf ihre Stimme, denn in Jischak wird dir genannt werden ein Same. "Und Gott sprach zu Abraham" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen; "es sei nicht böse in deinen Augen ob dem Knaben und ob deiner Magd" bedeutet eine Zustandsveränderung gegenüber jenem Vernünftigen; "alles was Sarah zu dir sagt, höre auf ihre Stimme" bedeutet, er soll dem geistig Wahren gemäß handeln; "denn in Jischak wird dir genannt werden ein Same" bedeutet aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn alles Heil denen, die im Guten sind. 2663. "Und Gott sprach zu Abraham", 1. Mose 21/12, daß dies das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den geschichtlichen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters; und weil aus dem Göttlichen, wird gesagt: Gott habe zu Abraham gesprochen. Unter beiden, sowohl unter Gott, als unter Abraham wird der Herr verstanden. Hieraus wird klar, daß die Geschichten, die zum Buchstabensinn gehören, die Vorstellungen teilen, dagegen der innere Sinn sie vereinigt. Im historischen Buchstabensinn sind es zwei, nämlich Gott und Abraham, die miteinander reden; im inneren Sinn aber ist es einer, nämlich der Herr in Ansehung des Göttlichen. Hieraus wird auch klar, daß welche drei sind im Buchstabensinn, einer ist im inneren Sinn, wie der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, die nicht drei Götter sind, sondern einer, und daß im Herrn die ganze Dreieinheit vollendet ist, nämlich in Ihm der Vater, wie Er selbst sagt, und aus Ihm das Heilige des Geistes, wie Er ebenfalls selbst sagt. 2664. "Es sei nicht böse in deinen Augen ob dem Knaben und ob deiner Magd", 1. Mose 21/12, daß dies bedeutet eine Zustandsveränderung gegenüber von jenem Vernünftigen; im nächst inneren Sinn heißt es den Worten nach, er möge sich nicht darüber bekümmern, weil er das bloß menschlich Vernünftige von sich trennen soll, sodann daß er sich darüber nicht bekümmert habe, denn dem Innewerden aus dem Göttlichen gemäß war es notwendig, daß es getrennt wurde, weil das Menschengeschlecht nicht anders hätte gerettet werden können; diese Zustandsveränderung ist es, die bezeichnet wird. 2665. Daß "alles was Sarah zu dir sagt, höre auf ihre Stimme", 1. Mose 21/12, bedeutet er soll dem geistig Wahren gemäß handeln, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Sarah, sofern sie ist das geistig Göttliche, oder das göttlich Wahre, wovon Nr. 2622; und aus der Bedeutung von hören auf die Stimme, sofern es ist dasselbe tun, wovon Nr. 2542. Was es heißt, dem geistig Wahren gemäß handeln, kann nicht so faßlich erklärt werden, wie es von denen vernommen werden kann, die im inneren Sinne sind, daher wenn es dem Innewerden dieser gemäß gesagt würde, was es heißt, so würde es kaum anerkannt werden, auch aus dem Grund, weil zuvor mehrere Geheimnisse enthüllt, ja geglaubt werden müßten, ehe die erklärte Sache in die Vorstellungen des Glaubens eingehen könnte; was es im allgemeinen bedeutet, kann einigermaßen gesagt werden: nämlich daß es heißt: "Der Herr solle aus dem Menschlich-Göttlichen sich entschließen und demgemäß handeln, somit aus eigener Macht; denn das göttlich Wahre war es, durch das Er das Menschliche mit dem Göttlichen und das göttlich Gute, durch das Er das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigte; daß es eine wechselseitige Vereinigung war, sehe man Nr. 2004. 2666. Daß "denn in Jischak wird dir genannt werden ein Same", 1. Mose 21/12, bedeutet, daß vom Göttlich-Menschlichen des Herrn alles Heil denen, die im Guten sind, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Jischak, sofern er ist das göttlich Vernünftige, wovon früher, somit das Göttlich-Menschliche, denn im Innersten des Vernünftigen beginnt das Menschliche: Nr. 2106, und aus der Bedeutung des Samens, der aus Jischak ausgesagt wird, sofern er ist das himmlisch Vernünftige, oder was das gleiche ist, die, welche himmlisch sind, wovon Nr. 2085, 2661, somit "dir genannt werden ein Same" bedeutet, jene seien die Erben, folglich ihnen das Heil. Die Geistigen sind auch ein Samen, aber aus dem Sohn der Magd, wie im folgenden Vers gesagt wird: "Und auch den Sohn der Magd den will Ich als eine Völkerschaft setzen, weil er dein Same"; daher auch ihnen Heil, wenn sie im Guten sind, wie aus dem inneren Sinn jener Worte erhellen wird. Das gleiche lehrt auch der Herr in vielen Stellen und offenbar bei Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht Söhne Gottes zu sein, den Glaubenden an Seinen Namen, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind". 2667. Vom 1. bis zum 7. Vers dieses Kapitels wurde gehandelt von der Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen, und des Göttlichen mit dem Menschlichen des Herrn, und daß infolge dieser Vereinigung das Menschliche des Herrn göttlich wurde. Den Inhalt der einzelnen Verse sehe man Nr. 2649. Hernach wurde gehandelt von dem bloß menschlich Vernünftigen, daß es getrennt werden sollte: Vers 8, weil es nicht übereinstimmend war mit dem göttlich Vernünftigen: Vers 9; und mit diesem keine Lebensgemeinschaft haben konnte, sowohl in Ansehung des Wahren als in Ansehung des Guten: Vers 10. Daß die Trennung zuerst dem Herrn schmerzlich war: Vers 11, daß Er aber aus dem Göttlichen innegeworden, das Menschengeschlecht hätte anders nicht gerettet werden können: Vers 12. Nun folgt von den Angehörigen der geistigen Kirche, die durch den Sohn der Hagar, nachdem er abgefertigt worden, bezeichnet werden. 2668. Vers 13: Und auch den Sohn der Magd, den will Ich als eine Völkerschaft setzen, weil er dein Same. "Und auch den Sohn der Magd, den will Ich als eine Völkerschaft setzen" bedeutet die geistige Kirche, die das Gute des Glaubens empfangen wird; "weil er dein Same" bedeutet, daß aus dem Göttlich-Menschlichen auch ihnen Heil. 2669. "Und auch den Sohn der Magd, den will Ich als eine Völkerschaft setzen", 1. Mose 21/13, daß dies die geistige Kirche bedeutet, die das Gute des Glaubens empfangen wird, erhellt aus der Bedeutung des Sohns der Magd, sodann der Völkerschaft. Den Sohn der Magd oder Jischmael, solange er im Hause Abrahams oder mit Abraham war, bildete das erste Vernünftige des Herrn vor, wie Nr. 2652, 2653, 2657, 2658 gezeigt wurde, jetzt aber als getrennt, nimmt er eine andere vorbildliche Bedeutung an, nämlich die der geistigen Kirche: Nr. 2666; ebenso wie früher Lot, der, solange er mit Abraham war, den äußeren Menschen des Herrn vorbildete: Nr. 1428, 1429, 1434, 1547, 1597, 1598, 1698; als er aber von Abraham getrennt war, bildete er die äußere Kirche, und mehrere Zustände jener Kirche vor: Nr. 2324, 2371, 2399, 2422, 2459 und im ganzen 19. Kapitel des 1.Buches Mose, daß die Völkerschaft das Gute bedeutet, sehe man Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849, hier das Gute des Glaubens, weil sie von der geistigen Kirche ausgesagt wird; darum nun "Auch den Sohn der Magd, den will Ich als eine Völkerschaft setzen" bedeutet die geistige Kirche, die das Gute des Glaubens, das ist die Liebtätigkeit empfangen wird. Das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden ist ein himmlisches und ein geistiges, daher sind die Engel unterschieden in himmlische und in geistige, man sehe Nr. 202, 337. Den himmlischen Engeln erscheint der Herr als Sonne, den geistigen als Mond: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531. Ebenso sind die Menschen unterschieden in himmlische und in geistige: die Angehörigen der Uralten Kirche, die vor der Sintflut, waren himmlisch, wovon Nr. 607, 608, 780, 895, 920, 1114-1125, aber die Angehörigen der Alten, die nach der Sintflut bestand, waren geistig, wovon Nr. 640, 641, 609, 765. Was für ein Unterschied zwischen jenen Kirchen war, sehe man 597, 607; sodann welcher zwischen dem Himmlischen und dem Geistigen: Nr. 81, 1155, 1577, 1824, 2048, 2069, 2088, 2227, 2507. Die Himmlischen sind es, von denen der Herr bei Joh.10/3,4,16 so spricht: "Die eigenen Schafe rufet Er mit Namen, und führet sie aus, und wann Er die eigenen Schafe hat ausgeführt, geht Er vor ihnen her, und die Schafe folgen Ihm, denn sie kennen Seine Stimme"; die Geistigen aber sind es von denen dies: "Und Ich habe andere Schafe, die nicht sind aus diesem Stall, auch sie muß Ich herführen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird werden eine Herde und ein Hirte" Das Gute der Liebe ist es, das die himmlische Kirche macht; das Gute des Glaubens aber, das die geistige Kirche macht; das Wahre des Glaubens macht sie nicht, sondern führt ein. 2670. Daß "weil er dein Same", 1. Mose 21/13, bedeutet, daß aus dem Göttlich-Menschlichen auch ihnen Heil, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 2666 gesagt wurde: daß der Same ist der Glaube, aber sofern er Liebtätigkeit angehört, sehe man Nr. 255, 880, 1025, 1447, 1610, 1940. 2671. Von diesem 13. Vers an bis zum 21. wird im allgemeinen vom geistigen Reich des Herrn gehandelt, und im besonderen von denen, die geistig werden, und zwar vom ersten Stand ihrer Besserung bis zum letzten. Von ihrem Zustand vor der Besserung, als irrend in den Glaubenslehren: Vers 14. Daß sie in eine solche Unkenntnis versetzt werden, wo sie nichts Wahres wissen: Vers 15. Daß sie deswegen Schmerz empfinden: Vers 16. Und daß alsdann Trost und Hilfe vom Herrn: Vers 17. Und Erleuchtung: Vers 18. Dann Belehrung aus dem Wort: Vers 19. Daß dennoch ihr Zustand nach der Besserung, im Verhältnis zu den Himmlischen ein dunkler sei: Vers 20. Daß ihnen aber Licht vom Göttlich-Menschlichen des Herrn in ihrer Neigung zu den Wissenschaften und scheinbaren Wahrheiten: Vers 21. 2672. Vers 14: Und frühe stand Abraham auf am Morgen, und nahm Brot und eine Flasche Wasser, und gab es Hagar, legte auf ihre Schulter, und den Knaben, und schickte sie fort, und sie ging und irrte in der Wüste Beerscheba. "Und frühe stand Abraham auf am Morgen" bedeutet klares Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen; "und nahm Brot und eine Flasche Wasser" bedeutet das Gute und das Wahre; "und gab es Hagar" bedeutet die Einpflanzungen in ihr Leben; "und legte auf ihre Schulter" bedeutet, so viel sie aufnehmen konnte; "und den Knaben" bedeutet das geistig Wahre; "und schickte sie fort" bedeutet, daß er sie im Eigenen ließ; "und sie ging und irrte in der Wüste Beerscheba" bedeutet den in Glaubenslehren irrenden Zustand. 2673. "Und frühe stand Abraham auf am Morgen", 1. Mose 21/14, daß dies ein klares Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von frühe, und von Aufstehen am Morgen, sofern es ist klar innewerden, wovon Nr. 2540, wo ebendieselben Worte; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist das Göttliche des Herrn, wovon früher oft. Der Herr hatte ein klares Innewerden aus dem Göttlichen über den Zustand Seines geistigen Reiches, nämlich wie beschaffen die Angehörigen dieses Reiches oder dieser Kirche im Anfang sind, wie beschaffen sie allmählich, und wie beschaffen sie endlich werden; denn ihr ganzer Zustand wird genau und vollständig beschrieben im inneren Sinn vom 13. bis zum 21. Vers dieses Kapitels. 2674. "Und nahm Brot und eine Flasche Wasser", 1. Mose 21/14, daß dies das Gute und Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Brot, sofern es ist das Himmlische oder Gute, wovon Nr. 276, 680, 2165, und aus der Bedeutung von Wasser, sofern es ist das Geistige oder Wahre, wovon Nr. 28, 680, 739. Es wird gesagt, eine Flasche Wasser, weil es sehr wenig Wahres ist, womit sie im Anfang begabt werden, so viel sie nämlich dann aufnehmen können, was bezeichnet wird dadurch, daß er es auf ihre Schulter legte: Nr. 2676. Daß diese Geschichten Geheimnisse enthalten, kann jeder daraus ersehen, daß der an Klein- und Großvieh, sodann an Gold und Silber reiche Abraham seine Magd, von der er einen Sohn hatte, und den Knaben Jischmael, den er sehr lieb hatte, so abgefertigt hat, indem er ihnen nur ein wenig Brot gab. Er konnte auch voraussehen, daß sie, wenn sie das aufgezehrt hätten, sterben müßten, was auch geschehen wäre, wenn sie keine Hilfe vom Engel bekommen hätten. Und überdies ist das mit dem Brot und der Wasserflasche, und daß dies auf die Schulter gelegt wurde, auch nicht so wichtig, um erwähnt zu werden, aber dennoch ist es so geschehen, und erwähnt worden, weil es den ersten Zustand derjenigen in sich schließt und bezeichnet, die geistig werden, denen im Anfang etwas Gutes und etwas Wahres, und zwar wenig gereicht wird, und hernach, daß ihnen das Wasser ausgeht, und sie dann Hilfe vom Herrn erlangen. 2675. "Und gab es Hagar", 1. Mose 21/14, daß dies die Einpflanzung in ihr Leben bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Hagar, sofern sie ist das Leben des äußeren Menschen, wovon Nr. 1896, 1909. Das Leben des äußeren Menschen ist die Neigung zu den Wissenschaften, die durch Hagar die Ägypterin insbesondere bezeichnet wird. Bei denen, die geistig werden, wird vom Herrn das Gute und Wahre in die Neigung zu den Wissenschaften eingepflanzt, daß sie nämlich wissen und lernen wollen, was gut und wahr, zu dem Zweck und Gebrauch, daß sie vernünftig werden, und geistig, denn die Neigung zu den Wissenschaften ist die Mutter, durch die das Vernünftige, worin das Geistige, geboren wird: Nr. 1895, 1896, 1902, 1910. Das gleiche fließt zwar bei allen vom Herrn ein, aber keine anderen nehmen es auf um dieses Zwecks und Gebrauchs willen, als diejenigen, die gebessert werden können; die übrigen um anderer Absichten und Nutzzwecke willen, die unzählig sind, und das eigene Selbst und die Welt bezielen. 2676. "Legte auf ihre Schulter", 1. Mose 21/14, daß dies bedeutet, so viel sie aufnehmen konnte, erhellt aus der Bedeutung der Schulter, sofern sie ist alle Macht, wovon Nr. 1085, mithin soviel Gutes und Wahres sie aufnehmen können. 2677. "Und den Knaben", 1. Mose 21/14, daß dies das Geistige bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Knaben, hier sofern er ist das, was das Geistige heißt, denn Jischmael oder der Sohn der Magd bildet hier den Menschen der geistigen Kirche vor, und weil hier denselben im Anfang, heißt er Knabe. 2678. Daß "und er schickte sie fort", 1. Mose 21/14, bedeutet, er ließ sie im Eigenen, erhellt aus der Bedeutung von weggeschickt werden, wenn das von Abraham, durch den der Herr vorgebildet wird; dann aus dem ersten Zustand derjenigen, die gebessert und geistig werden. Ihr erster Zustand ist, daß sie meinen, sie tun das Gute, und denken das Wahre aus ihnen selbst, somit aus dem Eigenen; da wissen sie es auch nicht anders. Und wenn ihnen gesagt wird, alles Gute und Wahre sei vom Herrn, so verwerfen sie es zwar nicht, aber erkennen es nicht von Herzen an, weil sie nicht fühlen und nicht innerlich gewahr werden, daß etwas anderswoher einfließt als von ihnen selbst. Weil in solchem Zustand alle zuerst sind, die gebessert werden, darum werden sie vom Herrn im Eigenen gelassen, aber dennoch, ihnen unbewußt, durch ihr Eigenes geführt. 2679. "Und sie ging und irrte in der Wüste Beerscheba", 1. Mose 21/14, daß dies den Zustand des Irrens alsdann in Glaubenslehren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gehen und irren in der Wüste, sofern es ist ein Zustand des Irrens; und aus der Bedeutung von Beerscheba, sofern es ist die Glaubenslehre, wovon am Ende dieses Kapitels, wo gesagt wird, Abraham und Abimelech haben einen Bund in Beerscheba geschlossen: Vers 32; und Abraham habe einen Hain in Beerscheba gepflanzt: Vers 33. In diesem Vers wird beschrieben, wie beschaffen im Anfang der Zustand derjenigen ist, die gebessert werden, daß sie nämlich in allerlei Irrtümer hineingeraten; denn es wird ihnen eingegeben vom Herrn, daß sie viel über das ewige Leben, somit viel über Glaubenswahrheiten denken, aber weil aus dem Eigenen, so können sie nicht anders, als wie in der Lehre, so im Leben, hin und her irren, indem sie als wahr ergreifen, was ihnen von Kindheit an eingepflanzt wurde, oder was ihnen von anderen eingeprägt, oder was von ihnen selbst gedacht wird, nebst dem, daß verschiedene Neigungen, die sie nicht kennen, sie ableiten. Sie sind wie noch unreife Früchte, denen nicht im Augenblick Gestalt, Schönheit und Schmackhaftigkeit sich beibringen läßt, oder wie zarte Schosse, die nicht augenblicklich zur Blüte oder Ähre heranwachsen können. Was aber alsdann hineinkommt, ist, obwohl meistens irrig, dennoch von der Art, daß es zur Förderung des Wachstums dient. Das wird hernach, wenn sie gebessert werden, teils getrennt, teils ist es zuträglich gleichsam zur Einführung von Nahrungsmitteln und Säften in das folgende Leben, teils kann es angepaßt werden dem Guten und Wahren, das nachher vom Herrn einzupflanzen ist, teils muß es dem Geistigen als letzte Unterlage dienen, somit als fortwährende Mittel zur Besserung, und diese Mittel erfolgen in unterbrochenem Zusammenhang und Ordnung, denn auch das allerkleinste wird beim Menschen vom Herrn vorhergesehen, und für seine Zukunft in Ewigkeit vorgesehen, und zwar zu seinem Besten, soweit es irgend möglich ist, und der Mensch sich vom Herrn leiten läßt. 2680. Vers 15: Und die Wasser wurden gar aus der Flasche, und sie warf den Knaben unter eines der Gesträuche. "Und die Wasser wurden gar aus der Flasche" bedeutet die Verödung des Wahren; "und sie warf den Knaben unter eines der Gesträuche" bedeutet Verzweiflung, daß er nichts Wahres und Gutes inne wurde. 2681. "Und die Wasser wurden gar aus der Flasche", 1. Mose 21/15, daß dies bedeutet die Verödung des Wahren, erhellt aus der Bedeutung von gar werden, sofern es ist verödet werden, und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 28, 680, 739. 2682. "Und sie warf den Knaben unter eines der Gesträuche", 1. Mose 21/15, daß dies bedeutet Verzweiflung, daß er nichts Wahres und Gutes inne wurde, erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das geistig Wahre, wovon Nr. 2669, 2677; und aus der Bedeutung des Gesträuches oder Gebüsches, sofern es ist Innewerden, aber ein so geringes, daß es kaum eines ist, daher auch gesagt wird, unter eines der Gesträuche, ebenso aber in geringerem Grad als Bäume, daß diese bedeuten Innewerdungen, sehe man Nr. 103, 2163. Dann aus dem Affekt in dieser Handlung, welcher ist der der Verzweiflung. Hieraus wird klar, daß durch: "Sie warf den Knaben unter eines der Gesträuche", bezeichnet wird Verzweiflung, daß er nichts Wahres und Gutes inne werde. Daß "unter eines der Gesträuche geworfen werden" heißt, verödet werden in Ansehung des Wahren und Guten bis zur Verzweiflung, erhellt bei Hiob 30/3,4,6,7: "In Bedürftigkeit und im Hunger einsam, die da fliehen zur Dürre, vergangene Nacht, zur Öde und Einöde, die da Melde ausraufen an dem Gesträuch; in der Schlucht der Täler zu wohnen, in den Löchern des Staubes und der Felsen; zwischen Sträuchern seufzten sie, unter der Distel taten sie sich zusammen": wo von der Verödung des Wahren, welche durch Redensarten, die in der Alten Kirche gebräuchlich waren, beschrieben wird (denn das Buch Hiob ist ein Buch der Alten Kirche), als, in Dürftigkeit und Hunger einsam sein, zur Dürre fliehen, vergangene Nacht, Öde, Einöde, in Schluchten der Täler und Felsen wohnen, dann Melde am Gesträuch ausraufen, und zwischen Sträuchern seufzen; wie bei Jes.7/19: "Kommen und ruhen werden, alle in Flüssen der Verödungen, in Klüften der Felsen, und in allen Gebüschen, und in allen Triften": wo ebenfalls von der Verödung, die durch ähnliche Ausdrücke beschrieben wird, nämlich durch ruhen in Flüssen der Verödungen, in Klüften der Felsen und in Gebüschen. In diesem Vers ist gehandelt vom zweiten Stand derjenigen, die gebessert werden, worin sie in eine solche Unwissenheit hineingeraten, daß sie nichts Wahres wissen, und zwar bis zur Verzweiflung. Die Ursache, warum sie in eine solche Finsternis hineingeführt werden, ist, damit das Licht der Beredung ausgelöscht werde, das von der Art ist, daß es sowohl Falsches als Wahres erhellt, und den Glauben an Falsches durch Wahres, und den Glauben ans Wahre durch Falsches, und zugleich Selbstvertrauen bewirkt. Dann auch, damit sie durch eigene Erfahrung zu der Erkenntnis kommen, daß nichts Gutes und nichts Wahres von ihnen selbst, oder vom Eigenen, sondern aus dem Herrn. Diejenigen, die gebessert werden, werden in Unwissenheit hineingeführt bis zur Verzweiflung, und alsdann wird ihnen Trost und Erleuchtung, wie aus dem Folgenden erhellt; denn das Licht des Wahren vom Herrn kann nicht in die Selbstberedung, die aus dem Eigenen kommt, einfließen, denn diese ist von solcher Art, daß sie jenes Licht auslöscht; die Selbstberedung erscheint im anderen Leben wie das Winterlicht, aber beim Herannahen des Himmelslichtes tritt an die Stelle jenes Lichtes Finsternis, in der völlige Unwissenheit des Wahren ist. Dies wird genannt der Stand der Verödung des Wahren, bei denen, die gebessert werden, und von demselben wird auch viel im inneren Sinn des Wortes gehandelt. Aber von diesem Zustand können wenige wissen, weil in dieser Zeit wenige wiedergeboren werden. Welche nicht wiedergeboren werden, denen ist es gleich, ob sie das Wahre wissen oder nicht wissen, sodann ob das, was sie wissen, wahr sei oder nicht, wenn sie nur etwas für wahr ausgeben können; aber die, welche wiedergeboren werden, denken viel über die Lehre und das Leben, weil über die ewige Seligkeit, und wenn ihnen das Wahre mangelt, so sind sie herzlich bekümmert darum, weil es ein Gegenstand ihres Denkens und ihrer Neigung ist. Von welcher Art der Zustand des einen oder des anderen ist, kann aus Folgendem erhellen: Solange der Mensch im Leibe ist, lebt er dem Geist nach im Himmel und dem Leibe nach in der Welt, er wird in beide hineingeboren; und er ist so geschaffen, daß er dem Geist nach wirklich kann bei den Engeln sein, und zugleich mittelst dessen, was zum Leib gehört, bei den Menschen sein. Weil aber wenige sind, die da glauben, daß sie einen Geist haben, der nach dem Tode leben wird, darum sind wenige, die wiedergeboren werden. Die es glauben, denen ist das andere Leben alles des Denkens und der Neigung und die Welt dagegen nichts. Die es aber nicht glauben, denen ist die Welt alles des Denkens und der Neigung, das andere Leben dagegen nichts. Jene sind es, die wiedergeboren werden können, diese aber, die nicht können. 2683. Vers 16: Und sie ging, und setzte sich gegenüber, sich entfernend, etwa einen Bogenschuß denn sie sprach: Daß ich nicht sehe das Sterben des Knaben, und sie saß gegenüber, und hub ihre Stimme auf und weinte. "Und sie ging und setzte sich gegenüber" bedeutet den Zustand des Denkens; "sich entfernend etwa einen Bogenschuß" bedeutet den Zustand, soweit er von der Lehre des Wahren entfernt war; der Bogen ist die Lehre des Wahren. "denn sie sprach: daß ich nicht sehe das Sterben des Knaben" bedeutet den Schmerz darüber, daß er so umkomme; "und sie saß gegenüber" bedeutet den Zustand des Denkens; "und hub ihre Stimme auf und weinte" bedeutet einen höheren Grad des Schmerzes. 2684. "Und sie ging und setzte sich gegenüber", 1. Mose 21/16, daß dies bedeutet den Zustand des Denkens, kann erhellen aus der Bedeutung von gehen, dann von sich setzen, und zwar gegenüber, mit Beziehung auf das Vorhergehende und auf das Folgende. Gehen, hier weggehen vom Knaben, bedeutet die Entfernung vom geistig Wahren, die weiter ausgedrückt und bestimmt wird dadurch, daß sie sich etwa einen Bogenschuß weit entfernt habe; sich setzen bedeutet einen einsamen Zustand, wie er dem Denken im Schmerz und Verzweiflung eigen ist; gegenüber bedeutet, um nicht hinzusehen und doch hinzusehen; daß hinsehen ist denken, sehe man Nr. 2245, was auch weiter ausgedrückt und bestimmt wird dadurch, daß sie sagte: "Ich will nicht sehen das Sterben des Knaben, und saß gegenüber", so ist in diesen Worten eingeschlossen der Zustand des Denkens derer, die in der Verödung des Wahren und infolgedessen in Verzweiflung sind. 2685. "Sich entfernend etwa einen Bogenschuß", 1. Mose 21/16, daß dies bedeutet den Stand, soweit er von der Lehre des Wahren weg war, erhellt aus der Bedeutung von sich entfernen, sofern es ist weg sein; und aus der Bedeutung des Bogens, sofern er ist die Lehre des Wahren, wovon gleich folgt. Wurf oder Schuß bedeutet, daß er so weit weg als je möglich war, z.B. so weit man einen Pfeil vom Bogen weg schießen konnte. Hier wird gesagt ein Bogenschuß, weil vom geistigen Menschen der Bogen ausgesagt wird, und er ein Bogenschütze ist, wie es von ihm im folgenden 20. Vers heißt: "Und er wohnte in der Wüste, und er war ein Bogenschütze". 2686. Daß der Bogen die Lehre des Wahren ist, erhellt aus dessen Bedeutung. Überall wo im Wort von Kriegen gehandelt wird, und Kriege erwähnt werden, werden im inneren Sinn keine anderen Kriege bezeichnet als geistige: Nr. 1664. Es waren auch Bücher in der Alten Kirche, die den Titel hatten: "Kriege Jehovahs", wie bei Mose erhellt: 4. Mose 21/14-16. Dieselben waren im prophetischen Stil verfaßt und hatten einen inneren Sinn und handelten von den Kämpfen und Versuchungen des Herrn, dann von denen der Kirche und den Angehörigen der Kirche. Dies wird daraus klar, daß von Mose einiges daraus entnommen wurde; dann auch aus anderen Büchern jener Kirche, welche Bücher der prophetischen Sprüche genannt wurden, wovon 4. Mose 21/27-30, in denen beinahe dieselben Worte sich finden, wie bei Jeremia; man vergleiche 4. Mose 21/28 und Jerem.48/45. Hieraus kann auch geschlossen werden, daß die Alte Kirche sowohl historische als prophetische Schriften hatte, die göttlich und inspiriert waren, und die im inneren Sinn vom Herrn und Seinem Reich handelten, und daß jene ihnen das Wort waren, wie uns die historischen und prophetischen Bücher, die im Buchstabensinn von den Juden und Israeliten handeln, aber im inneren Sinn vom Herrn und von dem, was des Herrn ist. Weil der Krieg im Wort, wie auch in den Büchern der Alten Kirche, den geistigen Krieg bedeutete, so bedeuten alle Waffen: als Schwert, Spieß, Schild, Schirm (scutum), Geschoße, Pfeile und Bogen solches insbesondere, was zu dem im geistigen Sinn verstandenen Krieg gehört. Von den einzelnen Waffen, was sie insbesondere bedeuten, soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesagt werden; hier nun, was der Bogen, daß er nämlich die Lehre des Wahren (bedeutet), und zwar von den Geschoßen, Pfeilen, oder Wurfspießen, das die Lehrsätze sind, aus denen und mit denen hauptsächlich diejenigen kämpfen, die geistig sind, die daher ehemals Bogenschützen hießen. Daß der Bogen die Lehre des Wahren bedeutet, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.5/28: "Jehovahs Pfeile sind scharf, und alle seine Bogen gespannt, die Hufe Seiner Pferde werden wie der Fels geachtet, und Seine Räder wie der Sturmwind": dort wird von Lehrwahrheiten gehandelt; Pfeile sind geistige Wahrheiten, der Bogen die Lehre, die Hufe der Pferde natürliche Wahrheiten, die Räder deren Lehre. Weil sie solches bedeuten, darum werden sie dem Jehovah zugeschrieben, Dem sie nur im geistigen Sinn zugeschrieben werden können, sonst wären es nichtssagende und unschickliche Worte. Jerem.Klagel.2/4: "Der Herr hat Seinen Bogen gespannt wie ein Feind, Seine Rechte hat sich gestellt wie ein Widersacher, und hat getötet alles Liebliche des Auges im Zelt der Tochter Zions; Er hat ausgeschüttet wie Feuer Seinen Zorn": Bogen für die Lehre des Wahren, die dem im Falschen Befangenen als etwas Feindseliges und Gegnerisches erscheint; kein anderer Bogen kann vom Herrn ausgesagt werden. Hab.3/8,9: "Jehovah, Du reitest auf Deinen Pferden, Deine Wagen sind Heil, entblößt, ja entblößt wird werden Dein Bogen": dort ist der Bogen die Lehre des Guten und Wahren. 1. Mose 49/23,24: "Erbittern werden Ihn und schießen, hassen werden Ihn die Pfeilschützen, sitzen wird im Festen Seines Bogens, und es werden gestärkt werden die Hände Seiner Arme, von den Händen des Mächtigen in Jakob, daher der Hirte, der Stein Israels": wo von Joseph; Bogen soviel als die Lehre des Guten und Wahren. Joh.Offenb.6/2: "Ich sehe und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf Sitzende hatte einen Bogen, demselben ward gegeben eine Krone": das weiße Pferd für Weisheit, der auf ihm Sitzende für das Wort, wie deutlich gesagt wird Joh.Offenb.19/13, wo von dem weißen Pferd wiederum gehandelt wird; und weil der darauf Sitzende das Wort ist, so ist klar, daß der Bogen die Lehre des Wahren ist. Jes.41/2: "Wer hat vom Aufgang her Gerechtigkeit erweckt, ihn berufen Ihm nachzufolgen, hingegeben vor Ihm Völkerschaften, und über Könige herrschen lassen, gemacht wie Staub mit seinem Schwert, wie weggetrieben Stoppeln mit Seinem Bogen": wo vom Herrn die Rede ist; Schwert für das Wahre, Bogen für die von Ihm (gegebene) Lehre. Jes.66/19: "Setzen werde Ich unter sie ein Zeichen, und senden aus ihnen Entronnene, zu den Völkerschaften Tharschisch, Pul und Lud, die den Bogen ziehen, Thubal und Javan": die den Bogen ziehen für die, welche die Lehre lehren, was Tharschisch, sehe man Nr. 1156; was Lud: Nr. 1195, 1231; was Thubal: Nr. 1151; was Javan: Nr. 1152, 1153, 1155. Jerem.4/29: "Vor der Stimme des Reiters und des Bogenschützen fleucht die ganze Stadt, sie gingen hinein in Wolken, und stiegen auf Felsen, die ganze Stadt ist verlassen": Reiter für die, welche das Wahre sagen, Bogen für die Lehre des Wahren, vor welcher fliehen oder sich fürchten die im Falschen. Jerem.50/14,29; 51/2,3: "Rüstet euch wider Babel ringsumher, alle die den Bogen spannen, schießet auf sie, sparet keinen Pfeil, denn sie hat an Jehovah gesündigt": wo die Schießenden und Bogenspannenden für die, welche die Lehre des Wahren sagen und lehren. Sach.9/10: "Ausrotten werde ich den Wagen aus Ephraim, und das Pferd aus Jerusalem, und es soll ausgerottet werden der Bogen des Krieges, und Er wird Frieden reden den Völkerschaften": Ephraim für das Verständnis des Wahren der Kirche, Bogen für die Lehre. 2.Sam.1/17,18: "David klagte eine Wehklage über Saul, und über Jonathan, dessen Sohn, und sagte zu lehren die Söhne Jehudahs den Bogen": wo nicht vom Bogen gehandelt wird, sondern von den Glaubenslehren. Hes.39/9: "Spruch des Herrn Jehovah, dies der Tag von dem Ich geredet habe, und es werden ausgehen die Bewohner der Städte Israels, und anzünden und verbrennen Waffen, und Schirm (scutum) und Schild, Bogen und Pfeile, und den Stab der Hand und den Spieß, und werden damit ein Feuer anzünden sieben Jahre". Die dort genannten Waffen sind lauter Waffen des geistigen Krieges: der Bogen mit den Pfeilen für die Lehre mit ihren Wahrheiten. Wirklich erscheinen auch die vom Guten getrennten Wahrheiten im anderen Leben, wenn sie sichtbar dargestellt werden, wie Pfeile. Wie der Bogen die Lehre des Wahren bedeutet, so bedeutet er auch im entgegengesetzten Sinn die Lehre des Falschen. Gleiches im Wort hat meistens einen entgegengesetzten Sinn, wie hie und da gesagt und gezeigt wurde; wie bei Jerem.6/22,23: "Siehe, ein Volk kommt aus dem Lande der Mitternacht, und eine große Völkerschaft wird erweckt werden aus den Seiten des Landes; Bogen und Spieß ergreifen sie, grausam ist sie, und werden sich nicht erbarmen, ihre Stimme ist, wie das Meer brausen wird, auf Pferden werden sie reiten, gerüstet wie ein Mann zum Krieg, wider dich, du Tochter Zions": wo Bogen für die Lehre des Falschen. Jerem.50/41,42: "Siehe, ein Volk kommt aus Mitternacht, und eine große Völkerschaft, und viele Könige werden erweckt werden aus den Seiten des Landes, Bogen und Spieß halten sie, grausam sind sie, und erbarmen sich nicht". Jerem.9/1,2: "Sie spannen ihre Zunge, ihr Bogen ist Lüge, und nicht zur Wahrheit, sie sind mächtig im Lande, weil sie vom Bösen ins Böse ausgegangen sind, und Mich nicht kennen": daß der Bogen ist die Lehre des Falschen, ist ganz offenbar, denn es wird gesagt, daß sie die Zunge spannen, ihr Bogen Lüge sei und nicht zur Wahrheit. Jerem.49/35: "Es sprach Jehovah Zebaoth: siehe, Ich zerbreche den Bogen Elams, den Anfang seiner Stärke. Ps.46/9,10: "Gehet, sehet die Werke Jehovahs, Der Verödungen setzet ins Land, aufhören macht Kriege bis zur Grenze des Landes, den Bogen zerbricht, den Spieß zerhaut, die Wagen verbrennet mit Feuer". Ps.76/2-4: "Bekannt ist in Jehudah Gott, in Israel groß Sein Name, und es wird sein in Schalem Seine Hütte, und Seine Wohnung in Zion, daselbst hat Er zerbrochen die feurigen Pfeile des Bogens, Schild, und Schwert, und Krieg". Ps.11/2: "Siehe, die Gottlosen spannen den Bogen, richten zu ihre Pfeile auf der Sehne, zu schießen in Finsternis, die rechtschaffenen Herzens sind": hier offenbar Bogen und Pfeile für falsche Lehren. 2687. "Denn sie sprach: daß ich nicht sehe das Sterben des Knaben", 1. Mose 21/16, daß dies bedeutet, Schmerz darüber, daß er so umkomme, erhellt aus der Bedeutung von sehen das Sterben, sofern es ist umkommen; und aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das geistig Wahre, wovon oben. Hieraus und aus dem Affekt der Verzweiflung wegen der Verödung des Wahren ist klar, daß es ein innerer Schmerz ist, der in diesen Worten liegt. 2688. "Und sie saß gegenüber", 1. Mose 21/16, daß dies den Zustand des Denkens bedeutet, erhellt aus demjenigen, was Nr. 2684 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Daß dies abermals in diesem Vers gesagt wird, davon ist der Grund, weil der Zustand des Denkens bis zum äußersten Grad des Schmerzes immer heftiger und drückender wurde, wie erhellt aus dem, was kurz vorhergeht: "Daß ich nicht sehe das Sterben des Knaben"; und aus dem was gleich darauf folgt: "Sie hub die Stimme auf und weinte". 2689. "Und hub ihre Stimme auf und weinte", 1. Mose 21/16, daß dies einen höheren Grad des Schmerzes bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von die Stimme aufheben und weinen, sofern es ist der äußerste Grad des Schmerzes, denn das Weinen mit hoher Stimme ist nichts anderes. Der Zustand der Verödung des Wahren, sodann der Entfernung von den Wahrheiten, bei denen, die geistig werden, ist in diesem Vers beschrieben. Wie sich dies verhält, soll mit wenigem gesagt werden. Diejenigen, die nicht gebessert werden können, wissen gar nicht, was es ist Schmerzen empfinden deswegen, daß man der Wahrheiten beraubt wird; sie meinen, daß niemand wegen so etwas beängstigt werden könne; sie glauben, es könne nur eine Angst deswegen geben, daß man der Güter des Leibes und der Welt beraubt wird, als der Gesundheit, der Ehre, des guten Namens, des Vermögens, und des Lebens. Welche aber gebessert werden können, glauben ganz anders; sie werden vom Herrn in der Neigung zum Guten und im Denken des Wahren erhalten, daher kommen sie in Angst, wann sie dessen beraubt werden. Es ist bekannt, daß alle Angst und Schmerz daher kommt, daß jemand dessen beraubt wird, wovon er angeregt wird oder was er liebt. Die, welche bloß von leiblichen und weltlichen Dingen angeregt werden, oder bloß solche lieben, die empfinden Schmerz, wenn sie derselben beraubt werden. Welche aber von geistig Gutem und Wahrem angeregt werden, und dies lieben, die empfinden Schmerz, wann sie dessen beraubt werden. Das Leben eines jeden ist nichts als Neigung (Regung, affectio) oder Liebe. Hieraus kann erhellen, welches der Zustand derjenigen ist, die abgeödet werden in Ansehung des Guten und Wahren, von dem sie angeregt werden, oder das sie lieben, daß nämlich der Zustand ihres Schmerzes heftiger, weil inwendiger ist, und in Beraubung des Guten und Wahren, nicht absehen auf den leiblichen Tod, um den sie sich nicht einmal kümmern, sondern auf den ewigen Tod. Derselbe Zustand ist es, der hier beschrieben wird. Auf daß man auch wisse, welches diejenigen sind, die in der Neigung zum Guten und Wahren vom Herrn erhalten, und so gebessert und geistig werden können, und die nicht können, soll ebenfalls mit wenigem gesagt werden: Ein jeder wird im Knabenalter, sobald er im Guten und Wahren unterrichtet wird, vom Herrn in der Bejahung (in affirmativo, in der gläubigen Annahme) erhalten, daß das wahr sei, was von den Eltern und von den Lehrern gesagt und gelehrt wird; diese Bejahung wird bei denen, die geistige Menschen werden können, durch Wissenschaftliches und Erkenntnisse bekräftigt, denn alles damit Verwandte, das sie erlernen, schließt sich an die Bejahung an und bestärkt diese, und das mehr und mehr bis zur Erregung (usque ad affectionem); diese sind es, die geistige Menschen werden, je gemäß der Beschaffenheit des Wahren, an das sie Glauben haben, und die in den Versuchungen überwinden. Anders aber verhält sich die Sache bei denen, die nicht geistig werden können. Wenn diese auch im Knabenalter in der Bejahung sind, so lassen sie dennoch im darauffolgenden Alter Zweifel zu, und entkräften so die Bejahung des Guten und Wahren; und wenn sie ins erwachsene Alter eintreten, lassen sie Verneinendes (negativa) zu, bis zur Lust am Falschen (affectionem falsi); wenn diese in Versuchungen geführt würden, so würden sie ganz unterliegen, daher sie von derselben befreit werden. Aber der eigentliche Grund, warum sie Zweifel und nachher Verneinendes zulassen, liegt einzig und allein in einem bösen Leben. Die in einem bösen Leben sind, können gar nicht anders. Das Leben eines jeden ist Regung (affectio, Neigung) oder Liebe; wie die Neigung oder Liebe, so beschaffen ist das Denken. Die Neigung zum Bösen und das Denken des Wahren verbinden sich gar nicht; wo sie sich zu verbinden scheinen, verbinden sie sich doch nicht; es ist das Denken des Wahren ohne die Neigung zu demselben, daher ist bei ihnen das Wahre nicht wahr, sondern nur ein leerer Schall, oder Sache des Mundes, wovon das Herz weit entfernt ist. Ein solches Wahre können auch die Schlimmsten wissen, und zuweilen besser als andere. Bei einigen gibt es auch eine Überzeugung vom Wahren, die so geartet ist, daß niemand anders meinen kann, als daß sie eine echte, aber dennoch ist sie es nicht, wenn das Leben nicht ein Gutes ist; sie gehört bloß der Selbst- oder Weltliebe an, die eine solche Überzeugung herbeiführen, die sie auch mit der Heftigkeit eines scheinbaren Eifers verteidigen, ja bis zu dem Grad, daß sie die, welche es nicht annehmen, oder ebenso glauben, verdammen; aber dieses Wahre ist bei einem jeden so geartet, wie seine ihn beherrschende Gesinnung, um so stärker, je stärker die Selbst- oder Weltliebe; es schließt sich zwar ans Böse an, aber es verbindet sich nicht mit dem Bösen, daher es auch im anderen Leben abgetan wird. Anders ist es bei denen, die im Leben des Guten sind: das Wahre hat eigentlich darin seinen Boden und sein Herz, und vom Herrn sein Leben. 2690. Vers 17: Und Gott hörte die Stimme es Knaben; und der Engel Gottes rief der Hagar zu vom Himmel, und sprach zu ihr: was ist dir Hagar, fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, worin er ist. "Und Gott hörte die Stimme des Knaben" bedeutet sofortige Hilfe; "und der Engel Gottes rief der Hagar zu vom Himmel" bedeutet Trost; "und sprach zu ihr, was ist dir Hagar" bedeutet das Innewerden über ihren Zustand; "fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, worin er ist" bedeutet die Hoffnung der Hilfe. 2691. "Und Gott hörte die Stimme des Knaben", 1. Mose 21/17, daß dies sofortige Hilfe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Hörens Gottes auf die Stimme im historischen Sinn, sofern es ist Hilfe bringen im inneren Sinn, und aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das geistig Wahre, wovon früher. Hier der Zustand, in dem das Geistige in Ansehung des Wahren sich befand, denn es wird gesagt: er hörte die Stimme "des Knaben", und gleich hernach in diesem Vers: er hörte die Stimme des Knaben, "worin er ist", nämlich in welchem Zustand; und im Vorhergehenden, daß er im Zustand des größten Schmerzes wegen Beraubung des Wahren sich befand. Daß gesagt wird, er habe die Stimme des Knaben, nicht der Hagar, gehört, kommt daher, weil vom Zustand des geistigen Menschen gehandelt wird. Durch den Knaben oder Jischmael wird der Mensch der geistigen Kirche vorgebildet: durch seine Mutter Hagar die Neigung zu den Kenntnissen des Wahren, und diese ist es, die Schmerzen empfindet. Das Vernünftige des Menschen wird geboren von der Neigung zu den Wissenschaften, als Mutter: Nr. 1895, 1896, 1902, 1910, 2094, 2524; aber sein Geistiges von der Neigung zu den Kenntnissen des Wahren aus der Lehre, hauptsächlich aus dem Wort. Das Geistige selbst ist hier der Knabe, die Neigung zu den Kenntnissen des Wahren ist hier Hagar. 2692. "Und der Engel Gottes rief der Hagar zu vom Himmel", 1. Mose 21/17, daß dies Trost bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Rufens vom Himmel, sodann des Engels Gottes, wie auch der Hagar. Das Rufen vom Himmel bedeutet den Einfluß; der Engel Gottes den Herrn: Nr. 1925, 2319; und Hagar die Neigung zu den Kenntnissen des Wahren: Nr. 2691. Der Einfluß des Herrn in die Neigung zum Wahren, wenn diese im größten Schmerz wegen Beraubung, ist der Trost. Was vom Herrn beim Menschen einfließt, von dem wird gesagt, es werde gerufen vom Himmel, weil es durch den Himmel ist, und dort offenbar, aber im Innewerden und Denken des Menschen dunkel, nur durch die Veränderung des Zustandes der Neigung sich äußernd, wie hier, daß sie Trost empfangen habe. 2693. "Und er sprach zu ihr: was ist dir Hagar", 1. Mose 21/17, daß dies ein Innewerden über ihren Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher, und aus der Bedeutung von: "was ist dir Hagar", sofern es ist der Zustand, worin sie sich befand. Hier bedeutet es, daß der Herr ihren Zustand gekannt habe, obwohl sie gefragt wird, und gesagt: "was ist dir Hagar". Im Sinne des Buchstabens ist die Frage vom Herrn, aber im inneren Sinn ist es das unendliche Innewerden aller Dinge. Daß die Menschen über ihren Zustand befragt werden, liest man hie und da im Wort, aber die Ursache ist, weil der Mensch nicht anders glaubt, als daß niemand die Gedanken wisse, noch weniger den Zustand der Neigung; dann auch damit sie einen Trost darin finden, daß sie die Gefühle des Herzens offenbaren können, was gewöhnlich zur Beruhigung dient: man sehe Nr. 1701, 1931. 2694. "Fürchte dich nicht, denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, worin er ist", 1. Mose 21/17, daß dies die Hoffnung der Hilfe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von fürchte dich nicht, sofern es ist nicht verzweifeln, denn wenn die Furcht weg ist, ist Hoffnung da; und aus der Bedeutung von hören die Stimme des Knaben, sofern es ist Hilfe, wovon oben Nr. 2691, wo die gleichen Worte. In den vorhergehenden Versen wurde gehandelt vom Zustand der Verödung, worin diejenigen sich befinden, die gebessert und geistig werden; jetzt wird gehandelt von ihrer Wiederherstellung, hier vom Trost und von der Hoffnung der Hilfe. Daß in die Unwissenheit des Wahren oder Verödung, bis zum Schmerz und Verzweiflung, diejenigen kommen, die gebessert werden, und daß dann erst ihnen Trost und Hilfe vom Herrn kommt, ist heutzutage unbekannt, aus dem Grund, weil wenige gebessert werden. Die von der Art sind, daß sie gebessert werden können, wenn nicht im Leibesleben, so doch im anderen, die werden in diesen Zustand hineingeführt, wo er sehr bekannt ist, und Verwüstung oder Verödung genannt wird, wovon etwas im 1. Teil, wo man auch sehe Nr. 1109. Die in solcher Verwüstung oder Verödung sind, kommen bis zur Verzweiflung, und wenn sie in diesem Zustand sind, dann empfangen sie Trost und Hilfe vom Herrn, und endlich werden sie in den Himmel versetzt, wo sie unter den Engeln gleichsam von neuem im Guten und Wahren des Glaubens unterrichtet werden. Die Ursache dieser Verwüstung und Verödung ist hauptsächlich, damit die Beredung, die sie aus dem Eigenen gefaßt haben, gebrochen werde, man sehe Nr. 2682. Dann auch, damit sie ein Innewerden des Guten und Wahren empfangen, das sie nicht empfangen können, ehe die Beredung, die aus dem Eigenen stammt, gleichsam aufgeweicht ist; der Zustand der Angst und des Schmerzes bis zur Verzweiflung tut dies. Was gut, ja was glücklich und selig ist, kann niemand mit feinem Gefühl innewerden, wenn er nicht im Zustand des Nicht-Guten, des Nicht-Glücklichen und des Nicht-Seligen gewesen ist. Hieraus erfaßt er die Sphäre des Innewerdens, und zwar in dem Grad, in dem er im entgegengesetzten Zustand sich befand. Aus den wirklich gewordenen Verhältnissen ergibt sich die Sphäre des Innewerdens und die Ausdehnung ihrer Grenzen. Das sind die Ursachen der Verwüstung, der Verödung, außer mehreren anderen. Aber Beispiele mögen zur Erläuterung dienen: Diejenigen, die ihrer Klugheit alles zuschreiben, und wenig oder nichts der göttlichen Vorsehung: wenn diese sogar mit tausend und aber tausend Gründen überwiesen würden, daß die göttliche Vorsehung allwaltend ist, aber allwaltend deswegen, weil sie in den einzelnsten Dingen ist, und daß nicht einmal ein Haar vom Haupt fällt, d.h. daß es nichts auch noch so Geringes gibt, das nicht vorhergesehen und dem gemäß vorgesehen ist, so wird doch immerhin der Zustand ihres Denkens über die eigene Klugheit nicht dadurch verändert, außer bloß in jenem Augenblick, wo sie merken, daß sie durch Gründe überwiesen seien; ja wenn das gleiche ihnen durch lebendige Erfahrung bezeugt würde; dann wenn sie die Erfahrungen sehen, oder darin sind, gestehen sie, daß es so sei; aber nach Verfluß einiger Augenblicke kommen sie zu dem gleichen Zustand des Meinens zurück. Solches hat eine augenblickliche Wirkung auf das Denken, aber nicht auf die Neigung, und wenn nicht die Neigung gebrochen wird, bleibt das Denken in seinem Zustand, denn das Denken hat seine Zuversicht und sein Leben von der Neigung. Dagegen wenn Angst und Schmerz über sie kommt darum, daß sie gar nichts aus sich vermögen und zwar bis zur Verzweiflung, alsdann wird die Beredung gebrochen und der Zustand verändert; und dann können sie in den Glauben eingeführt werden, daß sie nichts aus sich vermögen, sondern daß alle Macht, Klugheit, Einsicht und Weisheit vom Herrn ist. Ebenso verhält es sich mit denen, die meinen, der Glaube sei von ihnen selbst, das Gute sei von ihnen selbst. Noch ein Beispiel möge zur Erläuterung dienen: Diejenigen, welche die Beredung gefaßt haben, daß, wenn sie gerechtfertigt seien, nichts Böses mehr bei sich haben, sondern daß es ganz abgewaschen und getilgt sei, und daß sie so rein seien: Wenn diese selbst durch tausend Gründe erleuchtet würden, daß nichts abgewaschen oder getilgt wird, sondern daß vom Bösen abgehalten und im Guten erhalten werden vom Herrn diejenigen, die vom Leben des Guten, worin sie in der Welt waren, so geartet sind, daß sie können; und wenn sie weiter durch Erfahrungen überwiesen würden, daß sie von sich nichts als Böses seien, ja die unsaubersten Sammelplätze vom Bösen, dennoch treten sie nicht von ihrem Wahnglauben ab. Dagegen aber wenn sie in einen solchen Zustand versetzt werden, wo sie die Hölle bei sich innewerden, und zwar bis zu dem Grad, wo sie verzweifeln, daß sie je selig werden können, dann erst wird jene Beredung gebrochen, und mit derselben der Hochmut, und die Verachtung anderer neben sich; dann die Anmaßung, daß sie allein es seien, die selig werden und können eingeführt werden in das wahre Glaubensbekenntnis, nicht nur, daß alles Gute vom Herrn ist, sondern auch, daß alles (eine Gabe) Seiner Barmherzigkeit ist; und zuletzt in die Demütigung des Herzens vor dem Herrn, die ohne Selbsterkenntnis nicht möglich ist. Hieraus wird nun klar, warum diejenigen, die wiedergeboren oder geistig werden, in den Zustand der Verwüstung und Verödung versetzt werden, wovon in den vorhergehenden Versen. Und daß, wenn sie in jenem Zustand bis zur Verzweiflung sind, dann erst ihnen Trost und Hilfe vom Herrn wird. 2695. Vers 18. Steh auf, hebe den Knaben auf, und stärke deine Hand in ihm, denn als eine große Völkerschaft will Ich ihn setzen. "Steh auf" bedeutet die Erhebung des Gemüts; "hebe den Knaben auf" bedeutet das Geistige in Ansehung des Wahren; "und stärke deine Hand in ihm" bedeutet die Erhaltung dadurch; "denn als eine große Völkerschaft will Ich ihn setzen" bedeutet die geistige Kirche. 2696. "Steh auf", 1. Mose 21/18, daß dies die Erhebung des Gemüts bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen im Wort, sofern es, wo es vorkommt, eine Erhebung in sich schließt, wovon Nr. 2401. Hier die Erhebung des Gemüts, weil die Erleuchtung, und im folgenden Vers der Belehrung in den Wahrheiten. 2697. "Hebe den Knaben auf", 1. Mose 21/18, daß dies das Geistige in Ansehung des Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das Geistige hauptsächlich in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 2677, 2687, denn der Mensch der geistigen Kirche scheint durch Glaubenswahres wiedergeboren zu werden, aber er weiß nicht, daß es durch das Gute des Wahren geschieht, denn das erscheint nicht, es äußert sich bloß in der Neigung zum Wahren, und hernach im Leben dem Wahren gemäß. Es kann gar niemand durch das Wahre wiedergeboren werden, wenn nicht mit dem Wahren des Gute ist, denn das Wahre ohne das Gute ist leblos; daher durch das vom Guten getrennte Wahre kein neues Leben kommt, das doch der Mensch durch die Wiedergeburt erlangt. 2698. "Und stärke deine Hand in ihm", 1. Mose 21/18, daß dies die Erhaltung dadurch bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gestärkt werden, das soviel ist als erhalten werden; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Macht, wovon Nr. 878, die zur Erhaltung gehört; in ihm, oder dem Knaben, heißt dadurch, nämlich durch das Geistige in Ansehung des Wahren. Die, welche in einem inneren Schmerz und in Verzweiflung infolge der Beraubung des Wahren (sich befinden), die werden erhoben und erhalten, einzig und allein durch das Wahre, weil sie wegen dessen Schmerz und Verzweiflung trifft. Die in der Neigung zum Guten sind, bei denen verlangt das Gute nach dem Guten, wie der Hungrige nach Brot, die aber in der Neigung zum Wahren sind, bei denen verlangt das Gute nach dem Wahren, wie der Durstige nach Wasser. Was hier das "stärken die Hand in ihm" ist, wird von niemand verstanden werden, außer durch den inneren Sinn. 2699. "Denn als eine große Völkerschaft will Ich ihn setzen", 1. Mose 21/18, daß dies die geistige Kirche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung einer großen Völkerschaft, daß es die geistige Kirche ist, die das Gute des Glaubens empfangen soll, wovon Nr. 2669. Sie heißt eine Völkerschaft, weil das geistige Reich das andere Reich des Herrn ist, wovon ebenfalls am angeführten Ort. Durch Jischmael wird wie der Mensch der geistigen Kirche, so auch die geistige Kirche selbst vorgebildet; dann auch das geistige Reich des Herrn in den Himmeln, denn das Bild und die Ähnlichkeit des einen ist im anderen. Der erste Zustand nach der Verödung ist im vorigen Vers beschrieben, und dies war der Zustand des Trostes und der Hoffnung auf Hilfe. Ihr anderer Zustand nach der Verödung wird in diesem Vers beschrieben, und dies ist der Zustand der Erleuchtung und der Erquickung dadurch. Weil diese Zustände in der Welt unbekannt sind, deswegen weil wenige heutzutage wiedergeboren werden, so darf ich berichten, wie beschaffen dieser ihr Zustand ist im anderen Leben, wo er ganz bekannt ist. Dort werden die, welche in der Verwüstung oder Verödung waren, nachdem sie mit der Hoffnung auf Hilfe getröstet worden sind, vom Herrn in den Himmel erhoben, somit aus dem Zustand des Schattens, welcher ist der Zustand der Unwissenheit, in den Zustand des Lichts, welches ist der Zustand der Erleuchtung und Erquickung dadurch, somit in die Freude, die ihr Innerstes erregt. Es ist wirklich ein Licht, in das sie kommen, das so beschaffen ist, daß es nicht allein den Gesichtssinn, sondern auch zugleich den Verstand erleuchtet. Wie sehr dieses Licht sie aufheitert, kann aus dem entgegengesetzten Zustand erhellen, aus dem sie befreit wurden, alsdann erscheinen diejenigen, die eine kindliche Gesinnung und einen einfältigen Glauben hatten, in weißen und hellen Kleidern, einige mit Kronen; einige werden zu mehreren Engelsvereinen umhergeführt und überall mit Liebe als Brüder aufgenommen, und ihnen alles Gute, das ihrem neuen Leben frommt, dargereicht. Einige dürfen die Unermeßlichkeit des Himmels oder des Reiches des Herrn sehen, und zugleich die Glückseligkeit derer, die dort sind, wahrnehmen. Außer unzählig anderem, das nicht beschrieben werden kann. So beschaffen ist der Zustand der ersten Erleuchtung und folglich Erquickung derer, die aus der Verödung kommen. 2700. Vers 19: Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen, und ging hin und füllte die Wasserflasche, und tränkte den Knaben. "Und Gott öffnete ihre Augen" bedeutet Einsicht; "und sie sah einen Wasserbrunnen" bedeutet das Wort des Herrn, aus dem Wahres; "und füllte die Wasserflasche" bedeutet Wahres aus demselben; "und tränkte den Knaben" bedeutet Belehrung in geistigen Dingen. 2701. "Und Gott öffnete ihre Augen", 1. Mose 21/19, daß dies Einsicht bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Öffnen und daß Gott öffnete; dann aus der Bedeutung der Augen, sofern dies ist Einsicht geben. Daß die Augen den Verstand bedeuten, sehe man Nr. 212, wie das Gesicht oder sehen: Nr. 2150, 2325. Es wird gesagt, daß Gott die Augen öffnet, wenn das innere Gesicht oder der Verstand, und das geschieht durch Einfluß in das Vernünftige des Menschen, oder vielmehr in das Geistige seines Vernünftigen, und zwar durch einen Seelen- oder inwendigen, dem Menschen unbekannten Weg; dieser Einfluß ist der Stand seiner Erleuchtung, in dem ihm die Wahrheiten, die er hört, oder die er liest, durch ein Innewerden inwendig in seinem Verständigen bestätigt werden: der Mensch glaubt, dies sei ihm eingepflanzt, und komme von der eigenen Verstandestätigkeit her. Aber er täuscht sich gewaltig: es ist ein Einfluß durch den Himmel vom Herrn in das Dunkle, Trügerische und Scheinbare, das der Mensch hat, und durch das darin befindliche Gute macht er das, was er glaubt, zu etwas, das dem Wahren nachartet. Aber mit der Erleuchtung in den geistigen Dingen des Glaubens werden allein diejenigen beglückt, die geistig sind. Dieses ist es, was bezeichnet wird durch: daß Gott die Augen öffne. Das Auge bedeutet den Verstand, darum, weil das Gesicht des Leibes dem Gesicht seines Geistes, das der Verstand ist, entspricht, und weil es entspricht, wird durch das Auge im Wort beinahe überall, wo es genannt wird, der Verstand bezeichnet, auch wo man anders meint; wie wo der Herr bei Matth.6/22,23 und Luk.11/34 spricht: "Die Leuchte des Leibes ist das Auge; ist das Auge einfältig, so ist der ganze Leib licht; ist das Auge böse, so ist der ganze Leib verfinstert; ist nun das Licht Finsternis, welch große Finsternis": wo das Auge der Verstand ist, dessen Geistiges der Glaube ist, was auch erhellen kann aus der dortigen Erklärung: ist nun das Licht Finsternis, wie groß die Finsternis. Matth.5/29; 18/9: "Wenn das rechte Auge ärgert, reiß es aus und wirf es von dir": das linke Auge ist das Verständige, das rechte Auge aber ist seine Neigung; daß man das rechte Auge ausreißen müsse, heißt: man soll die Neigung bezähmen, wenn sie ärgert. Matth.13/16: "Selig sind eure Augen, weil sie sehen und eure Ohren, weil sie hören. Und Luk.10/23: "Jesus sprach zu den Jüngern: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehet": dort wird durch die Augen, die sehen, bezeichnet Einsicht und Glauben; denn daß sie den Herrn, dann Seine Wunder und Werke gesehen haben, hat niemand selig gemacht, sondern daß sie Ihn mit dem Verstand aufgenommen und Ihm Glauben geschenkt haben, d.h. mit den Augen sehen, und daß sie gehorcht haben, ist, was heißt, mit den Ohren hören. Daß mit den Augen sehen ist verstehen, dann auch Glauben haben, sehe man Nr. 897, 2325; denn der Verstand ist das Geistige des Gesichts, und der Glaube ist das Geistige des Verstandes; das Gesicht des Auges ist vom Weltlicht, das Gesicht des Verstandes ist vom Licht des Himmels, der in dasjenige einfließt, was dem Weltlicht angehört; das Gesicht aber des Glaubens ist vom Himmelslicht; daher sagt man mit dem Verstand sehen, und im Glauben sehen; daß mit dem Ohr hören, ist gehorchen, sehe man Nr. 2542. Mark.8/17,18: "Jesus zu den Jüngern: Erkennet ihr noch nicht, und verstehet ihr nicht, habt ihr noch verhärtet euer Herz; Augen habend, sehet ihr nicht, und Ohren habend, höret ihr nicht": wo klar ist, daß nicht verstehen und nicht glauben wollen heißt, Augen haben und nicht sehen. Luk.19/41,42: "Jesus von der Stadt: Wenn du wüßtest, was zu deinem Frieden; aber verborgen ist es vor deinen Augen", und bei Mark.12/11: "Vom Herrn ist das geschehen, und wunderbar ist es in unseren Augen": daß hier verborgen vor den Augen und wunderbar in den Augen, ist: vor dem Verstand, ist jedem aus der Bedeutung des Auges, auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch bekannt. 2702. "Und sie sah einen Wasserbrunnen", 1. Mose 21/19, daß dies bedeutet das Wort des Herrn, aus dem Wahrheiten, erhellt aus der Bedeutung des Wasserbrunnens und der Quelle, sofern er ist das Wort, dann die Lehre aus dem Wort, folglich auch das Wahre selbst, wovon gleich folgt; und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es ist das Wahre. Daß der Brunnen, in dem Wasser, und die Quelle das Wort des Herrn ist, dann die Lehre aus dem Wort, folglich auch das Wahre selbst, kann aus sehr vielen Stellen erhellen. Weil hier von der geistigen Kirche gehandelt wird, wird gesagt Brunn, nicht Quell, wie auch im Folgenden dieses Kapitels: "Abraham strafte den Abimelech von wegen des Brunnens, den die Knechte Abimelechs weggenommen haben": Vers 25; sodann 1. Mose 26/15,18-22,25,32: "Alle Brunnen, welche die Knechte des Vaters Jischaks gegraben haben, in den Tagen Abrahams seines Vaters, verstopften die Philister. Und Jischak kam wieder, und grub die Wasserbrunnen, die sie gegraben hatten in den Tagen Abrahams seines Vaters, und die Philister verstopften sie nach dem Tode Abrahams. Und die Knechte Jischaks gruben im Tal, und sie fanden daselbst einen Brunnen lebendiger Wasser. Und sie gruben einen anderen Brunnen, und sie zankten nicht ob ihn. Und es geschah am selbigen Tage; und es kamen die Knechte Jischaks, und zeigten ihm an von wegen des Brunnens, den sie gegraben haben, und sagten ihm: Wir haben Wasser gefunden": dort wird durch die Brunnen nichts anderes bezeichnet als Lehren, worüber sie zankten, und worüber sie nicht zankten; sonst wäre das, daß sie Brunnen gegraben, und so oft ihrethalben gezankt haben, nicht so wichtig, daß es im göttlichen Wort sollte erwähnt werden. Der Brunnen bedeutet ebenfalls das Wort oder die Lehre, von dem bei 4. Mose 21/16-18: "Sie zogen gen Beer, das der Brunnen, von dem Jehovah dem Mose gesagt hat: Sammle das Volk, so will Ich ihnen Wasser geben. Da sang Israel dies Lied: steig auf Brunnen, antwortet aus ihm; den Brunnen, den haben gegraben die Fürsten, ausgegraben die Freiwilligen des Volkes, im Gesetzgeber, mit ihren Stäben": weil der Brunnen dies bedeutete, daher ist es ein prophetisches Lied Israels, in dem von der Lehre des Wahren gehandelt wird, wie aus dem einzelnen im inneren Sinn erhellt; daher der Name Beer, und daher der Name Beerscheba, und dessen Bedeutung im inneren Sinn, sofern es die Lehre selbst ist. Die Lehre aber, in der nichts Wahres, wird genannt Grube oder Brunnen, worin kein Wasser, wie bei Jerem.14/3: " Ihre Edlen schickten ihre Kleinen nach Wasser, sie kamen zu den Gruben, sie fanden nicht Wasser, sie kamen wieder mit ihren leeren Gefäßen": wo Wasser für Wahres, Gruben, wo sie kein Wasser fanden, soviel als eine Lehre, in der nicht das Wahre. Jerem.2/13: "Zwei Übel hat getan mein Volk; Mich haben sie verlassen, die Ader lebendigen Wassers, sich auszuhauen Gruben, zerbrochene Gruben, die nicht halten können die Wasser": wo ebenfalls Gruben für nicht wahre Lehren, zerbrochene Gruben für zusammengestoppelte Lehren. Daß der Quell ist das Wort, sodann die Lehre, folglich das Wahre, bei Jes.41/17,18: "Die Elenden und Dürftigen suchen Wasser, und sind keine da; ihre Zunge ist verschmachtet vor Durst: Ich, Jehovah, will sie erhören, der Gott Israels wird sie nicht verlassen; eröffnen werde Ich auf den Höhen Flüsse, und in der Mitte der Täler Quellen; setzen werde Ich die Wüste als einen Wassersee, und das dürre Land als Ausgänge von Wassern": wo von der Verödung des Wahren, die bezeichnet wird dadurch, daß die Elenden und Dürftigen Wasser suchten und keine da waren, und daß ihre Zunge vor Durst verschmachtete; sodann von der Tröstung, Erquickung und Belehrung nach der Verödung, wie in diesen Versen, wo von der Hagar, die bezeichnet werden dadurch, daß Jehovah auf den Höhen Flüsse eröffnen und inmitten der Täler Quellen, die Wüste als einen Wassersee, und das dürre Land als Ausgänge von Wassern setzen werde, wo alles sich auf die Lehre des Wahren und der erfolgenden Neigung bezieht. 5. Mose 33/28: "Es wohnte Israel traulich einsam an dem Quell Jakobs, am Land des Getreides und des Mosts, auch träufeln seine Himmel Tau": Quell Jakobs für das Wort und die Lehre des Wahren aus ihm. Weil der Quell Jakobs das Wort und die Lehre des Wahren aus ihm bezeichnete, darum hat der Herr, als Er zum Quell Jakobs kam, mit dem Weib aus Samaria geredet, und gelehrt, was durch den Quell und durch das Wasser bezeichnet wird, wovon bei Joh.4/5-7,10,13,14: "Jesus kam in eine Stadt Samarias, genannt Sichar; es war dort der Quell Jakobs; Jesus nun, müde von der Reise, setzte Sich so bei dem Quell; es kam ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen; zu ihr sagte Jesus: Gib Mir zu trinken: Jesus sprach: Wenn du wüßtest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, du würdest ihn bitten, daß er dir lebendes Wasser gebe; jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer aber trinkt von dem Wasser, das Ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird werden in ihm ein Quell Wassers, das springt ins ewige Leben": weil der Quell Jakobs das Wort, das Wasser das Wahre, und Samarien die geistige Kirche bedeutete, wie mehrmals im Wort, darum hat der Herr mit dem Weib aus Samaria geredet und gelehrt, daß die Lehre des Wahren von Ihm, und weil von Ihm, oder was das gleiche, von Seinem Wort, Er der Quell Wassers sei, welches ins ewige Leben springt, und daß das Wahre selbst ein lebendiges Wasser sei. Joh.7/37,38: "Jesus sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke; jeder, der glaubt an Mich, wie die Schrift sagt; Ströme aus dessen Leib werden fließen lebenden Wassers", und Joh.Offenb.7/17: "Das Lamm, das inmitten des Thrones, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen, und abwischen wird Gott alle Tränen von ihren Augen"; Joh.Offenb.21/6: "Ich will dem Durstigen geben vom Quell des Lebenswassers umsonst": Ströme lebenden Wassers, und lebendige Wasserquellen für die Wahrheiten vom Herrn, oder aus Seinem Wort, denn der Herr ist das Wort; das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, das einzig vom Herrn, ist das Leben des Wahren; durstig heißt, wer in der Liebe und Neigung zum Wahren; ein anderer kann nicht dürsten. Diese Wahrheiten werden auch genannt Quellen des Heils bei Jes.12/3,4: "Ihr werdet Wasser schöpfen in Freudigkeit aus den Quellen des Heils, und werdet sagen an jenem Tage: Bekennet dem Jehovah, rufet Seinen Namen an". Daß der Quell das Wort oder die Lehre aus demselben ist, erhellt auch bei Joel 4/18: "Es wird geschehen an jenem Tage, träufeln werden die Berge Most, und die Hügel werden gehen mit Milch, und alle Bäche Jehudahs werden gehen mit Wasser, und ein Quell wird vom Hause Jehovahs ausgehen, und wässern den Strom Schittim": wo Wasser für Wahres, Quell aus dem Hause Jehovahs für das Wort des Herrn. Jerem.31/8,9: "Siehe, Ich bringe sie aus dem Lande der Mitternacht, und will sie sammeln aus den Seiten des Landes, unter ihnen Blinde und Lahme; im Weinen werden sie kommen, und in Gebeten will Ich sie bringen zu Wasserquellen im Wege des Rechten, sie werden nicht darin straucheln": Wasserquellen im Wege des Rechten offenbar für die Lehren des Wahren; Land der Mitternacht für Unwissenheit und Verödung des Wahren; Weinen und Gebete für ihren Schmerz- und Verzweiflungszustand: zu Wasserquellen gebracht werden für die Erquickung und Belehrung in den Wahrheiten, wie hier, wo von der Hagar und ihrem Sohn, von den gleichen Dingen auch so bei Jes.35/1-3,5-7: "Freuen werden sich über sie die Wüste und Dürre, und frohlocken die Einöde, und wird blühen wie die Rose, wird üppig sprossen, und wird frohlocken, ja frohlockend und singend; die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Ehre des Karmel und des Scharon, sie werden sehen die Herrlichkeit Jehovahs, die Ehre unseres Gottes; stärket die sschlaffen Hände, und die wankenden Knie stärket; es werden geöffnet werden die Augen der Blinden, und die Ohren der Tauben werden offen stehen, ausbrechen werden in der Wüste Wasser, und Flüsse in der Einöde, und es wird der dürre Ort zum See, und der Durstige zu Ursprüngen von Wasser": wo Wüste für Verödung des Wahren; Wasser, Flüsse, See, Ursprünge von Wasser für die Wahrheiten, die zur Erquickung der Freude für die, welche in der Verwüstung waren, deren Freuden dort mit vielen Ausdrücken beschrieben wird. Ps.104/10,11,13: "Jehovah läßt Quellen in den Tälern aus, zwischen Bergen werden sie gehen, sie tränken alles Wild der Felder, brechen werden Waldesel ihren Durst; Er tränket Berge aus Seinen Gemächern": Quellen für Wahrheiten, Berge für die Liebe des Guten und Wahren; tränken für belehren; wilde Tiere der Felder für diejenigen, die davon leben; man sehe Nr. 774, 841, 908; Waldesel für diejenigen, die bloß im vernünftig Wahren sind: Nr. 1949, 1950, 1951. 1. Mose 49/22: "Der Sohn einer Fruchtbaren ist Joseph, der Sohn einer Fruchtbaren am Quell": Quell für die Lehre vom Herrn. 5. Mose 8/7: "Jehovah, dein Gott, wird dich einführen in ein gutes Land, in ein Land der Flüsse, Wasser, Quellen, Tiefen, die da ausgehen im Tal und im Berg": Land für das Reich des Herrn und die Kirche: Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 2571, das gut heißt vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit; Flüsse, Wasser, Quellen und Tiefen für Wahres aus ihm. 5. Mose 11/11: "Das Land Kanaan, ein Land der Berge und Täler, beim Regen des Himmels trinkt es Wasser". Daß Wasser sowohl geistige, als vernünftige, wie auch wißtümliche Wahrheiten sind, wird klar aus folgenden Stellen bei Jes.3/1: "Siehe, der Herr Jehovah Zebaoth, entfernt von Jerusalem und Jehudah, allen Stab des Brotes, und allen Stab des Wassers". Jes.21/14: "Entgegen dem Durstigen bringet Wasser, mit seinem Brot kommet zuvor dem Schweifenden". Jes.32/20: "Selig seid ihr, die ihr säet neben alle Wasser". Jes.33/15,16: "Wer da wandelt in Gerechtigkeiten, und redet Rechtschaffenheiten, wird in Höhen wohnen, sein Brot wird gegeben werden, seine treuen Wasser". Jes.48/21: "Dann werden sie nicht dürsten, in der Wüste wird Er sie führen, Wasser aus dem Felsen wird Er ihnen ausfließen lassen; und Er spaltet den Fels, und es fließen Wasser heraus"; 2. Mose 17/1-8; 4. Mose 20/11,13. Ps.78/15,16: "Er zerspaltete Felsen in der Wüste, und tränkete wie Tiefen viel, brachte Flüssigkeiten aus dem Felsen heraus, und ließ wie einen Strom Wasser herabkommen": wo Fels für den Herrn, Wasser, Flüsse und Tiefen daraus für Wahrheiten von Ihm. Ps.107/33,35: "Jehovah setzet Flüsse als eine Wüste, und Ausgänge von Wassern als eine Dürre; Er setzet eine Wüste als einen Wassersee, und ein durstiges Land als Ausgänge von Wassern". Ps.29/3: "Die Stimme Jehovahs über den Wassern; Jehovah über vielen Wassern". Ps.46/5: "Ein Fluß, seine Bäche werden erfreuen die Stadt Gottes, das Heilige der Wohnungen des Höchsten". Ps.33/6,7: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht, und durch den Geist Seines Mundes all ihr Heer, Er sammelt als einen Haufen die Wasser des Meeres, gibt in Schätzen Tiefen". Ps.65/10: "Du suchest das Land heim, und ergötzest Dich daran gar sehr. Du machst es reich, der Bach Gottes ist voll Wasser". Ps.77/17,18,20: "Es sahen Dich Wasser, o Gott, es sahen Dich Wasser; erreget wurden Tiefen; Wasser ergossen aus Wolken; im Meer Dein Weg und Dein Pfad in vielen Wassern": daß hier Wasser nicht bedeuten Wasser, und daß Tiefen nicht erregt wurden, und Jehovah einen Weg im Meer, und einen Pfad in Wassern hat, ist jedem klar, sondern daß es geistige Wasser sind, das ist Geistiges, das dem Wahren angehört; sonst wäre es eine Anhäufung von nichtssagenden Worten. Jes.55/1: "Wohlan alle Dürstende, gehet zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet kaufet". Sach.14/8: "Es wird geschehen an jenem Tage, ausgehen werden lebendige Wasser aus Jerusalem, deren Hälfte zum östlichen Meer, und deren Hälfte zum hinteren Meer". Außerdem wo von der zu pflanzenden und gepflanzten Kirche im Wort gehandelt und sie durch das Paradies, einen Garten, einen Hain, oder durch Bäume beschrieben wird, ist es gewöhnlich, daß sie auch beschrieben wird durch Wasser oder Flüsse, die bewässern, durch die Geistiges, Vernünftiges oder Wißtümliches bezeichnet wird, das dem Wahren, angehört, z.B. das Paradies: 1. Mose 2/8,9, das auch durch die Flüsse dort beschrieben wird: 1. Mose 2/10-14, durch die das, was zur Weisheit und Einsicht gehört, bezeichnet wird; man sehe Nr. 107-121, ebenso mehrmals sonst im Wort, wie bei 4. Mose 24/6,7: "Wie Täler werden sie gepflanzt, wie Gärten neben einem Fluß, wie Sandelbäume hat Jehovah gepflanzt, wie Zedern neben Wasser; herabfließen werden Wasser aus seinen Eimern, und sein Same in vielen Wassern". Hes.17/5,6: "Er nahm vom Samen des Landes, und legte ihn in das Saatfeld, nahm neben vielen Wassern, sprossete, und wurde zu einem üppigen Weinstock": daß der Weinstock und Weinberg die geistige Kirche bedeutet, sehe man Nr. 1069; Hes.19/10: "Deine Mutter, wie der Weinstock in deiner Ähnlichkeit, neben Wassern gepflanzt, fruchtbar und waldig ist er geworden an vielen Wassern"; Hes.31/4: "Siehe Aschur im Libanon, Wasser haben ihn zum wachsen gebracht, eine Tiefe hat ihn hoch gemacht, mit ihren Flüssen geht sie um ihre Pflanze, und ihre Kanäle entsandte sie zu allen Bäumen des Feldes". Hes.47/7-9,11: "Siehe, am Ufer des Flusses Baum viel sehr, hie und da; er sprach zu mir, diese Wasser gehen zur östlichen Grenze, und gehen hinab auf die Ebene, und kommen dem Meer zu, ins Meer gesandt, und es werden geheilet die Wasser; und es wird sein alle lebende Seele, die da sich regt, überall hin, wo es kommt von beiden Flüssen, wird leben; und wird sein Fisch viel sehr, weil dahin kommen diese Wasser, und sie werden geheilt, auf daß lebe alles, wohin der Fluß kommt. Seine Pfützen und Sümpfe, und sie werden nicht geheilt, ins Salz werden sie gegeben werden": dort vom neuen Jerusalem, oder dem geistigen Reich des Herrn; die Wasser, die ausgehen zur östlichen Grenze, bedeuten das Geistige, das vom Himmlischen kommt, welches sind Wahrheiten aus himmlischem Ursprung, d.h. Glauben aus Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 101, 1250; hinabgehen in die Ebene bedeutet Lehren, die dem Vernünftigen angehören: Nr. 2418, 2450; kommen dem Meere zu, bedeutet zum Wißtümlichen, das Meer ist die Sammlung desselben: Nr. 28; die lebende Seele, die sich regt, bedeutet ihre Ergötzungen: Nr. 746, 909, 994; welche leben werden von den Wassern des Flusses, d.h. vom Geistigen aus himmlischem Ursprung; viel Fisch für Überfluß vom anwendbaren Wissenssachen: Nr. 40, 991; Pfützen und Sümpfe für unanwendbare und unreine; abgehen in Salz für verwüstet werden: Nr. 2455. Jerem.17/7,8: "Gesegnet der Mann, der vertrauet auf Jehovah, der wird sein wie ein Baum gepflanzet an Wassern, und am Bach aussendet seine Wurzeln". Ps.1/3: "Er wird sein wie ein Baum gepflanzet an Wasserbächen, der seine Frucht geben wird zu seiner Zeit". Joh.Offenb.22/1,2: "Er zeigte mir einen reinen Fluß lebendigen Wassers, hell wie Kristall, ausgehend vom Thron Gottes und des Lammes, inmitten ihrer Gasse und des Flusses hie und da Baum des Lebens bringend zwölf Früchte". Weil nun die Wasser Wahrheiten im inneren Sinn bedeuten, darum wurde in der jüdischen Kirche der bildlichen Darstellung von den Engeln wegen, bei denen die Bräuche geistig angeschaut wurden, geboten, daß die Priester und Leviten sich mit Wasser waschen sollten, wenn sie zum Dienst nahten, und zwar aus einem Becken zwischen dem Zelt und Altar, und hernach aus dem ehernen Meer, und den übrigen Becken um den Tempel her, die anstatt eines Quells da waren. Ebenso wurde um der Vorbildung willen (gegeben) die Verordnung über das Wasser der Sünde oder Reinigung, das über die Leviten gesprengt werden sollte: 4. Mose 8/7. Dann über die Wasser der Absonderung aus der Asche der roten Kuh: 4. Mose 19/2-19. Daß die den Midianitern abgenommene Beute durch Wasser gereinigt werden sollte: 4. Mose 31/19-25. Die aus dem Felsen gegebenen Wasser: 2. Mose 17/1-8; 4. Mose 20/1-13; 5. Mose 8/15 bildeten vor und bezeichneten einen Überfluß an geistigen Dingen oder Glaubenswahrheiten vom Herrn. Die bitteren Wasser, die durch ein Holz geheilt wurden: 2. Mose 15/22-25 bildeten vor und bezeichneten Wahrheiten, die nicht gefallen, aber aus dem Guten oder der Neigung zu demselben willkommen und angenehm werden sollen; daß das Holz das Gute, das Sache der Neigung oder des Willens ist, bedeutet, sehe man Nr. 643. Aus diesem kann man nun wissen, was das Wasser im Wort, und folglich was das Wasser in der Taufe, wovon der Herr so bei Joh.3/5: "Wenn jemand nicht wiedergeboren ist aus Wasser und Geist, kann er nicht eingehen ins Reich Gottes": daß nämlich das Wasser ist das Geistige des Glaubens, und der Geist sein Himmlisches, somit daß die Taufe ist das Sinnbild der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn durch Wahres und Gutes des Glaubens; nicht daß durch die Taufe die Wiedergeburt geschieht, sondern durch das in der Taufe bezeichnete Leben, in das die Christen, welche die Wahrheiten des Glaubens, weil das Wort, haben, eingehen sollen. 2703. "Und füllte die Wasserflasche", 1. Mose 21/19, daß dies bedeutet Wahres aus demselben, erhellt aus der Bedeutung des Wassers, sofern es ist das Wahre; wovon gleich oben: Nr. 2702. 2704. "Und tränkte den Knaben", 1. Mose 21/19, daß dies Belehrung in geistigen Dingen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von tränken, sofern es ist in den Wahrheiten belehren; und aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das Geistige in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 2697. Dieser Zustand, welcher ist der der Belehrung, wovon in diesem Vers, ist der dritte Zustand derjenigen, die aus der Verwüstung und Verödung kommen; denn wenn sie in den Zustand der Erleuchtung oder des himmlischen Lichtes kommen, wovon im vorigen 18. Vers, Nr. 2699, dann sind sie in der Neigung Wahres zu wissen und zu lernen, und wenn in dieser Neigung, werden sie leicht und gleichsam von selbst mit Wahrheiten ausgestattet: die auf Erden, vom Wort des Herrn oder von der Lehre; die aber im Himmel, von den Engeln, die kein größeres Glück und keine größere Seligkeit empfinden, als ihre neuangekommenen Brüder zu belehren, und sie mit dem Wahren und Guten, das zur himmlischen Ordnung gehört, somit das zum Herrn führt, auszustatten. 2705. Vers 20: Und Gott war mit dem Knaben, und er wuchs, und wohnte in der Wüste; und er war ein Bogenschütze. "Und Gott war mit dem Knaben" bedeutet die Gegenwart des Herrn bei den Geistigen; "und er wuchs" bedeutet Zunahme; "und wohnte in der Wüste" bedeutet dunkel verhältnismäßig; "und er war ein Bogenschütze" bedeutet den Menschen der geistigen Kirche. 2706. "Und Gott war mit dem Knaben", 1. Mose 21/20; daß dies die Gegenwart des Herrn bei den Geistigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Seins Gottes mit jemand, und aus der des Knaben. Daß das Sein Gottes mit jemand die Gegenwart des Herrn bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen; gegenwärtig ist zwar der Herr bei einem jeden, denn anderswoher ist kein Leben, und er regiert die einzelnsten Dinge bei ihm, auch bei den Schlimmsten, und in der Hölle selbst, aber auf verschiedene Weise je nach der Aufnahme des Lebens. Bei denen, die das Leben der Liebe seines Guten und Wahren unrichtig aufnehmen, und in Triebe der Selbst- und Weltliebe verkehren, ist der Herr gegenwärtig, und lenkt ihre Zwecke, soviel als möglich, zum Guten; aber die Gegenwart bei ihnen heißt Abwesenheit, und zwar in solchem Grad, als das Böse vom Guten und das Falsche vom Wahren entfernt ist. Bei denen aber, die das Leben der Liebe des Guten und Wahren des Herrn aufnehmen, wird Gegenwart ausgesagt, und zwar nach dem Grad der Aufnahme. Es verhält sich dies vergleichsweise wie mit der Sonne, die mit Wärme und Licht in den Gewächsen der Erde gegenwärtig ist, aber gemäß der Aufnahme. Daß der Knabe das Geistige in Ansehung des Wahren bedeutet, wurde oben gesagt, hier die Geistigen, weil er den Menschen der geistigen Kirche, dann die geistige Kirche selbst, und im umfassenden Sinn das geistige Reich des Herrn bedeutet; denn wenn gesagt wird, daß jemand das Geistige bedeutet, wie hier der Knabe das Geistige in Ansehung des Wahren, so schließt es in sich, daß es die Geistigen bedeutet, denn ein Geistiges gibt es nicht ohne Subjekt. So verhält es sich auch mit dem übrigen, was im abstrakten Sinn gesagt wird. 2707. "Und er wuchs", 1. Mose 21/20, daß dies die Zunahme bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 2708. "Und wohnte in der Wüste", 1. Mose 21/20, daß dies bedeutet dunkel verhältnismäßig, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es ist leben, wovon Nr. 2451, und aus der Bedeutung der Wüste, sofern es ist wenig lebenskräftig, wovon Nr. 1927. Hier dunkel aber verhältnismäßig. Unter dunkel verhältnismäßig wird verstanden der Zustand der geistigen Kirche im Verhältnis zum Zustand der himmlischen Kirche, oder der Zustand der Geistigen im Verhältnis zum Zustand der Himmlischen. Die Himmlischen sind in der Neigung zum Guten, die Geistigen in der Neigung zum Wahren. Die Himmlischen haben ein Innewerden, die Geistigen aber eine Einsprache des Gewissens, den Himmlischen erscheint der Herr als Sonne, den Geistigen aber als Mond: Nr. 1521, 1530, 1531, 2495. Jene haben ein Licht, wie zum Sehen so auch zum Innewerden des Guten und Wahren vom Herrn, gleich dem Licht des Tages von der Sonne; aber diese haben vom Herrn ein Licht, gleich dem Licht der Nacht vom Mond, somit haben diese verhältnismäßig dunkel. Die Ursache ist, weil die Himmlischen in der Liebe zum Herrn, somit im eigentlichen Leben des Herrn sind, die Geistigen aber in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und im Glauben, somit zwar im Leben des Herrn, aber dunkler. Daher kommt es, daß die Himmlischen gar nie über den Glauben und seine Wahrheiten vernünfteln, sondern weil sie im Innewerden des Wahren aus dem Guten sind, sagen, daß es so ist; die Geistigen aber reden und vernünfteln von den Wahrheiten des Glaubens, weil sie im Gewissen (Bewußtsein) des Guten sind aus dem Wahren, sodann weil den Himmlischen das Gute der Liebe eingepflanzt ist in ihr Willensgebiet, wo das hauptsächlichste Leben des Menschen ist, den geistigen aber in ihr Verstandesgebiet, wo das im zweiten Rang stehende Leben des Menschen ist, daher kommt es, daß es bei den Geistigen verhältnismäßig dunkel ist, man sehe Nr. 81, 202, 337, 765, 784, 895, 1114-1125, 1155, 1577, 1824, 2048, 2088, 2227, 2454, 2507. Dieses verhältnismäßige Dunkel wird hier Wüste genannt. Die Wüste bedeutet im Wort das wenig Bewohnte und Angebaute, und bedeutet das gar nicht Bewohnte und Angebaute, somit hat sie einen doppelten Sinn. Wo sie das wenig Bewohnte und Angebaute bedeutet, oder wo wenige Wohnungen, so Ställe für Herden, Weideplätze und Wasser, bedeutet sie dasjenige oder diejenigen, die verhältnismäßig wenig Leben und Licht haben wie das Geistige, oder die Geistigen im Verhältnis zum Himmlischen oder den Himmlischen. Wo sie aber das gar nicht Bewohnte oder Angebaute bedeutet, oder wo keine Wohnungen, Ställe für Herden, Weideplätze und Wasser, da bedeutet sie diejenigen, die in der Verwüstung in Ansehung des Guten sind und in der Verödung in Ansehung des Wahren. Daß die Wüste das verhältnismäßig wenig Bewohnte und Angebaute bedeutet, oder wo wenig Wohnungen, wo Ställe für Herden, Weideplätze und Wasser, erhellt aus folgenden Stellen bei Jes.42/10,11: "Singet dem Jehovah ein neues Lied; Sein Lob vom Äußersten der Erde, die da hinabgehen ins Meer, und seine Fülle, die Inseln und ihre Bewohner, erheben sollen die Wüste und ihre Städte, die Vorhöfe wird bewohnen Kedar, singen sollen die Bewohner des Felsens, vom Haupt der Berge her sollen sie schreien". Hes.34/25-27: "Schließen werde ich mit ihnen den Bund des Friedens, und aufhören machen das böse Wild von der Erde, und sie werden wohnen in der Wüste vertraulich, und schlafen in den Wäldern, und werde sie und die Umgebungen meines Hügels zum Segen machen, geben wird der Baum des Feldes seine Frucht, und das Land wird geben seine Frucht": dort von den Geistigen. Hos.2/14,15: "Führen werde ich sie in die Wüste, und werde reden auf ihr Herz, und geben ihre Weinberge von da": wo von der Verödung des Wahren und dem Trost nachher. Ps.65/13,14: "Es triefen die Ställe der Wüste, und mit Frohlocken gürten sich Hügel, es kleiden sich die Wiesen mit der Herde, und die Täler werden bedeckt mit Getreide. Jes.41/18-20: "Setzen werde Ich die Wüste als einen Wassersee, und das durstige Land als Ausgänge von Wassern; geben werde Ich in der Wüste die Zeder Schillin, und die Myrte, und den Ölbaum; setzen werde Ich in die Wüste die Tanne; auf daß sie sehen und wissen und merken, und verstehen zugleich, weil die Hand Jehovahs dies gemacht, und der Heilige Israels jenes geschaffen hat": wo von der Wiedergeburt derjenigen, die in der Unwissenheit des Wahren sind, oder der Heiden, und von der Erleuchtung und Belehrung derer, die in Verödung, die Wüste wird von ihnen ausgesagt; Zeder, Myrte und Ölbaum für Wahres und Gutes des inneren Menschen, Tanne für solches des äußeren. Ps.107/33,35: "Jehovah setzt Flüsse als Wüste, und Ausgänge von Wasser als Dürre; er setzt die Wüste als Wassersee, und das durstige Land als Ausgänge von Wasser" Jes.35/1,2: "Freuen werden sich ihrer die Wüste und Dürre, und frohlocken die Einöde, und wird blühen wie eine Rose, wird üppig wachsen, ausgegossen sind in der Wüste Wasser, und Ströme in der Einöde". Jes.58/11: "Du wirst sein wie ein gewässerter Garten, und wie Ausgänge von Wassern, dessen Wasser nicht lügen, und sie werden bauen von dir die Wüsten des Zeitlaufs". Jes.32/15,16: "Bis ausgegossen wird über uns der Geist von der Höhe, und die Wüste wird zu einem Karmel, und Karmel wird als Wald geachtet werden, und wohnen wird in der Wüste Gericht, und Gerechtigkeit in Karmel": wo von der geistigen Kirche, die, obwohl bewohnt und angebaut, verhältnismäßig eine Wüste genannt wird, denn es wird gesagt: wohnen wird in der Wüste Gericht, und Gerechtigkeit in Karmel. Daß Wüste ein verhältnismäßig dunkler Zustand ist, wird aus jenen Stellen klar, sofern er genannt wird Wüste, dann auch Wald; offenbar bei Jerem.2/31: "Geschlecht, sehet doch ihr das Wort Jehovahs, bin Ich eine Wüste gewesen für Israel, ein Land der Finsternis". Daß die Wüste bedeutet das gar nicht Bewohnte und Angebaute, oder wo keine Wohnungen, Ställe für Herden, Weideplätze und Wasser, somit diejenigen, die in der Verwüstung in Ansehung des Guten sind, und in der Verödung in Ansehung des Wahren, erhellt ebenfalls aus dem Wort. Diese Wüste wird in doppeltem Sinn ausgesagt, nämlich von denen, die nachher gebessert werden, und von denen, die nicht gebessert werden können. Von denen, die nachher gebessert werden, wie hier von der Hagar und ihrem Sohn; bei Jerem.2/2: "So sprach Jehovah, Ich gedachte dein, der Barmherzigkeit deiner Knabenjahre, gehend Mir nach in der Wüste, in einem nicht besäten Lande": wo von Jerusalem, welche dort ist die Alte Kirche, die eine geistige war. 5. Mose 32/9,10: "Das Teil Jehovahs ist Sein Volk, Jakob die Schnur seines Erbes, Er fand ihn im Land der Wüste, und in der Ödung, Geheul, Einöde, Er führte ihn umher, machte ihn verstehen, behütete ihn, wie seinen Augapfel". Ps.107/4: "Sie irrten in der Wüste, in der Einöde des Weges, eine Stadt der Wohnung fanden sie nicht": wo von denen, die in der Verödung des Wahren, und gebessert werden. Hes.20/35,36: "Bringen werde Ich euch zur Wüste der Völker, und rechten mit euch da, wie Ich gerechtet habe mit euren Vätern in der Wüste des Landes Ägypten": wo gleichfalls von der Verwüstung und Verödung derer, die gebessert werden. Die Reisen und Irrfahrten des israelitischen Volkes in der Wüste bildeten auch nichts anderes vor als die Verwüstung und Verödung der Gläubigen vor der Besserung, folglich deren Versuchung, sofern sie, wenn sie in geistigen Versuchungen sind, in der Verwüstung und Verödung sind, wie auch aus Folgendem bei 5. Mose 1/31 erhellen kann: "Jehovah hat in der Wüste sie getragen, wie ein Mann den Sohn trägt, auf dem Weg, bis zu diesem Ort"; und 5. Mose 8/2,3: "Gedenken sollst du alles Weges, da dich geführt hat Jehovah, dein Gott, schon vierzig Jahre in der Wüste, dich zu demütigen, dich zu versuchen, und zu wissen, was in deinem Herzen, ob du haltest seine Gebote oder nicht, Er hat dich gedemütigt, dich hungern lassen, dich Manna essen lassen, das du nicht kanntest, noch die Väter kannten, auf daß du erkennest, daß nicht durch Brot allein lebet der Mensch, sondern durch alles, was ausgeht aus dem Munde Jehovahs lebet der Mensch"; und ferner 5. Mose 8/15,16: "Du sollst nicht vergessen, daß Jehovah dich geführt hat in der großen und grausamen Wüste, wo Schlange, fliegender Drache und Skorpion, Dürre, wo kein Wasser, herausbringend dir Wasser aus dem Kieselfels, speiste dich mit Manna in der Wüste, welches nicht kannten deine Väter, daß Er dich demütigte, dich versuchte, und wohlzutun in deinem Letzten": dort Wüste für Verwüstung und Verödung in dergleichen, die in Versuchungen. Durch ihre Reisen und Irrfahrten in der Wüste vierzig Jahre lang wird beschrieben der ganze Zustand der streitenden Kirche, wie sie von sich unterliegt, aber vom Herrn siegt. Durch das Weib, das in der Wüste floh bei Joh.Offenb.12/6,14-16, wird auch nichts anderes als die Versuchung der Kirche bezeichnet, wovon wie folgt: "Das Weib, das den männlichen Sohn gebar, floh in die Wüste, wo sie hat einen Ort, bereitet von Gott; gegeben wurden dem Weibe zwei Flügel des großen Adlers, daß sie flöge in die Wüste, in ihren Ort; und es warf die Schlange nach dem Weibe aus ihrem Mund Wasser wie einen Fluß, damit er sie vom Fluß ersäuft machte, aber es half die Erde dem Weibe; denn die Erde öffnete ihren Mund, und verschlang den Fluß, den der Drache aus seinem Munde warf". Daß Wüste ausgesagt wird von der ganz verwüsteten Kirche, und von dem in Ansehung des Guten und Wahren ganz Verwüsteten, die nicht gebessert werden können, wie folgt bei Jes.50/2,3: "Setzen werde ich Ströme als Wüste, stinken wird ihr Fisch von keinem Wasser, und wird sterben vor Durst, werde bekleiden die Himmel mit Dunkel; Jes.64/9,10: "Die Städte deiner Heiligkeit waren eine Wüste, Zion war eine Wüste, Jerusalem verödet". Jerem.4/26: "Ich sehe, und siehe, Karmel eine Wüste, und alle seine Städte sind zerstöret von (und) vor Jehovah". Jerem.12/10-12: "Viele Hirten haben verdorben Meinen Weinberg, zertreten das Teil, hingegeben das Teil meines Verlangens in die Wüste der Verödung, er hat sie gesetzt in Verödung, getrauert hat ob Mir die Verödete, verödet ist alles Land, weil niemand es legt aufs Herz, über alle Hügel in der Wüste sind gekommen Verstörer". Joel 1/19,20: "Das Feuer hat verzehrt die Ställe der Wüste, und die Flamme wird anzünden alle Bäume des Feldes, vertrocknet sind die Wasserbäche, das Feuer hat verzehrt die Ställe der Wüste". Jes.14/17: "Gesetzt hat er den Weltkreis wie die Wüste, und seine Städte zerstört": wo von Luzifer; Jes.21/1f: "Prophetischer Spruch über die Wüste des Meeres, wie Sturmwinde am Mittag, aus der Wüste kommt es, aus furchtbarem Lande": Wüste des Meeres für das durch Wißtümliches verwüstete Wahre und die Vernunftschlüsse aus demselben. Aus diesem kann erhellen, was durch Folgendes über Johannes den Täufer Gesagte bezeichnet wird: "Spruch von Jesaja, die Stimme eines Rufers in der Wüste, bereitet den Weg dem Herrn, machet richtig seine Pfade": Matth.3/3; Mark.1/3; Luk.3/4; Joh.1/23; Jes.40/3. Daß nämlich dazumal die Kirche ganz verwüstet war, daß nichts Gutes und nichts Wahres mehr, was offenbar daraus erhellt, daß damals niemand wußte, daß der Mensch ein Inwendiges habe, auch nicht daß etwas Inwendiges im Wort sei, somit auch nicht, daß der Messias oder Christus kommen werde, um sie ewig selig zu machen. Hieraus wird auch klar, was bezeichnet wird durch das, daß Johannes in den Wüsten war bis zu den Tagen seiner Erscheinung bei Israel, Luk.1/80; und daß er predigte in der Wüste Judäas: Matth.3/1; und daß er in der Wüste taufte: Mark.1/4; denn dadurch bildete er auch den Zustand der Kirche vor. Aus der Bedeutung der Wüste kann auch erhellen, warum der Herr so oft in die Wüste fortging, wie Matth.4/1; 15/32; Mark.1/12,13,35-40,45; 6/31-36; Luk.4/1; 5/16; 9/10; Joh.11/54; sodann aus der Bedeutung des Berges, warum der Herr auf die Berge, wie Matth.14/23; 15/29-31; 17/1; 28/16,17; Mark.3/13,14; 6/46; 9/2-9; Luk.6/12,13; 9/28; Joh.6/15. 2709. "Und er war ein Bogenschütze", 1. Mose 21/20, daß dies den Menschen der geistigen Kirche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Wurfspießes, Geschosses oder Pfeiles, sofern er ist das Wahre, und aus der Bedeutung des Bogens, sofern er ist die Lehre, wovon Nr. 2686. Der Mensch der geistigen Kirche wurde ehemals ein Bogenschütze genannt, weil er sich mit Wahrheiten verteidigt, und über Wahrheiten spricht, anders als der Mensch der himmlischen Kirche, der aus dem Guten sicher ist, und nicht von Wahrheiten spricht, man sehe Nr. 2708. Die Wahrheiten, womit der Mensch der geistigen Kirche sich verteidigt, und wovon er spricht, sind aus der Lehre, die er anerkennt. Daß der geistige Mensch ehemals genannt wurde ein Bogenschütze und Pfeilschütze, und die Lehre genannt wurde Bogen und Köcher, und die Wahrheiten der Lehre, oder vielmehr Lehrsätze genannt wurden Geschosse, Wurfspieße und Pfeile, erhellt ferner bei Ps.78/9: "Die Söhne Ephraims bewaffnet, Bogenschützen, haben sich abgewandt am Tage der Schlacht": Ephraim für das Verständige der Kirche. Richt.5/10,11: "Die ihr reitet weiße Eselinnen, sitzend auf Middim, und wandelnd auf dem Weg, denket nach, von der Stimme der Pfeilschützen zwischen den Schöpfenden; dort werden sie besprechen die Gerechtigkeiten Jehovahs, die Gerechtigkeiten seines Landgutes in Israel". Jes.49/1-3: "Jehovah hat vom Mutterleibe mich berufen, von den Eingeweiden meiner Mutter gedenken lassen meines Namens, und setzte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, im Schatten Seiner Hand barg er mich, und setzte mich als einen gereinigten Pfeil, in Seinem Köcher verbarg er mich, und sprach zu mir: mein Knecht, du Israel, weil Ich in dir Mich rühmen werde": Israel für die geistige Kirche. Ps.127/4: "Wie die Pfeile in der Hand eines Mächtigen, so die Söhne der Knabenzeiten; wohl jedem der angefüllt hat seinen Köcher von ihnen": Köcher für die Lehre des Guten und Wahren. Hab.3/11: "Sonne, Mond, stund an ihrem Sitz, zum Licht deiner Pfeile werden sie gehen, zum Glanz des Blitzes der Lanze". Daß Joas, der König Israels, auf Befehl des Elischa den Pfeil eines Bogens durchs Fenster schoß, worauf dann Elischa sagte: "Pfeil des Heils Jehovahs, Pfeil des Heils Jehovahs wider den Syrer": 2.Kön.13/16-18, bezeichnet Geheimnisse über die Lehre des Guten und Wahren. Wie das meiste im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch die Wurfspieße, Geschosse, Pfeile, der Bogen, der Schütze, und bedeuten Falsches, die Lehre des Falschen, und diejenigen die im Falschen sind, wie 1. Mose 49/22,23: "Der Sohn einer Fruchtbaren ist Joseph, der Sohn einer Fruchtbaren an der Quelle der Töchter, sie schreitet auf die Mauer, und es haben ihn erbittert, und geschossen, und ihn gehaßt die Pfeilschützen". Jerem.9/2,3,7: "Geschossen haben sie ihre Zunge, ihren Bogen Lüge, und nicht nach der Wahrheit, ein ausgespannter Pfeil ist ihre Zunge, Trug spricht sie. Ps.64/4-6: "Geschärft haben sie wie ein Schwert ihre Zunge, geschärft als Pfeil ein bitteres Wort, zu schießen im Verborgenen den Unbescholtenen, plötzlich werden sie schießen, und ihn nicht fürchten; stärken werden sie sich ein böses Wort, werden erzählen, zu verbergen Stricke". Ps.11/2: "Siehe, die Bösen spannen den Bogen, richten ihren Pfeil auf der Sehne, zu schießen in der eigentlichen Finsternis, die rechtschaffenen Herzens sind". Ps.91/4,5: "Schirm und Schild ist seine Wahrheit, du wirst dich nicht fürchten vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt". 2710. In diesem Vers ist beschrieben der Zustand der geistigen Kirche, daß er nämlich dunkel sei im Verhältnis zum Zustand der himmlischen Kirche, und daß er ein kämpfender sei, aus dem Grund, weil der Mensch der geistigen Kirche das Wahre nicht anderswoher weiß als aus der Lehre, nicht aus dem Guten selbst wie der himmlische. 2711. Vers 21: Und er wohnte in der Wüste Paran; und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland. "Und er wohnte in der Wüste Paran" bedeutet das Leben des geistigen Menschen in Ansehung des Guten; Wüste ist hier, wie früher, dunkel verhältnismäßig; Paran ist die Erleuchtung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und seine Mutter nahm ihm" bedeutet die Neigung zum Wahren, "ein Weib aus Ägyptenland" bedeutet die Neigung zu den Wissenschaften, die der Mensch der geistigen Kirche hat. 2712. "Und er wohnte in der Wüste Paran", 1. Mose 21/21, daß dies das Leben des geistigen Menschen in Ansehung des Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, welches ausgesagt wird vom Guten des Wahren, oder vom geistig Guten, das ist, vom Guten des geistigen Menschen. Die Beschaffenheit desselben wird beschrieben dadurch, daß er wohnte in der Wüste Paran, wovon sogleich folgt. Daß "Wohnen" vom Guten oder der Neigung des Wahren ausgesagt wird, erhellt aus mehreren Stellen des Wortes, wo gehandelt wird von Städten, durch die Wahres bezeichnet wird. Daß sie sein werden ohne einen Bewohner, durch den das Gute bezeichnet wird: Nr. 2268, 2450, 2451, denn Wahres wird bewohnt vom Guten; und Wahres ohne das Gute ist wie eine Stadt, in der kein Bewohner, wie bei Zeph.3/6: "Verwüsten habe Ich lassen ihre Gassen, daß man nicht darüber geht, verödet sind ihre Städte, daß kein Bewohner". Jerem.2/6,15: "Jehovah führt uns durch die Wüste, darin nicht hindurchgeht ein Mann, und hat nicht gewohnt ein Mensch daselbst; sie haben gesetzt das Land als eine Einöde, seine Städte sind verbrannt, daß nicht ein Bewohner". Jerem.4/29: "Jede Stadt ist verlassen, und niemand wohnet darin". Jerem.33/10: "In den Gassen Jerusalems, die verödet sind, und kein Mensch, und kein Bewohner, und kein Tier": Gassen für Wahres: Nr. 2336, kein Mensch für kein himmlisch Gutes; kein Bewohner für kein geistig Gutes; kein Tier für kein natürlich Gutes. Jerem.48/9: "Die Städte Moabs werden zur Verödung werden, niemand wohnt darin". Bei den Propheten ist in den einzelnen Ausdrücken eine Ehe des Guten und Wahren, daher wo die Stadt verödet heißt, wird auch hinzugefügt, es sei kein Bewohner darin, deswegen weil die Stadt Wahres bedeutet und der Bewohner das Gute. Wohl wäre es überflüssig zu sagen kein Bewohner, wo gesagt wird, daß die Stadt verödet sei, ebenso sind es sich gleichbleibende Worte, die das bezeichnen, was dem himmlisch Guten, was dem geistig Guten, dann was dem Wahren angehört, wie bei Jes.54/3: "Dein Same wird die Völkerschaften besitzen, und werden die verödeten Städte bewohnen": wo besitzen ausgesagt wird vom himmlisch Guten, bewohnen vom geistig Guten. Jes.65/9: "Es werden sie besitzen meine Auserwählten und meine Knechte werden daselbst wohnen". Ps.69/36,37: "Gott wird Zion erretten und die Städte Jehudahs bauen, und sie werden daselbst wohnen und sie besitzen, und der Samen seiner Knechte wird sie erben, und, die Seinen Namen lieben, darinnen wohnen": wohnen und zugleich besitzen, wird ausgesagt vom himmlisch Guten, wohnen vom geistig Guten. Jes.44/26: "Der da sagt zu Jerusalem, du wirst bewohnt werden, und zu den Städten Jehudahs, ihr werdet gebaut werden": wo wohnen ausgesagt wird vom Guten der geistigen Kirche, welche ist Jerusalem. In solcher Art werden die Ausdrücke im Wort von ihrem Guten und von ihrem Wahren ausgesagt, daß man schon aus der Bemerkung, daß solche Ausdrücke angewandt werden, wissen kann, von was im allgemeinen gehandelt wird. 2713. Daß "die Wüste" bedeutet dunkel verhältnismäßig, erhellt aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie ist das Dunkle, wenn sie ausgesagt wird vom geistigen Menschen im Verhältnis zum himmlischen Menschen, wovon Nr. 2708. 2714. Daß "Paran" die Erleuchtung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn ist, erhellt aus der Bedeutung von Paran, daß es ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, wie aus jenen Stellen im Wort klar wird, wo es genannt wird, wie beim Propheten Habakuk 3/2-4: "Jehovah, ich habe gehört Dein Gerücht, ich habe mich gefürchtet; Jehovah, Dein Werk, inmitten der Jahre mache es lebendig, inmitten der Jahre laß es kund werden, im Eifer wollest Du des Erbarmens gedenken. Gott wird aus Theman kommen, und der Heilige vom Berge Paran, Selah; bedecket hat die Himmel Seine Ehre, und Seines Lobes ist voll die Erde: und ein Glanz wird wie das Licht sein, Hörner von Seiner Hand Ihm, und daselbst die Bergung Seiner Stärke": wo offenbar vom Kommen des Herrn, das durch das Lebendigmachen inmitten der Jahre, und kund werden lassen inmitten der Jahre, bezeichnet wird. Sein Göttlich-Menschliches wird dadurch beschrieben, daß Gott aus Theman kommen wird, und der Heilige vom Berge Paran. Von Theman bezieht sich auf die himmlische Liebe, und vom Berge Paran auf die geistige Liebe, und daß von daher Erleuchtung und Macht, wird bezeichnet dadurch, daß Glanz und Licht sein wird, Hörner von Seiner Hand Ihm: Glanz und Licht sind Erleuchtung, Hörner sind Macht. 5. Mose 33/2,3: "Jehovah ist vom Sinai gekommen und ist aufgegangen von Seir ihnen, Er hat hervorgeleuchtet vom Berge Paran, und ist gekommen von den Myriaden der Heiligkeit, von Seiner Rechten das Feuer des Gesetzes ihnen. Auch liebet Er die Völker; alle Seine Heiligen sind in Deiner Hand, und sie sind verbunden zu Deinen Füßen, und Er wird bringen von Deinen Worten": auch dort vom Herrn, dessen Göttlich-Menschliches beschrieben wird durch: Er ist aufgegangen von Seir, und hat hervorgeleuchtet vom Berge Paran. Aus Seir bezieht sich auf die himmlische Liebe, vom Berge Paran auf die geistige Liebe. Die Geistigen werden bezeichnet durch die Völker, die Er liebt, und durch die Verbundenen zum Fuß. Fuß bedeutet das Niedrigere, somit Dunklere im Reich des Herrn. 1. Mose 14/5,6: "Kedorlaomer und die Könige mit ihm schlugen die Choriter auf ihrem Berge Seir, bis Elparan, die oben in die Wüste hin": daß das Göttlich-Menschliche des Herrn dort bezeichnet wird durch den Berg Seir und durch Elparan, sehe man Nr. 1675, 1676. 4. Mose 10/11,12: "Es geschah im zweiten Jahr im zweiten Monat, am zwanzigsten im Monat, da erhub sich die Wolke über die Hütte des Zeugnisses; und es reisten die Söhne Israels gemäß ihren Reisen aus der Wüste Sinai, und es setzte sich die Wolke in der Wüste Paran": daß die Reisen des Volkes in der Wüste alle den Zustand der streitenden Kirche und ihre Versuchungen, in denen der Mensch unterliegt, aber der Herr für ihn siegt, folglich die Versuchungen und Siege des Herrn selbst bedeuten, wird aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn anderswo gezeigt werden; und weil der Herr Versuchungen bestand aus seinem Göttlich-Menschlichen, so wird durch die Wüste Paran gleichfalls bezeichnet das Menschlich-Göttliche des Herrn. Ebenso durch folgendes bei 4. Mose 13/1-4,27: "Hernach reisten das Volk aus Chazeroth, und lagerten sich in der Wüste Paran, und Jehovah redete zu Mose sprechend, sende die Männer, daß sie auskundschaften das Land Kanaan, das Ich gebe den Söhnen Israels; und Mose sandte sie aus der Wüste Paran auf den Mund Jehovahs. Und sie kehrten zurück, und kamen zu Mose, und zu Aharon, und zur ganzen Gemeinde der Söhne Israels, zur Wüste Paran in Kades, und brachten ihnen zurück das Wort, und zeigten ihnen die Frucht des Landes": daß sie aus der Wüste Paran reisten und das Land Kanaan auskundschafteten, dadurch wird bezeichnet, daß durch das Göttlich-Menschliche des Herrn ihnen, nämlich den Söhnen Israels, das ist, den Geistigen, das himmlische Reich, welches das Land Kanaan bedeutet, (zuteil werde); daß sie aber dann auch unterlagen, bedeutet ihre Schwachheit, und daß deswegen der Herr alles im Gesetz erfüllte, und Versuchung bestand und siegte, und daß so denen, die im Glauben der Liebtätigkeit sind, sodann denen, die in Versuchungen sich befinden, in denen der Herr siegt, aus Seinem Göttlich-Menschlichen Heil wird; daher war auch der Herr, als Er versucht wurde, in der Wüste: Matth.4/1; Mark.1/12,13; Luk.4/1; man sehe Nr. 2708. 2715. Zwei Geheimnisse sind hier: Erstens, daß das Gute des geistigen Menschen verhältnismäßig dunkel sei, zweitens, daß jenes Dunkel erleuchtet werde vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. Was das erste betrifft, daß das Gute beim geistigen Menschen verhältnismäßig dunkel sei, kann aus demjenigen erhellen, was vom Zustand des geistigen Menschen im Verhältnis zum Zustand des himmlischen Menschen in Nr. 2708 gesagt wurde. Aus der Vergleichung beider Zustände wird dies ganz klar: bei den Himmlischen ist das Gute selbst eingepflanzt in ihren Willensteil und daher kommt ihnen Licht in den Verstandesteil, aber bei den Geistigen ist der ganze Wille verdorben, so daß bei ihnen nichts Gutes daher kommt; und deswegen wird vom Herrn das Gute in ihren Verstandesteil eingepflanzt. Man sehe Nr. 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 2124, 2256. Der wollende Teil ist es, der hauptsächlich lebt beim Menschen, der Verständige aber lebt aus jenem. Wenn nun der Wille beim geistigen (Menschen) so verdorben ist, daß er nichts als böse ist, und doch fortwährend und beständig von daher Böses in den verständigen Teil oder sein Denken einfließt, so ist klar, daß das Gute daselbst verhältnismäßig verdunkelt ist. Daher kommt es, daß die Geistigen keine Liebe zum Herrn haben, wie sie die Himmlischen haben, folglich auch die Demut nicht, die wesentlich ist in allem Gottesdienst, und durch die das Gute vom Herrn einfließen kann. Denn ein erhöhtes Herz nimmt es gar nicht auf, sondern ein demütiges. Die Geistigen haben auch keine Liebe gegen den Nächsten, wie sie die Himmlischen haben, denn fortwährend fließt von ihrem wollenden Teil die Selbst- und Weltliebe ein und verdunkelt das Gute jener Liebe. Dies kann einem jeden, wenn er nachdenkt, auch daraus klar werden, daß wenn er jemand wohl tut, er es tut um eines Zweckes in der Welt willen: somit denkt er, obgleich nicht offenbar, dennoch an Belohnung, sei es von denen, welchen er wohl tut, oder vom Herrn im anderen Leben, so daß sein Gutes immerhin mit Verdienstlichkeit befleckt ist. Dann auch daraus, daß wenn er etwas Gutes getan hat, er eine Lebenslust empfindet, wenn er es erwähnen und so sich selbst anderen vorziehen kann. Die Himmlischen aber lieben den Nächsten mehr als sich selbst, und denken weder an Vergeltung, noch ziehen sie sich anderen auf irgendeine Weise vor. Außerdem ist das Gute bei den Geistigen verdunkelt durch Beredungen aus verschiedenen Grundsätzen, die ebenfalls aus der Selbst- und Weltliebe entspringen. Wie beschaffen die Beredung auch des Glaubens ist, sehe man Nr. 2682, 2689 und zwar auch infolge des Einflusses des Bösen von ihrem wollenden Teil. Daß das Gute beim geistigen Menschen verhältnismäßig dunkel ist, kann außerdem daraus erhellen, weil er nicht aus einem Innewerden, wie die Himmlischen weiß, was wahr ist, sondern aus der Unterweisung von Eltern und Lehrern, dann aus der Lehre, in die er geboren ist, und wenn er etwas hinzutut aus sich und aus dem Denken, dann waltet meistens das Sinnliche und seine Täuschungen und das Vernünftige und seine Scheinbarkeiten vor und macht, daß er etwas rein Wahres kaum anerkennen kann, wie es die Himmlischen anerkennen. Gleichwohl doch pflanzt der Herr in jene Scheinwahrheiten das Gute ein, obwohl es trügerische Wahrheiten sind, oder die den Schein des Wahren haben, aber das Gute wird dadurch dunkel geartet von den Wahrheiten, womit es verbunden wird. Es verhält sich hiermit, wie mit dem Sonnenlicht, das in die Gegenstände einfließt, die Beschaffenheit der Gegenstände, welche es aufnehmen macht, daß das Licht dort erscheint in der Weise einer Farbe, einer schönen, wenn die Beschaffenheit der Form und der Aufnahme passend und entsprechend ist, einer unschönen, wenn die Beschaffenheit der Form unpassend und nicht so entsprechend ist; somit wird das Gute selbst geartet gemäß dem Wahren. Dies wird auch daraus klar, daß der geistige Mensch nicht weiß, was böse ist, er glaubt kaum, daß es anderes Böses gibt, als was gegen die Zehn Gebote ist. Das Böse aber der Neigung und des Denkens, das unzählig ist, kennt er nicht, und denkt nicht darüber nach, und nennt es nicht böse. Das Angenehme der Begierden und Vergnügungen, von welcher Art sie immer sein mögen, sieht er nicht anders als gut an, und selbst nach dem Angenehmen der Selbstliebe trachtet er, und billigt und entschuldigt es, ohne zu wissen, daß solche Dinge es sind, die seinen Geist erregen, und daß er ganz so im anderen Leben wird. Ebenso erhellt es daraus, daß der geistige Mensch, obwohl im ganzen Wort fast nur vom Guten der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten gehandelt wird, dennoch nicht weiß, daß das Gute das Wesentliche des Glaubens ist, nicht einmal was Liebe und Liebtätigkeit in ihrem Wesen ist. Und wenn er vom Glauben etwas weiß, den er zum wesentlichen macht, so disputiert er dennoch, ob es so sei, wenn er nicht durch viele Lebenserfahrung bestärkt ist, was die Himmlischen gar nicht tun, denn sie wissen und werden inne, daß es so ist, daher vom Herrn gesagt ist bei Matth.5/37: "Es sei eure Rede ja, ja, nein, nein, was darüber ist, ist aus dem Bösen". Denn die Himmlischen sind im Wahren selbst, worüber die Geistigen hin- und herreden, ob es so sei. Darum können die Himmlischen, weil sie im Wahren selbst, aus demselben unzählig vieles sehen, was zu jenem Wahren gehört, somit aus dem Licht gleichsam den ganzen Himmel, aber die Geistigen, weil sie hin- und herreden, ob es so sei, können so lange nicht zur ersten Grenze des Lichtes der Himmlischen kommen, noch weniger aus ihrem Licht etwas schauen. 2716. Was das andere betrifft, nämlich daß jenes Dunkle bei den Geistigen vom Göttlich-Menschlichen des Herrn erleuchtet wird, so ist es ein Geheimnis, das nicht faßlich erklärt werden kann, denn der Einfluß des Göttlichen ist es, der beschrieben werden sollte; bloß daraus kann man eine Vorstellung davon bekommen, wenn das höchste Göttliche Selbst in ein solches Gute, das, wie es beschrieben worden, von so viel Bösem und Falschem befleckt ist, einfließen würde, so könnte es nicht aufgenommen werden, und wenn etwas aufgenommen würde, so würde er, das ist der Mensch, der ein solches Gute hat, höllische Qual empfinden, und so zugrunde gehen. Dagegen das Göttlich-Menschliche des Herrn kann bei ihnen einfließen, und ein solches Gute erleuchten, wie gewöhnlich die Sonne in dichte Wolken, in denen zur Morgenzeit die Morgenröte verschiedentlich sich abspiegelt; aber dennoch kann der Herr vor ihnen nicht wie das Sonnenlicht, sondern wie das Mondlicht erscheinen, hieraus kann erhellen, daß die Ursache des Kommens des Herrn in die Welt war um der Geistigen willen, damit sie gerettet würden; man sehe Nr. 2661. 2717. "Und seine Mutter nahm ihm", 1. Mose 21/21, daß dies die Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie ist die Kirche, wovon Nr. 289; und weil die geistige Kirche in der Neigung zum Wahren ist, und der Neigung zum Wahren es zu verdanken hat, daß sie eine Kirche ist, darum wird durch Mutter hier jene Neigung bezeichnet. 2718. "Ein Weib aus Ägyptenland", 1. Mose 21/21, daß dies die Neigung zu den Wissenschaften bedeutet, die dem Menschen der geistigen Kirche eigen ist, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie ist die Neigung oder das Gute, wovon in Nr. 915, 2517; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es ist die Wissenschaft, wovon in Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. In diesem Vers wird der Mensch der geistigen Kirche beschrieben, wie er in Ansehung des Guten, das ist in Ansehung des Wesens seines Lebens, beschaffen ist, daß nämlich das Gute bei ihm dunkel sei, aber erleuchtet vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, und infolge dieser Erleuchtung findet sich in seinem Vernünftigen die Neigung zum Wahren und in seinem Natürlichen die Neigung zu den Wissenschaften. Daß beim geistigen Menschen eine solche Neigung zum Guten, wie sie beim Himmlischen ist, nicht existieren kann, sondern anstatt derselben die Neigung zum Wahren, davon ist Ursache, weil das Gute bei ihm eingepflanzt ist in seinem verständigen Teil, und daß es verhältnismäßig dunkel ist, wie in Nr. 2715 gezeigt wurde, so kann daraus keine andere Neigung erzeugt und in sein Vernünftiges übergeleitet werden, als die Neigung zum Wahren, und durch diese in das Natürliche die Neigung zu den Wissenschaften. Unter dem Wahren wird kein anderes Wahre verstanden als ein solches, von dem er glaubt, daß es wahr sei, obwohl es an sich nicht wahr sein möchte. Und unter den Wissenschaften werden nicht solche Wissenschaften verstanden, wie sie die Gebildeten haben, sondern alles Wissen, womit er von Erfahrung und durch das Hören aus dem bürgerlichen Leben, aus der Lehre und aus dem Wort ausgestattet werden kann. In der Neigung zu solchen ist der Mensch der geistigen Kirche. Daß man wisse, was es heißt, in der Neigung zum Wahren sein, und was in der Neigung zum Guten, soll es mit wenigem gesagt werden: Diejenigen, die in der Neigung zum Wahren sind, denken, untersuchen und sprechen darüber, ob dies oder jenes wahr, ob es so sei, und wenn sie überzeugt werden, daß es wahr sei, und daß es so sei, denken, untersuchen und sprechen sie darüber, was es sei; so bleiben sie auf der ersten Schwelle stehen und können nicht in die Weisheit zugelassen werden, ehe sie ohne Zweifel sind. Die aber in der Neigung zum Guten sind, wissen und werden aus dem Guten selbst, in dem sie sind, inne, daß es so ist, somit sind sie nicht auf der ersten Schwelle, sondern im Gemach als die, welche in die Weisheit zugelassen worden sind. Als Beispiel mag dienen der Satz, daß es himmlisch ist zu denken und zu handeln aus Neigung zum Guten oder aus dem Guten. Die, welche in der Neigung zum Wahren sind, sprechen hin und her, ob es so sei, ob es möglich sei, und was es sei, und solange sie Zweifel darüber hegen, können sie nicht eingelassen werden. Die aber in der Neigung zum Guten sind, die sprechen nicht darüber und hegen keine Zweifel, sondern sagen, daß es so sei, daher werden sie eingelassen, denn die in der Neigung zum Guten sind, d.h. die Himmlischen, fangen da an, wo die, welche in der Neigung zum Wahren sind, d.h. die Geistigen, stehen bleiben, so daß die letzte Grenze dieser die erste jener ist. Darum wird ihnen zu wissen, zu erkennen und inne zu werden gegeben, daß die Neigungen zum Guten unzählig seien, so viel nämlich Gesellschaften im Himmel sind, und daß alle vom Herrn in eine himmlische Form verbunden sind, daß sie gleichsam einen Menschen darstellen. Dann auch wird die Gattung und Art einer jeden Neigung durch Innewerden zu unterscheiden gegeben. Oder möge als Beispiel dienen der Satz: Alles Angenehme, Glückliche und Selige sei einzig und allein der Liebe eigen. Aber wie die Liebe beschaffen, so das Angenehme, Glückliche und Selige. Der geistige Mensch hält sich damit auf, ob es so sei, und ob nicht anderswoher, z.B. aus dem Umgang, Gespräch, Nachdenken, Bildung, auch ob nicht im Besitz, Ehre, Ruf und Ruhm daher ohne sich darin zu bestärken, daß dieses nichts macht, sondern die Liebesregung, welche und von welcher Art darin. Der himmlische Mensch aber bleibt nicht an solchen Außendingen hängen, sondern sagt, daß es so sei, daher er im Endzweck und Genuß selbst, d.h. in den Neigungen selbst ist, die der Liebe angehören, die unzählig sind und in deren jeden Unaussprechliches, und zwar mit einer Abwechslung des Angenehmen, Glücklichen und Seligen in Ewigkeit. Zum Beispiel möge folgender Satz dienen: Der Nächste sei zu lieben wegen des Guten, das bei ihm sich findet. Die in der Neigung zum Wahren sind, untersuchen, ob es so sei, und wenn ihnen gesagt wird, wer den Nächsten wegen des Guten liebt, der liebt das Gute, und weil alles Gute vom Herrn und im Guten der Herr, so liebt, wenn jemand das Gute liebt, auch Ihn, von Dem es und worin Er ist. So untersuchen sie ebenfalls ob es so sei, auch was das Gute, ob der Herr im Guten mehr sei als im Wahren. Solange sie in solchem hängen bleiben, können sie nicht einmal von Ferne die Weisheit sehen. Welche hingegen in der Neigung zum Guten sind, die erkennen aus Innewerden, daß es so sei und sehen alsbald das Weisheitsfeld, das bis zum Herrn führt. Hieraus kann erhellen, woher das Dunkel bei denen, die in der Neigung zum Wahren sind, d.h. bei den Geistigen, im Verhältnis zu denen, die in der Neigung zum Guten, d.h. zu den Himmlischen. Aber dennoch können dieselben aus dem Dunkel ins Licht kommen, wenn sie nur in der Bejahung sein wollen, daß alles Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, und daß die Liebe und Liebtätigkeit eine geistige Verbindung ist und daher alles Glückliche und Selige, somit daß im Guten der Liebe vom Herrn himmlisches Leben ist, nicht aber in dem davon getrennten Glaubenswahren. * * * 2719. In diesem Kapitel wurde zuerst gehandelt vom Vernünftigen des Herrn, das göttlich geworden, und dieses Vernünftige ist Jischak; und von dem bloß menschlich Vernünftigen, das getrennt worden, und dieses ist der Sohn der Ägypterin Hagar. Hierauf von der geistigen Kirche, die durch das Göttlich-Menschliche des Herrn gerettet wurde, und diese Kirche ist Hagar und ihr Knabe. Und nun wird gehandelt von der Glaubenslehre, die jener Kirche dienen sollte, daß ihr nämlich menschlich Vernünftiges aus Wißtümlichem beigefügt wurde, und das ist Abimelech und Phikol. Die Verbindung wird bezeichnet durch den Bund, den Abraham mit ihnen schloß. Jenes Vernünftige sind Scheinbarkeiten, nicht aus göttlichem, sondern aus menschlichem Ursprung, die beigefügt wurden deswegen, weil die geistige Kirche ohne sie die Lehre nicht begreifen, somit nicht annehmen würde. Es ist nämlich, wie Nr. 2715 gezeigt worden, der Mensch der geistigen Kirche verhältnismäßig im Dunkeln, daher die Lehre mit solchen Scheinbarkeiten bekleidet werden muß, die dem menschlichen Denken und Fühlen angehören, und nicht so gar sehr verschieden sind, daß nicht das göttlich Gute daselbst eine Art von Aufnahmsstätte haben könnte. Weil im folgenden 26. Kapitel abermals vom Abimelech und von dem Bund, aber mit Jischak und im inneren Sinn von dem zum zweitenmal der Glaubenslehre beigefügten Vernünftigen und Wißtümlichen gehandelt wird, so darf bloß die Hauptsache, die der innere Sinn von diesem Gegenstand hier enthält, angegeben werden, was aus der Erklärung des 26. Kapitels deutlicher werden wird. 2720. Vers 22-32: Und es geschah in derselben Zeit, und es sprach Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres, zu Abraham sprechend: Gott ist mit dir in allem was du tust. Und nun schwöre mir bei Gott hier, ob du lügest mir, und meinem Sohn, und meinem Enkel; nach der Güte, die ich getan mit dir, sollst du tun mit mir, und mit dem Lande, darinnen du ein Fremdling bist. Und Abraham sprach: ich will schwören. Und Abraham strafte den Abimelech, von wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs weggenommen haben. Und Abimelech sprach: Ich weiß nicht, wer dies Wort getan hat, und du hast mir es auch nicht angezeigt, und ich habe es auch nicht gehört außer heute. Und Abraham nahm Schafe und Rinder, und gab dem Abimelech, und sie beide schlossen einen Bund. Und Abraham stellte sieben Lämmer von der Herde, sie allein. Und Abimelech sprach zu Abraham: was sollen diese Lämmer da, die du gestellt hast allein. Und er sprach: Weil du sieben Lämmer nehmen sollst von meiner Hand, deswegen sei mir es zum Zeugnis, daß ich diesen Brunnen gegraben habe. Darum nannte er jenen Ort Beerscheba, weil dort sie beide geschworen haben. Und sie schlossen einen Bund in Beerscheba; und es stund auf Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres, und sie kehrten um ins Land der Philister. "Und es geschah in derselben Zeit" bedeutet den Zustand, in dem der Herr sich befand, als das Vernünftige göttlich wurde; "und es sprach Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres, zu Abraham" bedeutet menschlich Vernünftiges aus Wißtümlichem, das beigefügt werden soll der Glaubenslehre, die an sich göttlich ist; "sprechend: Gott ist mit dir in allem was du tust" bedeutet, sie sei göttlich im ganzen und einzelnen. "Und nun schwöre mir bei Gott hier" bedeutet die Bejahung; "ob du lügst mir" bedeutet ohne einen Zweifel; "und meinem Sohn und meinem Enkel; nach der Güte, die ich getan habe mit dir" bedeutet Vernünftiges, womit der Herr früher ausgestattet worden ist; "sollst du tun mit mir und mit dem Lande, darinnen du ein Fremdling bist" bedeutet das Gegenseitige. "Und Abraham sprach, ich will schwören" bedeutet gänzliche Bejahung. "Und Abraham strafte den Abimelech" bedeutet den Unwillen des Herrn; "von wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs weggenommen haben" bedeutet die Glaubenslehre, die das Wißtümliche sich zuschreiben wollte. "und Abimelech sprach" bedeutet die Antwort; "ich weiß nicht, wer dies Wort getan hat" bedeutet, daß das Vernünftige anders spreche; "und du hast es mir auch nicht angezeigt" bedeutet, daß dies nicht aus dem Göttlichen; "und ich habe es auch nicht gehört außer heute" bedeutet, es sei jetzt erst entdeckt worden. "Und Abraham nahm Schafe und Rinder, und gab dem Abimelech" bedeutet göttlich Gutes, eingepflanzt dem Vernünftigen der Lehre, das durch Abimelech bezeichnet ist; "und sie beide schlossen einen Bund" bedeutet so Verbindung. "Und Abraham stellte sieben Lämmer von der Herde, sie allein" bedeutet die Heiligkeit der Unschuld. "Und Abimelech sprach zu Abraham, was sollen diese Lämmer da, die du gestellt hast allein" bedeutet, er möchte belehrt werden und anerkennen. "Und er sprach: Weil du sieben Lämmer nehmen sollst von meiner Hand" bedeutet die Heiligkeit der Unschuld vom Göttlichen; "deswegen sei mir es zum Zeugnis" bedeutet das Gewisse; "daß ich diesen Brunnen gegraben habe" bedeutet, daß vom Göttlichen die Lehre (herstamme). "Darum nannte er jenen Ort Beerscheba" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit der Lehre; "weil dort sie beide geschworen haben" bedeutet infolge der Verbindung. "Und sie schlossen einen Bund in Beerscheba" bedeutet, daß menschlich Vernünftiges der Glaubenslehre beigefügt wurde; "und es stund auf Abimelech und Phikol, der Fürst seines Heeres, und sie kehrten ins Land der Philister" bedeutet, daß es gleichwohl keinen Teil an der Lehre hatte. 2721. Vers 33: Und er pflanzte einen Hain in Beerscheba; und rief dort an den Namen des Gottes der Ewigkeit. "Und er pflanzte einen Hain in Beerscheba" bedeutet die Lehre mit deren Erkenntnissen und Beschaffenheit; "und rief dort an den Namen des Gottes der Ewigkeit" bedeutet den Gottesdienst daraus. 2722. "Er pflanzte einen Hain in Beerscheba", 1. Mose 21/33, daß dies die Lehre daher mit ihren Erkenntnissen und ihrer Beschaffenheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Haines und aus der Bedeutung von Beerscheba. Was die Haine betrifft, so geschah in der Alten Kirche der heilige Dienst auf Bergen und in Hainen. Auf Bergen, weil die Berge das Himmlische des Gottesdienstes bedeuteten, und in Hainen, weil die Haine sein Geistiges bedeuteten. Solange jene Kirche, nämlich die Alte, in ihrer Einfalt war, da war ihr Gottesdienst auf Bergen und in Hainen heilig, weil Himmlisches, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört, durch das, was hoch und erhaben war, wie es Berge und Hügel sind, vorgebildet wurde; und Geistiges, welches daher, durch Fruchtbares und Dichtbelaubtes, wie es Gärten und Haine sind. Aber als das Vorbildliche und Bezeichnende abgöttisch zu werden anfing, dadurch daß man Äußeres ohne Inneres verehrte, wurde jener heilige Dienst ein unheiliger; und darum wurde untersagt, den Gottesdienst auf Bergen und in Hainen zu halten. Daß die Alten den heiligen Dienst auf Bergen hielten, kann erhellen aus 1. Mose 12/8 von Abraham: "Er brach von da auf gegen den Berg, östlich von Bethel, und schlug das Zelt auf, Bethel meerwärts und Ai gegen Morgen, und baute daselbst einen Altar; und rief an den Namen Jehovahs", Nr. 1449-1455, und aus der Bedeutung des Berges, sofern er ist das Himmlische der Liebe: Nr. 795, 796, 1430. Daß sie den heiligen Dienst auch in Hainen hielten, erhellt aus dem, was in diesem Vers vorkommt: "Abraham pflanzte einen Hain in Beerscheba, und rief daselbst an den Namen des Gottes der Ewigkeit"; dann aus der Bedeutung des Gartens, sofern er ist die Einsicht: Nr. 100, 108, 1588, und der Bäume, sofern sie sind Innewerdungen: Nr. 103, 2163. Daß es untersagt wurde, erhellt aus den folgenden Stellen: 5. Mose 16/21,22: "Du sollst dir nicht pflanzen einen Hain von allem Baum neben dem Altar Jehovahs, deines Gottes, den du dir machen wirst; und sollst dir daselbst nicht aufrichten eine Säule, solches haßt Jehovah, dein Gott". 2. Mose 34/13: "Die Altäre der Völkerschaften sollt ihr zerstören, ihre Säulen zerbrechen, und ihre Haine ausrotten"; und "daß sie die Haine mit Feuer verbrennen sollten": 5. Mose 12/3. Und weil die Juden und Israeliten, bei denen der vorbildliche Brauch der Alten Kirche eingeführt wurde, bloß im Äußeren war, und im Herzen lediglich nur Götzendiener, indem sie nicht wußten und nicht wissen wollten, was das Innere, was das Leben nach dem Tode, sodann daß das Reich des Messias ein himmlisches ist, darum hielten sie, sooft sie in der Freiheit waren, einen unheiligen Dienst auf Bergen und Hügeln, wie auch in Hainen und Wäldern, dann machten sie statt der Berge und Hügel sich auch Höhen, und statt der Haine ausgehauene Bilder des Hains, wie aus mehreren Stellen im Wort erhellen kann, z.B. im Buch der Richter 3/7: "Die Söhne Israels dienten den Baalim und den Hainen". 1.Kön.14/15: "Israel machte Haine, den Jehovah zu erzürnen". 1.Kön.14/23: "Jehudah baute sich Höhen, und Säulen, und Haine, auf jedem hohen Hügel, und unter jedem dichtbelaubten Baum". 2.Kön.17/9,10: "Israel baute sich Höhen in allen Städten, und errichtete Säulen und Haine auf jedem hohen Hügel, und unter jedem dichtbelaubten Baum". 2.Kön.21/3,7: "Menasse, der König Jehudahs, errichtete Altäre dem Baal, und machte einen Hain, wie Achab, der König Israels gemacht hatte, und setzte ein ausgehauenes Bild des Hains, das er gemacht hatte, ins Haus Gottes"; woraus erhellt, daß sie auch geschnitzte Bilder des Hains sich gemacht haben. Daß diese vom König Joschia zerstört wurden, ebendaselbst: 2.Kön.23/4,6,7,14,15: "Joschia ließ entfernen aus dem Tempel Jehovahs alle Gefäße, die gemacht waren für Baal und den Hain, und für die Sonne, und den Mond, und alles Heer der Himmel, und verbrannte sie außerhalb Jerusalem, und die Häuser, welche die Weiber dort gewirket haben für den Hain; auch haute er die Haine ab, die Salomo gemacht hatte, dann auch den Hain in Bethel, den Jeroboam gemacht hatte"; außer daß von König Chiskia solches zerstört wurde: 2.Kön.18/4: "Chiskia, der König Jehudahs, entfernte die Höhen, und zerbrach die Säulen, und hieb den Hain aus, und zerbrach die Schlange von Erz, die Moses gemacht hatte": daß die eherne Schlange zu Moses Zeit heilig war, ist bekannt, als aber das bloß Äußere verehrt wurde, ward sie unheilig, und wurde zerbrochen, aus dem gleichen Grund, warum der Gottesdienst auf Bergen und in Hainen untersagt wurde. Dies erhellt auch bei den Propheten: Jes.57/5-7: "Die ihr warm werdet für die Götter unter jedem dichtbelaubten Baum; die ihr Kinder schlachtet in Flüssen unter Felsklippen; auch den Flüssen hast du Trankopfer ausgegossen, Geschenk dargebracht, auf hohem und erhabenem Berg hast du gesetzt deine Wohnung, und daselbst gespendet zu opfern ein Opfer". Jes.17/7,8: "An jenem Tage wird der Mensch aufblicken zu Dem, Der ihn gemacht, und seine Augen werden den Heiligen Israels ansehen; und wird nicht blicken auf die Altäre, das Werk seiner Hände, und was seine Finger gemacht haben, nicht sehen, und die Haine und Sonnensäulen". Micha 5/12,13: "Ausrotten will ich deine geschnitzten Bilder, und deine Säulen aus deiner Mitte, und du wirst dich nicht mehr bücken vor dem Werk deiner Hände; und will ausreißen deine Haine aus deiner Mitte, und deine Städte verderben". Hes.6/13: "Daß Durchbohrte inmitten ihrer Götzen, um ihre Altäre her bei jedem hohen Hügel, auf allen Häuptern der Berge, und unter jedem dichtbelaubten Baum, und unter jeder dichtverzweigten Eiche, am Ort, wohin sie den Geruch der Ruhe allen ihren Götzen gaben". Hieraus wird nun klar, woher der Götzendienst kam, daß man nämlich Gegenstände, die vorbildend und bezeichnend waren, verehrte; die Uralten, die vor der Sündflut lebten, haben in allem und jedem, z.B. in Bergen, in Hügeln, in Auen, in Tälern, in Gärten, Hainen, Wäldern, in Flüssen und Wassern, in Äckern und Saaten, in Bäumen jeder Gattung, auch in Tieren jeder Gattung, in den Lichtern des Himmels etwas Vorbildliches und Bezeichnendes vom Reich des Herrn gesehen, aber blieben gar nicht mit den Augen, noch weniger mit den Gemütern an den Gegenständen hängen, sondern sie waren ihnen Mittel, über Himmlisches und Geistiges, das im Reich des Herrn ist, zu denken; und zwar so, daß es in der ganzen Natur gar nichts gab, das ihnen nicht als solches Mittel diente. An sich ist es auch so, daß alles und jedes in der Natur vorbildet, was heutzutage ein Geheimnis ist, und kaum von jemand geglaubt wird. Aber nachdem das Himmlische, was der Liebe zum Herrn angehört, verlorengegangen ist, da war das Menschengeschlecht nicht mehr in jenem Stand, daß es nämlich von den Gegenständen als Mittel himmlische und geistige Dinge des Reiches des Herrn ersehen konnte; aber gleichwohl wußten die Alten nach der Sündflut aus Überlieferungen und den Zusammenträgen einiger, daß jenes bezeichnet wurde, und weil es bezeichnete, hielten sie es auch für heilig, daher der vorbildliche Gottesdienst der Alten Kirche, und diese Kirche, weil eine geistige, war nicht im Innewerden, daß es so war, sondern in der Erkenntnis, denn sie war verhältnismäßig im Dunkeln: Nr. 2715. Immerhin jedoch verehrten sie Äußeres nicht, sondern durch Äußeres gedachten sie an Inneres, und weil sie daher in jenem Vorbildlichen und Bezeichnenden waren, waren sie im Heiligen des Gottesdienstes, sie konnten auch (hierin sein), weil sie in geistiger Liebe waren, das ist in der Liebtätigkeit, die sie zum Wesentlichen des Gottesdienstes machten, daher konnte das Heilige vom Herrn in ihren Gottesdienst einfließen. Dagegen aber, als der Zustand des Menschengeschlechtes so verändert und verkehrt wurde, daß sie vom Guten der Liebtätigkeit sich entfernten, somit nicht mehr glaubten, daß es ein Himmelreich oder ein Leben nach dem Tode gebe, sondern daß sie in einem gleichen Zustand seien wie die Tiere, nur mit dem Unterschied, daß sie denken, wie auch heutzutage, da wandelte sich der heilige vorbildliche Gottesdienst in Götzendienst, und es wurden nur äußere Dinge verehrt, daher war bei mehreren Heiden zu jener Zeit, auch bei den Juden und Israeliten, der Gottesdienst nicht ein vorbildlicher, sondern eine (Verehrung) von vorbildlichen und bezeichnenden Dingen, das ist von Äußeren ohne Inneres. Was die Haine insbesondere betrifft, so hatten sie bei den Alten verschiedene Bedeutung, und zwar nach den Arten der dort befindlichen Bäume: Haine mit Ölbäumen bedeuteten Himmlisches des Gottesdienstes, Haine mit Weinstöcken bedeuteten Geistiges desselben, Haine aber mit Feigen, mit Zedern, mit Tannen, mit Pappeln, mit Eichen, Verschiedenes was zu Geistigem und Himmlischem gehörte. Hier nun wird einfach ein Hain oder eine Baumanlage genannt, und bedeutet dasjenige, was zu Vernünftigem gehört, das der Lehre und deren Erkenntnissen beigefügt wurde; denn Bäume im allgemeinen bedeuten Innewerdungen: Nr. 103, 2163, aber wenn sie von der geistigen Kirche ausgesagt werden, bedeuten sie Erkenntnisse, aus dem Grund, weil der Mensch der geistigen Kirche keine anderen Innewerdungen (oder Wahrnehmungen) hat, als die durch Erkenntnisse aus der Lehre oder dem Wort (ihm zukommen), denn diese werden seines Glaubens, somit Gewissens, aus dem das Innewerden. 2723. Was aber Beerscheba betrifft, so bedeutet Beerscheba den Zustand und die Beschaffenheit der Lehre, daß sie nämlich göttlich sei, wiewohl menschlich Vernünftiges ihr beigefügt wird. Dies kann erhellen aus der Reihenfolge der Sachen, von denen gehandelt wird von 1. Mose 21/22-33: Nr. 2613, 2614; auch aus der Bedeutung des Wortes selbst in der Grundsprache, sofern es heißt "Brunn des Eides und der sieben"; daß der Brunn die Glaubenslehre ist, sehe man Nr. 2702, 2720; daß der Eid die Verbindung ist: Nr. 2720, wie auch der Bund, der mit einem Eid gemacht wird: Nr. 1996, 2003, 2021, 2037, und daß sieben das Heilige, somit das Göttliche ist: Nr. 395, 433, 716, 881, woraus erhellen kann, daß es bedeutet die Lehre, die an sich göttlich mit beigefügten menschlich vernünftigen Dingen oder Scheinbarkeiten. Daß daher Beerscheba, wird klar aus den Worten Abrahams: "Abraham sprach, weil du sieben Lämmer nehmen sollst von meiner Hand, deswegen sei mir es zum Zeugnis, daß ich gegraben habe diesen Brunnen, darum nannte er jenen Ort Beerscheba, weil dort geschworen haben sie beide; und sie schlossen einen Bund in Beerscheba": Vers 30-32. Ebenso aus den Worten Jischaks im folgenden 26. Kapitel: "Es geschah an jenem Tage, und es kamen die Knechte Jischaks, und zeigten ihm an von wegen des Brunnens, den sie gegraben haben, und sagten ihm, wir haben Wasser gefunden, und er nannte ihn Schibea (Eid und sieben), daher der Name der Stadt Beerscheba bis zu diesem Tage": Vers 32,33. Dort wird auch von Brunnen gehandelt, worüber ein Streit war mit Abimelech, und vom Bund mit ihm, und durch Beerscheba wird bezeichnet menschlich Vernünftiges, das der Glaubenslehre abermals beigefügt wurde, und weil es abermals beigefügt, und so eine Lehre für menschliche Fassungskraft wurde, wird es genannt eine Stadt. Daß Stadt das Lehrsystem in seinem Inbegriff ist, sehe man Nr. 402, 2268, 2450, 2451. Außerdem wird Beerscheba in gleicher Bedeutung nach dem inneren Sinn genannt: 1. Mose 22/19; 26/22,23; 28/10; 46/1,5; Jos.15/28; 19/1,2; 1.Sam.8/2; 1.Kön.19/3, und in entgegengesetztem Sinne: Amos 5/5; 8/13,14. Die Ausdehnung der himmlischen und geistigen Dinge, die zur Lehre gehören, wird im inneren Sinn bezeichnet, wo die Ausdehnung des Landes Kanaan beschrieben wird mit: "von Dan und bis Beerscheba"; denn durch das Land Kanaan wird bezeichnet das Reich des Herrn, dann die Kirche, folglich Himmlisches und Geistiges, das Sache der Lehre ist; wie im Richt.20/1: "Es gingen aus alle Söhne Israels, und es versammelte sich die Gemeinde wie ein Mann von Dan und bis Beerscheba". 1.Sam.3/20: "Ganz Israel von Dan und bis Beerscheba". 2.Sam.3/10: "Übergehen zu machen das Reich vom Hause Sauls, und aufzurichten den Stuhl Davids über Israel und über Jehudah von Dan und bis Beerscheba". 2.Sam.17/11: "Chusai zu Absalom, es sammle sich ganz Israel von Dan und bis Beerscheba". 2.Sam.24/2,7: "David sprach zu Joab, er soll durchstreifen alle Stämme Israels von Dan und bis Beerscheba". 2.Sam.24/15: "Es starb vom Volk von Dan und bis Beerscheba siebzigtausend Mann". 1.Kön.4/25: "Es wohnte Jehudah unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan und bis Beerscheba, in allen Tagen Salomos". 2724. "Und er rief dort an den Namen des Gottes der Ewigkeit", 1. Mose 21/33, daß dies den Gottesdienst daraus bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Anrufen den Namen Gottes, sofern es ist der Gottesdienst, wovon Nr. 440. Die der Alten Kirche Angehörigen verstanden unter Namen nicht einen Namen, sondern die ganze Beschaffenheit, man sehe Nr. 144, 145, 440, 768, 1754, 1896, 2009, somit unter dem Namen Gottes alles in einem Inbegriff, wodurch Gott verehrt wurde, folglich das Ganze der Liebe und des Glaubens. Als aber das Innere des Gottesdienstes verlorengegangen und nur das Äußere übriggeblieben war, dann fingen sie an unter dem Namen Gottes nichts anderes zu verstehen, als eben den Namen, bis daß sie den Namen selbst verehrten, unbekümmert aus was für einer Liebe und aus was für einem Glauben. Deswegen fingen die Völkerschaften an, sich durch die Namen der Götter zu unterscheiden, und die Juden und Israeliten geben sich den Vorzug vor den übrigen dadurch, daß sie den Jehovah verehrten, indem sie in die Nennung und Anrufung des Namens das Wesentliche des Gottesdienstes setzten, da doch die Verehrung des bloßen Namens kein Gottesdienst ist und sogar bei den Schlimmsten möglich ist, die ihn dadurch nur noch mehr entheiligen. Weil aber durch den Namen Gottes bezeichnet wird das Ganze des Gottesdienstes, das ist das Ganze der Liebe und des Glaubens, woraus Er verehrt wird, so erhellt eben hieraus, was verstanden wird unter: "geheiligt werde Dein Name", im Gebet des Herrn: Matth.6/9; und unter dem, was der Herr sagte: "Ihr werdet gehaßt werden von jedermann um Meines Namens willen": Matth.10/22. "Wenn zwei übereinstimmen werden in Meinem Namen auf Erden über irgendeine Sache, um die sie bitten mögen, so wird es ihnen werden von Meinem Vater, der in den Himmeln ist; wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich in ihrer Mitte": Matth.18/19,20. "Wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Äcker, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen, und das ewige Leben ererben": Matth.19/29. "Hosanna dem Sohne Davids, gesegnet der da kommt im Namen des Herrn": Matth.21/9. "Jesus sprach, nicht werdet ihr Mich sehen von nun an, bis ihr saget, gesegnet der Kommende im Namen des Herrn": Matth.23/39. "Ihr werdet gehaßt werden von allen Völkerschaften um Meines Namens willen; ja, dann werden viele geärgert werden, und werden einander überliefern, und einander hassen, und das alles um Meines Namens willen": Matth.24/9,10. "So viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Söhne zu sein, denen die da glauben an Seinen Namen": Joh.1/12. "Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des Eingeborenen Sohnes Gottes": Joh.3/17,18. "Jesus sprach, alles was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das werde Ich tun": Joh.14/14,15; 15/16; 16/23,24,26,27. "Jesus sprach, Ich habe geoffenbart Deinen Namen den Menschen": Joh.17/6. "Heiliger Vater, erhalte sie in Deinem Namen, die Du Mir gegeben hast, auf daß sie eines seien, gleich wie Wir": Joh.17/11,12. "Ich habe ihnen gemacht Deinen Namen, und werde bekannt machen, daß die Liebe, womit du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen": Joh.17/26. "Auf daß ihr glaubet, daß Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, auf daß ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen": Joh.20/31. Außerdem in sehr vielen Stellen im Alten Testament, in denen unter dem Namen Jehovahs und Gottes nicht der Name verstanden wird, sondern das Ganze der Liebe und des Glaubens, aus dem der Gottesdienst geschieht. Die aber den bloßen Namen verehren, ohne Liebe und Glauben, von denen heißt es so bei Matth.7/22,23: "Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage, Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte getan, aber Ich werde ihnen bekennen, Ich kenne euch nicht, geht weg von Mir ihr Täter des Unrechts". Als der Mensch der Kirche aus einem inwendigen ein äußerer wurde, und in den bloße Namen den Gottesdienst zu setzen anfing, dann erkannten sie nicht mehr einen Gott an, sondern mehrere; denn die Alten hatten im Brauch, etwas zum Namen Jehovahs hinzuzusetzen, und dabei einer Wohltat oder einer Eigenschaft von Ihm zu gedenken, wie hier: "Er rief an den Namen des Gottes der Ewigkeit"; 1. Mose 22/14: "Abraham nannte den Namen jenes Orts: Jehovah Jirah, das heißt: Er wird sehen"; 2. Mose 17/15: "Moses baute einen Altar, und nannte dessen Namen: Jehovah Nissi, das heißt: mein Panier"; Richt.6/24: "Gideon baute einen Altar dem Jehovah, und nannte ihn dem Jehovah Schaloin, d.h. des Friedens"; und sonst. Daher kam es, daß die, welche in den bloßen Namen den Gottesdienst setzten, ebenso viele Götter anerkannten, und daß auch infolge hiervon bei den Heiden, hauptsächlich in Griechenland und Rom, so viele Götter anerkannt und verehrt wurden, da doch die Alte Kirche, von der jene Beinamen herstammten, lediglich nur einem unter so vielen Namen verehrten Gotte diente, darum weil sie unter dem Namen die Eigenschaft verstand. 2725. Vers 34: Und Abraham war Fremdling im Lande der Philister viele Tage. "Und Abraham war Fremdling im Lande der Philister viele Tage" bedeutet, der Herr fügte der Glaubenslehre aus der Wissenschaft menschlicher Kenntnisse sehr vieles bei. 2726. Daß "Und Abraham war Fremdling im Lande der Philister viele Tage", 1. Mose 21/34, bedeutet, der Herr habe der Glaubenslehre aus der Wissenschaft menschlicher Kenntnisse sehr vieles beigefügt, erhellt aus der Bedeutung von Fremdling sein, sofern es ist unterrichten, wovon Nr. 1463, 2025; aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr, wovon Nr. 1965, 1989, 2011, 2501, aus der Bedeutung des Landes der Philister oder von Philistäa, sofern es ist die Wissenschaft der Erkenntnisse, wovon Nr. 1197, 1198; und aus der Bedeutung der Tage, sofern es ist der Zustand eines Dinges, wovon gehandelt wird Nr. 23, 487, 488, 493, 893. Weil hier von den Erkenntnissen aus Wißtümlichem und Vernünftigem gehandelt und gesagt wird "viele Tage", so bedeutet es verhältnismäßig sehr vieles. Von 1. Mose 21/22-34 wurde von dem Vernünftigen, das aus menschlich Wißtümlichen der Glaubenslehre beigefügt wurde, gehandelt, wie aus der Erklärung erhellt; hier ist der Schluß davon. Was die Sache selbst betrifft, weil sie an sich gar tief ist, und weil von ebenderselben weitläufig gehandelt wird im folgenden 26. Kapitel, so darf hier die weitere Erklärung verschoben werden.   Nr. 2727 - 2759 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 22. Kapitel Vorrede Wie falsch diejenigen sehen, die im bloßen Buchstabensinn bleiben, und den inneren Sinn nicht aus anderen Stellen erforschen, wo er im Wort erklärt wird, kann man deutlich ersehen an so vielen Irrlehren, von denen jede ihr Dogma aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes begründet. Vornehmlich an jener Großen, welche die unsinnige und höllische Selbst- und Weltliebe eingeführt hat, aus den Worten des Herrn zu Petrus: "Ich sage dir, daß du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Kirche, und die Tore der Hölle werden sie nicht überwältigen; und geben will ich dir die Schlüssel des Himmelreiches, und alles, was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein in den Himmeln, und alles was du lösen wirst auf Erden, wird auch gelöst sein in den Himmeln": Matt.16/15-19. Die, welche den Buchstabensinn pressen, meinen, daß dies auf Petrus gesagt, und daß ihm eine so große Macht verliehen sei, wiewohl sie wissen, daß Petrus ein sehr einfältiger Mensch gewesen ist, und daß er eine solche Macht gar nicht ausgeübt hat, und daß diese Macht auszuüben gegen das Göttliche ist, gleichwohl jedoch, weil sie aus unsinniger und höllischer Selbst- und Weltliebe sich die höchste Macht auf Erden und im Himmel anmaßen und sich zu Göttern machen wollen, legen sie das nach dem Buchstaben aus und verteidigen es heftig. Während doch der innere Sinn jener Worte ist, daß der Glaube selbst an den Herrn, welcher Glaube nur bei denen ist, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, jene Macht hat und gleichwohl nicht der Glaube, sondern der Herr, von Dem der Glaube. Unter Petrus dort wird jener Glaube verstanden, wie überall sonst im Wort. Auf ihn wird die Kirche gebaut, und gegen ihn vermögen die Tore der Hölle nichts. Und jener Glaube hat die Schlüssel des Himmelreiches: derselbe schließt den Himmel, daß nichts Böses und Falsches hineinkommt, und derselbe öffnet den Himmel für Gutes und Wahres. Dies ist der innere Sinn dieser Worte. Die zwölf Apostel und die zwölf Stämme Israels bildeten nichts anderes vor, als das Ganze eines solchen Glaubens: Nr. 577, 2089, 2129, 2130 E; Petrus den Glauben selbst, Jakobus die Liebtätigkeit und Johannes das Gute der Liebtätigkeit (man sehe die Vorrede zum 18. Kapitel der Genesis), ebenso wie Ruben, Schimeon und Levi, die Erstgeborenen Jakobs, in der jüdischen und israelitischen Kirche, was aus tausend Stellen im Wort erhellt; und weil Petrus den Glauben darstellte, darum wurden jene Worte zu ihm gesagt. Hieraus wird klar, in welche Finsternis sich und andere mit sich diejenigen stürzen, die alles buchstäblich auslegen, wie diejenigen, die so tun mit jenen zu Petrus gesprochenen Worten, womit sie die Macht das Menschengeschlecht selig zu machen, dem Herrn absprechen und sich zusprechen. ****** 2760. Bei Johannes in der Offenbarung 19/11-14,16, wird das Wort in betreff des inneren Sinnes so beschrieben: "Ich sah den Himmel offen, und siehe, ein weißes Pferd, und Der darauf saß, heißt treu und wahrhaftig, und richtet und kämpft in Gerechtigkeit. Seine Augen wie eine Feuerflamme, und auf Seinem Haupte viele Diademe. Er trug einen Namen geschrieben, den niemand als Er selbst kennt, und war angetan mit einem in Blut getauchten Kleide, und Sein Name heißt das Wort Gottes. Und die Heere in den Himmeln folgten Ihm auf weißen Rossen, angetan mit reinem und weißen Byssus; und Er trägt auf Seinem Gewand und auf Seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren". Was dieses im einzelnen in sich schließt, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen. Es ist offenbar, daß ein jeder Ausdruck etwas Vorbildliches und Bezeichnendes ist, nämlich: der Himmel, welcher offen, das Pferd, welches weiß, der darauf saß, daß Er treu und wahrhaftig sei, und in Gerechtigkeit richte und kämpfe. Daß Seine Augen wie eine Feuerflamme, daß auf Seinem Haupte viele Diademe seien, daß Er einen Namen geschrieben trug, den niemand als Er selbst kennt, und mit einem in Blut getauchten Kleide angetan war, daß die Heere im Himmel Ihm auf weißen Rossen nachfolgten, daß sie angetan waren mit weißem und reinen Byssus, und daß Er auf Seinem Gewande und auf Seiner Hüfte einen Namen geschrieben trägt. Mit klaren Worten wird gesagt, daß es das Wort sei, und daß es der Herr sei als das Wort, denn es wird gesagt: "Sein Name heißt das Wort Gottes"; ferner: "Er trug auf Seinem Gewande und auf Seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren". Aus der Erklärung der einzelnen Ausdrücke erhellt, daß hier das Wort dem inneren Sinn nach beschrieben wird; daß "der Himmel offen sei" bildete vor und bezeichnet, daß der innere Sinn des Wortes nur im Himmel geschaut wird, und von denen, welchen der Himmel aufgetan ist, d.h., die in der Liebe und folglich im Glauben an den Herrn sind. Das "weiße Pferd" bildet vor und bezeichnet das Verständnis des Wortes in betreff seines Inneren, daß das weiße Pferd dies ist, wird aus dem Folgenden klar werden. Daß "der darauf saß," das Wort ist, und der Herr als das Wort, ist deutlich. "Der Treue und aus Gerechtigkeit Richtende" heißt Er aus dem Guten, und "der Wahrhaftige und aus Gerechtigkeit Kämpfende" aus dem Wahren. "Auf Seinem Haupte viele Diademe", bedeuten des Ganze des Glaubens; "und trug einen Namen geschrieben, den niemand als Er selbst kennt" bedeutet, daß niemand als Er selbst, und der, dem Er es offenbart, sieht, wie das Wort im inneren Sinn beschaffen ist; "angetan mit einem in Blut getauchten Kleide" bedeutet das Wort im Buchstaben; "die Heere in den Himmeln, die Ihm auf weißen Rossen nachfolgten", bezeichnen diejenigen, die im Verständnis des Wortes, in betreff seines Inneren, sich befinden; "angetan mit weißem und reinem Byssus", bezeichnet ebendieselben in der Liebe und daraus im Glauben; "einen Namen geschrieben auf Seinem Gewande und auf Seiner Hüfte", bezeichnet das Wahre und das Gute; aus diesem, sowie auch aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden wird klar, daß um die letzte Zeit der innere Sinn des Wortes aufgeschlossen werden wird; aber was sich dann begeben wird, soll auch dort beschrieben werden: Joh.Offenb.19/17-21. 2761. Daß das weiße Pferd das Verständnis des Wortes in betreff seines Inneren sei, oder was dasselbe ist, der innere Sinn des Wortes, erhellt aus der Bedeutung des Pferdes, sofern es das Verständige ist. In den prophetischen Schriften des Wortes wird häufig des Pferdes und der Reiter erwähnt, aber bis jetzt war es niemandem bekannt, daß das Pferd das Verständige und der Reiter einen Verständigen bezeichnet, wie in der Weissagung Jakobs, der damals Israel war, von Dan; "Dan eine Schlange auf dem Wege, und eine Otter auf dem Steige, welche beißt die Fersen des Pferdes, und sein Reiter wird zurückfallen; auf Dein Heil warte ich, Jehovah": 1. Mose 49/17,18: daß eine Schlange ist, wer aus dem Sinnlichen und Wissenschaftlichen über göttliche Geheimnisse vernünftelt, sehe man Nr. 195; daß der Weg und der Steig das Wahre sei: Nr. 627, 2333; daß die Ferse das unterste Natürliche sei: Nr. 259; daß das Pferd das Verständnis des Wortes sei, und der Reiter derjenige, der es lehrt, woraus offenbar ist, was diese Weissagungen bedeuten, nämlich, daß derjenige, der aus dem Sinnlichen und aus dem Wissenschaftlichen über die Wahrheiten des Glaubens vernünftelt, nur in dem Untersten der Natur befangen ist, und somit nichts glaubt, was zurückfallen heißt, weswegen hinzugefügt wird: "auf dein Heil warte ich, Jehovah". Hab.3/8,15: "Gott, Du reitest auf Deinen Pferden, Deine Wagen sind Heil, treten hast Du lassen im Meer Deine Pferde": wo Pferde für die göttlichen Wahrheiten, welche im Worte, Wagen für die daraus gezogene Lehre, Meer für Kenntnisse: Nr. 28, 2120, und weil diese dem Verständnis des Wortes aus Gott angehören, wird gesagt, Du hast treten lassen im Meer Deine Pferde. Hier werden Gott Pferde zugeschrieben, sowie oben in der Offenbarung, aber sie könnten Ihm nicht zugeschrieben werden, ohne daß sie ähnliches bedeuteten. Ps.68/5: "Singet Gott, lobsinget Seinem Namen, erhöhet Den, Der da reitet in den Wolken, in Jah, Sein Name": reiten in den Wolken für das Verständnis des Wortes, in betreff seines Inneren, oder den inneren Sinn; daß die Wolke das Wort im Buchstaben ist, in dem ein innerer Sinn liegt, sehe man in der Vorrede zum 18. Buch der Genesis, woselbst erklärt wird, was es bedeutet, daß der Herr kommen werde in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit. Ps.18/10,11: "Jehovah neigte die Himmel und fuhr herab, und Dunkel (war) unter Seinen Füßen, und Er ritt auf dem Cherub": Dunkel (steht) hier für Wolken, reiten auf dem Cherub für die Vorsehung des Herrn; daß niemand aus sich selber in die Geheimnisse des Glaubens, die im Worte (liegen), eindringe: Nr. 308. Sach.14/20: "An jenem Tage wird sein auf den Klingeln des Pferdes die Heiligkeit Jehovahs": die Klingeln des Pferdes für das Verständnis der geistigen Dinge des Wortes, die heilig sind. Jerem.17/25,26; 22/4: "Es sollen eingehen durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, die da sitzen auf dem Throne Davids, welche reiten auf Wagen und auf Pferden, sie und ihre Fürsten, der Mann Jehudahs und die Bewohner Jerusalems, und diese Stadt soll bewohnt werden auf ewig": Stadt Jerusalem für das geistige Reich und die geistige Kirche des Herrn; Könige für das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069; Fürsten für die hauptsächlichsten Lehren des Wahren: Nr. 1482, 2089; David für den Herrn: Nr. 1888; der Mann Jehudahs und die Bewohner Jerusalems für die, welche im Guten der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens sich befinden: Nr. 2268, 2451, 2712; somit reiten auf Wagen und auf Pferden für unterrichtet sein in der Lehre des Wahren aus dem inneren Verständnis des Wortes. Jes.58/14: "Alsdann wirst du Lust haben an Jehovah, und Ich will dich reiten lassen über die Höhen der Erde, und will dich speisen mit dem Erbe Jakobs": reiten lassen über die Höhen der Erde für die Einsicht. Ps.45/1,4,5: "Ein Liebeslied; gürte dein Schwert auf deine Hüfte, du Held, deine Herrlichkeit und deine Zier; und in deiner Zier tritt hervor, reite auf dem Worte der Wahrheit und der Sanftmut, der Gerechtigkeit, und deine rechte Hand wird dich Wunder lehren": reiten auf dem Worte der Wahrheit offenbar für Einsicht des Wahren, und auf dem Worte der Sanftmut, der Gerechtigkeit, für die Weisheit des Guten. Sach.12/4,5: "An jenem Tage, ist der Spruch Jehovahs, will Ich schlagen alles Roß mit Scheuheit, und ihre Reiter mit Unsinnigkeit, und über das Haus Jehudahs will Ich öffnen Meine Augen, und alles Roß der Völker schlagen mit Blindheit": wo auch offenbar Rosse für den Verstand, die geschlagen werden sollen mit Scheuheit, und den Reiter für den Verständigen, der geschlagen werden sollte mit Unsinnigkeit. Hos.14/3,4: "Nimm weg alle Missetat, und empfange das Gute, so wollen wir erstatten die Farren unserer Lippen; Aschur wird uns nicht retten, und auf Rossen wollen wir nicht reiten, auch nicht mehr sagen unser Gott zum Werke unserer Hände": Aschur für die Vernünftelei: Nr. 119, 1186; Rosse für eigene Einsicht. Außerdem in sehr vielen anderen Stellen. 2762. Daß Pferd das Verständige bedeutet, kommt nicht anderswoher, als aus den Vorbildungen im anderen Leben. Häufig werden dort in der Geisterwelt Pferde gesehen, und zwar mit vieler Verschiedenheit, wie auch Reiter auf den Pferden, und so oft sie erscheinen, bezeichnen sie das Verständige. Solche Vorbildungen finden fortwährend statt bei den Geistern. Aus der vorbildlichen Bedeutung des Pferdes, sofern es das Verständige ist, kommt es her, daß, wenn Pferde im Worte erwähnt werden, die Geister und Engel, die bei dem Menschen sind, sogleich wissen, daß vom Verständigen die Rede ist. Daher kommt es auch, daß gewissen Geistern irgendwoher aus einem gewissen Weltkreis anderswoher, wenn sie erfüllt mit Einsicht und Weisheit aus der geistigen Welt in den Himmel erhoben werden, lichthelle gleichsam feurige Pferde erscheinen, die auch von mir, da jene erhoben wurden, gesehen wurden. Daher konnte mir klar werden, was durch den feurigen Wagen und die feurigen Rosse, die Elisa sah, als Elias bei einem Wirbelwind auffuhr in die Himmel bezeichnet wird. Dann auch, was durch den Ausruf des Elisa alsdann: "Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter!": 2.Kön.2/11,12, und durch das was Joas, der König Israels, zu Elisa sagte, als dieser starb: "Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter!": 2.Kön.13/14. Daß durch Elias und Elisa der Herr in betreff des Wortes vorgebildet wurde, soll vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn anderswo gesagt werden, nämlich die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit aus dem Worte durch den feurigen Wagen, und die Lehre des Glaubens daher durch feurige Rosse. Die Lehre des Glaubens ist das gleiche, was das Verständnis des Wortes in betreff des Inwendigen oder der innere Sinn. Daß Wagen und Pferde in den Himmeln bei den Geistern und Engeln erscheinen, kann nicht nur daraus erhellen, daß sie von den Propheten gesehen wurden, wie von Sach.1/8-10; 6/3-7 und von anderen, auch von dem Knaben des Elisa, von dem im Buche der Könige wie folgt: "Es öffnete Jehovah die Augen des Knaben des Elisa, und er sah; und siehe, der Berg voll Rosse und Wagen um Elisa her": 2.Kön.6/17. Außerdem wo in der Geisterwelt eine Wohnung von Verständigen und Weisen ist, erscheinen fortwährend Wagen und Pferde, aus dem Grunde, weil durch Wagen und Pferde dasjenige vorgebildet wird, was zur Weisheit und Einsicht gehört: daß die nach dem Tode Auferweckten, die in das andere Leben eintreten, vor sich dargestellt sehen einen Jüngling, der zu Pferde sitzt, und dann vom Pferde herabsteigt, und daß dadurch bezeichnet wird, daß sie aus den Erkenntnissen des Guten und des Wahren zu unterrichten sind, ehe sie in den Himmel kommen können, sehe man Nr. 187, 188. Daß Wagen und Pferde solches bezeichnet haben, war in der Alten Kirche sehr bekannt; wie auch erhellen kann aus dem Buche Hiob, das ein Buch der Alten Kirche ist, wo Folgendes: "Gott hat ihn die Weisheit vergessen lassen, und hat ihm keine Einsicht mitgeteilt; zur Zeit hat er sich in die Höhe gehoben, und verlacht das Roß und dessen Reiter": Hiob 39/17-19. Aus der Alten Kirche ist die Bedeutung des Pferdes, sofern es ist das Verständige, zu den Weisen umher und auch nach Griechenland gekommen; daher hatten sie die Gewohnheit, daß, wenn sie die Sonne beschrieben, durch welche die Liebe bezeichnet wurde: Nr. 2441, 2495, sie dahin den Gott ihrer Weisheit und Einsicht setzten, und ihm einen Wagen und vier feurige Rosse beigaben; und daß, wenn sie den Gott des Meeres beschrieben, weil durch Meer Wissenschaften im allgemeinen bezeichnet wurden: Nr. 28, 2120, sie ihm ebenfalls Pferde gaben; und daß, wenn sie die Herkunft der Wissenschaften aus dem Verständigen beschrieben, sie ein fliegendes Pferd erdichteten, das mit dem Hufe eine Quelle hervorsprudeln machte (rupit), woran Jungfrauen (saßen), welche die Wissenschaften (bezeichneten). Und durch das Trojanische Pferd wurde nichts anderes bezeichnet als die Kunstfertigkeit, aus ihrem Verstand Mauern zu zerstören. Heutzutage zwar, wenn das Verständige beschrieben wird, pflegt es nach dem von jenen Alten überkommenen Gebrauch beschrieben zu werden durch ein fliegendes Pferd oder den Pegasus, und die Bildung (eruditio) durch eine Quelle; aber es weiß kaum jemand, daß Pferd im mystischen Sinn das Verständnis und Quelle Wahres bezeichnet. Noch weniger, daß jene Bezeichnungen von der Alten Kirche auf die Heiden übergegangen sind. 2763. Hieraus wird es nun klar, woher die Vorbildungen und Bezeichnungen im Worte (stammen), nämlich von den Vorbildungen, die im anderen Leben stattfinden; von daher kamen sie zu den Menschen der Ältesten Kirche, die himmlischer Art und mit Geistern und Engeln zusammen waren, während sie (hienieden) lebten. Jene Vorbildungen gingen von ihnen auf ihre Nachkommen über, und endlich auf solche, die nichts weiter wußten, als daß sie etwas bezeichneten; weil sie aber aus den ältesten Zeiten herstammten, und in ihrem Gottesdienste (sich fanden), verehrte man sie und hielt sie heilig. Außer den Vorbildungen gibt es auch Entsprechungen, die in der natürlichen Welt ganz anders als in der geistigen Welt lauten und auch bedeuten, wie z.B. das Herz die Neigung zum Guten, die Augen den Verstand, die Ohren den Gehorsam, die Hände die Macht, außer unzählig viel anderem. Diese Dinge werden nicht so in der Geisterwelt vorgebildet; sondern es entspricht das Natürliche dem Geistigen; daher kommt es, daß jedwedes Wort, bis auf das allerkleinste Jota im Wort, Geistiges und Himmlisches in sich schließt; und daß das Wort inspiriert ist, nämlich, daß wenn es von einem Menschen gelesen wird, die Geister und Engel es dann sogleich geistig auffassen, gemäß den Vorbildungen und Entsprechungen. Aber diese Wissenschaft, die von den Alten nach der Sündflut so ausgebildet und geschätzt worden ist, und durch die sie mit den Geistern und den Engeln denken konnten, ist in der jetzigen Zeit völlig in Vergessenheit geraten; so sehr, daß kaum jemand ihr Dasein glauben will, und die es glauben, nennen sie nicht anders als etwas Mystisches ohne Nutzen, und das aus dem Grunde, weil der Mensch völlig weltlich und körperlich geworden ist, so sehr, daß wenn das Geistige und Himmlische genannt wird, er ein Widerstreben, einen Überdruß, ja Ekel empfindet; was wird er nun tun im andern Leben, das ewig währt, wo nichts Weltliches und Körperliches ist, sondern nur Geistiges und Himmlisches, welches das Leben im Himmel ausmacht?   22. Kapitel 1. Und es geschah nach diesen Worten und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm: Abraham! und er antwortete: Siehe ich. 2. Und sprach: nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Jischak, und gehe dir zum Land Moriah, und opfere ihn daselbst zum Brandopfer, auf einem der Berge, den Ich zu dir sage. 3. Und früh stand Abraham auf am Morgen, und sattelte seinen Esel, und nahm seine zwei Knaben mit sich und Jischak, seinen Sohn; und spaltete das Holz des Brandopfers, und stand auf und ging an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte. 4. Am dritten Tage da erhob Abraham seine Augen, und sah den Ort von ferne. 5. Und Abraham sprach zu seinen Knaben: Bleibet euch hier mit dem Esel, ich und der Knabe wollen hingehen bis dort und uns bücken, und wiederkommen zu euch. 6. Und Abraham nahm das Holz des Brandopfers, und legte es auf Jischak, seinen Sohn, und nahm in seine Hand das Feuer und das Messer, und gingen sie beide miteinander. 7. Da sprach Jischak zu Abraham, seinem Vater, und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Siehe ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz, und wo ist das Schaf zum Brandopfer? 8. Und Abraham sprach: Gott wird Sich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn. Und gingen sie beide miteinander. 9. Und sie kamen zu dem Orte, den Gott ihm gesagt hatte, und Abraham baute dort den Altar, und legte das Holz zurecht, und band Jischak, seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. 10. Und Abraham schickte seine Hand, und nahm das Messer zu schlachten seinen Sohn. 11. Da rief ihm zu der Engel Jehovahs vom Himmel, und sprach: Abraham! Abraham! Und er sagte: Siehe ich. 12. Und er sprach: Schicke deine Hand nicht an den Knaben, und tue ihm nichts, denn nun weiß Ich, daß Du Gott fürchtest, und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen, von Mir. 13. Da erhob Abraham seine Augen und sah, und siehe, ein Widder, hinten festgehalten im Dickicht mit seinen Hörnern; und Abraham ging und nahm den Widder, und opferte ihn zum Brandopfer, anstatt seines Sohnes. 14. Und Abraham nannte den Namen jenes Ortes: Jehovah wird sehen, was heute gesagt wird: Auf dem Berge wird Jehovah sehen. 15. Und der Engel Jehovahs rief zu Abraham zum anderen Mal vom Himmel. 16. Und sprach: Bei Mir habe Ich geschworen, ist der Spruch Jehovahs, darum, weil du getan hast dieses Wort, und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen. 17. Daß Ich segnend dich segnen und mehrend vermehren will deinen Samen, wie die Sterne der Himmel, und wie der Sand, der über dem Ufer des Meeres, und erben wird dein Same das Tor deiner Feinde. 18. Und gesegnet sollen werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde, deswegen, weil du gehorcht hast Meiner Stimme. 19. Und Abraham kam wieder zu seinen Knaben; und sie standen auf und gingen miteinander gen Beerscheba; und Abraham wohnte in Beerscheba. 20. Und es geschah nach diesen Worten, da ward dem Abraham angesagt, sprechend: Siehe, geboren hat Milkah, auch sie, Söhne dem Nachor, Deinem Bruder. 21. Uz, seinen Erstgebornen, und Bus, dessen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams. 22. Und Kesed, und Chaso, und Pildasch, und Jidplaph, und Bethuel. 23. Und Bethuel zeugte Rebecka. Diese acht gebar Milkah dem Nachor, dem Bruder Abrahams. 24. Und sein Kebsweib, deren Namen Reumah, und auch sie gebar Thebach, und Gacham, und Thachasch und Maachah.   Inhalt 2764. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn gehandelt von den schwersten und innersten Versuchungen des Herrn, durch die Er sein menschliches Wesen mit dem Göttlichen vereinigte und von der Seligmachung derer, welche die geistige Kirche des Herrn bilden, durch jene Vereinigung. 2765. Es wird gehandelt von den schwersten und innersten Versuchungen des Herrn: Vers 1, 3-6, 9-11. Von der Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen, oder von der Verherrlichung (bewirkt) durch jene: Vers 2, 11, 12, 16. Von der Seligmachung der Geistigen aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, derjenigen, die in Liebtätigkeit und im Glauben sind, innerhalb der Kirche: Vers 2, 7, 8, 13-19, und derjenigen, die im Guten sind, außerhalb der Kirche: Vers 20-24.   Innerer Sinn 2766. Vers 1: Und es geschah nach diesen Worten und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm: Abraham! und er antwortete: Siehe ich. "Und es geschah nach diesen Worten" bedeutet abgehandelte Sachen; "und Gott versuchte Abraham" bedeutet die schwersten und innersten Versuchungen des Herrn; "und sprach zu ihm: Abraham" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren; "und er sprach: Siehe ich" bedeutet das Denken und die Überlegung. 2767. "Und es geschah nach diesen Worten", 1. Mose 22/1, daß dies abgehandelte Sachen bedeutet, erhellt ohne Erklärung. Die Sachen, von denen gehandelt wurde, betrafen den Abimelech und Abraham, daß sie einen Bund schlossen in Beerscheba, und zuletzt, daß Abraham einen Hain gebaut habe zu Beerscheba, wodurch bezeichnet wurde, daß menschlich Vernünftiges beigefügt wurde der Glaubenslehre, die an sich göttlich ist. Hier wird nun gehandelt von der Versuchung des Herrn in betreff des Vernünftigen, das bezeichnet wird durch Jischak; denn in Versuchungen hat der Herr Sein Menschliches, somit das Vernünftige, in dem das Menschliche anfängt: Nr.2106, 2194, göttlich gemacht, indem Er alles zähmte und austrieb, was im Vernünftigen bloß menschlich, oder menschlich von der Mutter her war. Dies ist der Zusammenhang der Sachen im vorhergehenden Kapitel mit denjenigen in diesem Kapitel, daher gesagt wird: "Es geschah nach diesen Worten und Gott versuchte Abraham". 2768. "Und Gott versuchte Abraham", 1. Mose 22/1, daß dies die schwersten und innersten Versuchungen des Herrn bedeutet, erhellt aus dem, was folgt. Daß durch Abraham vorgebildet und im inneren Sinn verstanden wird der Herr, wird klar aus alledem, was vorhergeht, wo von Abraham die Rede war. Daß der Herr die schwersten und inwendigsten Versuchungen hatte, die in diesem Kapitel beschrieben werden, wird sich zeigen, daß aber gesagt wird, "Gott habe versucht", ist gemäß dem Buchstabensinn, in dem Versuchungen und mehreres Gott zugeschrieben wird, aber dem inneren Sinn gemäß ist: daß Gott niemand versucht, sondern immerfort von den Versuchungen befreit, so es möglich ist, oder insoweit die Befreiung nichts Böses verursacht, denn immerfort bezweckt Er das Gute, in das Er denjenigen einführt, der in Versuchungen (ist); denn Gott wirkt gar nicht anders bei Versuchungen mit. Und obwohl von Ihm gesagt wird, daß Er zulasse, ist es doch nicht der Vorstellung gemäß, die der Mensch von der Zulassung hat, nämlich daß Er durch Zulassung mitwirkt, denn der Mensch kann es nicht anders begreifen, als (daß) der, welcher zuläßt, auch will, sondern das Böse bei dem Menschen ist es, was (die Versuchung) macht, ihn auch in Versuchung führt, deren Ursache keineswegs in Gott ist, sowie keineswegs im Könige oder im Richter die Ursache ist, daß der Mensch Böses tut, und deswegen Strafe erleidet; denn wer sich trennt von den Gesetzen der göttlichen Ordnung, die alle dem Guten und daher dem Wahren angehören, wirft sich in die der göttlichen Ordnung entgegenstehenden Gesetze, welches die Gesetze des Bösen, des Falschen, und daher der Strafen und Qualen sind. 2769. "Und sprach zu ihm: Abraham", 1. Mose 22/1, daß dies bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist Innewerden, worüber Nr. 1898, 1919, 2080, 2619 und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr. Daß es ein Innewerden aus dem göttlich Wahren war, kann daraus erhellen, daß Gott, nicht Jehovah, genannt wird, denn wo im Worte vom Wahren die Rede ist, da wird Gott genannt, wo aber vom Guten, wird Jehovah genannt, man sehe Nr. 2586. Daher kommt es, daß in diesem Verse Gott gesagt wird, ferner in den folgenden bis Vers 11, deswegen weil dort von der Versuchung gehandelt wird; und daß im Vers 11, und in denen, die folgen, Jehovah gesagt, ist, weil dort von der Befreiung gehandelt wird. Denn aus dem Wahren kommt alle Versuchung und Verdammnis, aus dem Guten aber alle Befreiung und Seligmachung; daß das Wahre verdammt und das Gute selig macht, sehe man Nr. 1685, 2258, 2335. 2770. "Und er antwortete: Siehe ich", 1. Mose 22/1, daß dies bedeutet Denken und Überlegung, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist Innewerden: Nr. 2769; hier aber denken und überlegen, weil es eine Antwort ist, denn alles Denken und daher Überlegen kommt aus einem Innewerden: Nr. 1919, 2515, 2552. 2771. Vers 2: Und sprach: nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Jischak, und gehe dir zum Land Moriah, und opfere ihn daselbst zum Brandopfer, auf einem der Berge, den Ich zu dir sage. "Und sprach: nimm doch deinen Sohn" bedeutet, das von Ihm erzeugte göttlich Vernünftige; "deinen einzigen, den du liebst" bedeutet den Alleinigen im Weltall, durch den Er das menschliche Geschlecht selig machen wollte; Jischak, bedeutet seine Beschaffenheit; "und gehe dir zum Land Moriah" bedeutet den Ort und den Zustand der Versuchung; "und opfere ihn daselbst zum Brandopfer" bedeutet, daß Er ihn dem Göttlichen heiligen sollte; "auf einem der Berge" bedeutet die göttliche Liebe; "den Ich zu dir sage" bedeutet, wie er werde innewerden. 2772. "Und sprach: nimm doch deinen Sohn", 1. Mose 22/2, daß dies bedeutet das von ihm erzeugte göttlich Vernünftige, erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Vernünftige, worüber Nr. 2623, hier das göttlich Vernünftige, weil unter dem Sohn Jischak verstanden wird. Daß dieser das göttlich Vernünftige des Herrn vorbildet, ist Nr. 1893, 2066, 2083, 2630 gezeigt worden; und weil der Herr Sein Vernünftiges aus eigener Macht göttlich machte, wie früher oft gesagt worden, wird durch "Deinen Sohn" auch bezeichnet, daß es "von ihm gezeugt" worden sei, man sehe Nr. 1893, 2093, 2625. 2773. "Deinen einzigen, den du liebst", 1. Mose 22/2, daß dies bedeutet den Alleinigen im Weltall, durch den Er das menschliche Geschlecht selig machen wollte, erhellt aus der Bedeutung des Alleinigen, sofern er ist der Alleinige, und zwar im Weltall, weil vom Herrn die Rede ist, Der allein im betreff des ganzen Menschlichen Gott oder göttlich geworden. 2774. "Jischak", daß dies bedeutet seine Beschaffenheit, nämlich daß er sei das Gute des Wahren und das Wahre des Guten, das ist die göttliche Ehe in Ansehung des Menschlichen des Herrn, erhellt aus der Benennung Jischaks, worüber 1. Mose 21/6,7 (Nr. 2638-2644). 2775. "Und gehe dir zu dem Land Moriah", 1. Mose 22/2, daß dies den Ort und den Zustand der Versuchung bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Landes Moriah; daß das Land Moriah der Ort der Versuchung sei, wird daraus klar, daß Abraham befohlen worden dahin zu gehen, und daselbst zum Brandopfer seinen Sohn zu opfern, und so dem innersten Grad der Versuchung sich zu unterziehen. Daß in jenem Land Jerusalem war, wo der Herr selbst den äußersten Grad der Versuchungen bestand, kann daraus erhellen, daß auf dem Berge Moriah von David ein Altar errichtet wurde, und später von Salomo ein Tempel, wie aus dem Buch der Chronika zu ersehen ist: "Salomo fing an zu bauen das Haus Jehovahs in Jerusalem, auf dem Berge Moriah, das David, seinem Vater, erschienen war, das er zubereitete am Ort Davids auf der Tenne Arnans (Arafnas) des Jebusiters": 2.Chron.3/1; vergleiche 1.Chron.21/16-28 mit 2.Sam.24/16-25, woraus zur Genüge erhellen kann, daß dieses, was von der Opferung Jischaks gesagt wird, vorbildlich auf den Herrn ist, sonst hätte es geschehen können, wo Abraham sich aufhielt, und wäre ihm nicht befohlen worden, von da beinahe drei Tagreisen weit zu gehen. 2776. Daß "und opfere ihn zum Brandopfer", 1. Mose 22/2, bedeutet, daß Er ihn dem Göttlichen heiligen sollte, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Brandopfers beim hebräischen Volke und in der jüdischen Kirche, sofern es das Heiligste ihres Gottesdienstes war. Es gab Brandopfer, und es gab Schlachtopfer, was sie vorbildeten, sehe man Nr. 922, 923, 1823, 2180. Die Heiligungen geschahen durch sie, daher kommt es, daß hier durch "opfern zum Brandopfer" bezeichnet wird, dem Göttlichen geheiligt werden, denn der Herr selbst heiligte Sich dem Göttlichen, d.h., Er vereinigte das Menschliche mit dem Göttlichen durch Kämpfe und Siege in den Versuchungen; man sehe Nr. 1663, 1690, 1691, 1692, 1737, 1787, 1812, 1813, 1820. Es herrscht heutigen Tages allgemein der Glaube, daß die Brandopfer und Schlachtopfer das Leiden des Herrn bezeichnet haben, und daß der Herr dadurch die Missetaten aller versöhnt habe, ja, daß der Herr sie auf Sich genommen und so weggenommen habe. (Die Menschen) glauben, daß sie so gerechtfertigt und selig werden, wenn sie nur denken, wäre es sogar in der letzten Todesstunde, der Herr habe für sie gelitten, mögen während ihres ganzen Lebenslaufes sie gelebt haben, wie sie immer wollten. Aber die Sache verhält sich nicht so. Das Leiden am Kreuz war der letzte Grad der Versuchung des Herrn, durch die Er das Menschliche mit dem Göttlichen und das Göttliche mit dem Menschlichen völlig vereinigte, und so Sich verherrlichte. Diese Vereinigung ist es, durch die diejenigen selig gemacht werden können, die den Glauben der Liebtätigkeit an Ihn haben, denn das eigentlich höchste Göttliche könnte das menschliche Geschlecht nicht mehr erreichen, da es sich von dem Himmlischen der Liebe und dem Geistigen des Glaubens so weit entfernte, daß sie es nicht einmal mehr anerkannten, noch weniger inne wurden. Damit das höchste Göttliche so hinabsteigen konnte zu einem solchen Menschen, kam der Herr in die Welt, und vereinigte in Sich das Menschliche mit dem Göttlichen, und diese Vereinigung konnte nicht anders geschehen als durch die schwersten Kämpfe und Siege in den Versuchungen, und endlich durch die letzte, welche die des Kreuzes war. Daher kommt es, daß der Herr auch die von dem Himmlischen der Liebe entfernteren Seelen erleuchten kann, wenn sie nur im Glauben der Liebtätigkeit sind, denn der Herr erscheint im anderen Leben den himmlischen Engeln als Sonne und den Geistigen als Mond: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 2441, 2495. Alles Licht des Himmels stammt daher; das Licht des Himmels ist der Art, daß, wenn es das Gesicht der Geister und Engel erleuchtet, es zugleich auch den Verstand erleuchtet. Diese Wirkung hat jenes Licht, so daß, wie viel äußeres Licht jemand im Himmel hat, so viel inneres Licht, d.h. so viel Verstand hat er. Hieraus wird klar, worin das Licht des Himmels vom Lichte der Erde unterschieden ist. Das Göttlich-Menschliche des Herrn ist es, das sowohl das Gesicht als den Verstand der Geistigen erleuchtet, was nicht geschehen würde, wenn nicht der Herr das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt hätte; und wenn Er es nicht vereinigt hätte, wäre auch kein Verständnis und Innewerden des Guten und Wahren mehr für den Menschen in der Welt, und keines für den geistigen Engel im Himmel, somit für sie auch kein Glück und keine Seligkeit, folglich auch kein Heil möglich gewesen. Hieraus kann erhellen, daß das menschliche Geschlecht nicht hätte selig werden können, wenn nicht der Herr das Menschliche angenommen und dieses verherrlicht hätte. Daraus nun kann jeder schließen, wie es sich damit verhält, daß selig werden, die nur aus einer gewissen inneren Rührung denken, der Herr habe für sie gelitten und ihre Sünden weggenommen, mögen sie auch gelebt haben wie sie wollen; da doch das Licht des Himmels aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn nicht zu anderen dringen kann, als zu denen, die im Guten des Glaubens, das ist in der Liebtätigkeit leben, oder was dasselbe ist, die ein Gewissen haben. Das eigentliche Gebiet, auf das jenes Licht einwirken kann, oder das Aufnahmegefäß jenes Lichtes ist das Gute des Glaubens, oder die Liebtätigkeit, somit das Gewissen. Daß den Geistigen aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn Heil sei, sehe man Nr. 1043, 2716, 2661, 2718. 2777. "Auf einem der Berge", 1. Mose 22/2, daß dies die göttliche Liebe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er ist die Liebe, worüber Nr. 795, 796, 1430, hier die göttliche Liebe, weil sie vom Herrn ausgesagt wird. Wie beschaffen diese Liebe ist, sehe man Nr. 1690, 1691, 1789, 1812, 1820, 2500, 2077, 2253, 2572. Weil es die göttliche Liebe war, aus welcher der Herr in Versuchungen kämpfte und siegte, und aus der Er Sich heiligte und verherrlichte, wird hier dem Abraham gesagt, er solle Jischak zum Brandopfer auf einem der Berge im Lande Moriah opfern. Diese Vorbildung wird dadurch beleuchtet, daß von David ein Altar und von Salomo ein Tempel erbaut wurde auf dem Berge Moriah: Nr. 2775, denn der Altar, auf dem Brandopfer und Schlachtopfer (dargebracht wurden), war das Hauptvorbild des Herrn, und hernach der Tempel. Daß der Altar, sehe man Nr. 921, und erhellt bei Ps.43/3,4: "Sie sollen mich leiten zum Berg deiner Heiligkeit, und zu deinen Wohnungen, und ich werde hineingehen zum Altare Gottes, zu Gott, der Freude meines Frohlockens"; daß der Tempel, erhellt bei Joh.2/19,21: "Jesus sprach: Löset diesen Tempel, und in drei Tagen will ich ihn aufwecken; Er redete von dem Tempel seines Leibes". 2778. "Den ich zu dir sage", 1. Mose 22/2, daß dies bedeutet, wie er werde inne werden, erhellt aus der Bedeutung von sagen, sofern es ist innewerden, worüber Nr. 2769. 2779. Vers 3: Und früh stand Abraham auf am Morgen, und sattelte seinen Esel, und nahm seine zwei Knaben mit sich, und Jischak, seinen Sohn, und spaltete das Holz des Brandopfers, und stand auf und ging an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte. "Und früh stand Abraham auf am Morgen" bedeutet den Zustand des Friedens und der Unschuld; "und sattelte seinen Esel" bedeutet den natürlichen Menschen, den er vorbereitete; "und nahm seine zwei Knaben mit sich" bedeutet das frühere Vernünftige, das er beifügte; "und Jischak, seinen Sohn" bedeutet das von Ihm gezeugte göttlich Vernünftige; "und spaltete das Holz des Brandopfers" bedeutet das Verdienst der Gerechtigkeit; "und stand auf" bedeutet die Erhebung; "und ging an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte" bedeutet den Zustand alsdann, gemäß dem Innewerden. 2780. "Und früh stand Abraham auf am Morgen", 1. Mose 22/3, daß dies den Zustand des Friedens und der Unschuld bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von frühe, dann von aufstehen am Morgen, wenn es vom Herrn ausgesagt wird, Der hier Abraham ist. Die Frühe bezeichnet im umfassenden Sinn den Herrn, und daher Sein Reich, folglich das Himmlische der Liebe im allgemeinen und im besonderen, wie es Nr. 2333 gezeigt wurde, und weil diese Dinge, bezeichnet es den Zustand selbst, in dem sie sind, und dies ist der Zustand des Friedens und der Unschuld. Der Zustand des Friedens in den Himmeln verhält sich wie der Zustand der Morgenröte auf Erden; im Zustande des Friedens in den Himmeln befindet sich alles Himmlische und Geistige, und daraus ziehen alle ihr Wohlsein, Glück und Seligkeit, sowie im Zustande der Morgenröte auf Erden alles dem Menschen als angenehm und fröhlich sich vergegenwärtigt; denn das einzelne bekommt seine Beschaffenheit von der allgemeinen Stimmung; man sehe Nr. 920, 2384. Ebenso verhält es sich mit dem Zustand der Unschuld, dieser hat sein Dasein im Zustand des Friedens, und ist das Allgemeine, das allem Anregung gibt, was der Liebe und des Glaubens ist. Wenn dieses nicht Unschuld in sich hat, so fehlt ihm sein Wesentliches. Daher kommt es, daß niemand in den Himmel kommen kann, wenn er nicht etwas von Unschuld hat: Mark.10/15. Hieraus wird klar, was früh bedeutet im inneren Sinn, und mehr noch, wenn gesagt wird, "früh stand er auf am Morgen"; und weil im höchsten Sinne die Frühe der Herr ist, und aus Ihm der Zustand, der dasjenige, was in Seinem Reiche ist, bewirkt und anregt, so bedeutet auch die Frühe und das früh aufstehen mehreres, was in jenem Zustande vorhanden ist, und zwar gemäß der Beziehung auf das, was im inneren Sinne folgt. 2781. "Und sattelte seinen Esel", 1. Mose 22/3, daß dies bedeutet den natürlichen Menschen, den Er vorbereitete, erhellt aus der Bedeutung des Esels, wovon folgt: Der Mensch hat ein Willensgebiet und Verstandesgebiet; zum Willensgebiet gehört das, was Sache des Guten ist, zum Verstandesgebiet das, was Sache des Wahren. Es gibt Tiere verschiedener Gattung, durch welche die Willenskräfte, die dem Guten angehören, bezeichnet werden, als da sind: Lämmer, Schafe, Böcke, Ziegen, Farren, Ochsen; man sehe Nr. 1823, 2179, 2180; und es gibt auch Tiere, durch die das Verständige, das dem Wahren angehört, bezeichnet wird, nämlich: Pferde, Maulesel, wilde Esel, außerdem Vögel. Daß durch Pferd das Verständige bezeichnet wird, ist Nr. 2761, 2762 gezeigt worden; daß durch wilder Esel das vom Guten getrennte Wahre sehe man Nr. 1949, daß durch Kamel das Wißtümliche im allgemeinen und durch Esel das Wißtümliche im besonderen sehe man Nr. 1486. Es ist zweierlei, welches das Natürliche des Menschen ausmacht, oder was dasselbe ist, den natürlichen Menschen, nämlich das natürlich Gute und das natürlich Wahre. Das natürlich Gute ist das, aus der Liebtätigkeit und dem Glauben entspringende Angenehme, das natürlich Wahre ist, das Wissen desselben. Daß es das natürlich Wahre ist, was durch Esel bezeichnet wird, und das vernünftig Wahre durch Maulesel, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.30/6,7: "Weissagung über die Tiere des Mittags: im Land der Angst und der Drangsal, Löwe und Tiger, und von ihnen Otter und fliegender Drache, sie werden tragen auf der Schulter der Esel ihre Güter, und auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze, auf einem Volk, das nichts nütze sein wird; und die Ägypter werden für nichts und vergeblich helfen": Tiere des Mittags werden die genannt, die in den Erkenntnissen des Guten und des Wahren sind; die aber dieselben nicht zur Sache des Lebens, sondern des Wissens machen, von denen wird gesagt, daß sie ihr Gut auf der Schulter der Esel, und auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze tragen, aus dem Grunde, weil Esel Wißtümliches im besonderen, und Kamele Wißtümliches im allgemeinen bedeuten. Daß die Ägypter Wissenschaften sind, sehe man Nr. 1164, 1165, 1186; von ihnen wird gesagt, daß sie für nichts und vergeblich helfen. Daß die Weissagung diesen inneren Sinn hat, und daß sie ohne denselben von niemand verstanden wird, leuchtet jedem ein, denn ohne den inneren Sinn kann man nicht wissen was das sei, eine Weissagung über die Tiere des Mittags, was der Löwe und der Tiger, was die Otter und der fliegende Drache, und was, daß jene Tiere auf der Schulter der Esel ihre Güter, auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze tragen werden, und warum unmittelbar folgt, daß die Ägypter für nichts und vergeblich helfen werden. Das gleiche wird unter Esel verstanden in der Weissagung Israels von Jisaschar 1. Mose 49/14: "Jisaschar ein beinerner Esel, sich lagernd zwischen den Packen". Sach.14/12,15: "Das wird die Plage sein, damit der Herr schlagen wird alle Völker, die wider Jerusalem streiten werden; es wird sein die Plage des Pferdes, des Maulesels, des Kamels, des Esels, und aller Tiere": daß durch Pferd, Maulesel, Kamel und Esel das verständige Gebiet des Menschen bezeichnet wird, dem die Plage angetan werden soll, erhellt aus dem ganzen und einzelnen dessen, was vorhergeht und folgt, denn es ist die Rede von den Plagen, die dem Jüngsten Gerichte oder der Vollendung des Zeitlaufs vorausgehen werden, von denen auch Johannes in der Offenbarung an vielen Stellen und die übrigen Propheten hie und da handeln. Diejenigen, die dann streiten werden gegen Jerusalem, das ist, gegen die geistige Kirche des Herrn und deren Wahres, werden bezeichnet durch jene Tiere, die in betreff des Verständigen Plagen erfahren werden. Jes.32/20: "Wohl euch, die ihr säet an allen Wassern; die ihr schicket die Füße des Ochsen und des Esels": der da säet an allen Wassern, für diejenigen, die sich in geistigen Dingen unterrichten lassen; daß Wasser Geistiges bedeuten, somit das Verständige des Wahren, sehe man Nr. 680, 739, 2702; die da schicken den Fuß des Ochsen und des Esels, für das Natürliche, das dienen will, daß der Ochse das Natürliche ist in betreff des Guten Nr. 2180, 2566; der Esel das Natürliche in betreff des Wahren. 1. Mose 49/11: "Er bindet an den Weinstock sein Füllen, und an den edlen Reben den Sohn seiner Eselin; gewaschen hat er im Wein sein Kleid, und im Blut der Trauben seinen Mantel": dort ist die Weissagung Jakobs, damals Israels vom Herrn. Weinstock und edler Rebe für die äußere und innere geistige Kirche: Nr. 1069; Füllen für das natürliche Wahre, Sohn der Eselin für das vernünftige Wahre. Daß Sohn der Eselin das vernünftig Wahre ist, kommt daher, weil Eselin die Neigung zum natürlich Wahren bezeichnet: Nr. 1486; daß deren Sohn das vernünftig Wahre ist, sehe man Nr. 1895, 1896, 1902, 1910. Ehedem ritt der Richter auf einer Eselin und seine Söhne auf Eselsfüllen, aus dem Grunde, weil die Richter Gutes der Kirche darstellten, und ihre Söhne das Wahre daraus; der König aber ritt auf einer Mauleselin und seine Söhne auf Mauleseln, aus dem Grunde, weil die Könige und ihre Söhne Wahres der Kirche darstellten: man sehe Nr. 1672, 1728, 2015, 2069; daß der Richter auf einer Eselin ritt, geht hervor aus dem Buche der Richter 5/9,10: "Mein Herz an die Gesetzgeber Israels, die Freiwilligen im Volke, segnet Jehovah, die ihr reitet auf weißen Eselinnen, die ihr sitzet auf Middin". Daß die Richter auf Eselsfüllen ritten: Richt.10/3,4: "Es hatte Iair, der Richter über Israel, dreißig Söhne, reitend auf dreißig Eselsfüllen"; und Richt.12/14: "Abdon, der Richter Israels, hatte vierzig Söhne und dreißig Söhne von Söhnen, die auf siebzig Eselsfüllen ritten". Daß der König auf einer Mauleselin ritt: 1.Kön.1/33,38,44,45: "David sprach zu ihnen: Nehmet mit euch eures Herrn Knechte und lasset reiten meinen Sohn Salomo auf meiner Mauleselin; und sie ließen reiten Salomo auf der Mauleselin des Königs David, und Zedock der Priester, und Nathan der Prophet salbten ihn zum König in Gihon". Daß die Söhne des Königs auf Mauleseln (ritten): 2.Sam.13/19: "da standen alle Söhne des Königs David auf, sie ritten ein jeder auf seinem Maultier und flohen vor Absalon". Hier wird klar, daß reiten auf einer Eselin die Auszeichnung eines Richters war; und das Reiten auf einer Mauleselin die Auszeichnung eines Königs war, und das Reiten auf einem Eselsfüllen eine Auszeichnung für die Söhne des Richters war, und auf einem Maulesel für die Söhne des Königs, aus dem Grunde, weil die Eselin die Neigung zum natürlich Guten und Wahren vorbildete und bezeichnete, die Mauleselin die Neigung zum vernünftig Wahren, der Esel oder das Eselsfüllen das natürlich Wahre selbst, und der Maulesel wie auch der Sohn der Eselin das vernünftig Wahre. Hieraus ist offenbar, was zu verstehen ist unter den Weissagungen vom Herrn bei Sach.9/9,10: "Frohlocke, du Tochter Zions, juble du Tochter Jerusalems; siehe dein König wird kommen, Dir, ein Gerechter und ein Geretteter ist Er, demütig und reitend auf einem Esel, und auf einem Füllen, dem Sohn der Eselinnen; Seine Herrschaft von Meer zu Meer und vom Flusse bis zu den Enden der Erde". Daß der Herr auf solchen reiten wollte, als Er zu Jerusalem kam, ist bekannt bei den Evangelisten, worüber also bei Matth.21/2,4,7: "Jesus sandte zwei Seiner Jünger, und sagte zu ihnen: gehet hin in den Flecken, der gegen euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin angebunden finden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu Mir; das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt dir, sanftmütig, sitzend auf einer Eselin und auf einem männlichen Füllen einer jochtragenden, und sie brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzen Ihn darauf": auf einem Esel reiten war ein Zeichen, daß das Natürliche untergeordnet war, und reiten auf dem Füllen, dem Sohn der Eselin, daß das Vernünftige untergeordnet war, daß der Sohn der Eselin das gleiche was der Maulesel bedeutet, ist oben bei der Stelle 1. Mose 49/11 gezeigt worden, deshalb und weil es dem obersten Richter und dem König zustand auf ihnen zu reiten, und zugleich die Vorbilder der Kirche erfüllt werden sollten, gefiel es so dem Herrn, worüber also bei Joh.12/12-16: "Des anderen Tages viel Volks, das auf das Fest gekommen war, da es gehört hatte, daß Jesus komme gen Jerusalem, nahmen sie Palmenzweige und gingen Ihm entgegen und schrien: Hosanna, der Gesegnete, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels; Jesus aber überkam ein Eselsfüllen und saß darauf; wie denn geschrieben stehet: Fürchte dich nicht, Du Tochter Zions, siehe dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin. Das aber hatten seine Jünger zuerst nicht erkannt; sondern als Jesus verklärt war, da dachten sie daran, daß solches von Ihm geschrieben war, und sie solches Ihm getan hatten"; auch Mark.11/1-12; Luk.19/28-41. Aus diesem erhellt nun, daß alles und jedes in der Kirche jener Zeit vorbildlich auf den Herrn war, und daher auf das Himmlische und Geistige, das in Seinem Reiche war, und zwar bis zur Eselin und dem Füllen der Eselin, wodurch vorgebildet wurde der natürliche Mensch in betreff des Guten und Wahren. Die Ursache der vorbildlichen Darstellung war, daß der natürliche Mensch dienen soll dem Vernünftigen, und dieser dem Geistigen, dieser aber dem Himmlischen, und dieser dem Herrn. Dies ist die Ordnung der Unterordnung. Weil durch den Ochsen und Esel der natürliche Mensch in betreff des Guten und Wahren bezeichnet wurde, darum sind mehrere Gesetze gegeben worden, in denen Ochsen und Esel erwähnt werden, welche Gesetze beim ersten Anblick nicht würdig erscheinen, im göttlichen Worte zu stehen; wenn sie aber enthüllt werden in betreff des inneren Sinnes, erscheint das darin enthaltene Geistige als hochwichtig; wie bei: 2. Mose 21/33,34: "So jemand eine Grube auftut, oder gräbt jemand eine Grube, und deckt sie nicht zu, und fällt darein ein Ochs oder Esel, so soll es der Eigentümer der Grube mit Silber bezahlen dem Herrn, und das Tote soll ihm gehören". 2. Mose 23/4,5 und 5. Mose 22/1,3: "Wenn du begegnest dem Ochsen deines Feindes oder seinem Esel, der da irret, so sollst du ihm denselben wieder zuführen, ja wieder zuführen; wenn du siehst den Esel deines Hassers liegen unter seiner Last, und du versäumest, sie zu entfernen, so sollst du sie wegtun, ja wegtun von ihm". 5. Mose 22/4: "Du sollst nicht sehen den Esel oder den Ochsen deines Bruders fallen auf dem Wege, und dich vor ihnen verbergen, (sondern) du sollst ihn aufrichten, ja aufrichten". 5. Mose 22/10,11: "Du sollst nicht ackern zugleich mit einem Ochsen und Esel. Du sollst dich nicht kleiden mit einem Gewebe, das gemengt ist mit Wolle und Leinen zugleich". 2. Mose 23/12: "Sechs Tage sollst du deine Arbeiten tun, und am siebenten Tage sollst du ruhen, auf daß auch ruhen möge dein Ochse und Esel, und der Sohn deiner Magd, und der Fremdling". Dort bedeuten Ochs und Esel im geistigen Sinne nichts anderes als das natürlich Gute und Wahre. 2782. "Und nahm seine zwei Knaben", 1. Mose 22/3, daß dies das frühere Vernünftige bedeutet, das er beifügte, erhellt aus der Bedeutung der Knaben. Knabe und Knaben bedeuten im Worte verschiedenes, weil sie sowohl von den Söhnen des Hauses, als auch von den Söhnen des Fremden, dann auch von den Knechten ausgesagt werden; hier von den Knechten. Daß durch Knechte im Worte auch das Natürliche des Menschen bezeichnet wird, das dem Vernünftigen dienen soll, sehe man Nr. 1486, 1713, 2541, 2567; hier aber, weil nicht Knechte gesagt wird, sondern Knaben, wird das frühere oder bloß menschlich Vernünftige bezeichnet, das dem göttlich Vernünftigen dienen soll; wie dies auch aus der Reihenfolge der Dinge selbst erhellen kann. 2783. "Und Jischak, seinen Sohn", 1. Mose 22/3, daß dies das von Ihm gezeugte göttlich Vernünftige bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn, wovon früher öfters. Daß es von ihm gezeugt worden, wird verstanden unter "seinem Sohn", wie Nr. 2772. 2784. "Und spaltete das Holz des Brandopfers", 1. Mose 22/3, daß dies das Verdienst der Gerechtigkeit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Holz und Holzspalten. Daß Holz das Gute der Werke und der Gerechtigkeit bedeutet, und Holzspalten ein Verdienst setzen in das Gute der Werke, oder das Holz des Brandopfers spalten das Verdienst der Gerechtigkeit bedeutet, scheint zu ferne liegend, als daß man es wissen könnte ohne Offenbarung. Daß Holz spalten heißt, in das Gute der Werke ein Verdienst setzen, kann klar werden aus dem, was gezeigt und beschrieben wurde Nr. 1110 von den Holzhauern, das diejenigen sind, die durch das Gute, das sie getan haben, die Seligkeit verdienen wollten. Außerdem gibt es auch andere von oben ein wenig zur Rechten, aus einer gewissen Welt, die gleicherweise sich alles Gute zugesprochen haben, und ebenso Holz zu hauen und zu spalten scheinen. Solange diesen scheint, daß sie arbeiten, leuchten sie von Angesicht aus einem falschen Feuer, welches das Gute des Verdienstes ist, das sie sich zuschreiben. Die Ursache, warum es so erscheint, ist, weil Holz das Vorbild des Guten ist, wie es alles an der Lade und am Tempel befindliche Holz war, dann auch alles Holz auf dem Altar, wenn Brandopfer und andere Opfer geschahen. Von denen aber, die sich das Gute zuschreiben und es zu einem Verdienstlichen machen, heißt es auch im Worte, daß sie Holz, oder was aus Holz geschnitzt ist, anbeten. 2785. Daß "und stand auf", 1. Mose 22/3, Erhebung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, insofern es, wo es im Worte vorkommt, irgendeine Erhebung in sich schließt. 2786. "Und ging an den Ort, den ihm Gott gesagt hatte", 1. Mose 22/3, daß dies den damaligen Zustand gemäß der Innewerdung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273-1277, 1376-1381, 2625; und aus der Bedeutung von "Gott sagte", sofern es ist innewerden aus dem Göttlichen, wovon Nr. 2769, 2778. Was den Zustand selbst betrifft, so wird er in diesem Verse beschrieben, nämlich der Zustand, den der Herr auf sich nahm, als Er Versuchungen bestand. Hier, den Er auf sich nahm, als Er die schwersten und inwendigsten Versuchungen (bestand). Die erste Vorbereitung auf diesen Zustand war, daß Er den Zustand des Friedens und der Unschuld annahm; dann, daß Er den natürlichen Menschen bei ihm vorbereitete, wie auch den vernünftigen, sowie, daß sie dem göttlich Vernünftigen dienten, und daß Er das Verdienst der Gerechtigkeit beifügte, und so sich erhob. Dieses kann gar niemanden begreiflich oder vorstellig gemacht werden, der nicht weiß, daß zugleich mehrere Zustände beisammen sind, und zwar unter sich geschieden. Ferner, der nicht weiß, was der Zustand des Friedens und der Unschuld, was der natürliche Mensch, und was der vernünftige, dann was das Verdienst der Gerechtigkeit ist, denn er muß erst eine deutliche Vorstellung von alledem haben, und auch wissen, daß der Herr aus dem Göttlichen alle Zustände, die Ihm belieben, an Sich nehmen konnte, und daß Er Sich durch mehrere angenommene Zustände zu den Versuchungen vorbereitete. Obwohl dieses wie im Nachtdunkel bei den Menschen ist, ist es doch, wie in der Tageshelle, bei den Engeln, die, weil in dem Lichte des Himmels vom Herrn, Unzähliges in diesem und ähnlichem deutlich sehen, und dann aus der einfließenden Regung dabei eine unaussprechliche Freude empfinden. Daraus kann erhellen, wie weit das Verstandes- und Empfindungsvermögen der Menschen absteht von dem Verstandes- und Empfindungsvermögen der Engel. 2787. Vers 4: Am dritten Tage da erhob Abraham seine Augen, und sah den Ort von ferne. "Am dritten Tage" bedeutet das Erfüllte und den Anfang der Heiligung; "da erhob Abraham seine Augen und sah" bedeutet das Denken und Schauen aus dem Göttlichen; "den Ort von ferne" bedeutet den Zustand, der Er vorhersah. 2788. "Am dritten Tage", 1. Mose 22/4, daß dies das Erfüllte und den Anfang der Heiligung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des dritten Tages. Tag bedeutet im Worte den Zustand: Nr. 23, 487, 488, 493, 893; wie auch Jahr, im allgemeinen alle Zeiten, als Stunde, Tag, Woche, Monat, Jahr, Jahrhundert, wie auch Morgen, Mittag, Abend, Nacht; auch Frühling, Sommer, Herbst, Winter; wenn diesen der, oder die, oder das dritte beigesetzt wird, so bedeuten sie das Ende jenes Zustandes und zugleich den Anfang des folgenden Zustandes. Weil hier die Rede ist von der Heiligung des Herrn, die durch Versuchungen geschah, bedeutet der dritte Tag das Erfüllte, und zugleich den Anfang der Heiligung, wie auch aus dem Vorhergehenden sich ergibt. Der Grund der Bedeutung ist, weil der Herr, da Er alles erfüllt hatte, am dritten Tage auferstand, denn alles was vom Herrn, solange Er in der Welt lebte, geschah, oder was geschehen sollte, war in den Vorbildern der Kirche wie schon geschehen, wie auch im inneren Sinn des Wortes; denn in Gott ist Werden und Sein dasselbe, ja, alles Ewige ist Ihm gegenwärtig. Daher war die Dreizahl vorbildlich, nicht nur in der Alten und jüdischen Kirche, sondern auch bei verschiedenen Völkern. Man sehe was über diese Zahl gesagt wurde: Nr. 720, 901, 1825 in betreff ihres Ursprungs bei Hos.6/1,2: "Wir wollen wiederkehren zu Jehovah; denn Er hat uns verwundet, und Er wird uns heilen; Er hat geschlagen, und wird uns verbinden; Er wird lebendig machen nach zwei Tagen, Er wird am dritten Tage uns aufwecken, daß wir vor Ihm leben": wo der dritte Tag für das Kommen des Herrn und die Auferstehung. Und aus Jonas 2/1, daß: "er in den Eingeweiden des Fisches war drei Tage und drei Nächte"; wovon der Herr bei Matth.12/40: "Gleichwie Jonas im Bauche des Walfisches war drei Tage und drei Nächte, wird des Menschen Sohn im Herzen der Erde sein drei Tage und drei Nächte". Man muß wissen, daß im inneren Sinn des Wortes drei Tage und der dritte Tag dasselbe bedeuten, wie auch in den folgenden Stellen drei und das dritte: Joh.2/19-21: "Jesus sprach zu den Juden: Löset diesen Tempel auf, und in drei Tagen will Ich ihn wieder aufrichten; Er redete vom Tempel Seines Leibes"; auch Matth.26/61; Mark.14/58; 15/29. Daß der Herr am dritten Tage auferstand, ist bekannt; daher unterschied auch der Herr Seine Lebenszeiten in drei: bei Luk.13/32: "Gehet hin und saget jenem Fuchs: Siehe, Ich treibe Teufel aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, aber am dritten Tage werde Ich ein Ende nehmen". Auch die letzte Versuchung, welche die des Kreuzes war, erduldete der Herr "um die dritte Stunde des Tages": Mark.15/25, "und nach drei Stunden, oder um die sechste Stunde, wurde eine Finsternis über das ganze Land": Luk.23/44; "Und nach drei Stunden, oder bis um die neunte Stunde das Ende": Mark.15/33,34,37. "Aber früh am dritten Tage stand Er auf": Mark.16/1-4; Luk.24/7, man sehe Matth.16/21; 17/22,23; 20/18,19; Mark.8/31; 9/31; 10/33,34; Luk.18/33; 24/46. Deswegen und hauptsächlich wegen der Auferstehung des Herrn am dritten Tage, war die Dreizahl vorbildlich und bezeichnend; daß sie es war, kann erhellen aus folgenden Stellen im Worte: 2. Mose 19/10,11,15,16: "Als Jehovah herabkam auf den Berg Sinai, sprach Er zu Mose, er solle das Volk heiligen, heute und morgen, und es solle seine Kleider waschen, und sie sollen bereit sein auf den dritten Tag, denn am dritten Tage wird Jehovah herabkommen". 4. Mose 10/33: "Als die von dem Berge Jehovahs drei Tagereisen weggezogen waren, zog die Lade des Herrn vor ihnen her die drei Tagereisen, ihnen Ruhe zu erforschen". Ferner heißt es 2. Mose 10/22,23: es sei "eine dicke Finsternis gewesen in ganz Ägyptenland drei Tage, daß niemand seinen Bruder sah, drei Tage lang, aber bei den Kindern Israels sei Licht gewesen". 3. Mose 7/16-18; 19/6,7: "Das Fleisch des Gelübdes und freiwilligen Opfers sollte am ersten und zweiten Tag gegessen werden, nichts sollte übrigbleiben auf den dritten Tag, sondern verbrannt werden, weil es ein Greuel; gleicherweise das Fleisch des Dankopfers, und falls es gegessen würde am dritten Tage, so würde es nicht wohlgefällig sein, sondern die Seele würde ihre Missetat tragen". 4. Mose 19/12,13,19: "Wer einen Toten anrührte, sollte sich entsündigen am dritten Tage, und am siebenten Tage sollte er rein sein, wo nicht, sollte dieselbe Seele ausgerottet werden aus Israel; es sollte aber ein Reiner Wasser sprengen auf den Unreinen am dritten Tage und am siebenten Tage". 4. Mose 31/19: "Die in der Schlacht eine Seele getötet und einen Erschlagenen angerührt hatten, sollten sich reinigen am dritten Tage und am siebenten Tage". 3. Mose 19/23: "Die Frucht, wenn sie ins Land Kanaan käme, sollte in drei Jahren unbeschnitten sein, und nicht gegessen werden". 5. Mose 14/28,29; 26/12: "Am Ende dreier Jahre sollten sie aussondern alle Zehenten ihres Einkommens in demselben Jahr, und niederlegen in den Toren, daß der Levit, der Fremdling, die Waise und die Witwen essen möchten". 2. Mose 23/14,17; 5. Mose 16/16: "Dreimal im Jahr sollten sie Jehovah Fest halten; und dreimal im Jahr sollte erscheinen jedes Mannsbild vor dem Angesicht des Herrn Jehovah". Jos.1/11; 3/2: "Josua sollte zu dem Volke sagen, daß sie in drei Tagen über den Jordan gehen und das Land beerben möchten". 1.Sam.3/8: "Jehovah habe Samuel dreimal gerufen, und er am dritten Mal geantwortet". 1.Sam.20/5,12,19,20,35,36,41: "Da Saul David töten wollte, habe sich David auf dem Felde verborgen bis zum dritten Abend; Jonathan habe zu David gesagt: ich will ausforschen meinen Vater um die dritte Zeit; daß Jonathan drei Pfeile schießen sollte zur Seite des Steines; und daß David dann vor Jonathan auf sein Antlitz zur Erde gefallen sei und sich gebückt habe dreimal". 2.Sam.24/12,13: "David sollte sich aus Dreierlei eins erwählen, entweder sieben Jahre Hunger im Lande, oder drei Monate fliehen vor seinen Feinden, oder drei Tage Pestilenz im Lande". 2.Sam.21/1: "Ein Hunger sei zu Davids Zeiten drei Jahre gewesen, Jahr nach Jahr". 1.Kön.17/21: "Elias habe sich dreimal über dem toten Knaben gemessen, und ihn lebendig gemacht". 1.Kön.18/34: "Elias habe, als er Jehovah einen Altar gebaut hatte, gesagt, sie sollen Wasser gießen auf das Brandopfer und auf das Holz dreimal". 2.Kön.1/13: "Das Feuer habe die Hauptmänner über fünfzig verzehrt, die zu Elias gesandt waren, zweimal, nicht aber den zum dritten Male Gesandten". 2.Kön.19/29: "Ein Zeichen sollte es dem König Hiskia sein, daß sie essen sollten, was in demselben Jahre von selbst gewachsen, im zweiten Jahre, was wild aufgegangen, im dritten Jahre aber sollten sie säen, und Weinberge pflanzen, und deren Frucht essen". Dan.6/11,14: "Daniel sei in sein Haus gegangen, und habe offene Fenster gehabt im Obersaal gegen Jerusalem, wo er dreimal des Tages auf den Knien segnete und betete". Dan.10/2,3: "Daniel habe drei Wochen von Tagen getrauert, das Brot der Begehrlichkeiten nicht essend, noch Wein trinkend, noch sich salbend, bis die drei Wochen von Tagen erfüllt würden". Jes.20/3: "Jesaja sei nackt und barfuß gegangen drei Jahre, zum Zeichen und Wunder über Ägypten und über Kusch". 2. Mose 15/32,33: "Aus dem Leuchter sollten drei Röhren zu beiden Seiten gehen, und drei mandelblütige Kelche sollten sein an jeder Röhre". 2. Mose 28/17-19: "In den Urim und Thummim sollten drei Edelsteine in jeder Reihe sein". Hes.40/10,21,48: "Im neuen Tempel sollten Gemächer des Tores drei sein hier, und drei dort; ein Maß allen dreien, und an der Halle des Hauses, die Breite des Tores drei Ellen hier und drei Ellen dort". Hes.48/31-34: "Im neuen Jerusalem sollen sein drei Tore gegen Mitternacht, und drei gegen Abend, drei gegen Morgen, drei gegen Mittag"; und Joh.Offenb.21/13. Ebenso im folgendem: "Petrus habe dreimal Jesum verleugnet": Matth.26/34,69 und weiter: "Der Herr habe zu Petro dreimal gesagt: Liebst du Mich?": Joh.21/17. "Dann in dem Gleichnis, daß ein Mensch, der einen Weinberg pflanzte, dreimal Knechte sandte, zuletzt seinen Sohn": Luk.20/12; Mark.12/2,4-6. "Die, welche im Weinberge arbeiteten, seien gedinget worden um die dritte, um die sechste, um die neunte und um die elfte Stunde": Matth.20/1-17. "Und vom Feigenbaum, daß er abgehauen werden sollte, weil er in drei Jahren keine Früchte trug": Luk.13/6,7. Wenn das Dreifache und das Dritte vorbildlich waren, so war es auch der dritte Teil, z.B. daß beim Speisopfer zwei Zehenten vom Semmelmehl gemengt sein sollten mit Öl, einem dritten Teil vom Hiu, und Wein zum Trankopfer sein sollte, der dritte Teil vom Hin": 4. Mose 15/6,7; Hes.46/14. Hes.5/1,2,11: "Er sollte ein Schermesser führen über sein Haupt und über seinen Bart, und danach die Haare teilen, und das Dritt-Teil mit Feuer verbrennen, das Dritt-Teil mit dem Schwert ringsumher schlagen, und das Dritt-Teil in den Wind streuen". Sach.13/8,9: "Auf der ganzen Erde sollten zwei Teile ausgerottet werden, und der dritte Teil übrigbleiben; aber der dritte Teil durchs Feuer geführt und geläutert werden". Joh.Offenb.8/7-12: "Als der erste Engel posaunte, ward ein Hagel und Feuer, gemengt mit Blut, und fiel auf die Erde, so daß der dritte Teil der Bäume verbrannte. Und der zweite Engel posaunte, und ein großer Berg, der mit Feuer brannte, wurde gestürzt ins Meer, und der dritte Teil des Meeres ward Blut, und davon starb der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, welche Seelen hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde verdorben. Der dritte Engel posaunte, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, der wie eine Fackel brannte, und fiel auf den dritten Teil der Flüsse; der Name des Sternes heißt Wermut. Der vierte Engel posaunte, so daß geschlagen wurde der dritte Teil der Sonne, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, so daß verfinstert wurde ihr dritter Teil, und der Tag an seinem dritten Teil nicht schien, und die Nacht desgleichen". Joh.Offenb.9/15: "Es wurden erlöst die vier Engel, daß sie töteten den dritten Teil der Menschen". Joh.Offenb.9/18: "Von diesen Dreien wurden getötet der dritte Teil der Menschen vom Feuer, vom Rauche und vom Schwefel, der aus dem Maule der Rosse ausging". Joh.Offenb.12/4: "Der Drache zog mit dem Schwanz den dritten Teil der Sterne des Himmels, und warf sie auf die Erde". Aber der dritte Teil bedeutet etwas, und nicht das Volle; wo hingegen das Dritte und Dreifache das Erfüllte (bedeutet), und zwar für die Bösen das Böse und für die Guten das Gute. 2789. "Da erhob Abraham seine Augen und sah", 1. Mose 22/4, daß dies das Denken und das Schauen aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Augen, sofern sie sind die Einsicht, worüber Nr. 2701; daher die Augen erheben, bedeutet jene (die Einsicht) erheben, somit denken; und aus der Bedeutung des Sehens, sofern es ist aus dem Göttlichen betrachten, weil es ausgesagt wird vom Herrn. 2790. "Den Ort von ferne", 1. Mose 22/4, daß dies bedeutet in den Zustand, den er vorhersah, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, worüber Nr. 1273-1277, 1376-1381, 2625; und aus der Bedeutung des Sehens von ferne, sofern es ist vorhersehen. 2791. Vers 5: Und Abraham sprach zu seinen Knaben: Bleibet euch hier mit dem Esel, ich und der Knabe wollen hingehen bis dort und uns bücken, und wiederkommen zu euch. "Und Abraham sprach zu seinen Knaben: Bleibet euch hier mit dem Esel" bedeutet die Trennung des früheren Vernünftigen mit dem Natürlichen (alsdann); "ich und der Knabe wollen hingehen bis dort" bedeutet das göttlich Vernünftige im Zustand des Wahren, gerüstet auf die schwersten und innersten Versuchungskämpfe. Der Knabe ist das göttlich Vernünftige in solchem Zustande; "und uns bücken" bedeutet die Unterwerfung; "und wiederkommen zu euch" bedeutet die Verbindung hernach. 2792. "Abraham sprach zu seinen Knaben: Bleibet euch hier mit dem Esel", 1. Mose 22/5, daß dies die Trennung des früheren Vernünftigen mit dem Natürlichen alsdann bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von "bleibet euch hier", sofern es ist so lange getrennt werden; aus der Bedeutung der Knaben, sofern sie sind das frühere Vernünftige, worüber Nr. 2782; und aus der Bedeutung des Esels, sofern er der natürliche Mensch, oder das Natürliche, worüber ebenfalls Nr. 2781. 2793. "Ich und der Knabe wollen hingehen bis dort", 1. Mose 22/5, daß dies das göttlich Vernünftige im Zustande des Wahren, gerüstet auf die schwersten und innersten Versuchungskämpfe bedeutet, und daß der Knabe das göttlich Vernünftige in solchem Zustande ist, kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, hier aber, weil nicht Jischak gesagt wird, auch nicht mein Sohn, wie vorhin, sondern "der Knabe", ist es das göttlich Vernünftige in solchem Zustande, worüber gleich folgt. 2794. "Und uns bücken", 1. Mose 22/5, daß dies die Unterwerfung bedeutet, kann er erhellen ohne Erklärung. 2795. "Und wiederkommen zu euch", 1. Mose 22/5, daß dies die Verbindung hernach bedeutet, kann ebenfalls erhellen ohne Erklärung. Weil in diesem Kapitel von den schwersten und innersten Versuchungen des Herrn gehandelt wird, werden auch alle Zustände beschrieben, die Er übernahm, als er jene bestand: Der erste Zustand wird beschrieben im 3. Vers, der zweite Zustand in diesem Vers, der dritte Zustand im gleich folgenden Vers, und die übrigen nachher. Aber sie können für die gemeine Fassung nicht auseinandergesetzt werden, wenn man nicht vorher mehreres weiß, nicht nur vom Göttlichen des Herrn, das hier durch Abraham vorgebildet wird, sondern auch von Seinem Göttlich-Menschlichen, das durch Jischak und vom Zustand des Vernünftigen, da es Versuchungskämpfe einging und bestand, das hier der Knabe ist. Außerdem was und wie beschaffen das frühere Vernünftige, wie auch das Natürliche, das jene (Knaben mit dem Esel), sodann wie beschaffen der Zustand als das eine mit dem anderen verknüpft, und wie beschaffen der Zustand, da sie mehr oder weniger getrennt waren. Überdies muß man mehreres über die Versuchungen wissen, z.B. was äußere und innere Versuchungen, daher was die innersten und schwersten Versuchungen, die der Herr hatte, wovon in diesem Kapitel; solange man solches nicht weiß, kann das, was in diesem Vers steht, gar nicht faßlich beschrieben werden, und wenn es beschrieben würde, ob auch noch so klar, so müßte es doch dunkel erscheinen. Den Engeln, weil sie im Lichte des Himmels vom Herrn sind, ist das alles deutlich und klar, ja wonnevoll, weil im höchsten Grad himmlisch. Hier soll nur gesagt werden, daß der Herr gar nicht versucht werden konnte, da Er im eigentlich Göttlichen war, denn das Göttliche ist unendlich erhaben über alle Versuchungen; aber Er konnte es in betreff des Menschlichen. Dies ist die Ursache, warum Er, da Er die schwersten und innersten Versuchungen bestand, sich das frühere Menschliche, nämlich das Vernünftige und Natürliche desselben beifügte, wie es im 3. Vers beschrieben wird, und warum Er Sich hernach davon trennte, wie in diesem Vers gesagt wird, aber dennoch ein solches beibehielt, wodurch Er versucht werden konnte, und das ist der Grund, warum hier nicht gesagt wird Jischak, mein Sohn, sondern Knabe, und daß unter diesem verstanden wird, das göttlich Vernünftige in solchem Zustand, nämlich im Zustand des Wahren, gerichtet auf die schwersten und innersten Versuchungskämpfe; man sehe Nr. 2793. Daß nicht das Göttliche Selbst, auch nicht das Göttlich-Menschliche versucht werden konnte, kann jedem schon daraus erhellen, daß nicht einmal Engel dem Göttlichen nahen können, geschweige denn Geister, die Versuchungen herbeiführen, und noch weniger die Höllen. Hieraus wird klar, warum der Herr in die Welt gekommen ist, und den eigentlich menschlichen Zustand mit seiner Schwachheit annahm, denn so konnte Er in betreff des Menschlichen versucht werden, und durch Versuchungen die Höllen unterjochen, und alles und jedes zum Gehorsam und in Ordnung bringen, und das Menschengeschlecht selig machen, das sich vom höchsten Göttlichen so weit entfernt hatte. 2796. Was die Annahmen verschiedener Zustände vom Herrn betrifft, von denen hier gehandelt wird, so können sie nicht anders als dem Menschen unbekannt sein, weil er gar nicht über die Veränderungen der Zustände nachdenkt, während sie doch fortwährend eintreten, sowohl im Verstandesgebiet oder in den Gedanken, als im Willensgebiet oder in den Neigungen. Daß er darüber nicht nachdenkt, kommt daher, weil er glaubt, alles und jedes bei ihm erfolge in natürlicher Ordnung, und es sei nichts Höheres, das lenkt; während es sich doch so verhält, daß alles und jedes durch Geister und Engel bei ihm geordnet, und daß alle Zustände und Zustandsveränderungen daher kommen, und so vom Herrn gelenkt werden zu ewigen Zwecken, die allein der Herr vorhersieht. Daß sich die Sache so verhält, ist mir nun durch die Erfahrung mehrerer Jahre sehr bekannt geworden. Überdies ist es mir zu wissen und zu beobachten gegeben worden, welche Geister und Engel bei mir waren, und welche Zustände sie herbeiführten; und das kann ich versichern, daß alle Zustände bis auf deren Kleinstes von daher kommen, und daß sie vom Herrn so geordnet werden. Ferner ist mir zu wissen und zu beobachten gegeben worden, daß in einem jeden Zustand sehr viele andere Zustände sind, die nicht erschienen, und die, wenn sie beisammen sind, wie ein einziger allgemeiner erschien, und daß diese Zustände geordnet sind, gemäß den Zuständen, die der Ordnung nach in ihrer Reihe aufeinanderfolgen: dies geschieht bei den Menschen vom Herrn, aber beim Herrn selbst, als Er in der Welt lebte, geschahen sie von Ihm selbst, weil Er göttlich war, und das eigentliche Sein Seines Lebens Jehovah gewesen ist. Die Veränderungen der Zustände im Verstandes- und Willensgebiet beim Menschen, und in welcher Ordnung sie erfolgen, ferner, durch welche Reihenfolgen sie sich fortbewegen, und also, wie sie, soviel als möglich, vom Herrn zum Guten gelenkt werden, dieses wissen, ist engelisch. Die Weisheit der Engel ist so beschaffen, daß sie das kleinste solcherart inne werden, daher kommt es, daß dieses, was über die Veränderungen des Zustandes beim Herrn im inneren Sinn geoffenbart worden ist, den Engeln, weil sie im Lichte des Himmels vom Herrn sind, klar und deutlich wahrnehmbar ist, auch einigermaßen verständlich dem Menschen, der im einfältig Guten lebt; aber bloß dunkel und wie nichts denen, die im Bösen, ferner, die in den Irrmeinungen der Weisheit sind, denn diese haben ihr natürliches und vernünftiges Licht, durch mehreres, was Finsternis herbeigeführt hat, verdunkelt und ausgelöscht, obwohl diese glauben, sie seien mehr als andere im Lichte. 2797. Vers 6: Und Abraham nahm das Holz des Brandopfers, und legte es auf Jischak, seinen Sohn, und nahm in seine Hand das Feuer und das Messer, und gingen sie beide miteinander. "Und Abraham nahm das Holz des Brandopfers" bedeutet das Verdienst der Gerechtigkeit; "und legte es auf Jischak, seinen Sohn" bedeutet, es sei dem göttlich Vernünftigen beigefügt worden; "und nahm in seine Hand das Feuer und das Messer" bedeutet das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens; "und gingen sie beide miteinander" bedeutet die Vereinigung, soweit sie möglich war. 2798. "Und Abraham nahm das Holz des Brandopfers", 1. Mose 22/6, daß dies das Verdienst der Gerechtigkeit bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 2784 gesagt und gezeigt worden ist, sowie auch ohne weitere Erklärung. "Und legte es auf Jischak", 1. Mose 22/6, daß dies bedeutet, es sei dem göttlich Vernünftigen beigefügt worden, nämlich das Verdienst der Gerechtigkeit, kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn, wovon oft im Vorigen, und aus der Bedeutung von auf ihn legen, sofern es ist hinzufügen. "Sein Sohn" wird gesagt, weil das Göttlich-Menschliche des Herrn nicht nur von Jehovah empfangen, sondern auch geboren wurde; daß der Herr von Jehovah empfangen wurde, ist sehr bekannt aus dem Worte des Herrn, weshalb Er genannt wird der Sohn des Höchsten, Sohn Gottes und der Eingeborene des Vaters: Matth.2/15; 3/16,17; 16/13-17; 17/5; 27/43,54; Mark.1/10; 9/7,9; 14/61,62; Luk.1/31,32,35; 3/21,22; 9/35; 10/22; Joh.1/14,18,50; 3/13,16-18; 5/20-27; 6/69; 9/34,35,38; 10/35,36; 20/30,31; außerdem in sehr vielen anderen Stellen, wo Er Jehovah Seinen Vater nennt. Daß Er von der Jungfrau Maria geboren wurde, ist ebenfalls bekannt, aber wie ein anderer Mensch, dagegen als Er wiederum geboren oder göttlich wurde, wurde Er es von Jehovah, Der in Ihm war, und Der Er selbst (war) in betreff des eigentlichen Seins Seines Lebens. Die Vereinigung des göttlichen und menschlichen Wesens geschah gegenseitig und wechselseitig, so daß Er das göttliche Wesen vereinigte mit dem Menschlichen und das Menschliche mit dem Göttlichen, man sehe Nr. 1921, 1999, 2004, 2005, 2018, 2025, 2083, 2508, 2523, 2618, 2628, 2632, 2728, 2729. Hieraus kann erhellen, daß der Herr aus eigener Macht in Sich das Menschliche göttlich machte, und so die Gerechtigkeit wurde. Das Verdienst der Gerechtigkeit war es, das dem göttlich Vernünftigen beigefügt wurde, als Er die inwendigsten Versuchungen bestand, aus dem Er dann kämpfte, und gegen das die bösen Genien kämpften, bis Er auch jenes verherrlichte. Das ist es, was im inneren Sinne dadurch verstanden wird, daß Abraham das Holz des Brandopfers auf Jischak seinen Sohn legte, und das ist es, was von den Engeln vernommen wird, wenn diese Worte gelesen werden. 2799. "Und nahm in seine Hand das Feuer und das Messer", 1. Mose 22/6, daß dieses bedeutet das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es ist das Gute der Liebe, worüber Nr. 934; und aus der Bedeutung des Messers, sofern es ist das Wahre des Glaubens. Daß das Messer, das bei den Schlachtopfern zu den Opfertieren gebraucht wurde, das Wahre des Glaubens bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Schwertes oder Schwertchens im Worte, denn anstatt des Messers wird Schwertchen gesagt. Beide haben die gleiche Bedeutung, doch mit dem Unterschied, daß das Messer, das zu den Opfertieren gebraucht wurde, das Wahre des Glaubens bedeutete, aber das Schwert das kämpfende Wahre; und weil das Messer selten im Worte genannt wird, aus einer geheimen Ursache, wovon später, so darf gezeigt werden, was das Schwert bedeutet: Schwert bedeutet im inneren Sinn das kämpfende Wahre des Glaubens, dann die Verwüstung des Wahren; und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende Falsche und die Bestrafung des Falschen. I. Daß Schwert bedeutet das kämpfende Wahre des Glaubens , kann erhellen aus folgenden Stellen: Ps.45/4,5: "Gürte Dein Schwert auf Deine Hüfte, Mächtiger, mit Deiner Herrlichkeit und Deiner Ehre sei glücklich, reite auf dem Worte der Wahrheit, und es wird Dich lehren Wunder deine Rechte": wo vom Herrn; Schwert für das kämpfende Wahre. Ps.149/5,6: "Frohlocken werden die Barmherzigen in Herrlichkeit, sie werden singen auf ihren Lagern; Erhebungen Gottes in ihrer Kehle, und das Schwert der Schärfen in ihrer Hand". Jes.49/1,2: "Jehovah hat vom Mutterleibe an Mich gerufen, von den Eingeweiden meiner Mutter hat Er meines Namens gedacht, Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert, bereitet Mich zu einem gereinigten Pfeile": das scharfe Schwert für das kämpfende Wahre, der gereinigte Pfeil für das Wahre der Lehre, man sehe Nr. 2686, 2709. Jes.31/8: "Es wird Aschur fallen durch das Schwert nicht eines Mannes, das Schwert nicht eines Menschen wird ihn fressen, und er wird für sich fliehen vor dem Schwerte, und seine Jünglinge werden zinsbar sein": Aschur für das Vernünfteln in göttlichen Dingen: Nr. 119, 1186; das Schwert nicht eines Mannes und nicht eines Menschen für: das Falsche; das Schwert, vor dem fliehen wird, für: das kämpfende Wahre. Sach.9/12-14: "Kehret euch zur Festung, ihr Gebundenen, in der Erwartung, auch heute verkündige Ich, doppelt will Ich dir erwidern, der Ich Mir Judah zum Bogen gespannt, Ephraim gefüllt, und erweckt habe deine Söhne, Zion, gegen deine Söhne, Javan, und will dich stellen, so wie das Schwert eines Starken, und Jehovah wird über ihnen erscheinen, und ausfahren wird der Blitz, sein Pfeil": das Schwert eines Starken für das kämpfende Wahre. Joh.Offenb.1/13,16: "In der Mitte der sieben Sterne Einer gleich einem Menschensohne; Er hielt in Seiner Rechten sieben Sterne, und aus Seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert; und Sein Antlitz wie die Sonne, wenn sie leuchtet in ihrer Kraft". Joh.Offenb.2/12,16: "So spricht Der, Welcher das scharfe, zweischneidige Schwert hat, kommen werde Ich dir schnell, und kämpfen wider sie mit dem Schwerte Meines Mundes": das scharfe, zweischneidige Schwert offenbar für das kämpfende Wahre, das deshalb als ein Schwert aus dem Munde dargestellt wird. Joh.Offenb.19/15,21: "Aus dem Munde Dessen, Der auf dem weißen Pferde saß; ging aus ein scharfes Schwert, und mit demselben wird Er schlagen die Heiden; und sie wurden getötet mit dem Schwerte des auf dem Pferde Sitzenden, das aus Seinem Munde ging": wo es klar ist, daß das Schwert aus dem Munde das kämpfende Wahre ist; daß der auf dem weißen Pferde Sitzende das Wort ist, somit der Herr, Der das Wort, sehe man Nr. 2760-2763. Daher sagt der Herr bei Matth.10/34: "Darum meinet nicht, daß Ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde, Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert". Luk.22/36-38: "Nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe seine Kleider und kaufe ein Schwert; sie sprachen: Herr, siehe, hier (sind) zwei Schwerter; aber Jesus sagte: es genügt": wo durch Schwert nichts anderes verstanden wird, als das Wahre, aus dem und für das sie kämpfen sollten. Hos.2/18: "Ich werde ihnen schließen an jenem Tage einen Bund mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel und mit dem Gewürm des Bodens, und den Bogen, und das Schwert und den Krieg werde ich zerbrechen von der Erde, und machen, daß sie sicher liegen": wo vom Reich des Herrn; durch zerbrechen den Bogen das Schwert und den Krieg, wird bezeichnet, daß kein Kampf da (sein soll) über die Lehre und das Wahre. Jos.5/13,14: "Josua erhob seine Augen und sah und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber und ein aus der Scheide gezogenes Schwert in seiner Hand; er sprach zu Josua: Ich bin der Fürst des Heeres Jehovahs; und Josua fiel auf sein Antlitz zur Erde": dies (geschah), als Josua mit den Söhnen Israels einzog in das Land Kanaan, wodurch verstanden wird der Eingang der Gläubigen in das Reich des Herrn; das kämpfende Wahre, das der Kirche angehört, ist das aus der Scheide gezogene Schwert in der Hand des Fürsten des Heeres Jehovahs. Daß aber durch die Schwertchen oder Messer das Wahre des Glaubens verstanden wird, kann hieraus erhellen. Ferner, daß sie nicht nur bei den Schlachtopfern, sondern auch bei der Beschneidung gebraucht wurden, bei letzterer waren sie aus Stein, und hießen Schwertchen der Felsen, wie bei Jos.5/2,3, erhellt: "Jehovah sprach zu Josua, mache dir Schwertchen von Felsen, und gehe wieder, beschneide die Söhne Israels zum zweiten Male; und Josua machte sich Schwertchen von Felsen und beschnitt die Söhne Israels am Hügel der Vorhäute": daß die Beschneidung das Vorbild der Reinigung von der Selbst- und Weltliebe war, sehe man Nr. 2039, 2632; und weil diese Reinigung durch die Wahrheiten des Glaubens geschieht, darum Schwertchen von Felsen: Nr. 2039 E, 2046 E. II. Daß Schwert die Verwüstung des Wahren bedeutet, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.51/19,20: "Diese zwei Dinge werden dir widerfahren, wer möchte Leid tragen mit dir, die Verwüstung und die Zerbrechung, und der Hunger und das Schwert, wer möchte dich trösten; deine Söhne sind verschmachtet, sie lagen im Haupt aller Gassen": Hunger für die Verwüstung des Guten, und Schwert für die Verwüstung des Wahren; liegen im Haupt aller Gassen für beraubt werden alles Wahren; daß die Gasse das Wahre ist: Nr. 2336; was Verwüstung, sehe man Nr. 301-304, 407, 408, 410, 411. Jes.65/12: "Ich will euch zählen zum Schwert, und ihr alle werdet euch zur Schlachtung bücken, darum, weil Ich gerufen habe, und ihr habt nicht geantwortet, Ich habe geredet, und ihr habt nicht gehört". Jes.66/16: "Im Feuer wird Jehovah richten, und im Schwert alles Fleisch, und viele werden sein Durchbohrte Jehovahs": Durchbohrte Jehovahs für Verwüstete. Jerem.12/12,13: "Auf alle Hügel in der Wüste sind Verwüster gekommen, weil das Schwert Jehovahs frißt vom Ende des Landes und bis zum Ende des Landes; kein Feind allem Fleisch; sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet": das Schwert Jehovahs offenbar für Verwüstung des Wahren. Jerem.5/12,13: "Sie haben gegen Jehovah gelogen und gesagt: Es ist nicht, und nicht wird kommen über uns das Böse, und das Schwert, den Hunger werden wir nicht sehen; und die Propheten werden als ein Wind sein und keine Rede in ihnen". Jerem.11/22: "Ich halte Heimsuchung über sie, die Jünglinge werden sterben durch das Schwert; ihre Söhne und ihre Töchter werden sterben vor Hunger". Jerem.14/12,13: "Wenn sie opfern Brandopfer und Speisopfer, so werde Ich solches nicht gnädig ansehen, weil durch Schwert und durch Hunger und durch Pest Ich ihnen den Garaus mache; und ich habe gesagt: Ach, Herr Jehovah, siehe, die Propheten sagen ihnen: ihr werdet nicht sehen das Schwert, und ihr werdet keinen Hunger haben". Jerem.32/24,36: "Die Stadt ist gegeben in die Hand der Chaldäer, die gegen sie kämpften Angesichts des Schwertes, und des Hungers, und der Pest". Jerem.24/10: "Ich werde schicken unter sie das Schwert, und den Hunger, und die Pest, bis sie Garaus werden von dem Boden, den Ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe". In diesen Stellen wird die Verwüstung beschrieben durch Schwert, Hunger und Pest; durch Schwert die Verwüstung des Wahren, durch Hunger die Verödung des Guten, durch Pest Fortmachen bis zum Garaus. Hes.5/1,2,12,17: "Du Menschensohn, nimm ein scharfes Schwert, das Schermesser der Scherer, nimm dir solches und laß es gehen über dein Haupt, und über deinen Bart und nimm dir Waagschalen des Gewichts, und teile sie, den dritten Teil verbrenne mit Feuer inmitten der Stadt; den dritten Teil schlage mit dem Schwerte rings um sie her, und den dritten Teil zerstreue in den Wind, und das Schwert will Ich hinter ihnen ausziehen. Der dritte Teil werden sterben an der Pest, und werden durch den Hunger Garaus werden in der Mitte, und der dritte Teil wird fallen durch das Schwert ringsumher, und den dritten Teil werde Ich in alle Winde zerstreuen, und das Schwert ausziehen hinter ihnen": dort von der Verwüstung des natürlich Wahren, die so beschrieben wird. Hes.7/15: "Das Schwert draußen, und die Pest und der Hunger drinnen, wer auf dem Felde ist, wird durch das Schwert sterben, und wer in der Stadt, den wird der Hunger und die Pest fressen". Hes.21/3-5,8-10,28,29: "Du sollst sagen zum Lande Israels, so sprach Jehovah: Siehe, Ich will an dich, und Ich werde herausziehen Mein Schwert aus seiner Scheide, und Ich werde ausrotten lassen aus dir den Gerechten und den Gottlosen: darum, daß Ich ausrotten lasse aus dir den Gerechten und den Gottlosen: deswegen wird Mein Schwert aus seiner Scheide gehen, es wird nicht mehr zurückkehren. Es geschah das Wort Jehovahs zu mir, sprechend: Du Menschensohn, weissage und sprich: so sprach Jehovah, sage, das Schwert, das Schwert ist geschärft und auch gefegt; zu schlachten eine Schlachtung ist es geschärft; und daß es einen Blitz hat, ist es gefegt. Du Menschensohn, weissage und sprich. So sprach der Herr Jehovah zu den Söhnen Ammons, und zu ihrer Schmach: du sollst sagen, das Schwert, das Schwert ist geöffnet zur Schlachtung, und gefegt zum Garausmachen wegen des Blitzes, wenn du dir schaust, ist es Nichtswürdigkeit, wenn du dir wahrsagst, ist es Lüge": wo durch Schwert nichts anderes bezeichnet wird als Verwüstung, wie es aus dem einzelnen im inneren Sinn erhellt. Hes.26/9-11: "Der König von Babel zerstört deine Türme mit seinen Schwertern, vor der Menge der Pferde wird dich bedecken ihr Staub, vor der Stimme des Reiters und des Rades und des Wagens werden bewegt werden deine Mauern, von den Hufen deiner Pferde wird er zertreten alle deine Gassen": was Babel ist, sehe man Nr. 1326; daß es verwüstet: Nr. 1327. Ps.7/13: "Wenn er sich nicht bekehren wird, wird Gott Sein Schwert schärfen, Er wird Seinen Bogen spannen und ihn zurichten". Jerem.4/10: "Ich sprach: Ach, Herr, fürwahr Du hast auferlegt, ja auferlegt diesem Volk und Jerusalem Lasten, sagend: Friede wird euch sein, und hingereicht hat das Schwert bis an die Seele". Jerem.46/14: "Verkündiget in Ägypten und lasset es hören in Mizdal: stehe und bereite dich, weil fressen wird das Schwert deine Umgebungen". Jerem.50/35-38: "Schwert über die Chaldäer, und an die Bewohner Babels, und an ihre Vorsteher, und an ihre Weisen; Schwert an die Schwätzer, und sie werden Narren sein; Schwert an ihre Starken, und sie werden bestürzt werden, Schwert an ihre Pferde und an ihren Wagen und an allen wirren Haufen, der in ihrer Mitte ist, und werden zu Weibern werden, Schwert an ihre Schätze, und sie werden geplündert werden; Dürre an ihre Gewässer, und sie werden vertrocknen": Schwert offenbar für die Verwüstung des Wahren, denn es heißt, Schwert soll kommen an die Weisen, an die Schwätzer, an die Starken, an die Pferde und den Wagen, an die Schätze, und Dürre an die Gewässer, und sie werden vertrocknen; Jerem.Klagel.5/6,8,9: "Ägypten gaben wir die Hand, dem Aschur uns zu sättigen mit Brot; Knechte sind Herren geworden über uns; es befreit uns niemand aus ihrer Hand; bei unserer Seele brachten wir unser Brot, Angesichts des Schwertes der Wüste". Hos.11/5,6: "Nicht soll er zurückkehren zum Lande Ägyptens, und Aschur, der ist sein König, weil sie sich weigerten sich zu bekehren zu Mir, und das Schwert schwebt in seinen Städten, und wird gar machen seine Riegel, und wird fressen um ihrer Ratschläge willen". Amos 4/10: "Ich habe geschickt wider euch die Pest auf dem Wege Ägyptens, getötet mit dem Schwert eure Jünglinge da, samt der Gefangenschaft eurer Pferde": auf dem Wege Ägyptens für Wißtümliches, das verwüstet, wenn man daraus über das Göttliche vernünftelt. Gefangenschaft der Pferde für das unfähig gewordene Verständige. III. Daß Schwert im entgegengesetzten Sinn das kämpfende Falsche bedeutet, kann erhellen bei Ps.57/5: "Mit meiner Seele liege ich inmitten von Löwen, die anflammen die Söhne der Menschen, ihre Zähne sind Lanzen und Pfeile, und ihre Zungen ein scharfes Schwert". Ps.59/8: "Siehe, sie werfen aus mit ihrem Munde Schwerter (sind) in ihren Lippen, denn wer mag es hören". Jes.14/19: "Du bist herausgeworfen aus deinem Grabe, wie ein greulicher Zweig, das Kleid der Erwürgten, die durchbohrt sind mit dem Schwert, die hinabgefahren zu den Steinen der Grube, wie eine zertretene Leiche": wo von Luzifer. Jerem.2/30,31: "Vergeblich habe Ich geschlagen eure Söhne, Zucht haben sie nicht angenommen; es frißt euer Schwert eure Propheten, wie ein Löwe, der verdirbt; o Geschlecht, sehet doch ihr das Wort Jehovahs, bin Ich gewesen eine Wüste für Israel". Jerem.6/25,26: "Du sollst nicht hinausgehen auf das Feld, und auf dem Wege nicht wandeln, denn ein Schwert hat der Feind, Schrecken ist ringsum". Jerem.25/15,16,27: "Nimm den Becher des Weines des Grimms, und tränke damit alle Völkerschaften, zu denen Ich dich sende, und sie werden trinken, und erregt werden, und rasen vor dem Schwerte, das Ich sende unter euch; trinket und werdet trunken, und schreiet und fallet, und sollt nicht wieder aufstehen vor dem Schwerte". Jerem.46/9,10: "Steiget auf, ihr Rosse, raset ihr Wagen, ausziehen sollen die Starken, Chusch und Puth, welche ergreifen den Schild, und die Ludier, welche ergreifen und spannen den Bogen, und dies ist der Tag des Herrn Jehovah der Heerscharen, der Tag der Rache, und fressen wird das Schwert und gesättigt werden und trunken werden von ihrem Blute". Hes.16/39,40: "Sie werden dir ausziehen deine Kleider und werden dir nehmen die Geräte deiner Herrlichkeit, und werden dich lassen nackt und bloß, und steigen lassen über dich eine Versammlung, und dich steinigen mit dem Stein, dich durchbohren mit ihren Schwertern": wo von den Greueln Jerusalems. Sach.11/17: "Wehe, dem nichtswürdigen Hirten, dem Verlasser der Herde, Schwert auf seinem Arm und auf das rechte Auge, sein Arm wird verdorren, ja verdorren, und sein rechtes Auge dunkel, ja dunkel werden". Hos.7/15,16: "Wider mich haben sie Böses gedacht, fallen werden ihre Fürsten durch das Schwert, wegen des Zornes ihrer Zunge, das ihr Spott im Lande Ägyptens (sei)". Luk.21/23,24: "Es wird große Not auf Erden sein, und Zorn in diesem Volk, denn sie werden fallen durch den Mund des Schwertes, und werden gefangen geführt werden unter alle Heiden, endlich wird Jerusalem zertreten werden von den Heiden": wo der Herr von der Vollendung des Zeitlaufes, im Buchstabensinn von den Juden, daß sie zerstreut und von Jerusalem, daß es zerstört werden sollte; aber im inneren Sinn vom letzten Zustand der Kirche; durch Fallen durch den Mund des Schwertes wird bezeichnet, daß kein Wahres mehr, sondern lauter Falsches; durch alle Heiden wird bezeichnet Böses jeder Art, unter das sie gefangen geführt werden sollten; daß Heiden (Völkerschaften) Böses sind, sehe man Nr. 1259, 1260, 1849, 1868; daß Jerusalem die Kirche ist: Nr. 2117, die so zertreten wurde. IV. Daß Schwert auch die Strafe des Falschen bedeutet, erhellt bei Jes.27/1: "An jenem Tage wird heimsuchen Jehovah mit Seinem harten und großen und starken Schwert, den Leviathan, die längliche Schlange, und den Leviathan, die krumme Schlange, und wird töten die Getiere, die im Meer": wo von denjenigen, die durch Vernunftschlüsse aus dem Sinnlichen und Wissenschaftlichen in die Geheimnisse des Glaubens eingehen; das harte, große und starke Schwert für die Strafe des Falschen daraus. Wo gelesen wird, daß sie verbannt und getötet worden seien durch den Mund des Schwertes, zuweilen vom Manne bis zum Weib, vom Knaben bis zum Greise, zum Ochsen, Schaf und Esel, wird im inneren Sinn die Strafe der Verdammnis des Falschen verstanden, wie Jos.6/21; 8/24,25; 10/28,30,37,39; 11/10-12,14; 13/22; 19/47; Richt.1/8,25; 4/15,16; 18/27; 20/37; 1.Sam.15/8,11; 2.Kön.10/25 und anderswo, weshalb befohlen wurde, "daß die Stadt, die andere Götter verehrte, geschlagen werden sollte mit dem Schwert, verbannt und mit dem Feuer verbrannt werden sollte, und sein ein ewiger Schutthaufen": 5. Mose 13/13,15-17: Schwert für die Strafe des Falschen, Feuer für die Strafe des Bösen. Daß der Engel Jehovahs mit einem aus der Scheide gezogenen Schwerte auf dem Wege gestanden sei gegen Bileam: 4. Mose 22/31, bedeutet das Wahre, sofern es dem Falschen, in dem Bileam war, entgegentrat, weshalb dieser auch mit dem Schwert getötet wurde: 4. Mose 31/8. Daß das Schwert im echten Sinn das kämpfende Wahre bedeutet, und im entgegensetzten Sinn das kämpfende Falsche, sodann die Verwüstung des Wahren, und die Strafe des Falschen, hat seinen Grund in den Vorbildern im anderen Leben; denn wenn dort jemand etwas redet, von dem er weiß, daß es falsch ist, dann fallen sogleich auf sein Haupt wie Schwertchen und versetzen in Schrecken; außerdem wird das kämpfende Wahre vorgebildet durch solche Dinge, die geschärft sind, wie Degen, sofern nämlich das Wahre ohne das Gute so beschaffen ist, aber mit dem Guten ist es abgerundet und sanft. Weil der Entstehungsgrund ein solcher ist, geschieht es, daß so oft Messer, oder Lanze, oder Schwertchen, oder Schwert im Worte genannt wird, den Engeln das kämpfende Wahre vorschwebt. Daß aber Messer kaum im Worte genannt wird, kommt daher, daß es im anderen Leben böse Geister gibt, die Massakrierer heißen, an deren Seite herabhängende Messer erscheinen, aus dem Grunde, weil sie eine wilde Natur haben, (so) daß sie jedem mit dem Messer erstechen wollen; daher kommt es, daß nicht der Messer, sondern der Schwertchen und Schwerter Erwähnung geschieht, denn diese erregen, weil sie bei Kämpfen gebraucht werden, die Vorstellung des Krieges, somit des kämpfenden Wahren. Weil den Alten bekannt war, daß Schwertchen, Dolch und Messer das Wahre bedeuten, deshalb pflegten die Heiden, zu denen solches durch Überlieferung kam, bei den Schlachtopfern sich mit Schwertchen, Dolchen oder Messern bis aufs Blut zu stechen und zu zerfleischen, wie gelesen wird von den Priestern Baals: "Die Priester Baals schrieen mit großer Stimme, und schnitten sich, gemäß ihrer Sitte, mit Schwertern und Pfriemen, bis zum Blutvergießen": 1.Kön.18/28. Daß alle Kriegswaffen im Worte solche Dinge bedeuten, die dem geistigen Kampf angehören, und jede (Waffe) etwas Besonderes, sehe man Nr. 2686. 2800. "Und gingen sie beide miteinander", 1. Mose 22/6, daß dieses die Vereinigung, soweit sie möglich war, bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. 2801. Vers 7: Da sprach Jischak zu Abraham, seinem Vater, und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Siehe ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz, und wo ist das Schaf zum Brandopfer? "Da sprach Jischak zu Abraham, seinem Vater, und sagte: Mein Vater! Und er sprach: siehe ich, mein Sohn" bedeutet das Zwiegespräch des Herrn aus der Liebe des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten; das göttlich Wahre ist der Sohn, das göttlich Gute ist der Vater; "und er sagte: siehe, das Feuer und das Holz" bedeutet, daß Liebe und Gerechtigkeit da sind; "wo ist das Schaf zum Brandopfer" bedeutet, wo diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte (seien), die geheiligt werden sollen. 2802. "Da sprach Jischak zu Abraham, seinem Vater, und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Siehe, ich, mein Sohn", 1. Mose 22/7, daß dies bedeutet ein Gespräch des Herrn aus der Liebe des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten, erhellt aus der Bedeutung Jischaks des Sohnes, sofern er ist das göttlich Wahre, und aus der Bedeutung Abrahams des Vaters, sofern er ist das göttlich Gute, wovon bald die Rede sein wird; und aus der Gefühlsregung, die in diesen Worten, insofern sie beiderseits aus der Liebe ist. Hieraus ist klar, daß es ein Gespräch des Herrn mit Seinem Vater ist. Daß in diesen Worten mehrere Geheimnisse verborgen liegen, als zur menschlichen Wahrnehmung gelangen können, kann daraus erhellen, daß "Er sprach" viermal in diesem Verse vorkommt. Es ist gewöhnlich im Worte, daß, wenn etwas Neues begonnen wird, gesagt wird, "und er sprach", man sehe Nr. 2061, 2238, 2260; ferner daraus, daß es Worte der Liebe sind, und wenn diese zur Wahrnehmung der himmlischen Engel gelangen, die im inneren Sinn sind, so bilden sie sich daraus die allerhimmlischsten Vorstellungen, denn diese (die himmlischen Engel) bilden sich aus der Gefühlsregung im Worte das Licht ihrer Vorstellungen; hingegen die geistigen Engel aus der Bedeutung der Worte und Sachen: Nr. 2157, 2275, so aus diesem, wo vier unterschiedene Perioden und Regungen der Liebe, solches, was niemals zum menschlichen Fassungsvermögen hinabkommen, noch in Worten ausgedrückt werden kann, und zwar in unaussprechlicher Menge und Mannigfaltigkeit, woraus erhellen kann, wie beschaffen das Wort im inneren Sinn ist, auch wo es im Buchstaben als einfältig erscheint, wie in diesem Verse. 2803. Daß das göttlich Wahre der Sohn, und das göttlich Gute der Vater, kann erhellen aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2633; und des Vaters, sofern er ist das Gute; sodann aus der Empfängnis und Geburt des Wahren, sofern sie aus dem Guten ist. Das Wahre kann nicht anderswoher sein und bestehen als aus dem Guten, wie öfters gezeigt worden ist. Daß hier der Sohn das göttlich Wahre ist und der Vater das göttlich Gute, hat den Grund, weil die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen, die göttliche Ehe des Guten mit dem Wahren, und des Wahren mit dem Guten ist, aus der die himmlische Ehe, denn in Jehovah oder dem Herrn ist nichts als das Unendliche, und weil das Unendliche, kann keinerlei Vorstellung gefaßt werden, nur, daß Er sei das Sein und Dasein alles Guten und Wahren, oder das Gute selbst und das Wahre selbst. Das Gute selbst ist der Vater, und das Wahre selbst ist der Sohn, aber weil eine göttliche Ehe des Guten und Wahren, und des Wahren und Guten ist, ist der Vater im Sohn, und der Sohn im Vater, wie der Herr selbst lehrt bei Joh.14/10,11: "Jesus sagt zu Philippus: glaubst du nicht, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir? glaubt mir, daß Ich im Vater und der Vater in Mir"; und Joh.10/36,38: "Jesus sagte zu den Juden, wenn ihr Mir ja nicht glaubet, so glaubet den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, der Vater sei in Mir und Ich im Vater"; Joh.17/9,10,21: "Ich bitte für sie, denn alles, was Mein ist, ist Dein, und was Dein ist, ist Mein, und daß sie alle eins seien, wie Du Vater in Mir und Ich in Dir"; Joh.13/31,32 und Joh.17/1: "Jetzt ist verherrlicht des Menschen Sohn und Gott ist verherrlicht in Ihm; wenn Gott verherrlicht ist in Ihm, wird Gott Ihn auch verherrlichen in Sich selber; Vater, verherrliche Deinen Sohn, damit auch Dein Sohn Dich verherrliche". Hieraus kann erhellen, welcherart die Vereinigung des Göttlichen und Menschlichen im Herrn ist, daß sie nämlich gegenseitig und wechselseitig oder rückbezüglich, und diese Vereinigung ist es, was die göttliche Ehe genannt wird, aus welcher die himmlische Ehe stammt, und diese ist das eigentliche Reich des Herrn in den Himmeln, worüber so bei Joh.14/20: "An jenem Tage werdet Ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und Ihr in Mir, und Ich in euch"; Joh.17/21-23,26: "für sie bitte Ich, daß sie alle eins seien, wie Du Vater in Mir, und Ich in Dir, daß auch sie in Uns eins seien, Ich in ihnen, und Du in Mir; auf daß die Liebe, womit Du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen". Daß diese himmlische Ehe die des Guten und des Wahren, und des Wahren und des Guten ist, sehe man Nr. 2508, 2618, 2728, 2729. Und weil das göttlich Gute gar nicht sein und bestehen kann ohne das göttlich Wahre, und das göttlich Wahre gar nicht ohne das göttlich Gute, sondern das eine im anderen gegenseitig und wechselseitig, darum ist offenbar, daß die göttliche Ehe von Ewigkeit gewesen ist, das ist, der Sohn im Vater, und der Vater im Sohne, wie der Herr selber lehrt bei Joh.17/5,24: "Nun verherrliche Mich, Du Vater, bei Dir selber, mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war". Aber das Göttlich-Menschliche, das geboren war von Ewigkeit, wurde auch geboren in der Zeit, und das in der Zeit geboren und verherrlicht worden ist, ist ebendasselbe; daher kommt es, daß der Herr so oft sagte, daß Er zum Vater gehe, der Ihn gesandt habe, d.h. daß Er zum Vater zurückkehre; und bei Joh.1/1-3,14: "Im Anfang war das Wort (das Wort ist das göttlich Wahre selbst), und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dasselbe war im Anfang bei Gott; alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit"; man sehe auch Joh.3/13; 6/62. 2804. "Er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz", 1. Mose 22/7, daß dies bedeutet Liebe und Gerechtigkeit seien da, erhellt aus der Bedeutung des Feuers, sofern es ist Liebe, worüber Nr. 934; und aus der Bedeutung des Holzes zum Brandopfer, sofern es ist das Verdienst der Gerechtigkeit, worüber Nr. 2784. 2805. "Wo ist das Schaf zum Brandopfer", 1. Mose 22/7, daß dies bedeutet, wo diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte seien, die geheiligt werden sollen, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Schlachtopfer, hauptsächlich der Brandopfer; daß Brandopfer und Schlachtopfer Vorbilder des inneren Gottesdienstes waren, sehe man Nr. 922, 923; und daß sie geschahen aus der Schafherde und aus der Rinderherde: wenn aus der Schafherde, daß (sie geschahen) von Lämmern, Schafen, Ziegen, Böcklein, Widdern, Ziegenböcken; wenn aus der Rinderherde: daß sie geschahen von Ochsen, Farren oder Kälbern, und daß sie verschiedene Arten himmlischer und geistiger Dinge vorgebildet haben, sehe man Nr. 992, 1823, 2180 und daß man dadurch geheiligt werden sollte: Nr. 2776. Hieraus kann erhellen, daß durch die Frage Jischaks: "wo ist das Schaf zum Brandopfer?" bezeichnet wird, wo diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte (seien), die geheiligt werden sollen; was noch deutlicher erhellt aus dem Folgenden, nämlich aus der Antwort Abrahams des Vaters: "Gott wird sich ersehen das Schaf zum Brandopfer", 1. Mose 22/8, wodurch bezeichnet wird, daß das Göttlich-Menschliche vorsehen würde diejenigen, die geheiligt werden, und daraus, daß hernach gesehen wurde ein Widder, hinten festgehalten im Dickicht mit den Hörnern, der dann als Brandopfer dargebracht wurde: 1. Mose 22/13; wodurch diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte bezeichnet werden, die von der geistigen Kirche des Herrn sind, und außerdem aus dem, was folgt 1. Mose 22/14-17. 2806. Vers 8: Und Abraham sprach: Gott wird Sich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn. Und gingen sie beide miteinander. "Und Abraham sprach: Gott wird Dich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn" bedeutet die Antwort, daß das Göttlich-Menschliche vorsehen wird diejenigen, die geheiligt werden sollen. "und gingen sie beide miteinander" bedeutet eine soviel als möglich noch innigere Vereinigung. 2807. "Und Abraham sprach: Gott wird Sich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn", 1. Mose 22/8, daß dies bedeutet die Antwort, daß das Göttlich-Menschliche vorsehen wird diejenigen, die geheiligt werden, erhellt aus der Bedeutung von "sich ersehen", wenn es von Gott ausgesagt wird, sofern es ist "sie Vorhersehen und Fürsehen"; denn sehen im nächst inneren Sinn ist einsehen: Nr. 2150, 2325, aber in dem noch inwendigeren Sinn ist es Glauben haben: Nr. 897, 2325; aber im höchsten Sinn ist es Vorhersehen und Fürsehen. Sodann aus der Bedeutung des Schafes zum Brandopfer, sofern es diejenigen sind, die aus dem menschlichen Geschlechte geheiligt werden sollen, worüber Nr. 2805. Daß durch das Schaf zum Brandopfer hier die Geistigen verstanden werden, wird klar aus dem Folgenden: Schafe zum Brandopfer und Schlachtopfer bedeuteten Verschiedenes, ein anderes nämlich das Lamm, ein anderes das Schaf, ein anderes das Böcklein und die Ziege, ein anderes der Widder und Ziegenbock, und auch ein anderes das Rind, dann der Farren und das junge Kalb. Ein anderes auch die Jungen von Tauben und die Turteltauben. Daß sie ein anderes bezeichnet haben, kann offenbar daraus erhellen, daß ausdrücklich bestimmt wurde, welche Gattung sie opfern sollten an jedem Tage, an den einzelnen Festen, bei Entsühnungen, bei Reinigungen, bei Einweihungen usw.; diese Gattungen wären keineswegs so ausdrücklich bestimmt worden, wenn nicht eine jede etwas Besonderes bezeichnet hätte. Es ist offenbar, daß alle Gebräuche oder äußeren Gottesdienste, die in der Alten Kirche und später in der jüdischen stattfanden, den Herrn vorbildeten, so namentlich die Brandopfer und Schlachtopfer, weil sie die Hauptbestandteile des Gottesdienstes bei der hebräischen Völkerschaft waren; und weil den Herrn, bildeten sie zugleich auch dasjenige bei den Menschen vor, was des Herrn ist, nämlich das Himmlische der Liebe und das Geistige des Glaubens, folglich die Menschen selbst, die so beschaffen waren, oder so beschaffen sein sollten. Daher kommt es, daß hier durch das Schaf bezeichnet werden die Geistigen, d.h. diejenigen, die zur geistigen Kirche des Herrn gehören. Daß "Gott wird sich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn" bedeutet, das Göttlich-Menschliche wird vorsehen, kann daraus erhellen, daß hier nicht gesagt wird, Jehovah wird ersehen, sondern Gott wird ersehen. Wenn beide genannt werden, wie in diesem Kapitel, dann wird durch Jehovah das gleiche verstanden, was durch Vater, und durch Gott das gleiche, was durch Sohn, somit hier das Göttlich-Menschliche; und zwar, weil vom geistigen Menschen gehandelt wird; daß diesem das Heil aus dem Göttlich-Menschlichen wird, sehe man Nr. 2661, 2716. 2808. "Und gingen sie beide miteinander", 1. Mose 22/8, daß dies eine soviel möglich noch innigere Vereinigung bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Daß es hier eine innigere Vereinigung bedeutet, ist, weil es wiederholt gesagt wird: man sehe Nr. 2800. 2809. Vers 9: Und sie kamen zu dem Orte, den Gott ihm gesagt hatte, und Abraham baute dort den Altar, und legte das Holz zurecht, und band Jischak, seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. "Und sie kamen zu dem Orte, den Gott ihm gesagt hatte" bedeutet den damaligen Zustand gemäß dem Innewerden aus dem göttlich Wahren; "und Abraham baute dort den Altar" bedeutet die Vorbereitung des Menschlich-Göttlichen des Herrn; "und legte das Holz zurecht" bedeutet die Gerechtigkeit, die ihm beigegeben worden; "und band Jischak, seinen Sohn" bedeutet den Zustand des göttlich Vernünftigen, das in betreff des Wahren die äußersten Grade der Versuchung bestehen sollte; "und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz" bedeutet im Göttlich-Menschlichen, das Gerechtigkeit hatte. HG 2810 2810. "Und sie kamen zu dem Orte, den ihm Gott gesagt hatte", 1. Mose 22/9, daß dies bedeutet den damaligen Zustand gemäß dem Innewerden aus dem göttlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 2786, und aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters. Hier ist das Sprechen Gottes innewerden aus dem göttlich Wahren, weil Gott gesagt wird, nicht Jehovah: Nr. 2586, 2807. 2811. "Und Abraham baute dort den Altar", 1. Mose 22/9, daß dies bedeutet die Vorbereitung des Menschlich-Göttlichen des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von Altar und einen Altar bauen. Die Altäre bezeichneten allen Gottesdienst im allgemeinen, weil sie das erste des Gottesdienstes der vorbildlichen Kirche waren: Nr. 921; und weil allen Gottesdienst im allgemeinen, bezeichneten sie das Göttlich-Menschliche des Herrn, denn das Göttlich-Menschliche des Herrn ist aller Gottesdienst und alle Lehre, so daß es der Gottesdienst selbst und die Lehre selbst ist, wie auch erhellen kann aus dem heiligen Abendmahl, das an die Stelle der Altäre oder der Brandopfer und Schlachtopfer trat: Nr. 2165, 2187, 2343, 2359. Dieses (hl. Abendmahl) ist das erste des äußeren Gottesdienstes, weil es das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, was da gegeben wird. Daß einen Altar bauen, ist das Menschlich-Göttliche vorbereiten, kann hieraus erhellen, somit ohne Erklärung. Von der letzten Vorbereitung des Menschlich-Göttlichen des Herrn zum Bestehen der äußersten Grade der Versuchung, wird in diesem Vers gehandelt und dadurch beschrieben, daß Abraham das Holz zurecht legte, Jischak, seinen Sohn, band, und auf den Altar oben auf das Holz legte. 2812. "Und legte das Holz zurecht", 1. Mose 22/9, daß dies bezeichnet die Gerechtigkeit, die ihm beigegeben worden, erhellt aus der Bedeutung des Holzes zum Brandopfer, sofern es ist das Verdienst der Gerechtigkeit, worüber Nr. 2784, 2798; und vom Holz-Zurechtlegen auf den Altar, sofern es ist jenes dem Menschlich-Göttlichen beigeben; beigegeben wird das Verdienst der Gerechtigkeit, wenn es da ist, und aus dem Wahren die Zuversicht, daß Er es hat. 2813. "Er band Jischak, seinen Sohn", 1. Mose 22/9, daß dies bedeutet den Zustand des göttlich Vernünftigen des Herrn, das so in betreff des Wahren die äußersten Grade der Versuchung bestehen sollte, kann erhellen aus der Bedeutung von binden, sodann von Jischak, seinem Sohn. Daß binden ist, sich in den Stand setzen, die äußersten Grade der Versuchung zu bestehen, kann daraus erhellen, daß wer in dem Zustande der Versuchung ist, nicht anders ist, als gebunden oder gefesselt. Daß Jischak, der Sohn, das göttlich Vernünftige des Herrn sei, hier in betreff des Wahren, sehe man Nr. 2802, 2803. Alles echte Vernünftige besteht aus dem Guten und Wahren; das göttlich Vernünftige des Herrn in betreff des Guten konnte nicht leiden, oder Versuchungen bestehen, denn dem göttlich Guten kann kein Genius oder Geist, der Versuchungen herbeiführt, nahen, es ist über jedem Angriff der Versuchung (erhaben). Aber das gebundene göttlich Wahre war es, was versucht werden konnte, denn die Täuschungen sind es, und noch mehr Falschheiten, die jenes schwächen, und so versuchen, denn von dem göttlich Wahren kann man sich eine Vorstellung machen, aber nicht vom göttlich Guten, ausgenommen diejenigen, die ein Innewerden haben, und himmlische Engel sind; es war das göttlich Wahre, das nicht mehr anerkannt wurde, als der Herr in die Welt kam, weshalb es dasjenige war, aus dem der Herr Versuchungen bestand und aushielt. Das göttlich Wahre im Herrn ist es, das genannt wird Menschensohn, aber das göttlich Gute im Herrn, was Sohn Gottes genannt wird. Vom Menschensohn oder dem göttlich Wahren erhellt bei Matth.20/18,19: "Wir gehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden Ihn verdammen und Ihn übergeben den Heiden; Ihn zu verspotten und zu geißeln, und zu kreuzigen". Matth.26/45: "Jesus sagte zu Seinen Jüngern: Siehe die Stunde ist da, und des Menschensohn wird übergeben werden in die Hände der Sünder". Mark.8/31: "Jesus fing an sie zu lehren, daß des Menschensohn viel leiden müsse, und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und Schriftlehrern, und getötet werden, nach drei Tagen jedoch wieder auferstehen". Mark.9/12,31: "Es steht geschrieben von dem Menschensohn, daß Er werde viel leiden und verachtet werden; und des Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen, die Ihn töten werden; aber wenn er getötet ist, wird er am dritten Tage wieder auferstehen". Mark.10/33,34: "Siehe, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und des Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, die Ihn zum Tode verdammen werden, sie werden Ihn überantworten den Heiden, diese werden Ihn verspotten, und Ihn anspeien, und Ihn töten, am dritten Tage jedoch wird Er wieder auferstehen". Mark.14/41: "Es kommt die Stunde: Siehe, des Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Sünder". Luk.9/22,44: "Es muß des Menschensohn viel leiden, und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und getötet werden, und am dritten Tage wieder auferstehen". Luk.18/31-33: "Wir gehen hinauf gen Jerusalem, wo alles erfüllt werden wird, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschensohn, daß Er wird überantwortet werden den Heiden, und verspottet, und geschmäht und verspieen werden, und geißelnd werden sie Ihn töten, am dritten Tage jedoch wir Er wieder auferstehen". Luk.24/6,7: "Der Engel sprach zu den Frauen: Gedenket daran, was Er euch sagte, als Er noch in Galiläa war, und wonach, des Menschensohn muß in die Hände der sündigen Menschen hingegeben und gekreuzigt werden, und am dritten Tage wieder auferstehen". In allen diesen Stellen wird durch Menschensohn der Herr in betreff des göttlich Wahren, oder in betreff des Wortes in dessen inneren Sinn verstanden, das von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen, geschmäht, gegeißelt, verspieen und gekreuzigt wurde, wie klar erhellen kann daraus, daß die Juden alles und jedes auf sich anwandten und für sich in Anspruch nahmen dem Buchstaben gemäß, und nichts wissen wollten von dem geistigen Sinn des Wortes und von dem himmlischen Reiche, indem sie glaubten, der Messias werde kommen, um ihr Reich zu erheben über alle Reiche der Erde, wie sie auch heutigen Tages glauben. Hieraus wird klar, daß es das göttlich Wahre war, das von ihnen verworfen, geschmäht, gegeißelt und gekreuzigt wurde. Ob man sagt das göttlich Wahre, oder den Herrn in betreff des göttlich Wahren, ist gleich, denn der Herr ist das Wahre selbst, wie Er auch das Wort selbst ist: Nr. 2011, 2016, 2533. Daß der Herr am dritten Tage auferstanden ist, schließt auch in sich, daß das göttlich Wahre oder das Wort in betreff des inneren Sinnes, wie es von der Alten Kirche verstanden wurde, in der Vollendung des Zeitlaufs, das auch der dritte Tag ist: Nr. 1825, 2788, auferweckt werden wird, weshalb gesagt wird, daß dann erscheinen wird der Menschensohn, d.h. das göttlich Wahre: Matth.24/30,37,39,44; Mark.13/26; Luk.17/22,24-26,30; 21/27,36. Daß der Menschensohn ist der Herr in betreff des göttlich Wahren, erhellt aus den angeführten Stellen und ferner aus folgenden: Matth.13/37,41,42: "Wer den guten Samen sät, ist der Menschensohn, der Acker ist die Welt; in der Vollendung des Zeitlaufs wird der Menschensohn Seine Engel senden, und sie werden sammeln aus Seinem Reiche alle Ärgernisse": wo der gute Same ist das Wahre, die Welt sind die Menschen, der jenen sät ist des Menschensohn, die Ärgernisse sind Falsches. Joh.12/34,35: "Das Volk sprach, wir haben gehört aus dem Gesetze, daß Christus in Ewigkeit bleibet, wie sagst denn du, es muß des Menschensohn erhöhet werden; wer ist dieser Menschensohn? Es antwortete ihnen Jesus: Nur kurze Zeit ist das Licht bei euch, wandelt solange ihr das Licht habt, damit nicht die Finsternis euch ergreife, denn wer in Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht; solange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, daß ihr Söhne des Lichtes seid". Wenn sie Ihn hier fragten, wer der Menschensohn sei, antwortete Jesus vom Lichte, welches das Wahre ist, und daß Er selber das Licht oder das Wahre ist, an das sie glaubten. Über das Licht, das vom Herrn und Der das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 1619-1632. Daß aber der Sohn Gottes oder der Herr in betreff des Guten im Göttlich-Menschlichen nicht versucht werden konnte, wie oben gesagt wurde, wird auch klar aus der Antwort des Herrn an den Versucher, bei den Evangelisten: "Es sprach der Versucher: wenn Du Gottessohn bist, so laß dich selbst hinab, denn es stehet geschrieben, Er wird Seinen Engeln über Dir gebieten, daß Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest; aber Jesus sprach zu ihm: wiederum stehet geschrieben: Du sollst nicht versuchen den Herrn, Deinen Gott": Matth.4/6,7; Luk.4/9-12. 2814. "Und legte ihn auf den Altar auf das Holz", 1. Mose 22/9, daß dies bedeutet im Menschlich-Göttlichen das Gerechtigkeit hatte, erhellt aus der Bedeutung des Altares, sofern er ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, worüber Nr. 2811; und aus der Bedeutung des Holzes zum Brandopfer, sofern es ist das Verdienst der Gerechtigkeit, worüber Nr. 2784, 2798, 2812. Das göttlich Wahre im Menschlich-Göttlichen des Herrn, das Versuchungen bestand, worüber gehandelt worden ist, ist nicht das eigentlich göttlich Wahre, denn das ist über alle Versuchung; sondern es ist das vernünftig Wahre, wie es die Engel haben und in Scheinbarkeiten von Wahrem besteht, und ist das, was genannt wird der Menschensohn, aber vor Seiner Verherrlichung. Hingegen das göttlich Wahre im verklärten Göttlich-Menschlichen des Herrn ist über den Scheinbarkeiten, und kann gar nicht zu einigem Verständnis, noch weniger zur Fassungskraft eines Menschen, nicht einmal der Engel, kommen, somit durchaus nicht zu irgendeiner Art von Versuchung. Es erscheint in den Himmeln als ein Licht, das vom Herrn (ausgeht). Von diesem göttlich Wahren, oder dem verherrlichten Menschensohne, so bei Joh.13/31,32: "Jesus sprach: nun ist verherrlicht des Menschensohn, und Gott ist verherrlicht in Ihm, wenn Gott verherrlicht ist in Ihm, wird Gott auch Ihn in Sich selber verherrlichen, und wird Ihn alsbald verherrlichen". Damit man eine deutliche Vorstellung dieses großen Geheimnisses haben möchte, darf man das Wahre beim Herrn, das versucht werden konnte, und das Versuchungen bestand, nennen: das Wahre Göttliche im Menschlich-Göttlichen des Herrn, aber das Wahre, das nicht versucht werden, oder irgendeine Versuchung bestehen konnte, weil es verherrlicht war, nennen: das göttlich Wahre im Göttlich-Menschlichen des Herrn, wie es auch im Vorhergehenden hie und da beobachtet wurde. 2815. Vers 10: Und Abraham schickte seine Hand, und nahm das Messer zu schlachten seinen Sohn. "Und Abraham schickte seine Hand" bedeutet die Versuchung bis zum Äußersten der Macht; "und nahm das Messer" bedeutet in Ansehung des Wahren, "zu schlachten seinen Sohn" bedeutet bis alles, was aus dem bloß Menschlichen (stammt), gestorben wäre. 2816. "Und Abraham schickte seine Hand", 1. Mose 22/10, daß dies bedeutet die Versuchung bis zum Äußersten der Macht, erhellt aus der Sachfolge; denn es wird gehandelt von den schwersten und inwendigsten Versuchungen des Herrn. In den vorhergehenden Versen von der Vorbereitung des Menschlich-Göttlichen zu deren Zulassung und Erduldung, hier von der Handlung, die im Buchstabensinn ausgedrückt wird dadurch, daß "Abraham seine Hand geschickt" habe. Daß durch Hand die Macht bezeichnet wird, sehe man Nr. 878, hier das Äußerste der Macht, weil nichts als die Handlung fehlte. Dem inneren Sinne gemäß ist es, daß das Göttliche des Herrn das Menschliche in die schwersten Versuchungen eingeführt habe, denn durch Abraham wird der Herr in betreff des Göttlichen verstanden; und zwar bis zum Äußersten der Macht. Dieses verhält sich so, daß der Herr Versuchungen gegen sich zuließ, um daraus alles, was bloß menschlich war, zu vertreiben, und zwar bis nichts als das Göttliche übrigblieb. Daß der Herr Versuchungen gegen sich zuließ, auch die letzte, welche die des Kreuzes war, kann aus den Worten des Herrn selbst erhellen, bei Matth.16/21-23: "Jesus fing an, Seinen Jüngern zu zeigen, daß Er müsse viel leiden und getötet werden, dann nahm Ihn Petrus zu sich, fing an Ihn zu schelten, indem er sprach: Schone Dein Herr, das soll Dir nicht geschehen; Er aber wandte sich um, und sprach zu Petro: Gehe hinter Mich, Satan, ein Ärgernis bist du Mir, denn du meinest nicht, was Gottes ist, sondern was der Menschen ist"; und noch deutlicher bei Joh.10/18: "Niemand wird nehmen die Seele von Mir, sondern Ich gebe sie von Mir selber, Ich habe Macht sie zu geben, und habe Macht sie wieder zu nehmen", und bei Luk.24/26: "Mußte nicht Christus dieses leiden und eingehen in Seine Herrlichkeit?". 2817. "Und nahm das Messer", 1. Mose 22/10, daß dies bedeutet, in Ansehung des Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Messers, sofern es ist das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 2799; und daß die Versuchung des Herrn stattfand in betreff des Wahren Göttlichen: Nr. 2813, 2814. 2818. "Zu schlachten seinen Sohn", 1. Mose 22/10, daß dies bedeutet, bis daß alles, was aus dem bloß Menschlichen stammt gestorben wäre, kann aus dem inneren Sinn dieser Worte erhellen, denn sie bezeichnen die schwersten und inwendigsten Versuchungen des Herrn, deren letzte die des Kreuzes war, und daß in dieser auch das bloß Menschliche starb, ist offenbar. Dieses konnte nicht dargestellt werden durch den Sohn Abrahams oder Jischak, weil Söhne opfern ein Greuel war, sondern soweit es möglich war, wurde es dargestellt, nämlich bis zu dem Versuch, aber nicht bis zur Tat. Daraus kann erhellen, daß durch diese Worte: "Abraham nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten", bezeichnet wird, bis daß alles bloß Menschliche gestorben wäre. Daß der Herr in die Welt kommen und den Tod erdulden werde, war in der ältesten Zeit bekannt; dies kann man daraus klar ersehen, daß bei den Heiden die Sitte aufkam, ihre Kinder zu opfern, indem sie so entsündigt und mit Gott versöhnt zu werden glaubten. In diese greuliche Sitte hätten sie das Höchste ihrer Religion nicht gesetzt, wenn sie nicht von den Alten empfangen hätten, daß der Sohn Gottes kommen werde, der, wie sie glaubten, ein Opfer werden sollte. Zu diesem Greuel neigten auch die Söhne Jakobs hin, und auch Abraham, denn niemand wird versucht außer durch das, wozu er hinneigt. Daß die Söhne Jakobs (solche Neigung hatten), erhellt bei den Propheten; aber damit sie nicht in diesen Greuel stürzen möchten, wurde es gestattet, Brandopfer und Schlachtopfer einzuführen; man sehe Nr. 922, 1128, 1241, 1343, 2180. 2819. Was die Versuchungen des Herrn im allgemeinen betrifft, so waren sie äußere und innere, und je inwendiger, desto schwerere. Die inwendigsten sind beschrieben Matth.26/37-39,42,44; 27/46; Mark.14/33-36; 15/34; Luk.22/42-44. Aber man sehe, was von den Versuchungen des Herrn früher gesagt wurde, nämlich: daß der Herr zuerst gekämpft habe aus dem Guten und Wahren, das wie gut und wahr erschien: Nr. 1661. Daß Er gekämpft habe gegen das Böse der Selbst- und der Weltliebe, aus der göttlichen Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht: Nr. 1690, 1691 E, 1789, 1812, 1813, 1820. Daß Er allein aus göttlicher Liebe gekämpft habe: Nr. 1812, 1813. Daß alle Höllen gekämpft haben gegen die Liebe des Herrn, die das Heil des ganzen menschlichen Geschlechtes war: Nr. 1820. Daß der Herr die allerschwersten Versuchungen erduldet habe: Nr. 1663, 1668, 1787. Daß der Herr durch Versuchungen und Siege aus eigener Macht zur Gerechtigkeit wurde: Nr. 1813, 2025. Daß die Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen vom Herrn durch Versuchungen und Siege bewirkt worden sei: Nr. 1737, 1813, 1921, 2025, 2026. Man sehe auch, was früher von Versuchungen im allgemeinen gesagt wurde: Nr. 59, 63, 227, 847. Daß die Versuchung ein Kampf um die Gewalt sei, ob das Gute oder das Böse, ob das Wahre oder das Falsche herrschen soll: Nr. 1923. Daß in den Versuchungen Entrüstungen und mehrere heftige Regungen seien: Nr. 1917. Daß es himmlische, geistige und natürliche Versuchungen gibt: Nr. 847. Daß in den Versuchungen die bösen Genien und Geister dasjenige angreifen, was der Liebe, somit was dem Leben des Menschen angehört: Nr. 847, 1820. Was die Versuchungen bewirken: Nr. 1692 Anfang, 1717, 1740. Daß die Versuchung den Zweck habe, daß das Körperliche bezähmt werde: Nr. 857. Daß das Böse und Falsche bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, durch Versuchungen bezähmt, nicht ausgerottet werde: Nr. 868. Daß das Wahre das erste des Kampfes sei: Nr. 1685. Daß der Mensch aus dem Guten und Wahren kämpft, das er durch Kenntnisse sich angeeignet hat, obwohl es an sich nicht gut und wahr ist: Nr. 1661. Daß die Geister und Genien Böses und Falsches beim Menschen aufregten, und daß daher die Versuchungen kommen: Nr. 741, 751, 761. Daß der Mensch in Versuchungen meint, der Herr sei fern, während Er doch dann gegenwärtiger ist: Nr. 840. Daß der Mensch niemals aus sich Versuchungskämpfe aushalten könne, weil sie gegen alle Höllen sind: Nr. 1692 E. Daß der Herr allein beim Menschen kämpft: Nr. 1661, 1662. Daß durch Versuchungen die bösen Genien und Geister der Macht beraubt werden Böses zu tun und Falsches einzuflößen beim Menschen: Nr. 1695, 1717. Daß die Versuchungen bei denen stattfinden, die ein Gewissen haben, und heftigere bei denen, die ein Innewerden haben: Nr. 1668. Daß heutigen Tages selten Versuchungen stattfinden, sondern Beängstigungen, die etwas anderes sind, und anderswoher kommen: Nr. 762. Daß die geistig toten Menschen keine Versuchungskämpfe aushalten können: Nr. 270. Daß alle Versuchungen eine Verzweiflung über den Ausgang mit sich führen: Nr. 1787, 1820. Daß nach den Versuchungen ein Hin- und Herschwanken eintrete: Nr. 848, 857. Daß die Guten durch die Versuchungen lernen, daß sie nichts als Böses sind, und daß alles Sache der Barmherzigkeit ist: Nr. 2334. Daß durch Versuchungen Gutes mit Wahrem enger verbunden wird: Nr. 2272. Daß man durch Versuchungen nicht selig wird, wenn man unterliegt, auch nicht, wenn man dadurch Verdienst erworben zu haben meint: Nr. 2273. Daß in jeder Versuchung die Freiheit stärker sei, als außer den Versuchungen: Nr. 1937. 2820. Vers 11: Da rief ihm zu der Engel Jehovahs vom Himmel, und sprach: Abraham! Abraham! Und er sagte: Siehe ich. "Da rief ihm zu der Engel Jehovahs vom Himmel" bedeutet Trost aus dem Göttlichen Selbst alsdann, "und sprach: Abraham! Abraham! Und er sagte: Siehe ich" bedeutet das Innewerden des Trostes im göttlich Guten des Vernünftigen nach der Versuchung. 2821. "Da rief ihm zu der Engel Jehovahs vom Himmel", 1. Mose 22/11, daß dies bedeutet Trost aus dem Göttlichen Selbst alsdann, kann erhellen aus der Bedeutung von rufen aus dem Himmel, sofern es ist trösten, wie auch klar wird aus dem, was zunächst vorhergeht, und was gleich folgt; und aus der Bedeutung des Engels Jehovahs. Daß, wenn Engel im Worte genannt werden, durch sie etwas vom Herrn verstanden wird, was aber vom Herrn, aus dem Zusammenhang erhellt, sehe man Nr. 1925. Ebenso liest man vom Herrn, daß, da Er die schwerste Versuchung in Gethsemane erduldete, Ihm erschienen sei ein Engel vom Himmel, der Ihn stärkte: Luk.22/43. Durch den Engel vom Himmel wird dort im inneren Sinn ebenfalls verstanden das Göttliche, das in Ihm war. 2822. "Und sprach: Abraham! Abraham! Und er sagte: Siehe ich", 1. Mose 22/11, daß dies bedeutet das Innewerden des Trostes im göttlich Guten des Vernünftigen nach der Versuchung kann erhellen aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters. Daß es hier das Innewerden im göttlich Guten des Vernünftigen ist, kommt daher, weil hier durch Abraham bezeichnet wird das göttlich Gute des Vernünftigen oder des Menschlichen des Herrn. Was das Innewerden im göttlich Guten des Vernünftigen ist, kann nicht faßlich erklärt werden, denn ehe es erklärt wird, muß eine Vorstellung vom Göttlich-Menschlichen des Herrn aus der Kenntnis mehrerer Dinge gebildet sein. Ehe diese gebildet, müßte alles, was der Erklärung angehört, in entweder leere oder dunkle Vorstellungen fallen, welche die Wahrheiten entweder verkehren oder mit Ungereimtem vermengen werden. In diesem Verse wird vom ersten Zustande des Herrn nach den Versuchungen gehandelt, welcher der Zustand des Trostes ist, weshalb nun nicht mehr Gott gesagt wird, sondern Jehovah, denn Gott wird gesagt, wenn vom Wahren gehandelt wird, aus dem Kampf, aber Jehovah, wenn vom Guten, aus dem Trost: Nr. 2769. Aller Trost nach der Versuchung fließt in das Gute ein, denn aus dem Guten kommt alle Freude, aus dem Guten geht sie aber in das Wahre. Hier wird daher durch Abraham das göttlich Gute des Vernünftigen bezeichnet, wie anderswo auch hie und da, und dann wenn Jehovah in ebendemselben Verse genannt wird. 2823. Vers 12: Und Er sprach: Schicke deine Hand nicht an den Knaben, und tue ihm nichts, denn nun weiß Ich, daß Du Gott fürchtest, und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen, von Mir. "Und Er sprach: Schicke deine Hand nicht an den Knaben" bedeutet, daß er keine weitere Versuchung gegen das göttlich Wahre, das dem Vernünftigen zugehört, zulassen werde; "und tue ihm nichts" bedeutet die Befreiung; "denn nun weiß Ich, daß du Gott fürchtest" bedeutet die Verherrlichung aus der göttlichen Liebe; "und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen, von Mir" bedeutet die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen durch das letzte der Versuchung. 2824. "Und Er sprach: Schicke deine Hand nicht an den Knaben", 1. Mose 22/12, daß dies bedeutet, daß er keine weitere Versuchung gegen das göttlich Wahre, das dem Vernünftigen zugehört, zulassen werde, erhellt aus der Bedeutung "die Hand schicken", sofern es ist die Versuchung bis zu dem Äußersten der Macht, wovon Nr. 2816, und aus der Bedeutung des Knaben, oder hier Jischaks, sofern er ist das Vernünftige in Ansehung des göttlich Wahren, gegen das Versuchungen zugelassen wurden, worüber Nr. 2803, 2813, 2814, 2817. 2825. "Und tue ihm nichts", 1. Mose 22/12, daß dies die Befreiung bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen; denn wenn gesagt wird, daß er ihm nichts tun soll, so heißt das, die Handlung soll unterlassen werden, er somit befreit werden. HG 2826 2826. "Denn nun weiß Ich, daß du Gott fürchtest", 1. Mose 22/12, daß dies bedeutet die Verherrlichung aus der göttlichen Liebe, erhellt aus der Bedeutung von wissen, wenn es ausgesagt wird vom Göttlichen des Herrn, sofern es nichts anderes ist, als vereinigt werden, oder was das gleiche ist, verherrlicht werden, denn es wurde mit dem Menschlich-Göttlichen vereinigt durch Versuchungen: Nr. 1737, 1813; und aus der Bedeutung Gott fürchten, oder der Furcht Gottes, sofern sie hier ist die göttliche Liebe; und weil sie vom vernünftig Göttlichen des Herrn in Ansehung des Wahren ausgesagt wird, wird hier gesagt Gott fürchten, nicht Jehovah fürchten, denn wenn vom Wahren, wird Gott gesagt, wenn vom Guten Jehovah: Nr. 2586, 2769, 2822. Daß die göttliche Liebe es ist, durch die der Herr das menschliche Wesen mit dem Göttlichen, und das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigt, oder was das gleiche ist, sich verherrlicht hat, sehe man Nr. 1812, 1813, 2253. Was "Gott fürchten" im Worte bedeutet, kann aus sehr vielen Stellen daselbst erhellen, wenn sie nach dem inneren Sinn verstanden werden. Die Furcht Gottes bedeutet dort den Gottesdienst, und zwar den Gottesdienst entweder aus Furcht, oder aus dem Guten des Glaubens, oder aus dem Guten der Liebe. Den Gottesdienst aus Furcht, wenn gehandelt wird von den nicht Wiedergeborenen, den Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens, wenn von den wiedergeborenen Geistigen, und den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe, wenn von den wiedergeborenen Himmlischen. Daß I. die Furcht Gottes im allgemeinen den Gottesdienst bedeutet, wird klar im Buche der Könige: 2.Kön.17/7,8,24,25,28,32,33,35-37,41: "Die Söhne Israels fürchten andere Götter, und wandelten in den Satzungen der Heiden. Die nach Samaria geschickten Völkerschaften fürchteten im Anfang Jehovah nicht, darum sandte Jehovah Löwen gegen sie; es kam einer von den Priestern, die sie gefangen gemacht haben, in Samaria, und wohnte in Bethel, und war ihr Lehrer, wie sie Jehovah fürchten sollten. Jehovah hatte mit den Söhnen Israels einen Bund gemacht und ihnen geboten: Ihr sollt keine fremden Götter fürchten, noch euch vor ihnen bücken, und ihnen nicht dienen, noch ihnen opfern; sondern Jehovah sollt Ihr fürchten, und vor Ihm euch bücken, und Ihm opfern": wo fürchten offenbar für verehren. Jes.29/13: "Darum, weil dieses Volk sich genahet hat mit seinem Munde, und sie mit ihren Lippen Mich geehrt haben, und ihr Herz sich entfernt hat von Mir, und ihre Furcht vor Mir ein gelerntes Menschengebot war": wo ihre Furcht vor Mir für den Gottesdienst im allgemeinen, denn es wird gesagt, daß ihre Furcht ein Menschengebot gewesen sei. Luk.18/2: "Ein Richter war in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete, und keinen Menschen scheute": Gott nicht fürchtend für: nicht verehrend. II. Daß die Furcht Gottes den Gottesdienst aus Furcht bedeutet, wenn von nicht Wiedergeborenen gehandelt wird, wird klar aus folgenden Stellen: 2. Mose 20/19,20: "Als das Gesetz auf dem Berge Sinai verkündigt wurde, sprach das Volk zu Mose: rede du mit uns, und wir wollen hören, aber nicht rede Gott mit uns, damit wir nicht sterben. Und Mose sprach zum Volke: um euch zu versuchen, ist Gott gekommen, und damit Seine Furcht auf euern Angesichtern sei, daß ihr nicht sündiget". 5. Mose 5/22,24,26: "Nun warum sollen wir sterben, weil uns verzehret dieses große Feuer, wenn wir fortfahren zu hören die Stimme Jehovahs, unsers Gottes, fernerhin, so werden wir sterben; nahe du hinzu, und höre alles, was Jehovah unser Gott sagen wird, und rede du zu uns alles, was Jehovah unser Gott zu dir sagen wird; und wir wollen hören und tun; und Jehovah sprach zu Mose: Wer wird es geben, und möchte ihnen ihr Herz das sein, Mich zu fürchten, und zu halten alle Meine Gebote, alle Tage": Furcht Gottes auf euren Angesichten, daß ihr nicht sündigt, und ein Herz Mich zu fürchten, und zu halten alle Meine Gebote, bedeutet dort den Gottesdienst aus Furcht in Beziehung auf sie, weil sie solcher Art waren. Denn diejenigen, die im äußeren Gottesdienste sind, und in keinem inneren, werden durch die Furcht zur Beobachtung des Gesetzes und zum Gehorsam angetrieben, aber dennoch kommen sie nicht in den inneren Gottesdienst, oder in die heilige Furcht, wenn sie nicht im Guten des Lebens sind und wissen, was das Innere ist und es glauben. 5. Mose 28/58-60: "Wenn Du nicht hältst zu tun alle Worte dieses Gesetzes, geschrieben in diesem Buche zu fürchten diesen ehrwürdigen und schrecklichen Namen, Jehovah deinen Gott, so wird wunderlich machen Jehovah deine Plagen, und die Plagen deines Samens, große und gewisse Plagen, und böse und gewisse Krankheiten, und wird über dich führen alle Seuche Ägyptens, vor denen du dich fürchtest, und sie werden dir anhangen": fürchten den ehrwürdigen und schrecklichen Namen Jehovah Gott heißt auch hier verehren aus Furcht, und damit dieses bei solchen geschehen sollte, wurde alles Böse bis zu den Flüchen dem Jehovah zugeschrieben: Nr. 592, 2335, 2395, 2447. Jerem.2/19: "Züchtigen wird dich deine Bosheit und deine Abkehrungen werden dich strafen, und wisse und siehe, daß es böse und bitter ist, daß du verlässest Jehovah, deinen Gott, und daß keine Scheu vor Mir bei dir ist". Luk.12/4,5; Matth.10/28: "Ich sage euch, fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, danach aber nichts mehr zu tun haben; Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt; fürchtet Den, Der, nachdem Er getötet hat, die Macht hat zu werfen in die Gehenna, ja, Ich sage euch, diesen fürchtet": auch hier schließt "Gott fürchten" in sich den Gottesdienst aus irgendwelcher Furcht, weil die Furcht sie zum Gehorsam trieb. III. Daß Gott oder Jehovah fürchten, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten des Glaubens, wo von den wiedergeborenen Geistigen gehandelt wird, ist offenbar aus folgenden Stellen: 5. Mose 17/18-19: "Der König soll sich schreiben eine Abschrift dieses Gesetzes auf ein Buch vor den Priestern der Leviten, und es soll bei ihm sein, und er soll darin lesen alle Tage seines Lebens, auf daß er lerne fürchten Jehovah, seinen Gott, zu halten alle Worte dieses Gesetzes, und diese Satzungen, sie zu tun": König im inneren Sinn für das Wahre des Glaubens, denn das Königtum bildete vor das geistige Reich des Herrn: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069; Jehovah, seinen Gott, fürchten heißt daher Ihn verehren aus dem Wahren des Glaubens, und weil dieses unzertrennlich ist vom Guten der Liebtätigkeit wird es beschrieben durch halten die Worte des Gesetzes, und die Satzungen, sie zu tun. 1.Sam.12/14: "Siehe, es hat Jehovah gesetzt über euch einen König, wenn ihr Jehovah fürchtet und Ihm dienet, und höret auf Seine Stimme, werdet auch ihr, und auch der König, der über euch herrscht, nach Jehovah, eurem Gott sein": auch hier im inneren Jehovah fürchten soviel als verehren aus dem Guten und Wahren des Glaubens, wie früher, weil gehandelt wird vom König oder Königtum. Jos.24/14: "Nun fürchtet Jehovah, und dienet Ihm in Redlichkeit und Wahrheit, und entfernet die Götter, denen eure Väter gedient haben": wo Jehovah fürchten ebenfalls für verehren aus dem Guten und Wahren, das Sache des geistigen Menschen ist, denn Redlichkeit wird vom Guten des Glaubens ausgesagt: Nr. 612; Wahrheit vom Wahren des Glaubens. Jerem.32/38-40: "Sie werden Mir sein zum Volk, und Ich werde ihnen sein zum Gott, und Ich werde ihnen geben ein Herz, und einen Weg zu fürchten Mich alle Tage, zum Guten ihnen und ihren Söhnen nach ihnen, und ich werde mit ihnen schließen einen Bund des Zeitlaufes, daß Ich nicht zurückkehren werde von (hinter) ihnen, ihnen Gutes zu tun, und werde Meine Furcht in ihr Herz geben, daß sie nicht wieder von Mir weichen": daß hier Gott fürchten heißt verehren aus dem Guten und Wahren des Glaubens, kann aus dem Zusammenhang erhellen, sowie daraus, daß Volk und Gott gesagt wird; daß Volk von denen ausgesagt wird, die im Wahren des Glaubens sind, sehe man Nr. 1259, 1260; daß Gott gesagt wird, wo vom Wahren gehandelt wird: Nr. 2586, 2769, 2807 E. Jes.25/3: "Es werden Dich ehren ein starkes Volk, die Stadt mächtiger Völkerschaften werden Dich fürchten": wo Gott fürchten ebenfalls soviel als verehren aus dem geistig Wahren; denn es wird ausgesagt vom Volk und von der Stadt. Daß Stadt das Lehrwahre ist, sehe man Nr. 402, 2268, 2450, 2451. Ps.25/12: "Wer ist dieser Mann, der Jehovah fürchtet? Er wird ihn lehren den Weg, den er wählen soll": wo Mann, der Jehovah fürchtet, für den, der Ihn verehrt; daß hier vom geistigen Menschen (die Rede ist), wird klar daraus, daß gesagt wird, Er wird ihn lehren den Weg; daß der Weg das Wahre ist, sehe man Nr. 627, 2333. Ps.128/1: "Selig jeder, der Jehovah fürchtet, der da wandelt in Seinen Wegen". Ps.22/24: "Die Jehovah fürchten, werden Ihn preisen, aller Same Jakobs werden Ihn verherrlichen und scheuen werden sich vor Ihm aller Same Israels": wo sich scheuen vor Ihm für verehren aus dem Wahren des Glaubens, denn der Same Israels ist das Geistige der Kirche, oder das Gute und Wahre des Glaubens: Nr. 1025, 1447, 1610. 5. Mose 10/12,13: "Nun Israel, was fordert Jehovah, dein Gott, von dir; denn daß du fürchtest Jehovah, deinen Gott, daß du wandelst in allen Seinen Wegen, und daß du Ihn liebst, und daß du dienst Jehovah, deinem Gott, in deinem ganzen Herzen, und in deiner ganzen Seele, daß du haltest die Gebote Jehovahs und Seine Satzungen": dort wird beschrieben, was Gott fürchten ist beim geistigen Menschen, der Israel ist, nämlich wandeln in den Wegen Jehovahs, Ihn lieben, Ihm dienen, und die Gebote und Satzungen halten. Joh.Offenb.14/6,7: "Ich sah einen Engel fliegen inmitten des Himmels, der hatte ein ewiges Evangelium und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, und gebet Ihm Herrlichkeit, weil gekommen ist die Stunde Seines Gerichts": dort Gott fürchten für den heiligen Gottesdienst aus dem Guten und dem Wahren des Glaubens. Luk.5/24-26: "Jesus sprach zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, nimm dein Bett auf und gehe in dein Haus, wobei Staunen alle ergriff, und sie priesen Gott, und wurden voll Furcht": wo Furcht für heilige Furcht, wie sie bei denen ist, die durch das Wahre des Glaubens eingeleitet werden in das Gute der Liebe. IV. Daß Gott oder Jehovah fürchten, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe, wenn gehandelt wird von den wiedergeborenen Himmlischen, bei Mal.2/5,6: "Mein Bund war mit Levi des Lebens (vitarum) und des Friedens, und das gab Ich ihm zur Furcht, und er fürchtete Mich, und vor Meinem Namen wurde er zerknirscht, das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und keine Verkehrtheit in Seinen Lippen, in Frieden und Geradheit wandelte er mit Mir": wo vom Herrn, Der hier Levi im inneren Sinne ist. Levi bedeutet das Priestertum, und bedeutet die Liebe. Furcht (steht) dort für das Gute der göttlichen Liebe, das Gesetz der Wahrheit für deren Wahres, Friede und Geradheit für beides. Jes.11/1-3: "Es wird ausgehen ein Rute aus dem Stamme Jischai, und ein Zweig aus seinen Wurzeln wachsen, und es wird ruhen auf Ihm der Geist Jehovahs, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Kenntnis und der Furcht Jehovahs, und Sein Riechen in der Furcht Jehovahs": wo auch vom Herrn; Geist der Kenntnis und der Furcht Jehovahs für die göttliche Liebe des Wahren; Sein Riechen in der Furcht Jehovahs für die göttliche Liebe des Guten. Ps.19/9,10: "Die Befehle Jehovahs sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot Jehovahs ist lauter, es erleuchtet die Augen; die Furcht Jehovahs ist rein, sie besteht ewig; die Gerichte Jehovahs sind Wahrheit, sie sind gerechtfertigt zusammen": wo die Furcht Jehovahs ist rein für die Liebe, die Gerichte Jehovahs sind Wahrheit für den Glauben; daß Gerechtigkeit ausgesagt wird vom Guten, das der Liebe angehört, Gerichte vom Wahren, das dem Glauben angehört, sehe man Nr. 2235; sie heißen gerechtfertigt zusammen, wenn das Wahre gut, oder wenn der Glaube Liebtätigkeit wird. Ps.33/18: "Siehe, das Auge Jehovahs (sieht) auf die, welche Ihn fürchten, welche warten auf Seine Barmherzigkeit". Ps.147/10,11: "Jehovah hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch hat Er Wohlgefallen an den Beinen des Mannes; Wohlgefallen hat Jehovah an denen, die Ihn fürchten, die auf Seine Barmherzigkeit warten": die Stärke des Rosses für eigene Macht das Wahre zu denken; daß Pferd das Verständige ist, sehe man Nr. 2760, 2761, 2762; Beine des Mannes für eigene Macht das Gute zu tun; die Jehovah fürchten für die, welche Ihn verehren aus Liebe zum Wahren, und die auf Seine Barmherzigkeit warten für die, welche Ihn verehren aus Liebe zum Guten. Wo bei den Propheten vom Guten die Rede ist, ist es auch vom Wahren, und wo vom Wahren auch vom Guten; wegen der himmlischen Ehe des Guten und des Wahren im einzelnen sehe man Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712, 2713. Ps.115/12,13: "Jehovah wird segnen das Haus Israels, Er wird segnen das Haus Aharons, Er wird segnen, die Jehovah fürchten, die Kleinen mit den Großen": hier die Jehovah fürchten für die, welche Ihn verehren aus dem Guten des Glaubens, welches ist das Haus Israels, und aus dem Guten der Liebe, welches ist das Haus Aharons, beides wegen der himmlischen Ehe im einzelnen des Wortes, wie gesagt. Jes.33/6: "Es wird sein die Wahrheit deiner Zeiten, die Stärke allerlei Heils, Weisheit und Kenntnis, und die Furcht Jehovahs selbst der Schatz": wo Weisheit und Kenntnis für das Gute des Glaubens verbunden mit dessen Wahrem, die Furcht Jehovahs für das Gute der Liebe. Jes.50/10: "Wer unter euch ist, der Jehovah fürchtet, der höret auf die Stimme Seines Knechtes": Jehovah fürchten für verehren aus Liebe, hören auf die Stimme Seines Knechtes für verehren aus dem Glauben; wenn das eine des anderen ist, dann ist es eine himmlische Ehe. Aus diesem, was angeführt worden ist aus dem Worte kann erhellen, daß die Furcht Gottes der Gottesdienst ist entweder aus Furcht, oder aus dem Guten des Glaubens, oder aus dem Guten der Liebe; übrigens je mehr Furcht im Gottesdienst, desto weniger Glaube und desto noch weniger Liebe ist darin, und umgekehrt, je mehr Glaube im Gottesdienst ist, und noch weiter je mehr Liebe, um so weniger ist Furcht darin, es ist zwar in jedem Gottesdienst Furcht, aber unter einer anderen Gestalt und in einer anderen Weise, es ist eine heilige Furcht; jedoch die heilige Furcht ist nicht sowohl Furcht vor der Hölle und vor der Verdammnis, sondern daß man ja nichts tue oder denke wider den Herrn, und wider den Nächsten, somit ja nichts gegen das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens; es ist eine ernste Scheu, welche die Grenze des Heiligen des Glaubens und des Heiligen der Liebe von der einen Seite ist; und weil keine Furcht vor der Hölle und der Verdammnis, wie gesagt, ist sie bei denen, die im Guten des Glaubens, weniger bei denen, die im Guten der Liebe, das ist, die im Herrn sind; daher V. bedeutet fürchten auch mißtrauen, oder keinen Glauben und keine Liebe haben, wie bei Jes.43/1,5; 44/8: "So sprach dein Schöpfer, Jakob, und dein Bildner, Israel: Fürchte dich nicht, weil Ich dich erlöst habe, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, Mein bist du". Luk.1/73,74: "Des Eides, den Er schwur unserem Vater Abraham, uns zu geben, daß wir ohne Furcht aus der Hand unserer Feinde befreit, Ihm dienten in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor Ihm". Luk.12/32: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen das Reich zu geben". Mark.5/36; Luk.8/49,50: "Jesus sprach zum Vorsteher der Synagoge: Fürchte nicht, glaube nur". Mark.4/40: "Jesus sprach: Was seid ihr so furchtsam! wie, daß ihr keinen Glauben habt!" Luk.12/7: "Die Haare eures Hauptes sind gezählt, darum fürchtet nicht, ihr seid mehr wert als viele Sperlinge". In diesen Stellen ist fürchten Mißtrauen, oder keinen Glauben und keine Liebe haben. 2827. "Und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen, von Mir", 1. Mose 22/12, daß dies bedeutet die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen durch den äußersten Grad der Versuchung, kann erhellen aus der Bedeutung "deines Sohnes", nämlich Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, wovon früher, oder das Göttlich-Menschliche, denn dieses beginnt im Vernünftigen: Nr. 2106, 2194. Dieses heißt der einzige, weil es der Eingeborne ist, man sehe Nr. 2772; und aus der Bedeutung "Mir nicht vorenthalten", sofern es ist machen, daß es vereinigt werde, nämlich mit dem Göttlichen Selbst. Daß die Vereinigung geschehen ist durch den äußersten Grad der Versuchung, ist klar aus alle dem, was vorhergeht. 2828. Vers 13: Da erhob Abraham seine Augen und sah, und siehe, ein Widder, hinten festgehalten im Dickicht mit seinen Hörnern; und Abraham ging und nahm den Widder, und opferte ihn zum Brandopfer, anstatt seines Sohnes. "Da erhob Abraham seine Augen" bedeutet das Denken und Schauen des Herrn aus dem Göttlichen; "und sah, und siehe ein Widder" bedeutet die Geistigen aus dem menschlichen Geschlechte; "hinten festgehalten im Dickicht" bedeutet verwickelt im natürlich Wißtümlichen; "mit seinen Hörnern" bedeutet mit aller Macht in betreff der Glaubenswahrheiten; "und Abraham ging und nahm den Widder" bedeutet ihre Befreiung durch das Göttlich-Menschliche des Herrn; "und opferte ihn zum Brandopfer anstatt seines Sohnes" bedeutet ihre Heiligung und Aufnahme an Kinde Statt. 2829. "Da erhob Abraham seine Augen und sah", 1. Mose 22/13, daß dies bedeutet das Denken und Schauen des Herrn aus dem Göttlichen, sehe man Nr. 2789, wo dieselben Worte stehen. Das Denken und Schauen aus dem Göttlichen ist in alles und jedes, was geschehen wird, in Ewigkeit, mit göttlicher Vorsehung. 2830. "Und siehe ein Widder", 1. Mose 22/13, daß dies die Geistigen aus dem menschlichen Geschlechte bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Widders, worüber im Folgenden. Es ist bekannt in der Kirche, daß die Brandopfer und Schlachtopfer in der vorbildlichen jüdischen und israelitischen Kirche das Göttlich-Menschliche des Herrn bedeutet haben, aber etwas anderes die Brandopfer und Schlachtopfer von Lämmern, etwas anderes von Schafen und Ziegen, ebenso etwas anderes von Ziegenböckchen, Widdern, Böcken, von Ochsen, Farren (junger Stier), Kälbern, und von Turteltauben und jungen Tauben, gleicherweise die Speisopfer und Trankopfer. Im allgemeinen bezeichneten sie göttlich Himmlisches, göttlich Geistiges und göttlich Natürliches, das der Herr hatte, und daher bezeichneten sie Himmlisches, Geistiges und Natürliches, das von Ihm in seinem Reiche ist, folglich in jedwedem, der im Reich des Herrn ist. Was auch erhellen kann aus dem heiligen Abendmahl, das an die Stelle der Brandopfer und Schlachtopfer trat: da bedeuten das Brot und der Wein das Göttlich-Menschliche des Herrn: das Brot Sein göttlich Himmlisches, der Wein Sein göttlich Geistiges, folglich bedeuten sie Seine Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, und umgekehrt die Liebe des Menschengeschlechtes zum Herrn: Nr. 2343, 2359, woraus klar wird, daß Brandopfer und Schlachtopfer den himmlischen Gottesdienst aus Liebe zum Herrn, und den geistigen Gottesdienst aus Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher aus dem Glauben an den Herrn eingeschlossen haben: Nr. 922, 923, 1823,2180. Was himmlisch und was geistig, oder was die Himmlischen und die Geistigen im Reiche des Herrn oder in seiner Kirche sind, ist öfter gesagt worden: man sehe Nr. 1155, 1577, 1824, 2048, 2088, 2184, 2227, 2669, 2708, 2715. Daß nun Widder das göttlich Geistige des Herrn bedeutet und folglich das Geistige beim Menschen, oder was das gleiche ist, die Geistigen aus dem menschlichen Geschlechte, kann erhellen aus den Brandopfern und Schlachtopfern, die von Widdern geschahen, z.B. als Aharon und seine Söhne zum Priesteramt geheiligt oder eingeweiht wurden, sollten sie einen jungen Farren opfern zum Sündopfer, dessen Blut gesprengt werden sollte auf die Hörner des Altares, und das übrige auf dessen Grund; dann sollte der eine Widder geschlachtet und dessen Blut um den Altar gesprengt und darauf der Widder ganz verbrannt werden als Brandopfer; und das Blut des anderen geschlachteten Widders sollte gesprengt werden auf den Ohrknorpel und den Daumen der Hand und des Fußes Aharons, und nachdem derselbe gewebet worden, sollte er verbrannt werden über dem Brandopfer: 2. Mose 29/1-35; 3. Mose 8/1-36; 9/2f. Daß diese Gebräuche heilig waren, ist offenbar; aber heilig darum, weil sie Heiliges vorbildeten und bezeichneten, sonst würde alles dieses, als: einen Farren schlachten, sein Blut auf die Hörner und das übrige auf den Grund des Altares sprengen, und den einen Widder schlachten, und dessen Blut um den Altar sprengen, und darauf ihn verbrennen, und das Blut des anderen Widders auf den Ohrknorpel und den Daumen der Hand und des Fußes Aharons sprengen, dann ihn weben und über dem Brandopfer verbrennen, alles dieses wäre nichts Heiliges, somit nichts Gottesdienstliches, wenn es nicht heilige Dinge vorgebildet hätte. Was aber das einzelne vorgebildet hat, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen; daß der Farren zum Sündopfer, bedeutete das göttlich Natürliche des Herrn, und der Widder das göttlich Geistige, und auch die Geistigen aus dem menschlichen Geschlecht, kann aus der Bedeutung des jungen Farren und des Widders im Worte erhellen. Die Einweihungen zum Priestertum geschahen durch Geistiges, denn durch Geistiges wird der Mensch eingeführt in Himmlisches, oder was dasselbe ist, durch Glaubenswahres in das Gute der Liebe. Ebenso: Wenn Aharon eintrat in das Heiligtum, mußte er einen Farren zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer opfern: 3. Mose 16/2,3. Daß ein Nasiräer, wenn die Tage seines Nasiräates erfüllt waren, opfern mußte ein jähriges fehlerloses männliches Lamm zum Brandopfer und ein jähriges fehlerloses weibliches Lamm zum Sündopfer und einen fehlerlosen Widder zum Dankopfer: 4. Mose 6/13,14,16,17, hatte den Grund, weil der Nasiräer den himmlischen Menschen, der ein Ebenbild des Herrn ist, vorbildete: Nr. 51, 52, 1013. Der himmlische Mensch ist so geartet, daß er in himmlischer Liebe, das ist, in der Liebe zum Herrn, und daher im himmlisch Wahren ist: Nr. 202, 337, 2069, 2715, 2718. Daher mußte er opfern ein männliches und ein weibliches Lamm, wodurch das Himmlische bezeichnet wurde; dann einen Widder, wodurch das Geistige bezeichnet wird. An Festen wurden geopfert junge Farren, Widder und Lämmer; z.B. am ersten Tage der ungesäuerten Brote zwei junge Farren, ein Widder und sieben Lämmer mit ihrem Speisopfer zum Brandopfer: 4. Mose 28/18-20. Am Tag der Erstlinge ebenfalls zwei junge Farren, ein Widder und sieben Lämmer, mit ihrem Speisopfer zum Brandopfer: 4. Mose 28/26-28. An den Neumonden zwei junge Farren, ein Widder und sieben Lämmer mit ihrem Speisopfer zum Brandopfer: 4. Mose 28/11,12. Im siebenten Monat, am ersten des Monats einen jungen Farren, ein Widder, sieben Lämmer mit ihrem Speisopfer; am fünfzehnten Tage des siebenten Monats dreizehn junge Farren, zwei Widder, vierzehn Lämmer usw. man sehe 4. Mose 29/1,2,12-14,17,18,20-24,26-36. Farren und Widder bedeuteten geistiges, Lämmer aber himmlisches, denn an den Festen mußte man geheiligt und durch Geistiges eingeführt werden. Weil Widder das göttlich Geistige des Göttlich-Menschlichen des Herrn bedeuteten, sodann Geistiges bei den Menschen, darum wird, wo vom neuen Tempel und vom neuen Jerusalem, das ist vom geistigen Reich des Herrn gehandelt wird, gesagt bei Hes.43/23-25: "Wenn du mit dem Entsündigen des Altars fertig bist, sollen sie opfern einen jungen Farren zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, und sieben Tage sollen sie machen den Bock des Sündopfers täglich, und einen jungen Farren und einen Widder". Hes.46/22-24: "Und der Fürst soll an diesem Tage alles Volk machen den jungen Farren des Sündopfers, und an den sieben Tagen des Festes sieben junge Farren und sieben Widder, mit dem Speisopfer zum Brandopfer", Hes.46/4,6: Und am Sabbathtage soll er machen sechs Lämmer und einen Widder". Daß durch den neuen Tempel und das neue Jerusalem im allgemeinen Sinn bezeichnet wird das Reich des Herrn, sehe man Nr. 402, 940, im besonderen die neue Kirche: Nr. 2117. Daß dort nicht Brandopfer und Schlachtopfer gemeint (sind), kann jedem bekannt sein, darum ist es klar, daß durch diese Dinge Himmlisches bezeichnet wird, das der Liebe angehört, und Geistiges, das dem Glauben angehört, denn solches gehört zum Reich des Herrn, somit hier gleiches durch junge Farren, Widder, Lämmer. Daß junge Farren und Widder Geistiges bedeuten, erhellt aus dem einzelnen dort im inneren Sinn, im allgemeinen daraus, daß durch den neuen Tempel und das neue Jerusalem insbesondere das geistige Reich des Herrn bezeichnet wird, durch Zion aber das himmlische Reich. Daß Widder Geistiges bedeutet oder was das gleiche ist, die Geistigen, ist auch klar bei Dan.8/3,4-7: "Daß ihm erschien ein Widder, stehend vor einem Fluß, der zwei Hörner hatte, und darauf ein Ziegenbock, der jenen gestoßen, dessen Hörner zerbrochen und zertreten hat": wo unter Widder nichts anderes verstanden wird als die geistige Kirche und unter Ziegenbock diejenigen, die in dem von der Liebtätigkeit zertrennten Glauben oder in dem vom Guten zertrennten Wahren sind, die nach und nach gegen das Gute und endlich gegen den Herrn sich erheben, was auch beschrieben wird. 1.Sam.15/22: "Samuel sprach zu Saul: hat denn Jehovah gefallen an Brandopfern und Schlachtopfern, wie am Gehorsam gegen die Stimme Jehovahs; siehe, Gehorsam ist besser als Opfer, und Aufhorchen besser als das Fett der Widder": weil dort gehandelt wird vom Gehorsam, somit vom Wahren, das geistig ist, und jenes dem König zustand, durch den ebenfalls das Wahre bezeichnet wird: Nr. 1672, 2015, 2069, darum wird nicht gesagt besser als das Fett der Ochsen oder Lämmer, sondern als das Fett der Widder. Ps.114: "Da Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakobs aus dem fremdsprechenden Volk, wurde Jehudah zu seinem Heiligtum, Israel (zu) seinen Herrschaften, das Meer sah es und floh, und der Jordan wandte sich zurück; die Berge hüpften wie die Widder, die Hügel wie die Söhne der Herde. Was ist dir Meer, daß du fliehest, Jordan, daß du dich zurückwendest? ihr Berge, daß ihr hüpfet wie die Widder, ihr Hügel, wie die Söhne der Herde? Vor dem Herrn kreiße, o Erde, vor dem Gotte Jakobs, der den Fels wandelt in einen Wassersee, und den Kieselstein in seine Quelle von Wasser": es wird hier im inneren Sinn gehandelt von dem geistig Guten nach der Wiedergeburt, und es wird beschrieben, welcher Art es ist, sein himmlisch Geistiges durch die Berge, welche hüpften wie Widder, und sein himmlisch Natürliches durch die Hügel, wie die Söhne der Herde. Daß Berge sind Himmlisches, das der Liebe angehört, sehe man Nr. 795, 1430. Jeder kann wissen, daß in diesen, sowie in den übrigen (Aussprüchen) Davids Heiliges ist, aber im inneren Sinn, und daß es etwas bedeutet, daß die Berge hüpften wie die Widder, und die Hügel wie die Söhne der Herde, und daß vor dem Herrn die Erde kreißen solle, was ohne den inneren Sinn nichtssagende Worte wären. Ebenso auch Folgendes bei 5. Mose 32/13-15: "Er wird ihn reiten lassen auf den Höhen der Erde und essen lassen die Früchte der Erde und saugen lassen Honig aus dem Felsen und Öl aus dem Kiesel des Gesteins, Butter der Rinder und Milch der Schafherde samt dem Fette von Lämmern und von Böcken und von Widdern den Söhnen Baschans samt dem Fette der Nieren des Weizens, und du wirst das Blut der Trauben trinken": Widder, Söhne Baschans, für himmlisch Geistiges. Was himmlisch Geistiges ist, sehe man Nr. 1824. Ps.6/15: "Brandopfer von Markstücken will ich Dir opfern mit Geräuch von Widdern, ich will machen Rinder mit Böcken": Brandopfer von Markstücken für Himmlisches, das der Liebe angehört, Geräuch von Widdern für Geistiges, das dem Glauben angehört. Hes.27/21: "Arabien und alle Fürsten von Kedar, diese Handelsleute deiner Hand, in Lämmern, in Widdern und Böcken": wo von Tyrus, durch das diejenigen bezeichnet werden, die in den Kenntnissen des Guten und des Wahren sind: Nr. 1201. Arabien für ihre Weisheit; die Fürsten von Kedar für die Einsicht derselben, Lämmer für Himmlisches, Widder für Geistiges, Böcke für Natürliches, das so der Ordnung nach folgt. Jes.60/7: "Alle Herde Kedars werden versammelt werden, die Widder Nebajath werden Dir dienen; sie werden hinaufkommen auf Meinen Altar und das Haus Meiner Zier werde Ich zieren": wo vom Göttlich-Menschlichen des Herrn; Herde Kedars für himmlisch Göttliches; Widder Nebajoth für geistig Göttliches. Aus diesem allen kann nun erhellen, daß Widder im inneren Sinn das göttlich Geistige des Herrn bedeutet, und daher das Geistige beim Menschen, oder was dasselbe ist, die Geistigen aus dem menschlichen Geschlecht. 2831. "Hinten festgehalten im Dickicht", 1. Mose 22/13, daß dies bedeutet, die im natürlich Wißtümlichen Verwickelten, erhellt aus der Bedeutung von festgehalten werden, hier sofern es ist verwickelt werden; und aus der Bedeutung von Dickicht oder Verflochtenem, sofern es das Wißtümliche ist, worüber im Folgenden. Daß die Geistigen festgehalten werden, weil verwickelt im natürlich Wißtümlichen, betreffend die Wahrheiten des Glaubens, damit verhält es sich so: Die Geistigen haben kein Innewerden des Guten und Wahren, wie die Himmlischen, sondern statt dessen ein Gewissen, das gebildet ist aus Gutem und Wahrem des Glaubens, das sie von Kindheit auf von Eltern und Lehrern, und nachher aus der Lehre des Glaubens, in die sie geboren sind, aufgefaßt haben. Diejenigen, die kein Innewerden des Guten und Wahren haben, können nicht anders als durch Wißtümliches bestärkt werden. Jeder macht sich eine Vorstellung von dem, was er gelernt hat, auch vom Guten und Wahren des Glaubens (ohne Vorstellung bleibt nichts anderes im Gedächtnis als eine leere Sache), Bestätigungsgründe kommen hinzu und füllen die Vorstellung einer Sache aus anderen Kenntnissen, auch aus Wißtümlichem. Die durch mehreres bestärkte Vorstellung selbst macht, daß sie nicht nur im Gedächtnis bleibt und daraus hervorgerufen werden kann ins Denken, sondern auch, daß Glauben in sie eingeflößt werden kann. Was das Innewerden im allgemeinen betrifft, so soll es, weil wenige wissen was Innewerden ist, gesagt werden: Es gibt ein Innewerden des Guten und Wahren bei den Himmlischen und bei den Geistigen, es gibt ein Innewerden des Gerechten und Billigen im bürgerlichen Leben, und es gibt ein Innewerden des Ehrbaren im moralischen Leben. Was das Innewerden des Guten und Wahren bei den Himmlischen und Geistigen anbelangt, so haben dieses die inwendigeren Engel vom Herrn und hatten dieses die Menschen der Ältesten Kirche und haben dieses die Himmlischen, die in der Liebe zum Herrn sind. Sie wissen sogleich aus einer inneren Wahrnehmung, ob etwas gut und ob es wahr sei, denn der Herr gibt ihnen dieses ein, weil sie mit dem Herrn durch Liebe verbunden sind; aber die geistigen Menschen haben kein solches Innewerden des Guten und Wahren in himmlischen und geistigen Dingen, sondern statt dessen haben sie ein Gewissen, das einsagt (dictat). Aber das Gewissen ist gebildet aus den Kenntnissen des Guten und Wahren, die sie aufgefaßt haben von Eltern und Lehrern, und danach aus eigenem Forschen in der Lehre und im Worte. Demselben messen sie Glauben bei, obwohl es nicht so gut und wahr sein mag. Daher kommt es, daß Menschen aus jeder Lehre ein Gewissen haben können, auch die Heiden (etwas) dem Gewissen nicht Unähnliches aus ihrer Religion. Daß die Geistigen kein Innewerden des Guten und Wahren des Glaubens haben, sondern sagen und glauben, das sei wahr, was sie gelernt und angenommen haben, kann hinlänglich daraus erhellen, daß jeder sagt, sein Dogma sei wahr, die Irrgläubigen noch mehr als andere, und daß sie das eigentliche Wahre nicht sehen, noch weniger anerkennen können, obgleich tausend Gründe dafür sprechen. Jeder prüfe sich selbst, ob er anderswoher innewerden könne, ob etwas wahr ist, und ob er nicht, wenn ihm auch die allergewisseste Wahrheit geoffenbart wird, dennoch sie nicht anerkenne; wie z.B. wer den Glauben für die wesentliche Hauptsache zum Seligwerden hält, nicht die Liebe, wenn ihm auch alles vorgelesen wird, was der Herr von der Liebe und der Liebtätigkeit geredet hat; man sehe Nr. 2373, und er aus dem Worte weiß, daß alles Gesetz und alle Propheten von der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten abhängen, wird er dennoch in der Vorstellung des Glaubens verbleiben und sagen: er allein mache selig. Anders diejenigen, die in einem himmlischen und geistigen Innewerden sind. Was aber das Innewerden des Gerechten und Billigen im bürgerlichen Leben anbelangt, so haben dieses diejenigen in der Welt, die vernünftig sind, und auch ein Innewerden des Ehrbaren im moralischen Leben. Denn in Beziehung auf dieses und jenes unterscheidet sich der eine Mensch vom anderen; aber deswegen haben dieselben doch kein Innewerden vom Guten und Wahren des Glaubens, weil dieses Innewerden höher oder inwendiger ist, und durch das Innerste des Vernünftigen vom Herrn einfließt. Eine Ursache auch, warum die Geistigen kein Innewerden vom Guten und Wahren des Glaubens haben, ist, weil das Gute und das Wahre nicht eingepflanzt ist in ihr Willensgebiet, wie bei den himmlischen Menschen, sondern in ihr Verstandesgebiet, man sehe Nr. 863, 875, 927, 1023, 1043, 1044, 2256. Daher kommt es, daß die Geistigen nicht zum ersten Grad des Lichts kommen können, in dem die Himmlischen sind: Nr. 2718, sondern daß es bei ihnen dunkel ist verhältnismäßig: Nr. 1043, 2708 Anf., 2715. Daß die Geistigen verwickelt sind im natürlich Wißtümlichen in betreff der Wahrheiten des Glaubens, folgt daraus. Daß das Dickicht oder das Verflochtene im inneren Sinn bedeutet das natürlich Wißtümliche, d.h. jenes Wißtümliche, das im äußeren Gedächtnis haftet, kann auch erhellen aus anderen Stellen im Worte: Hes.31/3: "Siehe! Aschur eine Zeder auf dem Libanon, belaubt, schattiges Gehölz, hoch von Wuchs und zwischen Dichtverflochtenem war seine Belaubung": wo von Ägypten, das die Wissenschaft ist: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; Aschur für das Vernünftige: Nr. 119, 1186, das auch die Zeder, dann der Libanon ist im Worte; zwischen Dichtverflochtenem für unter Wißtümlichen, denn das menschlich Vernünftige gründet sich auf sein Wißtümliches; Hes.31/10,12: "So sprach der Herr Jehovih: Weil du so erhoben bist von Wuchs und hast gegeben seinen Ast hin zwischen Dichtverflochtenem und erhaben worden ist sein Herz in seiner Höhe, werden ihn ausrotten die Gewaltigen der Völkerschaften und ihn hinwerfen": von Ägypten geben den Ast zwischen Dichtverflochtenem für: hängen im Wißtümlichen und von da aus betrachten Geistiges, Himmlisches und Göttliches. Hes.31/14: "Auf daß sich nicht erheben in ihrer Höhe alle Bäume der Wasser, und nicht geben ihren Ast hin zwischen Dichtverflochtenem, und nicht stehen auf ihnen in ihrer Höhe alle, die Wasser trinken, weil sie alle dem Tode gegeben werden zur Unterwelt, inmitten der Söhne des Menschen, zu denen, die hinabfahren zur Grube": wo von denjenigen, die durch Vernunftschlüsse aus dem Wißtümlichen in die Geheimnisse des Glaubens eindringen wollten, daß diese ganz verblendet werden, sehe man Nr. 215, 232, 233, 1072, 1911, 2196, 2203, 2568, 2588; vernünfteln aus dem Wißtümlichen, ist "geben den Ast hin zwischen Dichtverflochtenes". Hes.19/11: "Er hatte Reiser der Stärke zu Zeptern der Herrscher, und es erhob sich seine Höhe hinauf zwischen Dichtverflochtenes". Hes.6/13: "Die Erschlagenen Israels inmitten ihrer Götzen, um ihre Altäre, und unter jeder dichtverflochtenen Eiche": wo gehandelt wird von dem Gottesdienst, den sie sich erdenken, indem sie Glauben an sich selbst haben, somit an das, was sie aus ihrem Wißtümlichen ausbrüten; dicht verflochtene Eiche für Wißtümliches in solchem Zustande. Daß Eichen Wahrnehmungen aus Wißtümlichen sind, sehe man Nr. 1442, 1443, 2144; Hes.20/28: "Sie haben gesehen jeden hohen Hügel und jeden dicht belaubten Baum und opferten daselbst ihre Opfer": dicht belaubter Baum für dasjenige, was das Wort nicht sagt, sondern das eigene Wißtümliche. Daß der Gottesdienst in Hainen gehalten wurde und bezeichnend war je nach den Eigenschaften der Bäume, sehe man Nr. 2722. Jes.9/17: "Es brennt wie Feuer die Bosheit, wird Gestrüpp und Dorngewächs verzehren und anzünden die Dickichte des Waldes": Gestrüpp und Dorngewächs für Falschheit und Begehrlichkeit, Dickicht des Waldes für Wißtümliches. Jes.10/34: "Jehovah Zebaoth wird umhauen die Dickichte des Waldes mit Eisen und der Libanon wird durch den Großmächtigen fallen": Dickichte des Waldes für Wißtümliches, Libanon für Vernünftiges. Jerem.4/6,7: "Hebet das Panier auf gen Zion, denn Ich bringe Unglück herzu aus Mitternacht und große Verwüstung; es steigt der Löwe aus seinem Dickicht, und der Verderber der Völkerschaften ist aufgebrochen, hervorgegangen aus seinem Ort, zu versetzen dein Land in Verwüstung, deine Städte werden zerstört werden, daß kein Einwohner (da ist)": aus dem Dickicht für aus dem Wißtümlichen und was aus diesem aufsteigt in göttliche Geheimnisse, versetzt das Land in Verwüstung, d.h. es verwüstet die Kirche. Daß das Wißtümliche im Worte Dickicht genannt wird, kommt daher, weil es beziehungsweise solcher Art ist, hauptsächlich, wenn die Begierden der Selbst- und Weltliebe und die Grundsätze des Falschen darauf einwirken. Die himmlische und geistige Liebe ist es, welche die Wissenssachen, die dem äußeren Gedächtnisse angehören, in Ordnung bringt, aber die Selbst- und Weltliebe verkehrt die Ordnung und verwirrt alles, was dort ist. Dies nimmt der Mensch nicht wahr, weil er in die Unordnung die Ordnung, ins Böse das Gute und ins Falsche das Wahre setzt, daher sind jene (die Wissenssachen) in einem (verworrenen) Dickicht; auch daraus, daß dasjenige, was dem äußeren Gedächtnis angehört, wo Wißtümliches im Vergleich mit dem, was im inneren Gedächtnisse ist, wo Vernünftiges wie in einem Dickicht oder wie in einem dunklen Walde ist; wie schattig, dunkel und finster es dort verhältnismäßig ist, kann der Mensch nicht wissen, solange er im Körper lebt, denn er meint dann, daß alle Weisheit und Einsicht daher komme, aber er wird es im anderen Leben wissen, wann er in das, was dem inneren Gedächtnis angehört, hineinkommt; daß im äußeren Gedächtnis, das dem Menschen eigen ist, wenn er in der Welt lebt, nichts weniger sei als das Licht der Weisheit und Einsicht, sondern daß es verhältnismäßig dort dunkel, ungeordnet und verwirrt sei, sehe man Nr. 2469-2494. 2832. "Mit seinen Hörnern", 1. Mose 22/13, daß dies bedeutet mit aller Macht in betreff der Wahrheiten des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung der Hörner. Hörner werden im Worte hie und da erwähnt, und da bedeuten sie die Macht des Wahren, das aus dem Guten ist, und im entgegengesetzten Sinn die Macht des Falschen, das aus dem Bösen. In dieser Stelle, daß die Geistigen, die durch den Widder bezeichnet werden, im natürlich Wißtümlichen mit aller Macht in betreff des Wahren verwickelt, und daher der Fähigkeit, Wahres zu erkennen, beraubt sind; denn je mehr jemand natürlich Wißtümliches zu Rate zieht, und darin mit seiner Seele und seinem Gemüte hangen bleibt, wenn es sich um Wahrheiten des Glaubens handelt, desto mehr verliert er das Licht des Wahren, und mit dem Lichte auch das Leben des Wahren. Jeder kann das aus Erfahrung wissen, wenn er aufmerkt und acht hat auf diejenigen, die sagen, sie können nichts glauben, wenn sie nicht durch Sinnliches oder durch Wissenschaftliches begreifen, daß es so sei. Wenn man sie erforscht wie geartet sie sind, wird man erfahren, daß sie gar nichts glauben, und außerdem, daß ihnen nichts weiser erscheint, als der Natur alles und jedes zuzuschreiben. Es gibt auch mehrere, die sagen, sie glauben, obwohl sie nicht begreifen, und doch vernünfteln sie insgeheim bei sich, ebenso wie die anderen aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen über Glaubenswahrheiten, ob es so sei; diese haben entweder eine Art von Überzeugung, die von der Selbst- und Weltliebe eingeblasen ist, oder sie glauben ganz und gar nicht. Wie geartet sie sind, wird offenbar aus ihrem Leben. Jene und diese sind zwar in der geistigen Kirche des Herrn, aber nicht von der Kirche. Die von der Kirche, sind im Leben des Guten und haben Glauben an die Wahrheiten; aber die Geistigen an keine anderen Wahrheiten als solche, die sie sich von Kindheit an und hernach eingeprägt und aus der Lehre oder anderswoher begründet haben. So beschaffen ist der Zustand der Geistigen, welcher Zustand hier beschrieben ist durch einen Widder, der festgehalten ist im Dickicht mit seinen Hörnern. Man sehe Nr. 2831. Daß das "Horn" bedeutet die Macht des Wahren, das aus dem Guten ist , erhellt aus folgenden Stellen: Ps.89/18,19,25,26: "Die Zier ihrer Stärke bist Du, und in Deinem Wohlgefallen wirst Du erhöhen unser Horn; denn Jehovah ist unser Schild, und im Heiligen Israels ist unser König; Meine Wahrheit und Meine Barmherzigkeit mit Ihm, und in Meinem Namen wird erhöht werden Sein Horn, und setzen werde Ich aufs Meer Seine Hand, und auf die Flüsse Seine Rechte": wo unser Horn und Sein Horn offenbar für die Macht des Wahren. Es wird da gehandelt vom geistigen Reich des Herrn. Im Heiligen Israels unser König für: daß im Herrn sei das göttlich Wahre: daß König das Wahre sei und das Königtum des Herrn das göttlich Wahre, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069; die Hand setzen auf das Meer, auf die Flüsse die Rechte für: Stärke in den Wissenschaften und Kenntnissen des Wahren. Daß die Hand und die Rechte Stärke ist: Nr. 878; und daß das Meer und die Flüsse Wissenschaften und Kenntnisse sind: Nr. 28, 2702. Ps.18/2,3; 2.Sam.22/2,3: "Ich will Dich lieben Jehovah, meine Stärke, Jehovah, mein Fels und meine Burg und mein Erretter, mein Gott, mein Fels, auf den ich traue, der Schild und das Horn des Heils": Horn des Heils für das Wahre in Ansehung der Macht, Stärke, Fels (petra), Burg, Gott, Fels (rupes), Schild, sind dort lauter Bezeichnungen für die Macht des Wahren. Ps.132/17: "In Zion will Ich wachsen lassen ein Horn dem David, zurichten eine Leuchte Meinem Gesalbten, seine Feinde will Ich kleiden mit Schande": wo vom Herrn, Welcher ist David: Nr. 1888; Horn für die Macht des Wahren; Leuchte für das Licht des Wahren. 1.Sam.2/1,10: "Froh ist mein Herz in Jehovah, erhöhet sich mein Horn in Jehovah, weit ist worden mein Mund wider meine Feinde, denn ich freue mich in Deinem Heil; Jehovah wird Stärke geben Seinem Könige, und wird erhöhen das Horn Seines Gesalbten": Weisung der Hanna, Horn für die Macht des Wahren. 5. Mose 33/17: "Der Erstgeborene seines Ochsen ist ihm eine Ehre, und Hörner des Einhorns sind sein Hörner, mit ihnen wird er die Völker zusammenstoßen an die Grenzen der Erde": Weissagung Moses von Joseph. Wo Hörner des Einhorns für große Macht des Wahren, wie auch daraus klar ist, daß er mit demselben die Völker stoßen wird an die Grenzen der Erde. Ps.92/11: "Du wirst erhöhen mein Horn wie eines Einhorns". Ps.22/22: "Jehovah, errette mich aus dem Munde des Löwen, und aus den Hörnern des Einhorns antworte mir": die göttlichen Wahrheiten wurden wegen der Höhe Hörner der Einhörner genannt; daher heißt es so oft: das Horn werde erhöht, denn Erhöhung bedeutet die Macht aus dem Inneren; daß das Inwendige ausgedrückt wird durch hoch, sehe man Nr. 1735, 2148. Jerem.Klagel.2/3: "Der Herr hat abgehauen im Grimm alles Horn Israels, Er hat Seine Rechte wieder abgezogen (a coram) vor dem Feinde": abhauen alles Horn Israels für berauben des Wahren, dem Macht zukommt, das auch ist wieder abziehen die Rechte vor dem Feinde. Hes.29/21: "An jenem Tage will Ich wachsen lassen ein Horn dem Hause Israel, und dir geben das Auftun des Mundes in ihrer Mitte": wachsen lassen das Horn dem Hause Israel für vervielfältigen die Wahrheiten der geistigen Kirche, welche ist Israel, Auftun des Mundes für deren Bekenntnis. Hab.3/3,4: "Gott wird aus Theman kommen und der Heilige vom Berge Paran; es hat bedecket die Himmel Seine Ehre und von Seinem Lob ist erfüllet die Erde, und der Glanz wird so wie das Licht sein. Hörner aus Seiner Hand sind Ihm und daselbst die Bergung Seiner Stärke": wo vom Herrn. Hörner aus Seiner Hand Ihm und daselbst die Bergung Seiner Stärke, offenbar für die Macht des Wahren; daß der Berg Paran das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre des Menschlichen des Herrn ist, sehe man Nr. 2714, das auch Glanz und Licht ist. Das göttlich Wahre des Menschlichen des Herrn wird bei Joh.Offenb.5/6 also beschrieben: "Ich sah, und siehe da, inmitten des Thrones und der vier Tiere ein Lamm stehend, wie geschlachtet, das hatte sieben Hörner (und sieben Augen), das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt in alles Land": sieben Hörner für die heiligen oder göttlichen Wahrheiten. Daß sieben Heiliges sind, sehe man Nr. 716, 881. Sieben Geister, ausgesandt in alles Land, sind heilige Predigten ebenderselben Wahrheiten. Die Hörner der Altäre bedeuten auch nichts anderes als das Wahre, dem Macht zukommt, wovon 2. Mose 27/2; 38/2: "Machen sollst du Hörner auf den vier Ecken des Altars, an ihm werden seine Hörner sein"; ebenso "auf dem Rauchaltar, und daß aus ihm Hörner sein sollen": 2. Mose 30/2; 37/25; daß der Altar das Hauptvorbild des Herrn und Seines Gottesdienstes war, sehe man Nr. 921. Der Altar war das Vorbild Seines göttlich Guten, die Hörner waren die Vorbilder Seines göttlich Wahren. Daß aus dem Guten das Wahre sein sollte, wurde vorgebildet dadurch, daß Hörner aus ihm, nämlich aus dem Altare sein sollten. Daß es kein anderes Wahres gibt als das aus dem Guten, sehe man Nr. 654, 1608, 1162, 1176, 2063, 2261, 2429. Hieraus erhellt, daß Hörner im echten Sinn die Macht des Wahren, das aus dem Guten ist, bedeuten. Daß Aharon und seine Söhne, als sie ins Amt eingeweiht wurden, nehmen sollten von dem Blute eines jungen Farren, und geben sollten auf die Hörner des Altares mit dem Finger: 2. Mose 29/12; 3. Mose 8/15; und "daß Aharon sühnen sollte auf den Hörnern des Altares einmal im Jahr": 2. Mose 30/10; und daß der Priester, wenn er sündigte, einen jungen Farren opfern, und von dem Blut geben sollte auf die Hörner des Rauchaltares": 3. Mose.4/3,7; dann daß "der Fürst, wenn er sündigte, ein Brandopfer opfern und das Blut gesprengt werden sollte auf die Hörner des Brandopferaltares": 3. Mose 4/27,30,34; wie auch "wenn der Altar gesühnt wurde": 3. Mose 16/18,19. - Dies bedeutete Wahrheiten aus dem Guten; denn alle Heiligungen, Weihungen und Sühnungen geschehen durch Wahrheiten, weil Wahrheiten zum Guten hinführen: Nr. 2830. Daß die Hörner des Altares die Wahrheiten, die aus dem Guten sind, bezeichnet haben, kann auch erhellen bei Joh.Offenb.9/13: "Der sechste Engel posaunte, da hörte ich eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altares, der vor Gott (steht)": Hörner des goldenen Altares offenbar für Wahrheiten aus dem Guten, denn daher (kam) die Stimme. Daß Gold das Gute ist: Nr. 113, 1551, 1552; mehr noch der goldene Altar. Amos 3/14: "An dem Tage, wo Ich heimsuchen werde die Übertretungen Israels über ihn, werde Ich heimsuchen über die Altäre Bethels, und es werden abgehauen werden die Hörner des Altares, und auf die Erde fallen": daß die Hörner des Altares sollten abgehauen werden, darum, weil daselbst nicht mehr das Wahre aus dem Guten vorgebildet wurde; Bethel ist das göttlich Gute, es wird deswegen das Heiligtum des Königs und das Haus des Königs genannt: Amos 7/13. Daß die Könige gesalbt werden sollten mit Öl aus dem Horn: 1.Sam.16/1,13; 1.Kön.1/39, bildete gleichfalls vor aus dem Guten das Wahre, das Öl war das Gute: Nr. 886, das Horn aber das Wahre, das Königtum selbst im inneren Sinne ist solches Wahre: Nr. 1728, 2015, das Macht hat. Daß das Horn im entgegengesetzten Sinn bedeutet die Macht des Falschen, das aus dem Bösen (kommt) , erhellt aus folgenden Stellen: Amos 6/13: "O, die ihr euch freuet über ein nicht Etwas, und saget: haben wir nicht in unserer Stärke uns Hörner erworben": Hörner dort für die Macht des Falschen. Sach.2/1-4: "Ich erhob meine Augen und sah, und siehe vier Hörner, und ich sagte zu dem Engel, der in mir redete, was sind diese? und er sprach zu mir: Dies (sind) die Hörner, die Jehudah, Israel und Jerusalem zerstreut haben; und Jehovah zeigte mir vier Schmiede, und ich sprach: Was kommen diese zu tun? und er sprach sagend: (Dies) sind die Hörner, die Jehudah zerstreut haben, daß ein Mann nicht erhebt sein Haupt, und diese sind gekommen, um zu erschrecken, um abzuwerfen die Hörner der Völkerschaften, die erhoben haben das Horn gegen das Land Jehudahs, um es zu zerstreuen": Hörner für die Macht des Falschen, das die Kirche verwüstet. Hes.34/21: "Mit der Seite und Schulter löcket (d.i. ausschlagen, stoßen) ihr, und mit euren Hörner stoßet ihr alle Schwachen, bis ihr sie hinaus zerstreuet habt": dort von den Hirten, die durch Falsches verführen. Hörner für die Macht des Falschen, Schulter für alle Macht: Nr. 1085. Jerem.Klagel.2/17: "Jehovah hat zerstört und nicht geschont, und deinen Feind über dich erfreut, Er hat erhöhet das Horn deiner Gegner". Jerem.48/25: "Abgehauen ist das Horn Moabs, und sein Arm ist zerbrochen": Horn dort für das mächtige Falsche. Ps.75/5,6,11: "Ich sprach zu den Ruhmredigen: rühmet euch nicht, und zu den Gottlosen: erhebet nicht das Horn, erhebet nicht in die Höhe euer Horn, redet nicht halsstarrig; alle Hörner der Gottlosen will Ich abhauen, es sollen erhoben werden die Hörner des Gerechten": Hörner der Gottlosen für die Macht des Falschen aus dem Bösen, Hörner des Gerechten für die Macht des Wahren aus dem Guten. Dan.7/7,8,11,19-26: "Es erschien das vierte Tier, fürchterlich und schrecklich, sehr stark, das hatte Zähne von Eisen, es fraß und zermalmte, und das übrige zertrat es mit Füßen; es hatte zehn Hörner; ich merkte auf die Hörner und siehe! ein anderes kleines Horn stieg zwischen ihnen empor, und drei von den vorigen Hörnern wurden vor ihm ausgerissen, und siehe, Augen wie Menschenaugen in diesem Horne, und ein Mund, der redete Großes; sehend war ich dann wegen der Stimme der großen Worte, die das Horn redete. Ich begehrte Gewißheit über das vierte Tier, und über die zehn Hörner, die auf seinem Haupte und über das andere, das emporstieg, und vor dem die drei fielen, und über dasselbe Horn, das Augen hatte, und einen Mund, der Großes redete; ich war sehend, daß dasselbe Horn Krieg führte mit den Heiligen, und er sprach: was das vierte Tier anbelangt, wird das vierte Reich sein auf Erden, das verschieden sein wird von allen Reichen, und wird fressen alles Land, und es zertreten, und es zermalmen; was die zehn Hörner betrifft, so werden aus demselben Reiche zehn Könige aufstehen, und ein anderer wird aufstehen nach ihnen, der verschieden sein wird von den vorigen und wird drei Könige demütigen; Worte wird er gegen den Höchsten reden, und die Heiligen verstören, danach wird das Gericht sitzen": dort wird im inneren Sinne gehandelt vom verkehrten Zustand der Kirche; was dort dem Daniel erschien, als das Tier, die Zähne von Eisen, das Horn in dem Augen, und die Hörner, welche redeten und Krieg führten mit den Heiligen, und daß es redete gegen den Höchsten, bedeutet den Zustand des Falschen und der Irrlehren innerhalb der Kirche. Daß die Hörner das mächtige und vorwaltende Falsche bedeuten, kann schon daraus erhellen, daß ihm Augen zugeschrieben werden, das ist Verständigkeit: Nr. 2701; und daß sie redeten, sogar gegen den Höchsten; durch Reiche und Könige werden nicht Reiche und Könige bezeichnet, sondern Lehren des Falschen, wie aus ihrer Bedeutung im Wort erhellen kann, wonach sie Lehren des Wahren sind, und im entgegengesetzten Sinn Lehren des Falschen: man sehe Nr. 1672, 2015, 2069, 2547. Dan.Kap.8: "Es erschien ihm ein Widder, stehend vor einem Fluß, der hatte zwei Hörner, die Hörner aber hoch, doch das eine höher als das andere, aber das Hohe war emporgestiegen zuletzt; ich sah den Widder mit dem Horne stoßen gegen Abend, und gegen Mitternacht, und gegen Mittag, so daß alle wilden Tiere nicht bestanden vor ihm, auch war kein Befreier aus seiner Hand, darum tat er nach Wohlgefallen und machte sich groß. Als ich aufmerksam war, siehe! da kam ein Ziegenbock von Abend über die Angesichte der ganzen Erde; dieser Bock (hatte) ein Horn zwischen beiden Augen, er kam zu dem Widder, dem Herrn der Hörner, und lief auf ihn zu mit der Wut seiner Stärke, und er schlug ihn und zerbrach dessen zwei Hörner, und es waren keine Kräfte im Widder, zu bestehen vor ihm; hernach machte der Ziegenbock sich sehr groß; da er aber mächtig geworden war, wurde zerbrochen das große Horn, und es stiegen empor vier Hörner an dessen Statt; bald aus einem von denselben kam hervor ein Horn vom kleinen und wuchs sehr gegen Mittag, und gegen Morgen, und gegen die Zier, und wuchs bis zu dem Heer der Himmel, und warf auf die Erde vom Heer, und von den Sternen, und zertrat sie. Der Widder mit den zwei Hörnern sind die Könige von Medien und Persien, der Bock der König von Griechenland, die vier Hörner anstatt des einen sind vier Reiche aus Völkerschaften": hier wird im inneren Sinn gehandelt von dem Zustand der geistigen Kirche, die der Widder ist: Nr. 2830, und wird beschrieben der Zustand jener Kirche, wie sie allmählich herunterkommt und verkehrt wird; der Ziegenbock sind diejenigen, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, oder in dem von dem Guten getrennten Wahren sind, die anfangen sich zu erheben wider das Gute; zuletzt wider den Herrn; die Hörner des Widders sind die inneren und äußeren Wahrheiten der geistigen Kirche; die Hörner des Ziegenbockes sind Wahrheiten, die allmählich in Falsches ausarten; unter den Reichen und Königen dort werden auch nicht Reiche und Könige verstanden, sondern Wahres und Falsches, wie soeben gesagt worden, denn das Wort des Herrn in seinem Wesen handelt nicht von weltlichen und irdischen, sondern von geistigen und himmlischen Dingen. Joh.Offenb.12/3,4: "Es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf den Häuptern sieben Diademe, sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich, und warf sie auf die Erde". Joh.Offenb.13/1,2,7,11: "Ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, auf seinen Häuptern einen Namen der Lästerung; es ward ihm gegeben Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Danach sah ich ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, das hatte zwei Hörner gleich einem Lamm". Joh.Offenb.17/3,5,7,9,12,13: "Ich sah ein Weib sitzend auf einem karmesinroten Tiere voll von Namen der Lästerung, und sie hatte sieben Häupter und zehn Hörner; es war die große Babylon; die sieben Häupter sind sieben Berge, da das Weib sitzt auf ihnen; und sind sieben Könige; die zehn Hörner sind zehn Könige": daß hier durch Hörner, ebenso wie bei Daniel, die Mächte des Falschen bezeichnet werden, kann erhellen. 2833. "Und Abraham ging und nahm den Widder", 1. Mose 22/13, daß dies bedeutet ihre Befreiung durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in betreff des Göttlich-Menschlichen, denn wenn Jehovah oder der Engel Jehovahs mit Abraham redet, dann ist Jehovah oder der Engel Jehovahs das Göttliche Selbst, und Abraham das Göttlich-Menschliche; und aus der Bedeutung des Widders, sofern es die Geistigen sind: Nr. 2830; daraus ist offenbar, daß "Abraham ging und nahm den im Dickicht mit seinen Hörnern festgehaltenen Widder" bedeutet die Befreiung der Geistigen durch das Göttlich-Menschliche des Herrn. Daß die Geistigen ohne die Ankunft des Herrn in der Welt niemals hätten selig werden können, sehe man Nr. 2661, 2716; und daß ihnen Seligmachung und Befreiung wird durch das Göttlich-Menschliche des Herrn: Nr. 2716. 2834. "Und opferte ihn zum Brandopfer anstatt seines Sohnes", 1. Mose 22/13, daß dies bedeutet ihre Heiligung und Annahme an Kindes Statt erhellt aus der Bedeutung von geopfert werden zum Brandopfer, sofern es ist geheiligt werden, worüber Nr. 2776; und aus der Bedeutung "anstatt seines Sohnes", sofern es ist angenommen werden an Kindes Statt, nämlich durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, das hier Abraham ist: Nr. 2833. Die Annahme der Geistigen an Kindes Statt wird bei Joh.15/5 beschrieben: "Jesus sprach: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun". Daß der Weinstock die geistige Kirche ist, sehe man Nr. 1069. 2835. Vers 14: Und Abraham nannte den Namen jenes Ortes: Jehovah wird sehen, was heute gesagt wird: Auf dem Berge wird Jehovah sehen. "Und Abraham nannte den Namen jenes Ortes" bedeutet die Beschaffenheit ihre Zustandes aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; "Jehovah wird sehen" bedeutet die Vorsehung des Herrn; "was heute gesagt wird" bedeutet fortwährend; "auf dem Berge wird Jehovah sehen" bedeutet die Liebtätigkeit, durch die vom Herrn vorgesehen wird, daß sie selig werden. 2836. "Und Abraham nannte den Namen jenes Ortes", 1. Mose 22/14, daß dies bedeutet die Beschaffenheit ihre Zustandes, nämlich der Geistigen, aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von Namen nennen, sofern es ist wissen, wie beschaffen einer oder etwas ist, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009. Aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, worüber Nr. 1273-1277, 1376-1381, 2625; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in betreff des Göttlich-Menschlichen, worüber Nr. 2833. Hieraus ist offenbar, daß Abraham nannte den Namen jenes Ortes, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes der Geistigen aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daß die Geistigen durch die Ankunft des Herrn in der Welt selig werden, ist Nr. 2661, 2716 gezeigt worden; und daß ihnen Erleuchtung aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn wird: Nr. 2716; und daß vorgesehen wurde, daß diejenigen selig werden, die im Glauben der Liebtätigkeit, d.h. in der Liebtätigkeit sind, folgt in diesem Vers. Dieser Zustand ist es, der durch jene Worte bezeichnet wird. 2837. "Jehovah wird sehen", 1. Mose 22/14, daß dies die Vorsehung des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es von Jehovah oder dem Herrn ausgesagt wird, sofern es ist vorhersehen und fürsehen, worüber Nr. 2807. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2156, 2329. Im Buchstabensinn ist es die Benennung des Ortes, im inneren Sinne aber ist es die Beschaffenheit des Zustandes, der beschrieben wird; denn die Zeiten und Räume gehören bloß der Natur an; daher wenn der Buchstabensinn des Wortes von der Natur in den Himmel übergeht, verschwindet die natürliche Vorstellung von jenen gänzlich und wird zu einer geistigen Vorstellung, die jenen entsprechen. 2838. "Was heute gesagt wird", 1. Mose 22/14, daß dies bedeutet fortwährend, erhellt aus der Bedeutung von "heute" im Worte, worüber folgt. Hie und da wird im Worte gelesen: "bis auf diesen Tag", oder "bis heute"; wie früher: "Dieser (ist) der Vater Moabs bis auf diesen Tag, und der Vater Ammons bis auf diesen Tag": 1. Mose 19/37,38; und nachher: "Der Name der Stadt Beerscheba bis auf diesen Tag": 1. Mose 26/33; ferner: "Nicht essen die Söhne Israels die Spannader, die auf dem Gelenk der Hüfte ist, bis auf diesen Tag": 1. Mose 32/32; wie auch: "dieses ist das Grabmal Rachels bis auf den Tag": 1. Mose 35/20; "Joseph machte es zur Satzung bis auf diesen Tag": 1. Mose 47/26: dieses bezieht sich im historischen Sinn auf die Zeit, wo Moses lebte, aber im inneren Sinn wird durch "diesen Tag" und durch "heute" das Fortwährende und Ewige des Zustandes bezeichnet. Daß Tag ist Zustand, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893; so auch "heute", das die gegenwärtige Zeit ist. Was der Zeit in der Welt angehört, das ist ewig im Himmel; um dies zu bezeichnen, wurde hinzugesetzt "heute" oder "bis auf diesen Tag"; obwohl es denjenigen, die im historischen Sinn sind, erscheint, als ob es nichts sonst in sich schlösse. Ebenso heißt es anderswo im Worte, wie Jos.4/9; 6/25; 7/26; Richt.1/21,26 und in anderen Stellen. Daß "heute" fortwährend und ewig bedeutet, kann erhellen bei Ps.2/7: "Ich will erzählen die Satzung, Jehovah sprach zu mir: Mein Sohn bist Du, heute habe Ich Dich gezeuget": wo offenbar heute für ewig; Ps.119/89-91: "Ewig, Jehovah, besteht Dein Wort in den Himmeln; auf Geschlecht und Geschlecht Deine Wahrheit; Du hast die Erde gegründet, und sie steht, nach Deinen Rechten besteht es noch heute": wo auch offenbar heute für ewig. Jerem.1/5,10,18: "Bevor ich Dich gebildet habe im Mutterleibe, kannte ich Dich, und ehe Du ausgingst aus dem Mutterschoß, heiligte ich Dich; zum Propheten habe ich Dich den Völkerschaften gegeben. Ich habe Dich gesetzt an diesem Tage (heute) über Völkerschaften und über Königreiche; und ich habe Dich heute gemacht zu einer festen Stadt, zu einer eisernen Säule, und zu ehernen Mauern": dort wird im Buchstabensinn gehandelt von Jeremia, aber im inneren Sinn wird der Herr verstanden; "ich habe Dich gesetzt an diesem Tage oder heute über Völkerschaften und über Königreiche, und ich habe Dich heute gemacht zu einer festen Stadt, von Ewigkeit"; vom Herrn kann nichts anderes als das Ewige ausgesagt werden. 5. Mose 29/9,11,12,14: "Ihr stehet heute, ihr alle vor Jehovah, eurem Gott, einzutreten in den Bund Jehovahs, deines Gottes, und in Seinen Eid, den Jehovah, dein Gott, geschlossen hat mit dir heute, auf daß Er dich heute bestätige Ihm zum Volk, und Er wird dir zum Gott sein; und zwar nicht mit euch allein, sondern mit denen, so hier mit uns stehen heute vor Jehovah, unserm Gott, und mit denen, so nicht mit uns heute": im Buchstabensinn ist hier heute die gegenwärtige Zeit, da Moses zum Volk redete, daß es aber doch die folgende und fortwährende Zeit in sich befaßt, kann erhellen, denn einen Bund schließen mit jemanden und mit denjenigen, die da sind und nicht da sind, schließt in sich das Fortwährende; eben das Fortwährende ist es, was im inneren Sinn verstanden wird. Daß täglich und heute das Fortwährende bedeutet, erhellt auch aus dem Opfer, das jeden Tag geschah; dies wurde wegen der Bedeutung von Tag täglich und heute genannt das immerwährende oder fortdauernde Opfer: 4. Mose 28/3,23; Dan.8/13; 11/31; 12/11. Dieses erhellt noch augenscheinlicher aus dem Manna, das aus dem Himmel regnete, worüber 2. Mose 16/4,19,20,23 so: "Siehe, Ich lasse Brot regnen vom Himmel, und das Volk soll ausgehen und sie mögen sammeln die Sache Tag für Tag, und nichts soll übrigbleiben davon bis auf den Morgen"; was sie übrigließen bis auf den Morgen, erzeugte Würmer und ward stinkend, ausgenommen das am Tage vor dem Sabbath: dies darum, weil das Manna das Göttlich-Menschliche des Herrn bedeutete: Joh.6/31,32,49,50,58; und weil das Göttlich-Menschliche des Herrn, bedeutete es die himmlische Speise, die keine andere ist, als die Liebe und die Liebtätigkeit mit Gutem und Wahrem des Glaubens. Diese Speise wird in den Himmeln jeden Augenblick den Engeln vom Herrn gegeben, somit fortwährend und in Ewigkeit; man sehe Nr. 2493. Das ist es auch, was im Gebet des Herrn verstanden wird: "Unser tägliches Brot gib uns heute": Matth.6/11; Luk.11/3; d.h. jeden Augenblick in Ewigkeit. 2839. "Auf dem Berge wird Jehovah sehen", 1. Mose 22/14, daß dies die Liebtätigkeit bedeutet, durch die vom Herrn vorgesehen wird, daß sie selig werden, nämlich die Geistigen, erhellt aus der Bedeutung des Berges, sofern er die Liebe und Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 795, 796, 1430. Daß "Jehovah wird sehen" die Vorsehung des Herrn ist, oder das vom Herrn Vorgesehene, wurde Nr. 2836 gesagt. Hier wird Liebtätigkeit gesagt, nicht Liebe, wegen des Unterschiedes, der zwischen Liebtätigkeit und Liebe ist, worüber Nr. 2023. Daß die Geistigen durch die Liebtätigkeit selig werden, nicht durch den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, erhellt aus vielen Stellen im Worte; mit der Liebtätigkeit und mit dem Glauben verhält es sich so: Liebtätigkeit ohne Glauben ist keine echte Liebtätigkeit, und Glaube ohne Liebtätigkeit ist kein Glaube. Soll die Liebtätigkeit sein, so muß Glaube da sein, und soll Glaube, so muß Liebtätigkeit da sein, aber das eigentlich Wesentliche ist die Liebtätigkeit, denn in keinen anderen Boden kann der Same, welcher der Glaube ist, eingepflanzt werden. Durch die gegenseitige und wechselseitige Verbindung des einen mit dem anderen besteht die himmlische Ehe, das ist, das Reich des Herrn. Wenn der Glaube nicht eingepflanzt ist in die Liebtätigkeit, ist er ein bloßes Wissen, denn er geht nicht aus dem Gedächtnis weiter, weil keine Neigung des Herzens da ist, die ihn aufnimmt; aber er wird zur Einsicht und zur Weisheit, wenn er der Liebtätigkeit, d.h. dem Leben eingepflanzt wird. Liebtätigkeit ohne Glauben, wie sie bei kleinen Kindern und bei gutartigen Heiden (sich findet), ist nur der Boden, dem der Glaube eingepflanzt wird, wenn nicht im Leben des Leibes, so doch im anderen Leben. Man sehe Nr. 1802, 2280, 2290-2309, 2419, 2589-2604. 2840. Vers 15,16: Und der Engel Jehovahs rief zu Abraham zum anderen Mal vom Himmel. Und sprach: Bei Mir habe Ich geschworen, ist der Spruch Jehovahs, darum, weil du getan hast dieses Wort, und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen. "Und der Engel Jehovahs rief zu Abraham zum anderen Mal vom Himmel" bedeutet einen noch größeren Trost des Herrn aus dem Göttlichen; "und sprach: Bei Mir habe ich geschworen, ist der Spruch Jehovahs" bedeutet die unwiderrufliche Bestätigung aus dem Göttlichen; "darum, weil du getan hast dieses Wort" bedeutet die Sache ausgeführt; "und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen" bedeutet die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen durch den letzten Grad der Versuchung. 2841. "Und der Engel Jehovahs rief zu Abraham zum anderen Mal vom Himmel", 1. Mose 22/15, daß dies bedeutet den noch größeren Trost des Herrn, erhellt aus der Bedeutung von "rufen aus dem Himmel", sofern es ist trösten; und aus der Bedeutung des Engels Jehovahs, sofern er ist das eigentliche Göttliche des Herrn, worüber Nr. 2821, wo die gleichen Worte. Daß hier gesagt wird zum anderen Male, kommt daher, weil es ein größerer Trost ist. Der erste Trost ist enthalten in Vers 12-14; wo von der göttlichen Versuchung gehandelt wird, daß diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte, welche die Geistigen genannt werden, an Kindes Statt angenommen werden; der andere Trost, der größer ist, ist enthalten in den Versen, die folgen: 17, 18 und die folgenden bis Ende, nämlich, daß die Geistigen vermehrt werden sollen wie die Sterne der Himmel, und wie der Sand auf dem Ufer des Meeres; und daß nicht nur sie selig werden sollen, sondern auch alle, die im Guten sind. Dies waren (die Absichten) der Liebe des Herrn; daher ward aus ihnen Ihm Trost; kein Trost wird jemanden, als aus dem, was seiner Liebe angehört. 2842. "Und sprach: Bei Mir habe Ich geschworen, ist der Spruch Jehovahs", 1. Mose 22/16, daß dies bedeutet die unwiderrufliche Bestätigung aus dem Göttlichen, nämlich in Beziehung auf das was folgt, kann erhellen aus der Bedeutung von sagen, bei Mir schwören und vom Spruch Jehovahs, welches alles in sich schließt die Bestätigung, und zwar aus dem Göttlichen, das ist, aus Ihm. Das Göttliche kann nicht anderswoher, als aus Sich selber bestätigen, und was Es bestätigt, ist unwiderruflich, weil ewige Wahrheit. Alles was Jehovah oder der Herr redet, ist ewige Wahrheit: Matth.24/35; denn es kommt aus dem eigentlichen Sein des Wahren. Daß Er es aber mit einem Schwur gleichsam bestätigt, wie hier und anderswo im Worte, ist nicht deswegen, daß es wahrer sein soll, sondern ist deswegen, weil (es) zu solchen gesprochen ist, die das göttlich Wahre nicht annehmen, wenn es nicht so bestätigt ist, denn sie haben keine andere Vorstellung von Jehovah oder vom Herrn, als von einem Menschen, der (etwas) sagen kann und wieder ändern, wie öfters im Worte gelesen wird. Aber im inneren Sinn verhält sich das anders. Daß Jehovah oder der Herr niemals etwas mit einem Schwur bestätigt, kann ein jeder wissen; wenn aber das göttlich Wahre selbst und dessen Bestätigung herabkommt zu einem solchen Menschen, verwandelt es sich in etwas, was einem Schwur gleicht; es verhält sich mit diesem, wie mit dem verzehrenden Feuer und dem Rauch, der auf dem Berge Sinai erschien vor den Augen des Volkes, als Jehovah oder der Herr herabstieg: 2. Mose 19/18; 5. Mose 4/11,12; 5/19-21. Seine Herrlichkeit im Himmel, ja eigentliche Barmherzigkeit erschien so vor dem dortigen Volke, das im Bösen und Falschen war; man sehe Nr. 1861. Ebenso verhält es sich mit vielem, von dem im Wort gesagt wird, daß es von Jehovah gesagt oder getan worden sei. Daraus kann erhellen, daß, "bei Mir habe Ich geschworen, ist der Spruch Jehovahs", die Bezeichnung der unwiderruflichen Bestätigung aus dem Göttlichen ist. Daß schwören, wo es von Jehovah ausgesagt wird, bedeutet, beim Menschen, der solcherart ist, bestätigen, kann aus mehreren anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Ps.105/8,9: "Jehovah gedenkt ewig Seines Bundes, des Wortes, das Er geboten hat für tausend Geschlechter; den Er geschlossen hat mit Abraham, und Seines Schwures dem Jischak": mit dem Bund verhält es sich ebenso wie mit dem Schwur, daß Jehovah oder der Herr nicht einen Bund mit dem Menschen eingeht, sondern wenn gehandelt wird von der Verbindung durch Liebe und Liebtätigkeit, stellt es sich auch wirklich dar, wie ein Bund, man sehe Nr. 1864. Ps.110/4: "Jehovah hat geschworen, und hat Ihn nicht gereut, Du bist Priester in Ewigkeit, nach Meinem Wort, Melchisedek": wo vom Herrn. Jehovah hat geschworen für die unwiderrufliche Bestätigung aus dem Göttlichen, d.h. daß es ewige Wahrheit sei. Ps.89/4,5: "Ich habe geschlossen einen Bund mit Meinem Auserwählten, Ich habe geschworen David, Meinem Knecht, bis in Ewigkeit will Ich feststellen Deinen Samen; und will bauen auf Geschlecht und Geschlecht deinen Thron": wo auch vom Herrn. Einen Bund schließen mit dem Auserwählten, und dem David schwören für die unwiderrufliche Bestätigung oder ewige Wahrheit; David für den Herrn, Nr. 1888; einen Bund schließen bezieht sich auf das göttlich Gute, schwören auf das göttlich Wahre. Ps.89/35: "Nicht entweihen will Ich Meinen Bund, und den Ausspruch Meiner Lippen nicht ändern; einmal habe Ich geschworen bei Meiner Heiligkeit, wenn dem David Ich lüge": wo ebenfalls David für den Herrn. Bund bezieht sich auch dort auf das göttlich Gute; Ausspruch der Lippen auf das göttlich Wahre, und zwar wegen der Ehe des Guten und Wahren, die in den einzelnen Teilen des Wortes ist, worüber Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712. Ps.132/11,12: "Geschworen hat Jehovah dem David Wahrheit, davon wird Er nicht abgehen; von der Frucht Deines Leibes will Ich Dir setzen auf den Thron, wenn Deine Söhne halten Meinen Bund und Mein Zeugnis, das Ich sie lehre": Jehovah hat dem David geschworen Wahrheit, offenbar für die Bestätigung einer ewigen Wahrheit, darum wird gesagt: davon Er nicht wird abgehen. Daß unter David der Herr verstanden wird, ist gesagt worden; ein Schwur war es dennoch für David, weil er von solcher Art war, daß er glaubte von sich, die Bestätigung gelte ihm und seiner Nachkommenschaft, denn David war in der Liebe zu sich selbst und zu seiner Nachkommenschaft, und daher glaubte er, es beziehe sich auf ihn, nämlich wie oben, daß in Ewigkeit bestätigt werden soll sein Same, und auf Geschlecht und Geschlecht sein Thron, da es doch vom Herrn gesagt worden. Jes.54/9: "Die Wasser Noachs sind das Mir, dieweil Ich geschworen habe, daß nicht mehr gehen sollen die Wasser Noachs über die Erde, so habe Ich geschworen Dir nicht zu zürnen": wo schwören für einen Bund schließen und mit einem Schwur bestätigen; daß es ein Bund gewesen ist, nicht ein Schwur, sehe man 1. Mose 9/11. Jes.14/24: "Jehovah hat geschworen, sprechend, wenn nicht, wie Ich gedacht habe, so es sein wird". Jes.62/8: "Jehovah hat geschworen bei Seiner Rechten und bei dem Arm Seiner Stärke". Jerem.44/26: "Höret das Wort Jehovahs ganz Jehudah, die ihr wohnet im Lande Ägyptens: siehe, Ich habe geschworen bei Meinem großen Namen sprach Jehovah, wenn mehr sein wird Mein Name, angerufen im Munde eines jeden Mannes Jehudahs, der da sage: lebendig ist der Herr Jehovah im ganzen Lande Ägyptens". Jerem.49/13: "Bei Mir habe Ich geschworen ist der Spruch Jehovahs, daß Bozra in Verödung sein wird". Jerem.51/14: "Jehovah Zebaoth hat geschworen bei seiner Seele, wenn Ich dich nicht werde anfüllen mit Menschen wie mit Käfern". Amos 4/2: "Es hat geschworen der Herr Jehovih bei Seiner Heiligkeit, daß, siehe, die Tage kommen". Amos 8/7: "Jehovah hat geschworen bei der Hoheit Jakobs, wenn Ich vergessen werde ewiglich aller ihrer Taten". Daß Jehovah geschworen hat bei Seiner Rechten, bei Seinem großen Namen, bei Sich selbst, bei Seiner Seele, bei Seiner Heiligkeit, bei der Hoheit Jakobs, bedeutet in jenen Stellen die Bestätigung, die in Jehovah oder dem Herrn (ist). Eine Bestätigung von Jehovah ist nicht anders möglich, als aus Ihm selber. Die Rechte Jehovahs, der große Name Jehovahs, die Seele Jehovahs, die Heiligkeit Jehovahs, die Hoheit Jakobs bedeuten das Göttlich-Menschliche des Herrn, durch eben dieses ward die Bestätigung. Daß Jehovah oder der Herr geschworen hat, dem Abraham, Jischak und Jakob oder ihren Nachkommen das Land zu geben, bedeutet im inneren Sinn die Bestätigung, daß Er denjenigen das Himmelreich geben werde, die in der Liebe zu Ihm und im Glauben an Ihn sind. Diese sind es, die im inneren Sinn des Wortes verstanden werden unter den Söhnen und Nachkommen Abrahams, Jischaks, Jakobs oder der Väter, dies wurde auch wirklich dadurch vorgebildet, daß ihren Nachkommen das Land Kanaan gegeben worden ist, und daß die Kirche dann bei ihnen das Himmelreich des Herrn vorbildete, wie auch das Land selber. Daß die Erde und das Land Kanaan im inneren Sinn das Reich des Herrn ist, sehe man Nr. 1413, 1437, 1607. Daher kommt es, daß bei Mose gesagt wird: "Auf daß ihr verlängert die Tage in dem Lande, das Jehovah euren Vätern geschworen hat, es zu geben ihnen und ihrem Samen, ein Land, fließend von Milch und Honig; auf daß eure Tage viel werden, und die Tage eurer Söhne auf dem Boden, den Jehovah euren Vätern zugeschworen hat, es ihnen zu geben, gleich den Tagen des Himmels über der Erde": 5. Mose 11/9,21. Aus diesen Stellen kann nun erhellen, daß das Schwören Jehovahs das Vorbild der Bestätigung gewesen ist, und zwar der unwiderruflichen; wie noch offenbarer erhellt bei Jes.45/23: "Bei Mir habe Ich geschworen, von Meinem Munde ist ausgegangen der Gerechtigkeit Wort und wird nicht umkehren; daß Mir sich beugen wird jedes Knie, schwören wird jede Zunge". Außerdem wurde denjenigen, die von der vorbildlichen jüdischen Kirche (waren), wenn sie durch einen Eid Bündnisse, ebenso Gelübde, wie auch Versprechungen, dann Bürgschaften bestätigen, auferlegt, daß sie auf den Namen Jehovahs schwören sollten; daß dies ihnen auferlegt wurde, obwohl nur zugelassen war, geschah deswegen, daß so auch die Bestätigung des inneren Menschen vorgebildet werden sollte; daß dann die Schwüre auf den Namen Jehovahs, wie alles übrige waren, nämlich Vorbildungen, daß solches auferlegt, d.h. zugelassen worden, erhellt 5. Mose 6/13,14: "Jehovah, deinen Gott, sollst du fürchten und Ihm dienen, und auf Seinen Namen schwören, ihr sollt nicht anderen Göttern nachgehen". 5. Mose 10/20: "Jehovah, deinen Gott, sollst du fürchten, Ihm dienen und Ihm anhangen und auf Seinen Namen schwören". Jes.65/16: "Wer sich segnet im Lande, wird segnen in dem Gott der Wahrheit, und wer schwört im Lande, der wird schwören bei dem Gott der Wahrheit". Jerem.4/1,2: "Wenn du dich bekehrest, Israel, ist der Spruch Jehovahs, so bekehre dich zu Mir, und wenn du wegtust die Greuel vor Meinen Angesichtern, daß du nicht wankest und schwöre, es lebet Jehovah in Wahrheit, in Recht und in Gerechtigkeit". Jerem.12/16: "Wenn sie lernen, ja lernen die Wege Meines Volkes, zu schwören auf Meinen Namen, so werden sie erbaut werden inmitten Meines Volkes". Daß sie auch geschworen haben auf den Namen Jehovahs, oder geschworen haben dem Jehovah, bei Jes.48/1: "Höret das Haus Jakobs, die genannt sind mit dem Namen Israels und die aus den Wassern Jehudahs hergekommen sind, die da schwören auf den Namen Jehovahs, und des Gottes Israels gedenken, nicht in Wahrheit, und nicht in Gerechtigkeit". Jes.19/18: "An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägyptens sein, welche reden mit den Lippen Kanaans und schwören dem Jehovah Zebaoth". Jos.9/18,19: "Es schwuren die Fürsten der Gemeinde den Gibeonitern bei Jehovah, dem Gotte Israels". Hieraus erhellt, daß es ihnen zugelassen war, bei dem Namen Jehovahs oder bei Jehovah zu schwören; daß es aber nichts anderes war, als ein Vorbild der Bestätigung des inneren Menschen, ist klar. Bekannt aber ist, daß die inneren Menschen, d.h., die ein Gewissen haben, nicht nötig haben, etwas durch einen Schwur zu bekräftigen, und daß sie auch nicht bekräftigen; die Schwüre gereichen ihnen zur Schande; sie können zwar mit einer Versicherung sagen, daß es so sei, wie auch die Wahrheit durch Gründe bestätigen, aber schwören, daß es so sei, können sie nicht; sie haben ein inneres Band, wodurch sie gebunden sind, nämlich das des Gewissens. Diesem noch ein äußeres Band hinzufügen, das der Schwur ist, heißt ihnen aufbürden, daß sie nicht redlichen Herzens seien. Der innere Mensch ist auch so geartet, daß er aus Freiheit zu reden und handeln liebt, nicht aber aus Zwang, denn das Innere nötigt bei ihnen das Äußere, nicht aber umgekehrt; daher diejenigen, die ein Gewissen haben, nicht schwören, noch weniger die, welche ein Innewerden des Guten und Wahren (haben), d.h. die himmlischen Menschen. Diese bestätigen nicht einmal durch Gründe bei sich und unter sich, sondern sagen nur, daß es so sei, oder nicht so sei: Nr. 202, 337, 2718, weshalb sie noch weiter vom Schwören entfernt sind. Daher kommt es, und weil die Schwüre unter die Vorbildungen gehörten, welche aufgehoben werden sollten, daß der Herr lehrt, man soll gar nicht schwören; mit folgenden Worten bei Matth.5/33-37: "Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, sollst aber dem Herrn deine Schwüre lösen; Ich aber sage euch: Man soll gar nicht schwören, weder bei dem Himmel, weil er der Thron Gottes ist, noch bei der Erde, weil sie der Schemel Seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs ist, auch sollst du nicht schwören bei deinem Haupte, weil du nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen kannst; es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, ist aus dem Bösen": es wird hierdurch verstanden, daß man gar nicht schwören soll bei Jehovah, noch bei irgend etwas, was Jehovahs oder des Herrn ist. 2843. "Darum, weil Du getan hast dieses Wort", 1. Mose 22/16, daß dies bedeutet, die Sache ausgeführt, erhellt ohne Erklärung. 2844. "Und hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen einzigen", 1. Mose 22/16, daß dies die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen durch den letzten Grad der Versuchung bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 2827 gesagt worden ist, wo dieselben Worte (stehen), ausgenommen, daß hier nicht gelesen wird: "von Mir", wodurch bezeichnet wird, daß eine noch weitere Vereinigung stattfinden werde. Daß eine immer weitere Vereinigung des menschlichen Wesens des Herrn mit Seinem Göttlichen bis zur vollständigen stattfand, sehe man Nr. 1864, 2033. 2845. Vers 17: Daß Ich segnend dich segnen und mehrend vermehren will deinen Samen, wie die Sterne der Himmel, und wie der Sand, der über dem Ufer des Meeres, und erben wird dein Same das Tor deiner Feinde. "Daß Ich segnend dich segnen will" bedeutet die Fruchtbarmachung aus der Neigung zum Wahren; "und mehrend vermehren" bedeutet die Abstammungen des Wahren daraus, "deinen Samen" bedeutet die Geistigen, die im Guten des Glaubens selig werden durch das Göttlich-Menschliche des Herrn; "wie die Sterne der Himmel" bedeutet die Menge der Erkenntnisse des Guten und Wahren; "und wie der Sand, der über dem Ufer des Meeres" bedeutet die Menge des entsprechenden Wißtümlichen; "und erben wird dein Same das Tor deiner Feinde" bedeutet, daß Liebtätigkeit und Glauben dahin kommen wird, wo vorher das Böse und Falsche (war). 2846. "Daß Ich segnend dich segnen will", 1. Mose 22/17, daß dies die Fruchtbarmachung aus der Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist bereichert werden mit himmlischem und geistigem Guten, worüber Nr. 981, 1096, 1420, 1422. Hier fruchtbar gemacht werden aus dem Guten des Glaubens, oder was dasselbe ist, aus der Neigung zum Wahren, weil von den Geistigen gehandelt wird. Hier wird von Jehovah zu Abraham gesagt: "segnend will Ich dich segnen" und durch Abraham wird der Herr in betreff des Göttlich-Menschlichen vorgebildet, wie früher in diesem Kapitel. Der Herr selber konnte nicht gesegnet werden, weil Er der Segen selbst ist, aber gesegnet werden wird gesagt, wenn gemäß Seiner Liebe diejenigen Überfluß haben, die selig werden, daher im inneren Sinn diese hier bezeichnet werden, wie auch aus dem erhellt, was unmittelbar folgt. Fruchtbarmachung wird hier gesagt, weil diese ausgesagt wird von der Neigung, Vermehrung aber, wie folgt von den Wahrheiten daraus. 2847. "Mehrend vermehren", 1. Mose 22/17, daß dies bedeutet die Abstammungen des Wahren davon, erhellt daraus, daß Vermehrung ausgesagt wird vom Wahren, daher es hier sind die Abstammungen des Wahren aus der Neigung, wie zuvor oben gesagt worden ist. Daß "fruchtbar gemacht werden" ausgesagt wird vom Guten, und vermehrt werden vom Wahren, sehe man Nr. 43, 55, 913, 983. 2848. "Deinen Samen", 1. Mose 22/17, daß dies bedeutet die Geistigen, die im Guten des Glaubens selig gemacht werden vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube der Liebtätigkeit, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1941, oder was dasselbe ist, diejenigen aus dem menschlichen Geschlechte, die im Liebtätigkeitsglauben sind, d.h. die Geistigen. Diese werden auch vom Herrn Samen und Söhne des Reiches genannt: bei Matth.13/37,38: "Der guten Samen säet, ist der Menschensohn, der Same aber sind die Söhne des Reiches". 2849. "Wie die Sterne der Himmel", 1. Mose 22/17, daß dies bedeutet die Menge der Erkenntnisse des Guten und Wahren, erhellt aus der Bedeutung der Sterne, sofern es sind die Erkenntnisse des Guten und des Wahren, worüber Nr. 1808, 2495. Die Geistigen sind es, die im Worte hie und da verglichen werden mit Sternen, und zwar wegen der Erkenntnisse des Guten und Wahren, die sie haben, nicht aber die Himmlischen, weil diese keine Erkenntnisse, sondern Innewerdungen haben und außerdem, weil die Sterne die Nacht erleuchten, denn die Geistigen haben ein nächtliches Licht, wie das vom Mond und den Sternen, im Verhältnis zum Tageslicht, in dem die Himmlischen sind. Daß es bei den Geistigen dunkel ist verhältnismäßig, sehe man Nr. 1043, 2708, 2715. 2850. "Und wie den Sand, der über dem Ufer des Meeres", 1. Mose 22/17, daß dies die Menge des entsprechenden Wißtümlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Meeres, sofern es ist Wißtümliches im allgemeinen, oder die Sammlung desselben, worüber Nr. 28, 2120, und aus der Bedeutung des Sandes, sofern er ist Wißtümliches im einzelnen und besonderen. Das Wißtümliche wird dem Sande verglichen, weil die Steinchen, aus dem der Sand besteht, im inneren Sinn Wissenssachen sind: Nr. 643, 1298. Beides wird hier gesagt, nämlich, daß sie werden vermehrt werden, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand des Meeresufers, weil die Sterne oder die Erkenntnisse sich auf das Vernünftige beziehen, aber der Sand des Meeresufers oder das Wißtümliche, auf das Natürliche. Wenn das, was dem vernünftigen Menschen angehört, nämlich Gutes und Wahres von Erkenntnissen übereinstimmt mit dem, was dem natürlichen Menschen angehört, nämlich mit dem Wißtümlichen, so daß sie eins ausmachen, oder sich gegenseitig bestätigen, dann entsprechen sie. Zu dieser Entsprechung bringt der Herr das Vernünftige und Natürliche des Menschen, wenn Er ihn wiedergebiert, oder geistig macht. Aus dieser Ursache kommt es, daß sowohl die Sterne des Himmels als der Sand des Meeresufers hier erwähnt werden, sonst wäre eines genug gewesen. 2851. Daß "und erben wird dein Same das Tor deiner Feinde", 1. Mose 22/17, bedeutet: Liebtätigkeit und Glauben werden eintreten an der Stelle, wo früher das Böse und Falsche (war), erhellt aus der Bedeutung von erben, sofern es ist das Leben des Herrn empfangen, worüber Nr. 2658; hier eintreten, weil, wenn Liebtätigkeit und Glaube an der Stelle, wo früher das Böse und Falsche, alsdann das Leben des Herrn eintritt. Aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist Liebtätigkeit und Glaube, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1941; aus der Bedeutung des Tores, worüber nachher; und aus der Bedeutung der Feinde, sofern sie sind Böses und Falsches, oder was dasselbe ist, diejenigen, die im Bösen und Falschen (sind); diese werden bezeichnet durch Feinde und Widersacher im inneren Sinn des Wortes. Was die Bedeutung des Tores anbelangt, so sind im allgemeinen zweierlei Tore bei einem jeden Menschen, das eine geht zur Hölle, das für Böses und Falsches aus ihr offen ist; in diesem Tore sind die höllischen Genien und Geister. Das andere Tor geht auf zum Himmel, das für Gutes und Wahres aus ihm offen ist; in diesem Tore sind die Engel. Somit gibt es ein Tor, das zur Hölle, und ein Tor, das zum Himmel führt. Das Höllentor ist bei denjenigen offen, die im Bösen und Falschen sind, und nur durch Ritzen ringsumher kommt von oben etwas Licht aus dem Himmel herein, auf daß sie mittelst desselben denken und vernünfteln können. Das Himmelstor aber ist offen bei denjenigen, die im Guten und Wahren daraus sind: denn es sind zwei Wege, die in das vernünftige Gemüt des Menschen führen, ein oberer oder inwendiger, durch den das Gute und Wahre vom Herrn eingeht, und ein unterer oder ausweniger, durch den das Böse und Falsche von der Hölle eingeht; das vernünftige Gemüt selber ist in der Mitte, wohin die Wege sich richten. Dieses Gemüt wird von wegen des Guten und Wahren darin im Wort einer Stadt verglichen und eine Stadt genannt, und weil es einer Stadt verglichen und eine Stadt genannt wird, werden ihr Tore beigelegt, und hie und da beschrieben, wie die Feinde, d.h. böse Genien und Geister jene Stadt belagern und sie bekämpfen, und daß die Engel vom Herrn, das ist der Herr, sie verteidigt. Die höllischen Genien und Geister können mit dem Bösen und Falschen nicht weiter kommen, als bis zum unteren oder äußeren Tor, aber niemals in die Stadt. Wenn sie in die Stadt oder in das vernünftige Gemüt könnten, wäre es ganz geschehen um den Menschen. Aber wenn sie soweit kommen, daß sie jene Stadt erobert zu haben glauben, dann wird sie verschlossen, so daß nichts Gutes und Wahres mehr vom Himmel in sie einfließt, nur etwas durch die Ritzen ringsumher, daher kommt es, daß solche nichts mehr von Liebtätigkeit oder von Glauben haben, sondern ins Böse das Gute und ins Falsche das Wahre setzen, daher kommt es auch, daß sie nicht mehr wahrhaft vernünftig sind, obgleich sie sich dünken, es zu sein: Nr. 1914, 1944; und daher kommt es, daß sie tote Menschen heißen, obwohl sie vor anderen zu leben glauben: Nr. 81, 290; dies aus dem Grund, weil das Himmelstor ihnen verschlossen ist. Daß es ihnen verschlossen ist, wird offenbar ersehen und wahrgenommen im anderen Leben, dann auch umgekehrt, daß das Himmelstor denjenigen offen ist, die im Guten und Wahren (sind). Was das Tor der Feinde, wovon in diesem Verse, insbesondere anbelangt, so ist es beim Menschen in seinem natürlichen Gemüt; dieses, wenn er ein ganz natürlicher Mensch oder nicht wiedergeboren ist, ist vom Bösen und Falschen eingenommen, oder was dasselbe ist, in dasselbe wirken böse Genien und Geister mit Begierden zum Bösen und mit Überredungen vom Falschen ein, man sehe Nr. 687, 697, 1692. Wenn aber der Mensch geistig oder wiedergeboren wird, dann wird Böses und Falsches, oder was dasselbe ist, es werden die bösen Genien und Geister von jenem Tore oder von jenem Gemüte weggetrieben, und nach ihrer Vertreibung tritt Gutes und Wahres oder Liebtätigkeit und Glaube an ihre Stelle. Dies wird dadurch bezeichnet, "daß es wird erben dein Same das Tor deiner Feinde". Dieses geschieht im besonderen bei einem jeden Menschen, wenn er wiedergeboren wird, ebenso im anderen Leben bei denen, die in das Reich des Herrn kommen, und dieses geschieht auch im allgemeinen oder in der Kirche, die aus mehreren besteht. Vorgebildet wurde dieses dadurch, daß die Söhne Israels die Völkerschaften aus dem Lande Kanaan vertrieben haben. Dies wird im Buchstabensinn verstanden durch: "es wird erben dein Same das Tor der Feinde", aber im inneren Sinn wird das bezeichnet, was gesagt wurde. Daher wurde es in alten Zeiten gebräuchlich, so zu sagen, wenn diejenigen, die in die Ehe eingingen, gesegnet wurden, wie auch erhellt aus dem Segen Labans, (den er) seiner Schwester Rebecka (gab) da sie als Verlobte zu Jischak ging: "Unsere Schwester, werde du zu tausend Myriaden, und es erbe dein Same das Tor deiner Hasser": 1. Mose 24/60. Daß solches durch das Tor der Feinde oder der Hasser im Worte bezeichnet wird, kann erhellen aus folgenden Stellen: Jes.14/30,31: "Töten will Ich durch Hunger deine Wurzel, und deine übrigen erwürgen; heule Tor, schreie Stadt; zerschmolzen bist du, ganz Philisterland, denn aus Mitternacht kommt Rauch": durch Hunger die Wurzel töten und die übrigen erwürgen, für: Gutes und Wahres wegnehmen, das vom Herrn inwendig verborgen wurde; daß dies die Überreste, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 562, 661, 798, 1050, 1738, 1906, 2284. Tor für den Zugang zum Inwendigeren, oder zum vernünftigen Gemüt; Stadt für jenes Gemüt oder was dasselbe ist, für Gutes und Wahres darin: Nr. 402, 2268, 2450, 2451, 2712; Philister für die Wissenschaft der Glaubenserkenntnisse oder was dasselbe ist, für diejenigen, die in der Wissenschaft derselben sind, aber nicht im Guten des Glaubens: Nr. 1197, 1198; aus Mitternacht kommt Rauch für: aus der Hölle das Falsche. Daß Rauch das Falsche aus dem Bösen ist: Nr. 1861. Jes.24/10-13: "Zerbrochen wird werden die Stadt der Leere, es wird geschlossen werden jedes Haus vor dem Eintreten. Geschrei ob dem Wein auf den Gassen, verödet wird werden alle Lustbarkeit, auswandern wird die Freude des Landes, das übrige in der Stadt ist Verödung, und durch Verwüstung wird geschlagen werden das Tor, denn so wird es sein inmitten des Landes, inmitten der Völker": die Stadt der Leere, die zerbrochen werden wird, für: das menschliche Gemüt, sei des Wahren beraubt. Jedes Haus, das geschlossen werden wird, soviel als ohne das Gute; daß Haus das Gute ist: Nr. 2233, 2234. Geschrei ob dem Wein auf den Gassen für den Zustand des Falschen; daß Geschrei ausgesagt wird vom Falschen: Nr. 2240. Daß Wein das Wahre ist, worüber Geschrei, daß es nicht (da) sei: Nr. 1071, 1798; daß es Gassen sind, was zu Wahrem führt: Nr. 2336. Die Fröhlichkeit, die verödet ist, wird vom Wahren gesagt, die Freude des Landes, die ausgewandert ist, vom Guten. Daraus wird klar, was es bedeutet "das übrige in der Stadt sei Verödung, und durch Verwüstung werde geschlagen werden das Tor". Verwüstet heißt das Tor, wenn nichts als Böses und Falsches herrscht. Jerem.Klagel.1/4,5: "Die Wege Zions sind traurig, daß sie nicht kommen zum bestimmten Fest, alle ihre Tore sind verödet, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind ängstlich, und ihr ist es bitter; geworden sind ihre Widersacher zum Haupt, ihre Feinde sind sicher, weil Jehovah in Angst versetzt hat ob der Menge ihrer Übertretungen; ihre Kindlein sind fortgegangen, gefangen vor dem Feinde": die Wege Zions sind traurig für: es sei nichts Wahres aus dem Guten mehr da; daß Wege Wahrheiten sind: Nr. 189, 627, 2333. Alle Tore verödet für: daß alle Zugänge besetzt von Falschem. Die Feinde sind zum Haupt geworden für: daß Böses herrsche. Jerem.Klagel.2/8,9,16: "Jehovah hat trauern gemacht Wall und Mauer der Tochter Zions, zusammen stehen sie jämmerlich, versunken sind in die Erde ihre Tore, verdorben und zerbrochen hat er ihre Riegel, ihr König und ihre Fürsten unter den Heiden, kein Gesetz, auch die Propheten haben nicht gefunden von Jehovah ein Gesicht; aufgetan haben über dich ihren Mund alle deine Feinde, haben ausgepfiffen und geknirscht mit den Zähnen und gesagt: wir haben verschlungen, ja, dies ist der Tag, den wir erwartet, gefunden und gesehen haben": versunken sind in die Erde die Tore für: das natürliche Gemüt sei eingenommen von Bösem und Falschem. Ihr König und ihre Fürsten unter den Heiden für: die Wahrheiten seien versenkt in Böses; daß König das Wahre im allgemeinen sei: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069; daß Heiden Böses seien: Nr. 1259, 1260, 1849; 1868, 2588. 5. Mose 28/52,53: "Eine Völkerschaft aus der Ferne, vom Ende der Erde, wird dich ängsten in allen deinen Toren, in deinem ganzen Lande, so wird dich ängsten dein Feind": unter den Flüchen, die Mose dem Volke vorhersagte, wenn sie nicht bleiben würden in den Geboten und Satzungen. Eine Völkerschaft aus der Ferne, vom Ende der Erde, im inneren Sinn für: Böses und Falsches, oder diejenigen, die im Bösen und Falschen sind. Ängsten in allen Toren für: jeden Zugang verschließen dem Guten und Wahren. Nahum 3/13,14: "Siehe, dein Volk - Weiber in deiner Mitte, den Feinden sind geöffnet, ja geöffnet die Tore deines Landes, verzehrt hat das Feuer deine Riegel, Wasser der Belagerung schöpfe dir, verstärke deine Festungswerke, gehe in den Ton, und tritt den Leimen, mach' stark den Ziegelofen": den Feinden sind geöffnet die Tore des Landes für: Böses nehme die Stelle ein, wo Gutes ein sollte. Richt.5/6-8: "Aufgehört haben die Wege, und die gegangen sind auf Pfaden, sind gegangen krumme Wege; aufgehört haben Dörfer in Israel, erwählt hat er neue Götter, da wurden bestritten die Tore; sah man wohl Schild oder Spieß unter vierzig Tausenden in Israel?": Weissagung der Deborah und des Barak. Belagert werden die Tore für: Gutes und Wahres. Ps.69/13: "Es besinnen sich gegen mich die Bewohner des Tores; lustig singen, die da trinken den Rauschtrunk": Bewohner des Tores für Böses und Falsches, sodann für die Höllischen. Hes.8/3,6,14,15: "In Gesichten Gottes ward er gebracht zur Tür des inneren Tores, die gegen Mitternacht führt; da sah er die großen Greuel des Hauses Israel; auch war er gebracht zur Tür des Tores des Hauses Jehovahs, die gegen Mitternacht siehet, da auch Greuel": die Tür des inneren Tores, das gen Mitternacht siehet für: den Ort, wo inwendigeres Falsches; die Tür des Tores des Hauses Jehovahs gegen Mitternacht, wo inwendigeres Böses. Daß es inwendigeres Falsches und Böses gibt, und eine inwendigere Sphäre, in der solche Geister und Genien, sehe man Nr. 2121-2124. Ps.127/3,4: "Siehe ein Besitztum Jehovahs sind Söhne, ein Lehen die Frucht des Leibes; wie Pfeile in der Hand eines Starken, so die Söhne der Erstlinge; selig der Mann, der gefüllt hat seinen Köcher mit ihnen; sie werden nicht zuschanden werden, weil sie reden mit den Feinden im Tor": reden mit den Feinden im Tor für: gar nicht fürchten Böses und Falsches, somit auch nicht die Hölle. Jes.28/5-7: "An jenem Tage wird Jehovah Zebaoth sein zum Geiste des Gerichts dem, der zu Gerichte sitzet, zur Stärke denen, die abwenden den Streit zum Tor, und auch diese sind vom Wein toll und irre von berauschendem Getränk". Jes.29/21,22: "Ausgerottet sollen werden die, welche sündigen machen die Menschen mit dem Wort, und den, der schilt, im Tor bestricken und abweichen machen ins Leere den Gerechten". Jes.22/6-8: "Elam hat aufgehoben den Köcher im Wagen des Menschen, Reiter; Kir hat entblößt den Schild, und es war die Wahl deiner Täler voll von Wagen und Reitern gestellt, ja gestellt haben sie ans Tor, und er hat hingeblickt an jenem Tage zur Waffenrüstung im Hause des Waldes". Jerem.14/1-3: "Getrauert hat Jehudah und seine Tore stehen jämmerlich, sind schwarz geworden zur Erde, und das Geschrei Jerusalems ist aufgestiegen, die Großen haben die Kleinen geschickt zu den Wassern, sie sind gekommen zu den Gruben, haben aber kein Wasser gefunden". Jerem.Klagel.5/14: "Die Alten sind vom Tore ausgeblieben, die Jünglinge von ihrem Saitenspiel". Aus diesen Stellen kann erhellen, was das Tor der Feinde bedeutet, nämlich die Hölle oder die Höllischen, die ohne Unterlaß Gutes und Wahres bekämpfen, ihr Sitz ist beim Menschen in seinem natürlichen Gemüt, aber wenn der Mensch von der Art ist, daß er Gutes und Wahres, somit die Engel, zuläßt, dann werden vom Herrn die Höllischen von jenem Sitze vertrieben, nach deren Vertreibung wird das Himmelstor oder der Himmel geöffnet. Dieses Tores wird auch hie und da im Worte erwähnt; wie bei Jes.26/1,2: "Lied im Lande Jehudahs: Wir haben eine feste Stadt, Heil wird setzen Mauer und Wall; öffnet die Tore, und es wird einziehen eine gerechte Völkerschaft, die Treue bewahret". Jes.45/1,2: "So sprach Jehovah zu Seinem Gesalbten Choresch, dessen Rechte Ich ergriffen habe, niedersinken zu machen ihm Völkerschaften und die Lenden der Könige will Ich öffnen zu öffnen vor ihm die Torflügel und die Tore werden nicht geschlossen werden. Ich werde vor dir hergehen und Krummes gerade machen, die ehernen Torflügel werde Ich zerbrechen, und die eisernen Riegel zerhauen". Jes.60/10,11,18: "Die Söhne des Fremden werden bauen deine Mauern und ihre Könige werden dir dienen. Öffnen werden sie dein Tore immerfort, bei Tag und bei Nacht werden sie nicht geschlossen werden; man wird nicht mehr hören Gewalttat im deinem Lande, Verwüstung und Zerstörung in deinen Grenzen; und du wirst Heil nennen deine Mauern und deine Tore Lob". Jes.62/10-12: "Gehet hin, gehet hin, durch die Tore, bereitet dem Volke den Weg, bahnet, bahnet den Pfad, saget der Tochter Zions, siehe, dein Heil kommt". Micha 2/13: "Sie werden hingehen durch das Tor, und ausgehen durch dasselbe, und es wird hindurchgehen ihr König vor ihnen, und Jehovah als ihr Haupt". Ps.24/7-10: "Erhebet ihr Tore eure Häupter, und hebet euch ihr ewigen Pforten, und es wird einziehen der König der Herrlichkeit. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Jehovah der Mächtige und der Held, Jehovah der Held des Krieges; erhebet ihr Tore eure Häupter, erhebet euch ewige Pforten". Ps.147/12,13: "Preise Jerusalem Jehovah, lobe deinen Gott, Zion, weil Er fest macht die Riegel deiner Tore, Er segnet deine Söhne in deiner Mitte". Aus diesem wird klar, daß das Himmelstor da ist, wo die Engel beim Menschen sind, d.h. wo der Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn; somit, daß es zweierlei Tore gibt, wie gesagt worden. Von den zweierlei Toren (spricht) der Herr so bei Matth.7/12-14 und Luk.8/23,24: "Gehet ein durch das enge Tor, denn weit ist das Tor und geräumig der Weg, der abführt zum Verderben, und viele sind es, die dadurch eingehen. Aber eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden". Außerdem wird von den Toren zum neuen Jerusalem und von den Toren zum neuen Tempel ausführlich gehandelt bei Hesekiel, auch bei Johannes in der Offenbarung, durch die auch nichts anderes verstanden wird als der Zugang zum Himmel; worüber man sehe Hes.40/6-49; 43/1,2,4; 44/1-3; 46/1-9,12; 48/31-34; Joh.Offenb.21/12,13,21,25; 22/14; Jes.54/11,12; daher wird Jerusalem "das Tor des Volkes" genannt: Micha 1/9; Obadja 13. 2852. Vers 18: Und gesegnet sollen werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde, deswegen, weil du gehorcht hast Meiner Stimme. "Und gesegnet sollen werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde" bedeutet die Beseligung aller, die im Guten sind; "deswegen, weil du gehorcht hast Meiner Stimme" bedeutet durch die Vereinigung des menschlichen Wesens (des Herrn) mit Seinem Göttlichen. 2853. "Gesegnet sollen werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde", 1. Mose 22/18, daß dies bedeutet die Beseligung aller, die im Guten sind, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist bereichert werden mit dem himmlischen und geistigen Guten, worüber Nr. 981, 1096, 1420, 1422; und weil jene es sind, die beseligt werden, bedeutet gesegnet werden, hier selig werden; daß beseligt werden eine weite Bedeutung hat, ist bekannt. Aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist der Glaube der Liebtätigkeit, worüber Nr. 1025, 1447, 1610; und aus der Bedeutung der Völkerschaften der Erde, sofern es diejenigen sind, die im Guten, worüber Nr. 1159, 1258, 1259, 1260, 1416, 1849. Außerdem ist in diesen Worten auch noch das Geheimnis enthalten, daß durch die Kirche, welche hier die Erde ist: Nr. 662, 1066, 1067, 1262, diejenigen selig werden, die außerhalb der Kirche sind, denn "dein Same" ist der Glaube der Liebtätigkeit; im Glauben der Liebtätigkeit sind keine anderen als die, welche innerhalb der Kirche sind, denn der Glaube der Liebtätigkeit ist das dem Guten des Lebens beigefügte Wahre der Lehre; denn es verhält sich die Sache so: Das Reich des Herrn auf Erden besteht aus allen denen, die im Guten sind, die, obgleich über den ganzen Erdkreis zerstreut, dennoch eins sind und wie Glieder einen Körper bilden. Solcherart ist das Reich des Herrn in den Himmeln; dort stellt der ganze Himmel einen Menschen dar, der deshalb auch der Größte Mensch genannt wird: Nr. 684, 1276; und was wunderbar ist und bisher unbekannt, alle Teile des menschlichen Körpers entsprechen Gesellschaften im Himmel: weshalb einigemal gesagt wurde, daß diese Gesellschaften zu dem Gebiet des Hauptes gehören, jene zum Gebiet des Auges, andere zu dem der Brust und so weiter, von welcher Entsprechung, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch besonders gesprochen werden wird. In gleicher Weise verhält es sich mit der Kirche des Herrn auf Erden, da ist die Kirche wie das Herz und die Lunge, und diejenigen außerhalb der Kirche stellen Teile des Körpers dar, die vom Herzen und den Lungen erhalten werden und leben. Hieraus wird klar, daß ohne Kirche irgendwo auf Erden das menschliche Geschlecht nicht bestehen könnte, wie auch der Körper nicht, wenn nicht Herz und Lungen da sind, man sehe Nr. 468, 637, 931, 2054. Daher kommt es, daß, so oft eine Kirche zu Ende geht, d.h. zu nichts wird, weil keine Liebtätigkeit mehr da ist, alsdann durch die Vorsehung des Herrn immer eine neue erweckt wird, so daß die Älteste Kirche unterging, die Mensch genannt wurde, dann wurde eine neue vom Herrn geschaffen, die Noach hieß und die Alte war, die nach der Sündflut (kam); und da diese ausartete und zu nichts ward, wurde die vorbildliche jüdische und israelitische Kirche gegründet; und als diese ganz erloschen war, kam der Herr in die Welt und stiftete eine neue; und zwar deswegen, damit eine Verbindung des Himmels wäre mit dem menschlichen Geschlechte durch die Kirche. Das ist es auch, was bezeichnet wird dadurch, "daß gesegnet sollen werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde". 2854. "Deswegen, weil du gehorcht hast Meiner Stimme", 1. Mose 22/18, daß dies bedeutet durch die Vereinigung des menschlichen Wesens des Herrn mit Seinem Göttlichen, kann aus alledem erhellen, was vorhergeht, von dem dieses der Schluß ist. Gehorchen der Stimme ist, daß Er den letzten Grad der Versuchung bestand und so das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigte. Daß der Herr das Menschliche mit dem Göttlichen und das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigte durch fortwährende Versuchungen und Siege, sehe man Nr. 1737, 1813; und daß Er durch die Vereinigung das menschliche Geschlecht selig machte: Nr. 1676, 1990, 2016, 2025. Alles Heil kommt dem menschlichen Geschlechte daher. Es ist allgemeine Meinung, daß der Vater den Sohn gesandt hat, damit Er das Härteste bis zum Kreuzestode erdulde, und daß Er durch den Blick auf dessen Leiden und Verdienst sich des menschlichen Geschlechtes erbarme; aber jeder kann wissen, daß Jehovah nicht durch eine Rücksicht auf Seinen Sohn sich erbarmt, denn Er ist die Barmherzigkeit selber; sondern daß das Geheimnis des Kommens des Herrn in die Welt ist, daß Er in Ihm selbst das Göttliche mit dem Menschlichen und das Menschliche mit dem Göttlichen vereinigen möchte, was nicht anders geschehen konnte, als durch die schwersten Arten von Versuchungen, und daß somit durch diese Vereinigung das Heil zum menschlichen Geschlechte gelangen könnte; in dem nichts himmlisch und geistig Gutes mehr, nicht einmal natürlich Gutes übrig war. Diese Vereinigung ist es, was diejenigen selig macht, die im Glauben der Liebtätigkeit sind; es ist der Herr selber, Der Sich erbarmt. 2855. Vers 19: Und Abraham kam wieder zu seinen Knaben; und sie standen auf und gingen miteinander gen Beerscheba; und Abraham wohnte in Beerscheba. "Und Abraham kam wieder zu seinen Knaben" bedeutet die abermalige Verbindung mit seinem früheren Vernünftigen; "und sie standen auf" bedeutet einen höheren Grad der Erhebung; "und gingen miteinander gen Beerscheba" bedeutet den Fortschritt in der Liebtätigkeits- und Glaubenslehre, die göttlich, der aber menschlich Vernünftiges beigefügt wurde; "und Abraham wohnte in Beerscheba" bedeutet, daß der Herr selber jene Lehre sei. 2856. "Abraham kam wieder zu seinen Knaben", 1. Mose 22/19, daß dies die abermalige Verbindung mit dem früheren Vernünftigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Knaben, sofern sie sind das frühere oder bloß menschlich Vernünftige, das dienen soll dem göttlich Vernünftigen, worüber Nr. 2782, 2792; und aus der Bedeutung von wieder zu ihnen kommen, sofern es ist verbunden werden, worüber ebenfalls Nr. 2795. Daß der Herr von Sich das bloß menschlich Vernünftige ausgeschieden habe, als Er die schwersten Versuchungen bestand, erhellt aus der Erklärung von Vers 5, Nr. 2791, 2792, 2793, 2795; und daß Er nach den Versuchungen wiederum Sich mit jenem Vernünftigen verbunden habe, erhellt aus dem, was gesagt worden ist Nr. 2795, und aus dem Inhalt dieses Verses. 2857. "Und sie standen auf", 1. Mose 22/19, daß dies bedeutet einen höheren Grad der Erhebung erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, wonach, wenn es im Worte genannt wird, es irgendeine Erhebung ist, die bezeichnet wird Nr. 2401; hier die Erhebung des Vernünftigen nach der Versuchung; denn nach den Versuchungen war immer das Vernünftige gehoben, das geschieht auch dem Menschen. Jede Versuchung, in welcher der Mensch siegt, erhebt sein Gemüt und was dem Gemüt angehört, denn sie bestärkt das Gute und Wahre und fügt neues hinzu: Nr. 1692, 1717, 1740, 2272. 2858. "Und gingen miteinander gen Beerscheba", 1. Mose 22/19, daß dies bedeutet den Fortschritt in der Liebtätigkeits- und Glaubenslehre, die zwar göttlich ist, der aber menschlich Vernünftiges beigefügt wurde, erhellt aus der Bedeutung von Beerscheba, sofern es die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens ist, die (an sich) göttlich ist, der aber menschlich Vernünftiges beigefügt wurde, wovon Nr. 2614, 2723. Das menschlich Vernünftige wird bezeichnet durch die Knaben: Nr. 2782, 2792, 2856; und daß sie eine göttliche ist, der jenes beigefügt wurde, dadurch daß sie mit Abraham zusammen gingen, man sehe Nr. 2767. 2859. Daß "Und Abraham wohnte in Beerscheba", 1. Mose 22/19, bedeutet, daß der Herr jene Lehre selbst sei, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams und aus der Bedeutung von Beerscheba, wovon früher und zugleich aus dem, was eben vorhergeht. In Beerscheba wohnen, ist in der Lehre sein ; aber, wenn ausgesagt vom Herrn, ist es die Lehre sein ; sowie im Himmel wohnen, was auch vom Herrn gesagt wird, nicht nur bedeutet, daß Er im Himmel sei, sondern daß Er der Himmel ist, denn Er ist das All des Himmels: Nr. 551, 552. Daß der Herr das Wort ist, ist bekannt, somit ist der Herr die Lehre: Nr. 2531; denn alle Lehre ist aus dem Wort. Das Ganze der Lehre im Worte ist aus dem Herrn und bezieht sich auf den Herrn. Im inneren Sinne des Wortes wird von nichts als vom Herrn und von Seinem Reiche gehandelt, wie öfters gezeigt wurde. Es ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, von dem der innere Sinn hauptsächlich handelt; und das Ganze der Lehre im Worte, in bezug auf den Menschen, ist, Ihn verehren und Ihn lieben. 2860. Vers 20-23: Und es geschah nach diesen Worten, da ward dem Abraham angesagt, sprechend: Siehe, geboren hat Milkah, auch sie, Söhne dem Nachor, Deinem Bruder. Uz, seinen Erstgeborenen, und Bus, dessen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams. Und Kesed, und Chaso, und Pildasch, und Jidplaph, und Bethuel. Und Bethuel zeugte Rebecka. Diese acht gebar Milkah dem Nachor, dem Bruder Abrahams. "Und es geschah nach diesen Worten" bedeutet abgehandelte Sachen, die sich beziehen auf diejenigen, die innerhalb der Kirche sind; "da ward dem Abraham angesagt, sprechend" bedeutet das Innewerden des Herrn. "Siehe, geboren hat Milkah, auch sie, Söhne dem Nachor" bedeutet diejenigen, die außerhalb der Kirche in der Verbrüderung aus dem Guten sind; "Uz, seinen Erstgebornen, Bus, dessen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams, und Kesed, und Chaso, und Pildasch, und Jidplaph, und Bethuel", bedeuten verschiedene Religionen und die Gottesdienste daraus. "Bethuel zeugte Rebecka" bedeutet aus dem Guten die Neigung zum Wahren; "diese acht gebar Milkah dem Nachor, dem Bruder Abrahams" bedeutet die andere Abteilung derer, die selig werden. 2861. "Es geschah nach diesen Worten", 1. Mose 22/20, daß dies bedeutet abgehandelte Sachen, die sich beziehen auf diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, erhellt aus der Bedeutung der Worte, insofern sie Sachen sind. In der Ursprache werden Sachen Worte genannt, somit "nach diesen Worten" heißt: nach abgehandelten Sachen. Es ist im Vorhergehenden vom Vers 13 bis zu diesem Verse gehandelt worden von der Seligmachung der Geistigen durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, und zwar derjenigen, die im Guten innerhalb der Kirche sind; diese sind es, die wahrhaft geistig sein können, weil sie das Wort, somit die Wahrheiten des Glaubens haben. Durch die mit dem Guten des Lebens verbundenen Wahrheiten der Lehre wird der Mensch geistig; alles Geistige kommt davon her. Die Völkerschaften aber außerhalb der Kirche, die das Wort nicht haben, somit nicht die Wahrheiten des Glaubens, solange sie in der Welt leben, sind, wenn auch im Guten der Liebtätigkeit, dennoch nicht wahrhaft geistig, bevor sie in den Wahrheiten des Glaubens unterrichtet sind. Und weil die meisten (heidnischen) Völkerschaften in der Welt nicht unterrichtet werden können, werden doch diejenigen, die in gegenseitiger Liebe und im Gehorsam gelebt haben, vermöge der Vorsehung und der Barmherzigkeit des Herrn, im anderen Leben unterrichtet, und dann nehmen sie die Wahrheiten des Glaubens gerne an, und werden geistig. Daß der Zustand der Heiden und ihr Los im anderen Leben solcherart ist, sehe man Nr. 2589-2604. Weil im Vorhergehenden von denen gehandelt wurde, die durch das Göttlich-Menschliche des Herrn selig werden innerhalb der Kirche, deswegen wird in dem was folgt bis zum Ende dieses Kapitels von denen gehandelt, die selig werden außerhalb der Kirche, und bezeichnet werden durch die, welche geboren wurden dem Nachor, dem Bruder Abrahams, von Milkah, seinem Eheweibe, und von Reumah, seinem Kebsweibe: dies bringt auch die Sachfolge mit sich. Wer nicht den inneren Sinn des Wortes kennt, möchte meinen, daß hier nur das Geschlechtsregister des Hauses Therach sei, wegen der Rebecka, welche die Ehefrau Jischaks wurde, und wegen Bethuel, dessen beide Enkeltöchter, Leah und Rachel, die Frauen Jakobs wurden; aber, wie öfter gesagt und gezeigt worden, alle Namen im Worte bedeuten Sachen: Nr. 1224, 1264, 1876, 1888; und wenn sie nicht Sachen bedeuteten, wäre das Wort nicht göttlich, sondern weltlich. Daraus kann auch erhellen, daß dieses, was folgt, in der Sachordnung sich auf die geistige Kirche des Herrn bezieht, jedoch auf diejenige, die bei den Heiden ist; und zwar durch Nachor, den Bruder Abrahams, auf daß diejenigen bezeichnet werden, die in Verbrüderung sind aus dem Guten, wie folgt: Nr. 2863. HG 2862 2862. "Da ward dem Abraham angesagt, sprechend", 1. Mose 22/20, daß dies das Innewerden des Herrn bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von angezeigt werden, sofern es ist denken und sich besinnen, und von: sprechen, sofern es ist Innewerden, wovon früher öfters. Das Sich-Besinnen und innewerden des Herrn, wovon im innern Sinne des Wortes, kann nicht anders im Historischen ausgedrückt werden, als durch angezeigt werden und sprechen. An sich ist auch das Sich-Besinnen und Innewerden ein inneres Anzeigen und Ansagen. 2863. "Siehe, geboren hat Milkah, auch sie, Söhne dem Nachor, deinem Bruder", 1. Mose 22/20, daß dies diejenigen bedeutet, die außerhalb der Kirche in Verbrüderung aus dem Guten sind, kann auch aus dem erhellen, was früher von Milkah und Nachor, Nr. 1363, 1369, 1370 gesagt wurde, denn Therach hatte drei Söhne: Abraham, Nachor und Haran. Daß diese andere Götter verehrten, sehe man Nr. 1356. Milkah war die Tochter Harans, die Nachors Weib wurde: Nr. 2369, und Haran starb über den Angesichtern Therachs in Ur der Chaldäer: Nr. 1365-1368; daraus kann erhellen was durch Milkah und Nachor bezeichnet wird, nämlich durch Milkah das Wahre jener Völkerschaften und durch Nachor das Gute. Daß bei den Heiden Wahrheiten sind, kann aus vielem erhellen; denn es ist bekannt, daß bei den Heiden ehemals Weisheit und Einsicht gewesen ist, z.B. daß sie (nur) einen Gott anerkannten und von Ihm Heiliges schrieben; auch daß sie die Unsterblichkeit der Seele anerkannten, und ein Leben nach dem Tode, ferner auch die Glückseligkeit der Guten und die Unglückseligkeit der Bösen. Außerdem daß sie zum Gesetze die Vorschriften des Dekalogs hatten, daß man nämlich Gott verehren, daß man die Eltern ehren, nicht töten, stehlen, ehebrechen und daß man nicht das Eigentum anderer begehren soll; auch begnügten sie sich nicht damit, daß sie im äußerlichen, sondern daß sie innerlich so geartet wären. Ebenso heutigentages die gesitteteren Heiden aus allen Teilen der Erde reden von solchen Dingen oft besser als die Christen, und reden nicht nur, sondern leben danach. Dieses und mehreres (andere) sind die Wahrheiten bei den Heiden, und verbinden sich mit dem Guten, das sie vom Herrn haben, und infolge dieser Verbindung sind sie in der Verfassung, noch mehrere Wahrheiten aufzunehmen, denn die eine Wahrheit erkennt die andere an, und sie gesellen sich leicht zueinander. Die Wahrheiten hängen unter sich zusammen und sind miteinander verwandt; daher kommt es, daß diejenigen, die in der Welt im Guten waren, die Wahrheiten des Glaubens im anderen Leben gerne annehmen. Das Falsche bei ihnen verbindet sich nicht so mit dem Guten, sondern schließt sich nur an, aber so, daß es davon getrennt werden kann. Was verbunden ist, bleibt, was aber sich bloß angeschlossen hat, wird getrennt; und wird dann getrennt, wenn sie die Wahrheiten des Glaubens lernen und (sich) aneignen. Alles Wahre des Glaubens entfernt und trennt das Falsche, bis daß es jenes verabscheut und flieht. Daraus ist nun klar, welche durch die Söhne, die Milkah dem Nachor, dem Bruder Abrahams gebar, bezeichnet werden, nämlich diejenigen außerhalb der Kirche, die in Verbrüderung aus dem Guten sind. 2864. "Uz, seinen Erstgebornen, und Bus, dessen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams; und Kesed und Chaso, und Pildasch, und Jidplaph und Bethuel", 1. Mose 22/21,22, daß sie verschiedene Religionen und die Gottesdienste daraus bedeuten, kann daraus erhellen, daß Namen Sachen bedeuten. Die Sachen, die diese Namen bedeuten, sind Religionen und Gottesdienste daraus, wie auch die Namen, die gelesen werden 1. Mose Kapitel 5 und 11. Was aber hier ein jeder Name und ein jeder Sohn bedeutet, kann nicht so gesagt werden, weil sie nur genannt werden. Uz und Bus werden auch genannt bei Jerem.25/20,23, aber unter mehreren anderen Namen. Uz auch Jerem.Klagel.4/21; Hiob 1/1; von demselben 1. Mose 10/23: Nr. 1233, 1234. 2865. "Und Bethuel zeugte Rebecka", 1. Mose 22/23, daß dies bedeutet aus dem Guten die Neigung zum Wahren, kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels und der Rebecka, wovon im folgenden 24. Kapitel. 2866. "Diese acht gebar Milkah dem Nachor, dem Bruder Abrahams", 1. Mose 22/23, daß dies die andere Abteilung derer, die selig werden, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von acht, und daß abermals gesagt wird, Milkah habe dem Nachor, dem Bruder Abrahams geboren, weil der achte Tag der erste Tag der folgenden Woche ist, deswegen bezeichnet acht etwas, das unterschieden ist vom früheren, man sehe Nr. 2044; hier deshalb die zweite Abteilung. Wegen dieser Bedeutung ist jene Zahl beigefügt. Daß "Milkah gebar diese dem Nachor, dem Bruder Abrahams", diejenigen außerhalb der Kirche bedeutet, die in Verbrüderung sind aus dem Guten, ist Nr. 2863, 2865 gezeigt worden. Hier, weil es der Schluß ist, bedeutet es dasselbe, und überdies, daß sie selig werden. 2867. Vers 24. Und sein Kebsweib, deren Namen Reumah, und auch sie gebar Thebach, und Gacham, und Thachasch und Maachah. "Und sein Kebsweib, deren Namen Reumah" bedeutet die Heiden, die im Götzendienst und (dabei) im Guten, "und auch sie gebar Thebach, und Gacham, und Thachasch, und Maachah" bedeutet ihre verschiedenen Religionen. Diese bilden die dritte Abteilung der Geistigen, die selig werden. 2868. "Sein Kebsweib, deren Namen Reumah", 1. Mose 22/24, daß dies die Heiden bedeutet, die im Götzendienst und auch im Guten sind, kann aus dem Vorhergehenden erhellen, denn an erster Stelle sind die Heiden, die durch diejenigen bezeichnet sind, die dem Nachor von seiner Ehefrau geboren wurden. Hernach kommen die, welche von dem Kebsweibe. Die von der Ehefrau, waren jene außerhalb der Kirche, die in Verbrüderung aus dem Guten sind: Nr. 2863; diese (von dem Kebsweib), die außerhalb der Kirche im Götzendienst und auch im Guten sind. Somit sind diese nicht aus so rechtmäßiger Ehe wie jene, dennoch aber wie rechtmäßig, denn zu damaliger Zeit wurden die Kinder, die von Mägden geboren wurden, als rechtmäßig angenommen, wie erhellen kann aus den Söhnen Jakobs, die geboren sind von der Magd Bilha und Silpa: 1. Mose 30/4-12; aus denen ebenso Stämme sich bildeten, wie aus denen, die geboren wurden von Leah und Rachel, und zwar ohne Unterschied. Daß aber dennoch ein Unterschied, kann erhellen aus 1. Mose 33/1,2,6,7. Die Mägde, die dem Ehemanne von der Ehefrau gegeben wurden, um Kinder zu erzeugen, wurden Kebsweiber genannt, wie klar wird an der Bilha, der Magd Rachels, die auch das Kebsweib Jakobs genannt wird: 1. Mose 35/22. Daß sie mit den Mägden oder Kebsweibern Kinder erzeugten, wurde zur damaligen Zeit geduldet, damit so diejenigen möchten vorgebildet werden, die außerhalb der Kirche, dann auch diejenigen, die auf einer niedrigeren Stufe innerhalb der Kirche (sich befinden). Daß ihr Name Reumah heißt, schließt ihre Beschaffenheit in sich: Nr. 1896, 2009; hier die Erhöhung, die bezeichnet wurde durch Reumah. Über den Zustand und das Los der Völkerschaften und Völker, die außerhalb der Kirche (sind), sehe man Nr. 593, 932, 1032, 1059, 1327, 1328, 1366, 2049, 2051, 2284, 2589-2604. 2869. "Und auch sie gebar Thebach, und Gacham, und Thachasch, und Maachah", 1. Mose 22/24, daß sie ihre verschiedenen Religionen und Gottesdienste daraus bezeichnen, und daß diese die dritte Abteilung der Geistigen bilden, die selig werden, kann aus dem erhellen was von ihnen Nr. 2864, 2866, 2868 gesagt worden ist.   Nr. 2870 - 2893 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 23. Kapitel 2894. Bei Joh.1/1-5,14 liest man: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott was das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Wenige wissen, was hier unter dem Wort verstanden wird. Daß es der Herr ist, erhellt aus dem einzelnen. Aber der innere Sinn lehrt, daß unter dem Wort der Herr in betreff des Göttlich-Menschlichen verstanden wird, denn es wird gesagt, daß das Wort Fleisch wurde, unter uns wohnte, und wir Seine Herrlichkeit sahen; und weil das Göttlich-Menschliche unter dem Wort verstanden wird, so wird auch alles Wahre, was von Ihm und aus Ihm in seinem Reiche in den Himmeln und in seiner Kirche auf Erden ist, darunter verstanden. Daher wird gesagt, daß in Ihm das Leben und das Licht der Menschen war, und das Licht in die Finsternis schien. Und weil das Wahre, so wird unter dem Wort jede Offenbarung verstanden, somit auch das Wort selber oder die heiligen Schriften. 2895. Was das Wort im besonderen betrifft, so ist es zu allen Zeiten gewesen, aber nicht das Wort, was wir heutigentages haben: ein anderes Wort ist in der Ältesten Kirche gewesen, die vor der Sündflut war; ein anderes Wort in der Alten Kirche nach der Sündflut; das aber von Mose und den Propheten geschriebene Wort in der jüdischen Kirche; und endlich das von den Evangelisten geschriebene Wort in der neuen Kirche. Zu allen Zeiten ist das Wort gewesen, weil durch das Wort Verbindung des Himmels mit der Erde stattfindet, und weil das Wort vom Guten und Wahren handelt, aus dem der Mensch in Ewigkeit selig leben soll; und darum handelt es im inneren Sinn vom Herrn allein, weil aus Ihm alles Gute und Wahre (kommt). 2896. Das Wort in der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war, war kein geschriebenes Wort, sondern wurde jedem, der von der Kirche war, geoffenbart, denn die Menschen waren himmlisch, und im Innewerden des Guten und Wahren, so wie die Engel, mit denen sie auch Gemeinschaft hatten. Somit hatten sie das Wort in ihren Herzen eingeschrieben, worüber man sehe Nr. 597, 607, 895, 920, 1114-1125. Weil sie himmlisch waren und Gemeinschaft mit den Engeln hatten, darum stellten sich ihnen alle Dinge, die sie sahen oder mit irgendeinem Sinn auffaßten, als Vorbilder und Zeichen himmlischer und geistiger Dinge dar, die im Reiche des Herrn sind, so daß sie zwar weltliche und irdische Dinge mit den Augen sahen, oder mit sonst einem Sinn auffaßten, aber aus ihnen und durch sie über Himmlisches und Geistiges dachten. So und nicht anders konnten sie mit den Engeln reden, denn was bei den Engeln ist, das ist himmlisch und geistig, und fällt, wenn es zu den Menschen kommt, in solches, was beim Menschen in der Welt ist. Daß die einzelnen Dinge in der Welt diejenigen Dinge, die in den Himmeln sind, vorbilden und bedeuten, ist bereits vom 1. Kapitel des ersten Buches Mose an bis hierher gezeigt worden. Daher kamen die Vorbildungen und Zeichen, die, als die Verbindung mit den Engeln aufzuhören begann, gesammelt wurden von denen, die unter Chanoch verstanden wurden. Daß dies bezeichnet wurde durch folgende Worte 1. Mose 5/24: Chanoch wandelte (sibi) mit Gott und nicht weiter, weil Gott ihn wegnahm", sehe man Nr. 521. 2897. Das Wort aber in der Alten Kirche, das nach der Sündflut, stammt daher. Weil der Mensch dieser Kirche geistig, nicht aber himmlisch war, wußte er, was die Vorbildungen und Zeichen in sich schlossen, ward es aber nicht inne; und weil sie Göttliches in sich schlossen, kamen sie bei ihnen in Gebrauch und wurden in ihrem Gottesdienst angewendet, und zwar aus dem Grunde, damit sie Verbindung mit dem Himmel haben möchten; denn alles, was in der Welt ist, bildet vor und bezeichnet solches, was im Himmel ist. Auch hatten sie ein geschriebenes Wort, das aus historischen und prophetischen Schriften bestand, wie das Wort des Alten Testaments; aber dieses Wort ging mit der Zeit verloren. Der historische Teil wurde "Die Kriege Jehovahs" genannt, und der prophetische wurde die "Aussprüche" genannt, wie erhellt bei 2. Mose 21/14,27, wo sie angeführt werden. Ihre historischen Bücher waren im prophetischen Stil geschrieben, und waren zum größten Teil gemachte, (d.h. ausgedachte) Geschichten, sowie die im 1. Mose von Kapitel 1-11; was offenbar aus dem hervorgeht, was daraus bei Mose steht, wo folgendes: "Deswegen wird im Buche der Kriege Jehovahs gesagt: das Waheb in Supha, und die Flüsse Arnon, und der Ablauf der Flüsse, der hinabneigt zur Wohnung Ar und lehnet sich an die Grenze Moabs": 4. Mose 21/14,15. Ihre prophetischen Bücher waren geschrieben, wie die prophetischen Bücher des Alten Testaments, was auch aus dem klar ist, was ebenfalls daraus bei Mose (angeführt ist): "Deswegen sagen die (Enuntiata) Aussprüche (oder die Prophetischen Aussprecher): kommet nach Chesbon, es wird gebaut und befestigt werden die Stadt Sichon, weil Feuer ausging aus Chesbon, eine Flamme aus der Stadt Sichons, sie verzehrt Ar in Moab, die Herren der Höhen Arnons. Wehe dir, Moab, du Volk Kemosch bist verloren, man hat seine Söhne in die Flucht gegeben, und seine Töchter in die Gefangenschaft dem Könige des Amoriters Sichon; und mit den Pfeilen haben wir nach ihnen gezielt, Chesbon ging verloren bis Dibon, und wir haben es verwüstet bis Nophach, das bis Medeban (reicht)": 4. Mose 21/27-30. Daß diese Weissagungen himmlische Geheimnisse einschließen, sowie die Weissagungen des Alten Testamentes, geht deutlich hervor, nicht nur daraus, daß sie ausgeschrieben sind von Mose, und angewandt auf den Zustand der Dinge, von dem er damals (handelte), sondern auch daraus, daß beinahe dieselben Worte gelesen werden bei Jeremia und den Weissagungen, die sich bei ihm finden, eingeschaltet sind. Daß in diesen ebenso viele himmlische Geheimnisse sind als Worte, kann aus dem, was vom inneren Sinn des Wortes gesagt worden ist, erhellen. Jene lauten bei Jeremia also: "Feuer ging aus von Chesbon, und eine Flamme zwischen Sichon, und sie verzehrte den Winkel Moabs und den Scheitel der Söhne des Getümmels; wehe dir Moab, verloren ist das Volk Kemosch, weil sie deine Söhne in Gefangenschaft hinnahmen, und deine Töchter in Gefangenschaft": Jerem.48/45,46. Woraus auch zu ersehen ist, daß jenes Wort einen inneren Sinn gehabt hat. Von der Alten Kirche, die nach der Sündflut, sehe man Nr. 640, 641, 765, 1238, 1327, 2385. 2898. Daß bei ihnen Weissagungen waren, die im inneren Sinn vom Herrn und von Seinem Reiche handelten, kann nicht nur daraus erhellen, sondern auch aus den Weissagungen Bileams, der aus Syrien war, worüber 4. Mose 23/7-10,18-25; 24/3-10,15-25, die im gleichen Stil diktiert sind, wie die übrigen Weissagungen des Wortes und das Kommen des Herrn offenbar voraussagen mit folgenden Worten: "Ich sehe Ihn und nicht jetzt, ich schaue Ihn, aber nicht nahe! Es wird ausgehen ein Stern aus Jakob und aufstehen ein Zepter aus Israel, und wird zerbrechen die Ecken Moabs, und zerstören alle Kinder Scheths": 4. Mose 24/17. Diese Weissagungen werden ebenfalls Aussprüche genannt, denn es ist das gleiche Wort, wie ersehen werden kann aus 4. Mose 23/7,18; 24/3,15,20. 2899. Das Wort in der jüdischen Kirche folgte darauf; das ebenfalls durch Vorbildungen und Zeichen geschrieben war, und zwar deshalb, damit es einen im Himmel verstandenen inneren Sinn in sich habe, und so durch das Wort des Herrn eine Gemeinschaft bestehen und das Reich des Herrn in den Himmeln mit dem Reiche des Herrn auf Erden vereinigt werden möchte. Wenn nicht alle einzelnen Dinge, die im Worte sind, vorbilden, und jeder einzelne Laut, durch den die Sachen beschrieben sind, Göttliches bezeichnen, das des Herr ist, somit Himmlisches und Geistiges, das Seinem Reiche angehört, dann ist das Wort nicht göttlich; und weil es sich so verhält, konnte es niemals in einem anderen Stil geschrieben werden, denn es korrespondieren durch diesen Stil, und niemals durch einen anderen, menschliche Dinge und Worte mit himmlischen Dingen und Begriffen bis auf das kleinste Jota. Daher kommt es, daß wenn nur das Wort von einem kleinen Kinde gelesen wird, das Göttliche, was darin ist, von den Engeln wahrgenommen wird. Man sehe Nr. 1776. 2900. (Ebenso) was das Wort des Neuen Testamentes, das bei den Evangelisten, betrifft, weil der Herr aus dem Göttlichen Selbst geredet hat, so waren ebendarum die einzelnen Worte, die Er geredet hat, Vorbildungen und Zeichen göttlicher Dinge, somit der himmlischen Dinge Seines Reiches und Seiner Kirche, wie öfters im Vorhergehenden gezeigt worden ist.   23. Kapitel 1. Und es waren die Lebensjahre Sarahs hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre, die Lebensjahre Sarahs. 2. Und Sarah starb in Kiriath Arba, das ist Chebron im Lande Kanaan, und Abraham kam zu betrauern Sarah und sie zu beweinen. 3. Und Abraham stand auf über den Angesichten seines Toten, und redete zu den Söhnen Cheth, sprechend: 4. Fremdling und Beisasse bin ich bei euch, gebet mir den Besitz eines Grabes bei euch, und ich will begraben meinen Toten vor mir. 5. Da antworteten die Söhne Cheth dem Abraham, sprechend zu ihm: 6. Höre uns, mein Herr, ein Fürst Gottes bist du in unserer Mitte; in der Auswahl unserer Gräber begrabe deinen Toten, keiner von uns soll sein Grab dir verwehren (oder verweigern) zu begraben deinen Toten. 7. Und Abraham stand auf, und neigte sich vor dem Volk des Landes, den Söhnen Cheth. 8. Und er redete mit ihnen, sprechend: Wenn es ist mit eurer Seele (d.i. mit eurem Willen), zu begraben meinen Toten vor mir, so höret mich und bittet für mich bei Ephron, dem Sohne Zochar. 9. Daß er mir gebe die Höhle Machpelah, welche sein, die am Ende seines Ackers, um volles Silber soll er sie mir geben in eurer Mitte, zum Besitz eines Grabes. 10. Und Ephron saß in der Mitte der Söhne Cheth. Da antwortete Ephron der Chittäer dem Abraham, vor den Ohren der Söhne Cheth, allen Eingehenden durchs Tor seiner Stadt sprechend: 11. Nein, mein Herr, höre mich, den Acker gebe ich dir, und die Höhle, welche darin, ich gebe sie dir vor den Augen der Söhne meines Volkes, ich gebe sie dir, begrabe deinen Toten. 12. Und Abraham neigte sich vor dem Volk des Landes. 13. Und er redete zu Ephron vor den Ohren des Volkes des Landes, sprechend: Doch wohl, wenn du gerne mich hörst, so will ich dir geben das Silber des Ackers, nimm es von mir, und ich will begraben meinen Toten daselbst. 14. Da antwortete Ephron dem Abraham, sprechend zu ihm: 15. Mein Herr, höre mich, ein Land vierhundert Sekel Silber (wert), zwischen mir und zwischen dir, was ist das? und deinen Toten begrabe. 16. Und Abraham hörte auf Ephron, und Abraham wog dem Ephron das Silber dar, das er geredet vor den Ohren der Söhne Cheth, vierhundert Sekel Silber, das bei dem Kaufmann gilt. 17. Und es stand der Acker Ephrons, der in Machpelah, die vor Mamre, der Acker und die Höhle, welche darin, und jeder Baum, der im Acker, der in all seiner Grenze rings herum. 18. Dem Abraham zum Eigentum vor den Augen der Söhne Cheth, allen die eingehen durchs Tor seiner Stadt. 19. Und danach begrub Abraham Sarah, sein Weib, in der Höhle des Ackers Machpelah über den Angesichtern Mamre, das ist Chebron im Lande Kanaan. 20. Und es stand der Acker und die Höhle, welche darin, dem Abraham, zum Besitz eines Grabes von den Söhnen Cheth.   Inhalt 2901. Es wird hier im inneren Sinn von der neuen geistigen Kirche gehandelt, die, als die frühere ganz erstorben war, vom Herrn erweckt wurde; und von der Aufnahme des Glaubens bei den Angehörigen der Kirche. Sarah ist hier das göttlich Wahre, welches gestorben; Begräbnis ist Auferweckung. Ephron und die Söhne Cheths sind diejenigen, bei denen das Gute und Wahre der Kirche Aufnahme fand. Machpelah, die vor Mamre, ist die Wiedergeburt. Chebron im Lande Kanaan ist die neue Kirche. 2902. Es wird gehandelt vom göttlich Wahren, daß es gestorben sei: Vers 1-3; und daß der Herr die neue Kirche einführte: Vers 4; und wohl aufgenommen wurde: Vers 5, 6; worüber Freude: Vers 7, 12; daß ihr Zustand zuerst dunkel war, und sie glaubten, daß sie von sich das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens hätten: Vers 8-11, 14, 15; aber sie wurden belehrt, das Gute und Wahre sei nicht von ihnen selber, sondern vom Herrn: Vers 13; und daß sie so erlöst wurden: Vers 16; und wiedergeboren: Vers 17, 18; somit eine neue Kirche: Vers 19; aus den Heiden: Vers 20.   Innerer Sinn 2903. Vers 1: Und es waren die Lebensjahre Sarahs hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre, die Lebensjahre Sarahs. "Und es waren die Lebensjahre Sarahs" bedeutet die Zeiten und Zustände der Kirche in betreff der göttlichen Wahrheiten, die vorangegangen waren. "hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre" bedeutet die Fülle derselben; "die Lebensjahre Sarahs" bedeutet, da noch etwas göttlich Wahres übrig war. 2904. "Es waren die Lebensjahre Sarahs", 1. Mose 23/1, daß dies die Zeiten und Zustände der Kirche bezeichnet in betreff der göttlichen Wahrheiten, die vorangegangen waren, kann aus der Bedeutung des Lebens und aus der vorbildlichen Bedeutung Sarahs erhellen. Die Lebensjahre hier, weil sie sich auf das Lebensalter und dessen Perioden beziehen, nämlich auf die Kindheit, das Jünglingsalter, das reife Alter und das Greisenalter bezeichnen, sowie alle Zeiten im allgemeinen, Zustände (sind), man sehe Nr. 2625, 2788, 2837, und weil im Folgenden von der Kirche gehandelt wird, deshalb bezeichnen Lebensjahre die Zeiten und Zustände der Kirche. Daß Sarah das göttlich Wahre sei, sehe man Nr. 1468, 1901, 2063, 2172, 2173, 2198, 2507, woraus folgt, daß hier durch die Worte: "es waren die Lebensjahre Sarahs", im inneren Sinn die Zeiten und Zustände der Kirche in betreff der göttlichen Wahrheiten, die vorangegangen sind, bezeichnet werden. Daß Sarah, während sie als die Ehefrau Abrahams lebte, vorgebildet habe das göttlich Wahre des Herrn in Verbindung mit seinem göttlich Guten, kann aus den angeführten Stellen ersehen werden; und weil das göttlich Wahre des Herrn, so bezeichnet sie auch das göttlich Wahre der Kirche, denn in der Kirche gibt es kein anderes Wahres, als das dem Herrn angehört. Das Wahre, das nicht von Ihm ist, ist nicht wahr, wie auch aus dem Worte und aus der Glaubenslehre erhellt. Aus dem Worte bei Joh.3/27: "Nicht kann der Mensch irgend etwas sich nehmen, wenn es ihm nicht gegeben wird aus dem Himmel", und Joh.15/5: "Ohne Mich könnet ihr nichts tun"; aus der Glaubenslehre, daß alle Dinge des Glaubens, das ist alles Wahre, vom Herrn sei. Die Vorbildungen und Zeichen verhalten sich so im Worte, daß alles und jedes im höchsten Sinne sich auf den Herrn bezieht, daher kommt das eigentliche Leben des Wortes; und weil auf den Herrn, so beziehen sie sich auch auf Sein Reich, denn der Herr ist alles in Seinem Reiche. Die göttlichen Dinge, die vom Herrn in Seinem Reiche sind, machen das Reich aus. Darum, soviel Gutes und Wahres der Engel, der Geist und der Mensch vom Herrn aufnimmt, und glaubt, daß es vom Herrn sei, soweit ist er in Seinem Reiche. Soweit aber er nicht aufnimmt und nicht glaubt, daß es vom Herrn, soweit ist er nicht in Seinem Reiche; somit ist es das Göttliche, das vom Herrn Sein Reich oder den Himmel ausmacht. Das ist es, was darunter verstanden wird, daß der Herr alles in Seinem Reiche ist. 2905. "Hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre", 1. Mose 23/1, daß dies ihre Fülle bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von 100, welches das Volle ist, worüber Nr. 2636; und von 20 oder zweimal 10, das auch das Volle: Nr. 1988; und von 7, welches das Heilige: Nr. 395, 433, 716, 881, somit auch, daß es die Fülle oder das Ende des Heiligen der Kirche ist, das hier bezeichnet wird. Daß alle Zahlen im Worte Sachen bezeichnen, sehe man Nr. 482, 487, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252. Ihre Fülle, nämlich der Zustände und Zeiten der Kirche, bezeichnet das Ende derselben. Die Kirche verhält sich so, wie die Altersstufen des Menschen, deren erste die Kindheit, die zweite die Jünglingszeit, die dritte das Erwachsenenalter, die vierte das Greisenalter; dieses, nämlich das Greisenalter, wird die Fülle oder das Ende genannt. Auch verhält es sich wie mit den Zeiten und Zuständen des Jahres, deren erster der Frühling ist, der zweite der Sommer, der dritte der Herbst und der vierte der Winter, dieser ist das Ende des Jahres. Es verhält sich auch wie mit den Zeiten und Zuständen des Tages: der erste ist der Morgen, der zweite der Mittag, der dritte der Abend und der vierte die Nacht, wenn diese (eintritt), so ist die Fülle oder das Ende. Die Zustände der Kirche werden auch im Worte mit jenen und diesen verglichen und durch dieselben bezeichnet, weil durch Zeiten Zustände bezeichnet werden: Nr. 2625, 2788, 2837. Das Gute und Wahre pflegt bei denen, die von der Kirche sind, so abzunehmen; und wenn nichts Gutes und Wahres mehr da ist, oder wie man sagt, kein Glaube mehr, d.h. keine Liebtätigkeit, dann ist die Kirche in ihr Greisenalter oder in ihren Winter, oder in ihre Nacht eingetreten, und es wird dann ihre Zeit und ihr Zustand genannt: Entscheidung, Vollendung und Erfüllung: man sehe Nr. 1857. Was vom Herrn gesagt wird, daß Er in die Welt gekommen sei in der Erfüllung der Zeiten, oder als die Fülle da war, bedeutet das gleiche; denn damals war kein Gutes mehr, nicht einmal natürlich Gutes, daher auch kein Wahres; das ist es, was im besonderen bezeichnet wird durch das in diesem Verse Vorkommende. 2906. "Die Lebensjahre Sarahs", 1. Mose 23/1, daß das bedeutet, da noch etwas göttlich Wahres übrig war, erhellt (aus der Bedeutung) des Jahres, das eine ganze Periode der Kirche von Anfang bis zu Ende ist, so auch aus der Bedeutung der Jahre, welche Perioden sind, worüber Nr. 2905, und aus der Bedeutung der Lebensjahre Sarahs, die Zustände sind in betreff des göttlich Wahren, worüber Nr. 2904, somit hier, daß das Ende (da sei), da kein göttlich Wahres mehr übriggeblieben; was auch aus dem eben Vorhergehenden folgt. Daß das Jahr bedeutet die ganze Zeit des Zustandes der Kirche von Anfang bis zu Ende, oder was dasselbe ist, eine ganze Periode, und demzufolge die Zeiten des Jahres oder die Perioden innerhalb des Ganzen, kann aus folgenden Stellen im Worte erhellen: Jes.61/2: "Jehovah hat mich gesalbt, die frohe Botschaft zu bringen den Betrübten, Mich gesandt, zu verbinden die zerschlagenen Herzens sind, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, und den Gebundenen eine Öffnung, zu verkündigen das Jahr des Wohlgefallens Jehovahs und einen Tag der Rache unserem Gott": wo von der Ankunft des Herrn (die Rede ist); das Jahr des Wohlgefallens Jehovahs für die Zeit der neuen Kirche. Jes.63/4: "Ein Tag der Rache (ist) in Meinem Herzen und das Jahr Meiner Erlösten ist gekommen": ebenfalls von der Ankunft des Herrn; Jahr der Erlösten für die Zeit der neuen Kirche. Jes.34/8: "Ein Tag der Rache Jehovahs, ein Jahr der Wiedervergeltung wegen des Streites Zions": das gleiche bedeutend. Dieselbe Zeit wird auch das Jahr der Heimsuchung genannt, bei Jerem.11/23: "Ich werde heranziehen das Böse zu den Männern Anatoths im Jahre ihrer Heimsuchung". Jerem.48/44: "Ich werde heranziehen über Moab das Jahr ihrer Heimsuchung"; deutlicher bei Hes.38/8: "Nach vielen Tagen wirst du heimgesucht werden, in der Zukunft der Jahre wirst du über das Land, das vom Schwert zurückgebracht ist, gesammelt aus vielen Völkern über die Berge Israels, die beständig sein werden zur Verwüstung": die Zukunft der Jahre für die letzte Zeit der Kirche, die alsdann zunichte wird, wenn die früheren Angehörigen der Kirche verworfen und andere anderswoher aufgenommen worden sind. Jes.21/16: "So sprach der Herr zu mir, in noch einem Jahre, nach den Jahren eines Taglöhners, und es wird verzehrt werden aller Ruhm Kedars": was auch für die letzte Zeit. Hes.22/4: "In deinem Blute, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden, und in deinen Götzenbildern, die du gemacht, bist du verunreinigt, und du hast gemacht herannahen deine Tage, und du bist bis zu deinen Jahren gekommen, deswegen habe Ich dich gegeben zum Schimpfe den Völkern, und zum Gespötte allen Landen": Kommen bis zu den Jahren für: bis ans Ende, wenn der Herr sich zurückzieht von der Kirche. Jes.16/14: "Nun hat Jehovah geredet sprechend, in drei Jahren, so wie die Jahre eines Tagelöhners, und es wird gering werden der Ruhm Moabs in der ganzen großen Menge, und was übrigbleibt, ist wenig Geringes": in drei Jahren bezeichnet auch das Ende der früheren Kirche. Daß drei das Vollständige und der Anfang, sehe man Nr. 1825, 2788; das gleiche bedeuten auch 7, ferner 70: Nr. 720, 728, 901; daher bei Jes.23/15,17: "Und es wird an jenem Tage sein, und Tyrus wird der Vergessenheit übergeben werden siebzig Jahre, nach den Tagen eines Königs; nach dem Ende von siebzig Jahren wird es dem Tyrus ergehen gemäß dem Liede der Buhlerin. Und es wird sein am Ende von siebzig Jahren, und es wird Jehovah Tyrus heimsuchen, und sie wird wiederkommen zum Lohn der Buhlerei": 70 Jahre statt einer ganzen Periode, von der an die Kirche bestand, so lange bis sie hinstirbt, das auch die Tage eines Königs sind, denn König bezeichnet das Wahre der Kirche; man sehe Nr. 1672, 1728, 2015, 2069. 70 Jahre Gefangenschaft, in der die Juden waren, schließt auch etwas Gleiches in sich, worüber auch bei Jerem.25/11,12; 29/10: "Es werden diese Völker dem Könige Babels siebzig Jahre dienen und es wird sein, wenn erfüllt sein werden siebzig Jahre, werde Ich heimsuchen an dem König Babels, und an diesem Volk, ist der Spruch Jehovahs, ihre Ungerechtigkeit". Daß das Jahr, dann auch die Jahre eine ganze Periode der Kirche bezeichnen, oder die Zeit ihrer Dauer, kann auch noch erhellen bei Mal.3/1,2,4: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, und er wird den Weg vor Mir bereiten, und plötzlich wird zu Seinem Tempel kommen der Herr, Den ihr suchet, und der Bundesengel, Den ihr erwünscht; siehe, er kommt, spricht Jehovah Zebaoth, und wer wird aushalten den Tag Seiner Ankunft? Dann wird Jehovah angenehm sein der Dienst Jehudahs und Jerusalems, gemäß den Tagen des Zeitlaufs, und gemäß den alten Jahren": wo von der Ankunft des Herrn. Die Tage des Zeitlaufs für die Älteste Kirche, die alten Jahre für die Alte Kirche; der Dienst Jehudahs für den Gottesdienst aus himmlischer Liebe, und der Dienst Jerusalems für den Gottesdienst aus geistiger Liebe. Daß hier nicht Jehudah verstanden wird, auch nicht Jerusalem, ist offenbar, bei Ps.77/6: "Ich habe erwogen die Tage von Alters her, und die Jahre der Jahrhunderte": wo Tage von Alters her, und Jahre der Jahrhunderte für die gleichen Kirchen; noch offenbarer 5. Mose 32/7,8: "Gedenke der Tage des Zeitlaufes, verstehet die Jahre des Geschlechts und des Geschlechts, frage deinen Vater und er wird dir (es) anzeigen, deine Ältesten und sie werden dir sagen: als der Höchste ein Erbe gab den Völkerschaften und Er aussonderte die Söhne des Menschen". Daß Jahr und Jahre die volle Zeit der Kirche bedeuten, ist auch offenbar bei Hab.3/2,3: "Jehovah, ich habe Deinen Ruhm gehört, ich habe, Jehovah, Dein Werk gefürchtet, in der Mitte der Jahre belebe es wieder, in der Mitte der Jahre mache es bekannt; im Zorne wollest Du gedenken der Barmherzigkeit; Gott wird kommen aus Theman, und der Heilige aus dem Berge Paran": von der Ankunft des Herrn. In der Mitte der Jahre für: in der Fülle der Zeiten; was die Fülle der Zeiten ist, sehe man Nr. 2905. So wie Jahr und Jahre die volle Zeit zwischen ihren beiden Endpunkten bezeichnen den Anfang und das Ende, wenn sie vom Reiche des Herrn auf Erden, das ist von der Kirche ausgesagt werden, so bezeichnen sie das Ewige, wenn vom Reiche des Herrn im Himmel gehandelt wird; bei Ps.102/25,28,29: "Gott, von Geschlecht zu Geschlecht Deine Jahre, und Du bist Derselbe und Deine Jahre nehmen kein Ende; die Söhne Deiner Diener werden wohnen bleiben, und ihr Same wird vor Dir befestigt werden". Ps.61/7,8: "Tage auf Tage des Königs fügst du hinzu, seine Jahre, von Geschlecht zu Geschlecht; und er wird wohnen ewiglich vor Gott": wo Jahre für die Ewigkeit, denn es wird vom Herrn gehandelt und von Seinem Reiche. Weil die Lämmer, die zum Brandopfer und Schlachtopfer geopfert wurden, "die Söhne ihres Jahres waren" (3. Mose 12/6; 14/10; 4. Mose 6/12; 7/15,21,27,33,39,45,51,57,63,69,75,81 und anderswo), so bezeichneten sie das Himmlische der Unschuld im Reiche des Herrn, das ewig ist; daher auch das Brandopfer von einjährigen Kälbern als ein sehr angenehmes erwähnt wird bei Micha 6/6. Daß Jahr im inneren Sinn nicht Jahr bedeutet, kann auch daraus erhellen, daß die Engel, die im inneren Sinn des Wortes sind, keinen Begriff von irgendwelchem Jahre haben können, aber weil das Jahr die Fülle der Zeit ist in der Natur, die der Welt angehört, daher haben sie anstatt des Jahres die Vorstellung des Vollen in Ansehung der Zustände der Kirche, und des Ewigen in Ansehung der Zustände des Himmels; Zeiten sind für sie Zustände: Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837. 2907. Vers 2: Und Sarah starb in Kiriath Arba, das ist Chebron im Lande Kanaan, und Abraham kam zu betrauern Sarah und sie zu beweinen. "Und Sarah starb" bedeutet die Nacht in betreff der Wahrheiten des Glaubens; "in Kiriath Arba, das ist Chebron im Lande Kanaan" bedeutet in der Kirche; "und Abraham kam zu betrauern Sarah und sie zu beweinen" bedeutet den Schmerzenszustand des Herrn. 2908. "Und Sarah starb", 1. Mose 23/2, daß dies die Nacht bedeutet in betreff der Wahrheiten des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung des Sterbens, des Gestorbenen und des Todes, das, von der Kirche ausgesagt, ihre letzte Zeit bedeutet, da aller Glaube, das ist die Liebtätigkeit, aufgehört hat. Daß die Zeit hie und da im Worte Nacht genannt wird: Nr. 221, 709, 1712, 2353. Daß sterben bedeutet, aufhören, so beschaffen zu sein, sehe man Nr. 494; und aus der Vorbildung Sarahs, insofern sie das göttlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2904; woraus offenbar ist, daß jenes bezeichnet wird. 2909. "In Kiriath Arba, das ist Chebron im Lande Kanaan", 1. Mose 23/2, daß dies bedeutet in der Kirche, kann erhellen aus der Bedeutung Kiriath Arba, sofern es die Kirche in betreff des Wahren bezeichnet, und aus der Bezeichnung Chebron im Lande Kanaan, sofern es ist die Kirche in Ansehung des Guten. Im Worte, hauptsächlich im prophetischen, wird, wo vom Wahren gehandelt wird, auch vom Guten gehandelt, wegen der himmlischen Ehe im einzelnen des Wortes, man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712; daher wird hier, wo Kirath Arba genannt wird, auch gesagt, das ist Chebron im Lande Kanaan. Daß das Land Kanaan das Reich des Herrn bedeutet: Nr. 1413, 1437, 1607; und daß die Orte daselbst verschiedene Vorbildungen waren: Nr. 1585, 1866. Was Kiriath Arba, das ist Chebron, betrifft, so war es die Gegend, wo Abraham, Jischak und Jakob wohnten. Daß Abraham, ist deutlich aus dem Vorhergehenden: "Es kam Abraham und wohnte im Mamre, das in Chebron ist": 1. Mose 13/18; daß Jischak, ist deutlich aus: "Es kam Jakob zu Jischak seinem Vater (in) Mamre (in) Kiriath Arba, das ist Chebron, wo Abraham und Jischak Fremdlinge waren": 1. Mose 35/27; daß Jakob: "Joseph wurde von seinem Vater Jakob aus dem Tale Chebron zu seinen Brüdern geschickt": 1. Mose 37/14. Aus der bildlichen Darstellung jener drei, wovon früher, erhellt, daß Kiriath Arba, das ist Chebron, vorgebildet habe die Kirche, früher als Jerusalem. Daß jene Kirche im Fortgang der Zeit abnimmt, bis daß sie nichts vom Glauben und Liebtätigkeit übrig hat, und daß sie dann zerstört wird, wurde auch vorgebildet durch Kiriath Arba, das ist Chebron, sofern sie in Besitz genommen wurde von den Anakim, durch welche bezeichnet sind die greulichen Beredungen des Falschen: Nr. 581, 1673. Daß sie in Besitz genommen ward von den Anakim, sehe man 4. Mose 13/21,22; Jos.11/21; 14/15; 15/13,14; Richt.1/10; und daß ihr Ende oder Vollendung gekommen war und sie zerstört worden ist, wurde dadurch vorgebildet, daß alles daselbst von Joschua verbannt wurde: Jos.10/36,37; 11/21; und die Anakäer, geschlagen von Jehudah und Chaleb: Richt.1/10; Jos.14/13-15; 15/13,14. Daß wieder eine neue Kirche gegründet worden, wurde dadurch vorgebildet, daß (Chebron) dem Chaleb als Erbe zuteil wurde in betreff des Ackers und der Dörfer: Jos.21/12; aber dieselbe Stadt wurde zur Stadt der Zuflucht: Jos.20/7; 21/13; und eine Priesterstadt für die Söhne Aharons: Jos.21/10,11; zum Erbe Jehudahs: Jos.15/54. Woraus erhellt, daß Chebron die geistige Kirche des Herrn im Lande Kanaan vorgebildet habe, daher es auch dem David nach dem Gebot Jehovahs befohlen worden ist, nach Chebron zu gehen, und daselbst ist er zum König über das Haus Jehudah gesalbt worden; und nachdem er daselbst sieben Jahre und sechs Monate regiert hatte, ging er nach Jerusalem und nahm Zion ein, man sehe 2.Sam.2/1-11; 5/5; 1.Kön.2/11; und dann erst fing die geistige Kirche des Herrn an durch Jerusalem, und die himmlische durch Zion vorgebildet zu werden. 2910. "Und Abraham kam zu betrauern Sarah und sie zu beweinen", 1. Mose 23/2, daß dies den Zustand der Schmerzen des Herrn bezeichnet, nämlich wegen der Nacht in betreff der Wahrheiten des Glaubens in der Kirche, erhellt aus der Vorbildung Abrahams,insofern er den Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1893, 1965, 1989, 2011, 2172, 2501, 2833, 2836. Daß betrauern und beweinen den Zustand des Schmerzes bedeutet, erhellt ohne Erklärung; betrauern bezieht sich (auf den Schmerz) über die Nacht in betreff des Guten in der Kirche, und beweinen auf den Schmerz in betreff des Wahren. In diesen beiden Versen ist gehandelt vom Ende der Kirche; deren Ende ist, wenn keine Liebtätigkeit mehr, wovon im Worte öfters gehandelt wird, hauptsächlich bei den Propheten und bei Johannes in der Offenbarung. Der Herr beschreibt auch jenes Ende vielfach bei den Evangelisten und nennt es die Vollendung der Zeit, sowie auch Nacht; denn so verhält es sich mit den Kirchen. Zu Anfang ist die Liebtätigkeit ihre Grundlage, jeder liebt dann den anderen als einen Bruder, und wird durch das Gute angeregt nicht seinetwegen, sondern um des Nächsten willen, um des Allgemeinen willen, um des Reiches des Herrn willen, und vor allen Dingen um des Herrn willen, aber in der Länge der Zeit beginnt die Liebtätigkeit zu erkalten und zunichte zu werden; nachher kommt der Haß des einen gegen den anderen. Obwohl dies nicht in äußerer Form zur Erscheinung kommt, weil sie in der bürgerlichen Gesellschaft unter Gesetzen und in äußeren zähmenden Banden sind, so wird es doch inwendig gehegt. Die äußeren zähmenden Bande kommen aus der Selbst- und der Weltliebe, und sind Liebe zur Ehre und zur Auszeichnung, die Liebe zum Gewinn und daher auch zur Gewalt, somit die Liebe zum Ruhm; unter diesen Liebesarten versteckt sich der Haß gegen den Nächsten, der solcherart ist, daß sie über alle herrschen und alles besitzen wollen, was anderen gehört. Wenn (diese) Bestrebungen Widerstand finden, so bergen sie in ihrem Inneren Verachtung gegen ihren Nächsten schnauben Rache, empfinden Lust an dessen Verderben, ja üben Grausamkeit, soweit sie es wagen (dürfen); in solches verwandelt sich zuletzt die Liebtätigkeit der Kirche, wenn deren Ende ist, und dann wird von ihr gesagt, daß in ihr kein Glaube mehr, denn wo nicht Liebe ist, ist auch nicht Glaube, wie häufig gezeigt worden ist. Es waren mehrere Kirchen, die aus dem Worte bekannt sind, deren Ende so war: die Älteste Kirche ging so zugrunde um die Zeit der Sündflut; die Alte Kirche, die nach der Sündflut, gleicherweise; auch die Andere Alte Kirche, welche die hebräische genannt wird. Endlich die jüdische Kirche, die gar keine Kirche war, die mit der Liebtätigkeit anfing, sondern nur eine vorbildliche Kirche, und zwar deswegen, damit durch die Vorbildungen Verbindung mit dem Himmel bewahrt bleibe, bevor der Herr in die Welt komme. Darauf ist vom Herrn eine neue Kirche ins Dasein gerufen worden, welche die Heidenkirche heißt, und eine innere war, denn die inneren Wahrheiten sind vom Herrn geoffenbart worden, aber diese Kirche ist nun an ihrem Ende, weil jetzt nicht nur keine Liebtätigkeit ist, sondern anstatt der Liebtätigkeit Haß, der, obwohl er nicht in äußerer Gestalt erscheint, dennoch inwendig ist und hervorbricht, sooft es einem möglich ist, d.h. so oft, als die äußeren Bande nicht hindern. Außer diesen Kirchen waren mehrere, die nicht so beschrieben sind, die gleicherweise abnahmen und sich zerstörten. Der Gründe, weshalb sie abnehmen und sich zerstören, sind mehrere, einer ist, daß die Eltern ihr Böses anhäufen und durch fortgesetzte Übung und endlich durch Gewohnheit ihrer Natur einverleiben, und so auf ihre Nachkommenschaft durch Vererbung übertragen; denn was die Eltern aus dem tatwirklichen Leben mittelst fortgesetzter Übung sich aneignen, das wird ihrer Natur eingewurzelt, und wird durch Vererbung übertragen auf die Nachkommenschaft. Wenn diese nicht umgestaltet wird oder wiedergeboren, pflanzt sich jenes auf die nachkommenden Geschlechter fort und nimmt dann immer zu; daher der Wille geneigter ist zum Bösen und zum Falschen. Wenn aber die Kirche vollendet wird und zugrunde geht, dann erweckt der Herr immer wieder irgendwo eine neue, aber selten, wenn jemals, aus den Menschen der vorigen Kirche, sondern aus den Heiden, die in Unwissenheit waren. Darüber soll im Folgenden nun gehandelt werden. 2911. Vers 3: Und Abraham stand auf über den Angesichten seines Toten, und redete zu den Söhnen Cheth, sprechend. "Und Abraham stand auf" bedeutet die Erhebung; "über den Angesichten seines Toten" bedeutet in jener Nacht; "und redete zu den Söhnen Cheth, sprechend" bedeutet diejenigen, bei denen die neue geistige Kirche war. 2912. "Und Abraham stand auf", 1. Mose 23/3, daß dies Erhebung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von (sugere) aufstehen, das etwas von Erhebung (elevatio) in sich schließt, worüber Nr. 2401, 2785; hier Erhebung aus dem Schmerz, weil eine neue Kirche anstatt der früheren, die zugrunde ging, zu erwecken war. "Über den Angesichten seines Toten", 1. Mose 23/3, daß dies bedeutet in jener Nacht, erhellt aus der Bedeutung von sterben, des Todes und des Toten, insofern es Nacht ist, in bezug auf den Zustand der Kirche, worüber Nr. 2908. 2913. "Und redete zu den Söhnen Cheth, sprechend", 1. Mose 23/3, daß dies diejenigen bezeichnet, bei denen eine neue geistige Kirche entstand, kann erhellen aus der Bedeutung von Cheth und Chittäer: es waren mehrere Einsassen des Landes Kanaan, die hie und da erwähnt werden im Worte, und unter ihnen die Chittäer; man sehe 1. Mose 15/20; 2. Mose 3/8,17; 13/5; 23/23; 5. Mose 7/1; 20/17; Jos.3/10; 11/1,3; 12/8; 24/11; 1.Kön.9/20 und anderswo. Die meisten von ihnen waren aus der Alten Kirche; daß diese über mehrere Länder verbreitet war, und auch über das Land Kanaan, sehe man Nr. 1238; 2385. Alle, die von jener Kirche waren, erkannten die Liebtätigkeit als das Hauptsächliche an, und alle ihre Lehrsätze waren die der Liebtätigkeit oder des Lebens. Diejenigen, die Lehrsätze des Glaubens besonders ausbildeten, wurden Kanaaniter genannt, und von den anderen Einsassen des Landes Kanaan getrennt: 4. Mose 13/29; man sehe Nr. 1062, 1063, 1076. Unter den Besseren im Lande Kanaan waren die Chittäer, was auch daraus erhellen kann, daß Abraham unter ihnen wohnte, und nachher Jischak und Jakob, und daß sie daselbst ihr Begräbnis hatten, ferner, daß sie sich fromm und bescheiden gegen Abraham benahmen, was offenbar aus dem hervorgeht, was von ihnen in 1. Mose 23/5,6,10,11,14,15 gesagt worden; daher kommt es, daß durch sie, als durch eine gutartige Völkerschaft, vorgebildet und bezeichnet wird die geistige Kirche, oder das Wahre der Kirche; aber es ist mit diesen gegangen, wie mit den übrigen Angehörigen der Alten Kirche, daß sie in der Folge der Zeit von der Liebtätigkeit oder dem Guten des Glaubens abwichen; daher kommt es, daß hernach durch sie das Falsche der Kirche bezeichnet wird, z.B. Hes.16/3,45 und anderswo. Daß dennoch die Chittäer unter den Angeseheneren waren, kann daraus erhellen, daß Chittäer bei David waren, z.B. Abimelech: 1.Sam.26/6 und Uriah, der ein Chittäer war, und dessen Gattin Bathscheba, aus der dem David Salomo geboren wurde: 2.Sam.12/24. Daß Cheth bedeutet die äußeren Erkenntnisse, die das Leben betreffen und welche die äußeren Wahrheiten der geistigen Kirche sind, sehe man Nr. 1203. Es wird in diesem Verse von einer neuen Kirche gehandelt, die der Herr errichtet, wenn die frühere hinstirbt, und im Folgenden von der Aufnahme des Glaubens bei ihnen. Es wird nicht gehandelt von irgendeiner Kirche bei den Söhnen Cheth, sondern im allgemeinen von dem Wiedererwecken einer geistigen Kirche vom Herrn, wenn die frühere erstirbt und vollendet wird. Die Söhne Cheth sind es nur, die vorbilden und bedeuten. Man sehe, was von den Kirchen vorhin gesagt worden ist, nämlich: Daß die Kirche im Verlauf der Zeit abnehme und verderben wird: Nr. 494, 501, 1327, 2422: Daß sie sich von der Liebtätigkeit entferne, und Böses und Falsches hervorbringe: Nr. 1834, 1835. Daß dann gesagt wird, die Kirche sei verwüstet und verödet: Nr. 407-411, 2243. Daß eine Kirche bei den Heiden errichtet werde, und warum: Nr. 1366. Daß immer etwas der Kirche Angehöriges in der Kirche, die verwüstet wird, als ein Kern erhalten bleibt: Nr. 468, 637, 931, 2422. Daß, wenn nicht eine Kirche auf Erden wäre, das menschliche Geschlecht untergehen müßte, ebendaselbst. Daß die Kirche sich verhält wie das Herz und die Lunge im Größten Körper, das ist im menschlichen Geschlechte: Nr. 637, 931, 2054, 2853. Welcher Art die geistige Kirche: Nr. 765, 2669. Daß die Liebtätigkeit, nicht der getrennte Glaube, die Kirche ausmacht: Nr. 809, 916. Daß die Kirche eine sein würde, wenn Liebtätigkeit bei allen wäre, obgleich sie in betreff der Glaubenslehren und der Gottesdienste voneinander abweichen würden: Nr. 1285, 1316, 1798, 1799, 1834, 1844, 2385. Daß alle Menschen auf Erden, die in der Kirche des Herrn sind, obgleich über den Erdkreis zerstreut, dennoch wie eins ausmachen, sowie in den Himmeln: Nr. 2853. Daß jede Kirche eine innere und äußere ist, und beide zusammen eins ausmachen: Nr. 409, 1083, 1098, 1100, 1242. Daß die äußere Kirche nichts ist ohne die innere: Nr. 1795. Daß die Kirche verglichen wird mit dem Aufgang und Untergang der Sonne, mit den Jahreszeiten, ferner mit den Tageszeiten. Nr. 1837. Daß das Letzte Gericht die letzte Zeit der Kirche ist: Nr. 900, 931, 1850, 2117, 2118. HG 2914 2914. Vers 4: Fremdling und Beisasse bin ich bei euch, gebet mir den Besitz eines Grabes bei euch, und ich will begraben meinen Toten vor mir. "Fremdling und Beisasse bin ich bei euch" bedeutet ihren ersten Zustand, daß, obwohl der Herr ihnen unbekannt war, Er immerhin bei ihnen sein könne; "gebet mir den Besitz eines Grabes bei euch" bedeutet, daß sie wiedergeboren werden können; "und ich will begraben meinen Toten vor mir" bedeutet, daß er so aus der Nacht, die bei ihnen war, hervorkommen und auferstehen würde. 2915. "Fremdling und Beisasse bin ich bei euch", 1. Mose 23/4, daß dies ihren ersten Zustand bedeutet, (nämlich) daß der Herr obwohl ihnen unbekannt, dennoch bei ihnen sein könnte, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, welcher der Herr ist, worüber im Früheren öfters, und sowohl aus der Bedeutung von Fremdling bei ihnen sein, als Beisasse bei ihnen sein, welches ist unbekannt sein und gleichwohl bei ihnen sein. Daß dies der innere Sinn ist, ist deutlich aus dem Vorhergehenden und dem Folgenden; denn es wird gehandelt von einer neuen Kirche, und in diesem Verse vom ersten Zustand derselben, der solcherart ist, daß in allen Dingen zu allererst der Herr bei ihnen unbekannt ist, dennoch aber, weil sie im Guten der Liebtätigkeit leben, und in betreff des bürgerlichen Lebens im Gerechten und Redlichen, und in betreff des sittlichen Lebens im Ehrenhaften und Anständigen, sind sie der Art, daß der Herr bei ihnen sein kann, denn die Gegenwart des Herrn beim Menschen ist im Guten, und daher im Gerechten und Redlichen und weiter im Ehrenhaften und Anständigen (das Ehrenhafte ist der Inbegriff aller sittlichen Tugenden, das Anständige ist nur die Form desselben): denn dies sind die Arten des Guten, die nach der Ordnung aufeinanderfolgen, und sind die Grundlagen (plana), auf die vom Herrn das Gewissen gegründet wird und demzufolge Einsicht und Weisheit. Bei denen aber, die sich darin nicht befinden, nämlich (nicht) aus dem Herzen oder der Neigung, kann nicht irgend etwas vom Himmel eingesät werden. Es ist keine Grundlage da und kein Boden, somit nichts, was aufnimmt, und weil nicht irgend etwas vom Himmel eingesät werden kann, kann der Herr daselbst nicht gegenwärtig sein. Die Gegenwart des Herrn wird ausgesagt gemäß dem Guten, das ist gemäß der Eigenschaft des Guten, die Eigenschaft des Guten gemäß dem Zustand der Unschuld, der Liebe und der Liebtätigkeit, dem die Wahrheiten des Glaubens eingepflanzt sind oder eingepflanzt werden können. 2916. Daß "gebet mir den Besitz eines Grabes bei euch", 1. Mose 23/4, bedeutet, daß sie wiedergeboren werden können, erhellt aus der Bedeutung des Grabes. Das Grab bedeutet im inneren Sinn des Wortes das Leben oder den Himmel, und im entgegengesetzten Sinn den Tod oder die Hölle. Das Leben oder den Himmel deswegen, weil die Engel, die im inneren Sinn des Wortes sind, keine Vorstellung vom Grabe haben, weil keine vom Tode, daher nehmen sie anstatt des Grabes nichts anderes wahr als die Fortsetzung des Lebens, somit die Auferstehung; denn der Mensch ersteht dem Geiste nach wieder auf, und dem Leibe nach wird er begraben; man sehe Nr. 1854; und weil das Begräbnis Auferstehung bedeutet, bedeutet es auch Wiedergeburt; denn die Wiedergeburt ist die erste Auferstehung des Menschen, denn dann stirbt er in betreff des vorigen Menschen und steht auf in betreff des neuen. Durch die Wiedergeburt wird der Mensch von einem Toten ein Lebendiger, daher die Bedeutung des Grabes im inneren Sinn. Daß, wenn die Vorstellung des Grabes sich einfindet, den Engeln die Vorstellung der Wiedergeburt kommt, ist auch deutlich aus dem, was von den kleinen Kindern Nr. 2299 erzählt worden ist. Daß Grab im entgegengesetzten Sinn Tod oder Hölle bedeutet, kommt daher, weil die Bösen nicht zum Leben erstehen; daher wenn von den Bösen gehandelt und das Grabes erwähnt wird, dann kommt den Engeln keine andere Vorstellung als die von der Hölle. Dies ist der Grund, warum auch die Hölle im Wort Grab heißt. Daß Grab die Auferstehung, ferner die Wiedergeburt bedeutet, ist deutlich bei Hes.37/12-14: "Deswegen weissage und sage zu ihnen: so spricht der Herr Jehovih, siehe, Ich werde auftun eure Gräber, und Ich werde euch heraufsteigen machen aus euren Gräbern, Mein Volk, und Ich werde euch führen zum Lande Israels, und ihr werdet erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich auftue eure Gräber, und indem Ich (euch) heraufsteigen mache aus euren Gräbern, o Mein Volk, und Ich werde geben Meinen Geist in euch, und ihr werdet leben, und Ich werde euch versammeln auf euren Boden": wo die Weissagung von den wiederbelebten Gebeinen handelt, und im inneren Sinn von der Wiedergeburt. Daß von der Wiedergeburt, ist offenbar deutlich, denn es wird gesagt: "da Ich geben werde Meinen Geist in euch, und ihr werdet leben, und Ich werde euch stellen auf euren Boden". Gräber stehen hier für den vorigen Menschen und dessen Bosheiten und Falschheiten; sie auftun und von ihnen aufsteigen heißt, wiedergeboren werden; so verschwindet die Vorstellung des Grabes, und wird gleichsam ausgezogen, wenn die Vorstellung der Wiedergeburt oder des neuen Lebens an deren Stelle tritt . Daß die Gräber geöffnet wurden, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen auferstanden und hervorgegangen aus ihren Gräbern und gekommen sind nach der Auferstehung des Herrn, und sind hineingegangen in die heilige Stadt, und sind vielen erschienen": Matth.27/52,53, schließt gleiches in sich, nämlich die Auferstehung infolge der Auferstehung des Herrn, und im inwendigeren Sinn jede Auferstehung. Daß der Herr Lazarus von den Toten auferweckte: Joh.11/1 und weiter, schließt auch die Wiedererweckung einer neuen Kirche von den Heiden ein, denn alle Wunder, die vom Herrn geschehen sind, schlossen, weil sie göttlich sind, in sich die Zustände Seiner Kirche. In gleicher Weise auch, daß der Mann, der hineingeworfen wurde in das Grab Elisas, als er seine Gebeine berührte, wieder lebendig wurde: 2.Kön.13/20,21, denn durch Elisa ist der Herr vorgebildet worden. Weil Begräbnis die Auferstehung im allgemeinen und im einzelnen bedeutet, deshalb waren die Alten außerordentlich sorgsam hinsichtlich ihrer Begräbnisse und der Orte, woselbst sie begraben wurden, wie Abraham, daß er begraben werden sollte in Chebron im Lande Kanaan, ferner Jischak und Jakob mit ihren Frauen: 1. Mose 47/29-31; 49/30-32; Joseph, daß seine Gebeine aus Ägypten in das Land Kanaan übergesiedelt werden sollten: 1. Mose 50/25; 2. Mose 13/19; Jos.24/32; David und die Könige nach ihm, daß sie in Zion begraben werden sollten: 1.Kön.2/10; 11/43; 14/17,18; 15/8,24; 22/51; 2.Kön.8/24; 12/22; 14/20; 15/7,38; 16/20. Der Grund war, daß das Land Kanaan und nachher Zion vorbildeten und bezeichneten das Reich des Herrn, und Begräbnis Auferstehung. Aber daß der Ort nichts beiträgt zur Auferstehung, kann jedem klar sein. Daß Begräbnis die Auferstehung zum Leben bedeutet, ist auch aus anderen Vorbildungen deutlich, wie daß die Gottlosen nicht laut beklagt und nicht begraben, sondern hingeworfen werden sollten: Jerem.8/2; 14/16; 16/4,6; 20/6; 22/19; 25/33; 2.Kön.9/10; Joh.Offenb.11/9; und daß Gottlose, die begraben worden, aus ihren Gräbern geworfen wurden: Jerem.8/1,2; 2.Kön.23/16-18. Daß aber Grab im entgegengesetzten Sinn Tod oder Hölle bedeutet, sehe man Jes.14/19-21; Hes.32/21-23,25,27; Ps.88/5,6,11,12; 4. Mose 19/16,18,19. 2917. Daß "und ich will begraben meinen Toten vor mir", 1. Mose 23/4, bedeutet, daß so aus der Nacht, die bei ihnen war, Er hervorkommen und wiedererstehen würde, erhellt aus der Bedeutung von begraben, welches ist wiedererstehen, worüber soeben Nr. 2916, und aus der Bedeutung des Toten, das der Zustand des Schattens oder der Nacht ist, d.h. der Unwissenheit, worüber Nr. 2908, 2912, aus welcher der Herr beim Menschen hervorkommt und wiederersteht, wenn Er anerkannt wird; vorher ist er in der Nacht, weil Er nicht erscheint; Er steht wieder auf bei jedem, der wiedergeboren wird. 2918. Vers 5,6: Da antworteten die Söhne Cheth dem Abraham, sprechend zu ihm: Höre uns, mein Herr, ein Fürst Gottes bist du in unserer Mitte; in der Auswahl unserer Gräber begrabe deinen Toten, keiner von uns soll sein Grab dir verwehren (oder verweigern) zu begraben deinen Toten. "Da antworteten die Söhne Cheth dem Abraham, sprechend zu ihm" bedeutet das wechselseitige Verhältnis bei den Angehörigen der neuen Kirche; "höre uns" bedeutet die Aufnahme; "mein Herr, ein Fürst Gottes bist du in unserer Mitte" bedeutet den Herrn in betreff des göttlich Guten und Wahren bei ihnen; "in der Auswahl unserer Gräber" bedeutet Wohlgefallen in betreff der Wiedergeburt; "begrabe deinen Toten" bedeutet, daß sie aus der Nacht hervorkommen und wiedererweckt werden zum Leben; "keiner von uns soll sein Grab dir verwehren" bedeutet, daß alle bereit wären zur Aufnahme der Wiedergeburt; "zu begraben deinen Toten" bedeutet, daß sie aus der Nacht hervorkommen und wieder erweckt werden. 2919. "Da antworteten die Söhne Cheth dem Abraham, sprechend zu ihm", 1. Mose 23/5, daß dies das wechselseitige Verhältnis bei den Angehörigen der neuen Kirche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von antworten, wenn zugestimmt wird zu dem, was verlangt wird, sofern dies das Wechselseitige (Erwiedernde) ist; und aus der Bedeutung der Söhne Cheth, die diejenigen sind, bei denen die neue geistige Kirche, worüber Nr. 2913. 2920. "Höre uns", 1. Mose 23/6, daß es bedeutet die Aufnahme, erhellt aus der Bedeutung von höre uns, wenn es ein Antwortsausdruck für die Einwilligung ist, welches Aufnahme ist. 2921. "Mein Herr, ein Fürst Gottes bist du in unserer Mitte", 1. Mose 23/6, daß dies den Herrn bedeutet in betreff des guten und wahren Göttlichen bei ihnen, erhellt aus der Bedeutung des Herrn und eines Fürsten Gottes, und aus der Bedeutung von: in unserer Mitte. Daß Herr gesagt wird, wo vom Guten gehandelt wird, erhellt aus dem Worte des Alten Testamentes, denn daselbst wird Jehovah bald genannt Jehovah, bald Gott, bald der Herr, bald Jehovah Gott, bald der Herr Jehovih, bald Jehovah Zebaoth, und zwar aus einer geheimen Ursache, die man nicht erkennen kann ohne den inneren Sinn. Im allgemeinen wird, wenn von den himmlischen Dingen der Liebe oder vom Guten gehandelt wird, Jehovah gesagt, wenn aber von geistigen Dingen des Glaubens oder vom Wahren, dann wird Gott gesagt; wenn von beiden zugleich, wird Jehovah Gott gesagt, wenn aber von der göttlichen Macht des Guten oder von der Allmacht, dann wird gesagt Jehovah Zebaoth oder Jehovah der Heerscharen, sodann auch der Herr, so daß Jehovah Zebaoth und Herr gleichen Sinn und gleiche Bedeutung hat; - daher, nämlich von der Macht des Guten, sind auch Menschen und Engel Herren genannt worden, und im entgegengesetzten Sinne Knechte diejenigen, die entweder keine Macht oder die ihre Macht von jenen hatten. Hieraus kann erhellen, daß hier "mein Herr" im inneren Sinn den Herrn bedeutet in betreff des Guten, das im Folgenden erläutert werden wird aus dem Worte. Ein Fürst Gottes aber bedeutet den Herrn in betreff der Macht des Wahren oder in betreff des Wahren, wie erhellen kann aus der Bedeutung des Fürsten oder der Fürsten, welche sind die ersten Wahrheiten, worüber Nr. 1482, 2089, und daraus, daß Fürst Gottes gesagt wird, denn Gott wird gesagt, wo vom Wahren gehandelt wird, und Jehovah, wo vom Guten: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822. Daß "in unserer Mitte" ist unter ihnen oder bei ihnen, erhellt ohne Erklärung. Daß im Worte des Alten Testamentes Jehovah Zebaoth und der Herr desselben Sinnes und Bedeutung sei, erhellt bei Jes.9/6,7: "Der Eifer Jehovah Zebaoths wird es machen; der Herr hat das Wort ausgehen lassen an Jakob, und ist gefallen in Israel". Jes.14/9: "Ein starker König wird über sie herrschen, ist der Spruch des Herrn Jehovah Zebaoths". Mal.3/1: "Siehe, plötzlich wird kommen zu seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Bundesengel, den ihr wünscht; siehe, er kommt, spricht Jehovah Zebaoth". Deutlicher bei Jes.6/1,3,5,8: "Ich habe gesehen den Herrn sitzend auf einem hohen und erhabenen Throne; Seraphim stehend über Ihm, sechs Flügel einem jeden; einer rief dem anderen: Heilig, Heilig, Heilig, Jehovah Zebaoth; wehe mir, weil ich vernichtet bin, weil meine Augen gesehen haben den König Jehovah Zebaoth, und ich gehört habe die Stimme des Herrn": woraus deutlich ist, daß Jehovah Zebaoth und der Herr denselben Sinn hat. Der Herr Jehovih wird aber gesagt hauptsächlich, wo um die Hilfe der Allmacht nachgesucht und gefleht wird, wie bei Jes.40/9-11: "Saget den Bewohnern Jehudahs: siehe, euer Gott, siehe der Herr Jehovih wird kommen in dem Starken, und Sein Arm wird Ihm herrschen; siehe, Sein Lohn mit Ihm, und Sein Werk vor Ihm; so wie ein Hirte wird Er Seine Herde weiden"; daß der Herr Jehovih alsdann gesagt wird, sehe man weiter Jes.25/8; 40/10; 48/16; 50/4,5,7,9; 61/1; Jerem.2/22; Hes.8/1; 11/13,17,21; 12/10,19,28; 13/8,13,16,18,20; 14/4,6,11,18,20,21; Micha 1/2; Ps.71/5,16 und mehreres anderswo. Außerdem im Worte des Alten Testaments schließt Herr das gleiche in sich, was Jehovah, nämlich daß der Herr gesagt wird, wenn vom Guten gehandelt wird, weshalb auch der Herr in gleicher Weise unterschieden wird von Gott, wie Jehovah von Gott, wie 5. Mose 10/17: "Jehovah, euer Gott, derselbe ist der Gott der Götter und der Herr der Herren". Ps.136/1-3: "Bekennet (d.i. preiset) den Gott der Götter, weil in Ewigkeit Seine Barmherzigkeit; bekennet (d.i. preiset) den Herrn der Herrn, weil in Ewigkeit Seine Barmherzigkeit". Aber im Wort des Neuen Testamentes bei den Evangelisten, und in der Offenbarung wird nirgends Jehovah genannt, sondern statt Jehovah wird der Herr gesagt, und zwar aus geheimen Gründen, worüber unten. Daß im Worte des Neuen Testamentes Herr gesagt wird statt Jehovah, kann deutlich erhellen bei Mark.12/29,30: "Jesus sprach, das erste aller Gebote ist: höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr, deshalb sollst du lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen Denkvermögen (cogitatione) und aus allen deinen Kräften". Dasselbe (lautet) 5. Mose 6/4,5 so: "Höre Israel, Jehovah unser Gott, Jehovah ist Einer, und du sollst lieben Jehovah, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften": woraus offenbar ist, daß Herr statt Jehovah gesagt wird. Ebenso bei Joh.Offenb.4/2,6,8: "Ich sah, siehe, ein Thron ward gesetzt im Himmel, und auf dem Thron saß Einer, um den Thron herum vier Tiere voller Augen vorne und hinten; es hatte jedes für sich sechs Flügel ringsumher, und waren inwendig voller Augen, und sprachen: Heilig, heilig, heilig, ist der Herr, Gott der Allmächtige". Dieses bei Jes.6/1,3,5,8 so: "Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron; Seraphim stehend über ihm, sechs Flügel einem jeden; einer rief dem anderen zu: Heilig, heilig, heilig, Jehovah Zebaoth": daselbst wird Herr gesagt statt Jehovah, oder Herr Gott, Allmächtiger statt Jehovah Zebaoth. Daß die vier Tiere Seraphim oder Cherube sind, ist klar bei Hes.1/5,13-15,19; 10/15. Daß im Neuen Testament der Herr Jehovah ist, erhellt auch aus mehreren anderen Stellen, wie bei Luk.1/11: "Es erschien dem Sacharia der Engel des Herrn": Engel des Herrn statt Engel Jehovahs. Luk.1/16 spricht der Engel zu Sacharia von dessen Sohne: "Viele der Söhne Israels wird er bekehren zum Herrn, ihrem Gott": zum Herrn Gott statt zu Jehovah Gott. Luk.1/32 der Engel zu Maria von Jesu: "Dieser wird groß sein, und Sohn des Höchsten genannt werden, und es wird Ihm geben der Herr Gott den Thron Davids": der Herr Gott statt Jehovah Gott. Luk.1/46,47: "Maria sprach: es preiset meine Seele den Herrn, und es freuet sich mein Geist über Gott, meinen Erlöser": hier auch Herr statt Jehovah. Luk.1/68: "Sacharias weissagte sprechend: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels": der Herr Gott statt Jehovah Gott. Luk.2/9: "Der Engel des Herrn stand neben den Hirten, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie": der Engel des Herrn und die Herrlichkeit des Herrn statt Engel Jehovahs und Herrlichkeit Jehovahs. Matth.21/9; 23/39: "Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn" (auch Luk.13/35; Joh.12/13): im Namen des Herrn statt im Namen Jehovahs; außerdem anderswo an vielen Stellen, wie Luk.1/28; 2/15,22-24,29,38,39; 5/17; Mark.12/10,11. Daß sie den Jehovah Herr genannt haben, geschah aus geheimen Ursachen, unter anderen aus folgenden: weil, wenn zu damaliger Zeit gesagt worden wäre, der Herr sei der Jehovah, Der so oft im Alten Testament genannt ist (man sehe Nr. 1736), sie es nicht angenommen, weil nicht geglaubt hätten; sodann weil der Herr auch in Ansehung des Menschlichen nicht Jehovah geworden, ehe Er ganz und gar das göttliche Wesen mit dem Menschlichen, und das Menschliche mit dem Göttlichen vereinigt hatte, man sehe Nr. 1725, 1729, 1733, 1745, 1815, 2156, 2751. Die vollständige Vereinigung ist geschehen nach der letzten Versuchung, welche die des Kreuzes war, weshalb die Jünger immer nach der Auferstehung Ihn den Herrn nannten: Joh.20/2,13,15,18-20,25; 21/7,12,15-17,20; Mark.16/19,20; und Thomas sprach: "Mein Herr, und mein Gott": Joh.20/28; und weil der Herr Jehovah war, Der so oft genannt ist im Alten Testament, daher hat Er auch zu den Jüngern gesprochen: "Ihr nennet Mich Meister und Herr, und ihr sagt recht daran, denn Ich bin es": Joh.13/13,14,16; wodurch bezeichnet wird, daß Er Jehovah Gott war, hier wird Herr gesagt in betreff des Guten, Meister aber in betreff des Wahren; daß der Herr Jehovah sei, wird auch verstanden durch die Worte der Engel zu den Hirten: "Geboren ist euch heute der Heiland, Welcher ist Christus, der Herr": Luk.2/11. Christus statt Messias, Gesalbter, König; Herr statt Jehovah, jenes in betreff des Wahren, dieses in betreff des Guten. Wer das Wort nicht mit allem Fleiße erforscht, kann dieses nicht wissen; er glaubt, daß unser Heiland, nach der gewöhnlichen Redensart, um die Verehrung auszudrücken, ebenso wie andere, Herr genannt wurde, da Er doch deswegen (so heißt), weil Er Jehovah war. 2922. "In der Auswahl unserer Gräber", 1. Mose 23/6, daß dies bedeutet Wohlgefallen in betreff der Wiedergeburt, erhellt aus der Bedeutung von erwählen, der Wahl und des Erwählten, insofern es (die Bedeutung) des Beliebens oder des Wohlgefallens (beneplaciti) ist; und aus der Bedeutung des Grabes, das Auferstehung und Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 2916. 2923. Daß "begrabe deinen Toten", 1. Mose 23/6, bedeutet, daß sie so aus der Nacht hervorkommen und wieder erweckt werden zum Leben, erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, welches ist auferstehen oder wieder auferweckt werden zum Leben, worüber Nr. 2916; und aus der Bedeutung des Toten, insofern es die Nacht ist in betreff des Guten und des Wahren des Glaubens, worüber Nr. 2908, 2912, 2917. 2924. Daß "keiner von uns soll sein Grab dir verwehren", 1. Mose 23/6, bedeutet, daß alle bereit wären zur Aufnahme der Wiedergeburt, erhellt aus der Bedeutung des Grabes, insofern es Wiedergeburt ist, worüber Nr. 2916; und aus der Bedeutung von: nicht verhindern, sofern es den Willen anzunehmen ausdrückt. 2925. "Zu Begraben deinen Toten", 1. Mose 23/6, daß dies bedeutet, daß sie aus der Nacht hervorkommen und wieder erweckt werden, erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, und des Toten, nämlich wieder erweckt werden aus der Nacht in betreff des Guten und des Wahren des Glaubens, worüber Nr. 2923, wo dieselben Worte. 2926. Vers 7,8: Und Abraham stand auf, und neigte sich vor dem Volk des Landes, den Söhnen Cheth. Und er redete mit ihnen, sprechend: Wenn es ist mit eurer Seele (d.i. mit eurem Willen), zu begraben meinen Toten vor mir, so höret mich und bittet für mich bei Ephron, dem Sohne Zochar. "Und Abraham stand auf und neigte sich" bedeutet die Freude des Herrn über die günstige Aufnahme; "vor dem Volk des Landes, den Söhnen Cheth" bedeutet von denen, die der neuen geistigen Kirche angehören. "Und er redete mit ihnen, sprechend" bedeutet das Denken und Innewerden von ihnen; "wenn es ist mit eurer Seele" bedeutet, wenn aus der Neigung zum Wahren aus dem Herzen; "zu begraben meinen Toten vor mir" bedeutet, daß sie aus der Nacht hervorkommen und auferstehen wollen; "so höret mich" bedeutet, sie möchten willfahren; "und bittet für mich bei Ephron, dem Sohne Zochar" bedeutet diejenigen, bei denen das Wahre und das Gute des Glaubens aufgenommen werden könne. 2927. "Und Abraham stand auf und neigte sich", 1. Mose 23/7, daß dies die Freude des Herrn über die günstige Aufnahme bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen (sugere), das etwas von Erhebung (elevatio) in sich schließt, worüber Nr. 2401, 2785. Durch Fröhlichkeit und Freude wird das Gemüt gehoben, daher wird hier gesagt, er stand auf (oder er erhob sich); aus der Vorbildung Abrahams, daß er der Herr sei, wovon öfters im Vorigen; und aus der Bedeutung von sich neigen, die ist, sich freuen. Die Verneigung ist eine Bewegung des Körpers sowohl aus Demut als auch Freude; daß aus Freude, und zwar über die günstige Aufnahme, ist deutlich aus dem Vorhergehenden und dem Folgenden. 2928. "Vor dem Volke des Landes, den Söhnen Cheth", 1. Mose 23/7, daß dies bedeutet vor denen, die der geistigen Kirche angehören, erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen sind, die in den Wahrheiten sich befinden, somit die Geistigen, worüber Nr. 1259, 1260; aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118; und aus der Bedeutung der Söhne Cheth, die diejenigen sind, die der neuen geistigen Kirche angehören, worüber Nr. 2913. Das Volk des Landes wird hie und da im Worte genannt, wo gehandelt wird von Israel und von Jerusalem, und dadurch im inneren Sinn die geistige Kirche bezeichnet, oder die Angehörigen der geistigen Kirche, denn unter Israel und unter Jerusalem wird diese Kirche verstanden. Wenn gehandelt wird von Jehudah und von Zion, dann wird Völkerschaft (gens) genannt, und durch Geschlecht wird die himmlische Kirche bezeichnet, denn unter Jehudah und Zion wird diese Kirche verstanden. Daß Volk des Landes gesagt wird, wo von Israel und von Jerusalem gehandelt wird, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, so wo von der geistigen Kirche, wie bei Hes.12/19,20: "Sprich zu dem Volk des Landes: So spricht der Herr Jehovih zu den Einwohnern Jerusalems, zum Erdboden Israels, sie werden ihr Brot essen in Traurigkeit, und ihr Wasser trinken in Verwüstung, darum weil ihr Land verwüstet werden wird, die bewohnten Städte werden verwüstet werden, und das Land wird verödet sein": wo im inneren Sinn Jerusalem und Boden Israels für die geistige Kirche, Brot und Wasser für Liebtätigkeit und Glaube, oder für das Gute und Wahre; Land (steht) für die Kirche, die verwüstet heißt, was gesagt wird in betreff des Guten, und verödet in betreff des Wahren. Hes.39/11-13: "Das Haus Israels wird begraben den Gog und seine Menge, daß sie reinigen das Land sieben Monate, und begraben wird (ihn) alles Volk des Landes": Gog für den vom inneren getrennten äußeren Gottesdienst, der götzendienerisch war: Nr. 1151; Haus Israels für die geistige Kirche in betreff des Guten, Volk des Landes in betreff des Wahren, Land für die Kirche selbst; daß das Land die Kirche bedeutet, kommt daher, weil das Land Kanaan das Reich des Herrn vorstellte, somit die Kirche, denn das Reich des Herrn auf Erden ist die Kirche. Hes.45/16,22; 46/3,9: "Alles Volk des Landes wird sein zu dieser Theruma (Hebe) dem Fürsten Israels; und der Fürst wird an diesem Tage für sich und für das ganze Volk des Landes einen Farren des Sündopfers darbringen; es wird sich neigen das Volk des Landes zum Eingang des Tores an den Sabbathtagen und Neumonden; und es wird eintreten das Volk des Landes an den bestimmten Festen": wo vom neuen Jerusalem, das ist vom geistigen Reiche des Herrn. Die dort sind, werden genannt Volk des Landes, Fürst ist das göttlich Wahre, welches vom Herrn. Söhne Cheth wird gesagt, weil durch Söhne Wahrheiten bezeichnet werden; man sehe Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623. Daß Wahrheiten von den Geistigen ausgesagt werden, ist deswegen, weil die Geistigen durch Wahrheiten in das Gute eingeführt werden, das ist durch den Glauben in Liebtätigkeit; und weil sie das Gute tun aus der Neigung zum Wahren, indem sie - daß es gut sei - nicht anderswoher wissen, als weil sie so belehrt worden sind, auch ist ihr Gewissen in diesen Wahrheiten des Glaubens begründet; man sehe Nr. 1155, 1577, 2046, 2088, 2184, 2507, 2715, 2716, 2718. 2929. "Und er redete mit ihnen, sprechend", 1. Mose 23/8, daß dieses das Denken und Innewerden von ihnen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von reden und sprechen, insofern es ist denken und innewerden, worüber Nr. 1898, 1919, 2080, 2271, 2287, 2506, 2515, 2552, 2619. 2930. "Wenn es ist mit eurer Seele", 1. Mose 23/8, daß dies bedeutet wenn aus der Neigung zum Wahren aus dem Herzen, erhellt aus der Bedeutung der Seele im inneren Sinn. Im Worte wird hie und da gesagt, daß aus dem Herzen und aus der Seele, oder aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele, und wird dadurch bedeutet aus allem Willen und aus allem Verstand. Daß der Mensch zwei Vermögen hat, nämlich den Willen und den Verstand, kann jedem bekannt sein. Ferner daß der Wille ein vom Verständnis unterschiedenes Vermögen ist, denn wir können das Gute und Wahre verstehen, aber dennoch das Böse und das Falsche wollen. Der Mensch ist von Anfang so erschaffen worden, daß Wille und Verständnis eins bei ihm ausmachen soll, so daß er nichts anderes denkt, als was er will, und nichts anderes will, als was er denkt; solcherart ist der Zustand bei den Himmlischen, und so war er in der himmlischen Kirche, die Mensch oder Adam heißt. Aber bei den Geistigen oder in der geistigen Kirche ist das eine Vermögen von dem anderen getrennt worden, nämlich das Verstandesvermögen vom Willensvermögen und der Mensch wird in betreff jenes Teiles, nämlich des Verstandesgebietes, vom Herrn gebessert, und in ihm ein neuer Wille und ein neuer Verstand gebildet: Nr. 863, 875, 895, 897, 927, 928, 1023, 1044, 2256. Der neue Wille daselbst, welcher vom Herrn, ist es, der Herz genannt wird, und der neue Verstand, der Seele genannt wird, und wenn gesagt wird aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele, wird bezeichnet aus ganzem Willen und aus ganzem Verstand. Das ist es, was bezeichnet wird durch Herz und Seele bei 5. Mose 6/5: "Du sollst Jehovah, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele, und aus allen deinen Kräften". 5. Mose 10/12; 11/13: "Nun Israel, was fordert Jehovah, dein Gott, von dir, außer Jehovah, deinen Gott, zu fürchten, zu gehen in allen seinen Wegen, und Ihn zu lieben, und zu dienen Jehovah, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele". 5. Mose 26/16: "An diesem Tage gebietet dir Jehovah, dein Gott, zu tun diese Satzungen und Rechte, und du sollst sie bewahren und sie tun aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele". 1.Kön.2/4: "David zu Salomo: es wird Jehovah Sein Wort befestigen, das Er geredet hat über mich, sprechend: wenn die Söhne bewahren ihren Weg, zu wandeln vor Mir in Wahrheit aus ihrem ganzen Herzen und aus ihrer ganzen Seele, so wird kein Mann dir ausgerottet werden vom Throne Israels". Matth.22/37: "Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele; und Mark.12/29,30. Das gleiche wird auch von Jehovah oder dem Herrn ausgesagt, weil von Ihm die Neigung zum Guten kommt, welche Sache des Willens, und die Neigung zum Wahren, die Sache des Verstandes ist, bei dem Menschen der Kirche; wie bei 1.Sam.2/35: "Ich werde Mir einen treuen Priester erwecken, wie er ist in Meinem Herzen und in Meiner Seele". Jerem.32/41: "Ich werde Mich über sie freuen, ihnen wohlzutun, und Ich werde sie in Wahrheit in dieses Land pflanzen, mit Meinem ganzen Herzen, und mit Meiner ganzen Seele". Auch hie und da anderwärts im Worte bedeutet Seele Neigung zum Wahren, wie bei Jes.26/9: "Mit meiner Seele habe ich Dein begehrt des Nachts, auch in meinem Geiste, in der Mitte meiner habe ich Dich gesucht früh Morgens, weil, wie Deine Gerichte dem Lande werden, Gerechtigkeit lernen die Bewohner des Erdkreises": daselbst Seele statt Neigung zum Wahren, Geist statt Neigung zum Guten; daß Gerichte ausgesagt werden von den Wahrheiten, und Gerechtigkeit vom Guten, sehe man Nr. 2235. Jes.32/6: "Der Törichte redet Torheit, auszuleeren die hungernde Seele, und die nach Trank Dürstende Mangel leiden zu lassen": hungernde Seele für Verlangen nach dem Guten, die der Tor ausleert, nach Trank dürstende Seele für Verlangen nach dem Wahren, die der Törichte Mangel leiden läßt. Jerem.31/12,25: "Es wird ihre Seele sein wie ein bewässerter Garten, und Ich werde erquicken die müde Seele, und jede betrübte Seele werde Ich füllen": Seele statt Neigung zum Wahren und Guten. Jerem.Klagel.1/11,16,19: "Ihr ganzes Volk seufzet, sie suchen Brot, gegeben haben sie ihr Kostbarstes für Speise, um zurückzubringen (zu erquicken) ihre Seele; ferne ist von Mir der Tröster, der wiederbringt meine Seele, meine Söhne sind verlassen worden, sie haben sich Speise gesucht, um wieder aufzubringen ihre Seele": Seele statt Neigung zum Guten und Wahren, Speise statt Weisheit und Einsicht. Es wird gesagt, daß Seele die Neigung zum Wahren aus dem Herzen bedeutet, weil es Neigungen zum Wahren gibt, die nicht aus dem Herzen, wie die aus der Liebe zu sich oder dem Ansehen, aus Liebe zur Welt oder zum Gewinn, aus Liebe zum Verdienste; aus diesen entstehen gleicherweise Neigungen zum Wahren, aber sie sind nicht echt (genuinae), sie sind aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Herzen; denn was von Herzen ist, ist vom Herrn. Außerdem bedeutet die Seele im umfassenden Sinn das ganze Leben, man sehe Nr. 1000, 1005, 1040, 1742; denn Seele ist im umfassenden Sinn das, aus dem ein anderes ist und lebt; so ist die Seele des Körpers dessen Geist, denn aus diesem lebt der Körper; aber die Seele des Geistes ist sein noch inwendigeres Leben, aus dem er weise ist und versteht. 2931. "Zu begraben meinen Toten vor mir", 1. Mose 23/8, daß dies bedeutet, daß sie aus der Nacht hervorkommen und auferstehen wollen, erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es ist auferstehen, und des Toten, welches die Nacht ist in betreff des Guten und des Wahren des Glaubens, worüber Nr. 2923, 2925, wo dieselben Worte. 2932. "So höret mich", 1. Mose 23/8, daß dies bedeutet, sie möchten willfahren, erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es ist gehorchen oder willfahren, worüber Nr. 2542. 2933. "Und bittet für mich bei Ephron, dem Sohne Zochar", 1. Mose 23/8, daß dies bedeutet diejenigen, bei denen das Wahre und das Gute des Glaubens aufgenommen werden könne, kann daraus erhellen, daß der Acker und die Höhle im Acker, wo Sarah begraben wurde, Ephrons war; und weil durch Begräbnis Wiedergeburt bezeichnet wird: Nr. 2916, so folgt, daß durch ihn diejenigen bezeichnet werden, bei denen das Gute und Wahre des Glaubens aufgenommen werden können. Die Söhne Cheth bilden auch diese vor, weil sie aus der Stadt Ephrons waren, und weil sie sein Volk waren. Durch Fürbitten wird hier verstanden: vorbereiten zur Aufnahme. 2934. Vers 9: Daß er mir gebe die Höhle Machpelah, welche sein, die am Ende seines Ackers, um volles Silber soll er sie mir geben in eurer Mitte, zum Besitz eines Grabes. "Daß er mir gebe die Höhle Machpelah, welche sein" bedeutet das Dunkle des Glaubens, das ihnen (eigen) war; "die am Ende seines Ackers" bedeutet wo wenig von der Kirche; "um volles Silber" bedeutet die Erlösung durch das Wahre, "soll er sie mir geben in eurer Mitte zum Besitz eines Grabes" bedeutet die Besitznahme (geschehe) auf solche Weise durch die Wiedergeburt. 2935. "Daß er mir gebe die Höhle Machpelah", 1. Mose 23/9, daß dies das Dunkle des Glaubens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Höhle, die das Dunkle ist, worüber Nr. 2463; und aus der Bedeutung von Machpelah, welcher der im Dunkeln befindliche Glaube ist. Daß Höhle das Dunkle bedeutet, ist deswegen, weil sie ein finsterer Ort ist. Wenn gesagt wird Höhle des Berges, dann ist es das Dunkle des Guten, aber wenn gesagt wird Höhle des Ackers Machpelah, dann ist es das Dunkle des Wahren. Hier weil gesagt wird Höhle Machpelah, und Machpelah war wo der Acker, an dessen Ende die Höhle, ist es das Dunkle des Wahren oder was dasselbe ist, das Dunkle des Glaubens. Hieraus erhellt auch, daß Machpelah den Glauben bezeichnet, der im Dunkeln ist. Diejenigen, die wiedergeboren und Geistige werden, sind ganz besonders im Dunkeln in betreff des Wahren. Das Gute fließt zwar vom Herrn bei ihnen ein, aber nicht so das Wahre, weshalb zwischen dem Herrn und dem Guten beim Menschen eine gegenseitige Beziehung und Entsprechung stattfindet, nicht aber zwischen dem Wahren; man sehe Nr. 1832. Der Hauptgrund ist, weil sie nicht wissen, was gut, und wenn sie es auch wüßten, doch nicht von Herzen glauben würden, und solange das Gute bei ihnen im Dunkeln ist, so lange ist es auch das Wahre, denn aus dem Guten (kommt) alles Wahre. Um es noch deutlicher zu sagen: daß der Herr das Gute selbst ist, und daß alles, was der Liebe zu Ihm und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, gut ist, und alles, was dies bejaht und begründet, wahr ist, wissen sie eben nur sehr dunkel; ja, sie hegen sogar auch Zweifel, und lassen Vernunftschlüsse dagegen zu; und solange sie in einem solchen Zustande sind, kann das Licht des Wahren vom Herrn nicht einfließen. Ja, sie denken vom Herrn, wie von einem anderen Menschen, nicht als von Gott, von der Liebe zu Ihm nach Art einer weltlichen Liebe. Was echte Neigung der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, wissen sie kaum, ja (nicht einmal) was Liebtätigkeit und wer der Nächste, obwohl doch dieses wesentliche Dinge sind. Hieraus ist klar, wie sehr im Dunkeln die Geistigen sind; und noch mehr vor der Wiedergeburt, über welchen Zustand hier gehandelt wird. 2936. "Die am Ende seines Ackers", 1. Mose 23/9, daß dies bedeutet, wo wenig der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Endes oder des Äußersten, insofern es wenig ist; und aus der Bedeutung des Ackers, der die Kirche ist, ferner die der Kirche angehörende Lehre, worüber Nr. 368. Daß das Ende oder das Äußerste wenig ist, kann erhellen aus der Beschreibung des Landes, des Bodens und der Felder im Worte: ihre Mitte bedeutet viel, dagegen das Äußerste bedeutet wenig. Das Äußerste wird auch Umkreis genannt; der Grund ist, weil gegen das Äußerste hin das Vorbildliche aufhört; somit bedeutet hier das Ende des Ackers wenig der Kirche. 2937. "Um volles Silber", 1. Mose 23/9, daß dies bedeutet die Erlösung durch das Wahre, erhellt aus der Bedeutung des Silbers, welches das Wahre ist, worüber Nr. 1551; und aus der Bedeutung von "soll er mir geben um Silber oder für Silber", insofern es ist kaufen, und im geistigen Sinn erlösen. Daß die Geistigen heißen: "Gekauft um Silber", sehe man Nr. 2048; d.h. erlöst durch das Wahre. Der Grund ist, weil sie wiedergeboren werden durch das Wahre, durch das er erkennt und aus dem er anerkennt, daß es gut ist; denn der geistige Mensch hat kein Innewerden des Guten, wie der Himmlische, sondern es ist das Wahre, durch das er erkennt, und aus dem er anerkennt, daß es gut ist; und wenn er anerkennt und glaubt, dann wird es ihm zum Guten, und er wird davon als vom Guten angeregt, das so beschaffen wird, wie bei ihm das Wahre ist; daher kommt es, daß die Geistigen durch das Wahre Erlöste genannt werden; aber immerhin wird die Eigenschaft des Guten nicht geboren und hervorgebracht vom Wahren, sondern vom Einfluß des Guten in das so oder so beschaffene Wahre. 2938. "Soll er sie mir geben in eurer Mitte zum Besitz eines Grabes", 1. Mose 23/9, daß dieses bedeutet Besitznahme auf solche Weise durch die Wiedergeburt, kann ohne Erklärung erhellen; denn daß das Grab Wiedergeburt bedeutet, ist Nr. 2916 gezeigt worden. 2939. Vers 10: Und Ephron saß in der Mitte der Söhne Cheth. Da antwortete Ephron der Chittäer dem Abraham, vor den Ohren der Söhne Cheth, allen Eingehenden durchs Tor seiner Stadt sprechend. "Und Ephron saß in der Mitte der Söhne Cheth" bedeutet diejenigen, von denen hauptsächlich das Gute und Wahre des Glaubens aufgenommen werden könnte; "da antwortete Ephron der Chittäer dem Abraham" bedeutet den Zustand ihrer Aufnahme; "vor den Ohren der Söhne Cheth" bedeutet Gehorsam; "allen Eingehenden durchs Tor seiner Stadt, sprechend" bedeutet in betreff der Lehren, durch die der Glaube. 2940. "Und Ephron saß in der Mitte der Söhne Cheth", 1. Mose 23/10, daß dies diejenigen bedeutet, von denen hauptsächlich das Gute und Wahre des Glaubens aufgenommen werden könne, erhellt aus der Vorbildung Ephrons, ferner aus der Bedeutung der Söhne Cheths, das diejenigen sind, bei denen das Gute und Wahre des Glaubens aufgenommen werden könnte und bei denen die neue Kirche ist, worüber Nr. 2913, 2933; und aus der Bedeutung der Mitte oder in der Mitte, insofern sie das Erste oder Hauptsächliche bezeichnet, ferner das Innerste, worüber Nr. 1074. Daß Mitte im inneren Sinn das Erste oder Hauptsächliche bedeutet, ferner das Innerste, kommt aus den Vorbildungen im anderen Leben: wenn etwas Gutes dargestellt wird durch geistige Vorstellungen, dann wird das Beste in die Mitte gestellt, und die Abnahmen des Guten werden in stufenweise Entfernung von der Mitte aus gestellt, und zuletzt an den Umkreis das, was nicht gut ist. Daher kommt es, daß in der Mitte sowohl das Erste oder das Hauptsächliche, als das Innerste ist. So auch werden die Denkvorstellungen dargestellt, ferner auch die Neigungen und alle Zustandsveränderungen; somit, daß Gutes oder Böses je nach der Lage gegen die Mitte zu, sich verschieden gestaltet. Dies schreibt sich von der Form der geistigen und himmlischen Dinge her, die so beschaffen ist. 2941. "Da antwortete Ephron der Chittäer dem Abraham", 1. Mose 23/10, daß dies den Zustand ihrer Aufnahme bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von antworten, wenn beigestimmt wird, insofern es Aufnahme ist, wie auch aus dem, was bald folgen wird, klar hervorgeht. Ephron wird hier Chittäer genannt, damit er die geistige Kirche als Haupt und Fürst vorbilde. 2942. "Vor den Ohren der Söhne Cheth", 1. Mose 23/10, daß dieses Gehorsam bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Ohres, insofern es den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 2542. 2943. "Allen Eingehenden durchs Tor seiner Stadt, sprechend", 1. Mose 23/10, daß dies bedeutet in betreff der Lehren, durch die der Glaube, erhellt aus der Bedeutung des Tores, insofern es ist Eingang, somit das, was einführt, gleicherweise wie auch Tür, worüber Nr. 2145, 2152, 2356, 2385; und aus der Bedeutung der Stadt, insofern sie das Wahre ist, das Sache des Glaubens ist, worüber Nr. 402, 2268, 2450, 2451, 2712. Die Städte in der Alten Kirche waren nicht Städte, sowie später und heutigen Tages, nämlich Versammlungen und Gemeinden, sondern waren Wohnungen gesonderter Familien. Die Familie eines Vaters bildete eine Stadt, wie die Stadt Nachors, zu welcher der Diener Abrahams kam, als er Rebecka dem Jischak warb: 1. Mose 24/10; es war die Familie Nachors, die daselbst wohnte; und Schalem, die Stadt Sechems, zu der Jakob, da er aus Paddam Aram ankam (alluit): 1. Mose 33/18; Kap.34; war es die Familie Chamors und Schechems, die daselbst wohnten; so die übrigen Städte zu der Zeit; und weil sie von den Uralten die Kunde hatten, daß Völkerschaften und Familien himmlische Gesellschaften vorbildeten, somit das, was der Liebe und der Liebtätigkeit angehört: Nr. 685, 1159. Daher, wenn anstatt Familie Stadt genannt wird, und anstatt Völkerschaft (gens) Volk (populus) genannt wird, wird das Wahre bezeichnet, das Angehör des Glaubens ist. Daher bedeutet auch Stadt Gottes und Heilige Stadt im echten Sinn Glaube an den Herrn; und weil Stadt oder Stadtgemeinde (civitas) Glaube bedeutet, bedeutet das Tor der Stadt Glaubenslehren, weil diese hinzuführen zum Glauben. Das wurde auch in der vorbildlichen jüdischen Kirche dadurch bezeichnet, daß die Richter und Ältesten im Tore der Stadt saßen und daselbst richteten, wie klar ist aus den historischen Teilen des Wortes, und ferner bei Sach.8/16: "Diese Worte sind es, die ihr tun sollt: redet die Wahrheit jedermann mit seinem Nächsten, Wahrheit und Friedensgericht richtet in euren Toren"; und bei Amos 5/15: "Hasset das Böse, und liebet das Gute, und stellet fest im Tore das Gericht". Daß Tor auch bedeutet den Zugang zum vernünftigen Gemüt, und daß ein solches Gemüt verglichen wird mit einer Stadt, sehe man Nr. 2851. 2944. Vers 11: Nein, mein Herr, höre mich, den Acker gebe ich dir, und die Höhle, welche darin, ich gebe sie dir vor den Augen der Söhne meines Volkes, ich gebe sie dir, begrabe deinen Toten. "Nein, mein Herr, höre mich" bedeutet jenen ersten Zustand, worüber vorhin; "den Acker gebe ich dir, und die Höhle, welche darin, ich gebe sie dir" bedeutet die Vorbereitung von sich selber in betreff dessen, was Angehör der Kirche und des Glaubens; "vor den Augen der Söhne meines Volkes, ich gebe sie dir" bedeutet gemäß dem Verständnisse aller; "begrabe deinen Toten" bedeutet damit sie aus der Nacht herauskommen und auferweckt werden möchten. 2945. "Nein, mein Herr, höre mich", 1. Mose 23/11, daß dies jenen ersten Zustand bedeutet, von dem Nr. 2935, 2936, nämlich daß sie im Dunkeln des Glaubens wären, erhellt aus der Verneinung, daß sie nicht auf Abraham hören wollten, daß er gebe volles Silber: Vers 9, daß ist im inneren Sinn, daß sie erlöst würden vom Herrn, sondern daß sie sich selbst vorbereiten wollten in betreff des Angehörs der Kirche und des Glaubens, das ist, sich selbst umbilden. Jene Worte: "Nein, mein Herr, höre mich", schließen in sich den Zustand, nämlich ihres Denkens von der Erlösung und Besserung, denn es folgt unmittelbar ein Vorschlag. 2946. "Den Acker gebe ich dir, und die Höhle, welche darin, ich gebe sie dir", 1. Mose 23/11, daß dies bedeutet die Vorbereitung von ihnen selbst aus in betreff dessen was Angehör der Kirche und des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung des Ackers insofern er die Kirche ist, worüber Nr. 368, 2936. Aus der Bedeutung der Höhle, welche darin, nämlich im Acker, insofern es das Dunkle des Glaubens ist, worüber Nr. 2935, und aus der Bedeutung, den Acker geben und die Höhle geben, oder was dasselbe ist, kein Silber von Abraham nehmen, insofern es ist: nicht erlöst werden wollen vom Herrn, sondern von sich selber, somit sich selbst vorbereiten in betreff dessen. Solches ist der erste Zustand aller, die umgewandelt und geistig werden, nämlich daß sie nicht glauben, sie werden vom Herrn gebessert, sondern von ihnen selbst, d.h. das ganze des Wollens des Guten und des Denkens des Wahren sei von ihnen. In jenem Zustand werden sie auch vom Herrn gelassen, weil sie sonst nicht umgewandelt werden können. Denn wenn ihnen, bevor sie wiedergeboren sind, gesagt würde, daß sie nichts Gutes aus sich tun können und nichts Wahres aus sich denken, dann würden sie entweder in jenen Irrtum verfallen, daß man: warten müsse auf einen Einfluß in den Willen und auf einen Einfluß in das Denken, und wenn er nicht stattfinde, so brauchten sie sich um nichts zu bemühen. Oder in den Irrtum, daß: wenn das Gute und Wahre anderswoher als aus sich, würde es ihnen nicht angerechnet werden zur Gerechtigkeit, oder in den anderen, daß: sie gleichsam wie Maschinen nicht selbständig oder ihrer selbst mächtig wären. So auch in andere (Irrtümer). Daher wird ihnen gestattet zu denken, daß (sie) aus sich selber das Gute und das Wahre (haben), aber nachdem sie wiedergeboren sind, dann wird ihnen stufenweise die Kenntnis eingeflößt, daß die Sache sich anders verhält, nämlich daß alles Gute und Wahre einzig vom Herrn, und weiter, wenn sie noch mehr vervollkommnet werden, das, was nicht vom Herrn kommt, Böses und Falsches ist. Den Wiedergeborenen, wenn nicht im Leben des Leibes, so doch im anderen Leben, wird gegeben, jenes nicht nur zu erkennen, sondern auch inne zu werden, denn alle Engel sind im Innewerden, daß es so ist. Man sehe, was hierüber früher gesagt worden ist, nämlich daß alles Gute und Wahre vom Herrn: Nr. 1614, 2016; daß alle Einsicht und Weisheit vom Herrn: Nr. 109, 112, 121, 124; daß der Mensch aus sich nichts Gutes tun und nichts Wahres denken könne: Nr. 874, 875, 876; daß dennoch jeder wie aus dem Eigenen das Gute tun solle und nicht die Hand in den Schoß legen: Nr.1712; daß, wenn der Mensch sich zwingt, dem Bösen zu widerstehen und das Gute zu tun, wie von ihm selbst, er vom Herrn ein himmlisches Eigene bekommt: Nr. 1937, 1947. 2947. "Vor den Augen der Söhne meines Volkes, ich gebe sie dir", 1. Mose 23/11, daß dieses bedeutet in betreff des Verständnisses aller, erhellt aus der Bedeutung der Augen, insofern es Verständnis ist, worüber Nr. 2701; und aus der Bedeutung der Söhne meines Volkes, insofern es alle sind. Die Söhne des Volkes sind diejenigen, die zuerst in Wahrheiten eingeführt sind; denn Volk sind die, welche in Wahrheiten: Nr. 1259, 1260; daher wird nicht gesagt, vor den Augen meines Volkes, sondern "vor den Augen der Söhne meines Volkes". 2948. "Begrabe deinen Toten", 1. Mose 23/11, daß dies bedeutet, daß sie aus der Nacht herauskommen und wieder erweckt werden, erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, das auferstehen oder was dasselbe ist, auferweckt werden; und aus der Bedeutung des Toten, das die Nacht ist in betreff des Guten und Wahren des Glaubens, worüber Nr. 2917, 2923, 2925, 2931, wo dieselben Worte. 2949. Vers 12,13: Und Abraham neigte sich vor dem Volk des Landes, und er redete zu Ephron vor den Ohren des Volkes des Landes, sprechend: doch wohl, wenn du gerne mich hörst, so will ich dir geben das Silber des Ackers, nimm es von mir, und ich will begraben meinen Toten daselbst. "Und Abraham neigte sich vor dem Volk des Landes" bedeutet die Freude des Herrn über das Wohlwollen derer, die aus der neuen geistigen Kirche; "und redete zu Ephron" bedeutet Einfluß bei denen, die aufnehmen können; "vor den Ohren des Volkes des Landes" bedeutet bis zum Gehorsam in betreff der Wahrheiten der Kirche; "doch wohl, wenn du gerne mich hörst" bedeutet einen inneren Einfluß; "so will ich dir geben das Silber des Ackers, nimm es von mir" bedeutet die Erlösung in betreff der Wahrheiten der Kirche, welche vom Herrn; "und ich will begraben meinen Toten" bedeutet, daß sie so aus der Nacht hervorgehen und lebendig gemacht würden. 2950. "Und Abraham neigte sich vor dem Volk des Landes", 1. Mose 23/12, daß dies bedeutet die Freude des Herrn über das Wohlwollen derer, die aus der neuen geistigen Kirche, erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, was hier ist sich freuen, wie auch Nr. 2927; aus der Vorbildung Abrahams, insofern es der Herr ist, worüber im Vorigen öfters; und aus der Bedeutung des Volkes des Landes, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche sind, worüber Nr. 2928, wo dieselben Worte; aber dort heißt es: "Er neigte sich vor dem Volk des Landes, den Söhnen Cheth: 1. Mose 23/7. Daß die Söhne Cheth dort auch erwähnt werden, kommt daher, weil die Angehörigen der Kirche daselbst bezeichnet werden, die zuerst eingeführt werden, wie auch durch Söhne des Volkes: Nr. 2947; hier aber diejenigen, die im Fortschritt sind, weshalb einfach Volk des Landes, ohne Hinzufügung der Söhne Cheth gesagt wird; und daselbst wird Freude bezeichnet über die gute Aufnahme, hier über (das Wohlwollen). Die Aufnahme ist das erste, weil Sache des Verstandes, das Wohlwollen folgt, weil Sache des Willens, man sehe Nr. 2954. 2951. "Und er redete zu Ephron", 1. Mose 23/13, daß dies den Einfluß bei denen bedeutet, die aufnehmen können, erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es denken ist: Nr. 2271, 2287; ferner auch wollen: Nr. 2626, somit einfließen, weil der Einfluß daraus geschieht; und aus der Vorbildung Ephrons, das diejenigen sind, bei denen das Wahre und das Gute des Glaubens aufgenommen werden kann, worüber Nr. 2933. 2952. "Vor den Ohren des Volkes des Landes", 1. Mose 23/13, daß dies bedeutet, bis zum Gehorsam in betreff der Wahrheiten der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Ohres, insofern es Gehorsam ist, worüber Nr. 2542, 2942, und aus der Bedeutung des Volkes des Landes, das diejenigen sind, die der geistigen Kirche angehören, ferner auch die Wahrheiten jener Kirche, worüber Nr. 1259, 1260, 2928. 2953. "Doch wohl, wenn du gerne mich hörst", 1. Mose 23/13, daß dies einen inneren Einfluß bedeutet, kann erhellen aus dem Zusammenhang der Rede; daß Abraham redete zu Ephron, Einfluß bedeutet habe, ist Nr. 2951 gesagt worden. Hier wird das Reden fortgesetzt und die Aufmerksamkeit wird angeregt, indem gesagt wird: "doch wohl, wenn du gerne mich hörst", wodurch ein innerer Einfluß bezeichnet wird. Der innere Sinn ist so beschaffen, daß nicht die Ausdrücke und Worte, sondern deren Sinn, wie er aus dem Zusammenhang sich ergibt, eine Vorstellung gewährt, und zwar für die Engel eine geistige, welcher der äußere oder buchstäbliche Sinn als Gegenstand (pro objecto) dient, aus dem jene (hervorgeht); denn die Denkvorstellungen der Menschen sind die Gegenstände der geistigen Gedanken bei den Engeln, und zwar hauptsächlich die Denkvorstellungen beim Menschen, die aus dem Worte hergenommen sind, und zwar deshalb, weil hier alle Dinge vorbilden, und alle und jede Worte bezeichnen, und es wird sogleich bemerkt, daß sie aus dem Worte sind, weil hier Geistiges und Himmlisches in der gehörigen und richtigsten Ordnung aufeinanderfolgt, und in jenen sowohl, als in diesen das Heilige aus dem innersten Sinne (hervorleuchtet), der allein vom Herrn und Seinem Reiche handelt. 2954. "Will ich dir geben das Silber des Ackers, nimm es von mir", 1. Mose 23/13, daß dies bedeutet die Erlösung in betreff der Wahrheiten der Kirche, welche vom Herrn, erhellt aus der Bedeutung von Silber geben, sofern es bedeutet: erlösen durch das Wahre, worüber Nr. 2937, denn Silber ist das Wahre: Nr. 1551; aus der Bedeutung des Ackers, insofern es die Kirche ist, ferner die Lehre des Wahren, worüber Nr. 368, 2936; und aus der Bedeutung "von mir nehmen", insofern es das Wechselseitige ist bei den Angehörigen der Kirche. Das Wechselseitige ist der Glaube, daß die Erlösung vom Herrn allein ist. Was die Erlösung anbelangt, so ist sie das gleiche, was Besserung und Wiedergeburt, und daher Befreiung von der Hölle und Seligmachung. Die Erlösung oder Umwandlung und Seligmachung der Menschen von der geistigen Kirche geschieht durch das Wahre, aber die der Menschen der himmlischen Kirche durch das Gute. Die Gründe sind im Vorigen hie und da gesagt worden, nämlich daß die Geistigen keinen Willen des Guten haben, sondern statt dessen begabt sind mit dem Vermögen zu verstehen, was gut. Das Verständnis des Guten ist es, das vorzüglich das Wahre genannt wird, und zwar das Wahre des Glaubens, aber es zu wollen und daher es zu tun, ist es, was das Gute genannt wird. So werden die Geistigen durch das Verständnis des Guten oder was dasselbe ist, durch das Wahre eingeführt in den Willen des Guten, oder was dasselbe ist, in das Gute, aber nicht in ein Wollen des Guten aus ihnen selbst, weil der Wille des Guten bei ihnen ganz verdorben ist: Nr. 895, 927, 2124; sondern in den neuen Willen, den sie vom Herrn empfangen: Nr. 863, 875, 1023, 1043, 1044; und wenn sie diesen Willen aufgenommen haben, dann werden sie besonders Erlöste genannt. 2955. Daß "und ich will begraben meinen Toten daselbst", 1. Mose 23/13, bedeutet, sie würden aus der Nacht hervorkommen und lebendig gemacht werden, erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, und des Toten, worüber Nr. 2917, 2923, 2925, 2931, 2948. Hier wird gesagt, sie würden lebendig gemacht, weil sie im Fortschreiten der Aufnahme des Glaubens sind; denn aus dem Glauben, nämlich aus dem Guten desselben, nehmen sie das Leben auf, anderswoher ist kein Leben. Daß ich will begraben meinen Toten, bedeutet das Hervorkommen aus geistiger Nacht, und die Wiederbelebung kommt auch daher, weil, wenn die vorige Kirche tot ist, an deren Statt eine neue vom Herrn erweckt worden ist, somit anstatt des Todes das Leben gegeben und anstatt der Nacht Morgen wird; auch daher, daß bei einem jeden, der umgewandelt und geistig wird, sein Erstorbenes gleichsam begraben wird und das Neue, das lebendig ist, aufersteht, somit anstatt der Nacht bei ihm, oder anstatt der Finsternis und der Kälte, der Morgen hervorbricht mit seinem Licht und mit seiner Wärme. Daher kommt es, daß bei den Engeln, die im Leben des Herrn sind, anstatt der Begriffe beim Menschen vom Begraben eines Toten, Vorstellungen der Auferstehung und des neuen Lebens sind. So verhält es sich auch, denn es ist immer irgendeine Kirche auf Erden, und wenn die alte erstirbt und es Nacht wird, dann bricht anderswo eine neue hervor, und es wird Morgen. 2956. Vers 14,15: Da antwortete Ephron dem Abraham, sprechend zu ihm: Mein Herr, höre mich, ein Land vierhundert Sekel Silber (wert), zwischen mir und zwischen dir, was ist das? und deinen Toten begrabe. "Da antwortete Ephron dem Abraham, sprechend zu ihm" bedeutet den Zustand der Aufnahme; "mein Herr, höre mich" bedeutet den ersten Zustand der Aufnahme; "ein Land vierhundert Sekel Silber (wert)" bedeutet den Preis der Erlösung durch das Wahre; "zwischen mir und zwischen dir, was ist das?" bedeutet, daß er einwilligte, aber dennoch es wollte von sich aus; "und deinen Toten begrabe" bedeutet hier wie vorhin das Hervorkommen aus der Nacht und die Wiederbelebung daher. 2957. "Da antwortete Ephron dem Abraham, sprechend zu ihm", 1. Mose 23/14, daß dies den Zustand der Aufnahme bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von antworten, wenn beigestimmt wird, insofern es ist aufnehmen, worüber Nr. 2941. Daß es der Zustand der Aufnahme ist, der hier bezeichnet wird durch antworten und sprechen, ist deutlich aus dem Folgenden. 2958. "Mein Herr, höre mich", 1. Mose 23/15, daß dies bedeutet den ersten Zustand der Aufnahme, erhellt auch aus dem, was folgen wird, ferner aus dem, was gesagt ist: Nr. 2945, wo dieselben Worte, aber daselbst die Verneinung, hier aber die noch zweifelnde Bejahung, denn es wird in dem bald Folgenden gesagt: "zwischen mir und zwischen dir, was ist das?", wodurch bezeichnet wird, daß er beistimmen würde, aber er wolle es noch von sich aus. Überdies ist: "mein Herr, höre mich", nur eine Redensart, um die Reflexion des anderen zu erregen, dennoch aber schließt sie den Zustand des Vorschlages in sich. 2959. "Ein Land vierhundert Sekel Silber wert", 1. Mose 23/15, daß dies bezeichnet den Preis der Erlösung durch das Wahre, erhellt aus der Bedeutung von vierhundert Sekel, worüber folgen wird; und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre ist, worüber Nr. 1551, 2048, 2937. Daß vierhundert Sekel den Preis der Erlösung bedeutet, kommt daher, daß 400 bedeutet Verwüstung, und Sekel Preis. Was Verwüstung, sehe man Nr. 2455 E, 2682, 2694, 2699, 2710, 2704; daß es nämlich eine zweifache gibt: eine, wenn die Kirche gänzlich untergeht, das ist, wenn keine Liebtätigkeit und kein Glaube mehr, dann wird gesagt, sie sei verwüstet oder wüste; die andere, wenn die Angehörigen der Kirche in den Zustand der Unwissenheit und auch der Versuchung versetzt werden, deswegen, damit das Böse und Falsche bei ihnen getrennt und gleichsam beseitigt werde. Diejenigen, die aus dieser Verwüstung hervorkommen, sind diejenigen, die besonders Erlöste genannt werden, denn dann werden sie unterrichtet im Guten und Wahren des Glaubens, auch umgewandelt und wiedergeboren vom Herrn, und von diesen ist in den angeführten Stellen die Rede. Weil nun vierhundert, wenn ausgesagt von der Zeit, z.B. vierhundert Jahre, die Dauer und den Zustand der Verwüstung bezeichnen, so bezeichnen vierhundert, wenn von Sekeln ausgesagt, den Preis der Erlösung, und wenn zugleich Silber genannt wird, bezeichnen sie den Preis der Erlösung durch das Wahre. Daß vierhundert Jahre die Dauer und den Zustand der Verwüstung bezeichnen, kann auch aus dem erhellen, was zu Abraham gesagt worden ist 1. Mose 15/13: "Jehovah sprach zu Abraham, wissen, ja wissen sollst du, daß fremd sein wird dein Same in dem Lande, (das) nicht ihnen, und sie werden ihnen dienen und man wird sie betrüben vierhundert Jahre": wo man sieht, daß durch vierhundert Jahre die Dauer (des Aufenthaltes) der Söhne Israels in Ägypten verstanden wird; aber daß es nicht ihre Dauer in Ägypten ist, die bezeichnet wird, sondern etwas, was keinem deutlich ist ohne den inneren Sinn, kann daraus erhellen, daß die Dauer (des Aufenthaltes) der Söhne Israels in Ägypten nicht mehr als die Hälfte jener Zeit gewesen ist, wie offenbar erhellen kann aus den Geburten von Jakob bis Mose; denn von Jakob stammt Levi, von Levi Kehath, von Kehath Amram, und von Amram Aharon und Moses: 2. Mose 6/16-20. Levi und dessen Sohn Kehath waren mit Jakob nach Ägypten gekommen: 1. Mose 46/11; aus der zweiten Generation von da an war Moses, und Moses war achtzig Jahre alt, da er zu Pharao redete: 2. Mose 7/7; daraus kann erhellen, daß von der Einwanderung Jakobs bis zum Auszuge seiner Söhne ungefähr 215 Jahre gewesen sind. Noch mehr kann erhellen, daß durch vierhundert im Worte anderes verstanden wird, als was durch die Zahl selbst im historischen Sinn, daraus, daß gesagt wird 2. Mose 12/40,41: "Daß die Wohnung der Söhne Israels, in der sie gewohnt haben, in Ägypten gewesen sei dreißig Jahre und vierhundert Jahre; und es geschah am Ende der dreißig Jahre und der vierhundert Jahre, und es geschah, an ebendemselben Tage sind ausgezogen alle Heere Jehovahs aus dem Lande Ägypten": da doch die Dauer des Aufenthaltes der Söhne Israels daselbst nur die Hälfte jener Jahre gewesen ist, aber von der Einwanderung Abrahams in Ägypten gewesen sind vierhundertdreißig Jahre; weshalb so gesagt wird wegen des inneren Sinnes, der in jenen Worten liegt. Im inneren Sinn wird durch die Fremdlingschaft der Söhne Jakobs in Ägypten die Verwüstung der Kirche vorgebildet und bezeichnet, deren Zustand und Dauer beschrieben wird durch die Zahl Dreißig und Vierhundert Jahre: durch dreißig der Zustand der Verwüstung der Söhne Jakobs, sofern sie keine gewesen ist, weil sie der Art waren, daß sie nicht durch irgendeinen Zustand der Verwüstung umgewandelt werden konnten. Über die Bedeutung der Zahl Dreißig sehe man Nr. 2276; und durch vierhundert Jahre der allgemeine Zustand der Verwüstung der Angehörigen der Kirche. Diejenigen, die aus dieser Verwüstung hervorgehen, sind es, die Erlöste genannt werden, was auch deutlich ist aus den Worten: "Deswegen saget den Söhnen Israels, Ich bin Jehovah, und Ich werde euch ausführen aus den Lasten Ägyptens, und Ich werde euch befreien aus ihrer Knechtschaft, und Ich werde erlösen euch mit ausgestrecktem Arm und mit großen Gerichten": 2. Mose 6/6 und 5. Mose 7/8; 13/6: "Ausgeführt hat euch Jehovah mit starker Hand, und Er hat dich erlöset aus dem Hause der Knechte, aus der Hand Pharaos, des Königs Ägyptens". 5. Mose 15/15; 24/18: "Du sollst daran gedenken, daß du Knecht gewesen bist im Lande Ägyptens, aber es hat dich erlöst Jehovah, dein Gott". 2.Sam.7/23: "Dein Volk, das Du Dir erlöst hast aus Ägypten". Weil diejenigen, die hervorkommen aus dem Zustande der Verwüstung, Erlöste genannt werden, daher wird durch vierhundert Sekel der Erlösungspreis (das Lösegeld) bezeichnet. Daß Sekel Wert oder Schätzung bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen im Worte: 3. Mose 27/25: "Alle deine Schätzung wird sein im Sekel der Heiligkeit". 3. Mose 5/15: "Wenn die Seele ihre Pflicht überschritten hat, und gefehlt im Irrtum am Heiligen Jehovahs, bringe sie herzu ihr Schuldopfer vor Jehovah, einen fehlerlosen Widder aus der Herde nach deiner Schätzung, im Silber von Sekeln, im Sekel der Heiligkeit"; woraus deutlich ist, daß durch Sekel Wert oder Schätzung bezeichnet wird. Sekel der Heiligkeit wird gesagt, weil Wert oder Schätzung das Wahre und das Gute vom Herrn betrifft. Das Wahre und das Gute vom Herrn ist das Heilige selbst in der Kirche, daher wird gesagt Sekel der Heiligkeit. Auch mehreres anderswo, wie 2. Mose 30/24; 3. Mose 27/3; 4. Mose 3/47,50; 7/13,19,25,31,37,43,49,55,61,67,73; 18/16. Daß Sekel der Preis des Heiligen ist, ist offenbar klar bei Hesekiel, wo gehandelt wird vom Heiligen Land und von der Heiligen Stadt, daselbst wird so vom Sekel gesprochen: Hes.45/12: "Ein Sekel daselbst zwanzig Gera, zwanzig Sekel, fünfundzwanzig Sekel, fünfzehn Sekel, Maneh (Pfund) wird bei euch sein": daß daselbst durch Sekel und durch Pfund und durch Zahlen Heiliges bezeichnet wird, das ist Gutes und Wahres, kann jeder sehen, denn das Heilige Land und die Heilige Stadt daselbst oder das neue Jerusalem, wovon daselbst gehandelt wird, ist nichts anderes als das Reich des Herrn, wo weder Sekel, noch Gera, noch Pfund, noch Zahl durch jene Dinge, sondern die Zahl selbst, aus der Bedeutung im inneren Sinn, bestimmt die Schätzung oder den Wert des Guten und Wahren: 2. Mose 30/12,13: "Daß ein Mann geben soll die Sühne seiner Seele, damit nicht die Plage sei, einen halben Sekel nach dem Sekel der Heiligkeit, zwanzig Gera ein Sekel, und daß ein halber Sekel ein Therumah (Hebopfer) Jehovahs sei": hier bedeuten zehn Gera, welche ein halber Sekel, die Überreste, welche vom Herrn; Überreste sind das bei dem Menschen verborgene Gute und Wahre; daß dieses durch zehn bezeichnet wird, sehe man Nr. 576, 1738, 1906, 2284. Daß Überreste das bei dem Menschen verborgene Gute und Wahre sind: Nr. 1906, 2284; weshalb sie auch Therumah oder Hebopfer Jehovahs genannt werden, und gesagt wird, daß durch sie Sühne der Seele sein wird. Der Grund, warum einigemal gesagt wird, daß ein Sekel zwanzig Gera sei, wie in der angeführten Stelle, ferner 3. Mose 27/25; 4. Mose 3/47; 18/16 und anderswo, ist der, weil ein Sekel zwanzig Gera die Schätzung der Überreste des Guten bezeichnet. Daß zwanzig das Gute der Überreste bedeutet, sehe man Nr. 2280; daher auch der Sekel ein Gewicht war, gemäß dem der Wert sowohl des Goldes als des Silbers bestimmt wurde: 1. Mose 24/22; 2. Mose 38/24; Hes.4/10; 45/12. Wert des Goldes, weil Gold das Gute bezeichnet: Nr. 113, 1551, 1552; und des Silbers, weil Silber das Wahre bezeichnet: Nr. 1551, 2048. Daraus ist nun deutlich, daß durch "ein Land vierhundert Sekel Silber (wert)", der Wert der Erlösung durch das Wahre bezeichnet wird; daher, daß gehandelt wird von der geistigen Kirche, die durch das Wahre vom Herrn umgewandelt und wiedergeboren wird: Nr. 2954, kommt es, daß Land gesagt wird. Daß durch Land die Kirche bezeichnet wird, sehe man Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E. 2960. Daß "zwischen mir und zwischen Dir, was ist das?", 1. Mose 23/15, bezeichnet, daß er einwilligte, aber dennoch wollte von sich aus, nämlich vorbereitet oder umgewandelt werden, kann aus dem auf den inneren Sinn angewandten Buchstabensinn erhellen, in dem von der Umwandlung gehandelt wird. Oben ist von Ephron gesagt: "den Acker gebe ich dir, und die Höhle, welche darin, ich gebe sie dir", 1. Mose 23/11, wodurch bezeichnet ist, daß sie sich vorbereiten wollten in betreff des der Kirche und dem Glauben Angehörigen, was ist: sich umzuwandeln. Daß der erste Zustand derer, die umgewandelt werden, solcher Art sei, sehe man Nr. 2946. Aber wenn sie weiter fortschreiten in den Erkenntnissen des Wahren oder des Glaubens, dann ist es ihr zweiter Zustand, daß sie zwar beistimmen, aber noch wollen von sich aus (erlöst werden), von welchem Zustand in diesem Vers gehandelt wird. Aber der dritte Zustand wird bald beschrieben, nämlich daß sie glauben, sie werden vom Herrn gebessert werden. Daß sie solcher Art im Anfang sind, davon ist oben Nr. 2946 die Ursache gesagt worden. Daß aber, wenn sie fortgeschritten sind an Erkenntnissen des Wahren oder des Glaubens, sie zwar anerkennen, daß sie vom Herrn gebessert werden, aber dennoch wollen von sich aus, ist deswegen, weil die Wolke der Unwissenheit (nur) nach und nach zerteilt wird, und die Begründungen des Wahren nach und nach stärker werden, und weil durch Einpflanzung der Erkenntnisse des Wahren das Gute vervollkommnet wird. Das Gute selbst, dem das Wahre eingepflanzt ist, macht, daß sie nicht nur anerkennen, sondern auch glauben, daß die Umwandlung vom Herrn sei. Dieser Zustand ist der dritte, dem der vierte Zustand folgt, nämlich daß sie innewerden, sie sei vom Herrn. Aber es sind wenige, die zu diesem Zustand kommen im Leben des Leibes, denn er ist engelartig. Aber diejenigen, die wiedergeboren sind, kommen im anderen Leben in jenen Zustand. Daraus ist klar, daß im inneren Sinn hier beschrieben wird der Mensch der geistigen Kirche, welcher Art sein Zustand ist, wenn er noch unreif ist, und welcher Art, wenn er anfängt zu reifen, und endlich, wenn er gereift ist. 2961. "Und deinen Toten begrabe", 1. Mose 23/15, daß dies bedeutet das Hervorkommen aus der Nacht und die Wiedererweckung daraus, erhellt aus der Bedeutung des Toten, insofern es die Nacht ist in bezug auf die Glaubenswahrheiten; und begraben werden, insofern es ist wieder erweckt werden, worüber öfters im Vorigen, man sehe Nr. 2917, 2923, 2925, 2931, 2948, 2955. Daß dies so oft in diesem Kapitel gesagt wird, ist deswegen weil von dem Hervorkommen aus der Nacht in bezug auf die Glaubenswahrheiten und Auferweckung, das ist von der Umwandlung und Wiedergeburt der geistigen Kirche gehandelt wird. 2962. Vers 16: Und Abraham hörte auf Ephron, und Abraham wog dem Ephron das Silber dar, das er geredet vor den Ohren der Söhne Cheth, vierhundert Sekel Silber, das bei dem Kaufmann gilt. "Und Abraham, hörte auf Ephron" bedeutet die Bestärkung zum Gehorsam; "und Abraham wog dem Ephron das Silber dar" bedeutet die Erlösung; "das er geredet vor den Ohren der Söhne Cheth" bedeutet gemäß der Fähigkeit derer, die Angehörige der neuen Kirche; "vierhundert Sekel Silber" bedeutet den Erlösungspreis (Lösegeld); "das bei dem Kaufmann gilt" bedeutet angewandt auf ihren Zustand. 2963. "Abraham hörte auf Ephron", 1. Mose 23/16, daß dies bedeutet die Befestigung im Gehorsam, nämlich von denen, bei welchen das Gute und das Wahre des Glaubens aufgenommen werden kann, erhellt aus der Bedeutung von hören, insofern es ist gehorchen, worüber Nr. 2542; und aus der Vorbildung Ephrons, das diejenigen sind, bei denen das Gute und das Wahre des Glaubens aufgenommen werden kann, worüber Nr. 2933; daß bei ihnen und von ihnen Bestärkung (stattfindet), ist deutlich aus den Worten, weil gesagt wird, daß Abraham auf ihn hörte. 2964. "Und Abraham wog dem Ephron das Silber dar", 1. Mose 23/16, daß dies bedeutet die Erlösung, erhellt aus der Bedeutung von Silber darwägen, insofern es ist kaufen und im geistigen Sinn erlösen; Silber ist hier dasselbe als vierhundert Sekel, von denen es Nr. 2959 gezeigt worden ist, daß sie den Erlösungspreis bedeuten. 2965. "Das er geredet vor den Ohren der Söhne Cheth", 1. Mose 23/16, daß dies bedeutet gemäß der Fähigkeit derer, die Angehörige der neuen Kirche, erhellt aus der Bedeutung von: vor den Ohren reden und der Söhne Cheth. Reden im inneren Sinn bedeutet sowohl innewerden als wollen; daß innewerden, sehe man Nr. 2619, daß wollen Nr. 2626. Ohren aber bedeuten Gehorsam: Nr. 2542. Daher kommt es, daß reden vor den Ohren, bedeutet, gemäß der Fähigkeit; Fähigkeit nämlich ist Sache der Aufnahme, somit des Gehorsams, je nachdem einer aufnimmt und will. Ferner aus der Bedeutung der Söhne Cheth, das die Angehörigen der neuen geistigen Kirche sind, worüber Nr. 2913. Daß der Mensch der Kirche umgewandelt wird, das ist, ihm das Wahre, das Sache des Glaubens ist, eingepflanzt wird, und dieses verbunden wird mit dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist, wird unten in diesem Verse Nr. 2967 gesagt werden. 2966. "Vierhundert Sekel Silber", 1. Mose 23/16, daß dies den Erlösungspreis bedeutet, ist Nr. 2959 gezeigt worden; aber was der Erlösungspreis soll gesagt werden. Die Erlösung ist allein des Herrn, somit auch der Erlösungspreis; und das wird auch ausgesagt von der Aufnahme beim Menschen, bei dem der Erlösungspreis so groß ist als das Maß, das er aufnehmen kann. Der Erlösungspreis ist das Verdienst und die Gerechtigkeit des Herrn durch die schwersten Versuchungen, durch die Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen (Wesen) und das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigte, und zwar aus eigener Macht, und durch diese Vereinigung machte Er das menschliche Geschlecht selig, und vorzüglich die Angehörigen der geistigen Kirche. Daß der Herr die Gerechtigkeit geworden ist durch die schwersten Versuchungen, sehe man Nr. 1813, 2025, 2026, 2027; daß Er vereinigt habe das menschliche Wesen mit dem göttlichen (Wesen) und das Göttliche mit dem Menschlichen: Nr. 1725, 1729, 1733, 1737, 1813, 2083; daß aus eigener Macht: Nr. 1616, 1921, 2025, 2026, 2083, 2500, 2523, 2632; und daß Er durch diese Vereinigung das menschliche Geschlecht selig machte, und vorzüglich die Angehörigen der geistigen Kirche: Nr. 2661, 2716. Das ist es, was bezeichnet wird durch Erlösungspreis. Daß auch dasselbe ausgesagt wird von der Aufnahme beim Menschen, bei dem der Erlösungspreis so groß ist als das Maß, das er aufnehmen kann, kann daraus erhellen, daß es das Göttliche des Herrn ist, was beim Menschen die Kirche ausmacht, denn nichts gilt für eine Kirche, als was Eigentum des Herrn ist. Das Gute, das der Liebe und der Liebtätigkeit, und das Wahre, das dem Glauben angehört, ist es, welches dasjenige macht, was die Kirche heißt. Daß alles Gute vom Herrn, und daß alles Wahre vom Herrn, ist bekannt. Das Gute und Wahre, das vom Menschen, ist nicht gut und wahr; daraus ist es klar, daß der Erlösungspreis beim Menschen so groß ist als das Maß, das er aufnimmt. Weil bei den Juden die Erlösung des Herrn so gering geschätzt wurde, als ob sie kaum etwas wäre, darum wird bei Sach.11/12,13 gesagt: "Ich habe gesagt zu ihnen, wenn es gut ist in euren Augen, gebet mir meinen Lohn, und wenn nicht, unterlasset es, und sie wogen dar meinen Lohn, dreißig Silberstücke; und Jehovah sprach zu mir: wirf ihn hin zum Töpfer, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geschätzt worden". Bei Matth.27/9,10: "Sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, den sie gekauft hatten von den Söhnen Israels, und gaben sie für den Töpfacker, wie mir der Herr befohlen". Daß 30 wenig ist, oder kaum etwas, sehe man Nr. 2276; somit daß die Juden als Nichts geschätzt haben das Verdienst und die Erlösung des Herrn, aber bei denen, die glauben, alles Gute und alles Wahre sei vom Herrn, wird der Erlösungspreis durch 40 bezeichnet, und im höchsten Grade durch 400. 2967. "Das bei dem Kaufmann gilt", 1. Mose 23/16, daß dies bedeutet, angemessen ihrem Zustande, kann erhellen aus der Bedeutung des Kaufmannes, und daher dessen, was bei dem Kaufmann gilt. Kaufmann im Worte bezeichnet diejenigen, die Erkenntnisse des Guten und des Wahren haben, und Kaufmannswaren diese Erkenntnisse selber. Daher bedeutet Silber, das bei dem Kaufmann gilt, so viel Wahres als aufgenommen werden kann, oder was dasselbe ist, dem Zustand und dem Vermögen eines jeden angemessen. Daß dieser Beisatz etwas Geheimnisvolles in sich schließt, kann jeder sehen. Von der Bedeutung des Kaufmanns und der Kaufmannswaren wird folgen. Was aber die Sache selbst anbetrifft, so verhält es sich in folgender Weise: Allen, die gebessert und wiedergeboren werden, wird Liebtätigkeit und Glaube vom Herrn gegeben, aber jedem nach seinem Vermögen und seinem Zustand. Denn das Böse und das Falsche, mit dem der Mensch von früher Kindheit an sich angefüllt, hindert, daß nicht der eine eine gleiche Gabe empfangen kann wie der andere. Jenes Böse und Falsche muß zuvor abgeödet werden, bevor der Mensch wiedergeboren werden kann. So viel himmlisches und geistiges Leben nach der Abödung übrigbleibt, in dem Maße kann es erleuchtet werden mit Wahrem, und bereichert werden mit Gutem. Es sind die Überreste; d.h. das vom Herrn beim Menschen aufbehaltene Gute und Wahre, die dann das Leben empfangen. Gutes und Wahres wird von früher Kindheit an bis zur Zeit der Umwandlung erworben; bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Dieses wird im Inneren eines jeden Menschen aufbewahrt, und kann nicht hervorgebracht werden, bevor der äußere Mensch zur Entsprechung gebracht worden ist, das hauptsächlich durch Versuchungen und durch mehrere Arten von Abödung geschieht. Denn ehe das Körperliche, das jenem entgegen ist, nämlich die Liebe zu sich und zur Welt zur Ruhe gebracht worden, kann das Himmlische und Geistige, das der Neigung zum Guten und Wahren angehört, nicht einfließen. Dies ist die Ursache, daß jeder gebessert wird gemäß seinem Zustand und Vermögen, was auch der Herr lehrt im Gleichnisse von "dem Menschen, der über Land zog, seine Knechte rief, und ihnen seine Güter übergab, und dem einen fünf Talente gab, dem anderen aber zwei, und dem dritten eines; jedem nach seiner Kraft. Der fünf Talente empfangen hatte, ging hin und handelte damit, und erwarb andere fünf Talente, ebenso auch der, welcher zwei, auch er gewann andere zwei": Matth.25/14-17 und weiter. Ferner auch von "den zehn Knechten, denen zehn Pfund gegeben wurde, um damit zu handeln": Luk.19/12,13 und weiter. Daß Kaufmann diejenigen bedeutet, die Erkenntnisse des Guten und Wahren haben, und Kaufmannswaren jene Erkenntnisse selbst, erhellt aus den bei Matthäus und Lukas angeführten Stellen; dann auch aus diesem bei Hes.27/3,12,13,15-23: "Sprich zu Tyrus: die du wohnst über den Eingängen des Meeres, Handel treibst mit den Völkern auf vielen Inseln. Tharschisch die Handeltreibende mit dir aus der Menge aller Güter; in Silber, in Eisen, in Zinn und Blei gaben sie deine Handelsgeschäfte. Javan, Thubal und Meschech, diese deine Handelsherrn, an Menschenseelen und ehernen Geschirren haben sie deinen Handelspreis. Die Söhne Dedans deine Handelsherrn; viele Inseln das Geschäft deiner Hand. Syrien handelte mit dir wegen der Menge deines Vermögens. Jehudah und das Land Israel, diese deine Händler in Weizen, Minnith und Pannag, und Honig, und Öl, und Balsam haben sie gegeben (für) deinen Handel. Damaskus, deine Händlerin, in der Menge deiner Werke, aus der Menge aller Güter mit Wein von Chesbon, und Wolle von Zachar. Und Dan und Javan haben Gesponnenes in deinen Kaufhandel gegeben Dedan, deine Händlerin in Kleidern der Freiheit zum Wagen (in vestibus libertatis ad currum). Arabien und alle Fürsten Kedar, diese Kaufleute deiner Hand, um Lämmer, Widder und Böcke handelten sie mit dir. Die Handelsherrn von Scheba und Raama handelten mit dir um das Vorzüglichste jedes Gewürzes. Charan und Channeh, und Eden, Handelsherrn Schebas; Aschur, Kilmad handelten mit dir. Diese handelten mit dir mit dem Köstlichsten": dieses von Tyrus. Daß durch sie Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, sehe man Nr. 1201, und ist deutlich aus dem einzelnen. Die Handelswaren und Kaufwaren, ferner die Waren, die daselbst erwähnt sind, sind nichts anderes. Daher wird Tyrus die Wohnende über den Eingängen des Meeres genannt. Daß Wasser Erkenntnisse sind, und Meer die Sammlung derselben: Nr. 28; und wird Handeltreibende genannt mit den Völkern auf vielen Inseln, daß ist bis zu denen, die entfernter im Gottesdienst sind. Daß Inseln entferntere Gottesdienste bedeuten: Nr. 1158; was Tharschisch: Nr. 1156; Silber, Eisen, Zinn und Blei, die daher kommen, sind die Wahrheiten in ihrer Ordnung bis zu den letzten, welche die sinnlichen sind. Was Silber Nr. 1551, 2048; was Eisen: 425, 426; was Javan, Thubal und Meschech: Nr. 1151, 1152, 1153, 1155. Menschenseelen und eherne Geschirre, welche daher, sind das, was dem natürlichen Leben angehört. Daß Seele ist das ganze Leben, welches vom Herrn: Nr. 1000, 1040, 1436, 1742; daß eherne Geschirre das natürlich Gute sind, welches jenes Leben aufnimmt: Nr. 425, 1551; was Dedan Nr. 1172; was Syrien Nr. 1232, 1234; daß Jehudah und das Land Israels handelten mit Weizen, Minnith und Pannag, Honig, Öl, Saft des Balsambaumes, bedeutet Himmlisches und Geistiges aus dem Worte; die übrigen Völker und ihre Kaufmannswaren, deren erwähnt wird, sind Gattungen und Arten des Wahren und des Guten, somit Erkenntnisse, die bei ihnen, die bezeichnet werden durch Tyrus. Daß (es) Erkenntnisse sind, aus denen Weisheit und Einsicht (kommt), erhellt offenbar bei Hes.28/2,4-7, wo (es) so (heißt): "Menschensohn, sprich zum Fürsten von Tyrus: in deiner Weisheit, und in deiner Einsicht hast du dir Vermögen gemacht und hast dir Gold und Silber zu deinen Schätzen gemacht. In der Menge deiner Weisheit, in deiner Hantierung hast du vermehrt dein Vermögen und erhoben dein Herz in deinem Reichtum; siehe, deswegen werde Ich über dich Fremde führen, Gewalttätige der Völker": wo offenbar klar ist, daß Waren, mit denen gehandelt wurde, Erkenntnisse des Guten und Wahren sind, denn daher, und nicht anderswoher kommt Weisheit und Einsicht. Weshalb gesagt wird: "in deiner Weisheit und in deiner Einsicht hast du dir Vermögen gemacht, und hast dir Gold und Silber zu deinen Schätzen gemacht". Aber wenn die Erkenntnisse um der Selbstsucht willen da sind, um sich damit auszuzeichnen und entweder einen großen Namen oder Vermögen zu erlangen, dann haben sie kein Leben, und man wird ihrer ganz beraubt dadurch, daß man im Leben des Leibes Falsches für Wahres und Böses für Gutes ergreift, und im anderen Leben wird man dessen, was wahr ist, vollends beraubt. Daher kommt es, daß gesagt wird, weil dein Herz sich erhoben hat in deinem Reichtum, siehe deswegen werde Ich führen Fremde über dich, das ist Falsches, und Gewalttätige der Völker, das ist Böses; und bei ebendemselben Hes.27/32-36: "Tyrus ist wie (sicut) vertilgt aus der Mitte des Meeres; da deine Handelschaften ausgingen aus den Meeren, hast du viele Völker ernährt, in der Menge deiner Werke, und durch deine Kaufmannswaren hast du bereichert die Könige der Erde; jetzt bist zu zerbrochen aus den Meeren, in den Tiefen der Gewässer; dein Kaufmannsgut und deine ganze Versammlung, in deiner Mitte sind sie gesunken: die Kaufleute unter den Völkern knirschen über dich". Jes.23/2,3,8: "Weissagung von Tyrus; es schweigen die Bewohner der Insel, die das Meer durchziehenden Kaufleute zu Zidon erfüllten dich; und in den Gewässern Schichors, die Ernte des Flusses, sein Gewächs (erfüllte dich) und du warst der Markt der Völkerschaften; wer hat dies beratschlagt über Tyrus, die sich selbst krönt, deren Kaufleute Fürsten sind": wo von der Verwüstung von Tyrus gehandelt wird. Handelsgeschäfte und Waren werden gleicherweise von Babylon ausgesagt, das die entweihten Erkenntnisse des Guten sind, und die verfälschten Erkenntnisse des Wahren; bei Joh.Offenb.18/3,11,15: "Babylon hat aus dem Zornwein ihrer Hurerei getränkt alle Völkerschaften, und die Könige der Erde haben mit ihr gehurt; und die Kaufleute der Erde sind von den Gütern ihrer Vergnügungen reich geworden; die Kaufleute der Erde werden weinen und trauern über sie, weil ihre Waren niemand mehr kauft; Waren von Gold und Silber und kostbarem Stein, und Perlen, und Byssus, und Purpur, und Seide, und Scharlach usw. Die mit dergleichen gehandelt und reich geworden sind von ihr, werden von ferne stehen aus Frucht vor ihrer Qual, weinend und trauernd": daß Babylon der Gottesdienst ist, dessen Äußeres heilig erscheint, dessen Inneres aber entweiht ist, sehe man Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1326. Daraus ist klar, was seine Handelsgeschäfte und Waren (sind). Daß es der Kaufmann ist, der sich Erkenntnisse des Guten und Wahren erwirbt, und daher Einsicht und Weisheit, erhellt aus den Worten des Herrn bei Matth.13/45,46: "Das Reich der Himmel ist einem Kaufmann gleich, der schöne Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle gefunden, hinging und alles was er hatte, verkaufte, und selbige kaufte": die schöne Perle ist die Liebe (charitas) oder das Gute des Glaubens. Daß alle Erkenntnisse des Guten und des Wahren vom Herrn sind, bei Jes.45/14: "So hat Jehovah gesprochen: Die Arbeit Ägyptens, und der Handel des Kusch und der Sabäer, der Männer von großem Wuchse, werden auf dich übergehen und werden dein sein; sie werden hinter dir hergehen, in Banden einhergehen, und vor dir sich beugen, zu dir flehen; nur bloß in dir ist Gott, und kein Gott außerdem": wo vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. Hieraus kann nun erhellen, was handeln ist, oder kaufen und verkaufen, nämlich Erkenntnisse des Guten und des Wahren erwerben, und durch sie das Gute selbst. Daß dies vom Herrn allein, bei ebendemselben: Jes.55/1,2: "Wohlan, ihr Dürstende alle, gehet zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet, kaufet und esset, ja gehet, kaufet ohne Silber, und unentgeltlich Wein und Milch": wo kaufen (steht) für erwerben, Wein für das geistig Wahre: Nr. 1071, 1798; Milch für das geistig Gute: Nr. 2184. Jeder kann sehen, daß "gehen zu den Wassern" nicht ist zu Wassern gehen, daß "kaufen" nicht kaufen ist, daß "Silber" nicht Silber ist, und daß "Wein und Milch" nicht Wein und Milch ist, sondern daß es solches ist, was Entsprechung im inneren Sinn genannt wird; denn das Wort ist göttlich, dessen einzelne Ausdrücke, die aus der natürlichen Welt und aus dem Sinnlichen des Menschen sind, geistig und himmlisch göttlichen Dingen entsprechen, so und nicht anders ist das Wort von Gott eingegeben. 2968. Vers 17,18: Und es stand der Acker Ephrons, der in Machpelah, die vor Mamre, der Acker und die Höhle, welche darin, und jeder Baum, der im Acker, der in all seiner Grenze rings herum, dem Abraham zum Eigentum vor den Augen der Söhne Cheth, allen die eingehen durchs Tor seiner Stadt. "Und es stand der Acker Ephrons" bedeutet, daß jenes (Angehör) der Kirche; "der in Machpelah, die vor Mamre" bedeutet die Art und das Maß der Wiedergeburt; "der Acker und die Höhle, welche darin" bedeutet in betreff des Guten und Wahren des Glaubens; "und jeder Baum, der im Acker" bedeutet die inneren Erkenntnisse der Kirche; "der in all seiner Grenze rings herum" bedeutet die äußeren Erkenntnisse; "dem Abraham zum Eigentum" bedeutet dem Herrn allein zugehörig; "vor den Augen der Söhne Cheth" bedeutet gemäß ihrem Verständnisse; "allen, die eingehen durchs Tor seiner Stadt" bedeutet in betreff des Ganzen der Glaubenslehre. 2969. Daß "und es stand der Acker Ephrons", 1. Mose 23/17, bedeutet, daß jenes (Angehör) der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Kirche ist, ferner die Lehre, worüber Nr. 368, 2936; und aus der Vorbildung Ephrons, das diejenigen sind, bei denen das Gute und Wahre des Glaubens, das Angehör der Kirche ist, aufgenommen werden kann, worüber Nr. 2933; daher "es stand der Acker Ephrons" bedeutet: jenes der Kirche. 2970. "Der in Machpelah, die vor Mamre", 1. Mose 23/17, daß dies die Beschaffenheit und das Maß der Wiedergeburt bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Machpelah, das die Wiedergeburt durch das Wahre des Glaubens ist; und aus der Bezeichnung Mamre, die dessen Beschaffenheit und Maß ist. Unter Machpelah, wenn ihm Höhle beigefügt wird, oder gesagt wird die Höhle Machpelah, wird der Glaube, der im Dunkeln ist, bezeichnet: Nr. 2935; aber unter Machpelah, wenn es ohne Höhle genannt wird, und folgt, daß daselbst der Acker und die Höhle, wird die Wiedergeburt verstanden, denn unter Acker und Höhle wird das Gute und Wahre des Glaubens verstanden, durch das die Wiedergeburt geschieht; und außerdem war Machpelah die Gegend, in der auch das Grab war, durch das Wiedergeburt bezeichnet wird: Nr. 2916. Mamre aber, weil es gleich Chebron (wie gesagt werden wird im folgenden 19. Vers), und in Chebron, wie 1. Mose 13/18, bedeutet nichts anderes als die Art und das Maß, hier der Wiedergeburt, wenn es beigefügt wird zu Machpelah; und der Kirche, wenn es beigefügt wird zu Chebron; und auch das Innewerden, wenn es beigefügt wird zu den Eichenwäldern, wie Nr. 1616; somit ist Mamre nur die Bestimmung des Zustandes der Sache, denn es war der Ort, wo Abraham wohnte: 1. Mose 13/18; und wo Jischak und wohin Jakob kam: 1. Mose 35/27. 2971. "Der Acker und die Höhle, welche darin", 1. Mose 23/17, daß dies bedeutet in betreff des Guten und Wahren des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung des Ackers, der die Kirche ist; ferner das Gute selbst, das Angehör der Kirche ist. Das Himmlische oder das Gute, das Angehör der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, wird mit dem Boden, ferner auch mit dem Acker verglichen, und heißt auch Boden und Acker, weil es das Himmlische oder das Gute ist, das die Wahrheiten des Glaubens aufnimmt, die mit Samen verglichen, auch Samen genannt werden; und aus der Bedeutung der Höhle, die das Wahre des Glaubens ist, das im Dunkeln, worüber Nr. 2935. Im Dunkeln wird gesagt, weil bei den Geistigen: Nr. 1043, 2708 Anf., 2715. 2972. "Und jeder Baum, der im Acker", 1. Mose 23/17, daß dies bedeutet die inneren Erkenntnisse der Kirche, erhellt aus der Bedeutung des Baumes, insofern es innere Wahrnehmungen (perceptiones) sind, wenn gehandelt wird von der himmlischen Kirche, worüber Nr. 103, 2163; aber Erkenntnisse, wenn gehandelt wird von der geistigen Kirche, worüber Nr. 2722; hier innere Erkenntnisse, weil gesagt wird jeder Baum, der im Acker, und folgt, der in all seiner Grenze ringsherum, wodurch äußere Erkenntnisse bezeichnet werden; und aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Kirche ist, worüber oben. Des Baumes, der im Acker, und in allen seinen Grenzen ringsherum, geschieht Erwähnung wegen jenes inneren Sinnes, sonst wäre es nicht würdig im Worte erwähnt zu werden, das göttlich (ist). 2973. "Der in all seiner Grenze rings herum", 1. Mose 23/17, daß dies äußere Erkenntnisse bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Grenzen, und ringsherum, insofern es dasjenige ist, was sich äußerlich befindet, worüber Nr. 2936; somit bedeutet hier der Baum, der in all seiner Grenze ringsherum, die äußeren Erkenntnisse. Die äußeren Erkenntnisse sind die der Gebräuche und der Glaubenslehren, die Äußeres der Kirche sind. Die inwendigeren Erkenntnisse aber sind Angehör der Glaubenslehren, die auf das Innere der Kirche sich beziehen. Was Äußeres der Kirche sei und was Inwendiges, ist früher einige Male gesagt worden. Außerdem wird im Worte hie und da Mitte und Umkreis gesagt, so z.B. wenn vom Lande Kanaan gehandelt wird, dann ward Mitte genannt, wo Zion und Jerusalem, Umkreis aber, wo die Völkerschaften, die ringsherum; durch das Land Kanaan wurde das Reich des Herrn vorgebildet, das Himmlische desselben durch Zion und das Geistige durch Jerusalem, weil dort die Wohnung Jehovahs oder des Herrn. Das, was ringsherum war bis zu den Grenzen, bildete Himmlisches und Geistiges vor, das von daher der Ordnung gemäß kommt und abstammt. Wo die äußersten Grenzen (waren), daselbst hörten die Vorbildungen himmlischer und geistiger Dinge auf. Jene Vorbilder hatten ihren Entstehungsgrund in Dingen, die im Reiche des Herrn in den Himmeln sind, dort ist der Herr als Sonne in der Mitte, und von da geht alle himmlische Flamme und alles geistige Licht aus. Die am nächsten sind, befinden sich im höchsten (Lichte), die entfernteren aber sind in geringerem Lichte, die aber am allerentferntesten, im geringsten Lichte, und daselbst sind die Grenzen, und beginnt die Hölle, die außerhalb des Himmels ist. Mit der himmlischen Flamme und dem geistigen Lichte verhält es sich so, daß das Himmlische, das Angehör der Unschuld und der Liebe, und das Geistige, das Angehör der Liebtätigkeit und des Glaubens ist, in gleichem Verhältnis mit der Wärme und mit dem Lichte, das an ihnen ist, denn von daher (kommt) alle Wärme und (alles) Licht in den Himmeln; daher ist es nun, daß die Mitte das Inwendigste bedeutet, und der Umkreis das Äußerste, und daß die Dinge, die in der Ordnung vom Inwendigsten bis zum Äußersten hervorgehen, in einem solchen Grade Unschuld der Liebe und der Liebtätigkeit sind, als sie entfernt sind. Ähnlich verhält es sich in jeder himmlischen Gesellschaft; diejenigen, die dort in der Mitte sich befinden, sind die Besten derselben Gattung, und die Liebe und Liebtätigkeit derselben Gattung nimmt bei ihnen ab je nach der Entfernung, d.h. bei denen, die von da weiter weg sind, im Verhältnis. Dies verhält sich ebenso beim Menschen: sein Inwendigstes ist, wo der Herr ist, und von da aus regiert Er das, was in seinen Umkreisen sich befindet; wann der Mensch duldet, daß der Herr die Umkreise zur Entsprechung mit dem Inwendigsten bringt, dann ist er in einem Zustand, in dem er in den Himmel aufgenommen werden kann, und dann macht das Inwendigste mit dem Inneren und Äußeren eins aus. Aber wenn der Mensch nicht duldet, daß der Herr die Umkreise zur Entsprechung bringt, dann entfernt sich der Mensch in dem Maße vom Himmel, als er jenes nicht duldet. Daß die Seele des Menschen in der Mitte oder in seinem Inwendigsten ist, und daß der Körper im Umkreise oder im Äußersten, ist bekannt, denn es ist der Körper, der die Seele oder den Geist umschließt oder umkleidet. Bei denen, die in himmlischer und geistiger Liebe sind, fließt das Gute vom Herrn durch die Seele in den Körper, daher wird der Körper licht; aber bei denen, die in körperlicher und weltlicher Liebe sind, kann das Gute vom Herrn nicht durch die Seele in den Körper fließen, sondern ihr Inneres ist im Finstern, daher auch ihr Körper finster wird, gemäß dem, was der Herr bei Matth.6/22,23 lehrt: "Die Leuchte des Leibes ist das Auge; wenn das Auge lauter (sincerus) ist, so ist der ganze Leib licht (lucidum); wenn das Auge böse, so ist der ganze Leib verfinstert; wenn nun das Licht Finsternis ist, wie groß (ist denn) die Finsternis": durch Auge wird bezeichnet das Verständige, das der Seele angehört: Nr. 2701. Bei denjenigen aber verhält es sich noch schlimmer, deren Inneres Finsternis ist, und deren Äußeres wie lichthell erscheint; derart sind diejenigen, die äußerlich sich in Engel des Lichts verstellen, aber im Inneren Teufel sind; diese werden Babel genannt. Wenn bei ihnen dasjenige zerstört wird, was ringsherum ist, dann stürzen sie sich schleunigst in die Hölle; dieses wurde vorgebildet durch die Stadt Jericho, nachdem die Priester sie siebenmal mit der Bundeslade umgangen hatten, und geblasen mit Trompeten, fielen die Mauern derselben, und die Stadt wurde verbannt: Jos.6/1-17; und dasselbe wird verstanden bei Jerem.50/14,15: "Stellet euch gegen Babel ringsherum alle, die ihr den Bogen spannet; erhebet über sie ringsherum ein Feldgeschrei; sie hat ihre Hand gegeben, ihre Grundvesten sind gefallen, zerstört sind ihre Mauern". Daraus ist nun deutlich, was ringsherum ist. Außerdem wird im Worte manchmal Umkreis genannt, wie Jerem.21/14; 32/44; 46/14; 49/5; Hes.36/3,4,7; Amos 3/11 und anderswo; und durch Umkreis wird das bezeichnet, was dem Äußeren angehört; worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo mehreres. 2974. Daß, "dem Abraham zum Eigentum", 1. Mose 23/18, bedeutet, dem Herrn allein zugehörig, nämlich alle Beschaffenheit und alles Maß der Wiedergeburt, in betreff des Guten und Wahren des Glaubens, und so in betreff aller inneren und äußeren Erkenntnisse, erhellt aus der Vorbildung Abrahams, insofern er der Herr ist, worüber öfters im Vorigen; und aus der Bedeutung des Eigentums, sofern es bezeichnet Sein, somit Ihm allein zugehörig (accepta). Ein Hauptsatz des Glaubens ist, daß alles Gute und alles Wahre des Herrn ist, somit vom Herrn allein; je inwendiger einer dies anerkennt, desto inwendiger ist er im Himmel, denn im Himmel wird man inne, daß es sich so verhält, daselbst ist die Sphäre des Innewerdens, daß es so ist, weil sie (die Himmlischen) im Guten sind, das vom Herrn allein, und das ist es, was heißt: im Herrn sein. Die Grade jenes Innewerdens laufen von der Mitte bis zu den Umkreisen, wie Nr. 2973 gesagt worden ist. 2975. "Vor den Augen der Söhne Cheth", 1. Mose 23/18, daß dies bedeutet gemäß ihrem Verständnis, nämlich derer von der neuen geistigen Kirche, erhellt aus der Bedeutung der Augen, insofern sie das Verständnis bezeichnen, worüber Nr. 212, 2701; und aus der Bedeutung der Söhne Cheth, welche die Angehörigen der neuen geistigen Kirche sind, worüber Nr. 2913, 2928. Oben 1. Mose 23/16 ist gesagt worden, daß Abraham redete vor den Ohren der Söhne Cheth, welches bedeutet gemäß ihrer Fähigkeit: Nr.2965, 2967; hier wird aber gesagt vor den Augen der Söhne Cheth, und wird bezeichnet, gemäß ihrem Verständnis. Das erstere schließt eine Anwendung auf ihren Willen, dieses aber auf ihren Verstand ein; denn der Mensch wird in betreff beider Teile umgebildet. Denn wenn nicht Wille und Verständnis übereinstimmen, soweit daß sie eins ausmachen, ist der Mensch nicht wiedergeboren, das ist: wenn nicht das Gute und Wahre, oder was dasselbe ist, die Liebtätigkeit und der Glaube eins sind, denn die Liebtätigkeit ist Sache des Willens, der Glaube aber Sache des Verständnisses; daher kommt es, daß im vorigen gesagt worden, vor den Ohren der Söhne Cheth, hier aber vor den Augen der Söhne Cheth. 2976. "Allen, die eingehen durchs Tor seiner Stadt", 1. Mose 23/18, daß dies bedeutet, in betreff aller Lehren, erhellt aus dem, was Nr. 2943 gesagt worden ist, wo dieselben Worte. 2977. Vers 19: Und danach begrub Abraham Sarah, sein Weib, in der Höhle des Ackers Machpelah über den Angesichtern Mamre, das ist Chebron im Lande Kanaan. "Und danach" bedeutet, daß es so (geschah); "begrub Abraham Sarah, sein Weib" bedeutet, daß sie das Wahre aufnahmen in Verbindung mit dem Guten vom Herrn; "in der Höhle des Ackers Machpelah über den Angesichtern Mamre" bedeutet, daß sie so wiedergeboren wurden, soweit sie konnten; "das ist Chebron" bedeutet, daß dies eine neue Kirche; "im Lande Kanaan" bedeutet, die eine im Reiche des Herrn. 2978. Daß "und danach", 1. Mose 23/19, bedeutet, daß es so geschah, erhellt aus der Reihenfolge, denn hier ist der Schluß, daß sie nämlich wiedergeboren und somit eine neue geistige Kirche hergestellt wurde. 2979. Daß "begrub Abraham Sarah, sein Weib", 1. Mose 23/19, bedeutet, daß sie das Wahre in Verbindung mit dem Guten vom Herrn aufnahmen, erhellt aus der Bedeutung von begraben, welches ist wiedergeboren werden, worüber Nr. 2916, 2917. Daß der Mensch wiedergeboren ist, wenn er das Wahre in Verbindung mit dem Guten vom Herrn aufgenommen hat, wird gleich unten gesagt werden. Aus der Vorbildung Abrahams, insofern er der Herr ist, worüber öfters im vorigen; und aus der Vorbildung Sarahs, als seiner Ehefrau, sofern sie das mit dem Guten verbundene Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2507, 2063, 2065. Mit der Wiedergeburt des geistigen Menschen verhält es sich so: zuerst wird er unterwiesen in den Wahrheiten, die dem Glauben angehören, und dann wird er vom Herrn in der Neigung zum Wahren gehalten. Das Gute des Glaubens, das Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, wird ihm zugleich eingeflößt, aber so, daß er es kaum weiß, denn es ist verborgen in der Neigung zum Wahren, und das zu dem Zweck, damit das Wahre, das Sache des Glaubens ist, verbunden werde mit dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist. Mit dem Fortschritt der Zeit wächst die Neigung zum Wahren, das dem Glauben angehört, und das Wahre wird gesucht wegen des Zweckes, nämlich wegen des Guten, oder was dasselbe ist, des Lebens wegen und zwar mehr und mehr. So wird das Wahre dem Guten eingepflanzt; und wenn dieses geschieht, eignet sich der Mensch das Gute des Lebens an gemäß dem Wahren, das eingeflößt worden ist; und so handelt er oder glaubt er zu handeln aus dem Guten. Vor dieser Zeit war ihm das Wahre, das Sache des Glaubens ist, das Hauptsächliche, aber nachher wird es das Gute, das Sache des Lebens ist. Wenn dieses geschehen ist, dann ist der Mensch wiedergeboren, aber wiedergeboren gemäß der Beschaffenheit und dem Maß des Wahren, das dem Guten eingepflanzt worden. Und wenn das Wahre und das Gute zusammen als eines wirken, gemäß der Beschaffenheit und dem Maß des Guten; so verhält es sich mit jeder Wiedergeburt. Die Wiedergeburt geschieht zu dem Zweck, damit der Mensch in den Himmel aufgenommen werden könne. Der Himmel ist nichts anderes als die Ehe des Wahren und Guten, und des Guten und Wahren, man sehe Nr. 2508, 2618, 2728, 2729. Wenn nicht die Ehe des Wahren und Guten beim Menschen gebildet wird, kann er nicht in der himmlischen Ehe, d.h. im Himmel sein. 2980. "In der Höhle des Ackers Machpelah über den Angesichtern Mamre", 1. Mose 23/19, daß dies bedeutet, daß sie so wiedergeboren wurden, soweit sie konnten, erhellt aus der Bedeutung der Höhle, die das im Dunkeln befindliche Wahre des Glaubens ist, worüber Nr. 2935; aus der Bedeutung des Ackers, insofern er das Gute des Glaubens ist, worüber Nr. 2971; aus der Bedeutung Machpelah über den Angesichtern Mamre, oder vor Mamre, insofern es die Art und das Maß der Wiedergeburt ist, worüber Nr. 2970; somit daß sie durch das Wahre und Gute des Glaubens wiedergeboren wurden, soweit sie konnten, das ist gemäß Vermögen und Einsicht: Nr. 2913, 2928, 2975. 2981. "Das ist Chebron", 1. Mose 23/19, daß dies bedeutet eine neue Kirche, erhellt aus der Bedeutung von Chebron, insofern es die geistige Kirche ist, worüber oben in diesem Kapitel Nr. 2909: daselbst ist Kiriatharba, das ist Chebron gesagt, deswegen, weil durch Kiritharba die Kirche in betreff des Wahren bezeichnet wird, und durch Chebron die Kirche in betreff des Guten. Hier aber wird nicht weiter Kiriatharba genannt, sondern Chebron, weil von dem Wiedergebornen gehandelt wird, der nicht mehr aus dem Wahren, sondern aus dem Guten handelt, wie gesagt worden Nr. 2979. 2982. "Im Lande Kanaan", 1. Mose 23/19, daß dies bedeutet, die eine im Reiche des Herrn, erhellt aus der Vorbildung des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn ist, worüber Nr. 1413, 1437, 1585, 1607. Mit den Kirchen des Herrn verhält es sich so, daß zu den alten Zeiten mehrere zugleich gewesen sind, und daß zwischen den einzelnen ein Unterschied, sowie heutigen Tages in betreff der Lehren, daß sie aber dennoch eins ausgemacht haben darin, daß sie die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten als das Hauptsächlichste und das eigentlich Wesentliche anerkannten, und somit, daß die Glaubenslehre ihnen nicht (gegeben) sei, um so zu denken, sondern um so zu leben; und wann bei allen und bei den einzelnen die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, das ist das Gute des Lebens, das Wesentliche ist, dann machen die Kirchen, so viele ihrer sind, eins aus, und dann ist eine jede eine im Reiche des Herrn. Solcherart ist auch der Himmel, daselbst sind unzählige Gesellschaften, alle unterschieden, aber sie bilden dennoch einen Himmel, weil bei allen die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Aber völlig anders verhält es sich mit den Kirchen, die sagen, der Glaube sei das Wesentliche der Kirche, indem sie meinen, wenn sie dieses wissen, und dieses denken, so würden sie selig, und zwar, möge ihr Leben sein wie es wolle. Wenn es so ist, dann machen mehrere Kirchen nicht eins aus, sie sind nicht einmal Kirchen. Das Gute des Glaubens ist es, was die Kirche bildet, das ist, das eigentliche Leben der Liebe und der Liebtätigkeit, gemäß dem, was Angehör des Glaubens ist. Um des Lebens willen sind die Lehren da, das kann jeder wissen: wozu die Glaubenslehren, wenn nicht um des Zweckes willen, und was ist der Zweck, wenn nicht das Leben, oder wenn (der Mensch) nicht so wird, wie jene lehren? Sie sagen zwar, das Wesentlichste des Glaubens, der selig macht, sei die Zuversicht, aber diese Zuversicht kann gar nicht stattfinden, außer im Guten des Lebens; ohne das Gute des Lebens ist keine Aufnahme, und wo keine Aufnahme, da ist keine Zuversicht, außer bisweilen eine scheinbare in Krankheiten des Gemütes oder des Körpers, wenn die Begierden der Selbst- und Weltliebe aufhören; aber bei denen, die im Bösen des Lebens sind, schwindet dann, wann jene Krisis vorübergeht oder sich wendet, jene trügerische Zuversicht völlig, denn es gibt auch eine Zuversicht bei den Bösen. Aber wer wissen will, welcher Art die Zuversicht, erforsche bei sich die Neigungen und Zwecke, ferner die Handlungen des Lebens. 2983. Vers 20: Und es stand der Acker und die Höhle, welche darin, dem Abraham, zum Besitz eines Grabes von den Söhnen Cheth. "Und es stand der Acker und die Höhle, welche darin" bedeutet die Kirche und ihr Glaube; "dem Abraham zum Besitz eines Grabes" bedeutet, es sei vom Herrn allein durch die Wiedergeburt; "von den Söhnen Cheth" bedeutet, daß sie aus den Heiden war. 2984. Daß "und es stand der Acker und die Höhle, welche darin", 1. Mose 23/20, die Kirche und ihren Glauben bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Kirche ist, worüber Nr. 2969, 2971. Es wird die Kirche und ihr Glaube gesagt, weil Kirche ausgesagt wird vermöge des Guten, das Sache der Liebtätigkeit, somit des Lebens ist, Glaube vermöge des Wahren, das jenem beigefügt worden. 2985. "Dem Abraham zum Besitz eines Grabes", 1. Mose 23/20, bedeutet, es war vom Herrn allein durch die Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Vorbildung Abrahams, insofern er der Herr ist, worüber öfters im vorigen; und aus der Bedeutung des Besitzers, sofern es heißt Sein, somit dem Herrn allein; man sehe Nr. 2974; und aus der Bedeutung eines Grabes, das die Wiedergeburt ist, worüber Nr. 2916. 2986. Daß "von den Söhnen Cheth", 1. Mose 23/20, bedeutet, daß sie aus den Heiden war, kann erhellen aus der Bedeutung der Söhne Cheth. Die Söhne Cheth waren es nicht, bei denen eine Kirche hergestellt wurde, sondern sie sind es, durch die jene Kirche vorgebildet wird; denn alles im Worte ist Vorbildliches, und bedeutet nicht die Personen, die genannt werden, sondern durch diese solche Dinge, die dem Reiche des Herrn und der Kirche angehören. Daß durch die Söhne Cheth eine neue Kirche bezeichnet wird, oder was dasselbe ist, diejenigen, die Angehörige der neuen Kirche sind, ist mehrmals gesagt worden; aber daß eine neue Kirche der Heiden oder aus den Heiden, erhellt aus dem, was von Abraham zu den Söhnen Cheth gesprochen worden: "Fremdling und Beisasse bin Ich bei euch": 1. Mose 23/4, welches bedeutet, daß der Herr ihnen unbekannt war, und doch immerhin bei ihnen sein könne: Nr. 2915; woraus es deutlich ist, daß durch die Söhne Cheth die Kirche aus den Heiden bezeichnet wird. Von anderen hätte nicht gesagt werden können, daß der Herr unbekannt sei. Außerdem muß man wissen, daß, wenn irgendeine Kirche zugrunde geht (das ist, wenn die Liebe untergeht), und eine neue eingerichtet wird vom Herrn, es selten, wenn jemals, bei denen geschieht, bei denen die alte Kirche war, sondern bei denen, wo keine Kirche früher, das ist, bei den Heiden. So ist es geschehen, als die Älteste Kirche unterging; es wurde dann eine neue, die Noach genannt wurde, oder die Alte, die nach der Sintflut war, bei den Heiden errichtet, d.h. bei denen, bei denen keine Kirche früher war. Gleicherweise da diese Kirche unterging, wurde sogleich das Bild einer Kirche eingerichtet (angeordnet) bei den Nachkommen Abrahams von Jakob, somit auch bei den Heiden; denn Abraham, da er berufen wurde, war ein Heide, man sehe Nr. 1356, 1992, 2559. Selbst die Nachkommen Jakobs in Ägypten wurden noch mehr Heiden, bis dahin, daß sie gar nichts von Jehovah, und somit von keinem Gottesdienst wußten. Nachdem es mit diesem Kirchenwesen aus war, wurde die erste christliche Kirche, die aus Heiden bestand, gegründet nach Verwerfung der Juden; ebenso wird es gehen mit der jetzigen sogenannten christlichen Kirche, welche die christliche genannt wird. Der Grund, warum bei den Heiden eine neue Kirche vom Herrn wieder hergestellt wird, ist, weil sie keine falschen Grundsätze gegen die Wahrheiten des Glaubens haben; denn sie kennen nicht die Wahrheiten des Glaubens. Die von früher Kindheit aufgenommenen und später befestigten falschen Grundsätze müssen erst zerstört werden, bevor der Mensch wiedergeboren werden kann, und zur Kirche gemacht werden: ja, die Heiden können durch das Böse des Lebens das Heilige nicht entweihen, denn niemand kann das Heilige entweihen, der nicht weiß, was es ist: Nr. 593, 1008, 1010, 1059. Die Heiden, weil in der Unwissenheit, ohne Bedenklichkeiten, sind so in dem Zustande, die Wahrheiten aufzunehmen, vor den Angehörigen der Kirche, und die Wahrheiten nehmen gerne an alle diejenigen unter ihnen, die im Guten des Lebens sind, man sehe hierüber Nr. 932, 1032, 1059, 1327, 1328, 1366, 2049, 2051, 2589-2604. Nr. 2987 - 3003 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 24. Kapitel 3004. Daß die größten Geheimnisse im inneren Sinn verborgen liegen, die bis jetzt zu niemandes Kenntnis gekommen sind, kann erhellen aus dem, was bisher gesagt und gezeigt wurde, und aus dem, was aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn im Folgenden gezeigt werden wird. Am augenscheinlichsten kann es erhellen aus dem inneren Sinn der zwei Namen unseres Herrn: Jesus Christus . Wenn diese genannt werden, haben wenige eine andere Vorstellung, als daß es Eigennamen seien, und beinahe wie die Namen eines anderen Menschen, nur heiliger. Die Gebildeteren wissen zwar, daß Jesus bedeutet Seligmacher und Christus einen Gesalbten, und fassen daher eine inwendigere Vorstellung, aber dennoch ist es nicht das, was die Engel im Himmel bei jenen Namen inne werden, es ist noch göttlicheres, nämlich bei Jesus, wenn er von einem Menschen, der das Wort liest, genannt wird, werden sie inne das göttlich Gute, und bei Christus das göttlich Wahre, und bei beiden die göttliche Ehe des Guten und Wahren, wie des Wahren und Guten; somit alles Göttliche in der himmlischen Ehe, die der Himmel ist. Was die himmlische Ehe, sehe man Nr. 2173, 2803. 3005. Daß Jesus im inneren Sinn das göttlich Gute, und Christus das göttlich Wahre ist, kann aus vielen Stellen im Wort erhellen. Daß Jesus das göttlich Gute ist, kommt daher, weil es bedeutet Heil, Seligmachung und Seligmacher; und weil dieses, so bedeutet es das göttlich Gute, denn vom göttlich Guten, das der Liebe und Barmherzigkeit des Herrn angehört, und somit durch dessen Annahme, kommt alle Seligmachung. Daß Christus das göttlich Wahre ist, kommt daher, weil es bedeutet den Messias, Gesalbten und König. Daß der Messias, Gesalbte und König das göttlich Wahre ist, wird aus dem Folgenden erhellen. 3006. Dieses ist es, was die Engel inne werden, wenn Jesus Christus genannt wird, und dieses ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß in keinem anderen Namen das Heil sei; und dadurch, daß der Herr so oft von seinem Namen gesprochen hat, wie bei Joh.14/14-16: "Alles was ihr bittet in Meinem Namen, werde Ich tun"; Joh.20/31: "Dieses ist geschrieben, auf daß ihr glaubet, Jesus sei der Christus, der Sohn Gottes, und auf daß ihr glaubend das Leben habet in seinem Namen"; und sonst. Daß der Name ist alles in einem Inbegriff, wodurch der Herr verehrt wird, somit die innere Beschaffenheit (quale) aller Gottesverehrung und Lehre, sehe man Nr. 2724; daher hier das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, verbunden mit dem Wahren des Glaubens, das der Inbegriff aller Lehre und aller Gottesverehrung ist. 3007. Daß Christus soviel ist als der Messias, Gesalbte und König, und daß der Messias, Gesalbte und König soviel ist als das göttlich Wahre, kann klar sein. 3008. Was das erste betrifft, daß Christus soviel ist als der Messias, Gesalbte und König, wird klar aus folgenden Stellen im Wort: Joh.1/42: "Andreas findet den eigenen Bruder Simon, und spricht zu ihm: Wir haben gefunden den Messias, das ist, wenn man es verdolmetscht, der Gesalbte". Joh.7/40-42: "Viele aus der Menge, da sie das Wort hörten, sprachen: dieser ist wahrhaftig der Prophet; andere sprachen: dieser ist Christus; andere aber sprachen: wird denn aus Galiläa Christus kommen? sagt nicht die Schrift: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Städtchen, wo David war, wird Christus kommen": Christus offenbar für den Messias, den sie erwarteten; Joh.7/25-27: "Haben nun die Obersten wahrhaft erkannt, daß dieser wahrhaft Christus ist; aber von diesem wissen wir, woher er ist, wenn aber Christus kommt, so weiß niemand, woher er ist": Christus für Messias; daß niemand wüßte woher er sei, war, weil er nicht würde anerkannt werden; Joh.10/24,25: "Es umringten Jesum die Juden, und sprachen zu ihm: wie lange läßt du unsere Seele im Ungewissen schweben? wenn du Christus bist, so sag' es uns mit freiem Mund; es antwortet ihnen Jesus: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubet nicht": auch hier Christus für den Messias, den sie erwarteten. Joh.12/34: "Es antwortete die Menge: wir haben aus dem Gesetz gehört, daß Christus in Ewigkeit bleibt": Christus für Messias. Joh.11/27: "Martha sprach: ich habe geglaubt, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen sollte": nämlich der Messias. Luk.2/25,26: "Es war ein Mensch in Jerusalem, des Name Simon; dem war eine Antwort geworden vom Heiligen Geist, er werde den Tod nicht sehen, ehe er sehen würde den Christus des Herrn": für den Messias oder Gesalbten Jehovahs; Luk.9/20: "Jesus sprach zu den Jüngern: ihr aber, wer saget ihr, daß Ich sei? Petrus antwortete und sprach: der Christus Gottes"; auch Mark.8/29; außerdem anderwärts: z.B.: Matth.26/63,64; Joh.6/68,69; Mark.14/61,62. Weil nun Christus und Messias das gleiche ist, und Christus in der griechischen Sprache und Messias in der hebräischen Sprache den Gesalbten bedeutet, so wird klar, daß Christus das gleiche ist, was der Gesalbte, dann auch das gleiche, was der König, denn die Könige wurden im allgemeinen die Gesalbten genannt, wie zu ersehen ist aus den historischen Schriften des Wortes in vielen Stellen, dann auch aus den prophetischen, wie bei Ps.2/2: "Es haben sich aufgestellt die Könige der Erde, und beratschlagt zusammen über Jehovah, und über Seinen Gesalbten". Ps.20/7: "Nun weiß ich, daß Jehovah Seinem Gesalbten hilft; antworten wird Er ihm aus den Himmeln Seiner Heiligkeit, in den Kräften des Heils Seiner Rechten". Ps.28/8: "Jehovah ist eine Stärke ihnen, und die Stärke der Heilserweisungen Seines Gesalbten". 1.Sam.2/10: "Jehovah wird Stärke geben Seinem König, und wird erhöhen das Horn Seines Gesalbten": dort und anderswo Gesalbter für König. In der Grundsprache wird gelesen Messias, in jenen prophetischen Stellen wird im inneren Sinn gehandelt vom Herrn; daß dieser ist König, wird auch klar aus Stellen im Neuen Testament, wie bei Matth.27/11: "Der Statthalter fragte Jesum: bist du der König der Juden? Jesus sprach zu ihm: du sagst es"; Luk.23/3 und Mark.15/2: "Pilatus fragte Jesum und sprach: bist du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: du sagst es"; Joh.12/13: "Sie schrien: Hosanna, gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels"; Joh.1/50: "Nathanael sprach, Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels". 3009. Was das zweite betrifft, daß nämlich der Messias, der Gesalbte und König das gleiche ist, was das göttlich Wahre, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort, und ist einigemal gezeigt worden in den Erklärungen, z.B. Nr. 1672, 1728, 2015, 2069; und der Herr selbst lehrt dies bei Joh.18/37: "Pilatus sprach zu Jesu: bist du nun nicht ein König? Jesus antwortete: du sagst es, denn ein König bin Ich; Ich bin dazu geboren, und dazu bin Ich gekommen in die Welt, auf daß Ich Zeugnis gebe der Wahrheit; jeder der da ist aus der Wahrheit, der hört Meine Stimme"; hieraus erhellt, daß das göttlich Wahre eben das ist, um deswillen der Herr König genannt wurde. Daß die Könige gesalbt wurden, und daher Gesalbte genannt, geschah, weil das Öl, womit sie gesalbt wurden, das Gute bezeichnete: Nr. 886, 2832, und weil das Wahre, das der König bezeichnete, aus dem Guten sei, somit das Wahre des Guten, und so das Königtum bei ihnen vorbilden sollte den Herrn, in Ansehung des göttlich Wahren, welches ist aus dem göttlich Guten, somit die göttliche Ehe des Guten im Wahren. Dagegen das Priestertum die göttliche Ehe des Wahren im Guten; dieses wird bezeichnet durch Jesus, jenes durch Christus. 3010. Hieraus wird klar, was durch die "Christi" bezeichnet wird bei Matth.24/5,23,24: "Sehet zu, daß euch niemand verführe; denn viele werden kommen unter Meinem Namen und sagen: ich bin Christus, und werden viele verführen. Dann wenn jemand zu euch sagt: siehe, hier ist Christus oder dort, so glaubet es nicht, denn es werden aufstehen falsche Christi und falsche Propheten" und auch Mark.13/21,22; dort werden auch falsche Christi bezeichnet Wahrheiten, die nicht göttlich, d.h. die falsch sind, und durch falsche Propheten solche, die sie lehren: Nr. 2534. Matth.23/10: "Ihr sollt euch nicht Meister nennen lassen, denn einer ist euer Meister, Christus": Christus für das göttliche Wahre. Hieraus wird klar, was ein Christ, nämlich einer, der im Wahren aus dem Guten (ist). 3011. Hieraus kann ersehen werden, welche Heimlichkeiten das Wort in sich hält, die man nur kennen lernen kann aus dem inneren Sinn.   24. Kapitel 1.Und Abraham, der Greis, war gekommen in die Tage, und Jehovah hatte den Abraham gesegnet in allem. 2. Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses, der verwaltete alles, was er hatte: lege doch deine Hand unter meine Hüfte. 3. Und ich will dich beschwören bei Jehovah dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, daß du nicht nehmest ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, in dessen Mitte ich wohne. 4. Sondern zu meinem Land und zu meiner Geburt sollst du gehen, und nehmen ein Weib für meinen Sohn Jischak. 5. Da sprach zu ihm der Knecht: Vielleicht will das Weib nicht gehen mir nach zu diesem Land; soll ich wiederbringen, ja wiederbringen deinen Sohn zu dem Land, davon du ausgegangen bist? 6. Und Abraham sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht meinen Sohn wiederbringest dorthin. 7. Jehovah, der Gott des Himmels, Der mich genommen hat aus dem Hause meines Vaters, und aus dem Land meiner Geburt, und der mir geredet und der mir geschworen hat, sprechend: deinem Samen will Ich geben dieses Land, Derselbe wird senden Seinen Engel vor dir her, und du wirst nehmen ein Weib für meinen Sohn von dort. 8. Und wenn das Weib nicht will gehen dir nach, so bist du frei von dieser meiner Beschwörung, nur sollst du meinen Sohn nicht wiederbringen dorthin. 9. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und er schwur ihm ob diesem Wort. 10. Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn, und ging, und alles Gut seines Herrn in seiner Hand, und stund auf und ging gen Aram Naharaim, zur Stadt des Nachor. 11. Da ließ er die Kamele niederknien von außerhalb der Stadt beim Wasserbrunnen, zur Zeit des Abends, zur Zeit da ausgehen die Schöpfenden. 12. Und sprach: Jehovah, Gott meines Herrn Abraham, laß doch begegnen vor mir heute, und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham. 13. Siehe, ich stehe oben an dem Wasserquell, und die Töchter der Männer der Stadt gehen aus, Wasser zu schöpfen. 14. Und es sei das Mädchen, zu dem ich sage: neige doch deinen Krug, daß ich trinke, und sie sagt: trinke und auch deine Kamele will ich tränken, dieselbe hast du bestimmt deinem Knecht Jischak; und daran will ich erkennen, daß du Barmherzigkeit getan hast an meinem Herrn. 15. Und es geschah, kaum hatte er ausgeredet, siehe, da kommt Rebecka heraus, die geboren war Bethuel, dem Sohne der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams, und ihr Krug auf ihrer Schulter. 16. Und das Mädchen, von sehr gutem Ansehen, eine Jungfrau, und ein Mann hatte sie nicht erkannt, und sie stieg hinab zum Quell, und füllte ihren Krug und stieg herauf. 17. Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach: Laß mich doch ein wenig Wasser schlürfen aus deinem Krug. 18. Und sie sprach: Trinke, mein Herr; und sie eilte und ließ ihren Krug nieder auf ihre Hand, und ließ ihn austrinken. 19. Und sie ließ ihn vollends austrinken und sagt: auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie vollends getrunken haben. 20. Und sie eilte und leerte ihren Krug in die Trinkrinne und lief abermals zum Brunnen um zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen. 21. Und der Mann sich ihrer verwundernd, sich enthaltend, zu wissen, ob Jehovah hätte gelingen lassen seinen Weg oder nicht. 22. Und es geschah, als die Kamele vollends getrunken hatten, da nahm der Mann eine Spange von Gold, ein halber Sekel ihr Gewicht, und zwei Armbänder für ihre Hände, zehn (Sekel) Goldes ihr Gewicht. 23. Und sprach: Wes Tochter bist du? sage mir es doch an, ob das Haus deines Vaters für uns einen Ort hat zur Nachtherberge. 24. Und sie sprach zu ihm: die Tochter Bethuels bin ich, des Sohnes der Milkah, den sie geboren hat dem Nachor. 25. Und sie sprach zu ihm: auch Stroh, auch Futter, viel bei uns, auch einen Ort zur Nachtherberge. 26. Da neigte sich der Mann, und beugte sich dem Jehovah. 27. Und sprach: Gesegnet sei Jehovah, der Gott meines Herrn Abraham, Der nicht verlassen hat Seine Barmherzigkeit und Seine Wahrheit von meinem Herrn; (ich) auf dem Wege, geführt hat mich Jehovah in das Haus der Brüder meines Herrn. 28. Und das Mädchen lief, und sagte dem Hause ihrer Mutter an, gemäß diesen Worten. 29. Und Rebecka hatte einen Bruder, und sein Name war Laban, und Laban lief zu dem Mann hinaus zum Quell. 30. Und es geschah, wie er sah die Spange und die Armbänder auf den Händen seiner Schwester, und wie er hörte die Worte Rebeckas, seiner Schwester, sprechend: so hat geredet zu mir der Mann, da kam er zu dem Mann, und siehe, dieser stand bei den Kamelen beim Quell. 31. Und er sprach: komm, Gesegneter Jehovahs, warum stehst du draußen? und ich habe gefegt das Haus, und ein Ort ist für die Kamele. 32. Da kam der Mann ins Haus und löste die Kamele und gab Stroh und Futter den Kamelen; und Wasser, zu waschen seine Füße, und die Füße der Männer, die mit ihm. 33. Und man legte ihm vor zu essen, und er sprach: ich esse nicht, bis ich geredet habe meine Worte; und er sprach: rede! 34. Und er sprach: der Knecht Abrahams bin ich. 35. Und Jehovah hat meinen Herrn sehr gesegnet, und groß gemacht, und ihm gegeben Schaf und Rindvieh, und Silber und Gold, und Knechte und Mägde, und Kamele und Esel. 36. Und geboren hat Sarah, das Weib meines Herrn, einen Sohn meinem Herrn, nach ihrem Greisenalter, und er hat ihm gegeben, alles was er hat. 37. Und mein Herr hat mich beschworen, sprechend: du sollst nicht nehmen ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, in dessen Land ich wohne. 38. Nicht denn, zum Hause meines Vaters sollst du gehen, und zu meiner Familie, und nehmen ein Weib für meinen Sohn. 39. Und ich sprach zu meinem Herrn: vielleicht möchte das Weib nicht gehen mir nach. 40. Da sprach er zu mir: Jehovah, vor Dem ich gewandelt habe, wird Seinen Engel mit dir senden, und deinen Weg gelingen lassen, daß du nehmest ein Weib für meinen Sohn, aus meiner Familie, und vom Hause meines Vaters. 41. Dann wirst du frei sein von meiner Beschwörung, dieweil du gekommen bist zu meiner Familie; und wenn sie dir nicht geben, so wirst du frei sein von meiner Beschwörung. 42. Und ich kam heute zum Quell und sprach: Jehovah, Gott meines Herrn Abraham, wenn es Dir doch sei, gelingen zu lassen meinen Weg, darauf ich wandle, 43. siehe, ich stehe beim Wasserquell, und es geschehe, so das Jungfräulein herauskommt zu schöpfen, und ich spreche zu ihr: laß mich doch ein wenig Wasser trinken aus deinem Krug. 44. Und sagt sie zu mir: auch du trinke, und auch deinen Kamelen will ich schöpfen, die sei das Weib, das Jehovah bestimmt hat dem Sohne meines Herrn. 45. Ich hatte kaum ausgeredet zu meinem Herzen, siehe, da kommt Rebecka heraus, und ihr Krug auf ihrer Schulter, und sie stieg hinab zum Quell, und schöpft; und ich sprach zu ihr: laß mich doch trinken. 46. Und eilends ließ sie ihren Krug von sich herab, und sprach: trinke, und auch deine Kamele will ich tränken; da trank ich, und auch die Kamele tränkte sie. 47. Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? und sie sprach: die Tochter Bethuels, des Sohnes Nachors, den ihm geboren hat Milkah. Und ich legte die Spange auf ihre Nase, und die Armbänder auf ihre Hände. 48. Und ich neigte und beugte mich vor Jehovah, und ich segnete Jehovah, den Gott meines Herrn Abraham, Der mich geführt hat auf den Weg der Wahrheit, zu nehmen die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn. 49. Und nun, wenn ihr willens seid, Barmherzigkeit und Wahrheit zu tun an meinem Herrn, so saget es mir an; und wenn nicht, so saget es mir an, und ich will ausblicken zur Rechten oder zur Linken. 50. Da antwortete Laban und Bethuel, und sprachen: von Jehovah ist ausgegangen das Wort, wir können nicht reden zu dir Böses oder Gutes. 51. Siehe, Rebecka ist vor dir, nimm und geh, und sie sei das Weib für den Sohn deines Herrn, wie geredet hat Jehovah. 52. Und es geschah, als der Knecht Abrahams ihre Worte hörte, da beugte er sich zur Erde vor Jehovah. 53. Und der Knecht zog hervor Gefäße von Silber, und Gefäße von Gold, und Kleider, und gab der Rebecka; und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter. 54. Und sie aßen und tranken, er und die Männer, die mit ihm, und blieben über Nacht, und standen auf am Morgen, und er sprach: lasset mich zu meinem Herrn. 55. Und ihr Bruder und ihre Mutter sprach: es möge das Mädchen bei uns bleiben Tage etwa zehn, hernach magst du gehen. 56. Da sprach er zu ihnen: haltet mich nicht auf, und Jehovah hat gelingen lassen meinen Weg, lasset mich, daß ich gehe zu meinem Herrn. 57. Und sie sprachen: wir wollen das Mädchen rufen, und fragen ihren Mund. 58. Und sie riefen Rebecka und sprachen zu ihr: willst du gehen mit diesem Mann? und sie sprach: ich will gehen. 59. Und sie entließen Rebecka, ihre Schwester, und deren Amme, und den Knecht Abrahams und seine Männer. 60. Und sie segneten Rebecka und sprachen zu ihr: Unsere Schwester, du sei zu tausenden von zehntausend, und es erbe dein Same das Tor deiner Hasser. 61. Da stand Rebecka auf, und ihre Mädchen, und ritten auf den Kamelen, und gingen dem Manne nach; und der Knecht nahm Rebecka und ging. 62. Und Jischak kam von Beerlachai roi, und er wohnte im Lande des Mittags. 63. Und Jischak ging aus zu sinnen im Felde um den Abend, und erhob seine Augen und sah, und siehe, Kamele kommen. 64. Und Rebecka erhob ihre Augen, und sah den Jischak, und fiel herab vom Kamel. 65. Und sprach zu dem Knecht: wer ist der Mann dort, der im Felde gehet, uns entgegen? Und der Knecht sprach: das ist mein Herr; da nahm sie den Schleier und bedeckte sich. 66. Und der Knecht erzählte dem Jischak alle Worte, die er getan. 67. Da führte sie Jischak ein in das Zelt Sarahs, seiner Mutter; und nahm Rebecka, und sie ward ihm zum Weib, und er liebte sie; und Jischak ward getröstet nach seiner Mutter.   Inhalt 3012. Beschrieben wird im inneren Sinn der ganze Gang (processus) der Verbindung des Wahren mit dem Guten im göttlich Vernünftigen des Herrn; in diesem Kapitel der Gang der Einweihung, die der Verbindung vorangeht: Jischak ist das Gute des Vernünftigen; Rebecka ist hier das Wahre, das dem Guten geweiht werden soll; Laban ist die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen. 3013. Der Gang der Einweihung ist im inneren Sinn so beschrieben: als der Zustand da war, und alles in göttliche himmlische Ordnung gebracht war vom Herrn, daß dem göttlich Guten Seines Vernünftigen verbunden werden sollte das göttlich Wahre, und zwar auf dem gemeinen Weg aus dem natürlichen Menschen, nämlich aus Wißtümlichen, Erkenntnissen und Lehren, die dort (vorhanden waren), alsdann wurden durch den göttlichen Einfluß des Herrn von dort die Wahrheiten hervorgerufen, dem Guten im Vernünftigen geweiht und göttlich gemacht. Somit wurde das Vernünftige vom Herrn göttlich gemacht, wie in Ansehung des Guten, so auch in Ansehung des Wahren. 3014. Aus diesem Kapitel und aus den folgenden kann erhellen, welche Geheimnisse im inneren Sinn des Wortes enthalten sind.   Innerer Sinn 3015. Vers 1: Und Abraham, der Greis, war gekommen in die Tage, und Jehovah hatte den Abraham gesegnet in allem. "Und Abraham, der Greis, war gekommen in die Tage" bedeutet, als der Zustand da war, daß das Menschliche des Herrn göttlich werden sollte; "und Jehovah hatte den Abraham gesegnet in allem" bedeutet, als vom Herrn alles in göttliche Ordnung gebracht war. 3016. "Und Abraham, der Greis, war gekommen in die Tage", 1. Mose 24/1, daß dies bedeutet, als der Zustand da war, daß das Menschliche des Herrn göttlich werden sollte, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr, wovon Nr. 1893, 1965, 1989, 2011, 2172, 2198, 2501, 2833, 2836 und sonst öfter; aus der Bedeutung des Greises oder des Greisenalters, nämlich ablegen, was menschlich ist, und anziehen, was himmlisch, wovon Nr. 1854, 2198; und wenn es vom Herrn ausgesagt wird, das Göttliche anziehen; und aus der Bedeutung des Tages, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788; daher kommen in die Tage, heißt, als der Zustand da war. Daß Greis, und kommen in die Tage, dieses bedeutet, ist deswegen, weil bei den Engeln keine Vorstellung von Greisenalter ist, auch nicht von einer fortschreitenden Lebenszeit, denn dieses heißt kommen in die Tage, sondern die Vorstellung des Zustandes in betreff des Lebens, in dem sie sind; daher, wenn das Fortschreiten der Lebenszeit und das Greisenalter im Wort genannt wird, können die Engel, die beim Menschen sind, keine andere Vorstellung haben, als vom Zustand des Lebens, in dem sie sind, und in dem die Menschen, wenn sie die Altersstufen bis zur letzten durchlaufen, daß sie nämlich allmählich so das Menschliche ablegen und das Göttliche anziehen; denn das menschliche Leben ist nichts anders von der Kindheit bis zum Greisentum, als ein Gang aus der Welt zum Himmel, und der letzte, welcher ist der Tod, ist der eigentliche Übergang; Begräbnis ist daher Auferstehung, weil ein vollständiges Ablegen: Nr. 2916, 2917. Weil die Engel in einer solchen Vorstellung sind, so kann durch "kommen in die Tage" und durch das "Greisenalter" im inneren Sinn, der hauptsächlich für die Engel ist, und für Menschen, die Engelsseelen sind, nichts anderes bezeichnet werden. 3017. "Und Jehovah hatte den Abraham gesegnet in allem", 1. Mose 24/1, daß dies bedeutet, als vom Herrn alles in göttliche Ordnung gebracht war, oder was das gleiche, als der Herr alles in göttliche Ordnung gebracht hatte, erhellt daraus, daß Jehovah der Herr ist in Ansehung des Göttlichen Selbst: Nr. 1343, 1736, 1815, 2004, 2005, 2018, 2025, 2921; und daß dann Abraham den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen vorbildet: Nr. 2833, 2836. Wenn daher gesagt wird, Jehovah habe den Abraham in allem gesegnet, so wird im inneren Sinn verstanden: der Herr habe aus dem eigentlich Göttlichen in Seinem Menschlichen alles in göttliche Ordnung gebracht; denn wenn segnen vom Menschlichen des Herrn gesagt wird, so bedeutet es dieses. Gesegnet werden, wenn es von einem Menschen ausgesagt wird, heißt, mit geistigem und himmlischem Gut bereichert werden: Nr. 981, 1096, 1420, 1422; und bereichert werden wird er dann damit, wenn das, was bei ihm ist, vom Herrn in die geistige und himmlische Ordnung, somit in das Ab- und Ebenbild der göttlichen Ordnung gebracht wird: Nr. 2475. Die Wiedergeburt des Menschen ist auch nichts anderes. Was es aber heißt, daß alles vom Herrn in göttliche Ordnung in seinem Menschlichen gebracht worden sei, wird klar aus demjenigen, was in diesem Kapitel folgt, nämlich Sein göttlich Vernünftiges, vorgebildet durch Jischak, empfangen von dem durch Abraham vorgebildeten göttlich Guten, und geboren aus dem durch Sarah vorgebildeten göttlich Wahren, sei nun in eine solche göttliche Ordnung gebracht worden, daß demselben die göttlichen Wahrheiten aus dem eigentlich Menschlichen verbunden werden konnte. Dies sind die Geheimnisse, die in diesem Kapitel im inneren Sinn enthalten sind, worüber die Engel ein helles Licht haben vom Herrn, denn im Himmelslicht ist dieses offenbar wie am hellen Tag. Hingegen im Weltlicht, worin der Mensch, kaum irgend etwas, ausgenommen etwas Dunkles beim Wiedergeborenen, denn ein solcher ist auch in einigem Himmelslicht. 3018. Vers 2: Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses, der verwaltete alles, was er hatte: lege doch deine Hand unter meine Hüfte. "Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses" bedeutet die Anordnung und den Einfluß des Herrn in Sein Natürliches, welches ist der älteste Knecht des Hauses; "der verwaltete alles, was er hatte" bedeutet die Verrichtungen des natürlichen Menschen; "lege doch deine Hand unter meine Hüfte" bedeutet seine Verpflichtung in Beziehung auf die Kraft zum Guten der ehelichen Liebe. 3019. "Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses", 1. Mose 24/2, daß dies bedeutet die Anordnung und den Einfluß des Herrn in Sein Natürliches, welches ist der älteste Knecht des Hauses, erhellt aus der Bedeutung von sagen hier, sofern es ist befehlen, weil zum Knecht, und weil gehandelt wird von der Richtigstellung dessen, was im natürlichen Menschen ist durch das Göttliche, so heißt es anordnen und einfließen; denn alles, was gehandelt wird im natürlichen oder äußeren Menschen wird angeordnet vom Vernünftigen oder Inwendigen, und geschieht durch Einfluß. Daß der älteste Knecht des Hauses das Natürliche sei oder der natürliche Mensch, kann erhellen aus der Bedeutung des Knechtes, sofern er ist das, was unten ist und dem Oberen dient, oder was das gleiche ist, was außen ist und dem Inneren dient; man sehe Nr. 2541, 2567. Alles was dem natürlichen Menschen angehört, als Wißtümliches jeder Gattung, ist nichts anderes als Dienstleistungen, denn es dient dem Vernünftigen so, daß es richtig denken und gerecht wollen kann. Daß der Älteste des Hauses der natürliche Mensch ist, kann erhellen aus dem was folgt. 3020. "Der verwaltete alles, was er hatte", 1. Mose 24/2, daß dies die Verrichtungen des natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von verwalten, und zwar alles verwalten, sofern es ist, Berufspflichten oder Geschäfte verrichten. Daß der natürliche Mensch zum Vernünftigen, oder, was das gleiche, der äußere Mensch zum inwendigen sich gleich verhält, wie der Verwalter im Hause, sehe man Nr. 1795. Alles, was im Menschen ist, verhält sich wie ein Haus, d.h. wie eine Familie, wo einer ist, der das Amt des Hausvaters besorgt, und solche sind, die Knechtsdienste tun. Das vernünftige Gemüt ist es eben, das alles bestimmt wie der Hausvater, und durch den Einfluß in das natürliche Gemüt anordnet, das natürliche Gemüt aber ist es, das bedient und verwaltet. Weil das natürliche Gemüt vom vernünftigen Gemüt unterschieden und dem Grade nach unter diesem ist, und auch aus einem Eigenen handelt, so wird jenes beziehungsweise der älteste Knecht des Hauses genannt, und der Verwalter alles dessen, was er dort hat. Daß das natürliche Gemüt vom vernünftigen Gemüt unterschieden und auf einer niedrigeren Stufe und in einem Eigenen ist, kann aus dem, was dort, und aus dessen Verrichtungen erhellen; das, was dort sich befindet, ist alles Wißtümliche, somit auch alle Erkenntnisse jeder Gattung, kurz alles und jedes, was dem äußeren oder leiblichen Gedächtnis angehört, wovon Nr. 2471, 2480. Zu jenem (natürlichen Gemüt) gehört auch alle Einbildung (imaginativum) die das innere Sinnesvermögen beim Menschen ist, und hauptsächlich bei Knaben und im ersten Jünglingsalter tätig ist. Zu jenem gehören auch alle natürlichen Triebe, die der Mensch mit den unvernünftigen Geschöpfen gemein hat. Hieraus wird klar, was seine Verrichtungen sind. Das vernünftige Gemüt aber ist inwendiger. Die Erkenntnissachen in seinem Bereich liegen dem Menschen nicht offen vor, sondern sind, dieweil er im Leibe lebt, unbewußt, nämlich alles und jedes, was dem inneren Gedächtnis angehört, wovon Nr. 2470-2474, 2489, 2490. Auch alles Denken, das sich auf das Innewerden des Richtigen und Gerechten, sodann des Wahren und Guten bezieht, gehört ihm an, auch alle geistigen Triebe, die eigentümlich menschlich sind, und durch die der Mensch von den unvernünftigen Geschöpfen sich unterscheidet. Dieses Gemüt fließt von solchen aus ein in das natürliche Gemüt und erregt das, was dort ist, und schaut es mit einem Seheblick und bildet so Urteile und Schlüsse. Daß diese zwei Gemüter unterschieden sind, erhellt offenbar daraus, daß bei gar vielen das natürliche Gemüt über das vernünftige Gemüt oder was das gleiche ist, der äußere Mensch über den inneren herrscht, und daß er nur bei denen nicht herrscht, sondern dient, die im Guten der Liebtätigkeit sind, d.h., die vom Herrn sich leiten lassen. 3021. "Lege doch deine Hand unter meine Hüfte", 1. Mose 24/2, daß dies seine Verpflichtung in Beziehung auf die Kraft zum Guten der ehelichen Liebe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Kraft (potentia), wovon Nr. 878; und aus der Bedeutung der Hüfte, sofern sie ist das Gute der ehelichen Liebe, wovon gleich nachher. Daß es eine Verpflichtung zu jener Kraft ist, erhellt daraus, daß diejenigen, die zu etwas verpflichtet wurden, was der ehelichen Liebe angehörte, nach altem Brauch die Hand unter die Hüfte dessen legten, dem sie sich verpflichteten, und so von ihnen beeidigt wurden, und zwar aus dem Grund, weil die Hüfte die eheliche Liebe bedeutete, und die Hand die Kraft, oder soviel man vermochte. Alle Teile des menschlichen Leibes entsprechen geistigen und himmlischen Dingen im Größten Menschen, welcher der Himmel ist, wie Nr. 2996, 2998 gezeigt wurde, und weiter im Folgenden vermöge der göttlichen Barmherzigkeit gezeigt werden wird. Eben die Hüften mit den Lenden entsprechen der ehelichen Liebe. Dies war den Uralten bekannt, ebendaher hatte man mehrere Gebräuche, unter denen auch der gehört, daß man die Hände unter die Hüfte legte, wenn man zu etwas Gutem der ehelichen Liebe verpflichtet wurde. Die Kenntnis solcher Dinge, die von den Alten hochgeschätzt war, und unter die Hauptgegenstände ihrer Wissenschaft und Einsicht gehörte, ist heutzutage ganz verlorengegangen, so sehr, daß man nicht einmal weiß, daß es eine Entsprechung gibt, und daher man sich wundern wird, daß solches durch jenen Brauch bezeichnet wird. Weil hier von der Verlobung des Sohnes Jischak mit einer (Tochter) aus der Familie Abrahams gehandelt wird, und dem ältesten Knecht der Auftrag zur Besorgung jenes Geschäfts gegeben wurde, darum (wurde) dieser Brauch (beobachtet). Daß die Hüfte der Entsprechung gemäß die eheliche Liebe bedeutet, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, z.B. aus der Verordnung über das Verfahren mit einem Weib, das von ihrem Mann des Ehebruchs bezichtigt wurde: 4. Mose 5/21,27: "Der Priester soll das Weib beschwören mit dem Schwur des Fluches und der Priester soll sagen zu dem Weibe: Jehovah wird dich machen zum Fluch und zum Schwur inmitten deines Volkes, indem Jehovah macht deine Hüfte fallen, und deinen Bauch schwinden. Wenn er ihr zu trinken gegeben hat das Wasser, so wird geschehen, wenn sie sich verunreinigt und eine Übertretung begangen hat wider ihren Mann, so werden kommen in ihr die verfluchten Wasser zu Bitterkeiten, und es wird schwellen ihr Bauch, und fallen ihre Hüfte, und das Weib wird werden zum Fluch inmitten ihres Volkes": daß die Hüfte fallen sollte, bezeichnet das Böse der ehelichen Liebe oder den Ehebruch. Das übrige in demselben Verfahren im einzelnen bezeichnete die Besonderheiten der Sache, so daß nicht das Geringste ist, das nicht etwas andeutet, so sehr auch ein Mensch, der ohne Vorstellung des Heiligen das Wort liest, sich wundern mag, warum solches (geschehen solle). Wegen der Bedeutung der Hüfte, sofern sie ist das Gute der ehelichen Liebe, wird einige Male gesagt, "sie seien aus seiner Hüfte gekommen", wie es von Jakob heißt 1. Mose 35/11: "Sei fruchtbar und mehre dich, eine Völkerschaft und eine Gemeinde von Völkerschaften soll werden aus dir, und Könige sollen aus deinen Hüftbeinen kommen". 1. Mose 46/26: "Jede Seele, die dem Jakob kam gen Ägypten, die ausgegangen aus seiner Hüfte"; und 2. Mose 1/5; und von Gideon Richt.8/30: "Gideon hatte siebzig Söhne, die gekommen waren aus seiner Hüfte". Und weil die Hüften, Hüftbeine (femina), Lenden das bezeichnen, was zur ehelichen Liebe gehört, bezeichnen sie auch das, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, darum, weil die eheliche Liebe die Grundlage aller Liebe bildet; man sehe Nr. 686, 2733, 2737, 2738, 2739; denn aus demselben Ursprung, nämlich aus der himmlischen Ehe, ist das, was dem Guten und Wahren angehört, worüber man sehe Nr. 2727-2759. Daß die Hüfte das Gute der himmlischen Liebe und das Gute der geistigen Liebe, kann erhellen aus folgenden Stellen: Joh.Offenb.19/16: "Der Sitzende auf dem weißen Pferd hatte auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben, König der Könige und Herr der Herren": daß der auf dem weißen Pferd Sitzende das Wort, somit der Herr, Der das Wort, sei, sehe man Nr. 2760, 2761, 2762. Daß das Kleid das göttlich Wahre sei: Nr. 2576; deswegen heißt er König der Könige: Nr. 3009. Hieraus wird klar, was die Hüfte, nämlich das göttlich Gute, das Seiner Liebe angehört, von wegen dessen Er auch genannt wird Herr der Herren: Nr. 3004-3011. Weil dieses das eigentliche Wesen des Herrn, wird gesagt, daß Er hatte einen auf ihnen geschriebenen Namen, denn Namen bedeutet die Eigenschaft (quale): Nr. 1896, 2009, 2724, 3006; Ps.45/4: "Gürte Dein Schwert auf die Hüfte, Du Starker von Deiner Herrlichkeit und Ehre": wo vom Herrn. Schwert für das kämpfende Wahre: Nr. 2799; Hüfte für das Gute der Liebe; das Schwert auf die Hüfte gürten, heißt: das Wahre, aus dem Er kämpfen würde, soll aus dem Guten der Liebe sein. Jes.11/5: "Gerechtigkeit wird sein der Gurt Seiner Lenden, und Wahrheit der Gurt Seiner Hüftbeine": wo ebenfalls vom Herrn. Weil Gerechtigkeit ausgesagt wird vom Guten der Liebe: Nr. 2235, wird sie genannt der Gurt der Lenden; die Wahrheit, weil aus dem Guten, heißt der Gurt der Hüftbeine, somit werden die Lenden ausgesagt von der Liebe zum Guten und die Hüftbeine von der Liebe zum Wahren. Jes.5/27: "Kein Müder und kein Strauchelnder ist in Ihm, Er wird nicht schlummern, noch schlafen, und es ist nicht gelöst der Gurt Seiner Hüftbeine, und nicht abgerissen der Riemen Seiner Schuhe": vom Herrn. Der Gurt der Hüftbeine für die Liebe zum Wahren, wie oben. Jerem.13/1-7: "Jehovah (sagte) zu ihm, er soll einen leinenen Gürtel kaufen, und auf die Lenden legen, aber nicht durchs Wasser ziehen; und soll an den Euphrat gehen, und ihn in einen Felsenritz verbergen; als er, nachdem dies geschehen war, wieder hinging, und ihn von dem Ort nahm, war er verdorben": leinerner Gürtel für das Wahre, und daß das Wahre aus dem Guten sein soll, wurde vorbildlich angedeutet damit, daß er ihn auf die Lenden legen sollte. Ein jeder kann sehen, daß dies Vorbilder sind, deren Bedeutung man nur wissen kann aus den Entsprechungen, von der, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, am Ende einiger Kapitel. Ebenso was die Gesichte Hesekiels, Daniels und Nebukadnezars bedeuten. Hes.1/26-28 sah: "Über der Ausbreitung, die ob dem Haupt der Cherubim das Ansehen eines Saphirsteines, die Gestalt eines Throns; und über der Gestalt eines Thrones eine Gestalt wie das Ansehen eines Menschen auf ihm oberhalb; und ich sah wie den Schein einer Kohle, wie das Ansehen eines Feuers innerhalb derselben ringsumher; von dem Ansehen Seiner Lenden und überwärts, und von dem Ansehen Seiner Lenden und unterwärts sah ich wie das Ansehen eines Feuers, und das hatte einen Glanz ringsumher wie das Ansehen eines Regenbogens, der in der Wolke ist am Regentage, so das Ansehen des Glanzes ringsumher, so das Ansehen der Gestalt der Herrlichkeit Jehovahs": daß dies eine Vorbildung des Herrn und seines Reiches war, kann einleuchten, und daß das Ansehen der Lenden überwärts und das Ansehen der Lenden unterwärts (eine Vorbildung) Seiner Liebe ist, wird klar aus der Bedeutung des Feuers, sofern es ist die Liebe: Nr. 934; und aus der des Glanzes und des Regenbogens, sofern er ist die aus derselben stammende Weisheit und Einsicht: Nr. 1042, 1043, 1053; Daniel "sah einen Mann in Leinwand gekleidet und seine Lenden umgürtet mit Gold von Uphas, und sein Leib wie Tharschisch, und sein Angesicht wie das Ansehen eines Blitzes, und seine Augen wie Feuerfackeln, und seine Arme und seine Füße wie der Glanz blanken Erzes": Dan.10/5,6; was dieses einzeln (bedeutet), kann niemand bewußt werden als aus den Vorbildungen und deren Entsprechungen, z.B. was die Lenden, was der Leib, was das Angesicht, die Augen, die Arme, die Füße. Daraus wird klar, daß das himmlische Reich des Herrn so vorgebildet wurde, in dem die göttliche Liebe sind die Lenden, das Gold von Uphas, womit sie umgürtet sind, ist das Gute der Weisheit, das aus der Liebe: Nr. 113, 1551, 1552. Nebukadnezar, bei Dan.2/32,33: "Das Haupt des Standbildes war gutes Gold, seine Brust und Arme Silber, der Bauch und seine Hüften Erz, die Füße zum Teil Eisen, zum Teil Ton": durch jenes Standbild wurden die nacheinanderfolgenden Zustände der Kirche vorgebildet: durch das Haupt von Gold der erste Zustand, welcher war ein himmlischer, weil der Liebe zum Herrn; durch die Brust und Arme von Silber der zweite Zustand, welcher ein geistiger, weil der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; durch den Bauch und die Hüfte von Erz der dritte Zustand, welcher war der des natürlich Guten, welches ist Erz: Nr. 425, 1551; das natürlich Gute ist das der Liebe oder Liebtätigkeit gegen den Nächsten in einem Grad unterhalb des geistig Guten; durch die Füße von Eisen und Ton der vierte Zustand, welcher war der des natürlich Wahren, welches ist Eisen: Nr. 425, 426, und auch der des Nicht-Zusammenhangs mit dem Guten, welches ist Ton. Aus diesem kann erhellen, was durch die Hüften und Lenden bezeichnet wird, nämlich hauptsächlich die eheliche Liebe, und daher jede echte Liebe, wie aus den angeführten Stellen klar wird, wie auch aus 1. Mose 32/26,32,33; Jes.20/2-4; Nahum 2/2; Ps.69/24; 2. Mose 12/11; Luk.12/35,36; auch im entgegengesetzten Sinn die jenen zuwiderlaufenden Liebestriebe, nämlich die Selbst- und Weltliebe: 1.Kön.2/5,6; Jes.32/10,11; Jerem.30/6; 48/37; Hes.29/7; Amos 8/10. 3022. Vers 3,4: Und ich will dich beschwören bei Jehovah dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, daß du nicht nehmest ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, in dessen Mitte ich wohne; sondern zu meinem Land und zu meiner Geburt sollst du gehen, und nehmen ein Weib für meinen Sohn Jischak. "Und ich will dich beschwören bei Jehovah, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde" bedeutet heiligste Verpflichtung auf das Göttliche, das im Höchsten und in dem, was davon (herkommt); "daß du nicht nehmest ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters" bedeutet, das göttlich Vernünftige soll mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt; "in dessen Mitte ich wohne" bedeutet das im mütterlich Menschlichen nicht Übereinstimmende, das umgibt; "sondern zu meinem Land und zu meiner Geburt sollst du gehen" bedeutet zu himmlisch und geistig Göttlichem, das der Herr Sich selbst erworben hat; "und nehmen ein Weib für meinen Sohn Jischak" bedeutet von daher die Neigung zum Wahren, die verbunden werden soll mit der Neigung zum Guten des Vernünftigen. 3023. "Ich will dich beschwören bei Jehovah, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde", 1. Mose 24/3, daß dies bedeutet die heiligste Verpflichtung auf das Göttliche, das im Höchsten und in dem, was davon (herkommt), erhellt aus der Bedeutung von beschwören, sofern es ist durch einen Eid verpflichten, denn Beschwörung ist nichts anderes als Verpflichtung, und zwar heiligste, wenn bei Jehovah, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, d.h. auf das Göttliche, das oben und das unten, oder was das gleiche, auf das Göttliche, das im Höchsten und in dem, was davon (herkommt). Weil "Jehovah der Gott des Himmels" gesagt wird vom Herrn, ist es Jehovah selbst, welcher der Vater genannt wird, aus Dem Er empfangen worden, Der somit Sein göttliches Wesen ist, denn die Empfängnis selbst gab das eigenste Wesen, aus dem Er war; Jehovah der Gott der Erde, ist dann Jehovah, Welcher der Sohn heißt, somit Sein menschliches Wesen, denn dieses hat sein Bestehen von jenem, nachdem der Herr dasselbe auch göttlich gemacht hat; somit wird durch Jehovah, den Gott des Himmels bezeichnet das Göttliche, das im Höchsten, und durch Jehovah, den Gott der Erde, das Göttliche, das in dem, was davon (herkommt). Der Herr aber heißt Jehovah der Gott des Himmels von wegen Seines Göttlichen, das in den Himmeln, und der Gott der Erde von wegen des Göttlichen, das auf Erden. Das Göttliche in den Himmeln ist es auch, das beim Menschen in seinem Inwendigen, das Göttliche aber auf der Erde ist das, welches in seinem Äußeren; denn das Inwendige des Menschen ist sein Himmel, weil er durch dasselbe verbunden ist mit den Engeln, sein Äußeres aber ist die Erde, denn durch dasselbe ist er verbunden mit den Menschen: Nr. 82, 913, 1411, 1733. Wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann fließt jenes in dieses ein, und dieses ist von jenem (abhängig); hieraus kann man auch wissen, was der Kirche Inwendiges und was deren Äußeres ist. 3024. "Daß du nicht nehmest ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters", 1. Mose 24/3, bedeutet, das göttlich Vernünftige soll mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt, erhellt aus der Bedeutung von ein Weib nehmen, sofern es ist verbunden werden durch den Ehebund; aus der Bedeutung meines Sohnes, nämlich des Jischak, sofern es ist das göttlich Vernünftige des Herrn, wovon Nr. 1893, 2066, 2083, 2630; aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Neigungen, wovon Nr. 489, 490, 491, 568, 2362; und aus der Bedeutung des Kanaaniters, sofern er ist das Böse, wovon Nr. 1444, 1573, 1574; ebendaher sind die Töchter des Kanaaniters Neigungen, die mit dem Wahren nicht übereinstimmen. Es wird hier gehandelt von dem göttlich Wahren, das dem göttlich Guten des Vernünftigen des Herrn beigesellt werden soll, wie aus der Inhaltsanzeige Nr. 3013 ersehen werden kann. Unter dem Weib, das ehelich angetraut werden soll, wird verstanden eben jenes Wahre, das auf dem gemeinen Weg aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen werden muß; unter meinem Sohn wird verstanden das Vernünftige des Herrn in Ansehung des Guten, dem es beigesellt oder angetraut werden soll. Hieraus kann man wissen, daß durch: er soll kein Weib nehmen für den Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, bezeichnet wird, es dürfe mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt. Jede Verbindung des Wahren mit dem Guten geschieht durch die Neigung, denn es geht gar kein Wahres in das Vernünftige des Menschen ein, und wird dort verbunden, außer durch die Neigung, denn in der Neigung ist das Gute der Liebe, das einzig verbindet: Nr. 1895, was auch demjenigen, der nachdenkt, bekannt sein kann. Daß die Töchter des Kanaaniters Neigungen bedeuten, die mit dem Wahren nicht übereinstimmen, das ist, Neigungen zum Falschen, kann erhellen aus der Bedeutung der Töchter; denn Töchter werden im Wort an vielen Stellen genannt, und jeder kann dort sehen, daß nicht Töchter gemeint sind, z.B. Tochter Zions, Tochter Jerusalems, Tochter Tharschisch, Tochter meines Volkes, und daß diese sind die Neigungen zum Guten und Wahren, ist an den oben angeführten Stellen gezeigt worden; und weil es Neigungen zum Guten und Wahren sind, sind es auch Kirchen, denn die Kirchen sind Kirchen vermöge jener Neigungen. Daher kommt es, daß durch die Tochter Zions bezeichnet wird die himmlische Kirche, und zwar vermöge der Neigung zum Guten, durch die Tochter Jerusalems aber die geistige Kirche, vermöge der Neigung zum Wahren: Nr. 2362; auch durch die Tochter meines Volkes: Jes.22/4; Jerem.6/14,26; 8/19,21-23; 14/17; Jerem.Klagel.2/11; 4/6; Hes.13/17. Hieraus wird klar, was durch die Töchter der (heidnischen) Völkerschaften, als: durch die Töchter der Philister, die Töchter Ägyptens, die Töchter von Tyrus und Zidon, die Töchter Edoms, die Töchter Moabs, die Töchter der Chaldäer und Babels, die Töchter Sodoms, bezeichnet wird, nämlich Neigungen zum Bösen und Falschen, aus denen ihre Religionen sich bildeten, somit ihre Religionen selbst. Daß dies die Bedeutung der Töchter ist, kann aus folgenden Stellen erhellen: Hes.32/16,18: "Die Töchter der Völkerschaften werden bejammern Ägypten; klage über die Menge Ägyptens, und laß sie hinabfahren, sie und die Töchter der großmächtigen Völkerschaften zum Land der Unteren, mit denen die hinabfahren in die Grube": Töchter der großmächtigen Völkerschaften für die Neigungen zum Bösen. 2.Sam.1/20: "Saget es nicht an in Gath, verkündiget es nicht in den Gassen Askalons, wohl freuen sich die Töchter der Philister, wohl frohlocken die Töchter der mit Vorhaut Behafteten". Hes.16/26,27,57: "Gehuret hast du mit den Söhnen Ägyptens, ich habe dich gegeben in die Seele der dich Hassenden, der Töchter der Philister; ehe dein Böses geoffenbart war, gleich der Zeit der Schmach der Töchter Syriens, und all seiner Umgebungen, der Töchter der Philister, die dich verachten ringsumher": daß keine Töchter hier gemeint sind, kann jeder sehen, sondern die Religionsmeinungen solcher, die durch Philister bezeichnet werden, die von der Art sind, daß sie viel vom Glauben reden, und kein Glaubensleben führen; man sehe Nr. 1197, 1198; daher heißen sie auch Vorhäutige, d.h. ohne Liebtätigkeit. Jerem.46/11,19,24: "Geh hinauf gen Gilead, und hole Balsam du Jungfrau, Tochter Ägyptens. Wandergeräte mache dir, du Einwohnerin, Tochter Ägyptens; zuschanden worden ist die Tochter Ägyptens, gegeben in die Hand des Volkes der Mitternacht": Tochter Ägyptens für die Neigung über Glaubenswahres zu vernünfteln, ob es so sei, aus Wißtümlichem, somit für die Religionsform, die daraus ersteht, und von der Art ist, daß man nichts glaubt, als was man mit den Sinnen begreift, somit nichts Wahres des Glaubens; man sehe Nr. 215, 232, 233, 1164, 1165, 1186, 1385, 2196, 2203, 2209, 2568, 2588. Jes.23/12: "Er sprach: fürder sollst du nicht mehr frohlocken du unterdrückte Tochter Zidons". Ps.45/13: "Die Tochter von Tyrus im Geschenk, deine Angesichte werden anflehen die Reichen des Volkes": was die Tochter Zidons und die Tochter von Tyrus ist, wird klar aus der Bedeutung von Zidon und Tyrus, wovon Nr. 1201. Jerem.Klagel.4/21,22: "Freue dich und sei fröhlich, Tochter Edoms; vollbracht ist deine Missetat, Tochter Zions, er wird dich fürder nicht fortwandern machen, es wird heimgesucht werden deine Missetat, Tochter Edoms". Jes.16/2: "Wie ein flatternder Vogel, ein ausgeflogenes Nest, werden sein die Töchter Moabs". Jes.47/1,5: "Steig herunter und setze dich auf den Staub, Jungfrau Tochter Babels, setze dich zur Erde ohne Thron, du Tochter der Chaldäer. Setze dich stille, und gehe in die Finsternis, Tochter der Chaldäer, weil sie dich fürder nicht nennen werden Herrin der Königreiche". Jerem.50/41,42: "Ein Volk kommt von Mitternacht, geordnet wie ein Mann zum Krieg, über dich, Tochter Babels". Jerem.51/33: "Die Tochter Babels ist wie eine Tenne, es ist Zeit sie zu dreschen". Sach.2/11: "Hui Zion, errette dich, die du wohnest bei der Tochter Babels". Ps.137/8: "Die Tochter Babels ist verstöret". Hes.16/55: "Deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter werden zurückkommen zu ihrer Vorzeit; und Samaria und ihre Töchter werden zurückkommen zu ihrer Vorzeit". Daß in diesen Stellen unter Töchter nicht Töchter verstanden sind, kann jeder sehen, sondern Neigungen, die mit dem Wahren nicht übereinstimmen, somit Religionsformen, die sich hieraus ergeben. Welche Religionsformen es aber sind, wird klar aus der Bedeutung jener Völker, als aus der Edoms, Moabs, der Chaldäer, Babels, Sodoms, Samarias, wovon hie und da in den Erklärungen zu den früheren Kapiteln der Genesis. Hieraus nun erhellt, was durch die Töchter des Kanaaniters in vorliegender Stelle bezeichnet wird. Daß (die Israeliten) keine Heiraten eingehen sollten mit den Töchtern der Kanaaniter, hatte auch ein Absehen auf ihr Geistiges, sofern das Gute und das Falsche, sowie das Böse und das Wahre nicht verbunden werden sollen, weil eine Entweihung daraus entsteht. Das Verbot war auch eine Vorbildung jener Sache, wovon 5. Mose 7/3 und Mal.2/11: "Entweihet hat Jehudah die Heiligkeit Jehovahs, weil er geliebt und geehelicht hat die Tochter eines fremden Gottes". 3025. "In dessen Mitte ich wohne", 1. Mose 24/3, daß dies bedeutet das im mütterlich Menschlichen Nichtübereinstimmende, das umgibt, erhellt aus der Bedeutung von wohnen in der Mitte, nämlich des Kanaaniters, sofern es dasjenige ist, was ringsumher sich befindet, oder was umgibt. Daß dies solches ist, was mit dem Wahren nicht übereinstimmt, erhellt aus demjenigen, was gleich oben gesagt wurde von der Bedeutung der Töchter des Kanaaniters; daß es dasjenige ist, was der Herr aus dem Mütterlichen erblich empfangen hat, und was Er nachher, als Er sein Menschliches göttlich machte, austrieb, kann erhellen aus dem, was früher über denselben Gegenstand, Nr. 1414, 1444, 1573, 2159, 2574, 2649 gesagt und gezeigt wurde. 3026. "Sondern zu meinem Land und zu meiner Geburt sollst du gehen", 1. Mose 24/4, daß dies bedeutet zu himmlisch und geistig Göttlichem, das der Herr Sich selbst erworben hat, erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es ist das Himmlische der Liebe, wovon Nr. 1413, 1607; und aus der Bedeutung der Geburt, sofern sie ist das Geistige der Liebe, wovon Nr. 1145, 1255; hier himmlisch und geistig Göttliches, weil vom Herrn gehandelt wird. Daß Er dies mit eigener Kraft sich erworben hat, sehe man Nr. 1815, 1921, 2025, 2026, 2083, 2500. 3027. Daß "und nehmen ein Weib für meinen Sohn Jischak", 1. Mose 24/4, bedeutet, von daher die Neigung zum Wahren, die verbunden werden soll der Neigung zum Guten des Vernünftigen, erhellt aus demjenigen, was oben Nr. 3024 gesagt wurde. 3028. Vers 5,6: Da sprach zu ihm der Knecht: Vielleicht will das Weib nicht gehen mir nach zu diesem Land; soll ich wiederbringen, ja wiederbringen deinen Sohn zu dem Land, davon du ausgegangen bist? Und Abraham sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht meinen Sohn wiederbringest dorthin. "Da sprach zu ihm der Knecht" bedeutet das Innewerden des Herrn in betreff des natürlichen Menschen; "vielleicht will das Weib nicht gehen mir nach zu diesem Land" bedeutet das Zweifeln des natürlichen Menschen bezüglich jener Neigung, ob sie sich trennen lasse; "soll ich wiederbringen, ja wiederbringen deinen Sohn zu dem Land, davon du ausgegangen bist?" bedeutet, ob sie dennoch verbunden werden könnte dem göttlich Guten des Vernünftigen; "Abraham sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen; "hüte dich, daß du nicht meinen Sohn wiederbringest dorthin" bedeutet, daß sie durchaus nicht verbunden werden könne. 3029. "Da sprach zu ihm der Knecht", 1. Mose 24/5, daß dies das Innewerden des Herrn in betreff des natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2506, 2515, 2552; und aus der Bedeutung des Knechts hier, sofern er ist der natürliche Mensch, wovon Nr. 3019, 3020. Alles was gehandelt wird im natürlichen Menschen, und wie beschaffen der natürliche Mensch ist, das wird wahrgenommen im Vernünftigen, denn was im Menschen unten ist, das wird wahrgenommen vom Oberen, man sehe Nr. 2654; daher kommt es, daß: der Knecht sprach zu ihm, bedeutet das Innewerden des Herrn vom natürlichen Menschen. 3030. "Vielleicht will das Weib nicht gehen mir nach zu diesem Lande", 1. Mose 24/5, daß dies bedeutet das Zweifeln des natürlichen Menschen in betreff jener Neigung, ob sie sich trennen lasse, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es ist das Wahre, hier aus dem Natürlichen, das verbunden werden soll dem göttlich Guten des Vernünftigen; und weil alle Verbindung geschieht durch die Neigung, wie Nr. 3024 gesagt worden, somit wird durch das Weib bezeichnet die Neigung zu jenem Wahren; und aus der Bedeutung von: mir nachgehen oder folgen in dieses Land, sofern es ist getrennt werden vom Natürlichen, und verbunden werden dem Vernünftigen; denn das Land ist hier wie Nr. 3026 das Gute der Liebe, das dem Vernünftigen angehört. Daß es ein Zweifel ist, sieht man daraus, daß gesagt wird, vielleicht will sie nicht. Aus demjenigen, was oben gesagt wurde, wird klar, was dieses und das Folgende bis zu 1. Mose 24/8 und weiter in sich schließt. Damit es besser verstanden werde, soll es noch mit wenigem gesagt werden: Das echte Vernünftige ist aus dem Guten, und existiert aus dem Wahren. Das Gute fließt ein auf inwendigem Wege, das Wahre aber auf auswendigem Wege. Das Gute verbindet sich so mit dem Wahren im Vernünftigen, und sie machen, daß es ein Vernünftiges ist. Wenn das Gute dort nicht verbunden ist mit dem Wahren, so ist es kein Vernünftiges, obwohl es daraus, daß der Mensch vernünftig denken kann, den Anschein hat, daß es sei: Nr. 1944. Dies ist der gemeine Weg, auf dem das Vernünftige beim Menschen gebildet wird. Weil der Herr geboren wurde wie ein anderer Mensch, und unterrichtet werden wollte wie ein anderer Mensch, somit wollte Er auch gleichermaßen Sein Vernünftiges göttlich machen, nämlich in Ansehung des Guten durch den Einfluß aus Seinem Göttlichen auf innerem Wege, und in Ansehung des Wahren durch den Einfluß auf äußerem Wege. Wenn nun das Vernünftige in Ansehung des Guten gebildet ist, insoweit, daß es imstande ist, das Wahre aufzunehmen, was gemeint ist mit den Worten im Anfang dieses Kapitels: "Abraham der Greis war gekommen in die Tage, und Jehovah hatte den Abraham gesegnet in allem", und daß hiermit bezeichnet ist, als der Zustand da war, daß das Menschliche des Herrn göttlich wurde, und alles in göttliche Ordnung gebracht war, sehe man Nr. 3016, 3017; so folgt nun, daß dem Guten des Vernünftigen das Wahre zu verbinden ist, und zwar auf gemeinem Weg, das ist, durch Wißtümliches und Erkenntnisse aus dem natürlichen Menschen. Eben das Gute des Vernünftigen, das auf innerem Weg gebildet wird, ist der eigentliche Boden, das Wahre aber ist der Same, der in jenen Boden hineinzusäen ist. Das echte Vernünftige wird auf gar keine andere Weise geboren. Daß es nun gleichermaßen beim Herrn zum Dasein kommen und göttlich werden möchte durch eigene Kraft, kam der Herr in die Welt, und wollte geboren werden wie ein anderer Mensch; sonst hätte Er ohne Geburt das Menschliche annehmen können, wie oftmals in alten Zeiten, da Er den Menschen erschien. Dies ist es, was in diesem Kapitel enthalten ist, nämlich auf welche Weise das aus dem natürlichen Menschen hervorgerufene Wahre dem Guten des Vernünftigen verbunden, und wie das Gute dort göttlich war, auch das Wahre dort göttlich werden sollte. Dies kommt dem Menschen, hauptsächlich demjenigen, der nicht weiß, daß das Vernünftige etwas vom Natürlichen Unterschiedenes ist, und der ebendaher nicht weiß, daß das Vernünftige allmählich gebildet wird, und zwar durch Erkenntnisse, sehr dunkel vor, so daß es nicht verstanden wird, aber dennoch gehört solches unter die Gegenstände, die leicht begreiflich sind denen, die einige Kenntnis vom vernünftigen und natürlichen Menschen haben, und in Erleuchtung sind. Die Engel sehen das alles wie am hellen Tage. Damit man eine Vorstellung hiervon gewinne, sehe man, was früher hierüber gesagt und gezeigt wurde, nämlich daß das Vernünftige in Ansehung des Wahren durch den Einfluß in die Wissenschaften und Erkenntnisse gebildet werde: Nr. 1495, 1563, 1900, 1964; daß es nicht geboren werde von den Wissenschaften und Erkenntnissen, sondern von der Neigung zu denselben: Nr. 1895, 1900; daß die Wissenschaften und Erkenntnisse bloß Gefäße des Guten seien: Nr. 1469, 1496; daß das unnütze Wißtümliche zu zerstören sei: Nr. 1489, 1492, 1499, 1500; daß im Vernünftigen die Neigung zum Guten wie die Seele in der Neigung zum Wahren sei: Nr. 2072; was die Neigung zum vernünftig Wahren und zum wissenschaftlich Wahren sei: Nr. 2503, daß durch Erkenntnisse der äußere Mensch dem Inneren oder der vernünftige dem Natürlichen verbunden werde, wenn die Erkenntnisse eingepflanzt werden in Himmlisches, das der Liebe und der Liebtätigkeit angehört: Nr. 1450, 1451, 1453, 1616. 3031. "Soll ich wiederbringen, ja wiederbringen deinen Sohn zu dem Land, davon du ausgegangen bist", 1. Mose 24/5, daß dies bedeutet, ob sie dennoch verbunden werden könnte dem göttlich Guten des Vernünftigen, kann erhellen aus dem, was früher über Abraham und über das Land, wovon er ausgegangen ist, gesagt wurde, man sehe Nr. 1353, 1356, 1992, 2559, woraus klar wird, daß das Land, aus dem Abram (zog), Syrien war, wo die Andere Alte Kirche (sich befand), welche die hebräische hieß, von Eber ihrem Stifter: Nr. 1238, 1241, 1327, 1343; aber auch diese Kirche war um Abrahams Zeit vom Wahren abgekommen, und einige ihr angehörigen Häuser so sehr, daß sie gar nichts von Jehovah wußten und anderen Göttern dienten. Dieses Land ist es, das hier verstanden wird, bezüglich dessen der Knecht fragte, ob er den Sohn wiederbringen sollte zu dem Land, davon du ausgegangen bist. Daher kommt es, daß durch das Land hier bezeichnet wird die Neigung, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt; und weil das, so wird durch wiederbringen den Sohn, oder was das gleiche, für ihn ein Weib nehmen, und dort mit ihr bleiben, bezeichnet: eine mit dem Wahren nicht übereinstimmende Neigung verbinden mit dem göttlich Guten des Vernünftigen. Daß dies aber nicht geschehen könne, erklärt Abrahams Antwort, worüber gleich nachher. 3032. "Und Abraham sprach zu ihm", 1. Mose 24/6, daß dies das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 3029; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, aus dem jenes Innewerden. 3033. "Hüte dich, daß du nicht meinen Sohn wiederbringest dorthin", 1. Mose 24/6, daß dies bedeutet, sie können durchaus nicht verbunden werden, erhellt aus dem Nr. 3031 Gesagten, wo erklärt wurde, was im inneren Sinn heißt, den Sohn wiederbringen zum Land, von dem Abraham ausging. Daß die mit dem Wahren nicht übereinstimmende Neigung dem Guten, das dem Vernünftigen angehört, nicht verbunden werden kann, erhellt aus demjenigen, was früher über die Verbindung des Guten und Wahren, oder was das gleiche, über die himmlische Ehe, Nr. 2173, 2507, 2727-2759, gesagt wurde; daß eben deshalb die Alten zwischen der Neigung zum Guten und der Neigung zum Wahren ein eheliches Verhältnis gesetzt haben, sehe man Nr. 1904; sodann daß das Falsche durchaus nicht verbunden werden kann mit dem Guten, noch das Wahre mit dem Bösen, weil ihr Wesen einander entgegen ist: Nr. 2388, 2429, 2531; und daß das Gute in die Erkenntnisse des Wahren als in seine aufnehmenden Gefäße eingeflößt und so eine Verbindung bewirkt wird: Nr. 1469, 1496, 1832, 1900, 1950, 2063, 2189, 2261, 2269, 2428, 2434, 2697. Daß keine Verbindung des Falschen mit dem Guten, auch nicht des Wahren mit dem Bösen, sondern allein des Falschen mit dem Bösen und des Wahren mit dem Guten sein kann, durfte ich lebhaft innewerden; und es wurde wahrgenommen, daß es sich so verhält: wenn der Mensch eine Neigung zum Guten hat, d.h. wenn er das Gute von Herzen will, sobald etwas zu denken ist, was zu wollen und zu tun sei, alsdann fließt sein Gut-Wollen in sein Denken ein, und schließt sich dort an, und fügt sich in die da vorhandenen Erkenntnisse als ihre aufnehmenden Gefäße, und durch diese Verbindung treibt es ihn an, so zu denken, zu wollen und zu tun; es ist gleichsam eine Einpfropfung des Guten in die Wahrheiten, oder in die Erkenntnisse des Wahren. Hat aber der Mensch keine Neigung zum Guten, sondern eine Neigung zum Bösen, d.h. wenn er das Böse will, z.B. wenn er alles für gut hält, was für ihn gut ist, daß er groß und reich werde, und so zu Ehren und Vermögen komme und das sein Zweck ist. Sobald etwas zu denken ist, was zu wollen und zu tun sei, alsdann fließt sein Wollen gleichsam in sein Denken ein, und regt dort Erkenntnisse auf, die wie wahr erscheinen, und treibt ihn so an zum Denken, Wollen und Tun; und zwar, indem er die Erkenntnisse unrichtig anwendet, und einige allgemeine Sätze, die er aus dem Buchstabensinn des Wortes oder aus einer anderen Wissenschaft entnommen hat, als in jedem Sinn anwendbar betrachtet; so ist es das Böse, das mit dem Falschen verknüpft wird; denn alsdann wird das Wahre, das darin liegt, aller Wesenhaftigkeit des Wahren beraubt. Solche sind im andern Leben, mochten sie immerhin im Leben des Leibes als die vor anderen Gescheitesten erschienen sein, dümmer als andere, und je mehr sie in der Beredung sind, sie seien im Wahren, desto mehr verfinstern sie andere. Solche waren eine Zeitlang bei mir, aber sie waren für keine Neigung zum Guten aus dem Wahren empfänglich, wie auch immer sie erinnert wurden an Wahrheiten, die sie im Leibesleben wußten, denn das Böse bei ihnen war es, mit dem die Wahrheiten nicht verbunden werden konnten. Diese können auch nicht in der Gemeinschaft der Guten sein, sondern wenn etwas natürlich Gutes bei ihnen ist, so werden sie solange abgeödet, bis sie nichts Wahres mehr wissen, und dem übrigbleibenden Guten wird etwas Wahres eingeflößt, soviel als das Bißchen übrigbleibende Gute fassen kann. Welche aber in der Neigung zum Guten vom Herzen waren, die sind empfänglich für alles Wahre, je nach dem Maß und der Beschaffenheit des Guten, das bei ihnen war. 3034. Vers 7: Jehovah, der Gott des Himmels, Der mich genommen hat aus dem Hause meines Vaters, und aus dem Land meiner Geburt, und der mir geredet und der mir geschworen hat, sprechend: deinem Samen will Ich geben dieses Land, Derselbe wird senden Seinen Engel vor dir her, und du wirst nehmen ein Weib für meinen Sohn von dort. "Jehovah, der Gott des Himmels" bedeutet das eigentlich Göttliche des Herrn; "Der mich genommen hat aus dem Hause meines Vaters und aus dem Land meiner Geburt" bedeutet kraft dessen der Herr Sich selbst frei gemacht hat von dem Mütterlichen in Ansehung des Bösen und in Ansehung des Falschen; "und Der mir geredet und Der mir geschworen hat, sprechend" bedeutet aus dem sein göttliches Wollen und Verstehen; "deinem Samen will Ich geben dieses Land" bedeutet das göttlich Wahre, das dem Menschlichen des Herrn (zugehört); "Derselbe wird senden Seinen Engel vor dir her" bedeutet die göttliche Vorsehung; "und du wirst nehmen ein Weib für meinen Sohn von dort" bedeutet, daß die Neigung zum Wahren, zwar von dorther, aber aus einem neuen Ursprung komme. 3035. Daß "Jehovah, der Gott des Himmels", 1. Mose 24/7, das eigentlich Göttliche des Herrn bedeutet, erhellt aus dem, was Nr. 3023 gesagt wurde, daß nämlich Jehovah, der Gott des Himmels, das eigentlich Göttliche des Herrn sei; denn unter Jehovah, Der im Wort des Alten Testamentes so oft genannt wird, ist allein der Herr verstanden; denn alles und jedes, was dort steht, handelt im inneren Sinn von Ihm, und alle und jede Gebräuche der Kirche bildeten Ihn vor, man sehe Nr. 1736, 2921; und daß die Uralten, die von der himmlischen Kirche waren, keinen anderen unter Jehovah verstanden haben als den Herrn: Nr. 1343. Im Buchstabensinn hat es hier und anderwärts den Anschein, als ob ein anderer Höherer unter Jehovah verstanden werde, aber der Buchstabensinn ist solcherart, daß er unterscheidet, was der innere Sinn vereinigt; und daß aus dem Grund, weil der Mensch, der vom Buchstabensinn aus unterrichtet werden muß, keine Vorstellung von einem haben kann, ehe er die von mehrerem hat; denn was eines ist, wird beim Menschen aus mehrerem gebildet, oder was das gleiche, aus Nacheinanderfolgendem das, was zugleich ist. Mehreres ist im Herrn, und alles ist Jehovah; daher kommt es, daß der Buchstabensinn unterscheidet; aber der Himmel unterscheidet nicht, sondern erkennt einen Gott in einfacher Vorstellung an, und keinen anderen als den Herrn. 3036. "Der mich genommen hat aus dem Hause meines Vaters, und aus dem Land meiner Geburt", 1. Mose 24/7, daß dies bedeutet, kraft dessen der Herr Sich selbst frei gemacht hat vom Mütterlichen in Ansehung des Bösen und in Ansehung des Falschen, erhellt aus der Bedeutung von Haus des Vaters hier, und von Land der Geburt, sofern es ist das Mütterliche, oder das von der Mutter Ererbte, woher das Böse und Falsche kam, gegen das der Herr kämpfte, und die Er austrieb, und so Sein Menschliches mit eigener Kraft göttlich machte. Man sehe, was über das Haus und über das Land, woher Abram: Nr. 3031 und was früher über das Anererbte des Herrn, daß das von Jehovah her göttlich, das von der Mutter her böse war, gesagt wurde: Nr. 1414, 1444; daß Er gegen das von der Mutter anererbte Böse gekämpft, und daß Er kein wirkliches Böse gehabt habe: Nr. 1444, 1573. Und daß der Herr alles von der Mutter Anererbte abgelegt habe, daß Er endlich nicht (mehr) ihr Sohn war: Nr. 2159, 2574, 2649. Dieses Anererbte, nämlich von der Mutter her, ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch das Haus des Vaters und das Land der Geburt. Durch das Haus des Vaters das anererbte Mütterliche, betreffend das Böse, und durch das Land der Geburt das anererbte Mütterliche, betreffend Falsches, denn wo das Böse, da ist Falsches, sie sind miteinander verbunden; daß Er dasselbe mit eigener Kraft ausgetrieben habe: Nr. 1616, 1813, 1921, 2025, 2026, 2083, 2523. 3037. "Und Der mir geredet und Der mir geschworen hat, sprechend", 1. Mose 24/7, daß dies bedeutet aus dem Sein göttliches Wollen und Verstehen, erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 3029; dann auch wollen: Nr. 2626; und aus der Bedeutung von schwören, sofern es ist eine Bekräftigung durch das Göttliche, und daß es ausgesagt wird von Wahrem, das dem Verstand angehört: Nr. 2842. Wenn von Jehovah gesagt wird, daß Er rede, wird im inneren Sinn verstanden, daß Er wolle, denn alles was Jehovah redet, das will Er; und wenn von Jehovah gesagt wird, daß Er schwöre, so wird im inneren Sinne gemeint, daß Er verstehe, es sei wahr, somit wird durch schwören bezeichnet verstehen, wenn es in Beziehung auf Jehovah gesagt wird, wie auch aus den Nr. 2842, aus dem Wort angeführten Stellen erhellen kann. 3038. "Deinem Samen will Ich geben dieses Land", 1. Mose 24/7, daß dies bedeutet das göttlich Wahre, das dem Menschlichen des Herrn zugehört, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern es ist der Glaube der Liebtätigkeit, dann diejenigen, die im Glauben der Liebtätigkeit sind, wovon Nr. 1025, 1447, 1610, 2848; und weil alles Gute und Wahre des Glaubens vom Herrn ist, ist es das göttlich Wahre selbst, das unter dem Samen im höchsten Sinn verstanden wird; und aus der Bedeutung von diesem Land, nämlich Kanaan, sofern es ist der Himmel oder das Reich des Herrn, wovon Nr. 1413, 1437, 1607; und weil der Himmel oder das Reich des Herrn, so ist es das Göttlich-Menschliche des Herrn selbst, das unter dem Land Kanaan im höchsten Sinn verstanden wird; denn das eigentlich Göttliche kann in den Himmel nur einfließen durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, was der Herr auch geoffenbart hat bei Matth.11/27: "Alles ist Mir übergeben von Meinem Vater, und niemand erkennt den Sohn als der Vater, und niemand erkennt den Vater als der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren"; und Joh.1/18: "Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Derselbe hat es dargestellt"; der Sohn ist das Göttlich-Menschliche des Herrn. Wer glaubt, daß im Himmel ein anderer Vater als der Herr angebetet wird, irrt sehr. 3039. "Derselbe wird senden Seinen Engel vor dir her", 1. Mose 24/7, daß dies die göttliche Vorsehung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Engels im Wort, sofern er ist der Herr, aber was vom Herrn, ist aus dem Zusammenhang ersichtlich, wovon Nr. 1925, daß hier die göttliche Vorsehung, ist klar. Unter den Engeln wird der Herr im Wort verstanden, deswegen, weil alles das, was im Worte geredet ist, durch die Propheten und die übrigen, denen die Engel es vorsagten, vom Herrn ist, d.h. des Herrn selbst ist. Die Engel im Himmel erkennen auch an und werden inne, daß nichts Gutes und Wahres von ihnen, sondern vom Herrn, so sehr, daß sie alles verabscheuen, was eine andere Vorstellung veranlaßt. Daher kommt es, daß unter den Engeln, nämlich den guten, der Herr verstanden wird, aber was vom Herrn, aus dem Zusammenhang ersichtlich ist. 3040. Daß "und du wirst nehmen ein Weib für meinen Sohn von dort", 1. Mose 24/7, bedeutet: daß die Neigung zum Wahren zwar von dorther, aber aus einem neuen Ursprung komme, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon oben; denn durch Rebecka, von der in diesem Kapitel gehandelt wird, wird vorgebildet das göttlich Wahre, das dem göttlich Guten des Vernünftigen, welches ist Jischak, verbunden werden soll. Daß die Neigung zum Wahren von dorther ist, nämlich aus dem, was durch das Haus des Vaters und das Land der Geburt bezeichnet wird, aber aus einem neuen Ursprung, kann noch nicht erklärt werden, im Folgenden wird ausführlich davon gehandelt. Um es nur mit wenigem zu sagen: jede Neigung zum Wahren im natürlichen Menschen besteht (existit) durch den Einfluß von der Neigung zum Guten aus dem Vernünftigen, oder durch das Vernünftige vom Göttlichen. Die Neigung zum Wahren, die durch jenen Einfluß im natürlichen Menschen besteht, ist anfänglich nicht eine Neigung zum echten Wahren, denn das echte Wahre kommt allmählich, und wird allmählich an die Stelle des früheren gesetzt, das nicht Wahrheiten an sich, sondern nur Mittel waren, die zum echten Wahren führten. Aus diesem wenigen kann erhellen, was es heißt, daß die Neigung zum Wahren zwar von dorther sei, aber aus einem neuen Ursprung. 3041. Vers 8,9: Und wenn das Weib nicht will gehen dir nach, so bist du frei von dieser meiner Beschwörung, nur sollst du meinen Sohn nicht wiederbringen dorthin. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und er schwur ihm ob diesem Wort. "Und wenn das Weib nicht will gehen dir nach" bedeutet hier wie vorher, wenn die Neigung zum Wahren sich nicht trennen ließe; "so bist du frei von dieser meiner Beschwörung" bedeutet die Freiheit, die der natürliche Mensch hat; "nur sollst du meinen Sohn nicht wieder bringen dorthin" bedeutet hier wie vorher, daß daher keine Verbindung; "da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams seines Herrn" bedeutet hier wie vorher die Verpflichtung des natürlichen Menschen in Beziehung auf die Kraft zum Guten der ehelichen Liebe; "und er schwur ihm ob diesem Wort" bedeutet heilige Zusage. 3042. "Wenn das Weib nicht will gehen dir nach", 1. Mose 24/8, daß dies bedeutet, wenn die Neigung zum Wahren sich nicht trennen ließe, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie ist die Neigung zum Wahren; und aus der Bedeutung von dir nachgehen oder folgen in dieses Land, sofern es ist getrennt werden vom Natürlichen, und verbunden werden dem Vernünftigen, wovon Nr. 3030, wo die gleichen Worte. 3043. "So bist du frei von dieser meiner Beschwörung", 1. Mose 24/8, daß dies die Freiheit bedeutet, die der natürliche Mensch hat, erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, in Beziehung auf den dieses gesagt wird, sofern es ist der natürliche Mensch: Nr. 3019; und aus der Bedeutung von frei sein, wenn das Weib nicht folgen wollte, sofern es ist im nächsten Sinn, daß er in keiner Verbindlichkeit wäre, wenn die Neigung des Wahren sich nicht trennen ließe. Daß dies die Freiheit in sich schließt, die der natürliche Mensch hat, ist klar, denn die Neigung zum Wahren, von der hier gehandelt wird, sodann die Trennung, wird im inneren Sinn ausgesagt vom natürlichen Menschen; im historischen Sinn ist zwar ein anderer Zusammenhang, aber im inneren Sinn ist es ein solcher. Über die Freiheit des Menschen sehe man, was Nr. 892, 905, 1937, 1947, 2744, 2870-2893 gesagt und gezeigt wurde, woraus klar wird, wie es sich mit der Freiheit verhält. Freiheit wird ausgesagt vom natürlichen Menschen, nicht aber so vom Vernünftigen, denn durch den vernünftigen Menschen fließt in den natürlichen ein das Gute in himmlischer Freiheit vom Herrn. Der natürliche Mensch ist es, der es aufnehmen muß, und damit er es aufnehme, und so verbunden werde der himmlischen Freiheit, die durch den vernünftigen einfließt, wird der natürliche in der Freiheit gelassen; denn Freiheit gehört der Liebe oder Neigung an. Wenn er nicht die Neigung zum Wahren aus der einfließenden Neigung zum Guten aufnimmt, wird der natürliche Mensch nimmer dem geistigen verbunden. So verhält es sich beim Menschen. Daß dieser durch die Freiheit vom Herrn gebessert wird, sehe man Nr. 1937, 1947, 2876, 2877, 2878, 2881. Was den Herrn betrifft, so hat auch Er das Natürliche in der Freiheit gelassen, als Er sein Vernünftiges in Ansehung des Wahren göttlich machte, d.h. als Er das göttlich Wahre beigesellte dem göttlich Guten des Vernünftigen, denn Er wollte auf gemeinem Wege sein Menschliches göttlich machen. Der gemeine Weg ist ein solcher, wie er beim Menschen ist, der gebessert und wiedergeboren wird; eben die Besserung und Wiedergeburt des Menschen ist deswegen ein Abbild: es wird auch der Mensch durch die Besserung und Wiedergeburt ein neuer, daher wird er genannt ein von neuem Geborener, oder ein Neugeschaffener, und in dem Maße, als er gebessert ist, hat er gleichsam das Göttliche in sich. Aber der Unterschied ist der, daß der Herr Sich selbst aus eigener Kraft göttlich gemacht hat; hingegen der Mensch kann gar nichts aus eigener Kraft, sondern aus dem Herrn; gleichsam das Göttliche wird gesagt, weil der Mensch nur ein Empfänger des Lebens ist, der Herr aber ist in Ansehung beider Wesen das Leben selbst; man sehe Nr. 1954, 2021, 2706, 3001. 3044. Daß "nur sollst du meinen Sohn nicht wiederbringen dorthin", 1. Mose 24/8, bedeutet, daß daher keine Verbindung, erhellt aus dem, was Nr. 3031, 3033 gesagt wurde, wo dieselben Worte. 3045. "Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn", 1. Mose 24/9, daß dies bedeutet die Verpflichtung des natürlichen Menschen in Beziehung auf die Kraft zum Guten der ehelichen Liebe, erhellt aus dem, was Nr. 3021, wo ebenfalls dieselben Worte. 3046. "Und er schwur ihm ob diesem Wort", 1. Mose 24/9, daß dies eine heilige Zusage (sacramentum) bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von schwören, sofern es ist eine Verpflichtung, und zwar eine sehr heilige, weil bei Jehovah, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, wovon Nr. 3023, somit eine heilige Zusage; denn eine heilige Zusage ist nichts anderes als eine Verpflichtung. 3047. Vers 10: Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn, und ging, und alles Gut seines Herrn in seiner Hand, und stund auf und ging gen Aram Naharaim, zur Stadt des Nachor. "Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und ging" bedeutet allgemeines göttlich Wißtümliches im natürlichen Menschen; "und alles Gut seines Herrn in seiner Hand" bedeutet dessen Gutes und Wahres bei ihm; "und stund auf" bedeutet Erhebung; "und ging gen Aram Naharaim" bedeutet die Erkenntnisse des Wahren daher; "zur Stadt des Nachor" bedeutet verwandte Lehren. 3048. "Und der Knecht nahm zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und ging", 1. Mose 24/10, daß dies allgemeines Wißtümliches im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Knechtes hier, sofern er ist der natürliche Mensch, wovon Nr. 3019, 3020; aus der Bedeutung von zehn, sofern es sind Überreste, und daß diese Gutes und Wahres sind, das beim Menschen vom Herrn verborgen wurde, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 1050, 1906, 2284, und daß, wenn zehn oder Überreste mit Beziehung auf den Herrn ausgesagt werden, es Göttliches ist, das der Herr Sich selbst erworben hat: Nr. 1738, 1906; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemeines Wißtümliches, und weil dieses Göttliches oder vom Herrn Erworbenes war, wird gesagt, es seien zehn gewesen; sodann es seien Kamele von den Kamelen seines Herrn gewesen. "Er ging" bedeutet die Einweihung durch sie, von der in diesem Kapitel. Es wird gehandelt von dem Gang der Verbindung des Wahren mit dem Guten im göttlich Vernünftigen des Herrn, zuerst vom Gang der Einweihung: Nr. 3012, 3013, wie beschaffen derselbe war, wird im Zusammenhang beschrieben. Hier, daß der Herr im natürlichen Menschen das was von Ihm, d.h. was göttlich war, getrennt habe von demjenigen, was aus dem Mütterlichen stammte. Das was von Ihm, oder was göttlich war, ist es, wodurch die Einweihung geschah, und es sind hier die zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn. Daher kommt es, daß im Folgenden von Kamelen viel die Rede ist; als: daß er die Kamele habe niederknien lassen außerhalb der Stadt: 1. Mose 24/11; daß Rebecka auch die Kamele getränkt habe: 1. Mose 24/14,19,20; daß sie ins Haus geführt und ihnen Stroh und Futter gegeben worden sei: 1. Mose 24/31,32; und weiter, daß Rebecka und ihre Mädchen auf Kamelen geritten seien: 1. Mose 24/61; und daß Jischak die Kamele habe kommen sehen, und als Rebecka den Jischak sah, daß sie vom Kamel gefallen sei: 1. Mose 24/63,64. Sie werden so erwähnt, wegen des inneren Sinnes, in dem sie allgemeines Wißtümliches, das im natürlichen Menschen ist, bedeuten, aus denen die Neigung zum Wahren kommt, die der Neigung zum Guten im Vernünftigen zu weihen ist, und zwar gemäß dem gemeinen Weg, wie oben gezeigt worden; denn das Vernünftige in Ansehung des Wahren kann ohne Wißtümliches und Erkenntnisse gar nicht ausgeboren und vervollkommnet werden. Daß die Kamele allgemeines Wißtümliches bedeuten, erhellt aus anderen Stellen im Wort, wo sie genannt werden, wie bei Jes.30/6,7: "Prophetischer Spruch über die Tiere des Mittags; im Land der Angst und Drangsal, ein junger Löwe und ein alter Löwe von ihnen, eine Otter und ein fliegender Drache, sie tragen auf der Schulter der Eselein ihre Habe, und auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze, zum Volk die nichts nütze sind; und Ägypten werden eitel und fruchtlos helfen": Tiere des Mittags für diejenigen, die im Licht der Erkenntnisse oder in Erkenntnissen, aber im Leben des Bösen sind; tragen auf der Schulter der Eselein ihre Habe, für Erkenntnisse die ihr Vernünftiges hat. Daß das Eselein das vernünftig Wahre ist, sehe man Nr. 2781; auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze, für Erkenntnisse, die ihr Natürliches hat. Der Höcker der Kamele ist das Natürliche, die Kamele selbst allgemeines Wißtümliches, welches daselbst. Schätze sind Erkenntnisse, die sie für kostbar halten; Ägypten werden eitel und fruchtlos helfen, heißt die Wissenschaften seien ihnen von keinem Nutzen; daß Ägypten die Wissenschaft ist, sehe man Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588; daß die Kamele hier nicht Kamele sind, ist klar, denn es wird gesagt, ein junger Löwe und ein alter Löwe tragen auf dem Höcker der Kamele ihre Schätze. Jeder kann sehen, daß ein Geheimnis der Kirche dadurch bezeichnet wird. Jes.21/6,7,9: "Prophetischer Ausspruch über die Wüste des Meeres: so sprach der Herr, gehe, stelle einen Wächter, der, was er sehen wird, anzeige; und er sah einen Wagen, ein paar Reiter, den Wagen eines Esels, den Wagen eines Kamels, und er merkte eine Vermerkung; und er antwortete und sprach: gefallen, gefallen ist Babel": Wüste des Meeres für die Nutzlosigkeit der Wissenschaften, die keinen Nutzzweck haben; Wagen des Esels für die Anhäufung von besonderem Wißtümlichen; Wagen des Kamels für die Anhäufung von allgemeinem Wißtümlichem, welches im natürlichen Menschen; es sind die nutzlosen Vernunftschlüsse, die bei denen, die durch Babel bezeichnet werden, die so beschrieben werden. Jes.60/5,6: "Erweitern wird sich dein Herz, weil sich bekehren wird zu dir die Menge des Meeres, die Güter der Völkerschaften werden dir kommen; die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare Midians und Ephas, alle sie werden aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch bringen, und die Lobpreisungen (laudes) Jehovahs verkündigen": wo vom Herrn und von dem himmlisch und geistig Göttlichen in seinem Natürlichen. Die Menge des Meeres für die unermeßliche Fülle des natürlich Guten; die Menge der Kamele für den Überfluß an allgemeinem Wißtümlichen; Gold und Weihrauch für Gutes und Wahres, welches sind die Lobpreisungen Jehovahs; aus Scheba heißt aus Himmlischem der Liebe und des Glaubens; man sehe Nr. 113, 117, 1171. Daß "die Königin von Scheba zu Salomo gen Jerusalem kam mit sehr bedeutendem Gute, wobei die Kamele brachten Gewürze und sehr viel Gold und kostbares Gestein": 1.Kön.10/1,2, bildete die Weisheit und Einsicht vor, die dem Herrn zuteil wurde, Der im inneren Sinn dort ist Salomo; die Kamele, die Gewürze, Gold und kostbares Gestein brachten, sind das, was zur Weisheit und Einsicht im natürlichen Menschen gehört. Jerem.49/28,29,32: "Zu Arabia und den Königreichen Chazors, die Nebukadnezar der König Babels schlug; stehet auf und geht hinauf gen Arabia, und verwüstet die Söhne des Morgenlandes; sie werden ihre Zelte nehmen, ihre Teppiche und alle ihre Gefäße, und werden ihnen ihre Kamele wegnehmen; und es werden ihre Kamele zur Beute sein, und ich werde sie zerstreuen in allen Wind": Arabien und die Königreiche Chazors steht hier im entgegengesetzten Sinn für diejenigen, die in Erkenntnissen von himmlischen und geistigen Dingen, zu keinem anderen Nutzzweck, als um in ihrer eigenen Meinung und vor der Welt für weise und verständig zu gelten, die Kamele, welche ihnen werden genommen, zur Beute sein und in allen Wind werden zerstreut werden, sind im allgemeinen Wißtümliches und Erkenntnisse des Guten und Wahren, die ihnen auch wirklich werden genommen werden, im Leben des Leibes dadurch, daß sie das Gegenteil glauben, im anderen Leben ganz und gar. Sach.14/12,15: "Die Plage, womit Jehovah schlagen wird alle Völker, die wider Jerusalem streiten werden, so wird sein die Plage des Pferdes, des Maulesels, des Kamels und des Esels und alles Tiers": die Plage des Pferdes, des Maulesels, des Kamels, des Esels, für die Beraubung des Verständigen, das so in der Ordnung aufeinanderfolgt vom Vernünftigen zum Natürlichen; was das Pferd, sehe man Nr. 2761, 2762; was der Maulesel: Nr. 2781; was der Esel: Nr. 2781; des Kamels für allgemeines Wißtümliches im natürlichen Mensch. Die Pest in Ägypten, welche kam an "das Vieh, das auf dem Felde, und an die Pferde, an die Esel, an die Kamele, an das Rindvieh und an die Schafherde": 2. Mose 9/2,3, bedeutete gleiches. Aus diesem kann erhellen, daß durch die Kamele im inneren Sinn des Wortes allgemeines Wißtümliches bezeichnet wird, das dem natürlichen Menschen angehört. Allgemeines Wißtümliches ist, das mehreres Besondere und dieses wieder Einzelnes in sich begreift, und im allgemeinen den natürlichen Menschen in Ansehung seines verständigen Teils bilden. 3049. "Und alles Gut seines Herrn in seiner Hand", 1. Mose 24/10, daß dies dessen Gutes und Wahres bei ihm bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von allem Gut des Herrn, sofern es ist sowohl das Gute als das Wahre, denn das Wahre an sich ist gut, weil vom Guten; das Wahre ist die Form des Guten, d.h. wenn das Gute gebildet wird, daß es verständig begriffen werde, dann wird dasselbe wahr genannt; aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Kraft, wovon Nr. 878, somit was bei ihm. Das allgemeine Wißtümliche ist an sich nicht gut, auch nicht lebendig, sondern die Neigung dazu macht, daß es gut ist und lebt, denn alsdann ist es um des Nutzens willen. Niemand wird von etwas Wißtümlichem oder Wahrem angeregt, als wegen des Nutzens, der Nutzen macht es gut; aber wie der Nutzen, so ist das Gute beschaffen. 3050. "Und stund auf", 1. Mose 24/10, daß dies Erhebung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es eine Erhebung in sich schließt wo es genannt wird, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, hier daß das göttlich Wahre durch Wißtümliches geweiht werden sollte dem göttlich Guten es Vernünftigen. 3051. "Und ging gen Aram Naharaim", 1. Mose 24/10, daß dies die Erkenntnisse des Wahren daher bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Aram oder Syrien, sofern es sind die Erkenntnisse des Guten, wovon Nr. 1232, 1234; hingegen Aram Naharaim oder das Syrien der Flüsse bedeutet die Erkenntnisse des Wahren von Naharaim oder den Flüssen, weil die Flüsse die Einsicht bedeuten, die den Erkenntnissen des Wahren angehört, wie erhellen kann aus den Stellen, die aus dem Wort Nr. 108, 109, 2702 angeführt wurden und aus mehreren anderen, wovon aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo. 3052. "Zur Stadt des Nachor", 1. Mose 24/10, daß dies verwandte Lehren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre, wovon Nr. 402, 2449, und aus der vorbildlichen Bedeutung Nachors, sofern sie ist das Verwandte; denn Nachor war der Bruder Abrams, und von ihm stammte Bethuel und von diesem Rebecka. Das Wißtümliche und die Lehren sind voneinander darin unterschieden, daß aus Wißtümlichem die Lehren kommen, diese bezwecken einen Nutzen, und werden erworben durch Nachdenken aus Wißtümlichem. Sie heißen hier verwandt wegen ihrer Abstammung aus Göttlichem. 3053. Vers 11: Da ließ er die Kamele niederknien von außerhalb der Stadt beim Wasserbrunnen, zur Zeit des Abends, zur Zeit da ausgehen die Schöpfenden. "Da ließ er die Kamele niederknien" bedeutet eine heilige Anschickung (dispositionem) des allgemeinen Wißtümlichen; "von außerhalb der Stadt" bedeutet die Entfernung von den Lehren; "beim Wasserbrunnen" bedeutet zur Aufnahme der Glaubenswahrheiten; "zur Zeit des Abends" bedeutet den damaligen etwas dunklen Zustand; "zur Zeit da ausgehen die Schöpfenden" bedeutet den Zustand des Belehrtwerdens. 3054. "Da ließ er die Kamele niederknien", 1. Mose 24/11, daß dies eine heilige Anschickung (dispostionem) des allgemeinen Wißtümlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von niederknien lassen, sofern es ist sich anschicken zum Heiligen; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemeines Wißtümliches, wovon Nr. 3048. 3055. "Von außerhalb der Stadt", 1. Mose 24/11, daß dies die Entfernung von den Lehren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre, wovon Nr. 402, 2449; daß außerhalb derselben, ist außerhalb der Lehren, somit die Entfernung von denselben, ist klar. 3056. Daß "zur Zeit des Abends", 1. Mose 24/11, bedeutet den damaligen etwas dunklen Zustand, erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie ist Zustand, wovon Nr. 2625, 2788, 2837, und aus der Bedeutung des Abends, sofern er ist das Dunkle; denn der Abend bedeutet im Wort den Zustand, der vorausgeht dem letzten der aufhörenden Kirche, der Nacht genannt wird, und bedeutet auch den ersten Zustand der neuerstehenden Kirche, die Morgen genannt wird; man sehe Nr. 2323; in beiderlei Sinn ist es das Dunkle, das durch den Abend bezeichnet wird, hier aber das Dunkel, das dem Morgen vorausgeht. 3057. "Zur Zeit da ausgehen die Schöpfenden", 1. Mose 24/11, daß dies den Zustand des Belehrtwerdens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie ist Zustand, wovon Nr. 3056; und aus der Bedeutung der Schöpfenden, oder einer die schöpft, nämlich Wasser, sofern sie ist belehrt werden, wovon sogleich. Dieses was bis daher von Nr. 3054 an gesagt wurde, ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch das, was in diesem Vers historisch berichtet wird; was aber das einzelne in einer Reihenfolge in sich schließt, wird nicht leicht jemanden klar, wer nicht belehrt ist über den natürlichen Menschen und über das Wißtümliche und die Lehren, die bei ihm (sich finden), sodann wie die Wahrheiten von dort erhoben werden ins Vernünftige und vernünftig werden; und noch weniger, wenn er nicht weiß, wie beschaffen das Vernünftige ist im Verhältnis zum Natürlichen, oder wie beschaffen das was im Vernünftigen im Verhältnis zu dem was im Natürlichen. Was im Vernünftigen ist, erscheint auch nicht vor dem Menschen, solange er im Leibe lebt, denn das im Natürlichen Vorhandene ist es, was zur Wahrnehmung kommt, selten das was im Vernünftigen, außer durch eine Art von Licht, welches das was im Natürlichen ist, erleuchtet, oder wie eine einwirkende Tätigkeit, durch die das, was dem Denken angehört, in Ordnung gebracht wird, und wie ein Gefühl (perceptivum) der Sache, die das Gemüt betrachtet. Wenn dieses und noch mehreres nicht erkannt ist, kann das, was in diesem Vers vorkommt, nicht wohl faßlich erklärt werden; wie z.B daß eine heilige Anschickung des allgemeinen Wißtümlichen, und dann eine Entfernung von den Lehren erforderlich ist zur Aufnahme der Glaubenswahrheiten, und wenn dies, daß es ein dunkler Zustand ist, und daß ein solcher ist der Zustand des Belehrtwerdens. Gleichwohl darf mit wenigem gesagt werden, soweit es begreiflich ist, aber nur wie die Sache sich verhält beim Menschen, wenn derselbe vom Herrn gebessert wird, weil die Besserung des Menschen ein Abbild dessen ist, was beim Herrn (geschah) als Er in der Welt war, wie Nr. 3043 gesagt worden. Wenn der Mensch gebessert wird, dann wird, was in seinem natürlichen Menschen allgemein ist, vom Herrn zur Entsprechung dessen gebracht, was im Himmel ist. Was Entsprechung ist, und daß eine solche stattfindet zwischen Geistigem und Natürlichem, sehe man Nr. 2987, 2989, 2990, 2991, 3002. Das Allgemeine wird zuerst geordnet, damit demselben das Besondere allmählich vom Herrn eingeflößt werden kann und in dieses das Einzelne, denn wenn keine Ordnung des Allgemeinen ist, kann keine Ordnung des Besonderen da sein, weil diese in jenes eingeht und es bestärkt, noch weniger eine Ordnung des Einzelnen, weil dieses in das Besondere als in sein Allgemeines eingeht und es erleuchtet. Dies ist es, was verstanden wird unter der heiligen Anschickung des allgemeinen Wißtümlichen, und im inneren Sinn bezeichnet wird, dadurch, daß er die Kamele niederknien ließ; denn so unterwirft es sich zur Aufnahme des Einflusses. Wenn dieses so angeschickt wird, alsdann werden die Lehren entfernt, denn diese sind Erschließungen aus Wißtümlichem, denn es fließt durch das Vernünftige eine Art Einsprache ein, daß dieses wahr sei, dieses nicht wahr, aber so, daß es wahr sei, weil es übereinstimmt mit der Verfassung des Allgemeinen, nicht wahr, weil es nicht übereinstimmt. Einen anderen Einfluß in betreff der Wahrheiten gibt es nicht. Die Lehren sind zwar vorher da, aber sie sind keine Lehren, ehe sie geglaubt werden, es sind bloß Wissensgegenstände, daher wenn über sie gedacht wird, geschieht keine Schlußfolgerung aus ihnen, sondern aus anderen über sie. Dies ist es, was verstanden wird unter der Entfernung von den Lehren, und im inneren Sinn hier bezeichnet wird durch außerhalb der Stadt; aber dieser Zustand ist es, der ein dunkler Zustand heißt, und bezeichnet wird durch die Zeit des Abends. Wenn aber die Lehren bekräftigt sind, daß sie geglaubt werden, dann kommt der Morgen oder eine lichter Zustand. Das übrige, was in diesem Vers vorkommt, wird aus dem, was nun gesagt ist, klar. 3058. Daß "Wasser schöpfen", 1. Mose 24/11, bedeutet Belehrung, dann auch Erleuchtung dadurch, wie im Folgenden dieses Kapitels, kommt daher, weil die Wasser im inneren Sinn Glaubenswahrheiten bedeuten: Nr. 2702; somit ist Wasser schöpfen nichts anderes als in Glaubenswahrheiten belehrt und so erleuchtet werden; wie auch anderwärts im Wort, als bei Jes.12/3,4: "Schöpfen werdet ihr Wasser in Freuden aus den Quellen des Heils. An jenem Tage bekennet dem Jehovah": Wasser schöpfen für belehrt werden, verstehen und weise sein; Jes.21/14: "Dem Dürstenden bringet Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Thema": dem Durstigen Wasser entgegenbringen für belehren; Jes.41/17: "Die Elenden und Dürftigen suchen Wasser, und es sind keine da, ihre Zunge verschmachtet vor Durst": Wasser suchen für Verlangen in den Wahrheiten belehrt zu werden, weil keine da sind und weil sie bei niemand zu finden. Außerdem wurden durch Wasserschöpfende in der jüdischen Kirche diejenigen vorgebildet, die immerfort Wahrheiten zu wissen begehren, aber um keines anderen Zweckes willen, als eben zu wissen, ohne sich um den Nutzen daraus zu bekümmern; solche wurden unter die Geringsten gezählt; die Gibeoniter bildeten sie vor, von denen Jos.9/21,23,27. 3059. Vers 12-14: Und sprach: Jehovah, Gott meines Herrn Abraham, laß doch begegnen vor mir heute, und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham. Siehe, ich stehe oben an dem Wasserquell, und die Töchter der Männer der Stadt gehen aus, Wasser zu schöpfen. Und es sei das Mädchen, zu dem ich sage, neige doch deinen Krug, daß ich trinke, und sie sagt, trinke und auch deine Kamele will ich tränken, dieselbe hast du bestimmt deinem Knecht Jischak; und daran will ich erkennen, daß du Barmherzigkeit getan hast an meinem Herrn. "Und sprach" bedeutet Gemeinschaft; "Jehovah, Gott meines Herrn Abraham" bedeutet des Göttlichen Selbst, das der Vater mit dem Göttlich-Menschlichen, das der Sohn; "laß doch begegnen vor mir heute" bedeutet die Vorsehung von Ewigkeit; "und tue Barmherzigkeit" bedeutet den Einfluß der Liebe; "an meinem Herrn Abraham" bedeutet das Göttlich-Menschliche; "siehe, ich stehe oben an dem Wasserquell" bedeutet den Zustand der Verbindung des göttlich Wahren mit dem Menschlichen; "und die Töchter der Männer der Stadt gehen aus, Wasser zu schöpfen" bedeutet die Neigungen zum Wahren und durch sie Belehrung; "und es sei das Mädchen, zu dem ich sage" bedeutet die Neigung, in der Unschuld; "neige doch deinen Krug" bedeutet die Unterwerfung des Wißtümlichen; "daß ich trinke" bedeutet die Belehrung im Wahren infolge davon; "und sie sagt: trinke" bedeutet die Erwiderung zu ihm; "und auch deine Kamele will ich tränken" bedeutet die Erleuchtung alles Wißtümlichen in natürlichen Menschen dadurch; "dieselbe hast du bestimmt deinem Knecht Jischak" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Vernünftigen; "und daran will ich erkennen, daß du Barmherzigkeit getan hast an meinem Herrn" bedeutet, daß aus göttlicher Liebe eine Ehe. 3060. Daß "und sprach", 1. Mose 24/12, die Gemeinschaft bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Sprechens in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden und wollen, wovon früher öfters; und weil dies, bedeutet es auch Gemeinschaft haben, denn aus dem Innewerden und Wollen kommt die Gemeinschaft. 3061. "Jehovah, Gott meines Herrn Abraham", 1. Mose 24/12, daß dies bedeutet des Göttlichen Selbst, das der Vater, mit dem Göttlich-Menschlichen, das der Sohn, nämlich Gemeinschaft, erhellt aus demjenigen, was oben einige Male gesagt und gezeigt wurde, nämlich daß Jehovah Gott sei, das eigentlich Göttliche des Herrn, das Vater genannt wird, und daß durch Abraham vorgebildet werde sein Göttlich-Menschliches: Nr. 2833, 2836. Daß Jehovah im Wort des Alten Testaments der Herr selbst sei, sehe man Nr. 1736, 1815, 2921; daß die Älteste Kirche, die vor der Sündflut war, und die Alte Kirche, die nach der Sündflut, unter Jehovah keinen anderen verstanden haben, als den Herrn: Nr. 1343, 1676, 1990, 2016, 3035. Daß im Herrn ein Dreifaltiges sei, das Göttliche Selbst, das Göttlich-Menschliche, das göttlich ausgehende Heilige, und daß diese eins : Nr. 1999, 2149, 2156, 2288, 2329, 2447. Daß das ganze Dreifaltige im Herrn sei Jehovah: Nr. 2156, 2329; und alles und jedes im Herrn sei Jehovah: Nr. 1902, 1921. Daß der Herr eins sei mit dem Vater, und daß kein anderer unter dem Vater im Himmel verstanden werde: Nr. 14, 15, 1725, 1729, 1733, 1815, 2005, 2018, 2025, 2803, 3038. Daß der Herr sei der gesamte Himmel, weil alles (omne) dort; daß von Ihm das Ganze der Unschuld, des Friedens, der Liebe, der Liebtätigkeit, der Barmherzigkeit, der ehelichen Liebe, alles Gute und Wahre, daß von Ihm Moses und die Propheten, somit das Wort im einzelnen (handle); daß Ihn alle Gebräuche der Kirche vorgebildet haben: Nr. 2751. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Sohn heiße: Nr. 2628. Daß das Göttlich-Menschliche des Herrn, von seinem göttlichen Wesen, welches Jehovah, nicht nur empfangen, sondern auch geboren sei: Nr. 2798, und daß so der Herr in Ansehung des Menschlichen Jehovah geworden, und das Leben von Sich: Nr. 1603, 1737. Daß der Herr von Ewigkeit her gewesen ist, erhellt augenscheinlich aus dem Wort, man sehe Nr. 2803, obwohl Er hernach in der Zeit geboren wurde; denn Er redete durch Mose und die Propheten. Er war auch vielen erschienen, und daß es Jehovah gewesen, wird dort gesagt. Aber dieses große Geheimnis kann niemand geoffenbart sein als denen, die im göttlichen Innewerden sind, somit kaum anderen als dem Menschen der Ältesten Kirche, der ein himmlischer und in jenem Innewerden war; von ihnen habe ich gehört, daß Jehovah selbst gewesen sei der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, als Er in den Himmel hernieder kam, und durch den Himmel einfloß, denn der Himmel stellt einen Menschen nach allen seinen Gliedern dar, daher er auch genannt wird der Größte Mensch: Nr. 684, 1276, 2996, 2998, 3021, das Göttliche Selbst im Himmel, oder im Größten Menschen war das Göttlich-Menschliche und ist Jehovah selbst so bekleidet mit dem Menschlichen gewesen. Da aber das Menschengeschlecht so geartet wurde, daß das Göttliche Selbst, so als ein Göttlich-Menschliches bekleidet, jenes nicht mehr anregen, d.h. da Jehovah nicht mehr zum Menschen kommen konnte, weil er sich so weit entfernte, dann kam Jehovah, Welcher ist der Herr in Ansehung des göttlichen Wesens, hernieder, und nahm das Menschliche an, das durch die Empfängnis göttlich, und durch die Geburt von einer Jungfrau beschaffen war wie das eines anderen Menschen, aber dieses trieb Er aus, und machte durch göttliche Mittel das geborene Menschliche zu einem Göttlichen, von dem alles Heilige ausgeht. So ist das Göttlich-Menschliche geworden (existitit) ein Wesen für sich, das den gesamten Himmel erfüllt, und macht, daß selig werden, die vorher nicht selig gemacht werden konnten. Dieser nun ist der Herr, Der in Ansehung des Göttlich-Menschlichen allein Mensch ist, und dem der Mensch es zu verdanken hat, daß er Mensch: Nr. 49, 288, 477, 565, 1894. HG 3062 3062. "Laß doch begegnen vor mir heute", 1. Mose 24/12, daß dies die Vorsehung von Ewigkeit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von laß begegnen, sofern es ist vorsehen; und aus der Bedeutung von heute, sofern es ist von Ewigkeit, wovon Nr. 2838; und überdies ist klar, daß es eine Sache der Vorsehung ist, um die es sich hier handelt, und die der Gegenstand des Gebetes ist. 3063. "Und tue Barmherzigkeit", 1. Mose 24/12, daß dies der Einfluß der Liebe ist, erhellt aus dem Wesen der Barmherzigkeit, sofern sie ist Liebe. Die Liebe selbst verwandelt sich in Barmherzigkeit und wird Barmherzigkeit, wenn aus Liebe oder Liebtätigkeit jemand, der Hilfe bedarf, angesehen wird. Daher ist Barmherzigkeit die Wirkung der Liebe gegen Bedürftige und Elende. Hier aber wird unter Barmherzigkeit im inneren Sinn verstanden Liebe und unter Barmherzigkeit tun den Einfluß der Liebe, weil aus dem eigentlich Göttlichen des Herrn in sein Göttlich-Menschliches, denn die göttliche Liebe, die der Herr hatte, ist es, durch die Er Sein Menschliches göttlich machte, denn die Liebe ist das eigentliche Sein des Lebens. Jedoch göttliche Liebe hat niemand als der Herr. Man sehe, was über die göttliche Liebe früher gesagt wurde: daß nämlich das Leben des Herrn Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht gewesen sei: Nr. 2253; und Er aus ihr gekämpft habe: Nr. 1690, 1789, 1812, 1813, 1820; daß sie über alles Verständnis hinausgehe: Nr. 1799; 2077; daß der Herr die göttliche Liebe selbst sei: Nr. 2500, 2077, 2572; daß Jehovah Liebe sei: Nr. 1735; daß nichts lebe als die Liebe: Nr. 1589; daß wer gegenseitige Liebe, des Herrn Leben habe: Nr. 1799, 1802, 1803; daß die Liebe und die Liebtätigkeit das eigentlich Himmlische sei: Nr. 1419, 1824. 3064. "An meinem Herrn Abraham", 1. Mose 24/12, daß dies das Göttlich-Menschliche bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams hier, sofern er ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, wovon Nr. 2833, 2836. 3065. "Siehe, ich stehe oben an dem Wasserquell", 1. Mose 24/13, daß dies den Zustand der Verbindung des göttlich Wahren im Menschlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Quells, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 2702. Hier das göttlich Wahre, weil vom Herrn die Rede ist. Der eigentliche Zustand der Verbindung wird bezeichnet durch stehen oben an dem Quell. Daß diese Verbindung im Menschlichen (ist), wird aus dem Zusammenhang klar. 3066. "Und die Töchter der Männer der Stadt gehen aus, Wasser zu schöpfen", 1. Mose 24/13, daß dies die Neigungen zum Wahren und durch sie Belehrung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern es sind Neigungen, wovon Nr. 489, 490, 491, 2362; aus der Bedeutung der Männer der Stadt, sofern sie sind Wahres, die Einwohner einer Stadt heißen im Wort bald Männer der Stadt, bald Bewohner der Stadt. Wenn Männer der Stadt: wird Wahres bezeichnet, wenn Bewohner: wird Gutes bezeichnet. Was Männer sind, sehe man Nr. 265, 749, 915, 1007, 2517; was Bewohner: Nr. 2268, 2451, 2712; was Stadt: Nr. 402, 2450, 2943; und aus der Bedeutung von Wasser schöpfen, sofern es ist belehrt werden, wovon Nr. 3058. Hieraus wird klar, daß durch die Töchter der Männer der Stadt, die ausgehen Wasser zu schöpfen, bezeichnet werden die Neigungen zum Wahren, und durch sie Belehrung. Durch Wahres wird man keineswegs belehrt, sondern durch die Neigungen zum Wahren, denn Wahres ohne Neigung gelangt zwar an das Ohr wie ein Schall, aber geht nicht ins Gedächtnis ein. Was bewirkt, daß es ins Gedächtnis eingeht und in ihm haftet, ist die Neigung, denn das Gute der Neigung ist wie der Boden, in den Wahrheiten wie Samen hineingesät werden. Aber wie der Boden, d.h. wie die Neigung, so beschaffen ist die Frucht von dem Eingesäten (inseminati productio). Der Zweck oder Nutzen zeigt an, wie beschaffen der Boden oder wie beschaffen die Neigung, somit wie beschaffen die Frucht von dem Eingesäten; oder wenn man lieber will, die eigentliche Liebe zeigt es an, denn die Liebe ist für alles Zweck und Nutzen, denn nichts hat man zum Zweck und zum Nutzen, als was man liebt. 3067. "Und es sei das Mädchen, zu dem ich sage", 1. Mose 24/14, daß dies bedeutet die Neigung in der Unschuld, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens. Im Wort werden die Neigungen zum Guten und Wahren genannt Kinder, Mädchen, Jungfräulein und Töchter, aber überall mit Unterschied in Ansehung des Zustandes. Wenn Tochter gesagt wird, so wird die Neigung im allgemeinen bezeichnet; wenn aber Jungfräulein, wird bezeichnet die Neigung, in der Liebtätigkeit; hingegen wenn Mädchen, wird bezeichnet die Neigung in der Unschuld, darum, weil das Mädchenalter am nächsten ist dem Alter der Kindheit, welche ist Unschuld im inneren Sinn, ebenso wie Knabe oder Knäblein, durch den ein Zustand, in welchem Unschuld bezeichnet wird, man sehe Nr. 430. 3068. "Neige doch deinen Krug", 1. Mose 24/14, daß dies die Unterwerfung des Wißtümlichen bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von neigen, sofern es ist unterwerfen; und aus der Bedeutung des Kruges, sofern er ist Wißtümliches. Daß der Wasserkrug oder Krug ist Wißtümliches, kommt daher, weil das Wasser das Wahre bedeutet: Nr. 680, 739, 2702, und der Krug ist das Gefäß, in dem das Wasser ist, wie das Wißtümliche das Gefäß ist, in dem das Wahre, denn jedes Wißtümliche ist ein Gefäß des Wahren und jedes Wahre ist ein Gefäß des Guten. Das Wißtümliche ohne das Wahre ist ein leeres Gefäß, ebenso das Wahre ohne das Gute. Hingegen das Wißtümliche, in dem das Wahre, und das Wahre, in dem das Gute, ist ein volles Gefäß. Die Neigung, die der Liebe angehört, ist es, was verbindet, so daß es ordnungsgemäß darinnen ist, denn die Liebe ist eine geistige Verbindung. 3069. "Daß ich trinke", 1. Mose 24/14, daß dies die Belehrung im Wahren infolge davon bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von trinken, sofern es ist belehrt werden. Im Wort liest man hie und da Trinken, und wo von Gutem und Wahrem des Glaubens gehandelt wird, da bedeutet es, darin belehrt werden und es aufnehmen, wie bei Jes.24/7,9: "Trauern wird der Most, es verschmachtet der Weinstock, seufzen werden alle, die sich von Herzen freuen, beim Gesang werden sie nicht trinken Wein, bitter wird sein das Getränk denen, die es trinken": beim Gesang keinen Wein trinken, für nicht aus Neigung zum Wahren belehrt werden, und daran sich ergötzen; bitter das Getränk denen, die es trinken, für Widerwillen. Jes.29/8: "Es wird sein, wie wenn träumet der Dürstende, und siehe, er trinkt, und wacht auf, und siehe, er ist matt und seine Seele begehrend": der Dürstende, für der da wünscht belehrt zu werden; trinken für belehrt werden, aber in Unnützem. Jerem.Klagel.5/4: "Unsere Wasser trinken wir um Silber, unser Holz kommt um einen Kaufpreis": Wasser trinken um Silber, für nicht unentgeltlich belehrt werden, sodann sich selber das Wahre zuschreiben; daß es unentgeltlich gegeben werde, daß es also nicht von ihnen, sondern vom Herrn, steht bei Jes.55/1: "Jeder, der dürstet, geht zu den Wassern, und wer kein Silber hat, gehet, kaufet. Joh.7/37,38: "Jesus sprach: Wer da dürstet, komme zu Mir und trinke; jeder, der glaubt an Mich, Ströme werden aus seinem Leibe fließen lebendigen Wassers": wo durch trinken bezeichnet wird belehrt werden und aufnehmen. Luk.13/26,27: "Sie werden sagen; wir haben gegessen vor Dir, und getrunken, und auf unseren Gassen hast Du gelehrt; aber der Herr sagt, Ich kenne euch nicht, woher ihr seid, gehet weg von Mir all ihr Täter des Unrechts": wo essen und trinken vor dem Herrn, für lehren und predigen das Gute und Wahre des Glaubens aus den Erkenntnissen, die aus dem Wort, was bezeichnet wird durch: auf unseren Gassen hast Du gelehrt; weil aber aus sich, um ihrer Ehre und ihres Einkommens willen, somit aus keiner Neigung zum Guten und Wahren, sie also zwar in den Erkenntnissen des Wahren, aber im Leben des Bösen, wird gesagt: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid, gehet weg alle Täter des Unrechts. Joh.22/30: "Jesus zu den Jüngern: auf daß ihr esset und trinket auf Meinem Tisch in Meinem Reich": daß sie im Reich des Herrn nicht essen und trinken, auch kein Tisch dort, leuchtet jedem ein, somit daß etwas anderes durch "essen und trinken auf dem Tisch des Herrn in Seinem Reich" bezeichnet wird, nämlich genießen das Innewerden des Guten und Wahren. So auch, was der Herr sagt bei Matth.26/28,29: "Ich sage euch, daß Ich nicht trinken werde von nun an von diesem Gewächs des Weinstocks, bis zu jenem Tag, so Ich es trinke mit euch im Reich Meines Vaters": trinken für lebhaftig belehren über Wahres, und das Innewerden des Guten und Wahren geben. Was der Herr gesagt hat Matth.26/25,31; Luk.12/29: "Ihr sollt nicht ängstlich sorgen für eure Seele, was ihr essen oder trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet": ist Bezeichnung für Geistiges, daß alles zum Glauben Gehörige in Ansehung des Guten und Wahren vom Herrn gegeben werde. Joh.4/7-14: "Jesus zum samaritischen Weib: Jeder, der trinkt von diesem Wasser, wird wiederum dürsten; wer aber trinkt von dem Wasser, das Ich geben werde, wird nicht dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm werden ein Quell des Wassers, das springt ins ewige Leben": trinken offenbar für belehrt werden in Gutem und Wahrem und es annehmen. 3070. "Und sie sagt trinke", 1. Mose 24/14, daß dies die Erwiderung zu ihm, erhellt daraus, daß es die Antwort und die Bejahung, folglich die Erwiderung. 3071. "Und auch deine Kamele will ich tränken", 1. Mose 24/14, daß dies die Erleuchtung alles Wißtümlichen im natürlichen Menschen infolge davon bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemeines Wißtümliches, somit im allgemeinen oder alles, wovon Nr. 3048; und aus der Bedeutung von tränken, sofern es ist erleuchten. Daß Wasserschöpfen ist belehren, wurde Nr. 3058 gezeigt, somit ist tränken erleuchten; denn die Erleuchtung kommt von der Belehrung. 3072. "Dieselbe hast du bestimmt deinem Knecht Jischak", 1. Mose 24/14, daß dies die Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten im Vernünftigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von bestimmen, nämlich zum Weibe, sofern es ist verbinden durch den Ehebund; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Gute des Vernünftigen, wovon Nr. 3024. Daß dieselbe oder Rebecka vorbildet das göttlich Wahre, das verbunden werden soll dem göttlich Guten des Vernünftigen, wurde oben hie und da gesagt, und wird aus dem einzelnen im inneren Sinn in diesem Kapitel klar. 3073. Daß "daran will ich erkennen, daß Du Barmherzigkeit getan hast an meinem Herrn", 1. Mose 24/14, bedeutet, daß aus göttlicher Liebe eine Ehe, erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, sofern sie hier im inneren Sinn ist göttliche Liebe, wovon Nr. 3063; und weil von der Verlobung der Rebecka mit Jischak, d.h. von der Verbindung des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten des Vernünftigen gehandelt wird, so wird durch Barmherzigkeit tun an meinem Herrn nichts anderes bezeichnet als eine Ehe, somit eine Ehe aus göttlicher Liebe. Dies ist auch der Schluß und der Zweck seiner Bitte. 3074. Was in diesen drei Versen im inneren Sinn enthalten ist, kann einigermaßen aus der Erklärung ersehen werden. Weil es aber zerstreut ist, so kann nicht zur Erscheinung kommen, was es im Zusammenhang in sich schließt, wenn es nicht in eine einzige Vorstellung zusammengefaßt und so betrachtet wird; dann muß man aber den Blick vom Buchstabensinn entfernt halten, denn solange er daran haftet, wird nicht nur die Vorstellung getrübt, sondern es wird auch das Gemüt im Zweifel erhalten, und je wie im Zweifel in dem Maß wird es verfinstert. Beschrieben wird hier in der Hauptsache der Gang, wie durch Wißtümliches das Wahre zur Erscheinung kommt, und dieses von jenem aus dem natürlichen Menschen erhoben wird in den Vernünftigen, und vernünftig wahr, im Herrn göttlich wird; daß es nämlich geschehen ist durch den Einfluß der göttlichen Liebe ins Menschliche, aus dem die Neigung zum Wahren, in der Unschuld. Infolge dieses Einflusses wurde das Wißtümliche, das im natürlichen Menschen, erleuchtet, und es wurden offenbar die Wahrheiten, die ins Vernünftige erhoben und dem Guten der göttlichen Liebe dort verbunden werden sollten. Eben dieses wird im Folgenden noch mehr besonders beschrieben. Wer aber nicht weiß, daß durch den Einfluß der Liebe, und folglich der Neigung, in der Unschuld, alles und jedes geordnet wird, auch im natürlichen Menschen, kann von dem, was oben und hier gesagt wurde, eben nur eine sehr dunkle Vorstellung, wenn überhaupt eine, haben. 3075. Vers 15,16: Und es geschah, kaum hatte er ausgeredet, siehe, da kommt Rebecka heraus, die geboren war Bethuel, dem Sohne der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams, und ihr Krug auf ihrer Schulter. Und das Mädchen, von sehr gutem Ansehen, eine Jungfrau, und ein Mann hatte sie nicht erkannt, und sie stieg hinab zum Quell, und füllte ihren Krug und stieg herauf. "Und es geschah, kaum hatte er ausgeredet" bedeutet die Verwirklichung des Wunsches; "siehe, da kommt Rebecka heraus" bedeutet die Neigung zum Wahren aus den Lehren, "die geboren war Bethuel dem Sohne der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams" bedeutet den ganzen Ursprung jener Neigungen; "und ihr Krug auf ihrer Schulter" bedeutet die Annahme des Wahren und das Bestreben; "und das Mädchen, von sehr gutem Ansehen" bedeutet die Schönheit der Neigung zum Wahren; "eine Jungfrau, und ein Mann hatte sie nicht erkannt" bedeutet rein von allem Falschen; "und sie stieg hinab zum Quell" bedeutet das göttlich Wahre; "und füllte ihren Krug" bedeutet die Aufnahmegefäße; "und stieg herauf" bedeutet die Erhebung. 3076. "Und es geschah, kaum hatte er ausgeredet", 1. Mose 24/15, daß dies die Verwirklichung des Wunsches bedeutet, erhellt aus dem, was unmittelbar folgt, daß nämlich alles und jedes so geschehen sei, wie er betete, oder sich verwirklicht habe, wie er wollte. Daß reden bedeutet wollen, sehe man Nr. 2626, 3037. 3077. "Siehe, da kommt Rebecka heraus", 1. Mose 24/15, bedeutet die Neigung zum Wahren aus den Lehren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre, das verbunden werden soll dem göttlich Guten des Vernünftigen. Hier aber ehe sie verlobt war, nimmt sie die vorbildliche Bedeutung der Neigung zum Wahren aus den Lehren an, denn hieraus kommt das Wahre, denn das Wahre ist nicht wahr, wenn es kein Leben hat. Leben ist für dasselbe die Neigung, die der Liebe angehört. Daß Rebecka vorbildet das göttlich Wahre, das verbunden werden soll dem göttlich Guten des Vernünftigen, erhellt aus dem einzelnen in diesem Kapitel im inneren Sinn, sodann daraus, daß Jischak das göttlich Vernünftige des Herrn vorbildet: Nr. 1893, 2066, 2083, 2630; somit bildet Rebecka, die dem Jischak zur Gattin wurde, dasjenige im Vernünftigen vor, was verbunden ist, wie die Gattin dem Ehemann, und daß dieses das göttlich Wahre ist, kann einleuchten; denn in gleicher Weise bildete Abraham das eigentlich göttlich Gute vor, und Sarah, seine Gattin, das eigentlich göttlich Wahre als verbunden dem göttlich Guten: Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2904; Jischak und Rebecka ebenso, aber im Göttlich-Menschlichen des Herrn, nämlich Seinem Vernünftigen. Im allgemeinen wird durch den Ehemann im Wort bezeichnet das Gute, und durch die Gattin dessen Wahres: Nr. 1468, 2517; denn das Wesen jeder Ehe, d.h. die eheliche Liebe, (kommt) aus der göttlichen Ehe des Guten und Wahren, sowie des Wahren und Guten im Herrn: Nr. 2508, 2618, 2728, 2729, 2803. Daß die Neigung zum Wahren aus den Lehren ist, geht daraus hervor, daß gesagt wird, sie sei ausgegangen, nämlich aus der Stadt, und daß durch die Stadt Lehren bezeichnet werden, sehe man Nr. 402, 2451; denn die Wahrheiten sind aus den Lehren. 3078. Daß "die geboren war Bethuel, dem Sohn der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams", 1. Mose 24/15, bedeutet den ganzen Ursprung jener Neigung, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels, dann der Milkah und des Nachor, wie auch des Abraham. Was ein jeder insbesondere vorbildet, kann nicht faßlich erklärt und dargestellt werden, aus dem Grund, weil die erste Neigung zum Wahren zwar seinen Ursprung genommen hat aus dem vom Herrn im natürlichen Menschen erworbenen Göttlichen, Nr. 3019; aber doch war Mütterliches dabei, das nicht augenblicklich getrennt werden konnte, aus dem auch die Neigung stammte. Die Beschaffenheit jener Neigung in ihrem Ursprung wird im inneren Sinn beschrieben durch die Worte: "sie ward geboren dem Bethuel, dem Sohn der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams". Obwohl jede Neigung als etwas Einfaches und wie Einziges erscheint, so enthält sie dennoch so unzählig vieles in sich, daß es mit keinerlei Vorstellung begriffen, noch weniger beschrieben werden kann; denn in einer jeden Neigung ist das ganze Leben des Menschen, das von seiner Kindheit an bis zu der Alterszeit, in der er steht wenn in der Neigung, erworben worden ist, ja noch mehreres, was er nämlich von Vater und Mutter, und von den Groß- und Urgroßeltern, durch Geburt ererbt hat; denn die Neigung ist der ganze Mensch, so wie er ist. Im anderen Leben stellt sich durch die Offenbarung der Neigung zuweilen sichtbar dar, wie viel einer in sich hat von der Selbstliebe, und wie viel von der Weltliebe, wie viel von der Liebe zu Grundsätzen, wie beschaffen der Zweck und der Nutzbrauch; dann wie viel von der Liebe zum Guten und Wahren, und wie beschaffen jenes Gute und Wahre, wie auch in welcher Stellung es sich befindet, nämlich ob verbunden, annähernd oder getrennt, somit wie weit es von der himmlischen Ordnung abweicht, oder wie weit es mit ihr übereinstimmt. Dies alles (zeigt sich) durch die Offenbarung der Neigung, weil die Neigung der ganze Mensch ist. Daß dieses so ist, erscheint dem Menschen unglaublich, ist aber dennoch wahr. 3079. "Und ihr Krug auf ihrer Schulter", 1. Mose 24/15, daß dies die Annahme des Wahren und das Bestreben bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Kruges, sofern er ist das Wißtümliche, somit das Aufnahmegefäß des Wahren, wovon Nr. 3068; und aus der Bedeutung der Schulter, sofern sie ist alle Macht, somit das Bestreben, wovon Nr. 1085. Daß die Krüge oder Wassergefäße, dann die Gefäße im allgemeinen im inneren Sinn dasjenige bezeichnen, was zur Aufnahme dient, wie das Wißtümliche und die Erkenntnisse für Wahres, und die Wahrheiten selbst für das Gute, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Die Gefäße des Tempels und des Altares haben auch nichts anderes bedeutet, und weil sie solches bedeuten, waren sie auch heilig; nicht anderswoher kam ihnen Heiligkeit. Daher geschah es, Dan.5/2f, daß als: "Belschazar mit den Vornehmen und Weibern Wein trank aus den goldenen und silbernen Gefäßen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel Jerusalems fortgenommen hatte, und sie die Götter von Gold, Silber, Erz, Eisen, Holz, Stein lobten, alsdann eine Schrift an der Wand seines Palastes zum Vorschein kam": goldene und silberne Gefäße für die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die entweiht wurden, denn die Chaldäer sind es, die in Erkenntnissen, die aber entweiht worden sind, durch Falsches das darinnen: Nr. 1368, so daß die Erkenntnisse ihnen zur Verehrung der goldenen und silbernen Götter dienen, denn Belschazar wird der Chaldäische König genannt: Dan.5/30. Daß die Gefäße Äußeres des Geistigen bedeuten, wird auch aus anderen Stellen im Wort klar, z.B.: Jes.66/20: "Gleichwie die Söhne Israels eine Gabe in reinem Gefäß bringen ins Haus Jehovahs": wo vom Reich des Herrn. Gabe in reinem Gefäß ist Darstellungsbild des äußeren Menschen im Verhältnis zum inwendigen. Der die Gabe bringt ist der inwendige, das reine Gefäß ist der äußere als übereinstimmend; somit was im äußeren, welches sind Wißtümliches, Erkenntnisse, Lehren. Jerem.14/2,3: "Das Geschrei Jerusalems ist aufgestiegen, und die Großen schickten die Kleinen zu den Wassern, sie kamen zu den Gräben, sie fanden kein Wasser, sie kamen zurück mit ihren leeren Gefäßen, wurden zuschanden": leere Gefäße für Erkenntnisse, darin kein Wahres, und auch Wahres, worin kein Gutes. Jerem.51/34: "Gefressen hat mich, verwirrt hat mich Nebukadnezar, der König Babels, hingestellt hat er mich, ein leeres Gefäß": leeres Gefäß für das gleiche. Daß Babel es ist, was verwüstet, sehe man Nr. 1327. 4. Mose 24/6,7: "Wie Täler gepflanzet werden, wie Gärten am Fluß, ausfließen werden Wasser aus den Eimern, und sein Same bei vielen Wassern": Bileams Spruch über Jakob und Israel. Wasser werden aus den Eimern fließen für Wahres aus Erkenntnissen. Im Gleichnis von den zehn Jungfrauen, von denen fünf Öl in ihren Gefäßen mit den Lampen nahmen, die törichten aber nicht: Matth.25/4, werden durch die Jungfrauen bezeichnet Neigungen. Daß die Klugen Öl in ihren Gefäßen nahmen heißt, Gutes in Wahrem, somit Liebtätigkeit im Glauben. Daß Öl das Gute ist, sehe man Nr. 886, Lampen für das Wahre. 3080. "Und das Mädchen, von sehr gutem Ansehen", 1. Mose 24/16, daß dies die Schönheit der Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens, sofern sie ist die Neigung, in der Unschuld, wovon Nr. 3067; daß "von sehr gutem Ansehen" bedeutet die Schönheit, hier der Neigung zum Wahren, weil Mädchen gesagt wird, kommt daher, weil alle Schönheit aus dem Guten, worin das Unschuldige. Eben das Gute, wenn es aus dem inwendigen Menschen einfließt in den äußeren, macht schön; alles menschlich Schöne kommt daher. Dies kann auch daraus erhellen, daß nicht wohl jemand durch ein Angesicht angeregt wird, sondern durch die Neigung, die aus dem Angesicht hervorleuchtet; und daß diejenigen, die im Guten sind, durch die dort sich äußernde Neigung zum Guten angeregt werden, und zwar in dem Maß als Unschuld im Guten ist. Somit ist das Geistige im Natürlichen, was anregt, nicht aber das Natürliche ohne das Geistige; ebenso werden die, welche im Guten sind, von den Kindern, die ihnen in dem Maß als schön erscheinen, als und sofern die Unschuld der Liebtätigkeit ist im Angesicht, Gebärde, Rede. Daß Güte und Liebtätigkeit es ist, was das Schöne bildet und macht, sehe man Nr. 553. Daher nun kommt es, daß "das Mädchen von sehr gutem Ansehen" bedeutet die Schönheit der Neigung zum Wahren, in dem das Gute. 3081. "Eine Jungfrau und ein Mann hatte sie nicht erkannt", 1. Mose 24/16, daß dies bedeutet rein von allem Falschen, erhellt aus der Bedeutung der Jungfrau. Die Jungfrau wird im Wort hie und da genannt, und es wird dort durch die Jungfrau bezeichnet das Reich des Herrn, dann auch die Kirche, und daher ein jeder, der ein Reich des Herrn ist oder der eine Kirche ist, und zwar wegen der ehelichen Liebe, die in keuschen Jungfrauen ist. Die eheliche Liebe im geistigen Sinn ist die Neigung zum Guten im Wahren, und die Neigung zum Wahren aus dem Guten, aus deren gleichsam ehelichen Verbindung die eheliche Liebe stammt, man sehe Nr. 2508, 2618, 2727, 2728, 2729; weil diese bei der Jungfrau wahrgenommen wird, so heißt das Reich des Herrn, das auch mit einer Ehe verglichen und eine Ehe genannt wird, eine Jungfrau. Daß "ein Mann hatte sie nicht erkannt" bedeutet rein von allem Falschen, ist, weil durch Mann im Wort nicht nur bezeichnet wird das vernünftig Wahre, sondern auch im entgegengesetzten Sinn das Falsche, man sehe Nr. 265, 749, 1007; somit erkannt werden von einem Mann, heißt durch das Falsche befleckt werden; und nicht erkannt werden von einem Mann, heißt rein sein vom Falschen. Unter Mann wird hier nicht der Ehemann verstanden. Daß durch Jungfrau im Wort bezeichnet werden diejenigen, die im Reich des Herrn, oder was das gleiche, diejenigen in denen das Reich des Herrn erhellt bei Joh.Offenb.14/4,5: "Diese (die 144.000 oder die im Reich des Herrn) sind es, die mit Weibern nicht verunreinigt sind, denn sie sind Jungfrauen; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es geht, denn sie sind unbefleckt vor dem Thron Gottes": offenbar werden diejenigen Jungfrauen genannt, die dem Lamm folgen, d.h., die im Reich des Herrn, und sofern sie unbefleckt sind. Im eigentlichen Sinn sind Jungfrauen die, welche in der Liebe zum Herrn sind, d.h. himmlisch, somit die in der Neigung zum Guten. Es werden auch Jungfrauen genannt die, welche in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, d.h. geistig, somit die in der Neigung zum Wahren sind, wie aus Stellen im Wort erhellen kann: Jes.37/22: "Verachtet hat dich, verspottet dich, die Jungfrau Tochter Zions, dir nach hat den Kopf geschüttelt die Tochter Jerusalems": zum König von Aschur. Die Jungfrau Tochter Zions für die himmlische Kirche, die Tochter Jerusalems für die geistige Kirche. Jerem.31/4,12,13: "Noch will ich dich bauen und du wirst gebauet werden, Jungfrau Israels, noch wirst du schmücken deine Pauken, und wirst ausgehen in den Reigen der Spielenden; es wird ihre Seele werden wie ein gewässerter Garten, und werden nicht mehr bekümmert sein. Dann wird sich freuen die Jungfrau im Reigen, und die Jünglinge und Greisen miteinander": Jungfrau Israels für die geistige Kirche; die Neigung zum Wahren aus dem Guten bei ihr wird hier und anderwärts beschrieben durch Pauken und Reigen. Jerem.Klagel.1/4,15,18: "Die Wege Zions trauern, ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind traurig. Die Kelter hat der Herr getreten der Jungfrau Tochter Jehudahs. Sehet meinen Schmerz, meine Jungfrauen und meine Jünglinge sind in die Gefangenschaft gegangen": Jungfrauen für Neigungen zum Guten und Wahren. Jerem.Klagel.5/11: "Die Weiber in Zion sind geschwächt, die Jungfrauen in den Städten Jehudahs": Jungfrauen für die Neigungen zum Guten. Amos 8/12,13: "Sie werden hin- und herlaufen, zu suchen das Wort Jehovahs, und nicht finden; an jenem Tage werden die schönen Jungfrauen und die Jünglinge verschmachten vor Durst": schöne Jungfrauen für die Neigungen zum Wahren, Jünglinge für Wahres, oder was das gleiche, die welche darin sind, von denen gesagt wird, daß sie hin- und herlaufen werden, zu suchen das Wort Jehovahs und nicht finden, daß sie somit vor Durst verschmachten werden. Sach.9/16,17: "Erhalten wird sie Jehovah, ihr Gott, an jenem Tage, wie eine Herde sein Volk, denn wie groß ist seine Güte, und wie groß seine Schönheit; Korn wird Jünglinge, und Most wird Jungfrauen aufsprossen machen": Jünglinge für Wahres, Jungfrauen für Neigungen. Ps.45/14,15: "Ganz herrlich ist die Tochter des Königs inwendig, von goldenem Gewirk ist ihr Kleid; in Stickereien wird sie zugeführt dem König, Jungfrauen ihr nach ihre Freundinnen, die Dir gebracht werden": Tochter des Königs für das geistige Reich des Herrn; Jungfrauen ihr nach ihre Freundinnen für die Neigungen zum Wahren. Ps.68/25,26: "Sie sahen deine Gänge, Gott, die Gänge meines Gottes im Heiligtum; es gingen voraus Sänger, hernach Zitherspieler, inmitten von Jungfräulein, die paukten": paukende Jungfräulein auch für die Neigungen zum Wahren. Die Jungfräulein sind unterschieden von den Jungfrauen durch die Unschuld, Jungfrauen heißen sie von der ehelichen Liebe, somit die, welche in Unschuld, denn die eheliche Liebe ist die eigentliche Unschuld, man sehe Nr. 2736; deswegen wird bei Johannes in der angeführten Stelle gesagt, sie folgen dem Lamm, wohin es geht, denn unter dem Lamm wird der Herr in Ansehung der Unschuld verstanden; und alle, die im Himmel sind werden Jungfrauen genannt von der Unschuld, die in ihrem Guten. Nach dem Maß und der Beschaffenheit der Unschuld im Guten, folgen sie dem Lamme. 3082. "Und sie stieg hinab zum Quell", 1. Mose 24/16, daß dies das göttlich Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Quells, sofern er ist das göttlich Wahre, wovon Nr. 2702, 3065. 3083. "Und füllte ihren Krug", 1. Mose 24/16, daß dies die Aufnahmegefäße bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Kruges, sofern er, weil ein Gefäß, das Wasser in sich aufnimmt, im inneren Sinn etwas ist, das Erkenntnisse des Wahren, dann das eigentlich Wahre in sich aufnimmt, die durch Wasser bezeichnet werden. Daß Wasser im inneren Sinn sind Erkenntnisse, dann das Wahre, sehe man Nr. 28, 680, 2702, 3058. 3084. "Und stieg herauf", 1. Mose 24/16, daß dies die Erhebung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von heraufsteigen, sofern es ist sich erheben. Man sagt erhoben werden vom Niederen zum Höheren, und weil dies, so ist es vom Äußeren zum Inneren, denn das ist das gleiche; was nämlich niedriger und höher ist in menschlicher Vorstellung, das ist auswendig und inwendig in der Vorstellung der Engel. Zum Beispiel der Himmel: dieser erscheint dem Menschen als ein Höheres, aber den Engeln ist er ein Inneres; so das Natürliche beim Menschen: dieses ist ein Äußeres im Verhältnis zu seinem Geistigen, und dieses wiederum ein Äußeres im Verhältnis zum Himmlischen, oder was das gleiche: das Wißtümliche, das dem natürlichen Menschen angehört, ist ein Äußeres im Verhältnis zum Wahren, und das Wahre ist ein Äußeres im Vergleich zum Guten. Darum wird auch das Wißtümliche im Verhältnis zum Wahren genannt eine Hülle, dann ein Kleid, und ebenso das Wahre im Verhältnis zum Guten. Daher kommt es, daß man sagt hinaufgehen nach Jerusalem, aber hinabgehen von Jerusalem; dann von Jerusalem gen Zion, und von Zion nach Jerusalem. Denn durch das, was um Jerusalem her ist, wird bezeichnet Äußeres der Kirche, durch Jerusalem aber Inneres, und durch Zion Innerstes. Weil hier im inneren Sinn das erste der Erhebung des Wahren aus dem natürlichen Menschen zum vernünftigen beschrieben wird, darum wird hier zuerst gesagt, daß die Neigung zum Wahren, die durch Rebecka vorgebildet wird, hinabgestiegen sei zum Quell, und gleich darauf daß sie heraufgestiegen sei; denn wie Nr. 3074 gesagt wurde, die göttliche Liebe fließt ein in die Neigung zum Guten, und von da aus in die Neigung zum Wahren, und belebt und erleuchtet das, was im natürlichen Menschen, und dann bringt sie es in Ordnung, dies wird bezeichnet durch hinabsteigen; von da an werden die Wahrheiten erhoben aus dem natürlichen Menschen in den vernünftigen, und dem Guten daselbst verbunden, dies wird durch aufsteigen bezeichnet. 3085. In diesen zwei Versen wird beschrieben die Neigung des Wahren in Ansehung des Ursprungs, in Ansehung der Beschaffenheit und in Ansehung des ersten (Grades) der Einweihung. In Ansehung des Ursprungs durch Folgendes: daß Rebecka herausgekommen sei, die geboren war Bethuel, dem Sohn der Milkah, des Weibes Nachors, des Bruders Abrahams. Daß hierdurch der ganze Ursprung jener Neigung im inneren Sinn angegeben sei, sehe man Nr. 3077, 3078. In Ansehung der Beschaffenheit durch Folgendes: "ihr Krug auf ihrer Schulter, und das Mädchen von sehr gutem Ansehen". Daß hierdurch die Beschaffenheit beschrieben sei, sehe man Nr. 3079-3081. In Ansehung des ersten Grades der Einweihung durch Folgendes: "sie stieg hinab zum Quell, und füllte ihren Krug, und stieg herauf". Dies kann man sehen Nr. 3082-3084. Aber mit diesem hat es, wie gesagt worden, die Bewandtnis, daß es nicht nur über die gewöhnliche, sondern auch die gebildetere menschliche Fassungskraft hinausgeht, denn was im inneren Sinn in diesem Kapitel, und in einigen folgenden enthalten ist, ist solcher Art. Die Ursache ist, weil es kaum jemand in den Sinn kommt, daß ein fortwährender göttlicher Einfluß ist durch den inneren Menschen in den äußeren, d.h. ein Einfluß himmlischer und geistiger Dinge durch den vernünftigen in den natürlichen, oder was das gleiche, in das Natürliche, das dem Äußeren angehört, und daß durch diesen Einfluß fortwährend Wahres aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen, erhoben und eingepflanzt wird dem Guten, das im Vernünftigen ist. Daß dieses geschieht, ist nicht einmal bekannt, wieviel weniger der ganze Gang (Vorgang), wie er geschieht. Dieser Gang ist, weil aus dem Göttlichen, so voller Weisheit, daß er sogar nicht zum zehntausendsten Teil erforscht werden kann, nur das Allgemeinste ist es, was gesehen werden kann. Da es nun so sich verhält, so möge sich niemand wundern, daß das, was hier der innere Sinn enthält nicht faßlich beschrieben werden kann, und was beschrieben wird, übersteigt die Fassungskraft, denn es handelt von diesem Gang, und beschreibt denselben. Auch ist der innere Sinn hauptsächlich für die Engel, aus dem Grund, daß durch das Wort eine Gemeinschaft zwischen dem Himmel und dem Menschen sei, und es gehört zu ihren Wonnegenüssen, weil himmlische Speise nichts anders ist, als alles das, was zur Einsicht und Weisheit gehört, und alles, was vom Herrn handelt, ist ihnen das Selige der Weisheit und Einsicht. 3086. Um eine, ob auch sehr allgemeine Vorstellung zu bekommen von demjenigen, was hier im inneren Sinn enthalten ist, muß man wissen, daß in diesem ganzen Kapitel gehandelt wird vom göttlich Wahren, das verbunden werden soll dem göttlich Guten. Daß nämlich das göttlich Gute eingewirkt hat in den natürlichen Menschen, d.h. in das Wißtümliche, die Erkenntnisse und Lehren daselbst, dieses nämlich gehört dem natürlichen Menschen an, sofern es in seinem Gedächtnis (sich befindet), und daß es durch jenen Einfluß alles was dort, erleuchtet, belebt und in Ordnung gebracht habe, denn alles Licht, Leben und Ordnung im natürlichen Menschen ist Folge des Einflusses aus dem Göttlichen, wie jedem, wenn er aufmerkt, bekannt sein kann. Durch jenen Einfluß entsteht eine Neigung, zuerst die Neigung zum allgemeinen Wahren, und eben von dieser Neigung ist in diesen zwei Versen die Rede, von deren Ursprung: Nr. 3077, 3078; von ihrer Beschaffenheit: Nr. 3079-3081; vom ersten Grad der Einweihung: Nr. 3082-3084. In dem aber, was nun unmittelbar folgt, wird im inneren Sinn jener Gang weiter beschrieben, nämlich die Erforschung jenes Wahren, dann die Trennung des Mütterlichen, das Ihm zuerst beigefügt war und so fort. Aber ich weiß, daß diese Geheimnisse zu groß sind, als daß sie in den Begriff fallen, und zwar aus dem angegebenen Grund, weil unbekannt. Aber weil sie der innere Sinn beschreibt, und zwar nach allen Umständen, kann man nicht umhin, sie, so unbegreiflich sie auch scheinen mögen, darzulegen. Zum wenigsten kann man hieraus ersehen, welch große Geheimnisse im inneren Sinn des Wortes sind, sodann daß es solche Geheimnisse sind, die im Weltlicht kaum erscheinen, worin der Mensch sich befindet, so lange er im Leibe lebt, aber immer deutlicher und klarer, ja wie er vom Weltlicht kommt ins Himmelslicht, in das er kommt nach dem Tod, somit in dem die seligen und glücklichen Seelen, d.h. die Engel sind. 3087. Vers 17-20: Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach: Laß mich doch ein wenig Wasser schlürfen aus deinem Krug. Und sie sprach: Trinke, mein Herr; und sie eilte und ließ ihren Krug nieder auf ihre Hand, und ließ ihn austrinken. Und sie ließ ihn vollends austrinken und sagt: auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie vollends getrunken haben. Und sie eilte und leerte ihren Krug in die Trinkrinne und lief abermals zum Brunnen um zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen. "Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach" bedeutet die Erforschung vom göttlich Guten; "laß mich doch ein wenig Wasser schlürfen aus deinem Krug" bedeutet, ob von daher etwas Wahres verbunden werden könne; "und sie sprach: Trinke mein Herr" bedeutet das Entgegenkommen; "und sie eilte und ließ ihren Krug nieder auf ihre Hand" bedeutet die Untergebung der Aufnehmenden nach Kräften; "und ließ ihn austrinken" bedeutet die Einweihung; "und sie ließ ihn vollends austrinken" bedeutet das Allmähliche; "und sagt: auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie vollends getrunken haben" bedeutet das Entgegenkommen in betreff der Erleuchtung alles Wißtümlichen im natürlichen Menschen; "und sie eilte und leerte ihren Krug in die Trinkrinne" bedeutet die Trennung der Neigung zum Wahren, die ins göttlich Gute eingeweiht wurde; "und lief abermals zum Brunnen" bedeutet die niedere Neigung zum Wahren; "und schöpfte allen seinen Kamelen" bedeutet, wodurch das allgemeine Wißtümliche erleuchtet wurde. 3088. "Der Knecht lief ihr entgegen und sprach", 1. Mose 24/17, daß dies die Erforschung durch das göttlich Gute bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von: ihr entgegenlaufen, sofern es ist, erforschen ob es sich so verhalte, wie er in seinem Herzen geredet; das Innere des Sinnes zeigt es an. Dann aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist inne werden, wovon früher öfters, somit auch erforschen; daß durchs göttlich Gute, ist, weil der Knecht hier die Stelle seines Herrn, nämlich Abrahams, dann auch Jischaks vertritt, denn der Gesandte übernimmt die Rolle dessen der ihn sendet, wie mehrmals im Wort: wie von den Engeln gelesen wird, daß sie zuerst Engel genannt werden und hernach Jehovah heißen, wie der, welcher dem Moses im Busch erschien: 2. Mose 3/2,4; und der dem Gideon erschien: Richt.6/11,12,14. Daher kommt es auch, daß Rebecka zu ihm sagt: mein Herr, im folgenden Vers. 3089. "Laß mich doch ein wenig Wasser schlürfen aus deinem Krug", 1. Mose 24/17, daß dies bedeutet, ob von daher etwas Wahres verbunden werden könnte, erhellt aus der Bedeutung von schlürfen, sofern es ist das gleiche wie trinken, aber in verkleinerndem Sinn, weil erforscht werden soll. Daß trinken ist inne werden, sehe man Nr. 3069. Trinken heißt auch im inneren Sinn mitgeteilt und verbunden werden, und wird bezogen aufs Geistige, wie essen, das bezogen wird aufs Himmlische: Nr. 2187, 2343; und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 680, 739, 2702. Hier wird daher durch "laß mich ein wenig Wasser schlürfen aus deinem Krug", bezeichnet ein Forschen, ob etwas Wahres von daher verbunden werden könnte. Krug ist ein Aufnehmendes, in dem und aus dem das Wahre: Nr. 3068, 3079. Daß es eine Ausforschung ist, kommt daher, weil die erste Neigung zum Wahren auch etwas vom Mütterlichen her bei sich hatte, das getrennt werden mußte: Nr. 3040, 3078. Beim Menschen, der wiedergeboren wird, verhält es sich so, daß seine erste Neigung zum Wahren noch sehr unrein ist, denn es liegt in ihr die Neigung zum Nutzen und Zweck um seiner selbst, um der Welt, um der Herrlichkeit im Himmel willen und dergleichen, was abzielt auf das Ich, nicht aber auf das allgemeine Wohl, auf das Reich des Herrn, noch weniger auf den Herrn. Es kann nicht anders sein, als daß eine solche Neigung vorher geht; gleichwohl doch wird sie nach und nach vom Herrn gereinigt, so daß endlich das Böse und Falsche entfernt und gleichsam in den Umkreis geworfen wird; dennoch hat es als Mittel gedient. 3090. "Und sie sprach: trinke mein Herr", 1. Mose 24/18, daß dies das Entgegenkommen bedeutet, erhellt aus der Bewilligung oder Zustimmung. Was das Entgegenkommen des Wahren, wenn es dem Guten verbunden werden soll, ist, erscheint an den Ehen, denn dann gibt es eine Ehe, wenn eine Übereinstimmung ist von beiden Seiten. Dies hat seinen Grund in der Ehe des Guten und Wahren, es ist der Wille von seiten des Guten und die Zustimmung von seiten des Wahren, infolgedessen eine Verbindung. Obwohl dies beim Menschen nicht zur Erscheinung kommt, wenn er wiedergeboren wird, d.h. wenn er in die himmlische Ehe eintritt, so geschieht es doch. Dies erhellt augenscheinlicher daraus, daß wenn der Mensch wiedergeboren wird, alsdann eine Art von Ehe entsteht zwischen dem Willen und dem Verstand. Sache des Willens ist das Gute, Sache des Verstandes ist das Wahre. Daher haben die Alten zwischen dem Willen und dem Verstand, und zwischen dem einzelnen, was dem Willen und dem Verstand angehört, eine Ehe sich vorgestellt: Nr. 54, 55. 3091. "Und sie eilte und ließ ihren Krug nieder auf ihre Hand", 1. Mose 24/18, daß dies die Untergebung der Aufnehmenden nach Kräften bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von niederlassen, sofern es ist ein Zeichen der Untergebung (submissionis); aus der Bedeutung des Kruges, sofern er ist das Aufnehmende, wovon Nr. 3068, 3079; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Kraft, wovon Nr. 878. Die Untergebung der Aufnehmenden nach Kräften besteht darin, daß die Lehren, die Erkenntnisse und das Wißtümliche, welches sind das Aufnehmende: Nr. 3068, 3079, sich anschließen; es ist eine Kette von Unterordnung, somit Anschließung, folglich Untergebung, (ausgehend) vom Urquell des Lebens, oder dem Herrn. Was an niederer Stelle ist, muß, weil es dem Höheren dienen soll, in der Untergebung sein, ohne dessen Untergebung gibt es keine Verbindung. Die Kraft, wovon hier die Rede ist, kommt vom Wahren, dieses unterwirft das, was unten ist. Dem Wahren hauptsächlich wird Kraft (oder Macht, potentia) im Wort beigelegt, deswegen werden vom Wahren ausgesagt Hände, Arme, wie auch Schultern, durch die im inneren Sinn Kräfte bezeichnet werden: Nr. 878, 1085. Doch die Kraft selbst ist vom Guten durchs Wahre, wiewohl scheinbar vom Wahren. 3092. "Und sie ließ ihn austrinken", 1. Mose 24/18, daß dies die Einweihung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von austrinken (potare), sofern es beinahe das gleiche ist, was trinken (bibere), aber das Austrinken bedeutet hier mehr eine Tätigkeit von seiten dessen an, der trinkt. Daß trinken ist aufnehmen, und auch verbunden werden, sehe man Nr. 3069, 3089, somit "austrinken lassen", heißt das Vermögen "aufzunehmen geben", und dies ist der erste Grad der Einweihung. 3093. "Und sie ließ ihn vollends austrinken", 1. Mose 24/19, daß dies bedeutet das Allmähliche (successivum), nämlich der Einweihung, erhellt daraus, daß vollends oder vollenden in sich schließt das Ende der Handlung, die vorhergeht, und den Anfang der Handlung, die folgt, somit das Allmähliche; und aus der Bedeutung von austrinken lassen, sofern es ist eingeweiht werden, wovon Nr. 3092. 3094. "Und sagt: auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie vollends getrunken haben", 1. Mose 24/19, daß dies das Entgegenkommen in betreff der Erleuchtung alles Wißtümlichen im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemeines Wißtümliches im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3048, 3071; und aus der Bedeutung von schöpfen, nämlich Wasser, sofern es ist belehren, und auch erleuchten, wovon Nr. 3058, 3071. Daß es ein Entgegenkommen ist, ist klar, weil sie sagte, daß sie es tun wolle und auch wirklich getan, nämlich den Kamelen Wasser geschöpft hat. Die Erleuchtung, von der hier gehandelt wird, geschieht von seiten des Wahren, wiewohl vom Guten durchs Wahre. Mit der Erleuchtung des Wißtümlichen im natürlichen Menschen verhält es sich so, daß alle Erleuchtung aus dem Guten ist, denn das Gute, das der Liebe angehört ist vergleichsweise wie die Sonnenflamme, aus der Wärme und Licht, das Wahre aber ist wie der Gegenstand, durch den die Flamme hindurchscheint, daher vom Licht Erleuchtung. Aber wie das Licht von daher, so beschaffen ist die Erleuchtung. Nichts anderes als das Wahre ist es, was das Gute aufnimmt, aber wie das Wahre, so beschaffen ist die Aufnahme, und so beschaffen daher die Erleuchtung. Wann nun durch das Wahre die Erleuchtung (geschieht), dann scheint die Erleuchtung vom Wahren auszugehen, wie wenn sie diesem angehörte, wiewohl sie dem Guten angehört, das so durchs Wahre hindurchscheint. Die Erleuchtung des Guten durchs Wahre dringt auch tiefer ein, und regt inniger an, und bewirkt eine niedrigere Neigung zum Wahren, wovon bald. Das Licht des Himmels ist aus dem göttlich Guten des Herrn, durch sein göttlich Wahres; und weil durch das göttlich Wahre in seinem Menschlichen, so dringt es nicht nur zu den Himmlischen, sondern auch zu den Geistigen und erleuchtet alle im Himmel mit Weisheit und Einsicht. Und weil diese von daher kommt, deswegen wird im inneren Sinn des Wortes nur vom göttlich Guten und göttlich Wahren im Menschlichen des Herrn gehandelt. In dieser Stelle von der ersten Erleuchtung des Wahren vom Guten und des Guten durchs Wahre. 3095. "Und sie eilte und leerte ihren Krug in die Trinkrinne", 1. Mose 24/20, daß dies bedeutet die Trennung der Neigung zum Wahren, die dem göttlich Guten geweiht wurde, erhellt aus der Bedeutung von Krug ausleeren, sofern es ist das Wahre trennen, denn durch Krug als das enthaltende Gefäß wird nicht nur bezeichnet das Wißtümliche, in dem das Wahre, sondern auch das Wahre, in dem das Gute, man sehe Nr. 3068, 3079. Weil hier von der Einweihung gehandelt wird, so ist es das Wahre, das dem göttlich Guten geweiht wurde, und weil das Wahre selbst durchaus nicht verbunden wird dem Guten, anders als durch seine Neigung: Nr. 3024, 3066, denn in der Neigung ist das Leben, durch das die Verbindung, deswegen ist es hier die Neigung zum Wahren, die gemeint wird. Sodann aus der Bedeutung der Trinkrinne oder des Wassertrogs, sofern sie ist das Gute des Wahren, denn das Wasser in der Trinkrinne bedeutet das Wahre: Nr. 739, 2702, und die Trinkrinne selbst das gleiche, was das Holz, nämlich das Gute: Nr. 2784, 2812. Das Gute des Wahren ist das, welches erzeugt wird vom Guten durchs Wahre, und ist wie der Sprößling geboren aus dem Wahren als von der Mutter, und vom Guten als vom Vater; alles echte Gute im natürlichen Menschen kommt daher, oder aus der Ehe des Guten und Wahren im Vernünftigen. Dieses Gute ist es, das genannt wird das Gute des Wahren, und im Wort bezeichnet wird durch Trinkrinne oder Wassertrog. 3096. "Und lief abermals zum Brunnen", 1. Mose 24/20, daß dies die niedere Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 2702, aber das Wahre, das ein niederes ist. Und weil von der Einweihung des Wahren hier gehandelt wird, so wird die niedere Neigung zum Wahren hier bezeichnet, wie Nr. 3094 gesagt wurde. Was für ein Unterschied in der Bedeutung des Quells und des Brunnens ist, sehe man am angeführten Ort, daß nämlich Quell gesagt wird, wenn gehandelt wird vom Reineren und wenn vom höheren Wahren, Brunnen aber wenn vom nicht so Reinen und wenn vom niederen Wahren, wie auch in diesem Kapitel, in dem bald gesagt wird Quell, bald Brunnen. Das natürlich Wahre ist niederes Wahre, und die Neigung zum natürlich Wahren ist die niedere Neigung zum Wahren, durch diese wird zunächst das allgemeine Wißtümliche erleuchtet. Daß diese Erleuchtung tiefer eindringt, und inniger anregt, sehe man Nr. 3094. 3097. "Und schöpfte allen seinen Kamelen", 1. Mose 24/20, daß dies bedeutet, wodurch das allgemeine Wißtümliche erleuchtet wurde, erhellt aus der Bedeutung von schöpfen, sofern es ist belehren, sodann erleuchten, wovon Nr. 3058, 3071, und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind das allgemeine Wißtümliche, wovon Nr. 3048. 3098. Was von Nr. 3088 bis hierher im inneren Sinn enthalten ist, ist auch solches, was nur begriffen werden kann von denen, die belehrt sind über das Innere des Menschen, und in Wahrem sind, denn durch Wahres und gemäß Wahrem geschieht Erleuchtung. Es wird gehandelt von der ersten Einweihung des Wahren ins Gute, denn das Gute selbst fließt durchs Vernünftige ins Natürliche ein, somit auf innerem Wege, und erleuchtet, was dort ist; das Wahre selbst aber fließt ein durch das Sinnliche, hauptsächlich des Gehörs und des Gesichts, in das Natürliche, somit auf äußerem Weg, die Entstehung des Wahren ist von daher, was auch jedem bekannt sein kann, der darüber nachdenkt. Aber die Verbindung des Guten und Wahren ist nicht dort, sondern im Vernünftigen, darum wird das Wahre von dort hervorgerufen, somit aus der natürlichen Sphäre in die geistige, denn das dem Guten zu verbindende Wahre ist geistig. Wie es sich mit dem zuerst von dort hervorgerufenen Wahren verhält, davon wird in diesen Versen von Nr. 3087-3097 gehandelt. 3099. Vers 21,22: Und der Mann sich ihrer verwundernd, sich enthaltend, zu wissen, ob Jehovah hätte gelingen lassen seinen Weg oder nicht. Und es geschah, als die Kamele vollends getrunken hatten, da nahm der Mann eine Spange von Gold, ein halber Sekel ihr Gewicht, und zwei Armbänder für ihre Hände, zehn (Sekel) Goldes ihr Gewicht. "Und der Mann sich ihrer verwundernd, sich enthaltend" bedeutet den Zustand des Innewerdens in Beziehung auf jenes; "zu wissen, ob Jehovah hätte gelingen lassen seinen Weg oder nicht" bedeutet vom göttlich Wahren, was für eines (es sei). "Und es geschah, als die Kamele vollends getrunken hatten" bedeutet die Anerkennung infolge der Erleuchtung im allgemeinen Wißtümlichen; "da nahm der Mann eine Spange von Gold" bedeutet das göttlich Gute; "ein halber Sekel ihr Gewicht" bedeutet soviel zur Einweihung (nötig); "und zwei Armbänder" bedeutet das göttlich Wahre; "für ihre Hände" bedeutet die Kraft der Neigung zum Wahren; "zehn (Sekel) Goldes ihr Gewicht" bedeutet das Vollständige zur Einweihung. 3100. "Und der Mann sich ihrer verwundernd, sich enthaltend", 1. Mose 24/21, daß dies den Zustand des Innewerdens in Beziehung auf jenes bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sich verwundern und sich enthalten, als er sah, daß das, was er in seinem Herzen geredet hat, eintraf, sofern es ist eine Äußerung der Anerkennung und zugleich des Abwartens, ob es nicht so; denn er verwunderte sich, weil er anerkannte, daß es so geschah, und er enthielt sich, weil er abwartete, ob es nicht so. Dieser Zustand des Innewerdens ist es, der bezeichnet wird. 3101. "Zu wissen, ob Jehovah hätte gelingen lassen seinen Weg oder nicht", 1. Mose 24/21, daß dies bedeutet in betreff des göttlich Wahren, was für eines (es sei), erhellt aus der Bedeutung des Weges, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 627, 2333; daß es das Göttliche, wird bezeichnet dadurch, daß gesagt wird: "ob Jehovah hätte gelingen lassen", was soviel ist als: ob aus Jehovah, d.h. aus dem Göttlichen; somit welcher Art das Wahre sei, denn die Wahrheiten, die aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen werden in den vernünftigen, werden nicht alle aufgenommen, sondern bloß diejenigen, die mit dem Guten daselbst übereinstimmen, und so vermöge der Einpflanzung und Einverleibung mit ihm übereinwirken. Die übrigen werden, wenn sie auch als Wahrheiten erschienen, ehe sie erhoben wurden, dennoch nicht aufgenommen, weil sie nicht anerkannt werden. Das Gute ist es, das sein Wahres anerkennt, und das Wahre ist es, das sein Gutes anerkennt. Daß anerkannt wurde, was für ein Wahres, und so aufgenommen, wird auch klar aus dem, was nun folgt. 3102. "Und es geschah, als die Kamele vollends getrunken hatten", 1. Mose 24/22, daß dies die Anerkennung infolge der Erleuchtung im allgemeinen Wißtümlichen bedeutet, erhellt daraus, daß die beiden Ausdrücke "es geschah" und "vollends" das Allmähliche bezeichnen, und das Ende der Handlung, die vorausgeht, und den Anfang der Handlung, die folgt, andeuten, wovon Nr. 3093, somit hier die Anerkennung, wie gleich oben gezeigt wurde, aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind das allgemeine Wißtümliche, wovon Nr. 3048, 3071; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es hier soviel ist als Wasser schöpfen, wie Nr. 3097 und auch austrinken, wie Nr. 3058, 3071, nämlich erleuchtet werden. Hieraus wird klar, daß durch die Worte: "und es geschah, als die Kamele vollends getrunken hatten", bezeichnet wird die Anerkennung, nämlich des göttlich Wahren infolge der Erleuchtung im allgemeinen Wißtümlichen. Die Sache selbst verhält sich so: alles Wahre, das aus dem natürlichen Menschen, d.h. aus dem Wißtümlichen, oder den Erkenntnissen und Lehren, denn diese gehören dem natürlichen Menschen an, in den vernünftigen erhoben und dort aufgenommen wird, muß zuerst erkannt werden, was für eines es ist, ob es mit dem Guten dort übereinstimmt oder nicht. Stimmt es überein, so wird es aufgenommen, stimmt es aber nicht überein, so wird es verworfen. Erscheinende Wahrheiten sind in einer Gruppe mehrere, aber bloß diejenigen werden verbunden, die das Gute dort anerkennen, somit die sich gegenseitig lieben. Damit sie aber als so beschaffen anerkannt werden, muß eine Erleuchtung im natürlichen Menschen stattfinden, damit dort alles und jedes in einem Blick überschaut werden, und eine Auswahl geschehen kann. Jene Erleuchtung im natürlichen Menschen ist vom Guten, aber dennoch durch das Wahre, man sehe Nr. 3094. Diese Erleuchtung ist es, die bezeichnet wird dadurch, daß Rebecka den Kamelen schöpfte, sie tränkte, oder ihnen zu trinken gab. 3103. "Da nahm der Mann eine Spange von Gold", 1. Mose 24/22, daß dies das göttlich Gute bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Spange von Gold, sofern sie ist das Gute; und weil hier vom Herrn im inneren Sinn gehandelt wird, das göttlich Gute; und weil dieses aus dem Vernünftigen, wird gesagt der Mann. Daß der Mann das Vernünftige ist, sehe man Nr. 265, 749, 1007. In den alten Zeiten, wo die gottesdienstlichen Gebräuche in den Kirchen vorbildliche waren, und man wußte, was solche bedeuteten, war es üblich, wann eine Ehe eingegangen wurde, der Braut eine Spange von Gold und Armbänder zu geben, weil die Kirche durch die Braut vorgebildet wurde, ihr Gutes durch die Spange, und ihr Wahres durch die Armbänder. Und weil bekannt war, daß die eheliche Liebe, welche die Braut und Gattin hatte, von der Ehe des göttlich Guten und göttlich Wahren des Herrn herabkam: Nr. 2508, 2618, 2727, 2728, 2729, wurde die goldene Spange auf die Nase gesetzt, wie auch klar wird aus dem Folgenden, wo es heißt, er habe die Spange auf (ihre) Nase gelegt: Vers 47, aus dem Grund, weil die Nase das Leben des Guten bezeichnete, wegen des Atmens, das dort (vor sich geht), das im inneren Sinn ist das Leben, und auch wegen des Geruchs, welcher ist das Angenehme der Liebe, der das Gute angehört: Nr. 96, 97. Daß die Spange die Auszeichnung der Ehe in Ansehung des Guten war, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort, wie bei Hes.16/11,12: "Ich schmückte dich mit Schmuck, und gab Armbänder auf deine Hände, und eine Kette auf deine Kehle, und gab eine Spange auf deine Nase": wo von der Alten Kirche, die dort Jerusalem, die beschrieben wird als eine Braut, der Armbänder, Ketten und ein Spange gegeben wurden. Armbänder auf den Händen waren auszeichnendes Vorbild des Wahren und die Spange auf der Nase auszeichnendes Vorbild des Guten. Jes.3/16,17,21,22: "Weil die Töchter Zions sich erheben, wird der Herr ihren Scheitel kahl machen, und entfernen die Ringe und die Nasenspangen, die Wechselkleider, die Mäntelchen": Töchter Zions, die sich erheben, für die Neigungen zum Bösen innerhalb der Kirche: Nr. 2362, 3024. Die Ringe und Nasenspangen, welche werden entfernt werden, für das Gute und dessen Auszeichnungen; Wechselkleider und Mäntelchen für das Wahre und seine Auszeichnungen. Hos.2/13: "Ich werde ob ihr heimsuchen die Tage der Baale, denen sie räucherte, und zog ihre Spange an, und ihren Schmuck und ging ihren Liebhabern nach": wo von der verkehrten Kirche; und von einer neuen nach ihr. Spange ebenfalls für die Auszeichnung des Guten der Kirche. Wenn jene Spangen an die Ohren gefügt wurden, bezeichneten sie ebenfalls das Gute, aber das Gute des Tuns, und im entgegengesetzten Sinn das Böse des Tuns, wie 1. Mose 35/4; 2. Mose 32/2,4. 3104. "Ein halber Sekel ihr Gewicht", 1. Mose 24/22, daß dies bedeutet, so viel zur Einweihung (nötig), erhellt aus der Bedeutung des Sekels, des halben Sekels, und des Gewichts. Daß der Sekel ist der Wert oder die Schätzung des Guten und Wahren, und daß der halbe Sekel ist die Bestimmung von dessen Maß, sehe man Nr. 2959. Daß das Gewicht den Zustand einer Sache in Ansehung des Guten bedeutet, wird man sehen. Aus diesem wird klar, daß "ein halber Sekel schwer" bedeutet und in sich schließt das Maß in betreff des unter der goldenen Spange verstandenen Guten; daß es zur Einweihung (nötig), folgt aus dem, was vorher geht und was folgt. Daß das Gewicht der Zustand einer Sache in Ansehung des Guten ist, wird klar aus folgenden Stellen im Wort, bei Hes.4/10,11,16,17: "Der Prophet sollte Speise essen im Gewicht von zwanzig Sekeln auf den Tag, und Wasser nach dem Maß trinken, ein Sechsteil des Hin: denn siehe, ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem, daß sie essen das Brot im Gewicht und in Sorge, und Wasser im Maß und mit Staunen trinken, daß sie mangeln des Brotes und des Wassers": wo von der Verwüstung des Guten und Wahren, deren Vorbildung durch den Propheten (geschah). Der Zustand des verwüsteten Guten wird bezeichnet dadurch, daß sie die Speise und das Brot essen sollten im Gewicht, und der Zustand des verwüsteten Wahren dadurch, daß sie das Wasser nach dem Maß trinken sollten. Daß Brot ist das Himmlische, somit das Gute, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, und daß das Wasser ist das Geistige, somit das Wahre, Nr. 739, 2702, 3058. Hieraus wird klar, daß Gewicht ausgesagt wird vom Guten, und Maß vom Wahren, Hes.45/10: "Waagschalen der Gerechtigkeit, ein Epha der Gerechtigkeit, und ein Bath der Gerechtigkeit soll sein": dort vom heiligen Land. Daß durch dieses das Reich des Herrn in den Himmeln bezeichnet wird, kann man aus dem einzelnen dort beim Propheten entnehmen, wo nicht Waagschalen, Epha, Bath sein sollen, sondern Gutes und Wahres, das durch jene Gewichte und durch jene Maße bezeichnet wird. Jes.40/12: "Wer hat in seiner Faust die Wasser gemessen, und die Himmel mit der Spanne bereitet, und gefaßt im Dreiling den Staub der Erde, und hat gewogen mit der Waage die Berge und die Hügel mit den Waagschalen": mit der Waage die Berge und den Waagschalen die Hügel wägen, statt daß vom Herrn das Himmlische der Liebe und der Liebtätigkeit, und daß Er allein die Zustände desselben bestimme. Daß die Berge und Hügel, von denen jene Gewichte ausgesagt werden, Himmlisches der Liebe sind, sehe man Nr. 795, 796, 1430, 2722. Dan.5/25-28: "Die Schrift auf der Wand des Palastes des Belschazar: Mene, Mene, Thekel, Upharsin; dies die Deutung: Mene, gezählt hat Gott dein Königreich, und es geendet; Thekel gewogen bist du in Waagschalen, und befunden bist du mangelhaft: Perez, zerteilt ist dein Königreich und gegeben dem Meder und Perser": wo Mene oder Er hat gezählt, ausgesagt wird vom Wahren, aber Thekel oder gewogen in Waagschalen vom Guten. Es ist dort im inneren Sinn von der Vollendung (des Weltlaufs) die Rede. HG 3105 3105. "Und zwei Armbänder", 1. Mose 24/22, daß dies das göttlich Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Armbänder, sofern sie sind das Wahre, und weil hier im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird, das göttlich Wahre. Zwei werden gesagt, weil es so das Vollständige. Jene wurden auf die Hand der Braut gelegt, aus dem Grund, weil durch die Braut die Kirche bezeichnet wurde, und durch ihre Hände die Kräfte vom Wahren her. Daß die Hände ausgesagt werden vom Wahren, sehe man Nr. 3091. Daß die Armbänder solches bezeichnen, kann erhellen bei Hes.16/11,12, wovon Nr. 3103; und auch Hes.23/42; sodann daß nicht nur die Braut, sondern auch der König Armbänder hatte, aber der König auf dem Arm, wie erhellt 2.Sam.1/10, aus dem Grund, weil das Königtum das Vorbild und die Bezeichnung des göttlich Wahren beim Herrn war: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009; und der Arm die Bezeichnung der Kraft: Nr. 878. 3106. "Für ihre Hände", 1. Mose 24/22, daß dies die Kraft der Neigung zum Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist die Kraft, wovon Nr. 878, 3091; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, die hier ist, "ihre", sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2865, 3077. 3107. "Zehn (Sekel) Goldes ihr Gewicht", 1. Mose 24/22, daß dies das Vollständige zur Einweihung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von 10, sofern sie ist auch der volle Zustand wie 100, wovon Nr. 1988, 2636; aus der Bedeutung des Goldes, sofern hier eine Goldmünze es ist, nach deren Gewicht die Schätzung (bestimmt wurde); und aus der Bedeutung des Gewichts, sofern es ist der Zustand einer Sache in Ansehung des Guten, wovon Nr. 3104. Hieraus wird klar, daß zehn Goldes schwer, bedeutet den vollen Zustand des Geschätzen, in Ansehung des Guten; daß zur Einweihung, erhellt aus dem einzelnen in diesem Kapitel, in dem von der Einweihung gehandelt wird, oder von der Verlobung. 3108. Es wird in diesen zwei Versen von der Einweihung des Wahren in das Gute gehandelt, aber von welcher Art diese Einweihung ist, fällt nicht leicht in eine Denkvorstellung bei jemand, der nur erleuchtet ist von solchem, was zum Weltlicht gehört, wenn nicht zugleich von solchem, was dem Himmelslicht angehört, aus dem das dem Weltlicht Angehörende erleuchtet werden soll. Die, welche nicht im Guten sind und daher nicht im Glauben, haben keine anderen Denkvorstellungen als solche, die gebildet sind von den Gegenständen des Weltlichts. Dieselben wissen nicht, daß ein Geistiges ist, nicht einmal was das Vernünftige im echten Sinn, sondern nur das Natürliche, dem sie alles zuschreiben. Dies ist auch der Grund, warum dieses, was im inneren Sinn von der Einweihung des Wahren ins Gute gesagt wird, ihnen zu ferne liegt, als daß es ihnen als Etwas erscheinen sollte. Während doch dies denen, die im Himmelslicht sind, Sachen von hohem Wert sind. Mit der Einweihung des Wahren ins Gute verhält es sich so, daß ehe das Wahre eingeweiht ist, und gehörig verbunden, es zwar beim Menschen ist, aber nicht das seinige, oder wie eigen geworden; sobald es aber seinem Guten geweiht wird, dann wird es ihm angeeignet, es verschwindet dann aus seinem äußeren Gedächtnis und geht ins innere über, oder was das gleiche, es verschwindet im natürlichen oder äußeren Menschen, und geht über in den vernünftigen oder inneren, und kleidet sich in denselben und macht sein Menschliches, d.h. seine Eigenschaftung in betreff des Menschlichen. So verhält es sich mit allem Wahren, das seinem Guten verbunden wird. Ebenso auch verhält es sich mit dem Falschen, das dem Bösen verbunden wird, das er gut nennt, aber der Unterschied ist der, daß jenes (das Wahre) das Vernünftige öffnet, und so den Menschen vernünftig macht, dieses aber das Vernünftige verschließt und den Menschen unvernünftig macht; obwohl er in der Finsternis, in der er sich alsdann befindet, sich dünkt, er sei vernünftiger als andere. 3109. Vers 23-25: Und sprach: Wes Tochter bist du? sage mir es doch an, ob das Haus deines Vaters für uns einen Ort hat zur Nachtherberge. Und sie sprach zu ihm: die Tochter Bethuels bin ich, des Sohnes der Milkah, den sie geboren hat dem Nachor. Und sie sprach zu ihm: auch Stroh, auch Futter, viel bei uns, auch einen Ort zur Nachtherberge. "Und sprach: Wes Tochter bist du" bedeutet weitere Erforschung über die Unschuld; "sage mir es doch an, ob das Haus deines Vaters für uns einen Ort hat zur Nachtherberge" bedeutet Erforschung über das Gute der Liebtätigkeit. "Und sie sprach zu ihm: die Tochter Bethuels bin ich, des Sohnes der Milkah, den sie geboren hat dem Nachor" bedeutet hier wie früher, ihren ganzen Ursprung. "Und sie sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden; "auch Stroh" bedeutet wißtümlich Wahres; "auch Futter, viel bei uns" bedeutet dessen Gutes; "auch einen Ort zum Nachtherberge" bedeutet den Zustand. 3110. "Und sprach: Wes Tochter bist du", 1. Mose 24/23, daß dies weitere Erforschung über die Unschuld bedeutet, erhellt aus der Frage, wessen Tochter, sofern sie ist Nachforschung. Daß hier eine weitere, wird klar aus dem früheren: Nr. 3088 und 3101. Daß über die Unschuld, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens, sofern sie ist eine Neigung, in der Unschuld, wovon Nr. 3067. Hier wird zwar das Mädchen nicht genannt, weil aber 1. Mose 24/14,16 Rebecka Mädchen genannt wird, und an sie hier die Frage (geht), so wird durch "du" hier nichts anderes als das Mädchen bezeichnet. Was die Sache selbst betrifft, daß nämlich das Wahre erforscht worden sei, von welcher Unschuld es wäre, und gleich darauf auch, von welcher Liebtätigkeit, ehe es dem Guten geweiht und ihm verbunden ist, so kann es nicht anders als sonderbar denen vorkommen, die keine Erkenntnis von dieser Sache haben. Aber doch sollen sie wissen, daß, wenn es sich um die Einweihung und Verbindung des Wahren mit dem Guten handelt, bei einem jeden Menschen die genaueste Erforschung stattfindet, und zwar eine solche, daß sie über all seinem Glauben hinausgeht. Zu dem eigensten Guten kann durchaus nichts zugelassen werden als das eigenste Wahre; wenn etwas nicht so Wahres sich herzumacht, so verbindet es sich nicht mit dem eigentlich Guten, sondern mit einem Guten, das an sich nicht gut ist, sondern als gut erscheint. Wenn das Falsche sich herzumacht, so zieht sich das Gute inwendig zurück, und äußerlich verbindet es sich mit einem Bösen, das man für gut hält. Diese göttliche Anordnung geschieht vom Herrn, mittelst der Geister und Engel, und ist höchst geheim in dieser Welt, aber sehr bekannt in der anderen. Jeder auch, der eine gesunde Vernunft hat, kann das Wissen, wenigstens begreifen, denn das Böse und Falsche ist die Hölle und fließt ein von der Hölle, das Gute und Wahre aber ist der Himmel, auch fließt es durch den Himmel ein vom Herrn. Weil es so ist, so kann das Böse und das Wahre nicht besser verbunden werden, als die Hölle und der Himmel, ebendarum findet eine genauere Abwägung in diesen Dingen statt, als man je glauben kann. Dies nun ist es, was unter der Erforschung verstanden wird. 3111. "Sage mir es doch an, ob das Haus deines Vaters für uns einen Ort hat zur Nachtherberge", 1. Mose 24/23, daß dies die Erforschung über das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von "sage mir es doch an, ob", sofern es ist Erforschung; aus der Bedeutung von Haus, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 2048, 2233, 2331; aus der Bedeutung des Vaters, hier nämlich des Bethuel, sofern er ist das Gute der Liebtätigkeit, wie es sich bei den besser gesinnten Heiden findet, wovon Nr. 2865; auch war der Ursprung der Neigung zum Wahren, die Rebecka vorbildet, aus solchem Guten. Und aus der Bedeutung des Orts zur Nachtherberge, sofern er ist der Zustand des Bleibens, wovon unten Nr. 3115. Daß die Nachforschung über den Ursprung der Neigung zum Wahren in Ansehung der Unschuld und in Ansehung des Guten der Liebtätigkeit im inneren Sinn beschrieben wird, hat den Grund, weil das Wahre, das geweiht und verbunden werden soll dem Guten, von nirgends anders seinen ersten Ursprung herleitet, wie erhellen kann an allen denen, bei welchen das Wahre aufgenommen und dem Guten vermählt wird. Diejenigen innerhalb der Kirche, die keine Unschuld und Liebtätigkeit gegen den Nächsten haben, mögen immerhin die Wahrheit wissen, und mit dem Munde bekennen, aber sie erkennen sie doch im Herzen durchaus nicht an. Was die Heiden außerhalb der Kirche, die zum Wahren des Glaubens berufen oder darin im anderen Leben unterrichtet werden, betrifft, so nehmen keine anderen es an, als die in der Unschuld sind, und unter sich in gegenseitiger Liebtätigkeit leben; denn Unschuld und Liebtätigkeit bilden den Boden, in dem die Samen des Wahren Wurzel treiben und aufkeimen können. 3112. "Und sie sprach zu ihm: die Tochter Bethuels bin ich, des Sohnes der Milkah, den sie dem Nachor geboren hat", 1. Mose 24/24, daß dies bedeutet den ganzen Ursprung derselben, nämlich der Neigung zum Wahren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels, dann der Milkah, und des Nachor, sofern sie ist der Ursprung der Neigung zum Wahren, die durch Rebecka vorgebildet wird, man sehe Nr. 3078. 3113. "Und sie sprach zu ihm", 1. Mose 24/25, daß dies das Innewerden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden im inneren Sinn, wovon früher öfters. 3114. "Auch Stroh", 1. Mose 24/25, daß dies bedeutet wißtümlich Wahres, "auch Futter viel", daß dies bedeutet dessen Gutes, erhellt aus der Bedeutung von Stroh und Futter. Daß Stroh wißtümlich Wahres bedeutet, kommt daher, weil es sich auf Kamele bezieht, denen solches zur Speise dient; denn wenn durch Kamele bezeichnet wird der natürliche Mensch in Ansehung des allgemein Wißtümlichen bei ihm, alsdann kann durch dessen Speise, nämlich durch Stroh, nichts anderes bezeichnet werden, denn er hat keine andere Speise, die seinem Leben dient, seine Ernährung kommt von daher; denn wenn ihm solche Speise nämlich das Wissen mangeln würde, so könnte er nicht bestehen. Daß dem so ist, wird klar aus dem Leben nach dem Tod, denn alsdann dient solches den Geistern anstatt der Speise, man sehe Nr. 56, 57, 58, 680, 681, 1480, 1695, 1973, 1974. Im natürlichen Menschen, wie im vernünftigen, ist es zweierlei, was sein Wesen bestimmt, nämlich Verständiges und Wollendes. Zum Verständigen gehört Wahres, zum Wollenden gehört Gutes. Wahres des natürlichen Menschen ist wißtümlich Wahres, alles nämlich was in seinem äußeren Gedächtnis ist: dies ist es, was bezeichnet wird durch Stroh, wenn die Rede ist von Kamelen, auch von Pferden, Maultieren und Eseln. Gutes aber des natürlichen Menschen ist Angenehmes, hauptsächlich was der Neigung zu jenem Wahren angehört. 3115. "Auch einen Ort zur Nachtherberge", 1. Mose 24/25, daß dies den Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 2625, 2837; und aus der Bedeutung von übernachten, sofern es ist bleiben oder eine Bleibstätte haben, wovon Nr. 2330. Hier somit der Zustand der Neigung zum Wahren nach ihrem Ursprung. Ihr Ursprung wird beschrieben durch dasjenige, was vorgebildet durch Bethuel, Milkah und Nachor und deren verwandtschaftlichen Beziehungen durch Laban im Folgenden, und weil dieser Ursprung ein dunkler, so wird ihr Zustand bezeichnet durch den Ort des Übernachtens, wie auch oben. 3116. In diesen drei Versen wird gehandelt von der Erforschung des Wahren, das geweiht und so verbunden werden soll dem Guten, und zwar hauptsächlich aus was für einem Ursprung, denn vom Ursprung hängt alles und jedes ab. Die Abstammungen bekommen von daher wie aus ihrer Wurzel oder wie aus ihrem Samen ihre Form, wie aus den ihren die Pflanze oder der Baum. Dies hat der Herr bei sich aus dem Göttlichen gesehen und erforscht, und aus eigener Weisheit und Einsicht eingeweiht, nämlich Wahres ins Gute des Vernünftigen. Die Erforschung selbst wird hier im inneren Sinn beschrieben, aber was dabei geschah, kann (nur) den wenigsten erklärt werden. Eine Erforschung findet auch bei einem jeden Menschen statt, der wiedergeboren wird, sodann der Überreste empfängt. Aber von dieser Erforschung weiß der Mensch gar nichts, sie liegt ihm so im Dunkel, daß er nicht einmal glaubt, daß sie geschieht; da sie doch alle Augenblicke geschieht, aber vom Herrn, der allein den Zustand des Menschen sieht, nicht nur den gegenwärtigen, sondern auch den zukünftigen in Ewigkeit. Die Erforschung ist die genaueste Abwägung, daß nicht das geringste Falsche verbunden wird dem Guten, und nicht das geringste Wahre verbunden wird dem Bösen. Geschähe dies, so wäre der Mensch auf ewig verloren, denn er würde dann im anderen Leben zwischen Hölle und Himmel hängen, und wegen des Guten ausgespien werden von der Hölle, und wegen des Bösen vom Himmel. 3117. Vers 26,27: Da neigte sich der Mann, und beugte sich dem Jehovah. Und sprach: Gesegnet sei Jehovah, der Gott meines Herrn Abraham, Der nicht verlassen hat Seine Barmherzigkeit und Seine Wahrheit von meinem Herrn; (ich) auf dem Wege, geführt hat mich Jehovah in das Haus der Brüder meines Herrn. "Da neigte sich der Mann und beugte sich dem Jehovah" bedeutet Fröhlichkeit und Freude. "Und sprach: Gesegnet sei Jehovah, der Gott meines Herrn Abraham" bedeutet hier wie früher aus dem Göttlichen Selbst und dem Göttlich-Menschlichen; "Der nicht verlassen hat Seine Barmherzigkeit" bedeutet das Innewerden des Einflusses der Liebe; "und Seine Wahrheit von meinem Herrn" bedeutet den Einfluß der Liebtätigkeit infolge davon; "(ich) auf dem Wege" bedeutet im Zustand der Verbindung des Wahren mit dem Guten im Vernünftigen; "geführt hat mich Jehovah in das Haus der Brüder meines Herrn" bedeutet zum Guten und Wahren. 3118. "Da neigte sich der Mann und beugte sich dem Jehovah", 1. Mose 24/26, daß dies Fröhlichkeit und Freude bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sich neigen und sich beugen, sofern es ist fröhlich sein und sich freuen. Neigen und Bücken oder Beugen sind Gebärden der Demütigung, oder Demütigung mit der Tat, sowohl im Zustand des Leids als im Zustand der Freude. Im Zustand des Leides, wann nicht geschieht was man wünscht, im Zustand der Freude, wann es geschieht, wie hier, daß Rebecka dem Wunsch seines Herzens gemäß ihm aus ihrem Krug zu trinken gab, und auch die Kamele tränkte. Daß Bücken auch eine Gebärde der Freude ist, sehe man Nr. 2927, 2950. Fröhlichkeit wird gesagt und Freude aus dem Grund, weil Fröhlichkeit im Wort ausgesagt wird vom Wahren, Freude aber vom Guten. Es ist auch Fröhlichkeit Sache des Angesichts, aber Freude Sache des Herzens, oder was das gleiche, Fröhlichkeit ist Sache der geistigen Neigung oder des Wahren, Freude aber Sache der himmlischen Neigung oder des Guten, somit steht Fröhlichkeit auf einer niedrigeren Stufe als die Freude, wie auch Neigen (inflexio) geringer ist als Bücken (incurvatio); was auch daraus klar wird, daß der Mensch der geistigen Kirche vor dem Herrn sich bloß neigt, und die Gnade anruft, aber der Mensch der himmlischen Kirche vor dem Herrn sich bückt oder beugt, und um Barmherzigkeit fleht: Nr. 598, 981, 2423. Beides wird hier gesagt wegen der Ehe des Wahren und Guten in den einzelnen Teilen des Wortes: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712. 3119. "Und sprach: Gesegnet sei Jehovah, der Gott meines Herrn Abraham", 1. Mose 24/27, daß dies bedeutet aus dem Göttlichen Selbst und dem Göttlich-Menschlichen, erhellt aus dem, was Nr. 3061 gesagt wurde, wo die gleichen Worte, ausgenommen daß hier gesagt wird: gesegnet. Gesegnet sei Jehovah, war der Ausdruck der Danksagung, somit auch der Freude und Fröhlichkeit darüber, daß das Gewünschte eingetroffen ist. Was überdies die Alten verstanden haben unter dem, daß sie Jehovah segneten, sehe man Nr. 1096, 1422. 3120. "Der nicht verlassen hat Seine Barmherzigkeit", 1. Mose 24/27, daß dies das Innewerden des Einflusses der Liebe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, sofern sie ist Liebe, wovon Nr. 1735, 3063, 3073. Daß, "er hat nicht verlassen seine Barmherzigkeit", ist das Innewerden des Einflusses der Liebe, kommt daher, weil es Worte der Anerkennung und des Bekenntnisses sind, und alle Anerkennung und Bekenntnis aus dem Innewerden des Einflusses kommt. 3121. "Und Seine Wahrheit von meinem Herrn", 1. Mose 24/27, daß dies bedeutet den Einfluß der Liebtätigkeit infolge davon, erhellt aus der Bedeutung der Wahrheit, sofern sie ist Liebtätigkeit. Wahrheit im eigentlichen Sinn bedeutet das gleiche, was Glaube, auch wird in der hebräischen Sprache Glaube durch ein solches Wort ausgedrückt, so daß das, was Wahrheit heißt im Wort des Alten Testaments, hie und da Glaube heißt im Wort des Neuen Testaments. Daher wurde im Vorhergehenden auch so oft gesagt, das Wahre sei Sache des Glaubens, und das Gute sei Sache der Liebe. Daß aber Glaube im inneren Sinn nichts anderes ist als Liebtätigkeit, sehe man, was früher gesagt und gezeigt wurde, als: daß kein Glaube außer durch Liebe: Nr. 30-38, daß es nirgends Glaube gibt, als wo Liebtätigkeit: Nr. 654, 724, 1162, 1176, 2261; daß der Glaube ist ein Glaube der Liebtätigkeit: Nr. 1608, 2049, 2116, 2419, 2343, 2349; daß die Liebtätigkeit die Kirche macht, nicht ein von der Liebtätigkeit getrennter Glaube: Nr. 809, 916, 1798, 1799, 1843, 1844, 2190, 2228, 2442. Hieraus wird klar, daß die Wahrheit oder der Glaube im inneren Sinn das gleiche ist, was Liebtätigkeit, denn aller Glaube ist aus der Liebtätigkeit. Ein Glaube, der nicht aus ihr, ist kein Glaube, oder was das gleiche, daß alles Wahre im inneren Sinn ist das Gute, denn alles Wahre ist aus dem Guten. Dasjenige Wahre, welches nicht daraus, ist kein Wahres, denn das Wahre ist nichts anderes als die Form des Guten: Nr. 3049. Von nirgends anders her ist seine Geburt, und von nirgends anders her ist sein Leben. 3122. Mit dieser Wahrheit, durch welche die Liebtätigkeit bezeichnet wird, verhält es sich überdies so, daß die Uralten, die himmlisch waren, unter Barmherzigkeit und Wahrheit, die vom Herrn, nichts anderes verstanden haben als die Aufnahme des Einflusses der Liebe zum Herrn und daher der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Hingegen die Alten, die geistig waren, haben unter Barmherzigkeit und Wahrheit vom Herrn bei ihnen verstanden Liebtätigkeit und Glauben. Die Ursache ist, weil die Himmlischen gar nicht über das, was Sache des Glaubens oder des Wahren ist, dachten, sondern über das, was Sache der Liebe oder des Guten ist, wie aus demjenigen erhellen kann, was früher über den himmlischen Menschen: Nr. 202, 237, 2669, 2715 gesagt wurde. Auch wurden die himmlischen Menschen durch die Liebtätigkeit gegen den Nächsten eingeführt in die Liebe zum Herrn, wenn sie gebessert und wiedergeboren wurden. Hieraus wird klar, daß unter der Barmherzigkeit vom Herrn nichts anderes verstanden wird als das Innewerden des Einflusses der Liebe zu Ihm, und unter der Wahrheit der Einfluß der Liebtätigkeit gegen den Nächsten infolge davon. Anders hingegen die Geistigen. Diese denken über das, was Sache des Glaubens ist, und wenn sie gebessert und wiedergeboren werden, werden sie durch das, was des Glaubens ist, eingeführt in die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Wenn daher von ihnen die Rede ist, so wird unter der Barmherzigkeit vom Herrn verstanden der Einfluß der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und durch die Wahrheit der Einfluß des Glaubens. Aber dennoch wird, wenn der geistige Mensch wiedergeboren ist, dieser Glaube zur Liebtätigkeit, denn alsdann handelt er aus Liebtätigkeit und zwar bis so weit, daß, wer von ihnen nicht aus Liebtätigkeit handelt nicht wiedergeboren ist; wer dagegen aus Liebtätigkeit handelt, der ist wiedergeboren, und dann bekümmert er sich nicht um das, was Sache des Glaubens oder des Wahren ist, denn er lebt aus dem Guten des Glaubens, nicht mehr aus seinem Wahren, denn das Wahre hat sich dem Guten so verbunden, daß es nicht mehr erscheint, als nur als eine Form des Guten, d.h. der Glaube nicht anders als wie eine Form der Liebtätigkeit. Hieraus kann erhellen, was die Uralten und was die Alten verstanden haben unter der Barmherzigkeit und der Wahrheit, die so oft im Wort genannt werden, wie bei Ps.61/8: "Der König wird ewig wohnen vor Gott, Barmherzigkeit und Wahrheit bereite Du, sie sollen ihn behüten". Ps.85/11: "Barmherzigkeit und Wahrheit werden begegnen, Gerechtigkeit und Friede werden küssen". Ps.86/15: "Der Herr Gott ist groß von Barmherzigkeit und Wahrheit". Ps.89/25: "Meine Wahrheit und Meine Barmherzigkeit mit Ihm". Ps.98/3: "Jehovah gedachte Seiner Barmherzigkeit und Seiner Wahrheit dem Hause Israels". Ps.115/1: "Jehovah, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Herrlichkeit, um Deiner Barmherzigkeit und um Deiner Wahrheit willen". Micha 7/20: "Jehovah, Gott wird geben Wahrheit dem Jakob, Barmherzigkeit dem Abraham, die Du geschworen hast unseren Vätern von den Tagen der Ewigkeit her": wo Jakob für den äußeren Menschen des Herrn, Abraham für den inneren in Ansehung des Menschlichen. Hos.4/1: "Zank hat Jehovah mit den Bewohnern des Landes, weil keine Wahrheit und keine Barmherzigkeit und keine Erkenntnis Gottes": keine Wahrheit für keine Aufnahme des Einflusses der Liebtätigkeit; keine Barmherzigkeit für keine Aufnahme des Einflusses der Liebe; keine Erkenntnis Gottes für keine Aufnahme des Einflusses des Glaubenswahren. 3123. Daß "(ich) auf dem Wege", 1. Mose 24/27, bedeutet im Zustand der Verbindung des Wahren mit dem Guten im Vernünftigen, erhellt aus der Bedeutung des Weges, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 627, 2333; hier auf dem Weg, sofern er ist die Verbindung des Wahren mit dem Guten im Vernünftigen, weil in diesem Kapitel von dieser Sache gehandelt wird, man sehe Nr. 3012, 3013, denn alsdann sagt man, es sei einer auf dem Weg, wenn er dahin, wo er beabsichtigt, fortschreitet. 3124. Daß "geführt hat mich Jehovah in das Haus der Brüder meines Herrn", 1. Mose 24/27, bedeutet zum Guten des Wahren, erhellt aus der Bedeutung der Brüder des Hauses, aus dem Rebecka, sofern sie ist das Gute, aus dem das Wahre. Daß das Haus der Brüder ist das Gute, hier aus dem das Wahre, erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 2233, 2234, 2559, und der Brüder, sofern sie ist vorher dasjenige Gute, aus dem das Wahre, das durch Rebecka vorgebildet wird. 3125. Im Vorhergehenden wurde gehandelt von der Erforschung des Wahren, das verbunden werden soll dem Guten im Vernünftigen, in Ansehung der Unschuld, in Ansehung der Liebtätigkeit und in Ansehung des Ursprungs; denn weil der Herr sein Vernünftiges aus eigener Kraft göttlich gemacht hat, wie in Ansehung des Guten, so in Ansehung des Wahren, darum hat Er selbst das Wahre erforscht, das Er dem Guten verbunden hat. Bei den Menschen aber wird das Wahre nie aus eigener, sondern aus des Herrn Kraft dem Guten verbunden; was daraus einleuchtend sein kann, daß alles Gute und Wahre vom Herrn einfließt, und daß alle Besserung und Wiedergeburt vom Herrn ist, und daß der Mensch gar nicht weiß, wie er wiedergeboren wird; heutzutage nicht einmal, daß er wiedergeboren wird durch das Wahre und Gute, noch weniger, daß dem Guten geweiht und verbunden wird das Wahre, und dieses geschieht gleichsam mit Erforschung, d.h. aufs Pünktlichste. In diesen zwei Versen wurde gehandelt vom Innewerden, wie beschaffen und woher des Wahre wäre, und zugleich über die Freude deswegen. Darum wird im nun Folgenden gehandelt von der Einweihung. 3126. Vers 28-30: Und das Mädchen lief, und sagte dem Hause ihrer Mutter an, gemäß diesen Worten. Und Rebecka hatte einen Bruder, und sein Name war Laban, und Laban lief zu dem Mann hinaus zum Quell. Und es geschah, wie er sah die Spange und die Armbänder auf den Händen seiner Schwester, und wie er hörte die Worte Rebeckas, seiner Schwester, sprechend: so hat geredet zu mir der Mann, da kam er zu dem Mann, und siehe, dieser stand bei den Kamelen beim Quell. "Und das Mädchen lief" bedeutet den Trieb jener Neigung; "und sagte dem Hause ihrer Mutter an, gemäß diesen Worten" bedeutet zu irgendwelchem natürlich Guten, wohin die Erleuchtung gelangen konnte. "Und Rebecka hatte einen Bruder" bedeutet die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen; "sein Name war Laben" bedeutet die Beschaffenheit jener Neigung; "und Laban lief zu dem Mann hinaus zum Quell" bedeutet den Trieb derselben gegen das Wahre, das geweiht werden soll dem göttlich Wahren. "Und es geschah, wie er sah die Spange und die Armbänder auf den Händen seiner Schwester" bedeutet, als er wahrnahm das göttlich Gute und das göttlich Wahre in der Macht der Neigung zum Wahren, welche ist die Schwester; "und wie er hörte die Worte Rebeckas, seiner Schwester" bedeutet ihre Zuneigung; "sprechend: so hat geredet zu mir der Mann" bedeutet die Gewogenheit des Wahren im natürlichen Menschen; "da kam er zu dem Mann" bedeutet, daß sie sich beigesellte; "und siehe, er stand bei den Kamelen" bedeutet die Gegenwart im allgemeinen Wißtümlichen; "beim Quell" bedeutet dessen Erleuchtung vom göttlich Wahren. 3127. "Und das Mädchen lief", 1. Mose 24/28, daß dies bedeutet den Trieb jener Neigung, erhellt aus der Bedeutung von laufen, sofern es ist eine Äußerung der Hinneigung oder des Triebes, und aus der Bedeutung des Mädchens, sofern sie ist die Neigung, in der Unschuld, wovon Nr. 3067, 3110. 3128. "Und sagte dem Hause ihrer Mutter an, gemäß diesen Worten", 1. Mose 24/28, daß dies bedeutet, zu irgendwelchem natürlich Guten, wohin die Erleuchtung gelangen konnte, erhellt aus der Bedeutung des Hauses der Mutter, sofern es ist das Gute des äußeren Menschen, das ist das natürlich Gute. Daß Haus das Gute ist, sehe man Nr. 2233, 2234, 2559; und daß das Äußere des Menschen oder das Natürliche ist von der Mutter, das Innere aber vom Vater: Nr. 1815. Das Gute im Menschen wird im Wort verglichen einem Haus, und deswegen wird der Mensch, der im Guten, genannt ein Haus Gottes. Aber das innere Gute wird genannt Haus des Vaters. Das Gute aber, das auf ebenderselben Stufe ist, heißt Haus der Brüder, hingegen das äußere Gute, das soviel ist als das Natürliche, wird benannt Haus der Mutter; denn alles Gute und Wahre wird so geboren, nämlich durch den Einfluß des inneren Guten, als des Vaters, in das äußere Gute als der Mutter. Weil in diesem Vers vom Ursprung des Wahren, das dem Guten im Vernünftigen verbunden werden soll, gehandelt wird, darum wird gesagt, daß Rebecka, durch die jenes Wahre vorgebildet wird, zum Haus der Mutter gelaufen sei, sofern daher der Ursprung des Wahren; denn wie oben gesagt und gezeigt wurde, alles Gute fließt ein auf innerem Weg, oder auf dem Weg der Seele in das Vernünftige des Menschen und durch dieses in sein Wißtümliches, bis in das sinnlich Wißtümliche und macht durch die Erleuchtung daselbst, daß die Wahrheiten gesehen werden. Von da werden die Wahrheiten hervorgerufen, und ihrer natürlichen Form entkleidet und dem Guten verbunden im mittleren Weg, nämlich im Vernünftigen, und machen zugleich den Menschen vernünftig und zuletzt geistig. Aber wie das geschieht, ist dem Menschen ganz unbekannt, weil man heutzutage kaum weiß was gut, und daß es unterschieden ist vom Wahren, noch weniger, daß der Mensch gebessert wird durch den Einfluß des Guten ins Wahre, und durch die Verbindung von beidem. Auch weiß man nicht, daß das Vernünftige unterschieden ist vom Natürlichen. Wenn man dieses, was doch ganz allgemein ist, nicht weiß, so kann man auch ganz und gar nicht wissen, wie die Einweihung des Wahren ins Gute, und die Verbindung von beidem geschieht, wovon im inneren Sinn in diesem Kapitel gehandelt wird. Weil nun aber diese Geheimnisse enthüllt und offenbar werden denen, die im Guten, d.h., die Engelsseelen sind, so müssen eben diese Geheimnisse so dunkel sie auch anderen erscheinen mögen, gleichwohl dargelegt werden, weil sie im inneren Sinn liegen. Mit der Erleuchtung vom Guten durch das Wahre im natürlichen Menschen, das hier Haus der Mutter heißt, verhält es sich so: Das göttlich Gute beim Menschen fließt ein in sein Vernünftiges, und durch das Vernünftige in sein Natürliches, und zwar in sein Wißtümliches, oder die Erkenntnisse und Lehren daselbst, und bildet sich dort durch Einfügung Wahrheiten, durch die es dann alles erleuchtet, was im natürlichen Menschen ist. Wenn dagegen das Leben des natürlichen Menschen von der Art ist, daß er das göttlich Gute nicht aufnimmt, sondern dasselbe entweder zurückstoßt, oder verkehrt, oder erstickt, alsdann kann das göttlich Gute nicht eingefügt werden, somit auch nicht sich Wahrheiten bilden, und folglich kann auch das Natürliche nicht mehr erleuchtet werden, denn die Erleuchtung im natürlichen Menschen geschieht vom Guten durch Wahres, und wenn keine Erleuchtung mehr, so ist auch keine Besserung möglich. Dies ist der Grund, warum im inneren Sinn so viel die Rede ist vom natürlichen Menschen, wie beschaffen er sei, somit woher das Wahre, daß es nämlich aus dem Guten dort. 3129. "Und Rebecka hatte einen Bruder", 1. Mose 24/29, daß dies die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Bruder und Schwester im Wort, sofern nämlich Bruder ist die Neigung zum Guten, und Schwester die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 367, 2360, 2508, 2524; denn im Gebiet des natürlichen Menschen, wie des vernünftigen, steht alles in den Verhältnissen der Blutsfreundschaft und Schwägerschaft: Nr. 2556, 2739; daher kommt es auch, daß sowohl das vernünftige, als auch das natürliche Gemüt heißt Haus oder Familie, wo Eltern, Brüder, Schwestern, Blutsfreunde und Verschwägerte nach der Ordnung sind. 3130. "Sein Name war Laban", 1. Mose 24/29, daß dies die Beschaffenheit jener Neigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er ist die Beschaffenheit von jemand, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, also hier Laban die Beschaffenheit derjenigen, von der gehandelt wird. 3131. "Und Laban lief zu dem Mann hinaus zum Quell", 1. Mose 24/29, daß dies bedeutet den Trieb derselben, nämlich der Neigung zum Guten gegen das Wahre, das geweiht werden soll dem göttlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung von laufen, sofern es ist eine Äußerung der Hinneigung oder des Triebes, wie Nr. 3127; aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist die Neigung zum Guten, wovon gleich oben Nr. 3129, 3130; aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 265, 749, 1007; und aus der Bedeutung des Quells, sofern er ist ebenfalls das Wahre, hier das göttlich Wahre, wovon Nr. 2702, 3096, und unten Nr. 3137. Aus diesem und dem übrigen, wovon die Rede war, kann erhellen welcher Art der himmlische Sinn ist, und welche Geheimnisse darin liegen. Wer kann wissen, es sei denn aus einer inwendigeren Erforschung des Wortes, und zugleich aus Offenbarung, daß dieses, nämlich "Laban lief zu dem Mann hinaus zum Quell" bedeutet den Trieb der Neigung zum Guten gegen das Wahre, das geweiht werden soll dem göttlich Wahren, und dennoch ist es dieses, was die Engel inne werden, wenn diese Worte vom Menschen gelesen werden; denn solche Entsprechungen sind zwischen den Vorstellungen eines Menschen und den Vorstellungen eines Engels, so daß während der Mensch jenes nach dem Buchstabensinn auffaßt, und sich vorstellt, "Laban sei zu dem Mann hinausgelaufen zum Quell", der Engel inne wird den Trieb der Neigung zum Guten gegen das Wahre, das dem göttlich Wahren geweiht werden soll; denn die Engel haben keine Vorstellung von Laban, noch von Laufen, noch vom Quell, sondern geistige Vorstellungen, die jenen entsprechen. Daß eine solche Entsprechung der natürlichen und geistigen Dinge und daher Vorstellungen ist, kann auch aus demjenigen erhellen, was über die Entsprechungen Nr. 1563, 1568, 2763, 2987-3003, 3021 gesagt worden ist. Was die Sache selbst betrifft, daß nämlich das Wahre geweiht werden soll dem göttlich Wahren, so verhält sich es damit so: daß das erste Wahre im natürlichen Menschen kein göttlich Wahres gewesen ist, sondern ein wie göttlich erscheinendes Wahres; denn alles Wahre ist in seiner ersten Kindheit nicht ein Wahres, sondern ein scheinbar Wahres; im Fortgang der Zeit jedoch legt es den Schein ab, und nimmt das Wesen des Wahren an; dieses zu begreifen kann es mit Beispielen erhellt werden, vorläufig mit diesem einzigen: Göttliche Wahrheit ist, daß der Herr niemals zürnt, nie jemand straft, noch weniger jemanden Böses tut, und daß vom Herrn gar nichts anderes kommt als Gutes. Diese Wahrheit verhält sich aber in ihrer ersten Kindheit gleichwohl so, daß nämlich der Herr zürne, wenn jemand sündigt, und daß der Herr deswegen strafe, ja bei einigen, daß vom Herrn Böses komme. Sowie aber der Mensch von der Kindheit an fortschreitet und heranwächst, und zum Urteilen reif wird, legt er das, was ihm als Wahrheit galt, wegen des Scheines, daß es so sei, ab, und nimmt allmählich das eigentlich Wahre an, nämlich, daß der Herr niemals zürnt, noch straft, noch weniger Böses tut, somit wird er durch jene Wahrheit eingeweiht in diese; denn es ist das Allgemeine, das zuerst eingeht, was an sich ein Dunkles ist, worin kaum etwas erscheint, ehe es erleuchtet ist durch Besonderes, und dieses durch Einzelnes, und dann, wenn es erleuchtet ist, wird das Inwendigere offenbar. So werden die Täuschungen und Scheinbarkeiten, das die Wahrheiten zur Zeit der Unwissenheit sind, zerstreut und zerstoben. 3132. "Und es geschah, wie er sah die Spange und die Armbänder auf den Händen seiner Schwester", 1. Mose 24/30, daß dies bedeutet, als er wahrnahm das göttlich Gute und das göttlich Wahre in der Macht (potentia) der Neigung zum Wahren, welche ist die Schwester, erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist wahrnehmen, wovon Nr. 2150; aus der Bedeutung der Spange, sofern sie ist das göttlich Gute, wovon Nr. 3103, 3105; aus der Bedeutung der Hände, sofern sie sind Macht oder Kraft, wovon Nr. 878, 3091; und aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2508, 2524, 2556. Hieraus wird klar, daß "sehen die Spange und die Armbänder auf den Händen seiner Schwester", heißt wahrnehmen das göttlich Gute, und das göttlich Wahre in der Macht der Neigung zum Wahren. Damit verhält es sich so: Die Verbindung des göttlich Guten und des göttlich Wahren im Herrn ist die eigentlich göttliche Ehe, aus der die himmlische Ehe, die gleichfalls die des Guten und Wahren ist; aus dieser stammt auch die eheliche Liebe; man sehe Nr. 2727-2759. Daher kommt es, daß wo im Wort gehandelt wird von der Ehe, im inneren Sinn bezeichnet wird die himmlische Ehe, welche ist die des Guten und Wahren, und im höchsten Sinn die göttliche Ehe, die im Herrn; ebendarum wird hier unter der Ehe zwischen Jischak und Rebecka nichts anderes verstanden. Die Verbindung des Guten und Wahren ist die eigentliche Ehe. Die Einweihung aber ist die Verlobung, oder der Zustand, welcher der Ehe vorausgeht, aber der der Verlobung vorausgehende Zustand ist es, der hier beschrieben wird. In diesem Zustand, wie es in der Macht des Mädchens steht, verlobt, und hernach als Gattin mit dem Ehemann verbunden zu werden, so steht es in der Macht der Neigung zum Wahren, dem göttlich Wahren sich geweiht, und so dem göttlich Guten verbunden zu werden. Und überdies war in der ersten, und hernach in jeder Neigung zum Wahren beim Herrn inwendigst selbst das göttlich Gute und das göttlich Wahre, weil Jehovah selbst, daher die Macht (oder Kraft), von der hier gehandelt wird. 3133. "Und wie er hörte die Worte Rebeckas, seiner Schwester", 1. Mose 24/30, daß dies ihre Gewogenheit (expensionem) bedeutet, erhellt aus der Gefühlsstimmung, die in diesen Worten, die aus dem Vorhergehenden sich äußert; denn sie bezeugen die Zuneigung von seiten des Gefühls für das Wahre, das hier durch Rebecka, die Schwester, vorgebildet wird. 3134. "Sprechend: so hat geredet zu mir der Mann", 1. Mose 24/30, daß dies die Gewogenheit des Wahren im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt gleichfalls aus der Gefühlsstimmung, die hier sich äußert; dann aus demjenigen, was der Mann oder Knecht Abrahams zu Rebecka geredet hat, woraus klar wird, daß es die Gewogenheit (Geneigtheit) ist; und aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 265, 749, 1007. Hier das Wahre im natürlichen Menschen vom Göttlichen, weil er ist der älteste Knecht Abrahams. Daß durch diesen der natürliche Mensch bezeichnet wird, sehe man Nr. 3019. Im Wort hauptsächlich im prophetischen, wird oft gesagt Mann, nämlich Mann und Weib, Mann und Frau, Mann und Bewohner, dann Mann und Mensch, und es wird durch Mann im inneren Sinn bezeichnet, das was Sache des Verstandes ist, welches ist das Wahre; und durch Weib, Frau, Bewohner und Mensch, das was Sache des Willens ist, welches ist das Gute; wie bei Jes.41/28: "Ich sehe, und kein Mann, und von ihnen und kein Ratgeber": kein Mann für keinen Verständigen, somit für kein Wahres. Jes.50/2: "Ich kam und nicht ein Mann, ich rief, und nicht ein Antwortender". Jes.59/14-16: "Gestrauchelt hat auf der Gasse die Wahrheit, und Aufrichtigkeit konnte nicht ankommen, es war die Wahrheit weggeschafft, und der vom Bösen Weichende ein Narr. Das sah Jehovah, und es war bös in Seinen Augen, daß kein Gericht, und kein Mann, und war erstaunt": kein Mann, offenbar für kein Verständiger, somit im umfassenden Sinn für kein Wahres. Es wird gehandelt von der letzten Zeit der Kirche, wo nichts Wahres mehr da ist, daher gesagt wird: "Gestrauchelt hat auf der Gasse die Wahrheit und die Rechtschaffenheit kann nicht ankommen, es war die Wahrheit weggeschafft". Daß auch die Gasse vom Wahren ausgesagt wird, sehe man Nr. 2336, und das Gericht: Nr. 2235. Jerem.5/1: "Laufet durch die Gassen Jerusalems, und sehet doch, und erkennet, und suchet in ihren Straßen, ob ihr findet einen Mann, ob da sei, der tut Gericht, sucht Wahrheit": auch offenbar Mann für verständig und wahr. Zeph.3/6: "Veröden will ich ihre Gassen, und kein Durchhingehender, es werden verwüstet werden ihre Städte, und kein Mann, und kein Bewohner": kein Mann für kein Wahres, kein Bewohner für kein Gutes: Nr. 2268, 2451, 2712, außerdem in vielen anderen Stellen. 3135. Daß "da kam er zu dem Mann", 1. Mose 24/30, bedeutet, sie gesellte sich bei, nämlich die Neigung zum Guten, die durch Laban vorgebildet wird: Nr. 3129, 3130 dem Wahren, das durch den Mann bezeichnet wird: Nr. 3134; beides im natürlichen Menschen. 3136. "Und siehe, er stand bei den Kamelen", 1. Mose 24/30, daß dies die Gegenwart im allgemeinen Wißtümlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von stehen bei, das soviel ist als gegenwärtig sein; und aus der Bedeutung der Kamele, welche sind das allgemein Wißtümliche, wovon Nr. 3048, 3071. 3137. "Beim Quell", 1. Mose 24/30, daß dies bedeutet dessen Erleuchtung vom göttlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Quells, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 2702, 3096, hier das göttlich Wahre, wie oben Nr. 3131. Weil das Wort ist das göttlich Wahre, darum wird es Quell genannt. Daß stehen beim Quell im inneren Sinn andeutet die Erleuchtung dessen, was im natürlichen Menschen ist, folgt aus dem Zusammenhang, denn wo das göttlich Wahre, da ist Erleuchtung. 3138. In diesen drei Versen, 1. Mose 24/28-30, wird gehandelt von der Vorbereitung und Erleuchtung des natürlichen Menschen, auf daß das Wahre, das dem Guten im Vernünftigen verbunden werden soll, aus ihm hervorgerufen werden möchte; aber mit der Vorbereitung und Erleuchtung verhält es sich so: Es gibt zweierlei Lichter, die das Verständige des Menschen erleuchten, das Himmelslicht und das Weltlicht. Das Himmelslicht ist vom Herrn, Welcher im anderen Leben ist Sonne und Mond, man sehe Nr. 1053, 1521, 1529, 1530. Das Weltlicht ist aus der Sonne und dem Mond, die vor dem leiblichen Gesichtssinn erscheinen. Der innere Mensch hat sein Gesicht und seinen Verstand vom Himmelslicht, der äußere Mensch aber hat sein Gesicht und seinen Verstand vom Weltlicht. Der Einfluß des Himmelslichtes in das, was dem Weltlicht angehört, bewirkt Erleuchtung, und zugleich Wahrnehmung; wenn eine Entsprechung da ist: Wahrnehmung des Wahren, wenn keine Entsprechung: Wahrnehmung des Falschen, anstatt des Wahren. Aber Erleuchtung und Wahrnehmung ist unmöglich, wenn keine Neigung oder Liebe da ist, welche ist die geistige Wärme, und demjenigen Leben gibt, was durchs Licht erleuchtet wird. Vergleichsweise wie das Licht der Sonne den Gewächsen nicht Leben gibt, sondern die Wärme, welche im Licht ist, wie klar wird aus den Jahreszeiten. In den Versen, die jetzt zunächst folgen, wird die Vorbereitung weiter beschrieben, daß nämlich das Himmelslicht, welches ist das göttliche Licht des Herrn, eingeflossen sei in das, was dem Weltlicht in Seinem natürlichen Menschen angehörte, um von dort das Wahre, das dem Guten im Vernünftigen verbunden werden soll, auszuführen, somit auf dem ordentlichen Weg. Ebendarum ist der Herr, um das Menschliche göttlich zu machen, auf ordentlichem Wege in die Welt gekommen, d.h. Er wollte wie ein anderer Mensch geboren werden, und wie ein anderer unterrichtet werden, und wie ein anderer neu geboren werden, aber mit dem Unterschied, daß der Mensch vom Herrn neu geboren wird. Der Herr aber hat Sich selbst nicht nur neugeboren, sondern auch verherrlicht, d.h.: göttlich gemacht. Ferner, daß der Mensch durch den Einfluß der Liebtätigkeit und des Glaubens ein neuer wird, dagegen der Herr durch die göttliche Liebe, die in Ihm, und die Sein eigen ist. Hieraus kann man sehen, daß die Wiedergeburt des Menschen ein Abbild der Verherrlichung des Herrn ist, oder was das gleiche, daß im Fortgang der Wiedergeburt des Menschen wie im Abbild gesehen werden kann, wiewohl entfernt, der Fortgang der Verherrlichung des Herrn. 3139. Vers 31-33: Und er sprach: komm, Gesegneter Jehovahs, warum stehst du draußen? und ich habe gefegt das Haus, und ein Ort ist für die Kamele. Da kam der Mann ins Haus und löste die Kamele und gab Stroh und Futter den Kamelen; und Wasser, zu waschen seine Füße, und die Füße der Männer, die mit ihm. Und man legte ihm vor zu essen, und er sprach: ich esse nicht, bis ich geredet habe meine Worte; und er sprach: rede! "Und er sprach: komm Gesegneter Jehovahs" bedeutet die Einladung des Göttlichen bei sich; "warum stehst du draußen" bedeutet etwas ferne von da; "und ich habe gefegt das Haus" bedeutet, es sei alles bereit und voll von Gutem; "und ein Ort ist für die Kamele" bedeutet einen Zustand für alles, was ihm dienen soll; "da kam der Mann ins Haus" bedeutet den Einfluß ins Gute daselbst, "und löste die Kamele" bedeutet Freiheit für das, was dienen will oder soll; "und gab Stroh und Futter den Kamelen" bedeutet Belehrung in Wahrem und Gutem; "und Wasser, zu waschen seine Füße" bedeutet die Reinigung daselbst; "und die Füße der Männer, die mit ihm" bedeutet die Reinigung all des Seinen im natürlichen Menschen; "und man legte ihm vor zu essen" bedeutet das Gute im natürlichen Menschen wollte, daß jenes angeeignet werden möchte; "und er sprach: ich esse nicht" bedeutet Weigerung; "bis ich geredet habe meine Worte" bedeutet, ehe er belehrt würde; "und er sprach: rede" bedeutet das Verlangen. 3140. "Und er sprach: komm, Gesegneter Jehovahs", 1. Mose 24/31, daß dies die Einladung des Göttlichen bei sich bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von "komm", welches ist ein Ausdruck der Einladung, und aus der Bedeutung des Gesegneten Jehovahs, welcher ist das Göttliche. Daß der Gesegnete Jehovahs das Göttliche selbst ist, sehe man Nr. 1096, 1420, 1422, woraus folgt, daß der Gesegnete des Jehovah das Göttliche aus ihm ist. Das Gute ist das Göttliche selbst, aber das Wahre ist das Göttliche aus ihm. Durch den Mann hier, der von Abraham gesandt wurde, wird bezeichnet das Wahre, das aus dem Göttlichen im natürlichen Menschen: Nr. 3134. Das göttlich Wahre ist es, was der Gesegnete Jehovahs genannt, und was eingeladen wird. 3141. "Warum stehst du draußen", 1. Mose 24/31, daß dies bedeutet etwas ferne von da, kann erhellen ohne Erklärung. Die Sache verhält sich so: das göttlich Vernünftige des Herrn ist geboren von dem göttlich Wahren selbst, das verbunden ist dem göttlich Guten. Das göttlich Vernünftige ist Jischak, der geboren ist dem Abraham, welcher dort ist das göttlich Gute, aus Sarah, welche dort ist das göttlich Wahre, wie früher gezeigt wurde. Das göttlich Vernünftige des Herrn allein ist so geboren, und zwar aus Ihm, weil das eigenste Sein des Herrn war Jehovah oder das göttlich Gute selbst, und das eigenste Sein des Herrn aus jenem war des Jehovah, oder das göttlich Wahre selbst; das göttlich Gute im Vernünftigen, welches ist Jischak, ist so geboren, und dasselbe war nicht ein vom Wahren getrenntes Gute, sondern es war das göttlich Gute mit dem göttlich Wahren, aber beides zusammen heißt das Gute im Vernünftigen, dem verbunden werden sollte das Wahre aus dem natürlichen Menschen, welches Wahre ist Rebecka. Wollte der Herr sein Menschliches göttlich machen, sowohl in Ansehung des Guten als in Ansehung des Wahren, und zwar auf dem ordentlichen Weg, wie oben Nr. 3138 gesagt worden, so konnte es nicht anders geschehen; denn das ist die göttliche Ordnung, in der alle Wiedergeburt (geschieht), somit in der die Verherrlichung des Herrn (geschah): Nr. 3138 E. Jenes göttlich Gute durch das göttlich Wahre im Vernünftigen war es, das in den natürlichen Menschen einfloß und alles daselbst erleuchtete: der Gang selbst wird hier beschrieben, daß es nämlich zuerst etwas entfernter eingeflossen sei, was hier verstanden wird unter "etwas fern von da", und daß es vor der Belehrung nicht gegenwärtiger sein wollte; denn der ordentliche Weg ist, daß die Belehrung vorhergehen muß, und daß nach den Stufen der Belehrung der Einfluß geschieht, und so fortwährend von da das Wahre zum Vorschein kommt, das dem Guten des Vernünftigen geweiht, und hernach verbunden wird. Aus diesem kann man sehen, was für Geheimnisse im inneren Sinn des Wortes enthalten, und daß diese Geheimnisse von der Art sind, daß sie kaum im allgemeinsten vom Menschen begriffen werden, und doch den Engeln einleuchtend sind, zugleich mit unzählig vielem, das mit Worten gar nicht ausgesprochen werden kann. 3142. "Und ich habe gefegt das Haus", 1. Mose 24/31, daß dies bedeutet, es sei alles bereit und voll von Gutem, erhellt aus der Bedeutung von fegen, sofern es ist bereiten und erfüllt werden, wovon sogleich; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 2233, 2234, 2559, und daß der Mensch selbst wegen des Guten, das in ihm ein Haus genannt wird: Nr. 3128. Daß "fegen" heißt, bereiten und erfüllt werden, kommt daher, weil nichts anderes vom Menschen erfordert wird, als daß er das Haus fegt, d.h. die Begierden des Bösen und die Beredungen des Falschen aus ihm verwirft, dann wird er mit Gutem erfüllt, denn das Gute fließt vom Herrn fortwährend ein, aber in das Haus oder in den Menschen, der gereinigt ist von solchem, was den Einfluß hindert, d.h. was das einfließende Gute abweist oder verkehrt, oder erstickt. Daher hatten die Alten die Redensart, daß Haus fegen oder reinigen, dann den Weg fegen und bereiten; und unter Haus fegen wurde verstanden sich vom Bösen reinigen und so sich vorbereiten, daß Gutes eingeht. Aber unter "den Weg fegen", wurde verstanden sich bereiten, daß Wahres aufgenommen wird, denn durch Haus wurde bezeichnet das Gute: Nr. 3128, und durch Weg das Wahre: Nr. 627, 2333; wie bei Jes.40/3: "Die Stimme eines Schreienden in der Wüste, feget (bereitet) den Weg Jehovahs, und machet richtig in der Einöde einen Pfad unserem Gott". Jes.57/14: "Bahnet, bahnet, feget (bereitet) den Weg, entfernet den Anstoß von dem Wege Meines Volkes". Jes.62/10: "Gehet hinüber, gehet hinüber in die Tore, feget den Weg des Volkes, bahnet, bahnet den Weg, entsteiniget vom Stein". Mal.3/1: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, und er wird fegen (bereiten) den Weg vor Mir, und plötzlich wird kommen zum Tempel der Herr, Den ihr suchet". In diesen Stellen, den Weg fegen, für sich bereiten und vorbereiten zur Aufnahme des Wahren. Es wird dort gehandelt vom Kommen des Herrn, wozu sie sich vorbereiten sollten, das Glaubenswahre, und durch jenes das Gute der Liebtätigkeit, und durch dieses die ewige Seligkeit aufzunehmen: Ps.80/9,10: "Einen Weinstock aus Ägypten hast Du herkommen lassen, hast vertrieben die Völkerschaften, und ihn gepflanzet, hast gefeget vor ihm und wurzeln gemacht seine Wurzel, und das Land erfüllet": dort im höchsten Sinn vom Herrn. Der Weinstock aus Ägypten ist das Wahre aus dem Wißtümlichen, die Völkerschaften vertreiben, heißt vom Bösen reinigen, fegen vor ihm heißt bereiten, daß Gutes erfüllt. Das Haus fegen, bezeichnet auch im entgegengesetzten Sinn einen Menschen, der sich alles Guten und Wahren entledigt, und so mit Bösem und Falschem erfüllt wird, bei Luk.11/24-26; Matth.12/43-45: "Der unreine Geist, wenn er keine Ruhe findet, sagt, ich will umkehren in mein Haus, von dem ich ausgegangen bin, und wenn er kommt und es findet mit Besen gereinigt und geschmückt, dann geht er hin und nimmt zu sich sieben andere Geister, die ärger sind als er, und sie gehen ein und wohnen daselbst". 3143. "Und ein Ort für die Kamele", 1. Mose 24/31, daß dies bedeutet einen Zustand für alles, was ihm dienen soll, erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273-1277, 1376-1381, 2625; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemeines Wißtümliches, wovon Nr. 3048, 3071; daß dieses Dienstleistungen sind, sehe man Nr. 1486, 3019, 3020; denn alles was dem natürlichen Menschen angehört, dient zu keinem anderen Gebrauch, als daß es dem Geistigen dient; daher auch Knechte, Mägde, Kamele, Esel, im inneren Sinn hauptsächlich dasjenige bedeuten, was dem natürlichen Menschen angehört. 3144. "Da kam der Mann ins Haus", 1. Mose 24/32, daß dies den Einfluß ins Gute daselbst bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von kommen hier, sofern es ist einfließen, und aus der Bedeutung von Haus, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 2233, 2234, 2559. 3145. "Und löste die Kamele", 1. Mose 24/32, daß dies bedeutet Freiheit für das, was dienen will oder soll, erhellt aus der Bedeutung von lösen, sofern es ist frei machen; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemein Wißtümliches, somit das was dienen soll, wie gleich oben Nr. 3143. Die Sache verhält sich so: Ohne Freiheit kann gar kein Wahres im natürlichen Menschen erzeugt, noch in den vernünftigen (Menschen) hervorgerufen, und da mit dem Guten verbunden werden. Im freien Zustand geschieht dies alles, denn es ist die Neigung zum Wahren aus dem Guten, das die Freiheit macht; denn wenn das Wahre nicht gelernt wird aus Neigung, somit in der Freiheit, wird es nicht eingepflanzt, noch weniger zum Inwendigeren hin erhoben und dort Glaube. Daß alle Besserung in der Freiheit geschieht, und daß alle Freiheit Sache der Neigung ist, und daß der Herr den Menschen in der Freiheit hält, damit er aus sich und dem Eigenen heraus vom Wahren und Guten erregt und so wiedergeboren werden kann, sehe man Nr. 2870 bis 2893. Dies ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß er die Kamele gelöst habe. Wenn es dieses nicht bezeichnen würde, so wäre es zu geringfügig, als daß es erwähnt würde. 3146. "Und gab Stroh und Futter den Kamelen", 1. Mose 24/32, daß dies bedeutet Belehrung in Wahrem und Gutem, erhellt aus der Bedeutung von Stroh, sofern es ist Wahres des natürlichen Menschen, und aus der Bedeutung des Futters, sofern es ist Gutes daselbst, wovon Nr. 3114. Weil dies durch Stroh und Futter bezeichnet wird, so folgt, daß Stroh und Futter geben heißt: in Wahrem und Gutem unterrichten. Daß die Freiheit den Zweck hat, daß der Mensch in der Neigung und aus Neigung zum Wahren belehrt, und so das Wahre tief bis in den geistigen Menschen oder in die Seele eingeprägt und dort dem Guten verbunden werde, kann man ersehen aus dem, was in betreff der Freiheit in Nr. 2870-2893 gezeigt wurde. Von solcher Art ist das Wurzeln des Glaubens oder des Wahren, das Sache des Glaubens ist, daß wenn es nicht vermählt wird mit dem Guten im Vernünftigen, so empfängt das Wahre des Glaubens gar kein Leben und entsteht keine Frucht daraus. Denn alles was genannt wird Frucht des Glaubens, ist die Frucht des Guten, welches ist Sache der Liebe und Liebtätigkeit durch das Wahre, welches ist Sache des Glaubens. Wofern nicht die geistige Wärme, welche ist das Gute der Liebe, durch das geistige Licht wirkt, welches ist das Wahre des Glaubens, so wäre der Mensch gleich dem durch Frost erstarrten Boden, wie zur Winterszeit, wo nichts wächst, geschweige denn Frucht bringt. Denn wie das Licht ohne Wärme nichts hervorbringt, so der Glaube nichts ohne die Liebe. 3147. "Und Wasser zu waschen seine Füße", 1. Mose 24/32, daß dies bedeutet die Reinigung daselbst, erhellt aus der Bedeutung von Wasser zum Waschen, oder von Waschen mit Wasser, sofern es ist reinigen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie sind Natürliches oder was das gleiche, das was im natürlichen Menschen ist, wovon Nr. 2162. In der vorbildlichen Kirche war es gebräuchlich, mit Wasser die Füße zu waschen, um dadurch zu bezeichnen, daß der Schmutz das natürlichen Menschen abgespült werden sollte; Schmutz des natürlichen Menschen ist alles das, was zur Selbstliebe und zur Weltliebe gehört; wenn dieser Schmutz abgespült ist, dann fließt Gutes und Wahres ein, denn jener ist es einzig, was den Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn hindert; denn das Gute fließt fortwährend vom Herrn ein, aber wenn es durch den inneren oder geistigen Menschen zu seinem äußeren oder natürlichen kommt, so wird jenes entweder verkehrt, oder zurückgewiesen, oder erstickt; hingegen aber wenn dasjenige entfernt wird, was der Selbst- und Weltliebe angehört, dann wird das Gute dort aufgenommen, und bringt dort Frucht, denn alsdann übt der Mensch Werke der Liebtätigkeit aus; wie aus vielem erhellen kann, z.B. sobald dasjenige, was dem äußeren oder natürlichen Menschen angehört, eingeschläfert wird, als im Unglück, in Nöten und Krankheiten, dann fängt der Mensch sogleich an fromm zu denken und das Gute zu wollen, auch Werke der Frömmigkeit auszuüben, so weit er kann; aber bei verändertem Zustand verändert sich auch dieses; dies wurde durch die Waschungen bezeichnet in der Alten Kirche und das gleiche vorgebildet in der jüdischen Kirche. Daß jenes in der Alten Kirche bezeichnet, aber in der jüdischen Kirche vorgebildet wurde, kam daher, weil der Mensch der Alten Kirche jenen Brauch als etwas äußerliches im Gottesdienst ansah und nicht glaubte, daß er durch das Waschen gereinigt werde, sondern durch Abtun des Schmutzes des natürlichen Menschen, das dasjenige ist, was zur Selbst- und Weltliebe gehört. Dagegen der Mensch der jüdischen Kirche glaubte, daß er durch das Waschen gereinigt werde, nicht wissend, und nicht wissen wollend, daß die Reinigung des Inwendigen bezeichnet werde. Daß durch das Waschen bezeichnet wird die Säuberung von jenem Schmutz erhellt bei Jes.1/16: "Waschet euch, reinigt euch, entfernt das Böse eurer Werke vor meinen Augen, hört auf Böses zu tun": wo klar ist, daß sich waschen heißt, sich reinigen und Böses entfernen. Jes.4/4: "Wenn der Herr abwascht den Kot der Töchter Zions, und das Blut Jerusalems abspült aus ihrer Mitte, im Geist des Gerichts, und im Geist der Ausreinigung": wo den Kot der Töchter Zions waschen und das Blut Jerusalems abspülen, für reinigen vom Bösen und Falschen. Jerem.4/14: "Säubere von Bosheit dein Herz, Jerusalem, auf daß du gerettet werdest, wie lange werden verweilen inmitten deiner die Gedanken deiner Unbilligkeit". Hes.16/9: "Ich wusch dich mit Wasser, und spülte das Blut von dir ab, und salbte dich mit Öl": von Jerusalem, worunter dort die Alte Kirche verstanden wird. Mit Wasser waschen, für reinigen von Falschem, Blut abspülen für reinigen von Bösem, mit Öl salben für füllen dann mit dem Guten. Ps.51/4,9: "Wasche mich von meiner Missetat und von meiner Sünde reinige mich. Du wirst mich sühnen mit Ysop und ich werde rein werden, Du wirst mich waschen, und ich werde mehr als schneeweiß sein": gewaschen werden, offenbar für gereinigt werden von Bösem und Falschem aus ihm. Dies war es, was bezeichnet wurde durch Waschen in der vorbildlichen Kirche, es war dort der Vorbildung wegen geboten, daß sie waschen sollten die Haut, die Hände, die Füße und auch die Kleider, wenn sie unrein geworden waren und gereinigt werden sollten, und durch dieses alles wurde bezeichnet das, was dem natürlichen Menschen angehört. Auch wurden Waschbecken, die ehern waren, außerhalb des Tempels aufgestellt, nämlich das eherne Meer, und die zehn ehernen Becken: 1.Kön.7/23-39; und das Becken aus Erz, aus dem sich Aharon und seine Söhne waschen sollten, war aufgestellt zwischen dem Zelt der Zusammenkunft und dem Altar, somit auch außerhalb des Zeltes: 2. Mose 30/18, 19,21; wodurch auch bezeichnet wurde, daß bloß das Äußere oder Natürliche gereinigt werden soll; wofern dieses nicht gereinigt, d.h. aus demselben entfernt ist, was der Selbst- und Weltliebe angehört, so kann das Innere, das der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten angehört, gar nicht einfließen, wie oben gesagt wurde. Damit man es noch besser verstehe, wie sich dieses verhält, nämlich daß das Äußere gereinigt werden muß, so mögen zum Beispiel und zur Beleuchtung dienen die guten Werke, oder was das gleiche, Gutes der Liebtätigkeit, die heutzutage Früchte des Glaubens genannt werden, dies sind Äußeres weil Ausübungen; gute Werke sind böse Werke, wenn nicht das entfernt wird, was der Selbst- und Weltliebe angehört, denn wenn die Werke getan würden, ehe dieses entfernt ist, so scheinen sie auswendig gut, aber inwendig sind sie böse, denn sie werden getan entweder wegen des guten Rufes, oder wegen des Erwerbes, oder wegen eigener Ehre, oder wegen der Wiedervergeltung, somit sind sie entweder verdienstlich oder heuchlerisch, denn das, was der Selbst- und Weltliebe angehört, macht jene Werke zu solchen; dagegen aber wenn dieses Böse entfernt wird, dann werden die Werke gut und sind Gutes der Liebtätigkeit, nämlich, es ist in ihnen keine Rücksicht auf das eigene Ich, auf die Welt, guten Ruf, auf Wiedervergeltung, somit sind sie nicht verdienstlich noch heuchlerisch, denn alsdann fließt himmlische und geistige Liebe vom Herrn in die Werke ein, und machen, daß diese Liebe und Liebtätigkeit in wirklicher Ausübung sind; und dann reinigt der Herr auch dadurch den natürlichen oder äußeren Menschen, und bringt ihn in Ordnung, so daß er auf entsprechende Weise Himmlisches und Geistiges, das einfließt, aufnimmt; was augenscheinlich erhellen kann aus demjenigen, was der Herr gelehrt hat, als Er die Füße der Jünger wusch: Joh.13/4-17: "Er kam zu Simon Petrus, der zu Ihm sagt, Herr, waschest Du meine Füße; Jesus antwortete und sprach zu ihm, was Ich tue, weißt du noch nicht, wirst es aber nach diesem inne werden; sagt zu Ihm Petrus: "nicht sollst Du waschen meine Füße, in Ewigkeit"; es antwortete ihm Jesus: "Wenn Ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit Mir; sagt zu Ihm Simon Petrus: "Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt; sagt zu ihm Jesus: "Wer gewaschen ist, hat nicht nötig, denn daß er an den Füßen gewaschen werde, sondern er ist ganz rein; jetzt seid ihr rein, jedoch nicht alle". "Wer gewaschen ist, hat nicht nötig, denn daß er an den Füßen gewaschen werde" bedeutet, daß, wer gebessert ist, nur nötig hat in Ansehung des Natürlichen gereinigt zu werden, d.h. daß daraus entfernt wird Böses und Falsches, alles wird dann in Ordnung gebracht durch den Einfluß des Geistigen vom Herrn. Außerdem war das Fußwaschen ein Zeichen der Liebtätigkeit, daß man nämlich auf das Böse des anderen nicht merken soll, und war auch ein Zeichen der Erniedrigung, daß man den anderen vom Bösen, als wie vom Schmutz reinigen soll, wie auch aus des Herrn Worten daselbst, Joh.13/12-17 erhellen kann, auch Luk.7/37,38,44,46; Joh.11/2; 1.Sam.25/41. Jeder kann sehen, daß sich waschen niemand reinigt von Bösem und Falschem, sondern bloß vom Schmutz, der ihnen anklebt. Weil es aber unter die in der Kirche gebotenen Gebräuche gehörte, so folgt, daß es etwas Besonderes in sich schließt, nämlich eine geistige Waschung, d.h. Reinigung von demjenigen Schmutz, der dem Menschen inwendig anklebt. Diejenigen unter ihnen nun, die dieses wußten und an die Reinigung des Herzens, oder an die Entfernung des Bösen der Selbst- und Weltliebe aus dem natürlichen Menschen dachten, und mit allem Ernst dies zu tun sich bestrebten, die hielten den Brauch des Waschens als einen äußeren Gottesdienst nach der Vorschrift, die aber das nicht wußten, und nicht wissen wollten, sondern dachten, daß allein der Brauch, die Kleider, Haut, Hände, Füße zu waschen, sie reinige, und sobald sie solches getan haben, dürfen sie im Geiz, in Haß, Rachsucht, Unbarmherzigkeit, Wütereien, das geistiger Schmutz ist, leben, solche pflegten diesen Brauch als einen abgöttischen; aber doch konnten sie durch ihn vorbilden, und durch Vorbildung etwas Kirchliches darstellen, auf daß hierdurch einige Verbindung des Himmels mit dem Menschen bewirkt würde, ehe der Herr kam. Aber (es war) eine solche Verbindung, daß sie den Menschen der Kirche selbst wenig oder gar nicht anregte. Die Juden und Israeliten waren so geartet, daß sie gar nicht an den inneren Menschen dachten, und nichts von ihm wissen wollten, also gar nichts von himmlischen und geistigen Dingen, die dem Leben nach dem Tod angehören, aber doch wurden sie, damit nicht alle Gemeinschaft mit dem Himmel und so mit dem Herrn verlorengehen möchte, zu den äußeren Gebräuchen verpflichtet, durch die Inwendiges bezeichnet wurde. All ihre Gefangenschaften und Plagen hatten im allgemeinen den Zweck, daß das Äußere gehörig beobachtet werden sollte um der Vorbildung willen. Daher nun kam es, "daß Moses den Aharon und seine Söhne an der Tür des Zeltes mit Wasser waschen sollte, auf daß sie geheiligt würden": 2. Mose 29/4; 40/12; 3. Mose 8/6, "daß Aharon und seine Söhne Hände und Füße waschen sollten, ehe sie eingingen in das Zelt der Zusammenkunft, und hinzutraten zum Altar um zu dienen, auf daß sie nicht stürben, und daß dieses ihnen eine Satzung des Zeitlaufes sein sollte": 2. Mose 30/18-21; 40/30,31. "Daß Aharon, ehe er die Amtskleider anzog, sein Fleisch waschen sollte": 3. Mose 16/4,24. "Daß die Leviten gereinigt werden sollten dadurch, daß sie besprengt würden mit dem Wasser der Entsündigung, und daß sie ein Schermesser gehen ließen über ihr Fleisch, und ihre Kleider wuschen, und so wasserrein wären": 4. Mose 8/6,7. "Wer das Aas eines reinen Tieres, oder ein zerrissenes aß, der sollte seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden; und wenn er sich nicht wusch, und sein Fleisch badete, so sollte er seine Missetat tragen": 3. Mose 17/15,16. "Wer das Lager eines mit einem Fluß Behafteten anrührte, oder wer auf einem Gerät saß, auf dem jener gesessen war, und wer sein Fleisch anrührte, sollte die Kleider waschen, und sich mit Wasser baden, und unrein sein bis zum Abend": 3. Mose 15/5-7,10-12. "Wer den Bock ins Asasel hinausschickte, sollte sein Fleisch waschen": 3. Mose 16/26. "Wenn der Aussätzige gereinigt war, sollte er die Kleider waschen, all sein Haar abscheren, und sich mit Wasser waschen, und so rein sein": 3. Mose 14/8,9. "Sogar sollten die Geräte selbst, die unrein wurden durch die Berührung der Unreinen, durchs Wasser hindurchgezogen werden, und unrein sein bis zum Abend": 3. Mose 11/32. Aus diesem kann erhellen, daß niemand durch den Brauch des Waschens in Ansehung des Inneren rein oder sauber wurde, sondern nur einen sauberen oder geistig Reinen vorbildete, aus dem oben angegebenen Grund. Daß es so ist, lehrt der Herr offenbar bei Matth.15/1,2,20; Mark.7/1-23. 3148. "Und die Füße der Männer, die mit ihm" 1. Mose 24/32, daß dies die Neigung all des Seinen im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Füße, die das sind, was dem natürlichen Menschen angehört, wovon Nr. 2162; und aus der Bedeutung der Männer, die mit ihm, welche sind alles was dort. Es war gebräuchlich, daß die Wanderer, wenn sie in ein Haus kamen, die Füße wuschen, so als die Brüder Josephs in das Haus Josephs eingeführt wurden: 1. Mose 43/24; als der Levite und die mit ihm in das Haus des alten Mannes aufgenommen wurden: Richt.19/21; und als Urias von der Reise kam und von David den Befehl erhielt, in sein Haus hinabzugehen und die Füße zu waschen: 2.Sam.11/8. Die Ursache war, weil die Reisen und Wanderungen dasjenige bedeuteten, was zur Belehrung und daher zum Leben gehört, man sehe Nr. 1293, 1457, 1463, 2025, und daß dieses gereinigt werden sollte, ist gleich oben Nr. 3146 gezeigt worden; und außerdem, daß kein in geistigem Sinn verstandener Schmutz ankleben und das Haus, d.h. den Menschen verunreinigen möchte, wie auch daraus klar wird, "daß sie den Staub der Füße abschütteln sollten, wenn eine Stadt oder ein Haus den Frieden nicht annehmen würde": Matth.10/14. HG 3149 3149. "Und man legte ihm vor zu essen", 1. Mose 24/33, daß dies bedeutet die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen wollte, daß es angeeignet werden möchte, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, von dem es vorgelegt wurde, sofern er ist die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3129, 3130; und aus der Bedeutung von essen, sofern es ist mitgeteilt und angeeignet werden, wovon Nr. 2187, 2343, nämlich Göttliches, wovon oben Nr. 3140, 3141. 3150. "Und er sprach, ich esse nicht", 1. Mose 24/33, daß dies bedeutet Weigerung, nämlich daß es noch nicht so angeeignet würde, erhellt ohne Erklärung. 3151. "Bis ich geredet habe meine Worte", 1. Mose 24/33, daß dies bedeutet, ehe er belehrt würde, erhellt aus der Bedeutung von Worte reden, welches ist belehren. Das was er redete, und im Zusammenhang folgt, gehört auch zur Belehrung. Daß Göttliches einfließt in das was im natürlichen Menschen ist, gemäß der Belehrung und dem Fortschreiten und deren Folge, sehe man Nr. 3141. 3152. "Und er sprach: rede", 1. Mose 24/33, daß dies das Verlangen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von Worte reden, welches ist belehren. Rede, heißt hier, er möge belehren; daß dies das Verlangen in sich schließt, ist klar. 3153. Was in diesen drei Versen im inneren Sinn enthalten ist, geht zwar aus der Erklärung hervor, nämlich daß das, was dem natürlichen Menschen angehört, vorbereitet wurde zur Aufnahme des Göttlichen; und so jene Wahrheiten, die durch Rebecka bezeichnet werden, und die geweiht und verbunden werden sollten dem Guten im Vernünftigen, göttlich wurden, und zwar durch den Einfluß. Aber was da im inneren Sinn liegt, ist von der Art, daß wenn man es nicht mit einem Gedankenblick anschaut, es zu dunkel erscheint, als daß es begriffen werden könnte, um so mehr, weil es unbekannt ist, wie dies, in welcher Weise die Wahrheiten aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen und dem Guten im Vernünftigen geweiht werden bei der Wiedergeburt des Menschen. Dies ist den meisten heutzutage so unbekannt, daß sie nicht einmal wissen, daß es geschieht, aus dem Grund hauptsächlich, weil heutzutage wenige sind, die wiedergeboren werden, und die, welche wiedergeboren werden, aus der Lehre nicht wissen, daß das Gute der Liebtätigkeit es ist, dem das Wahre des Glaubens geweiht und verbunden wird, und zwar im Vernünftigen, und daß alsdann der Zustand ganz verändert wird, nämlich daß man nämlich nicht mehr aus dem Wahren des Glaubens denkt an das Gute der Liebtätigkeit, sondern aus diesem Guten an das Wahre. Beim Herrn aber war es keine Wiedergeburt, sondern eine Verklärung, d.h. von Ihm wurde alles, sowohl das im Vernünftigen, als das im Natürlichen, göttlich gemacht. Wie dies geschehen, wird im inneren Sinn beschrieben. 3154. Vers 34-48: Und er sprach: der Knecht Abrahams bin ich. Und Jehovah hat meinen Herrn sehr gesegnet, und groß gemacht, und ihm gegeben Schaf- und Rindvieh, und Silber und Gold, und Knechte und Mägde, und Kamele und Esel. Und geboren hat Sarah, das Weib meines Herrn, einen Sohn meinem Herrn, nach ihrem Greisenalter, und er hat ihm gegeben, alles was er hat. Und mein Herr hat mich beschworen, sprechend: du sollst nicht nehmen ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, in dessen Land ich wohne. Nicht denn, zum Hause meines Vaters sollst du gehen, und zu meiner Familie, und nehmen ein Weib für meinen Sohn. Und ich sprach zu meinem Herrn: vielleicht möchte das Weib nicht gehen mir nach. Da sprach er zu mir: Jehovah, vor Dem ich gewandelt habe, wird seinen Engel mit dir senden, und deinen Weg gelingen lassen, daß du nehmest ein Weib für meinen Sohn, aus meiner Familie, und vom Hause meines Vaters. Dann wirst du frei sein von meiner Beschwörung, dieweil du gekommen bist zu meiner Familie, und wenn sie dir nicht geben, so wirst du frei sein von meiner Beschwörung. Und ich kam heute zum Quell und sprach: Jehovah, Gott meines Herrn Abraham, wenn es Dir doch sei, gelingen zu lassen meinen Weg, darauf ich wandle, siehe, ich stehe beim Wasserquell, und es geschehe, so das Jungfräulein herauskommt zu schöpfen, und ich spreche zu ihr: laß mich doch ein wenig Wasser trinken aus deinem Krug. Und sagt sie zu mir: auch du trinke, und auch deinen Kamelen will ich schöpfen, die sei das Weib, das Jehovah bestimmt hat dem Sohne meines Herrn. Ich hatte kaum ausgeredet zu meinem Herzen, siehe, da kommt Rebecka heraus, und ihr Krug auf ihrer Schulter, und sie stieg hinab zum Quell, und schöpft; und ich sprach zu ihr: laß mich doch trinken. Und eilends ließ sie ihren Krug von sich herab, und sprach: trinke, und auch deine Kamele will ich tränken; da trank ich, und auch die Kamele tränkte sie. Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? und sie sprach: die Tochter Bethuels, des Sohnes Nachors, den ihm geboren hat Milkah, und ich legte die Spange auf ihre Nase, und die Armbänder auf ihre Hände. Und ich neigte und beugte mich vor Jehovah, und ich segnete Jehovah, den Gott meines Herrn Abraham, Der mich geführt hat auf den Weg der Wahrheit, zu nehmen die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn. "Und er sprach, der Knecht Abrahams bin ich" bedeutet, es sei aus dem göttlich Guten. "Und Jehovah hat meinen Herrn sehr gesegnet und groß gemacht" bedeutet das Göttlich-Menschliche in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren; "und ihm gegeben Schaf- und Rindvieh" bedeutet Gutes im allgemeinen; "und Silber und Gold" bedeutet Wahres im allgemeinen; "und Knechte und Mägde, und Kamele und Esel" bedeutet Wahres im besonderen. "Und geboren hat Sarah, das Weib meines Herrn, einen Sohn meinem Herrn" bedeutet das göttlich Vernünftige aus dem göttlich Wahren; "nach ihrem Greisenalter" bedeutet, als der Zustand da war; "und er hat ihm gegeben all was er hat" bedeutet, daß Ihm alles Göttliche (gehöre); "und mein Herr hat mich beschworen" bedeutet hier wie früher, die Verpflichtung und heilige Zusage; "sprechend: du sollst nicht nehmen ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters" bedeutet hier wie früher, daß das göttlich Vernünftige nicht verbunden werden soll einer Neigung, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt; "in dessen Land ich wohne" bedeutet Nichtübereinstimmendes, in dem das göttlich Gute ist; "nicht denn, zum Hause meines Vaters sollst du gehen" bedeutet das Gute, das aus dem Göttlichen; "und zu meiner Familie" bedeutet das Wahre, das aus dem Göttlichen; "und nehmen ein Weib für meinen Sohn" bedeutet, daß dadurch eine Verbindung (geschehe); "und ich sprach zu meinem Herrn, vielleicht möchte das Weib nicht gehen mir nach" bedeutet hier wie früher, das Zweifeln des natürlichen Menschen, ob jene Neigung sich trennen lasse; "da sprach er zu mir" bedeutet die Belehrung; "Jehovah, vor Dem ich gewandelt habe, wird Seinen Engel mit dir senden" bedeutet hier wie früher, die göttliche Vorsehung; "und deinen Weg gelingen lassen" bedeutet in Ansehung des Wahren; "daß du nehmest ein Weib für meinen Sohn" bedeutet, daß eine Verbindung zustande komme; "aus meiner Familie, und vom Hause meines Vaters" bedeutet aus dem Guten und Wahren, das aus dem Göttlichen daselbst; "dann wirst du frei sein von meiner Beschwörung" bedeutet hier wie früher, Freiheit, die der natürliche Mensch hat; "dieweil du gekommen bist zu meiner Familie, und wenn sie dir nicht geben" bedeutet in Ansehung der Trennung; "so wirst du frei sein von meiner Beschwörung" bedeutet, daß alsdann der natürliche Mensch keine Schuld habe. Das übrige bis zum 48. Vers bedeutet das gleiche wie früher. 3155. Dieses einzeln zu erklären muß man unterlassen, weil es oben in diesem Kapitel erklärt wurde. Es ist wieder gesagt, zu dem Zweck, daß der natürliche Mensch belehrt werden sollte, denn die Einweihung und die Verbindung des Wahren mit dem Guten verhält sich, wie wenn eine Jungfrau verlobt und hernach vermählt wird einem Ehemann, nämlich daß sie belehrt werden muß über alles, ehe sie die Einwilligung gibt. Obwohl dieses beim Menschen nicht zum Bewußtsein kommt, wenn Wahres dort dem Guten geweiht und verbunden, d.h. wenn der Mensch gebessert wird, so geschieht es eben dennoch, nämlich daß Belehrung vorausgeht, die dem Guten über das Wahre, und dem Wahren über das Gute (gegeben wird), hernach die Einwilligung von beiden Seiten, wovon nun folgt. 3156. Vers 49-51: Und nun, wenn ihr willens seid, Barmherzigkeit und Wahrheit zu tun an meinem Herrn, so saget es mir an; und wenn nicht, so saget es mir an, und ich will ausblicken zur Rechten oder zur Linken. Da antwortete Laban und Bethuel, und sprachen: von Jehovah ist ausgegangen das Wort, wir können nicht reden zu dir Böses oder Gutes. Siehe, Rebecka ist vor dir, nimm und geh, und sie sei das Weib für den Sohn deines Herrn, wie geredet hat Jehovah. "Und nun, wenn ihr willens seid, Barmherzigkeit und Wahrheit zu tun an meinem Herrn" bedeutet die Erforschung ihrer Einwilligung aus den beiden Vermögen, dem des Willens und dem des Verstandes; "so saget es mir an, und wenn nicht, so saget es mir an" bedeutet den freien Zustand ihrer Erwägung; "und ich will ausblicken zur Rechten oder zur Linken" bedeutet gegenseitige Freiheit; "da antwortete Laban und Bethuel und sprachen: von Jehovah ist ausgegangen das Wort, wir können nicht reden zur dir Böses oder Gutes" bedeutet die Anerkennung, daß es Sache des Herrn allein sei; "siehe, Rebecka ist vor dir, nimm und geh, und sie sei das Weib für den Sohn deines Herrn, wie geredet hat Jehovah" bedeutet die vom Herrn uns eingegebene Einwilligung. 3157. "Und nun, wenn ihr willens seid, Barmherzigkeit und Wahrheit zu tun an meinem Herrn", 1. Mose 24/49, daß dies bedeutet die Erforschung ihrer Einwilligung aus den beiden Vermögen, dem des Willens und dem des Verstandes, erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, sofern sie Sache des Guten oder der Liebe ist, wovon Nr. 3063, 3073, 3120; und aus der Bedeutung der Wahrheit, sofern sie ist Sache des Wahren oder des Glaubens, wovon Nr. 3121, 3122. Und weil das Gute, das der Liebe angehört, Sache des Willens ist, und das Wahre, das dem Glauben angehört, Sache des Verstandes ist, und dieses zu Laban und Bethuel, somit zu Menschen gesagt wird, daß sie Barmherzigkeit und Wahrheit tun möchten, bedeutet es, was aus ihren beiden Vermögen, nämlich dem des Willens und dem des Verstandes (geschehen sollte). Daß es ist die Erforschung der Einwilligung ist klar, sowohl daraus, daß gesagt wird: "wenn ihr willens seid zu tun", als aus dem was folgt: "saget es mir an, und wenn nicht, so saget es mir an, und ich will ausblicken zur Rechten oder zur Linken". Bei der Wiedergeburt des Menschen, die ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist: Nr. 3138, verhält es sich so, daß das Wahre des Glaubens zwar gelernt, aber nicht anerkannt, noch weniger vom Guten angenommen wird, wenn nicht eine Einwilligung von beiden Vermögen, nämlich dem Willen und Verstand stattfindet. Die Einwilligung ist die Anerkennung selbst; durch diese geschieht die Annahme, und zwar vom Willen, denn dort ist das Gute, und wann das Wahre des Glaubens vom Willen, oder vom Guten angenommen ist, dann ist der Mensch wiedergeboren, denn alsdann ist das Wahre Sache des Guten, oder der Glaube ist Sache der Liebtätigkeit, oder in Ansehung des Lebens selbst Liebtätigkeit: Nr. 3121. 3158. "So saget es mir an, und wenn nicht, so saget es mir an", 1. Mose 24/49, daß dies den freien Zustand ihrer Erwägung bedeutet, ist aus dem Sinn der Worte klar. Aus allem Vorhergehenden erhellt, daß was im Buchstabensinn in diesem Kapitel von der Verlobung und Verehelichung der Rebecka mit Jischak handelt, im inneren Sinn handelt von der Einweihung und Verbindung des Guten und Wahren, denn die Einweihung und Verbindung des Wahren und Guten ist eine geistige Verlobung und eine geistige Ehe. Auf beiden Seiten ist ein freier Zustand der Erwägung erforderlich. Daß dies bei der Verlobung und Verehelichung ist bekannt, daß aber bei der Einweihung und Verbindung des Guten und Wahren ist nicht so bekannt, weil es dem natürlichen Menschen nicht zum Bewußtsein kommt, und weil es unter dasjenige gehört, was geschieht, ohne daß der Mensch sich darüber besinnt, so findet es doch in jedem Augenblick statt, wenn der Mensch gebessert und wiedergeboren wird, daß er nämlich in einem freien Zustand ist, wenn das Wahre verbunden wird dem Guten. Ein jeder kann wissen, wenn er es nur überlegt, daß nie etwas dem Menschen eigen, ehe es auch Sache seines Willens ist; denn was dem Willen angehört, macht des Menschen Lebens-Sein aus, was aber dem Verstand (angehört), macht sein Lebens-Dasein von daher aus. Die Einwilligung aus dem Verstand allein, ist keine Einwilligung, sondern alle Einwilligung kommt vom Willen her. Ebendarum, wenn nicht das Wahre des Glaubens, das dem Verstande angehört, aufgenommen wird vom Guten der Liebe, das dem Willen angehört, so ist es keineswegs ein Wahres, das anerkannt ist, folglich ist es kein Glaube. Auf daß es aber vom Guten, das dem Willen angehört, aufgenommen werde, ist notwendig, daß ein freier Zustand da sei; alles was dem Willen angehört, das erscheint als frei, der eigentliche Zustand des Willens ist die Freiheit, denn was ich will, das wähle ich, das verlange ich, weil ich das liebe und als gut anerkenne. Hieraus kann erhellen, daß das Wahre, das des Glaubens ist, durchaus nicht des Menschen wie sein Eigen wird, ehe es aufgenommen ist vom Willen, d.h. eingeweiht und verbunden dem Guten daselbst, und daß dies nur in einem freien Zustand geschehen kann. 3159. "Und ich will ausblicken zur Rechten oder zur Linken", 1. Mose 24/49, daß dies gegenseitige Freiheit bedeutet, kann erhellen ohne Erklärung. Die Sache verhält sich so: das Gute fließt vom Herrn durch den inneren Menschen fortwährend ein in den äußeren, und im ersten Lebensalter tritt es im äußeren Menschen hervor unter der Gestalt der Neigung zum Wahren. In dem Maß, als der Mensch das himmlische und geistige Gute als Zweck im Auge hat, insoweit wird das Wahre eingeweiht und verbunden dem Guten; oder was das gleiche, insoweit die Neigung des Wahren der Neigung zum Guten. In dem Maß aber als der Mensch das Eigene, somit sich und die Welt als Zweck im Auge hat, insoweit tritt das himmlisch und geistig Gute zurück. Dies ist die gegenseitige Freiheit, die bezeichnet wird durch ausblicken zur Rechten oder zur Linken. 3160. "Da antwortete Laban und Bethuel und sprachen: von Jehovah ist ausgegangen das Wort, wir können nicht reden zu dir Böses oder Gutes", 1. Mose 24/50, daß dies bedeutet die Anerkennung, daß es allein Sache des Herrn sei, kann erhellen aus der Erklärung der einzelnen Worte in betreff des inneren Sinnes. Daß dies aber der Schluß von jenem ist, leuchtet ein ohne Erklärung. Daß von Jehovah ist ausgegangen das Wort, heißt vom Herrn, ist klar, weil unter Jehovah, der so oft im Alten Testament genannt ist, gar kein anderer verstanden wird als der Herr, man sehe Nr. 1343, 1736, 1815, 2156, 2329, 3023, 3035. Daß dieses Geheimnisse in sich schließt, kann daraus erhellen, daß hier Laban, welcher der Bruder, und hernach Bethuel, welcher der Vater, geantwortet hat, nicht aber Vater und Mutter, und daß die Jungfrau erst nachher. Die Ursache ist, weil durch Laban als Bruder vorgebildet wird die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen: Nr. 3129, 3130, und durch Bethuel der Ursprung der Neigung zum Guten. Die Neigung zum Guten und die Neigung zum Wahren im natürlichen Menschen verhalten sich wie Bruder und Schwester; und die Neigung zum Wahren, das aus dem natürlichen Menschen in den vernünftigen hervorgerufen und dort mit dem Guten verbunden wird, verhält sich wie eine verehelichte Mutter. Das Geheimnis, daß hier Laban und Bethuel, d.h. zuerst der Bruder und hernach der Vater, geantwortet haben, ist, weil das Gute aus dem vernünftigen Menschen, indem es in den natürlichen Menschen einfließt, nicht unmittelbar dort ins Wahre, sondern ins Gute daselbst, und durch das Gute ins Wahre einfließt, wofern jener Einfluß nicht stattfindet, kann die Neigung zum Wahren nicht existieren. Die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen ist es, die anerkennt, somit die zuerst einwilligt, denn es gibt einen unmittelbaren Verkehr zwischen dem vernünftig Guten und dem natürlich Guten, aber keinen unmittelbaren zwischen dem vernünftig Guten und dem natürlich Wahren. Über ihre gegenseitige Beziehung (parallelismo) sehe man Nr. 1831, 1832. Hier kommen zwei alte Redensarten vor, nämlich: "von Jehovah ist ausgegangen das Wort", statt es ist vom Herrn geschehen; sodann: "wir können nicht reden zu dir Böses oder Gutes", statt sie wagen nicht zu verneinen, noch zu bejahen. Über die Anerkennung, daß es Sache des Herrn allein sei, folgt. 3161. "Siehe, Rebecka ist vor dir, nimm und geh, und sie sei das Weib für den Sohn deines Herrn, wie geredet hat Jehovah", 1. Mose 24/51, daß dies bedeutet die Einwilligung, die eingegeben wurde vom Herrn aus, kann ebenfalls erhellen aus der Erklärung der einzelnen Worte, deren allgemeiner Schluß im inneren Sinn dieser ist. Die Sache selbst verhält sich so: Als der Herr in der Welt lebte, machte Er das Menschliche in Sich aus eigener Kraft göttlich. Das Menschliche fängt an im Innersten des Vernünftigen: Nr. 2106, 2194. Hier wird beschrieben, wie Er dieses göttlich machte, nämlich wie früher in Ansehung des Guten, so nun in Ansehung des Wahren, denn das Vernünftige besteht aus dem Guten und Wahren. Das Gute daselbst war aus Seinem eigensten Göttlichen, d.h. aus Jehovah dem Vater, von dem Er empfangen wurde. Das Wahre aber mußte auf dem ordentlichen Weg erworben werden, wie bei anderen Menschen; denn es ist bekannt, daß der Mensch nicht vernünftig geboren wird, sondern nur in die Möglichkeit es zu werden, und daß er es wird durch Wißtümliches, nämlich durch Erkenntnisse von mehreren Gattungen und Arten, deren erste die Mittel sind zu den nächst folgenden, so nacheinander bis zu den letzten, die sich auf geistige Dinge des Reiches des Herrn beziehen und Lehren heißen. Daß diese teils erlernt werden aus der Glaubenslehre, teils unmittelbar aus dem Wort, und teils infolgedessen aus eigenem Nachdenken, ist auch bekannt. Solange diese Lehren bloß im Gedächtnis sind, sind es nur wißtümliche Wahrheiten, und dem Menschen noch nicht angeeignet, als ihm angehörend, sondern sie werden ihm dann erst angeeignet, wenn er anfängt sie zu lieben um des Lebens willen, und noch mehr wenn er sie auf das Leben anwendet. Wenn dies geschieht, dann werden die Wahrheiten aus dem natürlichen Gedächtnis erhoben in das Vernunftgebiet und dort dem Guten verbunden, und wenn sie verbunden sind, so sind sie nicht mehr Sache des Wissens, sondern des Lebens, denn alsdann lernt der Mensch nicht mehr aus den Wahrheiten, wie man leben soll, sondern er lebt nach ihnen; so werden ihm die Wahrheiten angeeignet und zur Sache des Willens. So tritt der Mensch in die himmlische Ehe, denn die himmlische Ehe ist die Verbindung des Guten und des Wahren im Vernünftigen. Dies tut der Herr bei den Menschen. Dagegen hat der Herr in Ihm und aus Ihm selbst alles das getan, und aus dem Göttlichen Selbst nicht nur erzeugt das Vernünftige in Ansehung des Guten, sondern auch durch dieses das Natürliche in Ansehung des Wahren, das Er dem Guten verband. Denn das Gute ist es, das sich das Wahre erwählt und auch bildet; denn das Gute erkennt kein anders für das Wahre an, als das übereinstimmt. Somit hat das göttlich Gute, das dem Herrn eigen, sich selbst das Wahre gemacht, und kein anders für das Wahre anerkannt, als das mit dem göttlich Guten übereinstimmte, d.h., das göttlich aus Ihm war. Somit alles und jedes aus eigener Kraft. Dies ist es, was bezeichnet wird durch die Anerkennung, daß es Sache des Herrn allein sei, und durch die vom Herrn aus eingegebene Einwilligung. 3162. Vers 52-54: Und es geschah, als der Knecht Abrahams ihre Worte hörte, da beugte er sich zur Erde vor Jehovah. Und der Knecht zog hervor Gefäße von Silber, und Gefäße von Gold, und Kleider, und gab der Rebecka; und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter. Und sie aßen und tranken, er und die Männer, die mit ihm, und blieben über Nacht, und standen auf am Morgen, und er sprach: lasset mich zu meinem Herrn. "Und es geschah, als der Knecht Abrahams ihre Worte hörte, da beugte er sich zur Erde vor Jehovah" bedeutet das Innewerden der Freude im natürlichen Menschen; "und der Knecht zog hervor Gefäße von Silber, und Gefäße von Gold, und Kleider" bedeutet das Wahre und Gute, und dessen Schmuck; "und gab der Rebecka" bedeutet, das dann der Neigung zum Wahren (zuteil wurde); "und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder" bedeutet Geistiges dem natürlich Guten infolgedessen; "und ihrer Mutter" bedeutet auch dem natürlich Wahren. "und sie aßen und tranken" bedeutet die Aneignung des Guten und Wahren, das so eingeweiht worden; "er und seine Männer, die mit ihm" bedeutet was im natürlichen Menschen, "und blieben über Nacht" bedeutet seinen Frieden; "und standen auf am Morgen" bedeutet die Stufe der Erhebung; "und er sprach: lasset mich zu meinem Herrn" bedeutet die Neigung zur Verbindung. 3163. "Und es geschah, als der Knecht Abrahams ihre Worte hörte, da beugte er sich zur Erde vor Jehovah", 1. Mose 24/52, daß dies das Innewerden der Freude im natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von hören die Worte, sofern es ist inne werden; aus der vorbildlichen Bedeutung des Knechtes Abrahams, welcher ist im allgemeinen der natürliche Mensch, inwiefern er dem Vernünftigen, hier dem Göttlichen, dient, wovon Nr. 3019, 3020; und aus der Bedeutung von sich beugen vor Jehovah, sofern es ist sich freuen, wovon Nr. 2927, 2950, 3118. 3164. "Und der Knecht zog hervor Gefäße von Silber und Gefäße von Gold, und Kleider", 1. Mose 24/53, daß dies das Wahre und Gute, und dessen Schmuck bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Gefäße von Silber, der Gefäße von Gold, und der Kleider im inneren Sinn. Daß Silber bedeutet das Wahre, sehe man Nr. 1551, 2048, und Gold das Gute: Nr. 113, 1551, 1552. Gefäße von Silber und Gefäße von Gold wird gesagt, weil sie bezogen werden auf die Neigung zum Wahren, die hier ist Rebecka, denn das Wahre an sich betrachtet ist nur ein Gefäß oder Behältnis des Guten: Nr. 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269, 3068. Gefäße von Silber sind im besonderen Wissenssachen, denn diese sind Behältnisse des Wahren, Gefäße von Gold sind im besonderen Wahrheiten, weil diese Behältnisse des Guten sind. Daß aber Kleider Schmuckgegenstände sind, kann erhellen ohne Erklärung. Solches wurde in der alten Zeit einer Jungfrau gegeben, wenn sie verlobt wurde, und zwar der Vorbildung und Bezeichnung wegen, sofern eine verlobte Jungfrau darstellen sollte das Wahre der Kirche, das verbunden werden soll dem Guten. Wie denn auch die Alte Kirche in ihrem ersten Lebensalter beschrieben wird bei Hes.16/8-13: "Als die Zeit der Liebe da war, kleidete ich dich mit Stickerei, gürtete dich mit Byssus, und bedeckte dich mit Seide, und schmückte dich mit Schmuck, und gab Armbänder auf deine Hände, und eine Kette auf deine Kehle, und gab eine Spange auf deine Nase, und Ohrenringe auf deine Ohren, und eine Krone des Schmucks auf dein Haupt; so warst du geschmückt mit Gold und Silber, und deine Kleider, Byssus und Seide, und Stickerei". Und da ebendieselbe Kirche vom Wahren und Guten abkam, wird sie dort so beschrieben: Hes.16/16-18: "Du nahmst von deinen Kleidern, und machtest dir bunte Höhen; und du nahmst die Gefäße deines Schmucks, von meinem Gold, und von meinem Silber, das ich dir gegeben hatte, und machtest dir Mannsbilder, und nahmst die Kleider der Stickerei, und bedecktest sie damit": woraus offenbar erhellt, daß Silber, Gold und Kleider nichts anderes sind, als was der Kirche angehört, nämlich das Wahre und Gute, und das was Sache des Wahren und Guten ist. 3165. "Und gab der Rebecka", 1. Mose 24/53, daß dies bedeutet, das dann der Neigung zum Wahren (zuteil wurde), erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2865, 3077; durch das gleich oben (genannte), nämlich durch die Gefäße von Silber, die Gefäße von Gold, und die Kleider, wird beschrieben die Neigung zum Wahren als Braut, daher wird durch jene Worte bezeichnet, daß so beschaffen alsdann sein sollte die Neigung zum Wahren, oder was das gleiche, was alsdann der Neigung zum Wahren (angehören sollte). 3166. "Und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder", 1. Mose 24/53, daß dies bedeutet Geistiges dem natürlich Guten infolgedessen, erhellt aus der Bedeutung der Kostbarkeiten, sofern sie sind Geistiges, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ist das natürlich Gute, wovon Nr. 3160, denn auch Laban, welcher hier ist der Bruder, die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen ist, wovon Nr. 3129; 3130. Daß Kostbarkeiten Geistiges bedeuten, erhellt aus dem Wort auch sonst, z.B. wo die Rede ist von Joseph, bei 5. Mose 33/13-16: "Gesegnet von Jehovah ist sein Land, vom Kostbaren des Himmels, vom Tau, und vom Abgrund der darunter liegt, und vom Kostbaren der Erzeugnisse der Sonne, und vom Kostbaren des Erzeugnisses der Monate, und vom Kostbaren der Hügel der Ewigkeit, und vom Kostbaren der Erde und ihrer Fülle". Dort werden durch das Kostbare des Himmels das Kostbare der Erzeugnisse der Sonne, das Kostbare des Erzeugnisses der Monate, das Kostbare der Hügel der Ewigkeit, und das Kostbare der Erde, verschiedene Gattungen geistiger Dinge bezeichnet. Außerdem wurden Kostbarkeiten genannt Edelsteine, Perlen, Balsam, Gewürze und dergleichen, was alles bedeutet Geistiges. Was geistig ist, wurde früher öfters gesagt, nämlich daß im Reich des Herrn Himmlisches und Geistiges ist, und daß das Himmlische dem Guten angehört, und Geistiges dem Wahren daher. Nichts ist im Weltall, das nicht aufs Gute und aufs Wahre sich bezieht; alles was dem Nutzen und dem Leben angehört, bezieht sich aufs Gute, was aber der Lehre und der Wissenschaft hauptsächlich über den Nutzen und das Leben angehört, aufs Wahre, oder was das gleiche, was Sache des Willens ist, wird gut oder bös genannt, was aber Sache des Verstandes ist, heißt wahr oder falsch. Das Gute also, das allein ist Sache der Liebe und Liebtätigkeit, und vom Herrn einfließt, ist himmlisch, das Wahre aber, das aus Ihm, ist geistig. Warum dem Bruder Kostbarkeiten gegeben wurden, während der Schwester, als sie Braut geworden, Gefäße von Silber, Gefäße von Gold und Kleider, davon war die Ursache, weil der Bruder das Gute im natürlichen Menschen bedeutet, und weil dieses Gute erleuchtet wird, wenn das Wahre geweiht wird fürs Gute im Vernünftigen, denn alle Erleuchtung des Guten und Wahren im natürlichen Menschen kommt daher. 3167. "Und ihrer Mutter", 1. Mose 24/53, daß dies bedeutet auch dem natürlich Wahren, nämlich Geistiges infolgedessen, wie dem natürlich Guten, wovon gleich oben, erhellt aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie ist die Kirche, wovon Nr. 289, 2717. Damit man wisse, wie es sich damit verhält, daß Geistiges dem natürlich Guten und dem natürlich Wahren zuteil wird infolge davon, daß das Wahre geweiht wird für das Gute im Vernünftigen, soll es mit wenigem gesagt werden: Ein jeder Mensch hat ein Inneres und ein Äußeres, sein Inneres wird genannt der innere Mensch, und sein Äußeres der äußere Mensch. Aber was der innere Mensch und der äußere ist, ist wenigen bekannt. Der innere Mensch ist das gleiche, was der geistige Mensch, und der äußere Mensch ist das gleiche, was der natürliche Mensch. Der geistige Mensch ist der, welcher versteht und weise ist aus dem, was dem Himmelslicht angehört, der natürliche Mensch aber aus dem, was dem Weltlicht angehört. Über beiderlei Licht sehe man Nr. 3138, denn im Himmel ist nur Geistiges, in der Welt aber nur Natürliches. Der Mensch ist so geschaffen, daß Geistiges und Natürliches in ihm, d.h. sein geistiger und natürlicher Mensch übereinstimmen oder eins ausmachen sollen. Aber dann muß der geistige Mensch alles im Natürlichen ordnen, und der natürliche gehorchen, wie der Knecht seinem Herrn. Aber infolge des Falls fing der natürliche Mensch an, sich über den geistigen zu erheben, so kehrte er die eigentliche göttliche Ordnung um. Infolge davon trennte sich der natürliche Mensch vom geistigen, und er hatte nichts Geistiges mehr, als was gleichsam durch Ritzen eindringen und die Fähigkeit zu denken und zu reden verleihen konnte. Damit aber Geistiges wiederum in den natürlichen Menschen einfließen möchte, mußte er vom Herrn wiedergeboren, d.h. das Wahre aus dem natürlichen Menschen geweiht und verbunden werden dem Guten im Vernünftigen. Wenn das geschieht, wird dem natürlichen Menschen Geistiges zuteil, denn alsdann fließt das Licht des Himmels ein, und erleuchtet das, was im natürlichen Menschen, und macht, daß was dort Licht empfängt, das Gute dort Wärme des Lichts, d.h. Liebe und Liebtätigkeit, das Wahre aber Strahlen des Lichts, d.h. Glauben. So hat denn das natürlich Gute und das natürlich Wahre Geistiges davon. Das natürlich Gute ist dann alles Angenehme und Vergnügen aus dem Zweck zu dienen dem Geistigen, somit dem Nächsten, noch mehr dem Gemeinwesen, noch mehr dem Reich des Herrn, und über alles dem Herrn. Und das natürlich Wahre ist alle Lehre und Wissenschaft zum Zweck weise zu sein, d.h. es zu tun. 3168. "Und sie aßen und tranken", 1. Mose 24/54, daß dies bedeutet die Aneignung des Guten und Wahren, das so eingeweiht worden, erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es ist mitgeteilt und verbunden, somit angeeignet werden, wovon Nr. 2187, 2343, und weil dieses ausgesagt wird vom Brot, und durch Brot das Gute bezeichnet wird: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 2187, so ist es die Aneignung des Guten, die durch essen bezeichnet wird. Und aus der Bedeutung von trinken, sofern es ebenfalls ist mitgeteilt und verbunden, somit angeeignet werden, wovon Nr. 3089, weil es aber ausgesagt wird vom Wein, und durch Wein das Wahre bezeichnet wird: Nr. 1071, 1798, so ist es die Aneignung des Wahren, die durch trinken bezeichnet wird. Die Sache selbst verhält sich, wie gleich oben Nr. 3167 gesagt worden, daß wenn das Wahre für das Gute geweiht, und mehr noch wenn es ihm verbunden wird im Vernünftigen, dann das Gute und Wahre des geistigen Menschen, d.h. Geistiges angeeignet wird dem Natürlichen. 3169. "Er und die Männer, die mit ihm", 1. Mose 24/54, daß sie bedeuten was im natürlichen Menschen, erhellt aus der Bedeutung des Knechts, welcher hier ist, "er", sofern er ist der natürliche Mensch, wovon Nr. 3019, 3020; und aus der Bedeutung der Männer, die mit ihm, sofern sie sind alles, was im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3148. 3170. "Und blieben über Nacht", 1. Mose 24/54, daß dies seinen Frieden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von übernachten, sofern es ist ausruhen, und im inneren Sinn Frieden haben. Die Sache verhält sich so: wenn Geistiges dem natürlichen Menschen angeeignet wird, alsdann tritt zurück was der Begierde zum Bösen und der Beredung des Falschen angehört, somit das, was Unruhe herbeiführt; und tritt herzu, was der Neigung zum Guten und Wahren angehört, somit das was Frieden macht. Denn alle Unruhe ist aus dem Bösen und Falschen, und aller Frieden aus dem Guten und Wahren. Was der Friede und von welcher Art sein Zustand, sehe man Nr. 92, 93, 1726, 2780. 3171. "Und standen auf am Morgen", 1. Mose 24/54, daß dies die Stufe der Erhebung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es eine Erhebung in sich schließt, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927; und aus der Bedeutung von Morgen, sofern er ist der Herr, dann Sein Reich, wie auch der Friedensstand daher, wovon Nr. 2405, 2780. Vom Natürlichen sagt man, es werde erhoben, wenn ihm Geistiges angeeignet wird; denn alle Erhebung ist von Geistigem und Himmlischem, denn durch dieses wird der Mensch erhoben himmelwärts, somit näher zum Herrn. 3172. "Und er sprach, lasset mich zu meinem Herrn", 1. Mose 24/54, daß dies die Neigung zur Verbindung bedeutet, erhellt aus dem allgemeinen Sinn, der aus dem inneren Sinn der Worte sich ergibt; denn daß er wollte, man möchte ihn zu seinem Herrn ziehen lassen, war Folge des Wunsches, daß die Neigung zum Wahren, welche ist Rebecka, verbunden werden möchte, denn die Verlobung, d.h. die Einweihung, war bereits vollzogen; die Neigung zur Verbindung ist es, die hier bezeichnet wird. 3173. Vers 55-58: Und ihr Bruder und ihre Mutter sprach: es möge das Mädchen bei uns bleiben Tage etwa zehn, hernach magst du gehen. Da sprach er zu ihnen: haltet mich nicht auf, und Jehovah hat gelingen lassen meinen Weg, lasset mich, daß ich gehe zu meinem Herrn. Und sie sprachen: wir wollen das Mädchen rufen, und fragen ihren Mund. Und sie riefen Rebecka und sprachen zu ihr: willst du gehen mit diesem Mann? und sie sprach: ich will gehen. "Und ihr Bruder und ihre Mutter sprach" bedeutet den Zweifel des natürlichen Menschen; "es möge das Mädchen bei uns bleiben" bedeutet die Abhaltung durch sie; "Tage etwa zehn, hernach magst du gehen" bedeutet den ihnen als voll erscheinenden Zustand des Scheidens. "Da sprach er zu ihnen, haltet mich nicht auf" bedeutet den Willen der Neigung zum Guten; "und Jehovah hat meinen Weg gelingen lassen" bedeutet, daß nun alles vorgesehen sei; "lasset mich, daß ich gehe zu meinem Herrn" bedeutet in betreff des Zustandes der Einweihung; "und sie sprachen, wir wollen das Mädchen rufen und fragen ihren Mund" bedeutet die Einwilligung allein der Neigung zum Wahren; "und sie riefen Rebecka und sprachen zu ihr: willst du gehen mit diesem Mann, und sie sprach, ich will gehen" bedeutet ihre volle Einwilligung. 3174. "Und ihr Bruder und ihre Mutter sprach", 1. Mose 24/55, daß dies den Zweifel des natürlichen Menschen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ist das Gute im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3160; und aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie ist das Wahre daselbst, wovon Nr. 3167; folglich bedeuten Bruder und Mutter den natürlichen Menschen, denn dieser wird aus dem Guten und Wahren gebildet. Daß es ein Zweifel ist, ist klar, nämlich ob das Mädchen noch einige Tage bleiben, oder dann mit dem Mann gehen werde. 3175. "Es möge das Mädchen bei uns bleiben", 1. Mose 24/55, daß dies die Abhaltung durch jene bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von bleiben, sofern es hier heißt abgehalten werden, wie auch aus dem Zusammenhang im inneren Sinn klar wird, denn die Sache verhält sich so: Der Mensch wird in gar kein Wahres geboren, nicht einmal in ein natürlich Wahres, z.B.: man soll nicht stehlen, nicht töten, nicht ehebrechen und dergleichen; noch weniger in geistig Wahres, z.B.: daß ein Gott sei; daß er ein Inneres habe, das nach dem Tod leben wird; somit weiß er auch nichts aus sich selber was dem ewigen Leben angehört. Jenes und dieses erlernt er; würde er es nicht lernen, so wäre er viel ärger als ein unvernünftiges Tier; denn es ist ihm anererbt, daß er sich selber über alles liebt, und daß er alles in der Welt zu besitzen begehrt. Daher kommt es, daß wenn nicht bürgerliche Gesetze und die Befürchtungen vor Verlust der Ehre, des Erwerbs, des guten Rufs und des Lebens abhalten würden, er ohne alle Gewissensempfindung stehlen, töten, ehebrechen würde. Daß es so ist, liegt klar am Tage, denn der Mensch, auch der unterrichtete, tut es dennoch ohne Gewissen, ja er verteidigt und bestätigt es mit vielen Gründen, man dürfe es tun, soweit man kann, wieviel mehr wenn er nicht unterrichtet worden wäre. In geistigen Dingen ebenso, denn unter denen, die innerhalb der Kirche geboren sind, das Wort haben und beständig unterrichtet werden, sind doch sehr viele, die weniges und kaum etwas Gott zuschreiben, sondern alles und jedes der Natur, somit die im Herzen nicht glauben, daß ein Gott ist, sie also auch nicht nach dem Tod leben werden, die folglich nichts von dem wissen wollen, was sich aufs ewige Leben bezieht. Aus diesem wird klar, daß der Mensch in kein Wahres geboren wird, sondern daß er alles erlernen muß, und zwar auf dem äußeren Weg, nämlich das Gehör und das Gesicht, auf diesem Weg muß ihm das Wahre eingeflößt und seinem Gedächtnis eingepflanzt werden. Übrigens solange das Wahre dort allein ist (im Gedächtnis), ist es bloß ein Wissen, soll aber das Wahre den Menschen durchdringen, so muß es von da hervorgerufen und mehr einwärts gebracht werden, denn sein Menschliches ist inwendig, nämlich in seinem Vernünftigen, denn wenn der Mensch nicht vernünftig ist, so ist er kein Mensch. Wie beschaffen also das Vernünftige ist, das einer hat, und wie viel er hat, so beschaffen und so viel ist er Mensch. Der Mensch kann gar nicht vernünftig sein, wenn er kein Gutes hat. Das Gute, das der Mensch vor den Tieren voraus hat, ist Gott lieben und den Nächsten lieben, alles menschlich Gute kommt daher. Diesem Guten ist das Wahre zu weihen und zu verbinden und zwar im Vernünftigen. Das Wahre wird dem Guten geweiht und verbunden, wenn der Mensch Gott liebt und den Nächsten liebt, denn alsdann geht das Wahre zum Guten ein, denn das Gute und das Wahre erkennen einander an, denn aus dem Guten ist alles Wahre, und das Wahre sieht das Gute an als seinen Zweck und als seine Seele, somit als etwas, dem es sein Leben verdankt. Aber das Wahre kann nur schwer vom natürlichen Menschen herausgebracht und von da ins Vernünftige erhoben werden; denn es sind im natürlichen Menschen Täuschungen, sind Begierden des Bösen, sind auch Beredungen des Falschen; solange diese dort sind, und sich dem Wahren beigesellen, so lange behält der natürliche Mensch das Wahre bei sich, und läßt es nicht von da ins Vernünftige erheben. Das ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch die Worte: "Es möge das Mädchen bei uns bleiben Tage etwa zehn, hernach magst du gehen"; die Ursache ist, weil er das Wahre bezweifelt und darüber vernünftelt, ob es so sei. Sobald aber die Begierde des Bösen, und die Beredungen des Falschen und die Täuschungen daher durch den Herrn getrennt werden, und der Mensch anfängt, aus dem Guten die Vernunftschlüsse gegen das Wahre zu verschmähen, und die Zweifel zu verlachen, dann ist das Wahre im Begriff aus dem Natürlichen zu scheiden, und ins Vernünftige erhoben zu werden, und den Stand des Guten anzunehmen, denn alsdann wird das Wahre dem Guten eigen, und bekommt Leben. Um dieses noch besser zu begreifen, dienen Beispiele: geistige Wahrheit ist, daß alles Gute vom Herrn und alles Böse von der Hölle. Diese Wahrheit muß mit vielem begründet und beleuchtet werden, ehe sie aus dem natürlichen Menschen ins Vernünftige erhoben werden kann, und kann auch gar nie dahin erhoben werden, bevor der Mensch in der Gottesliebe ist, denn sie wird vorher nicht anerkannt, somit nicht geglaubt. Ebenso verhält es sich mit anderen Wahrheiten, z.B. mit der, daß die göttliche Vorsehung im allereinzelnsten ist, und wenn sie nicht im einzelnsten wäre, würde auch keine im Allgemeinen sein. Wie auch mit der Wahrheit, daß dann erst der Mensch zu leben anfängt, wenn dasjenige zugrunde geht, wovon er glaubt, es sei des Lebens alles; und daß das Leben, das dann anhebt, ein unaussprechlich und über alle Maßen herrliches sei, vergleichsweise, und daß von diesem der Mensch gar keine Ahnung hat, solange er im Bösen ist. Diese und dergleichen (Wahrheiten) können nicht geglaubt werden, wenn der Mensch nicht im Guten ist. Das Gute ist es, das sie begreift, denn der Herr fließt durch das Gute mit der Weisheit ein. 3176. "Tage etwa zehn, hernach magst du gehen", 1. Mose 24/55, daß dies den ihnen als voll erscheinenden Zustand des Scheidens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788; aus der Bedeutung von 10, sofern es ist das Volle, wovon Nr. 1988, 3107, hier das dem Natürlichen als voll Erscheinende; und aus der Bedeutung von gehen, sofern es ist scheiden. Hieraus wird klar, daß "Tage etwa zehn, nachher wirst du gehen" bedeutet, den ihnen als voll erscheinenden Zustand des Scheidens; daher nun folgt: "er sprach zu ihnen, haltet mich nicht auf", wodurch bezeichnet der Wille der Neigung zum Guten. 3177. Daß "Jehovah hat gelingen lassen meinen Weg", 1. Mose 24/56, bedeutet, alles sei nun vorgesehen, kann erhellen ohne Erklärung; denn daß Jehovah den Weg gelingen läßt heißt, Er tut Fürsorge, hier in betreff des Wahren, das verbunden werden soll dem Guten, denn durch Weg wird bezeichnet das Wahre: Nr. 627, 2333. 3178. "Lasset mich, daß ich gehe zu meinem Herrn", 1. Mose 24/56, daß dies bedeutet in betreff des Zustandes der Einweihung, erhellt aus dem Sinn, der sich aus dem inneren Sinn der Worte ergibt. Ebendieselben Worte schließen auch in sich die Neigung zur Verbindung, denn diese ist für den Zustand einer Eingeweihten. 3179. "Und sie sprachen: wir wollen das Mädchen rufen und fragen ihren Mund", 1. Mose 24/57, daß dies bedeutet, daß es allein auf die Einwilligung der Neigung zum Wahren ankomme, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens, sofern sie ist die Neigung, in der Unschuld, wovon Nr. 3067, 3110, hier die Neigung zum Wahren, weil sie ist Rebecka und diese heißt, ehe sie einwilligt, Mädchen, dagegen wenn sie einwilligt, wie bald folgt, wird sie Rebecka genannt. Daß Rebecka die Neigung zum Wahren ist, sehe man Nr. 3077. Und aus der Bedeutung von fragen ihren Mund, sofern es ist inne werden, ob sie einwilligt. Somit ist es die alleinige Einwilligung des Wahren, die hier bezeichnet wird. Die Sache verhält sich so, daß das Wahre selbst, das eingeweiht werden soll fürs Gute, sein Gutes anerkennt, weil das Gute sein Wahres anerkennt, daher die Einwilligung, daß es aber eine dem Wahren vom Guten eingegebene (inspiratus) Einwilligung ist, sehe man Nr. 3161; dem Menschen kommt es gar nicht zum Bewußtsein, daß eine Einwilligung stattfindet von seiten des Wahren, wenn dieses geweiht und verbunden wird dem Guten, d.h., wenn der Mensch wiedergeboren wird; auch nicht (zum Bewußtsein) von seiten des Guten, daß es sein Wahres anerkennt, und dieses einweiht und sich verbindet, während doch dies wirklich so geschieht. Denn was sich begibt, wenn der Mensch wiedergeboren wird, ist ihm ganz unbekannt, wenn er nur wüßte eins von zehntausend, so würde er staunen. Unzählige, ja unbestimmbare Geheimnisse sind es, durch die der Mensch alsdann vom Herrn geführt wird, nur etliche derselben leuchten hervor aus dem inneren Sinn des Wortes. Die Alte Kirche hat sich eine Vorstellung davon gebildet aus den Ehen, nämlich aus dem Stand der Jungfrau vor der Verlobung, aus ihrem Zustand, nachdem sie verlobt worden, aus dem Zustand, wenn sie vermählt werden soll, und hernach wenn sie vermählt ist, endlich wenn sie dem Ehegatten gebar. Die Früchte des Wahren aus dem Guten, oder des Glaubens aus der Liebtätigkeit, nannten sie Kinder, und so fort. Solcherart war die Weisheit der Alten Kirche. Ihre Bücher sind auch so geschrieben worden; auch ist solche Schreibart von da zu den Heiden selbst gekommen, denn sie wollten durch das, was in der Welt, ausdrücken, was im Himmel ist; ja aus Natürlichem ersehen Geistiges, aber jene Weisheit ist heutzutage ganz verlorengegangen. 3180. "Und sie riefen Rebecka und sprachen zu ihr: willst du gehen mit diesem Mann, und sie sprach: ich will gehen", 1. Mose 24/58, daß dies ihre volle Einwilligung bedeutet, kann erhellen aus dem Sinn, der sich aus dem Inneren der Worte ergibt; denn wenn sie auf die Frage antwortete "ich will gehen" so heißt das, daß sie völlig einverstanden sei. Die volle Einwilligung des Wahren findet statt, wenn das Wahre in sich das Bild des Guten inne wird, und im Guten das eigentliche Ebenbild von sich, aus dem (es herstammt). 3181. Vers 59-61: Und sie entließen Rebecka, ihre Schwester, und deren Amme, und den Knecht Abrahams und seine Männer. Und sie segneten Rebecka und sprachen zu ihr: Unsere Schwester, du sei zu tausenden von zehntausend, und es erbe dein Same das Tor deiner Hasser. Da stand Rebecka auf, und ihre Mädchen, und ritten auf den Kamelen, und gingen dem Manne nach; und der Knecht nahm Rebecka und ging. "Und sie entließen Rebecka ihre Schwester" bedeutet die Trennung von der Neigung zum göttlich Wahren; "und deren Amme" bedeutet von der Unschuld, die sie hat; "und den Knecht Abrahams und seine Männer" bedeutet von den göttlichen Dingen im natürlichen Menschen; "und sie segneten Rebecka und sprachen zu ihr" bedeutet Glückwünsche aus göttlicher Erleuchtung; "unsere Schwester, du sei zu tausenden von zehntausend" bedeutet die Befruchtung der Neigung zum Wahren ins Unendliche; "und es erbe dein Same das Tor deiner Hasser" bedeutet das geistige Reich des Herrn aus der Ehe des Guten und Wahren im Göttlich-Menschlichen, in welchem Reich Liebtätigkeit und Glaube, wo zuvor das Böse und Falsche. "Da stand Rebecka auf" bedeutet die Erhebung der Neigung zum Wahren und ihre Trennung von dort; "und ihre Mädchen" bedeutet die dienenden Neigungen; "und ritten auf den Kamelen" bedeutet das Verständige, erhoben über das natürlich Wißtümliche; "und gingen dem Manne nach" bedeutet gemäß der Obhut des natürlich göttlich Wahren; "und der Knecht nahm Rebecka und ging" bedeutet, daß das natürlich göttlich Gute einweihte. 3182. "Und sie entließen Rebecka ihre Schwester", 1. Mose 24/59, daß dies die Trennung von der Neigung zum göttlich Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von entlassen, sofern es ist getrennt werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Schwester Rebecka, sofern sie ist die Neigung zum göttlich Wahren, wovon Nr. 3077, 3179; daß die Schwester das Wahre ist, sehe man Nr. 1495, 2508, 2524, 2556, 3160. Wie sich die Sache verhält, kann aus demjenigen erhellen, was oben in diesem Kapitel gesagt und gezeigt wurde; damit es aber noch klarer werde, soll es ferner mit wenigem gesagt werden: Wenn das Wahre, das dem Guten geweiht und verbunden werden soll, aus dem Natürlichen erhoben wird, dann wird es getrennt von dem, was dort ist; jene Trennung ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß sie Rebecka ihre Schwester entließen. Getrennt wird es alsdann, wenn der Mensch nicht mehr aus dem Wahren das Gute, sondern aus dem Guten das Wahre, oder was das gleiche: nicht mehr aus der Lehre das Leben, sondern aus dem Leben die Lehre anschaut. Wie zum Beispiel: die Lehre lehrt das Wahre, daß man niemand hassen soll, denn wer jemand haßt, der tötet ihn jeden Augenblick. In seinem ersten Lebensalter nimmt dies der Mensch kaum an, im Fortgang aber, wenn er wiedergeboren wird, zählt er es unter die Lehren nach denen man leben soll, endlich lebt er danach. Dann denkt er nicht mehr aus der Lehre, sondern er handelt aus dem Leben. Wenn dies geschieht, so ist dieses Lehrwahre erhoben aus dem Natürlichen, ja getrennt vom Natürlichen und eingepflanzt dem Guten im Vernünftigen. Ist dies geschehen, so duldet er nicht mehr, daß der natürliche Mensch durch eine Klügelei bei sich es in Zweifel zieht, ja er läßt nicht einmal dagegen vernünfteln. 3183. "Und deren Amme", 1. Mose 24/59, daß dies bedeutet von der Unschuld, die sie hat, nämlich die sie ebenfalls entließen, d.h. von sich trennten, erhellt aus der Bedeutung der Amme oder Säugerin, sofern sie ist die Unschuld. Säuglinge und Säugammen werden einigemal im Wort erwähnt, und es wird durch sie der erste Zustand der kleinen Kinder bezeichnet, und daß dieser Zustand ist der Stand der Unschuld, leuchtet ein. Denn sobald der Mensch geboren wird, wird er in den Stand der Unschuld eingeführt, auf daß er die Grundlage der übrigen Zustände und der inwendigste in ihnen sei, und dieser Zustand wird im Wort bezeichnet durch den Säugling. Hernach in den Zustand der Neigung zum himmlisch Guten, d.h. der Liebe zu den Eltern, die bei ihnen anstatt der Liebe zum Herrn ist, dieser Zustand wird bezeichnet durch das Kind. Nachher in den Zustand der Neigung zum geistig Guten oder zur gegenseitigen Liebe, d.h. zur Liebtätigkeit gegen ihresgleichen, und dieser Zustand wird bezeichnet durch Knaben. Wenn er noch mehr heranwächst, in den Zustand der Neigung zum Wahren und dieser Zustand wird bezeichnet durch Jünglinge; die folgenden Zustände aber durch Männer, und zuletzt durch Greise. Dieser letzte Zustand, der durch Greise bezeichnet wird, ist der Zustand der Weisheit, in dem die Unschuld der Kindheit. So werden der erste Zustand und der letzte vereinigt, und der Mensch, wenn er ein Greis wird, als wieder ein Kind, aber ein weises eingeführt in das Reich des Herrn. Hieraus kann erhellen, daß die Unschuld der erste Zustand ist, welcher ist der des Säuglings. Die Säugende selbst, oder die Säugamme bezeichnet daher ebenfalls die Unschuld, denn der Zustand des Gebenden und des Empfangenden, wie der des Tätigen und des Leidenden, wird als der gleiche wahrgenommen. Es wird hier gesagt, daß sie auch die Amme oder Säugerin entlassen haben, aus dem Grund, damit die Neigung zum Wahren beschrieben werde, daß sie nämlich von der Unschuld sei, denn die Neigung zum Wahren ist keine Neigung zum Wahren, wenn keine Unschuld in ihr ist: Nr. 2526, 2780, 3111; denn durch die Unschuld fließt der Herr in jene Neigung ein, und zwar mit der Weisheit, denn wahre Unschuld ist die Weisheit selbst, man sehe Nr. 2305, 2306; und die, welche in ihr sind, erscheinen in den Augen der Engel wie Kinder: Nr. 154, 2306. Daß der Säugling im Wort die Unschuld bedeutet, wird auch aus anderen Stellen klar, wie bei Ps.8/3; Matth.21/16: "Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du gegründet Stärke": wo Kinder für himmlische Liebe, Säuglinge für Unschuld. Jerem.44/7: "Warum tut ihr so großes Übel wider eure Seelen, auszurotten euch, Mann und Weib, Kind und Säugling aus der Mitte Jehudahs, daß ich nicht übriglasse euch einen Überrest": wo Kind und Säugling gleichfalls für himmlische Liebe und deren Unschuld. Wenn diese zunichte werden, dann sind keine Überreste mehr da, d.h. nichts Gutes und Wahres, das im inneren Menschen vom Herrn verborgen bleibt. Daß dieses die Überreste sind, sehe man Nr. 1906, 2284, denn alles Gute und Wahre geht verloren mit der Unschuld, denn die Unschuld ist unmittelbar aus dem Göttlichen Selbst, somit ist sie das eigentlich Wesentliche in jenem. Jerem.Klagel.2/11: "Kind und Säugling verschmachtet in den Gassen der Stadt". Jerem.Klagel.4/3,4: "Die Walfische reichen die Brust, sie säugen ihre Jungen; die Tochter meines Volks ist grausam, angeklebt ist die Zunge des Säuglings an seinem Gaumen in Durst; die Kinder haben gebeten um Brot, niemand reicht es ihnen": Säugling auch für Unschuld, Kinder für die Neigungen zum Guten. 5. Mose 32/25: "Draußen wird wegrauben das Schwert, und von den Gemächern aus Schrecken, auch den Jüngling, auch die Jungfrau, auch den Säugling mit dem greisen Mann": wegrauben wird das Schwert den Jüngling, die Jungfrau, den Säugling mit dem greisen Mann, für: das Falsche wird zerstören die Neigung zum Wahren und die Neigung zum Guten, wie auch die Unschuld mit der Weisheit. Jes.49/22,23: "Herbringen werden sie deine Söhne im Busen, und deine Töchter werden auf der Schulter herzugetragen werden, und es werden Könige deine Pfleger sein, und ihre Herrinnen deine Säugammen": Könige als Pfleger für Einsicht, Herrinnen als Säugammen für Weisheit, und daß diese der Unschuld angehört, wurde oben gesagt. 3184. "Und den Knecht Abrahams und seine Männer", 1. Mose 24/59, daß dies bedeutet von den göttlichen Dingen im natürlichen Menschen, erhellt aus der Bedeutung des Knechtes Abrahams, sofern er ist der natürliche Mensch, wovon Nr. 3019, 3020; und aus der Bedeutung seiner Männer, sofern sie sind alles was dort, wovon Nr. 3169. Daß es die göttlichen Dinge im natürlichen Menschen sind, ist klar, weil er von Abraham gesandt wurde, und daß dieser das Göttliche des Herrn vorbildet, wurde früher öfters gezeigt. 3185. "Und sie segneten Rebecka und sprachen zu ihr", 1. Mose 24/60, daß dies bedeutet Glückwünsche aus göttlicher Erleuchtung, erhellt aus der Bedeutung von segnen, wenn einem Abgehenden Lebewohl gesagt wird, sofern es ist Glück wünschen. Daß aus göttlicher Erleuchtung, wird klar aus dem, was gleich folgt, sodann weil die Erleuchtung in den natürlichen Menschen einfließt durch die Neigung zum Wahren, welche Rebecka, wenn sie geweiht wird dem Guten, welches Jischak. 3186. "Unsere Schwester, du sei zu tausenden von zehntausend", 1. Mose 24/60, daß dies die Befruchtung der Neigung zum Wahren ins Unendliche bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Schwester, welche Rebecka, sofern sie ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 3077, 3179, 3182; und aus der Bedeutung von "sei zu tausenden von zehntausend", sofern es ist die Befruchtung ins Unendliche. Tausend von zehntausend sind hier das Unendliche, weil gehandelt wird vom Herrn, in dem alles und jedes unendlich ist. Beim Menschen verhält es sich so: nicht eher wird Gutes fruchtbar, und Wahres vermehrt bei ihm, als wenn die Verbindung des Wahren und Guten in seinem Vernünftigen geschehen, d.h. wenn er wiedergeboren ist, denn alsdann kommen Früchte oder Sprößlinge (foetus) aus rechtmäßiger oder himmlischer Ehe, welche ist die des Guten und Wahren ins Dasein. Vorher zwar erscheint das Gute, das er tut, auch als gut, und das Wahre als wahr, aber es ist nicht echt, denn die eigentliche Seele, welche ist das Gute, in dem Unschuld vom Herrn, ist nicht darin, somit erregt es den Menschen auch nicht, und macht ihn (nicht) selig. Die Regung (affectio) der Liebe und Liebtätigkeit mit seliger Lust, welches die Seele, wird gegeben vom Herrn, wenn der Mensch wiedergeboren wird. Daß durch tausend bezeichnet wird das viele, dann das Unendliche, sehe man Nr. 2575, mehr noch durch zehntausend (myriadem), und noch mehr durch tausend mal zehntausend, wie auch sonst; bei 4. Mose 10/36: "Wenn die Lade ruhte sprach er: komm wieder Jehovah, zehntausende von tausenden Israels": wo durch zehntausende von tausenden auch bezeichnet wird das Unendliche, weil es bezogen wird auf den Herrn, Welcher dort Jehovah. 5. Mose 33/2: "Jehovah ist aufgegangen von Seir ihnen, hervorgestrahlt vom Berge Paran, und gekommen aus den Zehntausenden der Heiligkeit": Zehntausende ebenfalls für das Unendliche; Ps.68/18: "Der Wagen Gottes sind zehntausende von tausend Friedsamen": der Wagen Gottes für das was dem Wort und daher der Lehre angehört, zehntausendmal tausend für das Unendliche welches dort. Joh.Offenb.5/11: "Ich sah und hörte die Stimme vieler Engel um den Thron, es war ihre Zahl zehntausend mal zehntausend, und tausendmal tausend": für unzählige. 3187. "Und es erbe dein Same das Tor deiner Hasser", 1. Mose 24/60, daß dies bedeutet das geistige Reich des Herrn aus der Ehe des Guten und Wahren im Göttlich-Menschlichen, in welchem Reich Liebtätigkeit und Glaube waltet, wo zuvor das Böse und Falsche, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 2851 gesagt und erklärt wurde, wo beinahe die gleichen Worte. Daß der Same diejenigen sind, die Geistige genannt werden, somit im allgemeinen Sinn alle, die das geistige Reich des Herrn bilden, oder was das gleiche, jenes Reich selbst, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist die Liebtätigkeit und der Glaube, wovon Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, folglich diejenigen, die in der Liebtätigkeit sind durch den Glauben. Daß dies die Geistigen sind, sehe man Nr. 2088, 2184, 2570, 2708, 2715, 2954; daß ihnen Liebtätigkeit und Glauben aus der Ehe des Guten und Wahren im Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit ihnen dadurch Heil (zukommt): Nr. 2661, 2716, 2833, 2834. In der Alten Kirche war dieser Glückwunsch gebräuchlich für eine verlobte Jungfrau, wenn sie zur Vermählung ging, nämlich: sei in tausend von zehntausend, und es erbe dein Same das Tor deiner Feinde oder Hasser. Aber die Weisen in ihr verstanden unter jenen Worten Geistiges, nämlich daß wenn sie in die Ehe des Guten und Wahren getreten, d.h. wenn sie wiedergeboren seien, alsdann Gutes und Wahres tausendmal zehntausendfältig, d.h. unendlich fruchtbar würde, und daß Liebtätigkeit und Glaube an die Stelle komme, wo zuvor das Böse und Falsche. Dagegen aber als die Weisheit der Alten Kirche erstorben war, dann faßten sie daraus keinen geistigen Sinn mehr, sondern einen ganz weltlichen, daß nämlich die Nachkommenschaft eine unzählige werden, und diese das Land der Heiden einnehmen und erben sollte. Jakobs Nachkommen haben vor den übrigen es so verstanden und bestärkten sich dadurch, daß sie nicht bloß ungemein zugenommen, sondern auch das Land ererbt hatten, das ihnen galt für das Tor ihrer Feinde. Ohne zu wissen, daß alles dies Vorbilder waren, nämlich Vorbilder des himmlischen und geistigen Reichs des Herrn, und daß wenn daraus das Böse und Falsche vertrieben wäre, an dessen Stelle treten soll das Gute und Wahre. Dies wird lichtvoll erhellen, wenn vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn jene Vorbilder werden, aufgeschlossen werden. Im besonderen nämlich bei einem jeden Menschen, der ein Reich des Herrn wird, verhält sich auch so: ehe er ein solches oder wiedergeboren wird, ist inwendig nur Böses und Falsches, wirklich nehmen höllische und teuflische Geister dasjenige ein, was genannt wird das Tor, wovon Nr. 2851. Wenn er aber ein Reich des Herrn, d.h. wenn er wiedergeboren wird, so wird das Böse und Falsche oder was das gleiche, werden die höllischen und teuflischen Geister daraus vertrieben, und es geht Gutes und Wahres ein, und erbt jenen Ort; dann ist das Gewissen des Guten und Wahren dort. Wie im besonderen, so verhält es sich auch im allgemeinen. Hieraus nun wird klar, was unter jenen Worten im inneren Sinn verstanden wird. 3188. "Da stand Rebecka auf", 1. Mose 24/61, daß dies bedeutet die Erhebung der Neigung zum Wahren und ihre Trennung von dort, nämlich die Erhebung zum Vernünftigen und die Trennung aus dem Natürlichen, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, das eine Erhebung in sich schließt, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, und weil eine Erhebung, auch eine Trennung. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, welche ist die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 3077, 3179. Hieraus wird klar, daß Rebecka stand auf, bedeutet die Erhebung der Neigung zum Wahren, und ihre Trennung aus dem Natürlichen, worüber man sehe Nr. 3182. 3189. "Und ihre Mädchen", 1. Mose 24/61, daß dies die dienenden Neigungen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens, wenn Rebecka so heißt, sofern sie ist die Neigung, in der Unschuld, wovon Nr. 3067, 3110. Wenn aber diejenigen so heißen, die der Rebecka folgten, um zu dienen, so werden dienende Neigungen bezeichnet. Eine jede Neigung erscheint wie etwas Einfaches oder Einziges, daß sie aber Unzähliges enthält, sehe man Nr. 3078. Alles was dort, sind Neigungen, die in einer unbegreiflichen Form zusammengesellt sind. Sie sind auch einander untergeordnet, denn es sind solche, die verwalten (ministrant), und die niedere Dienste verrichten (famulantur). Die Gesellschaften des Himmels sind in einer solchen Form, ja der ganze Himmel, geordnet vom Herrn nach der göttlichen Form, die in Ihm. Die Form des geistigen Reichs des Herrn ist nachgebildet der Anordnung der Neigungen in Seinem Göttlich-Menschlichen, und von dieser Anordnung wird in diesem Kapitel und in den folgenden im inneren Sinn gehandelt. Aber es ist sehr weniges, was faßlich erklärt werden kann, es schickt sich für das Innewerden der Engel. 3190. "Und ritten auf den Kamelen", 1. Mose 24/61, daß dies bedeutet das Verständige, erhoben über das natürlich Wißtümliche, erhellt aus der Bedeutung von reiten, sofern es ist erhoben werden in Ansehung des Verständigen, wovon Nr. 2761, 2762; und aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemein Wißtümliches im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3048, 3071, somit natürlich Wißtümliches. Die Sache verhält sich so: wenn das Wahre aus dem Natürlichen erhoben wird in das Vernünftige, dann wird es aus der Sphäre des weltlichen Lichts in die Sphäre des himmlischen Lichts versetzt, somit gleichsam aus dem Dunkel der Nacht in die Helle des Tages, denn was im Weltlicht ist, worin alles natürliche sich befindet, ist beziehungsweise wie in der Nacht, dagegen was im Himmelslicht ist, in dem geistige Dinge sich befinden, ist beziehungsweise wie im Tag; daher wenn das Natürliche erhoben wird ins Vernünftige, wird der Mensch zugleich in die Einsicht und in die Weisheit erhoben, denn alle Einsicht und Weisheit beim Menschen kommt von daher. Solches wird bezeichnet dadurch, daß das Verständige erhoben wurde über das natürlich Wißtümliche. 3191. "Und gingen dem Manne nach", 1. Mose 24/61, daß dies bedeutet gemäß der Obhut des natürlich göttlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung von nachgehen oder folgen, sofern es im inneren Sinn hier ist gemäß der Leitung oder Obhut; und aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 3134, hier das natürlich göttlich Wahre, wie Nr. 3184. 3192. "Und der Knecht nahm Rebecka und ging", 1. Mose 24/61, daß dies bedeutet, daß das natürlich göttlich Gute einweihte, erhellt aus der Bedeutung des Knechts, sofern er ist das natürlich göttlich Gute, wie Nr. 3184, und aus der Bedeutung von: Rebecka nehmen und gehen, sofern es ist einweihen, oder einführen zu Jischak, d.h. zum göttlich Guten im Vernünftigen, wie ohne weitere Erklärung erhellen kann. Die Sache verhält sich so: das Wahre konnte aus dem Natürlichen zum Guten im Vernünftigen nur erhoben werden durch das göttlich Wahre und das göttlich Gute, beides das Natürliche. Das natürlich göttlich Wahre, das der Mann geheißen wurde, muß den Weg zeigen und leiten, das natürlich göttlich Gute, das der Knecht genannt wird, muß einführen und einweihen. Es sind dies, um gleichnisweise zu reden, wie zwei Flügel, welche erheben. Aber dieses kann noch nicht völliger faßlich erklärt werden, man muß zuvor wissen, was das natürlich göttlich Wahre, und was das natürlich göttlich Gute ist. Im Folgenden, wo von Joseph, wird davon im inneren Sinn gehandelt. 3193. Vers 62,63: Und Jischak kam von Beerlachai roi, und er wohnte im Lande des Mittags. Und Jischak ging aus zu sinnen im Felde um den Abend, und erhob seine Augen und sah, und siehe, Kamele kommen. "Und Jischak kam von Beerlachai roi" bedeutet das göttlich vernünftig Gute aus dem göttlich Wahren selbst geboren; "und er wohnte im Lande des Mittags" bedeutet, daher im göttlichen Licht; "und Jischak ging aus zu sinnen im Felde" bedeutet den Stand des Vernünftigen im Guten; "um den Abend" bedeutet in Beziehung auf das, was unten; "und erhob seine Augen und sah" bedeutet das Aufmerken; "und siehe, Kamele kommen" bedeutet auf das allgemein Wißtümliche im natürlichen Menschen. 3194. "Jischak kam von Beerlachai roi", 1. Mose 24/62, daß dies bedeutet das göttlich vernünftig Gute aus dem göttlichen Wahren selbst geboren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn, wovon Nr. 2083, 2630, hier in betreff des göttlich Guten daselbst, weil das aus dem Natürlichen hervorgerufene göttlich Wahre, das durch Rebecka vorgebildet wird, Ihm noch nicht verbunden war. In dem nun Folgenden wird von der Verbindung gehandelt. Und aus der Bedeutung kommen vom Kommen Beerlachai roi, sofern es ist das aus dem göttlich Wahren Geborene. Beerlachai roi bedeutet in der Grundsprache Brunnen dem Lebendigen, der mich sieht, wie 1. Mose 16/13,14, wo man liest: "Hagar nannte den Namen Jehovahs des zu ihr Redenden, Du Gott siehst mich, denn sie sprach: habe ich doch hier gesehen Dem nach, Der mich sieht, darum nannte man den Brunnen Beerlachai roi (Brunnen dem Lebendigen, Der mich sieht); was dies bedeutet, sehe man Nr. 1952-1958. Dort wird auch klar, daß der Brunnen ist das göttlich Wahre, und daß der Lebendige, Der mich sieht, ist das göttlich vernünftige Gute, das dort der inwendigere Mensch des Herrn genannt wird, aus dem göttlich Wahren. Mit diesem Geheimnis verhält es sich so: dem eigensten Göttlichen gehört an das Gute und das Wahre, der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ist ausgegangen aus dem göttlich Guten, und geboren aus dem göttlich Wahren, oder was das gleiche, das eigentliche Sein des Herrn war das göttlich Gute, und das eigentliche Dasein war das göttlich Wahre, demzufolge (ist es) das göttlich vernünftig Gute des Herrn, dem Er das göttlich Wahre aus dem Vernünftigen verband. 3195. "Und er wohnte im Lande des Mittags", 1. Mose 24/62, daß dies bedeutet daher im göttlichen Licht, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, welches ist leben, wovon Nr. 1293, und auf das Gute bezogen wird: Nr. 2268, 2451, 2712; und aus der Bedeutung des Landes des Mittags, sofern es ist das göttliche Licht; denn Mittag bedeutet Licht, und zwar das Licht der Einsicht, welche ist die Weisheit: Nr. 1458; das Land des Mittags aber den Ort und den Zustand, wo jenes Licht. Somit bedeutet hier "Jischak kam vom Kommen Beerlachai roi, und er wohnte im Lande des Mittags": das göttlich vernünftig Gute, weil aus dem göttlich Wahren geboren, war im göttlichen Licht. Das Licht wird oftmals im Wort erwähnt, und es wird durch dasselbe im inneren Sinn bezeichnet das Wahre, das aus dem Guten. Im inneren höchsten Sinn aber wird durch das Licht bezeichnet der Herr selbst, weil Er ist das Gute und Wahre selbst. Er ist auch wirklich das Licht im Himmel, aber unendlich heller als das Licht auf Erden, man sehe Nr. 1053, 1117, 1521-1533, 1619-1632. In jenem Licht sehen einander die Geister und Engel, und durch dasselbe ist sichtbar alle Herrlichkeit, die im Himmel. Aber jenes Licht erscheint zwar in betreff des Leuchtens gleich dem Licht in der Welt, aber doch ist es nicht gleich, denn es ist nicht natürlich, sondern es ist geistig, es hat Weisheit in sich, so daß es nichts anderes ist als Weisheit, die so vor ihren Augen leuchtet, daher auch, je weiser die Engel, in einem desto helleren Licht sind sie: Nr. 2776. Dieses Licht erleuchtet auch den Verstand des Menschen, hauptsächlich des wiedergeborenen, aber es wird vom Menschen nicht wahrgenommen, solange er im Leben des Leibes ist, wegen des Weltlichts, das alsdann herrscht. Die bösen Geister im anderen Leben sehen einander auch, und sehen auch mehrere Vorbilder, die in der Geisterwelt vorkommen, das zwar aus dem Himmelslicht, aber dieses Licht (bei ihnen) ist wie das vom Kohlenfeuer, denn in ein solches verwandelt sich das Himmelslicht, wenn es zu ihnen gelangt. Was den eigentlichen Ursprung des Lichtes betrifft, so war es von Ewigkeit her vom Herrn allein, denn das eigentlich göttlich Gute und das göttlich Wahre, aus dem das Licht, ist der Herr. Das Göttlich-Menschliche, welches von Ewigkeit: Joh.17/5, war eben jenes Licht; weil dieses Licht das Menschengeschlecht nicht mehr anregen konnte, da es sich vom Guten und Wahren, somit vom Licht, so weit entfernt und sich in Finsternis gestürzt hatte, darum wollte der Herr das Menschliche selbst durch Geburt anziehen; denn so konnte Er nicht nur das Vernünftige des Menschen, sondern auch Sein Natürliches erleuchten, denn Er hat in Sich sowohl das Vernünftige als das Natürliche göttlich gemacht, damit Er auch denen, die in so dichter Finsternis waren, ein Licht sein könnte. Daß der Herr ist das Licht, d.h. das Gute und Wahre selbst, somit aus Ihm alle Einsicht und Weisheit, folglich alles Heil, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, wie bei Joh.1/1,4,7-9: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; in Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Johannes kam, daß er zeugte von dem Licht; nicht war er das Licht, sondern daß er zeugte von dem Licht. Es war das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet jeden Menschen, der da kommt in die Welt": das Wort war das göttlich Wahre, somit der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, von dem es heißt, das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Joh.3/19: "Das ist das Gericht, daß das Licht gekommen ist in die Welt, aber die Menschen die Finsternis mehr geliebt haben als das Licht": Licht für das göttlich Wahre. Joh.8/12: "Jesus sprach: Ich bin das Licht der Welt, wer Mir folgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird haben das Licht des Lebens". Joh.12/35,36: "Noch eine kurze Zeit ist das Licht bei euch, wandelt, so lange ihr das Licht habt, daß nicht Finsternis euch ergreift; so lange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, daß ihr Söhne des Lichtes seid". Joh.12/45,46: "Wer Mich sieht, sieht Den, Der Mich gesandt hat, Ich, das Licht, bin in die Welt gekommen, daß jeder, der an Mich glaubt, in der Finsternis nicht bleibe". Luk.2/30-32: "Gesehen haben meine Augen Dein Heil, das Du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung der Völkerschaften, und eine Herrlichkeit Deines Volkes Israel": eine Weissagung Schimeons vom Herrn, da Er geboren wurde. Matth.4/16 und Jes.9/1: "Das Volk, das sitzet in Finsternis, sah ein großes Licht, und denen, die da sitzen in der Gegend und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen". Aus diesen Stellen erhellt offenbar, daß der Herr in Ansehung des göttlich Guten und Wahren im Göttlich-Menschlichen Licht heißt; auch in den prophetischen Büchern des Alten Testaments, z.B. bei Jes.10/17: "Sein wird das Licht Israels zum Feuer, und sein Heiliger zur Flamme". Jes.42/6: "Ich, Jehovah, habe Dich gerufen in Gerechtigkeit, und werde Dich machen zum Bund des Volkes und zum Licht der Völkerschaften". Jes.49/6: Gemacht habe ich dich zum Licht der Völkerschaften, daß Du seiest mein Heil bis zur Grenze der Erde". Jes.60/1,3: "Stehe auf, werde licht, denn Dein Licht kommt, und die Herrlichkeit Jehovahs ist über Dir aufgegangen; Völkerschaften werden wandeln zu Deinem Licht, und Könige zum Glanz Deines Aufgangs". Daß alles Licht des Himmels, folglich alle Weisheit und Einsicht vom Herrn ist, bei Joh.Offenb.21/2,23: "Die heilige Stadt Neu-Jerusalem, die herabkommt von Gott aus dem Himmel, bereitet wie eine Braut, die geschmückt ist für den Gemahl, bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, daß sie scheinen in ihr, die Herrlichkeit Gottes wird sie erleuchten, und ihre Leuchte, das Lamm"; von derselben heißt es ferner Joh.Offenb.22/5: "Nacht wird nicht da sein, auch werden sie nicht bedürfen einer Leuchte und des Lichts der Sonne, weil der Herr Gott sie erleuchtet". Jes.60/19,20: "Es wird dir nicht mehr sein die Sonne zum Licht, das bei Tage, und zum Glanz wird dir der Mond nicht scheinen, sondern sein wird dir Jehovah zum Licht der Ewigkeit, und dein Gott zu deiner Zierde; nicht mehr wird untergehen deine Sonne, und dein Mond nicht eingezogen werden, denn Jehovah wird dir zum Licht der Ewigkeit": nicht mehr wird sein die Sonne zum Licht bei Tag, und zum Glanz wird der Mond nicht scheinen, für: nicht das was dem natürlichen Licht, sondern das was dem geistigen Licht angehört, was bezeichnet wird dadurch, daß Jehovah sein wird zum Licht der Ewigkeit. Daß Jehovah, Der hier und sonst im Alten Testament genannt ist, der Herr sei, sehe man Nr. 1343, 1736, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035. Daß dieser das Licht des Himmels ist, hat Er auch eröffnet den drei Jüngern: Petrus, Jakobus und Johannes, nämlich als Er verwandelt worden, habe "Sein Angesicht geglänzt wie die Sonne, Seine Kleider aber seien geworden wie das Licht": Matth.17/2. Das Angesicht wie die Sonne, war das göttlich Gute, die Kleider wie das Licht war das göttlich Wahre. Hieraus kann man wissen, was gemeint wird mit folgendem im Segen: "Leuchten lasse Jehovah sein Angesichte über dir und erbarme sich deiner": 4. Mose 6/25. Daß die Angesichte Jehovahs sind die Barmherzigkeit, der Friede, das Gute, sehe man Nr. 222, 223; und daß die Sonne ist die göttliche Liebe, somit daß die göttliche Liebe des Herrn es ist, die gleich der Sonne im Himmel der Engel erscheint: Nr. 30-38, 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495. 3196. "Und Jischak ging aus zu sinnen im Felde", 1. Mose 24/63, daß dies den Stand des Vernünftigen im Guten bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, wovon früher öfters; und aus der Bedeutung von "sinnen im Felde", sofern es ist sein Stand im Guten; denn Sinnen ist der Zustand des Vernünftigen, wenn es nachdenkt. Das Feld aber ist die Lehre und was zur Lehre gehört: Nr. 368, somit was zur Kirche gehört in Ansehung des Guten: Nr. 2971, daher die alte Redensart, sinnen im Felde, für Denken im Guten, das die Sache eines unverehelichten Mannes ist, wenn er an eine Gattin denkt. 3197. "Um den Abend", 1. Mose 24/63, daß dies bedeutet in Beziehung auf das was unten, erhellt aus der Bedeutung des Abends, welcher ist das Dunkle, wovon Nr. 3056, und weil das was unten ist beim Menschen, nämlich das was dem natürlichen Gemüt angehört, dunkel ist im Vergleich mit dem was oben ist, nämlich dem, was dem vernünftigen Gemüt angehört, darum wird durch Abend bezeichnet das, was beziehungsweise im Dunkeln ist, wie erhellen kann aus der Sachfolge im inneren Sinn; denn es wird gehandelt vom Wahren aus dem Natürlichen, das verbunden werden soll dem Guten im Vernünftigen; und weil hier gehandelt wird von der Verbindung und von der Erleuchtung des natürlichen Menschen durch dasselbe (Gute), darum wird durch "sinnen im Felde um den Abend" bezeichnet der Stand des Vernünftigen im Guten in Beziehung auf das, was unten. Der Stand im Guten wird beschrieben dadurch, daß er wohnte im Lande des Mittags, d.h. im göttlichen Licht, mit dem verglichen das, was unten, im Abend war, nämlich ehe die Verbindung des Wahren und Guten vollzogen, und ehe das Natürliche ebenfalls göttlich wurde. 3198. "Und erhob seine Augen und sah", 1. Mose 24/63, daß dies bedeutet die Aufmerksamkeit, erhellt aus der Bedeutung von Augen erheben, sofern es ist Denken, wovon Nr. 2789, 2829; hier aufmerken, weil es heißt, er erhob die Augen und sah, und wird ausgesagt in Beziehung auf das vernünftig Gute, dem das Wahre aus dem Natürlichen noch nicht verbunden war. 3199. "Und siehe, Kamele kommen", 1. Mose 24/63, daß dies bedeutet auf das allgemein Wißtümliche im natürlichen Menschen, erhellt aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie sind allgemein Wißtümliches im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3048, 3071; die Aufmerksamkeit wurde auf dasselbe gerichtet, weil von daher das Wahre erwartet wurde, wie aus demjenigen erhellt, was oben in diesem Kapitel oft gesagt und gezeigt wurde. 3200. In diesen zwei Versen wird beschrieben der Zustand des vernünftig Guten, wenn es in Erwartung des Wahren ist, das wie eine Braut mit ihm als Gemahl verbunden werden soll. In den gleich folgenden zwei Versen wird beschrieben der Zustand des Wahren, wenn es nahe ist und inne wird das Gute, dem es verbunden werden soll. Aber man soll wissen, daß diese Zustände nicht bloß einmal vorkamen, sondern fortwährend durch das ganze Leben des Herrn in der Welt, bis Er verherrlicht wurde. Bei denen, die wiedergeboren werden, verhält es sich ebenso, denn sie werden nicht auf einmal wiedergeboren, sondern fortwährend durchs ganze Leben, auch im anderen Leben, denn vollkommen kann der Mensch nie werden. 3201. Vers 64,65: Und Rebecka erhob ihre Augen, und sah den Jischak, und fiel herab vom Kamel. Und sprach zu dem Knecht: wer ist der Mann dort, der im Felde gehet, uns entgegen? Und der Knecht sprach: das ist mein Herr; da nahm sie den Schleier und bedeckte sich. "Und Rebecka erhob ihre Augen und sah den Jischak" bedeutet gegenseitiges Aufmerken der Neigung zum Wahren; "und fiel herab vom Kamel" bedeutet die Trennung vom Wißtümlichen im natürlichen Menschen, beim Innewerden des vernünftig Guten; "und sprach zu dem Knecht" bedeutet die Erforschung aus dem natürlich Göttlichen; "wer ist der Mann dort, der im Felde gehet, uns entgegen" bedeutet bezüglich des Vernünftigen, das allein im Guten; "und der Knecht sprach: das ist mein Herr" bedeutet die Anerkennung; "da nahm sie den Schleier und bedeckte sich" bedeutet die Scheinbarkeiten des Wahren. 3202. "Rebecka erhob ihre Augen und sah den Jischak", 1. Mose 24/64, daß dies bedeutet gegenseitiges Aufmerken der Neigung zum Wahren, erhellt aus der Bedeutung von die Augen erheben und sehen, sofern es ist Aufmerken, wovon Nr. 3198, hier gegenseitiges, weil von Jischak vorhin gesagt wurde, er habe die Augen erhoben und gesehen, hier von Rebecka, sie habe die Augen erhoben und den Jischak gesehen; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, welche ist die Neigung zum Wahren, wovon früher oft. 3203. "Und fiel herab vom Kamel", 1. Mose 24/64, daß dies bedeutet ihre Trennung vom Wißtümlichen im natürlichen Menschen, beim Innewerden des vernünftig Guten, erhellt aus der Bedeutung von fallen, welches ist getrennt werden; und aus der Bedeutung der Kamele, welche sind Wißtümliches im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3048, 3071; daß beim Innewerden des vernünftig Guten, das durch Jischak vorgebildet wird, ist klar. Was es heißt, vom natürlichen Menschen getrennt werden, wurde oben in Nr. 3161, 3175, 3182, 3188, 3190 gesagt und gezeigt, nämlich daß alsdann die Neigung zum Wahren davon getrennt werde, wenn es nicht mehr Sache des Wissens, sondern des Lebens wird. Denn wenn es Sache des Lebens wird, nimmt es durch die Angewöhnung den Menschen so ein, wie ihn die angeborene Art oder Natur. Und wenn es ihn so einnimmt, alsdann fließt es wie von selbst ins Tun aus, und zwar ohne daß er aus einem Wißtümlichen heraus daran denkt. Ja wenn es Lebenssache wird, dann kann es dem Wißtümlichen gebieten und Unzähliges daraus entnehmen was bestätigt. So verhält es sich mit allem Wahren, das in der ersten Lebenszeit Sache des Wissens ist, aber in der fortschreitenden zur Lebenssache wird. Es verhält sich wie bei den Kindern, wenn sie lernen gehen, reden, denken und vermöge des Verstandes sehen, und vermöge der Urteilskraft schließen. Wenn dies durch Gewohnheit zur Sache des Willens und so des eigenen Triebes geworden ist, dann verschwindet es aus dem Wißtümlichen, denn es äußert sich von selbst. So verhält es sich auch mit dem, was den Erkenntnissen des geistig Guten und Wahren angehört bei den Menschen, die vom Herrn wieder- oder neu geboren werden. Diese sind anfangs eben auch wie Kinder: die geistigen Wahrheiten sind ihnen zuerst Wissenssachen, dann, wenn die Lehren erlernt und dem Gedächtnis eingeprägt worden, so sind sie nichts anderes, aber sie werden vom Herrn allmählich von da hervorgerufen und dem Leben, d.h. dem Guten eingepflanzt, denn das Gute ist das Leben. Sofort tritt gleichsam eine Wendung ein, nämlich daß der Mensch anfängt aus dem Guten, d.h. aus dem Leben zu handeln, und nicht mehr wie vorhin aus dem Wissen. Somit, wer von neuem geboren wird, ist hierin gleich einem Kind, aber es sind geistige Lebenskräfte, die er sich aneignet, bis daß er nicht aus der Lehre oder dem Wahren, sondern aus Liebtätigkeit oder aus dem Guten handelt. Wenn dies geschieht, dann erst ist er in einem glücklichen Stand und in Weisheit. Aus diesem kann erhellen, was heißt getrennt werden vom Wißtümlichen im natürlichen Menschen, was bezeichnet wird dadurch, daß Rebecka vom Kamel herabgefallen sei, und zwar ehe sie wußte, daß es Jischak war. Daß dieses Geheimnisse in sich schließt, kann jeder sehen. 3204. "Und sprach zu dem Knecht", 1. Mose 24/65, daß dies die Erforschung aus dem natürlich Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sagen hier, sofern es ist Erforschen, denn sie fragte, wer ist der Mann dort, der im Felde geht; und aus der Bedeutung des Knechts, sofern er ist das natürlich Göttliche, wovon Nr. 3191, 3192. 3205. "Wer ist der Mann dort, der im Felde gehet, uns entgegen", 1. Mose 24/65, daß dies bedeutet bezüglich des Vernünftigen, das allein im Guten, nämlich Erforschung, erhellt aus dem, was oben von Jischak gesagt wurde, er sei ausgegangen zu sinnen im Felde, wodurch der Stand des Vernünftigen im Guten bezeichnet wurde, man sehe Nr. 3196; hier wird das Vernünftige bezeichnet durch den Mann dort, und im Guten sein durch gehen, nämlich sinnend im Felde; uns entgegen, heißt zur Verbindung. 3206. "Und der Knecht sprach: das ist mein Herr", 1. Mose 24/65, daß dies die Anerkennung bedeutet, nämlich durch das natürlich Göttliche, das hier der Knecht ist, kann ohne Erklärung erhellen; daß die Einweihung durch das natürlich Göttliche geschieht, sehe man Nr. 3192; und daß das Gute sein Wahres und das Wahre sein Gutes anerkennt: Nr. 3179. 3207. "Da nahm sie den Schleier und bedeckte sich", 1. Mose 24/65, daß dies die Scheinbarkeiten des Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Schleiers, womit die Bräute das Angesicht bedeckten, wenn sie den Bräutigam zum ersten Mal sahen, sofern es die Scheinbarkeiten des Wahren sind; denn die Bräute bildeten bei den Alten vor die Neigungen zum Wahren, und die Bräutigame die Neigungen zum Guten, oder was das gleiche, die Kirche, welche Braut hieß wegen der Neigung zum Wahren; die Neigung zum Guten, welche vom Herrn, war der Bräutigam, daher der Herr selbst hie und da im Worte Bräutigam genannt wird. Die Bräute verhüllten das Angesicht beim ersten Nahen zum Bräutigam, um die Scheinbarkeiten des Wahren vorzubilden. Die Scheinbarkeiten des Wahren sind nicht Wahrheiten an sich, sondern erscheinen als Wahrheiten, wovon unten. Die Neigung zum Wahren kann eben nur mittelst Scheinbarkeiten des Wahren zur Neigung des Guten nahen, und wird der Scheinbarkeiten nicht eher entkleidet, als wenn sie verbunden wird, denn alsdann wird das Wahre Sache des Guten, und wird echt, soweit das Gute echt ist. Das Gute selbst ist heilig, weil es das vom Herrn ausgehende Göttliche ist, und durch den oberen Weg oder Pforte im Menschen einfließt. Das Wahre aber ist ursprünglich nicht heilig, weil es durch den unteren Weg oder Pforte einfließt und zuerst Sache des natürlichen Menschen wird. Wenn es aber von da zum Vernünftigen erhoben wird, wird es stufenweise gereinigt, und beim ersten Anblick der Neigung zum Guten wird es vom Wißtümlichen getrennt und zieht Scheinbarkeiten des Wahren an, und naht so dem Guten, zum Beweis, daß es solchen Ursprungs ist, und daß es den Anblick des göttlich Guten nicht ertragen kann, ehe es in das Gemach des Bräutigams, d.h. in das Heiligtum des Guten eingegangen, und die Verbindung geschehen ist; denn das Wahre schaut alsdann das Gute nicht mehr aus Scheinbarkeiten oder durch Scheinbarkeiten, sondern wird vom Guten geschaut ohne dieselben. Man soll aber wissen, daß keine Wahrheiten beim Menschen, nicht einmal beim Engel, rein, d.h. ohne Scheinbarkeiten sind, alle und jede sind Scheinwahrheiten, werden aber doch vom Herrn als Wahrheiten angenommen, wenn Gutes darin ist. Der Herr allein hat reine, weil göttliche Wahrheiten, denn es ist der Herr wie das Gute selbst, so das Wahre selbst. Man sehe aber, was über die Wahrheiten und deren Scheinbarkeiten gesagt wurde: daß nämlich die Decken und die Vorhänge des Zeltes die Scheinbarkeiten des Wahren bedeutet haben: Nr. 2576; daß die Wahrheiten beim Menschen Scheinbarkeiten, mit Täuschungen behaftet, seien: Nr. 2053; daß die Vernunftbegriffe des Menschen Scheinwahrheiten seien: Nr. 2516; daß die Wahrheiten in Scheinbarkeiten seien: Nr. 2196, 2203, 2209, 2242; daß das göttlich Gute in Scheinbarkeiten, sogar in Täuschungen einfließt: Nr. 2554; daß die Scheinbarkeiten des Wahren vom Herrn angepaßt werden, wie wenn sie Wahrheiten wären: Nr. 1832; daß im Wort nach Scheinbarkeiten geredet sei: Nr. 1838. Was aber Scheinbarkeiten seien, kann klärlich erhellen aus jenen Stellen im Wort, wo nach Scheinbarkeiten geredet ist; jedoch gibt es Grade von Scheinbarkeiten: die natürlichen Scheinwahrheiten sind meistens Täuschungen, wenn sie aber bei denen sind, die im Guten, dann dürfen sie nicht Täuschungen genannt werden, sondern Scheinbarkeiten, auch in gewisser Beziehung Wahrheiten, denn das Gute das darin, in dem das Göttliche, macht, daß sie ein anderes Wesen haben. Die vernünftigen Scheinwahrheiten sind mehr und mehr innerlich; in denselben sind die Himmel, nämlich die Engel, die in den Himmeln, worüber man sehe Nr. 2576. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was Scheinwahrheiten sind, möge Folgendes zur Beleuchtung dienen: I. Der Mensch glaubt, er werde gebessert und wiedergeboren durch das Wahre des Glaubens, aber das ist Schein, gebessert und wiedergeboren wird er durch das Gute des Glaubens, d.h. durch Liebtätigkeit gegen den Nächsten und Liebe zum Herrn. II. Der Mensch glaubt, das Wahre gebe das Innewerden, was gut, weil es lehrt, es ist aber Schein, das Gute ist es, was dem Wahren das Innewerden gibt, denn das Gute ist die Seele oder das Leben des Wahren. III. Der Mensch glaubt, das Wahre leite zum Guten ein, wenn er nach dem Wahren, das er gelernt hat, lebt, aber es ist das Gute, das ins Wahre einfließt und es zu sich einführt. IV. Dem Menschen scheint es, das Wahre vervollkommne das Gute, während doch das Gute vervollkommnet das Wahre. V. Dem Menschen erscheint das Lebensgute als Früchte des Glaubens, aber es sind Früchte der Liebtätigkeit. Aus diesem wenigen kann man einigermaßen merken, was Scheinwahrheiten sind, solche sind unzählig. 3208. Vers 66,67: Und der Knecht erzählte dem Jischak alle Worte, die er getan. Da führte sie Jischak ein in das Zelt Sarahs, seiner Mutter; und nahm Rebecka, und sie ward ihm zum Weib, und er liebte sie; und Jischak ward getröstet nach seiner Mutter. "Und der Knecht erzählte dem Jischak alle Worte, die er getan" bedeutet das Innewerden aus dem natürlich Göttlichen, wie sich die Sache verhalte; "da führte sie Jischak ein in das Zelt Sarahs, seiner Mutter" bedeutet das Heiligtum des Wahren im Göttlich-Menschlichen; "und nahm Rebecka, und sie ward ihm zum Weib, und er liebte sie" bedeutet die Verbindung, "und Jischak ward getröstet nach seiner Mutter" bedeutet einen neuen Stand. 3209. "Der Knecht erzählte dem Jischak alle Worte, die er getan", 1. Mose 24/66, daß dies bedeutet das Innewerden aus dem natürlich Göttlichen, wie sich die Sache verhalte, erhellt aus der Bedeutung von erzählen, sofern es ist Innewerden; denn das Innewerden ist gleichsam eine inwendige Erzählung, deshalb wird das Innewerden in den geschichtlichen Teilen des Wortes ausgedrückt durch erzählen, und auch durch sagen: Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862; aus der Bedeutung des Knechts hier, sofern er ist das natürlich Göttliche, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Worte, sofern es sind Sachen, wovon Nr. 1785. Hieraus wird klar, daß "der Knecht erzählte alle Worte, die er getan" bedeutet, das göttlich vernünftig Gute habe vom göttlich Natürlichen vernommen, wie sich die Sache verhalte. Die Sache verhält sich so: das Vernünftige steht einen Grad höher als das Natürliche, und das vernünftig Gute im Herrn war göttlich; das Wahre aber, das aus dem Natürlichen erhoben werden sollte, war nicht göttlich, ehe es dem göttlich Guten des Vernünftigen verbunden war. Damit also das Gute des Vernünftigen einfließen möchte ins Natürliche, mußte ein Mittel da sein; ein anderes Mittel konnte nicht sein als das Natürliche, das Teil hatte am Göttlichen; dieses wird vorgebildet durch den ältesten Knecht des Hauses Abrahams, der verwaltete alles, was er hatte: Nr. 3019, 3020; daß dieser das natürlich Göttliche bedeutet, sehe man Nr. 3191, 3192, 3204, 3206. HG 3210 3210. "Da führte sie Jischak ein in das Zelt Sarahs, seiner Mutter", 1. Mose 24/67, daß dies das Heiligtum des Wahren im Göttlich-Menschlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 2576, somit das Heiligtum; und aus der Bedeutung der Mutter Sarah, sofern sie ist das göttlich Wahre, wovon Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2904, aus dem geboren ist das Göttlich-Menschliche, dessen Vernünftiges vorgebildet wird durch den Sohn Jischak. Hieraus wird klar, daß Jischak führte sie ein in das Zelt seiner Mutter, bedeutet, das vernünftig Gute habe das Wahre, das durch Rebecka vorgebildet wird, bei sich in das Heiligtum des Wahren eingeführt. Was das Heiligtum des Wahren, kann aus dem erhellen, was Nr. 3194 vom Göttlich-Menschlichen des Herrn gesagt wurde, daß nämlich dem eigensten Göttlichen zugehörte das Gute und das Wahre, und daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen ausgegangen sei aus dem göttlich Guten, und geboren (nämlich in Ansehung des Göttlichen Selbst) aus dem göttlich Wahren, oder was das gleiche, daß das eigentliche Sein des Herrn sei gewesen das göttlich Gute, aber das eigentliche Dasein das göttlich Wahre, folglich das göttlich vernünftig Gute, dem Er das göttlich Wahre aus dem Menschlichen verband. Über dieses große Geheimnis kann nicht mehreres gesagt werden, bloß daß das eigenste göttlich Gute und Wahre im Göttlich-Menschlichen des Herrn, dem das Wahre aus dem Menschlichen verbunden wurde, es ist, das bezeichnet wurde durch das Heiligtum, welches das Heilige des Heiligen war, in der Stiftshütte und im Tempel; und seine Beschaffenheit wurde vorgebildet durch das, was dort sich befand, als: durch den goldenen Altar, durch den Tisch, wo die Vorlegbrote, durch den Leuchter, noch inwendiger durch den Gnadenstuhl, und inwendigst durch das Zeugnis, welches war das vom Sinai herab verkündete Gesetz, dies war eigentlich das Allerheiligste, oder das Heiligtum des Wahren. 3211. "Und nahm Rebecka, und sie ward ihm zum Weibe, und er liebte sie", 1. Mose 24/67, daß dies bedeutet die Verbindung, nämlich des Guten und Wahren, kann erhellen ohne Erklärung. Daß gesagt wird, Rebecka sei ihm geworden zum Weib, nicht zur Gattin (uxorem) davon ist die Ursache, weil zwischen dem vernünftig Guten und dem aus dem Natürlichen hervorgerufenen und göttlich gemachten Wahren keine Ehe wird, sondern (nur) ein Bund, der dem ehelichen Bund gleicht. Die eigentliche göttliche Ehe, die im Herrn, ist die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen, man sehe Nr. 2803. Dies ist der Grund, warum Rebecka genannt wird Weib, nicht Gattin. 3212. "Und Jischak ward getröstet nach seiner Mutter", 1. Mose 24/67, daß dies einen neuen Stand bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von Trost empfangen, sofern es ist ein neuer Zustand, denn der Zustand des Trostes ist ein neuer, und daß dieser auf den früheren erfolgt sei, wird bezeichnet durch: "nach seiner Mutter". Der neue Stand ist der Stand der Verherrlichung des Vernünftigen, wie früher in Ansehung des Guten, so nun in Ansehung des Wahren. Das Vernünftige ist verherrlicht, wenn es göttlich geworden in beiden Beziehungen. Daß der Herr in Ansehung des Menschlichen neu, d.h. verherrlicht oder, was das gleiche, göttlich wurde, kann gar niemand begreifen, somit auch nicht glauben, wer in weltlichen und körperlichen Liebestrieben ist, ein solcher weiß gar nicht, und will es nicht einmal wissen, was geistig und himmlisch ist; wer aber nicht in weltlichen und körperlichen Liebestrieben ist, der kann es innewerden, denn er glaubt, daß der Herr eins ist mit dem Vater, und daß von Ihm alles Heilige ausgeht, folglich daß Er göttlich ist auch in Ansehung des Menschlichen, und wer glaubt, wird es in seiner Weise inne. Der Stand der Verherrlichung des Herrn kann einigermaßen begriffen werden aus dem Zustand der Wiedergeburt des Menschen, denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3043, 3138. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann wird er ein ganz anderer, und wird ein neuer, darum wird er auch, wenn er wiedergeboren ist, genannt ein Neugeborener und Neugeschaffener; dann hat er, wenn auch das gleiche Angesicht und die gleiche Sprache, doch nicht das gleiche Gemüt. Sein Gemüt, wenn er wiedergeboren, ist geöffnet himmelwärts und es wohnt darinnen Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten samt dem Glauben: Das Gemüt ist es, was den Menschen zu einem anderen und zu einem neuen macht. Die Veränderung des Zustandes kann im Leibe des Menschen nicht wahrgenommen werden, sondern in seinem Geist, es ist der Leib bloß eine Überdecke seines Geistes. Wenn jener abgelegt wird, alsdann erscheint sein Geist, und zwar in einer ganz anderen Gestalt, wenn er wiedergeboren ist, er hat dann eine Gestalt der Liebe und der Liebtätigkeit in unbeschreiblicher Schönheit: Nr. 553, anstatt der früheren, welche war die Gestalt des Hasses und der Grausamkeit mit ebenfalls unbeschreiblicher Häßlichkeit. Hieraus kann erhellen, was heißt wiedergeboren und neugeboren, oder neugeschaffen, nämlich ein ganz anderer und neuer. Aus diesem Bilde kann einigermaßen begriffen werden die Verherrlichung des Herrn; derselbe ward nicht wiedergeboren wie ein Mensch, sondern wurde göttlich, und zwar aus der eigensten göttlichen Liebe, denn Er wurde selbst göttliche Liebe; von welcher Art denn Seine Gestalt war, erschien dem Petrus, Jakobus und Johannes, da sie Ihn sehen durften nicht mit den Augen des Leibes, sondern mit den Augen des Geistes, nämlich daß Sein Angesicht strahlte wie die Sonne: Matth.17/2; und daß dies Sein Göttlich-Menschliches war, erhellt aus der Stimme, die dann aus der Wolke kam und sprach: Dieser ist Mein geliebter Sohn: Matth.17/5. Daß der Sohn das Göttlich-Menschliche ist, sehe man Nr. 2628.   Nr. 3213 - 3227 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 25. Kapitel 3228. Dieses Kapitel handelt von den Söhnen Abrahams aus der Keturah; dann auch von den Söhnen Jischmaels, die genannt werden; hernach Jischak und Rebecka, daß ihnen Esau und Jakob geboren worden seien; und zuletzt daß Esau seine Erstgeburt an den Jakob um einen Linsenbrei verkauft habe. Jeder kann sehen, dies sei von solcher Art, daß es zwar für die Kirchengeschichte jener Zeit, aber weniger für das geistige Leben sich eignet, für das doch das Wort ist. Was hilft es dem Menschen, wenn er weiß, welche Söhne Abraham von der Keturah, und welche Jischmael hatte, dann auch daß Esau, als er müde von der Jagd war, einen Linsenbrei verlangte, und daß dann Jakob aus List um denselben sich die Erstgeburt verschafft habe. Ebenso im folgenden Kapitel, daß die Hirten Abimelechs mit den Hirten Jischaks gezankt haben um die Brunnen, die sie gegraben haben, beinahe ebenso wie mit den Hirten Abrahams früher: 1. Mose 21. Kapitel. Abgesehen davon, daß in einigen Stellen lauter Namen aufgezählt werden, wie die der Nachkommen Esaus, 1. Mose 36. Kapitel, und so in den übrigen; worinnen, soweit es geschichtliche Sachen sind, so wenig Göttliches ist, daß man keineswegs sagen kann, daß jenes Wort in jedem Ausdruck, sogar in jedem Jota von Gott eingegeben sei, d.h. vom Herrn durch den Himmel zu dem Menschen, der solches geschrieben hat, herabgesendet; denn was vom Herrn herabgesendet worden ist, das ist göttlich in allem und jedem, somit nicht in Ansehung des Geschichtlichen, weil solches Sachen sind, welche die Menschen ausgeführt haben, vielmehr in Betracht dessen, was im Geschichtlichen ganz insgeheim enthalten ist, dessen alles und jedes handelt vom Herrn, und von Seinem Reich. Die Geschichten des Wortes haben vor allen anderen Geschichten im ganzen Erdkreis das Besondere voraus, daß sie solches in sich schließen. 3229. Wenn das Wort allein in Ansehung des Geschichtlichen, d.h. in Ansehung des äußerlichen oder buchstäblichen Sinnes nur das Wort wäre, dann würden alle Geschichten, die darin vorkommen, heilig sein; und weiter noch, mehrere, die darin vorkommen, würden für heilig geachtet, und es würde geschehen, wie bei vielen geschieht, daß sie als Götter verehrt würden, weil von ihnen, im Heiligsten, was geschrieben worden ist, gehandelt wird; z.B. diejenigen, die Väter genannt werden, nämlich Abraham, Jischak und Jakob, und nach ihnen die Stammväter, die zwölf Söhne Jakobs, und nachher David, und mehrere. Während doch sie alle eben Menschen gewesen sind, und einige von ihnen sich wenig um den Gottesdienst bekümmert haben. Und ich kann bezeugen, daß bei ihnen gar nichts ist, was über das gemeine menschliche Los hinausgeht; und daß sie im Himmel gar nicht geachtet werden. Von ihnen und von ihrem Zustand im anderen Leben soll anderswo, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, die Rede sein. Hieraus nun kann offenbar erhellen, daß der äußere oder buchstäbliche Sinn das Wort ist, allein kraft des inneren oder geistigen Sinns der darin und aus dem jener (ist).   25. Kapitel 1. Und Abraham tat dazu, und nahm ein Weib: und ihr Name (war) Keturah. 2. Und sie gebar ihm den Simran, und Jochschan, und Medan, und Midian, und Jischbak, und Schuach. 3. Und Jochschan zeugte den Scheba und Dedan: und die Söhne Dedans waren Aschurim, und Letuschim, und Leumim. 4. Und die Söhne Midians: Ephah und Epher, und Chanoch, und Abidah, und Eldaah. Alle diese - Söhne der Keturah. 5. Und Abraham gab all das Seine dem Jischak. 6. Und den Söhnen der Kebsweiber, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke, und schickte sie fort von (ab apud) Jischak, seinem Sohn, indem er noch lebte, aufgangwärts zum Lande des Aufgangs. 7. Und dies die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er lebte, hundert Jahre, und siebzig Jahre, und fünf Jahre. 8. Da verschied und starb Abraham in gutem Greisenalter, alt und satt; und er ward versammelt zu seinen Völkern. 9. Und es begruben ihn Jischak und Jischmael, seine Söhne, zur Höhle Machpelas, zum Feld Ephrons, des Sohnes Zochar, des Chittäers, die ob den Angesichten Mamres. 10. Ins Feld, das Abraham gekauft hat von den Söhnen Cheth: dort ward begraben Abraham und Sarah, seine Gattin. 11. Und es war nach dem Tode Abrahams, und Gott segnete Jischak, seinen Sohn; und Jischak wohnte bei (cum) Beerlachai roi. 12. Und dies die Geburten Jischmaels, des Sohnes Abrahams, den geboren hat Hagar die Ägypterin, Magd der Sarah, dem Abraham. 13. Und dies die Namen der Söhne Jischmaels, in ihren Namen, nach ihren Geburten: der Erstgeborene Jischmaels Nebajoth und Kedar und Abdeel, und Mibsam. 14. Und Mischmah, und Dumah, und Massa. 15. Chadar, und Thema, Jetur, Naphisch, und Kedmah. 16. Das sind die Söhne Jischmaels, und das ihre Namen, in ihren Dörfern und in ihren Schlössern; zwölf Fürsten ihrer Völker. 17. Dies die Lebensjahre Jischmaels, hundert Jahre, und dreißig Jahre, und sieben Jahre; und er verschied und starb, und ward versammelt zu seinen Völkern. 18. Und sie saßen von Chavillah bis Schur, welche ob den Angesichten Ägyptens, da man kommt gen Aschur; auf die Angesichte aller seiner Brüder ist er gefallen. 19. Und dies die Geburten Jischaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Jischak. 20. Und Jischak war ein Sohn von vierzig Jahren, da er nahm Rebecka, die Tochter Bethuels des Aramäers aus Paddan Aram, die Schwester Labans des Aramäers, ihm zum Weibe. 21. Und Jischak betete zu Jehovah um seines Weibes willen, weil sie unfruchtbar, und Jehovah ließ Sich von ihm erbitten, und es empfing Rebecka sein Weib. 22. Da stießen sich die Söhne in ihrer Mitte; und sie sprach, wenn so, wozu das, ich; und sie ging zu fragen Jehovah. 23. Und Jehovah sprach zu ihr: zwei Völkerschaften in deinem Mutterleibe, und zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden, und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Größere wird dienen dem Kleineren. 24. Und es wurden erfüllt ihre Tage zum Gebären, und siehe, Zwillinge in ihrem Mutterleib. 25. Und es kam heraus der erste, rötlich er ganz, wie ein haariger Rock, und sie nannten seinen Namen Esau. 26. Und nachher kam heraus sein Bruder, und seine Hand greifend an die Ferse Esaus, und man nannte seinen Namen Jakob; und Jischak (war) ein Sohn von sechzig Jahren, da sie geboren wurden. 27. Und es wuchsen die Knaben heran, und es war Esau ein Mann kundig der Jagd, ein Mann des Feldes; und Jakob ein redlicher Mann, wohnend in Zelten. 28. Und es liebte Jischak den Esau, weil Jagd in seinem Munde; und Rebecka liebte den Jakob. 29. Und Jakob kochte einen Brei, und Esau kam vom Felde, und er (war) müde. 30. Und Esau sprach zu Jakob: laß mich doch kosten vom Roten, rot ist das, denn ich (bin) müde; deshalb nannte man seinen Namen Edom. 31. Und Jakob sprach: verkaufe wie heute dein Erstgeburtsrecht mir. 32. Und Esau sprach: siehe, ich gehe hin zu sterben, und wozu das mir, das Erstgeburtsrecht. 33. Und Jakob sprach: schwöre mir wie heute; und er schwur ihm, und verkaufte sein Erstgeburtsrecht dem Jakob. 34. Und Jakob gab dem Esau Brot und den Linsenbrei, und er aß und trank, und stand auf, und ging; und es verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.   Inhalt 3230. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn erstens gehandelt vom geistigen Reich des Herrn, und von dessen Abstammungen: Vers 1-4. Daß dasselbe getrennt sei vom himmlischen Reich des Herrn: Vers 5, 6. Daß die Vorbildung des Herrn durch Abraham beendigt sei: Vers 7, 8. Und daß begonnen habe die Vorbildung des Herrn durch Jischak und Jischmael: Vers 9-11. 3231. Zweitens wird gehandelt von der geistigen Kirche, die durch Jischak vorgebildet wird, und von ihren Abstammungen: Vers 12-18. 3232. Drittens wird gehandelt von der Empfängnis und Entstehung des göttlich Natürlichen, in Ansehung des Guten, welches ist Esau, und in Ansehung des Wahren, welches ist Jakob: Vers 19-25. 3233. Viertens wird gehandelt vom Vorrang des Guten und Wahren in der Kirche: Vers 26-34.   Innerer Sinn 3234. Vers 1: Und Abraham tat dazu, und nahm ein Weib: und ihr Name (war) Keturah. "Und Abraham tat dazu und nahm ein Weib" bedeutet den anderen Zustand des Herrn, den Abraham vorbildet. Abraham und Sarah haben vorgebildet den Herrn in Ansehung des himmlisch Göttlichen, Abraham und Keturah den Herrn in Ansehung des geistig Göttlichen; somit Abraham hier den Herrn in Ansehung des geistig göttlich Guten, und sein Weib in Ansehung des jenem Guten beigesellten göttlich Wahren; "und ihr Name (war) Keturah" bedeutet das Wesen dieses göttlich Wahren. 3235. "Und Abraham tat dazu und nahm ein Weib", 1. Mose 25/1, daß dies bedeutet den anderen Zustand des Herrn, den Abraham vorbildet, und daß Abraham und Sarah vorgebildet haben den Herrn in Ansehung des himmlisch Göttlichen, Abraham und Keturah in Ansehung des geistig Göttlichen, erhellt aus demjenigen, was bisher über Abraham und seine Gattin Sarah gesagt und gezeigt wurde, und aus demjenigen, was über Abraham und Keturah hier erwähnt wird. Aber weil gesagt wird, daß Abraham hier den anderen Zustand des Herrn vorbildet, und daß Abraham und Sarah den Herrn in Ansehung des himmlisch Göttlichen, hingegen Abraham und Keturah den Herrn in Ansehung des geistig Göttlichen, so muß man wissen, was das himmlisch Göttliche ist, und was das geistig Göttliche. Das himmlisch Göttliche und das geistig Göttliche verhält sich je nach der Beziehung auf diejenigen, die das Göttliche des Herrn aufnehmen, denn der Herr erscheint einem jeden so, wie beschaffen der ist, der aufnimmt, wie aus demjenigen erhellen kann, was Nr. 1838, 1861 gesagt wurde; und augenscheinlich klar wird daraus, daß der Herr anders erscheint den Himmlischen, anders aber den Geistigen; denn den Himmlischen erscheint Er als Sonne, den Geistigen aber als Mond: Nr. 1529, 1530, 1531, 1838. Den Himmlischen erscheint der Herr als Sonne, weil dieselben in himmlischer Liebe sind, d.h. in der Liebe zum Herrn. Den Geistigen aber als Mond, weil dieselben in geistiger Liebe sind, d.h. in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Der Unterschied ist, wie der zwischen dem Sonnenlicht bei Tag und dem Mondlicht bei Nacht, dann wie zwischen der Wärme beider, woher das Wachsen. Dies ist es was verstanden ist im ersten Kapitel der Genesis, Vers 16 unter folgenden Worten: "Und Gott machte zwei große Lichter, das große Licht zu herrschen des Tages, und das kleine Licht zu herrschen des Nachts". Es ist im allgemeinen des Herrn Reich ein Himmlisches, und es ist ein Geistiges, d.h. es besteht aus Himmlischen und aus Geistigen; und weil das Göttliche des Herrn den Himmlischen als himmlisch und den Geistigen als geistig erscheint, daher kommt es, daß gesagt wird, Abraham und Sarah haben den Herrn in Ansehung des himmlisch Göttlichen vorgebildet, und Abraham und Keturah in Ansehung des geistig Göttlichen. Weil aber kaum einem bekannt ist, was das Himmlische und was geistig, dann wer jene sind, so möge man sehen, was früher darüber gesagt und gezeigt wurde, nämlich: was himmlisch und was geistig sei: Nr. 1155, 1577, 1824, 2048, 2184, 2227, 2507. Welche die Himmlischen und welche die Geistigen seien: Nr. 2088, 2669, 2708, 2715. Daß der himmlische Mensch eine Ähnlichkeit des Herrn sei und aus Liebe das Gute tue, und daß der Geistige ein Bild des Herrn sei und aus Glauben das Gute tue: Nr. 50, 51, 52, 1013. Daß die Himmlischen aus dem Guten das Wahre inne werden, und daß sie gar nicht über das Wahre vernünfteln: Nr. 202, 337, 607, 895, 1121, 2715. Daß beim himmlischen Menschen das Gute in seinem Willensteil, aber beim geistigen Menschen in seinem Verstandesteil eingepflanzt werde, und daß in diesem Teil bei den Geistigen ein neuer Wille geschaffen werde: Nr. 863, 875, 895, 897, 927, 1023, 1043, 1044, 2256. Daß die Himmlischen aus dem Guten selbst unsäglich vieles sehen, daß aber die Geistigen, weil sie vernünfteln, ob es so sei, nicht zur ersten Grenze des Lichts, das jene haben, kommen können: Nr. 2718. Daß es bei den Geistigen verhältnismäßig dunkel sei: Nr. 1043, 2708, 2715. Daß der Herr in die Welt gekommen sei, um die Geistigen selig zu machen: Nr. 2661, 2716, 2833, 2834. 3236. Daß Abraham hier den Herrn in Ansehung des geistig göttlich Guten, und daß sein Weib (ihn) in Ansehung des jenem Guten beigesellten göttlich Wahren vorbildet, kann aus demjenigen erhellen, was früher über die Ehemänner und Gattinnen gesagt wurde, nämlich daß der Ehemann (Maritus) vorbildet das Gute, und die Gattin (Uxor) das Wahre, wie früher Abraham und Sarah: Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, 2904; und wie im vorigen Kapitel Jischak und Rebecka: Nr. 3077. Daß der Ehemann das Gute vorbildet, und die Gattin das Wahre, davon ist die Ursache, weil die Kirche einer Ehe verglichen wird, und auch eine Ehe des Guten und Wahren ist; das Gute ist es, das der Ehemann vorbildet, weil es an erster Stelle ist, das Wahre aber, das die Gattin, weil an zweiter. Darum wird auch der Herr im Wort genannt Bräutigam, Mann, Gemahl, und die Kirche Braut, Weib, Gattin. Was das geistig Gute, und das jenem Guten beigesellte geistig Wahre ist, kann aus denjenigen Stellen erhellen, die gleich oben Nr. 3235 angeführt wurden. Beim Menschen ist geistig Gutes im allgemeinen das was genannt wird das Gute des Glaubens, und dieses nichts anderes, als Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Aber auf daß es Liebtätigkeit sei, muß sie kommen aus dem neuen Willen, mit dem der geistige Mensch vom Herrn begabt ist. Das jenem Guten beigesellte geistig Wahre ist es, welches das Wahre des Glaubens heißt, und zwar kein anderes, als das die Liebtätigkeit zuerst betrachtet als Endzweck (finem propter quem), und nachher als Ausgangspunkt (principium ex quo); auf daß aber der geistige Mensch das Wahre des Glaubens, oder Glauben habe, muß er kommen aus dem neuen Verstand, mit dem er begabt ist vom Herrn, und der neue Verstand muß sein Licht haben vom neuen Willen. 3237. "Und ihr Name war Keturah", 1. Mose 25/1, daß dies das Wesen dieses göttlich Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er ist die Beschaffenheit, und des Nennens mit Namen, sofern es ist wissen, wie beschaffen einer ist, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009. Weil aber vom Göttlichen nicht ausgesagt wird eine Beschaffenheit, sondern ein Sein, darum wird hier durch Namen bezeichnet das Wesen, und zwar des göttlich Wahren, das hier bezeichnet wird durch "ihr", nämlich des Weibes. Daß hier Weib das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 3236. Hieraus wird klar, was Keturah im allgemeinen in sich schließt. 3238. Vers 2-4: Und sie gebar ihm den Simran, und Jochschan, und Medan, und Midian, und Jischbak, und Schuach. Und Jochschan zeugte den Scheba und Dedan: und die Söhne Dedans waren Aschurim, und Letuschim, und Leumim. Und die Söhne Midians Ephah und Epher, und Chanoch, und Abidah, und Eldaah. Alle diese - Söhne der Keturah. "Und sie gebar ihm den Simran, und Jochschan, und Medan, und Midian, und Jischbak, und Schuach" bilden vor die allgemeinen Lose des geistigen Reiches des Herrn in den Himmeln und auf Erden. "und Jochschan zeugte Scheba und Dedan" bedeutet die Abstammungen vom ersten Los. "und die Söhne Dedans waren Aschurim, und Letuschim, und Leumim" bedeutet die Abstammungen vom anderen Los; "und die Söhne Midians: Ephah und Epher, und Chanoch und Abidah, und Eldaah" die Abstammungen vom dritten Los. "alle diese - Söhne der Keturah" bedeutet in Ansehung der Lehren und der Gottesdienste aus ihnen. 3239. "Sie gebar ihm den Simran und Jochschan, und Medan, und Midian, und Jischbak, und Schuach", 1. Mose 25/2, daß sie die allgemeinen Lose des Reiches des Herrn in den Himmeln und auf Erden vorbilden, kann nicht so aus dem Wort erhellen, weil keine anderen von ihnen sonst genannt werden als Midian, über den folgt. Daraus jedoch, daß alle Personen, soviel immerhin genannt werden im Wort, etwas vorbilden, wie aus denen allen, die bisher vom ersten Kapitel der Genesis an erwähnt worden sind, kann genugsam erhellen. Daß die Namen sowohl der Personen, als der Königreiche und Provinzen und Städte im inneren Sinn des Wortes Sachen bezeichnen, sehe man Nr. 768, 1224, 1264, 1876, 1888, und sonst oftmals, wo dies im besonderen aus dem Wort begründet wird. Daß die übrigen von diesen, ausgenommen Midian, nicht anderswo im Wort erwähnt werden, davon ist die Ursache, weil sie von den Söhnen des Morgenlandes sind, von denen hie und da im Wort (die Rede ist). Daß diese im allgemeinen diejenigen bezeichnen, die zum geistigen Reich des Herrn gehören, wird man 1. Mose 25/6 sehen. Daß die Söhne Abrahams von der Keturah das bezeichnen, erhellt daraus, daß Abraham und Keturah den Herrn in Ansehung des geistig Göttlichen vorbilden, nämlich Abraham den Herrn in Ansehung des geistig-göttlich Guten, Keturah in Ansehung des jenem Guten verbundenen geistig-göttlich Wahren, wovon Nr. 3235, 3236. Hieraus folgt, daß ihre Söhne die allgemeinen Lose des Reiches, das aus dem göttlich Geistigen des Herrn (stammt), vorbilden. Allgemeine Lose wird gesagt, weil des Reich des Herrn vorgebildet wird durch das Land, das durch Lose unter diejenigen verteilt wird, denen es als erbliches Besitztum gegeben wird, wie das Land Kanaan den Söhnen Israels. Lose gibt es im allgemeinen zwölf, denn durch zwölf wird bezeichnet, alles der Liebtätigkeit und daher des Glaubens, was dem Reich des Herrn angehört, wovon 1. Mose 25/16. Hier aber sind es sechs, somit die Hälfte, aber die halbe Zahl schließt das gleiche in sich was die ganze, denn die Multiplikation und Division ändert nichts am Wesen der Sache selbst, wenn nur das gleiche zugrunde liegt. 3240. "Und Jochschan zeugte den Scheba und Dedan", 1. Mose 25/3, daß dies die Abstammungen vom ersten Los bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jochschans und seiner Söhne Scheba und Dedan, von denen folgt. Weil hier lauter Namen sind, und durch dieselben die Zustände der Abstammungen der geistigen Kirche des Herrn bezeichnet werden, so soll gesagt werden, wie es sich damit im allgemeinen verhält: Die himmlische Kirche unterscheidet sich von der geistigen Kirche darin, daß die, welche zur himmlischen Kirche gehören und Himmlische genannt werden, in der Liebe sind, nämlich in dem Guten und Wahren, aber die, welche zur geistigen Kirche gehören und Geistige heißen, im Glauben sind, nämlich in seinem Guten und Wahren. Das Gute, das die Himmlischen haben, gehört der Liebe zum Herrn an, und das Wahre, das sie haben, gehört der Liebe gegen den Nächsten an; aber das Gute, das die Geistigen haben gehört der Liebtätigkeit gegen den Nächsten an, das Wahre, das sie haben, gehört dem Glauben an, sofern dieser ist Lehre von der Liebtätigkeit. Hieraus kann erhellen, daß das geistige Reich des Herrn, wie Sein Himmlisches das Gute und das Wahre hat, aber mit vielem Unterschied. Zu wissen ist ferner, daß diejenigen, die in den Reichen sind, sich voneinander unterscheiden durch das Gute und das Wahre, aus dem Grund, weil es solche gibt, die mehr im Guten, und solche, die mehr im Wahren sind, daher nun sind die Abstammungen, nämlich die Abstammungen des Guten und die Abstammungen des Wahren. Die Abstammungen des Guten im geistigen Reich des Herrn sind es, die vorgebildet werden durch Jochschans Söhne, von denen in diesem Vers. Dagegen die Abstammungen des Wahren daselbst sind es, die vorgebildet werden durch die Söhne Midians, von denen im folgenden Vers. Weil es nun zweierlei Klassen von Geistigen sind, nämlich die mehr im Guten und die mehr im Wahren, darum haben sie zweierlei Lehren, nämlich Lehren der Liebtätigkeit und Lehren des Glaubens. Lehren der Liebtätigkeit für diejenigen, die im Guten des Glaubens sind, und hier bezeichnet werden durch Jochschans Söhne, dagegen Lehren des Glaubens für diejenigen, die im Wahren des Glaubens, und bezeichnet werden durch die Söhne Midians. Scheba und Dedan sind es, welche die erste Klasse bilden, d.h. die im geistigen Reich des Herrn im Guten des Glaubens sind, und die Lehren der Liebtätigkeit haben. Daher kommt es, daß durch Scheba und Dedan bezeichnet werden Erkenntnisse himmlischer Dinge, oder was das gleiche, diejenigen, die in den Erkenntnissen himmlischer Dinge, d.h. die in den Lehren der Liebtätigkeit sind, denn Lehren sind Erkenntnisse, und Sache der Liebtätigkeit ist das Himmlische, das der geistige Mensch hat. Daß Scheba und Dedan solche sind, wurde gezeigt im ersten Teil: Nr. 117, 1168, 1171, 1172, aber Scheba und Dedan sind dort Urenkel Chams, und werden genannt Söhne Ramas; aber man muß wissen, daß Cham, wie auch Japheth und Schem gar nicht existiert haben, sondern daß die Angehörigen der Kirche nach der Sündflut, die Noach hieß, in Ansehung des Guten und Wahren in drei Klassen unterschieden waren, welche Klassen so genannt wurden: Nr. 736, 1062, 1065, 1140, 1141, 1162, und sonst hie und da. Dennoch gab es Völkerschaften, die so genannt wurden, aber von anderen (abstammend), wie Scheba und Dedan, deren Herkunft von Jochschan, dem Sohne Abrahams, von der Keturah, hier offenbar ist. Daß Scheba diejenigen sind, die in den Erkenntnissen himmlischer Dinge, somit die im Guten des Glaubens sich befinden, erhellt aus Nr. 117, 1171 angeführten Stellen; und Dedan ebenfalls aus den Stellen, die Nr. 1172 stehen, und weiter aus folgenden: Jes.21/13,14: "Weissagung über Arabien. Im Wald in Arabien werdet ihr übernachten, ihr Wanderzüge Dedanim; entgegen dem Durstigen bringet Wasser, ihr Bewohner des Landes Thema, mit seinem Brot kommet zuvor dem Umherschweifenden, denn vor den Schwertern werden sie schweifen, vor dem gezückten Schwert": im Walde übernachten, für verödet werden in Ansehung des Guten, denn Arabien sind die, welche in Himmlischem, d.h. in Gutem des Glaubens; dort im Walde übernachten, heißt: nicht mehr in Gutem sein, daher Verödung, die auch beschrieben wird durch umherschweifen vor den Schwertern, vor dem gezückten Schwert; Himmlisches, d.h. Gutes des Glaubens oder was das gleiche, Werke der Liebtätigkeit, das sie haben, werden bezeichnet durch entgegen dem Durstigen Wasser bringen, und mit Brot zuvorkommen dem Umherschweifenden. Jerem.25/17-19,22,23,25,26: "Ich nahm den Becher von der Hand Jehovahs, und ließ trinken alle Völkerschaften, zu denen mich gesandt hat Jehovah, Jerusalem, und die Städte Jehudahs, und seine Könige, und seine Fürsten, sie zu übergeben in Verstörung; Pharao, dem König Ägyptens, und seine Knechte, und seine Fürsten, und all sein Volk; alle Könige von Tyrus, und alle Könige von Zidon; Dedan und Thema, und Bus, und alle Abgeschnittenen des Winkels; alle Könige von Simri, und alle Könige von Elam, und alle Könige von Median; und alle Könige von Mitternacht": dort wird ebenfalls von der Verödung der geistigen Kirche gehandelt, und die Unterschiede dieser Kirche werden der Ordnung nach erwähnt und bezeichnet durch Jerusalem, die Städte Jehudahs, Ägypten, Tyrus, Zidon, Dedan, Thema, Bus, Simri, Elam, Median. Hes.38/13: "Scheba und Dedan, und die Kaufleute von Tharschisch, und alle seine jungen Löwen werden dir sagen: bist du zu erbeuten Beute gekommen, hast du zu rauben Raub versammelt deine Versammlung, wegzunehmen Silber und Gold, zu nehmen Vieh und Besitztum, zu erbeuten große Beute": dort von Gog, durch den der vom inneren getrennte äußere Gottesdienst, welcher abgöttisch: Nr. 1151. Scheba und Dedan für Inneres des Gottesdienstes, nämlich Gutes des Glaubens; Tharschisch für den entsprechenden äußeren Gottesdienst; Silber, Gold, Vieh, Besitztum, Beute, die Gog, oder das vom Inneren getrennte Äußere des Gottesdienstes, wegnehmen will, sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren, für die streiten, und die verteidigen diejenigen, die Scheba und Dedan sind, daher sie genannt werden junge Löwen, Scheba im eigentlichen Sinn sind diejenigen, die in den Erkenntnissen des Guten, Dedan, die in den Erkenntnissen des Wahren aus dem Guten. 3241. "Und die Söhne Dedans waren Aschurim, und Letuschim, und Leumim", 1. Mose 25/3, daß dies bedeutet die Abstammungen vom anderen Los, kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung Dedans, sofern es diejenigen sind, die im Guten des Glaubens, eigentlich die im Glaubenswahren aus dem Guten: Nr.3240 E. Daß es die Abstammungen vom anderen Los sind, ist klar: es ist hauptsächlich Glaubenswahres aus dem Guten, was durch jene drei bezeichnet wird. Was aber durch einen jeden, kann zwar gesagt, aber nicht durchs Wort anderwärts begründet werden, denn sie werden nicht mehr erwähnt. Im Reich des Herrn sind unzählige Verschiedenheiten in Ansehung des Guten und Wahren, jedoch wird aus diesen unzähligen ein Himmel gebildet; denn es gibt so viele Verschiedenheiten, daß gar keine Gesellschaft der anderen ganz gleich ist, d.h. in ebendemselben Guten und Wahren, man sehe Nr. 684, 685, 690. Eines wird dort gebildet aus mehrerem Verschiedenen, das so vom Herrn geordnet ist, daß es übereinstimmt. Die Übereinstimmung und Harmonie von mehreren wird vom Herrn dadurch bewirkt, daß alle sich auf Ihn beziehen: Nr. 551; es verhält sich dies wie mit den Organen, Gliedern und Eingeweiden des Leibes, deren keines dem anderen ganz gleich ist, sondern alle sind voneinander verschieden, aber doch machen sie eins aus, und zwar dadurch, daß alle sich beziehen auf eine Seele, und durch diese auf den Himmel, und so auf den Herrn. Denn alles was nicht zusammenhängt mit dem Herrn, ist nichts. Hieraus kann erhellen, daß die Unterschiede des Wahren und Guten im besonderen unzählig sind, aber dessen Gattungen, und zwar die allgemeinsten, welche die geistigen Kirchen sind, werden durch diese Söhne und Enkel Abrahams bezeichnet. Weil die Angehörigen der geistigen Kirche kein Innewerden haben, wie die Angehörigen der himmlischen Kirche, was gut und wahr, sondern das, was sie gelernt haben, für wahr anerkennen, darum sind sie fortwährend im Streit darüber, und vernünfteln, ob es so sei, und ein jeder bleibt in derjenigen Lehre, und nennt sie wahr, welche die seiner Kirche ist, daher sind so viele Unterschiede. Abgesehen davon, daß die meisten über Gutes und Wahres schließen, aus Scheinbarkeiten und Täuschungen, der eine wieder ganz anders als der andere, aber keiner aus einem Innewerden: sie wissen sogar nicht, was Innewerden ist. Weil ihr Verstand so verfinstert ist in betreff des Guten und Wahren des Glaubens, so ist nicht zu verwundern, daß so widersprechende Meinungen sind über das Allerwesentlichste, nämlich über das Göttliche, Menschliche, und ausgehende Heilige des Herrn: die Himmlischen werden inne, daß nicht drei sind, sondern eines, die Geistigen aber bleiben in der Vorstellung von Dreien, aber sie wollen, daß man denke, sie seien eins. Wenn nun über das Wesentlichste so widersprechende Meinungen sind, so kann erhellen, daß es unzählige Lehrunterschiede (varietates et differentiae) gibt. Hieraus kann man wissen, woher die Abstammungen, die bezeichnet werden durch diejenigen, die hier genannt sind; aber obgleich so viele Lehrunterschiede sind, oder so viele Abstammungen, so bilden sie dennoch zusammen eine Kirche, wann alle die Liebtätigkeit für das Wesentliche der Kirche anerkennen, oder was das gleiche ist, wann sie das Leben als den Endzweck der Lehre betrachten, d.h. fragen wie der Mensch der Kirche lebt, nicht sowohl wie er meint, denn ein jeder bekommt nach dem Lebensguten, nicht nach dem vom Lebensguten getrennten Lehrwahren vom Herrn ein Los im anderen Leben. 3242. "Und die Söhne Midians: Ephah und Epher, und Chanoch, und Abidah, und Eldaah", 1. Mose 25/4, daß dies die Abstammungen vom dritten Los bedeutet, kann erhellen, aus der vorbildlichen Bedeutung Midians, sofern es sind die im Wahren des Glaubens, wovon unten, und wenn die im Wahren des Glaubens Midian sind, so folgt, daß die Söhne die Abstammungen davon sind. Mit denen, die im Wahren des Glaubens sind, verhält es sich so: Ins Reich des Herrn wird niemand zugelassen, als wer im Guten des Glaubens ist, denn das Gute des Glaubens ist Sache des Lebens; das Glaubensleben bleibt, nicht aber die Glaubenslehre, außer sofern diese mit dem Leben eins macht. Aber dennoch, die im Wahren des Glaubens sind, d.h., die den Glauben bekennen und sagen, er sei die Hauptsache (essentialem), darum, weil sie es so gelernt haben, und dabei doch im Guten des Lebens sind, d.h., die von Herzen Christen sind und nicht mit dem Munde, die sind im geistigen Reich des Herrn, denn es kann jemand leicht überredet werden, daß der Glaube die Hauptsache sei, wenn es ihm von den Lehrern so angegeben und im Knabenalter jene Meinung eingeprägt wird, und weil die, welche für die Gelehrtesten gelten, und die Prediger so sagen, von denen einige fürchten zu sagen, das Lebensgute sei es, weil das Leben sie verdammt; außerdem auch, weil das was des Glaubens ist, fühlbar (perceptibiliter) einfließt, nicht so das was der Liebtätigkeit ist. Die nun im Wahren des Glaubens sind und doch im Guten des Lebens, die sind es, die Midian genannt werden, die Wahrheiten aber, nach denen sie leben, sind Söhne Midians. Wie diejenigen, die im Wahren des Glaubens, das verbunden ist mit seinem Guten, sind Midian, so auch im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die im Falschen sind, darum, weil sie das Gute des Lebens nicht haben; wie aus Folgendem erhellen kann bei Jes.60/6: "Der Wanderzug der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare von Midian und Ephah, alle werden von Scheba kommen; Gold und Weihrauch werden sie bringen, und das Lob (laudes) Jehovahs verkündigen": wo vom geistigen Reich des Herrn. Die Dromedare Midians und Ephahs für die Lehren, die Lehren des Guten sind Gold, die Lehren des Wahren sind Weihrauch, beide sind das Lob Jehovahs. Hieraus wird auch klar, was Ephah bedeutet. Daß durch die Midianiter, die Joseph aus der Grube herauszogen, und an die Jischmaeliter, und nach Ägypten an Potiphar verkauft haben: 1. Mose 37/28,36, diejenigen bezeichnet werden, die im Wahren des einfältigen Guten sind, wird man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden bei jenen Versen sehen. Daß durch Midian auch bezeichnet werden diejenigen, die im Falschen sind, weil sie kein Lebensgutes haben, kann aus demjenigen erhellen, was über Midian bei Mose gesagt wird, daß nämlich die Ältesten Moabs und die Ältesten Midians, mit Zaubereien in der Hand, zu Bileam gegangen seien, und zu ihm die Worte Balaks geredet haben: 4. Mose 22/4,7f. Moab im guten Sinn für diejenigen, die im natürlich Guten sind und sich leicht verführen lassen, aber im entgegengesetzten für die, welche das Gute schänden: Nr. 2468. Midian im guten Sinn für die, welche im Wahren des einfältig Guten, und so sich leicht überreden lassen, im entgegengesetzten wie hier, für die, welche Wahres verfälschen. Die Verfälschungen werden bezeichnet durch die Zaubereien in der Hand, und die Handlungen aus Falschem dadurch, daß sie zu Bileam schickten gegen die Söhne Israels, welche sind Gutes und daher Wahres des Glaubens. Die Hurereien der Söhne Israels mit den Frauen der Midianiter, um derentwillen eine Plage kam, die gestillt wurde dadurch, daß Pinchas die Midianitin und den Mann Israels im Hurenwinkel durchbohrte: 4. Mose 25/6-8f, bedeuten das gleiche, denn durch Hurereien wurden vorgebildet die Verfälschungen des Wahren: Nr. 2466, 2729; und weil die Verfälschungen des Wahren es sind, die im inneren Sinn durch Hurereien bezeichnet werden, darum haben auf Befehl "zwölftausend von den Söhnen Israels sie geschlagen, ihre Könige und jedes Mannsbild, sowie die Weiber getötet; die sie gefangennahmen, die einen Mann erkannt hatten; und haben die Beute unter sich verteilt": 4. Mose 25/16,17; 31/1. Daß es zwölftausend waren, kam daher, weil zwölf alles zum Glauben Gehörige bezeichnete: Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E; durch dieses wird Falsches zerstört. Die Könige, die sie töteten, sind Falsches, auch das Mannsbild, die Weiber, die einen Mann erkannt hatten, sind Neigungen zum Falschen, die Beute, bestehend in Gold, Silber, Vieh, sind verfälschte Wahrheiten. Hieraus wird klar, daß alles und jedes dort Vorbildung der Bestrafung und Zerstörung des Falschen durch Wahres ist. Ebenso was über die Midianiter berichtet wird im Buch der Richter: "daß die Söhne Israels, weil sie Böses taten in den Augen Jehovahs, in die Hand Midians sieben Jahre gegeben worden seien; und daß die Söhne Israels von wegen Midians sich gemacht haben Klüfte in den Bergen, und Höhlen, und Festungen; und daß wann Israel etwas säte, Midian und Amalek, und die Söhne des Morgenlandes heraufgekommen seien, und jeden Ertrag ihres Landes verdorben haben; und sie nachher befreit worden sind von Gideon durch dreihundert, die Wasser geleckt haben mit der Zunge wie der Hund, und daß heimgeschickt worden seien, die auf die Knie niederfielen und tranken": außer mehreren, worüber Richt. Kapitel 6,7,8; auch dort ist alles und jedes Vorbild der Verfälschung des Wahren, und der Bestrafung deswegen, bis auf das, daß es zerstört werden soll durch solches, was bezeichnet wird durch Wasserlecken mit der Zunge wie ein Hund; was aber das einzelne im inneren Sinn bedeutet, dies zu erklären wäre hier zu weitläufig. Aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn wird es an seinem Ort gesagt wurden. Hab.3/6,7: "Er sah und zerstreute die Völkerschaften, und zerstoben wurden die Berge der Zeit, es erniedrigten sich die Hügel des Zeitlaufs; unter Aven sah ich die Zelte Kuschans, es erzitterten die Zeltdecken des Landes Midian": dort vom Kommen des Herrn: Zelte Kuschans für Religion aus dem Bösen; Zeltdecken des Landes Midian für Religion aus dem Falschen. 3243. "Alle diese Söhne der Keturah", 1. Mose 25/4, daß dies bedeutet in Ansehung der Lehren und der Gottesdienste aus ihnen, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie sind Wahrheiten und Lehren, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Keturah, sofern sie ist das dem geistig-göttlich Guten verbundene geistig-göttlich Wahre, wovon Nr. 3236, 3237; somit das was dem geistigen Reich des Herrn angehört; und weil dessen Gottesdienst nach den Lehren geschieht, darum sind die Söhne der Keturah Lehren, wie auch die Gottesdienste aus ihnen. 3244. Vers 5,6: Und Abraham gab all das Seine dem Jischak. Und den Söhnen der Kebsweiber, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke, und schickte sie fort von Jischak, seinem Sohn, indem er noch lebte, aufgangwärts zum Lande des Aufgangs. "Und Abraham gab all das Seine dem Jischak" bedeutet im höchsten Sinn alles (sei) göttlich im göttlich Vernünftigen; im bezüglichen Sinn, Himmlisches der Liebe dem himmlischen Reich des Herrn. "und den Söhnen der Kebsweiber, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke" bedeutet die Geistigen, die an Kindes Statt angenommen worden sind vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, daß ihnen Lose (zugefallen seien) im geistigen Reich des Herrn; "und schickte sie fort von Jischak, seinem Sohn" bedeutet die Unterscheidung und Trennung der Geistigen von den Himmlischen; "indem er noch lebte" bedeutet, denen er Leben geben konnte, "aufgangwärts, zum Lande des Aufgangs" bedeutet zum Guten des Glaubens. 3245. "Abraham gab all das Seine dem Jischak", 1. Mose 25/5, daß dies im höchsten Sinn bedeutet alles (sei) göttlich im göttlich Vernünftigen; und im bezüglichen Sinn Himmlisches der Liebe dem himmlischen Reich des Herrn, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen, wovon ebenfalls früher; und weil der Herr im inneren Sinn sowohl Abraham als Jischak ist, und der Herr Sein Vernünftiges durch Sein Göttliches göttlich gemacht hat, so folgt, daß "Abraham gab all das Seine dem Jischak" bedeutet, alles (sei) göttlich im göttlich Vernünftigen; auf dieses bezieht sich das Vorhergehende und das Folgende, nämlich daß im Vernünftigen des Herrn alles göttlich geworden sei; denn wo von Abraham, von Jischak, und von Jakob die Rede ist, wird im inneren Sinn vom Menschlichen des Herrn gehandelt, wie es vergöttlicht worden. Es sind zwei (Elemente), aus denen das Menschliche eigentlich besteht, nämlich das Vernünftige und das Natürliche; das Vernünftige des Herrn wird vorgebildet durch Jischak, Sein Natürliches aber durch Jakob. Der Herr hat beides göttlich gemacht, wie das Vernünftige, - enthalten in dem über Jischak Gesagten, wie auch das Natürliche, - in dem was von Jakob im Folgenden gesagt wird. Doch dieses, nämlich das Natürliche, konnte nicht göttlich werden, ehe das Vernünftige göttlich gemacht wurde, denn durch dieses - jenes. Hieraus folgt nun, daß durch jene Worte bezeichnet wird: alles (sei) göttlich im göttlich Vernünftigen. Außerdem handelt alles und jedes, was im inneren Sinn vom Herrn, auch von seinem Reich und der Kirche, aus dem Grund, weil das Göttliche des Herrn Sein Reich macht. Hieraus folgt, daß wo vom Herrn, auch von Seinem Reich gehandelt wird, man sehe Nr. 1965; aber der innere Sinn vom Herrn ist der höchste Sinn, und der innere Sinn von Seinem Reich ist der bezügliche Sinn. Der bezügliche Sinn dieser Worte, nämlich Abraham gab alles dem Jischak, ist Himmlisches der Liebe dem himmlischen Reich des Herrn; denn durch Jischak wird im bezüglichen Sinn bezeichnet das himmlische Reich, sofern durch die übrigen Söhne Abrahams, nämlich die er von der Keturah hatte, das geistige Reich des Herrn bezeichnet wird, wie oben gezeigt wurde, auch durch Jischmael, von dem unten. 3246. "Und den Söhnen der Kebsweiber, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke", 1. Mose 25/6, daß dies bedeutet die Geistigen, die an Kindes Statt angenommen wurden vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, daß ihnen Lose (zugefallen seien) im geistigen Reich des Herrn, erhellt aus der Bedeutung der Söhne der Kebsweiber, sofern es die Geistigen sind, von denen folgt; aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams hier, sofern er ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, somit wird durch die Worte: "die Abraham hatte" bezeichnet, daß jene, nämlich die Geistigen, vom Göttlich-Menschlichen des Herrn an Kindes Statt angenommen worden seien; und aus der Bedeutung der Geschenke, die ihnen Abraham gab, sofern es sind Lose im geistigen Reich des Herrn. Aus demjenigen, was früher einigemal in betreff derjenigen, die das geistige Reich des Herrn bilden, und Geistige genannt werden, gezeigt wurde, z.B. Nr. 3235 und anderwärts, kann erhellen, daß dieselben nicht Söhne aus der eigentlichen Ehe des Guten und Wahren sind, sondern aus einem nicht so ehelichen Bund. Sie sind zwar vom gleichen Vater, aber nicht von der gleichen Mutter, d.h. aus ebendemselben göttlich Guten, aber nicht aus ebendemselben göttlich Wahren. Denn die Himmlischen, weil sie aus der eigentlichen Ehe des Guten und Wahren sind, haben das Gute und daraus das Wahre, daher forschen sie gar nicht, was das Wahre, sondern sie werden es aus dem Guten inne. Auch ist bei ihnen vom Wahren nicht weiter die Rede, als daß es so sei, gemäß dem, was der Herr lehrt bei Matth.5/37: "Es sei eure Rede ja, ja, nein, nein, was darüber ist, ist aus dem Bösen". Die Geistigen aber, weil sie aus einem nicht so ehelichen Bunde, wissen nicht was das Wahre aus einem Innewerden, sondern sie halten das für wahr, was ihnen von den Eltern und Lehrern gesagt wurde, daß es wahr sei, daher ist bei ihnen keine Ehe des Guten und Wahren. Aber dennoch wird das Wahre, das sie so glauben, vom Herrn für wahr angenommen (adaptatur), wenn sie im Guten des Lebens sind; man sehe hierüber Nr. 1832. Daher nun kommt es, daß die Geistigen hier Söhne der Kebsweiber heißen, und darunter verstanden werden alle bisher genannten Söhne der Keturah, dann auch die Söhne von der Hagar, von denen unten, 1. Mose 25/12,18. Auf daß sowohl die Himmlischen als die Geistigen in den Ehen vor Zeiten vorgebildet werden möchten, wurde gestattet, außer der Gattin auch ein Kebsweib zu haben, jenes Kebsweib wurde dem Ehemann von der Gattin gegeben, und dann hieß sie "sein Weib", oder sie sei ihm "zum Weib gegeben worden", wie Hagar die Ägypterin dem Abraham von der Sarah: 1. Mose 16/3; die Magd Bilha dem Jakob von der Rachel: 1. Mose 30/4; und die Magd Silpa dem Jakob von der Leah: 1. Mose 30/9; dort heißen sie Weiber, aber sonst Kebsweiber, wie Hagar die Ägypterin in diesem Vers, Bilha: 1. Mose 35/22; auch Keturah selbst: 1.Chron.1/32. Daß jene Alten Kebsweiber hatten neben der Ehefrau, wie nicht nur Abraham und Jakob, sondern auch ihre Nachkommen, wie Gideon: Richt.8/31; Saul: 2.Sam.3/7; David: 2.Sam.5/13; 15/16; Salomo: 1.Kön.11/3, geschah aus Zulassung, der Vorbildung halber, nämlich der himmlischen Kirche durch die Gattin, und der geistigen Kirche durch das Kebsweib. Aus Zulassung, weil sie so geartet waren, daß sie keine eheliche Liebe hatten, somit die Ehe für sie keine Ehe war, sondern nur eine fleischliche Verbindung (copulatio carnalis) zur Kinderzeugung, solchen konnte ohne Verletzung der Liebe, und daher des ehelichen Bündnisses, so etwas zugelassen werden, keineswegs aber denen, die im Guten und Wahren sind, und die inwendige Menschen sind oder werden können; denn sobald ein Mensch im Guten und Wahren ist, und im Inwendigen, hört solches auf. Daraus folgt, daß den Christen, wie den Juden nicht erlaubt ist, zur Ehefrau sich ein Kebsweib beizugesellen, und daß dies Ehebruch ist. Daß die Geistigen vom Göttlich-Menschlichen des Herrn an Kindes Statt angenommen wurden, sehe man, was über den gleichen Gegenstand Nr. 2661, 2716, 2833, 2834 gesagt und gezeigt wurde. 3247. "Und schickte sie fort von Jischak seinem Sohn", 1. Mose 25/6, daß dies die Unterscheidung und Trennung der Geistigen von den Himmlischen bedeutet, kann aus dem bereits oben Gesagten erhellen, daß nämlich die Söhne Abrahams von der Keturah und von Hagar der Ägypterin, die Söhne der Kebsweiber heißen, die Geistigen seien, und daß Jischak im bezüglichen Sinn Himmlische seien: Nr. 3245; und daß sie getrennt seien. 3248. "Indem er noch lebte", 1. Mose 25/6, daß dies bedeutet, denen er Leben geben konnte, erhellt aus der Bedeutung von "indem er noch lebte", oder "da er noch lebte", sofern es ist Leben geben; denn durch Abraham wird hier vorgebildet der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Daß vom Göttlich-Menschlichen des Herrn die Geistigen das Leben haben, sehe man Nr. 2661, 2716, 2833, 2834; wenn sie von daher Leben haben, wird gesagt: "der Herr lebe bei ihnen", so auch in der gewöhnlichen Rede. Hieraus folgt, daß, "indem Abraham noch lebte", im inneren Sinn bedeutet: Leben geben. Das Leben wird den Geistigen gegeben durch das Gute des Glaubens, was verstanden wird unter den nun folgenden Worten. 3249. "Aufgangwärts zum Lande des Aufgangs", 1. Mose 25/6, daß dies bedeutet zum Guten des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung von Aufgang und Land des Aufgangs, worüber folgt. Das Gute des Glaubens, das durch das Land des Aufgangs bezeichnet wird, ist nichts anderes, als was im Wort genannt wird Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und Liebtätigkeit gegen den Nächsten nichts anderes, als das Leben nach den Geboten Gottes. Daß durch Land des Aufgangs dies bezeichnet werde, sehe man Nr. 1250. Deswegen hießen die, welche in den Erkenntnissen des Glaubensguten waren, Söhne des Aufgangs. Das Land der Söhne des Aufgangs war Aram oder Syrien. Daß Aram oder Syrien die Erkenntnisse des Guten seien, sehe man Nr. 1232, 1234; und (daß) Aram Naharaim oder Syrien der Flüsse Erkenntnisse des Wahren seien: Nr. 3051; und weil durch die Syrer oder die Söhne des Aufgangs bezeichnet wurden die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren, hießen sie vor den übrigen Weise, wie im 1.Kön.5/10, wo von Salomo: "Gemehret war die Weisheit Salomos vor der Weisheit aller Söhne des Aufgangs"; und bei Matth.2/1,2 von denen, die zu Jesus kamen, als Er geboren war: "Weise vom Aufgang (Morgenland) kamen nach Jerusalem, sagend, wo ist der König der Juden, Der geboren ist, denn wir sahen Seinen Stern im Aufgang, und sind gekommen Ihn anzubeten": denn in Syrien waren die letzten Reste der Alten Kirche, daher waren dort noch übrig die Erkenntnisse des Guten und Wahren, wie auch erhellen kann von Bileam, der nicht nur den Jehovah anbetete, sondern auch vom Herrn weissagte und Ihn nannte: "den Stern aus Jakob und das Zepter aus Israel": 4. Mose 24/17. Daß er von den Söhnen des Aufgangs in Syrien war, ist klar, denn er selbst sagt von sich, als er einen Spruch tat: "Aus Syrien hat mich hergeführt Balak, der König Moabs, von den Bergen des Aufgangs": 4. Mose 23/7. Daß Aram oder Syrien die Heimat der Söhne des Aufgangs war, kann auch daraus erhellen, daß, als Jakob nach Syrien ging, gesagt wurde: "Er sei gegangen ins Land der Söhne des Aufgangs": 1. Mose 29/1. 3250. Vers 7-10: Und dies die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er lebte, hundert Jahre, und siebzig Jahre, und fünf Jahre. Da verschied und starb Abraham in gutem Greisenalter, alt und satt; und er ward versammelt zu seinen Völkern. Und es begruben ihn Jischak und Jischmael, seine Söhne, zur Höhle Machpelas, zum Feld Ephrons, des Sohnes Zochar, des Chittäers, welche ob den Angesichten Mamres. Ins Feld, das Abraham gekauft hat von den Söhnen Cheth: dort ward begraben Abraham und Sarah, seine Gattin. "Und dies die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er lebte" bedeutet den durch Abraham vorgebildeten Zustand des Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst; "hundert Jahre und siebzig Jahre und fünf Jahre" bedeutet das, was demselben Zustand angehört; "da verschied und starb Abraham" bedeutet das Ende der vorbildlichen Darstellung durch Abraham; "in gutem Greisenalter, alt und satt" bedeutet das Neue des Vorbildung; "und er ward versammelt zu seinen Völkern" bedeutet dies von Abraham. "und es begruben ihn Jischak und Jischmael, seine Söhne" bedeutet, daß nun beginne die vorbildliche Darstellung des Herrn durch Jischak und Jischmael; "zur Höhle Machpelas" bedeutet die Auferstehung in Ansehung des Wahren; "zum Feld Ephrons, des Sohnes Zochar, des Chittäers, welche ob den Angesichten Mamres" bedeutet in Ansehung des Guten; bedeutet auch die Geistigen, wie früher, die aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn das Wahre und Gute aufnehmen, und selig werden; "ins Feld, das Abraham gekauft hat von den Söhnen Cheth" bedeutet das geistige Reich des Herrn daher; "dort ward begraben Abraham und Sarah, seine Gattin" bedeutet die Auferweckung. 3251. "Und dies die Tage der Lebensjahre Abrahams, die er lebte", 1. Mose 25/7, daß dies den Zustand des Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst, wie er vorgebildet wurde durch Abraham, bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Tage und Jahre, sofern es sind Zustände, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788; und aus der Bedeutung der Lebensjahre hier, sofern es ebenfalls Zustände sind, wovon Nr. 2904; hier die Zustände, wie sie durch Abraham vorgebildet wurden; denn sein ganzes Leben, wie es im Worte beschrieben ist, war ein vorbildliches, von dessen Ende nun gehandelt wird. Daß Abraham den Herrn in Ansehung des Göttlichen Selbst vorgebildet habe, wurde in den Erklärungen gezeigt. Zu dem Zweck, daß er vorbilden sollte, wurde er Abraham benannt, mit Einschiebung des Buchstaben "H", der dem Namen Jehovahs entnommen wurde: Nr. 2010. Abraham bildete vor sowohl das Göttliche Selbst, das Vater genannt wird, als auch das Göttlich-Menschliche, das der Sohn heißt, somit den Herrn in beidem Betracht, aber das Göttlich-Menschliche, das von Ewigkeit (war), von dem Er das Dasein hatte, und zu dem Er das in der Zeit geborene Menschliche brachte (redegit), als Er es verherrlichte; diese Vorbildung des Herrn ist durch Abraham (geschehen). 3252. "Hundert Jahre, und siebzig Jahre, und fünf Jahre", 1. Mose 25/7, daß dies bedeutet das, was demselben Zustand angehört, kann daraus erhellen, daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, man sehe Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 1963, 1988, 2075, 2252, so diese Zahl, die folglich bedeutet das, was dem Zustand angehört, wovon nun die Rede. Solange der Sinn bloß im Historischen haftet, scheint es, als ob die Zahlen, wie diese, welche die Lebensjahre Abrahams angeben, keinen inwendigeren Sinn in sich schließen, daß sie aber dennoch einen solchen in sich schließen, wird aus alledem klar, was früher in betreff der Zahlen gezeigt wurde, und kann daraus erhellen, daß in der Zahl als Zahl nichts Heiliges ist, da doch das allerkleinste im Wort heilig ist. 3253. "Da verschied und starb Abraham", 1. Mose 25/8, daß dies das Ende der vorbildlichen Darstellung durch Abraham bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von verscheiden und sterben, sofern es ist Aufhören oder ein Ende haben: Nr. 494, hier das Ende der vorbildlichen Darstellung, denn das Ganze des Lebens Abrahams, was im Wort beschrieben ist, betrifft nicht den Abraham, außer im historischen Sinn, sondern den Herrn und Sein Reich. Wenn daher von ihm gesagt wird, er sei verschieden und gestorben, so kann es im Wort, d.h. in seinem echten Sinne nichts anderes bedeuten, als daß der Zustand des Herrn, wie er durch Abraham vorgebildet wird, ein Ende habe. 3254. "In gutem Greisenalter, alt und satt", 1. Mose 25/8, daß dies das Neue der Vorbildung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Greisenalters im inneren Sinn, sofern es ist das Alte ablegen und das Neue anziehen, wovon Nr. 1854, 2198, 3016; daß es das Neue oder ein neuer Zustand ist, der durch das Greisenalter im inneren Sinn bezeichnet wird, kommt daher, weil bei den Engeln, für die der innere Sinn des Wortes ist, keine Vorstellung der Zeit ist, somit keine von solchem, was der Zeit angehört, wie von den Altersstufen des Menschen, nämlich von der Kindheit, vom Knaben- und Jünglingsalter, Erwachsenen- und Greisenalter, sondern für das alles haben sie die Vorstellung von Zuständen; so für die Zeit der Kindheit haben sie die Vorstellung des Standes der Unschuld, für die Zeit des Knaben- und Jünglingsalters die Vorstellung des Zustandes der Neigung zum Guten und Wahren, für das erwachsene Alter die Vorstellung des Zustandes der Einsicht, und für das Greisenalter die Vorstellung des Zustandes der Weisheit: Nr. 3183. Und weil der Mensch alsdann von demjenigen, was der Zeit angehört, übergeht in das, was dem Leben angehört ohne Zeit, und so einen neuen Zustand anzieht, so wird durch das Greisenalter bezeichnet das Neue, und hier das vorbildlich Neue, weil von diesem bei Abraham gesagt wird Greisenalter, dann alt und satt, wie aus demjenigen, was gleich oben gesagt wurde, erhellen kann. 3255. Daß "und er ward versammelt zu seinen Völkern", 1. Mose 25/8, bedeutet, daß dies von Abraham, erhellt aus der Bedeutung von versammelt werden zu seinen Völkern, sofern es heißt nicht weiter von ihm; denn versammelt werden zu seinen Völkern heißt fortgehen von denen, unter welchen er vorher war, und hingehen zu den Seinigen; somit hier nicht weiter vorbilden. Bei den Alten war gebräuchlich zu sagen, wenn einer starb, daß er versammelt wurde zu seinen Vätern oder zu seinen Völkern, und sie verstanden damit, daß sie wirklich kämen zu ihren Eltern, zu Verwandten und Verschwägerten im anderen Leben. Von den Uralten, die himmlische Menschen waren, hatten sie dies, denn da jene auf Erden lebten, waren sie auch zugleich mit den Engeln im Himmel, und wußten so, wie sich die Sache verhielt, nämlich daß alle, die in dem gleichen Guten sind, im anderen Leben zusammenkommen und beieinander sind, und auch alle, die im gleichen Wahren sind. Von jenen sagten sie, daß sie geschart würden zu ihren Vätern, von diesen aber, daß sie versammelt würden zu ihren Völkern; denn die Väter bezeichneten bei ihnen Gutes: Nr. 2803; und die Völker bezeichneten Wahres: Nr. 1259, 1260. Die Angehörigen der uralten Kirche wohnen auch, weil sie im gleichen Guten waren, im Himmel beisammen miteinander: Nr. 1115; wie auch mehrere von denen, die zur Alten Kirche gehörten und in gleichem Wahren, untereinander: Nr. 1125, 1127; und außerdem ist der Mensch, während er im Leibe lebt, immer mit seiner Seele in einer Gesellschaft von Geistern im anderen Leben: Nr. 1277, 2379. Der Mensch der böse ist, in einer Gesellschaft von höllischen Geistern, der gut, in einer Gesellschaft von Engeln; somit ein jeder in einer Gesellschaft von solchen, mit denen er in Ansehung des Guten und Wahren, oder in Ansehung des Bösen und Falschen übereinkommt; in eben diese Gesellschaft kommt der Mensch, wenn er stirbt: Nr. 687. Dieses ist es, was bei den Alten bezeichnet wurde dadurch, daß sie zu den Vätern geschart, oder zu ihren Völkern gesammelt würden. Wie hier gesagt wird von Abraham, als er verschied, und in eben diesem Kapitel von Jischmael: 1. Mose 25/17; von Jischak: 1. Mose 35/29; von Jakob: 1. Mose 49/29,33; von Aharon: 4. Mose 20/24,26; von Mose: 4. Mose 27/13; 31/2; 5. Mose 32/50. Von der ersten Generation, die ins Land Kanaan einzog: Richt.2/10. Aber im inneren Sinn des Wortes wird, wo von jemandes Leben gehandelt wird, daß es vorgebildet habe, dann durch versammelt werden zu den Völkern bezeichnet, daß nicht mehr von ihm (die Rede), wie oben gesagt wurde. 3256. "Und es begruben ihn Jischak und Jischmael, sein Söhne", 1. Mose 25/9, daß dies bedeutet, nun beginne die vorbildliche Darstellung des Herrn durch Jischak und Jischmael, kann erhellen aus der Bedeutung von begraben. Daß begraben werden heißt auferweckt werden und auferstehen, ist Nr. 2916, 2917 gezeigt worden. Weil hier gehandelt wurde von der Vorbildung des Herrn durch Abraham, daß jener Zustand ein Ende genommen habe, und nun die Vorbildung des Herrn durch Jischak und Jischmael beginne, darum wird durch begraben hier bezeichnet die Auferweckung jenes Zustandes. Die Bedeutungen richten sich nach dem, auf was sie bezogen werden. Mit den Vorbildern im Wort verhält es sich so, daß sie fortwährend sind, obwohl sie unterbrochen erscheinen durch den Tod derer, die vorgebildet haben; aber deren Tod bedeutet keine Unterbrechung, sondern Fortsetzung. Darum bedeuten auch deren Begräbnisse, daß das Vorbildliche in einem anderen erweckt und fortgesetzt worden sei. 3257. "Zur Höhle Machpelas", 1. Mose 25/9, daß dies die Auferstehung in Ansehung des Wahren bedeutet, und "zum Feld Ephrons, des Sohnes Zochar, des Chittäers, welche ob den Angesichten Mamres", daß dies bedeutet in Ansehung des Guten; und daß es auch, wie früher, die Geistigen bedeutet, die vom Göttlich-Menschlichen des Herrn das Wahre und Gute aufnehmen, und selig werden, dann "ins Feld, das Abraham gekauft hat von den Söhnen Cheth", 1. Mose 25/10, daß dies bedeutet das geistige Reich des Herrn daher, und daß "dort ward begraben Abraham und Sarah seine Gattin", bedeutet die Auferweckung, kann aus demjenigen erhellen, was über die Bedeutung von all diesem früher, 1. Mose Kapitel 23: Nr. 2913, 2928, 2968, 2969, 2970, 2971, 2975, 2980 gesagt und gezeigt wurde; und über die Bedeutung des Begrabenwerdens Nr. 2916, 2917. 3258. Vers 11: Und es war nach dem Tode Abrahams, und Gott segnete Jischak, seinen Sohn; und Jischak wohnte bei Beerlachai roi. "Und es war nach dem Tode Abrahams" bedeutet nach dem Zustand und der Zeit der Vorbildung des Herrn durch Abraham; "und Gott segnete Jischak, seinen Sohn" bedeutet den Anfang der Vorbildung des Herrn durch Jischak; "und Jischak wohnte bei Beerlachai roi" bedeutet das göttlich Vernünftige des Herrn im göttlichen Licht. 3259. "Und es war nach dem Tode Abrahams", 1. Mose 25/11, daß dies bedeutet nach dem Zustand und der Zeit der Vorbildung des Herrn durch Abraham, erhellt aus der Bedeutung des Sterbens, wo von dem vorbildlichen Leben jemandes gehandelt wird, sofern es ist das Ende der Vorbildung, wovon Nr. 3253. Daher bedeutet nach dem Tode Abrahams hier nach dem Zustand und der Zeit der Vorbildung des Herrn durch Abraham. 3260. "Und Gott segnete Jischak, seinen Sohn", 1. Mose 25/11, daß dies den Anfang der Vorbildung durch Jischak bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von Gott segnete. Bei einem Werk, das angefangen wurde, war bei den Alten gebräuchlich zu sagen: "es segne Gott", und es wurde dadurch das gleiche bezeichnet wie durch den Wunsch: "Glück und Gedeihen". Daraus folgt, daß im entfernteren Sinn durch: "Gott segne", wie durch "Glück und Gedeihen" bezeichnet wird der Anfang, hier der Anfang der Vorbildung durch Jischak, weil es unmittelbar folgt auf das Ende derselben durch Abraham, das bezeichnet ist durch seinen Tod. 3261. "Und Jischak wohnte bei Beerlachai roi", 1. Mose 25/11, daß dies das göttlich Vernünftige des Herrn im göttlichen Licht bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von wohnen, das ist leben, wovon Nr. 1293; und aus der Bedeutung von Beerlachai roi, das ist das aus dem göttlich Wahren selbst geborene göttlich vernünftig Gute, wovon Nr. 3194. Daher ist der nächste Sinn: das göttlich Vernünftige lebte oder war im göttlich Guten, das aus dem göttlich Wahren selbst geboren wurde, aber es war nicht dort, daher wird nicht gesagt in Beerlachai roi, sondern bei Beerlachai roi, d.h. wenn man es übersetzt: "bei dem Brunnen des Lebendigen, der mich sieht", das ist mit jenem göttlich Guten. Dann Jischak wohnte im Lande des Mittags, gemäß demjenigen, was 1. Mose 24/62 vorkommt, wo es heißt: Und Jischak kam vom Kommen Beerlachai roi, und er wohnte im Lande des Mittags; und weil dort durch das Land des Mittags bezeichnet wird das göttliche Licht daher: Nr. 3195, deswegen wird hier nichts anderes bezeichnet. 3262. Vers 12: Und dies die Geburten Jischmaels, des Sohnes Abrahams, den geboren hat Hagar die Ägypterin, Magd der Sarah, dem Abraham. "Und dies die Geburten Jischmaels, des Sohnes Abrahams" bedeutet die Abstammungen der geistigen Kirche, die durch Jischmael vorgebildet ist, "den geboren hat Hagar die Ägypterin, Magd der Sarah, dem Abraham" bedeutet des geistigen Menschen Geburt aus dem göttlichen Einfluß in die Neigung zu den Wissenschaften. 3263. "Und dies die Geburten Jischmaels, des Sohnes Abrahams", 1. Mose 25/12, daß dies bedeutet die Abstammungen der geistigen Kirche, die durch Jischmael vorgebildet ist, erhellt aus der Bedeutung der Geburten, sofern es sind die Abstammungen des Glaubens, somit der Kirche, wovon Nr. 1145, 1255, 1330; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischmaels, sofern es sind die Vernünftigen, und die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn, wovon Nr. 2078, 2691, 2699; und aus der Bedeutung der Söhne Abrahams, sofern es sind diejenigen, die im Wahren vom Herrn, denn durch Söhne werden Wahrheiten bezeichnet: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; und durch Abraham wird vorgebildet der Herr, auch in Ansehung des Göttlich-Menschlichen: Nr. 3251; von dem die Geistigen das Wahre und Gute haben: Nr. 2661, 2716, 2833, 2834. Was die geistige Kirche des Herrn betrifft, so ist zu wissen, daß sie durch den ganzen Weltkreis (verbreitet) ist; denn sie ist nicht beschränkt auf diejenigen, die das Wort haben, und daher den Herrn und einige Glaubenswahrheiten kennen; sondern sie ist auch bei denen, die das Wort nicht haben, und deswegen den Herrn gar nicht kennen, und folglich keine Glaubenswahrheiten wissen (denn alle Glaubenswahrheiten beziehen sich auf den Herrn); d.h. bei den von der Kirche entfernten Heiden, denn es gibt mehrere unter ihnen, die aus dem Vernunftlicht wissen, daß ein Gott ist, daß derselbe alles geschaffen hat, und daß er alles erhält, ferner, daß von ihm alles Gute, folglich alles Wahre, und daß die Ähnlichkeit mit Ihm den Menschen glücklich macht. Und außerdem leben sie nach ihrer Religion in der Liebe zu jenem Gott, und in der Liebe gegen den Nächsten; aus Neigung zum Guten tun sie Werke der Liebtätigkeit, und aus Neigung zum Wahren verehren sie den Höchsten. Die so Gearteten unter den Heiden sind es, die in der geistigen Kirche des Herrn sind, und obwohl sie vom Herrn nichts wissen, während sie in der Welt sind, so haben sie doch in sich die Verehrung und stillschweigende Anerkennung Seiner, wenn sie im Guten sind, denn in allem Guten ist der Herr gegenwärtig. Deshalb erkennen dieselben im anderen Leben Ihn gerne an, und eher als die Christen, die nicht so im Guten. Die Wahrheiten des Glaubens an Ihn nehmen sie an, wie aus demjenigen erhellen kann, was über den Zustand und das Los der Völkerschaften und Völker außerhalb der Kirche im anderen Leben, Nr. 2589-2604, aus Selbstanschauung berichtet wurde. Das natürliche Licht, das sie haben, hat in sich das Geistige, denn ohne das Geistige, das vom Herrn, kann solches gar nicht anerkannt werden. Hieraus nun kann erhellen, was Jischmael, folglich was die Jischmaeliten sind im vorbildlichen Sinn, nämlich die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn, die dem Leben nach im einfältig Guten, und darum der Lehre nach im natürlich Wahren sind; solche werden auch bezeichnet durch die Jischmaeliten, 1. Mose 37/25, wo von Joseph: "Siehe, da kam ein Wanderzug Jischmaeliter aus Gilead, und ihre Kamele tragend Wachs, Harz und Stakte, gehend es zu bringen nach Ägypten": wo Jischmaeliter für diejenigen, die im einfältig Guten, worin gutartige Heiden; Kamele, tragend Wachs, Harz und Stakte für inwendigeres Gutes bei solchen; ebenso durch die Jischmaeliten 1. Mose 37/28 und 39/1 und auch im Buch der Richter 8/24: "daß auf Verlangen Gideons jeder geben sollte das Ohrgehänge seiner Beute, denn Ohrgehänge von Gold hatten sie, dieweil sie Jischmaeliter": Ohrgehänge von Gold bedeuteten das, was dem einfältig Guten angehört: Nr. 3103. HG 3264 3264. "Den geboren hat Hagar die Ägypterin, Magd der Sarah, dem Abraham", 1. Mose 25/12, daß dies bedeutet des geistigen Menschen Geburt aus dem göttlichen Einfluß in die Neigung zu den Wissenschaften, erhellt aus der Bedeutung von gebären, das ist Dasein, wovon Nr. 2621, 2629; aus der vorbildlichen Bedeutung von Hagar der Ägypterin, welche ist das Leben des auswendigeren Menschen, wovon Nr. 1896, 1909; und aus der Bedeutung der Magd, welche ist die Neigung zu den Wissenschaften und Erkenntnissen, die dem auswendigeren Menschen angehören, wovon Nr. 1895, 2691; die Magd der Sarah heißt sie, weil durch Sarah vorgebildet wird das göttlich Wahre des Herrn, dem die Neigung zu den Wissenschaften und Erkenntnissen des Wahren untergeordnet ist. Weil denn durch Jischmael der geistige Mensch vorgebildet wird, so ist klar, daß durch die Worte "den geboren hat Hagar die Ägypterin, Magd der Sarah, dem Abraham" bezeichnet wird des geistigen Menschen Geburt aus dem göttlichen Einfluß in die Neigung zu den Wissenschaften. Daß das Vernünftige des Menschen so geboren wird, sehe man Nr. 1895, 1896, 1902, 1910, 2094, 2557, 3030, 3074; folglich auch das Geistige, denn dieses ist nur möglich im Vernünftigen, daher der geistige Mensch und der Vernünftige beinahe ebenderselbe ist. Die Geistigen unterscheiden sich voneinander nur nach der Beschaffenheit der Vernunft und der Beschaffenheit des Lebens daher. Daß ihre Geburt oder Wiedergeburt erfolgt durch den göttlichen Einfluß in die Neigung zu den Erkenntnissen, sehe man Nr. 1555, 1904, 2046, 2063, 2189, 2657, 2675, 2691 E, 2697, 2979. Man sehe, was über Jischmael früher gesagt und gezeigt wurde, nämlich daß durch ihn vorgebildet worden sei das erste Vernünftige des Herrn, das noch nicht göttlich: Nr. 1893; daß nachderhand (durch ihn seien) vorgebildet worden die wahrhaft Vernünftigen oder Geistigen: Nr. 2078, 2691; somit die geistige Kirche des Herrn: Nr. 2699. 3265. Vers 13-16: Und dies die Namen der Söhne Jischmaels, in ihren Namen, nach ihren Geburten: der Erstgeborene Jischmaels Nebajoth und Kedar und Abdeel, und Mibsam. Und Mischmah, und Dumah, und Massa, Chadar, und Thema, Jetur, Naphisch, und Kedmah. Das sind die Söhne Jischmaels, und das ihre Namen, in ihren Dörfern und in ihren Schlössern; zwölf Fürsten ihrer Völker. "Und dies die Namen der Söhne Jischmaels" bedeutet die Beschaffenheiten ihrer Lehren; "in ihren Namen, nach ihren Geburten" bedeutet die inwendigeren Beschaffenheiten gemäß der Abstammungen des Glaubens; "der Erstgeborene Jischmaels Nebajoth, und Kedar, und Abdeel, und Mibsam und Mischmah, und Dumah, und Massa, Chadar, und Thema, Jetur, Naphisch, und Kedmah" bedeutet alles, was zur geistigen Kirche gehört, hauptsächlich bei den Heiden; "das sind die Söhne Jischmaels, und das ihre Namen" bedeutet die Lehren und deren Beschaffenheit; "in ihren Dörfern" bedeutet Äußeres der Kirche; "in ihren Schlössern" bedeutet Inneres; "zwölf Fürsten ihrer Völker" bedeutet alles Hauptsächliche jener geistigen Kirche. 3266. "Und dies die Namen der Söhne Jischmaels", 1. Mose 25/13, daß dies die Beschaffenheiten ihrer Lehren, nämlich der Geistigen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006; aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie sind Wahrheiten, sodann Lehren, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischmaels, sofern es sind die Geistigen, wovon Nr. 3263. 3267. "In ihren Namen, nach ihren Geburten", 1. Mose 25/13, daß dies die inwendigeren Beschaffenheiten gemäß den Abstammungen des Glaubens bedeutet, erhellt aus der Bedeutung "des Namens", sofern er ist die Beschaffenheit, oder "der Namen", sofern es sind die Beschaffenheiten, wovon Nr. 3266: hier die inwendigeren Beschaffenheiten, weil gesagt wird, "dies die Namen der Söhne Jischmaels in ihren Namen", wo die Namen an ersterer Stelle sind die allgemeinen Beschaffenheiten, hier die Beschaffenheiten, die in ihnen, oder die sie betreffen, d.h. die inwendigeren; und weil diese Beschaffenheiten den Abstammungen des Glaubens gemäß sind, die hier bezeichnet werden durch "nach ihren Geburten". Daß die Geburten sind Abstammungen des Glaubens, somit der Kirche, sehe man Nr. 1145, 1255, 1330, 3263. Mit der geistigen Kirche des Herrn verhält es sich so, daß sie durch den ganzen Erdkreis zerstreut ist, und daß sie überall in Ansehung der Glaubenssachen oder Wahrheiten des Glaubens verschieden ist. Die Verschiedenheiten haben bei ihr ihren Grund in den Abstammungen, die durch die Geburten bezeichnet werden, und die sowohl zu gleicher Zeit nebeneinander, als auch nacheinander hervortreten. Das geistige Reich des Herrn in den Himmeln selbst ist ebenfalls so beschaffen, nämlich in Glaubenssachen verschieden, sogar daß es nicht eine Gesellschaft, nicht einmal einen einzigen in einer Gesellschaft gibt, der in dem, was sich auf das Glaubenswahre bezieht, eine mit andern ganz übereinstimmende Vorstellung hätte: Nr. 3241, aber dennoch ist das geistige Reich des Herrn in den Himmeln eines. Die Ursache ist, weil die Liebtätigkeit allen die Hauptsache ist, denn die Liebtätigkeit macht die geistige Kirche, nicht der Glaube, außer man sagt etwa, Liebtätigkeit sei Glaube, wer in der Liebtätigkeit ist, der liebt den Nächsten, und wofern er mit ihm in Glaubenssachen nicht übereinstimmt, so entschuldigt er es, wenn er nur im Guten und Wahren lebt. Auch die gutartigen Heiden, obwohl sie den Herrn nicht kennen, und nichts vom Glauben wissen, verdammt er nicht; denn wer in der Liebtätigkeit, d.h. im Guten lebt, der nimmt vom Herrn Wahrheiten auf, die zu seinem Guten passen, und die Heiden solche, die im anderen Leben gelenkt werden können in Glaubenswahrheiten, Nr. 2599-2603. Wer hingegen nicht in der Liebtätigkeit ist, d.h. nicht im Guten lebt, der kann gar nichts Wahres aufnehmen; er kann zwar das Wahre wissen, aber es wird seinem Leben nicht eingepflanzt, somit kann er es zwar im Munde führen, aber nicht im Herzen; denn das Wahre kann nicht verbunden werden dem Bösen, daher auch diejenigen, welche die Wahrheiten, die man Glaubensartikel nennt, wissen, und nicht in der Liebtätigkeit oder im Guten leben, obwohl sie in der Kirche sind, weil dort geboren, dennoch nicht zur Kirche gehören, denn es ist nichts von der Kirche in ihnen, d.h. nichts Gutes, dem das Wahre verbunden werden sollte. 3268. "Der Erstgeborene Jischmaels, Nebajoth, und Kedar, und Abdeel, und Mibsam, und Mischmah, Dumah, und Massa, Chadar, und Thema, Jetur, Naphisch, und Kedmah", 1. Mose 25/13-15, daß dies bedeutet alles zur geistigen Kirche Gehörige, vornehmlich bei den Heiden, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung dieser, die genannt werden. Einige von ihnen werden hauptsächlich im prophetischen Wort erwähnt, als Nebajoth, Kedar, Dumah, und Thema, und bedeuten dort solches, was zur geistigen Kirche, vornehmlich bei den Heiden gehört. Und außerdem wird es klar daraus, daß es zwölf sind, und durch zwölf bezeichnet wird alles dem Glauben, somit der Kirche Angehörige, wovon im Folgenden, und darum wird im folgenden 16. Vers gesagt, daß es zwölf Fürsten ihrer Völker gewesen seien. Daß durch Nebajoth und Kedar das der geistigen Kirche, vornehmlich bei den Heiden Angehörige, nämlich ihr Gutes und daher Wahres vorgebildet wird, erhellt bei Jes.60/6,7: "Der Wanderzug der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare Midians und Ephas, alle werden von Scheba kommen; Gold und Weihrauch werden sie tragen, und das Lob Jehovahs verkündigen; alle Herden Kedars werden sich zu dir scharen; die Widder Nebajoths werden dir dienen; sie werden aufsteigen zum Wohlgefallen auf meinen Altar": dort im höchsten Sinn vom Herrn, im bezüglichen Sinn von Seinem Reich. Die Herde Kedars für das geistig Gute. Daß die Herde das geistig Gute ist, sehe man Nr. 343, 415, 2566; die Widder Nebajoths für das geistig Wahre, daß der Widder das geistig Wahre ist: Nr. 2833; daß Kedar Arabien sei, wird aus folgenden Stellen klar, und daß Arabien benannt wurde Kedar vom Sohne Jischmaels, kann daraus erhellen, daß was in jenen zwei Versen erwähnt wird, Länder oder Völkerschaften sind, die alle von Söhnen und Enkeln Abrahams benannt wurden, als: Midian, Ephah, Scheba, von denen 1. Mose 25/2-4; so hier Kedar und Nebajoth. Hes.27/21: "Arabien und alle Fürsten Kedars, diese die Händler deiner Hand, in Lämmern, und Widdern, und Böcken, in diesen deine Händler": dort von Tyrus, d.h. von denen die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind. Daß Tyrus solche sind, sehe man Nr. 1201. Arabien für das geistig Gute, Fürsten Kedars für geistig Wahres. Lämmer, Widder, Böcke sind geistig Gutes und Wahres. Jerem.49/28,29: "Stehet auf, gehet hinauf gen Kedar, und verwüstet die Söhne des Aufgangs, ihre Zelte und ihre Herden werden sie nehmen, ihre Zeltdecken und alle ihre Gefäße, und ihre Kamele werden sie nehmen für sich": dort von der Verwüstung der geistigen Kirche, die unter Kedar und den Söhnen des Aufgangs verstanden ist. Die Zelte und Herden für Gutes jener Kirche, die Zeltdecken und Gefäße für ihr Wahres. Es ist Heiliges des Gottesdienstes, das durch die Zelte und Herden, und durch die Zeltdecken und Gefäße bezeichnet wird, aber alles Heilige des Gottesdienstes bezieht sich auf das Gute und Wahre. Die aber nicht im Wahren sind, weil nicht im Guten, sind es, die vorgebildet werden durch die Araber und Kedarer in der Wüste, wie bei Jes.13/20: "Babel wird nicht bewohnt werden ewiglich, nicht verweilen wird dort der Araber". Jes.42/11: "Erheben sollen die Wüste und ihre Städte, die Dörfer, die bewohnet Kedar". Jerem.3/2: "Auf den Wegen bist du gesessen, wie der Araber in der Wüste". Ps.120/5: "Wehe mir, weil ich fremd bin in Meschech, verweile bei den Zelten Kedars". Jes.21/13,14: "Im Walde in Arabien werdet ihr übernachten, ihr Wanderzüge Dedanim; entgegen bringet dem Durstigen Wasser, ihr Bewohner des Landes Thema; mit seinem Brot kommt zuvor dem Umherschweifenden, weil sie vor den Schwertern schweifen werden, vor dem gezückten Schwert, vor dem gespannten Bogen, und vor der Schwere des Krieges; weil so gesprochen hat der Herr zu mir, in noch einem Jahr, nach dem Jahr eines Lohnarbeiters, und es wird zu Ende werden alle Herrlichkeit Kedars, und das übrige der Zahl des Bogens der Starken der Söhne Kedars": im Walde Arabiens übernachten, für verwüstet werden in Ansehung des Wahren, die Wanderzüge Dedanim für diejenigen, die in den Erkenntnissen sind: Nr. 3240, 3241 E; die Bewohner des Landes Thema für diejenigen, die im einfältig Guten, worin gutartige Heiden; daß diese von dem Sohn Jischmaels, der Thema hieß, herkamen, ist offenbar; Kedar für diejenigen, die im einfältig Wahren. Von diesen wird gesagt, daß sie schweifen werden vor den Schwertern, und vor der Schwere des Krieges, wodurch bezeichnet wird, daß sie die Kämpfe der Versuchungen nicht bestehen werden, weil sie nicht mehr im Guten. Jerem.2/10,11: "Gehet hinüber in die Inseln der Chittäer und sehet, und schicket gen Kedar, und gebet wohl acht, und sehet, ob geschehen ist wie dies, ob gewechselt hat eine Völkerschaft Götter, und dieselben nicht Götter": Inseln der Chittäer für diejenigen, die entfernter vom Gottesdienst sind, d.h. für die Heiden, die im einfältig Guten, und daher im natürlich Wahren: Nr. 1156, 1158; daß auch Kedar diese sind, ist klar. Jerem.25/17,23,24: "Ich nahm den Becher von der Hand Jehovahs, und ließ trinken alle Völkerschaften, zu denen mich gesandt hat Jehovah, und Dedan und Thema, und Bus, und alle Abgeschnittenen des Winkels; und alle Könige Arabiens, und alle Könige des Niedergangs, die Bewohner in der Wüste": auch dort wird gehandelt von der Verwüstung der geistigen Kirche, und unter anderen werden genannt Thema und Arabien. Hieraus wird klar, daß durch Thema, sowie durch Arabien diejenigen bezeichnet werden, die zur geistigen Kirche gehören; aber Arabien werden beigelegt Könige, dann Städte, dagegen Kedar Fürsten und Dörfer. Außer diesen wird auch Dumah erwähnt bei Jes.21/11,12. Daß durch jene Völkerschaften das der geistigen Kirche Angehörige bezeichnet wird, kommt daher, weil die Alte Kirche, welche die geistige war, auch bei ihnen sich befand: Nr. 1238, 2385; aber ihre Lehren und gottesdienstlichen Gebräuche waren verschieden, aber doch eine Kirche, weil sie nicht den Glauben, sondern die Liebtätigkeit zur Hauptsache machten. Dagegen im Verlauf der Zeit, so wie die Liebtätigkeit aufhörte, wurde das Kirchliche, das bei ihnen, zunichte, gleichwohl doch blieb das Vorbildliche der Kirche durch sie, mit Verschiedenheit, je nach Maßgabe des Kirchlichen, das bei ihnen gewesen war. Daher kommt es, daß, wo sie im Wort genannt werden, nicht sie bezeichnet werden, sondern nur das Kirchliche im allgemeinen, das dort gewesen war. 3269. "Das sind die Söhne Jischmaels, und das ihre Namen", 1. Mose 25/16, daß dies die Lehren und ihre Beschaffenheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern es sind Wahrheiten, dann Lehren, und des Namens, sofern er ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 3266. 3270. "In ihren Dörfern", 1. Mose 25/16, daß dies bedeutet Äußeres der Kirche, erhellt aus der Bedeutung der Dörfer, sofern sie sind dasjenige, was Äußeres des Glaubens, somit der Kirche ist. Äußeres der Kirche sind Religionsgebräuche, Inneres der Kirche sind Lehren, wenn diese nicht Sache des Wissens, sondern des Lebens sind. Äußeres wurde vorgebildet durch Dörfer, weil sie außerhalb der Städte waren, Inneres aber durch die Städte selbst. Daß Städte sind Lehren, sehe man Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216. 3271. "Und in ihren Schlössern", 1. Mose 25/16, daß dies Inneres bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Schlösser, sofern sie sind Inneres des Glaubens, hier der Kirche, weil sie vornehmlich von Heiden gesagt werden, die kein Glaubenswahres, sondern vernünftig und natürlich Wahres haben; diese Wahrheiten werden genannt Schlösser, während die Wahrheiten des Glaubens Städte. In der Grundsprache bedeuten die Worte, die Dörfer und Schlösser bezeichnen, auch Vorhöfe und Paläste, und es sind Vorhöfe ebenfalls Äußeres der Kirche und Paläste Inneres. 3272. "Zwölf Fürsten ihrer Völker", 1. Mose 25/16, daß dies bedeutet alles Hauptsächliche jener geistigen Kirche, erhellt aus der Bedeutung von zwölf, sofern sie sind alles zum Glauben oder zur Kirche Gehörige, wovon Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E; aus der Bedeutung der Fürsten, sofern sie sind Hauptsächliches, wovon Nr. 1482, 2089; und aus der Bedeutung der Völker, sofern es sind diejenigen, die in Wahrem sind, wovon Nr. 1259, 1260, somit die zur geistigen Kirche gehören, denn von solchen wird gesagt, daß sie in Wahrem seien. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, kann offenbar erhellen aus der Zahl Zwölf, die so oft vorkommt. Diese Zahl bedeutet überall, wo sie im Wort gelesen wird, alles; wie denn die zwölf Stämme im Alten Testament und die zwölf Apostel im Neuen bedeuten alles des Glaubens, folglich alles der Kirche; somit hier die zwölf Fürsten alles Hauptsächliche jener Kirche, das durch ebenso viele Söhne Jischmaels vorgebildet wird. Daß die Zahl Zwölf das bedeutet, kann aus demjenigen erhellen, was in den oben angezogenen Stellen angeführt wurde, dann auch aus Folgendem im Wort: Joh.Offenb.7/4-6: "Ich hörte die Zahl der Versiegelten von jedem Stamm Israels; vom Stamm Juda zwölftausend, vom Stamm Gad zwölftausend Versiegelte": und so weiter; wo durch die zwölftausend Versiegelte von jedem Stamm nichts anderes bezeichnet wird, als daß alle, die im Glauben, d.h. die in seinem Guten sind, selig werden. Joh.Offenb.12/1: "Ein Weib umgeben mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen": Weib für Kirche: Nr. 252, 253, Sonne für himmlische Liebe, Mond für geistige Liebe. Nr. 30-38, 1529, 1530, 2441, 2495; zwölf Sterne für alles des Glaubens. Daß Sterne sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die dem Glauben angehören: Nr. 2495, 2849. Joh.Offenb.21/12,14,16,17,21: "Die heilige Stadt Neu-Jerusalem, die hatte zwölf Tore, und auf den Toren zwölf Engel; und Namen geschrieben, die sind die zwölf Stämme der Söhne Israels; die Mauer der Stadt hatte zwölf Gründe, und in ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes; er maß die Stadt auf zwölftausend Stadien; und maß ihre Mauer von hundertvierundvierzig Ellen (zwölf mal zwölf), das ist das Maß eines Menschen, das ist eines Engels; die zwölf Tore zwölf Perlen": dort wird durch die Heilige Stadt nichts anderes bezeichnet als das geistige Reich des Herrn; und durch die Tore, Mauer, Gründe, das, was der Liebtätigkeit und dem Glauben angehört, dessen Alles durch die so oft genannten zwölf bezeichnet wird. Daß nicht die zwölf Stämme, auch nicht die zwölf Apostel verstanden werden, kann jedem einleuchten. Joh.Offenb.22/2: "In der Mitte ihrer Gasse und des Flusses, da dort ein Baum des Lebens, bringend zwölf Früchte, in jedem Monat gebend seine Frucht": zwölf Früchte sind Alles der Liebtätigkeit. Matth.19/28: "Jesus sprach: Amen, ich sage euch, daß ihr, die ihr Mir gefolgt seid in der Wiedergeburt, wo sitzen wird der Sohn des Menschen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit, sitzen werdet auch ihr auf zwölf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels": hier werden unter den Aposteln nicht Apostel, unter den Thronen nicht Throne, auch unter den Stämmen nicht Stämme verstanden, sondern alles was dem Glauben angehört, man sehe Nr. 2129. Außerdem wo im Wort des Alten Testaments zwölf Stämme genannt werden, ist es alles der Kirche Angehörige, was bezeichnet wird; so verhält es sich auch mit den "zwölf Steinen nach den Namen der zwölf Stämme Israels, in Urim und Thummim": 2. Mose 28/21; mit den "zwölf Broten der Vorlage, die auf dem Tisch geordnet waren": 3. Mose 24/5,6; ebenso mit den übrigen. Daß auch alles zum Glauben Gehörige in den zwölf Namen der Söhne Jakobs oder Israels enthalten ist, wird aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn 1. Mose Kapitel 29 und 30 gesehen werden. 3273. Vers 17,18: Dies die Lebensjahre Jischmaels, hundert Jahre, und dreißig Jahre, und sieben Jahre; und er verschied und starb, und ward versammelt zu seinen Völkern. Und sie saßen von Chavillah bis Schur, welche ob den Angesichten Ägyptens, da man kommt gen Aschur; auf die Angesichte aller seiner Brüder ist er gefallen. "Dies die Lebensjahre Jischmaels" bedeutet den Zustand des geistigen Reiches des Herrn, wie er durch Jischmael vorgebildet wurde; "hundert Jahre, und dreißig Jahre, und sieben Jahre" bedeuten das, was jenem Zustand angehört; "und er verschied und starb" bedeutet das Ende der Vorbildung durch Jischmael; "und ward versammelt zu seinen Völkern" bedeutet dies von Jischmael; "und sie saßen von Chavillah bis Schur, die ob den Angesichten Ägyptens, da man kommt gen Aschur" bedeutet die Ausdehnung der Einsicht; "auf die Angesichte aller seiner Brüder ist er gefallen" bedeutet Streitigkeiten über Wahres, daß er aber obgesiegt habe. 3274. "Dies die Lebensjahre Jischmaels", 1. Mose 25/17, daß dies den Zustand des geistigen Reiches des Herrn bedeutet, wie er durch Jischmael vorgebildet wurde, erhellt aus der Bedeutung der Lebensjahre, sofern es hier sind vorbildliche Zustände, wovon Nr. 3251; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischmaels, sofern er ist das geistige Reich des Herrn, wovon Nr. 2699, 3263, 3268. 3275. "Hundert Jahre, und dreißig Jahre, und sieben Jahre", 1. Mose 25/17, daß sie alles zu jenem Zustand Gehörige bedeuten, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3252 über die Lebenszeit Abrahams gesagt wurde. 3276. "Und er verschied und starb", 1. Mose 25/17, daß dies das Ende der Vorbildung durch Jischmael bedeutet, erhellt ebenfalls aus dem oben Nr. 3253 Gesagten, wo die gleichen Worte und der gleiche innere Sinn. Ebenso, daß "und ward versammelt zu seinen Völkern", bedeutet dies von Jischmael: Nr. 3255. 3277. "Und sie saßen von Chavillah bis Schur, die ob den Angesichten Ägyptens, da man kommt gen Aschur", daß dies die Ausdehnung der Einsicht bedeutet; "auf die Angesichte aller seiner Brüder ist er gefallen", 1. Mose 25/18, daß dies bedeutet Streitigkeiten über das Wahre, daß er aber obgesiegt, erhellt aus dem Nr. 115, 1951 Gesagten, wo dies erklärt ist. 3278. Vers 19,20: Und dies die Geburten Jischaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte Jischak. Und Jischak war ein Sohn von vierzig Jahren, da er nahm Rebecka, die Tochter Bethuels des Aramäers aus Paddan Aram, die Schwester Labans des Aramäers, ihm zum Weibe. "Und dies die Geburten Jischaks, des Sohnes Abrahams" bedeutet das göttlich Vernünftige des Herrn, aus dem das göttlich Natürliche; "Abraham zeugte Jischak" bedeutet aus dem Göttlichen Selbst das göttlich Vernünftige; "und Jischak war ein Sohn von vierzig Jahren" bedeutet aus eigener Kraft durch Versuchungskämpfe; "da er nahm Rebecka" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren; "die Tochter Bethuels des Aramäers aus Paddan Aram, die Schwester Labans des Aramäers, ihm zum Weibe" bedeutet die Beschaffenheit und den Zustand. 3279. "Und dies die Geburten Jischaks, des Sohnes Abrahams", 1. Mose 25/19, daß dies bedeutet das göttlich Vernünftige des Herrn, aus dem das göttlich Natürliche, erhellt aus der Bedeutung der Geburten, sofern es sind Abstammungen, wovon Nr. 1145, 1255, 1330, nämlich die Abstammungen des Glaubens, wo vom Glauben gehandelt wird, und die Abstammungen der Kirche, wo von der Kirche, wie oben; Die Abstammungen der geistigen Kirche durch die Geburten Jischmaels: Nr. 3263, hier aber, weil die Geburten vom Herrn gesagt werden, sind es göttliche Geburten, die verstanden werden, daß nämlich aus dem Göttlichen Selbst geboren wurde das göttlich Vernünftige, was bezeichnet wird dadurch, daß aus Abraham Jischak, und daß aus dem göttlich Vernünftigen das göttlich Natürliche, wird bezeichnet dadurch, daß aus Jischak Esau und Jakob; denn durch Esau und Jakob wird vorgebildet das göttlich Natürliche des Herrn, durch Esau dasselbe in Ansehung des Guten, und durch Jakob dasselbe in Ansehung des Wahren, von dem im nun Folgenden gehandelt wird. Dies ist es, was durch die Geburten hier bezeichnet wird. 3280. "Abraham zeugte Jischak", 1. Mose 25/19, daß dies bedeutet aus dem Göttlichen Selbst das göttlich Vernünftige, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist das Göttliche Selbst; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, wovon früher öfters. 3281. "Und Jischak war ein Sohn von vierzig Jahren", 1. Mose 25/20, daß dies bedeutet aus eigener Kraft durch Versuchungskämpfe, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige, wovon früher öfters; aus der Bedeutung von 40, sofern es sind Versuchungen, wovon Nr. 730, 862; und aus der Bedeutung der Jahre, sofern es sind Zustände, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788. Daher ist der innere Sinn dieser Worte, daß der Herr sein Vernünftiges auch in Ansehung des Wahren durch Versuchungskämpfe, somit aus eigener Kraft, göttlich gemacht habe. Daß der Herr aus eigener Kraft durch die gegen Sich zugelassenen Versuchungen alles Menschliche in ihm göttlich gemacht hat, ist früher Nr. 1616, 1663, 1668, 1690, 1787, 2083, 2523, 2632, 2776, 3030, 3043, 3141 gezeigt worden. HG 3282 3282. "Da er nahm Rebecka", 1. Mose 25/20, daß dies die Verbindung des göttlich Wahren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das dem göttlich Guten im Vernünftigen zugesellte göttlich Wahre, von dessen Herkunft aus dem natürlichen Menschen 1. Mose Kapitel 24 gehandelt wurde. 3283. "Die Tochter Bethuels des Aramäers aus Paddan Aram, die Schwester Labans des Aramäers, ihm zum Weibe", 1. Mose 25/20, daß dies die Beschaffenheit und den Zustand bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels und Labans, dann aus der Bedeutung von Aram und Paddan Aram, sofern es ist dasjenige, was die Herkunft des durch Rebecka vorgebildeten göttlich Wahren in Ansehung der Beschaffenheit und des Zustandes in sich schließt. Was aber durch einen jeden, nämlich durch Bethuel und Laban vorgebildet wird, und was durch Aram oder Syrien bezeichnet wird, wurde 1. Mose Kapitel 24 erklärt; daß es hier wieder gesagt wird, davon ist die Ursache, weil im Folgenden vom Natürlichen des Herrn gehandelt wird. Das Natürliche des Herrn konnte nicht göttlich werden, ehe Seinem Vernünftigen das Wahre zugesellt, und dieses göttlich gemacht war; denn der Einfluß ins Natürliche mußte sein aus dem göttlich Guten des Vernünftigen durch das göttlich Wahre daselbst, denn alles natürliche Leben des Menschen in Ansehung des verständigen Wissens und Handelns ist von daher, denn das Vernünftige ist es, was alles im Natürlichen ordnet, und gemäß der ordentlichen Bestellung daselbst die Dinge gehörig betrachtet; denn das Vernünftige ist wie das höhere Sehvermögen, welches das Wißtümliche des natürlichen Menschen anschaut, wie ein Feld, das unter ihm ist. Das Licht jenes Sehvermögens gehört dem Wahren an, aber der Ursprung des Lichts gehört dem Guten im Vernünftigen an. Doch hiervon mehr im Folgenden. 3284. Vers 21-23: Und Jischak betete zu Jehovah um seines Weibes willen, weil sie unfruchtbar, und Jehovah ließ Sich von ihm erbitten, und es empfing Rebecka sein Weib. Da stießen sich die Söhne in ihrer Mitte; und sie sprach, wenn so, wozu das, ich; und sie ging zu fragen Jehovah. Und Jehovah sprach zu ihr: zwei Völkerschaften in deinem Mutterleibe, und zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden, und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Größere wird dienen dem Kleineren. "Und Jischak betete zu Jehovah" bedeutet die Gemeinschaft des Göttlichen, das der Sohn, mit dem Göttlichen, das der Vater; "um seines Weibes willen, weil sie unfruchtbar" bedeutet, daß noch kein göttlich Natürliches; "und Jehovah ließ Sich von ihm erbitten" bedeutet die Wirkung; "und es empfing Rebecka sein Weib" bedeutet, daß es aus dem göttlich Wahren als von der Mutter; "da stießen sich die Söhne in ihrer Mitte" bedeutet den Kampf wovon (die Rede); "und sie sprach: wenn so, wozu das, ich" bedeutet die Angst; "und sie ging zu fragen Jehovah" bedeutet den Zustand der Gemeinschaft. "und Jehovah sprach zu ihr" bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen; "zwei Völkerschaften in deinem Mutterleibe" bedeutet das Natürliche in Ansehung des inwendigeren und auswendigeren Guten, das die Empfängnis; "und zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden" bedeutet, daß daher das Wahre; "und ein Volk wird dem anderen überlegen sein" bedeutet, daß zuerst das Wahre höher sein werde als das Gute des Wahren; "und der Größere wird dienen dem Kleineren" bedeutet, daß das Gute des Wahren eine Zeitlang niedriger sein werde. 3285. "Und Jischak betete zu Jehovah", 1. Mose 25/21, daß dies bedeutet die Gemeinschaft des Göttlichen, das der Sohn, mit dem Göttlichen, das der Vater, erhellt aus der Bedeutung von beten, das ist Gemeinschaft haben, denn das Gebet ist nichts anderes als Gemeinschaft; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige; das Göttliche, das der Sohn, ist Jischak, oder das Vernünftige, wenn ihm das Wahre verbunden ist. Das Göttliche aber, das der Vater, ist hier Jehovah. Diese Gemeinschaft war im Herrn, denn der Vater war im Sohn, und der Sohn im Vater: Joh.14/10,11. 3286. "Um seines Weibes willen, weil sie unfruchtbar", 1. Mose 25/21, daß dies bedeutet, daß noch kein göttlich Natürliches, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie ist das dem Guten des Vernünftigen verbundene göttlich Wahre, und daß dieses Wahre vorgebildet werde durch Rebecka, wurde 1. Mose Kapitel 24 gezeigt; und aus der Bedeutung von unfruchtbar, sofern es ist noch kein natürlich Göttliches. Damit verhält es sich nämlich so: das natürlich Göttliche hatte sein Dasein erhalten aus dem göttlich Guten des Vernünftigen als vom Vater, und vom göttlich Wahren daselbst als von der Mutter. Wenn noch kein göttlich Natürliches, dann wird gesagt, das Wahre des Vernünftigen sei unfruchtbar, hier das Weib unfruchtbar. Beim Menschen ist es so: wenn er wiedergeboren wird, dann wird vom Herrn seinem Vernünftigen eingeflößt das Gute, d.h. wohl wollen dem Nächsten; diesem Wollen oder Guten wird beigesellt das Wahre aus dem natürlichen Menschen. Ist dies geschehen, so ist das Natürliche noch nicht wiedergeboren, was man daraus merken kann, daß der inwendige oder vernünftige Mensch oft mit dem auswendigen oder natürlichen Menschen kämpft, und solang ein Kampf ist, ist das Natürliche nicht wiedergeboren; und wenn dieses nicht wiedergeboren ist, ist das Vernünftige in Ansehung des Wahren unfruchtbar. So im allgemeinen, gleicherweise in jedem besonderen, worin das Vernünftige nicht mit dem Natürlichen übereinstimmt, heißt in solchem besonderen das Vernünftige in Ansehung des Wahren unfruchtbar. Das Werk der Wiedergeburt besteht hauptsächlich darin, daß dem vernünftigen Menschen der natürliche entspricht, nicht bloß im allgemeinen, sondern auch im besonderen, und der natürliche Mensch wird vom Herrn durch das Vernünftige zur Entsprechung gebracht, sofern nämlich dem Vernünftigen Gutes eingeflößt wird, und diesem Guten wie in einem Boden Wahrheiten eingepflanzt werden, und hernach durch vernünftige Wahrheiten das Natürliche zum Gehorsam gebracht wird, und wenn es gehorcht, dann entspricht es; und in dem Maß als es entspricht, ist der Mensch wiedergeboren. 3287. "Und Jehovah ließ Sich von ihm erbitten", 1. Mose 25/21, daß dies die Wirkung bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen, weil, wenn Jehovah sich hat erbitten lassen, das Erbetene geschieht oder sich verwirklicht. 3288. "Und es empfing Rebecka sein Weib", 1. Mose 25/21, bedeutet, daß es aus dem göttlich Wahren als von der Mutter, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des Vernünftigen, wovon 1. Mose Kapitel 24, und aus der Bedeutung von empfangen, sofern es ist das Erste der Entstehung des göttlich Natürlichen als von der Mutter; denn das göttlich Natürliche ist entstanden vom göttlich Guten des Vernünftigen als vom Vater, und vom göttlich Wahren des Vernünftigen als von der Mutter; daß es so ist, weiß kaum jemand, und das um so weniger, weil wenige wissen, daß das Vernünftige vom Natürlichen unterschieden ist, und keine anderen wissen das, als die wahrhaft vernünftig sind, und wahrhaft vernünftig sind keine anderen als die vom Herrn wiedergeboren sind. Die nicht wiedergeboren sind, begreifen dies nicht, denn ihnen ist das Vernünftige das gleiche, was das Natürliche. 3289. "Da stießen sich die Söhne in ihrer Mitte", 1. Mose 25/22, daß dies bedeutet den Kampf, wovon (die Rede), erhellt aus der Bedeutung von stoßen, sofern es ist kämpfen; und aus der Bedeutung der Söhne hier, sofern es ist das Natürliche in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren, denn daß Esau und Jakob, welches die Söhne, vorbilden das göttlich Natürliche des Herrn, Esau dasselbe in Ansehung des Guten, Jakob in Ansehung des Wahren, wird aus dem Folgenden erhellen. Von diesem Zusammenstoß oder Kampf wird auch in diesem Kapitel gehandelt, und er geschieht um den Vorrang, ob das Gute das Erste sei oder das Wahre, oder was das gleiche, ob die Liebtätigkeit, die Sache des Guten, das Erste sei, oder ob der Glaube, der Sache des Wahren. In der geistigen Kirche ist von den ersten Zeiten her darüber zwischen mehreren gestritten worden; und weil von diesem Vorrang im Folgenden gehandelt wird, darum wird gesagt, die Söhne stießen sich in ihrer Mitte, und es wird dadurch bezeichnet der Kampf wovon (die Rede). 3290. "Und sie sprach, wenn so, wozu das, ich", 1. Mose 25/23, daß dies Angst bedeutet, kann erhellen aus dem Sinn dieser Worte, sofern sie Angst ausdrücken, und zwar wegen des Zusammenstoßes, d.h. Kampfes zwischen den Brüdern. "Wenn so", bedeutet, wenn sie wegen dessen kämpfen; "wozu das" bedeutet, daß man über diese Sache nicht streiten soll; "ich" oder "wozu ich", bedeutet, wenn sie darüber streiten würden, so würden sie den Einfluß aus dem vernünftig Wahren nicht aufnehmen, daher die Angst. 3291. "Und sie ging, zu fragen Jehovah", 1. Mose 25/22, daß dies den Zustand der Gemeinschaft bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es heißt Gemeinschaft haben, wenn es gesagt wird vom Herrn; denn Jehovah in Ihm war es, der gefragt wurde. Im historischen Sinn jedoch wird jene Gemeinschaft ausgedrückt durch beten: Nr. 3285; und der Zustand der Gemeinschaft durch fragen. 3292. "Und Jehovah sprach zu ihr", 1. Mose 25/22, daß dies das Innewerden aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt eben daraus, sodann aus der Bedeutung von sagen, das ist Innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2506, 2515, 2552; somit ist das Sagen Jehovahs Innewerden aus dem Göttlichen. 3293. "Zwei Völkerschaften in deinem Mutterleib", 1. Mose 25/23, daß dies bedeutet das Natürliche in Ansehung des inwendigeren und auswendigeren Guten, das die Empfängnis ist, erhellt aus der Bedeutung der Völkerschaften, sofern sie sind Gutes, hauptsächlich der Kirche, wovon Nr. 1159, 1258, 1260, 1416, 1849; daß sie hier sind Gutes, das im Natürlichen, wird daraus klar, daß Esau und Jakob, die dazumal im Mutterleib das natürlich Göttliche des Herrn vorbilden, wie offenbar erhellen wird aus dem Folgenden, wo von ihnen gehandelt wird. Das Natürliche wie das Vernünftige besteht aus dem Guten und Wahren, das Gute im Natürlichen ist alles das, was der natürlichen Neigung angehört, und angenehm genannt wird, das Wahre aber alles das, was dem Wissen angehört, und wißtümlich heißt. Diese zwei müssen im Natürlichen sein, auf daß es ein Natürliches sei. Das Wißtümliche selbst an sich, abgesehen vom Angenehmen, das Sache der Neigung ist, ist nichts; vom Angenehmen dort hat das Natürliche sein Leben, denn jenem hat es zu verdanken, daß es etwas wissen kann. Das Angenehme aber, welches das Gute des Natürlichen ist, ohne das Wißtümliche, ist etwas, jedoch nur lebhaftes (vitale), wie bei den Kindern. Soll nun das Natürliche ein Menschliches sein, so muß es aus beiden bestehen, das eine wird vervollkommnet vom anderen, aber das Leben selbst hat es vom Guten. Was aber dieses Gute betrifft, von dem hier gehandelt wird, so ist es ein zweifaches, ein inwendigeres und ein auswendigeres, das inwendigere hat Gemeinschaft mit dem inwendigeren Menschen, d.h. mit dem Vernünftigen, das auswendigere mit dem Äußeren, d.h. mit dem, was dem Leib angehört, und Leben schafft den äußeren Sinnen, dann auch den Tätigkeiten. Ohne die beiderseitige Gemeinschaft kann der Mensch nicht der Vernunft nach leben, und kann nicht dem Leibe nach. Die inwendigere Gemeinschaft ist es, die dem Menschen nach dem Tode bleibt, und dort sein natürliches Leben macht, denn auch der Geist hat ein natürliches Leben denn sein geistiges Leben ruht (terminatur) auf seinem natürlichen, als auf der untersten Grundlage, denn der Mensch kann nicht sogleich nach dem Tod geistig denken, außer vermöge dessen, was seinem Natürlichen angehört. Die auswendigere Gemeinschaft aber ist es, die der Mensch hat, wenn er im Leibe lebt, dieselbe hört jedoch auf nach dem Tod des Leibes. Aus diesem nun kann erhellen, was durch die zwei Völkerschaften im Mutterleib bezeichnet wird, nämlich das Natürliche in Ansehung des inwendigeren und auswendigeren Guten. "Im Mutterleib" bedeutet im inneren Sinn die Empfängnis, deswegen wird hier gesagt, es sei die Empfängnis. 3294. "Und zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden", 1. Mose 25/23, daß dies bedeutet, daß daher das Wahre, erhellt aus der Bedeutung des Volkes, welches ist das Wahre, wovon Nr. 1259, 1260; und aus der Bedeutung von geschieden werden aus den Eingeweiden, das ist von daher entstehen. Wo im Wort gehandelt wird von der Geburt, wenn von der Mutter, wird gesagt, ausgehen aus dem Mutterleib oder Bauch, und wenn aus dem Vater, wird gesagt, geschieden werden aus den Eingeweiden; denn Mutterleib und Lenden werden ausgesagt von dem, was der Liebe, d.h. dem Guten angehört, wenn aber gesagt wird, geschieden werden aus den Eingeweiden, wird bezeichnet die Entstehung des Wahren. Darum hier, wenn gehandelt wird vom Guten, wird gesagt zwei Völkerschaften aus deinem Mutterleib, und wenn vom Wahren, wird gesagt, zwei Völker werden aus deinen Eingeweiden geschieden werden, und durch dieses wird im inneren Sinn bezeichnet die Entstehung des Wahren aus dem Guten. Zwei Völker werden gesagt, weil, wie das Gute ist ein inwendigeres und ein auswendigeres: Nr. 3293, so ist auch das Wahre. Das inwendigere Wahre im Natürlichen ist dasjenige, das verbunden wird dem inwendigeren Guten des Natürlichen, aber das auswendigere Wahre ist dasjenige, das verbunden wird dem auswendigeren Guten des Natürlichen. Das inwendigere Wahre wird genannt das natürlich Wahre, aber das auswendigere wird genannt das sinnliche. Wie es sich aber mit diesen Wahrheiten verhält, wird aus dem Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, erhellen, wo von Jakob gehandelt wird, denn durch Jakob wird jenes Wahre in beiden Beziehungen vorgebildet. 3295. "Und ein Volk wird dem anderen überlegen sein", 1. Mose 25/23, daß dies bedeutet, zuerst werde das Wahre höher sein als das Gute des Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Volkes, welches ist das Wahre, wovon Nr. 3294; und aus der Bedeutung von überlegen sein, welches ist höher sein. Das in erster Stelle genannte Volk bedeutet das Wahre, dagegen das Volk an zweiter Stelle das Gute des Wahren. Das Gute des Wahren ist das Gute, das sein Dasein hat aus dem Wahren, und ist in seinem ersten Dasein wahr, es wird jedoch gut genannt, weil es als gut erscheint. Daher kommt es, daß durch Volk auch dieses Gute bezeichnet wird, welches heißt das Gute des Wahren, das zuerst da ist. Um eine Vorstellung von diesem Guten zu bekommen, muß man wissen, daß der Mensch, ehe er wiedergeboren ist, das Gute aus dem Wahren tut; hingegen nachdem er wiedergeboren ist, das Gute aus dem Guten tut, oder deutlicher, der Mensch, ehe er wiedergeboren ist, aus dem Verstand das Gute tut, aber nachdem er wiedergeboren, aus dem Willen. Das Gute also, das aus dem Verstand, ist an sich nicht gut, sondern wahr, hingegen das aus dem Willen, das ist gut. Wie zum Beispiel: wer seine Eltern nicht ehrt, aber nach dem Gebot in den Zehn Geboten sie ehren lernt, so geschieht es zuerst, indem er sie ehrt, aus dem Gebot; aber eine solche Ehre, weil sie aus dem Gebot ist, ist nicht ein Gutes an sich, weil sie nicht ist aus der Liebe, sie ist entweder aus dem Gehorsam gegen das Gesetz, oder aus Furcht vor dem Gesetz, dennoch heißt es das Gute des Wahren, aber es ist in seinem ersten Dasein das Wahre, denn er tut alsdann nicht das Gute, sondern er tut das Wahre. Hingegen wenn er sie ehrt aus Liebe, dann ist es gut; so im übrigen. 3296. "Und der Größere wird dienen dem Kleineren", 1. Mose 25/23, daß dies bedeutet, das Gute des Wahren werde eine Zeitlang niedriger sein, erhellt aus der Bedeutung des Größeren, welches ist das Gute; aus der Bedeutung von dienen, welches ist niedriger sein; und aus der Bedeutung des Kleineren, welches ist das Wahre. Wie sich dies verhält, kann aus dem Folgenden erhellen, denn dort wird es beschrieben durch Esau und Jakob; denn durch Esau wird vorgebildet das Gute, durch Jakob das Wahre. Daß ein Zusammenstoß oder Kampf wegen des Vorrangs und der Herrschaft entstanden sei, wird im inneren Sinn beschrieben durch Jakob, daß er dem Esau das Erstgeburtsrecht, dann auch den Segen genommen habe, daß dies jedoch nur auf eine Zeit geschehen sei, wird klar aus der Weissagung Jischaks über Esau: "Und auf deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen, und es wird geschehen, wenn du herrschest, wirst du wegreißen sein Joch von deinem Halse herunter": 1. Mose 27/40. Daß dies einen inneren Sinn hat, und daß ohne den inneren Sinn man nicht wissen kann, was es bedeutet, ist klar, denn was soll das heißen: "zwei Völkerschaften im Mutterleib, und zwei Völker werden aus den Eingeweiden geschieden werden, und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Größere wird dem Kleineren dienen". Daß es jedoch dasjenige bedeutet, was gesagt wurde, erhellt aus dem Folgenden, wo von diesem Gegenstand viel die Rede ist; und außerdem kann man nicht wohl glauben, daß jenes solches in sich schließt, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Guten und Wahren verhält; und von dem Geborenwerden des einen aus dem anderen, und von der Zustandsveränderung beim Menschen, wenn er wiedergeboren wird. Im inneren Sinn wird zwar gehandelt vom Herrn, und hier wie der Herr Sein Natürliches göttlich gemacht hat, aber dennoch wird im bezüglichen Sinn auch gehandelt von der Wiedergeburt des Menschen, denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3043, 3138, 3212; d.h. in der Wiedergeburt erscheint wie in einem Bilde, wie der Herr sein Menschliches verherrlicht, oder was das gleiche, göttlich gemacht hat. Denn wie der Herr seinen menschlichen Zustand ganz in den göttlichen verwandelt hat, so verändert auch der Herr beim Menschen, wenn Er ihn wiedergebiert, seinen Zustand ganz, denn Er macht seinen alten Menschen neu. 3297. Vers 24-26: Und es wurden erfüllt ihre Tage zum Gebären, und siehe, Zwillinge in ihrem Mutterleib. Und es kam heraus der erste, rötlich er ganz, wie ein haariger Rock, und sie nannten seinen Namen Esau. Und nachher kam heraus sein Bruder, und seine Hand greifend an die Ferse Esaus, und man nannte seinen Namen Jakob; und Jischak war ein Sohn von sechzig Jahren, da sie geboren wurden. "Und es wurden erfüllt ihre Tage zum Gebären" bedeutet den ersten Zustand der Wirkung; "und siehe, Zwillinge in ihrem Mutterleib" bedeutet, daß beides miteinander empfangen worden; "und es kam heraus der erste, rötlich er ganz, wie ein haariger Rock" bedeutet das natürlich Lebensgute des Wahren; "und sie nannten seinen Namen Esau" bedeutet seine Beschaffenheit; "und nachher kam heraus sein Bruder" bedeutet das Wahre; "und seine Hand greifend an die Ferse Esaus" bedeutet das Unterste des natürlich Guten, dem einige Kraft anhing; "und man nannte seinen Namen Jakob" bedeutet die Lehre des natürlich Wahren; "und Jischak war ein Sohn von sechzig Jahren, da sie geboren wurden" bedeutet den damaligen Zustand des göttlich Vernünftigen. 3298. "Und es wurden erfüllt ihre Tage zum Gebären", 1. Mose 24, daß dies den ersten Zustand der Wirkung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Tage, welche sind Zustände, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788; daß "sie erfüllt wurden zum Gebären", bedeutet den ersten Zustand der Wirkung, denn gebären im geistigen Sinn bezieht sich auf das Gute und Wahre, und in jenem Sinn heißt es Dasein: Nr. 2621, 2629. Es verhält sich mit dem Guten und Wahren, wie es sich verhält mit der Leibesfrucht: es wird empfangen, ist im Mutterleib, wird geboren, hernach wächst es auf. Nach der Empfängnis beginnt das Wirkende oder der empfangene Same eine Wirkung hervorzubringen, dies geschieht im Mutterleib; wenn diese Zustände erfüllt sind, und es nahe ist beim gebären, dann beginnt die Wirkung, und wird genannt das erste der Wirkung, denn alsdann fängt die Leibesfrucht an zu handeln wie von sich, und sich zum eigentlichen Zustand hervorzuarbeiten, welcher Zustand Wirkung genannt wird. 3299. "Und siehe, Zwillinge in ihrem Mutterleib", 1. Mose 25/24, daß dies bedeutet, beides sei miteinander empfangen worden, erhellt aus der Bedeutung der Zwillinge, welche sind beides, nämlich das Gute, das vorgebildet wird durch Esau, und das Wahre, das vorgebildet wird durch Jakob; und aus der Bedeutung von im Mutterleib, welcher ist die Empfängnis, wovon Nr. 3293. Daß beides, nämlich das Gute und Wahre des Natürlichen, miteinander empfangen wurde, damit verhält es sich so: alles, was geboren wird, hat sein Sein vom Vater, und sein Dasein von der Mutter, beides muß sein, wenn etwas werden soll. Das Natürliche in Ansehung des Guten wird empfangen vom Guten des Vernünftigen als vom Vater, und in Ansehung des Wahren wird es empfangen vom Wahren des Vernünftigen als von der Mutter: Nr. 3286, 3288. Das Gute ist es, was Leben gibt, aber durch das Wahre, dieses beides wird genannt die Seele, aber doch ist das Gute hauptsächlich die Seele, das Wahre aber kleidet es wie mit einer Art von zartem Gefäß oder Leib, so daß das Gute im Wahren ist. Dies ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß Zwillinge in ihrem Mutterleib. 3300. "Und es kam heraus der erste, rötlich er ganz, wie ein haariger Rock", 1. Mose 25/25, daß dies das natürliche Lebensgute des Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von herauskommen, das ist geboren werden; aus der Bedeutung von rötlich, welches ist das Gute des Lebens, wovon nachher; und aus der Bedeutung des haarigen Rocks, welcher ist das Wahre des Natürlichen, wovon ebenfalls nachher. Daß derselbe der erste gewesen ist, bedeutet, das Gute sei dem Wesen nach das erstere, wie Nr. 3299 gesagt worden. Es wird auch haariger Rock gesagt, damit bezeichnet werde, das Gute sei bekleidet mit dem Wahren wie mit einem zarten Gefäß oder Leib, wie ebenfalls Nr. 3299 gesagt worden. Der Rock bedeutet im Wort auch nichts anderes im inneren Sinn als solches, was ein anderes bekleidet, daher auch die Wahrheiten mit Kleidern verglichen werden: Nr. 1073, 2576. Daß das Rötliche oder das Rote das Gute des Lebens bedeutet, kommt daher, weil alles Gute der Liebe angehört, und die Liebe selbst ist himmlisches und geistiges Feuer, wird auch dem Feuer verglichen und dann Feuer genannt, man sehe Nr. 933-936. Sodann wird die Liebe auch dem Blut verglichen und auch Blut genannt: Nr. 1001. Weil beides rot ist, darum wird das Gute, das der Liebe angehört, bezeichnet durch das Rötliche oder Rote, wie auch aus folgenden Stellen im Wort erhellen kann: 1. Mose 49/11,12, in der Weissagung Jakobs, damals Israels: "Waschen wird er im Wein sein Gewand, und im Traubenblut seinen Anzug, röter an Augen als Wein und weißer an Zähnen als Milch": wo von Jehudah, durch den dort der Herr verstanden wird, wie jedem einleuchten kann. Das Gewand dort und der Anzug ist das göttlich Natürliche des Herrn; Wein und Traubenblut ist das göttlich Gute und das göttlich Wahre des Natürlichen; von jenem wird gesagt, es sei röter an Augen als Wein, von diesem, er sei weißer an Zähnen als Milch: es ist die Verbindung des Guten und Wahren im Natürlichen, die so beschrieben wird. Jes.63/2: "Wer ist Der, Welcher kommt aus Edom, rot bezüglich des Kleides, und die Kleider wie eines Treters in der Kelter": wo Edom für das göttlich Gute des göttlich Natürlichen des Herrn, wie aus dem Folgenden klar werden wird; rot in Ansehung des Kleides ist das Gute des Wahren, Kleider wie eines Treters in der Kelter, ist das Wahre des Guten. Jerem.Klagel.4/7: "Heller waren ihre Nasiräer denn der Schnee, weißer waren sie als Milch, röter waren sie von Gebein als rote Edelsteine, Saphir ihre Glätte": durch die Nasiräer wurde vorgebildet der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, vornehmlich in Ansehung des göttlich Natürlichen, somit das Gute dort dadurch, daß sie röter waren von Gebein als rote Edelsteine. Weil das Rot das Gute, hauptsächlich das Gute des Natürlichen bezeichnete, darum war in der jüdischen Kirche, wo alles und jedes den Herrn, und daher sein Reich, folglich das Gute und Wahre, weil aus diesem das Reich des Herrn besteht, vorbildete, befohlen, daß die Decke des Zeltes sein sollte von Fellen roter Widder: 2. Mose 25/5; 26/14; 35/5-7,23; 36/19; und auch daß das Wasser der Sühnung gemacht werden sollte aus der Asche der verbrannten roten Kuh: 4. Mose 19/2f. Hätte die rote Farbe nicht etwas Himmlisches im Reich des Herrn bedeutet, so wäre keineswegs befohlen worden, daß es rote Widder sein sollten, und eine rote Kuh. Daß Heiliges dadurch vorgebildet wurde, erkennt jeder an, der das Wort heilig hält. Weil die rote Farbe jenes bedeutete, darum waren auch den Decken des Zeltes eingewoben und angeheftet, was von scharlachroter, purpurner, hyazinthblauer Farbe: 2. Mose 35/5f. Wie beinahe alles auch einen entgegengesetzten Sinn hat, wie öfters gesagt worden, so auch das Rote, dann bezeichnet es das Böse, das der Selbstliebe angehört, und zwar auch darum, weil die Begierden der Selbstliebe dem Feuer verglichen und Feuer genannt werden: Nr. 934 E, 1297, 1527, 1528, 1861, 2446. Ebenso werden sie dem Blut verglichen und Blut genannt: Nr. 374, 954, 1005, daher bedeutet das Rote im entgegengesetzten Sinn jenes, wie bei Jes.1/18: "Es sprach Jehovah, wären eure Sünden wie scharlachrot, wie der Schnee werden sie weiß sein; wären sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie sein". Nahum 2/4: "Der Schild des Starken Belials ist rot geworden, die Männer der Stärke sind bepurpurt, im Feuer der Fackeln die Wagen am Tage". Joh.Offenb.12/3: "Es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, siehe, ein großer roter Drache, der hatte sieben Häupter, und auf den Häuptern sieben Diademe". Joh.Offenb.6/2-8: "Ich sah, siehe, ein weißes Pferd, und der Sitzende auf demselben hatte einen Bogen, ihm ward gegeben eine Krone; dieser ging aus siegend, und auf daß er siegte; sodann ging heraus ein anderes rotes Pferd, und dem Sitzenden auf dem Pferd wurde gegeben, daß er wegnehme den Frieden von der Erde, und daß sie sich einander töteten, daher ihm gegeben ward ein großes Schwert. Hernach ging heraus ein schwarzes Pferd, endlich ein blasses Pferd, des Namen der Tod". 3301. Daß "der haarige Rock", 1. Mose 25/25, das Wahre des Natürlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Rockes, welcher ist ein solches, was ein anderes bekleidet, hier deswegen das Wahre, weil dieses das Gute bekleidet, denn das Wahre ist wie ein Kleid: Nr. 1073, 2576, oder was beinahe das gleiche, das Wahre ist das aufnehmende Gefäß des Guten: Nr. 1469, 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269; sodann aus der Bedeutung des Haarigen, welches ist das Natürliche in Ansehung des Wahren. Das Haar (pilus seu crinis) wird etliche Male im Wort erwähnt, und bedeutet dort das Natürliche. Die Ursache ist, weil die Haare Auswüchse im Äußersten des Menschen sind, wie es auch das Natürliche ist in Rücksicht auf sein Vernünftiges und auf das Inwendigere von diesem. Dem Menschen, wenn er im Leibe lebt, scheint es, das Natürliche sei alles in ihm, aber dies ist vom Wahren so weit entfernt, daß das Natürliche vielmehr ein Auswuchs von seinem Inwendigen ist, wie die Haare es sind von dem, was dem Leib angehört; sie gehen auch vom Inneren beinahe ebenso hervor. Daher auch die Menschen, die im Leibesleben eben nur natürlich waren, im anderen Leben, wenn sie ihrem Zustand gemäß sichtbar dargestellt werden, beinahe im ganzen Gesicht behaart erscheinen. Und außerdem wird das Natürliche des Menschen vorgebildet durch Haare; wenn es aus dem Guten ist, durch zierliche und ordentlich gerichtete Haare, wenn aber nicht aus dem Guten, durch unanständige und ungeordnete Haare. Von diesem Vorbild kommt es, daß die Haare im Wort das Natürliche hauptsächlich in Ansehung des Wahren vorbilden, wie bei Sach.13/4: "Es wird geschehen an jenem Tage, es werden zuschanden werden die Propheten, ein Mann wegen seines Gesichts, wenn er weissaget, und sie werden nicht anziehen einen haarigen Rock, damit sie lügen": Propheten für diejenigen, die Wahres lehren, hier die Falsches: Nr. 2534; Gesicht für Wahres, hier für Falsches, haariger Rock für das Natürliche in Ansehung des Wahren, und weil es nicht wahr, sondern falsch war, wird gesagt: "damit sie lügen". Mit solchem wurden die Propheten bekleidet, auf daß sie jenes Wahre, weil es äußerlich, vorbilden sollten. Darum heißt auch Elias der Thesbite von einem solchen Gewand "ein haariger Mann": 2.Kön.1/8; und Johannes, welcher der letzte der Propheten, hatte ein Kleid von Kamelhaaren: Matth.3/4. Daß Kamele Wißtümliches im natürlichen Menschen sind, sehe man Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; und daß Wißtümliches ist Wahres des natürlichen Menschen: Nr. 3293. Daß das Haar das Natürliche in Ansehung des Wahren bedeutete, erhellt augenscheinlich von den Nasiräern, denen befohlen wurde, daß "in allen Tagen ihres Nasiräats kein Schermesser gehen sollte über ihr Haupt, bis die Tage erfüllt wären, in denen sie sich enthalten sollten dem Jehovah, und dann sollten sie das Haar ihres Hauptes frei wachsen lassen, und dann sollten sie an der Tür des Zeltes der Zusammenkunft das Haupt ihres Nasiräats scheren, und das Haar dann geben auf das Feuer, das unter dem Dankopfer": 4. Mose 6/5,18,19. Dieselben bildeten vor den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, und daher den Menschen der himmlischen Kirche, weil er eine Ähnlichkeit des Herrn: Nr. 51; und das Natürliche jenes Menschen durch das Haar, daher: "als sie geheiligt wurden, sollten sie ihren alten oder vorigen natürlichen Menschen, in den sie geboren waren, ablegen und einen neuen anziehen", und dies wurde bezeichnet dadurch, daß sie, "wenn erfüllt wären die Tage, in denen sie sich enthalten sollten dem Jehovah, frei wachsen lassen sollten das Haar ihres Hauptes, und geben sollten auf das Feuer unter dem Opfer": denn der Stand des himmlischen Menschen ist, daß er im Guten ist, und aus dem Guten alles Wahre weiß, und gar nicht aus Wahrem über das Gute, weniger aus Wißtümlichem über das Gute denkt und redet. Man sehe Nr. 202, 337, 2715, 2718, 3246. Außerdem sind die himmlischen Menschen so geartet, daß, ehe sie jenen Zustand ablegen, in einem so starken Natürlichen in Ansehung des Wahren sind, daß sie mit den Höllen kämpfen können, denn das Wahre ist es, das kämpft, gar nicht das Gute; dem Guten können die Höllen nicht einmal von ferne nahen. Daß das Wahre so beschaffen ist, und das Gute so beschaffen, sehe man Nr. 1950, 1951. Hieraus wird klar, warum Simson die Stärke vom Haar hatte, worüber wie folgt: "Es erschien der Engel Jehovahs der Mutter Simsons und sprach: siehe, du wirst empfangen und gebären einen Sohn, und ein Schermesser soll nicht hinaufkommen auf sein Haupt, es soll sein ein Nasiräer Gottes der Knabe von Mutterleib an": Richt.13/3,5. Hernach habe er der Delila angesagt, daß, wenn er geschoren würde, von ihm weichen würde seine Stärke, und er schwach würde; und dann sei, als er geschoren war, die Stärke gewichen, und die Philister haben ihn ergriffen; und nachher, als das Haar seines Hauptes zu wachsen anfing, sowie es abgeschoren war, sei die Stärke wieder gekommen, so daß er die Säulen des Hauses wegrückte: Richt. Kapitel 16. Wer sieht nicht, daß in diesem ein himmlisches Geheimnis ist, und daß dies niemand weiß, wenn er nicht belehrt über die Vorbilder, daß nämlich der Nasiräer darstellte den himmlischen Menschen, und solange er Haar hatte, darstellte das Natürliche jenes Menschen, der in einem so kräftigen und starken Wahren ist. Und weil zu damaliger Zeit alle Vorbilder, die vom Herrn geboten waren, eine solche Bedeutung und Wirkung hatten, daher kam dem Simson Stärke zu. Aber er war nicht ein geheiligter Nasiräer wie jene, von denen oben, daß er nämlich den Stand des Guten anstatt des Wahren angezogen hätte; die Wirkung seiner Stärke wegen der Haare war darum hauptsächlich, weil er den Herrn vorbildete, Der aus dem natürlichen Menschen in Ansehung des Wahren mit den Höllen kämpfte und sie unterjochte, und das, ehe Er das göttlich Gute und Wahre anzog, auch in Ansehung des natürlichen Menschen. Hieraus wird auch klar, warum befohlen wurde, daß "der große Priester, auf dessen Haupt das Öl der Salbung ausgegossen wurde, und dessen Hand gefüllt, anzuziehen die Kleider, sein Haupt nicht scheren und seine Kleider nicht zertrennen sollte": 3. Mose 21/10; und ebenso die Priester, Leviten, wo vom neuen Tempel gehandelt wird, daß "sie ihr Haupt nicht scheren und ihr Haar nicht frei wachsen lassen sollten": Hes.44/20; daß nie nämlich vorbildeten das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des Wahren, das aus dem Guten, und genannt wird das Wahre des Guten. Daß das Haar das Natürliche in Ansehung des Wahren bedeutet, erhellt auch aus prophetischen Stellen des Wortes, wie bei: Hes.16/7: "Wie ein Gewächs des Feldes habe ich dich gemacht, daher bist du gewachsen und groß geworden zu Zierden der Zierden, die Brüste wurden befestigt, und dein Haar ist gewachsen": wo von Jerusalem, die dort die Alte Kirche, die im Fortgang der Zeit eine verkehrte wurde. Die gefestigten Brüste für das natürlich Gute, das Haar, das wuchs, für das natürlich Wahre. Dan.7/9: "Ich war sehend, bis Throne aufgestellt wurden, und der Alte der Tage saß, sein Kleid wie weißer Schnee, und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle, sein Thron wie eine Feuerflamme". Joh.Offenb.1/13,14: "Inmitten der sieben Leuchter Einer gleich dem Sohn eines Menschen, angetan mit einem Talar, und umgürtet an den Brüsten mit einem goldenen Gürtel, das Haupt aber und die Haupthaare weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee, aber seine Augen wie eine Feuerflamme": die Haupthaare weiß wie reine Wolle für das göttlich Natürliche in Ansehung des Wahren. Das Wahre selbst wurde im Wort und in den Religionsgebräuchen der jüdischen Kirche vorgebildet durch das Weiße, welches, weil vom Guten, heißt reine Wolle. Die Vorbildung des Wahren durch das Weiße und des Guten durch das Rote, hatte den Grund, weil das Wahre Sache des Lichts ist, und das Gute Sache des Feuers, aus dem Licht. Das Haar, wie das übrige im Wort, hat auch einen entgegengesetzten Sinn, und bedeutet das Natürliche in Ansehung des verkehrten Wahren, wie bei Jes.7/20: "An jenem Tage wird abscheren der Herr durch ein gemietetes Schermesser in den Übergängen des Flusses durch den König Aschurs, das Haupt und die Haare des Fußes, und wird auch den Bart Garaus machen". Hes.5/1-4: "Sohn des Menschen, nimm dir ein scharfes Schwert, ein Schermesser sollst du dir nehmen, das du hinführen sollst über dein Haupt, und über deinen Bart; hernach sollst du dir nehmen Waagschalen des Gewichts, und sie teilen: den dritten Teil sollst du verbrennen mit Feuer inmitten der Stadt; den dritten sollst du schlagen mit dem Schwert um sie her; und den dritten sollst du zerstreuen in den Wind. Du sollst nehmen davon wenig in der Zahl, und es binden in deine Flügel; endlich sollst du davon wieder nehmen und es werfen in die Mitte des Feuers, und es mit Feuer verbrennen, von dem ausgehen wird ein Feuer zum ganzen Haus Israels": so wird vorbildlich beschrieben, daß kein inwendigeres und auswendigeres natürlich Wahres mehr sein sollte, welches ist das Haar und der Bart. Daß die Begierden es zerstört haben, wird bezeichnet dadurch, daß es mit Feuer verbrannt werden sollte; daß die Vernunftschlüsse, dadurch daß es mit dem Schwert umhergeschlagen werden sollte, daß falsche Grundsätze, dadurch daß es in den Wind zerstreut werden sollte. Dieses schließt gleiches in sich wie das, was der Herr lehrt bei Matth.13/1-9: "Daß der Same, welcher ist das Wahre, etlicher gefallen sei unter die Dornen, etlicher auf den Fels, und etlicher auf den Weg". Daß Haare unreines Wahres und Falsches, das dem natürlichen Menschen angehört, bedeuten, wurde auch dadurch vorgebildet, daß "eine Frauensperson, die geehelicht werden wollte aus den Gefangenen der Feinde, ins Haus geführt, die Haare ihres Hauptes abgeschoren, die Nägel beschnitten, die Kleider ihrer Gefangenschaft entfernt werden sollten": 5. Mose 21/12,13; dann daß, wenn die Leviten geweiht wurden, "man auf sie sprengen sollte Wasser der Sühnung, hingehen lassen sollte ein Schermesser über all ihr Fleisch, und deren Kleider gewaschen werden, und sie so rein sein sollten": 4. Mose 8/7; und auch, daß Nebukadnezar "vom Menschen ausgetrieben wurde, daß er Kraut wie die Ochsen aß, und vom Tau der Himmel sein Leib benetzt wurde, bis sein Haar wie das der Adler wuchs, und seine Klauen wie die der Vögel": Dan.4/30. Daß "beim Aussatz beobachtet werden sollen die Farben des Haares und Bartes, ob weiß, rötlich, gelb, schwarz; auch an den Kleidern; und daß der vom Aussatz Gereinigte abscheren sollte alles Haar des Hauptes, des Bartes, der Augenbrauen": 3. Mose Kapitel 13; 14/8,9; bedeutete unreines Falsches aus dem Unheiligen, das ist der Aussatz im inneren Sinn. Die Kahlheit aber bedeutete das Natürliche, in dem nichts Wahres, wie bei Jes.15/2: "Er geht hinauf gen Baith, und Dibon, auf die Höhen zum Weinen über Nebo, und über Medba wird Moab heulen, auf allen seinen Häuptern Kahlheit, aller Bart geschoren". Jes.3/24: "Sein wird anstatt des Flechtwerks Kahlheit, Brandmal statt der Schönheit". Daß die Knaben, die zu Elisa sagten: "steig auf, Kahler, steig auf, Kahler", zerrissen wurden von Bären aus dem Wald: 2.Kön.2/23,24, bildete diejenigen vor, die das Wort lästern, als ob nichts Wahres darin wäre; denn Elisa bildete den Herrn in Ansehung des Wortes vor: Nr. 2762. Hieraus wird auch klar, wie viel zur damaligen Zeit die Vorbilder vermocht haben. 3302. "Und sie nannten seinen Namen Esau", 1. Mose 25/25, daß dies die Beschaffenheit desselben, nämlich das Natürliche in Ansehung des Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen oder nennen mit Namen, das ist wissen, wie beschaffen einer ist, somit die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 440, 768, 1754, 1896, 2009, 2724, 3237; und daß die Namen im Wort, soviel auch immer dort sind, im inneren Sinn Sachen seien: Nr. 1224, 1888; so auch Esau. Daß Esau ist das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des zuerst empfangenen göttlich Guten, erhellt aus demjenigen, was gesagt wurde, und aus demjenigen, was von Esau folgt; sodann aus dem Wort anderwärts. Weil aber Esau und Edom beinahe das gleiche bedeuten mit dem Unterschied, daß Edom das göttlich Natürliche ist in Ansehung des Guten, dem die Lehren des Wahren beigegeben sind, darum wird es beim folgenden 30. Vers, wo Esau genannt wird Edom, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn durch Stellen aus dem Wort begründet werden. 3303. "Und nachher kam heraus sein Bruder", 1. Mose 25/26, daß dies das Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Bruders, sofern er das Gute ist; dann auch das Wahre; diese werden Brüder genannt. Daß die Liebtätigkeit der Bruder des Glaubens, oder das Gute der Bruder des Wahren ist, sehe man Nr. 367; so umgekehrt ist der Glaube der Bruder der Liebtätigkeit, oder das Wahre der Bruder des Guten. Auch im Natürlichen wird die Neigung zum Guten genannt Bruder, und die Neigung zum Wahren Schwester: Nr. 3160, auch Gatte und Weib, dann Mann und Weib; aber dies immer in Rücksicht auf die Zustände, von denen gehandelt wird. 3304. "Und seine Hand greifend an die Ferse Esaus", 1. Mose 25/26, daß dies bedeutet das Unterste des natürlich Guten, dem einige Kraft anhing, erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Kraft, wovon Nr. 878; und gesagt wird vom Wahren: Nr. 3091; aus der Bedeutung von greifen, sofern es ist anhangen; aus der Bedeutung der Ferse, sofern sie ist das Unterste des Natürlichen, wovon Nr. 259; und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3302. Hieraus wird klar, daß "seine Hand greifend an die Ferse Esaus" bedeutet das Unterste des natürlich Guten, dem das Wahre anhing mit einiger Kraft. Damit, daß das Wahre dem untersten Guten des Natürlichen mit einiger Kraft anhing, verhält es sich so: das Natürliche oder der natürliche Mensch, wenn er wiedergeboren wird, hat seine Empfängnis in Ansehung des Guten und Wahren vom Vernünftigen oder durch den Vernünftigen vom Geistigen; durch diesen vom Himmlischen, und durch diesen vom Göttlichen. So geht nacheinander fort der Einfluß, der vom Göttlichen beginnend und so nacheinander fortgehend zu Ende kommt im Untersten des Natürlichen, d.h. im Weltlichen und Leiblichen. Wenn das unterste Natürliche durch Vererbung von der Mutter her verdorben ist, dann kann mit dem Guten das Wahre nicht vereinigt werden, sondern demselben nur mit einiger Kraft anhangen, und nicht eher wird mit dem Guten das Wahre vereinigt, als wenn jene Verderbnis abgetan ist. Dies ist die Ursache davon, daß zwar das Gute dem Menschen angeboren ist, nicht aber das Wahre, darum sind die Kinder ohne alle Erkenntnis des Wahren, und daß das Wahre erlernt und hernach dem Guten verbunden werden muß, sehe man Nr. 1831, 1832. Deshalb wird auch gesagt, daß sie in ihrer Mitte sich gestoßen, d.h. gekämpft haben: Nr. 3289. Daher kommt es, daß von der ersten Empfängnis an das Wahre untertritt das Gute, wie von Jakob in Beziehung auf Esau gesagt wird: 1. Mose 27/36: "Wohl nennt man seinen Namen Jakob, und er hat mich untertreten diese beidemal". Hos.12/3,4: "Heimzusuchen über Jakob seine Wege, nach seinen Werken wird er ihm vergelten, im Mutterleib hat er untertreten seinen Bruder". Die, welche allein im Historischen ihr Gemüt haften lassen, und es nicht davon wegbringen können, wissen nichts anderes, als daß dieses, und was vorhergeht, dasjenige vorher ankündigt, was sich zwischen Esau und Jakob zugetragen hat, wovon sie auch durch das Folgende bestärkt werden. Aber das Wort des Herrn ist so beschaffen, daß das Historische in seiner Reihenfolge ist, und das Geistige, das dem inneren Sinn angehört, in der seinigen, damit jenes betrachtet werde vom äußeren Menschen, dieses aber vom inneren, und so zwischen beiden, nämlich dem äußeren Menschen und dem inneren eine Entsprechung sei; und zwar durch das Wort, denn das Wort ist die Einigung der Erde und des Himmels, wie mehrmals gezeigt worden. Somit ist in einem jeden, der in heiliger Stimmung ist, wenn er das Wort liest, die Einigung seines äußeren Menschen, der auf der Erde ist, mit seinem inneren, der im Himmel ist. 3305. "Und man nannte seinen Namen Jakob", 1. Mose 25/26, daß dies die Lehre des natürlich Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, oder nennen mit Namen, der ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 3302. Die Beschaffenheit, die durch Jakob vorgebildet wird, ist die Lehre des natürlich Wahren, wie erhellen kann aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Lebensgute des natürlich Wahren: Nr. 3300, und aus sehr vielen Stellen im Wort, wo er genannt wird; denn es sind zwei (Dinge), die das Natürliche bilden, wie es zwei sind, die das Vernünftige, ja, die den ganzen Menschen, das eine, das dem Leben angehört, das andere, das der Lehre angehört. Was dem Leben angehört, ist Sache des Willens, was der Lehre, ist Sache des Verstandes. Jenes wird das Gute genannt, dieses aber das Wahre. Jenes Gute ist es, was durch Esau vorgebildet wird, das Wahre aber durch Jakob, oder was das gleiche, das Lebensgute des natürlich Wahren ist es, was vorgebildet wird durch Esau, und die Lehre des natürlich Wahren, die durch Jakob. Ob man sagt das Lebensgute des natürlich Wahren und die Lehre des natürlich Wahren, oder diejenigen, die darin sind, ist gleich, denn das Gute des Lebens und die Lehre des Wahren kann nicht bestehen ohne sein Subjekt; wenn ihm dasselbe fehlt, so ist es etwas Abgezogenes (abstractum quid), das dennoch auf einen Menschen abzweckt, daß es in ihm sei. Daher werden durch Jakob hier diejenigen bezeichnet, die in der Lehre des natürlich Wahren sind. Die im Buchstabensinn allein bleiben, glauben, unter Jakob werde im Wort jenes ganze Volk verstanden, das von Jakob herkommt, und deshalb schreiben sie jenem Volk alles das zu, was von Jakob sowohl historisch als prophetisch gesagt ist. Aber das Wort ist göttlich, in dem hauptsächlich, daß alles und jedes dort, nicht abzweckt auf eine einzige Völkerschaft oder ein einziges Volk, sondern auf das ganze Menschengeschlecht, nämlich das ist, das war, und das sein wird. Und auf etwas noch Umfassenderes, nämlich auf das Reich des Herrn in den Himmeln, und im höchsten Sinn auf den Herrn selbst. Weil es so ist, ist das Wort göttlich. Wenn es bloß auf eine einzige Völkerschaft sich bezöge, dann wäre es menschlich, und nichts Göttliches weiter darin, als bei jener Völkerschaft Heiliges des Gottesdienstes sein würde. Daß solches bei jenem Volk, das Jakob genannt wird, nicht war, kann jedem bekannt sein. Hieraus wird auch klar, daß unter Jakob im Wort nicht Jakob verstanden wird, dann unter Israel nicht Israel, welches in den Propheten fast überall, wo Jakob, auch Israel genannt wird, und niemand kann wissen, was insbesondere durch den einen, und was durch den anderen verstanden wird denn nur aus dem Sinn, der tiefer liegt, und Geheimnisse des Himmels in sich birgt. Daß also durch Jakob im inneren Sinn bezeichnet wird die Lehre des natürlich Wahren, oder was das gleiche, diejenigen, die in derselben Lehre sind, aus was für einer Völkerschaft sie auch sein mögen, und daß im höchsten Sinn der Herr verstanden wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Luk.1/31-33: "Der Engel sprach zu Maria: du wirst empfangen im Mutterleib, und gebären einen Sohn, und nennen Seinen Namen Jesus. Dieser wird groß sein, und Sohn des Höchsten genannt werden; und geben wird Ihm der Herr Gott den Thron Seines Vaters David, so daß Er regiert über das Haus Jakobs in die Zeitläufe, und Seines Königreiches wird kein Ende sein": daß hier unter dem Haus Jakobs nicht die jüdische Völkerschaft oder Nation verstanden wurde, sieht jeder, denn das Königreich des Herrn erstreckte sich nicht auf jenes Volk, sondern über alle in der ganzen Welt, die im Glauben an Ihn sind, und aus Glauben in der Liebtätigkeit. Hieraus erhellt, daß unter Jakob, der vom Engel genannt worden, nicht das Volk Jakobs verstanden wurde, folglich auch nicht anderwärts unter dem Samen Jakobs, unter den Kindern Jakobs, unter dem Land Jakobs, unter dem Erbe Jakobs, unter dem König Jakobs, unter dem Gott Jakobs, was so oft im Wort des Alten Testaments gelesen wird, dieses verstanden wurde. Ebenso verhält es sich mit Israel, z.B. bei Matth.2/13-15: "Der Engel des Herrn erschien im Traum dem Joseph, sprechend: aufgewacht, nimm den Knaben, und Seine Mutter, und fliehe nach Ägypten, auf daß erfüllet werde, das gesagt ist vom Propheten, der spricht: aus Ägypten habe Ich gerufen Meinen Sohn"; beim Propheten Hos.11/1 heißt es so: "Da ein Knabe Israel, da hatte Ich Ihn lieb, und aus Ägypten habe Ich gerufen Meinen Sohn": daß hier Israel ist der Herr, ist augenscheinlich klar, und doch kann man aus dem Buchstabensinn nichts anderes wissen, als daß der Knabe Israels die ersten Nachkommen Jakobs seien, die nach Ägypten kamen, und nachher herausgerufen wurden. Ebenso verhält es sich sonst wo Jakob und Israel genannt werden, obwohl dies nicht aus dem Buchstabensinn erscheint, wie bei Jes.44/1-3,5: "Höre Jakob, mein Knecht, und Israel, den Ich erwählt habe, so sprach Jehovah, dein Macher und dein Bildner von Mutterleib an, Er hilft dir, fürchte nicht mein Knecht Jakob, und Jeschurum, den Ich erwählt habe, denn Ich werde ausgießen Wasser auf den Dürstenden, und Bäche auf das Trockene, ausgießen werde Ich Meinen Geist auf deinen Samen, und Meinen Segen auf deine Sprößlinge; dieser wird sagen: daß Jehovah bin Ich, und dieser wird sich nennen mit dem Namen Jakobs, und jener wird schreiben mit seiner Hand: dem Jehovah, und mit dem Namen Israels sich benennen": wo offenbar Jakob und Israel für den Herrn, und Samen und Sprößlinge Jakobs für diejenigen, die im Glauben an Ihn sind. In der Weissagung über die Söhne Israels 1. Mose 49/24: "Joseph wird sitzen im Festen Seines Bogens, und es werden gestärkt werden die Arme seiner Hände von den Händen des Starken Jakobs, daher der Hirte der Stein Israels": dort der Starke Jakobs, und der Stein Israels auch offenbar für den Herrn. Jes.48/11,12: "Meine Herrlichkeit werde Ich einem anderen nicht geben, merke auf Mich Jakob, und Israel du von Mir Gerufener, Ich Derselbe, Ich der Erste, auch Ich der Letzte": Jakob und Israel ist dort ebenfalls der Herr. Hes.37/19,21,22,24-28: "Ich will nehmen das Holz Josephs, das in der Hand Ephraims und der Stämme Israels, seiner Genossen, und will sie zutun auf ihm mit dem Holz Jehudahs, und will sie machen zu einem Holz, auf daß sie seien eins in Meiner Hand; Ich will nehmen die Söhne Israels von unter den Völkerschaften, wohin sie abgegangen sind, und will sie zusammenscharen aus der Umgebung, und will sie herführen auf ihr Land, und will sie machen zu einer Völkerschaft im Land, auf den Bergen Israels, und ein König wird ihnen allen sein zum König, und sie werden nicht mehr sein zwei Völkerschaften, und werden nicht mehr geteilt werden in zwei Königreiche wieder, mein Knecht David wird König über sie, und ein einiger Hirte sein ihnen allen; dann werden sie wohnen auf dem Lande, das ich gegeben habe meinem Knecht Jakob, in dem wohnten eure Väter; wohnen werden auf ihm sie und ihre Söhne, und die Söhne ihrer Söhne bis in Ewigkeit; David Mein Knecht, ein Fürst ihnen auf ewig, schließen werde Ich mit ihnen den Bund des Friedens, der Bund der Ewigkeit wird sein mit ihnen; geben werde Ich sie, und sie vermehren, und will setzen Mein Heiligtum in ihre Mitte auf ewig; so wird sein Meine Wohnung bei ihnen, und sein werde Ich ihnen zum Gott, und sie werden sein Mir zum Volk, auf daß erkennen die Völkerschaften, daß Ich Jehovah heilige den Israel, zu sein Mein Heiligtum in ihrer Mitte auf ewig": hier ist wieder augenscheinlich klar, daß unter Joseph, unter Ephraim, unter Jehudah, unter Israel, unter Jakob und unter David nicht sie verstanden werden, sondern im höchsten Sinn göttlich Geistiges, das im Herrn, und das des Herrn in Seinem Reich und in Seiner Kirche. Daß David nicht sein werde König ihnen und Fürst auf ewig, wie gesagt wird, kann jeder wissen, sondern daß unter David verstanden wird der Herr: Nr. 1888. Auch kann man wissen, daß Israel nicht versammelt werden wird, wohin es zerstreut wurde, und daß sie nicht werden geheiligt und das Heiligtum in ihre Mitte werde gesetzt werden, wie gesagt wird, sondern diejenigen, die durch Israel im vorbildlichen Sinn bezeichnet werden, und daß diese sind alle Gläubigen, ist bekannt. Micha 2/12: "Sammeln, ja sammeln will Ich Jakob dich ganz, zusammenscharen, ja zusammenscharen will Ich den Rest Israels, miteinander will Ich ihn setzen wie die Schafe von Bozrah". Jes.27/6: "Die Kommenden wird bewurzeln Jakob, blumen und blühen wird Israel, und es werden erfüllt werden die Angesichte des Erdkreises mit Erzeugnissen". Jes.29/22-24: "So sprach Jehovah zum Hause Jakobs: Der erlöst hat Abraham, nicht wird jetzt zuschanden werden Jakob, und nicht werden jetzt seine Angesichte erblassen, denn wenn Er sieht Seine Kinder, das Werk Meiner Hände, werden sie in seiner Mitte heiligen Meinen Namen, und heiligen den Heiligen Jakobs, und den Gott Israels fürchten, und die Irrenden im Geist werden Einsicht wissen". Jes.45/1-4: "Es sprach Jehovah zu Seinem Gesalbten Koresch, dessen Rechte ich angefaßt habe, zu unterwerfen vor Ihm Völkerschaften, und die Lenden von Königen will Ich auflösen, zu öffnen vor Ihm Türen, und Tore werden nicht geschlossen werden; Ich will vor dir hergehen, und die Krümmungen gerade machen, die Türen von Erz zerbrechen, die Riegel von Eisen zerhauen, geben will Ich dir die Schätze der Heiligkeiten und die versteckten Güter der Verborgenen, auf daß du erkennest, daß Ich Jehovah, Der genannt ist mit deinem Namen Gott Israels, von wegen meines Knechts Jakob, und Israels meines Auserwählten; gerufen habe Ich dich mit deinem Namen, dich zubenannt, da du Mich nicht kanntest": wo auch offenbar vom Herrn. Micha 4/1,2: "Am Ende der Tage wird sein der Berg des Hauses Jehovahs hingestellt zum Haupt der Berge; hingehen werden viele Völkerschaften und sagen: gehet und wir wollen hinaufsteigen zum Berge Jehovahs, und zum Hause des Gottes Jakobs, daß Er uns belehre von seinen Wegen, und wir wollen wandeln in Seinen Pfaden, denn aus Zion wird ausgehen die Lehre, und das Wort Jehovahs aus Jerusalem". Ps.87/1-3: "Es liebet Jehovah die Tore Zions vor allen Wohnungen Jakobs, Herrliches soll gepredigt werden in dir, Stadt Gottes. Jerem.30/9,10: "Dienen werden sie Jehovah ihrem Gott, und David ihrem Könige, den Ich ihnen erwecken werde; und du fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakob, und erschrick nicht, Israel, denn siehe, Ich helfe dir von ferne". Jes.49/1,3: "Merket ihr Inseln, auf mich, und horchet, ihr Völker, von ferne, Jehovah hat von Mutterleibe an mich gerufen, aus den Eingeweiden meiner Mutter hat Er meines Namens gedacht, und zu mir gesagt: Mein Knecht bist du, Israel, in dem Ich werde herrlich gemacht werden". Jes.58/14: "Dann wirst du Wonne haben ob Jehovah, und will dich auffahren lassen auf die Höhen des Landes, und will dich speisen mit dem Erbe Jakobs". Jes.65/9: "Hervorbringen will ich aus Jakob Samen, und aus Jehudah den Erben meiner Berge, daß es besitzen meine Auserwählten, und meine Knechte dort wohnen". In allen diesen Stellen wird unter Jakob und Israel im höchsten Sinn verstanden der Herr, und im vorbildlichen Sinn das geistige Reich des Herrn, und die Kirche, die durch die Lehren des Wahren und das Leben des Guten Kirche ist; unter Jakob diejenigen, die im Äußeren jener Kirche sind und unter Israel, die im Inwendigen. Aus diesen und sehr vielen anderen Stellen kann erhellen, daß unter Jakob keineswegs verstanden ist Jakob, noch unter Israel Israel, wie auch nicht unter Jischak Jischak, und unter Abraham Abraham, wo sie genannt werden, wie bei Matth.8/11: "Viele werden vom Aufgang und Niedergang kommen, und beiliegen mit Abraham, und Jischak, und Jakob im Himmelreich". Luk.13/28: "Sehen werdet ihr Abraham, Jischak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes". Luk.16/22: "Lazarus ward fortgetragen von den Engeln in den Schoß Abrahams". denn von Abraham, Jischak und Jakob weiß man nichts im Himmel, und dort vernimmt man bei jenen Worten, wenn sie vom Menschen gelesen werden, nichts anderes als den Herrn in Ansehung des Göttlichen und des Göttlich-Menschlichen, und mit Abraham, Jischak und Jakob beiliegen, (nichts anderes) als sein mit dem Herrn, und in Abrahams Schoß sein, (nichts anderes) als im Herrn sein. Es wurde aber so gesagt, weil der Mensch der damaligen Zeit so entfernt war vom Inwendigen, daß er nichts anderes wußte, auch nichts anderes wissen wollte, als daß alles im Wort sich dem Buchstaben gemäß verhalte, und wenn der Herr, dem Buchstaben gemäß mit ihnen geredet hat, (geschah es deswegen,) weil sie den Glauben annehmen sollten, und auch weil dann ein innerer Sinn darin sein sollte, durch den eine Verbindung des Menschen mit Ihm. Weil es so ist, kann erhellen, was im Wort des Alten Testaments bezeichnet wird durch den Gott Jakobs, und durch den Heiligen Israels, nämlich der Herr selbst. Daß der Gott Jakobs ist der Herr, sehe man: 2.Sam.23/1; Jes.2/3; 41/21; Micha 4/2; Ps.20/1; 46/7,8; 75/9,10; 76/6,7; 81/1,2,4,5; 84/8,9; 94/7; 114/7; 132/2; 146/2,5. Daß der Heilige Israels ist der Herr: Jes.1/4; 5/19,24; 10/20; 12/6; 17/7; 29/19; 30/11,12,15; 31/1; 37/23; 41/14,16,20; 43/3,14; 45/11; 47/4; 48/17; 49/7; 54/5; 55/5; 60/14; Jerem.50/29; Hes.39/7; Ps.71/22; 78/41; 89/18,19. 3306. "Und Jischak ein Sohn von sechzig Jahren, da sie geboren wurden", 1. Mose 25/26, daß dies den damaligen Zustand des göttlich Vernünftigen bedeutet, kann aus dem erhellen, was Nr. 3252, 3275 über die Zahlen gesagt wurde. Was aber die Zahl Sechzig in sich schließt, kann aus den einfachen Zahlen erhellen, woraus sie besteht, nämlich aus fünf und zwölf, denn fünf mal zwölf ist sechzig; was fünf ist, sehe man Nr. 649, 1686; was zwölf: Nr. 3272. Dann auch aus sechs und zehn, denn sechs mal zehn ist sechzig; was sechs, sehe man Nr. 720, 737, 900; und was zehn: Nr. 576, 2284, 3107. Auch aus zwei und dreißig, denn zwei mal dreißig ist sechzig; was zwei, sehe man Nr. 720, 900, 1335, 1686, und was dreißig: Nr. 2276. Weil die Zahl Sechzig aus jenen zusammengesetzt ist, so schließt sie jenes in seiner Ordnung in sich, was alles dem Zustand angehört, in dem damals das göttlich Vernünftige des Herrn war. Dies liegt den Engeln im hellen Licht vom Herrn vor Augen, dem Menschen aber, vornehmlich demjenigen, der glaubt, daß in den Zahlen des Wortes kein Geheimnis verborgen liege, kann es nicht dargelegt werden, sowohl wegen des Unglaubens, als weil ein so reicher Inhalt nicht in einer der Fassungskraft angemessenen Weise dargestellt werden kann. 3307. Vers 27,28: Und es wuchsen die Knaben heran, und es war Esau ein Mann kundig der Jagd, ein Mann des Feldes; und Jakob ein redlicher Mann, wohnend in Zelten. Und es liebte Jischak den Esau, weil Jagd in seinem Munde; und Rebecka liebte den Jakob. "Und es wuchsen die Knaben heran" bedeutet den ersten Zustand; "und Esau war ein Mann kundig der Jagd" bedeutet das Gute des Lebens aus sinnlichen und wißtümlichen Wahrheiten; "ein Mann des Feldes" bedeutet das Gute des Lebens aus Lehren; "und Jakob ein redlicher Mann" bedeutet das Wahre; "wohnend in Zelten" bedeutet den Gottesdienst daraus. "und es liebte Jischak den Esau, weil Jagd in seinem Munde" bedeutet, daß das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen des Herrn liebte das Gute des Wahren; "und Rebecka liebte den Jakob" bedeutet, daß das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen liebte die Lehre des Wahren. 3308. "Und es wuchsen die Knaben heran", 1. Mose 25/27, daß dies bedeutet den ersten Zustand, nämlich der Verbindung des Guten und Wahren, erhellt aus der Bedeutung von heranwachsen, wenn es gesagt wird vom Guten und Wahren, in Beziehung auf das Entstehen und das Fortschreiten, sofern es ist dieses, nämlich des Fortschreitens erster Zustand, wovon nachher; und aus der Bedeutung der Knaben, sofern es ist das Gute und Wahre, denn das Gute wird vorgebildet durch den Knaben Esau, und das Wahre durch den Knaben Jakob, wie oben gezeigt worden. Mit dem Guten und Wahren verhält es sich wie mit einer Leibesfrucht, es wird empfangen, es ist im Mutterleib, es wird geboren, es wächst heran, dann nimmt es zu an Alter bis zum Letzten. Daß es empfangen wird, im Mutterleib ist und geboren wird, bezieht sich auf den Zustand des Entstehens; daß es aber heranwächst und zunimmt an Alter bis zum Letzten, bezieht sich auf den Zustand des Fortschreitens. Der Zustand des Fortschreitens erfolgt von der Geburt an, und ist der Zustand der Verbindung des Guten und Wahren. Das erste dieses Zustandes ist, was hier bezeichnet wird durch heranwachsen. Dieser Zustand fängt sogleich nach der Geburt an, und setzt sich fort bis zum letzten (Augenblick) des Lebens, und bei denen die im Guten sind, nach dem Leibesleben in Ewigkeit. Die Engel werden so fortwährend vervollkommnet. 3309. "Und es war Esau ein Mann kundig der Jagd", 1. Mose 25/27, daß dies das Gute des Lebens aus sinnlich und wißtümlich Wahrem bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Lebens, wovon oben; und aus der Bedeutung des Mannes, welcher der Jagd kundig ist, sofern es sind diejenigen, die in der Neigung zum Wahren, wovon nachher. Denn Mann, der kundig ist, wird gesagt von der Neigung zum Wahren, oder von denen, die in der Neigung zum Wahren sind. Die Jagd aber bedeutet Wahres selbst, aber Wahres, das dem natürlichen Menschen angehört, aus dem Gutes. Und weil Wahres des natürlichen Menschen dasjenige ist, was wißtümlich genannt wird: Nr. 3293, und Wißtümliches hauptsächlich von zweierlei Gattung oder von zweierlei Grad ist, nämlich Sinnliches und (eigentlich) Wißtümliches, so wird durch Jagd hier beides bezeichnet. Sinnliches ist es, worin die Knaben, Wißtümliches, worin ebendieselben, wenn sie heranwachsen; denn keiner kann in wißtümlichen Wahrheiten sein, wenn er nicht zuvor in sinnlichen Wahrheiten ist, denn die Vorstellungen des Wißtümlichen werden von diesen erworben. Aus diesen können hernach noch inwendigere Wahrheiten erlernt und begriffen werden, die Lehren genannt, und bezeichnet werden durch Mann des Feldes, wovon gleich nachher. Daß durch Jagd bezeichnet wird sinnlich und wißtümlich Wahres, in dem belehrt und wovon angeregt werden diejenigen, die im Guten des Lebens sind, kommt daher, weil Jagd in weitem Sinn dasjenige ist, was durch die Jagd gefangen wird, als Widder, Böcke, Ziegen und dergleichen. Daß dies geistig Gutes ist, sehe man Nr. 2180, 2830; und weil auch die Jagdwaffen, die Köcher, Bogen und Pfeile waren, Lehren des Wahren sind: Nr. 2685, 2686, 2709. Daß solches es ist, was durch die Jagd bezeichnet wird, kann aus demjenigen erhellen, was zu Esau von seinem Vater Jischak im folgenden 27. Kapitel gesagt wird: "Hebe doch deine Waffen, deinen Köcher, und deinen Bogen, und gehe aus ins Feld, und jage mir eine Jagd, und mache mir Leckerbissen, wie ich sie geliebt habe": Vers 3,4; und zu Jakob, der dort für Esau, in ebendemselben Kapitel: "Bring mir her, daß ich esse von der Jagd meines Sohnes, auf daß dich segne meine Seele": Vers 25; woraus klar wird, was durch Jagd bezeichnet wird. Daher kommt es, daß jagen ist lehren, wie auch überreden, und zwar in beiderlei Sinn, nämlich aus der Neigung zum Wahren, und aus der Neigung zum Falschen. Aus der Neigung zum Wahren bei Jerem.16/15,16: "Wiederbringen will Ich sie auf ihr Land, das Ich gegeben habe ihren Vätern; siehe, Ich schicke zu vielen Fischern, und die werden sie fischen; und hernach will ich senden zu vielen Jägern, und die werden sie jagen auf allem Berg, und auf allem Hügel, und aus den Klüften der Felsen": Fischer für diejenigen, die aus sinnlich Wahrem lehren: Nr. 40, 991; Jäger, die aus wißtümlich Wahrem und auch aus Lehrwahrem; auf allem Berg und auf allem Hügel, für diejenigen lehren, die in der Neigung zum Guten und in der Neigung zum Wahren sind; daß Berg und Hügel dieses ist, sehe man Nr. 795, 796, 1430. Gleiches schließt in sich das Jagen im Feld, wie 1. Mose 27/3. Überreden aus der Neigung zum Falschen bei Hes.13/18-21: "Siehe, Ich an eure Kissen, womit ihr jaget da die Seelen zum Ausfliegen, und will zerreißen eure Decken, und will entreißen Mein Volk aus eurer Hand, und sollen nicht mehr sein in eurer Hand zur Jagd". Über die Bedeutung der Jagd in diesem Sinn sehe man Nr. 1178; aber dieser Art von Jagd pflegen Netze zugeschrieben zu werden. 3310. Daß "ein Mann des Feldes", 1. Mose 25/27, bedeutet das Gute des Lebens aus den Lehren, erhellt aus der Bedeutung des Feldes. Im Wort wird in vielen Stellen genannt das Land, und der Boden, und das Feld; und durch das Land, wenn im guten Sinn, wird bezeichnet das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, somit die Kirche, die das Reich des Herrn auf Erden ist, ebenso durch den Boden, aber im engeren Sinn: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1068, 1262, 1413, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928. Das gleiche wird auch bezeichnet durch das Feld, aber in noch engerem Sinn: Nr. 368, 2971. Und weil die Kirche nicht Kirche ist aus den Lehren, außer sofern sie das Gute des Lebens als Endzweck bezielen, oder was das gleiche, wenn nicht die Lehren verbunden sind dem Guten des Lebens, darum wird durch das Feld hauptsächlich das Gute des Lebens bezeichnet. Auf daß dieses der Kirche angehöre, müssen Lehren aus dem Wort da sein, die jenem Guten eingepflanzt sein sollen. Ohne Lehren ist es zwar ein Gutes des Lebens, aber noch nicht ein Gutes der Kirche, somit noch nicht wahrhaftig geistig, außer nur mit der Möglichkeit, es zu werden, wie es das Gute des Lebens bei den Heiden ist, die das Wort nicht haben, und darum nichts vom Herrn wissen. Daß das Feld das Gute des Lebens ist, dem das, was dem Glauben, d.h. geistig Wahres, das der Kirche angehört, eingepflanzt werden soll, kann offenbar erhellen aus dem Gleichnis des Herrn bei Matth.13/4-9; Mark.4/3-9; Luk.8/5-8: "Es ging aus der Sämann zu säen, und indem er säte, fiel etliches auf den harten Weg, und es kamen die Vögel und fraßen es; etliches fiel auf das Felsige, wo es nicht vielen Boden hatte, daher es schnell aufging, darum daß es nicht Tiefe der Erde hatte, da aber die Sonne aufging, verbrannte es, und darum daß es nicht Wurzel hatte, verdorrte es; etliches fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es; etliches aber fiel auf das gute Land, und gab Frucht, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig, das andere dreißigfältig; wer ein Ohr hat zum Hören, der höre": es wird dort gehandelt von viererlei Land oder Boden im Feld, d.h. in der Kirche. Daß dort der Same das Wort des Herrn ist, somit das Wahre, welches das Glaubenswahre heißt, und daß das gute Land das Gute ist, welches ist Sache der Liebtätigkeit, ist klar, denn das Gute im Menschen ist es, was das Wort annimmt. Der harte Weg ist das Falsche; das Felsige ist das Wahre, das nicht Wurzel hat im Guten; die Dornen sind Böses. Mit dem Guten des Lebens aus den Lehren, das bezeichnet wird durch den Mann des Feldes, verhält es sich so: Die, welche wiedergeboren werden, tun zuerst das Gute aus den Lehren heraus, denn aus sich wissen sie das Gute nicht. Die Lehren der Liebe und Liebtätigkeit sind es, aus denen sie es lernen, aus ihnen wissen sie, wer der Herr, wer der Nächste, was Liebe und was Liebtätigkeit, somit was gut ist. Wenn sie in diesem Zustand sind, sind sie in der Neigung zum Wahren, und werden genannt "Männer des Feldes". Aber hernach, wenn sie wiedergeboren sind, tun sie das Gute nicht aus den Lehren, sondern aus Liebe und Liebtätigkeit, denn alsdann sind sie im Guten selbst, das sie durch die Lehren erlernt haben, und dann werden sie genannt "Menschen des Feldes". Wenn einer von Natur zum Ehebrechen, Stehlen und Morden Neigung hat, aber aus den Zehn Geboten lernt, daß solches zur Hölle gehört, und so sich dessen enthält, in diesem Zustand wird ein solcher angeregt durch die Gebote, weil er die Hölle fürchtet, und lernt aus jenen, und ebenso aus dem Wort vieles, wie er das Leben einrichten muß; wenn er dann das Gute wirkt, wirkt er aus den Geboten das Gute. Hingegen wenn er im Guten ist, fängt er an, das Ehebrechen, Stehlen, Morden, zu denen er früher Neigung hatte, zu verabscheuen; denn wenn er in jenem Zustand ist, so wirkt er das Gute nicht mehr aus den Geboten, sondern aus dem Guten, das alsdann bei ihm. Derselbe lernt im ersteren Zustand aus dem Wahren das Gute, im letzteren lernt er aus dem Guten das Wahre. So verhält es sich auch mit den geistigen Wahrheiten, die Lehren genannt werden, und noch inwendigere Gebote sind, denn die Lehren sind inwendigere Wahrheiten, die für den natürlichen Menschen. Die ersten sind sinnliche, die anderen sind wißtümliche, die inwendigeren sind Lehrwahrheiten. Diese (Lehr)wahrheiten gründen sich auf wißtümliche Wahrheiten, sofern der Mensch lediglich nur aus Wißtümlichem eine Vorstellung, Kenntnis oder einen Begriff von jenen fassen und behalten kann. Die wißtümlichen Wahrheiten aber gründen sich auf sinnliche Wahrheiten, denn ohne Sinnliches kann Wißtümliches vom Menschen nicht begriffen werden. Diese Wahrheiten, nämlich die wißtümlichen und sinnlichen, sind es, die bezeichnet werden durch den "Mann kundig der Jagd". Die Lehrwahrheiten aber sind es, die bezeichnet werden durch den "Mann des Feldes"; so folgen sie aufeinander beim Menschen. Deswegen, ehe der Mensch im Erwachsenenalter ist, und durch sinnliche und wißtümliche Wahrheiten in den Lehren ist, kann er nicht wiedergeboren werden, denn er kann in den Lehrwahrheiten nur bestärkt werden durch Vorstellungen aus Sinnlichem und Wißtümlichem, denn nichts gibt es ja beim Menschen in seinem Denken, auch in Beziehung auf das tiefste Geheimnis des Glaubens, das nicht eine natürliche und sinnliche Vorstellung bei sich hat, obwohl der Mensch meistens nicht weiß was für eine; aber im anderen Leben wird dieselbe, wenn er es verlangt, seinem Verstand, auch, wenn er es wünscht, seinem Gesicht vorgeführt, denn im anderen Leben kann solches sichtbar vorgestellt werden, was unglaublich erscheint, aber doch ist es so. 3311. "Und Jakob ein redlicher Mann", 1. Mose 25/27, daß dies bedeutet das Wahre, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist die Lehre des natürlich Wahren: Nr. 3305; und aus der Bedeutung von redlich (integri), sofern es gesagt wird von denen, die im Wahren sind, somit vom Wahren: Nr. 612. 3312. "Wohnend in Zelten", 1. Mose 25/27, daß dies den Gottesdienst daher bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Zelte, sofern sie sind das Heilige der Liebe, und daher des Gottesdienstes: Nr. 414, 1102, 2145, 2152. Daß die Zelte das Heilige des Gottesdienstes bedeuten, kommt daher, weil in der Urzeit der Mensch der Kirche, der in der Liebe zum Herrn war, und daher im Heiligen des Gottesdienstes, in Zelten wohnte, und dort seinen heiligen Gottesdienst hatte; und weil man alsdann anfing, das Heilige der Liebe und daher das Heilige des Gottesdienstes durch Zelte vorzubilden, wurde befohlen, daß sie ein Zelt nach dem Vorbild, das dem Mose auf dem Berg Sinai gezeigt wurde, machen, und darin ihren Gottesdienst einrichten sollten; daher auch das Laubhüttenfest, und daß sie dann in Zelten wohnen sollten, (angeordnet) war zum Zweck der Vorbildung des heiligen Gottesdienstes, den der Mensch der himmlischen Kirche hatte. Hieraus wird klar, daß durch wohnen in Zelten der Gottesdienst bezeichnet wird. 3313. "Und Jischak liebte den Esau, weil Jagd in seinem Munde", 1. Mose 25/28, daß dies bedeutet, das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen liebte das Gute des Wahren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, welcher ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Guten, wovon Nr. 3012, 3013, 3194, 3210; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, welcher ist das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des Guten dort, wovon Nr. 3302, 3300, und im Folgenden, wo von Edom; und aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie ist das Gute des Lebens aus natürlichen Wahrheiten, wovon Nr. 3309. "In seinem Munde" bedeutet, daß es in seiner natürlichen Neigung war; denn im Wort wird gesagt, das sei im Herzen, was innerlich ist, und aus dem Guten hervorgeht, und das sei im Munde, was äußerlich ist und aus dem Wahren hervorgeht; und weil das Gute des Wahren, das hier durch Esau vorgebildet, und durch Jagd bezeichnet wird, äußerlich ist, nämlich in der natürlichen Neigung, hervorgehend aus dem Wahren, wird gesagt es sei im Munde Jischaks gewesen. 3314. "Und Rebecka liebte den Jakob", 1. Mose 25/28, daß dies bedeutet, das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen liebte die Lehre des Wahren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des Vernünftigen, wovon Nr. 3012, 3013, 3077 und 1. Mose Kapitel 24, wo von Rebecka gehandelt wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist die Lehre des natürlich Wahren, und im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 3305. Daß das göttlich Gute des Vernünftigen das dem Natürlichen angehörige Gute, und das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen das dem Natürlichen angehörige Wahre liebt, damit verhält es sich so: Es ist das Gute und das Wahre, was das Vernünftige bildet, und es ist auch das Gute und das Wahre, was das Natürliche bildet. Das Gute des Vernünftigen fließt ein ohne das Wahre, somit unmittelbar, in das Gute des Natürlichen, und auch durch das Wahre, also mittelbar. Hingegen das Gute des Vernünftigen fließt ein durch das Wahre des Vernünftigen in das Wahre des Natürlichen, also mittelbar, und auch durch das Gute des Natürlichen in das Wahre daselbst, also auch mittelbar. Daher kommt es, daß eine engere Verbindung des Guten des Vernünftigen mit dem Guten des Natürlichen ist als mit dem Wahren des letzteren, und diese Verbindung wird bezeichnet dadurch, daß Jischak den Esau liebte, und daß eine engere Verbindung des Wahren des Vernünftigen mit dem Wahren des Natrlichen ist als mit dem Guten des letzteren, und diese Verbindung wird bezeichnet dadurch, daß Rebecka den Jakob liebte. Dies zwar ist solches, was nicht leicht begreiflich ist, vornehmlich deswegen, weil das Allgemeinste dieser Sache nicht bekannt ist in der Welt, nicht einmal in der wissenschaftlich gebildeten, z.B. daß das Vernünftige unterschieden ist vom Natürlichen, und daß das Gute und Wahre es ist, was das Vernünftige und was das Natürliche bildet, und weniger noch daß das Vernünftige in das Natürliche einfließt, daß der Mensch denken kann und wollen, wie er denkt. Wenn dieses, was das Allgemeinste ist, unbekannt ist, so kann der Einfluß, von dem oben die Rede war, nicht leicht begriffen werden. Dieses ist jedoch, worin die Engel Licht haben, und Unzähliges inne werden und zwar mit einem wonniglichen Gefühl, in dem sie sind, wenn sie dabei über das Göttliche des Herrn in Beziehung auf das Menschliche denken dürfen. Ein Mensch, der im Guten ist, und in dem ein engelhaftes Wesen, während er im Leibe ist, wird auch mit einigem Licht vom Herrn in diesem und dergleichen beschenkt. Wer hingegen nicht im Guten ist, empfindet einen Widerwillen, wenn er von solchem denkt, und einen um so größeren Widerwillen, je mehr er darüber denkt mit Anwendung auf das Göttliche, welches das Menschliche des Herrn hatte. Für die nun, die so geartet sind, ist es besser, daß sie darüber weggehen, denn sie begreifen doch nichts davon, ja sie verwerfen es, indem sie im Herzen sagen, was hilft mir das, es bringt mir doch keine Ehre, und bringt mir keinen Nutzen. 3315. Vers 29,30: Und Jakob kochte einen Brei, und Esau kam vom Felde, und er war müde. Und Esau sprach zu Jakob: laß mich doch kosten vom Roten, rot ist das, denn ich bin müde; deshalb nannte man seinen Namen Edom. "Und Jakob kochte einen Brei" bedeutet einen Zusammentrag von Lehren; "und Esau kam vom Felde" bedeutet Streben nach dem Guten des Lebens; "und er war müde" bedeutet den Zustand des Kampfes. "Und Esau sprach zu Jakob" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Guten des Natürlichen; "laß mich doch kosten vom Roten" bedeutet das Verlangen nach den Lehren; "rot ist das" bedeutet scheinbar gut; "denn ich bin müde" bedeutet hier wie früher den Zustand des Kampfes; "deshalb nannte man seinen Namen Edom" bedeutet daher seine Beschaffenheit in Ansehung des Guten, dem die Lehren des Wahren beigefügt werden. 3316. "Und Jakob kochte einen Brei", 1. Mose 25/29, daß dies den Zusammentrag von Lehren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist die Lehre des natürlich Wahren, wovon Nr. 3305; somit die Lehren, die im natürlichen Menschen; und aus der Bedeutung des Breis, sofern er ist der Zusammentrag von solchen; und ihn kochen, heißt zusammentragen, denn in der Grundsprache ist es ein dem Brei eigener Ausdruck, wie wenn man sagen würde, er braute einen Brei, d.h. er trug zusammen. Es ist der erste Zustand der Verbindung des Guten und Wahren, der in diesem Vers und in den folgenden dieses Kapitels bis zum Ende beschrieben wird. Der erste Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, oder bei dem welchem Guten verbunden wird das Wahre, ist, daß zu allererst in seinem natürlichen Menschen, oder in dessen Magazin, welches das Gedächtnis genannt wird, die Lehren des Wahren ohne bestimmte Ordnung zusammengetragen werden. Die Lehren, die alsdann dort sind, können verglichen werden einer ungeordneten und wie durcheinander liegenden Masse, und gleichsam einem Chaos; dies jedoch zu dem Zweck, daß es in Ordnung gebracht werden soll, denn alles was in Ordnung gebracht wird, ist Anfangs so beschaffen. Dies ist es, was bezeichnet wird durch den Brei, den Jakob kochte, d.h. zusammentrug. Von selbst wird dies nicht in Ordnung gebracht, sondern vom Guten, das in dasselbe einfließen muß, und in dem Maß und in der Art, als das Gute auf jenes einwirkt, in solchem Maß und in solcher Art bringt es jenes in Ordnung. Sobald das Gute jenes begehrt und verlangt, in der Absicht jenes sich zu verbinden, erscheint es in der Weise der Neigung zum Wahren. Dies ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß Esau zu Jakob sprach: "laß mich doch kosten vom Roten, rot ist das". Dies erscheint zwar ziemlich fern vom Buchstabensinn, aber doch wenn dies vom Menschen gelesen und nach dem Buchstabensinn von ihm begriffen wird, haben die bei ihm befindlichen Engel durchaus keine Vorstellung von einem Brei, noch von Jakob, noch von Esau, noch vom Roten, noch vom kosten vom Roten, sondern statt dessen haben sie eine geistige Vorstellung, die eine ganz andere und von jener natürlichen entfernte ist. In eine solche Vorstellung, nämlich in eine geistige, wird jenes augenblicklich verwandelt. So verhält es sich auch mit dem übrigen im Wort, wie z.B. wenn dort gelesen wird Brot, werden die Engel nicht inne Brot, sondern augenblicklich werden sie für Brot inne himmlische Liebe, und was der himmlischen Liebe, d.h. der Liebe zum Herrn angehört. Und wenn im Wort gelesen wird Wein, werden sie nicht inne Wein, sondern für Wein geistige Liebe, und was jener Liebe, d.h. der Liebe gegen den Nächsten angehört; so wenn gelesen wird Brei oder Gemüse, werden sie nicht inne Brei oder Gemüse, sondern Lehren, die dem Guten noch nicht verbunden sind, somit einen ungeordneten Zusammenhang derselben. Hieraus kann erhellen, welches und wie beschaffen das Denken und Innewerden der Engel ist, und wie entfernt es ist vom Denken und Innewerden des Menschen. Würde der Mensch ebenso denken, während er in heiliger Stimmung ist, wie während des heiligen Abendmahls, und für das Brot inne werden Liebe zum Herrn, und für Wein Liebe gegen den Nächsten, dann wäre er in gleichem Denken und Innewerden mit den Engeln, die alsdann sich ihm mehr nahen würden, bis daß sie ihre Gedanken zusammengesellen könnten, jedoch insofern der Mensch zugleich im Guten wäre. Daß Brei oder Gemüse einen Zusammentrag bedeutet, kann auch aus demjenigen erhellen, was von den Söhnen der Propheten und Elisa gesagt wird, im 2. Buch der Könige 4/38-41: "Elisa kam wieder gen Gilgal, und Hunger im Land, und die Söhne der Propheten sitzend vor ihm; und er sprach zu seinem Knaben, setze einen großen Topf zu, und koche einen Brei den Söhnen der Propheten; und es ging einer hinaus ins Feld, Kräuter zu sammeln, und er fand einen Weinstock des Feldes, und las davon Bittergurken sein Kleid voll, und er kam und schnitt es in den Brei, weil sie es nicht kannten, und sie schütteten es den Männern aus zum Essen, und es geschah, indem sie vom Brei aßen, da schrieen sie und sprachen: Tod im Topf, Mann Gottes, und sie konnten es nicht essen; und er sprach, und nehmet Mehl, und er warf es in den Topf, und sprach, schütte aus dem Volk, und sie aßen, und es war kein böses Wort im Topf": dies bedeutet im inneren Sinn etwas ganz anderes als im Buchstabensinn, nämlich: Hunger im Land, Mangel an Erkenntnissen des Guten und Wahren: Nr. 1460; Söhne der Propheten Lehrer: Nr. 2534; Brei einen Zusammentrag aus Wißtümlichem, der übel zusammen gewirkt ist; Mehl das Wahre, das aus dem Guten, oder das Geistige, das aus dem Himmlischen: Nr. 2177. Daß Elisa Mehl in den Topf warf, und dann nichts Böses darin war, bedeutet somit, daß jener Zusammentrag verbessert worden sei durch das geistig Wahre aus dem Wort des Herrn, denn Elisa bildete den Herrn vor in Ansehung des Wortes: Nr. 2762. Ohne diesen geistigen Sinn wäre die Erzählung von dem Brei und dessen Veränderung durch das Mehl nicht wert gewesen, in dem so heiligen Wort erwähnt zu werden. Zum Zweck der vorbildlichen Darstellung jener Sachen ist dies Wunder geschehen, so auch die übrigen Wunder im Wort, die alle Göttliches in sich bergen. 3317. "Und Esau kam vom Felde", 1. Mose 25/29, daß dies bedeutet das Streben nach dem Guten des Lebens, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Lebens des natürlich Wahren, wovon Nr. 3300; und aus der Bedeutung des "Kommens vom Felde", sofern es ist das Streben nach dem Guten; denn "sinnen im Felde", heißt: denken im Guten: Nr. 2971, 3196; denn Feld ist das Gute, das der Kirche angehört: Nr. 2971. 3318. "Und er war müde", 1. Mose 25/29, daß dies den Zustand des Kampfes bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung von müde oder Müdigkeit, sofern sie ist der Zustand nach dem Kampf. Hier der Zustand des Kampfes, weil vom Zustand der Verbindung des Guten mit dem Wahren im natürlichen Menschen gehandelt wird. Daß müde hier den Zustand des Kampfes bedeutet, kann nur aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn erhellen, und daraus hauptsächlich, daß das Gute mit dem Wahren im natürlichen Menschen nicht verbunden werden kann ohne Kämpfe, oder was das gleiche, ohne Versuchungen. Damit man wisse, wie sich dies verhält, aber beim Menschen, soll es mit wenigem gesagt werden: Der Mensch ist nichts anderes als ein Organ oder Gefäß, das Leben aufnimmt vom Herrn, denn aus sich lebt der Mensch nicht: Nr. 290, 1954, 2021, 2706, 2886-2889, 3001. Das Leben, das beim Menschen vom Herrn einfließt, ist aus Seiner göttlichen Liebe, diese oder das Leben aus ihr fließt und schließt sich an die Gefäße an, die im Vernünftigen und die im Natürlichen des Menschen. Diese Gefäße beim Menschen sind in einer entgegengesetzten Lage in Beziehung auf das Leben infolge des erblich Bösen, in das der Mensch geboren wird, und infolge des wirklich Bösen, das er sich selbst verschafft. Inwieweit aber das Leben, das einfließt, die Gefäße zu seiner Aufnahme bestimmen kann, insoweit bestimmt es sie. Diese Gefäße im vernünftigen Menschen und in seinem Natürlichen sind das, was Wahrheiten genannt wird, und an sich nichts sind als Gefühlswahrnehmungen (perceptiones) von den Wechseln der Form jener Gefäße, und von den Zustandsveränderungen, gemäß denen auf verschiedene Weise die Wechsel eintreten, die in den feinsten Substanzen auf unbeschreibliche Weise vor sich gehen: Nr. 2487. Das Gute selbst, das Leben hat vom Herrn, oder welches ist Leben, ist es, was einfließt und bestimmt. Wenn nun jene Gefäße, die anders gestellt werden sollen, in der entgegengesetzten Lage und Richtung in Beziehung auf das Leben sind, wie gesagt worden, so kann einleuchten, daß jene gebracht werden müssen in eine Lage, die dem Leben gemäß ist, oder dahin, daß sie dem Leben Folge leisten. Dies kann durchaus nicht geschehen, solange der Mensch in demjenigen Zustand ist, in den er geboren wurde, und in den er sich selbst gebracht hat, denn sie gehorchen nicht, weil sie hartnäckig widerstehen, und der himmlischen Ordnung, nach der das Leben wirkt, Trotz bieten, denn das Gute, das sie bewegt, und dem sie folgen, ist der Selbst- und Weltliebe eigen, dieses macht durch die dumpfe Wärme, die innen ist, daß jene so beschaffen sind, daher, ehe sie folgsam werden und einiges Leben der Liebe des Herrn aufzunehmen fähig sein können, müssen sie erweicht werden. Diese Erweichung geschieht durch keine anderen Mittel als durch Versuchungen, denn die Versuchungen nehmen das weg, was der Selbstliebe und was der Verachtung anderer neben sich, folglich was der Selbstherrlichkeit, dann was dem Haß und der Rachgier deswegen angehört. Wenn nun solches durch Versuchungen einigermaßen gemäßigt und gezähmt worden ist, dann fangen jene Gefäße an, nachgiebig und dem Leben der Liebe des Herrn, das fortwährend beim Menschen einfließt, willfährig zu werden. Die Folge davon ist nun, daß das Gute zuerst im vernünftigen Menschen, hernach im natürlichen, mit den Wahrheiten daselbst verbunden zu werden anfängt, denn die Wahrheiten sind nichts anderes als Gefühlswahrnehmungen von den Wechseln der Form gemäß den Zuständen, die fortwährend sich verändern, und die Gefühlswahrnehmungen kommen vom Leben, das einfließt. Daher kommt es, daß der Mensch durch Versuchungen, oder was das gleiche, durch geistige Kämpfe wiedergeboren, d.h. neu gemacht wird, und warum er hernach mit einer anderen Sinnesart begabt, nämlich daß er sanftmütig, demütig, einfältig und eines gebrochenen Herzens wird. Aus diesem kann nun erhellen, welchen Nutzen die Versuchungen leisten, nämlich den, daß das Gute vom Herrn nicht nur einfließen, sondern auch die Gefäße zum Gehorsam bringen, und so sich mit ihnen verbinden kann. Daß die Wahrheiten Aufnahmegefäße des Guten sind, sehe man Nr. 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269. Weil also hier von der Verbindung des Guten und Wahren im natürlichen Menschen gehandelt wird, und der Anfang der Verbindung durch Kämpfe geschieht, die im Gefolge von Versuchungen sind, so kann erhellen, daß durch: "er war müde", der Zustand des Kampfes bezeichnet wird. Was aber den Herrn betrifft, von dem im höchsten Sinn hier gehandelt wird, so hat Er durch die heftigsten Versuchungskämpfe alles in Ihm in göttliche Ordnung gebracht, bis zu dem Grad, daß vom Menschlichen, das Er von der Mutter bekommen hatte, gar nichts übrig blieb: Nr. 1444, 1573, 2159, 2574, 2649, 3036; so daß Er nicht neu gemacht wurde wie ein anderer Mensch, sondern ganz göttlich, denn der Mensch, der durch Wiedergeburt neu gemacht wird, behält dennoch bei sich die Neigung zum Bösen, ja das Böse selbst, aber er wird vom Bösen durch den Einfluß des Lebens der Liebe des Herrn abgehalten, und zwar mit einer sehr starken Kraft. Dagegen der Herr hat alles Böse, das Er erblich hatte von der Mutter, ganz ausgeworfen, und Sich göttlich gemacht, auch in Ansehung der Gefäße, d.h. in Ansehung der Wahrheiten. Dies ist es, was im Wort genannt wird Verherrlichung. 3319. "Und Esau sprach zu Jakob", 1. Mose 25/30, daß dies das Innewerden des Herrn aus dem Guten des Natürlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, das ist Innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2862; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist der Herr in Ansehung des Guten des Natürlichen, wovon Nr. 3300, 3302; und im gleich Folgenden, wo von Edom; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Wahre des Natürlichen, wovon Nr. 3305; und auf dieses bezieht sich das Innewerden. 3320. "Laß mich doch kosten vom Roten", 1. Mose 25/30, daß dies das Verlangen nach den Lehren bedeutet; und daß, "rot ist das" bedeutet scheinbar gut, erhellt aus der Bedeutung von kosten, sofern es ist mitgeteilt und verbunden werden, wovon Nr. 3089; daher "laß mich doch kosten", heißt verlangen nach der Verbindung des Wahren oder der Lehren mit ihm. Und aus der Bedeutung des Roten, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 3300; hier das scheinbar Gute, weil die Lehren wie immer sie auch geordnet sein mögen, in der äußeren Form als gut erscheinen, wiewohl sie innerlich ein Zusammenhang sind: Nr. 3316. Daß dies erwähnt wird, hat auch den Grund, weil Esau davon den Namen Edom bekam; denn rot heißt in der Grundsprache Edom; und zwar deswegen, daß durch Edom bezeichnet werde das Gute, dem die Lehren des Wahren beigefügt wurden. 3321. "Denn ich bin müde", 1. Mose 25/30, daß dies den Zustand des Kampfes bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von müde oder Müdigkeit, sofern sie ist der Zustand des Kampfes, wovon Nr. 3318. Daß hier abermals gesagt wird "müde", ist der Bestätigung wegen, daß die Verbindung des Guten mit dem Wahren im Natürlichen durch geistige Kämpfe, d.h. durch Versuchungen bewirkt wird. Mit der Verbindung des Guten mit dem Wahren im Natürlichen, verhält es sich im allgemeinen so, daß das Vernünftige des Menschen die Wahrheiten früher aufnimmt als sein Natürliches und zwar deswegen, daß das Leben des Herrn, das der Liebe angehört, durch das Vernünftige ins Natürliche einfließen und dieses ordnen und zum Gehorsam bringen kann, denn das Vernünftige ist fein, und das Natürliche grob, oder was das gleiche, jenes ist innerlich, dieses äußerlich; es ist der Ordnung gemäß, was bekannt sein kann, daß jenes in dieses einfließen kann, nicht aber umgekehrt. Daher kommt es, daß das Vernünftige des Menschen eher den Wahrheiten angepaßt werden und sie aufnehmen kann als das Natürliche. Dies kann augenscheinlich daraus erhellen, daß der vernünftige Mensch, bei einem der wiedergeboren wird, viel kämpft mit dem Natürlichen, oder was das gleiche, der innere mit dem äußeren. Denn der innere Mensch, wie auch bekannt ist, kann die Wahrheiten sehen, und auch sie wollen, aber der äußere widerstrebt und widersteht. Denn es ist im natürlichen Menschen Wißtümliches, das großenteils von Sinnestäuschungen herstammt, und was er, obwohl es falsch ist, doch für wahr hält. Es ist auch unzählig vieles, was der natürliche Mensch nicht begreift, denn er ist beziehungsweise in Schatten und Dunkel, und was er nicht begreift, davon glaubt er entweder, es existiere nicht, oder es sei nicht so; es sind Begierden da, die der Selbst- und Weltliebe angehören, und das, was ihnen günstig ist, nennt er wahr; und wenn der Mensch ihnen die Herrschaft läßt, so ist alles, was daher kommt, den geistigen Wahrheiten entgegen. Es sind auch Vernunftschlüsse aus Falschem da, das von Kindheit an eingeprägt ist; und außerdem begreift der Mensch das, was in seinem natürlichen Menschen ist, mit klarer Empfindung, nicht aber so das, was in seinem Vernünftigen, ehe er des Körpers entkleidet ist. Dies macht auch, daß er glaubt, das sei alles, und was nicht in den natürlichen Sinn fällt, kaum für etwas hält. Solches und mehreres macht, daß der natürliche Mensch viel später und schwerer die Wahrheiten aufnimmt als sein vernünftiger; daher der Kampf, der ziemlich lange dauert, und nicht aufhört, ehe die Aufnahmegefäße des Guten im natürlichen Menschen erweicht sind, wie Nr. 3318 gezeigt wurde, denn die Wahrheiten sind nichts als Aufnahmegefäße des Guten: Nr. 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269, welche Gefäße um so härter sind, je verstockter der Mensch in dem ist, wovon gesagt worden; und je verstockter er ist, desto heftiger ist der Kampf, wenn er wiedergeboren werden soll. Darum, weil es sich so mit dem natürlichen Menschen verhält, daß die Verbindung der Wahrheiten mit dem Guten in ihm durch Versuchungskämpfe geschehen muß, wird abermals gesagt, ich bin müde. 3322. "Deshalb nannte man seinen Namen Edom", 1. Mose 25/30, daß dies bedeutet, daher seine Beschaffenheit in Ansehung des Guten, dem die Lehren des Wahren beigefügt worden, erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, oder nennen mit Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006; und aus der vorbildlichen Bedeutung Edoms. Im Wort wird hie und da Esau, dann auch Edom genannt, und durch Esau wird dort bezeichnet das Gute des Natürlichen, ehe ihm, nämlich dem Guten, so verbunden sind die Lehren des Wahren, dann auch das Gute des Lebens infolge des Einflusses aus dem Vernünftigen; und durch Edom wird bezeichnet das Gute des Natürlichen, dem beigefügt sind die Lehren des Wahren. Aber im entgegengesetzten Sinn bedeutet Esau das Böse der Selbstliebe, ehe ihr, nämlich der Selbstliebe so beigefügt ist das Falsche, und Edom das Böse jener Liebe, wenn ihr dasselbe beigefügt ist. Die meisten Namen im Wort haben auch einen entgegengesetzten Sinn, wie öfters gezeigt wurde, aus dem Grund, weil das gleiche, was Gutes und Wahres der Kirche war, in den Kirchen mit der Zeit durch allerlei üble Anwendungen in Böses und Falsches ausartet. Daß durch Esau und Edom dies bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.63/1-3,5: "Wer ist, der da kommt aus Edom, besprengt an Kleidern aus Bozra, ehrwürdig in Seinem Gewand, einhertretend in der Größe Seiner Kraft; warum rot in betreff Deines Gewandes, und Deine Kleider wie eines Treters in der Kelter? Die Kelter trat Ich allein, und von den Völkern kein Mann mit Mir, Ich sah Mich um, und kein Helfer, und Ich entsetzte Mich, und kein Unterstützer, und es rettete Mich Mein Arm": daß dort Edom der Herr ist, erhellt offenbar; und daß es der Herr ist in Ansehung des göttlich Guten des göttlich Natürlichen, ist klar, denn es wird gehandelt von der Verbindung des Guten und Wahren im Menschlichen des Herrn, und von den Versuchungskämpfen, durch die Er es verbunden hat. Daß die Kleider dort sind die Wahrheiten des natürlichen Menschen, oder beziehungsweise niedere Wahrheiten, sehe man Nr. 2576, und daß rot das Gute des Natürlichen ist: Nr. 3300. Daß der Herr mit eigener Kraft durch Versuchungskämpfe die Wahrheiten dort dem Guten verbunden habe, wird beschrieben dadurch, daß Er die Kelter allein trat, und von den Völkern kein Mann mit Mir, Ich sah Mich um, und kein Helfer, Ich entsetzte Mich, und kein Unterstützer, und es rettete Mich Mein Arm. Daß Arm die Kraft ist: Nr. 878. Richt.5/4,5: "Jehovah, da Du ausgingst aus Seir, da Du hervortratest aus dem Feld Edoms, erzitterte die Erde, auch troffen die Himmel, auch die Wolken troffen, die Berge zerflossen": hervortreten aus dem Felde Edoms bedeutet beinahe das gleiche wie bei Jesaja: kommen aus Edom. 5. Mose 33/2: "Jehovah ist von Sinai gekommen, und aufgegangen von Seir ihnen". 4. Mose 24/17-19: "Ich sehe Ihn, und nicht jetzt, ich erblicke Ihn, und nicht nahe; aufgehen wird ein Stern aus Jakob, und wird aufstehen ein Zepter aus Israel und sein wird Edom Erbgut, und ein Erbgut wird sein Seir, Seiner Feinde, und Israel tut Heereskraft, und wird herrschen über Jakob, und wird verderben das übrige von der Stadt": wo von der Zukunft des Herrn in der Welt, dessen menschliches Wesen heißt Stern aus Jakob und Zepter aus Israel. Edom und Seir, das ein Erbgut sein soll, für das göttlich Gute des göttlich Natürlichen des Herrn, daß es wird werden das Erbgut Seiner Feinde für: es werde an die Stelle dessen treten, was früher im Natürlichen war. Die Herrschaft alsdann über die Wahrheiten dort wird verstanden unter dem, daß Er herrschen wird über Jakob, und verderben wird das übrige von der Stadt. Daß Jakob ist das Wahre des Natürlichen: Nr. 3305, und daß die Stadt ist die Lehre: Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216. Es wird gesagt, er herrsche über dieses, wenn es dem Guten untergeordnet und unterworfen ist, und ehe dies der Fall ist, wird es Feinde genannt, weil es fortwährend widerstreitet, wie Nr. 3321 gezeigt wurde. Amos 9/11,12: "An jenem Tage will Ich aufrichten das verfallene Zelt Davids, und verzäunen ihre Risse, und Sein Abgebrochenes wieder aufrichten, und es bauen wie in den Tagen der Ewigkeit, daß sie besitzen den Überrest Edoms, und alle Völkerschaften, über welche genannt ist Mein Name": Zelt Davids für die Kirche und die Verehrung des Herrn, der Überrest Edoms für diejenigen, die im Guten sind innerhalb der Kirche, die Völkerschaften, über welche Sein Name genannt ist für diejenigen, die im Guten sind außerhalb der Kirche. Daß Völkerschaften sind die im Guten: Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. Ps.60/10-12: "Auf Edom will ich senden meinen Schuh; wer wird mich hinbringen zur Stadt der Festung, wer wird mich führen bis gen Edom, bist es nicht Du, Gott": Edom für das Gute des Natürlichen. Daß es das Gute des Natürlichen ist, wird klar aus der Bedeutung des Schuhes, welcher ist das unterste Natürliche: Nr. 1748. Dan.11/40,41: "Zur Zeit des Endes wird sich stoßen mit ihm der König des Mittags, darum wird wie ein Sturm auf ihn stürzen der König der Mitternacht mit Wagen, und wird überfluten und eindringen; und wenn er kommt in das Land der Zier, werden viele zerfallen; diese jedoch werden entrissen werden seiner Hand, Edom und Moab; und die Erstlinge der Söhne Ammons": es wird dort gehandelt vom letzten Zustand der Kirche. König der Mitternacht für Falsches, oder was das gleiche, für diejenigen, die in Falschem; Edom für diejenigen, die im einfältig Guten, das ist das Gute, wie es sich bei denjenigen findet, welche die äußere Kirche des Herrn bilden. Ebenso Moab und die Söhne Ammons: Nr. 2468. Und weil beide, nämlich Edom und Moab, diejenigen, die im Guten sind, bedeuten, darum werden in vielen Stellen beide nebeneinander genannt, aber der Unterschied ist, daß Edom ist das Gute des Natürlichen, dem die Lehren des Wahren beigefügt sind, Moab aber das natürlich Gute, wie es sich auch bei denen findet, bei denen sie nicht verbunden sind. Jene und diese erscheinen der äußeren Form nach gleich, aber nicht der inneren. Hieraus nun wird klar, warum gesagt wurde: "sie sollten den Edomiter nicht für Greuel halten, weil er ein Bruder, noch den Ägypter, weil sie Fremdlinge in seinem Lande gewesen sind": 5. Mose 23/8; weil durch den Edomiter bezeichnet wird das Gute des Natürlichen, und durch den Ägypter sein Wahres, das ist Wißtümliches: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, darum werden beide im guten Sinn genannt. Hieraus wird auch klar, warum Jehovah zu Mose sagte: "daß sie nicht streiten sollen mit den Söhnen Esaus, und daß den Söhnen Jakobs nicht gegeben werden soll von ihrem Lande bis zur Spur der Fußsohle": 5. Mose 2/4-6. Im entgegengesetzten Sinn aber werden durch Esau und Edom diejenigen vorgebildet, die vom Guten ablenken, dadurch daß sie das Wahre ganz verachten, und keine Glaubenswahrheit an sich herankommen lassen wollen, was hauptsächlich geschieht aus Ursache der Selbstliebe, daher im entgegengesetzten Sinn durch Esau und Edom solche bezeichnet werden. Was auch dadurch vorgebildet wurde, daß "der König Edoms mit zahlreichem Volk und starker Hand auszog, und sich weigerte zu gestatten Israel, durch seine Grenze zu ziehen": 4. Mose 20/14-22. Daß dieses Böse, nämlich die Selbstliebe, so geartet ist, daß es die Glaubenswahrheiten nicht zuläßt, so auch nicht die Lehren des Wahren, wird in verschiedenen Stellen im Wort durch Esau und Edom beschrieben, und zugleich der Zustand der Kirche, wenn sie so beschaffen wird; als bei Jerem.49/7,8,10,11,17: "Wider Edom, ist denn keine Weisheit mehr in Theman, ist der Rat verloren von den Verständigen, ist faulig geworden ihre Weisheit; fliehet, sie haben sich abgewandt, sich vertieft zu wohnen, die Bewohner Dedans, denn Ich werde den Unfall Esaus kommen lassen über ihn: Ich werde entblößen den Esau, offenbaren seine Heimlichkeiten, und sie kann nicht verborgen werden, verwüstet ist sein Same, und seine Brüder, und seine Nachbarn; verlaß deine Waisen, Ich werde lebendig machen, und deine Witwen, auf Mich sollen sie trauen; Edom wird zur Wüste werden, jeder, der an ihr vorbeigeht, wird sich entsetzen und pfeifen über alle ihre Plagen". Ps.83/5-7: "Sie sagen, nicht soll des Namens Israels mehr gedacht werden, weil sie beratschlagen im Herzen miteinander, über dich schließen einen Bund die Zelte Edoms, und die Jischmaeliter, und Moab, und die Hagariter". Obadja 1/2-4,6-9,10,18,19,21: "So sprach der Herr Jehovih zu Edom: siehe, klein habe Ich dich gemacht unter den Völkerschaften, verachtet bist du sehr, der Hochmut deines Herzens hat dich betrogen, wohnend in den Klüften des Felsen, auf der Höhe deines Sitzes, der du sprichst in deinem Herzen: wer wird mich herunterstürzen zur Erde; wenn du dich hoch machst wie der Adler, und wenn du zwischen Sternen setzest dein Nest, so will Ich dich von dannen herunterstürzen; wie sind ausgeforscht worden Esau, durchsucht ihre Schlupfwinkel; werde Ich nicht an jenem Tage verderben die Weisen aus Edom, und die Verständigen aus dem Berge Esau, um des Mordes willen, wegen der Gewalttat an deinem Bruder Jakob wird dich Schande bedecken, und du wirst ausgerottet werden auf ewig, werden wird das Haus Jakobs ein Feuer, und das Haus Josephs eine Flamme, und das Haus Esaus zur Stoppel, und sie werden sie anzünden, und sie verzehren, und nichts wird übrigbleiben dem Haus Esau, und es werden erben die Mittägigen den Berg Esaus": Edom und Esau dort für das Böse des natürlichen Menschen, das aus der Selbstliebe entspringt, das alles Wahre verachtet und verwirft, daher seine Verwüstung. Hes.35/2-5,8-10,12,15: "Sohn des Menschen, setze deine Angesichte wider den Berg Seir, und weissage wider ihn, und sprich zu ihm, so sprach der Herr Jehovih: Ich wider dich Berg Seir, und will ausstrecken Meine Hand wider dich, und will dich machen zur Wüste und Zerstörung, weil du die Feindschaft der Ewigkeit hast, und fließen lässest die Söhne Israels über die Hände des Schwerts, zur Zeit ihres Unfalls, zur Zeit der Missetat des Endes, weil du gesagt hast von den zwei Völkerschaften, und von den zwei Ländern, mein sind sie, und wir wollen sie erben, und Jehovah ist dort; und du wirst erkennen, daß Ich, Jehovah, gehört habe alle deine Schmähungen, die du gesagt hast wider die Berge Israels, wüste soll sein der Berg Seir, und alles Edom ganz": dort ist augenscheinlich klar, daß Edom im entgegengesetzten Sinn diejenigen sind, die geistig Gutes, das die Berge Israels sind, verachten, verwerfen und mit allerlei Schmach belegen. Hes.36/5: "So sprach der Herr Jehovih: wenn Ich nicht im Feuer Meines Eifers geredet habe über den Rest der Völkerschaften, und über ganz Edom, die Mein Land sich gegeben haben zum Erbe mit der Freude des ganzen Herzens, mit Verachtung der Seele": sich das Land zum Erbe geben, für: die Kirche verwüsten, d.h. das Gute und Wahre, das der Kirche angehört. Mal.1/1-3: "Wort Jehovahs wider Israel, Ich habe dich geliebt, sprach Jehovah, und ihr saget, worin hast Du uns geliebt, ist nicht Esau der Bruder Jakobs, und Ich liebe Jakob, und hasse Esau, und setze seinen Berg wüste": dort Esau für das Böse des Natürlichen, das nicht zuläßt das geistig Wahre, das ist Israel: Nr. 3305, und die Lehre des Wahren, die Jakob: Nr. 3305, und deswegen verwüstet wird, das ist hassen. Daß hassen nichts anderes ist, wird klar aus demjenigen, was oben über Esau und Edom im guten Sinn aus dem Wort angeführt wurde. Wenn aber das Wahre sich dem Guten nicht beigesellen läßt, dann wird von Jakob umgekehrt gesagt, wie bei Hos.12/3,4: "Heimzusuchen über Jakob seine Wege, nach seinen Werken wird Er ihm vergelten, im Mutterleib hat er untertreten seinen Bruder". 3323. Vers 31-33: Und Jakob sprach: verkaufe wie heute dein Erstgeburtsrecht mir. Und Esau sprach: siehe, ich gehe hin zu sterben, und wozu das mir, das Erstgeburtsrecht. Und Jakob sprach: schwöre mir wie heute; und er schwur ihm, und verkaufte sein Erstgeburtsrecht dem Jakob. "Und Jakob sprach" bedeutet die Lehre des Wahren; "verkaufe wie heute dein Erstgeburtsrecht mir" bedeutet, daß der Zeit nach die Lehre des Wahren scheinbar das Erstere sei. "und Esau sprach: siehe, ich gehen hin zu sterben" bedeutet, daß er hernach auferstehe; "und wozu das mir, das Erstgeburtsrecht" bedeutet, daß es alsdann des Vorrangs nicht bedürfe, "und Jakob sprach" bedeutet die Lehre des Wahren; "schwöre mir wie heute, und er schwur ihm" bedeutet die Bekräftigung; "und verkaufte sein Erstgeburtsrecht dem Jakob" bedeutet der Vorrang sei einstweilen eingeräumt worden. 3324. "Und Jakob sprach", 1. Mose 25/31, daß dies die Lehre des Wahren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist die Lehre des natürlich Wahren, wovon Nr. 3305; oder was das gleiche, diejenigen, die in der Lehre des Wahren sind. In diesen Versen, bis zum Ende des Kapitels wird vom Vorzugsrecht gehandelt, ob es dem Wahren gehöre oder ob dem Guten, oder was das gleiche, ob der Lehre des Wahren oder ob dem Leben des Guten, oder was ebenfalls gleich, ob dem Glauben, sofern dieser ist das Wahre der Lehre, oder ob der Liebtätigkeit, sofern dies ist das Gute des Lebens. Wenn der Mensch aus natürlichem Innewerden schließt, meint er, daß der Glaube, sofern er ist das Wahre der Lehre, den Vorrang habe vor der Liebtätigkeit, sofern sie ist das Gute des Lebens, weil er inne wird wie das Wahre, welches ist Sache der Lehre, eingeht, nicht aber wie das Gute, welches ist Sache des Lebens; denn jenes geht auf äußerem, nämlich sinnlichem Weg ein, dieses aber auf inwendigem Weg. Dann auch, weil er nichts anderes wissen kann, als daß das Wahre, weil es lehrt was gut ist, den Vorzug vor dem Guten habe; auch weil die Besserung des Menschen durch das Wahre und auch gemäß dem Wahren geschieht, so sehr, daß der Mensch im Guten vervollkommnet wird in dem Maß, als ihm Wahres verbunden werden kann, folglich das Gute vervollkommnet wird durch das Wahre; und noch mehr, weil der Mensch im Wahren sein kann, und aus ihm denken und reden, und zwar mit scheinbarem Eifer, wenn er auch nicht zugleich im Guten ist; auch aus dem Wahren sein in der Zuversicht der Seligkeit. Dieses und mehreres andere macht, daß der Mensch, wenn er aus dem sinnlichen und natürlichen Menschen urteilt, vermutet, daß das Wahre, das Sache des Glaubens ist, den Vorrang habe vor dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist. Aber das alles sind Vernunftschlüsse aus Täuschungen, weil es dem sinnlichen und natürlichen Menschen so erscheint. Das Gute selbst, das Sache des Lebens ist, geht vor; denn das Gute, das Sache des Lebens, ist der eigentliche Boden, in den die Wahrheiten eingesät werden müssen, und wie der Boden, so beschaffen ist die Aufnahme der Samen, d.h. der Glaubenswahrheiten. Zwar können die Wahrheiten vorher im Gedächtnis aufbewahrt werden, wie die Samen im Kasten, oder wie bei den kleinen Vögeln in ihrem Kropf, aber sie werden nicht des Menschen eigen, es sei denn der Boden zubereitet; und wie der Boden, d.h. wie beschaffen das Gute, so beschaffen ist das Wachstum und die Befruchtung jener. Doch sehe man, was hierüber früher oftmals gezeigt wurde, und dies wird angeführt, daß man daraus wisse, was gut und was wahr, und daß der Vorrang dem Guten und nicht dem Wahren gebührt, nämlich: warum man keine zwischen dem Guten und Wahren unterschiedene Vorstellung habe: Nr. 2507. Daß das Gute auf einem inwendigen dem Menschen unbekannten Weg einfließe, das Wahre auf einem äußeren, dem Menschen bekannten Weg erworben werde: Nr. 3030, 3098. Daß die Wahrheiten die Aufnahmegefäße des Guten seien: Nr. 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269, 3068, 3318. Daß das Gute sein Wahres, dem es verbunden werden soll, anerkenne: Nr. 3101, 3102, 3179; und daß auf das sorgfältigste erforscht und verhütet werde, daß das Falsche nicht verbunden wird dem Guten, und das Wahre nicht dem Bösen: Nr. 3033, 3101, 3102. Daß das Gute sich das Wahre mache, dem es verbunden werden soll, weil es nichts anders für wahr anerkennt, als was (mit ihm) übereinstimmt: Nr. 3161. Daß es kein anderes Wahres gebe als das aus dem Guten: Nr. 2434. Daß das Wahre die Form des Guten sei: Nr. 3049. Daß das Wahre das Bild des Guten in sich und im Guten das eigentliche Urbild von sich habe, aus dem (es stammt): Nr. 3180. Daß der Same, der das Wahre ist, im Guten wurzelt, das Sache der Liebtätigkeit ist: Nr. 880. Daß es durchaus keinen Glauben gebe, als in seinem Leben, das ist in der Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 379, 389, 654, 724, 1608, 2343, 2349. Daß man von der Liebe und Liebtätigkeit aus die Wahrheiten ersehen könne, die den Glaubenslehren angehören, nicht umgekehrt: Nr. 2454. Daß vom Glauben aus sehen und nicht von der Liebe und Liebtätigkeit aus, heiße, hinter sich sehen und sich rückwärts kehren: Nr. 2454. Daß das Wahre lebendig werde gemäß dem Guten eines jeden, somit gemäß dem Zustand der Unschuld und Liebtätigkeit beim Menschen: Nr. 1776, 3111. Daß die Glaubenswahrheiten von anderen nicht aufgenommen werden können, als die im Guten sind: Nr. 2343, 2349. Daß, die in keiner Liebtätigkeit sind, den Herrn nicht, somit nichts Glaubenswahres anerkennen können; daß, wenn sie bekennen, es etwas Äußeres ist ohne Inneres, oder aus Heuchelei: Nr. 2354. Daß gar kein Glaube, wo keine Liebtätigkeit: Nr. 654, 1162, 1176, 2429. Daß Weisheit, Einsicht und Wissenschaft Söhne der Liebtätigkeit seien: Nr. 1226. Daß die Engel, weil in der Liebe, in der Einsicht und Weisheit seien: Nr. 2500, 2572. Daß das Engelsleben in Gutem der Liebtätigkeit bestehe, und daß die Engel Gestalten der Liebtätigkeit seien: Nr. 454, 553. Daß die Liebe zum Herrn die Ähnlichkeit Seiner, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten Sein Bild sei: Nr. 1013, Daß die Engel alles, was des Glaubens ist, durch die Liebe zum Herrn inne werden: Nr. 202. Daß nichts lebe als die Liebe und die Neigung: Nr. 1589. Daß, die gegenseitige Liebe und Liebtätigkeit haben, des Herrn Leben haben: Nr. 1799, 1803. Daß die Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten der Himmel selbst sei. Nr. 1802, 1824, 2057, 2130, 2131. Daß die Gegenwart des Herrn gemäß dem Zustand der Liebe und Liebtätigkeit sei: Nr. 904. Daß alle zehn Gebote und alle Stücke des Glaubens in der Liebtätigkeit sind: Nr. 1121, 1798. Daß die Erkenntnis der Glaubenslehren nichts mache, wenn der Mensch keine Liebtätigkeit habe, denn die Lehren bezielen die Liebtätigkeit als Zweck: Nr. 2049, 2116. Daß keine Anerkennung des Wahren, somit auch kein Glaube möglich sei, wenn der Mensch nicht im Guten ist: Nr. 27, 2261. Daß das Heilige des Gottesdienstes sich verhält wie die Beschaffenheit und das Maß des in die Liebtätigkeit eingepflanzten Glaubenswahren: Nr. 2190. Daß kein Seligwerden durch den Glauben (stattfindet), sondern durch das Leben des Glaubens, das Liebtätigkeit: Nr. 2228, 2261. Daß das Himmelreich denen zukomme, die den Glauben der Liebtätigkeit haben: Nr. 1608. Daß im Himmel alle vom Gesichtspunkt der Liebtätigkeit und des Glaubens aus ihr betrachtet werden: Nr. 1258. Daß man in den Himmel nur Zugang habe durch das Wollen des Guten von Herzen: Nr. 2401. Daß man selig werde im Glauben, aber nur wenn im Glauben das Gute ist: Nr. 2261, 2442. Daß der Glaube, der nicht dem Guten des Lebens eingepflanzt ist, im anderen Leben ganz verloren gehe: Nr. 2228. Würde der Gedankenglaube selig machen, so würden alle in den Himmel eingeführt, weil aber das Leben entgegensteht, so können sie nicht: Nr. 2363. Diejenigen, die den Grundsatz haben, der Glaube allein mache selig, beflecken die Wahrheiten mit dem Falschen des Grundsatzes: Nr. 2383, 2385. Daß die Frucht des Glaubens sei das gute Werk, dieses Liebtätigkeit, diese Liebe zum Herrn, diese der Herr: Nr. 1873. Daß die Früchte des Glaubens Früchte des Guten seien, die Sache der Liebe und Liebtätigkeit sind: Nr. 3146. Daß das Vertrauen oder die Zuversicht, von der gesagt wird, sie sei der Glaube der selig macht, nur möglich sei bei denen, die im Guten des Lebens sind: Nr. 2982. Daß das Gute das Leben des Wahren sei: Nr. 1589; wenn gesagt wird, daß die Wahrheit Leben bekommen habe: Nr. 1928. Daß das Gute vom Herrn in die Wahrheiten jedweder Gattung einfließe, aber sehr viel daran liegt, daß es echte Wahrheiten seien: Nr. 2531. Daß das Gute und Wahre vom Herrn einfließe in dem Maß, wie das Böse und Falsche entfernt wird: Nr. 2411, 3142, 3147. Daß das Gute ins Wahre nicht einfließen könne, solange der Mensch im Bösen ist: Nr. 2388. Daß das Wahre nicht eher wahr sei, als wenn es vom Guten angenommen ist: Nr. 2429. Daß eine Ehe des Guten und Wahren in allem und jedem sei: Nr. 2173, 2503, 2507. Daß die Neigung zum Guten Sache des Lebens sei, und daß die Neigung zum Wahren um des Lebens willen: Nr. 2455 E. Daß das Wahre zum Guten hinstrebe und aus dem Guten hervorgehe: Nr. 2063. Daß durch den Einfluß die Wahrheiten aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen, erhoben und dem Guten im Vernünftigen eingepflanzt werden: Nr. 3085, 3086. Daß das Wahre, wenn es dem Guten verbunden wird, dem Menschen angeeignet werde: Nr. 3108. Damit das Wahre dem Guten verbunden werde, muß Einwilligung von seiten des Verstandes und des Willens da sein, wenn vom Willen, dann Verbindung: Nr. 3157, 3158. Daß das Vernünftige in Ansehung des Wahren durch Erkenntnisse erworben, und daß die Wahrheiten angeeignet werden, wenn sie verbunden werden dem Guten, und daß sie dann Sache des Willens, und um des Lebens willen seien: Nr. 3161. Daß das Wahre geweiht und verbunden werde dem Guten, nicht auf einmal, sondern durch das ganze Leben hin, und so fort: Nr. 3200. Daß wie das Licht ohne die Wärme nichts hervorbringt, so das Wahre des Glaubens nichts ohne das Gute der Liebe: Nr. 3146. Wie beschaffen die Vorstellung des Wahren ohne das Gute, und wie beschaffen sein Licht im anderen Leben: Nr. 2228. Daß der getrennte Glaube wie das Winterlicht sei, und der Glaube aus der Liebtätigkeit wie das Frühlingslicht: Nr. 2231. Die das Wahre, das der Glaube des Tuns ist, von der Liebtätigkeit trennen, können kein Gewissen haben: Nr. 1076, 1077. Die Ursache, warum sie den Glauben von der Liebtätigkeit getrennt und gesagt haben, der Glaube mache selig: Nr. 2231. Daß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, der Herr das Gute in die bei ihm befindlichen Wahrheiten einflöße: Nr. 2183, 2189. Daß der Mensch nicht wiedergeboren wird durch das Wahre, sondern durch das Gute: Nr. 989, 2146, 2183, 2189, 2697. Daß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, der Herr entgegenkomme, und die bei ihm befindlichen Wahrheiten mit dem Guten der Liebtätigkeit fülle: Nr. 2063. Daß die im Guten des Lebens sind, und nicht im Wahren des Glaubens, wie die Heiden und Kinder, die Glaubenswahrheiten im anderen Leben aufnehmen und wiedergeboren werden: Nr. 989; von den Heiden: Nr. 932, 1032, 2049, 2284, 2589-2604; von den Kindern: Nr. 2290, 2291, 2292, 2293, 2302, 2303, 2304. Daß der Mensch wiedergeboren werde durch die Neigung zum Wahren, und daß der Wiedergeborene handle aus der Neigung zum Guten: Nr. 1904. Daß bei einem, der wiedergeboren werden soll, der Same nicht wurzeln kann außer im Guten: Nr. 880, 989. Daß das Licht des Wiedergeborenen aus der Liebtätigkeit sei: Nr. 854. Daß die gleichen Wahrheiten bei dem einen wahr, bei dem anderen weniger wahr, und bei anderen auch falsch seien, und daß dieses sich verhalte nach dem Guten, das dem Leben angehört: Nr. 2439. Was für ein Unterschied zwischen dem Guten der Kindheit, dem Guten der Unwissenheit, und dem Guten der Einsicht: Nr. 2280. Die in die Erkenntnisse des Wahren und in den Glauben kommen können, und die nicht können: Nr. 2689. Daß eine Kirche nicht sei, wenn nicht dem Guten des Lebens die Lehrwahrheiten eingepflanzt sind: Nr. 3310. Daß die Lehre die Kirche nicht macht, sondern die Liebtätigkeit: Nr. 809, 916, 1798, 1799, 1834, 1844. Daß die Lehren der Kirche nichts seien, wenn man nicht danach lebt: Nr. 1515. Daß die Lehre des Glaubens sei Lehre der Liebtätigkeit. Nr. 2571. Daß die Kirche aus der Liebtätigkeit, nicht aus dem getrennten Glauben sei: Nr. 916. Daß jeder aus der Liebtätgigkeit wissen könne, ob er das Inwendige des Gottesdienstes habe: Nr. 1102, 1151, 1153. Daß die Kirche des Herrn im Weltkreis verschieden sei in Ansehung der Wahrheiten, daß sie aber eine sei durch die Liebtätigkeit: Nr. 3267. Daß die Kirche eine wäre, wenn alle Liebtätigkeit hätten, wenn sie auch in den Gebräuchen und Lehren sich unterscheiden würden: Nr. 809, 1285, 1316, 1798, 1799, 1834, 1844. Daß aus mehreren eine Kirche würde, wenn die Liebtätigkeit allen die Hauptsache wäre, nicht der Glaube: Nr. 2982. Daß es zweierlei Lehren gibt: die Lehre der Liebtätigkeit und die Lehre des Glaubens, und daß in den alten Kirchen Lehren der Liebtätigkeit gewesen seien, die heutzutage unter den verlorenen Dingen sind: Nr. 2417. In der Unwissenheit des Wahren diejenigen seien, die nicht in den Lehren der Liebtätigkeit sind: Nr. 2435. Und weil sie heutzutage die Hauptsache der Kirche in den Glauben legen, daß sie nicht einmal sehen und auf das achten, was der Herr so oft von der Liebe und Liebtätigkeit geredet hat: Nr. 1017, 2373. Daß das Gute, das der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten eigen ist, höher und vorzüglicher sei als das Wahre, das Sache des Glaubens ist, nicht umgekehrt: Nr. 363, 364. 3325. Daß "verkaufe wie heute dein Erstgeburtsrecht mir", 1. Mose 25/31, bedeutet: der Zeit nach sei die Lehre des Wahren scheinbar das erstere, erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, das ist sich zueignen; und aus der Bedeutung von "wie heute", sofern es ist der Zeit nach; "heute" bedeutet im inneren Sinn des Wortes das Fortdauernde und Ewige: Nr. 2838, daß jedoch das nicht sein soll, wird gesagt "wie heute", und somit wird auch durch das wie angedeutet, daß es scheinbar sei; und aus der Bedeutung der Erstgeburt, sofern sie ist: das Erste sein, nämlich die Lehre des Wahren, die durch Jakob vorgebildet wird: Nr. 3305. Unter dem Ersteren oder dem Vorrang, welcher ist die Erstgeburt, wird nicht nur verstanden der Vorrang der Zeit, sondern auch der Vorrang des Grades, was nämlich herrschen soll, das Gute oder das Wahre; denn das Wahre, ehe es verbunden ist dem Guten, ist immer von der Art; oder was das gleiche, die, welche im Wahren sind, daß sie, ehe sie wiedergeboren sind, glauben, das Wahre sei eher und höher denn das Gute, so erscheint es dann auch. Aber wenn das Wahre dem Guten bei ihnen verbunden ist, d.h. wenn sie wiedergeboren sind, dann sehen sie und werden inne, daß das Wahre das Hintere und Untere sei, und dann ist bei ihnen die Herrschaft des Guten über das Wahre, und dies wird bezeichnet durch das, was der Vater Jischak zu Esau sagte: "Siehe, von den Fettigkeiten der Erde wird sein deine Wohnung, und vom Tau des Himmel von oben; und auf deinem Schwert wirst du leben, und deinem Bruder dienen; und es wird sein, wenn du herrschest, wirst du zerreißen sein Joch von deinem Hals herab": 1. Mose 27/39,40. Aber weil mehrere innerhalb der Kirche sind, die nicht wiedergeboren werden, als die wiedergeboren werden, und die nicht wiedergeboren werden, nach dem Schein schließen, darüber war Streit gewesen und zwar von alten Zeiten über den Vorzug, ob er dem Wahren oder dem Guten gehöre. Bei denen, die nicht wiedergeboren wurden, und auch bei denen, die nicht völlig wiedergeboren wurden, bekam die Meinung die Oberhand, daß das Wahre das Erstere sei, denn sie hatten noch nicht das Innewerden des Guten, und solange jemand kein Innewerden des Guten hat, ist er im Schatten oder in der Unwissenheit hierüber. Dagegen die wiedergeboren sind, können, weil sie im Guten selbst sind, aus der daraus kommenden Einsicht und Weisheit wahrnehmen, was gut, und daß das Gute vom Herrn ist, und daß es durch den inneren Menschen in den äußeren einfließt, und zwar fortwährend, ganz ohne daß der Mensch es weiß, und daß es sich an den Lehrwahrheiten, die im Gedächtnis, anschließt, folglich daß das Gute an sich das Erstere ist, obwohl es vorher nicht so geschienen hat. Daher nun der Streit über den Vorrang und höhere Geltung des einen vor dem anderen, der vorgebildet wurde durch Esau und Jakob, dann auch durch Perez und Serah, die Söhne Judas von der Thamar: 1. Mose 38/28-30; nachher auch durch Ephraim und Manasse, die Söhne Josephs: 1. Mose 48/13,14,17-20, und zwar weil die geistige Kirche von solcher Art ist, daß sie durch das Wahre eingeführt werden muß ins Gute, und dann ohne Innewerden des Guten, außer so viel und von der Art in der Neigung zum Wahren verborgen liegt und zu dieser Zeit kann es auch nicht vom Angenehmen der Selbst- und Weltliebe unterschieden werden, das zugleich in jener Neigung ist, und für gut gehalten wird. Daß aber das Gute ist das Erstgeborene, d.h. das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten, denn kein anderes Gute, als das von daher kommt, ist gut, kann daraus erhellen, daß im Guten Leben ist, nicht aber im Wahren, es sei denn jenes vom Guten, und daß das Gute einfließt in Wahres und macht, daß dieses lebt, wie genugsam ersehen werden kann aus dem, was früher über das Gute und Wahre gezeigt wurde, wovon Nr. 3324; deshalb werden Wiedergeborene genannt alle, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, die auch vorgebildet wurden durch die Erstgeburten in der jüdischen Kirche, das ist: im bezüglichen Sinn verstanden, weil der Herr der Erstgeborene ist und sie die Ähnlichkeiten und Bilder von Ihm. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Erstgeborene ist, erhellt bei Ps.89/27-30: "Er wird Mich nennen, Mein Vater Du, Mein Gott; und der Fels Meines Heils, auch will Ich zum Erstgeborenen Ihn machen, zum Hohen den Königen der Erde; auf ewig werde Ich Ihm bewahren Meine Barmherzigkeit, und Mein Bund ist beständig Ihm, und will setzen auf ewig Seinen Samen, und Seinen Thron wie die Tage der Zeitläufe": wo vom Herrn; Und bei Joh.Offenb.1/5: "Von Jesu Christo, Welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene aus den Sterblichen, und der Fürst der Könige der Erde"; daß auch erfüllet würde das, was in Beziehung auf ihn geschrieben und vorgebildet war, kam Er auch als Erstgeborener in die Welt: Luk.2/7,22,23. Daß vom Herrn auch diejenigen Erstgeborene heißen, die in der Liebe zu Ihm und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, weil Ähnlichkeiten und Bilder von Ihm, erhellt bei Joh.Offenb.14/4,5: "Hundertvierundvierzigtausend, erkauft von der Erde Ihm; diese sind es, die mit Weibern nicht befleckt sind, denn sie sind Jungfrauen; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es geht; diese sind erkauft aus den Menschen, als Erstlinge (Erstgeborene) für Gott und das Lamm; und in ihrem Munde ist kein Betrug gefunden, denn sie sind unbefleckt vor dem Thron Gottes": hundertvierundvierzig oder zwölf mal zwölf, für diejenigen, die im Glauben der Liebtätigkeit sind: Nr. 3272; tausend für unzählige oder für alle solche: Nr. 2575; Jungfrauen für das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 2362, 3081, somit die in der Unschuld, was auch bezeichnet wird durch "folgen dem Lamm", denn der Herr wird wegen der Unschuld genannt Lamm, daher heißen sie Erstlinge oder Erstgeborene. Aus diesem wird klar, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen in der jüdischen Kirche durch die Erstgeburten vorgebildet wurde, und auch diejenigen, die in der Liebe zu Ihm, denn diese sind im Herrn; aber die Erstgeburten haben im Wort eine doppelte vorbildliche Bedeutung, sie bilden den Herrn vor in Ansehung der himmlisch göttlichen Liebe, und in Ansehung der geistig göttlichen Liebe. Die himmlisch göttliche Liebe ist bezüglich auf die himmlische Kirche, oder diejenigen, die zu jener Kirche gehören, die Himmlische genannt werden wegen der Liebe zum Herrn. Die geistig göttliche Liebe des Herrn ist bezüglich auf die geistige Kirche, oder auf diejenigen, die zu jener Kirche gehören, die Geistige heißen von der Liebe zum Nächsten. Die göttliche Liebe des Herrn ist gegen alle; weil sie aber von den Menschen verschieden aufgenommen wird, anders vom himmlischen Menschen und anders vom geistigen Menschen, heißt sie eine bezügliche. Von den Erstgeburten, die den Herrn in Ansehung der himmlisch göttlichen Liebe vorbildeten, und auch beziehungsweise diejenigen, die zu der himmlischen Kirche gehörten, heißt es so: 2. Mose 22/28-30: "Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du Mir geben, so sollst du tun deinem Rind und deiner Schafherde; sieben Tage soll er mit seiner Mutter sein, am achten sollst du es Mir geben; und Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein": daß es sieben Tage bei der Mutter sein sollte, war, weil der siebente Tag den himmlischen Menschen bedeutete: Nr. 84-87; und sofern sieben daher das Heilige bedeutet: Nr. 395, 433, 716, 881; daß sie am achten Tag dem Herrn sollten gegeben werden war, weil der achte Tag das Fortwährende vom neuen Anfang an, nämlich das Fortwährende der Liebe bedeutete: Nr. 2044. 3. Mose 27/26,27: "Das Erstgeborene, das als Erstling gegeben wird dem Jehovah im Tier, das soll der Mann nicht heiligen, sei es Rind, oder Schaf, des Jehovah ist es". 4. Mose 18/13,15-18: "Die Erstlinge von allem was im Land, die sie herzubringen werden dem Jehovah, soll dir (dem Aharon) sein, alles was eröffnet den Mutterleib in Ansehung alles Fleisch, das sie darbringen werden dem Jehovah, im Menschen und im Tier, soll dein sein; jedoch sollst du lösen die Erstgeburt des Menschen; und die Erstgeburt des unreinen Tieres sollst du lösen; die Erstgeburt des Rindes oder die Erstgeburt des Schafes, oder die Erstgeburt der Ziege, sollst du nicht lösen, heilig sind sie, ihr Blut sollst du sprengen auf den Altar, und ihr Fett sollst du anzünden, ein Befeuertes zum Geruch der Ruhe für Jehovah". 5. Mose 15/19-22: "Alle Erstgeburt, die geboren werden wird in deiner Rinderherde, und in deiner Schafherde, das Männliche sollst du heiligen Jehovah deinem Gott, du sollst kein Werk tun durch den Erstgeborenen deines Rindes, und du sollst nicht scheren das Erstgeborene deiner Schafherde, wenn daran ist ein Fehl, ein Lahmes oder Blindes, was für ein böser Fehl es ist, das sollst du nicht opfern Jehovah deinem Gott". Weil die Erstgeburt den Herrn, und diejenigen, die des Herrn sind kraft der Liebe zu Ihm, vorbildete, deswegen wurde der Name Levi anstatt aller Erstgeburt angenommen, und zwar aus dem Grund, weil Levi den Herrn in Ansehung der Liebe vorbildete, auch Levi die Liebe bedeutete, denn Levi heißt Anhänglichkeit und Verbindung, Anhänglichkeit aber und Verbindung ist im inneren Sinn Liebe, worüber, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, bei 1. Mose 29/34. Von den Leviten so 4. Mose 3/11-13: "Es redete Jehovah zu Mose, sprechend: Siehe, Ich will nehmen die Leviten aus der Mitte der Söhne Israels anstatt aller Erstgeburt, was eröffnet den Mutterleib, von den Söhnen Israels, und Mein sollen sein die Leviten; denn Mein ist alle Erstgeburt; am Tag, da Ich geschlagen habe alle Erstgeburt in Ägyptenland, geheiligt habe Ich Mir alle Erstgeburt in Israel, vom Menschen bis zum Tier, Mein sollen sie sein. 4. Mose 3/40,41; 8/14,16-18: "Es sprach Jehovah zu Mose, zähle alle männliche Erstgeburt bei den Söhnen Israels, vom Sohne des Monats und darüber, und hebe die Zahl ihrer Namen, und nehmen sollst du die Leviten für Mich, Ich Jehovah, anstatt aller Erstgeburt in den Söhnen Israels, und das Tier der Leviten anstatt aller Erstgeburt im Tier der Söhne Israels"; und daß die Leviten dem Aharon gegeben wurden, 4. Mose 8/19; weil Aharon den Herrn in Ansehung des Priestertums, d.h. in Ansehung der göttlichen Liebe vorbildete; daß das Priestertum die göttliche Liebe des Herrn vorgebildet habe, sehe man Nr. 1728, 2015 E. Von den Erstgeborenen aber, die den Herrn in Ansehung der geistig göttlichen Liebe vorbildeten, und auch diejenigen beziehungsweise, die zur geistigen Kirche gehören, heißt es so bei Jerem.31/9: "Im Weinen werden sie kommen und in Gebeten werde ich sie herzubringen, sie liegen zu Wasserquellen, im Wege des Geraden, nicht werden sie darauf straucheln, und Ich werde dem Israel zum Vater sein, und Ephraim, der ist Mein Erstgeborener": dort von der neuen geistigen Kirche, Israel für das geistig Gute, Ephraim für das geistig Wahre, welcher der Erstgeborene heißt, weil von der zu pflanzenden Kirche gehandelt wird, in der das Verständige, das dem Wahren angehört, scheinbar das Erstgeborene ist, denn Ephraim trat an die Stelle Rubens, und wurde der Erstgeborene: 1. Mose 48/5,20; 1.Chron.5/1 und zwar, weil durch Joseph, dessen Söhne Ephraim und Manasse waren, der Herr in Ansehung der göttlich geistigen Liebe vorgebildet wurde. Daß aber Israel wesentlich ist der Erstgeborene, d.h. das geistig Gute, erhellt 2. Mose 4/22,23: "Jehovah sprach zu Mose: sagen sollst du zu Pharao, so sprach Jehovah, Mein erstgeborener Sohn ist Israel, und Ich sage zu dir, laß Meinen Sohn, daß er Mir diene, und weigerst du dich ihn zu lassen, siehe, so töte Ich deinen erstgeborenen Sohn": wo Israel im höchsten Sinn ist der Herr in Ansehung der göttlich geistigen Liebe, im bezüglichen Sinn aber diejenigen, die in der geistigen Liebe sind, d.h. die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. In der geistigen Kirche ist im Anfang oder wenn sie gepflanzt werden soll, die Lehre des Wahren bei der äußeren Kirche das Erstgeborene, und das Lehrwahre bei der inneren, oder was das gleiche ist, die Lehre des Glaubens bei der äußeren und der Glaube selbst bei der inneren. Dagegen wenn die Kirche gepflanzt ist, oder bei denen sie wirklich ist, ist das Gute der Liebtätigkeit bei der äußeren das Erstgeborene, und die Liebtätigkeit selbst bei der inneren. Wenn aber die Kirche sich nicht pflanzen läßt, was der Fall ist, wenn der Mensch der Kirche nicht mehr wiedergeboren werden kann, tritt sie allmählich von der Liebtätigkeit zurück, und lenkt zum Glauben ab, und bemüht sich nicht mehr für das Leben, sondern für die Lehre, und wenn das geschieht, wirft sie sich in Verschattungen, und versinkt in Falsches und Böses, und wird so zunichte, und verlöscht von selber. Dies wurde vorgebildet durch Kain, sofern er seinen Bruder Habel tötete. Daß Kain der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube ist, und Habel die Liebtätigkeit, die er auslöschte, sehe man Nr. 340, 342, 357, 362, hernach durch Cham und seinen Sohn Kanaan, sofern er seinen Vater Noach verspottete, Nr. 1062, 1063, 1076, 1140, 1141, 1162, 1179; hernach durch Ruben, den Erstgeborenen Jakobs, sofern er das Lager seines Vaters befleckte: 1. Mose 35/22; und zuletzt durch Pharao und die Ägypter, sofern sie die Söhne Israels mißhandelten. Daß alle diese verflucht sind, erhellt aus dem Worte: daß Kain: "Jehovah sprach: was hast du getan, die Stimme des Blutes deines Bruders, das da schreit zu Mir aus dem Boden; und nun verflucht bist du vom Boden, der aufgetan hat seinen Mund, empfangend das Blut deines Bruders aus deiner Hand: 1. Mose 4/10,11; daß Cham und Kanaan: "Es sah Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters, und zeigte es seinen zwei Brüdern an, und Noach erwachte von seinem Wein, und sprach: verflucht ist Kanaan, der Knecht der Knechte wird er sein für seine Brüder": 1. Mose 9/22,24; und daß Ruben: "Ruben mein Erstgeborener, du meine Macht und der Anfang meiner Kraft, vorzüglich an Ehre, und vorzüglich an Stärke, leicht wie Wasser, du sollst nicht vorzüglich sein, weil du bestiegen hast die Lager deines Vaters, da hast du befleckt meine Lagerstatt, er ist hinaufgestiegen": 1. Mose 49/3,4; darum wurde er der Erstgeburt beraubt: 1.Chron.5/1. Daß das gleiche durch Pharao und die Ägypter vorgebildet wurde, und daß deswegen ihre Erstgeborenen und Erstgeburten getötet wurden, erhellt aus deren vorbildlichen Bedeutung, sofern sie sind Wißtümliches: Nr. 1164, 1165, 1186. Wenn der Mensch durch dieses in die Geheimnisse des Glaubens eindringt, und nichts weiter glaubt, als was er sinnlich und wissenschaftlich begreifen kann, dann verkehrt und verlöscht er das, was der Glaubenslehre, und am meisten was der Liebtätigkeit angehört. Dies ist es, was im inneren Sinn vorgebildet wird dadurch, daß die Erstgeborenen und Erstgeburten Ägyptens getötet wurden, worüber 2. Mose 12/12: "Ich werde hingehen durch Ägyptenland in dieser Nacht, und schlagen alle Erstgeburt in Ägyptenland, vom Menschen bis zum Tier, und an allen Göttern Ägyptens werde Ich Gerichte tun, Ich Jehovah, und es soll Blut zum Zeichen sein auf euren Häusern, wo ihr, und wenn Ich sehe das Blut, werde Ich hingehen an euch vorüber, und es wird an euch keine Plage sein dem Verderber, indem er Ägyptenland schlägt": die Erstgeburt Ägyptens ist die Glaubens- und Liebtätigkeitslehre, die durch Wißtümliches verkehrt wird. Die Götter Ägyptens, an denen Gerichte geschehen sollten, sind Falsches. Daß keine Plage vom Verderben, wo Blut war auf den Häusern, heißt im höchsten Sinn, wo der Herr in Ansehung der geistig göttlichen Liebe, im bezüglichen Sinn wo geistige Liebe, d.h. Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 1001. Weiter von Pharao und den Ägyptern so 2. Mose 11/4-7: "Mose sprach, so sprach Jehovah, wie die Mitte der Nacht, Ich werde ausgehen in die Mitte Ägyptens, und sterben wird alle Erstgeburt in Ägyptenland, vom Erstgeborenen Pharaos, der sitzen wird auf seinem Thron, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter den Mühlen, und alle Erstgeburt des Tieres; und bei allen Söhnen Israels wird kein Hund bewegen seine Zunge vom Mann bis zum Tier". 2. Mose 12/29: "Es geschah mitten in der Nacht, und Jehovah schlug alle Erstgeburt in Ägyptenland, vom Erstgeborenen Pharaos, der sitzen wird auf seinem Thron, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Haus der Grube, und alle Erstgeburt des Tieres": daß dies in der Mitternacht geschah, war deswegen, weil Nacht den letzten Zustand der Kirche bedeutet, wenn kein Glaube mehr, weil keine Liebtätigkeit: Nr. 221, 709, 1712, 2353. Ps.78/51: "Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, den Anfang der Kräfte in den Zelten Chams". Ps.105/23,36: "Dann kam Israel gen Ägypten und Jakob ward Fremdling im Lande Chams, Gott schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, den Anfang aller ihrer Kräfte": Zelte Chams werden genannt die Gottesdienste der Ägypter aus Grundsätzen des Falschen, die entsprangen aus dem vom Guten getrennten Wahren, oder was das gleiche, aus dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben. Daß Zelte Gottesdienste sind, sehe man Nr. 414, 1102, 1566, 2145, 2152, 3312; und daß Cham der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube sei: Nr. 1062, 1063, 1076, 1140, 1141, 1162, 1179. Hierdurch wird auch bestätigt, daß die Erstgeburten Ägyptens, sofern sie getötet wurden, nichts anderes bezeichnet haben; und weil alle Erstgeburt getötet wurde, so wurde, auf daß dennoch die Erstgeburt den Herrn in Ansehung der geistig göttlichen Liebe und zugleich diejenigen, die in derselben Liebe sind, vorbilden möchte, befohlen, daß, sobald sie auszögen, alle Erstgeburt geheiligt werden sollte, wovon 2. Mose 13/2,12-15; 34/19,20; 4. Mose 33/3,4: "Es redete Jehovah zu Mose, sprechend: heilige Mir alle Erstgeburt, was eröffnet allen Mutterleib, in den Söhnen Israels; im Menschen und im Tier, Mein sollen sie sein; übergehen sollst du lassen alles, was eröffnet den Mutterleib auf Jehovah, und alles, was eröffnet die Leibesfrucht des Tieres, die dein sind, männliche, auf Jehovah. Und alles, was eröffnet den Esel, sollst du lösen mit einem Schaf; wenn du es nicht lösest, sollst du ihm den Hals brechen; und allen Erstgeborenen in deinen Söhnen sollst du lösen. Und es wird geschehen, daß dich fraget dein Sohn morgen, sprechend: was ist das? und du sollst zu ihm sagen: in starker Hand hat uns Jehovah ausgeführt aus Ägypten, aus dem Haus der Knechte, und es war, daß Pharao sich verstockte uns fort zu lassen, und Jehovah tötete alle Erstgeborenen in Ägyptenland, vom Erstgeborenen des Menschen bis zur Erstgeburt des Tieres; deswegen opfere ich dem Jehovah alles, was eröffnet den Mutterleib, männliche, und alle Erstgeborenen meiner Söhne löse ich". Aus diesem kann nun erhellen, was durch das Erstgeburtsrecht im geistigen Sinn bezeichnet wird. 3326. Daß "Und Esau sprach: siehe, ich gehe hin zu sterben", 1. Mose 25/32, bedeutet: er werde hernach auferstehen, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3302, 3322; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es ist das Letzte des Zustandes, wenn etwas zu sein aufhört, wovon Nr. 2908, 2912, 2917, 2923. Und weil das Ende des vorigen Zustandes der Anfang des folgenden ist, so wird hier durch "hingehen zu sterben" bezeichnet: hernach auferstehen, das gleiche, was durch "begraben werden". Daß begraben werden ist auferstehen, sehe man Nr. 2916, 2917, 3256. Daß er hernach auferstehen werde, heißt, das Gute werde den Vorrang oder die Herrschaft erlangen über das Wahre, nachdem das Wahre der Zeit nach den Vorrang scheinbar gehabt habe, wovon oben. 3327. "Und wozu das mir, das Erstgeburtsrecht", 1. Mose 25/32, daß dies bedeutet, dann bedürfe es keines Vorrangs, kann erhellen ohne Erklärung. 3328. "Und Jakob sprach", 1. Mose 25/33, daß dies die Lehre des Wahren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist die Lehre des Wahren, wie Nr. 3324. 3329. "Schwöre mir wie heute, und er schwur ihm", 1. Mose 25/33, daß dies die Bekräftigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von schwören, das ist bekräftigen, wovon Nr. 2842; und weil es (nur) eine Bekräftigung in betreff der Zeit war, wird nicht gesagt heute, sondern wie heute, man sehe Nr. 3325 Anfg. 3330. "Und verkaufte sein Erstgeburtsrecht dem Jakob", 1. Mose 25/33, daß dies bedeutet, der Vorrang sei einstweilen eingeräumt worden, nämlich der Lehre des Wahren, die ist Jakob, erhellt aus der Bedeutung des Erstgeburtsrechts, sofern es ist der Vorrang, wovon Nr. 3325. Daß dieser einstweilen eingeräumt worden sei, wird klar aus demjenigen, was Nr. 3324, 3325 gesagt und gezeigt wurde. Daß beim geistigen Menschen anfänglich das Wahre herrscht, davon ist vornehmlich die Ursache, weil in seinem ersten Zustand Angenehmes der Selbst- und Weltliebe, das er für gut hält, dasjenige ist, was sich an sein Wahres anschließt und größtenteils die Neigung zum Wahren bei ihm macht. Denn er denkt alsdann, daß die Wahrheiten ihm verhelfen können entweder zu Ehren, oder zum Erwerb, oder zum Ansehen in der Welt, oder auch zum Verdienst im anderen Leben. Dieses alles erregt jene Neigung zum Wahren bei ihm, und feuert sie auch an, welches jedoch nicht gut ist, sondern böse. Aber dennoch läßt der Herr zu, daß solches in jener ersten Zeit ihn treibt, weil er sonst nicht wiedergeboren werden könnte; die Einsicht und Weisheit kommt mit der Zeit. Einstweilen wird er durch jenes eingeleitet ins Gute, d.h. in die Liebtätigkeit, und wenn er in dieser ist, dann erst wird er inne was gut, und handelt aus dem Guten, und dann urteilt und schließt er über Wahres aus jenem Guten, und was mit jenem Guten nicht übereinstimmt, nennt er falsch und verwirft es. So herrscht er über Wahres, wie ein Herr über sein Gesinde. 3331. Vers 34: Und Jakob gab dem Esau Brot und den Linsenbrei, und er aß und trank, und stand auf, und ging; und es verachtete Esau das Erstgeburtsrecht. "Und Jakob gab dem Esau Brot und den Linsenbrei" bedeutet das Gute des Lebens sei begabt worden mit dem Guten des Wahren und mit dem Guten der Lehren; "und er aß und trank" bedeutet die Aneignung; "und stand auf" bedeutet die Erhebung von da; "und ging" bedeutet das Leben; "und es verachtete Esau das Erstgeburtsrecht" bedeutet, daß das Gute des Lebens einstweilen den Vorrang für nichts geachtet habe. 3332. "Und Jakob gab dem Esau Brot und den Linsenbrei", 1. Mose 25/34, daß dies bedeutet das Gute des Lebens sei begabt worden mit dem Guten des Wahren und mit dem Guten der Lehren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Lebens, wovon Nr. 3300, 3322; aus der Bedeutung des Brotes, sofern es ist das Gute der Liebe im allgemeinen, sowohl das himmlische als das geistige, wovon Nr. 276, 680, 2165, 2177, somit auch das Gute des Wahren, denn dieses ist das geistig Gute; und aus der Bedeutung des Linsenbreis, sofern er ist das Gute der Lehren, denn Brei oder Gemüse bedeutet einen Zusammentrag von Lehren: Nr. 3316, die Linsen aber das Gute derselben; daß Jakob jenes dem Esau gab, bedeutet im inneren Sinn, daß jenes Gute (bewirkt) sei durch die Lehre des Wahren, die durch Jakob vorgebildet wird: Nr. 3305. In diesem letzten Vers wird durch diese Worte, und durch das was folgt, beschrieben das Fortschreiten in betreff des Wahren und Guten, wie es sich verhält beim geistigen Menschen, wenn er wiedergeboren wird, daß er nämlich: zuerst die Lehren des Wahren erlernt, hernach daß er von ihnen angeregt wird, welches ist das Gute der Lehren; weiter daß er durch den Einblick in die Lehren von den Wahrheiten in ihnen angeregt wird, das ist das Gute des Wahren; endlich daß er danach leben will, das ist das Gute des Lebens. So schreitet der geistige Mensch, wenn er wiedergeboren wird, von der Lehre des Wahren zum Guten des Lebens. Wenn er aber im Guten des Lebens ist, dann wird die Ordnung umgekehrt, und aus jenem Guten blickt er auf das Gute des Wahren, von diesem auf das Gute der Lehren, und von diesem auf die Lehren des Wahren. Hieraus kann man wissen, wie der Mensch aus einem sinnlichen Menschen ein geistiger wird, und wie beschaffen der Mensch ist, wenn er geistig geworden. Daß jene Arten des Guten, nämlich das Gute des Lebens, das Gute des Wahren, und das Gute der Lehren, voneinander unterschieden sind, kann denen einleuchten, die es erwägen. Das Gute des Lebens ist es, das hervorkommt aus dem Willen, das Gute des Wahren, das aus dem Verstand, aber das Gute der Lehren aus dem Wissen. Die Lehre ist es, in dem jene (beisammen) sind. Daß die Linsen das Gute der Lehren bedeuten, erhellt daraus, daß Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirsen, Spelt solches ist, was Brot bedeutet, aber mit Unterschied im besonderen. Daß Brot im allgemeinen das Gute ist, wird aus demjenigen, was Nr. 276, 680, 2165, 2177 gesagt und gezeigt wurde, klar, somit werden die Arten des Guten durch jenes, was genannt wurde, bezeichnet, die edleren Arten des Guten durch Weizen und Gerste, aber die weniger edlen durch Bohnen und Linsen, wie auch etwas klar wird aus Folgendem bei Hes.4/9,12,13:"Du nimm dir Weizen und Gerste, und Bohnen und Linsen, und Hirse und Spelt, und tue es in ein Gefäß, und mach es dir zu Brot". 3333. "Und er aß und trank", 1. Mose 25/34, daß dies die Aneignung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von essen, das ist die Aneignung des Guten, wovon Nr. 2187, 2343, 3168; und aus der Bedeutung von trinken, das ist die Aneignung des Wahren, wovon Nr. 3069, 3089, 3168. 3334. "Und stand auf", 1. Mose 25/34, daß dies die Erhebung von da bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es, wo es genannt wird, eine Erhebung in sich schließt, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927; und sofern vom Menschen gesagt wird, er erhebe sich, wenn er im Geistigen und Himmlischen, d.h. im Wahren, das Sache des Glaubens, und im Guten, das Sache der Liebe und Liebtätigkeit ist: Nr. 3171, vervollkommnet wird. 3335. "Und ging", 1. Mose 25/34, daß dies bedeutet Leben, erhellt aus der Bedeutung von gehen, das ist fortschreiten in das, was dem Guten angehört, d.h. in das, was dem Leben angehört, denn alles Gute ist Sache des Lebens; fast das gleiche, was durch reisen, wandern und fortschreiten (bezeichnet wird), wovon Nr. 1293, 1457. 3336. "Und es verachtete Esau das Erstgeburtsrecht", 1. Mose 25/34, daß dies bedeutet, das Gute des Lebens habe einstweilen den Vorrang für nichts geachtet, erhellt aus der Bedeutung von verachten, sofern es ist für nichts achten; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Lebens, wovon Nr. 3300, 3322; und aus der Bedeutung des Erstgeburtsrechts, sofern es ist der Vorrang, wovon Nr. 3325; daß es ist einstweilen oder der Zeit nach, sehe man Nr. 3324, 3325, 3330. Hieraus wird klar, daß durch "Esau verachtete das Erstgeburtsrecht" bezeichnet wird: das Gute des Lebens habe den Vorrang einstweilen für nichts geachtet. Damit man das in diesem Kapitel von Esau und Jakob Gesagte begreife, was es im inneren Sinn bedeutet, muß man den Gedanken vom Historischen ganz entfernen, somit von den Personen Esaus und Jakobs, und an deren Stelle das setzen, was sie vorbilden, nämlich das Gute des Natürlichen und das Wahre desselben, oder was das gleiche, den geistigen Menschen, der durch das Wahre und Gute wiedergeboren wird, denn die Namen bedeuten im inneren Sinn nichts anderes als Sachen. Wenn das Gute des Natürlichen und das Wahre desselben, anstatt Esaus und Jakobs begriffen wird, dann wird klar, wie es sich mit der Wiedergeburt des Menschen durchs Wahre und Gute verhält, daß nämlich anfänglich das Wahre bei ihm scheinbar den Vorrang und auch die Oberhoheit hat, obwohl das Gute an sich das Erstere und Höhere ist. Damit es noch deutlicher erhelle, wie es sich mit jenem Vorrang und Oberhoheit verhält, soll es mit wenigem noch gesagt werden. Es kann bekannt sein, daß gar nichts in das Gedächtnis des Menschen eingehen und dort bleiben kann, wenn es nicht eine Neigung oder Liebe ist, die es einführt. Wäre keine Neigung, oder was das gleiche, wäre keine Liebe da, so würde keinerlei Wahrnehmung sein. Jene Neigung oder Liebe ist es, mit der die Sache, die eingeht, sich verknüpft, und ist sie verknüpft, so bleibt sie. Wie daraus erhellen kann, daß wann die gleiche Neigung oder Liebe wiederkehrt, jene Sache wieder eintritt, und sich mit mehrerem gegenwärtig darstellt, was aus gleicher Neigung oder Liebe früher eingegangen ist, und zwar in einer Reihenfolge. Daher das Denken und aus dem Denken die Rede des Menschen. Ebenso wird, wenn die Sache wiederkehrt, mag dies geschehen aus Gegenständen der Sinne, oder aus Gegenständen des Denkens, oder aus der Rede eines anderen, auch die Neigung, mit der die Sache eingegangen war, wieder hervorgebracht; dies lehrt die Erfahrung, und jeder kann davon überzeugt werden, wenn er sich darüber besinnt. Die Lehren des Wahren gehen auch ebenso ins Gedächtnis ein, und was dieselben in den ersten Zeiten hineinbringt, sind die Neigungen verschiedener Liebestriebe, wie Nr. 3330 gesagt wurde. Die echte Neigung, welche die zum Guten der Liebtätigkeit ist, wird alsdann nicht wahrgenommen, sie ist aber dennoch da, und inwieweit jene da sein kann, wird sie den Lehren des Wahren vom Herrn beigesellt, und insoweit bleiben sie auch beigesellt. Wenn nun die Zeit kommt, daß der Mensch wiedergeboren werden kann, dann haucht der Herr die Neigung zum Guten ein, und durch dieselbe weckt Er die Sachen auf, die jener Neigung von Ihm beigesellt wurden, und diese Sachen werden im Wort Überreste genannt, und durch jene, nämlich die Neigung zum Guten, entfernt Er alsdann allmählich die Neigungen anderer Liebestriebe, folglich auch die Sachen, die mit ihnen verknüpft waren, und so fängt die Neigung zum Guten, oder was das gleiche, das Gute des Lebens, an zu herrschen. Es hat auch früher die Herrschaft gehabt, aber das konnte dem Menschen nicht zum Bewußtsein kommen, denn je mehr der Mensch in der Selbst- und Weltliebe ist, um so weniger erscheint das Gute, das der echten Liebe angehört. Hieraus kann nun erhellen, was durch dasjenige, was über Esau und Jakob historisch berichtet ist, im inneren Sinn bezeichnet wird.   Nr. 3337 - 3352 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 26. Kapitel 3353. Der größte Teil der Menschen glaubt, daß alles, was in der sichtbaren Welt ist, untergehen werde, wenn das Jüngste Gericht kommt, daß nämlich die Erde verbrennen, die Sonne und der Mond zerstäuben, und die Gestirne verschwinden werden; und daß ein neuer Himmel und eine neue Erde nachher erstehen werden. Eine solche Meinung faßten sie aus den prophetischen Offenbarungen, in denen solches erwähnt wird. Daß sich aber die Sache anders verhält, kann erhellen aus demjenigen, was über das Jüngste Gericht, Nr. 900, 931, 1850, 2117-2133 gezeigt wurde. Daraus wird klar, daß das Jüngste Gericht nichts anderes ist als das Ende der Kirche bei der einen Völkerschaft und deren Anfang bei einer anderen. Dieser Anfang und dieses Ende ist dann vorhanden, wann keine Anerkennung des Herrn oder was das gleiche, wann kein Glaube mehr ist. Keine Anerkennung oder kein Glaube ist, wenn keine Liebtätigkeit, denn Glaube ist nirgends möglich, als bei denen, die in der Liebtätigkeit sind. Daß alsdann der Kirche Ende ist und deren Versetzung zu anderen, wird augenscheinlich klar aus alledem, was der Herr selbst von dem Jüngsten Tag oder von der Vollendung des Zeitlaufs gelehrt und vorher gesagt hat bei den Evangelisten, nämlich Matth. Kapitel 24; Mark. Kapitel 13 und Luk. Kapitel 21; weil aber jenes ohne den Schlüssel, welcher der innere Sinn ist, von niemand begriffen werden kann, so darf das, was dort vorkommt, abwechslungsweise aufgeschlossen werden. Hier nun zuerst das Folgende, was bei Matth.24/3-8: "Es traten die Jünger zu Jesu, sprechend: sage uns, wann wird jenes geschehen, und welches ist das Zeichen deiner Zukunft und der Vollendung des Zeitlaufs, und antwortend sprach Jesus zu ihnen: sehet zu, daß niemand euch verführe; denn viele werden kommen in Meinem Namen, sagend, ich bin der Christus, und werden viele verführen; hören werdet ihr aber Kriege, und Gerüchte von Kriegen; sehet zu, daß ihr nicht verwirrt werdet; denn es muß alles geschehen; aber das Ende ist noch nicht da, denn es wird erregt werden Völkerschaft gegen Völkerschaft, und Königreich gegen Königreich; und es werden sein Hungersnöte und Seuchen und Erdbeben. Alles dies aber der Anfang der Schmerzen". Diejenigen, die im Buchstabensinne bleiben, können nicht wissen, ob dieses und das Folgende in diesem Kapitel gesagt ist von der Zerstörung Jerusalems und der Zerstreuung der jüdischen Nation, oder vom Ende der Tage, welches das Jüngste Gericht genannt wird. Hingegen die im inneren Sinne sind, sehen klar, daß hier vom Ende der Kirche gehandelt wird, und dieses Ende ist es, was hier und anderwärts genannt wird die Zukunft des Herrn, und die Vollendung des Zeitlaufs. Und weil dieses Ende verstanden wird, so kann man wissen, daß dies alles solches bedeutet, was sich auf die Kirche bezieht. Was es aber bedeutet, kann aus dem einzelnen im inneren Sinn erhellen, als: "Viele werden kommen in Meinem Namen, sagend, ich bin der Christus, und werden viele verführen": da bedeutet Namen nicht Namen, und Christus nicht Christus, sondern der Name bedeutet dasjenige, wodurch der Herr verehrt wird: Nr. 2724, 3006; und der Christus das Wahre selbst: Nr. 3009, 3010. Somit daß solche kommen werden, die sagen, das gehöre zum Glauben, oder das sei wahr, da es doch weder zum Glauben gehört, noch wahr ist, sondern falsch. "Sie werden hören Kriege und Gerüchte von Kriegen" heißt, es werden Händel und Streitigkeiten über Wahrheiten entstehen, das sind Kriege im geistigen Sinn; "es wird erregt werden Völkerschaft gegen Völkerschaft, und Königreich gegen Königreich" bedeutet, es werde das Böse kämpfen mit dem Bösen, und das Falsche mit dem Falschen; daß Völkerschaft das Gute ist, aber im entgegengesetzten Sinn das Böse, sehe man Nr. 1259, 1260, 1416, 1849, und daß Königreich das Wahre ist, aber im entgegengesetzten Sinn das Falsche: Nr. 1672, 2547. "Und es werden sein Hungersnöte und Seuchen, und Erdbeben an verschiedenen Orten" heißt, keine Erkenntnisse des Guten und Wahren mehr, und so sei der Zustand der Kirche verändert worden, das ist Erdbeben. 3354. Aus diesem wird klar, was unter jenen Worten des Herrn verstanden wird, nämlich der erste Zustand der Verkehrung der Kirche, welcher ist, wann man anfängt, nicht mehr zu wissen, was gut und was wahr ist, sondern darüber miteinander streitet, wovon die Folge Falschheiten sind. Weil dies der erste Zustand ist, wird gesagt: "das Ende sei noch nicht da, und das sei der Anfang der Schmerzen", und wird jener Zustand genannt "Erdbeben an verschiedenen Orten", das im inneren Sinn bedeutet die Veränderung des Zustandes der Kirche teilweise oder erstmals. Daß es zu den Jüngern gesagt wurde, bedeutet, zu allen, die zur Kirche gehören, denn die zwölf Jünger bildeten diese vor: Nr. 2089, 2129, 2130. Daher wird gesagt: "sehet zu, daß euch niemand verführe"; sodann "ihr werdet hören Kriege und Gerüchte von Kriegen, sehet zu, daß ihr nicht verwirrt werdet". 3355. Daß "Erdbeben" im inneren Sinn die Veränderung des Zustandes der Kirche ist, erhellt aus der Bedeutung der Erde, welche die Kirche ist, wovon Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928; und aus der Bedeutung des Lebens (motus), das die Veränderung des Zustandes ist, hier in betreff dessen, was Sache der Kirche ist, nämlich in betreff des Guten und Wahren; und es wird auch klar aus folgenden Stellen im Wort, als bei Jes.24/18-20: "Es wird geschehen, der Fliehende vor der Stimme des Schreckens wird fallen in die Grube, und der Aufsteigende aus der Mitte der Grube wird gefangen werden im Strick, weil die Schleusen von der Höhe geöffnet sind, und erschüttert sind die Gründe der Erde, gebrochen, ja gebrochen ist die Erde, bewegt, ja bewegt ist die Erde, es wankt, ja es wankt die Erde wie ein Betrunkener, sie schwankt wie eine Nachthütte, und schwer ob ihr ihre Übertretung, und sie wird fallen und nicht hinzutun, wieder aufzustehen; und es wird geschehen, an jenem Tage wird heimsuchen Jehovah ob dem Heer der Höhe in der Höhe, und ob den Königen des Bodens auf dem Boden": daß dort die Erde ist die Kirche, ist augenscheinlich klar, denn es ist von der Kirche die Rede, deren Grundlagen erschüttert heißen, und sie selber, gebrochen bewegt, wankend und schwankend, wenn das Gute und Wahre nicht mehr erkannt wird. Könige des Bodens sind Wahrheiten, hier Falsches, über das Heimsuchung gehalten werden wird. Daß Könige Wahres sind, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 1672, 2015; und daß Boden das gleiche ist wie die Erde, nämlich die Kirche, aber mit einem Unterschied: Nr. 566, 1068. Jes.13/12,13: "Teurer will ich den Menschen machen als reines Gold, und den Menschen als Gold von Ophir; darum will ich bewegen den Himmel, und beben soll die Erde aus ihrem Ort, im Grimm Jehovahs Zebaoth, und am Tag der Entbrennung Seines Zorns": wo vom Tage des Gerichts. Erde auch hier offenbar für die Kirche, von der gesagt wird, daß sie sich bewege von ihrem Ort, wenn sie in ihrem Zustand verändert wird. Daß Ort Zustand ist, sehe man Nr. 1273, 1274, 1275, 1377, 2625, 2837. Jes.14/16,17: "Ist das der Mann, der bewegt die Erde, bewegt die Königreiche, der setzet den Weltkreis in Wüste und seine Städte zerstört?": wo von Luzifer. Erde für Kirche, und es wird gesagt, daß er diese bewege, wenn er alles ihr Gehörige in Anspruch nimmt; daß Königreiche die der Kirche angehörenden Wahrheiten sind, sehe man Nr. 1672, 2547. Hes.38/18-20: "Es wird geschehen an jenem Tage, es kommt Gog über das Land Israels; es wird aufsteigen meine Entbrennung in meinem Zorn, und in meinem Eifer, im Feuer meines Grimms werde ich reden, wenn nicht an jenem Tage sein wird ein großes Erdbeben auf dem Boden Israels": Gog für den äußeren Gottesdienst, der getrennt ist vom inneren, und so götzendienerisch geworden: Nr. 1151. Land und Boden Israels für die geistige Kirche; Erdbeben für Veränderung ihres Zustandes. Joel 2/10: "Vor Ihm bebte die Erde, zitterten die Himmel, Sonne und Mond wurden schwarz, und die Sterne zogen an sich ihren Glanz": wo ebenfalls vom Tag des Letzten Gerichts, die Erde bebte für den veränderten Zustand der Kirche, Sonne und Mond für das Gute der Liebe und das Wahre desselben: Nr. 1529, 1530, 2441, 2495; sie heißen geschwärzt, wenn Gutes und Wahres nicht mehr anerkannt wird; Sterne für Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 2495, 2849. Ps.18/(7),8: "Es ward erschüttert, und es bebte die Erde, und die Gründe der Berge zitterten, und wurden erschüttert, weil es Ihm entbrannte": es ward erschüttert, und es bebte die Erde für den verkehrt gewordenen Zustand der Kirche. Joh.Offenb.6/12,13: "Ferner sah ich, als er das sechste Siegel öffnete, siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond ward ganz wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde": Erdbeben, Sonne, Mond und Sterne bedeuten dort das gleiche, wie bei Joel. Joh.Offenb.11/13: "Zu jener Stunde ward ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und es kamen um im Erdbeben Namen der Menschen siebentausend". Aus allen jenen Stellen erhellt, daß Erdbeben nichts anderes ist als die Veränderung des Zustandes der Kirche, und daß die Erde im inneren Sinn nichts anderes ist als die Kirche; und weil die Erde die Kirche ist, so erhellt, daß durch den neuen Himmel und die neue Erde, die an die Stelle der vorigen treten soll: Jes.65/17; 66/22; Joh.Offenb.21/1, nichts anderes bezeichnet wird als die neue innere und äußere Kirche: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118. 3356. Daß die "Bewegung (der Erde)" Zustandsveränderung ist, kommt daher, weil die Bewegung im Raum und in der Zeit geschieht; und im anderen Leben ist keine Vorstellung von Raum und Zeit, sondern anstatt derselben die des Zustandes. Im anderen Leben erscheint zwar alles wie im Raum, und erfolgt wie in der Zeit, aber an sich sind es Zustandsveränderungen, denn sie kommen daher. Das ist einem jeden Geist gar wohl bekannt, auch den bösen, die durch die anderen beigebrachten Zustandsveränderungen machen, daß sie anderswo erscheinen, während sie doch nicht dort sind. Auch dem Menschen kann es daraus bekannt sein, daß in dem Maß als der Mensch im Zustand der Gefühlserregungen ist, und daher der Freude, und in dem Maß als er im Zustand der Gedanken und daher der Abwesenheit vom Leibe, er nicht in der Zeit ist, denn mehrere Stunden erscheinen ihm alsdann kaum als eine; und zwar aus dem Grund, weil sein innerer Mensch oder Geist Zustände hat, denen die Räume und Zeiten im Äußeren entsprechen. Bewegung also, weil sie ein allmähliches Fortschreiten in Raum und Zeit, ist Veränderung des Zustandes im inneren Sinn.   26. Kapitel 1. Und es war Hunger im Lande, außer dem vorigen Hunger, welcher war in den Tagen Abrahams; und Jischak ging zu Abimelech, dem König der Philister, gen Gerar. 2. Da erschien bei ihm Jehovah, und sprach: Geh nicht hinab gen Ägypten, verbleibe in dem Lande, das Ich zu dir sage. 3. Sei fremd in diesem Lande, und Ich will mit dir sein, und dich segnen, denn dir und deinem Samen will ich geben alle diese Länder, und will aufrichten den Eid, den Ich geschworen habe Abraham, deinem Vater. 4. Und will sich mehren lassen deinen Samen wie die Sterne der Himmel, und will geben deinem Samen alle diese Länder; und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde. 5. Darum, daß Abraham gehorcht hat Meiner Stimme, und gehalten hat Meine Haltung, Meine Gebote, Meine Satzungen und Meine Gesetze. 6. Und Jischak wohnte in Gerar. 7. Da fragten die Männer des Ortes in betreff seines Weibes, und er sagte: meine Schwester (ist) sie, denn er fürchtete sich zu sagen: mein Weib, sonst möchten mich erwürgen die Männer des Ortes wegen Rebecka, weil sie gut anzusehen. 8. Und es geschah, weil ihm dort verlängert wurden die Tage, da schaute Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster, und sah, und siehe, Jischak lachend mit Rebecka, seinem Weibe. 9. Und Abimelech rief Jischak und sprach: Doch wohl, siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie; und Jischak sprach zu ihm: Weil ich sagte, ich möchte sonst sterben ihretwegen. 10. Und Abimelech sprach, was hast du uns das getan, um ein Kleines würde einer des Volkes liegen bei deinem Weibe, und du hättest gebracht auf uns eine Verschuldung. 11. Und Abimelech gebot allem Volk, sprechend: Wer antastet jenen Mann und sein Weib, soll sterbend sterben. 12. Und Jischak säte in selbigem Lande, und er fand in selbigem Jahr hundert Maß, und es segnete ihn Jehovah. 13. Und es ward groß der Mann, und ging gehend und großwerdend, bis daß er sehr groß ward. 14. Und er hatte Vermögen an Schafvieh, und Vermögen an Rindvieh, und viel Dienstvolk, und es neideten ihn die Philister. 15. Und alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, die verstopften die Philister und füllten sie mit Staub. 16. Und Abimelech sprach zu Jischak: Gehe fort von uns, denn du bist uns sehr übermächtig. 17. Da ging Jischak von dannen, und lagerte im Tale Gerars und wohnte daselbst. 18. Und Jischak kam wieder und grub die Wasserbrunnen auf, die sie gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, und es verstopften sie die Philister nach dem Tod Abrahams; und er nannte sie mit Namen, nach den Namen, mit welchen sie nannte sein Vater. 19. Und die Knechte Jischaks gruben im Tal, und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers. 20. Und die Hirten Gerars zankten mit den Hirten Jischaks, sprechend: unser sind die Wasser; und er nannte den Namen des Brunnens Esek, weil sie mit ihm sich stritten. 21. Und sie gruben einen anderen Brunnen, und sie zankten auch über ihn, und er nannte seinen Namen Sitnah. 22. Und er zog von da weg und grub einen anderen Brunnen, und sie zankten nicht über ihn, und er nannte seinen Namen Rechoboth und sprach: Weil jetzt Jehovah uns hat uns ausbreiten lassen, und wir werden fruchtbar sein im Lande. 23. Und er stieg von dannen hinauf nach Beerscheba. 24. Und es erschien ihm Jehovah in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters, fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir und will dich segnen, und will sich mehren lassen deinen Samen um Abrahams, Meines Knechtes, willen. 25. Und er baute daselbst einen Altar, und rief den Namen Jehovahs an, und spannte daselbst sein Zelt aus, und die Knechte Jischaks erbohrten daselbst einen Brunnen. 26. Und Abimelech ging zu ihm aus Gerar, und Achusath, sein Genosse, und Phikol, sein Heeresfürst. 27. Und Jischak sprach zu ihnen: warum seid ihr gekommen zu mir, und ihr hasset mich, und habt mich fortgeschickt von euch. 28. Und sie sprachen: Sehend haben wir gesehen, daß Jehovah gewesen ist mit dir, und wir sagten, es sei doch ein Eid zwischen uns, zwischen uns und zwischen dir, und wir wollen einen Bund schließen mit dir. 29. So du an uns Böses tun möchtest, gleichwie wir dich nicht angetastet haben, und gleichwie wir an dir nur Gutes getan, und dich fortgeschickt haben im Frieden; du nun der Gesegnete Jehovahs. 30. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. 31. Und sie standen früh auf am Morgen, und schwuren ein Mann seinem Bruder; und Jischak entließ sie, und sie gingen von ihm im Frieden. 32. Und es geschah an jenem Tage, und es kamen die Knechte Jischaks, und sagten ihm an ob den Ursachen des Brunnens, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. 33. Und er nannte ihn Schibba; deshalb der Name der Stadt Beerscheba, bis auf diesen Tag. 34. Und Esau war ein Sohn von vierzig Jahren, und er nahm zum Weibe Jehudith, die Tochter Beeri des Chittäers, und Basemath, die Tochter Elon des Chittäers. 35. Und sie waren eine Bitterkeit des Geistes für Jischak und Rebecka.   Inhalt 3357. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn gehandelt von den Scheinbarkeiten des Wahren in dreierlei Graden, wie sie dem göttlich Wahren beigesellt wurden, auf daß die Wahrheiten und deren Lehren aufgenommen werden möchten, und eine Kirche entstände. 3358. Es wird gehandelt von den Wahrscheinbarkeiten des höheren Grades, die im inneren Sinn des Wortes sind, worin die Engel sich befinden, und in denen das göttlich Wahre und Gute ist: Vers 1-6. Und daß das göttlich Gute und Wahre nicht begriffen, somit auch nicht aufgenommen werden könnte, wenn es nicht in Scheinbarkeiten (eingehüllt) wäre: Vers 7-13. 3359. Sodann wird gehandelt von den Wahrscheinbarkeiten des niederen Grades, die im inwendigeren Sinn des Wortes sind, worin die zur inwendigen Kirche gehörigen Menschen sein können: Vers 14-17. 3360. Hernach von den Wahrscheinbarkeiten des noch niedrigeren Grades, die dem buchstäblichen Sinn des Wortes eigen sind, und worin die zur äußeren Kirche gehörigen Menschen sein können: Vers 18-25; und durch die dennoch eine Verbindung mit dem Herrn sein kann: Vers 26-33. 3361. Von den wißtümlichen Wahrheiten, die dem Guten daselbst beigesellt worden: Vers 34, 35.   Innerer Sinn 3362. In 1. Mose Kapitel 21 war die Rede von Abimelech, daß er einen Bund mit Abraham geschlossen, und daß ihn dann Abraham gestraft habe wegen des Wasserbrunnens, den seine Knechte weggenommen hatten. Hier kommt beinahe das gleiche wieder vor zwischen Abimelech und Jischak, auch in dem Punkt, daß, wie Abraham gesagt hatte, seine Gattin sei seine Schwester, so auch Jischak. Daraus wird klar, daß ein göttliches Geheimnis darin liegt, warum es wiederum sich ereignet hat, und wiederum berichtet worden ist, und auch daß beide Male von Brunnen die Rede ist. Davon etwas zu wissen, wäre nicht so wichtig, wenn nicht etwas Göttliches darin verborgen wäre. Der innere Sinn aber lehrt, was darin liegt, und daß gehandelt wird von der Verbindung des Herrn mit denen, die in Seinem Reich in den Himmeln und auf Erden (sind) durch Wahrheiten, und zwar durch Wahrscheinbarkeiten des höheren Grades mit den Engeln, und durch Wahrscheinbarkeiten niederen Grades mit den Menschen, folglich durch das Wort, in dessen innerem und äußerem Sinn jene (Scheinbarkeiten) sind: Denn die eigentlichen göttlichen Wahrheiten sind so beschaffen, daß sie von gar keinem Engel, noch weniger von einem Menschen gefaßt werden können, denn sie gehen über all ihr Verstandesvermögen hinaus. Auf daß aber dennoch eine Verbindung des Herrn mit ihnen sein möge, fließen die göttlichen Wahrheiten bei ihnen in Scheinbarkeiten ein, und wenn in diesen jene (Wahrheiten) sind, können sie sowohl aufgenommen, als auch anerkannt werden. Dies geschieht der Fassungskraft eines jeden angemessen. Daher sind die Scheinbarkeiten, d.h. die engelischen und menschlichen Wahrheiten, dreifachen Grades. Diese göttlichen Geheimnisse sind es, die in jenen Geschichten und Berichten von Abimelech und Abraham, und in diesen von Abimelech und Jischak, im inneren Sinn enthalten sind. 3363. Vers 1: Und es war Hunger im Lande, außer dem vorigen Hunger, welcher war in den Tagen Abrahams; und Jischak ging zu Abimelech, dem König der Philister, gen Gerar. "Und es war Hunger im Lande, außer dem vorigen Hunger, welcher war in den Tagen Abrahams" bedeutet den Mangel an Glaubenserkenntnissen; "und Jischak ging zu Abimelech, dem König der Philister, gen Gerar" bedeutet die Glaubenslehren: Abimelech ist die Lehre des Glaubens, die auf Vernünftiges absieht; der König der Philister sind Lehrsätze; Gerar ist der Glaube. 3364. "Und es war Hunger im Lande außer dem vorigen Hunger, welcher war in den Tagen Abrahams", 1. Mose 26/1, daß dies den Mangel an Glaubenserkenntnissen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er ist der Mangel an Erkenntnissen, wovon Nr. 1460; daß er sich auf die Erkenntnisse des Glaubens bezieht, wird aus dem gleich Folgenden klar, nämlich aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, und aus der Bedeutung von Gerar, sofern es ist dasjenige, was dem Glauben angehört. Der Hunger in den Tagen Abrahams, der 1. Mose 12/10, erwähnt wird, und wovon Nr. 1460, war der Mangel an Erkenntnissen, die dem natürlichen Menschen angehören, der Hunger aber, von dem hier, ist der Mangel an Erkenntnissen, die dem Vernünftigen angehören, daher gesagt wird: "es war Hunger im Lande außer dem vorigen Hunger, welcher war in den Tagen Abrahams". Es ist hier im inneren Sinn vom Herrn die Rede, daß von Seinem Göttlichen alle Glaubenslehren kommen; denn es gibt kein Lehrstück, nicht einmal ein Kleinstes desselben, das nicht vom Herrn wäre, denn der Herr ist die Lehre selbst, daher kommt es, daß der Herr das Wort heißt, weil das Wort die Lehre ist. Weil aber alles, was im Herrn, göttlich ist, und das Göttliche von keinem Geschaffenen begriffen werden kann, darum sind die vom Herrn ausgehenden Lehrsätze, insofern sie vor den Geschaffenen zur Erscheinung kommen, nicht rein göttliche Wahrheiten, sondern Wahrscheinbarkeiten. Aber dennoch sind in den Scheinbarkeiten göttliche Wahrheiten; und weil diese darinnen sind, so gelten auch die Scheinbarkeiten als Wahrheiten. Von diesen wird nun in diesem Kapitel gehandelt. 3365. "Und Jischak ging zu Abimelech, dem König der Philister, gen Gerar", 1. Mose 26/1, daß dies die Glaubenslehren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, welcher ist der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen, wovon Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630. Daß Jischak das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Guten sei: Nr. 3012, 3194, 3210, und auch in Ansehung des göttlich Wahren, das durch die Ehe Jischaks mit Rebecka vorgebildet wird: Nr. 3012, 3013, 3077, somit wird durch Jischak hier der Herr in Ansehung des dem göttlich Guten des Vernünftigen verbundenen göttlich Wahren vorgebildet, denn mit Jischak war Rebecka, und hieß Schwester. Aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, sofern er ist die auf Vernünftiges abgesehende Glaubenslehre, wovon Nr. 2504, 2509, 2510, 2530; aus der Bedeutung des Königs der Philister, sofern es Lehrsätze sind. Daß der König im inneren Sinn das Wahre ist, das der Lehre angehört, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069 und daß die Philister die Wissenschaft der Erkenntnisse sind, die ebenfalls auf die Lehren sich bezieht: Nr. 1197, 1198; und aus der Bedeutung von Gerar, sofern es ist der Glaube: Nr. 1209, 2504. Hieraus wird klar, was bezeichnet wird dadurch, daß "Jischak zu Abimelech, dem König der Philister gen Gerar ging", nämlich daß vom Herrn die auf Vernünftiges, oder was das gleiche, auf die Glaubenslehrsätze sich beziehende Lehre des Glaubens (ausgehe). Lehrsätze heißen alles das, was der Lehre angehört; und sofern sie im Himmel von den Engeln, und auf Erden von den Menschen aufgenommen und anerkannt werden können, wird davon gesagt, sie sehen auf Vernünftiges ab; denn es ist das Vernünftige, das dieselben aufnimmt und anerkennt. Aber das Vernünftige ist so beschaffen, daß es göttliche Dinge gar nicht fassen kann, denn es ist endlich, und dieses kann dasjenige, was dem Unendlichen angehört, nicht fassen, darum werden die göttlichen Wahrheiten vom Herrn dem Vernünftigen durch Scheinbarkeiten vorgestellt. Hieraus folgt es, daß die Lehrsätze nichts sind denn Scheinbarkeiten des göttlich Wahren, oder nichts denn himmlische und geistige Gefäße, in denen das Göttliche. Und weil das Göttliche in ihnen, d.h. der Herr, darum regen sie an, daher die Verbindung des Herrn mit den Engeln und Menschen. 3366. Vers 2,3: Da erschien bei ihm Jehovah, und sprach: Geh nicht hinab gen Ägypten, verbleibe in dem Lande, das Ich zu dir sage. Sei fremd in diesem Lande, und Ich will mit dir sein, und dich segnen, denn dir und deinem Samen will ich geben alle diese Länder, und will aufrichten den Eid, den Ich geschworen habe Abraham, deinem Vater. "Da erschien bei ihm Jehovah und sprach" bedeutet das Denken aus dem Göttlichen; "geh nicht hinab gen Ägypten, verbleibe in dem Lande, das Ich zu dir sage" bedeutet nicht zu Wißtümlichem, sondern zu Vernünftigem, das, wenn es vom Göttlichen erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind; "sei fremd in diesem Lande" bedeutet die Belehrung; "und Ich will mit dir sein" bedeutet das Göttliche; "und dich segnen" bedeutet so ein Wachstum; "denn dir" bedeutet das Gute; "und deinem Samen" bedeutet das Wahre; "will Ich geben alle diese Länder" bedeutet Geistiges; "und will aufrichten den Eid, den Ich geschworen habe Abraham, deinem Vater" bedeutet so Bekräftigung. 3367. "Da erschien bei ihm Jehovah und sprach", 1. Mose 26/2, daß dies das Denken aus dem Göttlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von erscheinen, wenn es gesagt wird vom Herrn, der Jehovah, sofern es ist das Göttliche Selbst das in Ihm; daß im Herrn Jehovah und der Herr selbst Jehovah, ist in vielen Stellen früher gezeigt worden, man sehe Nr. 1343, 1725, 1729, 1733, 1736, 1791, 1815, 1819, 1822, 1902, 1921, 1999, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2447, 2921, 3023, 3035, 3061; und daß der Herr, inwieweit als Er das menschliche Wesen dem Göttlichen vereinigt hatte, insoweit mit Jehovah redete wie mit Ihm selbst: Nr. 1745, 1999; somit "erscheinen bei ihm Jehovah" bedeutet im inneren Sinn aus dem Göttlichen; daß es das Denken ist, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, das ist innewerden, und auch denken, wie öfters gezeigt wurde. 3368. "Geh nicht hinab gen Ägypten, verbleibe in dem Lande, das Ich zu dir sage", 1. Mose 26/2, daß dies bedeutet, nicht zu Wißtümlichem, sondern zu Vernünftigem, das, wenn es vom Göttlichen erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es Wißtümliches ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1462, 1186; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es hier Vernünftiges ist, das, wenn es vom Herrn erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, denn das Land, das hier verstanden wird, ist Gerar, wo Abimelech, der König der Philister, und durch Gerar wird bezeichnet der Glaube, und durch Abimelech die Lehre des Glaubens, die auf Vernünftiges absieht, und durch den König der Philister Lehren, man sehe Nr. 3363, 3365, darum wird durch das Land, nämlich Gerar, wo Abimelech, nichts anderes im inneren Sinn bezeichnet; denn die Bedeutung des Landes ist mannigfaltig, man sehe Nr. 620, 636, 1067, und es bedeutet die Beschaffenheit der Völkerschaft, von der es ausgesagt wird: Nr. 1262; im eigentlichen Sinn aber bedeutet es die Kirche: Nr. 3355, und weil die Kirche, bedeutet es auch dasjenige, was der Kirche angehört, d.h. dasjenige, was beim Menschen die Kirche macht, folglich die Lehren der Liebtätigkeit und des Glaubens, somit auch Vernünftiges, das, wenn es vom Herrn erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, denn diese sind die Wahrheiten der Kirche, somit ihre Lehren. Man sehe oben Nr. 3364, 3365. Ob man sagt Vernünftiges, das vom Göttlichen erleuchtet ist, oder Scheinbarkeiten des Wahren, oder solche himmlische und geistige Wahrheiten, die im Reich des Herrn in den Himmeln oder im Himmel, und wie sie im Reich des Herrn auf Erden oder in der Kirche (sind), ist gleich. Ebendieselben heißen auch Lehren, aber das von den Wahrheiten, die darin (ausgesprochen sind). Das engelische und menschlich Vernünftige ist und wird genannt das Vernünftige vermöge der Scheinbarkeiten des Wahren, die vom Göttlichen erleuchtet sind, ohne dieselben ist das Vernünftige nicht; vernünftig sind somit jene. Daß hier gesagt wird, er soll nicht nach Ägypten hinabgehen, d.h. nicht zu Wißtümlichem, ist deswegen, weil von Wißtümlichem früher gehandelt wurde, denn die Fremdlingschaft Abrahams in Ägypten bildete vor die Belehrung des Herrn im Wißtümlichen, im Knabenalter; man sehe Nr. 1502. Mit dem Geheimnis, daß er nicht nach Ägypten hinabgehen, sondern im Lande Gerar fremd sein, d.h. daß er nicht auf Wißtümliches, sondern auf Vernünftiges aussehen sollte, verhält es sich so: Alle Scheinbarkeiten des Wahren, in denen das Göttliche, gehören dem Vernünftigen an, so sehr, daß vernünftige Wahrheiten und Scheinbarkeiten des Wahren das gleiche sind. Wißtümliches aber gehört dem Natürlichen an, so sehr, daß Natürliches und wißtümliche Wahrheiten das gleiche sind. Vernünftige Wahrheiten oder Scheinbarkeiten des Wahren können gar nicht sein und existieren, als nur aus dem Einfluß des Göttlichen in das Vernünftige, und durch Vernünftiges in Wißtümliches, das dem Natürlichen angehört. Was dann geschieht im Vernünftigen, erscheint im Natürlichen, wie das Bild von vielem zusammen in einem Spiegel; und so wird es vorgestellt dem Menschen, auch dem Engel. Doch dem Engel nicht so augenscheinlich im Natürlichen, als denjenigen, die in der Geisterwelt und im geistig Natürlichen sind, daher diesen die Vorbilder des Wahren. Ebenso verhält es sich bei einem jeden Menschen, denn wer im Guten ist, der ist ein kleiner Himmel, oder was das gleiche, ein Bild des größten Himmels, und weil das göttlich Wahre nicht unmittelbar einfließen kann in Wißtümliches, das seinem natürlichen Menschen angehört, sondern durch Vernünftiges, darum wird hier gesagt, er soll nicht nach Ägypten hinabgehen, sondern im Land Gerar verbleiben. Aber von diesem kann man keine klare Vorstellung haben, wenn man nicht weiß, wie beschaffen der Einfluß ist, sowie auch wie beschaffen die Vorstellungen. Deswegen soll davon, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, am Ende der Kapitel, wo die Erfahrungen, gehandelt werden. 3369. "Sei fremd in diesem Lande", 1. Mose 26/3, daß dies die Belehrung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von fremd sein, sofern es ist belehren, wovon Nr. 1463, 2025; und aus der Bedeutung des Landes hier, sofern es ist Vernünftiges, das, wenn es vom Göttlichen erleuchtet ist, die Scheinbarkeiten des Wahren sind, wovon Nr. 3368; somit bedeutet: sei fremd in diesem Lande, die Belehrung in jenem. 3370. "Und Ich will mit dir sein", 1. Mose 26/3, daß dies das Göttliche bedeutet, kann daraus erhellen, daß es Jehovah ist, der da redet, somit das Göttliche Selbst; und wenn aus diesem gesagt wird, "Ich will mit dir sein", so bedeutet es im Zusammenhang, daß so das Göttliche in jenem. 3371. "Und dich segnen", 1. Mose 26/3, daß dies bedeutet so ein Wachstum, erhellt aus der Bedeutung von segnen, das ist befruchten in Gutem, und vermehren in Wahrem, wovon Nr. 1731, 981, 1420, 1422, 2846, 3140; somit Wachstum. 3372. "Denn dir", 1. Mose 26/3, daß dies das Gute bedeutet, kann daraus erhellen, daß "dir" ist dem Jischak, durch den der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen vorgebildet wird, und das göttlich Vernünftige des Herrn ist nur das Gute; auch das Wahre dort ist das Gute, weil göttlich. 3373. "Und deinem Samen", 1. Mose 26/3, daß dies das Wahre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Samens, der das Wahre ist, wovon Nr. 29, 255, 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3310; somit das Wahre, das vom Göttlichen des Herrn, das "dein Samen" ist. Diejenigen, die das Wort nur nach dem Buchstabensinn fassen, können nichts anders wissen, als daß der Same die Nachkommenschaft sei, folglich hier die Nachkommenschaft Jischaks von Esau und Jakob, hauptsächlich von Jakob, weil in jener Völkerschaft das Wort war, und so viel Historisches über sie vorhanden ist. Aber im inneren Sinn wird unter Samen nicht irgendeine Nachkommenschaft von Jischak verstanden, sondern alle diejenigen, die Söhne des Herrn sind, somit Söhne Seines Reichs, oder was das gleiche, die im Guten und Wahren sind, das vom Herrn stammt. Und weil diese der Samen sind, so folgt, daß eigentlich das Gute und Wahre vom Herrn der Samen ist, denn daher sind die Söhne. Deswegen werden auch die Wahrheiten selbst, die vom Herrn, genannt Söhne des Reichs, bei Matth.13/37,38: "Der den guten Samen säet, ist der Sohn des Menschen; der Acker ist die Welt, der Samen sind die Söhne des Reichs"; daher werden auch im allgemeinen durch Söhne Wahrheiten bezeichnet: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623. Jeder, der ein wenig höher oder inwendiger denkt, kann wissen, daß durch den Samen Abrahams, Jischaks und Jakobs, der so oft genannt wird, und von dem es so oft heißt, daß sie sollen gesegnet werden, und zwar vor allen Völkerschaften und Völkern im Weltkreis, im göttlichen Wort nicht deren Nachkommenschaft bezeichnet werden kann, denn diese waren unter allen Nationen am allerwenigsten im Guten der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, sogar auch in keinem Wahren des Glaubens; denn was der Herr ist, was Sein Reich, somit was der Himmel, und was das Leben nach dem Tod, wußten sie durchaus nicht, sowohl weil sie es nicht wissen wollten, als weil, wenn sie davon gewußt hätten, sie es in ihrem Herzen ganz geleugnet, und so inwendigeres Gutes und Wahres entweiht haben würden, wie auch das auswendigere dadurch, daß sie oft offenbare Götzendiener wurden, was der Grund ist, warum so selten im Buchstabensinn des Wortes des Alten Testamentes etwas Inwendigeres sich findet. Weil sie solcherart waren, darum hat der Herr von ihnen aus Jesaja bei Joh.12/40 gesagt: "Er hat verblendet ihre Augen, und verstockt ihr Herz, daß sie nicht sehen mit ihren Augen, und verstehen mit dem Herzen, und sich bekehren, und Ich sie heile"; und von ihnen, als sie sagten sie seien der Samen Abrahams, Joh.8/33,39,44: "sie sprachen, Samen Abrahams sind wir; unser Vater ist Abraham; spricht zu ihnen Jesus: wenn ihr Söhne Abrahams wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun; ihr seid aus dem Vater Teufel, und die Begehrungen eures Vaters wollt ihr tun": unter Abraham wird auch hier der Herr verstanden, wie überall im Wort, daß sie nicht Sein Same oder Seine Söhne gewesen sind, sondern vom Teufel, wird offenbar gesagt. Hieraus wird augenscheinlich klar, daß unter dem Samen Abrahams, Jischaks und Jakobs sowohl im historischen, als prophetischen Wort keineswegs jene verstanden werden, denn das Wort ist überall göttlich, sondern alle, die der Samen des Herrn sind, d.h. die im Guten und Wahren des Glaubens an Ihn. Daß vom Herrn allein der himmlische Same, d.h. alles Gute und Wahre, sehe man Nr. 1438, 1614, 2016, 2803, 2882, 2883, 2891, 2892, 2904, 3195. 3374. "Will Ich geben alle diese Länder", 1. Mose 26/3, daß dies Geistiges bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Länder, sofern sie hier Vernünftiges sind, das, wenn es vom Herrn erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, wovon Nr. 3368; und daß diese Scheinbarkeiten Wahrheiten sind, ist ebenfalls oben Nr. 3364, 3365 gezeigt worden, folglich Geistiges, denn dieses ist nichts anderes als Wahrheiten vom Göttlichen her, wie erhellen kann aus demjenigen, was oftmals über die Bedeutung des Geistigen gesagt wurde: Durch das Geistige im echten Sinn wird verstanden das eigentliche Licht des Wahren, das vom Herrn kommt, wie durch das Himmlische jede Flamme des Guten vom Herrn. Hieraus kann erhellen, daß weil jenes Licht vom Herrn einfließt, sowohl ins Vernünftige als ins Natürliche des Menschen, das Geistige von beidem gesagt wird, und daß das Göttliche in Ansehung des Wahren es ist, das einfließt. Hieraus kann man wissen, was durch das Geistige im echten Sinn bezeichnet wird, und daß es ein vernünftig Geistiges und ein natürlich Geistiges gibt. 3375. "Und will aufrichten den Eid, den Ich geschworen habe Abraham deinem Vater", 1. Mose 26/3, daß dies die Bekräftigung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Eides oder Schwörens, sofern es ist Bekräftigung, wovon Nr. 2842. Hier wird nicht gesagt mit Abraham einen Bund aufrichten, sondern einen Eid, aus dem Grund, weil Bund ausgesagt wird vom Himmlischen oder vom Guten, aber Eid vom Geistigen oder von Wahrem; man sehe Nr. 3037, und eben von diesem wird hier gehandelt. Deswegen wird auch im Folgenden von Jischak nicht gesagt, er habe mit Abimelech einen Bund geschlossen, sondern "es habe geschworen ein Mann seinem Bruder": 1. Mose 26/31, hingegen von Abraham, daß "er und Abraham einen Bund geschlossen haben": 1. Mose 21/32; siehe Ps.105/10. Unter der Bekräftigung hier, die hier bezeichnet wird durch den Eid, wird verstanden die Verbindung des Herrn mit denjenigen, die in Seinem Reich sind, denn der Eid ist die Bekräftigung des Bundes, und durch Bund wird bezeichnet Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1838, 1864, 1996, 2003, 2021. 3376. Der innere Sinn dieser zwei Verse (1. Mose 26/2,3) ist, daß das göttlich Wahre, wenn es durch Vernünftiges einfließt, Scheinbarkeiten des Wahren darstellt, und so sich befruchtet und vermehrt in Ansehung des Guten und Wahren, durch das der Herr sich mit den Engeln und Menschen verbindet. Daß dies der Sinn ist, kann nicht aus der ersten Auslegung ersehen werden, wo es zerstreut vorkommt, nämlich aus dem, was Nr. 3366 gesagt wurde, daß das Denken aus dem Göttlichen war, ja nicht zu Wißtümlichem, sondern zu Vernünftigem, das, wenn es vom Herrn erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, und daß daher Belehrung aus dem Göttlichen, und Wachstum, somit das Gute und Wahre, das geistig ist, und durch das Verbindung des Herrn mit dem, was in Seinem Wort. Aber dieses, was dem Menschen so zerstreut vorkommt ist dennoch im inneren Sinn in bester Ordnung verbunden, und kommt den Engeln oder im Himmel vor und wird vernommen im schönsten Zusammenhang, ja mit engelhaften Vorbildern in himmlischer Form, und zwar mit unsäglicher Mannigfaltigkeit. So ist das Wort überall beschaffen in seinem inneren Sinn. 3377. Vers 4,5: Und will sich mehren lassen deinen Samen wie die Sterne der Himmel, und will geben deinem Samen alle diese Länder; und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde. Darum, daß Abraham gehorcht hat Meiner Stimme, und gehalten hat Meine Haltung, Meine Gebote, Meine Satzungen und Meine Gesetze. "Und will sich mehren lassen deinen Samen, wie die Sterne der Himmel" bedeutet Wahrheiten und Erkenntnisse des Glaubens; "und will geben deinem Samen alle diese Länder" bedeutet daher Kirchen; "und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde" bedeutet alle die im Guten, sowohl innerhalb als außerhalb der Kirche, "darum, daß Abraham gehorcht hat Meiner Stimme" bedeutet die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit dem menschlichen Wesen durch Versuchungen; "und gehalten hat Meine Haltung, Meine Gebote, Meine Satzungen und Meine Gesetze" bedeutet, durch fortwährende Offenbarungen aus Ihm selbst. 3378. "Und will sich mehren lassen deinen Samen wie die Sterne der Himmel", 1. Mose 26/4, daß dies bedeutet Wahrheiten und Erkenntnisse des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern es sind Wahrheiten, wovon Nr. 3373, und aus der Bedeutung der Sterne, sofern es sind Erkenntnisse des Glaubens, wovon Nr. 2495, 2849. 3379. "Und will geben deinem Samen alle diese Länder", 1. Mose 26/4, daß dies bedeutet, daher Kirchen, erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern es Wahrheiten sind, somit diejenigen, die in den Wahrheiten sind, und daher Söhne des Reichs genannt werden, wovon Nr. 3373; und aus der Bedeutung der Länder, sofern sie Vernünftiges sind, das, wenn es vom Göttlichen erleuchtet ist, Scheinbarkeiten des Wahren sind, wovon ebenfalls oben, Nr. 3368, somit diejenigen, die in Vernünftigem sind, das vom Göttlichen erleuchtet ist, oder was das gleiche, im himmlischen Licht, und weil in diesem Licht allein diejenigen sind, die im Reich des Herrn in den Himmeln sind, d.h. im Himmel, und die im Reich des Herrn auf Erden sind, d.h. in den Kirchen, so ist klar, daß durch diese Länder hier Kirchen bezeichnet werden; denn Kirchen sind es nicht darum, weil sie so heißen und weil sie den Namen des Herrn bekennen, sondern weil sie im Guten und Wahren des Glaubens sind. Eben das Gute und Wahre des Glaubens ist es, was die Kirche macht, ja was die Kirche ist, denn im Guten und Wahren des Glaubens ist der Herr, und wo der Herr, da die Kirche. 3380. "Und es werden gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde", 1. Mose 26/4, daß dies bedeutet alle die im Guten, sowohl innerhalb als außerhalb der Kirche, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, das ist fruchtbar gemacht werden im Guten, und vermehrt werden in Wahrem, wovon Nr. 1731, 981, 1422, 2846, 3140; aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist Gutes und Wahres, das vom Herrn: Nr. 3373; und aus der Bedeutung der Völkerschaften der Erde, sofern es alle sind, die im Guten. Daß Völkerschaften Gutes sind, oder was das gleiche, diejenigen, die in Gutem, sehe man Nr. 1259, 1260, 1416, 1849; somit "gesegnet werden in deinem Samen alle Völkerschaften der Erde" bedeutet, daß vom Guten und Wahren, das vom Herrn, selig gemacht werden alle, die in gegenseitiger Liebtätigkeit leben, mögen sie innerhalb der Kirche oder außerhalb derselben sein. Daß die Völkerschaften, die außerhalb der Kirche (oder Heiden), die im Guten sind, ebenso selig werden, sehe man Nr. 593, 932, 1032, 1059, 1327, 1328, 2049, 2051, 2284, 2589-2604, 2861, 2986, 3263. 3381. "Darum, daß Abraham gehorcht hat Meiner Stimme", 1. Mose 26/5, daß dies die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit dem menschlichen Wesen durch Versuchungen bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr auch in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, wovon Nr. 2833, 2836, 3251, und aus der Bedeutung von gehorchen Meiner Stimme, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es ist das göttliche Wesen einigen dem Menschlichen durch Versuchungen, denn wegen dieser wird Gehorsam im Wort vom Herrn gesagt; dies bezieht sich auf dasjenige, was von Abraham 1. Mose 22/1,2 erzählt ist, nämlich als Gott ihn versuchte, habe Er zu ihm gesagt, er soll seinen Sohn nehmen, und ihn zum Brandopfer darbringen; da er dieser Stimme gehorchte, wird 1. Mose 22/12,16,17 gesagt: "Nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, und hast nicht vorenthalten deinen einzigen Sohn vor Mir; bei Mir habe ich geschworen, Spruch Jehovahs, darum weil du getan hast dieses Wort, und nicht vorenthalten deinen einzigen Sohn, daß Ich dich segnend segnen und mehrend mehren will deinen Samen wie die Sterne der Himmel". Daß durch nicht vorenthalten deinen einzigen Sohn vor Mir, welches war gehorchen der Stimme, bezeichnet wird die Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen durch den äußersten Grad der Versuchung, sehe man Nr. 2827, 2844. Daß dies verstanden wird unter gehorchen der Stimme Jehovahs oder des Vaters, wird auch klar aus den Worten des Herrn in Gethsemane, bei Matth.26/39,42; Mark.14/36; Luk.22/42: "Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe vorüber von Mir dieser Kelch, doch aber nicht wie Ich will, sondern wie Du"; wieder zum zweitenmal: "Mein Vater, wenn dieser Kelche nicht kann vorübergehen von Mir, Ich trinke ihn denn, so geschehe Dein Wille". Weil aber Jehovah oder der Vater in Ihm war, oder Er im Vater und der Vater in Ihm: Joh.14/10,11, so wird unter gehorchen der Stimme Jehovahs verstanden, daß der Herr das Göttliche dem Menschlichen durch Versuchungen mit eigener Kraft geeinigt habe, was auch aus den eigenen Worten des Herrn erhellt Joh.10/15,17,18: "Gleichwie Mich erkennet der Vater, erkenne auch Ich den Vater, und setze Meine Seele für die Schafe; darum liebet Mich der Vater, daß Ich setze Meine Seele, daß Ich sie wieder nehme; Ich habe Macht sie zu setzen, und habe Macht sie wieder zu nehmen; dieses Gebot habe Ich empfangen von Meinem Vater". Daß der Herr Sein göttliches Wesen dem menschlichen Wesen durch Versuchungen mit eigener Kraft geeinigt hat, sehe man Nr. 1663, 1668, 1690, 1691 E, 1725, 1729, 1733, 1737, 1787, 1789, 1812, 1820, 2776, 3318 E. 3382. "Und gehalten hat Meine Haltung (observavit observanda mea), Meine Gebote, Meine Satzungen, und Meine Gesetze", 1. Mose 26/5, daß dies bedeutet durch fortwährende Offenbarungen aus Ihm selbst, nämlich wie durch Versuchungen, so auch durch jene, habe er das göttliche Wesen dem Menschlichen geeinigt, kann daraus erhellen, daß halten die Haltung, Gebote, Satzungen und Gesetze in sich schließt alles des Wortes, nämlich alles was davon im allgemeinen gehalten werden muß: die Gebote sein inwendiges, die Satzungen sein auswendiges, und die Gesetze alles im besonderen. Weil dieses vom Herrn gesagt wird, Der von Ewigkeit her das Wort war, und von Dem jenes alles, so kann im inneren Sinn nicht bezeichnet werden, daß Er jenes alles gehalten habe, sondern daß Er jenes Sich selbst, da Er im Zustand der Vereinigung des Menschlichen mit dem Göttlichen war, geoffenbart habe. Auf den ersten Anschein zwar erscheint dieses dem Buchstabensinn, auch dem nächsten inneren Sinn zu fern zu liegen, aber doch ist das der Sinn dieser Worte im Himmel, wenn sie von Menschen gelesen werden; denn wie einigemal früher gesagt worden und aus Beispielen Nr. 1873, 1874 ersehen werden kann, wird der Buchstabensinn im Aufsteigen himmelwärts ausgezogen, und es tritt an die Stelle desselben ein anderer himmlischer, bis sogar nicht erkannt werden kann, daß er von daher ist; denn die im Himmel sind, sind in der Vorstellung, daß alles im Wort im inneren Sinn vom Herrn handelt, und auch daß alles im Wort vom Herrn ist, ferner daß Er, als Er in der Welt war, aus dem Göttlichen, so aus Sich selbst gedacht, und Sich alle Einsicht und Weisheit durch fortwährende Offenbarungen aus dem Göttlichen erworben hat, darum werden sie aus jenen Worten nichts anderes inne. Denn halten die Haltung, Gebote, Satzungen und Gesetze ist nicht anwendbar auf den Herrn, weil Er selbst das Wort war, folglich Er selbst, Der gehalten werden sollte (Ipse Qui observandus), Er selbst das Gebot, dann Er selbst die Satzung, und Er selbst das Gesetz, denn jenes alles bezieht sich auf Ihn als den Ersten, aus Dem und als den Letzten, zu Dem. Darum kann durch jene Worte im höchsten Sinn nichts anderes bezeichnet werden als die Vereinigung des Göttlichen des Herrn mit dem Menschlichen durch fortwährende Offenbarungen aus Ihm selbst. Daß der Herr aus dem Göttlichen, somit aus Sich selbst gedacht habe, nicht so wie andere Menschen, sehe man Nr. 1904, 1914, 1935; und daß Er Sich selbst Einsicht und Weisheit durch fortwährende Offenbarungen aus dem Göttlichen verschafft habe: Nr. 1616, 2500, 2523, 2632. Daß halten die Haltung alles des Wortes im allgemeinen ist, und daß die Gebote das Inwendige des Wortes sind, die Satzungen das Äußere des Wortes, und daß die Gesetze alles des Wortes im besonderen sind, im echten Sinn, kann aus vielen Stellen des Wortes, wenn sie im inneren Sinn betrachtet werden, erhellen, wovon einige angeführt werden dürfen, z.B. Ps.119/1-27: "Selig die Unfehlbaren im Weg, die wandeln im Gesetz Jehovahs; selig die bewahren seine Zeugnisse; so daß gerichtet würden meine Wege zu halten Deine Satzungen, Deine Satzungen will ich halten, verlaß mich nicht so gar; in meinem ganzen Herzen habe ich Dich gesucht, laß mich nicht abirren von Deinen Geboten; in meinem Herzen habe ich verborgen Dein Wort, daß ich nicht sündige an Dir; gesegnet Du Jehovah, lehre mich Deine Satzungen; mit meinen Lippen habe ich erzählt alle Rechtssprüche Deines Mundes; im Weg Deiner Zeugnisse freue ich mich; in Deinen Befehlen sinne ich; und ich blicke auf Deine Wege; in Deinen Satzungen vergnüge ich mich; nicht vergesse ich Deines Wortes; vergilt Deinem Knecht, daß ich lebe, und Dein Wort halte; decke auf meine Augen, daß ich sehe die Wunder aus Deinem Gesetz, verbirg nicht vor mir Deine Gebote; mache mich lebendig nach Deinem Wort; lehre mich deine Satzungen; den Weg Deiner Befehle laß mich verstehen": Es ist dort im ganzen Psalm die Rede vom Wort, und von dem, was zum Wort gehört, und daß dies sind Gebote, Satzungen, Rechtssprüche, Zeugnisse, Befehle, Wege, ist klar, was sie aber im besonderen bedeuten, kann keineswegs aus dem Buchstabensinn ersehen werden; in diesem sind es fast weiter nichts als Wiederholungen der gleichen Sache, aber aus dem inneren Sinn, in dem etwas ganz anderes durch Gebote, etwas anderes durch Satzungen, und anderes durch Rechtssprüche, Zeugnisse, Befehle, Wege bezeichnet wird. Ebenso anderswo bei Ps.19/8-10: "Das Gesetz Jehovahs ist vollkommen, es bringt zurück die Seele; das Zeugnis Jehovahs ist fest, es macht weise den Einfältigen; die Befehle Jehovahs sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot Jehovahs ist rein, es erleuchtet die Augen; die Furcht Jehovahs ist lauter, sie stehet in Ewigkeit, die Rechtssprüche Jehovahs sind Wahrheit"; und im Buch der Könige, David zu Salomo: "Halten wirst du die Haltung deines Gottes, zu wandeln in Seinen Wegen, zu halten Seine Satzungen, und Seine Gebote, und Seine Rechtssprüche, und Seine Zeugnisse, nach der Schrift im Gesetz Moses": 1.Kön.2/3. Halten die Haltung für alles des Wortes im allgemeinen, denn es wird an erster Stelle genannt, und bezieht sich auf das Folgende als das weniger Allgemeine, denn halten die Haltung ist das gleiche, als beobachten was beobachtet werden soll. 5. Mose 11/1: "Lieben sollst du Jehovah, deinen Gott, und halten Seine Haltung, und Seine Satzungen und Rechtssprüche, und Seine Gebote, alle Tage": wo halten die Haltung, oder beobachten, was beobachtet werden soll, ebenso für alles des Wortes im allgemeinen. Satzungen für das Äußere des Wortes, wie es sind die Gebräuche, und was Vorbilder und Bezeichnungen des inneren Sinnes sind. Die Gebote aber für das Inwendige des Wortes, derart dasjenige ist, was zum Leben und zur Lehre gehört; hauptsächlich was dem inneren Sinn angehört. Aber von der Bedeutung der Gebote und Satzungen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesprochen werden. 3383. Vers 6,7: Und Jischak wohnte in Gerar. Da fragten die Männer des Ortes in betreff seines Weibes, und er sagte: meine Schwester ist sie, denn er fürchtete sich zu sagen: mein Weib, sonst möchten mich erwürgen die Männer des Ortes wegen Rebecka, weil sie gut anzusehen. "Und Jischak wohnte in Gerar" bedeutet der Zustand des Herrn in Ansehung dessen, was dem Glauben angehört, im Verhältnis zum Vernünftigen, das beigesellt werden soll. "da fragten die Männer des Ortes in betreff seines Weibes" bedeutet die Untersuchungen der Menschen über das göttlich Wahre; "und er sagte: meine Schwester ist sie" bedeutet das vernünftig Wahre; "denn er fürchtete sich zu sagen: mein Weib, sonst möchten mich erwürgen die Männer des Ortes wegen Rebecka" bedeutet, er habe die eigentlichen göttlichen Wahrheiten nicht eröffnen können, weil sonst das göttlich Gute nicht aufgenommen wurde; "weil sie gut anzusehen" bedeutet, es könnte leicht aufgenommen werden, deswegen weil es göttlich heiße. 3384. "Und Jischak wohnte in Gerar", 1. Mose 26/6, daß dies bedeutet den Zustand des Herrn in betreff dessen, was dem Glauben angehört im Verhältnis zum Vernünftigen, das beigesellt werden soll, erhellt aus der Bedeutung von "wohnen in Gerar", sofern es ist sein in dem, was des Glaubens ist, somit der Zustand in Ansehung dessen; denn wohnen bedeutet leben: Nr. 1293; und Gerar das, was dem Glauben angehört: Nr. 1209, 2504, 3365; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen, wovon Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630. Daß es das Verhältnis zum Vernünftigen, das beigesellt werden soll, betrifft, erhellt aus dem Vorhergehenden und aus dem Folgenden, denn in diesem ganzen Kapitel wird davon gehandelt, nämlich von den Vernunftbegriffen, die, wenn sie vom Göttlichen des Herrn erleuchtet sind, Scheinbarkeiten des Wahren sind. Daß "wohnen" ist sein und leben, somit Zustand, wird klar aus sehr vielen Stellen im Wort, z.B. bei David Ps.23/6: "Wohnen werde ich im Hause Jehovahs in die Länge der Tage"; Ps.27/4: "Eines habe ich gebeten von Jehovah, das werde ich suchen, wohnen möchte ich im Hause Jehovahs, alle Tage meines Lebens"; Ps.101/7: "Nicht wohnen in der Mitte Meines Hauses, der trügerisch handelt": wo wohnen im Hause Jehovahs für sein und leben im Guten der Liebe, denn dies ist das Haus Jehovahs. Jes.9/1: "Die da wohnen im Lande des Todesschattens, über die strahlte ein Licht auf": die da wohnen im Lande des Todesschattens für den Zustand derjenigen, die in Unkenntnis des Guten und Wahren sind; Jes.13/20: "Babel wird nicht bewohnet werden in Ewigkeit": für den Zustand der Verdammnis derjenigen, die Babel sind. Jes.37/16: "Jehovah, der Gott Israels, der bewohnet die Cherube". Ps.80/2: "Hirte Israels, der bewohnet die Cherube, strahle hervor": Bewohner der Cherube ist der Herr in Ansehung des Standes der Vorsehung, daß niemand ins Heilige der Liebe und des Glaubens eingehen darf, er sei denn vom Herrn vorbereitet: Nr. 308. Ps.4/9: "Im Frieden beisammen liege und schlafe ich, denn Du, Jehovah, allein lässest mich sicher wohnen": sicher wohnen für den Zustand des Friedens. Jerem.51/13: "Die Du wohnest auf vielen Wassern, groß von Schätzen, gekommen ist Dein Ende, das Maß Deines Gewinns": von Babel; wohnen auf vielen Wassern, für sein in den Erkenntnissen über das Wahre. Dan.2/22: "Gott selbst offenbart das Tiefe und Verborgene, Er weiß, was in der Finsternis, und das Licht wohnt bei Ihm": wohnen für sein. Dan.4/9: "Unter demselben Baume hatte Schatten das Tier des Feldes, und in seinen Ästen wohnten die Vögel des Himmels". Hes.31/6: "Unter seinen Ästen gebaren alles Wild des Feldes, und in seinem Schatten wohnten alle großen Völkerschaften": wohnen für sein und leben. Hos.9/2,3: "Die Tenne und die Kelter wird sie nicht weiden, und der Most wird ihm lügen, sie werden nicht wohnen im Lande Jehovahs, und Ephraim wird zurückkehren nach Ägypten": nicht wohnen im Lande Jehovahs, für nicht sein im Zustand des Guten der Liebe, somit nicht im Reich des Herrn. 3385. "Da fragten die Männer des Ortes in betreff seines Weibes", 1. Mose 26/7, daß dies bedeutet die Untersuchungen der Menschen über das göttlich Wahre, erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es ist untersuchen; aus der Bedeutung der Männer des Ortes, nämlich Gerars, sofern es diejenigen sind, die in den Glaubenslehren, daß Gerar dasjenige ist, was dem Glauben angehört, sehe man Nr. 1209, 2504, somit sind die Männer des Ortes Menschen in solchem Zustand. Und aus der Bedeutung des Weibes, hier der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn, wovon Nr. 3012, 3013, 3077. Im Vorhergehenden war die Rede von Scheinbarkeiten des Wahren, daß sie entstehen durch den göttlichen Einfluß des Herrn in die Vernunftbegriffe des Menschen, hier nun wird gehandelt von der Aufnahme derselben, und zwar zuerst von seiten derjenigen, die in den Lehren des Glaubens sind, und verstanden werden unter den Männern des Ortes oder Gerars, und zur ersten Klasse derjenigen gehören, die Geistige genannt werden; denn weil diese kein Innewerden haben, wie die Himmlischen, und beziehungsweise im Dunkeln sind: Nr. 1043, 2088, 2669, 2708, 2715, 2718, 2831, 3235, 3241, 3246; sie untersuchen, ob es so sei, sodann ob es göttliche Wahrheit sei; und weil sie kein Innewerden haben, ob es sei, wird ihnen etwas von solcher Art gegeben, das wie wahr erscheint, und zwar gemäß ihrem Vernünftigen, d.h. gemäß ihrer Fassungskraft, denn so wird es aufgenommen. Einem jeden wird gestattet, den Wahrheiten so zu glauben, wie er sie begreift. Wäre dies nicht, so fände keine Aufnahme statt, weil keine Anerkennung. Hiervon ist nun die Rede. 3386. "Und er sagte: meine Schwester ist sie", 1. Mose 26/7, daß dies bedeutet das vernünftig Wahre, erhellt aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie ist das vernünftig Wahre, wovon Nr. 1495, 2508, 2524, 2556. Unter dem vernünftig Wahren wird verstanden dasjenige, was als wahr erscheint der Fassungskraft gemäß, oder in der Vernunftanschauung, wie oben gesagt worden. Das Geheimnis, daß Jischak gesagt hat, Rebecka sei seine Schwester, wie Abraham früher in Ägypten: 1. Mose 12/11-13,19, und nachher in Gerar: 1. Mose 20/2,5,12 gesagt hatte, Sarah sei seine Schwester, schließt das gleiche in sich, wie man aus der Erklärung zu jenen Stellen sehen kann. Und weil das gleiche dreimal sich zugetragen hat, und solches auch im Wort erwähnt wird, so ergibt sich, daß ein sehr wichtiges Geheimnis darin liegt, das gar niemand kund werden kann als aus dem inneren Sinn. Was es aber sei, wird aus dem Folgenden klar. 3387. "Denn er fürchtete sich, zu sagen, mein Weib, sonst möchten mich erwürgen die Männer des Ortes wegen Rebecka", 1. Mose 26/7, daß dies bedeutet, er habe die eigentlichen göttlichen Wahrheiten nicht eröffnen können, weil sonst das göttlich Gute nicht aufgenommen würde, erhellt aus der Bedeutung von "sich fürchten zu sagen", sofern es ist nicht eröffnen können; aus der Bedeutung des Weibes, hier der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, wovon Nr. 3012, 3013, 3077; aus der Bedeutung von "mich erwürgen", das heißt das Gute werde nicht aufgenommen, denn durch Jischak, welcher hier ist "mich", wird das göttlich Gute des Vernünftigen des Herrn vorgebildet: Nr. 3012, 3194, 3210; denn alsdann wird gesagt, das Gute werde erwürgt oder geht zugrunde, wenn es nicht aufgenommen wird, denn es wird bei ihm zu nichts, und aus der Bedeutung der Männer des Ortes, welche sind diejenigen, die in den Glaubenslehren sind, wovon gleich oben Nr. 3385. Aus diesem wird nun klar, was der innere Sinn dieser Worte ist, nämlich wenn die eigentlichen Wahrheiten eröffnet würden, so würden sie von denen, die in den Glaubenslehren sind, nicht aufgenommen, weil sie über all ihre Fassungskraft, somit über all ihren Glauben hinausgehen, und folglich könnte nichts Gutes vom Herrn einfließen, denn das Gute vom Herrn, oder das göttlich Gute kann nur in Wahres einfließen, denn die Wahrheiten sind Gefäße des Guten, wie oft gezeigt wurde. Die Wahrheiten oder Wahrscheinbarkeiten sind dem Menschen dazu gegeben, daß das göttlich Gute sein Verständiges, somit den eigentlichen Menschen bilden kann, denn zu dem Endzweck, daß das Gute einfließen kann, sind die Wahrheiten; denn das Gute findet ohne Gefäße oder Behälter keine Statt, weil keinen ihm entsprechenden Zustand, darum wo keine Wahrheiten, oder wo sie nicht aufgenommen sind, da ist auch kein vernünftig oder menschlich Gutes, folglich auch kein geistiges Leben beim Menschen. Auf daß also der Mensch Wahrheiten, und er hierdurch geistiges Leben haben möge, werden Scheinbarkeiten des Wahren gegeben, und zwar einem jeden nach seiner Fassungskraft, und diese Scheinbarkeiten werden als Wahrheiten anerkannt, weil sie so beschaffen sind, daß Göttliches in ihnen sein kann. Auf daß man wisse, was Scheinbarkeiten, und daß sie es sind, die dem Menschen als göttliche Wahrheiten dienen, soll es durch Beispiele erhellt werden: Wenn gesagt würde, daß im Himmel keine Vorstellung des Ortes, somit keine der Entfernung sei, sondern daß an deren Statt Vorstellungen des Zustandes seien, so könnte dies vom Menschen gar nicht begriffen werden, denn so würde er glauben, daß nichts unterschieden, sondern ein Durcheinander wäre, nämlich alle in einem oder beisammen, während doch dort alles so unterschieden ist, daß es nichts Unterschiedeneres geben kann. Daß Orte, Entfernungen und Räume, die in der Natur sich finden, Zustände im Himmel seien, sehe man Nr. 3356. Hieraus wird klar, daß alles, was je im Wort von Orten und Räumen, und aus ihnen, und durch sie gesagt wird, Scheinbarkeiten des Wahren sind, und wenn es nicht durch jene Scheinbarkeiten gesagt würde, so würde es gar nicht aufgenommen, folglich kaum ein Etwas, denn die Vorstellung von Raum und Zeit ist beinahe in allem und jedem, was der Mensch denkt, solange er in der Welt, d.h. in Raum und Zeit ist. Daß nach Scheinbarkeiten des Raumes im Wort geredet ist, erhellt beinahe aus allem und jedem daselbst, wie bei Matth.22/44: "Es sprach Jesus: wie sagt David, der Herr (sprach) zu meinem Herrn, sitze zu Meiner Rechten, bis Ich lege deine Feinde zu deinem Fußschemel": wo das Sitzen zur Rechten aus der Vorstellung des Ortes ist, somit nach der Scheinbarkeit, während doch der Zustand der göttlichen Macht des Herrn es ist, der so beschrieben wird. Matth.26/64: "Jesus sprach, von nun an werdet ihr sehen den Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft, und kommen auf den Wolken des Himmels": das Sitzen zur Rechten, wie auch das Kommen auf den Wolken, lautet hier ebenso nach der Ortsvorstellung bei den Menschen, aber die Engel haben dabei die Vorstellung von der Macht des Herrn. Mark.10/37,40: "Die Söhne Zebedäi sagten zu Jesu: gib uns, daß wir, der eine zu Deiner Rechten, und der andere zu Deiner Linken, sitzen in Deiner Herrlichkeit; Jesus antwortete: das Sitzen zu Meiner Rechten, und zu Meiner Linken, ist nicht Meine Sache zu geben, sondern denen es bereitet ist". Hieraus wird klar, was für eine Vorstellung vom Reich des Herrn die Jünger gehabt haben, daß es nämlich sei ein Sitzen zur Rechten und zur Linken; und weil sie eine solche Vorstellung hatten, antwortete auch der Herr nach ihrer Fassungskraft, somit gemäß dem, was ihnen erschien. Ps.19/6,7: "Dieselbe (Sonne), wie ein Bräutigam, der ausgeht aus seiner Kammer, freut sich wie ein Held zu laufen den Weg, vom Ende der Himmel Sein Ausgang, und Sein Umlauf zu den Enden derselben": dort vom Herrn, dessen göttlicher Machtstand durch solches beschrieben wird, was dem Raum angehört. Jes.14/12-14: "Wie bist du gefallen vom Himmel, Luzifer, Sohn der Morgenröte, hast gesagt in deinem Herzen, in die Himmel will ich aufsteigen, über die Sterne des Himmels will ich erhöhen meinen Thron, will aufsteigen über die Höhen der Wolke": vom Himmel fallen, in die Himmel steigen, über die Sterne des Himmels den Thron erhöhen, aufsteigen über die Höhen der Wolke, lautet alles nach der Vorstellung und der Scheinbarkeit des Raumes oder des Ortes, und es wird dadurch die das Heilige entweihende Selbstliebe beschrieben. Weil Himmlisches und Geistiges durch solches, was erscheint, und gemäß demselben dem Menschen vorgestellt wird, darum wird auch der Himmel so beschrieben, als ob er in der Höhe wäre, während er doch nicht in der Höhe, sondern im Inneren ist: Nr. 450, 1380, 2148. 3388. "Weil sie gut anzusehen", 1. Mose 26/7, daß dies bedeutet, es könnte leicht aufgenommen werden, deswegen weil es göttlich heiße, erhellt aus der Bedeutung von gut anzusehen, sofern es das ist, was eine gefällige Form hat, somit was leicht aufgenommen wird. Es ist von denen die Rede, die in den Glaubenslehren sind, und kein Innewerden des Wahren vom Guten haben, sondern nur ein Bewußtsein des Wahren infolge davon, daß ihnen von den Eltern und Lehrern so gesagt wurde, und diese sind es, die Männer des Ortes oder Gerars genannt wurden: Nr. 3385, 3387. Für sie ist das erste der Bekräftigung des Wahren, daß es göttlich heißt, denn sogleich haben sie dann eine Vorstellung des Heiligen, die allem und jedem, was gesagt wird, eine allgemeine Bekräftigung gibt, und das, wenn sie es auch nicht begreifen. Aber doch muß das, was gesagt wird, ihrer Fassungskraft angemessen sein, denn es ist nicht genug, daß der Mensch weiß, daß etwas sei, sondern er will auch wissen, was es sei, und wie beschaffen es sei, so daß von da auch eine Bestätigung für die Verstandesseite hinzukommt und umgekehrt von dieser. Wenn das nicht der Fall ist, so kann es zwar ins Gedächtnis hineingebracht werden, aber es bleibt dort nicht anders als eine tote Sache, wie eine Sache des Getöns, und wenn nicht einige Bestätigungsgründe, mögen sie herkommen, wo sie wollen, dasselbe fest eingeprägt haben, so zerstäubt es wie die Erinnerung an eine nur tönende Sache. 3389. Vers 8,9: Und es geschah, weil ihm dort verlängert wurden die Tage, da schaute Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster, und sah, und siehe, Jischak lachend mit Rebecka, seinem Weibe. Und Abimelech rief Jischak und sprach: Doch wohl, siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie; und Jischak sprach zu ihm: Weil ich sagte, ich möchte sonst sterben ihretwegen. "Und es geschah, weil ihm dort verlängert wurden die Tage" bedeutet den Zustand der Aufnahme; "da schaute Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster, und sah" bedeutet die Lehre des Glaubens, sofern sie auf Vernünftiges in den Erkenntnissen ihr Absehen hat; "und siehe, Jischak lachend mit Rebecka, seinem Weibe" bedeutet, daß das göttlich Gute gegenwärtig sei im göttlich Wahren. "und Abimelech rief Jischak und sprach" bedeutet das Innewerden des Herrn aus der Lehre. "doch wohl, siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie" bedeutet, wenn es das göttlich Wahre, so sei es nicht auch vernünftig; "und Jischak sprach zu ihm: Weil ich sagte, ich möchte sonst sterben ihretwegen" bedeutet, daß es nicht aufgenommen würde. 3390. "Und es geschah, weil ihm dort verlängert wurden die Tage", 1. Mose 26/8, daß dies den Zustand der Aufnahme bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von "verlängern dort ihm", nämlich dem Jischak, sofern es heißt, als das göttlich Gute, das durch Jischak vorgebildet wird, eine Zeitlang dort war, wurde das Wahre aufgenommen, denn es ist von der Aufnahme des Wahren von seiten der Geistigen im inneren Sinn die Rede; und aus der Bedeutung der Tage, die Zustände sind, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 2788. 3391. "Da schaute Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster, und sah", 1. Mose 26/8, daß dies bedeutet die Lehre des Glaubens, sofern sie auf Vernünftiges in den Erkenntnissen ihr Absehen hat, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, sofern sie die Lehre des Glaubens ist, sofern sie auf Vernünftiges ihr Absehen hat, wovon Nr. 2504, 2509, 2510, 2533, und aus der Bedeutung des Königs der Philister, sofern es Lehren sind, wovon Nr. 3365; und aus der Bedeutung des Fensters, sofern es das Verständige ist, wovon Nr. 655, 658, folglich das innere Gesicht, denn das wurde ehemals durch Fenster bezeichnet. Somit "durch das Fenster schauen" heißt dasjenige innewerden, was durch das innere Gesicht erscheint. Dies sind im allgemeinen Erkenntnisse, die dem äußeren Menschen angehören; Vernunftbegriffe oder was das gleiche, die Scheinbarkeiten des Wahren, d.h. geistige Wahrheiten, sind nicht die Erkenntnisse, sondern in den Erkenntnissen, denn sie gehören dem Vernünftigen, somit dem inwendigen Menschen an, und der innere Mensch ist es, der auf das absieht, was dem äußeren angehört, somit auf Wahres in den Erkenntnissen; denn die Erkenntnisse, weil sie dem natürlichen Menschen angehören, sind Aufnahmegefäße von Vernunftbegriffen. Daß die göttlichen Wahrheiten in das Vernünftige, und durch dieses in das Natürliche einfließen, und in diesem sich darstellen, wie das Bild von vielem in einem Spiegel, sehe man Nr. 3368. Daß die Fenster dasjenige sind, was dem inwendigen Gesicht, d.h. dem Verstand angehört, was mit einem Wort Verständiges genannt wird, erhellt aus denjenigen Stellen des Wortes, die Nr. 655 angeführt wurden, und noch weiter aus Folgenden bei Joel 2/9: "In der Stadt werden sie umherlaufen, auf der Mauer laufen, in die Häuser steigen, durch die Fenster werden sie hineinkommen, wie ein Dieb": dort vom Bösen und Falschen der letzten Tage der Kirche; in die Häuser steigen für Gutes zerstören, das dem Willen angehört. Daß Häuser Gutes sind, das dem Willen angehört, sehe man Nr. 710, 2233, 2234; und eingehen durch die Fenster für Wahres und die Erkenntnisse desselben, was dem Verstande angehört, zerstören. Zeph.2/14: "Ausrecken wird Jehovah Seine Hand über Mitternacht, und Aschur verderben; lagern werden sich in dessen Mitte Herden, all sein Wild der Völkerschaft, auch der Reiher und der Entenadler werden auf seinen Granatapfelbäumen übernachten; eine Stimme wird singen im Fenster: Dürre auf der Schwelle, weil er die Zeder entblößt hat": wo von der Zerstörung der Glaubenswahrheiten durch Vernünfteleien, die Aschur sind: Nr. 119, 1186; eine Stimme wird singen im Fenster, für die Verödung des Wahren, somit der Verstandesfähigkeit in Ansehung des Wahren. Richt.5/28: "Durch das Fenster schaute und rief die Mutter des Sissera durch die Gitter: warum verzeucht sein Wagen zu kommen": Weissagung der Debora und des Barak, von der Auferweckung der geistigen Kirche; durch das Fenster schauen, für durch die Vernunftschlüsse derjenigen, welche die Wahrheiten leugnen, und so das, was der Kirche angehört, zerstören, denn das ist Verständiges im entgegengesetzten Sinn. Jerem.22/13,14: "Wehe dem, der sein Haus bauet ohne Gerechtigkeit, und seine Obergemächer ohne Rechtsurteil, der sagt, bauen will ich mir ein Haus der Masse, und geräumige Obergemächer, und haut sich Fenster aus, und Getäfel von Zedern, und malt es mit Schminke": ein Haus bauen ohne Gerechtigkeit und Obergemächer ohne Rechtsurteil, für eine Religion aus Nicht-Gutem und Nicht-Wahrem fertigen, daß Gerechtigkeit und Rechtsspruch das Gute und das Wahre ist, sehe man Nr. 2235, Fenster und Getäfel von Zedern sich aushauen und mit Schminke malen, für verständige und geistige Wahrheiten verfälschen. Die Fenster des Tempels zu Jerusalem bildeten auch nichts anderes vor als das, was Verständigem, somit was Geistigem angehört; wie es auch die Fenster des neuen Tempels bedeuten, wovon bei Hes.40/16,22,25,33,36; 41/16,26; denn daß der neue Tempel, das neue Jerusalem, und die neue Erde, bei jenem Propheten nichts anderes sind als das Reich des Herrn, kann jeder sehen, somit daß das, was darüber erwähnt wird, solches ist, was dem Reich angehört. 3392. "Und siehe, Jischak lachend mit Rebecka, seinem Weibe", 1. Mose 26/8, daß dies bedeutet, das göttlich Gute sei gegenwärtig im göttlich Wahren, oder das göttlich Gute sei beigesellt dem göttlich Wahren, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Gute des Vernünftigen des Herrn, wovon Nr. 3012, 3194, 3210; aus der Bedeutung von lachen, sofern es ist die Liebe oder die Neigung zum Wahren, wovon Nr. 2072, 2216; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des Vernünftigen des Herrn, wovon Nr. 3012, 3013, 3077. Hieraus wird klar, daß Jischak lachend mit Rebecka, seinem Weibe, bedeutet, das göttlich Gute sei mit dem göttlich Wahren da. Der Sinn davon im Zusammenhang ist, daß das geistig Wahre zuerst aus dem Grund aufgenommen werde, weil es göttlich genannt wird; nachher weil in ihm das Göttliche ist, das diejenigen gewahr werden, die wiedergeboren und Menschen der geistigen Kirche werden. Diese sind es, die verstanden werden unter Abimelech, d.h. diejenigen, die in der Lehre des Glaubens sind, und ihr Absehen auf die Wahrheiten in den Erkenntnissen haben, von denen oben Nr. 3391. 3393. "Und Abimelech rief Jischak und sprach", 1. Mose 26/9, daß dies das Innewerden des Herrn aus der Lehre bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, sofern sie ist die Lehre, die das Absehen auf Vernünftiges hat, wovon Nr. 2504, 2509, 2510, 2533, 3391; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er das göttlich Vernünftige des Herrn ist, wovon oben; und aus der Bedeutung von sprechen, sofern es innewerden ist, wovon Nr. 1898, 1919, 2080, 2862. Und weil Abimelech jene Lehre bedeutet, in der nun das Göttliche wahrgenommen wurde: Nr. 3392, somit wird durch Abimelech auch der Herr in Ansehung derselben vorgebildet, denn alles und jedes, was im Wort steht, bezieht sich im höchsten Sinn auf den Herrn. Auch ist der Herr die Lehre selbst, d.h. das Wort, nicht nur in betreff des höchsten Sinnes dort, sondern auch in betreff des inneren Sinnes, auch in betreff des buchstäblichen Sinnes, denn dieser Sinn ist der den inneren Sinn vorbildende und bezeichnende, und dieser den höchsten Sinn vorbildende und bezeichnende; und was im Wort vorbildend und bezeichnend ist, das ist in seinem Wesen dasjenige, was vorgebildet und bezeichnet wird, somit ist es das Göttliche des Herrn; denn das Vorbildliche ist nichts als das Bild desjenigen, der vorgebildet wird, und im Bild ist Er, der dargestellt wird. Wie klar sein kann aus der Rede des Menschen, wie auch aus seiner Gebärde, denn jene, nämlich die Rede und diese, nämlich die Gebärde, sind nur Bilder von dem, was inwendig im Menschen, in seinem Denken und Wollen sich befindet, so daß die Rede und Gebärde das Denken und Wollen in Ausgestaltung sind; denn wenn man das Denken und Wollen davon wegnehme, so wäre das übrige nur etwas Unbeseeltes, somit nichts Menschliches. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem Wort auch im Buchstaben verhält, daß es nämlich göttlich ist. 3394. "Doch wohl, siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie", 1. Mose 26/9, daß dies bedeutet, wenn es das göttlich Wahre, so sei es nicht auch vernünftig, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, hier der Rebecka, die das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn ist, wovon Nr. 3012, 3013, 3077; und aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie das vernünftig Wahre ist, wovon Nr. 3386. "Siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie" bedeutet somit, weil es das göttlich Wahre ist, so könne es nicht vernünftig sein. Mit diesem Geheimnis verhält es sich so: weil die Geistigen kein Innewerden haben wie die Himmlischen, so wissen sie nicht, daß das göttlich Wahre vernünftig wahr wird beim Menschen, wenn er wiedergeboren ist. Sie sagen zwar, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn, aber wenn dasselbe in ihrem Vernünftigen vorhanden ist, meinen sie dennoch, daß das Gute und Wahre ihr eigen sei, somit gleichsam von ihnen, denn es kann nicht getrennt werden vom Eigenen, das es will; da es doch bei den Himmlischen sich so verhält, daß sie das göttlich Gute und Wahre inne werden im Vernünftigen, d.h. in den Vernunftbegriffen, die, vom Göttlichen des Herrn erleuchtet, Scheinbarkeiten des Wahren sind: Nr. 3368; auch im Natürlichen, d.h. in wißtümlichen und sinnlichen Dingen, und weil die Himmlischen in einem solchen Zustand sind, können sie anerkennen, daß alles Gute und Wahre vom Herrn einfließt, wie auch daß das Gefühl des Guten und Wahren es ist, das ihnen mitgeteilt und zugeeignet wird vom Herrn, und ihre Lust, Wonne und Seligkeit macht. Daher kam es, daß die Uralten, die himmlische Menschen waren, in den einzelnen Gegenständen, die sie mit den Augen sahen, nichts denn Himmlisches und Geistiges wahrnahmen: Nr. 1409. Weil hier die Rede ist vom wiedergeborenen geistigen Menschen, der das göttlich Gute im neuen Willen, und das göttlich Wahre im neuen Verstand, durch die Wiedergeburt vom Herrn empfangen hat, und weil sie in keinem anderen Innewerden sind, als wenn es vernünftig wäre, so könnte es nicht göttlich sein, wie oben gesagt, somit wenn göttlich, so hätte es mit dem Vernünftigen nichts gemein, darum wird hier gesagt, wenn es das göttlich Wahre, so würde es nicht auch vernünftig sein. Das ist auch die Ursache davon, daß sie wollen, man soll das, was Sache des Glaubens ist, einfach glauben, ohne einige Anschauung vom Vernünftigen aus, indem sie nicht wissen, daß gar kein Gegenstand des Glaubens, nicht einmal das größte Geheimnis desselben, von einem Menschen begriffen wird ohne eine vernünftige, auch natürliche Vorstellung, aber was für eine, ist ihm unbekannt: Nr. 3310 E. Hierdurch können sie sich zwar schützen gegen diejenigen, die über alles und jedes aus Verneinung vernünfteln, ob es so sei: Nr. 2568, 2588; aber diejenigen, die in Bejahung sind in betreff des Wortes, daß man es nämlich glauben soll, ist eine solche Behauptung verderblich, denn so können sie alle Freiheit des Denkens wegnehmen, und das Gewissen an die größte Irrlehre binden, und so über das Innere und Äußere des Menschen herrschen. Jenes und dieses ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß Abimelech zu Jischak sagte, "siehe, dein Weib ist sie, und wie hast du gesagt, meine Schwester sie". 3395. "Und Jischak sprach zu ihm, weil ich sagte, ich möchte sonst sterben ihretwegen", 1. Mose 26/9, daß dies bedeutet, es würde nicht aufgenommen, erhellt aus demjenigen, was Nr. 3387 gesagt wurde zu den Worten: "denn er fürchtete sich zu sagen, mein Weib, sonst möchten mich erwürgen die Männer des Ortes wegen Rebecka". Daß sagen bedeutet innewerden und denken, wird hier noch augenscheinlicher klar als sonst. HG 3396 3396. Vers 10,11: Und Abimelech sprach, was hast du uns das getan, um ein Kleines würde einer des Volkes liegen bei deinem Weibe, und du hättest gebracht auf uns eine Verschuldung. Und Abimelech gebot allem Volk, sprechend: Wer antastet jenen Mann und sein Weib, soll sterbend sterben. "Und Abimelech sprach, was hast du uns das getan" bedeutet Unwillen; "um ein Kleines würde einer des Volkes liegen bei deinem Weibe, und du hättest gebracht auf uns eine Verschuldung" bedeutet, es hätte können geschändet und so entweiht werden. "und Abimelech gebot allem Volk, sprechend" bedeutet den Bescheid; "Wer antastet jenen Mann und sein Weib, soll sterbend sterben" bedeutet, daß das göttlich Wahre und das göttlich Gute nicht eröffnet werden, und man bis zu demselben nicht nahen dürfe mit dem Glauben, wegen der Gefahr ewiger Verdammnis, falls es entweiht würde. 3397. "Und Abimelech sprach, was hast du uns das getan", 1. Mose 26/10, daß dies Unwillen bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. 3398. "Um ein Kleines würde einer des Volkes liegen bei deinem Weibe, und du hättest gebracht auf uns eine Verschuldung", 1. Mose 26/10, daß dies bedeutet, es hätte können geschändet, und so entweiht werden, erhellt aus der Bedeutung von liegen, sofern es ist verkehrt oder geschändet werden; aus der Bedeutung von "einer des Volkes", sofern es ist ein Angehöriger der Kirche, nämlich der geistigen, wovon Nr. 2928; aus der Bedeutung des Weibes, hier der Rebecka, die das göttlich Wahre ist, wovon oben; und aus der Bedeutung der Verschuldung, sofern sie die Schuld der Entweihung des Wahren ist. Hieraus wird klar, daß "um ein Kleines würde einer des Volkes liegen bei deinem Weibe, und du hättest auf uns gebracht eine Verschuldung", heißt das göttlich Wahre hätte von jemand in der Kirche leicht können geschändet werden, und sich die Schuld der Entweihung des Wahren zuziehen. Oben Nr. 3386 wurde gesagt, weil Abraham seine Gattin Sarah zweimal für seine Schwester ausgab, zuerst in Ägypten und nachher in Gerar bei Abimelech, und Jischak sein Weib Rebecka gleichfalls auch bei Abimelech für seine Schwester ausgab, und auch weil diese drei Sachen im Wort erwähnt werden, so müsse ein großes Geheimnis zugrunde liegen. Das Geheimnis selbst liegt hier im inneren Sinn zutage, nämlich weil durch die Schwester das Vernünftige bezeichnet wird, und durch Weib das göttlich Wahre, und daß es für vernünftig erklärt wurde, d.h. für eine Schwester, damit das göttlich Wahre, welches Weib ist, hier Rebecka, nicht geschändet und so entweiht werden möchte. Was die Entweihung des Wahren betrifft, so kann das göttlich Wahre einzig und allein von denen entweiht werden, die es zuerst anerkannt haben, denn diese sind zuerst durch Anerkennung und Glauben ins Wahre eingegangen, und sind so in dasselbe eingeweiht worden; wenn sie nachher davon abtreten, dann bleibt fortwährend die Spur desselben inwendig eingedrückt, die allemal wieder mit dem Falschen und Bösen sich einstellt. Dadurch wird das Wahre, weil es diesem anklebt, entweiht. Darum haben diejenigen, bei denen dieses geschieht, fortwährend in sich, was verdammt, somit eine Hölle ihrer selbst; denn wenn die Höllischen einer Sphäre, wo das Gute und Wahre, sich nähern, so fühlen sie sogleich ihre Hölle, denn sie kommen in das, was sie hassen, folglich in die Qual. Diejenigen also, die das Wahre entweiht haben, befinden sich fortwährend bei dem, was sie quält, und zwar je nach dem Grad der Entweihung. Weil es so ist, wird vom Herrn möglichst vorgesehen, daß das göttlich Gute und Wahre nicht entweiht wird, und es wird hauptsächlich dadurch vorgesehen, daß ein Mensch, der seiner Beschaffenheit nach nicht anders kann als entweihen, soweit als möglich von der Anerkennung und dem Glauben des Wahren und Guten abgehalten wird, denn niemand kann entweihen, als wer vorher anerkannt und geglaubt hat. Das war die Ursache, warum den Nachkommen Jakobs, den Israeliten und Juden, die inwendigen Wahrheiten nicht aufgedeckt worden sind, nicht einmal offen gesagt wurde, daß ein Inwendiges im Menschen sei, daß es somit einen inwendigen Gottesdienst gebe, und kaum etwas vom Leben nach dem Tod, und vom himmlischen Reich des Herrn, oder des Messias, den sie erwarteten. Die Ursache war, weil vorhergesehen wurde, daß, wenn es ihnen aufgedeckt worden wäre, sie, als so beschaffen, nicht anders hätten können, als es entweihen, denn sie wollten nichts anderes als Irdisches. Und weil jene Generation so beschaffen war, und auch so beschaffen ist, so wird noch jetzt zugelassen, daß sie ganz im Unglauben sind. Wenn sie einmal anerkannt hätten, und nachher zurückgetreten wären, dann hätten sie nichts anders, als die allerärgste Hölle sich zuziehen können. Das war auch die Ursache, daß der Herr nicht früher in die Welt kam, und das Inwendige des Wortes offenbarte, als da gar nichts Gutes, nicht einmal natürlich Gutes bei ihnen übrig war, denn alsdann konnten sie keine Wahrheit mehr bis zur inwendigen Anerkennung aufnehmen (denn das Gute ist es, was aufnimmt), somit nicht entweihen. Ein solcher Zustand war es, der verstanden wird unter der Fülle der Zeiten, und unter der Vollendung des Zeitlaufs, auch unter dem jüngsten Tag, von dem viel bei den Propheten die Rede ist. Die gleiche Ursache ist auch, warum jetzt die Geheimnisse des inneren Sinnes des Wortes geoffenbart werden, weil heutzutage kaum einiger Glaube ist, weil keine Liebtätigkeit, somit weil die Vollendung des Zeitlaufs da ist, und wenn diese, dann können sie ohne Gefahr der Entweihung geoffenbart werden, weil sie innerlich nicht anerkannt werden. Dies ist das Geheimnis, wegen dessen im Wort von Abraham und Jischak erwähnt wird, daß sie ihre Ehefrauen in Gerar bei Abimelech Schwestern genannt haben. Man sehe ferner, was über denselben Gegenstand früher gesagt und gezeigt wurde, nämlich daß entweihen können, die anerkennen, nicht aber die nicht anerkennen, noch weniger die nicht wissen: Nr. 593, 1008, 1010, 1059. Welche Gefahr mit der Entweihung des Heiligen und des Wortes verbunden sei: Nr. 571, 582. Daß diejenigen, die innerhalb der Kirche das Heilige entweihen können, nicht aber die außerhalb: Nr. 2051. Daß vom Herrn vorgesehen werde, damit ja keine Entweihung geschehe: Nr. 1001, 2426. Daß der Gottesdienst ein äußerlicher werde, damit der innere nicht entweiht werde: Nr. 1327, 1328. Daß sie in Unwissenheit gehalten werden, damit die Glaubenswahrheiten nicht entweiht werden: Nr. 301, 302, 303. 3399. Daß "beim Weibe liegen" im inneren Sinn heißt das Wahre verkehren und schänden, hier das göttlich Wahre, weil durch das Weib oder die Rebecka das göttlich Wahre vorgebildet wird, wie oben gezeigt worden, kann daraus erhellen, daß durch Beschlafungen, Ehebrüche und Hurereien im Wort nichts anderes bezeichnet wird, als Verkehrungen des Guten und Verfälschen des Wahren, wie Nr. 2466, 2729 gezeigt wurde; und zwar deswegen, weil Ehebrüche ganz gegen die eheliche Liebe sind, so sehr, daß sie zerstörend sind für sie, und die eheliche Liebe ist aus der Ehe des Guten und Wahren: Nr. 2508, 2618, 2727-2759, 3132, darum wird das, was gegen das Gute und Wahre ist, oder was es zerstört, im Wort Ehebruch genannt. Aber man soll wissen, daß die Angehörigen der geistigen Kirche das Gute nicht so schänden können, daß sie es entweihen, darum, weil sie das Gute nicht bis zu dessen Innewerden aufnehmen können wie die Himmlischen, sondern daß sie das Wahre entweihen können, weil sie dieses anzuerkennen vermögen. Aber in der letzten Zeit der Kirche können sie auch das Wahre nicht anerkennen, weil dann bei ihnen im ganzen der Unglaube herrscht betreffend den Herrn, betreffend das Leben nach dem Tod, und betreffend den inneren Menschen; und der Unglaube, der im ganzen herrscht, macht, daß die Glaubenswahrheiten nicht einwärts dringen. Das bei einem jeden Durchwaltende beschränkt und verhindert, daß solches nicht tiefer eingeht, auch ohne daß es der Mensch weiß, und auch wenn er zu glauben meint. Hingegen die das Gute entweihen können, gehören der himmlischen Kirche an, denn dieselben können es bis zum Innewerden aufnehmen. Wie auch geschehen ist von den vor der Sündflut Lebenden, die deswegen von allen abgeschlossen gehalten werden in einer von den Höllen anderer geschiedenen Hölle, von denen man sehe Nr. 1265-1272; und daß die Entweihung des Guten nicht mehr vorkommen sollte, wird bezeichnet dadurch, daß "Jehovah, nach Verstoßung des Menschen, wohnen machte von Aufgang am Garten Eden Cherube, und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu hüten den Weg des Baumes des Lebens": 1. Mose 3/24, worüber Nr. 308, 310. 3400. Daß die "Verschuldung" die Schuld oder die Zurechnung der Sünde ist und Verfehlung gegen das Gute und Wahre, kann aus denjenigen Stellen im Wort erhellen, wo die Verschuldung genannt, und auch beschrieben wird; wie bei Jes.53/10: "Jehovah wollte zermalmen Ihn, und hat krank gemacht; wenn du gesetzt hast als Verschuldung Seine Seele, wird Er Samen schauen, wird verlängern die Tage, und der Wille Jehovahs wird durch Seine Hand gelingen": vom Herrn: setzen als Verschuldung Seine Seele, für: die Ihm zugerechnete Sünde, somit für die Schuld, die Ihm die Hasser gaben. Nicht daß Er etwas von Sünde auf Sich hätte abgeleitet, um sie wegzunehmen. Hes.22/4: "Durch das Blut, das du vergossest, hast du Schuld gehabt, und durch deine Götzen, die du machtest, bist du verunreinigt worden": Blut vergießen, für: dem Guten Gewalt antun: Nr. 374, 376, 1005, daher Verschuldung. Ps.34/22,23: "Die Hasser des Gerechten werden Schuld haben, es erlöset Jehovah die Seele Seiner Knechte, und keine Schuld werden haben alle, die Ihm vertrauen": somit Schuld für jede Sünde, die bleibt; ihre Entfernung durch das Gute vom Herrn ist die Erlösung, die auch vorgebildet wurde durch die Versöhnung, die vom Priester geschah, wenn sie ein Schuldopfer brachten, worüber 3. Mose 5/1-26; 7/1-10; 19/20-22; 4. Mose 5/1-8; wo auch die Arten von Verschuldung aufgezählt werden, als da sind: wenn man die Stimme eines Fluches hörte und es nicht anzeigte; wenn man irgend etwas Unreines anrührte; wenn man schwur, Böses zu tun; wenn man sich aus Irrtum am Heiligtum Jehovahs versündigte; wenn man tat eines von den Geboten, was man nicht tun soll; wenn man dem Nächsten sein anvertrautes Gut ableugnete; wenn man fand, was verloren ist und es ableugnete und fälschlich schwur; wenn man bei einem Weibe lag, die eine Magd, die einem Mann veräußert, nicht gelöst und nicht frei gelassen war; wenn man tat von allen Sünden wider einen Menschen, dadurch daß man sich verfehlte mit einer Verfehlung wider Jehovah. 3401. "Und Abimelech gebot allem Volk sprechend", 1. Mose 26/11, daß es einen Bescheid bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es ist einen Bescheid tun; aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, sofern es diejenigen sind, die in der Glaubenslehre, wovon Nr. 3392; und im höchsten Sinn der Herr: Nr. 3393; und aus der Bedeutung des Volkes, sofern es die Angehörigen der geistigen Kirche sind, wovon Nr. 3398. Hieraus wird klar, daß "Abimelech gebot allem Volk" bedeutet den Bescheid vom Herrn in der geistigen Kirche. Der Bescheid selbst ist, was folgt, daß nämlich das göttlich Wahre und das göttlich Gute nicht eröffnet werden soll, und man bis zu demselben nicht nahen dürfe mit dem Glauben, wegen der Gefahr ewiger Verdammnis, wenn es entweiht wird, worüber nun folgt. 3402. Daß "wer antastet jenen Mann und sein Weib, soll sterbend sterben", 1. Mose 26/11, bedeutet, das göttlich Wahre und das göttlich Gute dürfe nicht eröffnet werden, und man bis zu demselben nicht nahen dürfe mit dem Glauben, wegen der Gefahr ewiger Verdammnis, falls es entweiht wird, erhellt aus der Bedeutung von antasten jenen Mann und sein Weib, sofern es ist nahen zum göttlich Wahren und göttlich Guten, die durch Jischak und Rebecka vorgebildet werden. Das Wahre steht hier an erster Stelle, und das Gute an zweiter, weil von den Angehörigen der geistigen Kirche die Rede ist, die das Wahre schänden, ja entweihen können, nicht aber das Gute, und weil es so, wird gesagt Mann und Weib, man sehe Nr. 915, 2517; und aus der Bedeutung von "sterbend sterben", sofern es ist die ewige Verdammnis, die der geistige Tod ist, hier infolge der Entweihung, von der die Rede ist. Daß es der Vorsehung des Herrn gemäß ist, daß niemand ins Gute und Wahre, d.h. in die Anerkennung und Neigung zu demselben, weiter zugelassen wird, als er darin verbleiben kann, wegen der Gefahr ewiger Verdammnis, sehe man Nr. 3398. Es verhält sich mit dem Guten und Wahren, wie früher einige Male gesagt und gezeigt wurde, daß es sich beim Menschen einwärts zurückzieht, inwieweit er im Bösen und Falschen ist, daß folglich die Engel, die aus dem Himmel bei ihm sind, insoweit zurücktreten, und teuflische Geister, die von der Hölle, insoweit herzutreten; so umgekehrt. Die Entfernung des Guten und Wahren, folglich der Engel von dem Menschen, der im Bösen und Falschen ist, kommt ihm nicht zum Bewußtsein, weil er dann im Beredungswahn ist, das Böse sei gut und das Falsche sei wahr, und zwar infolge der Neigung dazu und daher des Lustreizes. Wenn er in diesem Zustand ist, kann er durchaus nicht wissen, daß das Gute und Wahre von ihm entfernt ist, dann wird gesagt, daß das Gute und Wahre, oder die Engel, vom Menschen sich entfernt, wenn er von ihnen nicht angeregt wird, d.h. wenn es ihn nicht mehr erfreut, sondern umgekehrt, wenn er von demjenigen, was der Selbstliebe und der Weltliebe angehört, angeregt wird, wenn ihn eben dieses nur erfreut. Das Gute und Wahre wissen, oder im Gedächtnis behalten, und es im Munde führen, heißt nicht das Gute und Wahre haben, sondern dadurch von Herzen angeregt werden. Auch heißt nicht das Gute und Wahre haben, wenn man davon angeregt wird in der Absicht, Ruhm und Vermögen dadurch zu gewinnen, dann wird man nicht von jenem, sondern von Ehre und Gewinn erregt, und macht es zu Mitteln, dieses zu erlangen. Bei solchen wird das Gute und Wahre, das sie gewußt, sogar gepredigt hatten, im anderen Leben weggenommen, dagegen die Selbst- und Weltliebe, woraus ihr Leben sich bildete, bleibt. Aus diesem kann erhellen, wie es sich mit dem Guten und Wahren verhält, daß nämlich niemand zu demselben hintreten darf mit Neigung und Glauben, wenn er nicht so beschaffen ist, daß er darin verbleiben kann bis an das Ende seines Lebens. Die aber entweihen, können davon nicht abgehalten werden. 3403. Vers 12-14: Und Jischak säte in selbigem Lande, und er fand in selbigem Jahr hundert Maß, und es segnete ihn Jehovah. Und es ward groß der Mann, und ging gehend und großwerdend, bis daß er sehr groß ward. Und er hatte Vermögen an Schafvieh, und Vermögen an Rindvieh, und viel Dienstvolk, und es neideten ihn die Philister. "Und Jischak säte in selbigem Lande" bedeutet inwendigere Wahrheiten, die dem Vernünftigen zur Erscheinung kamen vom Herrn;, "und er fand in selbigem Jahr hundert Maß" bedeutet Überfluß; "und es segnete ihn Jehovah" bedeutet in Ansehung des Guten der Liebe darin. "und es ward groß der Mann, und ging gehend und großwerdend, bis daß er sehr groß ward" bedeutet Zunahme. "und er hatte Vermögen an Schafvieh, und Vermögen an Rindvieh" bedeutet in Ansehung des inwendigeren Guten, und in Ansehung des auswendigeren Guten; "und viel Dienstvolk" bedeutet daher das Wahre; "und es neideten ihn die Philister" bedeutet, daß die in der bloßen Wissenschaft der Erkenntnisse Stehenden es nicht begriffen. 3404. "Und Jischak säte in selbigem Land", 1. Mose 26/12, daß dies bedeutet inwendigere Wahrheiten, die dem Vernünftigen zur Erscheinung kommen, vom Herrn, erhellt aus der Bedeutung von säen, sofern es im höchsten Sinn das göttlich Wahre ist, das vom Herrn (kommt), Welcher ist der Sämann: Nr. 3038, im inneren Sinn ist es das Wahre und Gute beim Menschen, das er daher: Nr. 3373; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es Vernünftiges ist, das, vom Herrn erleuchtet, Scheinbarkeiten des Wahren sind: Nr. 3368 oder, was das gleiche, inwendigere Wahrheiten, die dem Vernünftigen zur Erscheinung kommen, vom Herrn. Diese Scheinbarkeiten oder diese Wahrheiten sind höheren Grades, denn bis zum 14. Vers wird von ihnen im inneren Sinn gehandelt. In solchen Wahrscheinbarkeiten sind die Engel, und sie sind so beschaffen, daß sie das Verständnis des Menschen, solange er in der Welt lebt, unermeßlich übersteigen. Damit noch weiter erhellen kann, was Scheinbarkeiten des Wahren sind, dazu soll auch folgendes Beispiel dienen: es ist bekannt, daß das Göttliche unendlich ist in Ansehung des Seins und ewig in Ansehung des Daseins, und daß das Endliche unfähig ist, das Unendliche zu begreifen, ja auch nicht das Ewige, denn das Ewige ist das Unendliche in Ansehung des Daseins, und weil das Göttliche Selbst das Unendliche und das Ewige ist, so ist auch alles, was vom Göttlichen (ausgeht) unendlich und auch ewig, und weil unendlich, so kann es von Engeln in keiner Weise begriffen werden, weil sie endlich sind. Deshalb wird das, was unendlich und ewig ist, ihnen in Scheinbarkeiten, die endlich sind, vorgestellt, aber doch in solchen, die sehr weit über der Begriffssphäre des Menschen sind, wie zum Beispiel: Der Mensch kann durchaus keine Vorstellung des Ewigen haben als aus der Zeit; und weil er das nicht kann, so kann er nicht begreifen, was von Ewigkeit, somit was das Göttliche vor der Zeit oder ehe die Welt geschaffen wurde; und so lange in seinem Denken eine Vorstellung aus der Zeit ist, so kann er gar nicht anders, als wenn er darüber denkt, in Irrtümer fallen, aus denen er nicht herauszubringen ist. Aber den Engeln, die nicht in der Vorstellung der Zeit sind, sondern in der Vorstellung des Zustandes, wird es gar wohl innezuwerden gegeben, denn das Ewige ist ihnen nicht das Ewige der Zeit, sondern das Ewige des Zustandes, ohne die Vorstellung der Zeit. Hieraus wird klar, welche Scheinbarkeiten die Engel den Menschen voraus haben, und in welchem Maße ihre Scheinbarkeiten die Scheinbarkeiten, die der Mensch hat, übertreffen; denn der Mensch kann nicht einmal selbst den kleinsten Gedanken haben, ohne daß etwas von Zeit und Raum sich einmengt, während doch die Engel nichts daraus denken, sondern dafür aus dem Zustand in Ansehung des Seins und in Ansehung des Daseins. Aus diesem wenigen kann erhellen, von welcher Art die Scheinbarkeiten des Wahren sind, von denen hier gehandelt wird, und die dem höheren Grade angehören. Im Folgenden wird der Ordnung nach von den Wahrscheinbarkeiten niederen Grades gehandelt, die auch dem menschlichen Geschlecht angemessen sind. 3405. "Und er fand in selbigem Jahr hundert Maß", 1. Mose 26/12, daß dies bedeutet Überfluß, erhellt aus der Bedeutung des Jahres, sofern er ist der ganze Zustand, von dem die Rede ist, wovon Nr. 487, 488, 493, 893; aus der Bedeutung von hundert, welche ist viel und voll, wovon Nr. 2636; und aus der Bedeutung von Maß, sofern es ist der Zustand einer Sache in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 3104. Dies zusammengenommen bedeutet den Überfluß des Wahren. Im höchsten Sinn wird hier, wie in den übrigen (Stellen), vom Herrn gehandelt, nämlich daß auch Er in den Scheinbarkeiten des Wahren, da Er im mütterlich Menschlichen gewesen, daß Er aber, wie jenes Menschliche, auch die Scheinbarkeiten abgelegt, und das göttlich Unendliche und Ewige selbst angezogen habe. Aber im inneren oder bezüglichen Sinn wird gehandelt von den Scheinbarkeiten höheren Grades, die bei den Engeln sich finden, und deren Überfluß bezeichnet wird dadurch, daß er in selbigem Jahr hundert Maß fand. Es verhält sich mit den Wahrscheinbarkeiten, oder mit den Wahrheiten, die vom Göttlichen stammen so, daß die, welche höheren Grades sind, diejenigen, die im niederen Grad sind, an Überfluß und Vollkommenheit unermeßlich übertreffen, denn Myriaden, ja Myriaden von Millionen Dingen, die von den auf höherer Stufe Stehenden genau unterschieden wahrgenommen werden, erscheinen nur als eins bei denen, die auf niederer; denn Niederes ist nur zusammengesetzt aus Höherem; wie man schließen kann aus den Gedächtnissen beim Menschen, von denen das inwendigere, weil auf höherer Stufe, so unermeßlich sich auszeichnet vor dem auswendigeren, das auf niedrigerer Stufe: man sehe Nr. 2473, 2474. Hieraus kann erhellen, welche Weisheit die Engel vor dem Menschen voraus haben. Auch sind die Engel des dritten Himmels im vierten Grad über dem Menschen, darum kann man von dieser Weisheit nichts anderes aussagen, als daß sie für den Menschen unbegreiflich, ja unaussprechlich sei. 3406. "Und es segnete ihn Jehovah", 1. Mose 26/12, daß dies bedeutet in Ansehung des Guten der Liebe darin, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist mit allem himmlisch und geistig Guten ausgestattet werden, wovon Nr. 981, 1731, 2846, somit "gesegnet werden von Jehovah" heißt, mit himmlisch Gutem, das der Liebe angehört, denn Jehovah ist das eigentliche Sein der Liebe oder des Guten: Nr. 1735, darum wird, wo vom Guten gehandelt wird, genannt Jehovah, wo aber vom Wahren, Gott: Nr. 2586, 2769. 3407. "Und es ward groß der Mann, und ging gehend und groß werdend, bis daß er sehr groß ward", 1. Mose 26/13, daß dies bedeutet Wachstum, erhellt aus der Bedeutung von groß werden, gehend gehen, und sehr groß werden, daß es ist das Wachstum des Guten und Wahren in seiner Ordnung, nämlich vom Wahren zum Guten und vom Guten zum Wahren. 3408. "Und er hatte Vermögen an Schafvieh, und Vermögen an Rindvieh", 1. Mose 26/14, daß dies heißt in Ansehung des inwendigeren Guten und in Ansehung des auswendigeren Guten, d.h. in Ansehung des vernünftig Guten und in Ansehung des natürlich Guten erhellt aus der Bedeutung von Schafvieh, sofern es ist das inwendigere oder vernünftige Gute, wovon Nr. 343, 2566; und aus der Bedeutung von Rindvieh, sofern es ist das auswendigere oder natürlich Gute, wovon Nr. 2566. Das natürlich Gute, das durch Rindvieh bezeichnet wird, ist nicht dasjenige, das dem Menschen angeboren, sondern das erworben wird durch Erkenntnisse des Wahren, die verbunden sind der Neigung zum Guten; denn das natürlich Gute, das angeboren wird, ist an sich eben nur etwas Tierisches, denn es findet sich auch bei Tieren; aber das Gute, das erworben, oder das dem Menschen vom Herrn geschenkt wird, hat in sich das Geistige, so daß es das geistig Gute im Natürlichen ist. Dieses Gute ist das eigentliche natürlich menschlich Gute, dagegen das andere, nämlich das angeborene, obwohl es als gut erscheint, kann dennoch nicht gut sein, ja sogar böse, denn dasselbe kann auch Falsches aufnehmen, und glauben, das Gute sei böse. Ein solches natürlich Gute findet sich bei Leuten schlimmsten Lebens und Glaubens. 3409. "Und viel Dienstvolk", 1. Mose 26/14, daß dies bedeutet daher das Wahre, erhellt aus der Bedeutung des Dienstvolkes, sofern es ist alles das, was unten steht, was untergeordnet ist, und was gehorcht, wovon Nr. 1713, 2541, 3019, 3020; somit das Wahre, weil dieses aus dem Guten ist und dem Guten dient, über welchen Gegenstand früher viel gehandelt wurde. 3410. Daß "und es neideten ihn die Philister", 1. Mose 26/14, bedeutet, daß die in der bloßen Wissenschaft der Erkenntnisse Stehenden es nicht begriffen, erhellt aus der Bedeutung von neiden, sofern es hier ist: nicht begreifen, wie aus demjenigen klar wird, was folgt; und aus der Bedeutung von Philistäa, sofern es ist die Wissenschaft der Erkenntnisse, somit Philistäer die, welche in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind, wovon Nr. 1197, 1198. 3411. Vers 15-17: Und alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, die verstopften die Philister und füllten sie mit Staub. Und Abimelech sprach zu Jischak: Gehe fort von uns, denn du bist uns sehr übermächtig. Da ging Jischak von dannen, und lagerte im Tale Gerars, und wohnte daselbst. "Und alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, die verstopften die Philister" bedeutet, daß diejenigen, die in der Wissenschaft der Erkenntnisse die inwendigeren Wahrheiten, die vom Göttlichen (stammen), nicht wissen wollten, und so in Vergessenheit brachten; "und füllten sie mit Staub" bedeutet durch Irdisches; "und Abimelech sprach zu Jischak" bedeutet das Innewerden des Herrn über jene Lehre; "Gehe fort von uns, denn du bist uns sehr übermächtig" bedeutet, daß sie jene Wahrheiten nicht ertragen konnten wegen des Göttlichen in ihnen. "da ging Jischak von dannen" bedeutet, daß der Herr die inwendigeren Lehren verließ; "und lagerte im Tale Gerars, und wohnte daselbst" bedeutet, daß Er zu den niederen Vernunftwahrheiten, oder von den inwendigeren Scheinbarkeiten zu den auswendigeren, (sich gewendet habe). 3412. "Und alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, die verstopften die Philister", 1. Mose 26/15, daß dies bedeutet, diejenigen, die in der Wissenschaft der Erkenntnisse, wollten die inwendigeren Wahrheiten, die vom Göttlichen (stammen), nicht wissen, und brachten sie so in Vergessenheit, erhellt aus der Bedeutung der Brunnen, sofern sie Wahrheiten sind, wovon Nr. 2702, 3096, hier die inwendigeren Wahrheiten, die vom Göttlichen herstammen, weil gesagt wird, die Brunnen, durch welche die Wahrheiten bezeichnet werden, seien ausgegraben worden von den Knechten seines Vaters in den Tagen Abrahams seines Vaters, denn durch Abraham wird vorgebildet das eigentlich Göttliche des Herrn: Nr. 2011, 2833, 2836, 3251, 3305 E; aus der Bedeutung von verstopfen, sofern es ist nicht wissen wollen, und so in Vergessenheit bringen, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Philister, sofern sie diejenigen sind, die bloß in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind, wovon Nr. 1197, 1198. Es wird nun gehandelt von den Wahrscheinbarkeiten niederen Grades, in denen diejenigen sein können, die in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind, und hier unter den Philistern verstanden werden. Mit den inwendigeren Wahrheiten, die vom Göttlichen herstammen und in Vergessenheit gebracht werden von denjenigen, die Philister genannt werden, verhält es sich so: In der Alten Kirche, und nachher, hat man diejenigen Philister geheißen; die wenig auf das Leben, aber sehr viel auf die Lehre bedacht waren, und im Lauf der Zeit auch das, was zum Leben gehört, verwarfen, und für das Wesentliche der Kirche das erkannten, was zum Glauben gehört, den sie vom Leben trennten; folglich welche die Lehren der Liebtätigkeit, die in der Alten Kirche das ein und alles der Lehre waren, zu nichts machten und so in Vergessenheit brachten; dagegen die Lehren des Glaubens anstatt derselben anpriesen, und in diese die ganze Religion setzten. Und weil sie so vom Leben, das Sache der Liebtätigkeit ist, oder von der Liebtätigkeit, die Sache des Lebens ist, zurücktraten, hießen sie vor anderen die Unbeschnittenen; denn durch die Unbeschnittenen wurden alle bezeichnet, die nicht in der Liebtätigkeit waren, ob auch immerhin in den Lehren: Nr. 2049 E. Solche, die von der Liebtätigkeit zurücktraten, entfernten sich ebendamit auch von der Weisheit und Verständigkeit; denn niemand kann weise sein und verstehen was wahr ist, wenn er nicht im Guten, d.h. in der Liebtätigkeit ist, denn alles Wahre ist aus dem Guten und bezweckt das Gute. Die also ohne das Gute, können das Wahre nicht verstehen, und wollen es nicht einmal wissen. Bei solchen im anderen Leben, wo sie fern sind vom Himmel, erscheint zuweilen ein schneeweißes Licht, aber jenes Licht ist wie das Winterlicht, das, weil ihm die Wärme fehlt, keine Frucht schafft. Daher wird auch, wenn solche dem Himmel nahe kommen, ihr Licht in lauter Finsternis verwandelt, und ihr Gemüt auch in solche, d.h. in Stumpfsinn. Aus diesem nun kann erhellen, was es heißt, daß diejenigen, die in bloßer Wissenschaft der Erkenntnisse sind, die inwendigeren Wahrheiten, die vom Göttlichen stammen, nicht wissen wollten, und so in Vergessenheit brachten. 3413. "Und füllten sie mit Staub", 1. Mose 26/15, daß dies bedeutet durch Irdisches, d.h. durch Triebe der Selbst- und Gewinnsucht, erhellt aus der Bedeutung des Staubes, sofern er solches ist, wovon Nr. 249. Der Sinn ist, daß diejenigen, die Philister genannt werden, d.h., die nicht im Leben, sondern in der Lehre sind, die inwendigeren Wahrheiten durch irdische Triebe, die Selbst- und Gewinnsucht sind, in Vergessenheit bringen. Von wegen jener Triebe hießen sie Unbeschnittene: Nr. 2039, 2044, 2056, 2632; denn die, welche darin sind, können nicht anders, als die Brunnen Abrahams mit Staub füllen, d.h. die inwendigeren Wahrheiten des Wortes durch Irdisches in Vergessenheit bringen; denn von jenen Trieben aus können sie Geistiges, d.h. das, was dem Licht des Wahren angehört vom Herrn, gar nicht sehen; denn jene Triebe bringen Finsternis, und diese löscht jenes Licht aus, denn wie gleich oben Nr. 3412 gesagt wurde, sobald das Licht des Wahren vom Herrn nahe kommt, werden diejenigen, die bloß in der Lehre sind, ganz verfinstert und dumm; ja, sie werden zornig und bemühen sich auf alle Weise, die Wahrheiten zu zerstieben; denn die Selbst- und Gewinnsucht ist so geartet, daß sie nichts Wahres vom Herrn sich nahe kommen läßt. Aber doch können sie sich rühmen und groß damit machen, daß sie die Wahrheiten wissen, ja sie predigen dieselben aus scheinbarem Eifer, aber es ist das Feuer jener Triebe, das sie entzündet und erregt, und der Eifer ist nur die Hitze davon; was genugsam daraus erhellen kann, daß sie gegen ihr eigenstes Leben mit gleichem Eifer oder Hitze predigen können. Dies ist das Irdische, wodurch das Wort selbst, das die Quelle alles Wahren ist, verstopft wird. 3414. "Und Abimelech sprach zu Jischak", 1. Mose 26/16, daß dies das Innewerden des Herrn über jene Lehre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es innewerden ist, wovon früher öfter; aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, hier des Königs der Philister, sofern er jene Lehre ist, wovon Nr. 3365, 3391, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen ist. 3415. Daß "gehe fort von uns, denn du bist uns sehr übermächtig", 1. Mose 26/16, bedeutet, sie konnten jene (Wahrheiten) nicht ertragen wegen des Göttlichen in ihnen, kann erhellen aus der Bedeutung des Gehens fort von uns, sofern es ist die Gegenwart nicht ertragen können; und aus der Bedeutung von sehr übermächtig sein, sofern es herkommt von dem Vermögen, hier vom Göttlichen, das in den inwendigeren Wahrheiten ist; daß diejenigen, die Philister genannt werden, nicht die Gegenwart des Guten, somit nicht die Gegenwart des Göttlichen ertragen können, sehe man Nr. 3413. 3416. "Da ging Jischak von dannen", 1. Mose 26/17, daß dies bedeutet: der Herr verließ die inwendigeren Wahrheiten, erhellt aus der Bedeutung des Gehens von dannen, sofern es ist verlassen, hier die inwendigeren Wahrheiten, weil von diesen gehandelt wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen ist. Daß der Herr die inwendigeren Wahrheiten verläßt, bedeutet: Er eröffnet sie ihnen nicht; denn überall im Wort sind inwendige Wahrheiten, aber wenn solche, die in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind und nicht zugleich im Leben, das Wort lesen, so sehen sie nicht einmal jene Wahrheiten; wie daraus erhellen kann, daß diejenigen, die das Wesen des Heils in den Glauben setzen, nicht einmal auf das achten, was der Herr so oft von der Liebe und Liebtätigkeit geredet hat: Nr. 1017, 2373; und die darauf achten, nennen es Früchte des Glaubens, die sie so von der Liebtätigkeit, deren Beschaffenheit sie nicht kennen, unterscheiden, ja sogar trennen. Mithin erscheint ihnen das Hintere des Wortes, nicht aber das Vordere, d.h. das Äußere, nicht das Inwendigere. Und das Hintere oder Äußere sehen, ohne das Vordere oder Inwendigere, heißt nichts Göttliches sehen. Dies ist es, was darunter verstanden wird, daß der Herr die inwendigeren Wahrheiten verlassen habe, was dadurch bezeichnet wird, daß Jischak von dannen ging. Nicht daß der Herr verläßt, sondern sie entfernen sich vom Herrn, weil von demjenigen, was Sache des Lebens ist. 3417. "Und lagerte im Tal Gerars, und wohnte daselbst", 1. Mose 26/17, daß dies bedeutet zu dem niederen Vernünftigen oder von den inwendigeren Scheinbarkeiten zu den äußeren, erhellt aus der Bedeutung von lagern, sofern es ist in Ordnung bringen; aus der Bedeutung des Tales Gerar, sofern es ist niederes Vernünftiges, oder äußere Scheinbarkeiten des Wahren, denn Tal bedeutet Niederes, oder was das gleiche, Äußeres: Nr. 1723, und Gerar das, was dem Glauben angehört, somit was dem Wahren angehört: Nr. 1209, 2504, 3365, 3384, 3385; und aus der Bedeutung von wohnen, sofern es ist sein und leben, wovon Nr. 3384. Hieraus wird klar, daß "er lagerte im Tal Gerars und wohnte daselbst" bedeutet: der Herr ordnete die Wahrheiten, daß sie auch der Fassungskraft und dem Geschmack derjenigen angemessen wären, die nicht so im Leben, sondern in den Lehren des Glaubens sind; wie erhellen kann aus dem Wort, wo auch die Wahrheiten sind. Zum Beispiel: Die in den Lehren sind, nicht so im Leben, wissen nicht anders, als daß das Himmelreich den Reichen in dieser Welt darin gleich sei, daß sie dort groß werden, indem sie anderen gebieten dürfen. Die Lust hieraus ist die einzige Lust, von der sie wissen, und die sie jeder anderen Lust vorziehen. Ebendarum hat der Herr auch nach diesem Schein im Worte geredet wie Matth.5/19: "Wer es tut und lehret, der wird groß heißen im Reich der Himmel", Ps.82/6 und Joh.10/34,35: "Ich habe gesagt, Götter seid ihr, und Söhne des Höchsten ihr alle"; und weil auch die Jünger selbst anfangs keine andere Meinung vom Himmelreich hatten, als die von Größe und Vorrang, wie auf der Erde, wie erhellt bei Matth.18/1; Mark.9/34; Luk.9/46, und auch die Vorstellung vom Sitzen zur Rechten und Linken des Königs: Matth.20/20,21,24; Mark.10/37, darum hatte Er auch nach ihrer Fassungskraft und ihrer Gesinnung geantwortet, indem Er sagte, als ein Zank unter ihnen darüber entstand, wer von ihnen der Größte sei: "Ihr werdet essen und trinken auf Meinem Tisch, in Meinem Reich, und werdet sitzen auf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels": Luk.22/24,30; Matth.19/28; denn damals wußten sie nicht, daß himmlische Lust nicht die Lust an Größe und Vorrang ist, sondern die Lust zur Erniedrigung und der Neigung anderen zu dienen, somit nicht der Größte, sondern der Kleinste sein zu wollen, wie der Herr lehrt bei Luk.9/48: "Wer der Kleinste unter euch allen ist, der wird groß sein". Somit die in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind und nicht im Leben der Liebtätigkeit, können nicht wissen, daß es eine andere Lust gibt als die, welche aus dem Vorrang entspringt, und weil diese Lust einzig und allein in ihren Gemütern haftet und das ein und alles ihres Lebens ausmacht, darum kennen sie die himmlische Lust, die aus der Erniedrigung und aus der Neigung, anderen zu dienen, entspringt, d.h. die Lust der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, folglich das Glück und die Seligkeit, die daher kommt, ganz und gar nicht. Dies ist der Grund, warum der Herr ihrer Schwachheit angemessen geredet hat, damit sie angeregt und angeleitet werden könnten, sowohl zum Lernen und Lehren als auch zum Tun des Guten. Aber dennoch lehrt Er, was Größe und Vorrang im Himmel ist, wie: Matth.19/30; 20/16,25-28; Mark.10/31,42-45; Luk.9/48; 13/30; 22/25-28. Dies und dergleichen sind Scheinbarkeiten des Wahren niederen Grades; nämlich sie werden groß, hoch angesehen, mächtig, und Gebieter, beziehungsweise, denn einer von den Engeln ist mächtiger als viele tausend höllische Geister, aber nicht aus sich, sondern aus dem Herrn. Und insoweit aus dem Herrn, als er glaubt, er könne nichts aus sich, somit er sei der Kleinste; und insoweit kann er dies glauben, als er in der Demut und Neigung ist, anderen zu dienen, d.h. als er im Guten der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist. 3418. Vers 18: Und Jischak kam wieder, und grub die Wasserbrunnen auf, die sie gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters, und es verstopften sie die Philister nach dem Tod Abrahams; und er nannte sie mit Namen, nach den Namen, mit welchen sie nannte sein Vater. "Und Jischak kam wieder, und grub die Wasserbrunnen auf, die sie gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters" bedeutet, der Herr eröffnete diejenigen Wahrheiten, die bei den Alten (vorhanden waren); "und es verstopften sie die Philister nach dem Tod Abrahams" bedeutet, diejenigen, die in der bloßen Wissenschaft der Erkenntnisse (waren), verneinten sie; "und er nannte sie mit Namen" bedeutet ihre Beschaffenheit; "nach den Namen, mit welchen sie nannte sein Vater" bedeutet die Bezeichnungen des Wahren. 3419. Daß "Und Jischak kam wieder und grub die Wasserbrunnen auf, die sie gegraben hatten in den Tagen Abrahams, seines Vaters", 1. Mose 26/18, bedeutet, der Herr eröffnete diejenigen Wahrheiten, die bei den Alten (vorhanden waren), erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen ist, wovon früher; aus der Bedeutung von "wieder kommen und aufgraben", das ist: wieder eröffnen; aus der Bedeutung der Wasserbrunnen, sofern sie Wahrheiten der Erkenntnisse sind. Daß Brunnen Wahrheiten sind, sehe man Nr. 2702, 3096, und daß Wasser Erkenntnisse sind: Nr. 28, 2702, 3058. Und aus der Bedeutung der Tage Abrahams, seines Vaters, sofern es die vorige Zeit und der vorige Zustand ist in Ansehung der Wahrheiten, die bezeichnet werden durch diejenigen, die sie damals gegraben hatten, somit die bei den Alten vorhanden waren. Daß Tage Zeit und Zustand sind, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893; wenn Zustand, so wird durch den Vater Abraham vorgebildet das eigentlich Göttliche des Herrn, ehe Er das Menschliche Sich beifügte, man sehe Nr. 2833, 2836, 3251; wenn Zeit, so wird durch den Vater Abraham vorgebildet Gutes und Wahres, das vom Göttlichen des Herrn ausging, ehe Er das Menschliche annahm, somit das bei den Alten war. Die Wahrheiten, die bei den Alten gewesen sind, sind heutzutage ganz in Vergessenheit gekommen, so sehr, daß kaum jemand weiß, daß sie dagewesen sind, und daß es andere sein konnten als solche, die auch heutzutage gelehrt werden, aber es sind ganz andere gewesen: Sie hatten Vorbilder und Bezeichnungen der himmlischen und geistigen Dinge des Reiches des Herrn, somit des Herrn selbst, und diejenigen, die sie verstanden, wurden Weise genannt, und sie waren auch weise, denn so konnten sie mit Geistern und Engeln reden; denn die Engelsrede, die dem Menschen unbegreiflich ist, weil geistig und himmlisch, wenn sie zum Menschen, der in der natürlichen Sphäre ist, herniederkommt, fällt in solche Vorbilder und Bezeichnungen, wie sie im Wort sind, daher kommt es, daß das Wort das heilige Buch ist; denn das Göttliche kann dem Menschen nicht anders dargestellt werden, auf daß eine völlige Entsprechung sei. Und weil die Alten in den Vorbildern und Bezeichnungen des Reiches des Herrn waren, in dem nur himmlische und geistige Liebe ist, hatten sie auch Lehren, die ganz nur handelten von der Liebe zu Gott und von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, derentwegen sie auch weise hießen. Aus jenen Lehren wußten sie, daß der Herr in die Welt kommen werde, und daß Jehovah in Ihm sein, und daß Er das Menschliche in Ihm göttlich machen, und so das Menschengeschlecht selig machen würde. Aus ihnen wußten sie auch, was Liebtätigkeit ist, nämlich die Neigung, anderen zu dienen ohne ein Absehen auf Wiedervergeltung; und was der Nächste, gegen den Liebtätigkeit (zu üben ist), daß es nämlich alle in der ganzen Welt sind, aber dennoch die einzelnen mit Unterschied. Diese Lehren sind heutzutage ganz verloren, und anstatt derselben sind Glaubenslehren, welche die Alten beziehungsweise für nichts achteten. Diese Lehren, nämlich der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, sind heutzutage verworfen, teils von denen, die im Wort genannt werden Babylonier und Chaldäer, und teils von denen, die Philister und auch Ägypter heißen, und sind somit verlorengegangen, und zwar so, daß kaum eine Spur davon vorhanden ist, denn wer weiß heutzutage, was Liebtätigkeit, die los ist von aller Rücksicht auf das Ich, und alles verschmäht, was um des Ichs willen (geschieht); und wer weiß, was der Nächste, daß es nämlich die einzelnen sind mit Unterschied je nach der Beschaffenheit und dem Maß des Guten, das bei ihnen, somit das eigentlich Gute, folglich im höchsten Sinn der Herr selbst, weil Er im Guten ist und von Ihm das Gute, und das Gute, das nicht von Ihm, ist nicht gut, ob es auch immer so erscheint; und weil man nicht weiß, was Liebtätigkeit und was der Nächste, so weiß man nicht, welche es sind die im Wort bezeichnet werden durch Arme, durch Elende, durch Bedürftige, durch Kranke, durch Hungrige und Durstige, durch Unterdrückte, durch Witwen, durch Waisen, durch Gefangene, durch Nackte, durch Fremdlinge, durch Blinde, durch Taube, durch Lahme, durch Krüppel und durch andere dergleichen; da doch die Lehren, die jene hatten, lehrten, wer solche seien, und zu welcher Klasse des Nächsten und so der Liebtätigkeit sie gehörten. Jenen Lehren gemäß ist das ganze Wort nach dem Buchstabensinn. Wer daher jene nicht kennt, kann gar keinen inwendigeren Sinn des Wortes wissen, wie Jes.58/7,8: "Ist es nicht brechen dem Hungrigen das Brot, und die betrübten Heimatlosen sollst du einführen in das Haus, wenn du siehst einen Nackten, so bedecke ihn und von deinem Fleisch verbirg dich nicht; dann wird hervorbrechen wie die Morgenröte dein Licht, und dein Wohlsein wird schnell sprossen, und wandeln wird vor dir her deine Gerechtigkeit, die Herrlichkeit Jehovahs wird dich sammeln": wer auf dem Buchstabensinn sitzt, glaubt, wenn er nur dem Hungrigen Brot geben, den betrübten Heimatlosen oder Umherirrenden in das Haus einführe, und den Nackten bedecke, so werde er deswegen in die Herrlichkeit Jehovahs oder in den Himmel kommen, da doch das bloß etwas Äußerliches ist, und auch die Gottlosen so tun können um des Verdienstes willen; sondern durch Hungrige, Betrübte, Nackte werden diejenigen bezeichnet, die geistig so beschaffen sind, somit verschiedene Zustände des Elends, worin ein Mensch (sich befindet), welcher der Nächste ist, gegen den Liebtätigkeit (zu üben). Ps.146/7-9: "Der Recht schaffet den Unterdrückten, Brot gibt den Hungrigen; Jehovah löset die Gebundenen, Jehovah eröffnet die Blinden, Jehovah richtet auf die Niedergebeugten, Jehovah liebt die Gerechten, Jehovah behütet die Fremdlinge, den Waisen und die Witwe erhält Er": dort werden unter den Bedrückten, Hungrigen, Gebundenen, Blinden, Niedergebeugten, Fremdlingen, dem Waisen und der Witwe nicht diejenigen verstanden, die man so heißt, sondern die in geistiger Beziehung oder in Ansehung der Seelen so beschaffen sind. Welches dieselben seien und in welchem Zustand und Grad des Nächsten, somit welche Liebtätigkeit ihnen zu erzeigen, das lehrten die Lehren der Alten. Außerdem überall sonst im Alten Testament. Nämlich das Göttliche, wenn es sich ins Natürliche beim Menschen (herabläßt), gestaltet sich aus in solchen, was Werke der Liebtätigkeit sind, mit Unterschied nach Gattungen und Arten. Ebenso hat auch der Herr geredet, weil aus dem Göttlichen Selbst; z.B. bei Matth.25/34-36: "Der König wird sagen denen zur Rechten, kommet ihr Gesegneten Meines Vaters, besitzet das euch bereitete Reich; denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränkt, Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt Mich zu euch genommen, Ich bin nackt gewesen, und ihr habt Mich angekleidet, Ich bin krank gewesen und ihr habt Mich besucht, Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu Mir gekommen": durch die dort aufgezählten Werke werden die Hauptgattungen der Liebtätigkeit bezeichnet, und in dem Grad das Gute oder die Guten sind, welche die Nächsten sind, von denen Liebtätigkeit geübt werden soll, und daß der Herr im höchsten Sinn der Nächste sei, denn Er sagt: "Soviel ihr getan habt einem von diesen Meinen geringsten Brüdern, habt ihr Mir getan": Matth.25/40. Aus diesem wenigen kann erhellen, was unter den Wahrheiten bei den Alten verstanden wird; daß aber diese Wahrheiten von denjenigen, die in den Lehren des Glaubens sind, und nicht im Leben der Liebtätigkeit, d.h. von denen, die im Wort Philister genannt werden, ganz in Vergessenheit gebracht werden, wird bezeichnet dadurch, daß die Philister die Brunnen verstopften nach dem Tod Abrahams, wovon jetzt im Folgenden die Rede ist. 3420. Daß "und es verstopften sie die Philister nach dem Tod Abrahams", 1. Mose 26/18, bedeutet, die, welche in der bloßen Wissenschaft der Erkenntnisse (waren), verneinten sie, erhellt aus der Bedeutung von verstopfen, das ist nicht wissen wollen; und was das gleiche, verneinen, somit in Vergessenheit bringen, wovon Nr. 3412; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Philister, sofern es diejenigen sind, die in der bloßen Wissenschaft der Erkenntnisse, wovon Nr. 1197, 1198, 3412, 3413. In der Wissenschaft der Erkenntnisse sind diejenigen, die in den Lehren des Glaubens, aber die Wahrheiten der Erkenntnisse oder Lehren nicht wissen wollen. Die Wahrheiten der Erkenntnisse oder Lehren sind diejenigen, die auf das Leben sich beziehen, und auf die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn abzielen; die Lehre, der die Lehrsätze und Erkenntnisse angehören, lehrt sie nur. Wer also lehrt, was man tun soll, und nicht tut, will die Wahrheiten nicht wissen, denn sie sind seinem Leben entgegen, und was dem Leben entgegen ist, das verneint er auch. Dies ist der Grund, warum die Lehren der Liebe und der Liebtätigkeit, die in der Alten Kirche das Ganze der Lehre waren, in Vergessenheit gebracht worden sind. 3421. "Und er nannte sie mit Namen", 1. Mose 26/18, daß dies ihre Beschaffenheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von: mit Namen nennen, das die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3237; und weil die "Namen" oder "den Namen nennen" die Beschaffenheit ist, darum bedeutet das Nennen, ohne daß der Name gesagt wird, im inneren Sinn des Wortes: so beschaffen sein, wie bei Jes.48/1,2: "Höret dies, o Haus Israels, die genannt sind mit dem Namen Israels und von den Wassern Jehudahs ausgegangen sind, weil sie von der Stadt der Heiligkeit genannt werden und auf den Gott Israels sich verlassen": wo "von der Stadt der Heiligkeit genannt werden", für: so beschaffen sein; Luk.1/31,32: "Siehe, du wirst empfangen im Mutterleib, und gebären einen Sohn, und nennen seinen Namen Jesus, Dieser wird groß sein, und Sohn des Höchsten genannt werden": genannt werden Sohn des Höchsten für: Sein. 3422. "Nach den Namen, mit welchen sie nannte sein Vater", 1. Mose 26/18, daß dies die Bezeichnungen des Wahren bedeutet, erhellt daraus, daß die Namen, die in den alten Zeiten den Personen, Orten, Sachen beigelegt wurden, alle bezeichnend waren; man sehe: Nr. 340, 1946, 2643; so die, welche den Quellen und Brunnen, waren Bezeichnungen derjenigen Dinge, die unter den Quellen und Brunnen ehemals verstanden worden sind, und daß diese auf das Wahre sich bezogen, ist Nr. 2702, 3096 gezeigt worden; und weil die Namen bezeichnend waren, so wird auch durch Namen und den Namen nennen im allgemeinen die Beschaffenheit entweder einer Sache oder eines Zustandes bezeichnet, wie gleich oben Nr. 3421 gesagt worden; und weil es so, wird durch die Namen im Wort, in dessen innerem Sinn, nicht bezeichnet eine Person, oder eine Völkerschaft, oder ein Königreich, oder eine Stadt, sondern überall Sachen. Jeder kann schließen, daß durch Brunnen hier etwas Himmlisches bezeichnet wird, denn wenn das nicht, wäre die Erwähnung von so vielen Einzelheiten über die Brunnen des Wortes des Herrn nicht würdig, weil es unnütz zu wissen, als: Daß die Philister die Brunnen verstopften, welche die Knechte Abrahams gegraben hatten; daß Jischak sie wieder aufgrub, und sie mit Namen nannte gleich den vorigen Namen; und hernach daß die Knechte Jischaks einen Brunnen im Tal gruben, ob dem die Hirten zankten; und daß sie wieder einen anderen gruben, ob dem sie auch zankten; und nachher einen anderen, ob dem sie nicht zankten; und wieder einen anderen. Und zuletzt, daß sie von einem neuen Brunnen ihm die Anzeige machten: 1. Mose 26/15,18-25,32,33. Das Himmlische aber, was durch sie bezeichnet wird, wird nun klar aus dem inneren Sinn. 3423. Vers 19-21: Und die Knechte Jischaks gruben im Tal, und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers. Und die Hirten Gerars zankten mit den Hirten Jischaks, sprechend: unser sind die Wasser; und er nannte den Namen des Brunnens Esek, weil sie mit ihm sich stritten. Und sie gruben einen anderen Brunnen, und sie zankten auch über ihn, und er nannte seinen Namen Sitnah. "Und die Knechte Jischaks gruben im Tal, und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers" bedeutet das Wort in Ansehung des Buchstabensinns, in dem ein innerer; "und die Hirten Gerars zankten mit den Hirten Jischaks" bedeutet, daß die Lehrer darin so etwas nicht sahen, weil Entgegengesetztes erscheint; "sprechend: unser sind die Wasser" bedeutet, sie seien im Wahren; "und er nannte den Namen des Brunnens Esek, weil sie mit ihm sich stritten" bedeutet die Leugnung, weil dieses dann auch anderes gegen sie spreche, und aus mehreren Gründen; "und sie gruben einen anderen Brunnen, und sie zankten auch über ihn" bedeutet den inneren Sinn des Wortes, ob er sei; "und er nannte seinen Namen Sitnah" bedeutet deren Beschaffenheit. 3424. "Und die Knechte Jischaks gruben im Tal, und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers", 1. Mose 26/19, daß dies das Wort in Ansehung des Buchstabensinns bedeutet, in dem ein innerer, erhellt aus der Bedeutung von graben im Tal, sofern es ist unten nach Wahrheiten forschen, wo sie sind; denn graben ist forschen, und Tal ist das Untere: Nr. 1723, 3417; und aus der Bedeutung des Brunnens lebendigen Wassers, sofern er das Wort ist, in dem göttliche Wahrheiten, somit das Wort in Ansehung des Buchstabensinns, in dem ein innerer. Daß das Wort ein Quell heißt, und zwar der Quell lebendigen Wassers, ist bekannt, daß aber das Wort ein Brunnen heißt, ist deswegen, weil der Buchstabensinn beziehungsweise ein solcher ist, und weil das Wort in Beziehung auf die Geistigen nicht Quelle, sondern Brunnen ist, man sehe Nr. 2702, 3096. Weil das Tal ist, was unten, oder was das gleiche, außen, und im Tal ein Quell gefunden wurde, der Buchstabensinn aber ist der untere oder äußere Sinn des Wortes, darum ist es der Buchstabensinn, der verstanden wird. Aber weil in ihm ein innerer Sinn ist, d.h. der himmlische und göttliche, darum heißen seine Wasser lebendige; wie auch die Wasser, die ausgingen unter der Schwelle des neuen Hauses bei Hes.47/8,9: "Und es wird geschehen, alle wilde Seele, die kriecht, zu der immer hinkommt der Fluß, lebet; und es lebet alles, wohin der Fluß kommt": wo der Fluß das Wort ist, die Wasser, die alles leben machen, sind die göttlichen Wahrheiten darin, der Fisch ist Wißtümliches: Nr. 40, 991. Daß das Wort des Herrn so beschaffen ist, daß es dem Durstigen, d.h. dem nach Leben Verlangenden, Leben gibt, und daß es ein Quell ist, dessen Wasser lebendig sind, lehrt auch der Herr bei Joh.4/10,14: "Jesus sprach zu dem Weib aus Samaria am Brunnen Jakobs: wenn du wüßtest die Gabe Gottes, und Wer es ist, Der zu dir sagt, gib Mir zu trinken, so würdest du Ihn bitten, und Er gäbe dir lebendiges Wasser; wer von dem Wasser trinkt, das Ich ihm geben werde, wird nicht dürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm werden ein Quell des Wassers, das springt ins ewige Leben". Daß das Wort lebendig ist, und so Leben gibt, kommt daher, weil im höchsten Sinn darin gehandelt wird vom Herrn, und im innersten von Seinem Reich, in dem der Herr alles ist; und da es so, ist es das eigentliche Leben, das im Wort ist, und das in die Gemüter derjenigen einfließt, die in heiliger Stimmung das Wort lesen. Daher kommt es, daß der Herr sagt, daß Er in Ansehung des Wortes, das von Ihm, sei der Quell des Wassers, das springt ins ewige Leben; man sehe auch Nr. 2702. Daß das Wort des Herrn, wie ein Quell, so auch ein Brunnen heißt, erhellt 4. Mose 21/17,18: "Es sang Israel das Lied: steig auf Brunnen, antwortet ihm; der Brunnen, gegraben haben ihn die Fürsten, aufgegraben die Vornehmen des Volkes zum Gesetzgeber mit ihren Stäben": dies beim Ort Beer, d.h. beim Ort des Brunnen; daß dort durch den Brunnen das Wort der Alten Kirche bezeichnet wird, wovon Nr. 2897, wird aus dem, was dort vorhergeht, klar; die Fürsten sind die Hauptwahrheiten, aus denen (es bestand); daß Fürsten die Hauptwahrheiten sind, sehe man Nr. 1482, 2089; die Vornehmen des Volkes sind niedere Wahrheiten, wie es die sind, die der Buchstabensinn enthält: Nr. 1259, 1260, 2928, 3295; daß der Gesetzgeber der Herr ist, ist offenbar; die Stäbe sind die Kräfte, die sie haben. 3425. Daß "und die Hirten Gerars zankten mit den Hirten Jischaks", 1. Mose 26/20, bedeutet die Lehrer sehen solches nicht darin, weil Entgegengesetztes erscheint, erhellt aus der Bedeutung von zanken, wenn vom inneren Sinn des Wortes gehandelt wird, sofern es ist leugnen, daß es so beschaffen sei, indem sie sagen, sie sehen das nicht; aus der Bedeutung der Hirten, die Lehrer sind, wovon Nr. 343; und aus der Bedeutung Gerars, das der Glaube ist, wovon Nr. 1209, 2504, 3365, 3384; somit sind die Hirten des Tales Gerar diejenigen, die eben nur den Buchstabensinn des Wortes anerkennen. Der Grund warum sie so etwas nicht sehen, nämlich einen inwendigeren Sinn, ist, weil Widersprechendes erscheint, nämlich das, was im inneren Sinn und was im Buchstabensinn, daß es aber widersprechend erscheint, ist darum nicht widersprechend, sondern es entspricht einander ganz; es erscheint aber widersprechend, weil diejenigen, die das Wort so sehen, im Gegensatz sind. Es verhält sich dies wie mit einem Menschen, der mit sich selbst im Widerspruch ist, d.h. dessen äußerer oder natürlicher Mensch gar nicht übereinstimmt mit seinem inneren oder geistigen (Menschen), der sieht dasjenige, was dem inneren oder geistigen Menschen angehört, als sich selbst widersprechend an, während er selbst in Ansehung des äußeren oder natürlichen Menschen im Gegensatz ist, und wenn er nicht im Gegensatz wäre, sondern sein äußerer oder natürlicher Mensch dem inneren oder geistigen Folge leisten würde, so würden sie einander ganz entsprechen, wie zum Beispiel: Wer im Gegensatz ist, glaubt, man müsse dem Reichtum und allen Vergnügungen des Leibes und der Welt, somit den Annehmlichkeiten des Lebens entsagen, um das ewige Leben zu empfangen, denn man glaubt, sie stehen dem geistigen Leben entgegen, aber sie sind an sich nicht entgegen, denn sie sind Mittel zum Zweck, daß nämlich der innere oder geistige Mensch dieselben genießen möge zur Übung des Guten der Liebtätigkeit, und außerdem daß er zufrieden in einem gesunden Leibe lebe. Die Zwecke sind es, die einzig machen, daß der innere Mensch und der äußere entweder gegeneinander sind oder einander entsprechen. Sie sind gegeneinander, wenn die Reichtümer, Vergnügungen und Annehmlichkeiten, wovon die Rede war, zu Zwecken gemacht werden, denn alsdann verachtet und verhöhnt, ja verwirft er Geistiges und Himmlisches, das dem inwendigen Menschen angehört, aber sie entsprechen, wenn jene nicht Zwecke werden, sondern Mittel zu höheren Zwecken, nämlich zu dem, was dem Leben nach dem Tod, somit dem Himmelreich und dem Herrn selbst angehört, alsdann erscheint ihm das Leibliche und Weltliche beziehungsweise als kaum etwas, und wenn er daran denkt, so schätzt er es nur als Mittel zu Zwecken. Hieraus wird klar, daß das, was als entgegengesetzt erscheint, an sich nicht entgegengesetzt ist, sondern daß es so erscheint, was daher kommt, weil sie im Gegensatz sind. Die, welche nicht im Gegenteil sind, handeln ebenso, reden ebenso, bemühen sich ebenso um Reichtümer, und trachten ebenso nach Vergnügungen, wie diejenigen, die im Gegensatz sind, so daß sie, von außen angesehen, kaum auseinander gekannt werden können. Die Ursache ist, weil allein die Zwecke es sind, die den Unterschied machen, oder was das gleiche, die Liebestriebe, denn die Liebestriebe sind Endzwecke. Aber obwohl sie gleich erscheinen in äußerer Gestalt oder in Ansehung des Leibes, so sind sie eben doch ganz ungleich der inneren Gestalt nach oder in Ansehung des Geistes. Wer in der Entsprechung ist, d.h. bei welchem dem inneren Menschen der äußere entspricht, dessen Geist ist weiß und schön, wie es die himmlische Liebe in Gestaltung ist. Wer aber im Gegensatz ist, d.h. bei wem der äußere Mensch dem inneren entgegengesetzt ist, ob auch immer eine Ähnlichkeit da ist mit dem anderen in Ansehung des äußeren, dessen Geist ist schwarz und häßlich, wie es die Selbst- und Weltliebe ist, d.h. wie es die Verachtung der anderen und wie es der Haß ist, in Gestaltung. Ebenso verhält es sich mit dem allermeisten im Wort, daß nämlich, was im Buchstabensinn ist, als entgegengesetzt erscheint demjenigen, was im inneren Sinn ist, da es doch gar nicht entgegengesetzt ist, sondern ganz entspricht. Wie zum Beispiel: im Wort wird oft gesagt, daß Jehovah oder der Herr zürne, entbrenne, verwüste, in die Hölle werfe, da Er doch gar nicht zürnt, noch weniger jemanden in die Hölle wirft. Jenes gehört dem Buchstabensinn an, dieses aber dem inneren Sinn. Dieses erscheint widersprechend, aber deswegen weil der Mensch im Gegensatz ist. Es verhält sich dies so, wie damit, daß der Herr den Engeln, die im Himmel, als Sonne erscheint, und daher als Wärme gleich der des Frühlings, und als ein Licht gleich dem der Morgenröte; hingegen den Höllengeistern als ein ganz unheimliches Dunkel, und daher als eine Kälte gleich der des Winters, und als eine Finsternis wie die der Nacht; folglich den Engeln in Liebe und Liebtätigkeit, aber den Höllengeistern in Haß und Feindseligkeit; somit diesen nach dem Buchstabensinn, daß Er zürne, entbrenne, verwüste, in die Hölle werfe, jenen aber nach dem inneren Sinn, daß Er gar nicht zürne und entbrenne, weniger noch daß Er verwüste und in die Hölle werfe. Wenn man also im Wort von dem liest, was dem Göttlichen entgegen ist, so kann es nicht anders als nach dem Schein so sich darstellen. Auch ist es das Göttliche, was die Bösen ins Teuflische kehren, dieses wirkt so; je mehr sie daher dem Göttlichen nahen, um so mehr stürzen sie sich in höllische Qualen. Ebenso verhält es sich mit den Worten des Herrn im Gebet: "Führe uns nicht in Versuchung", der Sinn nach dem Buchstaben ist, daß Er in Versuchung führe, der innere Sinn aber ist, daß Er niemand hineinführe, wie bekannt ist, man sehe Nr. 1875; ebenso verhält es sich mit dem übrigen, was dem Buchstabensinn angehört. 3426. Daß "sprechend: unser sind die Wasser", 1. Mose 26/20, bedeutet, sie seien im Wahren, oder sie haben das Wahre, erhellt aus der Bedeutung der Wasser, sofern es sind Erkenntnisse, wie auch Wahrheiten, wovon Nr. 28, 680, 739, 2702, 3058. 3427. "Und er nannte den Namen des Brunnens Esek, weil sie mit ihm sich stritten", 1. Mose 26/20, daß dies bedeutet die Leugnung, weil dieses und anderes gegen sie spreche, und aus mehreren Gründen, erhellt daraus, daß die Namen, die vor Alters beigelegt wurden, Bezeichnungen einer Sache oder eines Zustandes waren: Nr. 3422; dadurch konnten sie an mehreres darüber erinnert werden, hauptsächlich, wie beschaffen es war. Hier, weil die Hirten Gerars mit den Hirten Jischaks gezankt haben, ward dem Brunnen ein Name davon beigelegt. Daß zanken und streiten auch leugnen bedeutet, sehe man Nr. 3425, davon der Name Esek, das in der Grundsprache Streit oder Zank bedeutet, und abgeleitet wird von einem verwandten Wort, das Unterdrückung und Unrecht bedeutet; und weil hier durch den Brunnen das Wort in Ansehung des Buchstabensinnes, in dem der innere, bezeichnet wird, so wird durch Esek oder Streit die Leugnung des inneren Sinnes des Wortes bezeichnet. Die Ursachen der Leugnung liegen auch in demselben Wort, und daß sie sich darauf gründet, was gleich oben angegeben wurde, daß nämlich Entgegengesetztes erscheint, ist klar; dann auch aus anderen Gründen. Mit dem inneren Sinn des Wortes verhält es sich so: die allein in der Wissenschaft der Erkenntnisse sind, und Philister genannt werden, und die allein in den Lehren des Glaubens, und Hirten des Tales Gerars heißen, und in keiner Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die können gar nicht anders als leugnen, daß das Wort einen inneren Sinn hat. Die Ursachen sind vornehmlich, weil sie mit ihren Herzen den Herrn nicht anerkennen, obwohl sie Ihn mit dem Munde bekennen, und auch den Nächsten nicht von Herzen lieben, obwohl sie Liebe gegen ihn äußern. Und wer nicht von Herzen den Herrn anerkennt, und von Herzen den Nächsten liebt, der kann gar nicht anders als den inneren Sinn des Wortes leugnen, denn das Wort handelt im inneren Sinn von nichts anderem als von der Liebe zum Herrn, und der Liebe gegen den Nächsten, weshalb der Herr sagt, daß auf jenen zwei Geboten das Gesetz und die Propheten, das ist, das ganze Wort hangen: Matth.22/35-38. Wie sehr sie den inneren Sinn des Wortes leugnen, durfte ich an solchen im anderen Leben sehen, als vor ihnen nur erwähnt wurde, daß das Wort einen inneren Sinn hat, der in seinem Buchstabensinn nicht erscheint, und daß derselbe von der Liebe zum Herrn und gegen den Nächsten handelt, da ward man nicht nur Leugnung, sondern auch Widerwillen ja sogar Ekel gewahr; das ist die erste Ursache. Die andere ist, daß sie das Wort ganz verkehren, indem sie das, was unten ist, oben, oder was das gleiche, das, was hinten ist, vorn hinsetzen; denn sie behaupten, der Glaube sei die Hauptsache der Kirche, und das, was der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört, seien Früchte des Glaubens. Da es doch sich so verhält: wenn die Liebe zum Herrn dem Baum des Lebens im Paradies Edens verglichen wird, so sind die Liebtätigkeit und deren Werke Früchte davon, hingegen der Glaube und alles zum Glauben Gehörige sind nur Blätter. Wenn sie demnach das Wort so verkehren, daß sie nicht vom Baum, sondern von den Blättern die Früchte ableiten, so ist nicht zu verwundern, daß sie den inneren Sinn des Wortes leugnen, und nur seinen Buchstabensinn anerkennen, denn aus dem Buchstabensinn kann jede Glaubensmeinung, auch die irrigste, begründet werden, wie bekannt ist. Außerdem auch können die, welche allein in den Glaubenslehren sind, nicht aber im Guten des Lebens, nicht anders als in einem Beredungsglauben sein, d.h. in vorgefaßten ebenso falschen als wahren Meinungen, folglich vor anderen dumm, denn je wie einer im Beredungsglauben ist, in dem Maß ist er dumm. Hingegen je wie einer in der Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten, insoweit ist er in der Einsicht, d.h. im Glauben vom Herrn. Daher kommt es auch, daß jene nicht anders als in der Verneinung sein können in betreff des inneren Sinnes des Wortes, diese aber nicht anders können als in der Bejahung sein; denn das Inwendigere bei denen, die allein in den Lehren sind und nicht im Guten des Lebens, ist verschlossen, so daß das Licht des Wahren vom Herrn nicht einfließen, und ihnen nicht wahrzunehmen geben kann, daß es so ist. Hingegen das Inwendigere bei denen, die in der Liebe zum Herrn sind, ist geöffnet, so daß das Licht des Wahren vom Herrn einfließen, ihre Gemüter anregen und die Wahrnehmung geben kann, daß es so ist. Auch ist die Ursache, daß sie keinen anderen Lustreiz beim Lesen des Wortes haben, als daß sie durch dasselbe sich Ehrenstellen, Vermögen und einen Ruf deshalb sich verschaffen, und dieser Lustreiz ist der Lustreiz der Selbst- und Weltliebe, und dies geht so weit, daß, wenn sie jene Vorteile nicht dadurch erlangen, sie das Wort ganz verwerfen. Die so geartet sind, leugnen mit ihrem Herzen nicht nur den inneren Sinn des Wortes, wenn sie davon hören, sondern auch selbst den buchstäblichen; wie sehr sie auch meinen, daß sie ihn glauben; denn wer den Lustreiz der Selbst- und Weltliebe zum Zweck hat, wirft alles, was immer zum ewigen Leben gehört, ganz aus seinem Herzen hinaus, und bringt nur aus dem natürlichen und körperlichen Menschen solches hervor, was er wahr heißt, nicht um des Herrn und Seines Reiches, sondern um seinet- und der Seinigen willen. Dies und anderes mehr macht, daß diejenigen, die Hirten des Tales Gerar, und die Philister genannt werden, den inneren Sinn des Wortes leugnen. 3428. "Und sie gruben einen anderen Brunnen, und sie zankten auch über ihn", 1. Mose 26/21, bedeutet den inneren Sinn des Wortes, ob er sei, kann erhellen aus der Bedeutung eines anderen Brunnens, und von zanken, wovon oben. Somit aus dem Zusammenhang, denn wenn die, welche etwas leugnen, wie den inneren Sinn des Wortes, wieder zanken oder streiten, so kann es über nichts anderes sein, als ob es sei. Es ist bekannt, daß die meisten Streitigkeiten zu dieser Zeit nicht weiter gehen; sondern solange man bei der Streitfrage stehenbleibt, ob es sei, und ob es so sei, kann man durchaus keinen Fortschritt in einiger Weisheit machen; denn in der Sache selbst, worüber man hin und her streitet, ist unzählig vieles, was man gar nicht sehen kann, solange man jene nicht anerkennt, denn man kennt deren Ganzes und Einzelnes zusammen nicht. Die heutige Gelehrsamkeit geht kaum über diese Grenzen, nämlich ob es sei und ob es so sei, hinaus, deswegen steht man auch ausgeschlossen von der Einsicht des Wahren; wie z.B. wer nur streitet, ob ein innerer Sinn des Wortes sei, der kann Unzähliges, ja Unbeschreibliches gar nicht sehen, was im inneren Sinn ist; und so auch wer streitet, ob die Liebtätigkeit in der Kirche etwas sei, und ob nicht all das ihrige dem Glauben angehöre, der kann Unzähliges, ja Unbeschreibliches, was in der Liebtätigkeit ist, nicht wissen, ja er bleibt ganz in der Unkenntnis, was Liebtätigkeit ist. Ebenso verhält es sich mit dem Leben nach dem Tod, mit der Auferstehung der Toten, mit dem Letzten Gericht, mit Himmel und Hölle. Die, welche bloß disputieren, ob sie seien, die bleiben so lange draußen vor den Pforten der Weisheit, und sind wie die, welche nur anklopfen; und was zu verwundern, solche, die es so machen, glauben, sie seien weise vor anderen, und desto weiser, je besser sie davon sprechen können, ob es so sei, und mehr noch mit Gründen beweisen, daß es nicht so, da doch die Einfältigen, die im Guten sind, die sie verachten, ohne einen Streit noch weniger gelehrtes Gerede, im Augenblick vernehmen können, daß es ist, und wie es ist. Diese haben ein allgemeines Wahrheitsgefühl, jene aber haben dieses Gefühl durch solches, was sie vorher erörtern wollen, ob es sei, ausgelöscht. Von diesen und von jenen redet der Herr, wenn Er sagt, daß es verborgen sei den Weisen und Verständigen, und geoffenbart den Unmündigen: Matth.11/25; Luk.10/21. 3429. "Und er nannte seinen Namen Sitnah", 1. Mose 26/21, daß dies ihre Beschaffenheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von "den Namen nennen", sofern es die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der Bedeutung von Sitnah, was in der Grundsprache Widersache ist, was ein weiterer Grad der Leugnung ist. 3430. Vers 22,23: Und er zog von da weg und grub einen anderen Brunnen, und sie zankten nicht über ihn, und er nannte seinen Namen Rechoboth und sprach: Weil jetzt Jehovah uns hat uns ausbreiten lassen, und wir werden fruchtbar sein im Lande. Und er stieg von dannen hinauf nach Beerscheba. "Und er zog von da weg" bedeutet zu noch Niedrigerem; "und grub einen anderen Brunnen, und sie zankten nicht über ihn" bedeutet den Buchstabensinn des Wortes; "und er nannte seinen Namen Rechoboth" bedeutet die Beschaffenheit daher in Ansehung des Wahren; "und sprach: Weil jetzt Jehovah uns hat uns ausbreiten lassen" bedeutet die Zunahme des Wahren dadurch; "und wir werden fruchtbar sein im Lande" bedeutet die Zunahme des Guten daher; "und er stieg von dannen hinauf nach Beerscheba" bedeutet daher die göttliche Lehre des Glaubens. 3431. Daß "Und er zog von da weg", 1. Mose 26/22, bedeutet zu noch Niedrigerem, erhellt aus der Bedeutung von wegziehen, sofern es ist zu anderem, was der Reihe nach folgt. Hier also zu niedereren oder auswendigeren Wahrheiten, weil bisher der Ordnung nach gehandelt wurde von oberen oder inwendigeren Wahrheiten. Niedrigere oder auswendigere Wahrheiten sind diejenigen, die im Buchstabensinn vorliegen, der Fassungskraft des natürlichen Menschen angemessen. Von diesen wird nun gehandelt. 3432. "Und grub einen anderen Brunnen, und sie zankten nicht über ihn", 1. Mose 26/22, daß dies den Buchstabensinn des Wortes bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er das Wort ist, wovon Nr. 2702, 3096, 3424, hier das Wort in Ansehung des Buchstabensinns, denn es wird gesagt, daß er von da weggezogen sei, und einen anderen Brunnen gegraben habe, und daß sie über den nicht gezankt haben, und hierdurch wird bezeichnet derjenige Sinn des Wortes, welcher der auswendigere ist und den sie nicht leugnen, und dieser Sinn ist es, welcher der buchstäbliche genannt wird. Der Buchstabensinn des Wortes ist ein dreifacher, nämlich der historische, der prophetische und der lehrhafte, ein jeder ist so beschaffen, daß er auch von denjenigen begriffen werden kann, die im Äußeren sind. Mit dem Wort verhält es sich so: In der Urzeit, da die himmlische Kirche war, ist das Wort nicht gewesen, denn der Mensch jener Kirche hatte das Wort eingeschrieben in seinem Herzen; denn der Herr lehrte sie unmittelbar durch den Himmel, was gut und daher was wahr, und gab ihnen beides innezuwerden aus der Liebe und Liebtätigkeit und zu wissen aus Offenbarung. Das eigentlichste Wort war ihnen der Herr. Nach dieser Kirche trat eine andere auf, die nicht himmlisch, sondern geistig war; diese hatte Anfangs kein anderes Wort, als das, welches von den Uralten zusammengetragen war. Dieses war eine vorbildliche Darstellung des Herrn, und eine bezeichnende Schilderung Seines Reiches, somit war ihnen der innere Sinn das eigentliche Wort. Daß sie auch ein geschriebenes Wort hatten, sowohl ein historisches als ein prophetisches, das nicht mehr vorhanden ist, und daß in demselben gleichfalls ein innerer Sinn war, der sich auf den Herrn bezog, sehe man Nr. 2686; daher war die Weisheit jener Zeit reden und schreiben in Vorbildern und Bezeichnungen, innerhalb der Kirche von göttlichen Dingen, und außerhalb der Kirche von anderen Dingen, wie klar wird aus den Schriften jener Alten, die wir noch haben, aber im Fortgang der Zeit ging jene Weisheit verloren, bis daß man zuletzt nicht wußte, daß ein innerer Sinn auch in den Büchern des Wortes sei. Die jüdische und israelitische Völkerschaft war von solcher Art; diese hielt das prophetische Wort heilig, darum weil es altertümlich lautete, und sie den Jehovahnamen im Buchstabensinn hörten. Dabei glaubten sie nicht, daß etwas Göttliches tiefer darin verborgen liege. Die Christenheit denkt auch nicht heiliger vom Wort. Hieraus kann erhellen, wie die Weisheit im Lauf der Zeit vom Inwendigsten zum Äußerlichsten sich gewendet, und der Mensch vom Himmel sich entfernt hat, und zuletzt heruntergekommen ist zum Erdenstaub, in den er nun die Weisheit setzt. Weil es diese Bewandtnis mit dem Wort hatte, daß nämlich sein innerer Sinn allmählich in Vergessenheit kam, und zwar heutigen Tages, so daß man sein Dasein nicht weiß, da er doch das eigentlichste Wort ist, in dem das Göttliche zunächst, darum werden dessen Zustände wie sie aufeinanderfolgen, in diesem Kapitel beschrieben. 3433. "Und er nannte seinen Namen Rechoboth", 1. Mose 26/22, daß dies bedeutet die Beschaffenheit daher in Ansehung des Wahren, erhellt aus der Bedeutung von den Namen nennen, sofern es die Beschaffenheit ist: Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der Bedeutung von Rechoboth, sofern es Wahrheiten sind, denn Rechoboth bedeutet in der Grundsprache Breiten, und daß die Breiten im inneren Sinn des Wortes Wahrheiten sind, wurde Nr. 1613 gezeigt. 3434. "Und sprach: Weil jetzt Jehovah uns hat uns ausbreiten lassen", 1. Mose 26/22 daß dies bedeutet die Zunahme des Wahren daher, erhellt aus der Bedeutung der Breite, sofern sie das Wahre ist, wovon Nr. 3433, daher sich ausbreiten heißt, im Wahren zunehmen. 3435. "Und wir werden fruchtbar sein im Lande", 1. Mose 26/22, daß dies bedeutet die Zunahme des Guten daher, erhellt aus der Bedeutung von fruchtbar sein, das die Zunahme des Guten ist. Daß fruchtbar werden gesagt wird vom Guten, und sich mehren vom Wahren, sehe man Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche ist und alles zur Kirche Gehörige, wovon Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2928, 3355. 3436. "Und er stieg von dannen hinauf nach Beerscheba", 1. Mose 26/23, daß dies bedeutet daher die göttliche Lehre des Glaubens, erhellt aus der Bedeutung von Beerscheba, das die göttliche Lehre des Glaubens ist, wovon Nr. 2723, 2858, 2859. Die Lehre des Glaubens, die hier durch Beerscheba bezeichnet wird, ist der buchstäbliche Sinn des Wortes selbst, denn das Wort ist die Lehre selbst; und obwohl das Wort in Ansehung des Buchstabensinnes so beschaffen ist, daß Wahrheiten daraus geschöpft werden können, ist es auch so beschaffen, daß Nicht-Wahres daraus begründet werden kann, wie bekannt ist aus den Irrlehren. Aber wer in der Absicht weise zu werden, d.h. das Gute zu tun und das Wahre zu verstehen, das Wort liest, der wird gemäß seiner Absicht und Neigung belehrt, denn ohne daß er es weiß, fließt der Herr ein und erleuchtet das Gemüt, und wo er keinen Bescheid weiß, gibt Er ihm Verständnis aus anderen Stellen. Außerdem wird der, welcher im einfältig Guten ist, und dem Wort nach seinem Buchstabensinn einfältig glaubt, mit der Fähigkeit begabt, die Wahrheiten inne zu werden, wenn er im anderen Leben von den Engeln belehrt wird. Unterdessen aber wird das wenige Wahre, das er hat, durch Liebtätigkeit und Unschuld belebt, und wenn dieses darin ist, dann schadet das Falsche, das sich im Schatten seiner Unwissenheit auch eingedrängt hat, nicht, denn es wird dem Guten nicht beigesellt, sondern davon abgehalten gleichsam in den Umkreisen, und kann so leicht entfernt werden. Aber anders verhält es sich mit denjenigen, die nicht im Guten des Lebens sind, bei denen nimmt das Falsche, das sie durch eine unrichtige Auslegung aus dem Wort ausgebreitet haben, die Mitte oder gleichsam das Zentrum ein, und das Wahre die Umgebungen oder Umkreise, daher ist es das Falsche, das dem Bösen ihres Lebens beigesellt wird, und das Wahre wird zerstoben. 3437. Vers 24,25: Und es erschien ihm Jehovah in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters, fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir und will dich segnen, und will sich mehren lassen deinen Samen um Abrahams, Meines Knechtes, willen. Und er baute daselbst einen Altar, und rief den Namen Jehovahs an, und spannte daselbst sein Zelt aus, und die Knechte Jischaks erbohrten daselbst einen Brunnen. "Und es erschien ihm Jehovah in jener Nacht und sprach" bedeutet das Innewerden des Herrn von jener Dunkelheit; "Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters, fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir" bedeutet, daß das Göttliche auch dort sei; "und will dich segnen, und will sich mehren lassen deinen Samen" bedeutet, daher die Zunahme des Guten und Wahren; "um Abrahams, Meines Knechtes, willen" bedeutet aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und er baute daselbst einen Altar" bedeutet die Bezeichnung und das Vorbild des Herrn; "und rief den Namen Jehovahs an" bedeutet den Gottesdienst daher; "und spannte daselbst sein Zelt aus" bedeutet daselbst das Heilige; "und die Knechte Jischaks erbohrten daselbst einen Brunnen" bedeutet die Lehre daher. 3438. "Und es erschien ihm Jehovah in jener Nacht und sprach", 1. Mose 26/24, daß dies das Innewerden des Herrn von jener Dunkelheit bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Erscheinens Jehovahs und des Sprechens, wenn es auf den Herrn bezogen wird, sofern es ist aus dem Göttlichen innewerden. Daß das Erscheinen Jehovahs ihm aus dem Göttlichen ist, sehe man Nr. 3367, und daß sagen innewerden ist, Nr. 2862, 3395; denn Jehovah war in Ihm. Solange also das Menschliche noch nicht verherrlicht war, war die Erscheinung Jehovahs ein göttliches Innewerden oder ein Innewerden aus dem Göttlichen, daher wird durch "das Erscheinen Jehovahs ihm" und "das Sprechen" dasselbe bezeichnet. Aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie der Zustand des Schattens oder Dunkelheit ist, wovon Nr. 1712. Durch jene Dunkelheit wird der buchstäbliche Sinn des Wortes bezeichnet, denn derselbe verhält sich zum inneren Sinn wie Schatten zum Licht. Damit man weiter wisse, wie es sich mit dem Buchstabensinn des Wortes verhält, soll es mit wenigem gesagt werden: Der innere Sinn verhält sich zum Buchstabensinn, wie beim Menschen sein Inwendigeres oder Himmlisches und Geistiges zu seinem Auswendigeren oder Natürlichen und Leiblichen; sein Inwendigeres ist im Licht des Himmels, dagegen sein Auswendigeres im Licht der Welt. Was für ein Unterschied zwischen dem Himmelslicht und dem Weltlicht, folglich zwischen dem was dem Himmelslicht, und dem was dem Weltlicht angehört, stattfindet, sehe man Nr. 1521-1533; 1619-1632; 1783, 1880, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3225, 3337, 3339, 3341, 3413, nämlich ein solcher, wie er zwischen dem Licht des Tages und dem Schatten der Nacht ist. Weil der Mensch in jenem Schatten ist, und nicht wissen will, daß im Wahren vom Herrn Licht ist, kann er nicht anders glauben, als daß sein Schatten Licht sei, ja auch umgekehrt, daß das Licht Schatten sei, denn er gleicht einer Nachteule, die, wenn sie im Schatten der Nacht fliegt, meint, sie sei im Licht, dagegen wenn im Licht des Tages, meint sie, sie sei im Schatten; denn das innere Auge, d.h. der Verstand, mit dem der Mensch innerlich sieht, ist bei einem solchen nicht anders gebildet, denn er hat es nicht anders gebildet, er öffnet es nämlich, wenn er nach unten blickt, d.h. aufs Weltliche und Leibliche und verschließt es, wenn nach oben, d.h. aufs Geistige und Himmlische. Bei diesen ist das Wort ebenso: was in seinem Buchstabensinn erscheint, von dem glauben sie, das gehöre dem Licht an, was aber im inneren Sinn, von dem glauben sie, es gehöre dem Schatten an; denn das Wort erscheint einem jeden nach seiner Beschaffenheit; da doch der innere Sinn des Wortes sich verhält zu dessen Buchstabensinn, wie das Himmelslicht zum Weltlicht: Nr. 3086, 3108, d.h. wie das Licht des Tages zum Licht der Nacht. Im inneren Sinn sind Einzelheiten, von denen viele tausend zusammen ein Besonderes ausmachen, das im Buchstabensinn sich darstellt. Oder was das gleiche, der innere Sinn enthält Besonderheiten, deren viele tausend zusammen ein Allgemeines ausmachen, das im Buchstabensinn ist. Dieses Allgemeine ist es, was dem Menschen erscheint, nicht aber die Besonderheiten, die darin enthalten sind und aus denen es besteht. Dennoch erscheint dem Menschen die Ordnung der Besonderheiten im allgemeinen, aber gemäß seiner Beschaffenheit. Diese Ordnung ist das Heilige, das anregt. 3439. "Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters, fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir", 1. Mose 26/24, daß dies bedeutet, das Göttliche sei auch dort, nämlich im Buchstabensinn des Wortes, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er das Göttliche des Herrn ist, wovon Nr. 2833, 2836, 3251, 3305 E; daher bedeutet Jehovah, der Gott Abrahams, das Göttliche des Herrn, das Abraham vorbildet; und weil gehandelt wird vom Wort, das ebenfalls der Herr ist, weil das ganze Wort von Ihm kommt, und das Ganze des Wortes von Ihm handelt, darum wird durch "Ich bin der Gott Abrahams, fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir" bezeichnet, daß das Göttliche auch dort sei. Mit dem Göttlichen im Wort verhält es sich so: das eigentlich Göttliche ist im höchsten Sinn des Wortes, weil dort der Herr ist. Das Göttliche ist auch im inneren Sinn, weil dort das Reich des Herrn in den Himmeln ist, daher wird jener Sinn genannt der himmlische und geistige. Das Göttliche ist auch im Buchstabensinn des Wortes, weil dort das Reich des Herrn auf Erden ist, daher wird dieser Sinn genannt der äußere wie auch der natürliche, denn dort sind grobe Scheinbarkeiten, die vom Göttlichen entfernter sind; dennoch aber ist dort alles und jedes göttlich. Diese drei Sinne verhalten sich so, wie es sich verhält mit der Stiftshütte: das Innerste derselben, oder was innerhalb des Vorhangs, wo die Lade und darin das Zeugnis, war das Allerheiligste oder das Heilige des Heiligen; das Innere aber, oder was unmittelbar außerhalb des Vorhangs, wo der goldene Tisch und der Leuchter, war das Heilige; das Äußere aber, wo der Vorhof, war auch heilig, dahin kam die Gemeinde zusammen, und daher wurde es Zelt der Zusammenkunft genannt. 3440. "Und will dich segnen und will sich mehren lassen deinen Samen", 1. Mose 26/24, daß dies bedeutet daher die Zunahme des Guten und Wahren, erhellt aus der Bedeutung von dich segnen, sofern es die Zunahme des Guten ist, wovon Nr. 3406; und aus der Bedeutung von sich vermehren lassen deinen Samen, sofern es die Zunahme des Wahren ist, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. Daß der Same das Wahre ist, von dem gesagt wird sich mehren, sehe man Nr. 1025, 1447, 1610, 2848, 3038, 3373, 3380. Daß aus dem Buchstabensinn des Wortes ebenfalls eine Zunahme des Guten und Wahren beim Menschen ist, kommt daher, weil auch in diesem Sinn alles und jedes göttlich ist, wie gleich oben Nr. 3439 gesagt wurde; und weil im Buchstabensinn der innere Sinn in mehreren Stellen offen hervortritt, wie im Alten Testament bei den Propheten, daß der Herr kommen werde dem Menschengeschlecht zum Heil; daß alles Gesetz und alle Propheten seien: Gott lieben und den Nächsten lieben; daß töten hassen ist, denn wer haßt, tötet in jedem Augenblick, in seinem Wollen und in seiner Lebenslust liegt es; dies gehört dem inneren Sinn im Buchstabensinn an; außer mehrerem anderen. 3441. "Um Abrahams Meines Knechtes willen", 1. Mose 26/24, daß dies bedeutet aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er das Göttliche des Herrn ist, auch das Göttlich-Menschliche, wovon Nr. 2833, 2836, 3251; und aus der Bedeutung Meines Knechtes, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern er ist das Göttlich-Menschliche, nicht daß das Göttlich-Menschliche der Knecht wäre, weil dasselbe auch Jehovah ist: Nr. 1736, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035, sondern weil der Herr durch dasselbe dem Menschengeschlecht dient; denn durch dasselbe wird der Mensch selig gemacht, denn wenn der Herr dem Göttlichen nicht das Menschliche geeinigt hätte, auf daß der Mensch das Menschliche des Herrn mit seinem Gemüt anschauen und anbeten und so dem Göttlichen nahen könnte, hätte er gar nicht selig werden können. Die Verbindung des Menschen mit dem Göttlichen Selbst, das Vater genannt wird, geschieht durch das Göttlich-Menschliche, das der Sohn; somit durch den Herrn, unter Dem vom geistigen Menschen verstanden wird das Menschliche, aber vom himmlischen das Göttliche Selbst. Hieraus wird klar, warum das Göttlich-Menschliche Knecht heißt, sofern es nämlich dem Göttlichen dient, damit zu ihm der Mensch einen Zugang haben möge, und sofern es dem Menschengeschlecht zu deren Heil dient. Dies nun ist es, was durch "Abraham Meinen Knecht" bezeichnet wird; wie auch bei Ps.105/6,26,42: "Gedenket Seiner Wunder, die Er getan, der Vorzeichen und Gerichte Seines Mundes, Samen Abrahams, Seines Knechtes, Söhne Jakobs, Seines Auserwählten; Er sandte Mose, Seinen Knecht, Aharon, den Er erwählet hat; Er gedachte des Wortes Seiner Heiligkeit mit Abraham, Seinem Knechte": wo unter Abraham, dem Knecht, verstanden wird der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Ebenso wird auch der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen im höchsten Sinn verstanden unter dem Knecht Israel, unter dem Knecht Jakob, unter dem Knecht David; unter dem Knecht Israel bei Jes.41/8,9: "Du Israel, Mein Knecht, Jakob, den Ich erwählet habe, Samen Abrahams, Meines Freundes; den Ich ergriffen habe von den Enden der Erde, und von ihren Fittichen habe Ich dich gerufen und zu dir gesagt, Mein Knecht bist du, Ich habe dich erwählet": wo Israel, Mein Knecht, im höchsten Sinn der Herr in Beziehung auf Inwendiges der geistigen Kirche ist, und Jakob in betreff des Äußeren jener Kirche. Jes.49/3,6: "Er sprach zu mir, Mein Knecht bist du, Israel, in dem Ich werde herrlich gemacht werden; ein leichtes ist, daß du Mir seiest Knecht, aufzurichten die Stämme Jakobs und die Erhaltenen Israels zurückzuführen; und Ich habe dich gegeben zum Licht der Völkerschaften, daß du seiest Mein Heil bis zur Grenzmarke der Erde": wo offenbar Israel, in dem Ich werde herrlich gemacht werden, für das Göttlich-Menschliche des Herrn. Daß Er Knecht heißt vom Dienen, ist klar, denn es wird gesagt: daß du Mir Knecht seiest, aufzurichten die Stämme Jakobs, und zurückzuführen die Erhaltenen Israels. Unter dem Knecht Jakob, bei Jes.45/3,4: "Geben will Ich dir die Schätze der Finsternis und die verborgenen Güter der heimlichen Orte, um Meines Knechtes Jakob, und um Israels, Meines Auserwählten willen": wo unter dem Knecht Jakob und Israel, dem Auserwählten, der Herr verstanden wird, Knecht Jakob in Beziehung auf Äußeres der Kirche, Israel, der Auserwählte, in Beziehung auf Inneres der Kirche. Auch unter dem Knecht David, bei Hes.37/24,25: "Sammeln will Ich die Söhne Israel vom Umkreis, Mein Knecht David wird König über sie und der einige Hirte sein ihnen allen; sie werden wohnen auf dem Lande, das Ich gegeben habe Meinem Knecht Jakob; und sie werden darauf wohnen, sie und ihre Söhne, und die Söhne ihrer Söhne bis in Ewigkeit; und David, Mein Knecht, ein Fürst ihnen in Ewigkeit": offenbar David, der Knecht, für das Göttlich-Menschliche des Herrn: Nr. 1888, und zwar vermöge des göttlich Wahren, das durch den König, hier David, bezeichnet wird: Nr. 1728, 2015, 3009. Daß das Wahre selbst auch beziehungsweise Knecht ist, sehe man Nr. 3409; und weil so, darum nennt der Herr selbst Sich einen Dienenden oder Bedienenden, bei Mark.10/44,45 und Matth.20/26-28: "Wer groß sein will unter euch, soll euer Diener sein, und wer will unter euch sein der Erste, soll sein aller Knecht; denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, daß Er Ihm dienen lasse, sondern daß Er diene"; und bei Luk.22/27: "Wer ist größer, der bei Tische liegt, oder der da dienet, ist es nicht der bei Tische liegt; nun aber bin Ich in eurer Mitte wie einer, der dienet". 3442. "Und er baute daselbst einen Altar", 1. Mose 26/25, daß dies bedeutet die Bezeichnung und das Vorbild des Herrn, erhellt aus der Bedeutung des Altars, sofern er ist das Hauptvorbild des Herrn, wovon Nr. 921, 2777, 2811. 3443. "Und rief den Namen Jehovahs an", 1. Mose 26/25, daß dies bedeutet den Gottesdienst daher, erhellt aus der Bedeutung von den Namen Jehovahs anrufen, sofern es ist der Gottesdienst, wovon Nr. 440, 2724; und daß der Name Jehovahs alles in einem Inbegriff ist, wodurch der Herr verehrt wird. Nr. 2628, 2724, 3006. 3444. "Und spannte daselbst sein Zelt aus", 1. Mose 26/25, daß dies bedeutet, daselbst das Heilige, erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es ist das Heilige des Gottesdienstes, wovon Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312. 3445. "Und die Knechte Jischaks erbohrten daselbst einen Brunnen", 1. Mose 26/25, daß dies bedeutet die Lehre daher, erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, der das Wort ist, wovon Nr. 2702, 3424; und weil das Wort die Lehre selbst ist, und so aus dem Wort alle Lehre ist, welche die Kirche hat, darum bedeutet erbohren einen Brunnen die Lehre daher, nämlich aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes, weil von diesem hier die Rede ist. Aber die Lehre selbst aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes ist eine einzige, nämlich die Lehre der Liebtätigkeit und der Liebe; der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und der Liebe zum Herrn; denn diese Lehre und das Leben nach derselben, ist das ganze Wort, wie der Herr lehrt bei Matth.22/35-38. 3446. Vers 26,27: Und Abimelech ging zu ihm aus Gerar, und Achusath, sein Genosse, und Phikol, sein Heeresfürst. Und Jischak sprach zu ihnen: warum seid ihr gekommen zu mir, und ihr hasset mich, und habt mich fortgeschickt von euch. "Und Abimelech ging zu ihm aus Gerar" bedeutet die Lehre des Glaubens, sofern sie ihr Absehen auf Vernünftiges hat; "und Achusath, sein Genosse, und Phikol, sein Heeresfürst" bedeutet die Hauptsätze der Lehre ihres Glaubens; "und Jischak sprach zu ihnen: warum seid ihr gekommen zu mir, und ihr hasset mich, und habt mich fortgeschickt von euch" bedeutet, warum sie das Göttliche wollen, da sie es doch leugnen, und das anfeinden, was in inneren Sinn des Wortes. 3447. "Und Abimelech ging zu ihm aus Gerar", 1. Mose 26/26, daß dies die auf Vernünftiges absehende Lehre des Glaubens bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, sofern sie die auf Vernünftiges absehende Lehre des Glaubens ist, wovon Nr. 2504, 2509, 2510, 3391, 3393, 3397, und aus der Bedeutung Gerars, das der Glaube ist, wovon Nr. 1209, 2504, 3365, 3384, 3385; was die auf Vernünftiges ihr Absehen habende Lehre sei, sehe man Nr. 3368. Es wird hier und bis 1. Mose 26/33 gehandelt von denen, die im Buchstabensinn des Wortes sind, und daher in den Glaubenslehren, sowie von der Übereinstimmung dieser Lehren, soweit sie aus dem Sinn des Buchstabens sind, mit dem inneren Sinn; Abimelech und Achusath sein Genosse und Phikol sein Heeresfürst, bilden dieselben vor. Es sind diejenigen, die den Glauben zur Hauptsache machen, und die Liebtätigkeit zwar nicht verwerfen, aber nachsetzen, somit die Lehre dem Leben vorziehen. Unsere Kirchen sind heutzutage beinahe alle so geartet, ausgenommen jene, die im christlichen Heidentum ist, wo gestattet wird, die Heiligen und deren Bilder anzubeten. Wie es in jeder Kirche des Herrn solche gibt, die innere Menschen sind, und die äußere; und innere Menschen sind, die in der Neigung zum Guten, und äußere, die in der Neigung zum Wahren, so auch diese, die durch Abimelech, seinen Genossen und Heeresfürsten, hier vorgebildet werden. Innere sind es, von denen früher 1. Mose 21/22-33 gehandelt wurde, wo es von Abimelech und Phikol, seinem Heeresfürsten heißt, daß sie zu Abraham gekommen seien und einen Bund mit ihm in Beerscheba geschlossen haben, worüber man sehe Nr. 2719, 2720; äußere aber sind es, von denen hier gehandelt wird. HG 3448 3448. "Und Achusath, sein Genosse, und Phikol, sein Heeresfürst", 1. Mose 26/26, daß dies die Hauptsätze ihrer Glaubenslehre bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abimelechs, der die auf Vernünftiges absehende Glaubenslehre ist, daher "sein Genosse und der Fürst seines Heeres" dasjenige ist, was zur Lehre gehört, und zwar deren Hauptsätze; denn der Führer wie der Fürst bedeutet die Hauptsachen: Nr. 1482, 2089, und das Heer die Lehren selbst. Daß das Heer die Lehrsätze bedeutet, die dem Wahren angehören, oder die niedrigere Wahrheiten sind, kommt daher, weil durch den Heerdienst im Wort und durch den Krieg dasjenige bezeichnet wird, was zum geistigen Heerdienst und Krieg gehört: Nr. 1664, 1788, 2686, wie auch durch Waffen, nämlich durch Spieße, Schilde, Bogen, Pfeile, Schwerter und andere dergleichen, wie hie und da gezeigt worden; und weil es Wahrheiten oder Lehrsätze sind, durch die geistige Kämpfe geführt werden, darum werden durch die Heere jene bezeichnet, und auch Falsches oder Irrlehren im entgegengesetzten Sinn. Daß diese und jene durch die Heere im Wort bezeichnet werden, kann aus mehreren Stellen erhellen, wie bei Dan.8/9-13: "Das eine Horn des Ziegenbocks wuchs sehr gegen Mittag, und gegen den Aufgang, und gegen die Zierde, und wuchs bis zum Heer der Himmel, und warf auf die Erde vom Heer und von den Sternen, und zertrat sie: ja, bis zum Fürst des Heeres erhob er sich. Sein Heer ward übergeben ob dem täglichen Opfer in Übertretung, und warf die Wahrheit nieder auf die Erde. Ich hörte einen Heiligen reden, der sprach, wie lange dieses Gesicht, das tägliche Opfer und die verwüstende Übertretung, daß sowohl das Heilige als das Heer gegeben wird der Zertretung": das Horn, das wuchs gegen Mittag, den Aufgang und die Zierde, ist die Macht des Falschen aus dem Bösen: Nr. 2832; das Heer der Himmel sind Wahrheiten, der Fürst des Heeres ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren; und weil das Heer im guten Sinn das Wahre ist, wird gesagt, er habe die Wahrheit auf die Erde hinabgeworfen, und nachher, er habe die Wahrheit auf die Erde niedergeworfen. Dan.11/13,25,26: "Der König des Mittags wird stellen eine Menge, die größer ist denn die vorige, und gegen das Ende der Zeiten der Jahre wird er kommen, kommend mit großem Heer, und mit vielem Vermögen; hernach wird er erwecken seine Kräfte, und sein Herz gegen den König des Mittags mit großem Heer; und der König des Mittags wird sich mengen im Krieg mit einem großen und sehr starken Heer, aber er wird nicht bestehen; denn die seine Speise essen, werden ihn zerbrechen, und sein Heer wird fluten, und es werden fallen viele Erschlagene": dort wird im ganzen Kapitel gehandelt vom Krieg zwischen dem König der Mitternacht und dem König des Mittags, und unter dem König der Mitternacht wird verstanden Falsches, somit auch unter seinem Heer, und unter dem König des Mittags und seinem Heer Wahres; es ist eine Weissagung von der Verwüstung der Kirche. Joh.Offenb.19/14,19: "Ich sah den Himmel offen, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf Sitzende wurde genannt treu und wahrhaftig, angetan mit einem in Blut gefärbten Kleid, und Seine Heere im Himmel folgten Ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißer und reiner Leinwand. Ich sah das Tier und die Könige der Erde, und ihre Heere versammelt, Krieg zu machen mit dem auf dem Pferd Sitzenden, und mit seinem Heere": der auf dem weißen Pferd Sitzende für das Wort des Herrn, oder für den Herrn in Ansehung des Wortes: Nr. 2760, 2761, 2762; Seine Heere, die im Himmel Ihm folgten, für die Wahrheiten aus denselben, somit für diejenigen im Himmel, die in den Wahrheiten sind; das Tier für Böses der Selbstliebe, die Könige der Erde und ihre Heere für Falsches; es sind Kämpfe des Falschen mit dem Wahren, die dort beschrieben werden. Ps.33/6: "Durch das Wort Jehovahs sind die Himmel gemacht, und durch den Geist Seines Mundes ihr Heer": ihr oder der Himmel Heer für Wahrheiten. Weil durch das Heer Wahrheiten bezeichnet werden, werden die Söhne des Reiches und die Engel, von wegen der Wahrheiten, in denen sie sind, Heer der Himmel genannt: Luk.2/13: "Alsbald war da mit dem Engel die Menge des himmlischen Heeres, derer die Gott lobten". Ps.103/21: "Segnet den Jehovah alle Seine Heere, Seine Diener, die Seinen Willen tun". Ps.148/2: "Lobet den Jehovah alle Seine Engel, lobet Ihn alle Seine Heere". Jes.40/26: "Hebet in die Höhe eure Augen, und sehet, wer hat dieses geschaffen? Der ausführt in der Zahl ihr Heer, alle nennt Er mit Namen, von der Menge der Mächtigen und Starken wird ein Mann nicht fehlen". Jes.45/12: "Ich habe gemacht die Erde, und den Menschen auf ihr habe Ich geschaffen, Ich, Meine Hände haben ausgespannt die Himmel, und all ihrem Heer habe Ich geboten": Heer der Himmel dort für Wahrheiten, somit für Engel, weil sie, wie gesagt, in Wahrheiten sind. 1.Kön.22/19: "Ich sah Jehovah sitzen auf Seinem Thron und das ganze Heer der Himmel stehen neben Ihm, zu Seiner Rechten und zu Seiner Linken", Joel 2/11: "Jehovah gab Seine Stimme vor Seinem Heer, weil sehr groß Sein Lager, weil es zahlreich ist, wer tut Sein Wort". Sach.9/8,9: "Ein Lager will Ich setzen Meinem Haus vom Heer, das hindurchgeht und zurückgeht, auf daß nicht mehr hingehe über sie der Treiber; frohlocke sehr, du Tochter Zions, schalle, Tochter Jerusalems, siehe, dein König kommt dir": dort von der Zukunft des Herrn; Sein Heer für die göttlichen Wahrheiten. Daher kommt es, und weil der Herr allein für den Menschen kämpft gegen die Höllen, die fortwährend trachten ihn anzufallen, daß der Herr im Wort mehrmals heißt Jehovah Zebaoth, Gott Zebaoth, Herr Zebaoth, d.h. der Heere, wie bei Jes.13/4: "Die Stimme des Getümmels von Reichen der versammelten Völkerschaften, Jehovah Zebaoth führt das Heer des Krieges": die Königreiche der Völkerschaften für Falsches aus Bösem, führen das Heer des Krieges, für kämpfen für den Menschen. Weil die zwölf Stämme Israels das himmlische Reich des Herrn vorbildeten, und die Stämme wie auch zwölf alles zum Glauben Gehörige in einem Inbegriff, d.h. alle Wahrheiten des Reiches bezeichneten: Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 3272, darum wurden sie auch genannt die Heere Jehovahs, wie 2. Mose 7/4; 12/17,41,51; und wurde befohlen, sie sollten aus Ägypten geführt werden nach Heeren: 2. Mose 6/26; und sich lagern nach Heeren: 4. Mose 1/52; und verteilt werden in Heere: 4. Mose 2. Kapitel. Daß durch die Heere Wahrheiten bezeichnet werden, erhellt auch bei Hes.27/10,11: "Persien, und Lud, und Puth, in deinem Heer, Männer deines Krieges, Schild und Helm haben sie in dir aufgehängt, diese haben gegeben die Ehre für dich; die Söhne Arwad, und dein Heer auf deinen Mauern ringsum, und die Gamadäer sind in deinen Türmen gewesen": wo von Tyrus, durch welche bezeichnet werden die inwendigeren Erkenntnisse des Guten und Wahren, somit die, welche darinnen sind: Nr. 1201; das Heer für die Wahrheiten selbst; daß auch Lud und Puth sind die in Erkenntnissen, sehe man Nr. 1163, 1164, 1166, 1195, 1231; Schild und Helm sind solches, was zum geistigen Kampf oder Krieg gehört. Daß das Heer im entgegengesetzten Sinn Falsches ist, ist klar bei Jes.24/21: "Geschehen wird es an jenem Tage, heimsuchen wird Jehovah ob dem Heer der Höhe in der Höhe, und ob den Königen der Erde auf der Erde": wo Heer der Höhe für Falsches aus der Selbstliebe. Hes.38/4,15: "Ich will dich zurückführen, und Angel in deine Backen legen, und will dich und dein ganzes Heer, Pferde und Reiter ausführen, stattlich angetan sie alle, eine große Gemeinde mit Schild und Wehr, die alle die Schwerter fassen; du wirst kommen aus deinem Ort, aus den Seiten der Mitternacht, du und viele Völker mit dir, alle reitend auf Pferden, eine große Gemeinde, ein großes Heer": wo von Gog, durch den der vom inneren getrennte äußere, somit abgöttisch gewordene Gottesdienst bezeichnet wird: Nr. 1151, sein Heer für Falsches. Jerem.51/2,3: "Senden will Ich wider Babel einen, der spannet, der spannet seinen Bogen, und sich auftut mit seinem Harnisch, schonet nicht der Jünglinge, übergebt dem Bann all sein Heer": Babel für den Gottesdienst dessen Äußeres heilig erscheint, das Inwendigere aber unheilig ist: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326, dessen Heer ist das Falsche solcher. Ebenso anderwärts das Heer Babels, wie Jerem.32/2; 34/1,21; 39/1. Hes.32/31,32: "Dieselben wird sehen Pharao, und sich trösten ob all seiner Menge, die Erschlagenen mit dem Schwert, Pharao und all sein Heer, weil Ich geben werde die Furcht vor Mir im Lande der Lebenden": wo von Ägypten, durch das diejenigen bezeichnet werden, die durch Vernunftschlüsse aus Wißtümlichem die Wahrheiten verkehren: Nr. 1164, 1165, sein oder Pharaos Heer für Falsches daher; ebenso auch anderwärts das Heer Pharaos, wie Jerem.37/5,7,11; 46/2; Hes.17/17. Luk.21/20: "Wann ihr sehet, umringet von Heeren Jerusalem, dann wisset, daß nahe ist die Verwüstung": wo von der Vollendung des Zeitlaufs, oder von der letzten Zeit der Kirche, da kein Glaube mehr; daß durch Jerusalem die Kirche bezeichnet wird, sehe man Nr. 2117, und sie wird von Heeren umringt, wenn sie von Falschem belagert wird. Hieraus erhellt, daß durch die Himmelsheere, welche die Juden und Götzendiener anbeteten, im inneren Sinn Falsches bezeichnet wurde, wovon im 2.Kön.17/16: "Sie verließen alle Gebote ihres Gottes, und machten sich ein gegossenes Bild, zwei Kälber, und machten einen Hain, und bückten sich vor allem Heer der Himmel": wo von den Israeliten. 2.Kön.21/5, wo von Manasse: "Daß er Altäre gebaut habe allem Heer der Himmel" und 2.Kön.23/4: daß "der König Joschias aus dem Tempel geschafft habe alle Gefäße, die gemacht waren dem Baal, und dem Hain, und allem Heer der Himmel". Jerem.8/2: "Daß sie die Gebeine der Fürsten, Priester und Propheten ausbreiteten der Sonne, dem Mond, und allem Heer der Himmel, die sie geliebt, und denen sie gedient hatten, und denen sie nachgegangen waren". Jerem.19/13: "Es werden sein das Haus Jerusalems und das Haus des Königs von Jehudah, wie Topheth, unrein, in Ansehung aller Häuser, auf deren Dächer sie räucherten allem Heer der Himmel, und brachten Trankopfer anderen Göttern. Zeph.1/5: "Ausstrecken will Ich Meine Hand gegen die, welche anbeten auf den Dächern das Heer der Himmel": denn es sind die Sterne, die hauptsächlich Heer der Himmel genannt werden; daß aber durch die Sterne bezeichnet wird Wahres, dann im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 1128, 1808. 3449. "Und Jischak sprach zu ihnen: warum seid ihr gekommen zu mir, und ihr hasset mich, und habt mich fortgeschickt von euch", 1. Mose 26/27, daß dies bedeutet, warum sie das Göttliche wollen, da sie es doch leugnen, und das anfeinden, was im inneren Sinn des Wortes, kann aus demjenigen erhellen, was oben, 1. Mose 26/15,16,19-21 gesagt wurde. 3450. Vers 28,29: Und sie sprachen: Sehend haben wir gesehen, daß Jehovah gewesen ist mit dir, und wir sagten, es sei doch ein Eid zwischen uns, zwischen uns und zwischen dir, und wir wollen einen Bund schließen mit dir. So du an uns Böses tun möchtest, gleichwie wir dich nicht angetastet haben, und gleichwie wir an dir nur Gutes getan, und dich fortgeschickt haben im Frieden; du nun der Gesegnete Jehovahs. "Und sie sprachen: Sehend haben wir gesehen, daß Jehovah gewesen ist mit dir" bedeutet, sie wissen, daß Göttliches darin sei; "und wir sagten, es sei doch ein Eid zwischen uns, zwischen uns und zwischen dir, und wir wollen einen Bund schließen mit dir" bedeutet, daß die Lehren ihres Glaubens an sich betrachtet nicht geleugnet werden sollten; "so du an uns Böses tun möchtest, gleichwie wir dich nicht angetastet haben, und gleichwie wir an dir nur Gutes getan, und dich fortgeschickt haben im Frieden" bedeutet, daß sie den inneren Sinn des Wortes nicht verletzt haben, und daß sie ihn nicht verletzen wollen; "du nun der Gesegnete Jehovahs" bedeutet, es sei vom Göttlichen. 3451. "Und sie sprachen: sehend haben wir gesehen, daß Jehovah gewesen ist mit dir", 1. Mose 26/28, daß dies bedeutet, sie wissen, daß Göttliches darin sei, erhellt aus der Bedeutung von sehend sehen, sofern es ist wahrnehmen, und so gewiß wissen; und aus der Bedeutung von "sein Jehovah mit dir", sofern es heißt, Göttliches sei darin. Es wird hier, wie oben Nr. 3447 gesagt wurde, gehandelt von der Übereinstimmung des buchstäblichen Sinnes des Wortes mit dem inneren Sinn, folglich von der Übereinstimmung der Glaubenslehren, die durch Abimelech, Achusath und Phikol bezeichnet werden, sofern sie aus dem Buchstabensinn des Wortes sind, mit eben jenem, nämlich mit dem inneren Sinn; somit von der Verbindung des Reiches des Herrn auf Erden, mit dem Reich des Herrn in den Himmeln, demnach mit dem Herrn, durch das Wort. Denn das Wort in Ansehung des höchsten Sinnes ist der Herr selbst, und in Ansehung des inneren Sinnes selbst das Reich des Herrn in den Himmeln, und in Ansehung des buchstäblichen Sinnes selbst das Reich des Herrn auf Erden, wie auch früher gesagt worden. Aber mit dem Reich des Herrn auf Erden, d.h. mit Seiner Kirche verhält es sich so, daß, weil sie aus dem Buchstabensinn des Wortes ihre Lehren hat, nicht anders denn verschieden und geteilt ist in betreff jener, nämlich daß die eine Gemeinschaft sagt: das sei das Wahre des Glaubens, weil so im Wort gesagt wird; die andere sagt: jenes sei das Wahre, weil auch so gesagt wird, und so fort, daß mithin die Kirche des Herrn, weil sie aus dem Buchstabensinn des Wortes ihre Lehren hat, überall unterschieden ist, und zwar nicht nur nach den Gemeinschaften, sondern oft auch bei einzelnen in der Gemeinschaft. Aber die Nichtübereinstimmung in den Glaubenslehren hindert nicht, daß eine Kirche ist, wenn nur Einmütigkeit ist in gut Wollen und gut Handeln, wie z.B. wenn einer als Lehre anerkennt, daß die Liebtätigkeit aus dem Glauben sei, und er lebt in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, dann ist er zwar im Nichtwahren in Ansehung der Lehre, aber dennoch im Wahren in Ansehung des Lebens, folglich ist in ihm die Kirche oder das Reich des Herrn. Oder auch wenn einer sagen möchte, man müsse gute Werke tun, daß man einen Lohn im Himmel habe, nach dem Buchstabensinn des Wortes bei Matth.10/41,42; 25/34-46 und anderwärts, und doch, wenn er gute Werke tut, nicht an Verdienst denkt, der ist gleichfalls im Reich des Herrn, weil in Ansehung des Lebens im Wahren; und weil er so beschaffen ist in Ansehung des Lebens, läßt er sich gern belehren, daß niemand den Himmel verdienen kann, und daß Werke, in die man ein Verdienst setzt, nicht gut sind; so im übrigen; denn der Buchstabensinn ist so beschaffen, daß er in mehreren Stellen sich zu widersprechen scheint, aber die Ursache ist, weil in ihm sind Scheinbarkeiten des Wahren, angepaßt denen, die in Äußerlichem sind, mithin die auch in weltlichen Liebestrieben und ebenso in fleischlichen sind. Hier wird also durch Abimelech gehandelt von denjenigen, die in den Glaubenslehren sind, und daß es diejenigen seien, die den Glauben zur Hauptsache des Heils machen, ist oben gesagt worden, und von der Übereinstimmung jener Lehren mit dem inneren Sinn; daß auch mit diesen eine Verbindung geschehen ist, leuchtet ein, aber nur mit denjenigen, die im Guten sind, d.h. mit denjenigen, die, obwohl sie den Glauben zur Hauptsache machen in Ansehung der Lehre, dennoch die Liebtätigkeit zur Hauptsache machen in Ansehung des Lebens; denn wenn bei ihnen Vertrauen oder Zuversicht ist auf den Herrn, die sie den Glauben selbst nennen, dann sind sie in der Regung der Liebe zum Herrn, folglich in Ansehung des Lebens im Guten. Man sehe aber, was hierüber früher gesagt und gezeigt wurde: Daß nämlich nicht die Lehre die Kirche mache, sondern die Liebtätigkeit: Nr. 809, 916, 1798, 1799, 1834, 1844. Daß die Lehren nichts seien, wenn man nicht danach lebt: Nr. 1515. Daß die Kirche verschieden sei in Ansehung der Wahrheiten, aber eine sei durch die Liebtätigkeit: Nr. 3267. Daß eine gegenseitige Beziehung sei zwischen dem Herrn und dem Menschen in Ansehung des Himmlischen, das dem Guten angehört, nicht aber in Ansehung des Geistigen, das dem Wahren angehört: Nr. 1831, 1832. Daß eine einzige Lehre sei, nämlich die der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 3445. Daß die Kirche eine wäre, wenn alle Liebtätigkeit hätten, obgleich sie in Beziehung auf Gottesdienste und in Beziehung auf Lehren unterschieden wären: Nr. 809, 1285, 1316, 1798, 1799, 1834, 1844, 2982. Daß die Kirche wie das Reich des Herrn in den Himmeln wäre, wenn alle Liebtätigkeit hätten: Nr. 2385. Daß unzählige Verschiedenheiten des Guten und Wahren im Himmel seien, daß sie aber durch Zusammenstimmung dennoch eins machen, wie die Organe und Glieder des Leibes: Nr. 684, 690, 3241. 3452. "Und wir sagten, es sei doch ein Eid zwischen uns, zwischen uns und zwischen dir, und wir wollen einen Bund schließen mit dir", 1. Mose 26/28, daß dies bedeutet, die Lehren ihres Glaubens, an sich betrachtet, sollten nicht geleugnet werden, nämlich soweit sie aus dem Buchstabensinn des Wortes sind, erhellt aus der Bedeutung des Eids zwischen uns, sofern es ist die Zusammenstimmung der Lehren mit dem Buchstabensinn des Wortes; und aus der Bedeutung von zwischen uns und zwischen dir, sofern es ist die Übereinstimmung mit dem inneren Sinn; und aus der Bedeutung von wir wollen einen Bund schließen, sofern es heißt, es könnte so eine Verbindung sein. Daß Bund die Verbindung sei, sehe man Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 2003, 2021; Der Sinn, der hieraus sich ergibt, ist, daß weil es so sich verhält, ihre Glaubenslehren, an sich betrachtet, nicht geleugnet werden sollten; denn die Lehren, welcher Art sie immer sein mögen, wenn sie nur aus dem Wort sind, werden nicht geleugnet, denn sie werden vom Herrn angenommen, nur muß der, welcher in denselben ist, im Leben der Liebtätigkeit sein, denn diesem Leben kann alles, was zum Wort gehört, verbunden werden; aber das Inwendigere des Wortes, dem Leben, das im inwendigeren Guten der Liebtätigkeit ist; man sehe, was Nr. 3324 gesagt und angeführt wurde. 3453. "So du an uns Böses tun möchtest, gleichwie wir dich nicht angetastet haben, und gleichwie wir an dir nur Gutes getan, und dich fortgeschickt haben im Frieden", 1. Mose 26/29, daß dies bedeutet, sie haben den inneren Sinn des Wortes nicht verletzt, und wollen ihn nicht verletzen, kann aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn und aus demjenigen erhellen, was oben zu 1. Mose 26/11,22,23 gesagt wurde. 3454. "Du nun der Gesegnete Jehovahs", 1. Mose 26/29, daß dies bedeutet, es sei vom Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung des Gesegneten Jehovahs, wenn es gesagt wird vom Herrn, oder was gleich, vom inneren Sinn des Wortes (denn der Herr ist das Wort), sofern er ist das göttlich Wahre, wovon Nr. 3140, somit aus dem Göttlichen: somit daß sie nicht verletzt haben, noch verletzen wollten, weil er aus dem Göttlichen. Aber den inneren Sinn verletzen heißt dasjenige leugnen, was die Hauptpunkte jenes Sinnes sind, und diese sind die eigentlichen Heiligtümer des Wortes, nämlich das Göttlich-Menschliche des Herrn, die Liebe zu Ihm, und die Liebe gegen den Nächsten. Diese drei sind die Hauptpunkte des inneren Sinnes, und die Heiligtümer des Wortes; und sind das Inwendige und Heilige aller Lehren, die aus dem Wort, und das Inwendige und Heilige alles Gottesdienstes, denn in ihnen ist das Reich des Herrn selbst. Der vierte Punkt ist, daß das Wort in seinem ganzen und einzelnen, ja bis auf den kleinsten Strich göttlich ist, daß somit der Herr im Wort ist. Dies bekennen und anerkennen auch alle, die Lehren aus dem Wort haben; aber dennoch leugnen es im Herzen diejenigen, die nichts anderes Heilige im Wort anerkennen, als das im Buchstaben erscheint, diese können nichts Heiliges in den Geschichten wahrnehmen, als bloß etwas unbedeutendes Äußeres, darum weil es heilig heißt, auch nicht in den prophetischen Teilen; da doch ein inwendigeres Heiliges sein muß, wenn es bis auf den kleinsten Strich göttlich ist. 3455. Vers 30,31: Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Und sie standen früh auf am Morgen, und schwuren ein Mann seinem Bruder; und Jischak entließ sie, und sie gingen von ihm im Frieden. "Da machte er ihnen ein Mahl" bedeutet das Zusammenwohnen; "und sie aßen und tranken" bedeutet die Gemeinschaft, "und sie standen früh auf am Morgen" bedeutet den Zustand der Erleuchtung; "und schwuren ein Mann seinem Bruder" bedeutet die Bekräftigung mit denen, die im Guten des Wahren; "und Jischak entließ sie, und sie gingen von ihm im Frieden" bedeutet zufrieden. 3456. "Da machte er ihnen ein Mahl", 1. Mose 26/30, daß dies das Zusammenwohnen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Mahls, sofern es das Zusammenwohnen ist, wovon Nr. 2341. 3457. "Und sie aßen und tranken", 1. Mose 26/30, daß dies die Gemeinschaft bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es ist Gemeinschaft haben in Beziehung auf das, was dem Guten angehört, wovon Nr. 2187, 2343, 3168; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es ist Gemeinschaft haben in Beziehung auf das, was dem Wahren angehört, wovon Nr. 3089, 3168. 3458. "Und sie standen früh auf am Morgen", 1. Mose 26/31, daß dies den Zustand der Erleuchtung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Frühe und des Aufstehens am Morgen, sofern es der Zustand der Erleuchtung ist; denn die Frühe und das Morgenrot ist im höchsten Sinn der Herr, und im inneren Sinn ist es das Himmlische Seiner Liebe, daher ist es auch der Zustand des Friedens, man sehe Nr. 2333, 2405, 2540, 2780; und aufstehen bedeutet im inneren Sinn Erhebung: Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171; hieraus wird klar, daß: sie standen früh auf am Morgen, den Zustand der Erleuchtung bedeutet. 3459. "Und schwuren ein Mann seinem Bruder", 1. Mose 26/31, daß dies die Bekräftigung mit denen bedeutet, die im Guten des Wahren, erhellt aus der Bedeutung des Schwörens oder des Schwurs, sofern es Bekräftigung ist, wovon Nr. 2842, 3037, 3375; und aus der Bedeutung des Mannes mit dem Bruder, sofern es das Gute des Wahren ist, oder was das gleiche, diejenigen, die in jenem Guten sind. Daß der Mann das Wahre sei, sehe man Nr. 265, 749, 1007, 3134, 3309; und daß der Bruder das Gute sei: Nr. 2360; was das Gute des Wahren, sehe man Nr. 3295, 3332. In diesem Guten sind diejenigen, die hier durch Abimelech vorgebildet werden, oder durch die Philister, deren König Abimelech war, nämlich die den Glauben zur Hauptsache der Kirche machen, und der Liebtätigkeit vorsetzen; die, welche solcher Art, sind in keinem anderen Guten als im Guten des Wahren, denn sie ziehen und schöpfen aus dem Wort nichts anderes, als was Sache des Glaubens oder was Sache des Wahren ist. Was aber Sache des Guten, somit was Sache des Lebens ist, sehen sie kaum, darum bestärken sie sich in den Glaubenslehren, und nicht in solchen der Liebtätigkeit. Wenn sie Gutes tun, so geschieht es aus den Glaubenslehren, das Gute hieraus ist, was das Gute des Wahren genannt wird. Mit solchen, die in diesem Guten sind, verbindet sich der Herr, aber nicht so wie mit denen, die im Guten der Liebtätigkeit, denn die Liebe und Liebtätigkeit ist geistige Verbindung, nicht aber der Glaube, außer durch Liebe und Liebtätigkeit. Und weil es so, wird nicht gesagt, sie haben einen Bund geschlossen mit Jischak, sondern sie haben geschworen ein Mann dem Bruder; denn Bund wird gesagt vom Guten, das ist Sache der Liebe und Liebtätigkeit, Eid aber vom Wahren, das Sache des Glaubens ist: Nr. 3375. Von denen, die im Guten des Wahren wird auch gesagt das Zusammenwohnen, das durch das Mahl: Nr. 3456, bezeichnet wird. Von denen, die so beschaffen im anderen Leben, wurde mir zu wissen gegeben, daß sie getrennt sind von denen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, denn diese sind dem Herrn näher verbunden als jene, denn deren Gutes ist, sozusagen, hart, unbeugsam, nicht mitteilsam, somit nicht im Himmel, sondern auf der Schwelle zum Himmel. 3460. "Und Jischak entließ sie, und sie gingen von ihm im Frieden", 1. Mose 26/31, daß dies zufrieden bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. Hieraus wird auch klar, daß mit ihnen ein Zusammenwohnen, nicht eine Verbindung stattfindet, wovon das gleiche oben Nr. 3469. 3461. Vers 32,33: Und es geschah an jenem Tage, und es kamen die Knechte Jischaks, und sagten ihm an ob den Ursachen des Brunnens, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden. Und er nannte ihn Schibba; deshalb der Name der Stadt Beerscheba, bis auf diesen Tag. "Und es geschah an jenem Tage" bedeutet jenen Zustand; "und es kamen die Knechte Jischaks" bedeutet Vernünftiges; "und sagten ihm an ob den Ursachen des Brunnens, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden" bedeutet inwendigere Wahrheiten durch dasselbe; "und er nannte ihn Schibba" bedeutet die Verbindung des begründeten Wahren durch dasselbe; "deshalb der Name der Stadt Beerscheba" bedeutet die Beschaffenheit der Lehre daher; "bis auf diesen Tag" bedeutet das Fortdauernde des Zustandes. 3462. "Und es geschah an jenem Tage", 1. Mose 26/32, daß dies den Zustand bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern es Zustand ist, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 2788; hier den Zustand der Lehre, von der die Rede ist. 3463. "Und es kamen die Knechte Jischaks", 1. Mose 26/32, daß dies Vernünftiges bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie Vernünftiges sind, wie auch Wißtümliches, wovon Nr. 2567; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern es der Herr in Ansehung des göttlich Vernünftigen ist, wovon Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210. Aus dem was vorhergeht, erhellt, was im Herrn durch Jischak hier vorgebildet wird, nämlich das Wort in Ansehung seines inneren Sinnes; denn durch Abimelech und Achusath und Phikol werden bezeichnet die Lehren des Glaubens, die aus dem Buchstabensinn des Wortes sind, wie sie sich bei denen finden, die Philister im guten Sinn heißen, d.h. diejenigen, die allein in den Glaubenslehren sind und in Ansehung des Lebens im Guten, aber im Guten des Wahren, welche Lehren einige Verbindung haben mit dem inneren Sinn, somit mit dem Herrn; denn diejenigen, die allein in den Glaubenslehren sind im Leben nach denselben, sind in einer Verbindung, aber einer entfernten, aus dem Grund, weil sie nicht wissen was Liebtätigkeit gegen den Nächsten und weniger, was Liebe zum Herrn aus einer Regung, sondern aus einer Glaubensvorstellung; so sind sie auch nicht in einem Innewerden des Guten, sondern in einer Art von Überzeugung, daß das wahr und so gut sei was ihre Lehren aussagen. Und wenn sie darin begründet sind, können sie ebenso im Falschen sein, als im Wahren, denn nichts anderes vergewissert dem Menschen, was wahr, als das Gute. Das Wahre lehrt zwar was gut, aber ohne ein Innewerden, hingegen das Gute lehrt, was wahr aus Innewerden. Jeder kann wissen, wie es sich damit verhält, welcher und was für ein Unterschied sei, allein aus diesem allgemeinen Liebtätigkeitsgebot: "Alles was ihr wollet, daß euch die Menschen tun, so tut auch ihr ihnen", Matth.7/12. Wer aus Gebot handelt, der tut zwar anderen Gutes, aber weil es so befohlen, somit nicht aus Herzensneigung, und sooft er es tut, fängt er bei sich an, und denkt auch beim Gutestun an Verdienst, hingegen wer nicht aus Gebot handelt, sondern aus Liebtätigkeit, d.h. aus Neigung, der handelt aus dem Herzen, somit aus Freiheit, und sooft er handelt, geht er vom Guteswollen selbst, somit davon aus, daß es ihm eine Lust ist, und weil er in der Lust die Vergeltung hat, so denkt er nicht an Verdienst. Hieraus nun kann erhellen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gutestun aus Glauben und dem aus Liebtätigkeit, und daß jene weiter entfernt sind als diese vom Guten selbst, das der Herr ist. Jene können auch nicht leicht in das Gute der Liebtätigkeit bis zum Innewerden eingeführt werden, weil sie wenig in Wahrem sind, denn in jenes kann niemand eingeführt werden, wenn nicht zuvor Unwahres ausgerottet ist, was nicht geschehen kann, solange Unwahres bis zur Überzeugung eingewurzelt ist. 3464. "Und sagten ihm an ob den Ursachen des Brunnens, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden", 1. Mose 26/32, daß dies inwendigere Wahrheiten durch dasselbe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er das Wort ist, wovon Nr. 3424; und aus der Bedeutung der Wasser, sofern sie Wahrheiten sind, wovon Nr. 2702, nämlich die aus dem Wort. Somit "ihm ansagen ob den Ursachen des Brunnens, den sie gegraben hatten" bedeutet über das Wort, aus dem die Lehren, "und sprachen: wir haben Wasser gefunden" bedeutet, in ihnen, nämlich in den Lehren inwendigere Wahrheiten; denn es sind, wie oben gesagt worden, in allen aus dem Buchstabensinn des Wortes entnommenen Lehren inwendigere Wahrheiten; denn der Buchstabensinn des Wortes ist gleich einem Brunnen, in dem Wasser, denn in allen und jeden Teilen des Wortes ist ein innerer Sinn, der auch in den Lehren ist, die aus dem Wort. So verhält es sich auch mit den Lehren, die aus dem Buchstabensinn des Wortes, daß der Mensch, wenn er in denselben ist, und zugleich im Leben nach denselben, in sich die Entsprechung hat; denn die Engel bei ihm sind in den inwendigeren Wahrheiten, während er in den auswendigeren, somit hat er durch die Lehren Gemeinschaft mit dem Himmel, aber gemäß dem Guten seines Lebens; wie z.B. wenn er beim heiligen Abendmahl einfältig an den Herrn denkt, kraft der Worte dort: "Das ist Mein Leib und das ist Mein Blut", dann sind die Engel bei ihm in der Vorstellung der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn dem Leibe des Herrn und dem Brot entspricht die Liebe zum Herrn, und dem Blut und Wein entspricht die Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 1798, 2165, 2177, 2187, und weil solcherart die Entsprechung ist, so fließt aus dem Himmel durch die Engel in jenes Heilige, worin alsdann der Mensch ist, ein die Gefühlsregung, die er gemäß dem Guten seines Lebens aufnimmt; denn die Engel wohnen bei einem jeden in seiner Lebensneigung, somit in der Neigung zu den Lehren, nach denen er lebt, durchaus nicht denen das Leben widerspricht, wenn das Leben widerspricht, wie wenn er etwa in der Neigung ist, Ehren und Vermögen durch die Lehren zu erlangen, dann treten die Engel zurück, und in jener Neigung wohnen Höllengeister, die ihm entweder die Begründungen derselben um seiner selbst und der Welt willen, somit einen Beredungsglauben einflößen, der von der Art ist, daß er sich nicht darum bekümmert, ob es wahr oder falsch ist, wenn man nur die Leute für sich einnimmt; oder nehmen sie allen Glauben weg, und dann ist die Lehre seines Mundes nur ein Ton der von dem Feuer jener Liebestriebe hervorgebracht und angestimmt wird. 3465. "Und er nannte ihn Schibba", 1. Mose 26/33, daß dies die Verbindung des begründeten Wahren durch dasselbe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von nennen, nämlich mit Namen, sofern es die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 3421, mithin sofern Namen eine Sache oder einen Zustand bedeuten: Nr. 1946, 2643, 3422, hier also die Verbindung des begründeten Wahren durch dieselben, nämlich durch die Lehren. Denn Schibba heißt in der Grundsprache Schwur, das die Bestätigung bedeutet: Nr. 2842, 3375. Verbindung des begründeten Wahren wird gesagt, wenn die inwendigeren Wahrheiten sich verbinden mit den auswendigeren Wahrheiten, die Lehren aus dem Buchstabensinn des Wortes sind; daß bei solchen eine Verbindung durch Wahres ist, das Sache des Glaubens ist, nicht so durch Gutes, das Sache der Liebtätigkeit, wurde Nr. 3463 gesagt. 3466. "Deshalb der Name der Stadt Beerscheba", 1. Mose 26/33, daß dies die Beschaffenheit der Lehre bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 3465; aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie die Lehre ist, wovon Nr. 402, 2449, 2712, 2943, 3216. Daher Beerscheba, das in der Grundsprache Stadt des Schwörens bedeutet, somit die Lehre des begründeten Wahren. Daß Beerscheba die Lehre ist, sehe man Nr. 2723, 2858, 2859. Oben 1. Mose 21/30,31, wird gesagt: "Weil du sieben Lämmer empfangen wirst von meiner Hand, darum sei es mir zum Zeugnis, daß ich diesen Brunnen gegraben habe; darum nannte er denselben Ort Beerscheba, weil dort sie beide geschworen haben", dort wurde durch Beerscheba bezeichnet der Zustand und die Beschaffenheit der Lehre, sofern sie aus dem Göttlichen, und daß durch sie eine Verbindung (bewirkt wird); und weil dort vom Inwendigeren jener Kirche die Rede ist, wird gesagt, jener Ort sei Beerscheba genannt worden, hier aber weil vom Auswendigeren jener Kirche die Rede ist, wird gesagt, die Stadt sei so genannt worden; denn vom Inwendigeren wird gesagt Zustand, der durch den Ort bezeichnet wird: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387; aber vom Auswendigeren wird gesagt Lehre, die durch Stadt bezeichnet wird, denn alle Lehre hat ihren Zustand und ihre Beschaffenheit von ihrem Inwendigeren. 3467. "Bis auf diesen Tag", 1. Mose 26/33, daß dies das Fortdauernde des Zustandes bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von bis auf diesen Tag, sofern es das Fortdauernde des Zustandes ist, wovon Nr. 2838. 3468. Vers 34,35: Und Esau war ein Sohn von vierzig Jahren, und er nahm zum Weibe Jehudith, die Tochter Beeri des Chittäers, und Basemath, die Tochter Elon des Chittäers. Und sie waren eine Bitterkeit des Geistes für Jischak und Rebecka. "Und Esau war ein Sohn von vierzig Jahren" bedeutet den Zustand der Versuchung in Ansehung des natürlich Guten des Wahren; "und er nahm zum Weibe Jehudith, die Tochter Beeri des Chittäers, und Basemath, die Tochter Elon des Chittäers" bedeutet Beigesellung von natürlich Wahrem anderswoher als aus dem eigentlich echten; "und sie waren eine Bitterkeit des Geistes für Jischak und Rebecka" bedeutet, daß dadurch zuerst Schmerz bereitet (worden). 3469. "Und Esau war ein Sohn von vierzig Jahren", 1. Mose 26/34, daß dies den Zustand der Versuchung in Ansehung des natürlich Guten des Wahren bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er das natürlich Gute des Wahren ist, wovon Nr. 3300, 3302, 3322; aus der Bedeutung von vierzig Jahren, sofern sie der Zustand der Versuchung sind. Daß 40 die Versuchungen sind, sehe man Nr. 730, 862, 2272, und daß Jahre Zustände sind: Nr. 487, 488, 493, 893. Dies den Esau betreffende wird unmittelbar dem beigefügt, was über Abimelech und über Jischak berichtet wurde, weil die Rede war von denjenigen, die im Guten des Wahren sind, oder in einem Leben nach den aus dem Buchstabensinn entnommenen Lehren, denn diese wurden bezeichnet durch Abimelech und Achusath und Phikol, wie oben hie und da gesagt wurde, die also im Guten des Wahren sind, oder in einem Leben nach den Lehren sind wiedergeboren in Ansehung des Inwendigeren, das ihr Vernünftiges ist, aber noch nicht in Ansehung des Auswendigeren, das ihr Natürliches. Denn der Mensch wird in Ansehung des Vernünftigen früher wiedergeboren als in Ansehung des Natürlichen: Nr. 3286, 3288, denn das Natürliche ist ganz in der Welt, und im Natürlichen als auf einer Grundlage, beruht des Menschen Denken und Wollen. Das ist die Ursache, warum der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, einen Widerstreit zwischen seinem vernünftigen oder inneren und dem natürlichen oder äußeren Menschen empfindet, und warum sein Äußeres viel später, und auch viel schwerer wiedergeboren wird als sein Inneres, denn was näher ist der Welt, und näher dem Leibe, das kann nicht leicht dahin gebracht werden, dem inneren Menschen Folge zu leisten, außer durch eine ansehnliche Zeitdauer, und durch mehrere neue Zustände, in die er eingeführt werden muß und diese Zustände sind die Zustände der Erkenntnis ihrer selbst, und der Erkenntnis des Herrn, nämlich ihres Elends und der Barmherzigkeit des Herrn, somit der Demütigung durch Versuchungskämpfe. Weil es so ist, darum wird nun hier unmittelbar dies von Esau beigefügt und von seinen beiden Weibern, wodurch solches im inneren Sinn bezeichnet wird. Jedem ist bekannt, was das natürlich Gute ist, daß es nämlich das Gute ist, in das der Mensch geboren wird. Was aber das natürlich Gute des Wahren, ist wenigen, wenn je einem bekannt. Es gibt natürlich Gutes, oder dem Menschen Angeborenes von viererlei Art: nämlich ein natürlich Gutes aus der Liebe zum Guten, ein natürlich Gutes aus der Liebe zum Wahren, sodann ein natürlich Gutes aus der Liebe zum Bösen, und ein natürlich Gutes aus der Liebe zum Falschen; denn das Gute, in das der Mensch geboren wird, hat dies von den Eltern her, sei es vom Vater oder Mutter. Denn alles das, was die Eltern durch häufige Übung und Gewohnheit sich angeeignet, oder aus dem wirklichen Leben angenommen haben, bis es ihnen so zugehörig worden ist, daß es wie natürlich erscheint, das pflanzt sich auf die Kinder fort, und wird erblich. Wenn die Eltern, die im Guten der Liebe zum Guten gelebt und in einem solchen Leben ihre Lust und Seligkeit empfunden haben, in diesem Zustand sind, wann sie ein Kind empfangen, so bekommt das Kind daher die Neigung zum gleichen Guten. Wenn die Eltern, die im Guten der Liebe zum Wahren gelebt haben, von welchem Guten man sehe Nr. 3459, 3463, und in einem solchen Leben ihre Lust empfunden haben, in diesem Zustand sind, wann sie ein Kind empfangen, so bekommt das Kind daher die Neigung zum gleichen Guten. Ebenso die erblich überkommen das Gute der Liebe zum Bösen und das Gute der Liebe zum Falschen, so wird dieses gut genannt aus dem Grund, weil es als Gutes, bei denen es ist, in äußerer Form erscheint, obwohl es nichts weniger als gut ist. Sehr viele, bei denen das natürlich Gute erscheint, haben ein solches Gute. Die im natürlich Guten der Liebe zum Bösen sind, die sind lenksam und geneigt zu Bösem von jeder Art, denn sie lassen sich leicht verführen. Aus jenem Guten sind sie willfährig, hauptsächlich zu schnöden Wollüsten zu Ehebrüchen, auch zu Grausamkeiten; und die im natürlich Guten des Falschen sind, die sind geneigt zu Falschem jeder Art. Aus diesem Guten raffen sie die Beredung an sich, hauptsächlich von Heuchlern und Betrügern, die wissen die Leute für sich einzunehmen, sich einzuschmeicheln und Unschuld zu lügen. In dieses sogenannte Gute, nämlich des Bösen und Falschen, werden die meisten heutigen Tages geboren, die in der Christenheit im natürlich Guten sind, aus dem Grund, weil ihre Eltern die Lust des Bösen und die Lust des Falschen durch das wirkliche Leben sich angeeignet, und sie so auf ihre Kinder und so fort auf ihre Nachkommen fortgepflanzt haben. 3470. "Und er nahm zum Weibe Jehudith, die Tochter Beeri, des Chittäers, und Basemath, die Tochter Elon, des Chittäers", 1. Mose 26/34, daß dies Beigesellung von natürlich Wahrem anderswoher als aus dem eigentlich echten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es das dem Guten beigesellte Wahre ist, worüber, wo von Sarah und Rebecka: Nr. 1468, 1901, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, 2507, 2904, 3012, 3013, 3077; hier das natürlich Wahre, das beigesellt worden dem natürlich Guten, wovon hier gehandelt wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Jehudith, der Tochter Beeri, des Chittäers, und der Basemath, der Tochter Elon, des Chittäers, sofern sie ein Wahres anderswoher als aus dem eigentlich echten ist; denn die Chittäer gehörten zu den gutartigen Völkerschaften im Lande Kanaan, bei denen Abraham wohnte, und von denen er die Höhle Machpela zu einem Grabe kaufte: 1. Mose 23/3-20; und durch die dort die geistige Kirche unter den Heiden vorgebildet wird; man sehe Nr. 2913, 2986, und weil diese Kirche nicht im Wahren aus dem Wort ist, so wird durch dieselbe bezeichnet das Wahre, das nicht aus dem eigentlich echten; denn die Völkerschaft, welche die Kirche vorbildet, bezeichnet auch das Wahre und Gute von solcher Art, wie es der Kirche angehört, denn die Kirche ist Kirche kraft des Wahren und Guten, wenn daher jene genannt wird, so wird dieses verstanden, und wenn dieses genannt wird, so wird jene verstanden. Damit verhält es sich so: das natürlich Gute des Wahren ist kein geistig Gutes, d.h. Gutes des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit, ehe es gebessert ist; das natürlich Gute ist von den Eltern, wie Nr. 3469 gesagt wurde, aber das geistig Gute ist vom Herrn. Darum muß der Mensch, auf daß er das geistig Gute empfange, wiedergeboren werden. Während dies geschieht, werden ihm zuerst beigesellt Wahrheiten anderswoher als aus dem eigentlich echten, die von der Art sind, daß sie nicht anhangen, sondern nur zu Mitteln dienen, echte einzuführen, und wenn diese eingeführt sind, dann werden die nicht echten Wahrheiten getrennt. Es verhält sich hiermit, wie bei den Knaben; diese lernen zuerst Mehreres, auch Unnützes, wie Spielereien und dergleichen; nicht als ob es machte, daß sie weise werden, sondern es soll den Weg bereiten zur Aufnahme des Nützlichen, das Sache der Weisheit ist, und wenn dieses aufgenommen ist, so wird jenes getrennt, ja verworfen. Oder wie es sich verhält mit den Früchten, die zuerst mit einem bitteren Saft gefüllt werden, ehe sie einen süßen Saft aufnehmen können. Jener bittere, der nicht ist der echte, ist das Mittel, den süßen einzuführen, und wenn dieser eintritt, so wird jener zerstoben. So verhält es sich auch mit dem Natürlichen des Menschen, wenn dasselbe wiedergeboren wird; denn das natürlich Gute ist von der Art, daß es von selber nicht gehorchen und dienen will dem Vernünftigen, wie ein Knecht dem Herrn, sondern daß es befehlen will. Damit es aber zum Gehorsam und zur Dienstbarkeit gebracht werde, wird es durch Zustände der Abödung und Versuchung umgetrieben, bis seine Begierden ermatten, und dann wird es durch den Einfluß des Guten, des Glaubens und der Liebtätigkeit durch den inneren Menschen vom Herrn gemildert, bis das erblich empfangene Gute mehr und mehr weggeschafft und ein neues an dessen Statt eingepflanzt wird. In dieses werden dann die Wahrheiten des Glaubens eingelegt, die sich verhalten wie neue Adern in das Herz des Menschen, durch die ein neuer Saft eingebracht wird, bis ein neues Herz allmählich nachwächst. Die Wahrheiten, die zuerst eingebracht werden, können nicht aus echter Quelle sein, weil Böses und Falsches im früheren oder natürlich Guten ist, sondern es sind solche Gleichsam-Wahrheiten (quasi vera) oder solche Wahrscheinbarkeiten, die mit den echten Wahrheiten eine gewisse Verwandtschaft haben, durch die nach und nach den echten Wahrheiten Gelegenheit und Raum gegeben wird sich einzustellen. Das echte Gute ist gleichsam das Blut in Gefäßen, oder gleichsam der Saft in den Adern und bringt und fügt die Wahrheiten in die gehörige Form. Das Gute, das so im natürlichen oder äußeren Menschen gebildet wird, ist ein allgemeines, gleichsam verwoben oder zusammengelegt aus besonderem und einzelnen des geistig Guten durch den vernünftigen oder inneren Menschen vom Herrn, Der allein bildet und neu schafft. Daher kommt es, daß der Herr im Wort so oft Bildner und Schöpfer heißt. 3471. Daß "und sie waren eine Bitterkeit des Geistes für Jischak und Rebecka", 1. Mose 26/35, bedeutet, es sei dadurch zuerst Schmerz (bereitet worden), erhellt aus der Bedeutung der Bitterkeit des Geistes, sofern es ist Schmerz; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks und der Rebecka, sofern es ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren; denn im höchsten Sinn wird gehandelt vom Herrn, aber im vorbildlichen Sinn von denjenigen, die Ähnlichkeiten und Bilder von Ihm sind, nämlich im höchsten Sinn, wie der Herr das Menschliche bei Sich göttlich gemacht hat, im vorbildlichen, wie der Herr den Menschen wiedergebiert, oder himmlisch und geistig macht. Daß die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn sei, sehe man Nr. 3043, 3138, 3212, 3296. Daß zuerst Schmerz gewesen sei, kommt daher, weil die Wahrheiten, wenn sie in das natürlich Gute hineinkommen, zuerst Schmerzen machen, denn sie beschweren das Gewissen, und verursachen Bangigkeiten, weil Begierden da sind, gegen die das geistig Wahre kämpft. Aber dieser erste Schmerz vermindert sich nach und nach, und verschwindet endlich. Es ist wie ein schwacher und kranker Leib, der durch Schmerzhaftes zur Gesundheit wiederhergestellt werden muß. Wenn er in diesem Zustand ist, dann hat er zuerst Schmerz.   Nr. 3472 - 3485 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 27. Kapitel 3486. Vor dem 26. Kapitel wurde in Nr. 3353-3356 erklärt, was der Herr von der Vollendung des Zeitlaufes oder dem Ende der Tage der Kirche geredet und vorhergesagt hatte bei Matth.24/3-7, hier darf, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, dasjenige erklärt werden, nämlich was dort der Reihe nach folgt, nämlich was bei Matth.24/8-14 steht, wo es heißt: All dieses ist der Anfang der Schmerzen. Dann werden sie euch übergeben in Trübsal, und euch töten, und ihr werdet gehaßt werden von allen Völkerschaften um Meines Namens willen. Und dann werden viele sich ärgern, und einander überantworten, und einander hassen. Und viele falsche Propheten werden aufstehen, und viele verführen. Und weil überhand nimmt die Unbilligkeit, wird erkalten die Liebe von vielen. Wer aber beharren wird bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dieses Evangelium des Reichs in der ganzen bewohnten (Welt), zum Zeugnis allen Völkerschaften: und dann wird das Ende sein. 3487. Durch die Worte, die vorausgehen, und die Nr. 3353-3356 erklärt worden sind, wurde beschrieben der erste Zustand der Verkehrung der Kirche, der darin bestand, daß man anfing nicht mehr zu wissen, was gut und was wahr sei, sondern darüber miteinander stritt, von woraus Irrtümer (entstanden). Durch diese Worte aber wird der andere Zustand der Verkehrung der Kirche beschrieben, der darin besteht, daß man das Gute und das Wahre verachten und auch verschmähen, und so der Glaube an den Herrn absterben wird stufenweise, wie die Liebtätigkeit aufhören wird. 3488. Daß der zweite Zustand der Verkehrung der Kirche durch jene Worte des Herrn bei dem Evangelisten beschrieben ist, wird klar aus dem inneren Sinn derselben, welcher folgender ist: Alles dieses (ist der) Anfang der Schmerzen, bedeutet dasjenige, was vorausgeht, nämlich was zum ersten Zustand der Verkehrung der Kirche gehört, der darin besteht, daß man anfing nicht mehr zu wissen, was gut und was wahr sei, sondern darüber miteinander stritt, woraus Falschheiten, mithin Irrlehren (entstanden). Daß solche Dinge die Kirche vor mehreren Jahrhunderten verkehrt haben, erhellt daraus, daß die Kirche in der Christenheit geteilt ist, und zwar nach den Meinungen über das Gute und Wahre, daß also die Verkehrung der Kirche schon vor langer Zeit her begonnen hat. Dann werden sie euch übergeben in Trübsal, und euch töten, bedeutet, daß das Gute und Wahre verloren gehen werde, zuerst durch "Trübsal", d.h. durch Verkehrung; hernach dadurch, daß man es "töten werde", d.h. durch Leugnung. Daß töten, wenn es gesagt wird vom Guten und Wahren, heißt nicht angenommen werden, somit leugnen, sehe man Nr. 3387, 3395; durch "euch" oder die Apostel wird bezeichnet alles zum Glauben Gehörige in einem Inbegriff, mithin sowohl sein Gutes als sein Wahres. Daß durch die zwölf Apostel dieses bezeichnet wurde, sehe man Nr. 577, 2089, 2129, 2130 E, 3272, 3354, und ist auch hier augenscheinlich klar, denn es wird nicht von der Apostel Predigt, sondern von der Vollendung des Zeitlaufs gehandelt. Und ihr werdet gehaßt werden von allen Völkerschaften um Meines Namens willen, bedeutet die Verachtung und den Widerwillen gegen alles was zum Guten und Wahren gehört; hassen heißt verachten und verschmähen, denn dieses gehört zum Haß. "Von allen Völkerschaften" heißt von denen, die im Bösen sind. Daß Völkerschaften diese bezeichnen, sehe man Nr. 1259, 1260, 1849, 1868, 2588 E. "Um Meines Namens willen" heißt, um des Herrn willen, somit wegen dessen, insgesamt was von Ihm (kommt). Daß der Name des Herrn bedeutet alles zusammen, wodurch Er verehrt wird, somit alles, was Seiner Kirche angehört, sehe man Nr. 2724, 3006. Und dann werden sich viele ärgern, und einander überantworten, und einander hassen, bedeutet Feindschaften deswegen. "Viele werden sich ärgern", ist die Feindschaft an sich. Das Menschliche des Herrn selbst ist es, gegen das Feindschaft ist; daß es ein Anstoß und Ärgernis sein werde, wird hie und da im Wort vorausgesagt. "Sie werden einander überantworten, bezeichnet die gegenseitige Feindschaft aus dem Falschen gegen das Wahre; "und werden einander hassen", ist die Feindschaft unter sich aus dem Bösen gegen das Gute. Und viele falsche Propheten werden aufstehen, und viele verführen, bedeutet die Verkündigung des Falschen. Daß die falschen Propheten diejenigen sind, die Falsches lehren, somit die falsche Lehre, sehe man Nr. 2534; "und werden viele verführen", heißt, es werden weitere Abzweigungen daher (sich ergeben). Und weil überhand nimmt die Unbilligkeit, wird erkalten die Liebe von vielen, bedeutet: mit dem Glauben das Absterben der Liebtätigkeit. "Wegen des Überhandnehmens der Unbilligkeit" bedeutet, dem Falschen des Glaubens gemäß. "Erkalten wird die Liebtätigkeit von vielen", bezeichnet das Sterben der Liebtätigkeit; denn beides hält gleichen Schritt: wo kein Glaube ist, da ist keine Liebtätigkeit, und wo keine Liebtätigkeit ist, ist kein Glaube, sondern die Liebtätigkeit ist es, die den Glauben aufnimmt, und die Lieblosigkeit, die den Glauben verwirft; daher der Ursprung alles Falschen und alles Bösen. Wer aber beharren wird bis ans Ende, der wird selig werden, bedeutet das Seligwerden derjenigen, die in der Liebtätigkeit sind. "Bis ans Ende beharrt" wer sich nicht verführen läßt, also wer in den Versuchungen nicht unterliegt. Und es wird gepredigt werden dieses Evangelium des Reichs in der ganzen bewohnten Welt, zum Zeugnis allen Völkerschaften, bedeutet, daß dieses vorher werde bekanntgemacht werden in der Christenheit. "Es wird gepredigt werden", heißt es wird bekanntgemacht werden. "Dieses Evangelium des Reichs" bedeutet dieses Wahre, daß es so sei. Evangelium ist Verkündigung, das Reich ist das Wahre. Daß das Reich das Wahre sei, sehe man Nr. 1672, 2547. "In der ganzen bewohnten, nämlich Erde", ist die Christenheit. Daß Erde (oder Land) die Gegend sei, wo die Kirche, somit die Christenheit, sehe man Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355. Die Kirche wird hier die bewohnte (Erde) genannt vom Leben des Glaubens, d.h. vom Guten, das dem Wahren angehört; denn wohnen im inneren Sinn ist leben, und die Bewohner sind das Gute des Wahren: Nr. 1293, 2268, 2451, 2712, 3384. "Zum Zeugnis" heißt, daß sie es wissen, damit sie nicht vorwenden können, sie hätten es nicht gewußt. "Allen Völkerschaften" heißt den Bösen: Nr. 1259, 1260, 1849, 1868, 2588; denn wenn sie im Falschen und Bösen sind, wissen sie nicht mehr, was wahr und gut ist; sie glauben dann, das Falsche sei wahr, und das Böse sei gut, und umgekehrt. Wenn die Kirche in diesem Zustand ist, dann wird das Ende kommen. In dem was nun folgt, und was vor dem folgenden Kapitel der Genesis, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, erklärt werden soll, wird gehandelt von demjenigen Zustand der Kirche, der genannt wird Greuel der Verödung, und dies ist der dritte Zustand. 3489. Daß die Kirche von solcher Art ist, nehmen diejenigen nicht wahr, die in der Kirche sind, daß sie nämlich alles verachten und verschmähen, was Sache des Guten und Wahren ist, und daß sie Feindschaften hegen gegen dasselbe, hauptsächlich gegen den Herrn selbst; denn sie besuchen die Kirchen, hören Predigten an, sind in einiger Andacht wenn sie dort sind, sie gehen zum heiligen Abendmahl, und reden miteinander zuweilen geziemend von diesen Dingen, und zwar die Bösen ebenso wie die Guten, auch leben sie untereinander in bürgerlicher Liebe oder Freundschaft, daher kommt es, daß vor den Augen der Menschen keine Verachtung, weniger Widerwille, und noch weniger Feindschaft gegen Gutes und Wahres des Glaubens, somit auch nicht gegen den Herrn erscheint; aber das sind äußere Formen, womit einer den anderen verführt. Hingegen die inwendigen Formen der Menschen der Kirche sind jenen ganz ungleich, auch den äußeren ganz entgegen. Die inwendigen Formen sind es, die hier beschrieben werden, und die so beschaffen sind. Welcher Art diese sind, erscheint lebhaft in den Himmeln, denn die Engel achten auf nichts anderes als auf das Innere, d.h. auf die Zwecke oder auf die Bestrebungen und Willenstriebe, und auf die Gedanken daher; wie ungleich diese den äußeren sind, kann man merken an denen, die aus der Christenheit ins andere Leben kommen, über die man sehe Nr. 2121-2126, denn im anderen Leben ist es nur das Innere, nach dem man dort denkt und redet, denn das Äußere wurde mit dem Leibe zurückgelassen. Dort wird offenbar, daß, so friedsam auch solche schienen in der Welt, sie einander doch gehaßt haben, und auch alles, was dem Glauben angehört, hauptsächlich den Herrn; denn wenn der Herr von ihnen im anderen Leben nur genannt wird, so dringt eine Sphäre nicht nur der Verachtung, sondern auch des Widerwillens und der Feindschaft gegen Ihn fühlbar aus ihnen hervor, und verbreitet sich ringsumher, auch von denjenigen, die dem Anschein nach in heiliger Weise von Ihm geredet, und gepredigt haben. Ebenso wenn die Liebtätigkeit und der Glaube genannt wird. Solcherart sind sie in der inwendigen Form, die dort sich offenbart, daß wenn, während ihres Lebens in der Welt das Äußere ihnen gelöst und genommen gewesen wäre, d.h. wenn sie nicht für ihr Leben gefürchtet und die Gesetze gescheut hätten, und hauptsächlich wenn sie nicht für ihren Ruf besorgt gewesen wären um der Ehrenstellen willen, um die sie sich bewarben und wonach sie trachteten, und um der Güter willen, wonach sie gelüsteten und gierig strebten, einer auf den anderen aus inwendigem Haß gemäß ihren Absichten und Gedanken losgegangen wäre und sie ohne alles Gewissen die Güter anderer geraubt, und auch ohne alles Gewissen gemordet hätten, hauptsächlich die Schuldlosen. Solcher Art sind die Christen heutzutage dem Inwendigeren nach, wenige ausgenommen, die man nicht kennt. Hieraus wird klar, wie beschaffen die Kirche ist.   27. Kapitel 1. Und es geschah, daß Jischak alterte, und seine Augen dunkel wurden zum Sehen, und er rief Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn; und er antwortete ihm: Siehe, hier bin ich. 2. Und er sprach: Siehe doch, ich bin alt geworden, ich weiß nicht den Tag meines Todes. 3. Und nun nimm doch deine Waffen, deinen Köcher und deinen Bogen, und gehe hinaus aufs Feld, und jage mir eine Jagd (Jagdbeute). 4. Und mache mir ein feines Essen, wie ich es liebe, und bringe mir es her, und ich will es essen, auf daß dich segne meine Seele, ehe denn ich sterbe. 5. Und Rebecka hörte, wie Jischak redete zu Esau, seinem Sohn; und Esau ging aufs Feld zu jagen eine Jagd, um sie herzubringen. 6. Und Rebecka sprach zu Jakob, ihrem Sohn, sprechend: Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden zu Esau, deinem Bruder, sprechend: 7. Bring mir eine Jagd, und mache mir ein feines Essen, und ich will es essen, und will dich segnen vor Jehovah, vor meinem Tod. 8. Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, auf das, was ich dir gebiete. 9. Gehe doch zur Herde, und hole mir von da zwei gute Ziegenböcklein, und ich will sie machen zu einem feinen Essen deinem Vater, wie er es liebt. 10. Und du sollst es bringen deinem Vater, und er möge es essen, auf daß er dich segne vor seinem Tod. 11. Und Jakob sprach zu Rebecka, seiner Mutter: siehe, Esau mein Bruder ist ein haariger Mann, und ich bin ein glatter Mann. 12. Vielleicht möchte mein Vater mich betasten, und ich wäre in seinen Augen wie ein Betrüger, und würde bringen über mich Fluch und nicht Segen. 13. Da sprach zu ihm seine Mutter: über mich komme der Fluch, mein Sohn, nur höre auf meine Stimme, und geh, hole mir. 14. Und er ging und holte, und brachte seiner Mutter, und seine Mutter machte ein feines Essen, wie es sein Vater liebte. 15. Und Rebecka nahm die Kleider Esaus ihres größeren Sohnes, die werten, die bei ihr im Hause waren, und zog sie an Jakob ihrem kleineren Sohne. 16. Und die Felle der Ziegenböcklein ließ sie anziehen über seine Hände, und über die Glätte seines Halses. 17. Und gab das feine Essen und Brot, was sie machte, in die Hand Jakobs ihres Sohnes. 18. Und er kam zu seinem Vater, und sprach: Mein Vater! Und er sprach: siehe, hier bin ich, wer bist du mein Sohn? 19. Und Jakob sprach zu seinem Vater: ich bin Esau, dein Erstgeborener, ich habe getan, wie du zu mir geredet hast, stehe doch auf, sitze, und iß von meiner Jagd, auf daß mich segne deine Seele. 20. Und Jischak, sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so eilig gefunden, mein Sohn? Und er sprach: Weil Jehovah, Dein Gott, hat entgegenkommen lassen meinem Angesicht. 21. Und Jischak sprach zu Jakob: Tritt doch herzu, und ich will dich betasten, mein Sohn, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht. 22. Und Jakob trat hin zu Jischak, seinem Vater, und er betastete ihn, und sprach: Die Stimme ist die Stimme Jakobs, und die Hände sind die Hände Esaus. 23. Und er kannte ihn nicht, denn seine Hände waren wie die Hände Esaus, seines Bruders, haarig; und er segnete ihn. 24. Und sprach: bist du mein Sohn Esau? Und er sprach: Ich (bin es). 25. Und er sprach: Bringe mir her, und ich will essen von der Jagd meines Sohnes, auf daß dich segne meine Seele; und er brachte ihm und er aß, und er trug ihm Wein her, und er trank. 26. Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Tritt doch herzu, und küsse mich, mein Sohn. 27. Und er trat hinzu und küßte ihn; und er roch den Geruch seiner Kleider, und segnete ihn, und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes, das gesegnet hat Jehovah. 28. Und geben wird dir Gott vom Tau des Himmels, und von den Fettigkeiten der Erde, und eine Menge Getreide und Most. 29. Dienen werden dir Völker, und bücken werden sich vor dir Nationen; sei ein Herr über deine Brüder, und bücken werden sich vor dir die Söhne deiner Mutter; die dir fluchen, (seien) verflucht, und die dich segnen, seien gesegnet. 30. Und es geschah, als Jischak geendet hatte, Jakob zu segnen, und als eben hinausging Jakob von dem Angesichte Jischaks, seines Vaters, kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd. 31. Und es machte auch er ein feines Essen, und brachte es seinem Vater, und sprach zu seinem Vater: Es stehe auf mein Vater, und esse von der Jagd seines Sohnes, auf daß mich segne deine Seele. 32. Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Wer bist du? Und er sprach: Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau. 33. Und Jischak ward ergriffen von einem großen Schrecken und sprach: Wer nun ist jener, der gejagt hat eine Jagd, und mir gebracht, und ich aß von allem, ehe du gekommen bist, und ich habe ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet sein. 34. Und Esau hörte die Worte seines Vaters, und rief aus mit einem großen und gar sehr bitteren Ausruf, und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater. 35. Und er sprach: Dein Bruder ist gekommen in Betrug, und hat deinen Segen genommen. 36. Und er sprach: Hat man nicht (mit Recht) seinen Namen Jakob genannt, denn es hat mich derselbe zweimal untertreten: meine Erstgeburt hat er genommen, und siehe, nun hat er auch genommen meinen Segen; und er sprach: hast du mir nicht aufbehalten einen Segen? 37. Da antwortete Jischak und sprach zu Esau: Siehe, zum Herrn habe ich ihn dir gesetzt, und alle seine Brüder gegeben ihm zu Knechten, und mit Getreide und mit Most habe ich ihn ausgestattet, und was soll ich dir nun tun, mein Sohn? 38. Und Esau sprach zu seinem Vater: Hast du nur diesen einen Segen, mein Vater? segne mich auch, mein Vater! und Esau erhob seine Stimme und weinte. 39. Da antwortete Jischak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, von den Fettigkeiten der Erde wird sein deine Wohnung, und vom Tau des Himmels von oben. 40. Und ob deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen, und es wird geschehen, wenn du herrschest, so wirst du wegreißen sein Joch von deinem Halse. 41. Und Esau haßte Jakob wegen des Segens, womit ihn gesegnet sein Vater; und Esau sprach in seinem Herzen: Nahe kommen werden die Tage der Trauer meines Vaters, und ich werde töten Jakob, meinen Bruder. 42. Und es wurden angesagt der Rebecka die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes; und sie schickte hin, und rief Jakob ihren jüngeren Sohn, und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau tröstet sich (droht) dir, dich zu töten. 43. Und nun mein Sohn, höre auf meine Stimme, stehe auf, fliehe zu Laban, meinem Bruder, nach Charan. 44. Und du sollst bei ihm verweilen etliche Tage, bis gewichen ist die Hitze deines Bruders. 45. Bis weichet der Zorn deines Bruders von dir, und er das vergißt, was du ihm getan, so will ich schicken und dich von dannen holen; warum soll ich euer beider beraubt werden an einem Tage. 46. Und Rebecka sprach zu Jischak: Es verdrießt mich zu leben vor den Töchtern Cheth, wenn Jakob ein Weib nimmt von den Töchtern Cheth, wie sie sind von den Töchtern des Landes, wozu mir das Leben?   Inhalt 3490. Vorher, wo von Jischak und Rebecka die Rede war, wurde im inneren Sinn gehandelt vom Vernünftigen, wie der Herr dasselbe in Sich göttlich gemacht hatte; nun wird im inneren Sinn gehandelt vom Natürlichen, wie der Herr es in Sich göttlich machte. Esau ist das Gute und Jakob ist das Wahre desselben. Der Herr hat nämlich, als Er in der Welt war, sein ganzes Menschliches, sowohl das inwendigere, das ist das Vernünftige, als auch das auswendigere, das ist das Natürliche, und auch das Körperliche selbst, in Sich göttlich gemacht; und zwar nach der göttlichen Ordnung, nach welcher der Herr auch den Menschen neu macht oder wiedergebiert. Deshalb wird im vorbildlichen Sinn hier auch gehandelt von der Wiedergeburt des Menschen in betreff seines Natürlichen, und in diesem Sinne ist auch Esau das Gute des Natürlichen und Jakob dessen Wahres. Beides ist gleichwohl göttlich, weil alles Gute und Wahre, das ein Wiedergeborener hat, vom Herrn ist.   Innerer Sinn 3491. Vers 1: Und es geschah, daß Jischak alterte, und seine Augen dunkel wurden zum Sehen, und er rief Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn; und er antwortete ihm: Siehe, hier bin ich. "Und es geschah, daß Jischak alterte" bedeutet, als der Zustand da war; "und seine Augen dunkel wurden zum Sehen" bedeutet, als das Vernünftige erleuchten wollte das Natürliche mit dem Göttlichen; "und er rief Esau, seinen älteren Sohn" bedeutet die Neigung zum natürlich Guten oder das Gute des Lebens; "und sprach zu ihm: Mein Sohn; und er antwortete ihm: Siehe, hier bin ich" bedeutet die aus Vorhersehung und Vorsehung (bewirkte) Gegenwart. 3492. "Und es geschah, daß Jischak alterte", 1. Mose 27/1, daß dies bedeutet, als der Zustand da war, erhellt aus der Bedeutung des Alterns, sofern es ist das Vorhandensein eines neuen Zustands, denn das Greisenalter bedeutet im Wort sowohl das Ausziehen des vorigen Zustands, als auch das Anziehen eines neuen Zustands, und zwar aus dem Grunde, weil das Greisenalter die letzte Altersstufe ist, wo das Körperliche anfängt abgelegt zu werden und mit demselben die Triebe, die der vorangegangenen Lebenszeit angehören, und so, wenn das Inwendigere anfängt erleuchtet zu werden; denn wenn jenes entfernt ist, wird dieses erleuchtet. Dann auch, weil die Engel, die das, was im Wort ist, geistig innewerden, keine Vorstellung eines Greisenalters mehr haben, sondern anstatt desselben die Vorstellung eines neuen Lebens, somit hier, daß der Zustand da war, wo nämlich das göttlich Vernünftige, das durch Jischak vorgebildet wird, verlangte nach einem Natürlichen, das ihm entspräche, d.h. das auch göttlich wäre. 3493. "Und seine Augen dunkel wurden zum Sehen", 1. Mose 27/1, daß dies bedeutet, als das Vernünftige erleuchten wollte das Natürliche mit dem Göttlichen, erhellt aus der Bedeutung der Augen, denn diese bezeichnen das inwendigere oder vernünftige Gesicht, wovon Nr. 2701; und aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist wahrnehmen und verstehen: Nr. 2150, 2325, 2807. Wenn daher gesagt wird: die Augen werden dunkel, so wird bezeichnet, es sei keine Wahrnehmung mehr, hier keine Wahrnehmung derjenigen Dinge, die im Natürlichen sind; und weil dies durch jene Worte bezeichnet wird, so bedeutet es, das Vernünftige wollte das Natürliche mit dem Göttlichen erleuchten. Wie sich die Sache verhält; kann aus demjenigen erhellen, was früher über das Vernünftige und Natürliche beim Menschen, wenn er wiedergeboren wird, gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich das Vernünftige früher wiedergeboren werde als das Natürliche, aus dem Grund, weil das Vernünftige inwendiger und so dem Göttlichen näher ist, und auch weil es reiner und so fähiger ist zur Aufnahme des Göttlichen, als das Natürliche; dann auch aus dem Grund, weil durch das Vernünftige das Natürliche wiedergeboren werden muß; man sehe Nr. 3286, 3288, 3321. Wenn also das Vernünftige wiedergeboren ist, und nicht das Natürliche, dann deucht (erscheint) es jenem, als werde es dunkel, denn es ist keine Entsprechung da; denn das Vernünftige hat sein Gesicht (Sehen) vom Licht des Himmels, und das Natürliche sein Gesicht (Sehen) vom Licht der Welt; ist keine Entsprechung da, so kann das Vernünftige nicht sehen, was im Natürlichen; es ist ihm alles was dort ist wie Schatten, oder auch wie Dunkel. Wenn aber Entsprechung da ist, dann erscheint dem Vernünftigen das, was im Natürlichen ist, im Lichte, weil alsdann dasjenige, was dem Licht der Welt angehört, erleuchtet wird von dem, was dem Himmelslichte angehört. Jenes ist alsdann wie durchsichtig. Aber dies wird besser klar aus demjenigen, was über die Entsprechung früher gesagt und gezeigt wurde, man sehe Nr. 2987, 2989, 2971, 2990, 3002, 3138, 3167, 3222, 3223, 3225, 3337, 3485. Durch dieses kann einigermaßen begriffen werden, daß durch die Worte: "Dunkel wurden die Augen Jischaks zum Sehen," bezeichnet wird: das Vernünftige wollte das Natürliche mit dem Göttlichen erleuchten, nämlich dasselbe auch göttlich machen; denn im höchsten Sinn wird vom Herrn gehandelt; dies kann soweit beleuchtet werden durch das, was beim Menschen geschieht, wenn er wiedergeboren wird, wovon schon gesprochen worden ist; denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn; man sehe Nr. 3043, 3138, 3212, 3296, 3490. 3494. "Und er rief Esau, seinen älteren Sohn", 1. Mose 27/1, daß dies die Neigung zum natürlich Guten oder das Gute des Lebens bedeutet, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das göttlich Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3300, 3302, 3322; und weil es das Gute des Natürlichen ist, das in der Neigung und im Leben erscheint, so ist es die Neigung zum natürlich Guten oder das Gute des Lebens, was hier durch Esau vorgebildet wird. Die Neigung zum Guten im Natürlichen, und daher das Gute des Lebens ist es, was der ältere Sohn heißt. Dagegen die Neigung zum Wahren, und daher die Lehre des Wahren ist es, was der jüngere Sohn. Daß die Neigung zum Guten und daher das Gute des Lebens der ältere Sohn ist, d.h. der Erstgeborene, erhellt augenscheinlich daraus, daß die Kinder zuallererst im Guten sind, denn sie sind im Stand der Unschuld und im Stand der Liebe gegen die Eltern und die Pflegerin und im Stand der gegenseitigen Liebtätigkeit gegen andere Kinder, ihre Gespielen, so daß bei jedem Menschen das Gute ist das Erstgeborene. Dieses Gute, in das so der Mensch als Kind eingeweiht worden ist, verbleibt; denn alles, was von Kind auf eingepflanzt wird, zieht Leben an, und weil es verbleibt, wird es das Gute des Lebens. Denn wenn der Mensch ohne ein solches Gute wäre, das er von der Kindheit her angenommen hatte, so wäre er kein Mensch, sondern er wäre noch wilder als ein wildes Tier des Waldes. Es scheint zwar nicht daß es da sei, weil alles, was im Kindesalter eingepflanzt wird, nicht anders als etwas Natürliches erscheint, wie man es deutlich sehen kann am Gange, an den übrigen Leibesbewegungen, an den Sitten und dem anständigen Benehmen des bürgerlichen Lebens, sodann an der Rede, und an mehrerem anderem. Hieraus kann erhellen, daß das Gute der ältere Sohn, d.h. der Erstgeborene ist, und daher das Wahre der jüngere Sohn, oder der nachher Geborene ist; denn das Wahre wird nur erlernt im Knabenalter, in der Jugend und im reiferen Alter. Beides, sowohl das Gute als das Wahre, das im natürlichen oder äußeren Menschen ist, ist der Sohn, nämlich der Sohn des Vernünftigen oder inwendigen Menschen; denn alles, was existiert im natürlichen oder äußeren Menschen, fließt ein vom Vernünftigen oder inwendigen Menschen, und existiert auch und wird geboren aus ihm. Was nicht von daher existiert und geboren wird, ist nicht lebendig Menschliches, es wäre gleichsam etwas sinnlich Leibliches ohne Seele. Daher kommt es, daß sowohl das Gute als das Wahre Söhne heißen, und zwar Söhne des Vernünftigen; aber dennoch ist es nicht das Vernünftige, welches das Natürliche hervorbringt und erzeugt, sondern es ist der Einfluß durch das Vernünftige ins Natürliche, welcher Einfluß vom Herrn ist: daher sind Seine Söhne alle Kinder, die geboren werden, und hernach, wenn sie weise werden, werden sie insoweit vom Herrn als Söhne angenommen, als sie dann zugleich Kinder sind, d.h. in kindlicher Unschuld, in kindlicher Liebe zum Vater, der dann der Herr ist, und in kindlicher Liebtätigkeit gegen andere Kinder, ihre Gespielen, und später gegen den Nächsten. 3495. "Und sprach zu ihm: mein Sohn! und er antwortete ihm: siehe, hier bin ich", 1. Mose 27/1, daß dies die aus Vorhersehung und Vorsehung (bewirkte) Gegenwart bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von: "er rief ihn und sprach zu ihm, mein Sohn"; es bedeutet, vermöge des Vorhersehens und Vorsehens, weil es gesagt wird vom Göttlichen des Herrn; und aus der Bedeutung von: "er sprach zu ihm, siehe, hier bin ich", das die Antwort ist, und somit Gegenwart bezeichnet. 3496. Vers 2-4: Und er sprach: Siehe doch, ich bin alt geworden, ich weiß nicht den Tag meines Todes. Und nun nimm doch deine Waffen, deinen Köcher und deinen Bogen, und gehe hinaus aufs Feld, und jage mir eine Jagd. Und mache mir ein feines Essen, wie ich es liebe, und bringe mir es her, und ich will es essen, auf daß dich segne meine Seele, ehe denn ich sterbe. "Und er sprach: Siehe doch, ich bin alt geworden" bedeutet, daß der Zustand vorhanden sei; "ich weiß nicht den Tag meines Todes" bedeutet das Leben im Natürlichen; "und nun nimm doch deine Waffen, deinen Köcher und deinen Bogen" bedeutet die Lehren des Guten bei ihm; "und gehe hinaus aufs Feld" bedeutet, wo guter Boden; "und jage mir eine Jagd" bedeutet das Wahre des Guten; "und mache mir ein feines Essen, wie ich es liebe" bedeutet Liebliches daher, weil aus dem Guten; "und bringe mir es her, und ich will es essen" bedeutet die Aneignung; "auf daß dich segne meine Seele" bedeutet Anschließung an sein Leben; "ehe denn ich sterbe" bedeutet den ersten Zustand der Auferweckung im Natürlichen. 3497. Daß "Und er sprach: Siehe doch, ich bin alt geworden", 1. Mose 27/2, bedeutet, der Zustand sei da, erhellt aus demjenigen, was über die Bedeutung des Alterns oben Nr. 3492 gesagt wurde. 3498. "Ich weiß nicht den Tag meines Todes", 1. Mose 27/2, daß dies bedeutet das Leben im Natürlichen, erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788; und aus der Bedeutung des Todes, sofern er ist wieder aufstehen, oder wieder auferweckt werden zum Leben, wovon Nr. 3326; somit wird durch "den Tag des Todes" bezeichnet der Zustand der Wiederaufweckung des Lebens, oder was gleich ist, das Leben; daß im Natürlichen ist klar, weil vom Leben in demselben gehandelt wird. Wie sich dieses verhält, kann nicht erhellen, wenn man nicht weiß, wie es sich verhält mit dem Leben des Vernünftigen, und mit dem Leben des Natürlichen, oder was das gleiche ist, mit dem Leben des inwendigen Menschen und mit dem Leben des äußeren. Das Leben des vernünftigen oder inwendigen Menschen ist unterschieden vom Leben des Natürlichen oder Äußeren, und zwar so unterschieden, daß es ein Leben des vernünftigen oder inwendigen Menschen gibt, auch ohne ein Leben des natürlichen oder äußeren, aber ein Leben des natürlichen oder äußeren Menschen unmöglich ist ohne das Leben des Vernünftigen oder Inwendigen. Denn der äußere lebt vom Inwendigen, so ganz und gar, daß, wenn das Leben des inwendigen Menschen aufhören würde, das Leben des auswenigen sogleich zu nichts würde; denn das Auswendigere hängt vom Inwendigeren so ab, wie das Nachherige vom Früheren, oder wie die Wirkung von der wirkenden Ursache; denn wenn die wirkende Ursache aufhören würde, so würde die Wirkung sogleich zunichte. So verhält es sich auch mit dem Leben des äußeren Menschen in Beziehung auf das Leben des inwendigen. Dies kann augenscheinlich erhellen am Menschen; denn wenn der Mensch in der Welt ist, oder im Leibe lebt, ist sein Vernünftiges unterschieden vom Natürlichen, so sehr, daß der Mensch von der äußeren Sinnlichkeit, die dem Leibe angehört, einigermaßen auch von der inwendigeren Sinnlichkeit, die seinem natürlichen Menschen angehört, entfernt werden und in seinem Vernünftigen, somit im geistigen Denken sein kann. Dies erhellt noch besser daraus, daß, wenn der Mensch stirbt, er das äußerlich Sinnliche, das dem Leibe angehört, ganz verläßt, und alsdann das Leben seines inwendigeren Menschen behält; ja sogar daß er das Wißtümliche, das seinem äußeren oder natürlichen Gedächtnis angehört, zwar bei sich hat, aber doch keinen Gebrauch davon macht; man sehe Nr. 2475, 2476, 2477, 2479, 2480-2486. Hieraus wird klar, daß der vernünftige oder inwendige Mensch unterschieden ist vom äußeren. Aber während der Mensch im Leibe lebt, erscheint sein Vernünftiges nicht unterschieden vom Natürlichen, aus dem Grund, weil er in der Welt oder in der Natur ist, und weil es so ist, erscheint das Leben des Vernünftigen im Natürlichen, so daß das Vernünftige keinerlei Leben zu haben scheint, wenn es nicht zugleich im Natürlichen ist. Daß das Vernünftige denn so viel Leben zu haben scheint, als ihm das Natürliche entspricht, sehe man Nr. 3493. Hieraus kann erhellen, daß es das im Natürlichen entsprechende Leben ist, das bezeichnet wird durch die Worte, die Jischak zu Esau sagte: "ich weiß nicht den Tag meines Todes"; denn durch Jischak wird vorgebildet das Vernünftige, und durch Esau das Natürliche, beides in Ansehung des Guten daselbst. 3499. "Und nun nimm doch deine Waffen, deinen Köcher, und deinen Bogen", 1. Mose 27/3, daß dies die Lehren des Guten bei ihm bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Waffen, des Köchers und des Bogens, indem sie Lehren bezeichnen, wovon Nr. 2686, 2709; hier die Lehren des Guten, nämlich des Guten des Natürlichen, das durch Esau vorgebildet wird. 3500. "Und gehe hinaus aufs Feld", 1. Mose 27/3, daß dies bedeutet, wo guter Boden, erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es ist das Gute der Kirche, sodann das Gute der Lehre, wovon Nr. 2971, 3196, 3310, 3317, somit guter Boden. 3501. "Und jage mir eine Jagd", 1. Mose 27/3, daß dies das Wahre des Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung des Jagens und der Jagd, sofern es bezeichnet das Wahre des Natürlichen, aus dem das Gute des Lebens, wovon Nr. 3309, hier das Wahre, das aus dem Guten stammt, weil es zu Esau gesagt wird, durch den das Gute des Natürlichen vorgebildet wird. 3502. "Und mache mir ein feines Essen, wie ich es liebe", 1. Mose 27/4, daß dies bedeutet Liebliches daraus, weil aus dem Guten, erhellt aus der Bedeutung des feinen Essens, sofern es Liebliches bezeichnet, und weil dieses aus Esau, durch den das Gute des Natürlichen vorgebildet wird, so bedeutet es, weil aus dem Guten. Leckerbissen sind in der Grundsprache Angenehmes und Liebliches des Geschmacks, und bedeuten im inneren Sinn Angenehmes das dem Guten angehört, und Liebliches das dem Wahren angehört, aus dem Grund, weil der Geschmack, wie die übrigen Sinne des Leibes, Himmlischem und Geistigem entspricht, von welcher Entsprechung, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gehandelt werden soll. Wie sich dieses verhält, kann auch nicht erhellen, wenn man nicht weiß, wie das Natürliche neu wird, oder Leben empfängt vom Vernünftigen, d.h. durch das Vernünftige vom Herrn. Das Natürliche wird neu, oder empfängt ein dem Vernünftigen entsprechendes Leben, d.h. wird wiedergeboren, lediglich nur durch Lehren oder Erkenntnisse des Guten und Wahren. Der himmlische Mensch durch die Erkenntnisse des Guten zuerst, aber der geistige Mensch durch Erkenntnisse des Wahren zuerst. Die Lehren oder die Erkenntnisse des Guten und Wahren können dem natürlichen Menschen nicht mitgeteilt, somit auch nicht verbunden und angeeignet werden, außer durch Angenehmes und Liebliches, das ihm angemessen ist, denn sie werden auf äußerem oder sinnlichem Weg eingeflößt; denn was nicht durch etwas Angenehmes oder Liebliches eingeht, das haftet nicht, somit bleibt es auch nicht. Dieses ist es, was bezeichnet wird durch das Gute des Wahren und das Liebliche aus demselben, und dieses ist es, wovon im Folgenden gehandelt wird. 3503. "Bring mir es her und ich will es essen", 1. Mose 27/4, daß dies die Aneignung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es Aneignung bedeutet, wovon Nr. 2187, 2343, 3168. 3504. "Auf daß dich segne meine Seele", 1. Mose 27/4, daß dies bedeutet Anschließung an sein Leben, folglich ein dem Vernünftigen entsprechendes Leben, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es bezeichnet beschenkt werden mit himmlischem und geistigem Guten, wovon Nr. 981, 1731, 2846, 3017, 3406; denn das Gute der Kindheit und dann des Lebens, welches das gleiche ist, was das Gute des Natürlichen, und das vorgebildet wird durch Esau, ist nicht geistig Gutes, denn das Gute der Kindheit ist ohne Wissen und ohne Einsicht, somit ohne Weisheit. Das Gute der Kindheit wird geistig Gutes durch Einpflanzung des Wahren, somit durch die Wiedergeburt; man sehe Nr. 1616, 1802, 2280, 2290, 2291, 2299, 2304, 2305, 2307, 3494 E. Daher die Entsprechung zwischen Vernünftigem und Natürlichem, folglich der Anschluß des natürlichen Menschen an das Leben des Vernünftigen; dieser Anschluß an sein Leben ist es, was bezeichnet wird durch: es segne dich meine Seele. 3505. "Ehe denn ich sterbe", 1. Mose 27/4, daß dies den ersten Zustand der Auferweckung im Natürlichen bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es bezeichnet auferstehen oder auferweckt werden ins Leben, wovon Nr. 3326, 3498; daß dies der erste Zustand ist, wird daraus klar, daß das Gute der Kindheit und daher das Gute des Lebens das erste der Wiedergeburt ist; und dieser Zustand wurde bisher durch Esau vorgebildet. Die folgenden Zustände sind es, von denen nacheinander in diesem Kapitel gehandelt wird. 3506. Vers 5-7: Und Rebecka hörte, wie Jischak redete zu Esau, seinem Sohn; und Esau ging aufs Feld zu jagen eine Jagd, um sie herzubringen. Und Rebecka sprach zu Jakob, ihrem Sohn, sprechend: Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden zu Esau, deinem Bruder, sprechend: Bring mir eine Jagd, und mache mir ein feines Essen, und ich will es essen, und will dich segnen vor Jehovah, vor meinem Tod. "Und Rebecka hörte, wie Jischak redete zu Esau, seinem Sohn" bedeutet die Neigung zum Wahren und das Leben aus ihr; "und Esau ging aufs Feld zu jagen eine Jagd, um sie herzubringen" bedeutet den Trieb der Neigung zum Guten, das Wahre sich zu verschaffen, das dem göttlich Vernünftigen beigefügt werden soll. "und Rebecka sprach zu Jakob, ihrem Sohn, sprechend" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren in betreff des natürlich Wahren; "siehe, ich habe gehört deinen Vater reden zu Esau, deinem Bruder, sprechend" bedeutet das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen verlangt die Neigung zum Guten; "bring mir eine Jagd" bedeutet das Wahre des Guten; "und mache mir ein feines Essen" bedeutet das Verlangen und die Ergötzung an der Lieblichkeit aus demselben; "und ich will es essen" bedeutet die Aneignung sofort; "und will dich segnen vor Jehovah" bedeutet Verbindung in solcher Weise; "vor meinem Tod" bedeutet das Leben im Natürlichen. 3507. "Und Rebecka hörte, wie Jischak redete zu Esau, seinem Sohn", 1. Mose 27/5, bedeutet die Neigung zum Wahren und das Leben aus ihr. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie bezeichnet das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, das mit dem Guten daselbst verbunden ist, somit die Neigung zum Wahren; und aus der Bedeutung des Hörens der Rede Jischaks, sofern es das Leben daraus bezeichnet; denn hören auf das Reden ist im inneren Sinn der Einfluß, weil hören im vorbildlichen Sinn bedeutet gehorchen: Nr. 2542, und reden bezeichnet wollen und einfließen: Nr. 2626, 2951, 3037, somit bedeutet im höchsten Sinne "hören bei dem Reden": das Leben daraus, nämlich des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten. "Zu seinem Sohn" bezieht sich im inneren Sinn auf das Gute des Natürlichen, und daher auch auf das Wahre des Natürlichen. Daß dies der Sinn jener Worte ist, tritt nicht sehr zutage, weil er vom Buchstabensinn, welcher der historische, gar sehr abweicht; aber dennoch ist er ein solcher, denn die Vorstellungen der Engel sind den menschlichen ganz unähnlich: die der Engel sind geistig, und wenn sie mehr nach innen gehen, sind sie himmlisch, die menschlichen aber sind natürlich, und wenn sie zu den historischen gehören, sind sie sinnlich. Aber dennoch ist vom Herrn eine solche Entsprechung zwischen geistigen Dingen, die dem Himmel angehören, und den natürlichen Dingen, die der Welt angehören, durch das Wort geschaffen worden, daß die natürlichen Vorstellungen in geistige verwandelt werden, und zwar in einem Augenblick; daher besteht eine Verbindung des Himmels mit der Welt durch den Menschen, und zwar durch das Wort, folglich durch die Kirche, in der das Wort. Daß eine Entsprechung des Natürlichen und Geistigen ist in allen und jeden Dingen, die irgend vom Gemüt gefaßt und vernommen werden können, wird aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn erhellen aus demjenigen, was vom Größten Menschen am Ende der folgenden Kapitel aus Erfahrung gesagt werden wird. 3508. "Und Esau ging aufs Feld, zu jagen eine Jagd, um sie herzubringen", 1. Mose 27/5, bedeutet den Trieb der Neigung zum Guten, sich das Wahre zu verschaffen, das mit dem göttlich Vernünftigen verbunden werden soll. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, worüber früher; daher ist er die Neigung zum Guten des Vernünftigen im Natürlichen; denn das Gute im Natürlichen gehört nicht dem Natürlichen an, sondern dem Vernünftigen im Natürlichen; man sehe Nr. 3498. (Es erhellt auch) aus der Bedeutung von "hinausgehen aufs Feld zu jagen eine Jagd, sie herzubringen", sofern dieses den Trieb bezeichnet, sich das Wahre zu verschaffen; denn Feld ist, wo ein guter Boden: Nr. 3500; Jagd ist das Wahre, das aus dem Guten (kommt): Nr. 3501; sie herzubringen bedeutet sich zu verschaffen, somit: es dem göttlich Vernünftigen beizufügen. Es wird hier, wie oben gesagt wurde, im höchsten Sinn gehandelt von der Verherrlichung des Natürlichen des Herrn, und im vorbildlichen Sinn von der Wiedergeburt des Natürlichen beim Menschen: Nr. 3490. Der Ordnung gemäß ist, daß dies geschieht durchs Wahre, d.h. durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren; denn ohne sie kann das Natürliche vom Vernünftigen, oder durchs Vernünftige nicht erleuchtet, somit nicht wiedergeboren werden. Die Erkenntnisse sind die aufnehmenden Gefäße des Guten und Wahren, das vom Vernünftigen einfließt. Je wie und in welchem Maß die Gefäße aufnehmen, in so und in solchem Maß werden sie erleuchtet. Die Gefäße, die das Gute und Wahre vom Vernünftigen aufnehmen, sind die Wahrheiten des Natürlichen selbst, die nichts anderes sind als Wißtümliches, Erkenntnisse und Lehren. Aus der Ordnung dessen, was einfließt, und aus der Ordnung dessen, was dort beieinander ist, werden sie Gutes, daher stammt das Gute des Natürlichen. 3509. "Und Rebecka sprach zu Jakob, ihrem Sohn", 1. Mose 27/6, bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren in betreff des natürlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, da sie das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 3012, 3013, 3077; aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2506, 2515, 2552, 2619; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Natürliche des Herrn in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 3305. Hieraus wird klar, daß durch "Rebecka sprach zu Jakob, ihrem Sohn" das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren in betreff des natürlich Wahren bezeichnet wird. Daß der Herr aus dem göttlich Guten des göttlich Vernünftigen, das durch Jischak vorgebildet wird, durch das Gute des Natürlichen, das durch Esau vorgebildet wird, sich das Wahre verschaffen wollte, um dadurch das Natürliche zu verherrlichen oder göttlich zu machen. Daß aber der Herr aus dem göttlich Wahren des göttlich Vernünftigen, das durch Rebecka vorgebildet wird, durch das Wahre des Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird, sich das Wahre verschaffen wollte, wodurch das Natürliche verherrlicht oder göttlich gemacht werden sollte, kann nicht begriffen werden, wenn es nicht erläutert wird durch solches, was beim Menschen geschieht, wenn er vom Herrn wiedergeboren oder neu gemacht wird; und nicht einmal hierdurch (kann es begriffen werden), wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Vernünftigen in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren bei ihm verhält, daher es mit wenigem gesagt werden soll: Das vernünftige Gemüt ist unterschieden in zwei Vermögen, das eine Vermögen desselben wird genannt der Wille, das andere der Verstand. Was vom Willen herkommt, wenn der Mensch wiedergeboren wird, wird Gutes genannt, was aber vom Verstand, wird Wahres genannt. Ehe der Mensch wiedergeboren ist, wirkt der Wille nicht zusammen mit dem Verstand, sondern jener will das Gute, dieser aber das Wahre, jedoch so, daß das Streben des Willens als sehr unterschieden vom Streben des Verstandes wahrgenommen wird. Aber dies wird nur wahrgenommen von denen, die nachdenken (reflectunt) und wissen, was der Wille ist und ihm angehört, und was der Verstand und ihm angehört, aber nicht von denen, die das nicht wissen, und daher nicht nachdenken. Und weil das natürliche Gemüt durch das vernünftige wiedergeboren wird: Nr. 3493, und zwar der Ordnung gemäß so, daß das Gute des Vernünftigen nicht unmittelbar einfließt in das Gute des Natürlichen und dasselbe wiedergebiert, sondern durch das Wahre, das dem Verstand angehört, somit dem Anschein nach aus dem Wahren des Natürlichen. So ist es dieses, wovon in diesem Kapitel im inneren Sinn gehandelt wird; denn Jischak ist das vernünftige Gemüt in Ansehung des Guten, das Sache des Willens ist, Rebecka ist es in Ansehung des Wahren, das Sache des Verstandes ist, Esau ist das Gute des Natürlichen, das sein Dasein hat vom Guten des Vernünftigen; Jakob ist das Wahre des Natürlichen, das sein Dasein hat vom Guten des Vernünftigen durch das Wahre daselbst. Aus diesem kann erhellen, was für Geheimnisse im inneren Sinn enthalten sind. Aber doch sind es nur sehr wenige, die für menschliche Fassungskraft beschrieben werden können. Die aber, die darüber hinausgehen, und nicht beschrieben werden können, sind unzählig viele (indefinita); denn je tiefer das Wort hineingeht, d.h. je inwendiger in den Himmel, desto unzähligere (indefinitioria) und auch unaussprechlichere sind sie nicht nur vor dem Menschen, sondern auch vor den Engeln des unteren Himmels, und wenn zum innersten Himmel, so werden die Engel dort inne, daß es unendlich viele und ihnen ganz unbegreifliche, weil göttliche (Geheimnisse) sind; von solcher Beschaffenheit ist das Wort. 3510. "Siehe, ich habe gehört deinen Vater reden zu Esau, deinem Bruder, sprechend", 1. Mose 27/6, bedeutet das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen wollte die Neigung zum Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, hier als des Vaters, sofern er bezeichnet das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen, wovon früher; ferner aus der Bedeutung von reden, sofern es ist wollen, wovon Nr. 2626, 2951, 3037; und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist die Neigung zum Guten im Natürlichen, wovon Nr. 3508. 3511. "Bring mir eine Jagd", 1. Mose 27/7, daß dies das Gute des Wahren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie das Gute des Wahren bezeichnet; wovon Nr. 3501. 3512. "Und mache mir ein feines Essen", 1. Mose 27/7, bedeutet das Verlangen nach (dem Wahren) und die Ergötzung an der Lieblichkeit desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der feinen Speisen, sofern sie Liebliches bezeichnen, wovon Nr. 3502, somit das Verlangen und die Ergötzung an der Lieblichkeit daraus, nämlich aus dem Wahren; denn wie in der angeführten Stelle gesagt wurde, die Wahrheiten werden in das Natürliche des Menschen eingeführt durch Liebliches, das ihn anspricht. Was aber nicht durch Liebliches eingeführt ist, haftet nicht, wird somit auch nicht dem Vernünftigen durch Entsprechung verbunden; auch erhalten die Wahrheiten, wie alles andere Wißtümliche, ihre Stelle im Gedächtnis, das dem natürlichen Menschen angehört nach dem Lieblichen und Angenehmen, das sie eingeführt hat, wie daraus klar wird, daß wenn jenes Liebliche und Angenehme wiederkehrt, auch die Dinge, die durch dasselbe eingeführt wurden, wiederkehren, und auch umgekehrt, wenn die Dinge zurückgerufen werden, auch das Angenehme oder Liebliche, dem sie beigefügt wurden, zugleich erweckt wird. 3513. "Und ich will es essen", 1. Mose 27/7, bedeutet die Aneignung. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es bezeichnet: angeeignet werden, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3503. Die Aneignung geschieht, wenn durch Liebliches und Ergötzliches die Wahrheiten oder die Erkenntnisse des Guten und Wahren, ins Natürliche eingeführt werden; und wenn diese Wahrheiten mit dem Guten daselbst verbunden werden, dann entsteht eine Gemeinschaft mit dem Wahren und Guten des Vernünftigen, also mit dem Vernünftigen. Diese Gemeinschaft ist es, die Aneignung genannt wird; denn sie gehören dann dem Vernünftigen im Natürlichen an. Was nämlich im Vernünftigen ist, verhält sich zu dem, was im Natürlichen, wie Besonderes zu Allgemeinem. Es ist bekannt, daß aus dem Besonderen das Allgemeine hervorgeht, und daß ohne Besonderheiten kein Allgemeines entsteht. Das Allgemeine der Besonderheiten des Vernünftigen ist es, was im Natürlichen sich darstellt; und weil es das Allgemeine ist, erscheint es unter einer anderen Form und zwar gemäß der Ordnung der Besonderheiten, aus denen es besteht, somit gemäß der Form derselben. Wenn das Einzelne und das Besondere des himmlisch Guten und des geistig Wahren das Allgemeine im Natürlichen bildet, dann entsteht eine himmlische und geistige Form, und es stellt sich in dem Einzelnen des Allgemeinen in einem gewissen Bilde etwas vom Himmel dar. Dagegen, wenn das Einzelne und Besondere, welches das Allgemeine im Natürlichen bildet, nicht dem Guten und Wahren, sondern dem Bösen und Falschen angehört, dann stellt sich im Einzelnen des Allgemeinen etwas von der Hölle im Bilde dar. Solches ist es, was durch das Essen und Trinken im heiligen Abendmahl bezeichnet wird, wo ebenfalls durch das Essen und Trinken bezeichnet wird Aneignung, nämlich durch das Essen die Aneignung des Guten, und durch das Trinken die Aneignung des Wahren. Wenn das Gute, nämlich die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten den inneren oder vernünftigen und durch diesen den äußeren und natürlichen Menschen als entsprechend bilden, dann wird der Mensch im Besonderen und Allgemeinen ein Bild des Himmels, folglich ein Bild des Herrn. Dagegen wenn die Verachtung des Herrn und des Guten und Wahren des Glaubens, sowie der Haß gegen den Nächsten ihn bilden, dann wird der Mensch im Besonderen und Allgemeinen ein Bild der Hölle, und mehr noch, wenn dies zugleich geschieht im Heiligen, denn daher kommt Entweihung. Das ist es, weshalb denen, die würdig essen und trinken, das ewige Leben zugeeignet wird, die aber, die unwürdig essen und trinken, sich den Tod zueignen. 3514. "Und will dich segnen vor Jehovah", 1. Mose 27/7, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ich will dich segnen", sofern es bezeichnet die Anschließung an sein Leben, wovon Nr. 3504; hier ist es Verbindung, weil gesagt wird, "ich will dich segnen vor Jehovah". Anschließung (adjunctio) wird gesagt von der Gemeinschaft des Wahren des Natürlichen mit dem Guten des Vernünftigen, aber Verbindung (conjunctio) von der Gemeinschaft des Guten des Natürlichen mit dem Guten des Vernünftigen; denn es findet eine gegenseitige Beziehung zwischen dem Herrn und dem Menschen statt in Ansehung des Himmlischen, das dem Guten angehört, nicht aber in Hinsicht des Geistigen, das dem Wahren angehört; man sehe Nr. 1832. 3515. "Vor meinem Tode", 1. Mose 27/7, bedeutet das Leben im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Todes, sofern er ist Auferweckung ins Leben, wovon Nr. 3498, 3505. 3516. Vers 8-10: Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, auf das, was ich dir gebiete. Gehe doch zur Herde, und hole mir von da zwei gute Ziegenböcklein, und ich will sie machen zu einem feinen Essen deinem Vater, wie er es liebt. Und du sollst es bringen deinem Vater, und er möge es essen, auf daß er dich segne vor seinem Tod. "Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, auf das, was ich dir gebiete" bedeutet das Verlangen und das Vergnügen, das empfunden wird vom göttlich Wahren im göttlich Vernünftigen für das natürlich Wahre; "gehe doch zur Herde" bedeutet, zum natürlich Guten der Familie, das nicht verbunden ist mit dem göttlich Vernünftigen; "und hole mir von da zwei gute Ziegenböcklein" bedeutet die Wahrheiten jenes Guten; "und ich will sie machen zu einem feinen Essen deinem Vater, wie er es liebt" bedeutet, sie wolle damit Ergötzen bereiten; "und du sollst es bringen deinem Vater, und er möge es essen" bedeutet, dem göttlich Guten des göttlich Vernünftigen und die Aneignung; "auf daß er dich segne" bedeutet die Verbindung; "vor seinem Tod" bedeutet die Auferweckung im Natürlichen. 3517. "Und nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, auf das, was ich dir gebiete", 1. Mose 27/8, bedeutet das Verlangen und das vom göttlich Wahren im göttlich Vernünftigen Empfundene für das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, die dieses redet, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, zu dem dieses gesagt wird, sofern er ist das natürlich Wahre, wovon ebenfalls früher. Daß es ein Verlangen und ein Vergnügen ist, erhellt ohne Erklärung. 3518. "Gehe doch zur Herde", 1. Mose 27/9, bedeutet das natürlich Gute der Familie, das nicht verbunden ist dem göttlich Vernünftigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 343, 415, 1565, hier das natürlich Gute, weil es zu Jakob gesagt wird, und zwar das häusliche, weil er zu Hause war, dagegen das Feld, woher Esau, durch den das Gute des Natürlichen bezeichnet wird: Nr. 3500, 3508, seine Jagd holen sollte, war das nicht häusliche Gute; sonst wird Herde im Wort gesagt vom Guten des Vernünftigen, aber dann wird Rindvieh gesagt vom Guten des Natürlichen; man sehe Nr. 2566. Das natürlich Gute des Hauses (der Familie) ist dasjenige Gute, das der Mensch von den Eltern her hat, oder in das er geboren wird, es wird gar sehr unterschieden vom Guten des Natürlichen, das vom Herrn einfließt. Was und wie beschaffen das natürlich Gute sei, sehe man Nr. 3470, 3471; deshalb wird der Unterscheidung wegen das eine Gute genannt: das Gute des Natürlichen, das andere aber: das natürlich Gute. Außerdem empfängt ein jeder Mensch ein Gutes der Familie vom Vater und von der Mutter, und dieses Gute ist auch an sich unterschieden: das, welches er vom Vater empfängt, ist ein inwendigeres, das von der Mutter, ein auswendigeres. Beim Herrn waren diese (beiden Arten des) Guten auf das genaueste unterschieden, denn das Gute, das Er vom Vater hatte war göttlich, das aber von der Mutter, war mit erblich Bösem befleckt. Jenes Gute im Natürlichen, das der Herr vom Vater hatte, war Sein eigen, weil Sein Leben selbst, und dasselbe ist es, das durch Esau vorgebildet wird. Hingegen das natürlich Gute, das der Herr von der Mutter her hatte, weil mit erblich Bösem befleckt, war an sich böse, und dasselbe ist es, das unter dem Guten der Familie verstanden wird. Dieses Gute, obwohl so beschaffen, diente dennoch zur Besserung des Natürlichen, aber nachdem es gedient hatte, wurde es weggeworfen. Bei einem jeden Menschen, der wiedergeboren wird, geschieht etwas Ähnliches. Das Gute, das der Mensch vom Herrn als dem neuen Vater empfängt, ist ein inwendigeres, dagegen das Gute, das er von den Eltern her hat, ist ein auswendigeres. Jenes Gute, das er vom Herrn empfängt, wird das geistige genannt, dieses aber, das er von den Eltern her hat, das natürlich Gute. Dieses Gute, das er von den Eltern her hat, dient zuallererst zu seiner Besserung; denn durch jenes, als durch etwas Vergnügliches und Angenehmes, wird Wißtümliches eingeführt, und nachher Erkenntnisse des Wahren. Aber nachdem es als Mittel zu diesem Nutzzweck gedient hat, wird es davon getrennt, und dann tritt hervor und offenbart sich das Geistige. Dies kann aus vieler Erfahrung erhellen, wie schon allein aus Folgendem: Zuerst, wenn der Knabe belehrt wird, wird er von Wißbegierde erregt, zuerst nicht wegen eines ihm bewußten Zweckes, sondern aus einem gewissen angeborenen Vergnügen und Lustreiz, wie auch aus anderen Gründen. Nachher, wenn er heranwächst, wird er von Wißbegierde erregt um eines Zweckes willen, um nämlich sich vor anderen oder vor seinen Nebenbuhlern auszuzeichnen. Hernach um eines Zweckes in der Welt willen. Hingegen, wenn er wiedergeboren werden soll, (wird er angeregt) von der Annehmlichkeit und Lieblichkeit des Wahren; und wenn er wiedergeboren wird, was im reiferen Alter geschieht, aus Liebe zum Wahren, und hernach aus Liebe zum Guten, alsdann werden die Zwecke, die vorhergegangen waren, und deren Lustreize allmählich abgetrennt, und es tritt an deren Stelle ein inwendigeres Gute vom Herrn und offenbart sich in seiner Neigung. Hieraus wird klar, daß das frühere Angenehme, das in der äußeren Form als Gutes erschien, zu Mitteln diente. Solche Wechselfolge der Mittel findet fortwährend statt; es verhält sich hiermit vergleichsweise wie mit einem Baume, der in seiner ersten Zeit oder im Anfang des Frühlings seine Äste mit Blättern schmückt, hernach beim Fortschreiten seines Alters oder des Frühlings mit Blüten ziert, und hernach gegen den Sommer hin die ersten Ansätze von Früchten hervorbringt, die hernach Früchte werden, und endlich Samen in sie legt, in denen er gleiche neue Bäume, und einen ganzen Garten solcher, in der Möglichkeit, und wenn sie ausgesät werden, in der Wirklichkeit hat. Solche Gleichnisse liegen in der Natur, und sie sind ebenfalls Vorbilder; denn die ganze Natur ist ein Schauplatz von Vorbildern des Reiches des Herrn in den Himmeln, daher auch des Reiches des Herrn auf Erden oder in der Kirche, und des Reiches des Herrn bei einem jeden Wiedergeborenen. Hieraus wird klar, wie das natürliche oder häusliche Gute, obwohl es ein bloß äußerlicher, und zwar weltlicher Lustreiz ist, zu einem Mittel dient, das Gute des Natürlichen hervorzubringen, das sich verbinden soll mit dem Guten des Vernünftigen, und so ein wiedergeborenes oder geistiges Gute werden soll, d.h. ein Gutes, das vom Herrn stammt. Dieses ist es, was durch Esau und Jakob in diesem Kapitel vorgebildet und bezeichnet wird. 3519. "Und hole mir von da zwei gute Ziegenböcklein", 1. Mose 27/9, bedeutet die Wahrheiten jenes Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ziegenböcklein, sofern sie sind Wahres des Guten, worüber im Folgenden. Daß es zwei gewesen sind, ist, weil wie im Vernünftigen, so im Natürlichen solches ist, was dem Willen angehört, und solches, was dem Verstand. Was im Natürlichen auf den Willen sich bezieht, ist Angenehmes, was zum Verstand daselbst, ist Wißtümliches; beides muß verbunden sein, daß sie etwas seien. Daß die Ziegenböcklein Wahres des Guten sind, kann aus denjenigen Stellen im Wort erhellen, wo Böcklein und Ziegen genannt werden. Man muß wissen, daß alle sanften und nützlichen Tiere, die im Wort genannt werden, im echten Sinn Himmlisches, das dem Guten angehört, und Geistiges, das dem Wahren angehört, bedeuten; man sehe Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 2180, 2781, 3218; und weil es verschiedene Gattungen von Himmlischem oder Gutem gibt, und folglich verschiedene Gattungen von Geistigem oder Wahrem, wird etwas anderes durch das eine Tier als durch das andere bezeichnet, nämlich etwas anderes durch das Lamm, etwas anderes durch das Böcklein, etwas anderes durch das Schaf, durch die Ziege, durch den Widder, durch den Bock, durch den Farren (= junger Stier), durch den Ochsen, dann auch etwas anderes durch das Pferd und durch das Kamel, auch etwas anderes durch die Vögel, und etwas anderes durch die Tiere des Meeres, als durch die Walfische und durch die Fische. Von Himmlischem und Geistigem gibt es mehr Gattungen, als daß sie aufgezählt werden könnten, folglich von Gutem und Wahrem, obwohl, wenn das Himmlische oder Gute genannt wird, wie auch wenn das Geistige oder Wahre, es den Anschein hat, als ob es nicht vielfach, sondern nur eines wäre. Aber wie vielfach beides ist, oder wie unzählige Gattungen desselben es gibt, kann aus demjenigen erhellen, was über den Himmel Nr. 3241 gesagt wurde, daß der nämlich unterschieden ist in unzählige Gesellschaften, und zwar gemäß den Gattungen des Himmlischen und Geistigen, oder des Guten der Liebe und daher der Wahrheiten des Glaubens. Und außerdem hat eine jede Gattung des Guten und eine jede des Wahren unzählige Arten, in welche die Gesellschaften einer jeden Gattung unterschieden sind; und eine jede Art ebenso. Die allgemeinsten Gattungen des Guten und Wahren sind durch die Tiere vorgebildet worden, die bei den Brandopfern und Schlachtopfern dargebracht wurden; und weil die Gattungen an sich auf das genaueste unterschieden sind, wurde ausdrücklich befohlen, daß gerade diese und keine anderen gebraucht werden sollten, bei einigen nämlich männliche und weibliche Lämmer, sodann Böcklein und Geißchen von Ziegen, bei einigen Widder und Schafe, sodann Böcke, bei anderen aber Kälber, Farren und Stiere; dann auch Tauben und Turteltauben; man sehe Nr. 922, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3218. Was aber die Böcke und Ziegen bedeuteten, kann erhellen sowohl aus den Opfern, bei denen sie dargebracht wurden, als aus anderen Stellen im Wort. Daraus wird klar, daß männliche und weibliche Lämmer die Unschuld des Inneren oder Vernünftigen Menschen bedeuteten, und die Böcklein und Ziegen die Unschuld des äußeren oder natürlichen Menschen, somit das Wahre und Gute desselben. Daß das Wahre und Gute der Unschuld des äußeren oder natürlichen Menschen durch das Böcklein und die Ziege bezeichnet wird, erhellt aus folgenden (Stellen) im Wort: Jes.11/6: "Weilen wird der Wolf bei dem Lamme, und der Pardel (Leopard) wird bei dem Böcklein liegen, das Kalb auch und der junge Löwe und das Schaf beisammen, und ein kleiner Knabe wird sie führen": hier wird gehandelt vom Reich des Herrn, und von dem Zustand darinnen, wo man keine Furcht vor dem Bösen, oder kein Grauen vor der Hölle hat, weil man beim Herrn ist. Lamm und Böcklein für diejenigen, die in der Unschuld sind, und weil diese unter allen die sichersten sind, werden sie an erster Stelle genannt. Als alles Erstgeborene in Ägypten geschlagen werden sollte, wurde befohlen, sie sollten ein fehlerloses und männliches Tier von den Lämmern oder Böcklein schlachten, und vom Blut tun auf die Pfosten und auf die Oberschwelle der Häuser, und so werde ihnen keine Plage vom Würger widerfahren: 2. Mose 12/5,7,13. Das Erstgeborene Ägyptens bezeichnet das erloschene Gute der Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 3325; Lämmer und Böckchen bezeichnen Zustände der Unschuld. Diejenigen, die sich in diesem befinden, sind vor dem Bösen beschirmt; denn alle im Himmel werden durch die Zustände der Unschuld vom Herrn beschirmt. Diese Beschirmung ist durch das Schlachten des Lammes oder Böckleins, und (durch das Streichen) des Blutes auf die Pfosten und der Oberschwelle der Häuser vorgebildet worden. Wenn jemanden Jehovah durch einen Engel erschien, wurde, auf daß er nicht sterben möchte, ein Ziegenböcklein geopfert; so als Er erschien dem Gideon: Richt.6/19; und dem Manoach: Richt.13/15,16,19; Ursache war, weil Jehovah oder der Herr niemand, nicht einmal einem Engel erscheinen kann, wenn nicht derjenige, dem Er erscheint, im Zustande der Unschuld ist. Darum werden sie, sobald der Herr da ist, in den Zustand der Unschuld versetzt, denn der Herr geht durch die Unschuld ein, auch bei den Engeln im Himmel. Ebendarum kann niemand in den Himmel kommen, wenn er nicht etwas von Unschuld hat, nach den Worten des Herrn bei Matth.18/3; Mark.10/15; Luk.18/17. Daß sie glaubten, sie müßten sterben, wenn ihnen Jehovah erschien, wofern sie nicht ein solches Brandopfer brächten, sehe man Richt.13/22,23. Weil die echte eheliche Liebe Unschuld ist: Nr. 2736, so war es in der vorbildlichen Kirche gebräuchlich, zur Frau einzugehen mittelst der Gabe eines Ziegenböckleins, wie von Simson: Richt.15/1 gelesen wird; auch von Jehudah, als er zur Thamar (kam): 1. Mose 38/17,20,23. Daß das Böcklein und die Ziege die Unschuld bedeuteten, wird auch klar aus den Schuldopfern, daß man nämlich, wenn jemand aus Irrtum sündigte, solche darbringen sollte: 3. Mose 1/10; 4/28; 5/6. Sünde aus Irrtum ist eine Sünde der Unwissenheit, in der Unschuld. Ebendasselbe wird klar aus folgendem göttlichen Gebot 2. Mose 23/19; 34/26: "Die Erstlinge der Erstgeburten (der ersten Früchte) deines Landes sollst du herbringen in das Haus Jehovahs, deines Gottes; nicht sollst du kochen das Böcklein in der Milch seiner Mutter": wo durch die Erstlinge des Landes, die sie ins Haus Jehovahs herbringen sollten, bezeichnet wird der Zustand der Unschuld in der Kindheit; und durch "nicht kochen das Böcklein in der Milch seiner Mutter", sie sollten die Unschuld der Kindheit nicht verderben. Weil dieses bezeichnet wird, folgt in beiden angeführten Stellen das eine Gebot unmittelbar auf das andere, die (beide) im Buchstabensinn ganz verschieden erscheinen, aber im inneren Sinn zusammenhängen. Weil die Böcklein und Ziegen die Unschuld bedeuteten, wurde auch befohlen, daß die Teppiche auf der Wohnung des Zeltes aus Ziegenwolle verfertigt werden sollten: 2. Mose 25/4; 26/7; 35/5,6,23,26; 36/14, zum Zeichen, daß alles Heilige, das drinnen vorgebildet wurde, sein Wesen von der Unschuld her habe. Durch Ziegenwolle wird bezeichnet das Letzte oder Auswendigste der Unschuld, das in der Unwissenheit ist, wie sie bei den Heiden sich findet, und die im inneren Sinn die Teppiche der Stiftshütte sind. Hieraus nun wird klar, welches und welcherlei Wahres des Guten durch die zwei guten Ziegenböcklein, von denen die Mutter Rebecka zu ihrem Sohn Jakob sagte, bezeichnet wird, nämlich das der Unschuld oder Kindheit, zunächst das, welches Esau seinem Vater Jischak bringen sollte, wovon Nr. 3501, 3508; es war zwar nicht dasselbe, aber es erschien anfangs als dasselbe; daher kommt es, daß Jakob dadurch sich als Esau verstellte. 3520. "Und ich will sie machen zu einem feinen Essen deinem Vater, wie er es liebt", 1. Mose 27/9, bedeutet, sie wolle damit Ergötzen bereiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von feinen Speisen, sofern sie sind Liebliches aus dem Guten, wovon Nr. 3502, hier wird es Ergötzen genannt, weil die Wahrheiten nicht aus dem echt Guten waren, sondern aus dem häuslich Guten: Nr. 3518. 3521. "Und du sollst es bringen deinem Vater, und er möge es essen", 1. Mose 27/10, bedeutet, dem göttlich Guten des göttlich Vernünftigen und Aneignung desselben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks hier als des Vaters, sofern er ist das göttlich Gute des göttlich Vernünftigen, wovon früher; und aus der Bedeutung von essen, sofern es ist Aneignung, wovon Nr. 3513. Daß aber das Wahre aus dem häuslich Guten nicht angeeignet wurde, wird aus dem Folgenden erhellen. 3522. "Auf daß er dich segne", 1. Mose 27/10, bedeutet so Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514. 3523. "Vor seinem Tod", 1. Mose 27/10, bedeutet Auferweckung im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Todes, sofern er ist Auferweckung, wovon ebenfalls oben: Nr. 3498, 3505; daß im Natürlichen, ist klar. 3524. Vers 11-13: Und Jakob sprach zu Rebecka, seiner Mutter: siehe, Esau mein Bruder ist ein haariger Mann, und ich bin ein glatter Mann. Vielleicht möchte mein Vater mich betasten, und ich wäre in seinen Augen wie ein Betrüger, und würde bringen über mich Fluch und nicht Segen. Da sprach zu ihm seine Mutter: über mich komme der Fluch, mein Sohn, nur höre auf meine Stimme, und geh, hole mir. "Und Jakob sprach zu Rebecka seiner Mutter" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren in betreff des natürlich Wahren; "siehe, Esau mein Bruder ist ein haariger Mann" bedeutet die Beschaffenheit des natürlich Guten beziehungsweise; "und ich bin ein glatter Mann" bedeutet die Beschaffenheit des natürlich Wahren beziehungsweise; "vielleicht möchte mein Vater mich betasten" bedeutet den inwendigsten Grad des Innewerdens; "und ich wäre in seinen Augen wie ein Betrüger" bedeutet Verwerfung, weil scheinbar gegen die Ordnung; "und würde bringen über mich Fluch und nicht Segen" bedeutet Scheidung. "da sprach zu ihm seine Mutter" bedeutet das Innewerden aus dem göttlich Wahren; "über mich komme der Fluch, mein Sohn" bedeutet keine Scheidung; "nur höre auf meine Stimme, und geh, hole mir" bedeutet aus der Wirkung. 3525. "Und Jakob sprach zu Rebecka, seiner Mutter", 1. Mose 27/11, bedeutet das Innewerden aus dem göttlich Wahren betreffend das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 3509; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das natürlich Wahre, wovon Nr. 3305; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn, wovon Nr. 3012, 3013, 3077. Daß das Innewerden aus dem göttlich Wahren betreffend das natürlich Wahre bezeichnet wird, nicht aus dem natürlich Wahren betreffend das göttlich Wahre, wie es nach dem Buchstabensinn den Anschein hat, hat den Grund, weil alle Wahrnehmung, die das Natürliche hat, aus dem Vernünftigen ist, hier also, weil sie vom Herrn ausgesagt wird, aus dem göttlich Wahren des göttlich Vernünftigen. 3526. "Siehe, Esau, mein Bruder, ist ein haariger Mann", 1. Mose 27/11, bedeutet die Beschaffenheit des natürlich Guten beziehungsweise. Dies erhellt aus der Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3494, 3504; und aus der Bedeutung des haarigen Mannes, sofern er ist die Beschaffenheit desselben, nämlich das Guten. Daß das Haarige das Natürliche hauptsächlich in Ansehung des Wahren bedeutet, sehe man Nr. 3301, und was nun folgt. 3527. "Und ich bin ein glatter Mann", 1. Mose 27/11, bedeutet die Beschaffenheit des natürlich Wahren beziehungsweise. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier durch ich bezeichnet wird, sofern er ist das Natürliche in Ansehung des Wahren, wovon Nr. 3305; und aus der Bedeutung des glatten Mannes, sofern er ist die Beschaffenheit desselben, wovon im Folgenden. Ehe man wissen kann, was dieses bedeutet, muß man wissen, was das Haarige und was das Glatte bedeutet. Beim Menschen stellt sich sein Innerliches in einem Bilde dar in seinem Äußerlichen, hauptsächlich im Angesicht und dessen Miene. Sein Inwendigstes erscheint heutzutage nicht, sondern das Inwendige einigermaßen, wenn er nicht von Kind auf gelernt hat sich zu verstellen, denn alsdann nimmt er gleichsam eine andere Gesinnung (animum) an, und infolgedessen zieht er eine andere Miene an, denn die Gesinnung ist es, die aus dem Angesicht zur Erscheinung kommt. Dies haben sich vor anderen die Heuchler aus dem tätigen Leben, somit aus Angewöhnung zu eigen gemacht, und um so mehr, je betrügerischer sie sind. Bei denjenigen, die nicht solcher Art sind, erscheint das vernünftig Gute im Angesicht aus einem gewissen Lebensfeuer, und das vernünftig Wahre aus dem Licht dieses Feuers; dies weiß der Mensch aus einem angeborenen Wissen ohne Nachdenken, denn es ist das Leben seines Geistes in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren, das sich so äußert; und weil der Mensch ein mit einem Leibe bekleideter Geist ist, so weiß er solches aus dem Innewerden seines Geistes, somit aus sich selbst. Daher kommt es, daß der Mensch zuweilen erregt wird durch die Miene eines anderen, obwohl dies nicht geschieht durch die Miene, sondern durch das Gemüt, das so hervorleuchtet. Das Natürliche aber scheint aus dem Angesicht hervor in einem dunkleren Lebensfeuer und Lebenslichte; hingegen das Körperliche kaum anders als in einer Wärme und Helle, und in deren Zustandsveränderung den Neigungen gemäß. Weil so das Inwendigere sich auf dem Angesicht hauptsächlich wie in einem Bilde sich offenbart, konnten die Uralten, die himmlische Menschen waren, und gar nicht wußten, was Verstellung sei, und noch weniger, was Heuchelei und Betrug, die Gefühle eines anderen wie in Gestalt sichtbar in seinem Angesicht sehen; darum wurde auch durch Angesicht bezeichnet Wille und Einsicht, oder inwendiges Vernünftiges in Ansehung des Guten und Wahren: Nr. 358, 1999, 2434, und zwar dieses Inwendigere in Ansehung des Guten durch das Blut und seine Röte, und das Inwendigere in Ansehung des Wahren durch die daraus sich ergebende Form und deren Helle. Dagegen aber das inwendiger Natürliche durch dasjenige, was daraus hervorwächst, wie es die Haare und die Schuppen der Haut sind, nämlich was aus dem Natürlichen kommt in Ansehung des Guten durch die Haare, und was aus dem Natürlichen in Ansehung des Wahren durch die Schuppen; demzufolge wurden diejenigen, die im natürlich Guten gewesen waren, haarige Männer, die aber im natürlich Wahren, glatte Männer genannt. Hieraus kann erhellen, was durch diese Worte: "Esau, mein Bruder, ist ein haariger Mann, und ich bin ein glatter Mann", im inneren Sinn bezeichnet wird, nämlich die Beschaffenheit des natürlich Guten beziehungsweise, und die Beschaffenheit des natürlich Wahren beziehungsweise. Hieraus wird auch klar, was Esau vorbildet, nämlich das Gute des Natürlichen; denn Esau wurde er benannt vom Haarigen: 1. Mose 25/25, und Edom vom Roten: 1. Mose 25/30. Der Berg Seir, wo er wohnte, bedeutet auch so etwas, nämlich das Behaarte (comosum); und weil das war auch ein Berg, durch den man zum Seir hinaufkam, welcher der kahle oder glatte Berg hieß, wovon Jos.11/17; 12/7; das war auch ein Vorbild des Wahren, das zum Guten aufsteigt. Daß das Haarige gesagt wird vom Guten und daher Wahren, und auch im entgegengesetzten Sinn vom Bösen und daher Falschen, ist Nr. 3301 gezeigt worden. Daß aber das Glatte gesagt wird vom Wahren, und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen, wird auch klar aus folgenden Stellen im Wort bei Jes.57/5,6: "Entbrennend bei den Göttern unter allem grünen Baum, im Glatten des Tales dein Teil": wo entbrennen gesagt wird vom Bösen, Glattes des Tales vom Falschen. Jes.41/7: "Es stärkt der Schmied den Gießer, den der glatt macht den Hammer mit dem Schläger des Ambosses, sprechend zum Gefüge, das ist gut": wo der Schmied stärkt den Gießer gesagt wird vom Bösen, der glatt macht den Hammer, vom Falschen. Ps.55/22: "Glatt machen sie wie Butter deinen Mund, wenn sich (feindlich) nahet sein Herz, weicher sind ihre Worte als Öl": wo glatter Mund oder das Schmeichelhafte vom Falschen, das Herz und daher Weiches vom Bösen. Ps.5/10: "Ein offenes Grab ist ihre Kehle, mit ihrer Zunge reden sie Glattes": ein offenes Grab die Kehle vom Bösen; Zunge, die Glattes redet, vom Falschen. Luk.3/4: "Jedes Tal soll gefüllt werden, und jeder Berg und Hügel soll erniedrigt werden; und es soll das Krumme werden zum Geraden, und das Rauhe zu ebenen Wegen": Tal für das Niedrige: Nr. 1723, 3417; Berg und Hügel für das Erhabene: Nr. 1691; das Krumme zum Geraden, soviel als das Unwissenheitsböse zum Guten, denn die Länge, und was der Länge angehört, wird vom Guten gesagt: Nr. 1613; das Rauhe zu ebenen Wegen, soviel als das Falsche aus Unwissenheit zu Wahrem; daß Weg gesagt wird vom Wahren: Nr. 627, 2333. 3528. "Vielleicht möchte mein Vater mich betasten", 1. Mose 27/12, bedeutet den innersten Grad des Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von betasten und fühlen, sofern es ist das Innerste und Ganze des Innewerdens; und aus der Bedeutung des Vaters, sofern er ist das Gute, hier das Göttliche, weil vom Herrn gehandelt wird. Daß "betasten" das Innerste und Ganze des Innewerdens ist, kommt daher, weil alles Gefühl sich auf den Tastsinn bezieht, und dasselbe stammt her und hat sein Dasein vom Innewerden; denn das Gefühl ist nichts anderes als ein äußeres Innewerden, und das Innewerden nichts anderes als ein inneres Gefühl. Was das Innewerden oder die Wahrnehmung (quid perceptione seu perceptio) sei, siehe Nr. 104, 371, 495, 503, 521, 536, 1383-1398, 1616, 1919, 2145, 2171, 2831. Außerdem bezieht sich alles Gefühl und alles Innewerden, das so verschiedenartig erscheint, auf einen einzigen allgemeinen und allumfassenden Sinn, nämlich auf den Tastsinn. Die verschiedenen Sinnestätigkeiten, als der Geschmack, Geruch, das Gehör und das Gesicht, welches die äußeren Sinne sind, sind nur die Gattungen desselben, die aus dem inneren Gefühl, d.h. aus dem Innewerden entspringen. Dies kann durch manche Erfahrung bestätigt werden, aber hiervon, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, an seinem Orte. Hieraus wird klar, daß betasten im inneren Sinn das Innerste und Ganze des Innewerdens ist. Außerdem hat alles Innewerden, das ein inneres Gefühl ist, sein Dasein aus dem Guten, nicht aber aus dem Wahren, sondern vom Guten durch das Wahre. Denn das göttliche Leben des Herrn fließt in das Gute ein, und durch dasselbe in das Wahre, und so bildet es das Innewerden. Hieraus kann erhellen, was bedeutet, "wenn mich mein Vater betasten würde", nämlich das Innerste und Ganze des Innewerdens vom Guten, somit vom Göttlichen des Herrn her. 3529. "Und ich wäre in seinen Augen wie ein Betrüger", 1. Mose 27/12, bedeutet Verwerfung, weil scheinbar gegen die Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sein in seinen Augen", sofern es bezeichnet, wahrgenommen werden, wie beschaffen einer ist; denn durch das Auge wird bezeichnet die Wahrnehmung des inneren Gesichts: Nr. 212, 2701, 2789, 2829, 3198, 3202; und aus der Bedeutung des Betrügers, soviel als gegen die Ordnung, hier scheinbar; alle Verführung ist nichts anderes; die Folge davon würde Verwerfung sein. Was aber bezeichnet wird durch scheinbar gegen die Ordnung, wird aus dem Folgenden klar werden. 3530. "Und würde bringen über mich Fluch und nicht Segen", 1. Mose 27/12, bedeutet Scheidung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fluchs, sofern er ist Scheidung oder Abwendung vom Guten, wovon Nr. 245, 379, 1423; und aus der Bedeutung des Segens, sofern er ist Verbindung mit dem Guten, wovon Nr. 3504, 3514. 3531. "Da sprach zu ihm seine Mutter", 1. Mose 27/13, bedeutet das Innewerden aus dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, hier als Mutter, sofern sie bezeichnet das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn, wovon Nr. 3012, 3013. 3532. "Über mich komme der Fluch, mein Sohn", 1. Mose 27/13, bedeutet keine Scheidung (wird eintreten). Dies erhellt aus der Bedeutung des Fluchs, sofern er ist Scheidung, wovon Nr. 3530; und weil das Innewerden aus dem Göttlichen war: Nr. 3531, bedeutet es, daß keine Scheidung erfolgen werde. 3533. "Höre nur auf meine Stimme, und geh, hole mir", 1. Mose 27/13, bedeutet aus der Wirkung. Dies kann erhellen aus der Bedeutung von hören auf die Stimme, sofern es ist gehorchen; und aus der von gehen, mir holen, sofern es ist tun; und weil dies zum Natürlichen in Ansehung des Wahren, das durch Jakob vorgebildet worden, gesagt wurde, vom Vernünftigen in Ansehung des Wahren, hier dem Göttlichen, das durch Rebecka vorgebildet wurde, so wird nichts anderes bezeichnet, als "aus der Wirkung"; denn das Natürliche erkennt aus der Wirkung, dagegen das Vernünftige aus der Ursache. 3534. Vers 14-17: Und er ging, und holte, und brachte seiner Mutter, und seine Mutter machte ein feines Essen, wie es sein Vater liebte. Und Rebecka nahm die Kleider Esaus ihres größeren Sohnes, die werten, die bei ihr im Hause waren, und zog sie an Jakob ihrem kleineren Sohne. Und die Felle der Ziegenböcklein ließ sie anziehen über seine Hände, und über die Glätte seines Halses. Und gab das feine Essen und Brot, was sie machte, in die Hand Jakobs ihres Sohnes. "Und er ging, und holte, und brachte seiner Mutter" bedeutet den Zustand des Gehorsams des natürlich Wahren; "und seine Mutter machte ein feines Essen, wie es sein Vater liebte" bedeutet Ergötzliches, nicht aber Wünschenswertes; "und Rebecka nahm die Kleider Esaus ihres größeren Sohnes, die werten" bedeutet die echten Wahrheiten des Guten; "die bei ihr im Hause waren" bedeutet die aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen (einfließen); "und zog sie an Jakob ihrem kleineren Sohne" bedeutet die Neigung zum Wahren, oder das Leben des Guten aus dem Wahren. "und die Felle der Ziegenböcklein ließ sie anziehen" bedeutet die äußeren Wahrheiten des häuslich Guten; "über seine Hände" bedeutet gemäß der Fähigkeit aufzunehmen; "und über die Glätte seines Halses" bedeutet, daß nicht erscheinen möchte ein Wahres, das trennt. "und gab das feine Essen" bedeutet Ergötzliches daher; "und Brot" bedeutet das Gute daher; "was sie machte" bedeutet, das vom göttlich Wahren stammte; "in die Hand Jakobs ihres Sohnes" bedeutet, daß die Neigung zum natürlich Wahren so beschaffen war. 3535. "Und er ging und holte, und brachte seiner Mutter", 1. Mose 27/14, bedeutet den Zustand des Gehorsams des natürlich Wahren. Dies kann aus dem erhellen, was Nr. 3533 gesagt wurde, somit ohne weitere Erklärung. 3536. "Und seine Mutter machte ein feines Essen, wie es sein Vater liebte", 1. Mose 27/14, bedeutet Ergötzliches, nicht aber Wünschenswertes. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, die hier die Mutter, sofern sie ist das göttlich Vernünftige in Ansehung des Wahren; und aus der Bedeutung der feinen Speise, sofern sie bezeichnet Liebliches, das dem Wahren angehört, wovon Nr. 3502. Daß hier Ergötzliches nicht Wünschenswertes bezeichnet wird, kommt daher, weil es nicht aus der Jagd Esaus, d.h. aus dem Wahren des echten Guten: Nr. 3501, sondern aus den Ziegenböcklein, die von der Herde genommen wurden, d.h. aus dem Wahren des häuslich Guten: Nr. 3518, 3519; wie sich dies verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3502, 3512, 3518, 3519 gesagt wurde. 3537. "Und Rebecka nahm die Kleider Esaus, ihres größeren Sohnes, die werten", 1. Mose 27/15, bedeutet die echten Wahrheiten des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der werten Kleider, sofern es sind echte Wahrheiten. Daß Kleider sind beziehungsweise niedere Wahrheiten, sehe man Nr. 2576; werte sind echte, weil des echten natürlich Guten, das durch Esau den größeren Sohn vorgebildet wird: Nr. 3300, 3302, 3322, 3494, 3504, 3527. 3538. "Die bei ihr im Hause (waren)", 1. Mose 27/15, bedeutet die aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen herstammen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, die hier durch "ihr" bezeichnet wird, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen, wovon früher; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es hier ist das göttlich Gute, weil es gesagt wird vom Herrn. Daß das Haus das Gute ist, sehe man Nr. 710, 2233, 2234, 2559, 3128; daß dies bezeichnet wird durch die Worte: "die bei ihr im Hause", hat den Grund, weil durch das Haus bezeichnet wird das Vernünftige, sowohl in Ansehung des Guten als in Ansehung des Wahren, oder was gleich, sowohl in Ansehung des Wollens, denn dieses ist Sache des Guten, als in Ansehung des Verstandes, denn dieses ist Sache des Wahren. Wann das Vernünftige aus dem Wollen oder dem Guten handelt durch das Verständige oder Wahre, dann wird das vernünftige Gemüt genannt " ein Haus"; daher wird auch der Himmel selbst genannt das Haus Gottes; weil dort nichts als das Gute und Wahre ist, und das Gute durch das mit ihm vereinigte oder verbundene Wahre handelt. Dies wird auch vorgebildet in den Ehen zwischen Gatte und Gattin, die " ein Haus" zusammen bilden, aus dem Grund, weil die eheliche Liebe ihr Dasein hat von der göttlichen Ehe des Guten und Wahren: Nr. 2728, 2729, 3132; und beide einen Willen haben aus dem Guten, aber mit Unterschied, je nachdem das Gute sich verhält zu seinem Wahren. Daher wird auch durch den Ehemann bezeichnet das Gute, und durch die Gattin das Wahre; denn wenn es ein Haus ist, dann ist das Gute Alles darin, und das Wahre, weil es dem Guten angehört, ist auch gut. Daß gesagt wird, "bei ihr im Hause", nicht bei ihm oder bei ihnen, kommt daher, weil vom Zustand der Verbindung des Wahren und Guten, oder von dem Zustand, ehe es völlig vereinigt oder verbunden ist, gehandelt wird. Über welchen Zustand im Folgenden (gehandelt wird). 3539. "Und zog sie an Jakob ihrem kleineren Sohn", 1. Mose 27/15, bedeutet die Neigung zum Wahren oder das Leben des Guten aus dem Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das göttlich Wahre des göttlich Natürlichen; und aus der Bedeutung von anziehen, sofern es hier ist mitteilen, und einpflanzen, nämlich die Wahrheiten des Guten, die durch die Kleider Esaus: Nr. 3537 bezeichnet werden, somit die Neigung zum natürlich Wahren, die hier das gleiche ist, was das Leben des Guten aus dem Wahren. Wie dies zu verstehen sei, kann man wissen aus demjenigen, was Nr. 3518 gesagt wurde. Weil es aber solches ist, was heutigen Tages ganz unbekannt, so darf ebendasselbe noch weiter einigermaßen faßlich erklärt werden: Es wird in diesem Kapitel gehandelt vom Herrn, wie Er Sein Natürliches göttlich machte; und in vorbildlichem Sinn von der Wiedergeburt des Menschen in Ansehung seines Natürlichen, man sehe Nr. 3490. Mit dem Menschen verhält es sich so: die Wiedergeburt hat zum Zweck, daß der Mensch neu werden soll in Ansehung seines inwendigen Menschen, somit in Ansehung der Seele oder des Geistes. Aber neu- oder wiedergeboren werden kann der Mensch nicht in Ansehung desselben, wenn er es nicht auch wird in Ansehung des Auswendigen. Denn obwohl der Mensch nach dem Tod ein Geist wird, so hat er doch bei sich im anderen Leben dasjenige, was seinem äußeren Menschen angehört, nämlich natürliche Neigungen und auch Lehren, ebenso Wißtümliches, mit einem Wort, alles was dem auswendigen oder natürlichen Gedächtnis angehört, man sehe Nr. 2473 bis 2483; denn dieses sind die Grundlagen, auf denen sein Inwendigeres ruht. Wie nun diese disponiert (empfänglich) sind, von solcher Art wird das Inwendigere, wenn es einfließt, denn eben hier wird es modifiziert (verändern, umwandeln), hieraus wird klar, daß der Mensch nicht nur wiedergeboren oder neu werden muß in betreff des inwendigen oder vernünftigen Menschen, sondern auch in betreff des auswendigen oder natürlichen; und würde das nicht geschehen, so fände keine Entsprechung statt. Daß eine Entsprechung ist zwischen dem inwendigen Menschen und dessen geistigen Dingen, und dem auswendigen und dessen natürlichen Dingen, sehe man Nr. 2971, 2987, 2989, 2990, 3002, 3493. Der Zustand der Wiedergeburt des Menschen wird in vorbildlichem Sinn in 1. Mose Kapitel 27 durch Esau und Jakob beschrieben; und hier, wie beschaffen sein erster (Zustand) ist, nämlich wenn der Mensch wiedergeboren wird, oder ehe er wiedergeboren ist; denn dieser Zustand ist der ganz umgekehrte im Vergleich mit demjenigen Zustand, in dem der Mensch ist, wenn er wiedergeboren ist. Denn in jenem Zustand, nämlich wenn der Mensch wiedergeboren wird, oder ehe er wiedergeboren ist, spielt das Verständige, das Sache des Wahren ist, scheinbar die erste Rolle, hingegen wenn er wiedergeboren ist, dann das Wollende (Willensvermögen), das Sache des Guten ist. Daß das Verständige, das Sache des Wahren ist, scheinbar die erste Rolle spielt im ersten Zustand, wurde vorgebildet durch Jakob, sofern er die Erstgeburt Esaus sich zueignete, man sehe Nr. 3325, 3336. Sodann durch den Segen, von dem hier gehandelt wird; und daß der Zustand ein ganz umgekehrter ist, wird vorgebildet dadurch, daß Jakob sich fälschlich für Esau ausgab, daß er nämlich mit den Kleidern Esaus angetan ward, und mit den Fellen von Ziegenböcklein; denn in diesem Zustand fließt und wirkt das vernünftig Wahre, das noch nicht so verbunden ist mit dem vernünftig Guten, oder was gleich, der Verstand, der noch nicht so verbunden ist mit dem Willen, solchergestalt in das Natürliche ein, und bringt das, was dort ist, solcherweise in eine umgekehrte Ordnung. Dies kann auch aus mehrerer Erfahrung erhellen, hauptsächlich aus dieser, daß der Mensch mit dem Verstand wahrnehmen und das Natürliche daher mehreres wissen kann, was gut und wahr ist, aber der Wille doch noch nicht danach tun kann; wie zum Beispiel, daß die Liebe und Liebtätigkeit die Hauptsache beim Menschen sei: dieses kann das Verstandesvermögen des Menschen sehen und begründen, aber ehe der Mensch wiedergeboren ist, kann es das Willensvermögen nicht anerkennen. Auch solche, die in gar keiner Liebe zum Herrn, und in keiner Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, begreifen dieses wohl; ebenso, daß die Liebe das eigentliche Leben des Menschen, und daß das Leben so beschaffen sei wie die Liebe; wie auch daß alles Angenehme und alles Wonnigliche aus der Liebe sei; folglich alle Freude und alle Seligkeit; und ebendaher auch, daß wie die Liebe beschaffen, so die Freude und so die Seligkeit beschaffen sei; auch das kann der Mensch aus dem Verstand heraus begreifen, obwohl der Wille nicht übereinstimmt, oder gar auf die Gegenseite tritt. Ferner, daß das seligste Leben aus der Liebe zum Herrn und aus der Liebe gegen den Nächsten sei, weil das Göttliche Selbst in dasselbe einfließt; und umgekehrt, daß das unseligste Leben aus der Selbstliebe und Weltliebe sei, weil die Hölle in dasselbe einfließt. Daher kann es auch dem Verstand wohl begreiflich vorkommen, nicht aber dem Willen, daß die Liebe zum Herrn das Leben des Himmels sei, und daß die gegenseitige Liebe die Seele aus jenem Leben sei. Insoweit deshalb der Mensch nicht aus einem Willensleben denkt, und nicht daraus über sein Leben sich besinnt, insoweit wird er nur mit dem Verstand inne; aber insoweit er es nicht aus dem Leben seines (Willens) denkt, insoweit wird er es nicht inne, verleugnet es vielmehr. Auch kann es dem Verstand klar einleuchten, daß die Demut es ist, in die beim Menschen das Göttliche einfließen kann, aus dem Grunde, weil in diesem Zustand die Triebe der Selbst- und Weltliebe entfernt werden, folglich das Höllische, was (jenen Einfluß) hindert. Aber doch kann der Mensch in der Demut des Herzens nicht sein, solange der Wille nicht neu, und diesem der Verstand vereinigt ist. Ja in dem Maße als der Mensch im Leben des Bösen ist, d.h. inwieweit sein Wille aufs Böse geht, kann er dies nicht; insoweit ist es ihm dunkel, und leugnet er es auch. Ferner kann auch der Mensch mit dem Verstand begreifen, daß die Demut des Menschen nicht ihren Grund habe in der Liebe zur Herrlichkeit beim Herrn, sondern in der göttlichen Liebe, weil der Herr nur so mit dem Guten und Wahren einfließen, und den Menschen glücklich und selig machen kann; in dem Maße dagegen, als der Wille um Rat gefragt wird, wird diese Wahrheit verdunkelt. Ebenso verhält es sich in sehr vielen anderen Dingen. Dieses Vermögen nämlich, daß er verstehen kann, was gut und wahr ist, obwohl er es nicht will, ist dem Menschen gegeben, daß er gebessert und wiedergeboren werden kann; ebendarum ist jenes Vermögen sowohl bei den Bösen, als bei den Guten, ja bei den Bösen zuweilen schärfer, aber mit dem Unterschied, daß bei den Bösen keine Neigung zum Wahren um des Lebens willen, d.h. um des Guten des Lebens aus dem Wahren willen ist, weshalb sie auch nicht gebessert werden können. Hingegen bei den Guten ist eine Neigung zum Wahren um des Lebens, d.h. um des Guten des Lebens willen, und deshalb können diese gebessert werden. Aber der erste Zustand ihrer Besserung ist so, daß es ihnen scheint, das Wahre der Lehre sei an erster Stelle, und das Gute des Lebens an zweiter, denn aus dem Wahren heraus tun sie das Gute; dagegen ihr zweiter Zustand ist, daß das Gute des Lebens an erster Stelle ist, und das Wahre der Lehre an zweiter, denn alsdann tun sie aus dem Guten das Gute, d.h. aus dem Wollen des Guten; und wenn dies geschieht, dann ist, weil der Wille mit dem Verstand wie durch eine Ehe verbunden ist, der Mensch wiedergeboren. Von diesen zwei Zuständen wird in dem, was über Esau und Jakob gesagt ist, im inneren Sinn gehandelt. 3540. "Und die Felle der Ziegenböcklein ließ sie anziehen", 1. Mose 27/16, bedeutet die äußeren Wahrheiten des häuslich Guten (d.h. des Guten im Familienleben). Dies erhellt aus der Bedeutung der Felle, sofern sie sind Äußeres, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Ziegenböcklein, weil sie von der Herde sind, die zum Haus gehört, sofern sie Wahrheiten des häuslich Guten bezeichnen, wovon Nr. 3518, 3519, dort wird auch klar, was das häuslich Gute und was die Wahrheiten aus demselben sind. Ein jedes Gute hat seine Wahrheiten, und ein jedes Wahre hat sein Gutes, und solches muß miteinander verbunden sein, auf daß es etwas sei. Daß die Felle Äußeres bedeuten, ist, weil die Felle das Auswendigste eines Tieres sind, worin dessen Inwendigeres sich begrenzt, ebenso wie die Haut und die Häutchen beim Menschen. Dies hat seine Bedeutung von dem Vorbilde im anderen Leben, dort gibt es solche, die zum Gebiet der Haut gerechnet werden, von denen, wenn vom Größten Menschen gehandelt wird, durch die göttliche Barmherzigkeit des Herrn, am Ende der folgenden Kapitel gehandelt werden soll, und diese sind es, die bloß im äußeren Guten und dessen Wahrheiten sind. Daher bedeutet Haut und Fell das Äußere. Was auch klar wird aus dem Worte bei Jerem.13/22,23: "Um der Menge willen deiner Missetat sind aufgedeckt deine Säume, verletzt deine Fersen; wird auch ein Mohr wandeln seine Haut, und ein Parder seine Flecken? könnet ihr auch Gutes tun, die ihr gelehrt seid Böses zu tun?": hier sind die Säume äußere Wahrheiten, die Fersen äußerstes Gutes; daß die Fersen und Schuhe das unterste Natürliche bezeichnen, sehe man Nr. 259, 1748; und weil jenes Wahre und Gute aus dem Bösen ist, wird es verglichen einem Mohren oder Schwarzen und seinem Felle, dann einem Parder und seinen Flecken. 2. Mose 22/25,26: "Wenn du zum Pfande pfändest das Kleid deines Genossen, sollst du, ehe die Sonne untergeht, es ihm wieder zurückgeben, denn dieses ist seine Decke allein, dieses sein Kleid statt des Felles, in dem er liegen soll". Wie alle Gesetze, auch die bürgerlichen und gerichtlichen, die im Wort sind, Entsprechung haben mit den Gesetzen des Guten und Wahren, die im Himmel (gelten), und aus ihm gegeben sind, so auch dieses; denn sonst wüßte man gar nicht, warum sie das verpfändete Kleid, ehe die Sonne untergeht, zurückgeben sollten, und warum gesagt wird, sein Kleid sei statt des Fells, in dem er liegen soll. Die Entsprechung wird klar aus dem inneren Sinn, welcher ist, daß man die Genossen nicht bringen soll um die äußeren Wahrheiten, welche sind Lehren, nach denen sie leben, und Gebräuche. Daß das Kleid solche Wahrheiten sind, sehe man Nr. 297, 1073, 2576; die Sonne aber ist das Gute der Liebe oder des Lebens, das daher stammt: Nr. 1529, 1530, 2441, 2495; daß dieses nicht zugrunde gehen soll, wird bezeichnet dadurch, daß man es, "ehe die Sonne untergeht", zurückgeben sollte; und weil jenes das Äußere des Inwendigeren ist, oder die Ausläufer desselben, so wird gesagt, das Kleid sei statt des Felles, worin er liegen soll. Weil die Felle Äußeres bedeuteten, wurde befohlen, daß die Decke des Zeltes sein sollten Felle von rötlichen Widdern, und darüber Dachsfelle: 2. Mose 26/14; denn das Zelt war das Vorbild der drei Himmel, somit des Himmlischen und Geistigen, was zum Reich des Herrn gehört. Die Teppiche umher bildeten vor Natürliches, welches ist Äußeres: Nr. 3478, welches sind die Widderfelle und Dachsfelle; und weil das Äußere es ist, was das Innere bedeckt, oder das Natürliche, was das Geistige und Himmlische (bedeckt), wie der Leib seine Seele, darum wurde jenes befohlen. Ebenso, daß Aharon und seine Söhne, wenn das Lager weiterzog, mit dem Vorhang der Decke die Lade des Zeugnisses bedecken sollten, und auf dieselbe tun als Überdecke ein Dachsfell; und auf den Tisch, und was darauf, ausbreiten ein Tuch von doppelt gefärbten Scharlach, und es überdecken als mit einer Überdecke, mit einem Dachsfell. Ebenso sollten sie den Leuchter und alle seine Geräte unter eine Überdecke von Dachsfell tun; ferner alle Geräte des Dienstes sollten sie tun unter ein Tuch von Hyazinthfarbe, und sie überdecken als mit einer Überdecke, mit einem Dachsfell": 4. Mose 4/5,6,8,10-12. Jeder, der heilig vom Worte denkt, kann wissen, daß göttliche Dinge durch jenes alles vorgebildet wurde; und wie durch die Lade, durch den Tisch, durch den Leuchter und die Geräte des Dienstes, auch durch die Decken von doppelt gefärbtem Scharlach, und Hyazinthfarbigem, dann durch die Überdecken von Dachsfell, und daß durch dieses vorgebildet wurde Göttliches, das im Äußeren ist. Weil die Propheten vorbildeten die Lehrenden, und daher die Lehre des Guten und Wahren aus dem Wort: Nr. 2534, und Elias das Wort selbst: Nr. 2762, ebenso Johannes, der deswegen heißt Elias, der kommen sollte: Matth.17/10-13; deswegen, um das Wort vorzubilden, wie es in der äußeren Form, d.h. im Buchstaben beschaffen ist, war Elias "mit einem Gürtel von Fell begürtet an seinen Lenden": 2.Kön.1/8; und Johannes "hatte einen Anzug von Kamelhaaren und einen Gürtel von Fell um seine Lende": Matth.3/4. Weil Fell und Haut Äußeres bedeutete, welches das Natürliche ist im Verhältnis zum Geistigen und Himmlischen, und in der Alten Kirche gebräuchlich war, durch Bezeichnungen zu reden und zu schreiben, darum bedeutet auch bei Hiob, das ein Buch der Alten Kirche ist, Fell und Haut ebendasselbe, wie aus einigen Stellen bei ihm erhellen kann, und auch aus folgender: Hiob 19/25,26: "Ich weiß meinen Erlöser, er lebet, und das Letzte wird über den Staub sich erheben, und hernach wird dieses mit meiner Haut umgeben werden, und aus meinem Fleisch werde ich Gott sehen": mit Haut umgeben werden für das Natürliche, wie es der Mensch nach dem Tod bei sich hat, wovon Nr. 3539; aus dem Fleisch Gott sehen heißt, aus dem lebendig gemachten Eigenen; daß dieses das Fleisch ist, sehe man Nr. 148, 149, 780. Daß das Buch Hiob ein Buch der Alten Kirche ist, wird klar aus der vorbildlichen und bezeichnenden Schreibart darin, aber es gehört nicht unter jene Bücher, die das Gesetz und die Propheten genannt werden, aus dem Grund, weil es keinen inneren Sinn hat, der allein vom Herrn und Seinem Reiche handelt. Denn dieses allein ist es, was zu einem Buch des echten Wortes macht. 3541. "Über seine Hände", 1. Mose 27/16, bedeutet gemäß der Fähigkeit aufzunehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ist Kraft, wovon Nr. 878, 3091, somit die Fähigkeit aufzunehmen. 3542. "Und über die Glätte seines Halses", 1. Mose 27/16, bedeutet, auf daß nicht erscheinen möchte ein Wahres, das trennt. Dies erhellt aus dem Prädikat des Glatten oder der Glattheit, sofern es dem Wahren beigelegt wird, wovon Nr. 3527, und aus der Bedeutung des Halses, sofern er bezeichnet das Verbindende, worüber im Folgenden. Hier also, weil es eine Scheinbarkeit war, bedeutet "über die Glattheit seines Halses", daß nicht erscheinen möchte ein trennendes Wahres. Wie sich dies verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3539 gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich dasjenige Gute und dasjenige Wahre, das aus dem Verstand und nicht zugleich aus dem Willen herkommt, nicht gut und nicht wahr ist, mag es auch immerhin in der äußeren Form so erscheinen, und wenn der Wille dem Bösen angehört, so trennt das Gute und das Wahre, und verbindet nicht. Dagegen wenn einiger Wille zum Guten da ist, dann trennen sie nicht, sondern verbinden, obwohl sie in umgekehrte Ordnung gestellt sind, denn durch sie wird der Mensch wiedergeboren; und weil sie so gestellt zuerst zur Wiedergeburt des Menschen dienen, wird gesagt, daß so das trennende Wahre nicht erscheinen sollte. Aber hierüber im Folgenden mehreres. Daß der Hals das Verbindende bedeutet, kommt daher, weil das Obere beim Menschen, das zum Haupt gehört, mit seinem Unteren, das zum Leib gehört, miteinander Gemeinschaft hat durch den Hals, der dazwischen sich befindet. Daher kommt es, daß sowohl der Einfluß, als die Gemeinschaft, folglich Verbindung durch jenes Vermittelnde bezeichnet wird; dies wird noch besser erhellen können aus den Entsprechungen des Größten Menschen mit demjenigen, was dem menschlichen Leib angehört, worüber an dem Ende der Kapitel. Das gleiche wird daher durch den Hals im Wort bezeichnet, wie bei Jes.30/28: "Sein Geist ist wie ein überflutender Strom, bis an den Hals wird er zweiteilen": hier steht überflutender Strom für das Falsche, das so überfließt; an den Hals zweiteilen für abschließen und unterbrechen die Gemeinschaft und daher Verbindung des Oberen mit dem Unteren, die abgeschlossen und unterbrochen wird, wenn das geistig Gute und Wahre nicht aufgenommen wird. Hab.3/13: "Du hast zerschlagen das Haupt vom Hause des Gottlosen, entblößend den Grund bis an den Hals": schlagen das Haupt vom Haus des Gottlosen für zerstören die Grundsätze des Falschen; entblößend den Grund bis an den Hals, für so unterbrechend die Verbindung. Jerem.Klagel.1/14: "Die verflochtenen Übertretungen sind gestiegen über meinen Hals, er hat gestoßen meine Kräfte, gegeben hat mich Gott in die Hände, ich kann nicht wieder aufstehen": die verflochtenen Übertretungen sind gestiegen über meinen Hals, bedeutet, Falsches gegen das Innere oder Vernünftige zu. Weil durch den Hals jene Gemeinschaft und Verbindung bezeichnet wurde, darum ist durch die Fesseln des Halses bezeichnet worden die Unterbrechung, folglich Verödung des Wahren, die dann vorhanden ist, wenn das Geistige, das fortwährend einfließt vom Herrn, nicht mehr zugelassen wird in das Vernünftige des Menschen, und infolgedessen auch nicht in sein Natürliches. Diese Unterbrechung oder Verödung ist es, die vorgebildet wird bei Jerem.27/2,3,8,11: "Dadurch daß er sich machen sollte Fesseln und Joche, und sie tun auf seinen Hals, und schicken sollte zu den Völkern, und sagen, sie sollten dienen Nebukadnezar, dem Könige Babels, und die nicht übergeben würden ihren Hals unter sein Joch, sollten mit Schwert, Hunger und Pest heimgesucht werden; die aber untergeben würden ihren Hals, sollten in dem Lande gelassen werden": den Hals geben unter das Joch des Königs von Babel und ihm dienen, bedeutet verödet werden in Ansehung des Wahren und verwüstet werden in Ansehung des Guten. Daß Babel es ist, das verwüstet, sehe man Nr. 1327 E; und daß sie verwüstet werden, damit das Heilige nicht entweiht werden möchte: Nr. 301, 302, 303, 1327, 1328, 2426, 3398, 3399, 3402; und weil man, wenn der Einfluß des Guten und Wahren unterbrochen ist, dem Bösen und Falschen dient, darum bedeutet auch "geben den Hals unter das Joch": dienen. Jerem.28/11: "Es sprach Jehovah: Ich will zerbrechen des Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, binnen zwei Jahren von Tagen, herab vom Halse aller Völkerschaften": bedeutet, sie sollen von der Verwüstung befreit werden. Jes.52/2: "Schüttle dich ab vom Staube, steh auf, sitze, Jerusalem; öffne die Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zions": öffne die Fesseln des Halses, bedeutet zulassen und aufnehmen das Gute und Wahre. Micha 2/3: "Siehe, Ich denke auf Böses über diese Familie, aus dem ihr nicht herausziehen werdet eure Hälse, und werdet nicht aufrecht gehen, weil dies die Zeit des Bösen ist": aus dem Bösen nicht herausziehen die Hälse, bedeutet nicht zulassen das Wahre; nicht aufrecht gehen bedeutet, auf solche Weise nicht schauen auf das Obere oder das, was des Himmels ist: Nr. 248. 3543. "Und sie gab das feine Essen", 1. Mose 27/17, bedeutet Ergötzliches daher. Dies erhellt aus der Bedeutung des feinen Essens, sofern es ist Liebliches; sodann Ergötzliches, wovon Nr. 3502, 3536. 3544. "Und Brot", 1. Mose 27/17, bedeutet das Gute daher. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177, 3464, 3478. 3545. "Was sie machte", 1. Mose 27/17, bedeutet, das vom Göttlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie bezeichnet das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn; und weil von Rebecka gesagt wird, daß sie es gemacht habe, so wird bezeichnet, es sei aus dem Göttlichen. 3546. "In die Hand Jakobs ihres Sohnes", 1. Mose 27/17, bedeutet, so beschaffen war die Neigung des natürlich Wahren. Dies erhellt daraus, daß dies der Schluß des Vorhergehenden ist, und damals Jakob so beschaffen war, durch den das natürlich Wahre vorgebildet wird: Nr. 3305, 3509, 3525, daß er nämlich bekleidet an Händen und am Hals mit den Fellen der Ziegenböcklein, in der Hand das feine Essen hatte, um es seinem Vater Jischak zu bringen. 3547. Vers 18-20: Und er kam zu seinem Vater, und sprach: Mein Vater! Und er sprach: siehe, hier bin ich, wer bist du mein Sohn? Und Jakob sprach zu seinem Vater: ich bin Esau, dein Erstgeborener, ich habe getan, wie du zu mir geredet hast, stehe doch auf, sitze, und iß von meiner Jagd, auf daß mich segne deine Seele. Und Jischak sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so eilig gefunden, mein Sohn? Und er sprach: Weil Jehovah, Dein Gott, hat entgegenkommen lassen meinem Angesicht. "Und er kam zu seinem Vater, und sprach: Mein Vater! Und er sprach: siehe, hier bin ich, wer bist du mein Sohn?" bedeutet den Zustand des Innewerdens infolge der Gegenwart jenes Wahren. "und Jakob sprach zu seinem Vater" bedeutet die Wahrnehmung des natürlich Wahren; "ich bin Esau, dein Erstgeborener" bedeutet, daß es glaubte, es sei selbst das natürlich Gute; "ich habe getan, wie du zu mir geredet hast" bedeutet den Gehorsam; "stehe doch auf, sitze, und iß von meiner Jagd" bedeutet das Wahre der Neigung zu solchem Guten; "auf daß mich segne deine Seele" bedeutet die Verbindung; "und Jischak, sprach zu seinem Sohn" bedeutet das Innewerden; "wie hast du so eilig gefunden" bedeutet ein so baldiges Hervorbringen; "und er sprach: Weil Jehovah, Dein Gott, hat entgegenkommen lassen meinem Angesicht" bedeutet die Vorsehung. 3548. "Und er kam zu seinem Vater, und sprach: Mein Vater! Und er sprach: siehe, hier bin ich; wer bist du mein Sohn", 1. Mose 27/18, bedeutet den Zustand des Innewerdens infolge der Gegenwart jenes Wahren. Dies kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, der hier der Vater, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier der Sohn, wovon mehrmals früher; sodann aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon ebenfalls früher. Hieraus und aus dem übrigen wird klar, daß es der Zustand des Innewerdens infolge der Gegenwart jenes Wahren ist, das durch Jakob vorgebildet wird; aber wie beschaffen dieses Wahre sei, das jetzt durch Jakob vorgebildet wird, wird klar aus dem inneren Sinn dessen, was vorhergeht, und was folgt, daß es nämlich in der äußeren Form als das Gute und Wahre des Guten erscheint, das vorgebildet wird durch Esau und bezeichnet wird durch dessen Jagd, daß es aber nicht so beschaffen war in der inneren Form. Das Natürliche in Ansehung des Wahren beim Menschen, der wiedergeboren wird, d.h. ehe er wiedergeboren ist, erscheint als so beschaffen, zwar nicht vor dem Menschen, denn dieser weiß nichts vom Guten und Wahren bei sich, wenn er wiedergeboren wird, sondern vor den Augen der Engel, die solches im Licht des Himmels sehen. Der Mensch weiß nicht einmal, was das Gute und Wahre des Natürlichen ist, und weil er es nicht weiß, so kann er es nicht inne werden, und weil er es nicht inne wird im allgemeinen, kann er es auch nicht inne werden im besonderen, somit nicht die Unterschiede, noch weniger die Veränderungen ihres Zustandes; und weil dieses nicht, so kann er nicht wohl aus einer Beschreibung begreifen, wie es sich mit diesem Guten und dessen Wahren verhält. Weil aber davon in diesem Kapitel gehandelt wird, so kommt es im Folgenden, soweit es für die Fassungskraft möglich ist, zur Erörterung. 3549. "Und Jakob sprach zu seinem Vater", 1. Mose 27/19, daß dies die Wahrnehmung des natürlich Wahren, erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon früher, hier wahrnehmen, weil aus dem Natürlichen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das natürlich Wahre, wovon ebenfalls früher. 3550. "Ich bin Esau, dein Erstgeborener", 1. Mose 27/19, daß dies bedeutet, er glaubte, es sei selbst das natürlich Gute, erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, und aus der Bedeutung des Erstgeborenen, sofern er ist das Gute, und zwar das natürlich Gute, das durch Esau vorgebildet wird; denn so verhält es sich mit dem Wahren, das der Mensch hat ehe er wiedergeboren ist: daß man glaubt, es sei selbst das Gute. Die ein Innewerden haben, diese wissen, daß es nicht das Gute ist, sondern das Wahre unter der Form des Guten; die aber kein Innewerden haben, wissen nichts anderes. Dies wird auch aus dem Folgenden noch besser erhellen. 3551. "Ich habe getan, wie du zu mir geredet hast", 1. Mose 27/19, daß dies den Gehorsam bedeutet, kann erhellen ohne Erklärung. 3552. "Steh doch auf, sitz und iß von meiner Jagd", 1. Mose 27/19, daß dies das Wahre der Neigung zu solchem Guten bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es etwas von Erhebung in sich schließt, wovon 2401, 2785, 2912, 2927, 3171; aus der Bedeutung von sitzen, sofern es etwas von Ruhe in sich schließt; aus der Bedeutung von essen, sofern es ist Aneignung, wovon Nr. 2187, 3168; und aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie ist das Wahre, das aus dem Guten, wovon Nr. 3501; hier daher die Neigung zu solchem Guten, aus dem das Wahre; denn was aufstehen, sitzen und essen im inneren Sinn bedeutet, gehört der Neigung an, deswegen wird bloß Neigung dafür gesagt. 3553. "Auf daß mich segne deine Seele", 1. Mose 27/19, daß dies die Verbindung bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530. 3554. "Und Jischak sprach zu seinem Sohn", 1. Mose 27/20, bedeutet das Innewerden, nämlich des durch Jischak vorgebildeten Vernünftigen in betreff des Natürlichen, das durch Jakob (vorgebildet wird), und daß sprechen bezeichnet innewerden, ist früher öfters gezeigt worden. 3555. "Wie hast du so eilig gefunden", 1. Mose 27/20, bedeutet das so baldige Hervorbringen; dies erhellt ohne Erklärung. 3556. "Und er sprach: weil Jehovah, dein Gott hat entgegenkommen lassen meinem Angesicht", 1. Mose 27/20, bedeutet die Vorsehung. Dies kann ebenfalls ohne Erklärung erhellen. Die Vorsehung wovon hier (die Rede), bewirkt, daß das Gute, und daher die Wahrheiten beim Menschen, indem er wiedergeboren wird, so geordnet werden, daß sie nämlich nach außen erscheinen, oder hier sich so darstellen, als ob es das echte Gute, und echte Wahre aus demselben wären, da sie doch nicht solche sind, sondern das häuslich Gute und die Wahrheiten von daher, die nur dienen für die Wiedergeburt des Menschen, somit für die Einführung von Gutem und Wahrem gröberer Natur, weil solches zuträglich ist. 3557. Vers 21-23: Und Jischak sprach zu Jakob: Tritt doch herzu, und ich will dich betasten, mein Sohn, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht. Und Jakob trat hin zu Jischak, seinem Vater, und er betastete ihn, und sprach: Die Stimme ist die Stimme Jakobs, und die Hände sind die Hände Esaus. Und er kannte ihn nicht, denn seine Hände waren wie die Hände Esaus, seines Bruders, haarig; und er segnete ihn. "Und Jischak sprach zu Jakob" bedeutet das Innewerden in betreff dieses Natürlichen; "tritt doch herzu, und ich will dich betasten, mein Sohn" bedeutet das inwendigste Innewerden von der Gegenwart her; "ob du mein Sohn Esau bist oder nicht" bedeutet, daß es nicht das natürlich Gute sei; "und Jakob trat hin zu Jischak, seinem Vater" bedeutet den Zustand der Gegenwart; "und er betastete ihn" bedeutet das ganze Innewerden daher; "und sprach: Die Stimme ist die Stimme Jakobs, und die Hände sind die Hände Esaus" bedeutet das Verständige daselbst gehöre dem Wahren an, das inwendig, aber das Wollende daselbst gehöre dem Guten an, das auswendig ist, somit in der umgekehrten Ordnung; "und er kannte ihn nicht, denn seine Hände waren wie die Hände Esaus, seines Bruders, haarig" bedeutet, er wurde aus dem Wollenden, das auswendig, inne, es sei das natürlich Gute; "und er segnete ihn" bedeutet die Verbindung daher. 3558. "Und Jischak sprach zu Jakob", 1. Mose 27/21, bedeutet das Innewerden in betreff dieses Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Natürliche in Ansehung des Wahren, hier nur das Natürliche, weil er auch dem Anschein nach den Esau vorbildete, oder sich der äußeren Form nach für ihn ausgab, somit bildete er auch vor das Natürliche in Ansehung des Guten, das ist Esau, und auch seine Jagd(-beute), welche ist das Wahre, das jenem Guten angehört: Nr. 3501. Daß so oft gesagt wird "er sprach", davon ist auch Ursache, weil so etwas Neues beginnt, oder ein neues Innewerden; man sehe Nr. 2061, 2238, 2260. 3559. "Tritt doch herzu, und ich will dich betasten, mein Sohn", 1. Mose 27/21, bedeutet das inwendigste Innewerden von der Gegenwart her. Dies erhellt aus der Bedeutung von hertreten, sofern es die Gegenwart bezeichnet; und aus der Bedeutung von betasten, sofern es das inwendigste und ganze Innewerden bedeutet, wovon Nr. 3528. 3560. "Ob du mein Sohn Esau bist oder nicht", 1. Mose 27/21, bedeutet, es sei nicht das natürlich Gute. Dies erhellt aus dem Zweifel, der in diesen und in den gleich folgenden Worten liegt; und weil es das Vernünftige ist, das inne wird, was und wie beschaffen das Natürliche ist, so bezeichnet es das Innewerden, daß es nicht sei, nämlich das natürlich Gute oder Esau. 3561. "Und Jakob trat hin zu Jischak, seinem Vater", 1. Mose 27/22, bedeutet den Zustand der Gegenwart; dies kann aus dem Vorhergehenden erhellen, somit ohne weitere Erklärung. 3562. "Und er betastete ihn", 1. Mose 27/22, bedeutet das ganze Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von betasten, sofern es das inwendigste und ganze Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 3528, 3559; hier das ganze Innewerden, weil das Innewerden von allem vom Inwendigsten herkommt, d.h. die, welche im inwendigsten Innewerden sind, sind im Innewerden von allem was unterhalb ist, denn was unterhalb, sind nur Abzweigungen und Zusammensetzungen daraus. Das Inwendigste nämlich ist alles in allem von dem, was niedriger ist als es, denn was niedriger ist, hat kein Dasein, wenn nicht vom Inwendigeren, oder was gleich, vom Höheren herkommt, wie die Wirkung von ihrer wirkenden Ursache. Hieraus wird klar, warum der Zweck den Menschen selig oder unselig macht im anderen Leben, denn der Zweck ist das Inwendigste der ganzen Ursache, so ganz und gar, daß, wenn der Zweck nicht ist in der Ursache, ja wenn er nicht ist ihr alles, sie nicht (wahre) Ursache ist. Ebenso ist der Zweck das Inwendigste der ganzen Wirkung, denn die Wirkung ist von der Ursache her eine solche, und weil es so ist, so hat alles, was beim Menschen ist, sein Wesen von dem Zweck, der bei ihm, und daher ist er im anderen Leben in einem solchen Zustand, in dem sein Zweck ist, man sehe Nr. 1317, 1568, 1571, 1645, 1909, 3425. Daraus kann erhellen, daß betasten, weil es das inwendigste Innewerden bezeichnet, deshalb auch das ganze Innewerden bedeutet. 3563. "Und er sprach: die Stimme ist die Stimme Jakobs, und die Hände sind die Hände Esaus", 1. Mose 27/22, bedeutet, das Verständige daselbst gehöre dem Wahren an, das inwendig, aber das Wollende gehöre dem Guten an, das auswendig, somit in umgekehrter Ordnung. Dies erhellt daraus, daß die Stimme Prädikat des Wahren und die Hand Prädikat des Guten ist. Daß Stimme gesagt wird vom Wahren, wird aus demjenigen klar, was Nr. 219, 220 angeführt wurde, und daraus, daß gesagt wird, die Stimme ist die Stimme Jakobs; und daß durch diesen das natürlich Wahre vorgebildet wird, ist oben hie und da gezeigt worden. Und daß Hand gesagt wird vom Guten, hat den Grund, weil durch Hand die Kraft und die Fähigkeit bezeichnet wird: Nr. 878, 3541, die nicht anderswoher ist als aus dem Guten. Alle Kraft und Fähigkeit hat das Wahre von diesem, obwohl es scheint vom Wahren her. Auch daraus, daß gesagt wird, die Hände sind die Hände Esaus, durch den das Gute vorgebildet wird, wie ebenfalls oben gezeigt wurde. Daß dieses in umgekehrter Ordnung ist, wird daraus klar, daß es der Ordnung gemäß ist, daß das Gute, das Sache des Willens ist, inwendig sei, und das Wahre, das Sache des Verstandes, auswendig sei. Aber dieses sind, wie oben gesagt worden, solche Dinge, die, weil nur wenige eine Kenntnis davon haben, nicht so begreiflich gemacht werden können; denn wenn es auch aufs deutlichste auseinandergesetzt würde, so wird es doch, wenn die Kenntnis fehlt, nicht begriffen. Aber es soll gleichwohl gesagt werden, wie es sich damit verhalte, weil von dieser Sache gehandelt wird. Das Gute des Natürlichen hat nirgends anderswoher beim Menschen das Dasein als vom inwendigeren Guten, d.h. vom Guten des Vernünftigen. Daß das Natürliche nicht anderswoher das Gute haben kann, ist klar; aber der Einfluß macht, daß das Gute dort so beschaffen ist, wie es ist; und weil das Gute des Natürlichen nicht anderswoher ist, so ist auch das Wahre des Natürlichen von daher; denn wo das Gute ist, da ist auch das Wahre. Beides muß sein, damit es etwas sei, aber der Einfluß macht ebenfalls, daß das Wahre dort so beschaffen ist, wie es ist; der Einfluß ist so beschaffen. Das Gute des Vernünftigen fließt ins Natürliche auf zweierlei Wegen ein: Nämlich auf dem kürzesten Weg in das eigentlich Gute des Natürlichen, somit unmittelbar, und durch das Gute des Natürlichen dort ins Wahre. Dieses Gute und dieses Wahre ist es, was vorgebildet wird durch Esau und dessen Jagd. Das Gute des Vernünftigen fließt aber auch ins Natürliche ein auf einem weniger kurzen Wege, nämlich durch das Wahre des Vernünftigen, und durch diesen Einfluß bildet es etwas dem Guten Ähnliches, aber es ist das Wahre. Der Ordnung gemäß geschieht es so, daß das Gute des Vernünftigen einfließt in das Gute des Natürlichen, und zugleich ins Wahre, unmittelbar und auch durch das Wahre des Vernünftigen ins Gute dort, also mittelbar, ebenso ins Wahre des Natürlichen unmittelbar und mittelbar. Wenn es so geschieht, dann ist der Einfluß der Ordnung gemäß. Ein solcher Einfluß findet bei denjenigen statt, die wiedergeboren sind. Aber ein anderer Einfluß findet statt, ehe sie wiedergeboren sind, wie oben gesagt worden, daß nämlich das Gute des Vernünftigen nicht unmittelbar ins Gute des Natürlichen einfließt, sondern mittelbar durch das Wahre des Vernünftigen, und so etwas dem Guten Ähnliches im Natürlichen darstellt, aber es ist kein echt Gutes, und daher kein echt Wahres, sondern es ist so beschaffen, daß es zwar Gutes inwendigst hat, vermöge des Einflusses durch das Wahre des Vernünftigen, aber weiter nicht. Darum existiert auch dort das Gute unter einer anderen Form, nämlich auswendig: wie das Gute, das durch Esau vorgebildet wird, aber inwendig: wie das Wahre, das durch Jakob vorgebildet wird, und weil dieses nicht der Ordnung gemäß ist, wird gesagt, es sei die umgekehrte Ordnung; aber in Rücksicht darauf, daß so und nicht anders der Mensch wiedergeboren werden kann, ist es dennoch der Ordnung gemäß. Ich weiß, daß dieses, obwohl es deutlich gesagt ist, und folglich deutlich begriffen werden kann von denjenigen, die Kenntnis von solchen Dingen haben, dennoch dunkel ist für diejenigen, die nicht wissen, was Einfluß ist; und noch mehr für die, welche nicht wissen, daß das Vernünftige unterschieden ist vom Natürlichen, und noch mehr für die, die keine deutliche Vorstellung haben vom Guten und vom Wahren. Wie beschaffen aber das natürlich Gute und das natürlich Wahre im Zustand vor der Wiedergeburt ist, kann allein schon offenbar sein aus den alsdann waltenden Regungen. Wenn der Mensch vom Wahren angeregt wird nicht um der Zwecke des Lebens willen, sondern wegen anderer Zwecke, daß er nämlich ein Gebildeter werde, und zwar aus einer Regung der Nacheiferung oder aus einer Regung von kindlichem Neide oder auch aus einer Regung von Ruhmsucht, dann ist das Gute des Natürlichen und das Wahre des Natürlichen in einer solchen Ordnung, wie sie hier durch Jakob vorgebildet wird, folglich ist es in einer beziehungsweise umgekehrten Ordnung: alsdann ist nämlich das Wollende, das dem Guten angehört, auswendig, und das Verständige, das dem Wahren angehört, inwendig. Hingegen im Zustand nach der Wiedergeburt verhält sich dies anders, alsdann wird der Mensch nicht nur vom Wahren angeregt um der Zwecke des Lebens willen, sondern noch mehr wird er angeregt vom Lebensguten selbst, und die früheren Regungen, nämlich der Nacheiferung, des kindlichen Neides und der Ruhmsucht scheiden sich ab, und zwar so weit, daß es scheint, als ob sie zerstoben wären; denn alsdann ist das Gute, das dem Willen angehört, inwendig, und das Wahre, das dem Verstande angehört, auswendig; aber dennoch so, daß das Wahre zusammenwirkt mit dem Guten, weil aus dem Guten. Diese Ordnung ist die echte, und zur Bildung dieser Ordnung strebt die frühere Ordnung hin; denn das Wollende, das alsdann auswendig ist, läßt mehreres zu, was für die Wiedergeburt förderlich ist. Es ist gleich einem Schwamme, der sowohl helles als schlammiges Wasser einsaugt, somit auch solches, was sonst verschmäht würde, und dennoch zu Mitteln dient, und auch zur Bildung der Vorstellungen von Gutem und Wahrem, außerdem zu anderen Nutzzwecken. 3564. "Und er kannte ihn nicht, denn seine Hände waren wie die Hände Esaus, seines Bruders, haarig", 1. Mose 27/23, bedeutet, er werde aus dem Wollenden, das auswendig, inne, es sei das natürlich Gute. Dies wird daraus klar, daß er den Jakob nicht als Jakob erkannte, d.h. das Wahre, das Jakob vorbildet, sondern den Esau inne wurde, d.h. das natürlich Gute, das auswendig, und das wegen des Einflusses, wovon Nr. 3563; denn zwischen dem inwendigeren Guten und dem auswendigeren Guten gibt es eine Gemeinschaft, weil eine gegenseitige Beziehung: Nr. 1831, 1832, 3514, nicht aber zwischen dem Guten und Wahren, wenn nicht der Einfluß des Guten ins Wahre so beschaffen ist, wie er gleich oben beschrieben wurde. 3565. "Und er segnete ihn", 1. Mose 27/23, bedeutet die Verbindung hierdurch. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530; aber in diesem Zustand war keine andere Verbindung, als die Nr. 3563 beschrieben wurde. Die inwendigste Verbindung, aber keine mittlere, fand statt mit dem Wahren, das durch Jakob vorgebildet ist, somit durch den Zweck, der das inwendigste Gute ist, und dieser war, daß es so und nicht anders geschehen konnte. Wenn es der Zweck ist, dann findet zuerst Verbindung des Inwendigsten mit dem Äußersten statt, die mittlere Verbindung kommt nach und nach. Dies wirkt der Zweck, denn im Zweck liegt aller Fortschritt verborgen; denn der Herr waltet durch Zwecke und durch sie bringt Er das Mittlere nach und nach in Ordnung. Daher kommt Verbindung, die dadurch bezeichnet wird, daß Jischak den Jakob segnete. 3566. Vers 24,25: Und sprach: bist du mein Sohn Esau? Und er sprach: Ich (bin es). Und er sprach: Bringe mir her, und ich will essen von der Jagd meines Sohnes, auf daß dich segne meine Seele; und er brachte ihm und er aß, und er trug ihm Wein her, und er trank. "Und sprach: bist du mein Sohn Esau? Und er sprach: Ich (bin es)" bedeutet den Zustand der Neigung zum natürlich Wahren, daß sie damals glaubte, es sei das natürlich Gute, wegen der äußeren Form; "und er sprach: Bringe mir her, und ich will essen von der Jagd meines Sohnes" bedeutet das Verlangen, mit sich zu verbinden das natürlich Wahre durch das Gute; "auf daß dich segne meine Seele" bedeutet die Verbindung; "und er brachte ihm und er aß" bedeutet die Verbindung des Guten zuerst; "und er trug ihm Wein her, und er trank" bedeutet die Verbindung des Wahren hernach. 3567. "Und sprach: bist du mein Sohn Esau? und er sprach: Ich (bin es)", 1. Mose 27/24, bedeutet den Zustand der Neigung zum natürlich Wahren, daß sie damals glaubte, es sei das natürlich Gute wegen der äußeren Form. Dies kann erhellen aus der Frage Jischaks: "Bist du mein Sohn Esau?", wodurch im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet werden kann, als der Einfluß des Vernünftigen aus dem Guten in das natürlich Wahre, das durch Jakob vorgebildet ist; und aus der Antwort: "er sprach, ich (bin es)", wonach es damals glaubte, es sei das Gute; man sehe Nr. 3550. 3568. "Und er sprach: bring mir her, und ich will essen von der Jagd meines Sohnes", 1. Mose 27/25, bedeutet das Verlangen, mit sich zu verbinden das natürlich Wahre durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es ist verbinden und aneignen, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E; und aus der Bedeutung der Jagd meines Sohnes, sofern es ist das Wahre des Guten, wovon Nr. 3309, 3501, 3508; daß es ein Verlangen ist, leuchtet ein. 3569. "Auf daß dich segne meine Seele", 1. Mose 27/25, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565. 3570. "Und er brachte ihm und er aß" bedeutet die Verbindung des Guten zuerst, "und er trug ihm Wein her, und er trank", 1. Mose 27/25, bedeutet die Verbindung des Wahren hernach. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es ist verbunden und angeeignet werden in betreff des Guten, wovon Nr. 3568, aus der Bedeutung des Weines, sofern er ist das Wahre, das aus dem Guten stammt, wovon Nr. 1071, 1798; und aus der Bedeutung von trinken, sofern es ist verbunden und angeeignet werden in betreff des Wahren: Nr. 3168. Daß das Gute des Vernünftigen, das durch Jischak vorgebildet wird, mit sich das Gute zuerst verbindet, und das Wahre hernach, und zwar durch das Natürliche, welches ist Jakob, damit verhält es sich so: Wenn das Natürliche in dem Zustand ist, daß es auswendig ist gut, und inwendig wahr, wovon oben Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, dann läßt es mehreres zu, was nicht gut, doch immerhin nützlich ist, wie es die Mittel zum Guten sind in ihrer Ordnung. Das Gute des Vernünftigen aber verbindet und eignet sich nichts anderes davon an, als was mit seinem Guten übereinstimmt; denn das Gute nimmt nichts anderes an. Alles, was nicht übereinstimmt, verwirft es, das übrige läßt es im Natürlichen, damit es ihm diene zu Mitteln, mehreres was mit ihm übereinstimmt zuzulassen und einzuführen. Das Vernünftige ist im inwendigen Menschen, was hier verhandelt wird, weiß das Natürliche nicht, denn es geht über seinen Horizont. Daher kommt es, daß der Mensch, der ein bloß natürliches Leben lebt, nichts wissen kann von dem, was bei ihm in seinem inwendigen Menschen oder in seinem Vernünftigen verhandelt wird. Der Herr ordnet es, ganz ohne daß der Mensch es weiß; daher kommt es, daß der Mensch nichts davon weiß, wie er wiedergeboren wird, und kaum, daß er wiedergeboren wird. Wenn er es aber wissen will, so gebe er nur Achtung auf die Zwecke, die er anstrebt, und die er selten jemand entdeckt. Wenn die Zwecke auf das Gute sind, nämlich daß er mehr besorgt ist für den Nächsten und für den Herrn als für sich, dann ist er im Stand der Wiedergeburt. Dagegen, wenn die Zwecke auf das Böse sind, nämlich daß er mehr für sich besorgt ist als für den Nächsten und für den Herrn, so soll er wissen, daß er alsdann in keinem Stand der Wiedergeburt ist. Der Mensch ist durch die Zwecke seines Lebens im anderen Leben: durch die Zwecke des Guten im Himmel bei den Engeln, aber durch die Zwecke des Bösen in der Hölle bei den Teufeln. Die Zwecke beim Menschen sind nichts anderes als seine Liebestriebe, denn was der Mensch liebt, das hat er zum Zweck; und weil es seine Liebestriebe sind, so sind die Zwecke sein inwendigstes Leben, man sehe Nr. 1317, 1568, 1571, 1645, 1909, 3425, 3562, 3565. Die Zwecke des Guten beim Menschen sind in seinem Vernünftigen; und sie sind es, die das Vernünftige in Ansehung des Guten oder das Gute des Vernünftigen genannt werden. Durch die Zwecke des Guten, oder durch das Gute darin, ordnet der Herr alles im Natürlichen, denn der Zweck ist gleichsam die Seele, und das Natürliche ist gleichsam der Leib jener Seele. Wie die Seele beschaffen ist, so beschaffen ist auch der Leib, mit dem dieselbe umgeben wird; also, wie beschaffen das Vernünftige in Ansehung des Guten ist, so beschaffen ist auch das Natürliche, womit dasselbe umkleidet wird. Bekannt ist, daß die Seele des Menschen beginnt im Ei der Mutter, und hernach in ihrem Gebärleib vervollkommnet und dort umgeben wird mit einem ganz zarten Leibe, und zwar mit einem solchen, daß die Seele durch ihn in passender Weise handeln kann in der Welt, in die er geboren wird. Ähnlich verhält es sich, wenn der Mensch wiederum geboren wird, d.h. wenn er von neuem geboren wird. Die neue Seele, die er dann empfängt, ist der Zweck des Guten, der beginnt im Vernünftigen: hier zuerst wie in einem Ei und hernach wird er daselbst vervollkommnet wie in einem Gebärleib. Der ganz zarte Leib, womit jene Seele umgeben wird, ist das Natürliche, und hier das Gute, das so beschaffen wird, daß es nach den Zwecken der Seele gehorsam handelt. Die Wahrheiten daselbst verhalten sich wie die Fibern (fibra) im Leibe, denn aus dem Guten werden die Wahrheiten gebildet: Nr. 3470. Hieraus erhellt, daß ein Bild der Besserung des Menschen sich darstellt in seiner Bildung im Mutterleibe; und wenn man es glauben will, so ist es auch das himmlisch Gute und das geistig Wahre, das vom Herrn kommt, was ihn bildet, und dann die Kraft verleiht, daß es jenes beides nach und nach aufnehmen kann, und zwar in solcher Art und in solchem Maß, wie er als Mensch auf Zwecke des Himmels blickt, und nicht als ein unvernünftiges Tier auf Zwecke der Welt. Daß das Vernünftige in Ansehung des Guten sich zuerst mit dem Guten, und nachher mit dem Wahren durch das Natürliche verbindet, was dadurch bezeichnet wird, daß Jakob Leckerbissen und Brot dem Jischak herbrachte, und dieser aß, und er ihm Wein hertrug, und dieser trank, kann auch erläutert werden durch die Dienste, die der Leib seiner Seele leistet. Die Seele ist es, die dem Leib (den Trieb) gibt nach Speisen zu verlangen, und auch (die Kraft) sie zu schmecken. Die Speise wird eingeführt durch das Angenehme des Appetits und durch das Angenehme des Geschmacks, somit durch das äußere Gute. Aber die Speisen, die eingeführt werden, gehen nicht alle ins Leben ein, sondern einige dienen als Zuflüsse zur Verdauung, einige zur Mischung, einige zur Eröffnung, einige zur Einführung in die Gefäße. Das ausgewählte Gute aber wird eingeführt ins Blut, und wird Blut. Aus diesem verbindet sich die Seele mit solchem, was für sie dienlich ist. Ebenso verhält es sich mit dem Vernünftigen und mit dem Natürlichen: dem Appetit und dem Geschmack entsprechen das Verlangen und die Neigung, das Wahre zu wissen, und den Speisen entsprechen die Gegenstände des Wissens und die Erkenntnisse: Nr. 1480; und weil sie entsprechen, verhalten sie sich auch ebenso. Die Seele, die das Gute des Vernünftigen ist, gibt (den Trieb) sie zu verlangen, und von ihnen angeregt zu werden. So führt sie das, was dem Wissen und der Lehre angehört, durch das Angenehme ein, das dem Verlangen angehört, und durch das Gute, das der Neigung angehört. Was sie aber einführt, ist nicht alles von der Art, daß es ein Gutes des Lebens wird, sondern einiges dient als Mittel gleichsam zur Verdauung und Mischung, einiges zur Öffnung und Einführung. Aber das Gute, das dem Leben angehört, legt sie sich bei, und so verbindet sie es sich, und bildet sich daraus ihr Wahres. Hieraus wird klar, wie das Vernünftige das Natürliche bestimmt, daß es ihm als Seele dient, oder was gleich, daß es dem Zwecke dient, welcher ist die Seele, um sich zu vervollkommnen, daß er brauchbar werden kann im Reich des Herrn. 3571. Vers 26-29: Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Tritt doch herzu, und küsse mich, mein Sohn. Und er trat hinzu und küßte ihn; und er roch den Geruch seiner Kleider, und segnete ihn, und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes, das gesegnet hat Jehovah. Und geben wird dir Gott vom Tau des Himmels, und von den Fettigkeiten der Erde, und eine Menge Getreide und Most. Dienen werden dir Völker, und bücken werden sich vor dir Nationen; sei ein Herr über deine Brüder, und bücken werden sich vor dir die Söhne deiner Mutter; die dir fluchen, seien verflucht, und die dich segnen, seien gesegnet. "Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Tritt doch herzu" bedeutet den Grad des noch inwendigeren Innewerdens; "und küsse mich, mein Sohn" bedeutet, ob es vereinigt werden könne; "und er trat hinzu und küßte ihn" bedeutet Gegenwart und Vereinigung; "und er roch den Geruch seiner Kleider" bedeutet das Angenehme (gratum) aus dem Wahren des Guten, das er inne wurde; "und segnete ihn" bedeutet Verbindung so; "und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes" bedeutet das Wohlgefällige aus dem Wahren des Guten; "ist wie der Geruch des Feldes" bedeutet, wie aus gutem Boden, aus dem das Wahre; "das gesegnet hat Jehovah" bedeutet das gemehret und fruchtbar gemacht wird aus dem Göttlichen; "und geben wird dir Gott vom Tau des Himmels" bedeutet aus dem göttlich Wahren; "und von den Fettigkeiten der Erde" bedeutet aus dem göttlich Guten; "und eine Menge Getreide" bedeutet das natürlich Gute hieraus; "und Most" bedeutet das natürlich Wahre; "dienen werden dir Völker" bedeutet Wahrheiten der Kirche oder geistige Kirchen; "und bücken werden sich vor dir Nationen" bedeutet Wahres des Guten; "sei ein Herr über deine Brüder" bedeutet die erste scheinbare Herrschaft der Neigung zum natürlich Wahren über die Neigungen zum natürlich Guten; "und bücken werden sich vor dir die Söhne deiner Mutter" bedeutet über die übrigen Neigungen zum Wahren; "die dir fluchen, seien verflucht" bedeutet, wer sich scheidet, wird geschieden sein; "und die dich segnen, seien gesegnet" bedeutet, wer sich verbindet, wird verbunden sein. 3572. "Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Tritt doch herzu", 1. Mose 27/26, bedeutet den Grad des noch inwendigeren Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, daß er herzutreten sollte, sofern es ist der Grad des inwendigeren Innewerdens aus der Gegenwart, denn herzutreten ist nichts anderes. 3573. "Und küsse mich, mein Sohn", 1. Mose 27/26, bedeutet, ob es vereinigt werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, sofern es ist Vereinigung und Verbindung aus Neigung. Das Küssen, welches das Äußere ist, ist nichts anderes, als die Neigung zur Verbindung, welche Neigung das Innere ist; sie entsprechen einander. Wie aus dem, was oben gesagt wurde, erhellt, wird hier gehandelt im höchsten Sinn von der Verherrlichung des Natürlichen im Herrn, d.h. wie der Herr in Sich das Natürliche göttlich gemacht hat. Im vorbildlichen Sinn aber von der Wiedergeburt des Natürlichen beim Menschen, somit von der Verbindung des Natürlichen mit dem Vernünftigen, denn das Natürliche ist nicht eher wiedergeboren, als wenn es verbunden ist mit dem Vernünftigen. Jene Verbindung geschieht durch den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß des Vernünftigen in das Gute und Wahre des Natürlichen, nämlich vom vernünftig Guten unmittelbar ins Gute des Natürlichen und durch dieses ins Wahre des Natürlichen. Mittelbar durch das Wahre des Vernünftigen ins Wahre des Natürlichen, und daher ins Gute des Natürlichen; von diesen Verbindungen ist die Rede. Diese können gar nicht entstehen als durch Mittel, die vom Herrn vorgesehen werden, und zwar durch solche, die dem Menschen ganz unbekannt sind, und von denen er kaum eine Vorstellung haben kann durch das, was dem Weltlicht angehört, d.h. was der natürlichen Erkenntnis bei ihm angehört, sondern durch dasjenige, was dem Himmelslicht, d.h. dem Vernunftlicht angehört. Aber doch sind alle jene Mittel im inneren Sinn des Wortes aufgedeckt, und werden denjenigen offenbar, die in jenem Sinn sind, somit den Engeln, die über diese Sache Unzähliges sehen und innewerden, wovon kaum eines der Fassungskraft des Menschen angemessen entwickelt und erklärt werden kann. Aber vermöge der Wirkungen und deren Zeichen wird es einigermaßen dem Menschen klar, wie sich jene Verbindung verhält. Denn das vernünftige Gemüt, d.h. das inwendigere Wollen und Verstehen beim Menschen muß sich gegenwärtig darstellen in seinem natürlichen Gemüt, wie dieses Gemüt im Angesicht und seinem Ausdrucke in der Weise, das wie das Angesicht der Ausdruck des natürlichen Gemütes ist, so das natürliche Gemüt der Ausdruck des vernünftigen Gemütes sein muß. Wenn Verbindung ist, wie bei denen, die wiedergeboren sind, dann stellt sich alles, was der Mensch innerlich in seinem Vernünftigen will und denkt, sichtbar in seinem Natürlichen und dieses sichtbar im Angesicht dar. Ein solches Angesicht haben die Engel, und ein solches Angesicht hatten auch die Uralten, die himmlische Menschen waren, denn sie fürchteten gar nicht, andere möchten ihre Zwecke und Absichten wissen, denn sie wollten nichts anderes als das Gute: denn wer sich vom Herrn führen läßt, beabsichtigt und denkt gar nichts anderes. Wenn der Zustand ein solcher ist, alsdann verbindet sich das Vernünftige in Ansehung des Guten unmittelbar mit dem Guten des Natürlichen, und durch dieses mit seinen Wahrheiten, und auch mittelbar durch das im Vernünftigen ihm verbundene Wahre mit dem Wahren des Natürlichen, und durch dieses mit dem Guten daselbst. Dadurch entsteht eine unzertrennliche Verbindung. Wie weit aber der Mensch heutigen Tages von diesem Zustand entfernt ist, somit vom himmlischen Stande, kann daraus erhellen, daß man glaubt, es gehöre zur bürgerlichen Klugheit, etwas anderes zu reden, sodann etwas anderes zu tun, auch etwas anderes mit der Miene zu zeigen, als was man denkt und beabsichtigt. Ja sogar das natürliche Gemüt so zu bestimmen, daß es mit seinem Angesicht zusammenwirke im Gegensatze von dem, was es inwendig denkt und will aus böser Absicht. Das war den Uralten ein Greuel, und solche wurden aus ihrer Gesellschaft als Teufel hinausgeworfen. Aus diesen als aus den Wirkungen und deren Zeichen wird klar, was die Verbindung des Vernünftigen oder des inwendigen Menschen in Ansehung des Guten und Wahren mit seinem Natürlichen oder äußeren Menschen ist, und so auch, wie beschaffen der Engelsmensch sei, und wie beschaffen der Teufelsmensch. 3574. "Und er trat hinzu und küßte ihn", 1. Mose 27/27, bedeutet Gegenwart und Vereinigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinzutreten, sofern es ist Gegenwart, und aus der Bedeutung von küssen, sofern es ist Vereinigung oder Verbindung aus Neigung: Nr. 3573; Daß küssen dies bedeutet, wird auch klar aus diesen Stellen im Wort, wie bei Ps.2/12: "Dienet dem Jehovah in Furcht, und küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege, weil entbrennen wird in kurzem Sein Zorn; selig alle, die vertrauen auf Ihn": wo vom Herrn (die Rede ist), Dessen Göttlich-Menschliches ist der Sohn; Ihn küssen heißt mit Ihm verbunden werden durch den aus der Liebe hervorgehenden Glauben. Ps.85/11: "Barmherzigkeit und Wahrheit sollen sich entgegenkommen, Gerechtigkeit und Frieden sollen sich küssen": Gerechtigkeit und Frieden sollen sich küssen für: sollen sich verbinden. Hos.13/1,2: "Geredet hat Ephraim Schauerliches, und ist schuldig geworden im Baal; und nun fahren sie fort sündigen, sie machen sich ein Gußbild aus ihrem Silber, in ihrer Verständigkeit Götzen, das Werk der Künstler ganz, ihnen selbst sagend, opfernd einen Menschen, Kälber küssen sie": Ephraim (steht) für Einsicht, hier die eigene, d.h. für diejenigen, die nicht glauben und wollen, daß sie vom Herrn weise seien; Gußbild aus ihrem Silber, für das verfälschte Gute; das Werk der Künstler ganz, für eigene Verständigkeit. Die so beschaffen sind, von denen wird gesagt, daß sie Kälber küssen, d.h. zur Zauberei greifen und sich an dieselbe halten. 1.Kön.19/18: "Jehovah sprach zu Elias, übrig habe Ich sein lassen in Israel siebentausend, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal, und aller Mund, der ihn nicht geküßt hat": küssen für aus Neigung sich verbinden, somit verehren. 3575. "Und er roch den Geruch seiner Kleider", 1. Mose 27/27, bedeutet das Wohlgefällige aus dem Gutwahren, das er inne wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geruchs, sofern er ist das Wohlgefällige, wovon Nr. 925, und von riechen, sofern es ist innewerden, was wohlgefällig; und aus der Bedeutung der Kleider, sofern diese ist das Wahre, wovon Nr. 297, 1073, 2576; und weil es die des Esau waren, der hier gemeint ist durch das Wort "seine", und durch Esau das Gute des Natürlichen vorgebildet wird, so ist es das Wahre des Guten, das bezeichnet wird. Das Wahre des Guten ist dasjenige, das durch den unmittelbaren und mittelbaren Einfluß des Vernünftigen, wovon Nr. 3573, im Natürlichen erzeugt wird. Dieses Wahre war es, das verlangt wurde; aber weil dasselbe durch den unmittelbaren Einfluß vom Guten des Vernünftigen nicht erzeugt werden konnte, wenn nicht zugleich durch den mittelbaren, d.h. durch das Wahre des Vernünftigen, und zwar nur durch mehrere Vermittlungen, nämlich durch diejenigen, die durch Esau und Jakob im inneren Sinn hier beschrieben werden, darum wird durch "riechen den Geruch seiner Kleider" bezeichnet das Wahre des Guten, das empfunden wurde. 3576. "Und segnete ihn", 1. Mose 27/27, bedeutet Verbindung so. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, das ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565. Aus diesen einzelnen Umständen, die von Esau und Jakob gesagt werden, kann erhellen, daß das Gute des Vernünftigen sich innig verbunden hat mit dem Guten des Natürlichen, und durch das Gute daselbst mit dem Wahren; denn Jischak bildet vor das Vernünftige in Ansehung des Guten, Rebecka das Vernünftige in Ansehung des Wahren, Esau das Gute des Natürlichen, und Jakob das Wahre desselben. Daß das Vernünftige in Ansehung des Guten, welches ist Jischak, sich innigst verbunden hat mit dem Guten des Natürlichen, welches ist Esau, und nur mittelbar mit dem Wahren des Natürlichen, welches ist Jakob, wird daraus klar, daß Jischak den Esau im Sinne hatte, als er den Segen zu Jakob sprach, und damals nicht an Jakob dachte, sondern an Esau. Wer einen Segen spricht, segnet denjenigen, an den er denkt; nicht aber denjenigen, an den er nicht denkt; aller Segen geht aus vom Inwendigeren. Derjenige, der mit dem Munde ausgesprochen wird, hat aus dem Wollen und Denken dessen, der segnet, Leben in sich; daher gehört er wesentlich demjenigen, dem er (ihn zuwenden) will, und an den er denkt. Wer ihn vorwegnimmt, und so ihn zum seinigen macht, bei dem ist er, wie etwas Gestohlenes, das dem anderen wieder erstattet werden soll. Daß Jischak, da er segnete, an Esau dachte, und nicht an Jakob, kann aus allem und jedem erhellen, was vorhergeht, wie aus 1. Mose 27/18,19, wo Jischak zu Jakob sagte: "Wer bist du, mein Sohn, und Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener"; aus 1. Mose 27/21-23: "Jischak sprach zu Jakob: Tritt doch herzu und ich will dich betasten, mein Sohn, ob du mein Sohn Esau bist, oder nicht"; und nachdem er ihn betastet, sprach er: "Die Stimme ist die Stimme Jakobs, die Hände sind die Hände Esaus, und er kannte ihn nicht"; sodann aus 1. Mose 27/24: "und er sprach: Bist du mein Sohn Esau? und er sprach: Ich bin es"; und zuletzt, da er ihn küßte, roch er den Geruch seiner Kleider, nämlich Esaus, und als er ihn dann segnete, sprach er: "Siehe, (das ist) der Geruch meines Sohnes". Hieraus erhellt, daß durch den Sohn, den er segnete, kein anderer gemeint war als Esau; daher auch, als er von Esau hörte, daß es Jakob gewesen sei, wurde Jischak ergriffen von einem großen Schrecken: 1. Mose 27/33, und sprach: "dein Bruder ist gekommen mit Betrug": Vers 35; daß aber Jakob den Segen behalten hat, nachdem was 1. Mose 27/33,37 gesagt wird, ist deswegen, weil das durch Jakob vorgebildete Wahre eine Zeitlang scheinbar herrschen sollte, wie oben einige Male gezeigt wurde. Aber nach vollbrachter Zeit der Besserung und Wiedergeburt, tritt das Gute selbst, das inwendigst verborgen war, und von da aus alles und jedes ordnete, was dem Wahren anzugehören schien, oder was das Wahre für sich in Anspruch genommen hatte, hervor und herrscht frei offenbar; und dies wird bezeichnet durch das, was Jischak zu Esau sagte: "ob deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen, und es wird geschehen, wenn du herrschest, so wirst du reißen sein Joch von deinem Halse": 1. Mose 27/40. Der innere Sinn hiervon ist, daß, solange das Wahre dem Guten verbunden wird, das Gute an untergeordneter Stelle sei dem Schein nach, aber (später) an erster Stelle sein werde; und dann werde die Verbindung des Vernünftigen mit dem Guten des Natürlichen und durch dieses mit dem Wahren stattfinden; und so werde das Wahre dem Guten angehörig werden; demnach werde dann Esau vorbilden das eigentlich Gute des Natürlichen, und Jakob das eigentlich Wahre desselben, (beides) verbunden mit dem Vernünftigen; somit im höchsten Sinne das göttlich Natürliche des Herrn, Esau in Ansehung des göttlich Guten, und Jakob in Ansehung des göttlich Wahren daselbst. 3577. "Wie der Geruch des Feldes", 1. Mose 27/27, bedeutet, wie aus gutem Boden, aus dem das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geruchs des Feldes, sofern er ist das Innewerden des Wahren aus dem Guten, gleichsam wie der Ausdünstung aus der Ernte im Felde. Daß das Feld guter Boden ist, sehe man Nr. 3500. Daß der Geruch das Innewerden ist, kommt daher, weil die Annehmlichkeiten des Guten und die Lieblichkeiten des Wahren, die im anderen Leben empfunden werden, dort auch durch entsprechende Gerüche sich äußern, man sehe Nr. 1514, 1517, 1518, 1519. Hieraus und aus der Entsprechung wird klar, daß der Geruch nichts anderes ist, als ein Innewerden, aber ein natürliches, entsprechend dem geistigen Innewerden. 3578. "Das gesegnet hat Jehovah", 1. Mose 27/27, bedeutet, das gemehrt und fruchtbar gemacht wird aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Segnen Jehovahs, sofern es ist gemehrt werden in betreff des Wahren, und fruchtbar gemacht werden in betreff des Guten, wovon Nr. 2846, 3406. 3579. "Und geben wird dir Gott vom Tau des Himmels" bedeutet aus dem göttlich Wahren, "und von den Fettigkeiten der Erde", 1. Mose 27/28, bedeutet aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Himmelstaues, sofern er ist das Wahre, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Fettigkeiten, sofern sie sind das Gute, wovon Nr. 353, beides göttlich im höchsten Sinn, in dem es vom Herrn gesagt wird. Mit der Vermehrung des Wahren und der Befruchtung des Guten verhält es sich so: Wenn das Vernünftige ins Natürliche einfließt, so bildet es dort sein Gutes in einer allgemeinen Form. Durch dieses Gute erzeugt es dort Wahrheiten, beinahe wie das Leben Fibern (fibros) schafft im Menschen, und sie in Formen bringt den Nutzzwecken gemäß. Jenes Gute bringt, durch diese in eine himmlische Form gebrachten Wahrheiten, wieder Gutes hervor, und durch dieses Gute wieder Wahres, welches Abstammungen sind. Eine solche natürliche Vorstellung kann man haben über die Bildung des Wahren vom Guten, und wieder des Guten durch das Wahre, wodurch sich aufs neue Wahres bildet. Aber eine geistige Vorstellung hiervon können nur diejenigen haben, die im anderen Leben sind, denn dort werden die Vorstellungen gebildet vom Himmelslicht, in dem Einsicht ist. Daß der Tau das Wahre bedeutet, erhellt auch sonst aus dem Wort; wie bei Sach.8/12: "Same des Friedens, der Weinstock wird geben seine Frucht, und das Land wird geben sein Gewächs, und die Himmel werden geben ihren Tau": wo von einer neuen Kirche (die Rede ist). Der Weinstock wird geben seine Frucht, soviel als: das Geistige der Kirche oder das Wahre des Glaubens wird geben das Gute; und das Land wird geben sein Gewächs, soviel als: das Himmlische der Kirche oder das Gute der Liebtätigkeit wird geben das Wahre. Der Tau, den die Himmel geben werden, bezeichnet solches. Haggai 1/9,10: "Um meines Hauses willen, das verwüstet ist, sind über euch abgeschlossen die Himmel vom Tau, und das Land ist abgeschlossen von seinem Gewächs": der Himmel Tau und des Landes Gewächs, die gehemmt, bezeichnen ähnliches. Ps.110/3,4: "Aus dem Mutterschoß der Morgenröte dir den Tau deiner Geburt": vom Herrn. Tau der Geburt für das Himmlische der Liebe. 5. Mose 33/13: "Gesegnet von Jehovah (ist) sein Land von Köstlichem des Himmels, vom Tau, vom Abgrund auch der unten liegt": von Joseph. Köstliches des Himmels ist Geistiges: Nr. 3166, welches hier ist der Tau, Abgrund, der unten liegt, ist Natürliches. 5. Mose 33/28: "Es wohnte Israel sicher, einsam an der Quelle Jakobs, im Lande des Getreides und des Mostes, auch die Himmel träufelten Tau": auch hier ist Tau, den die Himmel träufelten, soviel als Geistiges, das dem Wahren angehört. Tau im echten Sinn ist das Gutwahre (Boni verum), das aus dem Stand der Unschuld und des Friedens hervorgeht; denn durch den Morgen oder die Morgenröte, wann der Tau herabkommt, werden jene Zustände bezeichnet: Nr. 2333, 2405, 2540, 2780; daher war auch das Manna, das vom Himmel kam, zugleich mit dem Tau, der in der Morgenzeit herabkam, wie erhellen kann 2. Mose 16/13,14: "In der Frühzeit war eine Lage von Tau um das Lager her, und da aufhörte die Taulage, siehe, da war auf der Oberfläche der Wüste etwas zerstoßen Rundes, zerstoßen wie reif auf der Erde". 4. Mose 11/9: "Wann der Tau herabkam auf das Lager des Nachts, kam Manna herab auf dasselbe": weil das Manna himmlisches Brot war, bedeutete es im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Guten, daher beim Menschen das Himmlische der Liebe; denn dieses ist vom Göttlichen des Herrn: Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177, 3464, 3478. Der Tau, in dem und mit dem das Manna herabkam, (steht) für das göttlich Wahre im höchsten Sinne, und für das geistig Wahre beim Menschen im bezüglichen Sinn. Die Frühzeit ist der Zustand des Friedens, in dem jenes Gute: Nr. 92, 93, 1726, 2780, 3170. Weil der Tau das Wahre, das vom Guten (kommt), bedeutet, oder was gleich, das Geistige, das vom Himmlischen, darum wird auch das geistig Wahre im Wort dem Tau verglichen; denn was bezeichnet, dient auch zur Vergleichung derselben Sache, wie Jes.18/4: "So sprach Jehovah zu mir: Ich will ruhen und schauen in Meiner Wohnung, gleich einer heiteren Wärme über dem Lichte, gleich einer Tauwolke, wenn die Ernte warm wird". Hos.6/4; 13/3: "Was soll ich dir tun, Ephraim, was soll ich dir tun, Jehudah, weil eure Heiligkeit gleich der Wolke der Morgenröte, und gleich dem Tau, der des Morgens fällt". Hos.14/6: "Sein werde Ich, wie Tau dem Israel, er wird aufsprossen wie eine Lilie und Wurzeln schlagen, wie der Libanon". Micha 5/6: "Sein werden die Überreste Jakobs inmitten vieler Völker, wie Tau von Jehovah, wie Tropfen auf dem Kraute". Ps.133/2,3: "Wie das gute Öl auf dem Haupt, das herabkommt auf den Rand der Kleider Aharons, wie der Tau des Chermon, der herabkommt auf die Berge Zions, weil daselbst geboten hat Jehovah den Segen des Lebens bis in Ewigkeit". 5. Mose 32/2: "Herabfließen wird wie Regen meine Lehre, träufeln wird wie Tau mein Wort, wie Tröpfchen aufs Gras, und wie Tropfen aufs Kraut": hier steht Tau für Mehrung des Wahren aus dem Guten, und für Befruchtung des Guten durchs Wahre; und weil es der Tau ist, der an jedem Morgen das Feld und den Weinberg fruchtbar macht, wird selbst das Gute und Wahre bezeichnet durch das Getreide und den Most, worüber folgt. 3580. "Und eine Menge Getreide" bedeutet daher das natürlich Gute, "und Most", 1. Mose 27/28, bedeutet daher das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von Getreide, sofern es ist das Gute, und aus der Bedeutung von Most, sofern es ist das Wahre. Wenn sie gesagt werden vom Natürlichen, so bedeuten sie das natürlich Gute und Wahre, und dann wird vom Vernünftigen gesagt Brot und Wein. Daß das Brot das himmlisch Gute ist, sehe man Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177, 3464, 3478; und daß der Wein das Geistige ist, somit das Wahre aus dem Guten: Nr. 1071, 1798. Daß das Getreide und der Most jenes bedeuten, kann auch aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Haggai 1/10,11: "Verschlossen sind die Himmel vom Tau, und die Erde ist verschlossen von ihrem Gewächs, und Ich habe gerufen die Dürre auf die Erde, und auf die Berge, und auf das Getreide, und auf den Most, und auf das, was hervorbringt die Erde": hier steht Dürre für Mangel an Tau und Regen, somit für Mangel des Wahren aus irgendeinem Guten. Dürre auf das Getreide ist Mangel des Guten, und Dürre auf den Most ist Mangel des Wahren. 5. Mose 33/28: "Wohnen wird Israel sicher, einsam am Quell Jakobs, im Lande des Getreides und des Mosts, und seine Himmel werden Tau träufeln": einsam für diejenigen, die nicht angefochten werden von Bösem und Falschem: Nr. 139, 471: Land des Getreides und des Mosts für das Gute und Wahre der Kirche. Hos.14/6-8: "Sein werde Ich wie Tau dem Israel, er wird aufsprossen wie eine Lilie, und seine Wurzel schlagen wie der Libanon; gehen werden seine Zweige, und es wird sein wie der Ölbaum seine Ehre, und ein Geruch ihm wie des Libanon; wiederkommen werden, die da wohnen in seinem Schatten, lebendig machen werden sie Getreide, und erblühen wie der Weinstock, sein Gedächtnis wie der Wein Libanons": wo Getreide für das geistig Gute, Wein für das geistig Wahre. Jes.24/6,7: "Der Fluch wird fressen das Land, trauern wird der Most, verschmachten wird der Weinstock, seufzen werden alle, die fröhlichen Herzens sind": hier von der Verwüstung der geistigen Kirche. Trauern wird der Most, soviel als: das Wahre wird aufhören. Jerem.31/11,12: "Erlöset hat Jehovah Jakob, kommen und singen werden sie auf der Höhe Zions, und zusammenströmen zum Guten Jehovahs, zum Getreide und zum Most, und zum Öl, und zu den Söhnen der Schaf- und Rinderherde": Getreide und Most für das Gute und daher das Wahre; Öl für das Gute, aus dem jenes und was aus jenem. Söhne der Schaf- und Rinderherde für das Wahre, das so daraus kommt; und weil es dies bedeutet, wird es genannt das Gute Jehovahs. Hos.2/8,9: "Dieselbe weiß nicht, daß Ich ihr gegeben habe Getreide und Most und Öl; und das Silber gemehrt habe und das Gold, das sie dem Baal machten, darum werde Ich umkehren, und nehmen mein Getreide und meinen Most in seiner bestimmten Zeit, und entreißen meine Wolle und meinen Flachs": hier von der verdorbenen Kirche. Und es ist klar, daß durch Getreide nicht bezeichnet wird Getreide, auch nicht Most durch Most, und auch durch Öl, Silber, Gold, Wolle und Flachs nicht solches, sondern was geistig ist, d.h. Sache des Guten und Wahren. Ebenso wo gehandelt wird von der neuen Kirche, bei Hos.2/20-22: "Verloben will Ich dich Mir im Glauben, und du wirst erkennen Jehovah, und es wird geschehen an jenem Tage, hören werde Ich die Himmel, und diese werden hören die Erde, und die Erde wird hören das Getreide und den Most, und das Öl, und diese werden hören Israel": Israel für die neue Kirche. Joel 1/5,10: "Wachet auf ihr Betrunkenen, und weinet, und heulet alle Weintrinker, wegen des Mosts, daß er ausgeschieden worden aus eurem Munde; verwüstet ist das Feld, es trauert das Land, weil verwüstet ist das Getreide, vertrocknet der Most, verschmachtet das Öl". Joel 2/23,24: "Söhne Zions, freuet euch, und seid fröhlich in Jehovah, eurem Gott, weil Er euch gegeben hat Frühregen zur Gerechtigkeit, und auch herabkommen lassen wird Früh- und Spätregen im Ersten (Anfang), und werden gefüllt werden die Tennen mit reinem Getreide, und ausströmen werden die Keltern Most und Öl". Joel 4/18 (oder 3/18): "Es wird geschehen an jenem Tage, träufeln werden die Berge Most, und die Hügel werden fließen mit Milch, und alle Bäche Jehovahs werden fließen mit Wasser, und ein Quell wird vom Hause Jehovahs ausgehen": hier (ist die Rede) vom Reich des Herrn. Es sind geistige Dinge, die durch Most, durch Milch, und durch Wasser bezeichnet werden, deren Überfluß so beschrieben wird. Sach.9/16,17: "Erhalten wird sie Jehovah, ihr Gott, an jenem Tage, wie eine Herde sein Volk, denn wie groß ist Seine Güte, und wie groß Seine Schönheit; Getreide wird Jünglinge, und Most wird aufsprossen machen Jungfrauen". Ps.65/10,14: "Du suchest das Land heim, und ergötzest dich daran, sehr reich machst du es, der Bach Gottes ist voll Wasser, du bereitest ihr Getreide, es kleiden sich die Wiesen mit der Schafherde, und die Täler werden bedeckt mit Getreide; ertönen sollen sie, auch singen". Hieraus wird klar, was Getreide und Most. 3581. "Dienen werden dir Völker" bedeutet Wahrheiten der Kirche; "und bücken werden sich vor dir Nationen", 1. Mose 27/29, bedeutet Wahrheiten des Guten. Dies erhellt daraus, daß dienen als Prädikat den Wahrheiten beigelegt wird, wovon Nr. 2867, 3409; und aus der Bedeutung der Völker, sofern es sind Wahrheiten, wovon Nr. 1259, 1260, 2928, 3295. Durch die zuerst genannten Völker werden bezeichnet Wahrheiten der Kirche, die geistige Wahrheiten genannt werden, und durch die zum zweitenmal genannten Völker Wahrheiten des Guten, die geistig Gutes sind, und beziehungsweise Wahrheiten genannt werden; das Gute der Liebtätigkeit sind solche Wahrheiten. Weil dieser Unterschied ist, werden auch die Völker an erster und zweiter Stelle nicht mit dem gleichen Wort in der hebräischen Sprache, aber mit einem gleichwohl verwandten ausgedrückt. 3582. "Sei ein Herr über deine Brüder", 1. Mose 27/29, bedeutet die erste scheinbare Herrschaft der Neigung zum natürlich Wahren über die Neigungen zum natürlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Herr sein", sofern es Herrschaft ist; und aus der Bedeutung der Brüder, sofern es sind die Neigungen zum Guten, hier zum natürlichen, wovon Nr. 367, 2360, 3303. Über die scheinbare Herrschaft des Wahren über das Gute, wie sie zuerst stattfindet, sehe man Nr. 3324, 3325, 3330, 3332, 3336, 3470, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570. HG 3583 3583. "Und bücken werden sich vor dir die Söhne deiner Mutter", 1. Mose 27/29, bedeutet, über die übrigen Neigungen zum Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern es ebenfalls Wahrheiten sind, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie ist die Neigung zum geistig Wahren, und daher die Kirche, weil sie von wegen des Wahren und der Neigung dazu Kirche ist und so genannt wird, wovon Nr. 289, 2691, 2717. 3584. "Die dir fluchen, seien verflucht", bedeutet, wer sich scheidet, wird geschieden sein, "und die dich segnen, seien gesegnet", 1. Mose 27/29, bedeutet, wer sich verbindet, wird verbunden sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von verflucht werden, sofern es ist geschieden werden, und von gesegnet werden, sofern es ist verbunden, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565. Es wird dies ausgesagt vom Wahren, und durch die Fluchenden wird bezeichnet Falsches, das sich vom Wahren scheidet, und durch die Segnenden Wahres, das sich an das übrige anschließt; denn mit den Wahrheiten und Gutheiten verhält es sich so, daß sie unter sich eine Gesellschaft bilden, und endlich gleichsam eine Gemeinde (unam civitatem) ausmachen. In solcher Weise gesellen sie sich auch zusammen. Dies hat seinen Grund in der Form des Himmels, in der die Engel nach den Blutsfreundschaften und Verwandtschaften des Guten und des Wahren geordnet sind, und so zusammen ein Reich oder eine Gemeinde bilden. Von da aus fließt Wahres und Gutes beim Menschen ein, und wird bei ihm in die gleiche Form gebracht, und zwar allein vom Herrn. Wie sich aber dieses verhalte, wird augenscheinlicher erhellen aus der Entsprechung des Größten Menschen, welcher ist der Himmel, mit allem und jedem, was beim Menschen ist. Von dieser Entsprechung, wird aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, am Ende der Kapitel geredet werden. Aus Obigem wird nun klar, was der Segen Jischaks, der zu Jakob gesprochen, aber auf Esau gemeint wurde, in sich schließt, nämlich die Befruchtung des Guten durch die Vermehrung des Wahren, und wieder die Befruchtung von diesem. 3585. Vers 30-33: Und es geschah, als Jischak geendet hatte, Jakob zu segnen, und als eben hinausging Jakob von dem Angesichte Jischaks, seines Vaters, kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd. Und es machte auch er ein feines Essen, und brachte es seinem Vater, und sprach zu seinem Vater: Es stehe auf mein Vater, und esse von der Jagd seines Sohnes, auf daß mich segne deine Seele. Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Wer bist du? Und er sprach: Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau. Und Jischak ward ergriffen von einem großen Schrecken und sprach: Wer nun ist jener, der gejagt hat eine Jagd, und mir gebracht, und ich aß von allem, ehe du gekommen bist, und ich habe ihn gesegnet? er wird auch gesegnet sein. "Und es geschah, als Jischak geendet hatte, Jakob zu segnen" bedeutet, als die erste Verbindung so geschehen; "und als eben hinausging Jakob von dem Angesichte Jischaks, seines Vaters" bedeutet das Fortschreiten und die Veränderung des Zustands; "kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd" bedeutet das Wahre des Guten und seine Ankunft; "und es machte auch er ein feines Essen, und brachte es seinem Vater" bedeutet Wünschenswertes und Ergötzliches dem göttlich Vernünftigen; "und sprach zu seinem Vater: Es stehe auf mein Vater, und esse von der Jagd seines Sohnes" bedeutet, er möge sich aneignen das Wahre des natürlich Guten; "auf daß mich segne deine Seele" bedeutet, er möge es verbinden; "da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Wer bist du? Und er sprach: Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau" bedeutet den Zustand des Innewerdens in betreff des natürlich Guten und des Wahren daher; "und Jischak ward ergriffen von einem großen Schrecken" bedeutet große Bestürzung über die Umkehrung des Zustandes; "und sprach: Wer nun ist jener, der gejagt hat eine Jagd, und mir gebracht" bedeutet Nachforschung in betreff jenes Wahren; "und ich aß von allem, ehe du gekommen bist" bedeutet, es sei angeeignet worden; "und ich habe ihn gesegnet? er wird auch gesegnet sein" bedeutet, es sei verbunden worden. 3586. "Und es geschah, als Jischak geendet hatte, Jakob zu segnen", 1. Mose 27/30, bedeutet, als die erste Verbindung so geschehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584; somit "wie er geendet hatte zu segnen", heißt, als die Verbindung geschehen. Daß es die erste gewesen mit dem Wahren, das durch Jakob vorgebildet wird, wird aus dem oben Gesagten klar. 3587. "Und als eben hinausging Jakob von dem Angesichte Jischaks, seines Vaters", 1. Mose 27/30, bedeutet das Fortschreiten und die Veränderung des Zustands. Dies erhellt aus der Bedeutung vom hinausgehend hinausgehen von den Angesichten, sofern es bezeichnet, als dasjenige, was durch Jakob vorgebildet wurde, aufhörte; somit als der Zustand sich änderte. Denn jetzt wird von Esau gehandelt, und im inneren Sinn vom Guten des Natürlichen, wie dieses aus dem Innersten hervortritt, wie oben gesagt worden, und sich offenbart, und wenn die Besserung durch den Dienst des Wahren vollbracht worden, die Herrschaft hat. 3588. "Kam Esau, sein Bruder, von seiner Jagd", 1. Mose 27/30, bedeutet das Gutwahre und sein Ankunft. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon oben; aus der Bedeutung von kommen, sofern es ist Ankunft; und aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie ist das Wahre, das aus dem Guten, wovon Nr. 3501. 3589. "Und es machte auch er ein feines Essen und brachte es seinem Vater", 1. Mose 27/31, bedeutet Wünschenswertes und Ergötzliches dem göttlich Vernünftigen. Dies erhellt aus der Bedeutung des feinen Essens, sofern es ist Angenehmes, das dem Guten, und Liebliches, das dem Wahren angehört, wovon Nr. 3502, 3536. Das Angenehme, das dem Guten angehört, ist Wünschenswertes; und Liebliches, das dem Wahren angehört, ist Ergötzliches; denn die Neigung zum Guten ist es, das wünscht, und dann die Neigung zum Wahren, die ergötzt. 3590. "Und sprach zu seinem Vater: Es stehe auf mein Vater, und esse von der Jagd seines Sohnes", 1. Mose 27/31, bedeutet, er möge sich aneignen das Wahre des natürlich Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, der hier ist Vater, sofern er ist das Gute des Vernünftigen, wovon früher öfters; aus der Bedeutung von essen, sofern es ist aneignen, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, und aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie ist das Wahre des natürlich Guten, wovon Nr. 3588. 3591. "Auf daß mich segne deine Seele", 1. Mose 27/31, bedeutet, er möge es verbinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. 3592. "Da sprach zu ihm Jischak, sein Vater: Wer bist du? und er sprach: ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau", 1. Mose 27/32, bedeutet den Zustand des Innewerdens in betreff des natürlich Guten und des Wahren daher. Dies erhellt aus dem, was Nr. 3548, 3549, 3550 zu 1. Mose 27/18,19 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 3593. "Und Jischak ward ergriffen von einem großen Schrecken (Schauder)", 1. Mose 27/33, bedeutet große Bestürzung über die Umkehrung des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schauders, sofern es ist Bestürzung. Daß es über die Umkehrung des Zustandes ist, wird aus demjenigen klar, was oben über die zwei Zustände des Menschen, der wiedergeboren wird, gesagt wurde: über den Zustand ehe er wiedergeboren ist, und über den Zustand nachdem er wiedergeboren ist; daß nämlich im Zustand, ehe er wiedergeboren ist, die Wahrheiten scheinbar herrschen, hingegen in dem Zustande, nachdem er wiedergeboren ist, die Wahrheiten zurücktreten und das Gute die Herrschaft wieder bekommt, worüber man sehe was früher öfters gezeigt wurde: Nr. 1904, 2063, 2189, 2697, 2979, 3286, 3288, 3310, 3325, 3330, 3332, 3336, 3470, 3509, 3539E, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3579. 3594. "Und sprach: Wer nun ist jener, der gejagt hat eine Jagd, und mir gebracht", 1. Mose 27/33, bedeutet Nachforschung in betreff jenes Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, von dem es hier heißt: "wer ist jener", sofern es ist das Natürliche in Ansehung des Wahren, wovon oben; und aus der Bedeutung der Jagd, sofern sie ist das Wahre aus dem Guten, wovon Nr. 3501. Hier ist es die Nachforschung in betreff jenes Wahren, ob es aus dem Guten (hervorgeht). 3595. "Und ich aß von allem, ehe du gekommen bist", 1. Mose 27/33, bedeutet, es sei angeeignet worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es ist angeeignet werden, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E. 3596. "Und ich habe ihn gesegnet, er wird auch gesegnet sein", 1. Mose 27/33, bedeutet, es sei verbunden worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist verbunden werden, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. Wie es sich mit der Aneignung und Verbindung des durch Jakob vorgebildeten Wahren verhält, kann aus demjenigen erhellen, was früher gesagt wurde. Weil dieses von solcher Art ist, daß es über die Fassungskraft des natürlichen Menschen hinausgeht, und nur gesehen werden kann in dem Licht, in dem der vernünftige oder inwendige Mensch ist, in welchem Licht heutzutage wenige sind, weil wenige wiedergeboren, deswegen ist es besser, dieses nicht mehr zu erläutern, denn die Erläuterung von unbekannten und die Fassungskraft übersteigenden Dingen heißt nicht ins Licht, sondern noch mehr in Schatten setzen. Abgesehen davon, daß solches zu gründen wäre auf Vorstellungen natürlicher Wahrheiten, durch die es begriffen werden sollte, die aber heutzutage auch fehlen. Ebendarum ist das gleich Vorhergehende so kurz, und nur nach dem inneren Sinn der Worte erklärt worden. Aus demjenigen, was vorhergeht, kann erhellen, was das in sich schließt, daß Jischak sich von seinem Sohne eine Jagd ausgebeten hat, um davon zu essen, ehe er ihn segnete, und daß er nicht eher gesegnet hat, als nachdem er gegessen hatte, und daß so nach dem Essen die Segnung desjenigen folgte, der es gemacht und hergebracht hat, wie auch klar ist aus Jischaks Worten, hier in Beziehung auf Jakob: "er hat mir gebracht, und ich aß von allem, ehe du gekommen bist, und ich habe ihn gesegnet, und er wird auch gesegnet sein"; die Ursache wird klar aus dem inneren Verständnis der Bräuche der Alten Kirche, denn das Essen bedeutete bei ihnen die Aneignung und Verbindung, und zwar die Verbindung mit demjenigen, bei dem oder von dessen Brot sie gegessen hatten. Speise im allgemeinen bezeichnete dasjenige, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört, d.h. das gleiche, was himmlische und geistige Speise. Das Brot dabei (bezeichnete), was der Liebe zum Herrn, und der Wein, was der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört. Wurde dieses angeeignet, so waren sie verbunden. So redeten sie miteinander aus Zuneigung, und gesellten sich zusammen. Die Gastmähler bei den Alten waren nichts anderes, die Essen von dem Geheiligten in der jüdischen Kirche bildeten auch nichts anderes vor, die Liebesmahle und das Abendmahl in der ersten christlichen Kirche schlossen auch nichts anderes in sich. 3597. Vers 34-40: Und Esau hörte die Worte seines Vaters, und rief aus mit einem großen und gar sehr bitteren Ausruf, und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater. Und er sprach: Dein Bruder ist gekommen in Betrug, und hat deinen Segen genommen. Und er sprach: Hat man nicht (mit Recht) seinen Namen Jakob genannt, denn es hat mich derselbe zweimal untertreten: meine Erstgeburt hat er genommen, und siehe, nun hat er auch genommen meinen Segen; und er sprach: hast du mir nicht aufbehalten einen Segen? Da antwortete Jischak und sprach zu Esau: Siehe, zum Herrn habe ich ihn dir gesetzt, und alle seine Brüder gegeben ihm zu Knechten, und mit Getreide und mit Most habe ich ihn ausgestattet, und was soll ich dir nun tun, mein Sohn? Und Esau sprach zu seinem Vater: Hast du nur diesen einen Segen, mein Vater? segne mich auch, mein Vater! und Esau erhob seine Stimme und weinte. Da antwortete Jischak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe, von den Fettigkeiten der Erde wird sein deine Wohnung, und vom Tau des Himmels von oben. Und ob deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen, und es wird geschehen, wenn du herrschest, so wirst du wegreißen sein Joch von deinem Halse. "Und Esau hörte die Worte seines Vaters" bedeutet die Wahrnehmung des natürlich Guten aus dem göttlich Guten; "und rief aus mit einem großen und gar sehr bitteren Ausruf" bedeutet seine große Bestürzung über die Umkehrung des Zustandes; "und sprach zu seinem Vater: Segne mich auch, mein Vater" bedeutet, er wünschte die Verbindung, obwohl durch dasselbe das Wahre verbunden worden; "und er sprach: Dein Bruder ist gekommen in Betrug" bedeutet das Umgekehrte der Ordnung; "und hat deinen Segen genommen" bedeutet Verbindung so; "und er sprach: Hat man nicht (mit Recht) seinen Namen Jakob genannt" bedeutet seine Beschaffenheit; "denn es hat mich derselbe zweimal untertreten" bedeutet, er habe die Ordnung umgekehrt; "meine Erstgeburt hat er genommen" bedeutet den Vorrang; "und siehe, nun hat er auch genommen meinen Segen" bedeutet die Verbindung; "und er sprach: hast du mir nicht aufbehalten einen Segen" bedeutet, ob er nicht etwas habe für die Verbindung in jenem früheren Zustand; "da antwortete Jischak und sprach zu Esau" bedeutet die Belehrung; "siehe, zum Herrn habe ich ihn dir gesetzt" bedeutet, er soll in jenem Zustand herrschen; "und alle seine Brüder gegeben ihm zu Knechten" bedeutet der Neigung zum Wahren seien alsdann die Neigungen zum Guten dem Schein nach untergeordnet; "und mit Getreide und mit Most habe ich ihn ausgestattet" bedeutet wie früher, sein Gutes und Wahres; "und was soll ich dir nun tun, mein Sohn" bedeutet das Gute habe in jenem Zustand nichts anderes; "und Esau sprach zu seinem Vater" bedeutet die Wahrnehmung des natürlich Guten; "hast du nur diesen einen Segen, mein Vater" bedeutet, ob ein anderes beigefügt werden könne aus dem natürlich Guten alsdann; "segne mich auch, mein Vater" bedeutet, er wünschte die Verbindung, obwohl durch dasselbe das Wahre verbunden worden; "und Esau erhob seine Stimme und weinte" bedeutet einen noch höheren Grad der Bestürzung; "da antwortete Jischak, sein Vater, und sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden betreffend das natürlich Gute, daß es werde göttlich werden; "siehe, von den Fettigkeiten der Erde wird sein deine Wohnung" bedeutet aus dem göttlich Guten Leben; "und vom Tau des Himmels von oben" bedeutet aus dem göttlich Wahren; "und ob deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen" bedeutet, so lange das Wahre dem Guten verbunden wird, werde es dem Schein nach an unterer Stelle sein; "und es wird geschehen, wenn du herrschest" bedeutet, es wird an erster Stelle sein; "so wirst du wegreißen sein Joch von deinem Halse" bedeutet, daß durch das Gute alsdann Verbindung, und daß das Wahre ihm zu eigen sein werde. 3598. Weil das, was die Verse 34-38 enthalten, solcherlei ist, was oben erklärt wurde, und das, was es in sich schließt, aus dem früher Gesagten erhellen kann, deswegen wird unterlassen, dasselbe nach dem inneren Sinn weiter zu erklären; nur der Inhalt des 39. und 40. Verses, der sich auf den Segen Esaus von seinem Vater Jischak bezieht, soll erläutert werden. 3599. "Da antwortete Jischak, sein Vater, und sprach zu ihm", 1. Mose 27/39, bedeutet das Innewerden betreffend das natürlich Gute, daß es werde göttlich werden. Dies erhellt aus der Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des Guten bei ihm, wovon Nr. 3012, 3194, 3210; aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfter; und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, zu dem er es sprach, sofern er ist das natürlich Gute, wovon ebenfalls oben mehrmals. Daß es werde göttlich werden, erhellt aus dem Segen, von dem folgt. Oben wurde gesagt, daß Esau das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbilde, und Jakob Sein göttlich Natürliches in Ansehung des göttlich Wahren. Hier aber, daß Esau vorbilde das natürlich Gute, das göttlich werden sollte; und im Vorhergehenden, Jakob habe vorgebildet das natürlich Wahre, das ebenfalls werde göttlich werden. Wie sich dies verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3494 und 3576 gesagt wurde. Damit dieses noch klarer werde, soll es mit wenigem gesagt werden: Das natürlich Gute, das Esau zuerst vorbildet, ist das Natürliche der Kindheit des Herrn, das göttlich war vom Vater, aber menschlich von der Mutter her, und in dem Maß, als es von der Mutter (stammte), war es mit erblich Bösem behaftet. Weil es so beschaffen war, konnte es nicht alsbald in einer solchen Ordnung sein, daß es das Göttliche, das inwendigst war, aufnehmen konnte, sondern es mußte vorher in die Ordnung gebracht werden vom Herrn. Ebenso verhält es sich mit dem Wahren, das durch Jakob vorgebildet wird; denn wo das Gute ist, da muß auch das Wahre sein, auf daß es ein Etwas (sei). Alles Denken ist Sache des Wahren (und) schließt sich dem Willen an, welcher ist Sache des Guten, auch bei den Kindern. Nachdem also der Herr das Natürliche in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren in Ihm in die Ordnung gebracht hat, und zwar in eine solche, daß es das Göttliche aufnehmen, und so Er selbst von Seinem Göttlichen aus einfließen konnte, und Er nach und nach alles Menschliche, das Er von der Mutter hatte, ausgetrieben hat, dann erst bildet Esau vor das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des Guten, und Jakob Sein göttlich Natürliches in Ansehung des Wahren. Aber Esau und Jakob bilden das göttlich Gute und das göttlich Wahre des göttlich Natürlichen des Herrn vor, als verbunden unter sich wie Brüder, und beides ist an sich betrachtet nichts anderes, als ein Vermögen zugleich zur Bildung und Aufnahme des tätigen Guten und Wahren. Von diesem Guten und Wahren, nämlich von dem Tätigen, wird nachmals gehandelt. Aus diesem wird klar, welch große Geheimnisse im inneren Sinn des Wortes enthalten sind, und diese Geheimnisse sind solcher Art, daß nicht einmal das Allgemeinste davon in das Verständnis des Menschen fällt, wie dasjenige wohl auch, was soeben gesagt wurde; wieviel mehr (gilt dies) von dem Unzähligen, was davon (zu sagen wäre); aber sie sind angepaßt dem Verständnis und der Fassungskraft der Engel, die über diese und dergleichen Dinge vom Herrn himmlische Vorstellungen haben, die mit Vorbildern von unaussprechlicher Lieblichkeit und Wonne erhellt sind. Hieraus läßt sich denken, aber nur entfernt, weil solches im Schatten des menschlichen Verstandes ist, wie beschaffen die Engelsweisheit ist. 3600. "Siehe, von den Fettigkeiten der Erde wird sein deine Wohnung", bedeutet, Leben aus dem göttlich Guten, "und vom Tau des Himmels von oben", 1. Mose 27/39, bedeutet aus dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Fettigkeit, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 353, hier das göttlich Gute, weil es gesagt wird vom Herrn; aus der Bedeutung der Wohnung, sofern sie ist leben, wovon Nr. 1293, 3384; und daß Wohnung gesagt wird vom Guten: Nr. 2268, 2451, 2712; und aus der Bedeutung vom Tau des Himmels, sofern er ist das Wahre, das aus dem Guten des Friedens- und Unschuldsstandes ist, wovon Nr. 3579, hier das göttlich Wahre, weil es gesagt wird vom Herrn. Zu Jakob ist das gleiche gesagt worden, nämlich: "geben wird dir Gott vom Tau des Himmels und von den Fettigkeiten der Erde": 1. Mose 27/28, aber dort ist an erster Stelle vom Tau gesprochen, somit vom Wahren, und an zweiter von den Fettigkeiten der Erde, somit vom Guten, und auch, daß Gott und von jenen geben wird; hier aber wird zu Esau gesagt an erster Stelle von den Fettigkeiten der Erde, somit vom Guten, und an zweiter vom Tau des Himmels, somit vom Wahren, und nicht, daß Gott geben werde, sondern daß seine Wohnung sein werde von jenen. Hieraus wird auch klar, daß Jakob das Wahre und Esau das Gute vorbildet, sodann daß das Wahre zuerst scheinbar an erster Stelle sei, und daß dies die umgekehrte Ordnung sei, gemäß dem, was mehrmals früher gezeigt wurde. 3601. "Und ob deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder dienen", 1. Mose 27/40, bedeutet, solange das Wahre dem Guten verbunden wird, werde es an unterer Stelle sein dem Schein nach. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, sofern es ist das kämpfende Wahre, wovon Nr. 2799; daher bezeichnet "ob dem Schwerte leben" (den Zustand), wann das Wahre dem Guten verbunden wird; denn die Verbindung geschieht durch Kämpfe, d.h. durch Versuchungen; denn das Wahre wird ohne solche nicht verbunden. Und aus der Verbindung von "dem Bruder dienen", sofern es ist, an unterer Stelle sein. Daß jedoch das Gute an unterer Stelle nicht wirklich ist, sondern nur scheinbar, erhellt aus dem, was oben so oft gesagt wurde, man sehe Nr. 3582. 3602. "Und es wird geschehen, wenn du herrschest", 1. Mose 27/40, bedeutet, es werde an erster Stelle sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von herrschen, sofern es bedeutet an erster Stelle sein. Hierüber sehe man, was nun folgt. 3603. "So wirst du wegreißen sein Joch von deinem Halse", 1. Mose 27/40, bedeutet, durch das Gute werde alsdann Verbindung sein, und daß das Wahre ihm zu eigen sein werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von wegreißen das Joch vom Hals herab, sofern es ist Befreiung. Daß durch Hals bezeichnet wird Einfluß und Gemeinschaft, und daher Verbindung, und durch das Joch auf dem Hals Abschließung und Unterbrechung, sehe man Nr. 3542. Somit bezeichnet wegreißen das Joch vom Hals herab Befreiung von der Abschließung und Unterbrechung, folglich Verbindung durchs Gute, sodann daß das Wahre Angehör des Guten sein werde, denn wenn keine Abschließung und Unterbrechung mehr ist, fließt das Gute ein und verbindet sich mit dem Wahren. Wie sich dies verhält, kann aus demjenigen erhellen, was bisher gesagt und gezeigt wurde; aber nur wenige begreifen, was der scheinbare Vorrang des Wahren und die zeitweilige Unterordnung des Guten ist, und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil wenige über solche Dinge nachdenken, ja (viele) nicht einmal über das Gute nachdenken, daß es unterschieden ist vom Wahren. Auch wissen alle diejenigen nicht, was gut ist, die ein Leben der Selbst- und Weltliebe führen, denn solche glauben, es gebe kein anderes Gutes, als was von daher ist; und weil sie nicht wissen, was gut, wissen sie auch nicht, was wahr ist; denn das Wahre gehört dem Guten an. Aus Offenbarungen wissen sie zwar, daß gut ist Gott und den Nächsten lieben, und daß wahr sind die Lehren, die aus dem Worte (stammen), weil sie aber nicht danach leben, so haben sie kein Innewerden jenes Guten und Wahren, sondern nur Kenntnisse, die davon getrennt sind. Ja selbst diejenigen, die wiedergeboren werden, wissen auch nicht, was gut, ehe sie wiedergeboren sind, denn vorher haben sie gemeint, das Wahre sei gut, und danach tun sie Gutes, da doch das, was sie dann tun, nicht Gutes ist, sondern Wahres. Wenn der Mensch in diesem Zustand ist, dann ist er im Zustand, der durch Jakob beschrieben wird, und im Segen, der ihm gegeben wurde. Wenn er aber in den Zustand kommt, daß er das Gute aus Neigung zum Guten tut, d.h. wenn er wiedergeboren ist, dann kommt er in den Zustand, der beschrieben wird im Segen, der dem Esau gegeben wurde. Dies kann beleuchtet werden mit demjenigen, was beim Menschen in seinem ersten und zweiten Lebensalter, und nachher im dritten und vierten zur Erscheinung kommt. Der Mensch weiß im ersten Lebensalter eben nur aus dem Gedächtnis, was im Worte, ebenso was in den Glaubenslehren steht, und dann glaubt er, er sei gut, wenn er von mehrerem daraus eine Kenntnis hat, und einiges nicht auf sein Leben, sondern auf das anderer anwenden kann. Im zweiten Lebensalter , wenn er mehr heranwächst, ist er nicht zufrieden, nur im Gedächtnis inne zu haben was im Wort und in den Lehren steht, sondern er fängt dann an, darüber zu reflektieren aus seinem Denken, und soweit er aus dem Seinigen hinzutut, gefällt es ihm. Daher ist er in der Neigung zum Wahren aus einer Art von Weltliebe, die auch das Mittel ist, daß er noch mehreres erlernt, was ohne dieselben weggelassen worden wäre. Im dritten Lebensalter aber, wenn er unter solchen ist, die wiedergeboren werden können, beginnt er über den Nutzen zu denken, und dann auch darüber sich zu besinnen, was er im Wort liest, und aus den Lehren schöpft, um des Nutzens willen. Wenn er in diesem Zustand ist, wird die Ordnung umgekehrt, insofern er nämlich das Wahre nicht mehr so an die erste Stelle setzt. Dagegen im vierten Lebensalter , wann das Alter seiner Wiedergeburt eintritt, weil dann der volle Zustand ist, wovon Nr. 2636, dann liebt er das Wort und die Lehren, die aus dem Worte stammen, d.h. das Wahre um des Lebensguten willen, folglich aus dem Lebensguten. - So bekommt das Gute die erstere Stelle, das bis zu dieser Zeit scheinbar untergeordnet war. Daß das Gute nur scheinbar an der unteren Stelle gewesen ist, kommt daher, weil es inwendigst in seiner ganzen Neigung verborgen lag, und sich nicht äußern konnte, weil außerhalb desselben solches war, mit dem es nicht übereinstimmen konnte, nämlich Eitles und Gehaltloses, wie das ist, was zur Welt- und Selbstherrlichkeit gehört. Dagegen sobald er wiedergeboren ist, dann tritt dieses zurück, und das Gute, das inwendigst verborgen lag, kommt gleichsam aus dem Gefängnis heraus, und fließt in dasjenige ein, was außen ist, und macht das Wahre ihm oder dem Guten eigen, und äußert sich so. Das Gute beim Menschen ist unterdessen gleichsam jenes Unfreiwillige, das seinem Wollen innewohnt, in jedem einzelnen was er denkt, und daher im einzelnen, was er tut. Der Mensch weiß nicht, daß er dieses Unfreiwillige hat, weil er nichts anderes bei sich inne wird, als was sein ist, d.h. sein (freies) Wollen. Jenes Unfreiwillige ist zweierlei: das eine ist sein Anererbtes, das er von Vater und Mutter hat, das andere fließt durch den Himmel vom Herrn ein. Wenn der Mensch heranwächst, dann äußert sich mehr und mehr das, was er erblich von den Eltern hat, wenn er von der Art ist, daß er sich nicht wiedergebären läßt, denn daher nimmt er Böses, und macht es zu dem Seinen oder zu seinem Eigenen. Hingegen das Unfreiwillige, das durch den Himmel vom Herrn ist, äußert sich im erwachsenen Lebensalter bei denen, die wiedergeboren werden. Bei diesen hat dasselbe unterdessen das ganze und einzelne des Denkens und auch des Willens geordnet und regiert, obwohl es nicht den Anschein gehabt hatte. 3604. Vers 41-45: Und Esau haßte Jakob wegen des Segens, womit ihn gesegnet sein Vater; und Esau sprach in seinem Herzen: Nahe kommen werden die Tage der Trauer meines Vaters, und ich werde töten Jakob, meinen Bruder. Und es wurden angesagt der Rebecka die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes; und sie schickte hin, und rief Jakob ihren jüngeren Sohn, und sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau tröstet sich (droht) dir, dich zu töten. Und nun mein Sohn, höre auf meine Stimme, stehe auf, fliehe zu Laban, meinem Bruder, nach Charan. Und du sollst bei ihm verweilen etliche Tage, bis gewichen ist die Hitze deines Bruders. Bis weichet der Zorn deines Bruders von dir, und er das vergißt, was du ihm getan, so will ich schicken und dich von dannen holen; warum soll ich euer beider beraubt werden an einem Tage. "Und Esau haßte Jakob wegen des Segens, womit ihn gesegnet sein Vater" bedeutet das natürlich Gute verschmähte die umgekehrte Verbindung des Wahren; "und Esau sprach in seinem Herzen" bedeutet das Denken; "nahe kommen werden die Tage der Trauer meines Vaters, und ich werde töten Jakob, meinen Bruder" bedeutet die Umkehrung und die Beraubung des selbstischen Lebens des Wahren; "und es wurden angesagt der Rebecka die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren über die Gesinnung des natürlich Guten alsdann; "und sie schickte hin, und rief Jakob ihren jüngeren Sohn, und sprach zu ihm" bedeutet den Zustand der Wahrnehmung der Neigung zum Wahren aus dem Einfluß durch das göttlich Wahre; "siehe, dein Bruder Esau tröstet sich (droht) dir, dich zu töten" bedeutet, im Sinne haben, den Zustand umzukehren und das Wahre des selbstischen Lebens zu berauben; "und nun mein Sohn, höre auf meine Stimme, stehe auf" bedeutet, es habe noch Verzug; "fliehe zu Laban, meinem Bruder, nach Charan" bedeutet zu der Neigung zum äußeren oder leiblichen Guten; "und du sollst bei ihm verweilen etliche Tage" bedeutet das Allmähliche; "bis gewichen ist die Hitze deines Bruders" bedeutet, bis der Zustand sich wendet; "bis weichet der Zorn deines Bruders von dir" bedeutet die allmähliche Gestaltung des Zustandes beim natürlich Guten; "und er das vergißt, was du ihm getan" bedeutet das Verhalten infolge des Verzugs; "so will ich schicken und dich von dannen holen" bedeutet, alsdann das Ende; "warum soll ich euer beider beraubt werden an einem Tage" bedeutet, anders sei keine Verbindung. 3605. "Und Esau haßte Jakob wegen des Segens, womit ihn gesegnet sein Vater", 1. Mose 27/41, bedeutet, das natürlich Gute verschmähte die umgekehrte Verbindung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von hassen, sofern es im inneren Sinn hier ist verschmähen, worüber folgt. Aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das natürlich Gute, und Jakobs, sofern er ist das natürlich Wahre, wovon oben; und aus der Bedeutung des Segens, sofern er ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. Daß hier die umgekehrte Verbindung des Wahren ist, die durch Jakob vorgebildet wird, erhellt aus dem, was Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603 gesagt und gezeigt wurde. Daß hassen im inneren Sinn ist verschmähen, kommt daher, weil es hier gesagt wird vom Guten, das durch Esau vorgebildet wird, und das Gute nicht einmal weiß, was Haß ist; denn er ist ganz das Gegenteil desselben. Gegensätze kann es gar nicht in einem Subjekt geben; aber das Gute oder diejenigen, die im Guten sind, haben anstatt des Hasses eine Art von Verschmähung (aversationis); daher kommt es, daß Haß hier im inneren Sinn ist verschmähen. Der innere Sinn ist hauptsächlich für diejenigen, die im Himmel sind, wenn er daher von da herniederkommt und sich in den buchstäblichen Sinn abzweigt, dann fällt, wenn das Historische solches mit sich bringt, die Regung des Verschmähens in den Ausdruck des Hasses, aber doch so, daß die im Himmel keine Vorstellung des Hasses in sich haben. Es verhält sich dies wie das, was Nr. 1875 aus einer Erfahrung berichtet wurde, über die Worte im Gebet des Herrn: "Führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns vom Bösen", daß nämlich die Versuchung und das Böse verworfen werde, bis daß das wie Engelhafte, nämlich das Gute, ohne die Vorstellung der Versuchung und des Bösen überbleibe, und das mit einen daran sich schließenden Schein des Unwillens und des Verschmähens (darüber), daß man an Böses denken solle, wenn an den Herrn. Ebenso verhält es sich, wenn man von Jehovah oder dem Herrn im Wort liest, daß Er hasse, wie bei Sach.8/17: "Keiner denke Böses von seinen Genossen in seinem Herzen, auch nicht den Schwur der Lüge liebet, weil Ich alles das hasse, Spruch Jehovahs"; 5. Mose 16/22: "Nicht sollst du dir aufrichten ein Standbild, das hasset Jehovah dein Gott"; Jerem.12/8: "Geworden ist Mir mein Erbe wie ein Löwe im Walde, es hat erhoben wider Mich seine Stimme, darum hasse Ich es"; Hos.9/15: "In Gilgal hasse Ich sie, um der Bosheit ihrer Werke willen werde Ich sie vertreiben aus Meinem Hause, nicht werde ich fortfahren sie zu lieben". Der Haß, der dort Jehovah oder dem Herrn beigelegt wird, ist im inneren Sinn nicht Haß, sondern er ist Barmherzigkeit; denn das Göttliche ist Barmherzigkeit. Aber wenn diese beim Menschen, der im Bösen ist, einfließt, und derselbe in die Strafe des Bösen verfällt, dann erscheint sie als Haß, und weil sie so erscheint, wird sie im Buchstabensinn auch so genannt. Dies verhält sich so wie damit, daß im Wort von Jehovah oder dem Herrn ausgesagt wird Zorn, Erhitzung, Wut, wovon Nr. 245, 592, 696, 1093, 1683, 1874, 2395, 2447, 3235. Das jüdische und israelitische Volk war vor anderen Völkern so geartet, daß es, sobald es etwas Feindseliges auch bei den Genossen erfuhr, glaubte, man dürfe sie grausam behandeln, und nicht nur sie töten, sondern auch den wilden Tieren und Vögeln preisgeben; und weil so die einfließende Barmherzigkeit des Herrn in einen solchen Haß nicht allein gegen Feinde, sondern auch gegen Genossen, verwandelt wurde, darum konnten sie nicht anders glauben, als daß Jehovah auch hasse, zürne, hitzig werde, wüte; deshalb ist der Scheinbarkeit gemäß im Worte so geredet; denn von welcher Art der Mensch ist, von solcher Art erscheint ihm der Herr: Nr. 1861, 1838, 2706. Aber was für ein Haß bei denen ist, die in der Liebe und Liebtätigkeit, d.h. im Guten sind, erhellt aus den Worten des Herrn Matth.5/43-45: "Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist, du sollst lieben deinen Nächsten, und hassen deinen Feind; Ich aber sage euch: liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr seid Söhne eures Vaters, der in den Himmeln ist". 3606. "Und Esau sprach in seinem Herzen", 1. Mose 27/41, bedeutet denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen im Herzen, sofern es ist denken. 3607. "Nahe kommen werden die Tage der Trauer meines Vaters, und ich werde töten Jakob, meinen Bruder", 1. Mose 27/41, bedeutet Umkehrung und Beraubung des selbstischen Lebens des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage des Trauerns, sofern sie ist Umkehrung des Zustandes, und aus der Bedeutung von töten Jakob, den Bruder, sofern es bedeutet, das Wahre des selbstischen Lebens berauben. Dies verhält sich ebenso wie das, was gleich oben von der Bedeutung des Hasses im inneren Sinn gesagt wurde, daß es nämlich nicht Haß sei; und kann auch erhellen aus demjenigen, was im anderen Leben fortwährend geschieht: dort wird alles Gute, das vom Himmel zu denen herabfließt, die im Bösen sind, in Böses verwandelt, und bei den Höllischen ins Entgegengesetzte, ebenso das Wahre ins Falsche, man sehe Nr. 2123. Darum ist umgekehrt das Böse und Falsche, das bei solchen, im Himmel das Gute und Wahre. Damit es auch gut werde, sind Geister unterwegs, welche die Vorstellungen des Bösen und Falschen verwerfen, damit die Vorstellung des Guten und Wahren eintrete. Über jene Verwerfung sehe man Nr. 1393, 1875; und außerdem, wenn das Böse und Falsche sich heranmacht zu denjenigen, die im Guten und Wahren sind, so erscheint es nicht als böse und falsch, sondern unter einer anderen Gestalt, gemäß der Art und dem Zustand der Güte bei ihnen. Hieraus kann auch erhellen, daß "Jakob den Bruder töten" im inneren Sinn nicht ist töten, sondern daß es die Beraubung desjenigen Lebens bezeichnet, das dem Wahren nicht gebührt; denn das Wahre hat das Leben nicht aus sich, sondern vom Guten; denn das Wahre ist nur ein Aufnahmegefäß des Guten: man sehe Nr. 1496, 1832, 1900, 2063, 2261, 2269, 2697, 3049, 3068, 3128, 3146, 3318, 3387; und im Guten ist Leben, nicht aber im Wahren, außer das, welches vom Guten stammt, siehe Nr. 1589 und sonst öfter. Daher ist die Beraubung des selbstischen Lebens des Wahren nicht ein Auslöschen des Wahren, sondern sie ist ein Lebendigmachen desselben, denn wenn das Wahre sich dünkt, es habe Leben von sich, dann hat es kein Leben als ein solches, das an sich nicht Leben ist. Dagegen wenn ihm dasselbe genommen wird, dann wird es mit dem eigentlichen Leben begabt, nämlich durch das Gute vom Herrn, Der das Leben selbst ist. Dies kann man offenbar sehen an denen, die im anderen Leben sind: die im bloßen Wahren sind, deren Vorstellungen erscheinen verschlossen, so daß, was des Himmels ist, nicht einfließen kann, ausgenommen nur so allgemein, daß man kaum erkennen kann, es sei ein Einfluß von da; dagegen die zugleich im Guten sind, deren Vorstellungen erscheinen aufgeschlossen, so daß dasjenige, was des Himmels ist, einfließt wie in einen kleinen Himmel, oder wie in ein Bild von sich, denn durch das Gute werden bei ihnen die Wahrheiten aufgeschlossen; man sehe Nr. 1869, 2425. Daß das Wahre beraubt wird des Lebens aus sich, wann das Gute an erster Stelle zu sein oder die Herrschaft zu haben anfängt, kann aus demjenigen erhellen, was früher über den scheinbaren Vorrang des Wahren in der ersten Zeit, und über den Vorrang des Guten nachher, gesagt und gezeigt wurde. Diese Beraubung des Wahren, dem das Leben aus sich genommen wird, ist es, die hier bezeichnet wird. Daß dieses "die Trauer des Vaters" heißt, kommt daher, weil die Tage der Trauer die Umkehrung des Zustandes bedeuten, und diese Zustandsumkehrung wurde oben bezeichnet durch den sehr großen Schauder, von dem Jischak ergriffen wurde: 1. Mose 27/33, Nr. 3593; und durch den großen und sehr bitteren Ausruf, mit dem Esau ausrief: 1. Mose 27/34, Nr. 3597. 3608. "Und es wurden angesagt der Rebecka die Worte Esaus ihres älteren Sohnes", 1. Mose 27/42, bedeutet des Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren über die Gesinnung des natürlich Guten alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von angesagt werden, sofern es ist denken und sich besinnen, wovon Nr. 2862, somit innewerden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn, und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das natürlich Gute, wovon oben. Hieraus wird klar, daß "es wurde angesagt der Rebecka von den Worten Esaus, ihres älteren Sohnes" bezeichnet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren über die Gesinnung des natürlich Guten. 3609. "Und sie schickte hin und rief Jakob, ihren jüngeren Sohn, und sprach zu ihm", 1. Mose 27/42, bedeutet den Zustand der Wahrnehmung der Neigung zum Wahren aus dem Einfluß durch das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, die rief und sprach, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn, verbunden mit dem göttlich Guten bei Ihm; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das natürlich Wahre oder die Neigung zum Wahren daselbst, wovon früher; und aus der Bedeutung von "ihm zurufen und sprechen zu ihm", sofern es ist der Zustand des Innewerdens, wovon ebenfalls früher, hier der Zustand der Wahrnehmung, weil vom Natürlichen gehandelt wird. 3610. "Siehe, dein Bruder Esau tröstet (droht) sich an dir dich zu töten", 1. Mose 27/42, bedeutet im Sinne haben, den Zustand umzukehren und das Wahre, des Lebens von sich, zu berauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich an einem trösten (drohen), sofern es ist die Unruhe der Seele stillen mit der Hoffnung in Beziehung auf jemand oder auf eine Sache, dies schließt in sich die Umkehrung des Zustands des Wahren; und aus der Bedeutung von töten dich oder Jakob, sofern es ist dem Wahren das selbstische Leben nehmen, wovon Nr. 3607, wo gezeigt wurde, daß dem Wahren das Leben nehmen nicht sei, es auslöschen, sondern lebendig machen; denn mit dem Leben des Wahren verhält es sich so: Wann diejenigen, die im Wahren oder in der Neigung zum Wahren sind, nicht leben nach dem Wahren, das sie wissen, und wovon sie angeregt werden, dann ist es etwas Vergnügliches und Angenehmes aus der Selbstliebe oder Weltliebe, das sich an die Neigung zum Wahren angeschlossen hat, und als gut erscheint, während doch dasselbe nur gut ist in Rücksicht auf den Nutzzweck, daß so Wahrheiten eingeführt und erlernt werden können, die nachher dem Guten selbst und seinem Leben dienen können. Wenn das Wahre in jenem Zustand ist, d.h. diejenigen, die in der Neigung zum Wahren sind, dann wird gesagt, das Wahre habe Leben von sich. Daß dies aber kein Leben ist, erhellt daraus, daß in der Selbstliebe und Weltliebe oder deren Vergnüglichem und Angenehmen kein Leben ist, sondern in der himmlischen und geistigen Liebe und deren Angenehmen und Vergnügen. Wenn daher das Wahre, d.h. diejenigen, die in einer solchen Neigung zum Wahren sind, jenes Lebens beraubt werden, dann erst empfangen sie das Leben, oder dann erst werden sie lebendig gemacht. Dies können diejenigen gar nicht begreifen, die in der Neigung zu sich selbst und der Welt sind, denn sie glauben, daß es kein anderes Leben geben könne, folglich wenn sie dieses Lebens beraubt würden, so würden sie gar nicht leben, denn die in jenem Leben sind, können keineswegs wissen, was geistiges und himmlisches Leben ist; während doch es sich so verhält, daß wenn sie jenes Lebens, nämlich der Neigung zu sich selbst und der Welt beraubt werden, dann ein Leben einfließt vom Herrn, wie es das engelische und himmlische ist, mit unaussprechlicher Weisheit und Seligkeit, und wenn von solchem Leben aus das frühere Leben betrachtet wird, so erscheint das frühere wie keines, oder wie das gemeine der unvernünftigen Tiere, denn es ist nichts Göttliches darinnen, außer daß sie denken können und reden, und so in der äußeren Form erscheinen wie andere. Mit diesem Umstand, daß das Gute im Sinne habe den Zustand umzukehren und dem Wahren das selbstische Leben zu nehmen, was bezeichnet wird durch die Worte: "Esau tröstet sich an dir, dich zu töten", verhält es sich so: Das Gute beim Menschen, der wiedergeboren wird, hat fortwährend im Sinn, den Zustand umzukehren, und in eine solche Ordnung zu bringen, daß das Wahre nicht an erster Stelle ist, sondern wie es mit dem Zustand des Himmels übereinkommt, an der untergeordneten Stelle. Aber dieses Streben liegt tief verborgen und wird nicht eher wahrgenommen, als bis das geschehen ist. Es verhält sich dies wie die eheliche Liebe, die im Kindes- und Knabenalter nicht erscheint, aber dennoch liegt sie verborgen, und stellt sich nicht eher heraus, als bis alles und jedes so geordnet ist, daß sie sich äußern kann; unterdessen schafft sie alle ihr zuträglichen Mittel oder werden sie geschaffen. Ebenso im Pflanzenreich: in jedem Baum und in jedem Gewächs liegt inwendigst verborgen der Trieb, Früchte oder Samen hervorzubringen, aber jener Trieb kann sich nicht eher äußern, als wenn er zuvor alle Mittel hervorgebracht hat, nämlich Zweige, Blätter, Blüten. Wenn diese vorhanden sind, dann geht jener Trieb in die Tat über. So verhält es sich auch mit denen, die von neuem geboren werden: das Eheliche, das dem Guten und Wahren angehört, liegt lange tief verborgen, aber dennoch ist es da wie der Trieb in der wirkenden Ursache, und von da in der Wirkung; aber es kommt nicht zum Vorschein, ehe alles geordnet ist, und wenn es geordnet ist, dann erst tritt es hervor und offenbart sich. Dieser Trieb ist es, der verstanden wird unter dem Streben, den Zustand umzukehren, und dem Wahren das selbstische Leben zu nehmen. Hieraus wird klar, daß der innere Sinn hier ein ganz anderer ist, als der Buchstabensinn lautet, nämlich daß es die Zurückführung des Wahren in die Ordnung und dessen Lebendigmachung ist, nicht die Zerstörung und Beraubung seines Lebens. 3611. "Und nun mein Sohn, höre auf meine Stimme, stehe auf", 1. Mose 27/43, bedeutet, es habe noch Verzug. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören auf die Stimme, sofern es ist gehorchen, nämlich daß er noch länger in jenem umgekehrten Zustand verweilen solle, wovon im Folgenden gehandelt wird. 3612. "Fliehe zu Laban, meinem Bruder, nach Charan", 1. Mose 27/43, bedeutet zu der Neigung zum äußeren oder leiblichen Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er bezeichnet die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3129, 3130, 3160; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Charan, sofern es ist das Äußerliche und daher beziehungsweise Dunkle, wovon Nr. 1430. Was aber durch Laban und Charan eigentlich hier bezeichnet wird, kann aus dem Folgenden erhellen, wo Laban und Charan genannt werden, daß es nämlich sei das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes. Denn das Wahre und Gute hat eine Verbindung untereinander, wie in den Familien Eltern, Kinder, Brüder, Blutsfreunde, Verschwägerte: Nr. 685, 917, 2508, 2524, 2556, 2739. Aber dies ist gänzlich verborgen dem Menschen, der nicht im Leben des Guten ist. Derselbe weiß nicht einmal, was gut, und daher auch nicht, was wahr ist. Erst wenn er dieses wüßte, nämlich aus der mit dem Leben verbundenen Lehre, oder aus dem mit der Lehre verbundenen Leben, dann würde er vom Guten und Wahren unzählig vieles wissen und wahrnehmen, und zwar nach und nach immer deutlicher, und danach die gegenseitigen und bezüglichen Verbindungen unter sich, und zuletzt die zusammengehörigen Stämme in ihrer Reihenfolge, und in jedem Stamme wieder unzählig vieles, somit endlich den Himmel in seiner Form, d.h. in seiner Schönheit und Seligkeit. 3613. "Und du sollst bei ihm verweilen etliche Tage", 1. Mose 27/44, bedeutet das Allmähliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von verweilen, sofern es ist soviel als wohnen, somit sofern es ist leben, wovon Nr. 1293, 2268, 2451, 2712, 3384; aber verweilen wird ausgesagt vom Leben des Wahren mit dem Guten, und wohnen vom Leben des Guten mit dem Wahren; und aus der Bedeutung der Tage, sofern es sind Zeiten und Zustände, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462; somit ist es das Leben der folgenden Zeiten und Zustände, folglich das Allmähliche, was durch "verweilen bei ihm etliche Tage" hier bezeichnet wird. Von diesem Allmählichen, oder dem Verweilen Jakobs bei Laban, wird gehandelt in den Kapiteln, welche folgen. 3614. "Bis gewichen ist die Hitze deines Bruders", 1. Mose 27/44, bedeutet, bis der Zustand sich anschickt, "und bis weicht der Zorn deines Bruders von dir", 1. Mose 27/45, bedeutet die allmähliche Entfaltung des Zustandes beim natürlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hitze und des Zornes, sofern es sind Zustände, die widerstreiten, worüber im Folgenden. Wenn diese Zustände sich so gestalten, daß sie nicht mehr widerstreiten, sondern sich zu verbinden anfangen, dann wird gesagt, daß die Hitze weicht und der Zorn weicht. Daher kommt es, daß: "bis weicht die Hitze deines Bruders" bedeutet, bis der Zustand sich anschickt, und daß "bis weicht der Zorn deines Bruders" bedeutet, die allmähliche Entfaltung des Zustandes beim natürlich Guten. Daß etwas anderes in sich schließt Hitze und ein anderes Zorn, kann daraus erhellen, daß es außerdem die gleichen Worte sind, und es sonst eine zwecklose Wiederholung gewesen wäre, nämlich, "bis da weicht die Hitze deines Bruders, und bis da weicht der Zorn deines Bruders". Was angedeutet wird, erhellt aus der allgemeinen Erklärung, sodann aus der Anwendung des Wortes Hitze und aus der Anwendung des Wortes Zorn; denn Hitze wird ausgesagt vom Wahren, hier vom Wahren des Guten, das durch Esau vorgebildet wird, Zorn aber wird ausgesagt von jenem Guten selbst. Die Hitze und der Zorn werden im Wort mehrmals genannt, aber im inneren Sinn bedeuten sie nicht Hitze und Zorn, sondern das, was widerstreitet und zwar aus dem Grund, weil alles, was einer Neigung widerstreitet, eine Erhitzung und Zorn bewirkt, so daß dieselben im inneren Sinn nur Widerstreite sind. Aber Erhitzung heißt, was dem Wahren widerstreitet, und Zorn, was dem Guten. Im entgegengesetzten Sinn aber ist Erhitzung was dem Falschen oder der Neigung zu demselben, d.h. den Grundsätzen des Falschen, und Zorn, was dem Bösen oder der Begierde dazu, d.h. der Selbst- und Weltliebe widerstreitet, und in diesem Sinn ist Erhitzung eigentlich Erhitzung, und Zorn ist Zorn. Wenn es aber vom Guten und Wahren gesagt wird, ist Erhitzung und Zorn der Eifer, der, weil er in der äußeren Form dem anderen gleich erscheint, auch im Buchstabensinn so genannt wird. Daß die Erhitzung und der Zorn im inneren Sinn nur Widerstreite sind, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Jes.34/2: "Der Grimm Jehovahs gegen alle Heiden und die Erhitzung gegen all ihr Heer": der Grimm Jehovahs gegen die Heiden, für den Widerstreit gegen das Böse; daß Heiden (Völkerschaften) sind Böses, sehe man Nr. 1259, 1260, 1849, 1868, 2588 E; Erhitzung gegen all ihr Heer für den Widerstreit gegen das Falsche daher. Daß die Sterne, die genannt werden Himmelsheer, Erkenntnisse sind, somit Wahrheiten und im entgegengesetzten Sinn Falsches, sehe man Nr. 1128, 1808, 2120, 2495, 2849. Jes.42/25: "Wer gab zur Beute den Jakob, und Israel den Räubern? ist es nicht Jehovah, an Dem wir gesündigt haben, und Er hat ausgegossen über ihn die Hitze seines Zorns": Hitze des Zorns für den Widerstreit gegen das Falsche des Bösen, Jakob für diejenigen, die im Bösen, und Israel für diejenigen, die im Falschen sind. Jes.63/3,6: "Die Kelter habe Ich getreten allein, und von den Völkern kein Mann mit Mir, und Ich habe sie getreten in Meinem Zorn, und sie zerstört in Meiner Erhitzung; und Ich habe zertreten die Völker in Meinem Zorn, und sie trunken gemacht in Meiner Erhitzung": dort vom Herrn und Seinen Siegen in den Versuchungen. Treten und zertreten im Zorn für die Siege über Böses, zerstören und trunken machen in der Erhitzung für die Siege über Falsches. Zertreten wird im Wort gesagt vom Bösen, und trunken machen vom Falschen. Jerem.7/20: "So sprach der Herr Jehovah: siehe, Mein Zorn und Meine Hitze ist ausgegossen über diesen Ort, über den Menschen, und über das Tier, und über den Baum des Feldes, und über die Frucht des Bodens, und wird brennen, und nicht ausgelöscht": beides wird gesagt: Zorn und Hitze, weil sowohl vom Bösen als vom Falschen gehandelt wird. Wo bei den Propheten vom Bösen, ist auch vom Falschen die Rede, wie wo vom Guten auch vom Wahren, und zwar wegen der himmlischen Ehe, die zwischen dem Guten und Wahren in den einzelnen Teilen des Wortes besteht: Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712; daher wird sowohl Zorn als Hitze gesagt, sonst wäre an einem genug gewesen. Jerem.21/5,6: "Streiten werde Ich mit euch mit ausgereckter Hand und starkem Arm, und im Zorn und in der Hitze, und in großem Grimm, und will schlagen die Bewohner dieser Stadt, und den Menschen und das Tier": hier ebenso: Zorn von der Bestrafung des Bösen, und Hitze von der Bestrafung des Falschen, und Grimm von beiden. Zorn und Hitze, weil es ist Widerstreit, ist auch Bestrafung; denn was widerstreitet, das stößt zusammen; und dann wird das Böse und Falsche bestraft; denn im Bösen ist der Widerstreit gegen das Gute, und im Falschen der Widerstreit gegen das Wahre, und weil es Widerstreit ist, ist es auch ein Zusammenstoßen. Daß daher die Strafe, sehe man Nr. 696, 967. Hes.5/13,15: "Und es wird vollendet werden Mein Zorn und ruhen werde Ich lassen Meine Hitze in ihnen, und werde Mich trösten, und sie werden erkennen, daß Ich, Jehovah, gesprochen habe, und in Meinem Eifer, indem Ich vollende Meine Hitze in ihnen, indem Ich tue in dir Gerichte, im Zorn und in der Hitze, und in Scheltungen der Hitze": Zorn ist auch hier für Bestrafung des Bösen, und Hitze für Bestrafung des Falschen, wegen des Widerstreits, und daher Bekämpfung. 5. Mose 29/20,23: "Nicht wird es dem Jehovah gefallen, ihm zu vergeben, weil dann rauchen wird der Zorn Jehovahs, und Sein Eifer wider jenen Mann, und ausscheiden wird ihn Jehovah ins Böse aus allen Stämmen Israels; Schwefel und Salz, ein Brand sein ganzes Land, es wird nicht besät werden, und nicht aufsprossen, noch aufgehen darin irgendein Kraut, nach Art der Umkehrung von Sodom und Amora, Adma und Seboim, die umgekehrt hat Jehovah in Seinem Zorn und Seiner Hitze; und sagen werden alle Völkerschaften: warum hat Jehovah so getan diesem Land, die Entbrennen dieses großen Zorns": weil Sodom das Böse ist, und Amora das Falsche daher: Nr. 2220, 2246, 2322, und jene Völkerschaft, von der dort Mose, ihnen verglichen wird in Ansehung des Bösen und Falschen, wird Zorn gesagt in Beziehung auf das Böse und Hitze aufs Falsche, und Entbrennen des Zorns von beidem. Daß solches Jehovah oder dem Herrn zugeschrieben, ist der Scheinbarkeit gemäß, weil es so dem Menschen erscheint, wenn er ins Böse verfällt, und das Böse ihn straft. Man sehe Nr. 245, 592, 696, 1093, 1683, 1874, 2395, 2447, 3235, 3605. 3615. "Und er das vergißt, was du ihm getan", 1. Mose 27/45, bedeutet das Verhalten infolge des Verzuges. Dies erhellt aus der Bedeutung von vergessen hier, sofern es ist das allmähliche Nachlassen des Widerstreites, und weil dieses geschieht durch den Verzug und das Verhalten infolgedessen, so wird durch: "er vergißt das, was du ihm getan", solches bezeichnet. 3616. "So will ich schicken und dich von dannen holen", 1. Mose 27/45, bedeutet alsdann das Ende. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden und Folgenden, denn das Ende, das hier bezeichnet wird durch "schicken und dich von dannen holen", ist, wenn das Wahre mit dem Guten übereinstimmt, und so das Wahre als untergeordnet dem Guten dient. Dieses Ende wird nach vollendetem Aufenthalt Jakobs bei Laban vorgebildet durch Esau, da er dem Jakob entgegenlief, und ihn umfaßte, und auf seinen Hals fiel, und ihn küßte, und sie weinten, 1. Mose 33/4; denn wenn das Ende oder die Verbindung vorhanden, dann fließt das Gute des Vernünftigen unmittelbar ein in das Gute des Natürlichen, und durch dieses in sein Wahres, und auch mittelbar durch das Wahre des Vernünftigen in das Wahre des Natürlichen, und durch dieses in das Gute daselbst: Nr. 3573. Hieraus wird klar, warum von Rebecka, durch die vorgebildet wird das Wahre des Vernünftigen, zu Jakob, durch den vorgebildet wird das Wahre des Natürlichen, gesagt wurde: "ich will schicken und dich von dannen holen". 3617. "Warum soll ich euer beider beraubt werden an einem Tag", 1. Mose 27/45, bedeutet, anders keine Verbindung. Dies erhellt daraus, daß, wenn jenes nicht geschehen würde, was im Folgenden im inneren Sinn vorgebildet wird durch Jakob bei Laban, das Wahre dem Guten nicht verbunden werden könnte, somit das Gute nicht vereinigt werden dem Wahren im Natürlichen, folglich das Vernünftige beraubt würde beider; denn (ohne) die Verbindung des Wahren mit dem Guten, und ohne die Vereinigung des Guten mit dem Wahren im Natürlichen findet keine Wiedergeburt statt, von der im bezüglichen Sinn in diesem Kapitel gehandelt wurde. Dies ist auch der Schluß des Vorhergehenden. 3618. Vers 46: Und Rebecka sprach zu Jischak: Es verdrießt mich zu leben vor den Töchtern Cheth, wenn Jakob ein Weib nimmt von den Töchtern Cheth, wie sie sind von den Töchtern des Landes, wozu mir das Leben? "Und Rebecka sprach zu Jischak" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren; "Es verdrießt mich zu leben vor den Töchtern Cheth" bedeutet den Anschluß des natürlich Wahren anderswoher; "wenn Jakob ein Weib nimmt von den Töchtern Cheth" bedeutet, das natürlich Wahre soll ihnen nicht zugesellt werden; "wie sie sind von den Töchtern des Landes", bedeutet, weil sie nicht aus jenem Boden; "wozu mir das Leben" bedeutet, daß so keine Verbindung (stattfinde). 3619. "Und Rebecka sprach zu Jischak", 1. Mose 27/46, bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sprechens, sofern es ist innewerden; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Wahre des göttlich Vernünftigen des Herrn; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Gute daselbst, wovon früher; und weil das göttlich Gute das eigentliche Sein ist, und das göttlich Wahre das Leben daraus, darum ist der Herr kraft des göttlich Guten hauptsächlich Herr, deswegen wird gesagt Innewerden des Herrn aus dem göttlich Wahren. Das Innewerden aus dem göttlich Wahren des Vernünftigen ist aus dem Verständigen (Intellectuali), hingegen das Innewerden aus dem göttlich Guten ist aus dem Willen (Voluntario). Aber das Innewerden aus dem Verständigen ist nicht dem Verständigen eigen, sondern es gehört dem einfließenden Willen an; denn das Verständige ist nichts anderes als das Wollen in Gestaltung. So geartet ist das Verständige, wenn es verbunden ist mit dem Wollen; dagegen ehe es so verbunden ist, scheint das Verständige für sich zu sein, und das Wollen für sich, obwohl die Sache nur die ist, daß das Äußere sich vom Inneren trennt, denn wenn das Verständige inwendig etwas gewollt hat und denkt, so ist es der Zweck aus dem Wollen, das sein Leben macht, und das Denken dort regiert. Daß das Verständige vom Zweck das Leben hat, kommt daher, weil der Zweck beim Menschen sein Leben ist: Nr. 1909, 3570. Hieraus kann einigermaßen erhellen, was im vorbildlichen Sinn ist jemandes Innewerden vom Wahren her, und im höchsten Sinn des Herrn Innewerden aus dem göttlich Wahren. 3620. "Es verdrießt mich zu leben (Fastidio vitam meam) vor den Töchtern Cheth", 1. Mose 27/46, bedeutet den Anschluß des natürlich Wahren anderswoher. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Verdruß fühlen zu leben", sofern es ist kein Anschluß, nämlich des natürlich Wahren, an das Wahre des Vernünftigen. Wenn nämlich kein Anschluß stattfindet, dann erscheint dem Vernünftigen sein Leben als keines, wie aus demjenigen erhellen kann, was Nr. 3493 gesagt wurde; und aus der Bedeutung der Töchter Cheth, sofern es sind Neigungen zum Wahren aus unechtem (Ursprung), hier zum natürlich Wahren, weil es auf Jakob bezogen wird, durch den das natürlich Wahre vorgebildet wird, wie oben gezeigt wurde. Daß Töchter Neigungen sind, sehe man Nr. 2362; und daß Cheth oder der Chittäer das Wahre aus unechtem (Ursprung) bezeichnet: Nr. 3470. Hieraus erhellt, daß durch: "Es verdrießt mich zu leben vor den Töchtern Cheth" bezeichnet wird, es geschehe kein Anschluß des Natürlichen durch das Wahre, das nicht aus echtem (Ursprung). Daß somit der Anschluß des natürlich Wahren anderswoher kommen müsse. Vom Anschluß des natürlich Wahren wird im Folgenden, wo vom Aufenthalt Jakobs bei Laban (die Rede ist), gehandelt, daß nämlich demselben Wahrheiten aus gemeinschaftlichem Stamm angeschlossen worden seien. Aber durch die Wahrheiten, welche die Töchter Cheth vorbilden, weil sie nicht aus jenem Stamm waren, kein Anschluß geschehen konnte, weil ungleich und nicht übereinstimmend; denn durch die Söhne Cheth wird vorgebildet die geistige Kirche bei den Heiden: Nr. 2913, 2986, weil in dieser das Wort nicht ist, so sind die Wahrheiten dort nicht aus jenem Ursprung. 3621. "Wenn Jakob ein Weib nimmt von den Töchtern Cheth", 1. Mose 27/46, bedeutet das natürlich Wahre soll ihnen nicht zugesellt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Weib nehmen", sofern es ist zugesellt werden; und aus der Bedeutung der Töchter Cheth, sofern sie sind Neigungen zum Wahren aus unechtem (Ursprung), wovon Nr. 3620, oder was gleich ist, das Wahre; denn das Wahre wird ohne Neigung nicht verbunden. Nr. 3066, 3336. Wie sich dieses verhält, erhellt aus demjenigen, was gleich oben über die Töchter Cheth gesagt wurde. 3622. "Wie sie sind von den Töchtern des Landes", 1. Mose 27/46, bedeutet, weil sie nicht aus jenem Boden, d.h. von den Wahrheiten der echten Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Kirchen; denn Töchter bedeuten die Neigungen zum Guten und Wahren: Nr. 2362; und Land bedeutet die Gegend, wo die Kirche ist, somit die Kirche, wovon Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355; somit sind die Töchter des Landes Gutes und Wahres der Kirche. 3623. "Wozu mir das Leben (vitae)", 1. Mose 27/46, bedeutet, so keine Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lebens, sofern es ist Verbindung durch Wahres und Gutes; denn wenn dem natürlich Wahren kein Wahres aus gemeinschaftlichem Stamm oder echter Quelle angeschlossen werden könnte, dann fände auch kein Anschluß des Natürlichen an das Wahre des Vernünftigen statt, somit erschiene dem Vernünftigen sein Leben als keines: Nr. 3493, 3620. Daher wird hier durch "wozu mir das Leben" bezeichnet, daß so keine Verbindung. Daß hier und anderwärts das Leben in der Mehrzahl gesagt wird, ist, weil zweierlei Lebensvermögen im Menschen sind, eines, das genannt wird Verstand, und dem Wahren angehört, das andere, das der Wille heißt, und dem Guten angehört. Diese zwei Leben oder Lebensvermögen machen eines aus, wenn der Verstand dem Willen, oder was gleich, das Wahre dem Guten angehört. Daher kommt es, daß in der hebräischen Sprache teils gesagt wird das Leben, teils die Leben. Daß "die Leben" (gesagt wird), erhellt aus folgenden Stellen: 1. Mose 2/7: "Es bildete Jehovah Gott den Menschen, Staub aus dem Boden, und blies ein in seine Nase den Odem der Leben, und es ward der Mensch zur lebenden Seele". 1. Mose 2/9: "Hervorsprossen ließ Jehovah Gott aus dem Boden allen Baum, wünschenswert anzusehen und gut zur Speise, und den Baum der Leben inmitten des Gartens". 1. Mose 6/17: "Siehe, Ich bringe her eine Wasserflut über die Erde, zu verderben alles Fleisch, in dem der Geist der Leben". 1. Mose 7/15, Nr. 780: "Es gingen ein zu Noach in den Kasten je zwei und zwei von allem Fleisch, in dem der Geist der Leben". 1. Mose 7/22: "Es starb alles, was Odem hatte, den Geist der Leben in seiner Nase". Ps.27/13: "Ich glaube zu sehen das Gute Jehovahs im Lande der Leben". Ps.34/13: "Wer ist der Mann, der wünschet die Leben, liebet Tage zu sehen das Gute". Ps.36/10: "Bei Dir, Jehovah, ist der Quell der Leben, in Deinem Lichte sehen wir das Licht". Mal.2/5: "Mein Bund war mit Levi (im Bund) der Leben und des Friedens". Jerem.21/8: "So sprach Jehovah: Siehe, Ich gebe vor euch den Weg der Leben, und den Weg des Todes". 5. Mose 30/20: "Zu lieben Jehovah, deinen Gott, zu gehorchen Seiner Stimme, und Ihm anzuhangen, weil Er deine Leben, und die Länge deiner Tage, zu wohnen auf dem Lande". 5. Mose 32/47: "Es ist nicht ein leeres Wort für euch, weil es ist eure Leben; und durch dieses Wort werdet ihr verlängern die Tage auf dem Lande"; und anderswo. Die Leben werden in der Mehrzahl gesagt, weil es, wie bemerkt, zwei sind, und doch eines, wie auch die Himmel in der hebräischen Sprache, die mehrere sind, und doch einer. Ebenso die Wasser, welche sind obere und untere: 1. Mose 1/7-9, welche sind Geistiges, das dem Vernünftigen und dem Natürlichen zugehört, die auch eins werden sollen durch die Verbindung. Was die Leben betrifft, so bedeuten sie in der Mehrzahl sowohl, was dem Willen, als was dem Verstand angehört, folglich was dem Guten und was dem Wahren; denn das Leben des Menschen ist nur das Gute und das Wahre, worin Leben vom Herrn, denn ein Mensch ohne das Gute und Wahre und das Leben darin, ist kein Mensch; denn der Mensch könnte ohne dasselbe nichts wollen, und auch nicht denken. All sein Wollen ist aus dem Guten oder Nichtguten, und sein Denken aus dem Wahren oder Nichtwahren. Daher hat der Mensch die Leben, die ein Leben sind, wenn sein Denken ist aus dem Wollen, d.h. wenn das Wahre, welches ist Sache des Glaubens, aus dem Guten ist, welches ist Sache der Liebe.   Nr. 3624 - 3649 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 82. Kapitel 3650. Vor dem vorhergehenden 27. Kapitel wurde erklärt, was der Herr über das Letzte Gericht oder die letzten Tage der Kirche gelehrt und vorhergesagt hat bei Matth.24/8-14, Nr. 3486-3489. Nun kommt in der Ordnung, vor diesem Kapitel dem Plan gemäß, zu erklären, was Matth.24/15-18 steht: "Wenn ihr nun sehet den Greuel der Verödung, verkündigt von Daniel, dem Propheten, stehend an heiliger Stätte; - wer es liest, merke auf; - dann sollen die, welche in Judäa sind, fliehen auf die Berge. Wer auf dem Dach des Hauses, soll nicht hinabsteigen, etwas aufzuheben aus seinem Hause, und wer auf dem Feld, kehre nicht wieder um, zu holen sein Kleid". 3651. Jeder kann sehen, daß dieses Geheimnisse enthält, und daß, wenn jene Geheimnisse nicht aufgedeckt werden, man gar nicht wissen kann, was das heißt, daß die in Judäa fliehen sollen auf die Berge; und wer auf dem Dach des Hauses, nicht heruntersteigen soll, etwas aufzuheben aus dem Hause; und wer auf dem Feld, nicht wieder umkehren soll, zu holen sein Kleid. Wenn der innere Sinn nicht lehrte, was jene Worte bedeuten und in sich schließen, (könnten) die Forscher und Erklärer des Wortes in ganz unpassende Meinungen geraten und verfallen; ja auch diejenigen, welche die Heiligkeit des Wortes im Herzen leugnen, könnten daraus ableiten, daß mit solchen Worten eben nur die Flucht und das Entrinnen beim Anrücken des Feindes beschrieben werden, daß mithin nichts Heiligeres darin liege, während doch durch jene Worte des Herrn völlig beschrieben wird der Zustand der Verwüstung der Kirche in Ansehung des Guten der Liebe und der Wahrheiten des Glaubens, wie es aus der nun folgenden Erklärung derselben Worte erhellen kann. 3652. Nach dem inneren Sinn verhält sich dieses so: "Wenn ihr nun sehet den Greuel der Verödung" bedeutet der Kirche Verwüstung, die dann vorhanden ist, wenn der Herr nicht mehr anerkannt wird, mithin wenn keine Liebe und kein Glaube an Ihn mehr da ist; ferner wenn keine Liebtätigkeit gegen den Nächsten und folglich, wenn kein Glaube des Guten und Wahren. Wenn es so aussieht in der Kirche, oder vielmehr in der Gegend wo das Wort ist, nämlich in den Gedanken des Herzens, obgleich nicht in der Lehre des Mundes, dann ist die Verödung da, und das, was gesagt worden, ist deren Greuel. "Wenn ihr sehet den Greuel der Verödung", heißt daher: wenn jemand solches bemerkt; was dann zu tun sei, folgt Vers 16 bis 18. "Gesagt von Daniel, dem Propheten" bedeutet im inneren Sinn von den Propheten; denn wo ein Prophet mit seinem Namen im Wort genannt wird, ist es nicht der Prophet, der gemeint wird, sondern das prophetische Wort selbst, weil die Namen überhaupt nicht in den Himmel eindringen: Nr. 1876, 1888; doch wird durch den einen Propheten nicht das gleiche bezeichnet, was durch einen anderen: was durch Mose, Elias und Elisa, sehe man in der Vorrede zum 18. Kapitel und Nr. 2762; durch Daniel aber wird bezeichnet alle Weissagung von der Zukunft des Herrn, und vom Zustand der Kirche, hier von ihrem letzten Zustand. Von der Verwüstung ist viel die Rede bei den Propheten, und durch dieselbe wird dort im Buchstabensinn bezeichnet die Verwüstung der jüdischen und israelitischen Kirche, aber im inneren Sinn die Verwüstung der Kirche im allgemeinen, so auch die Verwüstung, die jetzt vorhanden ist. "Stehend an heiliger Stätte" bedeutet die Verwüstung in Ansehung alles dessen, was zum Guten und Wahren gehört. Heilige Stätte ist der Zustand der Liebe und des Glaubens. Daß der Ort ist Zustand im inneren Sinn, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387; das Heilige jenes Zustandes ist das Gute, das Sache der Liebe ist, und daher das Wahre, das Sache des Glaubens. Nichts anderes wird verstanden unter dem Heiligen im Wort, weil jenes vom Herrn stammt, Der das Heilige oder das Heiligtum selbst ist. "Wer es liest, merke auf" bedeutet, daß dieses von denjenigen wohl zu beachten sei, die in der Kirche sind, hauptsächlich von denjenigen, die in der Liebe und im Glauben stehen, von denen jetzt die Rede ist. "Dann, die in Judäa, sollen fliehen auf die Berge" bedeutet, die Angehörigen der Kirche sollen nicht anderswohin sehen als auf den Herrn, somit auf die Liebe zu Ihm, und auf die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Daß durch Judäa bezeichnet wird die Kirche, wird unten gezeigt werden; daß durch den Berg der Herr selbst, hingegen durch die Berge die Liebe zu Ihm und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, sehe man Nr. 795, 796, 1430, 2722. Nach dem Buchstabensinn würde es heißen, daß, wenn Jerusalem, wie geschehen, von den Römern belagert würde, sie alsdann nicht dahin sich begeben sollen, sondern auf die Berge, nach den Worten bei Luk.21/20,21: "Wenn ihr sehet umgeben von Heeren Jerusalem, dann wisset, daß nahe ist die Verwüstung; dann sollen die in Judäa fliehen auf die Berge, und die mitten darinnen, sollen hinausgehen, die aber in den Umgegenden, sollen nicht hineingehen". Aber bei Jerusalem verhält es sich dort ebenso, daß nämlich im Buchstabensinn Jerusalem es ist, das verstanden wird, aber im inneren Sinn die Kirche des Herrn; man sehe Nr. 402, 2117. Denn alles und jedes, was im Wort vom judäischen und israelitischen Volk erwähnt wird, bezieht sich vorbildlich auf das Reich des Herrn in den Himmeln, und auf das Reich des Herrn auf Erden, d.h. auf die Kirche, wie öfters gezeigt wurde; daher kommt es, daß unter Jerusalem im inneren Sinn nirgends Jerusalem verstanden wird, unter Judäa auch nicht Judäa, sondern sie waren solcherart, daß durch sie himmlische und geistige Dinge des Reiches des Herrn vorgebildet werden konnten. Und damit sie vorbilden möchten, sind sie auch so geworden. So konnte das Wort geschrieben werden, das geeignet sein sollte für die Fassungskraft des Menschen, der es lesen würde, und für das Verständnis der Engel, die beim Menschen sind. Dies war auch der Grund, warum der Herr ebenso geredet hat; denn sonst wäre es nicht angepaßt gewesen der Fassungskraft der Leser, hauptsächlich der damaligen Zeit, und nicht zugleich dem Verständnis der Engel, somit nicht aufgenommen worden vom Menschen, und nicht verstanden von den Engeln. "Wer auf dem Dach des Hauses, soll nicht hinabsteigen, aufzuheben etwas aus seinem Hause" bedeutet, die im Guten der Liebtätigkeit sind, sollen sich nicht davon wenden zu dem, was sich auf die Glaubenslehren bezieht. Das Dach des Hauses bezeichnet im Wort den höheren Zustand des Menschen, somit seinen Zustand in Ansehung des Guten; was aber unten, bedeutet den niedrigeren Zustand des Menschen, somit den Zustand in Ansehung des Wahren. Was das Haus ist, sehe man Nr. 710, 1708, 2233, 2234, 3142, 3538. Mit dem Zustand des Menschen der Kirche verhält es sich so: wenn er wiedergeboren wird, so erlernt er das Wahre um des Guten willen; denn er hat eine Neigung zum Wahren um jenes willen. Hingegen nachdem er wiedergeboren ist, dann handelt er aus dem Wahren und Guten. Nachdem er zu diesem Zustand gelangt ist, darf er sich nicht zum früheren Zustand wenden, denn wenn er das täte, so würde er über das Gute, in dem er ist, aus dem Wahren vernünfteln, und so seinen Zustand verkehren; denn alles Vernünfteln hört auf, und muß aufhören, sobald der Mensch in dem Zustand ist, daß er das Wahre und Gute will; denn alsdann denkt und handelt er aus dem Willen, mithin aus dem Gewissen, und nicht aus dem Verstand, wie zuvor. Wenn er es wieder aus diesem täte, so würde er in Versuchungen fallen, in denen er unterläge. Dies ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß "wer auf dem Dach des Hauses, nicht hinabsteigen soll aufzuheben etwas aus seinem Hause. "Und wer auf dem Feld, soll nicht wieder umkehren, zu holen sein Kleid" oder den Rock, bedeutet, die im Guten des Wahren sollen sich auch nicht von dem Guten desselben wenden zur Lehre des Wahren. Feld bedeutet im Wort jenen Zustand des Menschen in Ansehung des Guten. Was Feld ist, sehe man Nr. 368, 2971, 3196, 3310, 3317, 3500, 3508; und Kleid oder Rock bedeutet dasjenige, was das Gute bekleidet, d.h. die Lehre des Wahren; denn diese ist für das Gute wie ein Kleid. Daß das Kleid dieses ist, sehe man Nr. 297, 1073, 2576, 3301. Jeder kann sehen, daß hier Tieferes verborgen liegt, als im Buchstaben erscheint; denn der Herr selbst hat jenes gesprochen. 3653. Aus diesem nun kann erhellen, daß der Zustand der Verwüstung der Kirche in Rücksicht auf Gutes der Liebe und Wahres des Glaubens in diesen Versen vollständig beschrieben ist, und daß zugleich eine Ermahnung an diejenigen, die in jenem sind, (ergeht), was sie dann tun sollen. Es gibt dreierlei Menschen in der Kirche, nämlich solche, die in der Liebe zum Herrn sind, solche, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und solche, die in der Neigung zum Wahren. Diejenigen, die in der ersten Klasse sind, nämlich die in der Liebe zum Herrn, werden insonderheit bezeichnet dadurch, daß: "die in Judäa fliehen sollen auf die Berge"; in der anderen Klasse sind diejenigen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und werden insonderheit bezeichnet durch: "wer auf dem Dach des Hauses, soll nicht hinuntersteigen, aufzuheben etwas aus seinem Hause"; in der dritten Klasse sind die, welche in der Neigung zum Wahren, und werden insonderheit bezeichnet durch: "wer auf dem Feld, soll nicht wieder umkehren, zu holen sein Kleid". Man sehe, was hierüber Nr. 2454 gesagt und was erklärt wurde, und dort auch, was wieder umkehren und hinter sich sehen heißt. 3654. Daß Judäa in des Wortes innerem Sinn nicht bedeutet Judäa, wie auch Jerusalem nicht Jerusalem, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen. Im Wort wird nicht sowohl Judäa genannt, sondern das Land Jehudahs, und durch dasselbe wird dort, wie durch das Land Kanaan bezeichnet das Reich des Herrn, mithin auch die Kirche; denn diese ist das Reich des Herrn auf Erden; und dies darum, weil durch Jehudah oder durch die jüdische Völkerschaft vorgebildet wurde das himmlische Reich des Herrn, und durch Israel oder das israelitische Volk Sein geistiges Reich. Und weil es vorgebildet wurde, darum wird auch im Wort, wenn es genannt wird, im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet. Daß jenes bezeichnet wird, wird aus demjenigen klar werden, was im Folgenden von Jehudah und dem Land Jehudahs, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden wird; und inzwischen aus diesen wenigen Stellen bei den Propheten: Jes.5/1-3,6,7: "Einen Weinberg hatte mein Lieber im Horn des Ölsohns (d.i. auf einem fetten Hügel); er umsäumte und entsteinigte ihn, und bepflanzte ihn mit einem edlen Weinstock, und baute einen Turm inmitten seiner, und auch eine Kelter hauete er darin aus, und erwartete, daß er Trauben brächte, aber er brachte Herlinge; und nun Bewohner Jerusalems, und Mann Jehudahs, richtet doch zwischen Mir und zwischen Meinem Weinberg; setzen will Ich ihn in Verödung, denn der Weinberg Jehovahs Zebaoth ist das Haus Israels, und der Mann Jehudahs ist die Pflanze Seiner Ergötzung; und Er erwartete Rechtswalten, aber siehe, (da war) Eitergeschwür, Gerechtigkeit, aber siehe Geschrei": hier wird im Buchstabensinn vom verdorbenen Zustand der Israeliten und Juden gehandelt, aber im inneren Sinn vom verdorbenen Zustand der Kirche, die durch Israel und Jehudah vorgebildet ist. Der Bewohner Jerusalems ist das Gute der Kirche; daß der Bewohner das Gute ist, oder was das gleiche, der, welcher im Guten ist, sehe man Nr. 2268, 2451, 2712, 3613, und daß Jerusalem die Kirche ist: Nr. 402, 2117; das Haus Israels ebenfalls. Daß das Haus das Gute ist: Nr. 710, 1708, 2233, 2234, 3142, 3538, und Israel die Kirche, Nr. 3305; der Mann Jehudahs gleichfalls; denn durch Mann wird bezeichnet das Wahre: Nr. 265, 749, 1007, 3134, 3310, 3459, und durch Jehudah das Gute, aber mit dem Unterschied, daß der Mann Jehudahs das Wahre aus dem Guten der Liebe zum Herrn bezeichnet, welches das himmlisch Wahre genannt wird, d.h. diejenigen, die in solchem Wahren sind. Jes.11/12,13,15,16: "Erheben wird Er ein Zeichen den Völkerschaften, und zusammenscharen die Vertriebenen Israels, und das Zerstreute Jehudahs sammeln von den vier Flügeln (die Enden) der Erde; dann wird weichen die Eifersucht Ephraims, und die Feinde Jehudahs werden ausgerottet werden, Ephraim wird nicht eifern mit Jehudah, und Jehudah wird nicht ängsten den Ephraim; verbannen wird Jehovah die Zunge des Meeres Ägyptens; und schwingen die Hand über den Fluß mit der Heftigkeit seines Geistes; dann wird ein Pfad sein für die Überreste Seines Volkes, die übrig sein werden von Aschur": gehandelt wird hier im Buchstabensinn von der Zurückführung der Israeliten aus der Gefangenschaft, aber im inneren Sinn von einer neuen Kirche, im allgemeinen, und im besonderen bei einem jeden, der wiedergeboren oder eine Kirche wird. Die Vertriebenen Israels für deren Wahrheiten, das Zerstreute Jehudahs für deren Gutes. Ephraim für deren Verständiges, das nicht mehr widerstreiten wird. Ägypten für Wißtümliches, und Aschur für die Vernünftelei daraus, die es verkehrt haben. Die Vertriebenen, das Zerstreute, die Überreste, und die übrigen für Wahres und Gutes, das noch übrig ist. Daß Ephraim das Verständige ist, wird anderswo klar werden, daß Ägypten das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 1164, 1165, 1462, 1186, 2588, 3325. Daß Aschur die Vernünftelei ist: Nr. 119, 1186; und daß die Überreste das vom Herrn im inwendigeren Menschen verborgen gehaltene Gute und Wahre sind: Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 798, 1050, 1738, 1906, 2284. Jes.48/1,2: "Höret dies, Haus Jakobs, die genannt sind mit dem Namen Israels, und aus den Wassern Jehudahs hervorgegangen; denn von der Stadt der Heiligkeit werden sie genannt werden, und auf den Gott Israels stützen sie sich": Wasser Jehudahs steht für Wahres, welches ist aus dem Guten der Liebe zum Herrn, das Wahre aus diesem ist das Liebtätigkeitsgute selbst, welches geistig Gutes genannt wird und die geistige Kirche macht, und zwar die inwendige, die Israel, und die auswendige, die das Haus Jakobs genannt wird. Hieraus wird klar, was bedeuten "Haus Jakobs, die genannt sind mit dem Namen Israels, und aus den Wassern Jehudahs hervorgegangen". Jes.65/9: "Hervorbringen will Ich aus Jakob Samen, und aus Jehudah den Erben Meiner Berge, und besitzen werden ihn Meine Auserwählten, und meine Knechte werden dort wohnen": aus Jehudah der Erbe Meiner Berge im höchsten Sinn für den Herrn, im vorbildlichen Sinn für diejenigen, die in der Liebe zu Ihm, somit im Guten von beiderlei Liebe. Daß Berge jenes Gute sind, ist Nr. 3652 gezeigt worden. 1. Mose 49/9: "Das Junge eines Löwen ist Jehudah, von Beute bist du aufgestiegen, Mein Sohn, er hat sich gebückt, niedergelegt wie ein Löwe, und wie ein alter Löwe, wer wird ihn aufjagen": daß hier unter Jehudah im höchsten Sinn der Herr verstanden wird, ist augenscheinlich klar, und im vorbildlichen Sinn diejenigen, die im Guten der Liebe zu Ihm (sind). Ps.114/1,2: "Als auszog Israel aus Ägypten, das Haus Jakobs aus dem welschen (fremden) Volk, wurde Jehudah zu Seinem Heiligtum, Israel Seinen Herrschaften": Jehudah steht auch hier für das himmlisch Gute, welches ist das der Liebe zum Herrn, und Israel für das himmlisch Wahre oder geistig Gute. Jerem.23/5,6; 33/15,16: "Siehe, Tage kommen, ist der Spruch Jehovahs, und Ich werde erwecken dem David einen gerechten Sprößling, Der regieren wird als König, und Er wird glücklich sein, und Er wird tun Recht und Gerechtigkeit auf Erden, in Seinen Tagen wird gerettet werden Jehudah, und Israel wird sicher wohnen, und das Sein Name, womit sie Ihn nennen werden, Jehovah unsere Gerechtigkeit": hier wird geredet vom Kommen des Herrn; Jehudah für diejenigen, die im Guten der Liebe zum Herrn, Israel, die im Wahren jenes Guten. Daß unter Jehudah nicht verstanden wird Jehudah, unter Israel auch nicht Israel, kann erhellen, denn Jehudah wurde nicht errettet, und Israel war nicht mehr. Jerem.33/7: "Zurückbringen werde Ich die Gefangenschaft Jehudahs, und die Gefangenschaft Israels, und sie bauen wie vorhin". Jerem.50/4,5: "In jenen Tagen, und in jener Zeit, ist der Spruch Jehovahs, werden kommen die Söhne Israels, selbst auch die Söhne Jehudahs miteinander; gehend und weinend werden sie gehen, und Jehovah, ihren Gott, suchen, und Zion suchen auf dem Wege, wohin ihr Angesicht (gerichtet ist)". Jerem.3/17,18: "In jener Zeit werden sie nennen Jerusalem den Thron Jehovahs, und werden sich zu ihr sammeln alle Völkerschaften um des Namens Jehovahs willen gen Jerusalem, nicht mehr werden sie gehen nach der Verstockung ihres bösen Herzens; in jenen Tagen werden gehen das Haus Jehudahs zum Hause Israels, und kommen miteinander aus dem Land der Mitternacht auf das Land". Jerem.31/27,31,33: "Siehe Tage kommen, ist der Spruch Jehovahs, da Ich besäen werde das Haus Israels und das Haus Jehudahs mit dem Samen des Menschen und mit dem Samen des Tieres; und werde schließen mit dem Hause Israels, und mit dem Hause Jehudahs einen neuen Bund; dies ist der Bund, den Ich schließen werde mit dem Hause Israels nach jenen Tagen, geben werde Ich Mein Gesetz in ihrer Mitte, und auf ihr Herz werde Ich es schreiben": daß Israel oder das Haus Israels nicht gemeint ist, erhellt offenbar, weil sie ja unter die Heiden zerstreut, und gar nicht aus der Gefangenschaft zurückgeführt wurden, folglich, daß auch Jehudah oder das Haus Jehudahs nicht gemeint ist, sondern daß durch sie im inneren Sinn bezeichnet sind die Angehörigen des geistigen und himmlischen Reiches des Herrn; mit denen (wurde geschlossen) ein neuer Bund, und in deren Herz ist das Gesetz geschrieben. Neuer Bund für die Verbindung mit dem Herrn durch das Gute: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021, 2037, Gesetz, das ins Herz geschrieben ist, für das Innewerden des Guten und des Wahren daraus, und auch für das Gewissen. Joel 4/18-20: "Geschehen wird es an jenem Tage, träufeln werden die Berge Most, und die Hügel werden fließen mit Milch, und alle Bäche Jehudahs werden fließen mit Wassern, und ein Quell wird vom Hause Jehovahs ausgehen, und bewässern den Strom Schittim; Ägypten wird zur Wüstenei werden, und Edom wird zur Ödung der Wüstenei, wegen der Gewalttat an den Söhnen Jehudahs, deren unschuldiges Blut sie vergossen haben in ihrem Lande; und Jehudah wird auf ewig sitzen, und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht": aus dem einzelnen hier wird auch klar, daß unter Jehudah nicht verstanden wird Jehudah, auch nicht unter Jerusalem Jerusalem, sondern diejenigen, die im Heiligen der Liebe und Liebtätigkeit; denn diese werden in Ewigkeit sitzen, und von Geschlecht zu Geschlecht. Mal.3/1,4: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, der bereiten wird den Weg vor Mir, und plötzlich wird kommen zu seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr wünschet; dann wird angenehm sein dem Jehovah das Mincha (Speisopfer) Jehudahs, und Jerusalems, wie in den Tagen der Ewigkeit, und wie in den vorigen Jahren": hier (ist die Rede) vom Kommen des Herrn. Daß damals nicht angenehm war die Mincha (Speisopfer) Jehudahs und Jerusalems, ist offenbar. Hieraus wird klar, daß durch Jehudah und Jerusalem solches, was zur Kirche des Herrn gehört, bezeichnet wird. So überall im Wort anderwärts, wo Jehudah, Israel und Jerusalem genannt werden. Hieraus nun kann erhellen, was durch Judäa bei Matthäus bezeichnet wird, nämlich die Kirche des Herrn, und zwar hier die verwüstete. 3655. In dem, was beim Evangelisten vorhergeht, wurde gehandelt vom ersten und zweiten Zustand des Verfalls der Kirche: daß der erste Zustand war, da man anfing nicht mehr zu wissen, was gut und was wahr ist, sondern miteinander darüber stritt, wovon die Folge waren Falschheiten, sehe man Nr. 3354; und daß der zweite Zustand war, die Zeit da man das Gute und Wahre verachten, und auch verschmähen würde, und also der Glaube an den Herrn verlöschen würde, in dem Grade, wie die Liebtätigkeit aufhören werde, sehe man Nr. 3487, 3488; hier nun ist der dritte Zustand, von dem gehandelt wird, und derselbe ist der Zustand der Verödung der Kirche in Ansehung des Guten und Wahren.   28. Kapitel 1. Und Jischak rief zu (sich) Jakob, und segnete ihn, und gebot ihm und sprach zu ihm: Du sollst nicht nehmen ein Weib aus den Töchtern Kanaan. 2. Stehe auf, gehe gen Paddan Aram, ins Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter. 3. Und der Gott Schaddai wird dich segnen, und dich fruchtbar werden und dich viel werden lassen, und du wirst werden zu einer Sammlung von Völkern. 4. Und Er wird dir geben den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, daß du erbest das Land deiner Pilgerfahrten, das gegeben hat Gott dem Abraham. 5. Und Jischak schickte Jakob fort, und er ging gen Paddan Aram, zu Laban, dem Sohne Bethuels, des Aramäers, dem Bruder der Rebecka, der Mutter Jakobs und Esaus. 6. Da sah Esau, daß Jischak den Jakob segnete, und ihn gen Paddan Aram schickte, sich von dort ein Weib zu holen, indem er ihn segnete, und gebot über ihm, sprechend: du sollst nicht nehmen ein Weib von den Töchtern Kanaan. 7. Und daß Jakob gehorchte seinem Vater und seiner Mutter, und gen Paddan Aram ging. 8. Und Esau sah, daß böse (waren) die Töchter Kanaan in den Augen Jischaks, seines Vaters. 9. Da ging Esau zu Jischmael, und nahm Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, über seine Frauen sich zum Weibe. 10. Und Jakob ging aus von Beerscheba, und ging gen Charan. 11. Und geriet an einen Ort, und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war, und nahm von den Steinen des Ortes, und legte sie zu seinen Häupten, und lag an jenem Ort. 12. Und er träumte; und siehe, eine Leiter (war) aufgestellt zur Erde, und deren Haupt reichend gen Himmel, und siehe, die Engel Gottes aufsteigend und absteigend auf ihr. 13. Und siehe, Jehovah stehend auf ihr, und sprach: Ich bin Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Jischaks; das Land, worauf du liegst, dir will Ich es geben, und deinem Samen. 14. Und sein wird dein Same, wie der Staub der Erde, und ausbrechen wirst du zum Meer, und zum Aufgang, und zur Mitternacht, und zum Mittag; und es werden gesegnet werden in dir alle Familien des (Erd-) Bodens, und in deinem Samen. 15. Und siehe, Ich bin mit dir, und werde dich behüten überall, wohin du gehst, und dich wiederbringen zu diesem Boden, weil Ich dich nicht verlassen werde, bis Ich getan, was Ich dir geredet habe. 16. Da erwachte Jakob von seinem Schlaf, und sprach: Gewißlich ist Jehovah an diesem Ort, und ich habe es nicht gewußt. 17. Und er fürchtete sich und sprach: Wie sehr zu fürchten ist dieser Ort; nichts ist hier denn das Haus Gottes, und dieses ist das Tor des Himmels. 18. Und früh stand Jakob auf am Morgen, und nahm den Stein, den er gelegt zu seinen Häupten, und setzte ihn als Denksäule, und goß Öl auf ihr Haupt. 19. Und nannte den Namen jenes Ortes Bethel; früher jedoch war Lus der Name der Stadt. 20. Und Jakob gelobte ein Gelübde, sprechend: Wird Gott mit mir sein, und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle, und mir geben Brot zu essen, und ein Kleid anzuziehen. 21. Und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters, so wird Jehovah mir sein zum Gott. 22. Und dieser Stein, den ich gesetzt als Denksäule, wird sein ein Haus Gottes, und alles, was Du mir geben wirst, verzehnten, ja verzehnten will ich es Dir.   Inhalt 3656. Hier wird im höchsten Sinn gehandelt vom Herrn, wie Er sein Natürliches in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten anfing, göttlich zu machen; und es wird im allgemeinen beschrieben, durch welche Mittel. Hingegen im vorbildlichen Sinn, wie der Herr das Natürliche des Menschen in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten wiedergebiert oder neu macht. Das Verfahren ist dabei im allgemeinen gleich: Vers 1-10. 3657. Im inneren höchsten Sinn wird beschrieben, wie der Herr sein Natürliches in Ansehung des Wahren anfing göttlich zu machen vom Letzten der Ordnung aus, um so das Zwischeninneliegende zu ordnen, und alles und jedes mit dem Ersten, d.h. mit seinem Göttlichen Selbst zu verbinden. Im inneren vorbildlichen Sinn aber (wird beschrieben), wie der Herr das menschlich Natürliche ebenfalls vom Letzten der Ordnung aus wiedergebiert, und das Zwischeninneliegende so ordnet, daß Er es durch das Vernünftige mit Sich verbindet, worüber Vers 11-22.   Innerer Sinn 3658. Vers 1,2: Und Jischak rief zu (sich) Jakob, und segnete ihn, und gebot ihm und sprach zu ihm: Du sollst nicht nehmen ein Weib aus den Töchtern Kanaan. Stehe auf, gehe gen Paddan Aram, ins Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter. "Und Jischak rief zu (sich) Jakob" bedeutet das Innewerden der Beschaffenheit, betreffend das Gute des Wahren vom Herrn; "und segnete ihn" bedeutet, daß es so verbunden werden soll; "und gebot ihm und sprach zu ihm" bedeutet Nachdenken und daher Innewerden; "du sollst nicht nehmen ein Weib aus den Töchtern Kanaan" bedeutet, es soll ja nicht verbunden werden mit den Neigungen zum Falschen und Bösen; "stehe auf" bedeutet, nur soll er jenes Gute von da erheben; "gehe gen Paddan Aram" bedeutet die Erkenntnisse des so beschaffenen Wahren; "ins Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter" bedeutet das nebenverwandte äußere Gute, und das Wahre daher, das verbunden werden soll. 3659. "Und Jischak rief zu (sich) Jakob", 1. Mose 28/1, bedeutet das Innewerden der Beschaffenheit, betreffend das Gute des Wahren vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen zu jemand, sofern es ist das Innewerden der Beschaffenheit, wovon Nr. 3609; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist der Herr in Ansehung des göttlich Guten, des göttlich Vernünftigen, wovon Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist der Herr in Ansehung des natürlich Wahren, wovon Nr. 1893, 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599; hier aber und im Folgenden dieses Kapitels bildet Jakob vor das Gute jenes Wahren. Hieraus wird klar, daß durch die Worte "Jischak rief zu sich Jakob" bezeichnet wird das Innewerden der Beschaffenheit vom Herrn, betreffend das Gute des Wahren. Daß Jakob hier das Gute jenes Wahren vorbildet, hat den Grund, weil er jetzt die Erstgeburt Esaus bekommen hatte, und auch dessen Segen, und eben hiermit die Rolle Esaus übernahm, aber noch nicht weiter als in betreff des Guten jenes Wahren, das, nämlich das Wahre, er früher vorbildete; denn alles Wahre, was für eines und wie beschaffen es auch sein möge, hat in sich Gutes; denn das Wahre, wofern es nicht aus dem Guten, ist nicht wahr, sondern kraft desselben heißt es wahr. Durch die Erstgeburt, die er erhielt, und durch den Segen bekam er den Vorzug vor Esau, daß seine Nachkommenschaft in die Verheißung, die dem Abraham und dem Jischak gegeben wurde, in betreff des Landes Kanaan eintrat, und daß so durch ihn das göttlich Natürliche des Herr vorgebildet wurde, wie durch Jischak das göttlich Vernünftige, und durch Abraham Sein Göttliches Selbst. Damit also das Vorbildliche in eine Person fallen möchte, wurde zugelassen, daß er dem Esau so die Erstgeburt, und nachher den Segen wegnehmen durfte. Daher kommt es, daß Jakob jetzt das Gute des Natürlichen vorbildet, aber hier im Anfang das Gute jenes Wahren, das, nämlich das Wahre, er kurz vorher vorbildete. Es ist auch noch von Esau die Rede, wie im folgenden Vers 6, 7, 8, dieses Kapitels, aus dem Grund, damit das inwendigere Gute des Wahren und Wahre des Guten des Natürlichen des Herrn vorgebildet werden möchte, das durch Jakob noch nicht (geschehen) kann. Was und wie beschaffen das Gute des Wahren ist, das hier Jakob bezeichnet, wird aus dem Folgenden erhellen. 3660. "Und segnete ihn", 1. Mose 28/1, bedeutet, es soll so verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist verbunden werden, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. Daß der Vater Jischak jetzt den Sohn Jakob segnet, obgleich dieser mit Betrug kam, und dem Esau den Segen wegnahm, und Jischak ob dieser Tat schauderte, wie aus dem vorhergehenden 1. Mose 27/33,35 zu ersehen ist, hat den Grund, weil er nun inne ward, daß es Jakobs Nachkommenschaft sei, die das Land Kanaan besitzen werden, nicht Esaus. Daher wurde der Segen von Jischak bestätigt; aber der Betrug, ob dem Jischak schauderte, bezeichnete und sagte vorher das betrügerische Verhalten in jener Völkerschaft in Beziehung auf das Vorbildliche, sofern es nämlich nichts weniger als ernstlich oder von Herzen die göttlichen und himmlischen Dinge des Reiches des Herrn vorbildete, also gar nicht wie die Alte Kirche, sondern nur im Äußerlichen, das getrennt ist vom Inwendigen, und nicht einmal das, weil sie so oft in offenbare Abgötterei verfielen. Was aber dadurch verbunden werden oder die Verbindung, die durch gesegnet werden im inneren Sinn bezeichnet wird, verstanden wird, ist früher gesagt worden, daß nämlich das Natürliche in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren angeschlossen werden sollte an das Vernünftige, oder was gleich, der äußere Mensch an den inneren; denn um sein Natürliches göttlich zu machen, mußte der Herr solches Gute und Wahre demselben beibringen, das mit dem Guten und Wahren des göttlich Vernünftigen übereinstimmte; ohne entsprechendes Gutes und Wahres gibt es keine Verbindung. Gutes und Wahres des Natürlichen, oder Eigenes des natürlichen Menschen, gibt es unzählig viel, und zwar so unzählig viel, daß vom Menschen kaum dessen allgemeinste Gattungen gewußt werden können, obwohl immerhin das natürlich Gute und Wahre, wenn es genannt wird, dem Menschen als ein einziges Einfaches erscheint; denn das ganze Natürliche, und alles, was darinnen, ist nichts anderes; und weil es sich so verhält, so kann einleuchten, daß es Gutes und Wahres des Natürlichen gibt, in dem Gutes und Wahres des Vernünftigen sein kann, und daß es Gutes und Wahres des Natürlichen gibt, in dem Gutes und Wahres des Vernünftigen nicht sein kann. Folglich daß es Gutes und Wahres des Natürlichen gibt, das dem Guten und Wahren des Vernünftigen durch Entsprechung angeschlossen werden kann. Von diesem wird im gegenwärtigen und in den folgenden Kapiteln gehandelt. Jenes Gute und Wahre wissen, und dasselbe voneinander unterscheiden, sodann schauen wie beschaffen es ist, und so auch, wie es sich zur Verbindung eignet, wird dem Menschen nicht so leicht, solange er nicht aus dem Inwendigeren oder aus Erleuchtung vom Licht des Himmels denkt, denn solches erscheint ihm alsdann sowohl dunkel, als unangenehm. Aber dennoch ist solches der Fassungskraft und dem Verständnis der Engel angepaßt, auch der Fassungskraft der Geister; denn ihre Gedanken werden nicht gestört durch Sorgen um weltlicher, leiblicher und irdischer Dinge wie früher, wo sie als Menschen in der Welt lebten. Diese, nämlich die Engel und Geister, sind in der Wonne der Einsicht, und in der Seligkeit der Weisheit, wenn solcherlei ihnen aus dem inneren Sinn des Wortes kund wird; denn das Göttliche strahlt alsdann her, weil im höchsten Sinn gehandelt wird vom Herrn, und im vorbildlichen Sinn von der Kirche und Wiedergeburt, daher sind sie in der göttlichen Sphäre des Herrn, und Seiner Zwecke und Nutzleistungen. 3661. "Und gebot ihm, und sprach zu ihm", 1. Mose 28/1, bedeutet Besinnung (Nachdenken, reflexio) und Innewerden daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist sich besinnen (nachdenken, reflectere); und aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862; Besinnung (reflexio) ist die Anschauung einer Sache, wie sie sich verhält, dann wie beschaffen sie ist, von daher kommt das Innewerden, 3662. "Du sollst nicht nehmen ein Weib aus den Töchtern Kanaan", 1. Mose 28/1, bedeutet, nur soll es nicht verbunden werden mit den Neigungen zum Falschen und Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ein Weib nehmen, sofern es ist, zugesellt und verbunden werden; aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Neigungen, wovon Nr. 568, 2362, 3024; und aus der Bedeutung von Kanaan, sofern es ist das Falsche und Böse, wovon Nr. 1093, 1140, 1141, 1167, 1205, 1444, 1573, 1574, 1868. 3663. "Stehe auf", 1. Mose 28/2, bedeutet, nur soll er jenes Gute erheben von da. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es da, wo es gesagt wird, eine Erhebung andeutet, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171. Hier die Erhebung aus solchem, was bezeichnet wird durch die Töchter Kanaan, zu solchem was bezeichnet wird durch die Töchter Labans, von denen folgt. 3664. "Gehe gen Paddan Aram", 1. Mose 28/2, bedeutet die Erkenntnisse des so beschaffenen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Aram oder Syrien, sofern es sind Erkenntnisse, wovon Nr. 1232, 1234, 3249. Daß Paddan Aram die Erkenntnisse des Wahren sind, kommt daher, weil es im Syrien der Flüsse (d.h. Mesopotamien) war, wo Nachor, Bethuel und Laban (ihre Heimat hatten). Daß durch dasselbe die Erkenntnisse des Wahren bezeichnet werden, sehe man Nr. 3051. Paddan Aram wird auch früher, 1. Mose 25/20 und 1. Mose 31/18 erwähnt, und bedeutet in jenen Stellen gleichfalls die Erkenntnisse des Wahren. 3665. "Ins Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter", 1. Mose 28/2, bedeutet das seitenverwandte äußere Gute und daher Wahre, das verbunden werden soll. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels, sofern er ist das Gute der Heiden erster Klasse, wovon Nr. 2865; aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist die Neigung zum Guten im natürlichen Menschen oder die Neigung zum äußeren Guten, und eigentlich das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, wovon Nr. 3129, 3130, 3160, 3612; und aus der Bedeutung von nehmen ein Weib von seinen Töchtern, sofern es ist zugesellt oder verbunden werden den Neigungen zum Wahren, die von daher. Daß ein Weib nehmen heißt verbunden werden, ist klar, und daß Töchter sind Neigungen, sehe man Nr. 568, 2362, 3024. Hieraus erhellt, was jene Worte bedeuten, nämlich daß das hier durch Jakob vorgebildete Gute des Natürlichen verbunden werden sollte mit den Wahrheiten, die aus dem seitenverwandten äußeren Guten (stammen). Dies verhält sich so: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann wird er vom Herrn geführt, zuerst wie ein Kind, darauf wie ein Knabe, hernach wie ein Jüngling, und zuletzt wie ein Erwachsener. Die Wahrheiten, die er wie ein kindlicher Knabe erlernt, sind ganz äußerlich und leiblich; denn Inwendigeres kann er noch nicht fassen. Jene Wahrheiten sind nichts anderes als Erkenntnisse von solchen Dingen, in denen inwendigst Göttliches ist. Denn es gibt Erkenntnisse von Dingen, in denen inwendigst nichts Göttliches ist, und es gibt solche, worin es ist. Die Erkenntnisse, in denen inwendigst Göttliches ist, sind so beschaffen, daß sie mehr und mehr inwendigere Wahrheiten allmählich und der Ordnung nach zulassen, dagegen die Erkenntnisse, in denen nichts Göttliches ist, sind so beschaffen, daß sie (jene) nicht zulassen, sondern abweisen; denn die Erkenntnisse des äußeren und leiblichen Guten und Wahren sind wie ein Boden, der seiner Art nach Samen von dieser, nicht einer anderen Natur zuläßt, und eine Gattung von Samen hervorbringt, und die andere erstickt. Die Erkenntnisse, die inwendigst Göttliches enthalten, lassen in sich das geistig und himmlisch Wahre und Gute zu, denn aus dem Göttlichen, das inwendigst ist und ordnet, haben sie diese Art an sich. Hingegen die Erkenntnisse, in denen nichts Göttliches, lassen nur das Falsche und Böse zu, denn ihre Natur bringt das mit sich. Jene Erkenntnisse des äußeren und leiblichen Wahren, die das geistig und himmlisch Wahre und Gute zulassen, werden hier bezeichnet durch die Töchter Labans aus dem Hause Bethuels, hingegen die nicht zulassen, werden bezeichnet durch die Töchter Kanaan. Die Erkenntnisse, die von der Kindheit an bis zum Knabenalter erlernt werden, sind wie die allgemeinsten Gefäße, die mit Gutem anzufüllen sind, und wie sie angefüllt werden, wird der Mensch erleuchtet. Wenn die Gefäße von solcher Art sind, daß in ihnen echtes Gutes sein kann, dann wird der Mensch vom Göttlichen, das inwendig in ihnen, erleuchtet, und zwar allmählich mehr und mehr. Hingegen wenn sie von der Art sind, daß in ihnen echtes Gutes nicht sein kann, dann wird er nicht erleuchtet. Es scheint zwar, als ob er erleuchtet würde, aber es ist aus einem Irrlicht, das dem Falschen und Bösen angehört. Aber gleichwohl wird er mehr und mehr in Ansehung des Guten und Wahren verfinstert. Solche Erkenntnisse sind vielerlei, und zwar so vielerlei, daß sie kaum den Gattungen nach aufgezählt werden, noch weniger den Arten nach unterschieden werden können; denn sie zweigen sich vom Göttlichen vielfältig ab durchs Vernünftige ins Natürliche. Einige fließen unmittelbar ein durch das Gute des Vernünftigen, und von da ins Gute des Natürlichen, auch in das Wahre dieses Guten, und wieder von da ins äußerlich oder leiblich Natürliche, und dort gehen sie auch in verschiedene Zweige auseinander. Und einige fließen mittelbar ein durch das Wahre des Vernünftigen, ins Wahre des Natürlichen, auch ins Gute dieses Wahren, und wieder von da ins äußerlich oder leiblich Natürliche, man sehe Nr. 3573, 3616. Es verhält sich dies wie die Völkerschaften, Familien und Häuser, und in ihnen die Blutsfreundschaften und Schwägerschaften, sofern es nämlich solche sind, die in gerader Linie vom ersten Vater abstammen, und solche, die in einer Neben- oder Seitenlinie mehr und mehr (sich abzweigen). In den Himmeln sind diese Verhältnisse auf das genaueste unterschieden, denn die Gesellschaften sind dort alle nach den Gattungen und Arten des Guten und Wahren, und daher nach Verwandtschaftsverhältnissen, unterschieden: Nr. 685, 2508, 2524, 2556, 2739, 3612; solche bildeten auch die Uralten vor, die himmlische Menschen waren, dadurch, daß sie so unterschieden in Völkerschaften, Familien und Häusern wohnten: Nr. 470, 471, 483, 1159, 1246. Daher kam es auch, daß befohlen wurde, die Angehörigen der vorbildlichen Kirche sollten heiraten innerhalb der Familien ihres Stammes, denn so konnte durch sie der Himmel, und die Verbindung von dessen Gesellschaften in Ansehung des Guten und Wahren vorgebildet werden. Wie jetzt hier durch Jakob, sofern er zum Hause Bethuels, des Vaters seiner Mutter, gehen und sich von da ein Weib von den Töchtern Labans, des Bruders seiner Mutter, holen sollte. Was die Erkenntnisse des äußeren oder leiblichen Wahren selbst betrifft, die aus dem seitenverwandten Guten sind, und, inwendig in sich Göttliches enthalten, und so echtes Gutes zulassen können, wie solche bei den im Kindesalter stehenden Knaben sind, die nachher wiedergeboren werden, so sind es im allgemeinen solche, wie sie sich in den geschichtlichen Büchern des Wortes finden, z.B. die dort berichtet werden vom Paradies, vom ersten Menschen darin, vom Baum des Lebens in der Mitte desselben, und vom Baum des Wissens, wo die Schlange war, die betrog. Dies sind Erkenntnisse, die Göttliches enthalten, und geistig und himmlisch Gutes und Wahres in sich zulassen, weil sie es vorbilden und bezeichnen. Solche Erkenntnisse sind auch das übrige, was in den geschichtlichen Teilen des Wortes vorkommt, z.B. was dort steht von der Stiftshütte und vom Tempel und den Einrichtungen derselben, ebenso was von den Kleidern Aharons und seiner Söhne, dann auch von den Festen der Laubhütten, der Erstlinge von der Ernte und der ungesäuerten Brote und von anderem dergleichen. Wenn dieses und solches ein im Kindesalter stehender Knabe weiß und denkt, dann denken die Engel, die bei ihm, an die göttlichen Dinge, die es vorbildet und bezeichnet. Und weil die Engel von diesem angeregt werden, so wird ihre Regung mitgeteilt, und macht die Lust und das Vergnügen, das der Knabe dabei empfindet, und bereitet sein Gemüt zur Aufnahme von echtem Guten und Wahren vor. Solches und sehr vieles andere sind die Erkenntnisse des äußeren und leiblichen Wahren aus dem seitenverwandten Guten. 3666. Vers 3-5: Und der Gott Schaddai wird dich segnen, und dich fruchtbar werden und dich viel werden lassen, und du wirst werden zu einer Sammlung von Völkern. Und Er wird dir geben den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, daß du erbest das Land deiner Pilgerfahrten, das gegeben hat Gott dem Abraham. Und Jischak schickte Jakob fort, und er ging gen Paddan Aram, zu Laban, dem Sohne Bethuels, des Aramäers, dem Bruder der Rebecka, der Mutter Jakobs und Esaus. "Und der Gott Schaddai wird dich segnen" bedeutet die Versuchungen jenes Wahren und Guten, durch die Verbindung (entsteht); "und dich fruchtbar werden und dich viel werden lassen" bedeutet Gutes daher und Wahres; "und du wirst werden zu einer Sammlung von Völkern" bedeutet die Menge; "und Er wird dir geben den Segen Abrahams" bedeutet die Verbindung des Göttlichen Selbst mit dem Guten und Wahren des Natürlichen; "dir und deinem Samen mit dir" bedeutet mit dem Guten und Wahren, das von daher; "daß du erbest das Land deiner Pilgerfahrten" bedeutet das Leben der Unterweisungen; "das gegeben hat Gott dem Abraham" bedeutet das aus dem Göttlichen, "und Jischak schickte Jakob fort, bedeutet den Anfang des Daseins; "und er ging gen Paddan Aram" bedeutet hier wie früher, die Erkenntnisse jenes Wahren; "zu Laban, dem Sohne Bethuels, des Aramäers" bedeutet das seitenverwandte Gute; "dem Bruder der Rebecka, der Mutter Jakobs und Esaus" bedeutet die Verwandtschaft mütterlicherseits mit dem Guten des Wahren, das Jakob, und mit dem Wahren des Guten, das Esau vorbildet. HG 3667 3667. "Und der Gott Schaddai wird dich segnen", 1. Mose 28/3, bedeutet die Versuchungen jenes Wahren und Guten, durch die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gottes Schaddai, sofern es sind Versuchungen, worüber im folgenden; und aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. Weil durch Jakob jetzt vorgebildet wird das Gute des Wahren, wie Nr. 3659 gezeigt wurde, so wird hier jenes Gute und Wahre unter "dich" verstanden. Daß der Gott Schaddai bedeutet Versuchungen, kommt daher, weil man in den alten Zeiten den höchsten Gott oder den Herrn mit verschiedenen Namen bezeichnete, und zwar nach (Seinen) Eigenschaften, und nach dem Guten, das von Ihm, und auch nach dem Wahren, dessen vielerlei gibt, wie ein jeder weiß. Die Angehörigen der Alten Kirche verstanden unter all jenen Benennungen nur einen Gott, nämlich den Herrn, Den sie Jehovah nannten. Hingegen nachdem die Kirche vom Guten und Wahren abgekommen, und zugleich von jener Weisheit, da fing man an, ebenso viele Götter zu verehren, als Benennungen des einen Gottes waren, bis daß eine jede Völkerschaft, und zuletzt eine jede Familie einen von ihnen als ihren Gott anerkannte. Ebendaher gab es so viele Götter, die auch hie und da im Wort genannt werden. Das gleiche geschah in der Familie Therachs, des Vaters Abrahams, und auch im Hause Abrahams selbst. Daß diese andere Götter verehrten, sehe man Nr. 1356, 2559 und hauptsächlich den Gott Schaddai: Nr. 1992. Daß die Verehrung desselben in jenem Hause geblieben ist, erhellt auch aus folgenden Stellen : 2. Mose 6/3: "Erschienen bin Ich dem Abraham, Jischak und Jakob, im Gott Schaddai, und mit Meinem Namen Jehovah war Ich ihnen nicht bekannt"; daher kommt es, daß zu Abraham gesagt wurde: "Ich bin der Gott Schaddai, wandle vor Mir, und sei unsträflich": 1. Mose 17/1, und daß jetzt von Jischak zu Jakob gesagt wurde: "Der Gott Schaddai wird dich segnen". Daß es so ist, erhellt auch offenbar aus dem, was in diesem Kapitel vorkommt, daß, nachdem der Herr ihm im Traum gesagt hatte: "Ich bin Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Jischaks": 1. Mose 28/13, dennoch Jakob nachher sprach: "Wird Gott mit mir sein, und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle, und mir geben Brot zu essen, und ein Kleid anzuziehen, und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters, so wird Jehovah mir sein zum Gott": 1. Mose 28/20,21. Hieraus wird klar, daß auch das Haus Jakobs den Jehovah nicht anerkannte, sondern daß es nur dann Ihn für seinen Gott anerkannte, wenn Er ihm wohltun würde; ganz wie heutzutage im christlichen Heidentum. Was aber den Gott Schaddai insbesondere betrifft, so war so in der Alten Kirche der Herr genannt worden in Rücksicht auf die Versuchungen und die Segnungen und Wohltaten nach den Versuchungen, was Nr. 1992 gezeigt wurde. Daher kommt es nun, daß durch den Gott Schaddai im inneren Sinn Versuchungen bezeichnet werden. Daß durch die Versuchungen die Verbindung des Guten und Wahren bewirkt wird, darüber sehe man, was früher über die Versuchungen gesagt und gezeigt und Nr. 2819 angeführt wurde. 3668. "Und dich fruchtbar werden, und dich viel werden lassen", 1. Mose 28/3, bedeutet, Gutes daher und Wahres. Dies erhellt daraus, daß fruchtbar werden als Prädikat dem Guten, und viel werden als Prädikat dem Wahren beigelegt wird, wovon Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. 3669. "Und du wirst werden zu einer Sammlung von Völkern", 1. Mose 28/3, bedeutet die Menge. Dies kann erhellen ohne Erklärung. Sammlung von Völkern wird insbesondere ausgesagt von Wahrheiten; denn durch Völker werden im Wort bezeichnet diejenigen, die im Wahren sind, man sehe Nr. 1259, 1260, 2928, 3581; hingegen durch Völkerschaften diejenigen, die im Guten: Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. Daß hier gesagt wird Sammlung von Völkern, ist, weil von dem durch Jakob vorgebildeten Guten des Wahren gehandelt wird; denn ein anders ist das Gute, das aus dem Wahren, und ein anderes ist das Gute, aus dem das Wahre. Das Gute, das aus dem Wahren, ist es, was hier Jakob ist, und das Gute, aus dem das Wahre ist, was Esau ist. Das Gute, das aus dem Wahren, steht in umgekehrten Verhältnis zum Guten, aus dem das Wahre. Im Guten, das aus dem Wahren, sind diejenigen, die wiedergeboren werden, ehe sie wiedergeboren sind; aber im Guten, aus dem das Wahre, sind ebendieselben, wenn sie wiedergeboren sind; daß der Zustand derselben ein umgekehrter ist, sehe man Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603. 3670. "Und er wird dir geben den Segen Abrahams", 1. Mose 28/4, bedeutet die Verbindung des Göttlichen Selbst mit dem Guten und Wahren des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Segens, sofern er ist Verbindung, wovon Nr. 3660, 3667; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist das eigentliche Göttliche des Herrn, das der Vater genannt wird, wovon Nr. 2011, 3251, 3439; und weil dieses zu Jakob gesagt wird, durch den das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des göttlich Guten und Wahren daselbst vorgebildet werden soll, so ist es die Verbindung des Göttlichen Selbst mit dem Guten und Wahren des Natürlichen, das durch die Worte "er wird dir geben den Segen Abrahams" im inneren Sinn bezeichnet wird. Im Buchstabensinn ist es der Besitz des Landes Kanaan, der unter dem Segen Abrahams verstanden wird, und auch unter den Worten, die folgen, "daß du erbest das Land deiner Pilgerfahrten, das gegeben hat Gott dem Abraham"; in diesem Sinn fassen jene Worte auch alle auf, die glauben, daß die Geschichten im Wort nichts Himmlischeres und Geheimeres in sich schließen, hauptsächlich die jüdische Völkerschaft, die auch daraus ein Vorrecht vor allen Völkerschaften und Völkern in Anspruch nimmt. Ebenso verstanden es ihre Väter, und hauptsächlich Jakob. Wie beschaffen dieser (Jakob) war, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3667 gesagt wurde, daß er nämlich den Jehovah nicht kannte, und nicht anerkennen wollte, wenn er ihm nicht leibliche und irdische Güter geben würde; daß aber weder Abraham, noch Jischak, noch Jakob verstanden wurden, sondern daß durch Jakob vorgebildet wird der Herr in Ansehung des Natürlichen, das Er göttlich machte, erhellt aus den Erklärungen zur Genüge. Daß es gleich gilt, von welcher Art der Mensch ist, der vorbildet, ob böse oder gut, und daß der Böse ebenso vorbilden kann, und solche vorgebildet haben das Göttliche des Herrn, sehe man Nr. 665, 1097, 1361. Dasselbe kann erhellen aus den Vorbildungen, die noch heutigen Tages stattfinden, denn alle Könige, wer sie auch sein mögen, und von welcher Art sie auch sein mögen, bilden durch das Königtum selbst bei ihnen den Herrn vor; ebenso alle Priester, wer und welcher Art sie auch sein mögen, durch das Priestertum selbst. Das Königtum selbst und das Priestertum selbst ist heilig, von welcher Art auch derjenige ist, der es verwaltet; daher kommt es, daß das Wort, das ein Böser lehrt, ebenso heilig ist; so auch das Sakrament der Taufe und das heilige Abendmahl, und dergleichen. Hieraus kann auch erhellen, daß überall kein König auf das Heilige, das seinem Königtum angehört, für sich einen Anspruch machen darf; auch kein Priester auf das Heilige, das seinem Priesteramt angehört. In dem Maß als er davon für sich in Anspruch nimmt oder es sich zuschreibt, prägt er sich das Malzeichen eines geistigen Diebes, oder das Merkmal des geistigen Diebstahls auf; und auch in dem Maß als er Böses tut, d.h. gegen Recht und Billigkeit und gegen das Gute und Wahre, legt der König das Vorbild des heiligen Königtums und der Priester das des heiligen Priestertums ab, und bildet das Gegenteil vor. Daher wurden in der vorbildlichen jüdischen Kirche so viele Gesetze gegeben über das Heilige, in dem hauptsächlich die Priester sein sollten, wenn sie des Amtes pflegten. Über diesen Gegenstand wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mehreres im Folgenden gesagt werden. 3671. "Dir und deinem Samen mit dir", 1. Mose 28/4, bedeutet, mit dem Guten und Wahren, das von daher. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier durch "dir" bezeichnet wird, sofern er ist das Gute des Wahren oder das Gute, das aus dem Wahren, wovon oben; und aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist das Gute und Wahre des Glaubens, wovon Nr. 1025, 1447, 1610, 2848, 3373. "Mit dir" bedeutet, was sich anschließt an das Gute des Wahren, das Jakob ist. Es verhält sich mit dem Guten und Wahren, wie mit den Samen und mit dem Boden. Das inwendigere Gute ist gleichsam der Same, der erzeugt, aber lediglich nur in einem guten Boden. Das auswendigere Gute und Wahre ist wie der Boden, in dem erzeugt wird; jener, nämlich der Same, der das inwendigere Gute und Wahre ist, kann nicht anders wurzeln. Daher kommt es, daß das Vernünftige des Menschen am allerersten wiedergeboren wird, denn in demselben sind die Samen, und nachher das Natürliche, damit dieses zu einem Boden diene: Nr. 3286, 3288, 3321, 3368, 3493, 3620, 3623, 3576; und weil das Natürliche gleichsam der Boden ist, kann das Gute und Wahre fruchtbar und gemehrt werden im Vernünftigen, was nicht geschehen könnte, wenn es nicht irgendwo einen Boden hätte, in dem der Samen seine Wurzel schlägt. Aus dieser Vergleichung kann, wie in einem Spiegel, gesehen werden, wie es sich mit der Wiedergeburt verhält, und mit den zahlreichen Geheimnissen derselben. Das Gute und Wahre verstehen und es wollen, ist Sache des Vernünftigen, die Empfindungen (perceptiones) des Guten und Wahren daher sind wie die Samen. Hingegen dasselbe wissen und es tun, ist Sache des Natürlichen; dies Wißtümliche und die Werke selbst sind wie der Boden. Wenn der Mensch vom Wißtümlichen, welches das Gute und Wahre bestätigt, angeregt wird, und noch mehr, wenn er eine Lust empfindet im Tun desselben, dann sind die Samen bei ihm wie in ihrem Boden, und wachsen; dadurch wird das Gute fruchtbar und das Wahre vermehrt, und steigen (beide) fortwährend aus jenem Boden ins Vernünftige auf, und vervollkommnen dieses. Anders verhält es sich, wenn der Mensch das Gute und Wahre versteht, und auch innerlich einiges Wollen empfindet, aber doch nicht liebt es zu wissen, und noch weniger es zu tun, dann kann das Gute nicht fruchtbar und das Wahre nicht vermehrt werden im Vernünftigen. 3672. "Daß du erbest das Land deiner Pilgerfahrten", 1. Mose 28/4, bedeutet das Leben der Unterweisungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erben, sofern es ist das Leben des anderen haben, wovon Nr. 2658, 2851; hier das Leben aus dem Göttlichen, das bezeichnet wird durch die Worte, die gleich darauf folgen; und aus der Bedeutung der Pilgerfahrten, sofern es sind Unterweisungen, wovon Nr. 1463, 2025; Land bedeutet, wo Leben (ist). Das Leben der Unterweisungen, wovon hier die Rede, ist das Leben des Guten aus dem Wahren, das hier durch Jakob vorgebildet wird, denn wenn man lebt nach den Wahrheiten, in denen der Mensch unterwiesen wird, dann ist man im Leben der Unterweisungen. 3673. "Welches gegeben hat Gott dem Abraham", 1. Mose 28/4, bedeutet, das aus dem Göttlichen (stammt). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, sofern er ist der Herr in Ansehung des Göttlichen, das der Vater im Wort genannt wird, wovon Nr. 2011, 3251, 3439; Gott hat gegeben, heißt, Ihm angeeignet; dies kann erhellen: denn was gegeben ist, gehört dem, dem es gegeben wurde. Hieraus wird klar, daß durch "das gegeben hat Gott dem Abraham", bezeichnet wird das Leben, das aus dem Göttlichen (ist). 3674. "Und Jischak schickte Jakob fort", 1. Mose 28/5, bedeutet den Anfang des Daseins. Dies erhellt daraus, daß jetzt Jakob beginnt vorzubilden das Gute des Wahren, somit den Anfang des Daseins des göttlich Natürlichen des Herrn. Denn was im Folgenden über Jakob bei Laban gesagt wird, enthält dieses. Daher kommt es, daß "Jischak schickte den Jakob fort", den Anfang des Daseins bedeutet. 3675. "Und er ging gen Paddan Aram", 1. Mose 28/5, bedeutet die Erkenntnisse jenes Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Paddan Aram, sofern es bezeichnet die Erkenntnisse des Wahren, wovon Nr. 3664. 3676. "Zu Laban, dem Sohne Bethuels, des Aramäers", 1. Mose 28/5, bedeutet das seitenverwandte Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er bezeichnet das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, wovon auch Nr. 3665; und aus der vorbildlichen Bedeutung Bethuels, sofern er bezeichnet das Gute der Heiden von der ersten Klasse, wovon Nr. 2865, 3665, von dem als von gemeinschaftlichem Stamm das Gute herkommt, das durch Laban vorgebildet wird. Daß Bethuel den Beinamen Aramäer hat, kommt daher, weil durch Aram oder Syrien bezeichnet werden die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 1232, 1234, 3249, von denen hier gehandelt wird. Das äußere Wahre, aus dem das Gute stammt, das hier Jakob bezeichnet, ist nichts anderes als Erkenntnisse, denn diese sind Wahrheiten, die zu allererst geschöpft werden, und auch für Wahrheiten gehalten werden von denjenigen, die im Anfang der Wiedergeburt sind. Aber die Erkenntnisse sind nicht Wahrheiten an sich, sondern kraft des Göttlichen, das darinnen ist; wenn dieses herausleuchtet, dann erst werden sie Wahrheiten; mittlerweile sind sie nur wie allgemeine Gefäße, durch die und in denen Wahrheiten aufgenommen werden können, wie es jene sind, von denen früher Nr. 3665 E, und wie es auch alles Wißtümliche ist, das zuerst erlernt wird. 3677. "Dem Bruder der Rebecka, der Mutter Jakobs und Esaus", 1. Mose 28/5, bedeutet die Verwandtschaft mütterlicherseits mit dem Guten des Wahren, das Jakob, mit dem Wahren des Guten, das Esau bezeichnet. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rebecka, sofern sie ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, wovon früher öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des Wahren oder das Gute, das aus dem Wahren im Natürlichen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Wahre des Guten, oder das Gute, aus dem das Wahre im Natürlichen, wovon Nr. 3669; und weil alles Gute und Wahre, das im natürlichen oder äußeren Menschen ist, empfangen und geboren wird vom vernünftigen oder inneren Menschen, nämlich vom Guten des Vernünftigen als vom Vater, und vom Wahren des Vernünftigen als von der Mutter: Nr. 3314, 3573, 3616, darum wird durch jene Worte bezeichnet die Verwandtschaft mütterlicherseits mit dem Guten des Wahren, das Jakob, mit dem Wahren des Guten, das Esau. Es verhält sich auch ganz gleich; aber es faßlich zu erklären, ist sehr schwer, aus dem Grund, weil das Allgemeinste dieses Gegenstandes heutzutage unbekannt ist, wie z.B. was das geistig Gute, und was sein Wahres, und daß unzählige Gattungen des Guten und seines Wahren sind, und noch unzählig mehrere Arten; ferner daß sie gleichsam durch Grade der Blutsfreundschaft und Schwägerschaft unter sich verbunden sind. Wenn dieses, welches das Allgemeinste, unbekannt ist, so muß die Beschreibung der Grade und Verwandtschaftsverhältnisse in lauter Schatten fallen (d.i. ganz dunkel erscheinen); und das um so mehr, weil solches die Gebildeten heutigen Tages nicht einmal wissen wollen, sondern lieber an der Schale herumtasten und darüber streiten, nicht wie beschaffen es ist, sondern ob es ist, und solange sie in diesem Zustand sind, wollen sie gar nichts wissen von jenen unzählig vielen Dingen. 3678. Vers 6-9: Da sah Esau, daß Jischak den Jakob segnete, und ihn gen Paddan Aram schickte, sich von dort ein Weib zu holen, indem er ihn segnete, und gebot über ihm, sprechend: du sollst nicht nehmen ein Weib von den Töchtern Kanaan. Und daß Jakob gehorchte seinem Vater und seiner Mutter, und gen Paddan Aram ging. Und Esau sah, daß böse (waren) die Töchter Kanaan in den Augen Jischaks, seines Vaters. Da ging Esau zu Jischmael, und nahm Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths, über seine Frauen sich zum Weibe. "Da sah Esau, daß Jischak den Jakob segnete" bedeutet das Denken des natürlich Guten über die Verbindung durch das Wahr-Gute, das Jakob; "und ihn gen Paddan Aram schickte" bedeutet den Anfang des Daseins durch die Erkenntnisse jenes Guten; "sich von dort ein Weib zu holen" bedeutet, daß so Verbindung durch die Neigung zum Wahren (entstehe); "indem er ihn segnete, und gebot über ihm, sprechend" bedeutet, damit die Verbindung geschehen möge, sei Besinnung und daher Innewerden notwendig; "du sollst nicht nehmen ein Weib von den Töchtern Kanaan" bedeutet, es soll nicht verbunden werden mit den Neigungen zum Falschen und Bösen; "und daß Jakob gehorchte seinem Vater und seiner Mutter" bedeutet den Gehorsam und die Zuneigung; "und gen Paddan Aram ging" bedeutet hier wie früher, sich anzueignen jene Erkenntnisse des Guten und Wahren; "und Esau sah, daß böse (waren) die Töchter Kanaan in den Augen Jischaks, seines Vaters" bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn, daß die Neigungen zu jenem Wahren, mit denen das natürlich Gute bisher verbunden war, sich nicht zur Verbindung eigneten; "da ging Esau zu Jischmael, und nahm Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams" bedeutet die Verbindung jenes Guten mit dem Wahren aus göttlichem Ursprung; "die Schwester Nebajoths, über seine Frauen sich zum Weibe" bedeutet die Neigung zum himmlisch Wahren mehr inwendig. 3679. "Da sah Esau, daß Jischak den Jakob segnete", 1. Mose 28/6, bedeutet das Denken des natürlich Guten über die Verbindung durch das Gute des Wahren, das Jakob ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist denken; denn denken ist nichts anderes, als inwendig sehen, oder ein inneres Gesicht; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3300, 3302, 3322, 3494, 3504, 3576, 3599; aus der Bedeutung von gesegnet werden, insofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des göttlich Guten, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Wahr-Gute (d.i. das Gute aus dem Wahren), wovon Nr. 3669, 3677. Hieraus wird klar, daß durch "Esau sah, daß Jischak den Jakob gesegnet habe" bezeichnet wird das Denken des natürlich Guten über die Verbindung durch das Wahr-Gute. Was aber das Denken des natürlich Guten über die Verbindung durch das Wahr-Gute ist, kann auch nicht faßlich genug erklärt werden, aber doch soll es mit wenigem erklärt werden. Das Denken des natürlich Guten ist das Denken des vernünftigen oder inwendigen Menschen im natürlichen oder äußeren Menschen, und zwar aus seinem Guten. Denn der vernünftige oder inwendige Mensch ist es, der denkt, nicht aber der natürliche oder äußere; denn jener oder der inwendige Mensch ist im Himmelslicht, und in diesem Licht ist Einsicht und Weisheit vom Herrn: Nr. 3195, 3339, 3636, 3643. Aber der äußere Mensch ist im Weltlicht, in dem keine Einsicht ist, und nicht einmal Leben. Wenn daher nicht der inwendige Mensch denken würde im äußeren, so könnte gar nichts gedacht werden. Aber dennoch scheint es dem Menschen, als ob das Denken in seinem Äußeren wäre, denn er denkt aus demjenigen heraus, was durch die Sinne eingegangen ist, und der Welt angehört. Es verhält sich hiermit wie mit dem Sehen des Auges: der sinnliche Mensch meint, das Auge sehe aus sich, da doch das Auge nur ein Leibesorgan ist, durch das der inwendige Mensch dasjenige sieht, was außer dem Leibe oder was in der Welt ist; und auch wie es sich mit der Rede verhält: der sinnliche Mensch möchte meinen, daß der Mund und die Zunge aus sich reden, und wer ein wenig höher denkt, daß die Luftröhre und die inwendigeren Organe reden, sofern sie angehaucht werden von der Lunge, da es doch das Denken ist, was durch jene organischen Teile redet. Denn das Reden ist nichts anderes als ein redendes Denken. Solche Sinnestäuschungen gibt es sehr viele. Ebenso verhält es sich mit allem Leben, das im äußeren Menschen erscheint, daß es nämlich das Leben des Inwendigen in ihm ist, als in seinem materiellen und leiblichen Organ. Mit dem Denken ist es so bewandt: solange der Mensch im Leibe lebt, denkt er aus dem Vernünftigen im Natürlichen; anders jedoch wenn das Natürliche entspricht dem Vernünftigen, und anders wenn das Natürliche nicht entspricht. Wenn das Natürliche entspricht, dann ist der Mensch ein vernünftiger und denkt geistig; hingegen wenn das Natürliche nicht entspricht, dann ist er kein vernünftiger und kann auch nicht geistig denken. Jenem, dessen Vernünftigem das Natürliche entspricht, ist der Verbindungsweg geöffnet, so daß das Licht des Himmels vom Herrn durch das Vernünftige ins Natürliche einfließen und dieses erleuchten kann mit Einsicht und Weisheit; daher ist derselbe vernünftig und denkt geistig. Dagegen bei diesem, dessen Vernünftigem das Natürliche nicht entspricht, ist der Verbindungsweg verschlossen, und bloß im allgemeinen fließt etwas Licht rings herum und (gleichsam) durch Ritzen ein durch das Vernünftige ins Natürliche, daher ist ein solcher nicht vernünftig, und denkt nicht geistig; denn der Mensch denkt so, wie bei ihm der Einfluß des Himmelslichtes ist. Hieraus wird klar, daß ein jeder Mensch denkt gemäß dem Zustand der Entsprechung des Natürlichen mit dem Vernünftigen in Ansehung des Guten und Wahren. Aber die Geister und Engel denken nicht so wie der Mensch, ihr Denken schließt zwar auch im Natürlichen ab, denn sie haben das ganze natürliche Gedächtnis und seine Neigungen bei sich, aber jenes Gedächtnis dürfen sie nicht brauchen: Nr. 2475-2479; und obwohl sie es nicht brauchen dürfen, dient es ihnen doch zur Grundfläche oder gleichsam zum Fundament, so daß ihre Denkvorstellungen daselbst auslaufen (terminentur). Daher kommt es, daß ihre Denkvorstellungen inwendiger sind, und ihre Rede nicht aus Wortformen, wie beim Menschen, sondern von den Sachformen (gebildet) ist. Hieraus wird klar, daß auch bei ihnen das Denken so beschaffen ist, wie die Entsprechung ihres Natürlichen mit dem Vernünftigen, und daß es Geister gibt, die vernünftig sind und geistig denken, und solche, die nicht vernünftig sind und nicht geistig denken, und dies ganz gemäß ihren Neigungen und daher Gedanken im Leibesleben, d.h. gemäß dem Zustand des Lebens, das sie sich in der Welt verschafft haben. Was also das Denken des natürlich Guten sei, wird hieraus einigermaßen klar, daß es nämlich ist das Denken im Guten des Natürlichen (der Vorstellung der Geister gemäß wird gesagt das Denken des natürlich Guten, was der Vorstellung der Menschen gemäß genannt wird das Denken im Guten des Natürlichen); in diesem, nämlich im Guten des Natürlichen, denkt das Vernünftige, wenn es das Gute als Zweck betrachtet, somit ist das Denken des natürlich Guten über die Verbindung durch das Wahr-Gute ein Denken im Natürlichen über den Zweck, wie nämlich mit ihm verbunden werden könne das Wahre, und zwar gemäß der göttlichen Ordnung, auf dem allgemeinen Weg, der, wie früher oft gesagt worden, von solchem ausgeht, was äußerlich ist, und so von dem, was in der Ordnung das Letzte oder Äußerste ist. Von diesem aus nimmt alle Wiedergeburt des Natürlichen ihren Anfang. Dieses Äußerste oder Letzte sind die ersten Erkenntnisse, wie sie für Kinder und Knaben sind, wovon Nr. 3665 E. Im Anfang ist das Gut-Wahre, das durch Esau bezeichnet wird, mit dem Guten des Wahren, das Jakob vorbildet, nicht verbunden in der äußeren Form, denn das Gute des Wahren steht zum Gut-Wahren (d.i. zum Wahren des Guten) in einem umgekehrten Verhältnis: Nr. 3669. Aber dennoch ist beides inwendigst, d.h. in Ansehung der Zwecke verbunden, denn der Zweck des Wahren, das aus dem Guten stammt, ist, daß ihm die Wahrheiten der Ordnung gemäß angeschlossen werden; und der Zweck des Guten, das aus dem Wahren, ebenfalls. Und weil der Zweck verbindet, darum wird auch beides verbunden: Nr. 3562, 3565. Das Umgekehrte der Ordnung ist in den ersten Zeiten bloß ein Mittel, das auf den Zweck zielt. 3680. "Und ihn gen Paddan Aram schickte", 1. Mose 28/6, bedeutet den Anfang des Daseins durch die Erkenntnisse jenes Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihn geschickt hat", sofern es ist der Anfang des Daseins, wovon Nr. 3674; und aus der Bedeutung von Paddan Aram, sofern es sind die Erkenntnisse des Wahren, wovon Nr. 3664; Erkenntnisse des Guten werden sie genannt, weil alle Wahrheiten Erkenntnisse des Guten sind, Wahrheiten, die nicht aus dem Guten, oder die nicht aufs Gute als Zweck zielen, sind keine Wahrheiten. Dagegen insofern sie die Lehre bezielen, heißen sie Erkenntnisse des Wahren. 3681. "Sich von dort ein Weib zu holen", 1. Mose 28/6, bedeutet, daß so Verbindung durch die Neigung zum Wahren stattfinde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es die Neigung zum Wahren bezeichnet, wovon Nr. 1468, 2517, 3236; und diese nehmen, heißt sich an sie anschließen. 3682. "Indem er ihn segnete, und gebot über ihm, sprechend", 1. Mose 28/6, bedeutet, damit Verbindung geschehen möge, Besinnung und daher Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584; und aus der Bedeutung von gebieten und sprechen, sofern es ist Besinnung und daher Innewerden, wovon Nr. 3661. 3683. "Du sollst nicht nehmen ein Weib von den Töchtern Kanaan", 1. Mose 28/6, bedeutet, es soll nicht verbunden werden mit den Neigungen zum Falschen und Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Weib nehmen", sofern es ist beigesellt und verbunden werden, und aus der Bedeutung der Töchter Kanaan, sofern es sind die Neigungen zum Falschen und Bösen, wovon Nr. 3662. 3684. "Und daß Jakob gehorchte seinem Vater und seiner Mutter", 1. Mose 28/7, bedeutet den Gehorsam und die Zuneigung (affectionem). Dies erhellt aus der Bedeutung von hören auf einen, oder aufhorchen, sofern es ist gehorchen, wovon Nr. 2542; auf Vater und Mutter bedeutet Gehorsam aus Zuneigung. 3685. "Und ging gen Paddan Aram", 1. Mose 28/7, bedeutet, sich anzueignen die Erkenntnisse jenes Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und reisen, sofern es ist die Ordnung und Einrichtung des Lebens, wovon Nr. 1293, 3335, hier also sich anzueignen nach der Ordnung, nämlich die Erkenntnisse jenes Guten und Wahren, die bezeichnet werden durch Paddan Aram: Nr. 3664, 3675. 3686. "Und Esau sah, daß böse waren die Töchter Kanaan in den Augen Jischaks, seines Vaters", 1. Mose 28/8, bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn, daß die Neigungen zu jenem Wahren, mit denen das natürlich Gute bisher verbunden war, sich nicht zur Verbindung eigneten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, hier, sofern es ist Vorhersehen und Vorsehung, wovon Nr. 2837, 2839; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist der Herr in Ansehung des göttlich Guten des Natürlichen, wovon früher; aus der Bedeutung der Töchter Kanaan, hier der Töchter Cheth, sofern es sind die Neigungen zum Wahren aus unechtem (Ursprung), wovon Nr. 3470, 3620, 3621, 3622; und aus der Bedeutung von böse in den Augen Jischaks, seines Vaters, sofern es heißt, sich nicht eignen zur Verbindung, nämlich durch das Gute des Natürlichen, das Esau bezeichnet mit dem Guten des Vernünftigen, das Jischak (ist). Hieraus wird klar, daß durch jene Worte bezeichnet wird das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn, daß die Neigungen zu jenem Wahren, weil nicht aus echtem (Ursprung), sich nicht zur Verbindung eigneten. Wie sich dieses verhält, kann erhellen aus der Erklärung zu 1. Mose 26/34,35, wo die Rede ist von den Töchtern Cheth, die Esau sich zu Weibern genommen hatte; und zu 1. Mose 27/46, wo die Rede ist von Jakob, daß er nicht aus den Töchtern Kanaan ein Weib nehmen sollte. Daß durch die Töchter Kanaan hier bezeichnet werden Neigungen zum Wahren aus unechtem Ursprung, und oben durch die Töchter Kanaan Neigungen zum Falschen und Bösen: Nr. 3662, 3683, kommt daher, weil die Chittäer im Lande Kanaan von der Kirche der Heiden nicht so im Falschen und Bösen gewesen waren, wie andere Heiden dort, wie die Kanaanäer, Emorräer und Perisäer; daher wurde auch durch die Chittäer die geistige Kirche des Herrn bei den Heiden vorgebildet: Nr. 2913, 2986. Daß die Uralte Kirche, welche die Himmlische und vor der Sintflut war, im Lande Kanaan gewesen sei, sehe man Nr. 567; und daß die Alte Kirche, die nach der Sintflut war, auch dort und außerdem in mehreren anderen Reichen bestand: Nr. 1238, 2385; daher ist es gekommen, daß alle Völkerschaften, und auch alle Länder dort, und alle Flüsse dort, vorbildliche Bedeutung bekamen; denn die Uralten, die himmlische Menschen waren, gewahrten durch alle Gegenstände, die sie sahen, solches, was sich auf das Reich des Herrn bezieht: Nr. 920, 1409, 2896, 2897, 2995; somit auch durch die Länder und Flüsse dort. Jene vorbildlichen Bedeutungen verblieben in den Zeiten nach jenen in der Alten Kirche, so auch die vorbildlichen Bedeutungen der Orte daselbst. Das Wort in der Alten Kirche, wovon Nr. 2897, 2898, 2899, hatte auch die vorbildlichen Namen der Orte von daher, wie auch das Wort nach ihrer Zeit, das Moses und die Propheten genannt wird; und weil es so war, wurde dem Abraham befohlen, er soll dorthin gehen, und ihm die Verheißung gegeben, daß seine Nachkommen jenes Land besitzen sollten, und zwar nicht deswegen, weil sie besser als die übrigen Heiden waren, denn sie gehörten unter die allerschlimmsten: Nr. 1167, 3373, sondern damit durch sie die vorbildliche Kirche gestiftet würde, in der gar nicht reflektiert wurde auf die Person, und auf die Orte, sondern auf die Sachen, die vorgebildet wurden: Nr. 3670, und damit so auch die Namen der Uralten Kirche, und der Alten beibehalten würden. 3687. "Da ging Esau zu Jischmael, und nahm Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams", 1. Mose 28/9, bedeutet die Verbindung jenes Guten mit dem Wahren aus göttlichem Ursprung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon oben; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischmaels, des Sohnes Abrahams, sofern er ist das Wahre aus göttlichem Ursprung. Daß Jischmael die geistige Kirche des Herrn und mithin das Wahre vorbildet, sehe man Nr. 1949, 1950, 1951, 2078, 2691, 2699, 3268; und daß Abraham vorbildet das Göttliche des Herrn, das der Vater genannt wird: Nr. 2011, 3251, 3439; daher wird durch Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams, das Wahre aus göttlichem Ursprung bezeichnet. Daß ein Weib nehmen, bedeutet, zugesellt und verbunden werden, ist klar. Hieraus erhellt, daß durch "Esau ging zu Jischmael, und nahm Machalath, die Tochter Jischmaels, des Sohnes Abrahams" bezeichnet wird die Verbindung jenes Guten mit dem Wahren aus göttlichem Ursprung. 3688. "Die Schwester Nebajoths, über seine Frauen sich zum Weibe", 1. Mose 28/9, bedeutet die Neigung zum himmlischen Wahren mehr inwendig. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schwester, sofern sie ist das verständig oder vernünftig Wahre, wovon Nr. 1495, 2508, 2524, 2556, 3386; aus der vorbildlichen Bedeutung Nebajoths, sofern er ist das Gute, das der geistigen Kirche eigen ist, wovon Nr. 3268; daher bedeutet die Schwester Nebajoths die Neigung zum himmlisch Wahren, oder was gleich, die Neigung zum geistig Guten. Aus der Bedeutung der Frauen oder der Töchter Cheth, sofern sie sind Neigungen zum Wahren aus unechtem (Ursprung), wovon Nr. 3470, 3620-3622, 3686, und aus der Bedeutung von ein Weib nehmen, sofern es ist zugesellt und verbunden werden. Hieraus wird klar, daß durch dieses samt jenem, was gleich oben (erwähnt wurde), bezeichnet wird die Verbindung des durch Esau vorgebildeten Guten mit dem Wahren aus göttlichem Ursprung, also mit der Neigung zum himmlisch Wahren mehr inwendig. Wie sich dies verhält, ist zwar oben gesagt worden, aber es ist von der Art, daß nicht leicht in das Verständnis fällt, was so lang man das allgemeinste dieser Sache nicht weiß, und überdies bekümmert sich die Welt heutzutage nicht um solche Dinge, weil es das Irdische ist, was ihr angelegen ist, nicht aber das Himmlische, dieweil man wie es auch gesagt wird, jenes sieht und weiß, dieses aber nicht sieht und nicht weiß. Weil aber nicht nur aufgedeckt werden soll, was im inneren Sinn des Wortes enthalten ist, sondern auch erklärt werden, so darf mit einem Beispiel erläutert werden, wie es sich verhält mit dem Gut-Wahren, das Esau vorbildet, und mit dem Guten des Wahren, das Jakob, und zugleich damit, daß das Gute des Wahren in einem umgekehrten Verhältnis steht zum Gut-Wahren, ehe der Mensch wiedergeboren ist, daß sie hingegen nachher vereinigt sind, somit (wie es sich verhält) mit dem bisher Gesagten. Als Beispiel diene ein Mensch, der so beschaffen ist, daß er wiedergeboren werden kann; denn dieses sieht der Herr vorher, und weil Er es vorhersieht, sieht Er es auch vor. Dieser weiß zuerst wie ein kindlicher Knabe noch nicht, was Werke der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, weil er noch nicht weiß, was Liebtätigkeit, auch nicht was der Nächste ist; daher, weil er aus dem Wort weiß, daß man den Armen geben soll, und daß wer den Armen gibt, einen Lohn im Himmel habe, deswegen tut er den Bettlern vor anderen wohl, weil er glaubt, diese seien die Armen, die im Wort gemeint sind, wobei er nicht erwägt, daß solche, die auf den Straßen betteln, meistenteils ein gottloses und auch ein lasterhaftes Leben führen, und alles, was zum Gottesdienst gehört, mißachten, und sich ganz dem Müßiggang und der Trägheit ergeben. Derjenige, der wiedergeboren wird, tut im ersten Zustand ihnen nichts desto weniger von Herzen wohl. Dieses Gute ist Gutes des äußeren Wahren, womit er den Anfang macht. Das Gut-Wahre, das inwendiger ist, fließt so in jenes ein, und wirkt dieses, gemäß den Erkenntnissen, in denen der Knabe ist. Nachher aber, wenn er mehr erleuchtet wird, dann will er allen wohltun, die er für bedürftig und unglücklich hält, und macht kaum noch einen Unterschied zwischen frommen und gottlosen Bedürftigen und Unglücklichen, indem er glaubt, ein jeder sei in gleicher Rücksicht und Grad der Nächste. Hingegen wenn er hiervon mehr erleuchtet wird, dann macht er einen Unterschied, und hilft allein den Rechtschaffenen und Guten, indem er weiß, daß dem Bösen helfen heißt: vielen Böses tun; denn durch Wohltaten und Dienste verschafft man ihnen die Mittel, anderen Böses zu tun. Zuletzt wenn er wiedergeboren wird, tut er nur den Guten und Frommen Gutes, weil er dann nicht vom Menschen, dem er wohltut, sondern vom Guten selbst bei ihm angeregt wird; und weil im Guten und Frommen der Herr gegenwärtig ist, beweist er so durch die Zuneigung gegen das Gute auch gegen den Herrn Liebe. Wenn er in dieser Liebtätigkeit von Herzen ist, dann ist er wiedergeboren. Hieraus wird klar, daß sein früherer Zustand verkehrt war im Vergleich zu diesem Zustand, sofern er nämlich für gut gehalten hat, was nicht gut war, daß er aber dennoch im Anfang der Wiedergeburt das tun mußte, weil die Sachkenntnis bei ihm nicht weiter ging, und das inwendigere Gute der Liebtätigkeit nicht in ein anderes Wahre einfließen konnte, als das seiner Erkenntnis angehörte. Sodann erhellt auch, daß das inwendigere Gute immer da war, und dieses wirkte, und daß sich dieses nicht früher äußern konnte, als bis er durch Erkenntnisse allmählich erleuchtet ward, in betreff des Guten und Wahren, wie beschaffen es sei. Hieraus wird einigermaßen klar, was das Gute des Wahren sei, das hier Jakob (vorbildet), und was das Gut-Wahre, das Esau vorbildet, und daß beide zuerst im umgekehrten Verhältnis sind, hernach aber verbunden. 3689. Vers 10,11: Und Jakob ging aus von Beerscheba, und ging gen Charan. Und geriet an einen Ort, und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war, und nahm von den Steinen des Ortes, und legte sie zu seinen Häupten, und lag an jenem Ort. "Und Jakob ging aus von Beerscheba" bedeutet ein von den göttlichen Lehren entfernteres Leben; "und ging gen Charan" bedeutet das Gute und Wahre jener Stufe; "und geriet an einen Ort" bedeutet einen Zustand; "und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war" bedeutet Leben im Dunkeln; "und nahm von den Steinen des Ortes" bedeutet die Wahrheiten jenes Zustandes; "und legte sie zu seinen Häupten" bedeutet die allgemeinste Gemeinschaft mit dem Göttlichen; "und lag an jenem Ort" bedeutet die Ruhe des Zustands. 3690. "Und Jakob ging aus von Beerscheba", 1. Mose 28/10, bedeutet ein von den göttlichen Lehren entfernteres Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es ist leben, wovon Nr. 3335; 3685; somit auch von ausgehen, sofern es ist entfernter leben; und aus der Bedeutung von Beerscheba, sofern es ist die göttliche Lehre, wovon Nr. 2723, 2858, 2859, 3466. Hieraus wird klar, daß durch Jakob ging aus von Beerscheba, ein von den göttlichen Lehren entfernteres Leben bezeichnet wird. Ein entfernteres Leben wird es genannt, wann dasselbe in den äußeren Wahrheiten ist, und man nach denselben lebt, wie es das Leben der Kindheit und des Knabenalters derjenigen ist, die wiedergeboren werden, von denen gleich oben Nr. 3688. Damit noch mehr erhelle, was und wie beschaffen jenes Leben sei, so soll es noch mit wenigem gesagt werden: Alle Geschichten, die im Wort vorkommen, sind Wahrheiten, die entfernter sind von den eigentlichen göttlichen Lehren, aber dennoch dienen sie den Kindern und Knaben, daß sie durch sie in die inwendigeren Lehren des Wahren und Guten stufenweise und zuletzt zu den eigentlichen göttlichen (Lehren) eingeführt werden, denn inwendigst in ihnen ist das Göttliche. Wenn Kinder jene (Geschichten) lesen, und von ihnen aus Unschuld angeregt werden, dann sind die Engel bei ihnen in einem himmlisch-wonniglichen Zustand, denn diese werden vom Herrn angeregt durch den inneren Sinn, mithin durch das, was die Geschichten vorbilden und bezeichnen. Die himmlische Wonne der Engel ist es, die einfließt und das Ergötzen bei den Kindern bewirkt. Für diesen ersten Zustand oder für das Kindes- und Knabenalter, für die, welche wiedergeboren werden sollen, sind die Geschichten des Wortes gegeben und so verfaßt worden, daß alles darin samt und sonders Göttliches enthält. Wie weit sie von den göttlichen Lehren entfernt sind, kann durch ein Beispiel aus jenen Geschichten klar werden. Wer zuerst nur weiß, daß Gott auf den Berg Sinai herabgekommen sei, und dem Moses die Tafeln gegeben habe, auf welche die Zehn Gebote eingeschrieben waren, und daß Moses sie zerbrochen und Gott auf anderen Tafeln die gleichen geschrieben habe, der ist, wenn er bloß an dieser Geschichte sich ergötzt, im Leben des äußeren Wahren, das entfernt ist von den göttlichen Lehren. Nachher aber, wenn er anfängt, sich zu ergötzen an den Geboten oder Vorschriften selber, die darin stehen, und von ihnen angeregt zu werden, und er danach lebt, dann ist er im Leben des Wahren, das aber gleichwohl noch entfernt ist von den eigentlichen göttlichen Lehren. Denn das Leben nach ihnen ist bloß ein sittliches, dessen Vorschriften allen, die zur menschlichen Gesellschaft gehören, aus dem bürgerlichen Leben selbst und den hier geltenden Gesetzen bekannt sind. Zum Beispiel, daß man das höchste Wesen verehren, die Eltern ehren, nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen soll. Wer aber wiedergeboren wird, der wird von diesem entfernteren Leben, oder vom sittlichen Leben, stufenweise eingeführt in ein Leben, das den göttlichen Lehren näher ist, d.h. ins geistige Leben. Wenn dieses geschieht, dann fängt er an, sich zu verwundern, warum diese Gebote oder Vorschriften mit einem so großen Wunder vom Himmel heruntergegeben, und mit dem Finger Gottes auf Tafeln geschrieben wurden, da sie doch einem jeden Volk bekannt sind, und auch in den Gesetzen derjenigen geschrieben stehen, die gar nichts aus dem Wort gehört haben. Wenn er dann in diesen Zustand des Denkens kommt, und er unter denjenigen ist, die wiedergeboren werden können, wird er in einen noch inwendigeren Zustand vom Herrn geführt, nämlich in denjenigen, daß er denkt, es liege Höheres darin verborgen, was er noch nicht weiß, und wenn er das Wort in diesem Zustand liest, dann findet er hie und da bei den Propheten, und hauptsächlich bei den Evangelisten, daß jene einzelnen Gebote Himmlischeres enthalten. Zum Beispiel: man soll die Eltern ehren heißt, daß die, welche von neuem, das ist wiedergeboren werden, einen anderen Vater bekommen, und daß sie dann Seine Kinder werden, und daß Er es ist, Den man ehren soll, daß es also dieser Sinn sei, der in jenem Gebot verborgen liegt. Stufenweise lernt er auch, wer jener neue Vater ist, daß es nämlich der Herr sei, und zuletzt, wie man Ihn ehren soll, daß Er nämlich zu verehren sei (colendus), und daß Er dann verehrt werde, wenn Er geliebt wird. Wenn derjenige, der wiedergeboren wird, in dieser Wahrheit ist, und in einem ihr gemäßen Leben, dann ist er in der göttlichen Lehre; und dann ist er in einem engelgleichen Zustand, und schaut von da aus das, was er früher gewußt hatte, als solches, das in der Ordnung aufeinanderfolgt, und als solches das aus dem Göttlichen fließt, gleichsam nach den Stufen einer Leiter, über der Jehovah oder der Herr ist, und auf deren Stufen Seine Engel sind, die auf- und absteigen. So sieht er dasjenige, woran er sich früher ergötzt hatte, stufenweise entfernter von sich. Ebenso verhält es sich mit den übrigen Vorschriften der Zehn Gebote, man sehe Nr. 2609. Hieraus kann nun erhellen, was ein von den göttlichen Lehren entfernteres Leben ist, das bezeichnet wird dadurch, daß Jakob von Beerscheba ausging. HG 3691 3691. "Und ging gen Charan", 1. Mose 28/10, bedeutet, zum Guten und Wahren jener Stufe. Dies erhellt aus der Bedeutung von Charan, sofern es das äußere Gute und Wahre ist, denn durch Charan wird bezeichnet das Äußere, und durch Laban, der dort, das Gute und Wahre, somit durch Charan hier das äußere Gute und Wahre. Daß solches durch Charan bezeichnet wird, sehe man Nr. 1430, 3612. Hieraus wird klar, daß durch "Jakob ging aus von Beerscheba und ging gen Charan", im inneren Sinn bezeichnet wird: er habe sich weiter weg begeben von den göttlichen Lehren, somit zum äußeren Guten und Wahren. Daß gesagt wird zum Guten und Wahren jener Stufe, ist, weil Gutes und Wahres voneinander ganz unterschieden ist nach Stufen (gradus). Inwendigeres Gutes und Wahres steht auf höherer Stufe, und auswendigeres auf niedrigerer Stufe. Auf höherer Stufe steht Gutes und Wahres, das dem Vernünftigen angehört, und auf niedrigerer steht Gutes und Wahres des Natürlichen, auf der niedersten ist sinnliches Gutes und Wahres, das dem Leibe angehört. Das inwendigere Gute und Wahre, oder das, welches auf höherer Stufe steht, fließt ein in das auswendigere Gute und Wahre, oder in das, welches auf niedrigerer Stufe steht, und stellt dort ein Bild von sich dar, beinahe wie sich die inwendigeren Regungen (affectiones) eines Menschen im Angesicht und seinen Veränderungen darstellen. Hieraus wird klar, daß das inwendigere Gute und Wahre ganz geschieden ist vom auswendigeren Guten und Wahren, oder was gleich, das auf höherer Stufe stehende von dem auf niedrigerer Stufe, und zwar so geschieden, daß das inwendigere, oder was auf höherer Stufe steht, existieren kann ohne das auswendigere, oder ohne das, was auf niedrigerer Stufe (steht). Wer keine genaue Kenntnis von den Graden hat, kann auch keine genaue Kenntnis des inwendigeren und auswendigeren Guten haben. Auch nicht wie es sich verhält mit der Seele des Menschen oder mit seinem Geist und Leib, ferner nicht wie es sich verhält mit den Himmeln im anderen Leben. Daß drei Himmel sind, ist bekannt, und daß ein Himmel inwendiger ist als der andere, und daß der dritte Himmel der inwendigste ist. Jene Himmel sind voneinander auf das genaueste unterschieden nach Graden: die im inwendigsten oder dritten Himmel, sind dem Herrn näher, die im inwendigeren oder zweiten Himmel, sind entfernter und die im auswendigeren oder im ersten, sind noch entfernter. Eine Gemeinschaft zwischen jenen Himmeln kann nicht anders stattfinden, als wie die Gemeinschaft des Inwendigsten des Menschen mit seinem Auswendigeren; denn ein Mensch, der in der Liebe zum Herrn ist und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, ist ein kleiner Himmel, entsprechend im Bilde den drei Himmeln. Auch hat der aus den drei Himmeln einen Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn nach gleichen Graden. Wie beschaffen die Grade unter sich sind, kann aus den zwei Beispielen erhellen, die oben Nr. 3688 und 3690 angeführt wurden. Die, welche in der eigentlichen Liebe zum Herrn sind, so daß sie das Innewerden der Liebe haben, die sind auf höherer Stufe des Guten und Wahren, und im inwendigsten und dritten Himmel, somit dem Herrn näher, und werden himmlische Engel genannt. Die aber in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, so daß sie das Innewerden der Liebtätigkeit haben, nicht aber auf gleiche Weise das Innewerden der Liebe zum Herrn, die sind auf niedrigerer Stufe des Guten und Wahren, und im inwendigeren oder zweiten Himmel, und so entfernter vom Herrn, und werden geistige Engel genannt. Die aber in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, bloß aus Neigung zum Wahren, so daß sie kein Innewerden der eigentlichen Liebtätigkeit gegen den Nächsten haben, außer aus dem Wahren, von dem sie angeregt werden, die sind auf noch niedrigerer Stufe des Guten und Wahren, und sind im auswendigeren oder ersten Himmel, und so noch entfernter vom Herrn, und heißen gute Geister. Hieraus kann einigermaßen erhellen, wie es sich mit den Graden (oder Stufen) verhält, daß nämlich das, was auf höherer Stufe steht, sich bildlich darstellt in demjenigen, was auf der nächst niedrigeren (steht): In der Liebe zum Herrn ist das nächste Bild des Herrn, das Ähnlichkeit genannt wird, weshalb diejenigen, die in der eigentlichen Liebe zum Herrn sind, genannt werden Seine Ähnlichkeiten. In der Liebtätigkeit ist ebenfalls ein Bild des Herrn aber ein entfernteres, denn in der Liebtätigkeit selbst ist der Herr gegenwärtig, weshalb die in ihr sind, benannt werden Seine Bilder: Nr. 50, 51, 1013. Dagegen die in der Neigung zum Wahren, und daher in einer Art von Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, die sind auch Bilder des Herrn, aber noch entfernter. In diese Grade sind die drei Himmel unterschieden und gemäß jenen Graden fließt der Herr ein mit dem göttlich Guten und Wahren, also mit Weisheit und Einsicht und mit himmlischer Freude und Seligkeit. 3692. "Und geriet an einen Ort", 1. Mose 28/11, bedeutet einen Zustand; erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377, 2625, 2837, 3356, 3387. 3693. "Und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war", 1. Mose 28/11, bedeutet ein Leben im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie ist der Zustand des Schattens, wovon Nr. 1712, somit übernachten soviel als leben in jenem Zustand; und aus der Bedeutung vom Untergehen der Sonne, sofern es ist im Dunkeln, denn alsdann ist es Abend, durch den das Dunkle bezeichnet wird, man sehe Nr. 3056. Durch das Dunkle wird hier bezeichnet das Dunkle der Einsicht in Ansehung des Wahren, und das Dunkle der Weisheit in Ansehung des Guten, denn das Licht, das die Engel vom Herrn haben, hat in sich Einsicht und Weisheit, und kommt auch von daher: Nr. 1521, 1524, 1529, 1530, 3138, 3167, 3195, 3339, 3341, 3636, 3637, 3643; inwieweit sie daher im Licht sind, insoweit sind sie auch in der Einsicht und Weisheit, inwieweit sie aber nicht im Licht, also inwieweit sie im Schatten sind, insoweit nicht in Einsicht und Weisheit: Nr. 2776, 3190, 3337. Daher kommt es, daß man von dem, was dem Verständnis angehört, auch im gewöhnlichen Sprachgebrauch sagt, es sei im Licht; der Mensch weiß nicht, daß es daher kommt. Wiederum glaubt er, es werde nur vergleichsweise so gesagt, aber außer diesem hat der Mensch auch noch mehreres andere aus dem Innewerden von solchen Dingen im anderen Leben, in dem er dem Geist nach ist, was in den Sprachgebrauch aufgenommen wurde, weil es innerlich anerkannt, aber im Vergessenheit gebracht war durch Leibliches, das von der Art ist, daß es dasjenige auslöscht, was dem Innewerden angehört, worin sein inwendigerer Mensch ist. Daß der Untergang der Sonne im Worte das Falsche und Böse bedeutet, worin diejenigen sind, bei denen keine Liebtätigkeit und kein Glaube ist, somit auch die letzte Zeit der Kirche, sehe man Nr. 1837; und auch daß es die Dunkelheit in betreff dessen bedeutet, was dem Guten und Wahren angehört, eine solche Dunkelheit, wie sie diejenigen haben, die in einem entfernteren Grad von den göttlichen Lehren sind: Nr. 3691. Daß Untergang der Sonne, oder die Sonne ist untergegangen, diese Bedeutung hat, kann aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Micha 3/6: "Nacht habt ihr statt des Gesichts, und Finsternis habt ihr statt der Weissagung; und untergehen wird die Sonne über den Propheten, und schwarz werden über ihnen der Tag": untergehen wird die Sonne über den Propheten, soviel als sie haben kein Wahres und kein Verständnis des Wahren mehr. Propheten für diejenigen, welche die Wahrheiten der Lehre lehren: Nr. 2534. Amos 8/9,10: "Geschehen wird es an jenem Tage, untergehen werde Ich lassen die Sonne am Mittag, und verfinstern werde Ich die Erde am Tage des Lichts, und werde verwandeln eure Festtage in Trauer, und alle eure Lieder in Jammergeschrei": untergehen lassen die Sonne am Mittag steht für Dunkelheit in betreff des Wahren bei denjenigen, die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind. Daß der Mittag ist der Zustand des Lichts oder der Erkenntnisse des Wahren, sehe man Nr. 1458, 3195 Anf. Jes.60/20: "Nicht mehr wird untergehen deine Sonne, und dein Mond wird nicht sich zusammenziehen, weil Jehovah dir sein wird zum Licht der Ewigkeit": hier ist die Rede vom Reich des Herrn. Nicht mehr wird untergehen die Sonne, soviel als sie werden im Leben des Guten und in der Weisheit sein, weil in himmlischer Liebe und im Licht des Herrn. Der Mond wird sich nicht zusammenziehen, soviel als sie werden im Leben des Wahren und in der Einsicht sein, weil in geistiger Liebe und im Licht des Herrn. Daß der Herr im anderen Leben die Sonne sei für die himmlischen Engel, und der Mond für die geistigen, und daß ihnen daher Weisheit und Einsicht, sehe man Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495, 3636, 3634. Hieraus kann erhellen, was im inneren Sinn des Wortes der Aufgang der Sonne und der Untergang der Sonne. Ps.104/1,2,19,20: "Jehovah, mein Gott, Du bist sehr groß, mit Herrlichkeit und Ehre hast Du Dich gekleidet; Der Sich bedecket mit Licht als mit einem Kleid, ausspannet die Himmel als eine Zeltdecke, gemacht hat den Mond für bestimmte Feste; die Sonne kennet ihren Untergang, Du ordnest die Finsternis, daß es Nacht wird": auch hier steht Mond für Einsicht und Sonne für Weisheit vom Herrn, Untergang der Sonne für Dunkelheit beider; ordnen Finsternis, daß Nacht werde, soviel als den Zustand der Dunkelheit bestimmen. Daß nämlich bei den Engeln ein Zustandswechsel zwischen dem höchsten Grad des Lichts und dem minderen des Lichts, oder zwischen dem höchsten Grad der Weisheit und dem minderen der Weisheit eintrete, und daß jene Zustandswechsel gleich seien dem Morgen, wenn die Sonne aufgeht, und gleich dem Mittag, wenn sie am höchsten steht, und gleich dem Abend, wenn sie untergeht, und hernach gleich dem Morgen abermals, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, anderswo gesagt werden. Jos.1/4: "Von der Wüste und dem Libanon bis zum großen Fluß, dem Fluß des Euphrat, das ganze Land der Chittäer, und bis zum großen Meer, dem Niedergang der Sonne, wird sein eure Grenze": wo die Ausdehnung des Landes Kanaan beschrieben wird. Daß dieses im inneren Sinn das Reich des Herrn ist, sehe man Nr. 1607, 3038, 3481; daß der Fluß Euphrat die eine Grenze desselben sei, nämlich des Geistigen und Himmlischen Nr. 1866; und das große Meer und der Niedergang der Sonne die andere, durch die vorgebildet wird das Letzte, das beziehungsweise dunkel. Daß alle Grenzen und alle Orte in jenem Lande eine vorbildliche Bedeutung haben, sehe man Nr. 1585. 2. Mose 22/25,26: "Wenn du als Pfand auspfändest das Kleid deines Genossen, sollst du, ehe die Sonne untergeht, es ihm wieder erstatten, weil dieses seine Decke allein ist, dieses sein Kleid anstatt des Felles, in dem er liegen wird". 5. Mose 24/12,13: "Wenn es ein armer Mann ist, sollst du nicht liegen auf seinem Pfande, wieder erstatten sollst du vielmehr ihm das Pfand, ehe die Sonne untergeht, daß er dich segne, und du wirst Gerechtigkeit haben vor Jehovah, deinem Gott". Daß in diesem Gesetz, wie in den übrigen, ein Vorbild und Anzeichen des göttlichen Gesetzes enthalten ist, das sich auf das Gute und das Wahre im Reiche des Herrn bezieht, aus dem jenes stammt, wird aus dem einzelnen klar. Was es in sich hält und was den Grund jenes Gesetzes bildet, ist, daß die Genossen nicht betrogen werden dürfen um die äußeren Wahrheiten, das sind die Lehren, nach denen sie leben und die Religionsbräuche. Daß das Kleid solche Wahrheiten bezeichnet, sehe man Nr. 297, 1073, 2576; daß man es ihm wieder erstatten soll, ehe die Sonne unterginge, heißt, ehe das Wahre bei ihm zugrunde ginge, und weil das Wahre jenes Äußere ist, wird gesagt, das Kleid sei anstatt des Felles, in dem er liegen wird. 3. Mose 22/6,7: "Eine Seele, die anrühret das Unreine, wird unrein sein bis an den Abend, und darf nicht essen vom Heiligen, sondern wenn er gewaschen hat sein Fleisch mit Wasser, und die Sonne untergegangen ist, wird er rein sein; und nachher darf er essen vom Heiligen". 5. Mose 23/11,12: "Wer nicht rein ist, soll gegen Abend sich waschen mit Wasser, und wenn die Sonne untergegangen ist, darf er hineingehen in die Mitte des Lagers": daß auch dieses Gesetz herstammt von den Gesetzen des Guten und Wahren oder den Ordnungsgesetzen, die im Reich des Herrn gelten, kann einleuchten, sonst wäre nicht bestimmt worden, daß einer unrein sein sollte bis an den Abend, und er sich dann mit Wasser waschen, und nachdem die Sonne untergegangen, rein sein sollte. Das Ordnungsgesetz im Reich des Herrn, von dem jenes stammt, ist dieses, daß die guten und engelhaften Geister, wenn sie in den Zustand der Selbstliebe und daher in den Zustand des Falschen verfallen, dann ein wenig in ihren natürlichen oder niedrigeren Stand zurückversetzt, und da mit Erkenntnissen des Guten und Wahren über jene Sache versehen werden, die bezeichnet werden durch "sich waschen mit Wasser am Abend"; daß sich waschen mit Wasser heißt gereinigt werden von Falschem, sehe man Nr. 3147, 3148, und daß die Wasser sind die Erkenntnisse des Wahren: Nr. 28, 680, 739, 2702, 3058, und nachdem sie in jenem dunklen Zustand gewesen sind, der bezeichnet wird durch den Untergang der Sonne, kehren sie wieder in ihren vorigen Zustand zurück, was bezeichnet wird dadurch, daß sie "rein sein werden, und eingehen dürfen in die Mitte des Lagers". Über diesen Gegenstand wird, vermöge göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, aus Erfahrung anderwärts gesprochen werden. Aus diesem nun wird klar, daß der Untergang der Sonne im Wort den dunklen Zustand in betreff des Wahren bei den Guten und den Zustand des Falschen bei den Bösen bedeutet. 3694. "Und nahm von den Steinen des Ortes", 1. Mose 28/11, bedeutet die Wahrheiten jenes Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine, sofern es sind solche niedrigere Wahrheiten, die dem natürlichen Menschen angehören, wovon Nr. 643, 1298. 3695. "Und legte sie zu seinen Häupten", 1. Mose 28/11, bedeutet die allgemeinste Gemeinschaft mit dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Unterhäupte, oder der Nackenteile, sofern es ist die Gemeinschaft mit Äußerem, somit eine sehr allgemeine, denn daß der Nacken oder Hals die Gemeinschaft des Inwendigeren mit dem Auswendigeren, oder was gleich, des Oberen mit dem Unteren, und daher Verbindung bezeichnen, sehe man Nr. 3542, 3603, was daher unter dem Nacken oder Hals ist, d.h. die Nackenteile hier, bedeuten die Gemeinschaft des Inwendigsten oder Göttlichen mit dem Äußersten, und diese Gemeinschaft ist auch die allgemeinste; denn das Äußere ist beziehungsweise allgemein, und das Äußerste ist das Allgemeinste; denn die Einzelheiten des Inwendigeren erscheinen als eins, somit als etwas Allgemeines im Auswendigeren. Dieses ist es auch, was vorgebildet und bezeichnet wird durch die zur Erde aufgestellte Leiter, deren Haupt gen Himmel reichte, und worauf die Engel Gottes auf- und abstiegen, worüber im Folgenden. 3696. "Und lag an jenem Ort", 1. Mose 28/11, bedeutet die Ruhe des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von liegen, sofern es ist im Zustand der Ruhe sein; denn das Liegen und Schlafen ist nichts anderes. Daß liegen im inneren Sinn dies bezeichnet, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wovon gleich unten. Mit den Wiederzugebärenden, von dem hier im inneren Sinn gehandelt wird, verhält es sich so, daß sie zu allererst im Zustand der Ruhe oder im Zustand des äußeren Friedens sind. Denn der Friede von außen oder im Äußeren wird Ruhe genannt, auch wird er hervorgebracht vom göttlichen Friedensstand, der inwendigst und im Äußeren dadurch entsteht, daß die Begierden und Falschheiten entfernt werden. Denn diese sind es, die alle Unruhe verursachen. Auch ist jeder Mensch im Zustand der Ruhe im Anfang seines Lebens oder in der Kindheit; aber in dem Maß, als der Mensch ins Leben hineinkommt oder aufwächst, entfernt er sich von jenem Zustand, weil er sich begibt in weltliche Sorgen und daher in Ängsten durch die Begierden der Selbst- und Weltliebe, und durch Falschheiten daher. Beinahe gleich verhält es sich mit dem neuen Leben beim Menschen, der wiedergeboren wird. Anfangs hat er einen Ruhestand, aber wie er in das neue Leben übergeht, kommt er auch in einen unruhigen Zustand. Denn es taucht auf und tritt hervor Böses und Falsches, das er früher sich angeeignet hatte, und beunruhigt ihn, und am Ende so sehr, daß er in Versuchungen und Anfechtungen ist von seiten der teuflischen Rotte, die fortwährend trachtet, den Stand seines neuen Lebens zu zerstören. Aber dennoch hat er inwendigst einen Friedensstand; wenn dieser nicht inwendigst da wäre, so würde er nicht kämpfen; denn fortwährend hat er ihn in den Kämpfen, worin er sich befindet, als Zweck im Auge. Wenn jener nicht Zweck wäre, so hätte er gar keine Kraft und Stärke zum kämpfen, daher kommt es auch, daß er siegt, und weil jener Zweck vorhanden ist, so kommt er auch nach den Kämpfen oder Versuchungen in jenen Zustand des Frühlings, der nach dem Zustand des Herbstes und Winters eintritt, oder wie der Zustand der Morgenröte nach dem Abend und der Nacht. Daß der Zustand des Friedens im Geistigen gleich sei dem Frühling und der Morgenröte im Natürlichen, sehe man Nr. 1726, 2780; und daß der Frieden herkommt vom Guten und Wahren, und die Unruhe vom Bösen und Falschen: Nr. 3170. Daß Liegen im Wort den Ruhestand bedeutet, kann aus folgenden Stellen erhellen: 3. Mose 26/3,6: "Wenn ihr in Meinen Satzungen wandelt, und Meine Gebote haltet und sie tut, so werde Ich geben Frieden im Lande, und ihr werdet liegen, und niemand schrecket, und Ich werde aufhören machen das böse Wild aus dem Lande, und das Schwert wird nicht hingehen durch euer Land": liegen offenbar vom Stand des Friedens und der Ruhe; böses Wild für die Begierden des Bösen: Nr. 45, 46, 908, die aufhören werden; Schwert für das gegen das Wahre kämpfende Falsche: Nr. 2799, das nicht hindurchgehen wird. Hieraus wird auch klar, daß der Friede und die Friedensruhe vom Guten und Wahren herkommt, und deren Zerstörung von Bösem und Falschem. Jes.11/5-7: "Weilen wird der Wolf mit dem Lamm, und der Pardel wird mit dem Böcklein liegen, und das Kalb und der junge Löwe beisammen, und ein kleiner Knabe wird sie führen; und die junge Kuh und der Bär werden weiden, beisammen werden liegen ihre Jungen": wo vom Herrn und dem Zustand des Friedens in Seinem Reich (die Rede ist). Sie werden liegen beisammen für: sie werden nicht können angefochten werden von irgendeinem Bösen und Falschen. Hos.2/18: "Schließen werde Ich ihnen einen Bund an jenem Tage mit dem Wild des Feldes, und mit dem Vogel der Himmel, und dem Gewürm der Erde; und den Bogen, und das Schwert, und den Krieg werde Ich zerbrechen vom Lande weg, und werde sie liegen lassen mit Zuversicht": hier ebenso liegen für den Zustand der Ruhe nach Entfernung des Bösen und Falschen, das Unruhe bringt. Ps.3/6,7: "Ich werde liegen und schlafen und erwachen, weil Jehovah mich hält: nicht werde ich mich fürchten vor viel Tausenden des Volks, die ringsum sich setzen wider mich": liegen und schlafen für den Zustand der Ruhe und der Sicherheit. Ps.4/9: "Im Frieden zugleich werde ich liegen und schlafen, weil Du Jehovah allein mich mit Zuversicht wohnen lässest". Ps.23/2,3: "In den Triften der grünen Kräuter wird Er mich lagern lassen, zu den Wassern der Ruhen wird Er mich führen; meine Seele wird Er erquicken". Woraus erhellt, daß der Zustand des Friedens und der Ruhe durch das Liegen beschrieben wird; und daß durch liegen an jenem Ort bezeichnet wird ein Ruhestand; denn Ort ist im inneren Sinn Zustand: Nr. 3692. 3697. Vers 12-15: Und er träumte; und siehe, eine Leiter (war) aufgestellt zur Erde, und deren Haupt reichend gen Himmel, und siehe, die Engel Gottes aufsteigend und absteigend auf ihr. Und siehe, Jehovah stehend auf ihr, und sprach: Ich bin Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters, und der Gott Jischaks; das Land, worauf du liegst, dir will Ich es geben, und deinem Samen. Und sein wird dein Same, wie der Staub der Erde, und ausbrechen wirst du zum Meer, und zum Aufgang, und zur Mitternacht, und zum Mittag; und es werden gesegnet werden in dir alle Familien des (Erd-) Bodens, und in deinem Samen. Und siehe, Ich bin mit dir, und werde dich behüten überall, wohin du gehst, und dich wiederbringen zu diesem Boden, weil Ich dich nicht verlassen werde, bis Ich getan, was Ich dir geredet habe. "Und er träumte" bedeutet das Vorhersehen; "und siehe, eine Leiter (war) aufgestellt zur Erde" bedeutet die Gemeinschaft des untersten Wahren und des Guten daher; "und deren Haupt reichend gen Himmel" bedeutet mit dem Göttlichen; "und siehe, die Engel Gottes aufsteigend und absteigend auf ihr" bedeutet unendliche und ewige Gemeinschaft und daher Verbindung; und daß vom Untersten aus gleichsam ein Aufsteigen, und nachher, wenn die Ordnung umgekehrt, ein Absteigen (stattfinde); "und siehe, Jehovah stehend auf ihr" bedeutet den Herrn im Höchsten; "und sprach: Ich bin Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters" bedeutet den Herrn, daß von Ihm jenes Gute (komme); "und der Gott Jischaks" bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen; "das Land, worauf du liegst, dir will Ich es geben" bedeutet das Gute, in dem er war, sei aus dem Eigenen; "und deinem Samen" bedeutet auch das Wahre; "und sein wird dein Same, wie der Staub der Erde" bedeutet das göttlich natürlich Wahre soll sein wie das natürlich Gute; "und ausbrechen wirst du zum Meer, und zum Aufgang" bedeutet die unendliche Ausdehnung des Guten; "und zur Mitternacht, und zum Mittag" bedeutet die unendliche Ausdehnung des Wahren: somit alle Zustände des Guten und Wahren; "und es werden gesegnet werden in dir alle Familien des (Erd-) Bodens" bedeutet alle Wahrheiten des Guten der Lehre werden verbunden werden mit dem Guten; "und in deinem Samen" bedeutet, und dem Wahren; "und siehe, Ich bin mit dir" bedeutet, daß es das Göttliche sei; "und werde dich behüten überall, wohin du gehst" bedeutet die göttliche Vorsehung; "und dich wiederbringen zu diesem Boden" bedeutet Verbindung mit der göttlichen Lehre; "weil Ich dich nicht verlassen werde, bis Ich getan, was Ich dir geredet habe" bedeutet, es soll nichts fehlen, daß sie zum Vollzug kommen werde. 3698. "Und er träumte", 1. Mose 28/12, bedeutet das Vorhersehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von träumen, sofern es im inneren Sinn ist, die Zukunft vorhersagen; denn die prophetischen Träume, die göttlich, waren Vorhersagungen der Zukunft, wie aus denjenigen erhellen kann, von denen im Wort die Rede: Nr. 1975, 1976. Weil jenes durch Träume und träumen im inneren Sinn bezeichnet wird, so wird im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, das Vorhersehen bezeichnet; denn aus dem göttlichen Vorhersehen des Herrn kommen die Vorhersagungen. Daß nicht anderswoher die Vorhersagungen kommen über Dinge, die nicht nach der allgemeinen Ordnung der Natur erfolgen, und daraus vorhergesehen werden können, kann erhellen aus dem Wort, auch aus dem Folgenden: 5. Mose 18/22: "Wann ein Prophet geredet hat im Namen Jehovahs, aber nicht geschehen ist das Wort, und ist nicht eingetroffen jenes Wort, so hat nicht geredet Jehovah, sondern in Vermessenheit hat es geredet der Prophet". Und so verhält es sich auch, obwohl die Vorhersagungen von Dingen, die eingetroffen sind, von Bösen und Verehrern eines anderen Gottes geschehen sind: 5. Mose 13/2-4: "Wenn aufsteht in deiner Mitte ein Prophet oder der Träumer eines Traums, und gibt dir ein Zeichen oder auch eine Vorbedeutung, und es geschieht das Zeichen und die Vorbedeutung, die er dir geredet hat, und gesagt: Laßt uns gehen anderen Göttern nach, die du nicht kennest, und ihnen dienen, so sollst du nicht gehorchen den Worten jenes Propheten, oder dem Träumer jenes Traums, weil (dann) Jehovah euch versuchet". Woraus klar wird, daß die Vorhersage selbst vom Göttlichen stammt, aber die Überredung zur Verehrung anderer Götter vom Eigenen des Propheten, dem dies zugelassen wurde, um zu versuchen, wie hier gesagt wird. Daher und auch aus anderen Ursachen kommt es, daß ehedem öfters solche, die Baale und andere Götter verehrten, auch geweissagt, Gesichte gesehen, und Träume geträumt haben, und auch eingetroffen ist, was sie redeten, und sie sehr oft (die Menschen) verführt haben, wovon bei Jerem. 23. Kapitel, außer anderen, die Wahrsager, Zeichendeuter, Zauberer, Totenbeschwörer hießen, die zu solchen gehörten, die sich auf die natürliche Magie legten, durch die nichts Göttliches vorhergesagt werden konnte, sondern bloß, was gegen das Göttliche war, d.h. gegen den Herrn und gegen das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens an Ihn, von welcher Art dies auch immer sein mag, (immer) erscheint es als magisch in der äußeren Form. 3699. "Und siehe, eine Leiter war aufgestellt zur Erde", 1. Mose 28/12, bedeutet die Gemeinschaft des untersten Wahren und des Guten daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Leiter, sofern sie ist Gemeinschaft, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Erde, sofern sie ist das Unterste, denn gleich darauf wird gesagt, ihr Haupt reichte gen Himmel, welcher ist das Oberste. Hieraus wird klar, daß die Leiter, die zwischen der Erde und dem Himmel, oder zwischen dem Untersten und Obersten, die Gemeinschaft bezeichnet. Daß es die Gemeinschaft des untersten Wahren und des Guten daher ist, die durch die zur Erde aufgestellte Leiter bezeichnet wird, erhellt daraus, daß von dem auf jener Stufe stehenden Wahren und daher Guten, das durch Jakob hier vorgebildet wird, im inneren Sinn hier die Rede ist. In der Grundsprache stammt das Wort Leiter ab von einem Wort, das Pfad oder Weg bedeutet, und daß dieser vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 627, 2333. Auch wenn bei den Engeln vom Wahren die Rede ist, so wird dies vorbildlich in der Geisterwelt durch Wege dargestellt; man sehe Nr. 189, 3477. Hieraus wird klar, was die Leiter bedeutet, deren eines Ende zur Erde aufgestellt ist und die andere gen Himmel reicht, nämlich die Gemeinschaft des Wahren, das auf unterster Stelle ist, mit dem Wahren, das auf oberster, von welcher Gemeinschaft folgt, daß es unterstes Wahres und Gutes und oberstes Wahres und Gutes gibt, und zwischen denselben Stufen wie an einer Leiter, sehe man Nr. 3691. 3700. "Und deren Haupt reichend gen Himmel", 1. Mose 28/12, bedeutet, mit dem Göttlichen, nämlich daß Gemeinschaft (bestehe). Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauptes der Leiter, oder ihres obersten Endes, sofern es ist das Oberste; und aus der Bedeutung des Himmels, sofern er ist das Göttliche, denn der Himmel im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, ist das Göttliche selbst. Dagegen im vorbildlichen Sinn, in dem gehandelt wird vom Menschen, der wiedergeboren wird, ist er das inwendigste Gute und daher Wahre, das vom Herrn, wie es im Himmel ist, und aus dem der Himmel selbst ist. Dieses heißt auch göttlich, weil es vom Herrn ist, denn der Herr, oder was gleich, das Göttliche, das vom Herrn allein ausgeht, ist alles in allem des Himmels. Was nicht vom Göttlichen daselbst stammt, das gehört nicht dem Himmel an. Daher kommt es, daß einigemal früher gesagt wurde, der Herr sei der Himmel selbst, und daß im Herrn seien, die im Himmel sind. 3701. "Und siehe, die Engel Gottes aufsteigend und absteigend auf ihr", 1. Mose 28/12, bedeutet unendliche und ewige Gemeinschaft und daher Verbindung. Und daß vom Untersten aus gleichsam ein Aufsteigen, und nachher, wenn die Ordnung umgekehrt ist, ein Absteigen (stattfinde), dies erhellt aus der Bedeutung der Engel, sofern sie etwas Göttliches des Herrn bezeichnen, das unter ihnen im Wort, wenn sie genannt werden, verstanden wird, wovon Nr. 1925, 2319, 2821, 3039. Daß es hier das göttlich Wahre ist, erhellt daraus, daß sie heißen die Engel Gottes; denn Gott wird gesagt, wenn im inneren Sinn gehandelt wird vom Wahren, hingegen Jehovah, wenn vom Guten; man sehe Nr. 2586, 2769, 2807, 2822. Daher kommt es, daß, obwohl bald darauf Jehovah genannt wird und gesagt: "Jehovah stehend auf ihr", dennoch hier Engel Gottes benamst werden, denn es wird gehandelt vom Wahren, aus dem das Gute, das hier durch Jakob bezeichnet wird, wie oben mehrmals gesagt worden. Daß durch aufsteigend und absteigend auf der Leiter im höchsten Sinn bezeichnet wird unendliche und ewige Gemeinschaft und daher Verbindung, kann ohne weitere Erklärung erhellen. Vom eigentlich Göttlichen des Herrn und Seinem Göttlich-Menschlichen kann nicht gesagt werden Gemeinschaft und daher Verbindung, wenn nicht zugleich gesagt wird unendliche und ewige, denn im Herrn ist alles unendlich und ewig: unendlich in Beziehung auf das Sein, und ewig in Beziehung auf das Dasein. Aus dem bisher gesagten wird klar, daß durch die zur Erde aufgestellte Leiter und ihr gen Himmel reichendes Haupt, und (durch die Worte): "siehe, die Engel Gottes aufsteigend und absteigend auf ihr", überhaupt bezeichnet wird, vom Untersten gleichsam ein Aufsteigen, und nachher, wenn die Ordnung umgekehrt ist, ein Herabsteigen. Wie es sich mit diesem Aufsteigen und Herabsteigen verhält, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570 3576, 3603, 3607, 3610, 3665, 3690 gesagt und gezeigt wurde. Weil aber diese Ordnung, welche die der Wiedergeburt des Menschen ist, und hier und im Folgenden im inneren Sinn beschrieben wird, in der Kirche ganz unbekannt ist, darum darf noch erläutert werden, von welcher Art sie ist. Bekannt ist, daß der Mensch in die Natur seiner Eltern und Großeltern, wie auch der Ureltern von Jahrhunderten her geboren wird, somit in das Erbböse von diesen allen, das sich nach und nach angehäuft hat, bis zu dem Grad, daß er, an und für sich betrachtet, nur böse ist. Die Folge davon ist, daß er sowohl in Ansehung des Willens, als in Ansehung des Verstandes ganz verdorben ist, und von sich aus nichts Gutes will, und daher nichts Wahres versteht. Daß mithin böse ist, was er gut heißt, ja für gut hält, und falsch, was er wahr heißt, ja auch für wahr hält, wie zum Beispiel: sich lieben vor anderen, mehr sich wohl wollen als anderen, begehren was dem anderen ist, und für sich allein besorgt sein, nicht für andere, es sei denn um seiner selbst willen. Weil er dieses aus sich begehrt, so nennt er es gut, wie auch wahr; und weiter: wenn jemand ihn an seinem Guten und Wahren, wie er es nennt, antastet oder anzutasten versucht, so haßt er ihn, und sinnt auf Rache, und wünscht nicht nur, sondern sucht auch sein Verderben, und empfindet darin Lust, und dies um so mehr, je mehr er sich wirklich darin begründet, d.h. je öfter er es wirklich ausübt. Wenn ein solcher ins andere Leben kommt, hegt er den gleichen Wunsch. Die Natur selbst, die er durch das wirkliche Leben in der Welt angenommen hat, bleibt, und jene Lust selbst wird ganz deutlich (bei ihm) wahrgenommen. Ebendaher kann er in einer himmlischen Gesellschaft nicht sein, in welcher jeder anderen mehr wohl will als sich selbst; wohl aber in einer höllischen Gesellschaft, welche die gleiche Lust hat. Diese Natur ist es, die ausgerottet werden muß, während (der Mensch) in der Welt lebt, und es kann gar nicht anders geschehen als durch Wiedergeburt vom Herrn, d.h. dadurch, daß er einen ganz anderen Willen und daher einen anderen Verstand empfängt, d.h. daß er neu gemacht wird in Ansehung jener beiden Vermögen. Auf daß dieses aber geschehe, muß er zu allererst neugeboren werden wie ein Kind und lernen, was böse und falsch und was gut und wahr ist , denn ohne Wissenschaft oder Erkenntnis kann er mit keinem Guten ausgestattet werden. Aus sich nämlich erkennt er nichts anderes für gut an als das Böse, und für wahr als das Falsche. Zu diesem Behuf werden ihm solche Erkenntnisse eingeflößt, die nicht ganz denjenigen entgegen sind, die er früher gehabt hatte, z.B. daß jede Liebe bei sich selbst anfange, daß man zuerst für sich selber sorgen müsse und hernach für andere, daß man solchen, die arm und elend der äußeren Form nach erscheinen, wohltun müsse, mögen sie inwendig geartet sein, wie sie wollen. Ebenso den Witwen und Waisen, weil sie so genannt werden, und zuletzt den Feinden im allgemeinen, wer sie auch sein mögen, auch daß man so den Himmel verdienen könne. Diese und ähnliche Erkenntnisse sind für die Kindheit seines neuen Lebens und sind so beschaffen, daß sie, weil sie etwas vom vorigen Leben oder von der Natur des vorigen Lebens an sich haben, auch etwas vom neuen Leben in sich tragen, in das er so eingeführt wird, und sind daher so beschaffen, daß sie in sich zulassen, was zur Bildung eines neuen Willens und eines neuen Verstandes förderlich ist. Dies sind die untersten Gutheiten und Wahrheiten, womit diejenigen anfangen, die wiedergeboren werden, und weil sie inwendigere oder dem Göttlichen nähere Wahrheiten in sich zulassen, so kann auch durch sie Falsches ausgerottet werden, das der Mensch vorher für wahr gehalten hatte. Aber die, welche wiedergeboren werden, erlernen solches nicht als Sache des bloßen Wissens, sondern machen es zur Lebenssache, denn sie tun jene Wahrheiten. Aber daß sie dieselben tun, kommt aus dem Grunde des neuen Willens, den der Herr einflößt, ohne daß sie es überhaupt wissen. Und wie viel sie von jenem neuen Willen aufnehmen, so viel nehmen sie auch von jenen Erkenntnissen auf, und lassen es ins Tun übergehen und glauben es. Hingegen wie viel sie nicht vom neuen Willen aufnehmen, so viel können sie zwar lernen, aber nicht zur Tat werden lassen, weil sie nur aufs Wissen, nicht aufs Leben bedacht sind. Das ist der Stand der Kindheit und des Knabenalters im neuen Leben, das an die Stelle des vorigen Lebens treten muß. Aber der Stand der Jugend und des Mannesalters jenes Lebens ist, daß man nicht Rücksicht nimmt auf eine Person, wie sie in der äußeren Form erscheint, sondern wie sie beschaffen ist in Ansehung des Guten, zuerst im bürgerlichen Leben, dann im sittlichen Leben und endlich im geistigen Leben, und das Gute ist es, das der Mensch alsdann voranzustellen und zu lieben anfängt, und um des Guten willen die Person. Und zuletzt, wenn er noch vollkommener wird, ist er darauf bedacht, denen, die im Guten sind, wohlzutun, und zwar gemäß der Beschaffenheit des Guten bei ihnen, und zuletzt empfindet er eine Lust darin, ihnen wohlzutun, weil eine Lust im Guten liegt und auch Vergnügen (avenum) in dem, was es begründet. Diese Gründe erkennt er als Wahrheiten an, und sie bilden auch die Wahrheiten seines neuen Verstandes, welche entfließen den Gutheiten, die seinem neuen Willen eigen sind. Im gleichen Grade, in dem er Lust an jenem Guten empfindet und Vergnügen an jenen Wahrheiten, fühlt er auch Unlust am Bösen seines vorigen Lebens und Mißvergnügen an dessen Falschheiten. Hierdurch nun wird das, was dem vorigen Willen eigen ist, und was dem vorigen Verstand eigen ist, geschieden von dem, was dem neuen Verstand angehört, und zwar nicht gemäß der Neigung, solches zu wissen, sondern gemäß der Neigung es zu tun. Folglich sieht er dann, daß die Wahrheiten seiner Kindheit beziehungsweise verkehrt waren, und daß ebendieselben allmählich in eine andere Ordnung gebracht wurden, nämlich einander untergeordnet, so daß das, was zuerst in vorderer Stelle war, nun an hinterer Stelle ist. Daß somit durch jene Wahrheiten, die seiner Kindheit und seinem Knabenalter eigen waren, die Engel Gottes wie auf einer Leiter von der Erde zum Himmel aufstiegen, aber nachher durch die Wahrheiten, die seinem Erwachsenenalter angehören, die Engel Gottes wie auf einer Leiter vom Himmel zur Erde herabsteigen. 3702. "Und siehe, Jehovah stehend auf ihr", 1. Mose 28/13, bedeutet den Herrn auf höchster Stufe. Dies kann daraus erhellen, daß Jehovah, Der so oft im Wort des Alten Testaments genannt wird, der Herr ist; man sehe Nr. 1736, 3023, 3035; und daß im Wort des Neuen Testaments nirgends Jehovah gesagt wird, sondern statt Jehovah der Herr: Nr. 2921. Daß stehen auf ihr heißt, im Höchsten sein (d.h. auf der höchsten Stufe stehen), erhellt ohne Erklärung. Das Geheimnis, das im inneren Sinn dieser Worte verborgen liegt, ist, daß alles Gute und Wahre vom Herrn herabkommt und zu Ihm aufsteigt, d.h. daß Er ist der Erste und der Letzte; denn der Mensch ist so geschaffen, daß die göttlichen Kräfte des Herrn durch ihn herabsteigen bis zum Letzten der Natur, und vom Letzten der Natur zu Ihm aufsteigen, so daß der Mensch das Mittel der Vereinigung des Göttlichen mit der Naturwelt und der Vereinigung der Naturwelt mit dem Göttlichen sein, und so durch den Menschen, als durch ein vereinigendes Mittel, das Letzte der Natur aus dem Göttlichen leben sollte. Dies würde auch geschehen, wenn der Mensch nach der göttlichen Ordnung gelebt hätte. Daß der Mensch so geschaffen ist, wird daraus klar, daß er seinem Leibe nach eine Welt im kleinen ist; denn alle Geheimnisse der Naturwelt sind in ihm niedergelegt: alles, nämlich was Geheimes im Äther und seinen Modifikationen ist, das ist gelegt in sein Auge, und alles, was in der Luft ist, in sein Ohr; und alles, was unsichtbar in der Luft webt und wirkt, in das Organ des Geruchs, wo es empfunden wird, und alles, was unsichtbar in den Wassern und übrigen Flüssigkeiten ist, in das Organ des Geschmacks, sogar die Zustandsveränderungen selbst in den Tastsinn, abgesehen davon, daß auch das, was noch mehr verborgen ist, in seinen inwendigeren Organen empfunden würde, wenn sein Leben der Ordnung gemäß wäre. Hieraus wird klar, daß ein Herabsteigen des Göttlichen durch den Menschen in das Letzte der Natur, und vom Letzten der Natur ein Aufsteigen zum Göttlichen stattfände, wenn er nur den Herrn als seinen letzten und ersten Zweck mit dem Herzensglauben, d.h. mit der Liebe anerkennen würde. In einem solchen Zustand waren die Uralten, die himmlische Menschen waren; denn alles, was sie mit einem Sinn auffaßten, das war für sie ein Mittel zu denken an das, was des Herrn ist, somit an den Herrn und an sein Reich. Die Lust, die sie aus weltlichen und irdischen Dingen empfanden, kam daher; man sehe Nr. 1409, 2896, 2897, 2995; sogar auch, wenn sie die niedrigeren und letzten Gegenstände der Natur betrachteten, erschienen sie vor ihren Augen, als ob sie lebten, denn das Leben, aus dem sie herabkamen, war in ihrem inneren Sinn und Gefühl, und was ihren Augen sich darstellte, waren gleichsam Bilder jenes Lebens, die, obgleich unbeseelt, dennoch für sie auf solche Weise beseelt wurden. Ein solches Innewerden haben die himmlischen Engel von allem was in der Welt ist, wie ich öfters wahrnehmen durfte; auch haben die Kinder aus diesem Grunde ein solches Innewerden; man sehe Nr. 2297, 2298. Eben hieraus wird klar, welcher Art die sind, durch welche die göttlichen Kräfte des Herrn herabsteigen bis zum Letzten der Natur, und vom Letzten der Natur zu Ihm aufsteigen, und (welche) die göttliche Gemeinschaft und daher auch Verbindung vorbilden, die im höchsten Sinn bezeichnet wird durch die Engel, die aufsteigen und herabsteigen auf der zur Erde aufgestellten Leiter, deren Haupt gen Himmel reichte, und auf der Jehovah stand. 3703. "Und sprach: Ich bin Jehovah, der Gott Abrahams, deines Vaters", 1. Mose 28/13, bedeutet den Herrn, daß von Ihm jenes Gute (ausgehe). Dies kann daraus erhellen, daß Jehovah das eigentliche göttliche Sein des Herrn ist, Welcher der Gott Abrahams heißt wegen des göttlich Guten. Daß Abraham den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildet, sehe man Nr. 2172, 2198, und weil es das göttlich Gute ist, aus dem alles himmlisch und geistig Gute, und daher auch alles Wahre stammt, darum heißt Abraham hier Vater, und zwar dein, das ist Jakobs Vater, da doch Jischak sein Vater war. Daß der Vater im inneren Sinn das Gute ist, kommt daher, weil es das Gute ist, aus dem alles und jedes ist, und das Wahre, durch das alles und jedes existiert, somit aus der Ehe des Guten und Wahren. Der Himmel selbst, der einzig nur aus der göttlichen Ehe des Guten und Wahren sein Bestehen hat, ist aus der göttlichen Ehe des Guten und Wahren, und des Wahren und Guten im Herrn. In der ganzen Natur bezieht sich auch alles und jedes auf das Gute und Wahre; denn in dieser, nämlich der Natur, wird vorgebildet himmlisch und geistig Gutes und Wahres, das dem Himmel angehört, im Himmel aber wird vorgebildet göttlich Gutes und Wahres, das dem Herrn angehört. Hieraus kann erhellen, daß das Gute gleichsam wie der Vater ist, und das Wahre wie die Mutter, und daß deswegen durch den Vater im inneren Sinn des Wortes bezeichnet wird das Gute, und durch die Mutter das Wahre; und zwar das Gute und Wahre, aus dem niedrigere oder abgeleitete Gutheiten und Wahrheiten, die beziehungsweise wie Töchter und Söhne sind, und daher auch Töchter und Söhne im Wort genannt werden: Nr. 489, 490, 491, 2362, und sie sind auch beziehungsweise wie Brüder und Schwestern, wie Enkel und Urenkel, wie Schwiegersöhne, Schwiegermütter, Schwiegertöchter, kurz wie Blutsfreundschaften und Schwägerschaften in jedem Grad, und zwar aus der Ehe des Guten, das Vater, mit dem Wahren, das Mutter ist; man sehe Nr. 685, 917, 2739, 3612; und daß die Uralten deswegen alles und jedes mit Ehen verglichen haben: Nr. 54, 55; man sehe auch Nr. 718, 747, 1432, 2508, 2516, 2524, 2556. Daß der Vater im inneren Sinn des Wortes das Gute ist, kann erhellen aus sehr vielen Stellen, wie aus Folgenden: Jes.51/1-3: "Achtet auf Mich, die ihr schauet auf Gerechtigkeit, die ihr suchet Jehovah, schauet auf den Fels, woraus ihr gehauen seid, und auf die Ausgrabung der Grube, daraus ihr gegraben seid, schauet auf Abraham, euern Vater, und auf Sarah, die euch geboren hat; denn als Einzigen habe Ich ihn berufen, und ihn gesegnet, und will ihn viel machen; denn trösten wird Jehovah Zion, Er wird trösten all ihre Wüstungen, und wird machen ihre Wüste wie Eden, und ihre Einöde wie den Garten Jehovahs": dort wird vom Herrn und Seinem Kommen gehandelt, wie aus dem einzelnen klar wird, Der in Ansehung des göttlich Wahren genannt wird Fels und Grube, und in Ansehung des göttlich Guten Vater Abraham, und weil die göttliche Ehe des Guten und Wahren vorgebildet wird durch Abraham und Sarah, man sehe Nr. 1468, 1901, 1965, 1989, 2011, 2063, 2065, 2172, 2173, 2198, 2507, 2833, 2836, 2904, 3245, 3251, 3305 E, wird gesagt Vater Abraham, und Sarah hat euch geboren; daher kommt es, daß gesagt wird, sie sollen sehen auf den Fels und auf die Grube, und auf Abraham, den Vater, und Sarah. Ebendaher kommt es, daß unmittelbar folgt: Jehovah werde Zion trösten. Daß dieses die himmlische Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 2362, und Er werde trösten ihre Wüstungen; und ihre Wüste machen wie Eden, und ihre Einöde wie den Garten Jehovahs. Das gleiche wird durch Abraham, wo er Vater genannt wird, auch anderswo im Wort bezeichnet, wie Joh.8/38,39: "Jesus sprach: Ich rede, was Ich gesehen habe bei Meinem Vater, so tut auch ihr, was ihr gesehen habt bei eurem Vater; sie antworteten und sprachen zu Ihm: unser Vater ist Abraham; spricht zu ihnen Jesus: wenn ihr Söhne Abrahams wäret, würdet ihr die Werke Abrahams tun, aber ihr tut die Werke eures Vaters". Matth.3/9,10: "Nehmet euch nicht heraus zu sagen bei euch selbst, zum Vater haben wir Abraham; Ich sage euch, daß Gott aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken kann; siehe, die Axt liegt an der Wurzel der Bäume, jeder Baum, der nicht gute Frucht macht, wird ausgehauen, und ins Feuer geworfen werden". Luk.16/19-31: "Als der arme Lazarus starb, ward er aufgehoben von den Engeln in den Schoß Abrahams; es starb auch der Reiche und ward begraben, als er in der Hölle war, erhob er seine Augen und sah den Abraham von ferne, und den Lazarus in seinem Schoße; da rief er aus und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, ich bitte dich, Vater, daß du ihn sendest in das Haus meines Vaters". Daß in diesen Stellen nicht Abraham gemeint ist, sondern der Herr in Ansehung des göttlich Guten, ist klar. Daß man von Abraham nichts weiß im Himmel, und daß, wenn er genannt wird aus dem Wort, der Herr verstanden wird, sehe man Nr. 1834, 1876, 1989, 3305 E. Daß der Vater das Gute ist im inneren Sinn, kann auch erhellen aus folgenden Stellen: 2. Mose 20/12; 5. Mose 5/16: "Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf daß verlängert werden deine Tage auf dem Lande, das Jehovah, dein Gott, dir gibt": daß dieses Gebot, wie die übrigen in den Zehn Geboten, wahr ist in beiderlei Sinn. Daß im inneren Sinn Vater und Mutter ehren heißt, das Gute und Wahre lieben, und im Guten und Wahren den Herrn, sehe man Nr. 2609, 3690. Daß die Tage auf dem Lande bezeichnen die Zustände des Guten daher im Reich des Herrn, erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern es sind Zustände: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, und aus der Bedeutung Kanaans, das hier ist das Land, sofern es das Reich des Herrn bezeichnet: Nr. 1607, 3038, 3481, und daß das verlängert werden vom Guten gesagt wird: Nr. 1613. Weil durch den Vater und die Mutter jenes bezeichnet wurde, darum wurden in der vorbildlichen jüdischen Kirche mehrere Gesetze gegeben in betreff der Eltern und Söhne, in denen allen im inneren Sinn bezeichnet wird, das Gute und Wahre, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren: 2. Mose 21/15,17: "Wer seinen Vater und seine Mutter schlägt, soll des Todes sterben; wenn jemand seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll er des Todes sterben". 3. Mose 20/9: "Ein jeder, der flucht seinem Vater oder seiner Mutter, soll getötet, ja getötet werden; wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Blut komme über ihn". 5. Mose 27/16,17: "Verflucht sei, wer geringschätzt seinen Vater und seine Mutter, und sagen soll alles Volk Amen". Hes.22/6,7: "Siehe, die Fürsten Israels, ein jeder nach seinem Arm, sind in dir gewesen, um Blut zu vergießen, und Vater und Mutter gering zu schätzen". 5. Mose 21/18,19,21: "Wenn ein Mann einen widerspenstigen und aufrührerischen Sohn hat, der schlechterdings nicht gehorcht der Stimme seines Vaters, oder der Stimme seiner Mutter; und ob sie ihn auch züchtigen, ihnen doch nicht gehorcht, den sollen ergreifen sein Vater und seine Mutter, und ihn hinausführen zu den Ältesten der Stadt, und zum Tor ihres Ortes, und alle Männer derselben Stadt sollen ihn steinigen mit Steinen, daß er stirbt". In welchen Stellen allen unter Vater und Mutter im Buchstabensinn verstanden wird Vater und Mutter, aber im inneren Sinn das Gute und Wahre, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Guten und des göttlich Wahren. Wie auch der Herr selbst lehrt bei Matth.12/49: "Jesus streckte Seine Hand aus über Seine Jünger, und sprach, siehe, (das sind) Meine Mutter und Meine Brüder; jeder, der tut den Willen Meines Vaters, Welcher ist in den Himmeln, der ist Mein Bruder und Schwester und Mutter". Matth.23/8,9: "Ihr sollt euch nicht nennen lassen Meister, denn einer ist euer Meister, Christus, ihr alle aber seid Brüder; und einen Vater sollt ihr nicht nennen den eurigen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der in den Himmeln": sich nennen lassen Meister und sich nennen lassen Vater auf Erden, wird hier nicht untersagt, sondern anerkennen von Herzen einen anderen Vater als den Herrn, das ist, wenn jemand genannt wird Meister und Vater, soll der Herr darunter verstanden werden, Der im höchsten Sinn durch jene vorgebildet wird; gemäß demjenigen, was Nr. 3702 von den Uralten, die himmlische Menschen waren, gesagt worden, daß alles, was sie auf Erden vernahmen, ihnen zum Mittel diente, an den Herrn zu denken. Das gleiche schließt in sich, was der Herr Matth.8/21,22, zu einem der Jünger sagte, der sprach: "Herr, erlaube mir zuvor hinzugehen, und zu begraben meinen Vater; Jesus sprach zu ihm: Folge Mir, laß die Toten begraben die Toten": denn ein Vater auf Erden verhält sich zum Vater im Himmel, oder zum Herrn, wie ein Toter zu einem Lebendigen; wie auch das Gesetz selbst über das Ehren der Eltern gleichsam ein totes ist, wenn nicht darin ist die Ehre, der Dienst und die Liebe, (die zu erweisen ist) dem Herrn; denn jenes Gesetz ist entstanden von diesem Göttlichen. Das Lebendige selbst, das in jenem Gesetz ist, kommt daher. Deswegen hat der Herr gesagt: Folge Mir, laß die Toten begraben die Toten. Das gleiche bedeutet auch, was Elias 1.Kön.19/19,20 zu Elisa sprach: "Elias ging vorüber an Elisa, und warf seinen Mantel über ihn, dieser aber verließ seine Rinder, und lief dem Elias nach, und sprach: Laß mich doch küssen meinen Vater und Mutter; danach will ich dir nachfolgen; da sprach er zu ihm: Gehe hin, komme wieder, denn was habe ich dir getan": daß durch Elias vorgebildet worden ist der Herr, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose 18. Kapitel und Nr. 2762. Mal.3/23,24: "Siehe, Ich sende euch Elias, den Propheten, ehe da kommt der Tag Jehovahs, der große und schreckliche, und bekehren wird er das Herz der Väter zu den Söhnen, und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, daß Ich nicht komme und schlage das Land mit dem Bann". Luk.1/17: "Der Engel (sprach) zu Sacharias von Johannes, seinem Sohn: Einhergehen wird er vor dem Herrn im Geist und Kraft des Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Söhnen": daß hier unter den Vätern und Söhnen nicht Väter und Söhne verstanden werden, ist klar, sondern Gutes und Wahres der Kirche, die der Herr neu herstellen wollte. Mal.1/6: "Es soll gepriesen werden Jehovah in der Grenze Israels, der Sohn soll ehren den Vater, und der Knecht den Herrn; bin Ich nun Vater, wo Meine Ehre, bin Ich Herr, wo ist dir Furcht vor Mir?": Vater steht hier für diejenigen, die im Guten der Kirche sind, und Herr für diejenigen, die im Wahren der Kirche, offenbar Vater für den Herrn in Ansehung des göttlich Guten, und Herr in Ansehung des göttlich Wahren. Ps.27/10: "Mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, und Jehovah nimmt mich auf": Vater und Mutter für das Gute und Wahre, von dem gesagt wird, es habe verlassen, wenn man die Wahrnehmung macht, daß man aus sich nichts Gutes tun und nichts Gutes wissen könne; daß nicht gemeint wird, den David habe Vater und Mutter verlassen, ist klar. Ps.45/3,14,17: "Schön bist du weit vor den Söhnen der Menschen, ganz herrlich die Tochter des Königs, inwendig von Goldstickereien ihr Kleid; anstatt deiner Väter werden sein deine Söhne; du wirst sie setzen zu Fürsten im ganzen Land": wo vom Herrn (gehandelt wird). Statt der Väter werden sein deine Söhne, für: die göttlichen Wahrheiten werden sein wie die göttlichen Gutheiten (d.h. Lebenskräfte); Tochter des Königs für: die Liebe zum Wahren; von Goldstickereien das Kleid, für: die Beschaffenheit jenes Wahren aus dem Guten. Weil vom Herrn und Seinem Göttlich-Menschlichen gehandelt wird, wie aus dem ganzen Psalm und seinen einzelnen Teilen klar wird, kann erhellen, daß alles und jedes, was dort vorkommt, im gleichen Aussageverhältnis steht, somit daß unter der Königstochter nicht die Tochter eines Königs verstanden wird, auch nicht daß von Goldstickereien ihr Kleid, noch daß an der Väter statt die Söhne, noch diese Fürsten im ganzen Land sein werden, sondern daß es himmlisch- und geistig göttliche Dinge sind, die durch einen jeden Ausdruck bezeichnet werden. Daß die Tochter Neigung oder Liebe bezeichnet, sehe man Nr. 490, 491, 2362; daß der König ist das göttlich Wahre: Nr. 1728, 1672, 2015, 2069, 3009; daß Gold ist das Gute: Nr. 113, 1551, 1552; daß Stickerei gesagt wird vom natürlich Wißtümlichen: Nr. 2831, hier also vom natürlich göttlichen Wahren. Daß Kleid solche Wahrheiten bezeichnet, die das Gute umkleiden: Nr. 297, 2576; daß Söhne, die anstatt der Väter Wahres des Guten bezeichnen, hier göttlich Wahres, wie göttlich Gutes: Nr. 264, 489, 491, 533, 1147, 1729, 1733, 2159, 2623, 2803, 2813; daß Fürsten im ganzen Land bezeichnen die Hauptgrundsätze des Reichs und der Kirche des Herrn, daß Fürsten sind Hauptgrundsätze: Nr. 1482, 2089; daß das Land die Kirche und das Reich des Herrn bedeutet: Nr. 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355. 5. Mose 10/15,16: "An deinen Vätern hatte Jehovah Lust, sie zu lieben, und erwählte ihren Samen nach ihnen, euch aus allen Völkern, gemäß diesem Tag, darum beschneidet die Vorhaut eures Herzens, und euren Nacken verhärtet nicht mehr": Väter hier im inneren Sinn für die Alte und Uralte Kirche, die so hießen wegen der Liebe zum Guten und Wahren, worin sie waren: in der Liebe zum Guten die Uralten, die himmlische Menschen waren, und in der Liebe zum Wahren die Alten, die geistige (Menschen waren). Ihr Gutes und Wahres in der Kirche ist es, was genannt wird der Same, den Gott erwählt hat. Daß nicht Abraham, Jischak und Jakob und dessen zwölf Söhne hier die Väter sind, und das israelitische und jüdische Volk (nicht) der Same, ist offenbar; aber es wird von ihnen und zu ihnen gesagt, auf daß der innere Sinn etwas Äußeres, und so für den Menschen Verständliches haben möge. Jes.3/5-7: "Erheben werden sich der Knabe wider den Greis, und der Geringe wider den Geehrten, denn ergreifen wird ein Mann seinen Bruder im Hause seines Vaters, (sprechend): Ein Kleid hast du, ein Fürst sollst du uns sein; er aber wird sagen: In meinem Hause ist kein Brot, setzet mich nicht zum Fürsten des Volkes": hier wird vom verdorbenen Zustand der Kirche im inneren Sinn gehandelt, wenn das Wahre nicht mehr als wahr anerkannt wird, und man nicht weiß, was gut ist. Ergreifen wird ein Mann den Bruder im Hause seines Vaters, für: anerkennen als gut, mag es sein, wie es will, Kleid für das Wahre: Nr. 1073, 2576; Fürst für das Hauptsächliche der Lehre daher: Nr. 1482, 2089; im Hause kein Brot, kein Kleid, für kein Gutes und kein Wahres. Daß Brot ist das Gute: Nr. 276, 680, 3478; daß Kleid ist das Wahre: Nr. 297, 2576. Von den Vorbildungen des Guten und Wahren durch Vater und Mutter, dann durch Töchter und Söhne, kamen in den vorbildlichen Kirchen mehrere Gesetze her, die ihr Göttliches von daher hatten, wie die Folgenden: 3. Mose 21/9: "Daß der Tochter eines Priesters, wenn sie sich verunehrt hat durch Hurerei, als die ihren Vater verunehrte, mit Feuer soll verbrannt werden": Tochter des Priesters (steht) für die Neigung zum Guten, Vater für das Gute, aus dem jene Neigung, huren für entweihen das Gute. Was huren sei, sehe man Nr. 2466, 2729, 3399; und was entweihen: Nr. 1008, 1010, 1059, 2051, 3398, 3399. 3. Mose 22/13: "Wenn die Tochter eines Priesters Witwe oder verstoßen worden, und sie keinen Samen hat, soll sie zurückgehen zum Hause ihres Vaters, nach der Weise ihrer Jugend; vom Brot ihres Vaters soll sie essen; kein Fremder soll davon essen". Auch folgendes Gesetz: 3. Mose 21/11-13: "Wenn du siehst in Gefangenschaft eine Frau, schön von Gestalt, und du verlangst sie, daß du sie dir zum Weibe nehmest, so sollst du sie führen in die Mitte deines Hauses, und sie soll ihr Haupt scheren, und ihre Nägel beschneiden, und entfernen das Kleid ihrer Gefangenschaft von ihr, und soll sitzen in deinem Hause, und soll beweinen ihren Vater und ihre Mutter, einen Monat von Tagen, und hernach magst du zu ihr eingehen, und sie erkennen, und sie soll dir zum Weibe sein". In diesem Gesetz ist alles und jedes ein Vorbild des natürlich Wahren, das, nachdem es von Falschheiten gereinigt ist, vom Guten an- und aufgenommen wird. Ein solches Wahre wird bezeichnet durch eine Frau in der Gefangenschaft, schön von Gestalt, die Reinigung von Falschheiten durch: Führen in die Mitte des Hauses, Scheren des Hauptes, Beschneiden der Nägel, Entfernung des Kleides der Gefangenschaft, und Beweinen des Vaters und der Mutter. Die An- und Aufnahme durch: hernach eingehen zu ihr, sie erkennen, und nehmen zum Weibe. Die Gesetze über die Ehen, wonach diese innerhalb des Stammes und innerhalb der Familie eingegangen werden sollten; und auch die Gesetze über die Erbgüter, wonach diese nicht von einem Stamm zu einem anderen übergehen sollten, wovon im Wort die Rede ist, hatten auch von daher ihren Ursprung, nämlich aus der himmlischen und geistigen Ehe im Reich des Herrn oder des Guten und Wahren, das bezeichnet wird durch Vater und Mutter; ebenso die Gesetze, die gegeben wurden über die erlaubten und verbotenen Grade. Ein jedes Gesetz darüber im Wort bezieht sich inwendig auf das Gesetz der Zusammengesellung und Verbindung des Guten und Wahren im Himmel; und auf die Zusammengesellungen des Bösen und Falschen in der Hölle, die von jenen getrennt sind. Über die erlaubten und verbotenen Grade sehe man 3. Mose Kapitel 20; über die Erbgüter, daß sie nicht von einem Stamm zum anderen übergehen sollten, und über die Ehen, daß sie nur innerhalb eines Stammes eingegangen werden sollten: 4. Mose 27/7-9 und anderwärts. Daß in den Himmeln alles und jedes nach Verhältnissen der Blutfreundschaften und Schwägerschaften des Guten und Wahren geordnet sei, sehe man Nr. 685, 917, 2739, 3612. Weil das israelitische Volk das Reich des Herrn in den Himmeln und so die dort waltende himmlische Ordnung vorbildete, wurde auch befohlen, daß sie unterschieden werden sollten nach Stämmen, und nach Familien, und nach den Häusern ihrer Väter; man sehe 4. Mose 26/1-65, und auch daß sie nach jener Ordnung um das Zelt der Zusammenkunft lagern, und auch nach dergleichen Ordnung weiterziehen sollten, wovon es 4. Mose 2/2,34 heißt: "Der Mann unter seinem Panier, in ihren Zeichen nach den Häusern ihrer Väter sollen lagern die Söhne Israels, gegenüber um das Zelt der Zusammenkunft her"; und daß sie auch so fortziehen sollten. Als daher Bileam Israel wohnen sah nach seinen Stämmen, kam über ihn der Geist Gottes, und er tat einen Ausspruch, sprechend: "Wie gut sind deine Hütten, Jakob, deine Wohnungen, Israel; wie Täler bepflanzet werden, wie Gärten am Fluß": 4. Mose 24/2,5,6. Daß in dieser Weissagung nicht Jakob und nicht Israel verstanden ist, sondern das Reich des Herrn in den Himmeln und Seine Kirche auf Erden, die durch jene Ordnung, in der sie dann jene erblickte, vorgebildet worden sind, wird aus den einzelnen Worten daselbst klar. Hieraus kann man auch entnehmen, was durch die Waisen, d.h. die vaterlos sind, im inneren Sinn des Wortes bezeichnet wird, nämlich diejenigen, die im Stand der Unschuld und Liebtätigkeit sind, und das Gute zu wissen und zu tun wünschen, und nicht können, in welchem Zustand hauptsächlich diejenigen sind, die außerhalb der Kirche sich befinden, für die der Herr Sorge trägt, und als Söhne im anderen Leben annimmt; und weil solche durch Waisen bezeichnet werden, darum werden, wenn jene im Wort genannt werden, in den meisten Stellen auch Fremdlinge und Witwen genannt, denn durch Fremdlinge werden bezeichnet diejenigen, die in Wahrem und Gutem belehrt werden: Nr. 1463; und durch Witwen diejenigen, die im Stand des Guten sind, und nicht so im Wahren, und die im Stand des Wahren sind und nicht so im Guten, und doch darin zu sein wünschen; weil durch jene drei, nämlich die Waisen, die Fremdlinge und Witwen, etwas Ähnliches im Zusammenhang bezeichnet wird, darum werden sie in den meisten Stellen miteinander erwähnt, man sehe 5. Mose 14/29; 16/14; 24/17,19; Jerem.7/6; 22/3; Hes.22/6,7; Sach.7/10; Ps.94/6; Ps.146/9. Aus dem bisherigen nun kann erhellen, was der Vater im echten Sinn bedeutet, nämlich das Gute, und im höchsten Sinn den Herrn. Weil aber das meiste im Wort den entgegengesetzten Sinn hat, so auch der Vater, und in diesem Sinn bedeutet er das Böse, ebenso die Mutter, die im echten Sinn das Wahre bedeutet, bedeutet im entgegengesetzten das Falsche. Daß es so ist, kann aus folgenden Stellen erhellen: Ps.109/14: "Gedacht wird werden der Missetat seiner Väter bei Jehovah, und die Sünde seiner Mutter wird nicht getilgt werden". Ps.78/57: "Sie sind abgewichen, und haben treulos gehandelt, wie ihre Väter, sie sind abgewandt wie ein Bogen des Betrugs". 3. Mose 26/39: "Bis die übrigen unter euch verschmachten in ihrer Missetat, in den Ländern eurer Feinde, und auch in den Missetaten ihrer Väter, werden sie mit ihnen verschmachten". Jes.14/21: "Bereitet seinen Söhnen einen Schlachttag, um der Missetat ihrer Väter willen, daß sie nicht wieder aufstehen und das Land besitzen, und gefüllt werde das Angesicht des Landes mit Städten". Jes.65/7: "Vergelten will Ich eure Missetaten, und die Missetaten eurer Väter miteinander". Jerem.2/26,27: "Zuschanden sind worden das Haus Israel, sie, ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten, die da sagen zum Holz: du bist mein Vater, und zum Stein: du hast mich gezeuget, weil sie mir geboten haben den Nacken, nicht das Angesicht". Jerem.6/21: "Ich will Ärgernisse vor diesem Volk, und werden sich daran stoßen Väter und Söhne miteinander, Nachbar und sein Genosse, und sie werden umkommen". Jerem.7/18: "Die Söhne lesen Holz zusammen, und die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten Teig, Kuchen zu machen der Melecheth". Hes.5/9,10: "Tun werde Ich an dir, was Ich nicht getan habe, und dergleichen Ich nicht mehr tun werde, um deiner Greuel willen, darum werden die Väter essen ihre Söhne, und die Söhne werden essen ihre Väter, und werde tun bei dir Gerichte, und zerstreuen alle deine Überreste in alle Winde": hier ist die Rede von der Entweihung des Heiligen. Hes.16/3: "So sprach der Herr Jehovah zu Jerusalem: deine Handelschaften und deine Zeugungen sind vom Lande des Kanaanäers, dein Vater, ein Amoräer, und deine Mutter, eine Chittäerin". Matth.10/21,22,35-37; Luk.12/49,52,53: "Überantworten wird ein Bruder den Bruder in den Tod, und der Vater den Sohn, und empören werden sich Kinder gegen die Eltern, und sie dem Tod übergeben; und so werdet ihr gehasset werden von jedermann um Meines Namens willen. Ich bin gekommen zu entzweien den Menschen gegen seinen Vater, und die Tochter gegen ihre Mutter, und die Schnur gegen ihre Schwieger; und die Feinde des Menschen werden seine Hausgenossen sein; wer da liebet Vater und Mutter mehr denn Mich, ist Mein nicht wert, und wer liebet Sohn und Tochter, mehr denn Mich, ist Mein nicht wert". Matth.19/22; Luk.18/29,30; Mark.10/29,30: "Jeder, der verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Felder, um Meines Namens willen, wird es hundertfältig empfangen und wird ewiges Leben ererben". Luk.14/26: "Wer zu Mir kommt, und nicht haßt seinen Vater, und seine Mutter, und Weib, und Kinder, und Brüder, und Schwestern, ja sogar auch seine Seele, kann nicht mein Jünger sein". Mark.13/12,13; Luk.21/16,17: "Übergeben wird ein Bruder den Bruder in den Tod, und ein Vater die Kinder, und empören werden sich Kinder gegen die Eltern, und sie töten, denn ihr werdet gehasset sein von allen um Meines Namens willen": hier wird gehandelt von der Vollendung des Weltlaufs, und es wird beschrieben der Zustand der verdorbenen Kirche in Ansehung des Guten und Wahren, daß nämlich das Böse sich empören werde gegen das Wahre, und das Falsche gegen das Gute. Daß durch Vater im entgegengesetzten Sinn das Böse bezeichnet wird, erhellt aus den nun angeführten Stellen, auch aus folgenden bei Joh.8/38,39,41,42,44: "Jesus sprach: wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr Mich lieben; denn Ich bin ausgegangen und komme von Gott; ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und das Begehren eures Vaters wollt ihr tun. Derselbe war ein Menschenmörder von Anfang, und in der Wahrheit ist er nicht bestanden, denn die Wahrheit ist nicht in ihm; wenn er die Lüge redet, redet er aus dem Eigenen, denn er ist ein Lügner und Vater desselben". 3704. "Und der Gott Jischaks", 1. Mose 28/13, bedeutet den Herrn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn, und weil es das Vernünftige ist, in dem das Menschliche seinen Anfang nimmt: Nr. 2194, und so aus welchem und durch welches das Menschliche ist, darum wird hier durch den Gott Jischaks bezeichnet das Göttlich-Menschliche des Herrn. Weil alles und jedes im Himmel, und alles und jedes beim Menschen, ja in der ganzen Natur sich auf das Gute und Wahre bezieht, darum wird auch das Göttliche des Herrn unterschieden in das göttlich Gute und das göttlich Wahre; und das göttlich Gute des Herrn wird genannt der Vater, und das göttlich Wahre der Sohn. Aber das Göttliche des Herrn ist eben nur das Gute, ja das Gute selbst, dagegen das göttlich Wahre ist das göttlich Gute des Herrn, das so erscheint im Himmel oder vor den Engeln. Es verhält sich dies, wie die Sonne. Die Sonne selbst ist in ihrem Wesen eben nur Feuer, aber das Licht, das daraus erscheint, ist nicht in der Sonne, sondern von der Sonne. Daß der Herr in Ansehung des göttlich Guten durch die Sonne vorgebildet wird, und auch, daß Er im anderen Leben die Sonne für den gesamten Himmel ist, sehe man in Himmlischen Geheimnisse Nr.1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 2495, 3636, 3643; und daß der Herr im Ansehung des göttlich Wahren durch das Licht vorgebildet wird, und auch im anderen Leben das Licht für den gesamten Himmel, steht: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 2776, 3138, 3195, 3222, 3223, 3339, 3341, 3636, 3643. Somit ist der Herr in seinem Wesen eben nur das göttlich Gute, und zwar in beiderlei Hinsicht, nämlich in Ansehung des Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen. Aber das göttlich Wahre ist nicht im göttlich Guten, sondern vom göttlich Guten; denn so erscheint, wie oben gesagt, das göttlich Gute im Himmel. Und weil das göttlich Gute als das göttlich Wahre erscheint, darum wird um der Fassungskraft des Menschen willen das Göttliche des Herrn unterschieden in das göttlich Gute und das göttlich Wahre, und das göttlich Gute ist es, was im Wort der Vater heißt, und das göttlich Wahre, was der Sohn heißt. Dieses Geheimnis ist es, das darin verborgen liegt, daß der Herr selbst so oft von Seinem Vater redet, als unterschieden von Ihm und gleichsam ein anderer als Er, und doch anderswo, daß Er eins mit Ihm sei. Daß der Vater im inneren Sinn das Gute ist, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Guten, ist Nr. 3703 gezeigt worden, und daß der Sohn das Wahre ist, und der Sohn Gottes und der Sohn des Menschen der Herr ist in Ansehung des göttliche Wahren: Nr. 1729, 1730, 2159, 2803, 2813, dies erhellt auch aus allen jenen Stellen, wo der Herr Seinen Vater nennt, und Sich den Sohn. Daß der Herr im Wort des Alten Testaments es ist, der Jehovah genannt wird, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921; daß Er aber auch dort Vater heißt, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.9/6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und das Fürstentum wird sein auf Seiner Schulter, und es wird Sein Name genannt werden: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens": es liegt offen am Tage, daß der uns geborene Knabe und der uns gegebene Sohn der Herr ist, somit der, welcher genannt wird der Vater der Ewigkeit. Jerem.31/9: "Ich werde sein dem Israel zum Vater, und Ephraim, mein erstgeborener Sohn": hier ist die Rede vom Herrn, und daß dieser ist der Gott Israels und der Heilige Israels, sehe man Nr. 3305: hier heißt Er der Vater Israels. Mal.2/10: "Haben wir nicht alle einen Vater, hat nicht ein Gott uns geschaffen?": schaffen hier im inneren Sinn für wiedergebären, wie auch anderwärts im Wort, man sehe Nr. 16, 88, 472, und weil der Herr allein Wiedergebärer ist, und Erlöser, so ist Er es, der hier Vater und Gott heißt, wie auch Jes.63/16: "Du bist unser Vater, denn Abraham kennt uns nicht, und Israel anerkennt uns nicht, Du, Jehovah, unser Vater, unser Erlöser, von Ewigkeit ist dies Dein Name". Jes.22/21-24: "Bekleiden werde Ich Ihn mit Deinem Rock, und mit Deinem Gürtel Ihn stärken, und Deine Herrschaft geben in Seine Hand, daß Er sei zum Vater dem Einwohner Jerusalems, und dem Hause Jehudahs, und werde geben den Schlüssel des Hauses Davids auf Seine Schulter, und Er wird öffnen, daß niemand schließt, und Er wird schließen, daß niemand öffnet, und werde Ihn stecken als Nagel an einen getreuen Ort, daß Er sei zum Thron der Herrlichkeit Seines Vaters, an dem sie aufhängen sollen alle Herrlichkeit des Hauses Seines Vaters, der Söhne und Enkel, alle Gefäße des Kleinen, von den Gefäßen der Becher bis zu allen Gefäßen der Harfen": daß der Herr es ist, der im inneren Sinn hier vorgebildet und bezeichnet wird, und Vater dem Einwohner Jerusalems und dem Hause Jehudahs genannt wird, liegt offenbar am Tage; denn Er ist es, auf dessen Schulter der Schlüssel des Hauses Davids ist, Der öffnet, so daß niemand zuschließt, und Der zuschließt, so daß niemand öffnet; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, und Ihm gehört der Thron der Herrlichkeit Seines Vaters, und auf Ihm und von Ihm sind alle heiligen Dinge, die hier Gefäße genannt werden, himmlisch Heiliges Gefäße der Becher, und geistig Heiliges Gefäße der Harfen. Weil die Könige und Priester den Herrn vorbildeten, die Könige durch das königliche Amt, das sie hatten, den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren, und die Priester den Herrn in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 3670, darum wurden die Priester genannt Väter, wie erhellen kann im Buch der Richter 17/10: "Es sprach Micha zu dem Leviten: bleibe bei mir, und sei mir zum Vater und Priester"; ebenso sagten die Söhne Dans zu demselben: "Schweige, lege die Hand auf deinen Mund, und gehe weg mit uns, und sei uns zum Vater und Priester": Richt.18/19. Daß die Könige selbst sie ebenso nannten, sehe man im 2.Kön.6/21,22: "Der König Israels sprach zu Elisa: Soll ich schlagen, mein Vater? er sprach: du sollst nicht schlagen"; und der König Joasch zu Elisa, als er starb: "Joasch, der König, weinte vor seinen Angesichten, und sprach: mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter": 2.Kön.13/14. Die Könige nannten sie so, weil sie den Herrn vorbildeten in Ansehung des göttlich Wahren und die Priester in Ansehung des göttlich Guten, und weil das Wahre zum Guten sich verhält, wie der Sohn zum Vater, denn das Wahre ist vom Guten. Dies ist eine im anderen Leben gar wohl bekannte Wahrheit, und weil es so ist, darum nennt man im Himmel keinen anderen den Vater, und wird beim Vater im Wort der Evangelisten keinen anderen inne als den Herrn; man sehe Nr. 15, 1729. Alle Kinder dort werden, wenn sie ins Gute der Liebe und das Wahre desselben eingeweiht werden, gelehrt, allein den Herrn als Vater anzuerkennen; ja auch mit angelegentlicher Sorgfalt die Neulinge, die in den Himmel kommen, daß Gott einer ist, und die, welche zur Kirche gehört haben, daß die ganze Dreieinigkeit im Herrn ist; denn aus der Christenheit bringen fast alle die Vorstellung von drei Göttern mit sich, obwohl sie mit dem Munde gesagt hatten, es sei nur ein Gott; denn einen denken, wenn die Vorstellung von dreien zuvor eingedrungen ist, und ein jeder von diesen Gott genannt, und auch nach den Eigenschaften und Werken von dem anderen unterschieden, und auch besonders verehrt wird, das ist nicht menschlich (d.h. dem Menschen nicht möglich), daher kommt es, daß die Verehrung dreier Götter im Herzen ist, dagegen die des einen bloß im Munde. Daß im Herrn die ganze Dreieinigkeit sei, ist in der Christenheit bekannt, aber dennoch wird im anderen Leben wenig an den Herrn gedacht, auch Sein Menschliches ist vielen ein Ärgernis, weil sie das Menschliche vom Göttlichen unterscheiden und nicht glauben, daß es göttlich sei. Der Mensch sagt, er werde gerechtfertigt, und dadurch rein und beinahe heilig gemacht, aber daß der Herr verklärt, d.h. Sein Menschliches göttlich gemacht worden ist, daran denkt man nicht, da Er doch von Jehovah selbst empfangen wurde, und außerdem kann auch niemand gerechtfertigt, noch weniger geheiligt werden, als vom Göttlichen, und zwar vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, was vorgebildet und bezeichnet wird im heiligen Abendmahl, wo mit klaren Worten gesagt wird, daß das Brot Sein Leib ist, und der Wein Sein Blut. Daß der Herr einer ist mit dem Vater, und daß Er von Ewigkeit, und daß Er das Weltall regiert, und daß Er das göttlich Gute und das göttlich Wahre selbst ist, erhellt augenscheinlich aus dem Worte. Daß Er einer ist mit dem Vater, (wird gesagt) bei Joh.1/18: "Gott hat keiner je gesehen, (sondern nur) der Eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist", Joh.5/18-47: "Die Juden suchten Jesum zu töten, weil Er gesagt, Sein eigener Vater sei Gott, indem Er Sich selbst Gott gleich machte; Jesus antwortete und sprach: Amen, amen, Ich sage euch; nichts kann der Sohn von Sich selbst tun, als was Er sieht den Vater tun; was nämlich derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn; gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn, die Er will, lebendig; auch richtet der Vater niemand, sondern alles Gericht hat Er dem Sohn gegeben, auf daß alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren; gleichwie der Vater das Leben hat in Ihm selbst, so hat Er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in Ihm selbst. Der Vater, der Mich gesandt hat, derselbe hat gezeuget von Mir; weder Seine Stimme habt ihr jemals gehört, noch Seine Gestalt habt ihr gesehen; durchforschet die Schriften, sie sind es, die von Mir zeugen": unter dem Vater wird dort verstanden das göttlich Gute, und unter Sohn das göttlich Wahre, beides im Herrn. Vom göttlich Guten, das der Vater, kann nichts anderes herkommen oder ausgehen als das Göttliche, und das, was herkommt oder ausgeht, ist das göttlich Wahre, das der Sohn. Joh.6/44-48: "Jeder, der es gehört hat vom Vater, und gelernt hat, kommt zu Mir; nicht daß den Vater jemand gesehen, ohne der beim Vater ist, der hat den Vater gesehen". Joh.8/18,19: "Sie sprachen zu ihm: wer ist Dein Vater? Jesus antwortete: weder Mich kennet ihr, noch Meinen Vater; wenn ihr Mich kennetet, so würdet ihr auch Meinen Vater kennen". Joh.10/30,38: "Ich und der Vater sind eins, wenn ihr nun Mir nicht glauben möget, so glaubet den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir und Ich im Vater". Joh.12/44-46: "Jesus sprach: Wer an Mich glaubet, glaubet nicht an Mich, sondern an Ihn, der Mich gesandt hat, und wer Mich siehet, siehet Ihn, der Mich gesandt hat; Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, auf daß jeder, der an Mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe": daß Ihn der Vater gesandt hat, bedeutet im inneren Sinn, Er komme her vom Vater; so hier und sonst, wo der Herr sagt, der Vater habe Ihn gesandt; daß das Licht das göttlich Wahre ist, sehe man oben. Joh.14/6-11: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater ohne durch Mich; wenn ihr Mich erkannt habt, habt Ihr auch Meinen Vater erkannt, und von nun an habt ihr Ihn erkannt, und habt Ihn gesehen; spricht Philippus: Herr, zeige uns den Vater; Jesus sprach: so lange Zeit bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht? Philippus: wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie sagst du nun: zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß Ich im Vater und der Vater in Mir ist? Die Worte, die Ich zu euch rede, rede Ich nicht von Mir selbst, der Vater, Der in Mir bleibet, Derselbe tut die Werke; glaubet Mir, daß Ich im Vater bin und der Vater in Mir; alles, was ihr bittet in Meinem Namen, das werde Ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde im Sohn". Joh.14/22,23: "Wer meine Gebote hat und tut sie, der ist es, der Mich liebet, wer Mich aber liebet, der wird geliebt werden von Meinem Vater, und Ich werde ihn lieben, und ihm Mich selbst offenbaren; wenn jemand Mich liebet, so wird er Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen": im göttlich Wahren sind die, welche die Gebote haben und sie tun, und im göttlich Guten sind die, welche Ihn lieben; daher wird gesagt, er wird geliebt werden vom Vater, und Wir werden zu ihm kommen und Bleibstätte (Wohnung) bei ihm machen, nämlich das göttlich Gute und das göttlich Wahre; darum heißt es Joh.14/20: "An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir". und anderwärts Joh.17/11: "Heiliger Vater, erhalte sie in Deinem Namen, daß sie eins seien wie Wir". Aus diesem erhellt, daß der Herr Vater sagt wegen des göttlich Guten, das Er hatte, und Sohn wegen des göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten (hervorgeht); daß somit nicht zwei sind, sondern eins ; daß aber der Herr so geredet hat, geschah deswegen, damit das Wort angenommen werden möchte sowohl auf Erden, als im Himmel, und auch weil Er, ehe der Herr verherrlicht war, das göttlich Wahre war, das aus dem göttlich Guten, hingegen da Er verherrlicht worden, ist Er das göttlich Gute selbst nach beiderlei Wesen, und es kommt alles vom Ihm, das göttlich Gute und das göttlich Wahre. Daß Er von Ewigkeit gewesen, kann daraus erhellen, daß der Herr es ist, Der durch die Propheten geredet hat, und daß Er sowohl deswegen, als auch darum, weil von Ihm das göttlich Wahre kam, das Wort genannt wurde, wovon bei Joh.1/1-4,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dieses war im Anfang bei Gott, alles ist durch Dasselbige geworden, und ohne Dasselbige ist nichts geworden, was geworden ist; in Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat gewohnet unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie des Eingeborenen vom Vater": das Wort (steht) für alles Wahre in den Himmeln und auf Erden, das vom Göttlichen (stammt). Daß (Er) von Ewigkeit sei, lehrt er offenbar bei Joh.1/15,27,30: "Dieser war es, Der nach mir kommt, und ist vor mir gewesen, weil Er eher war, denn ich, mitten unter euch steht Er, Den ihr nicht kennet; Dieser ist es, Der nach mir kommen soll, und Der vor mir gewesen ist". Joh.6/62: "Wenn ihr sehet den Sohn des Menschen aufsteigen, wo Er vorher war". Joh.8/58: "Jesus sprach: Amen, amen, Ich sage euch, ehe denn Abraham war, bin Ich". Joh.13/3: "Er wußte, daß Er von Gott ausgegangen war, und zu Gott hingehe". Joh.16/27,28: "Er selbst, der Vater, liebet euch, weil ihr Mich geliebt und geglaubt habt, daß Ich von Gott ausgegangen bin; Ich bin ausgegangen vom Vater und gekommen in die Welt, wiederum verlasse Ich die Welt und gehe zum Vater". Joh.17/5,24: "Ich habe Dich verherrlicht auf der Erde, das Werk habe Ich vollendet, das Du Mir gegeben hast, daß Ich es tun soll, und nun verherrliche Mich, Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die Ich hatte, ehe die Welt war, bei Dir. Daß sie sehen Meine Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, weil Du Mich geliebt hast vor Gründung der Welt". Jes.9/6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben und genannt wird werden Sein Name: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens". Daß der Herr das Weltall regiert, erhellt bei Matth.11/27: "Alles ist Mir übergeben von Meinem Vater"; Matth.28/18: "Jesus sprach zu den Jüngern: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden". Joh.3/35,36: "Der Vater hat alles gegeben in die Hand des Sohnes, wer da glaubt an den Sohn, der hat ewiges Leben"; Joh.5/22: "Der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat Er dem Sohne gegeben; Joh.13/3: "Jesus wußte, daß Ihm der Vater alles in die Hände gegeben"; Joh.16/15: Alles, was der Vater hat, ist Mein"; Joh.17/1,2: "Jesus sprach: Verherrliche Deinen Sohn, daß auch Dein Sohn Dich verherrlichen möge, gleichwie Du Ihm gegeben hast die Macht über alles Fleisch"; Joh.17/10,11: "Alles Meinige ist Dein, und das Deinige Mein, aber Ich bin verherrlicht in ihnen, nicht mehr bin Ich in der Welt, denn Ich komme zu Dir". Luk.10/22: "Alles ist Mir übergeben von Meinem Vater" Aus diesem erhellt nun, daß das göttlich Gute es ist, das der Vater genannt wird, und das göttlich Wahre, das der Sohn; und daß der Herr aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre alles samt und sonders im Weltall regiert. Weil es sich so verhält, und dieses so offenbar aus dem Wort hervorgeht, so ist es zu verwundern, daß man nicht in der Christenheit, wie im Himmel, den Herrn allein anerkennt und anbetet, und so einen Gott; denn man weiß und lehrt, daß alles Dreieinige im Herrn ist. Daß der Heilige Geist, der auch als ein vom Sohn und Vater unterschiedener Gott verehrt wird, das Heilige des Geistes ist, oder das Heilige, das durch die Geister oder Engel ausgeht vom Herrn, d.h. von Seinem göttlich Guten durch das göttlich Wahre, wird anderwärts, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, kundgegeben werden. 3705. "Das Land, worauf du liegst, dir will Ich es geben", 1. Mose 28/13, bedeutet, das Gute, in dem er war, sei aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, sofern es hier ist das Gute des Natürlichen, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von "worauf du liegst", sofern es heißt, in dem er war; und aus der Bedeutung von "dir es geben", sofern es heißt, aus dem Eigenen, worüber ebenfalls im Folgenden. Daß das Land bedeutet das Gute des Natürlichen, das durch Jakob nachher vorgebildet werden wird, kommt daher, weil durch das Land Kanaan das Reich des Herrn bezeichnet wird: Nr. 1413, 1437, 1585, 1607, 1866; und weil es das Reich des Herrn bezeichnet, so bezeichnet es auch im höchsten Sinn den Herrn: Nr. 3038; denn der Herr ist alles in allem Seines Reichs, und alles was daselbst nicht von Ihm ist und auf Ihn absieht, gehört nicht zu Seinem Reich. Das Reich des Herrn wird im Wort auch bezeichnet durch den Himmel und die Erde: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118 E; aber dann sein Inwendigeres durch den Himmel, und sein Auswendigeres durch die Erde: Nr. 82, 1411, 1733, 3355 E. Folglich bezeichnet im höchsten Sinn der Himmel den Herrn in Ansehung Seines göttlich Vernünftigen, und die Erde in Ansehung des göttlich Natürlichen; deswegen bedeutet hier das Land, worauf du liegst, das Gute des Natürlichen, worin er war, das durch Jakob vorgebildet wird. Daß Jakob der Herr in Ansehung des göttlich Natürlichen ist, wurde oben oftmals gesagt; außerdem, daß Erde (oder Land) eine verschiedene Bedeutung hat, sehe man Nr. 620, 636, 1067, 2571, 3368, 3379; dies aus dem Grund, weil Kanaan, welches das Heilige Land genannt wird, das Reich des Herrn im allgemeinen bedeutet, und wenn der Himmel zugleich genannt wird, dann bedeutet der Himmel das Inwendigere und die Erde das Auswendigere; und weil es so ist, bedeutet es auch das Reich des Herrn auf Erden, d.h. die Kirche, und deshalb bedeutet es auch den Menschen, welcher ist ein Reich des Herrn oder eine Kirche, somit ist bei ihm der Himmel, was inwendiger ist, und die Erde, was auswendiger, oder was gleich, der Himmel das Vernünftige und die Erde das Natürliche; denn das Vernünftige ist das Inwendigere beim Menschen, und das Natürliche das Auswendigere; und weil die Erde dieses bedeutet, so bedeutet sie auch dasjenige, was macht, daß er ist ein Reich des Herrn, nämlich das Gute der Liebe, das aus dem Göttlichen. Hieraus wird klar, wie die Bedeutung der Erde (oder des Landes) im Worte eine verschiedene ist. Daß "Ich will dir es geben" heißt aus dem Eigenen, kann erhellen aus der Bedeutung von geben im Wort, wenn es vom Herrn gesagt wird; denn der Herr ist, wie oben gezeigt worden, das göttlich Gute und auch das göttlich Wahre, und jenes ist es, was der Vater genannt wird, und dieses, was der Sohn; und weil das göttlich Gute Sein und mithin eigen ist, so folgt, daß durch dir geben, wenn es von Jehovah gesagt und auf den Herrn bezogen wird, (bezeichnet): aus dem Eigenen. Hieraus wird klar, was im inneren Sinn bezeichnet wird dadurch, daß der Herr so oft gesagt hat, der Vater habe Ihm gegeben, nämlich: Ihm selber; wie bei Joh.17/1,2,4,6-10: "Vater, verherrliche Deinen Sohn, daß auch Dein Sohn Dich verherrlichen möge, gleichwie Du Ihm gegeben hast Macht über alles Fleisch, auf daß Er gebe das ewige Leben allen, die Du Ihm gegeben hast. Ich habe Dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe Ich vollendet, das Du Mir gegeben hast, daß Ich es tun soll. Geoffenbart habe Ich Deinen Namen, den Menschen, die Du Mir gegeben hast aus der Welt; Dein waren sie, und Mir hast Du sie gegeben; nun haben sie erkannt, daß alles, was Du Mir gegeben, von Dir ist; denn die Worte, die Du Mir gegeben, habe Ich ihnen gegeben. Ich bete für die, welche Du Mir gegeben hast, weil sie Dein waren; denn alles Meinige ist Dein, und das Deinige Mein": daß der Vater gegeben, heißt es hier, weil aus dem göttlich Guten, das Er hat, somit aus dem Eigenen. Hieraus kann erhellen, wie viel Geheimes in den einzelnen Worten liegt, die der Herr geredet hat; sodann, wie sehr der Buchstabensinn abweicht vom inneren Sinn, und mehr noch vom höchsten Sinn. Daß der Herr so geredet hat, geschah, damit der Mensch, der damals gar nichts göttlich Wahres wußte, dennoch nach seiner Weise das Wort fassen und so annehmen konnte, und die Engel nach ihrer Weise; denn diese wußten, daß Jehovah und Er eines sind, und daß der Vater das göttlich Gute ist. Hieraus wußten sie auch, daß, wenn Er sagte, daß der Vater Ihm gab, es heißt: Er habe es Sich selber gegeben, und es sei somit aus dem Eigenen. 3706. "Und deinem Samen", 1. Mose 28/13, bedeutet auch das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist das Wahre des Glaubens, wovon Nr. 255, 880, 1025, 1447, 1610, 2848, 3038, 3310, 3373. 3707. "Und sein wird dein Same wie der Staub der Erde", 1. Mose 28/14, bedeutet das göttlich-natürlich Wahre soll sein wie das natürlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 3706, daher ist dein oder Jakobs Same das göttlich-natürlich Wahre; denn daß durch Jakob das göttlich Natürliche des Herrn vorgebildet wird, ist oben gezeigt worden; und aus der Bedeutung des Staubes der Erde, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 1610. Daher: "Sein wird dein Same wie der Staub der Erde", im inneren Sinn heißt, das göttlich-natürlich Wahre wird sein wie das göttlich-natürlich Gute. Daß der "Staub der Erde" das Gute bedeutet, kommt daher, weil durch die Erde (das Land) bezeichnet wird das Reich des Herrn, mithin das Gute, wie Nr. 3705 gezeigt wurde. Der Staub jenes Landes ist deswegen das Gute, aber das natürlich Gute, weil durch die Erde, wie ebenfalls Nr. 3705 gezeigt wurde, dasjenige bezeichnet wird, was das Untere ist im Reich des Herrn, somit das Natürliche, während der Himmel, wenn er auch genannt wird, das Inwendigere ist oder das Vernünftige. Daher kommt es, daß die Befruchtung des Guten und die Vermehrung des Wahren hie und da im Wort ausgedrückt wird dadurch, daß der Same sein soll wie die Sterne des Himmels und wie der Staub der Erde; durch die Sterne des Himmels wird dann bezeichnet Vernünftiges, und durch den Staub der Erde Natürliches, das so zunehmen soll. Was es heißt, daß das natürlich Wahre sein soll wie das natürlich Gute, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden erklärt werden. 3708. "Und ausbrechen wirst du zum Meer und zum Aufgang", bedeutet die unendliche Ausdehnung des Guten, "und zur Mitternacht und zum Mittag", 1. Mose 28/14, bedeutet die unendliche Ausdehnung des Wahren, somit alle Zustände des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausbrechen, sofern es ist Ausdehnung, hier unendliche Ausdehnung, weil es vom Herrn gesagt wird; aus der Bedeutung des Meeres oder des Niedergangs, sofern es ist das noch dunkle, somit anfangende Gute; aus der Bedeutung des Aufgangs, sofern er ist das helle, somit vollkommene Gute; aus der Bedeutung der Mitternacht, sofern sie ist das noch im Dunkel befindliche Wahre; und aus der Bedeutung des Mittags, sofern er ist das Wahre im Licht. In vielen Stellen des Wortes wird das Meer oder der Niedergang der Aufgang, die Mitternacht und der Mittag genannt. Weil aber noch niemand bekannt war, daß dies wie alles und jedes einen inneren Sinn gehabt hat, worin es nichts Weltliches nach dem Buchstabensinn, sondern Geistiges und Himmlisches und im höchsten Sinn Göttliches des Herrn selbst bezeichnete, darum konnte man nicht anders wissen, als daß unter Niedergang, Aufgang, Mitternacht und Mittag eben nur Weltgegenden im Wort verstanden würden, und unter ausbrechen zu jenen Gegenden Vermehrung. Daß aber durch jenes nicht Weltgegenden bezeichnet werden, auch nicht Vermehrung eines Volkes, sondern Zustände des Guten und Wahren und deren Ausdehnung kann erhellen aus allen Stellen im Wort, hauptsächlich bei den Propheten, wo sie genannt werden; denn was Niedergang, Aufgang, Mitternacht und Mittag ist, weiß man im Himmel gar nicht; denn die dortige Sonne, welche ist der Herr, ist nicht wie die Weltsonne, die aufgeht und untergeht, und durch ihren höchsten Stand den Mittag und durch den niedersten die Nacht macht, sondern sie scheint immerfort, aber gemäß den Zuständen derjenigen, die das Licht von ihr aufnehmen; denn das Licht aus ihr hat in sich Weisheit und Einsicht, man sehe Nr. 1619-1632, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3339, 3341, 3485, 3636, 3643; daher erscheint sie gemäß dem Zustand der Weisheit und Einsicht eines jeden. Bei denen, die im Guten und Wahren sind, in Wärme und Licht, aber in einem himmlischen und geistigen, wie die Sonne, wenn sie in ihrem Aufgang und im Mittag ist, hingegen bei denen, die nicht im Guten und Wahren, wie die Sonne, wenn sie ist im Niedergang und in der Nacht. Hieraus wird klar, daß durch Aufgang, Mittag, Niedergang und Mitternacht Zustände des Guten und Wahren im inneren Sinn des Wortes bezeichnet werden. Man muß wissen, daß die Zustände des Guten und Wahren im Wort nicht bloß durch die Weltgegenden, von denen die Rede war, bezeichnet werden, sondern auch durch die Zeiten oder Zustände des Jahres, nämlich durch den Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wie auch durch die Zeiten oder Zustände des Tages, nämlich durch den Morgen, Mittag, Abend und Nacht, und zwar aus dem gleichen Grunde. Wenn aber von der Ausdehnung des Guten und Wahren gehandelt wird, so wird sie durch Weltgegenden beschrieben. Was aber ein jedes im besonderen bedeutet, kann aus den Stellen, wo sie im Wort genannt werden, erhellen. Daß der Aufgang ist der Herr und das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, die vom Herrn, ist früher Nr. 101, 1250, 3249 gezeigt worden, und daß der Mittag das Wahre im Licht ist: Nr. 1458, 3195 Anf. Was aber der Niedergang und was die Mitternacht im echten Sinn, und was im entgegengesetzten Sinn, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.43/5,6: "Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir, vom Aufgang will Ich herbringen deinen Samen, und vom Niedergang sammeln; sagen werde Ich zur Mitternacht: gib, und zum Mittag: halte nicht auf; bring her Meine Söhne von ferne, und Meine Töchter von der Grenzmarke der Erde": von der neuen geistigen Kirche, die dort Jakob und Israel. Vom Aufgang herbringen den Samen und vom Niedergang sammeln, für diejenigen, die im Guten; sagen der Mitternacht: gib, und zum Mittag: halte nicht auf, für diejenigen, die im Wahren. Ps.107/2-4: "Sagen werden die Erlösten Jehovahs, die Er erlöst hat aus der Hand des Feindes, und aus den Ländern zusammengebracht, vom Aufgang und vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer; sie irrten in der Wüste, in der Einöde des Weges, eine Stadt der Wohnung fanden sie nicht": von denjenigen, die in der Unkenntnis des Guten und Wahren. Vom Aufgang und vom Niedergang für diejenigen, die in der Unkenntnis des Guten; von Mitternacht und vom Meer für diejenigen, die in der Unkenntnis des Wahren; von denjenigen, die in der Unkenntnis des Guten sind, wird gesagt, daß sie in der Wüste irrten; von denen, die in der Unkenntnis des Wahren, wird gesagt, daß sie in der Einöde des Weges; und von der Unkenntnis in beiden Beziehungen, daß sie eine Stadt der Wohnung nicht fanden. Daß Stadt die Lehre des Wahren ist, sehe man Nr. 402, 2449, 2943, 3216, und daß Wohnung gesagt wird vom Guten: Nr. 2268, 2451, 2712. Jes.49/12: "Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene von Mitternacht, und vom Niedergang, und jene aus dem Land Sinim": Mitternacht für diejenigen, die im Dunkeln in Ansehung des Wahren, Niedergang für diejenigen, die im Dunkeln in Ansehung des Guten, von denen gesagt wird, daß sie von ferne kommen, weil sie entfernt sind vom Licht, das vom Herrn (ausgeht). Amos 8/11,12: "Siehe, Tage werden kommen, wo Ich hineinschicken werde einen Hunger ins Land, und sie werden schweifen von Meer zu Meer, und von Mitternacht bis zum Aufgang umherlaufen, zu suchen das Wort Jehovahs, und werden es nicht finden": Hunger für Mangel und Fehlen von Erkenntnissen: Nr. 1460, 3364; schweifen von Meer zu Meer für forschen, wo Erkenntnisse sind. Daß Meere sind Erkenntnisse im allgemeinen: Nr. 28, 2850; von Mitternacht bis zum Aufgang umherlaufen, für: von den Erkenntnissen, die im Dunkeln sind, zu denen (eilen), die im Licht sind; daß es Erkenntnisse sind, ist klar, denn es wird gesagt: zu suchen das Wort Jehovahs und sie werden es nicht finden. Jerem.3/12,18: "Rufe diese Worte gegen Mitternacht hin, und sage: Kehre wieder, du Abgewandte, Israel, nicht will Ich fallen lassen Mein Angesicht gegen euch, dieweil Ich barmherzig bin; in jenen Tagen werden gehen die Häuser Jehudahs zum Hause Israels, und werden kommen miteinander aus dem Lande der Mitternacht auf das Land, das Ich habe erben lassen euren Vätern": (hier ist die Rede) von der Erneuerung der Kirche von den Heiden. Mitternacht für diejenigen, die in der Unwissenheit des Wahren sind, und doch im Leben des Guten; daß hier nicht die Mitternacht, noch ein Land der Mitternacht gemeint wird, ist klar, denn Israel war nicht mehr. Jerem.16/15: "Lebendig (ist) Jehovah, Der heraufführte die Söhne Israels aus dem Lande der Mitternacht": Mitternacht ebenso für das Nichtwissen des Wahren. Jerem.31/8: "Siehe, Ich bringe sie her aus dem Lande der Mitternacht, und will sie versammeln von den Seiten des Landes, unter ihnen der Blinde und Lahme": Land der Mitternacht für das Nichtwissen des Guten, weil des Wahren; und weil das Land Kanaan das Reich des Herrn, und daher auch das Gute vorbildete, man sehe Nr. 3705, und was in seiner Mitte, wie Zion und Jerusalem als das inwendigste Gute, dem das Wahre beigesellt ist, daher bildete alles, was von dort entfernt war, das Dunkle in Ansehung des Guten und Wahren vor. Alles das, was im Dunkeln, wird genannt Land der Mitternacht, und auch die Seite des Landes, außerdem weil alles Gute, das mit dem Licht vom Herrn einfließt, im Dunkeln des Menschen ausläuft, wird Mitternacht auch genannt die Zusammenkunft, wie bei Jes.14/13: "Gesagt hast du in deinem Herzen, in die Himmel will ich steigen, über die Sterne Gottes erhöhen meinen Thron, und sitzen auf dem Berg der Zusammenkunft, auf den Seiten der Mitternacht". Jes.14/31: "Heule, Tor! schreie, Stadt, verschmachtet, Philistria, bist du ganz, weil von Mitternacht ein Rauch kommt, und kein Einsamer (zurückbleibt) in den Zusammenkünften". Ps.48/2,3: "Groß ist Jehovah, und sehr gepriesen in der Stadt unseres Gottes, dem Berg Seiner Heiligkeit, die Freude des ganzen Landes (ist) der Berg Zions, an die Seiten der Mitternacht, die Stadt des großen Königs". Ps.89/12,13: "Dein sind die Himmel, Dein auch die Erde; den Weltkreis und seine Fülle hast Du gegründet, die Mitternacht und (den Mittag) zur Rechten hast Du geschaffen": Mitternacht hier für diejenigen, die entfernter sind vom Licht des Guten und Wahren, das zur Rechten für diejenigen, die näher sind. Daß diese zur Rechten des Herrn sind, sehe man Nr. 1274, 1276. Sach.6/1-8: "Er sah vier Wagen herausgehen zwischen zwei Bergen von Erz, die hatten rote, schwarze, weiße und gefleckte starke Rosse; der Engel sprach: dies sind die vier Winde der Himmel, die ausgehen, nachdem sie gestanden vor dem Herrn der ganzen Erde; die schwarzen Pferde gehen aus ins Land der Mitternacht, und die weißen sind ausgegangen nach jenen, und die gefleckten sind ausgegangen in das Land des Südens; die da ausgehen zum Land der Mitternacht, machen ruhen meinen Geist im Lande der Mitternacht": die Wagen, die ausgehen zwischen den zwei Bergen von Erz, bezeichnen die Lehren des Guten; daß die Wagen Lehren sind, wird anderswo klar werden; daß der Berg die Liebe ist, sehe man Nr. 795, 1430, 2722; deshalb sind die zwei Berge zweierlei Liebe, die himmlische, welche ist die zum Herrn, und die geistige, welche die gegen den Nächsten ist; daß das Erz das Gute daher bedeutet, das im Natürlichen: Nr. 425, 1551; daß Pferde sind Verständiges, somit das Verständnis der Lehren des Guten: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217; das Land des Südens oder Mittags für diejenigen, die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind: Nr. 1458, 3195; Land der Mitternacht für diejenigen, die in der Unwissenheit des Guten und Wahren, aber im Leben des Guten, in dem brave Heiden sind, und wenn bei diesen eine neue Kirche eingeführt wird, so wird gesagt, daß dort der Geist Gottes ruhe. Jerem.23/8: "Jehovah, Der heraufgeführt, und Der zurückgebracht hat den Samen des Hauses Israels aus dem Lande gegen Mitternacht, und aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe, daß sie wohnen in ihrem Lande": aus dem Lande zur Mitternacht, bedeutet vom Dunkel der Unwissenheit des Guten und Wahren. Jerem.15/12: "Wird denn gebrochen werden das Eisen, das Eisen von Mitternacht und das Erz?": Eisen bedeutet das natürlich Wahre: Nr. 425, 426; Erz das natürlich Gute: 425, 1551; von diesem wird gesagt, es sei von Mitternacht, weil vom Natürlichen, wo beziehungsweise Dunkel und die Grenzmarke ist. Daß diese Weissagung nicht bedeutet, daß von Mitternacht Eisen und Erz komme, erhellt ohne Erklärung; denn was für Göttliches, ja, was für ein Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und Folgenden (wäre da), wenn verstanden würde, daß Eisen und Erz von dorther komme. Matth.8/11; Luk.13/29: "Ich sage euch, daß viele vom Aufgang her und vom Niedergang kommen, und (zu Tische) liegen werden mit Abraham, Jischak und Jakob": viele vom Aufgang her und vom Niedergang für diejenigen, die in den Erkenntnissen und dem Leben des Guten, und die in der Finsternis und Unwissenheit, somit, die innerhalb der Kirche und die außerhalb sind; denn daß Zustände des Guten durch den Aufgang und Niedergang bezeichnet werden, wurde oben gesagt, daß liegen mit Abraham, Jischak und Jakob heißt, mit dem Herrn sein, sehe man Nr. 3305 E, daß ebenso, nämlich vom Aufgang und Niedergang kommen werden, die beim Herrn in Seinem Reich oder in Seiner Kirche sein werden, wird bei den Propheten gesagt, wie bei Jes.43/5: "Vom Aufgang werde Ich herbringen deinen Samen, und vom Niedergang dich sammeln". Jes.59/19: "Fürchten werden sie vom Niedergang den Namen Jehovahs, und vom Aufgang Seine Herrlichkeit". Jes.45/6: "Erkennen werden sie vom Aufgang der Sonne und vom Niedergang, daß keiner außer Mir, (daß) Ich Jehovah bin, und niemand mehr". Jes.41/25: "Erwecken werde Ich (einen) aus Mitternacht, und er wird kommen, vom Aufgang der Sonne wird er anrufen Meinen Namen". Daß durch den Aufgang, Niedergang, Mittag und Mitternacht solches bezeichnet wird, kann außerdem klar erhellen aus der Einrichtung der Stiftshütte, aus der Lager- und Wanderordnung der Söhne Israels, aus der Beschreibung des Landes Kanaan, sodann aus der Beschreibung des neuen Tempels, des neuen Jerusalem, und des neuen Landes: Aus der Einrichtung der Stiftshütte; daß alles dort nach den Himmelsgegenden geordnet war, sehe man 2. Mose Kapitel 38; als: was zur Ecke des Aufgangs und des Niedergangs, und was zur Ecke des Mittags und der Mitternacht: 2. Mose 26/18,20,22,27; 27/9,12,14; und daß der Leuchter gegenüber dem Tisch an der Seite der Wohnung gegen Mittag, der Tisch aber an der Seite der Mitternacht (sein sollte): 2. Mose 26/35; 40/22. Aus der Lager- und Wanderordnung der Söhne Israels, ebenfalls nach Himmelsgegenden, daß nämlich um das Zelt der Zusammenkunft her sich (lagern sollten): der Stamm Jehudahs, der Stamm Ischaskars, der Stamm Sebulons gegen Aufgang; der Stamm Rubens, Schimeons und Gads gegen Mittag; der Stamm Ephraims, Manasches und Benjamins gegen Niedergang; der Stamm Dans, Aschers und Nephthalis gegen Mitternacht: 4. Mose 2/1-34. Sodann daß von den Leviten die Gerschoniter gegen Niedergang, die Kehatiter gegen Mittag, die Merariter gegen Mitternacht, und daß Moses, Aharon und seine Söhne vor der Wohnung gegen Aufgang sich lagern sollten: 4. Mose 3/23-38; wodurch die himmlische Ordnung vorgebildet worden war, die im Reich des Herrn gemäß den Zuständen des Guten und Wahren (besteht). Und daß sie gegen Mittag zur Versammlung blasen sollten zu den Wanderzügen: 4. Mose 10/6; und daß sie, wie sie sich lagerten, so auch wanderten: 4. Mose 2/34. Aus der Beschreibung des Landes Kanaan, das durch Mose zuerst beschrieben wurde in Ansehung der Grenzen ringsumher, und zwar an der Ecke des Mittags, an der Ecke des Niedergangs, der Ecke der Mitternacht und der Ecke des Aufgangs: 4. Mose 34/2-12; hernach als es durchs Los an die Stämme verteilt war: Jos.15/16-19, deshalb, und auch von den Uralten her, die im Land Kanaan wohnten, haben alle Orte daselbst nach Lage, Entfernung und Grenzen hinsichtlich der Weltgegenden eine vorbildliche und bezeichnende Bedeutung erhalten: Nr. 1607, 1866. Aus der Beschreibung des neuen Tempels, des neuen Jerusalem, und des neuen Landes, ebenfalls nach den Weltgegenden bei Hes.40/2,6,19,20-46: als daß der Bau der Stadt sein sollte von Mittag; vom Tor des Gebäudes, dessen Angesichte (d.i. Seite) gegen Aufgang, gegen Mitternacht, und gegen Mittag. Vom Maß des Tempels und seiner Pforte gegen Mitternacht und Mittag: Hes.41/11. Vom Vorhof gegen Mitternacht, Aufgang, Mittag und Niedergang: Hes.42/1,4,10,11,17-20; und daß die Herrlichkeit Jehovahs, des Gottes Israels, eintrat vom Wege des Aufgangs: Hes.43/1,2,4; von den Toren des Vorhofs: Hes.41/1,2,4; 44/1,9,10,19,20. Von den Grenzen des heiligen Landes: Hes. 47. Kapitel; gegen Mitternacht: Vers 15, 16, 17; gegen Aufgang: Vers 18; gegen Mittag: Vers 19; gegen Niedergang: Vers 20. Und von den Erbteilen nach den Weltgegenden für einen jeden Stamm: Hes. 48. Kapitel. Und von den Toren des heiligen Jerusalem von Aufgang, Mitternacht, Mittag und Niedergang: Joh.Offenb.21/13. Aus diesem wird augenscheinlich klar, daß die vier Weltgegenden, nach denen jene heiligen Dinge oder Vorbilder des Heiligen geordnet worden sind, im inneren Sinn nicht jene Gegenden, sondern die Zustände des Guten und Wahren im Reich des Herrn bedeuten. Daß die Mitternacht und der Niedergang im entgegengesetzten Sinn das Falsche und Böse bedeuten, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jerem.1/13-15: "Es geschah das Wort Jehovahs zu mir zum andermal, sprechend: was siehst du? ich sprach: einen offenen Topf sehe ich, und seine Angesichte gegen Mitternacht; und Jehovah sprach: von Mitternacht her wird eröffnet werden das Böse über alle Bewohner des Landes; siehe, Ich rufe allen Geschlechtern der Mitternacht, daß sie kommen". Jerem.4/6: "Richtet ein Zeichen auf Zion zu, kommt zusammen, bleibet nicht stehen, denn Böses lasse Ich kommen von Mitternacht, und eine große Zerbrechung". Jerem.10/22: "Siehe, es kommt die Stimme von einem Getöse, und ein großes Getümmel aus dem Lande der Mitternacht, zu versetzen die Städte Jehudahs in Wüstenei". Jerem.6/1,22: "In Thekoa blaset mit der Trompete, den Böses schaut her aus Mitternacht, und eine große Zerbrechung, siehe, es kommt ein Volk, kommend aus dem Lande der Mitternacht, und eine große Völkerschaft wird erregt werden von den Seiten des Landes". Jerem.25/17-26: "Ich nahm den Kelch aus der Hand Jehovahs, und ließ trinken alle Völkerschaften, Jerusalem, und die Städte Jehudahs, und deren Könige, Pharao, den König Ägyptens, und das ganze Abendland, alle Könige Arabiens und alle Könige des Abendlands, die da wohnen in der Wüste, und alle Könige der Mitternacht, die nahen und die fernen". Jerem.46/6-8,10,20,24: "Nicht wird entfliehen der Schnelle, noch entrinnen der Starke, gegen Mitternacht, am Ufer des Flusses Euphrat sind sie gestrauchelt und gefallen. Wer steigt herauf wie ein Strom? Ägypten steigt auf wie ein Strom, denn er sprach: ich will aufsteigen, bedecken das Land, zerstören die Stadt, und die Bewohner in ihr; aber das ist der Tag für den Herrn Jehovih Zebaoth, der Tag der Rache, denn ein Schlachtopfer hat der Herr Jehovih im Lande der Mitternacht am Fluß Euphrats; eine sehr schöne Kalbin ist Ägypten, ein Schlachten kommt von Mitternacht, zuschanden worden ist die Tochter Ägyptens, übergeben ist sie in die Hand des Volks der Mitternacht". Jerem.47/2: "So sprach Jehovah: siehe, Wasser steigen auf von Mitternacht, die wie ein überflutender Strom, und werden überfluten das Land und seine Fülle, die Stadt und die Bewohner in ihr". Jerem.50/3: "Geredet hat Jehovah wider Babel, aufsteigen wird wider sie eine Völkerschaft von Mitternacht; diese wird versetzen ihr Land in Verödung, daß kein Bewohner in ihr". Jerem.50/9,41: "Siehe, Ich errege und mache aufsteigen wider Babel eine Versammlung großer Völkerschaften aus dem Lande der Mitternacht, und sie werden sich gegen sie rüsten; daher wird sie gefangen werden, siehe, ein Volk kommt von Mitternacht, und eine große Völkerschaft, und viele Könige werden erregt werden von den Seiten des Landes". Jerem.51/48: "Dann werden jubeln über Babel die Himmel und die Erde und alles, was in ihnen, denn von Mitternacht werden ihr kommen die Verwüster". Hes.38/14-16: "Sage zu Gog, du wirst kommen aus deinem Ort, von den Seiten der Mitternacht, und viele Völker mit dir; du wirst aufsteigen gegen Mein Volk Israel, wie eine Wolke, zu bedecken das Land". Hes.39/1,2,4,5: "Siehe, Ich bin gegen dich, du Fürst Gog, Ich werde dich zurückkehren machen, dich sechsteilen, und dich aufsteigen machen von den Seiten der Mitternacht, und dich herkommen lassen auf die Berge Israels; auf den Bergen Israels wirst du fallen, auf den Angesichten des Feldes wirst du fallen". Sach.2/10,11: "Hui, fliehet aus dem Lande der Mitternacht, ist der Spruch Jehovahs, denn wie die vier Winde der Himmel will Ich euch ausbreiten; hui, Zion, entrinne, die du wohnest bei der Tochter Babels". Hieraus wird klar, was durch Mitternacht im entgegengesetzten Sinn bezeichnet wird, nämlich das Falsche, aus dem das Böse ist, und das Falsche, das aus dem Bösen hervorgeht. Vom Falschen, aus dem das Böse kommt, weil es entspringt aus der Vernünftelei über göttliche Dinge und wider göttliche Dinge aus Wißtümlichen, das dem natürlichen Menschen eigen ist, wird gesagt, es sei das Volk der Mitternacht aus Ägypten; daß Ägypten ein solches Wißtümliche ist, sehe man Nr. 1164, 1165, 2588 E. Das Falsche aber, das aus dem Bösen ist, weil es entspringt aus einem scheinheiligen äußeren Gottesdienst, dessen Innerliches unheilig ist, heißt die Völkerschaft der Mitternacht aus Babel. Daß Babel ein solches ist, sehe man Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326; daß auch Babel es ist, das verwüstet Nr. 1327. Von beidem, nämlich vom Falschen, aus dem das Böse, und vom Falschen, das aus dem Bösen, wird gesagt, (es sei) aus Gog; denn Gog ist ein Gottesdienst in Äußerem ohne das Inwendige, und daher ein abgöttischer, wie ihn die Juden zu jeder Zeit hatten. Daß Gog ein solches ist, sehe man Nr. 1151. Aus dem Dunkel, das dem natürlichen Menschen eigen ist, geht sowohl hervor das Wahre, als auch das Falsche; wenn der Mensch sich durch das Wort vom Herrn erleuchten läßt, dann wird sein Dunkel helle, denn es wird der inwendige Weg eröffnet, somit findet ein Einfluß und eine Gemeinschaft durch den Himmel vom Herrn statt. Dagegen wenn er sich durch das Wort vom Herrn nicht erleuchten läßt, sondern durch eigene Einsicht, dann wird sein Dunkel finster, somit falsch; denn es wird dann der inwendige Weg verschlossen, und es findet kein Einfluß und Gemeinschaft durch den Himmel vom Herrn statt als nur ein solcher, daß er wie ein Mensch in äußerer Gestalt erscheinen kann, wobei er aus dem Bösen und Falschen denkt und auch redet; daher kommt es, daß die Mitternacht bei jenen das Wahre und bei diesen das Falsche bedeutet, denn jene steigen vom Dunkel auf, d.h. sie erheben sich zum Licht; diese aber steigen vom Dunkel nieder, d.h. sie entfernen sich vom Licht; somit fahren jene dem Mittag zu, diese aber zur Unterwelt hin (ad tartara). Daß die Mitternacht ist die Finsternis des Falschen und der Mittag das Licht des Wahren wird augenscheinlich klar bei Dan.8/4,5,9, wo die Rede ist vom Widder und Ziegenbock, wie auch vom König des Mittags und König der Mitternacht: vom Widder und Ziegenbock, daß "der Widder mit den Hörnern stieß gegen Abend, und gegen Mitternacht, und gegen Mittag, so daß alle Tiere nicht bestanden vor ihm; und daß der Ziegenbock kam von Abend über alle Angesichte der Erde; und aus seinem einen Horn hervorging ein Horn, das mächtig wuchs gegen Mittag, und gegen den Aufgang, und gegen die Zierde". Vom König des Mittags und dem König der Mitternacht, wo durch den König des Mittags diejenigen bezeichnet werden, die in den Erkenntnissen des Wahren, und durch den König der Mitternacht diejenigen, die im Falschen, wird Dan.11/1-45 gesagt, daß "sie am Ende der Jahre sich werden zusammengesellen, so daß die Tochter des Mittagskönigs wird kommen zum König der Mitternacht, zu tun Rechtschaffenes, aber der Arm wird nicht Kräfte behalten; aufstehen wird einer aus dem Stamm, der kommen wird in die Feste des Königs der Mitternacht, und wird obsiegen; und wird (ihre Götter) gefangenführen gen Ägypten; er wird kommen in das Reich des Mittagskönigs, und kämpfen mit dem König der Mitternacht; wiederkommen wird der König der Mitternacht, und aufstellen eine größere Menge als die erste war; viele werden stehen gegen den König des Mittags; kommen wird der König der Mitternacht und einnehmen die Stadt der Festungen, und vieles zerstören; der König des Mittags wird sich erregen zum Krieg mit einem großen Heer, aber er wird nicht bestehen, weil sie werden aussinnen gegen ihn (listige) Gedanken; hernach wird er wiederkommen, aber er wird nicht sein wie das erste Mal; das Volk derer, die ihren Gott erkennen, werden sich stärken; zuletzt zur Zeit des Endes wird zusammenstoßen mit ihm der König des Mittags, darum wird auf ihn losstürmen der König der Mitternacht mit Wagen und Reitern; im Lande der Zier (d.h. Israel) werden viele straucheln; aber Gerüchte werden ihn erschrecken vom Aufgang und von Mitternacht, daß er auszieht mit großem Zorn; er wird kommen zu seinem Ende, und niemand hilft ihm": daß der König des Mittags diejenigen bezeichnet, die im Licht des Wahren, und der König der Mitternacht diejenigen, die zuerst im Schatten und hernach in der Finsternis des Falschen, kann aus dem einzelnen dort erhellen; daß somit der Zustand der Kirche, wie er allmählich sich verkehrt, beschrieben wird. Könige des Mittags und der Mitternacht werden sie genannt, weil durch die Könige im inneren Sinn des Wortes bezeichnet werden die Wahrheiten, und im entgegengesetzten die Falschheiten: Nr. 1672, 2025, 2069; und durch die Königreiche dasjenige, was dem Wahren angehört, und im entgegengesetzten Sinn das, was dem Falschen angehört: Nr. 1672, 2547. 3709. "Und es werden gesegnet werden in dir alle Familien des Bodens", 1. Mose 28/14, bedeutet, alle Wahrheiten des Guten der Lehre werden verbunden werden mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es ist verbunden werden, wovon Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584; aus der Bedeutung der Familien, sofern sie sind Gutes und auch Wahres des Guten, wovon Nr. 1159, 1261; und aus der Bedeutung des Bodens, sofern er ist das, was der Kirche angehört, folglich die Lehre des Guten und Wahren im natürlichen oder äußeren Menschen, der hier durch Jakob vorgebildet wird, wovon Nr. 268, 566, 990, 3671. Hieraus wird klar, daß durch "es werden gesegnet werden in dir alle Familien des Bodens" bezeichnet wird, alle Wahrheiten des Guten der Lehre werden verbunden werden mit dem Guten; die Wahrheiten des Guten der Lehre sind die Lehren der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, von denen gesagt wird, sie werden verbunden mit dem Guten im natürlichen Menschen, wenn es ihm ein Vergnügen und eine Lust ist, sie zu wissen, um sie zu tun. 3710. "Und in deinem Samen", 1. Mose 28/14, bedeutet: und mit dem Wahren, nämlich daß sie werden verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 29, 1025, 1447, 1610, 2848, 3373. 3711. "Siehe, Ich bin mit dir" bedeutet, es sei das Göttliche; "und Ich werde dich behüten überall, wo du hingehst", 1. Mose 28/15, bedeutet die göttliche Vorsehung. Dies erhellt daraus, daß "Ich" hier ist Jehovah, somit das Göttliche des Herrn; und aus der Bedeutung von behüten überall, wo du hingehst, daß es die Vorsehung aus dem Göttlichen bezeichnet, und weil vom Herrn gehandelt wird, ist es die göttliche Vorsehung; unter dem Göttlichen und der göttlichen Vorsehung wird hier verstanden, daß der Herr auch Sein Natürliches göttlich machen wollte. 3712. "Und dich wiederbringen zu diesem Boden", 1. Mose 28/15, bedeutet Verbindung mit der göttlichen Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiederbringen, sofern es ist wiederum verbinden; und aus der Bedeutung des Bodens, sofern er ist die Lehre des Guten und Wahren im natürlichen Menschen, wovon Nr. 268, 566, 990; hier die göttliche Lehre, weil durch Jakobs Fremdlingschaft bei Laban die zwischen eintretenden Mittel bezeichnet werden, durch die der Herr das Natürliche göttlich gemacht hat, und durch Jakobs Wiederbringung oder Rückkehr zum Lande Kanaan das Ende der Zwischenmittel vorgebildet wird, daß er nämlich das Natürliche göttlich gemacht habe; somit wird durch "wiederbringen will ich dich zu diesem Boden" bezeichnet: die Verbindung mit der göttlichen Lehre. Die göttliche Lehre ist das göttlich Wahre, und das göttlich Wahre ist das ganze Wort des Herrn; die eigentliche göttliche Lehre ist das Wort im höchsten Sinn, in dem einzig gehandelt wird vom Herrn. Daher ist die göttliche Lehre das Wort im inneren Sinn, in dem gehandelt wird vom Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden. Die göttliche Lehre ist auch das Wort im Buchstabensinn, in dem gehandelt wird von dem, was in der Welt und auf Erden ist. Weil aber der Buchstabensinn den inwendigen Sinn und dieser den höchsten zum Inhalt hat, und durch Vorbildliches und Bezeichnendes ganz entspricht, darum ist auch die Lehre aus ihm göttlich. Weil Jakob das göttlich Natürliche des Herrn vorbildet, so bildet er auch das Wort vor in Ansehung des Buchstabensinns; denn daß der Herr ist das Wort, d.h. das ganze göttlich Wahre, ist bekannt. Das Natürliche des Wortes verhält sich nicht anders als sein Buchstabensinn, denn dieser ist beziehungsweise eine Wolke, siehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; und sein Vernünftiges oder das inwendigere Geistige des Wortes verhält sich wie der innere Sinn, und sofern der Herr das Wort ist, kann gesagt werden, daß derselbe vorgebildet werde durch Jischak, der höchste Sinn aber durch Abraham. Hieraus wird klar, was die Verbindung mit der göttlichen Lehre ist, wenn sie ausgesagt wird vom göttlich Natürlichen des Herrn, das durch Jakob vorgebildet wird; jedoch verhält sich dieses nicht so im Herrn; denn alles in Ihm ist das göttlich Gute, nicht aber das göttlich Wahre, noch weniger das göttlich natürlich Wahre, sondern das göttlich Wahre ist das göttlich Gute, wie es erscheint im Himmel vor den Engeln und auf Erden vor den Menschen, und obwohl es so erscheint, so ist es doch das göttlich Wahre, weil es vom göttlich Guten stammt, wie das Licht, sofern es der Sonne angehört, weil es von der Sonne ist; man sehe Nr. 3704. 3713. "Weil Ich dich nicht verlassen werde, bis Ich getan, was Ich dir geredet habe", 1. Mose 28/15, bedeutet, es soll nichts fehlen, bis sie (nämlich jene Verbindung) zum Vollzug kommen wird; dies kann erhellen ohne Erklärung. 3714. Vers 16,17: Da erwachte Jakob von seinem Schlaf, und sprach: Gewißlich ist Jehovah an diesem Ort, und ich habe es nicht gewußt. Und er fürchtete sich und sprach: Wie sehr zu fürchten ist dieser Ort; nichts ist hier denn das Haus Gottes, und dieses ist das Tor des Himmels. "Da erwachte Jakob von seinem Schlaf" bedeutet die Erleuchtung; "und sprach: Gewißlich ist Jehovah an diesem Ort" bedeutet das Göttliche in diesem Zustand; "und ich habe es nicht gewußt" bedeutet im Dunkeln; "und er fürchtete sich" bedeutet heilige Erregung (alteratio); "und sprach: wie sehr zu fürchten ist dieser Ort" bedeutet die Heiligkeit des Zustandes; "nichts ist hier denn das Haus Gottes" bedeutet das Reich des Herrn im Letzten der Ordnung; "und dieses ist das Tor des Himmels" bedeutet das Letzte, in das die Ordnung sich verläuft, durch welches Letzte von der Natur aus scheinbar der Eingang stattfindet. 3715. "Da erwachte Jakob von seinem Schlaf", 1. Mose 28/16, bedeutet die Erleuchtung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schlafs, sofern er ist ein dunkler Zustand im Verhältnis zum Wachsein, welches ist ein heller Zustand; daher "vom Schlaf erwachen" im geistigen Sinn bezeichnet erleuchtet werden. 3716. "Und sprach: Gewißlich ist Jehovah an diesem Ort", 1. Mose 28/16, bedeutet das Göttliche in diesem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den geschichtlichen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfter; aus der Bedeutung des Orts, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377, 2625, 2837, 3356, 3387. Daß Jehovah das Göttliche ist, ist klar. Hieraus erhellt, daß durch die Worte "er sprach: gewißlich ist Jehovah an diesem Ort" bezeichnet wird das Innewerden, daß Göttliches sei in diesem Zustand. 3717. "Und ich habe es nicht gewußt", 1. Mose 28/16, bedeutet im Dunkeln. Dies kann erhellen ohne Erklärung, denn nicht wissen und nicht merken ist Dunkelheit in Ansehung dessen, was Sache des verständigen Sehens ist. Aus dem Nichtwissen und Nichtmerken, sofern es ist das Dunkle, wie auch aus dem Erwachen vom Schlaf, sofern es ist erleuchtet werden, wird klar, was der innere Sinn, und wie er beschaffen sei, daß nämlich das, was dem Buchstabensinn angehört, so beschaffen ist, wie es erscheint vor dem äußeren Gesicht oder einem anderen Sinn, und auch jenen Sinnen gemäß begriffen wird. Dagegen das, was dem inneren Sinn angehört, so beschaffen ist, wie es erscheint vor dem inneren Gesicht oder einem anderen Sinne (des Inneren). Was also im Buchstabensinn ist, und vom Menschen begriffen wird den äußeren Sinnen gemäß, d.h. demjenigen gemäß, was in der Welt, oder gemäß der Vorstellung von daher, ebendasselbe wird von den Engeln vernommen den inneren Sinnen gemäß, d.h. demjenigen gemäß, was im Himmel ist oder gemäß der Vorstellung von daher. Es verhält sich jenes und dieses wie das, was im Weltlicht ist zu dem, was im Himmelslicht. Was im Weltlicht, ist tot im Verhältnis zu dem, was im Himmelslicht; denn im Himmelslicht ist Weisheit und Einsicht vom Herrn: Nr. 3636, 3643. Wenn daher dasjenige, was dem Weltlicht angehört, vergessen und verwischt wird, so bleibt zurück das, was dem Himmelslicht angehört, somit anstatt des Irdischen Himmlisches, und anstatt des Natürlichen Geistiges; wie z.B. was oben gesagt wurde, daß nicht wissen und nicht merken bezeichnet, in einem dunklen Zustand sein über das Gute und Wahre, und daß aufwachen vom Schlaf bedeutet, erleuchtet werden; so in allem übrigen. 3718. "Und er fürchtete sich", 1. Mose 28/17, bedeutet ein heiliges Erregtsein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Furcht, sofern sie ist ein heiliges Erregtsein, wie aus dem unmittelbar Folgenden erhellt, denn er sagt: "wie zu fürchten ist dieser Ort, nichts ist hier denn das Haus Gottes, und dies das Tor des Himmels". Daß in diesen Worten eine heilige Erregung liegt, kann klar sein. Was die Furcht im inneren Sinn, sehe man Nr. 2826; sie ist im allgemeinen zweierlei, eine Furcht im Unheiligen und eine Furcht im Heiligen. Die Furcht im Unheiligen ist die, in der die Bösen sind; dagegen die Furcht im Heiligen ist die, in der die Guten sind. Diese Furcht, nämlich in der die Guten sind, ist heilige Furcht, und ist Sache der bewundernden Scheu vor dem Göttlichen, und ist auch Sache der Liebe. Liebe ohne heilige Furcht ist gleichsam etwas Fades, oder wie eine Speise, worin kein Salz und daher kein Geschmack. Aber Liebe mit Furcht ist gleichsam gesalzene Speise, die jedoch nicht nach Salz schmeckt; die Furcht der Liebe geht dahin, daß auf keinerlei Weise beleidigt werde der Herr, und auf keinerlei Weise der Nächste, somit auf keinerlei Weise das Gute und Wahre, mithin nicht das Heilige der Liebe und des Glaubens, und daher die Religion. Aber jene Furcht ist verschieden: bei dem einen nicht gleich wie bei dem anderen. Im allgemeinen je mehr einer Liebe zum Guten und Wahren hat, desto mehr Furcht hat er vor Verletzung des Guten und Wahren, aber dennoch erscheint sie auch in solchem Maß nicht als Furcht. Hingegen je weniger Liebe zum Guten und Wahren einer hat, desto weniger hat er Furcht davor, und in solchem Maß erscheint sie nicht als Liebe, sondern als Furcht; daher haben solche Furcht vor der Hölle. Wo aber keine Liebe zum Guten und Wahren ist, da ist keine Furcht vor dem Heiligen, sondern nur Furcht vor dem Verlust der Ehre, des Einkommens, des guten Namens deswegen, sodann vor Strafen und vor dem Tod, und diese Furcht ist eine äußere, und erregt hauptsächlich den Leib und den natürlichen Menschen und seine Gedanken. Dagegen jene Furcht, nämlich die heilige Furcht, regt hauptsächlich den Geist oder den inneren Menschen und sein Gewissen an. 3719. "Und sprach: Wie sehr zu fürchten ist dieser Ort", 1. Mose 28/17, bedeutet die Heiligkeit des Zustands. Dies erhellt aus der Bedeutung der Furcht, sofern sie ist heiliges Erregtsein, wovon Nr. 3718; und weil das Wort furchtbar in der Grundsprache aus dem gleichen Wort, aus dem Furcht abgeleitet wird, so ist es die Heiligkeit, die dadurch bezeichnet wird; und weil Furcht im inneren Sinn das Heilige bedeutet, wie gleich oben gesagt worden, wird auch durch das gleiche Wort in der Grundsprache bezeichnet Scheu und Ehrerbietung, die auch heilige Furcht ist; und aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 3716. 3720. "Nichts ist hier, denn das Haus Gottes", 1. Mose 28/17, bedeutet das Reich des Herrn im Letzten der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses Gottes. Im Wort wird in vielen Stellen das Haus Gottes erwähnt, und im äußeren Sinn oder nach dem Buchstaben bedeutet es das Gebäude, in dem Gottesdienst gehalten wird, aber im inneren Sinn bedeutet es die Kirche, und in einem noch umfassenderen Sinn den Himmel, und im umfassendsten Sinn das gesamte Reich des Herrn; im höchsten Sinn aber den Herrn selbst in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Aber im Wort wird bald gesagt das Haus Gottes, bald der Tempel; beides bedeutet das gleiche, aber mit dem Unterschied, daß Haus Gottes gesagt wird, wo vom Guten die Rede ist, hingegen Tempel, wo vom Wahren. Hieraus wird klar, daß durch das Haus Gottes bezeichnet wird die himmlische Kirche des Herrn, und im umfassenderen Sinn der Himmel der himmlischen Engel, im umfassendsten das himmlische Reich des Herrn, und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Guten; und daß durch Tempel bezeichnet wird die geistige Kirche des Herrn, und im umfassenderen Sinn der Himmel der geistigen Engel, im umfassendsten das Geistige Reich des Herrn, und im höchsten der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, man sehe Nr. 2048. Daß das Haus Gottes bedeutet das Himmlische, welches ist Sache des Guten, und der Tempel das Geistige, welches ist Sache des Wahren, kommt daher, weil das Haus im Wort das Gute bedeutet, man sehe Nr. 710, 2233, 2234, 2559, 3128, 3652, und weil es bei den Uralten aus Holz gebaut wurde, aus dem Grund, weil Holz das Gute bezeichnete: Nr. 643, 1110, 2784, 2812. Der Tempel aber bedeutet das Wahre, weil er aus Steinen gebaut wurde. Daß Steine bedeuten Wahrheiten, sehe man Nr. 643, 1296, 1298; daß Holz und Steine solches bedeuten, erhellt nicht nur aus dem Wort, wo sie genannt werden, sondern auch aus den Vorbildungen im anderen Leben, denen nämlich, die ein Verdienst in gute Werke setzen, scheint es, als ob sie Holz hauten, und denen, die ein Verdienst in Wahrheiten setzen, sofern sie nämlich geglaubt haben, sie wissen die Wahrheiten besser als andere, und doch böse lebten, scheint es, als hauten sie Steine; solches habe ich öfters gesehen. Hieraus konnte mir klar werden, was die Bedeutung von Holz und Stein ist, nämlich daß die des Holzes ist das Gute, und die des Steins ist das Wahre. Ebenso daraus, daß, wenn ich ein hölzernes Haus sah, mir sogleich die Vorstellung des Guten begegnete, und wenn ich ein steinernes Haus sah, mir die Vorstellung des Wahren entgegenkam. Hierüber wurde ich auch von den Engeln belehrt. Daher kommt es, daß, wenn im Wort das Haus Gottes erwähnt wird, den Engeln die Vorstellung des Guten begegnet, und zwar eines solchen Guten, wovon im Zusammenhang die Rede ist; und daß, wenn der Tempel erwähnt wird, die Vorstellung des Wahren begegnet, und zwar eines solchen Wahren, wovon im Zusammenhang die Rede ist. Hieraus kann man auch schließen, wie tief und gar verborgen die himmlischen Geheimnisse im Wort sind. Daß durch das Haus Gottes hier das Reich des Herrn im Letzten der Ordnung bezeichnet wird, kommt daher, weil von Jakob die Rede ist, durch den das göttlich Natürliche des Herrn vorgebildet wird, wie früher oft gezeigt wurde. Das Natürliche ist im Letzten der Ordnung, denn in ihm läuft alles Inwendigere aus, und ist dort beisammen, und weil es dort beisammen ist und so Unzähliges zusammen angesehen wird als eines, so ist es dort beziehungsweise dunkel. Von dem beziehungsweisen Dunkel dort ist früher auch einigemal die Rede gewesen. 3721. "Und dieses ist das Tor des Himmels", 1. Mose 28/17, bedeutet das Letzte, in das die Ordnung sich verläuft; durch welches Letzte von der Natur aus scheinbar der Eingang geschieht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tores, sofern es ist dasjenige, durch das der Ausgang und Eingang geschieht; daß es hier das Letzte bezeichnet, in das die Ordnung ausläuft, ist deswegen, weil die Rede ist vom Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird. Was das Tor ist, erhellt aus dem, was Nr. 2851, 3187 gesagt und gezeigt wurde, und daß das Natürliche des Letzte der Ordnung ist, aus dem, was Nr. 775, 2181, 2987-3002, 3020, 3147, 3167, 3483, 3489, 3513, 3570, 3576, 3671 angeführt wurde. Daß durch dieses Letzte von der Natur aus scheinbar der Eingang stattfindet, kommt daher, weil das natürliche Gemüt beim Menschen es ist, durch welches das, was dem Himmel, d.h. was dem Herrn angehört, einfließt und in die Natur niedersteigt, und durch ebendasselbe Gemüt das, was der Natur angehört, aufsteigt, man sehe Nr. 3702. Daß aber scheinbar der Eingang von der Natur durch das natürliche Gemüt ins Inwendigere stattfindet, kann aus demjenigen erhellen, was früher hie und da gesagt und gezeigt wurde. Vor dem Menschen scheint es, daß die Gegenstände der Welt durch seine leiblichen oder äußeren Sinne eingehen, und das Inwendigere anregen, und daß so der Eingang sei vom Letzten der Ordnung in dasjenige, was inwendig ist; daß dieses jedoch Schein und Täuschung ist, wird klar aus der allgemeinen Regel, daß Nachheriges nicht einfließen kann in Früheres, oder, was gleich, Unteres in Oberes, oder, Äußerliches in Innerliches, oder, dasjenige, was der Welt und Natur angehört, in das, was dem Himmel und dem Geist angehört; denn jenes ist das Gröbere, dieses das Feinere, und jenes Gröbere, das dem Äußeren oder Natürlichen Menschen angehört, entsteht und besteht von demjenigen, was dem Inneren oder vernünftigen Menschen angehört, welches das Reinere nicht erregen kann, sondern vom Reineren erregt wird. Wie es sich aber mit diesem Einfluß verhält, weil gerade der Schein und die Täuschung ganz vom Gegenteil überzeugen, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, besonders gesagt werden, wo vom Einfluß die Rede ist; daher kommt es nun, daß gesagt wird, durch das Letzte, in das die Ordnung ausläuft; sei von der Natur her scheinbar wie der Eingang. 3722. Vers 18,19: Und früh stand Jakob auf am Morgen, und nahm den Stein, den er gelegt zu seinen Häupten, und setzte ihn als Denksäule, und goß Öl auf ihr Haupt. Und nannte den Namen jenes Ortes Bethel; früher jedoch war Lus der Name der Stadt. "Und früh stand Jakob auf am Morgen" bedeutet den Zustand der Erleuchtung; "und nahm den Stein" bedeutet des Wahre; "den er gelegt zu seinen Häupten" bedeutet mittelst dessen Gemeinschaft mit dem Göttlichen; "und setzte ihn als Denksäule" bedeutet heilige Grenze; "und goß Öl auf ihr Haupt" bedeutet das heilige Gute, aus dem (es herkommt); "und nannte den Namen jenes Ortes Bethel" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes; "früher jedoch war Lus der Name der Stadt" bedeutet die Beschaffenheit des früheren Zustands. 3723. "Und früh stand Jakob auf am Morgen", 1. Mose 28/18, bedeutet den Zustand der Erleuchtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von früh aufstehen am Morgen, sofern es ist der Zustand der Erleuchtung, wovon Nr. 3458; denn aufstehen im Wort, wo es genannt wird, schließt etwas von Erhebung in sich: Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171; und frühe bedeutet die Ankunft des himmlischen Lichts, somit hier die Erhebung vom Dunkel ins Licht, mithin den Zustand der Erleuchtung. 3724. "Und nahm den Stein", 1. Mose 28/18, bedeutet das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Steins, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 1296, 1298, 3720. 3725. "Den er gelegt zu seinen Häupten", 1. Mose 28/18, bedeutet, mittelst dessen Gemeinschaft mit dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hinterhaupts oder der Nackenteile, sofern sie sind die allgemeinste Gemeinschaft, wovon Nr. 3695. 3726. "Und setzte ihn als Denksäule", 1. Mose 28/18, bedeutet heilige Grenze. Dies erhellt aus der Bedeutung der Denksäule, über die im Folgenden. Wie sich dies verhält, kann aus dem Vorhergehenden erhellen, daß nämlich von der Ordnung gehandelt wird, in welcher der Herr Sein Natürliches göttlich machte, und im vorbildlichen Sinn, wie der Herr das Natürliche des Menschen neu macht oder wiedergebiert. Wie beschaffen jene Ordnung ist, wurde oben hie und da gesagt und gezeigt, daß sie nämlich umgekehrt, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und das Wahre an erste Stelle gesetzt wird, und wieder hergestellt, wenn der Mensch wiedergeboren ist, und das Gute dann an erster Stelle steht und das Wahre an letzter, worüber man sehe Nr. 3325, 3330, 3332, 3336, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3688. Dies wurde vorgebildet durch die Leiter, auf der die Engel auf- und abstiegen, wo zuerst gesagt wird, daß sie aufstiegen, und nachher daß sie herabstiegen: Nr. 3701. Vom Aufsteigen ist jetzt die Rede, daß es nämlich vom Letzten der Ordnung (ausgehe), wovon Nr. 3720, 3721; hier nun, daß es das Wahre sei, welches das Letzte der Ordnung ist. Dieses Letzte ist es, das genannt wird heilige Grenze, und bezeichnet wird durch den Stein, den Jakob nahm und zur Denksäule setzte. Daß das Wahre das Letzte der Ordnung ist, kann daraus erhellen, daß das Gute nicht ins Gute sich abgrenzen (terminari) oder endigen kann, sondern ins Wahre, denn das Wahre ist das Aufnehmende des Guten: Nr. 2261, 2434, 3049, 3068, 3180, 3318, 3387, 3470, 3570. Das Gute beim Menschen ohne des Wahre, oder ohne die Verbindung mit dem Wahren, ist ein solches Gute, wie es bei den Kindern ist, die noch keine Weisheit haben, weil keine Einsicht. Dagegen in dem Maß wie ein Kind mit den Jahren das Wahre aus dem Guten aufnimmt, oder in dem Maß wie bei ihm das Wahre mit dem Guten verbunden wird, in solchem Maß wird es ein Mensch. Hieraus wird klar, daß das Gute ist das Erste der Ordnung, und das Wahre ist das Letzte. Daher kommt es, daß der Mensch mit dem Wißtümlichen, welches sind Wahrheiten des natürlichen Menschen, und hernach mit den Lehren, welche sind Wahrheiten des geistigen Menschen in seinem Natürlichen anfangen muß, auf daß er eingeweiht werde in die Einsicht der Weisheit, d.h. auf daß er eingehe ins geistige Leben, kraft dessen der Mensch erst ein Mensch wird: Nr. 3504; wie zum Beispiel, auf daß der Mensch als ein geistiger Mensch den Nächsten lieben kann, muß er zuerst lernen, was geistige Liebe oder Liebtätigkeit, und wer der Nächste ist. Ehe es dies weiß, kann er zwar den Nächsten lieben, als natürlicher Mensch, nicht als geistiger, d.h. aus dem natürlich Guten, nicht aus dem geistig Guten, man sehe Nr. 3470, 3471. Hingegen wenn er einmal jenes weiß, dann kann in die Erkenntnis jener Sache eingepflanzt werden das geistig Gute vom Herrn. So verhält es sich mit allem übrigen, was Erkenntnisse oder Lehren, oder im allgemeinen Wahrheiten heißt. Es wird gesagt, daß den Erkenntnissen das Gute vom Herrn eingepflanzt werden könne, sodann daß das Wahre das Aufnahmegefäß (recipiens) des Guten sei; wer aber keine andere Vorstellung von den Erkenntnissen, wie auch von den Wahrheiten hat, als daß es eben abgezogene Begriffe (res abstracta) seien, eine Vorstellung, wie sie die meisten auch von den Gedanken haben, der kann gar nicht begreifen, was es heißt, daß den Erkenntnissen das Gute eingepflanzt werde, und daß das Wahre das Aufnahmegefäß des Guten sei, aber man muß wissen, daß die Erkenntnisse und Wahrheiten ebensowenig abstrakte Begriffe von den reinsten Substanzen sind, die dem inwendigeren Menschen oder seinem Geist angehören, als das Gesicht abstrahiert ist von seinem Organ oder dem Auge oder das Gehör von seinem Organ oder dem Ohr. Es sind vielmehr reinere Substanzen, die wirklich (reales) sind, und aus denen sie existieren (existunt), und deren Veränderungen, die sie in Beziehung auf die durch den Einfluß des Lebens vom Herrn beseelte und modifizierte Form erfahren, jenes darstellen; und die Übereinstimmungen und Harmonien derselben nacheinander oder zu gleicher Zeit sind es, die anregen, und dasjenige bewirken, was schön, lieblich und angenehm genannt wird. Die Geister selbst sind Gestalten, d.h. sie bestehen aus zusammenhängenden Formen, ebenso wie die Menschen, aber aus reineren, und für das leibliche Gesicht oder Auge nicht sichtbaren. Weil aber diese Formen oder Substanzen dem leiblichen Auge nicht sichtbar sind, so weiß der Mensch heutzutage nichts anders, als daß die Erkenntnisse und Gedanken abgezogene Begriffe seien (res abstracta); daher kommt auch der Wahnsinn unseres Zeitalters, daß man nicht glaubt, man habe in sich einen Geist, der nach dem Tod des Leibes leben wird, da doch jener eine viel realere Substanz ist als die materielle Substanz seines Leibes; ja, wenn du es glauben willst, der Geist ist nach der Lösung vom Leiblichen eben jener gereinigte Leib, von dem mehrere sagen, daß sie einen solchen bekommen werden zur Zeit des Letzten Gerichts, wo sie erst auferstehen werden, wie sie glauben. Daß die Geister, oder was gleich, die Seelen, mit einem Leib ausgestaltet sind, einander wie am hellen Tage sehen, unter sich reden, einander hören, und ein viel feineres Gefühl haben, als während sie im Leib oder in der Welt waren, kann aus demjenigen, was aus der Erfahrung so reichlich berichtet wurde, offenbar erhellen. 3727. Was die Bedeutung der Denksäule betrifft, sofern sie ist heilige Grenze, somit das Letzte der Ordnung, so kommt dies daher, daß in den uralten Zeiten Steine gesetzt wurden, wo ihre Grenzen waren, die einen Unterschied bildeten zwischen dem Besitztum oder Erbe des einen von dem des anderen, und dienten zum Zeichen und zum Zeugen, daß dort die Grenzen seien. Die Uralten, die bei den einzelnen Gegenständen und bei den einzelnen Satzungen etwas Himmlisches und Geistiges dachten: Nr. 1977, 2995, auch bei diesen Steinen, die sie aufrichteten, dachten von ihnen aus an das Letzte im Menschen, mithin an das Letzte der Ordnung, welches ist das Wahre im natürlichen Menschen. Von jenen Uralten, die vor der Sündflut waren, überkamen dies die Alten, die nach der Sündflut waren: Nr. 920, 1409, 2179, 2896, 2897, und fingen an, jene Steine, die sie an den Grenzen aufrichteten, heilig zu halten, aus dem angeführten Grund, weil sie das heilige Wahre, das im Letzten der Ordnung ist, bedeuteten; auch nannten sie jene Steine Denksäulen. Daher geschah es, daß die Denksäulen Gegenstände der Verehrung wurden, und daß sie solche aufrichteten, wo sie ihre Haine, und nachmals ihre Tempel hatten, und daß sie sie auch mit Öl salbten, worüber gleich im Folgenden; denn der Gottesdienst der Alten Kirche bestand aus den Gefühlswahrnehmungen und Bezeichnungen der Uralten, die vor der Sündflut lebten, wie aus den soeben angeführten Stellen erhellt. Weil die Uralten, die mit den Engeln redeten und mit ihnen umgingen, als sie noch auf Erden lebten, aus dem Himmel vernommen hatten, daß Steine das Wahre bedeuten, und Holz das Gute, man sehe Nr. 3820, daher kommt es, daß die Denksäulen die heilige Grenze bedeuten, somit das Wahre, welches das Letzte der Ordnung ist beim Menschen; denn das Gute, das durch den inwendigen Menschen vom Herrn einfließt, läuft aus im äußeren Menschen und im Wahren daselbst. Das Denken des Menschen, sein Reden und sein Tun, die das Letzte der Ordnung bilden, sind nichts anderes als Wahres aus dem Guten, dieweil sie sind Bilder oder Formen des Guten; denn sie gehören zur Verstandesseite des Menschen, aber das Gute, das in ihnen und aus dem sie (kommen), zur Willensseite. Daß Denksäulen zum Zeichen, und zum Zeugen, und auch zur Verehrung aufgerichtet wurden, und daß sie im inneren Sinn eine heilige Grenze oder das Wahre im natürlichen Menschen, welches das Letzte der Ordnung ist, bedeuten, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie in 1. Mose 31/44,45,51,52, wo gehandelt wird vom Bund zwischen Laban und Jakob: "Nun wohlan, laßt uns schließen einen Bund, ich und du, und er sei zum Zeugen zwischen mir und zwischen dir: und Jakob nahm einen Stein und richtete ihn auf als Denksäule; Laban sprach zu Jakob: siehe dieser Haufe, und siehe die Denksäule, die ich aufgerichtet habe zwischen mir und zwischen dir, Zeuge ist dieser Haufe, und Zeuge die Denksäule, daß ich nicht hinübergehen werde zu dir über diesen Haufen hinaus, und daß du nicht herübergehen wirst zu mir über diesen Haufen hinaus, und diese Denksäule zum Bösen": daß durch die Denksäule hier bezeichnet wird das Wahre, wird man in der Erklärung bei jener Stelle sehen. Jes.19/18-20: "An jenem Tage werden sein fünf Städte in Ägyptenland, redend mit den Lippen Kanaans, und schwörend dem Jehovah Zebaoth; an jenem Tage wird sein ein Altar für Jehovah inmitten Ägyptenlands, und eine Denksäule bei seiner Grenze, für Jehovah; die sein wird zum Zeichen und zum Zeugen für Jehovah Zebaoth in Ägyptenland": Ägypten steht für Wißtümliches, das dem natürlichen Menschen angehört; Altar für Gottesdienst im allgemeinen; denn der Altar wurde das Hauptvorbild des heiligen Dienstes in der zweiten Alten Kirche, die mit Eber anfing: Nr. 921, 1343, 2777, 2811; die Mitte von Ägyptenland bedeutet das Erste und Innerste des Gottesdienstes: Nr. 2940, 2973, 3436; die Denksäule bedeutet das Wahre, welches das Letzte der Ordnung im Natürlichen; daß sie auf der Grenze, zum Zeichen und zum Zeugen (sein soll), ist klar. 2. Mose 24/4: "Moses schrieb alle Worte Jehovahs, und stand auf am Morgen, und baute einen Altar neben dem Berg Sinai, und zwölf Denksäulen für die zwölf Stämme Israels": wo der Altar ebenfalls das Vorbild alles Gottesdienstes war, und zwar das Vorbild des Guten im Gottesdienst. Die zwölf Denksäulen aber das Vorbild des Wahren, das aus dem Guten im Gottesdienst (stammt). Daß zwölf bezeichnet alles zum Wahren Gehörige in einem Inbegriff, sehe man Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E, 3272; daß die zwölf Stämme ebenso alles zum Wahren der Kirche Gehörige bedeuten, wird im folgenden Kapitel, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. Weil die Altäre Vorbilder alles Guten des Gottesdienstes waren, und die jüdische Kirche eingesetzt wurde, daß sie vorbilden sollte die himmlische Kirche, die kein anderes Wahre anerkannte als das aus dem Guten, welches das himmlische Wahre genannt wird; (denn das Wahre wollte sie nicht im geringsten trennen vom Guten, so daß sie nicht einmal etwas vom Glauben oder Wahren nennen wollte, wofern sie nicht an das Gute dächte, und zwar aus dem Guten, man sehe Nr. 202, 337, 2069, 2715, 2718, 3246), deswegen geschah die Vorbildung des Wahren durch die Steine des Altars, und wurde verboten, daß es durch Denksäulen geschehe, damit nicht so das Wahre vom Guten getrennt, und das Wahre anstatt des Guten vorbildlich verehrt werden möchte. Daher heißt es 5. Mose 16/21,22: "Du sollst dir nicht pflanzen einen Hain jedweden Baumes neben dem Altar Jehovahs, deines Gottes, den du dir machen wirst, und sollst dir nicht aufrichten eine Denksäule, die hasset Jehovah, dein Gott", denn das vom Guten getrennte Wahre, oder den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben verehren, ist gegen das Göttliche, weil gegen die Ordnung, was bezeichnet wird durch: "du sollst dir nicht aufrichten eine Denksäule, die Jehovah Gott hasset", daß sie aber dennoch solche aufgerichtet und so dasjenige vorgebildet haben, was gegen die Ordnung ist, erhellt bei Hos.10/1,2: "Israel, wie es vermehret seine Frucht, so vermehret es auch die Altäre, wie das Gut seines Landes, machen sie reichlich Denksäulen; aber Er wird umstürzen ihre Altäre, wird verwüsten ihre Denksäulen". 1.Kön.14/23: "Jehudah hat Böses getan in den Augen Jehovahs, und sie haben sich Höhen erbaut, und Denksäulen, und Haine, auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum". 2.Kön.17/10: "Die Söhne Israels haben sich aufgestellt Denksäulen und Haine, auf jedem hohen Hügel, und unter jedem grünen Baum". 2.Kön.18/4: "Chiskia entfernte die Höhen, und zerbrach die Denksäulen, und hieb den Hain um, und zerstieß die eherne Schlange, die Moses gemacht hatte, weil sie ihr räucherten". Weil die Heiden durch Überlieferungen auch wußten, daß das Heilige des Gottesdienstes durch Altäre und durch Denksäulen vorgebildet werde, und sie doch im Bösen und Falschen waren, darum wird durch die Altäre bei den Heiden bezeichnet Böses des Gottesdienstes, und durch Denksäulen Falsches, weshalb befohlen wurde, daß sie zerstört werden sollten: 2. Mose 34/13; 5. Mose 7/5; 12/3: "Die Altäre der Heiden sollt ihr umstürzen, und ihre Denksäulen zerbrechen, und ihre Haine umhauen". 2. Mose 23/24: "Du sollst dich nicht bücken vor den Göttern der Heiden, und sie nicht ehren, und nicht tun nach ihren Werken, weil du vielmehr sie zerstören und zerbrechen sollst ihre Denksäulen": Götter der Heiden steht für Falsches, Werke für Böses, Denksäulen zerbrechen für zerstören den Gottesdienst aus dem Falschen. Jerem.43/13: "Nebukadnezar, der König Babels, wird zerbrechen die Denksäulen des Hauses der Sonne in Ägyptenland, und die Häuser der Götter Ägyptens wird er verbrennen mit Feuer". Hes.26/11: "Nebukadnezar, der König Babels, wird durch die Hufe seiner Pferde zertreten alle deine Gassen, das Volk wird er mit dem Schwert töten, und die Denksäulen deiner Stärke in die Erde hinabsinken machen": wo von Tyrus. Nebukadnezar, der König Babels, bezeichnet das, was verwüstet: Nr. 1327 E; Hufe der Pferde für unterstes Verständiges, wie es Wißtümliches aus lauter Sinneswahrnehmungen ist. Daß Hufe Unterstes bedeuten, wird anderswo, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, begründet werden. Pferde für Verständiges: Nr. 2760, 2761, 2762; Gassen für Wahres, und im entgegengesetzten Sinn für Falsches: Nr. 2336, sie zertreten heißt zerstören die Erkenntnisse des Wahren, die durch Tyrus bezeichnet werden. Daß Tyrus, wovon hier die Rede ist, die Erkenntnisse des Wahren sind: Nr. 1201; das Volk mit dem Schwert töten, für Wahres durch das Falsche zerstören; daß Volk gesagt wird von Wahrem: Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, und daß Schwert das kämpfende Falsche ist: Nr. 2799. Hieraus wird klar, was heißt "die Denksäulen der Stärke in die Erde hinabsinken machen". Daß Stärke gesagt wird vom Wahren und vom Falschen, erhellt auch aus dem Wort. 3728. "Und goß Öl auf ihr Haupt", 1. Mose 28/18, bedeutet das heilige Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öls, sofern es ist das Himmlische der Liebe oder das Gute, wovon Nr. 886, 3009; aus der Bedeutung des Hauptes, sofern es ist das, was oben ist, oder das was inwendig ist. Daß das Gute ist das Obere oder Inwendigere, und das Wahre das Untere oder Auswendigere, ist in vielen Stellen gezeigt worden. Hieraus wird klar, was durch jenen alten Brauch, daß man auf das Haupt einer Denksäule Öl goß, bezeichnet wurde, daß nämlich das Wahre nicht sein soll ohne das Gute, sondern aus dem Guten; somit durch das Gute herrschen soll, wie das Haupt über den Leib; denn das Wahre ohne das Gute ist nicht wahr, sondern ist ein lebloser Ton, und so beschaffen, daß es von selber zerstäubt. Im anderen Leben zerstäubt es auch bei denjenigen, die vor anderen das Wahre oder die Lehren des Glaubens, auch welche die Lehren der Liebe wußten, wenn sie nicht im Guten gelebt haben, und somit wenn sie nicht aus dem Guten das Wahre behielten. Daher ist die Kirche nicht Kirche vermöge des vom Guten getrennten Wahren, mithin nicht durch den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, sondern durch das Wahre, das aus dem Guten, oder durch den Glauben, der aus der Liebtätigkeit (hervorgeht). Das gleiche wird auch bezeichnet durch das, was der Herr 1. Mose 31/13 zu Jakob sagte: "Ich bin der Gott Bethels, wo du gesalbt hast die Denksäule, wo du Mir gelobt hast ein Gelübde"; und dadurch daß "Jakob abermals aufstellte eine Denksäule, eine Denksäule von Stein, und darauf ausschüttete ein Trankopfer, und Öl darauf goß": 1. Mose 35/14; durch Trankopfer ausschütten auf die Denksäule, wird bezeichnet das göttlich Gute des Glaubens, und durch Öl darauf gießen, das göttlich Gute der Liebe. Daß das Gießen von Öl auf einen Stein, ohne die Bedeutung einer himmlischen und geistigen Sache, etwas Lächerliches und Götzendienerisches wäre, kann jeder sehen. HG 3729 3729. "Und nannte den Namen jenes Ortes Bethel", 1. Mose 28/19, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens mit Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387; die Beschaffenheit des Zustands ist es, die durch Bethel bezeichnet wird. Bethel bedeutet in der Grundsprache Haus Gottes, und daß dieses das Gute ist im Letzten der Ordnung, sehe man Nr. 3720. 3730. "Früher jedoch war Lus der Name der Stadt", 1. Mose 28/19, bedeutet die Beschaffenheit des früheren Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 3729; und aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie ist die Lehre des Wahren, wovon Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216. Lus in der Grundsprache bedeutet zurücktreten, somit Abscheidung, die eintritt, wann die Lehre des Wahren oder das Wahre an die erste Stelle gesetzt, und das Gute vernachlässigt wird, somit wenn allein das Wahre im Letzten der Ordnung ist. Dagegen wenn das Wahre beisammen mit dem Guten im Letzten der Ordnung ist, dann ist kein Abtreten oder Abscheiden, sondern Hinzutreten oder Verbindung. Dieses ist die Zustandsbeschaffenheit, die durch Lus bezeichnet wird. 3731. Vers 20-22: Und Jakob gelobte ein Gelübde, sprechend: Wird Gott mit mir sein, und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle, und mir geben Brot zu essen, und ein Kleid anzuziehen. Und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters, so wird Jehovah mir sein zum Gott. Und dieser Stein, den ich gesetzt als Denksäule, wird sein ein Haus Gottes, und alles, was Du mir geben wirst, verzehnten, ja verzehnten will ich es Dir. "Und Jakob gelobte ein Gelübde, sprechend" bedeutet den Vorsehungsstand; "wird Gott mit mir sein, und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle" bedeutet das fortwährende Göttliche; "und mir geben Brot zu essen" bedeutet bis zur Verbindung mit dem göttlich Guten; "und ein Kleid anzuziehen" bedeutet Verbindung mit dem göttlich Wahren; "und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters" bedeutet, bis zur vollkommenen Einigung; "so wird Jehovah mir sein zum Gott" bedeutet, daß das göttlich Natürliche auch Jehovah sei; "und dieser Stein, den ich gesetzt als Denksäule" bedeutet das Wahre, welches das Letzte ist, "wird sein ein Haus Gottes" bedeutet hier wie früher das Reich des Herrn im Letzten der Ordnung, in dem das Obere wie in seinem Hause; "und alles, was Du mir geben wirst, verzehnten, ja verzehnten will ich es Dir" bedeutet, alles und jedes habe Er aus eigener göttlicher Kraft getan. 3732. "Und Jakob gelobte ein Gelübde", 1. Mose 28/20, bedeutet den Vorsehungsstand. Dies erhellt aus der Bedeutung von geloben ein Gelübde, sofern es im inneren Sinn heißt: wollen, daß der Herr vorsehen möge, daher ist es im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, der Vorsehungsstand. Daß geloben ein Gelübde im inneren Sinn heißt: wollen, daß der Herr vorsehen möge, kommt daher, weil in den Gelübden das Verlangen und der Wunsch liegt, daß geschehen möge, was man will, somit daß der Herr vorsehen möge. Es ist eine Art Übereinkunft und zugleich eine Verpflichtung von seiten des Menschen, die er auf sich genommen hat, wenn er das Gewünschte verlangt, wie hier von Jakob, daß Jehovah ihm zum Gott sein sollte, und der Stein, den er gesetzt als Denksäule, sollte das Haus Gottes sein, und daß er verzehnten wolle alles, was Er ihm geben werde, wenn Jehovah ihn behüte auf dem Wege, und ihm gebe Brot zu essen und ein Kleid anzuziehen, und er wiederkommen werde im Frieden zum Hause seines Vaters. Hieraus wird klar, daß die Gelübde zu damaliger Zeit besondere Zusagen gewesen sind, hauptsächlich Gott als ihren Gott anzuerkennen, wenn er sie versorgen würde mit dem, was sie wünschten, und auch, daß sie es Ihm durch eine Leistung vergelten wollten, wenn er für sie sorgen würde. Aus diesem erhellt offenbar, von welcher Art die Väter der jüdischen Nation waren, wie hier Jakob, daß er Jehovah noch nicht anerkannte, und daß er noch in der Wahl stand, ob er ihn oder einen anderen als seinen Gott anerkennen sollte. Das war eine Eigentümlichkeit bei jener Nation, von ihren Vätern her, daß ein jeder seinen Gott haben wollte, und wer Jehovah verehrte, ihn nur verehrte als einen Gott, der Jehovah genannt wurde, und durch diesen Namen unterschieden war von den Göttern anderer Nationen. Daß somit ihr Gottesdienst auch in diesem Punkt Abgötterei war, denn die Verehrung des Namens allein, selbst auch des Jehovah, ist nur eine abgöttische: Nr. 1094; wie denn auch diejenigen, die sich Christen nennen und sagen, sie verehren Christum, und leben nicht nach Seinen Geboten, Ihn auf abgöttische Weise verehren, weil bloß Seinen Namen; denn es ist ein falscher Christus, den sie verehren, wovon auch bei Matth.24/23,24: Nr. 3010. 3733. "Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle", 1. Mose 28/20, bedeutet das fortwährende Göttliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von dem Sein Gottes mit jemand, und von behüten auf dem Wege, den er wandelt, sofern es ist das fortwährende Göttliche; denn es wird gesagt vom Herrn, Der im eigentlichen Wesen des Lebens nach Jehovah war. Daher war Sein ganzes Leben vom ersten der Kindheit bis zum letzten das fortwährende Göttliche, und das bis zur vollständigen Vereinigung des menschlichen Wesens mit dem Göttlichen. 3734. "Und mir geben Brot zu essen", 1. Mose 28/20, bedeutet bis zur Verbindung mit dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es ist alles himmlisch und geistig Gute, das vom Herrn ausgeht, und im höchsten Sinn der Herr selbst in Ansehung des göttlich Guten, wovon Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177, 3464, 3478; und aus der Bedeutung von essen, sofern es ist mitgeteilt, angeeignet, und verbunden werden, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596. 3735. "Und ein Kleid anzuziehen", 1. Mose 28/20, bedeutet Verbindung mit dem göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kleides, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 1073, 2576, hier das göttlich Wahre, weil gehandelt wird vom Herrn; und aus der Bedeutung von anziehen, sofern es ist ihm angeeignet und verbunden werden. Die Beschaffenheit des inneren Sinnes des Worte kann aus diesem und dem übrigen erhellen, daß nämlich, wenn im Buchstabensinn die Rede ist vom Brot und vom Kleid, und auch, wo historisch gesagt wird, wie hier: "wenn Gott mir Brot zu essen und ein Kleid zum anziehen gibt", die Engel, die beim Menschen sind, dann keineswegs denken an das Brot, sondern an des Gute der Liebe, und im höchsten Sinn an das göttlich Gute des Herrn; und nicht an das Kleid, sondern an das Wahre, und im höchsten Sinn an das göttlich Wahre des Herrn. Für sie sind solche Dinge, die im Buchstabensinn vorkommen, nur Veranlassungen, an Himmlisches und Göttliches zu denken; denn solche Dinge sind Gefäße, die im Letzten der Ordnung sind. Wenn also vom Menschen, während er in heiliger Stimmung ist, an das Brot gedacht wird, z.B. an das Brot im heiligen Abendmahl, oder an das tägliche Brot im Gebet des Herrn, dann dient der Gedanke an das Brot, den der Mensch hat, den Engeln, die beim Menschen sind, zum Anlaß, an das Gute der Liebe, das vom Herrn ist, zu denken; denn die Engel fassen durchaus nicht den Gedanken des Menschen an Brot, sondern an dessen Statt haben sie den Gedanken an das Gute, denn solcherart ist die Entsprechung. Ebenso, wenn vom Menschen, während er in heiliger Stimmung ist, an das Kleid gedacht wird, dann haben die Engel den Gedanken an das Wahre. So verhält es sich mit allem übrigen, was im Wort ist. Hieraus kann erhellen, von welcher Art die Verbindung des Himmels und der Erde durch das Wort ist, nämlich von der Art, daß der Mensch, der das Wort andächtig liest, durch solche Entsprechungen eng verbunden ist mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn, obwohl der Mensch bloß im Gedanken ist an dasjenige im Wort, was in seinem buchstäblichen Sinn steht. Das Heilige selbst, das alsdann beim Menschen ist, kommt aus dem Einfluß himmlischer und geistiger Gedanken und Gefühle, die von solcher Art bei den Engeln sind. Auf daß ein solcher Einfluß stattfinden möge, und daher Verbindung des Menschen mit dem Herrn, ist vom Herrn das heilige Abendmahl eingesetzt worden, wo mit deutlichen Worten gesagt wird, daß das Brot und der Wein der Herr ist; denn der Leib des Herrn bedeutet Seine göttliche Liebe, und die Gegenliebe beim Menschen eine Liebe, wie sie bei den himmlischen Engeln ist, und das Blut ebenfalls Seine göttliche Liebe, und die Gegenliebe beim Menschen aber eine Liebe, wie sie bei den geistigen Engeln ist. Hieraus wird klar, wie viel Göttliches im einzelnen des Wortes liegt, obwohl der Mensch nicht weiß, was es ist, und wie beschaffen es ist. Diejenigen aber, die im Leben des Guten waren, während sie in der Welt lebten, kommen in die Erkenntnisse und das Innewerden alles dessen nach ihrem Hingang; denn alsdann legen sie das Irdische und Weltliche ab, und ziehen das Himmlische an, und sind gleichfalls in der geistigen und himmlischen Vorstellung, in der die Engel sind. 3736. "Und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters", 1. Mose 28/21, bedeutet bis zur vollkommenen Einigung. Dies kann daraus erhellen, daß das Haus des Vaters, wenn es vom Herrn gesagt wird, das Göttliche Selbst ist, in dem der Herr von der Empfängnis selbst her war. Wiederkommen zu jenem Haus, bedeutet zum göttlich Guten selbst, das der Vater genannt wird. Daß dieses der Vater ist, sehe man Nr. 3704. Daß wiederkommen zu jenem Haus, bedeutet vereinigt werden, kann einleuchten. Das gleiche wurde verstanden vom Herrn, wo Er sagte: Er sei vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt, und Er gehe wieder zum Vater; nämlich unter dem Ausgehen vom Vater (wird verstanden), daß das Göttliche Selbst angenommen habe das Menschliche; unter dem Kommen in die Welt, daß Er gewesen sei wie ein Mensch, und unter dem Gehen zum Vater, daß Er das menschliche Wesen mit dem göttlichen Wesen geeinigt habe. Dies wurde auch verstanden unter folgenden Worten, die der Herr bei Joh.6/62 redete: "Wenn ihr sehen werdet den Sohn des Menschen auffahren, wo Er vorher war". Joh.13/3,33: "Jesus wußte, daß der Vater Ihm alles in die Hände gegeben, und daß Er von Gott ausgegangen war, und zu Gott hingehe; Kinder, noch kurze Zeit bin Ich bei euch; wohin Ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen". Joh.16/5,7,10,16,17: "Nun gehe Ich hin zu Dem, der Mich gesandt hat, aber niemand von euch fragt Mich, wohin gehst Du; es ist euch gut, daß Ich hingehe, denn wenn Ich nicht hinginge, so käme der Paraklet (der Beistand) nicht zu euch; wenn Ich aber hingegangen bin, werde Ich ihn zu euch senden. Über ein Kleines, so werdet ihr Mich nicht sehen, und wieder über ein Kleines, so werdet ihr Mich sehen, und Ich gehe zum Vater". Joh.16/28: "Ich bin ausgegangen vom Vater, und gekommen in die Welt, wiederum verlasse Ich die Welt, und gehe zum Vater". Hingehen zum Vater heißt in jenen Stellen: das menschliche Wesen vereinigen dem Göttlichen. 3737. "So wird Jehovah mir sein zum Gott", 1. Mose 28/21, bedeutet, das göttlich Natürliche (werde) auch Jehovah (sein). Dies kann erhellen aus der Nachfolge im inneren höchsten Sinn, in dem gehandelt wird von der Vereinigung des Menschlichen des Herrn mit Seinem Göttlichen. Auf daß aber dieser Sinn erscheinen möge, muß man den Gedanken abziehen von der Geschichte, insofern sie den Jakob betrifft, und festhalten am Göttlich-Menschlichen des Herrn, und hier an Seinem göttlich Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird. Das eigentlich Menschliche, wie einigemal früher gesagt worden, besteht aus dem Vernünftigen, welches das gleiche ist mit dem inwendigen Menschen, und aus dem Natürlichen, welches das gleiche ist mit dem äußeren Menschen, und auch aus dem Leib, der dem Natürlichen dient als Mittel oder äußerstes Organ, um in der Welt zu leben; und durch das Natürliche dient es dem Vernünftigen, und weiter durch das Vernünftige dient es dem Göttlichen. Weil der Herr in die Welt gekommen ist, um das ganze Menschliche in Ihm göttlich zu machen, und zwar nach der göttlichen Ordnung, und durch Jakob das Natürliche des Herrn vorgebildet wird, und durch sein Leben in der Fremdlingschaft im höchsten Sinn, wie der Herr sein Natürliches göttlich gemacht hat, darum wird hier, wo gesagt wird: "werde ich im Frieden wiederkommen zum Hause meines Vaters, so wird Jehovah mir zum Gott sein", bezeichnet die Vereinigung des Menschlichen des Herrn mit Seinem Göttlichen, und daß Er auch in Ansehung des göttlich Natürlichen Jehovah sein werde durch die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Es wird nicht verstanden eine solche Vereinigung, wie sie zwischen zweien stattfindet, die voneinander unterschieden sind, und allein durch Liebe verbunden, wie ein Vater mit dem Sohn, wenn der Vater den Sohn liebt und der Sohn den Vater, oder wie wenn ein Bruder den Bruder, oder wie ein Freund den Freund liebt, sondern es ist eine wirkliche Vereinigung in eins , daß es nicht zwei sind, sondern eins, was auch der Herr in mehreren Stellen lehrt, und weil eins, so ist auch alles Menschliche des Herrn das Göttliche Sein oder Jehovah, man sehe Nr. 1343, 1736, 2156, 2329, 2447, 2921, 3023, 3035. HG 3738 3738. "Und dieser Stein, den ich gesetzt als Denksäule", 1. Mose 28/22, bedeutet das Wahre, welches das Letzte ist. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 3724, 3726 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 3739. "Wird sein ein Haus Gottes", 1. Mose 28/22, bedeutet das Reich des Herrn im Letzten der Ordnung, worin das Obere wie in seinem Hause. Dies erhellt ebenfalls aus dem Nr. 3720 Gesagten, wo auch die gleichen Worte, und überdies aus dem, was Nr. 3721 bemerkt wurde. Damit, daß das Obere im Letzten der Ordnung wie in seinem Hause sei, verhält es sich so: vom Herrn ist eine solche Ordnung eingesetzt worden, daß das Obere in das Untere einfließen und dort ein Abbild von sich im allgemeinen darstellen soll, daß es mithin dort beisammen in einer allgemeinen Form sein soll, und so in der Ordnung vom Obersten, d.h. vom Herrn her. Daher kommt es, daß das nächste Bild des Herrn der innerste Himmel ist, welches der Himmel der Unschuld und des Friedens ist, wo die Himmlischen sind. Dieser Himmel, weil dem Herrn am nächsten, wird genannt Seine Ähnlichkeit, der andere Himmel, nämlich der auf den ersteren folgt, und auf niedrigerer Stufe steht, ist das Bild des Herrn, weil in diesem Himmel das, was im oberen Himmel ist, wie in einem Allgemeinen beisammen sich darstellt. Der letzte Himmel, der wieder auf diesen folgt, verhält sich ebenso zu jenem; denn das Besondere und Einzelne des nächst oberen Himmels fließt in diesen Himmel ein, und stellt sich dort im allgemeinen dar in einer entsprechenden Form. Ebenso verhält es sich beim Menschen, denn dieser ist nach dem Ebenbild der drei Himmel geschaffen und gebildet: was das Innerste ist bei ihm, fließt ebenso in das ein, was unten ist, und dieses ebenso in das, was das Unterste und Letzte ist. Durch diesen Einfluß und das Zusammentreffen in dem, was unten, und endlich in dem, was das Letzte, besteht das Natürliche und Leibliche. Daher ist ein Zusammenhang des Letzten mit dem Ersten; ohne diesen Zusammenhang würde das, was das Letzte in der Ordnung ist, nicht einmal den kleinsten Augenblick fortbestehen. Hieraus wird klar, was verstanden wird unter dem, daß das Obere im Letzten der Ordnung wie in seinem Hause sei. Ob man sagt das Obere und Untere, oder das Innere und Äußere, ist ganz gleich; denn für den Menschen erscheint das Innere als Oberes, und darum setzt der Mensch den Himmel in die Höhe, da er doch im Inneren ist. 3740. "Und alles, was Du mir geben wirst, verzehnten, ja verzehnten will ich es Dir", 1. Mose 28/22, bedeutet, alles und jedes habe Er aus eigener göttlicher Kraft getan. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben, wenn es gesagt wird vom Herrn, sofern es heißt: Er habe es Sich selbst gegeben, wovon Nr. 3705 E, somit aus eigener Kraft; und aus der Bedeutung von verzehnten und des Zehntens, sofern es ist Gutes und Wahres, das im Inwendigeren beim Menschen verborgen wird vom Herrn, welches Gute die Überreste genannt werden, wovon Nr. 576, 1738, 2280; wenn dieses vom Herrn gesagt wird, so ist es göttlich Gutes und göttlich Wahres, was der Herr Sich mit eigener Kraft erworben hat, man sehe Nr. 1738, 1906.   Nr. 3741- 3750 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 29. Kapitel 3751. Vor dem vorhergehenden 28. Kapitel wurde erklärt, was der Herr von der letzten Zeit der Kirche bei Matth.24/15-18 vorhergesagt hat; nun soll dem Plane gemäß vor diesem Kapitel erklärt werden, was dort folgt: Matth.24/19-22: Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen; betet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, auch nicht am Sabbath, denn es wird alsdann große Trübsal sein, wie solche nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt, und auch nicht werden wird. Und wenn nicht verkürzt jene Tage, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. 3752. Was diese Worte bedeuten, kann gar niemand begreifen, wenn er nicht erleuchtet ist durch den inneren Sinn; daß sie nicht gesagt sind von der Zerstörung Jerusalems, leuchtet ein aus mehrerem in jenem Kapitel; z.B. aus Folgendem: "Wenn nicht verkürzt würden jene Tage, so würde kein Fleisch errettet, aber um der Auserwählten willen werden verkürzt werden jene Tage"; und aus Folgendem: "Nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird nicht geben seinen Schein, und die Sterne werden fallen vom Himmel, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden, und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen, und sie werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit", und aus anderem. Daß sie auch nicht gesagt sind vom Untergang der Welt, wird ebenfalls klar aus mehrerem in dem gleichen Kapitel, z.B. aus dem was vorhergeht: "Wer dann oben auf dem Hause ist, soll nicht heruntersteigen, aufzuheben etwas aus seinem Haus, und wer auf dem Feld, soll nicht wieder umkehren, aufzuheben seine Kleider"; sodann aus diesem, was eben jetzt angeführt worden: "Betet, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, und nicht am Sabbath"; und aus Folgendem: "Dann werden zwei sein auf dem Feld, der eine wird angenommen werden, der andere wird verlassen werden; zwei werden mahlen, die eine wird angenommen werden, die andere wird verlassen werden; sondern es ist klar, daß sie gesagt sind von der letzten Zeit der Kirche, d.h. von ihrer Verwüstung. Dieselbe heißt dann verwüstet, wenn keine Liebtätigkeit mehr da ist. 3753. Jeder, der heilig vom Herrn denkt, und der glaubt, daß das Göttliche in Ihm gewesen ist, und daß Er aus dem Göttlichen geredet hat, kann wissen und glauben, daß jenes wie das übrige, was der Herr gelehrt und geredet hat, nicht von einer einzigen Völkerschaft gesagt ist, sondern vom ganzen Menschengeschlecht; und nicht von seinem weltlichen Zustand, sondern von seinem geistigen Zustand; und auch, daß des Herrn Worte in sich begriffen haben, was seinem Reich angehört, und was der Kirche angehört, denn dieses ist göttlich und ewig. Wer so glaubt, der schließt, daß die Worte: "Wehe den Schwangeren oder Säugenden in jenen Tagen", nicht die bezeichnen, die schwanger sind und säugen; und daß diese: "Betet, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, und nicht am Sabbath", keine Flucht vor einem weltlichen Feind bezeichnen, und so fort. 3754. Im Vorhergehenden wurde gehandelt von den drei Zuständen der Verkehrung des Guten und Wahren in der Kirche; hier nun wird gehandelt vom vierten Zustand, der auch der letzte ist. Über den ersten Zustand, der da war, als man anfing, nicht mehr zu wissen, was das Gute und was das Wahre sei, sondern darüber miteinander stritt, wovon dann Falschheiten die Folge waren, sehe man Nr. 3354; über den zweiten Zustand, der da war, als man das Gute und Wahre verachten, und auch verschmähen, und so der Glaube an den Herrn verlöschen wollte, in dem Grade als die Liebtätigkeit aufhören wollte, sehe man Nr. 3487, 3488; vom dritten Zustand, welcher der der Verödung der Kirche in Ansehung des Guten und Wahren war, sehe man Nr. 3651, 3652; vom vierten Zustand wird nun hier gehandelt, welcher ist der der Entweihung des Guten und Wahren. Daß dieser Zustand hier beschrieben wird, kann aus dem einzelnen dort im inneren Sinn erhellen, der sich in folgender Weise gestaltet: 3755. "Wehe aber den Schwangeren und Säugenden in jenen Tagen" bedeutet diejenigen, die erfüllt sind mit dem Guten der Liebe zum Herrn und mit dem Guten der Unschuld. Wehe ist ein Ausdruck, der die Gefahr ewiger Verdammnis bezeichnet. Schwanger sein heißt, empfangen das Gute der himmlischen Liebe; säugen heißt, auch den Zustand der Unschuld (aufnehmen). Jene Tage, bedeutet die Zustände, in denen alsdann die Kirche ist. "Betet aber, daß nicht eure Flucht geschehe im Winter, und nicht am Sabbath" bedeutet die Entfernung von jenem, daß sie nicht jählings geschehe im Stand zu großer Kälte, und im Stand zu großer Hitze. Flucht ist Entfernung vom Zustand des Guten der Liebe und der Unschuld, wovon gleich oben. Flucht im Winter ist Entfernung davon im Stand zu großer Kälte; Kälte ist, wann Abneigung dagegen eintritt, die herbeigeführt wird durch Triebe der Selbstliebe. Flucht am Sabbath, ist Entfernung davon im Stand zu großer Hitze; Hitze bezeichnet heiliges Äußere, während inwendig Selbst- und Weltliebe ist. "Denn es wird alsdann große Trübsal sein, wie solche nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis jetzt, und auch nicht werden wird" bedeutet den höchsten Grad der Verkehrung und Verwüstung der Kirche in Ansehung des Guten und Wahren, welcher ist die Entweihung; denn die Entweihung des Heiligen bringt den ewigen Tod, und einen viel ärgeren, als die übrigen Zustände des Bösen, und einen um so ärgeren, je inwendiger das Gute und Wahre ist, das entweiht wird. Und weil dieses Inwendigere geoffenbart und bekannt ist in der christlichen Kirche, und dasselbe entweiht wird, so wird gesagt, dann werde sein eine große Trübsal, wie solche nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis jetzt, und auch nicht werden wird. "Und wenn nicht verkürzt würden jene Tage, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten willen werden verkürzt werden jene Tage" bedeutet die Entfernung der Angehörigen der Kirche von inwendigerem Guten und Wahren zu auswendigerem, daß dennoch selig werden können diejenigen, die in einem Leben des Guten und Wahren sind; durch das Verkürztwerden der Tage wird der Zustand der Entfernung bezeichnet; durch das Nichterrettetwerden irgendeines Fleisches wird bezeichnet: sonst könnte niemand selig werden. Durch die Auserwählten werden bezeichnet diejenigen, die in einem Leben des Guten und Wahren sind. 3756. Daß dies der innere Sinn jener Worte ist, könnte vollständig gezeigt werden, z.B. daß durch die Schwangeren bezeichnet werden diejenigen, die zuerst das Gute in sich aufnehmen; und daß durch die Säugenden bezeichnet werden diejenigen, die den Unschuldsstand in sich aufnehmen; durch Flucht die Entfernung davon; durch Winter die Abneigung von jenem Guten aus Selbstliebe, die das Inwendigere einnimmt; und durch Flucht am Sabbath die Entweihung, die stattfindet, wenn das Heilige im Äußeren ist, und inwendig Selbst- und Weltliebe. Weil aber dieselben Worte und gleiche Ausdrücke im Folgenden hie und da vorkommen, so wird dort, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, deren Bedeutung als solche gezeigt werden. 3757. Was aber die Entweihung des Heiligen sei, wissen wenige, es kann aber aus demjenigen erhellen, was früher über dieselbe gesagt und gezeigt wurde, was man nachsehe, nämlich: daß nur diejenigen entweihen können, die das Gute und Wahre wissen, anerkennen und annehmen, nicht aber, die es nicht anerkannt haben, weniger noch die, welche es nicht wissen: Nr. 593, 1008, 1010, 1059, 3398; daß somit die, welche innerhalb der Kirche sind, Heiliges entweihen können, nicht aber die außerhalb: Nr. 2051. Daß die Angehörigen der himmlischen Kirche entweihen können heiliges Gutes, die Angehörigen der geistigen Kirche heiliges Wahres: Nr. 3399; daß deswegen den Juden die inwendigeren Wahrheiten nicht aufgedeckt worden seien, damit sie dieselben nicht entweihen möchten: Nr. 3398; daß die Heiden am allerwenigsten entweihen können: Nr. 2051; Entweihung ist Vermischung und Verbindung des Guten und Bösen, dann des Wahren und Falschen: Nr. 1001, 1003, 2426; daß dies bezeichnet wurde durch das Essen von Blut, das so streng verboten war in der jüdischen Kirche: Nr. 1003; daß die Menschen deswegen, soweit es möglich ist, von der Anerkennung und dem Glauben des Guten und Wahren abgehalten werden, wenn sie nicht darin beharren können: Nr. 3398, 3402; und daß sie deswegen in der Unwissenheit gehalten werden: Nr. 301, 302, 303; und daß deswegen auch der Gottesdienst ein äußerer wird: Nr. 1327, 1328. Daß die inwendigen Wahrheiten nicht früher geoffenbart werden, als wenn die Kirche verwüstet wird, weil alsdann das Gute und Wahre nicht mehr entweiht werden kann: Nr. 3398, 3399; daß der Herr deswegen dann erst in die Welt gekommen sei: Nr. 3398; wieviel Gefahr entstehe aus der Entweihung des Heiligen und des Wortes: Nr. 571, 582.   29. Kapitel 1. Und Jakob erhob seine Füße, und ging in das Land der Söhne des Aufgangs. 2. Und er sah, und siehe, ein Brunnen im Feld, und siehe da, drei Scharen der Herde lagernd bei demselben, denn aus jenem Brunnen tränkten sie die Scharen, und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens. 3. Und es wurden allda versammelt alle Scharen, und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens ab, und tränkten die Herde, und legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort. 4. Da sprach Jakob zu ihnen: meine Brüder, woher seid ihr? Und sie sprachen: von Charan sind wir. 5. Und er sprach zu ihnen: kennet ihr Laban, den Sohn Nachors? Und sie sprachen: wir kennen ihn. 6. Und er sprach zu ihnen: hat er Frieden? Und sie sprachen: Frieden; und siehe, Rachel, seine Tochter, kommt mit der Herde. 7. Und er sprach: siehe, der Tag ist noch lang, es ist nicht Zeit einzusammeln das Vieh, tränket die Herde, und gehet, weidet. 8. Und sie sprachen: wir können nicht, bis daß versammelt werden alle Scharen, und man den Stein abwälzt von der Öffnung des Brunnens, dann werden wir tränken die Herde. 9. Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit der Herde, die ihrem Vater gehörte, denn sie war eine Hirtin. 10. Und es geschah, als Jakob sah Rachel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Herde Labans des Bruders seiner Mutter, da trat Jakob hinzu und wälzte den Stein ab von der Öffnung des Brunnens, und tränkte die Herde Labans, des Bruders seiner Mutter. 11. Und Jakob küßte Rachel, und erhob seine Stimme und weinte. 12. Und Jakob sagte der Rachel an, daß er der Bruder ihres Vaters, und daß er der Sohn der Rebecka sei; und sie lief und sagte es ihrem Vater an. 13. Und es geschah, als Laban hörte die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, lief er ihm entgegen und umarmte ihn und küßte ihn und führte ihn zu seinem Haus, und er erzählte dem Laban alle jene Worte. 14. Da sprach Laban zu ihm: wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch; und er wohnte bei ihm einen Monat von Tagen. 15. Und Laban sprach zu Jakob: weil du mein Bruder bist, solltest du mir umsonst dienen? sage mir an, was dein Lohn (sein soll). 16. Und Laban hatte zwei Töchter, der Name der älteren (war) Leah, und der Name der jüngeren Rachel. 17. Und die Augen der Leah waren blöde, aber Rachel war schön von Gestalt und schön von Ansehen. 18. Und Jakob liebte Rachel, und sprach: ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter. 19. Da sprach Laban: es ist besser, daß ich sie dir gebe, als daß ich sie gebe einem anderen Mann; bleibe bei mir. 20. Und Jakob diente um Rachel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie einige Tage, weil er sie lieb hatte. 21. Da sprach Jakob zu Laban: gib mir mein Weib, denn meine Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr komme. 22. Da versammelte Laban alle Männer des Ortes, und machte eine Mahlzeit. 23. Und es geschah am Abend, da nahm er Leah, seine Tochter, und brachte sie zu ihm, und er kam zu ihr. 24. Und Laban gab Silpa, seine Magd, der Leah, seiner Tochter, zur Magd. 25. Und es war am Morgen, und siehe, da war es Leah, und er sprach zu Laban: wie hast du mir das getan? Habe ich nicht um Rachel gedient bei dir, und warum hast du mich betrogen? 26. Und Laban sprach: Man tut nicht also in unserem Ort, daß man die Jüngere gibt vor der Erstgeborenen. 27. Erfülle diese Woche, so wollen wir dir auch diese geben für den Dienst, den du dienen sollst bei mir noch sieben andere Jahre. 28. Und Jakob tat also und erfüllte diese Woche, und er gab ihm Rachel, seine Tochter, ihm zum Weibe. 29. Und Laban gab Rachel, seiner Tochter, Bilha, seine Magd, ihr zur Magd. 30. Und er kam auch zu Rachel, und er liebte auch die Rachel mehr denn die Leah, und diente bei ihm noch sieben andere Jahre. 31. Und Jehovah sah, daß verhaßt war Leah, und er öffnete ihren Mutterleib, Rachel aber war unfruchtbar. 32. Und Leah empfing und gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Ruben; denn sie sprach: gesehen hat Jehovah meine Trübsal, denn nun wird mein Mann mich lieben. 33. Und sie empfing abermal, und gebar einen Sohn, und sprach: gehört hat Jehovah, daß ich verhaßt bin, darum hat Er mir auch diesen gegeben; und sie nannte seinen Namen Schimeon. 34. Und sie empfing abermal und gebar einen Sohn und sprach: diesmal nun wird mein Mann mir anhangen, weil ich ihm drei Söhne geboren; darum nannte sie seinen Namen Levi. 35. Und sie empfing abermal, und gebar einen Sohn, und sprach: diesmal will ich bekennen den Jehovah; darum nannte sie seinen Namen Jehudah; und sie hörte auf zu gebären.   Inhalt 3758. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn durch Jakob gehandelt vom Natürlichen des Herrn, wie das Wahr-Gute bei Ihm verbunden worden sei mit dem verwandten Guten aus göttlichem Ursprung, das Laban bezeichnet; zuerst durch die Neigung zum äußeren Wahren, welche ist Leah, und hernach durch die Neigung zum inwendigen Wahren, welche ist Rachel. 3759. Nachher wird durch die Geburt der vier Söhne Jakobs von der Leah im höchsten Sinn beschrieben das Aufsteigen vom äußeren Wahren zum inwendigen Guten; hingegen im vorbildlichen Sinn wird beschrieben der Zustand einer Kirche, der von der Art ist, daß sie die inwendigen Wahrheiten im Wort nicht anerkennt und aufnimmt, sondern die äußeren Wahrheiten; und daß sie deshalb zu Inwendigerem aufsteige nach dieser Ordnung: nämlich daß sie zuerst habe das Wahre, welches das des Glaubens heißt; dann die Ausübung nach diesem Wahren; hernach in deren Folge die Liebtätigkeit; und zuletzt die himmlische Liebe. Diese vier Stufen werden bezeichnet durch die vier Söhne Jakobs von der Leah, nämlich durch Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah.   Innerer Sinn 3760. Vers 1: Und Jakob erhob seine Füße, und ging in das Land der Söhne des Aufgangs. "Und Jakob erhob seine Füße" bedeutet die Erhebung des Natürlichen; "und ging in das Land der Söhne des Aufgangs" bedeutet zu den Wahrheiten der Liebe. 3761. "Jakob erhob seine Füße", 1. Mose 29/1, bedeutet die Erhebung des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erheben, sofern es eine geistige Erhebung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Füße, sofern sie das Natürliche bezeichnen, worüber im Folgenden. Die Erhebung, die hier bezeichnet wird, ist die, von der in diesem Kapitel gehandelt wird, nämlich die vom äußeren Wahren zum inwendigen Guten; im höchsten Sinn, wie der Herr Sein Natürliches bis zum Göttlichen erhob, der Ordnung gemäß dadurch, daß Er vom äußeren Wahren stufenweise zum inwendigen Guten aufstieg; und im vorbildlichen Sinn, wie der Herr das Natürliche des Menschen, wenn Er ihn wiedergebiert, nach der gleichen Ordnung neu macht. Daß der Mensch, der im erwachsenen Alter wiedergeboren wird, gemäß der in diesem und den folgenden Kapiteln im inneren Sinn beschriebenen Ordnung fortschreitet, ist wenigen bekannt. Die Ursache ist, weil wenige sich darüber besinnen, ferner weil wenige heutzutage wiedergeboren werden können; denn es sind die letzten Zeiten der Kirche, da keine Liebtätigkeit und mithin kein Glaube mehr vorhanden ist, und deshalb weiß man nicht einmal, was Glaube ist, obwohl es in aller Munde ist, daß der Mensch durch den Glauben selig werde. Daher weiß man noch weniger, was Liebtätigkeit ist, und da diese Dinge nur den Worten nach bekannt, aber dem Wesen nach unbekannt sind, deshalb wurde gesagt, daß wenige sich über die Ordnung besinnen können, nach welcher der Mensch neu- oder wiedergeboren wird, und auch, daß wenige wiedergeboren werden können. Weil hier vom Natürlichen gehandelt, und dieses durch Jakob vorgebildet wird, so wird nicht gesagt, er sei aufgestanden und gegangen in das Land der Söhne des Aufgangs, sondern er habe seine Füße erhoben; beides bedeutet Erhebung. Daß aufstehen solches bedeutet, sehe man Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171; daß hier gesagt wird die Füße erheben, geschieht mit Rücksicht auf das Natürliche, denn die Füße bedeuten das Natürliche, man sehe Nr. 2162, 3147. Daß die Füße das Natürliche oder natürliche Dinge bedeuten, kommt von der Entsprechung mit dem Größten Menschen her, von der am Ende der Kapitel nun die Rede ist. In demselben, nämlich Größten Menschen, sind die, welche zum Gebiet der Füße gehören, im natürlichen Licht, und wenig im geistigen; daher kommt es auch, daß was unter den Füßen ist, wie die Fußsohle und die Ferse, das unterste Natürliche bedeuten; man sehe Nr. 259, und daher der Schuh, der auch einigemal im Wort genannt wird, das leiblich Natürliche, welches das Letzte ist: Nr. 1748. 3762. "Und ging in das Land der Söhne des Aufgangs", 1. Mose 29/1, bedeutet, zu den Wahrheiten der Liebe, somit (geistige) Erhebung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes der Söhne des Aufgangs. Daß Aram oder Syrien das Land der Söhne des Aufgangs genannt wurde, ist klar, weil dorthin Jakob sich begeben hat; man sehe auch Nr. 3249; daß durch Syrien im allgemeinen die Erkenntnisse des Guten bezeichnet werden, ist Nr. 1232, 1234 gezeigt worden; insbesondere aber werden durch Aram Naharaim oder Syrien der Flüsse bezeichnet die Erkenntnisse des Wahren: Nr. 3051, 3664: hier wird aber nicht gesagt, daß er nach Aram oder Syrien gegangen sei, sondern zum Land der Söhne des Aufgangs, damit dasjenige bezeichnet werde, wovon in diesem ganzen Kapitel gehandelt wird, nämlich das Aufsteigen zu den Wahrheiten der Liebe. Wahrheiten der Liebe heißen jene Wahrheiten, die anderswo himmlische Wahrheiten genannt wurden; denn es sind die Erkenntnisse von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und von der Liebe zum Herrn. Im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, sind es die Wahrheiten der göttlichen Liebe. Jene Wahrheiten, nämlich von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und von der Liebe zum Herrn, müssen gelernt werden, ehe der Mensch wiedergeboren werden kann, und müssen auch anerkannt und geglaubt werden, und in dem Maß, als sie anerkannt, geglaubt und mit dem Leben betätigt werden, in solchem Maß wird auch der Mensch wiedergeboren, und dann werden sie in solchem Maß dem Natürlichen des Menschen eingepflanzt, in dem sie sind wie in ihrem Boden; sie werden dort eingepflanzt zuerst durch den Unterricht von den Eltern und Lehrern, hernach aus dem Wort des Herrn, nachher aus eigenem Nachdenken darüber. Aber dadurch werden sie bloß ins natürliche Gedächtnis des Menschen niedergelegt, und unter die Kenntnisse dort eingereiht; aber gleichwohl werden sie nicht anerkannt, geglaubt und angeeignet, wenn nicht das Leben danach ist; denn alsdann erst kommt der Mensch in die Neigung, und in dem Maß, als er in die Neigung aus dem Leben kommt, werden sie seinem Natürlichen wie in ihren Boden eingepflanzt; was nicht so eingepflanzt wird, ist zwar beim Menschen, aber nur in seinem Gedächtnis, wie eine Notiz oder eine Geschichte, die zu nichts anderem dienlich ist, als daß er davon reden kann, und dadurch Ruhm erlangen, und durch diesen Vermögen und Ehren gewinnen; aber dann sind sie nicht eingepflanzt. Daß durch das Land der Söhne des Aufgangs die Wahrheiten der Liebe, somit die Erkenntnisse des Wahren, die zum Guten streben, bezeichnet werden, kann erhellen aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie sind Wahrheiten, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; und aus der Bedeutung des Aufgangs, sofern er ist die Liebe, wovon Nr. 101, 1250, 3249; deren Land ist der Boden, in dem sie sind. Daß die Söhne des Aufgangs diejenigen sind, die in den Erkenntnissen des Wahren und Guten sind, mithin den Wahrheiten der Liebe, kann auch anderwärts aus dem Wort erhellen, wie 1.Kön.5/10: "Größer war die Weisheit Salomos als die Weisheit aller Söhne des Aufgangs, und alle Weisheit der Ägypter": wo durch die Weisheit der Söhne des Aufgangs bezeichnet werden die inwendigeren Erkenntnisse des Wahren und Guten, somit diejenigen, die in ihnen sind; durch die Weisheit der Ägypter aber die Wissenschaft eben jener, die auf niedrigerer Stufe steht. Daß durch die Ägypter Wißtümliches im allgemeinen bezeichnet wird, sehe man Nr. 1164, 1165, 1462. Jerem.49/28: "So sprach Jehovah: stehet auf, steiget hinauf wider Kedar, verwüstet die Söhne des Aufgangs, ihre Zelte und ihre Herden sollen sie nehmen, ihre Zeltdecken, und alle ihre Gefäße, und ihre Kamele sollen sie nehmen": daß hier unter den Söhnen des Aufgangs diejenigen verstanden werden, die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind, erhellt daraus, daß sie nehmen sollen ihre Zelte und Herden, dann die Zeltdecken und alle ihre Gefäße, wie auch die Kamele; denn durch Zelte wird bezeichnet Heiliges des Guten: Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312; durch Herden Gutes der Liebtätigkeit: Nr. 343, 2566; durch Zeltdecken heilige Wahrheiten: Nr. 2576, 3478; durch Gefäße Wahres des Glaubens und Wißtümliches: Nr. 3068, 3079; durch Kamele Wißtümliches im allgemeinen: Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; somit durch die Söhne des Aufgangs diejenigen, die darin sind, d.h., die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren (leben). Daß die Weisen von den Morgenländern, die zu Jesu kamen, da Er geboren war, von denjenigen waren, die Söhne des Aufgangs hießen, kann daraus erhellen, daß sie in der Erkenntnis waren, der Herr werde geboren werden, und daß sie Seine Ankunft wußten aus dem Stern, der ihnen erschien im Aufgang, von dem es Matth.2/1,2 heißt: "Da Jesus geboren war in Bethlehem Judäas, siehe, da kamen Weise von den Morgenländern gen Jerusalem, sagend: wo ist der geborene König der Juden, denn wir sahen Seinen Stern vom Aufgang, und sind gekommen, Ihn anzubeten": daß bei den Söhnen des Aufgangs, die aus Syrien, eine solche Prophezeiung von Alters her war, erhellt aus der Weissagung Bileams von der Zukunft des Herrn, bei 4. Mose 24/17: "Ich sehe Ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke Ihn, aber nicht nahe; aufgehen wird ein Stern aus Jakob, und aufstehen ein Zepter aus Israel": daß Bileam aus dem Land der Söhne des Aufgangs oder aus Syrien war, geht aus folgenden Worten bei 4. Mose 23/7 hervor: "Bileam tat seinen Ausspruch, und sprach: Von Syrien hat mich hergebracht Balak, aus den Bergen des Aufgangs": jene Weisen, die zu Jesu kamen, als Er geboren wurde, werden Magier genannt; so hießen aber die Weisen zu jener Zeit, wie aus mehreren Stellen erhellt, wie 1. Mose 41/8; 2. Mose 7/11; Dan.2/27; 4/3,4; 1.Kön.5/10 und hie und da bei den Propheten. Daß die Söhne des Aufgangs im entgegengesetzten Sinn die Erkenntnisse des Bösen und Falschen bedeuten, somit auch diejenigen, die in diesen sind, erhellt bei Jes.11/14: "Es weichet die Eifersucht Ephraims, und die Feinde Jehudahs werden ausgerottet werden, sie werden fliegen auf die Schulter der Philister dem Meere zu, und zugleich berauben die Söhne des Aufgangs". Hes.25/4,10: "Wider die Söhne Ammons: siehe, Ich habe dich übergeben den Söhnen des Aufgangs zum Erbe, und sie werden stellen ihre Anordnungen in dir". Richt.6/3: "Wenn Israel säte, da kam herauf Midian, und Amalek, und die Söhne des Aufgangs, und kamen herauf über ihn": Midian bedeutet die, welche im Falschen sind, weil nicht im Lebensguten: Nr. 3242; Amalek die, welche in Falschheiten (d.h. Irrtümern) befangen sind, womit sie die Wahrheiten bekämpfen: Nr. 1679; Söhne des Aufgangs bedeutet die, welche in den Erkenntnissen des Falschen (sich befinden). 3763. Vers 2,3: Und er sah, und siehe, ein Brunnen im Feld, und siehe da, drei Scharen der Herde lagernd bei demselben, denn aus jenem Brunnen tränkten sie die Scharen, und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens. Und es wurden allda versammelt alle Scharen, und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens ab, und tränkten die Herde, und legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort. "Und er sah" bedeutet das Innewerden; "und siehe, ein Brunnen" bedeutet das Wort; "im Feld" bedeutet für die Kirchen; "und siehe da, drei Scharen der Herde lagernd bei demselben" bedeutet Heiliges der Kirchen und der Lehren; "denn aus jenem Brunnen tränkten sie die Scharen" bedeutet, daß von daher die Wissenschaft komme; "und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens" bedeutet, daß es verschlossen war; "und es wurden allda versammelt alle Scharen" bedeutet, daß alle Kirchen und deren Lehren (sich bilden) von daher; "und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens ab" bedeutet, daß sie wieder aufschlossen; "und tränkten die Herde" bedeutet, daß von daher die Lehre; "und legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort" bedeutet, daß es unterdessen verschlossen war. 3764. "Und er sah", 1. Mose 29/2, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist innewerden, wovon im Folgenden dieses Kapitels beim 32. Vers, wo von Ruben (die Rede ist), der vom Sehen den Namen bekam. 3765. "Und siehe, ein Brunnen", 1. Mose 29/2, bedeutet das Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er ist das Wort, und auch die Lehre aus dem Wort, wovon Nr. 2702, 3096, 3424. Das Wort heißt hier Brunnen, weil vom Natürlichen gehandelt wird, das an sich betrachtet das Wort nur nach dem buchstäblichen Sinn faßt; hingegen heißt das Wort ein Quell, wenn vom Vernünftigen gehandelt wird, aus dem das Wort nach dem inneren Sinn begriffen werden kann. 3766. "Im Feld", 1. Mose 29/2, bedeutet, für die Kirchen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, sofern es ist die Kirche in Ansehung des Guten, wovon Nr. 2971. Die Kirche wird im Wort bezeichnet durch Land, durch Boden und durch Feld, aber mit Unterschied. Daß das Feld die Kirche ist, kommt daher, weil sie wie ein Feld die Samen des Guten und Wahren aufnimmt; denn die Kirche hat das Wort, aus dem jene (stammen). Daher kommt es auch, daß alles, was im Feld ist, ebenfalls das bedeutet, was der Kirche angehört, wie die Saat, die Ernte, das Saatfeld, der Weizen, die Gerste und so weiter, und auch dieses mit Unterschied. 3767. "Und siehe da, drei Scharen der Herde lagernd bei demselben", 1. Mose 29/2, bedeutet Heiliges der Kirchen und der Lehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern sie sind das Heilige, wovon Nr. 720, 901; aus der Bedeutung der Scharen der Herde, sofern sie sind das, was der Kirche angehört, somit die Lehren; im besonderen bedeutet die Herde diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, und Gutes, das der Liebtätigkeit, und Wahres, das dem Glauben angehört, lernen und sich aneignen, und dann der Hirte, der dasselbe lehrt. Im allgemeinen aber bedeutet Herde alle die, welche im Guten sind, somit die zur Kirche des Herrn im ganzen Erdkreis gehören; und weil dieselben alle durch die Lehren in das Gute und Wahre eingeführt werden, darum werden durch die Herde auch die Lehren bezeichnet; denn das, was macht, daß der Mensch ein solcher ist, und der Mensch selbst, der ein solcher ist, wird unter dem gleichen Wort im inneren Sinn verstanden; denn das Subjekt, das der Mensch ist, wird aus dem erkannt, wodurch er Mensch ist. Dies ist der Grund, warum einige Male gesagt wird, daß Namen bedeuten Sachen, und auch diejenigen, bei denen diese Sachen sind, wie z.B. daß Tyrus und Zidon die Erkenntnisse des Guten und Wahren bedeuten, und auch diejenigen, die in diesen Erkenntnissen sind; und Ägypten die Wissenschaft, und Aschur das Vernünfteln bedeute, aber es werden alsdann diejenigen verstanden, die darin sind, und so fort. Aber die Rede im Himmel geschieht durch Sachen ohne die Vorstellung der Personen, somit durch allumfassende Begriffe (per universalia), und zwar aus dem Grund, weil sie so unzählig vieles begreifen, hauptsächlich aber aus dem Grund, weil sie alles Gute und Wahre dem Herrn und sich selber nichts zuschreiben. Daher sind die Vorstellungen ihrer Rede einzig und allein auf den Herrn gerichtet. Hieraus nun wird klar, warum gesagt wird, die Herde bedeute die Kirchen, und auch die Lehren. Von den Scharen der Herde wird gesagt, sie lagern beim Brunnen, weil aus dem Wort die Lehren (geschöpft werden), daß der Brunnen das Wort ist, wurde Nr. 3765 gesagt. HG 3768 3768. "Denn aus jenem Brunnen tränkten sie die Scharen", 1. Mose 29/2, bedeutet, von daher stamme die Wissenschaft, nämlich aus dem Wort. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er ist das Wort, wovon Nr. 3765; aus der Bedeutung von tränken oder trinken lassen, sofern es ist belehrt werden, wovon Nr. 3069; und aus der Bedeutung der Scharen, sofern sie sind die Wissenschaft der Lehren, wovon ebenfalls Nr. 3767. Aus diesem wird klar, daß durch "aus dem Brunnen tränkten sie die Scharen" bezeichnet wird: aus dem Wort komme die Wissenschaft der Lehren des Guten und Wahren. In dem, was über Jakob folgt, wird im höchsten Sinn gehandelt vom Herrn, wie Er Sein Natürliches göttlich gemacht hat, und in diesem Kapitel von der Einweihung; und im inneren vorbildlichen Sinn von denen, die wiedergeboren werden, wie der Herr ihren natürlichen Menschen erneuert, und in diesem Kapitel von der Einweihung. Darum wird hier gehandelt vom Wort und von der Lehre aus demselben, denn durch die Lehre aus dem Wort (geschieht) die Einweihung und Wiedergeburt; und weil dies durch den Brunnen und die drei Scharen der Herde bezeichnet wird, darum wird dieses geschichtlich erwähnt. Wenn es nicht dies bedeutete, so wäre es zu unwichtig, als daß es im göttlichen Wort erwähnt würde. Was es in sich schließt, kann klar sein, daß nämlich alle Wissenschaft und Lehre des Guten und Wahren aus dem Wort ist. Der natürliche Mensch kann zwar wissen und auch begreifen was gut und wahr ist, aber nur das natürlich und bürgerlich Gute und Wahre, aber das geistig Gute und Wahre kann er nicht erfassen, das muß aus Offenbarung, somit aus dem Wort geschehen; wie zum Beispiel: der Mensch kann aus Vernunft, die ein jeder hat, wissen, daß man den Nächsten lieben, und daß man Gott verehren muß, aber wie der Nächste zu lieben und wie Gott zu verehren sei, kann man nur wissen aus dem Wort, somit was geistig gut und wahr ist; sowie auch, daß das Gute selbst der Nächste ist, mithin auch diejenigen, die im Guten sind, und zwar gemäß dem Guten, in dem sie sind; und daß deswegen das Gute der Nächste ist, weil im Guten der Herr ist, und daß so in der Liebe zum Guten, der Herr geliebt wird. Ebenso können die, welche das Wort nicht haben, auch nicht wissen, daß alles Gute vom Herrn ist, und daß dasselbe beim Menschen einfließt, und die Neigung zum Guten macht, und daß jene Neigung Liebtätigkeit genannt wird. Die das Wort nicht haben, können auch nicht wissen, wer der Gott des Weltalls ist; daß es der Herr ist, bleibt ihnen verborgen, da doch das Innerste der Neigung oder Liebtätigkeit, mithin das Innerste des Guten auf Ihn abzielen muß. Hieraus wird klar, was das geistig Gute ist, was man nicht anderswoher wissen kann als aus dem Wort. Was hingegen die Heiden betrifft, so wissen sie zwar dasselbe nicht, solange sie in der Welt sind, dennoch aber, wenn sie in gegenseitiger Liebtätigkeit untereinander leben, sind sie dadurch befähigt, daß sie im anderen Leben über solche Dinge belehrt werden können; und daß sie es auch gerne annehmen und sich aneignen, sehe man Nr. 2589-2604. 3769. "Und ein großer Stein war auf der Öffnung des Brunnens", 1. Mose 29/2, bedeutet, es war verschlossen. Dies kann erhellen ohne Erklärung. Das Wort heißt verschlossen, solange es bloß nach dem Buchstabensinn verstanden, und alles das, was darin steht, für eine Lehre angenommen wird; und noch mehr verschlossen, wenn als Lehre anerkannt wird, was die Begierden der Selbst- und Weltliebe begünstigt; denn dieses hauptsächlich wälzt einen großen Stein auf die Öffnung des Brunnens, d.h. verschließt das Wort, und wie man dann nicht weiß, so will man auch nicht wissen, daß ein inwendigerer Sinn im Worte ist, obwohl man es doch aus mehreren Stellen sehen kann, wo der Buchstabensinn nach dem inwendigeren Sinn erklärt wird; und auch aus den in der Kirche angenommenen Lehren, auf die man allen Buchstabensinn des Wortes durch verschiedene Auslegungen bezieht. Was es heißt, daß das Wort verschlossen sei, kann man hauptsächlich an den Juden sehen, die alles und jedes nach dem Buchstaben erklären, und daher glauben, daß sie vor allen im ganzen Weltkreis auserwählt seien, und daß der Messias kommen werde, der sie ins Land Kanaan einführen, und sie über alle Nationen und Völker der Länder zu Herren machen werde; denn sie sind in irdischen, körperlichen Liebestrieben, die von der Art sind, daß sie das Wort in betreff des inwendigeren Gehalts ganz verschließen. Deswegen wissen sie auch noch nicht, ob es ein himmlisches Reich gebe, ob sie nach dem Tode leben werden, was der inwendige Mensch sei, nicht einmal, daß es etwas Geistiges gibt, geschweige, daß der Messias gekommen ist, die Seelen selig zu machen. Daß das Wort für sie verschlossen ist, kann auch genugsam daraus erhellen, daß sie, obwohl sie unter den Christen leben, dennoch gar nichts von ihren Lehren annehmen; gemäß den Worten bei Jes.6/9,10,11; Matth.13/14,15; Joh.12/40,41: "Sagen sollst du diesem Volk: Höret hörend und verstehet nicht, und sehet sehend und erkennet nicht; mache fett das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und sein Augen verklebe; und ich sprach: wie lange, Herr; und Er sprach: bis daß verwüstet sind die Städte, und kein Bewohner darin, und die Häuser, und kein Mensch darin, und der Boden verwüstet ist zur Einöde". Denn in dem Maß, als der Mensch in den Trieben der Selbst- und Weltliebe und in deren Begierden ist, wird ihm das Wort verschlossen; denn jene Triebe haben das Ich zum Zweck, und dieser Zweck zündet das natürliche Licht an, löscht aber das himmlische Licht aus, so daß sie scharf sehen, was dem eigenen Ich und der Welt angehört, und gar nichts, was dem Herrn und Seinem Reich angehört; und da es so ist, können sie zwar das Wort lesen, aber in der Absicht, Ehren und Vermögen zu gewinnen, oder in der Absicht zu scheinen, oder aus Liebe und daher angenommener Gewohnheit, oder aus Frömmigkeit, und gleichwohl nicht in der Absicht, das Leben zu bessern. Solchen ist das Wort auf verschiedene Art verschlossen, einigen so, daß sie gar nichts anderes wissen wollen, als was ihre Lehren aussagen, von welcher Art diese auch sein mögen; z.B. wenn man sagt, daß dem Petrus nicht die Macht gegeben worden sei, den Himmel zu öffnen und ihn zu verschließen, sondern dem Glauben der Liebe, der durch die Schlüssel Petri bezeichnet wird, so erkennen sie das gar nicht an, weil die Selbst- und Weltliebe es hindert; und wenn man sagt, daß die Heiligen nicht verehrt werden sollen, sondern einzig der Herr, so nehmen sie das auch nicht an; wenn man sagt, daß unter Brot und Wein im heiligen Abendmahl verstanden wird die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, und die Gegenliebe des Menschen zum Herrn, glauben sie dieses auch nicht; und wenn man sagt, daß der Glaube nichts macht, wenn er nicht das Gute des Glaubens, d.h. die Liebtätigkeit ist, so erklären sie dieses verkehrt, und so weiter. Die, welche von solcher Art sind, können gar nichts sehen und wollen auch keine Wahrheit im Wort sehen, sondern bleiben hartnäckig in ihrer Glaubensmeinung; und wollen nicht einmal hören, daß ein innerer Sinn und in diesem die Heiligkeit und Herrlichkeit des Wortes ist; ja, wenn sie hören, daß es einen gibt, so empfinden sie schon beim Hören aus Widerwillen einen Ekel; so ist ihnen das Wort verschlossen, da doch das Wort so beschaffen ist, daß es bis in den Himmel und durch den Himmel zum Herrn offen ist, und bloß verschlossen in Rücksicht auf den Menschen, insofern derselbe in Bösem der Selbst- und Weltliebe ist in betreff der Zwecke des Lebens und in den Grundsätzen des Falschen daher. Hieraus kann erhellen, was es heißt, daß ein großer Stein auf der Öffnung des Brunnens liege. 3770. "Und es wurden allda versammelt alle Scharen", 1. Mose 29/3, bedeutet, alle Kirchen und deren Lehren seien von daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Scharen, sofern es sind Kirchen, und auch die Lehren, die den Kirchen angehören, wovon Nr. 3767, 3768; daß diese aus dem Wort sind, wird bezeichnet durch versammelt werden daselbst. 3771. "Und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens", 1. Mose 29/3, bedeutet, sie schlossen wieder auf. Dies erhellt aus dem, was Nr. 3769 gesagt wurde über die Bedeutung des großen Steins auf der Öffnung des Brunnens, sofern es bedeutet, daß das Wort verschlossen war. Hieraus wird klar, daß: sie wälzten den Stein ab von der Öffnung des Brunnens, heißt, sie schlossen wieder auf. 3772. "Und tränkten die Herde", 1. Mose 29/3, bedeutet von daher die Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken oder trinken lassen, sofern es ist belehren, wovon Nr. 3069, 3768; und aus der Bedeutung der Herde, sofern es sind diejenigen, die in Gutem und Wahrem des Glaubens, wovon Nr. 343, 3767; somit dieselbe tränken, bedeutet: belehren aus dem Wort, mithin die Lehre. 3773. "Und sie legten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort", 1. Mose 29/3, bedeutet, es war unterdessen verschlossen. Dies erhellt aus dem, was über den Stein auf der Öffnung des Brunnens Nr. 3769, 3771 gesagt wurde. Damit, daß das Wort den Kirchen aufgeschlossen und hernach verschlossen ist, verhält es sich nämlich so: Im Anfang, wenn eine Kirche eingesetzt wird, ist ihnen das Wort zuerst verschlossen, aber hernach wird es aufgeschlossen, indem der Herr es so vorsieht, und sie lernen daraus, daß die ganze Lehre sich auf die zwei Gebote gründet, daß man den Herrn lieben soll über alles, und den Nächsten wie sich selbst. Wenn diese zwei Gebote der Endzweck sind, dann ist das Wort aufgeschlossen, denn das ganze Gesetz und alle Propheten, d.h. das ganze Wort, hängt von denselben ab, so daß alles von daher ausgeht, und so alles auf sie sich bezieht; und weil sie dann in den Hauptgrundsätzen des Wahren und Guten sind, werden sie erleuchtet im einzelnen, das sie im Wort sehen; denn der Herr ist dann mittelst der Engel bei ihnen, und lehrt sie, obwohl sie es nicht wissen, und führt sie auch ins Leben des Wahren und Guten. Das kann man auch sehen an allen Kirchen, sofern sie in ihrer Kindheit von solcher Art gewesen sind, und den Herrn aus Liebe verehrt und den Nächsten von Herzen geliebt haben, aber im Fortgang der Zeit entfernen sich die Kirchen von diesen zwei Geboten, und lenken sich vom Guten der Liebe und Liebtätigkeit zu dem, was Glaubenssache genannt wird, somit vom Leben zur Lehre, und in dem Maß, als dies geschieht, wird das Wort verschlossen. Dies ist es, was bezeichnet wird durch diese Worte im inneren Sinn: "Siehe, ein Brunnen im Feld, und siehe da, drei Scharen der Herde lagernd bei demselben, denn aus jenem Brunnen tränkten sie die Scharen, und ein großer Stein auf der Öffnung des Brunnens. Und es wurden dorthin versammelt alle Haufen, und sie wälzten den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkten die Herde, und taten den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Ort". 3774. Vers 4-6: Da sprach Jakob zu ihnen: meine Brüder, woher seid ihr? Und sie sprachen: von Charan sind wir. Und er sprach zu ihnen: kennet ihr Laban, den Sohn Nachors? Und sie sprachen: wir kennen ihn. Und er sprach zu ihnen: hat er Frieden? Und sie sprachen: Frieden; und siehe, Rachel, seine Tochter, kommt mit der Herde. "Da sprach Jakob zu ihnen" bedeutet das Wahre des Guten; "meine Brüder, woher seid ihr" bedeutet die Liebtätigkeit in demselben, aus was für einem Ursprung (sie sei); "und sie sprachen: von Charan sind wir" bedeutet aus dem Guten des gemeinschaftlichen Stammes; "und er sprach zu ihnen: kennt ihr Laban, den Sohn Nachors?" bedeutet, ob sie das Gute desselben Stammes haben; "und sie sprachen: wir kennen ihn" bedeutet Bejahung; "und er sprach zu ihnen: hat er Frieden?" bedeutet, ob jenes nicht aus dem Reich des Herrn; "und sie sprachen: Frieden" bedeutet Bejahung; "und siehe, Rachel, seine Tochter" bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren; "kommt mit der Herde" bedeutet die inwendigeren Lehren. 3775. "Da sprach Jakob zu ihnen", 1. Mose 29/4, bedeutet das Wahre des Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das göttlich Natürliche des Herrn, wovon früher. Weil alles und jedes überall sich auf das Gute und Wahre bezieht: Nr. 3166, 3513, 3519, so auch das, was im Natürlichen ist, und weil das Gute und Wahre im Natürlichen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, anfangs in einem anderen Zustand ist als im Fortgang und am Ende, darum wird durch Jakob vorgebildet das Natürliche in Ansehung des Wahren und Guten gemäß dem Zustand, hier in Ansehung des Wahren aus dem Guten. Aber jene Verschiedenheiten überall im einzelnen auseinandersetzen hieße, die Sachen verdunkeln, hauptsächlich bei denen, die keine klare Vorstellung vom Wahren und Guten haben, und noch weniger vom Wahren, durch welches das Gute, und vom Wahren, das aus dem Guten. 3776. "Meine Brüder, woher seid ihr?", 1. Mose 29/4, bedeutet die Liebtätigkeit in demselben, aus was für einem Ursprung (sie sei). Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, sofern sie sind diejenigen, die im Guten sind, und daher das Gute selbst, mithin die Liebtätigkeit, wovon Nr. 367, 2360, 3303, 3459; und aus der Bedeutung von "woher seid ihr", sofern es ist, aus was für einem Ursprung. Aus diesem wird auch klar, daß, was im Buchstabensinn eine Frage ist und auf eine Person bezogen, im inneren Sinn in eine Vorstellung fällt, die nicht auf jemand bezogen ist; denn das Geschichtliche des Buchstabens wird zu nichts im Himmel bei den Engeln, wenn es den Menschen verläßt und in den Himmel eingeht. Hieraus kann erhellen, wie es sich verhält mit der Frage Jakobs an die Männer von Charan: "meine Brüder, woher seid ihr?", daß es nämlich bedeutet die Liebtätigkeit daselbst, aus was für einen Ursprung sie sei. Hiermit verhält es sich so: die Liebtätigkeit, die in der äußeren Form als Liebtätigkeit erscheint, ist nicht immer Liebtätigkeit in der inneren Form; aus dem Zweck wird erkannt, von welcher Art sie ist und woher sie ist. Die Liebtätigkeit, die aus einem selbstischen und weltlichen Zweck geübt wird, ist nicht Liebtätigkeit in der inneren Form, ja man darf sie nicht einmal Liebtätigkeit heißen. Hingegen die Liebtätigkeit, die aus einem Zweck geübt wird, um des Nächsten willen, um des Gemeinwohls, um des Himmels und so um des Herrn willen, ist eigentlich Liebtätigkeit, und hat in sich die Neigung, wohl zu tun von Herzen, und daher eine Lust des Lebens (jucundum vitae), die im anderen Leben Wonne (beatum) wird. Dieses zu wissen ist sehr wichtig, damit der Mensch wisse, was das Reich des Herrn an sich ist; von der Nachforschung über diese Liebtätigkeit, oder was gleich ist über dieses Gute, wird nun in diesen Versen gehandelt; und hier wird zuerst gefragt, aus welchem Ursprung die Liebtätigkeit sei, was bezeichnet wird durch: "meine Brüder, woher seid ihr?". 3777. "Und sie sprachen: von Charan sind wir", 1. Mose 29/4, bedeutet, aus dem Guten gemeinschaftlichen Stammes. Dies erhellt aus der Bedeutung von Charan, sofern es ist das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, wovon Nr. 3612. 3778. "Und er sprach zu ihnen: kennet ihr Laban, den Sohn Nachors", 1. Mose 29/5, bedeutet, ob sie das Gute desselben Stammes haben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das seitenverwandte Gute des gemeinschaftlichen Stammes, wovon Nr. 3612, 3665; und aus der vorbildlichen Bedeutung Nachors, sofern er ist derjenige gemeinschaftliche Stamm, aus dem das Gute kommt, das Laban (ist). Daß "kennen" im inneren Sinn heißt, von daher sein, ist aus dem Zusammenhang klar. Wie es sich mit der Vorbildung des seitenverwandten Guten durch Nachor, Bethuel und Laban verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Therach, welcher Vater von drei Söhnen, nämlich Abram, Nachor und Charan war: 1. Mose 11/27, bildet den gemeinschaftlichen Stamm vor, aus dem die Kirchen (hervorgingen), Therach selbst war zwar ein Götzendiener, aber die Vorbilder zielen nicht ab auf die Person, sondern auf die Sache, man sehe Nr. 1361; und weil die vorbildliche jüdische Kirche in Abraham den Anfang nahm und eingesetzt wurde bei seinen Nachkommen von Jakob, erhält Therach und seine drei Söhne die Vorbildung der Kirchen. Abram erhält die Vorbildung der echten Kirche, wie sie bei denen ist, die das Wort haben; hingegen sein Bruder Nachor erhält die Vorbildung der Kirche, wie sie sich findet bei den Heiden, die das Wort nicht haben. Daß die Kirche des Herrn durch den ganzen Weltkreis verbreitet, und auch unter den Heiden ist, die in der Liebtätigkeit leben, wird klar aus dem, was über die Heiden hie und da gezeigt wurde; daher kommt es nun, daß durch Nachor, seinen Sohn Bethuel und dessen Sohn Laban vorgebildet wird das seitenverwandte Gute des gemeinschaftlichen Stammes, d.h. das Gute, in dem diejenigen sind, die zur Kirche bei den Heiden gehören. Dieses Gute unterscheidet sich von dem Guten gemeinschaftlichen Stammes in gerader Linie dadurch, daß es nicht echte Wahrheiten sind, die ihrem Guten verbunden werden, sondern daß es meistens äußere Scheinbarkeiten sind, die Sinnestäuschungen genannt werden, denn sie haben das Wort nicht, aus dem sie erleuchtet werden können. Das Gute ist zwar in seinem Wesen einig, aber es bekommt seine Beschaffenheit von den Wahrheiten, die ihm eingepflanzt werden. Daher wird es verschieden. Die Wahrheiten, die den Heiden als wahr erscheinen, sind im allgemeinen, daß sie einen Gott verehren, Den sie um ihr Gutes bitten, und Dem sie es zuschreiben, und solange sie in der Welt leben, wissen sie nicht, daß jener Gott der Herr ist. Ferner auch, daß sie ihren Gott unter Bildern, die sie für heilig halten, anbeten, außer anderem mehr. Aber gleichwohl hindert solches nicht, daß sie ebenso selig werden wie die Christen, wenn sie nur in der Liebe zu ihrem Gott und in der Liebe gegen den Nächsten leben, denn hierdurch sind sie fähig, inwendigere Wahrheiten im anderen Leben aufzunehmen, man sehe Nr. 932, 1032, 1059, 2049, 2051, 2284, 2589-2604, 2861, 2863, 3263. Hieraus wird klar, was unter dem seitenverwandten Guten gemeinschaftlichen Stammes verstanden wird. Daß durch Nachor diejenigen außerhalb der Kirche vorgebildet werden, die in der Bruderliebe aus dem Guten sind, sehe man Nr. 2863, 2864, 2868. Daß durch Bethuel das Gute der Heiden erster Klasse vorgebildet wird: Nr. 2865, 3665; durch Laban die Neigung zum äußeren oder leiblichen Guten und eigentlich das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes: Nr. 3612, 3665. Mit diesem Guten verhält es sich so, daß es zu allererst dem Menschen zum Mittel dient, sich das geistig Gute zu erwerben; denn es ist ein äußeres, leibliches und aus äußeren Scheinbarkeiten, die an sich Sinnestäuschungen sind. Im Knabenalter erkennt der Mensch nichts anderes für wahr und gut an; und obwohl er belehrt wird, was das innere Gute und Wahre ist, hat er dennoch von diesem keine andere Vorstellung als eine leibliche; und weil die erste Vorstellung so beschaffen ist, darum ist ein solches Gute und Wahre das erste Mittel, durch das inwendigeres Wahres und Gutes eingeführt wird. Dies ist das Geheimnis, das hier durch Jakob und Laban vorgebildet wird. 3779. "Und sie sprachen: wir kennen ihn", 1. Mose 29/5; daß dies Bejahung bedeutet, kann ohne Erklärung erhellen. 3780. "Und er sprach zu ihnen: hat er Frieden?", 1. Mose 29/6, bedeutet, ob es nicht aus dem Reich des Herrn sei, nämlich das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Friedens, worüber im Folgenden. Im historischen Sinn wird nach Laban gefragt, ob er Frieden habe, aber im inneren Sinn nach dem Guten, das durch Laban vorgebildet wird. Daß Laban das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes ist, d.h. ein solches, wie es bei den Heiden sich findet, die in der allgemeinen Kirche, d.h. im Reich das Herrn sind, sehe man Nr. 3778. Hieraus wird klar, was durch jene Worte bezeichnet wird, ob dasselbe nicht aus dem Reich des Herrn sei. Was den Frieden betrifft, so bezeichnet derselbe im höchsten Sinn den Herrn selbst, und daher im inneren Sinn Sein Reich, und es ist der Friede das Göttliche des Herrn, das innigst anregt das Gute, in dem die dort Befindlichen sind. Daß dies durch den Frieden im Wort bezeichnet wird, kann aus mehreren Stellen erhellen, wie bei Jes.9/5,6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schultern das Fürstentum, und es wird genannt werden Sein Name: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens, der da mehret das Fürstentum, und der Frieden wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und in Seinem Reich": wo Fürst des Friedens offenbar bedeutet den Herrn, und der da mehret das Fürstentum und den Frieden, das bedeutet, was in Seinem Reich ist, somit das Reich selbst. Jes.32/17,18: "Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und die Arbeit der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit in Ewigkeit; und wohnen wird Mein Volk in der Wohnung des Friedens": hier vom Reich des Herrn, wo Friede, Ruhe und Sicherheit aufeinanderfolgen. Wohnung des Friedens für Himmel. Jes.33/7,8: "Die Engel des Friedens weinen bitterlich; verwüstet sind die Pfade, aufgehört hat der Hingehende auf dem Weg": Engel des Friedens bedeutet diejenigen, die im Reich des Herrn sind, somit das Reich selbst, und im höchsten Sinn den Herrn; verwüstet die Pfade, und aufgehört hat der Hingehende auf dem Weg, bedeutet, es sei nirgends mehr das Wahre. Daß Pfade und Wege sind Wahrheiten, sehe man Nr. 627, 2333. Jes.52/7: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des guten Boten, der hören läßt Frieden, der sagt zu Zion, es regiert dein Gott": der gute Bote, der hören läßt Frieden, bedeutet das Reich des Herrn. Jes.54/10: "Berge werden weichen, und Hügel werden zerfallen, aber Meine Barmherzigkeit wird nicht von dir weichen, und der Bund Meines Friedens wird nicht zerfallen". Jes.59/8: "Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und ist kein Rechtsurteil in ihren Straßen". Jerem.16/5: "Hinnehmen werde Ich Meinen Frieden von diesem Volk, spricht Jehovah, Erbarmen und Barmherzigkeit". Jerem.25/37: "Verwüstet sind die Hürden des Friedens von wegen der Glut Jehovahs". Jerem.28/9: "Der Prophet, der weissagt vom Frieden, wenn kommt das Wort des Propheten, wird erkannt werden als Prophet, daß ihn gesandt hat Jehovah". Jerem.29/11: "Ich weiß die Gedanken, die Ich denke über euch, spricht Jehovah, Gedanken des Friedens". Haggai 2/9: "Größer wird sein die Herrlichkeit dieses späteren Hauses als die des früheren, denn an diesem Ort werde Ich Frieden geben". Sach.8/12: "Ein Samen des Friedens werden sie sein, der Weinstock wird geben seine Frucht, und die Erde wird geben ihr Gewächs, und die Himmel werden geben ihren Tau". Ps.37/37: "Bewahre Unbescholtenheit, und siehe aufs Rechte, weil das Ende eines solchen Mannes ist Friede". Luk.10/5,6: "Jesus sprach zu den Jüngern: wo ihr in ein Haus eingehet, saget zuerst, Friede diesem Hause, und wenn daselbst ein Sohn des Friedens ist, so wird ruhen auf ihm euer Friede; wenn aber nicht, so wird er auf euch zurückkehren". Joh.14/27: "Den Frieden lasse ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe Ich euch". Joh.16/33: "Jesus sprach: dieses habe Ich geredet zu euch, auf daß ihr in Mir Frieden habet". In allen diesen Stellen bezeichnet der Friede im höchsten Sinn den Herrn; im vorbildlichen Sinn Sein Reich und das Gute vom Herrn daselbst, somit das Göttliche, das ins Gute oder in die Neigungen zum Guten einfließt, das auch vom Inwendigsten heraus Freuden und Seligkeiten schafft. Hieraus wird klar, was unter den Segensworten: "Erheben wird Jehovah Sein Angesicht zu dir, und wird dir Frieden geben": 4. Mose 6/26, verstanden wird; und was (verstanden wird) unter dem von Alters her bräuchlichen Gruß: "Friede sei mit Euch", und dem gleichen vom Herrn zu den Aposteln gesagten, Joh.20/19,21,26; man sehe auch über den Frieden Nr. 92, 93, 1726, 2780, 3170, 3696. 3781. "Und sie sprachen: Frieden", 1. Mose 29/6, bedeutet Bejahung; dies kann ohne Erklärung erhellen, denn es ist eine bejahende Antwort. HG 3782 3782. "Und siehe, Rachel, seine Tochter", 1. Mose 29/6, bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, und der Leah, sofern sie ist die Neigung zum auswendigeren Wahren, wovon im Folgenden. 3783. "Kommt mit der Herde", 1. Mose 29/6, daß dies die inwendigeren Lehren bedeutet, erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist die Kirche und auch die Lehre, wovon Nr. 3767, 3768, 3772. Hier die inwendigeren Lehren, weil gesagt wird von der Rachel, daß sie mit der Herde kam. 3784. Vers 7,8: Und er sprach: siehe, der Tag ist noch lang, es ist nicht Zeit einzusammeln das Vieh, tränket die Herde, und gehet, weidet. Und sie sprachen: wir können nicht, bis daß versammelt werden alle Scharen, und man den Stein abwälzt von der Öffnung des Brunnens, dann werden wir tränken die Herde. "Und er sprach: siehe, der Tag ist noch lang" bedeutet, nun sei der Zustand des Fortschreitens; "es ist nicht Zeit einzusammeln das Vieh" bedeutet, noch nicht sei zu einem verbunden das Gute und Wahre der Kirchen und der Lehren; "tränket die Herde, und gehet, weidet" bedeutet immerhin finde Belehrung daraus statt für wenige; "und sie sprachen: wir können nicht, bis daß versammelt werden alle Scharen" bedeutet, sie müssen beisammen sein; "und man den Stein abwälzt von der Öffnung des Brunnens" bedeutet, daß so wieder aufgedeckt werde das, was das Wort in sich hält; "dann werden wir tränken die Herde" bedeutet, daß sie alsdann belehrt werden. 3785. "Und er sprach: siehe, der Tag ist noch lang", 1. Mose 29/7, bedeutet, nun sei der Zustand des Fortschreitens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462. Daß siehe, noch ist er lang, heißt fortschreitend, wird aus dem Zusammenhang klar. 3786. "Es ist nicht Zeit einzusammeln des Vieh", 1. Mose 29/7, bedeutet, es sei noch nicht in eins (verbunden) das Gute und Wahre der Kirchen und der Lehren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie ist der Zustand im allgemeinen, wovon Nr. 2625, 2788, 2837, 3254, 3356; aus der Bedeutung von eingesammelt werden, sofern es ist in eins sein; und aus der Bedeutung des Viehs, sofern es ist im allgemeinen Gutes und Wahres der Kirchen und der Lehren. Daß das Vieh (pecudes) im allgemeinen jenes bedeutet, kommt daher, weil die Tiere in den Opferbräuchen der vorbildlichen Kirche und im Wort Neigungen zum Guten und Wahren sind, wie aus demjenigen erhellen kann, was Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 2679, 2697, 2979, 3203, 3502, 3508, 3510, 3665, 3699, 3701 gezeigt wurde. Ebenso verhält es sich im allgemeinen mit der Kirche, wenn diese neu eingesetzt wird: zuerst müssen die Lehren des Guten und Wahren in eins (verbunden) sein; denn diese sind es, auf den sie erbaut wird. Es haben auch die Lehren unter sich einen Zusammenhang, und beziehen sich aufeinander, daher, wenn sie nicht vorher in eins (verbunden) sind, so wird es ein Stückwerk sein, und das Fehlende müßte von der Vernunft des Menschen ergänzt werden; wie blind und irrend aber diese in geistigen und göttlichen Dingen ist, wenn sie aus sich selber schließt, wurde früher an mehreren Stellen gezeigt. Darum ist der Kirche das Wort gegeben, in dem alle Lehren des Guten und Wahren sind. Mit der Kirche im allgemeinen verhält es sich hierin, wie im besonderen mit dem Menschen, der wiedergeboren wird, denn dieser ist eine Kirche im besonderen. Daß beim Menschen die Lehren des Guten und Wahren, die der Kirche (angehören), vorher beisammen sein müssen, ehe er wiedergeboren wird, ist oben gesagt worden. Dieses ist es, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch: "siehe, noch ist der Tag lang, es ist nicht Zeit, das Vieh zu sammeln". 3787. "Tränket die Herde, und gehet, weidet", 1. Mose 29/7, bedeutet, immerhin sei Belehrung daraus für wenige. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken die Herde, sofern es bedeutet belehren aus dem Wort, wovon Nr. 3772; und aus der Bedeutung von geht, weidet, sofern es bedeutet das Leben und die Lehre daraus. Daß gehen bezeichnet das Leben, sehe man Nr. 3335, 3690, und daß weiden bedeutet die Lehre: Nr. 343 und in den folgenden. Das hierin liegende Geheimnis ist, daß es wenige gibt, die bis zu einem vollen Zustand gelangen, wovon Nr. 2636, und somit (wenige), die wiedergeboren werden können. 3788. "Und sie sprachen: wir können nicht, bis daß versammelt werden alle Scharen", 1. Mose 29/8, bedeutet, sie müssen beisammen sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von versammelt werden, sofern es ist in eins oder beisammen sein, wie oben Nr. 3786; und aus der Bedeutung der Scharen, sofern sie sind Lehren, wovon Nr. 3767, 3768; was diese Worte in sich schließen, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 3786, 3787 gesagt wurde. 3789. "Und man den Stein abwälzt von der Öffnung des Brunnens", 1. Mose 29/8, bedeutet, so werde wieder aufgedeckt, was das Wort enthält. Dies erhellt aus der Bedeutung von den Stein abwälzen, sofern es ist wieder aufgedeckt werden, wovon Nr. 3769, 3771, 3773; und aus der Bedeutung des Brunnens, sofern er ist das Wort, wovon Nr, 3424, 3765. 3790. "Dann werden wir tränken die Herde", 1. Mose 29/8, bedeutet, dann werden sie belehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken die Herde, sofern es ist belehren, wovon Nr. 3772, 3787; auch dieses wird aus dem Vorhergehenden klar. 3791. Vers 9-11: Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit der Herde, die ihrem Vater gehörte, denn sie war eine Hirtin. Und es geschah, als Jakob sah Rachel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und die Herde Labans des Bruders seiner Mutter, da trat Jakob hinzu, und wälzte den Stein ab von der Öffnung des Brunnens, und tränkte die Herde Labans des Bruders seiner Mutter. Und Jakob küßte Rachel, und erhob seine Stimme, und weinte. "Noch redete er mit ihnen" bedeutet das denken alsdann; "da kam Rachel mit der Herde" bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren, die der Kirche und Lehre eigen ist; "die ihrem Vater gehörte" bedeutet dem Ursprung nach aus dem Guten; "denn sie war eine Hirtin" bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren, das im Wort, (sei es,) das lehre; "und es geschah, als Jakob sah Rachel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter" bedeutet die Erkennung jener Neigung zum Wahren, aus was für einem Ursprung (sie sei); "und die Herde Labans des Bruders seiner Mutter" bedeutet die Kirche und die Lehre daher; "da trat Jakob hinzu, und wälzte den Stein ab von der Öffnung des Brunnens" bedeutet der Herr habe aus dem natürlich Guten das Wort in betreff des Inwendigeren wieder aufgedeckt; "und tränkte die Herde Labans des Bruders seiner Mutter" bedeutet die Belehrung; "und Jakob küßte Rachel" bedeutet die Liebe zu inwendigeren Wahrheiten; "und erhob seine Stimme, und weinte" bedeutet die Glut der Liebe. 3792. "Noch redete er mit ihnen", 1. Mose 29/9, bedeutet das Denken alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist Denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619; das "alsdann" ist klar, weil (es heißt), zu eben der Zeit, als er mit ihnen redete, oder was gleich ist, noch redete er mit ihnen, als Rachel kam. 3793. "Da kam Rachel mit der Herde", 1. Mose 29/9, bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren, die der Kirche und der Lehre eigen ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie bezeichnet die Neigung zum inwendigeren Wahren; und aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist die Kirche und auch die Lehre, wovon Nr. 3767, 3768, 3783. Auf daß man wisse, wie es sich verhält mit der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, welche ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, und mit der von Leah, als welche ist die Neigung zum auswendigeren Wahren, soll es mit wenigem gesagt werden: Das Natürliche, das durch Jakob vorgebildet wird, besteht aus dem Guten und Wahren, und in ihm, nämlich dem Natürlichen, wie in allem und jedem im Menschen, ja in der ganzen Natur muß eine Ehe des Guten und Wahren sein. Ohne die Ehe des Guten und Wahren wird nichts erzeugt; alles Erzeugnis und alle Wirkung kommt von daher. Im Natürlichen beim Menschen, wenn er geboren wird, ist keine Ehe des Guten und Wahren, weil der Mensch allein nicht in die göttliche Ordnung geboren wird. Es ist zwar das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit, das in der ersten Kindheit vom Herrn einfließt, aber es ist kein Wahres da, mit dem jenes Gute verknüpft werden könnte. Im fortschreitenden Alter wird dieses Gute, das in der Kindheit ihm vom Herrn eingeflößt worden ist, nach dem Inwendigeren hin eingezogen, und dort vom Herrn bewahrt, damit durch dasselbe die Lebenszustände, welche er nachher annimmt, gemäßigt werden möchten. Daher kommt es, daß der Mensch ohne das Gute seiner Kindheit und des ersten Knabenalters ärger und wilder wäre als jedes wilde Tier. Wenn nun dieses Gute der Kindheit einwärts gezogen wird, dann kommt an die Stelle desselben und tritt in das Natürliche des Menschen das Böse ein, mit dem sich das Falsche verknüpft, und es entsteht eine Verbindung und gleichsam eine Ehe des Bösen und Falschen bei ihm. Damit daher der Mensch selig werde, muß er wiedergeboren werden, das Böse muß entfernt und das Gute vom Herrn eingepflanzt werden, und nach Maßgabe des Guten, das er aufnimmt, wird ihm das Wahre eingepflanzt, auf daß eine Verknüpfung oder gleichsam eine Ehe des Guten und Wahren entstehe. Dieses ist es, was durch Jakob und durch seine zwei Frauen, nämlich Rachel und Leah, vorgebildet wird. Jakob nimmt daher jetzt die Vorbildung des natürlich Guten, und Rachel die Vorbildung des Wahren an. Weil aber alle Verbindung des Wahren mit dem Guten durch die Neigung geschieht, so ist es die Neigung zu dem mit dem Guten zu verknüpfenden Wahren, die Rachel vorbildet. Außerdem gibt es im Natürlichen wie im Vernünftigen ein Inwendigeres und ein Auswendigeres. Rachel bildet vor die Neigung zum inwendigeren Wahren, und Leah die Neigung zum auswendigeren Wahren. Laban, ihr Vater, bildet vor das Gute gemeinschaftlichen Stammes, aber, wie gesagt, das seitenverwandte, das dasjenige Gute ist, das in der Seitenlinie dem Wahren des Vernünftigen entspricht, welche Rebecka bezeichnet: Nr. 3012, 3013, 3077, daher bilden die Töchter aus jenem Guten die Neigungenim Natürlichen vor; denn diese sind wie die Töchter von jenem Guten als aus dem Vater; und weil jene Neigungen mit dem natürlich Guten verknüpft werden sollen, darum bilden sie die Neigung zum Wahren vor, die eine die Neigung zum inwendigeren Wahren, die andere die Neigung zum auswendigeren Wahren. Mit der Wiedergeburt des Menschen in betreff seines Natürlichen verhält es sich ganz gleich wie mit Jakob und mit den zwei Töchtern Labans, Rachel und Leah. Wer nun das Wort hier nach seinem inneren Sinn sehen und begreifen kann, der sieht dieses Geheimnis ihm aufgedeckt, aber das kann kein anderer sehen, als wer im Guten und Wahren ist. Mögen die anderen immerhin in Sachen des sittlichen und bürgerlichen Lebens ein Innewerden haben und als verständig erscheinen, so können sie dennoch nichts derartiges bis zur Anerkennung sehen, denn sie wissen nicht, was gut und wahr ist, denn das Böse halten sie für gut, und das Falsche für wahr. Daher stellt sich bei (ihnen) sogleich, wenn das Gute gesagt wird, die Vorstellung des Bösen, und wenn das Wahre gesagt wird, die Vorstellung des Falschen ein. Daher kommt es, daß sie nichts von dem, was im inneren Sinn enthalten ist, innewerden, sondern beim ersten Hören tritt Finsternis entgegen, welche das Licht auslöscht. 3794. "Die ihrem Vater gehörte", 1. Mose 29/9, bedeutet, dem Ursprung nach aus dem Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, der hier Vater (heißt), sofern er ist das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, wovon Nr. 3612, 3665, 3778; und auch aus der Bedeutung des Vaters, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 3703. 3795. "Denn sie war eine Hirtin oder eine Weidende", 1. Mose 29/9, bedeutet, die Neigung zu dem im Wort enthaltenen inwendigeren Wahren lehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hirten oder Weidenden, sofern er ist einer, der leitet und lehrt, wovon Nr. 343; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, die hier gemeint (ist), sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3793. (Die Lehre kommt) aus dem Wort, weil sie mit der Herde zum Brunnen ging. Daß der Brunnen das Wort ist, sehe man Nr. 3765; und außerdem ist es die Neigung zum inwendigeren Wahren, die lehrt, denn durch jene Neigung ist die Kirche eine Kirche, und ist der Hirte ein Hirte. Daß der Hirte und Weidende im Wort diejenigen bedeutet, die leiten und lehren, kommt daher, weil die Herde diejenigen bedeutet, die geleitet und gelehrt werden, mithin die Kirchen und auch die Lehren, die der Kirche angehören: Nr. 3767, 3768, 3783. Daß der Hirte und die Herde diese Bedeutung haben, ist in der Christenheit gar wohl bekannt, denn so werden diejenigen genannt, die lehren und lernen. Deswegen unterläßt man es, dies aus dem Wort zu begründen. 3796. "Und es geschah, als Jakob Rachel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter", 1. Mose 29/10, bedeutet die Erkennung der Neigung zu jenem Wahren, aus was für einem Ursprung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es hier ist kennen, wie aus dem Zusammenhang klar wird, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3793. Die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, deutet den Ursprung an, nämlich aus dem seitenverwandten Guten, das mit dem durch Rebecka, die Mutter Jakobs, vorgebildeten vernünftig Wahren brüderlich verbunden war. Mit den Neigungen zum Wahren und Guten verhält es sich so: die echten Neigungen zum Wahren und Guten, die vom Menschen empfunden werden, sind alle aus göttlichem Ursprung, weil vom Herrn. Aber auf dem Weg, wenn sie niedersteigen, gehen sie in mannigfache und verschiedene Zweige auseinander, und bilden sich dort neue Ansätze; denn so wie sie in unechte und ungehörige Neigungen und in Neigungen zum Bösen und Falschen beim Menschen einfließen, so gestalten sie sich verschieden. Sie stellen sich in der äußeren Form oft als den echten gleich dar, aber dennoch sind sie in der inwendigen Form so beschaffen. Das einzige Merkmal, woran sie erkannt werden können, ist der Zweck. Haben sie zum Zweck das eigene Ich oder die Welt, dann sind jene Neigungen unecht; haben sie aber zum Zweck das Beste des Nächsten, das Beste der Gesellschaft, das Beste des Vaterlandes, und noch mehr das Beste der Kirche, und das Beste des Reiches des Herrn, sind sie echt; denn alsdann zielen sie auf den Herrn; denn der Herr ist in jenem Guten. Aber gleichwohl ist es nur Sache des Weisen, die Zwecke bei sich zu erkennen. Zuweilen scheint es, als ob die Zwecke selbstisch seien, während sie es doch nicht sind, denn der Mensch ist von der Art, daß er im einzelnen auf sich selbst reflektiert, und zwar weil es so Sitte und Gewohnheit ist; wenn aber jemand die Zwecke bei sich erkennen will, so merke er nur auf den Lustreiz, den er in sich empfindet, wenn er gelobt und gerühmt wird, und auf den Lustreiz, den er empfindet aus einer vom eigenen Ich getrennten Nutzleistung; wenn er diesen Lustreiz empfindet, dann ist er in einer echten Neigung. Er muß auch auf die verschiedenen Zustände merken, in denen er ist; denn die Zustände selbst machen das Innewerden sehr verschieden. Dies kann der Mensch bei sich erforschen, aber bei anderen kann er es nicht; denn die Zwecke der Neigung eines jeden sind dem Herrn allein bekannt. Dies ist der Grund, warum der Herr gesagt hat: "Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet, verdammt nicht, auf daß ihr nicht verdammt werdet": Luk.6/37; denn Tausende können in der gleichen Neigung in Ansehung des Wahren und Guten erscheinen, und doch ist ein jeder in der ungleichen in Ansehung des Ursprungs, d.h. des Zwecks. Daß der Zweck es macht, daß die Neigung so ist, wie sie ist, nämlich echt oder unecht oder falsch, kommt daher, weil der Zweck das eigentliche Leben des Menschen ist, denn zu seinem Zweck hat der Mensch, was seinem Leben angehört, oder was gleich, was seiner Liebe angehört. Wenn das Beste des Nächsten, das allgemeine Beste, das Beste der Kirche und des Reichs des Herrn der Zweck ist, dann ist der Mensch seiner Seele nach im Reich des Herrn, also beim Herrn; denn das Reich des Herrn ist eben nur das Reich der Zwecke und Nutzleistungen zum Wohl des menschlichen Geschlechts: Nr. 3645. Die Engel selbst, die beim Menschen, sind eben nur in seinen Zwecken. In dem Maß als der Mensch in einem solchen Zweck ist, in dem das Reich des Herrn ist, haben die Engel Freude an ihm, und verbinden sich mit ihm als mit einem Bruder; inwiefern aber der Mensch im Selbstzweck ist, insoweit treten die Engel zurück, und insoweit treten böse Geister von der Hölle herzu; denn in der Hölle regiert kein anderer Zweck. Aus diesem kann erhellen, wieviel daran gelegen ist, daß man erforsche und wisse, aus was für einem Ursprung die Neigungen sind, die man nicht anderswoher kennen lernen kann als aus dem Zweck. 3797. "Und die Herde Labans, des Bruders seiner Mutter", 1. Mose 29/10, bedeutet die Kirche und die Lehre daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist die Kirche und die Lehre, wovon Nr. 3767, 3768, 3783. Auch hier wird Laban der Bruder seiner Mutter genannt, weil dadurch ebenfalls bezeichnet wird die Kenntnis, aus was für einem Ursprung, wie oben. 3798. "Da trat Jakob hinzu und wälzte den Stein ab von der Öffnung des Brunnens", 1. Mose 29/10, bedeutet, der Herr habe aus dem natürlich Guten das Wort nach seinem inwendigeren Gehalt wieder aufgedeckt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das göttlich Natürliche des Herrn, wovon früher, hier in Ansehung des Guten daselbst; und aus der Bedeutung von abwälzen den Stein von der Öffnung des Brunnens, sofern es ist das Wort wieder aufdecken in betreff des Inwendigeren, wovon Nr. 3769, 3771, 3773, 3789. Daß der innere höchste Sinn der ist, der Herr habe aus dem natürlich Guten das Wort nach seinem inwendigeren Gehalt wieder aufgedeckt, kommt daher, weil durch Jakob hier vorgebildet wird das Gute im Natürlichen, denn Jakob nimmt die vorbildliche Bedeutung des Guten an, weil ihm nun das Wahre zugesellt werden soll durch die Neigung, die Rachel vorbildet; man sehe Nr. 3775, 3793, und daß aus dem Guten das Wort nach seinem inwendigeren Gehalt aufgedeckt wird: Nr. 3773. Daß aus dem Guten das Wort wieder aufgedeckt wird, ist offenbar; denn ein jeder sieht aus der Liebe, in der er ist, dasjenige, was jener Liebe angehört, und was er sieht, nennt er wahr, weil es für ihn paßt. In der Liebe eines jeden ist das Licht seines Lebens, denn die Liebe verhält sich wie eine Flamme, aus der Licht (kommt). Wie beschaffen also die Liebe oder die Flamme, so beschaffen ist das Licht des Wahren, das er hat. Die in der Liebe zum Guten sind, können das sehen, was jener Liebe angehört, mithin die Wahrheiten, die im Wort sind, und zwar in dem Maß und in der Art, wie sie in der Liebe zum Guten sind; denn alsdann fließt aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn Licht oder Einsicht ein. Daher kommt es, daß, wie früher gesagt worden, niemand das Inwendigere des Wortes sehen und anerkennen kann, als wer im Guten in Ansehung des Lebens ist. 3799. "Und tränkte die Herde Labans, des Bruders seiner Mutter", 1. Mose 29/10, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von tränken die Herde, sofern es ist Belehrung, wovon Nr. 3772. Daß hier zum drittenmal Laban der Bruder seiner Mutter genannt wird, ist deshalb, weil angezeigt wird der Ursprung, aus dem die Herde, und aus dem Rachel, d.h. die Lehre und die Neigung des inwendigeren Wahren. 3800. "Und Jakob küßte Rachel", 1. Mose 29/11, bedeutet die Liebe zu den inwendigeren Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, sofern es ist Vereinigung und Verbindung aus Neigung, wovon Nr. 3573, 3574, mithin Liebe, weil die Liebe an sich betrachtet Vereinigung und Verbindung aus Neigung ist. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3793. Hieraus wird klar, daß durch "Jakob küßte Rachel", Liebe zu dem inwendigeren Wahren bezeichnet wird. 3801. "Und erhob seine Stimme und weinte", 1. Mose 29/11, bedeutet die Glut der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Stimme erheben und weinen", sofern es ist die Glut der Liebe; denn das Weinen ist Sache der Traurigkeit und ist Sache der Liebe, und ist von beidem der höchste Grad. 3802. Vers 12,13: Und Jakob sagte der Rachel an, daß er der Bruder ihres Vaters, und daß er der Sohn der Rebecka sei; und sie lief und sagte es ihrem Vater an. Und es geschah, als Laban hörte die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, lief er ihm entgegen, und umarmte ihn, und küßte ihn, und führte ihn zu seinem Haus, und er erzählte dem Laban alle jene Worte. "Und Jakob sagte der Rachel an, daß er der Bruder ihres Vaters" bedeutet die Verwandtschaft des Guten, das Jakob, und des Guten, das Laban (vorbildet); "und daß er der Sohn der Rebecka sei" bedeutet die Verbindung der Verwandtschaften; "und sie lief und sagte es ihrem Vater an" bedeutet die Kenntnis durch die inwendigeren Wahrheiten; "und es geschah, als Laban hörte die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester" bedeutet die Anerkennung des verwandten Guten; "lief er ihm entgegen" bedeutet das Zusammentreffen; "und umarmte ihn" bedeutet die Neigung; "und küßte ihn" bedeutet die Einweihung; "und führte ihn zu seinem Haus" bedeutet zur Verbindung; "und er erzählte dem Laban alle jene Worte" bedeutet aus Wahrem. 3803. "Und Jakob sagte der Rachel an, daß er der Bruder ihres Vaters", 1. Mose 29/12, bedeutet die Verwandtschaft des Guten, das Jakob, und des Guten, das Laban (vorbildet). Dies erhellt aus der Bedeutung von ansagen, sofern es ist bekannt machen; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute, wovon früher; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, der es bekannt gemacht wurde, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3793; aus der Bedeutung des Bruders, der hier Jakob, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 367, 2360, 3303, 3459; und aus der Bedeutung des Vaters, der hier Laban, sofern er ist ebenfalls das Gute, wovon Nr. 3703. Hieraus und aus dem Zusammenhang wird klar, daß durch "Jakob sagte der Rachel an, daß er der Bruder ihres Vaters" bezeichnet wird die Verwandtschaft des Guten, das Jakob, und des Guten, das Laban (bezeichnet). Aber die Verwandtschaft selbst, und daher die Verbindung beider durch die Neigung zum inwendigeren Wahren, welche Rachel, auseinandersetzen, würde die Sache nur verdunkeln, weil wenige wissen, was das Gute des Natürlichen, und daß dieses unterschieden ist vom Guten des Vernünftigen, und was das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, und auch was die Neigung zum inwendigeren Wahren ist. Wer keine Vorstellung hiervon durch eigene Untersuchung sich verschafft hat, bekommt eine geringe, wenn überhaupt eine, durch die Beschreibung; denn der Mensch empfängt nur soviel von anderen, als er entweder aus Eigenem hat, oder durch die Anschauung der Sache bei ihm selber sich erwirbt; das übrige schwindet vorüber. Es genügt zu wissen, daß es unzählig viele Verwandtschaften des Guten und Wahren gibt, und daß ihnen gemäß die himmlischen Gesellschaften sind, man sehe Nr. 685, 917, 2739, 3612. Daß Jakob sich einen Bruder Labans heißt, da er doch der Sohn seiner Schwester war, kommt daher, weil aus dem Guten alle Brüder sind; daher kommt es, daß umgekehrt Laban den Jakob einen Bruder heißt: Vers 15; denn das Gute ist es, was zu einem Blutsfreund macht, und was verbindet; denn das Gute ist Sache der Liebe und die Liebe ist eine geistige Verbindung. Daher kam es, daß in den alten Kirchen alle diejenigen, die im Guten waren, Brüder genannt wurden, auch in der jüdischen Kirche, weil aber diese alle anderen gering schätzte und meinte, sie allein seien die Auserwählten, nannte sie nur diejenigen Brüder, die geborene Juden waren, und die übrigen Genossen oder Fremde. Auch die erste christliche Kirche nannte alle, die im Guten waren, Brüder, aber nachher bloß diejenigen, die in ihrer Gemeinde waren. Aber der Brudername verschwand mit dem Guten bei den Christen, und als das Wahre an die Stelle des Guten oder der Glaube an die Stelle der Liebtätigkeit trat, konnten sie nicht mehr aus dem Guten einander Brüder heißen, sondern einen Nächsten. Dies bringt auch mit sich die Lehre des Glaubens ohne die Lehre der Liebtätigkeit, daß man die Bruderschaft mit einem Geringeren für unwürdig (infra se) hält; denn die Bruderschaft bei ihnen leitet ihren Ursprung nicht her vom Herrn, und daher vom Guten, sondern vom Ich, und daher von der Ehre und vom Gewinn. Und "daß er der Sohn der Rebecka sei", 1. Mose 29/12, bedeutet die Verbindung der Verwandtschaften, dies kann ohne Erklärung erhellen; denn Rebecka, als die Mutter Jakobs und die Schwester Labans, war es, durch welche die Verbindung (vermittelt wurde). 3804. "Und sie lief, und sagte es ihrem Vater an", 1. Mose 29/12, bedeutet das Erkennen durch die inwendigeren Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von laufen, und ansagen, sofern es ist die Neigung bekannt zu machen, hier aus Anerkennung; und aus der Bedeutung ihres Vaters, sofern er ist das Gute, das Laban (vorbildet). Daß durch die inwendigeren Wahrheiten (die Erkenntnis entsteht), wird vorgebildet durch Rachel, welche ist die Neigung zum inwendigeren Wahren. Hieraus ergibt sich, daß durch jene Worte das Erkennen durch die inwendigeren Wahrheiten bezeichnet wird. Damit verhält es sich so: das Gute, das Jakob vorbildet, wird erkannt und anerkannt, daß es ist, nicht aber wie beschaffen es ist, außer durch Wahres; denn das Gute empfängt seine Beschaffenheit von Wahrem, und so wird es durch Wahres erkannt und anerkannt; denn das Gute wird nicht ein Gutes, welches das der Liebtätigkeit genannt wird, ehe ihm Wahrheiten eingepflanzt sind; und welcherlei Wahres ihm eingepflanzt wird, solcherlei wird das Gute. Daher kommt es, daß das Gute des einen, obwohl es als ganz gleich erscheint, doch nicht ist, wie das des anderen; denn das Gute in allen und jeden, im ganzen Weltkreis ist daher unterschieden. Es verhält sich damit, wie mit den menschlichen Angesichtern, in denen sich meistens die Neigungen abspiegeln, sofern es im ganzen Menschengeschlecht gar keine ganz gleichen gibt. Die Wahrheiten selbst machen sozusagen das Angesicht des Guten, dessen Schönheit von der Form des Wahren herkommt. Aber was anregt, ist das Gute. Solcherart sind alle Engelsgestalten, und solcherart wäre der Mensch, wenn er in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten vom inwendigeren Leben her wäre. Zu solchen Formen ist der Mensch geschaffen, weil zur Ähnlichkeit und zum Bild Gottes, und solche Formen sind die Wiedergeborenen in betreff ihrer Geister, mögen sie dem Leib nach erscheinen, wie sie wollen. Hieraus kann erhellen, was verstanden wird darunter, daß das Gute durch die inwendigeren Wahrheiten anerkannt wird. 3805. "Und es geschah, wie Laban hörte die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester", 1. Mose 29/13, bedeutet die Anerkennung des verwandten Guten. Dies erhellt ebenso aus demjenigen, was sich aus der Bedeutung jener Worte im inneren Sinn ergibt: es ist die gegenseitige Anerkennung, die so beschrieben wird. Es wird hier offenbar von der Wahl des Guten gehandelt, welche Wahl der Ehe des Guten und Wahren vorausgeht. 3806. "Lief er ihm entgegen", 1. Mose 29/13, bedeutet das Zusammentreffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von entgegenlaufen, sofern es ist Zusammentreffen, denn es bezieht sich auf die Verbindung, worüber im Folgenden; denn das Zusammentreffen oder die Ähnlichkeit verbindet, wie bekannt ist. 3807. "Und er umarmte ihn", 1. Mose 29/13, bedeutet die Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von umarmen, sofern es die Neigung bezeichnet; denn die inwendigere Neigung äußert sich in irgendeiner Gebärde; denn eine jede Neigung hat ihre Gebärden im Körper, die entsprechen. Daß der Neigung im allgemeinen die Umarmung (entspricht), ist bekannt. 3808. "Und küßte ihn", 1. Mose 29/13, bedeutet die Einweihung. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, sofern es ist die Verbindung aus Neigung, wovon Nr. 3573, 3574, 3800; hier die Einweihung zu jener Verbindung, denn die Einweihung ist eine vorläufige Verbindung. 3809. "Und führte ihn zu seinem Haus", 1. Mose 29/13, bedeutet zur Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von führen zum Haus, sofern es bedeutet zu sich; denn der Mensch selbst wird im inneren Sinn genannt ein Haus, man sehe Nr. 3128, 3142, 3538, und zwar wegen des Guten, das eigentlich das Haus ist: Nr. 2233, 2234, 3652, 3720; also hier zum Guten, das durch Laban vorgebildet wird. Deswegen wird durch führen zu seinem Haus hier bezeichnet die Verbindung. Hier wird im inneren Sinn vollständig beschrieben der Gang der Verbindung des natürlich Guten, das Jakob, mit dem seitenverwandten Guten, das Laban (vorbildet); es sind hier fünf Stücke, die jenen Gang zusammen ausmachen: nämlich das gegenseitige Erkennen, das Zusammentreffen, die Neigung, die Einweihung und die Verbindung. Das gegenseitige Erkennen ist bezeichnet dadurch, daß Rachel lief und ihrem Vater ansagte, und dadurch, daß Laban die Kunde von Jakob dem Sohn seiner Schwester hörte, wovon Nr. 3804, 3805; das Zusammentreffen dadurch, daß Laban ihm entgegen ging, wovon Nr. 3806; die Neigung dadurch, daß Laban ihn umarmte: Nr. 3807; die Einweihung dadurch, daß er ihn küßte: Nr. 3808; und die Verbindung dadurch, daß er ihn zu seinem Haus führte, wovon hier. 3810. "Und er erzählte dem Laban alle jene Worte", 1. Mose 29/13, daß dies bedeutet aus dem Wahren, nämlich das Erkennen, das Zusammentreffen, die Neigung, die Einweihung und die Verbindung, erhellt aus dem Zusammenhang, und auch aus den nach dem inneren Sinn erklärten Worten, die diesen Schluß haben; man sehe, was Nr. 3804 gesagt wurde. 3811. Vers 14,15: Da sprach Laban zu ihm: wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch; und er wohnte bei ihm einen Monat von Tagen. Und Laban sprach zu Jakob: weil du mein Bruder bist, solltest du mir umsonst dienen? sage mir an, was dein Lohn (sein soll). "Da sprach Laban zu ihm: wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch", bedeutet, verbunden in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten; "und er wohnte bei ihm einen Monat von Tagen" bedeutet einen neuen Lebenszustand; "und Laban sprach zu Jakob: weil du mein Bruder bist" bedeutet, weil sie Blutsfreunde durch das Gute, "solltest du mir umsonst dienen? sage mir an, was dein Lohn sein soll" bedeutet, daß ein Mittel der Verbindung sein müsse. 3812. "Laban sprach zu ihm: Wahrlich, du bist mein Bein und mein Fleisch", 1. Mose 29/14, bedeutet, verbunden in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von mein Bein und mein Fleisch bist du, sofern es ist Verbindung. Bei den Alten war es gebräuchlich zu sagen von denen, die aus einem Haus, oder aus einer Familie, oder in irgendeiner Verwandtschaft waren: "mein Bein und mein Fleisch", man sehe Nr. 157; daher kommt es, daß durch jene Worte bezeichnet wird Verbindung. Daß in Ansehung des Wahren und in Ansehung des Guten, kommt daher, weil alle geistige Verbindung durch jenes geschieht, und alle natürliche Verbindung sich darauf bezieht; und außerdem wird durch Bein und Fleisch das Eigene des Menschen bezeichnet, durch Bein sein verständig Eigenes, und durch Fleisch sein willig Eigenes, somit durch Bein das Eigene in Ansehung des Wahren; denn dieses gehört dem Verständigen an, und durch Fleisch das Eigene in Ansehung des Guten, denn dieses gehört dem Willen an, man sehe Nr. 148, 149. Was das Eigene im allgemeinen betrifft, so ist es zweierlei, das eine höllisch, das andere himmlisch. Das höllische empfängt der Mensch von der Hölle, das himmlische empfängt er vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn; denn alles Böse, und daher Falsche, fließt von der Hölle ein, und alles Gute, und daher Wahre, vom Herrn. Dies weiß der Mensch aus der Lehre des Glaubens, aber kaum einer unter vielen Tausenden glaubt es, daher kommt es, daß der Mensch das Böse, das von der Hölle einfließt, sich aneignet oder zu seinem Eigenen macht, und daß das Gute, das vom Herrn, ihn nicht anregt, mithin ihm nicht zugerechnet wird. Daß der Mensch nicht glaubt, das Böse fließe von der Hölle ein und das Gute vom Herrn, davon ist der Grund, weil er in der Selbstliebe ist, und diese Liebe bringt das mit sich, daß er sogar sehr unwillig wird, wenn man sagt, daß alles einfließt. Daher kommt es nun, daß alles Eigene des Menschen eben nur böse ist, man sehe Nr. 210, 215, 694, 731, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 1047. Hingegen daß der Mensch glaubt, das Böse sei von der Hölle und das Gute vom Herrn, kommt daher, daß er nicht in der Selbstliebe ist, sondern in der Liebe gegen den Nächsten und in der Liebe zum Herrn, und diese Liebe bringt das mit sich; die Folge davon ist, daß der Mensch vom Herrn ein himmlisch Eigenes empfängt, wovon Nr. 155, 164, 731, 1023, 1044, 1937, 1947, 2882, 2883, 2891. Dieses Eigene wird in beiderlei Sinn bezeichnet durch Bein und Fleisch. Dies ist der Grund, warum durch Beine im Wort bezeichnet wird das Wahre, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, und durch Fleisch das Gute, und im entgegengesetzten Sinn das Böse. Daß durch Beine dies bezeichnet wird, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.58/11: "Führen wird dich Jehovah immerfort, und sättigen in Dürren deine Seele, und deine Beine wird er rüstig machen, daß du bist wie ein gewässerter Garten": die Beine rüstig machen bedeutet, das verständige Eigene beleben, d.h. mit Einsicht erleuchten, daher wird gesagt, daß du bist wie ein gewässerter Garten. Daß der Garten ist Einsicht, sehe man Nr. 100, 108, 1588. Jes.66/14: "Dann werdet ihr sehen, und freuen wird sich euer Herz, und eure Beine werden wie das Kraut sprossen": die Beine wie das Kraut sprossen, bedeutet das gleiche. Jerem.Klagel.4/7,8: "Weißer waren die Nasiräer denn der Schnee, heller waren sie denn Milch, röter waren die Beine denn Edelsteine, ein Saphir ihre Glätte; aber verdunkelt ist vor Schwärze ihre Gestalt, sie werden nicht erkannt auf den Gassen, es blieb hängen ihre Haut an ihrem Bein, sie ist verdorrt, ist geworden wie Holz": Nasiräer bedeutet den himmlischen Menschen: Nr. 3301; weißer denn Schnee und heller denn Milch bedeutet, daß sie im himmlischen Wahren (gewesen) und weil dieses Wahre aus der Liebe zum Guten, ist gesagt, daß die Beine röter gewesen denn Edelsteine. Weiße und Helle wird gesagt vom Wahren: Nr. 3301; Röte vom Guten: Nr. 3300; Edelsteine von Wahrheiten, die aus dem Guten: Nr. 114; durch "hängen blieb die Haut an ihrem Bein", wird beschrieben der in betreff des Himmlischen der Liebe veränderte Zustand, daß nämlich kein Fleisch mehr am Bein (war), d.h. kein Gutes mehr; denn alsdann wird alles Wahre wie eine Haut, die am Bein klebt, verdorrt, und wird wie Holz. Hes.24/3-5,10: "Bringe vor wider das Haus der Empörung ein Gleichnis, und sprich zu ihnen: so sprach der Herr Jehovih, setze zu einen Topf, setze zu, und gieß auch Wasser darein, zusammenbringend seine Stücke in ihn, alles gute Stück, Hüfte und Schulter, mit einer Auswahl von Beinen fülle (ihn) an, eine Auswahl von der Herde nehmend, und auch die Feuerung der Beine sei darunter, auch sollen die Beine gekocht werden in dessen Mitte": Topf steht für Gewalt, die angetan wird dem Guten und Wahren, daher wird er die Stadt des Blutes dort genannt (Hes.24/6); Stücke, ein gutes Stück, Hüfte und Schulter, die in ihn zusammengebracht worden, sind Fleischteile, welche sind Gutes; Auswahl der Beine, womit der Topf angefüllt worden, bedeutet Wahrheiten; die Feuerung der Beine für Neigung zum Wahren; gekocht sollen werden die Beine in dessen Mitte, bedeutet die ihnen angetane Gewalt. Daß in diesem Gleichnis Geheimnisse, die göttlich, verborgen sind, kann jeder sehen, sodann daß man solche keineswegs wissen kann, wenn man nicht weiß, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch Topf, durch Stücke, Hüfte und Schulter, durch Auswahl von Beinen, durch Feuerung der Beine, durch gekocht werden. Micha 3/2,3: "Ist es nicht eure Sache zu wissen das Recht, die ihr hasset das Gute, und liebet das Böse, raubet ihre Haut von ihnen weg, und ihr Fleisch von ihren Beinen, die gegessen haben das Fleisch meines Volks, und seine Haut von ihnen abgezogen, und ihre Beine zerbrochen, und geteilt haben wie in einen Topf, und wie Fleisch in die Mitte eines Kessels": ebenso. Hes.37/1-10: "Er führte mich aus im Geiste Jehovahs, und versetzte mich in die Mitte eines Tals, welches war voller Beine; er sprach zu mir: werden leben diese Beine? er sprach zu mir: weissage über diese Beine, und sprich zu ihnen: ihr dürren Beine, höret das Wort Jehovahs; so sprach der Herr Jehovih zu diesen Beinen: siehe, Ich bringe Geist in euch, auf daß ihr lebt, Ich will geben über euch Sehnen, und aufkommen lassen über euch Fleisch, und herziehen über euch Haut, und will geben in euch einen Geist, daß ihr lebt. Ich weissagte, und es kamen herzu die Beine, Bein zu seinem Bein, ich sah, und siehe da, (es wurden) auf ihnen Sehnen, und Fleisch kam herauf, und gezogen wurde über ihnen Haut obenher, und Geist war nicht in ihnen, und es kam in sie Geist, und sie lebten wieder, und standen auf ihren Füßen": es ist dort im allgemeinen die Rede von der Einsetzung der Kirche bei den Heiden, und im besonderen von der Wiedergeburt des Menschen. Dürre Beine bedeuten das verständig Eigene, das unbeseelt ist, ehe es das Leben des Guten vom Herrn empfängt, durch dasselbe wird es beseelt oder wird lebendig. Das Fleisch, welches der Herr heraufkommen läßt über die Beine, ist das willige Eigene, welches das himmlisch Eigene genannt wird, somit ist es das Gute. Geist ist das Leben des Herrn, und wenn dieses einfließt in das Gute des Menschen, das er aus dem Eigenen zu wollen und zu tun meint, alsdann wird das Gute lebendig gemacht, und aus dem Guten das Wahre, und aus dürren Beinen wird ein Mensch. Ps.22/15,18,19: "Zerlöset sind alle meine Beine, geworden ist mein Herz wie Wachs, zählen kann ich alle meine Beine, geteilt haben sie meine Kleider für sich, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen": hier von den Versuchungen des Herrn in Ansehung der göttlichen Wahrheiten, die dem Herrn eigen; und daher werden sie genannt meine Beine, und in Ansehung des göttlich Guten, das dem Herrn eigen, und daher wird es genannt mein Herz. Daß Herz das Gute bedeutet, sehe man Nr. 3313, 3635; und weil die Beine jene Wahrheiten bedeuten, und diese zählen heißt, sie durch Vernunftschlüsse und Falschheiten zerstreuen wollen, darum folgt unmittelbar darauf, daß sie die Kleider geteilt und über das Gewand das Los geworfen, denn die Kleider sind ebenfalls Wahrheiten, aber auswendigere: Nr. 297, 1073, 2576, sie teilen und über das Gewand das Los werfen, schließt gleiches in sich, wie auch bei Matth.27/35. Ps.35/9,10: "Meine Seele frohlocket in Jehovah, es soll fröhlich sein in Seinem Heil, alle meine Beine sollen sagen: wer ist wie Du?": hier ist offenbar, daß Beine im geistigen Sinn sind das eigene Verständige. Ps.51/10: "Hören wirst du mich lassen Freude und Fröhlichkeit, frohlocken werden die Beine, die du zermalmt hast": frohlocken werden die Beine, die du zermalmt, bedeutet die Erquickung durch Wahres nach den Versuchungen. Weil das Bein das verständig Eigene, oder das Eigene in Ansehung des Wahren, und im höchsten Sinn das göttlich Wahre, welches das Eigene des Herrn, darum war es der Satzung des Pascha gemäß, daß sie nicht zerbrechen sollten das Bein des Paschalammes, über welchen Gegenstand 2. Mose 12/46: "In einem Haus soll es gegessen werden, nicht sollst du bringen aus dem Haus vom Fleisch hinaus, und kein Bein sollt ihr zerbrechen in ihm". 4. Mose 9/12: "Nicht sollen sie übriglassen davon bis an den Morgen, und ein Bein sollen sie nicht zerbrechen von ihm": das Bein nicht zerbrechen im höchsten Sinn bedeutet nicht verletzen das göttlich Wahre, und im vorbildlichen Sinn nicht verletzen das Wahre irgendeines Guten; denn die Beschaffenheit des Guten und die Form des Guten ist aus den Wahrheiten, und das Wahre ist die Stütze des Guten, wie die Beine die des Fleisches. Daß das Wort, welches das eigentlich göttlich Wahre ist, die Toten lebendig macht, wurde dadurch vorgebildet, daß "ein Mann wieder lebendig wurde, und aufstand auf seine Füße, der, da er geworfen ward in das Grab Elisas, dessen Beine berührte": 2.Kön.13/21; daß Elisa den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren oder des Wortes vorbildete, sehe man Nr. 2762. Daß die Beine im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das aus dem Eigenen stammt, bedeutet, wird klar aus folgenden Stellen: Jerem.8/1,2: "Zu jener Zeit werden sie herausziehen die Beine der Könige Jehudahs, und die Beine seiner Fürsten, und die Beine der Priester, und die Beine der Propheten, und die Beine der Bewohner Jerusalems von ihren Gräbern, und werden sie ausbreiten vor der Sonne und dem Mond, und allem Heer der Himmel, die sie geliebt, und denen sie gedient hatten". Hes.6/5: "Legen werde ich die Leichen der Söhne Israels vor ihre Götzen, und werde verstreuen eure Beine um eure Altäre her". 4. Mose 24/8: "Gott, der ihn ausgeführt hat aus Ägypten, ist ihm wie Stärke des Einhorns, er wird verzehren die Heiden, seine Feinde, und ihre Beine zerbrechen, und ihre Pfeile zerschlagen". 2.Kön.23/14,16,20: "Der König Joschias zerbrach die Denksäulen, und hieb ab die Haine, und füllte ihren Ort mit Menschenbeinen; er nahm die Beine aus den Gräbern, und verbrannte sie auf dem Altar, daß er ihn unrein machte; er opferte alle Priester der Höhen, dort auf den Altären, und verbrannte Menschenbeine auf ihnen". 4. Mose 19/16,18: "Eine Seele, die berührt auf der Fläche des Feldes einen mit dem Schwert Erschlagenen, oder einen Toten, oder das Bein eines Menschen, oder ein Grab, wird unrein sein sieben Tage". Weil Beine Falsches bedeuten und Gräber Böses, in denen jenes, und weil Heuchelei Böses ist, das auswendig als gut erscheint, aber inwendig häßlich von Falschem und Unheiligem, darum spricht der Herr Matth.23/27,28 so: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr euch gleich macht geweißten Gräbern, die außen zwar schön erscheinen, inwendig aber voll sind von Totenbeinen und aller Unreinigkeit: so auch erscheinet ihr zwar von außen den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voll Heuchelei und Ungerechtigkeit". Aus diesem wird nun klar, daß durch Beine bezeichnet wird das verständig Eigene sowohl in Ansehung des Wahren, als in Ansehung des Falschen. 3813. Was das Fleisch betrifft, so bedeutet es im höchsten Sinn das Eigene des Göttlich-Menschlichen des Herrn, welches ist das göttlich Gute, im bezüglichen Sinn das willige Eigene (d.h. das Eigene im Willen) des Menschen, das lebendig gemacht ist vom Eigenen des Göttlich-Menschlichen, d.h. von Seinem göttlich Guten. Dieses Eigene ist es, welches das himmlisch Eigene genannt wird, das an sich des Herrn allein ist, aber zugeeignet denen, die im Guten sind, und daher im Wahren. Ein solches Eigene haben die Engel in den Himmeln und die Menschen, die in Ansehung ihres Inwendigeren oder in Ansehung des Geistes, im Reich des Herrn sind. Aber im entgegengesetzten Sinn bedeutet Fleisch das willige Eigene des Menschen, das an sich eben nur böse ist, und weil nicht lebendig gemacht vom Herrn, wird es tot genannt, und daher heißt ein solcher Mensch ein Toter. Daß das Fleisch im höchsten Sinn das Eigene des Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit Sein göttlich Gutes ist, erhellt aus den Worten des Herrn bei Joh.6/51-58: "Jesus sprach: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen; wer da ißt von diesem Brot, wird leben in Ewigkeit; das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch, das Ich geben werde für die Leben der Welt. Es stritten untereinander die Juden, sprechend: wie kann Dieser Sein Fleisch zu essen geben? da sprach zu ihnen Jesus: Amen, amen, Ich sage euch, wenn ihr nicht werdet essen das Fleisch des Sohnes des Menschen, und trinken Sein Blut, so werdet ihr kein Leben haben in euch selbst; wer Mein Fleisch ißt und trinkt Mein Blut, hat ewiges Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tag; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank; wer Mein Fleisch ißt, und trinkt Mein Blut, der bleibt in Mir, und Ich in ihm: dieses ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist": daß hier Fleisch bedeutet das Eigene des Göttlich-Menschlichen des Herrn, somit das göttlich Gute, ist augenscheinlich klar, und es ist das, was im heiligen Abendmahl genannt wird der Leib. Daß der Leib oder das Fleisch bei demselben das göttlich Gute, und das Blut das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1798, 2165, 2177, 3464, 3735; und weil Brot und Wein das gleiche bedeutet, was Fleisch und Blut, das Brot nämlich das göttlich Gute des Herrn und der Wein Sein göttlich Wahres, darum ist dieses an die Stelle von jenem eingesetzt worden. Dies ist der Grund, warum der Herr sagt: "Ich bin das lebendige Brot; das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch; wer ißt Mein Fleisch, und trinkt Mein Blut, der bleibt in Mir und Ich in ihm. Dieses ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Daß essen bedeutet mitgeteilt, verbunden und angeeignet werden, sehe man Nr. 2187, 2343, 3168, 3513-3596. Das gleiche wurde vorgebildet in der jüdischen Kirche dadurch, daß das Fleisch der Opfer Aharon, seine Söhne, und die selbst, die opferten, und andere, die rein waren, essen sollten, und daß dies heilig war; man sehe 2. Mose 12/7-9; 29/30-34; 3. Mose 7/15-21; 8/31; 5. Mose 12/27; 16/4. Wenn daher ein Unreiner von jenem Fleisch essen würde, sollte er ausgerottet werden aus seinem Volk: 3. Mose 7/21; daß diese Opfer Brot hießen, sehe man Nr. 2165; daß jenes Fleisch das Fleisch der Heiligkeit genannt wurde: Jerem.11/15; Hag.2/12, und Fleisch der Hingabe (d.h. des Opfers), das auf den Tischen im Reich des Herrn: Hes.40/43, wo vom neuen Tempel. Daß hierdurch die Verehrung des Herrn in Seinem Reich bezeichnet wird, leuchtet ein. Daß Fleisch im bezüglichen Sinn das vom göttlich Guten des Herrn lebendig gemachte willige Eigene beim Menschen bezeichnet, erhellt auch aus folgenden Stellen: Hes.11/19; 36/26: "Geben will Ich ihnen ein Herz; und einen neuen Geist will Ich geben in eurer Mitte, und entfernen das Herz von Stein aus eurem Fleisch, und ihnen geben ein Herz von Fleisch": Herz von Stein aus ihrem Fleisch, bedeutet das nicht lebendig gemachte Willige und Eigene; Herz von Fleisch bedeutet das lebendig gemachte Willige und Eigene. Daß das Herz das Vorbild des willig Guten ist, sehe man Nr. 2930, 3313, 3635. Ps.63/2: "Gott, mein Gott bist Du, frühe suche ich Dich, es dürstet meine Seele nach Dir, es sehnt sich nach Dir mein Fleisch im Lande der Dürre, und matt bin ich ohne Wasser". Ps.84/3: "Meine Seele sehnt sich nach den Vorhöfen Jehovahs, mein Herz und mein Fleisch jubeln zu dem lebendigen Gott". Hiob 19/25-27: "Erkannt habe ich meinen Erlöser, Er lebet, und das Letzte wird über dem Staube aufstehen, und hernach wird dieses mit meiner Haut umgeben werden, und aus meinem Fleisch werde ich sehen Gott, Den ich sehen werde für mich, und meine Augen werden Ihn sehen, und nicht ein anderer": mit Haut umgeben werden, bedeutet mit Natürlichem, wie es der Mensch bei sich nach dem Tode hat, wovon Nr. 3539; aus dem Fleisch Gott sehen, bedeutet aus dem lebendig gemachten Eigenen; deswegen sagt er: Den ich für mich sehen werde, und meine Augen werden sehen, und nicht ein anderer. Weil den Kirchen bekannt war, daß Fleisch das Eigene bedeutet, und das Buch Hiob ein Buch der Alten Kirche ist: Nr. 3540; redete es so über dieses, wie über mehreres andere, nach der Sitte jener Zeit, durch Bezeichnendes. Die also, die daraus ableiten, der Leichnam selber werde von den vier Winden zusammengebracht werden und auferstehen, wissen den inneren Sinn des Wortes nicht; die den inneren Sinn kennen, wissen, daß sie ins andere Leben kommen werden mit einem Leib, aber mit einem reineren, es gibt nämlich dort reinere Leiber; denn sie sehen einander, sie reden dort miteinander, sie erfreuen sich eines jeden Sinnes, wie sie ihn im Leibe hatten, aber einen feineren. Der Leib, den der Mensch auf der Erde herumträgt, ist für die Nutzleistungen daselbst, darum besteht er aus Beinen (Knochen) und Fleisch, und der Leib, den der Geist im anderen Leben an sich trägt, ist für die Nutzleistungen dort, und besteht nicht aus Bein und Fleisch, sondern aus solchem, das ihnen entspricht; man sehe Nr. 3726. Daß Fleisch im entgegengesetzten Sinn das willige Eigene des Menschen bedeutet, das an sich eben nur böse ist, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.9/19: "Ein jeder wird das Fleisch seines Armes essen". Jes.40/26: "Speisen werde ich deine Unterdrücker mit ihrem Fleisch, und sie werden, wie mit Most, mit ihrem Blut trunken gemacht werden". Jerem.19/9: "Speisen werde ich sie mit dem Fleisch ihrer Söhne, und mit dem Fleisch ihrer Töchter, und ein jeder wird das Fleisch seines Genossen essen". Sach.11/9: "Die übrigen werden essen ein jedes das Fleisch des anderen". 3. Mose 26/28,29: "Züchtigen werde ich euch siebenfältig um eurer Sünden willen, und ihr sollt essen das Fleisch eurer Söhne, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen": das Eigene im Willen oder die Natur des Menschen wird so beschrieben; denn es ist lediglich nur böse und daher falsch, somit Haß gegen Wahres und Gutes, was bezeichnet wird durch "essen das Fleisch seines Arms, das Fleisch der Söhne und Töchter, das Fleisch des anderen". Joh.Offenb.19/17,18: "Ich sah einen Engel stehen in der Sonne, der schrie mit großer Stimme, sagend allen Vögeln, die da fliegen mitten im Himmel: kommet und versammelt euch zum Abendmahl des großen Gottes, daß ihr esset das Fleisch der Könige, und das Fleisch der Hauptleute, und das Fleisch der Starken, und das Fleisch der Pferde und der Sitzenden auf ihnen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, und der Kleinen und Großen", und Hes.39/17-20. Daß durch das Fleisch der Könige, der Hauptleute, der Starken, der Pferde und der darauf Sitzenden, der Freien und Knechte, nicht solches bezeichnet wird, kann einem jeden einleuchten, somit daß durch das Fleisch anderes bezeichnet wird, was bisher unbekannt ist. Daß es Böses bedeutet, das aus Falschem, und Böses, aus dem Falsches stammt, das aus dem willigen Eigenen des Menschen (kommt), wird aus dem einzelnen klar. Weil das Falsche, das aus dem verständig Eigenen des Menschen entspringt, im inneren Sinn Blut ist, und das Böse, das aus seinem willig Eigenen, Fleisch ist, redet der Herr von dem Menschen, der wiedergeboren werden soll, in folgender Weise: Joh.1/12,13: "Wie viele aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu sein, denn die glauben an Seinen Namen, die nicht aus Blut, und nicht aus dem Willen des Fleisches, und nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind". Daher kommt es, daß durch Fleisch im allgemeinen jeder Mensch bezeichnet wird, man sehe Nr. 574, 1030 E; denn ob man sagt Mensch oder das Eigene des Menschen ist gleich. Daß durch Fleisch im höchsten Sinn bezeichnet wird das Göttlich-Menschliche des Herrn, wird klar aus der oben angeführten Stelle, und auch aus der folgenden bei Joh.1/14: "Das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingebornen vom Vater": aus diesem Fleisch wird alles Fleisch lebendig gemacht, d.h. aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn jeder Mensch, durch die Aneignung Seiner Liebe; und diese Aneignung wird bezeichnet durch "essen das Fleisch des Sohnes des Menschen": Joh.6/51-58; und durch "essen das Brot" im heiligen Abendmahl, denn das Brot ist der Leib oder das Fleisch: Matth.26/26,27. 3814. "Und er wohnte bei ihm einen Monat von Tagen"; 1. Mose 29/14, bedeutet einen neuen Lebenszustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es ist Leben, wovon Nr. 1293, 3384, 3613; und aus der Bedeutung eines Monats von Tagen, sofern es ist ein neuer Zustand. Daß alle Zeiten Zustände sind, sehe man Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3404, somit auch die Jahre, Monate und Tage. Welcherlei Zustände sie aber bedeuten, erhellt aus den ihnen beigesetzten Zahlen; wenn aber in der Einzahl gesagt wird Jahr, Monat oder Tag, wird bezeichnet ein ganzer Zustand, somit das Ende des vorigen und der Anfang des folgenden, wie auch in den Erklärungen hie und da gezeigt wurde. Hier also durch den Monat das Ende des vorigen Zustandes und der Anfang des folgenden, somit ein neuer Zustand; wie auch anderwärts im Wort, wie bei Jes.66/23: "Zuletzt wird es geschehen, von Monat zu Monat, von Sabbath zu Sabbath wird kommen alles Fleisch anzubeten vor Mir, spricht Jehovah". Joh.Offenb.22/1,2: "Er zeigte mir einen reinen Fluß von Lebenswasser, glänzend wie Kristall, ausgehend von dem Thron Gottes und des Lammes; in der Mitte ihrer Gasse und auf beiden Seiten des Flusses Bäume des Lebens zwölfmal Früchte tragend, in jedem Monat bringend seine Frucht": in jedem Monat bringend seine Frucht, bedeutet einen immer neuen Zustand in Ansehung der Aufnahme, und daher Ausübung des Guten. 4. Mose 3/15,40; 11/18-20: "Zähle die Söhne Levi nach dem Haus ihres Vaters und nach ihren Familien, alles Männliche, vom Sohne des Monats und darüber, sollst du sie zählen. Zähle jeden Erstgeborenen, Männlichen der Söhne Israels vom Sohne des Monats und darüber, und erhebe die Zahl ihrer Namen": weil das Ende des vorigen Zustands und der Anfang des folgenden oder ein neuer Zustand durch den Monat bezeichnet ward, so wurde befohlen, daß ihre Zählung geschehen sollte vom Sohn des Monats an und darüber. 5. Mose 21/11,13: "Wenn du siehst in der Gefangenschaft ein Weib von schöner Gestalt, und du verlangst sie, daß du sie dir zum Weib nehmest, soll sie von sich tun das Kleid ihrer Gefangenschaft, und sie soll sitzen in deinem Hause, und beweinen ihren Vater und ihre Mutter einen Monat von Tagen; hernach wirst du eingehen zu ihr und sie erkennen, und sie wird dir sein zum Weibe": hier steht offenbar Monat von Tagen für das Ende des vorigen Zustands und den Anfang des folgenden oder neuen. 3815. "Und Laban sprach zu Jakob: weil du mein Bruder bist", 1. Mose 29/15, bedeutet, weil sie Blutsfreunde aus dem Guten seien. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das seitenverwandte Gute gemeinschaftlichen Stammes, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon oben; und aus der Bedeutung des Bruders, sofern er ist das Gute, wovon Nr. 3803, hier das Blutsverwandte, weil es von Laban zu Jakob gesagt wird, mithin vom Guten zum Guten. Alle Blutsfreundschaft leitet auch ihren Ursprung vom Guten her, denn das Gute ist Sache der Liebe. Der nächste Grad der Liebe in absteigender Linie ist es, der blutsverwandt heißt, und in eigentlichem Sinn unter Bruder verstanden wird. Daß es in der geistigen Welt oder im Himmel keine anderen Blutsfreundschaften und Verwandtschaften gibt, als die der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten, oder was gleich ist als des Guten, konnte ich daraus abnehmen, daß alle Gesellschaften, die den Himmel bilden und unzählig sind, voneinander aufs genaueste unterschieden sind nach den Graden und Unterschieden der Liebe und daher des Glaubens; man sehe Nr. 685, 917, 2739, 3612; sodann daraus, daß sie dort sich gegenseitig anerkennen, nicht infolge einer gewissen Verwandtschaft, in der sie im Leibesleben gestanden waren, sondern allein nur infolge des Guten und Wahren; nicht ein Vater den Sohn oder die Tochter, auch nicht ein Bruder den Bruder oder die Schwester, nicht einmal ein Gatte die Gattin, wenn sie nicht im gleichen Guten gewesen sind; sie kommen zwar zusammen, sobald sie ins andere Leben kommen, aber sie trennen sich wieder; denn das Gute selbst oder die Liebe und Liebtätigkeit bestimmt und weist jeden zu seiner Gesellschaft. In der Gesellschaft, in der ein jeder ist, fängt die Blutsfreundschaft an, und von da schreiten die Verwandtschaften fort, bis zu den Umkreisen. 3816. "Solltest du mir umsonst dienen? sage mir an, was dein Lohn (sein soll)", 1. Mose 29/15, bedeutet, es müsse ein Mittel der Verbindung da sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von umsonst dienen, sofern es ist ohne Verbindlichkeit; und aus der Bedeutung des Lohnes, sofern er ist ein Mittel der Verbindung. Der Lohn wird einigemal im Wort genannt, und bedeutet daselbst im inneren Sinn nichts anderes als ein Mittel der Verbindung. Die Ursache ist, weil die Engel gar nichts hören wollen von einem Lohn, sofern er sein soll wegen etwas bei ihnen, ja sie verschmähen ganz die Vorstellung eines Lohnes für etwas Gutes oder gut Getanes, denn sie wissen, daß bei einem jeden, was eigen und sein ist, nur böse ist, und weil es so (sich verhält), würde alles, was sie tun aus dem Eigenen oder Ihrigen, das Gegenteil von Lohn mit sich bringen, und daß alles Gute aus dem Herrn ist, und daß es einfließt, und das allein aus Barmherzigkeit, somit nicht von ihnen, daß sie deshalb an einen Lohn denken dürften. Ja, das Gute selbst wird nicht gut, wenn man an einen Lohn dafür denkt, denn der selbstische Zweck knüpft sich sogleich daran, und in dem Maß als dieser sich daran knüpft, führt er die Verneinung herbei, daß es vom Herrn und daß es von der Barmherzigkeit herkomme, in solchem Maße entfernt es sonach den Einfluß, folglich ebensosehr den Himmel und die Wonne, die dem Guten und der Neigung dazu innewohnt. Die Neigung zum Guten oder die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten trägt schon in sich das Wonnige und Selige; der Neigung und Liebe selbst wohnt dies inne. Aus Neigung und deren Wonne etwas tun, und zugleich um des Lohnes willen, ist einander ganz entgegengesetzt. Daher nun kommt es, daß die Engel beim Lohn, wenn er genannt wird im Wort, nichts von Lohn innewerden, sondern das was umsonst und aus Barmherzigkeit vom Herrn ihnen geschenkt wird. Aber der Lohn dient als Mittel der Verbindung denjenigen, die noch nicht eingeweiht sind; denn die noch nicht eingeweiht sind ins Gute und in die Neigung dazu, d.h., die noch nicht völlig wiedergeboren sind, solche können nicht anders, als auch an den Lohn denken, weil sie das Gute, das sie tun, nicht aus Neigung zum Guten, sondern aus Neigung zum Wonnigen und Seligen, um ihrer selbst willen, und zugleich aus Furcht vor der Hölle. Wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, dann wird dies umgekehrt, und es bildet sich eine Neigung zum Guten, und wenn diese da ist, sieht er nicht mehr auf den Lohn. Dies kann beleuchtet werden durch Dinge aus dem bürgerlichen Leben: wer Liebe zum Vaterland hat und gegen das Vaterland so gesinnt ist, daß es ihm Vergnügen macht, aus Wohlwollen ihm wohlzutun, dem würde es wehe tun, wenn ihm das verwehrt würde, und er würde angelegentlich bitten, es möchte ihm Gelegenheit gegeben werden wohl zu tun, denn das ist Sache seiner Neigung, mithin des Vergnügens und der Wonne. Ein solcher wird auch geehrt und zu Würden erhoben, weil diese ihm Mittel sind, dem Vaterland zu dienen, obwohl sie Belohnungen genannt werden. Hingegen diejenigen, die dem Vaterland nicht geneigt sind, sondern nur in der Neigung zu sich und der Welt stehen, tun (was sie tun) um der Ehren und der Einkünfte willen, die sie auch als Zwecke ansehen. Solche ziehen sich selbst dem Vaterland vor oder ihr Wohl dem allgemeinen Wohl, und sind beziehungsweise schmutzig, und dennoch wollen sie vor anderen so erscheinen, als ob sie aus redlicher Liebe täten, was sie tun. Wenn sie aber darüber bei sich selbst denken, so leugnen sie, daß einer das tue, und wundern sich, daß es einer könne. Die, welche so gesinnt sind im Leben des Leibes in Beziehung auf das Vaterland oder das Gemeinwesen in demselben, sind auch so gesinnt in Beziehung auf das Reich des Herrn, denn einem jeden folgt seine Neigung oder Liebe nach, denn die Neigung oder Liebe ist das Leben eines jeden. 3817. Vers 16,17: Und Laban hatte zwei Töchter, der Name der älteren war Leah, und der Name der jüngeren Rachel. Und die Augen der Leah waren blöde, aber Rachel war schön von Gestalt und schön von Ansehen. "Und Laban hatte zwei Töchter" bedeutet die Neigung zum Wahren aus dem Guten, das aus gemeinschaftlichem Stamm ist; "der Name der älteren war Leah" bedeutet die Neigung zum äußeren Wahren nebst seiner Beschaffenheit; "und der Name der jüngeren Rachel" bedeutet die Neigung zum inneren Wahren, nebst seiner Beschaffenheit; "und die Augen der Leah waren blöde" bedeutet die Neigung zum äußeren Wahren in Ansehung ihres Verständnisses seiner Beschaffenheit; "aber Rachel war schön von Gestalt und schön von Ansehen" bedeutet die Neigung zum inwendigeren Wahren in Ansehung des Geistigen nach seiner Beschaffenheit. 3818. "Und Laban hatte zwei Töchter", 1. Mose 29/16, bedeutet die Neigungen zum Wahren aus dem Guten, das aus gemeinschaftlichem Stamm ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das Gute des gemeinschaftlichen Stammes, aber von der Seite her, wovon Nr. 3612, 3665, 3778; und aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Neigungen, wovon Nr. 2362, hier die Neigungen zum Wahren, die aus dem Guten des Laban, man sehe Nr. 3793. 3819. "Der Name der älteren war Leah", dies bedeutet die Neigung zum äußeren Wahren nebst seiner Eigenschaft; "und der Name der jüngeren, Rachel", 1. Mose 29/16, bedeutet die Neigung zum inwendigen Wahren samt der Eigenschaft. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, und der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigen Wahren, wovon Nr. 3793; und aus der Bedeutung des Namens, sofern er ist die Eigenschaft, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006. Leah heißt die ältere, weil das äußere Wahre das frühere heißt, und Rachel die jüngere, weil das inwendige Wahre nachher kommt oder, was gleich ist, der Mensch früher von äußeren Wahrheiten angeregt wird und nachher von inwendigen; denn die äußeren Wahrheiten sind die Grundlagen der inwendigen; denn sie sind das Allgemeine, in welches das Einzelne eingefügt wird. Ohne eine allgemeine Vorstellung von einer Sache begreift der Mensch nichts Besonderes, daher kommt es, daß im buchstäblichen Sinn des Wortes allgemeine Wahrheiten sind, im inneren Sinn aber besondere. Jene sind es, die äußere Wahrheiten genannt werden, diese aber inwendige; und weil die Wahrheiten ohne Neigung keine Wahrheiten sind, weil ohne Leben, darum werden, wenn von äußeren und inneren Wahrheiten die Rede ist, (zugleich) ihre Neigungen verstanden. 3820. "Und die Augen der Leah waren blöde", 1. Mose 29/17, bedeutet die Neigung zum äußeren Wahren in Ansehung ihres Verstandes als so beschaffen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon Nr. 3793, und aus der Bedeutung der Augen, sofern sie sind der Verstand, wovon Nr. 2701, und aus der Bedeutung von blöde, sofern es bedeutet, beziehungsweise so beschaffen. Daß die Neigungen zum äußeren Wahren in Ansehung des Verstandes blöde sind, oder was gleich ist, diejenigen, die in ihnen sind, kann man ersehen aus den äußeren, d.h. allgemeinen Vorstellungen, die noch nicht erhellt sind von besonderen, daß sie nämlich schwach sind und schwanken, und gleichsam sich nach jedem Wind richten, d.h. zu jeder Meinung hinziehen lassen. Hingegen, wenn ebendieselben erhellt sind von besonderen, werden sie stark werden, und stehen fest; denn davon bekommen sie Wesenheit und Gestaltung, die bezeichnet werden durch "schön von Gestalt und schön von Ansehen", was der Rachel eigen ist, durch welche die Neigungen zum inwendigeren Wahren vorgebildet werden. Was äußere Wahrheiten und deren Neigungen sind, und was inwendige Wahrheiten und deren Neigungen, und daß jene "blöde an Augen sind" beziehungsweise und diese "schön von Gestalt und Ansehen", dafür diene Folgendes als Beispiel: Diejenigen, die in auswendigen Wahrheiten sind, wissen nur dieses Allgemeine: daß man den Armen wohltun soll; und wissen nicht zu unterscheiden, welche die wahrhaft Armen sind, weniger noch, daß unter den Armen im Wort diejenigen verstanden sind, die geistig solche sind. Daher tun sie den Bösen ebenso wohl als den Guten, indem sie nicht wissen, daß den Bösen wohl tun heißt, den Guten übel tun; denn so gibt man den Bösen Gelegenheit, den Guten übel zu tun. Daher werden diejenigen, die in einem solchen einfältigen Eifer sind, von Arglistigen und Betrügern gar sehr angefochten. Diejenigen aber, die in inwendigen Wahrheiten sind wissen, welches die Armen sind, und unterscheiden zwischen allen, wer sie auch seien, und tun einem jeden Gutes je nach seiner Beschaffenheit. Ein anderes Beispiel: die in äußeren Wahrheiten sind, wissen nur diesen allgemeinen Satz: daß man den Nächsten lieben soll, und glauben, daß ein jeder in gleichem Grad der Nächste sei, und somit, daß man einen jeden mit der gleichen Liebe umfassen soll, und lassen sich so verführen. Die aber in inwendigen Wahrheiten sind, müssen wissen, in welchem Grad jeder der Nächste ist, und daß ein jeder in ungleichem, daher wissen sie unzählig mehr als jene, mithin lassen sie sich durch den bloßen Namen des Nächsten nicht verleiten, und zum Bösestun aus einer Beredung des Guten, die der Name veranlaßt. Ein weiteres Beispiel: die bloß in äußeren Wahrheiten sind, meinen, daß die Gelehrten im anderen Leben wie Sterne leuchten werden, und daß alle, die im Weinberg des Herrn gearbeitet haben, Lohn vor anderen haben werden. Diejenigen hingegen, die in den inwendigen Wahrheiten sind, wissen, daß durch Gelehrte, Weise und Verständige diejenigen bezeichnet werden, die im Guten sind, wenngleich in keiner menschlichen Weisheit und Einsicht, und daß dieselben wie Sterne leuchten werden, und daß die Arbeiter im Weinberg, ein jeder gemäß der Neigung zum Guten und Wahren, aus der er arbeitet, einen Lohn erhalten, und daß die um ihrer selbst und der Welt willen, d.h. um der Selbstauszeichnung willen und um des reichen Einkommens willen arbeiten, ihren Lohn im Leben des Leibes haben, aber im anderen Leben ihr Los ist bei den Bösen daselbst: Matth.7/22,23. Hieraus wird klar, wie blöde an Verstand diejenigen sind, die bloß in äußeren Wahrheiten sind, und daß nur die inwendigen Wahrheiten jenen ihr Wesen und Form, und auch dem Guten bei ihnen seine Beschaffenheit geben. Aber dennoch nehmen diejenigen, die in äußeren Wahrheiten sind und zugleich im einfältig Guten, solange sie in der Welt leben, im anderen Leben die inwendigen Wahrheiten, und daher Weisheit auf, denn vermöge des einfältig Guten sind sie im Stand und in der Fähigkeit jene aufzunehmen. 3821. "Aber Rachel war schön von Gestalt und schön von Ansehen", 1. Mose 29/17, bedeutet, die Neigung zum inwendigeren Wahren in Ansehung des Geistigen sei so beschaffen. Dies erhellt aus dem Nr. 3820 Gesagten. Durch Gestalt wird bezeichnet das Wesen, und durch das Ansehen die Schönheit daher. 3822. Vers 18-20: Und Jakob liebte Rachel, und sprach: ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter. Da sprach Laban: es ist besser, daß ich sie dir gebe, als daß ich sie gebe einem anderen Mann; bleibe bei mir. Und Jakob diente um Rachel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie einige Tage, weil er sie lieb hatte. "Und Jakob liebte Rachel" bedeutet die Liebe des Guten zum inwendigen Wahren; "und sprach: ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter" bedeutet das Bestreben und dann einen heiligen Zustand zum Zweck der Verbindung mit dem inwendigen Wahren; "da sprach Laban: es ist besser, daß ich sie dir gebe, als daß ich sie gebe einem anderen Mann; bleibe bei mir" bedeutet das Mittel der Verbindung durch das inwendigere Wahre mit jenem Guten; "und Jakob diente um Rachel sieben Jahre" bedeutet die Verwirklichung; "und sie waren in seinen Augen wie einige Tage, weil er sie lieb hatte" bedeutet den Zustand der Liebe. 3823. "Jakob liebte Rachel", 1. Mose 29/18, bedeutet die Liebe des Guten zum inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern es ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3599, 3659, 3775, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigen Wahren, wovon Nr. 3793, 3819, hier das inwendige Wahre, das verbunden werden soll dem Guten des Natürlichen, für welche Verbindung Liebe (vorhanden) ist. 3824. "Und sprach: ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter", 1. Mose 29/18, bedeutet das Bestreben und dann einen heiligen Zustand zum Zweck der Verbindung mit dem inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es ist Bemühung (studium); aus der Bedeutung von sieben, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 395, 433, 716, 881, und aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie sind Zustände, wovon Nr. 487, 488, 493, 893. Daß es um der Verbindung willen geschieht, ist klar. Hieraus erhellt, daß durch "ich will dir dienen sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter" bezeichnet wird das Bestreben und dann ein heiliger Zustand zum Zweck der Verbindung mit dem inwendigen Wahren. Es wird gesagt, die inwendigen Wahrheiten werden dem natürlichen verbunden, wenn sie erlernt, anerkannt und geglaubt werden; im Natürlichen des Menschen oder in dessen Gedächtnis sind sowohl äußere als inwendige Wahrheiten, und dort als wißtümliche Lehren; aber sie sind nicht eher verbunden, als wenn der Mensch von denselben wegen ihrer Nutzleistung im Leben angeregt wird, oder sie um des Lebens willen geliebt werden; denn alsdann wird das Gute mit ihnen verknüpft, wodurch sie verbunden werden mit dem Vernünftigen, folglich mit dem inwendigen Menschen; auf diesem Wege geschieht der Einfluß des Lebens in sie vom Herrn. 3825. "Da sprach Laban: es ist besser, daß ich sie dir gebe, als daß ich sie gebe einem anderen Mann; bleibe bei mir", 1. Mose 29/19, bedeutet das Mittel der Verbindung durch das inwendigere Wahre mit jenem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lohnes, von dem hier geantwortet, und der mit jenen Worten zugesagt wird, sofern er ist das Mittel der Verbindung, wovon Nr. 3816. Daß Rachel, die hier durch "sie" (gemeint ist), das inwendigere Wahre, und daß Jakob, der hier durch "dir" (bezeichnet wird), das Gute sei, ist früher gezeigt worden. Was die Verbindung des Guten, das Jakob, mit dem Guten, das Laban, durch das inwendigere Wahre, das Rachel, betrifft, so ist es ein Geheimnis, das nicht leicht begreiflich gemacht werden kann; eine klare Vorstellung von beiderlei Gutem, dann auch von der Neigung zum inwendigeren Wahren muß man vorher haben. Das Verständnis einer jeden Sache richtet sich auch nach den Vorstellungen. Es gibt kein Verständnis, wenn keine Vorstellung davon da ist: ein dunkles aber, wenn eine dunkle, ein verkehrtes, wenn eine verkehrte, ein klares, wenn eine klare vorhanden ist; und es richtet sich auch nach den Neigungen, durch die eine, wenn auch klare Vorstellung ebenfalls sich verschieden gestaltet; dennoch soll es mit wenigem erläutert werden: Bei einem jeden Menschen, der wiedergeboren wird, wird das Gute seines Natürlichen, wie es hier durch Jakob vorgebildet wird, zuerst verbunden mit dem Guten, wie es hier durch Laban vorgebildet wird, durch die Neigung zum inwendigeren Wahren, die hier vorgebildet wird durch Rachel, und hernach mit dem Guten des Vernünftigen und seinem Wahren, welche sind Jischak und Rebecka. Durch jene erste Verbindung ist der Mensch imstande, inwendige oder geistige Wahrheiten aufzunehmen, welche sind die Mittel der Verbindung des Natürlichen mit dem Vernünftigen, oder des äußeren Menschen mit dem inwendigen. 3826. "Und Jakob diente um Rachel sieben Jahre", 1. Mose 29/20, bedeutet die Wirkung. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Worte, sofern sie ist das Bestreben und dann ein heiliger Zustand, zum Zweck der Verbindung mit dem inwendigen Wahren, wovon Nr. 3824; daß es hier die wirkliche Ausführung dieser Sache bezeichnet, ist klar. 3827. "Und sie waren in seinen Augen wie einige Tage, weil er sie lieb hatte", 1. Mose 29/20, bedeutet den Zustand der Liebe, nämlich ohne Überdruß. Dies erhellt aus der Bedeutung von sein in seinen Augen, sofern es ist: so erscheinen; aus der Bedeutung der Tage, sofern sie einen Zustand bedeuten, wovon Nr. 893, 2788, 3462, 3785. Daher bedeutet: "wie einige Tage, weil er sie liebte", den Zustand der Liebe. Wenn der Mensch im Zustand der Liebe oder der himmlischen Neigung ist, dann ist er im Stande der Engel, nämlich gleichsam ohne Zeit, wenn in jener Neigung keine Ungeduld ist; denn diese ist eine leibliche Stimmung, und sofern als der Mensch in dieser ist, insofern ist er in der Zeit, aber sofern er nicht zugleich in derselben ist, insofern ist er nicht in der Zeit. Dies wird einigermaßen klar aus der Lust und Freude, die der Neigung oder der Liebe angehört: solange sich der Mensch in diesen befindet, erscheint ihm die Zeit nicht, denn er ist alsdann im inwendigen Menschen. Durch die Neigung der echten Liebe wird der Mensch von leiblichen und weltlichen Dingen abgezogen; denn sein Gemüt wird zum Himmel erhoben, somit abgezogen von dem, was der Zeit angehört, denn die Zeit ist etwas, das erscheint aus der Besinnung über das, was nicht der Neigung oder Liebe, sondern was dem Überdruß angehört. Hieraus wird auch klar, was es bedeutet, daß sieben Jahre waren in seinen Augen wie einige Tage, weil er sie lieb hatte. 3828. Vers 21-24: Da sprach Jakob zu Laban: gib mir mein Weib, denn meine Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr komme. Da versammelte Laban alle Männer des Ortes, und machte eine Mahlzeit. Und es geschah am Abend, da nahm er Leah, seine Tochter, und brachte sie zu ihm, und er kam zu ihr. Und Laban gab Silpa, seine Magd, der Leah, seiner Tochter, zur Magd. "Da sprach Jakob zu Laban: gib mir mein Weib" bedeutet, daß vom allgemeinen Guten aus nun Verbindung mit der Neigung zum inwendigeren Wahren (stattfinde); "denn meine Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr komme" bedeutet, nun sei der Zustand da; "da versammelte Laban alle Männer des Ortes" bedeutet alle Wahrheiten jenes Zustandes; "und machte eine Mahlzeit" bedeutet die Einweihung; "und es geschah am Abend" bedeutet einen noch dunklen Zustand, "da nahm er Leah, seine Tochter, und brachte sie zu ihm, und er kam zu ihr" bedeutet, daß einstweilen bloß eine Verbindung mit der Neigung zum äußeren Wahren (eintrete); "und Laban gab Silpa, seine Magd, der Leah, seiner Tochter, zur Magd" bedeutet äußere Neigungen oder äußere Bande als dienende Mittel. 3829. "Da sprach Jakob zu Laban: gib mir mein Weib", 1. Mose 29/21, bedeutet, daß vom allgemeinen Guten aus nun Verbindung mit der Neigung zum inwendigeren Wahren (eintrete). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon früher. Hier das allgemeine Gute, weil, was dem Natürlichen angehört, beziehungsweise allgemein ist, denn es sind unzählige Dinge, die vom inwendigen Menschen in den natürlichen oder äußeren Menschen einfließen, die in diesem als ein Allgemeines erscheinen, und noch mehr, ehe die Besonderheiten des Allgemeinen aufgenommen sind, wie hier. Daher kommt es, daß das Gute, das durch Jakob vorgebildet wird, jetzt das allgemeine Gute heißt. Daß es die Verbindung mit der Neigung zum inwendigeren Guten ist, leuchtet ein, denn Rachel, die hier ist "mein Weib", bildet die Neigung zum inwendigeren Wahren vor, wie oben gezeigt wurde. 3830. "Denn meine Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr komme", 1. Mose 29/21, bedeutet, nun sei der Zustand da. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern sie sind der Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785. Die Tage sind erfüllt, daß ich zu ihr komme, bedeutet, jener Zustand sei nun da. Dies erhellt ohne Erklärung. 3831. "Da versammelte Laban alle Männer des Ortes", 1. Mose 29/22, bedeutet alle Wahrheiten jenes Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern sie sind Wahrheiten, wovon Nr. 3134, und aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387. 3832. "Und machte eine Mahlzeit", 1. Mose 29/22, bedeutet die Einweihung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mahlzeit, sofern sie ist Aneignung und Verbindung, wovon Nr. 3596, hier Einweihung, weil diese der Verbindung vorhergeht, und dieselbe verspricht und bezeugt. Die Mahlzeiten, die vor Alters bei denjenigen, die in den Bezeichnungen und Vorbildungen waren, stattfanden, bezeichneten nichts anderes als die Einweihung in gegenseitige Liebe, die der Liebtätigkeit angehört, und die Hochzeitsmahle die Einweihung in die eheliche Liebe, und die heiligen Mahle die Einweihung in die geistige und himmlische Liebe, und zwar aus dem Grund, weil durch Mahl halten oder essen und trinken die Aneignung und Verbindung bezeichnet wurde, wie Nr. 3734 gezeigt worden. Weil dies bezeichnet wurde, hat auch der Herr Matth.8/11 in solchem Sinn gesagt: "Viele werden kommen vom Aufgang her und vom Niedergang, und zu Tische liegen mit Abraham, Jischak und Jakob, im Reiche der Himmel"; und Luk.22/30, zu den Jüngern: "Auf daß ihr esset und trinket an Meinem Tische im Meinem Reiche"; und als er das heilige Abendmahl einsetzte, Matth.26/29, sprach Er: "Ich sage euch, daß Ich nicht trinken werde von nun an von diesem Gewächs des Weinstocks bis zu jenem Tag, wo Ich es von neuem trinken werde mit euch im Reich Meines Vaters". Jeder kann sehen, daß durch zu Tische liegen, essen und trinken im Reich des Herrn nicht bezeichnet wird zu Tische liegen, essen und trinken, sondern solches, was dort stattfindet, nämlich die Aneignung des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens darunter verstanden wird, somit das, was geistige und himmlische Speise genannt wird. Augenscheinlich wird auch aus jenen Worten klar, daß in demjenigen, was der Herr geredet hat, ein innerer Sinn liegt, und daß man ohne Verständnis desselben nicht wissen kann, was es heißt, mit Abraham, Jischak und Jakob zu Tische liegen, an dem Tische im Reiche des Herrn essen und trinken, und vom Gewächs des Weinstocks mit ihnen trinken im Reich des Vaters. Ja, daß man nicht wissen kann, was unter dem Brot essen und Wein trinken im heiligen Abendmahl verstanden wird. 3833. "Und es geschah am Abend", 1. Mose 29/23, bedeutet einen noch dunklen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, sofern er ist ein dunkler Zustand, wovon Nr. 3056. Auch die Mahlzeiten, die am Abend gehalten wurden, oder die Abendessen (coenae), bezeichneten nichts anderes bei den Alten, welche die gleichen Bräuche hatten, als den Zustand der Einweihung, die der Verbindung vorausgeht; und dieser Zustand ist dunkel im Verhältnis zu dem Zustand der Verbindung; denn wenn der Mensch ins Wahre und daher ins Gute eingeweiht wird, ist ihm alles, was er alsdann lernt, dunkel. Dagegen wenn das Gute mit ihm verbunden wird, und er von da aus aufs Wahre sieht, dann wird es ihm klar, und zwar nach und nach immer mehr; denn er ist alsdann nicht mehr im Zweifel, ob es sei, oder ob es so sei, sondern er weiß, daß es ist, und daß es so ist. Wenn der Mensch in diesem Zustand ist, dann fängt er an, unzählig vieles zu wissen; denn alsdann muß er von dem Guten und Wahren, das er glaubt und inne wird, gleichsam vom Mittelpunkt aus zu den Umkreisen fortschreiten, und inwieweit er fortschreitet, insoweit sieht er dasjenige, was ringsumher ist, und allmählich noch ausgedehnter, denn fortwährend dehnt er aus und erweitert er die Grenzen; und nachher beginnt er auch bei jedem Ding im Raum innerhalb der Grenzen, und zieht von da wie von neuen Mittelpunkten aus neue Kreislinien, und so weiter. Daher nimmt das Licht des Wahren vom Guten ins Unermeßliche zu, und wird wie ein fortwährender Lichtschein; denn er ist alsdann im Himmelslicht, das vom Herrn stammt. Diejenigen dagegen, die im Zweifel sind, und untersuchen, ob es sei, und ob es so sei, denen erscheint jenes Unzählige, ja unendlich Viele als nichts. Es ist ihnen alles samt und sonders ganz dunkel, und wird von ihnen angesehen nicht sowohl als ein Wirkliches, sondern als etwas, von dem sie nicht wissen, ob es sei. In einem solchen Zustand ist die menschliche Weisheit und Einsicht heutigen Tages: witzig vernünfteln, ob etwas sei, gilt für weise, und vernünfteln, daß es nicht sei, gilt noch mehr für weise. Zum Beispiel, ob es einen inneren Sinn des Wortes gebe, den man den mystischen nennt. Ehe man dies glaubt, kann man nichts von jenen unzählig vielen Dingen wissen, die im inneren Sinn liegen, und deren ist soviel, daß sie den ganzen Himmel mit unendlicher Mannigfaltigkeit erfüllen. Ein anderes Beispiel: wer über die göttliche Vorsehung vernünftelt, ob sie nur eine allgemeine und nicht das einzelne betreffende sei, der kann auch nicht jene unzähligen Geheimnisse der Vorsehung wissen, deren so viele sind, als Ereignisse vom ersten Augenblick des Lebens eines jeden bis zum letzten, und von der Erschaffung der Welt bis zu ihrem Ende, ja bis in Ewigkeit. Ein weiteres Beispiel: wer vernünftelt, ob jemand im Guten sein könne, da doch der Wille des Menschen von Grund aus verdorben ist, der kann gar nicht wissen alle jene Geheimnisse, die der Wiedergeburt angehören, und nicht einmal, daß ein neuer Wille vom Herrn eingepflanzt wird, und die Geheimnisse bei dieser Sache. So in allem übrigen. Hieraus kann man erkennen, in was für einer Dunkelheit diejenigen sich befinden, die so beschaffen sind, und daß sie nicht einmal die erste Stufe der Weisheit sehen, noch weniger sie berühren. 3834. "Da nahm er Leah, seine Tochter, und brachte sie zu ihm, und er kam zu ihr", 1. Mose 29/23, bedeutet, es sei einstweilen bloß eine Verbindung gewesen mit der Neigung zum äußeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon Nr. 3793, 3819. Daß "sie zu ihm bringen" eine solche Verbindung bezeichnet, wie die eheliche, ist klar. Dies verhält sich so: wer in der Neigung zu inwendigem Wahren ist, d.h. im Verlangen, die inwendigeren Geheimnisse des Reiches des Herrn zu wissen, mit dem sind sie anfangs nicht verbunden, obwohl er sie weiß, und zuweilen auch anerkennt und gleichsam glaubt; denn es sind noch weltliche und leibliche Neigungen vorhanden, die machen, daß er jene annimmt und gleichsam glaubt, aber inwieweit jene Neigungen noch vorhanden sind, insoweit können jene Wahrheiten nicht verbunden werden. Nur die Neigung zum Wahren aus dem Guten und die Neigung zum Guten ist es, die sie sich zu eigen macht. Inwieweit der Mensch in diesen Neigungen ist, insoweit werden die inwendigeren Wahrheiten mit ihm verbunden, denn die Wahrheiten sind aufnehmende Gefäße des Guten. Der Herr sieht auch vor, daß die himmlischen und geistigen Wahrheiten, wie es alle inwendigeren Wahrheiten sind, mit keinen anderen als echten Neigungen verbunden werden. Daher kommt es, daß die allgemeine Neigung zum Wahren aus dem Guten vorhergeht, und die Wahrheiten, die ihr eingepflanzt werden, nur allgemeine Wahrheiten sind. Die Zustände des Wahren verhalten sich ganz wie die Zustände des Guten, oder die Zustände des Glaubens wie die Zustände der Liebtätigkeit; wie zum Beispiel: die Bösen können auch wissen, daß der Herr den ganzen Himmel regiert, ferner daß der Himmel gegenseitige Liebe und Liebe zum Herrn ist, wie auch daß sie dadurch Verbindung mit dem Herrn und Weisheit und Seligkeit haben. Sie können sogar in der Überzeugung sein, daß es so ist, aber dennoch ist kein Wahres des Glaubens, und noch weniger das Gute der Liebe mit ihnen verbunden. Nur aus dem Leben wird erkannt, ob sie verbunden sind, wie der Baum aus der Frucht. Es verhält sich damit, wie mit Trauben, in denen keine Kerne sind, wenn sie in eine noch so fruchtbare Erde kommen, so zerfallen sie zu Mist. Es verhält sich ferner wie mit einem Irrlicht bei Nacht, das, sobald die Sonne kommt, verschwindet. Doch über diesen Gegenstand soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden mehreres gesagt werden. 3835. "Und Laban gab Silpa, seine Magd, der Leah, seiner Tochter, zur Magd", 1. Mose 29/24, bedeutet die äußeren Neigungen oder die äußeren Bande, die dienende Mittel sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Magd, sofern sie bezeichnet äußere Neigungen, wovon Nr. 1895, 2567. Daß sie Laban gab, bedeutet, daß sie aus dem seitenverwandten Guten gemeinschaftlichen Stammes sind; denn daher sind solche Neigungen. Dieselben werden äußere Bande genannt, weil alle Neigungen Bande sind, man sehe 1077, 1080, 1835, 1944; denn nichts anderes hält den Menschen in Banden, als seine Neigung. Die Neigung eines jeden erscheint ihm zwar nicht als ein Band, aber dennoch wird es so genannt, darum, weil sie den Menschen regiert und ihn an sich gebunden hält. Die inwendigen Neigungen aber werden innere Bande genannt, wie die Neigungen zum Wahren und Guten Bande des Gewissens; diesen entsprechen äußere Bande oder äußere Neigungen, denn alles Inwendige hat ein entsprechendes Äußere. Weil durch Äußeres der Mensch, der wiedergeboren wird, eingeführt wird zu Inwendigem, und hier von diesem Zustand die Rede ist, darum wird hier erwähnt, die Magd Labans sei seiner Tochter Leah zur Magd gegeben worden, wodurch bezeichnet wird solche Neigungen, die zu Mitteln dienen. Daß diese die auswendigsten gewesen sind, wie es diejenigen sind, die Neigungen des Leibes genannt werden, wird daraus klar, daß durch Leah Neigungen zum äußeren Wahren vorgebildet werden; aber auch hierüber, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mehreres anderswo. 3836. Vers 25,26: Und es war am Morgen, und siehe, da war es Leah, und er sprach zu Laban: wie hast du mir das getan? Habe ich nicht um Rachel gedient bei dir, und warum hast du mich betrogen? Und Laban sprach: Man tut nicht also in unserem Ort, daß man die Jüngere gibt vor der Erstgeborenen. "Und es war am Morgen" bedeutet die Erleuchtung in jenem Zustand; "und siehe, da war es Leah" bedeutet Verbindung mit dem äußeren Wahren; "und er sprach zu Laban: wie hast du mir das getan?" bedeutet Unwillen; "habe ich nicht um Rachel gedient bei dir" bedeutet, daß die Bemühung (studium) war für die Neigung zum inwendigen Wahren; "und warum hast du mich betrogen?" bedeutet größeren Unwillen; "und Laban sprach: Man tut nicht also in unserem Ort" bedeutet, daß der Zustand nicht so beschaffen sei; "daß man die Jüngere gibt vor der Erstgeborenen" bedeutet, daß die Neigung zum inwendigeren Wahren vorangehe der Neigung zum äußeren Wahren. 3837. "Und es war am Morgen", 1. Mose 29/25, bedeutet die Erleuchtung in jenem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, sofern er ist Erleuchtung, wovon Nr. 3458, 3723, und weil jede Zeit einen Zustand bedeutet: Nr. 2625, 2788, 2837, 3356, so auch die Frühe oder der Morgen. Die Erleuchtung bezieht sich auf das, was gleich folgt, daß er nämlich erkannt habe, die Verbindung sei nur mit dem äußeren Wahren gewesen. 3838. "Und siehe, da war es Leah", 1. Mose 29/25, bedeutet die Verbindung mit dem äußeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon Nr. 3793, 3819. Daß die Verbindung mit dieser bezeichnet wird, ist klar, weil sie es war, die statt der Rachel zum Weib gegeben worden war. Was dieses in sich schließt, kann aus demjenigen erhellen, was über die Verbindung mit den äußeren Wahrheiten, (die) früher (stattfindet) als mit den inwendigen Wahrheiten, Nr. 3834 gesagt wurde, und aus demjenigen, was zu Nr. 3843 gesagt werden wird. 3839. "Und er sprach zu Laban: Wie hast du mir das getan?", 1. Mose 29/25, daß dies Unwillen bedeutet, erhellt aus der Regung in diesen Worten und in denen, die folgen. Daß es eine Regung des Unwillens bedeutet, ist klar nach dem historischen Zusammenhang in diesen Worten. Zweierlei bildet den inneren Sinn des Wortes, nämlich Regungen und Sachen. Die Regungen, die in den Worten des göttlichen Wortes verborgen liegen, werden dem Menschen nicht offenbar, sondern sind inwendigst dort verborgen, und können nicht offenbar werden, weil der Mensch, solange er im Leibe lebt, in weltlichen und leiblichen Regungen ist, die nichts gemein haben mit denjenigen Regungen, die im inneren Sinn des Wortes sind; denn es sind dort Regungen geistiger und himmlischer Liebe, die der Mensch um so weniger inne werden kann, weil es wenige sind, die in denselben sind, und jene wenige sind meistens einfältig, die über die Regungen nicht reflektieren können; die übrigen wissen nicht einmal, was echte Regung sei. Jene Regungen sind in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in der Liebe zum Herrn. Diejenigen, die nicht in denselben sind, glauben, daß dieselben nichts Wirkliches sind, da doch diese Regungen den ganzen Himmel erfüllen, und zwar mit unaussprechlicher Mannigfaltigkeit. Solche Regungen mit deren Mannigfaltigkeiten sind es, die im inneren Sinn des Wortes verborgen sind, und nicht bloß in einem jeden Satz, sondern auch in einem jeden Wort, ja in einem jeden Jota, und vor den Engeln leuchten sie hervor, wenn das Wort gelesen wird von solchen, die im einfältig Guten und zugleich in der Unschuld sind, und zwar, wie gesagt, mit unbeschreiblicher Mannigfaltigkeit. Es sind hauptsächlich zweierlei Regungen, die aus dem Wort bei den Engeln hervorleuchten, nämlich die Regungen des Wahren, und die Regungen des Guten: die Regungen des Wahren vor den geistigen Engeln, und die Regungen des Guten vor den himmlischen Engeln. Diese, nämlich die Regungen des Guten, die der Liebe zum Herrn angehören, sind für den Menschen ganz unaussprechlich; daher sind sie auch unbegreiflich. Hingegen die Regungen des Wahren, die der gegenseitigen Liebe angehören, können im allgemeinsten einigermaßen begriffen werden, aber bloß von denjenigen, die in echter gegenseitiger Liebe sind, und zwar nur aus einer inwendigen dunklen Wahrnehmung, wie zum Beispiel die Regung des Unwillens, wovon hier die Rede ist. Der Mensch, der nicht weiß, was die Regung der Liebtätigkeit ist, weil er in ihr nicht lebt, kann keine andere Vorstellung von ihr haben, als von einem solchen Unwillen, wie er beim Menschen sich zeigt, wenn ihm Böses getan wird, welches ist der Unwille des Zorns; aber ein solcher Unwille ist nicht bei den Engeln, sondern es ist ein ganz anderer Unwille, der nicht dem Zorn, sondern dem Eifer angehört, in welchem nichts Böses ist, und der so weit entfernt ist von Haß oder Rache, oder von Vergeltung des Bösen mit Bösem, als der Himmel entfernt ist von der Hölle; denn er entspringt aus dem Guten. Aber wie er beschaffen sei, läßt sich mit keinerlei Worten ausdrücken. Ebenso verhält es sich mit den übrigen Regungen, die aus dem Guten und Wahren sind, und die dem Guten und Wahren angehören. Dies wird auch daraus klar, daß die Engel nur in den Zwecken sind und in den Nutzwirkungen der Zwecke: Nr. 1317, 1645, 3645. Zwecke sind nichts anderes als Liebestriebe oder Neigungen (affectiones): Nr. 1317, 1568, 1571, 1909, 3425, 3796; denn was der Mensch liebt, das hat er zum Zweck; und deshalb sind jene in den Neigungen zu den Dingen (in affectionibus reram), die im Wort sind, und das mit aller Verschiedenheit gemäß den Gattungen der Neigungen, in denen die Engel sind. Hieraus kann genugsam erhellen, wie heilig das Wort ist; denn der göttlichen Liebe oder der vom Göttlichen stammenden Liebe wohnt Heiligkeit inne, und daher auch den (in dem Worte liegenden) Dingen. 3840. "Habe ich nicht um Rachel gedient bei dir?", 1. Mose 29/25, bedeutet die Bemühung sei um die Neigung zum inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigen Wahren, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der Bedeutung von dienen, sofern es ist Bemühung (studium), wovon Nr. 3824. 3841. "Und warum hast du mich betrogen?", 1. Mose 29/25, bedeutet größeren Unwillen. Dies kann aus dem erhellen, was gleich oben Nr. 3839 gesagt wurde. 3842. "Und Laban sprach: Man tut nicht also in unserem Ort", 1. Mose 29/26, bedeutet, nicht so beschaffen sei der Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist der Zustand, wovon Nr. 1273, 1274, 1275, 1377, 2025, 2837, 3356, 3387. Hieraus wird klar, daß "nicht also tut man in unserem Ort" bedeutet, der Zustand sei nicht so beschaffen. 3843. "Daß man die Jüngere gibt vor der Erstgeborenen", 1. Mose 29/26, bedeutet, daß die Neigung zum inwendigeren Wahren vorangehe der Neigung zum äußeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, welche hier ist die Jüngere, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, welche hier ist die Erstgeborene, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon Nr. 3793, 3819. Hieraus wird klar, daß durch "geben die Jüngere vor der Erstgeborenen" bezeichnet wird, daß die Neigung zum inwendigeren Wahren vorangehe der Neigung zum äußeren Wahren. Wie es sich damit verhält, ist Nr. 3834 mit wenigem erklärt worden, und weiter erhellt es aus Folgendem: Wer den Zustand des Menschen nicht kennt, der kann glauben, daß es eine Verbindung nicht nur mit äußeren Wahrheiten, sondern auch mit inwendigen gebe, wenn er dies und das weiß, oder wenn er dies und das in seinem Gedächtnis hat. Aber dennoch findet keine Verbindung statt, ehe er danach lebt, denn das Leben offenbart die Verbindung. Es verhält sich hiermit wie mit allem, was dem Menschen vom Knabenalter an eingepflanzt wird: dies wird nicht sein eigen, ehe er danach tut, und zwar aus Neigung, denn alsdann durchdringt es seinen Willen und geht nicht mehr aus der Wissenschaft oder Lehre ins Tun über, sondern aus einem ihm unbekannten Lustreiz, und gleichsam aus innerer Anlage oder von Natur, denn ein jeder verschafft sich eine Anlage durch häufige Übung oder Gewöhnung, und diese aus dem, was er gelernt hat. Dies kann aber nicht geschehen, ehe das, was er durch die Lehren aufgenommen hat, vom auswendigen Menschen her in den inwendigeren Menschen gelegt wird, denn wenn es im inwendigeren Menschen ist, dann handelt er nicht mehr aus dem Gedächtnis, sondern aus seiner Anlage, bis daß es zuletzt wie von selber ins Tun übergeht, denn alsdann ist es dem inwendigeren Gedächtnis des Menschen eingeschrieben, und was von diesem ausgeht, erscheint wie angeboren: wie man sehen kann an den Sprachen, die der Mensch im Knabenalter aufgefaßt hat, sodann an der Fähigkeit, vernünftig zu denken, und auch am Gewissen. Hieraus wird klar, daß die Wahrheiten der Lehre, auch die inwendigeren, dem Menschen nicht verbunden sind, ehe sie Sache des Lebens sind. Doch hierüber wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo mehr gesagt werden. 3844. Vers 27-30: Erfülle diese Woche, so wollen wir dir auch diese geben, für den Dienst, den du dienen sollst bei mir noch sieben andere Jahre. Und Jakob tat also, und erfüllte diese Woche, und er gab ihm Rachel, seine Tochter, ihm zum Weibe. Und Laban gab Rachel, seiner Tochter, Bilha, seine Magd, ihr zur Magd. Und er kam auch zu Rachel, und er liebte auch die Rachel mehr denn die Leah, und diente bei ihm noch sieben andere Jahre. "Erfülle diese Woche" bedeutet Fortsetzung der Bemühung; "so wollen wir dir auch diese geben, für den Dienst, den du dienen sollst bei mir noch sieben andere Jahre" bedeutet, dann sei der volle Zustand der Bemühung; "und Jakob tat also, und erfüllte diese Woche" bedeutet die Verwirklichung dessen; "und er gab ihm Rachel, seine Tochter, ihm zum Weibe" bedeutet, alsdann sei Verbindung des Guten mit der Neigung zum inwendigeren Wahren; "und Laban gab Rachel, seiner Tochter, Bilha, seine Magd, ihr zur Magd" bedeutet die auswendigeren Neigungen als Bande oder dienende Mittel; "und er kam auch zu Rachel, und er liebte auch die Rachel mehr denn die Leah" bedeutet die Vorliebe zum inwendigen Wahren gegenüber vom äußeren Wahren; "und diente bei ihm noch sieben andere Jahre" bedeutet die heilige Bemühung. 3845. "Erfülle diese Woche", 1. Mose 29/27, bedeutet weitere Fortsetzung der Bemühung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erfüllen, sofern es hier ist dienen, oder durch Dienen erfüllen, somit auch Bemühung (studium), wovon Nr. 3824; und aus der Bedeutung der Woche, sofern sie ist Zustand und auch eine ganze Periode, wovon Nr. 728, 2044; hier also der folgende Zustand oder Zeitraum, mithin die Fortsetzung. Mit der Bedeutung der Woche verhält es sich, wie mit der Bedeutung des Monats, wovon Nr. 3814, daß, wenn sie in der Einzahl genannt wird, sie das Ende des vorigen und der Anfang des folgenden Zustands ist, somit ein neuer Zustand, und diesen erfüllen heißt, ihn vom Anfang bis zum Ende (durchmachen). Daß die Woche, wie alle Zeiten im besonderen, ein Zustand und auch eine Periode ist, kommt daher, weil alle Zustände auch ihre Perioden haben, d.h. ihren Anfang, Fortgang und Ende; diese aber werden nicht als Zeiten wahrgenommen im anderen Leben, sondern als Zustände und deren Entwicklungen. Hier wird augenscheinlich klar, was unter einer Woche von den Alten verstanden wurde, nämlich im eigentlichen Sinn eine jede in sieben (Abschnitte) unterschiedene Periode, mochten es Tage, oder Jahre, oder Jahrhunderte gewesen sein, mochte sie groß gewesen sein, oder klein. Daß hier eine Periode von sieben Jahren (gemeint ist), ist klar; und weil sieben bei ihnen das Heilige bedeuteten: Nr. 84-87, 395, 433, 716, 881, darum bedeutete eine Woche eine heilige Periode, wie auch das Heilige einer Periode. 3846. "Und wir wollen dir auch diese geben für den Dienst, den du dienen sollst bei mir noch sieben andere Jahre", 1. Mose 29/27, bedeutet, dann sei der volle Zustand der Bemühung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Dienstes und des Dienens, sofern es ist Bemühung (studium), wovon Nr. 3824; und aus der Bedeutung von sieben Jahren, sofern es ist soviel als eine Woche, nämlich ein Zustand und ganze Periode, wie Nr. 3845, somit ein voller Zustand, der auch heilig ist, wie Nr. 3824. Durch "wir wollen dir auch diese geben" wird bezeichnet, daß alsdann Verbindung mit der Neigung zum inwendigen Wahren stattfinde. Daß dienen im inneren Sinn Bemühung bezeichnet, kommt daher, weil die Arbeit, die dem äußeren Menschen angehört, Bemühung (studium) ist im inneren Sinn. Daher wird auch das Studium eine Geistesarbeit genannt. 3847. "Und Jakob tat also, und erfüllte diese Woche", 1. Mose 29/28, bedeutet die Verwirklichung dessen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erfüllen die Woche, sofern es ist Fortsetzung der Bemühung, wie Nr. 3845. Daß es hier ihre Verwirklichung bezeichnet, ist klar. 3848. "Und er gab ihm Rachel, seine Tochter, ihm zum Weibe", 1. Mose 29/28, bedeutet die sofortige Verbindung des Guten mit der Neigung zum inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon früher; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon auch früher. Daß zum Weibe geben Verbindung bezeichnet ist klar. Weil alle Verbindung des Guten mit dem Wahren zuerst scheinbar fortschreitet vom Auswendigeren zum Inwendigeren der Ordnung nach, und zuletzt zum Inwendigsten, darum wird hier gesagt die Neigung zum inwendigeren Wahren; denn die Neigung selbst, die dem Wahren angehört, fließt vom Guten ein. Die Verbindung des Guten mit der Neigung zum inwendigen Wahren findet dann erst statt, wenn das Gute des Natürlichen verbunden wird mit dem vernünftig Wahren, und durch dieses mit dem vernünftig Guten; diese Verbindung wird vorgebildet durch Jakob nach der Geburt der zwölf Söhne, als er zurückkam zum Haus seiner Mutter und seines Vaters, wovon im Folgenden. 3849. "Und Laban gab Rachel, seiner Tochter, Bilha, seine Magd, ihr zur Magd", 1. Mose 29/29, bedeutet auswendigere Neigungen, die Bande oder dienende Mittel sind. Dies erhellt aus dem, was Nr. 3835 gesagt wurde. Durch die Magd Bilha werden bezeichnet auswendigere Neigungen, und durch Silpa, die Magd der Leah, äußere Neigungen, weil durch Rachel vorgebildet wird die Neigung zum inwendigen Wahren, und durch Leah die Neigung zum äußeren Wahren. Auswendigere Neigungen sind natürliche Neigungen, die den inwendigen dienen. Daß jene Neigung Mittel sind, die zur Verbindung des Wahren mit dem Guten dienen, kommt daher, weil nichts, was der Lehre angehört, ja auch nichts, was dem Wissen angehört, beim Menschen eingehen kann, es geschehe denn durch Neigungen; denn in den Neigungen ist Leben, nicht aber in den Wahrheiten der Lehre und der Wissenschaft ohne sie. Daß es so ist, erhellt augenscheinlich, denn ohne Neigung kann der Mensch nicht einmal denken, ja sogar kein Wort aussprechen. Wer aufmerkt, wird finden, daß ein Wort ohne Neigung (absque affectione) gleichsam das Wort eines Automaten ist, somit nur ein Ton ohne Leben, und wieviel Regung und welcherlei Regung darin ist, soviel Leben und solcherlei Leben ist in demselben. Hieraus wird klar, was Wahrheiten sind ohne das Gute, und daß in den Wahrheiten die Regung ist aus dem Guten. Dasselbe kann man auch abnehmen vom Verstand des Menschen, sofern er kraftlos ist, wenn in ihm kein Wille ist, denn das Leben des Verstandes ist aus dem Willen. Hieraus wird auch klar, was Wahrheiten sind ohne das Gute, daß es nämlich keine sind, und daß sie nur vom Guten her ihr Leben haben, denn zum verständigen Teil (des Menschen) gehören die Wahrheiten, und zum wollenden das Gute. Hieraus kann jeder urteilen, was der Glaube, der Sache des Wahren ist, ohne Liebtätigkeit sei, welche ist Sache des Guten, und daß die Glaubenswahrheiten ohne das Gute der Liebtätigkeit tot sind. Denn wie gesagt, soviel Regung und welcherlei Regung in den Wahrheiten ist, soviel Leben und solcherlei Leben ist darin. Daß aber doch die Wahrheiten beseelt scheinen, obwohl das Gute der Liebtätigkeit nicht da ist, kommt von den Neigungen der Selbst- und Weltliebe her, die kein anderes Leben haben als solches, das im geistigen Sinn Tod genannt wird und höllisches Leben ist. Neigung wird gesagt, und wird darunter verstanden das Fortwährende der Liebe. Aus diesem kann nun erhellen, daß die Neigungen Mittel sind, die der Verbindung des Wahren mit dem Guten dienen, und daß es die Neigungen sind, welche die Wahrheiten einführen, und auch die Wahrheiten in die Ordnung bringen. Echte Neigungen, die der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehören, (führen) in die himmlische Ordnung, hingegen böse Neigungen, die der Selbst- und Weltliebe angehören, in die höllische Ordnung, d.h. in diejenige, die entgegengesetzt ist der himmlischen Ordnung. Die äußersten Neigungen sind die, welche dem Leibe angehören, und Begehrungen und Vergnügungen genannt werden. Die zunächst inwendigeren gehören der Seele an, und werden natürliche Neigungen genannt. Die inwendigen aber gehören dem vernünftigen Gemüt an, und werden geistige Neigungen genannt. Zu diesen Neigungen, nämlich zu den geistigen des Gemütes, werden die Wahrheiten, die den Lehren angehören, eingeführt durch auswendigere und äußerste Neigungen, oder durch natürliche und leibliche. Diese sind daher dienende Mittel, und werden bezeichnet durch die der Rachel und der Leah von Laban gegebenen Mägde. Daß dieselben Labans Mägde heißen, bedeutet, daß sie ihren Ursprung vom Guten her hatten, das durch Laban vorgebildet wird, von welchem Guten früher die Rede war, denn die Wahrheiten, die zuerst gelernt werden, können durch keine anderen Neigungen zuerst eingepflanzt werden; die echten Neigungen kommen mit der Zeit, aber eben nur, wenn der Mensch aus dem Guten handelt. 3850. "Und er kam auch zu Rachel", 1. Mose 29/30, bedeutet die Verbindung mit der Neigung zum inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen zu (jemand), sofern es ist verbunden werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigen Wahren, wovon früher. 3851. "Und er liebte auch die Rachel mehr denn die Leah", 1. Mose 29/30, bedeutet die Vorliebe zum inwendigen Wahren, gegenüber zum äußeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung beider, sofern Rachel ist das inwendige Wahre, und Leah das äußere Wahre. Was das inwendige Wahre und was das äußere Wahre, sehe man Nr. 3820. 3852. "Und er diente bei ihm noch sieben andere Jahre", 1. Mose 29/30, bedeutet eine heilige Bemühung. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es ist Bemühung, wovon Nr. 3824, 3846; und aus der Bedeutung von sieben, sofern es ist das Heilige, wovon Nr. 395, 433, 716, 881, 3824. Heilige Bemühung (studium) heißt das Bestreben, durch das inwendige Wahrheiten dem Guten verbunden werden; denn die inwendigen Wahrheiten zielen alle auf den Herrn, und werden verbunden durch Liebe zu Ihm. Diese Liebe ist das Heilige selbst. 3853. Vers 31: Und Jehovah sah, daß verhaßt war Leah, und er öffnete ihren Mutterleib, Rachel aber war unfruchtbar. "Und Jehovah sah" bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn; "daß verhaßt war Leah" bedeutet, daß die Neigung zum äußeren Wahren nicht so wert sei, weil entfernter vom Herrn; "und er öffnete ihren Mutterleib" bedeutet, daß daher die Lehren der Kirchen stammen; "Rachel aber war unfruchtbar" bedeutet, daß die inwendigeren Wahrheiten nicht aufgenommen wurden. 3854. "Und Jehovah sah", 1. Mose 29/31, daß dies das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von sehen, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es ist das Vorhersehen und die Vorsehung, wovon im folgenden Vers, wo von Ruben, der vom Sehen den Namen bekam. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 1793, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035. Was Vorhersehen und die Vorsehung im allgemeinen betrifft, so bezieht sich das Vorhersehen auf den Menschen, die Vorsehung auf den Herrn. Vorhergesehen hat der Herr von Ewigkeit her, welcher Art das Menschengeschlecht und welcher Art die einzelnen im Menschengeschlecht sein werden, und daß das Böse fortwährend zunehmen werde, und zwar endlich in dem Grad, daß der Mensch von sich aus zur Hölle stürzen werde. Deshalb hat der Herr nicht nur Mittel vorgesehen, durch die er von der Hölle abgelenkt und zum Himmel geleitet werden kann, sondern Er lenkt und leitet ihn auch kraft der Vorsehung fortwährend. Auch hat der Herr vorhergesehen, daß gar nichts Gutes beim Menschen wurzeln könnte, außer in seinem freien Willen, denn was in der Unfreiheit wurzelt, verschwindet, sobald das Böse und die Versuchung herankommt. Das hat der Herr vorhergesehen, und auch, daß so der Mensch von sich selber oder von seiner Freiheit aus zur tiefsten Hölle streben würde; deswegen sieht der Herr vor, daß, wofern er sich nicht in der Freiheit zum Himmel leiten läßt, er dennoch zu einer milderen Hölle gelenkt werden möchte; hingegen zum Himmel, wenn er sich in der Freiheit zum Guten leiten läßt. Hieraus wird klar, was das Vorhersehen und die Vorsehung sei, und daß, was vorhergesehen wird, so auch vorgesehen wird. Ferner kann hieraus erhellen, wie sehr der Mensch irrt, der glaubt, daß der Herr nicht auch das einzelnste beim Menschen vorhergesehen habe und sehe, und daß er nicht im einzelnsten vorhersehe und leite, da es sich doch in Wirklichkeit so verhält, daß das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn in dem Allergeringsten der einzelnsten Dinge beim Menschen waltet, und zwar so sehr im Geringsten, daß es mit keinem Gedanken möglich ist, auch nur den millionsten Teil davon zu begreifen; denn jeder, auch der kleinste Augenblick des Menschenlebens, begreift eine ununterbrochene Reihe von Folgen in Ewigkeit; denn ein jeder ist gleichsam ein neuer Anfang der folgenden, und so alle und jede Augenblicke des Lebens, sowohl seines Verstandes als seines Willens; und weil der Herr von Ewigkeit her vorausgesehen hat, von welcher Art er sein werde, und von welcher Art in Ewigkeit, so folgt, daß die Vorsehung in den einzelnsten Dingen vorhanden ist, die Er regiert und lenkt, damit er so beschaffen sei, und zwar durch fortwährende Leitung seines freien Willens. Über diesen Gegenstand wird jedoch, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden mehr gesprochen werden. 3855. "Daß verhaßt war die Leah", 1. Mose 29/31, bedeutet, die Neigung zum äußeren Wahren sei nicht so wert, weil entfernter vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhaßt, sofern es ist unwert; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon früher. Daß die äußeren Wahrheiten vom Göttlichen entfernter sind als die inwendigen, kann daraus erhellen, daß die äußeren von den inwendigen das Dasein haben, denn die äußeren sind Bilder und Formen, die aus viel tausend inwendigen zusammengesetzt sind, die als eins erscheinen; und weil die äußeren so beschaffen sind, sind sie entfernter vom Göttlichen; denn das Göttliche ist über dem Inwendigsten oder im Höchsten. Der Herr fließt aus dem Höchsten ein in das Inwendigste des Menschen, und durch dieses in sein Inwendigeres, und durch dieses wieder in sein Äußeres, also mittelbar, und außerdem auch unmittelbar; und weil das äußere entfernter ist vom Göttlichen, darum ist es auch beziehungsweise ungeordnet, und läßt sich nicht so in die Ordnung bringen wie das Inwendige. Es verhält sich damit wie mit Samen, die inwendig vollkommener sind als außen, und inwendig so vollkommen, daß sie von da aus die ganze Pflanze oder den ganzen Baum in seiner Ordnung mit Blättern und Früchten hervorbringen können, deren äußere Formen von allen möglichen widrigen Umständen beschädigt werden können, nicht aber so die inwendigen und innersten der Samen, die in einer inwendigeren und vollkommeneren Natur sind. Ebenso verhält es sich mit dem Inwendigen und Äußeren des Menschen. Daher wird auch der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, früher in betreff des Vernünftigen wiedergeboren, als in betreff des Natürlichen: Nr. 3493, und das Natürliche sowohl später, als schwerer, weil dort mehreres ungeordnet ist, und widrigen Zufällen vom Leibe und von der Welt her ausgesetzt. Und weil es sich so verhält, so wird gesagt, daß dieses nicht so wert sei. Inwieweit es aber mit dem Inwendigen übereinstimmt, und wie weit es zum Leben und zum Anschauen des Inwendigen in ihm, ferner inwieweit es zur Wiedergeburt des Menschen beiträgt, insoweit ist es auch wert. 3856. "Und er öffnete ihren Mutterleib", 1. Mose 29/31, bedeutet, daher seien die Lehren der Kirchen. Dies erhellt aus der Bedeutung von öffnen den Mutterleib, oder von empfangen und gebären, sofern es bedeutet eine Kirche werden, und weil dieses durch die Lehren geschieht, so werden durch öffnen den Mutterleib bezeichnet Lehren der Kirchen. Daß durch Empfängnisse und Geburten im Wort geistige Empfängnisse und Geburten bezeichnet werden, wie solche geschehen, wenn der Mensch von neuem geboren wird, sehe man Nr. 1145, 1255, 1330, 2584. Wie sich dies verhält, wird aus demjenigen klar werden, was gleich folgt. 3857. "Rachel aber war unfruchtbar", 1. Mose 29/31, bedeutet, die inwendigeren Wahrheiten wurden nicht aufgenommen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon früher; und aus der Bedeutung von unfruchtbar, sofern es heißt, daß keine Lehren, somit auch keine Kirchen (aus demselben hervorgehen); denn es wird demjenigen entgegengesetzt, was von Leah gesagt wird, daß nämlich Jehovah ihren Mutterleib geöffnet habe, wodurch bezeichnet wurde, daß daher die Lehren der Kirchen sich bilden. Die Ursache, weshalb die inwendigen Wahrheiten nicht aufgenommen würden, ist, weil die inwendigeren Wahrheiten so beschaffen sind, daß sie den Glauben des Menschen übersteigen, sofern sie nicht in seine Vorstellungen fallen, und nicht den äußeren Scheinbarkeiten oder Sinnestäuschungen gemäß sind, von denen jeder Mensch sich leiten läßt, und nichts glaubt, wenn es nicht auf irgendeine Weise mit denselben zusammentrifft. So zum Beispiel: inwendigere Wahrheit ist es, daß es keine Zeiten und Räume gibt im anderen Leben, sondern anstatt derselben Zustände. Der Mensch, der in Zeit und Raum ist, während er auf Erden lebt, hat alle seine Vorstellungen davon, und zwar so sehr, daß er ohne sie nichts denken kann: Nr. 3404. Wenn daher die Zustände, die im anderen Leben sind, nicht durch Zeiten und Räume für den Menschen, oder durch solches, was sich danach gestaltet, beschrieben würde, so würde er nichts begreifen, somit nichts glauben, folglich es nicht annehmen. Somit wäre es eine unfruchtbare Lehre, folglich keine Kirche. Ein weiteres Beispiel: wenn die himmlischen und geistigen Neigungen nicht beschrieben würden durch solches, was den weltlichen und leiblichen Neigungen angehört, so würde der Mensch auch nichts begreifen, denn in diesen befindet er sich, und von daher kann er Kenntnisse von himmlischen und geistigen Neigungen bekommen, während sie doch voneinander so verschieden oder so weit entfernt sind, wie der Himmel von der Erde: Nr. 3839. Wie z.B. die Herrlichkeit des Himmels oder der Engel im Himmel; würde der Mensch nicht nach der Vorstellung der Herrlichkeit, die in der Welt ist, sich die Vorstellung der Herrlichkeit im Himmel bilden, so würde er es nicht begreifen, somit nicht anerkennen; ebenso in allem übrigen. Deshalb hat der Herr im Wort geredet nach der Fassungskraft des Menschen und nach seinen Scheinbarkeiten. Der buchstäbliche Sinn des Wortes ist so beschaffen, aber dennoch von der Art, daß er einen inneren Sinn in sich hat, in dem inwendigere Wahrheiten sind. Daher kommt es nun, daß von der Leah gesagt wird, Jehovah habe ihren Mutterleib geöffnet, und die Rachel sei unfruchtbar gewesen, denn durch Leah wird vorgebildet die Neigung zum auswendigeren Wahren, und durch Rachel die Neigung zum inwendigeren Wahren, wie schon gesagt wurde. Weil aber die auswendigeren Wahrheiten die ersten Wahrheiten sind, die der Mensch lernt, wurde vom Herrn vorgesehen, daß er durch dieselben in die inwendigeren Wahrheiten eingeführt werden kann. Dieses ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß Gott endlich der Rachel gedacht und sie erhört, und ihren Mutterleib geöffnet habe: 1. Mose 30/22. Dies kann man sehen an den Kirchen, die von alter Zeit her waren, und an ihren Lehren, daß nämlich ihre Lehren von äußeren Wahrheiten gebildet worden sind, wie auch an der Alten Kirche, die nach der Sündflut war. Die Lehren derselben waren meistenteils äußere Vorbilder und Bezeichnungen, worin inwendige Wahrheiten verborgen waren; größtenteils waren sie in heiligem Gottesdienst, wenn in äußeren (Bräuchen). Hätte man ihnen im Anfang gesagt, daß jene Vorbilder und Bezeichnungen nicht die Hauptsache des Gottesdienstes seien, sondern die geistigen und himmlischen Dinge, die sie vorbildeten und bezeichneten, so hätten sie es ganz verworfen, und so wäre keine Kirche entstanden. Noch mehr die jüdische Kirche: hätte man den Juden gesagt, daß die Bräuche ihr Heiliges haben von den darin abgebildeten göttlichen Dingen des Herrn, so hätten sie es gar nicht anerkannt. Von solcher Art war auch der Mensch, als der Herr in die Welt kam, und in noch höherem Grad fleischlich gesinnt, und vor den übrigen die Angehörigen der Kirche. Dies zeigt sich augenscheinlich an den Jüngern selbst, die immerfort beim Herrn waren, und so vieles von Seinem Reich hörten, dennoch konnten sie die inwendigeren Wahrheiten noch nicht begreifen, denn sie konnten keine andere Kenntnis vom Herrn haben, als wie heutzutage die Juden vom Messias, den sie erwarten, daß Er nämlich dieses Volk zur Herrschaft und Herrlichkeit über alle anderen Nationen in der Welt erheben werde. Und nachdem sie vom Herrn so vieles über das Himmelreich gehört hatten, konnten sie doch nichts anderes denken, als daß das Himmelreich wie ein irdisches Reich sein werde, und daß darin Gott der Vater der Höchste sei, und nach Ihm der Sohn, und hernach die Zwölfe, und zwar nach der Ordnung regieren würden. Daher haben auch Jakobus und Johannes gebeten, daß der eine zu Seiner Rechten und der andere zu Seiner Linken sitzen dürfe: Mark.10/35-37; so daß die übrigen Jünger unwillig wurden, weil jene größer als sie sein wollten: Mark.10/41; Matth.20/24; deswegen hat auch der Herr, nachdem Er sie gelehrt, was es heiße, der Größte sein im Himmel, Matth.20/25-28; Mark.10/42-45, gleichwohl nach ihrer Fassungskraft geredet, daß sie nämlich sitzen werden auf zwölf Thronen, und richten die zwölf Stämme Israels: Luk.22/24,30; Matth.19/28. Wenn ihnen gesagt worden wäre, daß unter den Jüngern nicht sie gemeint seien, sondern alle diejenigen, die im Guten der Liebe und des Glaubens stehen: Nr. 3354, 3488; ferner daß im Reich des Herrn nicht Throne sind, noch Fürstentümer und Herrschaften wie in der Welt, und daß sie nicht einmal das Kleinste eines einzigen Menschen richten können, Nr. 2129, 2553, so hätten sie das Wort verworfen, und jeder hätte den Herrn verlassen, und wäre wieder zu seinem Geschäft gegangen. Daß der Herr auf solche Weise redete, geschah deswegen, damit sie es annehmen und dadurch in inwendige Wahrheiten eingeführt wurden, denn in jenen äußeren (Wahrheiten), die der Herr ausgesprochen hatte, lagen inwendige Wahrheiten verborgen, die mit der Zeit offenbar werden; und wenn diese offenbar werden, verschwinden jene äußeren, und dienen bloß zu Gegenständen oder Mitteln des Nachdenkens über inwendige. Hieraus kann man nun merken, was verstanden wird unter dem, daß Jehovah zuerst den Mutterleib der Leah geöffnet und sie dem Jakob Söhne geboren hat, und Rachel nachher. 3858. Weil in dem nun Folgenden von den zwölf Söhnen Jakobs gehandelt wird, und nach ihnen als den Vätern die zwölf Stämme Israels genannt worden sind, so muß hier vorläufig gesagt werden, was die Stämme bedeuten, und warum es zwölf gewesen sind. Niemand noch weiß das Geheimnis, das hierin liegt, weil man glaubte, die Geschichten des Wortes seien eben bloße Geschichten, und es sei in ihnen nicht mehr Göttliches, als daß sie dienen könnten zu Nutzanwendungen, wenn von heiligen Dingen die Rede ist. Daher hat man auch geglaubt, die zwölf Stämme hätten nichts anderes bezeichnet, als die Einteilungen des jüdischen Volkes in ebenso viele unterschiedene Völkerschaften oder allgemeine Familien, während sie doch göttliche Dinge in sich schließen, nämlich ebenso viele Hauptabteilungen des Glaubens und der Liebe, folglich was dem Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden angehört, und zwar ein jeder Stamm etwas Universelles. Was aber ein jeder bezeichnet, wird aus dem gleich Folgenden klar werden, wo von den Söhnen Jakobs, von denen jene Stämme den Namen bekamen, gehandelt wird. Im allgemeinen bezeichneten die "Zwölf Stämme" alles zur Lehre des Wahren und Guten oder des Glaubens und der Liebe Gehörige, denn dieses, nämlich das Wahre und das Gute, oder der Glaube und die Liebe, macht das Reich des Herrn; das nämlich, was dem Wahren oder Glauben angehört, ist das Ganze des Denkens daselbst, und das, was dem Guten oder der Liebe angehört, ist das Ganze der Neigung; und weil die jüdische Kirche eingesetzt worden ist, damit sie das Reich des Herrn vorbilden sollte, darum bezeichneten die Abteilungen jenes Volkes in zwölf Stämme eben jenes. Dies ist das Geheimnis, das früher nicht aufgedeckt worden ist. Daß zwölf bedeutet alles im allgemeinen, wurde früher, Nr. 577, 2089, 2129, 2130 E, 3272 gezeigt; daß aber die Stämme dasjenige bezeichnen, was dem Wahren und Guten oder dem Glauben und der Liebe angehört, somit die zwölf Stämme alles dazu Gehörige, darf hier, ehe von dem einzelnen im Besonderen gehandelt wird, aus dem Wort begründet werden: Joh.Offenb.21/12,14,16,17,21: "Die heilige Stadt, das neue Jerusalem, hat zwölf Tore, und auf den Toren zwölf Engel, und Namen geschrieben, welche sind die der zwölf Stämme der Söhne Israels; und in ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes. Er maß die Stadt mit einem Rohr in zwölftausend Stadien, und er maß ihre Mauer zu hundertvierundvierzig Ellen, das ist das Maß eines Menschen, das ist eines Engels. Die zwölf Tore (waren) zwölf Perlen": daß die heilige Stadt, oder neue Jerusalem, die neue Kirche des Herrn ist, wird aus dem einzelnen dort klar. In dem, was vorhergeht, wird gehandelt vom Zustand der Kirche, wie er vor ihrem Ende beschaffen sein werde, hier aber von der neuen Kirche; und weil es so ist, so sind die Tore, die Mauer, die Gründe nichts anderes, als was der Kirche angehört, nämlich das, was Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens ist; denn dieses macht die Kirche. Hieraus kann einem jeden einleuchten, daß unter den dort so oft genannten Zwölf, sodann unter den Stämmen, wie auch unter den Aposteln, nicht zwölf, nicht Stämme, und nicht Apostel verstanden werden, sondern unter zwölf alles in einem Inbegriff, was man nachgewiesen sehe Nr. 577, 2089, 2129, 2130 E, 3272; ebenso unter der Zahl hundertvierundvierzig, denn diese ist zwölf mal zwölf; und weil durch zwölf alles bezeichnet, so wird daraus klar, daß durch die zwölf Stämme bezeichnet wird alles, was der Kirche angehört; und daß dieses das Wahre und das Gute ist, oder der Glaube und die Liebe, ist oben gesagt worden. Ebenso unter den zwölf Aposteln, und daß auch durch diese alles der Kirche, d.h. alles dem Glauben und der Liebe Angehörige vorgebildet wurde, sehe man Nr. 2129, 3354, 3488, 3857. Daher nun heißt jene Zahl das Maß eines Menschen, das ist eines Engels, worunter verstanden wird der Zustand des Wahren und Guten. Daß das Maß der Zustand ist, sehe man Nr. 3104. Daß Mensch bezeichnet das, was der Kirche angehört, wird aus demjenigen klar, was von der Bedeutung des Menschen: Nr. 478, 479, 565, 768, 1871, 1984 gesagt wurde, und auch daraus, daß das Reich des Herrn der Größte Mensch heißt, und zwar wegen des Guten und Wahren, das vom Herrn kommt, wovon am Ende der Kapitel: Nr. 3624-3649, 3741-3751. Daß der Engel das gleiche bedeutet: Nr. 1705, 1754, 1928, 2821, 3039. Ebenso wie bei Johannes wird auch bei den Propheten im Alten Testament vom neuen Jerusalem gehandelt, und wird durch sie ebenfalls bezeichnet die neue Kirche des Herrn, wie bei Jes.65/18-25; Sach. Kapitel 14; hauptsächlich Hes. Kapitel 40-48, wo durch das neue Jerusalem, durch den neuen Tempel und durch das neue Land im inneren Sinn beschrieben wird das Reich des Herrn in den Himmeln und das Reich des Herrn auf Erden, das ist die Kirche. Aus dem, was dort vorkommt, kann noch augenscheinlicher als sonstwo erhellen, was durch das Land, durch Jerusalem, durch den Tempel und durch alles, was dort genannt wird, bezeichnet worden ist, und auch was durch die zwölf Stämme; denn es ist von der Teilung des Landes und seiner Vererbung nach Stämmen die Rede, und auch von der Stadt und deren Mauern, Grund, Toren, und von allem was zum Tempel dort gehörte, wovon bloß das, was von den Stämmen gesagt wird, hier angeführt werden darf: Hes.47/13,21-23: "Es sprach der Herr Jehovih: dies ist die Grenze, bis zu der ihr erben sollet das Land, nach den zwölf Stämmen Israels; teilen sollt ihr dieses Land, nach den Stämmen Israels; aber es soll geschehen, durch das Los sollt ihr es teilen zu einem Erbe, und den Fremdlingen, die fremd sind in eurer Mitte, sollen sie mit euch werfen das Los zum Erbe, in der Mitte der Stämme Israels". Hes.45/8: "Was das Land betrifft, so soll es sein dem Fürsten zum Besitz in Israel, und nicht mehr sollen plagen die Fürsten Mein Volk, und das Land sollen sie geben dem Hause Israels nach ihren Stämmen". Von den Erbteilen, wie sie angewiesen worden den einzelnen Stämmen, die dort auch erwähnt werden, sehe man Hes.48/1-29; und von den Toren der Stadt nach den Namen der Stämme Israels: Hes.48/31-34. Daß unter den Stämmen dort nicht Stämme verstanden sind, ist augenscheinlich klar, denn die zehn Stämme waren bereits damals durch den ganzen Weltkreis zerstreut, und kamen auch nachher nicht mehr zurück, und können auch gar nie zurückkehren; denn sie sind Heiden geworden, und doch werden die einzelnen genannt, wie sie das Land erben sollen, und welche die Grenzen für jeden sein sollen, nämlich die Grenze für den Stamm Dan: Vers 2, die Grenze für den Stamm Ascher: Vers 3, die für Naphthali, Menasche, Ephraim, Ruben, Jehudah und von dem Erbteil der Leviten, die für Benjamin, die für Schimeon, die für Jisaschar, Sebulon, Gad, ebendaselbst Vers 4-29; dann auch daß dort zwölf Tore nach den Namen der Stämme Israels, daß drei Tore gegen Mitternacht, das Ruben, Jehudah, Levi; drei Tore gegen Aufgang, das Joseph, Benjamin, Dan; drei Tore gegen Mittag, das Schimeon, Jisaschar, Sebulon; drei Tore gegen Niedergang, das Gad, Ascher, Naphthali: Vers 31-34. Hieraus wird klar, daß durch die zwölf Stämme bezeichnet wird alles das, was dem Reich des Herrn angehört, mithin alles dem Glauben und der Liebe Angehörige, weil dieses das Reich des Herrn macht, wie oben gesagt wurde. Weil die zwölf Stämme das Ganze des Reichs des Herrn bezeichneten, bildeten die zwölf Stämme es auch vor durch die Lagerungen, und auch durch die Wanderungen, wovon 4. Mose Kapitel 2: "Daß sie sich lagern sollten nach Stämmen um das Zelt der Zusammenkunft her, gegen Aufgang Juda, Jisaschar, Sebulon; gegen Mittag Ruben, Schimeon, Gad; gegen Niedergang Ephraim, Menasche, Benjamin; gegen Mitternacht Dan, Ascher, Naphthali; und daß sie, wie sie sich lagerten, so auch wanderten". Daß sie in diesem das Reich des Herrn vorgebildet haben, erhellt klar aus der Weissagung Bileams, 4. Mose 24/2,3,5,6 in der es heißt: "Als Bileam seine Augen aufhob, und sah Israel wohnend nach Stämmen, kam über ihn der Geist Gottes, und er brachte vor seinen Ausspruch und sprach: wie gut sind deine Hütten, Jakob, deine Wohnungen, Israel, wie die Täler gepflanzet werden, wie die Gärten neben dem Fluß, wie Sandelbäume hat sie gepflanzt Jehovah, wie Zedern an den Wassern": daß Bileam dies aus Jehovah geredet hat, wird dort deutlich gesagt 4. Mose 22/8,18,19,35,38; 23/5,12,16,26; 24/2,13. Aus diesem wird auch klar, was durch die Erbteile des Landes Kanaan nach Stämmen vorgebildet worden ist, wovon 4. Mose 26/7-56; 33/54; 34/19-29: "Daß er erheben sollte die Summe der Gemeinden der Söhne Israels nach dem Haus ihrer Väter, vom Sohn von zwanzig Jahren an, alles was auszieht ins Heer Israels; durchs Los sollte verteilt werden das Land, nach den Namen der Stämme ihrer Väter sollten sie empfangen ein Erbteil"; und daß durch Josua das Land verteilt wurde "durchs Los nach den Stämmen": Jos.13/15-19. Daß das Reich des Herrn vorgebildet wurde, wird aus dem einzelnen klar; denn das Land Kanaan bedeutete dasselbe, man sehe Nr. 1585, 1607, 3038, 3481, 3705; daß sie Heere heißen und gesagt wird, sie sollten sich nach Heeren lagern und nach Heeren wandern: 4. Mose 2/4,6,8,11,13,15,19,21-23,26,28,30, davon ist die Ursache, weil das Heer ebendasselbe bezeichnete, nämlich Wahres und Gutes, man sehe Nr. 3448, und der Herr, Jehovah Zebaoth oder Jehovah der Heere: Nr. 3448. Heere Jehovahs wurden sie daher genannt, als sie aus Ägypten zogen, wie 2. Mose 12/41: "Es geschah am Ende von dreißig Jahren und vierhundert Jahren, es geschah an eben diesem Tage, daß auszogen alle Heere Jehovahs aus dem Lande Ägyptens". Jeder kann wissen, daß die, welche solcher Art waren in Ägypten, und hernach solcher Art in der Wüste, nicht anders Heere Jehovahs genannt wurden als eben vorbildlich; denn sie waren in keinem Guten noch Wahren; die schlimmste Nation unter allen. Hieraus erhellt auch offenbar, was durch die Namen der zwölf Stämme im Brustschildlein Aharons, das Urim und Thummim hieß, bezeichnet wurde, wovon es 2. Mose 28/21; 39/14 heißt: "Es sollen daran sein vier Ordnungen, zwölf Steine; diese Steine sollen sein nach den Namen der zwölf Söhne Israels, zwölf nach ihren Namen; Eingrabungen des Siegels sollen einem jeden auf seinem Namen sein für die zwölf Stämme": Aharon bildete nämlich das göttliche Priesteramt des Herrn vor; daher bedeutete auch alles das, womit er bekleidet war, himmlisch- und geistig-göttliche Dinge. Was sie aber bedeutet haben, wird man, durch die göttliche Barmherzigkeit des Herrn, da sehen, wo davon die Rede sein soll. Im Brustschildlein selbst, weil es sehr heilig war, waren die Vorbildungen alles dessen, was der Liebe und dem Glauben an den Herrn angehört; dies sind die Urim und Thummim. Daß auf Edelsteine die Namen eingegraben waren, hatte den Grund, weil die Steine im allgemeinen Wahrheiten bedeuten: Nr. 1298, 3720, Edelsteine Wahrheiten, die durchschienen vom Guten: Nr. 114; und weil die Namen der einzelnen Stämme die Beschaffenheit bedeuteten, deswegen wurde auch ein besonderer Stein für einen jeden Stamm bestimmt: 2. Mose 28/17-20; 39/8,10-13, welcher Stein durch seine Farbe und Durchsichtigkeit die Beschaffenheit ausdrückte, die durch einen jeden Stamm bezeichnet wurde. Daher kam es, daß Jehovah oder der Herr durch die Urim und Thummim Antworten gab. Durch die zwei Steine Schoham, die auf den zwei Schultern des Ephod waren, wurde auch ähnliches bezeichnet, aber in minderem Grade, als durch die zwölf auf dem Brustschildlein, denn die Schultern bedeuteten alle Kraft, somit die Allmacht des Herrn: Nr. 1085, die Brust aber, oder das Herz und die Lungen, die himmlisch und geistig göttliche Liebe, das Herz die himmlisch göttliche Liebe, die Lungen die geistig göttliche Liebe, man sehe Nr. 3635 und am Ende dieses Kapitels, wo vom Größten Menschen und von seiner Entsprechung mit dem Gebiet des Herzens und mit dem Gebiet der Lungen gehandelt wird. Von den zwei Steinen auf den Schultern des Ephod heißt es 2. Mose 28/9-12; 39/6,7: "Nehmen sollst du zwei Steine Schoham, und auf ihnen eingraben die Namen der Söhne Israels, sechs von den Namen auf dem einen Stein, und die sechs übrigen Namen auf dem andern Stein, nach ihren Geschlechtern; setzen sollst du die zwei Steine auf die Schultern des Ephod, Steine des Gedächtnisses für die Söhne Israels". Weil die Stämme dasjenige bezeichneten, was dem Wahren und Guten, oder was dem Glauben und der Liebe angehört, und ein jeder Stamm etwas Hauptsächliches davon, und der Stamm Levi die Liebe, wie aus der Erklärung zu 1. Mose 29/34 erhellen wird, so kann man daraus erkennen, was bezeichnet wurde dadurch, daß man Stäbe, nämlich einen für einen jeden Stamm, legen sollte in das Zelt der Zusammenkunft, und daß allein der Stab Levis eine Mandelblüte hatte, wovon es 4. Mose 17/19-23 heißt: "Nehmen solle er zwölf Stäbe, je einen Stab für das Haupt des Hauses ihrer Väter, und man solle sie lassen im Zelt der Zusammenkunft, und den Namen Aharons solle er schreiben auf den Stab Levis, der Stab Aharons wurde gelegt in ihre Mitte. Tags darauf, siehe, da erblühte der Stab Aharons für den Stamm Levi, er brachte hervor Blüte, so daß die Blüte blühte, und Mandeln brachte". Damit wurde bezeichnet, daß die Liebe das Allerwesentlichste und die Hauptsache sei im Reich des Herrn, und daß von ihr alle Befruchtung ausgehe; ferner das Aharons Name darauf war, hatte den Grund, weil Aharon den Herrn in Ansehung Seines göttlichen Priesteramtes vorbildete. Daß durch das Priesteramt des Herrn das göttlich Gute bezeichnet wird, das Seiner Liebe und Barmherzigkeit angehört, und durch das Königtum des Herrn das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten, sehe man Nr. 1728, 2015 E, 3670. Aus diesem nun, was angeführt wurde, kann erhellen, was durch Stämme, und durch die zwölf Stämme in folgenden Stellen bezeichnet wird, wie Joh.Offenb.7/4-8: "Ich hörte die Zahl der Versiegelten, hundertvierzigviertausend Versiegelte aus allem Stamm Israels, aus dem Stamm Jehudah zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Ruben zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Gad zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Ascher zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Naphthalim zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Menasche zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Schimeon zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Levi zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Jisaschar zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Sebulon zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Joseph zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Benjamin zwölftausend Versiegelte". 5. Mose 32/7,8: "Gedenke der Tage der Ewigkeit, verstehet die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht; als der Höchste ein Erbe gab den Völkerschaften, als Er schied die Söhne des Menschen, stellte Er fest die Grenzen der Völker, nach der Zahl der Söhne Israels". Ps.122/3,4: "Jerusalem ist gebaut wie eine Stadt, die fest zusammenhängt; daselbst gehen hinauf Stämme, die Stämme des Jah, ein Zeugnis für Israel, zu bekennen den Namen Jehovahs". Jos.3/11-17: "Wenn die Lade des Bundes des Herrn des ganzen Landes vor euch hingehen wird in den Jordan, sollet ihr nehmen zwölf Männer von den Stämmen Israels, einen Mann von einem Stamm; es wird geschehen, wenn ruhen die Fußsohlen der Priester, die da tragen die Lade Jehovahs des Herrn des ganzen Landes in den Wassern des Jordan, so werden die Wasser des Jordan abgeschnitten werden und stehen bleiben auf einem Haufen". Jos.4/1-9: "Hebet aus der Mitte des Jordan, vom Standort der Füße der Priester, in Bereitschaft zwölf Steine, die ihr hinüberbringen sollt mit euch, und jeder Mann einen Stein auf seiner Schulter, nach der Zahl der Stämme Israels, daß er sei zum Zeichen, daß abgeschnitten wurden die Wasser des Jordan. Überdies richtete Josua zwölf Steine auf in der Mitte des Jordan, unter dem Stand der Füße der Priester, die trugen die Lade des Bundes". Ferner wird 1.Kön.18/31,32 gesagt, daß "Elias genommen habe zwölf Steine, nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, zu dem geschehen ist das Wort, Israel soll dein Name sein, und der gebaut hat einen Altar für den Namen Jehovahs". Daß die Stämme sind Gutes der Liebe und Wahres des Glaubens, erhellt auch aus den Worten des Herrn bei Matth.24/30: "Alsdann wird erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen, und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit", wo durch: es werden wehklagen alle Stämme des Landes, bezeichnet wird, es sei keine Anerkennung des Wahren und kein Leben des Guten mehr; denn es wird dort gehandelt von der Vollendung des Weltlaufs. Ebenso Joh.Offenb.1/7: "Siehe, Er wird kommen mit den Wolken, und sehen wird Ihn jedes Auge, auch die, welche Ihn durchbohrt haben, und trauern werden über Ihn alle Stämme des Landes". Was kommen in den Wolken des Himmels heißt, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; außerdem sehe man, was durch eine Erfahrung über die Zwölf mir gezeigt wurde, wovon Nr. 2129, 2130. Daß alles dem Glauben und der Liebe Angehörige Stämme genannt wurde, kommt daher, weil das gleiche Wort in der Grundsprache auch einen Zepter und Stab bedeutet. Daß Zepter wie auch Stab die Macht bezeichnet, wird, durch die göttliche Barmherzigkeit, anderswo gezeigt werden. Ebendaher schließt der Name Stamm das in sich, daß dem Guten und dem Wahren alle Macht vom Herrn inne wohnt. Deswegen sind auch die Engel Mächte genannt worden, und auch Fürstentümer, denn die Fürsten bedeuten die wichtigsten (Lehren) der Liebtätigkeit und des Glaubens, wie die zwölf Fürsten die (abstammten) von Jischmael: 1. Mose 25/16, man sehe Nr. 2089, 3272; dann die Fürsten, die den Stämmen vorstanden: 4. Mose Kapitel 7; 13/4-16. Aus diesem, was bisher von den zwölf Stämmen gesagt wurde, kann man ersehen, warum die Jünger des Herrn, die nachher Apostel genannt wurden, der Zahl nach zwölf gewesen sind, daß sie die Kirche des Herrn in Ansehung des Guten und Wahren ebenso wie die Stämme vorgebildet haben: Nr. 2129, 3354, 3488, 3857, daß Petrus vorgebildet hat den Glauben, Jakobus die Liebtätigkeit und Johannes die Werke der Liebtätigkeit, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose 18; und Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, ferner Nr. 3750. Was auch offenbar erhellt aus dem, was der Herr von ihnen und mit ihnen geredet hat. 3859. Vers 32: Und Leah empfing, und gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Ruben, denn sie sprach: Jehovah hat gesehen meine Trübsal, denn nun wird mein Mann mich lieben. "Und Leah empfing, und gebar einen Sohn" bedeutet eine geistige Empfängnis und Geburt vom Äußeren zum Inwendigen; "und nannte seinen Namen Ruben" bedeutet seine Beschaffenheit, die beschrieben wird; "denn sie sprach: Jehovah hat gesehen" bedeutet im höchsten Sinn das Vorhersehen, im inneren den Glauben, im inwendigeren den Verstand, im äußeren das Gesicht, hier den Glauben vom Herrn; "meine Trübsal" bedeutet den Zustand des Durchdringens zum Guten; "denn nun wird mein Mann mich lieben" bedeutet, daß daher das Gute des Wahren komme. 3860. "Leah empfing und gebar einen Sohn", 1. Mose 29/32, bedeutet eine geistige Empfängnis und Geburt vom Äußeren zum Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen und gebären, sofern es im inneren Sinn ist wiedergeboren werden, denn der Mensch, der wiedergeboren wird, wird von neuem empfangen und geboren, deshalb heißt die Wiedergeburt eine Neugebärung, aber eine geistige. Es wird zwar der Mensch als ein Mensch geboren von den Eltern, aber er wird nicht (wahrhaft) Mensch, ehe er neugeboren ist vom Herrn. Das geistige und himmlische Leben ist es, was den Menschen macht; denn dies unterscheidet ihn von den unvernünftigen Tieren. Diese Empfängnis und diese Geburt ist es, die im Wort bezeichnet wird durch die Empfängnisse und Geburten, die in demselben erwähnt werden; und durch die Worte: Leah empfing und gebar einen Sohn. Daß es Zeugungen und Geburten des Glaubens und der Liebe sind, die bezeichnet werden, sehe man Nr. 613, 1145, 1255, 2020, 2584, 3856. Daß jene Empfängnisse und Geburten vom Äußeren zum Inwendigen geschehen, wird bezeichnet dadurch, daß Leah empfing und gebar; denn durch Leah wird vorgebildet die Neigung zum äußeren Wahren: Nr: 3793, 3819, und durch Ruben das Wahre des Glaubens, welches das erste der Wiedergeburt ist, und das Äußere, womit begonnen wird. Wie es sich mit diesem verhält, wird aus alle dem, was über die Kinder Jakobs von der Leah und von der Rachel folgt, klar werden. 3861. "Und nannte seinen Namen Ruben", 1. Mose 29/32, bedeutet seine Beschaffenheit, die beschrieben wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, und "den Namen nennen", sofern es ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Die Beschaffenheit selbst wird beschrieben durch die Worte: "denn Jehovah hat gesehen meine Trübsal, und nun wird mich lieben mein Mann"; und das bezeichnet Ruben. Daß alle Namen im Wort Sachen bedeuten, ist öfters gezeigt worden, man sehe Nr. 1224, 1264, 1876, 1888, und daß bei den Alten solche Namen, die für einen Zustand bezeichnend waren, beigelegt wurden: Nr. 340, 1946, 2643, 3422. Daß hier die Namen aller Söhne Jakobs die Hauptwahrheiten (universalia) der Kirche bedeuten, wird man sehen. Die Hauptwahrheit selbst wurde auch in den Namen eines jeden gelegt, aber was für eine Hauptwahrheit, kann man gar nicht wissen, wenn man nicht weiß, was die Worte, von denen jeder den Namen bekam, im inneren Sinn in sich schließen, wie z.B. was im inneren Sinn heißt: "er hat gesehen", von welchem Wort Ruben den Namen bekam, was: "er hat gehört", von welchem Wort Schimeon, was "anhängen" bedeutet, von welchem Levi; und was "bekennen", von welchem Jehudah und so fort die, von denen die übrigen (genannt wurden). 3862. Nr. 3858 wurde gezeigt, daß die zwölf Stämme bezeichnet haben alles dem Wahren und Guten oder dem Glauben und der Liebe Angehörende. Weil aber jetzt von den einzelnen Söhnen Jakobs, von denen die Stämme den Namen hatten, gehandelt wird, darum ist hier das andere Geheimnis zu eröffnen, was sie nämlich in sich schließen. Daß alle himmlische und geistige Wärme oder Liebe und Liebtätigkeit in der äußeren Form im Himmel empfunden wird als etwas Flammendes von der Sonne her, und daß alles himmlische und geistige Licht, oder der Glaube in der äußeren Form im Himmel erscheint als ein Licht, das von der Sonne kommt, sodann daß jene himmlische und geistige Wärme in sich hat Weisheit, und daß das Licht von daher in sich hat Einsicht, und zwar weil sie vom Herrn (ausgehen), Der dort die Sonne ist, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2441, 2495, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3338, 3339, 3341, 3413, 3485, 3636, 3643. Hieraus wird klar, daß alles Gute aus der Wärme stammt, die vom Herrn als Sonne, und alles Wahre aus dem Licht daher; und es wird hieraus auch klar, daß alle Neigungen, die der Liebe oder dem Guten angehören, verschiedene Äußerungen jener himmlischen und geistigen Wärme sind, die vom Herrn kommt, und daß daher die Zustandsveränderungen sind, und daß alle Gedanken, die dem Glauben oder dem Wahren angehören, verschiedene Gestaltungen jenes himmlischen und geistigen Lichts sind, das vom Herrn kommt, und daß daher die Einsicht ist. Darinnen befinden sich alle Engel, die im Himmel sind. Ihre Neigungen und Gedanken kommen nicht anderswoher, und sind nichts anderes. Dies zeigt sich an ihren Reden, die, weil sie daher stammen, verschiedene Gestaltungen oder Modifikationen des himmlischen Lichts sind, worin himmlische Wärme; darum sind sie unaussprechlich und von solcher Mannigfaltigkeit und Fülle, daß sie unbegreiflich sind: Nr. 3342, 3344, 3345. Damit dies in der Welt vorbildlich dargestellt werden möchte, wurden den einzelnen Söhnen Jakobs Namen beigelegt, welche die wesentlichen Stücke (universalia) des Guten und Wahren, oder des Glaubens und der Liebe, bezeichnen sollten, somit die wesentlichen Bestimmungen in betreff der verschiedenen Äußerungen der himmlischen und geistigen Wärme, und in betreff der verschiedenen Darstellungen des Lichts daher. Eben die Ordnung dieser wesentlichen Stücke ist es, welche die Flamme und den Glanz aus ihr bestimmt. Wenn die Ordnung mit der Liebe beginnt, dann erscheint flammend alles, was in richtiger Ordnung daraus folgt. Wenn aber die Ordnung mit dem Glauben beginnt, dann erscheint alles lichthell, was in richtiger Ordnung folgt, aber mit allerlei Unterschied, gemäß dem, was folgt. Wenn aber nicht nach der richtigen Ordnung, dann (erscheint es) dunkel mit allerlei Unterschied. Aber von der Ordnung und dem Unterschied daher wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesprochen werden. Daher nun kommt es, daß der Herr durch die Urim und Thummim Antworten gab, und daß man je nach Gestalt der Sache Antworten empfing durch Lichtscheine und deren Ausstrahlung aus den edlen und durchsichtigen Steinen, denen die Namen der zwölf Stämme eingeschrieben waren; denn den Namen waren eingeschrieben die Hauptstücke der Liebe und des Glaubens, die im Reich des Herrn, mithin die hauptsächlichsten Äußerungen der Flamme und des Lichts, durch die das, was der Liebe und dem Glauben angehört, im Himmel vorgebildet wird. Zuerst mag also aus dem Wort begründet werden, daß die Ordnung der Namen, in der die Stämme genannt werden, im Wort eine verschiedene ist, und zwar je nach dem Zustand der Sache, wovon dort gehandelt wird; und daß man daher wissen kann, daß die vom Herrn durch die Urim und Thummim gegebenen Antworten Ausstrahlungen des Lichts gemäß den Zuständen der Sache zufolge der Ordnung gewesen sind; denn alles Licht des Himmels gestaltet sich verschieden nach den Zuständen der Sache, und die Zustände der Sache nach der Ordnung des Guten und Wahren; aber was (für ein Stück) des Wahren und Guten durch einen jeden (Stamm) bezeichnet wird, wird aus der Erklärung hervorgehen, daß nämlich durch Ruben bezeichnet wird der Glaube vom Herrn, durch Schimeon der Glaube des Willens, der vom Herrn (stammt), durch Levi die geistige Liebe oder die Liebtätigkeit; durch Jehudah das Göttliche der Liebe und das himmlische Reich des Herrn; was aber durch die übrigen acht (bezeichnet wird), wird im folgenden Kapitel gesagt werden. Ihre Ordnung nach der Geburt ist es, die hier beschrieben wird und in der sie so aufeinanderfolgen: Ruben, Schimeon, Levi, Jehudah, Dan, Naphthali, Gad, Ascher, Jischar, Sebulon, Joseph, Benjamin. Man sehe 1. Mose 29/32-35; 30/6,8,11,13,18,20,24; 35/18. Diese Ordnung ist dem Zustand der Sache gemäß, von dem hier gehandelt wird, und betrifft die Wiedergeburt des Menschen; denn alsdann wird mit dem Wahren des Glaubens angefangen, das ist Ruben, und von da fortgeschritten zum Wollen des Wahren, das ist Schimeon; von da zur Liebtätigkeit, und das ist Levi. Auf diese Weise zum Herrn, der im höchsten Sinn ist Jehudah. Daß die geistige Empfängnis und Geburt oder Wiedergeburt vom Äußeren zum Inwendigen geht, wurde Nr. 3860 gesagt, d.h. vom Wahren des Glaubens zum Guten der Liebe. Ehe Jakob zu seinem Vater Jischak nach Mamre (bei) Kiriath Arba kam, werden sie in folgender Ordnung genannt: Ruben, Schimeon, Levi, Jehudah, Jisaschar, Sebulon, Joseph, Benjamin, Dan, Naphthali, Gad, Ascher: 1. Mose 35/23-26, wo an erster Stelle sind die von Leah und Rachel, und an letzter die von den Mägden, und zwar gemäß dem Zustand der Sache, von der dort gehandelt wird. In einer noch anderen Ordnung werden sie aufgeführt, da sie wandernd nach Ägypten kamen, wovon 1. Mose 46/9-19, und in einer anderen Ordnung, da sie von Jakob, damals Israel, vor seinem Tod gesegnet wurden: 1. Mose 49/3-27; und in einer anderen, da sie von Mose gesegnet wurden: 5. Mose 33/6-24. In folgender Ordnung waren sie, da sie um das Zelt der Zusammenkunft lagerten: "gegen Aufgang Judah, Jisaschar, Sebulon; gegen Mittag Ruben, Schimeon, Gad; gegen Niedergang Ephraim, Menasche, Benjamin; gegen Mitternacht Dan, Ascher, Naphthali": 4. Mose 2. Kapitel. In welcher Ordnung sie standen bei dem Segnen des Volkes auf dem Berg Gerisim und bei dem Fluchen auf dem Berge Ebal, sehe man 5. Mose 27/12,13. Als die Fürsten, je ein Mann von einem Stamm, gesandt wurden, das Land auszukundschaften, wurden sie aufgezählt in folgender Ordnung: Ruben, Schimeon, Jehudah, Jisaschar, Ephraim, Benjamin, Sebulon, Joseph oder Menasche, Dan, Ascher, Naphthali, Gad: 4. Mose 13/4-16. In einer anderen Ordnung aber die Fürsten, die das Land zum Erbe geben sollten: 4. Mose 34/19-29. In welcher Ordnung das Los geworfen wurde und herauskam, als das Land zum erblichen Besitz gegeben wurde, sehe man Jos. Kapitel 13 und 19. Wo von den Grenzen des neuen oder heiligen Landes, das die Stämme erben sollten, bei Hes.48/2-8,23-26 die Rede ist, werden sie in folgender Ordnung erwähnt: Dan, Ascher, Naphthali, Menasche, Ephraim, Ruben, Jehudah, Benjamin, Schimeon, Jisaschar, Sebulon, Gad, alle von der Ecke gegen Aufgang zur Ecke des Meeres oder der Abendgegend, ausgenommen Gad, der zur Ecke des Mittags gegen Mittag (war). Und wo von den Toren der neuen oder heiligen Stadt (die Rede ist), in folgender Ordnung: gegen Mitternacht die drei Tore Rubens, Jehudahs, Levis; gegen Aufgang die drei Tore Josephs, Benjamins, Dans; gegen Mittag die drei Tore Schimeons; Jisaschars, Sebulons; gegen Niedergang die drei Tore Gads, Aschers, Naphthalis: Hes.48/31-34. Die Ordnung der Versiegelten, zwölftausend von jedem Stamm, sehe man Joh.Offenb.7/5-8. In allen diesen Stellen verhält sich die Aufzählung der Stämme ganz nach dem Zustand der Sache, von der dort gehandelt wird, und dem die Ordnung entspricht. Der Zustand der Sache selbst wird klar aus dem, was dort vorhergeht und was nachfolgt. Was für eine Ordnung der Edelsteine in Urim und Thummim war, wird im Wort erwähnt und beschrieben. Welchen Stämmen aber die einzelnen Steine entsprachen, wird nicht erwähnt, denn es war alles dem Licht aus himmlischer Flamme, d.h. alles dem Wahren aus dem Guten oder alles dem Glauben aus der Liebe Angehörende, was sie vorbildeten, und weil sie dieses vorbildeten, leuchtete das himmlische Licht selbst wunderbar hindurch gemäß dem Zustand der Sache, über die gefragt und Antwort gegeben wurde, blitzend und strahlend für die Bestätigung des Guten und Wahren, außer mancherlei Farbenspielen gemäß den Unterschieden des Guten und Wahren, wie im Himmel, in dem durch die Lichtscheine und ihre unterschiedliche Färbung alles Himmlische und Geistige ausgedrückt wird, und zwar auf eine für den Menschen unaussprechliche und ganz unbegreifliche Weise; denn, wie schon einigemal gezeigt worden, im himmlischen Licht ist Leben vom Herrn, mithin Weisheit und Einsicht, daher in den unterschiedlichen Lichtfärbungen alles, was dem Leben des Wahren, d.h. alles, was der Weisheit und Einsicht angehört, und in den unterschiedlichen Äußerungen der Flamme, des Blitzens und Strahlens alles, was dem Leben des Guten und dem Leben des Wahren aus dem Guten oder der Liebe zum Herrn und dem Glauben aus ihr angehört. Dies nun war das Urim und Thummim, das auf dem Brustschild des Ephod und auf dem Herzen Aharons (war). Dieses wird auch daraus klar, daß die Urim und Thummim bedeuten Lichter und Vollkommenheiten, und daß der Brustschild, auf dem es war, der Brustschild des Gerichts genannt wurde, darum, weil das Gericht bezeichnet Einsicht und Weisheit: Nr. 2235. Jenes war auf dem Herzen Aharons, weil durch das Herz bezeichnet wird die göttliche Liebe: Nr. 3635 und am Ende dieses Kapitels; darum waren auch jene Edelsteine in Gold gefaßt, denn das Gold ist im inneren Sinn das Gute, das der Liebe angehört: Nr. 113, 1551, 1552, und der Edelstein das Wahre, das aus dem Guten durchscheint: Nr. 114. Von den Urim und Thummim heißt es 2. Mose 28/15-21; 39/8-14: "Machen sollst du das Brustschildlein des Gerichts, ein Werk des Aussinnens, als ein Werk des Ephod sollst du es machen, aus Gold, Hyazinth und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach und eingewobener Baumwolle sollst du es machen; viereckig soll es sein gedoppelt, und sollst ausfüllen in ihm die Füllungen des Steins; vier Reihen der Steine sollen es sein, Unterlagen von Gold sollen sein in ihren Füllungen; und die Steine sollen sein nach den Namen der Söhne Israels, zwölf nach deren Namen; Eingrabungen des Siegels sollen die einzelnen nach ihrem Namen sein für die zwölf Stämme". Die Steine, die in jeder Reihe waren, werden dort auch angegeben. Und ferner heißt es 2. Mose 28/28-30; 3. Mose 8/7,8: "Nicht soll wegkommen der Brustschild von dem Ephod, und tragen soll Aharon die Namen der Söhne Israels im Brustschild des Gerichts auf seinem Herzen, wenn er eingeht zum Heiligen, zum Gedächtnis vor Jehovah allezeit; und geben sollst du zum Brustschild des Gerichts Urim und Thummim, und sie sollen sein auf dem Herzen Aharons, indem er hineingeht vor Jehovah; und tragen soll Aharon das Gericht der Söhne Israels auf seinem Herzen vor Jehovah allezeit". Daß Jehovah oder der Herr durch die Urim befragt wurde und Antworten gab, (wird gesagt) 4. Mose 27/18-21: "Es sprach Jehovah zu Mose, nimm Joschua, den Sohn Nuns, geben sollst du von deiner Herrlichkeit auf ihn, auf daß (ihm) gehorche die ganze Versammlung der Söhne Israels; vor Eleasar, dem Priester, soll er stehen, und fragen soll er ihn im Gericht der Urim vor Jehovah". Und 1.Sam.28/6: "Es fragte Saul Jehovah, und nicht antwortete ihm Jehovah, weder durch Träume, noch durch Urim, noch durch Propheten". 3863. "Denn sie sprach: gesehen hat Jehovah", 1. Mose 29/32, bedeutet im höchsten Sinn das Vorhergesehene, im inneren Sinn den Glauben, im inwendigeren den Verstand, im äußeren das Gesicht, hier den Glauben vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, worüber im Folgenden. Aus demjenigen, was vorausgeschickt wurde, kann erhellen, daß die zwölf Stämme, die nach den zwölf Söhnen Jakobs genannt waren, bezeichnet haben alles dem Wahren und Guten, oder dem Glauben und der Liebe, somit alles der Kirche Angehörige, und daß ein jeder Stamm ein wesentliches Stück, somit die zwölf Stämme zwölf Hauptstücke, die in sich begreifen und unter sich beschließen alles und jedes, was der Kirche angehört, und in umfassendem Sinn alles, was dem Reich des Herrn angehört. Das Hauptstück, das Ruben bedeutet, ist der Glaube. Daß dieser, nämlich der Glaube, das erste Hauptstück ist, hat den Grund, weil der Mensch, wenn er wiedergeboren oder eine Kirche wird, zuerst lernen und sich aneignen muß das, was dem Glauben, d.h. dem geistig Wahren angehört; denn durch die Lehre des Glaubens oder des Wahren wird er eingeführt; denn der Mensch ist so geartet, daß er aus sich nicht weiß, was das himmlisch Gute sei, sondern er muß dies lernen aus der Lehre, welche die Lehre des Glaubens genannt wird. Die ganze Glaubenslehre bezieht sich auf das Leben als Zweck, und weil auf das Leben, also auch auf das Gute; denn das Gute ist das Leben. Bei den Alten hat man darüber gestritten, was das Erstgeborene der Kirche sei, ob das Wahre, welches ist Sache des Glaubens, oder ob das Gute, welches ist Sache der Liebe. Die, welche sagten, das Wahre, welches ist Sache des Glaubens, sei das Erstgeborene, schlossen aus dem äußeren Schein, und stellten dasselbe als das Erstgeborene auf, weil es zuerst gelernt wird und gelernt werden muß, und weil der Mensch durch dasselbe eingeführt wird in das Gute. Aber sie wußten nicht, daß das Gute wesentlich das Erstgeborene ist, und daß dieses vom Herrn durch den inneren Menschen eingeflößt wird, damit er an Kindes Statt an- und aufnehme das Wahre, das durch den äußeren (Menschen) eingeführt wird; daß ferner im Guten das Leben sei vom Herrn und daß das Wahre kein Leben habe, außer durch das Gute, so daß das Gute die Seele des Wahren ist, und sich das Wahre aneignet und anzieht, wie die Seele den Leib. Hieraus kann erhellen, daß dem äußeren Schein nach das Wahre an erster Stelle ist, und gleichsam das Erstgeborene, wenn der Mensch wiedergeboren wird, obwohl das Gute wesentlich an erster Stelle ist und das Erstgeborene, und es auch wird, wenn der Mensch wiedergeboren ist. Daß es so ist, sehe man Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701. Weil in diesem Kapitel und in dem, was vorhergeht, von der Wiedergeburt des Natürlichen gehandelt wird, und hier vom ersten Zustand desselben, welcher der der Einführung durch das Wahre zum Guten ist, gehandelt wird, darum wurde der erste Sohn Jakobs, Ruben genannt, vom "Sehen Jehovahs", das im inneren Sinn bedeutet den Glauben vom Herrn. Der Glaube an sich betrachtet ist ein Verstandesglaube und ein Willensglaube. Das Wahre, das Sache des Glaubens ist, wissen und verstehen, heißt Verstandesglaube, hingegen das Wahre, das Sache des Glaubens ist, wollen, heißt Willensglaube. Jener, nämlich der Verstandesglaube, ist es, der durch Ruben bezeichnet wird, dieser aber, nämlich der Willensglaube, ist es, der durch Schimeon bezeichnet wird. Daß der Verstandesglaube oder das Verstehen des Wahren dem Willensglauben oder dem Wollen des Wahren vorausgeht, kann jedem einleuchten; denn was dem Menschen unbekannt ist, wie es das himmlisch Gute ist, das muß er vorher wissen, daß es sei, und verstehen, was es sei, ehe er dasselbe wollen kann. Daß sehen im äußeren Sinn das Gesicht bezeichnet, erhellt ohne Erklärung; daß sehen im inwendigeren Sinn den Verstand bedeutet, kann auch erhellen; denn das Gesicht des inwendigen Menschen ist nichts anderes als der Verstand. Daher wird auch der Verstand in der gemeinen Redeweise das innere Gesicht genannt, und demselben wird auch Licht zugeschrieben, wie dem äußeren Gesicht, und Licht des Verstandes genannt. Daß sehen im inneren Sinn ist der Glaube vom Herrn, erhellt daraus, daß der inwendigere Verstand keine anderen Gegenstände hat als diejenigen, die dem Wahren und Guten angehören; denn diese sind Sache des Glaubens. Jener inwendigere Verstand oder jenes inwendigere Gesicht, das zu Gegenständen die Wahrheiten hat, die Sachen des Glaubens sind, offenbart sich nicht so wie der Verstand, der zu Gegenständen die Wahrheiten hat, die dem bürgerlichen und sittlichen Leben angehören, aus dem Grund, weil er innerhalb desselben ist, und im Licht des Himmels, welches Licht im Dunkeln ist, solange der Mensch im Weltlicht ist. Aber dennoch äußert er sich bei denjenigen, die wiedergeboren sind, hauptsächlich durch das Gewissen. Daß sehen im höchsten Sinn das Vorhersehen bezeichnet, kann einleuchten; denn die Einsicht, die vom Herrn gesagt wird, ist unendliche Einsicht, die nichts anderes ist, als das Vorhersehen. Daß durch sehen, von dem Ruben den Namen bekam, im inneren Sinn der Glaube vom Herrn bezeichnet wird, geht aus sehr vielen Stellen im Wort hervor, von welchen Folgende angeführt werden mögen: 4. Mose 21/8,9: "Es sprach Jehovah zu Mose, mache dir eine Schlange, und setze sie auf ein Zeichen, und es wird geschehen, jeder, der gebissen wird und sie sieht, wird leben; Mose machte eine Schlange von Erz und setzte sie auf ein Zeichen, und es geschah, wenn eine Schlange einen Mann gebissen, und er angesehen hatte die Schlange von Erz, lebte er wieder auf". Daß die eherne Schlange den Herrn in betreff des äußeren Sinnlichen oder des Natürlichen vorgebildet hat, sehe man Nr. 197; daß Erz das Natürliche bedeutet: Nr. 425, 1551; daß der Glaube an Ihn vorgebildet wurde dadurch, daß die wieder auflebten, die sie gesehen oder angeblickt haben, lehrt der Herr selbst bei Joh.3/14,15: "Gleichwie Moses erhöhet hat die Schlange in der Wüste, so muß erhöhet werden der Sohn des Menschen, auf daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe". Jes.6/9,10: "Der Herr sprach: gehe hin und sage diesem Volk, höret hörend, aber versteht nicht, und sehet sehend, und erkennt nicht, mache fett das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und seine Augen verklebe, daß es nicht etwa sehe mit seinen Augen, und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe": daß dort sehen sehend und nicht erkennen, heißt verstehen, daß es wahr sei und dennoch nicht anerkennen, ist klar; und daß die Augen verkleben, damit es etwa nicht sehe mit seinen Augen, heißt das Verständnis des Wahren benehmen, und daß der Glaube an den Herrn es ist, der hier durch sehen bezeichnet wird, erhellt aus den Worten des Herrn bei Matth.13/13,14 und bei Joh.12/36,37,39,40. Hes.12/2: "Sohn des Menschen, der du in der Mitte des Hauses der Empörung wohnst, die da Augen haben zu sehen, aber nicht sehen, die Ohren haben zu hören und nicht hören": Augen zu sehen und nicht sehen, ist soviel als: sie können die Wahrheiten, die Sachen des Glaubens sind, verstehen, wollen aber nicht, und zwar wegen des Bösen, welches ist das Haus der Empörung, und das ein lügenhaftes Licht dem Falschen und Finsternis dem Wahren beibringt, gemäß Folgendem bei Jes.30/9,10: "Ein Volk der Empörung ist es, lügenhafte Söhne, Söhne, die nicht hören wollten das Gesetz Jehovahs, und die sagten zu den Sehenden: sehet nicht, und zu denen, die ein Gesicht haben: sehet uns nicht das Rechte, redet zu uns Schmeicheleien, sehet Täuschungen". Jes.9/1: "Das Volk, die, welche wandeln in Finsternis, haben gesehen ein großes Licht, die, welche wohnen im Lande des Todesschattens, Licht hat ausgestrahlt über sie": sehen ein großes Licht, bedeutet die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, annehmen und glauben; es wird gesagt, daß über diejenigen, die im Glauben sind, ein himmlisches Licht ausstrahle, denn das Licht, das im Himmel, ist das göttlich Wahre vom göttlich Guten. Jes.29/10: "Ausgegossen hat über euch Jehovah den Geist der Schläfrigkeit, und hat verschlossen eure Augen, die Propheten und eure Häupter, die Seher, hat er zugedeckt": verschließen die Augen bedeutet den Verstand des Wahren. Daß durch Auge der Verstand bezeichnet wird, sehe man Nr. 2701. Die Seher zudecken, bedeutet diejenigen, welche die Wahrheiten des Glaubens wissen und lehren; Seher hießen ehemals die Propheten; daß diese sind die Lehrenden, sodann die Wahrheiten der Lehre, sehe man Nr. 2534. Jes.28/7: "Priester und Propheten irren durch berauschendes Getränk, sie irren unter den Sehenden, taumeln im Urteil": was auf gleiche Weise zu verstehen ist. Daß Urteil (Gericht, judicium), in dem sie taumeln, das Wahre des Glaubens ist, sehe man Nr. 2235. Jes.32/3: "Nicht werden geschlossen sein die Augen der Sehenden, und die Ohren der Hörenden werden hören": was ebenso zu verstehen ist. Jes.33/17: "Den König in seiner Schönheit werden schauen deine Augen, sie werden sehen das Land der Entfernungen": schauen den König in der Schönheit, bedeutet die Wahrheiten des Glaubens, die vom Herrn, und die schön heißen vom Guten; sehen das Land der Entfernungen, bedeutet das Gute der Liebe. Daß der König das Wahre des Glaubens bezeichnet, sehe man Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670; daß es schön genannt vom Guten her: Nr. 553, 3080, 3821; daß das Land ist das Gute der Liebe: Nr. 620, 636, 3368, 3379. Matth.5/8: "Selig, die reinen Herzens sind, denn diese werden Gott sehen". Daß Gott sehen heißt glauben an Ihn, also mit dem Glauben Ihn sehen, ist klar; denn die im Glauben sind, sehen aus dem Glauben Gott; denn Gott ist im Glauben, und Gott bewirkt das im Glauben, daß er wahrhaft ein Glaube ist. Matth.18/9: "Wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es aus, denn es ist dir besser, einäugig einzugehen ins Leben, als mit zwei Augen geworfen zu werden in die Gehenna des Feuers": daß hier Auge nicht das Auge bedeutet, auch nicht, daß es ausgerissen werden soll, ist klar, denn dasselbe ärgert nicht, sondern das Verständnis des Wahren, das hier das Auge ist: Nr. 2701. Daß es besser ist, die Wahrheiten des Glaubens nicht wissen und begreifen, als sie wissen und begreifen und dennoch ein Leben des Bösen leben, wird dadurch bezeichnet, daß es besser sei, einäugig einzugehen ins Leben, als mit zwei Augen geworfen zu werden in die Gehennah des Feuers. Matth.13/13-17; Joh.12/40: "Selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören; wahrlich, Ich sage euch, daß viele Propheten und Gerechte gewünscht haben zu sehen, was ihr seht, aber sie haben es nicht gesehen": sehen bedeutet wissen und verstehen das, was Sache des Glaubens an den Herrn ist, somit den Glauben; denn daß sie den Herrn und Seine Wunder gesehen haben, dadurch waren sie nicht selig, sondern daß sie geglaubt haben, wie erhellen kann aus folgenden Worten bei Joh.6/36,40,46,47: "Ich habe es euch gesagt, daß ihr Mich wohl gesehen habt, und doch nicht glaubet; das ist aber der Wille Dessen, Der Mich gesandt hat, daß jeder, der sieht den Sohn und glaubt an Ihn, ewiges Leben habe; nicht daß jemand den Vater gesehen hat, außer der beim Vater ist; dieser hat den Vater gesehen; wahrlich, wahrlich Ich sage euch, wer glaubt an Mich, der hat ewiges Leben": sehen und nicht glauben bedeutet, wissen die Glaubenswahrheiten und nicht annehmen, sehen und glauben bedeutet, sie wissen und annehmen; daß den Vater niemand gesehen habe, als der beim Vater, bedeutet, daß das göttlich Gute nur könne anerkannt werden durch das göttlich Wahre; daß der Vater das göttlich Gute und der Sohn das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 3704. Daher ist der innere Sinn, daß niemand das himmlisch Gute haben könne, wenn er nicht den Herrn anerkennt. Ebenso Joh.1/18: "Gott (selbst) hat niemand je gesehen; der Eingeborene Sohn, Der im Schoß des Vaters ist, Der hat (Ihn) dargestellt". Joh.12/45,46: "Jesus sprach, wer Mich sieht, der sieht Den, Der Mich gesandt hat; Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, daß jeder, der an Mich glaubt, nicht bleibe in der Finsternis": daß hier sehen bedeutet glauben oder den Glauben haben, wird deutlich gesagt. Joh.14/7,9: "Jesus sprach: wenn ihr Mich erkannt habt, habt ihr auch Meinen Vater erkannt, und von nun an habt ihr Ihn erkannt und habt Ihn gesehen; wer Mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen". Joh.14/17-19: "Den Geist der Wahrheit kann die Welt nicht empfangen, weil sie Ihn nicht sieht, noch Ihn erkennt; Ich will euch nicht als Waisen lassen, Ich komme zu euch; es ist noch ein Kleines, bis die Welt Mich nicht mehr sehen wird, ihr aber werdet Mich sehen, denn Ich lebe und ihr werdet leben": sehen bedeutet Glauben haben; denn allein durch den Glauben wird der Herr gesehen; denn der Glaube ist das Auge der Liebe; nämlich von der Liebe durch den Glauben wird der Herr gesehen; die Liebe ist das Leben des Glaubens; daher wird gesagt: Ihr werdet Mich sehen, denn Ich lebe und ihr werdet leben. Joh.9/39-41: "Jesus sprach: zum Gericht bin Ich in diese Welt gekommen, daß die Nichtsehenden sehen, die Sehenden aber blind werden; die Pharisäer sprachen: sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde, nun ihr aber saget: wir sehen, darum bleibt eure Sünde": die Sehenden bezeichnet diejenigen, die meinen, sie seien verständig vor den übrigen, von denen gesagt wird, sie werden blind werden, d.h. den Glauben nicht annehmen; daß nicht sehen oder blind sein gesagt wird von denen, die im Falschen, sodann von denen, die in Unwissenheit sind, sehe man Nr. 2383. Luk.8/10: "Euch ist gegeben zu erkennen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den übrigen aber in Gleichnissen, auf daß die Sehenden nicht sehen, und die Hörenden nicht hören": ist ebenso zu verstehen. Luk.9/27; Mark.9/1: "Ich sage euch: Es sind einige unter den hier Stehenden, die nicht schmecken werden den Tod, bis sie sehen das Reich Gottes": sehen das Reich Gottes heißt glauben. Luk.17/22: "Jesus sprach zu den Jüngern: kommen werden Tage, da ihr wünschen werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, aber ihr werdet ihn nicht sehen": hier von der Vollendung des Weltlaufs oder von der letzten Zeit der Kirche, wo kein Glaube mehr vorhanden ist. Luk.24/30,31: "Es geschah, als Jesus zu Tische lag mit ihnen, nahm Er das Brot und segnete es, und indem Er es brach, gab Er es ihnen; da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten Ihn": hierdurch wurde bezeichnet, daß der Herr durch das Gute erscheine, nicht aber durch das Wahre ohne das Gute; denn das Brot ist das Gute der Liebe: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3478, 3785, 3813. Aus diesen und sehr vielen anderen Stellen erhellt, daß sehen im inneren Sinn ist der Glaube vom Herrn; denn es gibt keinen anderen Glauben, der ein Glaube ist, als der vom Herrn; dieser macht auch, daß der Mensch sieht, d.h. glaubt; der Glaube aber von sich oder vom Eigenen des Menschen ist nicht Glaube; denn dieser bewirkt, daß er Falsches für wahr und Wahres für falsch ansieht, und wenn auch Wahres für wahr, so sieht er es dennoch nicht, weil er nicht glaubt; denn er sieht sich darin, nicht aber den Herrn. Daß sehen heißt, Glauben haben an den Herrn, erhellt offenbar aus dem, was vom Himmelslicht oft gesagt worden ist, daß nämlich das Himmelslicht, weil es vom Herrn kommt, Einsicht und Weisheit mit sich bringe, mithin Glauben an Ihn; denn der Glaube an den Herrn ist inwendig in der Einsicht und Weisheit. Deshalb kann sehen aus jenem Licht, wie die Engel sehen, nichts anderes bedeuten als den Glauben an den Herrn. Es ist auch der Herr selbst in jenem Licht, weil es herkommt vom Herrn; jenes Licht ist es auch, das im Gewissen derjenigen leuchtet, die Glauben an Ihn haben, wenn auch der Mensch nichts davon weiß, solange er im Leibe lebt, denn alsdann verdunkelt das Licht der Welt jenes Licht. 3864. "Meine Trübsal", 1. Mose 29/32, bedeutet den Zustand des Durchdringens zum Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Trübsal, sofern sie ist Versuchung, wovon Nr. 1846, und weil diese das Mittel ist, durch das man durchdringt zum Guten, wird hier durch "meine Trübsal" bezeichnet der Zustand, da man vom Wahren, welches ist das Äußere, hindurchdringt zum Guten, welches ist das 3865. "Denn nun wird mein Mann mich lieben", 1. Mose 29/32, bedeutet, von daher komme das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von: er wird lieben, sofern es heißt: von daher kommt das Gute; denn alles Gute ist Sache der Liebe, daher wird dasselbe hier durch lieben bezeichnet; und aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 3134. Was das Gute des Wahren sei, ist früher einigemal erklärt worden, daß es nämlich sei die Neigung zum Wahren um des Lebens willen, denn das Leben ist das Gute, auf das abgesehen wird im Wahren von denjenigen, die nachher wiedergeboren werden. Ohne das Leben nach dem Wahren geschieht keine Verbindung des Wahren mit dem Guten, mithin keine Aneignung. Dies kann jedem augenscheinlich einleuchten, wenn er auf diejenigen merkt, die böse leben, und auf diejenigen, die gut leben; daß nämlich die, welche böse leben, obwohl sie im Knabenalter und in der Jugend die Lehren der Kirche ebenso wie die anderen verstanden haben, dennoch, wenn sie erforscht werden, was sie glauben vom Herrn, von dem Glauben an Ihn und von den Wahrheiten der Kirche, wird man erfahren, daß sie gar nichts glauben; hingegen bei denen, die gut leben, daß sie sämtlich den Glauben haben an die Wahrheiten, die sie für wahr halten. Die aber, welche die Wahrheiten lehren, wie die Vorsteher der Kirche, und böse leben, werden zwar sagen, daß sie glauben, aber dennoch glauben sie nicht von Herzen. Bei einigen ist es eine Überzeugung, die sich fälschlich für Glauben ausgibt, vielmehr ist diese Überzeugung von der Art, daß sie ist ein Wissen, worin man sich bestärkt hat, nicht darum, weil es wahr ist, sondern darum, weil man es bekennen muß des Amtes, der Ehren und des Einkommens halber; das dringt nicht tiefer ein als durch die Ohren ins Gedächtnis, und vom Gedächtnis geht es aus in die Lippen, nicht aber ins Herz und von da aus ins Bekenntnis. Hieraus wird klar, daß das Leben lehrt, von welcher Art die Anerkennung des Wahren, d.h. von welcher Art der Glaube sei, und daß nur der vom Guten des Lebens getrennte Glaube sagen kann, daß der Mensch, er mag leben wie er will, dennoch aus Gnaden selig werden könne; und daß derselbe vernünftelt wider jenen Lehrsatz: daß auf einen jeden sein Leben wartet nach dem Tode. 3866. Aus dem inneren Sinn der Worte, die Leah von Ruben sagte, als er geboren wurde, nämlich: "gesehen hat Jehovah meine Trübsal, denn nun wird mein Mann mich lieben", kann erhellen, was für ein (Hauptstück) der Kirche Ruben oder der von Ruben genannte Stamm bezeichnet, nämlich das, was das erste der Wiedergeburt ist, oder was das erste ist, wenn der Mensch eine Kirche wird, daß es nämlich ist das Wahre der Lehre, durch das er zum Guten des Lebens gelangen kann. 3867. Vers 33: Und sie empfing abermal, und gebar einen Sohn, und sprach: gehört hat Jehovah, daß ich verhaßt bin, darum hat Er mir auch diesen gegeben; und sie nannte seinen Namen Schimeon. "Und sie empfing abermal, und gebar einen Sohn" bedeutet wie früher, eine geistige Empfängnis und Geburt vom Äußeren zu dem mehr Inwendigeren. "und sprach: gehört hat Jehovah" bedeutet im höchsten Sinn die Vorsehung, im inneren Sinn den Willen des Glaubens, im inwendigeren den Gehorsam, im äußeren das Gehör, hier den Willensglauben, der vom Herrn allein ist; "daß ich verhaßt bin" bedeutet den Zustand des Glaubens, wenn der Wille ihm nicht entsprechend ist; "darum hat Er mir auch diesen gegeben" bedeutet den weiteren Erfolg; "und sie nannte seinen Namen Schimeon" bedeutet seine Beschaffenheit. 3868. "Und sie empfing abermal und gebar einen Sohn", 1. Mose 29/33, bedeutet eine geistige Empfängnis und Geburt vom Äußeren gegen das mehr Inwendigere hin. Dies erhellt aus dem, was Nr. 3860 gesagt wurde, wo die gleichen Worte (vorkamen). Es heißt, es gehe vom Äußeren dem Inwendigeren zu, wenn vom Wissen, das Sache des Verstandes ist, zum Willen fortgeschritten wird, oder geistig zu reden vom Wahren, welches ist Sache des Glaubens, zur Liebtätigkeit; denn der Verstand ist das, was ausgeht vom Willen, und in einer ersichtlichen Form den Willen offenbart. Ebenso geht der Glaube aus von der Liebtätigkeit und offenbart in einer gewissen Form die Liebtätigkeit. Hieraus wird klar, daß das Äußere des Willens der Verstand, und das Äußere der Liebtätigkeit der Glaube ist, oder was gleich, daß das Innere des Verstandes der Wille und das Innere des Glaubens die Liebtätigkeit sei. Daher heißt: "fortschreiten vom Äußeren zum mehr Inwendigeren", vom Verstandesglauben zum Willensglauben, mithin vom Glauben zur Liebtätigkeit (fortschreiten), die vorgebildet wird durch Levi, von dem im Folgenden. Man muß wissen, daß unter dem Glauben, wenn er unterschieden wird von der Liebtätigkeit, verstanden wird das Wahre in solcher Art, wie es der Lehre angehört, oder wie es enthalten ist in dem Bekenntnis, das der apostolische Glaube genannt wird, und zwar nach dem in der Kirche allgemein angenommenen Sinn, denn die Wahrheiten glauben, meint man, sei der Glaube, durch den man selig werde. Wenige sind es, die wissen, daß der Glaube ein Vertrauen ist und eine Zuversicht, und unter jenen wenigen abermals wenige, die wissen, daß das Vertrauen und die Zuversicht aus der Liebtätigkeit kommt, und bei niemand möglich ist, der nicht ein Leben der Liebtätigkeit gehabt hat. 3869. "Gehört hat Jehovah", 1. Mose 29/33, bedeutet im höchsten Sinn die Vorsehung, im inneren den Willen des Glaubens, im inwendigeren den Gehorsam, im äußeren das Gehör. Hier den Willensglauben, der vom Herrn allein stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören. Daß hören bezeichnet das Gehör, bedarf keiner Erklärung; daß aber hören im inwendigeren Sinn ist der Gehorsam und im inneren Sinn der Willensglaube, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort, von denen im Folgenden; sodann aus der Beschaffenheit des Gehörs verglichen mit der Beschaffenheit des Gesichts. Daß das Gesicht im inwendigeren Sinn der Verstand und im inneren Sinn der Verstandesglaube ist, sehe man Nr. 3863, und zwar aus dem Grund, weil die Dinge durch das inwendige Gesicht erscheinen, wie beschaffen sie sind, und somit mit einem Glauben, aber nur mit einem Verstandesglauben begriffen werden; was aber gehört wird, das wird, wenn es tiefer nach innen hineinkommt, in etwas dem Gesicht Ähnliches verwandelt, denn das, was gehört wird, wird inwendiger gesehen. Daher wird durch das Gehör auch das bezeichnet, was durch das Gesicht, nämlich das, was dem Verstand, wie auch was dem Glauben angehört; aber das Gehör überzeugt zugleich, daß es so sei, und regt nicht nur die Verstandesseite des Menschen, sondern auch seine Willensseite an, und bewirkt, daß er will, was er sieht; daher kommt es, daß hören bedeutet das Verständnis einer Sache und zugleich den Gehorsam, und im geistigen Sinn den Willensglauben. Weil im Hören das verborgen liegt, nämlich der Gehorsam und der Willensglaube, darum wird dasselbe auch durch hören, horchen, aufmerken in der gewöhnlichen Rede bezeichnet; denn hörend sein heißt gehorsam sein, und horchen auf einen heißt auch gehorchen; denn das Inwendigere einer Sache liegt auch zuweilen in den Worten der Rede des Menschen, aus dem Grund, weil der Geist des Menschen es ist, der denkt, und den Sinn von den Worten der Rede inne wird, und derselbe ist in einer gewissen Gemeinschaft mit den Geistern und Engeln, die in den Urbegriffen der Worte sind. Außerdem ist ein solcher Kreislauf der Dinge beim Menschen, daß alles, was durch das Ohr und das Auge, oder durch das Gehör und das Gesicht eindringt, übergeht in seinen Verstand und durch den Verstand in den Willen, und vom Willen ins Tun, so auch das Wahre des Glaubens; dasselbe wird zuerst ein Wahres des Glaubens durch Wissen, hernach ein Wahres des Glaubens im Willen, und zuletzt ein Wahres des Glaubens im Tun, somit Liebtätigkeit. Der Glaube im Wissen oder Verstand ist Ruben, wie gezeigt wurde, der Glaube im Willen ist Schimeon, der Glaube im Willen, wenn er wird Liebtätigkeit, ist Levi. Daß hören im höchsten Sinn die Vorsehung ist, kann aus dem erhellen, was vom Sehen gesagt wurde: Nr. 3863, daß es nämlich im höchsten Sinn das Vorhersehen sei; denn das Vorhersehen des Herrn ist ein Sehen von Ewigkeit zu Ewigkeit, daß es so sei; hingegen das Vorsehen des Herrn ist regieren, damit es so sei und den freien Willen des Menschen zum Guten insoweit lenken, als Er vorhersieht, daß der Mensch in der Freiheit sich zum Guten lenken läßt; man sehe Nr. 3854. Daß durch das Hören Jehovahs, von dem Schimeon benannt wurde, im inwendigeren Sinn bezeichnet wird der Gehorsam, und im inneren Sinn der Willensglaube vom Herrn allein, wird klar aus sehr vielen Stellen im Wort, wie aus diesen folgenden bei Matth.17/5: "Siehe, eine Stimme aus der Wolke, sprechend: dieser ist Mein geliebter Sohn, an Dem Ich Wohlgefallen habe, Ihn höret": Ihn hören für: Ihm Glauben schenken und Seinen Geboten gehorchen, somit den Willensglauben haben. Joh.5/25,28: "Amen, amen, Ich sage euch, kommen wird die Stunde, wo die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die hören werden, werden leben. Verwundert euch nicht darüber, weil die Stunde kommt, in der alle, die in den Grabmälern, hören werden Seine Stimme": hören die Stimme des Sohnes Gottes bedeutet Glauben schenken den Worten des Herrn und sie wollen; die den Willensglauben haben, die empfangen Leben, darum wird gesagt: die hören werden, werden leben. Joh.10/2,3,16,27: "Wer eingeht durch die Türe, ist der Hirte der Schafe; diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören Seine Stimme. Und Ich habe andere Schafe, die nicht sind aus diesem Stalle; auch sie muß Ich herzuführen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird werden eine Herde und ein Hirte; Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir": hören die Stimme offenbar für: gehorchen aus dem Willensglauben. Joh.18/37: "Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme". Luk.16/29,31: "Abraham sprach zu ihm: sie haben Mose und die Propheten, diese sollen sie hören; wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn einer von den Toten aufersteht": Mose und die Propheten hören, bedeutet wissen, was im Wort, und ihm Glauben schenken, somit jenes auch wollen; denn Glauben haben ohne zu wollen heißt, sehen und nicht hören, hingegen Glauben haben mit dem Wollen heißt, Glauben haben und hören; darum steht beides, nämlich sehen und hören, hie und da im Wort beisammen, und durch sehen wird bezeichnet das, was durch Ruben, und durch hören das, was durch Schimeon, denn sie sind verbunden wie der Bruder mit dem anderen. Daß sehen und hören verbindungsweise vorkommt, erhellt aus folgenden Stellen bei Matth.13/13-17; Joh.12/40; Jes.6/9: "Darum rede Ich durch Gleichnisse zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, noch verstehen; und erfüllt wird an ihnen die Weissagung Jesajas, die spricht: hörend werdet ihr hören, und nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen, und nicht schauen; verhärtet ist das Herz dieses Volkes, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie verschlossen, daß sie nicht etwa sehen mit den Augen, und mit den Ohren hören, und mit dem Herzen verstehen. Selig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Wahrlich, Ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben gewünscht zu sehen, was ihr sehet, haben es aber nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Mark.8/17,18: "Jesus sprach zu den Jüngern: was besprechet ihr, daß ihr nicht Brote habt; seid ihr noch nicht verständig, und verstehet ihr nicht; habt ihr noch verhärtet euer Herz; Augen habend seht ihr nicht, und Ohren habend hört ihr nicht". Luk.8/10: "Euch ist gegeben zu erkennen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den übrigen aber in Gleichnissen, daß sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören". Jes.35/5: "Es werden geöffnet werden die Augen der Blinden, und die Ohren der Tauben werden geöffnet werden". Jes.29/18: "Alsdann werden hören an jenem Tage die Tauben die Worte des Buches, und aus dem Dunkel und aus der Finsternis werden die Augen der Blinden sehen". Jes.42/18: "Ihr Tauben höret, und ihr Blinden blicket auf sehend". Jes.43/8: "Führe aus das blinde Volk, das Augen haben wird, und die Tauben, die Ohren". Jes.32/3: "Nicht werden zugeschlossen sein die Augen der Sehenden, und die Ohren der Hörenden werden aufhorchen". Jes.30/20,21: "Aufblicken sollen deine Augen zu deinen Lehrern, und deine Ohren sollen hören das Wort". Jes.33/15,16: "Wer verstopft sein Ohr, daß er nicht hört auf das Blut, und zuschließt seine Augen, daß sie nicht sehen das Böse, dieser wird in den Höhen wohnen". Hes.12/2: "Sohn des Menschen, der du inmitten des Hauses der Empörung wohnst, welche haben Augen zu sehen, aber nicht sehen, welche haben Ohren zu hören, und nicht hören." In diesen Stellen wird beides gesagt, weil das eine auf das andere folgt, nämlich der Verstandesglaube, welcher ist sehen, und der Willensglaube, welcher ist hören; sonst wäre eines genug gewesen. Hieraus wird auch klar, warum der eine Sohn Jakobs den Namen bekam vom Sehen und der andere vom Hören. Daß "sehen" den Wissens- oder Verstandesglauben, und "hören" den Gehorsams- oder Willensglauben bedeutet, kommt von den Entsprechungen im anderen Leben her, und von den Bezeichnungen daher. Diejenigen, die verständig sind, und daher im Glauben, gehören zum Gebiet des Auges, die aber, die gehorsam sind und im Glauben daher, gehören zum Gebiet des Ohres; daß es so ist, wird aus demjenigen erhellen, was am Ende der Kapitel vom Größten Menschen und den Entsprechungen aller Teile im menschlichen Leibe mit denselben, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden wird. Daher kommt es nun, daß das Auge im inneren Sinn der Verstand ist, man sehe Nr. 2701, und daß das Ohr der Gehorsam und im geistigen Sinn der Glauben daher oder der Willensglaube ist; wie auch aus folgenden Stellen erhellt: Jes.48/8: "Weder hast du gehört, noch hast du gewußt, noch hat sich geöffnet dein Ohr". Jes.50/4,5: "Der Herr Jehovih wird mir wecken das Ohr zu hören; wie die eines Lehrlings hat der Herr Jehovih mir das Ohr geöffnet, und ich habe mich nicht gesträubt". Jes.55/2,3: "Merket, ja merket auf Mich, und esset das Gute, daß sich ergötze in der Fettigkeit eure Seele; neigt euer Ohr und geht zu Mir; hört, auf daß lebe eure Seele". Jerem.6/10: "Zu wem soll Ich reden und zeugen, daß sie hören; siehe, unbeschnitten ist ihr Ohr, und sie können nicht aufhorchen". Jerem.7/23,24,26: "Das habe Ich ihnen geboten sprechend: hört Meine Stimme, dann will Ich euch sein zum Gott, und ihr werdet Mir sein zum Volk, und sie haben nicht gehört, noch geneigt ihr Ohr". Jerem.9/19: "Hört, ihr Weiber, das Wort Jehovahs, und es nehme an euer Ohr das Wort Seines Mundes". Jerem.35/15: "Nicht habt ihr geneigt euer Ohr und Mir nicht gehorcht". Hes.3/10: "Sohn des Menschen, alle Meine Worte, die Ich geredet habe zu dir, nimm auf in dein Herz, und mit deinen Ohren höre". Hes.23/25: "Geben will Ich Meinen Eifer wider dich, und sie werden handeln mit dir in der Hitze, deine Nase und deine Ohren werden sie entfernen": die Nase und die Ohren entfernen bedeutet das Innewerden des Wahren und Guten und den Glaubensgehorsam. Sach.7/11,12: "Sie weigerten sich aufzumerken, und gaben eine trotzige Schulter, und machten ihre Ohren schwer, daß sie nicht hören, und ihr Herz machten sie als einen Diamant, daß sie nicht hörten das Gesetz". Amos 3/12: "So sprach Jehovah, gleichwie der Hirte reißt aus dem Mund des Löwen zwei Beine oder das Stückchen eines Ohrs, so werden entrissen werden die Söhne Israels in Samaria, in der Ecke des Betts und in dem Ende der Lade": entreißen zwei Beine bedeutet den Willen des Guten, ein Stückchen des Ohrs bedeutet den Willen des Wahren; daß das Stückchen eines Ohrs dieses bedeutet, kann bloß erhellen aus den Entsprechungen im anderen Leben, und aus den Bezeichnungen, denen der innere Sinn des Wortes gemäß ist, wie auch die Religionsbräuche in der israelitischen und jüdischen Kirche. Daher kam es, daß, als Aharon und seine Söhne zum Dienst eingeweiht werden sollten, unter anderem 2. Mose 49/20 befohlen wurde: "Moses sollte nehmen vom Blut des Widders, und tun auf das Ohrläppchen des Ohres Aharons, und auf das Ohrläppchen des Ohres seiner Söhne; und auf den Daumen ihrer rechten Hand, und auf den Daumen ihres rechten Fußes": durch diesen Brauch wurde bezeichnet der Willensglaube, in den er als Priester auch eingeweiht werden sollte. Daß dieser Brauch heilig war, kann jeder wissen, weil er von Jehovah dem Mose befohlen war, so auch daß das Tun von Blut auf das Ohrläppchen des Ohres heilig war; aber was für ein Heiliges kann man nur wissen aus dem inneren Sinn der Dinge im Wort, der dieser ist, daß das Heilige des Glaubens aus dem Willen bewahrt werden sollte. Daß durch das Ohr bezeichnet wird der Gehorsam, und im inneren Sinn der Glaube daher, kann noch deutlicher erhellen aus dem Brauch in betreff des Knechtes, der von der Knechtschaft nicht ausgehen wollte, wovon bei 2. Mose 21/6; 5. Mose 15/17: "Wenn ein Knecht oder eine Magd nicht von der Knechtschaft ausgehen will, so soll ihn sein Herr führen zu Gott und ihn hinführen zur Tür oder zum Pfosten, und durchbohren soll sein Herr sein Ohr mit einem Pfriemen, und er soll ihm dienen immerdar": das Ohr durchbohren mit einem Pfriemen am Pfosten, bedeutet immerfort dienen oder gehorchen. Im geistigen Sinn bedeutet es, das Wahre nicht verstehen wollen, sondern das Wahre wollen aus Gehorsam, was beziehungsweise Unfreiheit ist. Weil der Gehorsam des Glaubens durch die Ohren,und gehorchen durch hören im inneren Sinn verstanden wird, so erhellt auch, was durch die folgenden Worte des Herrn, die Er so oft gesagt hat, bezeichnet wird: "Wer ein Ohr hat zum hören, der höre": Matth.13/9,43; Mark.4/9,23; 7/16; Luk.8/8, 14/35; Joh.Offenb.2/7,11,29; 3/13,22. Daß "hören" im höchsten Sinn ist die Vorsehung und "sehen" ist das Vorhersehen, erhellt aus denjenigen Stellen im Wort, in denen dem Jehovah oder dem Herrn beigelegt werden Augen, wie auch Ohren; z. B.: Jes.37/17: "Neige, Jehovah, Dein Ohr und höre; öffne, Jehovah Deine Augen und siehe". Dan.9/18: "Neige, mein Gott, Dein Ohr und höre, öffne, Jehovah, Deine Augen und siehe unsere Verstörungen." Ps.17/6: "Gott, neige Dein Ohr zu mir und höre meine Rede". Ps.71/2: "Neige zu mir Dein Ohr und hilf mir". Ps.143/1: "Wende Dein Ohr zu meinen Gebeten um Deiner Wahrheit willen, antworte mir um Deiner Gerechtigkeit willen". Ps.102/3: "Jehovah, verbirg nicht Dein Angesicht vor mir, an dem Tag, wo mir angst ist, neige zu mir Dein Ohr; an dem Tag, wo ich rufe, antworte mir". Jerem.Klagel.3/56: "Jehovah, Meine Stimme hast Du gehört, verbirg nicht Dein Ohr zu meinem Seufzen, zu meinem Geschrei". Daß Jehovah keine Ohren hat, noch Augen, wie ein Mensch, ist bekannt; es gibt aber eine aufs Göttliche anwendbare Eigenschaft, die durch das Ohr und durch das Auge bezeichnet wird, nämlich unendliches Wollen und unendliches Verstehen; das unendliche Wollen ist die Vorsehung, und das unendliche Verstehen ist das Vorhersehen; dies wird unter dem Ohr und Auge, wenn sie dem Herrn zugeschrieben werden, im höchsten Sinn verstanden. Hieraus wird nun klar, was durch: "Gehört hat Jehovah, wovon Schimeon den Namen bekam", in jenem Sinn bezeichnet wird. 3870. "Daß ich verhaßt bin", 1. Mose 29/33, bedeutet den Zustand des Glaubens, wenn ihm der Wille nicht entsprechend ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhaßt, sofern es heißt nicht geliebt; denn so beschaffen ist der Zustand des Glaubens, wenn nicht der Wille ihm entspricht. Es wird im inneren Sinn gehandelt vom Fortschreiten der Wiedergeburt des Menschen vom Äußeren zum Inwendigen, d.h. vom Wahren des Glaubens zum Guten der Liebtätigkeit. Das Wahre, das Sache des Glaubens, ist das Äußere, und das Gute, das Sache der Liebtätigkeit, ist das Innere. Damit das Wahre, welches ist Sache des Glaubens, lebe, muß es eingeführt werden in den Willen, um dort Leben zu empfangen, denn das Wahre lebt nicht vom Wissen, sondern vom Wollen. Durch das neue Wollen, das der Herr beim Menschen schafft, fließt Leben von Ihm ein: das erste Leben äußert sich durch den Gehorsam, der das erste des Willens ist; das andere durch die Neigung, das Wahre zu tun, welches ein Fortschritt des Willens ist, der dann vorhanden ist, wenn man Lust und Wonne im Tun des Wahren empfindet. Kommt es nicht zu einem solchen Fortschritt des Glaubens, so wird das Wahre nicht wahr, sondern es wird etwas vom Leben Getrenntes, zuweilen ein Begründen des Falschen, und zuweilen eine Selbstberedung, somit etwas Unsauberes; denn es verknüpft sich mit der bösen Neigung des Menschen oder seiner Begierde, d.h. mit seinem eigenen Willen, welcher der Liebtätigkeit entgegen ist. Solcherart ist der Glaube, der von vielen heutzutage für Glauben gehalten wird ( und von dem man meint), daß er allein ohne Werke der Liebtätigkeit selig mache. Aber dieser Glaube, nämlich der von der Liebtätigkeit getrennte, und daher der Liebtätigkeit entgegengesetzte, wird im Folgenden vorgebildet durch Ruben, sofern er lag bei Bilha, dem Kebsweib seines Vaters: 1. Mose 35/22, und den Jakob, und dann Israel, verwünscht mit folgenden Worten: "Ruben, mein Erstgeborener, du meine Stärke und Anfang meiner Kraft, leicht bist du wie Wasser, sollst dich nicht hervortun, weil du bestiegen hast das Lager deines Vaters, da hast du besudelt mein Bett; er ist aufgestiegen": 1. Mose 49/3,4. Dieses, nämlich des von der Liebtätigkeit getrennten Glaubens Wille und Neigung, als der Liebtätigkeit entgegen, wird dort auch beschrieben durch Schimeon und Levi, mit folgenden Worten: "Schimeon und Levi, die Brüder, Waffen der Gewalttat sind ihre Schwerter, in ihr Geheimnis soll nicht kommen meine Seele, in ihre Gemeinschaft soll sich nicht vereinigen meine Herrlichkeit, weil in ihrer Wut sie getötet haben den Mann, und in ihrem Willen gelähmt haben den Ochsen; verflucht sei ihre Wut, weil sie so heftig, und ihr Zorn, weil er so schwer war; zerteilen will ich sie in Jakob, und sie zerstreuen in Israel": 1. Mose 49/5-7. Daß der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube es ist, der durch jene beschrieben wird, soll im Folgenden, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt, werden. 3871. "Darum hat Er mir auch diesen gegeben", 1. Mose 29/33, bedeutet das Weiterfolgende, nämlich den Gehorsams- oder Willensglauben; und daß dieser auf den Wissens- und Verstandesglauben folgen muß, ist oben gezeigt worden. Dies wird bezeichnet durch "er hat mir auch diesen gegeben". 3872. "Und sie nannte seinen Namen Schimeon", 1. Mose 29/33, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des "Nennens den Namen", sofern es ist die Beschaffenheit; wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Die Beschaffenheit selbst ist enthalten im inneren Sinn der Worte, die Leah sagte: "Gehöret hat Jehovah, daß ich verhaßt bin, und Er hat mir auch diesen gegeben". Diese Beschaffenheit ist es, die bezeichnet wird durch Schimeon, sodann durch den nach ihm genannten Stamm; und es ist dies das andere wesentliche Stück der Kirche, oder das andere, wenn der Mensch wiedergeboren und eine Kirche wird: es ist der Gehorsam oder der Wille, das zu tun, was des Glaubens ist, und in diesem Gehorsam und in diesem Willen wird eingepflanzt die Liebtätigkeit, die weiter folgt, und bezeichnet wird durch Levi. 3873. Vers 34: Und sie empfing abermals und gebar einen Sohn und sprach: diesmal nun wird mein Mann mir anhangen, weil ich ihm drei Söhne geboren; darum nannte sie seinen Namen Levi. "Und sie empfing abermals und gebar einen Sohn" bedeutet wie früher eine geistige Empfängnis und Geburt noch mehr vom Äußeren zum Inwendigen hin; "und sprach: diesmal nun wird mein Mann mir anhangen" bedeutet im höchsten Sinn die Liebe und Barmherzigkeit, im inneren die Liebtätigkeit, im äußeren die Verbindung, hier die geistige Liebe; "weil ich ihm drei Söhne geboren" bedeutet das Weiterfolgende; "darum nannte sie seinen Namen Levi" bedeutet seine Beschaffenheit. 3874. "Sie empfing abermals und gebar einen Sohn", 1. Mose 29/34, bedeutet eine geistige Empfängnis und Geburt noch mehr vom Äußeren zum Inwendigen hin. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 3860, 3868 gesagt wurde, wo ebendieselben Worte sind. 3875. "Und sprach: diesmal nun wird mein Mann mir anhangen", 1. Mose 29/34, bedeutet im höchsten Sinn die Liebe und Barmherzigkeit, im inneren die Liebtätigkeit, im äußeren die Verbindung, hier die geistige Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von anhangen. Daß "anhangen" im äußeren oder nächst inwendigeren Sinn Verbindung bedeutet, kann erhellen ohne Erklärung. Daß anhangen im inneren Sinn ist Liebtätigkeit, wird daraus klar, daß Liebtätigkeit, oder was gleich: gegenseitige Liebe, eine geistige Verbindung ist; denn sie ist eine Verbindung der Neigungen, die Sache des Willens, und daher eine Übereinkunft der Gedanken, die Sache des Verstandes, somit eine Verbindung der Gemüter in beiderlei Beziehung. Daß anhangen im höchsten Sinn ist Liebe und Barmherzigkeit, wird eben hieraus klar, denn das Unendliche und Ewige, das von der Liebtätigkeit oder geistigen Liebe gesagt wird, ist die Barmherzigkeit, welche ist die göttliche Liebe gegen das in so großen Nöten befindliche Menschengeschlecht. Da nämlich der Mensch aus sich nur ein böses Wesen, und in demselben, soweit er aus sich (handelt), eben nur ein höllisches Wesen ist, aber vom Herrn aus göttlicher Liebe angesehen wird, weil er von der Hölle erhoben und befreit werden soll, so wird es Barmherzigkeit genannt. Ebendaher, weil die Barmherzigkeit aus der göttlichen Liebe ist, wird durch anhangen im höchsten Sinn sowohl die Liebe als die Barmherzigkeit bezeichnet. Daß anhangen im inneren Sinn geistige Liebe, oder was gleich: Liebtätigkeit gegen den Nächsten bedeutet, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Jes.56/3,6: "Nicht sage der Sohn des Fremden, welcher angehangt ist an Jehovah, sprechend: es scheidet, ja scheidet mich Jehovah von Seinem Volk; die Söhne des Fremden, die anhangen an Jehovah, Ihm zu dienen und zu lieben den Namen Jehovahs, werden Ihm sein zu Knechten": anhangen an Jehovah bedeutet die Gebote halten, das ist Sache der geistigen Liebe, denn niemand hält die Gebote Gottes von Herzen, als wer im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist. Jerem.50/4,5: "In jenen Tagen werden kommen die Söhne Israels, sie und die Söhne Jehudahs, gehend und weinend werden sie gehen und Jehovah ihren Gott suchen, nach Zion werden sie fragen in betreff des Weges, dahin ist ihr Angesicht (gerichtet); kommt und laßt uns anhangen an Jehovah mit dem ewigen Bund, der nicht vergessen wird": anhangen an Jehovah bedeutet hier ebenfalls, die Gebote halten von Herzen, d.h. aus dem Guten der Liebtätigkeit. Sach.2/15: "Anhangen werden viele Völkerschaften an Jehovah an jenem Tage, und werden Mir sein zum Volke". Jes.14/1: "Erbarmen wird Sich Jehovah Jakobs, und erwählen von neuem Israel, und wird sie bringen in ihr Land, und anhangen wird ihnen der Fremdling, und sie werden sich anschließen an das Haus Jakobs": anhangen wird der Fremdling ihnen, bedeutet, er werde in gleicher Beobachtung des Gesetzes sein; sich anschließen an das Haus Jakobs, bedeutet, im Guten der Liebtätigkeit sein, in dem diejenigen sind, die durch das Haus Jakobs bezeichnet werden. Matth.6/24: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder dem einen anhangen und den anderen verachten": das Himmlische der Liebe heißt hier lieben, und das Geistige der Liebe heißt anhangen; beides wird gesagt, weil sie unterschieden sind, sonst wäre eines genug gewesen. Diejenigen, die in geistiger Liebe sind, werden deswegen Söhne Levis genannt bei Mal.3/2,3: "Wer hält aus den Tag Seiner Zukunft, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint; sitzen wird Er schmelzend und läuternd das Silber, und wird reinigen die Söhne Levis; und wird sie von Schlacken säubern wie Gold und wie Silber". Daß im höchsten Sinn der Herr ist Levi, vermöge der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit gegen diejenigen, die in geistiger Liebe sind, (wird gesagt) bei Mal.2/4,5,8,9: "Auf daß ihr erkennet, daß Ich zu euch gesandt habe dieses Gebot, daß es sei Mein Bund mit Levi, sprach Jehovah Zebaoth, Mein Bund des Lebens und des Friedens wird mit ihm sein. Ihr seid abgewichen vom Weg, viele habt ihr straucheln gemacht gegen das Gesetz, verdorben habt ihr den Bund Levis, darum habe Ich euch gegeben in Verachtung". Und weil die göttliche Liebe oder Barmherzigkeit im höchsten Sinn unter Levi verstanden ist, und im inneren Sinn die geistige Liebe, darum ist der Stamm Levi das Priestertum geworden; denn das Priestertum im inneren Sinn des Wortes ist nichts anderes als das Heilige der Liebe, und das Königtum das Heilige des Glaubens: Nr. 1728, 2015 E, 3670. Weil durch das Wort "anhangen", von dem Levi den Namen bekam, geistige Liebe bezeichnet wird, die soviel ist als gegenseitige Liebe, so wird auch durch das gleiche Wort in der Grundsprache bezeichnet leihen und entlehnen, und wirklich wurde durch leihen und entlehnen in der jüdischen Kirche vorgebildet gegenseitige Liebe, über welchen Gegenstand, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Die gegenseitige Liebe unterscheidet sich darin von der Freundschaft, daß die gegenseitige Liebe ihr Absehen hat auf das Gute, das beim Menchen, und weil sie stattfindet gegen das Gute, so findet sie auch statt gegen den, der im Guten ist; die Freundschaft aber hat ihr Absehen auf den Menschen, und sie ist auch gegenseitige Liebe alsdann, wenn sie auf den Menschen absieht aus dem Guten oder wegen des Guten, hingegen wenn nicht aus dem Guten oder wegen des Guten, sondern wegen des eigenen Ich willen, das sie gut nennt, dann ist die Freundschaft nicht gegenseitige Liebe, sondern nähert sich der Selbstliebe, und in dem Maß, als sie sich nähert, ist sie der gegenseitigen Liebe entgegengesetzt. Gegenseitige Liebe ist an sich nichts anderes als Liebtätigkeit gegen den Nächsten; denn durch den Nächsten wird im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet als das Gute, und im höchsten Sinn der Herr, weil von Ihm alles Gute, und Er das Gute selbst ist, man sehe Nr. 2425, 3419. Diese gegenseitige Liebe oder die Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist es, die unter der geistigen Liebe verstanden, und die durch Levi bezeichnet wird. Im Wort wird auch himmlische Liebe, ferner eheliche Liebe im Buchstabensinn durch "anhangen" ausgedrückt, aber mit einem anderen Wort in der Grundsprache, als aus dem Levi herstammt; jenes Wort bezeichnet eine noch engere Verbindung, wie in folgenden Stellen (für die himmlische Liebe): 5. Mose 10/20: "Jehovah deinen Gott sollst du fürchten, Ihm sollst du dienen, und Ihm sollst du anhangen". 5. Mose 13/5: "Jehovah, eurem Gott, sollt ihr nachgehen, und Ihn fürchten, und Seine Gebote halten, und Seine Stimme hören, und Ihm dienen, und Ihm anhangen". 5. Mose 11/22: "Zu lieben Jehovah euren Gott, zu gehen auf allen Seinen Wegen, und Ihm anzuhangen". 5. Mose 30/20: "Zu lieben Jehovah deinen Gott, zu gehorchen Seiner Stimme, und Ihm anzuhangen, weil Er dein Leben". Jos.22/5: "Bestrebt euch sehr zu tun das Gebot und das Gesetz, das euch geboten hat Moses der Knecht Jehovahs, zu lieben Jehovah, euren Gott, und zu wandeln in allen Seinen Wegen, und zu halten Seine Gebote, und Ihm anzuhangen, und Ihm zu dienen in eurem ganzen Herzen, und in eurer ganzen Seele". 2.Kön.18/5,6: "Der König Hiskia vertraute auf Jehovah den Gott Israels, hing Jehovah an, wich nicht von Ihm, und bewahrte Seine Gebote, die Jehovah dem Mose geboten hatte". Jerem.13/11: "Gleichwie anhängt der Gürtel an den Lenden des Mannes, so habe Ich anhängen gemacht an Mich das ganze Haus Israels, und das ganze Haus Jehudahs, daß es Mir sei zum Volk, und zum Namen, und zum Lob, und zur Zierde; aber sie haben nicht gehorcht". Daß die eheliche Liebe auch durch anhangen ausgedrückt wird, erhellt aus Folgendem: 1. Mose 2/24: "Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und seinem Weibe anhangen und werden sein ein Fleisch". Mark.10/5-9; Matth.19/5: "Wegen eurer Herzenshärtigkeit hat Moses geschrieben dieses Gebot, von Anfang der Schöpfung aber hat sie Gott geschaffen als Mann und Weib; deswegen wird ein Mensch seinen Vater und Mutter verlassen, und anhangen seiner Gattin, und werden sein die zwei ein Fleisch; was nun Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht scheiden". 1. Mose 34/3: "Es hing die Seele Schechems an Dina, der Tochter Jakobs, er liebte das Mädchen und redete zum Herzen des Mädchens". 1.Kön.11/1,2: "Salomo liebte viele ausländische Weiber, diesen hing Salomo an, sie zu lieben". Hieraus wird klar, daß anhangen ein Ausdruck der Liebe ist, der in den alten Zeiten zum Gebrauch angenommen ward von den Kirchen, die in den Bezeichnungen (Symbolen) waren; und daß es nichts anderes ist im inneren Sinn als eine geistige Verbindung, somit Liebtätigkeit und Liebe. 3876. "Weil ich ihm drei Söhne geboren", 1. Mose 29/34, bedeutet das Weiterfolgende; dies erhellt aus dem, was Nr. 3871 gesagt wurde. Das Weiterfolgende, das hier durch die drei Söhne bezeichnet wird, ist, daß nun die Liebtätigkeit kommt; denn wenn der Mensch wiedergeboren, d.h., wenn er eine Kirche wird, muß für ihn das erste sein: zu wissen und zu verstehen, was das Wahre des Glaubens ist, das andere muß sein: dasselbe wollen und tun, das dritte: von demselben angeregt werden; und wenn der Mensch vom Wahren angeregt wird, d.h., wenn er eine Lust und Wonne empfindet im Tun gemäß dem Wahren, dann ist er in der Liebtätigkeit oder gegenseitigen Liebe. Dies ist das Aufeinanderfolgende, was hier verstanden wird unter: "ich habe ihm drei Söhne geboren. 3877. "Darum nannte sie seinen Namen Levi", 1. Mose 29/34, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des "Nennens der Namen", sofern es ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 3872. Die Beschaffenheit ist es, die enthalten ist in den Worten: "Diesmal wird mein Mann mir anhangen, weil ich ihm drei Söhne geboren", wovon Nr. 3875, 3876. Dieses Eigentümliche ist es, das durch Levi und den Stamm, der nach ihm genannt wurde, bezeichnet wird; und ist dieses das dritte Hauptstück der Kirche, oder das dritte, wenn der Mensch wiedergeboren oder eine Kirche wird; es ist die Liebtätigkeit. Es verhält sich mit der Liebtätigkeit so, daß sie in sich enthält das Wollen des Wahren, und durch dieses das Verstehen des Wahren; denn wer in der Liebtätigkeit ist, hat jenes. Dagegen ehe der Mensch zur Liebtätigkeit kommt, muß er zuerst im Äußeren sein, nämlich im Verstehen des Wahren, hernach im Wollen des Wahren, dann erst im Angeregtwerden vom Wahren, und das ist Liebtätigkeit. Wenn der Mensch in der Liebtätigkeit ist, dann hat er sein Absehen auf den Herrn, der durch Jehudah, den vierten Sohn Jakobs, im höchsten Sinn bezeichnet wird. 3878. Vers 35: Und sie empfing abermals, und gebar einen Sohn, und sprach: diesmal will ich bekennen den Jehovah; darum nannte sie seinen Namen Jehudah; und sie hörte auf zu gebären. "Und sie empfing abermals, und gebar einen Sohn" bedeutet wie früher eine geistige Empfängnis und Geburt, noch mehr vom Äußeren zum Inwendigen hin; "und sprach: diesmal will ich bekennen den Jehovah" bedeutet im höchsten Sinn den Herrn, im inneren das Wort, im äußeren die Lehre aus demselben, hier das Göttliche der Liebe und Sein himmlisches Reich; "darum nannte sie seinen Namen Jehudah" bedeutet seine Beschaffenheit; "und sie hörte auf zu gebären" bedeutet das Aufsteigen auf der Leiter von der Erde bis zu Jehovah oder dem Herrn. 3879. "Und sie empfing abermals und gebar einen Sohn", 1. Mose 29/35, daß dies eine geistige Empfängnis und Geburt noch weiter vom Äußeren zum Inwendigen bedeutet, erhellt aus demjenigen, was Nr. 3860, 3868 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 3880. "Und sprach: diesmal will ich bekennen den Jehovah", 1. Mose 29/35, daß dies im höchsten Sinn den Herrn, im inneren das Wort, im äußeren die Lehre aus diesem, hier das Göttliche der Liebe und Sein himmlisches Reich bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von bekennen. Daß "bekennen" im äußeren oder nächst inwendigeren Sinn die Lehre aus dem Wort bedeutet, ist klar; denn das Bekenntnis ist nichts anderes, auch in der gemeinen Rede, als die Erklärung seines Glaubens vor dem Herrn; somit begreift es in sich, was der Mensch glaubt, mithin das, was für ihn Lehre ist. Daß bekennen im inneren Sinn das Wort ist, folgt hieraus; denn alle Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit muß aus dem Wort sein; denn aus sich weiß der Mensch von himmlischen und geistigen Dingen nichts, ebendarum nur aus göttlicher Offenbarung, welche ist das Wort. Daß bekennen im höchsten Sinn der Herr ist, hat den Grund, weil der Herr das Wort ist, mithin die Lehre aus dem Wort, und weil das Wort im inneren Sinn auf den Herrn allein sich bezieht und von Seinem Reich handelt: Nr. 1871, 2859, 2894, 3245, 3305, 3393, 3432, 3439, 3454. Daher kommt es, daß durch bekennen den Jehovah das Göttliche der Liebe und Sein himmlisches Reich bezeichnet wird; denn der Herr ist selbst die göttliche Liebe, und das Einfließen derselben macht Sein Reich, und zwar durch das Wort, das von Ihm. Daß durch Jehudah, der von "bekennen den Herrn" den Namen empfing, das Göttliche der Liebe und das himmlische Reich des Herrn bezeichnet wird, sehe man Nr. 3654, daher kommt es, daß gesagt wird, bekennen bezeichne hier jenes. Was aber das Bekennen und das Bekenntnis ist, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo es genannt wird: Jes.12/1,4: "Sagen wirst du an jenem Tage: bekennen will ich Dir, Jehovah, daß du mir gezürnt hast; umgewandt ist Dein Zorn, und hast mich getröstet; und ihr werdet sagen an jenem Tage: bekennet dem Jehovah, rufet Seinen Namen an, machet kund im Volk Seine Werke, erzählet, daß erhöht ist Sein Name". Ps.75/2: "Wir bekennen Dir, Gott, wir bekennen, und nahe ist Dein Name, sie erzählen Deine Wunder". Ps.100/1-5: "Psalm zum Bekenntnis: jubelt dem Jehovah, alles Land, Er hat uns gemacht, und nicht wir, zu Seinem Volk und zur Herde Seiner Weide; darum Sein sind wir, Sein Volk und die Herde Seiner Weide; geht ein durch Seine Tore in Bekenntnis, durch Seine Vorhöfe in Lob; bekennet Ihm, segnet Seinen Namen, weil gut ist Jehovah, in Ewigkeit Seine Barmherzigkeit und von Geschlecht zu Geschlecht Seine Wahrheit". Hier wird klar, was Bekennen und Bekenntnis heißt, daß es nämlich heißt anerkennen Jehovah oder den Herrn und was Sein ist; daß jene Anerkennung ist die Lehre und das Wort, ist klar. Jes.51/3: "Trösten wird Jehovah Zion, wird trösten alle ihre Verwüstungen, Fröhlichkeit und Freude wird gefunden werden in ihr, Bekenntnis und die Stimme des Gesangs". Jerem.30/18,19: "So sprach Jehovah: siehe, Ich bringe zurück die Gefangenschaft der Zelte Jakobs, und will seiner Wohnungen Mich erbarmen, und gebaut wird werden die Stadt auf ihrem Hügel, und der Palast wird nach seiner Weise bewohnt werden, und ausgehen wird von ihnen Bekenntnis und die Stimme der Spielenden". Ps.7/18: "Bekennen will ich dem Jehovah nach Seiner Gerechtigkeit, und besingen den Namen Jehovahs des Höchsten". Ps.42/5: "Wenn ich hingehe zum Hause Gottes mit der Stimme des Gesangs und des Bekenntnisses, mit der Menge, die das Fest feiert". Ps.57/10,11: "Bekennen will ich Dir unter den Völkerschaften, o Herr, lobsingen Dir unter den Völkern; weil groß bis zum Himmel Deine Barmherzigkeit". Aus diesen Stellen wird klar, daß das Bekenntnis sich auf das Himmlische der Liebe bezieht; denn es wird unterschieden von demjenigen, was der geistigen Liebe angehört; denn es wird gesagt "Bekenntnis und die Stimme des Gesangs", "Bekenntnis und die Stimme der Spielenden", "bekennen will ich Dir unter den Völkerschaften, und lobsingen Dir unter den Völkern": Bekenntnis und Bekennen ist etwas Himmlisches, die Stimme des Gesangs, die Stimme der Spielenden, sodann lobsingen, sind geistige Dinge. Auch wird gesagt: bekennen unter den Völkerschaften und lobsingen unter den Völkern, weil durch Völkerschaften bezeichnet werden die, welche im Guten, und durch Völker die, welche im Wahren sind: Nr. 1416, 1849, 2928, d.h. diejenigen, die in himmlischer Liebe und die in geistiger Liebe sind; denn im Wort bei den Propheten kommen meistens zwei Ausdrücke vor, von denen der eine sich auf das Himmlische oder Gute, der andere auf das Geistige oder Wahre bezieht, auf daß eine göttliche Ehe im einzelnen des Wortes sei, somit die Ehe des Guten und Wahren; man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 3132. Hieraus wird auch klar, daß das Bekenntnis in sich schließt das Himmlische der Liebe, und daß das echte Bekenntnis oder das aus dem Herzen, nur aus dem Guten hervorgeht. Hingegen das aus dem Wahren, heißt Stimme des Gesangs, Stimme der Spielenden, und lobsingen. Ebenso in folgenden Stellen: Ps.69/31: "Loben will ich den Namen Gottes mit einem Lied und Ihn groß machen mit Bekenntnis". Ps.71/22: "Ich will bekennen Dir mit dem Instrument der Harfe Deine Wahrheit, mein Gott, ich will Dir singen auf der Zither, Heiliger Israels": daß durch singen auf der Zither und durch die übrigen Saiteninstrumente geistige Dinge bezeichnet werden, sehe man Nr. 418, 419, 420. Ps.100/4: "Gehet ein zu Seinen Toren in Bekenntnis, zu Seinen Vorhöfen in Lob, bekennet Ihm, segnet Seinen Namen": Bekenntnis und bekennen bedeutet aus der Liebe zum Guten. Lob aber und segnen aus der Liebe zum Wahren. Ps.147/7: "Antwortet dem Jehovah durch Bekenntnis, lobsinget unserem Gott auf der Zither". Ps.35/17,18: "Bekennen will ich Dir in großer Versammlung, in zahlreichem Volk will ich Dich loben". Ps.109/30: "Bekennen will ich dem Jehovah mit meinem Mund, und in der Mitte vieler Ihn loben". Ps.79/13: "Wir sind Dein Volk und die Herde Deiner Weide; bekennen wollen wir Dir in Ewigkeit, in Geschlecht und Geschlecht erzählen Dein Lob". Ps.107/21,22: "Sie sollen bekennen dem Jehovah Seine Barmherzigkeit, und Seine Wunder den Söhnen des Menschen; opfern sollen sie Opfer des Bekenntnisses, und verkündigen Seine Werke mit Gesang". Daß in diesen Stellen zweierlei Ausdrücke für eine Sache sind, ist klar; die als unnütze Wiederholungen erscheinen würden, wenn nicht der eine in sich schließen würde das Himmlische, welches ist das Gute, und der andere das Geistige, welches ist das Wahre, somit die göttliche Ehe. Das Reich des Herrn ist eine solche Ehe. Dieses Geheimnis ist im Wort überall, aber es kann gar nicht entdeckt werden als durch den inneren Sinn und daher durch die Erkenntnis, welches Wort zur himmlischen Klasse und welches zur geistigen gehört. Überhaupt muß man wissen, was himmlisch und was geistig sei, wovon früher öfter. Das Herzensbekenntnis selbst, weil es aus himmlischer Liebe kommt, ist im echten Sinn Bekenntnis; ein Mensch, der in diesem ist, der erkennt an, daß alles Gute vom Herrn und daß alles Böse vom eigenen Ich (stammt), und wenn er in dieser Anerkennung ist, ist er im Zustand der Demütigung; denn er erkennt alsdann an, daß der Herr alles ist bei ihm, und daß er selbst beziehungsweise nichts sei, und wenn aus diesem Zustand heraus das Bekenntnis geschieht, dann kommt es aus himmlischer Liebe. Die Opfer des Bekenntnisses aber, die in der jüdischen Kirche bestanden, waren Danksagungen, und wurden in umfassendem Sinn Dank- und Vergeltungsopfer genannt, und waren von zweierlei Gattung, nämlich Bekenntnis- und Gelübdeopfer. Daß die Opfer des Bekenntnisses das Himmlische der Liebe andeuteten, kann aus ihrer Einsetzung erhellen, wovon es also heißt: 3. Mose 7/11-13,15: "Dies ist das Gesetz des Opfers der Danksagungen, das dargebracht werden soll dem Jehovah; wenn jemand dasselbe fürs Bekenntnis darbringt (d.h. zum Lobopfer), dann soll er darbringen nebst dem Opfer des Bekenntnisses ungesäuerte Kuchen, die gemengt sind mit Öl, und ungesäuerte Fladen, die gesalbt sind mit Öl, und geröstetes Semmelmehl, Kuchen, gemengt mit Öl. Über die gesäuerten Brotkuchen soll er bringen seine Gabe, nebst dem Opfer des Bekenntnisses": durch alles das, was hier erwähnt wird, als durch die ungesäuerten Kuchen, die gemengt sind mit Öl, durch die ungesäuerten Fladen, die gesalbt sind mit Öl, durch das geröstete Semmelmehl, die gesäuerten Brotkuchen wird bezeichnet Himmlisches der Liebe und des Glaubens, und daher Bekenntnisse, und daß sie in der Demütigung geschehen sollen. Daß das Semmelmehl und daher Kuchen das Himmlische der Liebe und daher das Geistige des Glaubens bezeichnen, welches ist die Liebtätigkeit, sehe man Nr. 2177; daß das Ungesäuerte die Reinigung von Bösem und Falschem bezeichnet: Nr. 2342; daß Öl das Himmlische der Liebe bedeutet: Nr. 886, 3728; Brot ebenfalls: Nr. 2165, 2177, 3464, 3478, 3735. Die Gelübdeopfer aber, welche die andere Gattung der Dankopfer waren, bezeichneten im äußeren Sinn die Vergeltung, im inneren Sinn den Wunsch, daß der Herr vorsehen möge, im höchsten den Zustand der Vorsehung: man sehe Nr. 3732. Daher kommt es, daß beide hie und da im Wort erwähnt werden, wie bei Ps.50/14,23: "Opfere Gott Bekenntnis, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde; wer Bekenntnis opfert, ehrt Mich, und wer seinen Weg ordnet, dem werde Ich zeigen das Heil Gottes". Ps.56/13: "Über mir, o Gott, sind Deine Gelübde; bezahlen will ich Dir Bekenntnisse (d.h. Dankopfer)". Ps.116/17,18: "Dir will ich opfern das Opfer des Bekenntnisses, und den Namen Jehovahs anrufen; meine Gelübde will ich dem Jehovah bezahlen". Jonas 2/10: "Ich will mit der Stimme des Bekenntnisses Dir opfern; was ich gelobet habe, will ich bezahlen". Aus diesem nun wird klar, was Bekenntnis ist, von dem Jehudah den Namen hat: daß es im höchsten Sinn ist der Herr und das Göttliche der Liebe, im inneren das Wort, ferner das himmlische Reich des Herrn, und im auswendigeren Sinn die Lehre aus dem Wort, welche ist die der himmlischen Kirche. Daß dies durch Jehudah im Wort bezeichnet wird, kann aus dem nun Folgenden erhellen. 3881. "Darum nannte sie seinen Namen Jehudah", 1. Mose 29/35, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens der Namen, sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Die Beschaffenheit selbst ist im inneren Sinn dieser Worte enthalten, die Leah sagte: "Diesmal will ich bekennen dem Jehovah", wovon Nr. 3880, daß er nämlich im höchsten Sinn sei der Herr und das Göttliche seiner Liebe; im inneren Sinn das Wort, dann das himmlische Reich des Herrn; und im auswendigeren (Sinn) die Lehre aus dem Wort, welche die der himmlischen Kirche ist. Daß dieses im Wort durch Jehudah, wo er genannt wird, bezeichnet wird, weiß noch kaum jemand, aus dem Grund, weil man glaubt, das Historische seien eben nur Geschichten, und Prophetisches sei solches, was unter die vergessenen Dinge (inter obliterata) gehöre, einige Stücke ausgenommen, aus denen man dogmatische Sätze entnehmen könne. Daß ein geistiger Sinn darin sei, das glaubt man nicht, weil von einem geistigen Sinn, überhaupt vom Geistigen, man heutzutage nichts weiß, und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil es ein natürliches Leben ist, das man führt, das von der Art ist, daß, wenn man es zum Zweck hat und einzig und allein liebt, sowohl die Erkenntnisse als den Glauben in Vergessenheit bringt, so sehr, daß, wenn man vom geistigen Leben und vom geistigen Sinn spricht, es als nichts oder als etwas Unliebsames und Trauriges erscheint, davor man Ekel hat, als vor etwas, das sich mit dem natürlichen Leben gar nicht zusammenreimt. Weil das menschliche Geschlecht in einem solchen Zustand heutzutage ist, darum begreift es unter den Namen im Wort nichts anderes und will nichts anderes begreifen, als Völkerschaften, Völker, Personen, Gegenden, Städte, Berge, Flüsse, die genannt werden, da doch die Namen im geistigen Sinn Sachen bedeuten. Daß durch Jehudah im inneren Sinn die himmlische Kirche des Herrn, und im umfassenden Sinn Sein himmlisches Reich und im höchsten Sinn der Herr selbst bezeichnet wird, kann aus mehreren Stellen im Alten Testament erhellen, wo Jehudah genannt wird, wie aus folgenden: 1. Mose 49/8-12: "Jehudah, loben werden dich deine Brüder, deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde, bücken werden sich vor dir die Söhne deines Vaters; das Junge eines Löwen ist Jehudah; durch Beutemachen, mein Sohn, bist du aufgestiegen; gekauert, gelegt hat er sich wie ein Löwe und wie ein alter Löwe, wer wird ihn aufschrecken? Nicht wird weichen das Zepter von Jehudah, noch ein Gesetzgeber von seinen Füßen, bis daß kommt Schiloh, und diesem (wird anhangen) die Versammlung der Völker; binden wird er an den Weinstock sein Eselsfüllen, und an den edlen Reben den Sohn seiner Eselin; waschen wird er im Wein sein Gewand, und im Blute der Trauben seine Hülle, rot an Augen vom Wein, und weiß an Zähnen von der Milch". Was diese Weissagung Jakobs, damals Israels, von Jehudah zu bedeuten habe, kann niemand wissen, nicht einmal einen einzigen Ausdruck, als nur aus dem inneren Sinn, z.B. was es heißt: "loben werden ihn seine Brüder, und sich vor ihm bücken die Söhne seines Vaters, daß er wie das Junge eines Löwen vom Beutemachen aufsteige, daß er wie ein Löwe sich kaure und lege", was Schiloh, was binden an den Weinstock sein Eseljunges, und an den edlen Reben den Sohn seiner Eselin, was waschen im Wein das Gewand, und im Traubenblut die Hülle, was rot an Augen vom Wein, und weiß an Zähnen von der Milch, dieses kann von gar niemand begriffen werden als aus dem inneren Sinn, da doch alles und jedes himmlische Dinge des Reichs des Herrn und Göttliches bedeutet, und dadurch vorhergesagt wird, daß das himmlische Reich des Herrn und im höchsten Sinn der Herr selbst durch Jehudah vorgebildet werden soll, von dem allem, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, in den Erklärungen zu jenem Kapitel gesprochen werden soll. Ebenso verhält es sich anderwärts, hauptsächlich bei den Propheten, wo Jehudah genannt wird, wie bei Hes.37/15-28: "Du Sohn des Menschen, nimm dir ein Holz, und schreibe darauf: dem Jehudah und den Söhnen Israels, seinen Genossen, und nimm ein Holz, und schreibe darauf: dem Joseph, das Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israel, seinen Genossen, und verbinde sie dir miteinander zu einem Holz, und sie sollen eins sein in Meiner Hand; machen will Ich sie zu einer Völkerschaft im Lande auf den Bergen Israels, und ein König wird über ihnen allen zum König sein; Mein Knecht David wird König sein über sie, und ein Hirte wird sein ihnen allen, und in Meinen Rechten werden sie wandeln, und Meine Satzungen halten und sie tun, und werden wohnen in dem Lande, das Ich gegeben habe Meinem Knecht Jakob; worin gewohnt haben eure Väter, darin werden sie wohnen, sie und ihre Söhne und die Söhne ihrer Söhne bis in Ewigkeit, und David, Mein Knecht, wird ihr Fürst sein in Ewigkeit, und schließen werde Ich mit ihnen den Bund des Friedens, ein Bund der Ewigkeit wird sein mit ihnen; geben werde Ich ihnen und sie mehren, und werde Mein Heiligtum geben in ihrer Mitte in Ewigkeit; so wird sein Meine Wohnung bei ihnen, und Ich werde ihr Gott sein, und sie werden Mein Volk sein". Wer unter Jehudah versteht Juda, unter Israel Israel, unter Joseph Joseph, unter Ephraim Ephraim, und unter David den David, muß glauben, daß alles jenes nach dem Buchstabensinn so geschehen werde, nämlich Israel werde wieder zusammengesellt werden mit Jehudah, und auch der Stamm Ephraim, sodann David werde regieren, und sie werden so wohnen auf dem Land, das dem Jakob gegeben wurde in Ewigkeit, und daß mit ihnen dann ein Bund der Ewigkeit (sein werde), und in ihrer Mitte des Heiligtum in Ewigkeit; während doch gar nichts dort jene Nation angeht, sondern das himmlische Reich des Herrn, das Jehudah ist, und Sein geistiges Reich, das Israel ist, und den Herrn, der David ist. Hieraus wird augenscheinlich klar, daß unter den Namen nicht Personen, sondern himmlische und göttliche Dinge verstanden werden. Ebenso verhält es sich mit demjenigen, was bei Sach.8/23 steht: "Kommen werden viele Völker und zahlreiche Völkerschaften, zu suchen Jehovah Zebaoth; in jenen Tagen werden anfassen zehn Männer aus allen Zungen der Völkerschaften, sie werden anfassen den Fittich eines judäischen Mannes, sprechend: gehen wollen wir mit euch, weil wir gehört haben, Gott sei mit euch": diejenigen, die dieses nach dem Buchstaben auffassen, werden sagen, wie jene jüdische Nation noch glaubt, weil jene Weissagung noch nicht erfüllt sei, so müsse sie erfüllt werden; sie würden also ins Land Kanaan zurückkehren, und ihnen viele von allerlei Nation und Sprache folgen, die dann den Fittich eines judäischen Mannes anfassen und darum anhalten werden, daß sie ihnen folgen dürfen; und bei ihnen werde dann Gott sein, nämlich der Messias, von dem die Christen sagen, daß es der Herr sei, zu dem sie vorher bekehrt werden müßten. Dies wäre der rechte Wortsinn, wenn unter dem judäischen Mann ein jüdischer Mann verstanden würde; während doch im inneren Sinn dort gehandelt wird von der neuen geistigen Kirche bei den Heiden, und durch den judäischen Mann bezeichnet wird der seligmachende Glaube, der aus der Liebe zum Herrn kommt. Daß unter Jehudah nicht Jehudah verstanden ist, sondern im inneren Sinn das himmlische Reich des Herrn, das in der bei Jehudah oder den Juden eingesetzten Kirche vorgebildet worden ist, kann auch offenbar erhellen aus folgenden Stellen: Jes.11/12,13: "Der Herr, wenn Er erheben wird ein Zeichen den Völkerschaften, wird zusammenscharen die Vertriebenen Israels, und das Zerstreute Jehudahs sammeln von den vier Enden der Erde; dann wird weichen die Eifersucht Ephraims, und die Feinde Jehudahs werden ausgerottet werden. Ephraim wird nicht eifern mit Jehudah, und Jehudah wird nicht in die Enge treiben den Ephraim". Jerem.23/5,6: "Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, und Ich will erwecken dem David einen gerechten Sprößling, der regieren wird als König und Glück haben, und tun wird Gericht und Gerechtigkeit im Lande; in Seinen Tagen wird Heil erlangen Jehudah, und Israel wird sicher wohnen, und das (ist) Sein Name, womit sie Ihn nennen werden, Jehovah, unsere Gerechtigkeit". Joel 4/17,18,20: "Dann werdet ihr erkennen, daß Ich, Jehovah, euer Gott, wohne in Zion, dem Berg Meiner Heiligkeit, und sein wird Jerusalem Heiligkeit; und es wird geschehen an jenem Tage, träufeln werden die Berge Most, und die Hügel werden fließen mit Milch, und alle Bäche Jehudahs werden fließen mit Wassern, und ein Quell wird vom Haus Jehovahs ausgehen, und wird bewässern den Strom Schittim; Jehudah wird wohnen in Ewigkeit und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht". Sach.14/4-10: "An jenem Tag will Ich schlagen alles Roß mit Dummheit und dessen Reiter mit Unsinn, und über das Haus Jehudahs will Ich öffnen Meine Augen, und alles Roß der Völker werde Ich schlagen mit Blindheit; und die Führer Jehudahs werden sagen in ihrem Herzen: bestärken will ich mir die Bewohner Jerusalems in Jehovah Zebaoth, ihrem Gott; an jenem Tage will Ich setzen die Führer Jehudahs wie einen Feuerherd in Hölzern und wie eine Feuerfackel in Strohhaufen, und werden verzehren zur Rechten und zur Linken alle Völker ringsumher, und bewohnt wird werden Jerusalem noch unterhalb ihrer in Jerusalem; und Heil schaffen wird Jehovah den Zelten Jehudahs zuerst, auf daß nicht sich erhebe die Herrlichkeit des Hauses Davids und die Herrlichkeit des Bewohners Jerusalems über Jehudah; an jenem Tage wird schirmen Jehovah den Bewohner Jerusalems; und das Haus Davids (wird sein) wie Gott, wie der Engel Jehovahs vor ihnen; und ausgießen will Ich über das Haus Davids und über den Bewohner Jerusalems den Geist der Gnade": hier ist die Rede vom himmlischen Reich des Herrn, daß dort nicht herrschen werde das Wahre über das Gute, sondern das Wahre werde untergeordnet sein dem Guten. Jenes, nämlich das Wahre, wird bezeichnet durch das Haus Davids und durch den Bewohner Jerusalems, und dieses, oder das Gute, durch Jehudah. Hieraus wird klar, warum zuerst gesagt wird, daß sich nicht erheben werde die Herrlichkeit des Hauses Davids und die Herrlichkeit des Bewohners Jerusalems über Jehudah, und nachher gesagt wird, das Haus Davids werde sein wie Gott und wie der Engel Jehovahs, und daß über jenes und über den Bewohner Jerusalems werde ausgegossen werden der Geist der Gnade; denn von solcher Art ist der Zustand, wenn dem Guten untergeordnet ist das Wahre, oder der Liebe der Glaube. Daß Roß, das geschlagen werden wird mit Dummheit und das Roß der Völker mit Blindheit, ist die eigene Einsicht, sehe man: Nr. 2761, 2762, 3217. Sach.14/20,21: "An jenem Tage wird sein auf den Schellen der Rosse die Heiligkeit Jehovahs; und es werden sein Töpfe im Hause Jehovahs wie Kessel vor dem Altar; und jeder Topf in Jerusalem und in Jehudah wird Heiligkeit sein dem Jehovah Zebaoth": hier ist vom Reich des Herrn die Rede. Mal.3/1,2,4: "Siehe, Ich sende Meinen Engel, der bereiten wird den Weg vor Mir, und plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr wünschet; siehe, Er kommt; wer hält aus den Tag Seiner Zukunft; dann wird angenehm sein dem Jehovah das Mincheh (Speisopfer) Jehudahs und Jerusalems, gleichwie in den Tagen des Weltlaufs (d.i. der Vorzeit) und gleichwie in den vorigen Jahren": offenbar hier vom Kommen des Herrn. Daß damals das Mincheh Jehudahs und Jerusalems nicht angenehm gewesen, ist bekannt, daß vielmehr ein angenehmer Gottesdienst ist aus der Liebe, welcher ist das Mincheh Jehudahs und der Gottesdienst aus dem Glauben daher, welcher ist das Mincheh Jerusalems. Jerem.31/23,24,27,31,32: "So sprach Jehovah Zebaoth: sie werden noch sagen dieses Wort im Lande Jehudahs und in seinen Städten, bei der Wendung ihrer Gefangenschaft: es segne dich Jehovah, du Wohnung der Gerechtigkeit, du Berg der Heiligkeit, und es werden darin wohnen Jehudah und alle seine Städte miteinander. Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, wo Ich besamen werde das Haus Jehudahs mit dem Samen des Menschen und mit dem Samen des Tieres. Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, wo Ich schließen werde mit dem Haus Israels und mit dem Haus Jehudahs einen neuen Bund, nicht wie der Bund, den Ich geschlossen habe mit ihren Vätern". Ps.78/68,69: "Der Herr hat erwählet den Stamm Jehudahs, den Berg Zions, den Er geliebt hat, und hat gebaut wie die Höhen Sein Heiligtum, wie die Erde gegründet in Ewigkeit". Aus diesen und sehr vielen anderen Stellen, die übergangen werden, kann erhellen, was durch Jehudah im Wort bezeichnet wird, nämlich nicht die jüdische Nation, denn diese war nichts weniger als eine himmlische Kirche oder ein himmlisches Reich des Herrn; denn was die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und was den Glauben betrifft, war sie die allerschlimmste Nation, und zwar von ihren Stammvätern, nämlich den Söhnen Jakobs her, bis auf die heutige Zeit. Daß solche aber dennoch himmlische und geistige Dinge des Reichs des Herrn vorbilden konnten, sehe man Nr. 3479, 3480, 3481; weil in den Vorbildungen keine Rücksicht genommen wird auf die Person, sondern auf die Sache, die vorgebildet wird: Nr. 665, 1097 E, 1361, 3147, 3670. Wenn sie aber nicht in den von Jehovah oder dem Herrn vorgeschriebenen Bräuchen blieben, sondern von denselben zu Abgöttereien sich gewendet haben, dann bildeten sie jene nicht mehr vor, sondern das, was entgegengesetzt ist, nämlich Höllisches und Teuflisches, gemäß den Worten des Herrn bei Joh.8/44: "Ihr seid von eurem Vater, dem Teufel, und das Verlangen eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang, und in der Wahrheit ist er nicht gestanden". Daß solches von Jehudah im entgegengesetzen Sinn bezeichnet wird, kann erhellen aus Folgendem bei Jes.3/8: "Gestrauchelt hat Jerusalem, und Jehudah ist gefallen, weil ihre Zunge und ihre Werke gegen Jehovah waren, zu widerstreben den Augen Seiner Herrlichkeit". Mal.2/11: "Treulos hat gehandelt Jehudah, und Greuliches ist geschehen in Israel, und in Jerusalem, und entweiht hat Jehudah die Heiligkeit Jehovahs, weil er geliebt und sich verlobt hat mit der Tochter eines fremden Gottes"; und außerdem in folgenden Stellen: Jes.Kap.3; 8/7,8; Jerem.2/28; 3/7-11; 9/25; 11/9,10,12; 13/9; 14/2; 17/1; 18/12,13; 19/7; 32/35; 36/31; 44/12,14,26,28; Hos.5/5; 8/14; Amos 2/4,5; Zeph.1/4 und sonst öfter. 3882. "Und sie hörte auf zu gebären", 1. Mose 29/35, bedeutet das Aufsteigen auf der Leiter bis zu Jehovah oder dem Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gebärens oder der Geburt, sofern es ist das Wahre und Gute; denn das sind die Geburten im geistigen Sinn. Der Mensch wird nämlich wiedergeboren oder von neuem geboren durch das Wahre und Gute. Das ist es auch, was bezeichnet ist durch die vier Geburten der Leah: Ruben, Schimeon, Levi und Jehudah. Durch Ruben das Wahre, welches das erste der Wiedergeburt oder Neugeburt ist, dieses betrifft aber nur die Wissenschaft, somit das Wissen des Wahren. Durch Schimeon das Wahre, welches das andere (Stück) der Wiedergeburt oder Neugeburt ist, dieses Wahre betrifft den Willen, somit das Wollen des Wahren. Durch Levi das Wahre, welches das dritte (Stück) der Wiedergeburt oder Neugeburt ist, dieses betrifft die Neigung, somit vom Wahren angeregt werden, welches das gleiche ist, was die Liebtätigkeit. Durch Jehudah aber das Gute, welches das vierte (Stück) der Wiedergeburt oder Neugeburt ist, welches ist das Himmlische der Liebe. Wenn der Wiedergeborene oder Neugeborene so weit gekommen ist, dann erscheint ihm der Herr, denn alsdann ist er von der untersten Stufe wie auf einer Leiter aufgestiegen bis zu der Stufe, wo der Herr ist. Dies ist auch das Aufsteigen, das bezeichnet ist durch die dem Jakob im Traum erschienene, zur Erde aufgestellte Leiter, deren Haupt gen Himmel reichte, und auf der die Engel Gottes auf und nieder stiegen, und auf der Jehovah oder der Herr stand, wovon im 1. Mose 28/12. Hieraus wird klar, daß durch: sie stand ab vom Gebären, jenes bezeichnet wird. Daß durch das viermal vorkommende Empfangen und Gebären das Fortschreiten vom Äußeren zum Inwendigen, oder vom Wahren zum Guten, d.h. von der Erde zum Himmel bezeichnet ist, sehe man Nr. 3860, 3868, 3874, 3879. Das Niedersteigen folgt hernach, denn niedersteigen kann der Mensch nicht, wenn er nicht zuvor aufgestiegen war; denn das Niedersteigen ist nichts anderes, als aus dem Guten schauen das Wahre, wie von einem Berge, zu dem ein Mensch sich emporgeschwungen, das was unten liegt; daß er alsdann mit einem Blick unzählig mehr wahrnehmen kann als diejenigen, die unten oder im Tal stehen, leuchtet einem jeden ein. Ganz gleich verhält es sich mit denjenigen, die im Guten sind, d.h. in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, gegenüber von denen, die nur im Wahren sind, d.h. im alleinigen Glauben. Nr. 3883 - 3896 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 30. Kapitel 3897. Dem Plan gemäß ist vor diesem Kapitel zu erklären, was der Herr vom Letzten Gericht oder von den letzten Zeiten der Kirche gelehrt hat bei Matthäus; vor dem vorigen Kapitel wurde erklärt, was Matth.24/19-22 ist, nun folgt, was von Vers 23-28 steht, nämlich: "Alsdann wenn jemand euch sagen wird: siehe, hier ist Christus oder dort, so glaubt nicht. Denn es werden aufstehen falsche Christi und falsche Propheten, und werden große Zeichen und Wunder tun, daß sie verführen, wenn möglich, auch die Auserwählten. Siehe, Ich habe es euch vorhergesagt. Wenn sie nun euch sagen werden: siehe, in der Wüste ist er, so geht nicht hinaus; siehe, in den Gemächern, so glaubt es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, so wird auch sein die Zukunft des Sohnes des Menschen. Denn wo nur immer ein Leichnam ist, da werden sich versammeln die Adler." 3898. Was diese Worte in sich schließen, kann niemand wissen, wenn es nicht der innere Sinn lehrt, zum Beispiel: es werden aufstehen falsche Christi, die Zeichen und Wunder tun werden; wenn man sagen werde, der Christus sei in der Wüste, so sollen sie nicht hinausgehen; wenn man sagen werde, er sei in den Gemächern, so sollen sie es nicht glauben; die Zukunft des Sohnes des Menschen werde sein wie der Blitz, der ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang; denn wo der Leichnam sei, da werden sich versammeln die Adler. Dieses, sowie das Vorausgehende und das Folgende in diesem Kapitel, scheint nach dem Buchstabensinn in keinem Zusammenhang zu stehen, aber doch steht es nach dem inneren Sinn im schönsten, und dieser Zusammenhang erscheint dann erst, wenn man versteht, was durch die falschen Christi bezeichnet wird, was durch die Zeichen und Wunder, was durch die Wüste und die Gemächer, sodann was durch die Zukunft des Sohnes des Menschen, und endlich, was durch den Leichnam und die Adler. Der Herr hat aber so geredet aus dem Grund, damit sie das Wort nicht verstehen sollten, auf daß sie es nicht entweihen möchten; denn wenn die Kirche verwüstet ist, wie sie es damals bei den Juden war, hätten sie es entweiht, wenn sie es verstanden hätten. Deswegen hat der Herr auch durch Gleichnisse gesprochen, aus demselben Grund, wie Er selbst lehrt bei Matth.13/13-15; Mark.4/11,12; Luk.8/10; denn das Wort kann nicht entweiht werden von denen, welche die Geheimnisse nicht wissen, sondern nur von denjenigen, die sie wissen; man sehe Nr. 301, 302, 303, 593, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 3398, 3402; und mehr noch von denjenigen, die in ihren Augen gelehrt erscheinen, als von denen, die sich für ungelehrt halten. Daß aber nun das Inwendigere des Wortes geöffnet wird, geschieht deswegen, weil die Kirche heutzutage so sehr verwüstet ist, d.h. ohne Glauben und Liebe, daß die Menschen, obwohl sie wissen und verstehen, gleichwohl nicht anerkennen, noch weniger glauben, man sehe Nr. 3398, 3399. Wenige ausgenommen, die im Leben des Guten sind und Auserwählte genannt werden, diese können nun belehrt werden, und bei ihnen soll eine neue Kirche gegründet werden; welche aber jene sind, weiß der Herr allein. Wenige werden es sein innerhalb der Kirche, denn die Heiden sind es gewesen, bei welchen neue Kirchen früher gegründet wurden; man sehe Nr. 2986. 3899. In dem, was in diesem Kapitel bei Matthäus vorhergeht, war von der allmählichen Verwüstung der Kirche die Rede, daß man nämlich erstens anfing, nicht mehr zu wissen, was gut und wahr sei, sondern darüber stritt; zweitens, daß man es verachtete; drittens, daß man es nicht anerkannte; viertens, daß man es entweihte: man sehe Nr. 3754. Jetzt ist die Rede von dem Zustand der Kirche, wie er denn beschaffen ist in Ansehung der Lehre im allgemeinen, und bei denjenigen im besonderen, die in einem heiligen äußeren Gottesdienst, aber in einem unheiligen inneren sind, d.h., die mit dem Mund den Herrn bekennen mit heiliger Ehrerbietung, aber im Herzen sich selbst und die Welt verehren, so daß der Dienst des Herrn ihnen als Mittel dient, Ehrenstellen und Einkünfte zu gewinnen. Inwieweit diese den Herrn, das himmlische Leben und den Glauben anerkannt haben, insoweit entweihen sie, wenn sie von solcher Art werden. Von diesem Zustand der Kirche ist jetzt die Rede; wie dies noch besser erhellen kann aus dem inneren Sinn der oben angeführten Worte des Herrn, der so beschaffen ist, wie nun folgt. 3900. "Alsdann, wenn jemand euch sagen wird: siehe hier ist Christus oder dort, so glaubet es nicht" bedeutet, sie sollen sich hüten vor ihrer Lehre. "Christus" ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, daher ist Er es auch in Ansehung des Wortes und in Ansehung der Lehre aus dem Wort. Daß Er hier das Gegenteil bezeichnet, nämlich das verfälschte göttlich Wahre oder die Lehre des Falschen, leuchtet ein. Daß "Jesus" bezeichnet das göttlich Gute und "Christus" das göttlich Wahre, sehe man Nr. 3004, 3005, 3008, 3009. "Denn es werden aufstehen falsche Christi und falsche Propheten" bedeutet das Falsche jener Lehre. Daß falsche Christi sind verfälschte Lehrsätze aus dem Wort oder nicht göttliche Wahrheiten, wird aus dem gleich oben Gesagten klar; man sehe Nr. 3010, 3732 E, und daß falsche Propheten diejenigen sind, die Falsches lehren: Nr. 2534. Die, welche Falsches lehren, sind in der Christenheit hauptsächlich diejenigen, die ihre eigene Auszeichnung und weltliche Wohlhabenheit zum Zweck haben; denn solche verkehren die Wahrheiten des Wortes zu ihren Gunsten. Hat man nämlich die Selbst- und Weltliebe zum Zweck, so denkt man auf nichts anderes. Das sind die falschen Christi und die falschen Propheten. Und "werden tun große Zeichen und Wunder" bedeutet Bekräftigendes und Beredendes aus äußeren Scheinbarkeiten und Täuschungen, wodurch die Einfältigen sich verführen lassen. Daß dieses bedeutet Zeichen und Wunder tun, wird anderwärts, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. "Daß sie verführen, wenn möglich, auch die Auserwählten" bedeutet diejenigen, die im Leben des Guten und Wahren sind, und daher beim Herrn. Diese sind es, die im Wort die Auserwählten genannt werden. Diese erscheinen selten in der Versammlung derer, die einen unheiligen Gottesdienst unter einem heiligen verhüllen, oder wenn sie erscheinen, werden sie nicht erkannt; denn der Herr verbirgt sie und schützt sie dadurch; denn ehe sie begründet sind, lassen sie sich leicht durch äußere Heiligkeiten verführen, aber nachdem sie begründet worden sind, beharren sie; denn sie werden vom Herrn in der Gemeinschaft der Engel erhalten, ohne daß sie selbst es wissen, und dann ist es unmöglich, daß sie von jener ruchlosen Rotte verführt werden. "Siehe, Ich habe es euch vorhergesagt" bedeutet die Ermahnung zur Klugheit, daß sie nämlich sich hüten sollen; denn sie leben unter den falschen Propheten, die in Schafskleidern erscheinen, aber inwendig reißende Wölfe sind: Matth.7/15. Jene falschen Propheten sind die Kinder der Welt, die klüger sind, d.h. listiger als die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht, wovon bei Luk.16/8. Deswegen ermahnt sie der Herr mit den Worten: "Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid also klug wie die Schlangen, und einfältig (d.h. ohne Falsch) wie die Tauben": Matth.10/16. "Wenn sie nun euch sagen werden: siehe, in der Wüste ist er, so geht nicht hinaus; siehe, in den Gemächern, so glaubt es nicht" bedeutet, man soll nicht glauben, was sie reden vom Wahren, auch nicht was sie reden vom Guten und dergleichen mehr. Daß dieses es ist, was bezeichnet wird, kann niemand sehen, als wer den inneren Sinn kennt; daß ein Geheimnis in jenen Worten enthalten ist, kann man daraus wissen, daß der Herr sie geredet hat, und daß ohne einen anderen innerlich verborgenen Sinn es ein Nichts wäre, nämlich, wenn man sagen werde: "Christus sei in der Wüste, so sollen sie nicht hinausgehen, und wenn man sagen werde, er sei in den Gemächern, so sollen sie es nicht glauben"; sondern das verwüstete Wahre ist es, das durch die Wüste, und das verwüstete Gute ist es, was durch die Gemächer oder Kammern bezeichnet wird. Daß das verwüstete Wahre durch die Wüste bezeichnet wird, kommt daher, weil von der Kirche, wenn sie verwüstet ist, d.h., wenn in ihr keine göttliche Wahrheit mehr ist, weil kein Gutes mehr, oder keine Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten, alsdann gesagt wird, sie sei eine Wüste, oder sie sei in der Wüste; denn unter der Wüste wird verstanden alles das, was nicht angebaut oder bewohnt ist: Nr. 2708, sodann was zu wenig lebenskräftig: Nr. 1927, wie alsdann das Wahre in der Kirche. Hieraus wird klar, daß die Wüste bezeichnet die Kirche, in der kein Wahres ist. Die Gemächer aber oder Kammern bedeuten im inneren Sinn die Kirche in Ansehung des Guten, ferner einfach das Gute. Die Kirche, die im Guten ist, wird Haus Gottes genannt, Gemächer sind Gutes und was im Haus ist. Daß Haus Gottes ist das göttlich Gute, und Haus im allgemeinen das Gute, das Sache der Liebe und Liebtätigkeit ist, man sehe Nr. 2233, 2234, 2559, 3142, 3652, 3720. Daß man nicht glauben soll, was sie reden vom Wahren und was sie reden vom Guten, davon ist die Ursache, weil sie das Falsche wahr und das Böse gut nennen; denn die, welche sich selbst und die Welt als Zweck im Auge haben, verstehen unter dem Wahren und Guten nichts anderes, als daß man sie anbeten und ihnen Gutes erweisen müsse; und wenn sie Frömmigkeit einflößen, so geschieht es nur, damit sie in Schafskleidern erscheinen. Außerdem, weil das Wort, das der Herr geredet hat, Unzähliges in sich enthält, und die Wüste ein Wort von weiter Bedeutung ist (denn alles wird Wüste genannt, was nicht angebaut und bewohnt ist, und Gemächer alles, was inwendiger ist), darum wird auch durch Wüste bezeichnet das Wort des Alten Testaments, denn dieses wird für nicht mehr gültig erklärt, und durch die Gemächer das Wort des Neuen Testaments, weil es das Inwendigere oder den inneren Menschen betreffende lehrt. Ebenso heißt auch das ganze Wort eine Wüste, wenn es nicht mehr zu den Lehren dient, und Gemächer werden genannt Menschensatzungen, die, weil sie von den Geboten und Einsetzungen des Wortes abweichen, machen, daß das Wort eine Wüste ist, wie auch in der Christenheit bekannt ist. Diejenigen, die in einem heiligen äußeren Gottesdienst sind und in einem unheiligen inneren, schaffen wegen der Neuerungen, die auf ihre Erhebung über alle und auf ihre Wohlhabenheit vor allen abzielen, das Wort ab, und sogar in dem Grade, daß sie nicht einmal gestatten wollen, daß es von anderen gelesen werde; und diejenigen, die nicht in einem solchen unheiligen Gottesdienst sind, halten zwar das Wort heilig und gestatten, daß es unter dem Volke sei, biegen und erklären aber gleichwohl alles nach ihren Lehrsätzen, und dieses macht, daß das übrige im Wort, das ihren Lehrsätzen nicht gemäß ist, eine Wüste ist, wie genugsam erhellen kann an denen, die das Heil in den alleinigen Glauben setzen und die Liebtätigkeitswerke verachten. Solche machen wie zu einer Wüste alles das, was der Herr selbst in Neuen Testament und so oft im Alten von der Liebe und Liebtätigkeit geredet hat, und wie zu Gemächern alles, was dem Glauben ohne Werke angehört. Hieraus wird klar, was durch: "Wenn sie zu euch sagen werden, siehe, in der Wüste ist er, so geht nicht hinaus; siehe, in den Gemächern, so glaubet es nicht" bezeichnet wird. "Denn gleich wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, so wird auch sein die Zukunft des Sohnes des Menschen" bedeutet, daß es mit der inwendigen Verehrung des Herrn so war wie mit dem Blitze, der sogleich wieder verschwindet; denn durch "Blitz" wird bezeichnet das, was dem himmlischen Licht angehört, somit was von der Liebe und dem Glauben gesagt wird; denn dieses gehört dem himmlischen Licht an. "Aufgang" im höchsten Sinn ist der Herr, im inneren Sinn das Gute der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens vom Herrn, man sehe Nr. 101, 1250, 3249. "Niedergang" aber ist im inneren Sinn, was hingesunken ist oder zu sein aufgehört hat, somit die Nichtanerkennung des Herrn und die Nichtanerkennung des Guten der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens. Der "Blitz", der ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, bezeichnet also das verschwinden. Die "Zukunft des Herrn" bedeutet nicht nach dem Buchstaben, daß Er wieder erscheinen werde in der Welt, sondern Seine Gegenwart in einem jeden, die so oft da ist, als das Evangelium gepredigt und an das Heilige gedacht wird. "Denn wo nur immer ein Leichnam ist, da werden sich versammeln die Adler" bedeutet, daß die Begründungen des Falschen durch Vernünfteleien in der verwüsteten Kirche sich mehren werden. Solange die Kirche ohne das Gute und daher ohne das Wahre des Glaubens ist, oder wenn sie verwüstet ist, heißt sie tot; denn ihr Leben kommt aus dem Guten und Wahren; daher wird sie, wenn sie tot ist, verglichen mit einem Leichnam. Die Vernünfteleien über Gutes und Wahres, daß dieses nur soweit wirklich sei, als man es begreift, und die Begründungen des Bösen und Falschen durch jene sind die Adler, wie aus dem gleich Folgenden erhellen kann. Daß der Leichnam hier bezeichnet die Kirche ohne das Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens, wird klar aus den Worten des Herrn, wo von der Vollendung des Weltlaufs (die Rede ist), bei Luk.17/37: "Die Jünger sprachen: wo, Herr (die Vollendung des Weltlaufs oder das Letzte Gericht)? Jesus sprach zu ihnen: wo der Leib ist, da werden sich sammeln die Adler": Leib steht hier statt Leichnam; denn es ist ein toter Leib, der hier verstanden wird, und bedeutet die Kirche. Daß aber das Gericht am Hause Gottes oder an der Kirche anfangen werde, erhellt hie und da aus dem Wort. Dies ist es nun, was die oben angeführten und erklärten Worte im inneren Sinn bedeuten. Daß sie in der schönsten Aufeinanderfolge sind, obwohl es nicht so im Buchstabensinn erscheint, kann demjenigen einleuchten, der sie im Zusammenhang nach der Erklärung betrachtet. 3901. Daß der letzte Zustand der Kirche mit Adlern verglichen ist, die sich bei einem Leichnam oder Leib versammeln, hat den Grund, weil durch die Adler bezeichnet wird Vernünftiges des Menschen, das, wenn es von Gutem gesagt wird, wahres Vernünftiges ist; aber wenn von Bösem, falsches Vernünftiges oder Vernünfteleien bezeichnet. Die Vögel im allgemeinen bedeuten die Gedanken des Menschen, auch in beiderlei Sinn: Nr. 40, 745, 776, 866, 991, 3219, und eine jede Art etwas Besonderes: die Adler, weil sie hoch fliegen und scharf sehen, Vernünftiges. Daß es so ist, kann aus mehrere Stellen im Wort erhellen wovon folgende zur Bestätigung angeführt werden mögen: zuerst wo sie wahres Vernünftiges bedeuten: 5. Mose 32/10,11: "Jehovah fand Sein Volk im Land der Wüste und in der Leere, im Geheul, in der Einöde, führte es umher, unterwies es, behütete es wie den Augapfel, wie ein Adler sein Nest erweckt, über seinen Jungen schwebt, so breitet Er Seine Flügel aus, und nimmt es, und trägt es auf Seinen Flügeln": es ist die Unterweisung in Wahrem und Gutem des Glaubens, die hier beschrieben und einem Adler verglichen wird. Das Verfahren selbst, bis der Mensch vernünftig und geistig wird, ist in der Beschreibung und Vergleichung enthalten. Alle Vergleichungen im Wort geschehen durch Bezeichnendes, daher hier durch den Adler, welcher ist das Vernünftige. 2. Mose 19/3,4: "Jehovah sprach zu Mose: ihr habt gesehen, was Ich getan den Ägyptern, und daß Ich euch getragen auf Flügeln der Adler, daß Ich euch brächte zu Mir": ist ebenso zu verstehen. Jes.40/31: "Die auf Jehovah harren, werden erneuert werden mit Stärke, aufsteigen werden sie mit starken Flügel wie Adler, laufen werden sie und nicht müde werden, wandeln werden sie und nicht matt werden": erneuert werden mit Stärke steht für Wachsen im Wollen des Guten, aufsteigen mit starkem Flügel wie Adler, für Wachsen im Verstehen des Wahren, somit im Vernünftigen. Die Sache wird hier wie an anderen Stellen durch zwei Ausdrücke dargestellt, wovon der eine in sich schließt das Gute, welches ist Sache des Willens, der andere das Wahre, welches ist Sache des Verstandes; ebenso "laufen und nicht müde werden, wandeln und nicht matt werden". Hes.17/2-9,15: "Mache ein Gleichnis über das Haus Israels, und sage: so spricht der Herr Jehovih: ein großer Adler, lang von Federn, voll von Gefieder, auf dem Stickerei (d.i. bunte Farben), kam auf den Libanon, und nahm das Zweiglein einer Zeder, brachte es hinab in das Land des Handels, in die Stadt der Gewürzkrämer legte er es, es sproßte und ward zu einem üppigen Weinstock. Es war ein anderer großer Adler, groß von Gefieder, und siehe, zu diesem trieb jener Weinstock seine Wurzeln, und seine Reben schickte er zu ihm, um ihn zu bewässern aus den Beeten seiner Pflanzungen im guten Feld, bei vielen Wassern, aber er wird verwüstet werden; er schickte aus seine Botschafter nach Ägypten, daß man ihm geben soll Rosse und vieles Volk": der zuerst genannte Adler steht für das vom Göttlichen erleuchtete Vernünftige, der Adler an der anderen Stelle bedeutet das Vernünftige aus dem Eigenen, das durch Vernünfteleien aus Sinnlichem und Wißtümlichem hernach verkehrt gemacht wurde, Ägypten bedeutet Wißtümliches: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Rosse bedeuten das Verständnis daher: Nr. 2761, 2762, 3217. Dan.7/3,4: "Gesicht Daniels: vier Tiere stiegen auf aus dem Meer, verschieden das eine vom anderen; das erste wie ein Löwe, aber es hatte Adlersflügel; sehend war ich, bis ausgerauft wurden seine Flügel, und es ward aufgehoben von der Erde, und auf die Füße wie ein Mensch aufgerichtet, und das Herz eines Menschen ward ihm gegeben": es ist der erste Zustand der Kirche, der durch den Löwen, der Adlersflügel hatte, beschrieben wird, und die Adlersflügel daselbst bedeuten Vernünftiges aus dem Eigenen, nach dessen Beseitigung Vernünftiges und Williges aus dem Göttlichen verliehen wurde, was bezeichnet wird dadurch, daß es von der Erde aufgehoben wurde, und auf die Füße wie ein Mensch aufgerichtet, und das Herz eines Menschen gegeben. Hes.1/10: "Die Ähnlichkeit der Angesichter der vier Tiere oder Cherube war das Angesicht eines Menschen und das Angesicht eines Löwen zur Rechten jener vier, und das Angesicht eines Ochsen zur Linken jener vier; und das Angesicht eines Adlers jener vier". Hes.10/13,14: "Ihre Räder wurden genannt Galgal (d.i. Umwälzung), und vier Angesichter hatte ein jedes, das Angesicht des ersten war das Angesicht eines Cherubs, und das Angesicht des zweiten das Angesicht eines Menschen, und das dritte hatte das Angesicht eines Löwen, und das vierte das Angesicht eines Adlers". Joh.Offenb.4/7: "Um den Thron waren vier Tiere voll Augen vorn und hinten, das erste Tier gleich einem Löwen, das andere Tier gleich einem Kalb, das dritte Tier hatte ein Angesicht wie ein Mensch, das vierte Tier gleich einem fliegenden Adler": daß diese vier geschauten Tiere göttliche Geheimnisse bedeuten, liegt am Tage, mithin auch die Gestaltung ihrer Angesichter. Was für Geheimnisse aber kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, was im inneren Sinn der Löwe, das Kalb, der Mensch, der Adler bedeuten. Daß das Adlerangesicht die Umsicht bedeutet und daher die Vorsehung, ist klar, denn die Cherube, die durch die Tiere bei Hesekiel vorgebildet wurden, bedeuten die Vorsehung des Herrn, daß der Mensch nicht aus sich und aus seinem Vernünftigen in die Geheimnisse des Glaubens eingehe; man sehe Nr. 308. Hieraus wird auch klar, daß der Adler, wenn er vom Menschen gesagt wird, im inneren Sinn bezeichnet das Vernünftige, und zwar darum, weil der Adler hoch fliegt, und von oben her weithin dasjenige erblickt, was unten ist. Hiob 39/26,27: "Fliegt etwa durch deine Verständigkeit der Habicht, spannt seine Flügel aus nach Süden, erhebt sich nach deinem Befehl der Adler, daß er hoch macht sein Nest?": daß hier der Adler die Vernunft ist, welche ist Sache der Verständigkeit, ist klar. Solches bedeutete der Adler in der Alten Kirche, denn das Buch Hiobs ist ein Buch der Alten Kirche: Nr. 3540 E. Beinahe alle Bücher der damaligen Zeit waren in Bezeichnungen verfaßt, aber die Bezeichnungen kamen im Verlauf der Zeit so in Vergessenheit, daß man nicht einmal weiß, daß Vögel im allgemeinen Gedanken bedeuten, obwohl sie im Wort so oft genannt werden, und daselbst offenbar vor Augen liegt, daß sie etwas anderes bedeuten. Daß der Adler im entgegengesetzten Sinn Nichtwahres, also falsches Vernünftiges bedeutet, wird klar aus folgenden Stellen: 5. Mose 28/49,50: "Erheben wird Jehovah über dich eine Völkerschaft aus der Ferne von der Grenze der Erde, gleichwie heranfliegt der Adler, eine Völkerschaft, deren Sprache du nicht verstehst, eine Völkerschaft, hart von Angesicht". Jerem.4/13: "Siehe, gleich Wolken steigt er auf, und wie ein Sturmwind seine Wagen; schneller sind als die Adler seine Rosse; wehe uns, weil wir verwüstet sind". Jerem.49/16,17,22: "Dein Hochmut hat dich betrogen, der Stolz deines Herzens, weil du wohnst in Ritzen des Felsen, und nimmst die Höhe des Hügels, weil du hoch machst dein Nest wie ein Adler, aber Ich werde dich hinabwerfen. Siehe, wie ein Adler steigt er auf und fliegt, und breitet seine Flügel aus über Bozra, und das Herz des Mächtigen Edoms ist geworden an jenem Tage wie das Herz eines Weibes, das in der Angst ist." Jerem.Klagel.4/19: "Schneller waren unsere Verfolger denn die Adler, auf Bergen haben sie uns verfolgt, in der Wüste uns nachgestellt". Micha 1/16: "Werde kahl und schere dich ob den Söhnen deiner Wonnen, mache breit die Kahlheit wie ein Adler, weil sie weggewandert sind von dir". Obadja Vers 4: "Wenn du dich hoch machst wie der Adler, und wenn du unter die Sterne setzest dein Nest, werde Ich dich von da herunterziehen". Hab.1/6,8: "Ich erwecke die Chaldäer, eine bittere und jähe Völkerschaft, die fortzieht in die Breiten des Landes, zu erben Wohnungen, die ihr nicht gehören, deren Rosse leichter sind als Adler; ihre Reiter werden von ferne kommen, werden herfliegen wie ein Adler eilend zum Fraß". In diesen Stellen wird durch Adler bezeichnet Falsches, das eingeführt wird durch Vernünfteleien aus Sinnestäuschungen und äußeren Scheinbarkeiten. Daß bei dem zuletzt angeführten Propheten durch die Chaldäer diejenigen bezeichnet werden, die im heiligen Äußeren sind, aber innerlich im Falschen, sehe man Nr. 1368. Daß dieselben, wie Babel, es sind, welche die Kirche verwüsten: Nr. 1327. Daß die Breiten der Erde sind Wahrheiten: Nr. 3433, 3434. Die Verwüstung wird bezeichnet durch das Fortgehen in die Breiten des Landes. Daß Rosse sind ihr Verständiges, das gleicher Art: Nr. 2761, 2762, 3217. Was der Adler ist, der eilet zu fressen, ergibt sich hieraus, nämlich den Menschen seiner Wahrheiten zu entleeren, denn es wird von der Verödung der Kirche dort gehandelt. Es sind Vergleichungen mit dem Adler, aber die Vergleichungen geschehen im Wort durch Bezeichnendes. Hieraus nun wird klar, was durch die Vergleichung mit den Adlern, die sich versammeln werden zu dem Leichnam, bezeichnet wird.   30. Kapitel 1. Und Rachel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar; da eiferte Rachel gegen ihre Schwester, und sprach zu Jakob: Gib mir Söhne, und wenn nicht, so sterbe ich. 2. Und es entbrannte der Zorn Jakobs gegen Rachel, und er sprach: Bin ich an Gottes Statt, Der dir verweigert die Frucht deines Leibes? 3. Und sie sprach: Siehe, da ist meine Dienerin Bilha; komm zu ihr, und sie möge gebären auf meine Knie, daß auch ich erbauet werde aus ihr. 4. Und sie gab ihm Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob kam zu ihr. 5. Und Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn. 6. Und Rachel sprach: Gerichtet hat mich Gott, und auch gehört meine Stimme, und mir gegeben einen Sohn; darum nannte sie seinen Namen Dan. 7. Und es empfing abermals Bilha, die Magd der Rachel, und gebar den zweiten Sohn dem Jakob. 8. Und Rachel sprach: in Kämpfen Gottes habe ich gerungen mit meiner Schwester, habe auch obgesiegt; und sie nannte seinen Namen Naphthali. 9. Und Leah sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären; da nahm sie Silpa, ihre Magd, und gab sie dem Jakob zum Weibe. 10. Und Silpa, die Magd der Leah, gebar dem Jakob einen Sohn. 11. Da sprach Leah: es kommt ein Haufe; und sie nannte seinen Namen Gad. 12. Und Silpa, die Magd der Leah, gebar den zweiten Sohn dem Jakob. 13. Und Leah sprach: zu meiner Glückseligkeit, denn mich werden selig preisen die Töchter; und sie nannte seinen Namen Ascher. 14. Und Ruben ging in den Tagen der Weizenernte und fand Dudaim im Felde, und brachte sie zu Leah, seiner Mutter; da sprach Rachel zu Leah: Gib doch mir von den Dudaim deines Sohnes. 15. Und sie sprach zu ihr: Ist es zu wenig, daß du genommen hast meinen Mann, und du willst auch nehmen die Dudaim meines Sohnes? Und Rachel sprach: Deswegen soll er liegen mit dir in dieser Nacht für die Dudaim deines Sohnes. 16. Und Jakob kam vom Felde am Abend, und Leah ging aus ihm entgegen, und sprach: Zu mir wirst du kommen, weil ich dich gedinget, ja gedinget habe um die Dudaim meines Sohnes; und er lag mit ihr in jener Nacht. 17. Da erhörte Gott Leah; und sie empfing und gebar dem Jakob den fünften Sohn. 18. Und Leah sprach: gegeben hat mir Gott meinen Lohn, daß ich gegeben habe meine Magd meinem Mann; und sie nannte seinen Namen Jisaschar. 19. Und Leah empfing abermals, und gebar dem Jakob den sechsten Sohn. 20. Und Leah sprach: begabt hat mich Gott mit guter Gabe, diesmal wird mir beiwohnen mein Mann, weil ich ihm geboren habe sechs Söhne; und sie nannte seinen Namen Sebulon. 21. Und nachher gebar sie eine Tochter, und nannte ihren Namen Dinah. 22. Und Gott gedachte der Rachel, und es erhörte sie Gott und öffnete ihren Mutterleib. 23. Und sie empfing und gebar einen Sohn und sprach: Gesammelt hat Gott meine Schmach (d.h. weggenommen). 24. Und sie nannte seinen Namen Joseph, sprechend: Es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn. 25. Und es geschah, als Rachel den Joseph geboren hatte, da sprach Jakob zu Laban: Entlasse mich, daß ich gehe zu meinem Ort und zu meinem Land. 26. Gib meine Frauen und meine Kinder, darum ich dir gedient habe, daß ich gehe, weil du weißt meinen Dienst, damit ich dir gedient habe. 27. Und Laban sprach zu ihm: Möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen, ich habe gemerkt, daß mich gesegnet hat Jehovah um deinetwillen. 28. Und er sprach: Bestimme deinen Lohn ob mir, und ich werde ihn geben. 29. Da sprach er zu ihm: Du weißt, welcher Art ich dir gedient habe, und welcher Art dein Besitz mit mir geworden ist. 30. Denn wenig war es, was du hattest vor mir, aber es ist ausgebrochen zur Menge, und gesegnet hat dich Jehovah durch meinen Fuß, und nun, wann soll ich auch für mein Haus etwas tun? 31. Und er sprach: was soll ich dir geben? Da sprach Jakob: nicht sollst du mir geben irgend etwas; wenn du mir tun willst dieses Wort, so will ich umkehren, und weiden und deine Herde hüten. 32. Hingehen will ich heute durch deine ganze Herde, und absondern jedes getüpfelte und gefleckte Stück, und jedes schwarze Stück unter den Lämmern, und das gefleckte und getüpfelte unter den Ziegen, und das soll mein Lohn sein. 33. Und zeugen soll für mich meine Gerechtigkeit am morgenden Tag, wenn du kommst über meinen Lohn vor dir; alles, was da nicht ist getüpfelt und gefleckt unter den Ziegen, und schwarz unter den Lämmern, das sei gestohlen bei mir. 34. Und Laban sprach: Siehe, es geschehe ganz nach deinem Wort. 35. Und tat beiseite an jenem Tage die bunten und die gefleckten Böcke und alle getüpfelten und gefleckten Ziegen; alles woran etwas Weißes war, und alles Schwarze unter den Lämmern, und gab es in die Hand seiner Söhne. 36. Und setzte einen Weg von drei Tagen zwischen sich und zwischen Jakob; und Jakob weidete die übrigen Herden Labans. 37. Und Jakob nahm sich frische Stäbe von der Pappel und von der Haselstaude und von der Platane, und schälte an ihnen weiße Streifen, zur Entblößung des Weißen, das an den Stäben war. 38. Und er stellte die Stäbe, die er geschält, in die Rinnen, in die Wassertröge, wohin die Herden kamen zu trinken, gegenüber den Herden, und sie wurden hitzig, indem sie kamen zu trinken. 39. Und die Herden wurden hitzig bei den Stäben, und die Herden gebaren bunte, getüpfelte und gefleckte. 40. Und die Lämmer sonderte Jakob aus und stellte die Angesichter der Herde gegen die bunten und alles Schwarze in der Herde Labans, und stellte Häuflein für sich allein, und stellte sie nicht zur Herde Labans. 41. Und es geschah jedesmal beim Hitzigwerden der Herde der zuerst anlaufenden (d.h. im Frühling), da legte Jakob die Stäbe vor die Augen der Herde in die Tränkrinnen, daß sie hitzig wurde bei den Stäben. 42. Und beim späteren Anlaufen der Herde (d.h. im Spätjahr) legte er sie nicht hinein; und es waren die Lämmer der später anlaufenden dem Laban und die der zuerst anlaufenden gehörten dem Jakob. 43. Und es breitete sich der Mann gar sehr aus, und er hatte viele Herden und Mägde und Knechte und Kamele und Esel.   Inhalt 3902. In 1. Mose Kapitel 29, wurde durch die vier Söhne Jakobs von der Leah gehandelt vom Zustand der Kirche und des Menschen, der eine Kirche wird, in betreff des Aufsteigens vom Wahren, das Sache des Glaubens, zum Guten, das Sache der Liebe. In diesem Kapitel wird durch die Söhne Jakobs von den Mägden der Rachel und der Leah, und von der Leah, und endlich von der Rachel gehandelt, von der Verbindung des natürlich Wahren durch Mittel mit dem geistig Guten; und zwar in der Ordnung, in der sie geschieht beim Menschen, der wiedergeboren wird. 3903. Nach jener Verbindung wird beschrieben die Befruchtung und Vermehrung des Guten und Wahren, die bezeichnet wird durch die Herde, die sich Jakob durch die Herde Labans erworben hat.   Innerer Sinn 3904. Vers 1,2: Und Rachel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar; da eiferte Rachel gegen ihre Schwester, und sprach zu Jakob: Gib mir Söhne, und wenn nicht, so sterbe ich. Und es entbrannte der Zorn Jakobs gegen Rachel, und er sprach: Bin ich an Gottes Statt, der dir verweigert die Frucht deines Leibes? "Und Rachel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar" bedeutet, daß das inwendigere Wahre noch nicht anerkannt sei; "da eiferte Rachel gegen ihre Schwester" bedeutet Unwillen, daß es nicht so anerkannt wurde wie das äußere; "und sprach zu Jakob: Gib mir Söhne" bedeutet, daß sie vom Guten des natürlich Wahren haben wollte inwendigere Wahrheiten; "und wenn nicht, so sterbe ich" bedeutet, daß sie auf solche Weise nicht auferstehen würde; "und es entbrannte der Zorn Jakobs gegen Rachel" bedeutet Unwillen von seiten des natürlich Guten; "und er sprach: Bin ich an Gottes Statt" bedeutet, es sei ihm unmöglich; "Der dir verweigert die Frucht deines Leibes?" bedeutet, daß dies vom Inwendigen (herkommen müsse). 3905. "Und Rachel sah, daß sie dem Jakob nicht gebar", 1. Mose 30/1, bedeutet, das inwendigere Wahre sei noch nicht anerkannt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren oder das inwendigere Wahre, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist anerkennen mit dem Glauben und dann mit dem Tun, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des natürlich Wahren, wovon Nr. 3669, 3677, 3829 und im ganzen 1. Mose Kapitel 29. Daß gebären bedeutet anerkennen mit dem Glauben, dann mit dem Tun, hat den Grund, weil durch die Geburten im Wort geistige Geburten bezeichnet werden: Nr. 1145, 1255, 3860, 3868. Geistige Geburt ist Anerkennung und Glaube des Wahren und Guten, hier die Anerkennung mit dem Glauben, dann mit dem Tun, nämlich des inwendigeren, durch Rachel vorgebildeten Wahren, weil etwas nicht früher anerkannt wird mit dem Glauben, als wenn man danach lebt. Deswegen wird gesagt Anerkennung mit dem Glauben, dann mit dem Tun. Die Glaubenswahrheiten, die nicht erlernt werden um des Tuns willen, sondern bloß um des Wissens willen, dieselben schließen sich an die Neigungen des Bösen und Falschen an; daher sind sie nicht dem Glauben eigen bei dem, der sie erlernt hat, sondern sind innerlich wider den Glauben. 3906. "Da eiferte Rachel gegen ihre Schwester", 1. Mose 30/1, bedeutet Unwillen, daß es nicht so anerkannt wurde wie das äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung von eifern, sofern es ist Sache des Unwillens, und zwar daß sie nicht gebar wie Leah; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist das inwendigere Wahre, wovon Nr. 3905, und aus der Bedeutung der Schwester, die hier Leah, sofern sie ist das äußere Wahre. Daß Leah das äußere Wahre ist, sehe man Nr. 3793, 3819. So verhält es sich mit denen, die wiedergeboren werden: sie lernen zu wissen, was das inwendige Wahre sei, aber anfangs erkennen sie es nicht mit einem solchen Glauben an, daß auch danach gelebt wird, denn die inwendigen Wahrheiten sind verbunden mit der geistigen Neigung, die nicht einfließen kann, ehe die äußeren Wahrheiten zur Entsprechung mit den inwendigen geeignet sind; wie zum Beispiel die inwendige Wahrheit, daß alles Gute vom Herrn stammt, und daß nicht gut ist, was vom Eigenen des Menschen. Diese Wahrheit kann im Anfang der Wiedergeburt gewußt, aber gleichwohl nicht anerkannt werden mit dem Glauben und sodann mit dem Tun, denn dies anerkennen mit dem Glauben und Tun, heißt das Innewerden haben, daß es so ist, und die Neigung, daß man will, es soll so sein, und zwar in allem Tun des Guten; sodann das Innewerden haben, daß das Gute aus dem Eigenen nichts anderes als sich selbst im Auge haben kann, somit auch den Vorzug des Ichs vor anderen, folglich die Verachtung anderer; und überdies auf das Verdienst beim Guten, das er tut. Dies liegt im äußeren Wahren, ehe mit ihm verbunden ist das inwendige Wahre, und beide können nicht verbunden werden, ehe die Rücksicht auf sich aufzuhören, und die Rücksicht auf den Nächsten empfunden zu werden anfängt. Hieraus nun kann klar werden, was verstanden wird unter dem Unwillen, daß das inwendige Wahre noch nicht so anerkannt wurde wie das äußere. 3907. "Und sprach zu Jakob: Gib mir Söhne", 1. Mose 30/1, bedeutet, sie wolle vom Guten des natürlich Wahren inwendigere Wahrheiten haben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des natürlich Wahren, wovon Nr.3905; und aus der Bedeutung der Söhne sofern sie sind Wahrheiten, wovon Nr. 489, 492, 533, 1147, 2623, hier inwendigere Wahrheiten, weil von der Rachel, durch die das inwendigere Wahre vorgebildet wird, wie zu sehen: Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. 3908. "Und wenn nicht, so sterbe ich", 1. Mose 30/1, bedeutet, so könne sie nicht auferstehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt, nicht auferstehen ins Leben. Die Ehefrauen sagten in alten Zeiten sie seien tot, wenn sie keinen Sohn oder Tochter gebaren, und sahen sich auch als solche an, weil kein Andenken an sie oder gleichsam kein Leben in der Nachkommenschaft von ihnen hinterbleibe. Daß sie sich aber so nannten, und sich für solche hielten, geschah zwar aus weltlichen Ursachen, weil aber jede Ursache von einer früheren herkommt, somit das Ganze einer Ursache in der natürlichen Welt von einer Ursache in der geistigen Welt, so auch diese: die Ursache in der geistigen Welt kam von der himmlischen Ehe des Guten und Wahren, in der keine andere Geburten sind als Wahres des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit, jenes und dieses sind dort Söhne und Töchter, und werden auch durch Söhne und Töchter im Wort bezeichnet. Derjenige, der jene Geburten, nämlich Wahres des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit nicht hat, ist gleichsam tot, d.h. unter den Toten, die nicht auferstehen, nämlich zum Leben oder Himmel. Hieraus kann erhellen, was durch jene Worte der Rachel: "wenn nicht, so sterbe ich" bezeichnet wird. 3909. "Und es entbrannte der Zorn Jakobs gegen Rachel", 1. Mose 30/2, bedeutet Unwillen von seiten des natürlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Entbrennens von Zorn, sofern es ist unwillig werden, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des Natürlichen, wovon oben. Gegen Rachel wird gesagt, weil das durch Rachel vorgebildete inwendigere Wahre vom Guten des Natürlichen, welches ist Jakob, noch nicht mit dem Glauben und Tun anerkannt werden konnte. Daß von Zorn entbrennen im inneren Sinn heißt unwillig werden, kommt daher, weil jede natürliche Neigung, wenn sie zum Inwendigeren hin oder zum Himmel aufsteigt, milder wird und zuletzt in eine himmlische Regung sich verwandelt; denn was im Buchstabensinn vorkommt, wie hier entbrennen von Zorn, ist beziehungsweise roh, weil natürlich und leiblich, aber es wird mild und sanft, sowie es vom leiblichen oder natürlichen Menschen zum inwendigen oder geistigen erhoben wird. Daher kommt es, daß der buchstäbliche Sinn so beschaffen ist, weil er der Fassungskraft des natürlichen Menschen, und der innere Sinn nicht so beschaffen ist, weil er der Fassungskraft des geistigen Menschen angepaßt ist. Hieraus wird klar, daß durch entbrennen von Zorn bezeichnet wird unwillig werden. Der geistige Unwille selbst, geschweige der himmlische, hat nichts vom Zorn des natürlichen Menschen an sich, sondern vom inwendigeren Wesen des Eifers, welcher Eifer in der äußeren Form wie Zorn erscheint, aber in der inwendigen ist er nicht Zorn, nicht einmal ein Unwille des Zorns, sondern es ist ein trauriges Gefühl mit dem Wunsch, daß es nicht so sein möchte, und in der noch inwendigeren Form nur etwas Dunkles, was die himmlische Lust stört infolge des nicht Guten und Wahren bei einem anderen. 3910. "Und er sprach: Bin ich an Gottes Statt?", 1. Mose 30/2, bedeutet, es sei ihm unmöglich. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht an Gottes Statt sein, sofern es etwas Unmögliches bezeichnet; denn Gott wird im Wort gesagt vom Können oder der Macht, Jehovah aber vom Sein oder Wesen, man sehe Nr. 300. Daher kommt es, daß Gott gesagt wird, wenn die Rede ist vom Wahren, und Jehovah, wenn vom Guten: Nr: 2769, 2807, 2822; denn vom Wahren wird das Können ausgesagt, während vom Guten das Sein; denn durch das Wahre hat das Gute Macht; durch das Wahre nämlich bewirkt das Gute alles, was ins Dasein kommt. Hieraus kann erhellen, daß durch die Worte: "bin ich an Gottes Statt", im inneren Sinn bezeichnet wird, es sei ihm unmöglich. 3911. "Der dir verweigert die Frucht deines Leibes", 1. Mose 30/2, bedeutet, das (müsse) vom Inwendigen (kommen). Dies erhellt aus dem Sinn, der aus dem inneren Sinn der Worte sich ergibt; denn die Frucht des Leibes bedeutet im inneren Sinn das gleiche wie die Geburt, nämlich die Anerkennung des Wahren und Guten mit dem Glauben und Tun: Nr. 3905, und noch weiter, nämlich die Verbindung des Wahren und Guten infolgedessen; denn jene Anerkennung und diese Verbindung kann nicht ins Dasein treten vom äußeren Menschen, sondern vom inwendigen; denn alles Gute fließt ein vom Herrn durch den inwendigen Menschen in den äußeren, und nimmt die Wahrheiten an, die durch die Sinneswahrnehmungen des äußeren Menschen eingepflanzt worden sind, und macht, daß der Mensch dieselben mit dem Glauben und Tun anerkennt, und daß sie dem Menschen angefügt und so angeeignet werden. Daß alles Gute vom Herrn durch den inwendigen Menschen in die Wahrheiten, die im Gedächtnis des äußeren Menschen gesammelt worden sind, einfließt, ist früher oftmals gezeigt worden. Dieses ist es, was verstanden wird unter der Erklärung jener Worte: "dies müsse vom Inwendigen herkommen". 3912. Vers 3-5: Und sie sprach: Siehe, da ist meine Dienerin Bilha; komm zu ihr, und sie möge gebären auf meine Knie, daß auch ich erbauet werde aus ihr. Und sie gab ihm Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob kam zu ihr, und Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn. "Und sie sprach: Siehe, da ist meine Dienerin Bilha" bedeutet das bejahende Mittel, das zwischen dem natürlich Wahren und dem inwendigeren Wahren ist; "komm zu ihr" bedeutet, mit demselben finde eine Möglichkeit der Verbindung statt; "und sie möge gebären auf meine Knie" bedeutet die Anerkennung von der Neigung zum inwendigeren Wahren, durch welche Verbindung; "daß auch ich erbauet werde aus ihr" bedeutet, so bekomme sie Leben; "und sie gab ihm Bilha, ihre Magd, zum Weibe" bedeutet das bejahende Mittel sei hinzugefügt worden; "und Jakob kam zu ihr" bedeutet, es sei verbunden worden; "und Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn" bedeutet Aufnahme und Anerkennung. 3913. "Und sie sprach: siehe, da ist meine Dienerin Bilha", 1. Mose 30/3, bedeutet das bejahende Mittel, das zwischen dem natürlich Wahren und dem inwendigeren Wahren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Dienerin, sodann der Magd, sofern sie ist die Neigung zu den Erkenntnissen, die dem auswendigeren Menschen angehören, wovon Nr. 1895, 2567, 3835, 3849; und weil jene Neigung das Mittel ist, die inwendigeren Wahrheiten mit den natürlichen oder äußeren Wahrheiten zu verbinden, darum wird hier durch die Dienerin bezeichnet das bejahende Mittel zwischen denselben; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Bilha, sofern sie ist die Beschaffenheit jenes Mittels. Durch die Mägde, die dem Jakob von der Rachel und Leah zu Weibern gegeben wurden, daß sie Kinder zeugen sollten, ist im inneren Sinn nichts anderes vorgebildet und bezeichnet, als solches was dient, hier zu einem Mittel der Verbindung, nämlich des inwendigeren Wahren mit dem äußeren. Denn durch Rachel wird vorgebildet das inwendigere Wahre, durch Leah das äußere: Nr. 3793, 3819; denn es wird hier durch die zwölf Söhne Jakobs gehandelt von den zwölf allgemeinen oder die Hauptsache ausmachenden Dingen, durch die der Mensch eingeweiht wird in Geistiges und Himmlisches, während er wiedergeboren oder eine Kirche wird; denn wenn der Mensch wiedergeboren oder eine Kirche wird, d.h., wenn er aus einem toten Menschen ein lebendiger wird, oder aus einem fleischlichen ein himmlischer, wird er durch mehrere Zustände vom Herrn geführt. Die allgemeinen Zustände sind es, die durch jene zwölf Söhne oder durch die zwölf Stämme angedeutet werden, deshalb bedeuten die zwölf Stämme alles zum Glauben und zur Liebe Gehörige, wie man Nr. 3838 sehen möge, denn das Allgemeine faßt in sich alles Besondere und Einzelne, und dieses bezieht sich auf jenes. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann muß der inwendige Mensch verbunden werden mit dem äußeren, mithin das Gute und Wahre, das dem inwendigen Menschen angehört, mit dem Guten und Wahren, das dem äußeren angehört; denn das Wahre und Gute macht den Menschen zum Menschen. Jenes kann nicht verbunden werden ohne Mittel. Die Mittel sind von der Art, daß sie etwas in sich haben von dem einen Teil und etwas von dem anderen, und sie machen, daß inwieweit der Mensch näher kommt dem einen, insoweit der andere Teil untergeordnet wird. Diese Mittel sind es, die durch die Mägde bezeichnet werden: die Mittel von seiten des inwendigen Menschen durch die Mägde der Rachel, und die Mittel von seiten des äußeren Menschen durch die Mägde der Leah. Daß Mittel der Verbindung sein müssen, kann daraus erhellen, daß der natürliche Mensch aus sich mit dem Geistigen gar nicht übereinstimmt, sondern daß er so sehr von ihm abweicht, daß er ihm ganz entgegengesetzt ist: Denn der natürliche Mensch hat sich im Auge und liebt sich selbst und die Welt, der geistige aber hat nicht sich selbst und die Welt im Auge, außer soweit es frommt zur Förderung von Nutzzwecken in der geistigen Welt, somit beabsichtigt er dessen Dienstbarkeit, und liebt diese wegen des Nutzens und des Zwecks. Dem natürlichen Menschen dünkt es, daß er nur dann Leben habe, wenn er zu Würden erhoben wird, und somit zum Hervorragen über andere; hingegen der geistige Mensch glaubt Leben zu haben in der Demut und dadurch, daß er der Kleinste ist. Er verschmäht aber die Würden nicht, wenn er durch sie als durch Mittel dem Nächsten, der allgemeinen Gesellschaft und der Kirche dienen kann, und er reflektiert nicht auf die Würden, zu denen er erhoben wird, um seinetwillen, sondern um jener Nutzleistungen willen, die ihm Zweck sind. Der natürliche Mensch ist in seiner Glückseligkeit, wenn er vor anderen wohlhabend ist und weltliche Güter besitzt, dagegen der geistige Mensch ist in seiner Glückseligkeit, wenn er in den Erkenntnissen des Guten und Wahren ist, die für ihn Wohlhabenheit sind, und noch mehr, wenn er in der Übung des Guten den Wahrheiten gemäß ist. Er verschmäht jedoch auch die Wohlhabenheit nicht, weil er durch sie in der Übung sein kann und in der Welt (wirken kann). Aus diesem wenigen kann erhellen, daß die Zustände des natürlichen Menschen und des geistigen einander entgegengesetzt sind durch die Zwecke, daß sie aber gleichwohl verbunden werden können, was geschieht, wenn das, was dem äußeren Menschen angehört, den Zwecken des inwendigen untergeordnet ist und dienstbar wird. Darum ist es, wenn der Mensch geistig werden soll, notwendig, daß das, was dem äußeren Menschen angehört, zum Gehorsam gebracht wird. Es müssen also die selbstischen und weltlichen Zwecke abgelegt und die Zwecke für den Nächsten und für das Reich des Herrn angenommen werden. Jene können gar nicht abgelegt und diese nicht angenommen, also auch nicht verbunden werden, außer durch Mittel. Diese Mittel sind es, die durch die Mägde, und insbesondere durch die vier von den Mägden geborenen Söhne bezeichnet werden. Das erste Mittel ist das bejahende oder die Bejahung des inwendigen Wahren, nämlich, daß es so sei. Wenn die Bejahung geschieht, dann ist der Mensch im Anfang der Wiedergeburt. Das Gute wirkt vom Inwendigen her und macht die Bejahung. Dieses Gute kann nicht einfließen in das Verneinende, nicht einmal in das Zweifelnde, ehe diese Bejahung eintritt. Dasselbe Gute äußert sich hernach durch die Neigung, nämlich dadurch, daß der Mensch vom Wahren angeregt wird, oder anfängt eine Freude daran zu haben. Zuerst, daß er es weiß, und nachher, daß er danach tut; wie zum Beispiel, daß der Herr das Heil sei für das menschliche Geschlecht; wenn dieses nicht vom Menschen (innerlich) bejaht wird, so kann alles das, was er vom Herrn aus dem Wort oder in der Kirche gelernt hat, und im Gedächtnis seines Natürlichen unter Wißtümlichem ist, nicht verbunden werden mit seinem inwendigen Menschen, d.h. mit demjenigen, was dort dem Glauben angehören kann. Es kann also auch die Neigung nicht einfließen, nicht einmal in das Allgemeine dessen, was zum Heil des Menschen beiträgt. Dagegen wenn die Bejahung eintritt, dann kommt Unzähliges hinzu, und wird mit dem Guten erfüllt, das einfließt, denn das Gute fließt fortwährend vom Herrn ein. Wo aber keine Bejahung ist, wird es nicht aufgenommen. Es ist also die Bejahung das erste Mittel und gleichsam die erste Wohnung des vom Herrn einfließenden Guten. Ebenso verhält es sich mit allen übrigen Dingen, die Glaubenssachen genannt werden. 3914. "Komm zu ihr", 1. Mose 30/3, bedeutet mit demselben sei Möglichkeit der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kommens oder des Eingehens zu jemand, wenn ein eheliches (Verhältnis) gemeint wird, sofern es Verbindung bedeutet, hier die Möglichkeit der Verbindung mit dem Bejahenden; denn mit dem Bejahenden muß das erste der Verbindung sein, d.h. (mit dem Glauben), daß es so sei. 3915. "Und sie möge gebären auf meine Knie", 1. Mose 30/3, bedeutet die Anerkennung von der Neigung zum inwendigeren Wahren, durch die Verbindung entsteht. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist anerkennen mit dem Glauben und mit der Tat, wovon Nr. 3905; und aus der Bedeutung der Knie oder Schenkel, sofern sie dasjenige bezeichnen, was der ehelichen Liebe angehört, wovon Nr. 3021, somit was der Verbindung des Wahren, das Sache des Glaubens, und des Guten, das Sache der Liebe, angehört; denn diese Verbindung ist das eigentlich Eheliche im Reich des Herrn. "Gebären auf meine Knie" bedeutet somit die Anerkennung des inwendigeren Wahren, das durch Rachel vorgebildet wird. Daß bei den Alten die Söhne und Töchter, die von den Mägden geboren wurden, infolge der Zustimmung der Ehefrau als rechtmäßig anerkannt wurden, und sie, damit sie anerkannt würden, auf deren Knie gebären sollten, war von der Alten Kirche hergenommen, deren Gottesdienst in Gebräuchen bestand, die Vorbilder und Bezeichnungen himmlischer und geistiger Dinge waren. Weil in jener Kirche das Gebären bezeichnete die Anerkennung des Wahren und die Knie die eheliche Liebe, somit die Verbindung des Guten und Wahren aus Neigung, so war ein solcher Gebrauch angenommen, wenn die Ehefrau unfruchtbar war, damit sie nicht die Toten vorbilden möchte, die zum Leben nicht auferstehen; gemäß dem, was Nr. 3908 gesagt wurde. Durch jene Worte wird im inneren Sinn bezeichnet die andere Stufe der Bejahung oder Anerkennung, nämlich die aus Neigung (hervorgehende). Denn die Neigung muß in der Anerkennung oder Bejahung sein, damit eine Verbindung geschehe. Alle Verbindung nämlich geschieht durch die Neigung, weil ohne Neigung die Wahrheiten kein Leben haben, wie zum Beispiel: die Wahrheiten wissen, daß man den Nächsten lieben soll, und daß darin die Liebtätigkeit bestehe, und in dieser das geistige Leben, - ist eben bloß ein Wissen, wenn nicht eine Neigung dabei ist, d.h., wenn man dieses nicht von Herzen will. Ohne die Neigung leben diese Wahrheiten nicht, sondern wenn man sie auch immerhin weiß, so liebt man doch den Nächsten nicht, sondern sich selbst mehr als ihn, und ist in einem natürlichen Leben, nicht in einem geistigen. Die natürliche Neigung ist es, die über die geistige Neigung herrscht, und solange die natürliche Neigung herrscht, wird der Mensch ein Toter genannt, denn er hat ein dem himmlischen Leben entgegengesetztes Leben, das himmlische Leben aber ist das eigentlichste Leben. HG 3916 3916. "Daß auch ich erbauet werde aus ihr", 1. Mose 30/3, bedeutet, so werde sie Leben bekommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erbaut werden, sofern es heißt nicht sterben, wovon Nr. 3908, mithin auferstehen oder leben. 3917. "Und sie gab ihm Bilha, ihre Magd, zum Weibe", 1. Mose 30/4, bedeutet, das bejahende Mittel sei hinzugefügt worden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Bilha, und aus der Bezeichnung der Magd, sofern sie ist das bejahende Mittel, wovon Nr. 3913, und aus der Bedeutung des Gebens zum Weibe, sofern es bezeichnet hinzufügen. 3918. "Und Jakob kam zu ihr", 1. Mose 30/4, bedeutet, es sei verbunden worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder eingehen zu jemand, wenn es vom ehelichen Verhältnis gesagt wird, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 3914. 3919. "Und Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn", 1. Mose 30/5, bedeutet Aufnahme und Anerkennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es ist Aufnahme, und aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Anerkennung, wovon Nr. 3860, 3868, 3905, 3911; denn die Empfängnisse und Geburten sind im geistigen Sinn Aufnahmen des Wahren aus dem Guten und daher Anerkennungen. 3920. Vers 6: Und Rachel sprach: Gerichtet hat mich Gott, und auch gehört meine Stimme, und mir gegeben einen Sohn; darum nannte sie seinen Namen Dan. "Und Rachel sprach: Gerichtet hat mich Gott, und auch gehört meine Stimme" bedeutet im höchsten Sinn die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit, im inneren das Heilige des Glaubens, im äußeren das Gute des Lebens; "und mir gegeben einen Sohn" bedeutet dieses Wahre sei anerkannt; "darum nannte sie seinen Namen Dan" bedeutet seine Beschaffenheit. 3921. "Und Rachel sprach: Gerichtet hat mich Gott, und auch gehört meine Stimme", 1. Mose 30/6, bedeutet im höchsten Sinn die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit, im inneren das Heilige des Glaubens, im äußeren das Gute des Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von: Gott mich richten, und aus der Bedeutung von: hören meine Stimme. Daß Gott mich richten bezeichnet die Gerechtigkeit des Herrn, kann erhellen ohne Erklärung, und daß hören meine Stimme bedeutet die Barmherzigkeit, gleichfalls; denn der Herr richtet alle aus Gerechtigkeit, und hört alle aus Barmherzigkeit. Er richtet aus Gerechtigkeit, weil aus dem göttlich Wahren, und hört aus Barmherzigkeit, weil aus dem göttlich Guten. Aus Gerechtigkeit diejenigen, die das göttlich Gute nicht aufnehmen, und aus Barmherzigkeit diejenigen, die es aufnehmen; aber dennoch, wenn aus Gerechtigkeit, auch zugleich aus Barmherzigkeit, denn in aller göttlichen Gerechtigkeit ist Barmherzigkeit, wie im göttlich Wahren das göttlich Gute ist. Weil aber dieses tiefere Geheimnisse sind, als daß es mit wenigem gesagt werden könnte, so wird es anderswo, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, vollständiger ausgelegt werden. Daß die Worte: Gerichtet hat mich Gott, und auch gehört meine Stimme, im inneren Sinn bezeichnen das Heilige des Glaubens, kommt daher, weil der Glaube, der gesagt wird vom Wahren, der göttlichen Gerechtigkeit, und das Heilige, welches ist das Gute, der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn entspricht; und außerdem wird das Richten oder das Gericht ausgesagt vom Wahren, das dem Glauben angehört: Nr. 2235; und weil von Gott gesagt wird, daß er gerichtet hat, so ist es das Gute oder das Heilige. Hieraus wird klar, daß es das Heilige des Glaubens ist, was durch beides zugleich bezeichnet wird; weil denn durch beides zugleich bezeichnet wird jenes eine , so werden die zwei verbunden durch und auch. Daß es im äußeren Sinn das Gute des Lebens bedeutet, kommt ebenfalls aus der Entsprechung, denn dem Heiligen des Glaubens entspricht das Gute des Lebens. Daß man ohne den inneren Sinn nicht wissen kann, was bedeutet: gerichtet hat mich Gott und auch gehört, geht daraus hervor, daß es im Buchstabensinn nicht so zusammenhängt, daß es nur eine Verstandesvorstellung darstellt. Daß in diesem Vers und in den folgenden bis zu Joseph gesagt wird Gott, und in den nächst vorhergehenden Jehovah, kommt daher, weil in diesen gehandelt wird von der Wiedergeburt des geistigen Menschen, und in den vorhergehenden von der Wiedergeburt des himmlischen Menschen; denn Gott wird genannt, wenn gehandelt wird vom Guten des Glaubens, das Sache des geistigen Menschen ist, hingegen Jehovah, wenn vom Guten der Liebe, welches Sache des himmlischen Menschen ist, man sehe Nr. 2586, 2769, 2807, 2822; denn durch Jehudah, bis zu dem (die Geschichte) fortgesetzt wurde in 1. Mose Kapitel 29, wurde der himmlische Mensch vorgebildet: man sehe Nr. 3881. Durch Joseph aber, bis zu dem sie in diesem Kapitel fortgesetzt wird, wird der geistige Mensch vorgebildet, von dem im folgenden 23. und 24. Vers. Daß Jehovah genannt worden ist, wo (die Erzählung) fortgesetzt wurde bis zu Jehudah, sehe man 1. Mose 29/32,33,35; daß Gott genannt wird, wo sie fortgesetzt bis zu Joseph, sehe man 1. Mose 30/6,8,17,18,20,22,23, und nachher wieder Jehovah, weil es weitergeht vom geistigen Menschen zum himmlischen. Dieses Geheimnis ist es, das hierin verborgen liegt, was man nur aus dem inneren Sinn wissen kann, und nur, wenn man weiß, was der himmlische Mensch ist, und was der geistige. 3922. "Und mir geben einen Sohn", 1. Mose 30/6, bedeutet, dieses Wahre sei anerkannt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, und aus der Bedeutung von geben einen Sohn, sofern es heißt, geben dieses Wahre, was soviel ist als anerkennen; denn alles Wahre, das anerkannt wird, das ist gegeben vom Herrn. Einen Sohn geben schließt auch das gleiche in sich wie gebären, daß gebären ist anerkennen, sehe man Nr. 3905, 3915, 3919. 3923. "Darum nannte sie seinen Namen Dan", 1. Mose 30/6, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Ausdrucks: den Namen nennen, sofern es die Beschaffenheit bedeutet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3421. Die Beschaffenheit selbst liegt im Namen Dan, denn er ist abgeleitet vom Richten. Aber obwohl ihm der Name vom Richten beigelegt wurde, so schließt er doch das in sich, was bezeichnet wird durch alle diese Worte der Rachel: "Gerichtet hat mich Gott und auch gehöret meine Stimme", d.h. das Gute des Lebens und das Heilige des Glaubens, sodann im höchsten Sinn die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit des Herrn. Dies ist das Allgemeine der Kirche, das durch Dan bezeichnet und durch den von Dan benannten Stamm vorgebildet wird. Dieses Allgemeine ist das erste, das bejaht oder anerkannt werden muß, ehe der Mensch wiedergeboren oder eine Kirche werden kann. Wenn jene Dinge nicht bejaht und anerkannt werden, so werden die übrigen Dinge, die dem Glauben und die dem Leben angehören, gar nicht aufgenommen, mithin auch nicht bejaht, noch weniger anerkannt werden; denn wer bei sich den Glauben allein bejaht, und nicht das Heilige des Glaubens, d.h. die Liebtätigkeit (denn diese ist das Heilige des Glaubens), und dieses nicht bejaht durch das Gute des Lebens, d.h. durch Werke der Liebtätigkeit, der kann das Wesen des Glaubens nicht mehr verstehen (sapere), denn er verwirft es. Die Bejahung und dann die Anerkennung ist das erste Allgemeine beim Menschen, der wiedergeboren wird, aber ist das letzte beim Menschen, der wiedergeboren ist. Daher ist Dan das erste bei dem, der wiedergeboren werden soll, und Joseph ist das letzte. Denn Joseph ist der geistige Mensch selbst, aber Joseph ist das erste beim Wiedergeborenen und Dan ist das letzte, weil der Wiederzugebärende anfängt mit der Bejahung, daß es ist, nämlich das Heilige des Glaubens und das Gute des Lebens. Dagegen der Wiedergeborene, der geistig ist, lebt im geistig Guten selbst, und sieht von da aus als das letzte an, daß es ist. Denn bei ihm ist das Heilige des Glaubens und das Gute des Lebens begründet. Daß Dan das Bejahende sei, welches das erste sein muß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wo Dan genannt wird, wie 1. Mose 49/16-18, aus der Weissagung Jakobs, damals Israels, von seinen Söhnen: "Dan wird richten sein Volk, wie einer der Stämme Israels; Dan wird sein eine Schlange auf dem Weg, eine Otter auf dem Pfad, beißend die Fersen des Pferdes, und es fällt sein Reiter rückwärts; auf Dein Heil warte ich, Jehovah!": Dan bedeutet hier das Bejahende des Wahren, von dem, als dem Bejahenden, gesagt wird, es werde sein eine Schlange auf dem Weg und eine Otter auf dem Pfad, wenn es über das Wahre aus dem Sinnlichen vernünftelt; beißend die Fersen des Pferdes, wenn es das unterste Verständige oder Wißtümliche zu Rate zieht und aus demselben schließt; und daß es dann weggeführt wird vom Wahren, wird dadurch bezeichnet, daß sein Reiter rückwärts fällt; daher wird gesagt: ich warte auf Dein Heil, Jehovah. Daß die Schlange es ist, die aus Sinnlichem und Wißtümlichem über göttliche Geheimnisse vernünftelt, sehe man Nr. 195, 196, 197; daß der Weg und der Pfad das Wahre ist: Nr. 627, 2333; daß die Fersen des Pferdes das unterste Verständige oder Wißtümliche ist: Nr. 259; denn das Pferd ist das Verständige: Nr. 2761, 2762, dessen Unterstes die Ferse ist. In der Weissagung Moses von den zwölf Stämmen, 5. Mose 33/22: "Zu Dan sprach er: Dan, das Junge eines Löwen; er springt hervor aus Baschan": der Löwe bedeutet im inneren Sinn das Wahre der Kirche, wegen der Tapferkeit; denn das Wahre ist es, was kämpft und siegt; daher steht das Junge eines Löwen für das erste des Wahren, welches ist Bejahung und Anerkennung; aus Baschan wird gesagt, weil aus dem Guten des Natürlichen. Jerem.4/14,15: "Reinige von der Bosheit dein Herz, Jerusalem, auf daß du Heil erlangst; wie lange läßt du weilen in deiner Mitte die Gedanken deiner Missetat; denn die Stimme des Anzeigers kommt aus Dan, und der hören läßt die Missetat von dem Berge Ephraim": aus Dan bedeutet das Wahre, das zu bejahen ist, aus dem Berge Ephraim bedeutet aus Neigung zu demselben. Jerem.8/15,16: "Erwarte Frieden, und es ist kein Gutes, auf die Zeit der Heilung, und siehe, (es kommt) Schrecken; von Dan her ist gehört worden das Getöse seiner Pferde, von der Stimme des Wieherns seiner Starken ist erzittert das ganze Land, und sie sind gekommen und haben verzehrt das Land und seine Fülle, die Stadt und die Einwohner in ihr; denn siehe, Ich sende gegen euch Schlangenbasilisken, für die keine Beschwörung, und sie werden euch beißen": von Dan her ist gehört das Getöse der Pferde, bedeutet das Vernünfteln über das Wahre aus dem Nichtbejahenden; das Land, welches erzittert ist, und dessen Fülle sie verzehrt haben, bedeutet die Kirche und alles der Kirche Angehörige. Diejenigen nämlich, die über das Wahre aus dem Nichtbejahenden oder aus der Verneinung vernünfteln, zerstören alles dem Glauben Angehörige. Schlangenbasilisken bedeuten Vernunftschlüsse, wie oben. Hes.27/19: "Dan und Javan, kommend zu deinen Märkten, haben gegeben geschliffenes Eisen, Kasia und Kalmus war in deinem Handel": wo von Tyrus die Rede ist, durch das die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet werden: Nr. 1201; Dan bedeutet die ersten Wahrheiten, die bejaht werden; Märkte und Handel bedeuten die Erwerbungen des Wahren und Guten: Nr. 2967; geschliffenes Eisen für das natürlich Wahre, welches das erste ist: Nr. 425, 426; Kasia und Kalmus für das gleiche, aber solches, aus dem das Gute kommt. Amos 8/14: "An jenem Tage werden verschmachten die schönen Jungfrauen und die Jünglinge vor Durst; die da schwören bei der Schuld Samarias, und haben gesagt, es lebt dein Gott Dan, und es lebt der Weg Beerschebas; und sie werden fallen und nicht wieder aufstehen": es lebt der Gott Dan und es lebt der Weg Beerschebas bedeutet, sie seien in der Verneinung alles dessen, was dem Glauben und seiner Lehre angehört. Daß der Weg das Wahre bezeichnet: Nr. 627, 2333, Beerscheba die Lehre: Nr. 2723, 2858, 2859, 3466. Daß es die Verneinung alles dessen bezeichnet was dem Glauben angehört, hat den Grund, weil Dan die letzte Grenze des Landes Kanaan war und Beerscheba die erste, oder die Mitte oder das Innerste des Landes; denn durch das Land Kanaan wurde vorgebildet und bezeichnet das Reich des Herrn, somit die Kirche: Nr. 1607, 3038, 3481, demnach alles der Liebe und dem Glauben Angehörige; denn dieses ist Sache des Reichs des Herrn und der Kirche; daher war alles im Lande Kanaan vorbildlich nach Entfernungen, Lagen, Grenzen: Nr. 1585, 1866, 3686; die erste Grenze, oder die Mitte, oder das Innerste des Landes war Beerscheba gewesen, ehe es Jerusalem war, weil Abraham und dann Jischak dort war, aber die letzte Grenze oder das Äußerste war Dan. Wenn daher alles in einem Inbegriff bezeichnet werden sollte, wurde gesagt: von Dan bis gen Beerscheba; wie 2.Sam.3/10: "Fortzubringen das Königreich vom Hause Sauls, und aufzurichten den Stuhl Davids über Israel, und über Jehudah, von Dan und bis gen Beerscheba"; 2.Sam.17/11: "Versammelnd versammelte sich das ganze Israel von Dan bis Beerscheba"; 2.Sam.24/2,15: "David sprach zu Joab: durchziehe alle Stämme Israels von Dan bis Beerscheba". 1.Kön.5/5: "Es wohnte Jehudah und Israel in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan und bis gen Beerscheba": hierunter wird im historischen Sinn verstanden alles dem Lande Kanaan, aber im inneren Sinn alles dem Reich des Herrn, dann alles der Kirche Angehörige. Daß Dan die erste und auch die letzte Grenze ist, wie oben gesagt worden, hat den Grund, weil die Bejahung des Wahren und Guten das allererste ist, wenn der Glaube und die Liebtätigkeit beim Menschen anfängt, und das letzte, wenn der Mensch in der Liebtätigkeit und dadurch im Glauben ist. Daher kam es auch, daß das letzte Los für Dan fiel, als das Land Kanaan vererbt wurde: Jos.19/40-48; denn das Los wurde geworfen vor Jehovah: Jos.18/6; daher fiel es aus nach der Vorbildung eines jeden Stammes; und weil für Dan kein Los gefallen war unter den Erbteilen der übrigen Stämme, sondern über deren Grenzen hinaus, Richt.18/1, so wurde auch dieser Stamm ausgelassen bei Joh.Offenb.7/5-8, wo von den zwölftausend Versiegelten die Rede ist, denn diejenigen, die in der bloßen Bejahung des Wahren und auch des Guten sind, und nicht weiter gehen, sind nicht im Reich des Herrn, d.h. unter den Versiegelten. Wahres und Gutes wissen, und auch dasselbe bejahen, können auch die Schlimmsten, aber aus dem Leben erkennt man, wie beschaffen die Bejahung ist. Dan wird auch erwähnt als Grenze 1. Mose 14/14, wo es von Abraham (heißt), er habe die Feinde bis dahin verfolgt, und durch Dan wird dort das gleiche bezeichnet; die Stadt war zwar damals nicht erbaut von Dans Nachkommen, sondern nachher: Jos.19/47; Richt.18/29; aber sie wurde schon zur damaligen Zeit die erste Grenze in Beziehung auf den Eingang ins Land Kanaan genannt, aber die letzte in Beziehung auf den Ausgang, und sein Innerstes Chebron und nachher Beerscheba, wo Abraham und Jischak (waren). 3924. Vers 7,8: Und es empfing abermals Bilha, die Magd der Rachel, und gebar den zweiten Sohn dem Jakob. Und Rachel sprach: in Kämpfen Gottes habe ich gerungen mit meiner Schwester, habe auch obgesiegt, und sie nannte seinen Namen Naphthali. "Und es empfing abermals Bilha, die Magd der Rachel und gebar" bedeutet hier wie früher, Aufnahme und Anerkennung; "den zweiten Sohn dem Jakob" bedeutet das andere allgemeine Wahre; "und Rachel sprach: in Kämpfen Gottes habe ich gerungen mit meiner Schwester, habe auch obgesiegt" bedeutet im höchsten Sinn die eigene Kraft; im inneren Sinn die Versuchung, in der er siegt; im äußeren den Widerstand von seiten des natürlichen Menschen; "und sie nannte seinen Namen Naphthali" bedeutet seine Beschaffenheit. 3925. "Und es empfing abermals Bilha, die Magd der Rachel, und gebar", 1. Mose 30/7, bedeutet Aufnahme und Anerkennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es ist Aufnahme, und aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Anerkennung, wovon Nr. 3919; sodann aus der Bedeutung der Magd, sofern sie ist ein dienendes Mittel wovon ebenfalls Nr. 3913, 3917, denn hier ist die Rede vom zweiten allgemeinen Mittel, das zur Verbindung des inwendigen Menschen mit dem äußeren dient. 3926. "Den zweiten Sohn dem Jakob", 1. Mose 30/7, bedeutet das zweite allgemeine Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147. Daß es hier ein allgemeines ist, erhellt aus demjenigen, was über die zwölf Söhne Jakobs und über die zwölf nach ihnen genannten Stämme gesagt und gezeigt wurde, daß sie nämlich sind Allgemeines der Kirche, mithin Allgemeines des Glaubens und der Liebe, oder des Wahren und Guten, das durch sie bezeichnet und vorgebildet wird; und daß sie auch im entgegengesetzten Sinn sind Allgemeines des Nichtglaubens und der Nichtliebe, oder alles, was dem Falschen und Bösen angehört, wird aus dem Folgenden klar werden. 3927. "Und Rachel sprach: In Kämpfen Gottes habe ich gerungen mit meiner Schwester, habe auch obgesiegt", 1. Mose 30/8, bedeutet im höchsten Sinn die eigene Kraft, im inneren die Versuchung, in der man siegt, im äußeren den Widerstand von seiten des natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kämpfe Gottes und des Ringens, sofern es sind Versuchungen; denn Versuchungen sind nichts anderes als Ringkämpfe des inwendigen Menschen mit dem äußeren, oder des geistigen Menschen mit dem natürlichen; denn beide wollen herrschen, und wenn es sich um die Herrschaft handelt, entsteht ein Kampf, der hier ist das Ringen. Daß obsiegen heißt überwinden, erhellt ohne Erklärung. Daß jene Worte im höchsten Sinn die eigene Kraft des Herrn bedeuten, hat den Grund, weil der Herr, als Er in der Welt und im Menschlichen daselbst war, alle Versuchungen aus eigener Kraft bestand und aus eigener Kraft siegte, anders als jeder Mensch, der gar nie aus eigener Kraft eine geistige Versuchung besteht und in ihr siegt, sondern der Herr bei ihm; man sehe aber, was hierüber früher gesagt und gezeigt wurde, daß nämlich der Herr vor anderen die schwersten Versuchungen bestanden hat: Nr. 1663, 1668, 1690, 1737, 1787, 1789, 1812, 1813, 1815, 1820, 2776, 2786, 2795, 2813, 2816, 3318. Daß der Herr aus eigener Kraft gekämpft und gesiegt hat: Nr. 1616, 1692, 1813, 3381; und daß der Herr allein beim Menschen kämpft: Nr. 1692. Daß im inneren Sinn die Ringkämpfe Gottes und das Obsiegen die Versuchungen bezeichnen, in denen der Mensch siegt, erhellt aus dem gleich oben Gesagten, daß es aber im äußeren Sinn ist der Widerstand von seiten des natürlichen Menschen, kommt daher, weil jede Versuchung nichts anderes ist, denn es handelt sich in den geistigen Versuchungen um die Herrschaft, wer nämlich die Gewalt haben soll, ob der inwendige Mensch oder ob der äußere, oder was gleich ist, ob der geistige oder ob der natürliche; denn sie sind einander entgegengesetzt: Nr. 3913. Wenn nämlich der Mensch in den Versuchungen ist, dann wird sein inwendiger oder geistiger Mensch vom Herrn durch die Engel regiert, aber der äußere oder natürliche durch höllische Geister; der Kampf zwischen ihnen ist es, der als Versuchung empfunden wird beim Menschen. Wenn der Mensch sowohl im Glauben als im Leben von der Art ist, daß er wiedergeboren werden kann, dann wird er in den Versuchungen siegen, hingegen wenn er von der Art ist, daß er nicht wiedergeboren werden kann, dann unterliegt er in den Versuchungen. Daß es der Widerstand vom natürlichen Menschen ist, wird bezeichnet durch die Worte, daß sie gerungen habe mit ihrer Schwester; denn durch Leah, die hier ist die Schwester, wird bezeichnet die Neigung des äußeren Menschen, durch Rachel aber die Neigung des inwendigen: Nr. 3793, 3819. 3928. "Und sie nannte seinen Namen Naphthali", 1. Mose 30/8, bedeutet seine Beschaffenheit, nämlich die Beschaffenheit der Versuchung, worin er siegt, wie auch die Beschaffenheit des Widerstandes vom natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens des Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3421. Die eigentliche Beschaffenheit ist es, die bezeichnet wird durch Naphthali, denn Naphthali hat den Namen von Ringkämpfen; daher wird auch durch Naphthali vorgebildet diese zweite allgemeine Wahrheit der Kirche; denn die Versuchung ist das Mittel der Verbindung des inwendigen Menschen mit dem äußeren. Diese sind nämlich miteinander uneins, aber sie werden zur Übereinstimmung und Entsprechung gebracht durch Versuchungen. Es ist nämlich der äußere Mensch von der Art, daß er aus sich nichts anderes begehrt als Leibliches und Weltliches, das sind für ihn Lustreize seines Lebens. Aber wenn der inwendige Mensch himmelwärts geöffnet ist, und nach demjenigen verlangt, was des Himmels ist (wie er geartet ist bei denjenigen, die wiedergeboren werden können), dann sind himmlische Dinge seine Lust. Zwischen diesen beiderlei Lustreizen findet ein Kampf statt, wenn der Mensch in den Versuchungen ist. Das weiß der Mensch alsdann nicht, weil er nicht weiß, was himmlische Lust und was höllische Lust ist, weniger noch, daß sie so sehr entgegengesetzt sind. Aber die himmlischen Engel können durchaus nicht beim Menschen in seinem leiblichen und weltlichen Lustreiz sein, ehe dieser zum Gehorsam gebracht ist, nämlich so, daß der leibliche und weltliche Lustreiz nicht mehr Endzweck ist, sondern nur ein Mittel, um dem himmlischen Lustreiz zu dienen, wie Nr. 3913, gezeigt wurde. Ist dies geschehen, dann können die Engel beim Menschen in beiden sein, aber dann wird der Lustreiz bei ihm eine Wonne (beatum), und zuletzt Seligkeit im anderen Leben. Wer glaubt, daß der Lustreiz des natürlichen Menschen vor der Wiedergeburt nicht höllisch sei, und daß er nicht von teuflischen Geistern in Besitz genommen werde, täuscht sich sehr, und derselbe weiß nicht, wie es sich mit dem Menschen verhält, daß er nämlich vor der Wiedergeburt in betreff seines natürlichen Menschen in Besitz genommen wird von höllischen Genien und Geistern, obwohl er immerhin meint, er sei wie ein anderer, und er könne in heiliger Andacht sein mit den übrigen, und vom Wahren und Guten des Glaubens vernünftig reden, ja sich für bestärkt darin halten. Wofern er nicht etwa in sich einen Sinn für das Gerechte und Billige in seinem Beruf, und für das Wahre und Gute im Gemeinwesen und im Leben verspürt, so soll er wissen, daß er in eben solchem Lustreiz ist, in dem die Höllischen sind; denn in seinem Lustreiz ist keine andere Liebe, als die zu ihm selbst und der Welt, und wenn diese den Lustreiz ausmachen, so ist keine Liebtätigkeit und kein Glaube darin. Hat dieser Lustreiz einmal die Oberhand, so wird er durch kein anderes Mittel gebändigt und vertrieben, als durch Bejahung und Anerkennung des Heiligen des Glaubens und des Guten des Lebens, und das ist das erste durch Dan bezeichnete Mittel, wie oben gezeigt wurde. Und hernach durch die Versuchung, die das andere Mittel ist, und bezeichnet wird durch Naphthali, denn dieses Mittel folgt dem ersteren. Diejenigen nämlich, die das Gute und Wahre, das Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, nicht (innerlich) bejahen und anerkennen, können in keinen Versuchungskampf kommen, weil inwendig nichts da ist, was dem Bösen und Falschen widerstreitet, zu dem der natürliche Lustreiz treibt. Im Wort wird anderwärts, wo Naphthali genannt wird, durch denselben der Zustand des Menschen nach den Versuchungen bezeichnet, wie 1. Mose 49/21, in der Weissagung Jakobs, damals Israels: "Naphthali, eine losgelassene Hindin (Hirschkuh), gebend Sprüche der Zierlichkeit": losgelassene Hindin bedeutet die Neigung zum natürlich Wahren im freien Zustand, der nach den Versuchungen eintritt; und dieser Zustand ist auch das Eigentümliche, das in den Versuchungen sich findet, die durch Naphthali bezeichnet werden; denn es wird in den Versuchungen um die Freiheit gekämpft. Ebenso 5. Mose 33/23, in der Weissagung Moses: "Zu Naphthali sprach er: Naphthali, gesättigt mit Wohlgefallen und voll des Segens Jehovahs, wird den Niedergang und den Mittag besitzen"; denn die Vorbildungen der Söhne Jakobs und der Stämme richten sich nach der Ordnung, in der sie aufgezählt werden: Nr. 3862. Ferner in Richt.5/18, in der Weissagung der Debora und des Barak: "Sebulon, ein Volk, das hingegeben hat die Seele zum Sterben, und Naphthali auf den Höhen des Feldes", wo im inneren Sinn ebenfalls von den Versuchungskämpfen gehandelt wird, und "er ist unter denen, die nichts Böses fürchten", weil sie in Wahrem und Gutem sind, denn dies bedeutet auf den Höhen des Feldes sein. 3929. Vers 9-11: Und Leah sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären; da nahm sie Silpa, ihre Magd, und gab sie dem Jakob zum Weibe. Und Silpa, die Magd der Leah, gebar dem Jakob einen Sohn. Da sprach Leah: es kommt ein Haufe; und sie nannte seinen Namen Gad. "Und Leah sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären" bedeutet, daß keine anderen äußeren Wahrheiten anerkannt worden seien; "da nahm sie Silpa, ihre Magd" bedeutet ein bejahendes Mittel, das verbindet; "und gab sie dem Jakob zum Weibe" bedeutet, daß sie es in Verbindung brachte; "und Silpa, die Magd der Leah, gebar dem Jakob einen Sohn" bedeutet Anerkennung; "da sprach Leah: es kommt ein Haufe" bedeutet im höchsten Sinn die Allmacht und die Allwissenheit, im inneren das Gute des Glaubens, im äußeren die Werke; "und sie nannte seinen Namen Gad" bedeutet seine Beschaffenheit. 3930. "Und Leah sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären", 1. Mose 30/9, bedeutet, keine anderen äußeren Wahrheiten seien anerkannt worden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist das äußere Wahre, wovon Nr. 3793, 3819; aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist anerkennen mit dem Glauben und Tun, wovon Nr. 3905, 3915, 3919. Daher heißt, daß Leah aufgehört hatte zu gebären, im inneren Sinn, es seien keine anderen äußeren Wahrheiten anerkannt worden. 3931. "Da nahm sie Silpa, ihre Magd", 1. Mose 30/9, bedeutet ein bejahendes Mittel, das verbindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Magd, sofern sie ist ein bejahendes Mittel, das zur Verbindung des äußeren Menschen mit dem inwendigen dient, wovon 3913, 3917. 3932. "Und gab sie dem Jakob zum Weibe", 1. Mose 30/9, bedeutet, sie brachte es in Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben zum Weibe, sofern es ist verbinden, wie Nr. 3915, 3917. 3933. "Und Silpa, die Magd der Leah, gebar dem Jakob einen Sohn", 1. Mose 30/10, bedeutet die Anerkennung, nämlich des äußeren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Anerkennung; aus der Bedeutung der Magd, sofern sie ist ein bejahendes Mittel, das verbindet, und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147. 3934. "Da sprach Leah: Es kommt ein Haufe", 1. Mose 30/11, bedeutet im höchsten Sinn die Allmacht und die Allwissenheit, im inneren das Gute des Glaubens, im äußeren die Werke; dies erhellt aus der Bedeutung des Haufens hier. Daß der Haufe im höchsten Sinn ist die Allmacht und die Allwissenheit, kommt daher, weil Haufe hier eine Menge bedeutet, und die Menge, wenn sie vom Göttlichen des Herrn gesagt wird, bedeutet unendliche Menge, die nichts anderes ist als Allmacht und Allwissenheit. Aber Allmacht wird gesagt aufgrund der Quantität, die sich auf die Größe bezieht, und Allwissenheit wird gesagt aufgrund der Quantität, die sich auf die Vielheit bezieht; sodann wird Allmacht gesagt aufgrund des unendlich Guten, oder was gleich ist, aufgrund der göttlichen Liebe, somit aufgrund des göttlichen Willens, Allwissenheit aber aufgrund des unendlich Wahren, oder was gleich, aufgrund der göttlichen Einsicht. Daß Haufen im inneren Sinn das Gute des Glaubens bezeichnet, kommt von der Entsprechung her; denn der göttlichen Allmacht des Herrn entspricht das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, und der Allwissenheit das Wahre, das Sache des Glaubens ist. Daß Haufe im äußeren Sinn die Werke bedeutet, kommt daher, weil diese dem Guten des Glaubens entsprechen; denn das Gute des Glaubens bringt Werke hervor; denn ein Gutes des Glaubens ist nicht möglich ohne Werke, wie das Gute denken und das Gute wollen nicht ohne das Gute tun; jenes ist das Inwendige, dieses das entsprechende Äußere. Ferner verhält es sich mit den Werken auf folgende Weise: Wenn die Werke dem Guten des Glaubens nicht entsprechen, sind es nicht Werke der Liebtätigkeit, auch nicht Werke des Glaubens, denn sie kommen nicht von ihrem Inwendigen, sondern es sind tote Werke, in denen nichts Gutes und Wahres ist. Hingegen wenn sie entsprechen, dann sind sie Werke entweder der Liebtätigkeit oder des Glaubens. Werke der Liebtätigkeit sind die, welche von der Liebtätigkeit als ihrer Seele ausfließen, Werke des Glaubens aber sind die, welche vom Glauben. Jene, nämlich die Werke der Liebtätigkeit, sind beim Wiedergeborenen, die Werke des Glaubens aber sind bei dem, der noch nicht wiedergeboren ist, sondern der wiedergeboren wird. Sie verhalten sich ebenso wie die Neigungen, nämlich die Neigung zum Guten und die Neigung zum Wahren. Der Wiedergeborene tut das Gute aus Neigung zu demselben, somit aus dem Gut-Wollen, wer aber wiedergeboren werden soll, tut das Gute aus Neigung zum Wahren, somit aus dem Gut-Wissen. Was das für ein Unterschied sei, wurde früher öfters gezeigt. Hieraus wird klar, was Werke sind. Außerdem verhält sich das Gute des Glaubens zu den Werken vergleichsweise wie der Wille des Menschen und das Denken aus demselben zu seinem Angesicht. Daß dieses, nämlich das Angesicht, ein Bild der Seele ist, d.h. des Willens und des Denkens des Menschen aus demselben, ist bekannt. Wenn sich der Wille und das Denken nicht darstellt im Angesicht als in seinem Bild, dann ist es nicht der Wille und das Denken, sondern Heuchelei oder Trügerei, weil er ein anderes Angesicht darstellt, als er will und denkt. Ebenso verhält es sich mit einer jeden Handlung des Leibes in Beziehung auf das Inwendigere, das dem Denken und Wollen angehört. Das Inwendige des Menschen lebt in seinem Äußeren durch die Handlung oder durch das Tun. Ist die Handlung oder das Tun nicht seinem Inwendigen gemäß, so ist es ein Beweis, daß es entweder nicht das Inwendige ist, das die Handlung hervorbringt, sondern eine aus Gewohnheit und Brauch wiederkehrende Handlung, oder es ist etwas Erlogenes, wie es in der Heuchelei und Trügerei ist. Hieraus wird abermals klar, was Werke sind. Es folgt daraus, daß, wer den Glauben, und noch mehr, wer das Gute des Glaubens bekennt, und leugnet die Werke, und noch mehr, wenn er sie verwirft, keinen Glauben hat, und noch weniger Liebtätigkeit. Weil dieses die Werke der Liebtätigkeit und des Glaubens sind, und der Mensch gar nicht in der Liebtätigkeit und im Glauben ist, wenn er nicht in den Werken ist, darum werden im Wort so oft die Werke genannt: Jerem.32/19: "Deine Augen sind offen über alle Wege der Söhne des Menschen, zu geben einem jeden nach seinen Wegen und nach der Frucht seiner Werke". Jerem.35/15: "Bekehret euch, ein jeder von seinem bösen Wege, machet gut eure Werke". Jerem.25/14: "Vergelten werde Ich ihnen nach ihrem Werk, und nach dem Werk ihrer Hände". Hos.4/9: "Heimsuchen werde Ich über ihn seine Wege, und seine Werke ihm vergelten". Micha 7/13: "Sein wird das Land zur Verödung ob seinen Bewohnern, wegen der Frucht ihrer Werke. Sach.1/4,6: "Sprach Jehovah Zebaoth: bekehrt euch von euren bösen Wegen und euren bösen Werken; gedacht hat Jehovah Zebaoth, uns zu tun nach unseren Wegen, und nach unseren Werken hat Er uns getan. Joh.Offenb.14/13: "Selig die Toten, die im Herrn sterben, von nun an, ja es spricht der Geist, daß sie ruhen sollen von den Mühen, ihre Werke folgen ihnen". Joh.Offenb.20/12,13: "Ich sah die Toten, große und kleine, stehen vor Gott, und die Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches ist des Lebens, und gerichtet wurden die Toten nach dem, was geschrieben war in den Büchern, nach ihren Werken. Das Meer gab seine Toten, und der Tod und die Hölle gaben ihre Toten; gerichtet wurden sie daher, ein jeder nach seinen Werken". Joh.Offenb.22/12: "Siehe, Ich komme schnell, Mein Lohn mit Mir, auf daß Ich gebe einem jeden nach seinem Werk". Joh.3/19-21: "Das ist das Gericht, daß das Licht gekommen ist in die Welt, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse; jeder, der Böses tut, hasset das Licht und kommt nicht zum Licht, daß nicht gerügt werden seine Werke; wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, daß geoffenbart werden seine Werke, weil sie in Gott getan sind". Joh.7/7: "Euch kann die Welt nicht hassen, Mich aber hasset sie, weil Ich zeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind". Joh.8/39,41: "Jesus sprach zu den Juden: Wenn ihr Söhne Abrahams wäret, würdet ihr die Werke Abrahams tun, ihr tut aber die Werke eures Vaters". Joh.13/17: "Wenn ihr dieses wißt, selig seid ihr, wenn ihr es tut". Matth.5/16,19: "Leuchten soll euer Licht vor den Menschen, daß sie sehen eure guten Werke. Wer tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel". Matth.7/22,23: "Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr, wird eingehen ins Reich der Himmel, sondern wer den Willen tut Meines Vaters, Welcher ist in den Himmeln. Viele werden sagen zu Mir an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte gewirkt? Aber dann werde Ich ihnen erklären: Ich kenne euch nicht, geht weg von Mir, ihr Übeltäter". Luk.13/25-27: "Der Hausvater wird antworten und zu ihnen sagen: Ich weiß nicht, woher ihr seid; dann werdet ihr anfangen zu sagen: gegessen haben wir vor Dir und getrunken, in unseren Gassen hast Du gelehrt; aber Er wird sagen: Ich sage euch, Ich weiß nicht, woher ihr seid, geht weg von Mir alle, ihr Übeltäter". Matth.7/24,26: "Jeder, der Meine Worte hört und tut sie, den werde Ich vergleichen einem klugen Mann; dagegen jeder, der Meine Worte hört, aber sie nicht tut, wird verglichen werden einem törichten Manne". Matth.16/27: "Kommen wird der Sohn des Menschen in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen Engeln, und dann wird Er vergelten einem jeden nach seinen Werken". Aus diesem wird klar, daß die Werke es sind, die den Menschen selig machen, und die den Menschen verdammen, daß nämlich die guten Werke selig machen und daß die bösen verdammen. Denn in den Werken ist das Wollen des Menschen. Wer das Gute wahrhaft will, der tut das Gute. Wer aber nicht das Gute will, mag er immerhin sagen, daß er das Gute wolle, will es dennoch nicht, wenn er es nicht tut; es ist, wie wenn er sagte: ich will es, aber ich will es nicht. Und weil der Wille selbst in den Werken ist, und dem Willen die Liebtätigkeit angehört, und zur Liebtätigkeit der Glaube gehört, so wird klar, was von Willen oder was von Liebtätigkeit und Glauben beim Menschen ist, wenn er es nicht tut, und mehr noch, wenn er das Gegenteil tut, nämlich böse Werke. Überdies muß man wissen, daß das Reich des Herrn beim Menschen beginnt mit dem Leben, das den Werken angehört. Denn alsdann ist er im Anfang der Wiedergeburt. Dagegen wenn das Reich des Herrn beim Menschen ist, so beschließt es sich in den Werken, und dann ist er wiedergeboren; denn alsdann ist der inwendige Mensch in entsprechender Weise im äußeren, und Sache des äußeren Menschen sind die Werke, und Sache des inwendigen ist die Liebtätigkeit und der Glaube aus ihr. Deshalb sind die Werke alsdann Liebtätigkeit. Weil somit das Leben des inwendigen Menschen in den Werken des äußeren Menschen hervortritt, darum zählt der Herr, wo Er vom Letzten Gericht handelt, bei Matth.25/32-46 eben nur Werke auf, und sagt: ins ewige Leben werden die eingehen, die gute Werke, und in die Verdammnis die, welche böse Werke getan haben. Aus dem Gesagten kann auch erhellen, was es bedeutet, was man von Johannes liest, daß er gelegen sei an der Brust und im Schoß Jesu, und daß er Ihn mehr als die übrigen geliebt habe: Joh.13/23,25; 21/20; denn durch Johannes wurden vorgebildet die guten Werke, man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22. Was Werke des Glaubens sind, die auch dessen Früchte nach dem Schein genannt werden können, und was Werke der Liebtätigkeit, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo vollständiger gesagt werden. 3935. "Und sie nannte seinen Namen Gad", 1. Mose 30/11, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens des Namens, sofern es die Beschaffenheit bezeichnet. Die eigentliche Beschaffenheit wird bezeichnet durch Gad, nämlich die Beschaffenheit des Guten des Glaubens und die Beschaffenheit der Werke. Durch die Beschaffenheit wird bezeichnet alles das, was irgend darinnen ist, hier im Guten des Glaubens und in den Werken, und dessen ist unzählig viel; denn bei einem jeden ist die Beschaffenheit verschieden, und ist auch entgegengesetzt bei denen, die nicht im Guten des Glaubens sind, somit nicht in guten Werken. Diese Beschaffenheit wird ebenfalls bezeichnet durch Gad, wenn derselbe im entgegengesetzten Sinn genannt wird. Das Gute des Glaubens, das dem inwendigen Menschen angehört, und die guten Werke, die dem äußeren Menschen angehören, welche entsprechen, wie Nr. 3949 gezeigt worden, ist das dritte allgemeine Mittel, das anerkannt werden muß mit dem Glauben und Tun, ehe der Mensch ins Reich des Herrn eingehen, d.h. durch Wiedergeburt eine Kirche werden kann. 3936. Vers 12,13: Und Silpa, die Magd der Leah, gebar den zweiten Sohn dem Jakob. Und Leah sprach: zu meiner Glückseligkeit, denn mich werden selig preisen die Töchter; und sie nannte seinen Namen Ascher. "Und Silpa, die Magd der Leah, gebar den zweiten Sohn dem Jakob" bedeutet die Anerkennung des zweiten Punktes; "und Leah sprach: zu meiner Glückseligkeit, denn mich werden selig preisen die Töchter" bedeutet im höchsten Sinn die Ewigkeit, im inneren die Seligkeit des ewigen Lebens, im äußeren den Lustreiz der Neigungen; "und sie nannte seinen Namen Ascher" bedeutet die Beschaffenheit. 3937. "Und Silpa, die Magd der Leah, gebar den zweiten Sohn dem Jakob", 1. Mose 30/12, bedeutet die Anerkennung des zweiten (Punktes), nämlich des allgemein Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Anerkennung, wovon Nr. 3911, 3915, 3919; aus der Bedeutung der Magd, sofern sie ist ein bejahendes Mittel, das zur Verbindung des äußeren Menschen mit dem inwendigen dient, wovon Nr. 3913, 3917; aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, hier eine allgemeine Wahrheit, wovon Nr. 3926; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, dann der Leah, wie auch der Silpa, wovon oben. Hieraus wird klar, was der innere Sinn dieser Worte ist, daß es nämlich ist die Anerkennung des zweiten allgemeinen Wahren, das zu einem Mittel dient, den äußeren Menschen mit dem inwendigen zu verbinden. 3938. "Und Leah sprach: zu meiner Glückseligkeit, denn mich werden selig preisen die Töchter", 1. Mose 30/13, bedeutet im höchsten Sinn die Ewigkeit, im inneren die Seligkeit des ewigen Lebens, im äußeren den Lustreiz der Neigungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Glückseligkeit (beatudinis), und aus der Bedeutung von "selig preisen werden mich die Töchter". Daß die Glückseligkeit im höchsten Sinn ist die Ewigkeit, kann nur erhellen aus der Entsprechung mit dem, was beim Menschen ist; denn was göttlich ist oder was unendlich, wird durch nichts anderes begriffen als durch Endliches, wovon der Mensch sich eine Vorstellung machen kann. Ohne eine Vorstellung aus Endlichem, und hauptsächlich ohne eine Vorstellung aus dem, was dem Raum und der Zeit angehört, kann der Mensch nichts von göttlichen Dingen begreifen, noch weniger vom Unendlichen. Der Mensch kann nicht einmal ohne die Vorstellung von Raum und Zeit etwas denken: Nr. 3404; denn dem Leibe nach ist er in der Zeit, somit den Gedanken nach, die sich aus äußeren sinnlichen Anschauungen bilden; hingegen die Engel, weil sie nicht in Zeit und Raum sind, haben die Vorstellungen eines Zustandes, daher kommt es, daß Räume und Zeiten im Wort Zustände bedeuten, man sehe Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3827. Aber es sind zweierlei Zustände, nämlich ein Zustand, der dem Raum entspricht, und ein Zustand, welcher der Zeit entspricht. Der Zustand, der dem Raum entspricht, ist der Zustand in betreff des Seins, und der Zustand, welcher der Zeit entspricht, ist der Zustand in betreff des Daseins: Nr. 2625; denn es sind zwei Ursachen, die den Menschen machen: das Sein und das Dasein. Das Sein des Menschen ist nichts anderes als das, was aufnimmt das Ewige, das ausgeht vom Herrn, denn die Menschen, Geister und Engel sind eben nur Aufnehmende oder Formen, die da aufnehmen das Leben vom Herrn. Die Aufnahme des Lebens ist es, von der das Dasein ausgesagt wird. Der Mensch glaubt, daß er sei, und zwar aus sich, da er doch nicht ist aus sich, sondern da ist (existit), wie schon gesagt worden. Das Sein ist allein im Herrn, und dasselbe wird genannt Jehovah; aus dem Sein, welches Jehovah, ist alles, was scheint, als ob es sei; aber das Sein des Herrn oder Jehovah kann gar niemand mitgeteilt werden, (als) allein dem Menschlichen des Herrn; dieses ist geworden das göttliche Sein, d.h. Jehovah. Daß der Herr nach beiderlei Wesen ist Jehovah, sehe man Nr. 1736, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035. Das Dasein (existere) wird zwar auch vom Herrn ausgesagt, aber nur während Er in der Welt war, und daselbst das göttliche Sein nach und nach anzog; hingegen nachdem Er das göttliche Sein geworden ist, kann das Dasein von Ihm nicht mehr anders gesagt werden, als wie etwas von Ihm Ausgehendes. Was von Ihm ausgeht, ist es, was erscheint wie ein Dasein in Ihm, aber es ist nicht in Ihm, sondern es ist von Ihm und macht, daß die Menschen, Geister und Engel da sind, d.h. leben. Das Dasein beim Menschen, Geist und Engel ist Leben, und sein Leben (vivere) ist ewige Seligkeit. Die Seligkeit des ewigen Lebens ist es, dem im höchsten Sinn entspricht die Ewigkeit, die vom göttlichen Sein des Herrn. Daß die Seligkeit (felicitas) des ewigen Lebens es ist, die im inneren Sinn bezeichnet wird durch Glückseligkeit ist klar, dann auch der Lustreiz der Neigungen im äußeren Sinn; somit ohne Erklärung. Aber es ist der Lustreiz der Neigung zum Wahren und Guten, welcher der Seligkeit des ewigen Lebens entspricht, der bezeichnet wird. Alle Neigungen haben ihre Lustreize; aber wie die Neigung, so beschaffen sind auch die Lustreize. Die Neigungen zum Bösen und Falschen haben auch ihre Lustreize, und ehe der Mensch wiedergeboren wird und vom Herrn die Neigungen zum Wahren und Guten empfängt, erscheinen jene Lustreize als die einzigen, so sehr, daß man glaubt, es gebe keine anderen Lustreize, folglich daß, wenn man derselben beraubt würde, man ganz verloren wäre. Dagegen die, welche vom Herrn die Lustreize der Neigungen zum Guten und Wahren empfangen, sehen mehr und mehr ein und werden inne, welcher Art die Lustreize jenes Lebens sind, von denen sie geglaubt hatten, es seien die einzigen, daß sie nämlich beziehungsweise gering, ja unsauber sind. Und je weiter man in den Lustreizen der Neigungen zum Wahren und Guten fortschreitet, desto mehr fängt der Mensch an, jene Lustreize des Bösen und Falschen gering zu schätzen und zuletzt sie zu verabscheuen. Ich redete zuweilen mit solchen im anderen Leben, die in den Lustreizen des Bösen und Falschen gewesen waren, und ich durfte ihnen sagen, daß sie nicht eher Leben haben könnten, als bis sie ihrer Lustreize beraubt würden. Aber sie sagten, wie solche in der Welt, daß, wenn sie derselben beraubt würden, sie kein Leben mehr hätten. Ich durfte aber antworten, daß dann erst das Leben anfange, und mit diesem Leben eine solche Seligkeit, wie sie im Himmel ist, die beziehungsweise unaussprechlich ist. Aber das konnten sie nicht begreifen, weil man von dem, was unbekannt ist, glaubt, es sei nichts. Ebenso verhält es sich mit allen in der Welt, die in der Selbst- und Weltliebe sind, und daher in keiner Liebtätigkeit. Dieselben kennen den Lustreiz jener Liebestriebe, aber nicht den Lustreiz von dieser, nämlich der Liebtätigkeit, daher wissen sie auch gar nicht, was Liebtätigkeit sei, und noch weniger, daß ein Lustreiz in der Liebtätigkeit liegt, da doch der Lustreiz der Liebtätigkeit es ist, der den ganzen Himmel erfüllt und dort Glück und Seligkeit macht, und wenn du es glauben willst, auch die Einsicht und Weisheit mit ihren Lustreizen. Denn in die Lustreize der Liebtätigkeit fließt der Herr ein mit dem Licht des Wahren und der Flamme des Guten, daher mit Einsicht und Weisheit. Falsches aber und Böses wirft jene zurück, erstickt und verkehrt sie, daher kommt Unweisheit und Unsinn. Hieraus kann erhellen, was der Lustreiz der Neigungen sei, und wie beschaffen derjenige ist, welcher der Seligkeit des ewigen Lebens entspricht. Der Mensch in unserer Zeit glaubt, wenn er nur in der letzten Todesstunde Glaubenszuversicht habe, in was immer für einer Neigung er während seines ganzen Lebenslaufes gelebt haben möge, so kann er in den Himmel kommen. Mit denen, die so gelebt und auch so geglaubt haben, habe ich auch zuweilen geredet: wenn solche ins andere Leben kommen, so denken sie zuerst nichts anderes, als daß sie in den Himmel eingehen können, wobei sie nicht achten auf ihr voriges Leben, daß sie nämlich durch dieses Leben den Lustreiz der Neigung zum Bösen und Falschen aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe, die ihre Zwecke waren, angenommen haben. Diesen durfte ich sagen, daß ein jeder in den Himmel zugelassen werden könne, weil keinem vom Herrn der Himmel verweigert werde, ob sie aber dort leben könnten, würden sie erkennen können, wenn sie zugelassen würden. Einige, die dieses beharrlich glaubten, wurden auch zugelassen. Aber weil dort das Leben der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten es ist, welche die ganze Lebenssphäre und Seligkeit ausmacht, fingen sie, als sie dorthin kamen an, beängstigt zu werden (denn in solcher Sphäre konnten sie nicht atmen), und dann die Häßlichkeit ihrer Neigungen, somit höllische Qual zu empfinden; daher stürzten sie sich jählings von da fort, indem sie sagten, daß sie von da weit weg sein wollten, und sich wunderten, daß das der Himmel sei, was für sie die Hölle. Hieraus wird klar, von welcher Art der eine Lustreiz ist und von welcher Art der andere, und daß die, welche im Lustreiz der Neigungen zum Bösen und Falschen sind, durchaus nicht unter denjenigen sein können, die im Lustreiz der Neigung zum Guten und Wahren, und daß dies Gegensätze sind, wie der Himmel und die Hölle, man sehe Nr. 537, 538, 539, 541, 547, 1397, 1398, 2130, 2401. Ferner, was die Seligkeit des ewigen Lebens betrifft, so kann der Mensch, der in der Neigung zum Guten und Wahren ist, wenn er in der Welt lebt, dieselbe nicht innewerden, sondern anstatt derselben einen gewissen Lustreiz. Ursache ist, weil er während (des Lebens) im Leibe in weltlichen Sorgen und daher in Ängstlichkeiten ist; diese machen, daß die Seligkeit des ewigen Lebens, die inwendig in ihm ist, dann nicht anders sich äußern kann, denn wenn jene von innen her einfließt in die Sorgen und Ängstlichkeiten, die auswendig beim Menschen sind, dann fällt sie unter die Sorgen und Ängstlichkeiten hinein und wird dann ein dunkler Lustreiz, ist aber dennoch ein Lustreiz, in dem ein Wohlsein ist, und in diesem ein Seligsein (felix). Das Zufriedensein in Gott ist ein solches. Wenn aber der Mensch des Leibes und zugleich jener weltlichen Dinge entkleidet wird, alsdann tritt die Seligkeit, die so dunkel in seinem inwendigeren Menschen verborgen war, hervor und offenbart sich. Weil die Neigung so oft genannt wird, so soll gesagt werden, was unter Neigung verstanden wird. Die Neigung ist nichts anderes als Liebe, aber das Stetige (continuum ejus) derselben; denn der Mensch ist entweder zum Bösen und Falschen oder zum Guten und Wahren geneigt aus Liebe. Weil diese Liebe in allem und im einzelnen bei ihm da ist und inwendig ist, so wird sie nicht empfunden als Liebe, sondern gestaltet sich verschieden nach den Dingen und nach den Zuständen und deren Veränderungen, und zwar stets in allem, was der Mensch will, denkt und tut. Dieses Stetige (continuum) der Liebe ist es, was Neigung genannt wird, und eben dieses Stetige ist es, was in des Menschen Leben regiert und was allen Lustreiz bei ihm macht. Und weil dies, so macht es sein eigentliches Leben, denn das Leben des Menschen ist eben nur der Lustreiz, der seiner Neigung angehört, somit eben nur die Neigung, die seiner Liebe angehört. Die Liebe ist das Wollen des Menschen, und daher ist sie sein Denken und so auch sein Tun. 3939. "Und sie nannte seinen Namen Ascher", 1. Mose 30/13, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von: nennen den Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wie oben. Die eigentliche Beschaffenheit ist es, die Ascher vorbildet. Ascher bedeutet in der Grundsprache die Glückseligkeit, schließt aber alles das in sich, was bezeichnet wird durch die Worte seiner Mutter Leah: "Zu meiner Glückseligkeit, weil mich selig preisen werden die Töchter", nämlich den Lustreiz der Neigungen, welcher der Seligkeit des ewigen Lebens entspricht. Dieses ist das vierte Allgemeine, das den äußeren Menschen mit dem inwendigen verbindet. Denn wenn der Mensch in sich jenen entsprechenden Lustreiz empfindet, dann fängt sein äußerer Mensch an, dem inwendigen verbunden zu werden. Die Lustreize, die den Neigungen zum Wahren und Guten angehören, sind es , die verbinden, denn ohne die Lustreize der Neigungen wird nichts verbunden; in ihnen nämlich ist das Leben des Menschen. Daß durch Neigungen alle Verbindung (geschieht), sehe man Nr. 3024, 3066, 3336, 3849, 3909. Durch die Töchter, die selig preisen werden, werden die Kirchen bezeichnet; man sehe Nr. 2362. Dieses nun wurde gesagt von der Leah, weil durch die Geburten der Mägde allgemeine Wahrheiten bezeichnet werden, welche die zur Verbindung dienenden Mittel sind, auf daß beim Menschen die Kirche ins Dasein trete. Denn wenn der Mensch diesen Lustreiz oder jene Neigung empfindet, dann fängt er an eine Kirche zu werden, und weil es sich so verhält, wird dies gesagt in Beziehung auf den vierten oder letzten Sohn von den Mägden. Im Wort wird hie und da Ascher genannt, aber dort wird durch ihn, wie auch durch die übrigen, die Beschaffenheit bezeichnet, von der dort die Rede ist, d.h., so wie sie beschaffen sind in jenem Zustand, um den es sich dort handelt. Und es verhält sich auch ihre Beschaffenheit der Ordnung gemäß, in der sie genannt werden, so z.B. anders, wenn der Anfang genommen wird mit Ruben oder dem Glauben, anders wenn von Jehudah oder der himmlischen Liebe, und anders wenn von Joseph oder der geistigen Liebe; denn das Wesen und die Beschaffenheit des Anfangs pflanzt sich fort und geht über auf die übrigen. Daher die verschiedenen Bedeutungen in den Stellen, so wie genannt werden. Hier, wo von ihrer Geburt gehandelt wird, wird durch sie bezeichnet Allgemeines der Kirche, mithin alles dem Glauben und der Liebe Angehörige, was die Kirche macht; und zwar aus dem Grund, weil im Vorhergehenden von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wird, oder von den Zuständen des Menschen, ehe er eine Kirche wird, und im höchsten Sinn vom Herrn, wie Er Sein Menschliches göttlich machte; somit vom Aufsteigen auf der Leiter, die in Bethel von Jakob gesehen wurde, bis zu Jehovah. 3940. Vers 14-16: Und Ruben ging in den Tagen der Weizenernte und fand Dudaim im Felde, und brachte sie zu Leah, seiner Mutter; da sprach Rachel zu Leah: Gib doch mir von den Dudaim deines Sohnes. Und sie sprach zu ihr: Ist es zu wenig, daß du genommen hast meinen Mann, und du willst auch nehmen die Dudaim meines Sohnes? Und Rachel sprach: Deswegen soll er liegen mit dir in dieser Nacht für die Dudaim deines Sohnes. Und Jakob kam vom Felde am Abend, und Leah ging aus ihm entgegen, und sprach: Zu mir wirst du kommen, weil ich dich gedinget, ja gedinget habe um die Dudaim meines Sohnes; und er lag mit ihr in jener Nacht. "Und Ruben ging in den Tagen der Weizenernte" bedeutet den Glauben in Ansehung des Zustands seiner Liebe und Liebtätigkeit; "und fand Dudaim im Felde" bedeutet dasjenige, was der ehelichen Liebe angehört im Wahren und Guten der Liebtätigkeit und der Liebe; "und brachte sie zu Leah, seiner Mutter" bedeutet Anwendung auf die Neigung zum äußeren Wahren; "da sprach Rachel zu Leah" bedeutet das Innewerden der Neigung und das Verlangen des inwendigeren Wahren; "gib doch mir von den Dudaim deines Sohnes" bedeutet (Verlangen) nach dem, was der ehelichen Liebe angehört, wodurch es gegen- und wechselseitig verbunden werden sollte; "und sie sprach zu ihr: Ist es zu wenig, daß du genommen hast meinen Mann" bedeutet, daß es das eheliche Verlangen sei; "und du willst auch nehmen die Dudaim meines Sohnes?" bedeutet, daß sie so das eheliche (Einvernehmen) des natürlich Guten mit dem äußeren Wahren entzöge; "und Rachel sprach" bedeutet Zustimmung; "deswegen soll er liegen mit dir in dieser Nacht für die Dudaim deines Sohnes" bedeutet, daß es verbunden werden soll; "und Jakob kam vom Felde am Abend" bedeutet das Wahr-Gute im Zustand des Guten, aber im Dunkeln, wie es dem Natürlichen (zukommt); "und Leah ging aus ihm entgegen" bedeutet das Verlangen von seiten der Neigung zum äußeren Wahren; "und sprach: Zu mir wirst du kommen" bedeutet, daß es ihr verbunden werden möchte; "weil ich dich gedinget, ja gedinget habe um die Dudaim meines Sohnes" bedeutet, es sei aus Vorsorge so die Übereinkunft getroffen; "und er lag mit ihr in jener Nacht" bedeutet Verbindung. 3941. "Und Ruben ging in den Tagen der Weizenernte", 1. Mose 30/14, bedeutet den Glauben in Ansehung des Zustandes seiner Liebe und Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er ist der Glaube, der das erste der Wiedergeburt ist, wovon Nr. 3861, 3866; aus der Bedeutung der Tage, sofern sie sind Zustände, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785; aus der Bedeutung des Weizens, sofern er ist die Liebe und Liebtätigkeit, worüber folgt; daher ist die Weizenernte der fortschreitende Zustand der Liebe und Liebtätigkeit. Durch die vier Söhne Jakobs von den Mägden wurde gehandelt von den Mitteln der Verbindung des äußeren Menschen mit dem inwendigen; jetzt wird gehandelt von der Verbindung des Guten und Wahren durch die übrigen Söhne; daher zuerst von den Dudaim, durch die diese Verbindung oder Ehe (conjugiale) bezeichnet wird. Daß die Weizenernte der fortschreitende Zustand der Liebe und Liebtätigkeit ist, hat den Grund, weil das Feld die Kirche bedeutet, somit was der Kirche angehört, und die Samen, die ins Feld gesät werden, bedeuten dasjenige, was dem Guten und Wahren angehört; und was daraus erwächst, als Weizen, Gerste und mehreres, das, was der Liebe und Liebtätigkeit, wie auch dem Glauben angehört. Die Zustände der Kirche in betreff dessen werden deswegen mit der Saat und der Ernte verglichen, wie sie auch Saat und Ernte genannt werden, wie 1. Mose 8/22, Nr. 932. Daß Weizen dasjenige ist, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört, kann auch aus folgenden Stellen erhellen: 5. Mose 32/13,14: "Jehovah läßt ihn reiten auf den Höhen des Landes, und speiset (ihn) mit dem Gewächs der Felder, läßt (ihn) saugen Honig aus dem Felsen, und Öl aus dem Fels des Gesteins, Butter von den Rindern, und Milch von der Schafherde, mit dem Fett der Lämmer und Widder, der Söhne Baschans, und der Böcke, mit dem Fett der Nieren des Weizens, und das Blut der Traube trinkst du als lauteren Wein": Hier wird im inneren Sinn gehandelt von der Alten Kirche und deren Zustand, als sie neu hergestellt war; alles der Liebe und Liebtätigkeit, und alles dem Glauben Angehörige, was in ihr, wird durch Bezeichnendes beschrieben. Das Fett der Nieren des Weizens ist das Himmlische der Liebe und Liebtätigkeit, und weil das Fett oder die Fettigkeit das Himmlische, Nr. 353, und der Weizen die Liebe bedeutet, darum werden sie hie und da im Wort verbunden; wie auch bei Ps.81/14,17: "O daß mein Volk Mir gehorchte, Israel in Meinen Wegen wandelte, Ich würde sie speisen mit dem Fett des Weizens, und aus dem Felsen würde Ich mit Honig sie sättigen". Ps.147/14: "Jehovah, der deiner Grenze Frieden gibt, mit dem Fett der Weizen sättigt Er dich". Daß der Weizen die Liebe und Liebtätigkeit sei, bei Jerem.12/10,12,13: "Viele Hirten haben verdorben meinen Weinberg, haben zertreten das Erbteil meines Feldes, haben gemacht das Erbteil meines Feldes zur Wüste der Verödung; auf alle Hügel in der Wüste sind gekommen Verstörer, denn das Schwert Jehovahs frißt vom Ende des Landes bis zum Ende des Landes, kein Friede irgendeinem Fleisch, sie haben Weizen gesät, und Dornen geerntet": der Weinberg und das Feld für die Kirche, Wüste der Verödung für ihre Verwüstung; das fressende Schwert für die Verwüstung des Wahren, kein Friede bedeutet kein anregendes Gutes, Weizen säen bedeutet Gutes, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört; Dornen ernten für Böses und Falsches, das der Selbst- und Weltliebe angehört. Daß der Weinberg die geistige Kirche ist: Nr. 1069, das Feld die Kirche in Ansehung des Guten: "Nr. 2771; Wüste die Verwüstung: Nr. 1927, 2708; fressendes Schwert die Verwüstung des Wahren: Nr. 2799; Friede das anregende Gute: Nr. 3780. Joel 1/10,11,13: "Verwüstet ist das Feld, traurig ist der Boden, weil verwüstet ist das Getreide, vertrocknet der Most, verschmachtet das Öl, zuschanden worden sind die Ackerleute, geheult haben die Weingärtner, über den Weizen, und über die Gerste, weil verloren ist die Ernte des Feldes; umgürtet euch und klaget, ihr Priester, heulet, ihr Diener des Altars": Daß hier der Zustand der verwüsteten Kirche es ist, der beschrieben wird, ist für jeden klar; somit daß das Feld und der Boden die Kirche bezeichnet, das Getreide ihr Gutes und der Most das Wahre: Nr. 3580; der Weizen himmlische Liebe, die Gerste geistige Liebe; und weil vom Zustand der Kirche die Rede ist, wird gesagt: umgürtet euch und klaget, ihr Priester, und heulet, ihr Diener des Altars. Hes.4/9,12: "Der Geist Jehovahs (sprach) zum Propheten: nimm dir Weizen, und Gerste, und Bohnen, und Linsen, und Hirse, und Spelt, und tue es in ein Gefäß, und mache es dir zu Brot; mit Kot von Menschenmist sollst du einen Kuchen machen vor ihren Augen: so werden essen die Söhne Israels ihr unreines Brot": hier (wird gehandelt) von der Entweihung des Guten und Wahren; Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse, Spelt für Gattungen des Guten und daher des Wahren; Brot daraus oder Kuchen mit Kot von Menschenmist bedeutet die Entweihung von alle dem. Joh.Offenb.6/6: "Ich sah, und siehe, da war ein schwarzes Pferd, und der darauf Sitzende hatte eine Waage in seiner Hand; ich hörte eine Stimme aus der Mitte der vier Tiere sagen: ein Maß Weizen um einen Denar, und drei Maß Gerste um einen Denar; dem Öl aber und dem Wein tue kein Leid": wo ebenfalls von der Verwüstung des Guten und Wahren; ein Maß Weizen um einen Denar, soviel als die Liebe sei so selten, drei Maß Gerste um einen Denar, soviel als: die Liebtätigkeit. Hes.27/17: "Jehudah und das Land Israels waren deine Handelsleute, in Weizen, Minith und Pannag, und Honig und Öl und Balsam machten sie zu deinen Handelsgeschäften": wo von Tyrus die Rede ist, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden; Gutes der Liebe und Liebtätigkeit, und deren Beseligendes sind Weizen, Minith und Pannag, und Honig, Öl, Balsam; Jehudah ist die himmlische Kirche, das Land Israels ist die geistige, aus dem jenes kommt; Handelsgeschäfte sind Erwerbungen. 5. Mose 8/8: "Ein Land des Weizens und der Gerste, und des Weinstocks und des Feigenbaums, und des Granatapfelbaums, ein Land des Ölbaums, des Öls und des Honigs": Beschreibung des Landes Kanaan, das im inneren Sinn ist das Reich des Herrn: Nr. 1413, 1437, 1585, 1607, 3038, 3705; Gutes der Liebe und Liebtätigkeit ist dort der Weizen und die Gerste; Gutes des Glaubens ist der Weinstock und der Feigenbaum. Matth.3/12: "Dessen Wurfschaufel ist in Seiner Hand, und Er wird durchreinigen seine Tenne, und wird sammeln Seinen Weizen in die Scheuer, die Spreu aber wird Er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer": so Johannes der Täufer vom Herrn. Weizen für Gutes der Liebe und Liebtätigkeit, Spreu bedeutet das, worin nichts Gutes. Matth.13/30: "Lasset miteinander wachsen beides bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde Ich sagen zu den Schnittern: sammelt zuerst das Unkraut, und bindet es zusammen in Bündel, sie zu verbrennen, den Weizen aber tut zusammen in meine Scheune": Unkraut für Böses und Falsches, Weizen für Gutes; es sind Vergleichungen, aber die Vergleichungen im Wort geschehen alle durch Bezeichnendes. 3942. "Und fand Dudaim im Felde", 1. Mose 30/14, bedeutet das, was der ehelichen Liebe angehört im Wahren und Guten der Liebtätigkeit und der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von Dudaim, sofern sie sind das, was der ehelichen Liebe angehört, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es ist die Kirche, mithin das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit, weil dieses die Kirche macht, wovon Nr. 368, 2971, 3196, 3310, 3500, 3508, 3766. Was die Dudaim sind, wissen die Ausleger nicht; sie meinen, es seien Früchte oder Blumen gewesen, die auch nach eines jeden Meinung genannt werden; aber was für eine Gattung (es war), ist nicht wichtig zu wissen, nur daß bei den Alten, die Angehörige der Kirche waren, alle Früchte und Blumen bezeichnend waren; denn es war ihnen bekannt, daß die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne sei: Nr. 3483, und daß alles, was in ihren drei Reichen sich findet, vorbilde, und das einzelne etwas Besonderes in der geistigen Welt, so auch die einzelnen Früchte und die einzelnen Blumen. Daß durch Dudaim das Eheliche des Guten und Wahren bezeichnet wurde, kann aus der Sachfolge im inneren Sinn hier erhellen; dann auch aus der Ableitung jenes Wortes in der Grundsprache, denn es wird abgeleitet von dem Wort Dudim, das Liebkosungen und durch sie Verbindung bedeutet; daß daher Dudaim kommt, und daß es das Eheliche bedeutet, wird klar aus Folgendem: Hohelied 7/13,14: "Frühe wollen wir aufstehen zu den Weinbergen, wollen sehen, ob aufgeblüht ist der Weinstock, getrieben hat die Traube, Blüten hervorgebracht haben die Granatäpfel, daselbst will ich dir geben meine Liebkosungen (Dudim), die Dudaim haben gegeben ihren Geruch": hieraus wird klar, was Dudaim bedeutet. Was das Buch, worin dieses steht und welches das Hohelied genannt wird, betrifft, so ist es nicht unter denen, die Moses und die Propheten genannt werden, weil es keinen inneren Sinn hat, sondern verfaßt ist in alter Schreibart, voll von Bezeichnungen, die aus den Büchern der Alten Kirche zusammengehäuft sind, und meistens solchen, die in der Alten Kirche die himmlische und geistige, hauptsächlich die eheliche Liebe bezeichnet haben; daß es ein solches Buch ist, wird auch daraus klar, daß wie es nicht der Fall ist in den Büchern, die Moses und die Propheten genannt werden, im Buchstabensinne mehreres, was unziemlich ist, vorkommt, weil aber solches, was bezeichnend für himmlische und eheliche Liebe ist, in demselben zusammengetragen ist, so scheint es, als ob auch etwas Geheimsinniges darin wäre. Aus der Bedeutung von Dudaim kann nun erhellen, daß dadurch, daß Ruben Dudaim im Felde gefunden habe, bezeichnet wird das Eheliche, das im Wahren und Guten der Liebe und Liebtätigkeit ist, d.h. was verbunden werden kann; denn das Eheliche ist nichts anderes im geistigen Sinn, als dasjenige Wahre, das verbunden werden kann mit dem Guten, und dasjenige Gute, das verbunden werden kann mit dem Wahren; daher kommt auch alle eheliche Liebe: Nr. 2728, 2729, 3132; deshalb ist echte eheliche Liebe nicht möglich, wenn man nicht im Guten und Wahren, somit zugleich in der himmlischen Ehe ist. 3943. "Und brachte sie zu Leah, seiner Mutter", 1. Mose 30/14, bedeutet die Anwendung auf die Neigung zum äußeren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von bringen, sofern es hier ist Anwendung; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung, zum äußeren Wahren, wovon Nr. 3793, 3819. 3944. "Da sprach Rachel zu Leah", 1. Mose 30/14, bedeutet das Innewerden der Neigung, und das Verlangen des inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 3395; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; daß es hier die Neigung und das Verlangen jenes Wahren ist, wird auch aus demjenigen klar, was gleich folgt, denn Rachel sagt: gib mir doch von den Dudaim deines Sohnes. 3945. "Gib mir doch von den Dudaim deines Sohnes", 1. Mose 30/14, bedeutet Neigung und Verlangen nach dem, was der ehelichen Liebe angehört, wodurch es gegen- und wechselseitig verbunden werden sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung von Dudaim, sofern sie sind dasjenige, was der ehelichen Liebe angehört, wovon Nr. 3942; daß es ist Neigung und Verlangen, leuchtet ein: Nr. 3944; daß die eheliche Liebe eine gegen- und wechselseitige Verbindung ist, sehe man Nr. 2731. 3946. "Und sie sprach zu ihr: Ist es zu wenig, daß du genommen hast meinen Mann", 1. Mose 30/15, bedeutet, es sei das eheliche Verlangen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen einen Mann, der auch einer anderen gehört, wie hier den Jakob, der auch der Leah angehört, sofern es eine gegenseitige Liebe zwischen ihnen in sich schließt; daher kommt es, daß durch die Worte: ist es zu wenig, daß du genommen hast meinen Mann, bezeichnet wird das eheliche Verlangen. 3947. "Und du willst auch nehmen die Dudaim meines Sohnes", 1. Mose 30/15, bedeutet, sie entziehe so das eheliche Einvernehmen des natürlich Guten mit dem äußeren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von nehmen, sofern es hier ist entziehen; aus der Bedeutung von Dudaim, sofern es ist das Eheliche, wovon Nr. 3942, und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, hier das äußere Wahre, weil es Leah ist, die es sagt, die das äußere Wahre ist, wie oben gezeigt wurde. 3948. "Und Rachel sprach: deswegen soll er liegen mit dir in dieser Nacht für die Dudaim deines Sohnes", 1. Mose 30/15, bedeutet Zustimmung, daß es verbunden werden soll. Dies kann erhellen ohne Erklärung. 3949. "Und Jakob kam vom Felde am Abend", 1. Mose 30/16, bedeutet das Wahr-Gute im Zustand des Guten, aber im Dunkeln, wie es dem Natürlichen zukommt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Wahr-Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3669, 3677, 3775, 3829; aus der Bedeutung des Feldes, sofern es ist die Kirche in Ansehung des Guten, wovon Nr. 2971, somit das Gute; und aus der Bedeutung des Abends, sofern er ist das Dunkle, wovon Nr. 3056, 3833. 3950. "Und Leah ging aus ihm entgegen, und sprach: zu mir wirst du kommen", 1. Mose 30/16, bedeutet das Verlangen von seiten der Neigung zum äußeren Wahren, daß es mit ihr verbunden werden möchte. Dies kann erhellen aus der vorbildlichen Bedeutung der Leah, sofern sie ist die Neigung zum äußeren Wahren, wovon oben. Daß es das Verlangen nach Verbindung, leuchtet ohne Erklärung ein. 3951. "Weil ich dich gedinget, ja gedinget habe um die Dudaim meines Sohnes", 1. Mose 30/16, bedeutet, es sei so aus Vorsorge die Übereinkunft getroffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von dingend Dingen, sofern es ist Übereinkunft, wie auch aus dem Vorhergehenden klar ist. Aus Vorsorge ist es, weil alle Verbindung des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren, geschieht beim Menschen durch Vorsorge, d.h. durch die Vorsehung des Herrn, denn es ist hier die Rede von der Verbindung des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten, somit von dem Guten, das dem Menschen angeeignet wird. Denn das Gute ist nicht gut beim Menschen ehe es verbunden ist mit dem Wahren; und weil alles Gute vom Herrn kommt, d.h. alle Aneignung des Guten durch seine Verbindung mit dem Wahren, darum wird hier gesagt durch Vorsorge. Die Vorsehung des Herrn beschäftigt sich hauptsächlich mit dieser Verbindung. Durch sie wird der Mensch ein Mensch, und unterscheidet sich von den unvernünftigen Tieren, und wird insoweit ein Mensch, inwieweit er dies von ihr aufnimmt, d.h., inwieweit er den Herrn es wirken läßt. Das also ist das Gute beim Menschen. Ein anderes Gute, das geistig ist und in Ewigkeit bleibt, gibt es nicht; und auch das Gute des äußeren Menschen, das die Annehmlichkeiten des Lebens bildet, solang der Mensch in der Welt lebt, ist nur in dem Maß gut, als es etwas von jenem Guten in sich hat, wie z.B. das Gute des Reichtums: in dem Maß, als der Reichtum in sich hat das geistig Gute, d.h. das Wohl des Nächsten, das Wohl des Vaterlandes oder das öffentliche und das Wohl der Kirche zum Zweck hat, ist er etwas Gutes. Diejenigen dagegen, die den Schluß machen, daß das geistige Gute, wovon die Rede ist, nicht möglich sei in weltlichem Wohlstand, und deshalb sich bereden, daß, um für den Himmel zu leben, sie demselben entsagen müssen, täuschen sich sehr. Denn wenn sie demselben entsagen, oder sich desselben entledigen, dann können sie niemanden Gutes tun, und sie selber können in der Welt nur im Elend leben, somit nicht mehr zum Zweck haben das Wohl des Nächsten und das Wohl des Vaterlandes, nicht einmal das Wohl der Kirche, sondern nur sich selber, nämlich daß sie selig und größer als andere werden im Himmel. Außerdem setzen sie sich, wenn sie den weltlichen Dingen entsagen, auch der Verachtung aus, weil sie sich in den Augen anderer auch wertlos, mithin untauglich machen zu dienen und Geschäfte zu verrichten. Wenn sie aber diese zum Zweck haben, dann betrachten sie auch als Zweck oder Mittel den Zustand, der es ihnen möglich macht, den Zweck auszuführen. Es verhält sich hiermit ebenso wie mit der Nahrung des Menschen, die Nahrung hat zum Zweck, daß ein gesundes Gemüt sei in einem gesunden Leibe, wenn der Mensch dem Leibe seine Nahrung beraubt, dann beraubt er sich auch des Zustandes des Zweckes. Wer also ein geistiger Mensch ist, der verachtet weder die Nahrung, noch das Angenehme derselben, aber er betrachtet sie nicht als Zweck, sondern als Mittel, dem Zweck zu dienen. Hieraus als aus einem Beispiel kann der Schluß gemacht werden auf das übrige. 3952. "Und er lag mit ihr in jener Nacht", 1. Mose 30/16, bedeutet Verbindung. Dies kann auch ohne Erklärung erhellen. Daß das Vorhergehende größtenteils bloß nach den Bedeutungen der Worte im inneren Sinn erklärt worden ist, hat den Grund, weil es solcher Art ist, daß es nicht begriffen werden kann, wenn es nicht in einem Zusammenhang auseinandergesetzt wird; denn es wird gehandelt von der Verbindung des Wahren mit dem Guten, und des Guten mit dem Wahren, und diese Verbindung ist das Eheliche, das im geistigen Sinn verstanden ist, d.h. die Verbindung, die beim Menschen und in der Kirche die himmlische Ehe macht. Die Geheimnisse dieser himmlischen Ehe sind hier beschrieben und geoffenbart, und zwar folgende: Die himmlische Ehe ist die des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten, aber nicht zwischen dem Guten und Wahren eines und desselben Grades, sondern zwischen dem Guten und Wahren niederen und höheren Grades, d.h. nicht zwischen dem Guten des äußeren Menschen und dem Wahren ebendesselben, sondern zwischen dem Guten des äußeren Menschen und dem Wahren des inwendigen, oder was gleich, nicht zwischen dem Guten des natürlichen Menschen und seinem Wahren, sondern zwischen dem Guten des natürlichen Menschen und dem Wahren des geistigen. Diese Verbindung ist es, die eine Ehe macht. Ebenso verhält es sich im inwendigen oder geistigen Menschen: in demselben ist zwischen dem Guten und Wahren keine himmlische Ehe, sondern zwischen dem Guten des geistigen Menschen und dem Wahren des himmlischen Menschen, denn der himmlische Mensch steht beziehungsweise in einem höheren Grade, und es ist auch keine himmlische Ehe zwischen dem Guten und Wahren daselbst, sondern zwischen dem Guten des himmlischen Menschen und dem göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht. Hieraus wird auch klar, daß die göttliche Ehe des Herrn selbst nicht ist zwischen dem göttlich Guten und dem göttlich Wahren in Seinem Göttlich-Menschlichen, sondern zwischen dem Guten des Göttlich-Menschlichen, und dem Göttlichen Selbst, d.h. zwischen dem Sohn und dem Vater; denn das Gute des Göttlich-Menschlichen des Herrn wird im Wort Sohn Gottes und das Göttliche Selbst Vater genannt. Diese Geheimnisse sind es, die im inneren Sinn enthalten sind in dem, was von den Dudaim gesagt wird. Jeder kann sehen, daß ein Geheimnis darin liegt, denn die bloße Erzählung, daß Ruben im Felde Dudaim gefunden, und Rachel sie verlangt und dafür, daß sie sie erhielt, versprochen habe, ihr Mann dürfe mit jener liegen, und daß Leah dem Jakob, als er vom Felde kam am Abend, entgegengegangen sei und gesagt habe, sie habe ihn gedinget für die Dudaim, wäre zu unbedeutend, als daß es eine Geschichte im Wort bilden sollte, wenn nicht etwas Göttliches darin verborgen wäre, aber was für ein Göttliches, kann niemand wissen, wenn er nicht weiß, was durch die Söhne Jakobs und die nach ihnen genannten Stämme bezeichnet wird. Sodann wenn er nicht den Sachzusammenhang im inneren Sinn weiß, und überdies wenn er nicht weiß, was die himmlische Ehe ist, denn von dieser ist die Rede, daß sie nämlich die Verbindung des Guten des äußeren Menschen mit der Neigung zum Wahren des inwendigen Menschen ist. Aber damit man dieses Geheimnis deutlicher wisse, mag es noch weiter beleuchtet werden: Die Wahrheiten des äußeren Menschen sind Wißtümliches und Lehren, die er zuerst durch die Eltern, dann durch Lehrer, hernach durch Bücher und zuletzt durch eigenes Studium empfangen hat. Das Gute des äußeren Menschen ist das Vergnügen und die Lust, die er durch jene empfindet. Wißtümliches, das Wahrheiten enthält, und Lustreize, die Gutes sind, werden verbunden; aber sie machen bei ihm keine himmlische Ehe; denn bei denjenigen, die in der Selbst- und Weltliebe sind, und daher im Bösen und Falschen, ist das Wißtümliche, ja sogar die Lehren mit Lustreizen verbunden, aber es sind Lustreize jener bösen Liebestriebe, mit denen auch Wahrheiten verbunden werden können, aber dennoch sind solche außer der himmlischen Ehe. Wenn dagegen das Vergnügen oder der Lustreiz, der das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen ist, aus geistiger Liebe stammt, d.h. aus der Liebe gegen den Nächsten, gegen das Vaterland oder das Gemeinwesen, gegen die Kirche, gegen das Reich des Herrn, und noch mehr aus himmlischer Liebe, welche ist die zum Herrn, und dieses vom inwendigen oder geistigen Menschen einfließt in den Lustreiz des äußeren oder natürlichen Menschen, und denselben (Lustreiz) bilden, dann macht jene Verbindung mit dem Wißtümlichen und den Lehren des äußeren oder natürlichen Menschen bei ihm die himmlische Ehe. Dies kann nicht geschehen bei den Bösen, sondern nur bei den Guten, die nämlich jenes zum Zweck haben. Wie es sich aber mit dem Einfluß des inwendigen oder geistigen Menschen in den äußeren oder natürlichen verhält, sehe man, was Nr. 3286, 3288, 3314, 3321 darüber gesagt wurde. Hat man dieses vorher erkannt, dann kann man wissen, was durch das einzelne, das oben bloß nach dem inneren Sinn der Worte erklärt wurde, bezeichnet wird; z.B. daß Ruben, der das Wahre des Glaubens bezeichnet, welches das erste der Wiedergeburt ist, Dudaim gefunden, daß er sie zu seiner Mutter Leah, welche ist die Neigung zum äußeren Wahren gebracht habe, daß Rachel, welche ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, sie verlangt habe, und daß sie ihr auch gegeben worden seien, daß Leah deswegen gelegen sei mit ihrem Mann Jakob, welcher ist das Gute des Wahren im natürlichen Menschen; dann im folgenden, daß dem Jakob Söhne von der Leah geboren wurden; Jisaschar und Sebulon, durch die bezeichnet und vorgebildet wird das, was der ehelichen Liebe, somit was der himmlischen Ehe angehört, und nachher Joseph, durch den bezeichnet und vorgebildet wird das geistige Reich des Herrn, das eben die Ehe ist, von der gehandelt wird. 3953. Vers 17,18: Da erhörte Gott Leah; und sie empfing und gebar dem Jakob den fünften Sohn. Und Leah sprach: gegeben hat mir Gott meinen Lohn, daß ich gegeben habe meine Magd meinem Mann; und sie nannte seinen Namen Jisaschar. "Da erhörte Gott Leah" bedeutet die göttliche Liebe, "und sie empfing und gebar dem Jakob den fünften Sohn" bedeutet Aufnahme und Anerkennung; "und Leah sprach: gegeben hat mir Gott meinen Lohn, daß ich gegeben habe meine Magd meinem Mann" bedeutet im höchsten Sinn das göttlich Gute des Wahren und das Wahre des Guten, im inneren die himmlische eheliche Liebe, im äußeren die gegenseitige Liebe; "und sie nannte seinen Namen Jisaschar" bedeutet die Beschaffenheit. 3954. "Da erhörte Gott Leah", 1. Mose 30/17, daß dies die göttliche Liebe bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von hören auf jemand, wenn es gesagt wird von Gott oder dem Herrn, sofern es ist die göttliche Liebe; denn hören auf jemand, heißt tun, was er bittet und wünscht, weil dies aus dem göttlich Guten, und das göttlich Gute aus der göttlichen Liebe kommt, so ist es die göttliche Liebe, die durch hören auf jemand bezeichnet wird. Mit dem inneren Sinn des Wortes verhält es sich so, daß er, wenn der Buchstabensinn zum Himmel aufsteigt, und dort eintritt in die Sphäre, wo man aus dem Herrn und über den Herrn, und über das, was des Herrn ist, denkt, dann erst von den Engeln so vernommen wird; denn der innere Sinn ist das Wort für die Engel, dem der Buchstabensinn als Grundlage oder Mittel des Denkens dient. Der Buchstabensinn kann nämlich nicht zu den Engeln kommen, weil er von weltlichen, irdischen und leiblichen Dingen in den meisten Stellen handelt, worüber die Engel nicht denken können, weil sie in geistigen und himmlischen Dingen sind, und also weit über jenen (stehen). Darum ist das Wort gegeben worden, das dem Menschen, und zugleich den Engeln dienen kann; darin unterscheidet sich das Wort von jeder anderen Schrift. 3955. "Und sie empfing und gebar dem Jakob den fünften Sohn", 1. Mose 30/17, bedeutet Aufnahme und Anerkennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es ist Aufnahme, und von gebären, sofern es ist Anerkennung, wovon Nr. 3860, 3868, 3905, 3911, 3919. 3956. "Und Leah sprach: gegeben hat mir Gott meinen Lohn, daß ich gegeben habe meine Magd meinem Mann", 1. Mose 30/18, daß dies im höchsten Sinn das göttlich Gute des Wahren, und das Wahre des Guten, im inneren die himmlische eheliche Liebe, im äußeren die gegenseitige Liebe bedeutet, kann erhellen aus der Bedeutung des Lohnes. Der Lohn wird im Wort hie und da genannt, aber wenige wissen, was durch Lohn dort bezeichnet wird. Bekannt ist in den Kirchen, daß durch Gutes, das der Mensch tut, nichts verdient werden kann, denn das Gute, das er tut, ist nicht sein, sondern des Herrn; und daß das Verdienen oder das Verdienst auf den Menschen abzielt, daß es somit sich verbindet mit der Selbstliebe, und mit dem Gedanken an das Hervorragen des eigenen Ich über andere, folglich mit der Verachtung anderer, deshalb sind die Werke, die um des Lohnes willen geschehen, an sich nicht gut, denn sie entspringen nicht aus der echten Quelle, nämlich aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Die Liebtätigkeit gegen den Nächsten hat in sich, daß sie ihm so wohl will, als sich selber, und bei den Engeln, daß sie ihm mehr wohl wollen, als sich selber; auch die Neigung der Liebtätigkeit ist solcher Art. Daher verschmäht auch die Neigung der Liebtätigkeit alles Verdienst, mithin alles Wohltun, das auf Lohn abzielt. Lohn ist für die, welche in der Liebtätigkeit sind, daß sie können wohltun, und daß sie dürfen wohltun; und daß die Wohltat angenommen wird. Dieses ist die eigentliche Lust, ja Glückseligkeit, die bei denjenigen ist, die in der Neigung der Liebtätigkeit sind. Hieraus kann erhellen, was der Lohn ist, der im Wort erwähnt wird, daß er nämlich ist die Lust und Glückseligkeit der Neigung der Liebtätigkeit, oder was gleich ist, die Lust und Glückseligkeit der gegenseitigen Liebe: Nr. 3816; denn die Neigung der Liebtätigkeit und die gegenseitige oder Nächstenliebe ist das gleiche; man sehe was Nr. 1110, 1111, 1774, 1835, 1877, 2027, 2273, 2340, 2373, 2400 gesagt wurde. Aus diesem wird klar, daß durch Lohn hier im äußeren Sinn bezeichnet wird die gegenseitige Liebe. Daß durch Lohn im noch höheren oder im inneren Sinn die himmlische eheliche Liebe bezeichnet wird, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 2618, 2739, 2741, 2803, 3024, 3132, 3952 über die himmlische Ehe gesagt wurde, daß sie nämlich ist die Verbindung des Guten und Wahren, und daß die gegenseitige Liebe aus dieser Verbindung oder aus dieser Ehe kommt: Nr. 2737, 2738. Hieraus kann erhellen, daß der Lohn im inneren Sinn die himmlische eheliche Liebe bezeichnet. Daß der Lohn im höchsten Sinn das göttlich Gute des Wahren ist und das Wahre des Guten, wird daraus klar, daß daher die himmlische Ehe kommt; denn im Herrn ist diese Vereinigung, und von Ihm geht sie aus, und sie macht, wenn sie in den Himmel einfließt, das Eheliche des Guten und Wahren, und durch diese die gegenseitige Liebe. Aus diesem, was gesagt wurde, und aus jenem, was vorhergeht, wird klar, was durch die Worte der Leah: "Gegeben hat (mir) Gott meinen Lohn, daß ich gegeben habe meine Magd meinem Manne", im inneren Sinn bezeichnet wird; denn durch die Magd wurde bezeichnet das bejahende Mittel, das der Verbindung des äußeren und inwendigen Menschen dient: Nr. 3913, 3917, 3931; ehe also bejaht und anerkannt ist, was durch die Söhne der Mägde bezeichnet wurde, kann keine Verbindung des Guten und Wahren ins Dasein treten, somit auch keine gegenseitige Liebe; denn jene Bejahungen müssen notwendig vorhergehen. Dieses ist es, was unter jenen Worten verstanden wird. 3957. "Und sie nannte seinen Namen Jisaschar", 1. Mose 30/18, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wie Nr. 3923, 3935; denn Jisaschar hat seinen Namen vom Lohn, daher schließt er dasjenige in sich, was oben vom Lohn gesagt wurde, und zugleich dasjenige, was durch die übrigen Worte der Leah bezeichnet wird. Weil durch Jisaschar bezeichnet wird der Lohn, und der Lohn im äußeren Sinn ist die gegenseitige Liebe; und im inneren die Verbindung des Guten und Wahren, darf angegeben werden, daß sehr wenige heutzutage in der Christenheit wissen, daß der Lohn jenes ist, und zwar aus dem Grund, weil sie nicht wissen, was gegenseitige Liebe, und noch weniger, daß das Gute verbunden werden muß mit dem Wahren, auf daß der Mensch in der himmlischen Ehe sein kann. Mit sehr vielen, die aus der Christenheit im anderen Leben waren, durfte ich über diesen Gegenstand reden, und auch mit den Gebildeteren, aber was zu verwundern ist, kaum einer von denjenigen, mit welchen ich reden durfte, hatte etwas von diesem Gegenstand gewußt, da sie doch mehreres davon aus sich selbst hätten wissen können, wenn sie nur ihre Vernunft hätten brauchen wollen; aber weil sie nicht besorgt waren um das Leben nach dem Tod, sondern bloß um das Leben in der Welt, so bekümmerten sie sich nicht um solche Dinge. Was sie aus sich selber hätten wissen können; wenn sie nur ihre Vernunft hätten brauchen wollen, ist Folgendes: Erstens, daß, wenn der Mensch seines Leibes entkleidet wird, er eines viel helleren Verstandes mächtig ist, als so lang er im Leib lebt, aus dem Grund, weil, wenn er im Leibe ist, leibliche und weltliche Dinge seine Gedanken einnehmen, die Dunkelheit herbeiführen; dagegen wenn er des Leibes entkleidet ist, stört ihn solches nicht mehr, sondern er ist wie diejenigen, die in einem inwendigeren Denken sind durch das Abziehen ihres Gemütes von äußeren Sinnlichkeiten. Daher hätten sie wissen können, daß der Zustand nach dem Tod viel durchsichtiger und heller ist als der Zustand vor dem Tod, und daß, wenn der Mensch stirbt, er vom Schatten beziehungsweise ins Licht übergeht, weil von demjenigen, was der Welt ist, zu dem, was des Himmels ist, und von dem, was des Leibes ist, zu dem, was des Geistes ist. Aber was wunderbar ist, obwohl sie dieses einsehen können, denken sie dennoch das Gegenteil, daß nämlich der Zustand des Lebens im Leib beziehungsweise durchsichtig sei, und der Zustand des Lebens nach Ablegung des Leibes dunkel. Das zweite, was sie wissen können, wenn sie nur ihre Vernunft brauchen, ist, daß das Leben, das sich der Mensch in der Welt verschafft hat, ihm folgt, oder daß er in einem solchen ist nach dem Tode; denn sie können wissen, daß niemand das von Kind auf sich verschaffte Leben ablegen kann, wenn er nicht ganz stirbt, und daß jenes Leben nicht im Augenblick umgewandelt werden kann in ein anderes, noch weniger in ein entgegengesetztes, wie zum Beispiel, daß wer ein Leben der Betrügerei sich verschafft, und darin seine Lebenslust gehabt hat, das Leben der Betrügerei nicht ablegen kann, sondern daß er in einem solchen Leben auch nach dem Tode ist; oder daß die, welche in der Selbstliebe und daher in Haß und Rache gegen die, welche nicht dienen, oder in anderem dergleichen gelebt haben, nach dem Leben des Leibes darinnen bleiben; denn es ist das, was sie lieben, und was die Lustreize ihres Lebens, mithin ihr eigenstes Leben macht, und daß somit ihnen solches nicht weggenommen werden kann, wenn nicht zugleich das Ganze ihres Lebens ausgelöscht werden soll; ebenso im übrigen. Das Dritte, was der Mensch aus sich wissen kann, ist, daß, wenn der Mensch ins andere Leben übergeht, er mehreres hinter sich läßt, wie die Sorgen für die Nahrung, die Sorgen für die Kleidung, die Sorgen für die Wohnung, und auch die Sorgen für Erwerb von Geld und Vermögen; denn solche Dinge gibt es dort nicht. Ferner die Sorgen, daß er zu Würden erhoben werde, woran der Mensch soviel bei Leibesleben denkt, und daß dafür anderes an die Stelle tritt, was nicht dem irdischen Reich angehört. Daher kann man viertens wissen, daß, wer nichts anderes gedacht hat in der Welt als solches, so daß dieses ihn ganz eingenommen, und er darin allein die Lebenslust gesucht und gefunden hat, nicht tauglich ist, unter denjenigen zu sein, denen es eine Lust ist, Himmlisches, oder was des Himmels ist, zu denken. Daher auch fünftens, daß, wenn jenes Äußere, was dem Leib und der Welt angehört, ihm genommen wird, der Mensch alsdann so ist, wie er inwendig beschaffen war, nämlich daß er so denkt und so will. Daß, wenn die Gedanken inwendig damals Trügereien, Ränke, Trachten nach Würden, Gewinn, und deshalb nach großem Ansehen, wenn sie Haß, Rache und dergleichen gewesen waren, er alsdann ebensolches denkt, somit was der Hölle ist, wie er auch immer um jener Zwecke willen seine Gedanken vor den Menschen verhehlte, und in äußerer Form ehrbar erschien, und daher andere glauben machte, daß er mit so etwas nicht umgehe. Daß jenes Äußere oder der Schein der Ehrbarkeit im anderen Leben ebenfalls weggenommen wird, kann man auch wissen, weil das Äußere mit dem Leib abgelegt wird, und das Äußere nicht mehr zum Gebrauch dient. Es kann daher jeder aus sich heraus schließen, wie der Mensch alsdann den Engeln erscheinen wird. Das sechste, was man auch wissen kann, ist, daß der Himmel oder der Herr durch den Himmel fortwährend einwirkt, und mit dem Guten und Wahren einfließt, und daß, wofern nicht in dem inwendigeren Menschen, der nach dem Tod des Leibes lebt, etwas da ist, was das Gute und Wahre aufnimmt, gleichwie ein Grund oder Boden, das einfließende Gute und Wahre nicht aufgenommen werden kann, und daß deswegen der Mensch, solange er in der Welt lebt, darum besorgt sein muß, daß er sich innerlich eine solche Grundlage verschaffe. Diese kann aber nicht anders verschafft werden als dadurch, daß er Gutes denkt gegen den Nächsten, und daß er ihm Gutes will, und daher ihm Gutes tut, und so seine Lebenslust in solchem sucht und findet. Solche Grundlage wird erworben durch Liebtätigkeit gegen den Nächsten, d.h. durch gegenseitige Liebe. Diese Grundlage ist es, die das Gewissen genannt wird; in dieses kann das Gute und Wahre vom Herrn einfließen und darin aufgenommen werden, nicht aber, wo keine Liebtätigkeit, mithin kein Gewissen ist: das einfließende Gute und Wahre fließt da vorüber, und wird in Böses und Falsches verwandelt. Das siebente, was der Mensch von selber wissen kann, ist, daß die Liebe zu Gott und die Liebe gegen den Nächsten es sind, die machen, daß der Mensch ist Mensch, unterschieden von unvernünftigen Tieren, und daß jenes das himmlische Leben oder den Himmel bildet, das Entgegengesetzte aber das höllische Leben oder die Hölle bildet. Daß aber der Mensch (alles) dieses nicht weiß, kommt daher, weil er es nicht wissen will; denn er lebt ein entgegengesetztes Leben; sodann weil er nicht glaubt, daß es ein Leben nach dem Tod gibt, dann auch weil er Grundsätze des Glaubens angenommen hat, und keine der Liebtätigkeit, und daher nach den Lehren mancher glaubt, daß er, wenn es ein Leben nach dem Tode gebe, selig werde durch den Glauben, möge er gelebt haben, wie er wolle, und zwar wenn er den Glauben noch in der letzten Stunde annehmen werde, wenn er stirbt. 3958. Vers 19,20: Und Leah empfing abermals, und gebar dem Jakob den sechsten Sohn. Und Leah sprach: begabt hat mich Gott mit guter Gabe, diesmal wird mir beiwohnen mein Mann, weil ich ihm geboren habe sechs Söhne; und sie nannte seinen Namen Sebulon. "Und Leah empfing abermals, und gebar dem Jakob den sechsten Sohn" bedeutet Aufnahme und Anerkennung; "und Leah sprach: begabt hat mich Gott mit guter Gabe, diesmal wird mir beiwohnen mein Mann weil ich ihm geboren habe sechs Söhne" bedeutet im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn und Sein Göttlich-Menschliches, im inneren Sinn die himmlische Ehe,im äußeren die eheliche Liebe; "und sie nannte seinen Namen Sebulon" bedeutet die Beschaffenheit. 3959. "Und Leah empfing abermals und gebar dem Jakob den sechsten Sohn", 1. Mose 30/19, bedeutet Aufnahme und Anerkennung, nämlich des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es ist aufnehmen, und von gebären, sofern es ist anerkennen, wovon Nr. 3955; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er ist das Wahre, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373. 3960. "Und Leah sprach: begabt hat mich Gott mit guter Gabe, diesmal wird mir beiwohnen mein Mann, weil ich ihm geboren habe sechs Söhne", 1. Mose 30/20, bedeutet im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn und Sein Göttlich-Menschliches, im inneren Sinn die himmlische Ehe, im äußeren die eheliche Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von beiwohnen, und auch aus den übrigen Worten, die Leah damals geredet hat. Daß das Beiwohnen oder die Beiwohnung im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn und Sein Göttlich-Menschliches ist, kommt daher, weil das eigentlich Göttliche, das der Vater genannt wird, im Göttlich-Menschlichen ist, das der Sohn heißt, gegen- und wechselseitig, nach den Worten des Herrn selbst bei Joh.14/9-11 und 10/38: "Jesus sprach: Philippe, wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir"; daß diese Vereinigung die göttliche Ehe selbst ist, sehe man Nr. 3211, 3952; und jene Vereinigung ist keine Beiwohnung, sondern wird durch Beiwohnung im Buchstabensinn ausgedrückt; denn was eins ist, das wird als zwei dargestellt im Buchstabensinn, wie denn eben der Vater und der Sohn; ja als drei, wie der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und zwar aus mehreren Gründen, wovon, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts. Daß beiwohnen oder die Beiwohnung im inneren Sinn die himmlische Ehe bezeichnet, kommt eben daher; denn aus der göttlichen Ehe, welche ist die Vereinigung des Vaters und des Sohnes, oder des eigentlich Göttlichen des Herrn mit Seinem Göttlich-Menschlichen, hat die himmlische Ehe ihr Dasein. Die himmlische Ehe ist es, die das Reich des Herrn genannt wird, und auch der Himmel, und zwar deshalb, weil dieser sein Dasein hat von der göttlichen Ehe, die der Herr ist. Dieses nun ist es, was im inneren Sinn durch Beiwohnung bezeichnet wird, daher wird auch der Himmel die Wohnung Gottes genannt, wie bei Jes.63/15: "Blicke herab von den Himmeln, und siehe aus der Wohnung Deiner Heiligkeit, und Deiner Zier; wo ist Dein Eifer, und Deine Kräfte, die Regung Deiner Eingeweide, und Deine Erbarmungen gegen mich, sie haben sich zurückgehalten": die Wohnung der Heiligkeit bedeutet das himmlische Reich, und die Wohnung der Zier bedeutet das geistige Reich. Wohnung ist hier aus dem gleichen Wort gebildet, aus dem hier beiwohnen und Sebulon. Daß beiwohnen oder die Beiwohnung im äußeren Sinn ist die eheliche Liebe, kommt daher, weil alle eheliche Liebe nicht anderswoher ihr Dasein hat als aus der himmlischen Ehe, welche ist die des Guten und Wahren, und diese von der göttlichen Ehe, welche ist der Herr in Ansehung Seines Göttlichen Selbst und des Göttlich-Menschlichen; man sehe, was hierüber früher gesagt wurde, daß nämlich die himmlische Ehe ist aus dem göttlich Guten, das im Herrn, und vom göttlich Wahren, das von Ihm ist: Nr. 2508, 2618, 2803, 3132; daß daher die eheliche Liebe: Nr. 2728, 2729; daß die, welche in echter ehelicher Liebe sind, im Inwendigsten des Lebens zusammenwohnen: Nr. 2732, somit in der Liebe des Guten und Wahren; denn diese sind das Inwendigste des Lebens; daß die eheliche Liebe die Grundlage aller Liebestriebe sei: Nr. 2737, 2738, 2739; daß eine Ehe des Guten und Wahren im Himmel, in der Kirche, bei einem jeden darin, im einzelnen der Natur sei: Nr. 718, 747, 917, 1432, 2173, 2516, 2712, 2758; im einzelnen des Wortes: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712, somit im höchsten Sinn der Herr selbst; daß durch Jesus Christus bezeichnet wird die göttliche Ehe: Nr. 3004. Dieses ist es, was bezeichnet wird nicht allein durch beiwohnen, oder durch die Worte: "Diesmal wird mir beiwohnen mein Mann", sondern auch durch die vorhergehenden: "Begabt hat mich Gott mit guter Gabe"; aber durch jene wird bezeichnet das Wahre des Guten, durch diese aber das Gute des Wahren; denn beides macht die himmlische Ehe; und weil dieses der Schluß ist, wird gesagt: "Weil ich ihm geboren habe sechs Söhne", denn sechs bedeuten hier das gleiche wie zwölf, nämlich alles des Glaubens und der Liebe. Die halbe und die doppelte Zahl hat ebendieselbe Bedeutung im Wort, wenn von der gleichen Sache die Rede ist. 3961. "Und sie nannte seinen Namen Sebulon", 1. Mose 30/20, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon oben; Sebulon bekam seinen Namen von beiwohnen, daher schließt er dasjenige in sich, was Nr. 3960 von der Beiwohnung gesagt wurde, und zugleich dasjenige, was durch die übrigen Worte der Leah bezeichnet wird. 3962. Vers 21: Und nachher gebar sie eine Tochter, und nannte ihren Namen Dinah. "Und nachher gebar sie eine Tochter" bedeutet die Neigung zu allem, sodann die Kirche des Glaubens, in dem das Gute; "und nannte ihren Namen Dinah" bedeutet die Beschaffenheit. 3963. "Und nachher gebar sie eine Tochter", 1. Mose 30/21, bedeutet die Neigung zu allem, sodann die Kirche des Glaubens, in dem das Gute ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie ist die Neigung, sodann die Kirche, wovon Nr. 2362; aber die Neigung zu was und was für eine Kirche, wird aus den Beisätzen klar, weil die himmlische Kirche aus dem Beisatz Zion, welche die Tochter Zions genannt wird, die geistige Kirche aus dem Beisatz Jerusalem, welche die Tochter Jerusalems heißt, usw.; hier, wo kein Beisatz steht, wird durch die Tochter bezeichnet die Kirche des Glaubens, in dem das Gute ist; denn von den allgemeinen Wahrheiten, die Angehör des Glaubens sind, in dem das Gute ist, und von deren Aufnahme und Anerkennung ist bisher gehandelt worden; jene Wahrheiten nämlich sind durch die zehn Söhne Jakobs, von welchen oben, bezeichnet worden, wie gezeigt wurde; und weil unmittelbar nach denselben eine Tochter erwähnt wird, daß sie geboren worden, wird aus dem Zusammenhang klar, daß es die Kirche ist, in der alle jene (Wahrheiten) sind. Ob man sagt die Kirche des Glaubens, in dem das Gute, oder die geistige Kirche, ist gleich, und auch ob man sagt die Neigung zu allen, nämlich allgemeinen Wahrheiten; denn aus der Neigung zum Wahren, in dem das Gute, und zum Guten, aus dem das Wahre, stammt die Kirche, nicht aber aus der Neigung zum Wahren, in dem nicht das Gute, auch nicht aus der Neigung zum Guten, aus dem nicht das Wahre. Die, welche sagen, sie gehören zur Kirche, und die in der Neigung zum Wahren sind, aber nicht im Guten des Wahren, d.h. nicht leben nach den Wahrheiten, täuschen sich sehr: sie sind außerhalb der Kirche, obwohl sie innerhalb der Gemeinde sind; denn sie sind in der Neigung zum Bösen, mit dem das Wahre nicht verbunden werden kann. Ihre Neigung zum Wahren ist nicht aus dem Herrn, sondern sie ist aus ihnen selbst; denn sie haben ihr Ich im Auge, damit sie durch die Erkenntnisse des Wahren einen Namen, und daher Ehre und Vermögen erlangen, nicht aber haben sie im Auge die Kirche, noch das Reich des Herrn, noch weniger den Herrn. Die aber in der Neigung zu dem Guten sind, aus dem nicht das Wahre, gehören auch nicht zur Kirche, obwohl sie innerhalb der Gemeinde sind: denn sie sind im natürlich Guten, aber nicht im geistig Guten, und lassen sich in allerlei Böses und auch Falsches führen, wenn nur dem Bösen ein Schein des Guten, und dem Falschen ein Schein des Wahren beigebracht wird; über solche sehe man Nr. 3470, 3471, 3518. 3964. "Und nannte ihren Namen Dinah", 1. Mose 30/21, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und nennen den Namen, sofern es ist die Beschaffenheit, wovon oben. Die Beschaffenheit, die Dinah vorbildet und bezeichnet, ist alles, was zur Kirche des Glaubens gehört, in dem das Gute, wovon gleich oben. Ebendasselbe wird auch aus der Ableitung ihres Namens klar, denn in der Grundsprache bedeutet Dinah das Gericht. Daß Gericht im Wort ausgesagt wird vom Wahren, das dem Glauben angehört, sehe man Nr. 2235; und daß richten im inneren Sinn ist das Heilige des Glaubens und im äußeren das Gute des Lebens: Nr. 3921; dieses ist Sache der Kirche. 3965. Vers 22-24: Und Gott gedachte der Rachel, und es erhörte sie Gott und öffnete ihren Mutterleib. Und sie empfing und gebar einen Sohn und sprach: Gesammelt hat Gott meine Schmach (d.h. weggenommen). Und sie nannte seinen Namen Joseph, sprechend: Es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn. "Und Gott gedachte der Rachel, und es erhörte sie Gott" bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung; "und öffnete ihren Mutterleib" bedeutet die Fähigkeit aufzunehmen und anzuerkennen; "und sie empfing und gebar einen Sohn" bedeutet Aufnahme und Anerkennung; "und sprach: Gesammelt hat Gott meine Schmach. Und sie nannte seinen Namen Joseph, sprechend: Es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn" bedeutet im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Geistigen, im inneren Sinn das geistige Reich oder das Gute des Glaubens, im äußeren die Beseligung und die Befruchtung und Vermehrung. 3966. "Und Gott gedachte der Rachel, und es erhörte sie Gott", 1. Mose 30/22, bedeutet das Vorhersehen und die Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gedenken, wenn es von Gott gesagt wird, wie hier, sofern es ist das Vorhersehen; denn gedenken heißt sehen auf jemand. Daß sehen im höchsten Sinn ist das Vorhersehen, sehe man Nr. 3863; und aus der Bedeutung von hören auf jemand (d.i. erhören), wenn es von Gott gesagt wird, sofern es ist die Vorsehung, wovon Nr. 3869. 3967. "Und öffnete ihren Mutterleib", 1. Mose 30/22, bedeutet die Fähigkeit aufzunehmen und anzuerkennen. Dies erhellt aus der Bedeutung von öffnen den Mutterleib, sofern es bedeutet, verleihen die Fähigkeit aufzunehmen und anzuerkennen, nämlich das Gute des Wahren und das Wahre des Guten. Daß empfangen und gebären bedeutet Aufnahme und Anerkennung, ist oben an mehreren Stellen gezeigt worden. 3968. "Und sie empfing und gebar einen Sohn", 1. Mose 30/23, bedeutet Aufnahme und Anerkennung, wie Nr. 3919, 3925, 3955, 3959. 3969. "Und sprach: Gesammelt (d.i. weggenommen) hat Gott meine Schmach, und sie nannte seinen Namen Joseph, sprechend: es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn", 1. Mose 30/23,24, bedeutet im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Geistigen, im inneren Sinn das geistige Reich oder das Gute des Glaubens, im äußeren Beseligung und Befruchtung und Vermehrung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs im Wort, worüber im Folgenden. Sodann aus der Bedeutung von: "gesammelt hat Gott meine Schmach", wie auch von: "es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn", denn Joseph bekam den Namen von sammeln und hinzutun. Gesammelt hat Gott meine Schmach, bedeutet, Rachel sei nun nicht mehr unfruchtbar, also nicht tot, wie sie von sich sagte zu Jakob 1. Mose 30/1, Nr. 3908: denn durch Rachel wird vorgebildet die Neigung zum inwendigeren Wahren, oder der inwendigere Mensch in Ansehung des Wahren: Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. Der inwendigere Mensch in Ansehung des Wahren und Guten ist wie tot, wenn nicht der auswendigere oder natürliche Mensch ihm entspricht in Ansehung des Guten und der Wahrheiten; man sehe Nr. 3493, 3620, 3623. Jene müssen beiderseits verbunden sein, bis daß sie nicht zwei sind, sondern miteinander ein Mensch. Diese Verbindung kann nicht ins Dasein treten, ehe der natürliche oder äußere Mensch vorbereitet ist, d.h., ehe er die allgemeinen Wahrheiten, die durch die zehn Söhne Jakobs von der Leah und den Mägden bezeichnet worden sind, aufgenommen und anerkannt hat, und ehe das Gute des natürlichen Menschen mit den Wahrheiten daselbst verbunden worden ist, die Verbindung durch den letzten Sohn Jakobs von der Leah bezeichnet wurde, nämlich durch Sebulon, der von Beiwohnung seinen Namen hat: Nr. 3960, 3961. Nachdem diese Verbindung geschehen ist, dann gehen der innere Mensch und der äußere eine himmlische Ehe ein, von der Nr. 3952. Die Ursache, warum nicht früher, ist eine sehr geheime, denn das Gute des inwendigen Menschen ist es, das dann sich verbindet mit dem Guten des äußeren (exterioris), und durch dieses mit dem Wahren daselbst, und auch das Gute des inwendigeren Menschen durch die Neigung zum Wahren daselbst mit dem Guten des auswendigeren Menschen, und auch mit dem Wahren daselbst, also unmittelbar und mittelbar. Über diese unmittelbare und mittelbare Verbindung sehe man Nr. 3314, 3573, 3616. Weil dann erst der inwendigere Mensch mit dem auswendigeren verbunden wird, und, ehe diese Verbindung geschehen ist, der inwendigere Mensch gleich nichts, also gleichsam tot ist, darum wird gesagt: "gesammelt hat Gott meine Schmach". Dieses nun ist es, was durch die Schmach bezeichnet wird, von der es heißt: "Gott habe sie gesammelt", das ist weggenommen oder davon befreit. Durch die Worte aber, die folgen, nämlich durch: "es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn", von denen Joseph seinen Namen bekam, wird bezeichnet das andere Geheimnis, nämlich dieses: durch Joseph wird vorgebildet das geistige Reich des Herrn, somit der geistige Mensch, denn in einem jeden geistigen Menschen ist jenes Reich. Es sind zwei Dinge, die den geistigen Menschen zusammen ausmachen, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube, oder was das gleiche, das Gute und das Wahre. Die Liebtätigkeit, aus welcher der Glaube, oder das Gute, aus dem das Wahre (stammt), ist es, was durch Joseph vorgebildet wird; und der Glaube, in dem die Liebtätigkeit, oder das Wahre, in dem das Gute, ist es, was durch den anderen Sohn bezeichnet und durch Benjamin vorgebildet wird, von dem 1. Mose 35/16-18; somit ist Joseph der himmlisch-geistige Mensch (coelestis spiritualis homo), und Benjamin der geistig-himmlische (spritualis coelestis); was das für ein Unterschied ist, kann aus dem erhellen, was früher über das Gute, aus dem das Wahre, und über das Wahre, aus dem das Gute, öfters gesagt wurde. Dieses nun ist es, was bezeichnet wird durch die anderen Worte der Rachel: "Es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn"; aber diese Geheimnisse können nicht gesehen werden, außer von denen, die in der Liebtätigkeit des Glaubens sind, denn diese sind in betreff des Inwendigeren im Himmelslicht, und in diesem Licht ist auch Einsicht; nicht aber von denjenigen, die bloß im Weltlicht sind, denn in diesem Licht ist keine Einsicht, außer soweit dieses in sich Himmelslicht hat. Für die Engel, die im Himmelslicht sind, gehört dieses zu den allbekannten Dingen. Aus diesem nun kann erhellen, daß durch jene Worte; nämlich: "gesammelt hat Gott meine Schmach, und es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn", im höchsten Sinn bezeichnet wird der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen, und im inneren Sinn das geistige Reich des Herrn oder das Gute des Glaubens; denn dieses ist das Geistige, das in jenem Reich ist. Daß aber im äußeren Sinn durch jene Worte die Beseligung, sowie die Befruchtung und Vermehrung bezeichnet wird, kommt daher, weil es die Folge ist: Nr. 3971. Was aber das geistige Reich des Herrn sei, kann aus demjenigen erhellen, was über jenes Reich früher öfters gesagt und gezeigt wurde, daß es nämlich diejenigen sind, die in der Liebtätigkeit und daher im Glauben sind. Dieses Reich wird unterschieden vom himmlischen Reich des Herrn; denn in diesem sind diejenigen, die in der Liebe zum Herrn sind, und daher in Liebtätigkeit. Diese bilden den dritten oder inwendigsten Himmel, die Geistigen aber den zweiten oder inwendigeren Himmel. Daß zuerst gesagt wird Gott, nämlich "gesammelt hat Gott meine Schmach", und gleich darauf Jehovah, nämlich "es möge Jehovah mir hinzufügen einen anderen Sohn", hat den Grund, weil das erstere sich auf das Aufsteigen vom Wahren zum Guten, hingegen das letztere auf das Absteigen vom Guten zum Wahren sich bezieht. Der geistige Mensch ist im Guten des Glaubens, d.h. im Guten, aus dem das Wahre (stammt), dagegen ehe er geistig wird, ist er im Wahren des Glaubens, d.h. in dem Wahren, in dem das Gute ist; denn Gott wird gesagt, wenn die Rede ist vom Wahren, Jehovah aber, wenn vom Guten: Nr. 2586, 2807, 2822, 3921. Daß durch Joseph das geistige Reich des Herrn oder der geistige Mensch, somit das Gute des Glaubens vorgebildet wird, kann auch aus denjenigen Stellen im Wort erhellen, wo er genannt wird, wie 1. Mose 49/22-26 in der Weissagung Jakobs, damals Israels: "Der Sohn einer Fruchtbaren ist Joseph, der Sohn einer Fruchtbaren am Quell; die Töchter, sie schreiten über die Mauer, und erbittern werden ihn und schießen und hassen die Bogenschützen: aber es wird bleiben in der Festigkeit sein Bogen, und es werden gestärkt werden die Arme seiner Hände, von den Händen des Mächtigen Jakobs; von daher der Hirte, der Stein Israels, von dem Gott deines Vaters, und er wird dir helfen, und mit Schaddai, und er wird dich segnen mit den Segen des Himmels von oben her, mit den Segen der Tiefe, die unten liegt, mit den Segen der Brüste und des Mutterleibs, die Segen deines Vaters werden übertreffen die Segen meiner Erzeuger, bis zur Wonne der Hügel der Ewigkeit; sie werden kommen über das Haupt Josephs und den Scheitel des Nasiräers unter seinen Brüdern". In diesen prophetischen Worten ist im höchsten Sinn enthalten die Beschreibung des göttlich Geistigen des Herrn, im inneren Sinn Seines geistigen Reichs; was das einzelne in sich schließt, wird in der Auslegung jenes Kapitels, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. Ebenso 5. Mose 33/13-17 in der Weissagung Moses: "Zu Joseph sprach er: Gesegnet von Jehovah ist sein Land, vom Kostbaren des Himmels, von Tau, von der Tiefe auch, die unten liegt, und vom Kostbaren der Gewächse der Sonne, und vom Kostbaren des Erzeugnisses der Monate, und von den Erstlingen der Berge des Aufgangs, und vom Kostbaren der Hügel der Ewigkeit, und vom Kostbaren des Landes und seiner Fülle; und das Wohlgefallen des Wohnenden im Busch; kommen wird es über das Haupt Josephs und über den Scheitel des Nasiräers seiner Brüder". Weil durch Israel die geistige Kirche des Herrn vorgebildet wird: Nr. 3305, 3654, deswegen hat Jakob, damals Israel, vor seinem Tode zu Joseph gesagt: "Deine zwei Söhne, die dir geboren sind in Ägyptenland, ehe denn ich kam zu dir gen Ägypten, mein sollen sein Ephraim und Menasche, wie Ruben und Schimeon; der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, segne die Knaben, daß genannt werde in ihnen mein Name und der Name meiner Väter; Abraham und Jischak, und sollen wachsen in die Menge inmitten des Landes" (1. Mose 48/5,16); denn es ist zweierlei, was die geistige Kirche bildet, das Verständige und das Willige (oder Willensvermögen). Das Verständige ist es, was vorgebildet wird durch Ephraim, und das Willige, was durch Menasche. Hieraus wird klar, warum die zwei Söhne Josephs von Jakob, damals Israel, an Kindes Statt angenommen und für die seinigen anerkannt worden sind. Ephraim wird auch im Wort, hauptsächlich im prophetischen, öfters genannt und dort durch denselben bezeichnet das Verständnis des Wahren und Guten, das der geistigen Kirche eigen ist: Hes.37/16,17,19,22: "Jehovah sprach: Sohn des Menschen, nimm dir ein Holz, und schreibe darauf: dem Jehudah und den Söhnen Israels, seinen Genossen; und nimm ein Holz, und schreibe darauf: dem Joseph, das Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israels, seiner Genossen; und verbinde sie dir das eine zum anderen in ein Holz, auf daß beide eins seien in meiner Hand; so sprach der Herr Jehovih: Ich, siehe Ich nehme das Holz Josephs, das in der Hand Ephraims und der Stämme Israels, seiner Genossen, und will sie hinzutun auf das Holz Jehudahs, und sie machen zu einem Holz, und sie werden eines sein in Meiner Hand; und will sie machen zu einer Völkerschaft im Lande, auf den Bergen Israels; und ein König wird sein ihnen allen zum König, und sie werden nicht mehr sein zwei Völkerschaften, und werden nicht mehr geteilt werden in zwei Königreiche wiederum": es ist hier die Rede vom himmlischen und geistigen Reich des Herrn. Das himmlische Reich ist Jehudah: Nr. 3654, 3881, 3921; das geistige Reich ist Joseph, und daß jene Reiche nicht zwei sein werden, sondern eins; sie sind auch zu einem geworden durch das Kommen des Herrn in die Welt. Daß durch das Kommen des Herrn die Geistigen selig gemacht wurden, sehe man Nr. 2661, 2716, 2833, 2834. Diese sind es, von denen der Herr redet bei Joh.10/16: "Und ich habe andere Schafe, die nicht sind aus diesem Schafstall; auch sie muß Ich herbringen, und sie werden Meine Stimme hören, und es wird werden eine Herde und ein Hirte". Das ist es, was bezeichnet wird durch die zwei Hölzer, nämlich des Jehudah und des Joseph, die sollen verbunden werden in eines und eins sein in der Hand des Herrn; denn die Himmlischen bilden den dritten Himmel, welcher ist der inwendigste, die Geistigen aber den zweiten Himmel, welcher ist der inwendigere, und dort sind sie eins, weil der eine in den anderen, nämlich der Himmlische in den Geistigen einfließt. Das geistige Reich ist wie die Grundlage für das Himmlische, so sind sie zusammen befestigt; denn das göttlich Himmlische im dritten oder inwendigsten Himmel ist die Liebe zum Herrn, das himmlisch Geistige (coeleste spirituale) dort ist die Liebtätigkeit. Diese, nämlich die Liebtätigkeit, ist die Hauptsache im zweiten oder inwendigeren Himmel, wo die Geistigen sind. Hieraus wird klar, wie beschaffen der Einfluß und wie beschaffen die durch den Einfluß bewirkte Zusammenbefestigung. Das Holz bedeutet das Gute, sowohl das Gute der Liebe zum Herrn, als das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten: Nr. 2784, 2812, 3720. Darum wurde befohlen, daß Jehudah und Joseph auf die Hölzer, die eins werden sollten, geschrieben würden. Sach.10/6: "Mächtig machen will Ich das Haus Jehudahs, und das Haus Josephs erretten, und sie wohnen lassen, weil Ich mich ihrer erbarmt habe, und sie werden sein, wie wenn Ich sie nicht verlassen hätte, weil Ich, Jehovah, ihr Gott bin, und will ihnen antworten": hier ist auch von den zwei Reichen, nämlich dem himmlischen und dem geistigen die Rede; das himmlische Reich ist Jehudah, und das geistige ist Joseph; und von der Seligmachung der Geistigen. Amos 5/4,6,15: "So sprach Jehovah zum Hause Israels: suchet Mich, so werdet ihr leben; suchet Jehovah, so werdet ihr leben, auf daß nicht hineingerate wie ein Feuer ins Haus Josephs, und verzehre, da niemand löscht; hasset das Böse, und liebet das Gute, und setzet fest im Tor das Gericht, vielleicht wird sich erbarmen Jehovah, der Gott Zebaoth, des Überrests Josephs": auch hier werden die Geistigen durch Joseph bezeichnet; das Haus Israels ist die geistige Kirche, Nr. 3305, 3654; Joseph ist das Gute dieser Kirche; daher wird gesagt: "es sprach Jehovah zum Haus Israels: suchet Mich, so werdet ihr leben, daß nicht hineingerate wie ein Feuer ins Haus Josephs. Ps.80/2-4: "Hirte Israels, wende her dein Ohr, der du führst wie eine Schafherde den Joseph, der du sitzest auf Cheruben, strahle vor Ephraim und Benjamin und Menasche, erwecke deine Gewalt, und gehe zur Rettung für uns": auch hier ist Joseph der geistige Mensch, Ephraim, Benjamin und Menasche sind drei (Elemente), die jener Kirche eigen sind. Ps.83/3-6: "Erhebet einen Lobgesang und gebet die Pauke, eine liebliche Zither mit der Harfe, blaset im Monat mit der Posaune, in der Feier zum Tag unseres Festes; denn dies ist eine Satzung für Israel, als ein Gericht dem Gott Jakobs, ein Zeugnis für Joseph hat er dies gesetzt, da er auszog gegen Ägyptenland; eine Lippe (d.i. Sprache), die ich nicht kannte, habe ich gehört": daß Joseph hier ist die geistige Kirche oder der geistige Mensch, wird aus den einzelnen Worten und Ausdrücken daselbst klar; denn es gibt Ausdrücke im Wort für geistige Dinge, und es gibt Ausdrücke für himmlische Dinge, und zwar sich gleichbleibend überall; hier sind Ausdrücke für Geistiges, als: Lobgesang, Pauke, Zither mit der Harfe, blasen im Monat mit der Posaune, in der Feier zum Tag des Festes. Hieraus wird auch klar, daß von der geistigen Kirche, die Joseph ist, gehandelt wird. Hes.47/13: "So sprach der Herr Jehovih: dies ist die Grenze, bis zu der ihr erben sollet das Land, nach den zwölf Stämmen Israels, dem Joseph die Schnüre": hier ist vom geistigen Reich des Herrn die Rede; darum wird gesagt, dem Joseph die Schnüre. Das göttlich Geistige des Herrn ist es, das auch genannt wird Sein Königtum; denn das Königliche des Herrn ist das göttlich Wahre, aber Sein Priesterliches ist das göttlich Gute: Nr. 2015, 3009, 3670. Eben das Königliche des Herrn ist es, was vorgebildet wird durch Joseph, sofern er König wurde in Ägyptenland, und von dieser Vorbildung wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, später gehandelt werden. Was das göttlich Geistige des Herrn, oder das göttlich Wahre betrifft, das durch Joseph im höchsten Sinn vorgebildet wird, so ist dasselbe nicht im Herrn, sondern vom Herrn; denn der Herr ist nur das göttlich Gute, aber vom göttlich Guten geht aus das göttlich Wahre; es verhält sich mit diesem vergleichsweise wie mit der Sonne und ihrem Licht. In der Sonne ist nicht das Licht, sondern es geht aus von der Sonne; oder wie mit dem Feuer: im Feuer ist nicht die Helle, sondern die Helle geht aus vom Feuer; das göttlich Gute selbst wird auch im Wort verglichen mit der Sonne, dann auch mit dem Feuer, und wird auch Sonne und Feuer genannt. Das himmlische Reich des Herrn lebt aus dem Guten, das vom Herrn ausgeht, das geistige Reich aber von dem Wahren daher; deshalb erscheint der Herr im anderen Leben den Himmlischen als Sonne, hingegen den Geistigen als Mond, man sehe Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643; denn es ist die Wärme und das Licht, die ausgehen von der Sonne. Die Wärme ist vergleichsweise das Gute der Liebe, die auch himmlische und geistige Wärme genannt wird, das Licht ist vergleichsweise das Wahre daher, das auch geistiges Licht heißt, man sehe Nr. 3636, 3643, aber in der himmlischen Wärme und im himmlischen Licht, die vom Herrn als von der Sonne im anderen Leben ausgehen, ist das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, somit Weisheit und Einsicht: Nr. 1521, 1522, 1523, 1542, 1619-1632, 2776, 3138, 3190, 3195, 3222, 3223, 3339, 3485, 3636, 3643, 3862, denn was vom Herrn ausgeht ist lebendig. Hieraus kann erhellen, was das göttlich Geistige ist, und woher das geistige Reich und das himmlische Reich stammt, und daß das geistige Reich ist das Gute des Glaubens, d.h. Liebtätigkeit, die vom Herrn unmittelbar einfließt, und auch mittelbar durch das himmlische Reich. Das göttlich Geistige, das vom Herrn ausgeht, wird im Wort genannt der Geist der Wahrheit, und ist das heilige Wahre, und ist nicht irgend jemandes Geist, sondern er ist des Herrn durch den vom Herrn gesandten Geist, wie erhellen kann aus den Worten des Herrn selbst bei Joh.16/13,14: "Wann jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch leiten in alle Wahrheit, denn er wird nicht reden aus sich selbst, sondern alles, was er hört, wird er reden, derselbe wird auch das Zukünftige euch verkünden. Derselbe wird Mich verherrlichen, weil er es aus dem Meinen nehmen und euch verkünden wird". 3970. Vers 25,26: Und es geschah, als Rachel den Joseph geboren hatte, da sprach Jakob zu Laban: Entlasse mich, daß ich gehe zu meinem Ort und zu meinem Land. Gib meine Frauen und meine Kinder, darum ich dir gedient habe, daß ich gehe, weil du weißt meinen Dienst, damit ich dir gedient habe. "Und es geschah, als Rachel den Joseph geboren hatte" bedeutet die Anerkennung des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet ist; "da sprach Jakob zu Laban" bedeutet das Gute des natürlich Wahren zum seitenverwandten Guten von göttlichem Ursprung, durch welche die Verbindung des Inwendigeren; "entlasse mich, daß ich gehe zu meinem Ort und zu meinem Land" bedeutet, dann (habe sich gezeigt) ein Verlangen des Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet ist, nach dem Stand der Verbindung mit dem Göttlichen des Vernünftigen; "gib meine Frauen" bedeutet, daß die Neigungen zum Wahren sein seien; "und meine Kinder" bedeutet auch die Wahrheiten daher; "darum ich dir gedient habe" bedeutet aus eigener Kraft; "daß ich gehe" bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Vernünftigen; "weil du weißt meinen Dienst, damit ich dir gedient habe" bedeutet Arbeit und Bemühung aus eigener Kraft. 3971. "Und es geschah, als Rachel den Joseph geboren hatte", 1. Mose 30/25, bedeutet die Anerkennung des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist anerkennen, wovon Nr. 3905, 3911, 3915, 3919; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das geistige Reich, somit der geistige Mensch: Nr. 3969, mithin das Geistige; denn das Geistige, weil vom Herrn, ist es, was den geistigen Menschen und sodann das geistige Reich macht. Im Vorhergehenden ist durch die Söhne Jakobs von den Mägden und der Leah gehandelt worden von der Aufnahme und Anerkennung der allgemeinen Wahrheiten und zuletzt von der Verbindung derselben mit dem inwendigeren Menschen, somit von der Wiedergeburt des Menschen, bis daß er geistig wird. Joseph ist jener geistige Mensch. In dem, was nun unmittelbar folgt, wird gehandelt von der Befruchtung und Vermehrung des Wahren und Guten, was bezeichnet wird durch die Herde, die sich Jakob durch die Herde Labans verschafft hat; denn nachdem die Verbindung des inwendigeren Menschen mit dem äußeren, oder des Geistigen mit dem Natürlichen geschehen ist, tritt die Befruchtung des Guten und die Vermehrung des Wahren ein; denn jene Verbindung ist die himmlische Ehe beim Menschen, aus dieser Ehe wird jenes geboren; daher kommt es auch, daß durch Joseph im äußeren Sinn Befruchtung und Vermehrung bezeichnet wird: Nr. 3965, 3969. Befruchtung wird gesagt vom Guten und Vermehrung vom Wahren: Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. 3972. "Da sprach Jakob zu Laban", 1. Mose 30/25, bedeutet, das Gute des natürlich Wahren (wende sich) zum seitenverwandten Guten von göttlichem Ursprung, durch das die Verbindung des Inwendigeren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er ist das Gute des natürlich Wahren, wovon Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 3829; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das seitenverwandte Gute von göttlichem Ursprung, wovon Nr. 3612, 3665, 3778. Daß die Verbindung des Inwendigeren durch jenes Gute geschieht ist früher einigemal erklärt worden, man sehe Nr. 3665, 3690 und anderwärts. Dieses Gute ist es auch, das bezeichnet wird durch die Herde Labans, durch die Jakob sich seine Herde verschafft hat, wovon im Folgenden. 3973. "Entlasse mich, daß ich gehe zu meinem Ort und zu meinem Land", 1. Mose 30/25, bedeutet, dann (habe sich geäußert) das Verlangen des durch Jakob vorgebildeten Natürlichen nach dem Stand der Verbindung mit dem Göttlichen des Vernünftigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dieses spricht, sofern er ist das Gute des natürlich Wahren, wovon Nr. 3972; aus der Bedeutung des Ortes, sofern er ist Zustand, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387; und aus der Bedeutung des Landes hier, sofern es ist das Göttliche des Vernünftigen, denn unter "mein Land" werden verstanden sein Vater Jischak und seine Mutter Rebecka; denn zu denen wollte er entlassen werden und gehen. Daß Jischak das göttlich Vernünftige in Ansehung des Guten ist, sehe man Nr. 2083, 2630, 3012, 3194, 3210; und daß Rebecka ist das göttlich Wahre verbunden mit dem göttlich Guten des Vernünftigen: Nr. 3012, 3013, 3077; daß es das Verlangen nach Verbindung ist, erhellt aus der Gefühlsregung, die in den Worten (sich äußert). 3974. "Gib meine Frauen", bedeutet die Neigungen zum Wahren seien sein; "und meine Kinder", 1. Mose 30/26, bedeutet, auch die Wahrheiten daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frauen oder Weiber, sofern es sind die Neigungen zum Wahren, sein Weib Leah die Neigung zum äußeren Wahren und Rachel die Neigung zum inwendigeren Wahren, wovon öfters oben, und aus der Bedeutung der Kinder, sofern es sind die Wahrheiten daher; denn durch Söhne werden Wahrheiten bezeichnet: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, durch die Kinder, nämlich aus den Frauen, die Wahrheiten daher. Bei den Alten war es Satzung, daß die Frauen, die den Knechten gegeben wurden, dem Herrn gehören sollten, bei dem sie dienten, und auch die Kinder aus ihnen, wie erhellen kann bei Mose - 2. Mose 21/2,4: "Wenn du kaufst einen hebräischen Knecht, soll er sechs Jahre dienen; und im siebten Jahre soll er ausgehen frei umsonst. Hat sein Herr ihm gegeben ein Weib, und sie ihm geboren Söhne oder Töchter, so sollen das Weib und ihre Kinder seines Herrn sein, und er soll ausgehen mit seinem Leib (d.i. allein und ledig)". Weil dies auch in der Alten Kirche Satzung, und daher dem Laban bekannt war, darum machte er sowohl auf die Frauen als auf die Kinder Jakobs Anspruch, wie sich herausstellt im folgenden 31. Kapitel, Vers 43: "Laban sprach zu Jakob: die Töchter sind meine Töchter, und die Söhne meine Söhne, und die Herde meine Herde, und alles, was du siehst, das ist mein". Weil dies Jakob wußte, sagte er zu Laban: "gib meine Frauen und meine Kinder". Aber durch jene Satzung, von der bei Mose am angeführten Ort (die Rede ist), wurde vorgebildet das Recht des inwendigen oder vernünftigen Menschen auf das Gute und Wahre des äußeren oder natürlichen Menschen, das er sich verschafft hat; denn durch Knecht wurde vorgebildet das Wahre des Natürlichen, wie es beschaffen ist im Anfang, ehe die echten Wahrheiten eingepflanzt wurden. Das Wahre, das im Anfang, ist nicht wahr, sondern erscheint als wahr; aber gleichwohl dient es zum Mittel, echtes Wahres und Gutes einzuführen, wie früher gezeigt worden. Deshalb, wenn das Gute und Wahre durch dasselbe oder seinen Dienst eingepflanzt worden ist, dann wird dasselbe entlassen, und das so verschaffte echte Wahre wird beibehalten. Dieser Vorbildung wegen ist jenes die Knechte betreffende Gesetz gegeben worden. - Dagegen was den Jakob betrifft, so war er kein gekaufter Knecht, sondern aus einer ansehnlicheren Familie als Laban; er selbst, nämlich Jakob, kaufte sich die Töchter Labans, somit auch die Kinder aus ihnen, durch seinen Dienst; denn sie gehörten ihm als Lohn. Deshalb hatte Laban nicht die richtige Ansicht hierüber; und überdies wurde durch den hebräischen Knecht bezeichnet das Wahre, das zur Einführung von echtem Guten und Wahren dient, und durch sein Weib die Neigung zum natürlich Guten. Anders verhält es sich mit Jakob: durch ihn wurde vorgebildet das Gute des natürlich Wahren, und durch seine Frauen die Neigungen zum Wahren. Durch Laban wird auch nicht dasjenige vorgebildet, was durch den Herrn in dem angeführten, den hebräischen Knecht betreffenden Gesetz vorgebildet wird, nämlich das Vernünftige, sondern das seitenverwandte Gute: Nr. 3612, 3665, 3778, das eine solche Beschaffenheit hat, daß es nicht echt Gut ist, sondern als echt erscheint, und zur Einführung von Wahrheiten dient: Nr. 3665, 3690, die somit dem Jakob gehörten. Dieses, was soeben angeführt wurde, ist zwar von der Art, daß es nur in das Verständnis von sehr wenigen fällt, weil die meisten nicht wissen, was das Wahre und Gute des Natürlichen, und daß dieses unterschieden ist vom Wahren und Guten des Vernünftigen; und weniger noch, daß das nicht echte Gute und Wahre, was aber dennoch als echt erscheint, zur Einführung von echtem Wahren und Guten dient, hauptsächlich im Anfang der Wiedergeburt. Weil aber dieses im inneren Sinn dieser Worte und auch im inneren Sinn der folgenden, betreffend die Herde Labans, aus der Jakob sich eine Herde verschafft hat, enthalten ist, darf es gleichwohl nicht verschwiegen werden. Vielleicht mag es solche geben, die es fassen; diejenigen, die ein Verlangen haben, solches zu wissen, d.h., die in der Neigung zum geistig Guten und Wahren sind, werden in solchen Dingen erleuchtet. 3975. "Darum ich dir gedient habe", 1. Mose 30/26, bedeutet, aus eigener Kraft. Dies erhellt aus der Bedeutung von dienen, sofern es ist Arbeit und Bemühung, wovon Nr. 3824, 3846; wenn dies vom Herrn gesagt wird, so bedeutet es eigene Kraft, denn der Herr hat durch eigene Kraft göttlich Gutes und göttlich Wahres sich verschafft, und sein Menschliches göttlich gemacht, man sehe Nr. 1616, 1749, 1755, 1921, 2025, 2026, 2083, 2500, 2523, 2632, 2816, 3382. 3976. "Daß ich gehe", 1. Mose 30/26, bedeutet Verbindung mit dem göttlich Vernünftigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, nämlich zu seinem Ort und zu seinem Land, wie Nr. 3973, wodurch bezeichnet wird das Verlangen nach der Verbindung mit dem Göttlichen des Vernünftigen. 3977. "Weil du weißt meinen Dienst, damit ich dir gedient habe", 1. Mose 30/26, bedeutet Arbeit und Bemühung aus eigener Kraft. Dies kann aus dem erhellen, was oben Nr. 3975 gesagt und angeführt wurde, somit ohne weitere Erklärung. Was dieses weiter in sich schließt, geht aus demjenigen hervor, was Nr. 3974 gesagt wurde, sodann aus dem Folgenden. 3978. Vers 27-30: Und Laban sprach zu ihm: Möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen, ich habe gemerkt, daß mich gesegnet hat Jehovah um deinetwillen. Und er sprach: Bestimme deinen Lohn ob mir, und ich werde ihn geben. Da sprach er zu ihm: Du weißt, welcher Art ich dir gedient habe, und welcher Art dein Besitz mit mir geworden ist. Denn wenig war es, was du hattest vor mir, aber es ist ausgebrochen zur Menge, und gesegnet hat dich Jehovah durch meinen Fuß, und nun, wann soll ich auch für mein Haus etwas tun? "Und Laban sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden aus demjenigen Guten, das durch Laben bezeichnet wird; "möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen" bedeutet Geneigtheit; "ich habe gemerkt, daß mich gesegnet hat Jehovah um deinetwillen" bedeutet aus dem Göttlichen, um des Guten des Natürlichen willen, dem es dienen soll; "und er sprach: Bestimme deinen Lohn ob mir, und ich werde ihn geben" bedeutet, er gebe aus sich, was er wolle; "da sprach er zu ihm: Du weißt, welcher Art ich dir gedient habe" bedeutet, er wisse seine Gesinnung und seine Kraft; "und welcher Art dein Besitz mit mir geworden ist" bedeutet ebenfalls aus dem Göttlichen; "denn wenig war es, was du hattest vor mir" bedeutet sein Gutes sei unfruchtbar, ehe es verbunden werde; "aber es ist ausgebrochen zur Menge" bedeutet Fruchtbarkeit hernach; "und gesegnet hat dich Jehovah durch meinen Fuß" bedeutet vom Göttlichen, das dem Natürlichen zukommt; "und nun, wann soll ich auch für mein Haus etwas tun?" bedeutet, daß nun daher sein Gutes befruchtet werden soll. 3979. "Und Laban sprach zu ihm", 1. Mose 30/27, bedeutet des Innewerden aus demjenigen Guten, das durch Laban bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, sofern es ist das Innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das seitenverwandte Gute aus dem Göttlichen, wovon Nr. 3612, 3665, 3778. Daß das Innewerden aus jenem Guten bezeichnet wird durch: "Laban sprach zu ihm", hat den Grund, weil die Personen im Wort nichts anderes bedeuten als Sachen, im höchsten Sinn göttliche beim Herrn, im inneren Sinn solche, wie sie sich beim Menschen (finden), von denen gehandelt wird; somit durch zwei Personen, zwei Sachen bei ebendemselben. 3980. "Möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen", 1. Mose 30/27, bedeutet die Geneigtheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gnade finden in den Augen von jemand, sofern es ist Geneigtheit. Vom Guten, das durch Laban bezeichnet wird, wird Geneigtheit ausgesagt, wenn es da sein will. Wer sich über die Neigungen zum Guten und Wahren, die bei ihm sich finden, und auch über den Lustreiz und das Vergnügen besinnt oder besinnen kann, der wird eine Hinneigung zu dem einen mehr als zu dem anderen wahrnehmen, aber ohne Reflexion erscheint dieses und dergleichen nicht. 3981. "Ich habe gemerkt, daß mich gesegnet hat Jehovah um deinetwillen", 1. Mose 30/27, bedeutet, es sei aus dem Göttlichen, um des Guten des Natürlichen willen, dem es dienen soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von erfahren, daß Jehovah gesegnet hat, sofern es heißt, gewiß wissen, daß es aus dem Göttlichen sei. Um des Guten des Natürlichen willen, dem es dienen soll, wird bezeichnet durch "um deinetwillen", denn Jakob ist das Gute des natürlich Wahren: Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 3829, und Laban ist das seitenverwandte Gute, das dient, wie oben an mehreren Stellen gezeigt worden; man sehe auch unten: Nr. 3982, 3986. 3982. "Und er sprach: bestimme deinen Lohn ob mir, und ich werde ihn geben", 1. Mose 30/28, bedeutet, er gebe aus sich, was er wolle. Dies kann ohne Erklärung erhellen. Was bisher gesagt wurde, ist von der Art, daß es für das Verständnis nicht deutlich erklärt werden kann, sowohl weil das Gemüt von der den Laban und Jakob betreffenden Geschichte nicht im Augenblick weggelenkt werden kann auf die geistigen Dinge, von denen im inneren Sinn gehandelt wird (denn die Geschichte schwebt immer vor und erfüllt die Vorstellung, und doch muß sie gleichsam zu nichts werden, damit im Zusammenhang das, was nicht geschichtlich ist, begriffen werde), als auch weil man eine klare Kenntnis von denjenigen Arten des Guten haben muß, die durch beide, nämlich Laban und Jakob, vorgebildet werden, und daß das Gute, das durch Laban vorgebildet wird, von der Art ist, daß es nur ein nutzdienliches Gute ist, nämlich zur Einführung von echtem Wahren und Guten, und wenn es diesen Nutzdienst geleistet hat, nachher verlassen wird. Davon, wie beschaffen jenes Gute sei, war früher die Rede: es verhält sich wie etwas Unreifes in den ersten Früchten, durch das der Saft eingeführt wird, das, wenn es gedient hat, nachher abwelkt, und die Früchte werden durch andere Fasern reif, und zuletzt durch Fasern des echten Saftes. Es ist bekannt, daß der Mensch in der Kindheit und im Knabenalter mehreres lernt, bloß zu dem Nutzzweck, damit er dadurch als durch Mittel Nützlicheres lernt, und allmählich durch dieses noch nützlichere Dinge, und zuletzt dasjenige, was dem ewigen Leben angehört, und daß, wenn er dies lernt, das Frühere beinahe vergessen wird. Ebenso wird der Mensch, wenn er neugeboren wird vom Herrn, durch mehrere Neigungen zum Guten und Wahren geführt, die nicht Neigungen zum echten Guten und Wahren sind, sondern nur nützlich, dasselbe zu begreifen, hernach dasselbe sich zu eigen zu machen, und wenn der Mensch sie sich zu eigen gemacht hat, dann wird das Vorige der Vergessenheit übergeben und verlassen, weil es bloß zu Mitteln gedient hatte. So verhält es sich auch mit dem seitenverwandten Guten, das durch Laban bezeichnet wird, in Beziehung auf das Gute des Wahren, das durch Jakob bezeichnet wird, wie auch durch die Herde beider, wovon im Folgenden. Diese Geheimnisse sind es, die in diesem und im Folgenden enthalten, aber geschichtartig dargestellt sind, damit das Wort mit Interesse gelesen werde, auch von Knaben und Einfältigen, zu dem Zweck, damit, wenn dieselben in heiliger Anregung (ex sancto jucundo) sind, durch den historischen Sinn, die Engel bei ihnen in der Heiligkeit des inneren Sinnes sein möchten, welcher innere Sinn der engelischen Einsicht angemessen ist, während der äußere Sinn angemessen der menschlichen Einsicht. Daher die Zusammengesellung des Menschen mit den Engeln; und das alles weiß der Mensch gar nicht, sondern er empfindet dabei nur einen gewissen Lustreiz, in dem etwas Heiliges (ist). 3983. "Da sprach er zu ihm: du weißt, welcher Art ich dir gedient habe", 1. Mose 30/29, bedeutet, er wisse seine Gesinnung und seine Kraft. Dies kann aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn erhellen. Daß wissen, von welcher Art einer ist, heißt seine Gesinnung kennen, ist klar, und daß von welcher Art er ist im Dienst, oder welcher Art ich gedient habe, bedeutet die Kraft kennen, kann aus der Bedeutung von dienen hier erhellen, sofern es heißt mit eigener Kraft, wovon Nr. 3975, 3977; denn durch Jakob wird vorgebildet das Göttliche des Natürlichen des Herrn in Ansehung des Guten des Wahren, dem Kraft zukommt. Hieraus folgt, daß "welcher Art dein Besitz mit mir geworden", 1. Mose 30/29, ebenfalls bedeutet, was dem Göttlichen. 3984. "Denn wenig war es, was du hattest vor mir", 1. Mose 30/30, bedeutet, sein Gutes sei unfruchtbar, wenn es nicht verbunden werde. Dies kann ebenfalls aus dem Zusammenhang im inneren Sinn erhellen; denn es wird gehandelt von der Beschaffenheit des durch Laban vorgebildeten Guten, ehe es verbunden war mit dem Guten des Wahren, welches ist Jakob, sofern es wenig nütze, d.h. unfruchtbar gewesen. Wie es sich aber hiermit verhält, wird aus dem nun Folgenden klar werden. 3985. "Aber es ist ausgebrochen zur Menge", 1. Mose 30/30, bedeutet Fruchtbarkeit hernach. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausbrechen zur Menge, sofern es ist Fruchtbarkeit, nämlich nachdem es verbunden worden. 3986. "Und gesegnet hat dich Jehovah durch meinen Fuß", 1. Mose 30/30, bedeutet vom Göttlichen, das dem Natürlichen (zukommt). Dies erhellt aus der Bedeutung von Segnen Jehovahs, sofern es ist begabt werden mit dem Guten, wovon Nr. 3406, und sofern es ist Verbindung: Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. Das Segnen Jehovahs bedeutet somit begabt werden mit göttlich Gutem durch Verbindung, hier mit dem Guten des Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird. Das Natürliche ist es, was durch Fuß bezeichnet wird. Daß der Fuß das Natürliche ist, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, und wird weiter erhellen aus der Entsprechung des Größten Menschen mit dem einzelnen beim Menschen am Ende der Kapitel. Hieraus wird klar, daß durch "gesegnet hat dich Jehovah durch meinen Fuß" bezeichnet wird, vom Göttlichen, das dem Natürlichen (zukommt). Das Geheimnis, das in diesem und in dem, was kurz vorhergeht, verborgen liegt, ist wenigen, wenn je einem, bekannt, weshalb es enthüllt werden soll. Das Gute, das beim Menschen sowohl innerhalb der Kirche, als außerhalb der Kirche (sich findet), ist ganz verschieden, und zwar so verschieden, daß das Gute des einen Menschen nicht ganz gleich ist dem Guten des anderen. Die Verschiedenheiten kommen von den Wahrheiten her, mit denen das Gute verbunden wird, denn jedes Gute hat seine Beschaffenheit von den Wahrheiten, und die Wahrheiten haben ihr Wesen von dem Guten. Die Verschiedenheiten kommen auch her von den Neigungen, die der Liebe eines jeden angehören, und die dem Menschen durch sein Leben eingewurzelt und angeeignet werden. Es sind beim Menschen, auch innerhalb der Kirche, wenige echte Wahrheiten, und noch wenigere beim Menschen außerhalb der Kirche; daher gibt es selten Neigungen des echten Wahren. Aber dennoch werden diejenigen, die im Guten des Lebens sind, oder die in der Liebe zu Gott und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten leben, selig. Daß sie selig werden können, kommt daher, weil das Göttliche des Herrn im Guten der Liebe zu Gott und im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, und wo das Göttliche innen ist, da wird alles in Ordnung gebracht, so daß es verbunden werden kann mit echtem Guten und mit echten Wahrheiten, die in den Himmeln sind. Daß es so sei, kann man sehen an den Gesellschaften, die den Himmel bilden, und die unzählig sind, von diesen sind alle und jede in Ansehung des Guten und Wahren verschieden, bilden aber dennoch zusammengenommen einen Himmel. Dieselben verhalten sich wie die Glieder und Organe des menschlichen Leibes, die, obwohl überall verschieden, gleichwohl doch einen Menschen zusammen bilden; denn ein Ganzes, das aus mehreren besteht, wird nicht gebildet aus einen und ebendenselben oder genau gleichen, sondern aus verschiedenen harmonisch verbundenen. Verschiedene harmonisch verbundene Dinge stellen ein Ganzes dar. Ebenso verhält es sich mit dem Guten und dem Wahren in der geistigen Welt, die, obwohl sie so verschieden sind, daß sie nicht ganz gleich sind bei dem einen wie bei dem anderen, dennoch eins machen vom Göttlichen her durch die Liebe und Liebtätigkeit; denn die Liebe und Liebtätigkeit ist eine geistige Verbindung. Ihre Verschiedenheit ist eine himmlische Harmonie, die etwas so Zusammenstimmendes macht, daß sie eins sind im Göttlichen, d.h. im Herrn. Außerdem ist das Gute der Liebe zu Gott und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, mögen immerhin die Wahrheiten und die Neigungen zum Wahren verschieden sein, dennoch empfänglich für das echte Wahre und Gute, denn es ist, sozusagen, nicht hart und widerstrebend, sondern gleichsam weich und nachgiebig; denn sie lassen sich vom Herrn führen und so zum Guten, und durch das Gute zu Ihm lenken. Anders bei denen, die in der Selbst- und Weltliebe sind; diese lassen sich nicht vom Herrn und zum Herrn führen und lenken, sondern sie widerstehen hartnäckig; denn sie wollen sich selbst führen, und noch mehr, wenn ebendieselben in begründeten Lehrsätzen des Falschen sind; solange sie solcher Art sind, lassen sie das Göttliche nicht zu sich heran. Aus diesem kann nun erhellen, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch die Worte, die Jakob zu Laban geredet hat; denn durch Laban wird bezeichnet ein solches Gute, das nicht echt ist, weil ihm keine echten Wahrheiten eingepflanzt sind, aber dennoch von solcher Art, daß sie mit ihm verbunden werden können, und in ihm das Göttliche sein kann: es ist gewöhnlich bei kindlichen Knaben, ehe sie echte Wahrheiten aufgenommen haben; und ein solches Gutes ist auch bei den Einfältigen innerhalb der Kirche, die wenige Glaubenswahrheiten wissen, aber dennoch in der Liebtätigkeit leben; und ein solches ist auch bei gutartigen Heiden, die in heiliger Verehrung ihrer Götter sind. Durch ein solches Gute können echte Wahrheiten und echtes Gutes eingeführt werden, wie aus demjenigen erhellen kann, was über die Kinder und Einfältigen innerhalb der Kirche, Nr. 3690 gesagt wurde; und was über gutartige Heiden außerhalb der Kirche: Nr. 2598, 2599, 2600, 2601, 2602, 2603. 3987. "Und nun, wann soll ich auch für mein Haus etwas tun?", 1. Mose 30/30, bedeutet, nun solle daher sein Gutes fruchtbar gemacht werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es ist das Gute, wovon Nr. 2233, 2234, 3128, 3652; hier mein Haus, sofern es ist das Gute, das durch Jakob bezeichnet wird. Für dieses Haus etwas tun, heißt es solle fruchtbar von da aus gemacht werden das Gute. Dies wird daraus klar, daß nun von der Befruchtung des Guten und Vermehrung des Wahren gehandelt wird; denn durch den zuletzt geborenen Joseph wird jene Befruchtung bezeichnet: Nr. 3965, 3969, 3971, und durch die Herde, die sich Jakob durch die Herde Labans erworben hat, worüber im Folgenden, wird jene Befruchtung beschrieben. Daß weder das Gute befruchtet, noch das Wahre vermehrt wird, ehe die Verbindung des äußeren Menschen mit dem inwendigen geschehen ist, kann daraus erhellen, daß es Sache des inwendigeren Menschen ist, das Gute für den Nächsten wollen und daher das Gute denken, und Sache des äußeren Menschen, das Gute tun und daher das Gute lehren. Wenn nicht das Tun des Guten verbunden ist mit dem Wollen des Guten, und das Lehren des Guten mit dem Denken des Guten, so hat er das Gute nicht, denn die Bösen können das Böse wollen und das Gute tun, sodann auch das Böse denken und das Gute lehren, wie einem jeden bekannt sein kann. Die Heuchler und Unheiligen sind in diesem Geschäft und in dieser Kunst geübter als andere, so sehr, daß sie sich als Engel des Lichts verstellen können, da sie doch inwendig Teufel sind. Hieraus kann erhellen, daß das Tun des Guten verbunden ist mit dem Wollen des Guten, und das Lehren des Guten verbunden ist mit dem Denken des Guten, d.h., wenn nicht der äußere Mensch verbunden ist mit dem inwendigen. 3988. Vers 31-33: Und er sprach: was soll ich dir geben? Da sprach Jakob: nicht sollst du mir geben irgend etwas, wenn du mir tun willst dieses Wort, so will ich umkehren, und weiden und deine Herde hüten. Hingehen will ich heute durch deine ganze Herde, und absondern jedes getüpfelte und gefleckte Stück, und jedes schwarze Stück unter den Lämmern, und das gefleckte und getüpfelte unter den Ziegen, und das soll mein Lohn sein. Und zeugen soll für mich meine Gerechtigkeit am morgenden Tag, wenn du kommst über meinen Lohn vor dir; alles, was da nicht ist getüpfelt und gefleckt unter den Ziegen, und schwarz unter den Lämmern, das sei gestohlen bei mir. "Und er sprach: was soll ich dir geben?" bedeutet die Erkundigung; "da sprach Jakob" bedeutet die Antwort; "nicht sollst du mir geben irgend etwas, wenn du mir tun willst dieses Wort" bedeutet, daß es von seiten des Guten, das aus dem Wahren stammt, hergebracht werden soll; "so will ich umkehren, und weiden und deine Herde hüten" bedeutet, daß das durch Laban bezeichnete Gute zum Nutzen gebraucht werden soll; "hingehen will ich heute durch deine ganze Herde" bedeutet, daß er wahrnehme alles Gute, wie es beschaffen sei; "und absondern jedes getüpfelte und gefleckte Stück" bedeutet, es werde ausgeschieden werden alles Gute, was sein eigen, mit dem vermischt sei das Böse, welches ist das Getüpfelte, und mit dem vermischt sei das Falsche, welches ist das Gefleckte; "und jedes schwarze Stück unter den Lämmern" bedeutet das eigene der Unschuld, das dem durch Laban bezeichneten Guten angehört; "und das gefleckte und getüpfelte unter den Ziegen" bedeutet, daß hernach ihm gehören soll alles Gute des Wahren, in dem das Falsche und Böse gemischt sei; "und das soll mein Lohn sein" bedeutet, es sei von ihm selbst; "und zeugen soll für mich meine Gerechtigkeit" bedeutet göttliche Heiligkeit, die ihm (zukommt); "am morgenden Tag" bedeutet in Ewigkeit; "wenn du kommst über meinen Lohn vor dir" bedeutet sein Eigenes; "alles, was da nicht ist getüpfelt und gefleckt unter den Ziegen" bedeutet, was aus dem unter Laban verstandenen Guten nicht vermischt sei mit dem Bösen und Falschen im Guten des Wahren; "und schwarz unter den Lämmern" bedeutet den ersten Zustand der Unschuld; "das sei gestohlen bei mir" bedeutet, es sei nicht sein. 3989. "Er sprach: was soll ich dir geben", 1. Mose 30/31, bedeutet Erkundigung. Dies kann erhellen, weil es eine Aufforderung und Frage ist, um zu erkennen, welchen und wieviel Lohn er haben wolle. "Da sprach Jakob", 1. Mose 30/31, bedeutet die Antwort; dies erhellt ohne Erklärung. 3990. "Nicht sollst du mir geben irgend etwas, wenn du mir tun willst dieses Wort", 1. Mose 30/31, bedeutet, es soll von seiten des Guten, das aus dem Wahren, hergebracht werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht geben etwas", sofern es heißt, nicht hergebracht werden von dem Guten, das durch Laban vorgebildet wird, sondern vom Guten, das durch Jakob, welches ist das Gute des Wahren: Nr. 3669, 3677, 3829; was aber hergebracht werden soll, wird im Folgenden beschrieben. 3991. "So will ich umkehren, und weiden, und deine Herde hüten", 1. Mose 30/31, bedeutet, das durch Laban vorgebildete Gute soll zum Nutzen verwendet werden, nämlich um echt Gutes und Wahres einzuführen, wie oben gezeigt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, hier des Laban, sofern sie das durch ihn vorgebildete Gute bezeichnet. "Umkehren, weiden und seine Herde hüten", heißt zum Nutzen brauchen, wie auch aus dem Folgenden klar wird, denn Jakob hat durch jene Herde sich die seinige erworben; sie diente ihm nämlich zum Mittel, somit zum Nutzen. 3992. "Hingehen will ich heute durch deine ganze Herde", 1. Mose 30/32, bedeutet, er nehme alles Gute wahr, wie beschaffen es sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist das Gute, wovon Nr. 343, 3518; und aus der Bedeutung von hingehen durch die ganze Herde, sofern es heißt, wissen und wahrnehmen, wie beschaffen es ist. 3993. "Und absondern jedes getüpfelte und gefleckte Stück", 1. Mose 30/32, bedeutet, es soll ausgeschieden werden alles Gute und Wahre, was sein eigen ist, mit dem vermischt sei das Böse, welches ist das Getüpfelte, und mit dem vermischt sei das Falsche, welches ist das Gefleckte. Dies erhellt aus der Bedeutung von wegtun, sofern es heißt ausscheiden; und aus der Bedeutung von Stück, die hier sind, Ziegen und Lämmer, sofern sie bedeuten Gutes und Wahres, wovon Nr. 1824, 3519. Daß in diesen und den folgenden Worten dieses Kapitels Geheimnisse sind, kann man daraus sehen, daß es meistens solche Dinge sind, die nicht würdig wären, im göttlichen Wort erwähnt zu werden, wenn nicht Geheimeres darin läge, als es im Buchstaben erscheint, z.B. daß Jakob als Lohn sich ausgebeten habe des getüpfelte und gefleckte Vieh unter den Ziegen und das schwarze unter den Lämmern, daß er nachher in die Trinkrinnen gelegt Stecken von der Haselstaude und Platane, die weiß geschält waren, vor die Herden Labans, wenn sie brünstig wurden, und daß, was die Lämmer betrifft, er die Angesichter der Herde zum Bunten und Schwarzen in der Herde Labans gegeben hatte, und daß er so nicht durch gute, sondern böse Kunst reich geworden sei. In diesen Dingen erscheint nichts Göttliches, da doch das Wort in allem und jedem bis aufs kleinste Jota hinaus göttlich ist; und außerdem gewährt es keinen, nicht einmal den geringsten Nutzen zum Heil, dieses zu wissen, da doch das Wort, weil göttlich, eben nur solches, was zum Heil und zum ewigen Leben dient, in sich enthält. Hieraus und aus dergleichen anderwärts kann jeder schließen, daß ein Geheimnis darin liege, und daß das einzelne, obwohl es solcher Art ist im Buchstabensinn, göttlichere Dinge in sich trägt. Was es aber in sich trägt, kann niemandem (auf andere Weise) klar werden als aus dem inneren Sinn, d.h., wenn er nicht weiß, wie dieses von den Engeln begriffen wird; denn diese sind im geistigen Sinn, während der Mensch im historisch-natürlichen ist. Wie entfernt aber diese beiden Sinne voneinander erscheinen, obwohl sie aufs innigste verbunden sind, kann aus diesem und dem übrigen augenscheinlich erhellen. Das Geheimnis selbst, das in diesen und den folgenden Worten dieses Kapitels liegt, kann man zwar einigermaßen merken aus demjenigen, was früher über Laban und über Jakob gesagt wurde, daß nämlich Laban ein solches Gute bezeichnet, durch welches echte Gutheiten (d.i. Antriebe zum Guten) und Wahrheiten eingeführt werden können, daß Jakob das Gute des Wahren bezeichnet; weil aber wenige wissen, was das Natürliche ist, das dem geistig Guten entspricht, und wenigere, was das geistig Gute ist, daß eine Entsprechung da sein muß, und noch wenigere, daß ein Gutes, das als gut erscheint, das Mittel ist, echtes Gutes und Wahres einzuführen, darum können die Geheimnisse, die davon handeln, nicht leicht für die Fassungskraft auseinandergesetzt werden, denn sie fallen in den Schatten des Verstandes, und es ist, wie wenn jemand in einer fremden Sprache redet: wenn er in derselben auch noch so klar die Sache erklärt, so versteht, der es hört, es doch nicht. Aber wiewohl es sich so verhält, so muß es dennoch gesagt werden, weil das, was das Wort im inneren Sinn verbirgt, aufgeschlossen werden muß. Hier wird im höchsten Sinn gehandelt vom Herrn, wie Er Sein Natürliches göttlich gemacht hat, und im vorbildlichen Sinn vom Natürlichen beim Menschen, wie der Herr dasselbe wiedergebiert und zur Entsprechung bringt mit dem Menschen seines Inwendigeren, d.h. mit demjenigen, der leben wird nach dem Hingang des Leibes, und alsdann der Geist des Menschen genannt wird, der, wenn er gelöst ist vom Leib, alles bei sich hat, was dem äußeren Menschen angehört, ausgenommen Bein und Fleisch; wenn diese Entsprechung des inwendigen Menschen mit dem äußeren nicht hergestellt worden ist in der Zeit oder im Leben des Leibes, so kommt sie nachher nicht zustande. Von der Verbindung beider durch die Wiedergeburt vom Herrn wird hier im inneren Sinn gehandelt. Es war die Rede von den allgemeinen Wahrheiten, die der Mensch annehmen und anerkennen muß, ehe er wiedergeboren werden kann; diese sind durch die zehn Söhne Jakobs von der Leah und von den Mägden bezeichnet worden; und nachdem er sie angenommen und anerkannt hat, wurde gehandelt von der Verbindung des äußeren Menschen mit dem inwendigeren, oder des Natürlichen mit dem Geistigen, das durch Joseph bezeichnet ist. Nun wird der Ordnung gemäß gehandelt von der Befruchtung des Guten und Vermehrung des Wahren, die dann erst ins Dasein tritt, wenn die Verbindung geschehen ist, und zwar insoweit als die Verbindung geschieht. Dieses ist es, was bezeichnet wird durch die Herde, die sich Jakob durch die Herde Labans erworben hat. Die Herde bedeutet hier das Gute und Wahre, wie anderswo öfter im Wort; die Herde Labans das Gute, das durch Laban vorgebildet wird, von welcher Art dieses ist, wurde oben gesagt. Die Herde Jakobs bedeutet das echte Gute und Wahre, das durch jenes erworben wird; aber wie die echten Gutheiten und Wahrheiten erworben werden, wird hier beschrieben; aber dieses kann keineswegs begriffen werden, wenn man nicht weiß, was durch das Getüpfelte, was durch das Gefleckte, was durch das Schwarze und was durch das Weiße im inneren Sinn bezeichnet wird. Deshalb muß hier zuerst davon die Rede sein: Das Getüpfelte und Gefleckte ist, was aus schwarz und weiß besteht. Das Schwarze bedeutet im allgemeinen das Böse, insbesondere des Eigene des Menschen, weil dieses nur böse ist. Das Dunkle aber bedeutet das Falsche und insbesondere die Grundsätze des Falschen. Das Weiße bedeutet im inneren Sinn das Wahre, eigentlich die Gerechtigkeit und das Verdienst des Herrn, und daher die Gerechtigkeit und das Verdienst des Herrn beim Menschen; dieses Weiße wird Helle genannt, denn es glänzt vom Licht, das vom Herrn (ausgeht). Das Weiß aber im entgegengesetzten Sinn bedeutet die eigene Gerechtigkeit oder das eigene Verdienst, denn das Wahre ohne das Gute trägt ein solches Verdienst in sich; denn wenn einer das Gute tut, aber nicht aus dem Guten des Wahren, dann will er immer belohnt werden, denn er tut es um seiner selbst willen. Dagegen wenn er das Wahre tut aus dem Guten, dann wird dasselbe erleuchtet durch das Licht, das vom Herrn (ausgeht). Hieraus wird klar, was das Gefleckte sei, daß es nämlich das Wahre bezeichnet, mit dem das Falsche vermischt ist, und was das Punktierte sei, daß es nämlich das Gute bezeichnet, mit dem das Böse vermischt ist. Es erscheinen auch in Wirklichkeit Farben im anderen Leben, und zwar so schöne und glänzende, daß sie nicht beschrieben werden können: Nr. 1053, 1624, dieselben sind aus verschiedener Mischung von Licht und Schatten in Weiß und Schwarz, aber das Licht dort, obwohl es als Licht vor den Augen erscheint, ist doch nicht wie das Licht in der Welt. Das Licht im Himmel hat in sich Einsicht und Weisheit, denn die göttliche Einsicht und Weisheit vom Herrn stellt sich als Licht dort dar, und erleuchtet auch den ganzen Himmel: Nr. 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3225, 3339, 3340, 3341, 3485, 3636, 3643, 3862. Auch ist der Schatten im anderen Leben, obwohl er als Schatten erscheint, doch nicht wie der Schatten in der Welt, denn der Schatten dort ist Abwesenheit des Lichts, mithin Mangel an Einsicht und Weisheit; daher nun kommt das Weiße und das Schwarze, und weil dieses aus dem Licht dort, in welchem ist Einsicht und Weisheit, und aus dem Schatten, welcher ist der Mangel derselben, entsteht, so ist klar, daß durch dasselbe, nämlich durch das Weiße und Schwarze, solches bezeichnet wird, was oben gesagt wurde. Daher nun auch die Farben, welche sind Modifikationen von Licht und Schatten in weißen und schwarzen (Gegenständen) als auf Grundflächen. Die verschiedenen Mischungen daraus sind es, die Farben genannt werden: Nr. 1042, 1043, 1053. Aus diesem kann nun erhellen, was das Getüpfelte oder mit Punkten, nämlich schwarzen und weißen, Gezeichnete und Unterschiedene ist, daß es nämlich das Gute ist, mit dem Böses vermischt ist, sodann was das Gefleckte, sofern es ist das Wahre, mit dem Falsches vermischt ist. Dieses nun ist es, was vom Guten Labans her genommen ist, und zur Einführung von echt Gutem und Wahren dienen soll. Aber wie dieses dienen kann, ist ein Geheimnis, das zwar denjenigen klar vorgestellt werden kann, die im Licht des Himmels sind, weil in diesem Einsicht ist, aber nicht klar denjenigen, die im Licht der Welt sind, wenn nicht ihr Weltlicht erleuchtet ist vom Licht des Himmels, wie bei denen, die wiedergeboren sind. Denn jeder Wiedergeborene sieht die Gutheiten und Wahrheiten in seinem natürlichen Licht aus dem Licht des Himmels. Denn das Licht des Himmels bildet sein verständiges Sehvermögen und das Weltlicht das natürliche Sehvermögen. Es soll aber doch mit wenigem gesagt werden, wie es sich verhält. Beim Menschen gibt es kein reines Gutes, oder Gutes, mit dem nicht Böses vermischt ist, auch kein reines Wahres, oder Wahres, mit dem nicht Falsches vermischt ist, denn das Willensvermögen des Menschen ist eben nur böse, aus dem fortwährend in sein Verstandesvermögen das Falsche einfließt, denn der Mensch hat, durch Vererbung das Böse in sich, das allmählich von den Eltern angehäuft worden. Aus diesem erzeugt er wirklich (durch sein Tun) das Böse, und macht es zu seinem eigenen, und tut noch das Böse von sich aus dazu. Aber das Böse beim Menschen ist von verschiedener Gattung. Es gibt Böses, mit dem Gutes nicht vermischt werden kann, und es gibt Böses, mit dem es kann, ebenso Falsches. Wenn es nicht so wäre, so hätte gar kein Mensch wiedergeboren werden können. Böses und Falsches, mit dem Gutes und Wahres nicht vermischt werden kann, ist solches, das entgegengesetzt ist der Liebe zu Gott und der Liebe gegen den Nächsten, wie z.B. Haß, Rache, Grausamkeiten, Verachtung anderer neben sich, und auch die daraus entstehenden Beredungen des Falschen. Hingegen Böses und Falsches, mit dem Gutes und Wahres vermischt werden kann, ist solches, das nicht entgegengesetzt ist der Liebe zu Gott und der Liebe gegen den Nächsten, wie z.B. wenn jemand sich selber mehr liebt als andere, und sich aus dieser Liebe bestrebt, sich vor anderen im sittlichen und bürgerlichen Leben, in Gegenständen des Wissens und der Gelehrsamkeit auszuzeichnen und zu Würden erhoben zu werden und auch zu Vermögen vor anderen, und doch Gott anerkennt und anbetet, dem Nächsten von Herzen Dienste leistet, und aus Gewissen tut, was gerecht und billig ist. Das Böse der Selbstliebe eines solchen ist es, mit dem das Gute und Wahre vermischt werden kann, denn das Böse ist es, was das Eigene des Menschen ist, und was durch Vererbung angeboren wird. Wenn ihm nun dasselbe plötzlich weggenommen würde, so hieße das, das Feuer seines ersten Lebens auslöschen. Hingegen wer sich selber mehr liebt als andere, und aus dieser Liebe andere neben sich verachtet, diejenigen haßt, die ihn nicht ehren und gleichsam anbeten, und die Lust des Hasses in der Rache und Grausamkeit empfindet, bei diesem ist das Böse einer solchen Liebe, mit dem das Gute und das Wahre nicht vermischt werden kann, denn es sind Gegensätze. Ein weiteres Beispiel: wenn jemand glaubt, er sei rein von Sünden, und so abgewaschen, wie einer, der durchs Wasser von Schmutz gesäubert wird, wenn er nämlich einmal Buße getan hat, und das ihm als Buße Auferlegte bezahlt hat, oder nach der Beichte einen solchen Spruch vom Beichtvater gehört hat, oder nachdem er zum heiligen Abendmahl gegangen ist, und wenn er nun ein neues Leben führt in der Neigung zum Guten und Wahren, dann ist nur ein solches Falsches bei ihm, mit dem das Gute vermischt sein kann. Hingegen wenn er ein fleischliches und weltliches Leben führt wie vorher, dann ist es ein Falsches, mit dem das Gute nicht vermischt werden kann. Ferner, wer glaubt, der Mensch werde selig durch gut glauben und nicht durch gut wollen, und doch gut will und gut handelt, dann ist sein Falsches von der Art, daß das Gute und Wahre sich anschließen kann, nicht aber, wenn er nicht gut will und daher auch nicht gut handelt. Ferner, wenn einer nicht weiß, daß der Mensch nach dem Tod aufersteht und daher an keine Auferstehung glaubt, wie auch der, welcher es weiß, aber gleichwohl bezweifelt und beinahe leugnet, aber doch im Wahren und Guten lebt, dann kann mit diesem Falschen das Gute und Wahre ebenfalls vermischt werden. Wenn er hingegen im Falschen und Bösen lebt, dann kann es mit seinem Falschen nicht vermischt werden, weil es Gegensätze sind und das Falsche das Wahre und das Böse das Gute zerstört. Ferner Verstellung und Schlauheit, die zum Zweck hat das Gute, sei es das Wohl des Nächsten oder des Vaterlandes oder der Kirche, ist Klugheit. Das Böse, das ihr beigemischt ist, kann vermischt werden mit dem Guten, vermöge des Zwecks und um des Zweckes willen. Hingegen Verstellung und Schlauheit, die das Böse zum Zweck hat, ist nicht Klugheit, sondern List und Betrug. Mit diesem kann das Gute keineswegs verbunden werden, denn der Betrug, welcher ist der Zweck des Bösen, bringt höllisches Wesen in alles und jedes, was beim Menschen ist, und setzt das Böse in die Mitte und wirft das Gute in die Umkreise hinaus, und diese Ordnung ist die eigentlich höllische Ordnung. So auch bei unzählig anderen Dingen. Daß es Böses und Falsches gibt, dem Gutes und Wahres sich anschließen kann, kann schon daraus erhellen, daß es so vielerlei Glaubensmeinungen und Lehren gibt, von denen mehrere ganz ketzerisch sind, und doch gibt es bei einer jeden solche, die selig werden. Ferner ist auch unter den Heiden, die außerhalb der Kirche sind, die Kirche des Herrn, und obwohl sie in Falschem sind, werden dennoch solche, die ein Leben der Liebtätigkeit führen, selig: Nr. 2589-2604, was durchaus nicht geschehen könnte, wenn es nicht Böses gäbe, mit dem Gutes, und Falsches, mit dem Wahres vermischt werden kann; denn Böses, mit dem Gutes vermischt wird, und Falsches, mit dem Wahres, wird vom Herrn auf wunderbare Weise in Ordnung gebracht, denn es wird nicht verbunden, noch weniger vereinigt, sondern angeschlossen und angefügt, und zwar so, daß in der Mitte, als wie im Zentrum, Gutes mit Wahrem ist, und stufenweise gegen die Umgebungen oder Umkreise hin solches Böses und Falsches. Daher kommt es, daß dieses von jenem erleuchtet wird und eine verschiedene Färbung erhält, wie Weißes und Schwarzes vom Licht aus der Mitte oder aus dem Zentrum. Dieses ist die himmlische Ordnung. Das ist es, was durch das Getüpfelte und Gefleckte im inneren Sinn bezeichnet wird. 3994. "Und jedes schwarze Stück unter den Lämmern", 1. Mose 30/33, bedeutet das Eigene der Unschuld, das dem durch Laban bezeichneten Guten angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwarzen, sofern es ist das Eigene, wovon Nr. 3993, und aus der Bedeutung des Lammes, sofern es ist die Unschuld, worüber im Folgenden. Mit dem Eigenen der Unschuld, das durch das Schwarze unter den Lämmern bezeichnet wird, verhält es sich so: In allem Guten muß Unschuld sein, damit es gut sei. Liebtätigkeit ohne Unschuld ist nicht Liebtätigkeit, noch weniger Liebe zum Herrn, deshalb ist Unschuld das eigentlich Wesentliche der Liebe und Liebtätigkeit, mithin des Guten. Das Eigene der Unschuld ist, daß man weiß, anerkennt und glaubt, nicht mit dem Mund, sondern von Herzen, daß nichts als Böses vom Ich und alles Gute vom Herrn kommt, mithin daß das Eigene eben nur schwarz sei, nämlich sowohl das Eigene des Willens, das böse, als auch das Eigene des Verstandes, das falsch ist. Wenn der Mensch in diesem Bekenntnis und Glauben von Herzen ist, dann fließt der Herr ein mit dem Guten und Wahren, und flößt ihm ein das himmlisch Eigene, das helle und glänzend ist. Gar niemand kann in wahrer Demut sein, wenn er nicht in dieser Anerkennung und in diesem Glauben von Herzen ist, denn alsdann ist er in seiner Selbstvernichtung, ja in der Selbstverabscheuung, und so in der Abwesenheit von sich; somit ist er dann imstande, das Göttliche des Herrn aufzunehmen. Daher kommt es, daß der Herr mit dem Guten in ein demütiges und zerknirschtes Herz einfließt: von solcher Art ist das Eigene der Unschuld, das hier bezeichnet wird durch das Schwarze unter den Lämmern, das Jakob sich erwählt hat, hingegen das Weiße unter den Lämmern ist das Verdienst, das ins Gute gesetzt wird. Daß das Weiße das Verdienst ist, wurde Nr. 3993 gesagt, dieses hat Jakob nicht erwählt, weil es der Unschuld entgegen ist, denn wer Verdienst setzt in Gutes, der anerkennt und glaubt, daß alles Gute von ihm selbst sei, dieweil er im Guten, das er tut, sein Absehen hat auf sich und nicht auf den Herrn, daher fordert er Vergeltung wegen des Verdienstes. Darum verachtet auch ein solcher andere neben sich, ja er verdammt sie sogar, mithin entfernt er sich solchermaßen von der himmlischen Ordnung, d.h. vom Guten und Wahren. Eben hieraus kann erhellen, daß Liebtätigkeit gegen den Nächsten und Liebe zum Herrn gar nicht möglich sind, wenn keine Unschuld darin ist, daß folglich niemand, wofern er nicht etwas von Unschuld hat, in den Himmel kommen kann, nach den Worten des Herrn: "Wahrlich, Ich sage euch, wer nicht aufnimmt das Reich Gottes wie ein Kind, wird nicht eingehen in dasselbe": Mark.10/15; Luk.18/17. Durch Kind wird hier und anderwärts im Wort bezeichnet Unschuld; man sehe was früher hierüber gesagt wurde, nämlich daß Kindheit nicht ist Unschuld, sondern daß die Unschuld in der Weisheit wohnt: Nr. 2305, 3494; von welcher Art die Unschuld der Kindheit und von welcher Art die Unschuld der Weisheit sei: Nr. 2306, 3183; sodann wie beschaffen das mit Unschuld und Liebtätigkeit vom Herrn belebte Eigene sei: Nr. 134. Daß die Unschuld macht, daß das Gute wahrhaft gut ist: Nr. 2526, 2780. Daß die Lämmer die Unschuld bedeuten, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, von denen folgende zur Beglaubigung angeführt werden mögen: Jes.11/6: "Weilen wird der Wolf bei dem Lamme, und der Pardel bei dem Böckchen liegen, und das Kalb und der junge Löwe und das Rind beisammen, und ein kleiner Knabe wird sie führen": hier vom Reich des Herrn und vom Stand des Friedens und der Unschuld darinnen. Wolf (steht) für diejenigen, die gegen die Unschuld sind, Lamm für diejenigen, die in der Unschuld sind. Jes.65/25: "Der Wolf und das Lamm werden weiden miteinander, und der Löwe wird wie das Rind Stroh essen, und der Schlange (ist) Staub ihr Brot; sie werden nicht übel tun und nicht verderben auf dem ganzen Berg Meiner Heiligkeit": Wolf für diejenigen, die gegen die Unschuld, und Lamm für diejenigen, die in der Unschuld sind. Weil Wolf und Lamm Gegensätze sind, hat auch der Herr Luk.10/3 zu den siebzig, die Er aussandte gesagt: "Siehe, Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe". 5. Mose 32/13,14: "Saugen läßt Er ihn Honig aus dem Felsen und Öl aus dem felsigen Gestein, Butter der Rinderherde und Milch der Schafherde, mit dem Fett der Lämmer und Widder, der Söhne Baschans": hier ist im inneren Sinn (die Rede) von den himmlischen Dingen der Alten Kirche. Fett der Lämmer für die Liebtätigkeit der Unschuld. Lämmer werden in der Grundsprache durch verschiedene Namen ausgedrückt, und durch sie verschiedene Grade der Unschuld bezeichnet, denn, wie gesagt, in allem Guten muß Unschuld sein, auf daß es gut sei und daher auch im Wahren; hier werden die Lämmer ausgedrückt durch dasselbe Wort wie die Schafe, wie 3. Mose 1/10; 3/7; 5/6; 17/3; 22/19; 4. Mose 18/7; und es ist die Unschuld des Glaubens, welcher der Liebtätigkeit angehört, die bezeichnet wird; anderwärts durch andere Wörter, wie bei Jes.16/1: "Sendet das Lamm des Herrschers des Landes vom Felsen in die Wüste zum Berg der Tochter Zions"; durch ein noch anderes Wort bei Jes.40/9-11: "Der Herr Jehovih kommt im Starken, und Sein Arm wird Ihm herrschen; wie ein Hirte wird Er Seine Herde weiden, in Seinen Arm wird Er sammeln die Lämmer, und in seinem Busen tragen, die Säugenden wird Er führen": in den Arm die Lämmer sammeln und im Busen tragen für diejenigen, welche sind in der Liebtätigkeit, worin Unschuld. Joh.21/15,16: "Jesus, da Er Sich dem Petrus offenbarte, sprach: Simon Jona, liebst du Mich mehr als diese? spricht er zu Ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe; spricht Er zu ihm: Weide Meine Lämmer; spricht Er zu ihm abermals: Simon Jona, liebst du Mich? spricht er zu Ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebe; spricht Er zu ihm: Weide Meine Schafe": durch Petrus wird hier wie anderwärts bezeichnet der Glaube; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22 der Genesis und Nr. 3750, und weil der Glaube kein Glaube ist, wenn er nicht ist aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und so aus der Liebe zum Herrn, auch nicht die Liebtätigkeit und die Liebe, wenn sie nicht ist aus der Unschuld, deshalb fragt der Herr zuerst, ob er Ihn liebe, d.h. ob die Liebe im Glauben sei, und nachher sagt Er: weide Meine Lämmer, d.h. diejenigen, die in der Unschuld sind, und nachher nach der gleichen Frage sagt Er: weide Meine Schafe, d.h. diejenigen, die in der Liebtätigkeit. Weil der Herr die Unschuld selbst ist, die in Seinem Reich waltet (denn von Ihm ist das Ganze der Unschuld), deshalb wird der Herr genannt das Lamm, wie bei Joh.1/29,36: "Tags darauf sah Johannes der Täufer Jesum zu ihm kommen, und sprach: Siehe, das Lamm Gottes, das wegnimmt die Sünde der Welt". Und in der Joh.Offenb.17/14: "Mit dem Lamme werden sie streiten, aber das Lamm wird sie überwinden, weil Er der Herr der Herren ist und der König der Könige, und die mit Ihm sind, die Berufenen und Auserwählten"; und außerdem an anderen Stellen in der Joh.Offenb. wie 5/6; 6/1,16; 7/9,14,17; 12/11; 13/8; 14/1,4; 19/7,9; 21/22,23,26,27; 22/1,3. Daß das Paschalamm der Herr sei im höchsten Sinn, ist bekannt; denn das Pascha bedeutete die Verherrlichung des Herrn, d.h. das Anziehen des Göttlichen in betreff des Menschlichen, und im vorbildlichen Sinn bedeutet es die Wiedergeburt des Menschen. Und das Paschalamm (bezeichnete) das, was das Wesentliche der Wiedergeburt ist, nämlich die Unschuld, denn niemand kann wiedergeboren werden, es sei denn durch die Liebtätigkeit, in der Unschuld ist. Weil die Unschuld das erste ist im Reich des Herrn und das eigentlich Himmlische daselbst, und die Schlacht- und Brandopfer himmlische und geistige Dinge des Reichs des Herrn vorbildeten, darum wurde das eigentlich Wesentliche Seines Reiches, welches ist die Unschuld, durch die Lämmer vorgebildet. Deswegen geschah das stetige oder tägliche Opfer von Lämmern, eines am Morgen und das andere zwischen den Abenden: 2. Mose 29/37-39; 4. Mose 28/3,4; und das doppelte an Sabbathtagen: 4. Mose 28/9,10; und durch noch mehrere Lämmer an bestimmten Festen: 3. Mose 23/12; 4. Mose 28/11,17,19,27; 29/1-40. Daß eine Kindbetterin nach Vollendung der Tage der Reinigung ein Lamm und das Junge einer Taube oder eine Turteltaube zum Brandopfer darbringen sollte: 3. Mose 12/6, war, weil bezeichnet werden sollte die Wirkung der ehelichen Liebe, denn diese, nämlich die eheliche Liebe, bedeutet Unschuld, man sehe Nr. 2736, und weil durch Kinder die Unschuld bezeichnet wird. 3995. "Und das Gefleckte und Getüpfelte unter den Ziegen", 1. Mose 30/32, bedeutet, hernach solle ihm gehören alles Gute des Wahren, in dem Falsches und Böses vermischt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gefleckten, sofern es ist das Falsche, und aus der Bedeutung des Getüpfelten, sofern es ist das Böse, wovon Nr. 3993, und aus der Bedeutung der Ziegen, sofern es ist das Gute des Wahren oder die Liebtätigkeit des Glaubens, wovon Nr. 3519. Daß dies alles ihm gehören soll, wird auch bezeichnet durch das, was folgt: "Und es soll mein Lohn sein". Was das Gute des Wahren oder die Liebtätigkeit des Glaubens sei, soll mit wenigem gesagt werden: Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann geht scheinbar das Wahre voran, welches ist Sache des Glaubens, und scheinbar folgt das Gute, welches ist Sache der Liebtätigkeit. Hingegen wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann geht offenbar das Gute voran, welches ist Sache der Liebtätigkeit, und offenbar folgt das Wahre, welches ist Sache des Glaubens. Daß aber das erstere Schein ist, das letztere aber wesentlich so, sehe man Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3616, 3603, 3701; denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, tut er das Gute aus dem Wahren, das er gelernt hat; denn aus dem Wahren lernt er, was gut, aber gleichwohl ist inwendig das Gute, das dieses bewirkt; das Gute fließt nämlich vom Herrn ein auf dem inwendigen Weg oder auf dem Weg der Seele, und das Wahre fließt ein auf dem äußeren Weg, oder auf dem sinnlichen Weg, der dem Leib angehört. Das Wahre, das auf diesem Weg eingeht, wird angenommen vom Guten, das inwendig ist, und mit ihm verbunden, und zwar bis daß der Mensch wiedergeboren ist; dann geschieht eine Wendung, und dann wird vom Guten aus das Wahre getan. Hieraus wird klar, was das Gute des Wahren und was das Wahre des Guten sei. Daher kommt es, daß so viele heutzutage sagen, die guten (Werke) der Liebtätigkeit seien die Früchte des Glaubens; es scheint nämlich so im Anfang der Wiedergeburt; aus dem Schein schließen sie das, und wissen es nicht anders, weil wenige sind, die wiedergeboren werden, und niemand das wissen kann, als wer wiedergeboren ist, d.h., wer in der Neigung zum Guten ist oder in der Liebtätigkeit. Aus der Neigung zum Guten oder Liebtätigkeit kann das klar gesehen und auch empfunden werden (percipi), die aber, die nicht wiedergeboren sind, wissen nicht einmal, was die Neigung zum Guten oder was Liebtätigkeit ist, sondern vernünfteln darüber, wie über einen fremden Gegenstand oder einen Gegenstand außer ihnen. Deshalb nennen sie die Liebtätigkeit eine Frucht des Glaubens, da doch der Glaube aus der Liebtätigkeit ist. Gleichwohl aber liegt nicht soviel daran, daß die Einfältigen wissen, was das erste und was das nachherige sei, wenn sie nur in der Liebtätigkeit leben; denn die Liebtätigkeit ist das Leben des Glaubens. Durch Stück (pecus) werden hier sowohl Lämmer, als Schafe, Böckchen, Ziegen, Widder, Böcke bezeichnet, aber es werden bloß Lämmer und Ziegen genannt, und zwar aus dem Grunde, weil durch die Lämmer bezeichnet wird die Unschuld und durch die Ziegen die Liebtätigkeit des Glaubens, denn davon wird im inneren Sinn hier gehandelt. Daher kommt es auch, daß das Gefleckte in der Grundsprache ausgedrückt wird durch ein Wort, das auch Lämmer bedeutet, wie bei Jes.40/10,11, und das Getüpfelte durch ein Wort, das auch eine Viehherde bedeutet, wie 2.Kön.3/4; Amos 1/1. 3996. "Und das soll mein Lohn sein", 1. Mose 30/32, bedeutet, von ihm selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lohnes, sofern er ist ihm, nämlich Jakob gehörend, wegen des Dienstes. Daß dieses bedeutet aus eigener Kraft, oder was gleich ist, von ihm selbst, sehe man Nr. 3975, 3977, 3982. 3997. "Und zeugen soll für mich meine Gerechtigkeit", 1. Mose 30/33, bedeutet die göttliche Heiligkeit, die Ihm (zukommt). Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerechtigkeit, sofern sie ausgesagt wird vom Guten, wovon Nr. 612, 2235; wenn sie aber gesagt wird vom Herrn, wie hier, so ist sie göttliche Heiligkeit; denn alles geistig und himmlisch Gute geht aus vom Göttlich-Heiligen des Herrn. 3998. "Am morgenden Tag", 1. Mose 30/33, bedeutet in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des morgenden Tages. Wenn im Wort genannt wird gestern, heute oder morgen, dann wird im höchsten Sinn bezeichnet das Ewige, gestern bedeutet von Ewigkeit, heute ewig, und morgen in Ewigkeit. Daß heute ewig ist, sehe man Nr. 2838; denn die Zeiten im Wort bedeuten Zustände, wie Jahrhunderte, Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, was öfters gezeigt worden. Hingegen beim Herrn sind es nicht Zustände, sondern alles ist da ewig und unendlich. Hieraus wird klar, daß durch den morgenden Tag bezeichnet wird in Ewigkeit. 3999. "Wenn du kommst über meinen Lohn vor dir", 1. Mose 30/33, bedeutet sein Eigenes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lohnes, wenn er gesagt wird vom Herrn, sofern er ist das Eigene, nämlich das durch eigene Kraft Erworbene, wovon Nr. 3975, 3977, 3982, 3996. 4000. "Alles, was da nicht ist getüpfelt und gefleckt unter den Ziegen", 1. Mose 30/33, bedeutet, was nicht aus dem unter Laban verstandenen Guten, ist vermischt mit dem Böse und Falschen im Guten des Wahren. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 3993, 3995 gesagt wurde, wo das gleiche. 4001. "Und schwarz unter den Lämmern", 1. Mose 30/33, bedeutet den ersten Zustand der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwarzen, sofern es ist das Eigene, und aus der Bedeutung des Lammes, sofern es ist die Unschuld, wovon Nr. 3994. Daß das Schwarze unter den Lämmern hier der erste Zustand der Unschuld ist, hat den Grund, weil das Eigene des Menschen, der wiedergeboren wird, zuerst regiert, denn er meint aus dem Eigenen das Gute zu tun, und er muß es auch wie aus Eigenem tun, damit er mit himmlisch Eigenem begabt werden kann. Man sehe Nr. 1712, 1937, 1947, 2882, 2891. Daher kommt es, daß durch das Schwarze unter den Lämmern hier der erste Zustand der Unschuld bezeichnet wird. 4002. "Das sei gestohlen bei mir", 1. Mose 30/33, bedeutet, es wäre nicht sein. Dies kann erhellen ohne Erklärung. Zwar lautet dies etwas hart im Sinne des Buchstabens, aber wenn jener Ausdruck zum Himmel hinüberkommt, so wird jenes Harte abgestreift und wird sanft und mild, wie auch bei Matth.24/42,43: "Wachet, weil ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommen wird; das erkennet, wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er gewiß wachen und nicht durchbrechen lassen in sein Haus". Joh.Offenb.3/3: "Wenn du nicht wachest, werde ich kommen über dich wie ein Dieb, und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich kommen werde über dich". Joh.Offenb.16/15: "Siehe, ich komme wie ein Dieb; selig, wer da wachet und bewahrt seine Kleider": dies vom Herrn, wo "wie ein Dieb" nichts anderes bedeutet als unvermutet und unverhofft. Stehlen heißt im inneren Sinn sich zueignen das, was des Herrn ist, nämlich das Gute und das Wahre, und weil im Anfang der Wiedergeburt solches alle tun, und dies der erste Zustand der Unschuld ist, man sehe Nr. 4001, darum ist es ein milderer Ausdruck, als es im Buchstaben lautet; mithin bedeutet "gestohlen von mir", es wäre nicht sein. 4003. Vers 34-36: Und Laban sprach: Siehe, es geschehe ganz nach deinem Wort. Und tat beiseite an jenem Tage die bunten und die gefleckten Böcke und alle getüpfelten und gefleckten Ziegen; alles woran etwas Weißes war, und alles Schwarze unter den Lämmern, und gab es in die Hand seiner Söhne. Und setzte einen Weg von drei Tagen zwischen sich und zwischen Jakob; und Jakob weidete die übrigen Herden Labans. "Und Laban sprach: Siehe, es geschehe ganz nach deinem Wort" bedeutet Zustimmung; "und tat beiseite an jenem Tage die bunten und die gefleckten Böcke" bedeutet, daß ausgeschieden wurde das Wahre des Guten, das gemengt und vermischt war mit Bösem und Falschen, das dem durch Laban bezeichneten Guten eigen; "und alle getüpfelten und gefleckten Ziegen" bedeutet das Gute desselben, in dem vermischt war Böses und Falsches; "alles woran etwas Weißes war" bedeutet das Wahre; "und alles Schwarze unter den Lämmern" bedeutet das Eigene der Unschuld; "und gab es in die Hand seiner Söhne" bedeutet, daß es den Wahrheiten gegeben wurde; "und setzte einen Weg von drei Tagen zwischen sich und zwischen Jakob" bedeutet dessen ganz geschiedenen Zustand; "und Jakob weidete die übrigen Herden Labans" bedeutet, daß er von dem Übriggelassenen dasjenige Gute und Wahre nahm, was verbunden werden sollte. 4004. "Und Laban sprach: Siehe, es geschehe ganz nach deinem Wort", 1. Mose 30/34, bedeutet Zustimmung. Dies erhellt ohne Erklärung. 4005. "Und tat beiseite an jenem Tage die bunten und gefleckten Böcke", 1. Mose 30/35, bedeutet, es wurde ausgeschieden das Wahre des Guten, das gemengt und vermischt war mit Bösem und Falschem, das dem durch Laban bezeichneten Guten eigen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von beiseite tun, sofern es ist ausscheiden; aus der Bedeutung der Böcke, sofern sie sind Wahres des Guten, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung der bunten, sofern sie sind das mit Bösem Gemengte und Vermischte, worüber ebenfalls folgt, und aus der Bedeutung der gefleckten, sofern sie sind das mit falschem Gemengte und Vermischte, wovon oben. Hier werden Böcke und nachher Ziegen genannt, aus dem Grund, weil Böcke bedeuten Wahres des Guten, und Ziegen Gutes des Wahren. Was für ein Unterschied zwischen diesem ist, sehe man Nr. 3995. Im Wort findet eine genaue Unterscheidung statt zwischen Männchen und Weibchen, wie daraus zu ersehen, daß bei den Schlacht- und Brandopfern namentlich bestimmt wurde, es sollte dargebracht werden ein männliches oder weibliches Lamm, eine Ziege oder ein Bock, ein Schaf oder ein Widder usf., woraus erhellen kann, daß etwas anderes bezeichnet wurde durch das Männchen, und etwas anderes durch das Weibchen. Durch das Männchen wird im allgemeinen bezeichnet das Wahre und durch das Weibchen das Gute; hier also durch die Böcke Wahres des Guten, und durch die Ziegen, die gleich nachher genannt werden, Gutes, das jenem beigefügt worden. Und weil ein solcher Unterschied ist, wird auch gesagt, er habe die bunten Böcke entfernt, nicht aber die getüpfelten, wie es von den Ziegen heißt; denn das Bunte bedeutet das mit Bösem gemengte und vermischte Wahre, hingegen das Getüpfelte das mit Bösem gemengte und vermischte Gute, wovon Nr. 3993. Das mit Bösem vermischte Wahre gehört wesentlich dem Verstand an, aber das mit Bösem vermischte Gute gehört dem Willen. Dieses ist der Unterschied. Daß dieses von dem durch Laban bezeichneten Guten herkommt ist klar, weil von der Herde Labans; denn durch die Herde wird im Wort bezeichnet das Gute und Wahre, oder, was gleich, diejenigen, die im Guten und Wahren sind, somit die Angehörigen der Kirche des Herrn. Dieses Geheimnis kann nicht weiter ausgelegt werden, weil es nur klar sein kann für ein Begriffsvermögen, das über Gutes und Wahres belehrt und zugleich erleuchtet ist; denn man muß wissen, was Wahres des Guten und was das Gute daher (ist), sodann daß aus einem Guten, das hier durch Laban vorgebildet wird, so mancherlei ausgeschieden werden kann. Die, welche keine Kenntnis davon haben, wissen auch nicht, daß in einem jeden Guten Unzähliges ist, und zwar so vieles, daß es kaum von dem am meisten Unterrichteten in allgemeine Gattungen zerlegt werden kann; denn es gibt Gutes, das durch Wahres erworben worden ist, es gibt Wahres, das daraus geboren worden, und wieder durch dieses erworbenes Gutes. Es gibt Wahres, das geboren worden aus Gutem, und zwar ebenfalls in einer Reihenfolge. Es gibt Gutes, das vermischt ist mit Bösem, und Wahres vermischt mit Falschem, wovon Nr. 3993; und so verschiedene und mannigfaltige Mischungen und Versetzungen dieser Dinge, daß sie vieltausend mal tausend übersteigen und auch nach allen Lebenszuständen wechseln, und die Lebenszustände im allgemeinen wechseln nach den Lebensaltern und insbesonders nach den jedesmaligen Neigungen. Hieraus kann man einigermaßen begreifen, daß von Labans Gutem so mancherlei ausgeschieden werden konnte; davon wurde einiges den durch die Söhne Jakobs bezeichneten Wahrheiten angeschlossen, einiges zurückgelassen, und aus diesem anderes abgeleitet; aber dieses sind solche Dinge, die nur in ein unterrichtetes und zugleich erleuchtetes Verständnis fallen. 4006. "Und alle getüpfelten und gefleckten Ziegen", 1. Mose 30/35, bedeutet das Gute derselben, worin vermischt ist Böses und Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ziegen, sofern sie das Gute des Wahren bezeichnen, wovon Nr. 3995, hier Gutes, das Wahrem, wovon Nr. 4005, angeschlossen ist; aus der Bedeutung der getüpfelten, sofern sie sind Gutes, mit dem Böses vermischt ist, und aus der Bedeutung der gefleckten, sofern sie sind Wahres, mit dem Falsches vermischt ist, wovon Nr. 3993, 3995. 4007. "Alles, woran etwas Weißes war", 1. Mose 30/35, bedeutet, worin das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weißen, sofern es ist das Wahre, eigentlich aber die Gerechtigkeit und das Verdienst des Herrn, und daher die Gerechtigkeit und das Verdienst des Herrn beim Menschen, wovon Nr. 3301, 3993. Daß das Weiße dies bedeutet, hat den Grund, weil das Licht des Himmels, das vom Herrn kommt, von Dem Licht, Glanz und Helle ausgeht, das Wahre bedeutet. Was daher von jenem Licht erleuchtet und glänzend und helle wird, ist dasjenige, was die Gerechtigkeit und das Verdienst des Herrn beim Menschen genannt wird. Diejenigen, die jene, nämlich die Gerechtigkeit des Herrn, anerkennen und aus dem Guten aufnahmen, und die eigene Gerechtigkeit verwerfen, sind diejenigen, die insbesondere durch die Gerechten bezeichnet werden, von denen der Herr bei Matth.13/43 (sagt): "Die Gerechten werden glänzen wie die Sonne im Reich des Vaters". Daß das glänzende oder helle Weiß jenes ist, wird auch klar aus anderen Stellen im Wort: 1. Mose 49/12: "Rot an den Augen mehr als Wein, und weiß an den Zähnen mehr als Milch": hier von Jehudah, durch den der Herr in Ansehung des Göttlichen Seiner Liebe, und im inneren Sinn das himmlische Reich, somit der himmlische Mensch vorgebildet wird, man sehe Nr. 3881. Rot an den Augen mehr als Wein, bedeutet die göttliche Weisheit, weiß an den Zähnen mehr als Milch, bedeutet die Gerechtigkeit. Ps.51/9: "Reinigen wirst Du mich mit Ysop, und ich werde rein werden; waschen wirst Du mich, und mehr als Schnee werde ich weiß werden": waschen und mehr als Schnee weiß werden, bedeutet, gereinigt werden von Sünden durch Aufnahme und Anziehung der Gerechtigkeit des Herrn. Joh.Offenb.1/13,14: "Inmitten der sieben Leuchter war Einer ähnlich dem Sohn eines Menschen, Sein Haupt und die Haupthaare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee, und Seine Augen wie eine Feuerflamme". Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast wenige Namen in Sardes, die nicht befleckt haben ihre Kleider, und wandeln werden sie mit Mir in weißen (Kleidern), weil sie würdig sind; wer überwindet, der wird angetan werden mit weißen Kleidern". Joh.Offenb.3/18: "Ich rate dir, daß du kaufst von Mir Gold, das mit Feuer gereinigt ist, auf daß du reich werdest, und weiße Kleider, auf daß du angezogen werdest". Joh.Offenb.6/9-11: "Gegeben wurde einer jeden Seele unter dem Altar weiße Gewänder". Joh.Offenb.7/9,13,14: "Ich sah stehen vor dem Thron und vor dem Lamm, die angetan waren mit weißen Gewändern; einer der Ältesten sprach zu mir: Diese, die angetan sind mit weißen Gewändern, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Zu ihm sagte ich: Herr, du weißt es; er sprach zu mir: Diese sind es, die kommen aus großer Trübsal, und haben gewaschen ihre Gewänder und weiß gemacht ihre Gewänder im Blute des Lammes". Joh.Offenb.15/6: "Engel, angetan mit weißer und glänzender Leinwand, und umgürtet um die Brust mit goldenen Gürteln". Joh.Offenb.6/2: "Ich sah, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf Sitzende hatte einen Bogen, dem gegeben wurde eine Krone". Joh.Offenb.19/11,14: "Nachher sah ich den Himmel offen, und siehe, ein weißes Pferd; Seine Heere im Himmel folgten Ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißem und reinem Byssus". In allen diesen Stellen wird durch das Weiße bezeichnet das Wahre des Glaubens, die weißen Kleider und die weißen Gewänder sind nichts anderes. Aber das Wahre des Glaubens haben diejenigen nicht, die meinen, sie hätten den Glauben aus sich selbst und seien somit weise aus sich selbst, sondern diejenigen, die Glauben vom Herrn, denn solchen wird Glaube und Weisheit gegeben. Diese nämlich schreiben sich nichts Wahres und Gutes zu, noch weniger glauben sie, daß sie durch Wahres und Gutes bei sich ein Verdienst haben, und noch weniger, daß sie dadurch gerechtfertigt werden, sondern allein dadurch, daß sie es zuschreiben dem Herrn, somit alles der Gnade und Barmherzigkeit; das heißt weiße Kleider anziehen, und auch weiß gemacht werden im Blute des Lammes. Es sind zwei Dinge, die alle diejenigen ablegen, die in den Himmel eingehen, nämlich das Eigene und die Zuversicht aus demselben, sodann das Verdienst ihrer selbst oder der eigenen Gerechtigkeit, und sie ziehen an das himmlisch Eigene, welches ist vom Herrn, und das Verdienst und die Gerechtigkeit des Herrn, und je mehr dies, um so weiter hinein kommen sie in den Himmel. Dies wird insbesondere bezeichnet durch das Rote und durch das Weiße; durch das Rote das Gute der Liebe, das ihnen dann zuteil wird, und durch das Weiße das Wahre des Glaubens. 4008. "Und alles Schwarze unter den Lämmern", 1. Mose 30/35, bedeutet das Eigene der Unschuld. Dies erhellt aus dem, was Nr. 3994 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 4009. "Und gab es in die Hand seiner Söhne", 1. Mose 30/35, bedeutet, es wurde den Wahrheiten gegeben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie sind Wahrheiten, wovon Nr. 489, 491, 533, 2623, 3373; geben in ihre Hand heißt, ihrem Recht und ihrer Befugnis (arbitrio), denn durch Hand wird bezeichnet Macht: Nr. 878, 3387. Die Wahrheiten, die durch die Söhne hier bezeichnet werden, sind solche, die sinnliche genannt werden, denn sie gehören den Sinnesvermögen an, und sind die äußersten des natürlichen Gemüts; denn das Natürliche hat auf der einen Seite Gemeinschaft mit Sinnlichem, das dem Leibe angehört, und auf der anderen Seite mit Vernünftigem, das dem vernünftigen Gemüt angehört. Durch jene vermittelnden (Wahrheiten) geschieht gleichsam ein Aufsteigen vom Sinnlichen, das dem Leibe angehört und gegen die Welt hin offen steht, zum Vernünftigen, das dem vernünftigen Gemüt angehört, und himmelwärts geöffnet ist; so geschieht auch ein Absteigen durch sie, nämlich vom Himmel zur Welt; dies geschieht allein im Menschen. Dieses Aufsteigen und Absteigen ist es, wovon im inneren Sinn dieser Kapitel gehandelt wird; und damit das ganze und einzelne vorbildlich dargestellt werde, wird das Vernünftige vorgebildet durch Jischak und Rebecka, das Natürliche durch Jakob und seine zwei Weiber, und das Sinnliche durch deren Söhne; weil aber im Sinnlichen, als im Letzten der Ordnung, das Frühere beisammen ist, so bildet ein jeder Sohn etwas allgemeines vor, in dem beides ist, wie oben gezeigt wurde. 4010. "Und setzte einen Weg von drei Tagen zwischen sich und zwischen Jakob", 1. Mose 30/36, bedeutet den ganz geschiedenen Zustand desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Weg setzen", sofern es heißt geschieden werden; aus der Bedeutung von drei, sofern es ist das Letzte, das Erfüllte oder Ende, wovon Nr. 1825, 2788, somit das ganz Geschiedene; und aus der Bedeutung der Tage, sofern es ist der Zustand, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462. 4011. "Und Jakob weidete die übrigen Herden Labans", 1. Mose 30/36, bedeutet, er entnahm dem Übriggebliebenen dasjenige Gute und Wahre, das verbunden werden sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herden, sofern sie sind Gutes und Wahres, wovon Nr. 343, 2566, 3767, 3768, 3772, 3783; daß "weiden die übrigen Herden" heißt, dem Übriggebliebenen dasjenige, nämlich Gute und Wahre, was verbunden werden sollte, entnehmen, wird aus dem Folgenden klar; denn dort wird von diesem Gegenstand gehandelt. 4012. Vers 37-40: Und Jakob nahm sich frische Stäbe von der Pappel und von der Haselstaude und von der Platane, und schälte an ihnen weiße Streifen, zur Entblößung des Weißen, das an den Stäben war. Und er stellte die Stäbe, die er geschält, in die Rinnen, in die Wassertröge, wohin die Herden kamen zu trinken, gegenüber den Herden, und sie wurden hitzig, indem sie kamen zu trinken. Und die Herden wurden hitzig bei den Stäben, und die Herden gebaren bunte, getüpfelte und gefleckte. Und die Lämmer sonderte Jakob aus und stellte die Angesichter der Herde gegen die bunten und alles Schwarze in der Herde Labans, und stellte Häuflein für sich allein, und stellte sie nicht zur Herde Labans. "Und Jakob nahm sich frische Stäbe von der Pappel" bedeutet die eigene Macht des natürlich Guten; "und von der Haselstaude und von der Platane" bedeutet die Macht der natürlichen Wahrheiten daher; "und schälte an ihnen weiße Streifen, zur Entblößung des Weißen, das an den Stäben war" bedeutet die Herstellung des Wahren von inwendigerer Macht; "und er stellte die Stäbe, die er geschält, in die Rinnen" bedeutet weitere Vorbereitung; "in die Wassertröge, wohin die Herden kamen zu trinken" bedeutet die Neigung zum Wahren; "gegenüber den Herden, und sie wurden hitzig, indem sie kamen zu trinken" bedeutet bis zur brennenden Begierde der Neigung, daß es verbunden werden möge; "und die Herden wurden hitzig bei den Stäben" bedeutet die Wirkung aus eigener Macht; "und die Herden gebaren bunte, getüpfelte und gefleckte" bedeutet, daher sei dem natürlich Guten selbst aus dem durch Laban bezeichneten mittleren Guten, solches geworden; "und die Lämmer sonderte Jakob aus" bedeutet in Ansehung der Unschuld; "und stellte die Angesichter der Herde gegen die bunten" bedeutet zu dem mit Bösem und Falschem untermengten Wahren; "und alles Schwarze" bedeutet zu einem solchen Zustand; "in der Herde Labans" bedeutet in dem durch Laban bezeichneten Guten; "und stellte Häuflein für sich allein" bedeutet die Trennung des Guten und Wahren aus eigener Macht; "und stellte sie nicht zur Herde Labans" bedeutet gänzliche Trennung von dem durch Laban bezeichneten Guten. 4013. "Und Jakob nahm sich frische Stäbe von der Pappel", 1. Mose 30/37, bedeutet die eigene Macht des natürlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er ist Macht, und aus der Bedeutung der Pappel, sofern sie ist das Gute des Natürlichen, worüber folgt. Stab (oder Stecken) wird hie und da genannt im Wort, und bezeichnet überall Macht, sowohl deswegen, weil ihn die Hirten brauchten, um ihre Macht über die Herden auszuüben, als auch weil er zur Unterstützung des Körpers und gleichsam als rechte Hand diente; denn durch Hand wird bezeichnet Macht: Nr. 878, 3387; und weil dieses die Bedeutung des Stabes war, haben ihn vor Alters auch die Könige gebraucht, daher ist das königliche Abzeichen ein kurzer Stab und auch Zepter, und nicht nur brauchten ihn Könige, sondern auch Priester und Propheten, um ebenfalls durch den Stab die Macht, die sie hatten, zu bezeichnen, wie Aharon und Moses. Deswegen wurde dem Moses so oft befohlen, er solle seinen Stab ausstrecken und ein andermal die Hand, wenn Wunder geschahen, und dies, weil durch den Stab und durch die Hand göttliche Macht bezeichnet wurde. Wegen der Bedeutung des Stabes, sofern er Macht bezeichnet, brauchten ihn auch die ägyptischen Zauberer, wenn sie magische Wunder verrichteten; daher werden heutzutage die Zauberer mit Stäben in der Hand abgebildet. Aus diesem kann erhellen, daß durch die Stäbe eine Macht bezeichnet wird, aber in der Grundsprache werden die Stäbe, welche die Hirten und welche die Könige, dann welche die Priester und Propheten hatten, mit einem anderen Wort ausgedrückt, hier mit einem Wort, womit ein Wanderstab ausgedrückt wird, dann auch ein Hirtenstab, wie aus anderen Stellen erhellen kann: wie 1. Mose 32/11; 2. Mose 12/11; 1.Sam.17/40,43; Sach.11/7,10. Hier zwar wird der Stab (Stecken) nicht genannt als ein die Hand stützender, sondern als eine Rute, die vom Baum, nämlich einer Pappel, Haselstaude und Platane, abgeschnitten wurde, um sie in die Tränkrinnen vor die Angesichter der Herde zu legen, aber dennoch hat er die gleiche Bedeutung, denn durch ihn wird im inneren Sinn die Macht des natürlich Guten und daher der natürlichen Wahrheiten beschrieben. Was die Pappel betrifft, aus welcher die Stäbe gemacht wurden, so muß man wissen, daß die Bäume im allgemeinen Wahrnehmungen und Erkenntnisse bedeuten, Wahrnehmungen, wenn sie vom himmlischen Menschen, hingegen Erkenntnisse, wenn sie vom geistigen ausgesagt werden, man sehe Nr. 103, 2163, 2682, 2722, 2972; daher bedeuten Bäume im besonderen Gutes und Wahres, denn diese sind Gegenstände der Wahrnehmungen und Erkenntnisse. Einige Arten von Bäumen inwendigeres Gutes und Wahres, das dem geistigen Menschen angehört, wie Ölbäume und Weinstöcke, einige Arten auswendigeres Gutes und Wahres, das dem natürlichen Menschen angehört, wie die Pappel, Haselstaude, Platane; und weil vor Alters ein jeder Baum eine Art des Guten und Wahren bedeutete, so hatte man in Hainen Gottesdienst nach den Arten der Bäume: Nr. 2722. Die Pappel, die hier genannt wird, ist die weiße Pappel, so genannt von der Weiße, von der ihr Name (im hebräischen) abgeleitet ist; daher kam es, daß durch die Pappel bezeichnet worden ist das Gute, das aus dem Wahren, oder was gleich, das Gute des Wahren, wie auch bei Hos.4/13, aber hier das verfälschte. 4014. "Und von der Haselstaude und von der Platane", 1. Mose 30/37, bedeutet die Macht der natürlichen Wahrheiten daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Haselstaude und der Platane, sofern sie natürliche Wahrheiten bezeichnen. Daß dies die Bedeutung dieser Bäume ist, kann nicht so aus anderen Stellen im Wort erhellen, weil sie anderswo nicht genannt werden, ausgenommen die Platane bei Hes.31/8: "Die Zedern haben sie nicht verdeckt im Garten Gottes, die Tannen waren nicht gleich ihren Ästen, und die Platanen waren nicht wie ihre Zweige, irgendein Baum war ihr nicht gleich in ihrer Schönheit": dort ist vom Wißtümlichen und Vernünftigen beim Menschen der geistigen Kirche die Rede. Der Garten Gottes ist die geistige Kirche, die Zedern sind Vernünftiges, Tannen und Platanen sind Natürliches, Tannen Natürliches in Ansehung des Guten,Platanen in Ansehung des Wahren. 4015. "Und schälte an ihnen weiße Streifen zur Entblößung des Weißen, das an den Stäben war", 1. Mose 30/37, bedeutet Herstellung des Wahren von inwendigerer Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von schälen und von Abstreifungen, sofern es Abstreifungen sind des Auswendigeren, damit das Inwendigere offenbar werde, somit Entblößungen; aus der Bedeutung des Weißen, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 3993, 4007; und aus der Bedeutung des Stabes, sofern er ist Macht, wovon Nr. 4013; hier inwendigere Macht, weil auf den Stäben unter der Rinde. Die Herstellung des Wahren inwendigerer Macht ist die Macht des inwendigeren Menschen auf den auswendigeren, oder des geistigen auf den natürlichen; denn alle Herstellung des Guten und Wahren im natürlichen Menschen kommt vom geistigen Menschen, d.h. durch den geistigen Menschen vom Herrn, und zwar durch das Wahre daselbst, denn der Herr fließt ein in das Gute des geistigen oder inwendigeren Menschen, und durch das Wahre daselbst in den natürlichen, nicht aber durch das Gute unmittelbar, ehe der Mensch wiedergeboren ist. Daher geschieht alle Herstellung (dispositio) im natürlichen Menschen vom Inwendigeren; das Natürliche oder der natürliche Mensch kann nicht anders hergestellt, d.h. wiedergeboren werden. Daß es vom Inwendigeren (aus geschieht), erhellt aus der Anerkennung des Wahren, die, wenn sie nicht vom Inwendigeren kommt, keine Anerkennung ist. Ferner auch aus dem Gewissen, das die Anerkennung des Wahren vom Inwendigeren ist, wie auch aus dem Innewerden. Weil die Herstellung vom Inwendigeren her geschieht durch das Wahre, darum wird vom Wahren gesagt Macht, dann auch Stab (Stecken), durch den Macht bezeichnet wird, wie auch Hand, durch die ebenfalls Macht bezeichnet wird: Nr. 3091, wie aus sehr vielen Stellen im Wort bewiesen werden kann. Nicht daß im Wahren an sich Macht wäre, sondern im Guten, und so im Wahren aus dem Guten, d.h. im Wahren durch das Gute vom Herrn. Hieraus kann einigermaßen erhellen, was Herstellung des Wahren von inwendigerer Macht ist. Im höchsten Sinn, in dem gehandelt wird vom Herrn, wird die eigene Macht bezeichnet, denn das Göttliche hat eigene Macht, weil von keinem anderen. 4016. "Und stellte die Stäbe, die er geschält, in die Rinnen", 1. Mose 30/38, bedeutet die weitere Vorbereitung. Dies erhellt aus dem, was folgt, denn dort wird von der Wirkung der inwendigeren Macht des Wahren im Natürlichen gehandelt; durch die Stäbe wird nämlich die Macht bezeichnet: Nr. 4013, 4015, durch schälen die Herstellung vom Inwendigeren aus: Nr. 4015, und durch die Rinnen das Gute des Wahren im Natürlichen: Nr. 3095. 4017. "In die Wassertröge, wohin die Herden kamen zu trinken", 1. Mose 30/38, bedeutet die Neigung zum Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, sofern es sind Erkenntnisse und Wißtümliches, welches Wahrheiten des Natürlichen sind, wovon Nr. 28, 2702, 3058; aus der Bedeutung der Tränk- oder Wassertröge, die, weil sie das Wasser enthalten, im inneren Sinn Gutes des Wahren sind, denn das Gute ist Behälter des Wahren, wovon Nr. 3095; aus der Bedeutung von kommen zu trinken, sofern es ist die Neigung zum Wahren. Daß kommen zu trinken, sofern es die Neigung zum Wahren ist, kommt daher, weil es den Durst voraussetzt. Durst bedeutet nämlich im Wort ein Begehren und Verlangen, somit die Neigung, das Wahre zu wissen und zu schöpfen, und zwar deshalb, weil das Wasser das Wahre im allgemeinen bedeutet. Der Hunger aber bedeutet das Begehren, Verlangen, somit die Neigung, das Gute sich anzueignen, und zwar deshalb, weil das Brot, das für Speise überhaupt genommen wird (Nr. 2165), das Gute bedeutet. Hieraus wird klar, daß durch jene Worte die Neigungen zum Wahren bezeichnet werden. 4018. "Gegenüber den Herden, und sie wurden hitzig, indem sie kamen zu trinken", 1. Mose 30/38, bedeutet, bis zur brennenden Begierde der Neigung, daß es verbunden werden möge. Dies erhellt aus der Bedeutung von hitzig werden im Kommen zu trinken, sofern es bezeichnet eine brennende Begierde der Neigung. Daß hitzig werden (incalescere) eine brennende Begierde bedeutet, leuchtet ein, und daß kommen zu trinken die Neigung zum Wahren bedeutet, sehe man Nr. 4017; gegenüber den Herden bedeutet, damit es verbunden werden möge, nämlich Wahres und Gutes mit dem Natürlichen; dies kommt daher; weil es eine Anschauung und daher eine erregte Neigung in sich schließt, denn geistige Dinge werden so verbunden, und außerdem geschieht alle Einpflanzung des Wahren und Guten, sodann alle Verbindung durch die Neigung. Wahres und Gutes, das erlernt wird, von dem aber der Mensch nicht angeregt wird, geht zwar ins Gedächtnis ein, haftet aber dort nur so leicht, wie eine Flaumfeder an der Wand, die vom leichtesten Windzug weggeweht wird. Mit den Gegenständen, die ins Gedächtnis hineinkommen, verhält es sich so: was ohne Neigung hineinkommt, fällt gleichsam in den Schatten desselben, was aber mit Neigung, kommt ins Licht daselbst; was dort im Licht ist, wird gesehen und erscheint klar und lebhaft jedesmal, wenn der gleiche Gegenstand wieder angeregt wird, nicht aber so bei dem, was rund herum im Schatten verborgen liegt. Die Neigung, die der Liebe angehört, bringt das mit sich. Hieraus kann erhellen, daß alle Einpflanzung des Wahren und dessen Verbindung mit dem Guten durch die Neigung geschieht, und je größer die Neigung, desto stärker die Verbindung. Die Brunst der Neigung ist hier die innigste Neigung; aber das Wahre kann nur eingepflanzt und mit dem Guten verbunden werden durch die Neigungen zum Wahren und Guten, und diese Neigungen entspringen als aus ihren Quellen von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und von der Liebe zum Herrn, hingegen Böses und Falsches durch die Neigungen zum Bösen und Falschen, und diese Neigungen entspringen als aus ihren Quellen von der Selbst- und Weltliebe. Weil die Sache sich so verhält, und hier von der Verbindung des Guten und Wahren im natürlichen Menschen im inneren Sinn gehandelt wird, darum wird hier und im Folgenden erwähnt das Hitzigwerden der Herde, als sie kamen zu trinken; dadurch wird nämlich solches bezeichnet. 4019. "Und die Herden wurden hitzig bei den Stäben", 1. Mose 30/39, bedeutet die Wirkung aus eigener Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von hitzig werden hier, sofern es ist die Wirkung, nämlich der Neigung Nr. 4018; und aus der Bedeutung der Stäbe, sofern es ist die eigene Macht, wovon Nr. 4013, 4015. 4020. "Und die Herden gebaren bunte, getüpfelte und gefleckte", 1. Mose 30/39, bedeutet, daher sei dem natürlich Guten aus dem durch Laban bezeichneten mittleren Guten solches geworden, erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es ist Anerkennung und Verbindung, wovon Nr. 3911, 3915; aus der Bedeutung der Bunten, sofern sie Wahres bezeichnen, mit dem Böses vermischt ist: Nr. 4005; aus der Bedeutung der Punktierten, sofern sie Gutes bezeichnen, mit dem Böses vermischt ist, und aus der Bedeutung der Gefleckten, sofern sie Wahres bedeuten, mit dem Falsches vermischt ist, wovon Nr. 3993, 3995, 4005. Solches ist es, was hier bezeichnet wird, und was aus dem durch Laban bezeichneten Guten zuteil wurde dem Guten des natürlich Wahren, das durch Jakob vorgebildet wird. 4021. "Und die Lämmer sonderte Jakob aus", 1. Mose 30/40, bedeutet in Ansehung der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lämmer, sofern es ist die Unschuld, wovon Nr. 3994. In Ansehung der Unschuld wird gesagt, weil in dem, was nun folgt, von der Herstellung des natürlich Guten und Wahren zur Aufnahme und Einverleibung der Unschuld gehandelt wird. 4022. "Und stellte die Angesichter der Herde gegen die bunten", 1. Mose 30/40, bedeutet, zu dem mit Bösem und Falschem untermengten Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bunten, sofern es ist das mit Bösem untermengte und vermischte Wahre, wovon Nr. 4005, 4020. 4023. "Und alles Schwarze", 1. Mose 30/40, bedeutet zu einem solchen Zustand, der dort das Schwarze unter den Lämmern bezeichnet wird, über welchen Zustand man sehe Nr. 3994, 4001. 4024. "In der Herde Labans", 1. Mose 30/40, bedeutet, in dem durch Laban bezeichneten Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er ist das Gute, nämlich das mittlere, durch das Gutes und Wahres dem Natürlichen (zuteil wird), wovon oben. 4025. "Und stellte Häuflein für sich allein", 1. Mose 30/40, bedeutet die Trennung des Guten und Wahren aus eigener Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Häuflein, nämlich der Herde, sofern sie sind Gutes und Wahres, und aus der Bedeutung von "für sich allein", sofern es heißt dasjenige ausscheiden, was durch eigene Macht erworben wurde. Im höchsten Sinn wird hier gehandelt vom Herrn, wie Er Sein Natürliches göttlich gemacht hat, und zwar aus eigener Macht, aber gleichwohl durch Mittel gemäß der Ordnung. Jenes Gute und Wahre, das Er in Sich göttlich gemacht hat, sind hier die Häuflein, die Ihm für Sich allein (gehören). 4026. "Und stellte sie nicht zur Herde Labans", 1. Mose 30/40, bedeutet gänzliche Trennung von dem durch Laban bezeichneten Guten. Dies erhellt aus dem, was bereits gesagt wurde, somit ohne weitere Erklärung, denn das göttlich Gute und Wahre ist völlig getrennt von demjenigen Guten und Wahren, das etwas vom Menschlichen in sich hat; denn es geht darüber hinaus und wird unendlich. 4027. Das, was bisher nach dem inneren Sinn der Worte erklärt wurde, ist zu inwendig und daher zu geheim, als daß es für das Verständnis klar ausgelegt werden könnte, denn es wird im höchsten Sinn gehandelt vom Herrn, wie Er Sein Natürliches göttlich gemacht hat, und im vorbildlichen Sinn, wie der Herr das Natürliche des Menschen neu macht, wenn Er ihn wiedergebiert. Alles dies wird hier vollständig im inneren Sinn dargestellt. Was hier im höchsten Sinn vom Herrn enthalten ist, wie Er das Natürliche bei Sich aus eigener Kraft göttlich gemacht hat, ist von der Art, daß es auch über den Verstand der Engel hinausgeht. Etwas davon kann man bei der Wiedergeburt des Menschen sehen, weil die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490; von dieser kann der Mensch einige Vorstellung haben, aber kein anderer, als wer wiedergeboren ist, aber doch nur eine dunkle, solang er im Leibe lebt, denn die leiblichen und weltlichen Dinge, in denen er noch ist, bringen immerfort Schatten hinein und halten das Gemüt nieder im Unteren. Aber diejenigen, die nicht wiedergeboren sind, können gar nichts von diesem Gegenstand begreifen, sie sind außerhalb der Erkenntnisse, weil außerhalb der Gefühlswahrnehmungen (extra perceptiones); ja, sie wissen gar nicht, was Wiedergeburt ist, glauben auch nicht, daß es eine geben könne. Sie wissen nicht einmal, was die Neigung der Liebtätigkeit sei, durch welche die Wiedergeburt (geschieht), daher auch nicht, was das Gewissen, weniger noch, was der inwendige Mensch ist, und noch weniger, was die Entsprechung des inwendigen Menschen mit dem äußeren sei. Die Worte können sie zwar wissen, und mehrere wissen sie auch, aber die Sache kennen sie nicht. Deshalb ist es, wenn die Kenntnis dieser Dinge fehlt, mögen die Geheimnisse auch noch so klar ausgelegt werden, die im inneren Sinn hier enthalten sind, dennoch soviel als etwas sichtbar darstellen in der Finsternis oder etwas reden zu den Tauben; und überdies lassen die Neigungen der Selbst- und Weltliebe, die bei ihnen regieren, sie solches nicht wissen, nicht einmal hören, denn sie verwerfen, ja verspeien es sogleich. Anders bei denen, die in der Neigung der Liebtätigkeit sind. Diese haben eine Freude an solchen Dingen, denn die Engel bei ihnen sind in ihrer Seligkeit, wenn der Mensch mit solchen Dingen umgeht, aus dem Grund, weil sie dann in demjenigen sind, was sich auf den Herrn bezieht, in Dem sie sind, und in demjenigen, was sich auf den Nächsten bezieht und auf dessen Wiedergeburt. Aus den Engeln, d.h. durch die Engel vom Herrn, fließt Lust und Wonne ein beim Menschen, der in der Neigung der Liebtätigkeit ist, wenn er jenes liest, und mehr noch, wenn er glaubt, es sei Heiliges darin, und noch mehr, wenn er etwas begreift, was im inneren Sinn enthalten ist. Es ist daselbst die Rede vom Einfluß des Herrn in das Gute des inwendigen Menschen, und zwar durch das Gute ins Wahre daselbst. Es ist auch die Rede vom Einfluß daher in den äußeren oder natürlichen Menschen und von der Neigung zum Guten und Wahren, in die der Einfluß geschieht, und auch von der Aufnahme des Wahren und von dessen Verbindung mit dem Guten daselbst, außerdem von dem Guten, das als Mittel dient, und hier durch Laban und seine Herde bezeichnet wird. Davon sehen und vernehmen die Engel, die im inneren Sinn des Wortes sind, oder denen der innere Sinn das Wort ist, unzählig vieles, wovon kaum etwas zum Verständnis des Menschen kommen kann, und was kommt, fällt in sein Dunkles, und dies ist der Grund, warum dieses nicht mehr im einzelnen erklärt werden kann. 4028. Vers 41,42: Und es geschah jedesmal beim Hitzigwerden der Herde der zuerst anlaufenden (d.h. im Frühling), da legte Jakob die Stäbe vor die Augen der Herde in die Tränkrinnen, daß sie hitzig wurde bei den Stäben. Und beim späteren Anlaufen der Herde (d.h. im Spätjahr) legte er sie nicht hinein; und es waren (die Lämmer) der später anlaufenden dem Laban und die der zuerst anlaufenden gehörten dem Jakob. "Und es geschah jedesmal beim Hitzigwerden der Herde der zuerst anlaufenden" bedeutet das, was aus innerem Antrieb kam (quae spontanea essent); "da legte Jakob die Stäbe vor die Augen der Herde in die Tränkrinnen, daß sie hitzig wurde bei den Stäben" bedeutet das aus eigener Macht Hervorgerufene und Verbundene; "und beim späteren Anlaufen der Herde legte er sie nicht hinein" bedeutet das Erzwungene; "und es waren (die Lämmer) der später anlaufenden dem Laban" bedeutet, daß jenes weggelassen wurde; "und die der zuerst anlaufenden gehörten dem Jakob" bedeutet, daß es aus innerem Antrieb hervorging oder aus freiem Willen verbunden wurde. 4029. "Und es geschah jedesmal beim Hitzigwerden der Herde der zuerst anlaufenden", 1. Mose 30/41, bedeutet das, was aus innerem Antrieb kam. Dies erhellt aus der Bedeutung von hitzig werden, sofern es ist das brennende Verlangen und die Wirkung der Neigung, wovon Nr. 4018, 4019; aus der Bedeutung der Herde, sofern sie ist das Wahre und Gute, wovon ebenfalls oben, und aus der Bedeutung der zuerst anlaufenden, sofern es das ist, was aus innerem Antrieb kommt. Daß die zuerst anlaufenden das aus innerem Antrieb Kommende bezeichnen, wird aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn klar, sodann daraus, daß alles, was aus der Neigung kommt, aus innerem Antrieb hervorgeht, und hauptsächlich das, was aus dem brennenden Verlangen der Neigung, das durch hitzig werden bezeichnet wird, weshalb in diesem Vers das Hitzigwerden zweimal vorkommt; ferner aus Abstammung jenes Wortes in der Grundsprache, wonach es ist Verbindung durch das Innerste der Liebe, und von der Verbindung des Wahren und Guten im Natürlichen wird hier gehandelt, die eben nur durch inneren Antrieb, d.h. mit freiem Willen geschieht. Hieraus kann erhellen, daß "jedesmal beim Hitzigwerden der Herde der zuerst anlaufenden", oder "bei jedem Entbrennen der zuerst anlaufenden aus der Herde" Wahres und Gutes bedeutet, das aus innerem Antrieb oder aus der Freiheit kommt, oder was gleich, was aus der höchsten Neigung. Daß alles das, was der Liebe oder Neigung angehört, ein Freiwilliges ist, sehe man Nr. 2870; daß alle Verbindung des Wahren und Guten in der Freiheit des Willens geschieht, und daß keine Verbindung im Zwang stattfindet: Nr. 2875, 3145, 3146, 3148; daß daher alle Besserung und Wiedergeburt vermöge des freien Willens geschieht: Nr. 1937, 1947, 2876, 2881, 2877, 2878, 2879, 2880; daß, wenn es durch Zwang geschehen könnte, alle selig würden: Nr. 2881. 4030. "Da legte Jakob die Stäbe vor die Augen der Herde in die Tränkrinnen, daß sie hitzig wurde bei den Stäben", 1. Mose 30/41, bedeutet das aus eigener Macht Hervorgerufene und Verbundene. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stäbe, sofern sie eine Macht bezeichnen; und wenn es gesagt wird vom Herrn, bezeichnen sie die eigene Macht, wovon Nr. 4013, 4015; und aus der Bedeutung von "legen vor die Augen in die Tränkrinnen zum Hitzigwerden" (Entbrennen), sofern es bedeutet hervorrufen, daß es verbunden werde, wie aus dem klar wird, was Nr. 4018 und anderwärts über die Bedeutung derselben Worte gesagt wurde. 4031. "Und beim späteren Anlaufen der Herde legte er sie nicht hinein", 1. Mose 30/42, bedeutet das Erzwungene. Dies erhellt aus der Bedeutung von später anlaufen. Daß das erste Anlaufen ist das aus innerem Antrieb Kommende oder Freie, wurde Nr. 4029 gezeigt; daß das spätere Anlaufen das Erzwungene oder nicht Freie ist, wird eben hieraus, und auch aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn klar, ferner auch daraus, daß hier nicht hitzig werden, wie von den zuerst anlaufenden, gesagt wird, denn durch hitzig werden wird bezeichnet die Neigung und dort die Glut der Neigung. Alles was nicht aus der Neigung kommt, kommt nicht aus innerem Antrieb, sondern aus Unfreiheit, denn alles aus innerem Antrieb Kommende oder Freiwillige ist Sache der Neigung oder Liebe: Nr. 2870. Es wird auch klar aus der Abstammung dieses Wortes in der Grundsprache, wonach es ein Fehlen bedeutet, denn wenn die Glut der Neigung fehlt, dann hört die Freiheit auf, und was dann geschieht, heißt unfrei und zuletzt erzwungen. Daß alle Verbindung des Wahren und Guten in der Freiheit oder aus innerem Antrieb geschieht, mithin alle Besserung und Wiedergeburt, kann aus den oben Nr. 4029 angeführten Stellen erhellen, folglich daß in der Unfreiheit oder durch Zwang keine Verbindung, somit keine Wiedergeburt geschehen kann. Was Freiheit und woher die Freiheit sei, sehe man Nr. 2870-2893, wo von der Freiheit des Menschen die Rede war. Wer nicht weiß, daß keine Verbindung des Wahren und Guten, d.h. Aneignung, somit daß keine Wiedergeburt geschehen kann, außer in der Freiheit des Menschen, der stürzt sich, wenn er über die Vorsehung des Herrn, über das Seligwerden des Menschen und über die Verdammnis so vieler vernünftelt, in lauter Schatten und daher in schwere Irrtümer. Denn er meint, daß, wenn der Herr will, Er einen jeden selig machen könne, und das durch unzählige Mittel, wie z.B. durch Wunder, durch Tote, die auferstünden, durch unmittelbare Offenbarungen, durch Engel, die von Bösem abhalten und zum Guten mit starker, fühlbarer Kraft antreiben müßten, und durch mehrere Zustände, wo der Mensch, wenn er in dieselben versetzt werde, Buße tue, und durch vieles andere mehr. Aber er weiß nicht, daß alles dieses Zwangsmittel sind, und daß der Mensch dadurch nicht gebessert werden kann. Denn alles, was den Menschen zwingt, das bringt ihm keine Neigung bei, und wenn es etwa von der Art ist, daß es ihm eine beibringt, so verknüpft es sich mit einer Neigung zum Bösen, denn es scheint, als ob es ihm eine gewisse Heiligkeit einflößte, und wirklich flößt es solche ein, aber dennoch, wenn der Zustand sich ändert, kommt er zu seinen früheren Neigungen, nämlich zu Bösem und Falschem zurück und dann verbindet sich jenes Heilige mit Bösem und Falschem und wird ein Unheiliges, das von solcher Art ist, daß es in die allerärgste Hölle hineinführt, denn zuerst erkennt er an und glaubt, und wird auch vom Heiligen angeregt, und nachher leugnet, ja verschmäht er. Daß die, die zugleich von Herzen anerkennen und nachher leugnen, es sind, die entweihen, nicht aber die, welche nicht von Herzen anerkannt haben, sehe man Nr. 301-303, 571, 582, 593, 1001, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3399, 3402, 3898. Daher geschehen heutzutage keine offenbaren Wunder, sondern nicht offenbare oder unsichtbare Wunder, die von der Art sind, daß sie das Heilige nicht eingießen, auch dem Menschen die Freiheit nicht nehmen, und daher stehen die Toten nicht auf, und durch unmittelbare Offenbarungen und durch Engel wird der Mensch nicht vom Bösen abgehalten und zum Guten mit starker, fühlbarer Kraft bewogen. Es ist die Willensfreiheit des Menschen, auf die der Herr einwirkt und durch die Er ihn lenkt. Denn alles Freiwillige gehört seiner Liebe oder Neigung, mithin seinem Willen an, Nr. 3158. Wenn der Mensch das Gute und Wahre nicht in der Freiheit seines Willens aufnimmt, so kann es ihm nicht angeeignet oder sein eigen werden, denn das, wozu er gezwungen wird, ist nicht sein, sondern dessen, der zwingt. Denn er tut es nicht aus sich, obwohl es durch ihn geschieht. Zuweilen scheint es, als ob der Mensch zum Guten gezwungen würde, wie in den Versuchungen und geistigen Kämpfen, daß er aber alsdann eine stärkere Freiheit hat als außer denselben, sehe man Nr. 1937, 1947, 2881. Es scheint auch, als ob der Mensch zum Guten gezwungen würde, wenn er sich selbst dazu zwingt, aber es ist etwas anderes, sich selbst zwingen und etwas anderes, gezwungen werden. Wer sich selbst zwingt, tut es aus der Freiheit, die inwendig ist, hingegen gezwungen werden kommt aus Unfreiheit. Weil es so ist, so kann man klar erkennen, in welche Schatten und daher in welche Irrtümer sich diejenigen stürzen können, die über die Vorsehung des Herrn und über das Seligwerden des Menschen, sowie über die Verdammnis so vieler vernünfteln, und nicht wissen, daß die Freiheit es ist, durch die der Herr wirkt, und keineswegs durch Zwang, weil der Zwang in Sachen des Heiligen, wenn es nicht von der Freiheit aufgenommen wird, gefährlich ist. 4032. Absatznumerierung fehlt. 4033. "Und es waren (die Lämmer) der später anlaufenden dem Laban" bedeutet, jenes wurde weggelassen, nämlich das Erzwungene; "und die der zuerst anlaufenden gehörten dem Jakob", 1. Mose 30/42, bedeutet, das aus innerem Antrieb oder aus seiner Willensfreiheit Kommende wurde verbunden. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 4029, 4030 gesagt wurde. Durch das Erzwungene wird hier bezeichnet, was nicht verbunden worden ist, noch verbunden werden konnte, und durch das aus innerem Antrieb Kommende das, was verbunden worden ist, wie auch solches, was verbunden werden konnte. Daß auch dies bezeichnet wird, kommt daher, weil das aus innerem Antrieb Kommende sich gemäß den Neigungen und deren Beschaffenheit verhält. Nachdem das Gute, das durch Laban und seine Herde bezeichnet wird, den oben angegebenen Nutzzwecken gedient hat, wird es getrennt. Von der Trennung wird im folgenden Kapitel gehandelt. 4034. Vers 43: Und es breitete sich der Mann gar sehr aus, und er hatte viele Herden und Mägde und Knechte und Kamele und Esel. "Und es breitete sich der Mann gar sehr aus" bedeutet Vermehrung; "und er hatte viele Herden" bedeutet inwendigeres Gutes und Wahres daher; "und Mägde und Knechte" bedeutet mittleres Gutes und Wahres, "und Kamele und Esel" bedeutet auswendigeres und äußeres Wahres des Guten. 4035. "Und es breitete sich der Mann gar sehr aus", 1. Mose 30/43, bedeutet Vermehrung, nämlich des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich ausbreiten, sofern es bedeutet sich vermehren; daß es ins Unendliche sich vermehrt, wird bezeichnet durch gar sehr. 4036. "Und er hatte viele Herden", 1. Mose 30/43, bedeutet inwendigeres Gutes und Wahres daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herden, sofern sie Gutes und Wahres bezeichnen, wovon Nr. 343; und daß es inwendigeres ist: Nr. 2566, 3783. 4037. "Und Mägde und Knechte", 1. Mose 30/43, bedeutet mittleres Gutes und Wahres, d.h. eigentlich Natürliches. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mägde, sofern sie die Neigungen des Natürlichen bedeuten, mithin Gutes daselbst, wovon Nr. 1895, 2567, 3835, 3849; und aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie Wißtümliches bezeichnen, welches Wahrheiten des natürlichen Menschen sind, wovon Nr. 2567, 3019, 3020, 3409. HG 4038 4038. "Und Kamele und Esel", 1. Mose 30/43, bedeutet auswendigeres und äußeres Wahres des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie das allgemein Wißtümliche des natürlichen Menschen bezeichnen, wovon Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; allgemeines Wißtümliches ist unteres oder auswendigeres Wahres des Guten; und aus der Bedeutung der Esel, sofern sie noch niedrigeres oder äußeres Wahres des Guten bezeichnen, wovon Nr. 2781. Was inwendigeres, ferner mittleres, wie auch auswendigeres und äußeres Gutes und Wahres ist, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 4009 gesagt wurde. Beim Menschen ist im allgemeinen dreierlei: nämlich das Leibliche, das Natürliche und das Vernünftige. Das Leibliche ist das Äußerste, das Natürliche ist das Mittlere, das Vernünftige ist das Inwendigere. In dem Maß, als beim Menschen das eine mehr als das andere regiert, heißt er entweder ein leiblicher oder ein natürlicher oder ein vernünftiger. Diese drei Teile des Menschen stehen in einer wunderbaren Gemeinschaft: das Leibliche mit dem Natürlichen, und das Natürliche mit dem Vernünftigen. Zuerst, wenn der Mensch geboren wird, ist er bloß leiblich, aber er hat in sich die Fähigkeit, vervollkommnet zu werden, nachher wird er natürlich, endlich vernünftig. Hieraus kann erhellen, daß eine Gemeinschaft des einen mit dem anderen stattfindet. Das Leibliche hat Gemeinschaft mit dem Natürlichen durch Sinnliches, (d.h. Sinneswahrnehmungen), und zwar in unterschiedener Weise durch dasjenige, was sich auf den Verstand bezieht, und was sich auf den Willen bezieht, denn beide müssen vervollkommnet werden beim Menschen, auf daß er ein Mensch werde und sei. Die Sinneswahrnehmungen des Gesichts und des Gehörs hauptsächlich sind es, die sein Verstandesvermögen vervollkommnen, die drei übrigen Sinnesempfindungen zielen hauptsächlich auf den Willen ab. Das Leibliche des Menschen hat durch diese Sinnestätigkeiten Gemeinschaft mit seinem Natürlichen, das der mittlere Teil ist, wie schon gesagt wurde, denn was durch die Sinne eingeht, legt sich in das Natürliche ein wie in einen Behälter. Dieser Behälter ist das Gedächtnis. Das Angenehme daselbst, das Vergnügliche und Begehrliche (bezieht sich) auf den Willen und wird genannt natürlich Gutes, hingegen das Wißtümliche daselbst bezieht sich auf den Verstand und wird genannt natürlich Wahres. Das Natürliche des Menschen hat durch das, was soeben angegeben wurde, Gemeinschaft mit seinem Vernünftigen, das der inwendigere Teil ist. Was sich von dort aus zum Vernünftigen erhebt, das legt sich in das Vernünftige ein, ebenfalls wie in einen Behälter. Dieser Behälter ist das inwendigere Gedächtnis, wovon Nr. 2469-2480. Das Wonnige daselbst und Selige bezieht sich auf den Willen, und gehört dem vernünftig Guten an, und die inwendigeren Anschauungen der Dinge und die Gefühlswahrnehmungen beziehen sich auf den Verstand, und was dazu gehört, wird vernünftig Wahres genannt. Diese drei sind es, die zusammen den Menschen ausmachen. Zwischen diesen drei Gebieten finden Gemeinschaftsbeziehungen statt: die äußeren Sinneswahrnehmungen sind es, durch die das Leibliche des Menschen Gemeinschaft hat mit seinem Natürlichen, und die inwendigen Sinneswahrnehmungen sind es, durch die das Natürliche des Menschen Gemeinschaft hat mit seinem Vernünftigen. Was also im natürlichen Menschen herkommt aus den äußeren Sinneswahrnehmungen, die dem Leib eigen sind, ist das, was genannt wird auswendigeres und äußeres Wahres des Guten. Was aber aus dem inwendig Sinnlichen (herkommt), das seinem Geist eigen ist, und Gemeinschaft hat mit dem Vernünftigen, ist das, was genannt wird inwendigeres Gutes und Wahres; was dazwischen liegt und an beidem teilnimmt, ist das, was genannt wird mittleres Gutes und Wahres. Diese drei sind in der Ordnung vom Inwendigeren aus, was bezeichnet wird im inneren Sinn durch die Herden, durch die Mägde und Knechte, und durch die Kamele und Esel.   Nr. 4039 - 4055 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 31. Kapitel 4056. Vor dem 26. bis 30. Kapitel ist erklärt worden, was der Herr von der Vollendung des Zeitlaufs oder von dem Jüngsten Gericht geredet und bei Matth.24/3-28 vorhergesagt hat. Es kommt nun vor diesem Kapitel zur Erklärung, was Matth.24/29-31 der Ordnung nach sich anreiht, nämlich folgende Worte: "Alsbald aber nach der Trübsal dieser Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen, und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde, und sie werden kommen sehen den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Und Er wird Seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden Seine Auserwählten versammeln aus den vier Winden und von einem Ende der Himmel bis zum anderen". 4057. Was die Vollendung des Zeitlaufs oder das Jüngste Gericht (bedeute), ist früher erklärt worden, daß es nämlich die letzte Zeit der Kirche bezeichne. Die letzte Zeit derselben wird gesagt, wenn keine Liebtätigkeit und kein Glaube mehr in ihr vorhanden ist. Auch wurde gezeigt, daß solche Vollendungen oder letzte Zeiten einige Male stattgefunden haben: die Vollendung der ersten Kirche wurde beschrieben durch die Sündflut; die der zweiten Kirche durch die Ausrottung der Völker im Lande Kanaan, sowie auch durch mehrere Ausrottungen und Zerstörungen bei den Propheten; die Vollendung der dritten Kirche wird im Wort nicht beschrieben, sondern vorhergesagt, es war die Zerstörung Jerusalems und die Zerstreuung des jüdischen Volkes, bei dem die Kirche war, über den ganzen Erdkreis; die vierte Vollendung ist die der heutigen christlichen Kirche, die vom Herrn bei den Evangelisten und auch bei Johannes in der Offenbarung vorhergesagt wird, und nun bevorsteht. 4058. Bei dem, was in diesem Kapitel bei Matthäus vorangeht, wurde gehandelt von der allmählichen Verwüstung der Kirche; daß man nämlich zuerst anfing nicht zu wissen, was gut und wahr sei, sondern darüber stritt; zweitens, daß man beides verachtete; drittens, daß man es nicht von Herzen anerkannte; viertens, daß man es entweihte; davon wurde in diesem Kapitel vom 3. bis zum 22. Vers gehandelt, und weil das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit in der Mitte (der Kirche) oder bei denen, die Auserwählte genannt werden, noch fortdauern soll, so wird nun gehandelt vom Zustand des Wahren, das dem Glauben angehört, von welcher Art es dann sein wird, nämlich vom 23. bis zum 28. Vers, und vom Zustand des Guten, das der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, in den jetzt angeführten Versen; dann auch vom Anfang einer neuen Kirche. 4059. Aus dem einzelnen, was in diesen Versen gesagt wurde, geht offenbar hervor, daß es einen inneren Sinn gibt, und daß ohne Verständnis desselben niemand wissen kann, was sie in sich schließen, z.B. daß die Sonne werde verdunkelt werden, und auch der Mond, daß die Sterne vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden, daß der Herr erscheinen werde in den Wolken des Himmels, daß die Engel die Posaune blasen und so die Auserwählten versammeln werden; wer nicht den inneren Sinn dieser Worte kennt, der muß glauben, daß solche Dinge sich ereignen werden, ja daß die Welt untergehen werde mit allem, was im Weltall erscheint. Daß aber kein Untergang der Welt unter dem Jüngsten Gericht verstanden sei, sondern die Vollendung der Kirche oder die Verwüstung derselben in betreff der Liebtätigkeit und des Glaubens, sehe man Nr. 3353, und es erhellt auch deutlich aus den Worten, die in demselben Kapitel bei Matthäus folgen: "Zwei werden auf dem Felde sein, einer wird angenommen, der andere wird verlassen werden; zwei werden mahlen, die eine wird angenommen, die andere wird verlassen werden": Matth.24/40,41. 4060. Daß somit durch jene Worte, die oben angeführt wurden, der damalige Zustand der Kirche in betreff des Guten, d.h. in betreff der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zum Herrn bezeichnet werde, erhellt aus dem inneren Sinn jener Worte, der folgender ist: "Alsbald aber nach der Trübsal jener Tage" bezeichnet den Zustand der Kirche in betreff des Wahren, welches Sache des Glaubens ist, wovon im vorhergehenden gehandelt wird. Die Abödung des Wahren wird hie und da im Worte Trübsal genannt. Daß Tage Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785. Hieraus erhellt, daß durch jene Worte bezeichnet wird, es werde sobald kein Glaube mehr und auch keine Liebtätigkeit sein; denn der Glaube führt zur Liebtätigkeit, weil er lehrt, was Liebtätigkeit ist, und die Liebtätigkeit empfängt ihre Beschaffenheit aus den Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind. Die Wahrheiten des Glaubens dagegen empfangen ihr Wesen und ihr Leben aus der Liebtätigkeit, wie in den vorhergehenden Teilen öfters gezeigt worden ist. "Die Sonne wird verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht geben" bedeutet die Liebe zum Herrn, welche die Sonne ist, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die der Mond ist, werden verdunkelt und keinen Schein geben, bedeutet, daß sie nicht erscheinen, somit daß sie verschwinden werden. Daß die Sonne das Himmlische der Liebe sei, und der Mond das Geistige der Liebe, d.h., daß die Sonne die Liebe zum Herrn bezeichne, und der Mond die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die durch den Glauben entsteht. Man sehe hierüber Nr. 1053, 1529, 1530, 2120, 2441, 2495. Die Ursache dieser Bedeutung der Sonne und des Mondes ist, weil der Herr im anderen Leben als Sonne im Himmel denen erscheint, die in der Liebe zu Ihm sind und Himmlische genannt werden, und als Mond denen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind und Geistige genannt werden, man sehe Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643. Die Sonne und der Mond in den Himmeln oder der Herr wird niemals verdunkelt, noch verliert Er sein Licht, sondern leuchtet fortwährend, somit wird auch die Liebe zu Ihm nicht verdunkelt bei den Himmlischen, und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten bei den Geistigen in den Himmeln, auch nicht auf den Weltkörpern bei denen, bei welchen jene Engel sind, d.h. bei denen, die in der Liebe und in der Liebtätigkeit sind; aber bei denen, die in keiner Liebe und Liebtätigkeit sind, sondern nur in Liebe zu sich und zur Welt, und daher in Haß und Rachbegierde, bringen die Menschen sich selbst in jene Verdunklung. Es verhält sich damit, wie mit der Sonne in der Welt: die Sonne leuchtet beständig, aber wenn Wolken sich dazwischenlagern, erscheint sie nicht; man sehe Nr. 2441. "Und die Sterne werden vom Himmel fallen" bedeutet, daß die Erkenntnisse des Guten und Wahren untergehen werden. Im Worte wird durch Sterne, wo sie genannt werden, nichts anderes bezeichnet: Nr. 1808, 2849. "Und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden" bedeutet die Grundlagen der Kirche, von denen es heißt, sie werden sehr bewegt und erschüttert werden, wenn jene untergehen; denn die Kirche auf den Weltkörpern (terris) ist die Grundlage des Himmels, weil der Einfluß des Guten und Wahren durch die Himmel vom Herrn in dem Guten und Wahren, das bei den Menschen der Kirche ist, zuletzt ausläuft. Wenn daher der Mensch der Kirche in einem so verkehrten Zustand ist, daß er keinen Einfluß des Guten und des Wahren mehr zuläßt, dann wird gesagt, die Kräfte der Himmel werden erschüttert. Deswegen sorgt der Herr stets dafür, daß etwas von der Kirche übrig bleibe, und daß, wenn die alte Kirche untergeht, eine neue errichtet werde. "Und alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen" bedeutet die Erscheinung des göttlich Wahren alsdann. Zeichen bedeutet Erscheinung. Der Menschensohn ist der Herr in betreff des göttlich Wahren, man sehe Nr. 2803, 2813, 3704. Diese Erscheinung oder dieses Zeichen ist es, wonach die Jünger fragten, als sie zum Herrn sprachen: "Sage uns, wann wird das geschehen, und vor allem, welches wird das Zeichen sein Deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitlaufs?": Matth.24/3; denn sie wußten aus dem Worte, daß, wenn der Zeitlauf vollendet sei, der Herr kommen werde, auch wußten sie vom Herrn, daß Er noch einmal kommen werde, und sie verstanden darunter, daß der Herr aufs neue in die Welt kommen werde, nicht wissend, daß der Herr so oft gekommen sei, als eine Kirche verwüstet wurde; zwar nicht in Person, wie damals als Er das Menschliche durch die Geburt annahm und göttlich machte, sondern teils durch offenbare Erscheinungen, von der Art, wie Er dem Abraham in Mamre, Mose im Busch, dem Volke Israel auf dem Berge Sinai und dem Josua erschien, als dieser in das Land Kanaan eindrang; teils durch weniger offenbare (Erscheinungen), wie z.B. durch Inspirationen, durch die das Wort geschrieben wurde, und hernach vermittelst des Wortes; denn im Worte ist der Herr gegenwärtig, alles nämlich im Worte ist von Ihm und über Ihn, wie aus dem erhellen kann, was häufig bisher gezeigt worden ist. Diese Erscheinung ist es, die hier durch das Zeichen des Menschensohnes bezeichnet, und wovon in diesem Vers gehandelt wird. "Und dann werden wehklagen alle Stämme der Erde" bedeutet, daß alle in Schmerzen sein werden, die im Guten der Liebe und im Wahren des Glaubens sich befinden. Daß Wehklagen dies bedeutet, sehe man bei Sach.12/10-14; und daß alle Stämme alles Gute und Wahre oder alles der Liebe und dem Glauben Angehörige bedeuten: Nr. 3858, 3926, demzufolge auch diejenigen, die darinnen sind; sie heißen Stämme des Landes, weil darunter diejenigen verstanden werden, die innerhalb der Kirche sind. Daß das Land die Kirche bedeutet, sehe man Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2928, 3355. "Und werden kommen sehen den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit" bedeutet, daß alsdann das Wort enthüllt werden soll in Ansehung seines inneren Sinnes, in dem der Herr ist. Der Sohn des Menschen ist das göttlich Wahre, das im Worte ist: Nr. 2803, 2813, 3704; Wolke bedeutet den Buchstabensinn; Macht wird ausgesagt vom Guten, und Herrlichkeit vom Wahren, das in demselben ist. Daß diese Dinge bezeichnet werden durch "den Menschensohn kommen sehen in den Wolken der Himmel", sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18. Diese Ankunft des Herrn ist es, die hier verstanden wird, nicht aber, daß Er in den Wolken erscheinen werde gemäß dem Buchstaben. Das Folgende handelt von der Einsetzung einer neuen Kirche, die gebildet wird, wenn die alte verwüstet und verworfen ist. "Und Er wird Seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall" bedeutet die Erwählung, nicht durch sichtbare Engel, noch weniger durch Posaunen und großen Schall, sondern durch den Einfluß des heiligen Guten und des heiligen Wahren vom Herrn durch die Engel. Weshalb durch Engel im Worte etwas vom Herrn bezeichnet wird, sehe man Nr. 1925, 2821, 3039; hier wird das bezeichnet, was aus dem Herrn ist und vom Herrn handelt. Durch Posaunen und großen Schall wird bezeichnet die frohe Botschaft, wie auch sonst im Worte. "Und sie werden Seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, und von dem einen Ende der Himmel bis zu dem anderen" bedeutet die Herstellung einer neuen Kirche. Die Auserwählten sind die, welche im Guten der Liebe und des Glaubens sind: Nr. 3755, 3900; die vier Winde, aus denen sie versammelt werden, bezeichnen alle Zustände des Guten und des Wahren: Nr. 3708; das eine Ende der Himmel bis zu dem anderen Ende, bedeutet das Innere und Äußere der Kirche. Daß ist es nun, was durch jene Worte des Herrn bezeichnet wird.   31. Kapitel 1. Und er hörte die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen: Jakob hat alles genommen, was unseres Vaters ist, und von dem, was unseres Vaters ist, hat er all diesen Reichtum gemacht. 2. Und Jakob sah das Angesicht Labans, und siehe, er war keineswegs gegen ihn, so wie gestern und wie vorgestern. 3. Und Jehovah sprach zu Jakob: Kehre zurück zu dem Lande deiner Väter und zu deiner Geburt (Heimat), und Ich werde mit dir sein. 4. Da schickte Jakob und berief Rachel und Leah auf das Feld zu seiner Herde. 5. Und er sprach zu ihnen: Ich sehe das Angesicht eures Vaters, daß er keineswegs so gegen mich ist, wie gestern (und) wie vorgestern; doch der Gott meines Vaters war mit mir. 6. Und ihr wisset, daß aus allen meinen Kräften ich eurem Vater gedient habe. 7. Und doch hat euer Vater mich hintergangen und verändert meinen Lohn in zehnerlei Weise, aber Gott hat ihm nicht gegeben, mir Übles zu tun. 8. Wenn er so sagte: die Fleckigen sollen dein Lohn sein, gebar die ganze Herde Fleckige; und wenn er so sprach: die Bunten werden dein Lohn sein, gebar die ganze Herde bunte. 9. Und Gott nahm das Gut eures Vaters und gab es mir. 10. Und es geschah zur Brunstzeit der Herde, da erhob ich meine Augen und sah im Traum, und siehe, Böcke besprangen die Herde, bunte, fleckige und getüpfelte. 11. Und es sprach zu mir ein Engel Gottes im Traum: Jakob; und ich sprach: Hier bin ich. 12. Und er sprach: Erhebe doch deine Augen und siehe, alle Böcke, welche die Herde bespringen, bunte, gefleckte und getüpfelte, weil Ich alles gesehen habe, was Laban dir getan hat. 13. Ich (bin) der Gott Bethels, wo du gesalbt hast das Denkmal, und wo du Mir gelobt hast ein Gelübde, stehe nun auf und gehe aus diesem Lande, und kehre zu dem Lande deiner Geburt zurück. 14. Und es antwortete Rachel und Leah, und sie sprachen zu ihm: Haben wir wohl weiter Anteil und Erbe im Hause unseres Vaters? 15. Sind wir nicht als Fremde vor ihm geschätzt, weil er uns verkauft hat, und auch noch verzehrt unser Silber (Kaufpreis). 16. Denn aller Reichtum, den Gott entrissen hat unserem Vater, gehört uns und unseren Söhnen; und nun, alles, was Gott zu dir gesprochen hat, das tue. 17. Und Jakob stand auf und setzte seine Söhne und seine Frauen auf Kamele. 18. Und er führte weg sein ganzes Gut, und seine ganze Habe, die er erworben hatte, das Gut seines Ankaufes, das er sich erworben hatte in Paddam Aram, um zu kommen zu Jischak, seinem Vater ins Land Kanaan. 19. Und Laban war gegangen, die Herde zu scheren, und Rachel entwendete die Theraphim (Hausgötter) ihres Vaters. 20. Und es stahl (täuschte) Jakob das Herz Labans, des Aramäers, dadurch, daß er ihm nicht anzeigte, daß er fliehe. 21. Und er floh und alles, was ihm gehörte, und er stand auf und setzte über den Fluß (Euphrat), und wandte sein Angesicht gegen den Berg Gilead. 22. Und es wurde angezeigt dem Laban am dritten Tage, daß Jakob geflohen. 23. Und er nahm seine Brüder mit sich und setzte ihm nach einen Weg von sieben Tagen, und holte ihn ein am Berge Gilead. 24. Und Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum in der Nacht, und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht etwa redest mit Jakob vom Guten bis zum Bösen. 25. Und es erreichte Laban Jakob, und Jakob schlug sein Zelt auf am Berge, und auch Laban mit seinen Brüdern schlug (sein Zelt) auf am Berge Gilead. 26. Und es sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, und hast gestohlen (getäuscht) mein Herz, und hast fortgeführt meine Töchter wie Gefangene durch das Schwert. 27. Warum hast du verborgen deine Flucht und mich getäuscht, und es mir nicht angezeigt, daß ich dich entlassen hätte mit Freuden und mit Gesängen, mit der Pauke und mit der Zither. 28. Und hast mir nicht gestattet, meine Söhne zu küssen und meine Töchter; nun, töricht hast du gehandelt in deinem Tun. 29. Es wäre vor Gott in meiner Hand, übel mit euch zu verfahren, aber der Gott eures Vaters sprach in der vorigen Nacht zu mir: Hüte dich zu reden mit Jakob vom Guten bis zum Bösen. 30. Und nun bist du fortgegangen, weil du dich sehr gesehnt hast nach dem Hause deines Vaters; weshalb aber hast du entwendet meine Götter? 31. Und Jakob antwortete und sprach zu Laban: weil ich mich fürchtete, und bei mir dachte, du möchtest vielleicht deine Töchter mir entreißen. 32. Bei wem du (aber) findest deine Götter, der soll nicht leben vor unseren Brüdern; durchsuche, was ich bei mir habe, und nimm dir, (was dein ist); denn Jakob wußte nicht, daß Rachel jene entwendet hatte. 33. Und Laban kam in das Zelt Jakobs, und in das Zelt der Leah, und in das Zelt der beiden Mägde, und fand sie nicht, und er ging aus dem Zelte Leahs und kam in das Zelt Rachels. 34. Und Rachel nahm die Theraphim, und legte sie unter die Streu eines Kamels, und setzte sich darauf, und Laban betastete das ganze Zelt und fand sie nicht. 35. Und sie sprach zu ihrem Vater: es möge nicht Zorn entbrennen in den Augen meines Herrn, daß ich mich nicht erheben kann vor dir, weil es mir geht nach der Weiber Weise; und er suchte, aber er fand nicht die Theraphim. 36. Und Jakob ward zornig und schalt Laban; und es antwortete Jakob und sprach zu Laban: Was ist mein Vergehen, was meine Sünde, daß du mir nachgesetzt hast? 37. Du hast betastet alle meine Geräte, was hast du gefunden von allen Geräten deines Hauses? Lege es hierher vor meinen Brüdern und vor deinen Brüdern, und sie mögen richten zwischen uns beiden. 38. Diese zwanzig Jahre war ich bei dir; deine Schafe und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren, und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt. 39. Das Zerrissene habe ich dir nicht gebracht, ich habe es erstattet, aus meiner Hand hast du gefordert, was gestohlen ward bei Tage und gestohlen bei der Nacht. 40. Am Tage verzehrte mich die Hitze und die Kälte in der Nacht, und es ward vertrieben mein Schlaf von meinen Augen. 41. Diese zwanzig Jahre habe ich in deinem Hause dir gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um deine Herde, und du hast geändert meinen Lohn in zehnerlei Weise. 42. Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wäre, du hättest mich nun leer entlassen; mein Elend und die Ermüdung meiner Hände hat Gott gesehen, und hat gerichtet in der vorigen Nacht. 43. Und es antwortete Laban und sprach zu Jakob: Die Töchter (sind) meine Töchter, und die Söhne (sind) meine Söhne, und die Herde (ist) meine Herde, und alles, was du siehst, das ist mein. Aber was sollte ich heute meinen Töchtern tun, oder ihren Söhnen, die sie geboren haben? 44. Und nun wohlan, laß uns einen Bund schließen, ich und du, und er sei Zeuge zwischen mir und zwischen dir. 45. Und es nahm Jakob einen Stein, und richtete ihn auf zu einem Denkmal. 46. Und Jakob sprach zu seinen Brüdern: Sammelt Steine; und sie nahmen Steine und machten einen Haufen, und sie aßen daselbst auf dem Haufen. 47. Und Laban nannte ihn Jegar Sahaduta, Jakob aber nannte ihn Galeed. 48. Und Laban sprach: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und zwischen dir, deswegen nannte er seinen Namen Galeed. 49. Und auch Mizpah, denn er sprach: Es schaue Jehovah zwischen mir und zwischen dir, denn wir werden verborgen sein der eine vor dem anderen. 50. Wenn du betrübst meine Töchter, und wenn du nimmst Weiber neben meinen Töchtern und ist kein Mann bei uns, siehe, so ist Gott Zeuge zwischen mir und zwischen dir. 51. Und Laban sprach zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und siehe, das ist das Denkmal, das ich errichtet habe zwischen mir und zwischen dir. 52. Zeuge sei dieser Haufe und Zeuge das Denkmal, daß ich nicht gegen dich überschreite diesen Haufen, und daß du nicht überschreitest gegen mich diesen Haufen und dieses Denkmal, Böses zu tun. 53. Der Gott Abrahams und der Gott Nachors sollen richten zwischen uns, der Gott ihres Vaters; und es schwur Jakob bei der Furcht seines Vaters Jischak. 54. Und Jakob brachte ein Opfer auf dem Berge und rief seine Brüder das Brot zu essen, und sie aßen das Brot, und übernachteten auf dem Berge. 55. Und am Morgen stand Laban früh auf, und küßte seine Söhne und seine Töchter, und segnete sie, und ging, und es kehrte Laban zurück an seinen Ort.   Inhalt 4061. Es wird hier im inneren Sinn gehandelt von der Trennung des Guten und Wahren, das durch Jakob und seine Frauen vorgebildet wird, von dem Guten, das durch Laban bezeichnet wird, damit beides verbunden werde mit dem Göttlichen, das unmittelbar aus Gott stammt; ferner von dem Zustand eines jeden bei der Trennung. 4062. Vers 1-3: Und er hörte die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen: Jakob hat alles genommen, was unseres Vaters ist, und von dem, was unseres Vaters ist, hat er all diesen Reichtum gemacht. Und Jakob sah das Angesicht Labans, und siehe, er war keineswegs gegen ihn, so wie gestern (und) wie vorgestern. Und Jehovah sprach zu Jakob: Kehre zurück zu dem Lande deiner Väter und zu deiner Geburt (Heimat), und Ich werde mit dir sein. "Und er hörte die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen" bedeutet das Wahre des Guten, das durch Laban bezeichnet wird, wie beschaffen es ist in bezug auf das daraus erworbene Gute im Natürlichen vom Herrn; "Jakob hat alles genommen, was unseres Vaters ist" bedeutet, daß alles Angehör des Guten, das nun unter Jakob verstanden wird, ihm hierdurch gegeben sei; "und von dem, was unseres Vaters ist, hat er all diesen Reichtum gemacht" bedeutet, daß Er selbst es Sich gebe; "und Jakob sah das Angesicht Labans" bedeutet den Zustand der Veränderung bei jenem Guten, als das unter Jakob verstandene Gute sich entfernte; "und siehe, er war keineswegs gegen ihn, so wie gestern und wie vorgestern" bedeutet den völlig veränderten Zustand gegen das Gute, das durch Jakob bezeichnet wird, von dem jedoch nichts so weggenommen wurde, daß jener nicht das seinige gehabt hätte wie früher, ausgenommen den Zustand in betreff der Verbindung; "und Jehovah sprach zu Jakob" bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen; "kehre zurück zu dem Lande deiner Väter" bedeutet, daß er nun näher hinzugehen solle zu dem göttlich Guten; "und zu deiner Geburt (Heimat)" bedeutet zum Wahren daraus; "und Ich werde mit dir sein" bedeutet, daß dann das Göttliche mit Ihm sein werde. 4063. "Und er hörte die Reden der Söhne Labans, daß sie sprachen", 1. Mose 31/1, bedeutet das Wahre des Guten, das durch Laban bezeichnet wird, wie es beschaffen sei in bezug auf das daraus erworbene Gute im Natürlichen vom Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3337, und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das seitenverwandte Gute des gemeinsamen Stammes ist, worüber Nr. 3621, 3665, 3778, somit ein solches Gutes, das zur Einführung in echtes Gutes und Wahres dienen kann: Nr. 3974, 3982, 3986, hier, daß es gedient hat, denn es wird gehandelt von der Trennung derselben. Daß Jakob die Reden gehört hat, schließt im inneren Sinn in sich, wie beschaffen sie waren in bezug auf das vom Herrn im Natürlichen erworbene Gute, wie aus dem nun Folgenden erhellen kann, denn es waren (Worte) des Unwillens, und sie sagten, Jakob habe alles genommen, was ihres Vaters sei, und Jakob sah auch das Angesicht Labans, daß er keineswegs war wie gestern und wie vorgestern. Daß Jakob das Natürliche des Herrn vorbildet, und im vorigen Kapitel das Gute des Wahren in demselben, sehe man Nr. 3659, 3669, 3775, 3829, 4009. Wie es sich mit dem unter Laban verstandenen Guten in bezug auf das Gute des Wahren, das durch Laban vorgebildet wird, verhält, kann aus dem, was 1. Mose Kapitel 30 gesagt und gezeigt worden ist, erhellen; dasselbe kann noch weiter durch den Zustand der Wiedergeburt beim Menschen erläutert werden, von dem auch im vorbildlichen Sinn hier gehandelt wird. Wenn nämlich der Mensch wiedergeboren wird, dann wird er vom Herrn in einem sozusagen mittleren Guten gehalten. Dieses Gute dient zur Einführung von echtem Guten und Wahren. Nachdem aber solches Gute und Wahre eingeführt worden, wird jenes von demselben getrennt. Jeder, der von der Wiedergeburt und vom neuen Menschen etwas weiß, kann begreifen, daß der neue Mensch ein völlig anderer ist als der alte, denn der neue Mensch befindet sich in der Neigung zu geistigen und zu himmlischen Dingen, denn diese machen seine Freude und Seligkeit aus, aber der alte Mensch ist in der Neigung zu weltlichen und irdischen Dingen, und diese sind seine Freude und Ergötzlichkeit. Daher hat der neue Mensch sein Absehen auf die Zwecke im Himmel, der alte Mensch aber auf die Zwecke in der Welt. Hieraus geht hervor, daß der neue Mensch ein völlig anderer ist und ganz verschieden vom alten. Damit aber der Mensch aus dem Zustande des alten Menschen in den des neuen gebracht werde, müssen die weltlichen Begierden abgelegt und die himmlischen Neigungen angenommen werden. Dieses geschieht durch zahllose Mittel, die dem Herrn allein bekannt sind, und von denen mehrere auch den Engeln vom Herrn bekannt gemacht werden; aber nur wenige, wenn irgendwelche, den Menschen. Dennoch aber sind sie im ganzen und im einzelnen geoffenbart im inneren Sinn des Wortes. Wenn daher der Mensch aus dem alten Menschen ein neuer, d.h. wiedergeboren wird, so geschieht es nicht in einem Augenblick wie einige glauben, sondern während mehrerer Jahre, ja während des ganzen Lebens des Menschen bis zu seinem Ende, denn seine Begierden müssen ausgerottet und himmlische Neigungen eingeflößt werden, und es muß dem Menschen ein Leben gegeben werden, das er früher nicht hatte, ja von dem er früher kaum etwas wußte. Wenn daher die Zustände seines Lebens so sehr verändert werden müssen, so muß er notwendig lange Zeit in einem gewissen mittleren Guten gehalten werden, nämlich in dem Guten, das sowohl an weltlichen als an himmlischen Neigungen teilnimmt, und wenn er nicht in diesem mittleren Guten gehalten wird, so nimmt er niemals das himmlisch Gute und Wahre an. Dieses mittlere Gute ist es, was durch Laban und dessen Herde bezeichnet wird (1. Mose 31/4). Doch wird der Mensch in diesem mittleren Guten nicht länger gehalten, als es zu seinem Nutzen dient. Wenn es aber gedient hat, dann wird es getrennt. Von dieser Trennung wird in diesem Kapitel gehandelt. Daß es ein mittleres Gutes gibt, und daß es, nachdem es zu seinem Nutzen gedient hat, abgetrennt wird, kann aus den Veränderungen des Zustandes erhellen, die ein jeder Mensch von früher Kindheit an bis zum Greisenalter erfährt. Es ist bekannt, daß ein anderer Zustand des Menschen in seiner ersten Kindheit stattfindet, ein anderer in seiner Knabenzeit, ein anderer im Jünglingsalter, ein anderer im Mannesalter und ein anderer im Greisenalter. Es ist auch bekannt, daß der Mensch den Zustand der Kindheit mit seinen Spielen ablegt, wenn er in den Zustand des Knabenalters übergeht, und dann wieder diesen (Zustand), wenn er in den des Jünglingsalters übergeht, und diesen wieder, wenn er in den Zustand des Mannesalters übergeht, und endlich diesen, wenn er in den Zustand des Greisenalters übergeht. Und wenn er es überlegt, kann es ihm auch bekannt sein, daß jedes Alter seine Freuden hat, und daß er durch diese allmählich in diejenigen eingeführt wird, die dem folgenden Alter angehören, und daß jene Freuden ihm gedient haben, um zu diesen zu gelangen, und endlich zu dem freudigen Gefühl der Einsicht und Weisheit im Greisenalter. Hieraus wird klar, daß das Frühere immer verlassen wird, wenn ein neuer Zustand des Lebens angenommen wird. Aber diese Vergleichung kann nur dazu dienen, um zu erkennen, daß die Lustreize (jucunda) die Mittel sind, und daß diese verlassen werden, wenn der Mensch in den nachfolgenden Zustand eintritt. Wenn aber ein Mensch wiedergeboren wird, dann wird sein Zustand ein völlig verschiedener von dem vorhergehenden, und zu demselben wird er nicht auf natürliche, sondern auf übernatürliche Weise vom Herrn geführt. Auch kommt niemand zu diesem Zustand, außer durch die Mittel der Wiedergeburt, die vom Herrn allein vorgesehen werden, somit durch das mittlere Gute, von dem die Rede war. Und wenn er zu einem solchen Zustand gebracht ist, daß er nicht mehr das Weltliche, Irdische und Körperliche zum Zweck hat, sondern das, was dem Himmlischen angehört, dann wird jenes mittlere Gute abgetrennt. Etwas zum Zwecke haben heißt, das eine mehr lieben als das andere. 4064. "Jakob hat alles genommen, was unseres Vaters ist", 1. Mose 31/1, bedeutet, alles Gute, das unter Jakob verstanden wird, sei ihm von daher gegeben worden, nämlich von jenem mittleren Guten. Dies kann ohne Erklärung erhellen. Daß es ihm aber doch nicht von daher gegeben worden sei, ist aus dem Folgenden klar, denn es sind die Söhne Labans, die es sagen. 4065. "Und von dem, was unseres Vaters ist, hat er all diesen Reichtum gemacht", 1. Mose 31/1, bedeutet, Er selbst habe es Sich gegeben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Reichtum machen (d.i. erwerben), was bedeutet, sich etwas geben. Es wird nämlich im höchsten Sinn vom Herrn ausgesagt, Der niemals etwas Gutes und Wahres von anderen nimmt, sondern von Sich selbst. Es hatte Ihm zwar ein anderes Gutes als Mittel gedient, das auch Verwandtschaft mit dem Mütterlichen hatte; denn Laban, durch den jenes Gute bezeichnet wird, war der Bruder Rebeckas, welche die Mutter Jakobs war; aber durch jenes Mittel hat Er Sich dasjenige erworben, durch das Er Sein Natürliches aus eigener Macht göttlich machte. Etwas anderes ist es, aus einem Mittel sich etwas erwerben, und etwas anderes durch ein Mittel. Durch ein Mittel hat Er Sich erworben, weil Er als Mensch geboren ward und das Erbliche von der Mutter anzog, das ausgetrieben werden mußte, aber nicht aus dem Mittel, weil Er empfangen war von Jehovah, von Dem Er selbst das Göttliche hatte. Deshalb gab Er Sich selbst alles Gute und Wahre, das Er göttlich machte, denn das Göttliche Selbst bedarf nichts, nicht einmal jenes vermittelnde Gute, wenn Er nicht gewollt hätte, daß alles gemäß der Ordnung geschähe. 4066. "Und Jakob sah das Angesicht Labans", 1. Mose 31/2, bedeutet die Veränderung des Zustandes bei jenem Guten, als das unter Jakob verstandene Gute zurückwich. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Natürlichen bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das mittlere Gute ist, von dem oben mehrmals (die Rede war), und aus der Bedeutung des Angesichts, welches das Inwendigere bezeichnet, worüber Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573; hier die Veränderungen des Inwendigeren, oder was dasselbe ist, die Veränderungen des Zustandes, denn es wird gesagt: er sah das Angesicht desselben, und er war keineswegs gegen ihn, so wie gestern und vorgestern. Die Ursache, weshalb das Inwendigere durch Angesicht im Wort bezeichnet wird, ist, weil dasselbe aus dem Angesicht hervorleuchtet, und sich im Gesicht darstellt wie in einem Spiegel oder in einem Bilde, daher bezeichnet Angesicht oder Miene die Zustände der Gedanken und die Zustände der Neigungen. 4067. "Und siehe, er war keineswegs gegen ihn so wie gestern und wie vorgestern", 1. Mose 31/2, bedeutet den völlig veränderten Zustand gegen das Gute, das durch Jakob bezeichnet wird, von dem jedoch nichts so weggenommen war, daß jener nicht das Seinige gehabt hätte wie früher, ausgenommen der Zustand in betreff der Verbindung. Dies kann daraus erhellen, daß die Worte: "er war keineswegs gegen ihn wie gestern und wie vorgestern", den völlig veränderten Zustand gegen Jakob bezeichnen, d.h. gegen das durch Jakob bezeichnete Gute; ferner aus dem vorhergehenden, daß von Laban, d.h. von dem durch Laban bezeichneten Guten, nichts genommen sei, daß er nicht das Seinige gehabt hätte wie vorher. Damit man begreife, wie es sich mit dem Guten und Wahren beim Menschen verhalte, muß etwas enthüllt werden, was kaum jemandem bekannt ist. Zwar weiß man und erkennt es auch an, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn sei, auch wird von einigen anerkannt, daß ein Einfließen stattfinde, aber ein solches, von dem der Mensch nichts wisse. Weil man aber nicht weiß, oder wenigstens nicht anerkennt mit dem Herzen, daß den Menschen Geister und Engel umgeben, und daß der innere Mensch in ihrer Mitte sei und so vom Herrn regiert werde, so wird jenes nur wenig geglaubt, obwohl es gesagt wird. Es gibt unzählige Gesellschaften im anderen Leben, die gemäß jeder Art des Guten und Wahren vom Herrn angewiesen und geordnet sind, und auch Gesellschaften, die im Gegensatze sind, gemäß jeder Art des Bösen und Falschen, und zwar so sehr, daß es keine Art des Guten und Wahren gibt, keine Gattung dieser Art, ja nicht einmal einen wesentlichen Unterschied, der nicht ebenso geartete Engelgesellschaften hätte, oder dem nicht Engelgesellschaften entsprächen. Und umgekehrt gibt es keine Art des Bösen und des Falschen, noch irgendeine Gattung einer Art, ja nicht einmal einen wesentlichen Unterschied, dem nicht teuflische Gesellschaften entsprächen. In der Gesellschaft solcher (Engel und Geister) ist jeder Mensch in Ansehung seines Inwendigeren, d.h. in Ansehung seiner Neigungen und Gedanken, obgleich er es nicht weiß. Alles, was der Mensch denkt und will, stammt daher, und zwar so sehr, daß er, wenn ihm die Gesellschaften der Geister und Engel, in denen er ist, entzogen würden, in demselben Augenblick kein Denkvermögen und kein Willensvermögen haben würde, ja er würde in demselben Augenblick wie völlig tot dahinsinken, so beschaffen ist der Zustand des Menschen, obwohl er glaubt, daß er alles aus sich habe, und daß es weder eine Hölle, noch einen Himmel gebe, oder daß die Hölle weit von ihm entfernt sei, und so auch der Himmel. Überdies erscheint das Gute dem Menschen als etwas Einfaches oder Einziges, es ist aber vielmehr so mannigfaltig und besteht aus so Verschiedenem, daß er es niemals erforschen kann, außer in Ansehung des Allgemeinen. Ebenso verhält es sich mit dem Bösen beim Menschen. Von welcher Art aber das Gute beim Menschen ist, von solcher Art ist auch die Gesellschaft der Engel bei ihm, und wie beschaffen das Böse beim Menschen ist, so beschaffen ist auch die Gesellschaft der bösen Geister bei ihm. Der Mensch zieht selbst diese Gesellschaften an sich, oder versetzt sich selbst in die Gesellschaft solcher (Wesen), denn das gleiche gesellt sich zum gleichen, wie z.B. wer geizig ist, der zieht die Gesellschaften ähnlicher an sich, die in ebensolcher Begierde sind. Wer sich mehr als andere liebt und die anderen verachtet, der zieht Gleichgeartete an sich; wer an den Gefühlen der Rache seine Lust hat, der (gesellt sich zu) solchen, die in der gleichen Lust sind, und so bei den übrigen (bösen Neigungen). Diese (Geister) haben Gemeinschaft mit der Hölle, und der Mensch ist mitten unter ihnen und wird völlig von ihnen regiert, und zwar so sehr, daß er nicht mehr in seiner, sondern in ihrer Gewalt ist, obwohl er aus seinem Lustreiz und dem daraus entspringenden freien Willen glaubt, daß er sich selbst regiere. Wer aber nicht geizig ist, sich selbst nicht mehr liebt als die anderen, die anderen nicht verachtet und an der Rache keine Lust hat, der ist in der Gesellschaft ähnlicher Engel, und wird durch sie vom Herrn geführt, und zwar in freiem Willen zu allem Guten und Wahren, zu dem er sich führen läßt, und in dem Maße, als er sich zu inwendigerem und vollkommenerem Guten führen läßt, wird er zu inwendigeren und vollkommeneren Engelgesellschaften hingeleitet. Die Veränderungen seines Zustandes sind nichts anderes als Veränderungen der Gesellschaften. Daß die Sache sich so verhält, ist mir aus einer nun seit mehreren Jahren fortgesetzten Erfahrung gewiß, und aus dieser ist es mir ebenso vertraut geworden, wie etwas, das dem Menschen von Kindheit an vertraut wurde. Hieraus kann nun deutlich erhellen, wie es sich mit der Wiedergeburt des Menschen verhält und mit den vermittelnden Lustreizen des Guten, durch die der Mensch vom Herrn aus dem Zustand des alten Menschen hindurchgeführt wird zum Zustand des neuen Menschen. Daß dieses nämlich durch Engelgesellschaften geschieht und durch den Wechsel derselben. Das vermittelnde Gute und Angenehme ist nichts anderes als solche Gesellschaften, die dem Menschen vom Herrn zugesellt werden, damit er durch sie zum geistigen und himmlischen Guten und Wahren hingeführt werden könne. Ist er zu denselben hingeführt, dann werden jene Gesellschaften getrennt und inwendigere und vollkommenere beigesellt. Unter dem mittleren Guten, das durch Laban bezeichnet wird, und unter der Lostrennung von diesem Guten, von der in diesem Kapitel die Rede ist, wird nichts anderes verstanden. 4068. "Und Jehovah sprach zu Jakob", 1. Mose 31/3, bedeutet das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es innewerden bedeutet, worüber Nr. 1781, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; daß Jehovah der Herr sei, sehe man Nr. 1343, 1736, 1793, 2921, 3023, 3035. Hieraus erhellt, daß durch: "es sprach Jehovah", das Innewerden des Herrn aus dem Göttlichen bezeichnet wird. 4069. "Kehre zurück zu dem Lande deiner Väter", 1. Mose 31/3, bedeutet, er solle sich nun näher zu dem göttlich Guten hinbegeben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes der Väter, das hier das göttlich Gute ist, weil es vom Herrn gesagt wird; denn das Land, nämlich Kanaan, bedeutet das Reich des Herrn: Nr. 1607, 3481, und im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn, weil dieses einfließt und sein Reich ausmacht: Nr. 3038, 3705, und weil Vater das Gute bezeichnet: Nr. 3703; und weil nun das Gute und Wahre erworben ist, durch das der Herr das Natürliche göttlich machen konnte, das vorgebildet wurde durch den Aufenthalt Jakobs bei Laban und durch die Erwerbung daselbst, so folgt hieraus, daß unter "zurückkehren zu dem Lande der Väter" verstanden ist, sich näher zum göttlich Guten hinbegeben. 4070. "Und zu deiner Geburt (Heimat)", 1. Mose 31/3, bedeutet: zu dem Wahren daher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geburt, insofern sie das Wahre aus dem Guten bezeichnet, denn alles Wahre wird aus dem Guten geboren; es hat keinen anderen Ursprung; denn es heißt das Wahre, weil es dem Guten angehört, und weil es das, aus dem es ist, befestigt, nämlich das Gute. Daher hier die Bedeutung der Geburt. Daß die Geburten dem Glauben angehören, sehe man Nr. 1145, 1255, und daß gebären bezeichnet anerkennen mit dem Glauben und mit der Tat: Nr. 3905, 3915. 4071. "Und Ich werde mit dir sein", 1. Mose 31/3, bedeutet, alsdann sei das Göttliche (mit ihm). Dies erhellt daraus, daß Jehovah redet und unter Jehovah der Herr verstanden wird, wie oben Nr. 4068, somit das Göttliche; das Sein mit dem, in welchem es ist und welches es ist, das ist eben das Göttliche. Der höchste Sinn, der vom Herrn handelt, ist so beschaffen, daß im Buchstabensinn getrennt erscheint, was eines ist im höchsten inneren Sinn. 4072. Vers 4-13: Da schickte Jakob und berief Rachel und Leah auf das Feld zu seiner Herde. Und er sprach zu ihnen: Ich sehe das Angesicht eures Vaters, daß er keineswegs so gegen mich ist, wie gestern und wie vorgestern; doch der Gott meines Vaters war mit mir. Und ihr wisset, daß aus allen meinen Kräften ich eurem Vater gedient habe. Und doch hat euer Vater mich hintergangen und verändert meinen Lohn in zehnerlei Weise, aber Gott hat ihm nicht gegeben, mir Übles zu tun. Wenn er so sagte: die Fleckigen sollen dein Lohn sein, gebar die ganze Herde Fleckige; und wenn er so sprach: die Bunten werden dein Lohn sein, gebar die ganze Herde bunte. Und Gott nahm das Gut eures Vaters und gab es mir. Und es geschah zur Brunstzeit der Herde, da erhob ich meine Augen und sah im Traume, und siehe, Böcke besprangen die Herde, bunte, fleckige und getüpfelte. Und es sprach zu mir ein Engel Gottes im Traum: Jakob; und ich sprach: Hier bin ich. Und er sprach: Erhebe doch deine Augen und siehe, alle Böcke, welche die Herde bespringen, bunte, gefleckte und getüpfelte, weil Ich alles gesehen habe, was Laban dir getan hat. Ich bin der Gott Bethels, wo du gesalbt hast das Denkmal, und wo du Mir gelobt hast ein Gelübde, stehe nun auf und gehe aus diesem Lande, und kehre zu dem Lande deiner Geburt zurück. "Da schickte Jakob und berief Rachel und Leah aufs Feld zu seiner Herde" bedeutet die Hinzufügung der Neigungen zum Wahren von dem Guten aus, das nun unter Jakob verstanden wird, und die Anschließung desselben alsdann, wenn es sich entfernt hatte; "und er sprach zu ihnen: Ich sehe das Angesicht eures Vaters, daß er keineswegs so gegen mich ist, wie gestern und wie vorgestern" bedeutet die Veränderung des Zustandes in dem durch Laban bezeichneten Guten; "doch der Gott meines Vaters war mit mir" bedeutet, daß alles aus dem Göttlichen komme, was Er hatte; "und ihr wisset, daß aus allen meinen Kräften ich eurem Vater gedient habe" bedeutet, daß es aus eigener Macht geschehen sei; "und doch hat euer Vater mich hintergangen und verändert meinen Lohn in zehnerlei Weise" bedeutet den Zustand des Guten in Beziehung auf Ihn, da Er aus Sich selbst dasjenige sich beilegte, was diesem Guten angehört, und die mehrfache Veränderung desselben; "aber Gott hat ihm nicht gegeben, mir Übles zu tun" bedeutet, daß Er es gleichwohl nicht habe verhindern können; "wenn er so sagte: die Fleckigen sollen dein Lohn sein, gebar die ganze Herde Fleckige" bedeutet seine Freiheit und daß in seiner Freiheit jenes vom Herrn angenommen worden sei, nämlich in bezug auf das dem Guten beigefügte Böse; "und wenn er so sprach: die Bunten werden dein Lohn sein, gebar die ganze Herde bunte" bedeutet dasselbe in bezug auf das hinzugefügte Falsche; "und Gott nahm das Gut eures Vaters und gab es mir" bedeutet, daß jenes aus dem Göttlichen komme; "und es geschah zur Brunstzeit der Herde" bedeutet die Hitze der Neigung, verbunden zu werden; "da erhob ich meine Augen und sah im Traume" bedeutet das Innewerden des natürlich Guten im Dunkeln; "und siehe, Böcke besprangen die Herde, bunte, fleckige und getüpfelte" bedeutet die Wirkung, daß das unter Jakob verstandene Gute hierdurch mit solchen erfüllt worden sei; "und es sprach zu mir ein Engel Gottes im Traum: Jakob; und ich sprach: Hier bin ich" bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen und die Gegenwart in jenem dunklen Zustand; "und er sprach: Erhebe doch deine Augen" bedeutet die Wahrnehmung aus dem Eigenen; "und siehe, alle Böcke, welche die Herde bespringen, bunte, gefleckte und getüpfelte" bedeutet, daß solches eingeführt wurde; "weil Ich alles gesehen habe, was Laban dir getan hat" bedeutet das Eigene des durch Laban bezeichneten Guten (sei) nicht wie aus sich; "Ich (bin) der Gott Bethels" bedeutet das Göttliche im Natürlichen; "wo du gesalbt hast das Denkmal" bedeutet, wo das Gute des Wahren und die Grenze ist; "und wo du Mir gelobt hast ein Gelübde" bedeutet das Heilige; "stehe nun auf" bedeutet die Erhebung; "und gehe aus diesem Lande" bedeutet die Trennung von jenem Guten; "und kehre zu dem Lande deiner Geburt zurück" bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Guten des Wahren. 4073. "Da schickte Jakob und berief Rachel und Leah aufs Feld zu seiner Herde", 1. Mose 31/4, bedeutet die Hinzufügung der Neigungen des Wahren von dem Guten aus, das nun unter Jakob verstanden wird und die Anschließung dann, wenn es sich entfernte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Natürlichen bezeichnet, wovon früher öfter (die Rede war), und aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels und Leahs, insofern sie die Neigungen zum Wahren bezeichnen, die jenem Guten beigefügt sind: Rachel die Neigung zum inwendigeren Wahren und Leah die Neigung zum äußeren Wahren, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. Daß "zu ihnen schicken und sie aufs Feld zu seiner Herde berufen" bezeichnet: sich beifügen, ist klar; Feld bedeutet dasjenige, was dem Guten angehört, und wo das Gute ist: Nr. 2971, 3196, 3310, 3317, und die Herde das Gute und Wahre selbst, das nun erworben worden, und an das sich die unter Rachel und Leah verstandenen Neigungen zum Wahren anschließen sollten, wenn es sich lostrennte. Jakob bildet in diesem Kapitel das Gute des Natürlichen vor, das näher zur Vereinigung mit dem Göttlichen hinzukommen sollte: Nr. 4069, weil es im Begriff war sich zu trennen, und bereits in der Trennung von dem durch Laban bezeichneten Guten; man sehe über Jakob: Nr. 3775; denn die Vorbildungen verhalten sich gemäß den Veränderungen des Zustandes, in betreff des Guten und Wahren, und diese gemäß den Veränderungen der Geister und der Engel, die in solchem Guten und Wahren sind, dem gemäß, was Nr. 4067 gesagt worden. Wenn die Gesellschaften der Engel und Geister, die im mittleren Guten sind, sich trennen, dann treten neue Gesellschaften hinzu, die in einem vollkommeneren Guten sind. Der Zustand des Menschen verhält sich gänzlich gemäß den Gesellschaften der Geister und Engel, in deren Mitte er sich befindet; solcherart ist sein Wille und solcherart sein Denken. Aber die Veränderungen seines Zustandes verhalten sich völlig anders, wenn er selbst jene Gesellschaften an sich zieht oder selbst sich ihnen beigesellt, und wieder anders, wenn jene Gesellschaften ihm beigefügt werden vom Herrn. Wenn er selbst sich ihnen beigesellt, dann ist er im Bösen, wenn sie ihm aber vom Herrn beigefügt werden, dann ist er im Guten. Wenn aber im Guten, dann fließt durch jene Gesellschaften solches ein, was zur Umbildung seines Lebens dient. Was hier im inneren Sinn gesagt wird von dem durch Jakob vorgebildeten Guten, von den Neigungen zum Wahren, die Rachel und Leah bezeichnen, und von deren Anschließung, wenn jenes sich von dem durch Laban bezeichneten Guten trennen würde, verhält sich völlig so im Leben mit den Gesellschaften und deren Veränderungen; aus diesen nehmen die Engel die Zustände wahr, die beim Menschen sind, somit dessen Gutes und Wahres, wie beschaffen es ist; ebenso unzählige Dinge, die dem Menschen kaum wie ein Allgemeines erscheinen. Daher sind auch die Engel in den Ursachen selbst, denn sie sehen und vernehmen jene Gesellschaften. Der Mensch aber ist in den Wirkungen, denn er sieht jene Gesellschaften nicht, sondern nur dunkel kann er sie durch einige Veränderungen seines Zustandes inne werden, die von jenen herrühren, und gar nichts in betreff des Guten und Wahren, wenn er nicht durch die Engel vom Herrn erleuchtet wird. 4074. "Und er sprach zu ihnen: Ich sehe das Angesicht eures Vaters, daß er keineswegs so gegen mich ist, wie gestern und wie vorgestern", 1. Mose 31/5, bedeutet die Veränderung des Zustandes in dem durch Laban bezeichneten Guten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4067 gesagt worden, wo dieselben Worte. 4075. "Doch der Gott meines Vaters war mit mir", 1. Mose 31/5, bedeutet, daß alles aus dem Göttlichen komme, was Er hatte. Dies erhellt daraus, daß der Gott des Vaters, wenn es vom Herrn gesagt wird, das Göttliche bezeichnet, das Ihm selbst (innewohnt); und "Er war mit mir" bedeutet, daß alles daher sei, was Er habe. Als der Herr das Menschliche in Sich göttlich machte, hatte Er auch Gesellschaften von Geistern und Engeln um sich, denn Er wollte, daß alles der Ordnung gemäß geschehe; aber Er nahm solche zu Sich selbst, die Ihm dienen konnten, und wechselte sie, sowie es Ihm wohlgefiel. Aber aus ihnen nahm Er nichts Gutes und Wahres und eignete es sich an, sondern aus dem Göttlichen. So brachte Er auch den Himmel und die Hölle in Ordnung, und zwar allmählich, bis Er Sich völlig verherrlicht hatte. Daß Gesellschaften von Geistern und Engeln Ihm von Nutzen sein konnten, und daß Er gleichwohl nichts von ihnen annahm, kann durch Beispiele beleuchtet werden: Gesellschaften, die derart sind, daß sie glauben, das Gute sei aus ihnen, und die deshalb in das Gute ein Verdienst setzen, leisten den Nutzen, daß man durch sie eingeführt wird in die Kenntnis von solchem Guten, und von da aus in die Weisheit von dem Guten ohne Verdienst, wie das beschaffen ist, was aus dem Göttlichen (stammt). Jene Kenntnis und die Weisheit daher war nicht aus jenen Gesellschaften, sondern durch sie. Als Beispiel können auch die Gesellschaften dienen, die glauben viel zu verstehen und doch über das Gute und Wahre vernünfteln, und über das einzelne, ob es so sei. Solche Gesellschaften gehören meistenteils den Geistigen an (spiritualium); sie hatten gedient, um die (Menschen) in die Kenntnis jener Dinge einzuführen, nämlich wie sehr sie verhältnismäßig im Dunkeln sind, und daß sie untergehen müßten, wenn nicht das Göttliche sich ihrer erbarmte; und so in mehreres, was aus dem Göttlichen ist und was nicht aus ihnen kam, sondern durch sie. Ferner mögen zum Beispiel dienen solche Gesellschaften, die in der Liebe zu Gott sind, und dennoch meinen, wenn sie den Unendlichen anschauen und einen verborgenen Gott verehren, könnten sie in der Liebe zu Ihm sein, obwohl sie es nicht sind, wenn sie nicht jenes Unendliche durch irgendeine Vorstellung begrenzen oder den verborgenen Gott anschaubar für sich machen durch verständige und begrenzte Vorstellungen, weil es sonst wäre, als ob sie in einen Dunstnebel schauten, und das mit Liebe umfaßten, was in demselben wäre, somit meistens Unbestimmtes und Ungeordnetes, gemäß eines jeden Vorstellungen. Auch solche hatten dazu gedient, um einzuführen in die Kenntnis ihres Inneren, wie es beschaffen sei, ferner in die Art ihrer Liebe und auch in das Erbarmen, und daß sie nicht beseligt werden könnten, wenn nicht das Menschliche des Herrn auch göttlich geworden wäre, und daß sie dieses (Göttlich-Menschliche) anschauen müßten. Diese Kenntnis war aber auch nicht aus ihnen, sondern durch sie aus dem Göttlichen. Ebenso verhält es sich mit dem übrigen. Hieraus erhellt, wie es sich damit verhalte, daß aus dem durch Laban bezeichneten Guten nichts genommen worden sei, sondern daß alles, was des Herrn war, aus dem Göttlichen stammte, d.h. aus Ihm selbst. 4076. "Und ihr wisset, daß aus allen meinen Kräften ich eurem Vater gedient habe", 1. Mose 31/6, bedeutet, daß es aus eigener Macht geschehen sei. Dies ist offenbar aus der Bedeutung von dienen, insofern es ein Bestreben bezeichnet, worüber Nr. 3824, 3846. Wenn es aber vom Herrn gesagt wird, die eigene Macht, worüber Nr. 3975, 3977, und in noch höherem Grade, wenn gesagt wird: "aus aller meiner Kraft". 4077. "Und doch hat euer Vater mich hintergangen und verändert meinen Lohn in zehnerlei Weise", 1. Mose 31/7, bedeutet den Zustand des Guten in Beziehung auf Ihn, da Er aus Sich selbst dasjenige sich aneignete, was jenem Guten angehört, und die mehrfache Veränderung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, hier Labans, insofern er das mittlere Gute bezeichnet, wovon früher; aus der Bedeutung des Lohnes, insofern er bezeichnet aus Sich selbst, worüber Nr. 3996, 3999, und aus der Bedeutung von zehnerlei Weise, insofern es mehrfache Veränderung bedeutet. Zehn bezeichnet sehr viel: Nr. 1988, und Weise bedeutet Veränderung. Der Zustand selbst jenes Guten, als der Herr aus Sich selber dasjenige, was solchem Guten angehört, sich aneignete, schließt das Verändertwerden in sich. Wenn man nun statt des durch Laban bezeichneten Guten eine solche Gesellschaft von Geistern und Engeln annimmt, die in solchem Guten sind, so erhellt, wie die Sache sich verhalte: die Gesellschaften entfernen sich nicht leicht von dem, bei dem sie gewesen sind. Wenn aber derjenige, bei dem sie sind, zurückweicht, dann werden sie unwillig, benehmen sich ähnlich wie hier Laban gegen Jakob (1. Mose 31/13), ja sogar wenn sie wahrnehmen, daß etwas Gutes durch sie ihm näher gekommen sei, sagen sie, es habe sich aus ihnen genährt, denn in der Entrüstung reden sie aus dem Bösen. Ebenso verhält es sich bei einem jeden Menschen, der wiedergeboren wird, daß nämlich vom Herrn ihm Gesellschaften beigesellt werden, die dazu dienen, echtes Gutes und Wahres einzuführen, nicht aus ihnen, sondern durch sie. Und wenn der, welcher wiedergeboren wird, in andere Gesellschaften versetzt wird, werden diejenigen, die zuerst bei ihm waren, unwillig. Dieses erscheint aber nicht dem Menschen, weil er nicht glaubt, daß er in Gesellschaft von Geistern und Engeln sich befinde, aber es erscheint deutlich vor den Engeln, und auch vor denen, welchen es vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn gegeben wird, mit ihnen zu reden und so wie einer der ihrigen unter ihnen zu sein. Daher wurde mir gestattet zu erkennen, daß die Sache sich so verhalte. Die Geister beklagen sich sehr, daß der Mensch dieses nicht wisse, nicht einmal, daß sie beim Menschen sind, und mehr noch, daß viele nicht nur ihre Gegenwart leugnen, sondern auch, daß es eine Hölle und einen Himmel gibt (sie schreiben dies aber dem Stumpfsinn des Menschen zu), während doch der Mensch nicht das geringste von Denkkraft, noch von Willenskraft besitzt, außer durch den Einfluß vermittelst ihrer vom Herrn, und sie es sind, durch die der Herr mittelbar das menschliche Geschlecht regiert, und einen jeden insbesondere. 4078. "Aber Gott hat ihm nicht gegeben, mir Übles zu tun", 1. Mose 31/7, bedeutet, daß Er es gleichwohl nicht habe verhindern können. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht geben Übles zu tun". Wenn dies vom Herrn gesagt wird, so bedeutet es: nicht verhindern können; denn nichts vermag dem Göttlichen Böses zuzufügen, jedoch verhindern, daß es einfließe, ist möglich; jedes Böse tut dies. Hieraus erhellt, was durch Übel tun hier bezeichnet wird. 4079. "Wenn er so sagte: die Fleckigen sollen dein Lohn sein, gebar die ganze Herde Fleckige", 1. Mose 31/8, bedeutet seine Freiheit, und daß in seiner Freiheit jenes vom Herrn angenommen worden sei; und zwar in bezug auf das dem Guten beigefügte Böse. Dies erhellt aus dem Stand der Sache im inneren Sinn, der ist, daß er die Freiheit hatte, den Lohn zu wechseln, und daß also jenes in seiner Freiheit angenommen worden sei. Daß dies sich bezieht auf das dem Guten beigefügte Böse, ist deutlich aus der Bedeutung der Fleckigen, insofern sie Gutes bezeichnen, mit dem Böses vermischt ist, worüber Nr. 3993, 3995, 4005. 4080. "Und wenn er so sprach: die Bunten werden dein Lohn sein, gebar die ganze Herde bunte", 1. Mose 31/8, bedeutet dasselbe in bezug auf das hinzugefügte Falsche. Dies ist deutlich aus dem eben Gesagten und aus der Bedeutung des Bunten, insofern sie Wahres bezeichnen, das mit Bösem vermengt und vermischt ist, worüber Nr. 4005, und insofern sie auch Falsches (sind). 4081. "Und Gott nahm das Gut eures Vaters und gab es mir", 1. Mose 31/9, bedeutet, daß jenes aus dem Göttlichen komme. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4065 und 4075 gesagt und gezeigt worden ist. 4082. "Und es geschah zur Brunstzeit der Herde", 1. Mose 31/10, bedeutet die Hitze der Neigung, um verbunden zu werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von brünstig sein, das die Hitze der Neigung und deren Wirkung bezeichnet, worüber Nr. 4018, 4019; somit, daß sie verbunden würden, nämlich das Gute und Wahre. 4083. "Da erhob ich meine Augen und sah im Traum", 1. Mose 31/10, bedeutet das Innewerden des natürlich Guten im Dunkeln. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von: die Augen erheben, was Denken bezeichnet und auch aufmerken, worüber Nr. 2789, 2829, 3198, somit inne werden, und aus der Bedeutung von: im Traum, insofern dies bezeichnet "im Dunkeln", worüber Nr. 2514, 2528; das Gute des Natürlichen ist Jakob. 4084. "Und siehe, Böcke besprangen die Herde, bunte, fleckige und getüpfelte", 1. Mose 31/10, bedeutet die Wirkung, insofern das unter Jakob verstandene Gute mit solchem, was von daher stammt, erfüllt wurde. Dies kann aus dem erhellen, was darüber im vorhergehenden Kapitel gesagt worden ist; denn dem Jakob fielen durch die Herde Labans die Bunten, Fleckigen und Getüpfelten zu, d.h. solches, was durch diese bezeichnet wird. 4085. "Und es sprach zu mir ein Engel Gottes im Traume: Jakob! und ich sprach: Hier bin ich", 1. Mose 31/11, bedeutet das Innewerden aus dem Göttlichen und die Gegenwart desselben in jenem dunklen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sagen" in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber öfters im vorigen; aus der Bedeutung von "Engel Gottes", insofern es bedeutet "aus dem Göttlichen", denn wo ein Engel im Worte genannt wird, bedeutet er etwas vom Herrn, d.h. etwas Göttliches: Nr. 1925, 2319, 2821, 3039, aus dem Grunde, weil der Engel nicht aus sich redet, sondern aus dem Herrn, vornehmlich wann er im Traume (spricht), wie hier zu Jakob. Die Engel sind auch so beschaffen, daß sie unwillig werden, wenn ihnen etwas Gutes und Wahres zugeschrieben wird, was sie reden, und sie entfernen soviel wie möglich eine solche Vorstellung bei anderen, vorzüglich beim Menschen; denn sie wissen und werden inne, daß bei ihnen aus dem Herrn, somit aus dem Göttlichen, alles Gute und Wahre (zuteil wird), was sie denken, wollen und bewirken. Hieraus kann man deutlich erkennen, daß unter Engel im Worte etwas vom Herrn, d.h. etwas Göttliches verstanden wird; aus der Bedeutung von "im Traum", insofern es bedeutet "im Dunkeln", worüber Nr. 2514, 2528. Die Gegenwart im Natürlichen und daselbst im Dunkeln wird bezeichnet durch die Antwort Jakobs. 4086. "Und er sprach: Erhebe doch deine Augen", 1. Mose 31/12, bedeutet die Wahrnehmung aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Augen erheben", insofern es Denken und aufmerken bezeichnet, worüber Nr. 2789, 2829, somit wahrnehmen. Daß es hier aus dem Eigenen geschehe, erhellt daraus, daß gesagt wird: erhebe die Augen und siehe, ferner aus der Reihenfolge. 4087. "Und siehe, alle Böcke, welche die Herde bespringen, bunte, fleckige und getüpfelte", 1. Mose 31/12, bedeutet daß solches eingeführt wurde, somit daß er mit solchem erfüllt wurde. Dies geht deutlich hervor aus dem, was oben Nr. 4084 gesagt wurde, wo dieselben Worte sind. 4088. "Weil Ich alles gesehen habe, was Laban dir getan hat", 1. Mose 31/12, bedeutet, das Eigene des durch Laban bezeichneten Guten sei nicht so wie aus sich. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das mittlere Gute bezeichnet, wovon öfter im vorigen. Daß "sein Eigenes nicht so beschaffen sei wie aus sich", wird bezeichnet durch: Ich habe alles gesehen, was er dir tut; daß dies die Bedeutung ist, erhellt aus der Betrachtung der Dinge im inneren Sinn, ferner aus den Gesellschaften, die in solchem Guten sind; denn aus diesen kann deutlich ersehen werden, wie beschaffen jenes Gute sei. Es gibt nämlich Gesellschaften von Geistern, die als Mittel und zur Mitteilung dienen, wovon Nr. 4047; diese sind nicht von der Art, daß sie aus sich und aus dem Eigenen vieles tun, sondern sie lassen sich von anderen führen, somit zum Guten von den Engeln, und zum Bösen von den bösen Geistern, was auch aus dem Geschichtlichen hier von Laban hervorleuchtet, besonders aus dem, was folgt. Daraus erhellt, was unter dem durch Laban bezeichneten Eigenen verstanden wird, daß es nicht so sei, wie aus sich. Das ist es, was in 1. Mose 31/6-12 im inneren Sinn enthalten ist, es ist nur kurz erklärt worden aus dem Grunde, weil es das gleiche ist, wovon im vorigen Kapitel gehandelt wurde, wo es vollständiger erklärt worden ist. 4089. "Ich (bin) der Gott Bethels", 1. Mose 31/13, bedeutet das Göttliche im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bethel, insofern es das Gute im Letzten der Ordnung ist, worüber Nr. 3729, daher auch im Natürlichen, denn dies ist das Letzte der Ordnung, das Himmlische und Geistige endigen nämlich hier. Daraus erhellt, daß der Gott Bethels das Göttliche im Natürlichen bezeichnet. Weil Bethel das Gute im Natürlichen bezeichnet, so bezeichnet es auch die Erkenntnisse des Himmlischen daselbst, denn diese gehören dem Guten an. 4090. "Wo du gesalbt hast das Denkmal", 1. Mose 31/13, bedeutet, wo das Gute des Wahren und die Grenze desselben ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Denkmales, insofern es die heilige Grenze bezeichnet, also das Letzte der Ordnung, daher auch das Wahre, worüber Nr. 3727; und aus der Bedeutung von salben, oder Öl auf das Haupt des Denkmals gießen, wie von Jakob geschehen, insofern es bezeichnet: das Wahre zum Guten machen, worüber Nr. 3728. 4091. "Wo du Mir gelobt hast ein Gelübde", 1. Mose 31/13, bedeutet das Heilige. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gelübde geloben", insofern es bezeichnet: wollen, daß der Herr versorge, und im höchsten Sinn , wenn es vom Herrn gesagt wird, daß Er wirklich Fürsorge treffe, worüber Nr. 3732, und weil alles, was der Herr vorsieht, von Ihm selbst ausgeht, und alles, was von Ihm ausgeht, heilig ist, daher kommt es, daß hier unter Gelübde geloben das Heilige verstanden wird. Daß Gelübde geloben das bezeichne, was vom Herrn ausgeht, somit das Heilige, scheint bei der ersten Erwägung ziemlich ferne zu liegen, aber nur aus dem Grunde, weil es der Mensch ist, der das Gelübde tut, wodurch er sich zu irgend etwas verbindlich macht, oder sich irgend auferlegt gegenüber dem Göttlichen, wenn sein Wunsch erfüllt wird; wenn aber das Göttliche Selbst oder der Herr es ist, von dem es gesagt wird, dann bezeichnet es nicht irgendein Gelübde, sondern es bedeutet: wollen und vorsehen oder tun. Was daher das Göttliche oder der Herr tut, das geht von Ihm aus, und alles, was von Ihm ausgeht, ist heilig. 4092. "Stehe nun auf", 1. Mose 31/13, bedeutet die Erhebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, das, wo es gesagt wird, die Erhebung in sich schließt, worüber Nr. 2401, 2785, 2912, 2927; und was die Erhebung sei: Nr. 3171. 4093. "Gehe aus diesem Lande", 1. Mose 31/13, bedeutet die Trennung von jenem Guten, nämlich von dem, das unter Laban verstanden wird. Dies erhellt ohne Erklärung. 4094. "Und kehre zu dem Lande deiner Geburt zurück", 1. Mose 31/13, bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Zurückkehren zu dem Lande", insofern es bedeutet, sich näher hinbegeben zum göttlich Guten, wovon Nr. 4069, und aus der Bedeutung von Geburt, insofern sie das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4070. Hieraus erhellt, daß durch "zurückkehren zu dem Lande der Geburt" bezeichnet wird die Verbindung mit dem göttlich Guten des Wahren. 4095. Vers 14-16: Und es antwortete Rachel und Leah, und sie sprachen zu ihm: Haben wir wohl weiter Anteil und Erbe im Hause unseres Vaters? Sind wir nicht als Fremde vor ihm geschätzt, weil er uns verkauft hat, und auch noch verzehrt unser Silber. Denn aller Reichtum, den Gott entrissen hat unserem Vater, gehört uns und unseren Söhnen; und nun, alles, was Gott zu dir gesprochen hat, das tue. "Und es antwortete Rachel und Leah, und sie sprachen zu ihm" bedeutet die gegenseitige Neigung des Wahren; "haben wir wohl weiter Anteil und Erbe im Hause unseres Vaters?" bedeutet den ersten Zustand ihrer Trennung von dem durch Laban bezeichneten Guten; "sind wir nicht als Fremde vor ihm geschätzt, weil er uns verkauft hat" bedeutet, daß er sie entfremdet habe, so daß sie nicht mehr sein wären; "und auch noch verzehrt unser Silber (Kaufpreis)" bedeutet das Wahre dieser Neigungen, das verzehrt werde, wenn sie nicht getrennt würden; "denn aller Reichtum, den Gott entrissen hat unserem Vater, gehört uns und unseren Söhnen" bedeutet, daß alles aus eigener Macht, und nichts von einem anderen gegeben sei, nämlich durch einfließen aus Seinem Göttlichen, in das, was Er von daher aufnehme; "und nun, alles, was Gott zu dir gesprochen hat, das tue" bedeutet die Vorsehung des Herrn. 4096. "Und es antwortete Rachel und Leah, und sie sprachen zu ihm", 1. Mose 31/14, bedeutet die gegenseitige Neigung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten, wenn beigestimmt wird, insofern es das Gegenseitige bezeichnet, worüber Nr. 2919, und insofern es die Aufnahme bedeutet: Nr. 2941, 2957; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung des inwendigeren Wahren ist, und der Leah, insofern sie die Neigung des äußeren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. In dem Vorhergehenden wurde im inneren Sinn vom Guten des Natürlichen gehandelt, was durch Jakob bezeichnet wird, wenn es getrennt werde vom mittleren Guten, das Laban ist. Wie jenes, nämlich das Gute des Natürlichen, sich den Neigungen des Wahren anschließe, die durch Rachel und Leah bezeichnet werden. Nun aber wird gehandelt von der wechselseitigen Anschließung der Neigungen des Wahren an das Gute. Diese Anschließung ist enthalten im inneren Sinn der Worte, die Rachel und Leah nun sprechen. Aber diese Dinge sind von der Art, daß sie nicht in das Verständnis fallen, außer bei dem, der unterrichtet ist, und der Freude empfindet in der Erkenntnis solcher Dinge, und daher geistige Erkenntnisse zum Zweck hat. Die übrigen kümmern sich nicht um solche Dinge und können ihr Gemüt nicht darauf richten; denn diejenigen, die das Weltliche und Irdische zum Zweck haben, können ihren Sinn nicht davon ablenken, und wenn sie es täten, würden sie Unlust fühlen; denn dann würden sie sich von dem entfernen und zurückweichen, was sie zum Zweck haben, das ist, was sie lieben. Jeder, der so beschaffen ist, möge sich prüfen, ob er zu erkennen wünsche, wie sich das Gute mit den Neigungen des Wahren verbindet, und auf welche Weise die Neigungen des Wahren sich anschließen, und ob es nicht beschwerlich sei, solches zu erkennen, und ob er nicht sagen werde, solche Dinge seien ihm nichts nütze, wie auch, daß er nichts davon begreife; wenn ihm dagegen solche Dinge gesagt werden, die seine Geschäfte in der Welt betreffen, wären sie auch noch so schwer zu verstehen, oder wie sein Nächster beschaffen sei in Ansehung seiner Neigungen, ferner wie er durch diese denselben mit sich verbinden könne, indem er sich durch Gesinnung und Worte an ihn anschließt, dann begreift er solches nicht nur, sondern faßt es auch in seinem Inneren auf. Ebenso wer aus Neigung sich bemüht, schwierige Gegenstände der Wissenschaften zu erforschen, der liebt es, noch verwickeltere Dinge als die obigen anzuschauen, und erkennt sie auch. Wenn dagegen vom geistig Guten und Wahren gehandelt wird, fühlt er Widerwillen und sogar Abscheu. Dieses wurde bemerkt, damit man erkenne, wie der Mensch der Kirche heutigentages beschaffen ist. Wie es sich aber mit dem Guten verhält, wenn es sich durch die Neigungen mit Wahrem verbinde, und mit dem Wahren, wenn es sich anschließt, kann nicht wohl erkannt werden, wenn die Vorstellung oder das Denken an dem Guten und Wahren haftet, besser jedoch wenn es sich an die Gesellschaften der Geister und Engel hält, durch die jene Neigungen einfließen, denn wie Nr. 4067 gesagt wurde, des Menschen Wollen und Denken kommt von daher, oder fließt von jenen ein, und erscheint nur wie in ihm. Aus diesen Gesellschaften der Geister und Engel erkennen, wie die Sache sich verhält, heißt aus den Ursachen selbst (erkennen), und aus dem Himmel der Engel, heißt aus den Zwecken der Ursachen selbst erkennen. Es gibt auch Geschichtliches, das sich anschließt und erläutert, und dann erscheint die Sache noch deutlicher. Im inneren Sinn wird gehandelt von dem Anschließen des Guten an das Wahre, und von der Aneignung desselben im Natürlichen, denn Jakob bezeichnet hier das Gute, wie oft gesagt worden, und seine Frauen die Neigungen des Wahren. Das Gute, das Sache der Liebe und der Liebtätigkeit ist, fließt vom Herrn ein, und zwar durch die Engel, die beim Menschen sind, und zwar in nichts anderes bei dem Menschen, als in die Erkenntnisse, die bei ihm sind, und weil das Gute in diesen haftet, so wird das Denken in den Wahrheiten festgehalten, die den Erkenntnissen angehören, und von da aus wird mehreres angeregt, was verwandt ist, und übereinstimmt, und das so lange, bis der Mensch denkt, daß es (wirklich) so sei, und bis er es aus Neigung will, weil es so ist. Wenn dies geschieht, dann verbindet sich das Gute mit den Wahrheiten, und diese schließen sich an, und zwar in der Freiheit, denn alle Zuneigung macht frei: Nr. 2870, 2875, 3158, 4031, aber wenn dieses geschieht, dann werden auch von den Geistern, die ihm beigesellt sind, Zweifel erregt, zuweilen auch Gründe der Verneinung; aber soweit die Neigung vorwaltet, soweit wird (der Mensch) zur Bejahung geführt, und alsdann wird er zugleich durch jene in den Wahrheiten befestigt. Wenn das Gute auf diese Weise einfließt, so wird nicht wahrgenommen, daß es durch Engel geschieht, weil es so innerlich einfließt, und somit in das dunkle Gebiet, das er infolge des Weltlichen und Körperlichen (hat). Man muß jedoch wissen, daß das Gute nicht von den Engeln einfließt, sondern durch die Engel vom Herrn. Das bekennen auch alle Engel, weswegen sie auch niemals sich etwas Gutes zuschreiben, sondern vielmehr entrüstet werden, wenn jemand es ihnen zuschreibt. Hieraus nun, als aus den Ursachen selbst kann man ersehen, wie die Sache sich verhält mit dem Anschließen des Guten an die Wahrheiten, und mit der Aneignung derselben, worüber hier im inneren Sinn gehandelt wird. 4097. "Haben wir wohl weiter Anteil und Erbe im Hause unseres Vaters?", 1. Mose 31/14, bedeutet den ersten Zustand ihrer Trennung von dem durch Laban bezeichneten Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: "Haben wir wohl weiter Anteil und Erbe", insofern sie bezeichnen, ob ferner noch irgendwelche Verbindung (stattfinde); und aus der Bedeutung des Hauses unseres Vaters, insofern es das durch Laban vorgebildete Gute bezeichnet. Hieraus ergibt sich, daß durch jene Worte der erste Zustand ihrer Trennung von dem unter Laban verstandenen Guten bezeichnet wird, denn der erste Zustand ist, daß das Gemüt in Zweifel gehalten wird, der zweite Zustand ist, daß der Zweifel durch Vernunftgründe verscheucht wird; der dritte ist die (volle) Bejahung; der letzte aber ist die Handlung. Auf solche Weise dringt das Gute mit den Wahrheiten vom Verstandesgebiet in das Willensgebiet ein, und wird angeeignet. 4098. "Sind wir nicht als Fremde vor ihm geschätzt, weil er uns verkauft hat", 1. Mose 31/15, bedeutet, daß er sie entfremdet habe, so daß sie ihm nicht mehr angehörten. Dies erhellt aus der Bezeichnung von "als Fremde geschätzt werden", was bedeutet entfremdet werden, und aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es bedeutet so von sich entfremden, daß sie ihm nicht mehr angehören. 4099. "Und auch noch verzehrt unser Silber", 1. Mose 31/16, bedeutet, das Wahre ihrer Neigungen werde vernichtet, wenn sie nicht getrennt würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von verzehren, insofern es ist vernichten, und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre ist, worüber Nr. 1551, 2954. Daß "unser Silber" das Wahre ihrer Neigungen bedeutet, ist offenbar, denn durch Rachel und Leah werden die Neigungen des Wahren vorgebildet, wie im vorigen an mehreren Stellen gezeigt wurde. Was dieses in sich schließe, kann man auch nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie es sich mit dem Guten und Wahren verhält, das durch das mittlere Gute eindringt, oder wenn man nicht weiß, wie beschaffen die Gesellschaften der Geister sind, die für das mittlere Gute Dienste leisten. Sie sind nämlich im Weltlichen, aber die Engelvereine, die dazu dienen, um die Neigungen des Wahren einzuführen, sind nicht im Weltlichen, sondern im Himmlischen. Diese beiden Gesellschaften wirken beim Menschen, der wiedergeboren wird. Soweit der Mensch durch die Engel in Himmlisches eingeführt wird, soweit werden die Geister, die im Weltlichen sind, von ihm entfernt, und wenn sie nicht entfernt werden, zerstreuen sie die Wahrheiten, denn das Weltliche und Himmlische stimmt beim Menschen überein, wenn das Himmlische über das Weltliche herrscht. Sie sind aber einander entgegen, wenn das Weltliche über das Himmlische herrscht. Wenn sie übereinstimmen, dann werden die Wahrheiten im natürlichen Menschen vermehrt, aber wenn sie uneinig sind, dann werden jene vermindert, ja vernichtet, weil das Weltliche das Himmlische verdunkelt und dadurch in Zweifel versetzt. Aber wenn das Himmlische die Herrschaft hat, erleuchtet es das Weltliche und setzt es in Klarheit, und hebt die Zweifel auf; die Herrschaft hat dasjenige, was mehr als das andere geliebt wird. Hieraus kann deutlich erkannt werden, was darunter verstanden wird, daß das Wahre der Neigungen vernichtet werde, wenn sie nicht getrennt würden, was ausgedrückt wird durch die Worte: auch unser Silber hat er verzehret. 4100. "Denn aller Reichtum, den Gott entrissen hat unserem Vater, gehört uns und unseren Söhnen", 1. Mose 31/16, bedeutet, alles sei aus eigener Macht, und nichts von einem anderen gegeben, durch Einfließen aus Seinem Göttlichen in das, was er von daher aufnehme. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4065, 4075, 4081 gesagt und erklärt wurde. 4101. "Und nun, alles, was Gott zu dir gesprochen hat, das tue", 1. Mose 31/16, bedeutet die Vorsehung des Herrn. Dies ist offenbar aus der Bedeutung von: "alles, was Gott dir gesagt hat, das tue", insofern es bezeichnet gehorchen. Aber wenn es vom Herrn gesagt wird, so bezeichnet es vorsehen; denn Er wirkt nicht aus einem anderen, sondern aus Sich selbst, und Gott sagt auch nicht zu Sich selbst, Er solle etwas tun, sondern Er selbst sagt, d.h., Er tut es aus Sich. 4102. Vers 17,18: Und Jakob stand auf und setzte seine Söhne und seine Frauen auf Kamele. Und er führte weg sein ganzes Gut, und seine ganze Habe, die er erworben hatte, das Gut seines Ankaufes, das er sich erworben hatte in Paddam Aram, um zu kommen zu Jischak, seinem Vater ins Land Kanaan. "Und Jakob stand auf" bedeutet die Erhebung des Guten, das unter Jakob verstanden wird; "und setzte seine Söhne und seine Frauen auf Kamele" bedeutet die Erhebung der Wahrheiten und der Neigungen derselben, und die Anordnung im allgemeinen; "und er führte weg sein ganzes Gut, und seine ganze Habe, die er erworben hatte" bedeutet die Trennung des Wahren und Guten von dem des Laban; "das Gut seines Ankaufes" bedeutet, was von ihnen anderswoher (erworben war); "das er sich erworben hatte in Paddam Aram" bedeutet die Kenntnisse des Wahren und Guten im Natürlichen; "um zu kommen zu Jischak, seinem Vater ins Land Kanaan" bedeutet, um sie zu verbinden mit dem göttlich Guten des Vernünftigen, damit das Menschliche göttlich werde. 4103. "Und Jakob stand auf", 1. Mose 31/17, bedeutet die Erhebung des unter Jakob verstandenen Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, das die Erhebung in sich schließt, worüber Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Natürlichen bezeichnet, worüber öfter im vorigen. Hier das Gute, das näher an das Göttliche herankommt, weil es vom mittleren Guten oder Laban getrennt werden soll: Nr. 4073. Unter Erhebung, die bezeichnet wird durch aufstehen, wird das nähere Hinankommen zum Göttlichen verstanden. Was den Menschen anbetrifft, so sagt man, er werde erhoben, wenn er näher zum Himmlischen herantritt, und zwar aus dem Grunde, weil man glaubt, der Himmel sei erhaben, oder in der Höhe; aber nur nach dem Schein wird so gesprochen, denn der Himmel, sowie das, was dem Himmel angehört, nämlich das Himmlische und das Geistige, ist nicht in der Höhe, sondern im Inneren; man sehe Nr. 450, 1735, 2148; deshalb ist auch der Mensch im Himmel in Ansehung seines Inneren, wenn er sich in geistiger Liebe und in geistigem Glauben befindet. 4104. "Und setzte seine Söhne und seine Frauen auf Kamele", 1. Mose 31/17, bedeutet die Erhebung der Wahrheiten und der Neigungen derselben und die Anordnung im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623; aus der Bedeutung der Frauen, hier der Rachel und Leah, ferner der Mägde, insofern sie Neigungen des Wahren, der Erkenntnisse und Wissenschaften sind, wovon im vorigen; und aus der Bedeutung der Kamele, insofern sie allgemein Wißtümliches im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 3071, 3084, 3143, 3145. Wer nicht weiß, wie es sich mit den Vorbildungen und Entsprechungen verhält, kann nicht glauben, daß diese Worte, nämlich: "er setzte seine Söhne und seine Frauen auf Kamele" solches bedeuten, denn sie erscheinen ihm zu fernliegend, als daß sie dieses Geistige in sich schließen und enthalten könnten; denn er denkt nur an Söhne, an Frauen und an Kamele. Aber die Engel, die alles derart in geistiger Weise sehen und wahrnehmen, denken nicht an Söhne, sondern, wenn Söhne genannt werden, an Wahrheiten, und nicht an Frauen, sondern, wenn Frauen genannt werden, an Neigungen des Wahren, der Erkenntnisse und der Wissenschaften, und nicht an Kamele, sondern an Allgemeines im Natürlichen; denn in solcher Weise entsprechen sie; von solcher Art ist das Denken der Engel. Und was wunderbar ist, auch das Denken des inneren geistigen Menschen ist so beschaffen, während er noch im Körper lebt, obwohl der äußere Mensch es gar nicht weiß, deshalb kommt auch der Mensch, der wiedergeboren ist, wenn er stirbt, in ein gleiches Denken, und kann mit den Engeln denken und reden, und zwar ohne Belehrung, was keineswegs geschehen könnte, wenn nicht sein inneres Denken so beschaffen wäre. Daß aber der Mensch so beschaffen ist, kommt aus der Entsprechung der geistigen und der natürlichen Dinge. Hieraus kann man erkennen, daß der Buchstabensinn des Wortes, obgleich er ein natürlicher ist, gleichwohl in sich und in seinem einzelnen Geistiges enthält, d.h. solches, was dem inneren Denken und daher auch der inneren oder geistigen Rede angehört, die so ist, wie die der Engel. Mit der Erhebung der Wahrheiten und ihrer Neigungen und mit ihrer Anordnung im allgemeinen verhält es sich auf folgende Weise: Die Wahrheiten und die Neigungen werden erhoben, wenn das, was dem ewigen Leben und dem Reich des Herrn angehören, dem vorgezogen wird, was dem Leben im Körper und dem Reiche der Welt angehören. Wenn der Mensch jenes als das Hauptsächliche und erste anerkennt, und dieses als das Werkzeugliche und zweite, dann werden bei ihm die Wahrheiten und die Neigungen desselben erhoben, denn dann wird er in das Licht des Himmels versetzt, in dem Einsicht und Weisheit ist, und dann erscheint ihm das, was dem Licht der Welt angehört, als Bilder und gleichsam als Spiegel, in denen er jenes schaut. Das Gegenteil findet statt, wenn er das, was dem Leben des Körpers und dem Reiche der Welt angehört, dem vorzieht, was dem ewigen Leben und dem Reiche des Herrn angehört, z.B. wenn er glaubt, daß diese Dinge nicht sind, weil er sie nicht sieht, und weil niemand von daher gekommen ist, und es verkündigt hat. Ferner, wenn er glaubt, daß, wenn es auch solche Dinge gebe, es ihm nicht schlimmer ergehen werde als anderen, und wenn er sich darin bestärkt, ein weltliches Leben führt, und die Liebtätigkeit und den Glauben gänzlich verachtet. Bei einem solchen werden die Wahrheiten und die Neigungen derselben nicht erhoben, sondern entweder erstickt, oder verworfen, oder verkehrt, denn er ist im natürlichen Lichte, in das nichts vom himmlischen Lichte einfließt. Hieraus erhellt, was unter der Erhebung der Wahrheiten und der Neigungen derselben verstanden wird. Was ihre Anordnung im allgemeinen anbetrifft, so ist sie die Folge davon; denn soweit der Mensch das Himmlische dem Weltlichen vorzieht, so weit wird das, was in seinem Natürlichen ist, gemäß dem Zustand des Himmels geordnet, so daß es alsdann, wie schon gesagt, als Bilder und Abspiegelungen des Himmlischen erscheint, nämlich als vorbildliche Entsprechungen. Die Zwecke sind es, die ordnen, d.h. der Herr durch die Zwecke beim Menschen. Es sind nämlich drei Dinge, die der Ordnung nach aufeinanderfolgen, nämlich die Zwecke, die Ursachen und die Wirkungen. Die Zwecke bringen die Ursachen hervor, und durch die Ursachen die Wirkungen. Wie daher die Zwecke beschaffen sind, so sind auch die Ursachen, und demzufolge die Wirkungen. Die Zwecke sind das Innerste beim Menschen, die Ursachen sind das Mittlere, und werden vermittelnde Zwecke genannt, und die Wirkungen sind das Letzte, und werden daher die Endzwecke genannt. Die Wirkungen sind es auch, die das Allgemeine genannt werden. Daraus erhellt, was die Anordnung im allgemeinen sei, daß nämlich, wenn das, was dem ewigen Leben, dem Reiche des Herrn angehört, als Zweck betrachtet wird, alle mittleren Zwecke oder Ursachen, und alle letzten Zwecke oder Wirkungen gemäß dem Zwecke selbst geordnet werden, und zwar im Natürlichen, weil in diesem die Wirkungen, oder was dasselbe ist, das die allgemeinen Dinge sind. Jeder Mensch, der in reiferem Alter irgend Urteil besitzt, kann, wenn er nur nachdenkt, wissen, daß er sich in zwei Reichen befindet, nämlich im geistigen Reich und im natürlichen Reich; ferner, daß das geistige Reich inwendiger und das natürliche Reich äußerlicher ist, und demzufolge, daß er das eine dem anderen vorziehen oder das eine vor dem anderen zum Zweck haben kann, und daher auch, daß bei ihm dasjenige herrscht, was er zum Zweck hat oder vorzieht. Wenn er daher das geistige Reich zum Zweck hat und vorzieht, d.h. das, was jenem Reich angehört, dann erkennt er als das Hauptsächliche und erste die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten an; somit alles, was das befestigt was Sache des Glaubens genannt wird, denn dies gehört jenem Reich an, und dann wird alles in seinem Natürlichen diesem gemäß gefügt und geordnet, damit es diene und gehorche. Wenn er dagegen das natürliche Reich zum Zweck hat und es vorzieht, d.h. das, was darin ist, dann verdrängt er das, was der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und dem Glauben angehört, und zwar so weit, daß er es für gar nichts achtet; dagegen die Liebe zur Welt und zu sich, und was diesen Liebesarten angehört, zur Hauptsache macht. Wenn dies aber geschieht, dann wird alles in seinem Natürlichen jenen Zwecken gemäß geordnet, somit völlig dem entgegen, was des Himmels ist. Hierdurch aber bildet er in sich die Hölle. Zum Zwecke haben heißt lieben, denn jeder Zweck ist Sache der Liebe, was nämlich als Zweck betrachtet wird, das liebt man. 4105. "Und er führte weg sein ganzes Gut, und seine ganze Habe, die er erworben hatte", 1. Mose 31/18, bedeutet die Trennung des Guten und Wahren von dem des Laban. Dies erhellt aus der Bedeutung von wegführen, welches trennen ist; aus der Bedeutung des Guten, insofern es das Wahre ist; und aus der Bedeutung von Habe, insofern sie das Gute bezeichnet. "Welche er erworben hatte" bezieht sich auf Laban und dessen Herde, durch die er jene (erwarb). Daß Gut (oder Erwerb) das Wahre bedeutet, und Habe das Gute, kommt daher, weil Gut in der Ursprache ein Wort ist, das auch Vieh im allgemeinen bedeutet, wodurch im besonderen Wahrheiten bezeichnet werden, wenn durch Herde das Gute (bezeichnet wird); und durch Habe die Fähigkeiten, aus denen jenes (Gute hervorgeht); denn wenn im Worte zweierlei Dinge von beinahe gleicher Bedeutung genannt werden, alsdann wird das eine vom Wahren, das andere aber vom Guten gesagt, wegen der himmlischen Ehe, welche die des Wahren und Guten ist im einzelnen des (göttlichen) Wortes; man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712. 4106. "Das Gut seines Ankaufes", 1. Mose 31/18, bedeutet, was von ihnen anderswoher erworben wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gutes, insofern es Wahrheiten bezeichnet, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung des Ankaufes, insofern es dasjenige ist, was anderswoher erworben wurde; denn die Besitztümer, die angekauft worden, waren anderswoher, gleichwohl aber aus dem, was erworben ward durch die Herde Labans. 4107. "Das er sich erworben hatte in Paddan Aram", 1. Mose 31/18, bedeutet die Kenntnisse des Wahren und Guten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Paddan Aram, welches Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3664, 3680. 4108. "Um zu kommen zu Jischak, seinem Vater, ins Land Kanaan", 1. Mose 31/18, bedeutet, um sie zu verbinden mit dem göttlich Guten des Vernünftigen, damit das Menschliche göttlich werde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, insofern er das göttlich Vernünftige ist, worüber Nr. 1893, 2066, 2083, 2630, und insbesondere, insofern er das göttlich Gute des Vernünftigen ist: Nr. 3012, 3194, 3210; ferner aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es das himmlische Reich des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1607, 3481; und im höchsten Sinn, nämlich wenn es vom Herrn gesagt wird, insofern es Sein Göttlich-Menschliches bezeichnet: Nr. 3038, 3705. Hieraus erhellt, daß durch "um zu kommen zu Jischak, seinem Vater, ins Land Kanaan" bezeichnet wird, um sie (d.i. die Erkenntnisse) mit dem göttlich Guten des Vernünftigen zu verbinden, damit das Menschliche göttlich werde. Was die Verbindung des Vernünftigen und des Natürlichen bei den Menschen betrifft, so muß man wissen, daß das Vernünftige dem inneren Menschen angehört, und das Natürliche dem äußeren Menschen, und daß die Verbindung beider das Menschliche bildet, und zwar ein solches Menschliches, wie die Verbindung ist. Daß ferner die Verbindung dann eintritt, wenn sie als eines zusammenwirken, und daß sie dann zusammenwirken, wenn das Natürliche dem Vernünftigen dient und unterworfen ist. Dies kann aber beim Menschen niemals geschehen, außer vom Herrn; beim Herrn aber geschah es von Ihm selbst. 4109. Vers 19-21: Und Laban war gegangen, die Herde zu scheren, und Rachel entwendete die Theraphim (Hausgötter) ihres Vaters. Und es stahl (täuschte) Jakob das Herz Labans, des Aramäers, dadurch, daß er ihm nicht anzeigte, daß er fliehe. Und er floh und alles, was ihm gehörte, und er stand auf und setzte über den Fluß (Euphrat), und wandte sein Angesicht gegen den Berg Gilead. "Und Laban war gegangen, die Herde zu scheren" bedeutet den Zustand der Nutzwirkung und des Zweckes des Guten, das die Herde Labans vorbildet; "und Rachel entwendete die Theraphim ihres Vaters" bedeutet die Veränderung des durch Laban bezeichneten Zustandes in bezug auf das Wahre; "und es stahl (täuschte) Jakob das Herz Labans, des Aramäers" bedeutet die Veränderung des durch Laban bezeichneten Zustandes in bezug auf das Gute; Laban der Aramäer, bezeichnet ein solches Gutes, in dem das göttliche Wahre und Gute nicht ist, wie früher gesagt wurde; "dadurch, daß er ihm nicht anzeigte, daß er fliehe" bedeutet durch die Trennung; "und er floh, und alles, was ihm gehörte" bedeutet die Trennung; "und er stand auf" bedeutet die Erhebung; "und setzte über den Fluß" bedeutet den Zustand, in dem Verbindung (eintritt); "und wandte sein Angesicht gegen den Berg Gilead" bedeutet zum Guten daselbst. 4110. "Und Laban war gegangen, die Herde zu scheren", 1. Mose 31/19, bedeutet den Zustand der Nutzwirkung und des Zweckes des Guten, das die Herde Labans (bezeichnet). Dies erhellt aus der Bedeutung von scheren, insofern es die Nutzwirkung und somit der Zweck ist; denn die Nutzwirkung ist der Zweck, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 343, 2566. Hieraus erhellt, daß der Zustand der Nutzwirkung und des Zweckes bezeichnet wird durch "gehen, um zu scheren". Es wird nun gehandelt von der Trennung des mittleren Guten, das Laban ist, von dem daraus erworbenen Guten, das Jakob ist. Wie es sich aber mit dieser Trennung verhält, kann man auch nicht erkennen, außer an den Gesellschaften der Geister, die in jenem Guten sind, und von denen dasselbe beim Menschen einfließt. Hierüber darf ich aus Erfahrung Folgendes berichten: Es gibt gute Geister, und es gibt Geister mittlerer Art, und es gibt böse Geister, die dem Menschen, wenn er wiedergeboren wird, beigesellt werden, zu dem Zweck, damit er durch sie eingeführt werde in echtes Gutes und Wahres, und zwar durch die Vermittlung der Engel vom Herrn. Aber solche Geister oder Vereine von Geistern, die mit dem in der Wiedergeburt Begriffenen nicht übereinstimmen, sind nur für eine gewisse Zeit (beim Menschen); diese werden daher, wenn sie ihren Nutzen geleistet haben, entfernt. Ihre Trennung geschieht aber in verschiedener Weise, und zwar anders die Trennung der guten Geister, anders die der Geister mittlerer Art, und anders die der bösen Geister. Die Trennung der guten Geister geschieht, ohne daß sie es wissen, denn nach dem Wohlgefallen des Herrn wissen sie, daß es ihnen gut gehe, wo sie auch sein mögen, oder wohin sie auch immer vom Herrn versetzt werden. Aber die Trennung der Geister mittlerer Art geschieht durch mehrere Mittel, immer jedoch entfernen sie sich im Zustand der Freiheit; sie werden nämlich zurückversetzt in den Zustand ihres Guten, daher in den Zustand ihrer Nutzwirkung und des Zweckes daraus, damit sie in demselben ihre Lust und ihre Seligkeit inne werden. Weil sie aber aus der vorhergehenden Verbindung Vergnügen schöpften, so werden sie einige Male zurückgeführt, und wieder fortgeschickt, so lange bis sie Unlust fühlen im längeren Verweilen, und so mit freiem Willen zurücktreten. Die bösen Geister werden zwar auch mit ihrem freien Willen entfernt, aber in einer Freiheit, die ihnen nur als Freiheit erscheint, sie werden beigesellt, damit sie Verneinendes einführen, das wieder zerstreut werden muß, damit der Mensch besser in den Wahrheiten und im Guten befestigt werde. Wenn aber der Mensch anfängt, darin befestigt zu werden, dann empfinden sie Unlust und Lust bei der Trennung, und somit werden sie vermöge der Freiheit, die ihrem Lustreiz entspricht, getrennt. So verhält es sich also mit der Trennung der Geister beim Menschen, wenn er wiedergeboren wird, und daher ebenso mit dem Wechsel seiner Zustände in bezug auf das Gute und Wahre. Daß die Herde scheren, bedeutet Nutzen stiften, erhellt daraus, daß das Scheren der Herde im inneren Sinn nichts anderes bedeutet als eine Nutzwirkung; denn dadurch erhält man die Wolle. Daß das Scheren der Herde diese Bedeutung hat, erhellt auch aus Folgendem: 5. Mose 15/19: "Alle Erstgeburt, die geboren wird in deiner Viehherde, und in deiner Schafherde, sollst du heiligen Jehovah, deinem Gott; du sollst keine Arbeit tun mit dem Erstgeborenen deines Rindes, und du sollst nicht scheren das Erstgeborene deiner Schafherde; sondern vor Jehovah, deinem Gott, sollt du es essen alljährlich an dem Ort, den Jehovah erwählt hat": wo "nicht scheren das Erstgeborene der Schafherde" bedeutet, keinen häuslichen Nutzen daraus ziehen; weil das Scheren der Herde Nutzen bedeutete, deshalb gehörte es damals zu den vorzüglichen Pflichten und Dienstleistungen, die Schafe zu scheren, und dem Scheren beizuwohnen; wie man deutlich erkennen kann 1. Mose 38/12,13, bei Jehudah: "daß er seine Herde schor"; und 2.Sam.13/23,24, aus den Söhnen Davids: "Es war nach zwei Jahren, da hatte Absalom Schafscherer in Baalchazor, das in Ephraim liegt, und Absalom berief dazu alle Söhne des Königs, und es kam Absalom zum König, und sprach: siehe, dein Knecht hat Schafscherer; es gehe doch der König und seine Knechte mit deinem Knecht". 4111. "Und Rachel entwendete die Theraphim (Hausgötter) ihres Vaters", 1. Mose 31/19, bedeutet die Veränderung des durch Laban bezeichneten Zustandes in bezug auf das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung, die entwenden hier hat, insofern es bezeichnet wegnehmen was teuer und heilig ist, somit den Zustand ändern; aus der Bedeutung der Theraphim, die Wahrheiten bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Vaters, hier Labans, insofern er das durch ihn vorgebildete Gute bezeichnet, wovon früher; denn Vater bedeutet das Gute: Nr. 3703. Hieraus erhellt, daß durch "Rachel entwendete die Theraphim ihres Vaters", verstanden wird die Veränderung des durch Laban bezeichneten Guten in bezug auf das Wahre. Was dies in sich schließt, kann ebenfalls erkannt werden aus dem Zustand der Geister, wenn sie getrennt werden. Die Zustände der Geister in bezug auf das Gute und Wahre verhalten sich gemäß den Gesellschaften, in denen sie sich befinden; denn alles Denken fließt durch andere ein, wie vorhin gezeigt worden, und zunächst durch diejenigen, mit denen sie in Gesellschaft sind. Wenn sie daher von einer Gesellschaft entfernt und in eine andere geschickt werden, so wird auch der Zustand ihrer Erkenntnisse und Neigungen verändert, somit auch ihr Zustand in bezug auf das Wahre und Gute. Wenn sie aber zu nicht übereinstimmenden Gesellschaften versetzt werden, dann empfinden sie Unlust, und aus der Unlust Zwang, weswegen sie von diesen getrennt und zu übereinstimmenden Gesellschaften versetzt werden. Daher kommt es, daß die Bösen in den Gesellschaften der Guten nicht sich aufhalten und verweilen können, und die Guten nicht in den Gesellschaften der Bösen. Ferner daß alle Geister und Engel unterschieden sind in Gesellschaften gemäß ihren Neigungen, die Sache der Liebe sind; aber eine jede Neigung, die der Liebe angehört, enthält wieder Vielfältiges und Verschiedenes in sich: Nr. 3078, 3189, 4005, aber eines ist dennoch vorherrschend, daher kann ein jeder in mehreren Gesellschaften sein, aber immer strebt er zu derjenigen hin, die seiner vorherrschenden Neigung entspricht, und in diese wird er auch endlich versetzt. Was das durch Laban bezeichnete Gute und dessen Zustandsveränderung anbetrifft, so war es, solange es bei dem durch Jakob vorgebildeten Guten war, dem Göttlichen näher, denn Jakob bezeichnet jenes Gute im Natürlichen, und weil dem Göttlichen näher, so war es damals auch in einem vollkommeneren Zustand des Wahren und Guten; aber als es davon getrennt wurde, kam es in einen anderen Zustand in betreff des Wahren und des Guten; denn die Zustandsveränderungen im anderen Leben sind im allgemeinen nichts anderes, als Annäherungen zum Göttlichen und Entfernung vom Göttlichen. Daraus erhellt nun, was unter der Veränderung des Zustandes verstanden wird, wenn das durch Laban bezeichnete Gute getrennt wird. Daß durch: "Rachel entwendete die Theraphim ihres Vaters", die Zustandsveränderung in bezug auf das Wahre bezeichnet wird, kommt daher, weil unter Theraphim seine Götter verstanden werden, wie aus dem Folgenden erhellt; denn Laban sagt zu Jakob: "weshalb hast du entwendet meine Götter?: 1. Mose 31/30; und Jakob antwortet: "bei dem du deine Götter findest, der soll nicht leben vor unseren Brüdern": 1. Mose 31/32; und Götter im inneren Sinn bedeuten Wahrheiten, deshalb wird im Worte auch der Ausdruck "Gott" gebraucht, wenn vom Wahren gehandelt wird, man sehe Nr. 2586, 2769, 2807, 2822. Die Theraphim waren Götzenbilder, die gebraucht wurden, wenn sie Gott zu Rate zogen oder befragten, und weil die Antworten, die sie erhielten, ihnen als göttlich Wahres galten, deshalb werden durch sie Wahrheiten bezeichnet, wie Hos.3/4: "Die Söhne Israels werden viele Tage sitzen, kein König und kein Fürst, und kein Opfer, weder Ephod, noch Theraphim wird bei ihnen sein": Ephod und Theraphim steht für göttliche Wahrheiten, die sie durch die Antworten erhielten, denn wenn sie Gott befragten, legten sie auch das Ephod (oder Leibrock) an: 1.Sam.23/9-12. Sach.10/2: "Die Theraphim reden Ungerechtes, und die Wahrsager sehen Lügen, und die Träume reden Eitles": wo auch Theraphim die Antworten bezeichnet, aber in jenem Zustand ungerechte. Und weil solches durch Theraphim bezeichnet wurde, so waren sie auch bei einigen vorhanden, wiewohl sie verboten waren, wie bei Micha, im Buche der Richter 17/5; 18/14,18,20,24: "Micha hatte ein Gotteshaus, und er machte ein Ephod und Theraphim, und füllte die Hand eines seiner Söhne, damit er ihm zum Priester sei; und es sprachen einige aus dem Geschlecht Dan zu seinen Brüdern: Wisset ihr, daß in diesen Häusern ein Ephod und die Theraphim sind, sowohl ein geschnitztes als ein gegossenes Bild? Und als sie in das Haus Michas getreten waren - und nahmen das geschnitzte Bild, das Ephod und die Theraphim, und das Gegossene - da war zufrieden das Herz des Priesters, und er nahm das Ephod und die Theraphim und das geschnitzte Bild; aber Micha verfolgte die Söhne Dans und sprach: Meine Götter, die ich gemacht habe, habt ihr genommen, und den Priester, und seid fortgegangen, was bleibt mir noch?". Ferner bei Michal, der Frau Davids, von der im 1.Buche Samuels 19/13,14,16 gesagt wird: "Michal, die Frau Davids, nahm die Theraphim und legte sie ins Bett, und bedeckte sie mit einem Gewande; und es kamen die Gesandten Sauls, und siehe, die Theraphim waren im Bette". Daß es aber Götzenbilder gewesen sind, die verboten waren, erhellt aus dem, was von ihnen gesagt wird 1.Sam.15/23; 2.Kön.23/13; Hes.21/26. 4112. "Und es stahl Jakob das Herz Labans, des Aramäers", 1. Mose 31/20, bedeutet die Veränderung des durch Laban bezeichneten Zustandes in bezug auf das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehlen, insofern es ist wegnehmen, was teuer und heilig ist, somit den Zustand verändern, wie Nr. 4111; aus der Bedeutung des Herzens, insofern es bezeichnet, was aus dem Willen hervorgeht, und bei dem Wollen des Guten das, was gut ist, worüber Nr. 2930, 3313, 3888, 3889; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das mittlere Gute ist, was nun getrennt wird; und weil es getrennt wird, heißt Laban nun der Aramäer, wie auch im folgenden 24.Vers; denn Laban, der Aramäer, bezeichnet ein solches Gutes, in dem kein göttlich Gutes und Wahres ist, wie früher bemerkt wurde. Die Ursache dieser Bedeutung ist, weil Aram oder Syrien durch einen Fluß, nämlich dem Euphrat, getrennt war vom Lande Kanaan, somit war es außerhalb des Landes Kanaan, durch das im inneren Sinn das Reich des Herrn und im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet wird, man sehe Nr. 4018. Durch Aram oder Syrien werden besonders die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet, man sehe Nr. 1223, 1234, 3051, 3249, 3664, 3680, und zwar aus dem Grunde, weil daselbst auch die Alte Kirche war, und auch Überreste von ihr längere Zeit daselbst blieben, wie von Bileam bekannt ist, der daher war und Jehovah kannte und auch vom Herrn weissagte. Als aber dort der Götzendienst zunahm, und Abraham von da abgerufen und eine vorbildliche Kirche im Lande Kanaan errichtet wurde, da erhielt Aram oder Syrien die vorbildliche Bedeutung der Gegend, die außerhalb der Kirche oder von der Kirche getrennt ist, und deshalb einer solchen, die von dem, was zum Reiche des Herrn gehört, entfernt ist, indem gleichwohl die Bedeutung der Erkenntnisse des Guten und Wahren beibehalten wurde. Daß von Jakob gesagt wird, er habe das Herz Labans gestohlen (d.i. getäuscht), dadurch, daß er ihm nicht angezeigt, daß er fliehe, kommt daher, weil gleich oben von einer Zustandsveränderung in bezug auf das Wahre gehandelt wurde, und deshalb hier von einer Zustandsveränderung in bezug auf das Gute; denn wo im Worte vom Wahren gehandelt wird, wird auch vom Guten gehandelt, wegen der himmlischen Ehe, welche die des Wahren und Guten ist, auch im einzelnen des Wortes: Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712. 4113. "Dadurch, daß er ihm nicht anzeigte, daß er fliehe", 1. Mose 31/20, bedeutet durch die Trennung. Dies erhellt auch ohne Erklärung. Daß Jakob das Herz Labans, des Aramäers, stahl, dadurch, daß er ihm nicht anzeigte, daß er fliehe, wird im geschichtlichen Sinn (so) verstanden, daß Jakob den Laban der Hoffnung beraubt habe, alles zu besitzen, was ersterem gehörte, und ihn dadurch in den Zustand der Besorgnis versetzte; denn Laban glaubte, weil Jakob ihm diente, so werde alles, was Jakob gehörte, sein Eigentum, nicht nur die Frauen Jakobs, seine Töchter und deren Söhne, sondern auch dessen Herde, gemäß einem damals bekannten und auch angenommenen Gesetze der damaligen Zeit, wovon es 2. Mose 21/2,4 heißt: "Wenn du einen hebräischen Knecht kaufst, so soll er sechs Jahre dienen, im siebenten aber umsonst frei ausgehen; wenn sein Herr ihm ein Weib gegeben und dieses ihm Söhne und Töchter geboren hat, so sollen das Weib und die Kinder seines Herrn sein, er aber soll frei ausgehen mit seinem Leibe": daß jener so dachte, erhellt aus Jakobs Worten in den nachfolgenden Versen 1. Mose 31/42: "Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wäre, so hättest du mich jetzt leer entlassen", und aus Labans (Worten): "Es antwortete Laban und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter und die Söhne sind meine Söhne, und die Herde ist meine Herde, und alles, was du siehst, ist mein": Vers 43, indem er nicht bedachte, daß Jakob kein gekaufter Knecht, ja nicht einmal ein Knecht war, und daß er aus edlerer Familie stammte als er, ferner daß er sowohl die Frauen als die Herde als Lohn empfangen hatte, und daß also jenes Gesetz nicht auf Jakob anwendbar war. Weil nun Jakob dadurch, daß er floh, Laban jener Hoffnung beraubte und ihn daher in den Zustand der Besorgnis versetzte, so wird gesagt, daß er das Herz Labans, des Aramäers, gestohlen, dadurch, daß er ihm seine Flucht nicht anzeigte. Aber im inneren Sinn wird dadurch die Veränderung des Zustandes bezeichnet, der durch Laban bezeichnet wird und die in Ansehung des Guten und Wahren durch die Trennung eintritt. Über die Veränderung des Zustandes durch die Trennung sehe man, was Nr. 4111 gesagt worden. 4114. "Und er floh, und alles, was ihm gehörte", 1. Mose 31/21, bedeutet die Trennung. Dies erhellt aus dem, was eben gesagt wurde, somit ohne weitere Erklärung. 4115. "Und er stand auf", 1. Mose 31/21, bedeutet Erhebung. Dies erhellt aus dem, was über die Bedeutung von aufstehen Nr. 4103 gesagt worden. 4116. "Und setzte über den Fluß", 1. Mose 31/21, bedeutet den Zustand, in dem Verbindung (eintritt). Dies erhellt aus der Bedeutung des Flusses, hier des Euphrats, insofern er Verbindung bezeichnet, nämlich mit dem Göttlichen. Daß der Fluß hier dies bedeutet, kommt daher, weil er die Grenze des Landes Kanaan auf dieser Seite war, und alle Grenzen des Landes Kanaan bildeten vor, und bedeuteten daher das, was das Letzte und was das Erste ist, weil hier das Letzte aufhörte und das Erste anfing; denn alle Grenzen sind von der Art, daß sie das Letzte sind für die, welche ausgehen, und ebenso das Erste für die, welche eintreten. Weil Jakob nun eintrat, war jener Fluß die erste Grenze und daher Verbindung, nämlich im höchsten Sinne mit dem Göttlichen, denn durch das Land Kanaan wird im inneren Sinn das himmlische Reich des Herrn bezeichnet: Nr. 1607, 3481, und im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn: Nr. 3038, 3705. Hieraus erhellt, was hier durch "er setzte über den Fluß" bezeichnet wird. Daß alles im Lande Kanaan vorbildlich war, gemäß den Entfernungen, der Lage und den Grenzen, sehe man Nr. 1585, 3686; ebenso die Flüsse, die begrenzten, z.B. der Fluß Ägyptens, der Euphrat und der Jordan: 1866. 4117. "Und er wandte sein Angesicht gegen den Berg Gilead", 1. Mose 31/21, bedeutet gegen das Gute daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Himmlische der Liebe ist, das ist das Gute, worüber Nr. 795, 1430, mit dem Verbindung eintritt; Gilead bedeutet die Beschaffenheit desselben. Weil der Fluß die Grenze war, und daselbst, wie bemerkt wurde, das Erste der Verbindung, deshalb bezeichnet der Berg Gilead, der an dieser Seite des Jordans war, das Gute, mit dem jenes Erste der Verbindung (stattfand). Das Land Gilead, in dem der Berg war, lag innerhalb der Grenzen des Landes Kanaan im weiteren Sinn. Es lag jenseits des Jordans und gehörte den Rubeniten und Gadditen, und besonders dem halben Stamm Menasches (Manasse) als Erbe; und weil diese Erbteile sich bis dahin erstreckten, daher wird gesagt, daß es innerhalb der Grenzen des Landes Kanaan im weiteren Sinn gewesen sei. Daß es ihnen als Erbe übergeben wurde, wird deutlich erklärt bei: 4. Mose 32/1,26-41; 5. Mose 3/8,10-16; Jos.13/24-31; wenn daher das Land Kanaan als ein Ganzes dargestellt wurde, so sagte man: von Gilead bis Dan, und im anderen Sinn von Beerscheba bis Dan; denn Dan war auch eine Grenze: Nr. 1710, 3923. Daß man sagte von Beerscheba bis Dan, sehe man Nr. 2858, 2859. Ferner von Gilead bis Dan bei 5. Mose 34/1: "Es stieg Mose aus den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo; den Gipfel Pisga, der gegen Jericho, wo ihm Jehovah das Land Gilead bis gen Dan zeigte". Richt.5/17: "Gilead wohnend am Übergang des Jordans, und warum sollte Dan die Schiffe fürchten?" Weil Gilead die Grenze war, so bedeutet es im geistigen Sinn das erste Gute, welches das des sinnenhaft Körperlichen ist, denn das Gute oder der Lustreiz desselben ist es, in das der Mensch, der wiedergeboren wird, zuerst eingeführt wird. In diesem Sinne wird Gilead bei den Propheten genommen: Jerem.8/20,22; 22/6; 46/11; 50/19; Hes.47/18; Obadja 19; Micha 7/14; Sach.10/10; Ps.60/8,9. Und im entgegengesetzten Sinn Hos.6/8; 12/12. 4118. Vers 22-25: Und es wurde angezeigt dem Laban am dritten Tage, daß Jakob geflohen. Und er nahm seine Brüder mit sich und setzte ihm nach einen Weg von sieben Tagen, und holte ihn ein am Berge Gilead. Und Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum in der Nacht, und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht etwa redest mit Jakob vom Guten bis zum Bösen. Und es erreichte Laban Jakob, und Jakob schlug sein Zelt auf am Berge, und auch Laban mit seinen Brüdern schlug (sein Zelt) auf am Berge Gilead. "Und es wurde angezeigt dem Laban am dritten Tage" bedeutet das Ende der Verbindung; "daß Jakob geflohen" bedeutet die Trennung; "und er nahm seine Brüder mit sich", bedeutet Gutes an der Stelle dessen, was er verloren; "und setzte ihm nach", bedeutet den fortwährenden Eifer der Verbindung; "einen Weg von sieben Tagen" bedeutet das Heilige des Wahren; "und holte ihn ein am Berge Gilead" bedeutet, daß dadurch einige Verbindung eintrat; "und Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum in der Nacht" bedeutet das dunkle Innewerden jenes ihm übriggebliebenen Guten; "und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht etwa redest mit Jakob vom Guten bis zum Bösen" bedeutet, daß keine Gemeinschaft mehr sei; "und es erreichte Laban Jakob" bedeutet noch einige Verbindung; "und Jakob schlug sein Zelt auf am Berge" bedeutet den Zustand der Liebe, in dem das Gute war, was jetzt unter Jakob verstanden wird; "und auch Laban mit seinen Brüdern schlug (sein Zelt) auf am Berge Gilead" bedeutet den Zustand des Guten in einiger Verbindung mit jenem. 4119. "Und es wurde angezeigt dem Laban am dritten Tage", 1. Mose 31/22, bedeutet das Ende, nämlich der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er das Letzte bezeichnet, dann das Vollständige und somit das Ende, worüber Nr. 1825, 2788; aber auch den Anfang: Nr. 2788; denn das Ende des Zustandes einer Verbindung ist der Anfang des folgenden Zustandes, welcher der der Trennung ist, und dieser Zustand wird auch hier durch den dritten Tag bezeichnet. 4120. "Daß Jakob geflohen", 1. Mose 31/22, bedeutet die Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen, insofern es bezeichnet getrennt werden, wovon Nr. 4113, 4114. 4121. "Und er nahm seine Brüder mit sich", 1. Mose 31/23, bedeutet Gutes an der Stelle dessen, was er verloren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie Gutes bezeichnen, worüber Nr. 2360, 3160, 3303, 3459, 3803, 3815; durch Brüder werden im inneren Sinn diejenigen bezeichnet, die in einem ähnlichen Guten und Wahren sind, d.h. in ähnlicher Neigung zum Guten und Wahren; denn im anderen Leben gesellen sich alle zusammen ihren Neigungen gemäß, und die zusammengesellten bilden eine Verbrüderung, nicht weil sie sich Brüder nennen, sondern weil sie Brüder sind durch die Verbindung. Das Gute und Wahre selbst bildet im anderen Leben das, was man auf Erden Blutsverwandtschaft und Verschwägerung nennt, weshalb sie auch einander entsprechen; denn das Gute und Wahre an sich betrachtet erkennt keinen anderen Vater an als den Herrn, von Ihm allein nämlich stammen sie; daher stehen alle in Verbrüderung, die im Guten und im Wahren sind. Aber es gibt gleichwohl Grade gemäß der Beschaffenheit des Guten und Wahren. Diese Grade werden im Worte bezeichnet durch Brüder, Schwestern, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter, Enkel, Enkelinnen, und durch mehrere Familienbenennungen. Auf Erden aber werden sie so genannt in bezug auf ihre gemeinsamen Eltern, wie verschieden sie auch sein mögen in betreff ihrer Neigungen. Aber diese Verbrüderung und Verwandtschaft hört im anderen Leben auf, und jeder kommt dort, wenn er nicht auf Erden im gleichen Guten gewesen, in eine andere Verbrüderung. Im Anfang zwar kommen sie meistenteils zusammen, aber kurze Zeit nachher werden sie abgesondert; denn dort verbinden nicht die Vorteile, sondern die Neigungen, die alsdann in ihrer Beschaffenheit wie am hellen Tage offenbar werden. Auch (wird dann offenbar), wie die Neigung des einen zu dem anderen beschaffen war; und weil jene offenbar sind, und die Neigung einen jeden zu seiner Gesellschaft hinzieht, deshalb werden diejenigen getrennt, die in ihrer Gesinnung nicht übereinstimmen, und dann wird auch von beiden Seiten jede Verbrüderung aufgehoben, und jede Freundschaft, die nur Sache des äußeren Menschen war, und (nur) diejenige bleibt, die dem inneren angehört. Daß durch "er nahm seine Brüder mit sich" Gutes an der Stelle dessen, das er verloren hatte, verstanden wird, kommt daher, weil, wenn eine Gesellschaft von der anderen getrennt wird, wie oben Nr. 4077, 4110, 4111 gesagt wurde, jede zu einer anderen kommt, und somit zu einem anderen Guten anstatt des vorigen. 4122. "Und setzte ihm nach", 1. Mose 31/23, bedeutet den fortwährenden Eifer der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von nachsetzen an dieser Stelle, insofern es den fortwährenden Eifer der Verbindung bezeichnet. Im inneren Sinn wird hier gehandelt von der Trennung des mittleren Guten vom echten Guten, nachdem das mittlere Gute seinen Nutzen geleistet hatte. Der Vorgang der Trennung wird hier vollständig beschrieben, er ist aber von der Art, daß vom Menschen nicht einmal wahrgenommen werden kann, daß er stattfindet, aber den Engeln erscheint er deutlich mit unzähligen Verschiedenheiten, denn hierdurch sehen und vernehmen sie beim Menschen, der wiedergeboren wird, alle Veränderungen seines Zustandes, und sie sind wie Diener bei ihm, und führen ihn gemäß und vermittelst jener Veränderungen vom Herrn zum Guten, soweit der Mensch sich führen läßt, und weil jener Vorgang so großen Nutzen im Himmel leistet, deshalb wird hier so ausführlich davon gehandelt. Hieraus kann man auch erkennen, von welcher Art der innere Sinn sei, daß er nämlich das Wort der Engel ist. 4123. "Einen Weg von sieben Tagen", 1. Mose 31/23, bedeutet das Heilige des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weges, insofern er das Wahre ist, worüber Nr. 627, 2333, und aus der Bedeutung von sieben, insofern es das Heilige bezeichnet, worüber Nr. 395, 433, 716, 881; hier also bezeichnet es den Eifer der Verbindung oder sich zu verbinden mit dem Heiligen des Wahren. 4124. "Und holte ihn ein am Berge Gilead", 1. Mose 31/23, bedeutet, hierdurch trete einige Verbindung ein. Dies erhellt aus der Bezeichnung von einholen, sofern es eine Verbindung bezeichnet, und aus der Bedeutung des Berges Gilead, sofern er das Gute bezeichnet, welches das Erste der Verbindung ist, worüber Nr. 4117. Also wird durch "er holte ihn ein am Berge Gilead" einige Verbindung bezeichnet. 4125. "Und Gott kam zu Laban, dem Aramäer, im Traum während der Nacht", 1. Mose 31/24, bedeutet das dunkle Innewerden jenes ihm übriggebliebenen Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das mittlere Gute ist, wovon oben; und er wird Aramäer genannt, insofern er von dem durch Jakob vorgebildeten Guten getrennt war: Nr. 4112, und aus der Bedeutung des Traums in der Nacht, sofern er etwas Dunkles bezeichnet, worüber Nr. 2514, 2528. Das Innewerden in diesem dunklen Zustand wird dadurch bezeichnet, daß Gott zu ihm kam im Traum bei der Nacht. 4126. "Und sprach zu ihm: Hüte dich, daß du nicht etwa redest mit Jakob vom Guten bis zum Bösen", 1. Mose 31/24, bedeutet, daß keine weitere Gemeinschaft mehr sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Redens vom Guten bis zum Bösen, sofern es bezeichnet Gutes reden und Böses denken, und daher schließlich Böses reden und Böses tun; denn wer Böses denkt, der redet auch zuletzt Böses und tut es. Wer so geartet ist, der ist nicht mehr mit dem anderen verbunden, weil das Denken und Wollen es ist, das verbindet, nicht aber die Worte. In der Welt zwar verbinden Worte, aber nur dann, wenn der andere glaubt, daß man auch Gutes denke und Gutes wolle; dagegen im anderen Leben ist alles Denken offenbar, denn es wird durch eine gewisse Sphäre mitgeteilt, die eine geistige Sphäre ist, die von dem anderen ausgeht und offenbart, von welcher Gesinnung jemand sei, d.h. wie sein Wollen und Denken beschaffen sei. Deshalb tritt auch gemäß jener Sphäre die Verbindung ein. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "Daß du nicht etwa redest vom Guten bis zum Bösen, im inneren Sinn bezeichnet wird, es sei keine Gemeinschaft mehr vorhanden. 4127. "Und es erreichte Laban Jakob", 1. Mose 31/25, bedeutet einige Verbindung. Dies geht offenbar hervor aus Nr. 4124. 4128. "Und Jakob schlug sein Zelt auf am Berge", 1. Mose 31/25, bedeutet den Zustand der Liebe, in dem das Gute ist, das jetzt unter Jakob verstanden wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, sofern es das Heilige der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312; das Zelt aufschlagen aber bezeichnet den Zustand der Liebe; ferner aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute ist, wie Nr. 4117, hier das Gute, das jetzt unter Jakob verstanden wird, worüber man sehe Nr. 4073. 4129. "Und auch Laban mit seinen Brüdern schlug (sein Zelt) auf am Berge Gilead", 1. Mose 31/25, bedeutet den Zustand des Guten in einiger Verbindung mit jenem. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, sofern er das Gute bezeichnet, das jetzt getrennt ist von dem unter Jakob vorgebildeten Guten; aus der Bedeutung des Aufschlagens, insofern es den Zustand dieses Guten bezeichnet. Es wird nicht gesagt: "das Zelt aufschlagen", weil der Zustand des Heiligen der Liebe nur noch durch einige (wenige) Verbindung stattfand; aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie das Gute sind, mit dem das durch Laban bezeichnete Gute zusammengesellt war, worüber Nr. 4121, und aus der Bedeutung des Berges Gilead, insofern er das bezeichnet, wo das Erste und Letzte der Verbindung stattfindet, worüber Nr. 4117. Hieraus erhellt, daß durch "Laban schlug auf mit seinen Brüdern am Berge Gilead" der Zustand des Guten in einiger Verbindung mit jenem bezeichnet wird. Was ferner das, was eben erklärt wurde, in sich schließt, kann nicht recht faßlich erörtert werden, außer durch das, was im anderen Leben geschieht, wenn Vereine von Geistern und Engeln vom Herrn dem Menschen beigesellt und von ihm getrennt werden. Das Verfahren bei dieser Beigesellung oder Trennung geschieht gemäß der Ordnung daselbst. Die Umstände dieses Vorganges sind hier vollständig beschrieben, aber dieselben im einzelnen darzulegen, würde heißen, in lauter Geheimnissen reden, weil sie dem Menschen völlig unbekannt sind. Oben, wo von der Verbindung und der Trennung der Gesellschaften bei dem wiederzugebärenden Menschen gehandelt wurde, ist etwas (darüber) gesagt worden; aber es genügt zu wissen, daß die Geheimnisse jenes Vorgangs im inneren Sinn hier enthalten sind, und zwar so große und von solcher Beschaffenheit, daß sie nicht dem tausendsten Teile nach vollständig für die Fassungskraft auseinandergesetzt werden können. 4130. Vers 26-30: Und es sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, und hast gestohlen (getäuscht) mein Herz, und hast fortgeführt meine Töchter wie Gefangene durch das Schwert. Warum hast du verborgen deine Flucht und mich getäuscht, und es mir nicht angezeigt, daß ich dich entlassen hätte mit Freuden und mit Gesängen, mit der Pauke und mit der Zither. Und hast mir nicht gestattet, meine Söhne zu küssen und meine Töchter; nun, töricht hast du gehandelt in deinem Tun. Es wäre vor Gott in meiner Hand, übel mit euch zu verfahren, aber der Gott eures Vaters sprach in der vorigen Nacht zu mir: Hüte dich zu reden mit Jakob vom Guten bis zum Bösen. Und nun bist du fortgegangen, weil du dich sehr gesehnt hast nach dem Hause deines Vaters; weshalb aber hast du entwendet meine Götter? "Und es sprach Laban zu Jakob" bedeutet den Zustand der Gemeinschaft; "was hast du getan" bedeutet die Entrüstung; "und hast gestohlen (getäuscht) mein Herz" bedeutet, daß er nicht mehr wie früher das göttlich Gute habe; "und hast fortgeführt meine Töchter" bedeutet, daß er auch die Neigungen des Wahren nicht habe wie früher; "wie Gefangene durch das Schwert" bedeutet, daß sie ihm weggenommen seien; "warum hast du verborgen deine Flucht und mich getäuscht, und es mir nicht angezeigt" bedeutet den Zustand bei der Trennung aus freiem Willen; "daß ich dich entlassen hätte mit Freuden und mit Gesängen" bedeutet den Zustand, in dem er sich dann aus seinem Eigenen in Ansehung des Wahren zu befinden geglaubt hätte; "mit der Pauke und mit der Zither" bedeutet in bezug auf das geistig Gute; "und hast mir nicht gestattet, meine Söhne zu küssen und meine Töchter" bedeutet die Lostrennung aus dem Zustande der Freiheit gemäß dem Glauben an jenes Gute; "nun, töricht hast du gehandelt in deinem Tun" bedeutet die Entrüstung; "es wäre vor Gott in meiner Hand, übel mit euch zu verfahren" bedeutet den Zustand der Entrüstung, wenn er Macht hätte; "aber der Gott eures Vaters sprach in der vorigen Nacht zu mir" bedeutet, daß es vom Göttlichen aus nicht erlaubt sei; "hüte dich zu reden mit Jakob vom Guten bis zum Bösen" bedeutet die Hemmung der Gemeinschaft; "und nun bist du fortgegangen" bedeutet, daß er aus dem Eigenen sich getrennt habe; "weil du dich sehr gesehnt hast nach dem Hause deines Vaters" bedeutet das Verlangen nach Verbindung mit dem unmittelbar einfließenden göttlich Guten; "weshalb aber hast du entwendet meine Götter?" bedeutet Entrüstung über den Zustand des verlorenen Wahren. 4131. "Und es sprach Laban zu Jakob", 1. Mose 31/26, bedeutet den Zustand der Gemeinschaft, nämlich jenes Guten, das unter Laban, mit dem Guten, das jetzt unter Jakob vorgebildet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es hier Gemeinschaft bezeichnet, wie Nr. 3060, weil noch einige Verbindung stattfand, worüber Nr. 4124, 4127, 4129, und jetzt unmittelbar folgt: "es sprach Laban zu Jakob", deshalb wird hier durch sprechen die Gemeinschaft bezeichnet. 4132. "Was hast du getan", 1. Mose 31/26, bedeutet die Entrüstung. Dies erhellt aus der Erregung, die in diesen Worten und in den folgenden des Laban liegt, insofern sie (Ausdruck) der Entrüstung sind. 4133. "Und hast gestohlen mein Herz", 1. Mose 31/26, bedeutet, daß er nicht mehr wie früher das göttlich Gute habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz stehlen", insofern es bezeichnet fortnehmen, was lieb und heilig, worüber Nr. 4112; daher auch, daß er nicht mehr wie früher das göttlich Gute habe, vermöge der Trennung. 4134. "Und hast fortgeführt meine Töchter", 1. Mose 31/26, bedeutet, er habe auch nicht mehr die Neigungen des Wahren wie früher. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, hier Rachels und Leahs, insofern sie Neigungen des Wahren bezeichnen, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. 4135. "Wie Gefangene durch das Schwert", 1. Mose 31/26, bedeutet, sie seien ihm weggenommen, nämlich die Neigungen des Wahren. Dies erhellt ohne Erklärung. Gefangene durchs Schwert wird gesagt, weil Schwert vom Wahren ausgesagt wird: Nr. 2799; wie sich dies verhalte, ist im vorigen erklärt worden. 4136. "Warum hast du verborgen deine Flucht und mich getäuscht, und es mir nicht angezeigt", 1. Mose 31/27, bedeutet den Zustand bei der Trennung aus freiem Willen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Verbergens der Flucht, insofern es bezeichnet sich trennen gegen seinen Willen. Daß fliehen ein Getrenntwerden bezeichnet, sehe man Nr. 4113, 4114, 4120; aus der Bedeutung von: mich stehlen (täuschen), insofern es bezeichnet fortnehmen was lieb und heilig ist, worüber Nr. 4112, 4133; und aus der Bedeutung von: mir nicht anzeigen, insofern es hier bezeichnet: vermöge der Trennung, worüber Nr. 4113. Hieraus folgt, daß durch jene Worte bezeichnet wird: die Trennung sei gegen seinen Willen geschehen, da sie doch aus freiem Willen hätte geschehen sollen. Der Zustand der Freiheit wird durch die nun folgenden Worte bezeichnet und beschrieben, nämlich: "ich hätte dich entlassen mit Freuden und mit Gesängen, mit der Pauke und mit der Zither", allein dies sind Worte Labans, gemäß dem Glauben, den er damals hatte. Wie es sich aber mit der Trennung des mittleren Guten vom echten Guten verhalte bei denen, die wiedergeboren werden, daß sie nämlich in der Freiheit des Willens geschehe, sehe man Nr. 4110, 4111. Daß es sich so verhält, erscheint nicht vor dem Menschen, denn er weiß nicht, wie das Gute bei ihm wechselt, noch weniger, wie der Zustand eines jeden Guten verändert wird, nicht einmal, wie das Gute der ersten Kindheit wechselt und verändert wird zum Guten des Knabenalters, und dieses in das folgende Gute, das dem Jünglingsalter gehört, hernach in das Gute des reiferen Alters und endlich in das Gute des Greisenalters. Bei denen, die nicht wiedergeboren werden, ist kein Gutes, das wechselt, sondern nur Neigungen und deren Lustreize. Aber bei denen, die wiedergeboren werden, gibt es Veränderungen des Zustandes des Guten und zwar von früher Kindheit an bis zum Ende ihres Lebens. Es wird vom Herrn vorausgesehen, was für ein Leben der Mensch führen werde, und wie er sich vom Herrn werde führen lassen, und weil das Ganze und das Einzelne, ja das Allereinzelnste vorausgesehen wird, so wird es auch vorgesehen, aber wie es sich dann mit den Zustandsveränderungen des Guten verhält, weiß der Mensch gar nicht, und zwar vorzüglich deshalb, weil er keine Kenntnis von dieser Sache hat und heutigen Tages auch nicht zu haben verlangt, und weil der Herr nicht unmittelbar beim Menschen einfließt und lehrt, sondern in dessen Erkenntnisse, also mittelbar, daher kann derselbe keineswegs die Zustandsveränderungen seines Guten erkennen. Weil ferner der Mensch so beschaffen ist, nämlich ohne Erkenntnisse von dieser Sache und außerdem heutigen Tages nur wenige sich zur Wiedergeburt bringen lassen, deshalb kann man diese Dinge nicht fassen, wenn sie auch ausführlicher erklärt würden. Daß heutigen Tages nur wenige etwas vom geistig Guten wissen, und auch nur wenige etwas von der Freiheit des Willens, ist mir ganz bekannt geworden durch Erfahrung an denen, die aus der christlichen Welt ins andere Leben kamen; nur ein Beispiel sei mir gestattet, der Erklärung wegen anzuführen: Es war ein gewisser Kirchenvorsteher, der sich vor anderen für gelehrt hielt, und auch als Gelehrter von denen anerkannt war, mit denen er lebte. Dieser befand sich, weil er ein böses Leben geführt hatte, in einer solchen stumpfsinnigen Unwissenheit über das Gute, über die Freiheit (des Willens) und über die Lust und Seligkeit aus demselben, daß er nicht den geringsten Unterschied kannte zwischen höllischer Lust und Freiheit und himmlischer Lust und Freiheit, ja er sagte, es gebe gar keinen (Unterschied). Da eine solche Unwissenheit sogar bei denen besteht, die vor anderen als Gelehrte gelten, so kann man daraus schließen, in wie große Finsternis, ja in wie großen Wahnwitz man fallen würde, wenn man hier über das Gute und über die Freiheit sprechen wollte, wovon im inneren Sinn gehandelt wird. Dennoch verhält es sich so, daß nicht ein einziges Wort im (göttlichen) Worte vorkommt, das nicht ein himmlisches Geheimnis in sich schließt, obwohl es vor den Menschen ohne alle Bedeutung erscheint, und zwar wegen Mangel an Kenntnissen, oder vermöge der Unwissenheit, in welcher der Mensch heutzutage über das Himmlische ist, und auch sein will. 4137. "Und ich hätte dich entlassen mit Freuden und mit Gesängen", 1. Mose 31/27, bedeutet den Zustand, in dem er sich dann aus seinem Eigenen in Ansehung des Wahren zu befinden geglaubt hätte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: ich hätte dich entlassen, insofern sie ausdrücken, er würde sich aus freiem Willen getrennt haben. Daß er sich aber nicht getrennt hätte, wenn er in jenem Zustand gewesen wäre, ist deutlich aus dem, was Nr. 4113 gesagt worden. Daraus erhellt, daß jene Worte von Laban in dem Zustand gesprochen sind, in dem er sich damals zu befinden aus dem Eigenen geglaubt hatte; denn aus dem Eigenen glauben heißt, aus dem nicht Wahren; aber aus dem nicht Eigenen glauben, sondern aus dem Herrn, heißt aus dem Wahren (glauben). Daß es ein Zustand ist in Ansehung des Wahren, wird bezeichnet durch entlassen mit Freuden und mit Gesängen; denn Freuden und Gesänge werden gesagt von Wahrheiten. Im Worte werden Fröhlichkeit und Freude mehrfach genannt, und bisweilen beide zugleich, aber Fröhlichkeit (laetitia) wird gesagt, wenn vom Wahren und dessen Neigung gehandelt wird, und Freude (gaudium), wenn vom Guten und dessen Neigung (die Rede ist); wie bei Jes.22/13: "Siehe, Freude und Fröhlichkeit (ist es), zu töten den Ochsen und zu schlachten das Schaf, Fleisch zu essen und Wein zu trinken": wo Freude gesagt wird vom Guten und Fröhlichkeit vom Wahren. Jes.24/11: "Es ist Geschrei um den Wein auf den Gassen, zerstört wird sein alle Fröhlichkeit und verbannt alle Freude". Jes.35/10; 51/11: "Die Erlösten Jehovahs werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Gesang und Freude der Ewigkeit über ihrem Haupte; Freude und Fröhlichkeit werden sie erlangen, und Traurigkeit und Seufzen wird fliehen. Jes.51/3: "Jehovah wird Zion trösten, Freude und Fröhlichkeit wird man bei ihm finden, Bekenntnis und Lobgesang". Jerem.7/34; 25/10: "Ich werde aufhören lassen aus den Städten Jehudahs und aus den Straßen Jerusalems die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, weil das Land in Verödung sein wird". Jerem.33/11: "(Man wird hören) die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die da sprechen: Danket Jehovah Zebaoth". Jerem.48/33: "Weggenommen ist Fröhlichkeit und Jubel von dem Karmel und von dem Lande Moabs". Joel 1/16: "Ist nicht vor unseren Augen die Speise weggenommen, von dem Hause unseres Gottes Fröhlichkeit und Jubel?". Sach.8/19: "Das Fasten wird sein dem Hause Jehudahs zur Freude und zur Fröhlichkeit, und zu guten Festtagen". Wer nicht weiß, daß im einzelnen des Wortes eine himmlische Ehe ist, d.h. eine Ehe des Guten und Wahren, der möchte glauben, beides, nämlich Freude und Fröhlichkeit, seien eines, und nur gesetzt, um der Rede mehr Nachdruck zu geben; und daß also das eine überflüssig sei; aber so ist es nicht, denn nicht der kleinste Teil eines Wortes ist gesagt ohne geistigen Sinn. Freude wird in den angeführten Stellen und auch in anderen vom Guten gesagt, und Fröhlichkeit vom Wahren, man sehe Nr. 3118. Daß auch Gesänge von Wahrheiten gesagt werden, ist deutlich aus mehreren Stellen im Worte, wo Gesänge genannt werden, wie bei Jes.5/1; 24/9; 26/1; 30/29; 42/10; Hes.26/13; Amos 5/23 und anderswo. Man muß wissen, daß alle Dinge im Reiche des Herrn sich entweder auf das Gute oder auf das Wahre beziehen, d.h. auf das, was der Liebe und das, was dem Glauben der Liebtätigkeit angehört. Das, was sich auf das Gute bezieht, oder der Liebe angehört, heißt Himmlisches, das aber, was sich auf das Wahre bezieht, oder auf den Glauben der Liebtätigkeit, wird Geistiges genannt. Weil im ganzen und einzelnen des Wortes vom Reiche des Herrn gehandelt wird und im höchsten Sinne vom Herrn, und das Reich des Herrn die Ehe des Guten und Wahren ist oder die himmlische Ehe, und der Herr selbst es ist, in dem die göttliche Ehe und von dem die himmlische Ehe ist, daher ist auch im ganzen und einzelnen des Wortes diese Ehe, was besonders bei den Propheten hervortritt, wo Wiederholungen einer Sache vorkommen, wobei nur die Worte verändert sind; aber diese Wiederholungen sind nirgends ohne Bedeutung, sondern durch den einen Ausdruck wird das Himmlische bezeichnet, d.h. solches, was Angehör der Liebe oder des Guten ist, und durch den anderen Geistiges, d.h. solches, das dem Glauben der Liebtätigkeit oder dem Wahren angehört. Hieraus erhellt, auf welche Weise die himmlische Ehe, d.h. das Reich des Herrn, im einzelnen des Wortes ist, und im höchsten Sinn die göttliche Ehe selbst, oder der Herr. 4138. "Mit der Pauke und der Zither", 1. Mose 31/27, bedeutet, in Beziehung auf das geistig Gute, nämlich auf den Zustand, in dem er dann aus seinem Eigenen geglaubt hätte sich zu befinden in Ansehung jenes Guten. Dies erkennt man daraus, daß Pauke und Zither gesagt werden vom Guten, aber vom geistig Guten, wie aus mehreren Stellen im Worte ersehen werden kann. Das geistig Gute ist es, welches das Gute des Glaubens genannt wird und Liebtätigkeit ist; das himmlisch Gute aber ist es, welches das Gute der Liebe genannt wird, und Liebe zum Herrn ist. Es gibt zwei Reiche des Herrn in den Himmeln, das eine wird Sein himmlisches Reich genannt, und in diesem sind diejenigen, die in der Liebe zum Herrn sich befinden, das zweite aber wird das geistige Reich genannt, und in diesem sind die, welche in der Liebe zum Nächsten sich befinden. Diese Reiche sind durchaus unterschieden, bilden aber doch ein Ganzes in den Himmeln. Über diese unterschiedenen Reiche, oder über das Himmlische und Geistige sehe man, was früher oftmals gesagt worden ist. Ehemals wurden in den Kirchen verschiedene Arten musikalischer Instrumente gebraucht, als Pauken, Harfen, Flöten, Zithern, zehnsaitige (Instrumente) und mehrere andere; einige von ihnen bezogen sich auf die Klasse der himmlischen, einige aber auf die Klasse der geistigen Dinge. Wenn sie im Worte genannt werden, schließen sie solches in sich, und zwar so sehr, daß man daraus erkennen kann, von welchem Guten gehandelt wird, ob nämlich vom geistigen, oder ob vom himmlischen Guten. Pauke und Zither gehören zur Klasse der geistigen Dinge, deswegen wird hier gesagt: in Ansehung des geistig Guten. Daß Zither vom Geistigen gesagt wird, und daß durch Saiteninstrumente das Geistige bezeichnet werde, durch Blasinstrumente aber das Himmlische, sehe man Nr. 418, 419, 420. 4139. "Und hast mir nicht gestattet, meine Söhne zu küssen, und meine Töchter", 1. Mose 31/28, bedeutet die Lostrennung aus dem Zustand der Freiheit gemäß dem Glauben an jenes Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es Verbindung aus Neigung bezeichnet, worüber Nr. 3573, 3574, 3800; daher bedeutet "nicht erlauben zu küssen" Lostrennung; ferner aus der Bedeutung der Söhne, die Wahrheiten sind, und der Töchter, die das Gute sind, worüber schon einige Male im vorigen, also Lostrennung in bezug auf das Wahre und Gute; daß es in sich schließt: aus dem Zustand der Freiheit, gemäß dem Glauben jenes Guten, darüber sehe man im vorigen, Nr. 4136, 4137. 4140. "Nun, töricht hast du gehandelt in deinem Tun", 1. Mose 31/28, bedeutet die Entrüstung (indignatio). Dies erhellt aus der Gefühlsstimmung (affectio), die in jenen Worten liegt. 4141. "Es wäre vor Gott in meiner Hand, übel mit euch zu verfahren", 1. Mose 31/29, bedeutet den Zustand der Entrüstung, wenn er Macht hätte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 3387; daß es ein Zustand der Entrüstung sei, in dem dieses gesprochen wurde, und der daher bezeichnet wird, ist offenbar. 4142. "Aber der Gott eures Vaters sprach in der vorigen Nacht zu mir", 1. Mose 31/29, bedeutet, es sei vom Göttlichen nicht erlaubt. Dies kann erkannt werden ohne Erklärung, denn es ward ihm im Traum verboten, mit Jakob zu reden vom Guten bis zum Bösen, wie auch im Folgenden (gesagt wird). 4143. "Hüte dich zu reden mit Jakob vom Guten bis zum Bösen", 1. Mose 31/29, bedeutet die Hemmung der Gemeinschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung des Redens vom Guten bis zum Bösen, insofern es bezeichnet, daß keine weitere Gemeinschaft sei, worüber Nr. 4126, somit Hemmung der Gemeinschaft. 4144. "Und nun bist du fortgegangen", 1. Mose 31/30, bedeutet, er habe aus dem Eigenen sich getrennt. Dies erhellt aus der Bedeutung von fortgehen, insofern es ist getrennt werden; daß es aus dem Eigenen geschehen sei, ist klar. 4145. "Weil du dich sehr gesehnt hast nach dem Hause deines Vaters", 1. Mose 31/30, bedeutet das Verlangen nach Verbindung mit dem unmittelbar einfließenden göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses des Vaters, das ist Jischaks und Abrahams, insofern es das unmittelbar einfließende Gute bezeichnet. Daß das Haus das Gute bezeichnet, sehe man Nr. 2233, 2234, 3652, 3720; daß auch der Vater das Gute sei: Nr. 3703; daß Jischak das Gute des Vernünftigen bedeute: Nr. 3012, 3194, 3210; und außerdem bildete Abraham mit Jischak das unmittelbar einfließende göttlich Gute vor, und Laban das Seitenverwandte, oder das nicht unmittelbar einfließende Gute: Nr. 3665, 3778. Das Seitenverwandte, oder nicht unmittelbar einfließende Gute, ist das Gute, welches das mittlere Gute heißt, denn dieses Gute zieht das meiste aus dem Weltlichen, das wie Gutes erscheint, aber nicht wirklich Gutes ist. Aber das unmittelbar einfließende Gute ist dasjenige, das unmittelbar vom Herrn, oder mittelbar durch den Himmel vom Herrn (einfließt), und ist das göttlich Gute, das getrennt ist von solchem weltlichen Guten, wie eben gesagt wurde. Ein jeder Mensch, der wiedergeboren wird, befindet sich zuerst in einem mittleren Guten, und zwar deshalb, damit dieses zum Einführen des echten Guten und Wahren diene, aber nachdem es zu diesem Nutzen gedient hat, wird es getrennt, und (der Mensch) wird hingeführt zu dem Guten, das mehr unmittelbar einfließt. So wird der Mensch, der wiedergeboren wird, stufenweise vervollkommnet. Zum Beispiel: wer wiedergeboren wird, glaubt zuerst, das Gute, was er denkt, und was er tut, sei aus ihm selber, weil er noch nicht weiß, und wenn er es weiß, noch nicht begreift, daß das Gute anderswoher einfließen könne, und daß es unmöglich vergolten werden könne, weil er es aus seinem Eigenen tut. Wenn er nicht zuerst einen solchen Glauben hätte, würde er niemals das Gute tun. Er wird aber durch jenen Glauben eingeführt sowohl in die Neigung das Gute zu tun, als in die (richtigen) Erkenntnisse vom Guten und vom Verdienste, und wenn er so in die Neigung, das Gute zu tun, eingeführt worden ist, dann fängt er an, anderes zu denken und anderes zu glauben, nämlich daß das Gute vom Herrn einfließe, und daß er durch das Gute, was er aus dem Eigenen tut, nichts verdiene. Und endlich, wenn er in der Neigung ist, das Gute zu wollen und zu tun, dann weist er alles Verdienst von sich zurück, ja verabscheut es, und wird von dem Guten angeregt, das aus dem Guten kommt. Wenn er aber in diesem Zustande ist, dann fließt das Gute unmittelbar ein. Ein ferneres Beispiel möge die eheliche Liebe sein: Das Gute, das vorangeht und einführt, ist die Schönheit, oder die Übereinstimmung der Sitten, oder die äußere Zuneigung des einen zum anderen, oder die gleiche beiderseitige Stellung, oder eine erwünschte Stellung. Dieses Gute bildet das mittlere Gute der ehelichen Liebe. Später kommt dazu die Verbindung der Seelen, so daß der eine will wie der andere, und Freude daran empfindet das zu tun, was dem anderen gefällt; dieser Zustand ist der zweite, und dann werden die früheren (Verhältnisse), obwohl sie noch vorhanden sind, nicht weiter beachtet. Dann erst folgt die Vereinigung in Ansehung des himmlisch Guten und des geistig Wahren, daß nämlich der eine glaubt wie der andere, und der eine von demselben Guten angeregt wird wie der andere. Wenn dieser Zustand eingetreten ist, dann sind sie beide zugleich in der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, somit in (der wahren) ehelichen Liebe. Denn die eheliche Liebe ist nichts anderes. Und dann fließt der Herr in die Neigungen beider ein, wie in eine. Dieses Gute ist es, was unmittelbar einfließt. Das frühere aber, das mittelbar einfloß, diente als Mittel, um zu diesem hinzuführen. 4146. "Weshalb aber hast du entwendet meine Götter", 1. Mose 31/30, bedeutet die Entrüstung wegen des Zustandes des verlorenen Wahren. Dies geht deutlich hervor aus dem, was über die Theraphim, die Rachel fortnahm, Nr. 4111 gesagt und gezeigt worden. 4147. Vers 31,32: Und Jakob antwortete und sprach zu Laban: weil ich mich fürchtete, und bei mir dachte, du möchtest vielleicht deine Töchter mir entreißen. Bei wem du aber findest deine Götter, der soll nicht leben vor unseren Brüdern; durchsuche, was ich bei mir habe, und nimm dir, (was dein ist); denn Jakob wußte nicht, daß Rachel jene entwendet hatte. "Und Jakob antwortete und sprach zu Laban: weil ich mich fürchtete, und bei mir dachte, du möchtest vielleicht deine Töchter mir entreißen" bedeutet den Zustand, wenn aus freiem Willen die Trennung jenes Guten eingetreten ist, und daß es in bezug auf die Neigungen des Wahren verletzt werde; "bei wem du aber findest deine Götter, der soll nicht leben vor unseren Brüdern" bedeutet, daß das Wahre ihm nicht angehöre, daß vielmehr das Wahre desselben nicht bestehen könne in seinem Guten; "durchsuche, was ich bei mir habe, und nimm dir, (was dein ist)" bedeutet, daß alles, was jenem Guten angehörte, losgetrennt wurde; "denn Jakob wußte nicht, daß Rachel jene entwendet hatte" bedeutet, daß es der inneren Neigung des Wahren angehörte. 4148. "Und Jakob antwortete und sprach zu Laban: weil ich mich fürchtete, und bei mir dachte, du möchtest vielleicht deine Töchter mir entreißen", 1. Mose 31/31, bedeutet den Zustand, wenn aus freiem Willen die Trennung jenes Guten eingetreten ist, und daß es in bezug auf die Neigungen des Wahren verletzt werde. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden, wo von der Trennung aus freiem Willen von seiten des durch Laban bezeichneten Guten gehandelt wurde, und was hier seine Beantwortung findet. Die einzelnen Worte schließen im inneren Sinn himmlische Geheimnisse in sich, die nicht erörtert werden können aus der Ursache, die gleich oben angegeben wurde: Nr. 4136. Daß hier der Zustand bezeichnet wird, wenn aus dem freien Willen jenes Guten die Trennung geschehen, ist klar; und daß dann die Neigungen des Wahren verletzt werden, wird bezeichnet durch "du möchtest vielleicht deine Töchter mir entreißen", denn durch Töchter, hier Rachel und Leah, werden die Neigungen des Wahren bezeichnet, wie früher mehrmals gezeigt wurde; wie sich das verhält, kann aus dem nun Folgenden noch besser erkannt werden. 4149. "Bei wem du aber findest deine Götter, der soll nicht leben vor unseren Brüdern", 1. Mose 31/32, bedeutet, das Wahre gehöre ihm nicht an, daß vielmehr das Wahre desselben nicht bestehen könne in seinem Guten. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung der Götter, hier der Theraphim, die Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4111; aber nicht die Wahrheiten des durch Laban bezeichneten Guten, sondern der Neigung, die durch Rachel vorgebildet wird. Weil durch Götter hier jene Wahrheiten bezeichnet werden, deshalb wird bemerkt, daß Rachel jene entwendet habe, und von diesen wird in dem Folgenden noch weiter gehandelt. Dies wäre aber nicht erwähnt worden, wenn nicht jener Vorgang Geheimnisse in sich schlösse, die allein im inneren Sinn klar werden; und weil jene Wahrheiten, von denen hier gehandelt wird, nicht dem durch Laban bezeichneten Guten angehörten, sondern der Neigung des Wahren, die durch Rachel vorgebildet wird, deshalb wird durch jene Worte, nämlich "bei wem du findest deine Götter, der soll nicht leben vor unseren Brüdern" bezeichnet, daß das Wahre nicht ihm angehöre, und daß das Wahre desselben nicht bestehen könne in seinem Guten. Mit diesem Geheimnis verhält es sich auf folgende Weise: jedes geistig Gute hat sein Wahres, denn wo das Gute ist, da ist auch das Wahre; das Gute an sich betrachtet, ist nur eins, aber es wird mannigfaltig durch das Wahre, denn das Wahre kann mit den Fasern verglichen werden, die irgendein Organ des Körpers bilden; nach der Form der Fasern bildet sich das Organ, daher auch dessen Wirksamkeit, die durch das Leben stattfindet, das durch die Seele einfließt; und das Leben stammt aus dem Guten, das vom Herrn (ausgeht). Daher kommt es, daß das Gute, obgleich es nur eins ist, dennoch bei einem jeden verschieden ist, und so verschieden, daß es niemals bei dem einen ganz gleich ist, wie bei dem anderen. Daher kommt es auch, daß das Wahre des einen niemals bestehen kann im Guten des anderen; denn alle Wahrheiten bei einem jeden, der im Guten ist, stehen unter sich in Verbindung und bilden eine gewisse Form, und deshalb kann das Wahre des einen nicht auf den anderen übertragen werden, sondern wenn es übertragen wird, geht es in die Form dessen über, der es aufnimmt, und nimmt hier ein anders Ansehen an. Aber dieses Geheimnis ist zu tief, als daß es mit wenigem erklärt werden könnte, daher kommt es, daß das Gemüt des einen niemals dem des anderen völlig gleich ist, sondern so viele Menschen, so viele Unterschiede gibt es in Ansehung der Neigungen und Gedanken. Daher besteht auch der ganze Himmel aus Engelsformen, die in beständiger Mannigfaltigkeit sind, und nachdem sie vom Herrn in die himmlische Form gebracht sind, als ein ganzes wirken; denn keine Einheit wird jemals aus ganz Gleichem zusammengefügt, sondern aus Verschiedenem der Formen nach, und bildet dann eines der Form nach. Daraus geht nun hervor, was darunter verstanden wird, daß sein Wahres nicht in seinem Guten bestehen könne. 4150. "Durchsuche, was ich bei mir habe, und nimm dir, (was dein ist)", 1. Mose 31/32, bedeutet, das Ganze seines Guten sei getrennt worden. Dies erhellt offenbar aus dem Sinn der Worte, der ist: nichts, was dein ist, soll bei mir sein, d.h. nichts von dem durch Laban bezeichneten Guten soll sein in dem Guten, das Jakob vorbildet, somit, daß alles, was dem Guten desselben angehört, getrennt worden sei. 4151. "Denn Jakob wußte nicht, daß Rachel jene entwendet hatte", 1. Mose 31/32, bedeutet, jenes Gute gehöre der inneren Neigung des Wahren an. Dies geht deutlich hervor aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung des inneren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der Bedeutung von entwenden, insofern es bezeichnet, wegtragen was lieb und heilig, worüber Nr. 4112, 4113, 4133; dadurch, daß Rachel die Theraphim oder Götter Labans entwendete, wurde die Veränderung des unter Laban vorgebildeten Zustandes in Ansehung des Wahren bezeichnet, man sehe Nr. 4111. Die Veränderung dieses Zustandes wird hier und in dem nun Folgenden weiter beschrieben, und sie entstand dadurch, daß das unter Laban vorgebildete Gute, nachdem es vom Guten, das Jakob ist, getrennt worden, in einen anderen Zustand durch die Trennung kam; denn die Wahrheiten, die ihm als die seinigen erschienen, wurden, als sie mit dem Guten verbunden waren, nun als weggenommen empfunden. Dies ist der Grund, weshalb Laban sich darüber beklagte, in den Zelten danach suchte, und sie nicht fand; denn das Wahre, das durch die Theraphim im guten Sinne bezeichnet wird: Nr.4111, war nicht das seinige, sondern das der Neigung des Wahren, die durch Rachel bezeichnet wird. Wie es sich damit verhält, kann man nur aus dem erkennen, was im anderen Leben geschieht; denn was dort nahe bei dem Menschen geschieht, erscheint dem Menschen, als ob es in ihm wäre. Fast ebenso verhält es sich mit den Geistern im anderen Leben: wenn die Gesellschaften der Geister, die im mittleren Guten sind, sich mit den Engeln in Gesellschaft befinden, dann erscheint es ihnen, als ob das Wahre und Gute der Engel das ihrige wäre, ja sie wissen es nicht anders; aber wenn sie wieder getrennt werden, dann empfinden sie, daß es nicht so ist; deswegen beklagen sie sich auch, weil sie glauben, es sei ihnen von denen entrissen, mit denen sie in Gesellschaft waren. Das ist es, was hier im inneren Sinn in dem gleich Folgenden durch Theraphim bezeichnet wird. Im allgemeinen verhält es sich so, daß keiner jemals Gutes und Wahres besitzt, das ihm eigen wäre, sondern alles Gute und Wahre fließt vom Herrn ein, sowohl unmittelbar, als mittelbar durch Engelvereine; aber gleichwohl scheint es, als ob das Gute und Wahre ihm eigen wäre; und zwar aus dem Grunde, damit es dem Menschen angeeignet werde, bis er in jenen Zustand kommt, daß er weiß, und dann anerkennt, und endlich glaubt, daß es nicht ihm angehöre, sondern dem Herrn. Es ist auch aus dem Worte und dadurch in der christlichen Welt bekannt, daß alles Gute und alles Wahre vom Herrn kommt, und daß nichts Gutes vom Menschen komme. Ja die Kirchenlehre, die aus dem Worte (geschöpft ist), behauptet, daß der Mensch nicht einmal das Gute anstreben könne aus sich, also nicht wollen, und somit auch nicht tun; denn das Tun des Guten geht hervor aus dem Wollen des Guten, auch (lehrt sie), daß das Ganze des Glaubens vom Herrn sei, so daß der Mensch nicht das geringste glauben könne, wenn es nicht vom Herrn einfließe. Solches behauptet die Kirchenlehre, und solches lehren auch die Predigten; daß aber nur wenige, ja die allerwenigsten glauben, daß es sich so verhalte, geht daraus hervor, daß sie meinen, das Ganze des Lebens sei in ihnen, und kaum einige, daß das Leben einfließe. Das Ganze des menschlichen Lebens besteht in dem Vermögen zu denken und zu wollen, denn wenn dies Vermögen zu denken und zu wollen weggenommen wird, so bleibt nichts vom Leben übrig. Das Wesentlichste des Lebens aber besteht im Denken und Wollen des Guten, ferner im Denken des Wahren und in dem Verlangen, daß das, was man denkt, wahr sei. Da alles dieses gemäß der Lehre, die aus dem Worte (genommen ist), nicht dem Menschen angehört, sondern dem Herrn, und weil es vom Herrn einfließt durch den Himmel, so hätten diejenigen, die irgend urteilsfähig sind und nachdenken können, hieraus schließen können, daß das Ganze des Lebens einfließe. Ebenso verhält es sich mit dem Bösen und Falschen. Nach der Lehre, die aus dem Worte (geschöpft) ist, sucht der Teufel beständig den Menschen zu verführen, und flüstert ihm beständig Böses zu, daher sagt man auch, wenn jemand ein großes Verbrechen begangen hat, er habe sich vom Teufel verführen lassen. Auch dies ist wahr, aber dennoch glauben es nur wenige, wenn überhaupt einige. Wie nämlich alles Gute und Wahre vom Herrn ist, so ist auch alles Böse und Falsche von der Hölle, d.h. vom Teufel; denn die Hölle ist der Teufel. Hieraus kann man auch erkennen, daß, wie alles Gute und Wahre, so auch alles Böse und Falsche einfließt, somit auch das Denken und Wollen des Bösen. Da nun auch dieses einfließt, so kann von denen, die einiges Urteil besitzen und nachdenken können, daraus der Schluß gezogen werden, daß das Ganze des Lebens einfließt, obgleich es scheint, als ob es im Menschen wäre. Daß es sich so verhalte, wurde (mir) oftmals durch Geister gezeigt, die erst kürzlich aus der Welt in das andere Leben gekommen waren; aber einige von ihnen sagten, wenn auch alles Böse und Falsche einfließe, so könne ihnen nichts Böses und Falsches zugerechnet werden, und sie hätten dann keine Schuld, weil es anderswoher komme. Sie erhielten jedoch zur Antwort, sie hätten sich jenes dadurch angeeignet, daß sie geglaubt hätten, aus sich selbst zu denken und zu wollen; dagegen, wenn sie so geglaubt hätten, wie die Sache sich wirklich verhält, dann würden sie sich jenes nicht angeeignet haben, denn alsdann hätten sie auch geglaubt, daß alles Gute und Wahre vom Herrn sei, und wenn sie dies geglaubt hätten, würden sie sich vom Herrn haben leiten lassen, und würden somit in einem anderen Zustand sein. Dann würde auch das Böse, das in ihr Denken und Wollen eingedrungen, sie nicht angeregt haben; dann wäre nämlich nichts Böses (aus ihnen) hervorgegangen, sondern Gutes; denn das, was eingeht, verdirbt (den Menschen) nicht, sondern das, was ausgeht, gemäß den Worten des Herrn bei Mark.7/15. Aber dies können zwar viele erkennen, aber nur wenige glauben. Auch die Bösen können es erkennen, aber gleichwohl nicht glauben, denn sie wollen in ihrem Eigenen sein, und dieses lieben sie so sehr, daß sie, wenn ihnen gezeigt wird, daß alles einfließe, in Angst geraten, und dringend verlangen, es möge ihnen gestattet werden, in ihrem Eigenen zu leben; denn wenn dies ihnen genommen werde, könnten sie nicht mehr leben; und so glauben auch diejenigen, die (das Richtige) erkennen. Dieses wurde gesagt, damit man wisse, wie es sich mit den Gesellschaften der Geister verhält, die im mittleren Guten sind, wenn sie mit anderen verbunden, und wenn sie von diesen wieder getrennt sind, daß sie nämlich, wenn sie verbunden sind, nichts anderes wissen als daß das Gute und Wahre ihnen eigen sei, während es ihnen doch nicht angehört. 4152. Vers 33-35: Und Laban kam in das Zelt Jakobs, und in das Zelt der Leah, und in das Zelt der beiden Mägde, und fand sie nicht, und er ging aus dem Zelte Leahs und kam in das Zelt Rachels. Und Rachel nahm die Theraphim, und legte sie unter die Streu eines Kamels, und setzte sich darauf, und Laban betastete das ganze Zelt und fand sie nicht. Und sie sprach zu ihrem Vater: es möge nicht Zorn entbrennen in den Augen meines Herrn, daß ich mich nicht erheben kann vor dir, weil es mir geht nach der Weiber Weise; und er suchte, aber er fand nicht die Theraphim. "Und Laban kam in das Zelt Jakobs, und in das Zelt der Leah, und in das Zelt der beiden Mägde, und fand sie nicht" bedeutet, daß in ihrem Heiligen keine solche Wahrheiten seien; "und er ging aus dem Zelte Leahs und kam in das Zelt Rachels" bedeutet das Heilige dieses Wahren; "und Rachel nahm die Theraphim" bedeutet die inwendigeren Wahrheiten des Natürlichen, die vom Göttlichen stammen; "und legte sie unter die Streu eines Kamels" bedeutet in das Wißtümliche; "und setzte sich darauf" bedeutet, daß sie im Inwendigeren waren; "und Laban betastete das ganze Zelt und fand sie nicht" bedeutet, daß daselbst nichts war; was ihm angehörte; "und sie sprach zu ihrem Vater" bedeutet, zum Guten; "es möge nicht Zorn entbrennen in den Augen meines Herrn, daß ich mich nicht erheben kann vor dir" bedeutet, daß (jene Wahrheiten) nicht offenbar werden könnten; "weil es mir geht nach der Weiber Weise" bedeutet, daß sie noch unter Unreinem seien; "und er suchte, aber er fand nicht die Theraphim" bedeutet, daß sie ihm nicht angehörten. 4153. "Und Laban kam in das Zelt Jakobs, und in das Zelt der Leah, und in das Zelt der beiden Mägde, und fand sie nicht", 1. Mose 31/33, bedeutet, in ihrem Heiligen seien nicht solche Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es das Heilige ist, worüber Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3210, 3312, 4128; hier Heiligtümer, weil mehrere Zelte, nämlich das des Jakobs, der Leah und der Mägde. Daß jene Wahrheiten nicht daselbst waren, wird bezeichnet durch die Theraphim, die er dort nicht fand. Daß Theraphim im guten Sinn Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 4111; durch Jakob wird das Gute des Natürlichen vorgebildet, durch Leah die Neigung des äußeren Wahren, und durch die Mägde die äußeren Neigungen, worüber im vorigen; und weil das Wahre, von dem hier gehandelt wird, nicht im Äußeren, sondern im Inneren war, deshalb wurde es nicht in ihren Zelten, d.i. in ihrem Heiligen gefunden; sondern es war im Zelte Rachels, d.h. im Heiligen der Neigung es inneren Wahren, denn durch Rachel wird die Neigung des inwendigeren Wahren vorgebildet. 4154. "Und er ging aus dem Zelte Leahs und kam in das Zelt Rachels", 1. Mose 31/33, bedeutet das Heilige jenes Wahren. Dies erhellt aus dem, was gleich oben gesagt wurde. Mit der Wahrheit verhält es sich wie mit dem Guten. Es gibt nämlich äußere und innere, denn es gibt einen inneren Menschen und einen äußeren. Das Gute des inneren Menschen ist es, welches das innere Gute und Wahre genannt wird, und das Gute und Wahre des äußeren Menschen heißt das äußere Gute und Wahre. Das Gute und Wahre des inneren Menschen hat drei Grade, wie sie in den drei Himmeln sind. Das Gute und Wahre des äußeren Menschen hat auch drei Grade, und entspricht dem inneren. Es gibt nämlich ein Gutes und Wahres, das in der Mitte oder vermittelnd ist zwischen dem inneren und äußeren Menschen, denn ohne Mittleres oder Ermittelndes findet keine Gemeinschaft statt. Es gibt ferner ein Gutes und Wahres im Eigenen des natürlichen Menschen, das äußeres Gutes und Wahres genannt wird, und es gibt auch Gutes und Wahres im Sinnenhaften, das dem Körper angehört und somit das Äußerste ist. Dieses Gute und Wahre dreier Grade bezieht sich auf den äußeren Menschen und entspricht ebenso vielem Guten und Wahren des inneren Menschen, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle. Das Gute und Wahre eines jeden Grades ist unter sich ganz geschieden und darf keineswegs vermengt werden. Was inwendiger ist, ist das Zusammenfügende, und was mehr äußerlich, ist das Zusammengefügte. Obgleich diese unter sich auf das bestimmteste unterschieden sind, erscheinen sie dennoch dem Menschen nicht als unterschieden. Wer ein sinnenhafter Mensch ist, weiß nicht anders, als daß alles Inwendigere, ja selbst das Innere nur Sinnenhaftes sei, denn er sieht aus dem Sinnlichen, somit aus dem Äußersten. Von dem Äußersten aus kann niemals das Inwendigere geschaut werden, sondern nur das Äußerste von dem Inwendigeren aus. Der natürliche Mensch, d.h. der, welcher aus dem Wißtümlichen denkt, weiß nicht anders, als daß das Natürliche, aus dem er denkt, das Innerste sei, obgleich es das Äußere ist. Der inwendigere Mensch, der aus den analytischen Wahrheiten, die aus dem natürlichen Wißtümlichen gefunden wurden, urteilt und schließt, glaubt zwar ebenfalls, daß diese das Innerste des Menschen ausmachen, weil sie ihm als das Innerste erscheinen, aber sie sind gleichwohl noch unterhalb des Vernünftigen, und sind somit in bezug auf das echte Vernünftige ein Äußeres oder Unteres. Auf diese Weise verhält es sich mit der Auffassung des Menschen. Das, von dem nun die Rede war, gehört dem natürlichen oder äußeren Menschen an in seinen drei Graden, das aber, was dem inneren Menschen angehört, hat auch drei Grade, wie sie in den drei Himmeln sind. Aus dem oben Gesagten geht deutlich hervor, wie es sich mit den Wahrheiten verhält, die durch Theraphim bezeichnet werden, daß sie nämlich nicht gefunden wurden in den Zelten des Jakobs, der Leah und der Mägde, sondern in dem Zelte der Rachel, d.h. in dem Heiligen der Neigung des inwendigeren Wahren. Alles Wahre, das aus dem Göttlichen stammt, ist im Heiligen; denn es kann nicht anders sein, weil das Wahre aus dem Göttlichen heilig ist. Heilig wird es genannt von der Neigung, d.h. von der Liebe, die vom Herrn einfließt und macht, daß der Mensch vom Wahren angeregt wird. 4155. "Und Rachel nahm die Theraphim", 1. Mose 31/34, bedeutet die inwendigeren Wahrheiten des Natürlichen, die aus dem Göttlichen stammen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung des inwendigeren Wahren ist, worüber im vorigen; und aus der Bedeutung der Theraphim, insofern sie Wahres bezeichnen, das aus dem Göttlichen stammt: Nr. 4111, also inwendigere Wahrheiten. Wie diese beschaffen sind, und wo sie sind, wurde Nr. 4154 gesagt. 4156. "Und legte sie unter die Streu eines Kamels", 1. Mose 31/34, bedeutet Wißtümliches. Dies erhellt aus der Bedeutung von Streu des Kamels, insofern sie das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 3114; die Streu wird genannt, sowohl weil Stroh die Speise des Kamels ist, als auch weil es beziehungsweise das Grobe und Ungeordnete ist, daher wird auch Wißtümliches bezeichnet durch ein Dickicht von Bäumen und Wäldern: Nr. 2831. Daß Kamele allgemein Wißtümliches bezeichnet, das dem natürlichen Menschen angehört, sehe man Nr. 3048, 3071, 3143, 3145. Daß das Wißtümliche verhältnismäßig Grobes und Ungeordnetes ist, und daher durch Stroh bezeichnet wird, und auch durch Dickicht, erscheint nicht vor denen, die im bloßen Wißtümlichen sind, und dadurch als Gelehrte gelten. Diese glauben, in dem Maß, als der Mensch wisse oder Kenntnisse besitze, sei er auch weise. Daß sich aber die Sache anders verhält, konnte ich deutlich erkennen an denen im anderen Leben, die, während sie in der Welt lebten, in bloßen Wißtümlichkeiten waren, und hierdurch den Namen und Ruhm eines Gelehrten zu erlangen suchten. Sie sind nämlich bisweilen viel stumpfsinniger als die, welche keine Wissenschaften verstanden. Als Grund wurde mir enthüllt, daß zwar die wißtümlichen Kenntnisse Mittel sind um weise zu werden, aber auch Mittel, um in Irrsinn zu geraten. Für diejenigen, die ein Leben des Guten führen, sind die Wissenschaften Mittel, weise zu werden; für diejenigen aber, die ein Leben des Bösen führen, sind sie Mittel, irrsinnig zu werden, denn durch Wißtümliches begründen sie nicht nur das Leben des Bösen, sondern auch die Grundsätze des Falschen, und zwar in anmaßender Weise und mit Überredung, weil sie glauben, vor anderen weise zu sein. Daher kommt es, daß sie ihr Vernünftiges zerstören, denn nicht der hat ein Vernünftiges (d.h. inneres Denken), der aus dem Wißtümlichen heraus vernünfteln kann, und zwar dem Anscheine nach oft scharfsinniger als andere, es ist aber nur ein Irrlicht, das diese Geschicklichkeit hervorbringt; sondern derjenige erfreut sich eines wahren Vernünftigen, der erkennen kann, daß das Gute gut, und das Wahre wahr ist, und ebenso, daß das Böse bös und das Falsche falsch ist. Wer aber das Gute als Böses, und das Böse als Gutes betrachtet, ferner wer das Wahre für Falsches und das Falsche für Wahres ansieht, der kann durchaus nicht vernünftig genannt werden, sondern vielmehr unvernünftig, wie sehr er auch vernünfteln kann. Bei dem, der erkennen kann, daß das Gute gut und das Wahre wahr ist, und umgekehrt, daß das Böse bös und das Falsche falsch ist, fließt Licht aus dem Himmel ein, und erleuchtet sein Verständiges (intellectuale, Denkvermögen), und macht, daß die Vernunftgründe, die er durch seinen Verstand sieht, ebenso viele Strahlen jenes Lichtes sind. Dasselbe Licht erleuchtet dann auch die wißtümlichen Kenntnisse (scientifica), so daß sie bestätigen, und bringt sie überdies in die himmlische Ordnung und Form. Diejenigen aber, die gegen das Gute und Wahre sind, wie alle, die in einem Leben des Bösen sind, lassen jenes Licht nicht zu, sondern haben nur Freude an ihrem eigenen Irrlichte, denn die Natur, (d.i. der natürliche Mensch) ist so beschaffen, daß sie sieht wie einer, der im Dunkeln fleckige Streifen an der Wand sieht, und durch seine Phantasien Bilder aller Art daraus macht, die aber doch keine Bilder sind, denn beim anbrechenden Tageslicht zeigt es sich, daß es nur fleckige Streifen sind. Hieraus kann erhellen, daß die wißtümlichen Kenntnisse Mittel sind um weise zu werden, aber auch Mittel um irrsinnig zu werden, d.h., daß sie Mittel sind, um das Vernünftige zu vervollkommnen, aber auch Mittel, das Vernünftige zu zerstören. Daher sind diejenigen, die das Vernünftige durch Wißtümliches zerstört haben, im anderen Leben viel stumpfsinniger als die, welche keine Wissenschaften erlernten. Daß die wißtümlichen Kenntnisse verhältnismäßig etwas Grobes sind, erhellt daraus, daß sie dem natürlichen oder äußeren Menschen angehören, das Vernünftige dagegen, das durch sie ausgebildet wird, dem geistigen oder inneren Menschen angehört; wie weit diese voneinander verschieden sind in Ansehung der Reinheit, kann man aus dem erkennen, was über die beiden Gedächtnisse Nr. 2469-2494 gesagt und gezeigt wurde. 4157. "Und setzte sich darauf", 1. Mose 31/34, bedeutet, daß es Inwendigeres war, also unter ihr in der Streu des Kamels. Durch Streu des Kamels wird, wie oben bemerkt worden, Wißtümliches bezeichnet. Diejenigen Wahrheiten, die durch Theraphim bezeichnet werden, waren nicht Wißtümliches, sondern in demselben enthalten, denn mit den Wahrheiten der drei Grade, wovon Nr. 4154 (die Rede war), verhält es sich so, daß die inwendigeren in den äußeren sind, denn so bringen sie sich in Ordnung. 4158. "Und Laban betastete das ganze Zelt und fand sie nicht", 1. Mose 31/34, bedeutet, es sei nichts darinnen gewesen, was ihm angehörte. Dies erhellt aus der Reihenfolge im inneren Sinn, also ohne weitere Erklärung. 4159. "Und sie sprach zu ihrem Vater", 1. Mose 31/35, bedeutet, zum Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters, insofern er das Gute ist, worüber Nr. 3703; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, der hier der Vater ist, insofern er das mittlere Gute bezeichnet, wovon im vorigen gehandelt wurde. 4160. "Es möge nicht Zorn entbrennen in den Augen meines Herrn, daß ich mich nicht erheben kann vor dir", 1. Mose 31/35, bedeutet, sie könnten nicht offenbar werden. Dieses kann aus der Reihenfolge im inneren Sinn, daher ohne weitere Erklärung erhellen, denn aufstehen würde hier bedeuten, die Wahrheiten, die durch Theraphim bezeichnet werden, enthüllen und somit offenbaren. Daher wird durch "nicht erheben können" bezeichnet, daß dieselben nicht offenbart werden konnten. 4161. "Weil es mir geht nach der Weiber Weise", 1. Mose 31/35, bedeutet, daß sie noch unter Unreinem seien. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weise der Weiber, insofern sie Unreines bezeichnet, und daher auch, daß das unrein war, worauf sie saß: 3. Mose 15/19-31; somit daß jene unter Unreinem waren. Es wird gesagt, die inneren Wahrheiten seien unter Unreinem, wenn sie unter Wißtümlichem sind, das noch nicht entspricht oder übereinstimmt, solches wird aber entfernt, wenn der Mensch gereinigt, d.h., wenn er wiedergeboren wird. 4162. "Und er suchte, fand aber nicht die Theraphim", 1. Mose 31/35, bedeutet, daß sie ihm nicht angehörten, d.h., daß die inneren Wahrheiten nicht Eigentum des Laban seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von durchsuchen und nicht finden. Im äußeren historischen Sinne liegt es, daß sie zwar dem Laban gehörten, jedoch verborgen waren; im inneren Sinn aber, daß sie ihm nicht als Eigen angehörten. Daß die Theraphim Wahrheiten aus dem Göttlichen bezeichnen, sehe man Nr. 4111. Wie dies sich verhalte, daß nämlich jene Wahrheiten nicht dem durch Laban bezeichneten Guten, sondern den inneren Neigungen des Wahren angehörten, kann aus dem offenbar sein, was Nr. 4151 gesagt worden. Hieraus erhellt nun, welches Geheimnis verborgen liegt in dem, was von den Theraphim gesagt wird. Daß durch die Theraphim Wahrheiten aus dem Göttlichen bezeichnet werden, kommt daher, weil diejenigen, die der Alten Kirche angehörten, das Göttliche oder den Herrn mit verschiedenen Namen bezeichneten, und zwar gemäß den Unterschieden, die in den Wirkungen erschienen, z.B. mit dem Namen des Gottes Schaddai von den Versuchungen, in denen der Herr für den Menschen kämpft, und nach welchen Er ihm Gutes erzeigt, man sehe Nr. 1992, 3667. Die Vorsorge desselben, daß der Mensch nicht aus sich in die Geheimnisse des Glaubens eintrete, nannten sie Cherubim: Nr. 308; die göttlichen Wahrheiten, die sie durch Antworten erhielten, wurden Theraphim genannt; die übrigen göttlichen Attribute bezeichneten sie auch mit einzelnen Namen, aber die Weisen unter ihnen verstanden unter allen diesen Namen nur den einen Herrn, die Einfältigen hingegen machten sich ebenso viele vorbildliche Darstellungen des Göttlichen, und als der Gottesdienst anfing in Götzendienst auszuarten, bildeten sie sich ebenso viele Götter. Daher auch soviel Götzendienst unter den Heiden, welche die Zahl jener noch vermehrten. Weil aber in den alten Zeiten unter jenen Namen das Göttliche verstanden wurde, so wurden einige beibehalten, wie Schaddai und auch Cherubim, ferner Theraphim, und im Worte wird durch sie das Obenbemerkte bezeichnet. Daß unter Theraphim die göttlichen Wahrheiten verstanden wurden, die aus den Antworten hervorgingen, ist offenbar bei Hos.3/4. 4163. Vers 36-42: Und Jakob ward zornig und schalt Laban; und es antwortete Jakob und sprach zu Laban: Was ist mein Vergehen, was meine Sünde, daß du mir nachgesetzt hast? Du hast betastet alle meine Geräte, was hast du gefunden von allen Geräten deines Hauses? Lege es hierher vor meinen Brüdern und vor deinen Brüdern, und sie mögen richten zwischen uns beiden. Diese zwanzig Jahre war ich bei dir; deine Schafe und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren, und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt. Das Zerrissene habe ich dir nicht gebracht, ich habe es erstattet, aus meiner Hand hast du gefordert, was gestohlen ward bei Tage und gestohlen bei der Nacht. Am Tage verzehrte mich die Hitze und die Kälte in der Nacht, und es ward vertrieben mein Schlaf von meinen Augen. Diese zwanzig Jahre habe ich in deinem Hause dir gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um deine Herde, und du hast geändert meinen Lohn in zehnerlei Weise. Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wäre, du hättest mich nun leer entlassen; mein Elend und die Ermüdung meiner Hände hat Gott gesehen, und hat gerichtet in der vorigen Nacht. "Und Jakob ward zornig und schalt Laban" bedeutet den Eifer des Natürlichen; "und es antwortete Jakob und sprach zu Laban: Was ist mein Vergehen, was meine Sünde, daß du mir nachgesetzt hast?" bedeutet, daß er sich nicht aus Bösem getrennt habe; "du hast betastet alle meine Geräte, was hast du gefunden von allen Geräten deines Hauses?" bedeutet, daß keine Wahrheiten des Guten sein Eigentum gewesen, sondern alle ihm gegeben waren; "lege es hierher vor meinen Brüdern und vor deinen Brüdern, und sie mögen richten zwischen uns beiden" bedeutet, daß nach Recht und Billigkeit das Urteil sein solle; "diese zwanzig Jahre war ich bei dir" bedeutet das Eigene; "deine Schafe und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren" bedeutet seinen Zustand in Ansehung des Guten und des Wahren im Guten; "und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt" bedeutet von dem Wahren seines Guten habe er nichts genommen; "das Zerrissene habe ich dir nicht gebracht" bedeutet das Böse sei nicht durch seine Schuld bei jenem Guten; "ich habe es erstattet" bedeutet, es sei Gutes daraus hervorgegangen; "aus meiner Hand hast du gefordert" bedeutet von Ihm selbst; "was gestohlen ward bei Tage und gestohlen bei der Nacht" bedeutet das Böse des Verdienstes verhalte sich so; "am Tage verzehrte mich die Hitze und die Kälte in der Nacht, und es ward vertrieben mein Schlaf von meinen Augen" bedeutet die Versuchungen; "diese zwanzig Jahre habe ich in deinem Hause dir gedient" bedeutet das Eigene; "vierzehn Jahre um deine beiden Töchter" bedeutet die erste Periode, um sich die Neigungen des Wahren zu erwerben, "und sechs Jahre um deine Herde" bedeutet, um hieraus das Gute zu erlangen; "und du hast geändert meinen Lohn in zehnerlei Weise" bedeutet den Zustand desselben, als er sich jenes Gute aneignete; "wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wäre" bedeutet, wenn nicht das Göttliche und das Göttlich-Menschliche; "du hättest mich nun leer entlassen" bedeutet, daß er alles für sich in Anspruch genommen hätte; "mein Elend und die Ermüdung meiner Hände hat Gott gesehen, und hat gerichtet in der vorigen Nacht" bedeutet, daß alles aus Ihm selbst durch Seine eigene Macht (geschehen sei). 4164. "Und Jakob ward zornig und schalt Laban", 1. Mose 31/36, bedeutet den Eifer des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zornig werden oder zürnen, und daher schelten, insofern es Eifer bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Natürlichen ist, wovon im vorigen. Daß "zornig werden oder zürnen" und daher schelten Eifer bezeichnet, kommt daher, weil es im Himmel oder bei den Engeln keinen Zorn gibt, sondern statt des Zornes Eifer; denn der Zorn unterscheidet sich dadurch vom Eifer, daß im Zorn Böses ist, im Eifer aber Gutes, oder daß, wer im Zorn ist, gegen den anderen, auf den er zürnt, Böses beabsichtigt, wer aber im Eifer ist, für den anderen, gegen den er Eifer hat, Gutes beabsichtigt. Daher kann auch der, welcher im Eifer ist, im Augenblick wieder gut sein, und auch während der Handlung gegen andere, nicht aber der, welcher im Zorn ist, obgleich der Eifer der äußeren Form nach dem Zorn ähnlich erscheint, ist er dennoch der inneren Form nach völlig unähnlich. 4165. "Und es antwortete Jakob und sprach zu Laban: Was ist mein Vergehen, was meine Sünde, daß du mir nachgesetzt hast?", 1. Mose 31/36, bedeutet, er habe sich nicht aus Bösem getrennt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vergehens und der Sünde, insofern es Böses ist. Daß er nachsetzte, weil er sich getrennt hatte, ist offenbar, somit auch, daß er (Jakob) nicht aus Bösem sich getrennt habe. HG 4166 4166. "Du hast betastet alle meine Geräte, was hast du gefunden von allen Geräten deines Hauses?", 1. Mose 31/37, bedeutet, daß keine Wahrheiten ihm eigen gewesen seien, sondern alle gegeben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geräte des Hauses, insofern sie die eigenen Wahrheiten bezeichnen. Daß Geräte (Gefäße) Wahrheiten sind, sehe man Nr. 3068, 3079, 3316, 3318; daß daher Geräte des Hauses eigene Wahrheiten sind, ist offenbar. Sie betasten und nicht finden bedeutet, daß keine sein Eigentum gewesen, folglich, daß alle ihm gegeben waren. Wie dies sich verhalte, sehe man Nr. 4151. 4167. "Lege es hierher vor meinen Brüdern, und vor deinen Brüdern, und sie mögen richten zwischen uns", 1. Mose 31/37, bedeutet, das Urteil solle nach Recht und Billigkeit geschehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie Gutes bezeichnen, worüber Nr. 2360, 3803, 3815, 4121; daß "meine Brüder und deine Brüder" das Gerechte und Billige bezeichnen, darüber im Folgenden; daß "sie werden richten zwischen uns", das Urteil bezeichnet, ist klar. Daß "meine Brüder und deine Brüder" das Gerechte und Billige bedeuten, kommt daher, weil hier vom Natürlichen gehandelt wird; denn im Natürlichen wird gewöhnlich gerecht und billig genannt, was im Geistigen gut und wahr heißt. Es gibt beim Menschen zwei Grundlagen (plana), auf welchen das Himmlische und Geistige, das vom Herrn ist, gegründet wird. Die eine Grundlage ist mehr innerlich, die andere mehr äußerlich. Diese Grundlagen selbst sind nichts anderes als das Gewissen. Ohne Grundlagen, d.h. ohne Gewissen, kann niemals etwas Himmlisches und Geistiges, das vom Herrn ist, befestigt werden, sondern es fließt ab wie Wasser durch ein Sieb, und deshalb wissen diejenigen, die ohne solche Grundlage oder ohne Gewissen sind, nicht, was das Gewissen sei, ja sie glauben nicht einmal, daß es etwas Geistiges und Himmlisches gebe. Die innere Grundlage, oder das innere Gewissen ist es, wo das Gute und Wahre im echten Sinne (wohnt); denn das vom Herrn einfließende Gute und Wahre belebt es. Die äußere Grundlage aber ist das äußere Gewissen, wo das Gerechte und Billige im eigentlichen Sinn des Wortes (wohnt); denn das sittliche und bürgerliche Gerechte und Billige, das auch einfließt, belebt dasselbe. Es gibt aber auch eine äußerste Grundlage, die ebenfalls als Gewissen erscheint, aber kein Gewissen ist, nämlich gerecht und billig handeln auch um seinetwillen und der Welt wegen, d.h. wegen eigener Ehre oder eigenen Ruhms und wegen der Güter der Welt und ihres Besitzes, dann auch aus Furcht vor dem Gesetz. Diese drei Grundlagen sind es, die den Menschen regieren, d.h. durch die der Herr den Menschen regiert. Durch die innere Grundlage oder durch das Gewissen des geistig Guten und Wahren regiert der Herr diejenigen, die wiedergeboren sind, durch die äußere Grundlage oder durch das Gewissen des Gerechten und Billigen, d.h. durch das Gewissen des moralischen und bürgerlichen Guten und Wahren regiert der Herr diejenigen, die noch nicht wiedergeboren sind, aber wiedergeboren werden können, und auch wiedergeboren werden, wenn nicht im Leben des Körpers, doch im anderen Leben. Aber durch die äußerste Grundlage, die wie ein Gewissen erscheint und doch kein Gewissen ist, regiert der Herr die übrigen alle, auch die Bösen; ohne diese Regierung würden sie sich in alle Freveltaten und unsinnige Handlungen stürzen, und sie tun es auch, wenn sie ohne die Bande dieser Grundlage sind. Diejenigen, die sich hierdurch nicht regieren lassen, sind entweder unsinnig, oder werden nach den Gesetzen bestraft. Diese drei Grundlagen wirken bei den Wiedergeborenen in eins zusammen, denn die eine fließt in die andere, und die inwendigere bringt die mehr äußerliche in Ordnung. Die erste Grundlage oder das Gewissen des geistig Guten und Wahren ist im Vernünftigen des Menschen, aber die zweite Grundlage oder das Gewissen des sittlichen und bürgerlichen Guten und Wahren, d.h. des Gerechten und Billigen, ist im Natürlichen des Menschen. Hieraus geht nun hervor, was das Gerechte und Billige sei das durch Brüder bezeichnet wird, nämlich das Gerechte durch "meine Brüder", und das Billige durch "deine Brüder"; denn gerecht und billig wird gesagt, weil vom natürlichen Menschen gehandelt wird; denn von ihm werden diese Prädikate im eigentlichen Sinne gebraucht. 4168. "Diese zwanzig Jahre war ich bei dir", 1. Mose 31/38, bedeutet das Eigene. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, insofern es das Gute der Überreste ist: Nr. 2280, diese aber, nämlich die Überreste, sind, wenn sie vom Herrn gesagt werden, nichts anderes, als Sein Eigenes: Nr. 1906. Zwanzig Jahre bedeuten die Zustände des Eigenen; daß Jahre Zustände sind, sehe man Nr. 487, 488, 493, 893. Was in den Worten Jakobs zu Laban enthalten ist, handelt im höchsten Sinn vom Eigenen im Natürlichen, das Sich der Herr aus eigener Macht erwarb, und zwar von den verschiedenen Zuständen dieses Eigenen. 4169. "Deine Schafe und deine Ziegen haben nicht fehlgeboren", 1. Mose 31/38, bedeutet seinen Zustand in Ansehung des Guten und des Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schafes, insofern es das Gute bezeichnet, worüber folgen wird, und aus der Bedeutung der Ziege, insofern sie das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3995, 4006. Unter dem Guten schlechthin versteht man das Gute des Willens, unter dem Guten des Wahren aber das Gute der Einsicht; das Gute des Willens ist, aus dem Guten heraus das Gute tun; das Gute aber der Einsicht ist, aus dem Wahren das Gute tun. Diese beiden erscheinen denen, die das Gute aus dem Wahren tun, als ob sie eins wären; gleichwohl aber sind sie unter sich sehr verschieden; denn das Gute aus dem Guten tun, heißt, es aus dem Innewerden des Guten tun; das Innewerden des Guten aber findet sich nirgends als bei den Himmlischen; aber das Gute aus dem Wahren tun, heißt, es aus der Erkenntnis und infolgedessen aus der Einsicht tun, aber ohne ein Innewerden, daß es wirklich so sei, und nur weil man so belehrt worden ist von anderen, oder aus sich selbst durch sein Verstandesvermögen geschlossen hat, daß es so sei. Dies kann zwar auch ein irrtümlich Wahres sein, dennoch aber, wenn es Gutes zum Zweck hat, wird das, was man aus diesem Wahren tut, als etwas Gutes getan. Daß die Schafe Gutes bedeuten, kann aus mehreren Stellen im Worte erkannt werden, von denen nur folgende angeführt werden mögen: Jes.53/7: "Er ward mißhandelt, aber Er tat Seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummet und seinen Mund nicht auftut": vom Herrn, wo Er mit einem Schafe verglichen wird, nicht aus dem Wahren, sondern aus dem Guten. Matth.10/5,6: "Jesus sprach zu den Zwölfen, die Er aussandte: Ihr sollt nicht auf den Weg der Heiden gehen, und nicht eingehen in die Städte der Samariter; geht vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel": die Heiden, zu denen sie nicht gehen sollten, bezeichnen diejenigen, die im Bösen sind; daß die Heiden Böses bedeuten, sehe man Nr. 1259, 1260, 1849. Städte der Samariter bedeuten diejenigen, die im Falschen sind; Schafe diejenigen, die im Guten sind. Joh.21/15-17: "Jesus sprach nach der Auferstehung zu Petrus: weide Meine Lämmer; zum zweiten Male sprach Er: weide Meine Schafe; zum dritten Male sprach Er: weide Meine Schafe": Lämmer für diejenigen, die in Unschuld sind; Schafe an der 2. Stelle für diejenigen, die im Guten aus dem Guten, Schafe an der 3. Stelle für diejenigen, die im Guten aus dem Wahren sind. Bei Matth.25/31-40: "Wenn der Menschensohn kommen wird in Seiner Herrlichkeit, wird Er die Schafe zu Seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken; und Er wird sprechen zu denen, die zur Rechten sind; "Kommet, ihr Gesegneten Meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist seit Gründung der Welt; denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränket; Ich war ein Fremdling, und ihr habt Mich aufgenommen; Ich war nackt, und ihr habt Mich bekleidet; Ich war krank, und ihr habt Mich besucht; Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu Mir gekommen; was ihr getan habt einem dieser Meiner geringsten Brüder, das habt ihr Mir getan": hier ist offenbar, daß Schafe das Gute bezeichnen, d.h. diejenigen, die im Guten sind; alle Arten der Liebtätigkeit sind hier im inneren Sinn enthalten, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle; durch Böcke werden insbesondere diejenigen bezeichnet, die im Glauben, aber in keiner Liebtätigkeit sind. Hes.34/17: "Ihr, Meine Herde, spricht der Herr Jehovih, siehe, Ich richte zwischen Vieh und Vieh, zwischen den Widdern der Schafe und zwischen den Böcken": daß Böcke insbesondere diejenigen bezeichnen, die im Glauben ohne Liebtätigkeit sind, kann erhellen aus der Bedeutung der Böcke, insofern sie im guten Sinn diejenigen bezeichnen, die im Wahren des Glaubens und dadurch in einiger Liebtätigkeit sind; im entgegengesetzten Sinn aber diejenigen, die im Glauben ohne Liebtätigkeit sind und Vernünfteleien anstellen über das Heil aus ihren Grundlehren, daß der Glaube selig mache. Dies geht auch aus dem hervor, was der Herr von den Böcken bei Matth.25/31-40 sagt. Diejenigen aber, die in keinem Wahren des Glaubens und zugleich in keinem Guten der Liebtätigkeit sind, werden ohne solches Urteil, nämlich ohne die Überführung, daß sie im Falschen sind, in die Hölle versetzt. 4170. "Und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt", 1. Mose 31/38, bedeutet, von dem Wahren seines Guten habe er nichts genommen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Widder, insofern sie das Wahre des Guten sind; denn Schafe bezeichnen das Gute, und daher (bezeichnen) die Widder, weil sie zu den Schafen gehören, das Wahre des Guten; ferner aus der Bedeutung von verzehren, insofern es bedeutet, sich aneignen, worüber Nr. 3168, 3513, 3596, 3832; also auch nehmen, denn was von einem anderen angeeignet wird, das wird von ihm genommen. 4171. "Das Zerrissene habe ich dir nicht gebracht", 1. Mose 31/39, bedeutet, das Böse sei ohne seine Schuld bei jenem Guten. Dies erhellt aus der Bezeichnung des Zerrissenen, insofern es den Tod bezeichnet, der von einem anderen verursacht wurde, somit das Böse ohne eigene Schuld. Das Böse, das beim Menschen ist, hat mehrfache Grundursachen: Sein erster Ursprung ist aus dem Erbbösen durch fortgesetzte Ableitungen von den Großvätern und Urgroßvätern bis zum Vater, und vom Vater, in dem auf solche Weise das Böse angehäuft ist, bis zu dem Menschen selbst. Der zweite Ursprung ist aus dem tatsächlichen Bösen, das nämlich der Mensch sich selbst durch ein Leben des Bösen erwirbt. Dieses Böse hat der Mensch teils aus Vererbung wie aus einem Ozean des Bösen genommen und zur Tatsache gemacht, teils hat er aus sich mehreres hinzugefügt, woraus das eigene (Böse) entsteht, das der Mensch sich erwirbt. Aber dieses tatsächliche Böse, das der Mensch zu seinem Eigenen macht, hat auch einen verschiedenen Ursprung. Im allgemeinen einen zweifachen; nämlich den einen, daß er das Böse von anderen aufnimmt ohne seine Schuld, den anderen, daß er es aufnimmt von sich, also mit seiner Schuld. Was der Mensch von anderen aufnimmt ohne seine Schuld ist das, was im Worte bezeichnet wird durch Zerrissenes, was er aber aufnimmt von sich, also mit seiner Schuld, wird im Worte bezeichnet durch Gefallenes (Aas, Kadaver). Daher kommt es, daß, wie in der Alten Kirche, so auch in der jüdischen, verboten war, das von selbst Gestorbene oder das Gefallene zu essen, und auch das Zerrissene, worüber Folgendes: 3. Mose 17/15,16: "Jeder Mensch, der ein Gefallenes ißt oder ein Zerrissenes, von Einheimischen oder Fremdlingen, der wasche seine Kleider und bade sich mit Wasser, und sei unrein bis auf den Abend, dann soll er rein sein; wenn er sich aber nicht wäscht und sein Fleisch nicht badet (reinigt), soll er tragen seine Missetat". 3. Mose 22/8: "Gefallenes und Zerrissenes soll er nicht essen, damit er nicht unrein davon werde, Ich, Jehovah (sage es)": Zerrissenes (steht) für das Böse, das aus Falschem kommt, und das von den Bösen eingegeben wird, diese nämlich sind die wilden Tiere des Waldes, die zerreißen, denn die Höllischen werden im Worte mit wilden Tieren verglichen. 2. Mose 22/30: "Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein, daher sollt ihr nicht essen das auf dem Felde zerrissene Fleisch, den Hunden sollt ihr es vorwerfen". Hes.4/14: "Der Prophet zu Jehovah: Meine Seele hat sich nicht verunreinigt, Gefallenes und Zerrissenes habe ich nicht gegessen von meiner Jugend an bis jetzt, und unreines Fleisch ist nicht in meinen Mund gekommen". Hes.44/31: "Kein Gefallenes oder Zerrissenes von Vögeln und von Tieren sollen die Priester essen": (hier ist die Rede) vom Reiche des Herrn, daß in demselben die neue Erde sei. Aus Obigem kann man erkennen, was das Zerrissene im inneren Sinn sei. Damit es jedoch noch deutlicher werde, was das Zerrissene bezeichne, möge Folgendes als Beispiel dienen: Wenn einer, der ein gutes Leben führt, oder aus Wohlwollen dem Nächsten Gutes erzeigt, von einem anderen, der im Bösen ist, sich überreden läßt, daß ein gutes Leben nicht zur Seligkeit beitrage aus dem Grunde, weil alle in Sünden geboren seien, und weil niemand aus sich das Gute wollen und daher auch nicht tun könne, und daß deshalb für ein Heilsmittel gesorgt worden sei, welches Glaube genannt werde, und daß man somit durch den Glauben allein ohne ein Leben des Guten selig werden könne, wenn man ihn auch erst in der Todesstunde annehme; wenn ein solcher, der einen guten Lebenswandel führte, sich so überreden läßt, und deshalb sich um das Leben nichts kümmert, sondern es gering schätzt, dann wird er ein Zerrissener genannt, denn das Zerrissene wird gesagt von einem Guten, dem Falsches eingeflößt worden ist, denn dadurch ist das Gute nicht mehr lebendig. Als Beispiel diene auch die Ehe: wenn jemand dieselbe anfangs für himmlisch hält, späterhin aber der eine oder beide, die in der Ehe leben, sich überreden lassen, daß dieselbe nur da sei wegen der Ordnung in der Welt, und wegen der Erziehung und der gesonderten Pflege der Kinder, und wegen der Erbschaften, und außerdem, daß das eheliche Band nichts anders sei, als ein Vertrag, der von beiden mit gegenseitiger Übereinstimmung wieder aufgelöst oder aufgehoben werden könne, und wenn er, nachdem er diese Überzeugung angenommen, nichts Himmlisches über die Ehe denkt, und wenn dadurch Ausschweifung entsteht, dann wird die Ehe von der Art, daß sie ein Zerrissenes genannt wird; so auch bei dem übrigen. Daß es die Bösen sind, die zerreißen, und zwar durch Vernünfteleien aus dem Äußeren, in welches das Innere wegen des bösen Lebens nicht einfließen kann, ist offenbar aus Folgendem bei Jerem.5/5,6: "Der Löwe des Waldes wird die Vornehmen schlagen, der Wolf der Wüste sie zerstören, der Parder wird lauern gegen ihre Städte, und jeder, der aus ihnen herausgeht, wird von ihnen zerrissen werden, denn ihrer Sünden sind viel, und ihre Missetaten sind mächtig geworden". Amos 1/11,12: "Edom verfolgte seinen Bruder mit dem Schwert und vernichtete seine Barmherzigkeit, und unablässig zerreißt sein Zorn, und immerdar seinen Grimm bewahrt er". 4172. "Ich habe es erstattet", 1. Mose 31/39, bedeutet, Gutes sei daher gekommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erstatten, insofern es bedeutet, Gutes dagegen geben, hier das Gute daraus. Mit dem Bösen der Schuld und mit dem Bösen der Nichtschuld, das durch Gefallenes und Zerrissenes bezeichnet wird, worüber gleich oben, verhält es sich so: Das Böse der Schuld oder das Böse, das der Mensch durch sein wirkliches Leben sich zusammengehäuft und auch durchs Denken bis zum Glauben und zur Überzeugung begründet hat, kann nicht gebessert werden, sondern bleibt in Ewigkeit. Aber das Böse der Nichtschuld, das der Mensch nicht durch Nachdenken begründet und wovon er sich nicht innerlich überzeugt hat, bleibt zwar, aber es haftet nur im Äußeren, denn es dringt nicht in das Inwendigere, und verdirbt nicht den inneren Menschen. So beschaffen ist dasjenige Böse, durch das Gutes kommt. Der innere Mensch nämlich, der noch nicht davon ergriffen ist, und nicht damit übereinstimmt, kann im äußeren sehen, daß es Böses ist, und somit kann es entfernt werden. Und weil der innere Mensch es sehen kann, so sieht er dann zugleich das Gute deutlicher, denn aus dem Entgegengesetzten erscheint das Gute deutlicher, als aus dem nicht Entgegengesetzten, und dann wird er auch inniger vom Guten angeregt. Dies ist es nun, was unter dem Guten daraus verstanden wird. 4173. "Aus meiner Hand hast du gefordert", 1. Mose 31/39, bedeutet, von Ihm selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, insofern sie Macht bezeichnet, worüber Nr. 878, 3387; somit von Ihm selbst, denn, was aus Seiner Macht ist, das ist von Ihm selbst. 4174. "Was gestohlen ward bei Tag, und gestohlen bei Nacht", 1. Mose 31/39, bedeutet, das Böse des (eigenen) Verdienstes auf gleiche Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von gestohlen oder Diebstahl, insofern es das Böse des Verdienstes bezeichnet. Das Böse des (eigenen) Verdienstes ist vorhanden, wenn der Mensch das Gute sich zuschreibt und glaubt, daß es von ihm stamme, und dadurch die Seligkeit verdienen will. Dieses Böse ist es, das im inneren Sinn bezeichnet wird durch Diebstahl. Mit diesem Bösen verhält es sich jedoch auf folgende Weise: Im Anfang glauben alle, die gebessert werden, das Gute sei aus ihnen, und deshalb auch, daß sie durch das Gute, das sie tun, die Seligkeit verdienen, denn die Meinung, daß man die Seligkeit verdiene durch das Gute, das man tut, kommt daher, daß die Menschen glauben, das Gute sei von ihnen; das eine hängt nämlich mit dem anderen zusammen. Diejenigen jedoch, die sich wiedergebären lassen, begründen dies nicht durch ihr Denken, und überreden sich nicht, daß es so sei, sondern es wird allmählich zerstreut; denn solange der Mensch im äußeren Menschen ist, wie es alle sind im Anfang ihrer Besserung, kann er nicht anders, als so denken; aber so denkt er nur vom äußeren Menschen aus. Wenn aber der äußere Mensch mit seinen Begierden entfernt wird, und der innere anfängt, tätig zu sein, d.h., wenn der Herr durch den inneren Menschen mit dem Lichte der Einsicht einfließt, und von da aus den äußeren Menschen erleuchtet, dann fängt er an, anderes zu glauben, und schreibt nicht sich das Gute zu, sondern dem Herrn. Hieraus erhellt, was das Böse des Verdienstes sei, das hier gemeint ist, und durch das ebenso Gutes entsteht, wie durch das Böse ohne Schuld, wovon im vorigen. Wenn dagegen der Mensch, wenn er in das reifere Alter kommt, jenes durch sein Denken begründet, und sich völlig davon überzeugt, daß er durch das Gute, das er tut, sich die Seligkeit verdiene, dann bleibt dieses Böse festgewurzelt, und kann nicht verbessert werden; denn solche maßen sich an, was des Herrn ist, und so nehmen sie nicht das Gute auf, das vom Herrn einfließt, sondern sobald es einfließt, leiten sie es sogleich in sich und in ihr Eigenes über, und verunreinigen es dadurch. Dieses Böse ist es, was im eigentlichen Sinne bezeichnet wird durch Diebstahl, man sehe Nr. 2609. 4175. "Am Tage verzehrte mich die Hitze und die Kälte in der Nacht, und es ward vertrieben mein Schlaf von meinen Augen", 1. Mose 31/40, bedeutet die Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Hitze und Kälte, insofern es das Allzuviel der Liebe, und das Nichtvorhandensein derselben bezeichnet, also zwei Extreme. Tag bezeichnet den Zustand des Glaubens oder des Wahren, der dann auf seinem höchsten Punkte steht, und Nacht den Zustand, wo kein Glaube oder kein Wahres vorhanden ist: Nr. 221, 935, 936; und aus der Bedeutung des Schlafes, der von den Augen vertrieben ist, insofern er bezeichnet, beständig oder ohne Rast. Weil solche Zustände bei den Versuchungen vorkommen, deshalb werden durch diese Worte hier Versuchungen im allgemeinen bezeichnet. Daß Hitze das Allzuviel der Liebe bedeutet, kommt daher, weil geistiges Feuer und geistige Wärme Liebe bezeichnet, umgekehrt geistige Kälte das Nichtvorhandensein der Liebe; denn das Leben des Menschen ist nichts als (seine) Liebe, denn ohne Liebe hat der Mensch ganz und gar kein Leben. Ja, wenn der Mensch nachdenkt, kann er wissen, daß alles Feuer und alle Wärme des Lebens, die im Körper ist, daher stammt. Die Kälte aber bedeutet nicht die Beraubung aller Liebe, sondern nur die Beraubung der geistigen und himmlischen Liebe, und diese Beraubung ist es, die der geistige Tod genannt wird. Wenn der Mensch dieser Liebe beraubt wird, so wird er von der Liebe zu sich und zur Welt entzündet, diese Liebe ist beziehungsweise Kälte, und wird auch zur Kälte, nicht nur beim Menschen, während er im Körper lebt, sondern auch, wenn er in das andere Leben kommt. Wenn ihm, während er im Körper lebt, seine Eigenliebe und Weltliebe genommen wird, so erkaltet er so, daß er kaum noch einiges Leben hat, und ebenso, wenn er gezwungen würde, heilig von den himmlischen und göttlichen Dingen zu denken. Im anderen Leben ist er, wenn er unter den Höllischen ist, im Feuer oder in der Hitze seiner Begierden, wenn er sich aber dem Himmel nähert, verwandelt sich jenes Feuer und jene Hitze in Kälte, und zwar um so stärker, je näher er hinzukommt, mit einer Pein, die in gleichem Grade vermehrt wird. Diese Kälte ist es, die unter dem Zähneknirschen verstanden wird bei denen, die in der Hölle sind: Matth.8/12; 13/42,50; 22/13; 24/51; 25/30; Luk.13/28. 4176. "Diese zwanzig Jahre habe ich in deinem Hause dir gedient", 1. Mose 31/41, bedeutet das Eigene. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, insofern es das Gute der Überreste bezeichnet, worüber Nr. 2280. Wenn dieses Gute vom Herrn gesagt wird, so bezeichnet es, daß Er es Sich selbst erworben: Nr. 1906, somit Sein eigen ist; und aus der Bedeutung von dienen, insofern es, wenn vom Herrn gesagt, bezeichnet aus eigener Macht, worüber Nr. 3975, 3977. 4177. "Vierzehn Jahre um deine beiden Töchter", 1. Mose 31/41, bedeutet die erste Periode, damit er sich dadurch die Neigungen des Wahren erwerbe. Dies erhellt aus der Bedeutung von vierzehn, oder zwei mal sieben, insofern es die erste Periode bezeichnet; denn die Wochen (Jahre) bedeuten im Worte nichts anderes als eine vollständige Periode, eine große oder eine kleine; man sehe Nr. 2044, 3845. Wenn zwei Wochen zusammen als eine genannt werden, ist die Bedeutung dieselbe, denn die verdoppelte und mit sich vervielfältigte Zahl hebt die Bedeutung nicht auf. Hieraus erhellt, was hier vierzehn (Jahre) oder zwei (Jahre) Wochen bedeuten. Ferner aus der Bedeutung der beiden Töchter, hier Rachel und Leah, insofern sie die Neigungen des Wahren sind, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und außerdem, daß Töchter Neigungen bedeuten, sehe man Nr. 2362. 4178. "Und sechs Jahre um deine Herde", 1. Mose 31/41, bedeutet, damit dann das Gute (eintrete). Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs, insofern es Kampf und Arbeit bezeichnet, worüber Nr. 720, 737, 900; hier das übrige des Kampfes und der Arbeit, also das hierauf Folgende; und aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das Gute bezeichnet, worüber Nr. 343, 2566, 3518. 4179. "Und du hast geändert meinen Lohn in zehnerlei Weise", 1. Mose 31/41, bedeutet den Zustand desselben in Beziehung auf sich, als er sich dieses Gute aneignete. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lohnes, wenn er gesagt wird vom Herrn, insofern es ausdrückt, von Ihm selbst, worüber Nr. 3996, 3999; somit, als Er Sich das Gute aneignete; und aus der Bedeutung von "ihn verändern", insofern es den Zustand des Guten bedeutet, das durch Laban bezeichnet wird, in Beziehung auf sich. Daß zehnerlei Weise sehr viele Veränderungen bedeutet, sehe man Nr. 4077. 4180. "Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wäre", 1. Mose 31/42, bedeutet, wenn nicht das Göttliche und das Göttlich-Menschliche gewesen wäre. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott, dem Vater, insofern es, wenn es vom Herrn gesagt wird, das Göttliche bezeichnet in Ansehung des Guten. Daß Vater das göttlich Gute und Sohn das göttlich Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 2803, 3704; hier das göttlich Gute der beiden Wesenheiten; aus der Bedeutung von Gott Abrahams, insofern es das Göttliche Selbst ist, welches das göttliche Wesen genannt wird. Daß Abraham den Herrn vorbildet in Ansehung des Göttlichen Selbst: Nr. 2011, 3439; und aus der Bedeutung der Furcht Jischaks, insofern es das Göttlich-Menschliche bezeichnet. Furcht wird gesagt, weil das Göttlich-Menschliche verstanden wird, denn das göttlich Wahre bringt bei denen, die nicht im Guten sind, Besorgnis, Furcht und Schrecken mit sich, nicht aber das göttlich Gute, dieses erschreckt niemanden. Ebenso im Folgenden dieses Kapitels: "Jakob schwur bei der Furcht seines Vaters Jischaks": 1. Mose 31/53; denn weil Laban damals von Jakob getrennt, d.h. das vom göttlich Guten getrennte mittlere Gute war, so befand er sich in einem solchen Zustand, daß er Böses zufügen wollte, wie aus dem erhellt, was von Laban gesagt wird; deshalb wird, weil er damals so beschaffen war, die Furcht Jischaks genannt. Daß die Furcht Jischaks den Gott Jischaks bedeute, kann jedem klar sein, und auch, daß jener in diesem Zustande war. Daß Jischak das Göttlich-Menschliche des Herrn vorbilde, und zwar in Ansehung des göttlich Vernünftigen, sehe man Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210, 3973. Damit, daß das göttlich Wahre vom Herrn bei denen, die nicht im Guten sind, Furcht mit sich bringe, nicht aber das göttlich Gute, verhält es sich auf folgende Weise: Das Heilige, das vom Herrn (ausgeht), hat das göttlich Gute und das göttlich Wahre in sich, beides geht beständig vom Herrn aus; daher kommt das Licht, das in den Himmeln ist, und daher auch das Licht, das in den menschlichen Gemütern ist. Folglich kommt von daher Weisheit und Einsicht; denn diese sind in jenem Licht enthalten. Aber jenes Licht oder die Weisheit und Einsicht wirkt auf alle gemäß der Aufnahme: diejenigen, die im Bösen sind, nehmen das göttlich Gute nicht auf, denn sie sind in keiner Liebe und Liebtätigkeit. Alles Gute nämlich ist Sache der Liebe und Liebtätigkeit. Aber das göttlich Wahre kann auch von den Bösen aufgenommen werden, jedoch nur von ihrem äußeren Menschen, nicht von ihrem inneren. Es verhält sich dies, wie die Wärme und das Licht, die von der Sonne (ausgehen): die geistige Wärme ist die Liebe, somit das Gute, das geistige Licht aber ist der Glaube, somit das Wahre. Wenn die Sonnenwärme aufgenommen wird, dann wachsen die Bäume und die Blumen, und bringen Blätter, Blüten, Früchte oder Samen hervor. Dies geschieht zur Frühlings- und Sommerzeit; wenn aber die Sonnenwärme nicht aufgenommen wird, sondern (nur) das Sonnenlicht, dann wächst nichts, sondern alles Wachstum stockt, wie es zur Zeit des Herbstes und des Winters geschieht. So verhält es sich auch mit der geistigen Wärme und dem geistigen Licht vom Herrn: wenn der Mensch (gleichsam) wie Frühling und Sommer ist, dann nimmt er das Gute auf, das der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, und bringt Früchte hervor; wenn aber der Mensch ähnlich ist, wie der Herbst und Winter, dann nimmt er das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit nicht auf, und bringt somit keine Früchte hervor, gleichwohl aber kann er das Licht aufnehmen, d.h. wissen, was dem Glauben oder dem Wahren angehört. Das Winterlicht tut das gleiche, denn es stellt auf gleiche Weise die Farben und Schönheit der Formen dar, und macht sie sichtbar, doch mit dem Unterschied, daß es nicht in das Innere eindringt, weil keine Wärme darinnen ist, also auch kein Wachstum. Wenn also das Gute nicht aufgenommen wird, sondern nur das Licht, dann entsteht, wie bei den Gegenständen, die keine Wärme aufnehmen, nur ein Bild der Form und eine schöne Gestaltung vom Licht, daher bleibt inwendig die Kälte. Wo aber inwendig Kälte ist, da tritt ein Erstarren aller Dinge ein, und gleichsam ein Zusammenziehen und ein Erschrecken, wenn das Licht daselbst eindringt. Das ist es, was bei den Lebenden Besorgnis, Furcht und Schrecken erregt. Durch diese Vergleichung kann man auch einigermaßen begreifen, wie es sich mit der Besorgnis, Furcht und dem Schrecken bei den Bösen verhält, daß sie nämlich nicht vom göttlich Guten, sondern vom göttlich Wahren herrühren, und daß sie dann stattfinden, wenn nicht das göttlich Gute und doch das göttlich Wahre aufgenommen wird. Ferner, daß das göttlich Wahre ohne das Gute nicht in das Innere dringen kann, sondern nur in dem Auswendigeren, das ist in dem äußeren Menschen hafte, und meistens nur (im Gebiet) des Sinnenhaften. Daher erscheint auch bisweilen der Mensch in seiner äußeren Form als schön, während er doch in der inneren häßlich ist. Ferner kann hieraus erhellen, wie der Glaube bei sehr vielen beschaffen ist, der, wie sie sagen, selig macht ohne gute Werke, das ist, ohne Gutes zu wollen und Gutes zu tun. Weil das göttlich Wahre vom Göttlich-Menschlichen hervorgeht, nicht aber vom Göttlichen Selbst, deshalb ist es das Göttlich-Menschliche, das hier unter Furcht Jischaks bezeichnet wird, denn das göttlich Wahre ist es, das erschreckt, nicht aber das göttlich Gute. Daß aber vom Göttlich-Menschlichen des Herrn das göttlich Wahre hervorgehe und nicht vom Göttlichen Selbst, ist ein bisher unenthülltes Geheimnis. Damit verhält es sich auf folgende Weise: Bevor der Herr in die Welt kam, floß das Göttliche Selbst in den ganzen Himmel ein, und weil damals der Himmel zum größten Teil aus den Himmlischen bestand, d.h. aus denen, die im Guten der Liebe waren, so wurde durch jenen Einfluß vermöge der göttlichen Allmacht das Licht hervorgebracht, das in den Himmeln ist, und dadurch Weisheit und Einsicht. Als sich aber das menschliche Geschlecht vom Guten der Liebe und der Liebtätigkeit entfernte, konnte jenes Licht nicht mehr durch den Himmel hervorgebracht werden, somit auch keine Weisheit und Einsicht, die bis zu dem menschlichen Geschlecht durchdringen konnte. Deshalb mußte notwendigerweise der Herr in die Welt kommen, um sie zu erlösen, und Er machte das Menschliche in Sich göttlich, damit Er selbst in Ansehung des Göttlich-Menschlichen das göttliche Licht werden, und hierdurch den ganzen Himmel und die ganze Welt erleuchten konnte. Er war das eigentliche Licht von Ewigkeit gewesen; denn jenes Licht war vom Göttlichen Selbst durch den Himmel (hervorgegangen); und das Göttliche Selbst war es, welches das Menschliche annahm und dieses göttlich machte, und als Es göttlich gemacht war, konnte Es von diesem aus nicht nur den eigentlich himmlischen, sondern auch den geistigen Himmel, und auch das menschliche Geschlecht erleuchten, insofern dieses das göttlich Wahre im Guten, d.h. in der Liebe zu Ihm und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten aufnahm, und noch aufnimmt, wie erhellt bei Joh.1/12,13: "Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, die an Seinen Namen glauben; die nicht aus dem Geblüte, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind". Aus dem, was nun gesagt wurde, kann erhellen, was durch Folgendes bei Joh.1/1-4,9-14 verstanden wird: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht worden. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Er war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt": das Wort bedeutet hier das göttlich Wahre. Daß aber der Herr in Ansehung Seiner beiden Wesenheiten das göttlich Gute sei, und daß von Ihm das göttlich Wahre ausgehe, sehe man Nr. 3704; denn das göttlich Gute kann nicht vom Menschen aufgenommen werden, nicht einmal von einem Engel, sondern nur vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, das bei Joh.1/18 unter folgenden Worten verstanden wird: "Gott hat niemand jemals gesehen, der Eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, Dieser hat Ihn kundgetan". Das göttlich Wahre aber kann aufgenommen werden, jedoch nur so, wie es bei dem Menschen, der es aufnimmt, sein kann; und in diesem Wahren kann das göttlich Gute wohnen, je mit Unterschied, gemäß der Aufnahme. Solche Geheimnisse sind es, die sich den Engeln darstellen, wenn von den Menschen die Worte gelesen werden: "Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht Jischaks mit mir gewesen wären". Hieraus erhellt, wieviel Himmlisches dem Worte innewohnt, auch in den einzelnen Worten, obwohl nichts davon im Buchstabensinn erscheint; und ferner wird hieraus klar, wie beschaffen die Engelsweisheit ist im Vergleich mit der menschlichen Weisheit, und daß die Engel in den tiefsten Geheimnissen sind, während der Mensch nicht einmal weiß, daß irgendein Geheimnis vorhanden ist. Das, was hier erörtert wurde, ist nur sehr wenig, denn in diesen Geheimnissen sehen die Engel Unzähliges und werden es inne, ja sogar beziehungsweise Unbegrenztes, was niemals (vollkommen) ausgesprochen werden kann, weil die menschliche Rede nicht geeignet ist, solche Dinge auszudrücken, noch das menschliche Gemüt fähig, sie zu fassen. 4181. "Du hättest mich nun leer entlassen", 1. Mose 31/42, bedeutet, daß er alles für sich in Anspruch genommen hätte. Dies erhellt aus der Bedeutung von leer entlassen, insofern es bezeichnet, ihm alles wegnehmen, somit alles für sich in Anspruch nehmen. 4182. "Mein Elend und die Ermüdung meiner Hände hat Gott gesehen, und hat gerichtet in der vorigen Nacht", 1. Mose 31/42, bedeutet, daß alles von Ihm selbst durch seine eigene Macht (geschehen sei). Dies erhellt aus der Bedeutung von Elend und Ermüdung der Hände, insofern es hier Versuchungen sind; und weil der Herr durch Versuchungen und Siege das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigt, und dieses auch göttlich machte, und zwar aus eigener Macht, deshalb wird es durch dieselben Worte bezeichnet. Daß der Herr durch Versuchungen und Siege das Göttliche mit dem Menschlichen vereinigt und dieses aus eigener Macht göttlich gemacht habe, sehe man Nr. 1661, 1737, 1813, 1921, 2776, 3318; daß hohle Hand oder Hand Macht bezeichne: Nr. 878, 3387; deswegen bedeutet meine Hände die eigene Macht. Gott hat gesehen und gerichtet, bedeutet das Göttliche des Herrn, daß das Göttliche, das in Ihm, und das Er selbst ist, solches getan habe. 4183. Vers 43: Und es antwortete Laban und sprach zu Jakob: Die Töchter (sind) meine Töchter, und die Söhne (sind) meine Söhne, und die Herde (ist) meine Herde, und alles, was du siehst, das ist mein. Aber was sollte ich heute meinen Töchtern tun, oder ihren Söhnen, die sie geboren haben? "Und es antwortete Laban und sprach zu Jakob" bedeutet den dunklen Zustand des Innewerdens; "die Töchter (sind) meine Töchter, und die Söhne (sind) meine Söhne, und die Herde (ist) meine Herde" bedeutet, daß alle Neigungen des Wahren, alles Wahre und Gute ihm angehöre; "und alles, was du siehst, das ist mein" bedeutet alles Innewerden und Einsicht; "aber was sollte ich heute meinen Töchtern tun, oder ihren Söhnen, die sie geboren haben" bedeutet, daß er nicht wage, jenes für sich in Anspruch zu nehmen. 4184. "Und es antwortete Laban und sprach zu Jakob", 1. Mose 31/43, bedeutet den dunklen Zustand des Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten und sagen, insofern es ein Innewerden bezeichnet. Daß sprechen in den historischen Teilen des Wortes ein Innewerden bezeichnet, sehe man Nr. 1898, 1919, 2080, 2862, 3509, 3395; daß es ein dunkler Zustand des Innewerdens ist, geht aus dem hervor, was Laban hier sagt, daß nämlich die Töchter, die Söhne und die Herde ihm eigen wären, obwohl sie ihm nicht angehörten, und im inneren Sinn, daß das mittlere Gute alles Gute und Wahre für sich in Anspruch nehme. Über das, was von Laban gesagt wird, sehe man, was Nr. 3974, 4113 bemerkt wurde. 4185. "Die Töchter (sind) meine Töchter, und die Söhne (sind) meine Söhne, und die Herde (ist) meine Herde", 1. Mose 31/43, bedeutet, alle Neigungen des Wahren, alles Wahre und Gute gehöre ihm an. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, hier Rachel und Leah, insofern sie die Neigungen des Wahren bezeichnen, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 3373; und aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das Gute ist, worüber Nr. 343, 1565, 2566. Daß er diese Dinge für sich in Anspruch nahm, als ob sie sein wären, ist klar, denn er sagt, die Töchter (sind) meine Töchter, und die Söhne (sind) meine Söhne, und die Herde (ist) meine Herde. 4186. "Und alles, was du siehst, das ist mein", 1. Mose 31/43, bedeutet, alles Innewerden und Verständnis (oder Einsicht). Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, welches innewerden und verstehen ist, worüber Nr. 2150, 3863; also (wird bezeichnet), daß alles Innewerden und Verständnis des Wahren und Guten ihm angehöre. Wie sich dies verhält, wurde schon früher gesagt, und durch das, was im anderen Leben geschieht, erläutert, daß nämlich die Geister, vorzüglich die der mittleren Gattung, wenn sie in einer gewissen Gesellschaft von Engeln sind, nicht anders wissen, als daß die Neigungen des Guten und Wahren, die von der Gesellschaft einfließen, ihnen angehören; denn so beschaffen ist die Gemeinschaft der Neigungen und Gedanken im anderen Leben, und in dem Maße, als sie mit jener Gesellschaft verbunden sind, glauben sie es. Dieselben werden, wenn sie von ihnen getrennt werden, unwillig und wenn sie in dem Zustand des Unwillens sind, dann kommen sie auch in einen dunklen Zustand, worüber Nr. 4184; und weil sie in diesem Zustand das innere Innewerden nicht haben, so nehmen sie das Gute und Wahre, das der Engelgesellschaft angehört, und das sie nur durch die oben bemerkte Gemeinschaft haben, für sich in Anspruch. Dieser Zustand ist es, der in diesem Vers beschrieben wird. Außerdem wurde mir durch vielfache Erfahrung zu wissen gegeben, wie die Neigungen des Guten und Wahren anderen mitgeteilt werden: die Geister jener Art waren einige Male bei mir, und wenn sie durch irgendeine Neigung verbunden waren, so wußten sie nicht anders, als daß das meinige ihnen angehörte; auch wurde ich belehrt, daß das gleiche bei allen Menschen geschehe; denn ein jeglicher Mensch hat Geister bei sich, und sobald diese zum Menschen kommen, und in seine Neigung eindringen, wissen sie nicht anders, als daß alles, was des Menschen ist, nämlich das Ganze seiner Neigung und seines Denkens ihnen angehöre. Auf solche Weise werden die Geister mit dem Menschen verbunden, durch die der Mensch vom Herrn regiert wird: Nr. 2488; hiervon wird aus eigener Erfahrung im Folgenden am Ende der Kapitel geredet werden. 4187. "Aber was sollte ich heute meinen Töchtern tun oder ihren Söhnen, die sie geboren haben", 1. Mose 31/43, bedeutet, er wage nicht, jenes für sich in Anspruch zu nehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie Neigungen des Wahren bezeichnen, und der Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 4185. Daß er nicht wage, jenes für sich in Anspruch zu nehmen, wird bezeichnet durch die Worte: "Was sollte ich heute ihnen tun", und erhellt auch aus dem Vorhergehenden, daß nämlich Gott im Traum zu ihm sprach: "Hüte dich, mit Jakob zu reden vom Guten bis zum Bösen": 1. Mose 31/24. 4188. Vers 44-46: Und nun wohlan, laß uns einen Bund schließen, ich und du, und er sei Zeuge zwischen mir und zwischen dir. Und es nahm Jakob einen Stein, und richtete ihn auf zu einem Denkmal. Und Jakob sprach zu seinen Brüdern: Sammelt Steine; und sie nahmen Steine und machten einen Haufen, und sie aßen daselbst auf dem Haufen. "Und nun wohlan, laß uns einen Bund schließen, ich und du, und er sei Zeuge zwischen mir und zwischen dir" bedeutet die Verbindung des göttlich Natürlichen mit dem Guten der Werke, in denen diejenigen sind, die seitenverwandt sind, oder die Heiden; "und es nahm Jakob einen Stein, und richtete ihn auf zu einem Denkmal" bedeutet das Wahre dieser Art und der Gottesdienst daher; "und Jakob sprach zu seinen Brüdern" bedeutet diejenigen, die im Guten der Werke sind; "sammelt Steine; und sie nahmen Steine und machten einen Haufen" bedeutet das Wahre aus dem Guten; "und sie aßen daselbst auf dem Haufen" bedeutet die Aneignung aus dem göttlich Guten. 4189. "Nun wohlan, laß uns einen Bund schließen, ich und du", 1. Mose 31/44, bedeutet die Verbindung des göttlich Natürlichen mit dem Guten der Werke, in dem diejenigen sind, die von der Seite verwandt sind, oder die Heiden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bundes, insofern er eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021; aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, der hier unter dem "Ich" gemeint ist, insofern er das Gute der Werke bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier mit dem "Du" gemeint ist, insofern er das göttlich Natürliche bezeichnet. Daß unter Laban hier das Gute der Werke bezeichnet werde, in dem diejenigen sind, die Seitenverwandte oder Heiden sind, kommt daher, weil nun Laban von Jakob, d.h. das mittlere Gute vom Guten des göttlich Natürlichen getrennt ist, und nicht mehr das mittlere Gute vorbilden kann. Weil er aber als Mittel gedient hat, deshalb bildet er (doch) etwas Gutes vor, und zwar das Gute von der Seite, oder das seitenverwandte Gute. Daß Laban, schon ehe er mit Jakob so verbunden war, das seitenverwandte Gute vorgebildet habe, sehe man Nr. 3612, 3665, 3778, daher das Gute von der Seite her. Wie aber dieses Gute beschaffen ist, soll im Folgenden gesagt werden. Mit Laban verhält es sich ebenso, wie mit Lot und Jischmael: solange Lot bei Abraham war, bildete er den Herrn vor in Ansehung des äußeren sinnenhaften Menschen: Nr. 1428, 1434, 1547, 1597, 1598, 1698; aber sobald er getrennt war von Abraham, bildete er diejenigen vor, die im äußeren Gottesdienst, aber gleichwohl in Liebtätigkeit sind: Nr. 2317, 2324, 2371, 2399; dann auch mehrere Zustände der Kirche in der Reihenfolge: Nr. 2422, 2459. Ebenso bildete Jischmael, solange er bei Abraham war, das erste Vernünftige des Herrn vor: Nr. 1893, 1949, 1950, 1951; dann aber, als er getrennt wurde, bildete er die Geistigen vor: Nr. 2078, 2691, 2699, 3263, 3268; so verhält es sich auch mit Laben. Die Ursache ist, weil, obgleich die Trennung geschehen, dennoch Verbindung übrig bleibt, aber nicht dieselbe wie früher; daher kommt es, daß Laban hier und in dem nun folgenden das Gute der Werke vorbildet, wie es bei denen ist, die von der Seite her (verwandt) sind, das ist bei den Heiden. Es wird gesagt, die Heiden seien von der Seite her oder im seitenverwandten Guten, weil sie außerhalb der Kirche sind. Diejenigen, die innerhalb der Kirche im Guten und Wahren sind, stehen nicht in der seitenverwandten Linie, sondern in der direkten Linie, denn sie haben das Wort, und durch das Wort eine direkte Gemeinschaft mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn. So ist es aber nicht bei den Heiden; denn diese haben das Wort nicht, und kennen auch den Herrn nicht, daher kommt es, daß sie von der Seite her verwandt genannt werden; es werden jedoch nur die Heiden verstanden, die im Guten der Werke, d.h., die in einem solchen Äußeren sind, dem das Gute der Liebtätigkeit innewohnt. Das ist es, was das Gute der Werke genannt wird, aber nicht die guten Werke, denn es kann auch gute Werke geben, die innerlich ohne Gutes sind, dies kann aber nicht der Fall sein bei dem Guten der Werke. 4190. "Und Jakob nahm einen Stein und richtete ihn auf zu einem Denkmal", 1. Mose 31/45, bedeutet das Wahre dieser Art und der Gottesdienst aus demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Steines, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 643, 1298, 3720; und aus der Bedeutung des Denkmales, insofern es der Gottesdienst aus demselben oder aus dem Wahren ist, worüber Nr. 3727. Hieraus erhellt, daß durch jene Worte bezeichnet wird das Wahre von solcher Art, und der Gottesdienst aus demselben. Es ist hier ein Wahres von solcher Art gemeint, wie es bei den Heiden ist, denn obwohl die Heiden nichts vom Wort wissen, und somit nichts vom Herrn, haben sie dennoch äußere Wahrheiten, wie die Christen; z.B. daß man das Göttliche heilig verehren müsse, daß man Feste beobachten und die Eltern ehren müsse, daß man nicht stehlen, nicht ehebrechen, nicht töten, und auch nicht begehren dürfe, was des anderen ist, also solche Wahrheiten, wie die der zehn Gebote, die auch innerhalb der Kirche als Richtschnur gelten. Diejenigen unter ihnen, die weise sind, beobachten diese (Vorschriften) nicht nur in der äußeren Form, sondern auch in der inneren, denn sie denken, daß (solche) Dinge nicht nur gegen ihre Religion sind, sondern auch gegen das gemeine Beste, also gegen die innere Schuldigkeit des Menschen, und somit gegen die Liebtätigkeit, obgleich sie nicht (wie die Christen) wissen, was der Glaube sei. Sie haben, wiewohl in dunkler Weise, eine Art von Gewissen, gegen das sie nicht handeln wollen, ja nicht einmal können. Hieraus kann erhellen, daß der Herr ihr Inneres, das im Dunkeln ist, regiert, und daß ihnen so die Fähigkeit mitgeteilt wird, innere Wahrheiten aufzunehmen, die sie auch wirklich im anderen Leben aufnehmen, man sehe hierüber, was von den Heiden Nr. 2589-2604 gezeigt wurde. Einige Male wurde mir gestattet, im anderen Leben mit Christen zu reden über den Zustand und das Los der Heiden außerhalb der Kirche, daß sie nämlich das Wahre und Gute des Glaubens leichter aufnehmen als die Christen, die nicht nach den Geboten des Herrn gelebt haben. Ferner, daß die Christen grausam von ihnen denken, nämlich daß alle, die außerhalb der Kirche sind, verdammt seien, und zwar aus dem angenommenen Grundsatz (canone), daß außer dem Herrn kein Heil sei. Dies sei allerdings wahr, aber die Heiden, die in gegenseitiger Liebtätigkeit gelebt, und das Gerechte und Billige aus einer Art von Gewissen getan hätten, könnten im anderen Leben leichter den Glauben aufnehmen und den Herrn anerkennen, als die, welche innerhalb der Kirche, aber nicht in solcher Liebtätigkeit gelebt haben. Ferner sagte ich, die Christen seien im Irrtum, wenn sie glaubten, daß nur ihnen der Himmel zuteil werde, weil sie das Buch des Wortes haben, aber nur auf dem Papier, und nicht in die Herzen eingeschrieben, und wenn sie den Herrn erkennen und doch Ihn selbst nicht für göttlich halten in Ansehung Seines Menschlichen, ja sogar Ihn nur für einen gewöhnlichen Menschen halten in Ansehung Seiner zweiten Wesenheit, die sie die menschliche Natur nennen, und deshalb Ihn nicht anbeten, wenn sie sich selbst und ihrem Denken überlassen sind, und daß sie somit diejenigen sind, die sich außerhalb des Herrn befinden, und daher das Heil nicht erlangen. 4191. "Und Jakob sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 31/46, bedeutet diejenigen, die im Guten der Werke sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet, wovon schon früher (gehandelt wurde), und aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 3815, 4121, hier die, welche im Guten der Werke sind. Daß dies die Heiden seien, ist Nr. 4189 gezeigt worden, denn alle, die im Guten sind, stehen in Verbindung mit dem Göttlichen des Herrn, und wegen dieser Verbindung werden sie vom Herrn Brüder genannt, wie Mark.3/31,34,35: "Jesus blickte ringsumher auf die, welche um Ihn saßen, und sprach: Siehe, (das ist) Meine Mutter und Meine Brüder, denn ein jeglicher, der den Willen Gottes tut, der ist Mein Bruder und Meine Schwester und Meine Mutter". Alle Verbindung findet statt durch die Liebe und Liebtätigkeit, was einem jeden bekannt sein kann, denn die geistige Verbindung ist nichts anderes als Liebe und Liebtätigkeit. Daß die Liebe zum Herrn Verbindung mit Ihm sei, ist offenbar, und daß es die Liebtätigkeit gegen den Nächsten ebenfalls sei, geht deutlich hervor aus den Worten des Herrn bei Matth.25/40: "Was ihr einem von diesen Meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr Mir getan": hier ist von den Werken der Liebtätigkeit die Rede. 4192. "Sammelt Steine; und sie nahmen Steine und machten einen Haufen", 1. Mose 31/46, bedeutet Wahres aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Steine, insofern sie Wahres bezeichnen, worüber Nr. 4190, und aus der Bedeutung des Haufens, insofern er Gutes bezeichnet. Daß Haufen Gutes bedeutet, kommt daher, weil man ehemals, bevor Altäre errichtet wurden, Haufen bildete und auf denselben aß, zum Zeugnis, daß man sich in Liebe verbunden habe. Aber späterhin, als man die Vorbildungen der Alten für heilig hielt, wurden statt der Haufen Altäre errichtet, und auch aus Steinen, aber mehr in geordneter Weise zusammengefügt: Jos.22/28,34; daher wird das gleiche durch Haufen bezeichnet wie durch Altar, nämlich das Gute der Liebe, und durch die Steine bei demselben das Wahre des Glaubens. 4193. "Und sie aßen daselbst auf dem Haufen", 1. Mose 31/46, bedeutet die Aneignung aus dem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es Mitteilung, Verbindung und Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 3832, und aus der Bedeutung des Haufens, insofern er das Gute ist, worüber Nr. 4192, hier das göttlich Gute. 4194. Vers 47-50: Und Laban nannte ihn Jegar Sahaduta, Jakob aber nannte ihn Galeed. Und Laban sprach: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und zwischen dir, deswegen nannte er seinen Namen Galeed. Und auch Mizpah, denn er sprach: Es schaue Jehovah zwischen mir und zwischen dir, denn wir werden verborgen sein der eine vor dem anderen. Wenn du betrübst meine Töchter, und wenn du nimmst Weiber neben meinen Töchtern und ist kein Mann bei uns, siehe, so ist Gott Zeuge zwischen mir und zwischen dir. "Und Laban nannte ihn Jegar Sahaduta" bedeutet seine Beschaffenheit in betreff des Guten, das durch Laban vorgebildet wurde; "Jakob aber nannte ihn Galeed" bedeutet die Beschaffenheit in betreff des Guten des göttlich Natürlichen; "und Laban sprach: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und zwischen dir, deswegen nannte er seinen Namen Galeed" bedeutet, daß es in Ewigkeit so sein werde, also wiederum seine Beschaffenheit; "und auch Mizpah, denn er sprach: Es schaue Jehovah zwischen mir und zwischen dir" bedeutet die Gegenwart des göttlich Natürlichen des Herrn; "denn wir werden verborgen sein der eine vor dem anderen" bedeutet Trennung in Beziehung auf das, was der Kirche angehört; "wenn du betrübst meine Töchter, und wenn du nimmst Weiber neben meinen Töchtern und ist kein Mann bei uns" bedeutet, daß die Neigungen des Wahren innerhalb der Kirche bleiben werden; "siehe, so ist Gott Zeuge zwischen mir und zwischen dir" bedeutet die Bestätigung. 4195. "Und Laban nannte ihn Jegar Sahaduta", 1. Mose 31/47, bedeutet seine Beschaffenheit in betreff des Guten, das durch Laban vorgebildet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von nennen und Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 2009, 2724, 3421. Jegar Sahaduta bedeutet in der Sprache Syriens, woher Laban war, Haufe des Zeugnisses. Solche Haufen wurden vor Alters als Zeichen oder als Zeugen gebraucht, und später auch zum Gottesdienst. Hier als Zeichen und als Zeuge: als Zeichen, daß hier die Grenze sei, und als Zeuge, daß hier der Bund geschlossen, und daß keiner von ihnen denselben überschreiten sollte, dem anderen Böses zu tun, wie auch aus den Worten Labans, 1. Mose 31/52 erhellt: "Zeuge sei dieser Haufen und Zeuge das Denkmal, daß ich nicht gegen dich überschreite diesen Haufen, und daß du nicht gegen mich diesen Haufen überschreitest und dieses Denkmal zum Bösen". Hieraus erhellt, was Jegar Sahaduta, oder Haufe des Zeugnisses, in sich schließt. Aber im inneren Sinn bedeutet es die Beschaffenheit des Guten aus dem Wahren in betreff Labans, d.h. derer, die im Guten der Werke sind, d.h. in betreff der Heiden. 4196. "Jakob aber nannte ihn Galeed", 1. Mose 31/47, bedeutet die Beschaffenheit in betreff des Guten des göttlich Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet, worüber öfter im vorigen. Galeed bedeutet Haufe und Zeuge, oder Haufe als Zeuge, in der Sprache der Hebräer oder Kanaans, woher Jakob war. Was der Haufe als Zeuge im inneren Sinn sei, wird nun folgen. 4197. "Und Laban sprach: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und zwischen dir; deswegen nannte er seinen Namen Galeed", 1. Mose 31/48, bedeutet, es werde in Ewigkeit so sein, also wiederum seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Haufens, insofern er das Gute ist, worüber Nr. 4192; und aus der Bedeutung des Zeugen, insofern er die Bestätigung des Guten durch das Wahre bezeichnet, worüber folgen wird; ferner aus der Bedeutung von heute, insofern es das Ewige bezeichnet, worüber Nr. 2838, 3998, und aus der Bedeutung von Namen nennen, insofern es eine Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 2009, 2724, 3421. Die Beschaffenheit selbst ist enthalten im Namen Galeed, denn im Altertum enthielten die beigelegten Namen die Beschaffenheit: Nr. 340, 1946, 2643, 3422. Hieraus erhellt, was bezeichnet wird durch: "Laban sprach: dieser Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und zwischen dir; deswegen nannte er seinen Namen Galeed", nämlich das Zeugnis von der Verbindung des Guten, das hier durch Laban bezeichnet wird, mit dem göttlich Guten des Natürlichen des Herrn, und daher auch die Verbindung des Herrn mit den Heiden durch das Gute, denn dieses Gute ist es, das jetzt durch Laban bezeichnet wird: Nr. 4189. Das Wahre dieses Guten ist es, das Zeugnis gibt von der Verbindung, aber ihr Gutes ist, solange sie in der Welt leben, von der Seite her, weil sie die göttlichen Wahrheiten nicht haben; aber dennoch haben diejenigen, die in diesem Guten, d.h. in gegenseitiger Liebtätigkeit leben, obwohl ihnen das göttlich Wahre nicht unmittelbar aus der göttlichen Quelle, das ist aus dem Worte zukommt, nicht ein verschlossenes Gutes, sondern ein solches, das eröffnet werden kann, und auch im anderen Leben eröffnet wird, wenn sie dort in den Wahrheiten des Glaubens und über den Herrn unterrichtet werden. Anders ist es bei den Christen, die in gegenseitiger Liebtätigkeit sind, und mehr noch bei denen, die in der Liebe zum Herrn sind, diese sind, während sie in der Welt leben, im unmittelbaren Guten, weil in den göttlichen Wahrheiten; deswegen treten sie in den Himmel ein ohne solche Belehrung, wenn nicht in ihren Wahrheiten Falsches gewesen ist, das vorher entfernt werden muß. Die Christen aber, die nicht in Liebtätigkeit lebten, haben sich den Himmel verschlossen, und viele so sehr, daß er ihnen nicht geöffnet werden kann, denn sie wissen das Wahre und leugnen es und bestärken sich auch dagegen, wenn nicht mit dem Munde, so doch mit dem Herzen. Daß Laban den Haufen in seiner Sprache zuerst Jegar Sahaduta und darauf in der kanaanitischen Mundart Galeed nannte, da doch beides beinahe die gleiche Bedeutung hat, ist wegen der Anschließung und wegen der Verbindung dadurch. In der kanaanitischen Mundart reden oder mit der Lippe Kanaans heißt, sich dem Göttlichen anschließen, denn durch Kanaan wird das Reich des Herrn und im höchsten Sinn der Herr selbst bezeichnet: Nr. 1607, 3038, 3705, wie erhellt bei Jes.19/18-20: "An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägypten reden mit den Lippen Kanaans, und schwören dem Jehovah Zebaoth; an jenem Tage wird ein Altar Jehovahs in der Mitte des Landes Ägyptens sein und ein Denkmal bei seinen Grenzen dem Jehovah, und es wird als ein Zeichen und als eine Zeuge sein dem Jehovah Zebaoth im Lande Ägyptens". Daß Zeuge Bestätigung des Guten durch das Wahre und des Wahren aus dem Guten bedeutet, und daß daher Zeugnis das Gute bezeichnet, von dem das Wahre, und das Wahre, das aus dem Guten kommt, kann deutlich erkannt werden aus dem Worte an anderen Stellen. Daß Zeuge die Bestätigung des Guten durch das Wahre und des Wahren vom Guten bezeichnet, aus folgenden Stellen, bei Jos.24/22-27: "Josua sprach zum Volke: Ihr selbst seid Zeugen über euch, daß ihr Jehovah erwählt habt, Ihm zu dienen; und sie sprachen: wir sind Zeugen; so entfernt nun die fremden Götter, die in eurer Mitte sind, und neigt euer Herz zu Jehovah, dem Gotte Israels; und das Volk sprach zu Josua: Jehovah, unserem Gotte, wollen wir dienen, und Seiner Stimme gehorchen. Und es schloß Josua einen Bund mit dem Volke an diesem Tage, und stellte ihm vor Gesetz und Recht zu Sichem, und Josua schrieb diese Worte in das Gesetzbuch Gottes, und nahm einen großen Stein, und richtete ihn daselbst auf unter der Eiche, die im Heiligtum Jehovahs war; und Josua sprach zum ganzen Volke: Siehe, dieser Stein soll uns zum Zeugen sein, weil er gehört hat alle Worte Jehovahs, die Er mit uns geredet hat, und er wird euch zum Zeugen sein, daß ihr nicht euren Gott verleugnet": daß Zeuge hier die Bestätigung bezeichnet, ist klar, und zwar die Bestätigung des Bundes, und somit der Verbindung, denn Bund bedeutet Verbindung: Nr. 665, 666, 1023, 1038, 1864, 1996, 2003, 2021; und weil es keine Verbindung mit Jehovah oder mit dem Herrn gibt, außer durch das Gute, und kein Gutes, das verbindet, außer das, welches seine Beschaffenheit vom Wahren hat, so folgt daraus, daß Zeuge die Bestätigung des Guten durch das Wahre bezeichnet. Das Gute hier ist die Verbindung mit Jehovah oder dem Herrn, dadurch, daß sie Ihn erwählten, Ihm zu dienen. Das Wahre, wodurch die Bestätigung stattfand, war der Stein; daß der Stein das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 643, 1298, 3720. Im höchsten Sinne ist Stein der Herr selbst, weil von Ihm alles Wahre kommt, deshalb wird Er auch der Stein (Fels) Israels genannt: 1. Mose 49/24, und es wird auch gesagt: "Siehe, dieser Stein wird uns zum Zeugen sein, weil er gehört hat alle Worte Jehovahs, die Er geredet hat mit uns". Joh.Offenb.11/3-7,11: "Und Meinen zwei Zeugen will Ich geben, daß sie sollen weissagen tausendzweihundertsechzig Tage, angetan mit Säcken; diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die stehen vor dem Gott der Erde; und wenn jemand ihnen schaden will, so wird Feuer ausgehen aus ihrem Munde und verzehren ihre Feinde; diese haben Macht, den Himmel zu verschließen; wenn sie aber ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrunde aufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und töten; aber nach drei Tagen und einem halben kam Geist des Lebens von Gott in sie, daß sie standen auf ihren Füßen": daß die beiden Zeugen hier das Gute und das Wahre bezeichnen, d.h. das Gute, in dem das Wahre, und das Wahre, das aus dem Guten ist, beides befestigt in den Herzen, erhellt daraus, daß gesagt wird, die beiden Zeugen sehen die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter. Daß Ölbaum ein solches Gute bezeichne, sehe man Nr. 886; die zwei Ölbäume bedeuten das himmlische und das geistige Gute. Das himmlische Gute gehört der Liebe zum Herrn an und das geistig Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Leuchter bedeuten die Wahrheiten dieses Guten, was deutlich erhellen wird an der Stelle, wo, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, von den Leuchtern die Rede sein muß. Daß jene, nämlich das Gute und Wahre, Macht haben den Himmel zu verschließen und ihn zu öffnen, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22. Daß das Tier aus dem Abgrund oder aus der Hölle sie töten wird, bedeutet die Verwüstung des Guten und Wahren innerhalb der Kirche, und daß der Geist des Lebens aus Gott in sie kam und sie auf ihren Füßen standen, bedeutet die neue Kirche. Daß wie vor Alters Haufen, so späterhin Altäre zu Zeugen aufgerichtet wurden, zeigt sich deutlich bei Jos.22/28,34: "Es sprachen die Rubeniten und die Gadditen: Sehet das Abbild des Altares Jehovahs, den unsere Väter gemacht haben, nicht zum Brandopfer und nicht zum Schlachtopfer, sondern ein Zeuge ist er zwischen uns und zwischen euch; und die Söhne Rubens und die Söhne Gads gaben dem Altare den Namen: er ist Zeuge zwischen uns, daß Jehovah Gott ist": Altar bedeutet das Gute der Liebe und im höchsten Sinn der Herr selbst: Nr. 921, 2777, 2811; Zeuge bedeutet Bestätigung, im inneren Sinn die des Guten durch das Wahre. Weil durch Zeuge die Bestätigung des Guten durch das Wahre bezeichnet wird, und die des Wahren aus dem Guten, deshalb wird durch Zeuge im höchsten Sinn der Herr bezeichnet, weil Er selbst das göttlich Wahre ist, das bestätigt, wie es bei Jes.55/4 heißt: "Einen Bund der Ewigkeit will Ich mit euch schließen, die gewissen Gnaden Davids, den Völkern habe Ich ihn gegeben zu Zeugen, zum Fürsten und zum Gebieter der Völker", Joh.Offenb.1/5: "Und von Jesu Christo, Welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene aus den Toten und der Fürst der Könige der Erde", Joh.Offenb.3/14: "So spricht der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes". In der vorbildlichen Kirche war ein Gebot, daß alle Wahrheit solle beruhen auf der Aussage zweier oder dreier Zeugen, nicht eines einzigen: 4. Mose 35/30; 5. Mose 17/6,7; 19/15; Matth.18/16; dies hat seinen Grund in dem göttlichen Gesetze, daß nicht eine Wahrheit das Gute bestätigen soll, sondern mehrere Wahrheiten. Eine Wahrheit ohne Zusammenhang mit anderen ist nicht bestätigend, sondern nur wenn es mehrere Wahrheiten sind, denn aus der einen kann man die anderen sehen. Eine einzige bringt keine bestimmte Form hervor, also auch keine bestimmte Beschaffenheit, sondern mehrere in zusammenhängender Reihenfolge; denn so wie ein Ton keinen Akkord bildet, geschweige denn eine Harmonie, so kann auch eine Wahrheit nicht bestätigen. Das ist es, worauf jenes Gesetz beruht, obgleich es der äußeren Form nach im bürgerlichen Zustand begründet erscheint, aber das eine ist nicht gegen das andere, wie bei den Vorschriften des Dekalogs, worüber Nr. 2609. Daß das Zeugnis das Gute bedeutet, von dem das Wahre, und das Wahre, das aus dem Guten ist, folgt hieraus und geht auch daraus hervor, daß die zehn Gebote des Dekalogs, die auf steinernen Tafeln geschrieben waren, mit einem Worte "das Zeugnis" genannt wurden, wie 2. Mose 31/18: "Jehovah gab dem Mose, als Er aufgehört hatte mit ihm zu reden am Berge Sinai, zwei Tafeln des Zeugnisses, steinerne Tafeln, geschrieben mit dem Finger Gottes". 2. Mose 32/15: "Moses stieg vom Berge herab und die zwei Tafeln des Zeugnisses waren in seiner Hand, Tafeln, beschrieben auf beiden Seiten". Und weil diese Tafeln in die Lade gelegt waren, so wird sie die Lade des Zeugnisses genannt, worüber 2. Mose 25/16,21: "Jehovah (sprach) zu Mose: Du sollst in die Lade das Zeugnis legen, das Ich dir geben werde". 2. Mose 40/20: "Mose nahm sie und legte sie in die Lade des Zeugnisses". 2. Mose 25/22: "Ich will (daselbst) mit dir zusammenkommen, und mit dir reden von dem Deckel der Sühnung (Gnadenstuhl) herab zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind" 3. Mose 16/13: "Die Wolke des Räucherwerks bedeckt den Gnadenstuhl, der über dem Zeugnis ist". 4. Mose 17/10: "Die Stäbe der zwölf Stämme wurden zurückgelassen im Zelte der Zusammenkunft vor dem Zeugnisse". Daß daher die Lade auch Lade des Zeugnisses genannt werde, sehe man außer in der angeführten Stelle 2. Mose 25/22, auch 2. Mose 31/7; Joh.Offenb.15/5. Die Gebote des Dekalogs wurden deshalb das Zeugnis genannt, weil sie Sache des Bundes waren, somit Sache (Zeichen) der Verbindung zwischen dem Herrn und zwischen dem Menschen, und diese Verbindung kann nicht stattfinden, wenn der Mensch diese Gebote nicht beobachtet, nicht bloß in der äußeren Form, sondern auch in der inneren; was die innere Form dieser Gebote sei, sehe man Nr. 2609; deswegen ist es das Gute, das durch das Wahre befestigt und das Wahre, das abgeleitet ist vom Guten, was unter dem Zeugnisse verstanden wird. Weil es so ist, werden auch die Tafeln Bundestafeln genannt und die Lade Bundeslade. Hieraus erhellt nun, was im Worte durch Zeugnis im echten (d.i. inneren) Sinn bezeichnet wird, z.B. 5. Mose 4/45; 6/17,20; Jes.8/16; 2.Kön.17/15; Ps.19/8; 25/10; 78/5,6; 93/5; 119/1,2,23,24,59,79,88,138,167; Ps.122/3,4; Joh.Offenb.6/9; 12/17; 19/10. 4198. "Und auch Mizpah, denn er sprach: Es schaue Jehovah zwischen mir und zwischen dir", 1. Mose 31/49, bedeutet die Gegenwart des göttlich Natürlichen das Herrn; nämlich im Guten, das nun unter Laban vorgebildet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von schauen oder sich umschauen, insofern es eine Gegenwart bezeichnet, denn wer einen anderen schaut oder von einer hohen Warte herab ihn erblickt, der ist gegenwärtig bei ihm durch das Sehen. Außerdem bezeichnet sehen, wenn es vom Herrn gesagt wird, Voraussehen und Vorsehung: Nr. 2837, 2839, 3686, 3854, 3863, also auch Gegenwart, nämlich vermöge des Voraussehens und der Vorsehung. Was die Gegenwart des Herrn anbelangt, so ist der Herr bei einem jeden gegenwärtig, aber gemäß der Aufnahme, denn vom Herrn allein ist das Leben eines jeden. Diejenigen, die Seine Gegenwart im Guten und Wahren aufnehmen, sind im Leben der Einsicht und Weisheit, aber diejenigen, die Seine Gegenwart nicht im Guten und Wahren, sondern im Bösen und Falschen aufnehmen, sind in einem Leben des Unsinns und der Torheit, aber dennoch in der Fähigkeit zu verstehen und weise zu werden. Daß sie gleichwohl in dieser (Fähigkeit) sind, kann daraus erkannt werden, daß sie in der äußeren Form das Gute und Wahre nachzuahmen und zu erheucheln und dadurch die Menschen einzunehmen verstehen, was niemals geschehen würde, wenn sie nicht in jener Fähigkeit wären. Die Beschaffenheit der Gegenwart wird durch Mizpah bezeichnet, hier die Beschaffenheit bei denen, die im Guten der Werke sind, oder bei den Heiden, die hier unter Laban vorgebildet werden, denn der Name Mizpah wird in der Grundsprache von dem Worte "schauen" hergeleitet. 4199. "Denn wir werden verborgen sein der eine vor dem anderen", 1. Mose 31/49, bedeutet die Trennung in Beziehung auf das, was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verborgen sein" an dieser Stelle, insofern es eine Trennung bezeichnet, und aus der Bedeutung der Worte: "der eine vor dem anderen", insofern sie diejenigen bezeichnen, die innerhalb der Kirche sind und die außerhalb derselben; von diesen wird gesagt, sie seien verborgen, weil sie getrennt sind in Ansehung des Guten und Wahren, also bezüglich dessen, was der Kirche angehört. 4200. "Wenn du betrübst meine Töchter und wenn du nimmst Weiber neben meinen Töchtern, und ist kein Mann bei uns", 1. Mose 31/50, bedeutet, daß die Neigungen des Wahren innerhalb der Kirche bleiben werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, hier der Rachel und Leah, insofern sie Neigungen des Wahren sind, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; aus der Bedeutung der Weiber, insofern sie die Neigungen des nicht echten Wahren bezeichnen, also solche, die nicht der Kirche angehören; denn die Neigungen des Wahren bilden die Kirche, somit (bedeutet) "Weiber nehmen neben ihnen", daß man keine anderen Neigungen als die des echten Wahren haben soll; aus der Bedeutung von "und ist kein Mann bei uns", insofern es bezeichnet, wenn einer verborgen sein wird vor dem anderen, d.h., wenn sie getrennt sein werden, worüber Nr. 4199. Hieraus erhellt, daß durch jene Worte bezeichnet wird, die Neigungen des echten Wahren sollen innerhalb der Kirche bleiben und nicht verunreinigt werden durch unechte Wahrheiten. 4201. "Siehe, so ist Gott Zeuge zwischen mir und zwischen dir", 1. Mose 31/50, bedeutet die Bestätigung, hier vom Göttlichen aus. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeugen, insofern er eine Bestätigung bezeichnet, worüber Nr. 4197. 4202. Vers 51-53: Und Laban sprach zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und siehe, das ist das Denkmal, das ich errichtet habe zwischen mir und zwischen dir. Zeuge sei dieser Haufe und Zeuge das Denkmal, daß ich nicht gegen dich überschreite diesen Haufen, und daß du nicht überschreitest gegen mich diesen Haufen und dieses Denkmal, Böses zu tun. Der Gott Abrahams und der Gott Nachors sollen richten zwischen uns, der Gott ihres Vaters; und es schwur Jakob bei der Furcht seines Vaters Jischak. "Und Laban sprach zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe und siehe, das ist das Denkmal, das ich errichtet habe zwischen mir und zwischen dir" bedeutet die Verbindung; "Zeuge sei dieser Haufe und Zeuge das Denkmal" bedeutet die Bestätigung; "daß ich nicht gegen dich überschreite diesen Haufen, und daß du nicht gegen mich überschreitest diesen Haufen und dieses Denkmal, Böses zu tun" bedeutet die Begrenzung, wieviel vom Guten einfließen könne; "der Gott Abrahams und der Gott Nachors sollen richten zwischen uns" bedeutet das Göttliche (solle richten) über beide; "der Gott ihres Vaters" bedeutet vom höchsten Göttlichen; "und es schwur Jakob bei der Furcht seines Vaters Jischak" bedeutet die Bestätigung vom Göttlich-Menschlichen, weil in diesem Zustande die Furcht genannt wird. 4203. "Und Laban sprach zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und siehe, das ist das Denkmal, das ich errichtet habe zwischen mir und zwischen dir", 1. Mose 31/51, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus dem, was oben gesagt worden, denn der Haufe und das Denkmal diente als Zeichen und Zeuge, daß der Bund, d.h. die Freundschaft geschlossen sei, somit im inneren Sinn, daß Verbindung (stattfinde). 4204. "Zeuge sei dieser Haufe und Zeuge das Denkmal", 1. Mose 31/52, bedeutet die Bestätigung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeugen, insofern er eine Bestätigung bezeichnet, nämlich des Guten durch das Wahre, das durch Denkmal, und des Wahren vom Guten, das durch Haufe bezeichnet wird, worüber Nr. 4197. 4205. "Daß ich nicht gegen dich überschreite diesen Haufen und daß du nicht überschreitest gegen mich diesen Haufen und dieses Denkmal, Böses zu tun", 1. Mose 31/52, bedeutet die Begrenzung, wieviel vom Guten einfließen könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von überschreiten, insofern es hier das Einfließen bezeichnet; aus der Bedeutung des Haufens, insofern er das Gute ist, worüber Nr. 4192, und aus der Bedeutung des Denkmals, insofern es das Wahre ist, worüber Nr. 3727, 3728, 4090, und daß beides, sowohl der Haufe als das Denkmal, zum Zeichen und zum Zeugen dienen sollten, sehe man ebendaselbst; hier zum Zeichen der Begrenzung. Weil aber von der Verbindung gehandelt wird, so ergibt sich aus dem Zusammenhang, daß es im inneren Sinn die Grenze (limes) bezeichne, wieviel aus dem Guten einfließen könne. Daß die Verbindung durch das Gute geschehe, und daß das Gute gemäß der Aufnahme einfließe, wurde schon oben gesagt. Die Aufnahme des Guten kann aber nicht auf andere Weise stattfinden als den Wahrheiten gemäß, denn die Wahrheiten sind es, in die das Gute einfließt, denn das Gute ist das Belebende und das Wahre das Aufnehmende, und deshalb sind alle Wahrheiten Aufnahmegefäße: Nr. 4166. Weil es die Wahrheiten sind, in die das Gute einfließt, so sind es auch die Wahrheiten, die den Einfluß des Guten begrenzen. Dieses wird hier verstanden unter der Begrenzung, wieviel vom Guten her einfließen könne. Wie es sich damit verhält, soll mit wenigem gesagt werden: Die Wahrheiten beim Menschen, die und von welcher Art sie auch sein mögen, dringen in sein Gedächtnis ein vermittelst der Neigung, d.h. durch einen gewissen Lustreiz, der Sache der Liebe ist. Ohne Neigung oder ohne einen Lustreiz, der Sache der Liebe ist, kann nichts bei dem Menschen eindringen, weil in ihnen sein Leben besteht. Die (Wahrheiten), die eingedrungen sind, werden wieder hervorgerufen, wenn der gleiche Lustreiz wiederkehrt, und zwar zugleich mit mehreren anderen, die sich zusammengesellt oder sich verbunden haben. Ferner, wenn dasselbe Wahre entweder von selbst oder von einem anderen wieder hervorgerufen wird, dann wird auch die Neigung oder der Lustreiz, der seiner Liebe angehörte als (das Wahre) eindrang, in gleicher Weise erregt, denn das Verbundene hängt auch zusammen. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit der Neigung des Wahren verhält; das Wahre, das mit der Neigung des Guten eingedrungen ist, wird wieder hervorgerufen (reproducitur), wenn die gleiche Neigung (wiederkehrt), und ebenso die Neigung, wenn eine ähnliche Wahrheit wiederkehrt. Hieraus erhellt auch, daß niemals etwas Wahres mit einer echten Neigung eingepflanzt werden und im Inneren Wurzel schlagen kann, wenn der Mensch nicht im Guten ist; denn die echte Neigung des Wahren stammt aus dem Guten, das der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört. - Das Gute fließt zwar vom Herrn ein, aber es haftet nur im Wahren; denn im Wahren ist die Herberge des Guten, weil beides übereinstimmt. Hieraus erhellt auch, daß, wie die Wahrheiten beschaffen sind, so auch die Aufnahme des Guten. Die Wahrheiten bei den Heiden, die in gegenseitiger Liebtätigkeit gelebt haben, sind so beschaffen, daß das vom Herrn einfließende Gute auch in ihnen herbergen kann, jedoch, solange sie in der Welt leben, nicht ebenso wie bei den Christen, welche die Wahrheiten aus dem Worte haben und dadurch in geistiger Liebtätigkeit leben: man sehe Nr. 2589-2604. 4206. "Der Gott Abrahams und der Gott Nachors sollen richten zwischen uns", 1. Mose 31/53, bedeutet, das Göttliche (solle richten) über beide, nämlich über das Gute, das bei denen ist, die innerhalb der Kirche leben, und über das Gute, das bei denen außerhalb der Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gottes Abrahams, insofern hierdurch das Göttliche des Herrn bezeichnet wird, das sich auf diejenigen bezieht, die innerhalb der Kirche sind; und aus der Bedeutung des Gottes Nachors, insofern er das Göttliche des Herrn bezeichnet, das sich auf diejenigen bezieht, die außerhalb der Kirche sind. Hieraus geht hervor, daß durch jene Worte verstanden wird, das Göttliche solle richten über beide. Daß der Gott Abrahams das Göttliche des Herrn ist, das sich auf diejenigen bezieht, die innerhalb der Kirche sind, kommt daher, weil Abraham das Göttliche des Herrn vorbildet, folglich das, was unmittelbar vom Herrn kommt: Nr. 3245, 3778; daher werden diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, besonders unter Söhne Abrahams verstanden: Joh.8/39. Und daß der Gott Nachors das Göttliche des Herrn ist, das sich auf diejenigen bezieht, die außerhalb der Kirche sind, kommt daher, weil Nachor die Kirche bei den Heiden vorbildet, und seine Söhne diejenigen in derselben, die in brüderlicher Liebe sind: Nr. 2863, 2864, 3052, 3778, 2868; daher bildet hier auch Laban, der ein Sohn Nachors war, das von der Seite verwandte Gute vor, wie es den Heiden vom Herrn gegeben wird. Daß so Verschiedenes in Beziehung auf den Herrn vorgebildet wird, rührt nicht daher, daß Verschiedenes im Herrn ist, sondern daher, daß das Göttliche Selbst auf verschiedene Weise von den Menschen aufgenommen wird. Es verhält sich dies ebenso wie das Leben bei dem Menschen: dieses fließt ein und wirkt auf die verschiedenen Empfindungs- und Bewegungsorgane des Körpers und auch auf die verschiedenen Glieder und Eingeweide, aber überall stellt sich eine Verschiedenheit heraus, denn auf andere Weise sieht das Auge und auf andere Weise hört das Ohr, anders fühlt die Zunge und anders bewegt sich der Arm und die Hand, anders die Lenden und die Füße, anders wirkt die Lunge und anders das Herz, anders ferner die Leber und anders der Magen und so fort, aber dennoch ist es das eine Leben, das auf alles so verschieden einwirkt, nicht als ob das Leben selber auf verschiedene Weise wirkt, sondern weil es verschieden aufgenommen wird; denn die Form eines jeglichen Dinges ist es, wonach sich seine Tätigkeit bestimmt. 4207. "Der Gott ihres Vaters", 1. Mose 31/53, bedeutet, vom höchsten Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung Gottes des Vaters, insofern er das höchste Göttliche ist, denn Vater bedeutet im Worte, wo es gesagt wird, im inneren Sinn das Gute; man sehe Nr. 3703, und daß der Vater des Herrn, oder wenn der Vater vom Herrn genannt wird, dieser das göttlich Gute bezeichnet, das in Ihm ist, sehe man Nr. 3704. Das göttlich Gute ist das höchste Göttliche, das göttlich Wahre aber ist es, das vom göttlich Guten ausgeht, und auch der Sohn genannt wird. Übrigens wird unter Vater hier Therach verstanden, welcher der Vater beider war, nämlich Abrahams und Nachors, und daß dieser den gemeinsamen Stamm der Kirchen vorbildet, sehe man Nr. 3778; daher bildet Abraham im bezüglichen Sinn die echte Kirche vor und Nachor die Kirche der Heiden, wie Nr. 4206 gesagt wurde. 4208. "Und es schwur Jakob bei der Furcht seines Vaters Jischak", 1. Mose 31/53, bedeutet die Bestätigung vom Göttlich-Menschlichen, weil Furcht in solchem Zustand gesagt wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, das Bestätigung ist, worüber Nr. 2842, 3375, und aus der Bedeutung der Furcht Jischaks, insofern es das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 4180. Daß Schwüre geleistet wurden bei dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, siehe Nr. 2842. Daß hier gesagt wird "der Gott Abrahams, der Gott Nachors, der Gott ihres Vaters oder Therachs, und die Furcht Jischaks, des Vaters Jakobs", kommt daher, weil die Söhne Therachs ebenso viele Götter anerkannten, denn sie waren Götzendiener: Nr. 1353, 1356, 1992, 3667, und es war eine besondere Sitte in ihrem Hause, daß eine jede Familie ihren eigenen Gott verehrte; daher heißt es hier: der Gott Abrahams, der Gott Nachors, der Gott ihres Vaters, und die Furcht Jischaks. Der Familie Abrahams aber wurde zur Pflicht gemacht, daß sie Jehovah als ihren Gott anerkennen sollte; aber gleichwohl erkannten sie Ihn nicht anders an als wie einen anderen Gott, durch den sie sich von den Heiden unterschieden, somit bloß dem Namen nach, deswegen fielen sie auch so oft ab zu anderen Göttern, wie aus den historischen Teilen des Wortes klar erkannt werden kann. Dies kam daher, weil sie nur im Äußeren waren, und was das Innere sei, gar nicht wußten, und auch nicht wissen wollten. Selbst die Religionsgebräuche waren bei ihnen nicht anders als götzendienerisch, weil vom Inneren getrennt, denn jeder religiöse Brauch, der getrennt ist vom Inneren, ist götzendienerisch. Gleichwohl aber konnte das Echte der Kirche durch sie vorgebildet werden, denn Vorbildungen beziehen sich nicht auf die Person, sondern auf die Sache: Nr. 665, 1097 E, 1361, 3147. Damit jedoch eine vorbildliche Kirche und dadurch innige Verbindung des Herrn mit dem Menschen vermittelst des Himmels bestehen konnte, mußten sie vorzüglich in dem erhalten werden, daß sie Jehovah anerkannten, wenn nicht mit dem Herzen, so doch mit dem Munde; denn die Vorbildungen gingen bei ihnen nicht vom Inneren aus, sondern vom Äußeren, und teilten sich auch so mit; anders als in der echten Kirche, in der durch das Innere Mitteilung stattfindet. Daher regte auch ihr Gottesdienst ihre Seelen gar nicht an, d.h., er machte sie nicht selig im anderen Leben, sondern nur glücklich in der Welt. Damit sie daher so im Äußeren erhalten würden, fanden so viele Wunder bei ihnen statt, die niemals geschehen wären, wenn sie im Inneren gelebt hätten, daher wurden sie auch so oft durch Strafen, durch Gefangenschaften und durch Drohungen zum Gottesdienst gezwungen, während doch niemand zum inneren Gottesdienst vom Herrn gezwungen, sondern derselbe vermöge des freien Willens eingepflanzt wird: Nr. 1937, 1947, 2874-2881, 3145, 3158, 4031; das Hauptsächlichste ihres Äußeren war, daß sie Jehovah bekannten, denn Jehovah war der Herr, Der in allen Stücken dieser Kirche vorgebildet wurde. Daß Jehovah der Herr war, sehe man Nr. 1343, 1736, 2921, 3035. 4209. Vers 54,55: Und Jakob brachte ein Opfer auf dem Berge und rief seine Brüder das Brot zu essen, und sie aßen das Brot, und übernachteten auf dem Berge. Und am Morgen stand Laban früh auf, und küßte seine Söhne und seine Töchter, und segnete sie, und ging, und es kehrte Laban zurück an seinen Ort. "Und Jakob brachte ein Opfer auf dem Berge" bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe; "und rief seine Brüder das Brot zu essen" bedeutet die Aneignung des Guten vom göttlich Natürlichen des Herrn; "und sie aßen das Brot" bedeutet die Wirkung; "und übernachteten auf dem Berge" bedeutet die Ruhe; "und am Morgen stand Laban früh auf" bedeutet die Erleuchtung seines Guten vom göttlich Natürlichen des Herrn; "und küßte seine Söhne und seine Töchter" bedeutet die Anerkennung ihrer Wahrheiten und deren Neigungen; "und segnete sie" bedeutet die Freude darüber; "und ging, und es kehrte Laban zurück an seinen Ort" bedeutet das Ende der Vorbildungen durch Laban. 4210. "Und Jakob brachte ein Opfer auf dem Berge", 1. Mose 31/54, bedeutet den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Opfers, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber Nr. 922, 923, 2180; und aus der Bedeutung des Berges, insofern er das Gute der Liebe ist, worüber Nr. 795, 796, 1430. Opfer bedeutet den Gottesdienst, weil die Schlachtopfer und Brandopfer das Hauptsächlichste des ganzen Gottesdienstes in der späteren vorbildlichen oder hebräischen Kirche waren. Auf den Bergen opferten sie auch, wie hie und da aus dem Worte erhellt. Weil Berge wegen der Höhe diejenigen Dinge, die erhaben sind, bezeichneten, z.B. die, welche dem Himmel angehören, und Himmlische genannt werden, daher bedeuteten sie im höchsten Sinne den Herrn, den sie den Höchsten nannten. Sie glaubten so vermöge des äußeren Anscheins; denn was mehr inwendig ist, erscheint auch höher, so wie der Himmel bei dem Menschen: derselbe ist zwar inwendig in ihm, aber gleichwohl meint der Mensch, daß er in der Höhe sei. Daher kommt es, daß, wo im Worte das Hohe genannt wird, im inneren Sinn das Innere gemeint ist. In der Welt kann man nichts anderes wissen, als daß der Himmel in der Höhe sei, sowohl deshalb, weil auch das Sichtbare, das ringsumher in der Höhe ist, Himmel genannt wird, als auch, weil der Mensch in der Zeit und im Raume lebt, und somit aus den daraus entnommenen Begriffen denkt. Und auch deshalb, weil nur wenige wissen, was das Innere sei, und noch wenigere, daß bei diesem weder Raum noch Zeit ist. Daher kommt es, daß im Worte nach den Vorstellungen des menschlichen Denkens gesprochen ist. Würde nicht nach diesen, sondern nach den Vorstellungen der Engel geredet, so würde der Mensch nichts davon erfassen, sondern jeder würde voll Verwunderung stillstehen (und fragen): was ist das? Gibt es so etwas? und so hätte er es verworfen, als etwas, in dem nichts seiner Einsicht Entsprechendes wäre. 4211. "Und rief seine Brüder das Brot zu essen", 1. Mose 31/54, bedeutet die Aneignung des Guten vom göttlich Natürlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, insofern es diejenigen sind, die jetzt durch einen Bund, d.h. durch Freundschaft verbunden waren, und im inneren Sinn diejenigen, die im Guten und Wahren (leben). Daß solche Brüder genannt werden, sehe man Nr. 367, 2360, 3303, 3459, 3803, 3815, 4121, 4191; aus der Bedeutung von Essen, insofern es die Aneignung bezeichnet, worüber Nr. 3168, 3513 E, 3832. Daß Mahlzeiten und Gastmähler bei den Alten Aneignung und Verbindung durch Liebe und Liebtätigkeit bedeuteten, sehe man Nr. 3596; und aus der Bezeichnung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe ist, worüber Nr. 276, 680, 1798, 3478, 3735, und im höchsten Sinne der Herr: Nr. 2165, 2177, 3478, 3813. Weil Brot im höchsten Sinne den Herrn bedeutet, deshalb bezeichnet es alles Heilige, was von Ihm ist, d.h. alles Gute und Wahre, und weil es kein anderes Gutes gibt, was wirklich gut ist, als das, welches der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, deshalb bedeutet Brot Liebe und Liebtätigkeit. Die Opfer bezeichneten früher auch nichts anderes, man sehe Nr. 2165; und man aß auch vom Fleische der Opfer, damit das himmlische Gastmahl vorgebildet würde, d.h. die Verbindung durch das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit. Das ist es jetzt, was bezeichnet wird durch das heilige Abendmahl, denn dieses trat an die Stelle der Opfer und der Gastmähler aus dem Geheiligten; und dieses, nämlich das heilige Abendmahl, ist das Äußere der Kirche, welches das Innere in sich schließt, und durch das Innere den Menschen, der in der Liebe und Liebtätigkeit ist, mit dem Himmel verbindet, und durch den Himmel mit dem Herrn; denn auch beim heiligen Abendmahle bedeutet Essen die Aneignung: das Brot die himmlische Liebe und der Wein die geistige Liebe, und zwar so sehr, daß, wenn der Mensch, der es genießt, in heiliger Stimmung ist, im Himmel nichts anderes wahrgenommen wird. Daß dies die Aneignung des Guten vom Göttlich-Menschlichen des Herrn genannt wird, kommt daher, weil vom Guten der Heiden gehandelt wird, denn das Gute der Heiden ist es, was jetzt unter Laban vorgebildet wird: Nr. 4189. Die Verbindung des Menschen mit dem Herrn geschieht nicht mit dem höchsten Göttlichen Selbst, sondern mit Seinem Göttlich-Menschlichen; denn der Mensch kann sich von dem höchsten Göttlichen des Herrn gar keine Vorstellung machen, sondern es übersteigt sein Denken so, daß es ganz zugrunde geht und zunichte wird; wohl aber kann er vom Göttlich-Menschlichen des Herrn eine Vorstellung haben; denn jeder wird verbunden vermittelst seines Denkens und seiner Neigung mit dem, wovon er eine Vorstellung hat, nicht aber mit dem, wovon er keine haben kann. Wenn man an das Menschliche des Herrn denkt, dann denkt man, wenn der Vorstellung ein heiliges Gefühl innewohnt, auch an das Heilige, das vom Herrn den Himmel erfüllt, also auch an den Himmel; denn der Himmel in seiner Zusammenfassung stellt einen Menschen dar und zwar (geschieht dies) vom Herrn: Nr. 684, 1276, 2996, 2998, 3624-3649; daher kommt es, daß keine Verbindung stattfinden kann mit dem höchsten Göttlichen des Herrn, sondern mit Seinem Göttlich-Menschlichen, und durch das Göttlich-Menschliche mit Seinem höchsten Göttlichen; heißt es bei Joh.1/18: "Niemand hat jemals Gott gesehen, außer der Eingeborene Sohn"; und deshalb gibt es keinen Zugang zum Vater, als nur durch Ihn; daher kommt es ferner, daß Er der Mittler ist. Dies kann man deutlich daraus erkennen, weil diejenigen innerhalb der Kirche, die sagen, sie glauben an das höchste Wesen, dabei aber den Herrn geringschätzen, sämtlich solche sind, die gar nichts glauben, nicht einmal, daß es einen Himmel oder eine Hölle gibt, und daß sie die Natur anbeten; und wenn sie durch Erfahrung belehrt sein wollen, wird es ihnen auch klar werden, daß die Bösen, ja sogar die Schlimmsten ebenso reden. Aber der Mensch denkt auf verschiedene Weise über das Menschliche des Herrn, der eine Mensch anders als der andere, und der eine mit heiligerem Gefühle als der andere. Diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, können denken, daß Sein Menschliches göttlich sei, und auch, daß es eins sei mit dem Vater, wie Er selbst sagt, daß der Vater in Ihm sei und Er im Vater, aber diejenigen, die außerhalb der Kirche sind, können dies nicht, sowohl weil sie nichts vom Herrn wissen, als weil sie vom Göttlichen nirgends anderswoher eine Vorstellung haben als aus den Bildern, die sie mit den Augen sehen, und aus Götzenbildern, die sie berühren können; dennoch aber verbindet sich der Herr auch mit ihnen durch das Gute ihrer Liebtätigkeit und ihres Gehorsams trotz ihrer groben Vorstellung. Deshalb wird hier gesagt, die Aneignung des Guten bei ihnen sei aus dem göttlich Natürlichen des Herrn; denn die Verbindung des Herrn mit dem Menschen verhält sich gemäß dem Stande seines Denkens und seiner Neigung. Diejenigen, die in der heiligsten Vorstellung vom Herrn sind und zugleich in den Gedanken und Neigungen des Guten und Wahren, wie es diejenigen sein können, die innerhalb der Kirche sind, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Vernünftigen; die aber nicht in solch heiliger Anschauung sind, und nicht in einer so inneren Vorstellung und Neigung, aber doch im Guten der Liebtätigkeit, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Natürlichen. Die aber, die eine noch gröbere und weniger heilige Anschauung haben, sind mit dem Herrn verbunden in Ansehung Seines göttlich Sinnenhaften. Diese Verbindung ist es, die vorgebildet wird durch die eherne Schlange, daß nämlich diejenigen, die dieselbe anschauten, vom Biß der Schlange wieder genasen: 4. Mose 21/9. In dieser Verbindung befinden sich diejenigen unter den Heiden, die Götzendiener sind, und doch gemäß ihrer Religion in Liebtätigkeit leben. Hieraus kann nun deutlich erkannt werden, was unter Aneignung des Guten vom göttlich Natürlichen des Herrn verstanden wird, die dadurch bezeichnet wird, daß Jakob seine Brüder rief, das Brot zu essen. 4212. "Und sie aßen das Brot", 1. Mose 31/54, bedeutet die Wirkung, nämlich die Freundschaft im äußeren Sinn, aber im höchsten Sinn die Verbindung durch das Gute und Wahre im Natürlichen. 4213. "Und übernachteten auf dem Berge", 1. Mose 31/54, bedeutet die Ruhe. Dies erhellt aus der Bedeutung von übernachten, insofern es ist Friede haben, worüber Nr. 3170, also Ruhe. Daß diejenigen an einem Orte übernachteten, die einen Bund schlossen, war auch ein Religionsgebrauch, weil das Übernachten an einem Orte bedeutete, es sei keine Feindschaft mehr vorhanden; im inneren Sinn bedeutet es Ruhe und Friede; denn diejenigen, die in bezug auf das Gute und Wahre verbunden sind, befinden sich in Ruhe und Frieden; deshalb wird hier gesagt "auf dem Berge", denn durch Berg wird das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 4210; das Gute der Liebe und Liebtätigkeit gibt nämlich den Frieden; was Friede und Ruhe sei, sehe man Nr. 92, 93, 1726, 2780, 3170, 3696, 3780. HG 4214 4214. "Und am Morgen stand Laban früh auf", 1. Mose 31/55, bedeutet die Erleuchtung jenes Guten vom göttlich Natürlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "am Morgen früh aufstehen", insofern es Erleuchtung bezeichnet, worüber Nr. 3458, 3723; und aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er solch ein Gutes bezeichnet, wie es die Heiden haben, worüber Nr. 4189; daß die Erleuchtung dieses Guten, die vom göttlich Natürlichen des Herrn kommt, hier verstanden wird, erhellt aus dem Zusammenhang. Was die Erleuchtung anbelangt, so ist sie ganz und gar vom Herrn, und zwar durch das Gute, was beim Menschen ist. Wie das Gute, so ist auch die Erleuchtung. Die meisten glauben, diejenigen seien erleuchtet, die über das Gute und Wahre vernünfteln können, und auch über das Böse und Falsche, und daß sie in einem um so höheren Zustand der Erleuchtung sich befinden, je feiner und schärfer sie darüber reden, und zugleich es durch Wissenschaftliches begründen, und ihre Behauptungen durch Vergleichungen, vorzüglich aus den sinnlich wahrnehmbaren Dingen, sowie durch andere Überredungsmittel wahrscheinlich machen können. Solche können gleichwohl in keiner Erleuchtung sein, obwohl sie eine große Phantasie und Fassungskraft besitzen. Diese Fähigkeit ist nämlich eine zweifache: die eine stammt aus dem Lichte des Himmels, die andere aus einem Irrlicht; beide scheinen in der äußeren Form sich gleich, aber in der inneren sind sie völlig ungleich. Was vom Licht des Himmels kommt, das ist auch im Guten, d.h. bei denen, die im Guten sind; diese können aus dem Guten das Wahre sehen und erkennen, wie am hellen Tage, ob etwas sich so verhalte oder nicht. Was aber aus dem Irrlicht kommt, das ist im Bösen, d.h. bei denen, die im Bösen sind. Daß sie darüber vernünfteln können, kommt daher, weil sie einige Fähigkeit haben, diese Dinge zu erkennen, aber in keiner Neigung, sie zu tun. Daß dies nicht heißt, in wahrer Erleuchtung sein, kann jeder begreifen. Mit dem Irrlicht verhält es sich im anderen Leben auf folgende Weise: die in der Welt in einem solchen waren, sind im anderen Leben in einem gleichen (Irrlichte), und vernünfteln daselbst über das Gute und Wahre und über das Böse und Falsche, und zwar viel vollkommener und trefflicher als im Leben des Körpers; denn hier werden ihre Gedanken nicht durch körperliche und weltliche Sorgen abgezogen und gehemmt; auch werden sie dadurch nicht so begrenzt wie vorher, als sie im Körper und in der Welt waren; es wird aber sogleich offenbar, (zwar) nicht vor ihnen, wohl aber vor den guten Geistern und Engeln, daß ihre Vernünfteleien jenem Irrlichte entstammen, und daß das Licht des Himmels, das bei ihnen einfließt, dort in ein solches Licht verkehrt wird, und daß bei ihnen das Licht des Himmels entweder unterdrückt wird, wie wenn das Licht der Sonne in ein gewisses Dunkel fällt und schwarz wird, oder daß es zurückgeworfen wird, was bei denen geschieht, die in den Prinzipien des Falschen sind, oder auch daß es verkehrt wird, wie das Licht der Sonne, wenn es in häßliche und schmutzige Gegenstände einfließt, und häßliche Farben und auch widerliche Gerüche hervorbringt. So verhält es sich mit denen, die sich in einem Irrlichte befinden und doch glauben, sie seien vor anderen erleuchtet, weil sie verständig und weise vernünfteln können, während sie schlecht leben. Wer diese seien, und wie beschaffen, wird deutlich erkannt aus dem einzelnen, was sie reden, wofern sie nicht Gutes heucheln, um zu täuschen. Diejenigen, die den Herrn verleugnen oder geringschätzen, und bei sich diejenigen verspotten, die Ihn bekennen, gehören zu diesen. Die den Ehebruch lieben und über diejenigen lachen, welche die Ehe für heilig und unverletzlich halten, sind auch unter ihnen. Die, welche glauben, daß die Gebote und Lehren der Kirche um des Volkes willen da seien, damit es durch dieselben in Banden gehalten werde, bei sich selbst aber dieselben für nichts achten, sind ebenfalls unter ihnen. Die, welche der Natur alles zuschreiben, und diejenigen für einfältig und urteilsschwach halten, die alles dem Göttlichen beilegen, sind gleicherweise unter ihnen. Die, welche alles und jedes ihrer Klugheit zuschreiben und sagen, es gebe zwar ein höchstes Wesen, das im allgemeinen und ganzen einigermaßen regiere, aber nichts im besonderen und einzelnen, und sich in dieser Meinung bestärkt haben, sind auch so beschaffen. So auch mit den übrigen. Solche sind im Irrlicht, und vernünfteln auch im anderen Leben, und zwar unter ihresgleichen scharfsinnig, sobald sie sich aber irgendeiner himmlischen Gesellschaft nahen, wird jenes Licht ausgelöscht und ganz dunkel; demzufolge wird ihr Denkvermögen so verfinstert, so daß sie gar nicht mehr denken können; denn sie werden hier vom Himmelslicht geblendet, das bei ihnen entweder unterdrückt oder zurückgeworfen, oder auch verkehrt wird. Deshalb eilen sie von da hinweg, und stürzen sich in die Hölle, wo ein solches (Irr-) Licht herrscht. Hieraus kann erhellen, was wahre Erleuchtung sei, daß sie nämlich aus dem Guten stammt, das vom Herrn ist; und was falsche Erleuchtung sei, daß sie nämlich aus dem Bösen stammt, das aus der Hölle kommt. 4215. "Und küßte seine Söhne und seine Töchter", 1. Mose 31/55, bedeutet die Anerkennung ihrer Wahrheiten und deren Neigungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es Verbindung aus Neigung ist, worüber Nr. 3573, 3574, daher auch Anerkennung, denn wo Verbindung durch das Gute und Wahre (eintritt), da ist auch Anerkennung derselben. Aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahres oder Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3773; und aus der Bedeutung der Töchter, hier Rachels und Leahs, insofern sie die Neigungen, d.h. der Wahrheiten derselben bezeichnen, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. Daß küssen die Verbindung aus Neigung bedeutet, hat seinen Grund in der Entsprechung: es gibt nämlich eine Entsprechung des Himmels mit allen Organen und Gliedern des Körpers, worüber am Ende des Kapitels; es gibt eine Entsprechung des Inneren mit allen (Teilen) des Angesichts, daher leuchtet die Gesinnung aus der Miene hervor, und die inwendigere Gesinnung oder das Gemüt aus den Augen; es gibt auch eine Entsprechung der Gedanken und Neigungen mit den Handlungen und Gebärden des Körpers, daß mit allen willkürlichen, ist bekannt; aber (sie besteht auch) mit allen unwillkürlichen, denn die Demut des Herzens ruft die Kniebeugung hervor, die eine Gebärde des äußeren Körpers ist, die noch größere oder inwendigere Demut das Niederwerfen auf die Erde. Die Fröhlichkeit der Seele und die Freude des Gemüts Gesang und Loblied, Niedergeschlagenheit und Trauer Tränen und Händeringen; Verbindung aber aus Neigung (erzeugt) das Küssen. Hieraus erhellt, daß solche äußerliche Handlungen, weil sie entsprechen, Zeichen der inneren (Vorgänge) sind, und daß in ihnen, als in den Zeichen, ein Inneres ist, aus dem sie ihre Beschaffenheit empfangen. Dagegen bei denen, die das Innere durch das äußere erheucheln wollen, gelten solche Gebärden auch als Zeichen, aber (als Zeichen) der Verstellung, der Heuchelei und des Betruges, z.B. die Küsse, denn durch diese will jeder ausdrücken, daß er den anderen von Herzen liebe, er weiß nämlich, daß die Küsse daher rühren, und daß sie Verbindung aus Neigung bezeichnen, und durch sie will er den Nächsten überreden, daß er ihn liebe wegen des Guten in ihm, während er es doch nur tut um seinetwillen, oder seiner Ehre und seines Vorteils wegen, also nicht wegen des Guten, sondern wegen des Bösen; denn wer sich selbst als Endzweck im Auge hat, und zwar nicht als vermittelnden Zweck zum Guten, und mit dem anderen verbunden werden will in Hinblick auf diesen Endzweck, der ist im Bösen. 4216. "Und segnete sie", 1. Mose 31/55, bedeutet die Freude darüber. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es ausdrückt, Gutes wünschen, worüber Nr. 3185, also auch seine Freude bezeugen, wenn man fortgeht. 4217. "Und ging, und es kehrte Laban zurück an seinen Ort", 1. Mose 31/55, bedeutet das Ende der Vorbildung durch Laban. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückkehren an seinen Ort, insofern es bezeichnet, zum ersten Zustand zurückkehren. Daß Ort den Zustand bezeichnet, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404; daher kommt es, daß durch jene Worte das Ende der Vorbildung durch Laban bezeichnet wird. Aus dem, was gezeigt worden, kann erhellen, daß alles und jedes im Worte Inneres enthält; und daß dies Innere von der Art ist, daß es dem Innewerden der Engel, die beim Menschen sind, angemessen ist, wie z.B. wenn im Wort Brot genannt wird, wissen die Engel nicht, was materielles Brot ist, sondern was geistiges Brot, somit werden sie anstatt der Brotes den Herrn inne, Der selbst lehrt, daß Er das Brot des Lebens sei: Joh.6/33,35; und weil den Herrn, so werden sie auch das inne, was vom Herrn ausgeht, somit Seine Liebe gegen das ganze menschliche Geschlecht, und dann werden sie zu gleicher Zeit die gegenseitige Liebe des Menschen zum Herrn inne, denn diese (beiden) hängen an einer Vorstellung des Denkens und der Neigung zusammen. Ganz ähnlich denkt auch der Mensch, der in heiliger Andacht ist, wenn er das Brot des heiligen Abendmahls empfängt, denn er denkt dann nicht an das Brot, sondern an den Herrn und an Seine Barmherzigkeit, und an das, was der Liebe zu Ihm und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, weil er an die Buße und Besserung des Lebens (denkt). Aber dies geschieht auf verschiedene Weise, je nach der Heiligkeit (der Stimmung), in der er ist, nicht nur in bezug auf sein Denken, sondern auch in betreff seiner Neigung. Hieraus erhellt; daß Brot im Worte nicht die Vorstellung irgendwelchen Brotes bei den Engeln hervorruft, sondern die Vorstellung der Liebe, nebst unzähligem, was der Liebe angehört. Ebenso der Wein, wenn dieser im Wort gelesen und auch im heiligen Abendmahle empfangen wird, dann denken die Engel durchaus nicht an Wein, sondern an die Liebtätigkeit gegen den Nächsten; und weil es so ist, und hierdurch eine Verknüpfung des Menschen mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn stattfindet, deshalb sind Brot und Wein Symbole geworden, und vereinigen den Menschen, der im Heiligen des Lebens ist, mit dem Himmel, und durch den Himmel mit dem Herrn. Ebenso verhält es sich mit den einzelnen (Ausdrücken) im Wort. Und deshalb ist das Wort das Mittel der Vereinigung des Menschen mit dem Herrn, und wenn kein solches Mittel der Vereinigung wäre, könnte der Himmel nicht bei dem Menschen einfließen, denn ohne Vermittlung gibt es keine Vereinigung, sondern (der Himmel) würde sich von dem Menschen entfernen; wenn sich dieser aber entfernte, so könnte niemand mehr zum Guten geführt werden, nicht einmal zum körperlichen und weltlichen Guten, sondern alle Bande, auch die äußeren, würden zerrissen sein. Der Herr regiert nämlich den Menschen, der im Guten ist, durch innere Bande, welche die des Gewissens sind; den aber, der im Bösen ist, nur durch äußere Bande, nach deren Zerreißung jeder unsinnig sein würde, wie es der ist, der ohne Furcht vor dem Gesetze ist, ohne Furcht für sein Leben und ohne Furcht vor dem Verlust seiner Ehre, seines Gewinnes und somit seines guten Namens ist; dies sind nämlich die äußeren Bande. Auf solche Weise würde das Menschengeschlecht zugrunde gehen. Hieraus kann erhellen, warum es ein Wort gibt, und wie beschaffen es ist. Daß die Kirche des Herrn da, wo das Wort ist, gleichsam das Herz und die Lungen bildet, und die Kirche des Herrn da, wo das Wort nicht ist, ähnlich ist den anderen Eingeweiden, die vom Herzen und von den Lungen leben, sehe man Nr. 637, 931, 2054, 2853. Nr. 4218 - 4228 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 32. Kapitel 4229. Im dritten Teil wurde angefangen das zu erklären, was der Herr bei Matth. Kapitel 24 vom Jüngsten Gericht vorhergesagt hatte, und diese Erklärung wurde den letzten Kapiteln daselbst vorangeschickt, und mit der Erklärung wurde fortgefahren bis zu Matth.24/31; man sehe Nr. 3353-3356, 3486-3489, 3650-3655, 3897-3901, 4056-4060. Was im kurzen Inbegriff der innere Sinn aller dieser Stellen sei, erhellt aus dem, was dort erklärt wurde, daß nämlich die allmähliche Abödung der Kirche, und endlich die Errichtung einer neuen vorherverkündigt wurde, in folgender Ordnung: 1. Daß die Menschen anfingen, nicht zu wissen, was gut und wahr ist, sondern darüber stritten. 2. Daß sie es verachteten. 3. Daß sie es nicht mit dem Herzen anerkannten. 4. Daß sie es entweihten. 5. Und weil das Wahre des Glaubens noch bestehen soll, und auch das Gute der Liebtätigkeit bei einigen, die Auserwählte genannt werden, so wird der damalige Zustand des Glaubens beschrieben. 6. Und danach der Zustand der Liebtätigkeit. 7. Und endlich wird gehandelt vom Anfang einer neuen Kirche, die verstanden wird unter den Worten, die zuletzt erklärt wurden: Matth.24/31, nämlich unter folgenden: "Und Er wird Seine Engel aussenden mit der Posaune und mit lautem Schall, und sie werden Seine Auserwählten versammeln von den vier Winden und von den äußersten Enden der Himmel, bis zu den äußersten derselben". Daß unter diesen Worten der Anfang einer neuen Kirche verstanden sei, sehe man Nr. 4060 E. 4230. Wann das Ende einer alten Kirche und der Anfang einer neuen eintritt, dann ist das Jüngste Gericht. Daß diese Zeit es ist, die im Worte unter dem Jüngsten Gericht verstanden wird, sehe man Nr. 2117-2133, 3353, 4057, und auch unter der Ankunft des Menschensohnes. Von der Ankunft selbst wird nun gehandelt, und über diese fragten die Jünger: Matth.24/3, den Herrn und sprachen: "Sage uns, wann wird dies geschehen, und welches ist das Zeichen Deiner Ankunft und der Vollendung des Weltalters?"; daher ist jetzt zu erklären, was der Herr von der Zeit Seiner Ankunft selbst und von der Vollendung des Weltalters, die das Jüngste Gericht ist, vorhergesagt hat. Vor diesem Kapitel aber nur das, was Matth.24/32-35 enthalten ist, nämlich Folgendes: "Von dem Feigenbaume aber lernet ein Gleichnis: wenn sein Zweig nun zart wird und die Blätter hervorsprossen, dann erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist. So auch ihr, wenn ihr dies alles sehen werdet, so erkennet, daß er nahe ist vor der Türe. Wahrlich, Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dies alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen". Der innere Sinn dieser Worte ist folgender: 4231. "Von dem Feigenbaume aber lernet ein Gleichnis: wenn sein Zweig zart wird, und die Blätter hervorsprossen, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist" bedeutet das erste der neuen Kirche. Der Feigenbaum ist das Gute des Natürlichen, der Zweig ist die Neigung desselben, und die Blätter sind Wahrheiten. Das Gleichnis aus dem sie lernen sollten, bedeutet, daß jene Dinge bezeichnet werden. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann durchaus nicht wissen, was der Vergleich der Ankunft des Herrn mit dem Feigenbaum und dessen Zweigen und Blättern in sich schließt; aber, weil alle Vergleichungen im Worte auch Bezeichnungen (oder Sinnbilder) sind: Nr. 3579, so kann man hieraus erkennen, was jene bedeuten. Überall, wo der Feigenbaum im Worte genannt wird, bedeutet er im inneren Sinne das Gute des Natürlichen, man sehe Nr. 217; daß der Zweig seine Neigung bedeutet, kommt daher, weil die Neigung aus dem Guten hervorsproßt, wie der Zweig aus seinem Stamm. Daß die Blätter Wahrheiten sind, sehe man Nr. 885. Daraus erhellt nun, was jenes Gleichnis in sich schließt, daß nämlich, wenn eine neue Kirche vom Herrn geschaffen wird, alsdann zuallererst das Gute des Natürlichen erscheint, d.h. das Gute in der äußeren Form mit seiner Neigung und seinen Wahrheiten. Unter dem Guten des Natürlichen wird nicht das Gute verstanden, in das der Mensch geboren wird, oder das er von den Eltern her hat, sondern das Gute, das geistig ist in bezug auf seinen Ursprung; in dieses wird niemand geboren, sondern es wird vom Herrn mitgeteilt durch Erkenntnisse des Guten und Wahren. Deswegen ist der Mensch, bevor er in diesem Guten, nämlich in dem geistig Guten ist, nicht ein Mensch der Kirche, wie sehr es auch aus dem angeborenen Guten den Anschein habe, daß er es sei. "So auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so erkennet, daß er nahe vor der Tür ist" bedeutet, daß, wenn diese Dinge erscheinen, die im inneren Sinn durch die Matth.24/29-31 angeführten Worte bezeichnet werden, und durch das vom Feigenbaum, alsdann die Vollendung der Kirche, d.h. das Jüngste Gericht und die Ankunft des Herrn stattfinde. Somit auch, daß dann die alte Kirche verworfen und eine neue eingeführt werde. "Vor der Tür" wird gesagt, weil das Gute des Natürlichen und dessen Wahres das erste ist, was dem Menschen eingepflanzt wird, wenn er wiedergeboren und zur Kirche wird. "Wahrlich, Ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehe" bedeutet das jüdische Geschlecht, daß es nicht so wie andere Völkerschaften ausgerottet werden soll. Die Ursache sehe man Nr. 3479. "Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" bedeutet: das Innere und das Äußere der vorigen Kirche werden vergehen, aber das Wort des Herrn werde bleiben. Daß der Himmel das Innere der Kirche bezeichnet, und die Erde das Äußere derselben, sehe man Nr. 82, 1411, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355 E. Daß die Worte des Herrn nicht nur die sind, die Er damals über Seine Ankunft und die Vollendung des Weltalters gesprochen, sondern auch alle, die im Worte enthalten sind, ist einleuchtend. Dies folgt unmittelbar nach dem, was vom jüdischen Volke gesagt worden, weil das jüdische Volk des Wortes wegen erhalten wurde, wie man erkennen kann aus der angeführten Stelle Nr. 3479. Hieraus erhellt nun, daß hier einiges von den Anfängen einer neuen Kirche vorhergesagt wurde.   32. Kapitel 1. Und Jakob zog seinen Weg, und es begegneten ihm Engel Gottes. 2. Und Jakob sprach, als er sie sah: Ein Lager Gottes ist dies, und nannte den Namen des Ortes Machanaim. 3. Und Jakob schickte Boten vor sich her zu Esau, seinem Bruder, in das Land Seir, in das Gefilde Edom. 4. Und gebot ihnen, indem er sprach: So sollt ihr sprechen zu Esau, meinem Herrn: So spricht dein Knecht Jakob: bei Laban bin ich ein Fremdling gewesen, und bis jetzt verweilet. 5. Und ich habe bekommen Rinder und Esel, eine Herde, und Knechte und Mägde; und (nun) sende ich (zu dir), es zu verkünden meinem Herrn, damit ich Gnade finde in deinen Augen. 6. Und die Boten kehrten zu Jakob zurück, und sprachen: Wir sind hingekommen zu deinem Bruder, zu Esau, und auch er zieht dir entgegen, und vierzig Männer mit ihm. 7. Und Jakob fürchtete sich sehr, und es wurde ihm angst, und er teilte das Volk, das bei ihm, und die Herde, und die Rinder, und die Kamele in zwei Lager. 8. Und er sprach: Wenn Esau zu dem einen Lager kommt, und schlägt es, so wird (doch) das andere Lager übrig sein, zu entrinnen. 9. Und Jakob sprach: Der Gott meines Vaters Abraham und der Gott meines Vaters Jischak, Jehovah, sprach zu mir: Kehre zurück in dein Land und zu deiner Geburt (Verwandtschaft), und Ich will dir Gutes tun. 10. Zu gering bin ich aller Barmherzigkeit und aller Treue, die Du Deinem Knechte erzeigt hast; denn mit meinem Stabe bin ich über diesen Jordan gegangen, und nun bin ich zu zwei Lagern (geworden). 11. Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich fürchte mich, daß er vielleicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Söhnen. 12. Du hast ja gesagt: Viel Gutes will Ich dir erweisen, und will deinen Samen machen wie den Sand am Meere, den man nicht zählen kann vor der Menge. 13. Und er übernachtete daselbst in jener Nacht, und nahm von dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk für Esau, seinen Bruder. 14. Zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Schafe und zwanzig Widder. 15. Dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn junge Esel. 16. Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders; und sprach zu seinen Knechten: Gehet vor mir her und machet einen Abstand zwischen jeder Herde. 17. Und er befahl dem ersten und sprach: Wenn dir Esau, mein Bruder begegnet und dich fragt, und spricht: Wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehört dieses vor dir? 18. So sage: Deinem Knecht Jakob; ein Geschenk ist es, das er sendet meinem Herrn Esau, und siehe, er selbst ist auch hinter uns. 19. Und er gebot auch dem zweiten und auch dem dritten, und allen, die hinter den Herden gingen, und sprach: Solche Worte sollt ihr sprechen zu Esau, wenn ihr ihn trefft. 20. Und ihr sollt auch sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns, denn er sprach: Ich will sein Angesicht versöhnen durch die Gabe, die vor mir hergeht; und dann will ich sein Angesicht sehen, vielleicht wird er mein Angesicht annehmen. 21. Also ging das Geschenk vor ihm her, und er übernachtete in dieser Nacht bei dem Lager. 22. Und er stand auf in derselben Nacht, und nahm seine beiden Frauen, und seine beiden Mägde, und seine elf Söhne, und setzte über die Furt des Flusses Jabbok. 23. Und er nahm sie, und ließ sie übersetzen über den Fluß, und ließ übersetzten (alles), was er besaß. 24. Und Jakob blieb allein zurück, und es rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte emporstieg. 25. Und derselbe sah, daß er ihn nicht bezwang, und faßte ihn bei der Höhlung seiner Hüfte; und es wurde ausgerenkt die Höhlung der Hüfte Jakobs, als er mit ihm rang. 26. Und er sprach: Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor; und er sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 27. Und er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob. 28. Und er sprach: Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel, weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit den Menschen, und hast obgesiegt. 29. Und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen an; und er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen, und er segnete ihn daselbst. 30. Und Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel, denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele ist errettet worden. 31. Und es ging ihm die Sonne auf, als er am Peniel vorüberging, und er hinkte an seiner Hüfte. 32. Deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel (Spannader) an der Höhlung der Hüfte bis auf diesen Tag, weil er (ihn) gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte, den (verrenkten) Bewegungsmuskel Jakobs.   Inhalt 4232. Es wird hier im inneren Sinn von der Umwandlung des Zustandes im Natürlichen gehandelt, so daß das Gute an erster Stelle ist und das Wahre an zweiter. Hier von der Einpflanzung des Wahren in das Gute: Vers 1-23 Und von den Versuchungskämpfen, die dann bestanden werden müssen: Vers 24-32. Es wird auch zugleich vom jüdischen Volke gehandelt, insofern dieses Volk, obgleich es nichts von der Kirche aufnehmen konnte, dennoch diejenigen Dinge vorbildete, die der Kirche angehören.   Innerer Sinn 4233. Vers 1,2: Und Jakob zog seinen Weg, und es begegneten ihm Engel Gottes. Und Jakob sprach, als er sie sah: Ein Lager Gottes ist dies, und nannte den Namen des Ortes Machanaim. "Und Jakob zog seinen Weg" bedeutet das Hinzutreten des Wahren, damit es verbunden würde mit dem geistigen und himmlischen Guten; "und es begegneten ihm Engel Gottes" bedeutet die Erleuchtung vom Guten aus; "und Jakob sprach, als er sie sah: Ein Lager Gottes ist dies" bedeutet den Himmel; "und nannte den Namen des Ortes Machanaim" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes. 4234. "Und Jakob zog seinen Weg", 1. Mose 32/1, bedeutet das Hinzutreten des Wahren, damit es mit dem geistigen und himmlischen Guten verbunden werde. Dies geht offenbar hervor aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er hier das Wahre des Natürlichen ist. Was Jakob vorbildete, wurde im vorigen gesagt, nämlich das Natürliche des Herrn, und weil, wo im Historischen von Jakob (die Rede ist), im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wird, wie Er selbst Sein Natürliches göttlich machte, deshalb bildet Jakob zuerst das Wahre bei demselben vor, und hernach das Wahre, dem das seitenverwandte Gute, das Laban war, beigefügt war, und nachdem Er dieses beigefügt hatte, bildete Jakob das Gute dieser Art vor. Ein solches Gute ist aber nicht das göttlich Gute im Natürlichen, sondern ist das mittlere Gute, durch das Er das göttlich Gute aufnehmen konnte. Ein solches Gute bildete Jakob vor, als er sich von Laban trennte. Aber dennoch ist dieses Gute in sich das Wahre, dem daher die Fähigkeit (innewohnt), sich mit dem göttlich Guten im Natürlichen zu verbinden. So beschaffen ist das Wahre, das Jakob nun vorbildete. Das Gute aber, mit dem es verbunden werden sollte, wird durch Esau vorgebildet. Daß Esau das göttlich Gute des göttlich Natürlichen des Herrn bezeichnet, sehe man Nr. 3300, 3302, 3494, 3504, 3527, 3576, 3599, 3669, 3677. Von dieser Verbindung selbst, nämlich des göttlich Wahren mit dem göttlich Guten des göttlich Natürlichen des Herrn, wird nun im höchsten Sinn gehandelt, denn nachdem Jakob von Laban sich getrennt hatte und zum Jordan gekommen war, also beim ersten Eintritt in das Land Kanaan, fängt er an, diese Verbindung vorzubilden, denn das Land Kanaan bedeutet im inneren Sinn den Himmel, und im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn: Nr. 3038, 3705. Daher kommt es, daß durch jene Worte: "Und Jakob zog seinen Weg", das Hinzutreten des Wahren bezeichnet wird, damit es verbunden würde mit dem geistigen und himmlischen Guten. Aber diese Dinge sind solcherart, daß sie durchaus nicht vollständig für die Auffassung erklärt werden können; die Ursache ist, weil das Allerallgemeinste diese Sache in der gelehrten Welt, auch in der christlichen, unbekannt ist, denn kaum weiß man, was das Natürliche beim Menschen ist, und was das Vernünftige, und daß diese unter sich völlig unterschieden sind. Auch weiß man kaum, was das geistig Wahre und was das Gute desselben sei, und daß auch diese durchaus unterschieden sind. Noch weniger (weiß man), daß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, das Wahre mit dem Guten verbunden wird, auf unterschiedene Weise im Natürlichen, und ebenso im Vernünftigen, und zwar durch unzählige Vermittlungen. Ja, es ist nicht einmal bekannt, daß der Herr Sein Menschliches göttlich machte nach der Ordnung, gemäß welcher der Herr auch den Menschen wiedergebiert. Wenn daher das Allgemeinste unbekannt ist, so kann das, was darüber gesagt wird, nicht anders als dunkel erscheinen. Gleichwohl aber muß es gesagt werden, weil das Wort in Ansehung des inneren Sinnes nicht anders erklärt werden kann; wenigstens kann daraus offenbar werden, welche und wie beschaffen die Weisheit der Engel ist, denn der innere Sinn des Wortes ist hauptsächlich für die Engel. 4235. "Und es begegneten ihm Engel Gottes", 1. Mose 32/1, bedeutet die Erleuchtung aus dem Guten. Dies ist offenbar aus der Bedeutung der Engel Gottes, insofern sie etwas vom Herrn bezeichnen, hier das Göttliche, das im Herrn ist; denn im Herrn war das Göttliche Selbst, das Vater genannt wird. Sein eigentliches Lebensprinzip (ipsa essentia vitae), das beim Menschen Seele genannt wird, stammte daher, und Er war es selbst. Dieses Göttliche ist es, was in der gewöhnliche Rede Seine göttliche Natur genannt wird, vielmehr (war es) das göttliche Wesen des Herrn. Daß durch die Engel Gottes im Worte etwas Göttliches des Herrn bezeichnet wird, sehe man Nr. 1925, 2319, 2821, 3039, 4085. Dadurch, daß die Engel Gottes ihm begegneten, wird im nächsten Sinn das Einfließen des Göttlichen in das Natürliche bezeichnet, und daher die Erleuchtung; denn alle Erleuchtung ist vom Einfluß des Göttlichen. Weil von der Umwandlung des Zustandes im Natürlichen des Herrn, so daß das Gute an erster Stelle, das Wahre an zweiter zu stehen kommt, und von der Einpflanzung des Wahren in das Gute bei Ihm gehandelt wird: Nr. 4232, und dies ohne Erleuchtung vom Göttlichen nicht geschehen konnte, deshalb wird hier zuerst von der Erleuchtung aus dem Guten gehandelt, in welches das Wahre eingepflanzt werden sollte. 4236. "Und Jakob sprach: Ein Lager Gottes ist dies", 1. Mose 32/2, bedeutet den Himmel. Daß Lager Gottes den Himmel bezeichnet, kommt daher, weil Heer Wahres und Gutes bedeutet: Nr. 3448, und das Wahre und Gute vom Herrn geordnet wird, gemäß der himmlischen Ordnung. Daher ist die Anordnung dem Heere gemäß das Abstecken des Lagers, und die himmlische Ordnung selbst, die der Himmel ist, bezeichnet das Lager. Dieses Lager, oder diese Ordnung ist von der Art, daß es durchaus nicht von der Hölle durchbrochen werden kann, obwohl die Hölle den beständigen Trieb hat, es zu durchbrechen; daher wird auch diese Ordnung oder der Himmel ein Lager genannt, und das Wahre und Gute, d.h. die Engel, die gemäß dieser Ordnung aufgestellt sind, werden die Heere genannt. Hieraus erhellt nun, weshalb Lager Gottes den Himmel bedeutet. Diese Ordnung selbst ist es, die vorgebildet wurde durch die Lagervermessungen der Söhne Israels in der Wüste, somit der Himmel selbst, und das Zusammenwohnen daselbst nach den Stämmen wurde Lager genannt. Das Bundeszelt, das in der Mitte war, und um welches her das Lager abgesteckt wurde, stellte den Herrn selbst vor. Daß so die Söhne Israels ihr Lager schlugen, sehe man 4. Mose Kapitel 1 und 33/2-56. Daß sie sich um die Stiftshütte nach den Stämmen lagerten, nämlich gegen Osten Jehudah, Jisaschar und Sebulon, gegen Mittag Ruben, Schimeon, Gad, gegen Abend Ephraim, Menasche, Benjamin, gegen Mitternacht Dan, Ascher und Naphtali und die Leviten in der Mitte neben der Stiftshütte (oder Bundeszelt): 4. Mose Kapitel 2. Daß durch Stämme alles Gute und Wahre zusammengefaßt bezeichnet wird, sehe man Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 4060. Daher kommt es, daß 4. Mose 24/2,3,5,6, Bileam, als er Israel wohnen sah nach seinen Stämmen, und der Geist Gottes dann über ihn kam seinen Seherspruch (enuntiatum) begann, und sprach: "Wie gut sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen Israel, so wie Täler bepflanzt werden, so wie Gärten neben dem Flusse": daß durch diese Weissagung nicht das Volk, das Jakob und das Israel genannt wird, verstanden wird, erhellt offenbar, sondern der Himmel des Herrn ist es, der vorgebildet wurde. Daher wurden auch an anderen Stellen im Worte ihre Ordnungen in der Wüste, oder die Lagereinteilungen nach den Stämmen, Lager genannt. Unter Lager wird dort im inneren Sinn die himmlische Ordnung bezeichnet, und unter Lagereinteilungen die Aufstellung gemäß jener Ordnung, nämlich gemäß der Ordnung, in der das Gute und Wahre im Himmel ist, z.B. 3. Mose 4/12; 8/17; 13/46; 14/8; 16/26,28; 24/14,23; 4. Mose Kap.2; 5/2-4; 9/17-23; 10/1-28; 11/31,32; 12/14,15; 31/19-24; 5. Mose 23/10-15. Daß das Lager Gottes den Himmel bezeichnet, kann auch deutlich erkannt werden bei Joel 2/10,11: "Vor Ihm wurde die Erde bewegt, es zitterten die Himmel, verdunkelt wurden die Sonne und der Mond, die Sterne zogen ihren Glanz zurück, und Jehovah ließ Seine Stimme erschallen vor Seinem Heere, denn sehr groß ist Sein Lager, und zahllos die Vollstrecker Seines Wortes". Sach.9/8: "Ich will an meinem Haus ein Lager schlagen wegen des Heeres gegen den Kommenden und gegen den Gehenden, damit nicht mehr über sie komme der Dränger". Joh.Offenb.20/9: "Gog und Magog erhoben sich über die Ebene der Erde, und umgaben das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt, und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie": Gog und Magog für diejenigen, die in dem vom Inneren getrennten äußeren Gottesdienst waren, die götzendienerisch wurden: Nr. 1151; die Ebene der Erde (steht) für das Wahre der Kirche; daß die Ebene das Wahre der Lehre ist: Nr. 2450, und daß die Erde die Kirche ist: Nr. 556, 662, 1066, 1067, 1850, 2117, 2118, 3355. Das Lager der Heiligen bedeutet den Himmel, oder das Reich des Herrn auf Erden, das die Kirche ist. Weil die meisten Ausdrücke im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so hat auch das Lager einen solchen und bedeutet dann Böses und Falsches, somit die Hölle, wie Ps.27/3: "Wenn die Bösen Lager gegen mich aufschlagen, wird sich nicht fürchten mein Herz". Ps.53/6: "Gott hat zerstreut die Gebeine derer, die sich lagerten gegen mich, du hast sie zuschanden gemacht, denn Gott hat sie verworfen". Unter dem "Lager Aschurs", in dem der Engel Jehovahs hundertfünfundneunzigtausend schlug: Jes.37/36, ist auch nichts anderes verstanden; desgleichen unter dem "Lager der Ägypter": 2. Mose 14/19,20. 4237. "Und nannte den Namen des Ortes Machanaim", 1. Mose 32/2, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von Namen nennen, insofern es die Beschaffenheit ist, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 3421; und aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387. Machanaim bedeutet in der Grundsprache zwei Lager, und zwei Lager bedeuten die beiden Himmel, oder die beiden Reiche des Herrn: das himmlische und das geistige, und im höchsten Sinn das himmlisch Göttliche und das geistig Göttliche des Herrn. Daraus erhellt, daß die Beschaffenheit des Zustandes des Herrn, als Sein Natürliches erleuchtet wurde vom geistigen und himmlischen Guten, bezeichnet wird durch Machanaim. Aber dieses, nämlich die Beschaffenheit des Zustandes kann nicht beschrieben werden, weil die göttlichen Zustände, die der Herr hatte, als Er das Menschliche in Sich göttlich machte, nicht in irgendwelche menschliche Auffassung fallen, nicht einmal in die der Engel, sondern nur durch Scheinbarkeiten, die erleuchtet sind vom Himmelslicht, welches vom Herrn, und durch den Zustand der Wiedergeburt des Menschen kann etwas davon aufgefaßt werden, denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3188, 3212, 3296, 3490. 4238. Vers 3-5: Und Jakob schickte Boten vor sich her zu Esau, seinem Bruder, in das Land Seir, in das Gefilde Edom. Und gebot ihnen, indem er sprach: So sollt ihr sprechen zu Esau, meinem Herrn: So spricht dein Knecht Jakob: bei Laban bin ich ein Fremdling gewesen, und bis jetzt verweilet. Und ich habe bekommen Rinder und Esel, eine Herde, und Knechte und Mägde; und (nun) sende ich (zu dir), es zu verkünden meinem Herrn, damit ich Gnade finde in deinen Augen. "Und Jakob schickte Boten vor sich her zu Esau, seinem Bruder" bedeutet die erste Gemeinschaft mit dem himmlisch Guten; "in das Land Seir" bedeutet das himmlisch-natürlich Gute; "in das Gefilde Edom" bedeutet das Wahre daher; "und gebot ihnen, indem er sprach: So sollt ihr sprechen zu Esau, meinem Herrn" bedeutet die erste Anerkennung des Guten, daß es an erster Stelle sei; "so spricht dein Knecht Jakob: bei Laban bin ich ein Fremdling gewesen, und bis jetzt verweilet" bedeutet, daß er das unter Laban verstandene Gute in sich aufgenommen habe; "und ich habe bekommen Rinder und Esel, eine Herde, und Knechte und Mägde" bedeutet das Erworbene in seiner Ordnung daselbst; "und (nun) sende ich (zu dir), es zu verkünden meinem Herrn, damit ich Gnade finde in deinen Augen" bedeutet die Belehrung über seinen Zustand, und auch die Herablassung und Demütigung des Wahren vor dem Guten. 4239. "Und Jakob schickte Boten vor sich her zu Esau, seinem Bruder", 1. Mose 32/3, bedeutet die erste Gemeinschaft mit dem himmlisch Guten. Dies ist offenbar aus der Bedeutung von Boten schicken, insofern es bezeichnet, etwas mitteilen, und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das himmlisch Gute im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 3300, 3302, 3494, 3504, 3527, 3576, 3599, 3669. Es wird hier gehandelt, wie Nr. 4234 gesagt worden, von der Verbindung des göttlich Wahren im Natürlichen, das Jakob ist, mit dem göttlich Guten daselbst, das Esau ist. Daher wurde zuerst von der Erleuchtung des Natürlichen vom Göttlichen her gehandelt: Nr. 4235; hier nun von der ersten Gemeinschaft, die dadurch bezeichnet wird, daß Jakob Boten zu Esau, seinem Bruder schickte; daß auch im Worte das Gute und das Wahre Brüder sind, sehe man Nr. 367, 3303. 4240. "In das Land Seir", 1. Mose 32/3, bedeutet das himmlisch natürlich Gute. Dies ist offenbar aus der Bedeutung des Landes Seir, sofern es im höchsten Sinn das himmlisch-natürlich Gute des Herrn ist. Die Ursache, weswegen das Land Seir solches bedeutet, ist, weil der Berg Seir die Grenze des Landes Kanaan auf der einen Seite war: Jos.11/16,17; und alle Grenzen, als Flüsse, Berge und Landesstrecken, das vorbildeten, was das Letzte (oder Äußerste) war: Nr. 1585, 1866, 4116; denn sie erhielten diese vorbildlichen Bedeutungen vom Lande Kanaan, das in der Mitte war, und das himmlische Reich des Herrn vorbildete, und im höchsten Sinn Sein Göttlich-Menschliches: man sehe Nr. 1607, 3038, 3481, 3705. Das Letzte, das die Grenze bildet, ist das, was das Natürliche genannt wird; denn im Natürlichen findet das Geistige und das Himmlische seine Grenze. So verhält es sich in den Himmeln; denn der innerste oder dritte Himmel ist himmlisch, weil er in der Liebe zum Herrn ist. Der mittlere oder zweite Himmel ist geistig, weil er in der Liebe gegen den Nächsten; der letzte oder erste Himmel ist himmlisch- und geistig-natürlich, weil er im einfach Guten ist, welches das Letzte der Ordnung daselbst ist. Ebenso (ist es) beim wiedergeborenen Menschen, der ein Himmel in kleinster Form ist. Hieraus kann nun deutlich erhellen, woher es kommt, daß das Land Seir das himmlisch-natürliche Gute bezeichnet. Auch Esau, der daselbst wohnte, bildet dieses Gute vor, wie oben gezeigt worden, daher wird auch durch das Land, wo er wohnte, dasselbe bezeichnet; denn die Länder nehmen die vorbildliche Bedeutung derer an, die daselbst sind: Nr. 1675. Hieraus kann nun erhellen, was durch Seir im Worte bezeichnet wird, wie 5. Mose 33/2: "Jehovah kam vom Sinai, und ging ihnen auf von Seir; Er erglänzte vom Berge Paran, und kam aus den Myriaden der Heiligkeit". Im Lied Deborahs und Baraks im Buche der Richter 5/4,5: "Jehovah, als Du ausgingst aus Seir, als Du auszogst aus dem Gefilde Edoms, da zitterte die Erde, es träufelten die Himmel, auch die Wolken träufelten Wasser, Berge zerflossen: dieser Sinai vor Jehovah, dem Gotte Israels". 4. Mose 24/17,18, in der Weissagung Bileams: "Ich sehe Ihn, doch nicht jetzt, ich schaue Ihn, doch nicht nahe; es wird aufgehen ein Stern aus Jakob, und sich erheben das Zepter aus Israel, und es wird sein das Erbe Edom, und es wird sein das Erbe Seir, ihres Feindes, und Israel wird mächtige Taten tun". Jeder kann sehen, daß Seir hier etwas vom Herrn bezeichnet, denn es wird gesagt, daß Jehovah aufging von Seir, daß Er ausging von Seir, und ausgezogen sei vom Gefilde Edoms. Daß Edom und Seir das Erbe sein werde; aber was es vom Herrn bezeichnet, kann niemand wissen, außer durch den inneren Sinn des Wortes, daß es das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, und besonders dort das göttlich Natürliche in bezug auf das Gute, kann man aus dem oben Gesagten deutlich erkennen. Aufgehen und ausgehen aus Seir bedeutet, daß Er das Natürliche auch göttlich machen werde, damit auch von diesem aus das Licht, d.h. die Einsicht und die Weisheit (ausgehe), und Er so Jehovah würde, nicht nur in bezug auf das menschlich Vernünftige, sondern auch in bezug auf das menschlich Natürliche. Deshalb wird gesagt: Jehovah ist aufgegangen von Seir, und Jehovah ist ausgegangen von Seir. Daß der Herr Jehovah ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2921, 3023, 3035. Das gleiche schließt die Weissagung über Duma bei Jes.21/11,12 in sich: "Man ruft mir zu aus Seir, Wächter, wie viel von der Nacht, Wächter, wie viel von der Nacht (ist verflossen)? Der Wächter sprach: es kommt der Morgen, und auch die Nacht". Durch das Land Seir wird im bezüglichen Sinn eigentlich das Reich des Herrn bei denen bezeichnet, die außerhalb der Kirche sind, d.h. bei den Heiden; weil die frühere oder alte (Kirche) abfällt von der Liebtätigkeit und dem Glauben, wird bei den Heiden eine Kirche gegründet; daß dann denen, die in Finsternis (sind), ein Licht (aufgeht), erkennt man deutlich aus mehreren Stellen im Worte. Dies wird im eigentlichen Sinn bezeichnet durch aufgehen von Seir, und ausziehen von Seir, und ausgehen aus dem Gefilde Edoms, ferner, daß Seir ein Erbteil sein werde; wie auch durch die Worte bei Jes.21/11,12: "Man ruft mir zu aus Seir, Wächter, wie viel von der Nacht? Der Wächter spricht: es kommt der Morgen, und auch eine Nacht": es kommt der Morgen, bezeichnet die Ankunft des Herrn: Nr. 2405, 2780, und daher die Erleuchtung für diejenigen, die in der Nacht, d.h. in Unwissenheit waren, aber (es kommt) die Erleuchtung vom göttlich Natürlichen des Herrn: Nr. 4211. Weil die meisten Ausdrücke im Worte auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch Seir, wie bei Hes.25/8,9; 35/2-15; und hie und da in den geschichtlichen Teilen des Wortes. 4241. "In das Gefilde Edom", 1. Mose 32/3, bezeichnet das Wahre daher, nämlich aus dem Guten. Dies ist offenbar aus der Bedeutung von Gefilde Edoms, insofern es das göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet in bezug auf das Gute, mit dem die Lehren des Wahren oder die Wahrheiten verbunden sind, worüber Nr. 3302, 3322, die Wahrheiten daher, d.h., die aus dem Guten (stammen), sind unterschieden von den Wahrheiten, aus denen das Gute (kommt). Die Wahrheiten, aus denen das Gute, sind die, welche der Mensch vor der Wiedergeburt in sich aufnimmt. Die Wahrheiten aber aus dem Guten sind es, die er nach der Wiedergeburt annimmt, denn nach der Wiedergeburt gehen die Wahrheiten aus dem Guten hervor; alsdann wird er aus dem Guten inne und weiß, was wahr ist. Ein solches Wahre, also das Wahre des Guten ist es, was bezeichnet wird durch das Feld Edoms. Ebenso auch in der oben angeführten Stelle aus dem Buche der Richter 5/4: "Jehovah, als du ausgingst aus Seir, da du auszogst aus dem Gefilde Edoms". 4242. "Und gebot ihnen, indem er sprach: So sollt ihr sprechen zu Esau, meinem Herrn", 1. Mose 32/4, bedeutet die erste Anerkennung des Guten, daß es an erster Stelle sei. Dies kann man deutlich erkennen aus der Bedeutung der Worte: "den Boten befehlen, daß sie sagen sollten", insofern sie die Überlegung bezeichnen und daher das Innewerden, daß es so sei, worüber Nr. 3661, 3682; somit auch die Anerkennung. Aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das Gute ist, wovon Nr. 4234, 4239; daß dieses an erster Stelle sein solle, wird dadurch bezeichnet, daß er Esau nicht Bruder, sondern seinen Herrn nannte, und auch sich, wie folgt, seinen Diener, und nachher ebenso. Daß das Wahre dem Anschein nach an erster Stelle ist und das Gute an zweiter, wenn der Mensch wiedergeboren wird, das Gute aber an erster Stelle und das Wahre an zweiter, wenn der Mensch wiedergeboren ist, sehe man Nr. 1904, 2063, 2189, 2697, 2974, 3286, 3288, 3310, 3325, 3330, 3332, 3336, 3440, 3509, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3579, 3603, 3701. Das ist es auch, was 1. Mose 27/40 verstanden wird unter der Weissagung Jischaks, des Vaters, über Esau, den Sohn: "Von deinem Schwerte sollst du leben, und sollst deinem Bruder dienen, und (die Zeit) wird sein, wo du herrschen wirst, und wirst zerbrechen das Joch auf deinem Halse". Von der Umwandlung dieses Zustandes, die diese Weissagungen vorher verkündet haben, wird nun hier gehandelt. 4243. "Bei Laban bin ich ein Fremdling gewesen, und bis jetzt verweilet", 1. Mose 32/4, bedeutet, er habe das durch Laban bezeichnete Gute aufgenommen. Dies ist offenbar aus der vorbildlichen Bedeutung Labans, insofern er das mittlere Gute ist, d.h. das nicht echte Gute, was aber doch diente, um echtes Wahres und Gutes einzuführen, wovon Nr. 3974, 3982, 3986 E, 4063; aus der Bedeutung von Fremdling sein, insofern es bezeichnet unterwiesen werden, worüber Nr. 1463, 2025, und aus der Bedeutung von verweilen oder bei jemanden verweilen, insofern es ausgesagt wird von dem Leben des Wahren bei dem Guten, worüber Nr. 3613; hier, insofern es bezeichnet: in sich aufnehmen. Hieraus erhellt, daß durch jene Worte: "Bei Laban bin ich ein Fremdling gewesen und bis jetzt verweilet" bezeichnet wird, er habe das durch Laban bezeichnete Gute in sich aufgenommen. Hiermit verhält es sich so: Das Wahre kann nicht dem Guten eingepflanzt werden, außer durch Vermittlungen. Von den Mitteln (oder Vermittlungen) ist in den vorhergehenden Kapiteln gehandelt worden, wo von der Fremdlingschaft Jakobs und seinem Verweilen bei Laban, und von der daselbst erworbenen Herde (die Rede war): 1. Mose 32/3-5. Hier wird nun vom Fortschritt der Verbindung gehandelt, also von der Umwandlung des Zustandes, in der Ordnung, wie sie stattfindet, wenn das Wahre dem Guten untergeordnet wird. Das Wahre ist dem Anschein nach zuerst an erster Stelle, wenn der Mensch das Wahre aus Neigung lernt, aber noch nicht so danach lebt. Das Gute dagegen ist an erster Stelle, wenn er nach dem Wahren lebt, das er aus Neigung gelernt hat, denn dann wird das Wahre zum Guten, und weil dann der Mensch glaubt, das Gute sei: dem Wahren gemäß handeln. Die Wiedergeborenen sind in solchem Guten; auch die, welche ein Gewissen haben, d.h. nicht weiter darüber vernünfteln, ob es wahr ist, sondern es tun, weil es wahr ist, also es aufgenommen haben im Glauben und im Leben. 4244. "Und ich habe bekommen Rinder und Esel, eine Herde und Knechte und Mägde", 1. Mose 32/5, bedeutet das Erworbene in seiner Ordnung daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rinder und Esel, Herde und Knechte und Mägde, insofern sie das äußere und innere Gute und Wahre bezeichnen, das dient, also das Erworbene in seiner Ordnung. Daß Rind das äußere natürlich Gute bezeichnet, und Esel das äußere natürlich Wahre, sehe man Nr. 2781; und daß Herde das innere natürlich Gute ist, und Knecht dessen Wahres, und Magd die Neigung dieses Wahren, ist offenbar aus der Bedeutung eines jeden, worüber schon einige Male im vorigen. Dieses Gute und Wahre ist das Erworbene, wovon hier (die Rede ist). Daß es in seiner Ordnung aufgeführt ist, ist klar, denn das Äußere ist das Rind und der Esel, das Innere aber die Herde, der Knecht und die Magd. 4245. "Und (nun) sende ich (zu dir), es zu verkünden meinem Herrn, damit ich Gnade finde in deinen Augen", 1. Mose 32/5, bedeutet die Belehrung über seinen Zustand, und auch die Herablassung und Demut des Wahren vor dem Guten. Dies ist offenbar aus der Bedeutung von senden, um anzuzeigen, insofern es ist, über seinen Zustand belehren. Daß es die Herablassung daher und die Demut des Wahren vor dem Guten bezeichnet, ist klar; denn er nennt ihn seinen Herrn, und sagt: "damit ich Gnade finde in deinen Augen", welches Worte der Bezeugung und Demut sind. Es wird hier der Zustand beschrieben, wie er beschaffen ist, wenn die Umwandlung stattfindet, nämlich wenn das Wahre dem Guten untergeordnet wird, d.h. wann die, welche in der Neigung zum Wahren gewesen sind, beginnen in der Neigung zum Guten zu sein. Daß aber eine solche Umwandlung und Unterordnung stattfinde, wird nur denen klar, die wiedergeboren sind, und nur den Wiedergeborenen, die darüber nachdenken. Heutigentages gibt es wenige, die wiedergeboren werden, und noch wenigere, die darüber nachdenken, deswegen muß das, was vom Wahren und Guten gesagt wurde, notwendig dunkel erscheinen, und vielleicht als solches, was man nicht anzuerkennen brauche, besonders bei denen, welche die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, in die erste Reihe setzen, und das Gute der Liebtätigkeit in die zweite, und die daher viel über die Lehren, nicht aber über das Gute der Liebtätigkeit, und aus jenem, nicht aus diesem über die ewige Seligkeit nachdenken. Die so denken, können niemals wissen, noch weniger innewerden, daß das Wahre, das Sache des Glaubens ist, dem Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist, untergeordnet werden muß. Das, was der Mensch denkt, und woraus er denkt, regt ihn an. Wenn er aus dem Guten der Liebtätigkeit denken würde, dann würde er deutlich sehen, daß die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, in zweiter Reihe stehen, und dann würde er auch das Wahre selbst wie im Lichte sehen; denn das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, gleicht der Flamme, die Licht ausstrahlt und so alles und jedes erleuchtet, was man früher für wahr gehalten hatte, und er würde auch bemerken, wie Falsches sich untermischt und ein Ansehen angenommen hatte, als ob es Wahres wäre. 4246. Vers 6-8: Und die Boten kehrten zu Jakob zurück, und sprachen: Wir sind hingekommen zu deinem Bruder, zu Esau, und auch er zieht dir entgegen, und vierzig Männer mit ihm. Und Jakob fürchtete sich sehr, und es wurde ihm angst, und er teilte das Volk, das bei ihm, und die Herde, und die Rinder, und die Kamele in zwei Lager. Und er sprach: Wenn Esau zu dem einen Lager kommt, und schlägt es, so wird (doch) das andere Lager übrig sein, zu entrinnen. "Und die Boten kehrten zu Jakob zurück, und sprachen: Wir sind hingekommen zu deinem Bruder, zu Esau, und auch er zieht dir entgegen" bedeutet, daß das Gute beständig einfließe, damit es sich aneigne; "und vierzig Männer mit ihm" bedeutet den jetzigen Zustand desselben, daß es den ersten Platz einnehme; "und Jakob fürchtete sich sehr, und es wurde ihm angst" bedeutet den Zustand, wenn die Veränderung eintritt; "und er teilte das Volk, das bei ihm, und die Herde, und die Rinder, und die Kamele in zwei Lager" bedeutet die Vorbereitung und die Anordnung des Wahren und Guten im Natürlichen zur Aufnahme des Guten, das durch Esau vorgebildet wurde; "und er sprach: Wenn Esau zu dem einen Lager kommt, und schlägt es, so wird (doch) das andere Lager übrig sein, zu entrinnen" bedeutet, je nach dem Ausgange (der Sache). 4247. "Und die Boten kehrten zu Jakob zurück, und sprachen: Wir sind hingekommen zu deinem Bruder, zu Esau, und auch er zieht dir entgegen", 1. Mose 32/6, bedeutet, das Gute fließe beständig ein, damit es sich aneigne, nämlich das Wahre. Dies ist offenbar aus der Bedeutung des Bruders, hier Esaus, insofern er das Gute ist, nämlich (das Gute) des göttlich Natürlichen des Herrn, wovon oben; und aus der Bedeutung von entgegenkommen, insofern es einfließen bezeichnet, worüber im Folgenden. Und weil Einfließen, so ist es auch Aneignung. Aus dem, was einige Male im vorigen hierüber gesagt worden, kann man wissen, wie es sich mit dem Guten und dem Wahren verhält, und mit dem Einfließen des Guten in das Wahre, und mit der Aneignung des Wahren durch das Gute, daß nämlich das Gute beständig einfließt, und das Wahre aufnimmt, denn die Wahrheiten sind die Aufnahmegefäße des Guten. Das göttlich Gute kann nicht anderen Gefäßen zugeteilt werden, als den echten Wahrheiten, denn sie entsprechen sich wechselseitig. Wenn der Mensch in der Neigung zum Wahren ist, in der er im Anfang ist, bevor er wiedergeboren wird, dann fließt auch beständig das Gute ein, aber dann hat es noch keine Gefäße, d.h. Wahrheiten, von denen es aufgenommen, d.h. angeeignet wird, denn der Mensch ist im Anfang der Wiedergeburt noch nicht in den Erkenntnissen. Allein dann bewirkt das Gute, weil es beständig einfließt, die Neigung zum Wahren, denn die Neigung zum Wahren ist nicht anderswoher, als aus dem göttlich Guten, das sich beständig bemüht einzufließen. Hieraus kann man erkennen, daß auch alsdann das Gute in erster Reihe ist, und daß es hauptsächlich tätig ist, obwohl es scheint, als ob das Wahre es wäre. Wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, was im reiferen Alter geschieht, wenn er in den Erkenntnissen ist, dann offenbart sich das Gute, denn dann ist er nicht so sehr in der Neigung, das Wahre zu wissen, sondern in der Neigung, es zu tun. Vorher war nämlich das Wahre im Verstande gewesen, dann aber ist es im Willen, und wenn es im Willen ist, ist es im Menschen, denn der Wille macht den Menschen selbst aus. Solcherart ist der beständige Kreislauf beim Menschen, weil alles Wissen und alles Denken durch das Gesicht, oder durch das Gehör in das Denken eingepflanzt wird, und von da in den Willen, und aus dem Willen durch das Denken in die Tat; oder auch vom Gedächtnis aus, das gleichsam ein inneres Auge oder inneres Sehen ist; von diesem aus ist der Kreislauf der gleiche, nämlich von diesem Sehen aus durch das Denken in den Willen, und aus dem Willen durch das Denken in die Tat; oder wenn etwas im Wege steht, in das Bestreben zu handeln, das aber, sobald das Hindernde entfernt ist, sogleich in die Tat übergeht. Hieraus kann man erkennen, wie es sich mit dem Einfließen verhält, und mit der Aneignung des Wahren von seiten des Guten, daß nämlich zu allererst die Wahrheiten, die Sache des Glaubens sind, durch das Gehör oder durch das Gesicht eingepflanzt, und dann im Gedächtnis aufbewahrt werden, und daß sie von da allmählich erhoben werden in das Denken, und endlich dem Willen zugeführt werden. Wenn sie aber in diesem sind, gehen sie von da durch das Denken in die Tat, und wenn sie nicht in die Tat (übergehen) können, sind sie im Streben, und das Streben selber ist eine innere Tat, denn so oft nur eine Gelegenheit sich ergibt, wird es zur äußeren Tat. Man muß aber wissen, daß dieser Kreislauf zwar besteht, aber dennoch es das Gute ist, was diesen Kreislauf hervorbringt. Denn das Leben, das vom Herrn ist, fließt in nichts anderes ein, als in das Gute, also durch das Gute, und zwar vom Inwendigsten her. Daß das Leben, was durch das Inwendigste einfließt, diesen Kreislauf hervorbringt, kann jedem klar sein, denn ohne Leben wird nichts hervorgebracht, und wenn das Leben, das vom Herrn ist, nur einfließt in das Gute und durch das Gute, so folgt, daß das Gute es ist, das hervorbringt, und daß es einfließt in das Wahre, und es sich aneignet; in dem Maße, als der Mensch in den Erkenntnissen des Wahren ist, und zugleich in dem Maße, als er es aufnehmen will. 4248. "Und vierzig Männer mit ihm", 1. Mose 32/6, bedeutet seinen jetzigen Zustand, daß es den ersten Platz einnehme. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung der vierzig Männer, insofern sie im eigentlichen Sinn die Versuchungen und deren Dauer bezeichnen, worüber Nr. 2959, 2966; dieser Zustand ist es, der verstanden wird. Daß es dieser Zustand sei, kann man aus dem Folgenden deutlich erkennen, weil er sich nämlich sehr fürchtete, und ihm angst war, und daher sein Lager in zwei teilte: 1. Mose 32/7,8; ferner daraus, daß er aus Furcht Jehovah eifriger anrief: 1. Mose 32/9-12; und endlich, weil er mit einem Engel rang, denn daß durch dieses Ringen die Versuchung bezeichnet wird, wird aus der Erklärung des Ringens bei den folgenden (Versen) dieses Kapitels deutlich erhellen. Wenn beim Menschen, der wiedergeboren wird, der Zustand umgewandelt wird, d.h., wenn das Gute den ersten Platz einnimmt, dann kommen Versuchungen. Früher kann der Mensch sie nicht ertragen, weil er noch nicht in den Erkenntnissen ist, durch die er sich verteidigen, und zu denen er, um Trost zu erlangen, seine Zuflucht nehmen kann, deswegen erleidet er auch keine Versuchungen, bevor er zum reiferen Alter gelangt ist. Die Versuchungen sind es, die das Wahre mit dem Guten vereinigen: Nr. 2272, 3318, 3696, 3928. Daraus erhellt, daß durch "vierzig Männer mit ihm", der Zustand bezeichnet wird, infolgedessen das Gute den ersten Platz einnehmen kann. 4249. "Und Jakob fürchtete sich sehr, und es wurde ihm angst", 1. Mose 32/7, bedeutet den Zustand, wenn die Veränderung eintritt. Dies geht deutlich daraus hervor, daß Furcht und Angst das erste der Versuchungen ist, und daß sie vorangehen, wenn der Zustand umgewandelt oder verändert wird. Die Geheimnisse, die weiter hierin verborgen liegen, nämlich darin, daß Esau Jakob mit vierzig Männern entgegenzog, und daß daher Jakob in Furcht und Angst geriet, können nicht leicht faßlich erklärt werden, denn es sind inwendigere. Nur Folgendes ist mir erlaubt mitzuteilen: Wenn das Gute den ersten Platz einnimmt und sich das Wahre unterordnet, was geschieht, wenn der Mensch geistige Versuchungen erleidet, dann hat das Gute, das vom Inwendigeren einfließt, sehr viele Wahrheiten bei sich, die beim Menschen in seinem inneren Menschen verborgen liegen. Sie können nicht zur Anschauung und zum Verständnis bei ihm kommen, bevor das Gute die erste Rolle spielt, denn dann beginnt das Natürliche vom Guten erleuchtet zu werden. Dadurch erscheint, was in denselben übereinstimmt, und was nicht übereinstimmt, daher die Furcht und die Angst, die der geistigen Versuchung vorangehen; denn die geistige Versuchung wirkt auf das Gewissen, das Sache des inneren Menschen ist. Deshalb weiß auch der Mensch nicht, woher ihm die Furcht und die Angst kommt, wenn die Versuchung eintritt, aber die Engel, die beim Menschen sind, wissen es wohl, denn die Versuchung kommt daher, daß die Engel den Menschen im Guten und Wahren halten, die bösen Geister aber in Bösem und Falschem. Was nämlich bei den Geistern und Engeln vorgeht, die beim Menschen sind, das wird beim Menschen nicht anders wahrgenommen, als ob es in ihm wäre, denn von dem, was in seinem Inneren vorgeht, meint der Mensch (während er im Körper lebt und nicht glaubt, daß alles einfließt), daß es seinen Grund nicht außer ihm habe, sondern daß alle Ursachen in ihm selber seien und ihm angehören, obwohl es nicht so ist, denn alles, was der Mensch denkt und was er will, d.h. jeder Gedanke und jede Neigung von ihm, stammt entweder aus der Hölle, oder aus dem Himmel. Wenn er Böses denkt und will, und an dem daher kommenden Falschen sich ergötzt, so soll er wissen, daß seine Gedanken und Neigungen aus der Hölle stammen; vom Himmel aber, d.h. durch den Himmel vom Herrn, wenn er das Gute denkt und will, und an den daher stammenden Wahrheiten sich ergötzt. Aber die Gedanken und Neigungen, die beim Menschen sind, erscheinen größtenteils unter anderer Gestalt, wie z.B. der Kampf der bösen Geister mit den Engeln über das, was beim wiederzugebärenden Menschen ist, unter der Gestalt von Furcht, Angst und Versuchung. Dies muß aber dem Menschen notwendig als paradox erscheinen, weil fast jeder Angehörige der Kirche heutigen Tages glaubt, daß alles Wahre, was er denkt, und das Gute, das er will und tut, aus ihm selber komme, obgleich er anders spricht, wenn er aus der Lehre seines Glaubens redet. Ja er ist so geartet, daß, wenn jemand zu ihm sagen würde, es seien Geister von der Hölle, die in sein Denken und Wollen mit dem Bösen, das er denkt und will, einfließen, und Engel aus dem Himmel wenn er Gutes denkt, er sich außerordentlich wundern würde, daß jemand so etwas behauptet, denn er würde sagen: er fühle das Leben in sich, und denke aus sich, und wolle aus sich. Aus dieser sinnlichen Wahrnehmung glaubt er, nicht aber aus der Lehre, während doch die Lehre Wahrheit, die Sinneswahrnehmung aber Täuschung ist. Aus einer fortdauernden Erfahrung von bereits mehreren Jahren wurde (mir) dies zu wissen gegeben, und zwar so zu wissen, daß durchaus kein Zweifel übrigblieb. 4250. "Und er teilte das Volk, das bei ihm, und die Herde, und die Rinder, und die Kamele in zwei Lager", 1. Mose 32/7, bedeutet die Vorbereitung und Anordnung des Wahren und Guten im Natürlichen zur Aufnahme des Guten, das durch Esau vorgebildet wurde. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung des Volkes, insofern es Wahrheiten bezeichnet, dann auch Falsches, worüber Nr. 1259, 1260, 3581; aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das innere Gute ist und auch das nicht Gute, aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute sind und auch das nicht Gute, worüber Nr. 2566, 4244; aus der Bedeutung der Kamele, insofern sie äußere oder allgemeine Wahrheiten bezeichnen und somit auch nicht Wahres, worüber Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; und aus der Bedeutung des Lagers, insofern es die Ordnung bezeichnet, im guten Sinne die echte Ordnung und im entgegengesetzten Sinn die unechte, worüber Nr. 4236. Daß teilen soviel ist als in zwei Hälften teilen, und so sich bereit machen aufzunehmen, leuchtet ein. Wie dies sich verhält, kann man aus dem erkennen, was gleich oben gesagt wurde, daß nämlich, wenn das Gute einfließt, wie es geschieht, wenn die Ordnung umgewandelt wird und das Gute den ersten Platz einnimmt, das Natürliche alsdann erleuchtet und in demselben erkannt wird, was echtes Wahres und Gutes sei und was unechtes, und dies wird dann auch voneinander gesondert, so daß einiges behalten, anderes aber entfernt wird. Hierdurch entsteht eine völlig andere Ordnung als vorher war, denn das Gute, wenn es herrscht, bringt dieses Wahre mit sich. Die Wahrheiten sind nämlich alsdann nichts anderes als Diener und Knechte, und werden gemäß der himmlischen Ordnung näher und näher aufgestellt, gemäß der Aufnahme des Guten von den Wahrheiten und auch gemäß der Beschaffenheit des Guten, denn das Gute nimmt seine Beschaffenheit von dem Wahren an. 4251. "Und er sprach: Wenn Esau zu dem einen Lager kommt und schlägt es, so wird (doch) das andere Lager übrig sein zu entrinnen", 1. Mose 32/8, bedeutet, je nach dem Ausgang (der Sache). Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung des Lagers, insofern es die Ordnung bezeichnet, wie oben; aus der Bedeutung von schlagen, insofern es ist zerstören, und aus der Bedeutung der Worte: so wird (doch) das andere Lager übrig sein zu entrinnen", insofern sie ausdrücken, daß die Ordnung im Natürlichen nicht zugrunde gehen, sondern etwas übrigbleiben möge, somit daß es die Vorbereitung und die Anordnung bezeichnet je nach dem Ausgang: denn das Natürliche kann, solange in ihm das Wahre herrscht, nicht sehen, was echtes und unechtes Wahres, und auch nicht, was das Gute sei, aber wenn in demselben das Gute herrscht, das Liebe zu Gott und Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, dann sieht es jenes. Daher kommt es, daß der Mensch, wenn jene Zeit oder jener Zustand bevorsteht, wo das Gute die Herrschaft übernimmt, fast in Unwissenheit ist, was gut und was wahr sei, somit auch was zerstört und was zurückbehalten werden müsse, wie offenbar aus den Versuchungen zu ersehen ist. Wenn der Mensch in solcher Unwissenheit ist, dann geschieht die Vorbereitung und Anordnung nicht von dem Menschen, sondern vom Herrn, hier vom Herrn in Ihm selber, weil der Herr alles in Sich aus eigener Macht in göttliche Ordnung geordnet und gebracht hat. 4252. Vers 9-12: Und Jakob sprach: Der Gott meines Vaters Abraham und der Gott meines Vaters Jischak, Jehovah, sprach zu mir: Kehre zurück in dein Land und zu deiner Geburt (Verwandtschaft), und Ich will dir Gutes tun. Zu gering bin ich aller Barmherzigkeit und aller Treue, die Du Deinem Knechte erzeigt hast; denn mit meinem Stabe bin ich über diesen Jordan gegangen, und nun bin ich zu zwei Lagern (geworden). Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich fürchte mich, daß er vielleicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Söhnen. Du hast ja gesagt: Viel Gutes will Ich dir erweisen, und will deinen Samen machen wie den Sand am Meere, den man nicht zählen kann vor der Menge. "Und Jakob sprach: Der Gott meines Vaters Abraham und der Gott meines Vaters Jischak, Jehovah" bedeutet das Heilige der Vorbereitung und Anordnung; "sprach zu mir: Kehre zurück in dein Land und zu deiner Geburt, und Ich will dir Gutes tun" bedeutet, zur Verbindung mit dem göttlich Guten und Wahren; "zu gering bin ich aller Barmherzigkeit und aller Treue, die Du Deinem Knechte erzeigt hast" bedeutet die demütige Gesinnung in diesem Zustand in bezug auf das Gute und in bezug auf das Wahre; "denn mit meinem Stabe bin ich über diesen Jordan gegangen, und nun bin ich zu zwei Lagern (geworden)" bedeutet, daß aus Geringem viel (geworden); "errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich fürchte mich" bedeutet seinen Zustand hinsichtlich dessen, daß er sich zum Ersten machte; "daß er vielleicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Söhnen" bedeutet, daß er zugrunde gehen würde; "Du hast ja gesagt: Viel Gutes will Ich dir erweisen" bedeutet, daß er dennoch alsdann das Leben erlangen werde; "und will deinen Samen machen wie den Sand am Meere, den man nicht zählen kann vor der Menge" bedeutet die Fruchtbarmachung und Vervielfältigung alsdann. HG 4252_ 4252_. "Und Jakob sprach: Der Gott meines Vaters Abraham und der Gott meines Vaters Jischak, Jehovah", 1. Mose 32/9, bedeutet das Heilige der Vorbereitung und Anordnung. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von "Gott meines Vaters Abraham", insofern es das Göttliche Selbst des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 3439, und aus der Bedeutung von "Gott meines Vaters Jischak", insofern es Sein Göttlich-Menschliches bezeichnet, worüber Nr. 3704, 4180; und weil beides Jehovah ist, wird gesagt. "Der Gott meines Vaters Abraham und der Gott meines Vaters Jischak, Jehovah ", hier aber wird das Heilige bezeichnet, das hervorgeht aus dem Göttlichen, denn alles Heilige stammt daher. Daß das Heilige bezeichnet wird, kommt daher, weil im Natürlichen, was vorgebildet wird durch Jakob, und in dem noch nicht das Gute war, das durch Esau vorgebildet wird, (das Gute) mit dem Wahren verbunden wurde; denn es wird nun von dem Zustand der Aufnahme des Guten gehandelt; hier zunächst von dem Zustand der Vorbereitung und Anordnung, daß es aufgenommen werden konnte. Die Bitte Jakobs schließt nichts anderes in sich. Deshalb nun wird das Heilige der Vorbereitung und der Anordnung durch jene Worte bezeichnet. 4253. "Sprach zu mir: Kehre in dein Land zurück, und zu deiner Geburt (Verwandtschaft), und Ich will dir Gutes tun", 1. Mose 32/9, bedeutet die Verbindung mit dem göttlich Guten und Wahren. Dies geht offenbar aus dem hervor, was Nr. 4069, 4070 gesagt worden, wo fast dieselben Worte. 4254. "Zu gering bin ich aller Barmherzigkeit und aller Treue, die Du Deinem Knechte erzeigt hast", 1. Mose 32/10, bedeutet die demütige Gesinnung in diesem Zustand in bezug auf das Gute und in bezug auf das Wahre. Dies geht deutlich hervor aus dem Prädikat der Barmherzigkeit, insofern es von dem Guten der Liebe, und aus dem Prädikat der Treue, insofern es vom Wahren des Glaubens ausgesagt (wird); man sehe Nr. 3122. Daß es Worte der Demut sind, ist klar. Hieraus kann man erkennen, daß durch sie die demütige Gesinnung in diesem Zustand in bezug auf das Gute und in bezug auf das Wahre bezeichnet wird. 4255. "Denn mit meinem Stabe bin ich über diesen Jordan gegangen, und nun bin ich zu zwei Lagern (geworden)", 1. Mose 32/10, bedeutet, aus Geringem sei viel (geworden). Dies ist offenbar aus der Bedeutung des Stabes, insofern er Macht bezeichnet und diese ausgesagt wird vom Wahren, worüber Nr. 4013, 4015; aus der Bedeutung des Jordans, insofern er die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "zu zwei Lagern", insofern es das Gute und Wahre bezeichnet, wie Nr. 4250, denn die zwei Lager sind hier Volk, Herde, Rinder und Kamele, die er teilte. Daraus erhellt, was durch diese Worte im nächsten Sinn bezeichnet wird, daß er nämlich wenig Wahres hatte, als er eingeführt wurde in die Erkenntnisse, und hernach viel Wahres und Gutes, oder was das gleiche ist, daß aus Geringem viel geworden. Aus dem, was bisher erklärt worden ist, erhellt, daß im inneren Sinn vom Herrn gehandelt wurde, wie Er selbst das Menschliche in Sich göttlich machte, und zwar allmählich, der Ordnung gemäß. Somit von Seinem Fortschreiten zu Einsicht und Weisheit, und endlich zur göttlichen (Weisheit). Hieraus erhellt, was unter den Worten: "vom Geringen zu Vielem" verstanden wird. Daß der Jordan die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, kommt daher, weil er die Grenze des Landes Kanaan war; daß aber alle Grenzen dieses Landes bedeuten die ersten und die letzten Dinge im Reiche des Herrn, ferner die ersten und die letzten Dinge der Kirche, also die ersten und die letzten himmlischen und geistigen Dinge, die das Reich des Herrn und Seine Kirche bilden, darüber sehe man Nr. 1585, 1866, 4116, 4240. Daher nun bedeutet der Jordan, der die Grenze war, die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren, denn sie sind das erste, und endlich, wenn der Mensch Kirche oder Reich des Herrn wird, werden sie das letzte. Daß der Jordan dies bedeutet, kann auch aus anderen Stellen des Wortes erkannt werden, wie Ps.42/7: "Mein Gott, in mir ist meine Seele gebeugt, weil ich Dein gedenke vom Lande des Jordans, und vom Hermon, dem Berge von kleinem Umfang": gedenken aus dem Lande des Jordans, bedeutet aus dem Letzten, also aus dem Niedrigen. Ps.114/2,3,5: "Geworden ist Jehudah zu Seinem Heiligtum, Israel Seine Herrschaft, das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück": Jehudah für das Gute der himmlischen Liebe, und Israel für das Gute der geistigen Liebe: Nr. 3654; das Meer für die Erkenntnisse des Wahren: Nr. 28; der Jordan für die Erkenntnisse des Guten, von denen es heißt, sie wenden sich zurück, wenn das Gute der Liebe die Herrschaft erlangt, denn dann werden die Erkenntnisse von jenem Guten aus betrachtet, nicht aber das Gute von ihnen aus, gemäß dem, was früher öfters gezeigt worden ist. Richt.5/17: "Gilead beim Übergang des Jordans wohnend, und warum fürchtet Dan die Schiffe": Gilead bedeutet das sinnliche oder Vergnügen erregende Gute, durch das der Mensch zuerst eingeführt wird, wenn er wiedergeboren wird: Nr. 4117, 4124; beim Übergang des Jordans wohnen, bedeutet in dem, was zur Einführung dient, also das erste und letzte der Kirche und des Reiches des Herrn. Dies wurde auch vorgebildet durch den Jordan, als die Kinder Israels in das Land Kanaan einzogen: Jos.3/14-17; 4/1-19, denn durch das Land Kanaan wurde das Reich des Herrn vorgebildet: Nr. 1413, 1437, 1607, 3038, 3481, 3686, 3705; und daß der Jordan sich zerteilte und sie im Trockenen hindurchgingen, bedeutet die Entfernung der Bösen und Falschen und die Zulassung derer, die im Guten und Wahren sind. Ebenso daß die Wasser des Jordans zerteilt wurden von Elias, als er erhoben wurde in den Himmel: 2.Kön.2/8; und von Elisa, als derselbe an Elias Statt das Prophetenamt erhielt: 2.Kön.2/14. Daß Naeman wurde dadurch vom Aussatz geheilt, daß er sich siebenmal im Jordan wusch, nach dem Befehle des Elisa, 2.Kön.5/1-14, bildete die Taufe vor, denn die Taufe bezeichnet die Einführung in die Kirche und in das, was Angehör der Kirche ist, also in die Wiedergeburt und in das, was zu derselben gehört. Nicht als ob durch die Taufe jemand wiedergeboren würde, sondern sie ist das Zeichen derselben, dessen man sich erinnern soll, und weil das, was zur Kirche gehört, durch die Taufe bezeichnet wird und dasselbe auch durch den Jordan, deshalb wurden auch die Menschen von Johannes im Jordan getauft: Matth.3/6; Mark.1/5; und auch der Herr wollte, daß Er dort von Johannes getauft würde: Matth.3/13-17; Mark.1/9. Weil der Jordan das bezeichnet, was das erste und das letzte im Reiche des Herrn und der Kirche ist, wozu auch die Erkenntnisse des Guten und Wahren gehören, weil durch sie der Mensch eingeführt wird, deshalb wird der Jordan als Grenze der neuen Erde oder des heiligen Landes erwähnt: Hes.47/18. Daß die neue Erde oder das heilige Land das Reich des Herrn bezeichne, dann auch die neue Kirche, die das Reich des Herrn auf Erden ist, sehe man Nr. 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E. 4256. "Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich fürchte mich", 1. Mose 32/11, bedeutet seinen Zustand hinsichtlich dessen, daß Er Sich zum Ersten machte. Dies kann erhellen aus dem, was oben an mehreren Stellen gesagt worden, besonders aus den Stellen, wo von der Erstgeburt gehandelt wird, die Jakob sich durch ein Linsengericht erwarb, und von dem Segen, den er durch List dem Esau entzog. Was dadurch vorgebildet und bezeichnet wurde, sehe man daselbst, daß nämlich das Wahre dem Anschein nach das erste ist, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und das Gute das zweite. Daß aber das Gute in Wirklichkeit das erste ist und das Wahre das zweite, und zwar ganz offenbar, wenn er wiedergeboren ist, worüber Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4243, 4244, 4247. Wenn also die Ordnung umgekehrt wird und das Gute offenbar seinen früheren Platz einnimmt, d.h., wenn es anfängt über das Wahre zu herrschen, dann ist der natürliche Mensch in Furcht und Angst: Nr. 4249, und tritt auch in Versuchungen ein. Die Ursache ist, weil damals, als das Wahre in erster Reihe war, d.h., als es zu herrschen glaubte, sich Falsches einmischte, denn das Wahre kann aus sich selbst nicht sehen, ob es wahr ist, sondern dies erkennt es aus dem Guten; und wo Falsches (ist), da (ist) Furcht, wenn das Gute hinzukommt. Alle, die im Guten sind, beginnen auch sich zu fürchten, wenn das Falsche im Lichte des Guten erscheint, denn sie fürchten das Falsche und wollen, daß es ausgerottet werde. Aber dies kann nicht geschehen, wenn es festhaftet, außer durch göttliche Mittel vom Herrn. Daher kommt es, daß die, welche wiedergeboren werden sollen, nach der Furcht und Angst auch in Versuchungen kommen; denn die Versuchungen sind göttliche Mittel, um jenes zu entfernen. Dies ist die allergeheimste Ursache, warum der Mensch, wenn er wiedergeboren wird, geistige Versuchungen zu erleiden hat. Aber diese Ursache wird dem Menschen keineswegs klar, weil sie über der Sphäre seiner Wahrnehmungen ist, wie alles, was das Gewissen bewegt, reizt und peinigt. 4257. "Daß er vielleicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Söhnen", 1. Mose 32/11, bedeutet, er würde zugrunde gehen. Dies kann ohne Erklärung erkannt werden. Die Mutter schlagen samt den Söhnen war eine Form bei den Alten, die in Vorbildungen und Sinnbilder (heimisch) waren, und bezeichnet die Zerstörung der Kirche und alles dessen, was zur Kirche gehört, sowohl im allgemeinen, als im besonderen bei dem Menschen, der eine Kirche ist; denn unter Mutter verstanden sie die Kirche: Nr. 289, 2691, 2717, und unter Söhne die Wahrheiten, die der Kirche angehören: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373. Daher heißt "die Mutter samt den Söhnen schlagen", völlig zugrunde gehen. Der Mensch geht auch dann völlig zugrunde, wenn die Kirche und das, was zur Kirche bei ihm gehört, untergeht, d.h. wann die Neigung zum Wahren, die eigentlich bezeichnet wird durch Mutter, und welche die Kirche beim Menschen ausmacht, zerstört wird. 4258. "Und Du hast ja gesagt: Viel Gutes will Ich dir erweisen", 1. Mose 32/12, bedeutet, er werde dennoch alsdann das Leben empfangen. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von Gutes tun, insofern es ist Leben erlangen, denn durch Jakob wird das Wahre vorgebildet, und das Wahre hat nicht Leben aus sich, sondern aus dem Guten, das in dasselbe einfließt, wie oben mehrfach gezeigt worden. Daher kommt es, daß Gutes tun hier bedeutet Leben annehmen. Vom Leben des Wahren aus dem Guten wird auch hier gehandelt. 4259. "Und will deinen Samen machen wie den Sand am Meere, den man nicht zählen kann vor der Menge", 1. Mose 32/12, bedeutet die Fruchtbarmachung und Vervielfältigung alsdann. Dies kann man ersehen aus der Bedeutung des Samens, insofern er den Glauben der Liebtätigkeit und auch die Liebtätigkeit selbst bezeichnet, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 2848, 3373. Daß die Worte: "ihn machen wie den Sand am Meere, der nicht gezählt werden kann vor der Menge", die Vervielfältigung bezeichnen, ist klar. Fruchtbarmachung wird vom Guten gesagt, das Sache der Liebtätigkeit ist und Vervielfältigung vom Wahren, das Sache des Glaubens ist: Nr. 913, 983, 2846, 2847. 4260. Vers 13-15: Und er übernachtete daselbst in jener Nacht, und nahm von dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk für Esau, seinen Bruder. Zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Schafe und zwanzig Widder. Dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn junge Esel. "Und er übernachtete daselbst in jener Nacht" bedeutet in jenem dunklen Zustand; "und nahm von dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk für Esau, seinen Bruder" bedeutet das Göttliche, das eingeführt werden sollte durch das Gute des himmlisch Natürlichen; "zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Schafe und zwanzig Widder" bedeutet das göttlich Gute und daraus das göttlich Wahre; "dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn junge Esel" bedeutet die allgemeinen und besonderen Dienstleistungen. 4261. "Und er übernachtete daselbst in jener Nacht", 1. Mose 32/13, bedeutet in jenem dunklen Zustand. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von übernachten und der Nacht, insofern es einen dunklen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 1712, 3693. 4262. "Und nahm von dem, was in seine Hand gekommen war, ein Geschenk für Esau, seinen Bruder", 1. Mose 32/13, bedeutet das Göttliche, das eingeführt werden sollte durch das Gute des himmlisch Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nehmen von dem, was in seine Hand gekommen war", insofern es bezeichnet von dem, was durch Fürsorge ihm zuteil geworden war, also was aus der göttlichen Vorsehung. Und weil das, was der göttlichen Vorsehung angehört, göttlich ist, daher wird hier durch "nehmen von dem, was in seine Hand gekommen war", Göttliches bezeichnet. Aus der Bedeutung des Geschenkes, insofern es die Einführung bezeichnet, worüber nachher, und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Natürliche in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 3302, 3322, 3504, 3599, hier in bezug auf das himmlisch Gute, weil das Natürliche noch nicht göttlich geworden. Daß Geschenk Einführung bedeutet, kommt daher, weil es (gegeben) wurde, um Wohlwollen und Gunst zu erlangen; denn Geschenke, die gegeben und dargebracht wurden, bedeuteten ehemals Verschiedenes: etwas anderes die, welche man den Königen und den Priestern gab, wenn man zu ihnen ging, und etwas anderes die, welche auf dem Altare geopfert wurden. Jene bedeuteten Einführung, diese hingegen den Gottesdienst: Nr. 349; denn alle Opfer jeder Art wurden im allgemeinen Geschenke genannt, insbesondere aber die Speisopfer (minchae), die aus Brot und Wein bestanden, oder aus Kuchen mit Trankopfer; denn Mincha bedeutet in der Grundsprache ein Geschenk. Daß den Königen und Priestern Geschenke gegeben wurden, wenn man zu ihnen ging, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, z.B. als Saul Samuel um Rat fragte: 1.Sam.9/7,8. Daß diejenigen, die Saul verachteten, ihm keine Geschenke darbrachten: 1.Sam.10/27. Als die Königin von Scheba zu Salomo kam: 1.Kön.10/2; und auch die übrigen, von denen es 1.Kön.10/24,25 heißt: "Das ganze Land suchte das Angesicht des Salomo, um seine Weisheit zu hören, und jeder bot ihm seine Geschenke dar, silberne Gefäße und goldene Gefäße, Kleider und Waffen und Gewürze, Pferde und Maultiere"; und weil dies ein heiliger Brauch war, der die Einführung bezeichnete, so brachten auch die Weisen vom Morgenlande, die zu dem neugeborenen Jesus kamen, Geschenke: Matth.2/11: "Gold, Weihrauch und Myrrhen": Gold bedeutet die himmlische Liebe, Weihrauch die geistige Liebe, Myrrhen diese Liebesarten im Natürlichen. Daß dieser Brauch geboten war, erhellt bei 2. Mose 23/15; 5. Mose 16/16,17: "Vor dem Angesichte Jehovahs sollt ihr nicht leer erscheinen"; und daß die Gaben, die den Priestern und Königen gegeben wurden, gleichsam dem Jehovah (gegeben) waren, kann aus anderen Stellen im Worte erhellen. Daß Gaben, die geschickt wurden, Einführung (oder Einweihung) bedeuteten, erhellt aus den Gaben, welche die zwölf Fürsten Israels zur Einweihung des Altares sandten, nachdem er gesalbt war: 4. Mose 7/1-88, wo ihre Gaben Einweihung genannt werden. 4263. "Zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Schafe und zwanzig Widder", 1. Mose 32/14, bedeutet des göttlich Gute und das göttlich Wahre daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ziegen und der Schafe, insofern sie Gutes sind: Nr. 3995, 4006, 4169; aus der Bedeutung der Böcke und Widder, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 4005, 4170; hier das göttlich Gute und Wahre. Daß Gutes und Wahres so vielmal genannt und durch so Verschiedenes bezeichnet wird, kommt daher, weil alles, was Sache des Himmels und der Kirche ist, sich darauf bezieht; was der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, auf das Gute, und was dem Glauben angehört, auf das Wahre. Gleichwohl aber sind ihre Unterschiede in bezug auf die Arten und Besonderheiten unzählige, ja unendliche, wie daraus offenbar sein kann, daß alle, die im Guten sich befinden, im Reiche des Herrn sind, und dennoch keine Gesellschaft dort in dem gleichen Guten ist, nicht einmal einer in einer Gesellschaft in dem gleichen wie der andere; denn ein und dasselbe Gute kann niemals bei zweien stattfinden, noch weniger bei mehreren, denn sonst wären sie eins und dasselbe, nicht zwei, noch weniger mehrere. Aus Verschiedenheiten besteht jede Einheit, und zwar vermöge der himmlischen Harmonie und Eintracht. 4264. "Dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn junge Esel", 1. Mose 32/15, bedeutet die allgemeinen und besonderen Dienstleistungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kamele mit ihren Jungen, ferner der jungen Kühe und der jungen Stiere, sowie der Eselinnen und der jungen Esel, insofern sie das bezeichnen, was dem Natürlichen des Menschen angehört, worüber einige Male im vorigen: von den Kamelen Nr. 3048, 3071, 3143, 3145; von den Kühen Nr. 1824, 1825, 2180, 2781, 2830; von den Eseln Nr. 2781. Daß das, was dem natürlichen Menschen angehört, beziehungsweise dienstbar ist, sehe man Nr. 1486, 3019, 3020, 3167; daher kommt es, daß durch dasselbe die allgemeinen und besonderen Dienstleistungen bezeichnet werden. Was die Zahl der Ziegen anbelangt, daß es nämlich zweihundert waren, der Böcke, daß es zwanzig, der Schafe, daß es zweihundert, der Widder, daß es zwanzig, der Kamele und ihrer Jungen, daß es dreißig, der jungen Kühe, daß es vierzig, der jungen Stiere, daß es zehn, der Eselinnen, daß es zwanzig, der jungen Esel, daß es zehn waren, so sind dies Geheimnisse, die ohne viel Erklärung und weitläufige Auseinandersetzung nicht enthüllt werden können, denn alle Zahlen im Worte bedeuten Sachen: Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1988, 2075, 2252, 3252; und was sie bedeuten, ist gezeigt worden, wo sie in dem Vorhergehenden vorgekommen sind. Auch habe ich mich oft gewundert, daß die Rede der Engel, wenn sie sich aus der geistigen Welt herabsenkte, in verschiedene Zahlen auslief; ferner darüber, daß, wo Zahlen im Worte gelesen wurden, von den Engeln Sachen verstanden wurden; denn die Zahl dringt durchaus nicht in den Himmel ein, weil Zahlen dem Maße und dem Raum, wie auch der Zeit angehören, und diese sind der Welt und der Natur eigen, denen in den Himmeln die Zustände und die Veränderungen der Zustände entsprechen. Die Uralten, die himmlische Menschen waren, und Gemeinschaft mit den Engeln hatten, wußten, was durch die einzelnen Zahlen, auch durch die zusammengesetzten, bezeichnet wurde; daher ist ihre Bedeutung auf die Nachkommen vererbt worden und auf die Söhne der Alten Kirche. Das sind aber Dinge, denen der Mensch der heutigen Kirche, der nicht glaubt, daß etwa Heiliges im Worte verborgen liege, kaum Glauben schenkt. 4265. Vers 16-23: Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders; und sprach zu seinen Knechten: Gehet vor mir her und machet einen Abstand zwischen jeder Herde. Und er befahl dem ersten und sprach: Wenn dir Esau, mein Bruder begegnet und dich fragt, und spricht: Wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehört dieses vor dir? So sage: Deinem Knecht Jakob; ein Geschenk ist es, das er sendet meinem Herrn Esau, und siehe, er selbst ist auch hinter uns. Und er gebot auch dem zweiten und auch dem dritten, und allen, die hinter den Herden gingen, und sprach: Solche Worte sollt ihr sprechen zu Esau, wenn ihr ihn trefft. Und ihr sollt auch sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns, denn er sprach: Ich will sein Angesicht versöhnen durch die Gabe, die vor mir hergeht; und dann will ich sein Angesicht sehen, vielleicht wird er mein Angesicht annehmen. Also ging das Geschenk vor ihm her, und er übernachtete in dieser Nacht bei dem Lager. Und er stand auf in derselben Nacht, und nahm seine beiden Frauen, und seine beiden Mägde, und seine elf Söhne, und setzte über die Furt (des Flusses) Jabbok. Und er nahm sie, und ließ sie übersetzen über den Fluß, und ließ übersetzten (alles), was er besaß. "Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders; und sprach zu seinen Knechten: Gehet vor mir her und machet einen Abstand zwischen jeder Herde" bedeutet die Anordnung, wie sie eingeführt werden sollten; "und er befahl dem ersten und sprach: Wenn dir Esau, mein Bruder begegnet und dich fragt, und spricht: Wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehört dieses vor dir? So sage: Deinem Knecht Jakob; ein Geschenk ist es, das er sendet meinem Herrn Esau, und siehe, er selbst ist auch hinter uns" bedeutet die Unterwerfung; "und er gebot auch dem zweiten und auch dem dritten, und allen, die hinter den Herden gingen, und sprach: Solche Worte sollt ihr sprechen zu Esau, wenn ihr ihn trefft" bedeutet die Fortsetzung; "und ihr sollt auch sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns, denn er sprach: Ich will sein Angesicht versöhnen (durch die Gabe, die vor mir hergeht; und dann will ich sein Angesicht sehen), vielleicht wird er mein Angesicht annehmen" bedeutet die Vorbereitung auf das Folgende; "also ging das Geschenk vor ihm her" bedeutet die Wirkung; "und er übernachtete in dieser Nacht bei dem Lager" bedeutet das, was nachfolgt; "und er stand auf in derselben Nacht, und nahm seine beiden Frauen, und seine beiden Mägde, und seine elf Söhne, und setzte über die Furt (des Flusses) Jabbok" bedeutet die erste Verbindung der Neigungen des Wahren mit den erworbenen Wahrheiten; die Furt Jabbok ist die erste Verbindung; "und er nahm sie, und ließ sie übersetzen über den Fluß, und ließ übersetzten (alles), was er besaß" bedeutet die fernere Einpflanzung (Verbindung). 4266. "Und er gab sie in die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und sprach zu seinen Knechten: Gehet vor mir her, und machet einen Abstand zwischen jeder Herde", 1. Mose 32/16, bedeutet die Anordnung, wie sie eingeführt werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Hand geben", insofern es bezeichnet, mit Macht ausrüsten. Daß Hand Macht bedeutet, sehe man Nr. 878, 3091, 3387, 3563; aus der Bedeutung der Knechte, insofern sie das bezeichnen, was dem natürlichen Menschen angehört, worüber Nr. 3019, 3020; denn alles, was dem natürlichen oder äußeren Menschen angehört, ist dem geistigen oder inneren Menschen untergeordnet; daher ist alles, was in demselben ist, beziehungsweise dienstbar und wird Knecht genannt. Aus der Bedeutung der Herde, insofern sie Wißtümliches bezeichnet, dann auch Erkenntnisse und also Lehren, worüber Nr. 3767, 3768. Solange diese im natürlichen oder äußeren Menschen, d.h. in seinem Gedächtnisse, und noch nicht dem geistigen oder inneren Menschen eingepflanzt sind, werden sie durch Herden bezeichnet, die in die Hand der Knechte gegeben sind. Aus der Bedeutung von "je eine besonders", insofern es ist: einem jeden gemäß der Klassen oder gemäß der Arten und Gattungen. Aus der Bedeutung von "vor mir hergehen und einen Abstand machen zwischen jeder Herde", insofern es bezeichnet, den Weg bereiten für das Gute, das aufgenommen werden sollte; denn von der Aufnahme des Guten durch das Wahre und von deren Verbindung im natürlichen Menschen wird hier gehandelt. Aus diesen Einzelheiten erhellt, daß durch dieses alles im allgemeinen die Anordnung bezeichnet wird, wie sie eingeführt werden sollten. Was die Einführung des Wahren in das Gute im natürlichen Menschen anbelangt, so kann sie durchaus nicht ganz faßlich dargelegt werden, denn der Mensch der Kirche weiß heutzutage nicht einmal, was der innere oder geistige Mensch ist, obgleich er öfters von demselben redet, auch weiß er nicht, daß das Wahre eingeführt werden muß durch das Gute im äußeren oder natürlichen Menschen, damit er zum Menschen der Kirche werde. Weniger noch, daß irgendeine Anordnung vom Herrn im Menschen stattfinde, damit eine Verbindung desselben mit dem Inneren bewirkt werde. Diese ganz allgemeinen Dinge sind heutigen Tages so verborgen, daß man nicht weiß, daß sie existieren. Wenn man daher das einzelne erklären wollte, was hier im inneren Sinn von der Anordnung und Einführung enthalten ist, so würde dies soviel sein, als lauter Geheimnisse vorbringen, somit lauter Unglaubliches, und folglich wäre es, als wollte man in das Leere oder in Wasser oder Sand Samen ausstreuen. Dies ist der Grund, warum das einzelne übergangen wird, und hier, wie auch in dem Folgenden dieses Abschnitts, nur das Allgemeine erörtert wird. 4267. "Und er befahl dem ersten und sprach: Wenn dir Esau, mein Bruder begegnet und dich fragt, und spricht: Wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehört dieses vor dir? So sage: Deinem Knecht Jakob; ein Geschenk ist es, das er sendet meinem Herrn Esau, und siehe, er selbst ist auch hinter uns", 1. Mose 32/17,18, bedeutet die Unterwerfung. Dies erhellt gleichfalls aus dem inneren Sinn der einzelnen Worte, aus denen hier der allgemeine Sinn hervorgeht. Daß eine Unterwerfung bezeichnet werde, und auch das, was zur Unterwerfung gehört, ist klar, denn er befiehlt den Knechten, daß sie seinen Bruder Herr nennen sollen und ihn Knecht, und daß die Geschenke gleichsam dem Herrn vom Diener geschickt werden. Daß das Gute beziehungsweise der Herr und das Wahre der Knecht sei, und daß sie dennoch Brüder heißen, ist oft gezeigt worden. Brüder werden sie genannt, weil, wenn das Gute verbunden ist mit dem Wahren, alsdann das Gute im Wahren sich darstellt wie in einem Bilde, und daß sie dann vereint tätig sind, um die Wirkung hervorzubringen. Aber das Gute wird Herr genannt und das Wahre Knecht, bevor sie verbunden sind, und mehr noch, wenn um den Vorrang gestritten wird. 4268. "Und er gebot auch dem zweiten und auch dem dritten, und allen, die hinter den Herden gingen, und sprach: Solche Worte sollt ihr sprechen zu Esau, wenn ihr ihn trefft", 1. Mose 32/19 bedeutet die Fortsetzung, nämlich der Anordnung und Unterwerfung. Dies ist ohne weitere Erklärung deutlich aus dem, was Nr. 4266, 4267 gesagt worden. 4269. "Und ihr sollt auch sagen: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns, denn er sprach: Ich will sein Angesicht versöhnen durch die Gabe, die vor mir hergeht; und dann will ich sein Angesicht sehen, vielleicht wird er mein Angesicht annehmen", 1. Mose 32/20, bedeutet die Vorbereitung auf das Folgende. "Also ging das Geschenk vor ihm her", bedeutet die Wirkung. "und er übernachtete in dieser Nacht bei dem Lager", 1. Mose 32/21, bedeutet das, was nachfolgt. Dies erhellt aus den einzelnen Worten in ihrem inneren Sinne, indem sie offenbar bezeichnen, was zur Vorbereitung gehört, damit er gut aufgenommen werde. Wie sich aber das einzelne verhalte, kann nicht allgemein faßlich erklärt werden, denn solange das Allgemeine nicht bekannt ist, können die Einzelheiten desselben nicht in irgendein Licht, sondern nur in lauter Verschattung fallen; die allgemeinen Begriffe müssen vorausgehen; wenn diese fehlen, dann hat das Besondere keinerlei Herberge, in die es eintreten könnte. In einer Herberge, wo lauter Verschattung herrscht, kann es nicht klar erscheinen, und in einer Herberge, wo Falsches ist, wird es entweder zurückgewiesen oder erstickt oder verdreht, und wo Böses ist, da wird es verhöhnt. Es ist genug, wenn man dies Allgemeine aufnimmt, daß nämlich der Mensch wiedergeboren werden muß, bevor er in das Reich des Herrn eintreten kann: Joh.3/3. Daß, bevor er wiedergeboren wird, dem Anschein nach das Wahre in erster Reihe stehe und das Gute in zweiter, daß aber die Ordnung umgedreht werde, wenn er wiedergeboren wird, und das Gute in erster Reihe stehe, das Wahre in zweiter, ferner, daß der Herr, wenn die Ordnung umgekehrt wird, im natürlichen oder äußeren Menschen (alles) so füge und ordne, daß das Wahre daselbst vom Guten aufgenommen wird, und das Wahre dem Guten sich unterwirft, daß der Mensch somit nicht mehr aus dem Wahren handle, sondern aus dem Guten, d.h. aus der Liebtätigkeit; ferner, daß er aus Liebtätigkeit handelt, wenn er gemäß den Wahrheiten des Glaubens lebt und die Lehre um des Lebens willen liebt. Der Vorgang bei diesen Dingen, die in betreff der Ordnung, Einführung und Unterwerfung des Wahren unter das Gute im inneren Sinn hier enthalten sind, erscheinen vor den Engeln in hellem Lichte, denn solche Dinge sind ein Gegenstand für die Weisheit der Engel, obgleich der Mensch nichts davon sieht. Gleichwohl aber sind diejenigen, die im einfältig Guten sind aus einfältigem Glauben, in der Fähigkeit, solche Dinge zu erkennen. Wenn sie dieselben auch nicht im Leben des Körpers begreifen wegen der weltlichen Sorgen und der grobsinnlichen Vorstellungen aus ihnen, so doch im anderen Leben, wo das Weltliche und Körperliche entfernt wird, denn dann werden sie erleuchtet und kommen in die Einsicht und Weisheit der Engel. 4270. "Und er stand auf in derselben Nacht, und nahm seine beiden Frauen, und seine beiden Mägde, und seine elf Söhne, und setzte über die Furt (des Flusses) Jabbok", 1. Mose 32/22, bedeutet die erste Verbindung der Neigungen des Wahren mit den erworbenen Wahrheiten; die Furt Jabbok ist die erste Verbindung der Neigungen zum Wahren mit den erworbenen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der beiden Frauen, hier Rachel und Leah, insofern sie die Neigungen zum Wahren bezeichnen, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819, aus der Bedeutung der beiden Mägde, hier Bilha und Silpa, insofern sie die äußeren Neigungen zum Wahren bezeichnen, die als Mittel dienen, worüber Nr. 3819, 3931; aus der Bedeutung der Geborenen oder der Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung der Furt Jabbok, insofern sie die erste Verbindung bezeichnet. Jabbok bezeichnet die erste Verbindung, weil er die Grenze des Landes Kanaan bildete. Daß alle Grenzen dieses Landes Himmlisches und Geistiges vom Reiche des Herrn je nach der Entfernung und der Lage bezeichneten, sehe man Nr. 1585, 1866, 4116, 4240; also auch der Übergang oder die Furt Jabbok, die in Beziehung zum Lande Kanaan jenseits des Jordans stand und die Grenze des Erbes der Söhne Ruben und Gad bildete, wie man erkennen kann aus 4. Mose 21/24; 5. Mose 2/36,37; 3/16,17; Jos.12/2; Richt.11/13,22. Daß es ihnen zum Erbteil sein sollte, war, weil unter Ruben der Glaube durch Einsicht und Belehrung vorgebildet wurde, der das erste der Wiedergeburt ist, oder kurz zusammengefaßt, das Wahre der Lehre, durch das man zum Guten des Lebens gelangt: Nr. 3861, 3866; und durch Gad wurden die Werke des Glaubens vorgebildet: Nr. 3934. Diese, nämlich die Wahrheiten des Glaubens oder die Glaubenslehren und die Werke des Glaubens, die zuerst ausgeübt werden, sind es, durch die der Mensch, der wiedergeboren wird, in das Gute eingeführt wird; daher kommt es, daß durch die Furt Jabbok die erste Einführung (oder Verbindung) bezeichnet wird. HG 4271 4271. "Und er nahm sie, und ließ sie übersetzen über den Fluß, und ließ übersetzten (alles), was er besaß", 1. Mose 32/23, bedeutet die weitere Einführung. Dies erhellt aus dem, was gleich oben gesagt worden ist; denn er ließ nicht nur seine Frauen, Mägde und Söhne übersetzen, sondern auch seine Kinder und seine Herde, also alles, was er besaß, in das Land Kanaan, wohin er dem Esau entgegenging; und weil im inneren Sinn von der Verbindung des Wahren mit dem Guten im Natürlichen gehandelt wird, so wird durch das Übersetzen über den Fluß nichts anderes bezeichnet, als die erste Verbindung; und hier, wo noch einmal dasselbe gesagt und auch hinzugefügt wird, daß er alles übersetzen ließ, was er besaß, wird die weitere Einführung (Verbindung) bezeichnet. 4272. Vers 24,25: Und Jakob blieb allein zurück, und es rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte emporstieg. Und derselbe sah, daß er ihn nicht bezwang, und faßte ihn bei der Höhlung seiner Hüfte; und es wurde ausgerenkt die Höhlung der Hüfte Jakobs, als er mit ihm rang. "Und Jakob blieb allein zurück" bedeutet das erworbene Gute des Wahren, das damals das Letzte war; "und es rang ein Mann mit ihm" bedeutet die Versuchung in Ansehung des Wahren; "bis die Morgenröte emporstieg" bedeutet, vor der Verbindung des durch Jakob vorgebildeten natürlich Guten mit dem himmlisch Geistigen, oder dem göttlich Guten des Wahren; "und derselbe sah, daß er ihn nicht bezwang" bedeutet, daß er in den Versuchungen siegte; "und faßte ihn bei der Höhlung seiner Hüfte" bedeutet, wo das himmlisch geistig Gute verbunden wird mit dem durch Jakob bezeichneten natürlich Guten; "und es wurde ausgerenkt die Höhlung der Hüfte Jakobs, als er mit ihm rang" bedeutet, daß es noch nicht in der Macht des Wahren lag, sich völlig mit dem Guten zu verbinden. Eben diese Worte beziehen sich auch auf Jakob selbst und seine Nachkommen, und dann wird ihre Beschaffenheit bezeichnet. In diesem Sinne wird durch "er faßte ihn an der Höhlung seiner Hüfte" bezeichnet, wo die eheliche Liebe verbunden wird mit dem natürlich Guten; und dadurch, daß die Höhlung der Hüfte Jakobs ausgerenkt wurde, als er mit ihm rang, wird bezeichnet, daß diese Verbindung bei Jakobs Nachkommen gänzlich verletzt und verdreht wurde. 4273. "Und Jakob blieb allein zurück", 1. Mose 32/24, bedeutet das erworbene Gute des Wahren, das dann das Letzte ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, hier insofern er das Gute des Wahren bezeichnet. Was Jakob vorgebildet hatte, ist in dem Vorhergehenden gezeigt worden, dann auch, daß er Verschiedenes im Natürlichen (vorbildete), weil der Zustand des Wahren und Guten ein anderer ist im Anfang, ein anderer im Fortschreiten, und ein anderer am Ende: Nr. 3775, 4234. Hier (bildet er) das Gute des Wahren vor. Die Ursache dieser Vorbildung ist, weil jetzt gleich von seinem Ringen gehandelt wird, wodurch im inneren Sinn die Versuchung bezeichnet wird, und weil er Israel genannt wurde, durch den der himmlisch-geistige Mensch vorgebildet wird; ferner weil in dem darauf Folgenden von seiner Verbindung mit Esau gehandelt wird, durch welche Verbindung die Einführung des Wahren in das Gute bezeichnet wird. Dies sind die Ursachen, weshalb Jakob nun das letzte Gute des Wahren im Natürlichen vorbildet. 4274. "Und es rang ein Mann mit ihm", 1. Mose 32/24, bedeutet die Versuchung in bezug auf das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von ringen, insofern es eine Versuchung bezeichnet. Die Versuchung selbst ist nichts anderes, als ein Ringen oder Kampf, denn das Wahre wird bekämpft von den bösen Geistern und verteidigt von den Engeln, die beim Menschen sind. Die Wahrnehmung dieses Kampfes im Menschen ist die Versuchung: Nr. 741, 757, 761, 1661, 3927, 4249, 4256. Es kann aber keine Versuchung stattfinden, wenn nicht der Mensch im Guten des Wahren ist, d.h. in der Liebe oder Neigung zu demselben, denn wer sein Wahres nicht liebt, oder nicht von ihm angeregt wird, der kümmert sich nicht darum. Aber wer es liebt, der sorgt mit Angst, es möchte verletzt werden. Nichts anderes macht das Verstandesleben des Menschen aus, als das, wovon er glaubt, daß es eine Wahrheit sei; und nichts anderes sein Willensleben, als das, wovon er sich eingeprägt hatte, daß es gut sei. Wenn daher das bekämpft wird, von dem er glaubt, daß es wahr sei, so wird sein Verstandesleben bekämpft; und wenn das bekämpft wird, wovon er sich eingeprägt hatte, daß es Gutes sei, so wird sein Willensleben bekämpft; daher handelt es sich, wenn der Mensch versucht wird, um sein Leben. Das erste des Kampfes findet statt in Ansehung des Wahren oder über das Wahre, weil er dies vorzüglich liebt, und das, was zur Liebe jemandes gehört, wird von den bösen Geistern angegriffen, aber sobald er das Gute mehr liebt als das Wahre, was geschieht, wenn die Ordnung umgekehrt wird, dann wird er versucht in Ansehung des Guten. Allein was Versuchung sei, wissen wenige, weil nur wenige heutigen Tages irgendeine Versuchung erleiden, denn nur diejenigen können versucht werden, die im Guten des Glaubens sind, d.h. in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Wenn diejenigen versucht würden, die nicht in solcher Liebtätigkeit sind, so würden sie unterliegen, und die, welche unterliegen, geraten in die Bestärkung des Bösen und in die Beredung des Falschen; denn alsdann siegen bei ihnen die bösen Geister, denen sie auf solche Weise zugesellt werden. Dies ist die Ursache, warum heutigen Tages nur wenige in irgendeine geistige Versuchung zugelassen werden, sondern nur in einige natürliche Beängstigungen, damit sie durch dieselben von der Selbst- und Weltliebe zurückgehalten werden möchten, in die sie sich sonst zügellos stürzen würden. 4275. "Bis die Morgenröte emporstieg", 1. Mose 32/24, bedeutet, vor der Verbindung des durch Jakob bezeichneten natürlich Guten mit dem himmlisch Geistigen, oder dem göttlich Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Morgenröte, insofern sie im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, im vorbildlichen Sinn Sein Reich, und im allgemeinen Sinn das Himmlische der Liebe, worüber Nr. 2405. Hier ist es das himmlisch Geistige; denn als die Morgenröte emporstieg, wurde Jakob Israel genannt, wodurch der himmlisch-geistige Mensch bezeichnet wird, und deshalb bedeutet: "bevor die Morgenröte emporstieg", vor der Verbindung des natürlich Guten, das jetzt durch Jakob bezeichnet wird, mit dem himmlisch Geistigen. Was das himmlisch Geistige sei, wird 1. Mose 32/28 gesagt werden, wo von Israel gehandelt wird. HG 4276 4276. "Und derselbe sah, daß er ihn nicht bezwang", 1. Mose 32/25, bedeutet, daß er in den Versuchungen siegte. Dies ist klar ohne Erklärung. 4277. "Und faßte ihn bei der Höhlung seiner Hüfte", 1. Mose 32/25, bedeutet, da wo das himmlisch-geistig Gute verbunden wird mit dem natürlich Guten, das durch Jakob bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hüfte, insofern sie die eheliche Liebe bezeichnet, und daher jede himmlische und geistige Liebe, weil diese von der ehelichen Liebe, wie die Nachkommen von ihren Eltern abstammen, worüber Nr. 3021; und aus der Bedeutung der Höhlung, oder Pfanne, oder Wölbung, nämlich der Hüfte, insofern sie bedeutet, da wo die Verbindung ist; hier also, wo die Verbindung des Guten und himmlisch Geistigen stattfindet mit dem durch Jakob bezeichneten natürlich Guten. Aber von dieser Verbindung kann nichts gesagt werden, wenn man nicht vorher weiß, was das himmlisch-geistig Gute ist, das Israel bezeichnet, und was das natürlich Gute ist, das Jakob vorbildet. In 1. Mose 32/28, wo von Jakob, als er Israel genannt wurde, die Rede ist, wird davon gesprochen werden, und auch später, wo von Jakobs Nachkommen (die Rede ist). 4278. "Und es wurde ausgerenkt die Höhlung der Hüfte Jakobs, als er mit ihm rang", 1. Mose 32/25, bedeutet, daß das Wahre noch nicht die Macht habe, sich völlig mit dem Guten zu verbinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ringen, insofern es bezeichnet, daß die Wahrheiten noch nicht in solche Ordnung gebracht sind, daß alle zugleich mit dem Guten in das himmlisch-geistig Gute eintreten können, worüber in der Erklärung 1. Mose 32/31; somit daß das Wahre noch nicht die Macht habe, sich völlig mit dem Guten zu verbinden; denn Höhlung der Hüfte bedeutet, wo das Gute verbunden wird, wie Nr. 4277 gesagt worden. 4279. Das was bisher erklärt worden, verhält sich so im höchsten und im inneren Sinn, anders aber im untergeordneten Sinn. In diesem Sinn wird von Jakob gehandelt, wie er beschaffen war, und von seinen Nachkommen, wie sie beschaffen sein werden. Weil das Wort aus dem Herrn ist, und von Ihm durch den Himmel zu den Menschen herabgestiegen, deshalb ist es so beschaffen, daß es auch in Ansehung des einzelnen göttlich ist, und sowie es herabstieg vom Herrn, so auch zu Ihm hinaufsteigt, d.h. zu Ihm erhoben wird, und zwar durch die Himmel. Daß es drei Himmel gibt, ist bekannt; wie auch, daß der innerste Himmel der dritte Himmel, der mittlere Himmel der zweite Himmel, und der unterste Himmel der erste Himmel heißt. Deshalb ist das Wort, wenn es hinaufsteigt, wie wenn es herabsteigt, im Herrn göttlich, im dritten Himmel ist es himmlisch, denn dieser Himmel ist der himmlische Himmel; im zweiten Himmel ist es geistig, denn dieser Himmel ist der geistige Himmel; im ersten Himmel aber ist es himmlisch- und geistig-natürlich, und eben dieser Himmel wird auch so genannt. In der Kirche aber bei den Menschen ist das Wort in Ansehung es Buchstabensinnes natürlich, somit weltlich und irdisch. Hieraus erhellt, wie das Wort beschaffen ist, und auch wie es sich mit dem Worte verhält, wenn es von einem Menschen, der in heiliger Stimmung, d.h. im Guten und Wahren ist, gelesen wird, denn dann erscheint es bei ihm als etwas Weltliches oder Historisches, in dem jedoch Heiliges ist; aber im ersten Himmel erscheint es als etwas himmlisch- und geistig Natürliches, in dem jedoch Göttliches. Im zweiten Himmel aber ist es geistig, und im dritten Himmel ist es himmlisch; im Herrn (aber) ist es göttlich. Der Sinn des Wortes verhält sich gemäß den Himmeln. Der höchste Sinn des Wortes, in dem vom Herrn gehandelt wird, ist für den innersten oder dritten Himmel; sein innerer Sinn, in dem vom Reich des Herrn gehandelt wird, ist für den mittleren oder zweiten Himmel; der untere Sinn aber des Wortes, in dem der innere Sinn sich auf das Volk bezieht, das daselbst genannt wird, ist für den unteren oder den ersten Himmel. Dagegen der unterste oder der Buchstabensinn ist für den Menschen, solange er noch in der Welt lebt. Er ist aber dennoch von der Art, daß ihm der inwendigere Sinn mitgeteilt werden kann, und dann auch der innere und höchste; denn der Mensch hat Gemeinschaft mit den drei Himmeln, der Mensch ist nämlich erschaffen nach dem Bilde der drei Himmel, und zwar so sehr, daß er, wenn er in der Liebe zu Gott, und in Liebtätigkeit gegen den Nächsten lebt, ein Himmel in kleinster Form ist. Daher kommt es, daß innerhalb eines solchen Menschen das Reich des Herrn ist, wie auch der Herr selbst bei Luk.17/21 lehrt: "Siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch". Dieses wurde gesagt, damit man wisse, daß im Worte nicht nur ein höchster und ein innerer, sondern auch ein unterer Sinn ist, und daß in diesem, nämlich im unteren Sinn, der innere Sinn sich bezieht auf das Volk, das daselbst genannt wird. Wann dies der Fall sei, erhellt deutlich aus dem Zusammenhang. Daß hier das Ringen eines Mannes mit Jakob und die Verrenkung und Verschiebung seiner Hüfte auch von Jakob und seinen Nachkommen ausgesagt wird, ist klar. Deswegen darf ich diese Stelle (auch) nach diesem zweiten Sinn erklären. Dieser Sinn wird im Folgenden der innere historische Sinn genannt, und zwar auch aus dem Grunde, weil er bisweilen in lebendiger Weise und Form im ersten Himmel dargestellt zu werden pflegt, was mir auch einige Male zu sehen gestattet wurde. Man sehe die Auslegung, die bei Nr. 4272 vorausgeschickt wurde, im zweiten Abschnitte. 4280. Daß in diesem Sinn durch die Worte "er faßte Jakob bei der Höhlung seiner Hüfte" bezeichnet wird, wo die eheliche Liebe mit dem natürlich Guten verbunden wird, erhellt aus der Bedeutung der Höhlung der Hüfte, insofern sie den Ort bezeichnet, wo die Verbindung der ehelichen Liebe ist, man sehe Nr. 4277. Daß hier die Verbindung mit dem natürlich Guten bezeichnet wird, kommt daher, weil hier die Hüfte verbunden wird mit den Füßen, (und) die Füße im inneren Sinn das natürlich Gute bedeuten. Daß die Füße dies bedeuten, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986. Daß die Hüfte die eheliche Liebe und die Füße das natürlich Gute bezeichnen, gehört zu den Dingen, die veraltet und verlorengegangen sind. Die Alte Kirche, die sich in Vorbildungen und Sinnbildern bewegte, kannte diese (Bedeutung) sehr gut; die Kenntnis solcher Dinge war ihre Einsicht und Weisheit; ja nicht nur derer, die der Kirche angehörten, sondern auch bei denen, die außerhalb der Kirche waren, wie man deutlich erkennen kann aus den ältesten Büchern der Heiden, und aus dem, was man heutigen Tages fabelhafte (Mythen) nennt, denn die Sinnbilder und Vorbildungen gingen von der Alten Kirche auf sie über. Bei ihnen bedeuteten auch Hüften und Lenden das Eheliche, und Füße das Natürliche. Daß Hüften und Füße solches bedeuten, kommt her von den Entsprechungen aller Glieder, Organe und Eingeweide des Menschen mit dem Größten Menschen, von welchen Entsprechungen jetzt am Ende des Kapitels gehandelt wird. Von den Entsprechungen mit der Hüfte und mit den Füßen wird auch im Folgenden geredet, und dort durch tatsächliche Erfahrung bestätigt werden, daß solches ihre Bedeutung ist. Dies muß heutigen Tages auffallend erscheinen, weil jene Wissenschaft völlig veraltet und verloren ist. Wie weit aber gleichwohl diese Wissenschaft die anderen Wissenschaften übertreffe, kann daraus erkannt werden, daß das Wort in Ansehung seines inneren Sinnes ohne sie niemals verstanden werden kann, und weil die Engel, die bei dem Menschen sind, das Wort jenem Sinne gemäß inne werden. Ferner auch, weil durch diese Wissenschaft für den Menschen eine Gemeinschaft mit dem Himmel möglich ist; und was unglaublich ist, der innere Mensch selbst denkt nicht auf andere Weise; während nämlich der äußere Mensch das Wort dem Buchstaben gemäß auffaßt, faßt jener es dem inneren Sinn gemäß auf, obwohl der Mensch, solange er im Körper lebt, es nicht weiß. Dies kann hauptsächlich daraus erkannt werden, daß der Mensch, wenn er in das andere Leben kommt und ein Engel wird, (jene Kenntnis) ohne Belehrung wie von sich erlangt. Was die eheliche Liebe ist, die durch Hüften und auch durch Lenden bezeichnet wird, sehe man Nr. 995, 1123, 2727-2759; und daß die eheliche Liebe die Grundlage aller Liebesarten sei: Nr. 686, 3021; daher kommt es, daß diejenigen, die in echter ehelicher Liebe sind, auch in himmlischer Liebe leben, d.h. in der Liebe zum Herrn, und in geistiger Liebe, d.h. in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Deshalb wird durch eheliche Liebe nicht nur diese Liebe selbst verstanden, sondern auch jede himmlische und geistige Liebe. Diese Liebesarten werden mit dem natürlich Guten (verbunden), wenn der innere Mensch mit dem äußeren, oder der geistige Mensch mit dem natürlichen verbunden wird. Diese Verbindung ist es, die durch die Höhlung der Hüfte bezeichnet wird. Daß bei Jakob und seinen Nachkommen im allgemeinen keine solche Verbindung stattfand, wird aus dem Folgenden erhellen, denn von dieser Sache wird hier im inneren historischen Sinn gehandelt. 4281. Dadurch, daß die Höhlung der Hüfte Jakobs verrenkt wurde, als jener mit ihm rang, wird bezeichnet, daß jene Verbindung bei den Nachkommen Jakobs gänzlich verletzt und verdrängt worden sei. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung des Verrenkens in jenem (zweiten) Sinn, insofern es bezeichnet, aus seiner Stellung gebracht und auf diese Weise verletzt werden. Daß die Höhlung der Hüfte eine Verbindung bezeichnet, erhellt aus dem, was Nr. 4280 gesagt worden, und daß Jakob im Worte nicht nur Jakob bedeute, sondern auch alle seine Nachkommen, ist deutlich aus sehr vielen Stellen, z.B.: 4. Mose 23/7,10,21,23; 24/5,17,19; 5. Mose 33/10; Jes.40/27; 43/1,22; 44/1,2,20; 48/12; 59/20; Jerem.10/16,25; 30/7,10,18; 31/7,11; 46/27,28; Hos.10/11; Amos 7/2; Micha 2/12; 3/8; Ps.14/7; 24/6; 59/14; 78/5; 99/4 und anderswo. Daß Jakob und seine Nachkommen so beschaffen waren, daß bei ihnen die himmlische und geistige Liebe nicht mit dem natürlich Guten verbunden werden konnte, d.h. der innere oder geistige Mensch nicht mit dem äußeren oder natürlichen, erhellt aus allem, was von diesem Volke im Worte berichtet ist; denn sie wußten nicht, und wollten auch nicht wissen, was der innere oder geistige Mensch sei, und deswegen wurde es ihnen auch nicht offenbar. Sie glaubten nämlich, daß es bei dem Menschen nichts gebe, als ein Äußerliches und Natürliches; bei ihrem ganzen Gottesdienst hatten sie nichts anderes im Auge, und zwar so sehr, daß der Gottesdienst bei ihnen durchaus götzendienerisch war, denn wenn der innere Gottesdienst vom äußeren getrennt wird, so ist der letztere durchaus götzendienerisch. Die Kirche, die bei ihnen eingerichtet war, war keine Kirche, sondern nur die Vorbildung einer Kirche, weshalb auch diese Kirche eine vorbildliche genannt wird. Daß Vorbildliches der Kirche bei solchen stattfinden könne, sehe man Nr. 1361, 3670, 4208; denn bei den Vorbildungen wird nicht an die Person gedacht, sondern an die Sache, die vorgebildet wird. Deshalb bildeten nicht nur Personen Göttliches, Himmlisches und Geistiges vor, sondern auch unbelebte Gegenstände, z.B. die Kleider Aharons, die Bundeslade, der Altar, Rinder und Schafe, die geopfert wurden, der Armleuchter mit den Lichtern, das Schaubrot (panis dispositionis) auf dem goldenen Tische, das Öl, mit dem sie gesalbt wurden, der Weihrauch und dergleichen mehr. Daher kam es, daß die Könige, die bösen sowohl als die guten, das Reich des Herrn vorbildeten, und die Hohenpriester, sowohl die bösen als die guten, das, was dem göttlichen Priestertum des Herrn angehört, so lange nämlich, als sie ihre Ämter in der äußeren Form den Geboten und Vorschriften gemäß verwalteten. Damit nun bei ihnen eine Vorbildung der Kirche stattfinden konnte, wurden ihnen solche Satzungen und solche Gesetze durch eine deutliche Offenbarung gegeben, die durchaus vorbildlich waren. Daher konnten sie auch so lange vorbilden, als sie bei denselben blieben und sie genau beobachteten; sobald sie aber von ihnen abwichen, und zu den Satzungen und Gesetzen anderer Völker und besonders zur Verehrung eines anderen Gottes (sich wandten), beraubten sie sich der Fähigkeit, vorzubilden, und deshalb wurden sie durch äußere Mittel, wie Gefangenschaft, Niederlagen, Drohungen, Wunder wieder zu ihren Gesetzen und vorbildlichen Satzungen zurückgeführt, nicht aber durch innere Mittel, wie die, welche einen inneren Gottesdienst im äußeren haben. Dies wird dadurch, daß die Höhlung der Hüfte Jakobs verrenkt wurde, im inneren Sinn bezeichnet, das sich auf Jakob und seine Nachkommen bezieht. 4282. Vers 26-28: Und er sprach: Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor; und er sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Und er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob. Und er sprach: Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel, weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit den Menschen, und hast obgesiegt. "Und er sprach: Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor" bedeutet, daß die Versuchung aufgehört habe, sobald die Verbindung eintrat; "und er sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn" bedeutet, daß die Verbindung stattfinden müsse; "und er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob" bedeutet die Beschaffenheit des Guten vom Wahren; "und er sprach: Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel" bedeutet das Göttliche in dem nun himmlisch Geistigen; Israel, bezeichnet den himmlisch-geistigen Menschen im Natürlichen, somit den natürlichen; der himmlisch geistige Mensch selbst, welcher der vernünftige ist, wird durch Joseph bezeichnet; "weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit den Menschen, und hast obgesiegt" bedeutet die fortwährenden Siege in den Kämpfen in Ansehung des Wahren und Guten. Im inneren historischen Sinn , in dem von Jakob und seine Nachkommen gehandelt wird, wird durch dieselben Worte Folgendes bezeichnet: "Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor", wird bezeichnet, daß das Vorbildliche, (das sie darstellten), bevor sie in das Vorbildliche des Landes Kanaan kamen, sich entfernen werde von den Nachkommen Jakobs; "und er sprach: Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn", wird bezeichnet, daß sie darauf drangen, vorbildlich zu sein; "und er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob", wird bezeichnet, daß es die Nachkommen Jakobs waren mit ihrer Beschaffenheit; "und er sprach: Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel", wird bezeichnet, daß sie nicht dasselbe wie Jakob vorbilden könnten, sondern nach der ihnen gegebenen neuen Beschaffenheit; "weil du gestritten hast mit Gott und mit Menschen, und hast obgesiegt", wird bezeichnet, wegen der Hartnäckigkeit in ihren Begierden und Einbildungen. 4283. "Und er sprach: Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor", 1. Mose 32/26, bedeutet, die Versuchung habe aufgehört, als die Verbindung eintrat. Dies erhellt aus der Bedeutung von "lassen", nämlich ablassen vom Ringen mit mir, insofern es bezeichnet, daß die Versuchung aufhörte. Daß Ringen Versuchung bedeute, sehe man Nr. 4272; und daß sie aufhörte, erhellt aus dem Folgenden. Ferner aus der Bedeutung der Morgenröte, insofern sie die Verbindung des durch Jakob bezeichneten natürlich Guten mit dem himmlisch-geistigen, oder dem göttlich Guten des Wahren ist, worüber Nr. 4275. Daß das Ringen begann, bevor die Morgenröte emporstieg, und daß es beendigt wurde, sobald sie emporstieg, und daß hernach erzählt wird, was geschah, als die Sonne aufging, kommt daher, weil die Tageszeiten wie die Jahreszeiten Zustände bedeuten: Nr. 487, 488, 493, 893, 2788, 3785; hier die Zustände der Verbindung durch Versuchungen, denn wenn die Verbindung des inneren Menschen mit dem äußeren stattfindet, dann ist bei ihm Morgenröte; denn dann tritt er in den geistigen oder himmlischen Zustand ein. Dann erscheint ihm auch ein Licht, wie das der Morgenröte, wenn er sich in einem solchen Zustand befindet, daß er es wahrnehmen kann. Überhaupt wird sein Verstandesvermögen erleuchtet, und es ist ihm wie (einem Menschen), wenn er des Morgens aus dem Schlafe erwacht und die Morgenröte zuerst leuchtet und der Tag beginnt. 4284. "Und er sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn", 1. Mose 32/26, bedeutet, daß die Verbindung stattfinden müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht lassen", insofern es bezeichnet, daß er nicht aufhören wolle, worüber Nr. 4283; und aus der Bedeutung von segnen, insofern es Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 3504, 3514, 3520, 3584. Hieraus erhellt, daß durch: "Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn" bezeichnet wird, daß er nicht eher aufhören wolle, als bis die Verbindung vollzogen sei, d.h., daß die Verbindung stattfinden müsse. 4285. "Und er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob", 1. Mose 32/27, bedeutet die Beschaffenheit des Guten vom Wahren daher. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, insofern er die Beschaffenheit ausdrückt, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 4273. 4286. "Und er sprach: Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel", 1. Mose 32/28, bedeutet das Göttliche in dem nun himmlisch Geistigen, und daß Israel der himmlisch-geistige Mensch im Natürlichen ist, somit der natürliche, Joseph aber der himmlische Mensch selbst auf der Stufe des Vernünftigen ist. Dies erhellt aus dem, was über Jakob und Israel, und auch über Joseph folgen wird, denn zuvor muß gesagt werden, was hier das himmlisch Geistige sei. Heutzutage ist zwar in der Kirche bekannt, daß es einen geistigen und einen natürlichen Menschen gibt, oder einen inneren und einen äußeren Menschen; was aber der geistige oder innere Mensch ist, weiß man noch nicht, noch weniger, was der himmlische Mensch sei, und daß er unterschieden ist von dem geistigen, und weil man das nicht weiß, kann man auch nicht wissen, was der himmlisch-geistige Mensch ist, der hier durch Israel bezeichnet wird. Deswegen muß es mit einigen Worten gesagt werden: Daß es drei Himmel gibt, ist bekannt, nämlich einen innersten, einen mittleren und einen letzten Himmel, oder was dasselbe, einen dritten, zweiten und ersten. Der innerste oder dritte Himmel ist der (eigentliche) himmlische; denn die darin befindlichen Engel werden Himmlische genannt, weil sie in der Liebe zum Herrn sind, und daher sind sie in der engsten Verbindung mit dem Herrn, und deshalb in Weisheit vor allen übrigen. Sie sind unschuldig, und werden daher Unschuld und Weisheit genannt. Diese Engel werden in innerliche und äußerliche unterschieden: die innerlichen sind noch himmlischer, als die äußerlichen. Der mittlere oder der zweite Himmel ist der geistige, denn die darin befindlichen Engel werden Geistige genannt, weil sie in Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, d.h. in gegenseitiger Liebe, die so beschaffen ist, daß einer den anderen mehr liebt, als sich; und weil sie so beschaffen sind, so sind sie in (großer) Einsicht, und werden daher auch Einsicht genannt. Auch diese Engel werden in innerliche und äußerliche unterschieden: die innerlichen sind noch geistiger als die äußerlichen. Der letzte Himmel aber, oder der erste, ist auch ein himmlischer und geistiger, aber nicht in dem gleichen Grade, wie die vorigen, denn das Natürliche hängt ihnen an. Deswegen werden sie himmlisch- und geistig Natürliche genannt. Sie sind auch in gegenseitiger Liebe, aber sie lieben nicht die anderen mehr als sich, sondern so wie sich . Sie sind in der Neigung des Guten und in der Erkenntnis des Wahren. Auch diese werden in innerliche und äußerliche unterschieden. Was aber das himmlisch Geistige sei, soll auch mit wenigem gesagt werden: Himmlisch Geistige heißen diejenigen, die gleich oben Geistige genannt wurden, und im mittleren oder zweiten Himmel sich befinden. Sie werden nämlich Himmlische genannt, zufolge der gegenseitigen Liebe, und Geistige, zufolge der Einsicht daraus. Die innerlichen bei ihnen sind es, die durch Joseph vorgebildet, und auch im Worte Joseph genannt werden. Die äußerlichen aber werden durch Israel vorgebildet, und werden auch im Worte Israel genannt. Jene, nämlich die innerlichen, die Joseph heißen, haben mehr Anteil an dem Vernünftigen, die äußerlichen aber, die Israel heißen, mehr an dem Natürlichen, denn sie stehen in der Mitte zwischen dem Vernünftigen und dem Natürlichen. Daher wurde gesagt, Israel sei der himmlisch-geistige Mensch im Natürlichen, also der natürliche, und Joseph der himmlisch-geistige Mensch selbst, welcher der vernünftige ist, denn im ganz allgemeinen Sinn wird jedes Gute, das der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, himmlisch genannt, und jedes Wahre, was von da aus dem Glauben und der Einsicht angehört, wird das Geistige genannt. Dieses wurde gesagt, damit man wisse, was Israel bedeute. Aber im höchsten Sinn bedeutet Israel den Herrn in Ansehung des himmlisch-geistig Göttlichen. Im inneren Sinn aber bedeutet er das geistige Reich des Herrn im Himmel und auf Erden. Das geistige Reich des Herrn auf Erden ist die Kirche, welche die geistige Kirche genannt wird, und weil Israel das geistige Reich des Herrn ist, so bezeichnet Israel auch den geistigen Menschen, denn in einem jeden solchen Menschen ist das Reich des Herrn; der Mensch ist nämlich ein Himmel in kleinster Form, und auch eine Kirche: Nr. 4279. Was Jakob anbelangt, so wird durch denselben im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des Natürlichen, sowohl des himmlisch- als des geistig (Natürlichen), vorgebildet, und im inneren Sinn das Reich des Herrn, wie es im untersten oder ersten Himmel ist, und daher auch dasselbe in betreff der Kirche. Das Gute im Natürlichen ist es, was hier himmlisch, und das Wahre daselbst, was geistig genannt wird. Hieraus kann man deutlich erkennen, was durch Israel und durch Jakob im Worte bezeichnet wird, und auch warum Jakob Israel genannt wurde. Aber das, was hier gesagt wurde, muß notwendig als dunkel erscheinen, besonders deshalb, weil nur wenigen bekannt ist, was der geistige Mensch, und kaum irgendeinem, was der himmlische sei, ebenso auch, daß zwischen dem geistigen und himmlischen Menschen ein Unterschied sei. Der Grund, warum dies nicht bekannt ist, liegt darin, daß das Gute, das Sache der Liebe und der Liebtätigkeit ist, und das Wahre, das Sache des Glaubens ist, nicht als unterschieden wahrgenommen wird; und daß man dies nicht wahrnimmt, kommt daher, weil echte Liebtätigkeit nicht mehr vorhanden ist; wo etwas nicht ist, da gibt es auch keine Wahrnehmung davon. Ferner deshalb, weil der Mensch sich wenig um das bekümmert, was sich auf das Leben nach dem Tode bezieht, somit auch nicht um das, was dem Himmel angehört, sondern meistens um das, was dem Leben im Körper, also um das, was der Welt angehört. Wenn der Mensch sich um das bekümmern würde, was sich auf das Leben nach dem Tode bezieht, also um die himmlischen Dinge, dann würde er alles das, was oben gesagt wurde, leicht begreifen, denn was der Mensch liebt, das nimmt er auf und faßt es leicht, schwer aber (faßt) er das, was er nicht liebt. Daß Jakob etwas anders bedeutet, und Israel etwas anderes, erhellt offenbar aus dem Worte, denn in den geschichtlichen Teilen desselben, wie auch in den prophetischen, wird bald Jakob, bald Israel gesagt, und bisweilen beides in einem Vers; daraus kann man ersehen, was der innere Sinn des Wortes ist, und daß man jenes ohne diesen Sinn gar nicht wissen kann. Daß Jakob bald Jakob, bald Israel genannt wird, erhellt aus Folgendem: 1. Mose 37/1-3: "Jakob wohnte in dem Lande der Pilgrimschaft seines Vaters; das sind die Geschlechter Jakobs; Joseph war ein Sohn von siebzehn Jahren, und Israel liebte Joseph vor allen seinen Söhnen": wo Jakob zuerst Jakob genannt wird, und gleich darauf Israel, und zwar dann Israel, wenn von Joseph gehandelt wird. An einer anderen Stelle, 1. Mose 42/1,5: "Jakob sah, daß Getreide in Ägypten war, und Jakob sprach zu seinen Söhnen: Und es kamen die Söhne Israels, um zu kaufen inmitten derer, die da kamen". 1. Mose 45/25,27,28: "Sie zogen fort aus Ägypten, und kamen in das Land Kanaan zu Jakob, ihrem Vater, da sie ihm alle Worte Josephs sagten, die er zu ihnen geredet hatte, lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters wieder auf, und Israel sprach: es ist ein Großes, daß mein Sohn Joseph noch lebt". 1. Mose 46/1,2,5: "Und Israel brach auf mit allem, was er hatte; es redete Gott mit Israel in nächtlichen Gesichten, und sprach: Jakob, Jakob; dieser sprach: Siehe, hier bin ich. Und Jakob stand auf aus Beerscheba, und die Söhne Israels führten Jakob, ihren Vater, hinab". 1. Mose 46/8: "Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, Jakobs und seiner Söhne". 1. Mose 47/7-10: "Joseph führte Jakob, seinen Vater, hinein, und stellte ihn dem Pharao vor; Pharao redete mit Jakob, und Jakob mit Pharao". 1. Mose 47/27-29: "Und Israel wohnte im Lande Gosen, und Jakob lebte im Lande Ägypten siebzehn Jahre; und als sich die Tage Israels dem Sterben nahten, rief er seinen Sohn Joseph". 1. Mose 48/2,3: "Und es wurde Jakob angezeigt, und gesagt: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir; und Israel stärkte sich, und setzte sich aufs Bett, und Jakob sprach zu Joseph: Der Gott Schaddai erschien mir in Lus". Israel wird er auch genannt 1. Mose 48/8,10,11,13,14,20,21. 1. Mose 49/1,2,33: "Jakob rief seine Söhne, und sprach: Versammelt euch, und höret, ihr Söhne Jakobs, und höret auf Israel, euren Vater. Und als Jakob aufgehört hatte, seinen Söhnen zu gebieten". Hieraus kann man deutlich erkennen, daß Jakob bald Jakob, bald Israel genannt wird, und daß also Jakob etwas anderes bezeichnet, und Israel wieder etwas anders, oder daß etwas anderes bezeichnet wird, wenn Jakob gesagt wird, und etwas anderes, wenn Israel gesagt wird. Ferner daß man dies Geheimnis gar nicht erkennen kann, außer durch den inneren Sinn. Was aber Jakob bedeutet, und was Israel, ist oben gesagt worden; im allgemeinen wird durch Jakob im Wort das Äußere der Kirche bezeichnet, und durch Israel das Innere, denn eine jede Kirche hat ein Äußeres und ein Inneres, oder ist eine innere und eine äußere. Und weil das, was der Kirche angehört, bezeichnet wird durch Jakob und durch Israel, und weil alles in der Kirche vom Herrn ist, deshalb bezeichnet im höchsten Sinn sowohl Jakob als Israel den Herrn, Jakob in Ansehung des göttlich Natürlichen, Israel in Ansehung des göttlich Geistigen; daher wird auch das Äußere, das dem Reiche des Herrn und seiner Kirche angehört, durch Jakob, und das Innere durch Israel bezeichnet. Wie man dies noch weiter aus den Stellen erkennen kann, in denen jeder von beiden in seiner ihm eigenen Bedeutung genannt wird: 1. Mose 49/24, in der Weissagung Jakobs, dann Israels: "Aus den Händen des Starken Jakobs, daraus der Hirte, der Fels Israels". Jes.44/1-3,5: "Höre Jakob, Mein Knecht, und Israel, den Ich erwählt habe; Ich will ausgießen Meinen Geist über deinen Samen, und Meinen Segen über deine Kinder; dieser wird sagen, ich gehöre Jehovah an, und jener wird sich nennen mit dem Namen Jakobs. Dieser wird sich mit seiner Hand dem Jehovah zuschreiben, und mit dem Namen Israels sich benennen": hier (steht) Jakob und Israel offenbar für den Herrn, und der Same und die Kinder Jakobs und Israels für die, welche im Glauben an Ihn leben. In der Weissagung Bileams 4. Mose 23/10: "Wer wird den Staub Jakobs zählen, und die Zahl mit dem vierten Teile Israels". 4. Mose 23/23: "Keine Wahrsagung gegen Jakob, und kein Zauber gegen Israel; zu dieser Zeit wird Jakob und Israel gesagt werden, was Gott getan habe". 4. Mose 24/5: "Wie gut sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel". 4. Mose 24/17: "Es wird aufgehen ein Stern aus Jakob, und das Zepter aus Israel". Jes.48/11,12: "Meine Herrlichkeit will Ich nicht einem anderen geben, merke auf Mich, Jakob, und Israel rufe Mich an; Ich bin Derselbe, Ich bin der Erste, und Ich bin auch der Letzte". Jes.27/6: "Jakob wird die kommenden Wurzeln schlagen lassen, Israel wird aufsprossen und erblühen, und sie werden mit ihrem Gewächs den Erdkreis erfüllen". Jerem.30/10: "Fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakob, und sei unerschrocken, Israel, denn siehe, Ich habe dich aus der Ferne gerettet". Micha 2/12: "Versammeln will Ich, ja versammeln den ganzen Jakob, zusammenbringen, ja zusammenbringen die Überreste Israels, zusammen will Ich sie bringen, wie die Schafe von Bozrah". Weshalb Jakob Israel genannt wurde, erhellt aus den Worten selbst, als ihm dieser Name gegeben wurde, nämlich aus Folgenden: "Nicht Jakob wird ferner dein Name heißen, sondern Israel, weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit Menschen, und hast obgesiegt"; denn Israel bedeutet in der Grundsprache einen, der wie ein Fürst mit Gott streitet, das im inneren Sinn bedeutet, daß er in den Versuchungskämpfen gesiegt habe; denn Versuchungen und Kämpfe in den Versuchungen waren es, durch die der Herr Sein Menschliches göttlich machte: Nr. 1737, 1813 und anderswo; sowie es auch Versuchungen und Siege in den Versuchungen sind, die den Menschen geistig machen. Deswegen wurde Jakob erst dann Israel genannt, als er rang, weil ringen heißt versucht werden; man sehe Nr. 4274. Es ist bekannt, daß die Kirche, oder der Mensch der christlichen Kirche, sich Israel nennt, aber gleichwohl ist niemand in der Kirche ein Israel, außer wer ein geistiger Mensch durch Versuchungen geworden ist, was auch der Name selbst in sich schließt. Daß späterhin bestätigt wurde, daß Jakob Israel heiße, erhellt aus 1. Mose 35/9,10, wo es heißt: "Gott erschien dem Jakob noch einmal, als er aus Paddan Aram kam, und segnete ihn, und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob, aber nicht mehr soll dein Name Jakob heißen, sondern Israel soll dein Name sein, und Er nannte seinen Namen Israel". Die Ursache dieser Bestätigung wird weiter unten angegeben werden. 4287. "Weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit den Menschen und hast obgesiegt", 1. Mose 32/28, bedeutet fortwährende Siege in den Kämpfen, in Ansehung des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von streiten wie ein Fürst, insofern es bezeichnet, siegen in den Kämpfen, hier in den Versuchungskämpfen, denn von diesen ist die Rede; und aus der Bedeutung von "mit Gott und mit den Menschen", insofern es bezeichnet in Ansehung des Wahren und Guten, worüber im folgenden. Weil in höchsten Sinn vom Herrn gehandelt wird, so ist Er es, Der in diesem Sinn verstanden wird unter Dem, Der da streitet wie ein Fürst mit Gott und mit den Menschen; denn Er bestand aus eigener Macht alle Versuchungen, und besiegte durch sie die Höllen, denn Er ließ alle Höllen der Ordnung nach gegen Sich zu, ja sogar die Engel, worüber im Folgenden. Und so brachte Er wieder alles in Ordnung, was in den Himmeln und was in den Höllen ist, und verherrlichte Sich endlich, d.h., Er machte Sein Menschliches göttlich. Hieraus erhellt, daß der Herr im höchsten Sinn durch Jakob und Israel bezeichnet wird, wie Nr. 4286 gezeigt worden. Nicht allein, weil Er selbst wie ein Fürst gestritten hat, d.h. alle Versuchungskämpfe erduldet und in ihnen gesiegt hat, sondern auch, weil Er sie bei einem jeden Menschen besteht; man sehe jedoch, was hierüber früher oftmals gesagt worden, nämlich: daß der Herr vor allen die schwersten Versuchungen erduldet hat: Nr. 1663, 1668, 1757, 2776, 2786, 2795, 2816; daß der Herr aus göttlicher Liebe gekämpft hat, anders als alle Menschen: Nr. 1690, 1691 E, 1789, 1812, 1813, 1820; daß der Herr gegen das erbliche Böse von der Mutter gekämpft hat, so daß Er zuletzt nicht ihr Sohn war, obgleich Er nichts wirkliches Böses hatte: Nr. 1444, 1573, 2025, 2574, 2649, 3318 E; daß der Herr durch Versuchungskämpfe und fortwährende Siege alles in himmlische Form gebracht: Nr. 1928; und daß Er durch fortwährende Siege in den Versuchungskämpfen das göttliche Wesen (Essentiam) mit dem Menschlichen vereinigt hat: Nr. 1616, 1737, 1813, 1921, 2025, 2026, 2500, 2523, 2632, 2776; und daß der Herr bei den Menschen Versuchungen besteht, und sowohl das Böse als die Höllen unterjocht: Nr. 987, 1661, 1692 E. Daß streiten mit Gott und mit den Menschen bedeutet versucht werden in Ansehung des Wahren und des Guten, ist ein Geheimnis, das nicht aus dem Buchstaben klar erscheint; daß es nicht Gott war, der mit Jakob stritt, kann jedem deutlich sein, und wird auch aus der Erklärung weiter unten erhellen; denn es kann nicht von einem Menschen gesagt werden, daß er mit Gott streite und obsiege, sondern der innere Sinn lehrt, was hier unter Gott und unter Menschen verstanden wird, daß nämlich durch Gott das Wahre bezeichnet werde und durch Menschen das Gute, und zwar deshalb, weil Gott im inneren Sinn das Wahre bedeutet, und daher wird, wenn vom Wahren gehandelt wird, Gott genannt: Nr. 2586, 2769, 2807, 2822; und weil man, wenn Mensch gesagt wird, das Gute versteht. Daß der Mensch das Gute bezeichnet, kommt daher, weil der Herr allein der Mensch ist, und weil der Mensch nur von Ihm her Mensch genannt wird: Nr. 49, 288, 565, 1894; ferner, weil von Ihm der Himmel Mensch ist, und der Größte Mensch genannt wird: Nr. 684, 1276, 3624-3649, 3741-3751; daher wurde auch die Älteste Kirche, die im himmlisch Guten war, Mensch (Adam) genannt: Nr. 478; weshalb auch durch Mensch im Worte, wo vom Guten gehandelt wird, das Gute bezeichnet wird, wie bei Jes.13/12: "Seltener will Ich machen den Menschen als Gold, und den Mann als Gold von Ophir". Jes.24/6: "Es werden verbrennen die Bewohner des Landes, und wenig Menschen werden übrigbleiben". Der Mensch (Enosch) steht für das geistig Gute, oder das Gute des Wahren; der Mensch (Adam) für das Gute. Jes.33/8: "Verödet sind die Pfade, man hat aufgehört, den Weg zu gehen, er hat gebrochen den Bund, er verachtete die Städte, den Menschen (Enosch) achtet er nicht". Jerem.4/23,25: "Ich sah das Land an, und siehe, es war leer und verödet, und zu den Himmeln empor, und sie hatten kein Licht; ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel des Himmels waren weggeflogen". Jerem.31/27: "Siehe, es werden Tage kommen, spricht Jehovah, da Ich das Haus Israels und das Haus Jehudahs besamen werde mit dem Samen des Menschen (Adam) und mit dem Samen des Viehs". Hes.27/13: "Deine Kaufleute, mit Seelen der Menschen und mit ehernen Geschirren haben sie deinen Handel geführt". Hes.34/31: "Ihr, Meine Herde, die Herde Meiner Weide, Menschen seid ihr, und Ich bin euer Gott". Hes.36/38: "Es werden die verwüsteten Städte voll sein von Menschenherden". An diesen Stellen steht Mensch für diejenigen, die im Guten sind, also für das Gute; denn aus dem Guten ist der Mensch ein Mensch (Adam); das Wahre aber, das aus dem Guten ist, wird im Worte der Mensch (Enosch) genannt, dann auch der Sohn des Menschen. 4288. Ebendieselben Worte, die bisher erklärt wurden, beziehen sich auch auf das jüdische und das israelitische Volk, das im Worte Jakob genannt wird, wie Nr. 4279 gesagt und gezeigt worden. In diesem Sinn, welcher der innere historische heißt, wird durch diese Worte, nämlich: "Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor", das Vorbildliche bezeichnet, bevor sie in die Vorbildungen des Landes Kanaan kamen, insofern es sich von den Nachkommen Jakobs entfernen sollte. Oben ist gezeigt worden, wie beschaffen dieses Volk war, daß nämlich bei ihm kein innerer Gottesdienst war, sondern nur ein äußerer, daß also die himmlische Ehe von demselben getrennt war, und deshalb keine Kirche bei ihm errichtet werden konnte, sondern nur das Vorbildliche einer Kirche, man sehe Nr. 4281. Man muß wissen, was eine vorbildliche Kirche sei, und was das Vorbild der Kirche: die vorbildliche Kirche ist vorhanden, wenn ein innerer Gottesdienst im äußeren ist, das Vorbild der Kirche aber ist da, wenn kein innerer Gottesdienst, gleichwohl aber ein äußerer vorhanden ist. In beiden ist fast das gleiche äußere Ritual, nämlich die gleichen Satzungen, die gleichen Gesetze und die gleichen Vorschriften, aber in der vorbildlichen Kirche entsprechen die äußeren Dinge den inneren, so daß sie eins ausmachen, aber bei dem Vorbilde der Kirche gibt es keine Entsprechung, weil die äußeren Dinge entweder ohne die inneren sind, oder nicht mit ihnen übereinstimmen. In der vorbildlichen Kirche ist die himmlische und geistige Liebe die Hauptsache, aber in dem Vorbild der Kirche ist die körperliche und weltliche Liebe die Hauptsache. Die himmlische und geistige Liebe ist das Innere selbst, aber wo keine himmlische und geistige Liebe, sondern nur körperliche und weltliche, da ist das Äußere ohne das Innere. Die Alte Kirche, die nach der Sündflut war, war eine vorbildliche Kirche, aber die, welche bei den Nachkommen Jakobs errichtet wurde, war nur das Vorbild einer Kirche; damit aber der Unterschied klar werde, soll es durch Beispiele erläutert werden: In der vorbildlichen Kirche war der Gottesdienst auf den Bergen, weil Berge die himmlische Liebe und im höchsten Sinn den Herrn bezeichneten: Nr. 795, 1430, 2722, 4210; und wenn sie auf den Bergen ihren Gottesdienst hielten, waren sie in ihrem Heiligen, weil dann zugleich in himmlischer Liebe. In der vorbildlichen Kirche war auch der Gottesdienst in Hainen, weil die Haine die geistige Liebe und im höchsten Sinn den Herrn in betreff dieser Liebe bezeichneten: Nr. 2722; und wann sie ihren Gottesdienst in Hainen hielten, waren sie in ihrem Heiligen, weil dann zugleich in geistiger Liebe. In der vorbildlichen Kirche wandten sie, wenn sie Gottesdienst hielten, ihr Angesicht gegen Aufgang der Sonne, weil durch den Aufgang der Sonne auch die himmlische Liebe bezeichnet wurde: Nr. 101, 1529, 1530, 2441, 2495, 3636, 3643; auch wenn sie zum Mond aufblickten, wurden sie gleicherweise von heiliger Ehrfurcht erfüllt, weil der Mond die geistige Liebe bezeichnete: Nr. 1529, 1530, 1531, 2945, 4060; ebenso, wenn sie zu dem Sternenhimmel aufblickten, weil dieser den Engelshimmel oder das Reich des Herrn bezeichnete. In der vorbildlichen Kirche hatten sie Zelte oder Hütten, und in diesen einen Gottesdienst, und zwar einen heiligen, weil Zelte oder Hütten das Heilige der Liebe und des Gottesdienstes bedeuteten: Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312; so bei unzähligen anderen Dingen. Im Vorbilde der Kirche war zwar auch im Anfang der Gottesdienst auf gleiche Weise auf den Bergen und auch in Hainen; ferner war auch hier der Hinblick gegen Aufgang der Sonne, sowie auch zum Monde und zu den Gestirnen, desgleichen auch ein Gottesdienst in Zelten und Hütten, aber weil sie in einem äußeren Gottesdienst waren, ohne den inneren, oder in körperlicher und weltlicher Liebe, nicht aber in himmlischer und geistiger Liebe, und so die Berge selbst und die Haine anbeteten, dann auch die Sonne, den Mond und die Gestirne, sowie auch ihre Zelte oder Hütten, und daher ihre Gebräuche, die in der Alten Kirche heilig gewesen waren, götzendienerisch machten, deshalb wurden sie beschränkt auf das Allgemeine, nämlich auf den Berg, wo Jerusalem lag, und zuletzt wo Zion, und auf den Aufgang der Sonne da und vom Tempel aus. Ferner auch auf das gemeinsame Zelt, welches das Zelt der Zusammenkunft (Stiftshütte) genannt wurde, und endlich auf die Bundeslade im Tempel; und dies deswegen, damit ein Vorbild der Kirche vorhanden war, wenn sie im äußeren Heiligen waren, sonst würden sie das Heilige entweiht haben. Hieraus kann man nun erkennen, welcher Unterschied zwischen einer vorbildlichen Kirche und einem Vorbild der Kirche besteht. Im allgemeinen nämlich der, daß die, welche der vorbildlichen Kirche angehörten, Gemeinschaft hatten mit den drei Himmeln, in Ansehung des Inneren, denen das Äußere zur Grundlage diente. Die aber, die im Vorbild der Kirche waren, keine Gemeinschaft mit den Himmeln in betreff des Inneren hatten; daß Äußere aber, in dem sie gehalten wurden, gleichwohl als Grundlage dienen konnte, und zwar wunderbarerweise vermöge der göttlichen Vorsehung des Herrn deswegen, damit einige Verbindung zwischen dem Himmel und dem Menschen gewissermaßen durch das Abbild der Kirche bestehen konnte; denn ohne Verbindung des Himmels mit dem Menschen durch eine Art von Kirche würde das menschliche Geschlecht zugrunde gehen. Was aber die Entsprechung der inneren Dinge sei, kann nicht mit kurzen Worten gesagt werden, in dem Folgenden soll es jedoch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. 4289. Daß durch: "Laß mich, denn die Morgenröte steigt empor", 1. Mose 32/26, bezeichnet wird, daß das Vorbildliche von den Nachkommen entfernt werden sollte, bevor sie in die Vorbildungen des Landes Kanaan kamen, kann man aus dem Zusammenhang im inneren historischen Sinn erkennen, in dem von Jakobs Nachkommen gehandelt wird. Ihr Zustand in bezug auf kirchliche Dinge wird im Worte auch durch Abend, durch Nacht und durch Morgen oder Morgenröte bezeichnet, und zwar durch diese, als sie in das Land Kanaan, und somit in das Vorbildliche der Kirche daselbst kamen. Hiermit verhält es sich auf folgende Weise: Das Vorbild der Kirche konnte bei ihnen nicht früher eingerichtet werden, als bis sie völlig abgeödet waren, d.h., bis sie keine Kenntnis der inneren Dinge hatten; denn wenn sie die Erkenntnis der inneren Dinge gehabt hätten, so hätten sie von denselben angeregt werden können, und würden sie dann entweiht haben, denn das Heilige, d.h. das innere Wahre und Gute kann nur von denen entweiht werden, die es wissen und anerkennen, und mehr noch von denen, die davon angeregt werden, nicht aber von denen, die es nicht anerkennen. Man sehe jedoch, was früher von der Entweihung gesagt und gezeigt worden, nämlich, daß die, welche es wissen und anerkennen, das Heilige entweihen können, nicht aber, die es nicht wissen und nicht anerkennen: Nr. 593, 1008, 1010, 1059, 3398, 3898; daß die, welche innerhalb der Kirche sind, das Heilige entweihen können, nicht aber die, welche außerhalb derselben: Nr. 2051; daß daher diejenigen so viel als möglich von der Anerkennung und dem Glauben des Guten und Wahren abgehalten werden, die nicht darin bleiben können: Nr. 3398, 3402; daß sie in Unwissenheit erhalten worden, damit sie nicht entweihen: Nr. 301, 302, 303; welche Gefahr aus der Entweihung des Heiligen (entstehe): Nr. 571, 582; daß der Gottesdienst ein äußerlicher werde, damit man das Innere nicht entweihe: Nr. 1327, 1328; daß deshalb den Juden die inneren Wahrheiten nicht entdeckt wurden: Nr. 3398. Deswegen wurde vom Herrn vorgesehen, daß das echte Vorbildliche der Kirche, d.h. das Innere von Jakobs Nachkommen genommen wurde, bevor sie in die Vorbildungen des Landes Kanaan kamen, und zwar so sehr, daß sie gar nichts vom Herrn wußten. (Sie glaubten) zwar, daß der Messias in die Welt kommen werde, aber zu dem Zwecke, um sie zur Herrlichkeit und zum Vorrang über alle Völker der Erde zu erheben, nicht aber, damit er ihre Seelen in Ewigkeit beselige, ja sie wußten nicht einmal etwas vom himmlischen Reich, noch von dem Leben nach dem Tode, nicht einmal von der Liebtätigkeit und dem Glauben. Damit sie in solche Unwissenheit versetzt würden, wurden sie einige hundert Jahre in Ägypten festgehalten, und als sie von dort zurückgerufen wurden, wußten sie selbst den Namen Jehovahs nicht: 2. Mose 3/12-14; und außerdem verloren sie allen Gottesdienst der vorbildlichen Kirche, und zwar so sehr, daß sie, nachdem die Vorschriften der Zehn Gebote vor ihnen vom Berge Sinai verkündigt worden waren, nach Verlauf eines Monats zum ägyptischen Gottesdienst zurückkehrten, der (in der Verehrung) des goldenen Kalbes bestand: 2. Mose Kapitel 32. Und weil das Volk, das aus Ägypten geführt worden, so beschaffen war, deshalb kamen alle in der Wüste um. Es wurde nichts weiter von ihnen gefordert, als daß sie die Gebote und Vorschriften in der äußeren Form beobachten sollten, denn darin bestand das Leben in dem Vorbild der Kirche. Aber auch dazu konnten diejenigen nicht gebracht werden, die in Ägypten aufgewachsen waren, sondern nur, wiewohl mit Not, ihre Kinder, im Anfang durch Wunder, und nachher durch Furcht und Gefangenschaft, wie aus den Büchern Josuas und der Richter erhellt. Hieraus kann man erkennen, daß alles echte oder innere Vorbildliche der Kirche von ihnen wich, bevor sie in das Land Kanaan kamen, wo das äußerlich Vorbildliche der Kirche bei ihnen in voller Gestalt anfing; denn das Land Kanaan war ganz besonders das Land, wo die Vorbilder der Kirche dargestellt werden konnten, denn alle Orte und alle Grenzen waren daselbst von alten Zeiten her vorbildlich, man sehe Nr. 3686. 4290. Im inneren historischen Sinn wird durch: "Er sprach: Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn", 1. Mose 32/26, bezeichnet, daß sie darauf bestanden, vorbildlich zu sein; denn darauf bestehen wird bezeichnet durch: "Ich lasse Dich nicht", und das Vorbildliche der Kirche durch "gesegnet werden". Was diese Sache anbelangt, nämlich, daß Jakobs Nachkommen darauf bestanden Vorbildner der Kirche zu sein, und daß sie nicht vor anderen Völkern Auserwählte sind, so kann man dies nicht wohl aus dem Buchstabensinn der historischen Teile des Wortes erkennen, und zwar aus dem Grunde, weil die historischen Teile des Wortes im Buchstabensinn himmlische Geheimnisse in sich schließen, und deswegen in bestimmter Reihe aufeinanderfolgen, und weil die Namen selbst Sachen bedeuten; ja mehrere Namen im höchsten Sinne den Herrn selbst: z.B. Abraham, Jischak und Jakob; daß diese im höchsten Sinn den Herrn bedeuten, ist in dem Vorhergehenden vielfach gezeigt worden, man sehe Nr. 1965, 1989, 2011, 3245, 3305 E, 3439. Daß Jakobs Nachkommen nicht Auserwählte waren, aber darauf bestanden, daß die Kirche bei ihnen sei, kann aus mehreren Stellen des Wortes, aus dessen innerem geschichtlichen Sinn, deutlich erkannt werden, besonders in Folgendem bei 2. Mose Kap.33: "Jehovah redete zu Mose: Ziehe hinauf von hier, du und das Volk, das du heraufgeführt hast aus dem Lande Ägypten, in das Land, das Ich Abraham, Jischak und Jakob zugeschworen habe, indem Ich sprach: Deinem Samen will Ich es geben; Ich will nicht in deiner Mitte hinaufziehen, weil du ein hartnäckiges Volk bist, damit Ich dich nicht verderbe unterwegs; als das Volk dies schlimme Wort hörte, trauerte es, und ein jeder legte seinen Schmuck von sich; und Mose nahm ein Zelt und schlug es für sich auf außerhalb des Lagers, weit vom Lager sich entfernend; und Mose sprach zu Jehovah: Siehe, Du sprichst zu mir: Führe dies Volk hinauf, während Du mich nicht wissen lässest, wen Du mit mir senden willst; darum, wenn ich Gnade gefunden habe vor Deinen Augen, so lasse mich doch wissen Deinen Weg, daß ich erkenne von Dir, daß ich Gnade gefunden vor Deinen Augen; siehe auch, daß diese Völkerschaft Dein Volk ist; darum sprach Er: Mein Angesicht wird vorangehen, bis Ich dir Ruhe gegeben habe": Es wird gesagt, daß Mose das Volk herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten; dann ferner, daß sie ihren Schmuck ablegten und trauerten, und daß Mose sein Zelt außerhalb des Lagers aufgeschlagen hatte, und so erst Jehovah seine Bitte erhört habe; also ist offenbar, daß sie selbst darauf bestanden. 4. Mose Kap.14: "Und Jehovah sprach zu Mose: Wie lange noch wird Mich dieses Volk reizen, und wie lange noch wollen sie nicht an Mich glauben, wegen aller Zeichen, die Ich unter ihnen getan habe? Ich werde es schlagen mit der Pest, und es ausrotten; doch dich will Ich zum größeren und stärkeren Volke als dieses machen; aber es flehte Mose, und Jehovah erhörte und sprach: Ich werde gnädig sein nach deinem Wort; jedoch, so wahr Ich lebe, soll die Herrlichkeit Jehovahs die ganze Erde erfüllen; alle Männer aber, die Meine Herrlichkeit gesehen haben, und Meine Zeichen, die Ich in Ägypten getan habe, und in der Wüste, und Mich doch zehnmal versucht, und Meiner Stimme nicht gehorcht haben, wahrlich, sie sollen das Land nicht sehen, das Ich ihren Vätern zugeschworen habe; alle, die Mich gereizt haben, sollen es nicht sehen; in dieser Wüste sollen eure Leiber fallen; eure Kinder aber will Ich hineinführen": auch hieraus erhellt, daß Jehovah sie ausrotten, und also die Kirche bei ihnen nicht errichten wollte, daß sie aber darauf bestanden, und es daher geschehen sei. So auch mehrmals an anderen Stellen, wenn Jehovah dieses so oft sich empörende Volk ganz ausrotten wollte, aber eben so oft durch ihr Flehen sich erbitten ließ. Das gleiche schließt auch in sich, daß es dem Bileam nicht gestattet wurde, dem Volk zu fluchen: 4. Mose 22/22-24, und auch an anderen Stellen, wo gesagt wird, es habe Jehovah gereut, daß Er das Volk hineingeführt habe; ferner, daß Jehovah Sich habe erbitten lassen, sowie auch, daß Er so oft einen neuen Bund mit ihm geschlossen habe. Solches wird im inneren historischen Sinn durch die Worte bezeichnet: "Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn"; das gleiche auch dadurch, daß Jakob dem Esau die Erstgeburt, und dann auch den Segen durch List entzogen habe: 1. Mose Kapitel 25 und 27. 4291. Im inneren historischen Sinn wird durch: "Er sprach zu ihm: Was ist dein Name? Und er sprach: Jakob", 1. Mose 32/27, bezeichnet, daß die Nachkommen Jakobs bei ihrer Beschaffenheit bleiben würden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, insofern es die Beschaffenheit ist, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006; und aus der Bedeutung Jakobs, insofern er seine Nachkommen bezeichnet, worüber Nr. 4281. 4292. Daß im inneren historischen Sinn durch "Er sprach: Nicht Jakob soll dein Name heißen, sondern Israel", 1. Mose 32/28, bezeichnet wird, daß sie nicht als Vorbilder dienen könnten wie Jakob, sondern nach der ihnen nun verliehenen Eigenschaft, kann man erkennen aus der Bedeutung Jakobs im Worte, insofern es die Nachkommen desselben bezeichnet, worüber Nr. 4281, und aus der Bedeutung des Namens, insofern er die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 4291. Die neue Beschaffenheit selbst ist Israel im inneren Sinn; denn Israel ist der himmlisch-geistige, somit der innere Mensch: Nr. 4286; und weil Israel der himmlisch-geistige Mensch ist und somit der innere, darum ist auch Israel die innere geistige Kirche. Denn ob man sagt: der geistige Mensch oder die geistige Kirche, ist einerlei, denn der geistige Mensch ist die Kirche im besonderen, sowie mehrere es im allgemeinen sind. Wenn der Mensch nicht im besonderen eine Kirche wäre, so gäbe es auch keine Kirche im allgemeinen. Es ist die Versammlung im allgemeinen, die in gewöhnlicher Rede die Kirche genannt wird, aber jeder in dieser Versammlung muß so beschaffen sein, damit eine Kirche bestehe. Alles Allgemeine schließt die ihm gleichen Bestandteile in sich. Was die Sache selbst anbelangt, nämlich daß sie nicht vorbilden konnten wie Jakob, sondern nach der neuen ihnen verliehenen Eigenschaft, die Israel ist, so verhält es sich auf folgende Weise: es waren insbesondere die Nachkommen Jakobs, welche die Kirche vorbilden sollten, nicht aber die des Jischak im besonderen, denn Jischaks Nachkommen stammten nicht allein von Jakob, sondern auch von Esau; noch weniger Abrahams Nachkommen insbesondere, denn Abrahams Nachkommen waren nicht nur von Jakob, sondern auch von Esau und auch von Jischmael, sowie auch von seinen Söhnen von der zweiten Frau Keturah, nämlich von Simran, Iaschan, Medan, Midian, Jischbak, Schuach, sowie von deren Söhnen, man sehe 1. Mose 25/1-4. Weil nun Jakobs Nachkommen darauf bestanden hatten, vorbildlich zu sein, wie Nr. 4290 gezeigt worden, so konnten sie nicht vorbilden wie Jakob, auch nicht wie Jischak, noch wie Abraham; nicht wie Jakob, weil Jakob das Äußere der Kirche vorbildete, nicht aber das Innere; auch nicht wie Jischak und nicht wie Abraham, aus dem oben bemerkten Grunde. Deshalb nun mußte, damit sie die Kirche vorbilden konnten, dem Jakob ein neuer Name gegeben werden und durch denselben eine neue Beschaffenheit, welche neue Beschaffenheit den inneren geistigen Menschen, oder was das gleiche ist, die innere geistige Kirche bedeutete. Diese neue Beschaffenheit ist Israel. Jede Kirche des Herrn ist eine innere und eine äußere, wie schon einige Male gezeigt worden. Die Innere ist es, die vorgebildet wird, und die Äußere, die vorbildet. Es ist auch die innere Kirche entweder geistig oder himmlisch: die innere geistige Kirche wurde durch Israel vorgebildet, aber die innere himmlische Kirche nachher durch Jehudah, deshalb wurde auch eine Teilung veranstaltet, und die Israeliten bildeten für sich ein Reich und die Juden für sich, aber hierüber wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. Daraus erhellt, daß Jakob, d.h. Jakobs Nachkommen, die Kirche nicht wie Jakob vorbilden konnten, denn dann würden sie bloß das Äußere der Kirche vorgebildet haben, sondern auch wie Israel, weil Israel die innere (Kirche) bezeichnet. Daß es das Innere ist, das vorgebildet wird, und das Äußere, das vorbildet, ist im vorigen hie und da gezeigt worden, und kann auch aus dem Menschen selbst erkannt werden: die Rede des Menschen bildet sein Denken vor und die Tat des Menschen seinen Willen; Rede und Tat sind das Äußere, aber das Denken und das Wollen ist das Innere des Menschen. Ferner, das Angesicht des Menschen selbst bildet durch seine mannigfaltigen Mienen beides vor, nämlich sowohl sein Denken, als sein Wollen; daß das Angesicht durch die Mienen vorbildet, ist jedem bekannt, denn aus den Mienen des Angesichts kann man bei Aufrichtigen ihre inneren Zustände erkennen. Mit einem Wort, alles, was dem Körper angehört, bildet das vor, was der Seele und dem Gemüt angehört. Ebenso verhält es sich mit dem Äußeren der Kirche; es ist nämlich gleichsam wie der Körper, das Innere dagegen wie die Seele, z.B. die Altäre und die Opfer auf denselben; daß sie äußerlich waren, ist bekannt, ebenso die Schaubrote, ferner die Armleuchter mit den Lichtern, sowie das nie verlöschende Feuer; daß diese Dinge das Innere vorbildeten, kann auch einem jeden bekannt sein. In gleicher Weise die übrigen Religionsgebräuche. Daß diese äußeren Dinge nicht das Äußere vorbilden konnten, sondern das Innere, kann aus dem, was bemerkt wurde, deutlich erhellen; also daß Jakob nicht als Jakob (vorbilden konnte), weil Jakob das Äußere der Kirche ist, sondern Jakob als Israel, weil Israel des Innere derselben bezeichnet. Das ist es, was verstanden wird unter der neuen, ihnen erteilten Beschaffenheit, welche die Nachkommen Jakobs vorbilden sollten. 4293. Daß im inneren historischen Sinn durch: "Weil du wie ein Fürst gestritten hast mit Gott und mit den Menschen, und hast obgesiegt", 1. Mose 32/28, bezeichnet wird, wegen der Hartnäckigkeit, die ihren Einbildungen und ihren Begierden eigen war, kann man erkennen aus der Bedeutung Gottes und der Bedeutung der Menschen, insofern sie das Wahre und Gute bezeichnen, wovon Nr. 4287. Dieselben Worte haben hier einen entgegengesetzten Sinn, weil von den Nachkommen Jakobs in diesem Sinn geredet wird, bei denen nicht inneres Wahres und Gutes war, wie oben gezeigt worden, sondern Falsches und Böses. Das Falsche sind die Einbildungen, weil es der Phantasie angehört, und das Böse sind die Begierden, weil es der Begehrlichkeit angehört. Daß dieses Volk darauf bestand, vorbildlich zu sein, d.h. vor allen Völkern auf dem ganzen Erdkreis die Kirche zu sein, sehe man Nr. 4290; daß dieses ihnen auch gestattet wurde wegen der Hartnäckigkeit, die ihren Einbildungen und Begierden eigen war, wird hier verstanden. Welcher Art ihre Einbildungen und ihre Begierden sind, kann niemand wissen, außer wer mit ihnen im anderen Leben einige Unterredung gehabt hat. Damit ich es erführe, wurde mir dieses gestattet; ich habe nämlich einige Male dort mit ihnen geredet: Sie lieben sich und die Güter der Welt mehr als alles andere, und dabei fürchten sie den Verlust ihrer Ehre und auch den Verlust ihres Gewinnes mehr als alles andere. Deshalb verachten sie auch heutigen Tages, so wie ehemals, alle anderen gegen sich, und suchen, sich mit dem größten Eifer Güter zu erwerben, und außerdem sind sie auch furchtsam. Weil dieses Volk von alten Zeiten her so beschaffen war, so konnten sie mehr als andere im äußeren Heiligen ohne jedes innere Heilige gehalten werden, und so in der äußeren Form das vorbilden, was zur Kirche gehört. Diese Phantasien und diese Begierden sind es, die eine solche Hartnäckigkeit bewirkt haben. Dies zeigt sich auch deutlich aus mehrerem, was in den historischen Teilen des Wortes von ihnen erzählt worden: sie konnten, sobald sie bestraft wurden, in einer so äußerlichen Demut sein, wie kein anderes Volk, denn ganze Tage lang konnten sie hingestreckt auf dem Boden liegen und sich im Staube wälzen und nicht eher als am dritten Tage sich erheben; sie konnten auch während mehrerer Tage wehklagen, in Säcken gehen und in zerrissenen Kleidern, während Asche oder Staub auf ihr Haupt gestreut war; sie konnten mehrere Tage hintereinander fasten und inzwischen in bitteres Weinen ausbrechen; aber dies (alles) nur aus körperlicher und irdischer Liebe und aus der Furcht vor Verlust ihres Vorrangs und ihrer weltlichen Güter; denn es war nichts Innerliches was sie anregte. Weil sie, was das Innere sei, gar nicht wußten und nicht einmal wissen wollten, z.B. daß es ein Leben nach dem Tode gebe und eine ewige Seligkeit. Hieraus kann man erkennen, daß sie, weil sie so beschaffen waren, notwendig alles innere Heilige verlieren mußten; denn dieses stimmt keineswegs mit einem solchen äußeren Heiligen überein, sondern ist ihm völlig entgegengesetzt. Ferner, daß sie vor anderen ein Vorbild der Kirche darstellen, nämlich das Heilige in der äußeren Form ohne alles innere Heilige vorbilden konnten, und daß so durch dieses Volk einige Verbindung mit den Himmeln möglich war, sehe man Nr. 4288. 4294. Vers 29-32: Und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen an; und er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen, und er segnete ihn daselbst. Und Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel, denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele ist errettet worden. Und es ging ihm die Sonne auf, als er am Peniel vorüberging, und er hinkte an seiner Hüfte. Deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel (Spannader) an der Höhlung der Hüfte bis auf diesen Tag, weil er (ihn) gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte, den (verrenkten) Bewegungsmuskel Jakobs. "Und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen an" bedeutet den Engelshimmel und dessen Beschaffenheit; "und er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen" bedeutet, daß der Himmel sich nicht offenbaren wollte; "und er segnete ihn daselbst" bedeutet die Verbindung mit dem himmlisch-geistig Göttlichen; "und Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel" bedeutet den Stand der Versuchungen; "denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele ist errettet worden" bedeutet, daß er die schwersten Versuchungen bestand, als ob sie von dem Göttlichen herkämen; "und es ging ihm die Sonne auf" bedeutet die Verbindung des Guten; "als er am Peniel vorüberging" bedeutet den Zustand des Wahren im Guten; "und er hinkte an seiner Hüfte" bedeutet, daß die Wahrheiten noch nicht in solche Ordnung gebracht waren, daß alle zugleich mit dem Guten in das himmlisch-geistig Gute eintreten konnten; "deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel (Spannader) an der Höhlung der Hüfte" bedeutet, daß nicht dasjenige angeeignet wurde, worin Falsches war; "bis auf diesen Tag" bedeutet, daß für immer das Falsche nicht beigesellt worden sei; "weil er (ihn) gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte, den (verrenkten) Bewegungsmuskel Jakobs" bedeutet die Ursache, weil Falsches. Im inneren historischen Sinn, in dem von den Nachkommen Jakobs gehandelt wird, werden durch die Worte: "und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen an", die bösen Geister bezeichnet; durch: "Er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen", wird bezeichnet, daß sie nichts anerkennen sollten von den bösen Geistern; durch: "und Er segnete ihn daselbst", wird bezeichnet, daß es also geschehen; durch: "und Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel", wird der Zustand bezeichnet, insofern sie die vorbildliche Bedeutung annahmen; "denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht und meine Seele ist gerettet worden", wird bezeichnet, daß er in vorbildlicher Weise gegenwärtig sei; durch: "und es ging ihm die Sonne auf", wird bezeichnet, zur Zeit, da sie in die Vorbildungen kamen; durch: "als er am Peniel vorüberging", wird bezeichnet, daß sie in das Land Kanaan kamen; durch: "und er hinkte an seiner Hüfte", wird bezeichnet, daß das Gute und Wahre völlig verlorengegangen sei bei dieser Nachkommenschaft; durch: "deswegen essen die Söhne Israels nicht den (verrenkten) Bewegungsmuskel (Spannader) an der Höhlung der Hüfte", wird bezeichnet, daß die Nachkommen dieses wissen sollten; durch: "bis auf diesen Tag", wird bezeichnet, daß sie fortwährend so beschaffen seien; durch: "weil er (ihn) gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte, den Bewegungsmuskel Jakobs", wird bezeichnet, weil das, was ihnen angeerbt war, durch die Wiedergeburt nicht ausgerottet werden konnte, da sie es nicht zuließen. 4295. "Und Jakob fragte und sprach: Sage mir doch deinen Namen an", 1. Mose 32/29, bedeutet den Engelshimmel und dessen Beschaffenheit. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er den Herrn bezeichnet in betreff des göttlich Natürlichen, worüber im vorigen, und aus der Bedeutung Gottes, nach dessen Namen er fragte, und auch der Menschen, mit denen er wie ein Fürst gestritten und obgesiegt, insofern sie Wahres und Gutes bezeichnen, also auch diejenigen, die im Wahren und Guten sich befinden, worüber Nr. 4287; und weil der Engelshimmel aus dem Wahren und Guten ein Himmel ist, so ist es dies insbesondere, was unter Gott und Menschen, über die der Herr obgesiegt, bezeichnet wird. Die Engel werden im Worte hie und da auch Götter genannt, und zwar wegen des Wahren und Guten, wie bei Ps.82/1,6: "Gott stand in der Versammlung Gottes, Er hielt Gericht in der Mitte der Götter. Ich habe gesagt, ihr seid Götter, und Söhne des Allerhöchsten, ihr alle": woraus deutlich hervorgeht, daß Versammlung Gottes und Götter den Engelshimmel bezeichnen. Ps.89/7: "Wer im Himmel kann verglichen werden mit Jehovah; wer wird Jehovah ähnlich sein unter den Söhnen der Götter". Ps.136/2,3: "Laßt uns bekennen (preisen) den Gott der Götter, laßt uns bekennen den Herrn der Herren". Hieraus, wie auch aus dem, daß niemand mit Gott streiten kann wie ein Fürst und obsiegen, und ebenso daraus, daß der, welcher Gott genannt wird, Seinen Namen nicht offenbaren wollte, erhellt, daß es der Engelshimmel ist, mit dem der Herr gekämpft hat. Daß hierin ein Geheimnis verborgen liege, erhellt deutlich aus den Worten selbst: "Warum fragst du nach meinem Namen?" denn wenn es Jehovah Gott gewesen wäre, würde Er Seinen Namen nicht verheimlicht haben, noch würde gefragt worden sein von Jakob: "Was ist dein Name?" denn das fragen nach dem Namen setzt einen anderen oder andere voraus, als Gott selbst. Daß der Herr in den Versuchungen zuletzt selbst mit Engeln gekämpft habe, ja mit dem ganzen Engelshimmel, ist ein Geheimnis, das noch nicht enthüllt ist. Es verhält sich aber damit auf folgende Weise: die Engel befinden sich zwar in der höchsten Weisheit und Einsicht, aber alle Weisheit und Einsicht haben sie aus dem Göttlichen des Herrn. Aus sich selbst oder aus ihrem Eigenen haben sie keine Weisheit und Einsicht. So weit sie also im Wahren und Guten aus dem Göttlichen des Herrn sind, so weit sind sie weise und verständig. Daß die Engel aus sich selbst keine Weisheit und Einsicht haben, bekennen sie selbst offen, ja sie werden sogar entrüstet, wenn jemand ihnen Weisheit und Einsicht zuschreibt, denn sie wissen und werden inne, daß dies soviel wäre, als dem Göttlichen das absprechen, was göttlich ist, und sich anmaßen, was nicht Eigentum ist, somit sich des Verbrechens eines geistigen Diebstahls schuldig machen. Die Engel sagen auch, daß all ihr Eigenes Böses und Falsches sei, sowohl aus Vererbung, als aus ihrem wirklichen Leben in der Welt, als sie Menschen waren, Nr. 1880, und daß das Böse und Falsche nicht getrennt oder weggenommen sei von ihnen, und sie dadurch gerechtfertigt, sondern daß es ganz bei ihnen bleibe, aber daß sie vom Herrn vom Bösen und Falschen abgehalten und im Guten und Wahren erhalten würden, Nr. 1581. Dies bekennen alle Engel. Auch wird niemand in den Himmel eingelassen, der dies nicht weiß und glaubt, denn sonst können sie nicht in dem Lichte der Einsicht und Weisheit sein, das vom Herrn (ausgeht), somit auch nicht im Guten und Wahren. Hieraus kann man auch erkennen, wie es zu verstehen sei, daß der Himmel nicht rein ist in den Augen Gottes, wie bei Hiob 15/15. Weil es sich so verhält, so ließ der Herr, um den ganzen Himmel in die himmlische Ordnung zu bringen, auch Versuchungen von den Engeln gegen Sich zu, denn so weit sie im Eigenen waren, waren sie nicht im Guten und Wahren. Diese Versuchungen sind die inwendigsten von allen, denn sie wirken nur auf die Zwecke (Absichten) ein, und sind von solcher Feinheit, daß sie durchaus nicht wahrgenommen werden können. Aber soweit die Engel nicht in dem Eigenen sind, soweit sind sie im Guten und Wahren, und soweit können sie nicht versuchen. Außerdem werden die Engel fortwährend vom Herrn vervollkommnet, und können doch in Ewigkeit niemals so vollkommen werden, daß ihre Weisheit und Einsicht verglichen werden könnte mit der göttlichen Weisheit und Einsicht des Herrn, denn sie sind endlich, der Herr aber ist der Unendliche, und es gibt keinen Vergleich zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen. Hieraus nun kann man erkennen, was unter Gott, mit dem Jakob wie ein Fürst gestritten habe, verstanden wird, und warum derselbe seinen Namen nicht offenbaren wollte. 4296. "Und er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen", 1. Mose 32/29, bedeutet, daß der Himmel sich nicht offenbaren wolle. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4295 gesagt und gezeigt worden. 4297. "Und er segnete ihn daselbst", 1. Mose 32/29, bedeutet, die Verbindung mit dem himmlisch-geistig Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 3504, 3514, 3563, 3584; daß mit dem himmlisch-geistig Göttlichen (eine Verbindung eintrete), ist offenbar aus dem, was über Jakob vorangeht, daß er nämlich Israel genannt wurde, denn durch Israel wird der Herr in bezug auf das himmlisch-geistig Göttliche vorgebildet: Nr. 4286. Was das himmlisch Geistige, sehe man auch daselbst. HG 4298 4298. "Und Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel", 1. Mose 32/30, bedeutet den Stand der Versuchungen. Dies erhellt aus dem Zusammenhang; denn ehemals wurden den Orten, an denen sich etwas Besonderes zutrug, Namen gegeben, und diese Namen waren bezeichnend für die Sache, die daselbst stattfand, und für den Zustand derselben: Nr. 340, 2643, 3422. Diesem Ort wurde ein Name gegeben, der den Zustand der Versuchungen bezeichnete, denn der Zustand der Versuchungen wird hier durch das Ringen und den Streit Jakobs beschrieben. Peniel bedeutet in der Grundsprache das Angesicht Gottes; daß "das Angesicht Gottes sehen" bedeutet, die schwersten Versuchungen bestehen, wird im nun Folgenden erklärt werden. 4299. "Denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele ist errettet worden", 1. Mose 32/30, bedeutet, daß er die schwersten Versuchungen aushielt, als ob sie aus dem Göttlichen wären. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott sehen", insofern es die Annäherung an Ihn durch das Innere bezeichnet, nämlich durch das Gute und Wahre, daher die Gegenwart, worüber Nr. 4198; und aus der Bedeutung des Angesichts, insofern es das Innere bezeichnet, worüber Nr. 1999, 2434, 3527, 4066; somit auch die Gedanken und Neigungen, denn beide bilden das Innere, weil sie dem Geist und dem Gemüt angehören und sich im Angesicht kundgeben, und aus der Bedeutung von "meine Seele ist errettet worden", insofern es aushalten bezeichnet, nämlich die göttliche Gegenwart. Daß durch dieses alles bezeichnet wird, er habe die schwersten Versuchungen ausgehalten, als ob sie aus dem Göttlichen wären, kann man aus nichts anderem erkennen, als aus den nächsten und entfernteren Ursachen der Versuchungen: die nächsten Ursachen sind das Böse und Falsche beim Menschen, das ihn in die Versuchungen führt, somit auch die bösen Geister und Genien, die es einflößen: Nr. 4249; aber dennoch kann niemand versucht werden, d.h. eine geistige Versuchung erleiden, der kein Gewissen hat; denn die geistige Versuchung ist nichts anderes als eine Pein des Gewissens; folglich können keine anderen versucht werden als solche, die im himmlisch und geistig Guten sind, denn diese haben ein Gewissen, die übrigen haben keines und wissen nicht einmal, was Gewissen ist. Das Gewissen ist nämlich ein neuer Wille und ein neues Verständnis vom Herrn, somit ist es die Gegenwart des Herrn beim Menschen, und dieselbe ist um so näher, je mehr der Mensch in der Neigung zum Guten oder zum Wahren ist. Wenn die Gegenwart des Herrn näher ist, als der Mensch in der Neigung zum Guten oder zum Wahren sich befindet, dann kommt der Mensch in Versuchung. Die Ursache ist, weil das Böse und das Falsche, das beim Menschen ist, wenn es bei ihm mit Gutem und Wahrem gemischt ist, die nähere Gegenwart nicht aushalten kann. Dies kann man aus dem erkennen, was im anderen Leben stattfindet, daß nämlich die bösen Geister niemals sich einer himmlischen Gesellschaft nähern können, ohne daß sie beginnen, geängstigt und gepeinigt zu werden. Ferner, daß die bösen Geister nicht ertragen, von den Engeln untersucht zu werden, denn dadurch empfinden sie sogleich Qualen und fallen in einen Zustand der Ohnmacht; und auch daraus, daß die Hölle vom Himmel entfernt ist, deshalb, weil sie den Himmel nicht erträgt, d.h. die Gegenwart des Herrn, die im Himmel ist. Daher kommt es, daß im Worte von ihnen gesagt wird: "Dann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: fallet über uns, und zu den Hügeln, bedecket uns": Luk.23/30; und an einer anderen Stelle: "Sie werden sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallet über uns, und verberget uns vor dem Angesichte Dessen, Der auf dem Throne sitzt": Joh.Offenb.6/16; auch erscheint die nebelhafte und finstere Sphäre, die von dem Bösen und Falschen der in der Hölle Befindlichen aufsteigt, wie ein Berg oder Fels, unter dem sie verborgen werden, man sehe Nr. 1265, 1267, 1270. Hieraus kann man nun wissen, daß: "ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist errettet worden", die schwersten Versuchungen, als ob sie vom Göttlichen wären, bedeutet. Die Versuchungen und Qualen erscheinen wie von dem Göttlichen herkommend, weil sie durch die göttliche Gegenwart des Herrn entstehen. Gleichwohl aber kommen sie nicht vom Göttlichen oder vom Herrn, sondern von dem Bösen und Falschen, das bei dem ist, der versucht oder gepeinigt wird, denn vom Herrn kommt nichts als Heiliges, Gutes und Wahres und Barmherziges. Dieses Heilige, nämlich das Gute, Wahre und Barmherzige ist es, was diejenigen, die im Bösen und Falschen sind, nicht ertragen können, weil es entgegengesetzt oder widerstrebend ist. Das Böse, Falsche und Unbarmherzige strebt beständig, jenes Heilige zu verletzen, und in dem Maße als es dasselbe angreift, in demselben wird es selbst gequält; und wenn es angreift und dadurch Qual empfindet, dann meint es, das Göttliche sei es, das quäle. Das ist es, was verstanden wird unter: "als ob es vom Göttlichen wäre". Daß niemand Jehovah sehen kann von Angesicht zu Angesicht und leben, war den Alten bekannt, und daher ging die Erkenntnis dieser Sache auf die Nachkommen Jakobs über; deshalb waren sie so erfreut, wenn sie einen Engel sahen und doch lebten, wie im Buche der Richter 6/22,23: "Gideon sah, daß es ein Engel Jehovahs war, deshalb sprach Gideon: Herr Jehovih, allerdings habe ich einen Engel Jehovahs gesehen von Angesicht zu Angesicht; und Jehovah sprach zu ihm: Friede sei mit dir, fürchte dich nicht, denn du sollst nicht sterben". Richt.13/22: "Manoah sprach zu seinem Weibe: Wir werden gewißlich sterben, denn wir habe Gott gesehen". 2. Mose 33/20: "Jehovah sprach zu Mose: Du kannst nicht Mein Antlitz sehen, denn kein Mensch wird Mich sehen und leben"; daß von Mose gesagt wird, er habe mit Jehovah geredet von Angesicht zu Angesicht: 2. Mose 33/11, und daß Jehovah ihn gekannt habe von Angesicht zu Angesicht: 5. Mose 34/10, kommt daher, weil Er ihm in menschlicher Form erschien, angemessen seiner Auffassung, die äußerlich war, nämlich wie ein Greis mit ehrwürdigem Barte vor ihm sitzend, wie ich von den Engeln belehrt wurde; deshalb hatten auch die Juden keinen anderen Begriff von Jehovah, als von einem sehr betagten Mann mit langem und schneeweißem Barte, der mehr als andere Götter Wunder tun konnte, nicht als der Heiligste, denn was heilig ist, wußten sie nicht, noch weniger konnten sie das von Ihm ausgehende Heilige sehen, weil sie in körperlicher und irdischer Liebe ohne innerlich Heiliges waren: Nr. 4289, 4293. 4300. "Und es ging ihm die Sonne auf", 1. Mose 32/31, bedeutet die Verbindung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Aufgehens der Sonne, insofern es eine Verbindung des Guten bezeichnet. Daß durch "es ging auf die Morgenröte" bezeichnet wird (die Zeit), wann die Verbindung eintritt oder beginnt, sehe man Nr. 4283; daraus folgt, daß das Aufgehen der Sonne die Verbindung selbst bedeutet, denn die Sonne bedeutet im inneren Sinn himmlische Liebe: Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060; daher auch das Gute, denn dieses gehört jener Liebe an. Wenn die himmlische Liebe beim Menschen sich offenbart, d.h., wenn sie empfunden wird, dann wird gesagt, daß die Sonne für ihn aufgehe; denn dann wird das Gute jener Liebe mit ihm verbunden. 4301. "Als er am Peniel vorüberging", 1. Mose 32/31, bedeutet den Zustand des Wahren im Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Peniel, insofern es den Zustand des Wahren im Guten bezeichnet; denn es war (die Furt) Jabbok, über die Jakob zuerst setzte, als er in das Land Kanaan einwanderte, und daß durch dieselbe das erste Einfließen der Neigung zum Wahren bezeichnet werde, sehe man Nr. 4270, 4271. Nun ist es Peniel, an dem er vorübergeht; deshalb wird durch dieses der Zustand des Wahren bezeichnet, nachdem es in das Gute eingepflanzt wurde. Es wird hier auch gehandelt von der Verbindung des Guten, und das Gute ist nicht gut, wenn nicht das Wahre in ihm ist, denn das Gute hat seine Beschaffenheit und auch seine Form vom Wahren, und zwar so sehr, daß das Gute nicht gut genannt werden kann bei einem Menschen, wenn ihm nicht das Wahre innewohnt. Das Wahre empfängt aber sein Wesen, und demzufolge sein Leben vom Guten. Und weil es so ist, und von der Verbindung mit dem Guten gehandelt wird, so wird auch vom Zustand es Wahren im Guten gehandelt. Was den Zustand des Wahren im Guten anbelangt, so kann er zwar beschrieben, jedoch nur von denen begriffen werden, die ein himmlisches Innewerden haben; nicht einmal die Vorstellung der Verbindung des Wahren mit dem Guten können (die anderen) haben, denn das Wahre ist für sie im Dunkeln; sie nennen nämlich nur das Wahrheit, was sie aus ihren Lehrsätzen erlernt haben, und nur das Gutes, was jenem Wahren gemäß geschieht. Diejenigen dagegen, die ein Innewerden haben, sind im himmlischen Lichte in Ansehung ihres Verstandes, oder in Ansehung ihrer geistigen Sehkraft, und werden von den Wahrheiten angeregt, die mit dem Guten verbunden werden. Wie das Auge oder das körperliche Sehvermögen angeregt wird von den Blumen in den Gärten und auf den Wiesen zur Frühlingszeit, so werden auch diejenigen, die in einem inwendigeren Innewerden sind, von jenen (Wahrheiten) angeregt, gleichsam wie von einem Duft, der von ihnen ausgehaucht wird. Solcherart ist der Zustand der Engel, und deshalb nehmen die Engel alle Unterschiede und Mannigfaltigkeiten des Einpflanzens und der Verbindung des Wahren in dem Guten wahr, die somit für den Menschen unbestimmbar sind, denn der Mensch weiß nicht einmal, daß irgendein Einpflanzen und eine Verbindung stattfindet, und daß dadurch der Mensch ein geistiger wird. Damit man aber einige Kenntnis von dieser Sache erhalte, soll es mit wenigem gesagt werden: Zwei Vermögen sind es, die den inneren Menschen ausmachen, nämlich der Verstand und der Wille. Auf den Verstand bezieht sich das Wahre, und auf den Willen das Gute, denn das, wovon der Mensch weiß und versteht, daß es wirklich so sei, nennt er wahr, und das, was er aus dem Wollen tut, also was er will, nennt er gut. Diese beiden Vermögen müssen aber eins ausmachen. Dies kann erläutert werden durch den Vergleich mit dem Sehen der Augen, und mit dem Angenehmen und Erfreulichen, das durch dieses Sehen empfunden wird: wenn das Auge die Gegenstände sieht, empfindet es das Angenehme und Erfreuliche davon, gemäß den Formen und Farben, und daher auch gemäß der Schönheit derselben im Ganzen und in den Teilen, mit einem Worte gemäß der Ordnung oder der Aufstellung in bestimmter Reihenfolge. Dieses Angenehme und Liebliche geht aber nicht vom Auge aus, sondern von der Seele und ihren Neigungen; und soweit der Mensch von jenen angeregt wird, soweit sieht er sie, und soweit behält er sie im Gedächtnis. Was aber das Auge ohne alle Neigung sieht, das geht schnell vorüber und wird dem Gedächtnis nicht eingepflanzt, also auch nicht mit ihm (dem Menschen) verbunden. Daraus erhellt, daß die Gegenstände des äußerlichen Sehens eingepflanzt werden gemäß dem Angenehmen und Lieblichen der Empfindungen, und daß sie in diesem Angenehmen und Lieblichen sind; denn wenn das gleiche Angenehme und Liebliche wiederkehrt, so müssen auch solche Gegenstände wieder (ins Gedächtnis) zurückkehren, ebenso wenn gleiche Gegenstände, so kommt auch das gleiche Angenehme und Liebliche, jedoch in mannigfaltiger Weise je nach dem Zustande. Ebenso verhält es sich mit dem Verstande, der das innere Sehen ist. Die Gegenstände desselben sind geistig, und werden Wahrheiten genannt. Das Feld dieser Gegenstände ist das Gedächtnis, das Angenehme und Liebliche dieses Sehens ist das Gute, somit ist es das Gute, in das die Wahrheiten eingesät und eingepflanzt werden. Hieraus kann man einigermaßen erkennen, was das Einpflanzen des Wahren in das Gute sei und die Verbindung des Wahren im Guten. Ferner, was das Gute sei, von dem hier gehandelt wird und von dem die Engel so Unzähliges inne werden, während der Mensch kaum etwas (davon wahrnimmt). 4302. "Und er hinkte an seiner Hüfte", 1. Mose 32/31, bedeutet, die Wahrheiten seien noch nicht in solche Ordnung gebracht worden, daß alle zugleich mit dem Guten in das himmlisch-geistig Gute eintreten konnten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hinken", insofern es bezeichnet, in einem Guten sich befinden, in dem noch nicht die echten Wahrheiten sind, sondern das allgemeine, in das die echten Wahrheiten eingepflanzt werden können, und auch solches, das mit den echten Wahrheiten nicht in Widerspruch steht, worüber im Folgenden. Im höchsten Sinn aber, in dem vom Herrn (gehandelt wird), wird durch: "er hinkte an seiner Hüfte" bezeichnet, daß die Wahrheiten noch nicht in solche Ordnung gebracht seien, daß alle zugleich mit dem Guten in das himmlisch-geistig Gute eintreten könnten. Daß die Hüfte das himmlisch-geistig Gute bezeichne, sehe man Nr. 4277, 4278. Was die Ordnung anbelangt, in der die Wahrheiten sein müssen, wenn sie in das Gute, hier in das himmlisch-geistig Gute eingehen, so kann dieselbe auch nicht ganz faßlich erklärt werden, denn man muß erst wissen, was Ordnung ist, und dann was für eine Ordnung bei dem Wahren ist; ferner was das himmlisch-geistig Gute sei, und hernach, wie jenes durch das Gute in dieses eingeht. Wenn diese Dinge auch beschrieben würden, so würden sie doch nur denen klar werden, die im himmlischen Innewerden sind, keineswegs aber denen, die nur in einer natürlichen Wahrnehmung sind. Denn die, welche im himmlischen Innewerden sind, befinden sich im Lichte des Himmels vom Herrn, in welchem Lichte Einsicht und Weisheit ist. Diejenigen aber, die im natürlichen Lichte sind, sind in keiner Einsicht und Weisheit, außer soweit das Himmelslicht in dieses Licht einfließt und es in Ordnung bringt, so daß die himmlischen Dinge wie in einem Spiegel oder einem gewissen Darstellungsbilde erscheinen in dem, was dem natürlichen Lichte angehört; denn das natürliche Licht bringt nichts geistig Wahres zur Anschauung ohne den Einfluß des himmlischen Lichtes. Nur dieses kann von der Ordnung, in der die Wahrheiten sein müssen, um in das Gute eintreten zu können, gesagt werden, daß alles Wahre wie auch das Gute, sowohl in bezug auf das Allgemeine, als in bezug auf das Besondere, ja in bezug auf das allereinzelste, im Himmel in solche Ordnung gebracht ist, daß eines sich auf das andere in solcher Weise bezieht, wie die Glieder, Organe und Eingeweide des menschlichen Körpers oder deren Nutzzwecke im allgemeinen, dann auch im besonderen und im allereinzelnsten sich wechselseitig aufeinander beziehen und dadurch bewirken, daß sie eins ausmachen. Deshalb, nämlich wegen der Ordnung, in der das Wahre und Gute ist, wird der Himmel selbst der Größte Mensch genannt. Das eigentliche Leben desselben ist vom Herrn, Der aus Sich alles und jedes in solche Ordnung bringt. Daher ist der Himmel die Ähnlichkeit und das Bild des Herrn. Wenn nun die Wahrheiten in solche Ordnung gebracht sind, in welcher der Himmel ist, dann befinden sie sich in himmlischer Ordnung, und können in das Gute eintreten. Das Wahre und Gute ist bei einem jeden Engel in solcher Ordnung, und auch bei einem jeden Menschen, der wiedergeboren wird, wird das Wahre und Gute in solche Ordnung gebracht. Mit einem Worte, die himmlische Ordnung ist die Einfügung der Glaubenswahrheiten in das Gute, das der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört und die Einfügung derselben in das Gute, das der Liebe zum Herrn angehört. Daß hinken bedeutet, in einem Guten sich befinden, in dem noch nicht echte Wahrheiten sind, gleichwohl aber allgemeine, in die jene eingepflanzt werden können, und auch solche, die mit den echten Wahrheiten nicht in Widerspruch stehen, daß somit unter Hinkenden diejenigen verstanden werden, die sich im Guten, aber nicht im echten befinden, zufolge ihrer Unkenntnis des Wahren, in welchem Guten auch die Heiden sind, die in gegenseitiger Liebe leben, kann man deutlich erkennen aus den Stellen im Worte, wo hinken und die Hinkenden im guten Sinne genannt werden, wie bei Jes.35/5,6: "Die Augen der Blinden werden geöffnet werden, und die Ohren der Tauben werden geöffnet werden, dann wird wie ein Hirsch springen der Hinkende, und es wird singen der Stumme". Jerem.31/8: "Siehe, Ich führe sie aus dem Lande der Mitternacht, und Ich werde sie versammeln aus den Seiten der Erde, unter ihnen Blinde und Hinkende, Schwangere und Gebärende zugleich". Micha 4/6,7: "An jenem Tage, spricht Jehovah, werde Ich versammeln die Hinkende, und werde zusammenbringen die Verstoßene, und werde die Hinkende zu den Überresten bringen, und die Verstoßene zu einem zahlreichen Volke, und Jehovah wird über sie herrschen auf dem Berge Zion, von nun an bis in Ewigkeit". Zeph.3/19: "Zu jener Zeit werde Ich erretten die Hinkende, und werde versammeln die Verstoßene, und sie bringen zu Ehre und Ruhm". Daß an diesen Stellen hinkend und die Hinkende nicht (buchstäblich) hinkend und die Hinkende bedeutet, kann jeder sehen, denn von ihnen wird gesagt, daß sie springen werden, daß sie versammelt werden sollen, daß sie zu Überresten gebracht werden, und daß sie errettet werden sollen. Es erhellt vielmehr, daß durch sie diejenigen bezeichnet werden, die im Guten sind, aber nicht ebenso in den Wahrheiten, wie die redlichen Völkerschaften der Heiden und die Ähnlichen innerhalb der Kirche. Solche werden auch unter Hinkende verstanden, von denen der Herr redet bei Luk.14/13,14: "Jesus sprach: Wann du ein Gastmahl machst, rufe die Armen, die Gebrechlichen, die Hinkenden und die Blinden, dann wirst du selig sein". Luk.14/21: "Der Hausvater sprach zu seinem Diener: Gehe schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt, und die Armen und Gebrechlichen, die Hinkenden und Blinden führe herein". Die Alte Kirche unterschied den Nächsten oder die Nächsten, an denen man Werke der Liebtätigkeit tun sollte, in Klassen, und nannte einige Gebrechliche, einige Hinkende, andere Blinde und andere Taube, und man verstand darunter diejenigen, die geistig so beschaffen waren. Wie man auch manche Hungernde, Dürstende, Fremdlinge, Nackte, Kranke, Gefangene nannte: Matth.25/33-36. Desgleichen Witwen, Waisen, Dürftige, Arme, Elende, unter denen man keine anderen verstand als die, welche in Ansehung des Wahren und Guten so beschaffen waren, und die demgemäß zu unterweisen, auf den Weg zu leiten, und so zu beraten waren in bezug auf ihre Seelen. Weil aber heutzutage nicht die Liebtätigkeit die Kirche bildet, sondern der Glaube, (deshalb) weiß man ganz und gar nicht, was unter jenen im Worte verstanden wird; während doch jedem einleuchtet, daß es nicht so zu verstehen ist, als ob zum Gastmahl die Gebrechlichen, Hinkenden und Blinden gerufen werden sollten, und daß auch nicht vom Hausvater befohlen worden sei, solche einzuführen, sondern diejenigen, die es in geistiger Beziehung sind. Ferner, daß in jedem einzelnen, was der Herr geredet hat, Göttliches ist, und somit ein himmlischer und geistiger Sinn. Ebenso unter den Worten des Herrn bei Mark.9/45 und Matth.18/8: "Wenn dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab; es ist dir besser in das Leben als ein Hinkender einzugehen, als zwei Füße zu haben und in die Gehenna des Feuers geworfen zu werden, in das unauslöschliche Feuer": unter dem Fuße, der abgehauen werden soll, wenn er uns ärgert, wird das Natürliche verstanden, das beständig dem Geistigen sich widersetzt; daß es nämlich zerstört werden muß, wenn es versucht, das Wahre zu verderben, und so auch, daß es wegen der Nichtübereinstimmung und des Widerspruchs des natürlichen Menschen besser sei, im einfach Guten zu sein, wenn auch in der Verneinung des Wahren; dies wird bezeichnet durch: "als ein Hinkender in das Leben eingehen". Daß Fuß das Natürliche bezeichnet, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280. Durch die Hinkenden (Lahmen) werden auch im Worte diejenigen bezeichnet, die in keinem Guten sind und daher in keinem Wahren, wie bei Jes.33/23: "Alsdann wird man viel Beute austeilen, auch die Hinkenden werden Beute machen". Ps.35/15: "Wann ich hinke, freuen sie sich und versammeln sich, es versammeln sich gegen mich die Hinkenden, die ich nicht kenne". Und weil durch Hinkende solches bezeichnet wurde, wurde auch verboten, etwas Hinkendes (Lahmes) zu opfern: 5. Mose 15/21; Mal.1/8,13; sowie auch daß kein Hinkender aus dem Samen Aharons das Priestertum verwalten sollte. 3. Mose 21/18. Mit dem Hinkenden verhält es sich wie mit dem Blinden, denn der Hinkende bezeichnet im guten Sinn diejenigen, die in Unwissenheit des Wahren sind, und im entgegengesetzten Sinn, die im Falschen: Nr. 2383. In der Grundsprache wird durch ein anderes Wort der Lahme und durch ein anderes der Hinkende ausgedrückt, und durch den Lahmen im eigentlichen Sinn diejenigen bezeichnet, die im natürlich Guten sind, in das die geistigen Wahrheiten wegen den natürlichen Scheinbarkeiten und Sinnestäuschungen nicht einfließen können; und im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die in keinem natürlich Guten sind, sondern im Bösen, das den Einfluß des geistig Wahren gänzlich verhindert. Unter den Hinkenden aber werden im eigentlichen Sinn diejenigen bezeichnet, die im natürlich Guten sind, in das die allgemeinen Wahrheiten zugelassen werden, aber keine besondere und einzelne, wegen der Unwissenheit; im entgegengesetzten Sinn aber diejenigen, die im Bösen sind, und also nicht einmal die allgemeinen Wahrheiten zulassen. 4303. "Deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel (Spannader) an der Höhlung der Hüfte", 1. Mose 32/32, bedeutet, daß nicht dasjenige angeeignet wurde, worin Falsches ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es bezeichnet verbinden und angeeignet werden, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513, 3596, 3832; und aus der Bedeutung des Muskels (nervi), insofern er das Wahre bezeichnet, denn das Wahre im Guten verhält sich so wie die Nerven im Fleisch, und die Wahrheiten sind auch im geistigen Sinn Nerven (oder Sehnen), und das Gute ist das Fleisch: Nr. 3813, 3579. Das gleiche wird auch durch Nerven (Sehnen) und Fleisch bei Hes.37/6,8 bezeichnet: "So spricht der Herr Jehovih zu diesen Gebeinen: Ich will über euch Sehnen geben, euch mit Fleisch bekleiden, und Ich will Geist in euch geben, und Ich habe gesehen, und siehe, Sehnen und Fleisch wuchs über ihnen": hier wird von der neuen Schöpfung des Menschen, d.h. von seiner Wiedergeburt gehandelt. Wenn aber die Wahrheiten verdreht worden, dann sind sie nicht mehr Wahres, sondern gleichsam ins Entgegengesetzte verdreht, somit nähern sie sich dem Falschen; daher kommt es, daß unter Bewegungsmuskel (oder Spannader) das Falsche verstanden wird. Daß die Höhlung der Hüfte bedeutet, da wo die Verbindung der ehelichen Liebe mit dem natürlich Guten ist, und somit da, wo der Einfluß des geistig Wahren in das natürlich Gute, sehe man Nr. 4277, 4280; hieraus erhellt, daß durch: "deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel an der Höhlung der Hüfte" bezeichnet wird, das dasjenige nicht angeeignet wurde, in dem Falsches ist. Daß dies von den Söhnen Israels gesagt wird, hat seinen Grund darin, weil durch Israel das himmlisch-geistig Göttliche bezeichnet wird: Nr. 4286, und durch Söhne das Wahre: Nr. 489, 491, 2623; somit daß die Wahrheiten des himmlisch-geistig Göttlichen sich nicht irgend etwas Falsches angeeignet haben. 4304. "Bis auf diesen Tag", 1. Mose 32/32, bedeutet, in alle Ewigkeit werde das Falsche nicht verbunden. Dies erhellt aus der Bedeutung von: "bis auf diesen Tag", insofern es, wo es im Worte gesagt wird, das Fortdauernde und Ewige bedeutet, worüber Nr. 2838. 4305. "Weil er (ihn) gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte, den (verrenkten) Bewegungsmuskel Jakobs", 1. Mose 32/32, bedeutet die Ursache, weil es Falsches war. Dies erhellt aus der Bedeutung von "berühren an der Höhlung der Hüfte Jakobs", insofern es hier die Ursache bezeichnet, nämlich das Falsche. Daß durch das Fassen an der Höhlung der Hüfte Jakobs dieses bezeichnet werde, kann man aus dem erkennen, was im vorigen, Nr. 4277, 4278, 4303 gesagt worden. 4306. Daß eben diese Worte, die bisher erklärt worden sind, auch von den Nachkommen Jakobs handeln, und daß dieser Sinn der untere Sinn und auch der innere historische Sinn genannt werde, sehe man Nr. 4279, 4288; wie jene Worte sich in diesem Sinn verhalten, soll nun erklärt werden. 4307. Im inneren historischen Sinn werden durch die Worte: "Und Jakob fragte und sprach: "Sage mir doch deinen Namen an", 1. Mose 32/29, böse Geister bezeichnet. Dies kann aus mehrerem in diesem Sinne erkannt werden, in dem dies und das Folgende von Jakobs Nachkommen ausgesagt wird; denn der innere Sinn schließt sich genau an die Sache an, von der gehandelt wird. Daß nicht gute Geister, sondern böse bezeichnet werden durch den, der mit Jakob gerungen habe, kann man daraus erkennen, weil durch Ringen Versuchung bezeichnet wird: Nr. 3927, 3928, 4274; und niemals eine Versuchung durch gute Geister stattfindet, sondern durch böse; denn Versuchung ist Erregung des Bösen und Falschen, das bei dem Menschen ist: Nr. 741, 751, 761, 1820, 4249, 4299. Die guten Geister und die Engel erregen niemals das Böse und Falsche, sondern verteidigen den Menschen dagegen, und biegen es in Gutes um, denn die guten Geister werden vom Herrn geführt, und vom Herrn geht niemals etwas anderes hervor als heiliges Gutes und heiliges Wahres. Daß der Herr niemanden versucht, ist aus der in der Kirche angenommenen Lehre bekannt; man sehe auch Nr. 1875, 2768; hieraus und aus dem, daß die Nachkommen Jakobs in jeder Versuchung unterlagen, sowohl in der Wüste, als späterhin, erhellt, daß nicht gute Geister unter demjenigen zu verstehen sind, der mit Jakob rang, sondern böse. Außerdem befand sich das Volk, das hier durch Jakob bezeichnet wird, in keiner geistigen oder himmlischen Liebe, sondern in körperlicher und weltlicher: Nr. 4281, 4288, 4289, 4290, 4293. Die Gegenwart der Geister beim Menschen verhält sich gemäß den Arten seiner Liebe, die guten Geister und Engel sind bei denen, die in geistiger und himmlischer Liebe, und die bösen Geister bei denen, die nur in körperlicher und weltlicher Liebe sind, und zwar so sehr, daß jedermann wissen kann, was für Geister bei ihm seien, wenn er nur beobachtet, wie seine Liebesarten, oder was dasselbe, wie seine Zwecke beschaffen sind; denn jeder hat das, was er liebt, zum Zweck. Daß er sich Gott nannte, kommt daher, weil Jakob dies glaubte, sowie auch seine Nachkommen, die ebenfalls glaubten, daß Jehovah in ihrem äußeren Heiligen sei, während doch Jehovah nur vorbildlich gegenwärtig war, wie aus dem Folgenden erhellen wird. Sie glaubten nämlich, daß Jehovah in Versuchungen führe, daß alles Böse von Ihm komme, und daß Er in Zorn und Grimm sei, wenn sie bestraft wurden; deswegen wurde ihrem Glauben gemäß im Worte so gesprochen, während doch Jehovah niemals in Versuchungen einführt, niemals etwas Böses von Ihm kommt und Er niemals in Zorn, noch weniger in Grimm ist; man sehe Nr. 223, 245, 592, 696, 1093, 1683, 1874, 1875, 2395, 3605, 3607, 3614. Daher kommt es auch, daß der, welcher mit Jakob kämpfte, seinen Namen nicht kundgeben wollte. Daß im inneren geistigen Sinn unter dem, der mit Jakob rang, der Engelshimmel verstanden wird: Nr. 4295, kommt daher, weil der Herr, der dort im höchsten Sinn durch Jakob vorgebildet wird, auch Engel, die versuchten, zuließ, und weil die Engel damals ihrem Eigenen überlassen waren, wie an der betreffenden Stelle gezeigt worden ist. 4308. Durch die Worte: "Er sprach: Warum fragst du nach meinem Namen", 1. Mose 32/29, wird im inneren historischen Sinn bezeichnet, daß sie nichts anerkennen sollten von den bösen Geistern. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4307 gesagt worden. 4309. Im inneren historischen Sinn wird durch die Worte: "Und er segnete ihn daselbst", 1. Mose 32/29, bezeichnet, daß es so geschehen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen hier, insofern es ausdrückt, daß sie das Vorbildliche der Kirche darstellten, worüber Nr. 4290; daher wird hier durch: "er segnete ihn daselbst" bezeichnet, daß es so geschehen sei. 4310. Im inneren historischen Sinn wird ferner durch die Worte: "Jakob nannte den Namen des Ortes Peniel", 1. Mose 32/30, der Zustand bezeichnet, vermöge dessen sie die vorbildliche Bedeutung annahmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber öfters im vorigen. Aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387; und aus der Bedeutung von Peniel, insofern es in diesem Sinne ist, vorbildliche Bedeutung annehmen, denn hiervon wird in dem Vorangehenden und im Nachfolgenden gehandelt. Was Peniel bedeutet, wird erklärt durch die Worte: "Denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht, und meine Seele ist errettet worden", wodurch bezeichnet wird, daß der Herr in vorbildlicher Weise gegenwärtig war, worüber im Folgenden; also hier, daß sie vorbildliche Bedeutung annahmen. Die Namen der Orte, wie die Namen der Personen, und so auch die Namen von Sachen bedeuten nicht das gleiche in dem einen Sinn, wie in dem anderen, so wie Jakob im Buchstabensinn Jakob selbst bedeutet, im inneren historischen Sinn seine Nachkommen: Nr. 4281; im inneren geistigen Sinn den natürlichen Menschen vor der Wiedergeburt; im höchsten Sinne aber den Herrn in bezug auf das göttlich Natürliche, wie oft gezeigt worden ist, so auch die übrigen Namen, und also auch Peniel. 4311. Durch die Worte: "Denn ich habe Gott gesehen von Angesicht zu Angesicht und meine Seele ist errettet worden", 1. Mose 32/30, wird im inneren historischen Sinn bezeichnet das Vorbildlich-Gegenwärtige. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott sehen von Angesicht zu Angesicht", wenn es ausgesagt wird von dem Zustand, in dem die Nachkommen Jakobs waren, insofern es dann bezeichnet, daß der Herr in vorbildlicher Weise gegenwärtig war; denn Gott sehen von Angesicht zu Angesicht in äußerer Form und mit leiblichem Blicke, heißt nicht, Ihn selbst als gegenwärtig sehen: Nr. 4299. Daß Er nicht gegenwärtig war, wie bei denen, die wiedergeboren und dadurch in geistiger Liebe und Glauben sind, erhellt aus dem, was von jenem Volke Nr. 4281, 4288, 4290, 4293 gesagt worden, daß sie nämlich im äußeren Gottesdienst waren, und nicht zugleich im inneren, oder was das gleiche, in körperlicher und weltlicher Liebe, und nicht in geistiger oder himmlischer; bei solchen kann der Herr niemals anders als in vorbildlicher Weise gegenwärtig sein. Was es heißt, im Vorbildlichen gegenwärtig sein, soll mit wenigem gesagt werden: Der Mensch, der sich in körperlicher und weltlicher Liebe befindet, und nicht zugleich in geistiger oder himmlischer, hat keine anderen als böse Geister bei sich, auch wenn er im äußerlichen Heiligen ist, denn die guten Geister können bei einem solchen durchaus nicht anwesend sein. Sie bemerken nämlich sogleich, in welcher Liebe der Mensch ist; es ist die Sphäre, die von seinem Inneren ausgehaucht wird, welche die Geister ebenso deutlich wahrnehmen, wie der Mensch mit seinem Geruche widerliche und übelriechende Dinge wahrnimmt, die um ihn herum in der Luft sich bewegen; das Volk aber, von dem hier gehandelt wird, war in einem solchen Zustand in Ansehung des Guten und des Wahren, oder in bezug auf die Liebe und den Glauben. Damit sie gleichwohl das Vorbildliche der Kirche darstellen konnten, wurde auf wunderbare Weise vom Herrn vorgesehen, daß, wenn sie im äußeren Heiligen waren, und auch alsdann von bösen Geistern umringt, gleichwohl das Heilige, in dem sie waren, zum Himmel erhoben werden konnte; aber dies vermittelst guter Geister und Engel, die nicht in ihnen, sondern außer ihnen waren; denn in ihnen war nichts als Leeres und Häßliches. Deswegen war keine Gemeinschaft mit den Menschen selbst möglich, sondern nur mit dem Heiligen, in dem sie waren, wenn sie die Satzungen und Gebote ausübten, die alle Vorbildungen des Geistigen und Himmlischen im Reiche des Herrn waren. Dies wird dadurch bezeichnet, daß der Herr bei diesem Volke im Vorbildlichen gegenwärtig war. In anderer Weise aber ist der Herr gegenwärtig bei denen innerhalb der Kirche, die in geistiger Liebe und daher im Glauben sind. Bei ihnen sind gute Geister und Engel nicht nur im äußeren Gottesdienst, sondern auch zugleich im inneren, weshalb bei ihnen Verbindung des Himmels mit ihnen selbst möglich ist, denn der Herr fließt vermittelst des Himmels durch ihr Inneres in das Äußere ein. Diesen gereicht auch im anderen Leben das Heilige ihres Gottesdienstes zum Nutzen, nicht aber jenen. Ebenso verhält es sich mit den Priestern und Ältesten, die das Heilige predigen, aber doch schlecht leben und schlecht glauben. Bei diesen sind auch keine guten Geister, sondern böse, auch wenn sie der äußeren Form nach in einem anscheinend heiligen Gottesdienst sich befinden, denn es ist die Eigenliebe und Weltliebe oder das Verlangen, Ehrenstellen zu erhaschen, und Gewinn und hierdurch Ruhm zu erlangen, das sie entflammt und die Liebe zum Heiligen äußerlich darstellt, und zwar bisweilen so sehr, daß nichts heuchlerisches wahrgenommen, und dann auch von ihnen selbst nicht geglaubt wird; während sie doch in der Mitte böser Geister sich befinden, die dann in einem gleichen Zustand sind, und antreiben, und eingeben. Daß die bösen Geister in einem solchen Zustand sein können und daß sie darin sich befinden, wenn sie im Äußeren sind, und von der Liebe zu sich und zu der Welt angeregt werden, wurde mir aus vielfältiger Erfahrung zu wissen gegeben, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in dem, was am Ende der Kapitel folgen wird. Solche haben auch keine Gemeinschaft mit dem Himmel für sich, sondern diejenigen haben sie, die sie hören und die Worte aus ihrem Munde aufnehmen, wenn sie nämlich selbst in einen frommen und heiligen Inneren sind; denn es kommt nicht darauf an, von wem die Rede des Guten und Wahren ausströmt, wenn nur das Leben (des Sprechenden) nicht offenbar frevelhaft ist, denn das gibt Ärgernis. Daß die von Jakob stammende Völkerschaft so beschaffen war, nämlich umgeben von bösen Geistern, und daß dennoch Gott bei ihnen in vorbildlicher Weise gegenwärtig war, kann man aus mehreren Stellen im Worte erkennen; denn sie verehrten keineswegs Jehovah in ihrem Herzen: sobald die Wunder fehlten, wandten sie sich sogleich anderen Göttern zu, und wurden Götzendiener, was ein offenbarer Beweis war, daß sie andere Götter in ihrem Herzen verehrten und Jehovah nur mit dem Munde bekannten, und zwar nur deswegen, damit sie die größten sein und hervorragen möchten über alle Völker ringsumher. Daß dieses Volk von Herzen den ägyptischen Abgott verehrte und nur mit dem Munde Jehovah der Wunder wegen bekannte, und unter ihnen Aharon selbst, geht deutlich hervor aus dem goldenen Kalbe, das Aharon ihnen machte und zwar nach Verlauf eines Monats, nachdem sie so große Wunder gesehen hatten am Berge Sinai, außer denen, die sie in Ägypten sahen, worüber 2. Mose Kapitel 32. Daß auch Aharon so beschaffen war, wird deutlich in 2. Mose 32/2-5, und besonders Vers 35; dann noch an vielen anderen Stellen, worüber bei Mose, im Buche der Richter, in den Büchern Samuels und in den Büchern der Könige (zu lesen ist). Daß sie nur in einem äußeren, nicht aber in irgendeinem inneren Gottesdienst waren, erhellt auch daraus, daß ihnen verboten wurde, nicht zum Berge Sinai hinanzutreten, als das Gesetz verkündigt wurde, und daß sie des Todes sterben sollten, wenn sie den Berg berührten: 2. Mose 14/11-13; 20/16,19. Die Ursache war, daß ihr Inneres unrein war. Ferner wird bei 3. Mose 16/16 gesagt: "daß Jehovah bei ihnen wohnte in der Mitte ihrer Unreinheit". Wie dies Volk beschaffen war, ist auch offenbar aus dem Liede Moses: 5. Mose 32/15-43, und aus mehreren Stellen bei den Propheten. Hieraus kann man erkennen, daß bei diesem Volke keine (eigentliche) Kirche war, sondern nur das Vorbild einer Kirche, und daß bei demselben der Herr nur in vorbildlicher Weise gegenwärtig war. Man sehe auch, was im vorigen von ihnen berichtet wurde, nämlich daß bei den Nachkommen Jakobs nur ein Vorbild der Kirche war, nicht aber die Kirche (selbst): Nr. 4281, 4288. Daß das Vorbildliche der Kirche nicht früher bei ihnen eingerichtet wurde, als nachdem sie in Ansehung des inneren Heiligen gänzlich abgeödet waren, und daß sie sonst das Heilige entweiht haben würden: Nr. 3398, 4289. Daß sie vorbilden konnten, wenn sie bei ihren Satzungen verblieben, nicht aber, wenn sie von ihnen abwichen: Nr. 3881. Daß sie daher strenge bei ihren Religionsbräuchen (ritualibus) gehalten wurden, und daß sie durch äußere Mittel dazu angehalten wurden: Nr. 3144, 4281. Daß ihr Gottesdienst zu einem äußeren ohne einen inneren gemacht wurde, damit sie ein Vorbild der Kirche darstellen konnten: Nr. 4281. Daß daher auch das inwendigere (Wesen) der Kirche ihnen nicht enthüllt wurde: Nr. 301, 302, 303, 2520, 3398, 3479, 3769. Daß sie so beschaffen waren, daß sie vor anderen im äußeren Heiligen sein konnten, ohne das Innere: Nr. 4293; und daß sie daher bis auf diesen Tag erhalten worden sind: Nr. 3479. Daß das äußere Heilige sie hinsichtlich ihrer Seele gar nicht anrege: Nr. 3479. 4312. Im inneren historischen Sinn wird durch: "Die Sonne ging ihm auf", 1. Mose 32/31, (ihr Zustand) bezeichnet, als sie in die vorbildliche Stellung kamen. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Aufgehen der Sonne in diesem Sinn, in dem von den Nachkommen Jakobs gehandelt wird, insofern es (den Zustand) bezeichnet, als sie in die vorbildlichen Darstellungen eintraten. Durch das Emporsteigen der Morgenröte wurde der Zustand bezeichnet, bevor sie in das Vorbildliche kamen: Nr. 4289; daß die Sonne ihm aufgehe, wird auch von einem jeden gesagt, der zur Kirche wird, also auch bei dem, der die Kirche vorbildet. 4313. "Im inneren historischen Sinn wird ferner durch die Worte: "Als er an Peniel vorüberging", 1. Mose 32/31, (ihr Zustand) bezeichnet, als sie in das Land Kanaan kamen. Dies geht daraus hervor, daß Peniel der erste Aufenthaltsort war, nachdem Jakob über den Fluß Jabbok gesetzt, und daß alle Grenzen je nach der Entfernung und Lage bezeichnend (symbolisch) waren: Nr. 1585, 1866, 4116, 4240; somit bedeutet Peniel, weil es die erste Grenze war, den Zustand, als sie in das Land Kanaan kamen. 4314. Durch die Worte: "Er hinkte an seiner Hüfte", 1. Mose 32/31, wird im inneren historischen Sinn bezeichnet, daß das Gute und Wahre gänzlich zugrunde gegangen sei bei dieser Nachkommenschaft. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier unter "er" gemeint ist, insofern es seine Nachkommenschaft bezeichnet, worüber Nr. 4281; und aus der Bedeutung von "hinken an seiner Hüfte", insofern es diejenigen bezeichnet, die in keinem Guten sind, und daher in keinem Wahren, worüber Nr. 4302. Hier wird daher durch: "er hinkte an seiner Hüfte" bezeichnet, das Gute und Wahre sei völlig zugrunde gegangen bei dieser Nachkommenschaft. Wie dieses Volk beschaffen war, erhellt offenbar aus mehrerem, was der Herr selbst in Gleichnissen geredet hat, die im inneren historischen Sinn in Beziehung auf dieses Volk gesagt wurden, zum Beispiel: In dem Gleichnis von dem Könige, der mit seinem Knechte abrechnete, der aber keine Barmherzigkeit gegen seinen Mitknecht hatte: Matth.18/23-35. In dem Gleichnis vom Hausvater, der seinen Weinberg den Weingärtnern in Pacht gab und außer Landes reiste; die Weingärtner aber ergriffen die Diener, die er sandte, und stäupten, töteten, steinigten sie, und zuletzt schickte er seinen Sohn, den sie aber aus dem Weinberg hinauswarfen und töteten. Als die Schriftlehrer und Pharisäer das Gleichnis hörten, erkannten sie, daß von ihnen (die Rede war): Matth.21/33-45; Mark.12/1-9; Luk.20/9 usw. In dem Gleichnis von dem Menschen, der seinen Knechten Talente gab, und der, welcher ein Talent empfangen hatte, ging hin und verbarg es in der Erde: Matth.25/14-30; Luk.19/13-16. In dem Gleichnis von denen, die zu dem von den Räubern Verwundeten kamen: Luk.10/30-37. In dem Gleichnis von denen, die zu dem großen Abendmahl eingeladen waren, und die alle sich entschuldigten, von welchen der Herr hinzufügte: "Ich sage euch, daß keiner von den Männern, die geladen waren, Mein Abendmahl schmecken wird": Luk.14/16-24. In dem Gleichnis von dem reichen Mann und dem Lazarus: Luk.16/19-31. In dem Gleichnis von denen, die andere gering schätzen im Vergleich mit sich: Luk.18/10-14. In dem Gleichnis von den zwei Söhnen, deren einer sprach: ich will in den Weinberg gehen, und nicht hinging; und Jesus sprach: "Wahrlich, Ich sage euch, Zöllner und Huren werden eher in das Himmelreich kommen, als ihr": Matth.21/28-32. Wie beschaffen jenes Volk war, sagt der Herr offen bei Matth.23/13-33 wo es am Ende heißt: "Ihr zeuget gegen euch selbst, daß ihr die Söhne derer seid, welche die Propheten getötet haben, und ihr machet das Maß eurer Väter voll". Mark.7/6-13: "Jesus sprach zu ihnen: Mit Recht hat Jesaja von euch geweissagt: dieses Volk ehret Mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ganz ferne von Mir, vergeblich dienen sie Mir; sie lehren Satzungen, die Menschengebote sind, und verlassen das Gebot Gottes". Joh.8/33,44: Die Juden antworteten Jesu, sie seien der Same Abrahams; aber Jesus sprach zu ihnen: "Ihr stammt von eurem Vater, dem Teufel, und das Verlangen eures Vaters wollt ihr erfüllen; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang und bestand nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit war nicht in ihm; wann der Lügen redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und ein Vater der Lüge". Weil sie so geartet waren, wurden sie auch ein böses und ehebrecherisches Geschlecht genannt: Matth.12/39; ferner Schlangenbrut: Matth.3/7; 23/33; Luk.3/7, und bei Matth.12/34: "Ihr Otterngezüchte, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid". Daß bei diesem Volke nicht einmal das natürlich Gute übriggeblieben war, wird bezeichnet durch den Feigenbaum, worüber bei Matth.21/19: "Als Jesus einen Feigenbaum sah am Wege, ging Er zu ihm hin und fand nichts an demselben als Blätter allein, deshalb sprach Er zu demselben: nimmermehr komme Frucht aus dir in Ewigkeit, und der Feigenbaum verdorrte sogleich": daß der Feigenbaum das natürlich Gute bedeutet, sehe man Nr. 217. Hieraus kann erhellen, daß das Gute und Wahre völlig zugrunde gegangen war bei diesem Volke. Vom Guten und Wahren wird gesagt, es sei zugrunde gegangen, wenn es nicht im Inneren vorhanden ist. Das Gute und Wahre, das von außen erscheint, nimmt sein Wesen und Leben von dem Inneren an; wie es daher innerlich beschaffen ist, so ist es auch im Äußeren, wie es auch vor den Augen der Menschen scheinen mag. Es gibt einige, die ich zur Zeit ihres Lebens im Körper gekannt habe, und die damals gleichsam voller Eifer schienen für den Herrn, für die Kirche, für das Vaterland und für das allgemeine Wohl, für das Gerechte und Billige; und doch sind eben diese im anderen Leben unter den Höllischen, und zwar, worüber ich mich wunderte, unter den schlimmsten dort. Die Ursache war, weil ihr Inneres häßlich und entweiht war, und weil sie jenen Eifer erheuchelt hatten wegen ihres Rufes, um Ehrenstellen zu erhaschen, und auch um Reichtümer zu gewinnen, also wegen ihrer selbst, nicht aber wegen dessen, was sie mit dem Munde bekannt hatten. Deswegen wird, wenn sie ihr Äußeres ausgezogen haben, was geschieht, wenn sie sterben, ihr Inneres aufgedeckt und sie erscheinen so, wie sie inwendig waren, was sie, während sie lebten, vor der Welt verborgen hielten. Dies ist es, was darunter verstanden wird, daß ihr Gutes und Wahres völlig zugrunde gegangen sei. 4315. Durch die Worte: "Deswegen essen die Söhne Israels nicht den Bewegungsmuskel (oder die Spannader, Sehne) an der Höhlung der Hüfte", 1. Mose 32/32, wird im inneren historischen Sinn bezeichnet, daß seine Nachkommen dies wissen sollten. Dies geht daraus hervor, daß es ein Merkzeichen war, durch das sie sich erinneren sollten, daß sie so beschaffen waren, also daß sie es dadurch wissen sollten. 4316. Im inneren historischen Sinn wird ferner durch die Worte: "Bis auf diesen Tag", 1. Mose 32/32, bezeichnet, daß sie für alle Zeit so beschaffen seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von: "bis auf diesen Tag", insofern es, wo es im Worte gesagt wird, das Fortdauernde bezeichnet, worüber Nr. 2838. Daß ihre Nachkommenschaft so beschaffen war von den ersten Zeiten her, kann man deutlich erkennen an den Söhnen Jakobs selbst: an Ruben, weil er lag bei Bilha, dem Nebenweibe seines Vaters: 1. Mose 35/22; an Schimeon und Levi, weil sie den Chamor und Schechem töteten und alle Männer ihrer Stadt, und auch die anderen Söhne über die Erschlagenen kamen und die Stadt plünderten: 1. Mose 34/1,24,28,29. Daher hat auch Jakob, damals Israel, auf solche Weise von ihnen gesprochen: von Ruben: "Du wirst nicht der Vornehmste sein, weil du bestiegen hast die Lagerstätte deines Vaters; damals hast du dich unwürdig gemacht, denn du hast mein Lager bestiegen": 1. Mose 49/3,4; und von Schimeon und Levi: "In ihr Geheimnis dringe nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt mein Ruhm, denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet, und in ihrem Mutwillen den Stier entnervt, verflucht sei ihr Zorn, denn er ist gewaltig, und ihr Grimm, denn er ist schwer; ich will sie zerteilen unter Jakob, und will sie zerstreuen unter Israel": 1. Mose 49/5-7. Welcherart Jehudah war, kann man auch daraus erkennen, daß er eine Kanaaniterin zum Weibe nahm: 1. Mose 38/1,2, was doch gegen das Gebot war, wie man aus den Worten Abrahams zu seinem Knecht ersehen kann, der abgeschickt war, um Rebecka für seinen Sohn Jischak zur Ehe zu begehren: 1. Mose 24/3,6, und aus mehreren anderen Stellen im Worte. Daß der dritte Teil dieses Volkes aus jenem Geschlecht abstammt, nämlich von seinem Sohne Schelah, der von der kanaanitischen Mutter war: 1. Mose 38/11; 46/12; man sehe 4. Mose 26/20; 1.Chron.4/21,22. Und ferner aus ihrer und der übrigen Söhne Jakobs Freveltat gegen Joseph: 1. Mose 37/18-36. Wie die Nachkommen derer, die in Ägypten wohnten, beschaffen waren, erhellt aus dem, was von ihnen erzählt wird, während sie in der Wüste waren, wo sie so oft aufrührerisch waren, und hernach im Lande Kanaan, wo sie so oft Götzendiener wurden; endlich wie sie beschaffen waren zur Zeit des Herrn, ist Nr. 4314 gezeigt worden. Wie sie aber heutzutage beschaffen sind, nämlich gegen den Herrn, gegen das, was der Kirche angehört, gegen die Liebtätigkeit in bezug auf den Nächsten und untereinander selbst, ist bekannt. Hieraus kann offenbar sein, daß dieses Volk fortwährend so beschaffen gewesen. (Daß hier vom Volke Israel im Ganzen die Rede ist, und einzelne Ausnahmen stattfinden können, versteht sich von selbst. Anmerkung des Übersetzers.) Es möge daher niemand meinen, daß bei ihnen eine eigentliche Kirche gewesen, sondern nur ein Vorbild der Kirche; noch weniger, daß sie vor anderen auserwählt gewesen seien. 4317. Im inneren historischen Sinn wird ferner durch die Worte: "Weil er gefaßt hatte an der Höhlung der Hüfte Jakobs den Bewegungsmuskel", 1. Mose 32/32, bezeichnet, daß ihre anererbte Beschaffenheit durch die Wiedergeburt nicht ausgerottet werden konnte (auch hier ist klar, daß nicht die Wiedergeburt durch das Christentum gemeint sein kann, da ja offenbar viele Juden das Christentum innerlich aufnahmen, wie z.B. die Apostel - Anmerkung des Übersetzers), weil sie es nicht zuließen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hüfte, insofern sie die eheliche Liebe bezeichnet, und daher jede himmlische und geistige Liebe, worüber Nr. 4280; und daß die Höhlung der Hüfte es ist, wo die Verbindung der ehelichen Liebe, ferner jeder himmlischen und geistigen Liebe mit dem natürlich Guten (stattfindet): Nr. 4277, 4280. Daher bedeutet das Berühren oder Verletzen derselben, so daß dadurch Hinken (bewirkt wird), das Gute jener Liebe zerstören, und weil dies bei Jakob geschah, so wird bezeichnet, daß es von ihm her bei den Nachkommen so war: also daß es angeerbt war. Daß der (verrenkte) Bewegungsmuskel das Falsche bezeichnet, sehe man Nr. 4303; hier das Falsche aus angeerbtem Bösen. Daß dies Erbübel bei ihnen durch die Wiedergeburt nicht ausgerottet werden konnte, weil sie es nicht zuließen, geht hieraus und aus dem Zusammenhang hervor. Daß sie ein solches Erbübel hatten, und daß sie nicht wiedergeboren werden konnten, kann man deutlich aus allem erkennen, was von ihnen im Worte erwähnt wird, und zwar noch von denen, die bei Moses waren: 5. Mose 24/2-4: "Moses berief das ganze Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was Jehovah vor euren Augen getan hat im Lande Ägypten an Pharao und allen seinen Dienern und an seinem ganzen Lande; Jehovah hat euch kein Herz gegeben, es zu erkennen, und keine Augen, es zu sehen, und keine Ohren, es zu hören, bis auf diesen Tag". 5. Mose 31/21: "Ich kenne das Sinnen des Volkes, das sie heute haben, ehe Ich sie führe in das Land, das Ich zugeschworen habe". 5. Mose 32/20,26-34: "Verbergen will Ich mein Antlitz vor ihnen, Ich will sehen, was ihr Ende (sein wird); denn ein verkehrtes Geschlecht sind sie, Söhne, in denen keine Treue. Ausrotten würde Ich sie und aufhören lassen ihr Gedächtnis bei den Menschen, wenn Ich nicht fürchtete den Trotz des Feindes; denn sie sind ein Volk, entblößt von Rat, und keine Einsicht ist bei ihnen, weil aus der Rebe Sodoms ist ihr Weinstock und aus den Feldern Gomorrahs ihre Trauben, giftige Trauben, bittere Beeren haben sie. Drachengift ist ihr Wein und grausames Gift der Ottern. Ist dies nicht verborgen bei Mir, versiegelt in meinen Schätzen?". So auch in anderen Stellen mehrmals, besonders bei Jeremia. Daß dies verstanden wird unter dem Anrühren an der Höhlung der Hüfte Jakobs und dem daraus entstandenen Hinken desselben, erhellt bei Hos.12/3-5: "Ein Streit mit Jehovah (ist) mit Jehudah, heimzusuchen Jakob, nach seinen Wegen und nach seinen Werken wird Er ihm vergelten. Im Mutterleibe hat er seinem Bruder die Ferse unterschlagen; in seinem Kummer hat er mit Gott gekämpft und gestritten mit einem Engel, und hat obgesiegt; er weinte und flehte zu ihm": wo streiten mit Gott im inneren historischen Sinn bedeutet, darauf bestehen, daß das Vorbildliche der Kirche bei ihnen sei: Nr. 4290, 4293. Daß sie eine solche angeerbte Beschaffenheit von Jakob selbst hatten, erhellt hieraus, und kann noch mit mehrerem gezeigt werden, aber für jetzt mag es unterlassen werden. Was im besonderen das (angeerbte) Böse anbelangt, wird heutzutage in der Kirche geglaubt, daß alles Erbböse vom ersten Stammvater (Adam) herkomme, und daß daher alle in Ansehung desselben verdammt seien, aber die Sache verhält sich nicht so. Das angeerbte Böse hat seinen Ursprung von den Eltern eines jeden, und von den Eltern der Eltern oder den Großvätern und Urgroßvätern der Reihe nach. Alles Böse, das dieselben während ihres wirklichen Lebens sich erworben haben, so daß es durch häufige Übung oder Gewohnheit gleichsam zur anderen Natur wurde, wird übergeleitet auf die Kinder und wird ihr Erbliches, zugleich mit dem, was den Eltern eingepflanzt war von ihren Großvätern und Urgroßvätern. Das angeerbte Böse vom Vater ist mehr innerlich, und das angeerbte Böse von der Mutter mehr äußerlich. Jenes kann nicht leicht ausgerottet werden, bei diesem aber ist es möglich. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, alsdann wird das angeerbte Böse von den nächsten Vorfahren ausgerottet, aber bei denen, die nicht wiedergeboren werden, oder wiedergeboren werden können, bleibt es. Dies ist nun das Erbböse. Man sehe auch Nr. 313, 494, 2122, 2910, 3518, 3701. Dies ist auch jedem klar, der darüber nachdenkt, auch deshalb, weil jede Familie irgendein besonderes Böse oder Gutes hat, wodurch sie sich von anderen Familien unterscheidet. Daß dies von den Eltern und von den Voreltern herstammt, ist bekannt. Ebenso erklärt sich der Umstand, daß das jüdische Volk, das heutzutage noch übriggeblieben, von den übrigen Völkern unterschieden ist und unterschieden wird, nicht nur aus seinem eigentümlichen Geist, sondern auch aus seinen Sitten, seiner Sprache und seiner äußeren Gestalt. Was aber das Erbböse sei, wissen nur wenige, man glaubt es sei das Tun des Bösen, es ist aber vielmehr das Wollen und hieraus das Denken des Bösen. Im Willen selbst und im Denken daraus liegt das Erbböse. Es ist eben der innere Trieb, der sich beigesellt, auch wenn man etwas Gutes tut. Es wird erkannt an dem angenehmen Gefühl, wenn einem anderen Böses begegnet. Seine Wurzel liegt tief verborgen, denn die innere Form selbst, die das Gute und Wahre aus dem Himmel oder durch den Himmel vom Herrn aufnimmt, ist verdorben und sozusagen verdreht, so daß, wenn Gutes und Wahres vom Herrn einfließt, es entweder zurückgewiesen oder verdreht oder erstickt wird. Daher kommt es, daß es heutzutage kein Innewerden des Guten und Wahren mehr gibt, sondern an dessen Stelle ein Gewissen bei den Wiedergeborenen, welches das für gut und wahr anerkennt, was man von Eltern und Lehrern erlernt. Aus dem Erbbösen kommt es, daß man sich selbst mehr liebt als andere, dem anderen Böses wünscht, wenn er uns nicht ehrt, Lust an der Rache fühlt, sodann auch, daß man die Welt mehr liebt als den Himmel, und alle bösen Begierden oder Neigungen, die daraus stammen. Der Mensch weiß nicht, daß solches ihm innewohnt, weniger noch, daß solches den himmlischen Neigungen entgegengesetzt ist, aber gleichwohl zeigt es sich im anderen Leben deutlich, wieviel Böses er aus dem Angeerbten durch sein wirkliches Leben angenommen hat, und wie weit er sich vermöge seiner bösen Neigungen vom Himmel entfernt hat. Daß das angeerbte Böse bei den Nachkommen Jakobs durch die Wiedergeburt nicht ausgerottet werden konnte, weil sie es nicht zuließen, erhellt auch aus den historischen Teilen des Wortes, denn sie unterlagen in allen Versuchungen in der Wüste, worüber bei Mose; und auch später im Lande Kanaan, so oft sie nicht Wunder sahen, und doch waren diese Versuchungen nur äußere, nicht aber innerliche oder geistige. Sie konnten in bezug auf das Geistige nicht versucht werden, weil sie die inneren Wahrheiten nicht kannten und auch das innere Gute nicht hatten, wie im vorigen gezeigt wurde; auch kann niemand versucht werden, außer in betreff dessen, was er weiß und was er hat. Versuchungen sind die eigentlichsten Mittel der Wiedergeburt. Dies wird dadurch bezeichnet, daß sie die Wiedergeburt nicht zuließen; über ihren Zustand und ihr Los im anderen Leben sehe man Nr. 939, 940, 941, 3481. Nr. 4318 - 4331 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 33. Kapitel 4332. Vor 1. Mose Kapitel 32, wurde das erklärt, was der Herr bei Matth.24/32-35 von Seiner Ankunft vorhergesagt hatte; daß darunter die letzte Zeit der früheren Kirche und die erste einer neuen Kirche verstanden sei, ist daselbst und hie und da auch im Vorhergehenden gezeigt worden. Von der letzten Zeit oder von dem Ende der früheren Kirche, und von der ersten Zeit oder (dem Anfang) einer neuen Kirche wurde bisher gehandelt; man sehe, was dem 31. Kapitel, Nr. 4056-4060, und dem 32. Kapitel, Nr. 4229-4231 vorausgeht. Jetzt ist zu erklären, was bei Matth.24/36-42 folgt, nämlich die Worte: "Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel der Himmel, sondern Mein Vater allein. Wie aber die Tage Noachs waren, so wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes. Denn wie sie waren in den Tagen vor der Flut, aßen und tranken, heirateten und verheirateten, bis zu dem Tage, da Noach in die Arche ging, und nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes. Alsdann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird angenommen und der andere zurückgelassen werden. Zwei werden mahlen in der Mühle, eine wird angenommen und die andere wird zurückgelassen werden". 4333. Was durch diese Worte im inneren Sinn bezeichnet wird, kann aus der folgenden Erklärung erhellen, daß nämlich beschrieben wird, was für ein Zustand alsdann sein werde, wenn die alte Kirche verworfen und die neue errichtet wird. Daß die Verwerfung der alten Kirche und die Errichtung einer neuen verstanden wird unter der Vollendung des Weltalters und der Ankunft des Menschensohnes, und auch im allgemeinen unter dem Letzten Gericht, ist öfters im vorigen gezeigt worden. Ferner auch, daß jenes Letzte Gericht einige Male stattgefunden hat auf diesem Erdkörper, nämlich zuerst, als die himmlische Kirche des Herrn, welche die Älteste war, bei den Vorsündflutlichen unterging, durch die Überflutung von Bösem und Falschem, das im inneren Sinn durch die Sündflut bezeichnet wird. Zum zweiten Male als die geistige Kirche, die nach der Sündflut war und die Alte genannt wird, nachdem sie über viele Länder Asiens verbreitet war, von selbst aufhörte. Zum dritten Male, als das Vorbild der Kirche bei den Nachkommen Jakobs zerstört wurde, was geschah, als zehn Stämme in fortdauernde Gefangenschaft abgeführt und unter die Heiden zerstreut wurden; und endlich, als Jerusalem zerstört und auch die Juden zerstreut wurden, weil alsdann die Vollendung des Zeitlaufes nach der Ankunft des Herrn eintrat, deshalb ist auch mehreres, was bei den Evangelisten von der Vollendung dieses Weltalters vom Herrn gesagt wurde, auch auf jenes Volk anwendbar, und wird auch von einigen heutzutage auf dasselbe angewendet. Gleichwohl aber wird besonders und vorzüglich daselbst von der Vollendung des Zeitlaufs, die jetzt bevorsteht, gehandelt, nämlich vom Ende der christlichen Kirche, wovon auch bei Johannes in der Offenbarung gehandelt wird: dies wird das vierte Jüngste Gericht auf dieser Erde sein. Was die Worte in sich schließen, die enthalten sind in den oben angeführten Versen 36-42, wird deutlich erhellen aus ihrem inneren Sinn, der folgender ist. 4334. "Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand" bedeutet den Zustand der Kirche, wie er dann sein wird in bezug auf das Gute und Wahre. Daß er nämlich niemandem weder auf Erden, noch im Himmel klar erscheinen werde, denn unter Tag und Stunde werden hier nicht Tage und Stunden oder eine Zeit verstanden, sondern der Zustand in bezug auf das Gute und Wahre. Daß Zeiten im Worte Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 2625, 2788, 2837, 3254, 3356; und auch Tage: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785; daher auch die Stunde, aber einen Zustand im besonderen. Daß es der Zustand ist in Ansehung des Guten und des Wahren, kommt daher, weil von der Kirche gehandelt wird, denn das Gute und Wahre bildet die Kirche. "Auch nicht die Engel der Himmel, sondern Mein Vater allein" bedeutet, daß auch der Himmel den Zustand der Kirche in bezug auf das Gute und Wahre im besonderen nicht kenne, sondern der Herr allein, und auch (nicht), wann jener Zustand der Kirche stattfinden werde. Daß es der Herr selbst ist, der unter Vater verstanden wird, sehe man Nr. 15, 1729, 2004, 2005, 3690; und daß es das göttlich Gute im Herrn sei, das Vater genannt wird, und das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten, der Sohn: Nr. 2803, 3703, 3704, 3736. Diejenigen, die glauben, daß ein anderer der Vater sei, ein anderer der Sohn und sie (so) unterscheiden, verstehen daher die Schrift nicht. "Denn wie sie waren in den Tagen vor der Flut" bedeutet den Zustand der Verödung derer, die der Kirche angehörten, und derselbe wird verglichen mit dem Zustand der Verwüstung der ersten oder Ältesten Kirche, deren Vollendung des Zeitlaufs oder Jüngstes Gericht im Worte beschrieben wird durch die Sündflut. Daß durch diese Flut eine Überschwemmung von Bösem und Falschem bezeichnet wird und die Vollendung dieses Zeitlaufs dadurch, sehe man Nr. 310, 660, 662, 705, 739, 790, 805, 1120. Daß Tage Zustände bezeichnen, sehe man oben. "Sie aßen und tranken, heirateten und verheirateten" bedeutet ihren Zustand in bezug auf die Aneignung des Bösen und Falschen und daher die Verbindung mit demselben. Daß essen die Aneignung des Guten und trinken die Aneignung des Wahren bedeute, sehe man Nr. 3168, 3513 E, 3596; somit im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Bösen und Falschen. Daß heiraten die Verbindung mit dem Bösen bezeichne und verheiraten die Verbindung mit dem Falschen, kann aus dem erhellen, was von der Ehe und der ehelichen Liebe, Nr. 686, 2173, 2618, 2728, 2729, 2737, 2738, 2739, 2803, 3132, 3155 gesagt und gezeigt worden ist, insofern es nämlich im inneren Sinn die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, hier aber im entgegengesetzten Sinn die Verbindung des Bösen und Falschen. Alles, was der Herr geredet hat, ist, weil göttlich, nicht so beschaffen im inneren Sinn, wie im buchstäblichen, wie z.B. essen und trinken beim heiligen Abendmahl im geistigen Sinn nicht essen und trinken bedeutet, sondern dem göttlich Guten der göttlichen Liebe angeeignet werden: Nr. 2165, 2177, 2187, 2343, 2359, 3464, 3478, 3735, 4211, 4217; wie auch die Ehe, wenn sie von der Kirche und dem Reiche des Herrn ausgesagt wird, die Verbindung des Guten der Liebe mit dem Wahren des Glaubens bezeichnet; und deshalb wird im Worte das Reich des Herrn die himmlische Ehe genannt. "Bis zu dem Tage, da Noach in die Arche ging" bedeutet das Ende der vorhergehenden Kirche und den Anfang einer neuen; denn durch Noach wird die Alte Kirche im allgemeinen bezeichnet, die auf die Älteste nach der Flut folgte: Nr. 773 und anderwärts, und durch die Arche die Kirche selbst: Nr. 639. Der Tag, der einige Male in diesen Versen genannt wird, bezeichnet einen Zustand, wie gleich oben gezeigt worden. "Und sie erkannten es nicht, bis die Flut kam und alle wegraffte" bedeutet, daß die Menschen der Kirche alsdann nicht wissen werden, daß sie überflutet sind von Bösem und Falschem, weil sie zufolge des Bösen und Falschen, in dem sie sich befinden, nicht wissen werden, was das Gute der Liebe zum Herrn und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, ferner was das Wahre des Glaubens sei; und daß dieses aus jenem stamme, und nur bei denen möglich sei, die in jener Liebe und in der Liebtätigkeit leben. Auch werden sie nicht wissen, daß es das Innere ist, das selig macht und verdammt, nicht aber das Äußere, getrennt vom Inneren. "So wird auch sein die Ankunft des Menschensohnes" bedeutet, daß sie das göttlich Wahre nicht annehmen werden. Daß die Ankunft des Menschensohnes das göttlich Wahre bezeichnet, das dann enthüllt werden soll, wurde im vorigen beim 27. und 30. Vers gesagt, und Nr. 2803, 2813, 3704; ferner Nr. 3004, 3005, 3006, 3008, 3009. "Alsdann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird angenommen und der andere wird zurückgelassen werden" bedeutet diejenigen, die innerhalb der Kirche im Guten, und die, welche innerhalb der Kirche im Bösen sind, und daß die, welche im Guten sind, selig, und die, welche im Bösen, verdammt werden. Daß das Feld die Kirche in bezug auf das Gute ist, sehe man Nr. 2971, 3196, 3310, 3317, 3766. "Zwei werden mahlen in der Mühle, eine wird angenommen und die andere wird zurückgelassen werden" bedeutet diejenigen, die innerhalb der Kirche im Wahren sind, d.h. in der Neigung zu demselben aus dem Guten, sollen selig werden, und diejenigen, die innerhalb der Kirche im Wahren, d.h. in der Neigung dazu aus dem Bösen sind, sollen verdammt werden. Daß mahlen und Mühle solches im Worte bezeichnen, wird aus dem nun Folgenden erhellen. Hieraus ist nun einleuchtend, daß durch diese Worte beschrieben wird, von welcher Art der Zustand in bezug auf das Gute und Wahre innerhalb der Kirche sein werde, wenn dieselbe verworfen und eine neue angenommen wird. 4335. Daß die Mahlenden im Worte diejenigen bezeichnen, die innerhalb der Kirche im Wahren aus der Neigung zum Guten sind, und im entgegengesetzen Sinn, die innerhalb der Kirche im Wahren aus der Neigung zum Bösen sind, kann man erkennen aus folgenden Stellen: Jes.47/1,2: "Steige herab und sitze im Staube, Jungfrau, Tochter Babels; sitze auf der Erde, nicht auf einem Thron, Tochter der Chaldäer, nimm die Mühle und mahle Mehl, enthülle deine Haare, entblöße den Fuß, enthülle den Schenkel und wate durch die Flüsse": Tochter Babels bedeutet diejenigen, bei denen das Äußere heilig und gut erscheint, das Innere aber entweiht und schlecht ist: Nr. 1182, 1326; Tochter der Chaldäer aber bedeutet diejenigen, bei denen das Äußere heilig und wahr erscheint, das Innere aber entweiht und falsch ist: Nr. 1368, 1816; die Mühle nehmen und Mehl mahlen, bedeutet, Lehrsätze aus den Wahrheiten herausbringen, die man verdreht, denn Mehl, weil aus Weizen oder Gerste (gewonnen), bedeutet das Wahre aus dem Guten, aber im entgegengesetzten Sinn die Wahrheiten, die man verdreht, um (andere) zu verführen. Jerem.25/10,11: "Ich werde verderben die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme der Mühlen und das Licht der Leuchte; und es wird dieses ganze Land sein zur Verwüstung und Verödung". Joh.Offenb.18/21-23: "Kein Künstler irgendeiner Kunst soll mehr in Babylon gefunden werden, keine Stimme der Mühle soll mehr in ihr gehört werden, und das Licht der Leuchte soll nicht mehr leuchten in ihr, und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr gehört werden in ihr": Stimme der Mühle soll nicht mehr in Babylon gehört werden, bedeutet, kein Wahres. Das Licht der Leuchte soll nicht leuchten, bedeutet, auch kein Verständnis des Wahren. Jerem.Klagel.5/11-14: "Die Weiber in Zion haben sie geschändet, die Jungfrauen in den Städten Jehudahs, die Fürsten sind gehenkt worden durch ihre Hand, das Angesicht der Greise wurde nicht geehrt. Die Jünglinge wurden fortgeführt zum Mahlen, und die Knaben fallen unter dem Holze": Jünglinge, die zum Mahlen abgeführt werden, bedeutet, um Falsches auszubrüten durch Anschließung des Wahren und durch Überredung. 2. Mose 11/5: "Es soll sterben alle Erstgeburt im Lande Ägypten, von dem Erstgeborenen Pharaos, der auf seinem Throne sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, der hinter den Mühlen": die Erstgeborenen Ägyptens, bedeutet die von dem Guten der Liebtätigkeit getrennten Glaubenswahrheiten, die zu Falschem werden: Nr. 3325; der Erstgeborene der Magd, der hinter den Mühlen ist, bedeutet die Neigung zu solchem Wahrem, aus dem Falsches hervorgeht. Dies wird durch solche geschichtliche (Berichte) vorgebildet. 5. Mose 24/6: "Man soll nicht zum Pfande nehmen die Mühlen und den Mühlstein, denn es ist die Seele (oder das Leben) dessen, der das Pfand gibt": dieses Gesetz wurde deshalb gegeben, weil durch Mühlen die Lehrsätze bezeichnet wurden und durch Mühlsteine die Wahrheiten der Lehren. Sie sind es, welche die Seele dessen, der das Pfand gibt, genannt werden. Daß ohne die geistige Bedeutung der Mühlen und des Mühlsteines dieses Gesetz nicht gegeben und auch nicht gesagt worden wäre, daß es seine Seele sei, ist einleuchtend. Daß Mahlen seine Bedeutung von den Vorbildungen ableitet, die in der geistigen Welt stattfinden, ist mir gezeigt worden; denn (einige) wurden gesehen, die daselbst gleichsam mahlten ohne Nutzzweck, nur um ihres Vergnügens willen; und weil die Wahrheiten dann ohne ihre Neigungen aus dem Guten sind, so erscheinen sie zwar wie Wahrheiten in äußerer Form, aber weil das Innere nicht in ihnen ist, sind es Trugbilder (phantasmata); und wenn das Innere böse ist, dann werden sie zur Begründung des Bösen angewendet, und so werden sie durch das Anschließen an das Böse zu Falschem.   33. Kapitel 1. Und Jakob erhob seine Augen, und sah, und siehe, Esau kam, und mit ihm vierhundert Männer; und er verteilte seine Kinder zu Leah und zu Rachel und zu den beiden Mägden. 2. Und er stellte die Mägde und deren Kinder in erster Reihe, und Leah und ihre Kinder hinter ihnen, und Rachel und Joseph nach ihnen. 3. Und er selbst ging vor ihnen her, und er neigte sich zur Erde siebenmal, bis daß er herankam zu seinem Bruder. 4. Und es lief Esau ihm entgegen, und umfaßte ihn, und fiel ihm um den Hals, und küßte ihn, und sie weinten. 5. Und er erhob seine Augen, und sah die Frauen, und die Kinder, und sprach: Wer (sind) diese bei dir? Und er sprach: Die Kinder, die Gott in Gnaden deinem Knechte geschenkt hat. 6. Und die Mägde kamen heran, sie und ihre Kinder, und sie neigten sich (vor ihm). 7. Und es kam auch Leah mit ihren Kindern heran und neigten sich; und danach kam Joseph und Rachel heran, und sie neigten sich (auch). 8. Und er sprach: Was soll dir all dein Lager, dem ich begegnet bin? Und er sprach: Um Gnade zu finden in den Augen meines Herrn. 9. Und Esau sprach: Ich habe reichlich, mein Bruder, es bleibe dein, was dein ist. 10. Und Jakob sprach: Nicht doch; wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand, weil ich gesehen habe dein Angesicht, wie man sieht das Angesicht Gottes, und du mich (wohl) aufgenommen hast. 11. Nimm doch meinen Segen, der dir zugeführt worden, weil Gott in Gnaden mir reichlich gegeben hat, und weil ich alles (reichlich) habe; und er drang in ihn, (bis) er es nahm. 12. Und er sprach: Laß uns aufbrechen und gehen, und ich will dir zur Seite gehen. 13. Und er sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich die zarten Kinder und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe; würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben. 14. Es gehe doch mein Herr vor seinem Knechte hin, und ich will langsam vorwärts schreiten nach dem Schritt der Herde, die vor mir, und nach dem Schritt der Kinder, bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir. 15. Und Esau sprach: So will ich doch zurücklassen bei dir von dem Volke, das mit mir (ist). Und er sprach: Wozu das? laß mich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn. 16. Und Esau kehrte an diesem Tage auf seinem Wege zurück nach Seir. 17. Und Jakob brach auf nach Sukkoth, und baute sich ein Haus, und für sein erworbenes Gut machte er Hütten, deswegen nannte er den Namen des Ortes Sukkoth. 18. Und Jakob kam nach Schalem, der Stadt des Schechem (Sichem), die im Lande Kanaan ist, nachdem er gekommen war aus Paddan Aram, und lagerte sich im Angesichte (gegenüber) der Stadt. 19. Und er kaufte einen Teil des Feldes, wo er sein Zelt aufgeschlagen, aus der Hand der Söhne Chamors, des Vaters des Schechem, um hundert Kesitha. 20. Und er errichtete daselbst einen Altar und nannte ihn El Elohe Israel (d.h. die Macht des Gottes Israels).   Inhalt 4336. Es wird hier im inneren Sinne gehandelt von der Verbindung des göttlich Guten im Natürlichen, das Esau bezeichnet, mit dem Guten des Wahren, das Jakob bezeichnet; also von der Unterwerfung des Letzteren und der Einpflanzung desselben in das göttlich Gute des Natürlichen. Wie dieser Vorgang zustande kommt, wird beschrieben. Zuletzt wird von der Erwerbung des inwendigeren Wahren gehandelt.   Innerer Sinn 4337. In den vorhergehenden Kapiteln wurde, wo von Jakob (die Rede ist), im inneren Sinn von der Erwerbung des Wahren im Natürlichen gehandelt, welche Erwerbung geschieht, damit es mit dem Guten verbunden werden könne; denn alles Wahre existiert um dieses Zweckes willen. Jakob bezeichnet im inneren Sinn dieses Wahre, und Esau das Gute, mit dem das Wahre verbunden werden soll. Bevor die Verbindung geschieht, scheint das Wahre an erster Stelle zu sein, aber nach der Verbindung ist das Gute in Wirklichkeit an erster Stelle; man sehe Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 3995. Dies ist es auch, was durch die Weissagung Jischaks über Esau 1. Mose 27/40 bezeichnet wird: "Von deinem Schwerte wirst du leben, und deinem Bruder wirst du dienen, und es wird (eine Zeit) sein, wo du herrschen wirst, und wirst zerbrechen sein Joch von deinem Halse". Hier wird nun von diesem Zustande gehandelt. Daher kommt es, daß Jakob Esau seinen Herrn und sich Knecht nennt in diesem Kapitel, Vers 5, 8, 13, 14. Man muß wissen, daß Jakob hier das Gute des Wahren vorbildet, aber das Gute des Wahren an sich betrachtet ist nur Wahres; solange nämlich das Wahre nur im Gedächtnis ist, wird es Wahres genannt; dagegen wenn es im Willen und von da in der Tat ist, wird es das Gute des Wahren genannt, denn das Wahre tun ist nichts anderes. Alles, was aus dem Willen hervorgeht, wird Gutes genannt, denn das wesentliche des Willens ist die Liebe und die Neigung daher, und alles, was aus der Liebe und der Neigung derselben geschieht, heißt Gutes. Auch kann das Wahre nicht mit dem Guten verbunden werden, das durch den inneren Menschen einfließt und seinem Ursprung nach göttlich ist, und hier durch Esau vorgebildet wird, bevor das Wahre durch den Willen und die Handlung wahr geworden ist, d.h. zum Guten des Wahren, denn das Gute, das durch den inneren Menschen einfließt und göttlich ist seinem Ursprung nach, fließt in den Willen ein und trifft da mit dem Guten des Wahren zusammen, das durch den äußeren Menschen eingepflanzt worden ist. 4338. Vers 1-3: Und Jakob erhob seine Augen, und sah, und siehe, Esau kam, und mit ihm vierhundert Männer; und er verteilte seine Kinder zu Leah und zu Rachel und zu den beiden Mägden. Und er stellte die Mägde und deren Kinder in erster Reihe, und Leah und ihre Kinder hinter ihnen, und Rachel und Joseph nach ihnen. Und er selbst ging vor ihnen her, und er neigte sich zur Erde siebenmal, bis daß er herankam zu seinem Bruder. "Und Jakob erhob seine Augen, und sah" bedeutet das Innewerden und das Streben des Guten vom Wahren, das Jakob (vorbildet); "und siehe, Esau kam" bedeutet das göttlich Gute im Natürlichen; "und mit ihm vierhundert Männer" bedeutet den Zustand; "und er verteilte seine Kinder zu Leah" bedeutet die Stellung der äußeren Wahrheiten unter ihrer Neigung; "und zu Rachel" bedeutet die Stellung der inwendigeren Wahrheiten unter ihre Neigung; "und zu den beiden Mägden" bedeutet unter der Neigung derer, die ihnen dienten; "und er stellte die Mägde und deren Kinder in erster Reihe, und Leah und ihre Kinder hinter ihnen, und Rachel und Joseph nach ihnen" bedeutet die Ordnung vom allgemeinen an, in dem das übrige war; "und er selbst ging vor ihnen her" bedeutet das Allumfassende (universale), also das Ganze; "und er neigte sich zur Erde siebenmal" bedeutet die Unterwerfung von allem; "bis daß er herankam zu seinem Bruder" bedeutet die Verbindung von seiten des Guten vom Wahren aus, das Jakob (bezeichnet). 4339. "Und Jakob erhob seine Augen, und sah, und siehe", 1. Mose 33/1, bedeutet das Innewerden und das Streben des Guten vom Wahren, das Jakob ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Augen erheben und sehen", insofern es ein Innewerden und ein Streben bezeichnet; denn das Erheben der Augen ist das Äußere, dem die Erhebung des Gemütes entspricht, die das Innere ist, somit auch dem Innewerden, und daher entspricht sehen dem Streben. Daß Jakob hier das Gute des Wahren vorbildet, sehe man Nr. 4337. 4340. "Esau kam", 1. Mose 33/1, bedeutet das göttlich Gute im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Gute des Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 3576. 4341. "Und mit ihm vierhundert Männer", 1. Mose 33/1, bedeutet den Zustand, hier den Zustand der Verbindung des göttlich Guten mit dem Wahren im Natürlichen, denn von dieser handelt es sich hier. Vierhundert bedeutet im Worte den Zustand und die Dauer der Versuchung: Nr. 1847, 2959, 2966; und weil jede Verbindung des Guten mit dem Wahren durch Versuchungen geschieht, deshalb ist es der Zustand der Versuchungen, der hier verstanden wird. Daß durch Versuchungen das Gute mit dem Wahren verbunden wird, sehe man Nr. 2272, 3318; und daß Versuchungen stattfinden, wenn das Gute anfängt, die erste Stelle einzunehmen: Nr. 4248, 4249. Daß ferner die Vereinigung des göttlichen Wesens des Herrn mit Seinem menschlichen Wesen durch Versuchungen bewirkt wurde: Nr. 1737. Das Gute selbst, das mit dem Wahren verbunden werden soll, wird nicht versucht, sondern das Wahre; und auch das Wahre wird nicht vom Guten versucht, sondern von dem Falschen und Bösen, dann auch von den Täuschungen und Einbildungen und deren Neigung, die dem Wahren im Natürlichen anhängen; denn wenn das Gute einfließt, das auf einem inneren Wege, oder durch den inneren vernünftigen Menschen geschieht, dann ertragen die Vorstellungen des natürlichen Menschen, die aus den Sinnestäuschungen und Einbildungen gebildet sind, die Annäherung von jenem (Guten) nicht, denn sie sind nicht übereinstimmend; daher die Angst im Natürlichen und die Versuchung. Das ist es, was im inneren Sinn in diesem Kapitel beschrieben wird, dadurch daß Esau mit vierhundert Männern kam, und Jakob dadurch in Furcht und Angst geriet, und demzufolge in den Zustand der Unterwerfung und Demütigung, denn die Verbindung jener geschieht niemals auf andere Weise. Hieraus kann man erkennen, daß durch vierhundert Männer der Zustand der Versuchung bezeichnet wird: durch vierhundert dieser Zustand selbst, durch Männer aber das vernünftige Wahre, das mit dem Guten verbunden ist, wenn es in das Natürliche einfließt. Daß durch Männer das Verständige und das Vernünftige bezeichnet wird, sehe man Nr. 265, 749, 1007, 3134. Diese Dinge sind aber von der Art, daß sie bei dem Menschen ins Dunkle fallen, weil, solange er im Körper lebt, der Unterschied zwischen dem Vernünftigen und Natürlichen nicht klar erscheint, gar nicht bei denen, die nicht wiedergeboren sind, und nur sehr wenig bei den Wiedergeborenen; denn sie denken nicht darüber nach, und bekümmern sich auch nicht darum. Die Kenntnisse vom Inneren des Menschen sind nämlich beinahe ganz verloren, während sie ehemals den Inbegriff der Einsicht bei den Menschen innerhalb der Kirche ausmachten. Es kann jedoch einigermaßen aus dem erhellen, was früher vom Vernünftigen und dessen Einfluß ins Natürliche gezeigt wurde, nämlich daß das Natürliche durch das Vernünftige wiedergeboren werde: Nr. 3286, 3288, und daß das Vernünftige das Wahre eher aufnehme, als das Natürliche: Nr. 3368, 3671. Dieses Wahre, das aus dem Vernünftigen mit dem Guten in das Natürliche einfließt, ist es, was im inneren Sinn durch die vierhundert Männer, die mit Esau waren, bezeichnet wird. 4342. "Und er verteilte seine Kinder zu Leah", 1. Mose 33/1, bedeutet die Stellung der äußeren Wahrheiten unter ihrer Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verteilen zu jemand", insofern es die Anordnung (oder Stellung) bezeichnet; aus der Bedeutung der Kinder oder der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, und aus der vorbildlichen Bedeutung Leahs, insofern sie die Neigung zum äußeren Wahren ist, worüber Nr. 3793, 3819. Daher sind Kinder oder Söhne hier die Wahrheiten der äußeren Neigung und somit die äußeren Wahrheiten. Äußere Wahrheiten heißen diejenigen, die sinnenhafte Wahrheiten genannt werden, die nämlich unmittelbar aus der Welt durch die leiblichen Sinne einfließen; aber die inwendigeren Wahrheiten, die bezeichnet werden durch die Kinder Rachels, sind es, die mehr inwendig im Natürlichen sind und der Anschauung des Vernünftigen näher liegen, und denen die Täuschungen und Einbildungen nicht so anhängen wie den sinnenhaften (Wahrnehmungen); denn je mehr die Wahrheiten ins Innere eingehen, desto mehr werden sie vom Weltlichen und Irdischen gereinigt. 4343. "Und zu Rachel", 1. Mose 33/1, bedeutet die Stellung der inwendigeren Wahrheiten unter ihrer Neigung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung zu dem inwendigeren Wahren ist, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; daher ihre Kinder oder Söhne hier die inwendigeren Wahrheiten bezeichnen. Man sehe, was Nr. 4342 von den inwendigeren Wahrheiten gesagt worden. 4344. "Und zu den beiden Mägden", 1. Mose 33/1, bedeutet, unter der Neigung zu dem, was jenen dient. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mägde, insofern sie die Neigungen zum Wißtümlichen und zu den Kenntnissen bezeichnen, worüber Nr. 3913, 3917; und aus der vorbildlichen Bedeutung Silpas und Bilhas, die hier die Mägde sind, insofern sie die äußeren Neigungen bezeichnen, die als Mittel dienen, worüber Nr. 3849, 3931. 4345. "Und er stellte die Mägde und deren Kinder in erster Reihe, und Leah und ihre Kinder hinter ihnen, und Rachel und Joseph nach ihnen", 1. Mose 33/2, bedeutet die Ordnung von dem Allgemeineren an, in dem das übrige steht. Dies erhellt aus dem, was eben jetzt von der Bedeutung der Mägde Leahs und Rachels und deren Kinder gesagt wurde, daß nämlich die Mägde die Neigungen zu dem Wißtümlichen und den Kenntnissen bezeichnen, Leah die Neigung zu dem mehr äußeren Wahren, und Rachel die Neigung zu dem inwendigeren Wahren. Die Neigungen zu den Wissenschaften und Erkenntnissen sind meistens äußerliche, denn die Wissenschaften und Erkenntnisse selbst sind es, aus denen und in denen das Wahre (ist). Die Neigung zu dem äußeren Wahren geht daraus hervor und ist innerlicher, und die Neigung zum inneren Wahren ist noch innerlicher. Je (äußerlicher) die Wahrheiten sind, desto allgemeiner sind sie auch; und je innerlicher, desto weniger allgemein, und werden bezugsweise Besonderes und Einzelnes genannt. Mit dem Allgemeinen verhält es sich so, daß es deshalb das Allgemeine heißt, weil es aus dem Besonderen besteht und daher das Besondere in sich enthält. Allgemeines ohne Besonderes ist nicht Allgemeines, sondern wird erst zufolge des Besonderen so genannt. Es verhält sich dies so wie ein Ganzes und dessen Teile: es kann nicht ein Ganzes genannt werden, wenn es nicht Teile enthält, denn aus den Teilen besteht das Ganze. Es gibt nämlich nichts in der ganzen Natur, was nicht aus anderem ist und besteht; das, was aus anderem ist und besteht, wird Allgemeines genannt, und das, woraus es entsteht und besteht, wird das Besondere genannt. Die äußeren Dinge haben aus den inneren ihr Bestehen, daher sind die äußeren beziehungsweise das Allgemeine. So verhält es sich (auch) mit dem Menschen und dessen Fähigkeiten: je äußerlicher dieselben sind, desto allgemeiner sind sie, denn sie bestehen von den inwendigeren her und diese von den inwendigsten, der Ordnung gemäß. Der Körper selbst und was dem Körper angehört, z.B. die äußeren Sinne und Handlungen, sind verhältnismäßig das Allerallgemeinste. Das natürliche Gemüt und was zu diesem Gemüt gehört, ist weniger allgemein, weil innerlicher, und wird beziehungsweise das Besondere genannt. Das vernünftige Gemüt aber, und das, was diesem Gemüt angehört, ist noch inwendiger und beziehungsweise Einzelnes. Das alles tritt deutlich hervor, wenn der Mensch aus dem Körper scheidet und ein Geist wird, denn dann leuchtet ihm ein, daß sein Körperliches nichts anderes war als das Allerallgemeinste von dem, was seinem Geiste angehört, und daß das Körperliche entstand und bestand aus dem, was seinem Geiste angehört, daß also das Geistige beziehungsweise das Besondere gewesen ist; und wenn derselbe Geist ein Engel wird, d.h., wenn er in den Himmel erhoben wird, dann sieht und fühlt er dieselben Dinge, die er früher im Allgemeinen, also im Dunkeln sah und fühlte, im Besondern und in Klarheit, denn dann (sieht er) Unzähliges, wo er früher nur eines gesehen und empfunden hatte. Dies erhellt auch bei demselben Menschen, während er in der Welt lebt: was derselbe in der Kindheit sieht und fühlt, ist das Allgemeinste, was aber in der Knaben- und Jünglingszeit, ist das Besondere dieses Allgemeinen, was aber im reiferen Alter, ist das Einzelne von diesem Besonderen; denn wie der Mensch an Alter zunimmt, so pflanzt er das Besondere in das Allgemeine der Kindheit ein, und hernach das Einzelne in das Besondere, denn er schreitet allmählich gegen das Inwendigere vor, und erfüllt das Allgemeine mit dem Besonderen und das Besondere mit dem Einzelnen. Hieraus kann man nun klar erkennen, was verstanden wird unter der Ordnung vom Allgemeinen, in dem das übrige ist, was dadurch bezeichnet wird, daß er die Mägde und deren Kinder in erster Reihe stellte, und Leah und ihre Kinder hinter ihnen, und Rachel und Joseph nach ihnen. Mit dem Menschen, wenn er wiedergeboren wird, oder, was dasselbe ist, wenn bei ihm das Wahre mit dem Guten verbunden wird, verhält es sich ebenso, und davon wird hier gehandelt; alsdann werden die allgemeinen Neigungen mit ihren Wahrheiten, die hier die Mägde und deren Kinder sind, zuerst dem Guten eingepflanzt, hernach das weniger Allgemeine, d.h. das beziehungsweise Besondere, das hier Leah und deren Kinder ist, endlich das noch weniger Allgemeine, d.h. das verhältnismäßig Einzelne, das hier Rachel und Joseph ist; denn es geht der Mensch dann gleichsam durch die Lebensalter hindurch: zuerst hat er die Kindheit, hernach das Knaben- und Jünglingsalter, endlich das reife Alter. 4346. "Und er selbst ging vor ihnen her", 1. Mose 33/3, bedeutet das Allumfassende, also alles. Dies geht deutlich hervor aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier durch "er selbst" bezeichnet wird, insofern er das Gute des Wahren, d.h. das Wahre im Willen und in der Tat ist, worüber Nr. 4337. Das Gute des Wahren ist das Umfassende des Ganzen, denn das Allgemeine, Besondere und Einzelne, worüber soeben oben, sind die Bestandteile desselben, weil in ihm enthalten. 4347. "Und er neigte sich zur Erde siebenmal", 1. Mose 33/3, bedeutet die Unterwerfung von allem. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich zur Erde neigen", insofern es ein Gefühl der Demut bezeichnet, worüber Nr. 2153, somit auch Unterwerfung. Der höchste Grad der Unterwerfung wird durch siebenmal bezeichnet, und die Unterwerfung des Ganzen dadurch, daß Jakob sich beugte, denn Jakob bildet das Allesumfassende vor, wie Nr. 4346 gesagt wurde. Was die Demütigung und Unterwerfung anbelangt, so wissen wenige, warum sie vor dem Göttlichen sein muß, wenn der Mensch im Gottesdienstlichen sich befindet - daher wissen sie auch nicht, was dieselbe bewirkt. Diejenigen, die nicht in der Kenntnis der inwendigeren Dinge sind, können nicht anders glauben, als: daß das Göttliche die Demütigung und Unterwerfung des Menschen wolle, sowie der Mensch, der in der Begierde nach Ruhm ist, daß somit das Göttliche deshalb Ruhm verlange und von diesem Ruhm angeregt werde, den der Mensch demselben erteilt. Aber die Sache verhält sich ganz und gar anders: das Göttliche hat kein Verlangen nach Ruhm, denn was für einen Ruhm könnte das Göttliche vom Menschen erlangen? Sondern Es will die Demütigung und Unterwerfung nicht um Seinetwillen, sondern um des Menschen willen, denn wenn der Mensch in der Demut ist, dann verabscheut er das Böse und Falsche bei sich, Nr. 2327, 2423, 3994, und entfernt es auf diese Weise, und nach Entfernung desselben kann das Göttliche mit dem Guten und Wahren einfließen. Jeder kann dies bei sich erkennen. Wer hochmütigen Geistes ist, der ist auch in der Selbstliebe, und zieht sich selbst nicht nur anderen vor, sondern bekümmert sich auch nicht um das Göttliche, folglich verschmäht er das Einfließen des Guten und die daher kommende Verbindung desselben mit dem Wahren. Dies ist die wahre Ursache der Demütigung des Menschen vor dem Göttlichen. Daraus erhellt, daß das Gute nicht verbunden werden kann mit dem Wahren, und somit der Mensch nicht wiedergeboren werden kann, wenn er sich nicht demütigt und unterwirft. Vom Wahren wird Demütigung und Unterwerfung ausgesagt, weil das Wahre durch den äußeren Menschen einfließt, das Gute aber durch den inneren. Was durch den äußeren Menschen einfließt, hat Täuschungen bei sich, und daher Falsches mit seinen Neigungen, aber nicht so bei dem, was durch den inneren (einfließt), weil es das Göttliche ist, das durch diesen einfließt und dem Wahren entgegenkommt, damit es mit demselben verbunden werde. Daraus erhellt nun, was unter Unterwerfung des Ganzen verstanden wird, die dadurch bezeichnet wird, daß Jakob sich zur Erde neigte siebenmal, bis daß er herankam zu seinem Bruder. 4348. "Bis daß er herankam zu seinem Bruder", 1. Mose 33/3, bedeutet die Verbindung von seiten des Guten vom Wahren, das Jakob (vorbildet). Dies erhellt aus der Bedeutung von herankommen, insofern es die Absicht bezeichnet, sich zu verbinden, aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, der hier der Bruder ist, insofern er das göttlich Gute im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 4337; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Wahren ist, worüber auch Nr. 4337. Wie sich dies verhält, ist Nr. 4347 erklärt worden. 4349. Vers 4: Und es lief Esau ihm entgegen, und umfaßte ihn, und fiel ihm um den Hals, und küßte ihn, und sie weinten. "Und es lief Esau ihm entgegen" bedeutet das Einfließen des göttlich-natürlich Guten; "und umfaßte ihn" bedeutet die erste Verbindung der Liebe; "und fiel ihm um den Hals" bedeutet die zweite Verbindung mit allem in jenem Allumfassenden; "und küßte ihn" bedeutet die inwendigere Verbindung aus Liebe; "und sie weinten" bedeutet die Wirkung. 4350. "Und es lief Esau ihm entgegen", 1. Mose 33/4, bedeutet den Einfluß des göttlich-natürlich Guten. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von entgegenlaufen, insofern es das Einfließen bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Gute im Natürlichen ist, worüber Nr. 4337, 4340. Daß entgegenlaufen hier das Einfließen bezeichnet, kommt daher, weil das göttlich Gute durch den inneren Menschen einfließt, und dem Wahren entgegenkommt, das durch den äußeren eingepflanzt wird, damit sie verbunden werden. Dies erhellt auch aus dem Folgenden; denn es folgt, daß er ihn umfaßte, um den Hals fiel, und ihn küßte; daß hierdurch die Verbindung durch Liebe bezeichnet werde, wird man einsehen. 4351. "Und umfaßte ihn", 1. Mose 33/4, bedeutet die erste Verbindung der Liebe. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von umfassen, insofern es die Zuneigung bezeichnet, worüber Nr. 3807, und weil die Neigung der Liebe angehört, und die Liebe auf Verbindung abzielt, deshalb ist es die Verbindung der Liebe, die hier bezeichnet wird. Daß die erste Verbindung die der Liebe ist, kommt daher, weil folgt, daß er ihm um den Hals fiel, und hierauf, daß er ihn küßte, das die engeren und inwendigeren Verbindungen aus Liebe bezeichnet. Daß das Umfassen die Wirkung ist, die aus der Verbindung der Liebe fließt, erhellt ohne weitere Erklärung, somit auch, daß es diese Verbindung im inneren Sinn bezeichne; denn was dem inneren Sinn angehört, wird im Worte durch Äußeres dargestellt. 4352. "Und fiel ihm um den Hals", 1. Mose 33/4, bedeutet die zweite Verbindung mit allem, was in jenem Allumfassenden liegt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "um den Hals fallen", insofern es die engere Verbindung bezeichnet, denn es ist ein engeres Umfassen. Durch Hals wird auch im inneren Sinn das Einfließen bezeichnet, und die Gemeinschaft des Inwendigeren mit dem Äußeren, und daher Verbindung; man sehe Nr. 3542, 3603. Daß es die Verbindung des Ganzen ist, oder mit allem in jenem Allumfassenden, kommt daher, weil Jakob, der hier unter "ihm" verstanden wird, das Allumfassende des Ganzen in bezug auf das Wahre bezeichnet: Nr. 4346. Die Verbindung des Guten mit dem Wahren im Natürlichen wird hier beschrieben, und mit dieser verhält es sich auf folgende Weise: das Gute fließt durch den inneren Menschen in den äußeren ein, und verbindet sich daselbst mit den Wahrheiten, die durch den äußeren eingepflanzt worden sind; denn das Gute, das durch den inneren (Menschen) einfließt, gehört der Liebe an. Es gibt nämlich nichts geistig Gutes und Himmlisches, was nicht der Liebe angehört; daher kommt es, und daher heißt es das Gute bei dem Menschen. Die Liebe selbst, die im Guten und bei dem Guten, ist es, die verbindet. Wenn nicht Liebe darin und dabei wäre, könnte niemals irgendeine Verbindung stattfinden, denn Liebe ist nichts anderes als eine geistige Verbindung, die durch jene (Liebe) zustande kommt. Diese Liebe stammt nicht anderswoher als aus dem Herrn, denn Er selbst ist die Quelle und der Ursprung aller himmlischen und geistigen Liebe, somit alles Guten, das daraus entspringt. Diese Liebe ist eine doppelt: eine Himmlische und eine Geistige. Die himmlische Liebe ist die Liebe zum Herrn, und die geistige Liebe ist die Liebe gegen den Nächsten, die Liebtätigkeit (caritas) genannt wird. Diese Liebesarten sind es, aus denen alles himmlisch und geistig Gute stammt, und die sich mit den Wahrheiten verbinden, die Glaubenswahrheiten genannt werden; denn die Glaubenswahrheiten, für sich betrachtet ohne Liebe, sind nur Worte ohne Leben, aber durch die Liebe, somit durch die Verbindung mit dem Guten der Liebe, nehmen sie Leben an. Hieraus kann man erkennen, daß nirgends Glaube vorhanden ist, außer bei denen, die in dem Guten der Liebe sind, und daß der Glaube sich gemäß der Liebe verhält. Und weil nirgends etwas vom Glauben vorhanden ist, außer bei denen, die im Guten der Liebe sind, daher auch nirgends anders Vertrauen oder Zuversicht. Die Zuversicht oder das Vertrauen, die Glaubenszuversicht genannt wird, bei anderen, als bei denen, die in Liebe und Liebtätigkeit sind, ist entweder unecht oder eine solche, wie sie auch bei teuflischen Geistern stattfinden kann, wenn dieselben im Zustand der Furcht oder Angst sind, oder in dem Zustand der Überredung aus Selbst- und Weltliebe. Weil man jedoch heutzutage den Glauben ohne das Gute der Liebtätigkeit für seligmachend erklärt hat und gleichwohl wie ferne erkennt, daß die Glaubenswahrheiten nicht selig machen können, aus dem Grunde, weil sie auch bei den Bösen möglich sind, darum erkennt man das Vertrauen und die Zuversicht an und nennt sie Glaube, während man nicht weiß, was dieser ist, und daß er auch bei den Bösen möglich ist, wie auch, daß es kein geistiges Vertrauen gibt, außer dem, das durch die Liebe und Liebtätigkeit einfließt, und zwar nicht dann, wenn der Mensch in Furcht und Angst ist oder in der Beredung aus Selbst- und Weltliebe, sondern wenn er in einem Zustande der Freiheit ist. Auch nicht bei anderen, als solchen, bei denen das Gute mit den Wahrheiten verbunden ist, eingewurzelt durch den vorausgegangenen Lebenswandel; also nicht in Krankheiten, Unglücksfällen, Lebensgefahren und im Augenblicke des Todes. Wenn ein solches Vertrauen oder solche Zuversicht, wie sie im Zustand des Zwanges erscheint, den Menschen selig machte, so würden alle Sterblichen selig, denn zu einem solchen (Vertrauen) wird ein jeder leicht gebracht. Der Herr, Der das Heil aller will, würde es nämlich allen mitteilen. Von dem Vertrauen aber und der Zuversicht, die Glaube genannt wird, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle gesagt werden, was und wie beschaffen sie sei, und bei welchen sie sich finde. 4353. "Und küßte ihn", 1. Mose 33/4, bedeutet die inwendigere Verbindung aus Liebe. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von küssen, insofern es Verbindung aus Liebe bezeichnet; worüber Nr. 3573, 3574, 4215; hier die inwendigere Verbindung. Es wird in diesem Verse im allgemeinen gehandelt von der Verbindung des göttlich Guten im Natürlichen, das Esau bezeichnet, mit dem Wahren daselbst, das Jakob (vorbildet). Im Folgenden aber von dieser Verbindung im besonderen. Was diese Verbindung selbst anbelangt, so ist sie es, welche die Wiedergeburt beim Menschen bewirkt, denn der Mensch wird dadurch wiedergeboren, daß die Wahrheiten bei ihm mit dem Guten verbunden werden, d.h., daß die Glaubenswahrheiten verbunden werden mit dem, was der Liebtätigkeit angehört. Dieser Vorgang wird hier und im Folgenden vollständig beschrieben. Es wird zwar vom Herrn gehandelt, wie Er selbst Sein Natürliches göttlich gemacht hat, somit wie Er selbst das göttlich Gute mit dem Wahren im Natürlichen vereinigte; aber weil die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist, Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, so wird auch zugleich von dieser im inneren Sinn gehandelt; und weil die Wiedergeburt in die Vorstellung des Menschen fallen kann, nicht aber ebenso die Verherrlichung des Herrn, so ist es erlaubt, diese durch jene zu erläutern. Aus dem, was erklärt worden, erhellt, daß die Verbindung des Guten mit den Wahrheiten, wodurch die Wiedergeburt entsteht, mehr und mehr innerlich fortschreitet, d.h., die Wahrheiten werden allmählich immer innerlicher mit dem Guten verbunden; denn der Zweck der Wiedergeburt ist, daß der innere Mensch mit dem äußeren verbunden werde, somit der Geistige durch das Vernünftige mit dem Natürlichen. Ohne Verbindung beider gibt es keine Wiedergeburt. Auch kann diese Verbindung nicht stattfinden, bevor das Gute mit den Wahrheiten im Natürlichen verbunden ist; denn das Natürliche ist die Grundlage, und was im Natürlichen ist, muß entsprechen. Dies ist der Grund, warum, wenn das Natürliche wiedergeboren wird, die Verbindung des Guten mit den Wahrheiten allmählich immer innerlicher wird; denn das Geistige verbindet sich zuerst mit dem, was das Inwendigste im Natürlichen ist, und dann durch dieses mit dem, was mehr äußerlich ist, auch kann das Innere des Menschen sich nicht mit dem Äußeren desselben verbinden, wenn nicht das Wahre in demselben zum Guten des Wahren wird, d.h. zum Wahren im Wollen und in der Tat, Nr. 4337; denn dann erst können sie verbunden werden. Der Herr nämlich fließt beim Menschen durch den inneren Menschen ein, und zwar durch das Gute daselbst. Das Gute daselbst kann mit dem Guten im äußeren Menschen verbunden werden, nicht aber das Gute unmittelbar mit dem Wahren. Hieraus kann man erkennen, daß das Wahre beim Menschen zuerst zum Wahren im Willen und in der Tat werden muß, d.h. zum Wahren des Guten, bevor die Verbindung des Vernünftigen mit dem Natürlichen, oder des inneren Menschen mit dem äußeren stattfinden kann. Wie aber das Wahre zum Guten des Wahren wird, kann jedem, der aufmerkt, klar sein. Alles göttlich Wahre hat sein Absehen auf diese zwei Gebote: nämlich Gott über alles zu lieben, und den Nächsten wie sich selbst. Diese Gebote sind es, aus denen und um derentwillen die Wahrheiten sind, und auf welche die Wahrheiten näher oder entfernter (sich beziehen). Deshalb werden die Wahrheiten, wenn sie zur Tat werden, allmählich in ihren Ursprung und Zweck eingepflanzt, nämlich in die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und in die Liebe zum Herrn, und dadurch wird das Wahre zum Guten, welches das Gute des Wahren genannt wird. Wenn dies geschieht, dann kann es mit dem inneren Menschen verbunden werden, und diese Verbindung wird allmählich innerlicher, je inwendigere Wahrheiten jenem Guten eingepflanzt werden. Die Tat geht voran, das Wollen des Menschen folgt; denn was der Mensch aus der Einsicht tut, das tut er endlich aus dem Willen, und zuletzt wird es ihm durch Gewohnheit zur Natur. Alsdann wird es seinem Vernünftigen oder dem inneren Menschen eingepflanzt; und wenn es diesem eingepflanzt ist, dann tut er das Gute nicht sowohl aus dem Wahren, als aus dem Guten, denn dann fängt er an, etwas Seliges und gleichsam etwas Himmlisches in jenem zu empfinden. Dies bleibt ihm nach dem Tode, und durch dasselbe wird er in den Himmel erhoben vom Herrn. 4354. "Und sie weinten", 1. Mose 33/4, bedeutet die Wirkung. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von weinen, insofern es die Wirkung des Schmerzes und auch die Wirkung der Freude ist, worüber Nr. 3801; hier die Wirkung der Freude aus der Verbindung des Guten mit den Wahrheiten durch die Liebe. 4355. Vers 5-7: Und er erhob seine Augen, und sah die Frauen, und die Kinder, und sprach: Wer (sind) diese bei dir? Und er sprach: Die Kinder, die Gott in Gnaden deinem Knechte geschenkt hat. Und die Mägde kamen heran, sie und ihre Kinder, und sie neigten sich (vor ihm). Und es kam auch Leah mit ihren Kindern heran und neigten sich; und danach kam Joseph und Rachel heran, und sie neigten sich (auch). "Und er erhob seine Augen" bedeutet das Innewerden; "und sah die Frauen, und die Kinder" bedeutet (das Innewerden) der Neigungen zum Wahren und zu den Wahrheiten, die sie hatten; "und sprach: Wer (sind) diese bei dir?" bedeutet die Anerkennung; "und er sprach: Die Kinder, die Gott in Gnaden deinem Knechte geschenkt hat" bedeutet die Wahrheiten aus der göttlichen Vorsehung; "und die Mägde kamen heran, sie und ihre Kinder und sie neigten sich (vor ihm)" bedeutet das sinnlich Wißtümliche und die Wahrheiten desselben, wie auch ihre Unterwerfung; "und es kam auch Leah mit ihren Kindern heran, und neigten sich" bedeutet die Neigung zu dem Wahren des Glaubens in Ansehung des Äußeren, und die Wahrheiten desselben, und die unterwürfige Einführung derselben; "und danach kam Joseph und Rachel heran, und sie neigten sich (auch)" bedeutet die Neigungen zu dem Wahren des Glaubens in Ansehung des Inneren und die unterwürfige Einführung desselben. 4356. "Und er erhob seine Augen", 1. Mose 33/5, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Augen erheben", insofern es das Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 4083, 4339. 4357. "Und sah die Frauen, und die Kinder", 1. Mose 33/5, bedeutet (das Innewerden) der Neigungen zum Wahren und zu den Wahrheiten, die sie hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frauen, hier der Mägde Leahs und Rachels, insofern sie die Neigungen zum Wahren bezeichnen, worüber Nr. 3738, 3782, 3793, 3819,4344; und aus der Bedeutung der Kinder oder Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; hier die Wahrheiten, die sie hatten. 4358. "Und sprach: Wer (sind) diese bei dir?", 1. Mose 33/5, bedeutet die Anerkennung. Dies kann man daraus erkennen, daß Fragen im Buchstabensinn nicht auch Fragen im höchsten Sinne sind; denn der Herr, von dem in diesem Sinn gehandelt wird, hat nicht nötig, einen Menschen zu fragen; Er weiß nämlich alles und jedes. Daher bedeutet die Frage: "Wer sind diese bei dir?" die Anerkennung; denn unter Esau wird der Herr vorgebildet in Ansehung des göttlich Guten im Natürlichen, und das göttlich Gute erkennt sogleich die Wahrheiten an, die es mit sich verbinden kann. Übrigens tut dies jedes Gute, denn das Gute kann nicht ohne dasjenige sein, was es Wahrheiten nennt, noch auch die Wahrheiten ohne dasjenige, was sie Gutes nennen; sie verbinden sich aus sich selbst. Aber wie das Gute beschaffen ist, so beschaffen sind auch die Wahrheiten, mit denen es sich verbindet. Das Gute ist es, das jene anerkennt und sich mit ihnen vermählt, wie der Gatte mit der Gattin; denn die Verbindung des Guten mit den Wahrheiten, ist eine Ehe im geistigen Sinn: Nr. 2508, 2618; daß das Gute sein Wahres anerkennt, und das Wahre sein Gutes, und beide verbunden werden, sehe man Nr. 3101, 3102, 3161, 3179, 3180. 4359. "Und er sprach: Die Kinder, die Gott in Gnaden deinem Knechte geschenkt hat", 1. Mose 33/5, bedeutet die Wahrheiten aus der göttlichen Vorsehung. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung der Kinder oder Söhne, insofern es Wahrheiten sind, worüber Nr. 4357, und aus der Bedeutung von "die Gott in Gnaden geschenkt hat", insofern es aus göttlicher Vorsehung ist; denn alles, was Gott schenkt, geht von Seiner Vorsehung aus. 4360. "Und die Mägde kamen heran, sie und ihre Kinder, und sie neigten sich (vor ihm)", 1. Mose 33/6, bedeutet das sinnlich Wißtümliche und dessen Wahrheiten, wie auch die Unterwerfung derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mägde, insofern sie die Neigungen zu den Wissenschaften und Kenntnissen bezeichnen, die dem äußeren Menschen angehören, worüber Nr. 4344, daher das sinnlich Wißtümliche, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung der Kinder oder Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4357; und aus der Bedeutung von "sich neigen", insofern es Unterwerfung ausdrückt. Das sinnlich Wißtümliche, das durch die Mägde bezeichnet wird, ist die Kenntnis der äußeren Dinge, die der Welt angehören, und daher das Allgemeinste von allem, Nr. 4345, und es sind diejenigen Dinge, die durch die äußeren Sinne unmittelbar eingehen und durch die Sinne selbst wahrgenommen werden. In diesen (Kenntnissen) sind alle in der Kindheit, und sie dienen als Grundlage für die Erkenntnis geistiger Dinge, denn die geistigen Dinge gründen sich auf die natürlichen, und werden in diesen vorgebildet. Weil die Wahrheiten mit dem Guten verbunden werden, der Ordnung gemäß, von dem Allgemeinen an, wie oben Nr. 4344 gezeigt wurde, deshalb wird hier erwähnt, daß die Mägde und deren Kinder sich zuerst neigten, d.h. sich unterwarfen. 4361. "Und es kam auch Leah mit ihren Kindern heran, und neigten sich", 1. Mose 33/7, bedeutet die Neigung zu dem Wahren des Glaubens in bezug auf die äußeren Dinge und deren Wahrheiten, sowie die unterwürfige Einführung derselben. Dies geht deutlich hervor aus der vorbildlichen Bedeutung Leahs, insofern sie die Neigung zum äußeren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3793, 3819; somit auch die Neigung zum Wahren des Glaubens in bezug auf äußere Dinge; aus der Bedeutung der Kinder oder der Söhne, insofern sie Wahrheiten sind, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung von "sich neigen", insofern es Unterwerfung bezeichnet, d.h. die unterwürfige Einführung in das göttlich Gute des Natürlichen, das durch Esau vorgebildet wird. 4362. "Und danach kam Joseph und Rachel heran, und sie neigten sich (auch)", 1. Mose 33/7, bedeutet die Neigungen zu dem Glaubenswahren in bezug auf innere Dinge und deren unterwürfige Einführung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlisch Geistige bezeichnet, worüber Nr. 4286; aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung zu dem inneren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der Bedeutung von "sich neigen", insofern es eine unterwürfige Einführung bezeichnet, wie Nr. 4361. Wie sich dies verhalte, ist beim 2. Vers erklärt worden. 4363. Vers 8-11: Und er sprach: Was soll dir all dein Lager, dem ich begegnet bin? Und er sprach: Um Gnade zu finden in den Augen meines Herrn. Und Esau sprach: Ich habe reichlich, mein Bruder, es bleibe dein, was dein ist. Und Jakob sprach: Nicht doch; wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand, weil ich gesehen habe dein Angesicht, wie man sieht das Angesicht Gottes, und du mich wohl aufgenommen hast. Nimm doch meinen Segen, der dir zugeführt worden, weil Gott in Gnaden mir reichlich gegeben hat, und weil ich alles reichlich habe; und er drang in ihn, (bis) er es nahm. "Und er sprach: Was soll dir all dein Lager, dem ich begegnet bin?" bedeutet die Einzelheiten, die daher stammen; "und er sprach: Um Gnade zu finden in den Augen meines Herrn" bedeutet die freudige Einführung; "und Esau sprach: Ich habe reichlich, mein Bruder, es bleibe dein, was dein ist" bedeutet die stillschweigende Annahme, damit er so die Neigung des Guten aus dem Wahren einpflanzen könnte; "und Jakob sprach: Nicht doch" bedeutet den Ursprung der Neigung; "wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand" bedeutet das Gegenseitige der Neigung, daß sie eingepflanzt würde; "weil ich gesehen habe dein Angesicht, wie man sieht das Angesicht Gottes, und du mich (wohl) aufgenommen hast" bedeutet die Neigung selbst vermöge des Innewerdens, wodurch sie gegenseitig eingepflanzt wurde; "nimm doch meinen Segen, der dir zugeführt worden" bedeutet das Göttliche, das mit dem göttlich Guten im Natürlichen verbunden werden muß; "weil Gott in Gnaden mir reichlich gegeben hat" bedeutet, infolge der Vorsehung; "und weil ich alles reichlich habe" bedeutet den geistigen Reichtum desselben; "und er drang in ihn, (bis) er es nahm" bedeutet, daß jenes vom Guten des Wahren durch die vom göttlich Guten eingeflößte Neigung eingepflanzt wurde. 4364. "Und er sprach: Was soll dir all dein Lager, dem ich begegnet bin?", 1. Mose 33/8, bedeutet die Einzelheiten, die daher stammen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagers hier, insofern es Besonderheiten bezeichnet, denn es ist das, was 1. Mose 32/14,15 erwähnt worden, nämlich: "zweihundert Ziegen und zwanzig Ziegenböcke, zweihundert Schafe und zwanzig Widder, dreißig säugende Kamele mit ihren dreißig Jungen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Esel und zehn junge Esel"; daß diese das Gute und Wahre mit dem Dienstbaren derselben waren, durch welche die Einführung geschah, sehe man Nr. 4263, 4264; somit auch Besonderheiten (speciatia). Diese Besonderheiten sind hier nichts anderes als die Bestätigungen, daß das Wahre wahr, und das Gute gut sei. Diese kommen zu den Kenntnissen und Neigungen des Menschen hinzu, d.h. zu demjenigen, was er kennt, und was er liebt, und wegen dessen er wünscht und begründet, daß es sich so verhalte. Die Geschenke, die vor Alters in der Kirche den Königen und Priestern gegeben wurden, schlossen auch solches in sich. Es ist bekannt, daß man den anderen für seine Meinung, oder für das, was man gut und wahr nennt, sowohl durch Vernunftgründe, als durch Neigungen gewinnt; die bestätigenden (Gründe) selbst sind es, die unter den Besonderheiten verstanden und hier durch das Lager bezeichnet werden. Deshalb wird gesagt, daß jenes Lager sei, um Gnade zu finden in den Augen meines Herrn; und darauf: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand. Ebenso verhält es sich in geistigen Dingen oder in Sachen des Glaubens, wenn sie mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden werden; der Mensch glaubt, das Gute und Wahre fließe unmittelbar aus dem Himmel ein, somit ohne Vermittlungen bei dem Menschen; aber da irrt er sehr: der Herr führt einen jeden durch seine Neigungen und lenkt ihn so durch die geheim wirkende Vorsehung, denn er führt ihn vermöge des freien Willens: Nr. 1937, 1947; daß alle Freiheit (des Willens) der Neigung oder der Liebe angehört, sehe man Nr. 2870, 2873; und daß daher jede Verbindung des Guten mit dem Wahren mit Freiheit geschehe, nicht aber mit Zwang: Nr. 2875, 2876, 2877, 2878, 2881, 3145, 3146, 3158, 4031. Wenn daher der Mensch im Stande der Freiheit zum Guten geführt worden ist, dann werden die Wahrheiten angenommen und eingepflanzt, und dann beginnt er, von ihnen angeregt zu werden, und so wird er allmählich in die himmlische Freiheit eingeführt. Wenn der, welcher wiedergeboren ist, d.h., der den Nächsten liebt, und mehr noch, der den Herrn (liebt), über sein voriges Leben nachdenkt, dann begreift er, daß er mehrenteils durch sein eigenes Denken und durch seine eigene Neigung geführt worden ist. Was unter den Besonderheiten, die daher kommen, hier zunächst verstanden wird, kann durch Beispiele besser erhellen: die Wahrheit, die dem Guten eingepflanzt werden soll, sei die, daß der Mensch ein Leben habe nach dem Tode; wenn dieses nicht durch Besonderheiten begründet wird, so wird es nicht angenommen; z.B. dadurch, daß der Mensch denken kann nicht nur über das, was er sieht, und was er fühlt, sondern auch über das, was er nicht sieht und fühlt; daß er von solchen Dingen auch angeregt und durch seine Neigung mit denselben verbunden werden kann, also mit dem Himmel, ja mit dem Herrn selbst, und daß, wer mit dem Göttlichen verbunden werden kann, auch in Ewigkeit nicht sterben kann. Dieses und ähnliches mehr sind Besonderheiten, die vorausgehen, bevor jenes Wahre in das Gute eingepflanzt, d.h., bevor es völlig geglaubt wird. Zwar unterwirft sich jenes Wahre zuerst, aber doch bewirken (erst) diese Besonderheiten, daß es angenommen wird. Als Beispiel möge auch (die Wahrheit) dienen, daß der Mensch ein Geist ist, und daß derselbe mit einem Körper bekleidet ist, solange er in der Welt lebt. Auch dies ist eine Wahrheit, die dem Guten eingepflanzt werden muß; denn wenn sie nicht eingepflanzt ist, so bekümmert sich (der Mensch) nicht um den Himmel; denn er denkt dann von sich, wie von unvernünftigen Tieren. Aber diese Wahrheit kann nicht anders eingepflanzt werden, als durch Besonderheiten, z.B. dadurch, daß der Körper, den er mit sich herumträgt, zu Nutzzwecken hienieden dient, damit er nämlich durch seine materiellen Augen die Dinge sehen kann, die in der Welt sind, und durch die materiellen Muskeln handeln kann, wodurch seine Kräfte den wägbaren (materiellen) Dingen hienieden angepaßt sind; und daß gleichwohl im Inneren etwas ist, was denkt und will, dessen Werkzeug oder materielles Organ der Körper ist, und daß der Geist oder der Mensch selbst es ist, der durch jene Organe handelt und fühlt, und daß er dies durch mehrfache Erfahrung bei sich begründen kann, wenn er einmal in dem Glauben ist, daß es so sei. Diese Dinge alle sind Besonderheiten, die vorausgeschickt werden, und die machen, daß jenes Wahre selbst eingepflanzt wird in das Gute, und stammen auch von demselben her. Dieses und ähnliches ist es, was hier durch Lager bezeichnet wird. 4365. "Und er sprach: Um Gnade zu finden in den Augen meines Herrn", 1. Mose 33/8, bedeutet die freudige Einführung. Dies kann ohne Erklärung erhellen, denn Gnade finden, bedeutet, es möge angenommen werden, und was angenommen ist, wird gerne eingeführt, d.h. eingepflanzt. 4366. "Und Esau sprach: Ich habe reichlich, mein Bruder, es bleibe dein, was dein ist", 1. Mose 33/9, bedeutet die stillschweigende Annahme, damit er so die Neigung des Guten aus dem Wahren einpflanzen möge. Dies kann man deutlich erkennen aus der Weigerung hier, indem sie eine Zustimmung in sich schließt, denn er nahm es dennoch an. Die Absicht bei der Weigerung, wenn jemand etwas (doch) annimmt, ist bisweilen, damit eine Zuneigung eingeflößt werde, und sie wird auch dadurch vermehrt, und so geht man vom Wohldenken zum Wohlwollen über. Der Mensch wird vom Herrn im geistigen Leben fast durch gleiches geführt, wie der Mensch andere im bürgerlichen Leben leitet: in diesem ist es gebräuchlich, sich zu weigern, (etwas anzunehmen), damit es aus Neigung, also nicht aus dem Denken allein, sondern auch aus dem Wollen geschehe; denn, wenn es nicht angenommen würde, so würde der beabsichtigte Zweck verlorengehen. Deswegen dringt die Absicht darauf, daß der andere kräftiger denkt, und dadurch auch von Herzen will. Daß solches im geistigen Leben nicht so wie im bürgerlichen Leben erscheint, kommt daher, weil es nur wenige gibt, bei denen das Gute mit dem Wahren verbunden wird, d.h., die wiedergeboren werden, und auch die wenigen, die wiedergeboren werden, denken nicht über solche Dinge nach, und können es auch nicht; denn sie wissen nicht, was geistig Gutes ist, weil nicht, was Liebtätigkeit, und was der Nächste im eigentlichen Sinn ist; und weil sie dieses nicht wissen, können sie auch keine inwendigere Vorstellung von dem Glaubenswahren haben. Und außerdem trennen sie das geistige Leben vom bürgerlichen so sehr, daß sie von diesem aus über jenes sich keine Vorstellung zu machen wagen; daß sie sich entsprechen, und daß jenes in diesem vorgebildet wird, wissen sie ganz und gar nicht, ja manche lassen nicht einmal eine Vergleichung zu, während doch die Sache sich so verhält, daß man sich keine Vorstellung vom geistigen Leben machen kann, außer von dem aus, was im bürgerlichen Leben ist; entfernt man dieses, so sinkt jenes (immer mehr), bis man es zuletzt nicht mehr glaubt. Dies kann man offenbar daraus erkennen, daß nicht mehr geglaubt wird, daß die Geister und Engel unter sich wie Menschen sich unterhalten, und daß sie miteinander reden, und über das Ehrbare und Anständige, über das Gerechte und Billige, wie auch über das Gute und Wahre, ähnlich wie die Menschen Erörterungen anstellen, und noch weit vollkommener; weniger noch (glaubt man), daß sie gegenseitig sich sehen, hören, erforschen, zu Gesellschaften verbinden, zusammen wohnen, und mehreres andere. 4367. "Und Jakob sprach: Nicht doch", 1. Mose 33/10, bedeutet den Ursprung der Neigung. Dies erhellt aus dem, was gleich oben gesagt worden ist, nämlich daß die Weigerung, die Gabe anzunehmen, die Neigung einflöße, die hier dadurch bestätigt wird, daß er sagt, "nicht doch"; daraus erhellt, daß es den Ursprung der Neigung bezeichne. 4368. "Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand", 1. Mose 33/10, bedeutet das Gegenseitige der Neigung, damit sie eingepflanzt werde. Dies geht deutlich hervor aus dem, was vorangeht, und was folgt; denn es wird von der Verbindung des Guten mit dem Wahren im Natürlichen gehandelt, somit vom Einpflanzen der Neigung vom Guten aus in das Wahre. Daß deshalb die Weigerung war, die von Jakob geschickte Gabe (anzunehmen), nämlich damit die Neigung dem Wahren eingepflanzt werde, ist Nr. 4366 gezeigt worden; deshalb wird durch das gleich vorangehende "nicht doch" der Ursprung der Neigung bezeichnet: Nr. 4367; daher wird durch die Worte: "wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so nimm doch meine Gabe aus meiner Hand", das Gegenseitige der Neigung, eingeflößt zu werden, bezeichnet; denn er sagt dies aus Wohlwollen, d.h. aus der Zuneigung; daher wird im Folgenden gesagt, "daß er in ihn drang". Durch das Gegenseitige der Neigung, das vom Guten, das Esau vorbildet, dem Wahren eingepflanzt wird, das Jakob vorbildet, wird die Neigung zum Wahren verstanden. Es gibt nämlich zwei Neigungen, die himmlisch sind, nämlich die Neigung zum Guten und die Neigung zum Wahren, von denen im vorigen einigemal gehandelt worden ist. Die Neigung zum Wahren leitet ihren Ursprung nicht anderswoher als aus dem Guten; die Neigung selbst stammt daher, denn das Wahre hat nicht Leben von sich, sondern empfängt das Leben vom Guten. Deswegen geht es, wenn der Mensch vom Wahren angeregt wird, nicht vom Wahren aus, sondern vom Guten, das in das Wahre einfließt und die Neigung selbst bildet. Das wird hier verstanden unter dem Gegenseitigen der Neigung, daß es eingeflößt werde. Es ist bekannt, daß es viele innerhalb der Kirche gibt, die vom Worte des Herrn angeregt werden, und viel Mühe auf das Lesen desselben verwenden; aber dennoch gibt es nur wenige, die den Zweck (Absicht) haben, über das Wahre belehrt zu werden, denn die meisten bleiben bei ihrer Glaubenssatzung (Dogma), die allein sie aus dem Worte zu bestätigen suchen. Diese scheinen in der Neigung zum Wahren zu sein, aber sie sind es nicht. In der Neigung zum Wahren sind nur diejenigen, die es lieben, über die Wahrheiten belehrt zu werden, d.h. zu wissen, was wahr ist, und in dieser Absicht in der Schrift zu forschen. In dieser Neigung aber ist niemand, als wer im Guten ist, d.h., wer in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und mehr noch, wer in der Liebe zum Herrn ist. Bei diesen fließt das Gute selbst in das Wahre ein, und bildet die Neigung, denn der Herr ist in jenem Guten gegenwärtig. Dies kann aus folgenden Beispielen erläutert werden: Diejenigen, die im Guten der echten Liebtätigkeit sind und die Worte lesen, die der Herr zu Petrus gesprochen hat: "Ich sage dir, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen; und Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und was du irgend auf Erden binden wirst, wird auch in den Himmeln gebunden sein, und was du irgend lösen wirst auf Erden, wird auch in den Himmeln gelöst sein": Matth.16/15-19. Diejenigen, die in der Neigung des Wahren aus dem Guten echter Liebtätigkeit sind, lassen sich gerne darüber belehren, was unter jenen Worten zu verstehen sei, und wenn sie hören, daß durch den Felsen daselbst, auf dem die Kirche erbaut werden soll, der Glaube der Liebtätigkeit bezeichnet werde, und folglich auch durch Petrus, und daß somit diesem Glauben die Schlüssel, den Himmel zu öffnen und zu verschließen, gegeben seien (man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22): dann freuen sie sich, und werden angeregt von jenem Wahren, weil so dem Herrn allein, von dem der Glaube stammt, jene Macht zugeschrieben wird. Aber diejenigen, die nicht in der Neigung zum Wahren aus dem Guten der echten Liebtätigkeit sind, sondern in der Neigung zum Wahren aus einem anderen Guten (oder Trieb), und mehr noch, wenn aus der Selbst- und Weltliebe, können von jenem Wahren nicht angeregt werden, sondern sie werden betrübt, und werden auch zornig, denn sie wollen jene (Macht) dem Priestertume beilegen. Sie werden zornig, weil sie so der Herrschaft beraubt werden, und sie werden betrübt, weil sie ihren Einfluß verlieren. Auch Folgendes diene als Beispiel: wenn diejenigen, die in der Neigung zum Wahren aus echter Liebtätigkeit sind, hören, daß die Liebtätigkeit die Kirche ausmache, nicht aber der von derselben getrennte Glaube, so nehmen sie diese Wahrheit mit Freuden auf. Diejenigen aber, die in der Neigung des Wahren aus Selbst- und Weltliebe sind, nehmen es nicht auf. So auch, wenn diejenigen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten echter Liebtätigkeit sind, hören, daß die Liebe gegen den Nächsten nicht aus sich entstehe, sondern vom Herrn, so freuen sie sich; diejenigen aber, die von Selbst- und Weltliebe erfüllt sind, nehmen diese Wahrheit nicht auf, sondern behaupten eifrig, daß diese Liebe aus sich entstehe. Daher wissen sie auch nicht, was es heißt, den Nächsten lieben wie sich selbst. Diejenigen, die in der Neigung zum Wahren aus dem Guten echter Liebtätigkeit sind, nehmen es mit Freuden an, wenn sie belehrt werden, daß die Werke des äußeren Menschen nichts sind, wenn sie nicht aus dem inneren Menschen hervorgehen, somit aus dem Wohlwollen. Die aber, welche in der Neigung zum Wahren aus Selbst- und Weltliebe sind, loben die Werke des äußeren Menschen, aber um den guten Willen des inneren Menschen bekümmern sie sich nicht, ja sie wissen gar nicht, daß der gute Wille des inneren Menschen nach dem Tode bleibt, und daß die von diesem getrennten Werke des äußeren Menschen tot sind und zugrunde gehen, so auch mit allem übrigen. Hieraus erhellt, daß die Glaubenswahrheiten niemals bei jemand verbunden werden können, wenn er nicht im Guten echter Liebtätigkeit ist, also nur beim Guten. Ferner, daß jede echte Neigung zum Wahren aus jenem Guten stammt. Jeder kann dies aus einer Erfahrung bestätigt sehen, die täglich vorkommt, daß nämlich diejenigen, die im Bösen sind, nicht glauben, sondern diejenigen, die im Guten sind. Daraus erhellt augenscheinlich, daß das Wahre des Glaubens mit dem Guten verbunden werden soll, und niemals mit dem Bösen. 4369. "Weil ich gesehen habe dein Angesicht, wie man sieht das Angesicht Gottes, und du mich wohl aufgenommen hast", 1. Mose 33/10, bedeutet die Neigung selbst durch das Innewerden, wodurch sie gegenseitig eingepflanzt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Angesicht sehen, wie das Angesicht Gottes", insofern es die Neigung durch das Innewerden bezeichnet, denn durch Angesicht wird das Inwendigere bezeichnet: Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066; und durch Angesicht Gottes alles Gute: Nr. 222, 223; wenn dieses einfließt, so gibt es die Neigung durch Innewerden; und aus der Bedeutung von "mich aufnehmen", insofern es die eingepflanzte Neigung bezeichnet. Daß es die eingepflanzte Neigung bezeichne, erhellt aus demjenigen, was von dem Einpflanzen der Neigung gleich oben gesagt worden ist, also aus dem Zusammenhang. 4370. "Nimm doch meinen Segen, der dir zugeführt worden", 1. Mose 33/11, bedeutet das Göttliche, das mit dem göttlich Guten im Natürlichen verbunden werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung des Segens hier, insofern es das bezeichnet, was 1. Mose 32/14,15 erwähnt wurde; daß dadurch das göttlich Gute und Wahre bezeichnet werde mit dem Dienstbaren desselben, durch das die Einführung bewirkt wird, sehe man Nr. 4263, 4264; daß dieses dem göttlich Guten im Natürlichen beigesellt werden muß, ist Nr. 4364 erklärt worden. 4371. "Weil Gott in Gnaden mir reichlich gegeben hat", 1. Mose 33/11, bedeutet, aus der Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung dieser Worte hier, insofern sie die Vorsehung bezeichnen, wie Nr. 4359. 4372. "Und weil ich alles reichlich habe", 1. Mose 33/11, bedeutet seinen geistigen Reichtum. Dies erhellt aus der Bedeutung von dem, daß er alles habe, insofern es hier seinen geistigen Reichtum bezeichnet, denn die Schaf- und Rinderherden waren es, durch die, wie oben gezeigt wurde, das Gute und Wahre bezeichnet wird, das geistiger Reichtum genannt wird und auch ist. Geistiger Reichtum wird vom Wahren ausgesagt und die Nutzwirkung desselben vom Guten. 4373. "Und er drang in ihn, (bis) er es nahm", 1. Mose 33/11, bedeutet, daß jenes vom Guten des Wahren durch die vom göttlich Guten eingegebene Neigung eingepflanzt wurde. Dies erhellt aus dem, was bisher von Nr. 4364 an erklärt worden ist. Die Neigung selbst, die dem Guten des Wahren eingegeben ist vom göttlich Guten, ist dadurch bezeugt, daß er in ihn drang; man sehe Nr. 4366. Was die Neigung zum Wahren, wovon in diesen Versen gehandelt worden ist, weiter anbelangt, so muß man wissen, daß sie dem Anschein nach vom Wahren herstammt und also im Wahren ist; aber sie stammt nicht vom Wahren her, sondern vom Guten, denn dem Wahren wohnt kein Leben inne, außer vom Guten. Wenn es scheint, als ob es vom Wahren herkomme, so verhält es sich damit vergleichsweise wie mit dem Leben, das im Körper ist, und doch nicht von dem Körper, sondern von der Seele ausgeht, und nicht von der Seele, sondern durch die Seele vom Urgrund des Lebens, d.h. vom Herrn, und doch dem Körper eigen scheint. Auch verhält es sich damit wie mit einem Bilde im Spiegel, das im Spiegel zu sein scheint, während es doch von dem ausgeht, was in das Bild einfließt. Daß der innere Sinn dieser und der vorhergehenden Worte so beschaffen sei, erscheint freilich nicht denen, die mit ihrem Gemüte am Geschichtlichen hängen bleiben, denn sie denken nur an Esau und an Jakob sowie an die vorausgeschickte Gabe. Sie wissen nicht, daß durch Esau das göttlich Gute im Natürlichen vorgebildet wird, und durch Jakob das Wahre, das daselbst mit dem göttlich Guten verbunden werden muß, und daß hier durch ihre freundschaftliche Unterredung die Neigung bezeichnet wird, die dem Wahren vom Guten eingeflößt wurde. Gleichwohl aber verstehen die Engel dieses Geschichtliche nicht anders, wenn es von Menschen gelesen wird; denn die Engel haben keine andere Vorstellung als eine geistige, und in diese verwandelt sich bei ihnen der geschichtliche Sinn; auf diese Weise entsprechen die Gedanken der Engel den menschlichen. Es sind beständig solche Entsprechungen vorhanden, die machen, daß das Wort heilig und göttlich ist; denn so wird der Buchstabensinn durch sein Hinaufsteigen ein geistiger, und zwar bis zum Herrn, wo er göttlich ist, darin besteht die Inspiration (Eingebung der Heiligen Schrift). 4374. Vers 12-16: Und er sprach: Laß uns aufbrechen und gehen, und ich will dir zur Seite gehen. Und er sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich die zarten Kinder und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe; würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben. Es gehe doch mein Herr vor seinem Knechte hin, und ich will langsam vorwärts schreiten nach dem Schritt der Herde, die vor mir, und nach dem Schritt der Kinder, bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir. Und Esau sprach: So will ich doch zurücklassen bei dir von dem Volke, das mit mir (ist). Und er sprach: Wozu das? laß mich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn. Und Esau kehrte an diesem Tage auf seinem Wege zurück nach Seir. "Und er sprach: Laß uns aufbrechen und gehen" bedeutet das Allmähliche; "und ich will dir zur Seite gehen" bedeutet, daß sie verbunden werden sollen; "und er sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich die zarten Kinder" bedeutet die Wahrheiten, die noch nicht das göttliche Leben erlangt haben; "und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe" bedeutet das inwendigere und natürliche Gute, das bis dahin das göttliche Leben nicht erlangt hatte; "würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben" bedeutet das Verweilen und das Allmähliche, und daß sie anders nicht leben könnten, und somit zur Verbindung erst vorbereitet werden müßten; "es gehe doch mein Herr vor seinem Knechte hin" bedeutet die allgemeinere Gegenwart; "und ich will langsam vorwärts schreiten" bedeutet den Zustand der allmählichen Vorbereitung; "nach dem Schritt der Herde, die vor mir" bedeutet, dem Allgemeinen gemäß; "und nach dem Schritt der Kinder" bedeutet, den Wahrheiten gemäß, die daselbst; "bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir" bedeutet, bis sie dann verbunden werden können; Seir bezeichnet die Verbindung des Geistigen mit dem Himmlischen im Natürlichen; "und Esau sprach: So will ich doch zurücklassen bei dir von dem Volke, das mit mir (ist)" bedeutet, daß einiges vom Wahren des Guten mit ihnen verbunden werden solle; "und er sprach: Wozu das? laß mich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn" bedeutet die Erleuchtung von der inwendigeren Gegenwart; "und Esau kehrte an diesem Tage auf seinem Wege zurück nach Seir" bedeutet den Zustand des göttlich Guten im Natürlichen dann, als ihm das Gute des Wahren beigesellt worden; der Weg ist beziehungsweise das Gute des Wahren. 4375. "Und er sprach: Laß uns aufbrechen und gehen", 1. Mose 33/12, bedeutet das Allmähliche, nämlich der Verbindung des Guten mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen und gehen, insofern es offenbar ein Fortschreiten zu dem Entfernteren in sich schließt; denn das Fortschreiten und das Allmähliche ist enthalten in dem inneren Sinn dessen, was nun folgt. 4376. "Und ich will dir zur Seite gehen", 1. Mose 33/12, bedeutet, sie müßten verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zur Seite gehen", insofern es eine Beigesellung bezeichnet, hier also, daß sie verbunden werden sollen, nämlich das Gute mit dem Wahren. 4377. "Und er sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich die zarten Kinder (habe)", 1. Mose 33/13, bedeutet die Wahrheiten, die noch nicht das göttliche Leben erlangt haben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder oder Söhne, insofern es Wahrheiten sind, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, und aus der Bedeutung des Zarten, insofern es etwas Neues bezeichnet; was also einiges Leben erlangt hat, aber noch nicht das echte, hier das göttliche, weil von der Verherrlichung des Herrn in bezug auf das göttlich Natürliche gehandelt wird. Diese Dinge können aus dem erläutert werden, was bei dem Menschen vorgeht, der wiedergeboren wird, denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Bild der Verherrlichung des Herrn. Der Mensch, der wiedergeboren wird, durchläuft, gleich wie der Mensch, der geboren wird, die Lebensalter, nämlich die Kindheit, das Knabenalter, das Jünglingsalter oder die Jugend, und das reife Alter; denn ein Mensch, der wiedergeboren wird, wird von neuem geboren. Wenn er ein Kind ist, dann haben die Wahrheiten bei ihm zwar Leben, aber noch kein geistiges; sie sind nur allgemeine Wahrheiten ohne Besonderheiten und Einzelheiten, mit denen das Gute dann verbunden wird, somit nur auf äußere Weise, nicht aber innerlich. Innerlich wird es allmählich verbunden in dem Maße, als er fortschreitet zu den folgenden Lebensaltern. Der Zustand dieser Kindheit ist es, der bezeichnet wird durch zarte Kinder und auch durch das gleich darauf Folgende: "und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe; würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben". 4378. "Und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe", 1. Mose 33/13, bedeutet das inwendigere und natürliche Gute, das noch kein göttliches Leben angenommen hat. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie ein inwendigeres Gutes bezeichnen, worüber Nr. 2566, 3783; aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie ein äußeres oder natürlich Gutes bezeichnen, Nr. 2566, 2180, 2781; und aus der Bedeutung der säugenden, insofern es auch die neu entstandenen sind, hier das Geistige, das im Natürlichen geboren wird, denn wenn der Mensch in der Kindheit wiedergeboren wird, so ist das Geistige nur der Potenz nach bei ihm, denn das geistige Leben schreitet allmählich von jedem Alter weiter, wie von einem Ei aus. Das Alter der Kindheit ist gleichsam das Ei für das Knabenalter, und das Knabenalter ist gleichsam das Ei für das Jünglingsalter und die Jugend, und diese gleichsam das Ei für das reifere Alter; auf diese Weise wird der Mensch gleichsam fortwährend geboren. Hieraus erhellt, was unter dem inwendigeren und natürlichen Guten verstanden wird, welches das göttliche Leben noch nicht erlangt hat, und hier bezeichnet wird durch säugende Schafe und Rinder. Man sehe auch, was gleich oben Nr. 4377 von dem Zustand der Kindheit gesagt worden. 4379. "Würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben", 1. Mose 33/13, bedeutet die Verzögerung und das Allmähliche, und daß sie sonst nicht leben könnten, also zur Verbindung erst vorbereitet werden müssen. Dies erhellt aus dem Zusammenhange selbst; denn in dem Vorhergehenden wurde von der Verbindung des Guten mit den Wahrheiten im allgemeinen gehandelt, hier aber von ebendemselben im besonderen. Der Prozeß des Einpflanzens des Wahren in das Gute wird hier im inneren Sinn beschrieben. Wie dieser beschaffen ist, kann zwar einigermaßen im allgemeinen durch Erklärung deutlich werden, aber nicht in Ansehung seiner Geheimnisse, die unzählig sind. Diese Geheimnisse werden nur denen klar; die im Lichte des Himmels sind, und (gelangen) nur zu einer unbestimmten Vorstellung bei denen, die im Licht der Welt sich befinden, wenn in dieses Licht vom Himmel eingelassen wird. Dies kann man so ziemlich daraus erkennen, daß der Mensch, wenn er von neuem geboren wird, die Lebensalter durchläuft, wie der, welcher geboren wird, und daß der vorhergehende Zustand sich immer wie ein Ei verhält in Beziehung auf den folgenden, daß er also fortwährend empfangen und geboren wird; und zwar nicht nur, während er in der Welt lebt, sondern auch, wenn er in das andere Leben kommt, in Ewigkeit, und gleichwohl kann er nicht weiter vervollkommnet werden, als daß er gleichsam ein Ei verbleibt, im Verhältnis zu dem, was noch übrig ist, indem dies unbegrenzt ist. Hieraus erhellt, wie unzählig das ist, was in betreff der Wiedergeburt des Menschen stattfindet, wovon der Mensch doch kaum irgend etwas kennt, und somit auch, wie viel im inneren Sinn hier enthalten ist, wo von dem Zustand und der Weise der allmählichen Einpflanzung des Guten in die Wahrheiten gehandelt wird. 4380. "Es gehe doch mein Herr vor seinem Knechte hin", 1. Mose 33/14, bedeutet die allgemeinere Gegenwart. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor jemand hergehen", insofern es hier, wo von der Verbindung des Guten mit den Wahrheiten gehandelt wird, die allgemeinere Gegenwart bezeichnet; denn mit der Wiedergeburt, die durch die Verbindung des Guten mit den Wahrheiten zustande kommt, verhält es sich so, daß das Gute es ist, das wirkt, und das Wahre, das auf sich einwirken läßt. Und wenn das Gute sich den Wahrheiten beigesellt und sich eine kurze Zeit mit ihnen verbunden hat, dann scheint das Wahre zurückzuwirken, aber es ist nicht das Wahre, sondern es ist das mit demselben verbundene oder beigesellte Gute, das durch das Wahre zurückwirkt. Diese Beifügung ist es, die unter der allgemeineren Gegenwart verstanden wird. Man redet von der Verbindung des Guten mit den Wahrheiten, es wird aber dabei der Mensch verstanden, in dem das Gute und Wahre ist, denn diese Dinge können nicht ausgesagt werden, ohne ein Subjekt, das (hier) der Mensch ist. Im Himmel denken und reden sie in solcher Weise vermittelst abstrakter Begriffe, aus dem Grunde, weil sie weder das Gute, noch das Wahre sich zuschreiben, sondern dem Herrn, und weil das Gute und Wahre vom Herrn den ganzen Himmel erfüllt; so zu sprechen war auch bei den Alten gewöhnlich. 4381. "Und ich will langsam vorwärts schreiten", 1. Mose 33/14, bedeutet den Zustand der allmählichen Vorbereitung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "langsam vorwärts schreiten", insofern es hier, wo von dem Einpflanzen des Guten in das Wahre und von der Aufnahme desselben von diesem gehandelt wird, das Allmähliche der Vorbereitung bezeichnet. 4382. "Nach dem Schritt der Herde, die vor mir", 1. Mose 33/14, bedeutet, gemäß dem allgemeinen. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden. Unter Schritt der Herde werden die oben genannten Dinge bezeichnet, nämlich: "daß ich die zarten Kinder und die säugenden Schafe und Rinder bei mir habe, und würde man sie einen Tag übertreiben, so würden alle Herden sterben"; daß hierdurch bezeichnet wurde, es geschehe dem allgemeinen gemäß, erhellt von dem, was dort gesagt wurde. Schritt (eig. Fuß) der Herde, und darauf Schritt der Kinder, wird gesagt, weil Schritt (Fuß) das Natürliche bezeichnet, man sehe Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, und hier vom Natürlichen gehandelt wird. 4383. "Und nach dem Schritt der Kinder", 1. Mose 33/14, bedeutet, den Wahrheiten gemäß, die daselbst sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder oder Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber einige Male oben. Die Wahrheiten, die sich daselbst finden, sind Wahrheiten im allgemeinen, denn Allgemeines bezeichnet diejenigen Dinge, die Nr. 4378 mit dem Ei verglichen wurden. Im Allgemeinen ist nämlich das Besondere enthalten, und in diesem das Einzelne: Nr. 4352 E, 4329, 4345. Im ersten Zustand, nämlich im Zustand der Kindheit, ist das Besondere, und in diesem das Einzelne der Potenz (Möglichkeit) nach; hernach aber tritt es hervor und zeigt sich in der Tat, und zwar allmählich. Diejenigen, die wiedergeboren werden, werden so vom Herrn geführt; denn es wird das Allgemeine mitgeteilt, in dem das enthalten ist, was nachfolgt; und dies tritt auch allmählich hervor, und zwar in unbegreiflicher Ordnung und Reihenfolge; denn alles und jedes wird vom Herrn vorgesehen, auch wie es in Ewigkeit beschaffen sein wird. Deswegen werden keine anderen allgemeine Wahrheiten mit dem Guten verbunden bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, als solche, in welche die besonderen Wahrheiten eingefügt werden können und in diesen das Einzelne. Aber dennoch ist dieses Besondere, ja sogar das einzelne des Besonderen, im Verhältnis zu dem, was noch übrig ist, beziehungsweise nur allgemeines, denn im Einzelnen ist wieder Unendliches enthalten. Dies bekennen auch die Engel, die doch in so großer Weisheit im Verhältnis zu dem Menschen sind, daß es Unaussprechliches ist, was sie wissen und inne werden, daß sie nämlich verhältnismäßig nur das Allgemeinste wissen, und daß das, was sie nicht wissen, unbegrenzt ist. Sie wagen nicht zu sagen, unendlich, weil es keine Beziehung und kein Verhältnis gibt zwischen Endlichem und Unendlichem. Hieraus kann man auch schließen, wie beschaffen das Wort ist, denn weil es göttlich ist, so enthält es vom ersten Ursprung an Unendliches in sich, und daher Unaussprechliches, das der Weisheit der Engel angehört, und zuletzt nur solches, das der menschlichen Fassungskraft angemessen ist. 4384. "Bis daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir", 1. Mose 33/14, bedeutet, bis sie dann verbunden werden können, nämlich das Wahre, das Jakob ist, mit dem Guten, das Esau ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von Seir, insofern es die Verbindung des Geistigen mit dem Himmlischen im Natürlichen bezeichnet, d.h. des Glaubenswahren mit dem Guten der Liebtätigkeit. Das Gute, mit dem das Wahre im Natürlichen verbunden ist, und im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute, das dem Wahren bei Ihm verbunden wurde, ist es, was eigentlich durch Seir bezeichnet wird in folgenden Stellen im Worte: 5. Mose 33/2,3, in der Weissagung Mosis von den Söhnen Israels: "Jehovah ist gekommen vom Sinai und ihnen aufgegangen von Seir, er glänzte hervor von dem Berge Paran, und kam aus den Myriaden der Heiligkeit". 4. Mose 24/17,18, in der Weissagung Bileams: "Ich sehe Ihn, und nicht jetzt, ich erblicke Ihn, und nicht nahe; aufgehen wird ein Stern aus Jakob, und wird aufstehen ein Zepter aus Israel, und Edom wird ein Erbteil sein, und auch Seir wird ein Erbteil sein seiner Feinde, und Israel wird Sieg haben". Richt.5/4,5, in dem Liede der Deborah und Baraks: "Jehovah, als Du ausgingst aus Seir, auszogst aus dem Felde Edoms, da erzitterte die Erde, zerflossen die Berge; dieser Sinai, vor Jehovah, dem Gotte Israels". Jes.21/11,12: "Zu mir rufend aus Seir, Wächter, wie viel von der Nacht, Wächter, wie viel von der Nacht (ist vorüber)? Der Wächter sprach, es kommt der Morgen, und auch eine Nacht". Man sehe diese (Stellen) über Seir, wie auch das, was Nr. 4240 angeführt wurde. 4385. "Und Esau sprach: So will ich doch zurücklassen bei dir von dem Volke, das mit mir (ist)", 1. Mose 33/15, bedeutet, einiges vom Wahren des Guten solle verbunden werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zurücklassen bei dir", insofern es verbinden bezeichnet; und aus der Bedeutung (der Worte): "von dem Volke, das mit mir", insofern es einiges vom Wahren des Guten bezeichnet. Daß Volk Wahrheiten bedeutet, sehe man Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581; daher bezeichnet "das Volk, das mit mir", Wahrheiten des Guten. Was Wahrheiten des Guten sind, ist einige Male im vorigen gesagt worden; es sind diejenigen Wahrheiten, die vom Guten hervorgehen, und die das Gute, das durch den inneren Menschen in den äußeren einfließt, bei sich habe. Daß diese Wahrheiten bezeichnet sind durch vierhundert Männer, die Esau bei sich hatte, sehe man Nr. 4341; hier daher, einiges von demselben, denn es wird gesagt: "von dem Volke, das mit mir". 4386. "Und er sprach: Wozu das? laß mich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn", 1. Mose 33/15, bedeutet die Erleuchtung von der inwendigeren Gegenwart. Dies kann erhellen aus dem, was diese Formel der Unterwerfung in sich schließt, denn durch sie wird die nähere Gegenwart abgelehnt, hingegen die entferntere Gegenwart bestätigt; was dasselbe ist, wie die inwendigere Gegenwart, von der Erleuchtung (ausgeht). 4387. "Und Esau kehrte an diesem Tage auf seinem Wege zurück nach Seir", 1. Mose 33/16, bedeutet den Zustand des göttlich Guten des Natürlichen dann, wenn ihm das Gute des Wahren beigesellt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462. Daher bedeutet: "er kehrte zurück an diesem Tage", den Zustand, in dem er alsdann sich befand; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Gute im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 4340; aus der Bedeutung des Weges, insofern er das Wahre im Willen und in der Tat bezeichnet: Nr. 4337, 4353, und aus der Bedeutung von Seir, insofern es die Verbindung des Wahren mit dem Guten bezeichnet, worüber Nr. 4384. Wenn man dies zu einem Sinn zusammenstellt, so erhellt, daß durch diese Worte der Zustand des göttlich Guten des Natürlichen bezeichnet wird, der dann eintritt, wenn ihm das Gute des Wahren beigesellt worden ist. Daß solches durch diese Worte bezeichnet werde, erscheint keineswegs aus dem historischen Sinn derselben; aber dennoch ist es dies, was sie im geistigen oder inneren Sinn in sich schließen; denn der Himmel, der im Menschen ist, d.h. die Engel, die bei ihm sind, bekümmern sich durchaus nicht um das weltlich Geschichtliche, und wissen auch nicht, was Esau und was Seir ist, auch denken sie nicht an den Tag, an dem Esau zurückgekehrt, noch an den Weg nach Seir, sondern aus geistigen Dingen, die diesen entsprechen, entnehmen sie die Vorstellungen, und schöpfen aus denselben augenblicklich einen solchen Sinn; denn dies tun die Entsprechungen, mit denen es sich fast so verhält, wie wenn jemand in einer fremden Sprache redet, und der andere augenblicklich den Sinn, gleichsam aus der seinigen, versteht, wobei ihn die Worte, die anders lauten und anders gegliedert sind, nichts kümmern; so ist es mit dem inneren Sinn des Wortes, der völlig übereinstimmt mit der Universalsprache, in der die Engel sind, oder mit der geistigen Rede ihres Denkens; ihre Rede ist geistig, weil ihr Denken aus dem Lichte des Himmels ist, das vom Herrn (ausgeht). 4388. Vers 17-20: Und Jakob brach auf nach Sukkoth, und baute sich ein Haus, und für sein erworbenes Gut machte er Hütten, deswegen nannte er den Namen des Ortes Sukkoth. Und Jakob kam nach Schalem, der Stadt des Schechem (Sichem), die im Lande Kanaan ist, nachdem er gekommen war aus Paddan Aram, und lagerte sich im Angesichte (gegenüber) der Stadt. Und er kaufte einen Teil des Feldes, wo er sein Zelt aufgeschlagen, aus der Hand der Söhne Chamors, des Vaters des Schechem, um hundert Kesitha. Und er errichtete daselbst einen Altar und nannte ihn El Elohe Israel (d.h. die Macht des Gottes Israels). "Und Jakob brach auf nach Sukkoth" bedeutet den damaligen Lebenszustand des Guten vom Wahren aus; "und baute sich ein Haus" bedeutet die Zunahme des Guten vom Wahren her in diesem Zustande; "und für sein erworbenes Gut machte er Hütten" bedeutet ebenso das, was ihnen damals gemeinsam war, nämlich dem Guten vom Wahren her; "deswegen nannte er den Namen des Ortes Sukkoth" bedeutet die Beschaffenheit dieses Zustandes; "und Jakob kam nach Schalem, der Stadt des Schechem" bedeutet die inneren Glaubenswahrheiten, die der Ruhe angehören; "die im Lande Kanaan ist" bedeutet im Reiche des Herrn; "nachdem er gekommen war aus Paddan Aram" bedeutet, nach dem ersten Zustand; "und lagerte sich im Angesichte (gegenüber) der Stadt" bedeutet die Anschließung; "und er kaufte einen Teil des Feldes" bedeutet die Aneignung des Guten aus diesem Wahren; "wo er sein Zelt aufgeschlagen" bedeutet das Heilige; "aus der Hand der Söhne Chamors, des Vaters des Schechem" bedeutet den Ursprung dieses Wahren aus göttlicher Abstammung anderswoher; "um hundert Kesitha" bedeutet das Volle; "und er errichtete daselbst einen Altar" bedeutet den inwendigeren Gottesdienst; "und nannte ihn El Elohe Israel" bedeutet, vom geistig Göttlichen aus. 4389. "Und Jakob brach auf nach Sukkoth", 1. Mose 33/17, bedeutet den damaligen Lebenszustand des Guten vom Wahren aus. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des Wahren ist, worüber oben, hier das Gute vom Wahren, damals aus dem, was ihm vom Guten, das Esau (bezeichnet), beigesellt war, wovon (schon) gehandelt wurde; aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es die Ordnung und Einrichtung des Lebens ist, worüber Nr. 1293, also der Lebenszustand; und aus der Bedeutung von Sukkoth, insofern es die Beschaffenheit dieses Zustandes bezeichnet, worüber in den folgenden Absätzen 4391, 4392. 4390. "Und baute sich ein Haus", 1. Mose 33/17, bedeutet die Zunahme des Guten vom Wahren aus in diesem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Haus bauen", insofern es bezeichnet, den äußeren Menschen mit Einsicht und Weisheit erfüllen, worüber Nr. 1488; und weil Einsicht dem Wahren und Weisheit dem Guten angehört, wird hier durch "ein Haus bauen" die Zunahme des Guten vom Wahren her bezeichnet. Daß das Haus das Gute bedeutet, sehe man Nr. 2233, 2234, 3128, 3142, 3652, 3720; was das Gute des Wahren sei, ist oben, Nr. 4337, 4353, gesagt worden; daß es nämlich das Wahre sei im Willen und in der Tat. Dieses Wahre ist es, welches das Gute genannt wird; und das Gewissen, das aus diesem Guten ist, heißt das Gewissen (oder Bewußtsein) des Wahren. Dieses Gute, das aus dem Wahren stammt, nimmt in dem Maße zu, als der Mensch Liebtätigkeit aus Wohlwollen übt, also in dem Maße und in der Weise, wie er den Nächsten liebt. Daß in den Erklärungen das Gute und Wahre so häufig genannt wird, kommt daher, weil alles, was im Himmel ist, und daher alles, was in der Kirche des Herrn ist, sich auf das Wahre und Gute bezieht. Diese beiden schließen im allgemeinen alles in sich, was der Lehre und was dem Leben angehört, (nämlich) die Wahrheiten, die Sache der Lehre, und das Gute, das Sache des Lebens ist. Der menschliche Geist hat auch im ganzen keine anderen Gegenstände, als solche, die dem Wahren und dem Guten angehören, sein Verstand das, was Sache des Wahren ist, und sein Wille das, was Sache des Guten ist. Hieraus erhellt, daß das Wahre und Gute eine sehr umfassende Bedeutung haben, und daß die Ableitungen aus denselben an Zahl unaussprechlich sind; daher kommt es, daß das Wahre und Gute so häufig genannt wird. 4391. "Und für sein erworbenes Gut machte er Hütten", 1. Mose 33/17, bedeutet ebenso das, was ihnen damals gemeinsam war, nämlich dem Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des erworbenen Gutes, insofern es das Gute und Wahre im allgemeinen ist, und aus der Bedeutung von "Hütten oder Zelte machen", insofern es das gleiche bedeutet, wie "ein Haus bauen", nämlich daß das Gute Wachstum erhalte vom Wahren mit dem Unterschied, daß "ein Haus bauen" weniger allgemein ist, also innerlicher, und "Hütten oder Zelte machen" allgemeiner, also äußerlicher; jenes war für sie selbst, nämlich für Jakob, für seine Frauen und Kinder, dieses für die Diener, die Schafe und Rinder. Hütten oder Zelte bedeuten im Worte eigentlich das Heilige des Wahren, und sie werden von den Tabernakeln, die auch Zelte genannt werden, dadurch unterschieden, daß diese das Heilige des Guten bezeichnen: Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 4128. Jene werden in der Grundsprache Sukkoth genannt, diese aber Ohalim. Das Heilige des Wahren ist das Gute, das vom Wahren kommt. Daß die Bedeutung der Hütten oder Zelte, die in der Grundsprache Sukkoth genannt werden, diese sei, erhellt auch aus folgenden Stellen im Worte: Ps.18/11,12: "Jehovah Gott saß auf dem Cherub und flog, und fuhr auf den Flügeln des Windes daher, Er machte Finsternis zu Seiner Hülle, und rings um Ihn her zu Seinem Zelte, Finsternis der Gewässer, Wolken der Himmel". 2.Sam.22/10-12: "Er neigte die Himmel, als Er herabstieg, und dichte Finsternis (war) unter Seinen Füßen; und Er fuhr auf dem Cherub und flog, und schwebte auf den Flügeln des Windes, und setzte Finsternis um sich her als Zelte, die Bande der Gewässer, die Wolken der Himmel": wo von der göttlichen Offenbarung oder dem Worte (gehandelt wird). Die Himmel neigen, wenn Er herabstieg, bedeutet, das Innere des Wortes verbergen; dichte Finsternis unter Seinen Füßen bedeutet, daß das, was dem Menschen klar erscheint, verhältnismäßig Finsternis ist. Der buchstäbliche Sinn des Wortes ist so beschaffen. Auf dem Cherub fahren bedeutet, daß es so vorgesehen sei; Finsternis setzen um sich her als wie Zelte, oder rings um Ihn her zu Seinem Zelte, bedeutet, das Heilige des Wahren (sei) im Verborgenen, nämlich inwendig im buchstäblichen Sinn. Die Bande der Gewässer und die Wolken der Himmel sind das Wort in seinem Buchstaben. Daß Wolken der Himmel das Wort im buchstäblichen Sinn bezeichnen, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4060. Das gleiche wird durch Folgendes bei Jes.4/5,6 bezeichnet: "Es wird Jehovah schaffen über jede Wohnung des Berges Zion und über Seine Versammlungen Wolken bei Tage, und Rauch und Glanz der Feuerflamme bei Nacht, denn über aller Herrlichkeit wird eine Decke sein; und ein Zelt wird sein zum Schatten am Tage, und zum Zufluchtsort und zur Bergung gegen Überschwemmung und Regen": Wolke bezeichnet auch hier den buchstäblichen Sinn des Wortes, und die Herrlichkeit den inneren Sinn, wie auch bei Matth.24/30; Mark.13/26; Luk.21/27; Zelt bedeutet auch hier das Heilige des Wahren. Wenn gesagt wird, daß die inwendigeren Wahrheiten im Verborgenen seien, so liegt der Grund darin, daß man sie, wenn sie enthüllt worden wären, entweiht hätte; man sehe Nr. 3398, 3399, 4289; dies wird auch durch folgende Worte erklärt: Ps.31/21: "Du verbirgst sie im Verborgenen Deines Angesichts vor den hinterlistigen Ratschlägen der Leute, Du verbirgst sie in dem Zelte vor dem Hader der Zungen". Daß Zelt das Heilige des Wahren bezeichne, erhellt auch bei Amos 9/11: "An jenem Tage werde Ich aufrichten das zerfallene Zelt Davids, und die Risse verstopfen, und das Zerstörte wieder aufrichten, und will es aufbauen wie in den Tagen der Vorzeit": aufrichten das zerfallene Zelt Davids, bedeutet das Heilige des Wahren wiederherstellen, wenn es zugrunde gegangen ist; David bedeutet den Herrn in bezug auf das göttlich Wahre: Nr. 1888: denn König bedeutet das göttlich Wahre: Nr. 2015, 2069, 3009. Weil das Zelt das Heilige des Wahren bedeutete, und im Zelte wohnen den Gottesdienst daraus, deshalb wurde das Fest der Zelte, welches das Fest der Tabernakel (oder Laubhütten) genannt wird, in der jüdischen und israelitischen Kirche angeordnet: 3. Mose 23/34,42,43; 5. Mose 16/13,16; wo dieses Fest auch das Fest der Sukkoth oder der Zelte genannt wird. 4392. "Deswegen nannte er den Namen des Ortes Sukkoth", 1. Mose 33/17, bedeutet die Beschaffenheit dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321. Die Beschaffenheit dieses Zustandes ist es, was Sukkoth in sich schließt, nämlich die Beschaffenheit des heiligen Zustandes durch das Wahre vom Guten alsdann; denn Sukkoth bedeutet Zelte, und Zelte das Heilige des Wahren, wie Nr. 4391 gezeigt worden ist. Das gleiche bedeutet auch Sukkoth bei Ps.60/8: "Ich werde Schechem (Sichem) teilen, und das Teil Sukkoth messen. Mein ist Gilead, und Mein Menascheh (Manasse), Ephraim die Stärke Meines Hauptes, Jehudah Mein Gesetzgeber". 4393. "Und Jakob kam nach Schalem, der Stadt des Schechem (Sichem)", 1. Mose 33/18, bedeutet die inwendigeren Glaubenswahrheiten, die der Ruhe angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schalem, insofern es die Ruhe des Friedens bezeichnet, worüber im Folgenden, und aus der Bedeutung der Stadt Schechem, insofern sie die inneren Glaubenswahrheiten bezeichnet, worüber im folgenden Kapitel, wo von Schechem und dessen Stadt gehandelt wird. Daß Stadt das Wahre im Glauben ist, sehe man Nr. 402, 2268, 2449, 2451, 2712, 2943, 3216. Daß Schalem die Ruhe des Friedens bedeutet, kann man erkennen bei Ps.76/2-4: "Bekannt ist in Jehudah Gott, in Israel ist groß Sein Name, und in Schalem ist Sein Zelt, und Seine Wohnung auf Zion; daselbst hat Er zerbrochen die Blitze (prunas) des Bogens, Schild, Schwert und Krieg": wo deutlich erhellt, daß Schalem die Ruhe des Friedens ist, denn es wird gesagt, daß er dort zerbrochen habe die Blitze des Bogens, Schild, Schwert und Krieg; ferner aus dessen Bedeutung in der Grundsprache; denn Schalem ist Ruhe und Vollendung. Was Ruhe des Friedens sei, sehe man Nr. 1726, 3696. In diesem (Frieden) sind die inwendigeren Wahrheiten, d.h. diejenigen, die in den inneren Wahrheiten durch Glauben und Leben sind; aber solange sie in den äußeren Wahrheiten sind, und vorzüglich, wenn man von den äußeren in die inwendigeren kommt, dann ist ein unruhiger Zustand, denn dann finden Versuchungskämpfe statt. Dies wird auch hier durch Jakob vorgebildet, der in Furcht und Besorgnis vor Esau gewesen war, und nun zu dem Zustand der Ruhe kam. 4394. "Die im Lande Kanaan ist", 1. Mose 33/18, bedeutet, im Reiche des Herrn. Dies erhellt aus der Bezeichnung des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1413, 1437, 1607, 3038, 3481, 3705. Wenn der Mensch durch Glauben und Leben in den inwendigeren Wahrheiten ist, dann ist er im Reiche des Herrn und in dem Zustand der Ruhe, und dann sieht er auf das Äußere, wie einer, der von einem hohen Hügel auf das tobende Meer (hinschaut). 4395. "Nachdem er gekommen war aus Paddan Aram", 1. Mose 33/18, bedeutet, nach dem ersten Zustande. Dies erhellt aus der Bedeutung von "als er dahin gekommen war", insofern es auf ein "nachher" hinweist, und aus der Bedeutung von Paddan Aram, insofern es die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3664, 4107, 4112; (hier) aber die äußeren Erkenntnisse, die dazu dienen, echtes Gutes und Wahres einzuführen, denn dort (war) Laban, durch den eine solche Neigung zum Guten vorgebildet wird; man sehe Nr. 3612, 3665, 3778, 3974, 3982, 3986 E, 4063, 4189, 4206; deshalb wird gesagt, "nachdem er gekommen aus Paddan Aram", weil er von dem äußeren Wahren und Guten zu einem inwendigeren, also von einem früheren Zustand zu diesem gelangt war. 4396. "Und lagerte sich im Angesichte (gegenüber) der Stadt", 1. Mose 33/18, bedeutet die Anschließung, nämlich an das Gute jenes Wahren. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von "sich lagern", welches eigentlich eine der Ordnung gemäße Aufstellung bezeichnet, worüber Nr. 4236; hier aber die Anschließung, denn sich lagern bedeutet hier sich niederlassen mit den Kindern und Schafen, die auch oben Nr. 4364 Lager genannt worden sind; und aus der Bedeutung von "im Angesicht (d.h. gegenüber) der Stadt", insofern es bezeichnet "an das Gute jenes Wahren; denn das Angesicht bezeichnet das Inwendigere: Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066; daher auch die Neigungen des Guten und Wahren, die aus dem Angesichte hervorleuchten. Daß die Stadt das Wahre bedeutet, sehe man Nr. 402, 2268, 2449, 2451, 2712, 2943, 3216. 4397. "Und er kaufte einen Teil des Feldes", 1. Mose 33/19, bedeutet die Aneignung des Guten aus jenem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es bezeichnet sich aneignen; und aus der Bedeutung von "einen Teil des Feldes", insofern es das Gute bezeichnet, das aus diesem Wahren stammt. Daß Feld die Kirche bezeichnet in Ansehung des Guten, somit auch das Gute, sehe man Nr. 2971, 3196, 3317, 3500, 3508, 3766. 4398. "Wo er sein Zelt aufgeschlagen", 1. Mose 33/19, bedeutet das Heilige. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung des Zeltes, insofern es das Heilige bezeichnet, worüber Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3210. 4399. "Aus der Hand der Söhne Chamors, des Vaters des Schechem", 1. Mose 33/19, bedeutet den Ursprung dieses Wahren aus göttlicher Abstammung anderswoher. Dies wird erhellen aus dem, was im folgenden Kapitel gesagt werden soll, wo von Chamor und Schechem gehandelt wird. 4400. "Um hundert Kesitha", 1. Mose 33/19, bedeutet das Volle. Dies erhellt aus der Bedeutung von 100, insofern es einen vollständigen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2636, daher auch das Volle. Im eigentlichen Sinne aber wird hier durch hundert vieles bezeichnet, denn es wird gehandelt von der Aneignung des Guten aus den inwendigeren Wahrheiten, die durch die Söhne Chamors, des Vaters Schechems, bezeichnet werden: Nr. 4399; durch Kesitha, das Münzen waren, werden im inneren Sinn solche Wahrheiten bezeichnet. Es wird auch dieser Ausdruck von einem Worte (Sukkoth, Nr. 4392) abgeleitet, welches das Wahre bezeichnet, Ps.60/8,9. Von der Verbindung des Guten mit diesen Wahrheiten wird Nr. 4402 geredet werden. 4401. "Und er errichtete daselbst einen Altar", 1. Mose 33/20, bedeutet den inneren Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Altar errichten", insofern es den Gottesdienst bezeichnet, denn der Altar war die Hauptvorbildung des Herrn: Nr. 921, 2777, 2811; daher auch die Hauptsache beim Gottesdienst. Unter Gottesdienst wird hier verstanden der innere Gottesdienst aus dem geistig Göttlichen, worüber nun (näheres) folgt. 4402. "Und nannte ihn El Elohe Israel", 1. Mose 33/20, bedeutet, aus dem geistig Göttlichen (stamme er), nämlich der innere Gottesdienst. Dies erhellt aus der Bedeutung von El Elohe, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von Israel, insofern es das Geistige bezeichnet, worüber Nr. 4286, 4292. Mit dem, was von 1. Mose 33/17 bis hierher gesagt wurde, verhält es sich auf folgende Weise: Es wird in diesem Kapitel im höchsten Sinn vom Herrn gehandelt, wie Er selbst Sein Natürliches göttlich gemacht hat; aber weil das, was im höchsten Sinn sich auf den Herrn bezieht, die Vorstellungen des menschlichen Denkens übersteigt, denn es ist Göttliches, so darf ich es durch solches erläutern, was näher in die Vorstellung eingeht, nämlich dadurch, wie der Herr das Natürliche des Menschen wiedergebiert, denn von der Wiedergeburt des Menschen in Ansehung seines Natürlichen wird hier auch im inneren Sinn gehandelt. Die Wiedergeburt des Menschen ist nämlich ein Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490; denn der Herr hat sich gemäß der göttlichen Ordnung verherrlicht, d.h. göttlich gemacht, und dieser Ordnung gemäß wirkt Er auch bei der Wiedergeburt des Menschen, d.h., macht Er ihn himmlisch und geistig. Hier (ist davon die Rede), wie Er ihn geistig macht; denn dies bezeichnet Israel. Der geistige Mensch ist nicht der inwendigere vernünftige Mensch, sondern der inwendigere natürliche. Der inwendigere vernünftige Mensch ist es, welcher der himmlische genannt wird. Welcher Unterschied stattfindet zwischen dem geistigen und dem himmlischen Menschen, wurde im vorigen mehrmals gesagt. Der geistige Mensch entsteht dadurch, daß bei ihm die Wahrheiten mit dem Guten verbunden und dann inwendigere Wahrheiten (werden). Von der Verbindung der äußeren Wahrheiten im Natürlichen wurde in diesem Kapitel von Vers 1-17, und von der Verbindung der inwendigeren Wahrheiten mit dem Guten von Vers 17-20 gehandelt. Die inwendigeren Wahrheiten können nicht anders mit dem Guten verbunden werden als durch die Erleuchtung, die durch den inneren Menschen in den äußeren einfließt; infolge dieser Erleuchtung erhellen die göttlichen Wahrheiten nur in allgemeiner Weise vergleichsweise, wie unzählige Gegenstände vor dem Auge, wie ein dunkles (Ganze) ohne genaue Unterscheidung. Diese Erleuchtung, durch welche die Wahrheiten nur in allgemeiner Weise erscheinen, wurde bezeichnet durch die Worte Esaus an Jakob: "So will ich doch zurücklassen bei dir von dem Volke, das mit mir", und durch die Antwort Jakobs: "Wozu das? möchte ich nur Gnade finden in deinen Augen", worüber man sehe Nr. 4385, 4386. Daß der geistige Mensch verhältnismäßig etwas Dunkles sei, sehe man Nr. 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3241, 3246, 3833. Dieser geistige Mensch ist es, der durch Israel vorgebildet wird, Nr. 4286. Geistiger Mensch heißt er aus dem Grunde, weil das Licht des Himmels, in dem Einsicht und Weisheit ist, in diejenigen Dinge einfließt, die dem Lichte der Welt bei den Menschen angehören, und bewirkt, daß das, was dem Himmelslichte angehört, in dem vorgebildet wird, was dem Lichte der Welt angehört, und daß sie so einander entsprechen; denn das Geistige an sich betrachtet ist das göttliche Licht selbst, das vom Herrn (ausgeht), somit auch Einsicht des Wahren, und daher Weisheit. Aber dieses Licht fällt beim geistigen Menschen in das ein, was bei ihm dem Glauben angehört, und was er für Wahrheit hält. Dagegen beim himmlischen Menschen in das Gute der Liebe. Aber diese Dinge, obwohl sie denen klar sind, die im Himmelslichte sich befinden, sind gleichwohl denen dunkel, die im Lichte der Welt sind, somit den meisten heutzutage, und vielleicht so dunkel, daß sie kaum zu verstehen sind. Weil jedoch von ihnen im inneren Sinn gehandelt wird, und dieselben so beschaffen sind, so darf ich nicht unterlassen, sie zu enthüllen. Es wird eine Zeit kommen, wo die Erleuchtung (eintritt). Daß der Altar El Elohe Israel genannt und dadurch der inwendigere Gottesdienst aus dem geistig Göttlichen bezeichnet wurde, kommt daher, weil El Elohe im höchsten Sinn dasselbe ist, wie das geistig Göttliche, und auch wie Israel. Daß Israel den Herrn bezeichnet in bezug auf das geistig Göttliche, und im vorbildlichen Sinn die geistige Kirche des Herrn, oder was dasselbe, den Menschen, der so beschaffen ist, sehe man Nr. 4286, 4292. El Elohe bedeutet in der Grundsprache Gott Gottes, und genau den Worten nach Gott der Götter. Im Worte wird Jehovah oder der Herr an mehreren Stellen El in der Einzahl genannt, auch Eloah, und Er wird auch Elohim in der Mehrzahl genannt; und einige Male beides in einem Verse, oder in derselben Reihenfolge; wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann nicht wissen, warum es so ist. Daß El etwas anderes in sich schließt, und Eloah etwas anderes und auch Elohim etwas anderes, kann jeder daraus erkennen, daß das Wort göttlich ist, d.h. seinen Ursprung vom Göttlichen ableitet, und daß es daher eingegeben in Ansehung aller Worte, ja bis auf das kleinste Häkchen. Was El bezeichnet, wenn es genannt wird, und was Elohim, kann aus dem deutlich sein, was oben an mehreren Stellen gezeigt wurde, daß nämlich El und Elohim oder Gott gesagt wird, wenn vom Wahren gehandelt wird, man sehe Nr. 709, 2586, 2769, 2807, 2822, 3821 E, 4287; daher kommt es, daß durch El und Elohim im höchsten Sinn bezeichnet wird das geistig Göttliche, denn dies ist dasselbe wie das göttlich Wahre, aber mit dem Unterschied, daß durch El das Wahre im Willen und in der Tat bezeichnet wird, was dasselbe ist, wie das Gute des Wahren: Nr. 4337, 4353, 4390. Elohim wird in der Mehrzahl gesagt, weil unter dem göttlich Wahren alle Wahrheiten, die vom Herrn ausgehen, verstanden werden, daher werden auch die Engel im Worte einige Male Elohim oder Götter genannt: Nr. 4295; wie auch aus den unten aus dem Worte angeführten Stellen erhellen wird. Weil nun El und Elohim im höchsten Sinn den Herrn in bezug auf das Wahre bezeichnen, bezeichnen sie Ihn auch in bezug auf die Macht; denn das Wahre ist es, von dem die Macht ausgesagt wird. Das Gute wirkt nämlich durch das Wahre, wenn es Macht ausübt: Nr. 3091, 4015; deswegen wird, wo im Worte von der Macht aus dem Wahren gehandelt wird, der Herr El und Elohim, oder Gott genannt; daher kommt es auch, daß El in der Grundsprache auch den Mächtigen bedeutet. Daß El und Elohim oder Gott im Wort gesagt wird, wo vom geistig Göttlichen gehandelt wird, oder was das gleiche, vom göttlich Wahren, und von der daher stammenden göttlichen Macht, kann man noch aus folgenden Stellen erkennen: 1. Mose 46/2,3: "Es sprach der Gott Israels in nächtlichen Gesichten: Ich bin der Gott der Götter (El Elohe) deines Vaters, fürchte dich nicht, hinabzuziehen nach Ägypten, denn Ich will dich daselbst zu einem großen Volke machen": weil dort zu Israel (gesprochen wird), den Er zu einem großen Volke machen will, und somit vom Wahren und seiner Macht gehandelt wird, deshalb wird gesagt El Elohe, das im nächsten Sinn bedeutet Gott der Götter. Daß Elohim im nächsten Sinn Götter bedeutet, weil es von den Wahrheiten und der Macht daraus ausgesagt wird, erhellt auch bei 1. Mose 35/7: "Daselbst erbaute Jakob einen Altar und nannte den Ort El Beth-El, weil ihm dort offenbart wurden die Elohim, bei seiner Flucht vor seinem Bruder". 5. Mose 10/17: "Jehovah, euer Gott, Er selbst (ist) der Gott der Götter, und der Herr der Herrn, Gott (El) groß, mächtig und schrecklich": wo Gott der Götter ausgedrückt wird durch Elohe Elohim, und hernach Gott durch El, dem Größe und Macht zugeschrieben wird. Ps.95/3,4: "Ein großer Gott (El) ist Jehovah, und ein großer König über alle Götter (Elohim), und in Seiner Hand sind die Erforschungen (Tiefen) der Erde, und die Kräfte der Berge sind Sein": wo Gott oder El gesagt wird, weil vom göttlich Wahren und der Macht daraus gehandelt wird; dann wird auch Götter gesagt, weil von den Wahrheiten (die Rede ist), die daher (stammen); denn König bezeichnet im inneren Sinn das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670; daraus erhellt, was "großer König über alle Götter" in sich schließt; die Erforschungen (Tiefen) der Erde bezeichnen ebenfalls die Wahrheiten der Kirche, welche die Kräfte der Berge genannt werden von der Macht aus dem Guten. Ps.89/7-9: "Wer im Himmel kann sich Jehovah vergleichen, sich gleichstellen Jehovah unter den Söhnen der Götter (Elim); ein starker Gott (El) ist Er in der Versammlung der Heiligen, Jehovah Gott Zebaoth, wer ist stark, wie Du, Ich": Söhne der Götter oder Elim, bedeutet hier die göttlichen Wahrheiten, und von diesen wird offenbar Macht ausgesagt, denn es heißt ein starker Gott (El), Jehovah, Gott der Heerscharen, wer ist stark, wie Du. Ps.29/1: "Gebet Jehovah, ihr Söhne der Götter, gebet Jehovah Ehre und Stärke". 4. Mose 16/22: "Sie fielen auf ihr Angesicht und sprachen: Gott der Götter (El Elohe), der Geister alles Fleisches". Ps.82/6; Joh.10/34: "Ich habe gesagt, Götter (Elohim) seid ihr, und Söhne des Höchsten, ihr alle": wo Götter gesagt wird von den Wahrheiten, denn Söhne bezeichnen Wahrheiten: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2628, 3373, 3704. Ps.136/2,3: "Danket dem Gott der Götter (El Elohim), danket dem Herrn der Herren". Dan.11/36: "Und der König wird tun, wie es Ihm gefällt, und Er wird Sich erheben, und Sich aufwerfen über jeden Gott (El), und wunderbar reden wider den Gott der Götter (El Elohim)". Draus erhellt, daß El Elohe in nächsten Sinn "Gott der Götter" ist, und daß Götter im inneren Sinn ausgesagt werden von den Wahrheiten, die vom Herrn. Daß El oder Gott in der Einzahl gesagt, wo gehandelt wird von der Macht, die aus dem göttlich Wahren, oder was das gleiche, aus dem geistig Göttlichen des Herrn, kann man deutlich erkennen aus folgenden Stellen: 1. Mose 31/29: "Es stünde in meiner Macht (El), übel zu verfahren mit dir" (wörtl.: Es wäre wie Gott meine Hand und El = Gott = Macht. Anm.d.Übersetzers). 5. Mose 28/32: Und nicht in Macht (El) (wird sein) die Hand"; Micha 2/1: "Und für Gott (El) (ist) ihnen ihre Hand" (eigentl.: ihre Hand ist ihr Gott - El - d.h., sie verlassen sich auf ihre Kraft. Anm.d. Übersetzers): für Gott ist die Hand, bedeutet, daß Er ihre Macht sei; daß Hand die Macht bedeute, sehe man Nr. 878, 3387; und daß Hand ausgesagt wird vom Wahren: Nr. 3091. Ps.89/26,27: "Ich will ins Meer stellen seine Hand, und in die Ströme seine Rechte; er wird Mich nennen: mein Vater bist du, mein Gott (El), der Fels meines Heils": wo von der Macht aus den Wahrheiten (die Rede ist). Ps.10/11-13: "Der Gottlose spricht in seinem Herzen: Vergessen hat (es) Gott (El), verborgen Seine Angesichte, Er wird es nicht sehen in Ewigkeit; erhebe dich, Jehovah Gott (El), strecke Deine Hand aus; weshalb soll der Gottlose Gott (Elohim) verachten?": ebenso zu erklären. Ps.18/3: "Jehovah, mein Fels, und meine Burg, mein Erretter, mein Gott (El), mein Hort": wo auch von der Macht (die Rede ist). Jes.10/21: "Der Überrest wird wiederkehren, das übrige von Jakob zu Gott (El) dem Mächtigen". Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter die Herrschaft; man wird Seinen Namen nennen: Wunderbar, Rat, Gott (El), Mächtig, Vater der Ewigkeit, Friedensfürst". Jes.12/2: "Siehe, Gott, (El) ist mein Heil, ich will vertrauen, und mich nicht fürchten, weil Er meine Stärke ist". Jes.43/12,13: "Ich bin Gott (El), ja, seit dem (ersten) Tage bin Ich Derselbe, und niemand ist, der aus Meiner Hand errettet; Ich tue es, und wer kann es ändern?": hier (ebenfalls) von der Macht. Jerem.32/18: "Großer, mächtiger Gott (El), dessen Name ist Jehovah der Heerscharen". 2.Sam.22/30-33: "Mit meinem Gott (El) werde ich über die Mauern springen, der Weg Gottes (El) ist ohne Tadel, das Wort Jehovahs ist lauter; wer ist Gott (El) außer Jehovah? wer ein Fels außer unserem Gott (Elohim)? Gott (El) ist die Stärke meiner Zuflucht". 4. Mose 23/19,21-23: "Nicht ein Mensch ist Gott (El), daß Er lüge, oder ein Menschensohn, daß Ihn etwas reue. Sollte Er etwas sagen, und es nicht tun, oder etwas reden, und es nicht halten? Er hat sie ausgeführt aus Ägypten, seine Stärke ist wie die des Einhorns; zu jener Zeit wird man zu Jakob und Israel sagen, was Gott (El) getan hat": wo im inneren Sinn von der Macht und dem Wahren (die Rede ist). 4. Mose 24/8: "Gott (El), Der ihn (Israel) aus Ägypten geführt, Seine Stärke ist wie eines Einhorns; er (Israel) wird verzehren die Völker, seine Feinde, und ihre Gebeine zerbrechen, ihre Pfeile wird er zerschmettern": daß Hörner und die Stärke des Einhorns die Macht des Wahren aus dem Guten bedeuten, sehe man Nr. 2832. So noch an vielen Stellen. Weil im Worte die meisten Ausdrücke auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch bei "Gott der Götter", die genannt werden, wenn es sich vom Falschen und von der Macht aus dem Falschen handelt, wie bei Hes.32/21: "Anreden werden ihn die Götter (Elim) der Mächtigen in der Mitte der Hölle". Jes.57/5: "Ihr seid entbrannt für die Götter (Elim) unter jedem grünen Baume": wo Götter gesagt wird von den Falschheiten; ebenso an anderen Stellen.   Nr. 4403 - 4421 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 34. Kapitel 4422. Vor diesem Kapitel sind die Worte des Herrn zu erklären bei Matth.24/42-51, welche die letzten sind in dem Kapitel über die Vollendung des Zeitlaufs oder die Zukunft des Herrn, und dem Buchstaben nach also lauten: "Wachet also, denn ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt. Das aber wisset, daß, wenn der Hausherr wüßte, in welcher Nachtwache der Dieb kommt, er wohl wachen würde, und nicht einbrechen ließe in sein Haus. Darum machet auch ihr euch bereit, weil zu der Stunde, wo ihr es nicht meint, des Menschensohn kommen wird. Wer ist also der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, daß er ihnen Speise gebe zu rechter Zeit? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend findet! Wahrlich, Ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sprechen wird: Mein Herr verziehet zu kommen, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, zu essen und zu trinken mit den Trunkenen, so wird der Herr desselbigen Knechtes kommen an einem Tage, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, da er es nicht weiß, und wird ihn zerhauen, und (ihm) sein Teil geben mit den Heuchlern; daselbst wird sein Heulen und Zähneknirschen". Was diese Dinge in sich schließen, kann man aus dem Zusammenhang deutlich erkennen, denn es wurde in diesem ganzen Kapitel bei dem Evangelisten von der letzten Zeit der Kirche gehandelt, die im inneren Sinn durch die Vollendung des Zeitlaufs und die Ankunft des Herrn bezeichnet wird. Daß es sich so verhalte, kann man aus der Erklärung alles dessen, was in jenem Kapitel (enthalten ist), deutlich erkennen, was man daher in dem, was den zunächst vorangehenden Kapiteln vorausgeschickt wurde, nachsehen möge: vor 1. Mose 26: Nr. 3353-3356; 1. Mose 27: Nr. 3486-3489; 1. Mose 28: Nr. 3650-3655; 1. Mose 29: Nr. 3751-3757; 1. Mose 30: Nr. 3897-3901; 1. Mose 31: Nr. 4056-4060; 1. Mose 32: Nr. 4229-4231; 1. Mose 33: Nr. 4332-4235; was sie im Zusammenhang enthalten haben, ist dort ebenfalls gesagt worden, nämlich Folgendes: Wenn die nach der Ankunft des Herrn errichtete christliche Kirche zu veröden, d.h. vom Guten abzuweichen beginnt, dann wird man 1. anfangen, nicht zu wissen, was das Gute und das Wahre sei, sondern darüber streiten; 2. wird man es verachten; 3. dann auch im Herzen nicht anerkennen; 4. später wird man es entweihen; 5. und weil noch Glaubenswahres und Gutes der tätigen Liebe übrigbleiben wird bei einigen, die Auserwählte genannt werden, so wird der Zustand des Glaubens alsdann beschrieben; 6. und hierauf der Zustand der tätigen Liebe; 7. zuletzt wird von dem Anfang einer neuen Kirche gehandelt; und 8. von dem Zustand des Guten und Wahren innerhalb der sogenannten Kirche, wenn sie verworfen und eine neue angenommen wird. Aus diesem Zusammenhang kann man deutlich ersehen, was diese Worte, die oben angeführt wurden, und die letzten dieses Kapitels sind, in sich schließen, daß sie nämlich eine Ermahnung enthalten für diejenigen, die innerhalb der Kirche sind, daß sie im Guten des Glaubens beharren sollen, und wenn nicht, daß sie werden zugrunde gehen. 4423. Wie es sich mit der Verwerfung der alten Kirche und der Annahme der neuen verhält, weiß kaum jemand. Wer das innere des Menschen und seine Zustände, und infolgedessen den Zustand des Menschen nach dem Tode nicht kennt, kann es nicht anders auffassen, als daß diejenigen, die aus der alten Kirche sind und bei denen das Gute und das Wahre verwüstet ist, d.h. nicht mehr im Herzen anerkannt wird, zugrunde gehen werden, entweder wie die Vorsündflutlichen durch eine Sündflut, oder wie die Juden durch Vertreibung aus ihrem Lande, oder auf andere Weise. Eine Kirche aber geht, wenn sie verödet, d.h. nicht mehr in irgendeinem Guten des Glaubens ist, hauptsächlich zugrunde in bezug auf den Zustand ihres inneren Wesens, somit in bezug auf den Zustand im anderen Leben. Es entfernt sich alsdann der Himmel von den Menschen, und folglich auch der Herr, und geht auf andere über, die an ihrer Stelle angenommen werden; denn ohne daß irgendwo auf Erden eine Kirche ist, gibt es keine Gemeinschaft des Himmels mit den Menschen. Die Kirche ist nämlich gleichsam das Herz und die Lungen des Größten Menschen auf Erden: Nr. 468, 637, 931, 2054, 2853. Die alsdann der alten Kirche angehören und somit vom Himmel entfernt sind, befinden sich gleichsam in einer Überschwemmung in bezug auf ihr inneres Wesen, und zwar in einer Überschwemmung, die über das Haupt (geht). Diese Überschwemmung nimmt der Mensch selbst, während er im Körper lebt, nicht wahr, aber nach dem Tode kommt er in dieselbe. Diese Überschwemmung erscheint deutlich im anderen Leben, und zwar wie ein nebelhafter Dunst, von dem sie umgeben sind, und durch den sie vom Himmel getrennt werden. Der Zustand derer, die sich in diesem nebelhaften Dunste befinden, bewirkt, daß sie durchaus nicht sehen können, was das Wahre des Glaubens ist, und noch weniger, was das Gute desselben; denn das Himmelslicht, in dem Einsicht und Weisheit ist, kann in diesen Dunstnebel nicht eindringen; dies ist der Zustand der verwüsteten Kirche. 4424. Was die oben angeführten Worte des Herrn im inneren Sinn in sich schließen, kann ohne Erklärung erhellen, denn der Herr hat hier nicht durch Vorbildliches und Sinnbildliches, sondern durch Vergleichungen geredet; nur was die Worte des letzten Verses bedeuten, soll gesagt werden, nämlich: "Er wird ihn zerhauen, und (ihm) seinen Teil geben mit den Heuchlern; daselbst wird sein Heulen und Zähneknirschen". "Er wird ihn zerhauen" bedeutet die Trennung und Entfernung von dem Guten und Wahren; von denjenigen nämlich, die in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind, (wie es diejenigen sind, die sich innerhalb der Kirche befinden), und doch ein böses Leben führen, wird gesagt, daß sie zerhauen (oder zerteilt) werden, wenn sie von jenem entfernt werden; denn die Erkenntnisse des Guten und Wahren werden im anderen Leben von ihnen getrennt, und sie selbst im Bösen festgehalten, und daher auch im Falschen. Der Grund ist, damit sie nicht vermittelst der Erkenntnisse des Guten und des Wahren mit dem Himmel verkehren, und vermittelst des Bösen und des Falschen daraus mit der Hölle verkehren, und so zwischen beiden schweben; dann auch, damit sie nicht das Gute und Wahre entweihen, was geschieht, wenn es mit Bösem und Falschem vermengt wird. Ähnliches wird auch bezeichnet durch die Worte des Herrn an den, der sein Talent in der Erde verbarg: "Nehmet von ihm das Talent, und gebet es dem, der zehn Talente hat. Denn einem jeden der hat, wird gegeben werden, daß er Überfluß hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch genommen werden, was er hat": Matth.25/28,29; dann auch durch das, was der Herr sagt bei Matth.13/12, Mark.4/25 und Luk.8/18. "Und ihm seinen Teil geben mit den Heuchlern" bedeutet sein Schicksal, das der Teil desselben ist mit denen, die äußerlich im Wahren erscheinen in bezug auf die Lehre, und im Guten in bezug auf das Leben, aber innerlich nichts Wahres glauben, und nichts Gutes wollen, die (somit) Heuchler sind. Auf solche Weise sind sie zerteilt. Deshalb erscheinen sie, wenn ihnen das Äußere genommen wird, wie es bei allen im anderen Leben geschieht, so wie sie sind in bezug auf ihr Inneres, nämlich ohne Glauben und Liebtätigkeit. Diese trugen sie aber gleichwohl zur Schau, um andere für sich zu gewinnen, in der Absicht, um Ehre, Gewinn und Ruhm zu erlangen. Diejenigen, die innerhalb der verwüsteten Kirche leben, sind fast alle von dieser Art, denn sie haben das Äußere, aber kein Inneres, worüber Nr. 4423. "Daselbst wird sein Heulen und Zähneknirschen" bedeutet ihren Zustand im anderen Leben. Heulen ihren Zustand in Ansehung des Bösen, und Zähneknirschen ihren Zustand in Ansehung des Falschen; denn die Zähne bedeuten im Worte das unterste Natürliche, im echten Sinne die Wahrheiten desselben, und im entgegengesetzen Sinne die Falschheiten desselben; diesen entsprechen auch die Zähne. Deswegen bezeichnet Zähneknirschen ein Zusammenstoßen des Falschen mit dem Wahren. Von denen, die im bloßen Natürlichen sind, und in diesen infolge der Täuschungen ihrer Sinne, und nichts glauben, was sie nicht durch diese sehen, sagt man, sie seien im Zähneknirschen, und im anderen Leben erscheinen sie auch so, wenn sie über die Glaubenswahrheiten aus ihren Sinnestäuschungen Schlüsse ziehen. In einer Kirche, die in bezug auf das Gute und Wahre verwüstet ist, gibt es viele solche. Ähnliches wird auch an einer anderen Stelle durch Zähneknirschen bezeichnet, wie bei Matth.8/12: "Die Söhne des Reichs werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis; daselbst wird sein Heulen und Zähneknirschen": Söhne des Reiches sind die, welche in der verwüsteten Kirche sind. Die Finsternis bezeichnet die Falschheiten: Nr. 4418; in Finsternis sind sie, wenn sie in dem nebelhaften Dunstkreis sind, von dem oben. Zähneknirschen bezeichnet den Zusammenstoß des Falschen mit dem Wahren daselbst. Ebenso anderwärts, wie bei Matth.13/42,50; 22/13; 25/30; Luk.13/28.   34. Kapitel 1. Und es ging aus Dinah, die Tochter der Leah, die sie dem Jakob geboren, um die Töchter des Landes zu sehen. 2. Da sah sie Schechem, der Sohn Chamors, des Chiviters, des Fürsten des Landes, und nahm sie, und lag bei ihr, und schwächte sie. 3. Und seine Seele hing an Dinah, der Tochter Jakobs, und er liebte das Mädchen, und redete zu dem Herzen des Mädchens. 4. Und Schechem sprach zu Chamor, seinem Vater, und sagte: Nimm mir diese Tochter zum Weibe. 5. Und Jakob hörte, daß er Dinah, seine Tochter, geschändet habe; und seine Söhne waren bei seiner Herde (aegnisitione) auf dem Felde; und Jakob schwieg, bis sie kamen. 6. Und es ging aus Chamor, der Vater Schechems, zu Jakob, um mit ihm zu reden. 7. Und die Söhne Jakobs kamen vom Felde, als sie das hörten; und es verdroß die Männer, und sie wurden sehr zornig, weil er eine Freveltat begangen an Israel, zu liegen bei der Tochter Jakobs, und also sollte es nicht geschehen. 8. Und Chamor redete mit ihnen, und sprach: Schechem, mein Sohn, es sehnt sich seine Seele nach eurer Tochter, gebet sie ihm doch zum Weibe. 9. Und verschwägert euch mit uns, eure Töchter gebet uns, und unsere Töchter nehmet für euch. 10. Und wohnet bei uns, und das Land soll (offen) vor euch sein, wohnet daselbst; Geschäfte treibend durchziehet es, und erwerbet euch Besitz in demselben. 11. Und Schechem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Lasset mich Gnade finden in euren Augen, und was ihr zu mir saget, das will ich geben. 12. Verlanget reichlich von mir Morgengabe und Geschenk, und wie ihr zu mir sprechet, so will ich geben; nur gebet mir das Mädchen zum Weibe. 13. Und es antworteten die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor, seinem Vater, mit Trug, und sie redeten (so), weil er geschändet hatte Dinah, ihre Schwester. 14. Und sie sprachen zu ihnen: das können wir nicht tun, daß wir unsere Schwester geben einem Manne, der Vorhaut hat, denn es ist uns eine Schmach. 15. Nur unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet so wie wir, daß ihr beschneidet bei euch alles Männliche. 16. Und dann werden wir euch unsere Töchter geben, und eure Töchter nehmen für uns, und wir werden bei euch wohnen, und wir werden ein Volk sein. 17. Aber wenn ihr nicht höret auf uns, euch zu beschneiden, so werden wir unsere Tochter nehmen, und davonziehen. 18. Und ihre Worte waren gut in den Augen Chamors, und in den Augen Schechems, seines Sohnes. 19. Und der Jüngling zögerte nicht, solches zu tun, denn er hatte Wohlgefallen an der Tochter Jakobs; und er war geehrt vor allen im Haus seines Vaters. 20. Und Chamor kam, und Schechem sein Sohn, zu dem Tore ihrer Stadt, und redeten mit den Männern ihrer Stadt, und sprachen: 21. Diese Männer sind friedlich unter uns, und wollen im Lande wohnen, und ihr Geschäft treibend es durchziehen, und siehe, das Land liegt weit offen vor ihnen; ihre Töchter wollen wir uns zu Frauen nehmen, und unsere Töchter wollen wir ihnen geben. 22. Doch nur so wollen uns die Männer willfahren, unter uns zu wohnen und ein Volk zu sein, wenn wir bei uns beschneiden alles Männliche, so wie sie beschnitten sind. 23. Ihr Erworbenes und ihr Angekauftes und all ihr Vieh, wird es nicht uns gehören? nur lasset uns ihnen beistimmen, daß sie bei uns wohnen. 24. Und es hörten auf Chamor und auf Schechem, seinen Sohn, alle, die ausgingen aus dem Tore seiner Stadt, und sie beschnitten alles Männliche, alle, die ausgingen aus dem Tore der Stadt. 25. Und es geschah nach drei Tagen, als sie in Schmerzen waren, nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi, die Brüder Dinahs, jeder sein Schwert, und gingen kecken Mutes in die Stadt, und töteten alles Männliche. 26. Auch Chamor und Schechem, seinen Sohn, töteten sie mit der Schärfe des Schwertes, und nahmen Dinah aus dem Hause Schechems und gingen davon. 27. Auch die anderen Söhne Jakobs kamen über die Erschlagenen, und plünderten die Stadt, weil sie geschändet hatten ihre Schwester. 28. Ihre Herden, und ihre Rinder, und ihre Esel, und was in der Stadt, und was auf dem Feld war, nahmen sie. 29. Und alle ihre Reichtümer, und alle ihre Kinder, und ihre Frauen nahmen sie gefangen, und machten sie zur Beute, und alles, was im Hause war. 30. Und Jakob sprach zu Schimeon und zu Levi: Ihr habt mich ins Unglück gebracht, und mich stinkend (d.h. verhaßt) gemacht bei den Bewohnern des Landes, den Kanaaniten und Peresiten, und ich (habe wenig) Leute an Zahl, und sie werden sich versammeln gegen mich, und werden mich schlagen, und ich werde vertilgt werden samt meinem Hause. 31. Und sie sprachen: Soll man etwa wie eine Buhldirne behandeln unsere Schwester?   Inhalt 4425. Es wird hier im inneren Sinn von Jakobs Nachkommen gehandelt, daß sie alles Wahre der Lehre, das in der Alten Kirche gewesen war, vernichteten. Chamor und Schechem mit dem Volke ihrer Stadt bildeten dieses Wahre vor; denn das Vorbild der Kirche bei den Nachkommen Jakobs bestand nur im Äußeren ohne das Innere, die vorbildliche Kirche bei den Alten dagegen im Äußeren, (verbunden) mit dem Inneren.   Innerer Sinn 4426. Vers 1-4: Und es ging aus Dinah, die Tochter der Leah, die sie dem Jakob geboren, um die Töchter des Landes zu sehen. Da sah sie Schechem, der Sohn Chamors, des Chiviters, des Fürsten des Landes, und nahm sie, und lag bei ihr, und schwächte sie. Und seine Seele hing an Dinah, der Tochter Jakobs, und er liebte das Mädchen, und redete zu dem Herzen des Mädchens. Und Schechem sprach zu Chamor, seinem Vater, und sagte: Nimm mir diese Tochter zum Weibe. "Und es ging aus Dinah" bedeutet die Neigung zu allem, was dem Glauben angehört, und daher die Kirche; "die Tochter der Leah, die sie dem Jakob geboren" bedeutet, im Äußeren; "um die Töchter des Landes zu sehen" bedeutet, um die Neigungen des Wahren zu erkennen, und die Kirchen, die daraus stammen; "da sah sie Schechem", bedeutet das Wahre; "der Sohn Chamors, des Chiviters" bedeutet von den Alten; "des Fürsten des Landes" bedeutet die Hauptsache bei den Kirchen; "und nahm sie, und lag bei ihr, und schwächte sie" bedeutet, daß er nicht anders verbunden werden konnte mit der Neigung zum Wahren, das durch die Söhne Jakobs, ihre Brüder, bezeichnet wurde; "und seine Seele hing an Dinah, der Tochter Jakobs" bedeutet die Hinneigung zur Verbindung; "und er liebte das Mädchen, und redete zu dem Herzen des Mädchens" bedeutet die Liebe; "und Schechem sprach zu Chamor, seinem Vater" bedeutet das Denken aus dem Wahren bei den Alten; "und sagte: Nimm mir diese Tochter zum Weibe" bedeutet, daß er verbunden werden wollte mit der Neigung dieses Wahren. 4427. "Und es ging aus Dinah", 1. Mose 34/1, bedeutet die Neigung zu allem, was dem Glauben angehört, und daher die Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, insofern sie die Neigung zu allen Wahrheiten bezeichnet, und daher die Kirche; worüber Nr. 3963, 3964; denn die zwölf Söhne Jakobs bildeten alles vor, was zum Glauben gehört, also alles der Kirche Angehörige: Nr. 2129, 2130, 3858, 3926, 3939; daher bezeichnet Dinah, die nach den zehn Söhnen Jakobs von der Leah und deren Mägden geboren war die Neigung derselben, somit die Kirche; denn die Kirche geht hervor aus der Neigung zum Wahren, und zwar so sehr, daß es einerlei ist, ob man sagt die Neigung zum Wahren oder die Kirche; denn durch die Neigung des Wahren wird der Mensch zur Kirche. 4428. "Die Tochter der Leah, die sie dem Jakob geboren", 1. Mose 34/1, bedeutet im Äußeren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Leahs, insofern sie die Neigung zu dem äußeren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3793, 3819; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlich Wahren im Natürlichen, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 4234, 4337; und im bezüglichen Sinn die äußere Kirche oder, was dasselbe ist, das Äußere der Kirche, worüber Nr. 3305, 4286. Hieraus erhellt, daß die Tochter Leahs, die sie dem Jakob geboren, bedeutet die Neigung zum Wahren im Äußeren. 4429. "Um die Töchter des Landes zu sehen", 1. Mose 34/1, bedeutet, um die Neigungen des Wahren kennen zu lernen, und die Kirchen, die daraus hervorgehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es ein Erkennen bezeichnet, worüber einige Male im vorigen; aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie Neigungen bezeichnen und die Kirchen daraus, worüber Nr. 2362, 3024, 3963; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, insofern es die Gegend bezeichnet, wo die Kirche ist, und daher auch die Kirche selbst, worüber Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 3705, 3686. Was durch das, was in diesem Verse enthalten ist, bezeichnet wird, kann man erkennen aus dem, was folgt; denn es wird von dem Vorbild der Kirche gehandelt, das bei den Nachkommen Jakobs errichtet werden sollte. Daß dieses Vorbild bei ihnen nicht errichtet werden konnte, bevor sie in bezug auf die inneren Wahrheiten völlig abgeödet waren, d.h., bevor sie dieselben nicht mehr kannten, sehe man Nr. 4289. Innere Wahrheiten sind alle jene, die durch die Religionsgebräuche (Ritualia) vorgebildet und bezeichnet werden, die ihnen geboten waren; denn alle Religionsgebräuche bildeten vor und bezeichneten etwas im Reiche des Herrn in den Himmeln, und daher etwas im Reiche des Herrn auf Erden, d.h. in der Kirche. Die Dinge, die vorgebildet und bezeichnet wurden, sind hier innere Wahrheiten. Daß alles und jedes, was den Nachkommen Jakobs befohlen wurde, als das Vorbild der Kirche bei ihnen errichtet wurde, und wovon in den Büchern Mose, vorzüglich im zweiten und dritten (geredet wird), Vorbild und Beziehung der himmlischen und geistigen Dinge des Reiches des Herrn war, ist überall in den Erklärungen gezeigt worden. Alle diese Dinge waren den Nachkommen Jakobs unbekannt, weil diese so beschaffen waren, daß sie sie entweiht haben würden, wenn sie dieselben gekannt hätten: Nr. 301, 302, 303, 2520, 3398, 3479, 3769, 4281, 4293; daher kamen sie nicht eher in diese Vorbildungen, als bis sie in bezug auf die inneren Dinge völlig verödet waren. In diesem Kapitel wird daher von diesen Wahrheiten gehandelt, und daß sie dieselben vernichteten. Die Vorbildungen, die den Nachkommen Jakobs geboten wurden, waren keine neuen, sondern mehrenteils solche, die früher bei den Alten im Gebrauch gewesen waren; aber die Alten verehrten nicht die äußeren Dinge, wie die Nachkommen Jakobs, oder die Juden und die Israeliten, sondern die inneren Dinge. Durch die inneren erkannten sie den Herrn selbst an. Die Überreste der Kirchen waren von alter Zeit her noch in dem Lande Kanaan, vorzüglich bei denen, die Chittäer und Chiviter genannt wurden; daher kommt es, daß durch diese Völkerschaften die Wahrheiten vorgebildet werden, die der Kirche angehörten. Hieraus kann man nun einigermaßen deutlich erkennen, was bezeichnet wird dadurch, daß "Dinah, die Tochter des Jakob von der Leah, ausging, um die Töchter des Landes zu sehen"; denn durch Dinah wird die äußere Kirche vorgebildet, wie sie bei den Nachkommen Jakobs errichtet werden sollte; und durch die Töchter des Landes werden die Kirchen bei den Alten bezeichnet. Daß Töchter überall im Worte im inneren Sinn Kirchen bezeichnen, sehe man Nr. 2362, 3024; wo dieses gezeigt worden, und daß Land die Gegend und das Volk bezeichnet, wo die Kirche ist, also auch die Kirche selbst: Nr. 662, 1066, 1067, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 3705, 3686. 4430. "Da sah sie Schechem", 1. Mose 34/2, bedeutet das Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Schechem, insofern er das Wahre bezeichnet, hier das Wahre der Kirche von der alten Zeit her. Daß dies durch Schechem vorgebildet wird, kommt daher, daß bei der Völkerschaft, wo Schechem war, Überreste der Kirche waren. Daß sie zu den redlichen Völkerschaften gehörte, erhellt aus der Aufrichtigkeit, mit der Chamor und Schechem zu Jakob und seinen Söhnen redete: 1. Mose 34/8-12; und aus der Einwilligung, daß Schechem die Dinah zum Weibe nehmen wollte: 1. Mose 34/18-24; und weil es so war, so wurde das Wahre der Kirche durch sie vorgebildet; und außerdem war die Stadt Schechem die erste Station für Abraham, als er aus Syrien in das Land Kanaan kam: 1. Mose 12/6; und nun auch die erste für Jakob, der auch von Syrien her(kam), wo er sein Zelt aufschlug, Hütten machte, und einen Altar errichtete: 1. Mose 33/17-20. Daß durch die Reisen oder Wanderungen Abrahams und Jakobs das Fortschreiten zu den Wahrheiten des Glaubens und zu dem Guten der Liebe vorgebildet wurde, das im höchsten Sinn beim Herrn stattfand, und im bezüglichen Sinn beim Menschen stattfindet, der vom Herrn wiedergeboren wird, ist schon einige Male gezeigt worden; daher wurde durch Schechem das Erste des Lichtes bezeichnet: Nr. 1440, 1441; somit auch das inwendigere Wahre, denn das ist das Erste des Lichtes. Aber in diesem Kapitel wird im inneren Sinn von den Nachkommen Jakobs gehandelt, wie sie das Erste des Lichtes oder das inwendigere Wahre bei sich auslöschten. Die Söhne Jakobs bezeichnen in diesem Sinn, das der innere historische Sinn ist, ihre ganze Nachkommenschaft, denn im inneren Sinn des Wortes wird nur von den Dingen gehandelt, die sich auf das Reich des Herrn, somit auf Seine Kirche beziehen. Die Söhne Jakobs selbst bildeten keine Kirche, sondern ihre Nachkommen, und zwar nicht früher, als bis sie aus Ägypten auszogen, in der Wirklichkeit aber nicht früher, als bis sie in das Land Kanaan kamen. Was übrigens diese von Schechem benannte Stadt anbelangt, so wurde sie von Alters her Schalem genannt, wie dies erhellt aus den Worten 1. Mose 33/18: "Jakob kam nach Schalem, der Stadt Schechems, die im Lande Kanaan ist"; daß durch Schalem Ruhe bezeichnet wird, und durch "die Stadt Schechems" die inwendigeren Glaubenswahrheiten, und daß der Mensch in den Zustand der Ruhe gelangt, wenn er zu jenen Wahrheiten kommt, sehe man Nr. 4393; später aber wurde dieselbe Stadt Schechem genannt, wie man ersehen kann bei Jos.24/32: "Die Gebeine Josephs, welche die Söhne Israels aus Ägypten heraufbrachten, begruben sie in Schechem, in dem Teile des Feldes, das Jakob von den Söhnen Chamors, des Vaters Schechem, um hundert Kesitha gekauft". Richt.9/28: "Es sprach Gaal, der Sohn Ebeds, zu den Bürgern Schechems, wer ist Abimelech und wer ist Schechem, daß wir ihm dienen? ist er nicht der Sohn Jerubaals, und Sebul sein Statthalter? dienet den Männern Chamors, des Vaters Schechems, und warum sollen wir diesen dienen?". Dieselbe Stadt wurde später Sichar genannt, wie man deutlich sieht bei Joh.4/5,6: "Jesus kam in die Stadt Samariens, Sichar genannt, nahe dem Felde, das Jakob seinem Sohne Joseph gab; daselbst war der Brunnen Jakobs". Daß durch diese Stadt das inwendigere Wahre bezeichnet wird, erhellt aus diesen Stellen, dann auch aus anderen, wo sie genannt wird; und auch bei Hos.6/8,9: "Gilead ist eine Stadt von Übeltätern, besudelt mit Blut, und gleich den Räuberscharen, die den Männern auflauern, die Zunft der Priester; sie töten auf dem Wege nach Schechem, weil sie Frevel verübten, im Hause Israels habe ich Schändliches gesehen": sie töten auf dem Wege nach Schechem, bedeutet hier, daß sie die Wahrheiten bis auf die inwendigeren vertilgen, also alle äußeren; die Vertilgung auch des inneren Wahren wird dadurch bezeichnet, daß Abimelech diese Stadt zerstörte und mit Salz bestreute: Richt.9/45. 4431. "Der Sohn Chamors, des Chiviters", 1. Mose 34/2, bedeutet, von den Alten her. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, der hier Schechem ist, insofern er das inwendigere Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4430; daß Sohn das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, 4257; und aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er der Vater dieses Wahren ist, somit von den Alten, denn das Wahre, das inwendiger war in den Religionsgebräuchen und in den Vorbildungen, floß aus der Kirche, die bei den Alten war, und weil es sich so verhält, wird Chamor auch der Chiviter genannt. Die Völkerschaft der Chiviter nämlich war es, durch das solches Wahre bei den Alten bezeichnet wurde, weil sie von Alters her in solchem gewesen waren, daher kommt es, daß Chamor hier der Chiviter genannt wird, denn durch alle Völkerschaften im Lande Kanaan wurde etwas Gutes oder Wahres der Kirche zur Zeit der Alten bezeichnet, denn die Älteste Kirche, die himmlischer Art war, hatte dort bestanden: Nr. 4116. Später aber wendeten sich diese Völkerschaften, wie die übrigen, bei denen die Kirche war, zum Götzendienst, deshalb wird auch durch ebendieselben die Abgötterei bezeichnet. Weil jedoch durch Chiviter von Alters her das inwendigere Wahre bezeichnet wurde und sie zu den redlicheren Völkerschaften gehörten, bei denen die Bosheit nicht so vollendet, d.h. das Wahre der Kirche nicht so vernichtet war, wie bei anderen, deshalb wurden, vermöge der Vorsehung des Herrn, die chivitischen Gibeoniten erhalten, zufolge des Bundes, den Joschua und die Fürsten mit ihnen schlossen: Jos.9/15. Daß sie Chiviter waren, sehe man Jos.9/7; 11/19. Hieraus erhellt nun, woher es kommt, daß durch Schechem, den Sohn Chamors, des Chiviters, das inwendige Wahre von den Alten her bezeichnet wurde. 4432. "Des Fürsten des Landes", 1. Mose 34/2, bedeutet die Hauptsache bei den Kirchen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fürsten; insofern er das Hauptsächliche bezeichnet, worüber Nr. 1482, 2089; und aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 3705, 3686. 4433. "Und nahm sie, und lag bei ihr, und schwächte sie", 1. Mose 34/2, bedeutet, daß er nicht anders verbunden werden konnte mit der Neigung zu dem Wahren, das durch die Söhne Jakobs, ihre Brüder, bezeichnet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie nehmen, bei ihr liegen und sie schwächen", insofern es bezeichnet, verbunden werden, aber nicht in gesetzmäßiger Weise, das durch Verlobung stattfindet. Daß aber durch diese Worte bezeichnet wird, daß er nicht auf andere Weise verbunden werden konnte, kann man nicht deutlich erkennen, wenn man nicht weiß, wie die Sache sich verhält: Das innere Wahre, das von den Alten (stammte), und durch "Schechem, den Sohn Chamors, des Chiviters" bezeichnet wird, ist das Wahre, welches das Innere der Kirche bei den Alten war, somit das Innere in ihren Satzungen, Rechten und Gesetzen, mit einem Worte in den Religionsgebräuchen und ähnlichem. Diese Wahrheiten waren ihre Lehren, gemäß denen sie lebten, und zwar Lehren der Liebtätigkeit, denn in alter Zeit hatten diejenigen, die der echten Kirche angehörten, keine anderen Lehren. Dieselben können inwendigere Wahrheiten genannt werden in bezug auf die Lehren, aber das inwendigere Gute in bezug auf das Leben. Wenn irgendeine Kirche bei dem aus Jakob stammenden Volke errichtet werden sollte, so mußten sie notwendig in jenes Wahre und Gute eingeweiht werden; denn wenn nicht die inneren Dinge in den äußeren sind, d.h., wenn man nicht an das Innere denkt, wenn man in dem Äußeren ist, und wenn man nicht zugleich von dem Inneren angeregt wird, oder wenigstens vom Äußeren wegen des Inneren, so ist nichts von einer Kirche vorhanden, denn das Innere macht die Kirche aus, weil in diesem der Herr ist: in diesem nämlich ist das Geistige und Himmlische, was von Ihm ist. Aber das von Jakob stammende Volk, d.h. das israelitische und jüdische Volk, konnte in jenes (Innere) nicht auf rechtmäßige Weise eingeweiht werden, was durch Verlobung geschieht, deswegen, weil ihr äußerer Gottesdienst nicht in Entsprechung stand, denn von ihren Vätern, nämlich von Abraham, Jischak und Jakob hatten sie den von Eber eingeführten Gottesdienst empfangen; daß dieser aber in seinem Äußeren verschieden war von dem Gottesdienst der Alten Kirche, sehe man Nr. 1238, 1241, 1343, 2180; und weil dieser Gottesdienst verschieden war, konnten die inneren Wahrheiten, die bei den Alten waren, nicht mit jenem verbunden werden in gesetzlicher Weise, das durch Verlobung geschieht, sondern nur auf die Weise, die hier beschrieben wird. Hieraus kann man erkennen, was es bedeute, daß er nicht anders verbunden werden konnte mit der Neigung zu dem Wahren, das durch die Söhne Jakobs, die Brüder der Dinah bezeichnet wurde. Aber dennoch konnte eine Verbindung in dieser Weise geschehen nach einem Gesetze, das auch den Alten bekannt war, worüber 2. Mose 22/15; 5. Mose 22/28,29; gleichwohl aber war dieses Volk so beschaffen, daß es durchaus keine Verbindung des inwendigeren Wahren, das von den Alten stammte, mit dem Äußeren des Gottesdienstes, der bei den Nachkommen Jakobs war, annehmen konnte: Nr. 4281, 4290, 4293, 4307, 4314, 4316, 4317; deshalb konnte bei diesem Volke keine Kirche errichtet werden, sondern statt dieser nur ein Vorbild der Kirche: man sehe Nr. 4281, 4288, 4307. Daß dies Volk so beschaffen war, daß es nicht nur die inneren Wahrheiten nicht aufnehmen konnte, sondern auch dieselben bei sich völlig vernichtete, ist hier dadurch vorgebildet, daß die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor mit Trug antworteten: 1. Mose 34/13, und hernach, daß Schimeon und Levi die Stadt schlugen mit der Schärfe des Schwertes, und Schechem und Chamor töteten: 1. Mose 34/25,26, und daß die anderen Söhne über die Erschlagenen kamen, und die Stadt plünderten, und ihre Herden, ihre Rinder, und was in der Stadt, auf dem Felde und im Hause war, wegnahmen: 1. Mose 34/27-29. Hieraus erhellt, was durch die Weissagung Jakobs, damals Israels, bezeichnet wird: "Schimeon und Levi, die Brüder, Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter; in ihren Rat komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung vereinige sich nicht meine Ehre, denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet, und in ihrem Mutwillen lähmten sie den Stier; verflucht sei ihr Zorn, denn er ist gewaltsam, und ihr Grimm, weil er so schwer ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und sie zerstreuen in Israel": 1. Mose 49/5-7. 4434. "Und seine Seele hing an Dinah, (der Tochter Jakobs)", 1. Mose 34/3, bedeutet die Hinneigung zur Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Seele an etwas hängen", insofern es eine Hinneigung bezeichnet. Daß diese auf Verbindung gerichtet ist, ist klar, weil das, was Sache der ehelichen Liebe ist, im inneren Sinn die geistige Verbindung in sich schließt, nämlich die des Wahren mit dem Guten, und des Guten mit dem Wahren. Daß das, was der ehelichen Liebe angehört, im inneren Sinn diese Verbindung in sich schließt, kommt daher, weil die eheliche Liebe ihren Ursprung aus der Ehe des Wahren und Guten und des Guten und Wahren herleitet, man sehe Nr. 2618, 2727, 2728, 2729, 2737, 2803, 3132; deshalb werden auch im Worte die Verkehrungen des Guten unter den Ehebrüchen und die Verfälschungen des Wahren unter der Hurerei verstanden: Nr. 2466, 2729, 2750, 3399. Hieraus kann man deutlich erkennen, daß unter allem, was von Schechem und von Dinah in diesem Kapitel berichtet wird, im inneren Sinn nichts anderes verstanden wird, als die Verbindung des Wahren, die durch Schechem vorgebildet wird, mit der Neigung zum Wahren, die durch Dinah, somit daß durch die Worte: "Seine Seele hing an Dinah", die Hinneigung zur Verbindung bezeichnet wird. Weil in diesem ganzen Kapitel von der ehelichen Liebe des (Schechem) zu Dinah gehandelt wird, und daß er sie zum Weibe verlangte, und weil durch das, was zur ehelichen Liebe gehört, eine geistige Verbindung bezeichnet wird, so darf ich aus dem Worte bestätigen, daß die Ehen, und was sich auf dieselbe bezieht, nichts anderes daselbst in sich schließen; z.B. bei Joh.Offenb.19/7,9: "Lasset uns freuen und jauchzen und Ihm die Herrlichkeit geben; denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und sein Weib hat sich bereitet, (selig sind) die, welche zum Hochzeitsmahle des Lammes geladen sind". Joh.Offenb.21/2,9,10: "Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, herabsteigend von Gott aus dem Himmel, zubereitet wie eine Braut, die für ihren Mann geschmückt ist. Einer der sieben Engel redete mit mir, und sprach: Komm, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes zeigen; und er entrückte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg, und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herabsteigend aus dem Himmel von Gott": daß durch das Bräutliche und Eheliche hier nichts anderes bezeichnet wird, als die Verbindung des Herrn mit der Kirche, und zwar durch das Wahre und Gute, erhellt deutlich; denn die Heilige Stadt und das neue Jerusalem ist nichts anderes als die Kirche. Daß die Stadt das Wahre der Kirche bezeichne, sehe man Nr. 402, 2268, 2449, 2451, 2712, 2943, 3216; daß Jerusalem die geistige Kirche bezeichnet: Nr. 402, 2117, 3654. Mal.2/11,14,15: "Treulos handelte Jehudah, und Greuel geschah in Israel und in Jerusalem, denn Jehudah hat die Heiligkeit Jehovahs entweiht, weil es geliebt und sich verlobt hat mit der Tochter eines fremden Gottes. Jehovah ist Zeuge zwischen dir und zwischen dem Weibe deiner Jugend, gegen das du treulos gehandelt hast": wo lieben und sich verloben die Tochter eines fremden Gottes bedeutet, sich mit dem Falschen verbinden anstatt mit dem Wahren, welches das Weib der Jugend ist. Hes.16/20,45: "Du nahmst deine Söhne und deine Töchter, die du mir geboren hattest, und opfertest sie zum Verzehren; war denn zu wenig deine Hurerei? Du bist die Tochter deiner Mutter, die ihren Mann und ihre Söhne verstieß, und du bist die Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer und ihre Söhne verstießen": hier (ist die Rede) von den Greueltaten Jerusalems, und weil diese aus dem Bösen und Falschen hervorgingen, so werden sie in diesem Kapitel durch solche Dinge beschrieben, die der Ehe entgegengesetzt sind, nämlich durch Ehebrüche und Hurerei; die Ehemänner, die sie verstießen, sind das Gute, ihre Söhne sind die Wahrheiten und die Töchter die Neigungen derselben. Jes.54/1,5,6,13: "Frohlocke, Unfruchtbare, die nicht geboren hat; brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen fühlte; denn mehr sind die Söhne der Verlassenen, als die Söhne der Vermählten. Der Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht ferner gedenken, denn dein Gemahl ist, der dich erschuf, Jehovah Zebaoth Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird er genannt; denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib hat dich Jehovah gerufen, wie ein Weib der Jugend, wenn es verstoßen wird, spricht dein Gott. Alle deine Söhne werden gelehrt sein von Jehovah, und groß der Friede deiner Söhne": Weil durch Ehe die Verbindung des Wahren und Guten und des Guten und Wahren bezeichnet wird, so kann man deutlich erkennen, was verstanden wird unter Ehemann und Eheweib, unter Söhnen und Töchtern, unter Witwen, Verstoßenen, und unter gebären, Wehen haben, verlassen werden, unfruchtbar sein, denn diese Dinge beziehen sich auf die Ehe; von allen diesen wurde, was sie im geistigen Sinn bedeuten, bei den Erklärungen oftmals nachgewiesen. Jes.62/1,4,5: "Wegen Zion werde ich nicht schweigen, und wegen Jerusalem nicht ruhen; man wird nicht mehr zu dir sagen: Du Verlassene, sondern dein Land wird heißen das Vermählte, denn Jehovah wird Wohlgefallen an dir haben, und dein Land wird vermählt werden, denn wie ein Jüngling sich vermählt mit einer Jungfrau, so werden sich mit dir vermählen deine Söhne, und wie der Bräutigam sich freuet seiner Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen". Wer nicht den inneren Sinn des Wortes kennt, kann meinen, solche Dinge im Worte seien nur Vergleichungen, wie es deren mehrere in der gewöhnlichen Sprache gibt, und daß daher die Kirche verglichen werde mit einer Tochter, einer Jungfrau, einer Gattin, somit das, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, mit dem, was sich auf die Ehe bezieht; aber im Worte sind alle Dinge Vorbildungen von Geistigem und Himmlischem, und wirkliche Entsprechungen; denn das Wort steigt aus dem Himmel herab, und weil es von da herabkommt, so ist es in seinem Ursprung Göttliches, Himmlisches und Geistiges, dem das entspricht, was dem buchstäblichen Sinne angehört; daher kommt es, daß das, was sich auf die himmlische Ehe bezieht, die eine Verbindung des Guten und Wahren ist, in die Entsprechendes fällt, somit in das, was sich auf die irdischen Ehen bezieht. Daher kommt es auch, daß der Herr das Himmelreich, d.h. Sein Reich im Himmel, und sein Reich auf Erden, das die Kirche ist, verglichen hat: "mit einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und mehrere zu derselben einlud": Matth.22/1-14; und auch mit "zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und ausgingen dem Bräutigam entgegen": Matth.25/1-13. Und der Herr nannte auch diejenigen, die zur Kirche gehören, Söhne der Hochzeit (d.h. Hochzeitsgäste): Matth.9/15: "Jesus sprach: Können wohl die Söhne der Hochzeit trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam wird von ihnen genommen werden, und dann werden sie fasten". Daher wird auch die Neigung zum Guten und die Neigung zum Wahren die Freude und Fröhlichkeit des Bräutigams und der Braut genannt, weil die himmlische Freude aus diesen Neigungen hervorgeht und in diesen Neigungen besteht; wie bei Jes.62/5: "Deine Söhne werden sich dir vermählen, und wie die Freude des Bräutigams über die Braut, so wird Jehovah, dein Gott, Sich über dich freuen". Jerem.33/11: "Die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die da sagen: Danket dem Jehovah, denn Jehovah ist gütig". Jerem.7/34; 16/9; 25/10: "Ich will aufhören lassen in den Städten Jehudahs und in den Straßen Jerusalems die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, weil zur Verwüstung sein wird das Land". Joh.Offenb.18/22,23: "Das Licht der Leuchte soll nicht mehr leuchten in Babylon, und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr gehört werden in ihr". Weil die Ehen auf Erden durch wahre, eheliche Liebe der himmlischen Ehe entsprechen, welche die des Guten und Wahren ist, deshalb entsprechen die Gesetze, die im Worte über die Verlobungen und Ehen gegeben sind, ganz und gar den geistigen Gesetzen der himmlischen Ehe; z.B. daß sie nur eine Gattin haben sollten: Mark.10/2-8; Luk.16/18; denn so verhält es sich in der himmlischen Ehe, daß nämlich das Gute nur verbunden werden kann mit seinem Wahren, und das Wahre mit seinem Guten; wenn es mit einem anderen Wahren als mit seinem eigenen (verbunden würde), so könnte das Gute gar nicht bestehen, sondern würde zerteilt werden und zugrunde gehen. In der geistigen Kirche bildet die Gattin das Gute vor und der Mann das Wahre, aber in der himmlischen Kirche bildet der Gatte das Gute vor und die Ehefrau das Wahre; und was ein Geheimnis ist, sie bilden es nicht nur vor, sondern sie entsprechen ihm auch in der Wirklichkeit. Auch die Gesetze, die im Alten Testament über die Ehen gegeben wurden, stehen gleichfalls in Entsprechung mit den Gesetzen der himmlischen Ehe, z.B. die, die 2. Mose 21/7-11; 22/15,16; 34/16; 4. Mose 36/6; 5. Mose 7/3,4; 22/28,29 (angeführt sind); und auch die Gesetze über die verbotenen Grade: 3. Mose 18/6-20; worüber im einzelnen, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle (die Rede sein wird). Daß die Grade und die Gesetze der Ehe aus den Gesetzen des Wahren und Guten, welche die der himmlischen Ehe sind, ihren Ursprung haben, und sich auf dieselben beziehen, erhellt bei Hes.44/22: "Die Priester, die Leviten, sollen keine Witwe, noch Verstoßene sich zum Weibe nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Israel, aber eine Witwe, welche die Witwe eines Priesters war, dürfen sie nehmen": hier wird von der heiligen Stadt, dem neuen Jerusalem und dem himmlischen Kanaan gehandelt, die bekanntlich das Reich des Herrn und seine Kirche bezeichnen; wie auch durch Leviten nicht die Leviten, und durch Witwe und Verstoßene nicht eine Witwe und Verstoßene bezeichnet werden, sondern solche Dinge, denen sie entsprechen. 4435. "Und er liebte das Mädchen, und redete zu dem Herzen des Mädchens", 1. Mose 34/3, daß dies die Liebe bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 4436. "Und Schechem sprach zu Chamor, seinem Vater", 1. Mose 34/4, bedeutet das Denken aus dem Wahren bei den Alten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sprechen" in den historischen Teilen des Wortes, insofern es das Innewerden und das Denken daraus bezeichnet, worüber Nr. 3395; und aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, des Sohnes Chamors, insofern er das Wahre bei den Alten bezeichnet, worüber Nr. 4430, 4431. Hieraus erhellt, daß "Schechem sprach zu Chamor, seinem Vater", das Denken aus dem Wahren bei den Alten bezeichnet. 4437. "Und sagte: Nimm mir diese Tochter zum Weibe", 1. Mose 34/4, bedeutet, er wolle verbunden werden mit der Neigung dieses Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, hier Dinah, insofern sie die Neigung des Wahren bezeichnet, das durch die Söhne Jakobs, ihre Brüder, bezeichnet wurde, worüber Nr. 4427, 4433; und aus der Bedeutung von "zum Weibe nehmen", insofern es bezeichnet verbunden werden, worüber Nr. 4434. 4438. Vers 5-7: Und Jakob hörte, daß er Dinah, seine Tochter, geschändet hatte; und seine Söhne waren bei seiner Herde auf dem Felde; und Jakob schwieg, bis sie kamen. Und es ging aus Chamor, der Vater Schechems, zu Jakob, um mit ihm zu reden. Und die Söhne Jakobs kamen vom Felde, als sie das hörten; und es verdroß die Männer, und sie wurden sehr zornig, weil er eine Freveltat begangen an Israel, zu liegen bei der Tochter Jakobs, und also sollte es nicht geschehen. "Und Jakob hörte, daß er Dinah, seine Tochter, geschändet hatte" bedeutet jene Verbindung sei nicht gesetzlich; Jakob bezeichnet hier die äußere Alte Kirche; "und seine Söhne waren bei seiner Herde auf dem Felde" bedeutet, daß seine Nachkommen bei seiner Religion blieben; "und Jakob schwieg, bis sie kamen" bedeutet die Beratung aus den Glaubenswahrheiten, die er und seine Nachkommen besaßen; "und es ging aus Chamor, der Vater Schechems, zu Jakob, um mit ihm zu reden" bedeutet die Beratung über das Wahre seiner Kirche; "und die Söhne Jakobs kamen vom Felde" bedeutet, daß sie sich berieten nach ihrer Religion; "als sie das hörten, und es verdroß die Männer, und sie wurden sehr zornig" bedeutet, daß sie im Bösen waren gegen das Wahre der Kirche bei den Alten; "weil er eine Freveltat begangen an Israel, zu liegen bei der Tochter Jakobs, und also sollte es nicht geschehen" bedeutet, jene Verbindung sei in ihren Augen unerlaubt und gegen das Wahre, das sie besaßen. 4439. "Und Jakob hörte, daß er Dinah, seine Tochter, geschändet hatte", 1. Mose 34/5, bedeutet, jene Verbindung sei nicht gesetzlich; nämlich die Verbindung mit der Neigung des Wahren, das der äußeren Kirche angehörte, die hier durch Jakob vorgebildet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von schänden, insofern es die nicht gesetzliche Verbindung bezeichnet; denn durch die Ehen wird die gesetzliche Verbindung bezeichnet: Nr. 4434; daher wird durch Schändung derselben die nicht gesetzliche Verbindung bezeichnet, worüber man sehe Nr. 4433; aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs insofern sie die Neigung zu allen (Satzungen) des Glaubens und daher die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4427; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier die äußere Alte Kirche bezeichnet. Daß durch Jakob hier die äußere Alte Kirche bezeichnet wird, kommt daher, weil diese Kirche bei seinen Nachkommen errichtet werden sollte, und auch errichtet worden wäre, wenn seine Nachkommen die inneren Wahrheiten aufgenommen hätten, die bei den Alten waren. Daß durch Jakob diese Kirche hier vorgebildet wird, erhellt auch aus dem Zusammenhang in diesem Kapitel, denn er hatte keinen Anteil an dem Beschluß seiner Söhne die Stadt zu überfallen, und Chamor und Schechem zu töten; deswegen sagte er auch zu Schimeon und Levi: "Ihr habt mich ins Unglück gebracht, und mich stinkend gemacht bei den Bewohnern des Landes": 1. Mose 34/30; und in der Weissagung vor seinem Tode: "In ihren Rat komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung vereinige sich nicht meine Ehre, weil sie in ihrem Zorn getötet haben den Mann, und in ihrem Mutwillen gelähmt den Stier": 1. Mose 49/6. Und außerdem wird im Worte an mehreren Stellen durch Jakob die äußere Alte Kirche vorgebildet: Nr. 422, 4286; der Grund, weshalb Jakob diese vorbildet, ist, weil er im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn vorbildet, dem die äußere Kirche entspricht; durch seine Söhne aber werden seine Nachkommen bezeichnet, die das Wahre, das die Alten hatten, bei sich austilgten, und auf solche Weise das zerstörten, was jener Kirche angehörte; so daß bei ihnen nur das Vorbildliche derselben blieb; worüber Nr. 4281, 4288, 4289, 4303. 4440. "Und seine Söhne waren bei seiner Herde auf dem Felde", 1. Mose 34/5, bedeutet, daß seine Nachkommen bei seiner Religion verblieben. Dies erhellt aus der Bedeutung seiner Söhne, insofern sie seine Nachkommen bezeichnen; aus der Bedeutung der Herde, insofern sie die äußeren Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 1435, 4391; und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 2971, 3766. Daher wird dadurch, daß seine Söhne bei seiner Herde auf dem Felde waren, bezeichnet, daß sie in seiner Religion verblieben, wenn eine solche Art von Kirche, wie sie bei ihnen war, auch Religion (religiosem) genannt werden darf, da es ein äußerer Gottesdienst ohne den inneren war. 4441. "Und Jakob schwieg, bis sie kamen", 1. Mose 34/5, bedeutet die Beratung aus den Glaubenswahrheiten, die er und seine Nachkommen hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung von schweigen, insofern es bezeichnet, nachdenken und stillschweigend beraten; und aus der Bedeutung von "bis sie kamen", nämlich die Söhne, insofern es bezeichnet, daß die Beratung aus den Glaubenswahrheiten gewesen sei, die sie und ihre Nachkommen hatten. Daß die Söhne Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, 4257; weil die Beratung mit den Söhnen stattfand, also mit den Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs bezeichnet werden, deshalb war sie aus dem Wahren, das sie und ihre Nachkommen hatten. 4442. "Und es ging aus Chamor, der Vater Schechems, zu Jakob, um mit ihm zu reden", 1. Mose 34/6, bedeutet die Beratung über das Wahre seiner Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, des Vaters Schechems, insofern er das Wahre bei den Alten bezeichnet, worüber Nr. 4430, 4431; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er die äußere Alte Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4439; und aus der Bedeutung von "mit ihm reden", insofern es bezeichnet beraten; daher wird durch diese Worte die Beratung über das Wahre dieser Kirche bezeichnet. Wer nicht weiß, daß die Namen im Worte Sachen bedeuten, wird sich wundern, daß durch diese Worte: "Und es ging aus Chamor, der Vater Schechems, zu Jakob, um mit ihm zu reden" bezeichnet wird die Beratung des Wahren der Kirche bei den Alten mit dem Wahren, das nach der Alten Kirche bei den Nachkommen Jakobs eingeführt werden sollte. Nicht wundern aber wird sich der, welcher weiß, daß ein solcher innerer Sinn im Worte ist; nicht einmal diejenigen, die sich mit der Schreibart der Alten aus ihren Büchern bekanntgemacht haben; denn es war bei ihnen allgemein gebräuchlich, die Gegenstände gleichsam redend einzuführen, z.B. die Weisheit, die Einsicht, die Wissenschaft und dergleichen; und auch ihnen Namen beizulegen, durch die ihre Beschaffenheit ausgedrückt wurde. Die Götter und Halbgötter der Alten waren nichts anderes, und auch die Personen, die sie erdichteten, um die Dinge geschichtsartig zu verbinden. Die alten Weisen hatten diese Sitte von der Alten Kirche, die über einen großen Teil der asiatischen Länder verbreitet war: Nr. 1238, 2385; denn die Angehörigen der Alten Kirche verbanden die heiligen Dinge durch Vorbildliches und Sinnbildliches miteinander; die Alte Kirche aber hatte dieses aus der Überlieferung der Uralten, die vor der Sündflut lebten: Nr. 920, 1409, 1977, 2896, 2897, und diese vom Himmel; denn sie standen in Gemeinschaft mit dem Himmel: Nr. 784, 1114-1125; denn der erste Himmel, welcher der unterste von den dreien ist, befindet sich in solchem Vorbildlichen und Sinnbildlichen; daher kommt es, daß das Wort in einem solchen Stil geschrieben ist. Aber das Wort hat vor den Schriften der Alten den Vorzug, daß die einzelnen Dinge in fortlaufender Reihenfolge Himmlisches und Geistiges vom Reiche des Herrn vorbilden, und im höchsten Sinne den Herrn selbst; und daß auch das Historische selbst so beschaffen ist; und was noch mehr ist, daß es wirkliche Entsprechungen sind, und zwar solche, die durch die drei Himmel sich fortsetzen vom Herrn aus. 4443. "Und die Söhne Jakobs kamen vom Felde", 1. Mose 34/7, bedeutet, daß sie sich berieten nach ihren Religionsgrundsätzen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Jakobs, insofern sie das von demselben abstammende Volk bezeichnen, bei dem das Vorbildliche der Kirche errichtet worden; und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es das Religiöse bezeichnet, worüber Nr. 4440. Daß sie davon herkamen, bedeutet, daß es Beratung aus diesem war, dies folgt aus dem Zusammenhang, dann auch daraus, daß es ihre Religion ist, von der das Kommen ausgesagt wird. 4444. "Als sie das hörten; und es verdroß die Männer, und sie wurden sehr zornig", 1. Mose 34/7, bedeutet, sie waren im Bösen gegen das Wahre der Kirche bei den Alten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verdrießen und sehr zornig werden", insofern es bezeichnet, im Bösen sein. Daß (sie dies waren) gegen das Wahre der Kirche bei den Alten, geht daraus hervor, weil gegen Schechem den Sohn Chamors, durch den das Wahre bei den Alten bezeichnet wurde, wie Nr. 4430, 4431 gesagt worden. Daß sie im Bösen waren, erhellt aus dem Folgenden, daß sie nämlich mit Hinterlist redeten: 1. Mose 34/13, und dann, als Schechem und Chamor in ihre Worte eingewilligt hatten, dieselben töteten: 1. Mose 34/26-29; daher kommt es, daß durch "verdrießen und sehr zornig sein" hier bezeichnet wird, daß sie im Bösen waren. Es hat den Anschein, als ob es Eifer gewesen sei, weil er bei ihrer Schwester gelegen war, nach den gleich folgenden Worten: "Weil er eine Freveltat begangen an Israel, zu liegen bei der Tochter Jakobs, und also sollte es nicht geschehen", und am Ende des Kapitels: "Sie sprachen: Soll man etwa wie eine Buhldirne behandeln unsere Schwester?": 1. Mose 34/31; aber es war nicht Eifer; denn Eifer kann niemals stattfinden bei dem, der im Bösen ist, sondern nur bei dem, der im Guten ist; denn der Eifer hat Gutes in sich, Nr. 4164; zwar hatte die Religion, die bei ihren Nachkommen war, Gutes in sich, denn alles und jedes desselben bildete Himmlisches und Geistiges vor, das dem Reiche des Herrn angehörte, aber in Ansehung derjenigen, die derselben anhingen, hatte sie nichts Gutes, denn sie waren nur im Äußeren ohne das Innere, wie oben gezeigt worden. Es verhält sich dies wie die Religion desselben Volkes, der sie noch heutigentags anhängen: sie erkennen Moses und die Propheten an, somit auch das Wort; dieses ist heilig in sich, aber in bezug auf sie ist es nicht heilig, denn bei allen Aussprüchen desselben haben sie nur sich selbst im Auge und somit machen sie das Wort selbst weltlich, ja sogar irdisch, denn daß etwas Himmlisches in demselben sei, wissen sie nicht, und bekümmern sich auch nicht einmal darum. Diejenigen, die in einem solchen Zustand sind, können nicht im Guten sein, wenn sie ihrer Religion ergeben sind, sondern im Bösen; es fließt nämlich nichts Himmlisches ein, weil sie dies bei sich auslöschen. Nach einem Gesetz, das auch in der Alten Kirche bekannt war, sollte der, welcher eine Jungfrau schwächte, ihr eine Morgengabe geben, und sie zur Ehefrau nehmen, nach den Worten bei 2. Mose 22/15,16: "Wenn ein Mann eine Jungfrau überredet, die nicht verlobt war, und bei ihr liegt, soll er eine Morgengabe geben, und sie zur Ehefrau nehmen; wenn ihr Vater verweigert, sie ihm zu geben, soll er (ihm) Silber darwägen, so viel die Morgengabe der Jungfrau (beträgt)". 5. Mose 22/28,29: "Wenn ein Mann ein Mädchen, eine Jungfrau, findet, die nicht verlobt ist, und sie ergreift und bei ihr liegt, und sie entdeckt werden, soll der Mann, der bei ihr lag, dem Vater des Mädchens fünfzig Sekel Silber geben, und sie soll sein Weib sein, weil er sie geschwächt hat; und er soll sie nicht verstoßen können alle Tage seines Lebens". Daß eben dieses Gesetz den Alten bekannt war, erhellt offenbar aus Schechems Worten zu dem Vater und den Brüdern des Mädchens: "Und Schechem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Laßt mich Gnade finden in euren Augen, und was ihr zu mir saget, das will ich geben. Verlanget reichlich von mir Morgengabe und Geschenk, und wie ihr zu mir sprechet, so will ich euch geben; nur gebet mir das Mädchen zum Weibe": 1. Mose 34/11,12; und weil Schechem dieses Gesetz erfüllen wollte, und die Brüder Dinahs einwilligten, wenn er würde wie sie, indem alles Männliche beschnitten würde, gemäß den folgenden Worten: "Jedoch unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet wie wir, so daß ihr beschneidet bei euch alles Männliche, und dann wollen wir euch unsere Töchter geben, und eure Töchter nehmen für uns, und wir wollen bei euch wohnen, und ein Volk sein": 1. Mose 34/15,16. Hieraus erhellt, daß sie nicht nach dem Gesetze handelten, also nicht aus dem Guten, sondern gegen das Gesetz, und somit aus dem Bösen. Nach dem Gesetze war es zwar, daß sie keine Ehe eingehen sollen mit (fremden) Völkerschaften, worüber 2. Mose 34/16: "Nimm nicht von ihren Töchtern für deine Söhne, daß ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, und machen, daß deine Söhne ihren Götter nachhuren". 5. Mose 7/3,4: "Du sollst dich nicht verschwägern mit den Völkerschaften, und deine Töchter nicht geben ihren Söhnen, und nicht nehmen ihre Töchter für deine Söhne; denn sie werden deine Söhne von mir abwenden, zu deinen fremden Göttern": aber dieses Gesetz wurde gegeben in Hinsicht auf götzendienerische Völkerschaften damit sie sich nicht durch die Ehen vom wahren vorbildlichen Gottesdienste zum Götzendienst wendeten; denn wenn sie Götzendiener wurden, konnten sie nicht mehr das Himmlische und Geistige des Reiches des Herrn vorbilden, sondern das Entgegengesetzte, das höllischer Art ist; denn alsdann riefen sie irgendeinen teuflischen Geist von der Hölle hervor, den sie verehrten, und auf den sie die göttlichen Vorbildungen anwendeten. Deswegen wird gesagt, sie sollten ihren Götter nicht nachhuren. Ferner auch deswegen, weil durch Völkerschaften Böses und Falsches bezeichnet wurde, mit dem das Gute und Wahre, das sie vorbildeten, nicht vermischt werden durfte, also nicht das Teuflische und Höllische mit dem Himmlischen und Geistigen: Nr. 3024 E. Aber niemals war es ihnen verboten, eine Ehe zu schließen mit solchen Völkerschaften, die ihren Gottesdienst annahmen, und nachdem sie beschnitten worden, Jehovah anerkannten; solche nannten sie Fremdlinge, die sich bei ihnen aufhielten; von diesen heißt es bei 2. Mose 12/48,49: "Wenn sich bei dir ein Fremder aufhält, und das Pascha Jehovahs halten will, so werde von ihm beschnitten alles Männliche, und dann soll er hinzutreten, es zu halten, und er soll sein wie ein Eingeborener des Landes, einerlei Gesetz soll sein dem Eingeborenen und dem Fremdling, der sich aufhält in eurer Mitte". 4. Mose 9/14: "Wenn bei euch ein Fremdling sich aufhält, so soll er das Passah feiern dem Jehovah, nach der Satzung des Passah, und nach den Gebräuchen desselben soll er es feiern; einerlei Satzung soll sein für den Fremdling wie für den Eingeborenen": daß sie Fremdlinge genannt werden, die sich in ihrer Mitte und bei ihnen aufhielten, kam daher, weil durch "sich aufhalten" bezeichnet wurde unterrichtet werden, und somit durch Fremdling diejenigen, die sich in den Satzungen und Lehren unterrichten ließen. Daß "sich aufhalten" und "Fremdling sein" dies bedeute, sehe man Nr. 1463, 2025, 3672. 4. Mose 15/14-16: "Und wenn ein Fremdling sich bei euch aufhält, der eine Feuerung lieblichen Geruches Jehovah darbringt, so soll er ebenso tun, wie ihr tut; wie viele ihrer zur Versammlung kommen, einerlei Satzung soll für euch und für den Fremdling sein, der bei euch sich aufhält, eine ewige Satzung für eure Geschlechter; wie ihr, so soll auch der Fremdling sein vor Jehovah; ein Gesetz und ein Recht soll sein für euch und für den Fremdling, der sich bei euch aufhält". 3. Mose 19/34: "Wie ein Eingeborener aus euch, soll auch der Fremdling sein, der sich aufhält bei euch". 3. Mose 24/22: " Ein Recht soll sein für euch, wie für den Fremdling, so für den Eingeborenen". Daß diese Satzung nicht nur Jakob und seinen Söhnen, sondern auch Schechem und Chamor bekannt war, erhellt aus ihren Worten; denn die Satzungen, Rechte und Gesetze, die dem israelitischen und jüdischen Volke gegeben wurden, waren keine neuen, sondern solche, die früher in der Alten Kirche waren, und in der zweiten Alten (Kirche), welche die hebräische von Eber genannt wurde, wie mehrmals gezeigt worden. Daß daher dieses Gesetz ihnen bekannt war, erhellt aus den Worten der Söhne Jakobs: "Es sprachen die Söhne Jakobs zu Chamor und Schechem: Das können wir nicht tun, daß wir unsere Schwester geben einem Manne, der Vorhaut hat, denn es ist uns eine Schmach. Jedoch unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet, wie wir, und beschneidet bei euch alles Männliche. Und dann werden wir euch unsere Töchter geben und eure Töchter nehmen für uns, und wir werden bei euch wohnen, und wir werden ein Volk sein": 1. Mose 34/14-16; und aus den Worten Chamors und Schechems, insofern sie nicht nur einwilligten, sondern auch sich und alles Männliche in ihrer Stadt beschneiden ließen: 1. Mose 34/18-24. Hieraus erhellt, daß Schechem ein solcher ward, wie der Fremdling, wovon im Gesetze, und daß er so die Tochter Jakobs zum Weibe nehmen konnte; somit war es eine Freveltat, daß jene sie töteten, was auch Jakob vor seinem Tode bezeugte: 1. Mose 49/5-7. Daß nicht nur Jehudah, sondern auch Moses, ferner die Könige der Juden und Israeliten, sowie auch mehrere aus dem Volke Frauen von den Heiden heirateten, ist offenbar aus den historischen Teilen des Wortes; daß aber dieselben ihre Satzungen, Rechte und Gesetze annahmen, und als Einsassen (peregrinis) anerkannt wurden, ist nicht zu bezweifeln. HG 4445 4445. "Weil er eine Freveltat begangen an Israel, zu liegen bei der Tochter Jakobs, und also sollte es nicht geschehen", 1. Mose 34/7, bedeutet, die in ihren Augen unerlaubte Verbindung sei gegen das Wahre, das bei ihnen (galt). Dies erhellt aus der Bedeutung (der Worte): "eine Freveltat begehen, zu liegen bei der Tochter Jakobs", insofern es eine unerlaubte Verbindung bezeichnet. Daß "bei ihr liegen und auf solche Weise entehren", eine nicht gesetzliche Verbindung bezeichnet, sehe man Nr. 4439. "In Israel" wird gesagt, weil durch Israel das Innere der Kirche bezeichnet wird, und hernach wird die Tochter Jakobs genannt, weil durch Jakob das Äußere der Kirche bezeichnet wird. Daß Israel das Innere der Kirche bezeichnet, und Jakob das Äußere, sehe man Nr. 4286, 4292, 4439. Daß dies in ihren Augen unerlaubt erschien, obwohl es erlaubt war, kann man deutlich erkennen aus dem, was Nr. 4444 und anderwärts gesagt und gezeigt worden ist. 4446. Vers 8-12: Und Chamor redete mit ihnen und sprach: Schechem, mein Sohn, es sehnt sich seine Seele nach eurer Tochter, gebet sie ihm doch zum Weibe. Und verschwägert euch mit uns, eure Töchter gebet uns, und unsere Töchter nehmet für euch. Und wohnet bei uns, und das Land soll (offen) vor euch sein, wohnet daselbst; Geschäfte treibend durchziehet es, und erwerbet euch Besitz in demselben. Und Schechem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Lasset mich Gnade finden in euren Augen, und was ihr zu mir saget, das will ich geben. Verlanget reichlich von mir Morgengabe und Geschenk, und wie ihr zu mir sprechet, so will ich geben; nur gebet mir das Mädchen zum Weibe. "Und Chamor redete mit ihnen und sprach" bedeutet das Gute der Kirche bei den Alten; "Schechem, mein Sohn" bedeutet das Wahre daher; "es sehnt sich seine Seele nach eurer Tochter, gebet sie ihm doch zum Weibe" bedeutet die Sehnsucht nach Verbindung mit dieser neuen (Kirche), die dem äußeren Ansehen nach der alten ähnlich erscheint; "und verschwägert euch mit uns, eure Töchter gebet uns, und unsere Töchter nehmet für euch" bedeutet die Vereinigung des Guten und Wahren; "und wohnet bei uns" bedeutet das Leben; "und das Land soll (offen) vor euch sein, wohnet daselbst" bedeutet die Kirche, die eine (ist); "Geschäfte treibend durchziehet es, und erwerbet euch Besitz in demselben" bedeutet die Glaubenslehren aus dem Gemeinsamen, die übereinstimmen sollen; "und Schechem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern" bedeutet die Beratung des Wahren aus dem alten göttlichen Stamme mit dem Guten und Wahren dieser Religion; "lasset mich Gnade finden in euren Augen, und was ihr zu mir saget, das will ich geben" bedeutet, wenn sie ihrerseits gleiche Gesinnung hegten, so sei er seinerseits mit ihnen einverstanden; "verlanget reichlich von mir Morgengabe und Geschenk, und wie ihr zu mir sprechet, so will ich geben" bedeutet, daß er dasjenige, was bei ihnen sei, annehmen und zu dem seinigen machen wolle; "nur gebet mir das Mädchen zum Weibe" bedeutet, nur möge Verbindung eintreten. HG 4447 4447. "Und Chamor redete mit ihnen, und sprach", 1. Mose 34/8, bedeutet das Gute der Kirche bei den Alten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er von den Alten (abstammt), worüber Nr. 4431; also das Gute der Kirche von ihnen; denn das Gute der Kirche ist der Vater, und das Wahre daher, das hier Schechem bezeichnet, ist der Sohn; daher wird auch durch Vater im Worte das Gute, und durch Sohn das Wahre bezeichnet. Hier wird gesagt das Gute der Kirche bei den Alten, nicht aber das Gute der Alten Kirche, und zwar deswegen, weil unter der Kirche bei den Alten die von der Ältesten Kirche abstammende Kirche verstanden wird, die vor der Sündflut war, und unter der Alten Kirche die Kirche, die nach der Sündflut (bestand); von diesen beiden Kirchen ist in dem Vorhergehenden einige Male gehandelt worden. Auch wurde gezeigt, daß die Älteste Kirche, die vor der Sündflut war, eine himmlische, aber die Alte Kirche, die nach der Sündflut, eine geistige war. Von dem Unterschied beider wurde auch schon oft gehandelt. Die Überreste der Ältesten Kirche, die eine himmlische war, waren noch im Lande Kanaan, und dort besonders bei denen, die Chittäer und Chiviter genannt wurden. Daß sie nicht anderswo war, kam daher, weil die Älteste Kirche, die der Mensch oder Adam genannt wurde: Nr. 478, 479, im Lande Kanaan war, deshalb war dort auch der Garten Eden, durch den die Einsicht und Weisheit der Menschen jener Kirche bezeichnet wurde: Nr. 100, 1588; und durch die Bäume daselbst ihr Innewerden: Nr. 103, 2163, 2722, 2972; und weil Einsicht und Weisheit durch diesen Garten oder dies Paradies bezeichnet wurde, so wird auch die Kirche selbst darunter verstanden, und weil die Kirche, auch der Himmel, und weil der Himmel, auch im höchsten Sinn der Herr; daher kommt es, daß das Land Kanaan auch im höchsten Sinn den Herrn bedeutet, im bezüglichen Sinne den Himmel und auch die Kirche, und im besondern Sinn den Menschen der Kirche: Nr. 1413, 1437, 1607, 3038, 3481, 3705; auch kommt es daher, daß "Land" ohne nähere Bestimmung im Worte ähnliches bedeutet: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1413, 1607, 3355; und daß der neue Himmel und die neue Erde die neue Kirche in bezug auf ihr Inneres und Äußeres bezeichnet: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E. Daß die Älteste Kirche im Lande Kanaan war, sehe man Nr. 569; und daß daher die Vorbildungen der Orte stammen, und deshalb dem Abram befohlen wurde, dahin zu ziehen, ferner daß dieses Land seinen Nachkommen aus Jakob gegeben wurde, damit nämlich die Vorbildungen der Orte erhalten werden konnten, gemäß denen das Wort geschrieben werden sollte: Nr. 3686. Daß daher alle Orte daselbst, wie auch die Berge und Flüsse, sowie auch alle Grenzen ringsum vorbildlich wurden: Nr. 1585, 1866, 4240. Hieraus erhellt, was unter der Kirche bei den Alten hier verstanden wird, nämlich die Überreste von der Ältesten Kirche; und weil diese bei den Chittäern und Chivitern waren, so erlangten auch Abraham, Jischak und Jakob mit ihren Frauen bei den Chittäern Grabstätten im Lande derselben: 1. Mose Kapitel 23; 49/29-32; 50/13; und Joseph bei den Chivitern: Jos.24/32. Die Überreste jener Kirche bildete Chamor, der Vater Schechems, vor; deswegen wird durch ihn das Gute der Kirche bei den Alten bezeichnet, somit auch der Ursprung des inwendigeren Wahren aus dem Göttlichen stamme: Nr. 4399. Was für ein Unterschied sei zwischen der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut und zwischen der Alten Kirche, die nach der Sündflut, sehe man Nr. 597, 607, 608, 640, 641, 765, 784, 895, 920, 1114-1128, 1238, 1327, 2896, 2897. 4448. "Schechem, mein Sohn", 1. Mose 34/8, bedeutet das Wahre daher. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, insofern er das inwendigere Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4430, also das Wahre daher, nämlich aus dem Guten, das Chamor ist: Nr. 4447; denn alles Wahre der Kirche kommt von dem Guten derselben; anderswoher kommt das Wahre niemals. Dieses Wahre, das durch Schechem vorgebildet wird, wird das inwendigere Wahre genannt, und ist in seinem Wesen nichts anderes als das Gute der Liebtätigkeit; denn die Älteste Kirche lebte, weil sie himmlisch war, in dem Guten der Liebe zum Herrn, und daher im Innewerden alles Wahren. Die Menschen dieser Kirche waren nämlich fast wie die Engel, sie verkehrten auch mit ihnen, daher ihr Innewerden, und deswegen vernünftelten sie niemals über irgendeine Glaubenswahrheit, sondern weil sie es inne wurden aus dem Himmel, sagten sie, so verhalte es sich; und zwar so sehr, daß sie nicht einmal den Glauben nennen wollten, sondern statt dessen die Liebtätigkeit; man sehe Nr. 202, 337, 2715, 2718, 3246. Daher kommt es, daß unter dem inwendigeren Wahren hier das Gute der Liebtätigkeit verstanden wird. Daß bei Chamor, dem Chiviter, und seinem Sohn Schechem, die Überreste jener Kirche waren, sehe man Nr. 4447. Anders verhielt es sich mit der Alten Kirche, die geistig war: diese war nicht wie die Älteste Kirche in der Liebe zum Herrn, sondern in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und zur Liebtätigkeit konnten sie nicht anders kommen, als durch das Glaubenswahre, von dem sie kein Innewerden hatten, wie die Ältesten. Daher fing man damals an über das Wahre Erörterungen anzustellen, ob es sich so verhalte. Über den Unterschied zwischen den Himmlischen, die ein Innewerden hatten, und den Geistigen, die es nicht haben, sehe man Nr. 2088, 2669, 2708, 2715, 3235, 3240, 3246, 3887. 4449. "Es sehnt sich seine Seele nach eurer Tochter, gebet sie ihm doch zum Weibe", 1. Mose 34/8, bedeutet die Sehnsucht nach Verbindung mit dieser neuen (Kirche), die dem äußeren Ansehen nach der Alten gleich erscheint. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sehnens der Seele, insofern es eine Sehnsucht bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, die hier die Tochter ist, insofern sie die Neigung zum Wahren bezeichnet, somit die Kirche, denn die Kirche ist Kirche infolge der Neigung des Wahren; eine solche wird unter dieser neuen hier verstanden, und aus der Bedeutung von "sie zum Weibe geben", insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 4434. Hinsichtlich dessen, daß diese neue Kirche, die bei den Nachkommen Jakobs errichtet wurde, dem äußeren Ansehen nach der Alten ähnlich erschien, muß man wissen, daß die Satzungen, Rechte und Gesetze, die dem israelitischen und jüdischen Volke von Mose gegeben wurden, den Satzungen, Rechten und Gesetzen, die in der Alten Kirche (herrschten), nicht unähnlich waren, z.B. über die Verlobungen und Ehen, über die Dienstboten, über die Tiere, die zur Speise tauglich oder untauglich waren, über die Reinigungen, über die Feste, die Tabernakel, das ewige Feuer, und über anderes mehr; so auch die (Satzungen) von den Altären, den Brandopfern, Schlachtopfern, Trankopfern, die in der zweiten Alten Kirche, die von Eber (abstammte), angenommen waren. Daß diese schon früher bekannt waren, als sie diesem Volke befohlen wurden, erhellt deutlich aus den historischen Teilen des Wortes, so z.B. in betreff dessen, daß Altäre, Brandopfer und Schlachtopfer (bekannt waren), wird von Bileam berichtet, daß er befohlen habe, man solle sieben Altäre errichten, und auf ihnen Brandopfer und Schlachtopfer von jungen Rindern und Widdern darbringen: 4. Mose 23/1,2,14,15,29; und außerdem von den Heiden an vielen Orten, daß sie deren Altäre zerstören sollten; und auch von den Propheten Baals, daß sie opferten und Elias sie tötete. Hieraus kann man deutlich erkennen, daß die Opfer, die dem Volke Jakobs befohlen wurden, nicht neu waren; und so auch nicht die übrigen Satzungen, Rechte und Gesetze. Aber weil diese Dinge bei den Heiden götzendienerisch wurden, vorzüglich dadurch, daß sie durch dieselben irgendeinen unheiligen Gott anbeteten, und so die Dinge, die Göttliches vorbildeten, zum Höllischen hinwendeten, abgesehen davon, daß sie noch mehreres hinzufügten, deshalb wurden, damit der vorbildliche Gottesdienst, welcher der Alten Kirche eigen war, wieder hergestellt würde, ebendieselben (Satzungen) wieder eingeführt. Hieraus kann man ersehen, daß diese neue Kirche, die bei den Nachkommen Jakobs errichtet wurde, dem äußeren Ansehen nach der Alten ähnlich erschien. 4450. "Und verschwägert euch mit uns, eure Töchter gebet uns, und unsere Töchter nehmet für euch", 1. Mose 34/9, bedeutet die Vereinigung des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich verschwägern", insofern es eine Vereinigung bezeichnet, worüber Nr. 4434; aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie die Neigungen bezeichnen, also das Gute, worüber Nr. 489, 490, 491, 2362, 3963; die (Vereinigung) mit den Wahrheiten wird bezeichnet durch "gebet uns, und nehmet euch"; denn durch Schechem und durch die Söhne Jakobs werden die Wahrheiten bezeichnet, wie oben gezeigt wurde. Hieraus erhellt, daß durch jene Worte die Vereinigung des Guten und Wahren bezeichnet wird, d.h., daß diese neue Kirche nicht nur der äußeren, sondern auch der inneren Gestalt nach der Alten ähnlich werden sollte durch die Vereinigung. 4451. "Und wohnet bei uns", 1. Mose 34/10, bedeutet das Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es leben bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, also bedeutet "bei uns wohnen" zusammenleben und eine Kirche bilden. 4452. "Und das Land soll (offen) vor euch sein, wohnet daselbst", 1. Mose 34/10, bedeutet die Kirche, die eine ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1413, 1607, 3355, 4447; und aus der Bedeutung von "bei uns wohnen", insofern es bezeichnet zusammenleben, worüber Nr. 4451; somit daß es eine Kirche sein sollte. 4453. "Geschäfte treibend durchziehet es, und erwerbet euch Besitz in demselben", 1. Mose 34/10, bedeutet die Glaubenslehren (Dogmen) aus dem Gemeinsamen, daß sie nämlich übereinstimmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Geschäfte treiben", insofern es bezeichnet: sich Kenntnisse erwerben und auch mitteilen, worüber Nr. 2967; daher bedeutet "Geschäfte treibend das Land durchziehen", eingehen in die Kenntnisse des Wahren und Guten, die durch Schechem, den Sohn Chamors, und durch seine Stadt bezeichnet werden; und aus der Bedeutung von "Besitz erwerben in demselben", insofern es bezeichnet eins ausmachen, also übereinstimmen; denn diejenigen, die miteinander das Land besitzen, machen eins aus, und stimmen überein. Daß "Geschäfte treiben" bezeichnet, sich Kenntnisse erwerben und auch mitteilen, kommt daher, daß es im Himmel, wo das Wort nach seinem inneren Sinne wahrgenommen wird, keinerlei Geschäftsbetrieb gibt, denn es ist daselbst weder Gold, noch Silber, noch solcherlei Dinge, mit denen in der Welt Geschäfte getrieben werden; deswegen wird, wenn "Geschäfte treiben" im Worte gelesen wird, das gleiche im geistigen Sinn verstanden, und solches wahrgenommen, was entspricht: im allgemeinen Erwerbung und Mitteilung von Kenntnissen, und im besonderen das, was genannt wird; wenn z.B. Gold genannt wird, wird das Gute der Liebe und Weisheit verstanden: Nr. 113, 1551, 1552; wenn Silber, das Wahre der Einsicht und des Glaubens: Nr. 1551, 2048, 2954; wenn Schafe, Widder, Ziegenböcke, Lämmer, mit denen in alter Zeit Handel getrieben wurde, wird solches verstanden, was Schafe, Widder, Ziegenböcke und Lämmer bezeichnen usw.; zum Beispiel: Hes.Kap.27: "Sprich zu Tyrus: die du wohnest an den Eingängen des Meeres, Handel treibest mit den Völkern auf vielen Inseln; Tharschisch, die Handeltreibende mit dir, aus der Menge aller Güter; in Silber, in Eisen, in Zinn und Blei; solches hat man gebracht auf deine Märkte. Javan, Thubal und Meschech, sind deine Kaufleute, in Menschenseelen (Sklaven) und ehernen Geschirren haben sie Handel mit dir getrieben. Die Söhne Dedans sind deine Kaufleute; viele Inseln sind der Markt für deine Hand. Syrien trieb Handel mit dir, mit der Menge deiner Werke; Jehudah und das Land Israel, waren deine Kaufleute, in Weizen, Minnith und Pannaz, und in Honig und Öl und Balsam machten sie Handel mit dir. Damaskus trieb Handel mit dir, in der Menge deiner Worte, wegen der Menge aller Güter, mit Wein von Chesbon, und Wolle von Zachar. Und Dan und Javan haben Gesponnenes gebracht auf deine Märkte. Dedan handelt mit dir in feinen Decken zum Wagen; die Araber und alle Fürsten von Kedar, diese Kaufleute deiner Hand, in Lämmern, Widdern und Böcken handelten sie mit dir. Kaufleute von Scheba und Raema handelten mit dir in dem Vorzüglichsten jedes Gewürzes, und mit allen kostbaren Steinen und Gold haben sie Handel mit dir getrieben. Charan und Channeh und Eden, die Kaufleute von Scheba, Aschur, Kilmad, handelten mit dir. Diese handelten mit dir mit Kostbarkeiten, mit Ballen von blauen und gestickten (Tüchern), und mit Kisten kostbarer Kleider, mit Stricken gebunden und in Zedernholz bei deinem Handel; daher wurdest du angefüllt, und sehr geehrt im Herzen der Meere". Aus diesen und mehreren anderen Stellen im Worte erscheint es deutlich, daß Handelsgeschäfte, Verkehr, Märkte und Waren nichts anderes bezeichnen, als was Sache der Erkenntnisse des Guten und Wahren ist; denn was hat das prophetische Wort mit dem Handel von Tyrus zu schaffen, wenn nicht dadurch Geistiges und Himmlisches bezeichnet wird? Und weil es sich so verhält, so kann man deutlich erkennen, daß nicht nur durch die Waren andere Dinge bezeichnet werden, sondern auch durch die hier genannten Völker, bei denen solches sich findet; ferner, daß man nicht wissen kann, was diese Dinge bezeichnen, außer vermöge des inneren Sinnes, z.B. was Tharschisch, Javan, Thubal, Meschech, die Söhne Dedans, Syrien, Jehudah, Israel, Dan, Javan, Dedan, Araber, Scheba, Raema, Charan, Channeh, Eden, Aschur, Kilmad; ferner was ihre Handelswaren, wie Silber, Eisen, Zinn, Blei, eherne Geschirre, Weizen, Minnith, Pannaz, Honig, Öl, Balsam, Wein von Chesbon, Wolle von Zachar, Gesponnenes, feine Decken zum Wagen; Lämmer, Widder, Böcke, Gewürze, kostbares Gestein, Gold, Ballen von Hyazinth, Gesticktes, gebundene Stricke, Zedernholz (bedeuten). Diese und ähnliche Dinge bedeuten Gutes und Wahres, das der Kirche und dem Reiche des Herrn angehört, und die Erkenntnisse desselben. Deswegen wurde hier von Tyrus gehandelt, weil durch Tyrus Erkenntnisse bezeichnet werden: Nr. 1201. Und weil solche Handelswaren, oder Gutes und Wahres, in der Kirche und in dem Reiche des Herrn sind, erhielt auch das Land Kanaan, durch das die Kirche und das Reich des Herrn bezeichnet wurde, von den ältesten Zeiten her von den Handelswaren oder Handelsgeschäften seinen Namen, denn Kanaan bezeichnet solches in der Grundsprache. Hieraus erhellt nun, was bezeichnet wird durch "Geschäfte treibend das Land durchziehen". 4454. "Und Schechem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern", 1. Mose 34/11, bedeutet die Beratung des Wahren aus dem alten göttlichen Stamme mit dem Guten und Wahren dieser Religion. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es hier ein Beraten bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, insofern er das Wahre aus dem alten göttlichen Stamme bezeichnet, wovon Nr. 4447; aus der Bedeutung des Vaters, hier des Jakob, insofern er das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4273, 4337; und aus der Bedeutung der Brüder, hier der Söhne Jakobs, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon oben. Daß Schechem das Wahre aus altem, göttlichem Stamme bezeichne, erhellt aus dem, was Nr. 4447 berichtet wurde; denn Chamor, der Chiviter, gehörte mit seinem Volke und seiner Familie im Lande Kanaan zu den Überresten der Ältesten Kirche, die eine himmlische war. Diese Kirche stammte mehr als alle Kirchen im Weltall aus dem Göttlichen, denn sie war im Guten der Liebe zum Herrn. Ihr Wille und Verstand bildete eine Einheit, also ein Gemüt. Deswegen hatten sie ein Innewerden des Wahren aus dem Guten, denn bei ihnen floß der Herr durch den inneren Weg in das Gute ihres Willens ein, und durch dieses in das Verstandesgute oder das Wahre. Daher kommt es, daß diese Kirche im Vorzug vor den anderen "Mensch" genannt wurde: Nr. 477, 478, 479; und auch das Ebenbild Gottes, Nr. 51, 473, 1013; daraus erhellt, warum von Chamor und Schechem gesagt wird, sie seien aus dem alten göttlichen Stamme, wie auch im vorigen: Nr. 4399. Daß die Älteste Kirche, die Mensch, oder in hebräischer Sprache Adam genannt wurde, im Lande Kanaan war, wie Nr. 4447 gesagt wurde, erhellt deutlich von ihren Nachkommen, die Nephilim genannt wurden: 1. Mose 6/4; daß diese im Lande Kanaan waren, wird gesagt 4. Mose 13/33, man sehe Nr. 581. Land Kanaan aber hieß damals die ganze Landstrecke vom Flusse Ägyptens bis zum Flusse Euphrat: 1. Mose 15/18. 4455. "Lasset mich Gnade finden in euren Augen, und was ihr zu mir saget, das will ich geben", 1. Mose 34/11, bedeutet, wenn gleiche Gesinnung von ihrer Seite sei, so sei dies auch von seiner Seite der Fall. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gnade finden in jemandes Augen", insofern es eine Redewendung ist, die eine Zuneigung ausdrückt, worüber Nr. 3980, hier die Neigung dazu, daß er geben wolle, was sie zu ihm sagten. Daß aber durch diese Worte bezeichnet wird, daß von seiner Seite das Gemüt beistimme, wenn ebenso von ihrer Seite, erhellt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn; denn "geben, was sie sagen" bezeichnet in diesem Sinn, eins mit ihnen sein in Ansehung des Wahren und Guten. 4456. "Verlanget reichlich von mir Morgengabe und Geschenk, und wie ihr zu mir sprechet, so will ich geben", 1. Mose 34/12, bedeutet, er wolle dasjenige, was bei ihnen sei, annehmen und zu dem seinigen machen, nämlich das Äußere der Kirche, welches das ihrige war, mit dem inneren, welches das seinige, (verbinden), und diese sollten zusammen eine Kirche bilden. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von "geben, wie ihr sprechet", insofern es bezeichnet, eins mit ihnen sein in bezug auf das Wahre und Gute, worüber Nr. 4455. Die Morgengabe selbst und das Geschenk, von dem er sagt, sie sollten es reichlich von ihm verlangen, bedeutet volle Übereinstimmung; denn die Morgengabe, die der zu verlobenden Jungfrau gegeben wurde, war das Unterpfand, daß von beiden Seiten Übereinstimmung stattfinde. Er sagt, daß sie reichlich von ihm Morgengabe und Geschenk verlangen sollten, also über das Vorgeschriebene hinaus, das fünfzig Silberstücke betrug, aus dem Grunde, weil er bei ihr gelegen hatte, bevor er ihre Religion angenommen hatte, und weil es in dem Belieben Jakobs stand, einzuwilligen oder zu verweigern, gemäß dem auch bei den Alten bekannten Gesetze, worüber 2. Mose 22/15,16; vorzüglich, weil die Verbindung gewünscht wurde, nämlich des inwendigeren Wahren, das Schechem, mit der Neigung des Äußeren, die Dinah bezeichnet. Daß die Morgengabe das Kennzeichen der Übereinstimmung und so die Bestätigung der Einweihung war, kommt daher, weil Geld darwägen oder geben ein Zeichen war, daß (das Erkaufte) das seinige war, somit daß die Jungfrau ihm angehörte; und es annehmen, bezeichnete das Gegenseitige, somit daß die Braut dem Bräutigam, und der Bräutigam der Braut angehörte. 4457. "Nur gebet mir das Mädchen zum Weibe", 1. Mose 34/12, bedeutet, es möge nur Verbindung stattfinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Weibe geben", insofern es eine Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 4434; es heißt hier, es möge nur Verbindung stattfinden, weil noch nicht eingewilligt war. 4458. Vers 13-17: Und es antworteten die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor, seinem Vater, mit Trug, und sie redeten (so), weil er geschändet hatte Dinah, ihre Schwester. Und sie sprachen zu ihnen: das können wir nicht tun, daß wir unsere Schwester geben einem Manne, der Vorhaut hat, denn es ist uns eine Schmach. Nur unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet so wie wir, daß ihr beschneidet bei euch alles Männliche. Und dann werden wir euch unsere Töchter geben, und eure Töchter nehmen für uns, und wir werden bei euch wohnen, und wir werden ein Volk sein. Aber wenn ihr nicht höret auf uns, euch zu beschneiden, so werden wir unsere Tochter nehmen, und davonziehen. "Und es antworteten die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor, seinem Vater, mit Trug" bedeutet die böse Meinung und Absicht hinsichtlich des Wahren und Guten der Kirche bei den Alten; "und sie redeten (so), weil er geschändet hatte Dinah, ihre Schwester" bedeutet, daß der Anfang zur Verbindung, die nicht anders sein konnte, durch seine Annäherung geschehen sei; "und sie sprachen zu ihnen: das können wir nicht tun" bedeutet, daß sie es mißbilligten; "daß wir unsere Schwester geben einem Manne, der Vorhaut hat" bedeutet, wenn sie nicht in dem Vorbildlichen das Wahre und Gute der Kirche erkenneten, und von dem abständen, was es bezeichnete; "denn es ist uns eine Schmach" bedeutet, daß es gegen sie wäre; "nur unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet so wie wir" bedeutet den Beitritt zu ihrer Religion; "daß ihr beschneidet bei euch alles Männliche" bedeutet die äußere Vorbildung allein, und daß sie ihnen dann als rein gelten sollten; "und dann werden wir euch unsere Töchter geben, und eure Töchter nehmen für uns" bedeutet, daß so Verbindung (eintrete); "und wir werden bei euch wohnen" bedeutet in bezug auf das Leben, "und wir werden ein Volk sein" bedeutet, in bezug auf die Lehre; "aber wenn ihr nicht höret auf uns, euch zu beschneiden" bedeutet, wenn sie nicht abstünden von ihren Wahrheiten, und den äußeren Vorbildungen sich anschlössen; "so werden wir unsere Tochter nehmen, und davonziehen" bedeutet, daß (dann) keine Verbindung (stattfinde). 4459. "Und es antworteten die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor, seinem Vater, mit Trug", 1. Mose 34/13, bedeutet die böse Meinung und Absicht hinsichtlich des Wahren und Guten der Kirche bei den Alten. Dies erhellt aus der Vorbildung Schechems, insofern er das Wahre bei den Alten bezeichnet, oder was das gleiche ist, das Wahre aus dem alten göttlichen Stamm, worüber Nr. 4399, 4454; aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er das Gute bezeichnet, aus dem jenes Wahre (stammt), worüber Nr. 4399, 4431, 4447, 4454; und aus der Bedeutung des Truges, insofern er eine böse Meinung und Absicht bezeichnet; denn der Trug schließt im allgemeinen Böses in sich gegen einen anderen, und gegen das, was er redet und tut; denn wer Trug übt, der denkt und beabsichtigt Verschiedenes von dem anderen, was auch aus der Wirkung, von der in diesem Kapitel (die Rede ist), deutlich wird. Daraus erhellt, daß durch: "es antworteten die Söhne Jakobs dem Schechem und Chamor, seinem Vater, mit Trug", die böse Meinung und Absicht hinsichtlich des Wahren und Guten der Kirche bei den Alten, bezeichnet wird. Die Söhne Jakobs oder seine Nachkommen konnten keine andere Meinung und Absicht hinsichtlich des Wahren und Guten des inneren Menschen haben, als eine böse, weil sie im Äußerlichen ohne Inneres waren: Nr. 4281, 4293, 4307, 4429, 4433; auch machten sie sich ganz und gar nichts aus inneren Dingen, und verachteten sie deshalb völlig. So geartet ist dieses Volk auch heutzutage, und so geartet sind alle, die nur in den äußeren Dingen leben. Diejenigen, die nur im Äußerlichen leben, wissen nicht einmal, was es heißt, im Inneren sein, denn sie wissen nicht, was das Innere ist. Wenn jemand vor ihnen das Innere nennt, so bejahen sie entweder, daß es ein solches gebe, weil sie dies aus ihrer Lehre wissen; dann bejahen sie es aber mit Trug, oder sie leugnen es, wie mit dem Herzen, so mit dem Munde, denn sie gehen nicht über das Sinnliche hinaus, das Sache des äußeren Menschen ist. Daher kommt es, daß sie nicht an irgendein Leben nach dem Tode glauben, und (meinen), wenn sie nicht mit dem Körper auferstehen, so könne es keine Auferstehung geben. Deswegen wurde es gestattet, daß sie eine solche Meinung von der Auferstehung haben, denn sonst würden sie gar keine haben, sie setzen nämlich das Ganze des Lebens in den Körper, nicht wissend, daß das Leben ihres Körpers aus dem Leben ihres Geistes kommt, der nach dem Tode fortlebt. Diejenigen, die nur im Äußerlichen sind, können niemals einen anderen Glauben haben, denn die äußeren Dinge verdrängen bei ihnen alle Fähigkeit des (tieferen) Denkens, daher allen Glauben an innere Dinge. Weil eine solche Unwissenheit heutzutage herrscht, so muß gesagt werden, was es heiße im Äußeren sein ohne Inneres. Die, welche ohne Gewissen sind, leben alle nur im Äußerlichen, denn der innere Mensch bekundet sich durch das Gewissen, und alle haben kein Gewissen, die das Wahre und Gute denken und tun, nicht um des Wahren und Guten willen, sondern um ihretwillen, ihrer Ehre und ihres Gewinnes halber, und so auch diejenigen, die es nur aus Furcht vor dem Gesetz und für ihr Leben tun, denn wenn nicht ihr Ruf, ihre Ehre, Gewinn und Leben in Gefahr käme, würden sie sich gewissenlos in jede Schandtat stürzen. Dies zeigt sich deutlich im anderen Leben bei denen, die so beschaffen waren im Leben des Körpers, weil dort das Inwendige offen hervortritt, so erscheinen sie fortwährend in dem Streben, andere zugrunde zu richten. Darum sind sie in der Hölle, und werden dort in geistiger Weise in Banden gehalten. Damit man auch noch wisse, was es heißt, im Äußeren sein, und was im Inneren, und daß diejenigen, die allein im Äußeren sind, nicht begreifen können, was das Innere sei, und deshalb auch nicht davon angeregt werden können (denn niemand wird angeregt von dem, was er nicht begreift), so möge als Beispiel dienen, daß der Geringste sein, bedeutet der Größte sein im Himmel, und daß niedrig sein, bedeutet hoch sein, ferner, daß arm und dürftig sein, bedeutet reich sein und Überfluß haben. Die nur im Äußerlichen sind, können das nicht begreifen, denn sie denken, daß der Kleinste niemals der Größte sein könne, noch der Demütige hoch, noch der Arme reich und der Dürftige in Überfluß. Dennoch verhält es sich durchaus so im Himmel. Und weil sie es nicht begreifen können, können sie auch nicht davon angeregt werden, und wenn sie darüber aus dem Körperlichen und Weltlichen, in dem sie sind, nachdenken, so ist es ihnen zuwider. Daß es sich so im Himmel verhalte, wissen sie ganz und gar nicht, und solange sie nur in äußeren Dingen sind, wollen sie es nicht wissen, und können es sogar nicht wissen, denn wer im Himmel weiß, anerkennt und von Herzen, d.h. aus Neigung glaubt, daß er keine Macht aus sich selber habe, sondern daß er alle Macht vom Herrn hat, der wird der Kleinste genannt, und doch ist er der Größte, weil er Macht vom Herrn hat. Ebenso verhält es sich mit dem, der niedrig ist, daß er hoch ist; denn wer demütig ist, anerkennt und glaubt aus Neigung, daß er keine Macht aus sich habe, keine Einsicht und Weisheit aus sich, und nichts Gutes und Wahres aus sich, demselben wird Macht, Einsicht des Wahren, Weisheit des Guten vor anderen vom Herrn gegeben. Desgleichen, daß der Arme und Dürftige reich und im Überfluß ist, denn arm und dürftig heißt der, welcher von Herzen und aus Neigung glaubt, daß er nichts aus sich besitzt, nichts weiß, noch weise ist aus sich, und nichts aus sich vermag. Ein solcher ist im Himmel reich und im Überfluß, denn der Herr gibt ihm allen Reichtum; er ist nämlich weiser als die anderen, und reicher als die übrigen, er wohnt in den prächtigsten Palästen, Nr. 1116, 1626, 1627; und ist im Besitze aller himmlischen Reichtümer. Auch Folgendes diene als Beispiel: Wer nur im Äußerlichen lebt, kann durchaus nicht begreifen, daß die himmlische Freude darin besteht, den Nächsten mehr als sich zu lieben und den Herrn über alles, und daß die Glückseligkeit sich nach dem Maß und der Beschaffenheit dieser Liebe verhalte, denn wer nur im Äußerlichen ist, liebt sich mehr als den Nächsten, und wenn er die anderen liebt, so ist es, weil sie ihn begünstigen, und somit liebt er sie um seinetwillen, daher sich in ihnen und sie in sich. Wer so beschaffen ist, kann nicht wissen, was es heißt, die anderen mehr als sich lieben, ja er will es nicht wissen, noch kann er es wissen; wenn ihm daher gesagt wird, daß der Himmel in solcher Liebe bestehe: Nr. 548, so ist dies ihm zuwider. Daher kommt es, daß diejenigen, die im Leben des Körpers so beschaffen waren, sich keiner himmlischen Gesellschaft nähern können, und daß sie sich, wenn sie sich nähern, aus Widerwillen schleunigst in die Hölle hinabstürzen. Weil heutzutage nur wenige wissen, was es heißt, im Äußerlichen sein, und was im Innerlichen sein, und weil die meisten glauben, daß, wer im Innerlichen ist, nicht im Äußeren sein könne, und umgekehrt, so sei es mir erlaubt, zur Erläuterung noch ein Beispiel anzuführen: es sei dies die Ernährung des Körpers und die der Seele: Wer in bloß äußerlichen Vergnügungen lebt, der pflegt seinen Leib, befriedigt die Gelüste seines Magens, liebt es wohl zu leben, und findet in leckeren Speisen und Getränken den höchsten Genuß. Wer aber im Innerlichen ist, hat auch ein gewisses Wohlgefallen an solchen Dingen, aber seine herrschende Neigung besteht darin, daß der Körper mit Wohlbehagen durch die Speisen ernährt werde um seiner Gesundheit willen, zu dem Zwecke, damit eine gesunde Seele in einem gesunden Körper wohne, also hauptsächlich wegen der Gesundheit seiner Seele, wozu die Gesundheit des Körpers als Mittel dient. Wer ein geistiger Mensch ist, bleibt nicht dabei stehen, sondern strebt nach Gesundheit der Seele oder des Gemütes, als Mittel zur Erlangung von Einsicht und Weisheit, nicht wegen seines Ruhmes oder wegen Ehrenstellen und Gewinn, sondern wegen seines Lebens nach dem Tode. Wer geistig ist in einem inwendigeren Grade, der sucht Einsicht und Weisheit zu erlangen als ein Mittel, damit er als ein nützliches Glied im Reiche des Herrn dienen könne, und wer ein himmlischer Mensch ist, damit er dem Herrn dienen könne. Ihm ist die körperliche Speise ein Mittel, um die geistige Speise zu genießen, und die geistige Speise ein Mittel, um die himmlische Speise zu genießen; und weil sie so dienen müssen, so entsprechen auch diese Speisen. Daher werden sie auch Speisen genannt. Hieraus kann man deutlich erkennen, was es heißt, nur im Äußerlichen, und was im Innerlichen sein. Das jüdische und israelitische Volk, von dem in diesem Kapitel im inneren historischen Sinne gehandelt wird, mit Ausnahme derer, die als kleine Kinder gestorben sind, ist zum größten Teile so beschaffen, denn sie sind vor allen anderen im Äußerlichen, denn sie sind im Geize. Diejenigen, die Gewinn und Erwerb um keines anderen Nutzens willen lieben als wegen des Goldes und Silbers, und in den Besitz desselben alle Lust ihres Lebens setzen, sind in dem Äußersten oder Untersten, weil das, was sie lieben, ganz irdisch ist. Die aber Gold und Silber um irgendeines Nutzens willen lieben, erheben sich zufolge des Nutzzweckes über das Irdische. Der Nutzzweck selbst, den der Mensch liebt, bestimmt sein Leben, und unterscheidet ihn von anderen. Der böse Zweck macht ihn höllisch, der gute Zweck macht ihn himmlisch; und nicht einmal der Zweck selbst, sondern die Liebe zum Zweck, denn in seiner Liebe besteht das Leben eines jeden. 4460. "Und sie redeten (so), weil er geschändet hatte Dinah, ihre Schwester", 1. Mose 34/13, bedeutet der Anfang zur Verbindung, die nicht anders sein konnte, sei durch Annäherung geschehen. Dies kann erhellen aus der Erklärung der Worte: "er nahm sie, und lag bei ihr, und schwächte sie", durch die bezeichnet wird, daß er nicht anders verbunden werden konnte mit der Neigung des Wahren, das durch "die Söhne Jakobs, ihre Brüder" bezeichnet wird, man sehe Nr. 4433. Daß er sie schändete, schließt hier das gleiche in sich. 4461. "Und sie sprachen zu ihnen: das können wir nicht tun", 1. Mose 34/14, bedeutet, daß sie es mißbilligten, und erhellt ohne Erklärung. 4462. "Daß wir unsere Schwester geben einem Manne, der Vorhaut hat", 1. Mose 34/14, bedeutet, wenn sie nicht in dem vorbildlichen das Wahre und Gute der Kirche erkenneten und von dem abständen, was jenes bedeutet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Vorhaut, insofern (die Entfernung derselben) eine äußere vorbildliche Handlung ist, zum Zeichen, daß sie der Kirche angehörten. Daher wurde es gebräuchlich zu sagen Beschneidung und Vorhaut, wenn sie zwischen denen unterschieden, die der Kirche angehörten, und denen, die ihr nicht angehörten, denn die Beschneidung bedeutet das Abstehen von unreinen Liebesarten, nämlich von der Selbst- und Weltliebe, und die Annäherung zu den himmlischen Liebesarten, die auf den Herrn und auf den Nächsten gerichtet sind, also ein Hinzutreten zur Kirche. Daher kommt es, daß durch jene Worte ein Hinzutreten zu ihrer Religion bezeichnet wird, wie auch, daß sie gleich ihnen in den Vorbildungen das Wahre und Gute der Kirche setzen sollten, indem sie sich entfernten von den inneren Dingen, die durch jenes bezeichnet werden; widrigenfalls seien sie ihnen nicht gleich, gemäß dem, was folgt: "Nur unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet so wie wir". Daß Beschneidung ein Zeichen der Reinigung von unlauteren Liebesarten ist, sehe man Nr. 2039, 2632; und daß von denen, die in solchen Liebesarten sind; gesagt wird, sie hätten Vorhaut: Nr. 2049, 3412, 3413. Kaum jemand weiß heutzutage, was die Beschneidung im besonderen bedeute: deswegen soll es gesagt werden: durch die Zeugungsglieder bei beiden Geschlechtern wird das bezeichnet, was sich auf die Verbindung des Guten und Wahren bezieht; aber diese bezeichnen sie nicht nur, sondern sie entsprechen demselben auch wirklich. Am Ende der Kapitel ist gezeigt worden, daß alle Organe und Glieder des Menschen eine Entsprechung mit geistigen Dingen im Himmel haben, somit auch die Organe und Glieder, die zur Zeugung bestimmt sind. Diese entsprechen der Ehe des Guten und Wahren; aus dieser Ehe stammt auch die eheliche Liebe, man sehe Nr. 2618, 2727, 2728, 2729, 2803, 3132, 4434. Weil die Vorhaut das Zeugungsglied bedeckt, so entsprach sie in der Ältesten Kirche der Verdunklung des Guten und Wahren, aber in der Alten Kirche der Verunreinigung derselben; denn bei dem Menschen der Ältesten Kirche konnte, weil er ein innerlicher Mensch war, das Gute und Wahre nur verdunkelt, nicht aber verunreinigt werden; dagegen bei dem Menschen der Alten Kirche konnte, weil er verhältnismäßig ein äußerer Mensch war, das Gute und Wahre verunreinigt werden, denn das Äußere, nämlich die äußeren Liebesarten sind es, die verunreinigen. Deswegen wußten diejenigen, die der Ältesten Kirche angehörten, nichts von Beschneidung, sondern nur die, welche der Alten angehörten. Von dieser ging auch die Beschneidung auf mehrere Völker über; und sie wurde dem Abraham und seinen Nachkommen nicht als etwas Neues auferlegt, sondern als etwas Unterlassenes, das wiederhergestellt werden sollte, und sie wurde für seine Nachkommen ein Zeichen, daß sie der Kirche angehörten. Aber dieses Volk wußte nicht, was sie bedeutete, und wollte es auch nicht wissen; denn sie setzten ihre Religion in lauter Vorbildungen, die das Äußere bilden, daher verdammte es gemeiniglich die Unbeschnittenen, während doch die Beschneidung nur ein vorbildliches Zeichen der Reinigung von der Selbst- und Weltliebe war, und diejenigen, die davon gereinigt sind, in geistiger Weise beschnitten sind, und Beschnittene am Herzen genannt werden, z.B. 5. Mose 30/6: "Jehovah, Gott, wird dein Herz beschneiden, und das Herz deines Samens, zu lieben Jehovah, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele". 5. Mose 10/16,18: "Ihr sollt beschneiden die Vorhaut eures Herzens, und euren Nacken nicht mehr verhärten". Jerem.4/3,4: "Pflüget ein Neues, und beschneidet die Vorhaut eures Herzens". Diejenigen aber, die in der Selbstliebe und Weltliebe sind, werden Unbeschnittene genannt, obgleich sie beschnitten waren, wie Jerem.9/24,25: "Siehe, die Tage kommen, in denen Ich heimsuchen werde alle Beschnittenen mit Vorhaut, Ägypten und Jehudah, und Edom, und die Söhne Ammons, und Moab, und alle Abgeschnittene des Winkels, die in der Wüste wohnen; denn alle Völkerschaften sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel ist unbeschnitten am Herzen". Hieraus erhellt auch, daß mehrere Völkerschaften beschnitten worden, denn es wird gesagt: "Ich werde heimsuchen alles Beschnittene in der Vorhaut", daß es somit nichts Neues war, und bei den Nachkommen Jakobs nur deshalb, damit sie dadurch unterschieden würden, wie oben gesagt worden; die Philister waren nicht beschnitten, weshalb auch im allgemeinen unter den Unbeschnittenen die Philister verstanden werden: 1.Sam.14/6; 17/26,36; 31/4; 2.Sam.1/20 und anderswo. 4463. "Denn es ist uns eine Schmach", 1. Mose 34/14, bedeutet, es sei gegen sie. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schmach, insofern sie das bezeichnet, was gegen ihre Religion, und somit was gegen sie selbst war. 4464. "Nur unter der Bedingung wollen wir euch willfahren, wenn ihr werdet so wie wir", 1. Mose 34/15, bedeutet den Beitritt zu ihrer Religion. Dies geht hervor aus der Bedeutung von willfahren, insofern es ein Beitreten bezeichnet, und aus der Bedeutung von "werden so wie wir", insofern es bezeichnet, daß sie nur in den äußeren Dingen sein sollten, nicht aber in den inneren, denn dann wären sie so wie sie; man sehe Nr. 4459. Es ist daselbst, nämlich Nr. 4459, gezeigt worden, was es heißt, nur im Äußerlichen sein, und was im Innerlichen. Hier soll gesagt werden, warum der Mensch im Innerlichen sein muß: Es kann jedem, der nachdenkt, bekannt sein, daß der Mensch vermittelst seines Inneren Gemeinschaft habe mit dem Himmel, denn der ganze Himmel ist im Inwendigen. Wenn der Mensch in Ansehung seiner Gedanken und Neigungen, d.h. dessen, was dem Verstande und dem Willen angehört, nicht im Himmel ist, so kann er nach dem Tode nicht dahin kommen, denn dann besteht keine Gemeinschaft. Der Mensch verschafft sich im Leben des Körpers durch das Wahre, das Sache des Verstandes und durch das Gute, das Sache des Willens ist, diese Gemeinschaft, und wenn er sich dieselbe alsdann nicht verschafft, so geschieht es nachher nicht, denn nach dem Tode kann sein Gemüt nicht gegen das Inwendigere hin geöffnet werden, wenn es nicht im Leben des Körpers geöffnet war. Der Mensch weiß nicht, daß ihn gemäß des Lebens seiner Neigungen eine gewisse geistige Sphäre umgibt, welche Sphäre den Engeln wahrnehmbarer ist, als die Sphäre des Duftes dem feinsten Sinne in der Welt. Wenn sein Leben nur im Äußeren war, z.B. in den Vergnügungen, die er aus dem Hasse gegen den Nächsten schöpfte, aus der Rachbegierde und Grausamkeit, aus den Ehebrüchen, aus seiner hohen Stellung und der Verachtung anderer, daher aus heimlichen Beraubungen, aus Geiz, aus List, aus Üppigkeit und ähnlichem, dann ist die geistige Sphäre, die ihn umgibt, so häßlich, wie in der Welt die Geruchssphäre aus Leichen, aus Dünger, aus übelriechendem Unrat und dergleichen. Diese Sphäre nimmt der Mensch, der ein solches Leben geführt hat, nach dem Tode mit sich; und weil er ganz und gar in dieser Sphäre ist, so kann er nirgends anders sein als in der Hölle, wo solche Sphären sind. Von den Sphären im anderen Leben, und woher sie (stammen), sehe man Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1519, 1695, 2401, 2489. Diejenigen aber, die im Innerlichen sind, d.h., die ihre Lust am Wohlwollen und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten hatten, und besonders die, welche ihre Seligkeit in der Liebe zum Herrn fanden, diese umgibt eine angenehme und liebliche Sphäre, welche die himmlische selbst ist, und deswegen sind sie im Himmel. Die Sphären, die im anderen Leben empfunden werden, entstehen alle aus den Liebesarten und den Neigungen daraus, in denen sie waren, folglich aus dem Leben; denn die Liebesarten und die Neigungen aus ihnen machen das Leben selbst aus; und weil sie aus den Liebesarten und den Neigungen aus ihnen entstehen, so entstehen sie aus den Absichten und Zwecken, wegen welcher der Mensch auf solche Weise will und handelt; denn jeder hat zum Zweck, was er liebt. Daher bestimmen die Zwecke das Leben des Menschen, und bilden dessen Beschaffenheit. Daher stammt vorzüglich seine Sphäre. Dies wird im Himmel auf das feinste wahrgenommen, und zwar deshalb, weil der gesamte Himmel in der Sphäre der Endzwecke ist. Hieraus erhellt, wie beschaffen der Mensch ist, der im Inneren, und wie beschaffen der ist, der nur im Äußeren lebt, und warum er nicht bloß in dem Äußeren, sondern auch in dem Inneren sein muß. Aber darum bekümmert sich der Mensch nicht, der bloß im Äußerlichen ist, wie scharfsinnig er auch in den Dingen des bürgerlichen Lebens sein mag, und wie berühmt er sich auch durch wissenschaftliche Gelehrsamkeit gemacht habe, denn er ist so geartet, daß er glaubt, es gebe nichts, was man nicht mit den Augen sehe, und mit dem Tastsinn fühle, und somit weder Himmel noch Hölle; und wenn ihm gesagt würde, daß er gleich nach dem Tode in das andere Leben komme, und daselbst vollkommener als im Körper sehen, hören, reden und empfinden werde, so würde er es als etwas Paradoxes oder als eine Phantasie verwerfen, obwohl es sich doch wirklich so verhält; und ebenso, wenn jemand sagen würde, die Seele oder der Geist, der nach dem Tode lebt, sei der Mensch selbst, nicht aber der Körper, den er in der Welt besitzt. Hieraus folgt, daß diejenigen, die nur im Äußerlichen sind, sich nichts darum bekümmern, was vom Innerlichen gesagt wird, während doch dieses allein sie glücklich und selig macht in dem Reiche, in das sie kommen, und in dem sie ewig leben werden. Der größte Teil der Christen befindet sich in einem solchen Unglauben. Daß sie (wirklich) in einem solchen Unglauben sind, wurde mir zu erkennen gegeben durch diejenigen, die aus der christlichen Welt in das andere Leben kamen, und mit denen ich redete, denn im anderen Leben können sie nicht verbergen, was sie gedacht haben, weil hier die Gedanken ganz deutlich hervortreten. Auch können sie nicht verheimlichen, was sie als ihre Zwecke betrachteten, d.h., was sie liebten, weil sich dieses durch ihre Sphäre offenbart. 4465. "Daß ihr beschneidet bei euch alles Männliche", 1. Mose 34/15, bedeutet, daß sie das äußere Vorbildliche allein (annehmen sollten), und dann für sie rein wären. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beschneiden alles Männliche", insofern es das äußere Vorbildliche bezeichnet, als Zeichen, daß sie der Kirche angehörten, hier, daß sie ihrer Religion zugetan seien; worüber Nr. 4462. Daß sie auf diese Weise in ihren Augen rein wären, folgt hieraus, denn die Nachkommenschaft Jakobs setzte die Reinheit und Heiligkeit nicht in das Innere, sondern in das Äußere. 4466. "Und dann werden wir euch unsere Töchter geben, und eure Töchter nehmen für uns", 1. Mose 34/16, bedeutet, daß so Verbindung (sein werde). Dies geht deutlich aus dem hervor, was Nr. 4434 über die Ehe gesagt wurde; daß nämlich die Ehe im geistigen Sinne die Verbindung des Guten und Wahren bezeichne. "Euch unsere Tochter geben, und eure Tochter für uns nehmen" bedeutet gegenseitige Ehen schließen. 4467. "Und wir werden bei euch wohnen", 1. Mose 34/16, bedeutet die Verbindung, nämlich in Ansehung des Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bei euch wohnen", insofern es ein Zusammenleben bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451. 4468. "Und wir werden ein Volk sein", 1. Mose 34/16, bedeutet, auch in Ansehung der Lehre werde Verbindung (stattfinden). Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es das Wahre der Kirche und somit die Lehre bezeichnet, worüber Nr. 1259, 1260, 3295, 3581. "Ein Volk sein" bezeichnet somit Verbindung vermittelst der Lehre. Zwei Stücke sind es, welche die Menschen der Kirche verbinden, nämlich das Leben und die Lehre. Wenn das Leben verbindet, so trennt die Lehre nicht, wenn aber nur die Lehre verbindet, wie es heutzutage innerhalb der Kirche geschieht, dann trennen sich (die Menschen) gegenseitig, und bilden so viele Kirchen, als es Arten der Lehre gibt; während doch die Lehre um des Lebens willen da ist, und das Leben aus der Lehre (stammt). Daß sie sich trennen, wenn die Lehre allein verbindet, geht daraus hervor, daß der, welcher der einen Lehre zugetan ist, den anderen verdammt, bisweilen zur Hölle; daß aber die Lehre nicht trennt, wenn das Leben verbindet, erhellt daraus, daß derjenige, der im Guten des Lebens ist, den anderen, der eine andere Ansicht hat, nicht verdammt, sondern dies seinem Glauben und Gewissen überläßt, und zwar sogar diejenigen nicht verdammt, die außerhalb der Kirche sind; denn er sagt in seinem Herzen, daß Unwissenheit niemanden verdammen könne, wenn er in Unschuld und gegenseitiger Liebe lebe, wie die Kinder, die auch in Unwissenheit sind, wenn sie sterben. 4469. "Aber wenn ihr nicht höret auf uns, euch zu beschneiden", 1. Mose 34/17, bedeutet, wenn sie nicht von ihren Wahrheiten abständen, und die äußeren Vorbildungen annehmen würden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4462 erklärt worden ist. Was in diesen Versen von den Söhnen Jakobs gesagt wurde, schließt eine Gesinnung in sich, die entgegengesetzt ist derjenigen, die bei Chamor und Schechem stattfand, somit auch das Entgegengesetzte im inneren Sinn, wie aus den Erklärungen erhellt. Die Ursache ist, weil sie mit Trug redeten, wie 1. Mose 34/13 gesagt wird, und wer mit Trug redet, der meint etwas anderes als der, mit dem er redet: Nr. 4459. 4470. "So werden wir unsere Tochter nehmen, und davonziehen", 1. Mose 34/17, bedeutet, daß (dann) keine Verbindung (sein werde). Dies erhellt aus der Bedeutung der Ehe, insofern sie eine Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4466, daher bedeutet: "die Tochter nehmen und fortziehen", sie nicht zur Ehe geben, somit daß keine Verbindung sei. Die Söhne Jakobs sprechen hier gleichsam wie Jakob, ihr Vater; denn sie sagen nicht: "Wir werden unsere Schwester nehmen", sondern "unsere Tochter", die Ursache erhellt aus dem inneren Sinn, weil es nämlich Sache des Vaters war, zu verweigern oder zu bestätigen, gemäß dem Gesetze, worüber 2. Mose 22/15,16; aber weil hier von der Nachkommenschaft Jakobs und deren Religion gehandelt wird, so sind es seine Söhne, durch die dies vorgebildet wird, und die hier anstatt des Vaters antworten. Jakob selbst konnte nicht, weil durch ihn hier die Alte Kirche vorgebildet wird: Nr. 4439. 4471. Vers 18-24: Und ihre Worte waren gut in den Augen Chamors, und in den Augen Schechems, seines Sohnes. Und der Jüngling zögerte nicht, solches zu tun, denn er hatte Wohlgefallen an der Tochter Jakobs; und er war geehrt vor allen im Hause seines Vaters. Und Chamor kam, und Schechem sein Sohn, zu dem Tore ihrer Stadt, und redeten mit den Männern ihrer Stadt, und sprachen: Diese Männer sind friedlich unter uns, und wollen im Lande wohnen, und ihr Geschäft treibend es durchziehen, und siehe, das Land liegt weit offen vor ihnen; ihre Töchter wollen wir uns zu Frauen nehmen, und unsere Töchter wollen wir ihnen geben. Doch nur so wollen uns die Männer willfahren, unter uns zu wohnen und ein Volk zu sein, wenn wir bei uns beschneiden alles Männliche, so wie sie beschnitten sind. Ihr Erworbenes und ihr Angekauftes und all ihr Vieh, wird es nicht uns gehören? nur lasset uns ihnen beistimmen, daß sie bei uns wohnen. Und es hörten auf Chamor und auf Schechem, seinen Sohn, alle, die ausgingen aus dem Tore seiner Stadt, und sie beschnitten alles Männliche, alle, die ausgingen aus dem Tore der Stadt. "Und ihre Worte waren gut in den Augen Chamors" bedeutet Beipflichtung in bezug auf das Leben; "und in den Augen Schechems, seines Sohnes" bedeutet, in bezug auf die Lehre; "und der Jüngling zögerte nicht, solches zu tun" bedeutet das Verlangen der Annahme; "denn er hatte Wohlgefallen an der Tochter Jakobs" bedeutet an der Religion dieser Kirche; "und er war geehrt vor allen im Hause seines Vaters" bedeutet das Hauptsächlichste aus den Wahrheiten der Kirche bei den Alten; "und Chamor kam, und Schechem, sein Sohn, zu dem Tore ihrer Stadt" bedeutet das Gute und Wahre der Kirche bei den Alten, das in ihrer Lehre (lag); "und redeten mit den Männern ihrer Stadt, und sprachen" bedeutet die Überredung; "diese Männer sind friedlich unter uns" bedeutet die Übereinstimmung; "und wollen im Lande wohnen" bedeutet in Ansehung des Lebens; "und ihr Geschäft treibend es durchziehen" bedeutet, in Ansehung der Lehre; "und siehe, das Land liegt weit offen vor ihnen" bedeutet die Ausdehnung; "ihre Töchter wollen wir uns zu Frauen nehmen, und unsere Töchter wollen wir ihnen geben" bedeutet die Verbindung; "doch nur so wollen uns die Männer willfahren, unter uns zu wohnen" bedeutet, daß sie übereinstimmen würden in Ansehung des Lebens; "und ein Volk zu sein" bedeutet in Ansehung der Lehre; "wenn wir bei uns beschneiden alles Männliche, so wie sie beschnitten sind" bedeutet, wenn sie dadurch in das Vorbildliche und Sinnbildliche jener eingeweiht würden in bezug auf das Äußere allein; "ihr Erworbenes und ihr Angekauftes" bedeutet, in Ansehung ihres Wahren; "und all ihr Vieh" bedeutet in Ansehung des Guten; "wird es nicht uns gehören?" bedeutet, daß es ähnlich und von einer Gestalt sei; "nur lasset uns ihnen beistimmen, daß sie bei uns wohnen" bedeutet, wenn wir einwilligen; "und es hörten auf Chamor und auf Schechem, seinen Sohn" bedeutet die Beistimmung; "alle, die ausgingen aus dem Tore seiner Stadt" bedeutet, daß sie von der Lehre der Alten Kirche sich entfernten; "und sie beschnitten alles Männliche, alle, die ausgingen aus dem Tore der Stadt" bedeutet die Annäherung zu dem Äußerlichen. 4472. "Und ihre Worte waren gut in den Augen Chamors", 1. Mose 34/18, bedeutet die Beipflichtung in bezug auf das Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihre Worte waren gut", insofern es eine Beipflichtung bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er das Gute der Kirche bei den Alten bezeichnete, worüber Nr. 4447; hier das Leben, denn das Leben gehört dem Guten an, so wie die Lehre, die Schechem bezeichnet, Sache des Wahren ist, wie nun folgt. Die Ursache, warum nicht das Gute, sondern das Leben hier durch Chamor vorgebildet wird, ist, weil er dem Äußerlichen der Söhne Jakobs beipflichtete. 4473. "Und in den Augen Schechems, seines Sohnes", 1. Mose 34/18, bedeutet in bezug auf die Lehre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, insofern er das Wahre der Kirche bei den Alten bezeichnet, das aus dem Guten (stammt), das Chamor bezeichnet, worüber Nr. 4454, hier aber bezeichnet Schechem die Lehre, aus dem Grunde, der Nr. 4472 (angegeben wurde). 4474. "Und der Jüngling zögerte nicht, solches zu tun", 1. Mose 34/19, bedeutet das Verlangen der Annahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht zögern, das zu tun, was gesagt wird", insofern es ein Verlangen nach Beipflichtung, also nach der Annahme bezeichnet. 4475. "Denn er hatte Wohlgefallen an der Tochter Jakobs", 1. Mose 34/19, bedeutet, an der Religion ihrer Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, die hier die Tochter Jakobs ist, insofern sie die Neigung zum Wahren der Alten Kirche bezeichnet; denn diese wird durch Jakob vorgebildet: Nr. 4439; nach der Verbindung mit der Neigung des Wahren dieser Kirche oder, was das gleiche, mit dieser Kirche bestand ein Verlangen, weil aber die Kirche bei den Nachkommen Jakobs war, die hier durch seine Söhne vorgebildet wird, die an der Stelle des Vaters redeten: Nr. 4470, so wurde sie ganz äußerlich, und Chamor und Schechem willigten ein, diese anzunehmen; deshalb wird nun durch die Tochter Jakobs die Religion dieser Kirche bezeichnet. 4467. "Und er war geehrt vor allen im Hause seines Vaters", 1. Mose 34/19, bedeutet das Hauptsächlichste unter den Wahrheiten der Kirche bei den Alten. Dies erhellt aus der Bedeutung des "Geehrt sein vor allen", insofern es das Hauptsächlichste bezeichnet. "Geehrt sein vor allen" ist fast dasselbe wie ein Fürst, und daß dieser das Hauptsächlichste bezeichnet, sehe man Nr. 1482, 2089; aber "geehrt vor allen im Hause seines Vaters", wird er genannt, nicht Fürst, weil Chamor und Schechem aus den Überresten der Ältesten Kirche waren: Nr. 4447, 4454, und in dieser Kirche hieß derjenige geehrt, der in der Alten Kirche ein Fürst (genannt wurde). Daß hier das Hauptsächlichste von den Wahrheiten der Alten Kirche bezeichnet wird, kommt daher, weil es von Schechem gesagt wird, daß aber durch ihn das Wahre der Kirche bei den Alten vorgebildet werde, sehe man Nr. 4454. 4477. "Und Chamor kam, und Schechem, sein Sohn, zu dem Tore ihrer Stadt", 1. Mose 34/20, bedeutet das Gute und Wahre der Kirche bei den Alten, das in ihrer Lehre (lag). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er das Gute der Kirche bei den Alten bezeichnet, worüber Nr. 4447, aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, insofern er das Wahre daraus bezeichnet, worüber Nr. 4454; und aus der Bedeutung der Tore der Stadt, insofern sie die Lehre des Wahren bezeichnen, worüber Nr. 2943. 4478. "Und redeten mit den Männern ihrer Stadt, und sprachen", 1. Mose 34/20, bedeutet die Überredung. Dies geht deutlich hervor aus der Bedeutung von "reden", insofern es ein Wollen und auch Einfließen bezeichnet, worüber Nr. 2951, 3037; hier überreden, weil, wer etwas will, in der Überzeugung ist, und wer durch diese Einfluß übt, seine Überzeugung mitteilt; und die Männer der Stadt sind diejenigen, die in den Lehrwahrheiten sind, hier in den gleichen Wahrheiten mit Schechem; denn eine Stadt war in alten Zeiten nichts anderes als eine Familie eines Volksstamms. Das Zusammenwohnen derer, die von derselben Familie waren, wurde Stadt genannt, und weil im inneren Sinn nicht die Familie verstanden wird, sondern ihre Beschaffenheit in Ansehung des Lebens und der Lehre, so wird durch Stadt das Wahre der Lehre bezeichnet, und durch Bewohner das Gute der Lehre, man sehe Nr. 402, 2268, 2449, 2451, 2712, 2943, 3216; aber wenn die Einwohner der Stadt Männer der Stadt genannt werden, dann wird nicht das Gute der Lehre, sondern deren Wahres bezeichnet, denn im Worte bezeichnen Männer die Wahrheiten: Nr. 3134. 4479. "Diese Männer sind friedlich unter uns", 1. Mose 34/21, bedeutet die Übereinstimmung, hier in bezug auf die Lehren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 3134, daher auch Lehren, denn die in eins zusammengefaßten und anerkannten Wahrheiten der Kirche werden die Lehren genannt; und aus der Bedeutung der Friedlichen, insofern sie ein Übereinstimmen bezeichnen, denn im geistigen Sinn werden diejenigen Friedliche genannt, die in Ansehung der Lehrbestimmungen und des Dogmatischen der Kirche übereinstimmen. 4480. "Und wollen im Lande wohnen", 1. Mose 34/21, bedeutet, in Ansehung des Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wohnen", insofern es das Leben bezeichnet, worüber Nr. 4467; durch Land wird hier wie anderwärts die Kirche bezeichnet: Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447. Deshalb wird durch "im Lande wohnen" die Gleichheit des Lebens mit dem, was der Kirche angehört, bezeichnet. Alles, was im Wort geschrieben steht, ist in sich und in seinem Wesen geistig. Daß das Wort geistig sei, ist bekannt, aber sein Geistiges erscheint nicht im Buchstaben, denn im Buchstaben ist es weltlich, besonders in den historischen Teilen; wenn es aber von einem Menschen gelesen wird, dann wird das Weltliche, was darin ist, geistig in der geistigen Welt, d.h. bei den Engeln; denn diese können nicht anders als geistig über eine jede Sache denken, also auch über das Wohnen im Lande. Geistig denken heißt an die Dinge denken, die dem Reiche des Herrn angehören, somit auch an das, was sich auf die Kirche bezieht. 4481. "Und ihr Geschäft treibend es durchziehen", 1. Mose 34/21, bedeutet in Ansehung der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Land Geschäfte treibend durchziehen", insofern es das Eingehen in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4453, also in die Lehre, denn sie enthält und lehrt diese Erkenntnisse. 4482. "Und siehe, das Land liegt weit offen vor ihnen", 1. Mose 34/21, bedeutet die Ausdehnung, nämlich des Wahren, das Sache der Lehre ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4480, und aus der Bedeutung von "weit offen", insofern es die Ausdehnung in Ansehung des Wahren bezeichnet, also in bezug auf diejenigen Dinge, die Sache der Lehre sind. Im Worte bedeuten die Dinge, die nach ihren Maßen beschrieben werden, im inneren Sinn nicht Maße, sondern die Beschaffenheiten des Zustandes, denn Maße schließen Räumliches in sich, im anderen Leben aber gibt es keine Räume, sowie auch keine Zeiten, sondern diesen entsprechen die Zustände; man sehe Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 3404, 4321; und weil es so ist, so bezeichnen die Längen, Breiten und Höhen, die sich auf gemessene Räume beziehen, solches, was Sache des Zustandes ist. Daß die Länge das Heilige bedeutet, die Höhe das Gute und die Breite das Wahre, sehe man Nr. 650, 1613, 3433, 3434. Daher kommt es, daß durch das weit offene Land bezeichnet wird die Ausdehnung des Wahren, das Sache der Lehre in der Kirche ist. Wer nicht weiß, daß es im Worte etwas anderes Geistiges gibt, als das, was im buchstäblichen Sinn hervortritt, der muß sich wundern, wenn man sagt, daß durch ein weit offenes Land die Ausdehnung des Wahren bezeichnet werde, das Sache der Lehre in der Kirche ist. Daß es sich aber gleichwohl so verhält, kann man aus den Stellen erkennen, in denen die Breite im Worte genannt wird, wie Jes.8/8: "Aschur wird eindringen in Jehudah, überschwemmen und durchschreiten, bis an den Hals wird es reichen, und die Ausbreitungen seiner Flügel werden sein die Fülle der Breite des Landes". Ps.31/9: "Jehovah, du hast mich nicht überliefert in die Hand des Feindes, du hast meine Füße in die Breite gestellt". Ps.118/5: "Aus der Bedrängnis rief ich zu Jehovah, Er antwortete mir in der Breite". Hab.1/6: "Ich rege die Chaldäer auf, ein bitteres und schnelles Volk, das einhergeht in die Breiten des Landes". Durch Breiten wird hier nichts anderes bezeichnet als das Wahre der Kirche. Daß die Breite dies bezeichnet, kommt daher, weil in der geistigen Welt oder im Himmel der Herr der Mittelpunkt aller ist, denn Er selbst ist dort die Sonne. Diejenigen, die im Zustand des Guten sind, sind innerlicher gemäß der Beschaffenheit und dem Maß des Guten, in dem sie sind; daher wird Höhe vom Guten ausgesagt. Diejenigen, die in einem gleichen Grade des Guten sind, sind auch in dem gleichen Grade des Wahren, und somit gleichsam in gleicher Entfernung oder sozusagen in der gleichen Peripherie. Daher wird Breite von den Wahrheiten ausgesagt, und deswegen wird unter Breite nichts anderes verstanden von den Engeln, die bei dem Menschen sind, wenn er das Wort liest; z.B. in den historischen Teilen, wo von der Bundeslade, von dem Altar, dem Tempel, von den Räumen außerhalb der Städte gehandelt wird, da werden durch die Ausmessungen in bezug auf die Längen, Breiten und Höhen die Zustände des Guten und Wahren erkannt. Ebenso wo von der neuen Erde, dem neuen Jerusalem und von dem neuen Tempel (die Rede ist), bei Hesek. Kapitel 40-47. Daß durch diese Dinge der Himmel und die neue Kirche bezeichnet wird, kann man aus dem einzelnen daselbst erkennen. So auch bei Johannes, wo von dem neuen Jerusalem gesagt wird, daß es viereckig sein werde, und seine Länge so groß wie seine Breite: Joh.Offenb.21/16. Die Dinge, die in der geistigen Welt inwendiger sind, werden durch Höheres bezeichnet, und die, welche äußerlicher, durch das Untere: Nr. 2148, denn der Mensch begreift das Inwendigere und Auswendigere nicht auf andere Weise, während er in der Welt ist, weil er sich im Raum und in der Zeit befindet, und das, was dem Raume und der Zeit angehört, in die Vorstellungen seines Denkens eindringt und die meisten derselben erfüllt. Hieraus erhellt auch, daß die Maße, die Begrenzungen des Raumes sind, wie z.B. die Höhen, Längen und Breiten, im geistigen Sinn das bezeichnen, was die Zustände der Neigungen des Guten und der Neigungen des Wahren näher bestimmt. 4483. "Ihre Töchter wollen wir uns zu Frauen nehmen, und unsere Töchter wollen wir ihnen geben", 1. Mose 34/21, bedeutet die Verbindung. Dies geht offenbar aus dem hervor, was Nr. 4466 erklärt wurde, wo dieselben Worte sind. 4484. "Doch nur so wollen uns die Männer willfahren, unter uns zu wohnen", 1. Mose 34/22, bedeutet, sie würden in Ansehung des Lebens übereinstimmen. Dies erhellt aus der Bedeutung von willfahren, insofern es ein Übereinstimmen bezeichnet, und aus der Bedeutung von wohnen, insofern es das Leben bezeichnet, wovon Nr. 4451, 4452. 4485. "Und ein Volk zu sein", 1. Mose 34/22, bedeutet in Ansehung der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es die Lehre bezeichnet, worüber gleichfalls Nr. 4468. 4486. "Wenn wir bei uns beschneiden alles Männliche, so wie sie beschnitten sind", 1. Mose 34/22, bedeutet, wenn sie dadurch in das Vorbildliche und Sinnbildliche jener eingeweiht würden, in Ansehung des Äußeren allein. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beschnitten werden", insofern es das äußere Vorbildliche bezeichnete, als ein Zeichen, daß sie der Kirche angehörten, hier der Religion, in der die Nachkommen Jakobs lebten, worüber Nr. 4462, und weil sie die Religion derselben annahmen, die nur in Äußerlichem bestand: Nr. 4281, 4293, 4307, deshalb wird gesagt: "gleich wie sie beschnitten sind". Hieraus erhellt, daß durch "alles Männliche beschneiden, so wie sie beschnitten sind" bezeichnet wird, wenn sie dadurch in das Vorbildliche und Sinnbildliche jener in bezug auf das Äußerliche allein eingeweiht würden; was dies noch außerdem in sich schließe, wird aus dem Folgenden erhellen. 4487. "Ihr Erworbenes und ihr Angekauftes", 1. Mose 34/23, bedeutet, in Ansehung ihrer Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erworbenen und des Angekauften, insofern es Wahrheiten bezeichnet. Aber darin unterscheiden sie sich, daß das Erworbene, weil es sich auch auf das Vieh bezieht, das Gute des Wahren bezeichnet, denn durch Vieh wird solches bezeichnet; aber das Gute des Wahren ist das Gute im Willen und in der Tat: Nr. 4337, 4353, 4390; ihr Angekauftes hingegen, das anderwärts Angekauftes um Silber heißt, bezeichnet das Wahre. Jenes, nämlich das Gute des Wahren, wird das himmlisch Wahre genannt, dieses aber das geistig Wahre: Nr. 2048. Jenes, nämlich das himmlisch Wahre, ist das Wahre, das Sache des Lebens geworden, dieses aber, nämlich das geistig Wahre, ist das Wahre, das Sache der Lehre ist. 4488. "Und all ihr Vieh", 1. Mose 34/23, bedeutet, in Ansehung des Guten. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 1823, 2179, 2180, 2781, 3218, 3519. 4489. "Wird es nicht uns gehören?", 1. Mose 34/23, bedeutet, es sei ähnlich und von einerlei Form. Dies kann man aus dem Zusammenhang ersehen, der dahin geht, daß das Gute und Wahre der Ältesten Kirche, das bei Chamor und Schechem und ihren Familien noch zum Teil übriggeblieben war, übereinstimmte mit dem Guten und Wahren, das aus der Alten Kirche bei den Nachkommen Jakobs war; denn die Religionsgebräuche (ritualia), die bei den Nachkommen Jakobs eingeführt wurden, waren nichts anderes als Äußeres, welches das Innere vorbildete und bezeichnete, das der Ältesten Kirche angehört hatte. Daher wird durch die Worte: "wird es nicht uns gehören", d.h. auf uns übergehen, bezeichnet, daß (ihre Satzungen) ähnlich und von derselben Form seien. Die Sache selbst möge durch ein Beispiel erläutert werden: der Altar, auf dem sie opferten, war die wichtigste Vorbildung des Herrn: Nr. 921, 2777, 2811; daher bildete er auch die Grundlage bei dem Gottesdienste in der Alten Kirche, welche die hebräische genannt wurde, und deshalb war auch alles und jedes, woraus der Altar errichtet wurde, vorbildend, z.B. seine Größenverhältnisse, nämlich die Höhe, Breite und Länge, seine Steine, sein netzförmiges Gitter (opus reticulare) aus Erz, seine Hörner, ferner das Feuer, das beständig darauf unterhalten wurde, und die Schlacht- und Brandopfer auf demselben. Das Wahre und das Gute, das Sache des Herrn war und vom Herrn stammte, war es, was sie vorbildeten. Sie waren das Innere des Gottesdienstes, und weil sie in dem Äußeren desselben vorgebildet wurden, so waren sie ganz ähnlich und von einerlei Form mit dem Wahren und dem Guten der Ältesten Kirche. Die Größenverhältnisse, nämlich die Höhe, die Breite und die Länge, bezeichneten im allgemeinen das Gute, Wahre und das Heilige daraus; man sehe Nr. 650, 1613, 3433, 3434, 4482; die Steine bedeuteten im besonderen die untergeordneten Wahrheiten: Nr. 1298, 3720; das Erz, aus dem das netzförmige Gitter um den Altar war, bedeutete das natürlich Gute: Nr. 425, 1551; die Hörner bedeuteten die Macht des Wahren aus dem Guten: Nr. 2832; das Feuer auf dem Altar bedeutete die Liebe: Nr. 934; die Schlachtopfer und Brandopfer bedeuteten das Himmlische und Geistige, gemäß ihren verschiedenen Arten: Nr. 922, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519. Hieraus kann man erkennen, daß in diesen äußeren Dingen innere enthalten waren, und daß sie in bezug auf die inneren gleich waren, so auch in dem übrigen. Aber die, welche der Ältesten Kirche angehörten, bekümmerten sich nicht um diese äußeren Dinge, weil sie innere Menschen waren, und der Herr auf dem inneren Wege bei ihnen einfloß und lehrte, was das Gute sei. Die Mannigfaltigkeiten und Unterschiede des Guten waren bei ihnen das Wahre, und daher wußten sie, was alles und jedes in der Welt im Reiche des Herrn vorbildete; denn die ganze Welt oder die ganze Natur ist ein Schauplatz von Vorbildern des Reiches des Herrn: Nr. 2758, 3483. Die aber, die der Alten Kirche angehörten, waren nicht innerliche, sondern äußerliche Menschen; deshalb konnte der Herr bei ihnen nicht durch den inneren Weg, sondern nur durch den äußeren einfließen und lehren, was das Gute sei, und zwar zuerst durch vorbildliche und sinnbildliche Dinge; hierdurch entstand die vorbildliche Kirche. Späterhin aber (wirkte Er ein) durch die Lehren des Guten und Wahren, das vorgebildet und bezeichnet wurde; daher stammte die christliche Kirche. Diese Kirche, nämlich die christliche, ist ihrem eigentlichen Wesen nach in Ansehung der inneren Form dieselbe wie die vorbildliche Kirche, aber die Vorbildungen und Bezeichnungen (Symbole) dieser Kirche wurden aufgehoben, als der Herr in die Welt kam, aus dem Grunde, weil alles und jedes Ihn vorbildete, und folglich auch das, was Sache Seines Reiches ist, denn dieses stammt von Ihm und ist sozusagen, Er selbst. Zwischen der Ältesten Kirche und der christlichen ist jedoch ein solcher Unterschied, wie zwischen dem Sonnenlichte am Tage und dem Mond- oder Sternenlichte in der Nacht, denn das Gute auf dem inneren oder ersten Wege sehen, ist wie das Sehen am Tage beim Sonnenlichte, hingegen es auf dem äußeren oder mittelbaren Wege sehen, ist wie das Sehen in der Nacht beim Mond- oder Sternenlichte. Fast der gleiche Unterschied fand statt zwischen der Ältesten Kirche und der Alten Kirche, nur daß die, welche der christlichen Kirche angehören, in einem völligeren Lichte sein könnten, wenn sie die inneren Dinge anerkannt hätten, oder das Wahre und das Gute, was der Herr lehrte, geglaubt und getan hätten; das Gute selbst ist in beiden (Kirchen) dasselbe, aber der Unterschied ist, ob man es in Klarheit oder im Dunkeln sieht. Die es in Klarheit schauen, sehen unzählige Geheimnisse, fast so wie die Engel im Himmel, und werden auch angeregt von dem, was sie sehen; die es aber im Dunkeln schauen, sehen kaum etwas ohne Zweifel, und auch das, was sie sehen, vermischt sich mit den Schatten der Nacht, d.h. mit den Falschheiten, und sie können nicht innerlicher davon angeregt werden. Weil nun das Gute für beide dasselbe ist, so ist folglich auch das Wahre dasselbe, daher kommt es, daß durch die Worte: "wird es nicht uns gehören" bezeichnet wird, daß das Gute und Wahre ganz ähnlich und von einerlei Form sei; denn Chamor und Schechem stammten, wie schon früher bemerkt wurde, aus den Überresten der Ältesten Kirche, und die Nachkommenschaft Jakobs (stammte) aus der Alten Kirche, welche die hebräische hieß, aber nur in dem Äußerlichen derselben. Daß aber Chamor und Schechem, sein Sohn, sich schrecklich versündigten, indem sie die Beschneidung annahmen, wird man im Folgenden: Nr. 4493, sehen. 4490. "Nur lasset uns ihnen beistimmen, daß sie bei uns wohnen", 1. Mose 34/23, bedeutet, wenn wir einwilligen, und daß sie dann in Lebensgemeinschaft mit ihnen treten würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von beistimmen, insofern es ein Willfahren bezeichnet, und aus der Bedeutung von "bei uns wohnen", insofern es bezeichnet zusammen leben oder in Lebensgemeinschaft treten, worüber Nr. 4467. 4491. "Und es hörten auf Chamor und auf Schechem, seinen Sohn", 1. Mose 34/24, bedeutet die Beistimmung. Dies erhellt ohne Erklärung. 4492. "Alle, die ausgingen aus dem Tore seiner Stadt", 1. Mose 34/24, bedeutet, daß sie sich entfernten von der Lehre der Kirche bei den Alten. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, insofern es hier bezeichnet sich entfernen, und aus der Bedeutung der Tore der Stadt, insofern sie die Lehre bezeichnen, worüber Nr. 2943, 4477, hier die Lehre der Kirche bei den Alten, weil diese das Tor seiner Stadt war, d.h. Schechems; denn durch Schechem wird das Wahre der Kirche bei den Alten vorgebildet: Nr. 4454. Unter der Kirche bei den Alten wird diejenige verstanden, die von der Ältesten (Kirche stammte), wie auch früher schon bemerkt wurde. Wie sich dies verhalte, wird aus dem nun Folgenden erhellen. 4493. "Und sie beschnitten alles Männliche, alle, die ausgingen aus dem Tore der Stadt", 1. Mose 34/24, bedeutet ihr Beitreten zu dem Äußerlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von alles Männliche beschneiden, insofern es bezeichnet: dadurch eingeführt werden in das Vorbildliche und Sinnbildliche derselben, nämlich der Nachkommen Jakobs, in bezug auf das Äußerliche allein, worüber Nr. 4486; und aus der Bedeutung von "ausgehen aus dem Tore der Stadt", insofern es bezeichnet sich entfernen von der Kirchenlehre bei den Alten, worüber Nr. 4492; und weil die Entfernung von der Lehre und der Beitritt zu den äußeren Dingen bezeichnet wird, deshalb wird zweimal gesagt: "alle, die ausgingen aus dem Tore der Stadt", und nicht zugleich wie anderwärts: "die hineingingen durch dasselbe", denn durch Hineingehen wird das Hinzunahen zur Lehre bezeichnet, und das Entfernen von den äußeren Dingen, hier aber das Entgegengesetzte. Wie dies sich verhält, soll nun gesagt werden: Die Menschen der Ältesten Kirche, aus deren Überresten Chamor und Schechem mit ihren Familien stammten, hatten einen ganz anderen und verschiedenen Genius und Anlage, als die Männer der Alten Kirche; denn die Menschen der Ältesten Kirche hatten einen Willen, in dem Aufrichtigkeit (integrum) herrschte, nicht aber die Männer der Alten Kirche; deshalb konnte der Herr bei den Menschen der Ältesten Kirche durch den Willen einfließen, somit auf innerem Wege, nicht aber bei den Männern der Alten Kirche; denn bei diesen war der Wille verdorben; sondern der Herr floß in ihr Verstandesvermögen ein, also nicht auf innerem, sondern auf äußerem Wege, wie Nr. 4489 gesagt wurde. Durch das Willensvermögen einfließen heißt, durch das Gute der Liebe; denn alles Gute gehört dem Gebiete des Willens an; aber durch das Verstandesvermögen einfließen heißt, durch das Wahre des Glaubens; denn alles Wahre gehört dem Gebiete des Verstandes an. In diesem Gebiet, nämlich in dem des Verstandes, bildete der Herr bei den Männern der Alten Kirche einen neuen Willen, wenn Er sie wiedergebar. Daß das Gute und Wahre in das Willensgebiet der Menschen der Ältesten Kirche eingepflanzt wurde, sehe man Nr. 895, 927; daß es hingegen in das Verstandesgebiet bei den Männern der Alten Kirche (eingepflanzt wurde): Nr. 863, 875, 895, 927, 2124, 2256, 4328; daß im Verstandesgebiet ein neuer Wille gebildet werde: Nr. 928, 1023, 1044, 4328; daß es eine gegenseitige Beziehung (parallelismus) zwischen dem Herrn und dem Guten bei den Menschen gebe, nicht aber mit dem Wahren: Nr. 1831, 1832, 2718, 3514; und daß deshalb die Männer der Alten Kirche verhältnismäßig im Dunkeln waren: Nr. 2708, 2715, 2935, 2937, 3246, 3833. Hieraus kann man erkennen, daß die Menschen der Ältesten Kirche einen anderen und verschiedenen Genius und Beschaffenheit hatten, als die Männer der Alten Kirche. Daher kam es, daß die von der Ältesten Kirche innerliche Menschen waren und keinen äußeren Gottesdienst hatten, und daß die von der Alten Kirche äußerliche Menschen waren und einen äußeren Gottesdienst hatten, denn jene sahen durch das Innere das Äußere, wie beim Sonnenlichte am Tage, diese aber sahen durch das Äußere das Innere, wie beim Mond- oder Sternenlichte in der Nacht. Deswegen erscheint auch der Herr jenen im Himmel als Sonne, diesen hingegen als Mond: Nr. 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495, 4060. Jene sind es, die in den Erklärungen Himmlische genannt werden, diese aber, welche Geistige. Um zu erläutern, von welcher Art der Unterschied sei, diene Folgendes als Beispiel: wenn der Mensch der Ältesten Kirche das historische oder prophetische Wort gelesen hätte, so würde er ohne vorhergehende Belehrung oder irgendwelche Erklärung den inneren Sinn geschaut haben, und zwar so sehr, daß das Himmlische und Geistige, was dem inneren Sinn angehört, ihm sogleich entgegengetreten wäre, und kaum etwas von dem, was im Buchstabensinn ist; somit wäre der innere Sinn bei ihm in Klarheit gewesen, der Buchstabensinn aber im Dunkeln. Er würde sein wie einer, der jemand reden hört, und nur den Sinn auffaßt, nicht aber auf die Wortlaute des Redenden achtet. Wenn dagegen der Mensch der Alten Kirche das Wort gelesen hätte, so hätte er nicht ohne vorhergehende Belehrung oder Erklärung den inneren Sinn desselben sehen können; weil also der innere Sinn bei ihm im Dunkeln, der Buchstabensinn aber in Klarheit war, so wäre er gewesen wie einer, der jemand reden hört, und mit den Gedanken sich an die Worte hängt, und dabei nicht auf den Sinn acht gibt, der ihm deshalb verlorengeht. Wenn aber ein Mensch der jüdischen Kirche das Wort liest, so begreift er nichts außer dem Buchstabensinn; daß irgendein innerer Sinn vorhanden sei, weiß er nicht und leugnet es auch, ebenso ist es heutigen Tages bei dem Menschen der christlichen Kirche. Hieraus kann man ersehen, welcher Art der Unterschied war zwischen denen, die durch Chamor und Schechem vorgebildet werden, die, weil sie aus den Überresten der Ältesten Kirche stammten, in den inneren und nicht in den äußeren Dingen waren, und zwischen denen, die durch die Söhne Jakobs bezeichnet wurden, die im Äußerlichen und nicht im Innerlichen waren; und ferner kann man erkennen, daß Chamor und Schechem nicht hinzunahen konnten zu den äußeren Dingen, und das annehmen, was bei den Söhnen Jakobs war, ohne daß ihr Inneres verschlossen worden wäre; wäre aber dieses verschlossen worden, so wäre es auf ewig zugrunde gegangen. Dies ist die geheime Ursache, warum Chamor und Schechem mit ihren Familien getötet wurden, was sonst nicht zugelassen worden wäre. Dies nimmt aber nicht die Schuld von den Söhnen Jakobs, daß sie nicht eine ungeheure Missetat begangen hätten. Sie wußten nichts von diesem Geheimnisse, und hatten auch nicht diesen Zweck im Auge. Jeder wird aber nach seinem Zweck und seiner Absicht gerichtet; daß ihre Absicht eine trügerische war, wird deutlich 1. Mose 34/13 gesagt, und wenn so etwas vom Herrn zugelassen wird, geschieht es durch die Bösen und durch die Höllischen, die es einflößen. Aber alles Böse, was die Bösen gegen die Guten beabsichtigen und ausüben, verwandelt der Herr in Gutes, hier so, daß Chamor und Schechem mit ihren Familien errettet wurden. 4494. Vers 25-29: Und es geschah nach drei Tagen, als sie in Schmerzen waren, nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi, die Brüder Dinahs, jeder sein Schwert, und gingen kecken Mutes in die Stadt, und töteten alles Männliche. Auch Chamor und Schechem, seinen Sohn töteten sie mit der Schärfe des Schwertes, und nahmen Dinah aus dem Hause Schechems, und gingen davon. Auch die anderen Söhne Jakobs kamen über die Erschlagenen, und plünderten die Stadt, weil sie geschändet hatten ihre Schwester. Ihre Herden, und ihre Rinder, und ihre Esel, und was in der Stadt, und was auf dem Feld war, nahmen sie. Und alle ihre Reichtümer, und alle ihre Kinder, und ihre Frauen nahmen sie gefangen, und machten sie zur Beute, und alles, was im Hause war. "Und es geschah nach drei Tagen" bedeutet das Fortdauernde bis zum Ende; "als sie in Schmerzen waren" bedeutet die Begierden; "nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi" bedeutet Glaube und Liebe; "die Brüder Dinahs" bedeutet das Wahre und Gute derselben Kirche; "jeder sein Schwert" bedeutet das Falsche und Böse; "und gingen kecken Mutes in die Stadt, und töteten alles Männliche" bedeutet, daß sie die Wahrheiten der Kirchenlehre bei den Alten ausrotteten; "auch Chamor und Schechem, seinen Sohn töteten sie mit der Schärfe des Schwertes" bedeutet die Kirche selbst, "und nahmen Dinah aus dem Hause Schechems, und gingen davon" bedeutet, daß sie die Neigung des Wahren wegnahmen; "auch die anderen Söhne Jakobs kamen über die Erschlagenen, und plünderten die Stadt" bedeutet, daß die ganze Nachkommenschaft diese Lehre zerstörte; "weil sie geschändet hatten ihre Schwester" bedeutet, daß sie das Wahre des Glaubens schändeten; "ihre Herden, und ihre Rinder" bedeutet, daß sie das vernünftig und natürlich Gute zerstörten; "und ihre Esel" bedeutet, die Wahrheiten daraus; "und was in der Stadt, und was auf dem Feld war, nahmen sie" bedeutet, alles Wahre und Gute der Kirche; "und alle ihre Reichtümer" bedeutet, alles Wißtümliche, das sie sich erworben hatten; "und alle ihre Kinder" bedeutet alle Unschuld; "und ihre Frauen" bedeutet die Liebtätigkeit; "nahmen sie gefangen, und machten sie zur Beute" bedeutet, daß sie sie beraubten und verstörten; "und alles, was im Hause war" bedeutet das Ganze der Kirche. 4495. "Und es geschah nach drei Tagen", 1. Mose 34/25, bedeutet das Fortdauernde bis zum Ende. Dies geht hervor aus der Bedeutung des dritten Tages, insofern er das Vollständige bezeichnet vom Anfang bis zum Ende, worüber Nr. 2788, also auch das Fortdauernde. Daß der dritte Tag dies bedeutet, können diejenigen kaum glauben, die meinen, das Historische des Wortes enthalte nur Weltlich-Geschichtliches, und sei nur heilig, weil es im heiligen Buche stehe; daß aber nicht nur das Historische des Wortes selbst Geistiges und Himmlisches in sich schließe, das nicht im Buchstaben hervortritt, sondern auch alle Worte und außerdem alle Zahlen, wurde in den vorausgehenden Erklärungen gezeigt; daß die Sache sich so verhalte, wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, noch besser aus den prophetischen Teilen erkannt werden, die nicht so den Geist im Buchstabensinn durch den Zusammenhang festhalten, wie das Historische. Daß aber die Dreizahl, sowie auch die Siebenzahl und die Zwölfzahl Geheimnisse in sich schließen, kann jeder einsehen, der das Wort in Ansehung seines Inneren erforscht; und wenn dies bei diesen Zahlen (der Fall ist), so folgt, daß auch in den übrigen Zahlen im Worte ein Geheimnis liegt, denn das Wort ist allenthalben heilig, und bisweilen, wenn ich mit Engeln redete, erschienen vor meinen Augen gleichsam geschriebene Zahlen, wie auf einem Papier am hellen Tage, und ich wurde inne, daß die Sachen selbst, von denen sie sprachen, in solche Zahlen fallen, und aus dieser Erfahrung wurde mir auch zu erkennen gegeben, daß jede Zahl im Worte irgendein Geheimnis enthalte. Dies kann man deutlich ersehen aus Folgendem bei Joh.Offenb.21/17: "Und er maß die Mauer des heiligen Jerusalem, Ellen, welches ist das Maß eines Menschen, das ist, eines Engels". Joh.Offenb.13/18: "Wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig". Daß die erstere Zahl, nämlich hundertvierundvierzig, aus zwölf in sich multipliziert entstanden ist, und daß die Zahl Sechshundertsechsundsechzig aus der Drei- und Sechszahl herkommt, ist klar; was sie aber Heiliges in sich schließen, kann man erkennen aus dem Heiligen der Zahl Zwölf, worüber man sehe Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E, 3272, 3858, 3913, und von dem Heiligen der Dreizahl: Nr. 720, 901, 1825, 2788, 4010. Diese Zahl, nämlich die Dreizahl, wurde, weil sie das Vollständige bis zum Ende bezeichnete, also eine große oder kleine Periode, in der vorbildlichen Kirche aufgenommen, und wurde, so oft etwas derart bezeichnet werden sollte, auch im Worte angewendet, in dem alles und jedes bedeutsam ist, wie man erkennen kann aus folgenden Stellen: daß "sie drei Tagereisen gingen, um zu opfern": 2. Mose 3/18; 5/3; daß "sie bereit waren auf den dritten Tag, weil am dritten Tag Jehovah herabkommen würde auf den Berg Sinai": 2. Mose 19/11,15,16,18; daß "vom Fleische des Schlachtopfers nichts übrigbleiben durfte auf den dritten Tag": 3. Mose 7/16-18; 19/6,7; daß "über den Unreinen gesprengt werden sollte das Wasser der Ausscheidung am dritten Tage und am siebenten Tage": 4. Mose 19/11-22; und daß "wer einen im Kriege Erschlagenen angerührt habe, entsündigt werden sollte am dritten Tage und am siebenten Tage": 4. Mose 31/19-25; daß Josua dem Volke befahl, "sie sollten innerhalb drei Tagen den Jordan überschreiten": Jos.1/11; 3/2; daß "Jehovah dreimal den Samuel rief, und Samuel dreimal zu Eli lief, und daß beim dritten Mal Eli verstand, daß Jehovah Samuel gerufen": 1.Sam.3/1-8; daß "Jonathan zu David sprach, er solle sich auf dem Felde bis zum dritten Abend verbergen, und daß Jonathan zu ihm schickte am dritten Morgen, und ihm die Gesinnung seines Vaters offenbarte; und daß Jonathan dann an die Seite eines Steines drei Pfeile schoß, und daß darauf David sich dreimal zur Erde beugte vor Jonathan": 1.Sam.20/5,12,19,20,35,36,41; daß "Dreierlei dem David vorgeschlagen wurde, aus dem er sich eins erwählen sollte: entweder Hungersnot in sieben Jahren, oder drei Monate vor den Feinden fliehen, oder drei Tage Pest im Lande": 2.Sam.24/11-13; daß "Rehabeam zu der Versammlung Israels, die baten, daß er sie von dem Joche seines Vaters befreien möge, sagte: sie sollten drei Tage gehen und dann wiederkommen, und daß sie zu Rehabeam am dritten Tage kamen, so wie der König gesagt hatte: Kehret zu mir zurück am dritten Tage": 1.Kön.12/5,12; daß "Elias, sich maß über den Sohn der Witwe dreimal": 1.Kön.17/21; daß Elias sagte: "sie sollten Wasser gießen auf das Brandopfer und das Holz dreimal, und dreimal taten sie es": 1.Kön.18/34; daß Jonas "im Bauche des Walfisches drei Tage und drei Nächte war": Jon.2/1; Matth.12/40; daß der Herr redete von dem "Menschen, der einen Weinberg pflanzte, und dreimal die Diener schickte, und zuletzt den Sohn": Mark.12/2,4-6; Luk.20/12,13; daß Er von Petrus sagte, "er werde Ihn dreimal verleugnen": Matth.26/34; Joh.21/15-17. Aus diesem und mehreren anderem im Worte kann man erkennen, daß in der Dreizahl ein Geheimnis war, und daß diese Zahl daher als Bezeichnendes (Symbol) in den alten Kirchen aufgenommen wurde. Daß es eine vollständige Periode der Kirche und der Dinge der Kirche bedeutet, sowohl eine große als eine kleine, ist klar; daher auch das Vollständige und das Fortdauernde bis zum Ende; so offenbar bei Hos.6/2: "Nach zwei Tagen wird Jehovah uns wieder beleben, und am dritten Tage wird Er uns aufrichten, so daß wir vor ihm leben". 4496. "Als sie in Schmerzen waren", 1. Mose 34/25, bedeutet die Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schmerzes nach der Beschneidung, insofern er die Begierde bezeichnet. Daß Schmerz nach der Beschneidung die Begierde bezeichnet, kommt daher, weil die Beschneidung die Reinigung von der Selbst- und Weltliebe bedeutet: Nr. 2039, 2044, 2049, 2632, 3412, 3413, 4462, und weil alle fleischliche Begierde von diesen Liebesarten herstammt, daher bezeichnet der Schmerz dieselben; denn wenn der Mensch von diesen Liebesarten gereinigt wird, was geschieht, wenn er wiedergeboren wird, dann ist er in Schmerz und Angst. Die Begierden, die dann entfernt werden, sind es, die schmerzen und ängstigen. Wenn durch einen Religionsgebrauch ein Geheimnis vorgebildet wird, dann schließt auch das einzelne desselben, bis es erfüllt worden, etwas von diesem Geheimnis in sich, so wie die kleinen Schwerter (gladioli) oder Messer, mit denen sie beschnitten wurden, insofern sie aus Stein waren: Nr. 2039 E, 2046 E, 2799; dann auch das Blut und das Verfahren dabei, wie auch der Zustand. Dies kann man auch deutlich erkennen aus dem Verfahren bei den Reinigungen, den Einweihungen, Heiligungen und dem übrigen. Hier wird durch den Schmerz nach der Beschneidung die Begierde Chamors, Schechems und der Männer ihrer Stadt bezeichnet, daß sie nach den äußeren Dingen verlangten, in denen die Nachkommen Jakobs waren, wovon Nr. 4493. 4497. "Nahmen die beiden Söhne Jakobs, Schimeon und Levi", 1. Mose 34/25, bedeutet den Glauben und die Liebe. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben im Willen bezeichnet, worüber Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, insofern er die geistige Liebe oder Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 3875, 3877; dies wird im echten Sinn durch Schimeon und Levi und auch durch die nach Schimeon und Levi benannten Stämme bezeichnet; im entgegengesetzten Sinn aber das Falsche und Böse; denn das Falsche ist entgegengesetzt dem Wahren des Glaubens und das Böse dem Guten der Liebtätigkeit: solches bildeten Schimeon und Levi bezüglich des jüdischen Volkes vor, das bei sich das Ganze des Glaubens und das Ganze der Liebtätigkeit, die das Innere des Gottesdienstes waren, ausgelöscht hatte, wie man dies noch deutlicher aus dem Folgenden erkennen kann, wo von ihnen gesagt wird, daß sie Chamor, Schechem und die Männer der Stadt töteten, und daß die Söhne Jakobs über die Erschlagenen kamen und plünderten alles. Daß Schimeon und Levi das taten, geschah, damit vorgebildet würde, daß das Wahre, das Sache des Glaubens, und das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, Falsches und Böses geworden sei; denn wenn das Wahre zum Falschen und das Gute zum Bösen wird in der Kirche, dann ist es um die Kirche geschehen. 4498. "Die Brüder Dinahs", 1. Mose 34/25, bedeuten das Wahre und Gute jener Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie das Wahre und Gute bezeichnen, oder den Glauben und die Liebtätigkeit, worüber Nr. 367, 3303, 3803, 3815, 4121, 4191, 4267, und aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, insofern sie die Neigung des Wahren bezeichnet, daher die Kirche, worüber Nr. 3963, 3964, 4427. 4499. "Jeder sein Schwert", 1. Mose 34/25, bedeutet das Falsche und Böse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre und die Verteidigung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 2799. Daß Schwert auch das Böse bezeichnet, kommt daher, weil es auch das des Levi war, durch den die Liebtätigkeit vorgebildet wurde, also das Gute; wenn dieses aber zum Bösen wird, dann kämpft es durch das Falsche aus dem Bösen, und was es dann tut, ist Böses. 4500. "Und gingen kecken Mutes in die Stadt und töteten alles Männliche", 1. Mose 34/25, bedeutet, daß sie die Wahrheiten der Kirchenlehre bei den Alten ausrotteten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stadt, insofern sie die Lehre der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 402, 2449, 2943, 3246, 4478; hier der Kirche bei den Alten, weil diese Kirche vorgebildet wurde durch Chamor und Schechem, deren Stadt es war; aus der Bedeutung von keck (zuversichtlich) insofern es mit Zuversicht geschah, hier aus der Zuversicht des Falschen und Bösen; und aus der Bedeutung des Männlichen, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 749, 2046, 4005. Hieraus erhellt, daß durch "sie gingen kecken Mutes in die Stadt und töteten alles Männliche" bezeichnet wird, daß sie aus der Zuversicht des Falschen und Bösen die Wahrheiten der Kirchenlehre bei den Alten ausrotteten. Die Kirche bei den Alten war es, die aus der Ältesten stammte und bei den Nachkommen Jakobs wieder hergestellt werden sollte, weil die Alte Kirche anfing unterzugehen. Weil diese aber alles Wahre des Glaubens und Gute der Liebtätigkeit, also den ganzen inneren Gottesdienst bei sich auslöschten, und auf diese Weise keine Kirche bei dieser Nachkommenschaft errichtet werden konnte, so wird hier im inneren Sinn beschrieben, woher es kam, daß, weil sie hartnäckig darauf bestanden, nur ein Vorbild der Kirche bei ihnen errichtet wurde; man sehe Nr. 4281, 4288, 4289, 4290, 4293, 4307, 4314, 4316, 4317, 4429, 4433, 4444. 4501. "Auch Chamor und Schechem, seinen Sohn, töteten sie mit der Schärfe des Schwertes", 1. Mose 34/26, bedeutet die Kirche selbst. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chamors, insofern er die Kirche bei den Alten in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 4447; aus der vorbildlichen Bedeutung Schechems, insofern er die Kirche bei den Alten in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4454, 4472, 4473; und aus der Bedeutung von "mit der Schärfe des Schwertes", insofern es das kämpfende Falsche und Böse bezeichnet, worüber Nr. 4499, also das, wodurch sie die Kirche bei sich zugrunde richteten. 4502. "Und nahmen Dinah aus dem Hause Schechems, und gingen davon", 1. Mose 34/26, bedeutet, daß sie die Neigung des Wahren wegnahmen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, insofern sie die Neigung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 4498. Gemäß dem nächsten inneren Sinn bedeutet es, daß sie die Neigung des Wahren denen raubten, die aus den Überresten der Ältesten Kirche stammten, weil gesagt wird "aus dem Hause Schechems", denn durch das Haus Schechems wird das Gute und Wahre einer anderen Kirche bezeichnet, aber weil von der Ausrottung des Wahren und Guten bei den Nachkommen Jakobs gehandelt wird, die hier durch seine Söhne bezeichnet werden, und weil sich alles auf den Gegenstand bezieht, von dem gehandelt wird, deshalb wird durch das Haus Schechems einfach das Gute des Wahren bezeichnet, wie es beschaffen war bei dem Menschen der Ältesten Kirche, somit auch, daß es vernichtet wurde bei dem Volke Jakobs; denn die Worte und Namen bezeichnen im inneren Sinn des Wortes das, was von ihrem Subjekt ausgesagt werden kann. Zugleich wird auch die Schwächung des Guten und Wahren bei Chamor und Schechem und dessen Familie bezeichnet, weil sie sich zum Äußerlichen hinwendeten, wie Nr. 4493 gezeigt wurde. Daß das, was bisher von Schimeon und Levi erklärt wurde, sich so verhalte, kann man aus den Weissagungen Jakobs vor seinem Tode erkennen, wo es heißt: "Schimeon und Levi, die Brüder, Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter; in ihr Geheimnis komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung vereinige sich nicht meine Ehre, denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet, und in ihrem Mutwillen haben sie den Stier gelähmt; verflucht sei ihr Zorn, weil er so heftig ist, und ihr Grimm, weil er so schwer ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und zerstreuen in Israel": 1. Mose 49/5-7. Durch Schimeon und Levi wird das Wahre des Glaubens bezeichnet, das bei den Nachkommen Jakobs in Falsches, und das Gute der Liebtätigkeit, was in Böses verkehrt wurde, wie Nr. 4499, 4500. Sie werden Brüder genannt, weil das Gute der Bruder des Wahren ist, oder die Liebtätigkeit des Glaubens: Nr. 4498. "Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter" bedeutet das Falsche und Böse, insofern sie dem Wahren und Guten Gewalt antaten: Nr. 4499. "In ihr Geheimnis komme nicht meine Seele, und mit ihrer Versammlung vereinige sich nicht meine Ehre" bedeutet die Trennung in Ansehung des Lebens und der Lehre, denn Seele wird im Worte ausgesagt vom Leben: Nr. 1000, 1040, 1742, 3299, und Ehre von der Lehre. WWeil sie in ihrem Zorn getötet haben den Mann, und in ihrem Mutwillen gelähmt den Stier" bedeutet, daß sie aus bösem Vorsatze das Wahre der Kirche und das Gute der Kirche zugrunde richteten; der Mann bezeichnet das Wahre der Kirche: 3134, der Stier das Gute derselben: Nr. 2180, 2566, 2781. Verflucht sei ihr Zorn, weil er so heftig ist, und ihr Grimm, weil er so schwer ist, bedeutet die Schuld der Abwendung vom Wahren und Guten; fluchen bedeutet, sich abwenden und auch deshalb bestraft werden: Nr. 245, 379, 1423, 3530, 3584; Zorn bezeichnet die Entfernung vom Wahren, und Grimm die vom Guten: Nr. 357, 3614. "Ich will sie zerteilen in Jakob, und will sie zerstreuen in Israel" bedeutet, daß das Gute und Wahre nicht mehr in dem Äußeren und Inneren ihrer Kirche sein werde; zerteilen und zerstreuen bedeutet, trennen und austilgen bei ihnen: Nr. 4424; Jakob bezeichnet das Äußere der Kirche und Israel das Innere: Nr. 4286. Solches wurde in jener Weissagung über Schimeon und Levi gesagt, weil durch sie im allgemeinen das Wahre und Gute der Kirche bezeichnet wird; denn wenn diese vernichtet werden, und mehr noch, wenn an ihre Stelle Falsches und Böses tritt, dann ist die Kirche zerstört. Daß diese Weissagungen nichts anderes in sich schließen, kann man deutlich daraus erkennen, daß der Stamm Schimeons und der Stamm Levis nicht mehr als die übrigen Stämme verflucht waren, denn es wurde der Stamm Levi zum Priestertum ausersehen, und der Stamm Schimeons galt unter den übrigen Stämmen Israels (soviel) als einer derselben. 4503. "Auch die anderen Söhne Jakobs kamen über die Erschlagenen und plünderten die Stadt", 1. Mose 34/27, bedeutet, daß jene ganze Nachkommenschaft die Lehre zerstörten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Jakobs, insofern sie die Nachkommen Jakobs waren, wovon oben, und aus der Bedeutung von plündern, insofern es ein Zerstören bezeichnet, und aus der Bedeutung der Stadt, insofern sie die Lehre der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4500. Daß Schimeon und Levi, nachdem sie alles Männliche in der Stadt und auch Chamor und Schechem getötet hatten, hinausgingen, und daß hernach die Söhne Jakobs über die Erschlagenen kamen und die Stadt plünderten, ist ein Geheimnis, das nur aus dem inneren Sinn klar wird. Das Geheimnis ist dieses: als das Wahre und Gute der Kirche, das durch Schimeon und Levi vorgebildet wird, zugrunde ging und an dessen Statt Falsches und Böses trat, kam dann noch das Falsche und Böse dazu, das durch die übrigen Söhne Jakobs im entgegengesetzten Sinn bezeichnet wird. Daß durch einen jeden Sohn Jakobs etwas Allgemeines des Glaubens und der Liebtätigkeit vorgebildet wurde, ist Nr. 2129, 3858, 3913, 3926, 3939, 4060 gezeigt worden; was durch Ruben: Nr. 3861, 3866, 3870; was durch Jehudah: Nr. 3881; was durch Dan Nr. 1391, 3922, 3923; was durch Naphtali: Nr. 3927, 3928; was durch Gad: Nr. 3934, 3935; was durch Ascher: Nr. 3938, 3939; was durch Jisaschar: Nr. 3956, 3957; was durch Sebulon: Nr. 3960, 3961. Dieses Allgemeine des Glaubens und der Liebtätigkeit, das durch sie vorgebildet wurde, verwandelte sich in Falsches und Böses dieser Art, als einmal das Wahre und Gute der Kirche vernichtet war, und dann wurde dieses noch hinzugetan; denn das Falsche und das Böse nimmt beständig zu in einer Kirche, wenn sie einmal verkehrt und zugrunde gerichtet ist; dies wird dadurch bezeichnet, daß die Söhne Jakobs über die Erschlagenen kamen und die Stadt plünderten, nachdem Schimeon und Levi alles Männliche in der Stadt getötet und Dinah genommen hatten und fortgegangen waren. Daß durch die Erschlagenen (confossi, Durchbohrten) im Worte das erloschene Wahre und Gute bezeichnet wird, kann man aus folgenden Stellen deutlich ersehen: Jes.14/19: "Du bist hinausgeworfen worden aus deinem Grabe, wie ein verabscheuter Zweig, wie ein Kleid der Erschlagenen, die vom Schwert durchbohrt sind, die hinabstiegen zu den Steinen der Grube, wie ein zertretenes Aas": wo von Babel die Rede ist. Vom Schwert Durchbohrte bezeichnet die, welche die Wahrheiten der Kirche entweihten. Jes.34/3: "So daß ihre Durchbohrten hingeworfen werden, und Gestank aufsteigt von ihren Leichnamen": wo von dem Falschen und dem Bösen die Rede ist, das die Kirche anfeindet, und unter den Durchbohrten zu verstehen ist. Hes.28/7,8: "Die Gewaltsamen unter den Völkern werden das Schwert ziehen über die Schönheit deiner Weisheit und deinen Schmuck entweihen; in die Grube werden sie dich werfen, und du sollst sterben den Tod (mortibus) der Erschlagenen inmitten des Meeres": wo von dem Fürsten von Tyrus (die Rede ist), durch den das Wichtigste der Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet wird. Sterben den Tod der Erschlagenen inmitten des Meers bezeichnet diejenigen, die durch ihr Wißtümliches das Falsche ausbrüten, und so die Wahrheiten der Kirche verunreinigen. Hes.31/17,18: "Auch diese werden mit jenen hinabsteigen zur Hölle, zu den mit dem Schwerte Durchbohrten; wenn du hinabgestoßen bist mit den Bäumen von Eden in das Land der Unterirdischen, dann wirst du liegen mitten unter den Unbeschnittenen bei den mit dem Schwerte Durchbohrten". Hes.32/19-21: "Fahre hinab und lege dich zu den Unbeschnittenen, inmitten der vom Schwert Durchbohrten sollen sie hinabstürzen; anreden werden ihn die Fürsten der Mächtigen in der Mitte der Hölle": wo von Pharao und Ägypten (die Rede ist). Die vom Schwert Durchbohrten bedeuten diejenigen, die durch ihr Wissen in Irrwahn geraten sind, indem sie den Glauben an das Wahre, das der Kirche angehört, bei sich vernichteten. Ps.88/5,6: "Ich bin geachtet gleich den zur Grube Hinabfahrenden, ich bin geworden wie ein Mann ohne Kraft, unter den Toten vergessen, wie die Durchbohrten, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand ausgerottet sind": Durchbohrte in der Hölle, in der Grube und im Grab bezeichnen diejenigen, die das Wahre und Gute bei sich durch Falsches und Böses zerstört haben; daß sie nicht darum in der Hölle sind, weil sie vom Schwert durchbohrt wurden, kann jeder wissen. Jes.22/2,3: "Du (warst) eine Stadt voll Getümmel, eine fröhliche Stadt, nicht vom Schwert Durchbohrte (waren sie), und nicht im Kriege Getötete; alle, die in dir gefunden sind, wurden zusammengefesselt, aus der Ferne entflohen sie": hier (wird gehandelt) von den Sinnestäuschungen, wegen derer sie die Wahrheiten der Kirche nicht sehen können, über die sie daher in verneinendem Zweifel sich befinden: solche heißen Durchbohrte, aber nicht durchs Schwert. Hes.6/4,7,13: "Ich will über euch das Schwert bringen und vernichten eure Höhen, und es sollen zerstört werden eure Altäre und zerbrochen werden eure Standbilder, und eure Durchbohrten will Ich niederwerfen vor eure Götzenbilder; wenn die Durchbohrten in eurer Mitte gefallen sind, dann werdet ihr erkennen, daß Ich Jehovah bin; dann werdet ihr es erkennen, wenn die Durchbohrten mitten unter ihren Götzen liegen werden rings um ihren Altar": die Durchbohrten (stehen) für diejenigen, die in dem Falschen der Lehre sind. Hes.9/7: "Verunreiniget das Haus und füllet die Vorhöfe mit Durchbohrten; sie gingen heraus und schlugen in der Stadt": (dies ist) ein prophetisches Gesicht. Das Haus verunreinigen und die Vorhöfe mit Durchbohrten anfüllen, steht für das Gute und Wahre entweihen. Hes.11/6,7: "Ihr habt viel gemacht eure Durchbohrten in dieser Stadt, und ihre Straßen angefüllt mit den Erschlagenen, deswegen spricht der Herr Jehovih: eure Durchbohrten, die ihr gebracht habt in eure Mitte, diese sind das Fleisch und jene der Topf, und Ich will euch herausführen aus ihrer Mitte". Weil durch die Durchbohrten diejenigen bezeichnet werden, welche die Wahrheiten der Kirche bei sich durch Falsches und Böses vertilgt haben, daher waren auch in der vorbildlichen Kirche diejenigen unrein, die einen Erschlagenen berührten, worüber Folgendes: 4. Mose 19/16,18: "Jeder, der auf dem Felde einen durch das Schwert Erschlagenen berührt hat, oder einen Toten, oder Menschengebeine, oder ein Grab, soll unrein sein sieben Tage": daher die Untersuchung und Sühnung durch eine junge Kuh. 5. Mose 21/1-8: "Wenn man einen Erschlagenen auf dem Felde liegen findet, und nicht weiß, wer ihn erschlagen hat, dann sollen die Ältesten und Richter der Stadt hinausgehen und gegen die Städte hin messen, die rings um den Erschlagenen liegen; und die Ältesten der Stadt, die dem Erschlagenen zunächst liegt, sollen eine junge Kuh nehmen, mit der noch keine Arbeit gemacht worden, und die noch nicht im Joche gezogen hat, und sie hinabführen an einen Fluß oder Tal, und daselbst der Kuh den Hals abschneiden, und ihre Hände waschen über der Kuh, welcher der Hals abgeschnitten, und sprechen: Unsere Hände haben nicht vergossen das Blut, und unsere Augen es nicht gesehen; entsündige Dein Volk Israel, Jehovah, und gib nicht das unschuldige Blut in der Mitte Deines Volkes; und das Blut soll ihnen gesühnt sein". Daß diese Gesetze gegeben wurden, weil durch den Erschlagenen (confossum) die Verdrehung, Zerstörung und Entweihung des Wahren der Kirche durch das Falsche und Böse bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen im inneren Sinn: "ein Erschlagener liegend auf dem Felde", wird gesagt, weil durch Feld die Kirche bezeichnet wird, man sehe Nr. 2971, 3310, 3766; durch die junge Kuh, mit der noch nicht gearbeitet worden, wird die Unschuld des äußeren Menschen bezeichnet, der in Unwissenheit ist; wenn diese Dinge nicht aus dem inneren Sinn erklärt würden, müßte jeder sich wundern, daß ihnen ein solches Verfahren der Sühnung auferlegt wurde. 4504. "Weil sie geschändet hatten ihre Schwester", 1. Mose 34/27, bedeutet, daß sie das Wahre des Glaubens verunreinigten. Dies erhellt aus der Bedeutung von schänden, insofern es verunreinigen bezeichnet, und aus der Bedeutung der Schwester, insofern sie das Wahre ist, worüber Nr. 1495, 2508, 2524, 2556, 3386; hier das Wahre des Glaubens, weil durch Dinah, die hier die Schwester ist, die Neigung zu allem Inhalt des Glaubens bezeichnet wird: Nr. 4427. Dadurch, daß Schechem ihre Schwester geschändet, wird bezeichnet, daß sie das Wahre des Glaubens verunreinigten, weil durch dieselbe die Neigung zu allen Wahrheiten, also die Kirche selbst vorgebildet wird: Nr. 3963, 3964, und weil sie nicht von ihren Brüdern dem Schechem zum Weibe gegeben wurde, sondern geschändet bei ihnen blieb, deshalb wurde nachher durch sie das Entgegengesetzte vorgebildet, wie durch ihre Brüder, nämlich die Neigung zu allem Falschen, also die verdorbene Kirche. Daher kommt es, daß durch die Worte: "weil sie geschändet ihre Schwester" bezeichnet wird, sie hätten das Wahre des Glaubens verunreinigt. 4505. "Ihre Herden und ihre Rinder", 1. Mose 34/28, bedeutet, sie hätten das vernünftig und natürlich Gute zerstört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herden, insofern sie das vernünftig Gute sind, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das natürlich Wahre bezeichnen, worüber Nr. 2566. 4506. "Und ihre Esel", 1. Mose 34/28, bedeutet, die Wahrheiten daraus. Dies erhellt aus der Bedeutung der Esel, ferner der Eselfüllen, wie auch der Maulesel, insofern sie die Wahrheiten des Natürlichen und Vernünftigen bezeichnen, worüber Nr. 2781. 4507. "Und was in der Stadt und was auf dem Felde war, nahmen sie", 1. Mose 34/28, bedeutet, alles Wahre und Gute der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stadt, insofern sie die Lehre bezeichnet, somit das Wahre der Kirche, worüber Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493; und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Kirche in bezug auf das Gute bezeichnet, also das Gute der Kirche, worüber Nr. 2971, 3310, 3766, 4440, 4443. "Alles, was in der Stadt und was auf dem Felde war" bedeutet daher alles Wahre und Gute der Kirche. 4508. "Und alle ihre Reichtümer", 1. Mose 34/29, bedeutet, alles Wißtümliche (Kenntnisse), das sie sich erworben hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Reichtümer, insofern sie Wißtümliches bezeichnen, wie man aus vielen Stellen im Worte deutlich ersehen kann; denn die geistigen Reichtümer, somit diejenigen, die im geistigen Sinn verstanden werden, sind nichts anderes; insoweit man sie erkennt, bilden sie das Wißtümliche; diese gelten im Reiche des Herrn, und somit in der Kirche als Reichtümer, was an einer anderen Stelle aus dem Worte, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, begründet werden wird. 4509. "Und alle ihre Kinder", 1. Mose 34/29, bedeutet alle Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie die Unschuld bezeichnen, worüber Nr. 430, 2126, 3183. 4510. "Und ihre Frauen", 1. Mose 34/29, bedeutet, die Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Frauen, der Weiber und Gattinnen, insofern sie die Neigungen des Wahren und die Neigungen des Guten bezeichnen. Die Neigungen des Wahren, wenn der Gatte (conjux) und Ehemann (maritus) genannt wird, die Neigungen des Guten, wenn nicht der Gatte, sondern der Ehemann genannt wird: Nr. 915, 1468, 2517, 3236; hier die Neigungen des Guten, weil sie die Frauen der Männer der Stadt waren, durch welche die Wahrheiten bezeichnet wurden: Nr. 4478 E, und die Stadt wird überall als die des Schechem bezeichnet, durch den das Wahre der Kirche bei den Alten vorgebildet wurde: Nr. 4454. Die Neigung des geistig Guten ist dasselbe wie die Liebtätigkeit; daher wird hier durch die Frauen die Liebtätigkeit bezeichnet. 4511. "Nahmen sie gefangen, und machten sie zur Beute", 1. Mose 34/29, bedeutet, sie wurden verdorben und verkehrt. Dies erhellt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn. 4512. "Und alles, was im Hause war", 1. Mose 34/29, bedeutet das Ganze der Kirche. Dies ergibt sich aus der Bedeutung des Hauses, insofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 1795, 3720, also das Ganze der Kirche; weil dies bezeichnet wird, wird es zuletzt genannt. 4513. Vers 30,31: Und Jakob sprach zu Schimeon und zu Levi: Ihr habt mich ins Unglück gebracht, und mich stinkend (d.h. verhaßt) gemacht bei den Bewohnern des Landes, den Kanaaniten und Peresiten, und ich (habe wenig) Leute an Zahl, und sie werden sich versammeln gegen mich, und werden mich schlagen, und ich werde vertilgt werden samt meinem Hause. Und sie sprachen: Soll man etwa wie eine Buhldirne behandeln unsere Schwester? "Und Jakob sprach" bedeutet die Alte äußere Kirche; "zu Schimeon und zu Levi" bedeutet die Vorbildung des Geistigen und Himmlischen; "ihr habt mich ins Unglück gebracht, und mich stinkend (verhaßt) gemacht bei den Bewohnern des Landes" bedeutet, daß sie die Menschen der Alten Kirche verabscheuen würden; "den Kanaaniten und Peresiten" bedeutet die im Guten und Wahren; "und ich (habe wenig) Leute an Zahl" bedeutet, daß es ihnen leicht sein werde; "und sie werden sich versammeln gegen mich, und werden mich schlagen, und ich werde vertilgt werden" bedeutet, daß so die Alte Kirche zugrunde gerichtet werde; "samt meinem Hause" bedeutet, in betreff des Wahren und Guten; "und sie sprachen" bedeutet die Antwort; "soll man etwa wie eine Buhldirne behandeln unsere Schwester?" bedeutet, daß sie keine Neigung hätten. 4514. "Und Jakob sprach", 1. Mose 34/30, bedeutet die Alte äußere Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er die Alte Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4439, und weil die Alte Kirche, wie eine jede Kirche, eine äußere und eine innere ist, so wird durch Jakob im Worte die äußere und durch Israel die innere vorgebildet. 4515. "Zu Schimeon und zu Levi", 1. Mose 34/30, bedeutet die Vorbildung des Geistigen und Himmlischen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben bezeichnet, aber im entgegengesetzten Sinn das Falsche, und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, insofern er die Liebe bezeichnet, aber im entgegengesetzten Sinn das Böse, wovon Nr. 4497, 4502, 4503; hier also die Vorbildung des Geistigen und Himmlischen, aus dem Grunde, weil die Dinge, die Sache des Glaubens sind, geistige genannt werden, und die, welche Sache der Liebe sind, himmlische. Es wird gesagt, daß Schimeon und Levi das Vorbildliche derselben bezeichneten, weil das Vorbilden derselben etwas anderes ist, als das Sein; denn die Vorbildungen beziehen sich nicht auf die Person, sondern auf die Sache: Nr. 665, 1097 E; also daß es einerlei war, welche Person vorbildete: Nr. 3670. Daß ein Vorbild der Kirche bei den Nachkommen Jakobs hergestellt werden konnte, wie sie auch immer beschaffen waren, wenn sie nur die Satzungen in der äußeren Form genau beobachteten, (sehe man) Nr. 3147, 4208, 4281, 4292, 4307, 4444; daher kommt es, daß durch Schimeon und Levi hier die Vorbildung des Geistigen und Himmlischen bezeichnet wird. 4516. "Ihr habt mich ins Unglück gebracht, und mich stinkend (verhaßt) gemacht bei den Bewohnern des Landes", 1. Mose 34/30, bedeutet, daß die Menschen von der Alten Kirche sie verabscheuen würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ins Unglück bringen und stinkend machen", insofern es bezeichnet Abscheu bewirken, und aus der Bedeutung der Bewohner des Landes, insofern es hier diejenigen sind, die der Alten Kirche angehörten; denn durch das Land wird die Kirche bezeichnet: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4447, somit durch Bewohner des Landes diejenigen, die der Kirche, hier, die der Alten Kirche angehörten, weil diese noch bei einigen Völkern im Lande Kanaan bestand. Bei dem Volke Jakobs wurde das Vorbildliche der Kirche nicht früher eingeführt, als bis jene Alte (Kirche) völlig zugrunde ging, was auch dadurch bezeichnet wird, daß die Nachkommen Jakobs nicht früher in das Land Kanaan eingelassen wurden, als bis die Missetat der Bewohner des Landes vollendet war, wie 1. Mose 15/16 gesagt wird; denn eine neue Kirche wird nicht eher errichtet, als bis die frühere verwüstet ist. 4517. "Den Kanaaniten und Peresiten", 1. Mose 34/30, bedeutet, die im Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kanaaniten, insofern sie hier diejenigen bezeichnen, die im Guten der Kirche, und Peresiten, die im Wahren der Kirche sind. Daß Kanaaniten und Peresiten diese Bedeutung haben, kommt daher, weil bei ihnen noch die Alte Kirche bestand, wie Nr. 4516 bemerkt wurde; denn hier lebten die Menschen von der Ältesten Kirche, man sehe Nr. 4447, 4454; und hier waren die von der Alten Kirche, besonders von derjenigen, welche die hebräische Kirche genannt wurde. Deshalb wurden die, welche aus dem Lande Kanaan waren, im allgemeinen Hebräer genannt: 1. Mose 40/15, und sie hatten auch Altäre und opferten; deshalb wurde, als sie Götzendiener wurden, so oft befohlen, daß ihre Altäre zerstört werden sollten, und so lange daher die Kirche oder etwas der Kirche bei ihnen verblieb, wurde durch Kanaaniten das Gute der Kirche bezeichnet, und durch Peresiten das Wahre der Kirche. Als aber das Ganze der Kirche bei ihnen zu seinem Ende gekommen war, wurde durch Kanaaniten das Böse und durch Peresiten das Falsche bezeichnet: Nr. 1573, 1574. 4518. "Und ich (habe wenig) Leute an Zahl", 1. Mose 34/30, bedeutet, es sei leicht (sie zu verderben). Dies erhellt aus der Bedeutung von "Leute an Zahl", insofern es wenige bezeichnet. Aber wenn im inneren Sinn dem Zusammenhang gemäß statt der Quantität die Qualität verstanden wird, dann bedeutet es "leicht"; denn wenige werden, wenn sich viele gegen sie versammeln, wie im Folgenden gesagt wird, leicht zugrunde gerichtet. 4519. "Und sie werden sich versammeln gegen mich, und werden mich schlagen, und ich werde vertilgt werden", 1. Mose 34/30, bedeutet, so werde die Alte Kirche zugrunde gehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich versammeln, geschlagen und vertilgt werden", insofern es bedeutet, zugrunde gehen. Daß hier die Alte Kirche gemeint ist, kommt daher, weil Jakob dieses von sich und seinem Hause sagt. Daß Jakob hier die Alte Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 4514. 4520. "Samt meinem Hause", 1. Mose 34/30, bedeutet, in betreff des Wahren und Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier das Subjekt ist. Daß er die Kirche bezeichnet, im besonderen die Kirche in Ansehung des Wahren, kann man aus dem erkennen, was von der vorbildlichen Bedeutung Jakobs: Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599, 3775, 4234, 4337 nachgewiesen wurde, nämlich daß er den Herrn vorbilde in betreff des göttlich Wahren im Natürlichen. Mit den Vorbildungen verhält es sich so: wer im höchsten Sinn den Herrn in bezug auf das göttlich Wahre des Natürlichen vorbildet, derselbe bildet auch das Reich des Herrn in bezug auf das göttlich Wahre in demselben vor, folglich die Kirche in Ansehung des Wahren; denn diese Dinge entsprechen (einander). Alles Wahre nämlich ist Angehör des Herrn in Seinem Reiche und in Seiner Kirche; ferner aus der Bedeutung des Hauses, insofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 2233, 2234, 3720. 4521. "Und sie sprachen", 1. Mose 34/31, bedeutet ihre Antwort. Dies ist klar ohne Erklärung. 4522. "Soll man etwa wie eine Buhldirne behandeln unsere Schwester", 1. Mose 34/31, bedeutet, deshalb hätten sie keine Neigung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dinahs, nachdem sie geschändet oder zur Buhldirne gemacht war, insofern sie die Neigung zum Falschen, somit die verdorbene Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4504, daher hatten sie keine Neigung zum Wahren mehr. Im angeführten Absatz sehe man auch, wie sich dies verhalte.   Nr. 4523 - 4534 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 35. Kapitel 4535. Vor den vorhergehenden Kapiteln von 1. Mose Kapitel 26 bis hierher wurde erklärt, was der Herr von Seiner Ankunft oder von der Vollendung des Weltalters vorhergesagt hatte, und es ist dabei etliche Male gezeigt worden, daß durch Seine Ankunft oder die Vollendung des Weltalters die letzte Zeit der Kirche bezeichnet werde, die im Worte auch das Jüngste Gericht heißt. Die, welche nicht über den Buchstabensinn hinaussehen, können nichts anderes wissen, als daß das Jüngste Gericht der Untergang der Welt sei, besonders aus der Joh.Offenb.21/1,2, wo gesagt wird: "daß (Johannes) einen neuen Himmel und eine neue Erde gesehen habe; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer war nicht mehr; ferner, daß er die heilige Stadt gesehen habe, das neue Jerusalem, herabsteigend von Gott aus dem Himmel"; und auch aus den Weissagungen Jes.65/17,18; 66/22, wo gleiches gesagt wird: "Siehe, Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; des Früheren wird man nicht mehr gedenken, noch es zu Herzen nehmen; freuet euch und frohlocket in Ewigkeit, über dem, was Ich schaffe, siehe, Jerusalem will Ich zur Freude machen, und sein Volk zur Wonne". Diejenigen, die nicht über den Buchstabensinn hinaussehen, verstehen dies nicht anders, als daß der ganze Himmel mit dieser Erde in Nichts zerfallen werde, und daß dann erst die Toten auferstehen, und in einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde wohnen werden, aber daß das Wort hier nicht so zu verstehen ist, kann man aus mehreren anderen Stellen im Worte, wo der Himmel und die Erde genannt wird, deutlich erkennen. Wer einigermaßen Glauben an den inneren Sinn hat, kann deutlich sehen, daß durch den neuen Himmel und die neue Erde eine neue Kirche verstanden wird, die folgen wird, wenn die erste vergeht; man sehe Nr. 1733, 1850, 3355; und daß der Himmel das Innere und die Erde das Äußere derselben bezeichnet. Diese letzte Zeit der früheren Kirche und die erste Zeit der neuen Kirche ist es, die auch die Vollendung des Weltalters genannt wird, von welcher der Herr bei Matth. Kapitel 24 geredet hat, und Seine Ankunft, weil dann der Herr Sich entfernt von der ersten Kirche, und zur neuen kommt. Daß die Vollendung des Weltalters dieses bezeichne, kann auch aus anderen Stellen im Worte deutlich erkannt werden; zum Beispiel Jes.10/21-23: "An jenem Tage werden die Überreste wiederkehren, die Überreste Jakobs zu Gott, dem Mächtigen; denn ob auch dein Volk, o Israel, ist wie der Sand am Meere, sollen doch (nur) die Überreste desselben wiederkehren; denn die Vollendung ist beschlossen, überfließend die Gerechtigkeit; denn eine Vollendung und eine Entscheidung wird der Herr Jehovih Zebaoth machen auf der ganzen Erde". Jes.28/22: "Spottet nun nicht mehr, damit nicht eure Strafen schwerer werden, denn eine Vollendung und Entscheidung habe ich gehört von dem Herrn Jehovih Zebaoth auf der ganzen Erde". Jerem.4/27: "So spricht Jehovah, wüste wird die ganze Erde sein, jedoch die Vollendung will Ich nicht machen". Zeph.1/17,18: "In Ängsten werde Ich die Menschen bringen, und sie werden einhergehen wie Blinde, weil sie gegen Jehovah gesündigt haben; und ihr Blut wird ausgegossen werden wie Staub, und ihr Fleisch wie Kot, weil Jehovah eine Vollendung und zwar eine beschleunigte bringen wird über alle, die auf der Erde wohnen". Daß Vollendung hier die letzte Zeit der Kirche, und die Erde die Kirche bezeichnet, erhellt aus dem einzelnen. Daß die Erde die Kirche bezeichnet, kommt daher, weil das Land Kanaan das Land war, wo von den Ältesten Zeiten her eine Kirche sich befand, und hernach bei den Nachkommen Jakobs ein Vorbild der Kirche. Wenn gesagt wird, dieses Land sei vollendet, so wird nicht das Volk daselbst verstanden, sondern das Heilige des Gottesdienstes bei dem Volke, wo die Kirche war; denn das Wort ist geistig, aber das Land selbst ist nicht geistig, noch das Volk in demselben, sondern das, was der Kirche angehört. Daß das Land Kanaan das Land war, wo von den Ältesten Zeiten her die Kirche bestand, sehe man Nr. 567, 3686, 4447, 4454, 4516, 4517; und daß deshalb durch das Land im Worte die Kirche bezeichnet wird: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 3355, 4447. Hieraus erhellt, was bei Jesaja unter "Vollendung machen auf der ganzen Erde", verstanden wird; und bei Zephania, durch die "beschleunigte Vollendung über alle, die auf der Erde wohnen"; daß nicht das jüdische Volk, das in dem Lande wohnte, vollendet wurde, sondern das Heilige des Gottesdienstes bei demselben, ist bekannt. Daß Vollendung dieses bezeichnet, ist noch deutlicher bei Dan.9/24,27: "Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk, und über deine heilige Stadt, um zu vollenden die Übertretung, und zu versiegeln die Sünden, und zu sühnen die Missetat, und herbeizuführen die Gerechtigkeit des Weltalters, und zu versiegeln das Gesicht und den Propheten, und zu salben den Heiligen der Heiligen; inmitten der Woche wird aufhören das Schlachtopfer und das Speisopfer; und zuletzt wird über dem Vogel sein die Verwüstung der Verödungen, und bis zur Vollendung und Entscheidung wird es triefen über der Verwüstung". Hieraus kann man nun sehen, daß durch die Vollendung des Weltalters, über welche die Jünger den Herrn (fragten): "Welches ist das Zeichen Deiner Ankunft und der Vollendung des Weltalters?": Matth.24/3, nichts anderes bezeichnet wird, als die letzte Zeit der Kirche; und auch durch die Worte des Herrn, die bei jenem Evangelisten die letzten sind: "Jesus (sprach) zu Seinen Jüngern: Lehret sie halten alles, was Ich euch geboten habe; und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Weltalters": Matth.28/20. Daß vom Herrn gesagt wurde, Er wolle mit den Jüngern sein bis zur Vollendung des Weltalters, kommt daher, weil durch die zwölf Jünger des Herrn dasselbe bezeichnet wird, wie durch die zwölf Stämme Israels, nämlich alles, was der Liebe und dem Glauben, somit alles, was der Kirche angehört; man sehe Nr. 3354, 3488, 3858; was durch die zwölf Stämme (bezeichnet) wird: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060; daß dann die Vollendung (consummatio, Ende) der Kirche eintrete, wenn in ihr keine Liebe mehr ist, und daher kein Glaube, wurde einige Male im vorigen gezeigt; daß in der Kirche, welche die christliche heißt, kaum etwas von Liebtätigkeit und daher von Glauben übrig ist, daß also die Vollendung dieses Weltalters nun da sei, soll im Folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden.   35. Kapitel 1. Und Gott sprach zu Jakob: Stehe auf, ziehe hinauf nach Bethel und verweile daselbst, und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist, als du flohest vor Esau, deinem Bruder. 2. Und Jakob sprach zu seinem Hause, und zu allen, die mit ihm waren; Entfernt die fremden Götter, die in eurer Mitte sind, und reinigt euch, und wechselt eure Kleider. 3. Und lasset uns aufstehen und hinauf nach Bethel ziehen, und ich will dort einen Altar machen dem Gott, der mich erhört hat am Tage meiner Angst, und mit mir war auf dem Wege, den ich gewandelt. 4. Und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihrer Hand, und die Ringe, die in ihren Ohren waren, und Jakob verbarg diese Dinge unter der Eiche, die neben Schechem (stand). 5. Da brachen sie auf, und es war die Furcht Gottes über den Städten rings um sie her, daß sie nicht nachsetzten den Söhnen Jakobs. 6. Und Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan, das ist Bethel, er und das ganze Volk, das mit ihm war. 7. Und er baute daselbst einen Altar, und nannte den Ort El-Bethel, weil daselbst Götter (Elohim) ihm geoffenbart worden, als er floh vor seinem Bruder. 8. Und Deborah starb, die Amme Rebeckas, und wurde begraben unterhalb Bethel, unter einer Eiche, und er nannte den Namen des Ortes Allon Bakuth (d.h. die Eiche der Klage). 9. Und es erschien Gott dem Jakob abermals, als er aus Paddan Aram kam, und segnete ihn. 10. Und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob; aber dein Name soll nicht mehr Jakob genannt werden, sondern vielmehr Israel sei dein Name; und Er nannte seinen Namen Israel. 11. Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der Gott Schaddai; sei fruchtbar und vermehre dich; ein Volk und eine Sammlung von Völkern wird aus dir kommen, und Könige werden aus deinen Lenden hervorgehen. 12. Und das Land, das Ich Abraham und Jischak gegeben habe, will Ich dir geben, und deinem Samen nach dir will Ich das Land geben. 13. Und Gott fuhr auf von ihm an dem Orte, da Er mit ihm geredet hatte. 14. Und Jakob errichtete eine Denksäule an dem Orte, an dem Er mit ihm geredet hatte, eine Denksäule von Stein, und spendete darüber das Trankopfer, und goß Öl darauf. 15. Und Jakob nannte den Namen des Ortes, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bethel. 16. Und sie brachen auf von Bethel, und es war noch eine Strecke des Landes, bis man nach Ephrata kommt, und Rachel gebar, und litt Schweres bei der Geburt. 17. Und es geschah in ihrem schweren Leiden, bei der Geburt, sprach zu ihr die Wehmutter: Fürchte dich nicht, denn du wirst auch diesen Sohn haben. 18. Und es geschah, da ihr die Seele ausging, da sie im Sterben war, nannte sie seinen Namen Benoni; aber sein Vater nannte ihn Benjamin. 19. Und Rachel starb, und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata, das ist Bethlehem. 20. Und Jakob errichtete eine Denksäule auf ihrem Grabe, das ist das Grabmal Rachels bis auf diesen Tag. 21. Und Israel brach auf und spannte sein Zelt auf, jenseits des Turmes Eder. 22. Und es geschah, während Israel verweilte in diesem Lande, ging Ruben hin und lag bei Bilha, dem Kebsweibe seines Vaters, und Israel hörte es. 23. Und Jakob hatte zwölf Söhne. Die Söhne Leahs: der Erstgeborene Jakobs, Ruben, und Schimeon, und Levi und Jehudah, und Jisaschar, und Sebulon. 24. Die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin. 25. Und die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali. 26. Und die Söhne Silpahs, der Magd Leahs: Gad und Ascher, dies sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren waren in Paddan Aram. 27. Und Jakob kam zu Jischak, seinem Vater, nach Mamre (bei) Kiriath Arba, d.i. Chebron, wo Abraham und Jischak Fremdlinge waren. 28. Und es waren die Tage Jischaks hundert Jahre und achtzig Jahre. 29. Und Jischak hauchte seine Seele aus und starb, und ward versammelt zu seinen Völkern, alt und lebenssatt; und es begruben ihn Esau und Jakob, seine Söhne.   Inhalt 4536. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn gehandelt vom übrigen im Natürlichen des Herrn, das göttlich wurde. Das Inwendigere des Natürlichen, das göttlich wurde, ist hier Israel. Das Fortschreiten gegen das noch Inwendigere, wo das Vernünftige, wird beschrieben durch die Geburt Benjamins, und hernach durch das Kommen der Söhne Jakobs zu Jischak.   Innerer Sinn 4537. Vers 1-4: Und Gott sprach zu Jakob: Stehe auf, ziehe hinauf nach Bethel und verweile daselbst, und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist, als du flohest vor Esau, deinem Bruder. Und Jakob sprach zu seinem Hause, und zu allen, die mit ihm waren: Entfernt die fremden Götter, die in eurer Mitte sind, und reinigt euch, und wechselt eure Kleider; und lasset uns aufstehen und hinauf nach Bethel ziehen, und ich will dort einen Altar machen dem Gott, der mich erhört hat am Tage meiner Angst, und mit mir war auf dem Wege, den ich gewandelt. Und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihrer Hand, und die Ringe, die in ihren Ohren waren, und Jakob verbarg diese Dinge unter der Eiche, die neben Schechem (stand). "Und Gott sprach zu Jakob" bedeutet das Innewerden des natürlich Guten, das jetzt Jakob vorbildete, vom Göttlichen; "stehe auf, ziehe hinauf nach Bethel" bedeutet, über das natürlich Göttliche; "und verweile daselbst" bedeutet das Leben; "und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist" bedeutet das Heilige in demselben; "als du flohest vor Esau, deinem Bruder" bedeutet, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde; "und Jakob sprach zu seinem Hause, und zu allen, die mit ihm waren" bedeutet die Anordnung im natürlich Guten, wie es damals beschaffen war; "entfernt die fremden Götter, die in eurer Mitte sind" bedeutet das Falsche solle verworfen werden; "und reinigt euch, und wechselt eure Kleider" bedeutet, die Heiligkeit müsse angenommen werden; "und lasset uns aufstehen und hinauf nach Bethel ziehen" bedeutet das göttlich Natürliche; "und ich will dort einen Altar machen dem Gott" bedeutet das Heilige, in dem das Inwendigere sich endigt; "der mich erhört hat am Tage meiner Angst" bedeutet in dem Zustande, wenn das Wahre dem Guten vorgezogen wird; "und mit mir war auf dem Wege, den ich gewandelt" bedeutet Seine göttliche Vorsehung; "und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihrer Hand" bedeutet, daß er alles Falsche, soweit als möglich verwarf; "und die Ringe, die in ihren Ohren waren" bedeutet das Tatsächliche; "und Jakob verbarg diese Dinge unter der Eiche, die neben Schechem (stand)" bedeutet die ewige Verwerfung; die Eiche neben Schechem bezeichnet das Trügerische des Natürlichen. 4538. "Und Gott sprach zu Jakob", 1. Mose 35/1, bedeutet das Innewerden des natürlich Guten, das nun Jakob vorbildete. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sprechen" in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1602, 1791, 1815, 1822, 1898, 1919, 2061, 2080, 2238, 2260, 2619, 2862, 3509, 3395; daher kommt es, daß "Gott sprach" das Innewerden aus dem Göttlichen bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er hier im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des natürlich Guten bezeichnet. Im vorhergehenden ist gezeigt worden, was Jakob im Wort vorbildet, und weil es Verschiedenes ist, soll mit wenigem gesagt werden, wie die Sache sich verhält: Jakob bildet im höchsten Sinn im allgemeinen das göttlich Natürliche des Herrn vor, aber weil dieses, als der Herr Sein Natürliches verherrlichte, zu Anfang ein anderes war, als im weiteren Verlauf und am Ende, deshalb bildete Jakob Verschiedenes vor, nämlich zu Anfang das Natürliche des Herrn in bezug auf das Wahre, im weiteren Verlauf das Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute des Wahren, und am Ende in bezug auf das Gute. Die Verherrlichung des Herrn schritt nämlich vom Wahren fort zum Guten des Wahren, und endlich zum Guten, was in dem Vorhergehenden öfters gezeigt worden ist. Weil nun vom Ende die Rede ist, bildet Jakob den Herrn vor in Ansehung des natürlich Guten; man sehe, was im vorigen darüber gezeigt wurde, nämlich daß Jakob im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn vorbilde: zu Anfang in bezug auf das Wahre: Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599; im weiteren Verlauf das göttlich Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute des Wahren: Nr. 3659, 3669, 3677, 4234, 4273, 4337; daß er nun das göttlich Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute vorbildet, kommt daher, weil jetzt vom Ende die Rede ist. So war der Verlauf, als der Herr Sein Natürliches göttlich machte. Ganz ähnlich ist auch der Verlauf, wenn der Herr den Menschen wiedergebiert, denn es gefiel dem Herrn, Sein Menschliches göttlich zu machen in derselben Ordnung, in der Er den neuen Menschen bildet; daher kommt es, daß einigemal gesagt wurde, die Wiedergeburt des Menschen sei ein Bild von der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402. Wenn der Herr einen Menschen zu einem neuen macht, unterrichtet Er ihn zuerst in den Wahrheiten des Glaubens, denn ohne die Wahrheiten des Glaubens weiß er nicht, was der Herr, was der Himmel, und was die Hölle ist, nicht einmal, daß sie sind, noch weniger die unzähligen Dinge, die sich auf den Herrn beziehen, auf Sein Reich im Himmel, und auf Sein Reich auf Erden, d.h. in der Kirche. Ferner (weiß er nicht), welche und was für Dinge jenen entgegengesetzt sind und der Hölle angehören; bevor er diese Dinge kennt, kann er nicht wissen, was das Gute ist. Unter dem Guten wird nicht das bürgerlich- und moralisch Gute verstanden, denn das lernt man in der Welt durch Gesetze und Satzungen und durch Nachdenken über die Sitten der Menschen, woher es kommt, daß auch die Völker außerhalb der Kirche solches wissen, sondern unter dem Guten wird das geistig Gute verstanden, das im Worte Liebtätigkeit (charitas) genannt wird, und dieses Gute ist im allgemeinen, dem anderen Gutes wollen und tun nicht aus Rücksicht für sich, sondern aus dem Lustreiz der Neigung. Dieses Gute ist das geistig Gute, zu diesem kann niemals irgendein Mensch kommen, außer durch die Wahrheiten des Glaubens, die vom Herrn durch das Wort und die Predigt des Wortes gelehrt werden. Wenn der Mensch in den Wahrheiten des Glaubens unterrichtet ist, dann wird er stufenweise vom Herrn angeleitet, das Wahre zu wollen, und aus dem Wollen es auch zu tun. Dieses Wahre wird das Gute des Wahren genannt; denn das Gute des Wahren ist das Gute im Willen und in der Tat, und heißt das Gute des Wahren, weil das Wahre, das Sache der Lehre war, dann zur Sache des Lebens wird. Zuletzt, wenn der Mensch einen Lustreiz im Wollen des Guten und daher auch im Tun desselben empfindet, wird es nicht mehr das Gute des Wahren, sondern das Gute schlechthin genannt, denn dann ist er wiedergeboren, und will und tut das Gute , weniger aus dem Wahren, sondern (vielmehr) das Wahre aus dem Guten. Das Wahre, das er dann tut, ist dann auch gleichsam Gutes, denn es nimmt sein Wesen aus seinem Ursprung, welches das Gute ist. Aus diesem erhellt, was es bedeutet, und woher es kommt, daß Jakob im höchsten Sinn das Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute vorbildet. Daß hier Jakob dieses Gute vorbildet, kommt daher, weil nun im inneren Sinn vom weiteren Fortschreiten, nämlich gegen das Inwendigere des Natürlichen gehandelt wird, das Israel bezeichnet, Nr. 4536. Niemand, der vom Herrn wiedergeboren wird, kann zum Inwendigeren geführt werden, bevor das Wahre bei ihm zum Guten geworden ist. 4539. "Stehe auf, ziehe hinauf nach Bethel", 1. Mose 35/1, bedeutet, über das natürlich Göttliche, nämlich das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufstehen", insofern es eine Erhebung in sich schließt, worüber Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103; hier die Erhebung des Natürlichen zum Göttlichen; aus der Bedeutung von "hinaufziehen", insofern es bezeichnet, mehr gegen das Inwendigere hin, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung Bethels, insofern es das Göttliche im Natürlichen bezeichnet, oder im Letzten der Ordnung, worüber Nr. 4089; denn Bethel bedeutet in der Grundsprache das Haus des Herrn, und weil das Haus des Herrn ist, wo die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind, so werden durch Bethel im nächsten Sinn diese Erkenntnisse bezeichnet, wie Nr. 1453 gezeigt worden ist. Weil aber die inwendigeren Dinge auslaufen und endigen in dem Letzten der Ordnung, und hier beisammen sind, und gleichsam wie in einem Hause wohnen, und weil das Natürliche bei dem Menschen das Letzte bei ihm ist, in dem das Inwendigere sich endigt, deshalb wird durch Bethel oder das Haus des Herrn im eigentlichen Sinn das Natürliche bezeichnet: Nr. 3729, 4089, und zwar das Gute in demselben; denn das Haus ist im inneren Sinn das Gute: Nr. 2233, 2234, 3720, 3729. Im Natürlichen, oder im Letzten der Ordnung sind auch die Erkenntnisse. Daß "hinaufziehen" bedeutet, gegen das Inwendigere hin, kommt daher, weil die inwendigeren Dinge auch die oberen genannt werden: Nr. 2148, daher wird, wenn vom weiteren Fortschreiten gegen das Inwendigere hin im inneren Sinn gehandelt wird, "hinaufziehen" gesagt, wie von Ägypten zum Lande Kanaan, im Lande Kanaan selbst ins Innere, und von dort nach Jerusalem, und in Jerusalem selbst zum Hause des Herrn daselbst. Von Ägypten zum Lande Kanaan, bei 1. Mose 50/6-9: "Pharao sprach zu Mose: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater; und Joseph zog hinauf; und es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos, und es zogen hinauf mit ihm Wagen und Reiter"; und im Buche der Richter 2/1: "Es zog hinauf der Engel Jehovahs von Gilgal nach Bochim, und sprach: Ich habe euch heraufziehen lassen aus Ägypten"; denn durch Ägypten wird im inneren Sinn das Wißtümliche bezeichnet, das dazu dient, um das zu begreifen, was zum Reich des Herrn gehört; und durch das Land Kanaan wird das Reich des Herrn bezeichnet, und weil das Wißtümliche das Untere, oder, was dasselbe ist, das Äußere bildet, und das, was zum Reich des Herrn gehört, das Obere, oder was dasselbe ist, das Inwendigere, deswegen wird gesagt "Hinaufziehen" von Ägypten zum Lande Kanaan; und wiederum vom Lande Kanaan nach Ägypten hinabziehen, z.B. 1. Mose 42/2,3; 43/4,5,15 und anderwärts. Im Lande Kanaan selbst gegen sein Inneres hin, bei Jos.7/2-4: "Joschua sprach: ziehet hinauf und erforschet das Land; und es zogen die Männer hinauf und erforschten Aja, und kehrten zu Joschua zurück und sprachen zu ihm: Es ziehe nicht hinauf das ganze Volk; etwa zweitausend Mann, oder etwa dreitausend Mann mögen hinaufziehen; deswegen zogen hinauf vom Volk etwa dreitausend Mann". Weil das Land Kanaan das Reich des Herrn bedeutet, deshalb bezeichnete das, was von den Grenzen entfernter war, das Innere; deshalb wird hier "hinaufziehen" gesagt. Ebenso von den Umgebungen ringsum nach Jerusalem; und in Jerusalem zum Hause Gottes: 1.Kön.12/27,28; 2.Kön.20/5,8; Matth.20/18; Mark.10/33; Luk.18/31 und öfters an anderen Stellen; denn Jerusalem war das Innerste des Landes, weil durch dasselbe das geistige Reich des Herrn bezeichnet wurde, und das Haus des Herrn war das Innerste in Jerusalem, weil durch dasselbe das himmlische Reich des Herrn bezeichnet wurde, und im höchsten Sinn der Herr selbst; daher wird gesagt, hinaufziehen zu demselben. Aus diesem erhellt was durch "erhebe dich, ziehe hinauf nach Bethel" bezeichnet wird, daß nämlich durch hinaufziehen das Fortschreiten bezeichnet wird gegen das Inwendigere hin, von dem in diesem Kapitel gehandelt wird: Nr. 4536. 4540. "Und verweile daselbst", 1. Mose 35/1, bedeutet das Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verweilen oder wohnen", insofern es das Leben bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451. 4541. "Und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist", 1. Mose 35/1, bedeutet das Heilige in demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, insofern er das hauptsächliche Vorbild des Herrn ist, worüber Nr. 921, 2777, 2811, 4489; und weil es so ist, wird das Heilige des Gottesdienstes durch: "Gott einen Altar machen" bezeichnet. 4542. "Als du flohest vor Esau, deinem Bruder", 1. Mose 35/1, bedeutet, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Gute des göttlich Natürlichen des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 3322, 3494, 3504, 3576, 3599. Daß es bedeutet, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde, kann man aus dem erkennen, was über Jakob, als er vor Esau floh, 1. Mose Kapitel 27 erklärt worden ist, denn die Ursache der Flucht war, daß Jakob dem Esau das Erstgeburtsrecht entzog, wodurch bezeichnet wird, daß das Wahre sich dem Guten vorangestellt habe; Jakob bildet nämlich dort das Wahre des Natürlichen des Herrn vor, und Esau das Gute desselben. Der Grund, warum das Wahre sich dem Guten voranstellte, war, weil das Wahre, wenn der Mensch wiedergeboren wird, anscheinend an erster Stelle ist. Sobald aber der Mensch wiedergeboren worden ist, das Gute an der ersten Stelle, und das Wahre an der zweiten ist; worüber man sehe Nr. 3324, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3610, 3701, 4243, 4244, 4247, 4337; daher kommt es, daß durch "als du flohest vor Esau, deinem Bruder" bezeichnet wird, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde. 4543. "Und Jakob sprach zu seinem Hause, und zu allen, die mit ihm waren", 1. Mose 35/2, bedeutet die Anordnung vom natürlich Guten aus, wie es damals beschaffen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu seinem Hause sprechen, und zu allen, die mit ihm waren", insofern es eine Anordnung bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er hier das natürlich Gute bezeichnet, wovon Nr. 4538. Daß "sprechen zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren", eine Anordnung bezeichnet, kommt daher, weil in dem nun Folgenden im inneren Sinn von der Anordnung der Wahrheiten vom Guten aus gehandelt wird; denn wenn das geistig Gute, von dem Nr. 4538, im natürlichen Gemüte die Herrschaft zu führen beginnt, dann bringt es die Wahrheiten, die darin sind, in Ordnung. 4544. "Entfernt die fremden Götter, die in eurer Mitte sind", 1. Mose 35/2, bedeutet, sie sollen das Falsche verwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "entfernen", insofern es ein Verwerfen bezeichnet; und aus der Bedeutung der fremden Götter, insofern sie das Falsche bezeichnen; denn durch Götter werden im Wort Wahrheiten bezeichnet, und im entgegengesetzten Sinn Falsches: Nr. 4402; Fremde wurden diejenigen genannt, die außerhalb der Kirche waren, somit die, welche im Falschen und Bösen (lebten): Nr. 2049, 2115; daher bezeichnen fremde Götter das Falsche. 4545. "Und reinigt euch, und wechselt eure Kleider", 1. Mose 35/2, bedeutet, die Heiligkeit müsse angenommen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich reinigen" oder läutern, insofern es bezeichnet sich Heiligen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "Kleider wechseln", insofern es bezeichnet, etwas annehmen, hier die heiligen Wahrheiten; denn durch Kleider werden im inneren Sinn des Wortes Wahrheiten bezeichnet. Daß Kleider wechseln als etwas Vorbildliches in der Kirche galt, ist offenbar; was es aber vorbildete, kann niemand erkennen, wenn er nicht weiß, was Kleider im inneren Sinn bedeuten; daß sie Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 2576. Weil hier im inneren Sinn von der Verwerfung des Falschen und der Anordnung der Wahrheiten im Natürlichen vom Guten gehandelt wird, deshalb wird erwähnt, daß Jakob befohlen habe, die Kleider zu wechseln. Daß das Wechseln der Kleider vorbildlich darstellte, daß man die heiligen Wahrheiten annehmen solle, kann auch aus anderen Stellen im Worte erkannt werden, wie bei Jes.52/1: "Wache auf, wache auf, Jerusalem, ziehe deine Stärke an, Zion! Lege deine prächtigen Kleider an, Jerusalem, du heilige Stadt; denn nicht mehr soll zu dir eingehen der Unbeschnittene und Unreine": weil Zion die himmlische Kirche bezeichnet, und Jerusalem die geistige Kirche, und die himmlische Kirche im Guten ist aus der Liebe zum Herrn, und die geistige Kirche im Wahren aus dem Glauben und der Liebtätigkeit, deshalb wird von Zion Stärke, und von Jerusalem Kleider ausgesagt; und daß sie dann rein seien. Sach.3/3,4: "Josua war bekleidet mit beschmutzten Kleidern, und stand so vor dem Engel; dieser antwortete und sprach zu denen, die vor ihm standen: ziehet ihm die schmutzigen Kleider aus; und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Missetat von dir genommen, indem ich dich bekleidet mit Feierkleidern". Hieraus erhellt auch, daß Kleider ausziehen und mit Feierkleidern angetan werden, die Reinigung vom Falschen vorbildete, denn es wird gesagt, ich habe deine Missetat von dir weggenommen, daher hatten sie auch Feierkleider, welche Kleider des Wechsels genannt wurden, und es geschieht hie und da im Worte Erwähnung derselben, weil durch sie Vorbildungen dargestellt wurden. Da nun durch das Wechseln der Kleider solches vorgebildet wurde, so wird deshalb, wo im inneren Sinn bei Hesekiel vom neuen Tempel gehandelt wird, wodurch die neue Kirche bezeichnet wird, gesagt: "Wenn die Priester eintreten, sollen sie nicht aus dem Heiligen zum äußeren Vorhof gehen, sondern sollen daselbst ihre Kleider ablegen, in denen sie das Amt verwaltet haben, denn sie sind heilig, und sollen andere Kleider anlegen, und hinzugehen zu dem, was des Volkes ist": Hes.42/14; und Hes.44/19: "Wenn sie herausgehen in den äußeren Vorhof zum Volke, sollen sie ihre Kleider ausziehen, in denen sie das Amt verwalten, und sie niederlegen in die heiligen Gemächer, und sollen andere Kleider anlegen, und das Volk heiligen in anderen Kleidern": daß durch den neuen Tempel und durch die heilige Stadt und das heilige Land, wovon hier bei dem Propheten in den vorhergehenden und folgenden Kapiteln gehandelt wird, nicht irgendein neuer Tempel, noch eine neue Stadt oder ein neues Land verstanden wird, kann jeder sehen, denn es werden die Opfer und die heiligen Gebräuche erwähnt, die aufs neue hergestellt werden sollten, und die doch abgeschafft werden mußten. Auch werden die Stämme Israels namentlich aufgeführt, die das Land unter sich als Erbe teilen sollten, während sie doch zerstreut waren, und niemals wiederkehrten. Hieraus erhellt, daß durch die daselbst erwähnten heiligen Gebräuche Geistiges und Himmlisches bezeichnet wird, das der Kirche angehört. Ähnliches wird bezeichnet durch den Wechsel der Kleider, als Aharon den Dienst versah, 3. Mose 6/10,11: "Wenn er ein Brandopfer darbringen wird, soll er sein Gewand anlegen, leinene Beinkleider, und die Asche legen neben den Altar; nachher soll er seine Kleider ausziehen und andere Kleider anlegen, und die Asche an einen reinen Ort bringen außerhalb des Lagers, und dann bringe er das Brandopfer". Daß "sich reinigen" bedeutet sich heiligen, kann man erkennen aus den Reinigungen, die befohlen worden, daß sie nämlich ihr Fleisch und ihre Kleider waschen, und mit Weihwasser besprengt werden sollten; daß durch solche Dinge niemand geheiligt wird, kann jeder erkennen, der etwas von dem geistigen Menschen weiß, denn was hat die Missetat und Sünde gemein mit den Kleidern, mit denen der Mensch bekleidet wird, und doch wird mehrmals gesagt, sie seien heilig, sobald sie sich gereinigt hätten. Daraus erhellt auch, daß die den Israeliten gebotenen religiösen Gebräuche nur dadurch heilig waren, daß sie das Heilige vorbildeten, und daß folglich diejenigen, die vorbildeten, für ihre Person nicht heilig wurden, sondern daß, abgesehen von ihnen, das durch sie vorgebildete Heilige die Geister, die bei ihnen waren, und dadurch die Engel im Himmel anregte: Nr. 4307; denn eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen muß notwendig stattfinden, damit das menschliche Geschlecht bestehen könne, und zwar durch die Kirche; denn sonst würden die Menschen wie wilde Tiere werden ohne innere und äußere Bande. Jeder würde zügellos auf das Verderben des anderen losrennen, und sie würden sich gegenseitig ausrotten; und weil zu damaliger Zeit durch keine Kirche eine Verbindung stattfinden konnte, so wurde vom Herrn vorgesehen, daß sie auf wunderbare Weise durch Vorbildliches hergestellt wurde. Daß durch den Gebrauch des Waschens und Reinigens die Heiligung vorgebildet wurde, erhellt aus mehreren Stellen im Worte; z.B. als Jehovah hinabfuhr auf den Berg Sinai, sprach Er zu Mose: "Heilige sie heute und morgen; und sie sollen waschen ihre Kleider, und bereit sein auf den dritten Tag": 2. Mose 19/10,11. Hes.36/25,26: "Ich will über euch sprengen reines Wasser, und ihr sollt euch reinigen von allen euren Unreinigkeiten, und von allen euren Götzen werde Ich euch reinigen; und Ich will euch ein neues Herz geben, und einen neuen Geist in eure Mitte"; offenbar bildete das Besprengen mit reinem Wasser die Reinigung des Herzens vor, also daß "rein werden" bezeichnet geheiligt werden. 4546. "Und lasset uns aufstehen und hinauf nach Bethel ziehen", 1. Mose 35/3, bedeutet das göttlich Natürliche. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4539 gesagt worden, wo dieselben Worte. 4547. "Und ich will dort (daselbst) einen Altar machen dem Gott", 1. Mose 35/3, bedeutet das Heilige, in dem das Inwendigere sich endigt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Altar machen dem Gotte", insofern es das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet, wovon Nr. 4541. Es wird gesagt, daß in ihm das Inwendigere sich endige (auslaufe), weil es in Bethel geschehen sollte, was hier unter daselbst zu verstehen ist, und weil durch Bethel das Natürliche bezeichnet wird, in dem das Inwendigere sich endigt; man sehe Nr. 4539. 4548. "Der mich erhört hat am Tage meiner Angst", 1. Mose 35/3, bedeutet, in dem Zustand, als er das Wahre dem Guten vorzog. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785; daß durch den Tag meiner Angst der Zustand bezeichnet wird, als er das Wahre dem Guten vorzog, kann man aus dem ersehen, was Nr. 4542 gesagt wurde; denn "Tag der Angst" schließt hier dasselbe in sich, wie dort die Worte: "als du flohest vor Esau, deinem Bruder". 4549. "Und mit mir war auf dem Wege, den ich gewandelt bin", 1. Mose 35/3, bedeutet die göttliche Vorsehung desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit jemand auf dem Wege sein, den er wandelt", wenn es vom Göttlichen oder vom Herrn ausgesagt wird, insofern es Seine göttliche Vorsehung bezeichnet; denn vorsehen bedeutet recht eigentlich, bei jemandem sein und ihn beschützen vor dem Bösen. 4550. "Und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihrer Hand", 1. Mose 35/4, bedeutet, daß er alles Falsche soweit als möglich verwarf. Dies erhellt aus der Bedeutung der fremden Götter, insofern sie das Falsche bezeichnen, worüber Nr. 4544; und aus der Bedeutung von "die in ihrer Hand", insofern es bezeichnet: soweit als möglich, denn die Hand bedeutet Macht: Nr. 878, 3387; daher bezeichnet, was in der Hand, das, was in der Macht liegt, oder soweit als möglich. Daß sie dieselben dem Jakob gaben, kommt daher, weil das Gute sie verwarf; denn unter Jakob wird in diesem Kapitel das natürlich Gute vorgebildet: Nr. 4538. 4551. "Und die Ringe, die in ihren Ohren waren", 1. Mose 35/4, bedeutet das Tatsächliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ringe, insofern sie vorbildliche Zeichen des Gehorsams sind, weil Ohren Gehorsam bezeichnen: Nr. 2542, 3869; und was Sache des Gehorsams ist, das ist Tatsächliches, denn gehorchen schließt in sich, daß man durch die Tat etwas vollbringe. Das Tatsächliche wird hier von dem Falschen ausgesagt, was verworfen werden sollte. Was die Verwerfung des Falschen und auch des Tatsächlichen betrifft, von der hier im inneren Sinn gehandelt wird, so ist Folgendes in Kürze zu bemerken: Bevor der Mensch durch die Wiedergeburt vom Herrn zum Guten kommt, und aus dem Guten das Wahre tut, hat er viel Falsches, das mit dem Wahren vermischt ist, denn er wird durch die Glaubenswahrheiten eingeführt, über die er im ersten Lebensalter keine anderen Vorstellungen hatte als die der Kindheit und des Knabenalters, und weil diese Vorstellungen von den äußeren Dingen, die der Welt, und den sinnlichen Dingen, die dem Körper angehören, hergeleitet sind, so müssen sie notwendig mit Sinnestäuschungen und folglich mit Falschem verbunden sein; und dies tut sich auch tatsächlich kund, denn was der Mensch glaubt, das tut er. Dieses Falsche ist es, was hier verstanden wird, dieses bleibt beim Menschen, bis er wiedergeboren ist, d.h., bis daß er aus dem Guten handelt. Dann bringt das Gute die Wahrheiten, die er bis daher aufgenommen hat, in Ordnung, d.h. der Herr durch das Gute; wenn dies geschieht, dann wird das Falsche vom Wahren getrennt und entfernt. Davon weiß der Mensch zwar gar nichts, dennoch aber findet eine solche Entfernung und Verwerfung des Falschen statt von seiner ersten Kindheit an bis zu seinem höchsten Lebensalter, und zwar bei einem jeden Menschen, vorzüglich aber bei dem, der wiedergeboren wird. Bei dem aber, der nicht wiedergeboren wird, findet das gleiche statt, denn wenn er ein Jüngling wird, und seine Urteilskraft zur Reife kommt, dann betrachtet er die Urteile seiner Knabenzeit als eitel und kindisch, und fühlt sich somit von ihnen entfremdet; aber der Unterschied zwischen dem Wiedergeborenen und dem nicht Wiedergeborenen besteht darin, daß der Wiedergeborene sich dem entfremdet fühlt, was nicht mit dem Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit übereinstimmt, der nicht Wiedergeborene aber mit dem, was nicht mit dem Lustreiz der Liebe, in der er sich befindet, übereinstimmt, und er somit meistens das Wahre als Falsches, und das Falsche als Wahres betrachtet. Was die Ringe anbelangt, so waren sie zweifacher Art: es gab solche, die oberhalb der Nase gegen die Stirne hin angebracht wurden, und solche, die an die Ohren gehängt wurden. Die, welche über der Nase gegen die Stirne zu angebracht wurden, waren vorbildliche Zeichen des Guten, und wurden Stirnbänder (monitia) genannt, worüber Nr. 3103; die aber, die an die Ohren gehängt wurden, waren vorbildliche Zeichen des Gehorsams, und sind Ohrgehänge; aber in den Grundsprachen werden sie mit demselben Worte ausgedrückt. 4552. "Und Jakob verbarg diese Dinge unter der Eiche, die neben Schechem (stand)", 1. Mose 35/4, bedeutet die ewige Verwerfung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbergen, insofern es bezeichnet verwerfen und als etwas Totes begraben; und aus der Bedeutung von "unter der Eiche", insofern es bezeichnet "in Ewigkeit"; denn weil die Eiche ein sehr hohes Alter erreicht, so bezeichnete sie das Ewige, wenn unter ihr etwas verborgen wurde; und auch bezeichnete sie das, was verworren war, und noch dazu, was trügerisch und falsch war, weil das unterste Natürliche verhältnismäßig verworren und trügerisch ist, insofern es aus dem Sinnlichen, das dem Körper angehört, also aus dem Trügerischen, sein Wissen und seine Lust zieht; denn im besonderen wird durch die Eiche das Unterste des Natürlichen bezeichnet, somit im guten Sinn das Wahre und Gute in demselben, und im entgegengesetzten das Böse und Falsche darin. Wenn das Falsche beim wiedergeborenen Menschen entfernt wird, dann wird es auch bis zum Untersten des Natürlichen hinabgedrängt. Deswegen erscheint es vor dem inneren Blick ziemlich weit entfernt, wenn der Mensch reifer in seinem Urteil und scharfsichtig geworden ist, und besonders, wenn er einsichtsvoll und weise ist; denn das Wahre ist beim wiedergeborenen Menschen im Innersten seines Natürlichen neben dem Guten, das daselbst wie eine kleine Sonne ist. Die Wahrheiten, die von demselben abhängen, sind gleichsam nach den Graden der Blutsverwandtschaft und Verschwägerung mit dem Guten von ihm entfernt. Die scheinbaren (follacio) Wahrheiten sind an die äußeren Umkreise, und die Falschheiten (Irrtümer) bis zu den äußersten zurückgedrängt; diese bleiben beständig beim Menschen, aber sie sind in dieser Ordnung, wenn sich der Mensch vom Herrn führen läßt, denn diese Ordnung ist eine himmlische Ordnung, weil der Himmel selbst in derselben ist. Wenn dagegen der Mensch sich nicht vom Herrn führen läßt, sondern vom Bösen, dann ist er in der entgegengesetzten Ordnung. In der Mitte ist dann das Böse mit dem Falschen, an die Umkreise hin ist das Wahre gedrängt, und das eigentlichste göttlich Wahre an die äußerste (Peripherie); diese Ordnung ist die höllische, denn in dieser befindet sich die Hölle. Die äußersten Umkreise sind das Unterste des Natürlichen. Daß die Eichen das Falsche bezeichnen, welches das Unterste des Natürlichen ist, kommt daher, weil in der Alten Kirche, als ein äußerer Gottesdienst bestand, der das Reich des Herrn vorbildete, alle Bäume jeder Art etwas Geistiges oder Himmlisches bezeichneten, so z.B. (bezeichnete) der Ölbaum und daher das Öl das, was Sache der himmlischen Liebe ist. Der Weinstock und deshalb der Wein das, was Sache der Liebtätigkeit und durch diese Sache des Glaubens ist, und so auch die übrigen Bäume, wie die Zeder, der Feigenbaum, die Pappel, die Buche, die Eiche. Was sie bezeichneten, ist an mehreren Stellen bei den Erklärungen gezeigt worden, daher kommt es, daß sie im Worte so oft erwähnt werden, und auch im allgemeinen Gärten, Haine und Wälder, und daß sie in denselben unter gewissen Bäumen ihren Gottesdienst hatten. Aber weil dieser Gottesdienst götzendienerisch wurde, und die Nachkommenschaft Jakobs, bei der das Vorbild der Kirche errichtet werden sollte, zum Götzendienerischen geneigt war, und daher so viele Götzenbilder aufstellte, deshalb wurde ihnen untersagt, Gottesdienst in Gärten und Hainen und unter den Bäumen daselbst zu halten, gleichwohl aber behielten die Bäume ihre Bedeutung bei. Daher kommt es nun, daß nicht nur die edleren Bäume, als Ölbäume, Weinstöcke, Zedern, sondern auch die Pappel, die Buche, die Eiche im Worte, wo sie vorkommen, ihre Bedeutung haben, wie in der Alten Kirche. Daß die Eichen im guten Sinn Wahres und Gutes bezeichnen, das Sache des untersten Natürlichen ist, und im entgegengesetzten Sinn Falsches und Böses, erhellt aus den Stellen im Worte, wo sie genannt werden, wenn man sie nach ihrem inneren Sinn versteht, wie bei Jes.1/29,30: "Die Jehovah verlassen, werden untergehen; denn sie werden zuschanden werden über den Eichen, nach denen euch gelüstet hat; und ihr werdet sein wie die Eiche, die ihre Blätter abwirft, und wie ein Garten, der kein Wasser hat". Jes.2/12,13: "Der Tag des Jehovah Zebaoth wird kommen über alles Hohe und Niedrige, und über alle Zedern Libanons, und über alle Eichen Baschans": daß der Tag Jehovahs nicht über die Zedern und Eichen kommen wird, kann jeder wissen, vielmehr über diejenigen, die durch dieselben bezeichnet werden. Jes.44/14: "Der, welcher sich einen Gott macht, haut sich Zedern ab und nimmt Buchen und Eichen, und macht sich stark mit den Bäumen des Waldes". Hes.6/13: "Ihr werdet erkennen, daß Ich Jehovah bin, wenn ihre Durchbohrten liegen werden in der Mitte ihrer Götzen um ihre Altäre, auf jedem hohen Hügel, auf allen Gipfeln der Berge und unter jedem grünen Baum, und unter jeder dichtverschlungenen Eiche, an dem Orte, wo sie allen ihren Götzen den Geruch der Ruhe (d.h. angenehmes Rauchwerk) dargebracht haben": die Alten hatten auch Gottesdienste auf Hügeln und Bergen, weil Hügel und Berge die himmlische Liebe bezeichneten; aber wenn der Gottesdienst von Götzendienern gehalten wird, wie hier, bezeichnen sie die Selbstliebe und die Weltliebe: Nr. 795, 796, 1430, 2722, 4210; auch unter Bäumen, weil diese je nach ihrer Art ihre Bedeutung hatten, wie oben bemerkt wurde. "Unter der dichtverschlungenen Eiche" bezeichnet hier aus dem Falschen, welches das unterste Natürliche ist, denn dies ist in einer gewissen Verwirrung: Nr. 2831. Hos.3/13: "Auf den Gipfeln der Berge opfern sie, auf den Hügeln räuchern sie, unter der Eiche, der Pappel und Terebinthe, weil ihr Schatten gut ist, deswegen huren eure Töchter, und eure Schwiegertöchter brechen die Ehe": daß huren bedeutet, das Wahre verfälschen, und ehebrechen, das Gute verkehren, sehe man Nr. 2466, 2729, 3399. Sach.11/1,2: "Öffne deine Tore, o Libanon, und Feuer verzehre die Zedern, denn verwüstet sind die herrlichen. Heulet, ihr Eichen Baschans, denn gefallen ist der Wald von Basar". 4553. Vers 5-7: Da brachen sie auf, und es war die Furcht Gottes über den Städten rings um sie her, daß sie nicht nachsetzten den Söhnen Jakobs. Und Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan, das ist Bethel, er und das ganze Volk, das mit ihm war. Und er baute daselbst einen Altar, und nannte den Ort El-Bethel, weil daselbst Götter (Elohim) ihm geoffenbart worden, als er floh vor seinem Bruder. "Da brachen sie auf" bedeutet das Fortgesetzte; "und es war die Furcht Gottes über den Städten rings um sie her, daß sie nicht nachsetzten den Söhnen Jakobs" bedeutet, daß das Falsche und Böse ihnen nicht nahen konnte; "und Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan" bedeutet das Natürliche in seinem früheren Zustande; "das ist Bethel" bedeutet das göttlich Natürliche; "er und das ganze Volk, das mit ihm war" bedeutet, mit allem daselbst; "und er baute daselbst einen Altar" bedeutet durch die Heiligung; "und nannte den Ort El-Bethel" bedeutet das natürlich Heilige; "weil daselbst Götter (Elohim) ihm geoffenbart worden" bedeutet das heilige Wahre; "als er floh vor seinem Bruder" bedeutet, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde. 4554. "Da brachen sie auf", 1. Mose 35/5, bedeutet das Fortgesetzte. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Aufeinanderfolgende bezeichnet, worüber Nr. 4375, somit die Fortsetzung, nämlich des Fortschreitens gegen das Inwendigere hin. 4555. "Und es war die Furcht Gottes über den Städten rings um sie her, daß sie nicht nachsetzten den Söhnen Jakobs", 1. Mose 35/5, bedeutet, daß das Falsche und Böse ihnen nicht nahen konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Furcht Gottes, insofern sie eine Beschützung bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung der Städte, die rings um sie her waren, insofern sie Falsches und Böses bezeichnen; denn Städte bedeuten im echten Sinn die Lehrwahrheiten, und im entgegengesetzten Sinn die falschen Lehren: Nr. 402, 2449, 2943, 3216, 4478, 4492, 4493; daß hier durch Städte auch das Böse bezeichnet wird, kommt daher, weil auch die Bewohner derselben verstanden werden, die im echten Sinn Gutes bedeuten, im entgegengesetzten Böses: Nr. 2268, 2451, 2712, und aus der Bedeutung der Worte: "daß sie ihnen nicht nachsetzten", insofern sie bezeichnen, daß sie nicht nahen konnten. Daß die Furcht Gottes eine Beschützung bezeichnet, kann aus dem erläutert werden, was im anderen Leben stattfindet: dort können die Höllen sich niemals dem Himmel nahen, noch böse Geister einer himmlischen Gesellschaft, weil sie in dem "Schrecken Gottes" sind; denn wenn die bösen Geister sich einer himmlischen Gesellschaft nahen, fallen sie plötzlich in Beängstigung und Pein, und diejenigen, die einige Male in diese Pein gekommen sind, wagen es nicht, sich zu nahen; daß sie es nicht wagen, kommt daher, weil unter "Schrecken Gottes" im inneren Sinn verstanden wird, nicht daß Gott oder der Herr sie in Schrecken versetze, sondern daß sie, weil sie im Falschen und Bösen sind, somit in dem, was dem Guten und Wahren entgegengesetzt ist, und weil sie das Falsche und Böse selbst tun, in Angst und Qualen geraten, wenn sie sich dem Guten und Wahren nahen. 4556. "Und Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan" bedeutet das Natürliche im früheren Zustand; "das ist Bethel", 1. Mose 35/6, bedeutet das göttlich Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von Lus, insofern es das Natürliche im früheren Zustand bezeichnet, oder das Natürliche selbst, das menschlich war; daß dieses göttlich wurde, wird bezeichnet durch "das ist Bethel". Daß Bethel das göttlich Natürliche bedeutet, sehe man Nr. 4089, 4539; daher wird auch an anderen Stellen im Worte, wo Bethel genannt wird, gesagt: "Lus, das ist Bethel", und "Bethel, ehemals Lus", wie bei Jos.18/11,13: "Die Grenze des Loses der Söhne Benjamins ging aus zwischen den Söhnen Jehudahs und zwischen den Söhnen Josephs, bis nach Lus, an der Seite von Lus gegen Mittag, das ist Bethel". Richt.1/23: "Das Haus Josephs ging hinauf gegen Bethel, und sie erkundschafteten Bethel, und der Name der Stadt war ehemals Lus". 4557. "Er und das ganze Volk, das mit ihm war", 1. Mose 35/6, bedeutet, mit allem daselbst, nämlich was im Natürlichen war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier unter "er" gemeint ist, insofern er das Gute daselbst bezeichnet, worüber Nr. 4538, und aus der Bedeutung des Volkes, insofern es die Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581; somit bedeutet das Volk, das mit ihm war, die Wahrheiten dieses Guten; und weil alles im Natürlichen sich auf Gutes und Wahres bezieht, so wird dies hier durch die Worte bezeichnet "mit allem daselbst". 4558. "Und er baute daselbst einen Altar", 1. Mose 35/7, bedeutet das natürlich Heilige. Dies erhellt aus der Bedeutung des Altares, insofern er das vornehmste Vorbild des Herrn bezeichnet und daher das Heilige des Gottesdienstes, worüber Nr. 4541, und wenn es gesagt wird vom Herrn, bezeichnet es das Göttlich-Menschliche selbst, und das Heilige, was daraus hervorgeht: Nr. 2811; denn was in der Kirche das vornehmste Vorbild des Herrn ist, das ist auch im höchsten Sinn der Herr selbst in Ansehung seines Göttlich-Menschlichen, denn in diesem Sinne ist das Vorbildende das, was es vorbildet. Daß das Natürliche geheiligt wurde, wird bezeichnet durch "daselbst, das ist in Bethel, baute er einen Altar"; durch Bethel wird nämlich das göttlich Natürliche bezeichnet, man sehe Nr. 4556. 4559. "Und nannte den Ort El-Bethel", 1. Mose 35/7, bedeutet das natürlich Heilige. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bethel, insofern es das göttlich Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 4089, 4539, 4556; aber wenn es El-Bethel genannt wird, bezeichnet es nicht das Göttliche, sondern das natürlich Heilige; denn als der Herr Sein Menschliches göttlich machte, machte Er es zuerst heilig. Zwischen göttlich machen und heilig machen ist der Unterschied, daß das Göttliche Jehovah selbst ist, das Heilige aber das, was aus Jehovah; jenes ist das göttliche Sein, dieses aber ist das Dasein daraus. Als der Herr Sich verherrlichte, machte Er auch Sein Menschliches zum göttlichen Sein oder Jehovah: Nr. 2156, 2329, 3023, 3035; aber vorher machte Er Sein Menschliches heilig. So beschaffen war der Verlauf der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Daher wird auch Bethel nun El-Bethel genannt, und hinzugefügt, was durch das beigesetzte El bezeichnet wird, nämlich, weil "daselbst Götter (dii) ihm geoffenbart wurden", denn in der Grundsprache bedeutet El Gott, hier aber in der Mehrheit Götter, weil Götter im inneren Sinn heilige Wahrheiten bezeichnen: Nr. 4402. Im Folgenden aber wird es Bethel genannt, denn es wird gesagt, Jakob nannte den Namen des Ortes Bethel: 1. Mose 35/15, und wird hinzugefügt: "wo Gott mit ihm geredet hatte"; hier (also) in der Einzahl, denn Bethel heißt in der Grundsprache das Haus Gottes. Daher kommt es, daß El-Bethel das natürlich Heilige bezeichnet und Bethel das göttlich Natürliche. 4560. "Weil daselbst Götter ihm geoffenbart werden", 1. Mose 35/7, bedeutet das heilige Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Götter, insofern sie heilige Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 4402. Daß diese dem durch Jakob vorgebildeten Guten beigefügt worden, wird dadurch bezeichnet, daß ihm Götter daselbst geoffenbart wurden. Daß dieser Ort hier El-Bethel genannt wird, und doch früher 1. Mose 28/19 und auch nachher 1. Mose 35/15 Bethel, ferner, daß hier, wo es El-Bethel genannt wird, bemerkt wird, "weil sich ihm Götter daselbst offenbarten" in der Mehrzahl, und nachher 1. Mose 35/15: "Wo Gott mit ihm geredet hatte", in der Einzahl, ist ein Geheimnis, und daß man dieses Geheimnis nicht anders als aus dem inneren Sinn erkennen kann, ist klar. Es sind übrigens mehrere Geheimnisse, die hierin verborgen liegen, aber sie können nicht enthüllt werden. 4561. "Als er floh vor seinem Bruder", 1. Mose 35/7, bedeutet, als das Wahre dem Guten vorangestellt wurde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4542 erklärt worden, wo dieselben Worte. 4562. Vers 8: Und Deborah starb, die Amme Rebeckas; und wurde begraben unterhalb Bethel, unter einer Eiche, und er nannte den Namen des Ortes Allon Bakuth (d.h. die Eiche der Klage). "Und Deborah starb, die Amme Rebeckas" bedeutet das erblich Böse sei ausgetrieben worden; "und wurde begraben unterhalb Bethel unter der Eiche" bedeutet, es sei verworfen für immer; "und er nannte den Namen des Ortes Allon Bakuth" bedeutet die Beschaffenheit des ausgetriebenen Natürlichen. 4563. "Und Deborah starb, die Amme Rebeckas", 1. Mose 35/8, bedeutet, das erbliche Böse sei ausgetrieben worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es das Ende bezeichnet, oder aufhören ein solches zu sein, worüber Nr. 494, 3253, 3259, 3276; hier also, daß es ausgetrieben sei, weil von dem erblichen Bösen gehandelt wird, und aus der vorbildlichen Bedeutung Deborahs, der Amme Rebeckas, insofern sie das ererbte Böse bezeichnet. Die Amme, insofern sie das Kindlein nährt und säugt, bedeutet eigentlich das Einflößen der Unschuld durch das geistig Himmlische, denn Milch bezeichnet das geistig Himmlische: Nr. 2184, und das Kindlein, das sie säugt, bezeichnet die Unschuld: Nr. 430, 1616, 2126, 2305, 2306; hier aber wird durch Deborah, die Amme Rebeckas, das bezeichnet, was von der Mutter aufgenommen und von Kindheit an genährt wurde. Daß dies das erbliche Böse von der Mutter war, gegen das der Herr kämpfte, kann man aus dem erkennen, was von diesem Erblichen: Nr. 1414, 1444, 1573 bemerkt worden ist; und daß Er dieses so ausgetrieben hat, daß Er zuletzt nicht mehr der Sohn der Maria war: Nr. 2159, 2574, 2649, 3036. Es ist bekannt, daß der Mensch von beiden Eltern Böses erbt, und daß dieses Böse das Erbböse genannt wird, daher wird er in dasselbe geboren; aber dennoch offenbart es sich nicht, bevor der Mensch heranwächst, und aus seinem Verstande und daher auch aus seinem Willen heraus handelt; inzwischen liegt es verborgen, besonders in der Kindheit; und weil durch die Barmherzigkeit des Herrn niemand in Schuld kommt wegen des Angeerbten, sondern wegen des wirklichen (Bösen): Nr. 966, 2308, und das Erbliche nicht zum Wirklichen werden kann, bevor der Mensch aus dem eigenen Verständnis und dem eigenen Willen handelt, deshalb werden die Kinder vom Herrn durch (himmlische) Kinder und Engel geleitet; daher erscheinen sie im Zustande der Unschuld. Gleichwohl aber liegt das angeerbte Böse in allem was sie tun: Nr. 2300, 2307, 2308; es dient ihnen zur Ernährung, oder es ist gleichsam ihre Amme bis zur Zeit ihres (eigenen) Urteils: Nr. 4063; dann aber, wenn sie wiedergeboren werden, werden sie vom Herrn in einen neuen Zustand der Kindheit geführt und endlich in himmlische Weisheit, somit in die echte Kindheit, d.h. in die Unschuld; denn die echte Kindheit oder Unschuld wohnt in der Weisheit: Nr. 2305, 3183. Der Unterschied ist, daß die Unschuld der ersten Kindheit sich außerhalb und das Erbböse innerhalb befindet, hingegen die Unschuld der Weisheit ist innerhalb, und das wirkliche und angeerbte Böse außerhalb. Aus diesem und mehrerem, was früher gesagt wurde, erhellt, daß das Erbböse gleichsam das Ernährende ist von der ersten Kindheit an bis zu dem Zustand der neuen Kindheit. Daher kommt es, daß durch die Amme das Erbböse bezeichnet wird, und daß auch durch die Amme das Einflößen der Unschuld durch das geistig Himmlische bezeichnet wird. Weil von der Aufstellung und Anordnung der Wahrheiten vom Guten im Natürlichen des Herrn im inneren Sinn in diesem Kapitel gehandelt wird, und daher von dem Fortschreiten zum Inwendigeren hin: Nr. 4536, deshalb wird auch vom Erbbösen, das ausgetrieben wurde, gehandelt. Das ist der Grund, warum in diesem Verse von Deborah, der Amme Rebeckas, berichtet wird, daß sie gestorben sei und begraben unter einer Eiche, welcher Vorfall nicht so wichtig gewesen wäre, daß man durch ihn den Zusammenhang unterbrochen hätte, wenn er nicht solches in sich schlösse. Das Geheimnis selbst, das durch die Amme Rebeckas im besonderen bezeichnet wird, kann noch nicht enthüllt werden, denn man muß vorher die Beschaffenheit des Einfließens des Vernünftigen in das Natürliche kennen, daß es nämlich vom Guten des Vernünftigen unmittelbar in das Gute des Natürlichen stattfindet, und daß es vom Guten des Vernünftigen mittelbar durch das Wahre daselbst in das Gute des natürlich Wahren stattfindet. Rebecka bezeichnet das Wahre des Vernünftigen: Nr. 3012, 3013, 3077; Jischak aber das Gute des Vernünftigen: Nr. 3012, 3194, 3210; Esau das Gute des Natürlichen aus dem unmittelbaren Einfließen vom Guten des Vernünftigen oder Jischak; und Jakob das Gute, oder das Gute des natürlich Wahren aus dem mittelbaren Einfließen durch das Wahre des Vernünftigen oder Rebecka. Über das mittelbare und unmittelbare Einfließen sehe man Nr. 3314, 4573. Dies muß man vorher wissen, ehe man das Geheimnis im besonderen erkennen kann, warum hier durch die Amme Rebeckas das Erbböse bezeichnet und beschrieben wird; denn daraus kann man erkennen, wie es beschaffen war. 4564. "Und wurde begraben unterhalb Bethel unter einer Eiche", 1. Mose 35/8, bedeutet die Verwerfung für immer. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es bezeichnet verworfen werden, und aus der Bedeutung von "unter einer Eiche", insofern es bezeichnet für immer; worüber Nr. 4552. "Unterhalb Bethel" bedeutet, außerhalb des Natürlichen; denn das, wovon gesagt wird, es sei unten oder unterhalb, das ist im inneren Sinn außerhalb: Nr. 2148. Bethel ist das göttlich Natürliche: Nr. 4089, 4539. Es verhält sich damit auf folgende Weise: Das angeerbte sowohl, als das wirkliche Böse bei einem Menschen, der wiedergeboren wird, wird nicht so ausgerottet, daß es verschwindet oder vernichtet wird, sondern es wird nur losgetrennt und durch die Anordnung vom Herrn an die Peripherie zurückgedrängt: Nr. 4551, 4552; somit bleibt es bei ihm, und zwar in Ewigkeit. Er wird aber vom Herrn vom Bösen zurückgehalten und im Guten festgehalten. Wenn dies geschieht, dann scheint es, als ob das Böse verworfen und der Mensch davon gereinigt oder, wie man sagt, gerechtfertigt sei; alle Engel des Himmels bekennen, daß, soweit sie aus sich (fühlen und denken), nichts als Böses und Falsches, hingegen soweit sie vom Herrn (geführt werden), Gutes und Wahres bei ihnen sei. Diejenigen, die hierüber eine andere Meinung hegten, und dieselbe aus ihren Lehrbestimmungen, während sie in der Welt lebten, bei sich begründeten, nämlich, daß sie gerechtfertigt worden und nun ohne Sünden und somit heilig seien, werden in den Zustand ihres wirklichen und angeerbten Bösen zurückversetzt und darin festgehalten, bis sie durch lebendige Erfahrung erkennen, daß sie von sich aus nichts als Böses sind, und daß das Gute, in dem sie zu sein glaubten, vom Herrn war, daß es also nicht ihnen, sondern dem Herrn angehörte. So verhält es sich mit den Engeln, und so auch mit den Wiedergeborenen unter den Menschen. Anders dagegen war es beim Herrn: Er selbst entfernte ganz aus Sich heraus alles angeerbte Böse von der Mutter, vertrieb und verdrängte es; denn Er hatte kein angeerbtes Böses vom Vater, weil Er von Jehovah empfangen war, sondern nur von der Mutter. Dies ist der Unterschied, und dies wird unter dem verstanden, daß der Herr die Gerechtigkeit, das Heilige selbst und das Göttliche geworden sei. 4565. "Und er nannte den Namen des Ortes Allon Bakuth", 1. Mose 35/8, bedeutet die Beschaffenheit des ausgetriebenen Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Allon Bakuth bedeutet in der Grundsprache die Eiche der Klage (oder des Weinens), und der Ort wurde deshalb so genannt, weil die Eiche das Unterste des Natürlichen bezeichnet, in das und zuletzt aus dem das Erbböse verdrängt wurde. Daß die Eiche das Unterste des Natürlichen bezeichnet, und auch das Fortdauernde, sehe man 4552; Klage aber bedeutet das letzte Lebewohl, daher war es Sitte, die Toten zu beweinen, wenn sie begraben wurden, obgleich man wußte, daß nur der Leichnam durch das Begräbnis weggeschafft werde, und die, welche in dem Leichnam gewesen waren, in Ansehung ihres Inneren lebten. Daraus erhellt die Beschaffenheit, die durch Allon Bakuth oder Eiche der Klage bezeichnet wird. 4566. Vers 9-13: Und es erschien Gott dem Jakob abermals, als er aus Paddan Aram kam, und segnete ihn. Und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob; aber dein Name soll nicht mehr Jakob genannt werden, sondern vielmehr Israel sei dein Name; und Er nannte seinen Namen Israel. Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der Gott Schaddai; sei fruchtbar und vermehre dich; ein Volk und eine Sammlung von Völkern wird aus dir kommen, und Könige werden aus deinen Lenden hervorgehen. Und das Land, das Ich Abraham und Jischak gegeben habe, will Ich dir geben, und deinem Samen nach dir will Ich das Land geben. Und Gott fuhr auf von ihm an dem Orte, da Er mit ihm geredet hatte. "Und es erschien Gott dem Jakob abermals, als er aus Paddan Aram kam, und segnete ihn" bedeutet das inwendigere natürliche Innewerden, "und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob" bedeutet die Beschaffenheit des Herrn in Ansehung des natürlichen äußeren Göttlichen; "aber dein Name soll nicht mehr Jakob genannt werden" bedeutet, daß es nicht mehr bloß äußerlich sein werde; "sondern vielmehr Israel sei dein Name" bedeutet die Beschaffenheit des Inneren im Natürlichen, oder die geistige Beschaffenheit desselben, was Israel (genannt wird); "und Er nannte seinen Namen Israel" bedeutet das innere Natürliche, oder das himmlisch geistige des Natürlichen; "und Gott sprach zu ihm" bedeutet das Innewerden vom Göttlichen; "Ich bin der Gott Schaddai" bedeutet, der Zustand der Versuchung sei vergangen und göttlicher Trost sei nun eingetreten, "sei fruchtbar und vermehre dich" bedeutet das göttlich Gute und das göttlich Wahre aus demselben; "ein Volk und eine Sammlung von Völkern wird aus dir kommen" bedeutet das Gute und die göttlichen Formen des Guten; "und Könige werden aus deinen Lenden hervorgehen" bedeutet die Wahrheiten aus der göttlichen Ehe; "und das Land, das Ich Abraham und Jischak gegeben habe, will Ich dir geben" bedeutet das göttlich Gute sei dann angeeignet im Natürlichen; "und deinem Samen nach dir will Ich das Land geben" bedeutet das göttlich Wahre (sei) angeeignet im Natürlichen; "und Gott fuhr auf von ihm an dem Orte, da Er mit ihm geredet hatte" bedeutet das Göttliche in diesem Zustande. 4567. "Und es erschien Gott dem Jakob abermals, als er aus Paddan Aram kam, und segnete ihn", 1. Moses 35/9, bedeutet das inwendigere natürliche Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: "es erschien Gott", insofern sie ein inwendigeres Innewerden bezeichnen. Daß sehen bedeutet, verstehen und inne werden, sehe man Nr. 2150, 2807, 3764, 3863, 4403 bis 4421. Wenn daher "es erschien Gott," ausgesagt wird vom Herrn, so bezeichnet es das Innewerden aus dem Göttlichen, das dasselbe ist, wie das inwendigere Innewerden. Daß dieses Innewerden im Natürlichen stattfand; wird dadurch bezeichnet, daß Gott dem Jakob erschien, denn Jakob bildet das Natürliche des Herrn vor, wie öfters gezeigt worden. "Abermals, als er von Paddan Aram kam" bedeutet, nachdem er die Erkenntnisse des Guten und Wahren empfangen hatte, die durch Paddan Aram bezeichnet werden, wovon Nr. 3664, 3680, 4112. "Er segnete ihn" bedeutet das Fortschreiten gegen das Inwendigere des Natürlichen, und die Verbindung des Guten und Wahren daselbst; denn segnen wird ausgesagt von jedem Guten, das jemand aus dem Göttlichen empfängt: Nr. 1420, 1422, 2846, 3017, 3406; besonders von der Verbindung des Guten und Wahren: Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584. 4568. "Und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob", 1. Mose 35/10, bedeutet die Beschaffenheit des Herrn in Ansehung des äußeren göttlich Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, insofern er die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet, worüber öfters im vorigen. Des Äußeren wird gesagt, weil Israel das innere göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet, worüber gleich im Folgenden. 4569. "Aber dein Name soll nicht mehr Jakob genannt werden", 1. Mose 35/10, bedeutet, daß er nicht mehr nur das Äußerliche (bezeichne). Dies erhellt aus dem, was gleich oben gesagt wurde, und was nun über Israel folgt. 4570. "Sondern vielmehr Israel sei dein Name", 1. Mose 35/10, bedeutet die Beschaffenheit des inneren Natürlichen, oder die Beschaffenheit des Geistigen dessen, was Israel bezeichnet. Dies geht hervor aus der Bedeutung des Namens, insofern er die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 4568; und aus der Bedeutung Israels, insofern es das innere Natürliche des Herrn ist. Warum Jakob Israel genannt wird, kann niemand erkennen, der nicht weiß, was das innere Natürliche und was das äußere Natürliche sei, und dann auch, was das himmlisch Geistige des Natürlichen ist. Dies wurde zwar früher erklärt, als Jakob vom Engel Israel genannt wurde; weil aber diese Dinge von der Art sind, daß man, wenn irgend etwas, doch nur weniges von ihnen weiß, deshalb soll nochmals erklärt werden, was sie bedeuten: Beim Menschen sind zweierlei, unter sich ganz verschiedene (Gebiete), nämlich das Vernünftige und das Natürliche. Das Vernünftige bildet den inneren Menschen, und das Natürliche den äußeren. Aber das Natürliche hat wie das Vernünftige, auch sein Äußeres und sein Inneres. Das Äußere des Natürlichen besteht aus den Sinnesvermögen des Körpers, und aus dem, was aus der Welt durch die Sinne unmittelbar einfließt; durch dieses hat der Mensch Gemeinschaft mit dem Weltlichen und Körperlichen. Diejenigen, die nur in diesem Natürlichen sind, werden sinnliche Menschen genannt, denn sie gehen mit ihrem Denken kaum über das (Sinnliche) hinaus. Das Innere des Natürlichen aber bildet sich aus dem, was durch analytisches und analoges Denken erschlossen wird, gleichwohl aber zieht und leitet es seinen Inhalt aus dem Sinnlichen. Auf diese Weise verkehrt das Natürliche durch das Sinnliche mit dem Weltlichen und Körperlichen, und durch das Analoge und Analytische mit dem Vernünftigen, also mit dem, was der geistigen Welt angehört. Solcherart ist das Natürliche. Es gibt auch ein Vermittelndes, das mit beiden verkehrt, nämlich mit dem Äußeren und mit dem Inneren, somit durch das Äußere mit dem, was in der natürlichen Welt ist, und durch das Innere mit dem, was in der geistigen Welt ist. Dies Natürliche ist es, was im besonderen Jakob, und das innere Natürliche ist das, was Israel vorbildet. Mit dem Vernünftigen verhält es sich ebenso, daß es nämlich ein Äußeres und ein Inneres ist, und auch ein Mittleres. Hierüber soll aber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, erst da gesprochen werden, wo von Joseph (gehandelt wird), weil Joseph das äußere Vernünftige vorbildet. Was aber das himmlisch Geistige sei, ist schon früher einigemal gesagt worden, daß nämlich das Himmlische das ist, was dem Guten, und das Geistige das, was dem Wahren angehört; somit ist das himmlisch Geistige das, was Sache des Guten vom Wahren ist. Weil nun die Kirche des Herrn eine äußere und eine innere ist, und von den Nachkommen Jakobs das Innere der Kirche durch das Äußere vorgebildet werden sollte, deshalb konnte Jakob nicht mehr Jakob genannt werden, sondern Israel; man sehe, was hierüber im vorigen: Nr. 4286, 4292 bemerkt wurde. Außerdem muß man wissen, daß sowohl das Vernünftige als das Natürliche himmlisch und geistig heißt, himmlisch, wenn sie das Gute, und geistig, wenn sie das Wahre vom Herrn aufnehmen; denn das Gute, das vom Herrn in den Himmel einfließt, wird das Himmlische, und das Wahre das Geistige genannt. Daß Jakob Israel genannt wurde, bedeutet im höchsten Sinn, daß der Herr, als Er zum Inwendigeren fortschritt, das Natürliche in Sich göttlich machte, sowohl in Ansehung des Äußeren, als in Ansehung Seines Inneren; denn was vorgebildet wird, bezieht sich im höchsten Sinn auf Ihn selbst. 4571. "Und Gott sprach zu ihm", 1. Mose 35/11, bedeutet ein Innewerden vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sprechen" in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; daß es vom Göttlichen (stammt), wird dadurch bezeichnet, daß Gott sprach; denn im Herrn war von der Empfängnis her das Göttliche, dies war das eigentliche Sein in Ihm; denn Er war von Jehovah empfangen; daher stammte Sein Innewerden aus dem Göttlichen, aber immer gemäß dem Zustande der Aufnahme vom Menschlichen, weil Er das Menschliche in Sich allmählich göttlich machte. Weil nun das Göttliche oder Gott in Ihm war, so ergibt sich hieraus, daß durch "Gott sprach zu ihm" ein Innewerden vom Göttlichen bezeichnet wird. 4572. "Ich bin der Gott Schaddai", 1. Mose 35/11, bedeutet den früheren Zustand der Versuchung und nun den göttlichen Trost. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gott Schaddai, insofern es die Versuchung bezeichnet und den Trost nach derselben, denn Jehovah oder der Herr war von den Alten Gott Schaddai genannt worden in Beziehung auf die Versuchungen und auf den Trost nach denselben: man sehe Nr. 1992, 3667; daher kommt es, daß der Gott Schaddai den vorübergegangenen Zustand der Versuchung bezeichnet, und nun den göttlichen Trost. Vorübergegangen war sie, weil durch Jakob früher, besonders als er mit dem Engel rang: 1. Mose 32/25-32, und da ihm Esau begegnete: 1. Mose Kapitel 33, die Versuchungen vorgebildet wurden; nun aber Trost, weil durch jene im Natürlichen eine Verbindung des Guten und Wahren bewirkt wurde, die Verbindung selbst bewirkt den Trost, weil die Verbindung das Ende der Versuchungen ist; denn jeder empfindet, wenn er zum Ziele gelangt, in dem Maße Trost, als er vorher Hartes erduldet hat. Im allgemeinen muß man wissen, daß jede Verbindung des Guten mit dem Wahren durch Versuchungen zustande kommt. Die Ursache ist, weil das Böse und Falsche dagegen kämpft, ja sich gleichsam empört, und auf alle Weise die Verbindung des Guten mit dem Wahren, und des Wahren mit dem Guten zu verhindern strebt. Dieser Kampf findet statt zwischen den Geistern, die bei dem Menschen sind, nämlich zwischen den Geistern, die im Bösen und Falschen, und zwischen den Geistern, die im Guten und Wahren sind. Dies wird bei dem Menschen als eine Versuchung gleichsam in ihm selbst empfunden. Wenn daher die Geister, die im Falschen und Bösen sind, besiegt werden von den Geistern, die im Guten und Wahren sind, und jene genötigt werden, zurückzuweichen, dann empfinden jene im Himmel Freude vom Herrn. Diese Freude wird auch vom Menschen als ein Trost wie in ihm selbst empfunden. Aber die Freude und der Trost findet nicht statt wegen des Sieges, sondern wegen der Verbindung des Guten und Wahren; denn jede Verbindung des Guten und Wahren hat Freude in sich, weil sie eine himmlische Ehe ist, in der das Göttliche (wohnt). 4573. "Sei fruchtbar und vermehre dich", 1. Mose 35/11, bedeutet das göttlich Gute und hieraus das göttlich Wahre. Dies erhellt daraus, weil fruchtbar werden vom Guten, und vermehrt werden vom Wahren ausgesagt wird: Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. 4574. "Ein Volk und eine Sammlung von Völkern wird aus dir kommen", 1. Mose 35/11, bedeutet das Gute und die göttlichen Formen des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es das Gute der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 12, 59, 1260, 1362, 1416, 1849; und aus der Bedeutung der Sammlung von Völkern, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten, oder was dasselbe ist, die Formen des Guten bezeichnet, und im höchsten Sinne, in dem vom Herrn gehandelt wird, die göttlichen Wahrheiten, die aus dem göttlich Guten, oder die Formen des göttlich Guten. Was die Formen des Guten sind, soll zuerst erklärt werden, und dann, daß diese durch die Sammlung von Völkern bezeichnet werden. Die Wahrheiten, die aus dem Guten (stammen), werden Formen des Guten genannt, weil sie nichts anderes sind als das ausgestaltete Gute. Wer die Wahrheiten anders auffaßt, und mehr noch, wer sie vom Guten trennt, weiß nicht, was Wahrheiten sind. Die Wahrheiten erscheinen zwar so, als ob sie vom Guten getrennt wären, somit als für sich bestehende Formen, aber nur denen, die nicht im Guten sind, oder denen, die anders denken und reden, als sie wollen und daher tun. Der Mensch ist nämlich so erschaffen, daß Verstand und Wille ein Gemüt bilden, und dies geschieht nur dann, wenn der Verstand in Übereinstimmung mit dem Willen handelt, d.h., wenn der Mensch so denkt und redet, wie er will und daher tut. Dann sind auch die Erkenntnisse seines Verstandes die Formen seines Willens. Diese Erkenntnisse seines Verstandes werden Wahrheiten genannt, denn die Wahrheiten gehören recht eigentlich dem Verstande an; dem Willen aber das, was das Gute genannt wird, denn das Gute ist im eigentlichen Sinne Sache des Willens. Hieraus folgt, daß das Verständige an sich betrachtet nichts anderes ist als die Ausgestaltung des Willens. Weil aber das Wort Form der menschlichen Philosophie angehört, so soll es durch ein Beispiel erläutert werden, und daraus wird erhellen, daß die Wahrheiten Formen des Guten sind: Im bürgerlichen und moralischen Leben gibt es ein sittlich Gutes und ein Anständiges. Das sittlich Gute (honsestum) besteht darin, daß man von Herzen gegen jemand gut gesinnt ist in den Dingen des bürgerlichen Lebens. Das Anständige (decorum) aber darin, daß man dies bezeugt durch Rede und Gebärde: somit ist das Anständige an sich betrachtet nichts anderes als eine Form des sittlich Guten, denn in diesem hat das Anständige seinen Ursprung. Wenn daher das sittlich Gute sich kundgibt durch das Anständige, oder in anständiger Weise durch Rede und Gebärde, dann erscheint das sittlich Gute in allem einzelnen des Anständigen, und zwar so sehr, daß alles sittlich gut erscheint, was durch die Rede ausgesprochen und durch die Gebärde gezeigt wird. Es ist dies die Form oder das Bild, durch welches das sittlich Gute hervorleuchtet. Sie bilden somit eine Einheit, wie das Wesen und dessen Form, oder wie das Wesentliche und das Formale. Wenn aber jemand das sittlich Gute vom Anständigen trennt, d.h., wenn jemand gegen seinen Nächsten Böses beabsichtigt, und doch gut mit ihm redet, und sich freundlich gegen ihn benimmt, dann ist nichts sittlich Gutes mehr in seiner Rede und in seinen Gebärden, wie sehr er auch sich bemüht, die Form des sittlich Guten durch das Anständige anzunehmen: es ist vielmehr unsittlich, und wer die Sache durchschaut, nennt es auch Unsittliches, weil es heuchlerisch, oder trügerisch, oder listig ist. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem Wahren und Guten verhält, die Wahrheiten im geistigen Leben verhalten sich nämlich wie das Anständige im bürgerlichen Leben. Hieraus erhellt, wie beschaffen die Wahrheiten sind, wenn sie Formen des Guten, und wie beschaffen, wenn sie vom Guten getrennt sind, denn wenn sie nicht vom Guten stammen, so kommen sie aus einem bestimmten Bösen, und sind die Formen desselben, wie sehr sie auch als Formen des Guten erscheinen möchten. Daß die Sammlung von Völkern Formen des Guten bezeichnet, kann man aus der Bedeutung der Völker erkennen, insofern sie das Gute bezeichnen, wovon gleich oben, daher bezeichnet die Sammlung oder Vereinigung derselben ihre Zusammenfassung, die nichts anders ist als eine Form, von der nachgewiesen wurde, daß sie das Wahre bezeichnet. Und weil hierdurch Wahrheiten bezeichnet werden, und durch Volk das Gute, deshalb wird nicht nur gesagt, daß ein Volk aus ihm hervorgehen werde, sondern auch eine Sammlung von Völkern, sonst wäre das eine schon hinreichend gewesen. Außerdem wird Sammlung, Versammlung und Menge im Worte von den Wahrheiten ausgesagt. In betreff der Menge oder des Vermehrtwerdens sehe man Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. 4575. "Und Könige werden aus deinen Lenden hervorgehen", 1. Mose 35/11, bedeutet Wahrheiten aus der göttlichen Ehe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Könige, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670; und aus der Bedeutung der Lenden, insofern sie bezeichnen, was zur ehelichen Liebe gehört, worüber Nr. 3021, 4277, 4280; somit was der himmlischen, und im höchsten Sinne, was der göttlichen Ehe angehört. Das Wahre aus der göttlichen Ehe ist es, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn hervorgeht und Heiliges genannt wird; denn das Göttlich-Menschliche des Herrn ist die göttliche Ehe selbst. Was aus dieser hervorgeht, ist heilig, und wird Himmlisches und Geistiges genannt, und bildet die himmlische Ehe, nämlich das Wahre, verbunden mit dem Guten, und das Gute, verbunden mit dem Wahren. Diese Ehe ist im Himmel, und in einem jeden, der im Himmel ist, auch in einem jeden, der in der Kirche, wenn der in der Kirche Befindliche im Guten und zugleich im Wahren ist. 4576. "Und das Land, das Ich Abraham und Jischak gegeben habe, will Ich dir geben", 1. Mose 35/12, bedeutet die Aneignung des göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, insofern es das Gute bezeichnet, denn das Land Kanaan, das hier unter Land verstanden wird, ist im inneren Sinn das Reich des Herrn, und daher die Kirche, die das Reich des Herrn auf Erden ist: Nr. 1607, 3481, 3705, 4447, 4517; und weil dieses, so ist sie das Gute, denn dies ist das Wesentliche des Reiches des Herrn und der Kirche. Aber im höchsten Sinn bezeichnet das Land Kanaan das göttlich Gute des Herrn; denn das Gute, das im Reiche des Herrn in den Himmeln und auf Erden ist, ist vom Herrn. Aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams und Jischaks, insofern sie das Göttliche des Herrn bezeichnen: Abraham das Göttliche Selbst und Jischak das Göttlich-Menschliche, besonders das göttlich Vernünftige des Herrn. Über Abraham sehe man Nr. 1989, 2011, 3245, 3251, 3439, 3703, 4206, 4207; über Jischak Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 2774, 3012, 3194, 3210, 4180. Ferner aus der Bedeutung von "dir es geben", d.h. das Land, insofern es bezeichnet aneignen im Natürlichen; denn durch Jakob, der hier unter "dir" gemeint ist, wird das göttlich Natürliche des Herrn vorgebildet, wie schon oft gezeigt wurde. Hieraus erhellt, daß durch "das Land, das Ich Abraham und Jischak gegeben habe, Ich will es dir geben", die Aneignung des göttlich Guten bezeichnet wird. 4577. "Und deinem Samen nach dir will Ich das Land geben", 1. Mose 35/12, bedeutet die Aneignung des göttlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1940; im höchsten Sinne aber das göttlich Wahre: Nr. 3038; und aus der Bedeutung von "das Land geben", insofern es bezeichnet das Gute aneignen, wovon Nr. 4576. Somit wird durch "deinem Samen das Land geben" im höchsten Sinne bezeichnet, das göttlich Gute dem göttlich Wahren aneignen. Daß es aber die Aneignung des göttlich Wahren bezeichnet, kommt daher, weil der Herr in Ansehung Seines Menschlichen, bevor Er verherrlicht war, das göttlich Wahre gewesen, daher sagt Er von Sich, Er sei die Wahrheit: Joh.14/6; und deshalb wird Er auch der Weibessame genannt: 1. Mose 3/15. Als aber der Herr in Ansehung Seines Menschlichen verherrlicht wurde, ward Er zum göttlich Guten und dann ging von Ihm als von dem göttlich Guten das göttlich Wahre aus, - und geht noch aus, das der Geist der Wahrheit ist, den der Herr senden wollte, worüber Joh.14/16,17; 15/26,27; 16/13-15. Man sehe auch Nr. 3704. Hieraus kann man erkennen, daß durch "deinem Samen nach dir" im höchsten Sinn das Ihm angeeignete göttlich Wahre bezeichnet wird, wie auch, daß das göttlich Wahre, vom göttlich Guten, das Er selbst ist, ausgehe, und denen, die im Guten und daher im Wahren sind, angeeignet werde. 4578. "Und Gott fuhr auf von ihm an dem Ort, da Er mit ihm geredet hatte", 1. Mose 35/13, bedeutet das Göttliche in diesem Zustande. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: "Gott fuhr auf von ihm", insofern es das Göttliche bezeichnet; denn auffahren schließt die Erhebung zum Inwendigeren in sich, und wenn vom Herrn ausgesagt, Der hier unter "Gott" zu verstehen ist, die Erhebung zum Göttlichen: Nr. 4539. Ferner aus der Bedeutung des "Ortes, da Er mit ihm geredet hatte", insofern er den Zustand bezeichnet. Daß Orte einen Zustand bedeutet, sehe man Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321; daher bezeichnet "der Ort, da Er mit ihm geredet hatte", den Zustand, in dem er war. 4579. Vers 14,15: Und Jakob errichtete eine Denksäule an dem Orte, an dem Er mit ihm geredet hatte, eine Denksäule von Stein, und spendete darüber das Trankopfer, und goß Öl darauf. Und Jakob nannte den Namen des Ortes, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bethel. "Und Jakob errichtete eine Denksäule an dem Orte, an dem Er mit ihm geredet hatte, eine Denksäule von Stein" bedeutet das Heilige des Wahren in diesem göttlichen Zustand; "und spendete darüber das Trankopfer" bedeutet das göttlich Gute des Wahren; "und goß Öl darauf" bedeutet das göttlich Gute der Liebe. "Und Jakob nannte den Namen des Ortes, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bethel" bedeutet das göttlich Natürliche und dessen Zustand. 4580. "Und Jakob errichtete eine Denksäule an dem Orte, an dem Er mit ihm geredet hatte, eine Denksäule von Stein", 1. Mose 35/14, bedeutet das Heilige des Wahren in diesem göttlichen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Denksäule, insofern sie das Heilige des Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "an dem Orte, da Er mit ihm geredet hatte", insofern es bezeichnet in dem Zustande, worüber Nr. 4578. Über den Bestehungsgrund, weshalb man Denksäulen errichtete, und Trankopfer über sie spendete, und Öl darauf goß, soll zuerst gesprochen werden: Die Denksäulen, die in alten Zeiten errichtet wurden, dienten entweder als Zeichen, oder als Zeugen, oder zum Gottesdienst. Die zum Gottesdienst dienten, wurden gesalbt, und dann waren sie heilig, und daselbst hielten (die Menschen) auch ihren Gottesdienst: so in den Tempeln, in Hainen, in Wäldern und an anderen Orten. Dieser Brauch erhielt seine vorbildliche Bedeutung daher, daß in den ältesten Zeiten Steine an den Grenzen zwischen den Stämmen der Völker aufgestellt wurden, damit sie dieselben nicht überschreiten sollten, um Böses zu tun; sowie auch von Laban und Jakob 1. Mose 31/52, damit sie dieselben nicht überschritten, um etwas Böses zu tun. Dies war bei ihnen (eine Sache) des Völkerrechts; und weil daselbst Steine an den Grenzen waren, dachten die Uralten, die in allen Dingen auf Erden eine geistige und himmlische Entsprechung sahen, wenn sie diese Steine an den Grenzen erblickten, an die Wahrheiten, die das Letzte der Ordnung bilden. Ihre Nachkommen hingegen, die in den Gegenständen weniger das Geistige und Himmlische und mehr das Weltliche erblickten, fingen an, nur wegen der Verehrung von Alters her mit heiliger Gesinnung darüber zu denken; und endlich die Nachkommen der Uralten, die kurz vor der Sündflut lebten, und nichts Geistiges und Himmlisches mehr in dem Irdischen und Weltlichen als den Gegenständen ihrer Beobachtung sahen, fingen an, diese Steine zu heiligen, Trankopfer über sie zu spenden, und Öl darauf zu gießen, und dann wurden sie Denksäulen genannt, und zum Gottesdienst verwendet. So verblieb es auch nach der Sündflut in der Alten Kirche, die eine vorbildliche war, aber mit dem Unterschied, daß die Denksäulen ihnen als Mittel dienten, um zum inneren Gottesdienst zu gelangen, denn die Kinder und Knaben wurden von den Eltern belehrt, was sie vorbildeten, und so wurden sie dahin gebracht, daß sie das Heilige erkannten, und von dem angeregt wurden, was es vorbildete. Daher kommt es, daß Denksäulen bei den Alten in den Tempeln, Hainen und Wäldern, und außerdem auf Hügeln und Bergen zum Gottesdienst dienten. Als aber das Innere des Gottesdienstes mit der Alten Kirche völlig unterging, und man anfing, das Äußere für heilig und göttlich zu halten, und es auf abgöttische Weise zu verehren, da errichteten sie Denksäulen für einzelne Götter; und weil die Nachkommenschaft Jakobs zum Götzendienst sehr geneigt war, wurde ihnen verboten, Denksäulen zu errichten, heilige Haine zu haben, nicht einmal auf Bergen und Anhöhen sollten sie irgendeinen Dienst halten, sondern nur an dem Orte sollten sie sich versammeln, wo die Bundeslade, und hernach, wo der Tempel war, somit zu Jerusalem. Sonst würde jede Familie ihre äußeren Heiligtümer und Götzenbilder gehabt haben, die sie verehrt hätte, und dann hätte kein Vorbild der wahren Kirche bei diesem Volke hergestellt werden können. Man sehe, was über die Denksäulen im vorigen, Nr. 3727 bemerkt worden ist. Hieraus kann man erkennen, woher die Denksäulen entstanden, und was sie bedeuteten, und daß wenn sie zum Gottesdienst dienten, das heilige Wahre durch sie vorgebildet wurde. Daher wird auch gesagt, daß es eine Denksäule von Stein war, denn der Stein bezeichnet das Wahre im Letzten der Ordnung: Nr. 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798. Außerdem muß man wissen, daß besonders vom göttlich Wahren das Heilige ausgesagt wird; denn das Göttliche ist im Herrn, und das göttlich Wahre geht von Ihm aus: Nr. 3704, 4577, und wird das Heilige genannt. 4581. "Und spendete darüber das Trankopfer", 1. Mose 35/14, bedeutet das göttlich Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Trankopfers, insofern es das göttlich Gute des Wahren bezeichnet, worüber im Folgenden. Zuerst soll nämlich gesagt werden, was das Gute des Wahren sei: das Gute des Wahren ist das, was an anderen Stellen das Gute des Glaubens genannt wurde, und ist die Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit. Es gibt zwei allgemeine Arten des Guten: eines, welches das Gute des Glaubens genannt wird, und eines, welches das Gute der Liebe heißt. Das Gute des Glaubens ist es, was durch Trankopfer, und das Gute der Liebe, was durch Öl bezeichnet wird. Diejenigen, die vom Herrn auf dem inneren Weg zum Guten geführt werden, sind im Guten der Liebe, aber die, welche auf dem äußeren Weg geführt werden, sind im Guten des Glaubens. Die Menschen der himmlischen Kirche sind, ebenso wie die Engel des innersten oder dritten Himmels, im Guten der Liebe, hingegen die Menschen der geistigen Kirche sind, ebenso wie die Engel des mittleren oder zweiten Himmels, im Guten des Glaubens; daher kommt es, daß jenes das himmlische Gute, dieses aber das geistige Gute genannt wird. Der Unterschied ist wie zwischen dem Wollen des Guten aus dem Wollen desselben, und dem Wollen des Guten aus dem Verständnis desselben. Letzteres, nämlich das geistig Gute, oder das Gute des Glaubens, oder das Gute des Wahren ist es, das durch Trankopfer bezeichnet wird. Jenes aber, nämlich das himmlisch Gute oder das Gute der Liebe ist es, was unter Öl im inneren Sinn verstanden wird. Daß solche Dinge durch Öl und Trankopfer bezeichnet wurden, kann man zwar nur aus dem inneren Sinn erkennen, gleichwohl aber kann jeder einsehen, daß etwas Heiliges durch dieselben vorgebildet wurde, denn wenn nichts Heiliges durch sie vorgebildet worden wäre, was würde das Spenden des Trankopfers und Gießen des Öles auf eine Denksäule von Stein anderes sein als ein götzendienerisches Spiel? Ebenso wäre es, wenn es nicht etwas Heiliges bedeutete und in sich schlösse, wenn ein König gewählt wird (ein kindisches Spiel), demselben eine Krone aufs Haupt zu setzen, ihn mit Öl aus einem Horne auf der Stirne und an den Handgelenken zu salben, ihm das Zepter in die Hand zu geben, und dazu das Schwert und die Schlüssel, ihn mit purpurnem Gewande zu umgeben; dann auch, auf einem silbernen Throne zu sitzen, in königlichem Schmuck umherzureiten, und hernach bei Tische von den höchsten Würdenträgern bedient zu werden, und mehreres dergleichen. Wenn diese Dinge nicht Heiliges vorbildeten, und vermöge der Entsprechung mit dem, was dem Himmel und daher der Kirche angehört, heilig wären, würden sie nichts anderes als kindische Spiele sein, nur in größerer Form, oder wie Spiele auf der Bühne. Gleichwohl aber haben diese Gebräuche ihren Ursprung in den ältesten Zeiten, wo die Gebräuche deshalb heilig waren, weil sie Heiliges vorbildeten, und heiligen Dingen im Himmel und daher in der Kirche entsprachen. Auch heute noch werden sie für heilig gehalten, nicht weil man weiß, was sie vorbilden, oder welchen Dingen sie entsprechen, sondern durch die Auslegung dieser symbolischen Handlungen, die noch im Gebrauche sind. Wenn man aber wüßte, was die Krone, das Öl, das Horn, das Zepter, das Schwert, die Schlüssel, das Reiten auf einem weißen Pferde, das Mahl mit dem Dienste der Vornehmsten bedeutet, und welchen Dingen sie entsprechen, so würde man viel ehrerbietiger darüber denken. Aber das weiß man nicht, und was zu verwundern ist, man will es nicht wissen. So sehr sind die Vorbildungen und die Bezeichnungen, die in solchen Dingen liegen und allenthalben im Worte sind, heutigen Tages in den Gemütern der Menschen untergegangen. Daß Trankopfer das Gute des Wahren oder das geistig Gute bedeutet, kann man auch aus den Opfern erkennen, bei denen sie angewandt wurden. Schlachtopfer wurden entweder von Rindern oder von Schafen dargebracht, und waren Vorbildungen der inneren Verehrung des Herrn: Nr. 922, 923, 1823, 2180, 2805, 2807, 2830, 3519; diesen wurden Speisopfer und Trankopfer hinzugefügt. Speisopfer, das aus Weizenmehl mit Öl vermengt bestand, bedeutet das himmlisch Gute, oder was dasselbe ist, das Gute der Liebe, das Öl die Liebe zum Herrn, und das Mehl die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Das Trankopfer aber, das aus Wein bestand, bedeutete das geistig Gute, oder was dasselbe ist, das Gute des Glaubens; und also beide, nämlich Speisopfer und Trankopfer, ebendasselbe, was Brot und Wein im heiligen Abendmahl. Daß diese den Brandopfern und Schlachtopfern hinzugefügt wurden, ist zu ersehen: 2. Mose 29/39-41: "Zwei Lämmer sollst du darbringen, Söhne des Jahres (d.i. einjährige), jedesmal des Tages; ein Lamm sollst du am Morgen darbringen, und ein anderes Lamm sollst du gegen Abend darbringen, und ein Zehnteil Mehl, gemengt mit gestoßenem Öl, das Vierteil eines Hin, und Trankopfer, das Vierteil eines Hin Wein für das erste Lamm, ebenso für das andere Lamm". 3. Mose 23/12,13,18: "An dem Tage, an dem ihr webet (d.i. schwinget) die Erstlingsgarbe der Ernte, sollt ihr ein einjähriges Lamm ohne Fehl opfern, Jehovah zum Brandopfer, (und) als Speisopfer zwei Zehnteile Weizenmehl, mit Öl vermengt, und als Trankopfer Wein, das Vierteil eines Hin". 4. Mose 6/13-15,17: "An dem Tage, an dem die Tage des Nasiräats voll werden, soll er Jehovah seine Gabe darbringen, die Schlachtopfer, dazu einen Korb voll Ungesäuertem von Weizenmehl, Kuchen, mit Öl vermengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, mit ihrem Speisopfer und ihrem Trankopfer". 4. Mose 15/3-5,11: "Nebst dem Brandopfer sollen sie ein Speisopfer bringen aus einem Zehnteil Weizenmehl, ein Vierteil eines Hin von Öl, Wein zum Trankopfer, das Vierteil eines Hin; anders bei dem Brandopfer von einem Widder, und anders von einem Rind". 4. Mose 28/6,7: "Zu dem täglichen Brandopfer sollst du ein Trankopfer bringen, den vierten Teil eines Hin zum Lamm; im Heiligtume sollst du für Jehovah ausgießen das Trankopfer des Weines". Ferner von den Speisopfern und Trankopfern bei Schlachtopfern verschiedener Art: 4. Mose 28/7-31; Kap.29. Daß Speisopfer und Trankopfer diese Bedeutung hatten, kann man auch daraus erkennen, daß Liebe und Glaube das Ganze des Gottesdienstes ausmachen; und daß das Brot, das dabei aus Weizenmehl mit Öl gemengt bestand, und der Wein, die Liebe und den Glauben bezeichnen, somit das Ganze des Gottesdienstes im heiligen Abendmahl, worüber Nr. 1798, 2165, 2177, 2187, 2343, 2359, 3464, 3735, 3813, 4211, 4217. Wenn sie aber vom echten vorbildlichen Gottesdienste des Herrn abwichen, und anderen Göttern sich zuwendeten, und ihnen Trankopfer spendeten, dann wurde durch Trankopfer solches bezeichnet, was der Liebtätigkeit und dem Glauben entgegengesetzt ist, nämlich das Böse der Liebe zur Welt und das Falsche; wie Jes.57/5,6: "Ihr seid entbrannt für die Götzen unter jedem grünen Baume, und habt ihnen Trankopfer ausgegossen, und Speisopfer dargebracht": entbrannt sein für die Götzen, bedeutet von den Begierden des Falschen. Daß die Götzen Falsches bezeichnen: Nr. 4402, 4544, unter jedem grünen Baume, bedeutet, aus dem Glauben an alles Falsche: Nr. 2722, 4552; ihnen Trankopfer spenden und Speisopfer darbringen, bedeutet ihren Gottesdienst. Jes.65/11: "Ihr, die ihr abfallet von Jehovah, die ihr vergesset des Berges Meiner Heiligkeit, dem Gad die Tafel decket, und Trankopfer füllet dem Meni". Jerem.7/18: "Die Söhne sammeln Holz, und die Väter zünden Feuer an, und die Weiber kneten den Teig, um Kuchen zu backen für die Königin des Himmels, und um Trankopfer zu spenden den fremden Göttern". Jerem.44/17-19: "Lasset uns vollführen jedes Wort, das aus unserem Munde gegangen ist, daß wir räuchern der Königin des Himmels, und ihr Trankopfer spenden, wie wir getan haben und unsere Väter, und unsere Fürsten in den Städten Jehudahs, und in den Straßen Jerusalems": Königin des Himmels bedeutet alle Arten des Falschen, denn die Himmelsheere bezeichnen im echten Sinne Wahrheiten, im entgegengesetzten Sinne aber Falsches; ebenso König und Königin; somit steht Königin für alles (Falsche); ihr Trankopfer spenden, heißt sie verehren. Jerem.32/29: "Die Chaldäer werden die Stadt verbrennen, und die Häuser, auf deren Dächern sie dem Baal geräuchert und anderen Göttern Trankopfer dargebracht haben": Chaldäer bedeutet diejenigen, die einen Gottesdienst haben, in dem Falsches ist; die Stadt verbrennen bedeutet, diejenigen zerstören und verwüsten, die in den Lehren des Falschen sind; auf den Dächern der Häuser dem Baal räuchern bedeutet, den Dienst des Bösen; Trankopfer spenden anderen Göttern, den Dienst des Falschen. Hos.9/3,4: "Sie sollen nicht wohnen im Lande Jehovahs, und Ephraim soll nach Ägypten zurückkehren, und in Assyrien werden sie Unreines essen; nicht werden sie Jehovah Wein ausgießen": nicht im Lande Jehovahs wohnen, bedeutet, nicht im Guten der Liebe sein; Ephraim wird nach Ägypten zurückkehren, bedeutet, daß die Erkenntnisse der Kirche wißtümlich und sinnlich werden; in Assyrien Unreines essen, bezeichnet das Unreine und die Entweihung aus den Vernünfteleien; nicht werden sie Jehovah Wein ausgießen, bedeutet, sie werden keinen Gottesdienst aus dem Wahren haben. 5. Mose 32/37,38: "Man wird sagen: Wo sind ihre Götter, der Fels, auf den sie trauten? Die das Fett ihrer Opfer aßen, und tranken den Wein ihres Trankopfers, die mögen aufstehen und ihnen helfen": Götter steht für Falsches wie oben; die ihr Opferfett aßen bedeutet, daß sie das Gute des Gottesdienstes zerstörten; sie tranken ihren Opferwein bedeutet, daß sie das Wahre des Gottesdienstes zerstörten. Trankopfer wird auch vom Blute ausgesagt, bei Ps.16/4: "Es werden sich mehren ihre Schmerzen, einem anderen sind sie nachgeeilt, ich aber will nicht spenden ihre Trankopfer von Blut, und ihren Namen will ich nicht auf meine Lippen nehmen". Durch solches werden die Entweihungen des Wahren bezeichnet; denn das Blut bedeutet in diesem Sinne die gewaltsame Verletzung der Liebtätigkeit: Nr. 374, 1005; und die Entweihung: Nr. 1003. 4582. "Und goß Öl darauf", 1. Mose 35/14, bedeutet das göttlich Gute der Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Öles, insofern es das göttlich Gute der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 886, 3728. Durch das Errichten der Denksäule von Stein, das Spenden des Trankopfers und das Begießen mit Öl wird im inneren Sinn bezeichnet der Verlauf des Fortschritts vom Wahren aus, das im Letzten (und Äußersten) ist, zum inwendigeren Wahren und Guten, und endlich zum Guten der Liebe; denn eine Denksäule von Stein bezeichnet das Wahre im Letzten der Ordnung: Nr. 4580; Trankopfer bedeutet das inwendigere Wahre und Gute: Nr. 4581; Öl aber das Gute der Liebe. Solcherart war der Verlauf des Fortschritts bei dem Herrn, als Er Sein Menschliches göttlich machte; und so beschaffen ist er auch bei dem Menschen, wenn der Herr ihn durch die Wiedergeburt himmlisch macht. 4583. "Und Jakob nannte den Namen des Ortes, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bethel", 1. Mose 35/15, bedeutet das göttlich Natürliche und den Zustand desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der Bedeutung Bethels, insofern es das göttlich Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 4559, 4560. Daß es den Zustand desselben bezeichnet, wird angedeutet durch den Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, wie Nr. 4578. 4584. Vers 16-20: Und sie brachen auf von Bethel, und es war noch eine Strecke des Landes, bis man nach Ephrata kommt, und Rachel gebar, und litt Schweres bei der Geburt. Und es geschah in ihrem schweren Leiden, bei der Geburt, sprach zu ihr die Wehmutter: Fürchte dich nicht, denn du wirst auch diesen Sohn haben. Und es geschah, da ihr die Seele ausging, als sie im Sterben war, nannte sie seinen Namen Benoni; aber sein Vater nannte ihn Benjamin. Und Rachel starb, und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata, das ist Bethlehem. Und Jakob errichtete eine Denksäule auf ihrem Grabe, das ist das Grabmal Rachels bis auf diesen Tag. "Und sie brachen auf von Bethel, und es war noch eine Strecke des Landes, bis man nach Ephrata kommt" bedeutet, daß nun das Geistige des Himmlischen (eintrat); Joseph bezeichnet das himmlisch Geistige; "und Rachel gebar, und litt Schweres bei der Geburt" bedeutet die Versuchungen des inwendigeren Wahren; "und es geschah in ihrem schweren Leiden, bei der Geburt" bedeutet nach den Versuchungen; "sprach zu ihr die Wehmutter: Fürchte dich nicht" bedeutet das Innewerden aus dem Natürlichen; "denn du wirst auch diesen Sohn haben" bedeutet das geistig Wahre; "und es geschah, da ihr die Seele ausging, als sie im Sterben war" bedeutet den Zustand der Versuchungen; "nannte sie seinen Namen Benoni" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes; "aber sein Vater nannte ihn Benjamin" bedeutet die Beschaffenheit des geistig Himmlischen; "und Rachel starb, und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata" bedeutet das Ende der ersten Neigung zum inwendigeren Wahren; "das ist Bethlehem" bedeutet, an der Stelle derselben die Auferstehung des neuen geistig Himmlischen; "und Jakob errichtete eine Denksäule auf ihrem Grabe" bedeutet das Heilige des geistig Wahren, das daselbst auferstehen sollte; "das ist das Grabmal Rachels bis auf diesen Tag" bedeutet den Zustand des Heiligen für immer. 4585. "Und sie brachen auf von Bethel, und es war noch eine Strecke des Landes, bis man nach Ephrata kommt", 1. Mose 35/16, bedeutet, daß nun das Geistige des Himmlischen (eintrat). Dies erhellt aus der Bedeutung von Aufbrechen von Bethel, insofern es die Fortdauer des Fortschreitens des Göttlichen vom göttlich Natürlichen aus bezeichnet. Daß Aufbrechen die Fortdauer bezeichnet, sehe man Nr. 4554, hier im höchsten Sinn die Fortdauer des göttlichen Fortschreitens, und daß Bethel das göttlich Natürliche bedeutet: Nr. 4559, 4560; aus der Bedeutung der Strecke des Landes, bis man nach Ephrata kommt, insofern sie das Vermittelnde (Intermedium) bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von Ephrata, insofern es das geistig Himmlische im ersten Zustand bezeichnet, worüber unten, wo von Bethlehem (gehandelt wird), welches das geistig Himmlische in einem neuen Zustand ist. Daher wird gesagt Ephrata, das ist Bethlehem: 1. Mose 35/19. In diesen Versen wird vom Fortschreiten des Göttlichen des Herrn gegen das Inwendigere hin gehandelt, denn der Herr schritt, als Er Sein Menschliches göttlich machte, in der gleichen Ordnung fort, in der Er den Menschen durch die Wiedergeburt zu einem neuen (Menschen) macht: nämlich vom Äußeren zum Inwendigeren hin, somit vom Wahren, das im Letzten der Ordnung ist, zum Guten, das inwendiger ist, und das geistig Gute genannt wird, und von da aus zum himmlisch Guten. Diese Dinge kann aber niemand gehörig verstehen, wenn man nicht weiß, was der äußere, und was der innere Mensch ist, und daß jener von diesem unterschieden ist, obgleich sie, während der Mensch im Körper lebt, als eins erscheinen. Ferner wenn man nicht weiß, daß das Natürliche den äußeren Menschen bildet, und das Vernünftige den inneren, und besonders, wenn man nicht weiß, was das Geistige und was das Himmlische ist. Diese Punkte sind zwar einigemal im vorigen erklärt worden, gleichwohl aber können diejenigen, die früher keine Vorstellung von diesen Dingen hatten, weil sie kein Verlangen trugen, das zu erkennen, was sich auf das ewige Leben bezieht, auch (jetzt) keine davon haben. Solche sagen: Was ist der innere Mensch? Kann er vom äußeren unterschieden sein? Ferner: Was ist das Natürliche und das Vernünftige? Sind sie nicht eins und dasselbe? Dann auch: Was ist das Geistige und Himmlische? Ist dies nicht eine neue Unterscheidung? Vom Geistigen haben wir gehört, daß aber das Himmlische etwas anderes sei, haben wir nicht gehört. Gleichwohl aber verhält sich die Sache so: Diejenigen, die sich früher keine Vorstellung davon erworben haben, aus dem Grunde, weil die Sorgen der Welt und für ihren Leib alle ihre Gedanken einnehmen, und jedes Verlangen etwas anderes zu wissen, verscheuchen, oder weil sie glauben, es sei genug, von den Lehrbestimmungen so viel zu wissen wie der große Haufe, und ihnen nichts daran liegt, weiter hinaus zu denken, (indem sie sagen): Die Welt sehen wir, das andere Leben aber nicht; vielleicht gibt es ein solches, vielleicht auch nicht. Solche, die so beschaffen sind, mögen immerhin solche Dinge von sich weisen, denn beim ersten Blick verwerfen sie dieselben in ihrem Herzen, weil es jedoch solche Dinge sind, wie sie im inneren Sinn des Wortes enthalten sind, und dieselben, ohne adäquate (d.i. genau bezeichnende) Ausdrücke nicht erklärt werden können, weil man das Äußere nicht genauer und passender ausdrücken kann, als durch das Natürliche, und das Innere durch das Vernünftige, und das, was Sache des Wahren ist, durch das Geistige, das aber, was Sache des Guten ist, durch das Himmlische, so kann man nicht umhin, diese Ausdrücke zu gebrauchen, denn ohne sachgemäße Ausdrücke kann man nichts beschreiben. Damit nun diejenigen, die ein Verlangen nach Erkenntnis haben, eine Vorstellung davon bekommen, was das geistig Himmlische sei, das Benjamin vorbildet, und was Bethlehem bezeichnet, so soll es mit wenigem gesagt werden. Im höchsten Sinn wurde von der Verherrlichung des Natürlichen des Herrn, und im bezüglichen Sinn von der Wiedergeburt des Menschen in betreff seines Natürlichen gehandelt. Daß Jakob den Menschen der Kirche in Ansehung seines Äußeren, und Israel in Ansehung seines Inneren vorbildete, also Jakob in Ansehung seines natürlichen Äußeren und Israel in Ansehung seines Inneren: Nr. 4286, wurde im Vorhergehenden gezeigt, denn der geistige Mensch bildet sich aus dem Natürlichen, der himmlische aber aus dem Vernünftigen. Ferner wurde gezeigt, daß die Verherrlichung des Herrn vom Äußeren zum Inwendigeren fortschritt, ebenso wie die Wiedergeburt des Menschen fortschreitet, und daß Jakob um dieser Vorbildung willen Israel genannt worden sei. Jetzt aber wird vom weiteren Fortschreiten gegen das Inwendigere hin gehandelt, nämlich gegen das Vernünftige, denn das Vernünftige bildet, wie oben erst bemerkt wurde, den inneren Menschen; das Vermittelnde zwischen dem inneren Natürlichen und dem äußeren Vernünftigen ist es, was unter dem geistig Himmlischen verstanden und durch Ephrata und Bethlehem bezeichnet, durch Benjamin aber vorgebildet wird. Dieses Vermittelnde nimmt etwas vom inneren Natürlichen an, das Israel ist, und vom äußeren Vernünftigen, das Joseph ist; denn weil es ein Vermittelndes ist, muß es von beiden etwas annehmen, sonst könnte es nicht zur Vermittlung dienen. Damit jemand aus einem Geistigen zu einem Himmlischen werde, muß er notwendig durch dieses Vermittelnde hindurchschreiten. Ohne Vermittlung ist es nicht möglich, sich zum Höheren zu erheben. Von welcher Art nun das Fortschreiten sei, wird durch dieses Vermittelnde beschrieben, hier im inneren Sinn dadurch, daß Jakob nach Ephrata kam, und daß Rachel daselbst den Benjamin gebar (1. Mose 35/20). Hieraus erhellt, daß durch das Aufbrechen von Bethel, und dadurch, daß noch eine Strecke Landes war, bis er nach Ephrata kam, die Fortdauer des Fortschreitens des Göttlichen des Herrn vom göttlich Natürlichen zum geistig Himmlischen bezeichnet wird, das durch Ephrata und Bethlehem bezeichnet und durch Benjamin vorgebildet wird. Das geistig Himmlische ist dieses Vermittelnde, von dem gesprochen wurde. Geistig wird es genannt vom geistigen Menschen, der an sich betrachtet der innere Natürliche ist, und himmlisch vom himmlischen Menschen, der an sich betrachtet der vernünftige ist. Joseph ist der äußere Vernünftige, weshalb von ihm das himmlisch Geistige aus dem Vernünftigen ausgesagt wird. 4586. "Und Rachel gebar und litt Schweres bei der Geburt", 1. Mose 35/16, bedeutet die Versuchungen des inneren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, insofern es das Hervortreten des Geistigen, das Sache des Wahren ist, und des Himmlischen, das Sache des Guten ist, bezeichnet; denn im geistigen Sinn wird unter gebären nichts anderes verstanden, als was sich auf die geistige Geburt bezieht; man sehe Nr. 1145, 1255, 2584, 3860, 3868, 3905, 3915, 3919, 4070; aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung des inneren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der Bedeutung von "Schweres leiden", insofern es bezeichnet Versuchungen erleiden; denn wenn vom Wahren und Guten oder vom Geistigen und Himmlischen ausgesagt wird, daß es Schweres leide, so bedeutet es nichts anderes, weil niemand auf andere Weise als durch Versuchungen dazu gelangen kann; dann kämpft nämlich das inwendige Gute und Wahre mit dem Bösen und Falschen, das aus dem Erblichen und wirklichen (Bösen) stammt; denn der Mensch wird alsdann vom Herrn im Guten und Wahren vom Inwendigeren aus gehalten, und das Böse und Falsche, das aus seinem Angeerbten hervorbricht und aus dem wirklichen (Bösen) vorhanden ist, greift an, d.h. die Geister und Dämonen, die in demselben und bei dem Menschen sind; daher die Versuchungen, durch die nicht nur das Böse und Falsche, wenn besiegt, zurückgeworfen und entfernt wird, sondern auch das Gute und Wahre befestigt wird. Das ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß Rachel gebar und daß sie Schweres erlitt bei der Geburt. 4587. "Und es geschah in ihrem schweren Leiden bei der Geburt", 1. Mose 35/17, bedeutet, nach den Versuchungen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4586 gesagt wurde, also ohne weitere Erklärung. 4588. "Sprach zu ihr die Wehmutter: Fürchte dich nicht", 1. Mose 35/17, bedeutet das Innewerden aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509, und aus der Bedeutung der Wehmutter, insofern sie das Natürliche bezeichnet. Daß die Wehmutter (obstetrix) hier das Natürliche bezeichnet, kommt daher, weil, wenn man innere Versuchungen erleidet, d.h., wenn der innere Mensch Versuchungen erduldet, dann das Natürliche gleichsam wie eine Wehmutter (Hebamme) ist, denn wenn das Natürliche nicht beisteht, kommt niemals irgendeine Geburt des inneren Wahren zustande, denn das Natürliche ist es, was das innere Wahre, wenn es geboren ist, in seinen Schoß aufnimmt, denn es gibt ihm die Kraft hervorzudringen. Mit der geistigen Geburt verhält es sich so, daß die Aufnahme durchaus im Natürlichen stattfinden muß, daher kommt es, daß, wenn der Mensch wiedergeboren wird, zuerst das Natürliche zur Aufnahme vorbereitet wird, und in dem Maße, als dieses empfänglich geworden, kann das innere Wahre und Gute gleichsam ausgebrütet (excludi) und vervielfältigt werden. Hierin liegt auch der Grund, daß, wenn der natürliche Mensch nicht vorbereitet wurde, das Wahre und das Gute des Glaubens im Leben des Körpers aufzunehmen, er es auch im anderen Leben nicht aufnehmen, somit nicht selig werden kann. Dies ist auch zu verstehen beim Gemeinspruche im Munde des Volkes: "Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, oder wie der Mensch stirbt, so bleibt er"; der Mensch hat nämlich sein ganzes natürliches Gedächtnis oder das des äußeren Menschen bei sich im anderen Leben, aber dort ist es ihm nicht erlaubt, es zu gebrauchen: Nr. 2469-2494, deshalb dient ihm dasselbe gleichsam als Grund und Boden, in den das innere Wahre und Gute hineinfällt. Wenn diese Grundlage nicht empfänglich ist für das Gute und Wahre, das vom Inwendigeren einfließt, so wird das inwendigere Gute und Wahre entweder ausgelöscht oder verkehrt oder verworfen. Hieraus kann man erkennen, daß das Natürliche gleichsam wie eine Wehmutter sich verhält. Daß das Natürliche, als das Aufnehmende, ähnlich wie eine Wehmutter ist, wenn der innere Mensch gebiert, kann man auch erkennen aus dem inneren Sinn dessen, was von den Wehmüttern berichtet wird, welche die Söhne der hebräischen Weiber gegen das Gebot Pharaos am Leben erhielten, worüber bei Mose Folgendes steht: 2. Mose 1/15-21: "Es sprach der König Ägyptens zu den hebräischen Wehmüttern und sagte: Wenn ihr beisteht den Hebräerinnen und seht auf dem Stuhle, daß es ein Sohn ist, so tötet ihn, und wenn es eine Tochter ist, so erhaltet sie am Leben. Aber die Wehmütter fürchteten Gott, und taten nicht, wie zu ihnen der König von Ägypten geredet hatte, und ließen die Söhne am Leben. Da rief der König von Ägypten die Wehmütter und sprach zu ihnen: Warum tut ihr dieses, und lasset die Knaben leben? Und die Wehmütter sprachen zu Pharao: Weil die Hebräerinnen nicht sind wie die ägyptischen Weiber, denn sie sind voll Lebenskraft, ehe die Wehmutter zu ihnen kommt, haben sie geboren. Und Gott tat Gutes den Wehmüttern; und das Volk mehrte sich, und sie wurden sehr stark an Zahl. Und es geschah, weil die Wehmütter Gott fürchteten, so machte Er ihnen Häuser": durch die Töchter und Söhne, welche die hebräischen Weiber gebaren, wurde das Gute und Wahre der neuen Kirche vorgebildet, durch die Wehmütter das Natürliche, insofern es das Gute und Wahre aufnimmt, durch den ägyptischen König das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 1164, 1165, 1186, welches das Wahre auslöscht; was geschieht, wenn das Wißtümliche auf einem verkehrten Wege in solches eindringt was Sache des Glaubens ist, indem alsdann nichts geglaubt wird, als was das Sinnliche und Wißtümliche behauptet. Daß die Wehmütter an jener Stelle die Aufnahme des Wahren im Natürlichen bezeichnen, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, nachgewiesen werden, wenn das, was zu jenem Kapitel gehört, zur Erklärung kommt. 4589. "Denn du wirst auch diesen Sohn haben", 1. Mose 35/18, bedeutet das göttlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; hier das geistig Wahre, weil Benjamin hier der Sohn ist, durch den das geistig Himmlische vorgebildet wird. 4590. "Und es geschah, da ihr die Seele ausging, da sie im Sterben war", 1. Mose 35/18, bedeutet den Zustand der Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ausgehens der Seele und des Sterbens, insofern es das Letzte der Versuchung bezeichnet, das eintritt, wenn der alte Mensch stirbt und der neue Leben empfängt. Daß dies die Bedeutung ist, erhellt aus dem, was vorhergeht, daß sie nämlich Schweres litt bei der Geburt, und dies die Versuchung des inneren Wahren bedeutet: Nr. 4586, 4587, und aus dem, was im 19. Vers folgt, nämlich daß Rachel starb. HG 4591 4591. "Und sie nannte seinen Namen Benoni", 1. Mose 35/18, bedeutet die Beschaffenheit desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon öfter im vorigen. Der Zustand, der hier im inneren Sinn beschrieben wird, ist der Zustand der Versuchungen. Die Beschaffenheit dieses Zustandes ist es, die durch Benoni bezeichnet wird, denn Benoni bedeutet in der Grundsprache: Sohn meines Schmerzes oder meiner Trauer; daß im Altertum den Kindern Namen gegeben wurden, die einen Zustand bezeichneten, sehe man Nr. 1946, 2643, 3422, 4298. 4592. "Aber sein Vater nannte ihn Benjamin", 1. Mose 35/18, bedeutet die Beschaffenheit des geistig Himmlischen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, insofern er das geistig Himmlische bezeichnet. Was dieses sei, wurde Nr. 4585 erklärt, daß es nämlich das Vermittelnde ist zwischen dem Geistigen und Himmlischen, oder zwischen dem geistigen und himmlischen Menschen. Benjamin bedeutet in der Grundsprache Sohn der Rechten, und durch Sohn der Rechten wird das geistig Wahre, das vom himmlisch Guten stammt, bezeichnet und die Macht aus demselben; denn das Gute hat seine Macht durch das Wahre: Nr. 3563. Sohn bezeichnet das Wahre: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, und Hand die Macht: Nr. 878, 3091, 3563. Daher bedeutet die Rechte die höchste Macht. Hieraus erhellt, was es bedeutet, zur Rechten Gottes sitzen, daß es nämlich der Zustand der Macht aus dem Wahren ist, das vom Guten stammt, Nr. 3387. Wenn es vom Herrn ausgesagt wird, ist es die Allmacht und auch das göttlich Wahre, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, z.B. Ps.110/1; Matth.22/44; 26/63,64; Mark.14/61,62; 16/19; Luk.22/69; und weil es die göttliche Macht ist, d.h. die Allmacht, deshalb wird dort gesagt, zur Rechten der Macht oder der Kraft Gottes. Hieraus erhellt, was Benjamin im eigentlichen Sinn bezeichnet, nämlich das geistig Wahre vom himmlisch Guten, was Joseph bezeichnet. Daher sind beide zugleich jenes Vermittelnde zwischen dem geistigen Menschen und dem himmlischen Menschen, wie Nr. 4585 gesagt wurde. Aber dieses Gute und dieses Wahre sind unterschieden vom Himmlischen, das durch Jehudah vorgebildet wird, und vom Geistigen, das durch Israel vorgebildet wurde; denn jenes ist mehr nach oben oder innen, und dieses ist mehr nach unten oder außen, weil sie Vermittlungen sind. Allein die Vorstellung des Guten, das durch Joseph, und des Wahren, das durch Benjamin vorgebildet wird, kann nur derjenige fassen, der erleuchtet ist vom Licht der Sonne: die Engel haben davon eine klare (Vorstellung), weil die Anschauungen ihres Denkens alle vom Lichte des Himmels stammen, das vom Herrn ausgeht, und in diesem sehen und vernehmen sie Unzähliges, was der Mensch niemals verstehen kann, geschweige denn ausdrücken. Zur Erläuterung diene Folgendes: alle Menschen, so viele deren sind, werden als natürliche geboren, mit der Befähigung, himmlische oder geistige zu werden; aber der Herr allein wurde als ein geistig-himmlischer (Mensch) geboren, und weil dies, so ward Er in Bethlehem geboren, wo die Grenze des Landes Benjamin war; durch Bethlehem wird nämlich das geistig Himmlische bezeichnet, durch Benjamin aber das geistig Himmlische vorgebildet. Daß Er allein geistig-himmlisch geboren ward, kommt daher, weil das Göttliche in Ihm selbst war. Auch dies kann niemand verstehen, der nicht im Lichte des Himmels ist, denn wer im Lichte der Welt ist, und aus diesem sein Innewerden hat, weiß kaum, was das Wahre und was das Gute sei, noch weniger, was es heiße, zum inwendigeren Wahren und Guten stufenweise sich zu erheben, und somit gar nichts von dem unzähligen dessen, was auf einer jeden Stufe (vorgeht) und vor den Engeln klar wie im Mittagslichte erscheint, hieraus erhellt, wie beschaffen die Weisheit der Engel ist im Vergleich mit der menschlichen. Sechs Namen sind es, die in den prophetischen Schriften, wo von der Kirche gehandelt wird, häufig vorkommen, nämlich Jehudah, Joseph, Benjamin, Ephraim, Israel und Jakob. Wer nicht weiß, welches Gute und Wahre der Kirche unter einem jeden derselben im inneren Sinn verstanden wird, kann durchaus nichts von den göttlichen Geheimnissen des Wortes in denselben erkennen. Auch kann er nicht wissen, was von der Kirche zu verstehen ist, wenn er nicht weiß, was das Himmlische ist, das Jehudah bezeichnet; was das himmlisch Geistige, welches Joseph; was das geistig Himmlische, welches Benjamin; was das Verstandesmäßige der Kirche, welches Ephraim; was das innere Geistige, welches Israel; und was das äußere Geistige ist, welches Jakob bezeichnet. Weil nun im besonderen Benjamin das geistig Himmlische vorbildet und Joseph das himmlisch Geistige, und so beide zugleich das Vermittelnde zwischen dem geistigen und dem himmlischen Menschen, und weil sie daher auf das innigste verbunden sind, deshalb wird auch ihre Verbindung in den historischen Büchern durch Folgendes beschrieben: 1. Mose 42/20: "Joseph sagte zu seinen Brüdern, sie sollten ihren jüngsten Bruder herbeiführen, damit sie nicht stürben". 1. Mose 43/29,30: als sie mit Benjamin wiederkamen, und Joseph "Benjamin seinen Bruder, sah, sprach er: ist das euer jüngster Bruder?" und ferner: "Gott sei dir gnädig, mein Sohn; und Joseph eilte, denn sein Inneres floß über (von Liebe) zu seinem Bruder, und er suchte, wo er weinen könnte, und darum ging er hinein in das Gemach und weinte daselbst". 1. Mose 43/34, machte er den Anteil Benjamins um das fünffache größer, als den Anteil aller anderen. 1. Mose 45/14, als er sich seinen Brüdern entdeckte: "fiel er Benjamin, seinem Bruder, um den Hals, und Benjamin weinte an seinem Halse". 1. Mose 45/22: "Allen seinen Brüdern gab er Feierkleider, dem Benjamin aber dreißig Silberlinge und fünf Feierkleider". Hieraus erhellt, daß Joseph und Benjamin auf das innigste verbunden waren, nicht weil sie von einer Mutter stammten, sondern weil durch sie die Verbindung des Geistigen vorgebildet wird, die zwischen dem Guten, das Joseph, und dem Wahren, das Benjamin vorbildet, besteht, und weil beide das Vermittelnde sind zwischen dem himmlischen Menschen und dem geistigen Menschen, deshalb konnte Joseph nicht mit seinen Brüdern und nicht mit seinem Vater verbunden werden, außer durch Benjamin; denn ohne Vermittlung gibt es keine Verbindung. Dies war die Ursache, weshalb Joseph nicht früher sich offenbarte. Außerdem wird auch anderwärts durch Benjamin im Worte, besonders im prophetischen, das geistig Wahre bezeichnet, das der Kirche angehört, z.B. in der Weissagung Mose über die Söhne Israels, 5. Mose 33/12: "Zu Benjamin sprach er: Der Liebling Jehovahs wird sicher wohnen vor Ihm, Er wird ihn beschirmen allezeit, und zwischen Seinen Schultern wird er wohnen": der Liebling Jehovahs bedeutet das geistig Wahre, das aus dem himmlisch Guten stammt. Von diesem Guten wird gesagt, daß es bei diesem Wahren sicher wohne, daß es dasselbe beschütze allezeit, und daß es zwischen Seinen Schultern wohne; denn Schultern bezeichnen im inneren Sinn die ganze Fülle der Macht: Nr. 1085, und die ganze Fülle der Macht ist im Guten durch das Wahre: Nr. 3563. Jerem.6/1: "Fliehet ihr Söhne Benjamins, aus der Mitte Jerusalems, blaset, ja blaset die Posaune, und über dem Hause des Weinbergs erhebet ein prophetisches Zeichen; denn Böses blitzet her aus Mitternacht und große Verheerung": die Söhne Benjamins bedeuten geistige Wahrheiten aus dem Himmlischen, Jerusalem die geistige Kirche, so auch das Haus des Weingartens oder Beth Kerem; Böses aus Mitternacht bedeutet aus dem Sinnlichen des Menschen und aus dem Wißtümlichen desselben. Jerem.17/24,26: "Wenn ihr heiliget den Sabbathtag, sollen aus den Städten Jehudahs und aus der Umgegend Jerusalems und aus dem Lande Benjamins und vom flachen Lande und vom Gebirge und vom Mittage solche hereinkommen, die opfern Brandopfer und Schlachtopfer und Speisopfer und Weihrauch, und die Dankopfer bringen zum Hause Jehovahs". Jerem.33/13: "In den Bergstädten, und den Städten der Ebene, in den Städten des Mittags und im Lande Benjamins und in der Umgegend Jerusalems und in den Städten Jehudahs werden noch die Herden vorüberziehen an den Händen des Zählenden": hier steht auch das Land Benjamins für das geistig Wahre, das der Kirche angehört; denn alles, was Sache der Kirche ist, vom ersten Grade bis zum letzten, wird durch die Städte Jehudahs, die Umgegend Jerusalems, das Land Benjamins, die Ebene, den Berg und den Mittag bezeichnet. Hos.5/8,9: "Blaset die Posaune in Gibea, die Trompete in Ramah, erhebet ein Geschrei zu Bethaven, hinter dir, Benjamin; Ephraim wird zur Wüste werden am Tage der Züchtigung": Gibea, Ramah und Bethaven bedeutet das, was dem geistig Wahren vom Himmlischen angehört, das Benjamin bezeichnet; denn Gibea gehörte zu Benjamin: Richt.19/14; auch Ramah: Jos.18/25; sowie auch Bethaven: Jos.18/12; die Posaune blasen und die Trompete, und Geschrei erheben, bedeutet, ankündigen, daß das Verständige (die Einsicht) der Kirche, das Ephraim bezeichnet, verwüstet ist. Obadja Vers 18,19: "Das Haus Jakob wird ein Feuer sein und das Haus Joseph eine Flamme und das Haus Esau Stoppeln, und die gegen Mittag werden erben das Gebirge Esau, und die in der Ebene werden die Philistäer (besitzen), und sie werden erben das Feld Ephraim und das Feld Samaria, und Benjamin (das Land) Gilead": daß die Namen Sachen bedeuten, erhellt offenbar hier wie anderwärts; denn wenn man nicht weiß, was das Haus Jakob, das Haus Joseph, das Haus Esau, der Berg Esau, die Philister, das Feld Ephraims, das Feld Samarias, Benjamin und Gilead, und außerdem, was die südlichen Gegenden, das Haus, die Ebene, der Berg, das Feld bedeutet, wird man niemals etwas davon verstehen. Das, was hier als geschichtlich angeführt wird, ist auch nicht in (Wirklichkeit) geschehen; wer aber weiß, was die einzelnen Dinge in sich schließen, wird himmlische Geheimnisse darinnen finden. Auch hier bezeichnet Benjamin das Geistige aus dem Himmlischen. Sach.14/9,10: "Jehovah wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tage wird Jehovah einer sein und Sein Name einer, ringsumher wird das ganze Land sein wie die Ebene von Gibea bis zu Rimmon, und (Jerusalem) wird bewohnt sein vom Tore Benjamins bis zu dem Orte des ersten Tores, bis zu dem Ecktor, und vom Turme Chananeel bis zu den Keltern des Königs". Ps.80/2,3: "Hirte, neige Dein Ohr, der Du Joseph führest wie eine Herde, der Du sitzest auf Cherubim; vor Ephraim und Benjamin und Menasche, erwecke Deine Macht und komme uns zu Hilfe". Ebenso in der Weissagung Deborahs und Baraks, Richt.5/13,14: "Jehovah wird durch mich herrschen unter den Starken, aus Ephraim war ihre Wurzel gegen Amalek, nach dir, Benjamin, in deinen Völkern, aus Machir werden Gesetzgeber kommen und aus Sebulon, die den Stab des Schreibers führen". Joh.Offenb.7/4,8: "Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: hundertvierundvierzigtausend Versiegelte aus jedem Stamme Israels. Aus dem Stamm Sebulon zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Joseph zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Benjamin zwölftausend Versiegelte": hier werden durch die Stämme Israels diejenigen bezeichnet, die im Guten und Wahren sind und dadurch im Reiche des Herrn; denn Stämme und zwölf oder, was das gleiche ist, Zwölftausend, bezeichnen das Ganze der Liebe und des Glaubens oder das Ganze des Guten und Wahren: Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 3272, 3858, 3913, 3926, 3939, 4060; dieses ist hier in vier Klassen geteilt, deren letzte die zwölftausend Versiegelten aus Sebulon, aus Joseph und aus Benjamin sind, weil durch den Stamm Sebulon die himmlische Ehe bezeichnet wird: Nr. 3960, 3961, in der der Himmel ist, und somit alles; Joseph bezeichnet hier das himmlisch Geistige oder das Gute des Wahren, und Bejamin das Wahre dieses Guten oder das geistig Himmlische. Diese Ehe ist im Himmel, daher kommt es, daß jene zuletzt genannt werden. Weil durch Benjamin das geistig Himmlische der Kirche oder das Wahre des Guten, welches das Vermittelnde ist zwischen dem himmlisch Guten und dem geistig Wahren, vorgebildet werden sollte, deshalb fiel Jerusalem den Söhnen Benjamins als Erbe zu; denn Jerusalem bezeichnete, bevor Zion dort erbaut wurde, die Kirche im allgemeinen. Daß Jerusalem Benjamin zufiel, sehe man Jos.18/28 und Richt.1/21. 4593. "Und Rachel starb, und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata", 1. Mose 35/19, bedeutet das Ende der ersten Neigung zu dem inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es bezeichnet aufhören, so beschaffen zu sein, worüber Nr. 494, somit das Ende; aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung zu dem inwendigeren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; aus der Bedeutung von "begraben werden", insofern es die Verwerfung des ersten Zustandes ist und die Auferweckung des neuen, worüber Nr. 2916, 2917, 3256; und aus der Bedeutung von Ephrata, insofern es das geistig Himmlische im ersten Zustand ist, worüber Nr. 4585. Hieraus erhellt, daß durch "Rachel starb und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata", das Ende des ersten Zustandes der Neigung des inwendigeren Wahren bezeichnet wird, und die Auferweckung des neuen, der durch Bethlehem bezeichnet wird, worüber gleich im Folgenden. Im eigentlichen Sinn wird durch "Rachel starb und wurde begraben auf dem Wege nach Ephrata" bezeichnet das Angeerbte, das durch Versuchungen für immer ausgestoßen wurde. Das Angeerbte war die menschliche Neigung des inneren Wahren, welche die göttliche Neigung ausstieß; daher kommt es auch, daß jener Sohn von der Mutter Benoni oder Sohn der Schmerzen, aber vom Vater Benjamin oder Sohn der Rechten genannt wurde. In der menschlichen Neigung, die von der Mutter (stammt), ist das Angeerbte, in dem das Böse ist, aber in der göttlichen ist nichts als Gutes; denn in der menschlichen (Neigung) ist der eigene Ruhm und der Ruhm der Welt als Zweck um seiner selbst willen, hingegen in der göttlichen ist der Zweck um Seinetwillen, daß von Ihm aus das menschliche Geschlecht selig werde, gemäß den Worten des Herrn bei Joh.17/9,10,21-23: "Ich bitte für die, welche Du Mir gegeben hast, denn alles, was Mein ist, ist Dein, und was Dein ist, ist Mein, Ich bin aber verherrlicht in ihnen; damit alle eins seien, so wie Du, Vater, in Mir und Ich in Dir, damit auch sie in Uns eins seien. Die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, so wie Wir eins sind, Ich in ihnen und Du in Mir". 4594. "Das ist Bethlehem", 1. Mose 35/19, bedeutet anstatt jener (ersten Neigung) die Auferstehung des neuen geistig Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bethlehem, insofern es das geistig Himmlische in einem neuen Zustand ist; denn Ephrata bezeichnet das geistig Himmlische im ersten Zustand: Nr. 4585, durch "daselbst wurde sie begraben" wird die Auferweckung des neuen bezeichnet: Nr. 4593. Daß Rachel ihren zweiten Sohn, oder Benjamin, in Bethlehem gebar und bei der Geburt starb, ferner daß David in Bethlehem geboren und daselbst zum König gesalbt wurde, und dann auch, daß der Herr ebendaselbst geboren wurde, ist ein Geheimnis, das noch nicht geoffenbart wurde, und konnte auch keinem offenbart werden, der nicht wußte, was durch Ephrata und durch Bethlehem bezeichnet wurde, und was durch Benjamin und dann durch David vorgebildet wurde; besonders wenn er nicht wußte, was das geistig Himmlische ist, denn dieses wurde durch jene Orte bezeichnet und durch jene Personen vorgebildet. Daß der Herr dort geboren wurde und nicht anderswo, geschah deshalb, weil Er allein als geistig-himmlischer Mensch geboren wurde, alle anderen aber als natürliche, mit der Befähigung oder Möglichkeit, durch die Wiedergeburt vom Herrn teils Himmlische, teils Geistige zu werden. Daß der Herr als geistig-himmlischer Mensch geboren wurde, geschah aus dem Grunde, damit Er Sein Menschliches göttlich machen konnte, und zwar gemäß der Ordnung vom untersten Grade bis zum höchsten, und so alles in Ordnung brachte, was in den Himmeln und was in den Höllen ist, denn das geistig Himmlische ist das Vermittelnde zwischen dem natürlichen oder äußeren Menschen und zwischen dem vernünftigen oder inneren; man sehe Nr. 4585, 4592, also war das Untere das Natürliche oder Äußere, und über diesem das Vernünftige oder Innere. Wer das nicht begreifen kann, der wird auch durch keine Offenbarung verstehen, warum der Herr in Bethlehem geboren wurde, denn Ephrata bedeutete von den ältesten Zeiten her das geistig Himmlische, daher späterhin Bethlehem. Daher kommt es nun, daß bei Ps.132/2-7 Folgendes gesagt wird: "Er hat es Jehovah geschworen, gelobt dem Mächtigen Jakobs, nicht eingehen will ich in die Hütte meines Hauses, nicht besteigen das Lager meines Bettes, keinen Schlaf will ich geben meinen Augen, noch Schlummer meinen Augenlidern, bis ich gefunden habe den Ort Jehovahs, eine Wohnung für den Starken Jakobs; siehe, wir hörten von Ihm in Ephrata, wir fanden Ihn in den Feldern des Waldes; lasset uns eingehen in Seine Wohnung, lasset uns anbeten vor dem Schemel seiner Füße": daß dies vom Herrn gesagt wurde, ist offenbar; wir hörten von Ihm und wir fanden Ihn, wird dort am Ende in der Grundsprache durch den Buchstaben "H" ausgedrückt, der dem Namen Jehovahs entnommen ist. Micha 5/1; Matth.2/6: "Und du, Bethlehem Ephrata, es ist ein geringes, daß du bist unter den Tausenden Jehudahs, aus dir soll Mir hervorgehen, Der ein Herrscher sein wird in Israel und Sein Ausgang von Alters her, von den Tagen der Ewigkeit". Aus diesen Weissagungen war dem jüdischen Volke bekannt, daß der Messias oder Christus in Bethlehem geboren werden sollte, wie bei Matth.2/4,5 erhellt: "Herodes versammelte alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Diese aber sagten ihm: zu Bethlehem in Judäa". Joh.7/42: "Die Juden sprachen: Sagt nicht die Schrift, daß aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, der Stadt Davids, Christus (der Messias) kommen werde?"; daß er auch dort geboren wurde, sehe man Matth.2/1; Luk.2/4-7. Deshalb, und weil Er von David stammt, wird der Herr ein Zweig aus dem Stamme Jischai und die Wurzel Jischai genannt: Jes.11/1,10; denn Jischai war der Vater Davids aus Bethlehem, und David wurde daselbst geboren und auch zum König gesalbt: 1.Sam.16/1-14; 17/12; daher wurde Bethlehem die Stadt Davids genannt: Luk.2/4,11; Joh.7/42; durch David wird der Herr besonders in Ansehung Seines Reiches oder des göttlich Wahren vorgebildet: Nr. 1888. 4595. "Und Jakob errichtete eine Denksäule auf ihrem Grabe", 1. Mose 35/20, bedeutet das Heilige des geistig Wahren, das daselbst auferstehen sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Denksäule, insofern sie das Heilige des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4580. Hier des geistig Wahren aus dem Himmlischen, weil von diesem Wahren gehandelt wird, und aus der Bedeutung des Grabes, insofern es die Auferstehung bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, 3256. 4596. "Das ist das Grabmal Rachels bis auf diesen Tag", 1. Mose 35/20, bedeutet den Zustand des Heiligen für immer. Dies erhellt aus der Bedeutung der Denksäule, insofern sie das Heilige des Wahren bezeichnet, und aus der Bedeutung des Grabes, insofern es die Auferstehung bezeichnet, worüber gleich oben; und aus der Bedeutung von "bis auf diesen Tag", insofern es bezeichnet "für immer", worüber Nr. 2838, 3998. 4597. Vers 21,22: Und Israel brach auf und spannte sein Zelt auf, jenseits des Turmes Eder. Und es geschah, während Israel verweilte in diesem Lande, ging Ruben hin und lag bei Bilha, dem Kebsweibe seines Vaters, und Israel hörte es. "Und Israel brach auf" bedeutet das geistig Himmlische des Natürlichen; "und spannte sein Zelt auf, jenseits des Turmes Eder" bedeutet das Inwendigere desselben; "und es geschah, während Israel verweilte in diesem Lande" bedeutet, als er in diesem Zustande war; "ging Ruben hin und lag bei Bilha, dem Kebsweibe seines Vaters" bedeutet die Entweihung des Guten durch den losgetrennten Glauben; "und Israel hörte es" bedeutet, daß dieser Glaube verworfen wurde. 4598. "Und Israel brach auf", 1. Mose 35/21, bedeutet das himmlisch Geistige des Natürlichen, wie es jetzt war. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Nachfolgende oder die Fortsetzung bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, hier mehr gegen das Inwendigere hin; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels hier, insofern er das himmlisch Geistige des Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 4286. Was das himmlisch Geistige des Natürlichen sei, ist im vorigen erklärt worden, daß es nämlich das Gute des Wahren ist, oder das Gute der Liebtätigkeit, erworben durch das Wahre des Glaubens. Was das Fortschreiten gegen das Inwendigere hin sei, ist zu wenig bekannt in der Welt. Es ist nicht ein Fortschreiten zum Wißtümlichen, denn ein solches Fortschreiten findet oft statt, ohne irgendwelchen Fortschritt gegen das Inwendigere hin, und oft in Verbindung mit einem Rückschreiten. Auch ist es nicht ein Fortschreiten zu einem reiferen Urteil, denn dieses findet auch oft statt bei einem Wegschreiten vom Inwendigeren. Auch besteht es nicht in den Erkenntnissen des inwendigeren Wahren, denn die Erkenntnisse bewirken nichts, wenn der Mensch nicht von ihnen angeregt wird. Das Fortschreiten gegen das Inwendigere hin ist ein Fortschreiten gegen den Himmel und zum Herrn hin durch die Erkenntnisse des Wahren, die der Neigung derselben eingepflanzt sind, somit durch Willensneigungen. Wie das Fortschreiten gegen das Inwendigere beschaffen sei, erscheint niemandem in der Welt deutlich, sondern erst im anderen Leben; dort geht es von einem gewissen Dunkel (nimbo) zum Lichte hin; denn diejenigen, die nur im Äußeren sich befinden, sind verhältnismäßig in einem Dunkel, und werden auch von den Engeln wie in einem Dunkel (oder Wolke) gesehen. Die aber, welche sich in dem Inwendigeren befinden, sind im Lichte, und daher in der Weisheit, denn das Licht dort ist die Weisheit; und, was wunderbar ist, die, welche im Dunkel sind, können die im Lichte nicht sehen, noch daß sie im Lichte sind, aber die im Lichte sind, können diejenigen sehen, die im Dunkel sind, und auch daß sie im Dunkel sind. Weil von dem Fortschreiten des Göttlichen des Herrn gegen das Inwendigere hin gehandelt wird, so wird Jakob hier Israel genannt; wo aber nicht von diesem Fortschreiten (gehandelt wird), heißt er Jakob, wie z.B. in dem eben vorhergehenden 20. Verse dieses Kapitels und im letzten. 4599. "Und spannte sein Zelt auf jenseits des Turmes Eder", 1. Mose 35/21, bedeutet das Inwendigere desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Zelt aufspannen", insofern es das Fortschreiten des Heiligen bezeichnet, hier gegen das Inwendigere hin. Daß Zelt das Heilige bedeutet, sehe man Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312, 4391. Aus der Bedeutung von "jenseits des Turmes", insofern es bezeichnet gegen das Inwendigere hin, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "Eder", insofern es die Beschaffenheit des Zustandes bezeichnet, nämlich des Fortschreitens des Heiligen gegen das Inwendigere hin. Jener Turm hatte von Alters her diese Bedeutung, aber weil er im Worte nicht weiter vorkommt außer bei Jos.15/21, kann es nicht, wie bei anderen Namen, aus den Parallelstellen begründet werden. Daß "jenseits des Turmes" bedeutet: gegen das Inwendigere hin, kommt daher, weil das Inwendigere durch Erhabenes und Hohes ausgedrückt wird, somit durch Berge, Hügel, Türme, Dächer der Häuser und ähnlichem. Der Grund davon ist, weil das Inwendigere vor den Gemütern derer, die aus den natürlichen Dingen der Welt durch die äußeren Sinneswahrnehmungen ihre Vorstellungen bilden, als das Obere erscheint: Nr. 2148. Daß Türme das Inwendigere bedeuten, kann auch aus anderen Stellen im Worte erkannt werden, zum Beispiel: Jes.5/1,2: "Mein Freund hatte einen Weinberg auf dem Horne des Ölsohnes (d.i. auf einer fetten Anhöhe), den er umzäunte und reinigte von den Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Weinreben und baute einen Turm in dessen Mitte": der Weinberg bedeutet die geistige Kirche, edle Weinreben das geistig Gute, er baute einen Turm in dessen Mitte bedeutet, das Inwendigere des Wahren; ebenso in den Gleichnissen des Herrn bei Matth.21/33; Mark.12/1: "Ein Hausvater pflanzte einen Weinberg, und zog einen Zaun um denselben, und grub eine Kelter in ihm, und baute einen Turm, und übergab ihn den Weingärtnern". Hes.27/11: "Die Söhne Arvads und dein Heer waren ringsumher auf deinen Mauern, und die Gammaditer auf deinen Türmen; ihre Schilde haben sie aufgehängt rings um deine Mauern; sie haben vollendet deine Schönheit": wo von Tyrus (gehandelt wird), durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, oder diejenigen, die in denselben sind. Die Gammaditer in ihren Türmen bedeuten die Erkenntnisse des inneren Wahren. Micha 4/7,8: "Es wird Jehovah über sie herrschen auf dem Berge Zion von nun an bis in Ewigkeit, und du, Turm der Herde (Eder), Hügel der Tochter Zions, zu dir wird kommen, und wiederkehren das vorige Königreich, das Königreich der Tochter Jerusalems": hier wird das himmlische Reich des Herrn beschrieben. Sein Innerstes durch den Berg Zion, der die Liebe zum Herrn bezeichnet, das davon Abgeleitete durch den Hügel der Tochter Zions, der die gegenseitige Liebe bezeichnet, die im geistigen Sinn Liebtätigkeit gegen den Nächsten genannt wird. Die inwendigeren Wahrheiten des Guten (werden bezeichnet) durch den Turm der Herde, daß hieraus die Herrschaft des geistig Himmlischen (hervorgeht), wird bezeichnet durch das Königreich der Tochter Jerusalems. Ps.48/12,13: "Es freue sich der Berg Zion; es mögen jauchzen die Töchter Jehudahs um deiner Gerichte willen; umwandelt Zion, und umgebet es, zählet seine Türme": Türme bedeuten hier die inwendigeren Wahrheiten, die das beschützen, was der Liebe und der Liebtätigkeit angehört. Luk.14/27,28,31,33: "Wer nicht sein Kreuz trägt und Mir nachfolgt, kann nicht Mein Jünger sein; denn wer ist unter euch, der, wenn er einen Turm bauen will, nicht zuerst sitzt und die Kosten überschlägt, ob er habe, ihn auszuführen zur Vollendung; oder welcher König, der sich anschickt mit einem anderen Könige Krieg anzufangen, sitzet nicht zuvor und beratschlagt, ob er vermag mit zehntausend zu begegnen dem, der mit zwanzigtausend ihm entgegenkommt": wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, meint nichts anderes, als daß der Herr hier gleichnisweise geredet habe, und daß durch "einen Turm bauen und Krieg führen" nichts anderes verstanden sei, und weiß nicht, daß alle Vergleichungen im Worte bezeichnend und vorbildend sind, und daß "einen Turm bauen" bedeutet, sich innere Wahrheiten erwerben, und "einen Krieg beginnen" aus denselben kämpfen; denn es wird hier von den Versuchungen gehandelt, welche diejenigen, die zur Kirche gehören, und hier Jünger des Herrn heißen, erleiden müssen. Diese Versuchungen werden bezeichnet durch Sein Kreuz, das sie tragen sollen. Daß sie aber keineswegs aus sich und dem Ihrigen, sondern durch den Herrn siegen, wird bezeichnet durch die Worte: "wer nicht absagt allen seinen Kräften, der kann nicht Mein Jünger sein" (Luk.14/33); so hängt dies alles zusammen. Wenn man aber das, was vom Turme und vom Kriege gesagt wird, nur als ein Gleichnis ohne inneren Sinn auffaßt, dann hängt es nicht zusammen. Hieraus erhellt, wieviel Licht man vom inneren Sinn empfängt. Das Inwendigere derer, die in der Selbst- und Weltliebe sind, somit auch das Falsche, aus dem sie kämpfen, und mit dem sie ihre Religion begründen, wird im entgegengesetzten Sinn ebenfalls durch Türme ausgedrückt; z.B. bei Jes.2/11-18: "Es wird gebeugt werden die Höhe der Männer, und erhöht werden Jehovah Zebaoth über alles Stolze und Hohe, und über alles Erhabene, daß es erniedrigt werde, und über alle hohen und erhabenen Zedern Libanons, und über alle Eichen Baschans, und über alle hohen Berge, und über alle erhabenen Hügel, und über jeden hohen Turm, und über jede feste Mauer": hier wird das Innere und Äußere ihrer Liebe durch Zedern, Eichen, Berge, Hügel, Turm und Mauer beschrieben; das innere Falsche durch Turm; somit auch das innere (Böse) durch das, was hoch ist; jedoch mit dem Unterschied, daß diejenigen, die in diesem leben, nämlich im Bösen und Falschen, sich hoch und über andere erhaben dünken, die aber, welche im Guten und Wahren sind, sich für geringer halten und unter anderen stehend: Matth.20/26,27; Mark.10/44. Gleichwohl aber wird auch das Gute und Wahre durch Hohes beschrieben, weil es im Himmel dem Höchsten, d.h. dem Herrn näher steht. Außerdem werden Türme im Worte vom Wahren ausgesagt, Berge hingegen vom Guten. 4600. "Und es geschah, während Israel verweilte in diesem Lande", 1. Mose 35/22, bedeutet, als er in diesem Zustand war, nämlich im Guten aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von verweilen, insofern es leben bezeichnet; denn verweilen bedeutet das gleiche wie wohnen, aber mit dem Unterschied, daß verweilen vom Wahren ausgesagt wird, wohnen dagegen vom Guten; daß wohnen bedeutet sein und leben, also einen Zustand, sehe man Nr. 3384. Aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2571, 2928, 3355, 4447, 4535; hier in Ansehung des Guten aus dem Wahren, dessen Zustand, in dem nun Israel sich befindet, ist es, der hier bezeichnet wird. 4601. "Ging Ruben hin, und lag bei Bilha, dem Kebsweibe seines Vaters", bedeutet die Entweihung des Guten durch den losgetrennten Glauben; "und Israel hörte es", 1. Mose 35/22, bedeutet, daß dieser Glaube verworfen wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, insofern er den Glauben in betreff der Lehre und des Verständnisses bezeichnet, welches das Erste der Kirche ist, worüber Nr. 3861, 3866; hier den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "bei Bilha, dem Kebsweibe seines Vaters liegen", insofern es die Entweihung des Guten bezeichnet; denn ehebrechen bedeutet das Gute verkehren oder verfälschen: Nr. 2466, 2729, 3399; aber "bei dem Kebsweibe seines Vaters liegen" bedeutet, jenes entweihen. Ferner aus der Bedeutung von "Israel hörte es", insofern es bezeichnet, dieser Glaube sei verworfen worden. Im eigentlichen Sinn bedeutet "Israel hörte es", daß die geistige Kirche es wußte und billigte; denn durch hören wird auch zuhören bezeichnet und durch Israel die geistige Kirche; daß aber die wahre Kirche es nicht billigt, wird aus dem erhellen, was von Ruben gesagt werden soll. Im inneren Sinn jedoch bedeutet es, daß dieser Glaube verworfen worden sei; denn es wird nicht gesagt, was Jakob über diese frevelhafte Tat empfunden und gedacht habe; daß er sie aber aufs Höchste verworfen und verabscheut habe, erhellt aus seiner Weissagung über Ruben: "Ruben, du mein Erstgeborener, meine Kraft, und der Erstling meiner Stärke, ausgezeichnet an Ehre, und ausgezeichnet an Macht; aber leichtfertig, wie Wasser, - du sollst keinen Vorzug haben, denn du hast bestiegen das Lager deines Vaters; damals hast du entweiht; bestiegen mein Lager": 1. Mose 49/3,4; auch wurde Ruben deshalb seines Erstgeburtrechtes beraubt: 1.Chron.5/1. Hieraus erhellt, daß durch "es hörte Israel" bezeichnet wird, daß der Glaube verworfen worden sei; daß Erstgeborener den Glauben der Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 352, 2435, 3325. Die Entweihung des Guten durch den getrennten Glauben geschieht, wenn das Wahre der Kirche und das Gute derselben anerkannt und geglaubt wird, und man doch dawider lebt; denn bei denen, die das, was Sache des Glaubens ist, von dem, was Sache der Liebtätigkeit ist, im Verstande und daher auch im Leben trennen, wird das Böse mit dem Wahren und das Falsche mit dem Guten verbunden. Gerade diese Verbindung ist es aber, die Entweihung genannt wird. Anders (verhält es sich) bei denen, die, obgleich sie wissen, was das Gute und Wahre des Glaubens ist, es doch nicht von Herzen glauben, man sehe, was von der Entweihung im vorigen: Nr. 301, 302, 303, 571, 582, 593, 1001, 1003, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3399, 3402, 3489, 3898, 4050, 4289 gesagt und gezeigt wurde; und daß die Entweihung des Guten durch den losgetrennten Glauben durch Kain vorgebildet wurde, insofern er den Habel erschlug, und durch Cham, indem er von seinem Vater verflucht wurde, und durch die Ägypter, indem sie im Roten Meere ertranken: Nr. 3325; und hier durch Ruben: Nr. 3325, 3870. Damit diejenigen, die der geistigen Kirche angehören, selig werden könnten, hat der Herr auf wunderbare Weise ihr Verstandesgebiet vom Willensgebiet getrennt, und ihrem Verstandesgebiet die Macht gegeben, einen neuen Willen aufzunehmen: Nr. 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493; wenn daher das Verstandesvermögen das Gute, das Sache des Glaubens ist, erfaßt und in sich aufnimmt, und es sich aneignet, aber das Willensvermögen des Menschen, das ist sein böser Wille, dennoch regiert und herrscht, dann entsteht eine Verbindung des Bösen und Falschen mit dem Guten und Wahren; diese Verbindung aber ist Entweihung und wird verstanden unter dem unwürdig essen und trinken beim heiligen Abendmahl, wie auch, daß das Gute, das durch den Leib, und das Wahre, das durch das Blut bezeichnet wird, von ihnen getrennt werde; denn diese sind so verbunden, daß sie niemals in Ewigkeit getrennt werden können, deshalb wartet solcher die tiefste Hölle. Diejenigen aber, die wissen, was das Wahre und Gute des Glaubens ist, und doch nicht von Herzen daran glauben, wie dies bei den meisten heutzutage der Fall ist, können nicht entweihen, weil das (innere) Verstandesgebiet jenes nicht aufnimmt und sich nicht damit erfüllt. Es wird hier von der Verwerfung dieses Glaubens gehandelt, weil in dem gleich Folgenden gehandelt wird von dem Wahren und Guten in seiner wahren Ordnung, und gleich darauf von ihrer Verbindung mit dem Vernünftigen oder dem Vermögen der Einsicht. Die Söhne Jakobs, die sodann genannt werden, bezeichnen das Wahre und Gute in dieser Ordnung, und Jischak das Vernünftige oder Verständige (intellectuale). Die Ankunft Jakobs mit den Söhnen bei Jischak bezeichnet im inneren Sinn diese Verbindung mit dem Verständigen (d.h. Erkenntnisvermögen). 4602. Vers 23-26: Und Jakob hatte zwölf Söhne. Die Söhne Leahs: der Erstgeborene Jakobs, Ruben, und Schimeon, und Levi und Jehudah, und Jisaschar und Sebulon. Die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin. Und die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali. Und die Söhne Silpas, der Magd Leahs: Gad und Ascher, dies sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren waren in Paddan Aram. "Und Jakob hatte zwölf Söhne" bedeutet den jetzigen Zustand von allem im göttlich Natürlichen; "die Söhne Leahs" bedeuten das äußere göttlich Gute und Wahre in seiner Ordnung; "der Erstgeborene Jakobs, Ruben" bedeutet das Gute des Glaubens; "und Schimeon, und Levi und Jehudah, und Jisaschar und Sebulon" bedeuten das Wesentliche desselben; "die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin" bedeuten des innere Gute und Wahre; "und die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali" bedeuten das Nachfolgende, was dem Inneren dient; "und die Söhne Silpas, der Magd Leahs: Gad und Ascher" bedeutet das, was dem Äußeren dient; "dies sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren waren in Paddan Aram" bedeutet ihren Ursprung und jetzigen Zustand. 4603. "Und Jakob hatte zwölf Söhne", 1. Mose 35/23, bedeutet den jetzigen Zustand von allem im göttlich Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche bezeichnet, worüber öfters im vorigen, und aus der Bedeutung von 12, insofern es alles bezeichnet, und wenn zwölf von den Söhnen Jakobs oder den nach ihnen benannten Stämmen ausgesagt wird, dann ist es das Ganze des Wahren und Guten, worüber Nr. 2089, 2129, 2130, 3272, 3858, 3913, 3939. Vom Natürlichen des Herrn wurde gesagt, wie Er es in sich göttlich machte; denn Jakob bildet dasselbe vor; jetzt aber wird gehandelt von der Verbindung des göttlich Natürlichen mit dem Vernünftigen, welche Verbindung durch die Ankunft Jakobs bei Jischak vorgebildet wird; denn Jischak bildet das göttlich Vernünftige des Herrn vor. Daher kommt es, daß alle Söhne Jakobs aufs neue aufgezählt werden; denn im Natürlichen muß alles Wahre und Gute sein, bevor es vollständig mit dem Vernünftigen verbunden werden kann, weil das Natürliche dem Vernünftigen als Aufnahmegefäß dient; daher diese neue Aufzählung. Man muß aber wissen, daß die Söhne Jakobs nun in einer anderen Ordnung genannt werden wie früher; denn die Söhne Bilhas und Silpas, nämlich Dan, Naphtali, Gad und Ascher stehen hier an der letzten Stelle, während sie doch früher geboren wurden als Jisaschar, Sebulon, Joseph und Benjamin. Der Grund ist, weil hier von der Ordnung gehandelt wird, in der das Wahre und Gute im Natürlichen sich befindet, wenn dieses göttlich geworden ist; denn gemäß dem Zustande der Sache, von der gehandelt wird, findet auch ihre Benennung statt; man sehe Nr. 3862, 3926, 3939. 4604. "Die Söhne Leahs", 1. Mose 35/23, bedeuten das äußere Gute und Wahre in seiner Ordnung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Leahs, insofern sie die Neigung des äußeren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3793, 3819; daher bedeuten ihre Söhne das, was durch Ruben, Schimeon, Levi, Jehudah, Jisaschar und Sebulon vorgebildet wird, worüber im Folgenden. 4605. "Der Erstgeborene Jakobs, Ruben", 1. Mose 35/23, bedeutet das Gute des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erstgeborenen, insofern er den Glauben bezeichnet, worüber Nr. 352, 367, 2435, 3325; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Gute des natürlich Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4538; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens; insofern er die Beschaffenheit des Glaubens bezeichnet; denn Ruben bedeutet im eigentlichen Sinn das Wahre des Glaubens: Nr. 3861, 3866; aber sobald das Wahre des Glaubens zum Guten geworden ist, bezeichnet er das Gute des Glaubens. Der Glaube ist auch an sich betrachtet Liebtätigkeit, somit ist das Wahre des Glaubens an sich betrachtet das Gute des Glaubens schon deshalb, weil der Glaube nicht möglich ist, wenn er nicht aus der Liebtätigkeit kommt, oder weil das Wahre nicht möglich ist, wenn es nicht vom Guten kommt; deswegen nimmt das Gute, wenn der Mensch wiedergeboren ist, die erste Stelle ein, oder ist der Erstgeborene; man sehe Nr. 3325, 3494; daher kommt es, daß durch den Erstgeborenen Jakobs, Ruben, hier das Gute des Glaubens bezeichnet wird. Ebenso auch bei 5. Mose 33/6: "Ruben möge leben und nicht sterben, und (groß) soll sein die Zahl seiner Leute": daß Ruben hier das Gute des Glaubens bezeichnet, kommt daher, weil er an der ersten Stelle steht und Jehudah an der zweiten, somit in einer anderen Ordnung in dieser Weissagung des Moses über die Söhne Israels, als in der Weissagung Jakobs: 1. Mose Kapitel 49; denn wie Nr. 4603 E gesagt worden, die Ordnung ihrer namentlichen Aufzählung geschieht, gemäß dem Zustand der Sache, von der gehandelt wird. Joh.Offenb.7/4,5: "Und ich hörte die Zahl der Versiegelten; hundertvierundvierzigtausend Versiegelte aus jedem Stamme Israels. Aus dem Stamm Jehudah zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Ruben zwölftausend Versiegelte; aus dem Stamm Gad zwölftausend Versiegelte": hier wird Jehudah zuerst genannt, und Ruben an der zweiten Stelle, und Gad an der dritten. Die drei bilden hier die erste Klasse, und weil hier vom Reich des Herrn gehandelt wird, so bedeutet Jehudah das himmlisch Gute, wie es im innersten oder dritten Himmel beschaffen ist; Ruben das geistig Gute, was dasselbe ist wie das Gute des Glaubens, wie es beschaffen ist im zweiten oder mittleren Himmel, und Gad das natürlich Gute, wie es beschaffen ist im ersten Himmel. Anders aber (ist es) in der Weissagung Deborahs und Baraks, Richt.5/15: "Die Fürsten in Jisaschar waren mit Deborah, und Jisaschar war wie Barak; ins Tal (ward er) geschickt auf seinen Füßen, in den Reihen Rubens waren große Bedenken des Herzens; warum wohnst du zwischen den beiden Hürden, zu hören das Blöcken der Herden? in den Reihen Rubens ist große Erforschung des Herzens": wenn man nicht weiß, was Jisaschar, Deborah, Barak, Ruben vorbilden, und was die Fürsten, Täler, Reihen, Bedenken des Herzens, die zwei Hürden, das Blöcken der Herden bedeuten, kann niemand erkennen, was unter diesen Worten verstanden wird. Daß Ruben hier den Glauben bezeichnet, ist klar. 4606. "Und Schimeon und Levi, und Jehudah und Jisaschar, und Sebulon", 1. Mose 35/23, bedeuten das Wesentliche derselben, nämlich des äußeren göttlich Guten und Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung eines jeden, nämlich: Schimeons, insofern er im höchsten Sinn die Vorsehung, im inneren (Sinn) den Glauben in Ansehung des Willens und im äußeren den Gehorsam bezeichnet, worüber Nr. 3869, 3870, 3871, 3872; Levis, insofern er im höchsten Sinn die Liebe und Barmherzigkeit, im inneren die Liebtätigkeit oder geistige Liebe, im äußeren die Verbindung (derselben) bezeichnet, worüber Nr. 3875, 3877; Jehudahs, insofern er im höchsten Sinn das Göttliche der Liebe des Herrn, im inneren das himmlische Reich des Herrn, im äußeren die Lehre aus dem Wort bezeichnet, die der himmlischen Kirche angehört, worüber Nr. 3881; Jisaschars, insofern er im höchsten Sinn das göttlich Gute des Wahren und das Wahre des Guten, im inneren die himmlische eheliche Liebe, im äußeren die gegenseitige Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3956, 3957; und aus der vorbildlichen Bedeutung Sebulons, insofern er im höchsten Sinn das Göttliche Selbst des Herrn und sein Göttlich-Menschliches, im inneren die himmlische Ehe, und im äußeren die eheliche Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3960, 3961. Dies sind die wesentlichen (Prinzipien), die im äußeren göttlich Guten und Wahren des Herrn (liegen); aber im einzelnen zu erklären, wie sie darinnen liegen, kann niemand, wenn er nicht im himmlischen Lichte ist, denn in diesem erscheinen sie, wie die Antworten im Urim und Thummim durch die Schwingungen des Lichtes und der Flamme, und daher das Innewerden vom Herrn; denn im Urim und Thummim waren zwölf kostbare Steine nach den zwölf Stämmen Israels. 4607. "Die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin", 2. Mose 35/24, bedeuten das innere Gute und Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung des inneren Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; daher bezeichnen die Söhne Rachels das innere Gute und Wahre; ihr Wesentliches wird vorgebildet durch Joseph und Benjamin: durch Joseph im höchsten Sinn das geistig Göttliche, im inneren das geistige Reich, im äußeren das Gute desselben, worüber Nr. 3969; und durch Benjamin das geistig-himmlische des Göttlichen, worüber Nr. 3969, 4592. Diese (Wesenheiten) sind im inwendigeren Guten und Wahren. 4608. "Und die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali", 1. Mose 35/25, bedeuten das Nachfolgende, was dem Inwendigeren dient. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Bilhas, der Magd Rachels, insofern sie die nachfolgende Neigung bezeichnet, die der Neigung des inneren Wahren als Mittel dient, worüber Nr. 3849; denn die Magd bezeichnet das Mittel, das zur Verbindung dient: Nr. 3913, 3917, 3931; (auch) ihre Söhne sind solche Mittel. Durch das nachfolgende Gute und Wahre wird das Gute und Wahre verstanden, das nicht unmittelbar eingeht, sondern das von jenem abgeleitet ist, und gleichsam wie Dienerinnen beigesellt wird; dann auch, was vermittelnd und fördernd ist. Ihr Wesentliches wird vorgebildet durch Dan und Naphtali: durch Dan im höchsten Sinn die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, im inneren (Sinn) das Heilige des Glaubens, und im äußeren das Gute des Lebens: Nr. 3921, 3923; und durch Naphtali im höchsten Sinn die eigene Macht, im inneren die Versuchung, in der sie siegt, und im äußeren der Widerstand vom natürlichen Menschen: Nr. 3927, 3928. Dies ist das Wesentliche der Vermittlungen, die dem inneren Guten und Wahren dienen. 4609. "Und die Söhne Silpas, der Magd Leahs: Gad und Ascher", 1. Mose 35/26, bedeuten das, was dem Äußeren dient. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Silpahs, der Magd Leahs, insofern sie die nachfolgende Neigung bezeichnet, die der Neigung des äußeren Wahren als Mittel dient, worüber Nr. 3835, die Magd ist das Mittel, das zur Verbindung dient, wie Nr. 4608, ihre Söhne sind (auch) solche Mittel; ihr Wesentliches wird vorgebildet durch Gad und Ascher; durch Gad im höchsten Sinn die Allmacht und Allwissenheit, im inneren das Gute des Glaubens und im äußeren die Werke: Nr. 3934; durch Ascher im höchsten Sinn die Ewigkeit, im inneren die Seligkeit des ewigen Lebens, im äußeren der Lustreiz der Neigung: Nr. 3938, 3939. Das ist es, was die Aufzählung der Söhne Jakobs hier in sich schließt. Wie dies aber zusammenhängt, und eines dem anderen folgt, und eines im anderen enthalten ist, kann man im Lichte der Welt nicht erkennen, wenn es nicht beleuchtet ist vom Lichte des Himmels. Was aber alsdann erscheint, ist gleichwohl von der Art, daß es nicht in Worte zu fassen ist; denn die menschlichen Worte stammen aus Vorstellungen, die von dem gebildet sind, was im Lichte der Welt ist; was aber aus dem Lichte des Himmels stammt, geht so weit über jene Vorstellungen hinaus, daß es nicht ausgedrückt werden kann. Nur teilweise kann es von denen gedacht werden, denen es gegeben ist, ihr Gemüt von den sinnlichen Dingen abzuziehen. 4610. "Dies sind die Söhne Jakobs, die ihm geboren waren in Paddan Aram", 1. Mose 35/26, bedeutet den Ursprung und den jetzigen Zustand derselben. Dies erhellt aus dem, was von den Söhnen Jakobs im allgemeinen und im besonderen bisher gesagt wurde; daß nämlich durch sie im allgemeinen alles bezeichnet wurde, was im göttlich Natürlichen des Herrn ist: Nr. 4603; und zwar so sehr, daß alles zusammengefaßt jetzt durch Jakob bezeichnet wird. Ihr Ursprung wird dadurch bezeichnet, daß sie in Paddan Aram geboren wurden, oder aus den Erkenntnissen des Wahren und Guten; denn diese werden durch Paddan Aram bezeichnet: Nr. 3664, 3680. Weil alles zusammengenommen nun Jakob ist, deshalb wird in der Grundsprache, "die ihm geboren", in der Einzahl ausgedrückt. Im nun Folgenden wird von der Verbindung des göttlich Natürlichen mit dem göttlich Vernünftigen gehandelt. Diese Verbindung wird durch die Ankunft Jakobs bei Jischak, seinem Vater, vorgebildet. 4611. Vers 27-29: Und Jakob kam zu Jischak, seinem Vater, nach Mamre (bei) Kiriath Arba, d.i. Chebron, wo Abraham und Jischak Fremdlinge waren. Und es waren die Tage Jischaks hundert Jahre und achtzig Jahre. Und Jischak hauchte seine Seele aus und starb, und ward versammelt zu seinen Völkern, alt und lebenssatt; und es begruben ihn Esau und Jakob, seine Söhne. "Und Jakob kam zu Jischak, seinem Vater" bedeutet, daß nun das göttlich Vernünftige mit ihm verbunden sei; "nach Mamre (bei) Kiriath Arba" bedeutet den Zustand desselben; "das ist Chebron" bedeutet den Zustand, als sie verbunden waren; "wo Abraham und Jischak Fremdlinge waren" bedeutet das göttliche Leben (von beiden) zugleich; "und es waren die Tage Jischaks hundert Jahre und achtzig Jahre" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes, "und Jischak hauchte seine Seele aus und starb" bedeutet die Auferweckung im göttlich Natürlichen; "und ward versammelt zu seinen Völkern" bedeutet, daß er nun unter dem sei, was dem göttlich Natürlichen angehört; "alt und lebenssatt" bedeutet das Neue des Lebens; "und es begruben ihn Esau und Jakob, seine Söhne" bedeutet, daß er auferstanden sei im Guten, und zwar im Guten des natürlich Wahren. 4612. "Und Jakob kam zu Jischak, seinem Vater", 1. Mose 35/27, bedeutet, daß nun das göttlich Vernünftige mit ihm verbunden sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche bezeichnet in dem Zustande, von dem Nr. 4604-4610 (die Rede war); und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, insofern er das göttlich Vernünftige bezeichnet, wovon Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210; die Verbindung wird dadurch bezeichnet, daß er zu ihm kam. Im Folgenden bis zu Endes dieses Kapitels wird von der Verbindung des Natürlichen mit dem Vernünftigen gehandelt; und deshalb wurde in dem eben Vorhergehenden beschrieben, wie beschaffen das Natürliche war, daß nämlich in ihm das Ganze des Guten und Wahren (eingepflanzt war). Die Beschaffenheit desselben wurde bezeichnet durch die zwölf Söhne Jakobs, denn ein jeder derselben bildet, wie gezeigt wurde, etwas Allgemeines vom Wahren und Guten vor. Was die Verbindung des Natürlichen und Vernünftigen anbelangt, von der im Folgenden gehandelt wird, so muß man wissen, daß das Vernünftige früher und leichter das Wahre und Gute aufnimmt als das Natürliche, Nr. 3286, 3288, 3321, 3368, 3498, 3513; denn das Vernünftige ist reiner und vollkommener als das Natürliche, weil es inwendiger oder höher ist, und an sich betrachtet im Lichte des Himmels, für das es angemessen eingerichtet ist. Daher kommt es, daß das Vernünftige das, was jenem Lichte angehört, nämlich das Wahre und Gute, oder was dasselbe ist, das, was Sache der Einsicht und Weisheit ist, früher und leichter aufnimmt, als das Natürliche. Das Natürliche aber ist gröber und unvollkommener, weil äußerlicher oder tiefer nach unten stehend, und an sich betrachtet im Lichte der Welt, welches Licht nichts von Einsicht und Weisheit in sich hat, außer soviel, als es durch das Vernünftige vom Lichte des Himmels aufnimmt. Der Einfluß, von dem die Gelehrten heutigen Tages reden, ist kein anderer. Mit dem Natürlichen aber verhält es sich in folgender Weise: Es erhält von der ersten Kindheit und Knabenzeit an seine Beschaffenheit von den Dingen, die aus der Welt durch die äußeren Sinneswahrnehmungen einfließen. Durch diese und aus jenen verschafft sich der Mensch Verstand und Einsicht (intellectuale). Weil er aber alsdann in den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe ist und dadurch in den Begierden derselben, sowohl aus dem Angeerbten, als auch aus dem wirklichen (Bösen), deshalb ist sein Verstand, den er sich dann erwirbt, mit solchen Dingen ganz angefüllt, und dann sieht er das, was seiner Lust schmeichelt, für Gutes und Wahres an. Daher ist die Ordnung derselben im Natürlichen verkehrt, oder der himmlischen Ordnung entgegengesetzt. Wenn der Mensch in diesem Zustande ist, fließt das Licht des Himmels zwar durch das Vernünftige ein, denn nur dadurch vermag er zu denken, Schlüsse zu bilden, zu reden, und der äußeren Form nach anständig und höflich sich zu benehmen. Gleichwohl ist das, was dem Lichte angehört, und was ihm zur ewigen Seligkeit förderlich ist, nicht im Natürlichen, denn die Lustreize, die in demselben herrschen, widerstreben jenen. Die Lustreize der Selbst- und Weltliebe sind nämlich an sich ganz und gar entgegengesetzt den Lustreizen der Nächstenliebe und daher der Liebe zum Herrn. Man kann zwar das wissen, was dem Lichte oder dem Himmel angehört, aber man wird nicht davon angeregt, außer insoweit, als es dazu dient, Ehrenstellen zu erlangen und Gewinn zu erhaschen, somit nur insoweit, als es den Lustreizen der Selbst- und Weltliebe schmeichelt. Hieraus kann man erkennen, daß die Ordnung im Natürlichen völlig verkehrt oder entgegengesetzt ist der himmlischen Ordnung, deshalb muß das Licht des Himmels, wenn es durch das Vernünftige in das Natürliche einfließt, notwendig entweder zurückgeworfen oder erstickt oder verkehrt werden. Daher kommt es nun, daß das Natürliche zuvor wiedergeboren werden muß, ehe es mit dem Vernünftigen verbunden werden kann, denn wenn das Natürliche wiedergeboren ist, dann wird das, was vom Herrn durch den Himmel und somit durch das Vernünftige in das Natürliche einfließt, aufgenommen, weil es übereinstimmt; denn das Natürliche ist nichts anderes als das Aufnahmegefäß des Guten und Wahren aus dem Vernünftigen, oder durch das Vernünftige vom Herrn. Unter dem Natürlichen wird der äußere Mensch verstanden, der auch der natürliche Mensch genannt wird, und durch das Vernünftige der innere. Dies wurde vorausgeschickt, damit man wisse, wie sich die Sache verhält mit dem, was nun folgt, denn es handelt sich hierbei von der Verbindung des Natürlichen mit dem Vernünftigen. 4613. "Nach Mamre, (bei) Kiriath Arba", 1. Mose 35/27, bedeutet den Zustand desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Mamre, insofern es die Beschaffenheit und das Maß dessen bezeichnet, dem es beigefügt wird, worüber Nr. 2970; und aus der Bedeutung von Kiriath Arba, insofern es die Kirche in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 2909; somit (auch) das Wahre. Daher wird durch Mamre bei Kiriath Arba der Zustand des Natürlichen in Ansehung des Wahren, und durch Chebron der Zustand desselben in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber im Folgenden. 4614. "Das ist Chebron", 1. Mose 35/27, bedeutet den Zustand, als sie verbunden waren. Dies erhellt aus der Bedeutung von Chebron, insofern es das Gute der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 2909; hier das göttlich Gute des göttlich Natürlichen im Herrn; denn was im inneren Sinn etwas von der Kirche bezeichnet, das bezeichnet im höchsten Sinn etwas von dem Göttlichen des Herrn. Daß Chebron den Zustand bezeichnet, als sie verbunden waren, nämlich das Vernünftige und das Natürliche, kommt daher, weil Jischak daselbst war, durch den das göttlich Vernünftige des Herrn vorgebildet wird, und Jakob dahin kam, durch den Sein göttlich Natürliches vorgebildet wird, und durch seine Ankunft daselbst wird die Verbindung bezeichnet: Nr. 4612. Mamre bei Kiriath Arba, das ist Chebron, wird gesagt, weil das göttlich Natürliche durch das Gute mit dem Guten des Vernünftigen verbunden wird; denn Jischak bildet das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des Guten vor: Nr. 3012, 3194, 3210; Rebecka aber in Ansehung des Wahren: Nr. 3012, 3013, 3077; Rebecka wird aber hier nicht erwähnt. 4615. "Wo Abraham und Jischak Fremdlinge waren", 1. Mose 35/27, bedeutet das göttliche Leben (beider) zugleich. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Fremdling sein", insofern es das Leben bezeichnet, worüber Nr. 1463, 2025; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, insofern er das Göttliche des Herrn bezeichnet: Nr. 1989, 2011, 3245, 3251, 3439, 3703, 4206, 4207; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, insofern er Sein göttlich Vernünftiges bezeichnet: Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 2774, 3012, 3194, 3210, 4180. Weil hier von der Verbindung des göttlich Natürlichen mit dem göttlich Vernünftigen gehandelt wird, deshalb werden hier Abraham und Jischak genannt, und wird gesagt, daß sie daselbst Fremdlinge waren, damit zugleich das göttliche Leben nämlich in Verbindung mit dem göttlich Natürlichen, das Jakob ist, bezeichnet werde; und weil das Göttliche Selbst, das göttlich Vernünftige und das göttlich Natürliche eins sind im Herrn, deshalb wird gesagt (nämlich in der Grundsprache), "wo auch Abraham und Jischak Fremdling war", in der Einzahl, nicht "Fremdlinge waren", in der Mehrzahl. 4616. "Und es waren die Tage Jischaks", 1. Mose 35/28, bedeutet den Zustand des göttlich Vernünftigen, wie er jetzt war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, insofern er das göttlich Vernünftige bezeichnet, worüber Nr. 4615. 4617. "Hundert Jahre und achtzig Jahre", 1. Mose 35/28, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes. Dies kann man daraus erkennen, weil alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten, man sehe Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495; somit bedeuten hundert Jahre und achtzig Jahre die Beschaffenheit der Sache, oder die Beschaffenheit des Zustandes, von dem gehandelt wird. Daß hundert den vollen Zustand bezeichnet, sehe man Nr. 2636, und achtzig Versuchungen: Nr. 1963, hier durch Versuchungen; außerdem noch mehreres, was man nicht erkennen kann, denn die Zahlen haben ihre Bedeutung aus den einfacheren Zahlen, aus denen sie entstehen, indem sie miteinander multipliziert werden, so wie diese Zahl aus Zwölf und Fünfzehn und auch aus anderen noch einfacheren (entstanden ist). 4618. "Und Jischak hauchte seine Seele aus und starb", 1. Mose 35/29, bedeutet die Erweckung im göttlich Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aushauchen und sterben, insofern es die Wiedererweckung bezeichnet, worüber Nr. 3326, 3498, 3505. Wenn nämlich im Worte von jemand berichtet wird, daß er gestorben sei, so bedeutet es im inneren Sinn das Letzte desselben und das Neue in einem anderen (Zustande), somit die Fortsetzung; so z.B. wenn von den Königen Jehudahs und Israels berichtet wird, daß sie gestorben seien, oder von den Hohenpriestern, so bezeichnet dies im inneren Sinn das Ende der durch sie bewirkten Vorbildung, und die Fortsetzung (derselben) in einem anderen, somit die Wiedererweckung. Auch diejenigen, die im anderen Leben, und alsdann bei einem Menschen sind, denken, wenn solches gelesen wird, nicht an irgendeinen Tod, weil man dort gar nicht weiß, was sterben ist; daher werden sie statt dessen die Fortdauer in einem anderen inne. Überdies stirbt der Mensch bei seinem Tode nur in Ansehung seines Körpers, der ihm auf der Erde zu Nutzwirkungen gedient hatte, und setzt sein Leben fort in Ansehung seines Geistes in einer Welt, wo das Körperliche nicht mehr von Nutzen ist. Daß durch "Jischak hauchte seine Seele aus und starb", die Wiedererweckung im göttlich Natürlichen bezeichnet wird, kommt daher, weil das Vernünftige kein Leben hat, wenn (ihm) das Natürliche nicht entspricht: Nr. 3493, 3620, 3623. Es verhält sich damit wie mit der Sehkraft des Auges, wenn sie nicht Gegenstände außer sich hat, die sie sehen kann, so geht sie zugrunde; so auch die übrigen Sinne. Desgleichen, wenn die Gegenstände einander ganz entgegen sind, denn solche führen den Tod herbei. Auch verhält es sich damit, wie mit der Ader einer Quelle, deren Wasser keinen Abfluß hat, jene wird dadurch verstopft. Ebenso ist es mit dem Vernünftigen, wenn das Licht desselben keine Aufnahme findet im Natürlichen, geht seine Sehkraft zugrunde, denn die Kenntnisse im Natürlichen sind Gegenstände für die Sehkraft des Vernünftigen; wenn diese Gegenstände dem Lichte, d.h. der Einsicht des Wahren und der Weisheit des Guten widerstrebend sind, geht auch die Sehkraft des Vernünftigen zugrunde, denn es kann nicht einfließen in Dinge, die ihm ganz widerstrebend sind. Daher kommt es, daß das Vernünftige bei denen, die im Bösen und Falschen sind, verschlossen wird, so daß keine Gemeinschaft mit dem Himmel durch dasselbe möglich ist, außer nur gleichsam wie durch Spalten, damit sie in der Fähigkeit bleiben zu denken, vernünftig zu urteilen und zu reden. Daher kommt es, daß das Natürliche, um mit dem Vernünftigen verbunden zu werden, vorbereitet werden muß, was durch die Wiedergeburt vom Herrn geschieht, und dann, wenn es verbunden wird, lebt das Vernünftige im Natürlichen, denn im Natürlichen erblickt es seine Gegenstände, wie das Gesicht des Auges in den Gegenständen der Welt. Das Vernünftige hat zwar ein Leben in sich, das unterschieden ist vom Leben des Natürlichen, dennoch aber ist das Vernünftige im Natürlichen, wie der Mensch in seinem Hause oder die Seele in ihrem Körper. So verhält es sich auch mit den Himmeln. Der innerste oder dritte Himmel lebt zwar unterschieden von den Himmeln, die unter ihm sind, gleichwohl aber würde, wenn keine Aufnahme im zweiten oder mittleren Himmel stattfände, die Weisheit in ihm verschwinden; ebenso wenn keine Aufnahme des Lichtes und die Einsicht dieses Himmels im letzten oder ersten Himmel stattfände und zuletzt keine Aufnahme von diesem im Natürlichen des Menschen, würde die Einsicht dieser Himmel auch verschwinden, wenn nicht vom Herrn Vorsorge getroffen würde, daß anderswo die Aufnahme stattfindet. Deswegen sind auch die Himmel vom Herrn so gestaltet, daß einer dem anderen zur Aufnahme dient, und endlich der Mensch in Ansehung seines Natürlichen und Sinnlichen zur letzten Aufnahme, denn hier ist das Göttliche im Letzten seiner Ordnung und geht in die Welt über. Deshalb ist, wenn das letzte mit dem ersten übereinstimmt oder ihm entspricht, das erste zugleich im letzten, denn das letzte bildet immer das Aufnahmegefäß für das frühere, und hier sind sie der Reihe nach beisammen. Hieraus erhellt, was unter der Wiedererweckung im göttlich Natürlichen verstanden wird. 4619. "Und ward versammelt zu seinen Völkern", 1. Mose 35/29, bedeutet, daß er nun unter dem sei, was dem göttlich Natürlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "versammelt werden zu den Völkern", insofern es, wenn von Vorbildungen gehandelt wird, bezeichnet, daß nicht mehr von ihm vorgebildet werde, worüber Nr. 3255, 3276, also hier, daß er unter dem sei, was dem göttlich Natürlichen angehört, wie auch aus dem folgt, was Nr. 4618 gesagt wurde. Die Alten sagten, wenn jemand starb, er sei versammelt worden zu den Völkern, und verstanden im nächsten Sinn darunter, daß er unter den Seinigen im anderen Leben sei; denn jeder Mensch befindet sich hinsichtlich seines Geistes in Gesellschaft von Geistern und Engeln, während er im Körper lebt, und unter ebendieselben kommt er auch nach dem Tode: Nr. 1277, 2379; dies wird verstanden unter den Völkern, zu denen er versammelt worden. Dagegen im inneren Sinne des Wortes, wo vom Guten und Wahren der Kirche oder des Reiches des Herrn die Rede ist, wird durch "versammelt werden zu den Völkern" bezeichnet, unter dem Wahren und Guten, das übereinstimmt oder ihm entspricht. Die himmlischen Gesellschaften sind alle im Wahren und Guten; weil aber das Wahre und Gute dort sich verhält wie Blutsverwandtschaften und Verschwägerungen auf Erden, so findet ein großer Unterschied statt: Nr. 685, 917, 3815, 4121, somit bedeuten "seine Völker" das Wahre in den damit übereinstimmenden Gesellschaften, oder die Gesellschaften, die in diesem Wahren sind. Daß die Völker das Wahre bezeichnen, sehe man Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581. 4620. "Alt und lebenssatt", 1. Mose 35/29, bedeutet das Neue des Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Greisenalters, insofern es das Ablegen eines früheren Zustandes und das Annehmen eines neuen bezeichnet, worüber Nr. 2198, 3016, 3254, 3492, deshalb hier das Neue des Lebens, und aus der Bedeutung von lebenssatt, insofern es den vollen Zustand bezeichnet. 4621. "Und es begruben ihn Esau und Jakob, seine Söhne", 1. Mose 35/29, bedeutet, er sei auferstanden im Guten, und zwar im Guten des natürlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "begraben werden", insofern es die Auferstehung bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, und daß es den Zustand der Vorbildung bezeichnet, der in einem anderen erweckt wurde: Nr. 3256; aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 3302, 3576, 4241; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn in bezug auf das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 4273, 4337, 4538. Hieraus und aus dem, was Nr. 4618 gesagt worden ist, erhellt, daß durch "es begruben ihn Esau und Jakob, seine Söhne" bezeichnet wird, er sei auferstanden im Guten, und zwar im Guten des natürlich Wahren. Daß "begraben werden" im inneren Sinn auferstehen bezeichnet, kommt daher, weil die Seele, wenn der Körper tot ist, aufersteht; daher denken die Engel, wenn im Worte ein Begräbnis erwähnt wird, nicht an den Körper, der abgelegt wird, sondern an die Seele, die aufersteht, denn sie sind in geistigen Vorstellungen, also in solchen, die dem Leben angehören. Daher bezeichnet alles, was sich in der natürlichen Welt auf den Tod bezieht, solche Dinge, die dem Leben in der geistigen Welt angehören.   Nr. 4622 - 4634 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 36. Kapitel 4635. Weil in den Abschnitten, die vor den bisherigen Kapiteln der Genesis eingerückt worden sind, erklärt wurde, was der Herr Matth. Kapitel 24 über die letzte Zeit der Kirche vorhergesagt hatte, und weil bei ebendemselben Evangelisten im 25. Kapitel damit fortgefahren wird, soll auch dieses in gehöriger Ordnung dem inneren Sinn nach erklärt werden. Im Buchstaben lautet es Matth. Kapitel 25 so: "Dann wird gleich sein das Reich der Himmel zehn Jungfrauen, die nehmend ihre Lampen ausgingen zur Begegnung des Bräutigams. Fünf aber von ihnen waren klug, fünf dagegen töricht; die Törichten nehmend ihre Lampen nahmen nicht mit sich Öl; aber die Klugen nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden alle schläfrig und schliefen ein, zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus zu seiner Begegnung. Da standen auf alle jene Jungfrauen, und schmückten ihre Lampen, aber die törichten sprachen zu den klugen: gebt uns von eurem Öle, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, sprechend: es möchte wohl nicht reichen für uns und euch, gehet denn lieber hin zu den Verkäufern und kaufet euch selber. Da aber dieselben hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und die Bereiten gingen ein mit Ihm zur Hochzeit, und verschlossen ward die Türe. Nachher kommen auch die übrigen Jungfrauen, sprechend: Herr, Herr, tue uns auf. Er aber antwortend sprach: Amen, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht. Wachet also, weil ihr nicht wisset den Tag, noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird". 4636. Daß durch dieses Gleichnis der Herr Seine Zukunft beschrieben hat, erhellt aus dem einzelnen und aus dem Schluß, wo Er sagt: "Wachet also, weil ihr nicht wisset den Tag, noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird". Wie auch Matth.24/42, wo Er von Seiner Zukunft ausdrücklich redet: "Wachet nun, weil ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt". Daß Seine Zukunft die Vollendung des Zeitlaufs oder die letzte Zeit der Kirche ist, wurde früher gezeigt. 4637. Daß alles samt und sonders, was der Herr in den Gleichnissen geredet hat, vorbildlich und bezeichnend ist für geistige und himmlische Dinge Seines Reiches, und im höchsten Sinn für Göttliches bei Ihm, erhellt offenbar. Daher kann, wer das nicht weiß, sich von den Gleichnissen des Herrn keinen anderen Begriff machen, als daß sie wie gewöhnliche Vergleichungen seien und nichts weiter in ihrem Schoße bergen; wie z.B. dieses von den zehn Jungfrauen, wenn man nicht weiß, was zehn Jungfrauen, dann was zehn, was fünf, was Lampen, was Gefäße, was Öl, was Verkäufer, was Hochzeit und so weiter bedeuten; ebenso in allen anderen Gleichnissen. Was der Herr in denselben geredet hat, erscheint in der äußeren Form als gewöhnliche Vergleichungen, aber im inneren Sinn sind sie von der Art, daß sie den ganzen Himmel erfüllen; denn im einzelnen ist ein innerer Sinn, der von solcher Art ist, daß das Geistige und Himmlische desselben sich durch die Himmel überallhin wie Licht und Flamme ausbreitet. Dieser Sinn ist ganz erhaben über den Buchstabensinn, und fließt aus den einzelnen Ausdrücken und aus den einzelnen Worten, ja aus jedem Jota. Was aber dieses Gleichnis im inneren Sinn in sich schließt, wird klar aus dem, was hier folgt. 4638. "Dann wird gleich sein das Reich der Himmel zehn Jungfrauen" bedeutet die letzte Zeit der alten Kirche und die erste der neuen. Die Kirche ist das Reich des Herrn auf Erden; zehn Jungfrauen bedeuten, alle in der Kirche, nämlich die sowohl im Guten und Wahren, als die im Bösen und Falschen sind; zehn sind im inneren Sinn Überreste und auch das Volle, somit alle; und Jungfrauen sind die, welche in der Kirche sind; so auch anderwärts im Wort. "Welche nehmend ihre Lampen" bedeutet Geistiges, worin das Himmlische, oder Wahres, worin das Gute, oder was gleich, Glauben, worin Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und Liebtätigkeit, worin Liebe zum Herrn ist, denn Öl ist das Gute der Liebe, worüber folgt. Hingegen Lampen, worin kein Öl, eben jenes, worin kein Gutes. "Ausgingen zur Begegnung des Bräutigams" bedeutet die Aufnahme derselben. "Fünf aber waren von ihnen klug, fünf dagegen töricht" bedeutet einen Teil derselben, bestehend aus solchen, die in Wahrem, worin das Gute, und einen Teil, bestehend aus solchen, die in Wahrem worin kein Gutes. Jene sind die klugen, diese aber die törichten. Fünf im inneren Sinn sind etliche, hier also ein Teil derselben. "Die Törichten nehmend ihre Lampen, nahmen nicht mit sich Öl" bedeutet, daß sie das Gute der Liebtätigkeit nicht in ihren Wahrheiten hatten. Öl im inneren Sinn ist das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe. "Aber die klugen nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen" bedeutet, daß sie das Gute der Liebtätigkeit und der Liebe in ihren Wahrheiten hatten. Gefäße sind Glaubenslehren. "Da nun der Bräutigam verzog, wurden alle schläfrig und schliefen ein" bedeutet Verzug und daher Zweifel. Schläfrig werden heißt nämlich im inneren Sinn infolge der Verzögerung lässig werden in Sachen der Kirche, und einschlafen heißt Zweifel hegen, die klugen einen Zweifel, worin Bejahung, die törichten einen Zweifel, worin Verneinung ist. "Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei" bedeutet die Zeit, die die letzte der alten Kirche und die erste der neuen ist. Diese Zeit ist es, die im Wort Nacht genannt wird, wenn vom Zustand der Kirche die Rede ist. Geschrei bedeutet Veränderung. "Siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus zu Seiner Begegnung" bedeutet das, was Gericht heißt, nämlich Annahme und Verwerfung. "Da standen auf alle jene Jungfrauen, und schmückten ihre Lampen" bedeutet die Bereitschaft aller; denn die in Wahrem, worin kein Gutes, glauben, daß sie ebenso angenommen werden wie diejenigen, die in Wahrem, worin das Gute, denn sie meinen, der Glaube allein mache selig, indem sie nicht wissen, daß kein Glaube da ist, wo keine Liebtätigkeit ist. "Aber die törichten sprachen zu den klugen: gebt uns von eurem Öle, denn unsere Lampen verlöschen" bedeutet, sie wünschen, daß ihren leeren Wahrheiten oder ihrem gehaltlosen Glauben das Gute mitgeteilt werden möchte von anderen, denn alles Geistige und Himmlische wird im anderen Leben gegenseitig mitgeteilt, aber nur mittelst des Guten. "Da antworteten die klugen, sprechend: es möchte wohl nicht reichen für uns und euch" bedeutet, es könne nicht mitgeteilt werden, weil das wenige Wahre, das sie haben, ihnen genommen werde; denn mit der Mitteilung des Guten an diejenigen, die in Wahrem ohne das Gute sind im anderen Leben, verhält es sich so: sie nehmen jenen gleichsam das Gute weg und eignen es sich an, und teilen es nicht anderen mit, sondern verunreinigen es; deswegen findet keine Mitteilung des Guten an sie statt. Hierüber möge man aus einer Erfahrung nachsehen am Ende von 1. Mose Kapitel 37. "Gehet denn lieber hin zu den Verkäufern, und kaufet euch selber" bedeutet das Gute des Verdienstes. Die, welche sich damit brüsten, sind die Verkäufer. Wirklich machen diejenigen, die im Wahren sind, worin kein Gutes, vor den übrigen im anderen Leben alles das verdienstlich, was sie als gut in äußerer Form scheinbar getan haben, wenn es auch inwendig böse war, gemäß dem, was der Herr sagt bei Matth.7/22: "Viele werden sagen zu Mir an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viel Kräftiges gewirkt? Aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Täter des Frevels". Luk.13/26,27: "Von dem an, daß der Hausvater aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat, da werdet ihr anfangen draußen zu stehen und an die Türe zu klopfen, sprechend: Herr, Herr, tue uns auf; aber antwortend wird Er zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; da werdet ihr anfangen zu sagen: gegessen haben wir vor Dir und getrunken, und auf unseren Gassen hast Du uns gelehrt; aber Er wird sagen: Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; weichet von Mir, alle Täter des Frevels". Solcherart sind diejenigen, die durch die törichten hier verstanden werden, weshalb von ihnen ebenso gesagt wird, mit den Worten: "Es kamen auch diese, sprechend: Herr, Herr, tue uns auf; Er aber antwortend sprach: Amen, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht". "Da aber dieselben hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam" bedeutet ein verkehrtes Sich-Anschließen. Und die Bereiten gingen ein mit Ihm zur Hochzeit bedeuten, die im Guten und daher im Wahren, seien aufgenommen worden in den Himmel. Der Himmel wird einer Hochzeit verglichen, wegen der himmlischen Ehe, welche die Ehe des Guten und Wahren ist, und der Herr einem Bräutigam, weil sie Ihm dann verbunden werden. Daher wird die Kirche die Braut genannt. "Und verschlossen ward die Türe" bedeutet, daß keine anderen eingehen können. "Nachher aber kommen auch die übrigen Jungfrauen, sprechend: Herr, Herr, tue uns auf" bedeutet, daß sie auf den Glauben allein hin, ohne Liebtätigkeit, und auf die Werke hin, worin kein Leben des Herrn, sondern selbstisches Leben, eingehen wollen. "Er aber antwortend sprach: Amen, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht" bedeutet Verwerfung. Sie nicht kennen, heißt im inneren Sinn, in keiner Liebtätigkeit gegen den Nächsten und durch sie in der Verbindung mit dem Herrn sein. Die in keiner Verbindung sind, von denen wird gesagt, sie seien nicht bekannt. "Wachet also, weil ihr nicht wisset den Tag, noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird" bedeutet, sich bestreben, das Leben nach den Geboten des Glaubens einzurichten, denn dies ist wachen. Die Zeit der Annahme, die dem Menschen unbekannt ist, und der Zustand werden bezeichnet durch: "Ihr wisset nicht den Tag, noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird". Wer im Guten ist, d.h., wer nach den Geboten tut, heißt klug, hingegen wer in den Erkenntnissen des Wahren ist, und nicht (danach) tut, heißt töricht, und wird auch sonst so vom Herrn genannt bei Matth.7/24,26: "Jeder, der höret Meine Worte und sie tut, den will Ich vergleichen einem klugen Mann, und jeder, der meine Worte hört, aber sie nicht tut, wird verglichen werden einem törichten Mann".   36. Kapitel 1. Und dies (sind) die Geburten (d.i. die Nachkommen) Esaus, welcher ist Edom. 2. Esau nahm seine Frauen von den Töchtern Kanaans, Adah, die Tochter Elons, des Chittäers, und Oholibamah, die Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, des Chiväers. 3. Und Basemath, die Tochter Jischmaels, die Schwester Nebajoths. 4. Und Adah gebar dem Esau Eliphas, und Basemath gebar Reguel. 5. Und Oholibamah gebar Jeusch, und Jaelam, und Korach; dies die Söhne Esaus, die ihm geboren wurden im Lande Kanaan. 6. Und Esau nahm seine Frauen, und seine Söhne, und seine Töchter, und alle Seelen seines Hauses, und seinen Erwerb, und all sein Vieh, und all seinen Besitz, was er sich erworben im Lande Kanaan, und ging in ein Land fern von Jakob, seinem Bruder. 7. Denn es war ihre Habe zu viel, als daß sie beisammen wohnen mochten, und es konnte das Land ihrer Pilgerschaften sie nicht tragen wegen ihrer Erwerbungen (d.i. ihres großen Besitzes wegen). 8. Und Esau wohnte auf dem Berge Seir, Esau, welcher ist Edom. 9. Und dies die Geburten Esaus, des Vaters Edoms (d.i. der Edomiter) auf dem Berge Seir. 10. Dies die Namen der Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn der Adah, der Gattin Esaus; Reguel, der Sohn der Basemath, der Gattin Esaus. 11. Und die Söhne Eliphas waren: Theman, Omar, Zepho, und Geatham, und Kenas. 12. Und Thimna war Kebsweib für Eliphas, den Sohn Esaus, und gebar dem Eliphas Amalek; dies die Söhne der Adah, der Gattin Esaus. 13. Und dies die Söhne Reguels: Nachath und Serach, Schammah und Missa, dies waren die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus. 14. Und dies waren die Söhne der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, der Gattin Esaus, und sie gebar dem Esau Jeusch, und Jaelam, und Korach. 15. Dies die Herzoge (oder Stammesfürsten) der Söhne Esaus: Söhne Eliphas, des Erstgeborenen Esaus: Herzog Theman, Herzog Omar, Herzog Zepho, Herzog Kenas. 16. Herzog Korach, Herzog Gaetham, Herzog Amalek; dies die Herzoge Eliphas im Lande Edom; dies die Söhne der Adah. 17. Und dies die Söhne Reguels, des Sohnes Esaus: Herzog Nachath, Herzog Serach, Herzog Schammah, Herzog Missa; dies die Herzoge Reguels im Lande Edom; dies die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus. 18. Und dies die Söhne der Oholibamah, der Gattin Esaus: Herzog Jeusch, Herzog Jaelam, Herzog Korach; dies die Herzoge der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Gattin Esaus. 19. Dies die Söhne Esaus, und dies ihre Herzoge; jener aber ist Edom. 20. Dies die Söhne Seirs, des Choriters, Bewohner des Landes: Lotan, und Schobal, und Zibeon, und Anah. 21. Und Dischon, und Ezer, und Dischan; dies die Herzoge des Choriters, des Sohnes Seirs, im Lande Edom. 22. Und die Söhne Lotans waren: Chori und Hemam, und die Schwester Lotans Thimna. 23. Und dies die Söhne Schobals: Alvan und Manachath, und Ebal, Schepho und Onam. 24. Und dies die Söhne Zibeons: Ajah und Anah; dies ist der Anah, der die Maulesel fand in der Wüste, da er die Esel weidete Zibeon, seinem Vater. 25. Und dies die Söhne Anahs: Dischan, und Oholibamah, die Tochter Anahs. 26. Und dies die Söhne Dischons: Chemdan, und Eschban, und Jithran, und Cheran. 27. Dies die Söhne Ezers: Bilhan, und Saavan, und Akan. 28. Dies die Söhne Dischans: Uz und Aran. 29. Dies die Herzoge des Choriters: Herzog Lotan, Herzog Schobal, Herzog Zibeon, Herzog Anah. 30. Herzog Dischon, Herzog Ezer, Herzog Dischan; dies die Herzoge des Choriters, betreffend ihre Herzoge im Lande Seir. 31. Und dies die Könige, die regierten im Lande Edom, bevor regierte ein König über die Söhne Israels. 32. Und es regierte in Edom Bela, der Sohn Beors, und der Name seiner Stadt Dinhabah. 33. Und Bela starb, und es regierte an seiner Statt Jobab, der Sohn Serachs, von Bozrah. 34. Und Jobab starb, und es regierte an seiner Statt Chuscham, vom Land der Themaniter. 35. Und Chuscham starb, und es regierte an seiner Statt Hadad, der Sohn Bedads, der den Midian schlug im Felde Moabs, und der Name seiner Stadt Avith. 36. Und Hadad starb, und es regierte an seiner Statt Samlah von Masrekah. 37. Und Samlah starb, und es regierte an seiner Statt Saul von Rechoboth am Flusse. 38. Und Saul starb, und es regierte an seiner Statt Baal-Chanan, der Sohn Achbors. 39. Und Baal-Chanan, der Sohn Achbors, starb, und es regierte an seiner Statt Hadar, und der Name seiner Stadt war Pau, und der Name seiner Gattin Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter Mesahabs. 40. Und dies die Namen der Herzoge Esaus, betreffend ihre Familien, betreffend ihre Orte, in ihren Namen: Herzog Thimnah, Herzog Alvah, Herzog Jetheth. 41. Herzog Oholibamah, Herzog Elah, Herzog Pinon. 42. Herzog Kenas, Herzog Theman, Herzog Mibzar. 43. Herzog Magdiel, Herzog Iram; dies die Herzoge Edoms, betreffend ihre Wohnungen, im Lande ihres Besitztums; Esau aber ist der Vater Edoms.   Inhalt 4639. Im inneren Sinn wird hier vom göttlich natürlich Guten des Herrn gehandelt und die ganze Ordnung dieses Guten durch Namen beschrieben. Das göttlich natürlich Gute des Herrn ist Esau.   Innerer Sinn 4640. Vers 1: Und dies (sind) die Geburten Esaus, welcher ist Edom. "Dies (sind) die Geburten Esaus" bedeutet die Abzweigungen (derivationes) im göttlich natürlich Guten des Herrn; "welcher ist Edom" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des Natürlichen und Leiblichen. 4641. "Und dies (sind) die Geburten Esaus", 1. Mose 36/1, bedeutet die Abzweigungen im göttlich natürlich Guten des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geburten, sofern sie Abzweigungen bezeichnen, nämlich des Guten und Wahren, wovon Nr. 1330, 3263, 3279, 3860, 3868, 4070, und aus der vorbildlichen Bedeutung Esaus, sofern er das göttlich natürlich Gute des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 3302, 3322, 3494, 3504, 3576, 3599. Von diesem Guten wird nun in diesem Kapitel gehandelt; weil es aber von der Art ist, daß es nicht in den Verstand eines Menschen und kaum in den eines Engels fällt, darum wird dieses Gute durch lauter Namen beschrieben; denn das göttlich natürlich Gute des Herrn, das durch Esau vorgebildet wird, ist das Göttliche, das Er von Geburt her hatte; denn Er war von Jehovah empfangen. Daher hatte Er göttliches Sein von Geburt her. Dieses war für Ihn die Seele, und folglich das Inwendigste Seines Lebens. Äußerlich war dasselbe bekleidet mit solchem, was Er von der Mutter angenommen hat, und weil dieses an sich nicht gut, sondern böse war, darum hat Er es aus eigener Kraft, hauptsächlich durch Versuchungskämpfe, ausgetrieben, und hernach dieses Menschliche, das Er in sich neu machte, mit dem göttlich Guten, das Er von Geburt her hatte, verbunden. Jakob bildete dasjenige Gute vor, das Er aus eigener Kraft sich verschaffte, wovon in den vorhergehenden Kapiteln die Rede ist. Dieses Gute ist es, das Er mit dem göttlich Guten verbunden hat; und so hat Er das Menschliche in sich (d.i. in Seiner eigenen Person) ganz göttlich gemacht. Das Gute, das Esau vorbildet, floß auf inwendigem Weg ein, und durch das vernünftig Gute ins Natürliche unmittelbar; hingegen das Gute, das Jakob und Israel vorbildet, floß auf äußerem Wege ein, und ihm kam das Göttliche durch das vernünftig Gute entgegen, aber mittelbar durch das Wahre des Vernünftigen ins Natürliche (einfließend). Jischak bildet dieses vernünftig Gute vor und Rebecka dieses vernünftig Wahre, man sehe, was hierüber Nr. 3314, 3573, 4563 E gesagt wurde. 4642. "Welcher ist Edom", 1. Mose 36/1, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des Natürlichen und Leiblichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Edoms, sofern er das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet in Ansehung des natürlich Guten, dem die Lehren des Wahren beigesellt wurden, wovon Nr. 3302, 3322, 4241, somit in Ansehung des Natürlichen und Leiblichen; denn die Lehren sind wie ein Leib für das Wahre, d.h. im geistigen Sinn sind sie die leiblichen Hüllen des natürlich Wahren. Daher kommt es, daß durch Edom das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung des Natürlichen und Leiblichen vorgebildet wird. Daß die Lehre gewissermaßen die Verleiblichung des Wahren ist, hat den Grund, weil die Lehre nicht an sich das Wahre ist, sondern in der Lehre ist das Wahre wie die Seele in ihrem Leibe. Im Folgenden wird nun vom göttlich natürlich Guten des Herrn gehandelt, aber seine Abzweigungen werden durch Namen beschrieben aus dem Grund, wie oben gesagt worden, weil die Abzweigungen jenes Guten über den Verstand eines jeden Menschen und auch Engels hinausgehen; denn die Engel sind endlich, und das Endliche begreift das Unendliche nicht. Aber doch werden, wenn dieses Kapitel gelesen wird, die in diesen Namen enthaltenen Abzweigungen den Engeln auf allgemeine Weise vorgebildet durch den Einfluß der göttlichen Liebe vom Herrn, und der Einfluß durch eine himmlische Flamme, die sie mit dem göttlich Guten anregt. Wer glaubt, daß das Wort nicht bis auf das kleinste Jota eingegeben sei, und wer glaubt, daß das Wort nicht so eingegeben sei, daß die einzelnen Sätze Göttliches und daher Himmlisches und Geistiges vorbilden, und die einzelnen Worte solches bezeichnen, kann keine andere Meinung haben, als daß diese Namen nichts weiter enthalten, als das Geschlechtsregister von Esau, aber was hat das Wort mit Geschlechtsregistern zu schaffen, und was ist Göttliches darin? Daß aber alle Namen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 1224, 1264, 1876, 1888, 4442, und sonst überall, wo erklärt wurde, was die Namen bezeichnet haben. 4643. Vers 2-5: Esau nahm seine Frauen von den Töchtern Kanaans, Adah, die Tochter Elons, des Chittäers, und Oholibamah, die Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, des Chiväers. Und Basemath, die Tochter Jischmaels, die Schwester Nebajoths. Und Adah gebar dem Esau Eliphas, und Basemath gebar Reguel. Und Oholibamah gebar Jeusch, und Jaelam, und Korach; dies die Söhne Esaus, die ihm geboren wurden im Lande Kanaan. "Esau nahm seine Frauen von den Töchtern Kanaans" bedeutet des natürlich Guten erste Verbindung mit der Neigung zum scheinbar Wahren; "Adah, die Tochter Elons, des Chittäers, und Oholibamah, die Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, des Chiväers" bedeutet das Eigentümliche, das aus der Alten Kirche (stammte); "und Basemath, die Tochter Jischmaels, die Schwester Nebajoths" bedeutet die andere Verbindung mit der Neigung zum Wahren aus göttlichem Stamm; "und Adah gebar dem Esau Eliphas, und Basemath gebar Reguel" bedeutet die ersten Abzweigungen (oder Abstammungen) von daher; "und Oholibamah gebar Jeusch, und Jaelam, und Korach" bedeutet die andere; "dies die Söhne Esaus, die ihm geboren wurden im Lande Kanaan" bedeutet, aus dem Guten des Reiches des Herrn. 4644. Weil hier von dem Guten gehandelt wird, das göttlich und dem Herrn eigen war von der Geburt her, und von der Verbindung dieses Guten mit dem Wahren und Guten, das Er Sich als geborener Mensch erworben hat, und auch von den Abstammungen daraus, und weil dieses von der Art ist, daß es nicht in das Verständnis, nicht einmal eines Engels fällt, darum kann es nicht einzeln erklärt werden. Und überdies sind es lauter Namen, durch die jenes Göttliche mit seinen Abstammungen beschrieben wird, und lauter Namen erklären, ohne einen vorhergehenden und folgenden historischen Sinn, aus dem ein aufhellendes Licht (käme), würde heißen, die Sache ins Zweifelhafte ziehen; denn nur wenige können glauben, wenn es ihnen auch noch so gut gezeigt wird, daß durch Namen im Wort Sachen bezeichnet werden. Aus diesen Gründen ist es gestattet, daß das in diesem Kapitel Vorkommende bloß abgeschrieben und etwas von einer im allgemeinen sich haltenden Erklärung durch solches beigefügt werde, was der Fassungskraft angemessen sein kann, und was bloß zur Erläuterung dient; denn was im Göttlichen ist, kommt niemand zur Erscheinung, was aber aus dem Göttlichen, erscheint in höchst allgemeiner Weise gemäß dem Verständnis, in das es fällt, und zwar bloß als Schatten. Überdies muß man wissen, daß kein Mensch in irgendein Gutes geboren wird, sondern ein jeder ins Böse, in ein inwendigeres Böse aus dem Vater und in ein auswendigeres Böse von der Mutter her; denn ein jeder hat Erbböses, aber der Herr allein ist geboren in das Gute und in das eigentlich göttlich Gute, insoweit Er vom Vater (stammt); dieses göttlich Gute, in das der Herr geboren wurde, ist es, von dem hier gehandelt wird. Die Abstammungen desselben sind ins Dasein getreten im Menschlichen des Herrn, als Er dasselbe göttlich machte, und durch die Er es verherrlichte. Daher kommt es, daß etwas von einer im allgemeinen sich haltenden Erklärung beigefügt werden kann. 4645. Vers 6-8: Und Esau nahm seine Frauen, und seine Söhne, und seine Töchter, und alle Seelen seines Hauses, und seinen Erwerb, und all sein Vieh, und all seinen Besitz, was er sich erworben im Lande Kanaan, und ging in ein Land fern von Jakob, seinem Bruder. Denn es war ihre Habe zu viel, als daß sie beisammen wohnen mochten, und es konnte das Land ihrer Pilgerschaften sie nicht tragen wegen ihrer Erwerbungen. Und Esau wohnte auf dem Berge Seir, Esau, welcher ist Edom. "Und Esau nahm seine Frauen, und seine Söhne, und seine Töchter, und alle Seelen seines Hauses, und seinen Erwerb, und all sein Vieh, und all seinen Besitz, was er sich erworben im Lande Kanaan, und ging in ein Land fern von Jakob, seinem Bruder" bedeutet alles dem göttlich Guten und dem Wahren daher Angehörende, was Ihm gleichwohl innewohnte, und womit Entsprechung im Himmel, und woher der Himmel (ist); sich zurückziehend von Jakob aus Ursache der Vorbildung (damit es durch Esau besonders dargestellt werden möchte); "denn es war ihre Habe zu viel" bedeutet, wegen der Unendlichkeit; "als daß sie beisammen wohnen mochten" bedeutet Vorbildliches; "und es konnte das Land ihrer Pilgerschaften sie nicht tragen wegen ihrer Erwerbungen" bedeutet, daß alles nicht beschrieben werden könne; "und Esau wohnte auf dem Berge Seir" bedeutet das dem natürlich Guten angehörende Wahre; "Esau, welcher ist Edom" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn. 4646. Vers 9-14: Und dies die Geburten Esaus, des Vaters Edoms auf dem Berge Seir. Dies die Namen der Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn der Adah, der Gattin Esaus; Reguel, der Sohn der Basemath, der Gattin Esaus. Und die Söhne Eliphas waren: Theman, Omar, Zepho, und Geatham, und Kenas. Und Thimna war Kebsweib für Eliphas, den Sohn Esaus, und gebar dem Eliphas Amalek; dies die Söhne der Adah, der Gattin Esaus. Und dies die Söhne Reguels: Nachath und Serach, Schammah und Missa, dies waren die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus. Und dies waren die Söhne der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, der Gattin Esaus, und sie gebar dem Esau Jeusch, und Jaelam, und Korach. "Und dies die Geburten Esaus, des Vaters Edoms" bedeutet die Abstammungen im göttlich natürlich Guten; der Vater Edoms ist das göttlich Gute, von dem anderes abstammt; "auf dem Berge Seir" bedeutet in Ansehung der dem Guten angehörigen Wahrheiten; "dies die Namen der Söhne Esaus" bedeutet das Eigentümliche der Abstammungen; "Eliphas, der Sohn der Adah, der Gattin Esaus; Reguel, der Sohn der Basemath, der Gattin Esaus" bedeutet deren Zustände aus der Ehe des Guten und des Wahren; "und die Söhne Eliphas waren: Theman, Omar, Zepho, und Geatham, und Kenas" bedeutet die erste Abstammung des Guten; "und Thimna war Kebsweib für Eliphas, den Sohn Esaus" bedeutet das ihnen dienende; "und gebar dem Eliphas Amalek" bedeutet das Sinnliche; "dies die Söhne der Adah, der Gattin Esaus" bedeutet die andere Abstammung; "und dies die Söhne Reguels: Nachath und Serach, Schammah und Missa, dies waren die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus" bedeutet die dritte Abstammung; "und dies waren die Söhne der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Tochter Zibeons, der Gattin Esaus, und sie gebar dem Esau Jeusch, und Jaelam, und Korach" bedeutet die folgende Abstammung. 4647. Vers 15-19: Dies die Herzoge der Söhne Esaus: Söhne Eliphas, des Erstgeborenen Esaus: Herzog Theman, Herzog Omar, Herzog Zepho, Herzog Kenas, Herzog Korach, Herzog Gaetham, Herzog Amalek; dies die Herzoge Eliphas im Lande Edom; dies die Söhne der Adah. Und dies die Söhne Reguels, des Sohnes Esaus: Herzog Nachath, Herzog Serach, Herzog Schammah, Herzog Missa; dies die Herzoge Reguels im Lande Edom; dies die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus. Und dies die Söhne der Oholibamah, der Gattin Esaus: Herzog Jeusch, Herzog Jaelam, Herzog Korach; dies die Herzoge der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Gattin Esaus. Dies die Söhne Esaus, und dies ihre Herzoge; jener (aber ist) Edom. "Dies die Herzoge der Söhne Esaus" bedeutet die vornehmsten Wahrheiten des Guten; "Söhne Eliphas, des Erstgeborenen Esaus: Herzog Theman, Herzog Omar, Herzog Zepho, Herzog Kenas, Herzog Korach, Herzog Gaetham, Herzog Amalek" bedeutet die erste Klassifikation und das Eigentümliche derselben, und die Eigentümlichkeiten sind ebenfalls im Reich des Herrn; "dies die Herzoge Eliphas im Lande Edom; dies die Söhne der Adah" bedeutet die Vornehmsten der ersten Klasse; "und dies die Söhne Reguels, des Sohnes Esaus: Herzog Nachath, Herzog Serach, Herzog Schammah, Herzog Missa" bedeutet die andere Klasse und das Eigentümliche derselben, wie im Himmel; "dies die Herzoge Reguels im Lande Edom" bedeutet die zweite Klassifikation; "dies die Söhne der Basemath, der Gattin Esaus" bedeutet, aus der Ehe des Guten und des Wahren; "und dies die Söhne der Oholibamah, der Gattin Esaus" bedeutet die Vornehmsten der dritten Klassifikation; "Herzog Jeusch, Herzog Jaelam, Herzog Korach" bedeutet das Eigentümliche derselben, daher im Reich des Herrn; "dies die Herzoge der Oholibamah, der Tochter Anahs, der Gattin Esaus" bedeutet die Vornehmsten aus der Verbindung des Guten und des Wahren; diese zwölf Herzoge sind wie zwölf Stämme, gemäß der Anordnung vom Guten; "dies die Söhne Esaus, und dies ihre Herzoge" bedeutet aus den dem Guten angehörenden Wahrheiten diese vornehmsten; "jener aber ist Edom" bedeutet im Göttlich-Menschlichen des Herrn. 4648. Vers 20-28: Dies die Söhne Seirs, des Choriters, Bewohner des Landes: Lotan, und Schobal, und Zibeon, und Anah. Und Dischon, und Ezer; und Dischan; dies die Herzoge des Choriters, des Sohnes Seirs, im Lande Edom. Und die Söhne Lotans waren: Chori und Hemam, und die Schwester Lotans Thimna. Und dies die Söhne Schobals: Alvan und Manachath, und Ebal, Schepho und Onam. Und dies die Söhne Zibeons: Ajah und Anah; dies ist der Anah, der die Maulesel fand in der Wüste, da er die Esel weidete Zibeon, seinem Vater. Und dies die Söhne Anahs: Dischan, und Oholibamah, die Tochter Anahs. Und dies die Söhne Dischons: Chemdan, und Eschban, und Jithran, und Cheran. Dies die Söhne Ezers: Bilhan, und Saavan, und Akan. Dies die Söhne Dischans: Uz und Aran. "Dies die Söhne Seirs, des Choriters, Bewohner des Landes" bedeutet die Wahrheiten daher der Ordnung nach; "Lotan, und Schobal, und Zibeon, und Anah. Und Dischon, und Ezer, und Dischan" bedeutet ihr Eigentümliches; "dies die Herzoge des Choriters, des Sohnes Seirs" bedeutet die vornehmsten, dem Guten angehörenden Wahrheiten von den früheren her; "im Lande Edom" bedeutet in Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und die Söhne Lotans waren: Chori und Hemam, und die Schwester Lotans Thimna" bedeutet die andere Klasse der Wahrheiten; "und dies die Söhne Schobals: Alvan und Manachath, und Ebal, Schepho und Onam" bedeutet die dritte Klasse und das Eigentümliche; "und dies die Söhne Zibeons: Ajah und Anah" bedeutet die dritte Klasse und das Eigentümliche; "dies ist der Anah, der die Maulesel fand in der Wüste" bedeutet Wahrheiten aus Wißtümlichem; "da er die Esel weidete Zibeon, seinem Vater" bedeutet, da er in Wißtümlichem war; "und dies die Söhne Anahs: Dischan, und Oholibamah, die Tochter Anahs" bedeutet die dritte Klasse und das Eigentümliche; "und dies die Söhne Dischons: Chemdan, und Eschban, und Jithran, und Cheran" bedeutet die vierte Klasse und das Eigentümliche; "dies die Söhne Ezers: Bilhan, und Saavan, und Akan" bedeutet die vierte Klasse und das Eigentümliche; "dies die Söhne Dischans: Uz und Aran" bedeutet die fünfte Klasse und das Eigentümliche. 4649. Vers 29,30: Dies die Herzoge des Choriters: Herzog Lotan, Herzog Schobal, Herzog Zibeon, Herzog Anah, Herzog Dischon, Herzog Ezer, Herzog Dischan; dies die Herzoge des Choriters, betreffend ihre Herzoge im Lande Seir. "Dies die Herzoge des Choriters" bedeutet die vornehmsten aus den folgenden; "Herzog Lotan, Herzog Schobal, Herzog Zibeon, Herzog Anah, Herzog Dischon, Herzog Ezer, Herzog Dischan" bedeutet das Eigentümliche derselben; "dies die Herzoge des Choriters, betreffend ihre Herzoge im Lande Seir" bedeutet die Vornehmsten in den nacheinander Folgenden. 4650. Vers 31-39: Und dies die Könige, die regierten im Lande Edom, bevor regierte ein König über die Söhne Israels. Und es regierte in Edom Bela, der Sohn Beors, und der Name seiner Stadt Dinhabah. Und Bela starb, und es regierte an seiner Statt Jobab, der Sohn Serachs, von Bozrah. Und Jobab starb, und es regierte an seiner Statt Chuscham, vom Land der Themaniter. Und Chuscham starb, und es regierte an seiner Statt Hadad, der Sohn Bedads, der den Midian schlug im Felde Moabs, und der Name seiner Stadt Avith. Und Hadad starb, und es regierte an seiner Statt Samlah von Masrekah. Und Samlah starb, und es regierte an seiner Statt Saul von Rechoboth am Flusse. Und Saul starb, und es regierte an seiner Statt Baal-Chanan, der Sohn Achbors. Und Baal-Chanan, der Sohn Achbors, starb, und es regierte an seiner Statt Hadar, und der Name seiner Stadt war Pau, und der Name seiner Gattin Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter Mesahabs. "Und dies die Könige, die regierten im Lande Edom" bedeutet die Hauptwahrheiten im Göttlich-Menschlichen des Herrn; "bevor regierte ein König über die Söhne Israels" bedeutet, als noch kein Geistiges, inwendiger natürliches Wahre aufgekommen war; "und es regierte in Edom Bela, der Sohn Beors" bedeutet das erste Wahre; "und der Name seiner Stadt Dinhabah" bedeutet daher die Lehre; "und Bela starb, und es regierte an seiner Statt Jobab, der Sohn Serachs, von Bozrah" bedeutet, was daraus als aus seinem Wesentlichen (hervorging); und dessen Eigentümliches; "und Jobab starb, und es regierte an seiner Statt Chuscham" bedeutet, was daraus (hervorging); "vom Land der Themaniter" bedeutet, woher; "und Chuscham starb, und es regierte an seiner Statt Hadad, der Sohn Bedads" bedeutet, was daraus (hervorging); "der den Midian schlug im Felde Moabs" bedeutet die Reinigung vom Falschen; "und der Name seiner Stadt Avith" bedeutet die Lehren daher; "und Hadad starb, und es regierte an seiner Statt Samlah von Masrekah" bedeutet, was daraus (hervorging), und das Eigentümliche; "und Samlah starb, und es regierte an seiner Statt Saul" bedeutet, was daraus (hervorging); "von Rechoboth am Flusse" bedeutet das Eigentümliche; "und Saul starb, und es regierte an seiner Statt Baal-Chanan, der Sohn Achbors" bedeutet, was daraus (hervorging), und das Eigentümliche; "und Baal-Chanan, der Sohn Achbors, starb, und es regierte an seiner Statt Hadar" bedeutet, was daraus (hervorging); "und der Name seiner Stadt war Pau" bedeutet die Lehre; "und der Name seiner Gattin Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter Mesahabs" bedeutet dessen Gutes. 4651. Vers 40-43: Und dies die Namen der Herzoge Esaus, betreffend ihre Familien, betreffend ihre Orte, in ihren Namen: Herzog Thimnah, Herzog Alvah, Herzog Jetheth. Herzog Oholibamah, Herzog Elah, Herzog Pinon. Herzog Kenas, Herzog Theman, Herzog Mibzar, Herzog Magdiel, Herzog Iram; dies die Herzoge Edoms, betreffend ihre Wohnungen, im Lande ihres Besitztums; Esau aber ist der Vater Edoms. "Und dies die Namen der Herzoge Esaus, betreffend ihre Familien, betreffend ihre Orte, in ihren Namen" bedeutet die Lehren des Guten aus jenen, und deren Entstehungen, Zustände und Eigentümliches; "Herzog Thimnah, Herzog Alvah, Herzog Jetheth. Herzog Oholibamah, Herzog Elah, Herzog Pinon. Herzog Kenas, Herzog Theman, Herzog Mibzar, Herzog Magdiel, Herzog Iram" bedeutet das Eigentümliche jener Lehren; "dies die Herzoge Edoms" bedeutet die vornehmsten Lehren; "betreffend ihre Wohnungen im Lande ihres Besitztums" bedeutet, betreffend Wahres und Gutes; "Esau aber ist der Vater Edoms" bedeutet das göttlich natürlich Gute des Herrn im Göttlich-Menschlichen des Herrn.   Nr. 4652 - 4660 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 37. Kapitel HG 4661 4661. Vor 1. Mose Kapitel 36 wurde die Erklärung dessen fortgesetzt, was der Herr von der letzten Zeit der Kirche vorhergesagt hatte, und dort auch, was das Gleichnis von den zehn Jungfrauen besagt bei Matth.25/1-13. Darauf folgt ein anderes Gleichnis, nämlich das von den Knechten, denen ein über Land reisender Mensch Talente gab, dem einen fünf, dem anderen zwei, und dem dritten einen, mit denen sie Geschäfte machen sollten, und von denen derjenige, der fünf Talente empfangen hatte, durch dieselben weitere fünf gewann, und derjenige, der zwei empfangen hatte, ebenfalls zwei durch sie gewann, und der einen empfangen hatte, dasselbe in der Erde verbarg. Weil dieses Gleichnis beinahe das gleiche in sich schließt wie das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, darf ich mit der Erklärung zum letzten Teil: Matth.25/31-46 übergehen; dasselbe lautet im Buchstaben folgendermaßen: 4662. "Wenn der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit; und es werden versammelt werden vor Ihm alle Völkerschaften, und Er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe scheidet von den Böcken; und zwar wird Er die Schafe stellen zu seiner Rechten, aber die Böcke zur Linken, dann wird der König sagen zu denen zu Seiner Rechten: kommt ihr Gesegneten meines Vaters, besitzet das Reich, das euch bereitet ist von Gründung der Welt an, denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränket; Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt Mich zu euch genommen; nackt, und ihr habt Mich bekleidet; Ich bin krank gewesen, und ihr habt Mich besucht; Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu Mir gekommen; dann werden Ihm antworten die Gerechten, sagend: Herr, wann haben wir Dich gesehen hungrig, und haben Dich gespeist; oder durstig, und getränkt; wann aber haben wir Dich gesehen einen Fremdling, und zu uns genommen; oder nackt, und bekleidet; wann aber haben wir Dich gesehen krank, oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen? Aber antwortend wird der König zu ihnen sagen: Amen, Ich sage euch: soviel ihr getan habt einem dieser meiner kleinsten Brüder, habt ihr Mir getan. Dann wird Er auch sagen denen zur Linken: Gehet weg von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; denn Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir nicht zu essen gegeben, Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich nicht getränket; Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt Mich nicht zu euch genommen; nackt, und ihr habt Mich nicht bekleidet; (krank und im Gefängnis, und ihr habt Mich nicht besucht); dann werden Ihm auch sie antworten, sagend: Herr, wann haben wir Dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Fremdling, oder nackt, oder krank, oder im Gefängnis, und haben Dir nicht gedient? Dann wird Er ihnen antwortend sagen: Amen; Ich sage euch: soviel ihr nicht getan habt einem jener Kleinsten, habt ihr auch nicht Mir getan. Und diese werden hingehen in die ewige Strafe, aber die Gerechten ins ewige Leben. 4663. Wer den inneren Sinn nicht kennt, kann nicht anders meinen, als daß dieses der Herr von einem jüngsten Tag gesagt habe, wo alle im ganzen Weltkreis vor dem Herrn versammelt und dann gerichtet werden sollen; und daß dann beim Gericht ganz so werde verfahren werden, wie es im Buchstaben beschrieben wird: daß Er sie nämlich zur Rechten und Linken stellen, und so zu ihnen sprechen werde. Wer aber den inneren Sinn kennt, und wer aus anderen Stellen im Wort gelernt hat, daß der Herr gar niemand zum ewigen Feuer verurteilt, sondern daß jeder sich selbst verurteilt, d.h. sich in jenes hineinwirft, wie auch wer gelernt hat, daß eines jeden Letztes Gericht ist, wenn er stirbt, der kann einigermaßen wissen, was jene Worte im allgemeinen besagen, und wer die inwendigere Bedeutung der Worte aus dem inneren Sinn und aus der Entsprechung kennt, der kann wissen, was jene Worte im besonderen bezeichnen: daß nämlich ein jeder nach seinem Leben in der Welt den Lohn empfängt im anderen Leben. Die, welche das Seligwerden des Menschen durch den Glauben allein anpreisen, können jene Worte nicht anders erklären, als daß die Werke, von denen der Herr redet, Früchte des Glaubens seien, und daß Er diese nur um der Einfältigen willen erwähnt habe, welche die Geheimnisse nicht kennen; aber gesetzt auch ihre Meinung wäre richtig, so ist jedenfalls klar, daß die Früchte des Glaubens es sind, die den Menschen nach dem Tod glücklich und selig machen. Früchte des Glaubens sind (aber) nichts anderes, als ein Leben nach den Geboten des Glaubens; folglich macht ein Leben denselben gemäß selig, nicht aber ein Glauben ohne Leben; denn der Mensch nimmt nach dem Tode alle seine Lebenszustände mit sich, so daß er gerade so ist, wie er im Leib gewesen war. Wer nämlich im Leibesleben andere im Vergleich mit sich verachtet hatte, verachtet auch im anderen Leben solche neben sich; wer den Nächsten im Leibesleben gehaßt hatte, haßt den Nächsten auch im anderen Leben; wer gegen die Genossen betrügerisch gehandelt hatte im Leibesleben, der handelt auch betrügerisch gegen die Genossen im anderen Leben, und so fort. Jeder behält die Natur, die er im Leibesleben angenommen hatte, im anderen Leben bei; und es ist bekannt, daß die Natur nicht ausgetrieben werden kann, und daß, wenn sie ausgetrieben wird, nichts von Leben übrig bleibt. Daher nun kommt es, daß bloß Werke der Liebtätigkeit vom Herrn erwähnt werden, denn wer in den Werken der Liebtätigkeit ist, oder was gleich, im Leben des Glaubens (steht), der ist fähig, den Glauben anzunehmen, wo nicht im Leibe, so doch im anderen Leben. Hingegen wer nicht in den Werken der Liebtätigkeit ist, oder im Leben des Glaubens, ist keineswegs irgend fähig, den Glauben anzunehmen, weder im Leibe, noch im anderen Leben; denn das Böse stimmt keineswegs mit dem Wahren zusammen, sondern das eine stößt das andere zurück; und wenn diejenigen, die im Bösen sind, Wahres reden, so reden sie es aus dem Mund, und nicht aus dem Herzen, und so sind sie gleichwohl gar weit voneinander entfernt. 4664. Was aber dasjenige, was der Herr dort vom Letzten Gericht, d.h. von dem letzten (Schicksale) eines jeden nach dem Tod redet, im inneren Sinn andeutet, ist zu weitläufig, als daß es vor diesem Kapitel erklärt werden könnte; deshalb wird es, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, vor den folgenden Kapiteln der Ordnung nach erklärt werden.   37. Kapitel 1. Und Jakob wohnte im Lande der Pilgerschaften seines Vaters, im Lande Kanaan. 2. Dies die Geburten Jakobs: Joseph, ein Sohn von siebzehn Jahren, war weidend mit seinen Brüdern die Herde, und er ein Knabe, mit den Söhnen der Bilha, und mit den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters; und Joseph brachte ihr böses Gerücht zu ihrem Vater. 3. Und Israel hatte den Joseph lieber, als alle seine Söhne, weil er der Sohn seiner Greisenjahre, und er machte ihm einen buntfarbigen Rock. 4. Da seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte, als alle seine Brüder, haßten sie ihn, und konnten nicht mit ihm reden zum Frieden. 5. Und Joseph träumte einen Traum, und sagte ihn seinen Brüdern an; und sie haßten ihn darum noch mehr. 6. Und er sprach zu ihnen: hört doch diesen Traum, den ich geträumt habe. 7. Und siehe, wir banden Garben inmitten des Feldes, und siehe, meine Garbe stand auf, und blieb auch stehen, und siehe rings herum waren eure Garben, und bückten sich vor meiner Garbe. 8. Da sagten zu ihm seine Brüder: wirst du regieren, ja regieren über uns? solltest du herrschen, ja herrschen über uns? Und sie haßten ihn noch mehr ob seinen Träumen und ob seinen Worten. 9. Und er träumte noch einen anderen Traum, und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach: siehe, ich habe noch einen Traum geträumt, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne bückten sich vor mir. 10. Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern. Da schalt ihn sein Vater, und sprach zu ihm: was ist das für ein Traum, den du geträumt hast? werden wir kommen, ja kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde? 11. Und es beneideten ihn seine Brüder, und sein Vater bewahrte das Wort. 12. Und seine Brüder gingen zu weiden die Herde ihres Vaters in Schechem. 13. Da sprach Israel zu Joseph: sind nicht deine Brüder weidend in Schechem? gehe, und ich will dich zu ihnen senden; und er sprach zu ihm: siehe, da bin ich. 14. Und er sprach zu ihm: gehe doch und siehe nach dem Frieden (d.h. Befinden) deiner Brüder, und nach dem Frieden der Herde, und bringe mir zurück das Wort; und er sandte ihn aus dem Tale Chebrons, und er kam gen Schechem. 15. Da fand ihn ein Mann, und siehe, er ging irre im Felde; und es fragte ihn der Mann sprechend: was suchst du? 16. Und er sprach: meine Brüder suche ich, zeige mir doch an, wo sie weiden. 17. Und der Mann sprach: weggezogen sind sie von da, denn ich habe gehört, wie sie sagten: laßt uns gehen gen Dothan; da ging Joseph seinen Brüdern nach, und fand sie in Dothan. 18. Und sie sahen ihn von ferne, und ehe er nahe zu ihnen kam, da machten sie gegen ihn den Anschlag, ihn zu töten. 19. Und sagten ein jeder zu seinem Bruder, siehe, der Herr der Träume kommt. 20. Und nun, wohlan, laßt uns ihn erwürgen, und ihn in eine der Gruben werfen, und sagen: ein böses Wild hat ihn gefressen, und wir wollen sehen, was seine Träume sein werden. 21. Da es Ruben hörte, entriß er ihn aus ihrer Hand, und sprach: wir wollen ihn nicht schlagen an seinem Leben. 22. Und Ruben sprach zu ihnen: vergießet nicht Blut, werfet ihn in jene Grube, die in der Wüste, und legt die Hand nicht an ihn; darum, daß er ihn entreißen wollte aus ihrer Hand, ihn zurückzubringen zu seinem Vater. 23. Und es geschah, als Joseph kam zu seinen Brüdern, da entkleideten sie Joseph seines Rockes, des buntfarbigen Rockes, den er trug. 24. Und sie nahmen ihn und warfen ihn in die Grube, und die Grube war leer, kein Wasser darin. 25. Und sie setzten sich, das Brot zu essen, und hoben ihre Augen auf und sahen, und siehe, ein Wanderzug (Karawane) von Jischmaelitern kam aus Gilead, und ihre Kamele trugen Gewürze, und Harz und Stakte (Cadanum), es zu bringen nach Ägypten. 26. Und Jehudah sprach zu seinen Brüdern: was Gewinn ist es, daß wir erwürgen unseren Bruder, und verheimlichen sein Blut? 27. Wohlan, laßt uns ihn verkaufen den Jischmaelitern, und unsere Hand sei nicht an ihm, denn er ist unser Bruder, unser Fleisch; und es gehorchten seine Brüder. 28. Und es gingen vorüber die Männer, die midianitischen Handelsleute; da zogen sie heraus und ließen heraufkommen Joseph aus der Grube, und verkauften Joseph den Jischmaelitern um zwanzig Silberlinge; und diese brachten Joseph nach Ägypten. 29. Und Ruben kam wieder zu der Grube, und siehe, Joseph war nicht in der Grube; da zerriß er seine Kleider. 30. Und kam wieder zu seinen Brüdern, und sprach: Der Knabe ist nicht mehr, und ich, wohin komme ich? 31. Und sie nahmen den Rock Josephs, und schlachteten einen Ziegenbock, und tauchten den Rock in das Blut. 32. Und schickten den buntfarbigen Rock, und brachten ihn zu ihrem Vater, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, erkenne doch, ob dies der Rock deines Sohnes ist, oder nicht. 33. Und er erkannte ihn, und sprach: Der Rock meines Sohnes (ist es)! ein böses Wild hat ihn gefressen, zerrissen, ja zerrissen ist Joseph. 34. Und Jakob zerriß seine Kleider, und legte einen Sack an seine Lenden, und trauerte ob seinem Sohne viele Tage. 35. Da standen alle seine Söhne auf, und alle seine Töchter, ihn zu trösten, und er weigerte sich, sich trösten zu lassen, und sprach: ich werde hinabgehen zu meinem Sohne trauernd ins Grab; und es beweinte ihn sein Vater. 36. Und die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten an Potiphar, dem Kämmerer Pharaos, dem Obersten der Trabanten.   Inhalt 4665. In diesem Kapitel ist im inneren Sinn die Rede von den göttlichen Wahrheiten, die vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehen, daß sie nämlich im Verlauf der Zeit in der Kirche verworfen wurden, und zuletzt an deren Statt Falsches angenommen ward. Im besonderen ist die Rede von denen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben (stehen), daß sie nämlich gegen das Göttlich-Menschliche des Herrn sind.   Innerer Sinn 4666. Vers 1-3: Und Jakob wohnte im Lande der Pilgerschaften seines Vaters, im Lande Kanaan. Dies die Geburten Jakobs: Joseph, ein Sohn von siebzehn Jahren, war weidend mit seinen Brüdern die Herde, und er ein Knabe, mit den Söhnen der Bilha, und mit den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters; und Joseph brachte ihr böses Gerücht zu ihrem Vater. Und Israel hatte den Joseph lieber, als alle seine Söhne, weil er der Sohn seiner Greisenjahre, und er machte ihm einen buntfarbigen Rock. "Und Jakob wohnte im Lande der Pilgerschaften seines Vaters, im Lande Kanaan" bedeutet das göttlich Natürliche des Herrn, das übereinstimmend unter dem göttlich vernünftig Guten sich befindet. "dies die Geburten Jakobs" bedeutet das was folgt; "Joseph" bedeutet das göttlich-menschlich Geistige des Herrn; "ein Sohn von siebzehn Jahren" bedeutet den Zustand desselben; "war weidend mit seinen Brüdern die Herde" bedeutet, daß er unter denen war, die im Glauben waren und lehrten; "und er ein Knabe" bedeutet zuerst; "mit den Söhnen der Bilha, und mit den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters" bedeutet, er sei von ihnen verworfen worden; "und Joseph brachte ihr böses Gerücht zu ihrem Vater" bedeutet, daß von ihm aus zur Erscheinung kam, wie beschaffen sie waren, "und Israel hatte den Joseph lieber, als alle seine Söhne" bedeutet die Verbindung des geistig Göttlichen des Vernünftigen mit dem geistig Göttlichen des Natürlichen; "weil er der Sohn seiner Greisenjahre" bedeutet sein Leben in demselben; "und er machte ihm einen buntfarbigen Rock" bedeutet die Scheinbarkeiten des Wahren daher, durch die das Geistige des Natürlichen erkannt und unterschieden wird. 4667. "Und Jakob wohnte im Lande der Pilgerschaften seines Vaters, im Lande Kanaan", 1. Mose 37/1, bedeutet das göttlich Natürliche des Herrn, das in Übereinstimmung unter dem göttlich vernünftig Guten sich befindet. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, sofern es ist leben, wovon Nr. 1293, 3384, 3613, 4431; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn ist, wovon Nr. 3305, 3509, 3525, 3544, 3576, 3599, 3775, 4234, 4009, 4286, 4538, 4570; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, der hier der Vater ist, sofern er ist das göttlich Vernünftige des Herrn in Ansehung des Guten, wovon Nr. 1893, 2066, 2630, 3012, 3194, 3210; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, wovon Nr. 3038, 3705. Daher nun kommt es, daß "Jakob wohnte im Lande der Pilgerschaften seines Vaters, im Lande Kanaan" bedeutet, das göttlich Natürliche des Herrn lebte beisammen oder in Übereinstimmung unter dem göttlich vernünftig Guten, im Göttlich-Menschlichen. Früher, 1. Mose 35/22-26, war davon die Rede, daß im Natürlichen des Herrn nun alles göttlich war; man sehe Nr. 4602-4610, und in den folgenden Versen, 1. Mose 35/27-29, von der Verbindung des göttlich Natürlichen des Herrn mit Seinem göttlich Vernünftigen, man sehe Nr. 4611-4619; hier nun ist der Schluß, daß nämlich das göttlich Natürliche unter dem göttlich vernünftig Guten ein übereinstimmendes Leben führte. "Unter dem göttlich vernünftig Guten" wird gesagt, weil das Natürliche unter ihm lebt; denn das Vernünftige ist das Obere oder Inwendigere, oder nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch zu reden, es ist das Frühere, das Natürliche aber das Untere oder Auswendigere, folglich das Spätere, somit dieses jenem untergeordnet. Ja wenn beide übereinstimmen, so ist das Natürliche nichts anderes als das Allgemeine des Vernünftigen; denn alles, was das Natürliche hat, ist dann nicht sein eigen, sondern es gehört dem Vernünftigen an. Der Unterschied ist nur ein solcher, wie er zwischen den Besonderheiten und deren Allgemeinem, oder wie er zwischen den Einzelheiten und deren Form stattfindet, in der die Einzelheiten als ein Ganzes erscheinen. Die Gebildeten wissen, daß der Zweck alles in der Ursache, und daß die Ursache alles (d.i. das Wesentliche) in der Wirkung ist, so daß die Ursache ein formierter Zweck, und die Wirkung eine formierte Ursache ist, und daß daher die Wirkung ganz verloren geht, wenn man die Ursache wegnimmt, und die Ursache ganz verloren geht, wenn man den Zweck wegnimmt, und daß überdies die Ursache unter dem Zweck steht und die Wirkung unter der Ursache. Ebenso verhält es sich mit dem Natürlichen und dem Vernünftigen. 4668. "Dies die Geburten Jakobs", 1. Mose 37/2, bedeutet das, was folgt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geburten, sofern es die Abstammungen der kirchlichen Dinge sind, nämlich des Wahren vom Guten, oder des Glaubens von der Liebe, denn keine andere Geburten werden im inneren Sinn des Wortes gemeint. Von diesen ist auch im Folgenden die Rede. Daher wird gesagt, die Geburten Jakobs seien das, was folgt. Daß solches durch die Geburten bezeichnet wird, geht auch daraus hervor, daß im Folgenden keine genealogischen Geburten erwähnt werden, denn es ist die Rede von Joseph, seinen Träumen, und den Anschlägen seiner Brüder gegen ihn, und zuletzt von seiner Wegführung nach Ägypten. Daß die Geburten die Fortentwicklungen solcher Dinge bezeichnen, sehe man Nr. 1145, 1255, 1330, 3263, 3279, 3860, 3868, 4070. 4669. "Joseph", 1. Mose 37/2, bedeutet das göttlich-menschlich Geistige des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen ist, wovon Nr. 3969. Daß der Herr durch Joseph vorgebildet wird, ist in der Kirche bekannt, denn wenn man vom himmlischen Joseph spricht, so wird kein anderer gemeint, aber welches den Herrn Betreffende Joseph vorbildet, ist nicht so bekannt. Es ist nämlich das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende göttlich Geistige. Das göttlich Geistige, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, ist das göttlich Wahre, das von Ihm im Himmel und in der Kirche ist. Das Geistige ist in seinem Wesen nichts anderes. Das göttlich Geistige oder göttlich Wahre ist auch dasjenige, was das Königliche des Herrn genannt wird, und was auch bezeichnet wird durch Christus oder Messias; man sehe Nr. 2015 E, 3009, 3670; und weil es so, wurde Joseph wie ein König in Ägypten, und zwar deswegen, damit er das, was zum Königtum des Herrn gehört, alsdann vorbilden konnte. 4670. "Ein Sohn von siebzehn Jahren", 1. Mose 37/2, bedeutet seinen Zustand. Dies erhellt aus den Jahren der Lebensalter derjenigen, die im Wort erwähnt werden, sofern sie ebenso Sachen und Zustände bedeuten, wie die übrigen Zahlen. Daß alle Zahlen im Wort Sachen und Zustände bedeuten, sehe man Nr. 575, 647, 648, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495; und auch die Jahre Nr. 487, 488, 493, 893. Es scheint zwar, als ob die Zahlen der Jahre oder die Lebensjahre nichts anderes bedeuteten, weil in denselben gleichsam mehr etwas Historisches liegt, als in den übrigen Zahlen, daß aber doch auch sie Sachen und Zustände bedeuten, erhellt aus demjenigen, was 1. Mose Kapitel 5 erklärt wurde, und aus dem, was über das Alter Abrahams, 1. Mose 17/1 und 25/7, und über das Jischaks 1. Mose 35/28 gesagt wurde; und außerdem daraus, daß nirgends im Wort etwas Historisches sich findet, das nicht etwas Himmlisches in sich schließt, in das es auch verwandelt wird, wenn es vom Denken des Menschen, der es liebt, zu den bei ihm befindlichen Engeln, und durch die Engel zum Himmel übergeht, wo aus einem jeden historischen Bestandteil des Wortes ein geistiger Sinn wird. Was aber das siebzehnjährige Alter Josephs bezeichnet, kann aus der Bedeutung jener Zahl anderwärts erhellen, daß sie nämlich den Anfang bezeichnet, hier den Anfang der Vorbildung durch Joseph; daß es den Anfang und das Neue bezeichnet, sehe man Nr. 755, 853; und außerdem enthält jene Zahl im allgemeinen und wie im Keime alles, was durch Joseph vorgebildet wird; denn sieben bedeutet das Heilige, und zehn die Überreste. Daß sieben im Wort eine Heiligkeit beifügt, sehe man Nr. 881, und daß zehn die Überreste sind: Nr. 576, 1906, 2284. Daß die Überreste beim Herrn göttlich und Sein Eigen waren, durch die Er das menschliche Wesen dem Göttlichen vereinigte: Nr. 1906. 4671. "War weidend mit seinen Brüdern die Herde", 1. Mose 37/2, bedeutet, daß er unter denen war, die im Glauben waren und lehrten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Herde weiden", sofern es heißt lehren, insbesondere aus den Glaubenslehren, diejenigen, die in der Kirche sind. Daß einer, der die Herde weidet, oder ein Hirte ein solcher ist, der lehrt, sehe man Nr. 343, 3772, 3795, hier, daß er unter denen war, die lehrten, weil gesagt wird "weidend mit den Brüdern"; denn seine Brüder bilden in diesem Kapitel die Kirche vor, die von der Liebtätigkeit zum Glauben, und zuletzt zum getrennten Glauben, und so zu Falschem ablenkt, wie im Folgenden klar werden wird. 4672. "Und er ein Knabe", 1. Mose 37/2, bedeutet, zuerst. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knaben, wenn er von einer neuen Kirche gesagt wird, sofern er das erste ist, oder deren erster Zustand; denn die Kirche verhält sich wie ein Kind, wie ein Knabe, wie ein Mann und endlich wie ein Greis; denn sie durchläuft ihre Altersstufen wie ein Mensch. Die Kirche ist auch im allgemeinen wie ein Mensch und wird auch so genannt. In der Kirche, die dem Alter nach Knabe heißt, und die von der Art ist, daß sie schnell abweicht, ist der Herr auch zuerst gegenwärtig, sowohl bei denen, die lehren, als bei denen, die lernen; aber nachher wird Er von ihnen entfremdet, was ebenfalls durch Joseph vorgebildet wird, sofern er von seinen Brüdern in eine Grube geworfen und verkauft wurde. Bei einer jeden Kirche, die mit dem Glauben anfängt, geht es so; anders aber bei der Kirche, die mit der Liebtätigkeit anfängt. Die mit dem Glauben anfängt, hat keinen anderen Wegweiser als den Verstand, und der Verstand das, was dem Menschen anererbt ist, nämlich die Selbst- und Weltliebe. Diese beiden Liebestriebe bereden den Verstand, daß er Beweisgründe aus dem Wort zusammensucht, und die nicht beweisenden Stellen (zu ihren Gunsten) auslegt; anders die Kirche, die mit der Liebtätigkeit anfängt; diese hat zum Wegweiser das Gute, und im Guten den Herrn, denn zwischen dem Herrn und dem Glauben vermittelt das Gute, das der Liebtätigkeit und der Liebe angehört. Ohne dieses Vermittelnde gibt es keine geistige Gemeinschaft, ein Einfluß findet ohne eine Vermittlung nicht statt. Das Böse, wenn es anstatt des Guten da ist, vertreibt den Herrn, und verwirft oder verkehrt alles, was sich auf den Herrn bezieht, somit alles, was dem Glauben angehört; denn der Glaube kommt von Ihm durch das Gute. 4673. "Mit den Söhnen der Bilha, und mit den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters", 1. Mose 37/2, bedeutet, er sei von ihnen verworfen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne der Bilha, und der Söhne der Silpa, sofern sie auswendigere oder niedrigere Neigungen zum Wahren bezeichnen, die zu Mitteln dienen, wovon Nr. 3849, 3931; mit den Söhnen der Bilha und mit den Söhnen der Silpa bedeutet somit das göttlich Wahre, das Joseph ist, sei zu niedrigeren Dingen, die beziehungsweise Dienstleistungen sind, verwiesen worden. Dann wird gesagt, das göttlich Wahre sei zu niedrigeren Dingen verwiesen, wenn der Glaube der Liebtätigkeit vorgezogen, oder wenn er in den Herzen das Vorangehende wird, und die Liebtätigkeit hintangesetzt und in den Herzen das Nachfolgende wird; denn alles göttlich Wahre kommt vom göttlich Guten; von diesem geht es aus. Wenn es nicht ebenso beim Menschen ist, so ist er nicht im Herrn. Dieses göttlich Wahre ist eben das Heilige des Geistes, das vom Herrn ausgeht, und der Paraklet und der Geist der Wahrheit genannt wird: Joh.14/16,17. 4674. "Und Joseph brachte ihr böses Gerücht zu ihrem Vater", 1. Mose 37/2, bedeutet, daß von ihm aus zur Erscheinung kam, wie beschaffen sie waren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre bezeichnet, das vom Herrn kommt, wovon Nr. 4286, 4675; aus der Bedeutung des Vaters, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 3703, 3704, hier das Gute der Alten Kirche, die durch Jakob vorgebildet wird, wie man am Ende dieses Kapitels sehen wird, und aus der Bedeutung des bösen Gerüchts, sofern es die Fehler und Untugenden bezeichnet, die diejenigen haben, die durch die Brüder Josephs bezeichnet werden; und das sind diejenigen Angehörigen der Kirche, die vom Guten und Wahren abkommen, wie Nr. 4671 gesagt wurde. Hieraus wird klar, was durch jene Worte im nächsten inneren Sinn bezeichnet wird, daß nämlich die durch die Brüder Josephs bezeichneten Fehler und Untugenden ans Tageslicht oder zur Erscheinung kommen vom göttlich Wahren aus, wenn man sie vom Standpunkt des Guten der Alten Kirche aus betrachtet, oder was gleich, daß von demselben aus zur Erscheinung kam wie beschaffen sie waren. Damit verhält es sich so: das Falsche und Böse der Kirche, d.h. derjenigen, die in der Kirche sind, wird denjenigen nicht sichtbar, die in demselben sind, denn aus Falschem heraus sieht man das Falsche nicht, und Böses nicht vom Bösen aus, denn die Grundsätze des Falschen stellen die Wahrheiten ganz in Schatten, und das Leben des Bösen löscht sie aus. Beide, nämlich die Grundsätze des Falschen und das Leben des Bösen, führen den Anschein herbei, als ob Falsches wahr und Wahres falsch, und als ob das Gute bös und das Böse gut wäre; daß es so ist, geht aus vielfältiger Erfahrung augenscheinlich hervor. Dagegen erscheint die Kirche oder die Angehörigen der Kirche im Himmel ganz anders, denn im Himmel ist das göttlich Wahre vom Herrn, und das göttlich Wahre dort ist das Licht; in diesem Licht erscheinen sie, wie beschaffen sie sind; denn ein jeder Mensch ist seiner Seele oder seinem Geiste nach in einer Gesellschaft entweder von Engeln oder von Teufeln. Sein Denken ist dort, aber seine Rede und Handlungen sind unter Menschen in ihren Genossenschaften. Wie es sich damit weiter verhält, daß nämlich die in der Kirche Befindlichen vom göttlich Wahren aus oder im göttlichen Licht erscheinen, wie beschaffen sie sind, kann aus Folgendem erhellen: Böse Geister, die eben erst aus der Welt ankommen, machen sich, ehe sie sich in die Hölle stürzen, vor den übrigen Hoffnung, in den Himmel aufgenommen zu werden, indem sie glauben, es sei nur eine Aufnahme, und ein jeder, möge er beschaffen sein wie er wolle, könne aus Gnaden in den Himmel eingelassen werden. Aber zuweilen wird ihnen gesagt, daß der Himmel vom Herrn niemanden verweigert werde, und daß sie Zugang finden, wenn sie dort sein könnten; und wirklich werden einige von ihnen in die ersten Gesellschaften, die im Vorhof zum Himmel sind, erhoben; aber wenn sie dahin kommen, fangen sie an Bangigkeit zu fühlen, und beinahe erstickt zu werden, indem so das Leben ihres Denkens und Willens Not leidet. Das Leben des Denkens infolge der Grundsätze des Falschen, und das Leben des Willens infolge des bösen Lebens in der Welt; und wenn sie im Licht dort sich selber betrachten, erscheinen sie sich als Teufel, einige wie Leichname, einige als Ungeheuer, deshalb stürzen sie sich über Hals und Kopf aus jener Gesellschaft weg, und vom Lichte dort in einen höllischen Dunst, wo sie ihren früheren Atem wieder bekommen, und wo sie sich aus Phantasie als nicht böse Geister erscheinen. Auf diese Weise erkennen sie, wie beschaffen sie sind. Hieraus wird nun offenbar, wie es gemeint ist, daß sie von ihm, nämlich vom göttlich Wahren aus, erscheinen wie beschaffen sie sind. 4675. "Und Israel hatte den Joseph lieber, als alle seine Söhne", 1. Mose 37/3, bedeutet die Verbindung des göttlich Geistigen des Vernünftigen mit dem göttlich Geistigen des Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs als Israel, sofern er das göttlich Geistige des Natürlichen, oder das Himmlische des Geistigen aus dem Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4592; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Geistige des Vernünftigen oder das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4592; und aus der Bedeutung von lieben, sofern es heißt verbunden werden, denn die Liebe ist geistige Verbindung. Hieraus wird klar, daß durch "Israel hatte den Joseph lieb", die Verbindung des göttlich Geistigen des Vernünftigen mit dem göttlich Geistigen des Natürlichen bezeichnet wird. Weil hier von dieser Verbindung die Rede ist, wird Jakob hier nicht Jakob genannt, wie im 1. und 2. Vers, sondern Israel. Schon aus dem Namenwechsel kann man schließen, daß hier im inneren Sinn ein Geheimnis enthalten ist. Wie es aber mit jener Verbindung, nämlich des göttlich Geistigen des Vernünftigen mit dem göttlich Geistigen des Natürlichen sich verhält, kann noch nicht erklärt werden, weil davon nicht in diesem Kapitel, sondern in den folgenden Kapiteln die Rede ist, worin jenes Geheimnis, soweit es möglich ist, erklärt werden soll. Hier nur soviel, daß das Geistige sowohl vom Vernünftigen als vom Natürlichen gesagt wird; denn das Geistige ist das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, und das, wenn es im Vernünftigen oder im inwendigen Menschen leuchtet, das Geistige des Vernünftigen heißt, und wenn es von daher im Natürlichen oder im äußeren Menschen leuchtet, das Geistige des Natürlichen heißt. 4676. "Weil er der Sohn seiner Greisenjahre", 1. Mose 37/3, bedeutet sein Leben in demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Greisenalters, sofern es das Ausziehen des vorigen Zustandes und das Anziehen eines neuen Zustandes ist. Dann auch, sofern es das Neue des Lebens bezeichnet, wovon Nr. 3492, 4620; denn Greisenalter bedeutet im inneren Sinn nicht Greisenalter, weil der inwendige Mensch oder der Geist des Menschen nicht weiß, was Greisenalter ist, sondern wie der Leib oder der äußere Mensch altert, so geht jener in das Neue des Lebens (d.i. in eine neue Phase des Lebens) über. Der Geist des Menschen nimmt an Vollkommenheit zu, während sein leibliches Wesen abnimmt; und das in höherem Maß im anderen Leben. Die dort im Himmel sind, werden fort und fort in ein vollkommeneres Leben geführt vom Herrn, und zuletzt in ein blühendes Jugendleben; so auch die, welche in einem hohen Greisenalter gestorben sind. Hieraus kann erhellen, daß durch das Greisenalter im inneren Sinn Leben bezeichnet wird. Was durch "sein Leben in ihm" verstanden wird, ist Nr. 4667 erklärt worden. Es wurde gesagt, der Geist des Menschen oder der inwendige Mensch wisse nicht, was Greisenalter ist, und doch wurde früher gesagt, daß jener es sei, der im Leib denke, und daß aus ihm der Leib das Leben habe. Daß aber dieses sein Denken dem Leib nicht mitgeteilt werden kann, wodurch der Mensch wissen könnte, daß er nach dem Tod lebe, kommt daher, weil, solange sein Geist im Leibe bleibt, derselbe nicht anders denken kann als aus den Grundsätzen (Prinzipien), die sein natürlicher Mensch angenommen hatte, und wenn man den Grundsatz und die Überzeugung hat, daß bloß der Leib lebe, und wenn dieser stirbt, auch das Ganze des Menschen sterbe, dann wird der Einfluß jenes Gegenstandes nicht aufgenommen. Aber doch äußert sich der Einfluß dadurch, daß die meisten um ihr Begräbnis und um die Lobreden nach dem Tod, und einige um ihren Nachruhm (famum) alsdann besorgt sind, weswegen sie sich auch prächtige Grabmäler errichten, damit ihr Andenken nicht verlorengehen möchte. In solches verwandelt sich der Einfluß aus dem Himmel in Beziehung auf die Fortdauer des Lebens bei denjenigen, die sonst nichts in betreff desselben glauben; denn ohne jenen Einfluß würden sie sich um das Andenken an sie, nachdem sie gestorben sind, ganz und gar nichts bekümmern. 4677. "Und er machte ihm einen buntfarbigen Rock", 1. Mose 37/3, bedeutet die Scheinbarkeiten des Wahren daher, durch die das Geistige des Natürlichen erkannt und unterschieden wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rocks, sofern er ist das Wahre des Natürlichen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von verschiedenen Farben, sofern sie die Scheinbarkeiten des Wahren bezeichnen, durch die das Geistige des Natürlichen erkannt und unterschieden wird. Daß dieses durch die verschiedenen Farben bezeichnet wird, kann niemand erkennen, als der, welcher weiß, daß Farben im anderen Leben ebenso erscheinen wie in der Welt, und zwar Farben, die an Schönheit und Mannigfaltigkeit diese weit übertreffen, und der weiß, woher jene Farben kommen: die Farben im anderen Leben entstehen aus der verschiedenen Gestaltung des Lichtes daselbst, und sind sozusagen Modifikationen der Einsicht und Weisheit; denn das Licht, das dort erscheint, kommt aus dem göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, oder es ist das göttlich Geistige von Ihm, oder, was gleich, es ist die göttliche Einsicht und Weisheit; diese erscheint als Licht vor den Augen der Engel und Geister. Hieraus wird klar, was durch die Farben aus jenem Licht bezeichnet wird, nämlich die Qualitäten des Wahren, somit die Scheinbarkeiten desselben, und daß sie aus den Neigungen zum Guten und Wahren erscheinen. Über die Farben im anderen Leben sehe man Nr. 1042, 1043, 1053, 1624, 3993, 4530. Daß der Rock das Wahre des Natürlichen bezeichnet, wurde früher, Nr. 3301 gesagt. Weil es aber dort nicht nachgewiesen wurde, möge es hier aus anderen Stellen im Wort begründet werden: Weil Könige in der jüdischen Kirche den Herrn in Ansehung des göttlich Geistigen oder des göttlich Wahren vorbildeten, Nr. 2015, 2069, 3009, 3670, deswegen wurden ihre Töchter mit buntfarbigen Röcken bekleidet, denn durch Töchter wurden die Neigungen zum Guten und Wahren und daher die Kirchen bezeichnet: Nr. 2362, 3963; davon ist die Rede im 2.Buch Sam.13/18: "Es trug Thamar, die Tochter, einen Rock von bunten Farben, denn die Töchter des Königs als Jungfrauen waren mit solchen Oberröcken bekleidet". Und weil die Hohenpriester den Herrn in Ansehung des himmlisch Göttlichen oder des göttlich Guten vorbildeten, deswegen wurde Aharon mit Kleidern angetan, die das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten des Herrn hervorgeht, vorbildeten; denn das göttlich Gute ist im Herrn, aber das göttlich Wahre geht von Ihm aus. Eben dieses wurde durch die Kleider vorgebildet, wie denn auch, als der Herr vor Petrus, Jakobus und Johannes verklärt wurde, das göttlich Gute als Sonne erschien, und das göttlich Wahre durch Kleider dargestellt wurde, die wie das Licht erschienen: Matth.17/2. Von den Kleidern, womit Aharon und seine Söhne angetan wurden, heißt es 2. Mose 28/39,40: "Dem Aharon sollst du machen einen Rock von Baumwolle, einen Turban von Baumwolle, und einen Gürtel sollst du machen, ein Werk von Stickerei; und den Söhnen Aharons sollst du Röcke machen, und sollst ihnen Gürtel machen, und sollst ihnen Tiaren machen zur Herrlichkeit und zur Zierde": dieses bezeichnete im einzelnen das, was dem göttlich Wahren vom göttlich Guten des Herrn angehört, der Rock von Baumwolle das göttlich Geistige im besonderen;. 2. Mose 29/5,8; 40/14: "Du sollst die Kleider nehmen, und dem Aharon antun den Rock, und den Oberrock des Ephod, und das Ephod, und das Brustschildlein, und sollst ihn umgürten mit dem Gürtel des Ephod; hernach sollst du seine Söhne herzunahen lassen, und sie mit Röcken antun": was dieses im einzelnen bedeutet, wird aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn da gesagt werden, wo davon gehandelt werden soll. Daß die Kleider im allgemeinen Wahrheiten sind, sehe man Nr. 297, 1073, 2576, 4545. Die Propheten waren ebenfalls mit Röcken angetan, aber mit Röcken von Haar, weil durch die Propheten der Herr in Ansehung der Wahrheiten der Lehre vorgebildet wurde; und weil diese dem natürlichen oder äußeren Menschen angehören, hatten sie Röcke von Haar, denn das Haar bedeutet das Natürliche, man sehe Nr. 3301. Daß der Rock das göttlich Wahre vom Herrn bedeutet, geht noch deutlicher hervor aus jenen Stellen, wo der Rock im Neuen Testament genannt wird: Joh.19/23,24: "Die Kriegsknechte nahmen Seine Kleider, und machten vier Teile, für einen jeden Kriegsknecht einen Teil, und den Rock; es war aber der Rock ungenäht, von obenher gewirket durch und durch; daher sagten sie zueinander: laßt uns ihn nicht zerteilen; auf daß die Schrift erfüllet würde, die da spricht: geteilt haben sie Meine Kleider für sich selbst, und über Meinen Rock das Los geworfen". Wer dies liest, meint, es liege kein weiteres Geheimnis darin, als daß die Kleider unter die Kriegsknechte geteilt, und daß über den Rock das Los geworfen worden sei, während doch das einzelne göttliche Dinge vorbildete und bezeichnete nämlich sowohl, daß die Kleider in vier Teile geteilt, als auch, daß der Rock nicht geteilt, sondern das Los über ihn geworfen wurde, hauptsächlich, daß der Rock ungenäht, und von oben durch und durch gewirkt war; denn durch diesen Rock wurde das göttlich Wahre des Herrn bezeichnet und vorgebildet, weil es ein einziges (ungeteilt) und aus dem göttlich Guten ist. Das gleiche wurde durch den Rock Aharons bezeichnet, der gewoben oder ein Werk des Webers war, wie 2. Mose 39/27 erhellt: "Sie machten Röcke von Baumwolle, ein Werk des Webers für Aharon und seine Söhne"; und es wurde auch (dadurch) vorgebildet, daß der Herr nicht geduldet habe, daß das göttlich Wahre in Teile zertrennt würde, wie dies mit den untergeordneten Wahrheiten der Kirche von den Juden geschah. Weil das göttlich Wahre ein einziges ist, nämlich das aus dem göttlich Guten, darum wurde auch den zwölf Jüngern, als sie gesandt wurden, das Evangelium des Reichs zu predigen, befohlen, sie sollten nicht zwei Röcke haben, davon es bei Luk.9/2,3 heißt: "Jesus sandte die zwölf Jünger, zu predigen das Reich Gottes; und sprach zu ihnen: nehmet nichts auf den Weg, weder Stäbe, noch eine Tasche, noch Brot, noch Silber, auch soll einer nicht zwei Röcke haben". Mark.6/8,9: "Er gebot ihnen, daß sie nichts nehmen sollten auf den Weg, denn nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Erz im Gürtel, sondern angetan mit Schuhen; auch sollt ihr nicht angetan sein mit zwei Röcken". Matth.10/9,10: "Ihr sollt nicht besitzen Gold, noch Silber, noch Erz in euren Gürteln, und keine Tasche auf dem Weg, auch nicht zwei Röcke, noch Schuhe, noch Stäbe": das einzelne hier sind Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge des Reiches des Herrn, das zu predigen sie gesandt wurden. Daß sie kein Gold, Silber, Erz, keine Tasche, kein Brot mit sich nehmen sollten, hatte den Grund, weil dasselbe Gutes und Wahres, das vom Herrn allein ist, bezeichnete; Gold nämlich das Gute: Nr. 113, 1551, 1552; Silber aber das Wahre daher: Nr. 1551, 2954; Erz das natürlich Gute: Nr. 425, 1551; Brot das Gute der Liebe oder das Himmlische: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3478, 3735, 4211, 4217; der Rock aber und der Schuh bezeichneten die Wahrheiten, womit sie angetan werden sollten, und der Stab die Macht des Wahren aus dem Guten. Daß der Stab diese Macht ist, sehe man Nr. 4013, 4015; daß der Schuh das unterste Natürliche ist: Nr. 1748, hier in Ansehung des Wahren; der Rock ist das inwendigere natürlich Wahre; weil dieses nicht zweifach, sondern einzig sein soll, wurde ihnen verboten, zwei Stäbe, zwei Paar Schuhe und zwei Röcke zu haben. Diese Geheimnisse liegen in jenem Gebote des Herrn; und man kann sie eben nur aus dem inneren Sinn erkennen. Alles und jedes, was der Herr geredet hat, waren Vorbilder von göttlichen Dingen, folglich von himmlischen und geistigen Dingen Seines Reiches, und so der Fassungskraft der Menschen und zugleich dem Verstand der Geister und Engel angepaßt. Deswegen hat das, was der Herr geredet hat, den ganzen Himmel erfüllt und erfüllt ihn noch. Hieraus wird auch klar, wie förderlich und wichtig es ist, daß man den inneren Sinn des Wortes kenne; denn ohne denselben kann jeder aus dem Worte jede beliebige Lehrmeinung begründen, und weil das Wort denjenigen, die im Bösen sind, von solcher Art erscheint, verspotten sie das Wort, und glauben nichts weniger, als daß es göttlich sei. 4678. Vers 4-11: Da seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte, als alle seine Brüder, haßten sie ihn, und konnten nicht mit ihm reden zum Frieden. Und Joseph träumte einen Traum, und sagte ihn seinen Brüdern an; und sie haßten ihn darum noch mehr; und er sprach zu ihnen: hört doch diesen Traum, den ich geträumt habe. Und siehe, wir banden Garben inmitten des Feldes, und siehe, meine Garbe stand auf, und blieb auch stehen, und siehe rings herum waren eure Garben, und bückten sich vor meiner Garbe. Da sagten zu ihm seine Brüder: wirst du regieren, ja regieren über uns? solltest du herrschen, ja herrschen über uns? Und sie haßten ihn noch mehr ob seinen Träumen und ob seinen Worten. Und er träumte noch einen anderen Traum, und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach: siehe, ich habe noch einen Traum geträumt, und siehe, die Sonne und der Mond, und elf Sterne bückten sich vor mir. Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern. Da schalt ihn sein Vater, und sprach zu ihm: was ist das für ein Traum, den du geträumt hast? werden wir kommen, ja kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde? Und es beneideten ihn seine Brüder, und sein Vater bewahrte das Wort. "Da seine Brüder sahen" bedeutet das, was dem Glauben angehört; im nächsten Sinn Jakobs Nachkommen; "daß ihn ihr Vater lieber hatte, als alle seine Brüder" bedeutet verbunden mit dem göttlich Natürlichen; im nächsten Sinn mit der Alten Kirche, die der Vater ist; "haßten sie ihn, und konnten nicht mit ihm reden zum Frieden" bedeutet Verachtung und Abkehr; "und Joseph träumte einen Traum" bedeutet die Predigt über Ihn; "und sagte ihn seinen Brüdern an" bedeutet vor denen, die dem getrennten Glauben anhangen; "und sie haßten ihn darum noch mehr" bedeutet noch größere Verachtung und Abkehr; "und er sprach zu ihnen: hört doch diesen Traum, den ich geträumt habe" bedeutet den Inhalt der Predigt; "und siehe, wir banden Garben inmitten des Feldes" bedeutet lehrend aus der Lehre; "und siehe, meine Garbe stand auf, und blieb auch stehen" bedeutet das Lehrstück über das Göttlich-Menschliche des Herrn; "und siehe rings herum waren eure Garben" bedeutet diejenigen, die im Glauben waren; "und bückten sich vor meiner Garbe" bedeutet Anbetung; "da sagten zu ihm seine Brüder" bedeutet die vom getrennten Glauben; "wirst du regieren, ja regieren über uns? solltest du herrschen, ja herrschen über uns?" bedeutet, ob sie denn in betreff ihres Verstandes und Willens ihm untertan sein sollten; "und sie haßten ihn noch mehr ob seinen Träumen und ob seinen Worten" bedeutet eine noch größere Verachtung und Abkehr wegen der Predigt des Wortes; "und er träumte noch einen anderen Traum" bedeutet eine abermalige Predigt; "und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach" bedeutet vor denen, die dem getrennten Glauben anhangen; "siehe, ich habe noch einen Traum geträumt" bedeutet den Inhalt; "und siehe, die Sonne und der Mond" bedeutet das natürlich Gute und das natürlich Wahre; "und elf Sterne" bedeutet die Erkenntnisse des Guten und des Wahren; "bückten sich vor mir" bedeutet Anbetung; "und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern" bedeutet, es sei zu wissen gegeben worden; "da schalt ihn sein Vater, und sprach zu ihm: was ist das für ein Traum, den du geträumt hast?" bedeutet Unwillen; der Vater ist hier die jüdische Religion aus der Alten (Kirche); "werden wir kommen, ja kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde?" bedeutet, ob die Kirche anbeten werde; "und es beneideten ihn seine Brüder" bedeutet ihre Abneigung; "und sein Vater bewahrte das Wort" bedeutet, daß die Wahrheit in ihrer Religion bleiben sollte. 4679. "Da seine Brüder sahen", 1. Mose 37/4, bedeutet das, was dem Glauben angehört, und im nächsten Sinn, die Nachkommen Jakobs. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist wahrnehmen und verstehen, wovon Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, sofern sie sind das, was dem Glauben angehört; denn Joseph bildet in diesem Kapitel das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre des Herrn vor; und seine Brüder bilden die Kirche vor, die von der Liebtätigkeit zum Glauben, und nachher zu dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, und endlich zum Falschen ablenkt, man sehe Nr. 4665, 4671; daher kommt es, daß durch die Brüder Josephs hier dasjenige bezeichnet wird, was dem Glauben angehört; und weil Jakobs Nachkommenschaft von solcher Art war, wird im nächsten Sinn diese verstanden. 4680. "Daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle seine Brüder", 1. Mose 37/4, bedeutet, daß er verbunden sei mit dem göttlich Natürlichen; im nächsten Sinn mit der Alten Kirche, die "der Vater" bezeichnet. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 4675 erklärt wurde, wo das gleiche vorkommt. Daß es im nächsten Sinn heißt, er sei verbunden mit der Alten Kirche, und daß diese es ist, die in demselben Sinn durch den Vater verstanden wird, kommt daher, weil im nächsten Sinn, wie Nr. 4679 gesagt worden, durch die Brüder Josephs die Nachkommen Jakobs bezeichnet werden, mithin die Kirche, die bei ihnen vorgebildet wurde. Wie sich dieses verhält ist einigemal früher gesagt worden, aber wegen des Zusammenhanges mit dem Folgenden muß es hier kurz wiederholt werden: Die Alte Kirche, die nach der Sündflut vom Herrn gegründet worden ist, war eine vorbildliche Kirche; und diese war von solcher Art, daß alles und jedes Äußere, was zu ihrem Gottesdienst gehörte, Himmlisches und Geistiges, was dem Reich des Herrn angehört, und im höchsten Sinn Göttliches des Herrn selbst vorbildete. Das Inwendige ihres Gottesdienstes aber bezog sich samt und sonders auf die Liebtätigkeit. Jene Kirche war über ein großes Gebiet des asiatischen Weltteiles und über mehrere Reiche daselbst verbreitet; und obwohl sie in den Glaubenslehren voneinander abwichen, so war es dennoch eine Kirche, weil alle überall die Liebtätigkeit zur Hauptsache der Kirche machten. Die aber zur damaligen Zeit den Glauben von der Liebtätigkeit trennten, und den Glauben zur Hauptsache der Kirche machten, hießen Cham; aber diese Kirche wendete sich im Verlauf der Zeit zur Abgötterei, und in Ägypten, Babel und anderswo zur Zauberei (Magie), denn sie fingen an, Äußeres ohne Inwendiges zu verehren, und weil sie von der Liebtätigkeit wichen, wich auch der Himmel von ihnen, und statt dessen kamen von der Hölle her Geister, die sie führten. Als diese Kirche verödet war, fing eine neue an mit Eber, welche die hebräische Kirche genannt wurde. Diese war in Syrien und Mesopotamien, und auch unter einigen Völkerschaften im Lande Kanaan, aber diese unterschied sich von der Alten darin, daß sie die Hauptsache des äußeren Gottesdienstes in die Opfer setzte; sie erkannte zwar an, daß die Liebtätigkeit das Inwendige des Gottesdienstes sei, doch nicht so von Herzen, wie die Alte Kirche; aber auch diese wurde götzendienerisch. Endlich gefiel es dem Herrn, ein neues Kirchenwesen bei den Nachkommen Abrahams von Jakob zu gründen, und bei dieser Völkerschaft das Äußere des Gottesdienstes der Alten Kirche einzuführen; aber diese Völkerschaft war von solcher Art, daß sie gar nichts Inwendiges der Kirche aufnehmen konnte, weil ihre Herzen ganz gegen die Liebtätigkeit waren, deshalb wurde bei ihr nur das Vorbildliche einer Kirche eingesetzt. Dies ist nun der Grund, warum die Söhne Jakobs oder die Brüder Josephs im nächstliegenden Sinn eine solche Kirche bezeichnen, und Jakob, ihr Vater, die Alte Kirche. Auch mehrmals sonst im Wort, hauptsächlich in dem prophetischen, wird durch Jakob die Alte Kirche verstanden, und einigemal wird auch jene Kirche, nämlich die Alte, Vater und Mutter genannt, Vater in Ansehung ihres Guten, und Mutter in Ansehung ihres Wahren. Hieraus wird nun klar, daß durch die Worte "den Joseph hatte sein Vater lieber, als alle seine Brüder", bezeichnet wird das göttlich Wahre des Herrn sei mit der Alten Kirche verbunden gewesen. 4681. "Haßten sie ihn, und konnten nicht mit ihm reden zum Frieden", 1. Mose 37/4, bedeutet Verachtung und Abkehr, nämlich Verachtung gegen das göttlich Wahre, das durch Joseph vorgebildet wird, und Abkehr von demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von hassen, sofern es heißt verachten; denn Haß bezeichnet im inneren Sinn nicht einen solchen Haß, wie er bei den Menschen ist, die im Haß sind, denn die Bedeutung jenes Wortes mildert sich so, wie es in den Himmel aufsteigt, weil man im Himmel nichts von Haß weiß. Deswegen ist es die Verachtung, die (hier) bezeichnet wird; und aus der Bedeutung von "nicht können mit ihm reden zum Frieden", sofern es heißt sich abwenden; denn zum Frieden reden, heißt einem wohlwollen, denn durch Frieden verstanden die Alten im höchsten Sinn den Herrn selbst, im inneren Sinn Sein Reich und das Leben in demselben oder Wohlsein; im äußeren Sinn das Wohlsein in der Welt oder die Gesundheit. Das Gegenteil davon ist, nicht können reden mit ihm zum Frieden, d.h. einem nicht wohlwollen, somit sich abwenden, hier vom göttlich Wahren. 4682. "Und Joseph träumte einen Traum", 1. Mose 37/5, bedeutet die Predigt über Ihn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "träumen einen Traum", sofern es heißt predigen; und weil der Traum von Joseph handelt, so bedeutet es, über das Göttlich-Menschliche des Herrn predigen. Daß Traum hier die Predigt bedeutet, hat den Grund, weil in den beiden Träumen Josephs in der Hauptsache alles das enthalten ist, was über Joseph oder im inneren Sinn, was über das göttlich Wahre innerhalb einer solchen Kirche, wie sie durch die Brüder Josephs vorgebildet wird, oder wie diejenige ist, die mit dem Glauben den Anfang macht, vorhergesehen und vorgesehen wurde; und außerdem wurden die göttlichen Wahrheiten vor Alters entweder durch die Rede, oder durch Gesichte, oder durch Träume geoffenbart, und aus ihnen waren die Predigten. Daher kommt es, daß durch die Propheten im Wort, denen das göttlich Wahre entweder durch die Rede, oder durch Gesichte, oder durch Träume geoffenbart wurde, Lehrer der Wahrheiten, und im abstrakten Sinn Wahrheiten der Lehre bezeichnet werden: Nr. 2534; ebenso demnach durch Gesichte sehen, und Träume träumen; wie bei Joel 3/1,2: "Ausgießen werde Ich Meinen Geist über alles Fleisch, und es werden weissagen eure Söhne, und eure Töchter, eure Greise werden Träume träumen, eure Jünglinge werden Gesichte sehen; auch über die Knechte und die Mägde werde Ich in jenen Tagen ausgießen Meinen Geist": den Geist ausgießen über sie, bedeutet in Wahrheiten unterrichten, weissagen, sie lehren und predigen, so auch Träume träumen, Greise (steht) für Weise, Jünglinge für Verständige, Knechte für Wissende. Jerem.23/16,25,28,32: "So sprach Jehovah Zebaoth: achtet nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen, sinnlos machen sie euch; das Gesicht ihres Herzens reden sie nicht aus dem Munde Jehovahs; Ich habe gehört, was die Propheten gesprochen haben, die in Meinem Namen Lügen weissagten, sprechend: ich habe geträumt, ich habe geträumt: der Prophet, bei dem ein Traum ist, erzähle einen Traum, bei dem aber Mein Wort ist, erzähle Mein Wort in Wahrheit; siehe, Ich bin wider die, welche weissagen Träume der Lüge, ist der Spruch Jehovahs, sie erzählen sie, und verführen mein Volk durch ihre Lügen": weissagen steht auch hier für lehren und predigen, aber aus Träumen der Lüge, die den Inhalt ihrer Predigt bilden. Ebenso anderwärts, wie Jerem.29/8,9; Sach.10/2. 5. Mose 13/2-4,6: "Wenn in deiner Mitte ein Prophet aufsteht, oder der Träumer eines Traums, der dir ein Zeichen oder eine Vorbedeutung gibt, und es kommt das Zeichen oder die Vorbedeutung, das er zu dir geredet hat, sprechend: laßt uns gehen zu anderen Göttern, die du nicht kennst, und ihnen dienen, so sollst du nicht gehorchen den Worten jenes Propheten, oder jenem Träumer eines Traumes, und jener Prophet, und jener Träumer eines Traums soll getötet werden, darum daß er Abfall geredet hat wider Jehovah, euren Gott": beide, der Prophet und der Träumer eines Traumes (steht) für einen, der lehrt und predigt, nämlich hier Falsches. 4683. "Und sagte ihn seinen Brüdern an", 1. Mose 37/5, bedeutet, vor denen, die dem getrennten Glauben anhangen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, sofern sie die Kirche bezeichnen, die von der Liebtätigkeit zum Glauben abweicht, oder im abstrakten Sinn das, was dem Glauben angehört, wovon Nr. 4665, 4671, 4679; hier die, welche dem Glauben anhangen, der von der Liebtätigkeit getrennt ist, weil folgt, daß sie ihn noch mehr haßten, wodurch noch größere Verachtung und Abkehr bezeichnet wird. Denn es verhält sich mit jener Kirche in folgender Weise: Zuerst, wenn sie ihren Anfang nimmt, predigen sie die Liebtätigkeit, aber nur aus der Lehre, somit aus dem Wißtümlichen, nicht aber aus der Liebtätigkeit selbst, somit nicht aus Neigung oder von Herzen. Im Verlauf der Zeit, sowie die Liebtätigkeit und die Neigung im Herzen sich verliert, predigen sie den Glauben, und zuletzt, wenn keine Liebtätigkeit mehr, den Glauben allein, und sagen, dieser mache selig ohne die Werke; dann nennen sie auch die Werke nicht mehr Werke der Liebtätigkeit, sondern des Glaubens, und nennen sie Früchte des Glaubens. Sie verbinden sie zwar so, aber bloß aus der Lehre, nicht aber aus dem Leben; und weil sie in das Leben des Glaubens oder ins Gute kein Heil setzen, sondern bloß in den Glauben, und doch klar aus dem Wort, und auch aus ihrem Verstand wissen, daß die Lehre nichts ist ohne das Leben, oder daß der Glaube nichts ist ohne die Früchte, setzen sie das Seligmachende des Glaubens ins Vertrauen, so daß sie so auch von den Früchten abkommen, nicht wissend, daß alles Vertrauen sein Sein (Wesen) vom Zweck des Lebens her hat, und daß das echte Vertrauen nur stattfinden kann im Guten, aber ein unechtes und falsches auch im Bösen. Und um den Glauben noch mehr von der Liebtätigkeit zu trennen, bereden sie auch (die Menschen), daß das Vertrauen bloß eines einzigen Augenblicks, auch im Letzten des Lebens, selig mache, möge das vorher geführte Leben gewesen sein, wie es wolle, obgleich sie wohl wissen, daß auf einen jeden sein Leben nach dem Tod wartet, und daß ein jeder nach den Werken seines Lebens gerichtet werden wird. Aus diesem wenigen kann erhellen, wie beschaffen der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube, mithin wie beschaffen die Kirche ist, die den Glauben, nicht aber das Leben des Glaubens zur Hauptsache macht. Von den Falschheiten (oder Irrtümern), die daraus wie aus ihrer Quelle herkommen, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. 4684. "Und sie haßten ihn darum noch mehr", 1. Mose 37/5, bedeutet noch größere Verachtung und Abkehr. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 4681 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 4685. "Und er sprach zu ihnen: Hört doch diesen Traum, den ich geträumt habe", 1. Mose 37/6, bedeutet den Inhalt der Predigt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Traum träumen", sofern es die Predigt bezeichnet, wovon Nr. 4682, hier der Inhalt der Predigt, weil nun folgt, was für einen Traum er gehabt hat. 4686. "Und siehe, wir banden Garben inmitten des Feldes", 1. Mose 37/7, bedeutet, lehrend aus der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Garbe, sofern sie die Lehre bezeichnet, und daher Garben binden, lehren aus derselben, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 2971, 3766, 4440, 4443; die Mitte des Feldes ist das Inwendigere in der Kirche, somit sind es diejenigen, die im Glauben einiger Liebtätigkeit sind, denn die Mitte bezeichnet im inneren Sinn das, was das Inwendigere und was das Inwendigste ist: Nr. 1074, 2940, 2973, denn in jeder Kirche gibt es solche, die in ihrer Mitte oder die die Inwendigsten sind, und es sind diejenigen, die in der Liebtätigkeit, hier, die im Glauben einiger Liebtätigkeit sind. Bei diesen ist der Herr gegenwärtig, weil der Herr in der Liebtätigkeit ist, und durch die Liebtätigkeit im Glauben: Nr. 4672. Daß dies bezeichnet werde, geht auch aus dem Folgenden hervor, nämlich daraus, daß die Garbe Josephs aufstand, und die übrigen Garben sie umgaben; denn durch die Garbe Josephs wird die Lehre aus dem göttlich Wahren des Herrn bezeichnet. Daß die Garbe die Lehre bezeichnet, kommt daher, weil das Feld die Kirche ist, und die Saat im Felde ist das Wahre in der Kirche, somit die Garbe, worin die Saat ist, die Lehre, in der das Wahre. Das gleiche bedeuten die Garben bei Ps.126/6: "Die da säen in Tränen, werden mit Gesang ernten; gehend wird er gehen und weinend, tragend den Wurf des Samens, aber kommend wird er kommen mit Gesang, tragend seine Garben": wo von denjenigen (die Rede ist), die in geistiger Gefangenschaft gewesen und befreit worden sind; den Wurf des Samens tragen, bedeutet die Belehrung in den Wahrheiten; kommen mit Gesang, steht für die Freude der Neigung zum Wahren, Garben tragen für die Lehren dieses Wahren. 4687. "Und siehe, meine Garbe stand auf und blieb auch stehen", 1. Mose 37/7, bedeutet die Lehre von der Gottmenschheit des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Garbe, sofern sie die Lehre bezeichnet, wovon gleich oben, und aus der Bedeutung von aufstehen und stehen bleiben, sofern es das Höchste (Oberste) bezeichnet, das regieren wird und das sie anbeten sollen. Daß dieses das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, wird klar aus demjenigen, was folgt, daß nämlich vor jener Garbe sich die elf Garben gebückt haben, und im anderen Traum, daß die Sonne und der Mond und elf Sterne sich vor Joseph gebückt haben, wodurch das Oberste, das regieren wird, und das sie anbeten sollen, bezeichnet wird. Deshalb sagt auch Jakob: "werden wir kommen, ich, und deine Mutter, und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde". Das göttlich Wahre des Herrn ist es, was durch Joseph vorgebildet wird, das Oberste (oder Höchste) desselben ist der Herr selbst, und das Oberste unter den Lehrstücken, daß Sein Menschliches göttlich ist. Mit diesem Obersten unter den Lehrstücken verhält es sich so: Die Uralte Kirche, die eine himmlische war, und vor den übrigen der Mensch (Adam) hieß, betete das unendliche Sein und aus diesem das unendliche Dasein an; und weil sie vom unendlichen Sein kein Innewerden haben konnten, sondern eines von dem unendlichen Daseienden aus jenem, vermöge der Fähigkeit des Vernehmens (ex perceptibilibus) in ihrem inwendigen Menschen, und aus den Sinneswahrnehmungen (ex sensibilibus) im Äußeren, und aus den sichtbaren Dingen in der Welt, deswegen beteten sie das unendliche Daseiende an, in dem das unendliche Sein. Das unendliche Daseiende, in dem das unendliche Sein, wurden sie inne als einen göttlichen Menschen, aus dem Grund, weil sie wußten, daß das unendliche Daseiende aus dem unendlichen Sein hervorgehe (produceretur) durch den Himmel, und weil dieser der Größte Mensch ist, der allem und dem einzelnen im Menschen entspricht; wie am Ende der vorhergehenden Kapitel gezeigt wurde und am Ende einiger folgenden gezeigt werden wird, so konnten sie keine andere Vorstellung ihres Innewerdens (perceptionis ideam) haben von dem unendlich Daseienden aus dem unendlichen Sein, als die von einem göttlichen Menschen; denn alles, was durch den Himmel, als durch den Größten Menschen, vom unendlichen Sein her hindurchgeht (transit), das trägt Sein Bild an sich, im ganzen und im einzelnen. Als jene himmlische Kirche zu sinken anfing, sahen sie voraus, daß jenes unendlich Daseiende keinen Einfluß mehr in die menschlichen Gemüter würde haben können, und daß so das Menschengeschlecht zugrunde gehen würde; deswegen hatten sie aus Offenbarung (die Kunde), es werde Einer geboren werden, Der das Menschliche in Sich göttlich machen und so das unendlich Daseiende selbst werden werde, wie es zuvor gewesen war, und zuletzt eins mit dem unendlichen Sein, wie es ebenfalls zuvor gewesen war. Daher ihre Weissagung vom Herrn in 1. Mose 3/15. Dieses wird so beschrieben bei Joh.1/1-4,14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Wort wurde Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit": das Wort ist das göttlich Wahre, das in seinem Wesen das unendliche Daseiende vom unendlichen Sein her ist, und der Herr selbst in Ansehung Seines Menschlichen (ist). Dieses eben ist es, von dem das göttlich Wahre nun ausgeht, und sowohl in den Himmel, als auch durch den Himmel in die menschlichen Gemüter einfließt, folglich auch, welches das Weltall lenkt und regiert, wie es dasselbe von Ewigkeit her gelenkt und regiert hat, denn es ist eins und dasselbe mit dem unendlichen Sein, dieweil es mit dem Göttlichen das Menschliche verband, was dadurch geschah, daß es das Menschliche in Sich auch göttlich machte. Hieraus nun kann erhellen, daß das Oberste des göttlich Wahren das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, und daß folglich das Oberste unter den Lehrstücken der Kirche darin besteht, daß Sein Menschliches göttlich ist. 4688. "Und siehe, rings herum waren eure Garben", 1. Mose 37/7, bedeutet diejenigen, die im Glauben waren, nämlich im Glauben einiger Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von ringsherum sein, sofern es hier das Hinzutreten zur Anbetung bezeichnet; denn es folgt, daß sie sich vor seiner Garbe gebückt haben, wodurch die Anbetung bezeichnet wird; und aus der Bedeutung der Garbe, sofern sie die Lehre ist, wovon Nr. 4686; hier das Ganze der Lehre oder alles dem Glauben Angehörige. Daß die Garben hier dieses bedeuten, hat den Grund, weil durch alle Söhne Jakobs im echten Sinn alles zum Glauben Gehörige vorgebildet wird: Nr. 3858, 3926; somit haben auch die Garben (dieselbe Bedeutung), weil diese die Stelle jener im Traum vertreten, und weil dieses inmitten des Feldes geschaut wurde, und durch die Mitte des Feldes das Inwendigere bezeichnet wird, oder diejenigen, welche die Inwendigeren in der Kirche sind, von der gehandelt wurde: Nr. 4686, somit auch diejenigen, die im Glauben einiger Liebtätigkeit sind. Diese sind die Garben, die ringsumher waren und sich vor der Garbe Josephs bückten. Daß diejenigen, die auswendiger sind, oder von der Mitte entfernter, und im eigentlichen Sinn hier die Brüder Josephs sind, nicht gemeint werden, erhellt aus dem, was vorhergeht und was folgt, sofern sie ihn immer mehr haßten, d.h. ihn verachteten und sich abkehrten, denn durch hassen, nicht reden zum Frieden, und beneiden, was von seinen Brüdern gesagt wird, wird Verachtung und Abkehr verstanden. 4689. "Und bückten sich vor meiner Garbe", 1. Mose 37/7, bedeutet Anbetung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich bücken", das eine Wirkung der Selbsterniedrigung ist, wovon Nr. 2153, mithin Anbetung; und aus der Bedeutung der Garbe Josephs, sofern sie die Lehre vom Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet, wovon Nr. 4686, somit ist es das Göttlich-Menschliche, das sie anbeteten, nämlich diejenigen, die in der inwendigeren Kirche sind. Die Auswendigeren aber, d.h. diejenigen, die dem getrennten Glauben anhangen, tun nichts weniger als anbeten. Der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube bringt das mit sich, weil der Herr in der Liebtätigkeit gegenwärtig ist, und im Glauben nur durch die Liebtätigkeit; denn Liebtätigkeit ist das verbindende Mittel. Was ist das Wahre ohne das Gute, und was das Verständnis ohne den (guten) Willen, somit was der Glaube ohne Liebtätigkeit, oder was ist das Vertrauen ohne sein Wesen? Daß diejenigen, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, keineswegs das Göttlich-Menschliche des Herrn anbeten, wurde mir augenscheinlich klar an solchen, die aus der Christenheit ins andere Leben kommen, wo ich mit mehreren von ihnen geredet habe; denn dort reden nicht die Zungen, wie in der Welt, sondern die Herzen. Die Gedanken eines jeden teilen sich dort viel offener mit, als durch irgendeine Rede in der Welt, und es ist dort nicht gestattet, anders zu reden, als man denkt, somit als man glaubt. Viele von denjenigen, die in der Welt sogar den Herrn gepredigt haben, leugnen ihn dort ganz, und wenn man untersucht, aus welcher Absicht oder aus welcher Ursache sie Ihn gepredigt und in äußerer Form heilig angebetet haben, dann stellt sich heraus, daß sie es getan haben, weil sie amtshalber dazu verbunden waren, und weil sie auf diese Weise Ehren und Einkommen erlangten; und daß diejenigen, die Ihn nicht predigten, aber doch bekannten, es getan haben, weil sie in der Kirche geboren waren, und in üble Nachrede gekommen wären, wenn sie sich gegen ihre Religion ausgesprochen hätten. Auch nicht einer von der Christenheit weiß, daß Sein Menschliches göttlich ist, und kaum jemand, daß Er allein den Himmel und das Weltall regiert, weniger noch, daß Sein Göttlich-Menschliches alles im Himmel ist. Daß es wirklich so ist, konnte nicht deutlich geoffenbart werden, weil vom Herrn vorhergesehen wurde, daß die christliche Kirche von der Liebtätigkeit zum Glauben ablenken, mithin sich von Ihm trennen, und so das von seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende Heilige nicht nur verwerfen, sondern auch entweihen würde; denn der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube kann nicht anders. Daß der Glaube heutzutage von der Liebtätigkeit getrennt ist, leuchtet ein, denn die Kirchen trennen sich nach Glaubensmeinungen, und wer anders glaubt, als das Dogma lehrt, wird aus ihrer Gemeinschaft verstoßen und auch verschrien; wer aber raubt und erbarmungslos andere um ihre Güter bringt, wenn es nur nicht auf offene Weise geschieht, wer arglistige Ränke gegen den Nächsten übt, wer den Liebeswerken Schmach antut und wer die Ehe bricht, der wird dennoch ein Christ genannt, wenn er nur in die Kirche geht und der Lehre gemäß redet. Hieraus wird klar, daß heutzutage die Lehre es ist, welche die Kirche ausmacht, nicht aber das Leben, und daß die Früchte die sie dem Glauben beifügen, nur in der Lehre sind, nicht in ihren Gemütern. 4690. "Da sagten zu ihm seine Brüder", 1. Mose 37/8, bedeutet, die vom getrennten Glauben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, sofern sie die Kirche bezeichnen, die von der Liebtätigkeit zum Glauben ablenkt, und zuletzt den Glauben von der Liebtätigkeit trennt, wovon Nr. 4665, 4671, 4679; aber die Inwendigeren jener Kirche sind durch die Garben im Traum bezeichnet: Nr. 4686, 4688. Daß die Brüder Josephs jene Kirche vorbilden, kommt daher, weil sie im nächsten Sinn das Vorbild der Kirche oder das Religionswesen bezeichnen, das bei Jakobs Nachkommen eingesetzt wurde, die zwar nichts vom Glauben wußten, wie die christliche Kirche, sondern von der Wahrheit. Die Wahrheit war ihnen dasselbe, was den Christen der Glaube. Auch ist in der Grundsprache das gleiche Wort für beide Bedeutungen, aber die jüdische Kirche verstand durch Wahrheit die Gebote des Dekalogs, wie auch die Gesetze, Rechtssprüche, Zeugnisse und Satzungen, die durch Mose übergeben wurden; das Inwendigere der Wahrheit wußten sie nicht und wollten es nicht wissen. Die christliche Kirche aber nennt Glauben die Lehren, die das Inwendigere der Kirche bilden und Glaubensartikel heißen. Unter dem Glauben versteht das Volk keinen anderen als den symbolischen, oder den, welchen die symbolischen Bücher lehren; die aber, die denken, daß die Glaubenslehren oder das Wissen derselben niemand selig machen kann, und daß wenige im Glaubensleben sind, nennen den Glauben ein Vertrauen (oder Zuversicht), aber diese stehen über dem Volk und sind gebildeter als andere. Aus diesem kann erhellen, daß im inneren Sinn hier nicht bloß von dem Vorbild der Kirche gehandelt wird, das bei Jakobs Nachkommen eingesetzt worden ist, sondern auch von der darauf folgenden christlichen Kirche, denn das Wort des Herrn ist allumfassend und begreift im allgemeinen jede Kirche, denn es wurde vom Herrn ebenso vorhergesehen, wie es sich mit der christlichen Kirche verhalten würde, als wie mit der jüdischen Kirche, aber zunächst mit der jüdischen. Deswegen wird dieser Sinn der nächste oder der inwendig historische und der andere der innere Sinn genannt. 4691. "Wirst du regieren, ja regieren über uns, solltest du herrschen, ja herrschen über uns", 1. Mose 37/8, bedeutet, ob sie denn in betreff des Verstandes und des Willens untertan sein sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von regieren, sofern es bezeichnet untertan sein in betreff des Verstandes, und aus der Bedeutung von herrschen, sofern es heißt untertan sein in betreff des Willens. Daß "regieren über uns und herrschen über uns" bedeutet, untertan werden, ist klar. Daß aber beides hier gesagt wird, hat den Grund, weil das eine auf den Verstand und das andere auf den Willen sich bezieht. Es ist eine gemeine Weise im Wort, hauptsächlich im prophetischen, daß für eine Sache zwei Ausdrücke gebraucht werden; wer das Geheimnis nicht weiß, das darin liegt, kann nicht anders meinen, als daß es bloß eine Wiederholung sei des Nachdrucks wegen; aber es ist nicht so: im einzelnen des Wortes ist eine himmlische Ehe, nämlich die Ehe des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren, wie eine Ehe des Verstandes und des Willens im Menschen ist; der eine Ausdruck bezieht sich auf das Wahre, der andere auf das Gute, somit der eine auf das Verstandesvermögen, denn diesem gehört das Wahre an, und der andere auf das Willensvermögen, denn diesem gehört das Gute an. Es bestehen auch die Ausdrücke des Wortes aus solchen Wörtern, die regelmäßig dergleichen bedeuten. Dieses Geheimnis ist es, das darin verborgen liegt, daß für eine Sache zwei Ausdrücke gebraucht werden, man sehe Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138 E. So auch hier, regieren über uns und herrschen über uns: regieren bezieht sich auch auf das Wahre, das dem Verstand angehört, Herrschaft aber auf das Gute, das dem Willen angehört, auch wird Reich vom Wahren gesagt: Nr. 1672, 2547, und Herrschaft vom Guten, wie bei Dan.7/14, wo ebenfalls vom Göttlich-Menschlichen des Herrn die Rede ist: "Diesem wurde gegeben Herrschaft, und Herrlichkeit, und das Reich, daß alle Völker, Völkerschaften und Zungen Ihn verehrten. Seine Herrschaft (ist) eine ewige Herrschaft, die nicht vorübergehen wird, und sein Reich, das nicht untergehen wird". Ps.145/13: "Dein Reich (ist) ein Reich aller Ewigkeiten, und deine Herrschaft (währt) von Geschlecht zu Geschlecht". 4692. "Und sie haßten ihn noch mehr ob seinen Träumen und ob seinen Worten", 1. Mose 37/8, bedeutet, noch größere Verachtung und Abkehr wegen der Predigt des Wahren, nämlich hier betreffend das Göttlich-Menschliche des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von dazutun (im Grundtext), sofern es heißt, noch mehr, aus der Bedeutung von hassen, sofern es heißt verachten und sich abwenden, wovon Nr. 4681; aus der Bedeutung des Traums, sofern er eine Predigt bezeichnet, wovon ebenfalls oben Nr. 4682, 4685, und aus der Bedeutung der Worte, sofern sie Wahrheiten bezeichnen. Daß Worte Wahrheiten bezeichnen, kommt daher, weil das ganze Wort im Himmel aus dem Herrn ist, deswegen bedeuten Worte im inneren Sinn Wahrheiten, und das Wort überhaupt alles göttlich Wahre. Was die Sache selbst betrifft, so ist es die oberste unter den Wahrheiten, welche die Kirche, die den Glauben von der Liebtätigkeit getrennt hat, hauptsächlich verachtet, und von der sie sich abwendet: nämlich daß das Menschliche des Herrn göttlich sei. Alle, die der Alten Kirche angehörten und die Liebtätigkeit nicht vom Glauben trennten, haben geglaubt, daß der Gott des Weltalls ein göttlicher Mensch und daß Er das göttliche Sein sei; daher nannten sie ihn auch Jehovah. Sie wußten das von den Uralten, dann auch, weil Er mehreren ihrer Brüder als Mensch erschienen war. Sie wußten auch, daß alle Bräuche und Äußerlichkeiten ihrer Kirche Ihn vorbildeten. Aber die, welche dem getrennten Glauben anhingen, konnten es nicht glauben, weil sie es nicht begreifen konnten, wie das Menschliche göttlich sein könne und daß die göttliche Liebe dieses bewirke, denn alles, was sie nicht aus einer durch die äußeren Leibessinne gefaßten Vorstellung begriffen, hielten sie für nichts. Der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube bringt das mit sich, denn das Inwendige des Innewerdens wird bei ihnen verschlossen, weil nichts da ist, was den Einfluß vermittelt. Die jüdische Kirche, die danach folgte, glaubte zwar, Jehovah sei Mensch und auch Gott, weil Er dem Mose und den Propheten als ein Mensch erschienen war; deshalb nannten sie einen jeden Engel, der erschien, Jehovah; aber doch hatten sie von Ihm keine andere Vorstellung als die Heiden von ihren Göttern, denen sie den Gott Jehovah vorzogen, weil Er Wunder tun konnte: Nr. 4299, ohne zu wissen, daß Jehovah der Herr sei im Wort: Nr. 2921, 3035; und Sein Göttlich-Menschliches sei es, das alle ihre Religionsbräuche vorbildeten. Vom Messias oder Christus dachten sie nichts anderes, als daß Er der größte Prophet sein werde, größer als Moses, und der größte König, größer als David; der werde sie ins Land Kanaan mit erstaunlichen Wundern einführen. Von Seinem himmlischen Reich wollten sie nichts hören, und zwar deshalb, weil sie nichts anderes als weltliche Dinge begriffen, denn sie waren getrennt von der Liebtätigkeit. Die christliche Kirche aber betet zwar das Menschliche des Herrn als göttlich an im äußeren Gottesdienst, hauptsächlich im heiligen Abendmahl, weil Er gesagt hatte, das Brot darin sei Sein Leib, und der Wein sei Sein Blut; aber Sein Menschliches machen sie nicht göttlich in der Lehre, denn sie unterscheiden zwischen der göttlichen Natur und der menschlichen Natur. Dies ebenfalls aus dem Grund, weil die Kirche sich von der Liebtätigkeit zum Glauben und endlich zum getrennten Glauben abwendete; und weil sie das Menschliche des Herrn nicht als göttlich anerkennen, ärgern sich viele und leugnen Ihn im Herzen: Nr. 4689, während sich doch die Sache so verhält, daß das Göttlich-Menschliche des Herrn das göttlich Daseiende aus dem göttlichen Sein ist, wovon Nr. 4687, und daß Er selbst das göttliche Sein ist, denn das göttliche Sein und das göttlich Daseiende sind eins , wie auch der Herr offenbar lehrt bei Joh.14/9-11: "Jesus sprach zu Philippus: so lange bin Ich bei euch, und du kennst Mich nicht; wer Mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, glaubst du nicht, daß Ich im Vater und der Vater in Mir ist? Glaubet Mir, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir", und auch anderwärts; denn das göttlich Daseiende ist das vom göttlichen Sein ausgehende Göttliche selbst, und ist im Bild ein Mensch, weil der Himmel, in dem Es alles ist, den Größten Menschen vorbildet, wie Nr. 4687 gesagt und am Ende der Kapitel, wo von der Entsprechung alles beim Menschen Befindlichen mit ihm (die Rede war), gezeigt wurde. Der Herr wurde zwar geboren wie ein anderer Mensch, und hatte menschliche Schwachheit von der Mutter, aber der Herr trieb dieses Menschliche ganz aus, so daß Er nicht mehr der Sohn der Maria war, und machte das Menschliche in Sich göttlich, was darunter verstanden wird, daß Er verklärt wurde, und zeigte auch dem Petrus, Jakobus und Johannes, daß Er ein göttlicher Mensch sei, als Er verwandelt wurde. 4693. "Und er träumte noch einen anderen Traum", 1. Mose 37/9, bedeutet eine abermalige Predigt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traums, sofern er eine Predigt bezeichnet, wovon Nr. 4682. 4694. "Und erzählte ihn seinen Brüdern und sprach", 1. Mose 37/9, bedeutet vor denen, die vom getrennten Glauben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, sofern sie diejenigen bezeichnen, die vom getrennten Glauben sind, wovon Nr. 4665, 4671, 4679, 4690. 4695. "Siehe, ich habe noch einen Traum geträumt", 1. Mose 37/9, bedeutet den Inhalt, nämlich der Predigt. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 4685, gesagt wurde. 4696. "Und siehe, die Sonne und der Mond", 1. Mose 37/9, bedeutet das natürlich Gute und das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sonne, sofern sie das himmlisch Gute bezeichnet, wovon Nr. 1529, 1530, 2120, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, und aus der Bedeutung des Mondes, sofern er das geistig Gute oder das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1529, 1530, 2495. Die Sonne bedeutet im höchsten Sinn den Herrn, weil Er als Sonne denjenigen im Himmel erscheint, die in der himmlischen Liebe sind, und der Mond bedeutet im höchsten Sinn ebenfalls den Herrn, weil Er als Mond denjenigen im Himmel erscheint, die in der geistigen Liebe sind; auch kommt alles, was Licht heißt, im Himmel daher. Darum ist das Licht von der Sonne dort das Himmlische der Liebe oder das Gute, und das Licht vom Mond dort ist das Geistige der Liebe oder das Wahre. Hier nun ist die Sonne das natürlich Gute und der Mond ist das natürlich Wahre, weil sie von Jakob und Leah ausgesagt werden, wie aus dem 1. Mose 37/10 klar wird, wo Jakob sagt: "Werden wir kommen, ja kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde?"; denn durch Jakob wird das natürlich Gute und durch Leah das natürlich Wahre vorgebildet, wie früher hie und da gezeigt wurde. Das Göttliche, das vom Herrn kommt, das ist im höchsten Sinn das Göttliche in Ihm, im bezüglichen Sinn aber ist es das Göttliche von Ihm. Das göttlich Gute, das von Ihm her kommt, ist es, was himmlisch genannt wird, und das göttlich Wahre, das von Ihm her kommt, ist es, was geistig heißt: wenn das Vernünftige es aufnimmt, so ist es das Gute und Wahre des Vernünftigen, was bezeichnet wird; wenn aber das Natürliche es aufnimmt, so ist es das Gute und Wahre des Natürlichen, was bezeichnet wird. Hier das Gute und Wahre des Natürlichen, weil sie von Jakob und Leah gesagt werden. 4697. "Und elf Sterne", 1. Mose 37/9, bedeutet die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sterne, sofern sie die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind. Daß die Sterne im Wort diese bedeuten, kommt daher, weil sie kleine Lichter sind, die bei Nacht leuchten, und von sich dann in unsere Atmosphäre Lichtfunken aussenden, ebenso wie die Erkenntnisse das, was dem Guten und Wahren angehört. Daß durch die Sterne jene Erkenntnisse bezeichnet werden, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, wie bei Jerem.31/35: "Es sprach Jehovah, Der gibt die Sonne als Licht des Tages, die Satzungen des Mondes und der Sterne als Licht der Nacht, Der bewegt das Meer, daß toben seine Fluten": wo von einer neuen Kirche. Durch "geben die Sonne als Licht des Tages", wird das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet, und durch "die Satzungen des Mondes und der Sterne als Licht der Nacht" das Wahre und die Erkenntnisse. Ps.136/7-9: "Jehovah, Der gemacht hat große Lichter, die Sonne zur Herrschaft am Tag, den Mond und die Sterne zur Herrschaft in der Nacht". Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, wird glauben, daß durch Sonne hier die Weltsonne, und durch Mond und Sterne der Mond und die Sterne verstanden werden, aber hieraus ergibt sich kein himmlischer und geistiger Sinn, da doch das Wort im einzelnen himmlisch ist. Hieraus wird auch klar, daß das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, und das Wahre des Glaubens mit seinen Erkenntnissen es ist, was (hier) bezeichnet wird. Ebenso was 1. Mose 1/13-18 steht, wo von der Neuschöpfung des himmlischen Menschen gehandelt wird: "Gott sprach, es seien Lichter an der Ausbreitung der Himmel, zu scheiden zwischen dem Tag und zwischen der Nacht, und sie sollen dienen zu Zeichen und zu bestimmten Zeiten und zu Tagen und zu Jahren; und sie sollen dienen zu Lichtern an der Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde, und es ward so. Und Gott machte zwei große Lichter, das große Licht zu herrschen des Tages, und das kleinere Licht zu herrschen des Nachts, und die Sterne; und Gott setzte sie an die Ausbreitung der Himmel, Licht zu geben auf der Erde, und zu herrschen bei Tag und bei Nacht, und zu scheiden zwischen dem Licht und zwischen der Finsternis"; man sehe Nr. 30-38. Matth.24/29: "Sogleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird nicht geben sein Licht, und die Sterne werden fallen vom Himmel, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden": daß durch die Sonne und den Mond hier die Liebe und die Liebtätigkeit, oder das Gute und das Wahre bezeichnet wird, und durch Sterne die Erkenntnisse, sehe man Nr. 4060; und weil hier vom letzten Tag oder dem letzten Zustand der Kirche gehandelt wird, so wird dadurch, daß die Sonne verfinstert werden und der Mond sein Licht nicht geben wird, bezeichnet: dann werde das Gute der Liebe und Liebtätigkeit verlorengehen, und dadurch, daß die Sterne vom Himmel fallen werden, auch die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Daß dieses bezeichnet wird, erhellt aus prophetischen Stellen des Wortes, wo gleiches vom Ende der Kirche gesagt wird, wie bei Jes.13/9,10: "Siehe, der Tag Jehovahs wird kommen grausam, zu versetzen das Land in Verödung, und die Sünder wird Er verderben aus ihr, denn die Sterne der Himmel und ihre Gestirne werden nicht leuchten mit ihrem Licht, verfinstert wird die Sonne werden in ihrem Aufgang, und der Mond wird nicht glänzen lassen sein Licht". Joel 4/14,15: "Nahe ist der Tag Jehovahs, die Sonne und der Mond sind geschwärzt, und die Sterne haben eingezogen ihren Glanz". Hes.32/7: "Bedecken werde Ich, wenn Ich dich werde vertilgen, die Himmel, und schwarz machen ihre Sterne, die Sonne werde Ich mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird nicht leuchten lassen sein Licht, alle Lichter des Lichts am Himmel werde Ich schwarz machen über dir, und werde Finsternis geben auf deinem Land". Joh.Offenb.8/12: "Der vierte Engel posaunte, und geschlagen wurde der dritte Teil der Sonne, und der dritte Teil des Mondes, und der dritte Teil der Sterne, so daß verfinstert wurde ihr dritter Teil, und der Tag nicht leuchtete an seinem dritten Teil, und die Nacht desgleichen". Daß die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind, wird außerdem aus folgenden Stellen klar, bei Dan.8/9,10: "Aus einem Horn des Ziegenbocks wuchs ein Horn von Kleinem, und wuchs sehr gegen Mittag, und gegen Aufgang, und gegen die Zier, und wuchs bis zu den Heeren der Himmel, und warf auf die Erde vom Heer und von den Sternen, und zertrat sie". Joh.Offenb.12/4: "Der große Drache zog mit seinem Schwanz den dritten Teil der Sterne des Himmels, und warf sie auf die Erde": daß nicht Sterne hier verstanden werden, ist klar. Es ist bei Daniel und bei Johannes vom Zustand der Kirche in den letzten Zeiten die Rede. Ps.147/3: "Jehovah zählt die Zahl der Sterne, allen nennt er die Namen". Ps.148/3: "Lobet Jehovah, Sonne und Mond, lobet Ihn, alle Sterne des Lichts". Joh.Offenb.12/1: "Ein großes Zeichen erschien im Himmel, ein Weib, umgeben von der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen". Weil durch die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden, so werden durch sie die Lehren der Kirche bezeichnet, denn diese sind Erkenntnisse. Die Lehre vom Glauben, der von der Liebtätigkeit in den letzten Zeiten getrennt wurde, wird durch einen Stern so beschrieben bei Joh.Offenb.8/10,11: "Der dritte Engel posaunte, und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen. Der Name des Sterns heißt Wermut, und viele Menschen starben in den Wassern, weil sie bitter geworden sind": die Wasser, die von jenem Stern bitter wurden, sind die Wahrheiten, und die Flüsse und Wasserquellen sind daher die Einsicht und Weisheit aus dem Wort. Daß die Wasser Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424; daß die Flüsse die Einsicht (bezeichnen), Nr. 3051, und die Quellen die Weisheit aus dem Wort: Nr. 2702, 3424. 4698. "Bückten sich vor mir", 1. Mose 37/9, bedeutet Anbetung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich bücken, sofern es ist Anbetung, wovon Nr. 4689. 4699. "Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern", 1. Mose 37/10, daß dies bedeutet, es sei zu wissen gegeben worden, kann ohne Erklärung erhellen. 4700. "Da schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: was ist das für ein Traum, den du geträumt hast?", 1. Mose 37/10, bedeutet Unwillen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schelten, sofern es heißt, unwillig sein, und zwar wegen der Predigt des Wahren betreffend das Göttlich-Menschliche des Herrn, die bezeichnet wird durch das "Träumen eines Traums", wovon Nr. 4682, 4693, 4695. Der Vater und die Brüder Josephs sind hier die jüdische Religion aus der Alten (Kirche); das Äußere jener Religion war größtenteils dem Äußeren der Alten Kirche gleich, ein Inwendiges aber war im Äußeren bei den Angehörigen der Alten Kirche, nicht aber bei denen, die der jüdischen Religion angehörten, weil die Juden nichts Inwendiges anerkannten, und auch heutzutage nicht anerkennen. Aber doch war ein Inwendiges darin. Dieses Äußere mit seinem Inwendigen ist es, was hier Vater heißt, und das Äußere ohne das Inwendige, was Brüder. Hieraus folgt, daß ihn die Brüder beneideten und sein Vater das Wort bewahrte, und durch jenes wird bezeichnet die Abneigung derjenigen, die im Äußeren ohne das Inwendige sind, und durch dieses, daß dennoch Wahrheit in ihrer Religion blieb. Es verhält sich damit wie in der christlichen Kirche: diejenigen in ihr, die im Äußeren sind ohne das Inwendige, essen Brot und trinken Wein im heiligen Abendmahl, und denken nichts anderes, als man müsse es tun, weil es befohlen und von der Kirche angenommen sei, und einige von ihnen glauben, das Brot sei heilig und der Wein heilig; nicht aber im Brot und Wein sei das Heilige aus dem Grund, weil das Brot das Heilige der Liebe und Liebtätigkeit im Himmel ist, und weil der Wein das Heilige der Liebtätigkeit und des Glaubens dort ist: Nr. 3464, 3735. Hingegen die im äußeren Gottesdienst sind und zugleich im inneren, diese beten das Brot und den Wein nicht an, sondern den Herrn, Den sie vorbilden, aus Dem das Heilige der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens stammt, und zwar nicht aus der Lehre, sondern aus Liebe, Liebtätigkeit und Glauben, die dem Leben angeeignet sind. 4701. "Werden wir kommen, ja kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, uns zu bücken vor dir auf die Erde?", 1. Mose 37/10, bedeutet, ob die Kirche anbeten werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen sich zu bücken, sofern es bezeichnet, sie werde anbeten, wovon Nr. 4689, 4698; und aus der Bedeutung des Vaters, der hier unter "ich" gemeint ist, und der Mutter, sodann der Brüder, sofern es die Kirche ist, hier die jüdische Kirche, wie gleich vorher. 4702. "Und es beneideten ihn seine Brüder", 1. Mose 37/11, bedeutet ihre Abneigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von beneiden, sofern es ebenfalls eine Abneigung bezeichnet, wie hassen und ihm nicht reden zum Frieden, wie Nr. 4681; denn das Wort beneiden bedeutet in der Grundsprache auch eifersüchtig sein und zanken, und weil die Eifersucht und der Zank eine Wirkung des Hasses ist, so wird durch dasselbe auch Abneigung bezeichnet. 4703. "Und sein Vater bewahrte das Wort", 1. Mose 37/11, bedeutet, Wahrheit sei in ihrer Religion geblieben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters hier, sofern er die jüdische Religion aus der Alten bezeichnet, wovon Nr. 4700; aus der Bedeutung von bewahren, sofern es heißt inwendig behalten, somit bleiben; und aus der Bedeutung des Wortes, sofern es ist die Wahrheit, wovon Nr. 4692. Was ferner darunter, daß Wahrheit in ihrer Religion geblieben sei, verstanden wird, sehe man Nr. 4700. 4704. Vers 12-17: Und seine Brüder gingen zu weiden die Herde ihres Vaters in Schechem. Da sprach Israel zu Joseph: sind nicht deine Brüder weidend in Schechem? gehe, und ich will dich zu ihnen senden; und er sprach zu ihm: siehe, da bin ich. Und er sprach zu ihm: gehe doch und siehe nach dem Frieden (d.h. Befinden) deiner Brüder, und nach dem Frieden der Herde, und bringe mir zurück das Wort; und er sandte ihn aus dem Tale Chebrons, und er kam gen Schechem. Da fand ihn ein Mann, und siehe, er ging irre im Felde; und es fragte ihn der Mann sprechend: was suchst du? Und er sprach: meine Brüder suche ich, zeige mir doch an, wo sie weiden. Und der Mann sprach: weggezogen sind sie von da, denn ich habe gehört, wie sie sagten: laßt uns gehen gen Dothan; da ging Joseph seinen Brüdern nach, und fand sie in Dothan. "Und seine Brüder gingen zu weiden die Herde" bedeutet die Lehrenden aus dem Glauben; "ihres Vaters" bedeutet der Alten und der ersten Kirche; "in Schechem" bedeutet die ersten Elemente; "da sprach Israel zu Joseph" bedeutet das Innewerden aus dem göttlich Geistigen; "sind nicht deine Brüder weidend in Schechem?" bedeutet, daß sie lehren; "gehe, und ich will dich zu ihnen senden" bedeutet, er soll göttlich geistig Gutes lehren; "und er sprach zu ihm: siehe, da bin ich" bedeutet Bejahung; "und er sprach zu ihm: gehe doch, und siehe nach dem Frieden deiner Brüder" bedeutet jedes Kommen des Herrn und das Innewerden, wie es um die Lehrenden stehe; "und nach dem Frieden der Herde" bedeutet, wie um die Lernenden oder die Kirche; "und bringe mir zurück das Wort" bedeutet die Kenntnis; "und er sandte ihn aus dem Tale Chebrons" bedeutet aus dem natürlich und sinnlich Göttlichen; "und er kam gen Schechem" bedeutet die Kenntnis des Allgemeinen der Lehren; "da fand ihn ein Mann, und siehe, er ging irre im Felde" bedeutet, sie seien vom allgemeinen Wahren der Kirche abgefallen; "und es fragte ihn der Mann sprechend: was suchst du?" bedeutet das Vorhersehen; "und er sprach: meine Brüder suche ich, zeige mir doch an, wo sie weiden" bedeutet die Kenntnis, wie es stehe, und in welchem Zustand sie seien; "und der Mann sprach: weggezogen sind sie von da, denn ich habe gehört, wie sie sagten: laßt uns gehen gen Dothan" bedeutet, sie haben sich vom Allgemeinen zu den Besonderheiten der Lehre begeben; "da ging Joseph seinen Brüdern nach, und fand sie in Dothan" bedeutet, sie waren in den Besonderheiten falscher Grundsätze. 4705. "Und seine Brüder gingen zu weiden die Herde", 1. Mose 37/12, bedeutet die Lehrenden aus dem Glauben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder Josephs, sofern es die in der Kirche sind, die vom Glauben (ausgehen), wovon Nr. 4665, 4671, 4679, 4690, und aus der Bedeutung von weiden die Herde, sofern es heißt lehren, wovon Nr. 343, 3767, 3768, 3772, 3783. 4706. "Ihres Vaters", 1. Mose 37/12, bedeutet der Alten und der ersten Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaters hier oder Jakobs, sofern er die Alte Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4680 E. Daß auch die erste christliche Kirche bezeichnet wird, sehe man Nr. 4690 E. Durch die erste Kirche wird die christliche in ihrem Anbeginn bezeichnet. Es sind im allgemeinen vier voneinander unterschiedene Kirchen, von denen im Wort gehandelt wird: erstens diejenige, die vor der Sündflut gewesen und Mensch genannt worden war, diese ist es, die man die Uralte Kirche nennt; zweitens diejenige, die nach der Sündflut gewesen war, diese ist es, welche die Alte Kirche heißt; drittens diejenige, die bei Jakobs Nachkommen sich befand, die keine Kirche war, sondern ein Vorbild der Kirche, dieses wird auch Religion (religiosum) genannt; und viertens die nach der Ankunft des Herrn gegründet wurde und die christliche Kirche genannt wird. Diese ist es, die in ihrem Anbeginn die erste (oder ursprüngliche) Kirche heißt. 4707. "In Schechem", 1. Mose 37/12, bedeutet die ersten Elemente. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schechem, sofern es ist das Wahre aus dem alten göttlichen Stamme, wovon Nr. 4399, 4454, und die Lehre: Nr. 4472, 4473, hier die ersten Elemente, nämlich der Lehre vom Glauben, denn die Prädikatsbedeutung eines Namens richtet sich nach der Sache in ihrem Zusammenhang, von der er gesagt wird. Die ersten Elemente sind auch die allgemeinen Begriffe der Lehren, die allgemeinen Begriffe werden zuerst aufgenommen, die besonderen folgen danach. 4708. "Da sprach Israel zu Joseph", 1. Mose 37/13, bedeutet das Innewerden aus dem göttlich Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist das Innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das göttlich Geistige, wovon Nr. 4669. 4709. "Sind nicht deine Brüder weidend in Schechem", 1. Mose 37/13, bedeutet, daß sie lehren. Dies erhellt aus der Bedeutung von weiden, sofern es heißt lehren, wovon Nr. 4705; und aus der Bedeutung von Schechem sofern es sind die ersten Elemente der Lehre vom Glauben, wovon Nr. 4707. 4710. "Gehe, und ich will dich zu ihnen senden", 1. Mose 37/13, bedeutet, er soll göttlich geistig Gutes lehren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das göttlich Geistige des Herrn, wovon Nr. 4669, 4708. Wenn gesagt wird, dieses werde gesendet, so heißt es göttlich geistig Gutes lehren, das vom göttlich Geistigen des Herrn ausgeht. Göttlich geistig Gutes ist dasjenige, was der Liebe und Liebtätigkeit angehört; göttlich geistig Wahres aber ist das, was dem Glauben daher angehört. Wer jenes lehrt, lehrt auch dieses, denn dieses kommt von jenem her und handelt von jenem. Daß gesendet werden im inneren Sinn heißt ausgehen und lehren, kann aus vielen Stellen im Wort erhellen, wie es denn sehr oft vom Herrn heißt: Er sei vom Vater gesandt worden, wodurch bezeichnet wird, daß er ausging von Ihm, d.h. vom göttlich Guten; und auch der Herr sende den Paraklet oder den Geist der Wahrheit, wodurch bezeichnet wird, das heilige Wahre gehe von Ihm aus; und auch die Propheten wurden gesandt, und dadurch wird bezeichnet, daß sie dasjenige lehrten, was vom Herrn ausgeht. Hiervon kann sich jeder aus dem Wort überzeugen, denn man liest es häufig daselbst. 4711. "Und er sprach: siehe, da bin ich", 1. Mose 37/13, bedeutet Bejahung, was ohne Erklärung erhellen kann. 4712. "Und er sprach zu ihm: gehe doch, siehe nach dem Frieden deiner Brüder", 1. Mose 37/14, bedeutet jedes Kommen des Herrn, und das Innewerden, wie es um die Lehrenden stehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist das Innewerden, wovon Nr. 4708; aus der Bedeutung des Friedens, sofern er ist Wohlsein, wovon Nr. 4681, somit wie es stehe; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder, sofern es hier sind die Lehrenden aus dem Glauben, wovon Nr. 4705. Hieraus wird klar, daß durch jene Worte bezeichnet wird das Innewerden, wie es um die Lehrenden stehe. Daß auch jedes Kommen des Herrn bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch Joseph der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen vorgebildet wird: Nr. 4669, 4708, 4710; daher, wenn es heißt, Joseph soll gehen und nach dem Frieden der Brüder sehen, wird Sein Kommen bezeichnet. Jedes Kommen wird gesagt, wenn in das Denken aus dem Wort das Wahre einfließt. 4713. "Und nach dem Frieden der Herde", 1. Mose 37/14, bedeutet, wie es um die Lernenden oder die Kirche stehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Friedens, sofern er bezeichnet, wie es stehe, wovon Nr. 4712, und aus der Bedeutung der Herde, sofern es diejenigen sind, die lernen, denn der Hirt oder Weidende ist der, welcher lehrt und zum Guten der Liebtätigkeit führt, und die Herde ist es, die lernt und geführt wird, wovon Nr. 343, somit auch die Kirche. 4714. "Und bringe mir zurück das Wort", 1. Mose 37/14, bedeutet die Kenntnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zurückbringen das Wort", sofern es heißt berichten, wie sich die Sache verhalte, somit Kenntnis. 4715. "Und er sandte ihn aus dem Tale Chebrons", 1. Mose 37/14, bedeutet aus dem natürlich und sinnlich Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesendet werden, sofern es heißt ausgehen und lehren, wovon Nr. 4710; aus der Bedeutung des Tales, sofern es dasjenige ist, was unten, wovon Nr. 1723, 3417; und aus der Bedeutung von Chebron, sofern es ist die Kirche des Herrn in Ansehung des Guten, wovon Nr. 2909; somit wird durch jene Worte bezeichnet, daß er dasjenige lehren sollte, was das Untere der Kirche ist, und zwar darum, weil sie das Höhere nicht begriffen; denn wer den Glauben lehrt und nicht die Liebtätigkeit, der kann das Höhere oder Inwendigere der Kirche durchaus nicht wahrnehmen; denn er hat nichts, was anleitet und eingibt (dictat), ob etwas Sache des Glaubens, oder ob etwas wahr sei. Hingegen wenn er die Liebtätigkeit lehrt, dann hat er das Gute: dies ist für ihn das Maßgebende (hoc ei dictamen est), und leitet ihn an; denn alles Wahre kommt aus dem Guten, und handelt vom Guten, oder was gleich, alles dem Glauben Angehörende kommt aus der Liebtätigkeit, und handelt von der Liebtätigkeit. Daß alles der Lehre Angehörende auf das Leben abzielt, kann ein jeder schon aus dem natürlichen Licht wissen. Daß durch jene Worte bezeichnet wird, aus dem natürlich und sinnlich Göttlichen, macht der höhere Sinn, denn was das Untere der Kirche ist, von dem wird gesagt, es sei aus dem natürlich und sinnlich Göttlichen des Herrn, nicht als ob im Herrn dieses das Untere wäre; denn im Herrn und in Seinem Göttlich-Menschlichen ist alles unendlich, denn Er ist Jehovah nach beiderlei Wesen: Nr. 2156, 2329, 2921, 3023, sondern weil es so beim Menschen ist; denn was sinnliche Menschen sind, begreifen auf sinnliche Weise das, was im Herrn und was aus dem Herrn ist, und die natürlichen auf natürliche Weise. Wegen der Beschaffenheit derjenigen, die aufnehmen, wird so gesprochen. Was aber himmlische und daher wahrhaft vernünftige Menschen sind, die werden das Inwendigere inne. Von ihnen wird gesagt, daß sie aus dem vernünftig Göttlichen des Herrn gelehrt werden. Dieses ist der höhere Sinn, der durch jene Worte bezeichnet wird. Daß "Tal" Unteres der Kirche bezeichnet, kann aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Jes.22/1,5: "Weissagung des Schautals; was ist dir hier, daß du gestiegen bist insgesamt auf die Dächer; ein Tag des Getümmels, und der Zertretung, und der Verwirrung für den Herrn Jehovih Zebaoth, im Schautal": Schautal (steht) für Phantasien über Geistiges aus Sinnlichem, somit aus Unterem. Jes.22/7: "Die Auswahl deiner Täler ist erfüllt mit Wagen, und die Reiter haben sich gesetzt, ja gesetzt zum Tor": Auswahl der Täler für Gutes und Wahres im natürlichen oder äußeren Menschen. Jes.40/3,4: "Die Stimme eines Rufers in der Wüste, bereitet den Weg Jehovahs, ebnet in der Einöde einen Pfad unserem Gott, alles Tal wird erhoben werden": Tal für Niedriges. Jerem.2/23: "Wie magst du sagen: Ich bin nicht befleckt, den Baalim bin ich nicht nachgegangen; siehe deinen Weg im Tal; erkenne, was du getan hast": Tal für Wißtümliches aus Sinnlichem, welches das Untere ist, wodurch sie die Wahrheiten verkehrt haben. Jerem.21/13: "Ich bin wider dich, Bewohnerin des Tales, Fels der Ebene, Spruch Jehovahs; die da sagen, wer wird herabkommen gegen uns?": Bewohnerin des Tales und Fels der Ebene bedeutet den Glauben, in dem keine Liebtätigkeit. Jerem.48/8: "Kommen wird der Verwüster über jede Stadt, und eine Stadt wird nicht entgehen, sondern zugrunde gehen wird das Tal, und verdorben werden die Ebene". Jerem.49/4: "Nicht wirst du dich rühmen der Täler, hinuntergegangen ist dein Tal, verkehrte Tochter": Tal für Äußeres im Gottesdienst, das auch das Unterste ist. Hes.39/11,15: "Geben werde Ich dem Gog einen Ort zum Grab in Israel, das Tal der Vorübergehenden; begraben werden sie dort den Gog, und alle seine Menge; daher werden sie es nennen das Tal der Menge Gogs": Gog für diejenigen, die im äußeren Gottesdienst ohne den inwendigen sind: Nr. 1151, daher heißt sein Grab das Tal der Vorübergehenden und das Tal seiner Menge. Ps.23/4: "Auch wenn ich wandle im Tale des Schattens, werde ich mich nicht fürchten vor dem Bösen": Tal des Schattens für Unteres, was beziehungsweise im Schatten ist. Weil Täler zwischen Bergen und Hügeln waren und unter denselben, darum wird durch Täler Unteres oder Auswendigeres der Kirche bezeichnet, weil durch Hügel und Berge ihr Oberes oder Inwendigeres (bezeichnet wird): durch Hügel das, was der Liebtätigkeit, und durch Berge das, was der Liebe zum Herrn angehört: Nr. 795, 1430, 2722, 4210. Und weil durch das Land Kanaan das Reich des Herrn und Seine Kirche bezeichnet wird, deswegen heißt es "Land der Berge und Täler, das beim Regen des Himmels Wasser trinkt": 5. Mose 11/11. Daß von Joseph hier gesagt wird, er sei aus dem Tal Chebrons gesandt worden, kommt daher, weil zu denen (gesprochen wird), die über den Glauben lehrten: Nr. 4705; denn die, welche im Glauben sind und nicht in der Liebtätigkeit, sind im Unteren, weil bei ihnen der Glaube nur im Gedächtnis ist, und daher im Munde, nicht aber im Herzen und daher im Tun. 4716. "Und er kam gen Schechem", 1. Mose 37/14, bedeutet Kenntnis des Allgemeinen der Lehren. Dies erhellt aus der Bedeutung Schechems, sofern es die ersten Elemente bezeichnet, oder was gleich, das Allgemeine der Lehren, wovon Nr. 4707. 4717. "Da fand ihn ein Mann, und siehe, er ging irre im Felde", 1. Mose 37/15, bedeutet, sie seien vom allgemeinen Wahren der Kirche abgekommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "irren im Feld", sofern es heißt, vom allgemeinen Wahren der Kirche abkommen; denn Feld ist die Kirche in Ansehung des Guten: Nr. 2971, 3196, 3766, und der Mann des Feldes ist das Gute des Lebens aus den Lehren: Nr. 3310. Mann wird gesagt, weil durch den Mann das Wahre, das der Kirche angehört, bezeichnet wird: Nr. 3134. Daß sie vom allgemeinen Wahren der Kirche abkommen, sagt man von denen, die den Herrn anerkennen, aber nicht Sein Menschliches als göttlich; wie auch von denen, die den Glauben als die Hauptsache anerkennen, nicht aber die Liebtätigkeit. Beides ist das allgemeine Wahre der Kirche, und wenn der Mensch der Kirche von demselben zurücktritt, so kommt er vom allgemeinen Wahren ab; wer von diesem, der kommt nachmals auch von den Wahrheiten im besonderen ab, wovon im Folgenden. Wer z.B. von einem falschen Grundsatz ausgeht, und daraus Folgerungen ableitet, bei dem werden diese zu Falschem, weil in den Folgerungen der oberste Grundsatz regiert, und durch diese auch der falsche Grundsatz bestätigt wird. 4718. "Und es fragte ihn der Mann sprechend: was suchst du?", 1. Mose 37/15; daß dies das Vorhersehen bedeutet, kann aus dem Zusammenhang erhellen, denn der Zusammenhang schließt hier das Vorhersehen in sich. 4719. "Und er sprach: meine Brüder suche ich; zeige mir doch an, wo sie weiden", 1. Mose 37/16, bedeutet die Kenntnis, wie es stehe, und in welchem Zustand sei seien; zunächst nach den Worten, wie es um die Lehrenden aus dem Glauben stehe, und er möchte ihren Zustand kennenlernen; denn durch die Brüder werden die Lehrenden aus dem Glauben bezeichnet: Nr. 4712, durch suchen oder nach ihrem Frieden sehen: wie es um sie stehe: Nr. 4712, 4713; durch "wo" wird der Zustand bezeichnet; den alles dem Ort Angehörige ist im inneren Sinn Zustand: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321; und durch "Weidende" werden die Lehrenden bezeichnet. Nr. 343, 3767, 3768, 3772, 3783. 4720. "Und der Mann sprach: weggezogen sind sie von da; denn ich habe gehört wie sie sagten: laßt uns gehen gen Dothan", 1. Mose 37/17, bedeutet, sie haben sich vom Allgemeinen zu den Besonderheiten der Lehre begeben. Dies erhellt aus der Bedeutung von weggehen, sofern es heißt: sich begeben; aus der Bedeutung von "von Schechem weg", das hier heißt: von da, das ist vom Allgemeinen der Lehre: Nr. 4707, 4716; und aus der Bedeutung von "Dothan", sofern es die Besonderheiten der Lehre bezeichnet. Daß Dothan die Besonderheiten der Lehre sind, kann nicht so aus anderen Stellen im Wort begründet werden, weil es bloß im 2.Kön.6/13 erwähnt wird, wo erzählt wird, daß der König von Syrien Wagen und Reiter und ein großes Heer nach Dothan geschickt habe, um den Eli(sa) so gefangenzunehmen, und daß sie mit Blindheiten geschlagen, und von Elisa nach Samaria geführt worden seien. Weil alle Geschichten des Wortes Vorbilder himmlischer und geistiger Dinge des Reiches des Herrn sind, so auch diese: durch den König von Syrien werden diejenigen vorgebildet, die in den Erkenntnissen des Wahren sind: Nr. 1232, 1234, 3249, 3664, 3680, 4112. Hier im entgegengesetzten Sinn die, welche in den Erkenntnissen des Nichtwahren stehen. Durch Elisa, das Wort des Herrn: Nr. 2762; durch Dothan die Lehren aus dem Wort; durch Wagen und Reiter und das große Heer, das der König von Syrien schickte, wird Lehrfalsches bezeichnet; durch den Berg voll Rosse und Wagen von Feuer um Elisa her, die von seinem Knaben gesehen wurden, Lehrgutes und Wahres aus dem Wort: Nr. 2762; und durch Blindheiten, womit geschlagen wurden, die vom König Syriens dorthin geschickt worden sind, werden die Falschheiten selbst bezeichnet: Nr. 2383; und daß sie von Elisa nach Samaria geführt, und dort ihre Augen aufgetan wurden, bedeutet Belehrung durch das Wort. Solches schließt die Geschichte dort in sich, und durch Dothan, wo Elisa war, werden die Lehren des Guten und Wahren aus dem Wort bezeichnet. Hier ebenso; denn die Besonderheiten der Lehre sind nichts anderes. Aber hier sind es Besonderheiten von falschen Grundsätzen, weil von der Kirche gehandelt wird, die mit dem Glauben beginnt, den sie so von der Liebtätigkeit gleich von Anfang an trennt. Die Lehren, die nachher gebildet werden, schmecken alle nach dem allgemeinen Grundsatz, somit nach dem Glauben ohne Liebtätigkeit, daher die Falschheiten, welche die Besonderheiten der falschen Grundsätze sind. Jede Kirche weiß in ihrem Anfang eben nur die allgemeinen Stücke der Lehre, denn sie ist alsdann in ihrer Einfalt und gleichsam in ihrem Knabenalter, im Fortgang der Zeit fügt sie Besonderes hinzu, was teils Begründungen des Allgemeinen sind, teils Zusätze, die jedoch dem Allgemeinen nicht widerstreiten, und auch Erklärungen, daß die offenbaren Widersprüche zurechtgelegt, und (so gedeutet) werden, daß sie nicht gegen die Aussagen des gesunden Menschenverstandes verstoßen. Jedoch alle diese Besonderheiten gehören falschen Grundsätzen (oder Prinzipien) an, denn alle Punkte jeder Lehre beziehen sich aufeinander, wie in einer Gesellschaft, und sind wie durch Blutsfreundschaft und Schwägerschaft verbunden, die den allgemeinen Grundsatz als Vater anerkennen. Hieraus wird klar, daß alles nach Falschem schmeckt, wenn der allgemeine Grundsatz falsch ist. 4721. "Da ging Joseph seinen Brüdern nach und fand sie in Dothan", 1. Mose 37/17, bedeutet, daß sie in den Besonderheiten falscher Grundsätze waren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er der Herr in Ansehung des göttlich Wahren ist, wovon Nr. 4669; aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Brüder, sofern sie sind die Kirche, die von der Liebtätigkeit zum Glauben, und zuletzt zum getrennten Glauben ablenkt, wovon Nr. 4665, 4671, 4679, 4680, 4690; und aus der Bedeutung Dothans, sofern es die Besonderheiten falscher Grundsätze bezeichnet, wovon Nr. 4720; hieraus wird klar, daß durch jene Worte bezeichnet wird, er habe sie in den Besonderheiten falscher Grundsätze gefunden. Damit man wisse, was durch Besonderheiten falscher Grundsätze verstanden wird, mögen zur Erläuterung dienen einige Lehren der Kirche, die den alleinigen Glauben als ihren obersten Grundsatz anerkennt; nämlich daß der Mensch gerechtfertigt werde durch den Glauben allein; (die besonderen Folgerungen daraus sind): daß ihm dann alle Sünden abgewaschen werden, daß er durch den Glauben allein selbst in seiner letzten Lebensstunde selig werde; daß das Seligwerden allein eine Zulassung in den Himmel aus Gnaden sei; daß die kleinen Kinder auch durch den Glauben selig werden; daß die Heiden, weil sie ihn nicht haben, nicht selig werden, außer anderem mehr. Dieses und dergleichen sind die Besonderheiten des Grundsatzes vom alleinigen Glauben. Würde aber die Kirche das Leben des Glaubens als obersten Grundsatz anerkennen, so würde sie die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Liebe zum Herrn und daher die Werke der Liebtätigkeit und der Liebe anerkennen, und dann würden alle jene Besonderheiten wegfallen; namentlich würde sie als die Rechtfertigung anerkennen die Wiedergeburt, wovon der Herr bei Joh.3/3 sagt: "Wenn nicht einer wiedergeboren wird von neuem, kann er nicht sehen das Reich Gottes"; und daß die Wiedergeburt durch das Leben des Glaubens, nicht aber durch den getrennten Glauben geschehe, und würde nicht anerkennen, daß ihm dann alle Sünden abgewaschen werden, sondern daß er aus Barmherzigkeit des Herrn von ihnen abgehalten, und im Guten und daher im Wahren gehalten werde, und daß also alles Gute vom Herrn und alles Böse von ihm selbst sei. Ferner würde sie nicht anerkennen, daß der Mensch durch den Glauben noch in seiner letzten Lebensstunde selig werde, sondern durch das Leben des Glaubens, das ihn erwartet; und würde nicht anerkennen, daß das Seligwerden bloß eine Zulassung in den Himmel aus Gnaden sei, weil der Himmel vom Herrn niemanden verweigert wird, sondern daß er, wenn sein Leben nicht solcherart ist, daß er mit den Engeln beisammen sein kann, von selber wegfliehe: Nr. 4674; sie würde nicht anerkennen, daß die kleinen Kinder durch den Glauben selig werden, sondern daß sie im anderen Leben im Guten der Liebtätigkeit und Wahren des Glaubens vom Herrn unterrichtet, und so in den Himmel aufgenommen werden: Nr. 2289-2308; auch würde sie nicht anerkennen, daß die Heiden, weil sie den Glauben nicht haben, nicht selig werden, sondern daß ihr Leben ebenso auf sie wartet, und daß diejenigen, die in gegenseitiger Liebtätigkeit gelebt haben, im Guten des Glaubens unterrichtet, und ebenso in den Himmel aufgenommen werden; diejenigen, die im Guten des Lebens sind, wollen dies auch und glauben; man sehe Nr. 2589-2604; so auch in mehrerem anderen. Die Kirche, die den alleinigen Glauben als Grundsatz anerkennt, kann gar nicht wissen, was Liebtätigkeit, nicht einmal, was der Nächste, somit nicht was der Himmel ist; und sie wird sich verwundern, daß irgendeiner sagt, die Seligkeit des Lebens nach dem Tod und die Freude im Himmel sei das Göttliche, das einfließt ins Wohlwollen und Wohltun, das man anderen erzeigt, und daß die Seligkeit daher und die Wonne alles Innewerden übersteigt; und daß die Aufnahme jenes Einflusses bei gar niemand möglich ist, der nicht ein Leben des Glaubens gelebt, d.h., der nicht im Guten der Liebtätigkeit gewesen war. Daß das Leben des Glaubens selig macht, lehrt auch der Herr offenbar bei Matth.25/31-46, auch mehrmals sonst; und daher auch der symbolische Glaube, welcher der des Athanasius genannt wird, wo es am Ende heißt: "Ein jeder wird Rechenschaft geben von seinen Werken, wer Gutes getan hat, wird eingehen ins ewige Leben, wer aber Böses getan hat, ins ewige Feuer". 4722. Vers 18-22: Und sie sahen ihn von ferne, und ehe er nahe zu ihnen kam, da machten sie gegen ihn den Anschlag, ihn zu töten. Und sagten ein jeder zu seinem Bruder, siehe, der Herr der Träume kommt. Und nun, wohlan, laßt uns ihn erwürgen, und ihn in eine der Gruben werfen, und sagen: ein böses Wild hat ihn gefressen, und wir wollen sehen, was seine Träume sein werden. Da es Ruben hörte, entriß er ihn aus ihrer Hand, und sprach: wir wollen ihn nicht schlagen an seinem Leben. Und Ruben sprach zu ihnen: vergießet nicht Blut, werfet ihn in jene Grube, die in der Wüste, und legt die Hand nicht an ihn; darum, daß er ihn entreißen wollte aus ihrer Hand, ihn zurückzubringen zu seinem Vater. "Und sie sahen ihn von ferne" bedeutet das Innewerden des Göttlich-Menschlichen des Herrn in entfernter Weise; "und ehe er nahe zu ihnen kam, da machten sie gegen ihn den Anschlag, ihn zu töten" bedeutet, daß sie das göttlich Geistige, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, auslöschen wollten; "und sagten ein jeder zu seinem Bruder" bedeutet ihre gegenseitigen Gedanken; "siehe, der Herr der Träume kommt" bedeutet jenes sei bedeutungslos; "und nun, wohlan, laßt uns ihn erwürgen" bedeutet die Ausmerzung des Wesentlichen der Lehre vom Göttlich-Menschlichen des Herrn; "und ihn in eine der Gruben werfen" bedeutet unter Falsches; "und sagen: ein böses Wild hat ihn gefressen" bedeutet die Lüge aus dem Leben der Begierden; "und wir wollen sehen, was seine Träume sein werden" bedeutet, daß die Predigten über ihn so als falsch erscheinen würden; "da es Ruben hörte" bedeutet das Bekenntnis des Glaubens der Kirche im allgemeinen; "entriß er ihn aus ihrer Hand" bedeutet Befreiung; "und sprach: wir wollen ihn nicht schlagen an seinem Leben" bedeutet, man dürfe es nicht auslöschen, weil es das Leben der Religion; "und Ruben sprach zu ihnen" bedeutet die Ermahnung; "vergießet nicht Blut" bedeutet, daß sie das Heilige nicht verletzen sollen; "werfet ihn in jene Grube, die in der Wüste" bedeutet, sie sollen es unterdessen unter ihrem Falschen verbergen; "und legt die Hand nicht an ihn" bedeutet, sie sollen es nicht verletzen; "darum, daß er ihn entreißen wollte aus ihrer Hand, ihn zurückzubringen zu seinem Vater" bedeutet, um es für die Kirche zu wahren (ut vindicaret ecclesiae). 4723. "Und sie sahen ihn von ferne", 1. Mose 37/18, bedeutet das Innewerden des Göttlich-Menschlichen des Herrn in entfernter Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist Innewerden, wovon Nr. 2150, 3764, aus der Bedeutung von ferne, sofern es heißt in entfernter Weise; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, welcher ist derjenige, den sie von ferne sahen, sofern er ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, wovon Nr. 4669. Daß es das Göttlich-Menschliche des Herrn ist, das durch Joseph hier verstanden wird, hat den Grund, weil dasselbe das Oberste des göttlich Wahren ist. Zwei wesentliche Punkte sind es, welche die Kirche ausmachen, und daher zwei Hauptstücke der Lehre: erstens, daß das Menschliche des Herrn göttlich ist; zweitens, daß die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten die Kirche machen, nicht aber der von ihnen getrennte Glaube. Weil dieses die vornehmsten Punkte des göttlich Wahren sind, darum werden auch durch Joseph dieselben vorgebildet. Wer das göttlich Wahre im allgemeinen (vorbildet), der bildet auch das vor, was dem göttlich Wahren im besonderen angehört; aber was er im besonderen vorbildet, geht aus dem Zusammenhang hervor. 4724. "Und ehe er nahe zu ihnen kam, da machten sie gegen ihn den Anschlag, ihn zu töten", 1. Mose 37/18, bedeutet, sie wollten das göttlich Geistige, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, auslöschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Anschlag machen", sofern es heißt, aus böser Gesinnung wollen; denn was man aus böser Gesinnung will, dazu macht man den Anschlag; aus der Bedeutung von töten, sofern es heißt auslöschen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre, wovon oben öfters. Weil das göttlich Wahre vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, darum wird gesagt "das göttlich Geistige, das aus seinem Göttlich-Menschlichen". Damit verhält es sich so: alles göttlich Wahre, das im ganzen Himmel, geht nirgends anderswoher aus, als vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. Was vom Göttlichen Selbst kommt, das kann bei gar keinem Engel unmittelbar einfließen, denn es ist etwas Unendliches, sondern mittelbar durch das Göttlich-Menschliche des Herrn, was auch durch folgende Worte des Herrn, Joh.1/18 verstanden wird: "Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters, der hat es ausgelegt" (d.h. Ihm offenbart, exposuit). Daher wird auch der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Mittler genannt. Dieses war auch von Ewigkeit her; denn das göttliche Sein konnte ohne den Einfluß durch den Himmel und ein daher gewordenes göttlich Daseiendes keinem Engel sich mitteilen, noch weniger einem Geist, und noch weniger einem Menschen. Daß der Herr in Ansehung des Göttlichen Selbst das göttliche Sein ist, und in Ansehung des Göttlich-Menschlichen das göttlich Daseiende, sehe man Nr. 4687. Auch das Menschliche des Herrn selbst hätte keinen Einfluß vom Göttlichen Sein aufnehmen können, wenn nicht in Ihm das Menschliche göttlich gemacht worden wäre, denn Göttlich muß sein, was das Göttliche Sein aufnehmen soll. Aus diesem wenigen kann erhellen, daß das göttlich Wahre nicht unmittelbar vom Göttlichen Selbst, sondern vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht. Jenes löschen auch diejenigen bei sich aus, die für den alleinigen Glauben streiten, und kein Leben des Glaubens leben, denn diese glauben, das Menschliche des Herrn sei eben bloß menschlich, nicht unähnlich dem Menschlichen eines anderen Menschen. Daher leugnen auch mehrere von ihnen das Göttliche des Herrn, obwohl sie es mit dem Munde bekennen. Die aber ein Leben des Glaubens leben, beten den Herrn mit gebeugten Knien und demütigem Herzen als Gott den Heiland an, und denken dann nicht aus der Lehre an den Unterschied zwischen der göttlichen und menschlichen Natur; ebenso tun sie im heiligen Abendmahl. Hieraus wird klar, daß bei ihnen das Göttlich-Menschliche des Herrn in den Herzen ist. 4725. "Und sagten, ein jeder zu seinem Bruder", 1. Mose 37/19, bedeutet ihre gegenseitigen Gedanken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, sofern es heißt innewerden und denken, wovon Nr. 3395; und aus der Bedeutung des Mannes zum Bruder (nach dem Grundtext), sofern es heißt gegenseitig. Bei den Alten war es eine gebräuchliche Redensart zu sagen, ein Mann zum Bruder, wenn das Gegenseitige bezeichnet werden sollte, aus dem Grund, weil der Mann das Wahre: Nr. 3134, 3439, und der Bruder das Gute bezeichnete: Nr. 4121, zwischen denen die innigste Gegenseitigkeit stattfindet, denn die Verbindung des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren geschieht gegen- und wechselseitig: Nr. 2731. 4726. "Siehe, der Herr der Träume kommt", 1. Mose 37/19, bedeutet, jenes sei bedeutungslos. Dies erhellt aus der Bedeutung der Träume, sofern sie sind Predigten, wovon Nr. 4682; hier die Predigten des göttlich Wahren, weil es von Joseph gesagt wird. Weil aber das göttlich Wahre von denjenigen, die im alleinigen Glauben sind, in Ansehung seiner wesentlichen Punkte verworfen wird, wie in Beziehung auf das Göttlich-Menschliche des Herrn und auf die Liebtätigkeit gezeigt wurde, darum wird durch Träume hier Bedeutungsloses bezeichnet; denn solchen erscheint Falsches als wahr und Wahres als falsch, und wenn nicht als falsch, so doch als bedeutungslos. Herr der Träume ist der Prediger desselben. Daß die göttlichen Wahrheiten solchen als bedeutungslos erscheinen, kann aus mehrerem erhellen, wie z.B.: göttliche Wahrheit ist es, daß das Wort heilig und bis auf ein jedes Jota von Gott eingegeben ist, und daß seine Heiligkeit und göttliche Eingebung darauf beruht, daß ein jedes (Wörtchen) darin ein Vorbild und eine Bezeichnung himmlischer und geistiger Dinge des Reichs des Herrn ist. Wenn aber das Wort in Ansehung des inneren Sinnes aufgeschlossen und gelehrt wird, was das einzelne vorbildet und bezeichnet, dann werfen es solche, die im alleinigen Glaubens sind, unter die bedeutungslosen Dinge, indem sie sagen, es habe keinen Nutzen, obwohl es wahrhaft himmlische und geistige Dinge sind, die den inwendigen Menschen wonniglich anregen würden, mehr als weltliche Dinge den äußeren. Ebenso in vielem anderen. 4727. "Und nun wohlan, laßt uns ihn erwürgen", 1. Mose 37/20, bedeutet die Ausmerzung des Wesentlichen der Lehre vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von erwürgen, sofern es ist ausmerzen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, den sie erwürgen wollten, sofern er ist das göttlich Wahre des Herrn, insbesondere die Lehre von Seinem Göttlich-Menschlichen: Nr. 4723; daß dieses das Wesentliche der Lehre sei, sehe man ebenfalls dort. Daß die Kirche, die den Glauben allein anerkennt, diese wesentliche Wahrheit ausgemerzt hat, ist bekannt; denn wer von ihnen glaubt, das Menschliche des Herrn sei göttlich, ist ihnen nicht dieser Satz schon an sich ganz zuwider? und doch hat man in den alten Kirchen geglaubt, daß der Herr, Der in die Welt kommen werde, ein göttlicher Mensch sei, und Er wurde auch, als Er ihnen erschien, Jehovah genannt, wie aus mehreren Stellen im Wort erhellt, aber vorläufig soll nur Folgendes, was bei Jesaja vorkommt, angeführt werden: Jes.40/3: "Die Stimme eines Rufers in der Wüste: bereitet einen Weg dem Jehovah, und ebnet in der Einöde einen Pfad unserem Gott": daß dieses in Beziehung auf den Herrn gesagt, und Ihm von Johannes dem Täufer ein Weg bereitet und ein Pfad geebnet worden, ist klar zu ersehen bei den Evangelisten Matth.3/3; Mark.1/3; Luk.3/4; Joh.1/23; und überdies aus den Worten des Herrn selbst, daß Er eins sei mit dem Vater, und der Vater in Ihm, und Er im Vater; ferner daß Ihm alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden, und auch daß Ihm das Gericht gegeben sei. Wer nur ein wenig von der Gewalt im Himmel und auf Erden, und vom Gericht weiß, kann wissen, daß sie nichts wären, wenn Er nicht göttlich wäre auch in Ansehung des Menschlichen. Diejenigen, die im alleinigen Glauben stehen, können auch nicht erkennen, was den Menschen neu macht oder ihn heiligt, noch weniger, was das Menschliche des Herrn göttlich (machte); denn sie wissen nichts von der Liebe und Liebtätigkeit; denn die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten machen den Menschen neu und heiligen ihn; aber die göttliche Liebe selbst hat den Herrn göttlich gemacht; denn die Liebe ist das eigentliche Sein des Menschen, und ist daher sein Leben, sie formiert den Menschen nach ihrem Bild. Es verhält sich damit wie mit der Seele des Menschen, die sein inwendigeres Wesen ist: diese schafft und gestaltet gleichsam den Leib nach ihrem Bild, und zwar so, daß sie durch ihn handelt und empfindet, ganz wie sie will und denkt, und daß so der Leib wie die Wirkung ist, und die Seele wie die Ursache, in welcher der Zweck ist, woraus folgt, daß die Seele alles im Leibe ist, wie die Ursache des Zwecks alles ist in der Wirkung. Wer zur Seele Jehovah selbst hatte, wie es bei dem Herrn der Fall war (denn Er war von Jehovah empfangen), der konnte kein anderes Menschliches, als es verklärt war, haben. Hieraus wird klar, wie weit diejenigen abirren, die das Menschliche des Herrn, nachdem es verklärt worden, dem Menschlichen eines Menschen gleich machen, da es doch göttlich ist, und von Seinem Göttlich-Menschlichen alle Weisheit, alle Einsicht und auch alles Licht im Himmel ausgeht. Alles, was von Ihm ausgeht, ist heilig; das Heilige, das nicht vom Göttlichen (ausgeht), ist nicht heilig. 4728. "Und ihn in eine der Gruben werfen", 1. Mose 37/20, bedeutet unter Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gruben, sofern sie sind Falsches. Daß Gruben Falsches bezeichnen, kommt daher, weil die Menschen, die in den Grundsätzen des Falschen gewesen sind, nach dem Tod eine Zeit lang unter der unteren Erde behalten werden, bis daß das Falsche ihnen benommen und gleichsam auf die Seite geworfen ist. Die Orte dort werden Gruben genannt. Die dorthin kommen, sind solche, die in der Abödung sein müssen, wovon Nr. 1106-1113, 2699, 2711, 2714; daher kommt es, daß durch Gruben im abgezogenen Sinne Falsches bezeichnet wird. Die untere Erde ist zunächst unter den Füßen und die Gegend rings umher auf geringe Entfernung; dort sind die meisten nach dem Tode, ehe sie in den Himmel erhoben werden; dieser Erde geschieht auch hie und da im Wort Erwähnung; unter ihr sind Orte der Abödung, die Gruben genannt werden. Unterhalb jener Orte und ringsherum in weiter Ausdehnung sind die Höllen. Hieraus wird einigermaßen klar, was die Hölle, was die untere Erde und was die Grube ist, wo sie im Wort erwähnt werden, wie bei Jes.14/15,19: "Zur Hölle bist du hinabgeworfen, zu den Seiten der Grube; geworfen bist du aus deinem Grab, wie ein verabscheuter Zweig; (wie ein) Kleid der Erwürgten, Durchbohrte vom Schwert, die hinabsinken zu den Steinen der Grube": hier vom König Babels, durch den die Entweihung des Wahren vorgebildet wird; denn der König ist das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 4581; und Babel ist Entweihung: Nr. 1182, 1326. Hölle ist, wo die Verdammten sind; ihre Verdammnis wird verglichen einem verabscheuten Zweig, und dem Kleid der Erwürgten und Durchbohrten vom Schwert, die hinabsinken zu den Steinen der Grube. Das Kleid der Erwürgten ist das entweihte Wahre; Durchbohrte vom Schwert sind die, bei denen das Wahre ausgelöscht ist; Grube ist das Falsche, das abgeödet werden soll, Steine sind die Grenzen, daher sie auch Seiten genannt werden; denn rings um die Gruben her sind die Höllen. Daß das Kleid das Wahre ist, sehe man Nr. 2376; Kleid der Erwürgten ist das entweihte Wahre, denn das Blut, womit es gefärbt, ist das Unheilige: Nr. 1003; Durchbohrte vom Schwert sind die, bei denen das Wahre ausgelöscht ist: Nr. 4503. Hieraus wird klar, daß man ohne den inneren Sinn keineswegs wissen kann, was diese Dinge bedeuten. Hes.26/20: "Wenn Ich dich hinabbringen werde mit den Hinabkommenden in die Grube zum Volk des Zeitlaufs (d.i. der Vorzeit), und dich wohnen mache im Lande der Unteren; in den Verödungen vom Zeitlauf her mit den Hinabkommenden in die Grube, daß du nicht wohnen mögest; dann werde Ich geben eine Zier im Lande der Lebendigen": Hinabkommende in die Grube für diejenigen, die in Abödung versetzt werden; nicht wohnen bei denen, die hinabkommen in die Grube, für befreit werden vom Falschen. Hes.31/14,16: "Daß sich nicht erheben wegen ihrer Höhe alle Bäume am Wasser, und nicht senden ihren Ast zwischen das Dickicht, und nicht stehen möge auf ihnen wegen ihrer Höhe alle, die Wasser trinken; alle werden übergeben werden dem Tode zur unteren Erde (d.i. zur Unterwelt), inmitten der Söhne des Menschen, zu den Hinabkommenden in die Grube. Vom Schall seines Sturzes werde ich erzittern machen die Völkerschaften, wenn ich ihn hinabbringe in die Hölle mit den Hinabkommenden in die Grube; und trösten werden sich in der unteren Erde alle Bäume Edens, die Auswahl und der Vorzug des Libanon, alle, die Wasser trinken": hier von Ägypten, durch welches das Wissen bezeichnet wird, das aus sich in die Geheimnisse des Glaubens eindringt, d.h. diejenigen, die so tun: Nr. 1164, 1165, 1186. Aus dem oben Gesagten leuchtet ein, was durch die Hölle, durch die Grube und durch die untere Erde, die dort bei dem Propheten erwähnt werden, bezeichnet wird, und nirgends her als aus dem inneren Sinn wird klar, was durch die Bäume am Wasser, durch die Bäume Edens, durch den Ast, der gesendet wird zwischen das Dickicht, durch die Auswahl und den Vorzug Libanons, und durch die, welche Wasser trinken (bezeichnet wird). Hes.32/18,23: "Sohn des Menschen, klage ob der Menge Ägyptens, und bringe sie selbst und die Töchter der großmächtigen Völkerschaften hinab zum Land der Unteren mit den Hinabkommenden in die Grube. Hier (ist es) Aschur, dem Gräber gegeben sind in den Seiten der Grube, alle Durchbohrte vom Schwerte": was dieses bedeute, kann aus dem, was oben erklärt wurde, erhellen. Ps.30/4: "Jehovah, Du hast heraufkommen lassen aus der Hölle meine Seele, Du hast mich lebendig gemacht aus den Hinabkommenden in die Grube". Ps.88/5,7: "Geachtet bin ich gleich den Hinabkommenden in die Grube, geachtet bin ich gleich einem Mann ohne Stärke; gesetzt hast Du mich in die Grube der Unteren, in die Finsternis, in die Tiefen". Jonas 2/7: "Zu den Aushauungen (Gründen, Schluchten) der Berge war ich hinabgekommen, der Erde Riegel (waren) über mich auf ewig; nichts desto weniger hast Du heraufkommen lassen aus der Grube das Leben": hier von den Versuchungen des Herrn und der Befreiung aus denselben. Die Aushauungen der Berge sind, wo die Verdammtesten; denn die dunklen Nebel, die um sie her erscheinen, sind Berge. Daß die Grube die Abödung des Falschen, und im abgezogenen Sinn das Falsche bezeichnet, erhellt ferner bei Jes.24/22: "Sie werden gesammelt werden in eine Sammlung, die Gebundenen zur Grube, und werden verschlossen werden im Verschluß; doch nach einer Menge von Tagen werden sie heimgesucht werden". Jes.51/14: "Wo ist der Zorn des Drängers? eilen wird der Ausführer zum Öffnen, und wird nicht sterben zur Grube, und nicht wird es mangeln an Brot". Hes.28/7,8: "Siehe, Ich lasse Fremde über dich kommen, die Gewaltigen der Völkerschaften, die aus der Scheide ziehen werden ihre Schwerter über die Schönheit deiner Weisheit, und entweihen werden deinen Glanz; in die Grube werden sie dich versenken; und du wirst sterben, die Tode der Durchbohrten im Herzen der Meere": hier vom Fürsten von Tyrus, durch den diejenigen bezeichnet werden, die in den Grundsätzen des Falschen sind. Sach.9/9,11: "Frohlocke sehr, du Tochter Zions, töne, du Tochter Jerusalems; siehe, dein König kommt dir gerecht, elend, und reitend auf einem Esel, und auf einem Füllen, dem Sohn der Eselinnen; durch das Blut des Bundes werde Ich auslassen deine Gebundenen aus der Grube, worin kein Wasser": Grube, worin kein Wasser, bedeutet das Falsche, worin nichts Wahres; wie auch im Folgenden gesagt wird, sie hätten den Joseph in eine Grube geworfen, und die Grube war leer, kein Wasser darin: 1. Mose 37/24. Ps.28/1: "Zu Dir, Jehovah, rufe ich, schweige nicht vor mir, daß Du nicht vor mir schweigest, und ich gleich erscheine den Hinabkommenden in die Grube". Ps.40/3: "Jehovah hat (mich) heraufkommen lassen aus der Grube der Abödung, aus dem Schlamm des Kots, und gestellt auf den Fels meine Füße". Ps.69/16: "Daß mich nicht ersäufe die Wasserflut, mich nicht verschlinge die Tiefe, nicht über mir schließe die Grube ihren Mund". Ps.107/20: "Gesandt hat Er Sein Wort, und heilte sie, und riß sie aus ihren Gruben": aus Gruben, für: aus Falschem. Ps.143/7: "Eile, antworte mir, Jehovah, verzehrt ist mein Geist, verbirg nicht Deine Angesichte vor mir, daß ich gleich werde den Hinabkommenden in die Grube". Weil die Grube das Falsche bedeutet, und die Blinden diejenigen, die in Falschem sind: Nr. 2383, darum sagt der Herr: "Lasset sie; sie sind blinde Führer der Blinden; denn wenn ein Blinder einen Blinden führt, so werden beide in die Grube fallen": Matt.15/13,14; Luk.6/39. Das gleiche, was durch Joseph, ist auch durch den Propheten Jeremias vorgebildet worden, worüber er selbst Jerem.38/6 sich so ausspricht: "Sie nahmen Jeremias, und warfen ihn in eine Grube, die im Vorhof des Gefängnisses, und ließen Jeremias hinab mit Stricken in eine Grube, wo kein Wasser", d.h., sie warfen die göttlichen Wahrheiten weg, unter Falsches, worin nichts Wahres. 4729. "Und sagen: ein böses Wild hat ihn gefressen", 1. Mose 37/20, bedeutet die Lüge aus dem Leben der Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wildes, sofern es Neigung und Begierde bezeichnet, wovon Nr. 45, 46; denn Wild im echten Sinn ist das Lebendige: Nr. 774, 841, 908; daher wird durch böses Wild hier das Leben der Begierden bezeichnet; daß es Lüge ist, leuchtet ein. Dieses bezieht sich auf das Vorhergehende, nämlich daß sie jenes göttlich Wahre unter Falsches geworfen haben, sei einen Lüge aus dem Leben der Begierden gewesen. Es gibt nämlich dreierlei Ursprung des Falschen: erstens aus der Lehre der Kirche, zweitens aus der Täuschung der Sinne, drittens aus dem Leben der Begierden. Das aus der Lehre der Kirche nimmt bloß die Verstandesseite des Menschen ein, denn er wird von Kind auf beredet, daß es so sei, und Begründungen bekräftigen es nachher; das aber aus der Täuschung der Sinne, regt nicht auf gleiche Weise die Verstandesseite an, denn diejenigen, die im Falschen aus Sinnestäuschung sind, haben wenig Anschauung aus dem Verstand, denn sie denken aus Unterem und Sinnlichem. Aber das Falsche aus dem Leben der Begierden entspringt aus dem Willen selbst, oder was dasselbe, aus dem Herzen, denn was der Mensch von Herzen will, das begehrt er. Dieses Falsche ist das Schlimmste, weil es innen haftet, und es wird nur durch ein neues Leben vom Herrn ausgerottet. Es gibt zwei inwendigere Vermögen des Menschen, nämlich Verstand und Wille. Was der Verstand auffaßt und sich aneignet, das geht darum nicht in den Willen über; was aber der Wille, das geht in den Verstand über, denn was der Mensch will, das denkt er. Deshalb, wenn er das Böse aus Begierde will, dann denkt und begründet er es. Die Begründungen des Bösen durch das Denken sind es, die Falsches aus dem Leben der Begierden genannt werden. Dieses Falsche erscheint ihm als wahr, und wenn er jenes Falsche bei sich begründet hat, dann erscheint ihm das Wahre als falsch, denn alsdann hat er dem Licht den Einfluß durch den Himmel vom Herrn verschlossen. Wenn er aber jenes Falsche bei sich nicht begründet hat, dann stehen die Wahrheiten entgegen, die früher sein Verstand sich angeeignet hatte, und lassen es nicht zu, daß es begründet wird. HG 4730 4730. "Und wir wollen sehen, was seine Träume sein werden", 1. Mose 37/20, bedeutet, daß die Predigten über ihn so auch als falsch erkannt würden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Träume, sofern sie die Predigten bezeichnen, wovon Nr. 4682, und weil diese in ihren Augen als Falsches erschienen: Nr. 4726, 4729, werden hier durch Träume bezeichnet die Predigten über das göttlich Wahre, hauptsächlich, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, was ihrer Meinung nach falsch ist. Daß sie ihnen wirklich als Falsches vorkommen, wird bezeichnet dadurch, daß sie sagten: "wir wollen sehen, was sie sein werden". Daß die Predigten über das Göttlich-Menschliche des Herrn denen, die im alleinigen Glauben sich befinden, als Falsches erschienen sind und erscheinen, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 4729 am Ende gesagt wurde, denn was aus dem Leben der Begierden begründet wird, erscheint nicht anders. Daß Falsches aus dem Leben der Begierden begründet wird, hat auch den Grund, weil solche nicht wissen, was der Himmel, und was die Hölle, sodann was die Liebe gegen den Nächsten, und was die Selbst- und Weltliebe ist. Wenn sie das wüßten, ja wenn sie es nur wissen wollten, würden sie ganz anders denken. Wer hat heutzutage eine andere Ansicht, als daß Liebe gegen den Nächsten sei, den Armen geben, was er hat, und einem jeden aus seinem Vermögen helfen, und ihm auf jegliche Weise wohl tun, ohne Unterscheidung, ob er gut oder böse ist; und weil (der Mensch) so seiner Habe beraubt würde, und er selbst arm und elend wäre, darum verwirft er die Lehre von der Liebtätigkeit, und ergreift die Lehre vom Glauben, und bestärkt sich dann gegen die Liebtätigkeit mit mehrerem, nämlich dadurch, daß er denkt, er sei in Sünden geboren, und könne daher nichts Gutes aus sich tun, und wenn er Werke der Liebtätigkeit und Frömmigkeit tue, so könne es nicht geschehen, ohne ein Verdienst darein zu setzen; und wenn er so denkt von der einen Seite her, und aus dem Leben der Begierden andererseits, dann schließt er sich der Partei derjenigen an, die sagen, der Glaube allein mache selig. Wenn er in diesem ist, dann bestärkt er sich noch mehr, bis daß er glaubt, die Werke der Liebtätigkeit seien zur Seligkeit nicht notwendig. Sind diese ausgeschlossen, dann fällt er in den neuen Irrtum hinein, daß, weil der Mensch solcherart ist, vom Herrn ein Mittel zur Seligkeit vorgesehen worden sei, das der Glaube genannt wird; und zuletzt in denjenigen, daß er selig werde, wenn er aus Vertrauen oder Zuversicht, noch in der letzten Todesstunde sage, Gott möge sich seiner erbarmen durch den Blick auf den Sohn, weil Er für ihn gelitten habe; wobei er gar nicht erwägt, was der Herr Joh.1/12,13 und an tausend Stellen sonst gesagt hatte. Daher nun kommt es, daß der alleinige Glaube für die Hauptsache in der Kirche anerkannt worden ist. Daß aber nicht überall auf gleiche Weise, hat den Grund, weil die Geistlichen durch den alleinigen Glauben nichts gewinnen können, sondern durch die Predigt der Werke. Aber wenn ebendieselben gewußt hätten, was Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, wären sie keineswegs in diese falsche Lehre hineingeraten. Die (echte) Grundlehre ist: redlich und gerecht handeln in allem, was Pflicht oder Amt erfordert, wie z.B., wenn ein Richter den Übeltäter nach den Gesetzen straft, und zwar aus Eifer, dann ist er in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn er will seine Besserung, somit sein Gutes, und will auch der Gesellschaft und dem Vaterland wohl, daß diesem von jenem nichts Böses mehr geschieht. Auf diese Weise kann er ihn lieben, wenn er gebessert wird, wie ein Vater den Sohn, den er züchtigt, und so liebt er die Gemeinden und das Vaterland, das ihm im allgemeinen der Nächste ist. Ebenso verhält es sich in allem übrigen, aber hierüber wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo ausführlicher die Rede sein. 4731. "Da es Ruben hörte", 1. Mose 37/21, bedeutet das Bekenntnis des Glaubens der Kirche im allgemeinen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er ist der Verstandesglaube, oder die Lehre, die das erste der Wiedergeburt ist, im Inbegriff, das Wahre der Lehre, durch das man zum Guten des Lebens gelangen kann, wovon Nr. 3861, 3866, daher hier das Glaubensbekenntnis der Kirche im allgemeinen. Daß Ruben sich hier ins Mittel legt, hat den Grund, weil die Kirche, die vom Glauben aus anfängt, aufhören würde Kirche zu sein, wenn diese göttliche Wahrheit nicht in ihr bleiben würde, daß nämlich das Menschliche des Herrn göttlich ist, denn diese ist die oberste oder inwendigste Wahrheit der Kirche; deshalb wollte Ruben den Joseph, durch den dieses Wahre hier vorgebildet wird, aus der Hand der Brüder entreißen, um ihn zurückzubringen zu seinem Vater, wodurch bezeichnet wird, daß er jene Wahrheit für die Kirche wahren wollte. Und weiter, als Ruben zu der Grube kam und sah, daß kein Joseph in der Grube war, zerriß er seine Kleider, und sagte zu den Brüdern: "der Knabe ist nicht mehr, und ich, wohin komme ich?" 1. Mose 37/29,30, wodurch bezeichnet wird, es sei kein Glaube an den Herrn, und so keine Kirche mehr da. Diese oberste oder inwendigste Wahrheit, daß das Menschliche des Herrn göttlich ist, wird von denjenigen in der Kirche, die im alleinigen Glauben sind, geleugnet; gleichwohl aber, weil sie aus dem Wort wissen, daß der Herr ein göttliches Wesen hat, und nicht begreifen, wie das Menschliche göttlich sein könne, deswegen schreiben sie beides dem Herrn zu, indem sie zwischen Seiner göttlichen und menschlichen Natur unterscheiden. Hingegen die im Leben des Glaubens oder in der Liebtätigkeit sind, beten den Herrn als ihren Gott und Heiland an, und wenn sie in der Anbetung sind, denken sie an das Göttliche des Herrn, ohne es vom Menschlichen zu trennen, somit erkennen sie das Ganze im Herrn als göttlich von Herzen an. Wenn sie aber aus der Lehre denken, dann reden sie aus der Lehre, weil auch sie nicht begreifen können, wie das Menschliche göttlich sein könne. 4732. "Entriß er ihn aus ihrer Hand", 1. Mose 37/21, daß dies Befreiung bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 4733. "Und sprach: wir wollen ihn nicht schlagen an der Seele (d.h. an seinem Leben)", 1. Mose 37/21, bedeutet, man dürfe es nicht auslöschen, weil es das Leben der Religion ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, sofern es heißt auslöschen; und aus der Bedeutung von Seele, sofern sie ist das Leben, wovon Nr. 1000, 1005, 1436, 1742, hier das Leben der Religion. Daß die Anerkennung und Anbetung des Göttlich-Menschlichen des Herrn das Leben der Religion ist, wird aus demjenigen klar, was Nr. 4731 gesagt wurde, und auch daraus, daß die Menschen von der Art sind, daß sie etwas verehren wollen, wovon sie irgendein Innewerden und einen Gedanken, ja die Sinnlichen, wovon sie irgendeine Sinneswahrnehmung haben können, und es nur verehren wollen, wenn Göttliches darinnen ist. Dieses ist eine allgemeine Erscheinung beim Menschengeschlecht. Die Heiden verehren daher Götzenbilder, von denen sie glauben, daß etwas Göttliches in ihnen sei. Andere aber Menschen nach dem Tod, die sie für Götter oder Heilige halten; denn nichts kann beim Menschen angeregt werden, wenn nichts da ist, was seinen Sinn bewegt. Diejenigen, die sagen, sie erkennen das höchste Wesen an, von dem sie keine Innewerdungsvorstellung haben, erkennen meistens keinen Gott an, sondern anstatt desselben die Natur; und die Natur deshalb, weil sie dieselbe begreifen. Sehr viele Gebildete unter den Christen sind von solcher Art auch aus dem Grund, weil sie das Menschliche des Herrn nicht für göttlich halten. Damit nun die Menschen, die sich so weit vom Göttlichen entfernt haben, und so sehr fleischlich geworden sind, nicht Holz und Steine verehren, und nicht irgendeinen Menschen nach dem Tod, und so unter demselben einen Teufel, anstatt Gott selbst, weil sie ihn nicht auf irgendeine Weise inne werden können, und so das Ganze der Kirche, und mit der Kirche das Menschengeschlecht zugrunde gehen möchte, wollte das Göttliche Selbst das Menschliche annehmen, und dieses göttlich machen. Mögen sich also die Gebildeten hüten, an das Menschliche des Herrn zu denken, und nicht zugleich dasselbe für göttlich zu halten. Wenn nicht, so nehmen sie ein Ärgernis (an Ihm), und glauben am Ende gar nichts. 4734. "Und Ruben sprach zu ihnen", 1. Mose 37/22, bedeutet Ermahnung, im nächsten Sinn das Glaubensbekenntnis der Kirche im allgemeinen, das Ruben bezeichnet: Nr. 4731, sofern es ermahnt und einredet, sie sollen nicht verletzen, wie nun folgt. 4735. "Vergießet nicht Blut", 1. Mose 37/22, bedeutet, daß sie das Heilige nicht verletzen sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es ist das Heilige, worüber im Folgenden; daher Blut vergießen heißt, dasselbe verletzen. Alles Heilige im Himmel geht aus vom Göttlich-Menschlichen des Herrn, und daher alles Heilige in der Kirche. Deshalb ist, damit man es nicht verletzen möchte, vom Herrn das heilige Abendmahl eingesetzt worden, und wird mit ausdrücklichen Worten dabei gesagt, das Brot darin sei Sein Fleisch, und der Wein darin sei Sein Blut, somit Sein Göttlich-Menschliches sei es, aus dem nunmehr das Heilige (kommt). Bei den Alten bezeichnete Fleisch und Blut das eigene Menschliche, weil das Menschliche aus Fleisch und Blut besteht, daher sprach der Herr zu Simon: "Selig bist du, weil Fleisch und Blut es dir nicht geoffenbart hat, sondern Mein Vater, der in den Himmeln ist": Matth.16/17. Das Fleisch also und das Blut, das bezeichnet ist durch Brot und Wein im heiligen Abendmahl, ist das eigene Menschliche des Herrn. Das Eigene des Herrn selbst, das Er mit eigener Macht Sich erworben hat, ist göttlich. Sein Eigenes von der Empfängnis her war das, welches Er von Jehovah, Seinem Vater hatte, und war selbst Jehovah, daher war das Eigene, das Er Sich im Menschlichen erwarb, göttlich. Dieses eigene Göttliche im Menschlichen ist es, was Fleisch und Blut genannt wird, Fleisch ist Sein göttlich Gutes: Nr. 3813, Blut das dem göttlich Guten angehörige göttlich Wahre. Das Menschliche des Herrn, nachdem es verklärt oder göttlich gemacht worden ist, kann nicht als menschlich begriffen werden, sondern als die göttliche Liebe in menschlicher Form; und zwar um so mehr als die Engel, die, wenn sie erscheinen, wie sie auch von mir gesehen worden sind, gleichsam als Formen der Liebe und der Liebtätigkeit unter menschlicher Gestalt erscheinen, und zwar vom Herrn; denn aus göttlicher Liebe hat der Herr sein Menschliches göttlich gemacht, wie durch himmlische Liebe der Mensch nach dem Tode ein Engel wird, so daß er als eine Form der Liebe und der Liebtätigkeit unter menschlicher Gestalt erscheint. Hieraus wird klar, daß durch das Göttlich-Menschliche des Herrn im himmlischen Sinn die göttliche Liebe selbst bezeichnet wird, welche ist die Liebe gegen das ganze menschliche Geschlecht, weil Er dieses retten, glücklich und selig machen will in Ewigkeit, und ihm Sein Göttliches zueignen will, soweit sie es fassen können. Diese Liebe und die Gegenliebe des Menschen zum Herrn, und auch die Liebe gegen den Nächsten sind es, die im heiligen Abendmahl bezeichnet und vorgebildet werden: die himmlisch göttliche Liebe durch das Fleisch oder Brot darin, und die geistig göttliche Liebe durch das Blut oder den Wein darin. Hieraus kann nun erhellen, was durch das Essen des Fleisches des Herrn und durch das Trinken Seines Blutes verstanden wird bei Joh.6/50-58: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand ißt von diesem Brot, wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das Ich geben werde, ist mein Fleisch. Amen, amen; Ich sage euch, wenn ihr nicht esset das Fleisch des Sohnes des Menschen, und trinket Sein Blut, so werdet ihr kein Leben in euch haben; wer da ißt Mein Fleisch, und trinkt Mein Blut, hat ewiges Leben; und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag; denn Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank; wer ißt Mein Fleisch, und trinkt Mein Blut, bleibt in Mir, und Ich in ihm. Dieses ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist". Weil durch das Fleisch und das Blut das göttlich Himmlische und das göttlich Geistige, das aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn (kommt), bezeichnet wird, oder was gleich, das göttlich Gute und das göttlich Wahre Seiner Liebe, so wird durch essen und trinken bezeichnet, sich jenes aneignen. Die Aneignung geschieht durch ein Leben der Liebe und Liebtätigkeit, das auch ein Leben des Glaubens ist. Daß essen heißt, sich das Gute aneignen, und trinken sich das Wahre aneignen, sehe man Nr. 2187, 3069, 3168, 3513, 3596, 3734, 3832, 4017, 4018. Weil durch Blut im himmlischen Sinn das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, bezeichnet wird, darum bedeutet es das Heilige; denn das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre ist das Heilige selbst; das Heilige ist nichts anderes und nicht anderswoher. Daß Blut jenes Heilige bezeichnet, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, von denen Folgende angeführt werden dürfen: Hes.39/17-21: "Sohn des Menschen, so sprach der Herr Jehovih: sage allem Vogel des Himmels, allem Wild des Feldes, versammelt euch und kommet, versammelt euch ringsumher ob Meinem Opfer, das Ich euch opfern werde, ein großes Opfer auf den Bergen Israels, daß ihr Fleisch esset und Blut trinket; das Fleisch der Starken sollt ihr essen, und das Blut der Fürsten der Erde sollt ihr trinken; Widder, Lämmer und Böcke, alle Gemästete von Basan, und sollt Fett essen bis zur Sättigung, und Blut trinken bis zur Trunkenheit, von Meinem Opfer, das Ich euch opfern werde, ihr sollt gesättigt werden an Meinem Tische, mit Roß und Wagen, mit dem Starken und jeglichem Mann des Krieges; also will Ich geben Meine Herrlichkeit unter die Völkerschaften": hier ist die Rede von der Einladung aller zum Reich des Herrn, und insbesondere von der Einsetzung der Kirche bei den Heiden; und durch Fleisch essen und Blut trinken wird bezeichnet, sich das göttlich Gute und das göttlich Wahre, somit das Heilige, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, aneignen. Wer kann nicht sehen, daß hier nicht Fleisch durch Fleisch, und Blut durch Blut verstanden wird, wenn es heißt, sie sollen das Fleisch der Starken essen, das Blut der Fürsten der Erde trinken, und mit Roß, Wagen, mit dem Starken und jeglichem Mann des Krieges gesättigt werden? Joh.Offenb.19/17,18: "Ich sah einen Engel stehen in der Sonne, der rief mit großer Stimme, sagend allen Vögeln, die fliegen in der Mitte des Himmels: kommet, versammelt euch zum Abendmahl des großen Gottes, daß ihr esset Fleisch von Königen, und Fleisch von Obersten über Tausend, und Fleisch von Starken, und Fleisch der Rosse, und der darauf Sitzenden, und Fleisch aller Freien und Knechte, der Kleinen und Großen": wer irgend wird dieses verstehen, wenn er nicht weiß, was Fleisch im inneren Sinn bedeutet, und was Könige, Oberste über Tausend, Starke, Rosse, die Sitzenden auf ihnen, Freie und Knechte? Sach.9/10,11: "Frieden wird er verkünden den Völkerschaften, Sein Herrschen ist vom Meer bis zum Meer, und vom Strom bis zu den Enden der Erde, auch Du, durch das Blut deines Bundes werde Ich auslassen deine Gebundenen aus der Grube": hier vom Herrn; das Blut des Bundes ist das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende göttlich Wahre, und dies ist eben das Heilige, das, nachdem Er verklärt worden, von ihm ausgegangen ist. Dieses Heilige ist es, das auch der Heilige Geist genannt wird, wie klar ist bei Joh.7/37-39: "Jesus sprach: wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke; jeder, der an Mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden fließen Ströme lebendigen Wassers; dieses sagte Er von dem Geist, den empfangen sollten, die an Ihn Glaubenden, denn der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verklärt war": daß das vom Herrn ausgehende Heilige der Geist ist, sehe man Joh.6/63. Ferner, daß das Blut das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige ist, bei Ps.72/14: "Vom Trug und von der Gewalttat wird er entledigen ihre Seele, und kostbar wird sein ihr Blut in seinen Augen": kostbares Blut für das Heilige, das sie empfangen werden. Joh.Offenb.7/14: "Diese sind es, die kommen aus großer Trübsal, und haben gewaschen ihre Gewänder und weiß gemacht ihre Kleider im Blute des Lammes". Joh.Offenb.12/11: "Sie haben überwunden den Drachen durch das Blut des Lammes, und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben nicht geliebt ihre Seele bis zum Tod": die Kirche weiß heutzutage nichts anderes, als daß das Blut des Lammes hier das Leiden des Herrn bedeute, weil sie glaubt, daß man selig werde einzig dadurch, daß der Herr gelitten hat, und daß er um deswillen in die Welt gesandt worden sei. Aber dies mag für die Einfältigen sein, welche die inwendigeren Geheimnisse nicht fassen können. Das Leiden des Herrn war das Letzte Seiner Versuchung, wodurch Er sein Menschliches völlig verklärt hat: Luk.24/26; Joh.12/23,27,28; 13/31,32; 17/1,4,5; aber das Blut des Lammes dort ist dasselbe, was das göttlich Wahre, oder das von Seinem Göttlich-Menschlichen ausgehende Heilige, somit dasselbe, was das Blut des Bundes, wovon gleich oben, und wovon auch bei 2. Mose 24/7,8: "Moses nahm das Buch des Bundes, und las in den Ohren des Volkes, die sprechen: alles, was geredet hat Jehovah, wollen wir tun und hören. Da nahm Moses das Blut, und sprengte es über das Volk, und sprach: siehe, das Blut des Bundes, den Jehovah geschlossen hat mit euch über allen diesen Worten": das Buch des Bundes war das göttlich Wahre, das sie damals hatten, und das bestätigt wurde durch das Blut, das bezeugte, daß es aus Seinem Göttlich-Menschlichen (kommt). Auch in den Bräuchen der jüdischen Kirche wurde durch das Blut nichts anderes bezeichnet, als das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende Heilige; deshalb, wenn sie geheiligt wurden, geschah dieses durch Blut; so als Aharon und seine Söhne geheiligt wurde, da wurde Blut gesprengt auf die Hörner des Altares, das übrige an den Grund des Altars, auch auf die Spitze des rechten Ohres, den Daumen der rechten Hand und des rechten Fußes, auf seine Kleider: 2. Mose 29/12,16,20; 3. Mose 8/15,19,23,30. Und wenn Aharon einging hinter den Vorhang zum Gnadenstuhl sollte auch dann Blut mit dem Finger gesprengt werden zum Gnadenstuhl siebenmal gegen Morgen: 3. Mose 16/12-15; ebenso bei den übrigen Heiligungen, wie auch bei den Sühnungen und Reinigungen: 2. Mose 12/7,13,22; 30/10; 3. Mose 1/5,11,15; 3/2,8,13; 4/6,7,17,18,25,30,34; 5/9; 6/20,21; 14/14-19,25-30; 16/12-15,18,19; 5. Mose 12/27. Weil durch Blut im echten Sinn das Heilige bezeichnet wird, so wird im entgegengesetzten Sinn durch Blut und Blute dasjenige bezeichnet, was ihm Gewalt antut, und zwar deswegen, weil durch unschuldiges Blutvergießen bezeichnet wir das Heilige verletzen, darum wurde auch Frevelhaftes im Leben und Unheiliges im Gottesdienst Blut genannt. Daß Blut und Blute solches bezeichnet, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.4/4: "Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abwäscht, und die Blute Jerusalems abwischt aus ihrer Mitte, durch den Geist des Gerichts, und durch den Geist der Läuterung". Jes.59/3,7: "Eure Hände sind befleckt mit Blut, und eure Finger mit Unrecht; eure Füße laufen zum Bösen, und eilen zu vergießen unschuldiges Blut, ihre Gedanken sind Gedanken des Unrechtes". Jerem.2/34: "Auch in deinen Fittigen ist gefunden worden das Blut armer unschuldiger Seelen". Jerem.Klagel.4/13,14: "Wegen der Sünden der Propheten, der Missetaten der Priester, die da vergießen in der Mitte Jerusalems das Blut der Gerechten (ist solches geschehen); sie sind irre gegangen als die Blinden in den Gassen, sind befleckt mit Blut; das, was sie nicht können, berühren sie mit den Kleidern". Hes.16/6,9: "Ich ging neben dir vorbei, und sah dich zertreten in deinem Blute, und sprach zu dir: in deinem Blute lebe. Ich wusch dich mit Wasser, und wischte dein Blut ab von dir, und salbte dich mit Öl". Hes.22/2-4,6,9: "Du, Sohn des Menschen, wirst du zanken mit der Stadt des Blutes; tue ihnen kund alle ihre Greuel; durch dein Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden, und durch die Götzen, die du gemacht hast, bist du befleckt worden. Siehe, die Fürsten Israels, ein jeder nach seinem Arm, sind in dir gewesen, und haben Blut vergossen; die Männer der Verleumdung sind in dir gewesen, Blut zu vergießen, und haben auf den Bergen gegessen bei dir". 3. Mose 17/1-9: "Wenn jemand opfert anderswo, als auf dem Altar beim Zelt, so soll es Blut sein, und wie wenn er Blut vergossen hätte". Das verfälschte und entweihte Wahre wird durch folgende Stellen, wo von Blut die Rede ist, bezeichnet: Joel 3/3,4: "Geben werde Ich Vorzeichen in den Himmeln und auf Erden, Blut und Feuer und Rauchsäulen; die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn kommt der große und schreckliche Tag". Joh.Offenb.6/12: "Die Sonne ward schwarz, wie ein härener Sack, und der Mond ward ganz wie Blut". Joh.Offenb.8/8: "Der zweite Engel posaunte, und wie ein großer, mit Feuer brennender Berg ward geworfen ins Meer, und der dritte Teil des Meeres ward Blut". Joh.Offenb.16/3,4: "Der zweite Engel goß seine Schale aus ins Meer, und es ward Blut, wie eines Toten, wovon alle lebende Seele starb im Meer. Der dritte Engel goß seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, und es ward Blut". Ebenso, 2. Mose 7/15-22, daß "die Ströme, Sammlungen und Seen der Wasser in Blut verwandelt worden seien in Ägypten"; denn durch Ägypten wird bezeichnet das Wissen, das aus sich in himmlische Geheimnisse eindringt, und daher die göttlichen Wahrheiten verkehrt, leugnet, und entweiht: Nr. 1164, 1165, 1186; alle Wunder in Ägypten, weil göttlich, haben solches angedeutet. Daß die Ströme, die in Blut verwandelt wurden, Wahrheiten bezeichnen, die der Einsicht und Weisheit angehören: Nr. 108, 109, 3051; ebenso die Wasser: Nr. 680, 2702, 3058; die Quellen: Nr. 2702, 3096, 3424; daß die Meere sind Wißtümliches im Inbegriff: Nr. 28. Daß der Mond, von dem ebenfalls gesagt wird, daß er in Blut verwandelt werden soll, das göttlich Wahre ist: Nr. 1529, 1530, 1531, 2495, 4060. Hieraus wird klar, daß durch den Mond, das Meer, die Quellen, Wasser und Ströme, sofern sie in Blut verwandelt worden, das verfälschte und entweihte Wahre bezeichnet wird. 4736. "Werfet ihn in jene Grube, die in der Wüste", 1. Mose 37/22, bedeutet, sie sollen es unterdessen unter ihrem Falschen verbergen, d.h. als falsch ansehen, aber doch behalten, weil es für die Kirche von Wichtigkeit ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, sofern sie Falsches bezeichnet, wovon Nr. 4728; und aus der Bedeutung der Wüste, sofern sie ist, wo kein Wahres; denn Wüste hat eine weite Bedeutung, sie ist, wo das Unbewohnte, somit Nichtkultivierte ist, und wenn sie von der Kirche gesagt wird, so ist sie, wo kein Gutes und daher kein Wahres: Nr. 2708, 3900; somit wird durch die Grube in der Wüste hier verstanden Falsches, worin kein Wahres ist, weil kein Gutes. Es wird gesagt, worin kein Wahres, weil kein Gutes, denn wer dafür hält, daß der Glaube selig mache ohne Werke, der kann zwar das Wahre wissen, aber gleichwohl ist es nicht wahr bei ihm, weil es nicht das Gute bezweckt, und nicht vom Guten stammt. Dieses Wahre ist nicht lebenskräftig, weil es das Prinzip des Falschen in sich hat. Wer mithin ein solches Wahres hat, bei dem ist dieses Wahre nicht anders als falsch infolge des Prinzips, das darin herrscht; das Prinzip ist gleich der Seele, von der das übrige sein Leben hat. Umgekehrt gibt es Falsches, das als wahr angenommen wird, wenn darin das Gute hauptsächlich das Gute der Unschuld ist, wie bei den Heiden, und auch bei mehreren innerhalb der Kirche. 4737. "Und leget die Hand nicht an ihn", 1. Mose 37/22, bedeutet, sie sollen es nicht verletzen; dies kann erhellen ohne Erklärung. 4738. "Darum daß er ihn entreißen wollte aus ihrer Hand, ihn zurückzubringen zu seinem Vater", 1. Mose 37/22, bedeutet, um es für die Kirche zu bewahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von entreißen aus ihrer Hand, sofern es heißt befreien, wie Nr. 4732; und aus der Bedeutung von wiederbringen zu seinem Vater, sofern es heißt, für die Kirche bewahren, denn durch Jakob, der hier der Vater ist, wird die jüdische Religion aus der Alten Kirche: Nr. 4700, 4701, vorgebildet. Was er für die Kirche wahren wollte, ist das göttlich Wahre, betreffend das Göttlich-Menschliche des Herrn; denn durch Joseph wird dieses Wahre im besonderen bezeichnet. Was dieses Wahre weiter anbelangt, so soll man wissen, daß die Alte Kirche dasselbe anerkannt hat, und auch die erste christliche Kirche; aber nachdem das Papsttum bis zur Herrschaft über alle Menschenseelen gestiegen war und sich erhoben hat, wie es vom König Babels heißt, bei Jes.14/13,14: "Gesagt hast du in deinem Herzen: in die Himmel will ich steigen, über die Sterne des Himmels will ich erhöhen meinen Thron, und will sitzen auf dem Berg der Zusammenkunft, steigen will ich über die Höhen der Wolke, und gleich werden dem Höchsten", da wurde das Göttliche dem Menschlichen des Herrn abgesprochen, oder dann wurde unterschieden zwischen Seinem Göttlichen und Menschlichen. Auf welche Weise dieses in einem gewissen Konzil beschlossen worden ist, wurde mir auch geoffenbart: es erschienen mir einige vorne zur Linken an der Fußsohle, in einiger Entfernung von mir, die miteinander redeten, aber ich hörte nicht über was. Es wurde mir gesagt, es wären etliche von denen, die in dem Konzil beisammen waren, als über beide Naturen des Herrn, die göttliche und die menschliche, beschlossen wurde. Bald durfte ich auch mit ihnen reden. Sie sagten, diejenigen, die im Konzil den größten Einfluß hatten, und die übrigen an Würde und Ansehen übertrafen, seien zusammengekommen, und zwar in einer dunklen Kammer, und zu dem Schluß gekommen, daß dem Herrn sowohl das Göttliche als das Menschliche zuerkannt werden soll, hauptsächlich aus dem Grund, weil sonst der Thron des Papstes keinen Bestand hätte; denn hätten sie den Herrn für eins mit dem Vater, wie Er selbst sagt, anerkannt, so hätte man keinen Statthalter von Ihm auf Erden anerkennen können; denn es waren zu selbiger Zeit Spaltungen vorhanden, durch welche die päpstliche Gewalt hätte sinken und schwinden können, wenn sie nicht so unterschieden hätten; um dieses zu bekräftigen, hätten sie Beweisgründe aus dem Wort aufgesucht, und die übrigen beredet. Sie setzten hinzu, daß sie so im Himmel und auf Erden hätten herrschen können, weil sie aus dem Worte wußten, daß dem Herrn alle Gewalt in den Himmeln und auf Erden gegeben sei, die einem Statthalter nicht hätte zugeschrieben werden können, wenn das Menschliche auch als göttlich anerkannt würde, denn sie wußten, daß niemand sich Gott gleich machen dürfe, und daß das Göttliche jene Gewalt aus sich habe, nicht aber das Menschliche, wenn sie ihm nicht gegeben worden wäre, wie auch nachher dem Petrus. Sie sagten, die Schismatiker seien damals scharfsinnige Köpfe gewesen, die sie aber so zur Ruhe bringen konnten; und so sei auch die päpstliche Gewalt bestätigt worden. Hieraus wird klar, daß dieses (Dogma) bloß um der Herrschaft willen erfunden wurde; und daß sie auch deshalb nicht erkennen wollten, daß die Gewalt, die dem Menschlichen des Herrn in den Himmeln und auf Erden gegeben wurde, beweise, daß dasselbe auch göttlich sei; und (ebenso) daß unter Petrus, dem vom Herrn die Schlüssel des Himmels gegeben wurden, nicht Petrus selbst zu verstehen ist, sondern der Glaube der Liebtätigkeit, und weil dieser vom Herrn allein kommt, so ist es die Gewalt des Herrn allein, (die hier unter Petrus zu verstehen ist), man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22. 4739. Vers 23-30: Und es geschah, als Joseph kam zu seinen Brüdern, da entkleideten sie Joseph seines Rockes, des buntfarbigen Rockes, den er trug. Und sie nahmen ihn und warfen ihn in die Grube, und die Grube war leer, kein Wasser darin. Und sie setzten sich, das Brot zu essen, und hoben ihre Augen auf und sahen, und siehe, ein Wanderzug (oder Karawane) von Jischmaelitern kam aus Gilead, und ihre Kamele trugen Gewürze, und Harz und Stakte, es zu bringen nach Ägypten. Und Jehudah sprach zu seinen Brüdern: was Gewinn ist es, daß wir erwürgen unseren Bruder, und verheimlichen sein Blut? Wohlan, laßt uns ihn verkaufen den Jischmaelitern, und unsere Hand sei nicht an ihm, denn er ist unser Bruder, unser Fleisch; und es gehorchten seine Brüder. Und es gingen vorüber die Männer, die midianitischen Handelsleute; da zogen sie heraus und ließen heraufkommen Joseph aus der Grube, und verkauften Joseph den Jischmaelitern um zwanzig Silberlinge; und diese brachten Joseph nach Ägypten. Und Ruben kam wieder zu der Grube, und siehe, Joseph war nicht in der Grube; da zerriß er seine Kleider. Und kam wieder zu seinen Brüdern, und sprach: Der Knabe ist nicht mehr, und ich, wohin komme ich? "Und es geschah, als Joseph kam zu seinen Brüdern" bedeutet, als über Ihn gepredigt wurde; "da entkleideten sie Joseph seines Rockes" bedeutet, daß sie die Scheinbarkeiten des Wahren zerschlugen und vernichteten; "des buntfarbigen Rockes, den er trug" bedeutet die Beschaffenheit der Scheinbarkeiten in betreff der Wahrheiten aus dem Guten; "und sie nahmen ihn und warfen ihn in die Grube" bedeutet unter Falsches; "und die Grube war leer, kein Wasser darin" bedeutet, daß alsdann nichts Wahres (mehr vorhanden); "und sie setzten sich, das Brot zu essen" bedeutet die Aneignung des Bösen aus dem Falschen; "und hoben ihre Augen auf und sahen" bedeutet weiteres Denken; "und siehe, ein Wanderzug von Jischmaelitern kam aus Gilead" bedeutet die, welche sich im einfältig Guten befinden, in dem die Heiden sind; "und ihre Kamele trugen Gewürze, und Harz und Stakte" bedeutet inwendigere, natürliche Wahrheiten; "es zu bringen nach Ägypten" bedeutet Belehrung aus Wißtümlichem; "und Jehudah sprach zu seinen Brüdern" bedeutet die Schlimmen in der Kirche, die gegen jedwedes Gute sind; "was Gewinn ist es, daß wir erwürgen unseren Bruder, und verheimlichen sein Blut?" bedeutet, man hätte keinen Vorteil und keine Hoheit davon, wenn dieses ganz ausgelöscht würde; "wohlan, laßt uns ihn verkaufen den Jischmaelitern" bedeutet, es sollen Ihn anerkennen, die im einfältig Guten; "und unsere Hand sei nicht an ihm" bedeutet, daß sie ohne Schuld seien; "denn er ist unser Bruder, unser Fleisch" bedeutet, weil willkommen sei, was von ihnen herkommt; "und es gehorchten seine Brüder" bedeutet Einwilligung; "und es gingen vorüber die Männer, die midianitischen Handelsleute" bedeutet diejenigen, die im Wahren jenes Guten stehen; "da zogen sie heraus und ließen heraufkommen Joseph aus der Grube" bedeutet Hilfe von ihnen, daß es nicht (mehr) unter Falschem; "und verkauften Joseph den Jischmaelitern" bedeutet Aufnahme von seiten derer, die im einfältig Guten, und Entfremdung von seiten derer, die im getrennten Glauben (stehen); "um zwanzig Silberlinge" bedeutet die Schätzung; "und diese brachten Joseph nach Ägypten" bedeutet die Beratung aus Wißtümlichem; "und Ruben kam wieder zu der Grube" bedeutet den Glauben der Kirche im allgemeinen; "und siehe, Joseph war nicht in der Grube" bedeutet, es sei kein Glaube mehr gewesen; "da zerriß er seine Kleider" bedeutet Trauer; "und kam wieder zu seinen Brüdern" bedeutet die Lehrenden; "und sprach: Der Knabe ist nicht mehr" bedeutet kein Glaube an Ihn; "und ich, wohin komme ich?" bedeutet, wo ist nun die Kirche? 4740. "Und es geschah, als Joseph kam zu seinen Brüdern", 1. Mose 37/23, bedeutet, als über Ihn gepredigt wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Wahre bezeichnet, hauptsächlich in betreff des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Wenn gesagt wird, daß dieses zu ihnen komme, so heißt dies, daß es ihnen gepredigt werde, denn seine Brüder bilden die Kirche vor, die im getrennten Glauben (steht), und die, denen solches gepredigt wurde. 4741. "Da entkleideten sie Joseph seines Rockes", 1. Mose 37/23, bedeutet, daß sie die Scheinbarkeiten des Wahren zerschlugen und vernichteten. Dies erhellt aus der Bedeutung von entkleiden, wenn es gesagt wird vom göttlich Wahren, das hier Joseph ist, sofern es heißt, es zerschlagen, und auch vernichten; und aus der Bedeutung des Rockes, weil er buntfarbig war, sofern dieses die Scheinbarkeiten des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 4677. Die Zerschlagung und Vernichtung der Scheinbarkeiten des Wahren geschieht, wenn das Wahre selbst verworfen worden ist; denn das Wahre selbst leuchtet aus sich in den Gemütern hervor, und kommt, wie sehr es auch ausgelöscht werden mag, zur Erscheinung, hauptsächlich bei denen, die im Guten sind. Das sehen auch diejenigen gar wohl ein, die das Wahre bei sich vernichtet haben, deshalb suchen sie auch jene Scheinbarkeiten zu zerschlagen und zu vernichten. Zur Erläuterung möge (Folgendes) als Beispiel dienen: wer sieht nicht, daß wohl wollen und wohl tun das Wesentliche im Christentum ist; und wenn man einem sagt, daß dieses Liebtätigkeit sei, so muß er es bejahen. Ja, diejenigen, die es bejahen, werden sagen, sie wüßten wohl, was es sei, weil dies eine Sache des Lebens ist; aber was das bloße Denken betrifft, daß dieses oder jenes wahr sei, selbst aus Zuversicht, wie diejenigen wollen, die im getrennten Glauben sind, so werden sie sagen, daß sie nicht wissen, was es sei, denn sie können kein anderes Innewerden davon haben, als wie von einem Rauch, der verschwindet. Weil der alleinige Glaube und die Zuversicht aus demselben bei allen, wer sie auch sein mögen, die ernstlich über ihn denken, hauptsächlich bei den Guten, in solcher Art erscheint, deswegen geben sie sich Mühe, auch jene Scheinbarkeiten zu zerschlagen und zu vernichten, indem sie so alles abschneiden, was näher berührt, und alles, was in Beziehung damit steht. Dies wird bezeichnet durch "Joseph des Rockes entkleiden, den er trug". Ebendieselben glauben auch, diejenigen seien weiser als die übrigen, die ihre einmal angenommene Glaubensmeinung, von welcher Art sie auch sein möge, mit verschiedenen Gründen beweisen, und sie durch verschiedene Vernunftschlüsse als wahrscheinlich darstellen können. Dies ist aber nichts weniger als weise, das kann ein jeder, der einigen Witz hat, und die Bösen noch geschickter als die Redlichen; das tut kein vernünftiger Mensch, denn der vernünftige Mensch kann, wie von einem höheren Standpunkt aus, sehen, ob das wahr sei, was begründet wird, oder falsch; und weil er das sieht, so achtet er die Beweisgründe des Falschen für nichts, und betrachtet sie bei sich nur als Spielerei und eitles Gerede, mag immerhin der andere glauben, jene seien aus der Schule der Weisheit selbst hergeholt. Kurz, es ist nichts weniger als weise, ja nichts weniger als vernünftig, Falsches begründen zu können; denn weise ist es und vernünftig, zuerst sehen, daß etwas wahr ist, und hernach es begründen; denn das Wahre sehen, kommt vom Licht des Himmels, das vom Herrn ist, hingegen das Falsche sehen als wahr, kommt vom Irrlicht, das von der Hölle (stammt). 4742. "Des buntfarbigen Rockes, den er trug", 1. Mose 37/23, bedeutet die Beschaffenheit der Scheinbarkeiten in betreff der Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des buntfarbigen Rockes, sofern er die Scheinbarkeiten des Wahren bezeichnet, durch die das Geistige des Natürlichen erkannt und unterschieden wird, wovon Nr. 4677, deswegen hier die Beschaffenheit der Scheinbarkeiten, weshalb auch der Rock zweimal genannt wird, nämlich "sie entkleideten Joseph seines Rockes, des buntfarbigen Rockes". Daß die Beschaffenheit der Scheinbarkeiten sich nach den Wahrheiten aus dem Guten richtet, kann aus den Scheinbarkeiten des Wahren erhellen, wenn sie sich sichtbar darstellen im Licht des Himmels, d.h. im anderen Leben, wo kein anderes Licht ist als das, welches durch den Himmel vom Herrn kommt, und das aus Seinem göttlich Wahren sein Dasein hat, denn dieses erscheint vor den Augen der Engel als Licht: Nr. 2776, 3190, 3195, 3222, 3339, 3340, 3636, 3643, 3993, 4302, 4413, 4415; dieses Licht gestaltet sich verschieden bei einem jeden gemäß der Aufnahme. Alles Denken der Engel geschieht durch den Wechsel jenes Lichtes, wie auch das Denken des Menschen, ohne daß der Mensch dieses weiß, weil beim Menschen jenes Licht in materielle Bilder oder Vorstellungen fällt, die in seinem natürlichen oder äußeren Menschen aus dem Weltlicht vorhanden sind. Daher wird jenes Licht bei ihm so sehr verdunkelt, daß er kaum weiß, daß das Licht und die Sehkraft seines Verstandes von daher kommt. Im anderen Leben aber, wo das Sehen des Auges nicht mehr im Weltlicht ist, sondern im Himmelslicht, da offenbart es sich, daß sein Denken von daher kommt. Wenn dieses Licht aus dem Himmel in die Geisterwelt übergeht, stellt es sich hier im Schein verschiedener Farben dar, und diese Farben übertreffen an Schönheit, Mannigfaltigkeit und Lieblichkeit bei weitem die Farben, die aus dem Weltlicht sind. Man sehe, was früher über die Farben aus Erfahrung, Nr. 1053, 1624, 3993, 4530, 4677 angeführt wurde. Weil die Farben im anderen Leben von daher entstehen, so sind sie in ihrem Ursprung nichts anderes als Scheinbarkeiten des Wahren aus dem Guten; denn das Wahre leuchtet nicht von selber, weil es für sich allein nichts Flammendes hat, sondern aus dem Guten; denn dieses ist wie die Flamme, aus der Licht kommt. Wie beschaffen also das Gute ist, so beschaffen erscheint daher das Wahre, und wie beschaffen das Wahre ist, in solcher Art leuchtet es vom Guten. Hieraus wird klar, was durch den buntfarbigen Rock im inneren Sinn bezeichnet wird, nämlich die Beschaffenheit der Scheinbarkeiten in Ansehung der Wahrheiten aus dem Guten; denn durch Joseph, dem der Rock gehörte, wird das göttlich Wahre vorgebildet, wie früher gezeigt wurde. 4743. "Und sie nahmen ihn und warfen ihn in die Grube", 1. Mose 37/24, bedeutet unter Falsches. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4728, 4736 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 4744. "Und die Grube war leer, kein Wasser darin", 1. Mose 37/24, bedeutet, daß alsdann nichts Wahres (mehr vorhanden). Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, sofern sie das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4728, aus der Bedeutung von leer, sofern es ist, wo nichts Wahres, weil nichts Gutes, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Wassers, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 680, 739, 2702, 3058, 3424. Daß leer ist, wo nichts Wahres, weil nichts Gutes, erhellt aus dem Wort auch anderwärts, wie bei Jerem.14/3: "Die Großen schickten die Kleinen nach Wasser, sie kamen zu den Gruben und fanden nicht Wasser; sie kehrten zurück mit leeren Gefäßen, beschämt und zuschanden sind sie geworden, und haben ihr Haupt bedeckt": leere Gefäße für Wahrheiten, worin nicht das Wahre aus dem Guten. Jerem.51/34: "Gefressen, verstört hat mich Nebukadnezar, der König Babels, hingestellt mich als leeres Gefäß, mich verschlungen": leeres Gefäß bedeutet, wo kein Wahres; Babel für diejenigen, die verwüsten, d.h. andere der Wahrheit berauben: Nr. 1327 E. Jerem.4/23: "Ich sah die Erde, und siehe, leer und öde, und zu den Himmeln, und kein Licht derselben". Jes.34/11: "Besitzen werden sie der Reiher und Entenadler, und die Nachteule und der Rabe werden drinnen wohnen und ausspannen über sie die Meßschnur der Leerheit und das Richtblei der Öde". Jes.24/10-13: "Zerbrochen wird werden die Stadt der Leerheit, geschlossen wird werden jedes Haus, daß niemand hineingehe, Geschrei ob dem Wein in den Gassen, verbannt wird sein die Freude des Landes, das übrige in der Stadt Wüstenei": hier wird das Leere mit einem anderen Wort in der Grundsprache ausgedrückt, das jedoch das gleiche in sich schließt. Daß leer ist, wo nicht das Wahre, weil nicht das Gute, wird aus dem einzelnen dort im inneren Sinn klar, nämlich aus der Bedeutung der Stadt, des Hauses, des Geschreis, des Weins, der Gassen. Hes.24/9,11: "Es sprach der Herr Jehovih: wehe der Stadt des Blutes; Ich will auch groß machen den Herd, stellend einen leeren Topf auf die Kohlen, daß warm und heiß werde sein Erz, und darin verschmelze seine Unreinigkeit, verzehrt werde sein Schaum": hier wird klar, was leer (bedeutet), der leere Topf ist es, worin Unreinigkeit und Schaum, d.h. das Böse und Falsche ist. Matth.12/43-45,: "Wenn der unreine Geist ausgegangen ist aus dem Menschen, durchwandert er dürre Orte, suchend Ruhe, aber er findet sie nicht; dann spricht er: ich will wieder umkehren in mein Haus, woraus ich gegangen bin, und wenn er kommt und findet es leer und mit Besen gesäubert und ihm bereitet, dann geht er hin und gesellt sich sieben andere Geister bei, die ärger sind als er, und wenn sie eingegangen, wohnen sie allda": unreiner Geist bedeutet die Unreinigkeit des Lebens beim Menschen, und auch die unreinen Geister, die bei ihm; denn die unreinen Geister wohnen in der Unreinigkeit des Lebens des Menschen. Dürre Orte oder wo kein Wasser, bedeutet, wo keine Wahrheiten. Das leere Haus (steht) für das Inwendigere des Menschen, angefüllt mit Unreinigkeiten, d.h. mit Falschen aus dem Bösen. Luk.1/53: "Gott hat die Hungrigen gefüllt mit Gutem, und die Reichen hat Er leer fortgeschickt": die Reichen für diejenigen, die mehreres wissen, denn Reichtümer im geistigen Sinn sind Wißtümliches, Lehren, Erkenntnisse des Guten und Wahren. Diejenigen werden leere Reiche genannt, die jenes wissen und nicht tun, denn die Wahrheiten, die sie haben, sind nicht wahr, weil ohne das Gute: Nr. 4736. 4745. "Und sie setzten sich, das Brot zu essen", 1. Mose 37/25, bedeutet die Aneignung des Bösen aus dem Falschen". Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es die Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 3168, 3513 E, 3596, 3832; und aus der Bedeutung des Brotes, sofern es ist das Gute der Liebe, wovon Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, und auch sofern es im allgemeinen alle Speise bezeichnet: Nr. 2165, hier aber bedeutet Brot das Gegenteil, nämlich das Böse; denn es ist bekannt, daß die, welche das Brot im heiligen Abendmahl unwürdig essen, sich nicht das Gute, sondern das Böse aneignen. Hieraus wird klar, daß durch Brot essen im entgegengesetzten Sinn die Aneignung des Bösen bezeichnet wird. Bei den Alten war es Sitte, daß sie, wenn sie etwas Wichtiges beschlossen hatten, das von den übrigen bestätigt wurde, sie dann miteinander aßen; dadurch wurde bezeichnet, daß sie es genehmigten und so sich aneigneten, wie bei Hes.22/6,9: "Siehe, die Fürsten Israels, jeder nach seinem Arm, sind in dir gewesen, und haben Blut vergossen; die Männer der Verleumdung sind in dir gewesen Blut zu vergießen, und haben bei den Bergen gegessen in dir". Außerdem muß man wissen, daß es im allgemeinen zweierlei Ursprung des Bösen gibt, erstens aus dem Leben und zweitens aus der Lehre; das, welches aus der Lehre des Falschen entspringt, wird genannt das Böse aus dem Falschen; dieses Böse wird hier verstanden. 4746. "Und hoben ihre Augen auf und sahen", 1. Mose 37/25, bedeutet weiteres Denken. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Augen aufheben und sehen", sofern es heißt Aufmerken und Denken, oder aufmerksames Denken, wovon Nr. 2789, 2829, 3198, 3202, 4339, daß es hier weiteres Denken bezeichnet, geht aus dem Zusammenhang hervor. 4747. "Und siehe, ein Wanderzug von Jischmaelitern kam aus Gilead", 1. Mose 37/25, bedeutet die, welche sich im einfältig Guten befinden, in dem die Heiden sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Jischmaeliter, sofern es diejenigen sind, die sich im einfältig Guten in Ansehung des Lebens befinden, und daher im natürlich Wahren in Ansehung der Lehre, wovon Nr. 3263, und aus der Bedeutung von Gilead, sofern es das auswendigere Gute bezeichnet, durch das der Mensch zuerst eingeführt wird, wenn er wiedergeboren wird, wovon Nr. 4117, 4124. Hieraus wird klar, daß durch den Wanderzug der Jischmaeliter aus Gilead solches Gute bezeichnet wird, wie es sich bei den Heiden findet, d.h. (bei denen), die in einem solchen einfältig Guten sind. Wie sich dieses verhält, kann aus dem erhellen, was bisher gesagt wurde, und aus dem, was folgt. Vorläufig soll nur dieses erwähnt werden: die innerhalb der Kirche sind und sich begründet haben gegen die göttlichen Wahrheiten, hauptsächlich gegen diese, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, und daß die Werke der Liebtätigkeit notwendig zur Seligkeit helfen, diese haben, wenn sie sich dagegen bestärkt haben nicht allein durch die Lehre, sondern auch durchs Leben, sich in einen solchen Zustand in betreff des Inwendigeren gebracht, daß sie nachher durchaus nicht zur Annahme derselben bewogen werden können; denn was einmal durch die Lehre und zugleich durchs Leben begründet ist, das bleibt in Ewigkeit. Die, welche den inwendigeren Zustand des Menschen nicht kennen, mögen meinen, ein jeder, wie immer er sich auch dagegen bestärkt haben mochte, könne dennoch nachher (die Wahrheiten) leicht annehmen, wenn er nur überzeugt werde; daß aber dieses unmöglich ist, durfte ich bei solchen durch mehrere Erfahrung erkennen; denn was durch die Lehre bestärkt (oder begründet) wird, das nimmt den Verstand ein, und was durchs Leben bestärkt wird, das nimmt den Willen ein. Was in beiderlei Leben des Menschen, nämlich in seinem Verstandesleben und in seinem Willensleben eingewurzelt ist, das kann nicht ausgerottet werden. Die Seele des Menschen selbst, die nach dem Tode lebt, hat sich danach gebildet, und ist von solcher Art, daß sie gar nicht mehr davon läßt. Dies ist auch der Grund, warum das Los derer, die der Kirche angehören, und bei denen solches stattfindet, schlimmer ist als das Los derjenigen, die der Kirche nicht angehören; denn die, welche außerhalb der Kirche sind, und Heiden genannt werden, haben sich nicht dagegen bestärkt, weil sie damit unbekannt waren; deshalb nehmen diejenigen von ihnen, die in gegenseitiger Liebtätigkeit gelebt haben, die göttlichen Wahrheiten gerne an, wenn nicht in der Welt, so doch im anderen Leben. Man sehe, was über den Zustand und das Los der Völkerschaften und Völker im anderen Leben aus Erfahrung: Nr. 2589-2604 angeführt wurde. Daher kommt es, daß, wenn eine neue Kirche vom Herrn gegründet wird, sie nicht gegründet wird bei denen, die innerhalb der Kirche sind, sondern bei denen, die außerhalb, d.h. bei den Heiden; von diesen ist öfters im Wort die Rede. Dies wurde vorausgeschickt, damit man wisse, was es in sich schließt, daß Joseph von seinen Brüdern in eine Grube geworfen, und daß er nachher von den Midianitern herausgezogen und an die Jischmaeliter verkauft wurde; denn durch die Brüder Josephs werden diejenigen Angehörigen der Kirche vorgebildet, die sich gegen das göttlich Wahre, hauptsächlich gegen die zwei Wahrheiten, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, und daß die Liebtätigkeitswerke notwendig seien zur Seligkeit, und zwar nicht nur mit der Lehre, sondern auch mit dem Leben bestärkt haben. Durch die Jischmaeliter aber werden vorgebildet, die im einfältig Guten sind, und durch die Midianiter, die im Wahren jenes Guten; von diesen wird erwähnt, daß sie den Joseph aus der Grube herausgezogen, von jenen, daß sie ihn gekauft haben. Was aber bezeichnet wird dadurch, daß sie ihn nach Ägypten gebracht und dort dem Potiphar, dem Kämmerer Pharaos verkauft haben, wird im Folgenden gesagt werden. 4748. "Und ihre Kamele trugen Gewürze und Harz und Stakte", 1. Mose 37/25, bedeutet inwendigere natürliche Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kamele, sofern sie im allgemeinen das sind, was im natürlichen Menschen dem Geistigen dient, und insbesondere allgemeines Wißtümliches im natürlichen Menschen, wovon Nr. 3048, 3071, 3114, 3143, 3145, 4156; und aus der Bedeutung der Gewürze, des Harzes und der Stakte, sofern es sind inwendigere natürliche Wahrheiten, verbunden mit dem Guten daselbst, worüber folgt. Bei den Alten wurden in ihrem Gottesdienst wohlriechende und duftende Sachen gebraucht, daher ihr Weihrauch und sonstiges Räucherwerk. Auch wurde dergleichen den Ölen, womit sie gesalbt wurden, beigemengt; aber heutzutage weiß man nicht, woher das kam. Der Grund ist, weil man gar nicht weiß, daß die im Gottesdienst bei den Alten vorkommenden Dinge ihren Ursprung von den geistigen und himmlischen Dingen, die im Himmel vorkommen, hatten, und daß sie diesen entsprachen. Es hat sich aber der Mensch so weit davon entfernt, und ist (so sehr) in natürliche, weltliche und leibliche Dinge versenkt, daß er darüber im Dunkel ist, und viele sind in der Verneinung, daß es etwas Geistiges und Himmlisches gibt. Daß Weihrauch und sonstiges Räucherwerk in den heiligen Handlungen bei den Alten gebraucht wurde, kommt daher, weil der Geruch dem Innewerden entspricht, der duftende Wohlgeruch wie von Gewürzen verschiedener Gattung dem wohlgefälligen und angenehmen Innewerden, wie es das Innewerden des Wahren aus dem Guten oder des Glaubens aus der Liebtätigkeit ist; ja die Entsprechung ist eine solche, daß die Innewerdungsgefühle im anderen Leben, so oft es dem Herrn wohlgefällt, in Gerüche verwandelt werden. Hierüber sehe man das früher aus Erfahrung Berichtete: Nr. 925, 1514, 1517, 1518, 1519, 3577, 4624-4634. Was insbesondere hier die Gewürze, das Harz und die Stakte bezeichnen, kann aus anderen Stellen erhellen, wo sie genannt werden; im allgemeinen bezeichnen sie inwendigere Wahrheiten im Natürlichen, aber solche, die aus dem Guten daselbst kommen; denn die Wahrheiten für sich tun das nicht, sondern das Gute durch die Wahrheiten. Daher richten sich die Verschiedenheiten nach der Beschaffenheit des dem Guten verbundenen Wahren, mithin nach der Beschaffenheit des Guten; denn das Gute hat seine Beschaffenheit von den Wahrheiten. Weil durch Gilead das auswendigere Gute von solcher Art, wie es der Sinnlichkeit angehört, und das man das Vergnügliche (volupe) nennt, bezeichnet wird, Nr. 4117, 4124, und durch Ägypten im guten Sinn Wißtümliches, das die äußeren Wahrheiten des natürlichen Menschen sind, die jenem Guten entsprechen oder mit demselben übereinstimmen: Nr. 1462, darum wird dadurch, daß Jischmaeliter aus Gilead auf Kamelen jene Gewürzstoffe nach Ägypten brachten, bezeichnet, daß sie ihre inwendigeren Wahrheiten aus ihrem Wißtümlichen zu dem Wißtümlichen brachten, das durch Ägypten bezeichnet wird, worüber folgt. Inwendigere Wahrheiten sind Schlüsse aus auswendigeren oder wißtümlichen Wahrheiten; denn Wißtümliches des natürlichen Menschen sind Mittel, die dazu dienen, Inwendigeres zu erschließen und so anzuschauen, ebenso wie jemand die Gesinnung eines anderen erblickt in seiner Miene und im Schimmer des Lichts seiner Augen, und im Leben des Tons, wenn er redet, und der Gebärden, wenn er handelt. Weil solche Wahrheiten es sind, durch die das Natürliche des Menschen vervollkommnet und auch gebessert wird, deswegen wird solcherlei Gewürzen Heilkraft zugeschrieben, wie z.B. dem Harz bei Jerem.8/22: "Ist kein Balsamharz in Gilead, ist kein Arzt daselbst? warum kommt nicht empor das Wohlsein meines Volkes?". Jerem.46/11: "Gehe hinauf gen Gilead, und hole Harz, Jungfrau Tochter Ägyptens, umsonst hast du gemehret die Arzneimittel, Heilung wird dir nicht". Jerem.51/8: "Plötzlich ist gefallen Babel, und zerbrochen, heulet über sie, holet Harz für den Schmerzen, vielleicht wird sie geheilt werden". Daß dergleichen Dinge Geistiges bedeuten, wird augenscheinlich klar bei Joh.Offenb.18/11-13: "Die Kaufleute der Erde werden weinen und klagen über Babel, weil ihre Ware niemand mehr kauft; die Waren von Gold, und Silber, und Edelstein, und Perlen, und Byssus, und Purpur, und Seide, und Scharlach, und allerlei Thynenholz (zum Räuchern), und allerlei Gefäß von Elfenbein, und allerlei Gefäß von kostbarstem Holz, und Erz, und Eisen, und Marmor, und Zimt, und Räucherwerk, und Salben, und Weihrauch, und Wein, und Öl, und Semmelmehl, und Weizen, und Zugtiere, und Schafe, und Rosse, und Wagen, und Leiber, und Seelen der Menschen": diese Dinge wären keineswegs so speziell aufgezählt worden, wenn nicht die einzelnen solches bezeichnet hätten, was im Reich des Herrn und in Seiner Kirche ist, sonst wären es unnütze Worte gewesen. Daß durch Babel diejenigen bezeichnet werden, die alle Verehrung des Herrn verkehrt haben zur Verehrung ihrer selbst, ist bekannt, somit diejenigen, die in einem unheiligen Inwendigen sind, wenn in einem heiligen Äußeren. Deshalb wird durch ihre Waren solches bezeichnet, was sie um der Verehrung ihrer selbst willen mit Fleiß und kluger Berechnung erfunden haben, sowie die Lehren und Erkenntnisse des Guten und Wahren aus dem Wort, die sie zu ihren Gunsten verkehrt haben, somit durch die einzelnen Dinge, die dort erwähnt werden, solches nach seiner besonderen Art, und durch Zimt, Räucherwerk, Salben und Weihrauch Wahrheiten aus dem Guten, aber bei ihnen verkehrte Wahrheiten und Falsches aus dem Bösen. Ebenso was über die Waren von Tyrus erwähnt wird bei Hes.27/17: "Jehudah und das Land Israels waren deine Händler in Weizen, Minnith und Pannag, in Honig und Öl und Harz; sie haben es gegeben in deinen Handel": auch hier wird durch Harz das Wahre aus dem Guten bezeichnet. Wer keinen inneren Sinn des Wortes glaubt, dem wird dies alles bloße Worte sein, somit Gefäße ohne Inhalt, während doch Göttliches, Himmlisches und Geistiges darinnen enthalten ist. 4749. "Es zu bringen nach Ägypten", 1. Mose 37/25, bedeutet Belehrung in Wißtümlichem. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 1164, 1165, 1462, und weil durch Gewürze, Harz und Stakte inwendigere Wahrheiten aus dem Wißtümlichen derjenigen, die in einem solchen einfältigen Guten, worin die Heiden sich befinden, bezeichnet werden, deswegen wird durch "gehend um es zu bringen" bezeichnet, belehrt werden. Dies verhält sich so: Wißtümliches, das durch Ägypten bezeichnet wird, ist Wißtümliches, das dem geistigen Leben frommt, und was den geistigen Wahrheiten entspricht, denn ehemals war die Alte Kirche auch dort gewesen, aber nachdem sie dort in Magie verkehrt worden war, wurde hernach Wißtümliches, das Geistiges verkehrt, durch Ägypten bezeichnet. Daher kommt es, daß Wißtümliches im guten Sinn und im entgegengesetzten im Wort durch Ägypten bezeichnet wird, man sehe Nr. 1164, 1165, 1462, hier im guten Sinn. Wißtümliches, aus dem inwendigere Wahrheiten (erschlossen werden), die dadurch bezeichnet werden, daß Jischmaeliter auf Kamelen Gewürze, Harz und Stakte führten, ist solches, das nicht der Kirche angehört, (sondern) wie es bei den Heiden sich findet. Diese Wahrheiten aus diesem Wißtümlichen werden nicht anders verbessert und geheilt als durch Wißtümliches der echten Kirche, somit durch Unterweisung in diesem; dieses ist es, was hier bezeichnet wird. 4750. "Und Jehudah sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 37/26, bedeutet die Schlimmen in der Kirche, die gegen jedwedes Gute sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er im guten Sinn das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, wovon Nr. 3654, 3881, im entgegengesetzten Sinn aber das, was gegen jedwedes Gute ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung seiner Brüder, sofern es diejenigen in der Kirche sind, die im getrennten Glauben sich befinden. Daß durch Jehudah hier diejenigen, die gegen jedwedes Gute sind, vorgebildet werden, hat den Grund, weil im guten Sinn durch Jehudah im Wort diejenigen vorgebildet werden, die im Guten der himmlischen Liebe sind. Die himmlische Liebe ist die Liebe zum Herrn, und daher die Liebe gegen den Nächsten. Die in dieser Liebe sind, die sind aufs innigste verbunden mit dem Herrn, und darum im inwendigsten Himmel, und dort im Stand der Unschuld, infolgedessen sie den übrigen wie Kinder erscheinen, und ganz wie Ausgestaltungen der Liebe. Zu ihnen können andere nicht nahen, deshalb werden sie, wenn sie zu anderen gesandt werden, mit anderen Engeln umgeben, durch welche die Sphäre ihrer Liebe gemildert wird, denn diese würde sonst diejenigen, zu denen sie gesandt werden, in Ohnmacht bringen, weil die Sphäre ihrer Liebe durch Mark und Bein (pertransit usque ad medullaria) dringt. Da diese Liebe oder dieses Liebegute, welches das Himmlische genannt wird, durch Jehudah im guten Sinn vorgebildet wird, darum wird im entgegengesetzten Sinn durch sie solches vorgebildet, was gegen die himmlische Liebe ist, somit gegen jedwedes Gute. Die meisten Ausdrücke im Wort haben zweierlei Sinn, nämlich einen guten Sinn und einen diesem entgegengesetzten. Aus dem guten Sinn derselben wird erkannt, welches ihr entgegengesetzter Sinn ist, denn das, was im Entgegengesetzten liegt, ist das gerade Gegenteil von dem, was im Guten (enthalten ist). Es gibt im allgemeinen zweierlei Gutes der Liebe, nämlich das Gute der himmlischen Liebe und das Gute der geistigen Liebe. Gegen das Gute der himmlischen Liebe bildet den Gegensatz das Böse der Selbstliebe, und gegen das Gute der geistigen Liebe bildet den Gegensatz das Böse der Weltliebe. Diejenigen, die im Bösen der Selbstliebe sind, die sind gegen jedwedes Gute, die aber im Bösen der Weltliebe sind, nicht so sehr. Im Wort werden durch Jehudah im entgegengesetzten Sinn diejenigen vorgebildet, die in der Selbstliebe sind, und durch Israel im entgegengesetzten Sinn diejenigen, die in der Weltliebe. Der Grund ist, weil durch Jehudah das himmlische Reich des Herrn, und durch Israel Sein geistiges Reich vorgebildet worden ist. Die Höllen sind auch geschieden nach jenen zwei Liebesarten: die, welche in der Selbstliebe sind, befinden sich, weil gegen jedwedes Gute, in den tiefsten und daher in den schwersten Höllen; diejenigen hingegen, die in der Weltliebe sind, weil nicht so sehr gegen jedwedes Gute, in nicht so tiefen und daher in weniger schweren Höllen. Das Böse der Selbstliebe ist nicht, wie es gemeiniglich den Anschein hat, äußerliche Erhebung, die Stolz genannt wird, sondern Haß gegen den Nächsten, und daher glühende Rachgier und Lust zur Grausamkeit. Dieses ist das Inwendigere der Selbstliebe, ihr Äußeres ist Verachtung anderer im Vergleich mit sich, und Abscheu vor denen, die im geistig Guten sind, und zwar zuweilen mit offenbarer Erhebung oder Stolz, zuweilen aber auch ohne diese, denn wer so den Nächsten haßt, der liebt innerlich sich allein, und von anderen nur diejenigen, die er als eins mit sich betrachtet, somit diese in sich und sich in ihnen, bloß in selbstischer Absicht. Solche sind es, die durch Jehudah im entgegengesetzten Sinn vorgebildet werden. Auch war die jüdische Völkerschaft in einer solchen Liebe von den ersten Zeiten her, denn sie hat alle im ganzen Weltkreis als die geringsten Knechte und wie nichts im Vergleich mit sich betrachtet und auch gehaßt, und was noch mehr ist, wenn die Selbstliebe und Weltliebe sie nicht miteinander verbunden hatte, haben sie auch die Genossen und Brüder mit gleichem Haß verfolgt. Das ist noch so bei dieser Völkerschaft, weil sie aber in fremden Ländern nur geduldet sind, verbergen sie diese Gesinnung. 4751. "Was Gewinn ist es, daß wir erwürgen unseren Bruder, und verheimlichen sein Blut?", 1. Mose 37/26, bedeutet, man hätte keinen Vorteil und keine Erhöhung, wenn dieses ganz ausgelöscht würde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "was Gewinn", sofern es heißt, man habe keinen Vorteil davon und auch keine Erhöhung, worüber im Folgenden. Aus der Bedeutung von erwürgen, sofern es ist auslöschen, hier das göttlich Wahre, insbesondere betreffend das Göttlich-Menschliche des Herrn, was auch durch den Bruder, nämlich Joseph, verstanden wird, und aus der Bedeutung von "verheimlichen das Blut", sofern es heißt, das heilige Wahre ganz verbergen. Daß Blut das heilige Wahre ist, sehe man Nr. 4735. Daß Gewinn hier nicht nur Vorteil, sondern auch Erhöhung bezeichnet, oder "was Gewinn ist es", daß man davon keinen Vorteil und keine Hoheit habe, beruht darauf, weil dieses aus Begierde und aus Geiz gesagt wurde; denn die Erwerbsucht und der Geiz hat es in sich, daß er nicht bloß die ganze Welt besitzen, sondern auch um des Gewinnes willen einen jeden berauben, ja umbringen möchte, und auch um einer Kleinigkeit willen umbringen würde, wenn die Gesetze nicht im Wege stünden, und außerdem sieht ein solcher Mensch in dem Gold und Silber, das er besitzt, sich als den möglicherweise Größten an, mag er immerhin in der äußeren Form anders erscheinen. Hieraus wird klar, daß im Geiz nicht bloß Weltliebe, sondern auch Selbstliebe ist, und zwar die schmutzigste Selbstliebe, denn bei den schmutzig Geizigen erblickt man den Hochmut oder Stolz von außen nicht so, denn dieser achtet die Güter zuweilen nicht sowohl um der Großtuerei willen, auch ist er nicht diejenige Gattung der Selbstliebe, die mit der Vergnügungssucht verbunden zu sein pflegt, denn solche sind wenig um den Leib und seine Nahrung und Kleidung besorgt, sondern er (der Geiz) ist eine ganz irdische Liebe, und hat nichts anderes zum Zweck als das Geld, in dem er sich nicht in der Wirklichkeit, sondern in der Möglichkeit über alle erhaben dünkt. Hieraus kann erhellen, daß im Geiz die allerniedrigste und gemeinste Selbstliebe ist; deshalb erscheinen sie sich im anderen Leben unter Schweinen: Nr. 939; und sie sind mehr als die übrigen gegen jedwedes Gute. Daher sind sie in so großer Finsternis, daß sie gar nicht sehen können, was gut und was wahr ist. Daß es ein Inwendiges des Menschen gibt, das nach dem Tode lebt, begreifen sie durchaus nicht, in ihrem Herzen verlachen sie diejenigen, die dies sagen. Die jüdische Völkerschaft war von Anfang an so gesinnt, deshalb konnte ihr irgendein Inwendiges nicht deutlich geoffenbart werden, wie aus dem Wort des Alten Testaments erhellt, und weil sie von Grund aus in jener schlimmsten Gattung von Selbstliebe sind, deswegen würden sie auch, wenn sie nicht durch den Geiz so weit von inwendigen Dingen entfernt und daher in dicker Finsternis erhalten würden, das inwendigere Wahre und Gute beschmutzen, und somit mehr als andere es entweihen; denn sie können nicht entweihen, solange sie nicht anerkennen: Nr. 1008, 1010, 1059, 2051, 3398, 3402, 3489, 3898, 4289, 4601. Daher kommt es, daß der Herr von ihnen bei Joh.8/44 sagt: "Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und die Begehrungen eures Vaters wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang an": und von Judas Jischarioth, der die jüdische Kirche vorbildete, Joh.6/70: "Habe Ich nicht euch zwölf erwählt, aber einer von euch ist ein Teufel": durch ihn ist auch, sofern er den Herrn verkauft hat, das gleiche vorgebildet worden, was hier durch Jehudah, der sagte: "wohlan, laßt uns verkaufen den Joseph". 4752. "Wohlan, laßt uns ihn verkaufen den Jischmaelitern", 1. Mose 37/27, bedeutet, es sollen Ihn anerkennen, die im einfältig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, sofern es heißt, veräußern (abalienare), somit von anderen aufgenommen werden, wovon Nr. 4098, und wenn dieses vom Wahren gesagt wird, wie hier, heißt es, von diesen anerkannt werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Jischmaeliter, sofern es die im einfältig Guten sind, wovon Nr. 4747. Daß diejenigen, die im einfältig Guten sind, das göttlich Wahre anerkennen, hauptsächlich betreffend das Göttlich-Menschliche des Herrn, ist früher gezeigt worden. 4753. "Und unsere Hand sei nicht an ihm", 1. Mose 37/27, bedeutet, auf daß sie ohne Schuld seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es soll die Hand nicht an ihm sein", sofern es heißt, sie sollen nicht verletzen, wie Nr. 4737, und weil "sie sollen nicht verletzen" heißt, auf daß sie nicht in der Schuld seien, so wird auch dieses durch jene Worte bezeichnet. 4754. "Denn er ist unser Bruder, unser Fleisch", 1. Mose 37/27, bedeutet, weil willkommen sei, was von ihnen herkommt. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bruder, sofern er das Blutsverwandte aus dem Guten ist, wovon Nr. 3815, und aus der Bedeutung von Fleisch, sofern es das Eigene in beiderlei Sinn ist, wovon Nr. 3813, somit angenehm, weil es von denen herkommt, die der Kirche angehören, und angenehm diesen, weil es von denen herkommt, die im einfältig Guten sind; denn die Jischmaeliter bilden diejenigen vor, die im einfältig Guten sind, und die Brüder Josephs bilden die Kirche vor, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben ist. Die im einfältig Guten sind, erkennen an, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, dann auch, daß man Liebtätigkeitswerke tun müsse, auf daß der Mensch selig werde; das wissen diejenigen, die vom getrennten Glauben sind, deswegen bestehen sie nicht entschieden (auf ihrer Meinung) bei allen, und kaum bei denen, die im einfältig Guten sind, aus dem Grund hauptsächlich, weil sie gegen das allgemeine Gefühl verstoßen würden, und weil sie sich um Würde und Einkommen bringen würden; denn die, welche im einfältig Guten sind, würden von jenen, wenn sie solches leugnen würden, sagen, sie seien irrsinnig; denn sie wissen wohl, was Liebe ist, und was Liebeswerke sind, hingegen, was der davon getrennte Glaube ist, wissen sie nicht. Die Beweisführungen für den Glauben gegen die Werke und von der Unterscheidung zwischen dem Menschlichen und Göttlichen des Herrn würden sie Spitzfindigkeiten nennen, die sie nicht begreifen. Deshalb, damit sie angenehm sein möchten, und weil angenehm ist, was von ihnen kommt, geben sie es gerne zu; denn wenn jene Wahrheiten ausgelöscht würden, so hätten sie keinen Vorteil und keine Hoheit: Nr. 4751. 4755. "Und es gehorchten seine Brüder", 1. Mose 37/27, daß dies Einwilligung bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 4756. "Und es gingen vorüber die Männer, die midianitischen Handelsleute", 1. Mose 37/28, bedeutet diejenigen, die im Wahren jenes Guten sind. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Midianiter, sofern es die sind, die im Wahren des einfältig Guten stehen, wovon Nr. 3242; und aus der Bedeutung der Handelsleute, sofern es die sind, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren haben; denn diese sind die Reichtümer, Güter und Waren im geistigen Sinn, daher heißt Handel treiben jene Erkenntnisse sich verschaffen und mitteilen: Nr. 2967, 4453. Hier werden nicht Erkenntnisse des Guten, sondern des Wahren bezeichnet, denn Midianiter sind die im Wahren des einfältig Guten, wie oben gesagt worden, daher werden sie auch Männer genannt. Männer heißen nämlich die im Wahren: Nr. 3134, 3309. Aus dem historischen Zusammenhang wird hier klar, daß Joseph den Jischmaelitern verkauft, daß er aber aus der Grube von den Midianitern herausgezogen, und auch von den Midianitern in Ägypten an Potiphar verkauft worden; denn im 1. Mose 37/36 heißt es: "Und die Midianiter verkauften ihn gen Ägypten dem Potiphar, dem Kämmerer Pharaos". Es könnte vermutet werden, daß Joseph, weil er an die Jischmaeliten verkauft wurde, von diesen, nicht aber von den Midianitern in Ägypten verkauft worden sei, aber dennoch ist es so geschehen, wegen der Vorbildung der Dinge, die im inneren Sinn liegen; denn Joseph, d.h. das göttlich Wahre, kann nicht verkauft werden von denen, die im Guten sind, sondern von denen, die im Wahren jenes Guten sind; denn Grund wird man in der Erklärung 1. Mose 37/36 sehen. 4757. "Da zogen sie heraus und ließen heraufkommen Joseph aus der Grube", 1. Mose 37/28, bedeutet Hilfe von ihnen, daß es nicht unter Falsches (komme). Dies erhellt aus der Bedeutung von herausziehen und heraufkommen lassen, insofern es heißt befreien, mithin Hilfe bringen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Grube, sofern sie Falsches bezeichnet, wovon Nr. 4728, somit daß es nicht unter Falschem sein möchte. Daß herausziehen und heraufkommen lassen hier heißt Hilfe bringen, hat den Grund, weil das Wahre dem Guten Hilfe bringt; denn dem Wahren wird Macht zugeschrieben, weil das Gute die Macht durch das Wahre ausübt: Nr. 3091, 3563; und außerdem ist es das Wahre, durch welches das Falsche erkannt wird, somit durch welches Hilfe gebracht wird, daß es nicht unter Falschem sei. Daher kommt es, daß es Midianiter waren, die den Joseph aus der Grube herauszogen und heraufkommen ließen, und Jischmaeliter, die ihn kauften. 4758. "Und verkauften Joseph den Jischmaelitern", 1. Mose 37/28, bedeutet Aufnahme von seiten derer, die im einfältig Guten, und Entfremdung von seiten derer, die im getrennten Glauben (stehen). Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, sofern es heißt entfremden in Beziehung auf diejenigen, die im getrennten Glauben sind, hier die Brüder Josephs, denn diese waren die Verkäufer, und sofern es heißt aufgenommen werden in Beziehung auf diejenigen, die im einfältig Guten sind, hier die Jischmaeliter, denn diese waren die Käufer; daß die Jischmaeliter, die im einfältig Guten sind, ist oben Nr. 3263, 4747 gezeigt worden. Über diese sehe man das Nr. 4756 Gesagte. 4759. "Um zwanzig Silberlinge", 1. Mose 37/28, bedeutet die Schätzung. Dies erhellt aus der Bedeutung von 20, sofern es das im inwendigeren Menschen vom Herrn verborgene Gute und Wahre ist, das Überreste genannt wird, wovon Nr. 2280, somit das heilige Gute oder Wahre, hier das heilige Wahre, weil es heißt zwanzig Silberlinge; denn Silber ist das Wahre: Nr. 1551, 2954. Dieselbe Zahl bedeutet auch das Nicht-Heilige, weil das meiste im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, hier das Nicht-Heilige in Beziehung auf diejenigen, die das göttlich Wahre entfremdeten, oder Joseph verkauften: Nr. 4758; hingegen das Heilige in Beziehung auf diejenigen, die es aufnahmen oder kauften, somit das Nicht-Heilige in Beziehung auf die Brüder Josephs, d.h. auf diejenigen in der Kirche, die im getrennten Glauben sind, hingegen das Heilige in Beziehung auf die Jischmaeliter, d.h. auf diejenigen, die im einfältig Guten sind. Dies ist es, was durch die Schätzung verstanden wird. Daß zwanzig auch das Nicht-Heilige bedeute, hat den Grund, weil zwanzig die Überreste bezeichnet, wie oben gesagt worden, die keine Überreste des Guten und Wahren in ihrem inwendigeren Menschen haben, sondern statt dessen das Böse und Falsche, denen ist das Heilige nicht heilig, sondern es ist je nach der Gattung des Bösen und Falschen entweder beschmutzt (spurcum) oder entweiht (prophanum). Daß zwanzig auch das Nicht-Heilige sind, erhellt bei Sach.5/1-3: "Ich sah, und siehe eine fliegende Schriftrolle; und er sprach zu mir: was siehst du? Darauf sagte ich: ich sehe eine fliegende Schriftrolle, deren Länge zwanzig Ellen, deren Breite zehn Ellen; und er sprach zu mir: dies ist der Fluch, ausgehend über die Angesichte des ganzen Landes". Hag.2/16: "Da man zur Kelter kam, zu schöpfen fünfzig aus der Kelter, waren es zwanzig; ich schlug euch mit Brand und mit Gelbsucht, alles Werk eurer Hände". Hes.4/10,12,13: "Deine Speise, die du essen wirst nach dem Gewicht, zwanzig Sekel auf den Tag, von einer Zeit zur anderen Zeit wirst du sie essen; und zwar einen Gerstenkuchen, den wirst du essen; was den betrifft, so wirst du ihn mit Kot von Menschenmist machen in ihren Augen; denn so, sprach Jehovah, werden die Söhne Israels ihr unreines Brot essen unter den Völkerschaften". In diesen Stellen steht zwanzig für das Nicht-Heilige, das Unreine und Entweihte. Daß alle in der Wüste sterben sollten, die über zwanzig Jahre: 4. Mose 14/29; 32/11, bildete ebenfalls das Heilige vor in Beziehung auf diejenigen, die unter jenen Jahren, und das Nicht-Heilige in Beziehung auf diejenigen, die darüber. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, sehe man Nr. 482, 487, 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 4264, 4495, 4670. Daß die Überreste das im inwendigeren Menschen vom Herrn verborgene Gute und Wahre sind: Nr. 468, 530, 560, 561, 576, 660, 798, 1050, 1738, 1906, 2284. 4760. "Und diese brachten Joseph nach Ägypten", 1. Mose 37/28, bedeutet die Beratung vom Wißtümlichem aus. Dies erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es ist Wißtümliches, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; wenn diesem das göttlich Wahre zugeführt wird, heißt es, dasselbe zu Rate ziehen; denn durch Joseph wird, wie oben gezeigt worden, das göttlich Wahre vorgebildet. Wie es sich mit der Beratung über das göttlich Wahre vom Wißtümlichen aus verhält, soll mit wenigen Worten gesagt werden: Wißtümliches um Rat fragen über das göttlich Wahre heißt, aus jenem sehen, ob es so sei; aber dies geschieht anders bei denjenigen, die in der Bejahung sind, daß das Wahre wahr sei: wenn diese das Wißtümliche um Rat fragen, begründen sie dadurch das Wahre, und bekräftigen so den Glauben. Anders bei denjenigen, die in der Verneinung sind, wenn diese das Wißtümliche um Rat fragen, so stürzen sie sich noch mehr in Falsches, denn die Verneinung regiert bei diesen, aber die Bejahung bei jenen. Und außerdem richtet sich dieses nach dem Verstandesvermögen eines jeden Menschen: die, welche keine höhere, d.h. inwendigere Anschauung haben, sehen, wenn sie das Wißtümliche um Rat fragen, keine Bestätigung des Wahren darin, deswegen werden sie durch Wißtümliches zur Verneinung hingeführt; hingegen diejenigen, die eine höhere, d.h. inwendigere Anschauung haben, sehen Bestätigungen, wenn nicht anders, jedenfalls durch Entsprechungen. Zum Beispiel, daß der Mensch nach dem Tode lebt: die, welche in der Verneinung sind, daß dieses wahr sei, bestärken sich, wenn sie das Wißtümliche um Rat fragen, mit unzähligen Gründen gegen die Wahrheit, z.B. dadurch, daß die unvernünftigen Tiere ebenso leben, ebenso empfinden, ebenso handeln, und in vielen Dingen noch geschickter als der Mensch, und daß das Denkvermögen, das der Mensch vor den Tieren voraus hat, etwas sei, was ihm dadurch zuteil werde, daß er später heranwächst, und daß der Mensch eben eine solche Gattung von einem lebenden Wesen sei; und überdies mit tausend anderen Gründen. Hieraus wird klar, daß die, welche in der Verneinung sind, wenn sie das Wißtümliche um Rat fragen, sich noch mehr in Falsches stürzen, so daß sie zuletzt gar nichts glauben, was dem ewigen Leben angehört. Diejenigen hingegen, die in der Bejahung sind, daß es wahr sei, daß der Mensch nach dem Tode lebe, bestärken sich, wenn sie das Wißtümliche um Rat fragen, durch dasselbe, und zwar ebenfalls mit unzähligen Gründen; denn sie sehen, daß das einzelne in der Natur unterhalb des Menschen ist, und daß die unvernünftigen Tiere aus Instinkt handeln, der Mensch aber aus Vernunft, und daß jene nicht anders als abwärts blicken können, hingegen der Mensch aufwärts, und das, was der geistigen Welt angehört, denkend begreifen, und auch davon angeregt, ja durch Liebe mit Gott selbst verbunden werden, und so Leben aus dem Göttlichen sich aneignen kann; und daß er, um dahin geführt und erhoben werden zu können, deswegen später heranwächst. Und außerdem sieht er in den übrigen Naturgegenständen Bestätigungsgründe, und zuletzt sieht er in der ganzen Natur ein Abbild des Himmelreichs. Es ist eine gewöhnliche und bekannte Erscheinung, daß die Gebildeten weniger als die Einfältigen das glauben, und daß sie im allgemeinen weniger als die Einfältigen göttliche Wahrheiten sehen. Die Ursache ist, weil sie Wißtümliches um Rat fragen, dessen sie eine größere Menge als andere besitzen, aus der Verneinung heraus, und dadurch bei sich die Anschauung von einem höheren oder inwendigeren Standpunkt zerstören, und ist diese zerstört, dann sehen sie nichts mehr vom Himmelslicht aus, sondern vom Weltlicht aus, denn das Wißtümliche ist im Weltlicht, das, wenn es nicht vom Himmelslicht erleuchtet wird, Finsternis herbeiführt, ob es ihnen auch immerhin anders erscheinen mag. Daher kam es, daß die Einfältigen an den Herrn glaubten, nicht aber die Schriftgelehrten und Pharisäer, die in jener Nation die Gebildeten waren, wie aus dem Folgenden bei Joh.7/40,47,48 klar wird: "Viele aus der Menge hörten das Wort, sie sagten: dieser ist wahrhaft ein Prophet, andere sagten: dieser ist der Christus (Messias), die Pharisäer antworteten: hat einer von den Vornehmen oder von den Pharisäern an Ihn geglaubt?". Luk.10/21: "Jesus sprach: Ich bekenne es Dir, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß Du solches verborgen hast den Weisen und Verständigen, aber es geoffenbart den Unmündigen": Unmündige für Einfältige; Matth.13/13: "Darum rede Ich durch Gleichnisse zu ihnen, weil die Sehenden nicht sehen, und die Hörenden nicht hören, noch verstehen". 4761. "Und Ruben kam wieder zu der Grube", 1. Mose 37/29, bedeutet den Glauben der Kirche im allgemeinen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er das Glaubensbekenntnis der Kirche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 4731, 4734, und aus der Bedeutung der Grube, sofern sie das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4728. Daher wird durch "Ruben kam wieder zur Grube", bezeichnet, der Glaube der Kirche im allgemeinen sei gekommen, das dem getrennten Glauben angehörige Falsche zu betrachten. 4762. "Und siehe, Joseph war nicht in der Grube", 1. Mose 37/29, bedeutet, kein Glaube mehr. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Wahre bezeichnet, und wenn dieses unter Falschem erschiene, das durch die Grube Nr. 4728 bezeichnet wird, dann wäre kein Glaube mehr da. 4763. "Da zerriß er seine Kleider", 1. Mose 37/29, bedeutet Trauer. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kleider zerreißen, sofern es Trauer bezeichnet, nämlich wegen des zugrunde gegangenen Wahren, oder daß kein Glaube da ist. Im Wort, hauptsächlich im historischen, liest man oft, daß sie die Kleider zerrissen haben, aber heutzutage weiß man nicht, woher das kommt, und man weiß auch nicht, daß dieses ein Vorbild des Schmerzes wegen des verlorenen Wahren war; dieses wurde darum vorbildlich, weil die Kleider Wahrheiten bezeichneten, wie man nachgewiesen sehen möge Nr. 4545. Im Folgenden dieses Kapitels, Vers 34, wird auch gesagt, daß "als Jakob den Rock seines Sohnes erkannte, er seine Kleider zerrissen habe": wodurch die Trauer um das zugrunde gegangene Wahre bezeichnet wird. Ebenso anderwärts im Wort. So auch als Rabschake, der von Sancherib, dem König von Aschur, gesandt worden war, Schmähungen gegen Jerusalem redete, "haben Eliakim, der über das Haus des Königs, und Schibna, der Schreiber, und Joach, der Kanzler, mit zerrissenen Kleidern es dem König Hiskia verkündigt; als es der König gehört hatte, zerriß auch er seine Kleider, und deckte sich zu mit einem Sack": Jes.36/22; 37/1; 2.Kön.18/37; 19/1. Die Schmähungen, die er redete, waren gegen Gott, den König und Jerusalem, somit gegen das göttlich Wahre, wie besser aus dem inneren Sinn dort erhellt, daher wurden aus Trauer die Kleider zerrissen. Als Jehudi die Rolle des Buches, die Jeremias geschrieben, dem König vorgelesen hatte, wird gesagt, er habe sie in den Herd geworfen, und sie hätten nicht zerrissen ihre Kleider, der König und seine Knechte, die alle jene Worte hörten: Jerem.36/23,24; daß sie die Kleider nicht zerrissen, hatte den Grund, weil sie nicht darüber trauerten, daß das göttlich Wahre nicht angenommen wurde. Als die Kundschafter vom Lande Kanaan übel redeten, da haben Joschua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunehs, die Kleider zerrissen, und jenen widersprochen: 4. Mose 14/6; dies schließt gleiches in sich, denn das Land Kanaan bedeutet das Reich des Herrn, gegen welches reden heißt, das Falsche gegen das göttlich Wahre (behaupten). Als "die Lade Gottes von den Philistern gefangen und beide Söhne Elis tot waren, lief ein Mann aus der Schlacht gen Schilo, mit zerrissenen Kleidern, und Staub auf dem Haupt": 1.Sam.4/11,12. Dies bezeichnete Trauer wegen des verlorenen göttlich Wahren und göttlich Guten, denn weil die Lade das Reich des Herrn und im höchsten Sinn den Herrn selbst und daher das Heilige der Kirche vorbildete, bezeichneten die zerrissenen Kleider Trauer über das verlorene göttlich Wahre, und der Staub auf dem Haupt (die Trauer) über das göttlich Gute. Von Samuel und Saul wird gelesen: "Als sich Samuel wandte wegzugehen, ergriff Saul den Fittich seines Rockes, der abgerissen wurde; daher sprach Samuel zu ihm: Abgerissen hat Jehovah das Königreich Israel heute von dir und es gegeben deinem Genossen; ich werde nicht umkehren mit dir; weil du verworfen hast das Wort Jehovahs, hat dich auch verworfen Jehovah, daß du nicht König seiest über Israel": 1.Sam.15/26-28; daß Saul den Fittich des Rocks Samuels abriß, bildete dasjenige vor, was Samuel sagte, nämlich daß das Königreich von ihm abgerissen und daß er nicht mehr König Israels sein sollte; denn das Königreich im inneren Sinn bedeutet das göttlich Wahre: Nr. 1672, 2547, 4691, und auch der König und das Königtum: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581; insbesondere das Königreich und der König Israels, weil durch Israel das Königtum des Herrn bezeichnet wird. Ebenso was von Jeroboam und dem Propheten Achiah erwähnt wird: "Als Jeroboam ausging von Jerusalem, und ihn fand Achiah, der Prophet, auf dem Weg, und er bedeckt mit einem neuen Kleid, und beide allein im Felde (waren), ergriff Achiah das neue Kleid, das er trug, und zerriß es in zwölf Stücke, und sprach zu Jeroboam: nimm dir zehn Stücke, denn so sprach Jehovah, der Gott Israels: siehe, Ich reiße das Königreich aus der Hand Schelomohs, und will dir geben zehn Stämme": 1.Kön.11/29-31. Ebenso daß sie die Kleider zerrissen, als Saul in der Schlacht getötet worden, wovon 2.Sam.1/2,10-12: "Als Saul in der Schlacht getötet war, am dritten Tag, kam ein Mann aus dem Lager, und seine Kleider waren zerrissen; und als David vom Tode Sauls hörte, faßte David seine Kleider, und zerriß sie, und alle Knechte, die bei ihm": auch durch dieses wurde vorgebildet die Trauer um das göttlich Wahre, das verloren war, und von denjenigen, die im getrennten Glauben waren, weggeworfen wurde; denn durch das Königtum wurde das göttlich Wahre bezeichnet, und durch die Philister, von denen Saul getötet worden, wurden die im getrennten Glauben Befindlichen vorgebildet: Nr. 1197, 1198, 3412, 3413; was auch klar wird aus der Wehklage Davids über ihn in 2.Sam.1/18-27. Als Abschalom seinen Bruder Ammon erschlagen hatte, und das Gerücht zu David kam, daß Abschalom alle Söhne des Königs erschlagen habe, "zerriß er seine Kleider, und lag auf der Erde, und alle seine Knechte standen mit zerrissenen Kleidern": 2.Sam.13/28,30,31; auch dieses geschah der Vorbildung wegen, daß die Wahrheiten aus dem Göttlichen zugrunde gegangen seien, denn die Söhne des Königs bedeuten dieselben im inneren Sinn. "Als David vor Abschalom floh, ging ihm entgegen Chuschai, der Arkiter, mit zerrissenem Rock": 2.Sam.15/32, ebenso; denn durch den König, hauptsächlich durch David, wird im Wort das göttlich Wahre vorgebildet. Geradeso: "Als Elias zu Achab, dem König Israels, die Worte Jehovahs redete, daß er um des Bösen willen, das er getan hatte, ausgerottet werden sollte, da zerriß Achab seine Kleider, legte einen Sack auf sein Fleisch": 1.Kön.21/27-29. Daß das Zerreißen oder Zerschneiden der Kleider die Trauer über den Verlust des Wahren vorbildete, erhellt ferner aus Folgendem: "Chilkiah, der Priester, fand das Buch des Gesetzes im Haus Jehovahs; als es Schaphan dem König Joschia vorlas, und als der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriß er seine Kleider": 2.Kön.22/11, offenbar wegen des Wortes, d.h. des göttlich Wahren, das so lange verloren und in den Herzen und im Leben vergessen war. Als der Herr bekannte, daß Er Christus, der Sohn Gottes sei, zerriß der Hohepriester seine Kleider, sagend: "offenbar hat Er gelästert": Matth.26/63-65; Mark.14/63,64; dies bezeichnete, der Hohepriester habe nichts anderes geglaubt, als daß der Herr gegen das Wort und so gegen das göttlich Wahre geredet habe. Als "Elias im Sturmwind auffuhr und Elischah es sah, faßte er seine Kleider und zerriß sie in zwei Stücke, und hob den Rock Elias auf, der von ihm herabgefallen war, und schlug die Wasser, und sie wurden dahin und dorthin zerteilt, und Elischah ging hindurch": 2.Kön.2/11-14; daß Elischah damals seine Kleider in zwei Stücke zerriß, geschah wegen der Trauer, daß das Wort, d.h. das göttlich Wahre, verloren worden sei; denn durch Elias wird der Herr in Ansehung des Wortes, d.h. des göttlich Wahren vorgebildet: Nr. 2762. Daß der Rock dem Elias entfiel und von Elischah aufgehoben wurde, bildete vor, daß Elischah die Vorbildung fortsetzen sollte. Daß der Rock das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 4677; daher auch das Kleid, das in solcher Trauer zerrissen wurde, der Rock war, wie aus einigen angeführten Stellen klar wird. Weil das Kleid das Wahre der Kirche und im höchsten Sinn das göttlich Wahre bezeichnete, darum war es schmählich, in zerrissenen Kleidern, ausgenommen in solcher Trauer, zu gehen, wie aus dem hervorgeht, was den Knechten Davids von Chanun, dem König der Söhne Ammons geschah, daß er "ihnen die Hälfte des Bartes abschnitt, und ihre Kleider in der Mitte bis an das Gesäß; daher wurden sie nicht zu David gelassen": 2.Sam.10/4,5. 4764. "Und kam wieder zu seinen Brüdern", 1. Mose 37/30, bedeutet die Lehrenden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, sofern es die vom getrennten Glauben sind, und weil sie Hirten waren, sind es auch die aus dem Glauben Lehrenden, wie Nr. 4705. 4765. "Und sprach: Der Knabe ist nicht mehr", 1. Mose 37/30, bedeutet, kein Glaube an Ihn. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knaben, sofern er das Wahre des Glaubens ist, denn durch den Sohn wird das Wahre bezeichnet: Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704, somit auch durch den Knaben, der hier Joseph ist, und der, wie gezeigt wurde, das göttlich Wahre vorbildet; und weil alles Wahre Sache des Glaubens ist (denn was bei den alten Kirchen das Wahre oder die Wahrheit genannt wurde, heißt in der (neuen) Kirche der Glaube: Nr. 4690), daher wird durch "der Knabe ist nicht mehr" bezeichnet, kein Glaube an Ihn. 4766. "Und ich, wohin komme ich?", 1. Mose 37/30, bedeutet, wo ist nun die Kirche? Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er den Glauben der Kirche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 4731, 4734, 4761; und weil Ruben von sich sagt: "und ich, wohin komme ich?" wird bezeichnet, wo ist nun der Glaube der Kirche, oder was gleich, wo ist nun die Kirche? Daß keine Kirche da ist, wo nicht der himmlische Joseph, d.h. der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, insbesondere die göttliche Wahrheit, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, und daß die Liebtätigkeit das Wesentliche der Kirche sei, mithin die Liebtätigkeitswerke, kann aus demjenigen erhellen, was in diesem Kapitel in Beziehung auf beide Punkte gezeigt worden ist. Wenn nicht diese göttliche Wahrheit, daß das Menschliche des Herrn göttlich sei, angenommen wird, so ist die notwendige Folge, daß man ein dreifaches Wesen anzubeten hat, nicht aber eines; wie auch daß man das halbe Wesen des Herrn (anbetet), nämlich Sein Göttliches, nicht aber Sein Menschliches; denn wer betet nicht das Göttliche an? Ist aber da eine Kirche, wo ein dreifaches Wesen angebetet wird, eines getrennt vom anderen, oder was ebendasselbe, wo drei in gleicher Weise verehrt werden? Denn obwohl man sagt, die Drei seien eins, so unterscheidet und macht der Gedanke doch drei, und bloß die Rede des Mundes sagt eins. Jeder möge dies bei sich erwägen, wenn er sagt, er erkenne an und glaube einen Gott, ob er nicht an drei denke; und wenn er sagt, der Vater sei Gott, und der Sohn sei Gott, und der Heilige Geist sei Gott, und dieselben seien auch unterschieden in Personen, und unterschieden nach Ämtern, ob er denken könne, daß ein Gott sei, außer so, daß die drei, die voneinander unterschieden seien, eins ausmachen durch Übereinstimmung, und auch durch Unterordnung (condescendentiam); insofern der eine vom anderen ausgeht; wenn also drei Götter angebetet werden, wo ist dann die Kirche? Hingegen wenn der Herr allein (angebetet wird), in Dem die Dreieinigkeit vollkommen ist, und in Dem der Vater ist, und der Vater in Ihm, wie Er spricht: "Wenn ihr Mir etwa nicht glaubet, so glaubet den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir ist, und Ich im Vater": Joh.10/38; "Wer Mich gesehen, hat den Vater gesehen; glaubst du nicht, Philippus, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir? glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir": Joh.14/10,11. "Wer Mich sieht, sieht Den, der Mich gesandt hat": Joh.12/45. "All das Meine ist Dein, und das Deine ist Mein": Joh.17/10; dann ist es eine christliche Kirche, und sie ist es, wenn sie in dem bleibt, was der Herr gesagt hat: "Das erste aller Gebote ist: höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein Herr; darum sollst du lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele, und aus deinem ganzen Gemüte, und aus all deinen Kräften; dieses ist das erste Gebot; das andere ihm gleiche ist dieses: Du sollst lieben deinen Nächsten, wie dich selbst; größer als diese ist kein anderes Gebot": Mark.12/29-31. Daß der Herr, unser Gott, der Herr ist, sehe man Matth.4/7,10; 22/41,42; Luk.1/16,17; Joh.20/28, und daß der Jehovah im Alten Testament Herr heißt im Neuen: Nr. 2921. Wenn sogar diese göttliche Wahrheit nicht aufgenommen wird, sowohl in der Lehre als im Leben, daß die Liebe gegen den Nächsten, d.h. die Liebtätigkeit das Wesentliche der Kirche sei, und daher auch die Liebtätigkeitswerke, dann folgt notwendig, daß nur das Wahre denken Sache der Kirche sei, nicht aber das Gute denken, und daß so das Denken des Menschen der Kirche in einem Widerspruch und Gegensatz zugleich sein könne, nämlich daß er könne das Böse denken und zugleich das Wahre denken; somit durch Böses denken mit dem Teufel sein und durch Wahres denken mit dem Herrn sein könne, da doch das Wahre und das Böse nimmermehr übereinstimmen: "Niemand kann zwei Herren dienen, entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben" usw. Luk.16/13, wenn das der getrennte Glaube behauptet und auch mit dem Leben bestätigt, mag er immerhin von Glaubensfrüchten sprechen, wo ist dann die Kirche? 4767. Vers 31-35: Und sie nahmen den Rock Josephs, und schlachteten einen Ziegenbock, und tauchten den Rock in das Blut. Und schickten den buntfarbigen Rock, und brachten ihn zu ihrem Vater, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, erkenne doch, ob dies der Rock deines Sohnes ist, oder nicht. Und er erkannte ihn, und sprach: Der Rock meines Sohnes ist es! ein böses Wild hat ihn gefressen, zerrissen, ja zerrissen ist Joseph. Und Jakob zerriß seine Kleider, und legte einen Sack an seine Lenden, und trauerte ob seinem Sohne viele Tage. Da standen alle seine Söhne auf, und alle seine Töchter, ihn zu trösten, und er weigerte sich, sich trösten zu lassen, und sprach: ich werde hinabgehen zu meinem Sohne trauernd ins Grab; und es beweinte ihn sein Vater. "Und sie nahmen den Rock Josephs" bedeutet die Scheinbarkeiten; "und schlachteten einen Ziegenbock" bedeutet die äußeren Wahrheiten aus Lustreizen; "und tauchten den Rock in das Blut" bedeutet, sie haben sie durch Falsches aus Bösem verunstaltet; "und schickten den buntfarbigen Rock" bedeutet die so verunstalteten Scheinbarkeiten; "und brachten ihn zu ihrem Vater" bedeutet die Vergleichung mit dem Guten und Wahren der Alten und der ersten Kirche; "und sprachen: Diesen haben wir gefunden" bedeutet, daß es ihnen so erscheine; "erkenne doch, ob dies der Rock deines Sohnes ist oder nicht" bedeutet, ob eine Ähnlichkeit; "und er erkannte ihn" bedeutet, daß es wirklich so sei; "und sprach: Der Rock meines Sohnes (ist es)" bedeutet, es sei das Wahre der Kirche; "ein böses Wild hat ihn gefressen" bedeutet die Begierden des Bösen haben es ausgelöscht; "zerrissen, ja zerrissen ist Joseph" bedeutet, durch Falsches sei es so zugerichtet worden, daß es gar nicht mehr da sei, "und Jakob zerriß seine Kleider" bedeutet die Trauer um das zugrunde gegangene Wahre; "und legte einen Sack an seine Lenden" bedeutet Trauer um das zugrunde gerichtete Gute; "und trauerte ob seinem Sohne viele Tage" bedeutet den Zustand; "da standen alle seine Söhne auf" bedeutet diejenigen, die in Falschem; "und alle seine Töchter" bedeutet diejenigen, die im Bösen; "ihn zu trösten" bedeutet, um es aus dem Buchstabensinn des Wortes zu erklären; "und er weigerte sich, sich trösten zu lassen" bedeutet, es sei nicht möglich; "und sprach: ich werde hinabgehen zu meinem Sohne trauernd ins Grab" bedeutet die Alte Kirche sei zugrunde gegangen; "und es beweinte ihn sein Vater" bedeutet die inwendigere Trauer. 4768. "Und sie nahmen den Rock Josephs", 1. Mose 37/31, bedeutet die Scheinbarkeiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rockes, hier des buntfarbigen Rockes, sofern es die Scheinbarkeiten des Wahren sind, wovon Nr. 4677, 4741, 4742. In dem, was nun folgt, wird von der Entschuldigung des Frevels, den sie begingen, gehandelt, im inneren Sinn von der Begründung des Falschen gegen die göttlichen Wahrheiten, wovon Nr. 4766, und zwar durch Scheinbarkeiten, die durch Vernunftschlüsse aus dem Buchstabensinn des Wortes hergeleitet werden. Die Begründungen des Falschen durch Erklärungen aus dem Buchstabensinn des Wortes sind lauter Scheinbarkeiten, wodurch die Einfältigen verführt zu werden pflegen, und das Falsche als wahr und das Wahre als falsch dargestellt wird, davon wird in dem nun Folgenden im inneren Sinn gehandelt. 4769. "Und schlachteten einen Ziegenbock", 1. Mose 37/31, bedeutet die äußeren Wahrheiten aus Lustreizen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ziegenbocks im Wort, sofern er natürliche Wahrheiten bezeichnet, d.h. Wahrheiten des äußeren Menschen, aus denen Lustreize des Lebens kommen. Dann auch, sofern es äußere Wahrheiten aus Lustreizen sind, worüber folgt. Wahrheiten des äußeren Menschen, aus denen Lustreize des Lebens kommen, sind solche göttliche Wahrheiten, wie sie dem Buchstabensinn des Wortes angehören, und aus denen die Lehren der echten Kirche (abgeleitet werden). Die Lustreize, die daher kommen, werden durch Ziegen bezeichnet; somit durch den Ziegenbock im echten Sinn diejenigen, die in solchen Wahrheiten und in den Lustreizen derselben sind. Im entgegengesetzten Sinn aber werden durch den Ziegenbock diejenigen bezeichnet, die in den äußeren Wahrheiten sind, d.h. in den Scheinbarkeiten des Wahren aus dem Buchstabensinn, die den Lustreizen ihres Lebens zusagen, wie den Lustreizen des Leibes, die im allgemeinen Vergnügungen genannt werden, und den Lustreizen der Seele, die im allgemeinen Ehren und Gewinne sind. Solche Menschen werden durch den Ziegenbock im entgegengesetzten Sinn bezeichnet. Kurz, durch den Ziegenbock in diesem Sinn werden bezeichnet, die in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, denn diese nehmen aus dem Worte nichts anderes heraus, als was mit den Lustreizen ihres Lebens übereinstimmt, d.h., was die Triebe der Selbst- und Weltliebe begünstigt. Die übrigen Wahrheiten leiten sie durch (falsche) Erklärungen auf dasselbe hin, und stellen daher ihre Falschheiten (Irrtümer) als Scheinbarkeiten des Wahren dar. Daß der Ziegenbock diejenigen bedeutet, die im getrennten Glauben sind, kann erhellen bei Dan.8/5,10-12: "Siehe, ein Ziegenbock kam vom Niedergang her auf die Angesichte des ganzen Landes, und nicht berührend die Erde, und dieser Bock hatte ein Horn des Ansehens zwischen seinen Augen; aus einem von den vier Hörnern ging hervor ein Horn von kleinem (Anfang) und wuchs sehr gegen Mittag und gegen den Aufgang, und gegen die Zier (d.h. Judäa); ja es wuchs bis zum Heer der Himmel, und warf herab auf die Erde vom Heer und von den Sternen, und zertrat sie; und warf die Wahrheit nieder zur Erde": hier ist die Rede vom Zustand der Kirche im allgemeinen, nicht bloß vom Zustand der jüdischen Kirche, sondern auch vom Zustand der folgenden Kirche, welche die christliche Kirche ist; denn das Wort des Herrn ist allumfassend. Der Ziegenbock in Beziehung auf die jüdische Kirche bedeutet diejenigen, welche die inwendigen Wahrheiten für nichts achteten, aber die äußeren annehmen, soweit sie für ihre Liebestriebe günstig lauteten, und diese zielten dahin, daß sie die Größten und Reichsten sein möchten, daher erkannten sie den Christus oder Messias, den sie erwarteten, nicht anders denn als einen König an, der sie über alle Nationen und Völker im ganzen Weltkreis erheben, und diese als die gemeinsten Sklaven ihnen unterwerfen sollte. Hieraus leiteten sie die Liebe zu ihm ab. Was die Liebe gegen den Nächsten sei, wußten sie gar nicht, nur daß es eine Verbindung durch die Teilnahme an der oben angegebenen Ehre und durch den Gewinn sein sollte. Der Ziegenbock aber in Beziehung auf die christliche Kirche bedeutet diejenigen, die in den äußeren Wahrheiten aus Lustreizen, d.h., die im getrennten Glauben sind; denn diese bekümmern sich auch nicht um Inwendiges, und wenn sie solches lehren, so geschieht es bloß, um damit Ruhm zu erhaschen, um zu Ehrenstellen erhoben zu werden und ein reichliches Einkommen zu erlangen. Das sind die Lustreize, die sie im Herzen haben, während sie die Wahrheiten im Munde führen, und überdies denken sie die Wahrheiten des echten Glaubens durch unrichtige Erklärungen zugunsten ihrer Liebestriebe. Hieraus wird klar, was im inneren Sinn durch jene Worte bei Daniel bezeichnet wird, nämlich durch den Ziegenbock diejenigen, die im getrennten Glauben sind; der Bock kam vom Niedergang her, heißt vom Bösen; daß der Niedergang das Böse ist, sehe man Nr. 3708. Er kam über die Angesichte des ganzen Landes, nicht berührend die Erde, heißt über die ganze Kirche; durch Land wird im Wort nichts anderes verstanden als das Land, wo die Kirche, somit die Kirche: Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 4435, 4447. Die Hörner, die er hatte, sind die Kräfte aus dem Falschen: Nr. 2832; das Horn des Ansehens zwischen den Augen ist die Macht aus der Vernünftelei über die Wahrheiten des Glaubens, was aus demjenigen erhellen kann, was in Beziehung auf das Auge: Nr. 4403-4421, 4523-4534 gezeigt wurde. Ein Horn, das gewachsen ist gegen den Mittag, den Aufgang und die Zier, ist die Macht aus dem getrennten Glauben, (sich erstreckend) bis zu demjenigen, was dem Zustand des Himmelslichts, dem Zustand des Guten und Wahren angehört. Daß der Mittag der Zustand des Lichts ist, sehe man Nr. 3708, daß der Aufgang oder Osten der Zustand des Guten ist: Nr. 1250, 3249, 3708; daß die Zier den Zustand des Wahren bezeichnet, erhellt hie und da aus dem Wort. Es wuchs bis zum Heer der Himmel, und warf herab auf die Erde vom Heer und von den Sternen, und zertrat sie, bedeutet die Erkenntnisse des Guten und Wahren. Daß das Heer der Himmel und die Sterne die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind: Nr. 4697. Hieraus wird erkannt, was es heißt, er habe die Wahrheit auf die Erde geworfen, nämlich den Glauben selbst, der in sich Liebtätigkeit ist, denn der Glaube hat zum Ziel die Liebtätigkeit, weil er von der Liebtätigkeit ausgeht. Was man in der Alten Kirche Wahrheit genannt hat, das wird in der neuen Kirche Glaube genannt: Nr. 4690. Ebenso der Bock bei Hes.34/17,18,21: "Siehe, Ich richte zwischen Schaf und Schaf, zwischen den Widdern und zwischen den Böcken; ist es euch zu wenig, daß ihr die gute Weide abweidet und das übrige eurer Weide zertretet mit euren Füßen? Den Satz der Wasser trinket ihr, die übrigen macht ihr mit euren Füßen trübe; mit euren Hörnern stoßet ihr alle Schwachen, bis ihr sie hinaus zerstreut habt": auch hier werden durch die Böcke diejenigen bezeichnet, die im getrennten Glauben sind, d.h., welche die Lehre dem Leben voranstellen, und zuletzt um das Leben sich nicht bekümmern, während doch das Leben den Menschen macht, nicht die getrennte Lehre, und nach dem Tode das Leben bleibt, nicht aber die Lehre, außer soweit diese vom Leben in sich hat. Von jenen wird gesagt, daß sie die gute Weide abweiden, und das übrige der Weide mit den Füßen zertreten, und daß sie den Satz der Wasser trinken und die übrigen mit den Füßen trübe machen, sodann daß sie mit den Hörnern die Schwachen stoßen, bis sie sie zerstreut haben. Aus diesem wird nun klar, was die sind, die durch die Böcke und die durch die Schafe verstanden werden, von denen der Herr bei Matth.25/32,33 spricht: "Es werden versammelt werden vor Ihm alle Völkerschaften, und Er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und Er wird die Schafe zur Rechten, die Böcke aber zur Linken stellen", usw.: daß die Schafe diejenigen sind, die in der Liebtätigkeit sind und daher in den Wahrheiten des Glaubens, und die Böcke diejenigen, die in keiner Liebtätigkeit sind, obwohl in den Wahrheiten des Glaubens, d.h., die im getrennten Glauben, leuchtet aus dem einzelnen hier ein; diese werden hier beschrieben. Welche und von welcher Art die sind, die im getrennten Glauben sind und durch Böcke verstanden werden, kann aus folgenden zwei Stellen erhellen: Matth.7/19-23: "Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen werden; darum: aus ihren Früchten werdet ihr sie erkennen; nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr, wird eingehen ins Reich der Himmel, sondern wer tut den Willen meines Vaters, Der in den Himmeln ist. Viele werden zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Teufel ausgewiesen, und in Deinem Namen viele Krafttaten getan? aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter". Luk.13/25-27: "Dann werdet ihr anfangen, draußen zu stehen und an die Türe zu klopfen, sagend: Herr, Herr, tue uns auf; aber antwortend wird Er zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, woher ihr seid; dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und in unseren Gassen hast Du uns gelehrt; aber Er wird sagen. Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, woher ihr seid, weichet von Mir, all ihr Übeltäter". Diese sind es, die im getrennten Glauben (stehen), und Böcke genannt werden. Was aber die Böcke im guten Sinn bedeuten, wie die, welche bei den Opfern gebraucht wurden und bei den Propheten hie und da genannt werden, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts gesagt werden. 4770. "Und tauchten den Rock ins Blut", 1. Mose 37/31, bedeutet, sie haben durch Falsches aus Bösem (jene Wahrheiten) verunstaltet. Dies erhellt aus der Bedeutung von tauchen ins Blut, sofern es heißt, durch Falsches verunstalten, denn das Blut im entgegengesetzten Sinn ist das verfälschte Wahre: Nr. 4735; weil es das Blut des Bocks war, durch den die äußeren Wahrheiten aus solchen Lustreizen bezeichnet werden, wie sie diejenigen haben, die im getrennten Glauben sind, so leuchtet ein, daß es Falsches aus Bösem ist, was auch aus dem Folgenden klar wird, wo Jakob sagt: "Ein böses Wild hat ihn gefressen, zerrissen, ja zerrissen ist Joseph", denn dadurch wird bezeichnet, daß die Begierden des Bösen (das Wahre) ausgelöscht haben, und daß es durch Falsches so geworden sei, daß es gar nicht mehr ist. Daß es dreierlei Ursprung von Falschem gibt, nämlich aus der Lehre der Kirche, aus Täuschungen der Sinne und aus dem Leben der Begierden, und daß das Falsche aus diesem das Schlimmste ist, sehe man Nr. 4729. 4771. "Und schickten den buntfarbigen Rock", 1. Mose 37/32, bedeutet die verunstalteten Scheinbarkeiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des buntfarbigen Rockes, sofern er die Scheinbarkeiten (oder Erscheinungswahrheiten) bezeichnet, wovon Nr. 4677, 4741, 4742, 4768; daß sie verunstaltet waren, wird dadurch verstanden, daß der Rock ins Blut getaucht wurde. 4772. "Und brachten ihn zu ihrem Vater", 1. Mose 37/32, bedeutet die Vergleichung mit dem Guten und Wahren der Alten und der ersten Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier der Vater ist, sofern er die Alte Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4680, 4700; und auch die erste Kirche, d.h. die christliche Kirche in ihrem Anfang, worüber folgt. Einen solchen Rock zu ihr bringen, heißt im äußeren Sinn eine Vergleichung des verfälschten Guten und Wahren mit dem Guten und Wahren der echten Kirche anstellen. Daß durch Jakob hier nicht nur die Alte, sondern auch die erste Kirche, d.h. die christliche in ihrem Anfang vorgebildet wird, hat den Grund, weil sie ganz gleich sind in Ansehung des Inwendigen, und nur im Äußeren voneinander abweichen. Die äußeren Dinge der Alten Kirche waren lauter Vorbilder des Herrn und der himmlischen und geistigen Dinge Seines Reiches, d.h. der Liebe und der Liebtätigkeit und daher des Glaubens, mithin von solchem, was der christlichen Kirche angehört. Daher kommt es, daß, wenn man das Äußere, das der Alten und auch der jüdischen Kirche angehörte, entfaltet und gleichsam auswickelt, die christliche Kirche zutage tritt. Dies wurde auch dadurch bezeichnet, daß der Vorhang im Tempel auseinanderriß: Matth.27/51; Mark.15/38; Luk.23/45; daher kommt es, daß durch den Vater Jakob nicht nur die Alte Kirche, sondern auch die erste christliche Kirche vorgebildet wird. 4773. "Und sprachen: Diesen haben wir gefunden", 1. Mose 37/32, bedeutet, daß es ihnen so erscheine. Dies erhellt aus dem Zusammenhang der Sachen im inneren Sinn; denn sie sagten nicht, daß es der Rock Josephs sei, sondern sie haben ihn gefunden, und sie bringen ihn zum Vater, daß er erkennen soll, ob es der Rock seines Sohnes sei. Hieraus folgt, daß durch jene Worte bezeichnet wird, es erscheine ihnen so. 4774. "Erkenne doch, ob dies der Rock deines Sohnes ist oder nicht", 1. Mose 37/32, bedeutet, ob eine Ähnlichkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, ob es so sei, sofern es heißt, ob es ähnlich sei. Dies bezieht sich auf das, was vorausgeht, und auf das, was folgt, daß nämlich eine Vergleichung des verfälschten Guten und Wahren mit dem echten Guten und Wahren der Kirche angestellt wurde, was dadurch bezeichnet wird, daß sie den in Blut getauchten Rock zu ihrem Vater brachten: Nr. 4772; daher wird hier durch "erkenne doch, ob dies der Rock deines Sohnes", bezeichnet, er solle vergleichen, ob es ähnlich oder ob eine Ähnlichkeit sei. 4775. "Und er erkannte ihn", bedeutet, daß wirklich Ähnlichkeit da sei, "und sprach: Der Rock meines Sohnes ist es", 1. Mose 37/33, bedeutet, es sei das Wahre der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Rockes, sofern er das Wahre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4677, weil es aber verunstaltet war, wurde zwar erkannt, daß Ähnlichkeit vorhanden sei, daß es aber nicht gleich sei dem Wahren der Alten und der ersten Kirche; daher wird gesagt, daß er es wirklich sei. 4776. "Ein böses Wild hat ihn gefressen", 1. Mose 37/33, bedeutet die Begierden des Bösen haben es ausgelöscht. Dies erhellt aus der Bedeutung des bösen Wildes, sofern es die Lüge aus dem Leben der Begierden ist, wovon Nr. 4729, mithin die Begierden; und aus der Bedeutung von fressen, sofern es heißt auslöschen, weil es vom Wahren der Kirche gesagt wird. Das eigentliche Wahre der Kirche ist, daß die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten die Hauptpunkte sind: Mark.12/29-31; dieses Wahre löschen die Begierden aus; denn die im Leben der Begierden sind, können nicht im Leben der Liebe und Liebtätigkeit sein, denn es sind völlige Gegensätze. Das Leben der Begierden ist, sich allein lieben und den Nächsten nur aus dem Ich oder um des Ichs willen; daher löschen sie bei sich die Liebtätigkeit aus, und die, welche die Liebtätigkeit auslöschen, löschen auch die Liebe zum Herrn aus, denn es gibt kein Mittel, den Herrn zu lieben als die Liebtätigkeit, denn der Herr ist in der Liebtätigkeit. Die Neigung der Liebtätigkeit ist die eigentlich himmlische Neigung, die vom Herrn allein (stammt). Hieraus kann erhellen, daß die Begierden des Bösen das eigenste Wahre der Kirche auslöschen und ist dieses ausgelöscht, so erdenkt man ein Mittel, das ein seligmachendes heißt, nämlich den Glauben, und wenn dieser von der Liebtätigkeit getrennt wird, dann werden die eigentlichen Wahrheiten verunstaltet; denn alsdann weiß man nicht mehr, was Liebtätigkeit, nicht einmal was der Nächste, folglich auch nicht, was das Inwendige des Menschen, und nicht einmal, was der Himmel sei, denn das Inwendige des Menschen und der Himmel im Menschen ist die Liebtätigkeit, d.h. wohlwollen dem anderen, der Gemeinde, dem Vaterland, der Kirche, dem Reich des Herrn und so dem Herrn selbst. Hieraus kann man den Schluß machen, was das für Wahrheiten der Kirche sein werden, wenn man das, was das Wesentliche ist, nicht weiß, und wenn das Gegenteil davon, nämlich die Begierden, regieren. Werden sie, wenn das Leben der Begierden von ihnen redet, nicht so sehr verunstaltet, daß sie nicht mehr erkannt werden können? Daß niemand selig werden kann, wenn er nicht im Guten der Liebtätigkeit gelebt und so die Neigungen derselben sich eingepflanzt hat, welche sind, anderen wohlwollen und aus Wohlwollen ihnen wohl tun; ferner, daß gar niemand die Wahrheiten des Glaubens annehmen, d.h. dieselben sich einpflanzen und aneignen kann, als wer im Leben der Liebtätigkeit ist, wurde mir ganz klar an denen, die im Himmel sind und mit denen ich reden durfte; alle dort sind Gestalten der Liebtätigkeit, von Schönheit und Güte je nach der Art der Liebtätigkeit. Ihre Lust, Wonne und Seligkeit kommt daher, daß sie aus Wohlwollen anderen wohltun können. Ein Mensch, der nicht in der Liebtätigkeit gelebt hat, kann gar nicht wissen, daß im Wohlwollen und im Wohltun aus Wohlwollen der Himmel und dessen Freude besteht, weil sein Himmel ist, sich selber wohlwollen und aus diesem Wohlwollen anderen wohltun, während doch dieses die Hölle ist; denn der Himmel unterscheidet sich von der Hölle dadurch, daß der Himmel darin besteht, aus Wohlwollen wohl zu tun, und die Hölle, aus Übelwollen übel zu tun. Diejenigen, die in der Liebe gegen den Nächsten sind, tun wohl aus Wohlwollen, hingegen diejenigen, die in der Selbstliebe sind, tun übel aus Übelwollen. Der Grund ist, weil sie niemand lieben als sich selbst, und andere nur, soweit sie sich selbst in ihnen sehen, und sie in sich selbst. Auch hassen sie diese, was sich offenbart, sobald sie zurücktreten und nicht mehr zu ihnen halten. Es verhält sich damit, wie mit den Räubern: diese lieben einander, wenn sie bei der Bande sind, begehren im Herzen aber doch zu morden, wenn sie Beute davon hoffen. Aus diesem kann erhellen, was der Himmel ist, nämlich die Liebe gegen den Nächsten, und was die Hölle ist, nämlich die Selbstliebe. Diejenigen, die in der Liebe gegen den Nächsten sind, können alle Wahrheiten des Glaubens annehmen und sie sich einpflanzen und aneignen; denn in der Liebe gegen den Nächsten ist das Ganze des Glaubens, weil der Himmel darin ist, und auch der Herr darin ist. Diejenigen aber, die in der Selbstliebe sind, können die Wahrheiten des Glaubens gar nicht aufnehmen, weil in jener Liebe die Hölle ist, und können die Wahrheiten des Glaubens nicht anders aufnehmen, als um ihrer eigenen Ehre und des Einkommens willen, somit dieselben gar nicht sich einpflanzen und aneignen, sondern was sie sich einpflanzen und aneignen, sind Verneinungen des Wahren; denn im Herzen glauben sie nicht einmal, daß eine Hölle und ein Himmel, auch nicht, daß ein Leben nach dem Tod ist, daher auch nichts, was von der Hölle und vom Himmel und vom Leben nach dem Tode, somit gar nichts, was vom Glauben und von der Liebtätigkeit aus dem Wort und der Lehre gesagt wird. Sie meinen zu glauben, wenn sie im Gottesdienst sind; dieses kommt aber daher, weil sie von Kindheit an gewöhnt worden sind, sich in einen solchen Zustand zu versetzen, sobald sie aber nicht mehr im Gottesdienst sind, sind sie auch nicht mehr in jenem Zustand, und wenn sie dann bei sich denken, glauben sie gar nichts, und erdenken sich auch gemäß dem Leben ihrer Liebestriebe Gründe dafür, die sie Wahrheiten heißen, und bestätigen sie auch aus dem Buchstabensinn des Wortes, während sie doch falsch sind. Von solcher Art sind alle, die in einem getrennten Glauben stehen mit ihrem Leben und der Lehre. Außerdem muß man wissen, daß alles auf den Liebestrieben beruht; denn die Liebestriebe sind es, die das Leben machen, mithin fließt eben nur in die Liebestriebe das Leben des Herrn ein. Welcher Art also die Liebestriebe sind, solcherart ist auch das Leben, weil solcherart die Aufnahme des Lebens ist. Die Liebe gegen den Nächsten nimmt das Leben des Himmels auf, und die Selbstliebe nimmt das Leben der Hölle auf; somit ist in der Liebe gegen den Nächsten das Ganze des Himmels und in der Selbstliebe das Ganze der Hölle. Daß alles auf den Liebestrieben beruht, kann durch mehreres in der Natur erläutert werden: alle Tiere, sowohl die auf der Erde einhergehen, als die, welche in der Luft fliegen und in den Wassern schwimmen, werden ihren Liebestrieben gemäß geführt, und in ihre Liebestriebe fließt alles das ein, was ihnen dienlich ist zum Leben, nämlich zur Nahrung, zur Wohnung und zur Fortpflanzung. Daher weiß eine jede Gattung ihre Speise, ihre Bleibstätten, und was zu ihrer Paarung gehört, z.B. sich zusammengesellen, Nester bauen, Eier legen, Junge aufziehen; die Bienen auch Zellen bauen, Honig aus Blumen saugen, damit die Waben füllen und sich auf den Winter vorsehen, ja eine Art Regiment unter einem Herrscher führen, außer anderen Wunderdingen. Dieses alles geschieht durch den Einfluß in ihre Liebestriebe; es sind nur die Formen ihrer Neigungen, welche die Lebenswirkungen verschieden gestalten; das alles liegt in ihren Liebestrieben. Was läge nicht in der himmlischen Liebe, wenn der Mensch in ihr wäre? In der Tat das Ganze der Weisheit und Einsicht, das im Himmel ist; daher kommt es auch, daß nur die, welche in der Liebtätigkeit gelebt haben, und keine anderen, in den Himmel aufgenommen werden, und daß sie vermöge der Liebtätigkeit fähig sind, alle Wahrheiten, d.h. alles zum Glauben Gehörige aufzunehmen und sich einzupflanzen. Das Gegenteil aber findet bei denjenigen statt, die im getrennten Glauben, d.h. in etlichen Wahrheiten und nicht in der Liebtätigkeit sind; ihre Liebestriebe nehmen solches auf, was ihnen zusagt, nämlich die Triebe der Selbst- und Weltliebe, die den Wahrheiten entgegen sind, überhaupt solches, was sich in den Höllen findet. 4777. "Zerrissen, ja zerrissen ist Joseph", 1. Mose 37/33, bedeutet, durch Falsches sei er so zugerichtet worden, daß er gar nicht mehr besteht. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerrissen werden, sofern es heißt, von Falschem zerstoben, oder, was dasselbe, von Falschem so zugerichtet werden, daß er gar nicht ist. Falsches aus Bösem oder aus Begierden ist es, was hier verstanden wird. Nr. 4770; hierüber sehe man, was Nr. 4776 gesagt wurde. 4778. "Und Jakob zerriß seine Kleider", 1. Mose 37/34, bedeutet die Trauer um das zugrunde gegangene Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kleider zerreißen, sofern es das Vorbild der Trauer um das zugrunde gegangene Wahre gewesen ist, wovon Nr. 4763. 4779. "Und legte einen Sack an seine Lenden", 1. Mose 37/34, bedeutet Trauer um das zugrunde gerichtete Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Sack auf die Lenden legen", sofern es das Vorbild der Trauer um das zugrunde gegangene Gute gewesen ist; denn die Lenden bezeichnen die eheliche Liebe, und daher alle himmlische und geistige Liebe: Nr. 3021, 3294, 4277, 4280, 4575, und zwar vermöge der Entsprechung; denn wie alle Organe, Glieder und Eingeweide des menschlichen Leibes dem Größten Menschen entsprechen, wie am Ende der Kapitel gezeigt wurde, so die Lenden derjenigen im Größten Menschen oder Himmel, die in der echten ehelichen Liebe gewesen sind; und weil die eheliche Liebe die Grundlage aller Liebestriebe ist, darum wird durch die Lenden im allgemeinen alle himmlische und geistige Liebe bezeichnet. Daher der Brauch, daß man einen Sack auf die Lenden legte, wenn man über das zugrunde gegangene Gute trauerte, denn alles Gute ist Sache der Liebe. Daß man einen Sack auf die Lenden legte, wenn man jene Trauer bezeugte, kann aus den historischen und prophetischen Teilen des Wortes erhellen, wie bei Amos 8/10: "Verwandeln werde Ich eure Feste in Trauer, und alle eure Lieder in eine Wehklage, so werde Ich bringen auf alle Lenden einen Sack, und auf jedes Haupt Kahlheit, und will sie setzen wie die Trauer um einen Eingeborenen, und ihr Letztes wie einen bitteren Tag": auf alle Lenden einen Sack bringen, bedeutet die Trauer um zugrunde gegangenes Gutea, alle Lenden für alles Gute der Liebe. Jonas 3/5,6,8: "Es glaubten die Männer Ninives an Gott, und darum riefen sie ein Fasten aus und zogen Säcke an, vom Größten bis zum Kleinsten; und als das Wort gekommen war zum König Ninives, stand er auf von seinem Thron, und legte seinen Mantel von sich ab, und bedeckte sich mit einem Sack, und saß auf der Asche, und ließ ausrufen, daß bedeckt werden sollten mit Säcken Mensch und Tier": das war offenbar ein vorbildliches Zeichen der Trauer über das Böse, um des willen Ninive untergehen sollte, somit über das zugrunde gegangene Gute. Hes.27/30,31: "Ein Geschrei werden sie über dich erheben mit ihrer Stimme, und bitterlich schreien, und werden Staub auf ihre Häupter legen, in der Asche werden sie sich wälzen, und werden sich kahl machen über dir, und Säcke um sich gürten": von Tyrus. Es waren dies lauter Vorbilder der Trauer über Falsches und Böses, somit um zugrunde gegangenes Wahres und Gutes. Ein Geschrei erheben und bitterlich schreien (steht) für die Wehklage über das Falsche oder das zugrunde gegangene Wahre: Nr. 2240; Staub legen auf das Haupt, für verdammt sein wegen des Bösen: Nr. 278; in der Asche sich wälzen, bedeutet verdammt sein wegen des Falschen; sich kahl machen, die Trauer wegen des dem natürlichen Menschen mangelnden Wahren: Nr. 3301 E, Säcke um sich gürten, bezeichnet die Trauer wegen des ihm mangelnden Guten. Jerem.6/26: "Tochter meines Volks, gürte dich mit einem Sack, und wälze dich in der Asche, die Trauer (wie) um einen Eingeborenen mache dir, die Klage der Bitterkeiten, weil plötzlich über uns kommen wird der Vernichter". Jerem.Klagel.2/10: "Sitzen werden sie auf der Erde, schweigen werden die Ältesten der Tochter Zions, sie werden Staub auf ihr Haupt legen, werden sich umgürten mit Säcken, die Jungfrauen Jerusalems werden ihr Haupt hinabsinken lassen auf die Erde": hier die gleichen Vorbilder je nach den Gattungen des Guten und Wahren, das zugrunde gegangen, wie oben. Jes.15/2,3: "Weissagung über Moab: er wird hinaufgehen gen Bajith und Dibon auf die Höhen zum Weinen, über Nebo und über Medba wird Moab heulen; auf allen seinen Häuptern Kahlheit, aller Bart geschoren, in seinen Gassen haben sie einen Sack umgegürtet, auf seinen Dächern und in seinen Gassen wird alles heulen, versinkend ins Weinen": Moab für diejenigen, die Gutes verfälschen: Nr. 2468; die Trauer über diese Verfälschung, die durch Moab bezeichnet wird, wird durch solches beschrieben, was dem Bösen jener Gattung entspricht, deshalb heißt es beinahe ebenso bei Jerem.48/37: "Alles Haupt ist Kahlheit, und aller Bart geschoren, auf allen Händen Einschnitte, auf allen Lenden ein Sack, auf allen Dächern Moabs und in allen seinen Gassen lauter Trauer". Als der König Hiskias die Lästerungen hörte, die Rabschake gegen Jerusalem redete, "zerriß er seine Kleider und bedeckte sich mit einem Sack": Jes.37/1; 2.Kön.19/1; weil er gegen Jehovah, den König und Jerusalem redete, daher die Trauer; daß er gegen das Wahre (geredet), wird dadurch bezeichnet, daß er die Kleider zerriß: Nr. 4763, daß er gegen das Gute, dadurch, daß er sich mit einem Sack bedeckte; denn im Wort wird, wo vom Wahren gehandelt wird, auch vom Guten gehandelt, wegen der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, sowie des Wahren und Guten auch im einzelnen; so auch bei Ps.30/12: "Verwandelt hast Du meine Trauer in einen Reigen, geöffnet hast Du meinen Sack, und mich begürtet mit Freude": hier wird der Reigen gesagt vom Wahren und die Freude vom Guten, wie auch anderwärts im Wort; somit bedeutet den Sack öffnen, die Trauer über das zugrunde gegangene Gute aufheben. 2.Sam.3/31: "David sprach zu Joab und zu allem Volk, das mit ihm: zerreißet eure Kleider, und umgürtet Säcke, und klaget vor Abner": weil ein Frevel gegen das Wahre und Gute begangen worden war, darum wurde von David befohlen, sie sollten die Kleider zerreißen und Säcke umgürten. Ebenso als Achab die Worte des Elias hörte, daß er ausgerottet werden sollte, weil er gegen Billigkeit und Gerechtigkeit, im geistigen Sinn gegen das Wahre und Gute gehandelt hatte, "zerriß er seine Kleider, und legte einen Sack auf sein Fleisch, und fastete, und lag im Sack, und ging sachte einher": 1.Kön.21/27. Daß der Sack von dem zugrunde gegangenen Guten gesagt wird, kann auch erhellen bei Joh.Offenb.6/12: "Als es das sechste Siegel öffnete, siehe, ein großes Erdbeben geschah, und die Sonne ward schwarz wie ein Sack, und der Mond ward ganz wie Blut": Erdbeben für die Veränderung des Zustandes der Kirche in Ansehung des Guten und Wahren: Nr. 3355, Sonne für das Gute der Liebe: Nr. 1529, 1530, 2441, 2495, 4060, 4300, 4696; deshalb wird von demselben, wenn es zugrunde gegangen ist, das Prädikat Sack gebraucht; der Mond für das Wahre des Glaubens: Nr. 1529, 1530, 2120, 2495, 4060, von welchem Blut gesagt wird, weil Blut das verfälschte und entweihte Wahre ist: Nr. 4735. Weil angetan werden mit einem Sack und sich wälzen in der Asche die Trauer über Böses und Falsches vorbildete, bildete es auch die Demütigung vor und auch die Reue; denn das erste der Demütigung ist anerkennen, daß man aus sich eben nur böse und falsch sei; ebenso bei der Reue, die nur durch Demütigung geschehen kann und diese durch das Bekenntnis des Herzens, daß man aus sich so beschaffen sei. Daß einen Sack antun ein Zeichen der Demütigung war, sehe man 1.Kön.21/27-29; der Reue: Matth.11/21; Luk.10/13. Daß es aber nichts anderes war als ein Vorbild, somit eben bloß etwas Äußeres, dem Leibe Angehöriges, nicht aber etwas Inwendiges, dem Herzen Angehöriges, wird klar bei Jes.58/5-7: "Daß er wie eine Binse sein Haupt beugt, und im Sack und in der Asche liegt, wirst du das ein Fasten nennen und einen Tag des Wohlgefallens Jehovahs? Ist nicht das ein Fasten, das Ich erwähle: die Bande der Bosheit öffnen, dem Hungrigen das Brot brechen?". 4780. "Und trauerte ob seinem Sohne viele Tage", 1. Mose 37/34, bedeutet den Zustand, nämlich der Trauer um das zugrunde gegangene Gute und Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier der Sohn ist, sofern er das göttlich Wahre bezeichnet, insbesondere die Nr. 4776 angegebenen Wahrheiten; und aus der Bedeutung der Tage, sofern sie Zustände bezeichnen, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3785; hier den Zustand großer Trauer, weil gesagt wird "viele Tage". 4781. "Da standen alle seine Söhne auf", 1. Mose 37/35, bedeutet diejenigen, die in Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern es Wahrheiten sind, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, oder diejenigen, die in Wahrem oder Falschem sind, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; hier die, welche in Falschem, weil durch die Söhne Jakobs oder Brüder Josephs diejenigen vorgebildet werden, die im getrennten Glauben (stehen), somit die, welche das göttlich Wahre ausgelöscht haben und daher in Falschem sind, wie oben gezeigt wurde. 4782. "Und alle seine Töchter", 1. Mose 37/35, bedeutet diejenigen, die in Bösem sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie Gutes sind und im entgegengesetzten Sinn Böses, oder diejenigen, die in Gutem oder Bösem sind, wovon Nr. 489, 490, 491, 568, 2362, 3024, 3963. 4783. "Ihn zu trösten", 1. Mose 37/35, bedeutet, um es aus dem Buchstabensinn des Wortes zu erklären. Dies erhellt aus der Bedeutung von trösten, sofern es heißt, die Unruhe des Gemüts stillen mit der Hoffnung auf eine Sache, wovon Nr. 3610, hier die Unruhe oder Trauer über das zugrunde gegangene Gute und Wahre, welche Trauer nur gestillt werden kann durch Erklärungen aus dem Wort. Weil hier von den Söhnen und Töchtern Jakobs die Rede ist, durch die diejenigen bezeichnet werden, die in Falschem und Bösem sind: Nr. 4781, 4782, so werden durch trösten die Erklärungen bezeichnet, die aus dem Buchstabensinn geschehen; denn der Buchstabensinn enthält allgemeines, welches ist wie Gefäße, die angefüllt werden können mit Wahrem und auch angefüllt werden mit Falschem, und so zugunsten erklärt werden; und weil es allgemeines ist, so ist es auch beziehungsweise Dunkles, das nirgend anderswoher Licht bekommt als aus dem inneren Sinn; denn der innere Sinn ist im Licht des Himmels, weil er das Wort für die Engel ist. Hingegen der Buchstabensinn ist im Licht der Welt, weil es das Wort für die Menschen ist, ehe sie ins Licht des Himmels vom Herrn gelangen, von dem alsdann Erleuchtung kommt. Hieraus wird klar, daß der Buchstabensinn den Einfältigen zur Einführung in den inneren Sinn dient. Daß das Wort aus dem Buchstabensinn zugunsten (einer Meinung) durch Auslegungen erklärt werden kann, wird augenscheinlich daraus klar, daß alle möglichen, auch ketzerischen Lehren daraus begründet werden, wie zum Beispiel das Dogma vom getrennten Glauben aus folgenden Worten des Herrn: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe": Joh.3/16; aus diesen und auch aus anderen Stellen schließen sie, daß der Glaube allein ohne Werke es sei, durch den ewiges Leben komme; und wenn sie sich dieses eingeredet haben, dann achten sie nicht mehr auf das, was der Herr so oft von der Liebe zu Ihm und von der Liebtätigkeit und den Werken geredet hat: Nr. 1017, 2373, 3934; so auch nicht auf das, was bei Joh.1/12,13 steht: "So viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu werden, den Glaubenden an Seinen Namen, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind". Wenn ihnen gesagt wird, daß niemand an den Herrn glauben kann, als wer in der Liebtätigkeit ist, nehmen sie sogleich ihre Zuflucht zu Erklärungen, wie zu folgenden: das Gesetz sei abgetan, sie seien in Sünden geboren, und so können sie das Gute nicht aus sich tun, und die es tun, können nicht anders, als sich davon ein Verdienst beimessen, und begründen dieses auch aus dem Buchstabensinn des Wortes, wie aus dem, was im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner vorkommt: Luk.18/10-14; und aus anderem, während es sich doch ganz anders verhält. Die im getrennten Glauben sind, können auch nicht anders glauben, als daß ein jeder in den Himmel aus Gnaden eingelassen werden könne, wie immer er auch gelebt habe, daß somit nicht das Leben, sondern der Glaube den Menschen nach dem Tod erwarte; auch dieses begründen sie aus dem Buchstabensinn des Wortes, während doch aus dem geistigen Sinn selbst erhellt, daß der Herr Barmherzigkeit gegen einen jeden hat. Wenn also der Himmel aus Barmherzigkeit oder Gnaden zuteil würde, wie immer auch das Leben gewesen sein möchte, so würde ein jeder selig. Der Grund, warum die im getrennten Glauben Befangenen so glauben ist der, weil sie gar nicht wissen, was der Himmel ist, und zwar deshalb, weil sie nicht wissen, was Liebtätigkeit ist. Wüßten sie, wieviel Friede, Freude und Seligkeit in der Liebtätigkeit liegt, so würden sie wissen, was der Himmel ist; aber das ist ihnen ganz verborgen. Die im getrennten Glauben sind, können auch nicht anders glauben, als daß sie auferstehen werden mit dem Leibe, und nicht früher als am Tage des Gerichts, was sie auch aus mehreren Stellen des Wortes, die nach dem Buchstabensinn erklärt werden, begründen, wobei sie gar nicht denken an das, was der Herr vom Reichen und Lazarus gesagt hat: Luk. 16/22-31; und was zu dem Räuber: "Amen, Ich sage dir, heute wirst du mit Mir im Paradies sein": Luk.23/43; und was öfter anderwärts. Der Grund, warum die im getrennten Glauben solches glauben ist der, weil, wenn ihnen gesagt würde, der Leib werde nicht auferstehen, sie die Auferstehung ganz leugnen würden; denn was der innere Mensch ist, wissen und begreifen sie nicht. Niemand kann nämlich wissen, was der innere Mensch und sein Leben nach dem Tod ist, als wer in der Liebtätigkeit lebt; denn diese gehört dem inwendigen Menschen an. Die im getrennten Glauben sind, können nicht anders glauben, als daß die Werke der Liebtätigkeit nur darin bestehen, daß man den Armen gibt und den Unglücklichen hilft, was sie auch aus dem Buchstabensinn des Wortes begründen, während doch Liebtätigkeitswerke sind: gerecht und billig handeln, jeder in seinem Beruf, aus Liebe zur Gerechtigkeit und Billigkeit und zum Guten und Wahren. Die im getrennten Glauben sind, sehen nichts anderes im Wort, als was ihre Dogmen begründet. Sie haben keine inwendigere Anschauung, denn die, welche nicht in der Neigung zur Liebtätigkeit sind, sind nur in einem äußeren Sehen oder in einer niedrigeren Anschauung; aus dieser kann gar niemand Höheres schauen; das Höhere erscheint ihm als Finsternis. Daher kommt es, daß sie Falsches als wahr und Wahres als falsch sehen, und so die gute Weide verderben und die reinen Wasser der heiligen Quelle oder des Wortes durch Erklärungen aus dem Buchstabensinn verunreinigen, gemäß den Worten bei Hes.34/17,18,21: "Ist es euch zu wenig? Die gute Weide weidet ihr ab, und das übrige eurer Weiden zertretet ihr mit euren Füßen; den Satz der Wasser trinket ihr, die übrigen machet ihr mit euren Füßen trübe; mit euren Hörnern stoßet ihr alle Schwachen, bis ihr sie hinaus zerstreut habt". 4784. "Und er weigerte sich, sich trösten zu lassen", 1. Mose 37/35, bedeutet, es sei nicht möglich. Dies erhellt aus dem, was bereits gesagt worden ist. 4785. "Und sprach: ich werde hinabgehen zu meinem Sohne, trauernd ins Grab", 1. Mose 37/35, bedeutet, daß die Alte Kirche zugrunde gehe. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dieses von sich sagt, sofern er die Alte Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4680, 4700, 4772; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier durch "mein Sohn" verstanden wird, sofern er das göttlich Geistige oder das göttlich Wahre bezeichnet, wovon oben; und aus der Bedeutung von hinabgehen trauernd ins Grab, sofern es heißt sterben, und wenn es von der Kirche gesagt wird und auch vom göttlich Wahren, zugrunde gehen. 4786. "Und es beweinte ihn sein Vater", 1. Mose 37/35, bedeutet die inwendigere Trauer. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, sofern es der äußerste Grad des Schmerzes und der Traurigkeit ist, somit die inwendigere Trauer. Zu den äußeren Dingen, durch die Inwendiges vorgebildet wurde, gehörte in den alten Kirchen auch das Klagen und Weinen über die Toten, womit die inwendigere Trauer bezeichnet wurde, obwohl es keine inwendigere war; wie man von den Ägyptern liest, die mit Joseph zogen, um Jakob zu begraben, wie folgt: 1. Mose 50/10,11: "Als sie zur Tenne Atad kamen, die beim Übergang des Jordans, klagten sie dort eine große und sehr schwere Klage, und er machte seinem Vater eine Trauer sieben Tage lang. Da die das Land bewohnenden Kanaaniter die Trauer in der Tenne Atad sahen, sprachen sie: diese Trauer ist schwer für die Ägypter"; und von David über Abner 2.Sam.3/32: "Sie begruben Abner in Chebron, und der König erhob seine Stimme und weinte bei dem Grab Abners, und es weinte alles Volk". 4787. Vers 36: Und die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten an Potiphar, dem Kämmerer Pharaos, dem Obersten der Trabanten. "Und die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten" bedeutet, daß diejenigen, die in einigem Wahren des einfältig Guten standen, bei dem Wißtümlichen um Rat fragten; "an Potiphar, dem Kämmerer Pharaos" bedeutet das Inwendigere des Wißtümlichen; "dem Obersten der Trabanten" bedeutet dasjenige, was Hauptsachen sind für die Erklärung. 4788. "Die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten", 1. Mose 37/36, bedeutet diejenigen, die in einigem Wahren des einfältig Guten standen, daß sie das Wißtümliche um Rat fragten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Midianiter, sofern es sind die im Wahren des einfältig Guten, wovon Nr. 3242, 4756; aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es Wißtümliches ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588, 4749; aus der Bedeutung von verkaufen, sofern es heißt entfremden (abalienare) wovon Nr. 4752, 4758; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Wahre ist. Wenn gesagt wird, es sei von den im Wahren des einfältig Guten Befindlichen verkauft oder veräußert worden an Wißtümliches, das Ägypten ist, so bedeutet es: sie haben dasselbe um Rat gefragt; denn die im Wahren des einfältig Guten sind, lassen sich von Sinnestäuschungen meistens irre führen, somit durch Wißtümliches, das von jenen herstammt. 1. Mose 37/28 wurde gesagt, Joseph sei von den Midianitern aus der Grube gezogen, aber er sei an die Jischmaeliter verkauft worden; daher möchte es scheinen, er habe von keinen anderen als von den Jischmaelitern in Ägypten verkauft werden können; aber daß es nicht von den Jischmaelitern, sondern von den Midianitern geschah, hat den Grund, weil durch die Jischmaeliter die im einfältig Guten Befindlichen vorgebildet werden: Nr. 4747, und durch die Midianiter, die im Wahren jenes Guten. Joseph oder das göttlich Wahre konnte nicht verkauft werden von denen, die im Guten sind, sondern von denen, die im Wahren, denn diejenigen, die im Guten sind, wissen aus dem Guten, was das göttlich Wahre, nicht aber die, welche im Wahren. Die Menschen der Kirche teilen sich in zwei Klassen, nämlich in diejenigen, die im Guten, und in diejenigen, die im Wahren. Diejenigen, die im Guten sind, werden Himmlische genannt, die aber im Wahren, Geistige. Zwischen jenen und diesen findet ein bedeutender Unterschied statt: die im Guten sind, sind auch in der Neigung das Gute zu tun um des Guten willen, und zwar ohne, daß ihnen eine Belohnung wird. Die Belohnung ist für sie, daß sie das Gute tun dürfen, denn daraus empfinden sie Freude. Die aber, die (nur) im Wahren sind, sind nicht in der Neigung, das Gute zu tun um des Guten willen, sondern darum, weil es so befohlen ist, und meistens denken sie an Belohnung, das macht ihnen Freude, wie auch der Ruhm. Hieraus wird klar, daß die, welche das Gute tun aus dem Guten, es aus inwendiger Neigung tun, daß hingegen die, welche das Gute tun aus dem Wahren, es aus einer äußeren Neigung tun. Hieraus erhellt der Unterschied, daß nämlich jene inwendige Menschen sind, diese aber äußere. Die, welche inwendige Menschen sind, können also das göttlich Wahre, das durch Joseph vorgebildet wird, nicht verkaufen, d.h. entfremden, weil sie aus dem Guten das Wahre vernehmen; daher werden sie nicht durch Sinnestäuschungen, mithin auch nicht durch Wißtümliches irre geführt. Die hingegen, die äußere Menschen sind, können es verkaufen oder entfremden, weil sie nicht aus dem Guten das Wahre vernehmen, sondern es bloß aus der Lehre und von den Lehrern wissen; wenn diese das Wißtümliche um Rat fragen, lassen sie sich von Täuschungen leicht irreführen; denn sie haben keine Einsprache (dictamen) in sich. Daher nun kommt es, daß Joseph nicht von den Jischmaelitern, sondern von den Midianitern verkauft wurde. 4789. "An Potiphar, dem Kämmerer Pharaos", 1. Mose 37/36, bedeutet Inwendigeres des Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kämmeres, sofern es Inwendigeres ist, worüber folgt, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern es Wißtümliches ist; denn durch Ägypten werden die Wissenschaften im allgemeinen bezeichnet, wie Nr. 1164, 1165, 1186, 1462 gezeigt wurde; ebenso durch Pharao, denn was im Wort durch Land oder Völkerschaft, das wird auch durch deren König bezeichnet, denn derselbe ist das Haupt der Völkerschaft. Daß es das Inwendigere des Wißtümlichen ist, was durch den Kämmerer Pharaos bezeichnet wird, hat den Grund, weil die Kämmerer zu den Vertrauteren des Königs (ex interioribus Regis) gehörten, denn sie waren die vertrauteren Hofleute und angeseheneren Beamten, wie auch aus der Bedeutung jenes Wortes in der Grundsprache erhellt. 4790. "Dem Obersten der Trabanten", 1. Mose 37/36, bedeutet dasjenige, was Hauptsachen sind für die Erklärung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten, sofern es das Hauptsächliche bezeichnet, wovon Nr. 1482, 2089. Daß der Oberste der Trabanten hier das Hauptsächliche für die Erklärung bezeichnet, hat den Grund, weil gehandelt wird vom göttlich Wahren, (nämlich) daß es von denjenigen, die im Wahren des einfältig Guten standen, verkauft worden sei, dadurch daß sie Wißtümliches um Rat fragten, daher Abirrung und Entfremdung vom göttlich Wahren, und daher Erklärungen aus dem Buchstabensinn des Wortes: Nr. 4783. Durch Trabanten wird auch das, was dient, bezeichnet.   Nr. 4791 - 4806 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 38. Kapitel 4807. Vor 1. Mose 37, Nr. 4661-4664, wurde angefangen zu erklären, was der Herr bei Matth.25/31-46 vom Gericht über die Guten und Bösen, die dort Schafe und Böcke genannt werden, geredet hat. Welches der innere Sinn jener Worte sei, wurde noch nicht erklärt, kommt aber nun vor diesem und einigen folgenden Kapiteln zur Erklärung; und da wird es sich zeigen, daß durch das Letzte Gericht dort nicht verstanden wurde die letzte Zeit der Welt, und daß dann erst die Toten auferstehen, und vor dem Herrn versammelt und dann gerichtet werden sollen, sondern daß die letzte Zeit eines jeden, der aus der Welt in das andere Leben übergeht, darunter verstanden ist; dann alsdann sein Gericht. Dieses Gericht ist es, das verstanden wird. Daß es aber so ist, erscheint nicht aus dem Sinn des Buchstabens, sondern aus dem inneren Sinn. Daß der Herr auf solche Weise geredet hat, kommt daher, weil Er durch Vorbildliches und Bezeichnendes geredet hat, wie auch sonst überall im Wort des Alten und Neuen Testaments; denn durch Vorbildliches und Bezeichnendes reden, heißt reden zugleich vor der Welt und vor dem Himmel, oder vor den Menschen und vor den Engeln. Eine solche Rede ist göttlich, weil allumfassend, und daher ist sie dem Wort eigentümlich. Deshalb begreifen die, welche in der Welt sind und sich eben nur um weltliche Dinge bekümmern, bei diesen Worten, die der Herr vom Letzten Gericht geredet hat, nichts anderes, als daß die Auferstehungszeit für alle die gleiche sei, ja daß der Herr alsdann auf dem Thron der Herrlichkeit sitzen und zu den Versammelten sagen werde, wie die Worte dort lauten. Die hingegen, die um himmlische Dinge sich bekümmern, wissen, daß die Zeit der Auferstehung für einen jeden ist, wenn er stirbt, und daß die Worte des Herrn dort andeuten, ein jeder werde dem Leben gemäß gerichtet werden, somit bringe ein jeder das Gericht mit sich, weil sein Leben. 4808. Daß der innere Sinn jener Worte solches in sich schließe, wird sich aus der Erklärung des einzelnen nach jenem Sinn ergeben. Aber hier soll nur erklärt werden, was Matth.25/31-33, enthalten, nämlich folgendes: "Wenn der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit; und es werden versammelt werden vor Ihm alle Völkerschaften; und Er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe scheidet von den Böcken; und zwar wird Er die Schafe stellen zu seiner Rechten und die Böcke zur Linken". 4809. "Wann der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit" bedeutet, wenn das göttlich Wahre erscheinen wird in Seinem Lichte, und dies geschieht einem jeden Menschen, wenn er stirbt; denn alsdann kommt er in das Licht des Himmels, in dem er inne werden kann, was wahr und gut, und daher auch wie er selbst beschaffen ist. Der Sohn des Menschen im inneren Sinn des Wortes ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, somit ist es das göttlich Wahre, das vom Herrn (ausgeht). Die Herrlichkeit ist die Einsicht und Weisheit, die aus demselben kommt, und die als Licht und vor den Engeln als ein Lichtglanz erscheint. Dieser Glanz des Lichtes, von dem Weisheit und Einsicht ist aus dem göttlich Wahren vom Herrn, ist es, der im Wort die Herrlichkeit genannt wird. Daß der Menschensohn im inneren Sinn das göttlich Wahre sei, sehe man Nr. 2159, 2803, 2813, 3704. "Und alle heiligen Engel mit Ihm" bedeutet den Engelshimmel. Die heiligen Engel sind Wahrheiten, die vom göttlich Guten des Herrn kommen; denn durch Engel werden im Wort nicht Engel verstanden, sondern das, was vom Herrn kommt, man sehe Nr. 1925, 4085; denn die Engel sind die lebendigen Aufnahmegefäße des Wahren, das vom göttlich Guten des Herrn ausgeht, und soweit sie es aufnehmen, insoweit sind sie Engel. Hieraus wird klar, daß die Engel jene Wahrheiten sind. Weil hier von dem Zustand eines jeden nach dem Tod und von dem Gericht eines jeden dem Leben gemäß die Rede ist, wird gesagt, daß alle heiligen Engel mit Ihm sein werden, und es wird dadurch bezeichnet, daß durch den Himmel das Gericht (geschehe); denn aller Einfluß des göttlich Wahren geschieht durch den Himmel. Ein unvermittelter Einfluß kann von niemand aufgenommen werden. "Dann wird Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit" bedeutet das Gericht; denn der Thron wird dem Königtum des Herrn beigelegt, und das Königliche des Herrn ist das göttlich Wahre: Nr. 1728, 2015, 3009, 3670; und das göttlich Wahre ist es, aus dem und nach dem das Gericht (gehalten wird). "Und es werden versammelt werden vor Ihm alle Völkerschaften" bedeutet, es werde aller Gutes und Böses offenbar werden; denn durch Völkerschaften wird in des Wortes innerem Sinn Gutes, und im entgegengesetzten Sinn Böses bezeichnet: Nr. 1259, 1260, 1415, 2588 E, 4574; daß somit Gutes und Böses im göttlichen Licht, d.h. im Licht vom göttlich Wahren erscheinen werde, wird bezeichnet dadurch, daß vor Ihm alle Völkerschaften werden versammelt werden. "Und Er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe scheidet von den Böcken" bedeutet die Trennung des Guten vom Bösen, denn Schafe sind, die im Guten, und Böcke, die im Bösen sind. Schafe heißen eigentlich die, welche in der Liebtätigkeit und daher im Glauben, Böcke die, welche im Glauben und nicht in der Liebtätigkeit sind; von diesen und jenen ist hier die Rede. Daß Schafe diejenigen bezeichnet, die in der Liebtätigkeit sind und daher im Glauben, sehe man Nr. 2088, 4169; und daß Böcke, die im Glauben und nicht in der Liebtätigkeit (Stehenden) bezeichnet: Nr. 4769. "Und zwar wird Er die Schafe stellen zu Seiner Rechten, und die Böcke zur Linken bedeutet die Trennung nach Wahrem aus dem Guten, und nach Falschem aus dem Bösen. Diejenigen, die in Wahrem aus dem Guten sind, erscheinen auch wirklich im anderen Leben zur Rechten, und die in Falschem aus dem Bösen zur Linken; daher bedeutet, zur Rechten und zur Linken gestellt werden, geordnet werden gemäß dem Leben. 4810. Hieraus wird klar, was diese Worte des Herrn in sich schließen, und daß sie nicht nach dem Buchstaben zu verstehen sind, nämlich der Herr werde in irgendeiner letzten Zeit kommen in der Herrlichkeit, und dann alle heiligen Engel mit Ihm, und werde sitzen auf dem Thron der Herrlichkeit und alle vor Ihm versammelten Völkerschaften richten, sondern daß ein jeder seinem Leben gemäß, wenn er aus dem Leben in der Welt ins ewige Leben hinüberkommt, wird gerichtet werden.   38. Kapitel 1. Und es geschah um diese Zeit, daß Jehudah hinabging von seinen Brüdern, und hinwegzog bis zu einem adullamitischen Mann, des Name war Chirah. 2. Und Jehudah sah daselbst die Tochter eines kanaanitischen Mannes, und sein Name war Schua; und er nahm sie, und kam zu ihr. 3. Und sie empfing und gebar einen Sohn, und er nannte seinen Namen Er. 4. Und sie empfing abermals, und gebar einen Sohn, und sie nannte seinen Namen Onan. 5. Und sie tat noch hinzu, und gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Schelah; und er war in Kesib, da sie ihn gebar. 6. Und Jehudah nahm ein Weib für Er, seinen Erstgeborenen, und ihr Name war Thamar. 7. Und Er, der Erstgeborene Jehudahs, war böse in den Augen Jehovahs, und es tötete ihn Jehovah. 8. Und Jehudah sprach zu Onan: komme zum Weibe deines Bruders, und leiste ihr die Schwagerpflicht, und erwecke Samen deinem Bruder. 9. Und Onan wußte; daß der Same nicht sein eigen sein sollte, und es geschah, wenn er kam zum Weibe seines Bruders, verdarb er es zur Erde, um nicht Samen zu geben seinem Bruder. 10. Und es war böse in den Augen Jehovahs, was er tat, und Er ließ auch ihn sterben. 11. Da sprach Jehudah zu Thamar, seiner Schnur: bleibe Witwe im Hause deines Vaters, bis groß wird Schelah, mein Sohn; denn er sprach: sonst möchte auch dieser sterben, wie seine Brüder. Da ging Thamar und blieb im Hause ihres Vaters. 12. Und es wurden der Tage viel, da starb die Tochter Schuas, das Weib Jehudahs, und Jehudah tröstete sich und ging hinauf zu den Scherern seiner Schafherde, er und Chirah, sein Genosse, der Adullamiter, gen Thimnath. 13. Da wurde der Thamar angesagt: siehe, dein Schwäher geht hinauf gen Thimnath, zu scheren seine Herde. 14. Und sie legte die Kleider ihrer Witwenschaft ab, und bedeckte sich mit einem Schleier, und verhüllte sich, und setzte sich an die Pforte der Quellen, die auf dem Weg gen Thimnath war, denn sie sah, daß Schelah groß geworden war, und sie ihm nicht gegeben wurde zum Weibe. 15. Da sah sie Jehudah, und er hielt sie für eine Hure, weil sie bedeckt hatte ihr Angesicht. 16. Und er wendete sich zu ihr am Wege, und sprach: erlaube doch, daß ich komme zu dir; denn er wußte nicht, daß sie seine Schnur war; und sie sprach: was gibst du mir, daß du zu mir kommst? 17. Und er sprach: ich will senden ein Ziegenböcklein von der Herde; und sie sprach: wenn du ein Pfand gibst, bis daß du es sendest. 18. Und er sprach: welches ist das Pfand, das ich dir geben soll? und sie sprach: deinen Siegelring und deine Schnur und deinen Stab, der in deiner Hand; und er gab es ihr, und kam zu ihr, und sie empfing von ihm. 19. Und sie stand auf und ging, und legte ihren Schleier ab, und zog die Kleider ihrer Witwenschaft an. 20. Und Jehudah sandte das Ziegenböcklein durch die Hand seines Genossen, des Adullamiters, zu empfangen das Pfand aus der Hand des Weibes, aber er fand sie nicht. 21. Da fragte er die Männer ihres Ortes, und sprach: wo ist jene Buhlerin bei den Quellen an dem Wege? und sie sagten: es ist keine Buhlerin daselbst gewesen. 22. Und er kam wieder zu Jehudah, und sprach: ich habe sie nicht gefunden, und auch die Männer des Ortes haben gesagt: es ist keine Buhlerin dort gewesen. 23. Da sprach Jehudah: sie behalte es für sich, daß wir nicht etwa zur Verachtung werden; siehe, ich habe dieses Böcklein gesandt, aber du hast sie nicht gefunden. 24. Und es geschah etwa nach drei Monaten, da ward dem Jehudah gesagt: Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben, und siehe, schwanger ist sie geworden durch Buhlerei. Da sprach Jehudah: führet sie hinaus, daß sie verbrannt werde. 25. Da wurde sie hinausgeführt und schickte zu ihrem Schwäher und ließ ihm sagen: von dem Mann, dem dieses gehört, bin ich schwanger; und sprach: erkenne doch, wessen dieser Siegelring und diese Schnur und dieser Stab ist. 26. Und Jehudah erkannte es und sprach: gerechter ist sie als ich, denn darum (widerfährt mir dieses), weil ich sie nicht gegeben habe Schelah, meinem Sohne; und hinfort erkannte er sie nicht mehr. 27. Und es geschah zur Zeit, da sie gebar, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. 28. Und es geschah, als sie gebar, da reichte (das Kind) eine Hand; da nahm die Wehmutter (dieselbe), und band um die Hand einen scharlachroten Faden, und sprach: dieser ist zuerst herausgekommen. 29. Und es geschah, als es zurückzog seine Hand, siehe, da kam sein Bruder heraus, und sie sprach: was hast du deinetwegen einen Riß gerissen? und er nannte seinen Namen Perez. 30. Und hernach kam heraus sein Bruder, um dessen Hand das Hellrote, und er nannte seinen Namen Serach.   Inhalt 4811. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von der jüdischen Kirche und von der echten Kirche gehandelt. Die jüdische Kirche wird durch Jehudah beschrieben, und die echte Kirche durch Thamar. 4812. Die Söhne von der Thamar bedeuten die zwei wesentlichen Stücke der Kirche, nämlich den Glauben und die Liebe, Perez den Glauben und Serach die Liebe. Ihre Geburt stellt vorbildlich dar, daß die Liebe in der Wirklichkeit das Erstgeborene der Kirche ist, und der Glaube nur scheinbar.   Innerer Sinn 4813. Vers 1-5: Und es geschah um diese Zeit, daß Jehudah hinabging von seinen Brüdern, und hinwegzog bis zu einem adullamitischen Mann, des Name war Chirah. Und Jehudah sah daselbst die Tochter eines kanaanitischen Mannes, und sein Name war Schua; und er nahm sie, und kam zu ihr. Und sie empfing und gebar einen Sohn, und er nannte seinen Namen Er. Und sie empfing abermals, und gebar einen Sohn, und sie nannte seinen Namen Onan. Und sie tat noch hinzu, und gebar einen Sohn, und nannte seinen Namen Schelah; und er war in Kesib, da sie ihn gebar. "Und es geschah um diese Zeit" bedeutet den Zustand des Folgenden; "daß Jehudah hinabging von seinen Brüdern" bedeutet die Nachkommenschaft Jakobs, insbesondere den Stamm Jehudahs, der getrennt war von den übrigen; "und hinwegzog bis zu einem adullamitischen Mann" bedeutet zum Falschen; "des Name war Chirah" bedeutet dessen Beschaffenheit; "und Jehudah sah daselbst die Tochter eines kanaanitischen Mannes" bedeutet die Neigung zum Bösen aus dem Falschen des Bösen; "des Name war Schua" bedeutet die Beschaffenheit; "und er nahm sie, und kam zu ihr" bedeutet der Stamm Jehudahs verband sich damit; "und sie empfing und gebar einen Sohn" bedeutet das Falsche der Kirche daher; "und er nannte seinen Namen Er" bedeutet seine Beschaffenheit; "und sie empfing abermals, und gebar einen Sohn" bedeutet das Böse; "und sie nannte seinen Namen Onan" bedeutet die Beschaffenheit; "und sie tat noch hinzu, und gebar einen Sohn" bedeutet das Götzendienerische; "und nannte seinen Namen Schelah" bedeutet die Beschaffenheit; "und er war in Kesib, da sie ihn gebar" bedeutet den Zustand. 4814. "Und es geschah um diese Zeit", 1. Mose 38/1, bedeutet den Zustand des Folgenden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3404, 3938. Daß es der Zustand des Folgenden ist, wird dadurch bezeichnet, daß gesagt wird: "es geschah um diese Zeit", denn es wird erwähnt, was in der Folge geschah. Das im Zusammenhang Folgende ergibt sich aus dem Vorhergehenden; denn im vorigen Kapitel war von den Söhnen Jakobs die Rede, daß sie Joseph verkauft haben, und daß Jehudah dazu geraten habe, wie es im 1. Mose 37/26,27 heißt: "Jehudah sprach zu seinen Brüdern, was Gewinn ist es, daß wir erwürgen unseren Bruder, und verheimlichen sein Blut; wohlan, lasset uns ihn verkaufen den Jischmaelitern", wodurch bezeichnet wurde, daß sie das göttlich Wahre veräußert haben, hauptsächlich Jehudah, durch den hier im nächsten Sinn der Stamm Jehudah bezeichnet wird, und im allgemeinen die Schlimmen in der Kirche, die gegen jedwedes Gute (feindlich sind); man sehe Nr. 4750, 4751; auf dieses wird hingedeutet dadurch, daß gesagt wird: "um diese Zeit"; denn jetzt wird von Jehudah gehandelt und von seinen Söhnen aus dem kanaanitischen Weibe, und hernach aus Thamar, seiner Schnur (oder Schwiegertochter); und es wird dadurch im inneren Sinn der Stamm Jehudah beschrieben in Beziehung auf das, was der bei ihm eingesetzten Kirche angehörte. Daß durch die Zeit der Zustand bezeichnet wird, und daher durch: "es geschah um diese Zeit", der Zustand des Folgenden, muß notwendig befremden; der Grund ist, weil unbegreiflich ist, wie der Begriff der Zeit in den Begriff des Zustandes verwandelt werden kann, oder daß, wenn (der Ausdruck) "Zeit" gelesen wird im Wort, solches zu verstehen ist, was sich auf einen Zustand bezieht. Aber man muß wissen, daß die Gedanken der Engel nichts mit Zeit und Raum gemein haben, weil sie im Himmel sind; denn mit der Welt haben sie auch den Zeit- und Raumbegriff verlassen, und die Begriffe des Zustandes, nämlich des Zustandes des Guten und Wahren angenommen. Wenn daher der Mensch das Wort liest, und dabei an die Zeit und an das die Zeit Betreffende denkt, werden die Engel bei ihm nichts von Zeit inne, sondern statt derselben das, was den Zustand betrifft. Sie entsprechen auch einander; ja, auch der Mensch wird im inwendigeren Denken nicht die Zeit inne, sondern im auswendigeren, wie erhellen kann aus dem Zustand des Menschen, wenn sein auswendigeres Denken eingeschläfert ist, d.h., wenn er schläft, und auch aus mehrfacher anderer Erfahrung. Aber man wisse, daß es im allgemeinen nur zweierlei Zustände gibt, nämlich einen Zustand des Guten und einen des Wahren; jener Zustand wird der Zustand des Seins genannt, dieser aber der Zustand des Daseins; denn das Sein gehört dem Guten an, und das Dasein aus demselben gehört dem Wahren. Dem Zustand des Seins entspricht der Raum, und dem Zustand des Daseins die Zeit. Hieraus kann erhellen, daß, wenn der Mensch den Satz: "und es geschah um diese Zeit", liest, die Engel bei ihm jene Worte keineswegs auffassen können wie der Mensch; ebenso im übrigen; denn alles, was im Wort geschrieben steht, das ist so beschaffen, daß es in den entsprechenden Sinn bei den Engeln verwandelt wird, und dieser Sinn erscheint gar nicht im Sinne des Buchstabens, denn das Weltliche, das dem Buchstabensinn angehört, verwandelt sich ins Geistige, das dem inneren Sinn angehört. 4815. "Daß Jehudah hinabging von seinen Brüdern", 1. Mose 38/1, bedeutet die Nachkommenschaft Jakobs, insbesondere den Stamm Jehudahs, der von den übrigen getrennt war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, insofern er im allgemeinen Sinn die Nachkommenschaft Jakobs ist, und im besonderen der Stamm, der Juda genannt wurde; und aus der Bedeutung von hinabgehen von den Brüdern, sofern es heißt, von den übrigen Stämmen getrennt, hier schlimmer werden als die übrigen, denn hinabgehen schließt in sich das Versinken ins Böse, weil hinaufgehen die Erhebung zum Guten in sich schließt: Nr. 3084, 4539. Der Grund, der auch früher angegeben wurde, ist, weil das Land Kanaan das Reich des Herrn vorbildete, und Jerusalem und Zion daselbst sein Inwendigstes; was aber außerhalb der Grenzen jenes Landes war, bildete dasjenige vor, was außerhalb des Reiches des Herrn liegt, welches das Falsche und das Böse ist; darum sagte man von Zion und Jerusalem gegen die Grenzen zu hinabgehen, dagegen von den Grenzen aus gen Jerusalem und Zion hinaufgehen. Daher kommt es, daß hinaufgehen eine Erhebung zum Wahren und Guten, und hinabgehen ein versinken zum Falschen und Bösen in sich schließt. Weil hier vom Falschen und Bösen, in das der Stamm Jehudahs versank, die Rede ist, wird gesagt, Jehudah sei hinabgegangen, und ferner er habe abgelenkt (d.h. er sei hinweggezogen) zu einem adullamitischen Mann, und durch ablenken wird bezeichnet zum Falschen, und hernach zum Bösen. Daß der Stamm Jehudahs von den übrigen Stämmen getrennt wurde, ist bekannt. Der Grund war, weil jener Stamm das himmlische Reich des Herrn vorbilden sollte, die übrigen Stämme aber Sein geistiges Reich. Darum ist auch Jehudah im vorbildlichen Sinn der himmlische Mensch und im umfassenden (Sinn) das himmlische Reich des Herrn: Nr. 3654, 3881; dagegen die übrigen Stämme wurden mit einem Wort Israeliten genannt; denn Israel ist im vorbildlichen Sinn der geistige Mensch, und im umfassenden das geistige Reich des Herrn: Nr. 3654, 4286. Daß der Stamm Jehudahs schlimmer wurde als die übrigen, wird insbesondere bezeichnet durch die Worte: "und Jehudah ging hinab von seinen Brüdern, und lenkte ab (d.h. zog hinweg)". Daß der Stamm Jehudahs schlimmer wurde als die übrigen, erhellt aus mehreren Stellen im Worte, hauptsächlich bei den Propheten, wie bei Jerem.3/7-11: "Er sah ihre treulose Schwester Jehudah, wie Ich, wegen allerlei Arten, womit die abgekehrte Israel die Ehe brach, sie fortgeschickt und ihr ihren Scheidebrief gegeben habe, dennoch hat sich nicht gefürchtet die treulose Jehudah, ihre Schwester, sondern ist hingegangen und hat gehuret auch sie, so daß von der Stimme ihrer Hurerei das Land entweiht wurde, sie hat die Ehe gebrochen mit Stein und Holz; in alle diesem jedoch hat sich nicht bekehrt zu Mir die treulose Jehudah; gerechtfertigt hat ihre Seele die abgekehrte Israel gegenüber von der treulosen Jehudah". Hes.23/11-49: "Es sah zwar ihre Schwester, jedoch sie verdarb ihre Liebe mehr als jene, und ihre Hurereien über die Hurereien ihrer Schwester": hier ist die Rede von Jerusalem und Samaria, oder vom Stamm Jehudahs und von den Stämmen Israels. Außerdem anderwärts öfter. Im inneren Sinn wird jener Stamm geschildert, wie er ins Falsche und daher ins Böse, und zuletzt in lauter Abgötterei verfiel. Es wird dies zwar im inneren Sinn beschrieben, ehe jener Stamm von den übrigen getrennt, und bevor er so geworden ist; aber was im inneren Sinn ist, das ist göttlich, und dem Göttlichen ist das Zukünftige gegenwärtig. Man sehe, was über jene Völkerschaft geweissagt ist: 5. Mose 32/16-22; 33/15-44. 4816. "Und hinwegzog bis zu einem adullamitischen Mann", 1. Mose 38/1, bedeutet, zum Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinwegziehen (ablenken), sofern es heißt einen verkehrten Weg gehen; denn ablenken wie hinabgehen wird gesagt von der Entfernung vom Guten zum Bösen und vom Wahren zum Falschen; aus der Bedeutung des Mannes, sofern er ist ein Verständiger, und im abgezogenen Sinn das Wahre, weil das echt Verständige aus den Wahrheiten sich bildet, wovon Nr. 265, 749, 1007, 3134, 3309; im entgegengesetzten Sinne aber ein Unverständiger, mithin das Falsche wird durch den Adullamiter vorgebildet; denn Adulla war in der Grenze des Erbteils Jehudahs: Jos.15/35, und daher bezeichnet es das Wahre, das vom Guten (stammt), wie auch bei Micha 1/15: "Noch werde ich dir den Erben bringen, du Bewohnerin Marescha, bis gen Adullam wird kommen die Herrlichkeit Israels"; weil aber das meiste im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch Adulla, und bedeutet dann das Falsche, das vom Bösen (stammt). Daß das meiste auch einen entgegengesetzten Sinn hat, kommt daher, weil das Land Kanaan, ehe es das Erbe der Söhne Jakobs wurde, im Besitz der Heiden war, durch die Falsches und Böses bezeichnet wurde; und auch nachher, da die Söhne Jakobs ins Gegenteil kamen; denn die Länder nehmen die vorbildliche Bedeutung der Völkerschaften und Völker an, die darinnen sind, je nach der Beschaffenheit derselben. 4817. "Und sein Name war Chirah", 1. Mose 38/1, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens mit Namen, sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Die Beschaffenheit des Falschen, wovon gleich oben, ist es, die bezeichnet wird, denn durch die im Wort vorkommenden Namen, sowohl der Orte als der Personen, werden Zustände und Sachen bezeichnet: man sehe Nr. 1224, 1264, 1876, 1888, 1946, 2643, 3422, 4298, 4442. 4818. "Und Jehudah sah daselbst die Tochter eines kanaanitischen Mannes, 1. Mose 38/2, bedeutet die Neigung zum Bösen aus dem Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tochter, sofern sie die Neigung zum Guten bezeichnet, wovon Nr. 2362, und im entgegengesetzten Sinn die Neigung zum Bösen: Nr. 3024; aus der Bedeutung des Mannes, sofern er einen verständigen und im abgezogenen Sinne das Wahre, im entgegengesetzten Sinn aber den Unverständigen und das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4816; und aus der Bedeutung des Kanaaniters, sofern er das Böse bezeichnet, wovon Nr. 1573, 1574. Hieraus wird klar, daß durch die Tochter eines kanaanitischen Mannes bezeichnet wird das Böse, das aus dem Falschen des Bösen (stammt). Daß das Böse aus dem Falschen des Bösen sei, wird unten gesagt werden, hier soll vorerst von den Ursprüngen des Stammes Jehudahs gesprochen werden, denn davon ist in diesem Kapitel die Rede. Jener Stamm oder die jüdische Völkerschaft hat dreierlei Ursprung: erstens von Schelah, dem Sohn Jehudahs, von dem kanaanitischen Weib, zweitens von Perez, und drittens von Serach, den Söhnen Jehudahs, von seiner Schnur Thamar. Daß von jenen drei Söhnen Jehudahs die ganze jüdische Völkerschaft herstammt, ergibt sich aus dem Verzeichnis der Söhne und Enkel Jakobs, die mit ihm nach Ägypten kamen: 1. Mose 46/12; sodann aus ihrer Klasseneinteilung nach Familien, wovon bei 4. Mose 26/20 und 1.Chron.4/21: "Es waren die Söhne Jehudahs nach ihren Familien (folgende): von Schelah (stammte) die Familie der Scheloniter, von Perez die Familie der Parziter, von Serach die Familie der Sarchiter"; von welcher Art der Ursprung jener Völkerschaft sei, erhellt eben hieraus, daß nämlich ein Dritteil derselben von einer kanaanitischen Mutter und zwei Dritteile von der Schwiegertochter und daher alle aus unrechtmäßiger Verbindung abstammen, denn die Ehen mit den Töchtern der Kanaaniter waren streng verboten, wie erhellen kann aus 1. Mose 24/3; 2. Mose 34/16; 5. Mose 7/3; 1.Kön.11/2; Esra Kapitel 9 und 10; und bei der Schnur (oder Schwiegertochter) zu liegen, war eine Todsünde, wie erhellt bei 3. Mose 20/12: "Was den Mann betrifft, der bei seiner Schnur gelegen ist, so sollen beide getötet, ja getötet werden; eine Verwirrung haben sie gemacht; ihr Blut komme über sie". Daß Jehudah diese Tat mit der Schwiegertochter auf das Gesetz von der Schwagerehe bezog, worin vom Bruder, keineswegs vom Vater die Rede ist, wie aus 1. Mose 38/26 erhellt, schließt in sich, daß die Söhne von der Thamar als Söhne des Erstgeborenen Er anerkannt werden sollten, der von einer kanaanitischen Mutter geboren und böse war in den Augen Jehovahs, und deshalb sterben mußte: 1. Mose 38/7, denn die, welche in der Schwagerehe zuerst geboren wurden, gehörten nicht dem an, von dem sie empfangen wurden, sondern dem, dessen Samen sie erweckten, wie aus 5. Mose 25/5,6 erhellt, und auch aus 1. Mose 38/8,9; außerdem sind die von der Thamar Geborenen durch Hurerei geboren, denn Jehudah meinte, als er zu ihr einging, sie sei eine Buhldirne: 1. Mose 38/15,16,21. Hieraus wird klar, woher und wie beschaffen der Ursprung der jüdischen Völkerschaft war und daß es eine Lüge war, was sie bei Joh.8/41 geäußert haben: "Sprechen zu Ihm die Juden, wir sind nicht unehelich geboren". Was dieser Ursprung in sich schließe und vorbilde, wird klar aus dem Folgenden, daß nämlich ihr Inwendigeres ähnlich war, oder einen ähnlichen Ursprung hatte. Daß er eine Kanaaniterin heiratete, schließt in sich den Ursprung aus dem Bösen, das aus dem Falschen des Bösen stammt, denn dieses wird im inneren Sinn durch die Tochter des kanaanitischen Mannes bezeichnet; daß er bei seiner Schwiegertochter lag, schließt in sich und bildet vor die Verdammnis infolge des verfälschten Wahren aus dem Bösen, denn Hurerei bedeutet überall im Wort Verfälschung des Wahren, man sehe Nr. 3708. Das Böse aus dem Falschen des Bösen ist das Böse des Lebens aus dem Lehrfalschen, das aus dem Bösen der Selbstliebe stammt, d.h. von denen, die in jenem Bösen sind, ausgebrütet, und durch den Buchstabensinn des Wortes begründet worden ist. Einen solchen Ursprung hat das Böse bei der jüdischen Völkerschaft, und einen solchen Ursprung hat das Böse auch bei einigen in der Christenheit, hauptsächlich bei denjenigen, die im Wort unter Babel verstanden werden. Dieses Böse ist so beschaffen, daß es jeden Weg zum inwendigen Menschen verschließt, so sehr, daß in ihm keinerlei Gewissen gebildet werden kann; denn das Böse, das der Mensch aus dem Lehrfalschen tut, das hält er für gut, weil er es für wahr hält, und so tut er es als erlaubt, aus Freiheit und mit Lust; daher wird ihm der Himmel so verschlossen, daß er nicht geöffnet werden kann. Zur Erklärung, wie beschaffen dieses Böse sei, diene folgendes Beispiel: die, welche aus dem Bösen der Selbstliebe glauben, es gebe bloß eine einzige, von Jehovah auserwählte Völkerschaft und alle übrigen in der Welt seien beziehungsweise Sklaven, und zwar so geringe, daß man sie nach Belieben töten und auch grausam behandeln dürfe, und dieses auch aus dem Buchstabensinn des Wortes begründen, wie die jüdische Völkerschaft es geglaubt hatte, und heutzutage auch die babylonische Völkerschaft, (sind so beschaffen), daß alles, was sie Böses aus jener falschen Lehre und aus den übrigen Lehrsätzen, die auf ihr als auf der Grundlehre aufgebaut sind, tun, böse ist aus dem Falschen des Bösen, und dieses zerstört und verschließt den inwendigen Menschen so, daß durchaus kein Gewissen in ihm gebildet werden kann; denn diese sind es, von denen es im Wort heißt, sie seien im Blute (in sanguinibus), denn sie sind grausam wütend gegen das ganze Menschengeschlecht, das nicht ihre Glaubenssätze und so sie selber anbetet, und auf ihren Altären seine Gaben darbringt. Ein weiteres Beispiel: die, welche aus dem Bösen der Selbst- und Weltliebe glauben, daß der Herr einen Statthalter auf Erden haben müsse, und daß ein solcher die Macht habe, den Himmel zu öffnen und zu verschließen, somit über alle Seelen und Gewissen zu gebieten, und dieses Falsche aus dem Buchstabensinn des Wortes begründen, (sind so beschaffen), daß alles Böse, was sie infolgedessen tun, böse ist aus dem Falschen des Bösen, was den inwendigen Menschen bei denen, die aus diesem Bösen solche Gewalt sich anmaßen und so gebieten, ebenso zerstört, und zwar so sehr, daß sie nicht mehr wissen, was der inwendige Mensch ist, noch daß jemand ein Gewissen habe, mithin, daß sie nicht mehr glauben, es gebe ein Leben nach dem Tod, und auch an keine Hölle und an keinen Himmel, wieviel sie auch davon reden mögen. Dieses Böse kann seiner Beschaffenheit nach von anderen Arten des Bösen durch die Menschen in der Welt nicht unterschieden werden, aber es wird im anderen Leben von den Engeln wie am hellen Tag erkannt; denn dort kommt Böses und Falsches zur Erscheinung, wie beschaffen es ist, und woher es ist, nach seinen Unterschieden, welche unzählig sind. Nach den Gattungen und Arten desselben sind auch die Höllen unterschieden. Von diesen unzähligen (Arten) weiß der Mensch kaum etwas; er glaubt nur, daß es böse ist; aber wie beschaffen das Böse ist, weiß er nicht; und zwar einzig aus dem Grund, weil er nicht weiß, was gut ist, und dies, weil er nicht weiß, was Liebtätigkeit ist; wenn er das Gute der Liebtätigkeit kennen würde, so würde er auch das Entgegengesetzte oder das Böse mit seinen Unterschieden kennen. 4819. "Und sein Name war Schua", 1. Mose 38/2, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 4817, hier die Beschaffenheit des Bösen aus dem Falschen des Bösen, wovon Nr. 4818. 4820. "Und er nahm sie und kam zu ihr", 1. Mose 38/2, bedeutet: der Stamm Jehudahs verband sich damit, nämlich mit Bösem aus dem Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie nehmen", nämlich zum Weibe, und kommen oder eingehen zu ihr, sofern es heißt, sich verbinden, wovon früher einige Male; denn die Ehen bilden im inneren Sinn die Verbindung des Guten und Wahren vor, weil sie davon herkommen: Nr. 2727-2759; aber im entgegengesetzten Sinn die Verbindung des Bösen und Falschen, hier die Verbindung des Stammes Jehudah mit demselben, denn es wird von Jehudah gesagt; und daß durch ihn der nach ihm benannte Stamm bezeichnet werde, sehe man Nr. 4815. Hier wird nicht gesagt, er habe sie zum Weibe genommen, sondern bloß, er habe sie genommen und sei zu ihr gekommen, aus dem Grund, weil es eine unrechtmäßige Verbindung war: Nr. 4818; sodann weil so stillschweigend angezeigt werden sollte, es sei keine Ehe, sondern Hurerei gewesen, und daß also auch die Söhne von ihr aus Hurerei geboren seien; die Verbindung des Bösen mit dem Falschen ist auch nichts anderes. Warum sie nachher 1. Mose 38/12 sein Weib geheißen habe, nämlich in den Worten: "und es wurden der Tage viel, da starb die Tochter Schuas, das Weib Jehudahs", wird unten gesagt werden. 4821. "Und sie empfing und gebar einen Sohn", 1. Mose 38/3, bedeutet, daß daher das Falsche der Kirche (komme). Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen und gebären, sofern es heißt, anerkennen mit dem Glauben und Tun, wovon Nr. 3905, 3915, 3919; und aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre der Kirche bezeichnet, im entgegengesetzten Sinn aber das Falsche, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, 4257; daher wird durch "sie empfing und gebar einen Sohn" hier bezeichnet, daß die Kirche beim Stamm Jehudahs das Falsche anerkannt habe mit dem Glauben und Tun. Daß durch diesen Sohn das Falsche der Kirche bezeichnet wird, kommt daher, weil er der Erstgeborene war, und durch den Erstgeborenen in den alten Kirchen das Wahre des Glaubens bezeichnet wurde: Nr. 352, 3325, somit im entgegengesetzten Sinn das Falsche, wie auch die Erstgeborenen und die Erstgeburten Ägyptens: Nr. 3325. Daß nicht das Wahre, sondern das Falsche (hier gemeint ist), wird aus dem gleich Folgenden klar; denn es wird 1. Mose 38/7 gesagt: "Er, der Erstgeborene Jehudahs, war böse in den Augen Jehovahs, und Jehovah ließ ihn sterben"; denn der Name dieses Sohnes Er (oder Ger) schließt diese Beschaffenheit in sich, wie auch der Name des zweiten Sohnes Onan seine Beschaffenheit, nämlich das Ungerechte oder Böse. 4822. "Und er nannte seinen Namen Er", 1. Mose 38/3, bedeutet seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nennen den Namen", sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, nämlich die Beschaffenheit des Falschen der Kirche, wovon Nr. 4821. Die Beschaffenheit des Falschen wird gesagt, weil die Falschheiten voneinander verschieden sind, wie auch die Wahrheiten, so sehr, daß kaum ihre Gattungen aufgezählt werden können, und eine jede Gattung des Falschen hat ihre Eigentümlichkeit, wodurch sie von einer anderen unterschieden wird. Es gibt allgemeine Falschheiten, die bei den Schlimmen in einer jeden Kirche herrschen, und es gestaltet sich dieses Falsche wieder verschieden bei einem jeden daselbst nach dem Leben. Das Falsche, das in der jüdischen Kirche war, und von dem hier gehandelt wird, war das Falsche aus dem Bösen der Selbstliebe und dadurch auch der Weltliebe, man sehe Nr. 4818. HG 4823 4823. "Und sie empfing abermals und gebar einen Sohn", 1. Mose 38/4, bedeutet das Böse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, sofern er das Wahre ist, und auch das Gute, wovon Nr. 264, somit im entgegengesetzten Sinn das Falsche und auch das Böse, aber das Böse, das aus dem Falschen stammt. Dieses Böse ist in seinem Wesen das Falsche, weil es aus demselben kommt; denn wer Böses tut aus dem Lehrfalschen, der tut das Falsche, weil es aber mit der Tat geschieht, wird es böse genannt. Daß durch den Erstgeborenen das Falsche bezeichnet wird, und durch diesen (Zweitgeborenen) das Böse, wird daraus klar, weil von diesem Sohn erwähnt wird, er habe wirklich Böses getan, nämlich "er habe den Samen zur Erde verdorben, um nicht Samen zu geben seinem Bruder; und es war böse in den Augen Jehovahs, was er tat, und er ließ ihn auch sterben": 1. Mose 38/9,10. Daß dieses Böse aus dem Falschen kam, wird hier ebenfalls klar. Außerdem wurde in den alten Kirchen durch den Zweitgeborenen bezeichnet das Wahre des Glaubens im Tun, durch diesen also das Falsche im Tun, d.h. das Böse. Daß es das Böse ist, was durch diesen bezeichnet wird, kann auch daraus erhellen, daß der Erstgeborene Er von seinem Vater oder Jehudah genannt wurde, hingegen dieser, nämlich Onan, von seiner Mutter, der Tochter Schuas, wie man in der Grundsprache sehen kann, denn durch Mann wird im Wort das Falsche bezeichnet, und durch Weib das Böse desselben, man sehe Nr. 915, 2517, 4510. Daß durch die Tochter Schuas das Böse (bezeichnet werde): Nr. 4818, 4819; deshalb wird, weil Er von seinem Vater mit Namen genannt wurde, durch ihn das Falsche bezeichnet, und weil Onan von seiner Mutter, wird durch ihn das Böse bezeichnet; denn jener war so gleichsam des Vaters Sohn, dieser aber gleichsam der der Mutter. Im Wort wird mehrmals gesagt Mann und Weib (vir et uxor), dann auch Gatte und Weib (maritus et uxor), und wenn gesagt wird Mann und Weib, so wird das Wahre bezeichnet durch den Mann, und das Gute durch das Weib, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche durch den Mann und das Böse durch das Weib. Hingegen wenn gesagt wird Gatte und Weib, so wird das Gute bezeichnet durch den Gatten, und das Wahre durch das Weib, und im entgegengesetzten Sinn das Böse durch den Gatten, und das Falsche durch das Weib. Die Ursache dieses Geheimnisses ist diese: In der himmlischen Kirche war der Gatte im Guten, und das Weib im Wahren dieses Guten; hingegen in der geistigen Kirche ist der Mann im Wahren und das Weib im Guten dieses Wahren, und sie sind auch wirklich so und waren es einst, denn das Inwendigere beim Menschen hat diese Umwandlung erfahren; daher kommt es, daß, wo im Wort vom himmlisch Guten und daher himmlisch Wahren die Rede ist, gesagt wird Gatte und Weib, hingegen wo vom geistig Guten und daher geistig Wahren daselbst gesagt wird Mann und Weib oder vielmehr Mann und Frau. Hieraus, wie auch aus den Worten selbst wird erkannt, von welchem Guten und von welchem Wahren im Wort in dessen innerem Sinn die Rede ist. Dies ist auch der Grund, warum hie und da früher gesagt wurde, daß die Ehen die Verbindung des Guten und Wahren, und des Wahren und Guten vorbilden; denn die eheliche Liebe hat in jener Verbindung ihren Ursprung; die eheliche Liebe bei den Himmlischen aus der Verbindung des Guten mit dem Wahren, und die eheliche Liebe bei den Geistigen aus der Verbindung des Wahren mit dem Guten. Die Ehen entsprechen auch wirklich jenen Verbindungen. Aus diesem wird klar, was es in sich schließt, daß der Vater dem ersten den Namen gab, und die Mutter dem zweiten, und auch dem dritten, wie aus der Grundsprache erhellt, nämlich daß der Vater dem ersten den Namen gab, weil durch ihn das Falsche bezeichnet wurde, und die Mutter dem zweiten, weil durch ihn das Böse bezeichnet wurde. 4824. "Und sie nannte seinen Namen Onan", 1. Mose 38/4, bedeutet die Beschaffenheit, nämlich des Bösen, wovon Nr. 4823. Dies erhellt aus der Bedeutung von nennen den Namen, sofern es die Beschaffenheit ist, wovon Nr. 4822. Onan bedeutet und schließt in sich die Beschaffenheit jenes Bösen. 4825. "Und sie tat noch hinzu und gebar einen Sohn", 1. Mose 38/5, bedeutet das Götzendienerische. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes hier, sofern er das Götzendienerische bezeichnet; denn die früher Geborenen bezeichneten das Falsche und das Böse: Nr. 4821, 4823; hieraus folgt, daß der dritte das Götzendienerische ist, denn beides, nämlich das Falsche und das Böse, bringt dieses hervor und es liegt darin. Dieser Sohn von den dreien, die dem Jehudah von der Kanaaniterin geboren wurden, blieb allein übrig, und von diesem stammt auch der dritte Teil der jüdischen Völkerschaft. Im inneren Sinn wird daher verstanden, daß sie vom Götzendienst her ihre Entstehung nahm. Daß diese Völkerschaft den größten Hang zur Abgötterei hatte, erhellt aus den historischen und prophetischen Schriften des Wortes aus seinem Buchstabensinn. Daß sie (auch) fortwährend götzendienerisch war, geht aus dem inneren Sinn daselbst hervor, denn Götzendienst ist nicht bloß Götzen und Bildwerke verehren, wie auch anderen Göttern dienen, sondern auch Äußeres ohne Inwendiges verehren. In dieser Abgötterei ist jene Völkerschaft immerfort gewesen, denn sie betete bloß äußere Dinge an, das Inwendige aber entfernte sie gänzlich, und wollte nicht einmal davon wissen. Sie hatte zwar heilige Dinge bei sich, z.B. das Zelt der Zusammenkunft (die Stiftshütte) mit der Lade, und daselbst den Gnadenstuhl, die Tische und die Brote darauf, den Leuchter und Rauchwerk, und außerhalb des Zeltes den Altar, auf dem Brandopfer und Schlachtopfer geschahen, das alles heilig genannt wurde, und das Inwendigste daselbst, das Allerheiligste, wie auch das Heiligtum. Sie hatten auch die Kleider, die für Aharon und ihre Hohenpriester bestimmt waren, und Kleider der Heiligkeit hießen, denn es war das Ephod mit dem Brustschildlein und darin die Urim und Thummim und dergleichen mehr; aber jene Dinge waren nicht heilig an sich, sondern heilig aus dem Grund, weil sie Heiliges, nämlich himmlisch- und geistig-göttliche Dinge des Reiches des Herrn und den Herrn selbst vorbilden sollten. Noch weniger waren sie heilig durch das Volk, bei dem sie sich befanden, denn dasselbe wurde nicht angeregt von den inwendigen Dingen, die vorgebildet wurden, sondern bloß von äußeren; und bloß von äußeren Dingen angeregt werden, ist götzendienerisch, denn das heißt Holz und Stein verehren, dann Gold und Silber, womit sie überzogen sind, in der Einbildung, daß es heilige Dinge an sich seien. Von solcher Art war jene Völkerschaft, und von solcher Art ist sie noch heutigen Tages. Aber dennoch konnte bei solchen ein Vorbild der Kirche sein, weil das Vorbildliche nicht auf die Person, sondern auf die Sache abzielt; man sehe Nr. 665, 1097, 3670, 4208, 4281, 4288; daher hat auch ihr Gottesdienst sie nicht glücklich und selig gemacht im anderen Leben, sondern bloß wohlhabend in der Welt, solange sie im Vorbildlichen beharrten, und sich nicht zu den Heiden kehrten, und so offenbare Götzendiener wurden, denn alsdann konnte nichts Kirchliches mehr bei jener Völkerschaft vorgebildet werden. Dieses nun ist es, was unter dem Götzendienerischen verstanden ist, das durch den dritten Sohn Jehudahs von dem kanaanitischen Weib bezeichnet wird. Dieser Götzendienst hatte bei jener Völkerschaft seinen Entstehungsgrund in ihrem inwendigen Götzendienst, denn sie lebte in der Selbst- und Weltliebe, mehr als andere Völkerschaften: Nr. 4459, 4750. Und diejenigen, die in der Selbst- und Weltliebe leben, sind auch im inwendigen Götzendienst, denn sie verehren sich selbst und verehren die Welt, und verrichten Heiliges um der Selbstanbetung und um des Eigennutzes willen, d.h. in selbstsüchtiger Absicht, nicht zum Zweck der Kirche und des Reiches des Herrn, somit nicht um des Herrn willen. 4826. "Und nannte seinen Namen Schelah", 1. Mose 38/5, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nennen den Namen", sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon oben, wo von den zwei früheren Söhnen Jehudahs, Er und Onan: Nr. 4822, 4824. Die Beschaffenheit des Götzendienstes ist es, die durch Schelah bezeichnet wird, denn es gibt mehrfache Götzendienste: es gibt einen äußeren und einen inwendigen, und beide sind im allgemeinen die Verehrung des Falschen und des Bösen. 4827. "Und er war in Kesib, da sie ihn gebar", 1. Mose 38/5, bedeutet den Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kesib, sofern es den Zustand bezeichnet, nämlich des durch Schelah bezeichneten Götzendienstes, in dem die jüdische Völkerschaft war; und aus der Bedeutung von gebären, sofern es heißt verbunden werden durch das Tun, wovon Nr. 3905, 3915, 3919; und weil es eine Verbindung mit dem Bösen war, das im Götzendienst liegt, wird gesagt, daß sie seinen Namen Schelah genannt habe, wie aus der Grundsprache klar ist, denn durch sie, nämlich die Tochter Schuas, wird bezeichnet das Böse aus dem Falschen des Bösen: Nr. 4818, 4819. 4828. Vers 6-10: Und Jehudah nahm ein Weib für Er, seinen Erstgeborenen, und ihr Name war Thamar. Und Er, der Erstgeborene Jehudahs, war böse in den Augen Jehovahs, und es tötete ihn Jehovah. Und Jehudah sprach zu Onan: komme zum Weibe deines Bruders, und leiste ihr die Schwagerpflicht, und erwecke Samen deinem Bruder. Und Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, und es geschah, wenn er kam zum Weibe seines Bruders, verdarb er es zur Erde, um nicht Samen zu geben seinem Bruder. Und es war böse in den Augen Jehovahs, was er tat, und Er ließ auch ihn sterben. "Und Jehudah nahm ein Weib" bedeutet die Kirche, die seiner Nachkommenschaft (eigen wäre); "für Er, seinen Erstgeborenen" bedeutet das Falsche des Glaubens; "und ihr Name war Thamar" bedeutet das Eigentümliche der Kirche, indem sie eine Kirche sein sollte, die geistige und himmlische Dinge vorbildete; "und Er, der Erstgeborene Jehudahs, war böse in den Augen Jehovahs" bedeutet im Falschen des Bösen; "und es tötete ihn Jehovah" bedeutet, daß sie kein Vorbild der Kirche (sein konnte); "und Jehudah sprach zu Onan" bedeutet zur Erhaltung des Vorbildlichen der Kirche; "komme zum Weibe deines Bruders, und leiste ihr die Schwagerpflicht" bedeutet, er soll es fortsetzen; "und erwecke Samen deinem Bruder" bedeutet, auf daß die Kirche nicht zugrunde gehe; "und Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte" bedeutet Widerwillen und Haß; "und es geschah, wenn er kam zum Weibe seines Bruders, verdarb er es zur Erde" bedeutet das Gegenteil der ehelichen Liebe; "um nicht Samen zu geben seinem Bruder" bedeutet, somit keine Fortsetzung; "und es war böse in den Augen Jehovahs was er tat" bedeutet, gegen die göttliche Ordnung; "und Er ließ auch ihn sterben" bedeutet, daß er auch kein Vorbild der Kirche (sein konnte). 4829. "Jehudah nahm ein Weib", 1. Mose 38/6, bedeutet die seiner Nachkommenschaft eigene Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, die hier das Weib ist, sofern sie die Kirche bezeichnet, wovon im Folgenden. Daß (die Kirche) der Nachkommenschaft Jehudahs eigen wäre, wird dadurch bezeichnet, daß er sie für Er, seinen Erstgeborenen, nahm, um dadurch Nachkommen zu erlangen. 4830. "Für Er, seinen Erstgeborenen", 1. Mose 38/6, bedeutet das Falsche des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung Ers, sofern er das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4821, 4822; und aus der Bedeutung des Erstgeborenen, sofern er den Glauben bezeichnet, wovon Nr. 352, 3325, 4821. 4831. "Und ihr Name (war) Thamar", 1. Mose 38/6, bedeutet das Eigentümliche der Kirche, indem sie eine Kirche sein sollte, die geistige und himmlische Dinge vorbildet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, sofern er die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421, hier das Eigentümliche der Kirche, weil durch Thamar in diesem Kapitel die Kirche vorgebildet wird, und zwar die Kirche, die geistige und himmlische Dinge vorbildet, und bei der Nachkommenschaft Jehudahs gegründet werden sollte. Daß durch Thamar jene Kirche vorgebildet wird, ergibt sich aus dem Folgenden. In diesem ganzen Kapitel ist im inneren Sinn von der jüdischen Kirche die Rede, sofern sie eine die geistigen und himmlischen Dinge des Reiches des Herrn vorbildende werden sollte, wie die Alte Kirche, und zwar nicht bloß in der äußeren Form, sondern auch in der inwendigen; denn die Kirche ist nicht bloß Kirche durch äußere Dinge, d.h. durch Gebräuche, sondern durch Inneres; denn dieses ist wesentlich, jene bloß formell. Aber die Nachkommenschaft Jakobs war so beschaffen, daß sie Inwendiges nicht annehmen wollte, deswegen konnte bei ihr die Alte Kirche nicht erweckt werden, sondern nur das Vorbild jener Kirche: Nr. 4307, 4444, 4500; das Inwendige der Kirche ist hier Thamar, und das Äußere Jehudah mit den drei Söhnen vom kanaanitischen Weibe. 4832. "Und Er, der Erstgeborene Jehudahs, war böse in den Augen Jehovahs", 1. Mose 38/7, bedeutet, im Falschen des Bösen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Ers, und der Bedeutung des Erstgeborenen, sofern er das Falsche des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 4830. Daß dieses Falsche das Falsche des Bösen war, erhellt aus dem, was Nr. 4818 gesagt wurde; aber bei diesem Sohn (war es) ein solches Falsche des Bösen, daß nicht einmal ein Vorbild der Kirche bei irgendeiner Nachkommenschaft von ihm eingesetzt werden konnte, weshalb gesagt wird: "Er war böse in den Augen Jehovahs, und es tötete ihn Jehovah". Bei jener ganzen Völkerschaft war vom ersten Ursprung an, hauptsächlich von Jehudah her, das Falsche des Bösen, d.h. das Lehrfalsche aus dem Bösen des Lebens, aber bei dem einen Sohn Jehudahs anders als bei dem anderen, und es wurde vorhergesehen, was dienen konnte, und daß nicht das, was bei Er, dem Erstgeborenen, auch nicht was bei Onan, dem Zweitgeborenen, sondern was bei Schelah (sich fand), dienen konnte, deshalb wurden jene zwei vertilgt, und dieser erhalten. Daß bei jener ganzen Völkerschaft von Haus aus das Falsche des Bösen herrschte, wird deutlich beschrieben 5. Mose 32/5,19,20,23,24,28,32-35, mit folgenden Worten: "Verdorben hat es sich, sie sind nicht Seine Kinder, ihr (eigener) Schandfleck, ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht; da es Jehovah sah, hat Er verworfen aus Unwillen seine Söhne und seine Töchter; und er sprach: Verbergen will Ich Mein Angesicht vor ihnen, will sehen, was ihre Nachkommenschaft (sein wird); denn ein Geschlecht der Verkehrtheit sind sie, Söhne, in denen keine Treue; Ich will Böses über sie häufen, sie Böses, Meine Geschoße will Ich verwenden gegen sie, erschöpft von Hunger und verzehrt von Geschwulst, und von bitterem Verderben (werden sie sein); sie sind Völkerschaft von verdorbenen Ratschlägen, und kein Verstand in ihnen; vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Gefilden Amorras, ihre Trauben sind Trauben von Galle, Beeren der Bitterkeit haben sie; Drachengift ist ihr Wein, und greuliche Otterngalle. Ist das nicht bei Mir verborgen, versiegelt in Meinen Schätzen; nahe ist der Tag ihres Unterganges, und es eilt ihr Zukünftiges": durch diese Worte wird im inneren Sinn das Falsche des Bösen beschrieben, in dem jene Völkerschaft sich befand, und das bei ihnen eingewurzelt war. 4833. "Und es tötete ihn Jehovah", 1. Mose 38/7, bedeutet, daß er kein Kirchenvorbild (sein konnte). Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es ist aufhören, so beschaffen zu sein, wovon Nr. 494, sodann das Ende der Vorbildung: Nr. 3253, 3259, 3276. Hier also, daß kein Vorbild der Kirche bei irgendeiner Nachkommenschaft von ihm (möglich gewesen), gemäß dem, was Nr. 4832 gesagt wurde. 4834. "Und Jehudah sprach zu Onan", 1. Mose 38/8, bedeutet, zur Erhaltung des Vorbildlichen der Kirche. Dies erhellt aus dem, was folgt; denn auf dieses bezieht sich jenes; denn er sagte, er soll seinem Bruder Schwagerpflicht leisten, wodurch die Erhaltung und Fortsetzung der Kirche vorgebildet wurde, von der nun die Rede sein soll. 4835. "Komme zum Weibe deines Bruders, und leiste ihr die Schwagerpflicht", 1. Mose 38/8, bedeutet, er soll es fortsetzen, nämlich das Vorbildliche der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder eingehen zum Weibe des Bruders und ihr die Schwagerpflicht leisten, sofern es heißt, das Kirchliche erhalten und fortsetzen. Im mosaischen Gesetze wurde befohlen, wenn jemand kinderlos sterben würde, so solle sein Bruder die Witwe zur Ehe nehmen, und seinem Bruder Samen erwecken, und der Erstgeborene solle nach dem Namen des verstorbenen Bruders genannt werden, aber die übrigen Söhne sollten sein eigen sein. Dies wurde die Schwagerehe (leviratus) genannt. Daß diese Satzung nichts Neues in der jüdischen Kirche, sondern schon früher im Brauch war, erhellt aus dieser Stelle; ebenso wie mehrere Satzungen, die den Israeliten durch Mose befohlen wurden, z.B. daß sie keine Weiber aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, sondern innerhalb der Familien heiraten sollten: 1. Mose 24/3,4; 28/1,2; hieraus und aus mehreren anderen wird klar, daß eine Kirche früher da gewesen war, in der solche Einrichtungen bestanden, wie sie nachher den Söhnen Jakobs verkündigt und eingeschärft wurden. Daß Altäre und Opfer schon von alter Zeit her im Brauch waren, erhellt aus 1. Mose 8/20,21; 22/3,7,8. Hieraus geht deutlich hervor, daß die jüdische Kirche keine neue Kirche gewesen ist, sondern daß sie eine Wiedererweckung der zugrunde gegangenen Alten Kirche war. Von welcher Art das Gesetz der Schwagerehe gewesen war, erhellt bei 5. Mose 25/5-10: "Wenn Brüder beisammen wohnen, aber einer von ihnen stirbt und keinen Sohn hat, so soll das Weib des Verstorbenen nicht hinaus heiraten einen fremden Mann, ihr Schwager soll zu ihr eingehen, und sie für sich nehmen zum Weibe, und so ihr die Schwagerpflicht leisten; dann soll aber der Erstgeborene, den sie gebären wird, stehen auf dem Namen seines verstorbenen Bruders, daß sein Name nicht vertilgt werde aus Israel; will jedoch der Mann seine Schwägerin nicht ehelichen, so soll seine Schwägerin hinaufgehen ins Tor zu den Ältesten, und sagen: es weigert sich mein Schwager, seinem Bruder einen Namen in Israel zu erwecken; er will die Schwagerpflicht mir nicht leisten; dann sollen ihn rufen die Ältesten seiner Stadt, und ihm zureden: wenn er dann steht und sagt: ich wünsche sie nicht zu ehelichen, so soll seine Schwägerin hintreten zu ihm vor den Augen der Ältesten, und seinen Schuh ausziehen von seinem Fuß, und speien in sein Angesicht, und antworten und sagen: so soll geschehen dem Manne, der nicht bauet das Haus seines Bruders; daher soll genannt werden sein Name in Israel: das Haus dessen, dem der Schuh ausgezogen ist". Wer nicht weiß, was die Schwagerehe (leviratus) vorbildet, kann nicht anders glauben, als daß sie bloß den Zweck hatte, den Namen und dadurch das Erbteil zu erhalten; aber die Erhaltung des Namens und Erbteils war nicht so wichtig, daß deshalb ein Bruder mit der Schwägerin eine Ehe eingehen sollte, sondern sie wurde zur Pflicht gemacht, damit dadurch die Erhaltung und Fortsetzung der Kirche vorgebildet würde; denn die Ehe bildete die Ehe des Guten und Wahren, d.h. die himmlische Ehe, mithin auch die Kirche vor. Die Kirche ist nämlich Kirche vermöge der Ehe des Guten und Wahren, und wenn die Kirche in dieser Ehe ist, dann macht sie eins aus mit dem Himmel, der die himmlische Ehe selbst ist, und weil die Ehe dieses vorbildete, darum bildeten vor und bezeichneten auch die Söhne und Töchter Wahres und Gutes. Deshalb bedeutet Kinderlosigkeit die Beraubung des Guten und Wahren, somit daß kein Vorbild der Kirche mehr in jenem Hause sei, folglich, daß es außerhalb der Gemeinde. Außerdem bildete der Bruder das blutsverwandte Gute vor, mit dem das Wahre verbunden werden sollte, das durch die verwitwete Gattin vorgebildet wurde; denn das Wahre kann mit keinem anderen Guten, als mit dem seinigen und dem blutsverwandten verbunden werden, wenn es ein Wahres sein soll, das Leben hat und Frucht bringt, und so das Kirchliche fortsetzt. Dies wird im Himmel unter dem Levirat verstanden. Daß, wenn er die Schwagerpflicht nicht leisten wollte, die Schwägerin den Schuh von seinem Fuß ausziehen, und in sein Angesicht speien sollte, bezeichnete, daß er sei wie einer, der des äußeren und inwendigen Guten und Wahren bar ist, und das, was der Kirche angehört, zerstört; denn der Schuh bezeichnet das Äußere: Nr. 1748, und das Angesicht das Inwendige: Nr. 1999, 2434, 3527, 4066, 4796. Hieraus wird klar, daß durch die Schwagerehe die Erhaltung und Fortsetzung der Kirche vorgebildet wurde. Als aber die Vorbilder der inwendigen Dinge durch die Ankunft des Herrn aufhörten, da wurde jenes Gesetz aufgehoben. Es verhält sich damit, wie mit der Seele oder dem Geist des Menschen und seinem Leibe; die Seele oder der Geist des Menschen ist sein Inwendiges, und der Leib ist das Äußere, oder was dasselbe, die Seele oder der Geist ist die eigentliche Gestalt des Menschen, der Leib aber ist sein Darstellungsbild. Wenn der Mensch aufersteht, dann wird sein Darstellungsbild oder Äußeres, das der Leib ist, ausgezogen, denn alsdann ist er im Inwendigen oder in der eigentlichen Gestalt. Es verhält sich damit auch, wie mit einem, der in der Finsternis ist, und von da aus sieht, was im Licht ist, oder, was gleich, wie mit einem, der im Weltlicht und aus diesem sieht, was im Himmelslicht ist, denn das Weltlicht verhält sich zum Himmelslicht wie Finsternis. In der Finsternis oder im Weltlicht erscheint das, was im Himmelslicht ist, nicht, wie es an sich ist, sondern wie in einem Darstellungsbild, etwa wie das Gemüt des Menschen in seinem Angesicht; wenn daher das Himmelslicht in seiner Klarheit erscheint, dann verschwinden die Finsternisse oder Darstellungsbilder. Dies ist geschehen durch die Ankunft des Herrn. "Und erwecke Samen deinem Bruder", 1. Mose 38/8, bedeutet, auf daß die Kirche nicht zugrunde gehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, sofern er das Wahre aus dem Guten oder den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3310, 3373, 3671. Das gleiche wird auch durch den Erstgeborenen, der stehen sollte auf den Namen des verstorbenen Bruders, bezeichnet: Nr. 352, 367, 2435, 3325, 3494; diesen Samen dem Bruder erwecken, heißt das, was der Kirche angehört, fortsetzen, gemäß dem, was Nr. 4834 gesagt wurde, somit (geschah es), damit die Kirche nicht zugrunde gehen möge. 4836. "Und Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte", 1. Mose 38/9, bedeutet Widerwillen und Haß. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Onans, sofern er das Böse ist, wovon Nr. 4823, 4824, und weil dem Bruder nicht Samen geben oder die Schwagerpflicht leisten, heißt das Gute und Wahre der Kirche und ihre Fortsetzung nicht wollen, Nr. 4834, darum wird durch jene Worte Widerwille und Haß bezeichnet, denn das Böse ist eben nichts als Widerwille und Haß gegen das Gute und Wahre der Kirche. 4837. "Und es geschah, wenn er kam zum Weibe seines Bruders, verdarb er es zur Erde", 1. Mose 38/9, bedeutet das Gegenteil der ehelichen Liebe. Durch Er, den Erstgeborenen Jehudahs, wird beschrieben das Falsche des Bösen, worin zuerst die jüdische Völkerschaft war; und durch Onan, den Zweitgeborenen, wird beschrieben das Böse, das aus dem Falschen des Bösen stammt, in dem nachher jene Völkerschaft war. Und durch Schelah, den dritten Sohn, wird beschrieben das daher kommende Götzendienerische, worin sie hernach fortwährend gewesen ist: Nr. 4826. Das Böse aus dem Falschen des Bösen wird beschrieben durch das, was Onan getan hat, daß er nämlich dem Bruder keinen Samen geben wollte, sondern daß er ihn zur Erde verdarb. Daß hierdurch das Gegenteil der ehelichen Liebe bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch das Eheliche im inneren Sinn das verstanden wird, was der Kirche angehört; denn die Kirche ist die Ehe des Guten und Wahren. Dieser Ehe ist ganz entgegen das Böse aus dem Falschen des Bösen, d.h. somit diejenigen, die in solchem Bösen (sich befinden). Daß jene Völkerschaft nichts (wahrhaft) Eheliches hatte, sowohl im geistigen als im natürlichen Sinn verstanden, geht offenbar daraus hervor, daß ihr gestattet war, mehrere Weiber zu nehmen; denn wo das im geistigen Sinn verstandene Eheliche ist, d.h. wo das Gute und Wahre der Kirche, folglich wo die Kirche ist, da wird dieses durchaus nicht gestattet; denn das echte Eheliche ist nirgends möglich als bei denen, bei welchen die Kirche oder das Reich des Herrn ist, und bei diesen eben nur zwischen zweien: Nr. 1907, 2740, 3246. Die Ehe zwischen zweien, die in echter ehelicher Liebe sind, entspricht der himmlischen Ehe, d.h. der Verbindung des Guten und Wahren; der Gatte nämlich dem Guten und die Gattin dem Wahren jenes Guten. Auch sind sie, wenn sie in echter ehelicher Liebe sind, in jener Ehe. Deshalb ist da, wo die Kirche ist, durchaus nicht gestattet, mehrere Weiber zu nehmen. Weil aber bei der Nachkommenschaft von Jakob keine Kirche war, sondern nur ein Vorbild der Kirche oder das Äußere der Kirche ohne ihr Inwendiges: Nr. 4307, 4500, deswegen war es bei dieser gestattet; und außerdem würde auch die Ehe eines Gatten mit mehreren Weibern im Himmel eine Vorstellung oder ein Bild gewähren, als ob ein Gutes verbunden würde mit mehreren Wahrheiten, die nicht miteinander übereinstimmen, und daß so das Gute nichts wäre; denn das Gute wird durch nicht übereinstimmende Wahrheiten zunichte, weil das Gute von den Wahrheiten und ihrer Übereinstimmung miteinander seine Beschaffenheit hat. Sie würde auch ein Bild darstellen, als ob die Kirche nicht eine wäre, sondern mehrere, und diese nach Wahrheiten des Glaubens oder nach Lehren voneinander unterschieden, während es doch nur eine ist, wenn das Gute in derselben die Hauptsache ist, und dieses durch Wahrheiten qualifiziert und gleichsam modifiziert wird. Die Kirche ist ein Bild des Himmels, denn sie ist das Reich des Herrn auf Erden. Der Himmel ist in mehrere allgemeine Gesellschaften und in kleinere, die diesen untergeordnet sind, unterschieden; dennoch aber sind sie eins durch das Gute. Die Wahrheiten des Glaubens stehen dort in einem harmonischen Verhältnis gemäß dem Guten; denn dieselben bezwecken das Gute und kommen aus demselben. Wenn der Himmel nach den Wahrheiten des Glaubens und nicht nach dem Guten unterschieden wäre, so wäre er kein Himmel; denn es wäre keine Einmütigkeit da, denn sie könnten nicht die Einheit des Lebens oder eine Seele haben vom Herrn; dieses ist allein möglich im Guten, d.h. in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten; denn die Liebe verbindet alle, und wenn die einzelnen Liebe zum Guten und Wahren haben, dann ist eine Gemeinschaft da, die vom Herrn ist, somit der Herr, Der alle verbindet. Die Liebe zum Guten und Wahren ist es, die Liebe zum Nächsten genannt wird; denn Nächster ist, wer im Guten und daher im Wahren ist, und im abgezogenen Sinn das Gute selbst und sein Wahres. Aus diesem kann erhellen, warum die Ehe innerhalb der Kirche zwischen einem Gatten und einer Gattin sein muß, und warum den Nachkommen Jakobs Vielweiberei gestattet war, nämlich deshalb, weil keine Kirche bei ihnen war und mithin das Vorbild der Kirche nicht durch Ehen eingeführt werden konnte, weil sie im Gegensatz gegen die eheliche Liebe waren. 4838. "Um nicht Samen zu geben seinem Bruder", 1. Mose 38/9, bedeutet, daß so keine Fortsetzung (stattfand). Dies erhellt aus der Bedeutung von Samen geben dem Bruder oder die Schwagerpflicht leisten, sofern es heißt, das Kirchliche fortsetzen, wovon Nr. 4834; daher wird durch "nicht Samen geben seinem Bruder" bezeichnet, daß so keine Fortsetzung geschah. 4839. "Und es war böse in den Augen Jehovahs, was er tat", 1. Mose 38/10, bedeutet, gegen die göttliche Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von böse in den Augen Jehovahs oder von böse gegen Ihn, sofern es heißt gegen die Ordnung, die von Ihm ist. Dies erhellt auch aus der Tat, wie auch aus der Satzung über die Schwagerehe, daß nämlich die Schwägerin den Schuh von seinem Fuß ausziehen und in sein Angesicht ausspeien sollte, und daß sein Name in Israel sollte genannt werden "das Haus dessen, dem der Schuh ausgezogen ist": 5. Mose 25/8-10, wodurch bezeichnet wurde, er sei des äußeren und inwendigen Guten bar, und die, welche desselben bar sind und im Bösen, sind gegen die göttliche Ordnung. Alles Böse ist gegen die göttliche Ordnung, das im Inneren entspringt und ausfließt aus dem Bösen, d.h. aus der Absicht oder dem Zweck des Bösen, wie es das des Onan war. Was hingegen nicht aus dem Bösen innerlich entspringt oder ausfließt, d.h. aus der Absicht oder dem Zweck des Bösen, das erscheint zuweilen als böse, ist es aber doch nicht, wenn der Zweck nicht böse ist; denn der Zweck gibt jeder Tat ihre Eigenschaft, weil im Zweck das Leben des Menschen ist. Was nämlich der Mensch liebt und daher denkt, das hat er zum Zweck. Das Leben seiner Seele ist nichts anderes. Daß das Böse gegen die göttliche Ordnung ist, und das Gute derselben gemäß, kann jedem bekannt sein; denn die göttliche Ordnung ist der Herr selbst im Himmel. Das göttlich Gute und Wahre, das von Ihm, bildet nämlich die Ordnung, so daß sie die Ordnung sind. Das göttlich Gute ist das Wesentliche derselben und das göttlich Wahre das Formbildende. Wenn die göttliche Ordnung in der Form vorgebildet wird, erscheint sie wie ein Mensch, denn der Herr, von Dem sie ist, ist der alleinige Mensch. Nr. 49, 288, 477, 565, 1871, 1894, 3638, 3639; und wieviel die Engel, Geister und Menschen von Ihm haben, d.h., inwieweit sie im Guten und daher im Wahren sind, somit inwieweit in Seiner göttlichen Ordnung, insoweit sind sie Menschen. Daher kommt es, daß der ganze Himmel einen Menschen vorbildet, welcher der Größte Mensch genannt wird, und daß ihm alles und das einzelne, was beim Menschen ist, entspricht, wie am Ende der Kapitel gezeigt wurde. Daher kommt es auch, daß alle Engel im Himmel in menschlicher Gestalt erscheinen, und umgekehrt erscheinen zwar die bösen Geister in der Hölle unter sich aus Phantasie als Menschen, aber im Licht des Himmels als Mißgestalten (monstra), mehr oder weniger gräßlich und schauerlich, gemäß dem Bösen, worin sie sind: Nr. 4533, und zwar aus dem Grund, weil das Böse selbst gegen die Ordnung, somit gegen die menschliche Form, denn die göttliche Ordnung, wenn sie in der Form vorgebildet wird, erscheint als ein Mensch. 4840. "Und Er ließ ihn auch sterben", 1. Mose 38/10, bedeutet, daß auch kein Vorbild der Kirche möglich gewesen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4833 gezeigt wurde, wo die gleichen Worte. 4841. Vers 11: Da sprach Jehudah zu Thamar, seiner Schnur: bleibe Witwe im Hause deines Vaters, bis groß wird Schelah, mein Sohn; denn er sprach: sonst möchte auch dieser sterben, wie seine Brüder. Da ging Thamar und blieb im Haus ihres Vaters. "Da sprach Jehudah" bedeutet im allgemeinen die Nachkommenschaft Jakobs, im besonderen jene von Jehudah; "zu Thamar, seiner Schnur" bedeutet die Kirche, die geistige und himmlische Dinge vorbildet und Schnur genannt wird vom Wahren; "bleibe Witwe im Hause deines Vaters" bedeutet Entfremdung von ihm; "bis groß wird Schelah, mein Sohn" bedeutet, bis es Zeit ist; "denn er sprach" bedeutet den Gedanken; "sonst möchte auch dieser sterben, wie seine Brüder" bedeutet Furcht, es möchte zugrunde gehen; "da ging Thamar und blieb im Haus ihres Vaters" bedeutet Entfremdung von ihm. 4842. "Da sprach Jehudah", 1. Mose 38/11, bedeutet im allgemeinen die Nachkommenschaft Jakobs, im besonderen jene von Jehudah. Dies erhellt aus der Bedeutung von Jehudah im nächsten Sinn, sofern er die Völkerschaft bezeichnet, die von Jakob abstammte, und im besonderen diejenige, die Jakob von Jehudah bekam, wie auch Nr. 4815. Im Wort wird zwar zwischen Jehudah und Israel unterschieden, und im historischen Sinn wird durch Jehudah verstanden der Stamm Jehudahs, und durch Israel die zehn Stämme, die von jenem Stamm getrennt worden sind; aber im inneren oder geistigen Sinn wird durch Jehudah vorgebildet das Himmlische oder Gute der Kirche, und durch Israel das Geistige oder Wahre der Kirche, aber im entgegengesetzten Sinn durch Jehudah das Böse der Kirche und durch Israel das Falsche der Kirche, überall wo es sich befand, sei es bei den Juden oder bei den Israeliten, denn der innere oder geistige Sinn ist allumfassend, und unterscheidet die Stämme nicht, wie der äußere oder historische Sinn. Daher kommt es, daß durch Jehudah im nächsten Sinn die ganze von Jakob abstammende Völkerschaft bezeichnet wird, im besonderen aber diejenige, die von Jakob aus Jehudah abstammte. 4843. "Zu Thamar, seiner Schnur", 1. Mose 38/11, bedeutet die Kirche, die geistige und himmlische Dinge vorbildete und Schnur genannt wird vom Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, sofern sie die Kirche bezeichnet, die geistige und himmlische Dinge vorbildet, wovon Nr. 4831; und aus der Bedeutung der Schnur, sofern sie das Geistige oder Wahre der Kirche bezeichnet. Daß die Schnur im inneren Sinn dieses ist, hat den Grund, weil alles, was sich auf die Ehe bezog, und alle, die aus der Ehe hervorgingen, solches vorbildeten, was der himmlischen Ehe angehört; man sehe Nr. 4837, mithin das, was dem Guten und Wahren angehört, denn dieses ist Sache der himmlischen Ehe. Daher kommt es, daß im Wort der Gatte das Gute bedeutet und die Gattin das Wahre, ferner daß die Söhne und Töchter Wahres und Gutes (bezeichnen), das von jenem herkommt. Daher bezeichnet die Schnur, weil sie die Gattin des Sohnes als eines neuen Gatten ist, das Wahre der Kirche, das verbunden ist mit dem Guten, und so fort. Aber jene Bedeutungen verhalten sich anders in Beziehung auf die Angehörigen der himmlischen Kirche, als auf die Angehörigen der geistigen Kirche, denn in der geistigen Kirche wird der Gatte genannt Mann und bedeutet das Wahre, und die Gattin Weib und bedeutet das Gute, man sehe Nr. 4823. Daß durch die Schnur im inneren Sinn des Wortes das Wahre der Kirche, das seinem Guten beigesellt ist, bezeichnet wird, folglich im entgegengesetzten Sinn das Falsche der Kirche, das beigesellt ist seinem Bösen, kann auch aus den Stellen im Wort erhellen, wo sie genannt wird, wie bei Hos.4/13,14: "Auf den Häuptern der Berge opfern sie und auf den Hügeln räuchern sie, unter der Eiche und Pappel und Steineiche, weil gut ihr Schatten; darum huren eure Töchter, und eure Schwiegertöchter brechen die Ehe; werde Ich nicht heimsuchen über eure Töchter, weil sie huren, und über eure Schwiegertöchter, weil sie die Ehe brechen?": hier wird von der Verehrung des Bösen und Falschen gehandelt; die Verehrung des Bösen wird bezeichnet durch opfern auf den Häuptern der Berge, und die Verehrung des Falschen durch räuchern auf den Hügeln. Das Leben des Bösen wird dadurch bezeichnet, daß die Töchter huren, und die Lehre des Falschen, aus dem das Leben des Bösen, dadurch, daß die Schwiegertöchter die Ehe brechen. Daß Ehebrüche und Hurereien im Wort Schändungen des Guten und Verfälschungen des Wahren bedeuten, sehe man Nr. 2466, 2727, 3399; daher (stehen) die Schwiegertöchter hier für die Neigungen zum Falschen. Micha 7/4,6: "Der Große redet nach der Verkehrtheit seiner Seele und verdreht (das Recht), der Gute unter ihnen ist wie ein Dorn, der Rechtschaffene wie eine Hecke; der Sohn verachtet den Vater, die Tochter erhebt sich wider ihre Mutter, die Schnur wider ihre Schwieger; Feinde des Mannes sind seine Hausgenossen": hier handelt es sich vom Falschen aus dem Bösen, worin die Kirche in der letzten Zeit, wenn sie verwüstet ist; im nächsten Sinn, worin die jüdische Kirche. Die Tochter, die sich erhebt wider die Mutter, bedeutet die Neigung zum Bösen wider das Wahre; und die Schnur wider die Schwieger, bedeutet die Neigung zum Falschen wider das Gute. Weil es sich ebenso mit dem Menschen verhält, der in Versuchungen ist (denn in diesen findet ein Kampf des Bösen gegen das Wahre und des Falschen gegen das Gute statt, denn geistige Versuchungen sind nichts anderes als Verwüstungen des Falschen und Bösen beim Menschen), deshalb werden die Versuchungen oder geistigen Kämpfe beinahe mit den gleichen Worten vom Herrn beschrieben bei Matth.10/34-36,38: "Jesus sprach: Ihr sollt nicht meinen, daß Ich gekommen bin Frieden zu senden auf die Erde; Ich bin nicht gekommen Frieden zu senden, sondern das Schwert; denn Ich bin gekommen zu entzweien den Menschen gegen seinen Vater, und die Tochter gegen ihre Mutter, und die Schnur gegen ihre Schwieger, und Feinde des Menschen werden seine Hausgenossen sein": eben diese Worte haben bei dem Propheten gleich oben die Verwüstung der Kirche bezeichnet, hier aber die Versuchungen der Angehörigen der Kirche, weil die Versuchungen nichts anderes sind als die Verwüstungen oder Entfernungen des Falschen und Bösen; deshalb werden auch sowohl die Versuchungen als die Verwüstungen durch Wasserüberschwemmungen und Fluten bezeichnet und beschrieben: Nr. 705, 739, 756, 907; hier nun bezeichnet "die Tochter gegen die Mutter" ebenfalls die Neigung zum Bösen gegen das Wahre, und "die Schnur gegen die Schwieger" die Neigung des Falschen gegen das Gute; und weil Böses und Falsches bei einem in der Versuchung befindlichen Menschen inwendig oder sein eigen ist, wird es genannt "Hausgenossen" und wird gesagt: "Feinde des Menschen sind seine Hausgenossen". Daß die Versuchungen hier so beschrieben werden, wird daraus klar, daß gesagt wird, er sei nicht gekommen Frieden zu senden auf Erden, sondern das Schwert; denn durch Schwert wird das kämpfende Wahre bezeichnet und im entgegengesetzten Sinn das kämpfende Falsche: Nr. 2799, 4499, während Er doch gekommen ist, Frieden zu geben: Joh.14/27; 16/33. Daß die Versuchungen es sind, die so beschrieben werden, erhellt aus dem Folgenden daselbst: "Wer nicht auf sich nimmt sein Kreuz und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht wert". Luk.12/51-53: "Meinet ihr, daß Ich gekommen bin, Frieden zu geben auf der Erde? nein, sage Ich euch, sondern Zerteilung; denn es werden von nun an fünf sein in einem Hause zerteilt, drei gegen zwei und zwei gegen drei, zerteilt wird sein der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwieger gegen ihre Schnur und die Schnur gegen ihre Schwieger": hieraus wird auch klar, daß durch Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Schnur, Schwieger solches bezeichnet wird, was aus der himmlischen Ehe kommt, nämlich Gutes und Wahres in seiner Ordnung und auch Entgegengesetztes. So auch bei Mark.10/29,30: "Jesus sprach: niemand ist, der verlässet Haus, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Äcker, um Meinet- und des Evangeliums willen, der es nicht empfing hundertfältig, in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mit Verfolgungen und in dem kommenden Weltlauf ewiges Leben": wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, wird glauben, daß durch Haus, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Weib, Kinder, Äcker bezeichnet werden Haus, Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Weib, Kinder, Äcker; aber es sind solche Dinge (gemeint), die bei dem Menschen und ihm eigen sind, die er verlassen soll, und an deren Statt geistige und himmlische Dinge, die des Herrn sind, die er empfangen soll, und zwar durch Versuchungen, die hier unter Verfolgungen verstanden werden. Jeder kann sehen, daß, wenn er die Mutter verläßt, keine Mutter empfangen wird, ebenso auch keine Brüder und Schwestern. 4844. "Bleibe Witwe im Hause deines Vaters", 1. Mose 38/11, bedeutet Entfremdung von ihm. Dies kann daraus erhellen, daß er damit wollte, sie solle weggehen und nicht wieder zu ihm kommen. Er sagte zwar, sie solle dort bleiben, bis sein Sohn Schelah groß sein würde, aber dennoch dachte er, daß sie seinem Sohn Schelah nicht gegeben werden solle, denn er sagte: sonst möchte auch dieser sterben, wie seine Brüder, und dies bewährte er auch mit der Tat, wie aus 1. Mose 38/14 erhellt: "Thamar sah, daß Schelah heranwuchs und daß sie ihm nicht gegeben wurde zum Weibe". Hieraus folgt nun, daß durch jene Worte bezeichnet wird, daß er sie von ihm entfremdete; d.h. im inneren Sinn die das Geistige und Himmlische vorbildende Kirche, die durch Thamar vorgebildet wird: Nr. 4811, 4831, von der jüdischen Kirche, die durch Jehudah (bezeichnet wird); denn sie konnten nicht übereinstimmen, weil das Judentum bloß ein Vorbild der Kirche war, nicht aber eine vorbildliche Kirche: Nr. 4307, 4500; denn sie erkannte das Äußere an, nicht aber das Inwendige. Die Witwe bedeutet auch das Wahre der Kirche ohne sein Gutes, weil die Gattin im vorbildlichen Sinn das Wahre bedeutet und der Gatte das Gute: Nr. 4823, 4843, deshalb ist die Gattin ohne den Gatten das Kirchenwahre ohne sein Gutes, und wenn von ihr gesagt wird, sie sei im Haus ihres Vaters geblieben, so wird bezeichnet, daß das Kirchenwahre entfremdet, wie auch, daß es in seinem Hause nicht aufgenommen wurde. Das konnte auch die jüdische Völkerschaft nicht, weil sie nicht im Guten, sondern im Bösen war. Die Witwe wird im Wort oft erwähnt, und wer den inneren Sinn nicht weiß, kann nicht anders glauben, als daß durch Witwe bezeichnet wird eine Witwe, aber durch Witwe wird im inneren Sinn daselbst das Kirchenwahre ohne das Gute bezeichnet, d.h. diejenigen, die im Wahren sind ohne das Gute, und dennoch verlangen im Guten zu sein, folglich die, welche sich gerne durch das Gute leiten lassen; der Gatte ist das Gute, das leiten sollte. Solche wurden in der Alten Kirche durch die Witwen im guten Sinn verstanden, mochten es Frauen oder Männer sein, denn die Alte Kirche unterschied den Nächsten, gegen den man Liebtätigkeit üben sollte, in mehrere Klassen: einige nannte sie Arme, einige Elende und Niedergebeugte, einige Gebundene im Gefängnis, einige Blinde und Lahme, einige Fremdlinge, Waisen und Witwen, und je nach ihren Beschaffenheiten richteten sie die Werke der Liebtätigkeit ein. Ihre Lehren gaben dazu Anweisung; jene Kirche kannte keine anderen Lehren. Deshalb haben die, welche zu damaliger Zeit lebten, gemäß ihren Lehren sowohl gelehrt als geschrieben; mithin, wenn sie Witwen nannten, verstanden sie nichts anderes als solche, die im Wahren ohne das Gute waren, und dennoch verlangten, durch das Gute geleitet zu werden. Hieraus wird auch klar, daß die Lehren der Alten Kirche dasjenige lehrten, was sich auf die Liebtätigkeit und den Nächsten bezieht, und ihre Erkenntnisse und ihr Wißtümliches den Zweck hatten, daß sie erkennen möchten, was die äußeren Dinge bezeichneten; denn es war eine das Geistige und Himmlische vorbildende Kirche. Geistige und himmlische Dinge, die vorgebildet und bezeichnet wurden, waren es deshalb, die durch die Lehren und Wissenschaften erlernt wurden, aber diese Lehren und diese Erkenntnisse sind heutzutage ganz in Vergessenheit gekommen, und zwar so sehr, daß man nicht weiß, daß sie existiert haben. An deren Stelle sind die Lehren des Glaubens getreten, wenn diese (gleichsam) verwitwet und von den Lehren der Liebtätigkeit getrennt sind, dann lehren sie beinahe nichts; denn die Lehren der Liebtätigkeit lehren, was gut, hingegen die Lehren des Glaubens, was wahr ist, und das Wahre lehren ohne das Gute heißt, wandeln als ein Blinder; denn das Gute ist es, was lehrt und leitet, und das Wahre ist es, was gelehrt und geleitet wird. Zwischen jenen beiden Lehren ist ein so großer Unterschied, wie zwischen Licht und Finsternis. Wird die Finsternis nicht durch das Licht erleuchtet, d.h. das Wahre nicht durch das Gute oder der Glaube durch die Liebtätigkeit, dann ist es lauter Finsternis. Daher kommt es, daß niemand aus innerer Anschauung, folglich auch nicht aus Innewerden weiß, ob das Wahre wahr sei, sondern aus der Lehre, die man in der Knabenzeit aufgefaßt und im erwachsenen Alter begründet hat. Daher kommt es ferner, daß die Kirchen so sehr voneinander abweichen, und die eine das für wahr erklärt, was die andere für falsch, und daß sie gar nicht zusammenstimmen. Daß durch Witwen im guten Sinn solche bezeichnet werden, die im Wahren ohne das Gute sind, aber doch verlangen, durch das Gute geleitet zu werden, kann aus den Stellen im Wort erhellen, wo die Witwen genannt werden, wie bei Ps.146/7-9: "Jehovah ist es, Der Recht schafft den Unterdrückten, Der Brot gibt den Hungrigen, Jehovah, Der löset die Gebundenen, Jehovah, Der öffnet die Blinden, Jehovah, Der aufrichtet die Gebeugten, Jehovah, Der liebt die Gerechten, Jehovah, Der behütet die Fremdlinge, die Waise und die Witwe erhält": hier ist im inneren Sinn von denjenigen die Rede, die vom Herrn in den Wahrheiten belehrt und zum Guten geleitet werden; aber einige von ihnen werden genannt Unterdrückte, einige Hungrige, einige Gebundene, Blinde, Gebeugte, Fremdlinge, Waisen, Witwen, und das ihrer Beschaffenheit gemäß. Die Beschaffenheit aber kann niemand wissen, als aus dem inneren Sinn. Die Lehren der Alten Kirche haben dies gelehrt. Hier, wie in mehreren anderen Stellen werden nebeneinander genannt der Fremdling, die Waise und die Witwe, weil durch den Fremdling diejenigen bezeichnet werden, die in den Wahrheiten des Glaubens belehrt sein wollen: Nr. 1463, 4444, durch den Waisen die, welche im Guten sind ohne das Wahre, und verlangen, durch das Wahre zum Guten geleitet zu werden, und durch die Witwe die, welche im Wahren sind ohne das Gute, und verlangen, durch das Gute zum Wahren geleitet zu werden. Jene drei werden hier und sonst im Wort nebeneinander genannt, weil sie im inneren Sinne eine Klasse bilden, denn durch sie werden zusammen diejenigen bezeichnet, die belehrt und zum Guten und Wahren geleitet werden wollen. Ps.68/6: "Der Vater der Waisen und der Richter der Witwen ist Gott in der Wohnung seiner Heiligkeit": Waisen für diejenigen, die wie Kinder im Guten der Unschuld sind, aber noch nicht im Wahren; deren Vater heißt der Herr, weil Er wie ein Vater sie leitet, und zwar durch das Wahre ins Gute, nämlich ins Gute des Lebens oder der Weisheit. Witwen für diejenigen, die wie die Erwachsenen im Wahren sind, aber noch nicht im Guten; deren Richter heißt der Herr, weil Er sie leitet, und zwar durch das Gute ins Wahre, nämlich ins Wahre der Einsicht; denn durch den Richter wird der Führer bezeichnet. Das Gute ohne das Wahre, das durch Waise bezeichnet ist, wird zum Guten der Weisheit durch die Lehre des Wahren; und das Wahre ohne das Gute, das unter Witwe verstanden ist, wird zum Wahren der Einsicht durch das Leben des Guten. Jes.10/1,2: "Wehe denen, die da einsetzen Satzungen des Unrechts, abzulenken vom Gericht die Armen, und ins Gericht zu bringen die Elenden meines Volkes, daß die Witwen ihre Beute sind, und sie die Waisen berauben": hier wird durch Arme, Elende, Witwen und Waisen nicht diese bezeichnet, sondern die, welche in geistiger Beziehung solche sind; und weil in der jüdischen Kirche, wie in der Alten, alles vorbildlich war, so war es auch das Wohltun gegen Waisen und Witwen; denn alsdann wurde im Himmel die Liebtätigkeit gegen diejenigen, die in geistigem Sinn solche waren, vorgebildet. Jerem.22/3: "Tut Gericht und Gerechtigkeit, und reißet den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers, und den Fremdling, den Waisen und die Witwe betrüget nicht, und tut nicht Gewalt, und vergießet nicht unschuldiges Blut an diesem Ort": auch hier werden durch den Fremdling, die Waise und die Witwe die bezeichnet, die in geistiger Beziehung solche sind; denn in der geistigen Welt oder im Himmel weiß man nicht, wer ein Fremdling, wer eine Waise und wer eine Witwe; denn dort sind nicht auch solche, die in der Welt solche waren. Deswegen werden diese Worte, wenn sie vom Menschen gelesen werden, von den Engeln nach ihrem geistigen oder inneren Sinn begriffen. Hes.22/6,7: "Siehe, die Fürsten Israel, ein jeglicher seinem Arm gemäß, sind in dir gewesen, daß sie Blut vergössen, Vater und Mutter haben sie verachtet in dir, gegen den Fremdling haben sie gehandelt mit Unterdrückung in dir, den Waisen und die Witwe haben sie betrogen in dir". Mal.3/5: "Treten werde Ich zu euch ins Gericht, und werde sein ein eilender Zeuge gegen die Zauberer, und gegen die, so falsch schwören, und gegen die Unterdrücker des Lohns des Tagelöhners, der Witwe und der Waisen, und ablenken den Fremdling, und Mich nicht fürchten". 2. Mose 22/20-23: "Den Fremdling sollst du nicht drücken und ihn nicht bedrängen, irgendeine Witwe oder Waise sollt ihr nicht beleidigen; wirst du ihn beleidigen, ja beleidigen, und wird er schreien, ja schreien zu Mir, so werde Ich hören, ja hören sein Geschrei, und entbrennen wird Mein Zorn, und töten werde Ich euch mit dem Schwert, daß eure Weiber Witwen werden, und eure Söhne Waisen": dieses, wie alle übrigen Gebote, Gerichte und Satzungen in der jüdischen Kirche, war vorbildlich, und sie wurden auch angehalten, im Äußeren so zu tun, und durch solches das Inwendige der Liebtätigkeit vorzubilden, obwohl sie keine Liebtätigkeit hatten, oder es aus keiner inwendigen Neigungen taten. Das Inwendige wäre gewesen, aus Neigung in den Wahrheiten belehren, und durch Wahrheiten zum Guten zu leiten diejenigen, die in Unwissenheit waren, und durch das Gute zu den Wahrheiten diejenigen, die im Wissen waren; dann hätten sie Gutes getan im geistigen Sinn dem Fremdling, dem Waisen und der Witwe. Damit aber dennoch das Äußere bleiben sollte um der Vorbildung willen, deshalb war unter den auf dem Berge Ebal ausgesprochenen Verfluchungen: das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugen, 5. Mose 27/19: ihr Recht beugen steht für: das Gegenteil tun, d.h. durch Belehrung und Leben zum Falschen und Bösen leiten. Weil auch andere des Guten und Wahren berauben und dasselbe eigener Ehre wegen und aus Eigennutz sich zueignen ein Gegenstand der Verfluchungen war, deshalb sprach der Herr, Matth.23/14; Luk.20/47: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, weil ihr fresset die Häuser der Witwen, und zwar unter dem Vorwand, daß ihr lange Gebete haltet, um des willen werdet ihr um so mehr Verdammnis empfangen": die Häuser der Witwen fressen bedeutet, diejenigen der Wahrheiten berauben, die sich danach sehnen, und Falsches lehren. Ebenso war es vorbildlich, daß das auf den Feldern, in den Ölgärten und Weinbergen Zurückgelassene dem Fremdling, der Waise und der Witwe gehören sollte": 5. Mose 24/19-22, ferner daß sie, "wenn sie vollendet hatten zu entrichten die Zehnten ihres Einkommens im dritten Jahr, geben sollten dem Fremdling, den Waisen und den Witwen, daß sie essen möchten in ihren Toren, und satt werden": 5. Mose 26/12,13. Weil der Herr allein es ist, Der belehrt und zum Guten und Wahren leitet, wird bei Jerem.49/10,11 gesagt: "Verlasse deine Waisen, Ich werde sie lebendig machen, und die Witwen werden auf Mich trauen"; und 5. Mose 10/18: "Jehovah schaffet das Recht der Waisen und der Witwen, und liebet den Fremdling, ihm zu geben Brot und Kleid": Brot für das Gute der Liebe: Nr. 2165, 2177, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735; Kleid für das Wahre des Glaubens: Nr. 4545, 4763. Daß Elias, als Hunger war, weil es nicht regnete im Lande, gen Sarepta zu einer Witwe gesandt wurde, und sie um einen kleinen Kuchen bat, den sie zuerst machen und ihm geben sollte, und für sie selbst und ihren Sohn nachher, und daß dann der Topf (Kad) mit Mehl nicht aufgebraucht werden und der Ölkrug nicht Mangel haben sollte, 1.Kön.17/1-13, war vorbildlich, wie alles übrige, was von Elias und was überhaupt im Wort erwähnt wird. Der Hunger, der im Land war, weil es nicht regnete, bildete die Verwüstung des Wahren in der Kirche vor: Nr. 1460, 3364, die Witwe in Sarepta diejenigen außerhalb der Kirche, die nach dem Wahren verlangen, der Kuchen, den sie zuerst machen sollte, das Gute der Liebe zum Herrn: Nr. 2177, Den sie aus ihrer zwar kleinen Kraft mehr als sich selber und ihren Sohn lieben sollte. Der Mehl-Kad bedeutet das Wahre aus dem Guten: Nr. 2177, und der Ölkrug die Liebtätigkeit und die Liebe: Nr. 886, 3728, 4582. Elias bildet das Wort vor, durch das solches (bewirkt wird): Nr. 2762. Dieses wird im inneren Sinn auch durch des Herrn Worte verstanden bei Luk.4/24-26: "Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterland; in Wahrheit sage ich euch: viele Witwen waren in den Tagen des Elias in Israel, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate lang, während großer Hunger herrschte über das ganze Land; zu keiner derselben jedoch wurde Elias gesandt, als gen Sarepta in Zidon, zu einer Witwe": d.h. zu denjenigen außerhalb der Kirche, die nach dem Wahren verlangen. Die Witwen aber innerhalb der verwüsteten Kirche, zu denen Elias nicht gesandt wurde, sind die, welche nicht im Wahren sind, weil nicht im Guten; denn wo kein Gutes, da ist auch kein Wahres, mag immerhin bei ihnen das Wahre in äußerer Form als wahr erscheinen, sondern es ist wie eine Schale ohne Kern. Die, welche in einem solchen Wahren und auch die im Falschen sind, werden durch Witwen im entgegengesetzten Sinn bezeichnet, so bei Jes.9/13,14,16: "Ausrotten wird Jehovah aus Israel Haupt und Schwanz, Zweig und Rohr, an einem Tag, der Greis und der Geehrte von Ansehen ist das Haupt, und der Prophet, der Lehrer der Lüge, ist der Schwanz. Darum wird sich der Herr über die Jünglinge desselben nicht freuen, und über seine Waisen und über seine Witwen nicht erbarmen". Jerem.15/7-9: "Worfeln werde Ich sie mit der Worfschaufel in den Toren des Landes, kinderlos machen, verderben werde Ich Mein Volk. Von ihren Wegen haben sie sich nicht bekehrt, zahlreicher sind Mir geworden seine Witwen als der Sand der Meere; kommen lassen werde Ich ihnen über die Mutter der jungen Mannschaft einen Verwüster am Mittage; es wird verschmachten, die sieben geboren hatte, sie soll aushauchen ihre Seele, untergehen soll ihre Sonne, während es noch Tag ist". Jerem.Klagel.5/2,3: "Unser Erbe ist den Fremden zugewandt, unsere Häuser den Ausländern, Waisen sind wir geworden, vaterlos, unsere Mütter sind wie Witwen". Weil durch Witwen diejenigen bezeichnet wurden, die nicht im Wahren sind, weil nicht im Guten, darum war es eine Schmach für die Kirchen, auch für die, welche im Falschen aus dem Bösen waren, Witwen genannt zu werden, wie bei Joh.Offenb.18/7,8: "In ihrem Herzen sprach sie: ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und Trauer werde ich wohl nicht sehen. Darum werden an einem Tage kommen ihre Plagen, Tod und Trauer und Hunger, und mit Feuer wird sie verbrannt werden": hier von Babel. Ebenso von derselben bei Jes.47/8,9: "Höre dies, du Üppige, sicher Sitzende, die du sagst in deinem Herzen: ich bin es, und niemand sonst wie ich; nicht werde ich sitzen als Witwe, ich werde nicht erfahren Kinderlosigkeit; nun aber werden über dich kommen diese zwei Übel plötzlich an einem Tag, Kinderlosigkeit und Witwenschaft. Aus diesem nun kann erhellen, was Witwe im inneren Sinn des Wortes bedeutet; und weil Witwe das Kirchenwahre ohne sein Gutes vorbildete und daher auch bezeichnete, sofern die Gattin das Wahre und der Gatte das Gute ist, darum war es in den Alten Kirchen, wo alles und jedes vorbildete, den Priestern verboten, eine Witwe zur Frau zu nehmen, die nicht die Witwe von einem Priester war, worüber 3. Mose 21/13-15: "Der Hohepriester soll eine Frau in ihrer Jungfrauschaft nehmen; eine Witwe oder Verstoßene, oder Verdorbene oder Buhlerin soll er nicht nehmen, sondern eine Jungfrau von seinen Völkern soll er zur Frau nehmen"; und wo vom neuen Tempel (die Rede ist), und vom neuen Priestertum, bei Hes.44/22: "Die Priester Leviten sollen keine Witwe oder Verstoßene sich zu Weibern nehmen, sondern Jungfrauen vom Samen des Hauses Israel; eine Witwe jedoch, welche die Witwe von einem Priester gewesen, sollen sie nehmen": denn die Jungfrauen, die sie ehelichen sollten, bildeten vor und bezeichneten daher die Neigung zum Wahren; auch eine Witwe von einem Priester die Neigung zum Wahren vom Guten; denn Priester im vorbildlichen Sinn bezeichnet das Gute der Kirche; darum durften auch die Witwen von einem Priester, die kinderlos waren, von den Opfern oder vom Heiligen essen": 3. Mose 22/12,13. Daß dies die Bedeutung der Witwe ist, wußten die Angehörigen der Alten Kirche aus ihren Lehren; denn die Lehren, die sie hatten, waren Lehren der Liebe und Liebtätigkeit, die unzählig vieles enthielten, was heutzutage ganz vergessen ist. Aus jenen wußten sie, welche Liebtätigkeit sie üben sollten, oder welche Pflicht sie hatten gegen den Nächsten, die Witwen genannt wurden, oder Waisen, oder Fremdlinge, usw.; ihre Erkenntnisse des Wahren und ihre Wissenschaften bestanden darin, daß sie erkannten und wußten, was ihre Kirchenbräuche vorbildeten und bezeichneten, und die, welche unter ihnen wohl unterrichtet waren, wußten, was die Dinge auf Erden und in der Welt vorbildeten, denn sie wußten, daß die ganze Natur eine das Himmelreich vorbildende Schaubühne sei: Nr. 2758, 2989, 2999, 3483. Solche Kenntnisse erhoben ihre Gemüter zu himmlischen Dingen, und ihre Lehren leiteten zum Leben hin. Nachdem aber die Kirche von der Liebtätigkeit zum Glauben abgelenkt und mehr noch, nachdem sie den Glauben von der Liebtätigkeit getrennt, und jenen ohne diese und ihre Werke zum seligmachenden gemacht hatte, da konnten die Gemüter nicht mehr durch Erkenntnisse zu himmlischen Dingen erhoben, noch durch Lehren zum Leben hingeleitet werden, bis es so weit kam, daß endlich kaum jemand noch glaubt, es gebe ein Leben nach dem Tod, und kaum jemand weiß, was das Himmlische ist. Daß es einen geistigen Sinn des Wortes gibt, der nicht im Buchstaben erscheint, das kann man nicht einmal glauben; so verschlossen sind die Gemüter. 4845. "Bis groß wird Schelah, mein Sohn", 1. Mose 38/11, bedeutet, bis es Zeit ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von groß werden, sofern es heißt, von jenem Alter sein, somit, bis es Zeit ist, und aus der vorbildlichen Bedeutung des Sohnes Schelah, sofern er das Götzendienerische bezeichnet, wovon Nr. 4825, 4826, somit die jüdische Religion, die beziehungsweise eine götzendienerische war: Nr. 4825. Daher wird durch die Worte "bis groß wird Schelah, mein Sohn" bezeichnet, bis es Zeit ist, daß die jüdische Religion Inwendiges, oder das Geistige und die himmlischen Dinge der vorbildlichen Kirche, die Thamar bezeichnet, annehmen kann: Nr. 4829, 4831, 4843. 4846. "Denn er sprach", 1. Mose 38/11, bedeutet den Gedanken. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es bezeichnet innewerden, und auch denken, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 3395. Hier also wird dadurch, daß er sprach, bezeichnet, er habe bei sich gesprochen oder gedacht, daß die Thamar seinem Sohn Schelah nicht zum Weibe gegeben werden, im inneren Sinn, daß das Inwendige der vorbildlichen Kirche entfremdet werden sollte: Nr. 4844. 4847. "Sonst möchte auch dieser sterben, wie seine Brüder", 1. Mose 38/11, bedeutet die Furcht, es möchte zugrunde gehen, nämlich das Kirchenvorbild, das bei der Nachkommenschaft aus Jakob war, und insbesondere des Jakob von Jehudah. Dies erhellt aus der Bedeutung von "er möchte sonst sterben", sofern es die Furcht ausdrückt, daß es zugrunde gehen möchte. Damit, daß das bei der Nachkommenschaft von Jakob vorhandene Kirchenvorbild zugrunde gehen werde, wenn ihm das der echten vorbildlichen Kirche angehörige Inwendige beigesellt würde, verhält es sich so: bei der Nachkommenschaft von Jakob hätte die vorbildliche Kirche, wie sie bei den Alten war, eingesetzt werden sollen; aber jene Völkerschaft war von der Art, daß sie bloß Äußeres verehren und anbeten, und vom Inwendigen gar nichts wissen wollte; denn sie war in die Begierden der Selbst- und Weltliebe, und daher in falsches versunken. Sie glaubten mehr als die Heiden, daß mehrere Götter seien, nur daß Jehovah größer sei, als jene, weil Er größere Wunder habe tun können. Deshalb wendeten sie sich, sobald die Wunder aufhörten, und auch, als man ihrer wegen ihres häufigen und gewöhnlichen Vorkommens nicht mehr achtete, sogleich zu anderen Göttern, wie aus den historischen und prophetischen Schriften des Wortes deutlich erhellen kann. Weil nun jene Völkerschaft so geartet war, konnte bei ihr die vorbildliche Kirche, wie sie bei den Alten war, nicht eingesetzt werden, sondern bloß ein Kirchenvorbild; und es wurde vom Herrn vorgesehen, daß dadurch eine Art von Gemeinschaft mit dem Himmel bewirkt wurde; denn das Vorbildliche ist auch bei Bösen möglich, weil dasselbe kein Absehen hat auf die Person, sondern auf die Sache. Hieraus wird klar, daß ihre Religionsübung in Beziehung auf sie nur Götzendienst war: Nr. 4825, obwohl die Vorbilder heilige göttliche Dinge enthielten. Mit einer solchen Religionsübung, nämlich einer götzendienerischen, konnte das Inwendige nicht verbunden werden; denn wenn das Inwendige beigesellt worden wäre, d.h., wenn sie Inwendiges anerkannt hätten, dann hätten sie die heiligen Dinge entweiht; denn wenn das inwendige Heilige mit dem Äußeren, das abgöttisch ist, verbunden wird, dann wird es unheilig. Daher kommt es, daß jener Völkerschaft das Inwendige nicht aufgedeckt wurde, und daß, wenn es ihr aufgedeckt worden wäre, dasselbe zugrunde gegangen wäre. Daß jene Völkerschaft Inwendiges nicht aufnehmen und anerkennen konnte, soviel ihnen auch geoffenbart worden wäre, kann man augenscheinlich an ihnen heutzutage sehen; denn sie kennen heutzutage die inwendigen Dinge, weil sie unter den Christen leben, aber dennoch verwerfen sie und verspotten sie auch dieselben; sogar die meisten von denen, die bekehrt worden sind, tun im Herzen auch nicht anders. Aus diesem erhellt, daß die Geistiges und Himmlisches vorbildende Kirche nicht bei jener Völkerschaft war, sondern bloß ein Kirchenvorbild, d.h. ein Äußeres ohne Inneres, was an sich abgöttisch ist. Hieraus kann man auch sehen, wie irrig diejenigen Christen denken, die glauben, daß die jüdische Völkerschaft am Ende der Kirche bekehrt, und dann vor den Christen auserwählt sein werde; und mehr noch diejenigen, die glauben, daß ihnen dann der Messias oder der Herr erscheinen, und sie durch einen großen Propheten und mit großen Wundern ins Land Kanaan einführen werde. Aber in solche Irrtümer geraten diejenigen, die in den prophetischen Schriften des Wortes unter Jehudah, unter Israel und unter dem Land Kanaan verstehen Jehudah, Israel und das Land Kanaan, mithin diejenigen, die bloß einen buchstäblichen Sinn glauben, und sich um einen inneren nicht bekümmern. 4848. "Und sie blieb im Hause ihres Vaters", 1. Mose 38/11, bedeutet die Entfremdung von ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung von bleiben als Witwe im Hause des Vaters, sofern es Entfremdung bezeichnet, wovon Nr. 4844. 4849. Vers 12-14: Und es wurden der Tage viel, da starb die Tochter Schuas, das Weib Jehudahs, und Jehudah tröstete sich und ging hinauf zu den Scherern seiner Schafherde, er und Chirah, sein Genosse, der Adullamiter, gen Thimnath. Da wurde der Thamar angesagt: siehe, dein Schwäher geht hinauf gen Thimnath, zu scheren seine Herde. Und sie legte die Kleider ihrer Witwenschaft ab, und bedeckte sich mit einem Schleier, und verhüllte sich, und setzte sich an die Pforte der Quellen, die auf dem Weg gen Thimnath war, denn sie sah, daß Schelah groß geworden war, und sie ihm nicht gegeben wurde zum Weibe. "Und es wurden der Tage viel" bedeutet die Zustandsveränderung; "da starb die Tochter Schuas" bedeutet das Böse aus dem Falschen; "das Weib Jehudahs" bedeutet die Religion bei der Völkerschaft, die von Jakob, insbesondere von Jehudah abstammte; "und Jehudah tröstete sich" bedeutet Ruhe; "und ging hinauf zu den Scherern seiner Schafherde" bedeutet eine Art von Erhebung, um für die Kirche zu sorgen; "er und Chirah, sein Genosse, der Adullamiter" bedeutet, daß sie dennoch im Falschen war; "gen Thimnath" bedeutet den Zustand; "da wurde der Thamar angesagt" bedeutet eine Art von Gemeinschaft mit der das Geistige und Himmlische vorbildenden Kirche; "siehe, dein Schwäher geht hinauf gen Thimnath, zu scheren seine Herde" bedeutet, daß die jüdische Kirche für sich sorgen wollte; "und sie legte die Kleider ihrer Witwenschaft ab" bedeutet den heuchlerischen Vorwand (simulationem) des Wahren, das aus dem Guten; "und bedeckte sich mit einem Schleier" bedeutet das verdunkelte Wahre; "und verhüllte sich" bedeutet, auf diese Weise nicht erkannt; "und setzte sich an die Pforte der Quellen, die auf dem Weg gen Thimnath war" bedeutet den Scheideweg zu den Wahrheiten der Kirche und zu Falschem; "denn sie sah, daß Schelah groß geworden war, und sie ihm nicht gegeben wurde zum Weibe" bedeutet, wohl einsehen, daß sie nicht anders verbunden werden könne mit der Religion, in der die Nachkommenschaft von Jakob, insbesondere die, welche von Jehudah abstammte. 4850. "Und es wurden der Tage viel", 1. Mose 38/12, bedeutet die Zustandsveränderung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vielwerdens der Tage, sofern es bezeichnet, daß der Zustand sich verändere; denn Tag oder Zeit im inneren Sinn bedeutet einen Zustand: Nr. 23, 487, 488, 893, 2788, 3462, 3785, und viel werden, wenn es von Tagen oder Zeiten gesagt wird, heißt verändert werden. Daß es die Zustandsveränderung ist, die bezeichnet wird, ergibt sich auch aus dem Folgenden. "Viel werden" wird gesagt, weil es die Veränderung des Zustandes in Ansehung der Wahrheiten in sich schließt, denn viel werden wird von den Wahrheiten gesagt: Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. Weil so oft vom Zustand und auch von der Veränderung des Zustandes die Rede ist, so soll gesagt werden, was es für eine Bewandtnis damit hat: vom Inwendigeren des Menschen, nämlich seinen Neigungen und den daher (kommenden) Gedanken kann keine Zeit und Zeitverlauf und auch kein Raum oder räumliche Ausdehnung gesagt werden, weil sie nicht in der Zeit und nicht im Raum sind, obwohl es den Sinnen in der Welt so erscheint, aber im Inwendigeren ist das, was der Zeit und dem Ort entspricht. Das, was entspricht, kann nicht anders genannt werden als Zustand; denn es gibt kein anderes Wort, durch das jenes Entsprechende ausgedrückt werden könnte. Es wird gesagt, der Zustand des Inwendigeren werde verändert, wenn sich das Gemüt in Ansehung der Neigungen und der daher (kommenden) Gedanken verändert, z.B. von der Traurigkeit in Freude, von der Freude wieder in Traurigkeit, von der Gottlosigkeit zur Frömmigkeit oder Andacht und so fort. Diese Veränderungen werden Zustandsveränderungen genannt und von den Neigungen ausgesagt, und sofern die Gedanken von diesen regiert werden, auch von den Gedanken. Aber die Veränderungen des Zustandes der Gedanken sind in jenen, wie das Besondere im Allgemeinen, und sind beziehungsweise Abwechslungen. 4851. "Da starb die Tochter Schuas", 1. Mose 38/12, bedeutet in Ansehung des Bösen aus dem Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt aufhören so beschaffen zu sein, wovon Nr. 494; und aus der Bedeutung der Tochter Schuas, sofern sie das Böse aus dem Falschen ist, wovon Nr. 4818, 4819. Hier also wird durch "da starb die Tochter Schuas nach vielgewordenen oder mehreren Tagen", bezeichnet die Zustandsveränderung in Ansehung des Bösen aus dem Falschen, sofern es nicht mehr so beschaffen war wie vorher. 4852. "Das Weib Jehudahs", 1. Mose 38/12, bedeutet die Religion bei der von Jakob, insbesondere von Jehudah abstammenden Völkerschaft. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es die Kirche bezeichnet, wovon Nr. 252, 253, 409, 749, 770, hier aber die Religion, weil von der jüdischen Völkerschaft gehandelt wird, bei der keine Kirche war, sondern nur das Äußere der Kirche, getrennt vom Inwendigen: Nr. 4281, 4288, 4289, 4307, 4433, 4500, 4680, 4825, 4844, 4847; dieses kann nicht anders genannt werden als Religion (religiosum), denn sie konnten in äußerer Heiligkeit sein, und ganz ohne innere Heiligkeit: Nr. 4293; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er die von Jakob, und insbesondere die von Jehudah abstammende Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 4815, 4842. 4853. "Und ging hinauf zu den Scherern seiner Schafherde", 1. Mose 38/12, bedeutet eine Art von Erhebung, um für die Kirche zu sorgen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufgehen, sofern es heißt sich erheben, nämlich vom Auswendigeren zum Inwendigeren, wovon Nr. 3048, 4539; und aus der Bedeutung des Scherers, sofern er den Nutzen bezeichnet, wovon Nr. 4110, somit einen Nutzen wollen oder dafür sorgen, und aus der Bedeutung der Schafherde, sofern sie die Kirche ist, wovon Nr. 343, 3767, 3768, 3772. 4854. "Er und Chirah, sein Genosse, der Adullamiter", 1. Mose 38/12, bedeutet, daß sie dennoch im Falschen war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chirahs, des Adullamiters, sofern er das Falsche ist, wovon Nr. 4816, 4817; wenn er also sein Genosse heißt, so wird bezeichnet, daß ihr das Falsche beigesellt, oder daß sie dennoch im Falschen war. 4855. "Gen Thimnath", 1. Mose 38/12, bedeutet den Zustand, nämlich in dem er war, um für die Kirche zu sorgen. Daß Thimnath jenen Zustand bedeutet, wird auch klar aus dem Buch der Richter 14/1-4,7, wo von Simson die Rede ist: "Er sei hinabgegangen gen Thimnath, und habe dort ein Weib genommen von den Töchtern der Philister", auch hier wird durch Thimnath ebenfalls der Zustand des Sorgens für die Kirche bezeichnet. Das Weib, das er von den Töchtern der Philister nahm, ist im vorbildlichen Sinn das Wahre vom Nicht-Guten, somit das verdunkelte Wahre, das nun auch hier durch Thamar vorgebildet wird; denn Philister sind die, welche in den Lehren des Glaubens sind, und nicht im Leben nach denselben: Nr. 1197, 1198, 3412, 3413; und außerdem wird Thimnath unter den Orten des Erbteils des Stammes Dan genannt: Jos.19/43. Daß alle Ortsnamen im Worte Sachen und Zustände bedeuten, sehe man Nr. 1224, 1264, 1888, 3422, 4298, 4442. 4856. "Da wurde der Thamar angesagt", 1. Mose 38/13, bedeutet eine Art von Gemeinschaft mit der das Geistige und Himmlische vorbildenden Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von angesagt werden, sofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 3608, somit Gemeinschaft, und hier eine Art von Gemeinschaft; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, sofern sie die Kirche bezeichnet, die Geistiges und Himmlisches vorbildet, wovon Nr. 4829, 2831. Gemeinschaft mit dieser Kirche wird gesagt, wenn der Zustand verändert ist, und dann eine Art von Erhebung, um für die Kirche zu sorgen, stattfand, wovon Nr. 4850, 4853. 4857. "Siehe, dein Schwäher geht hinauf gen Thimnath, zu scheren seine Herde", 1. Mose 38/13, bedeutet, daß die jüdische Kirche für sich sorgen wollte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er die Kirche bei der von Jakob abstammenden Völkerschaft, insbesondere bei Jehudah bezeichnet, wovon Nr. 4815, 4842, 4852, der hier Schwäher heißt, weil eine Art von Gemeinschaft mit der das Geistige und Himmlische vorbildenden Kirche, die hier die Schwiegertochter ist, vorhanden war. Aus der Bedeutung von hinaufgehen, sofern es eine Art von Erhebung ist, wovon Nr. 4853; aus der Bedeutung von scheren die Herde, sofern es heißt, für die Kirche sorgen, wovon Nr. 4853, der Zustand des Sorgens für sie bezeichnet Thimnath: Nr. 4855. Daß dies der innere Sinn in diesen Worten ist, kann keineswegs aus dem Buchstaben erhellen, denn wenn dieses gelesen wird, denkt das Gemüt an Jehudah, an Thimnath, ans Schafscheren, und nicht an geistige Dinge, die mit der Person, mit dem Ort und mit weltlichem Nutzen nichts zu schaffen haben, aber gleichwohl werden die Engel, weil sie in geistigen Dingen leben, nichts anderes dabei inne, als was gesagt worden ist; denn wenn der buchstäbliche Sinn in den geistigen übergeht, so geht das, was sich auf die Person, den Ort und die Welt bezieht, verloren, und es tritt an dessen Stelle das, was sich auf die Kirche, ihren Zustand und ihr Wohl bezieht. Es erscheint zwar unglaublich, daß es so ist, aber dies kommt daher, weil der Mensch, solange er in der Welt lebt, aus den natürlichen und weltlichen Dingen, die dort sind, und nicht aus geistigen und himmlischen Dingen heraus denkt; und diejenigen, die in leibliche und irdische Dinge versunken sind, wissen auch nicht, daß es etwas Geistiges und Himmlisches gibt, und weniger noch, daß dieses unterschieden ist von weltlichen und natürlichen Dingen, während es doch unterschieden ist wie des Menschen Geist von seinem Leibe; und daß der geistige Sinn im buchstäblichen Sinne lebt, wie des Menschen Geist in seinem Leibe, wie auch, daß der geistige Sinn ebenso fortlebt, wenn der buchstäbliche Sinn verloren geht. Daher kann der innere Sinn die Seele des Wortes genannt werden. 4858. "Und sie legte die Kleider ihrer Witwenschaft ab", 1. Mose 38/14, bedeutet den heuchlerischen Vorwand des Wahren das aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Witwe, sofern sie diejenigen bezeichnet, die im Wahren ohne das Gute sind, und dennoch das Verlangen haben, durch das Gute geleitet zu werden; wovon Nr. 4844. Die Kleider, womit die Witwen angetan wurden, bildeten ein solches Wahre vor, und zwar deswegen, weil die Kleider Wahrheiten bedeuten. Nr. 2576, 4545, 4763; daher heißt: jene Kleider abtun, die vorbildliche Bedeutung der Witwe ablegen, und weil sie sich mit einem Schleier verhüllte, das Wahre, das aus dem Guten, (heuchlerisch) vorschützen (simulare). 4859. "Und bedeckte sich mit einem Schleier", 1. Mose 38/14, bedeutet das verdunkelte Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich oder das Antlitz mit einem Schleier bedecken", sofern es bezeichnet verbergen und so das Wahre verdunkeln, das sie vorschützte aus dem Guten, wie Nr. 4858; und zwar um der Verbindung mit Jehudah willen; denn wenn die Bräute sich zum ersten Mal dem Bräutigam näherten, bedeckten sie sich mit einem Schleier, wie man von der Rebecka liest, als sie zu Jischak kam: 1. Mose 24/65, wodurch die Scheinbarkeiten des Wahren bezeichnet wurden, man sehe Nr. 3207, denn die Gattin bedeutet das Wahre und der Gatte das Gute. Und weil das Wahre nicht erscheint, wie es ist, ehe es mit seinem Guten verbunden wird, darum bedeckten sich, um dies vorzubilden, die Bräute, sobald sie den Gatten sahen, mit einem Schleier. Ebenso hier Thamar, denn sie betrachtete Schelah, den Sohn Jehudahs, als ihren Gatten, aber weil sie ihm nicht gegeben wurde, betrachtete sie an seiner Statt seinen Vater als den, der die Schwagerpflicht leisten sollte, deswegen bedeckte sie sich als Braut mit einem Schleier, nicht aber als Buhldirne, obwohl Jehudah dieses glaubte, weil die Buhldirnen ebenfalls zu jener Zeit ihr Angesicht zu verdecken pflegten, wie aus 1. Mose 38/15, klar wird. Daß Jehudah sie als eine solche betrachtete, hatte den Grund, weil die jüdische Völkerschaft, die durch Jehudah hier bezeichnet wird, die inwendigen Wahrheiten der vorbildlichen Kirche nicht anders betrachtete als wie eine Buhlerin; deswegen verband sich auch Jehudah mit ihr wie mit einer Hure, nicht aber so Thamar mit ihm. Weil die inneren Wahrheiten jener Völkerschaft gar nicht anders erscheinen konnten, deswegen wird hier dadurch, daß sie sich mit einem Schleier bedeckte, das verdunkelte Wahre bezeichnet; und daß das Wahre der Kirche ihnen verdunkelt ist, wird auch heutzutage dadurch vorgebildet, daß sie mit Hüllen oder Schleiern in ihren Synagogen sich bedecken. Das gleiche ist auch durch Mose vorgebildet worden, sofern er, als die Haut seines Angesichtes strahlte, da er vom Berg Sinai herabkam, sich mit einer Decke verhüllte, sooft er mit dem Volk redete: 2. Mose 34/28-35. Mose bildete das Wort vor, welches das Gesetz genannt wird; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; deshalb wird so oft gesagt: das Gesetz und die Propheten, wie Matth.5/18; 11/13; 22/36,40 und einige Male. Moses und die Propheten, wie Luk.16/29,31; 24/27,44. Durch das Strahlen der Haut seines Angesichtes wurde das Inwendige des Wortes vorgebildet, denn das Angesicht bezeichnete das Inwendige: Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 4066, 4796, 4797, denn dasselbe ist, weil es geistig ist, im Licht des Himmels. Daß er sein Angesicht verhüllte, sooft er mit dem Volk redete, bildete vor, daß das inwendige Wahre ihnen verdeckt war, und so verdunkelt, daß sie kein Licht von daher aushalten konnten. 4860. "Und verhüllte sich", 1. Mose 38/14, bedeutet, daß es so nicht erkannt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von verhüllen, sofern es heißt verbergen, somit nicht erkannt werden; man sehe was Nr. 4859 gesagt wurde. 4861. "Und setzte sich an die Pforte der Quellen, die auf dem Weg gen Thimnath war", 1. Mose 38/14, bedeutet das Mittel zu den Wahrheiten der Kirche und zu Falschem. Dies erhellt aus der Bedeutung der Quellen, sofern sie die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, die aus dem Wort (gezogen sind); denn Quelle bedeutet im umfassenden Sinn das Wort, wovon Nr. 2702, 3069, 3424; an der Pforte derselben, heißt am Eingang zu jenen; und weil die äußeren Wahrheiten, die dem Buchstabensinn des Wortes angehören, den Eingang gewähren, so sind sie die Pforte. Wenn diese Wahrheiten nicht von den inwendigen Wahrheiten, d.h. von denjenigen, die dem inneren Sinn angehören, erleuchtet werden, dann stellen sie Falsches dar bei denen, die im Bösen sind; deswegen wird durch die Pforte der Quellen hier der Scheideweg zu den Wahrheiten der Kirche und zu Falschem bezeichnet. Auf dem Weg gen Thimnath, heißt zu der Kirche Nutzen; denn Thimnath bezeichnet den Zustand des Sorgens für die Kirche: Nr. 4855, 4857. 4862. "Denn sie sah, daß Schelah groß geworden war, und sie ihm nicht gegeben wurde zum Weibe", 1. Mose 38/14, bedeutet, wohl einsehen, daß sie nicht anders verbunden werden könne mit der Religion, in der die Nachkommenschaft von Jakob war, insbesondere die, welche von Jehudah abstammte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sehen", insofern es Einsicht bezeichnet, worüber Nr. 2150, 2325, 3764, 3863, 4403-4421; daß hier Einsicht bezeichnet wird, daß sie nicht auf andere Weise mit der Religion, in der die Nachkommenschaft von Jakob war, insbesondere die von Jehudah, hat den Grund, weil durch Jehudah diese Nachkommenschaft bezeichnet wird: Nr. 4815, 4842, 4852, mithin die Religion bei ihnen, mit der sie verbunden wurde, weil es nicht geschehen konnte mit Schelah. Durch Schelah wird auch der Götzendienst vorgebildet: Nr. 4825, 4826, 4845, mit dem das Wahre der vorbildlichen Kirche, das Thamar ist, auch nicht verbunden werden konnte. 4863. Vers 15-18: Da sah sie Jehudah, und er hielt sie für eine Hure, weil sie bedeckt hatte ihr Angesicht. Und er wendete sich zu ihr am Wege, und sprach: erlaube doch, daß ich komme zu dir; denn er wußte nicht, daß sie seine Schnur war; und sie sprach: was gibst du mir, daß du zu mir kommst? Und er sprach: ich will senden ein Ziegenböcklein von der Herde; und sie sprach: wenn du ein Pfand gibst, bis daß du es sendest. Und er sprach: welches ist das Pfand, das ich dir geben soll? und sie sprach: deinen Siegelring und deine Schnur und deinen Stab, der in deiner Hand; und er gab es ihr, und kam zu ihr, und sie empfing von ihm. "Da sah sie Jehudah" bedeutet die Religion der jüdischen Völkerschaft, wie sie damals das Inwendige der vorbildlichen Kirche betrachtete; "und er hielt sie für eine Hure" bedeutet, nicht anders, denn als falsch; "weil sie bedeckt hatte ihr Angesicht" bedeutet das Inwendigere, sofern es ihnen verborgen war; "und er wendete sich zu ihr am Wege" bedeutet, er habe sich angeschlossen, weil es so beschaffen; "und sprach: erlaube doch, daß ich komme zu dir" bedeutet die Lust zur Verbindung; "denn er wußte nicht, daß sie seine Schnur war" bedeutet, er habe nicht wahrgenommen, daß es das Wahre der vorbildlichen Kirche sei; "und sie sprach: was gibst du mir, daß du zu mir kommst?" bedeutet die Erwiderung der Verbindung mit einer Bedingung; "und er sprach: ich will senden ein Ziegenböcklein von der Herde" bedeutet das Unterpfand der Verbindung; "und sie sprach: wenn du ein Pfand gibst, bis daß du es sendest" bedeutet Erwiderung, wofern Gewißheit; "und er sprach: welches ist das Pfand, das ich dir geben soll?" bedeutet, es sei gewiß; "und sie sprach: deinen Siegelring" bedeutet das Kennzeichen der Einwilligung; "und deine Schnur" bedeutet, durch das Wahre; "und deinen Stab, der in deiner Hand" bedeutet, durch seine Macht; "und er gab es ihr" bedeutet, somit gewiß; "und kam zu ihr" bedeutet Verbindung; "und sie empfing von ihm" bedeutet die Aufnahme in dieser Weise. 4864. "Da sah sie Jehudah", 1. Mose 38/15, bedeutet die Religion der jüdischen Völkerschaft, wie sie damals das Inwendige der vorbildlichen Kirche betrachtete. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist wahrnehmen und verstehen, wovon Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, somit betrachten; aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, die hier durch "sie" bezeichnet ist, sofern sie die das Geistige und Himmlische vorbildenden Kirche ist, wovon Nr. 4829, 4831, hier das Inwendige derselben Kirche, weil davon die Rede ist, wie dasselbe von der Religion der jüdischen Völkerschaft angesehen und aufgenommen worden sei; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er insbesondere die jüdische Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 4815, 4842, mithin die Religion jener Völkerschaft; denn wo eine Völkerschaft im Wort erwähnt wird, da wird im inneren Sinn dasjenige verstanden, was ihrer Kirche angehört; denn der innere Sinn befaßt sich nicht mit den Denkwürdigkeiten und Geschichten einer Völkerschaft, sondern nur mit der Beschaffenheit dessen, was der Kirche (bei ihr) angehört. Hieraus wird klar, daß durch Jehudah sah sie, bezeichnet wird, wie die Religion der jüdischen Völkerschaft damals das Inwendige der vorbildlichen Kirche angesehen habe. 4865. "Und er hielt sie für eine Hure", 1. Mose 38/15, bedeutet, nicht anders, denn als falsch. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hure, sofern sie das Falsche ist, wovon Nr. 2466, 2729, 3399, somit daß die jüdische Völkerschaft vermöge ihrer Religion das Inwendige der Kirche nicht anders denn als falsch ansehe. Daß die Hure das Falsche ist, hat den Grund, weil die Ehe die himmlische Ehe vorbildet, welche die des Guten und des Wahren ist, der Gatte das Gute und die Gattin das Wahre, und daher die Söhne Wahres und die Töchter Gutes, und der Schwiegersohn und die Schwiegertochter, der Schwager und die Schwägerin, und mehrere Verwandtschaftsverhältnisse, je nach den Graden dasjenige, was der himmlischen Ehe angehört; deswegen bedeuten Ehebrüche und Hurereien, weil sie das Entgegengesetzte sind, das Böse und das Falsche; und sie sind auch wirklich entgegengesetzt, denn diejenigen, die im Ehebruch und in der Hurerei das Leben hinbringen, bekümmern sich gar nicht um das Gute und Wahre; der Grund ist, weil die echte eheliche Liebe von der himmlischen Ehe, d.h. von der Ehe des Guten und des Wahren herkommt; aber die Ehebrüche und Hurereien von der Verbindung des Bösen und des Falschen, welche aus der Hölle ist, man sehe Nr. 2727-2759. Daß die jüdische Völkerschaft die inwendigen Dinge der Kirche nicht anders denn als falsch angesehen hat und noch ansieht, das ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß Jehudah seine Schnur Thamar nicht anders als für eine Hure gehalten, und daß er mit ihr als mit einer Hure sich verbunden habe; durch einen solchen Ursprung jener Völkerschaft wird vorgebildet, woher ihre Religion und welcher Art sie ist. Daß jene Völkerschaft das Inwendige der Kirche als eine Hure oder als falsch ansieht, liegt offen zu Tage; wie zum Beispiel, wenn man ihnen sagt: Inwendiges der Kirche sei es, daß der Messias, auf den in den prophetischen Schriften des Wortes geweissagt wird, und den sie deswegen erwarten, der Herr sei, so verwerfen sie das ganz als falsch; sagt man: Inwendiges der Kirche sei es, daß das Messiasreich kein weltliches und zeitliches sei, sondern ein himmlisches und ewiges, so erklären sie auch das als falsch; sagt man, die Bräuche ihrer Kirche hätten den Messias und Sein himmlisches Reich vorgebildet, so wissen sie nicht, was das ist; sagt man, das Inwendige der Kirche sei das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens in der Lehre und zugleich im Leben, so betrachten sie das nicht anders denn als falsch; ebenso in allem übrigen. Sogar schon bei der Behauptung, daß es ein Inwendiges der Kirche gibt, lachen sie in alberner Weise. Der Grund ist, weil sie bloß in Äußerem sind, und zwar im Untersten des Äußeren, das die Liebe zu irdischen Dingen ist; denn sie sind mehr als die übrigen im Geiz, der ganz irdisch ist. Solche können die inwendigeren Dinge der Kirche gar nicht anders betrachten, denn sie sind weiter als die übrigen vom himmlischen Lichte entfernt, somit mehr als die übrigen in dichter Finsternis. 4866. "Weil sie bedeckt hatte ihr Angesicht", 1. Mose 38/15, bedeutet, daß das Inwendigere ihnen verborgen war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, sofern sie die vorbildliche Kirche ist, wovon Nr. 4829, 4831; aus der Bedeutung von bedecken, sofern es heißt verborgen werden; und aus der Bedeutung des Angesichts, sofern es das Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4326, 4796-4799. Hieraus wird klar, daß durch "sie bedeckte ihr Angesicht" bezeichnet wird: die inwendigeren Dinge der Kirche seien ihnen verborgen. Hierüber sehe man, was Nr. 4859, 4865 (gesagt worden). 4867. "Und er wendete sich zu ihr am Weg", 1. Mose 38/16, bedeutet, er habe sich angeschlossen, weil es so beschaffen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weges, sofern er das Wahre ist, wovon Nr. 627, 2333, 3123, 3142, 3477, somit im entgegengesetzten Sinn das Falsche; hier das Falsche, weil er sie für eine Hure hielt; und daß durch diese das Falsche bezeichnet wird, sehe man Nr. 4865; deshalb wird auch gesagt, daß er zum Weg ablenkte, denn ablenken (sich hinwenden) wird vom Falschen gesagt: Nr. 4815, 4816. 4868. "Und sprach: erlaube doch, daß ich komme zu dir", 1. Mose 38/16, bedeutet die Lust zur Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen oder eingehen zu einer, sofern es heißt sich verbinden, wovon Nr. 4820. Daß es die Lust ist, wie sie der Verbindung mit einer Hure eigen ist, zeigt sich deutlich, im inneren Sinn (die Lust der Verbindung) mit dem Falschen. Daß die jüdische Völkerschaft, die hier durch Jehudah bezeichnet wird: Nr. 4815, 4842, 4864, das inwendige Wahre der vorbildlichen Kirche nicht anders denn als falsch ansah, und daß sie es auch heutigen Tages nicht anders ansieht, sehe man Nr. 4865; hier nun ist davon die Rede, daß sie sich gleichwohl damit verbunden habe, aber nicht wie mit einer Gattin, sondern wie mit einer Hure, d.h. nicht wie mit dem Wahren, sondern wie mit dem Falschen. Von der Verbindung mit dem Falschen wird, wie von der Verbindung mit einer Hure, unreine Lust (tibido) gesagt. Alle diejenigen verbinden sich mit dem inwendigen Wahren wie mit einer Hure, die den äußeren Sinn des Wortes, d.h. seinen buchstäblichen Sinn einzig glauben, und seinen ganzen inneren, d.h. geistigen Sinn verwerfen, aber hauptsächlich diejenigen, die den äußeren oder buchstäblichen Sinn des Wortes zugunsten der Begierden, der Selbst- und Weltliebe, oder der Herrschsucht und Gewinnsucht anwenden; die solches tun, können gar nicht anders als das inwendige Wahre für so etwas ansehen, und wenn sie sich damit verbinden, so tun sie es aus Wollust, wie sie der Verbindung mit einer Hure eigen ist. Das tun hauptsächlich diejenigen, die der jüdischen Völkerschaft angehören, wie auch diejenigen, die durch Babel im Wort verstanden werden; nicht aber diejenigen, die zwar den buchstäblichen Sinn des Wortes in Einfalt glauben, aber dennoch gemäß dem, was dem inneren Sinn angehört, leben, nämlich in der Liebe und Liebtätigkeit, und daher im Glauben; denn dieses gehört dem inneren Sinn des Wortes an. Auch nicht diejenigen, welche dieses daraus lehren, denn der innere und der äußere Sinn kommen in den zwei Geboten, nämlich den Herrn zu lieben über alles und den Nächsten wie sich selbst, überein. Daß die jüdische Völkerschaft das inwendige Wahre wie eine Hure ansieht, und daß sie, wenn sie sich mit denselben verbindet, es aus unreiner Lust tut, wie bei der Verbindung mit einer solchen soll durch Beispiele erläutert werden: Wenn man z.B. sagt, daß das Wort heilig sei, ja, sehr heilig, und daß auch ein jedes Häkchen darin heilig sei, so erkennen sie es an, und verbinden sich, aber aus einer solchen unreinen Lust, denn sie glauben das Heilige im Buchstaben, aber nicht, daß durch dasselbe das Heilige bei denjenigen einfließt, die in der Neigung zum Guten und Wahren sind, wenn sie es lesen. Wenn man ihnen sagt, daß mehrere, die im Wort genannt werden, als heilig verehrt werden sollen, wie Abraham, Jischak, Jakob, Moses, Aharon, David, so erkennen sie das an und verbinden sich, aber aus gleicher Lust, denn sie glauben, daß jene vor anderen die Auserwählten gewesen seien, und daher heilig, und daß sie deshalb wie höhere Wesen (numina) zu verehren seien; während doch ihre heilige Bedeutung auf nichts anderem beruht, als sofern sie den Herrn vorbildeten, und das vorbildlich Heilige berührt die Person gar nicht; und außerdem wartet auf einen jeden ohne Unterschied sein Leben nach dem Tode. Wenn man ihnen sagt, daß die Lade bei ihnen, der Tempel, der Brandopferaltar, der Rauchaltar, das Brot auf dem Tische, der Leuchter mit den Kerzen, das fortwährende Feuer, die Schlachtopfer, die Räucherwerke, die Öle, dann die Kleider Aharons, hauptsächlich das Brustschildlein mit dem Urim und Thummim darauf heilig gewesen seien, so erkennen sie es an und verbinden sich, aber aus einer solchen unreinen Lust; denn sie glauben, jene Dinge seien an sich heilig gewesen, also das Holz, die Steine, das Gold, Silber, Brot, Feuer, und zwar innerlich, weil Jehovah darinnen sei, oder daß die auf sie übertragene Heiligkeit Jehovahs wirklich in ihnen gewesen sei. Das ist ihr inwendig Wahres, das doch beziehungsweise falsch ist; denn das Heilige wohnt allein im Guten und Wahren, das vom Herrn ist in der Liebe zu Ihm und in der Liebe gegen den Nächsten, und von daher im Glauben, somit nur in lebendigen Wesen, d.h. in den Menschen, die solches aufnehmen vom Herrn. Wenn man ihnen sagt, daß die christliche Kirche eins sei mit der Kirche, die bei ihnen eingesetzt worden ist, aber daß jene eine inwendige sei, diese aber eine äußere gewesen wäre, so daß, wenn die bei ihnen eingesetzte Kirche von den Äußerlichkeiten entkleidet und entblößt wird, die christliche Kirche zutage trete, so erkennen sie dies nicht anders an, denn als eine Hure, d.h. als Falsches; aber dennoch verbinden sich mehrere von denen, die vom Judentum zum Christentum bekehrt werden, mit jener Wahrheit, aber auch aus solcher unreinen Lust. Solcherlei wird öfters im Wort Hurerei genannt. Was aber diejenigen betrifft, die im Wort durch Babel bezeichnet werden, so sehen diese die inwendigen Wahrheiten der Kirche ebenso an, aber weil dieselben das Inwendige wissen, und auch in jungen Jahren dasselbe anerkennen, dagegen im reiferen Alter leugnen, werden sie im Wort durch schändliche Ehebrüche und ruchlose Unzucht beschrieben; denn es sind Entweihungen. 4869. "Denn er wußte nicht, daß sie seine Schnur war", 1. Mose 38/16, bedeutet, er habe nicht wahrgenommen, daß es das Wahre der vorbildlichen Kirche sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schnur (Schwiegertochter), sofern sie das Kirchenwahre bezeichnet, das seinem Guten beigesellt ist, wovon Nr. 4843. Daß das Wahre der vorbildlichen Kirche bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch Thamar, die hier die Schnur ist, die Kirche vorgebildet wird, die geistige und himmlische Dinge vorbildet: Nr. 4829, 4831; hierüber sehe man, was Nr. 4865, 4866, 4868 gezeigt wurde. 4870. "Und sie sprach: was gibst du mir, daß du zu mir kommst", 1. Mose 38/16, bedeutet die Erwiderung der Verbindung mit einer Bedingung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu mir kommen", sofern es die Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 4820, 4868. Daß es eine Erwiderung mit einer Bedingung ist, erhellt ohne Erklärung. 4871. "Und er sprach: ich will senden ein Ziegenböcklein", 1. Mose 38/17, bedeutet das Unterpfand der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ziegenböckleins, sofern es die Unschuld des äußeren oder natürlichen Menschen bezeichnet, wovon Nr. 3519; und weil es die Unschuld ist, so ist es das Unterpfand der ehelichen Liebe oder das Unterpfand der Verbindung; denn die echte eheliche Liebe ist Unschuld, man sehe Nr. 2736. Daher war es bei den Alten üblich, daß sie, wenn sie von neuem zu ihren Frauen eingingen, ein Ziegenböcklein vorausschickten; wie auch aus dem hervorgeht, was von Simson erwähnt wird im Buch der Richter 15/1: "Es geschah nach Tagen, in den Tagen der Weizenernte, daß Simson seine Frau heimsuchte mit einem Ziegenböcklein; denn er sprach: ich will eingehen zu meiner Frau ins Gemach"; hier ebenso. Weil aber das versprochene Ziegenböcklein nicht angenommen werden sollte, so forderte Thamar ein Pfand. Unterpfand der Verbindung wird gesagt, nicht eheliches Pfand, weil es von seiten Jehudahs eine Verbindung wie mit einer Buhldirne war. 4872. "Und sie sprach: wenn du ein Pfand gibst, bis daß du es sendest", 1. Mose 38/17, bedeutet Erwiderung, wofern Gewißheit. Dies erhellt aus dem, was oben Thamar sagte: "Was gibst du mir, daß du zu mir kommst?" sofern es die an eine Bedingung geknüpfte Erwiderung der Verbindung bedeutet: Nr. 4870; hier Erwiderung, wofern Gewißheit, weil das Pfand zur Gewißheit dienen sollte, daß das Versprochene gegeben werde. 4873. "Welches ist das Pfand, das ich dir geben soll?", 1. Mose 38/18, bedeutet, es sei gewiß. Dies erhellt aus der Bedeutung des Pfandes, sofern dadurch Gewißheit (entsteht), wovon Nr. 4872. Daß es gewiß sei, wird auch aus dem nun Folgenden klar, sofern das Pfand gegeben wurde. 4874. "Und sie sprach: deinen Siegelring", 1. Mose 38/18, bedeutet das Kennzeichen der Einwilligung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Siegelringes, sofern er das Kennzeichen der Einwilligung ist. Daß der Siegelring das Zeichen der Einwilligung ist, kommt daher, weil durch denselben in alten Zeiten die Verordnungen bestätigt wurden, daher wird durch den Siegelring eigentlich die Bestätigung selbst bezeichnet, und die Bezeugung, daß es so sei. Daß Thamar zum Pfand, daß ein Ziegenböcklein gesendet werden sollte, das sie nachher nicht annahm, sich seinen Siegelring, seine Schnur und seinen Stab ausgebeten hat, das schließt ein Geheimnis in sich, das man ohne den inneren Sinn gar nicht erkennen kann. Das Geheimnis besteht darin, daß das Ziegenböcklein das echte Eheliche, folglich das Inwendige bezeichnete; denn alles Echte ist zugleich ein Inwendiges, was auf Seiten Jehudahs nicht war; deshalb nahm sie auch das Ziegenböcklein nicht an, wie aus dem Folgenden klar wird, sondern statt dessen nahm sie ein Äußeres an, mit dem das Inwendige der Kirche, das durch Thamar bezeichnet wird, verbunden werden sollte. Das Äußere der Kirche wird durch Siegelring, Schnur und Stab bezeichnet, und durch den Siegelring die Einwilligung selbst, durch die Schnur das äußere Wahre und durch den Stab die Macht jenes Wahren. Diese Dinge sind auch Pfänder der Verbindung des äußeren oder natürlichen Menschen. Die Verbindung des inwendigen Wahren mit dem äußeren oder mit der Religion der jüdischen Völkerschaft wird durch die Verbindung der Thamar mit Jehudah als der Schnur mit dem Schwäher unter dem Vorwand des Levirats vorgebildet, und die Verbindung der Religion der jüdischen Völkerschaft mit dem Inwendigen der Kirche wird durch die Verbindung Jehudahs mit der Thamar wie mit einer Hure vorgebildet. Die Verbindungen verhalten sich auch ganz gleich; aber das Eigentümliche derselben kann nicht so faßlich erklärt werden. Augenscheinlich klar ist es den Engeln und guten Geistern; denn es wird ihnen im Lichte des Himmels vorgestellt, in dem die Geheimnisse des Wortes wie am hellen Tag vor Augen liegen; anders als im Weltlicht, das bei den Menschen ist. Es soll nur mit wenigen Worten gesagt werden: Die Vorbilder, die bei den Nachkommen Jakobs eingesetzt worden sind, waren den in der Alten Kirche vorhandenen nicht ganz gleich, sie waren größtenteils denjenigen gleich, die in der von Eber gestifteten Kirche waren, welche die hebräische Kirche hieß. In dieser waren mehrere neue Gottesdienste, z.B. Brandopfer und Schlachtopfer, die in der Alten Kirche unbekannt waren, außer anderem. Mit diesen Vorbildern war das Inwendige der Kirche nicht so verbunden wie mit den Vorbildern der Alten Kirche. Auf welche Art aber das Inwendige der Kirche mit den Vorbildern bei der jüdischen Völkerschaft verbunden war und umgekehrt, das wird im inneren Sinn durch die Verbindung der Thamar mit Jehudah, als der Schnur mit dem Schwäher, unter dem Vorwand des Levirats, und durch die Verbindung Jehudahs mit der Thamar wie mit einer Hure beschrieben. Über die hebräische Kirche sehe man Nr. 1238, 1241, 1327, 1343, 3031, 4516, 4517, und daß Schlachtopfer in dieser Kirche, nicht in der Alten waren: Nr. 923, 1128, 1343, 2180, 2818. 4875. "Deine Schnur", 1. Mose 38/18, bedeutet durch das Wahre, nämlich das Kennzeichen der Einwilligung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schnur, sofern sie das Wahre bezeichnet. Daß die Schnur das Wahre ist, hat den Grund, weil es zu den Dingen gehört, die man unter die Kleider rechnet, und durch die Kleider im allgemeinen Wahrheiten bezeichnet werden, aus dem Grund, weil wie die Kleider das Fleisch, so die Wahrheiten das Gute bekleiden: Nr. 297, 2132, 2576, 4545, 4763; darum bezeichnete bei den Alten ein jedes Kleidungsstück irgendein einzelnes und besonderes Wahres; daher etwas anderes der Rock, etwas anderes der Mantel, etwas anderes die Toga, auch etwas anderes die Kopfbedeckungen, wie das Diadem (cidaris) und der Turban (fiara); und etwas anderes die Beinkleidungen der Hüfte und Füße, wie die Hüft- und Beinkleider (femoralia tibialia), und so weiter. Die Schnur aber bezeichnete das äußerste oder unterste Wahre, denn es bestand aus zusammengewundenen Fäden, durch welche die Bestimmungen (determinantiones) eines solchen Wahren bezeichnet werden. Ein solches Wahre heißt auch Schnur bei 4. Mose 19/15: "Jedes offene Gefäß, auf dem nicht ein Deckel mit Schnur (oder Band), ist unrein"; wodurch bezeichnet wurde, es soll nichts unbestimmt (indeterminantum) sein, denn was unbestimmt ist, das ist offen, denn die äußersten Wahrheiten sind es auch, nach denen die inwendigeren Wahrheiten sich bestimmen (determinatur), und in denen sie zum Abschluß kommen (terminantur). 4876. "Und deinen Stab, der in deiner Hand", 1. Mose 38/18, bedeutet, durch seine oder jenes Wahren Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, sofern er die Macht ist, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie ebenfalls Macht bezeichnet, wovon Nr. 876, 3091, 3387, 3563; "der in deiner Hand" wird gesagt, weil die Macht jenes Wahren, nämlich des Untersten, bezeichnet wird, wie solches die Religion der jüdischen Völkerschaft, die hier Jehudah ist, hatte. Daß Macht vom Wahren gesagt wird, sehe man Nr. 3091, 3563. Oft wird im Wort der Stab erwähnt, und es ist zu verwundern, daß kaum jemand heutzutage weiß, daß etwas in der geistigen Welt durch denselben vorgebildet wurde, wie z.B. daß dem Moses befohlen wurde, sooft Wunder geschahen, den Stab aufzuheben, und daß jene sofort geschehen sind. Daß dieses auch unter den Heiden bekannt war, kann aus ihren märchenhaften Sagen erhellen, in denen den Zauberern Stäbe zugeschrieben werden. Daß der Stab die Macht bedeutet, hat den Grund, weil er eine Stütze ist; denn er unterstützt die Hand und den Arm, und dadurch den ganzen Leib; deshalb nimmt der Stab die Bedeutung desjenigen Teils an, den er zunächst unterstützt, nämlich der Hand und des Armes, denn durch beide, nämlich durch Hand und Arm, wird im Wort die Macht des Wahren bezeichnet. Daß dieser auch die Hand und der Arm im Größten Menschen entspricht, wird man am Ende der Kapitel sehen. Daß durch den Stab die Macht vorgebildet wurde, wird aus dem klar, was 2. Mose 4/17,20 erwähnt wird, nämlich daß ihm "befohlen wurde, den Stab zu nehmen, mit dem er Wunder tun sollte, und daß er den Stab Gottes in seine Hand nahm". 2. Mose 7/15,19: Daß "mit dem Stab die Wasser in Ägypten geschlagen und dadurch zu Blut wurden". 2. Mose 8/1-11: daß "durch den über die Ströme ausgestreckten Stab Frösche hervorgebracht wurden". 2. Mose 8/12-16: daß "nachdem der Staub geschlagen worden durch den Stab, Läuse entstanden". 2. Mose 9/23: daß, "nachdem der Stab zum Himmel ausgereckt worden, Hagel entstand". 2. Mose 10/3-21: daß "durch den über die Erde ausgereckten Stab Heuschrecken hervorgebracht wurden". Weil die Hand, durch welche Macht bezeichnet wurde, die Hauptsache und der Stab das Werkzeug ist, darum "geschahen auch Wunder, als die Hand ausgereckt wurde": 2. Mose 10/12,13. 2. Mose 10/21,22: daß "nachdem die Hand zum Himmel erhoben worden, Finsternis über Ägyptenland kam". 2. Mose 14/21,26,27: "als die Hand ausgereckt wurde über das Meer Suph, durch den Ostwind das Meer ins Trockene verwandelt wurde, und als abermals die Hand ausgereckt wurde, die Wasser zurückkehrten". 2. Mose 17/5,6; 4. Mose 20/7-10: "als der Fels in Choreb geschlagen wurde durch den Stab, flossen Wasser heraus". 2. Mose 17/11,12: als Joschua gegen Amalek kämpfte, sprach Moses zu Joschua: "erwähle uns Männer, und ziehe aus, kämpfe mit Amalek; morgen werde ich stehen auf dem Haupt des Hügels, und der Stab Gottes wird in meiner Hand sein; und es geschah, wenn Moses aufhob seine Hand, hatte Israel die Oberhand, und wenn er gehen ließ seine Hand, hatte Amalek die Oberhand". Aus diesem wird augenscheinlich klar, daß der Stab wie die Hand die Macht und im höchsten Sinn die göttliche Allmacht des Herrn vorgebildet hat; und es geht hieraus auch deutlich hervor, daß zu selbiger Zeit die äußeren Dinge der Kirche aus Vorbildern bestanden, und daß die inwendigen, die solche geistige und himmlische Dinge sind, wie sie im Himmel sich finden, jenen entsprachen, und daß ihre Wirksamkeit daher kam. Hieraus erhellt auch, wie sehr diejenigen irren, die glauben, daß im Stab oder in der Hand Mose irgendeine Macht gewesen sei infolge von Einströmung. Daß der Stab Macht ist im geistigen Sinn, erhellt auch aus mehreren Stellen bei den Propheten, wie bei Jes.3/1: "Siehe, der Herr Jehovah Zebaoth entfernt aus Jerusalem Stab und Stecken, allen Stab des Brotes, und allen Stab des Wassers": Stab des Brotes bedeutet die Stütze und Macht aus dem Guten der Liebe, Stab des Wassers die Stütze und Macht vom Wahren des Glaubens her. Daß Brot das Gute der Liebe ist, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735; und Wasser das Wahre des Glaubens: Nr. 28, 680, 739, 2702, 3058, 3424. Stab des Brotes ebenso bei Hes.4/16; 5/16; 14/13; Ps.105/16. Ferner bei Jes.10/24,26: "Es sprach der Herr Jehovih Zebaoth, fürchte dich nicht, mein Volk, Bewohner Zions, vor Aschur, der mit der Rute dich schlagen wird, und den Stab aufheben wird über dich im Wege Ägyptens. Erwecken wird gegen ihn Jehovah eine Geißel gemäß der Plage Midians im Fels Oreb, und sein Stab ist auf dem Meer, den er erheben wird im Wege Ägyptens": hier bedeutet Stab eine solche Macht aus Vernünftelei und Wissenschaft, die diejenigen haben, die aus Wißtümlichem gegen die Wahrheiten des Glaubens vernünfteln und sie verkehren oder zunichte machen. Dies wird bezeichnet durch die Rute, womit Aschur schlagen wird, und durch den Stab, den er aufheben wird im Wege Ägyptens. Daß Aschur die Vernünftelei bezeichnet, sehe man Nr. 1186, und Ägypten die Wissenschaft: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Sach.10/11: "Niedergeworfen wird werden der Stolz Aschurs, und der Stab Ägyptens wird zurückweichen". Jes.36/6: "Verlassen hast du dich auf den Stab des zerstoßenen Rohrs, auf Ägypten; wenn sich auf ihn jemand stützt, so geht er in seine Hand, und durchbohrt sie": Ägypten (steht) für Wißtümliches, wie oben; Macht aus demselben in geistigen Dingen ist der Stab des zerstoßenen Rohrs; die Hand, in die er geht, und die er durchbohrt, ist die Macht aus dem Wort. Jes.14/5: "Zerbrochen hat Jehovah den Stab der Gottlosen, die Rute der Herrschenden": Stab und Rute offenbar für Macht. Jerem.48/17: "Traget Leid, alle Umgebungen Moabs, saget: wie ist doch zerbrochen der Stab der Stärke, der Stab der Zierde": Stab der Stärke (steht) für die Macht aus dem Guten, und der Stab der Zierde für die Macht aus dem Wahren. Hos.4/12: "Mein Volk fragt sein Holz, und sein Stab antwortet ihm, weil der Geist der Hurerei es verführt hat": das Holz fragen für Böses um Rat fragen; der Stab antwortet für das Falsche von daher, das Macht aus dem Bösen hat, das sie begründen; Geist der Hurerei für das Leben des Falschen aus dem Bösen. Ps.23/4: "Auch wenn ich wandle im Tale des Schattens, werde ich mich nicht fürchten vor dem Bösen, weil Du bei mir; Deine Rute und Dein Stab trösten mich": Deine Rute und Dein Stab für das göttlich Wahre und Gute, das Macht hat. Ps.125/3: "Nicht wird liegenbleiben der Stab der Gottlosigkeit auf dem Los der Gerechten". Ps.2/9: "Zerschmettern wirst Du sie mit eiserner Rute, wie Gefäße des Töpfers wirst Du sie zerschlagen": eiserne Rute bedeutet die Macht des geistig Wahren im Natürlichen; denn alles natürlich Wahre, in dem das geistig Wahre, hat Macht. Eisen ist das natürlich Wahre: Nr. 425, 426; Joh.Offenb.2/26,27: "Wer überwindet und bewahrt bis zum Ende Meine Werke, dem werde Ich geben Gewalt über die Völkerschaften, daß er sie weide mit eiserner Rute; wie Töpfergefäße werden sie zerschlagen werden"; und auch Joh.Offenb.12/5; 19/15. Weil der Stab die Macht des Wahren vorbildete, d.h. die Macht des Guten durch das Wahre, darum hatten die Könige Zepter, und die Zepter waren gebildet wie kurze Stäbe; denn durch die Könige wurde der Herr in Ansehung des Wahren vorgebildet. Das Königliche selbst bezeichnet das göttlich Wahre: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3670, 4581; das Zepter bezeichnet die Macht, die ihnen zukommt nicht vermöge der Würde, sondern vermöge des Wahren, das die Herrschaft führen soll, und kein anderes Wahre, als das aus dem Guten, somit hauptsächlich das göttlich Wahre, und bei den Christen der Herr, von Dem alles göttlich Wahre. 4877. "Und er gab es ihr", 1. Mose 38/18, bedeutet, somit (sei es) gewiß. Dies erhellt aus der Bedeutung des Pfandes, das Thamar sich ausbat, und das ihr gegeben wurde, sofern es das Gewisse bezeichnet, wovon Nr. 4872, 4873. 4878. "Und kam zu ihr", 1. Mose 38/18, bedeutet Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kommen oder eingehen zu einer", sofern es eine Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 4820, 4868, 4870. 4879. "Und sie empfing von ihm", 1. Mose 38/18, bedeutet die Aufnahme in solcher Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von empfangen, sofern es Aufnahme bezeichnet, wovon Nr. 3860, 3868, 3919; aber was für eine Aufnahme es ist, sehe man Nr. 4874. 4880. Vers 19-23: Und sie stand auf und ging, und legte ihren Schleier ab, und zog die Kleider ihrer Witwenschaft an. Und Jehudah sandte das Ziegenböcklein durch die Hand seines Genossen, des Adullamiters, zu empfangen das Pfand aus der Hand des Weibes, aber er fand sie nicht. Da fragte er die Männer ihres Ortes, und sprach: wo ist jene Buhlerin bei den Quellen an dem Wege? und sie sagten: es ist keine Buhlerin daselbst gewesen. Und er kam wieder zu Jehudah, und sprach: ich habe sie nicht gefunden, und auch die Männer des Ortes haben gesagt: es ist keine Buhlerin dort gewesen. Da sprach Jehudah: sie behalte es für sich, daß wir nicht etwa zur Verachtung werden; siehe, ich habe dieses Böcklein gesandt, aber du hast sie nicht gefunden. "Und sie stand auf" bedeutet Erhebung; "und ging" bedeutet Leben; "und legte ihren Schleier ab" bedeutet das Dunkle; "und zog die Kleider ihrer Witwenschaft an" bedeutet Einsicht; "und Jehudah sandte das Ziegenböcklein" bedeutet das eheliche Unterpfand; "durch die Hand seines Genossen, des Adullamiters" bedeutet durch das Falsche; "zu empfangen das Pfand aus der Hand des Weibes" bedeutet anstatt der äußeren Unterpfänder; "aber er fand sie nicht" bedeutet, weil kein ehelicher Sinn von seiner Seite vorhanden war; "da fragte er die Männer ihres Ortes, und sprach" bedeutet, daß die Wahrheiten um Rat gefragt wurden; "wo ist jene Buhlerin" bedeutet, ob es falsch; "bei den Quellen an dem Wege" bedeutet, daß es als wahr erschien; "und sie sagten" bedeutet das Innewerden von den Wahrheiten her; "es ist keine Buhlerin daselbst gewesen" bedeutet das Innewerden von den Wahrheiten her, daß es nicht falsch; "und er kam wieder zu Jehudah" bedeutet Reflexion; "und sprach: ich habe sie nicht gefunden" bedeutet, vom Falschen her könne dieses nicht entdeckt werden; "und auch die Männer des Ortes haben gesagt: es ist keine Buhlerin dort gewesen" bedeutet das Innewerden von den Wahrheiten her, daß es nicht falsch; "da sprach Jehudah: sie behalte es für sich" bedeutet, es sei ihm gleichgültig; "daß wir nicht etwa zur Verachtung werden" bedeutet, obwohl es zur Schande gereiche; "siehe, ich habe dieses Böcklein gesandt" bedeutet, es genüge, daß ein Pfand da sei; "aber du hast sie nicht gefunden" bedeutet, wenn keine eheliche Gesinnung da sei. 4881. "Und sie stand auf", 1. Mose 38/19, bedeutet Erhebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es irgendeine Erhebung bedeutet, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103. Die Erhebung, die durch aufstehen bezeichnet wird, bezeichnet im geistigen Sinn, von einem dunklen Zustand in einen helleren, mithin vom Zustand der Unwissenheit in den Zustand der Einsicht; denn so wird der Mensch vom Zustand des Weltlichtes in den Zustand des Himmelslichtes erhoben. 4882. "Und ging", 1. Mose 38/19, bedeutet leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es ist leben, wovon Nr. 3335, 3690. Daß gehen im inneren Sinn leben bedeutet, erscheint zwar ziemlich entfernt oder abgezogen von den Denkvorstellungen, in denen der Mensch ist, und zwar aus dem Grund, weil der Mensch im Raum und in der Zeit ist und von ihnen aus die Vorstellungen seines Denkens gebildet hat, wie z.B. die Vorstellung von gehen, fortschreiten, reisen, in der Fremde sein, sich bewegen; weil dieses im Raum geschieht und auch in der Zeit, und daher der Raum und die Zeit in den Vorstellungen davon liegen, deswegen kann der Mensch nicht leicht begreifen, daß dadurch Lebenszustände bezeichnet werden. Wenn aber die Vorstellung davon beseitigt oder ausgezogen wird, dann tritt das Geistige hervor, das bezeichnet wird; denn in der geistigen Welt oder im Himmel kommt nichts Räumliches und Zeitliches in die Vorstellungen hinein, sondern statt dessen das, was dem Zustand des Lebens angehört: Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3356, 3404, 3827, 4814. Es scheint zwar den Geistern und Engeln, daß sie auch von einem Ort zum anderen fortschreiten und sich bewegen, und zwar ganz wie es den Menschen vorkommt; aber dennoch sind es die Veränderungen des Lebenszustandes, die jenen Schein hervorbringen; und es scheint auch ihnen, ebenso wie den Menschen, daß sie von sich leben, während sie doch nicht von sich leben, sondern vom Göttlichen des Herrn, von Dem das Ganze des Lebens. Diese Scheinbarkeiten werden, wenn sie bei den Engeln vorkommen, wirklich (reales) genannt, weil es scheint, als ob sie wirklich existierten. Zuweilen habe ich mit den Geistern von diesen Scheinbarkeiten geredet. Die, welche nicht im Guten sind, mithin auch nicht im Wahren, wollen nicht hören, es sei nur Schein, daß sie von sich leben, denn sie wollen, daß sie von sich leben; aber außerdem, daß ihnen durch lebendige Erfahrung gezeigt wurde, daß sie nicht von sich leben, und daß die Fortschreitungen von einem Ort zum anderen Veränderungen und Fortschreitungen des Lebenszustandes seien, wurde ihnen auch gesagt, es könne ihnen genügen, daß sie nicht anders wüßten, als daß sie ihr Leben aus sich selber hätten; sie könnten auch nicht mehr haben, wenn dasselbe in ihnen aus ihnen selber wäre; dennoch sei es besser, zu wissen, wie sich die Sache verhalte, weil sie dann im Wahren seien; und wenn im Wahren, dann seien sie auch im Licht des Himmels, denn das Licht des Himmels ist das Wahre selbst, das vom Göttlichen des Herrn. Dann würden sie auch kein Gutes sich selbst beimessen, auch das Böse werde ihnen so nicht ankleben. Die Engel sind in jenem Wahren, nicht nur mit dem Wissen, sondern auch mit dem Innewerden. Daß Zeiten und Räume in der geistigen Welt Lebenszustände sind und daß das Ganze des Lebens vom Herrn ist, kann aus folgender Erfahrung erhellen: ein jeder Geist und Engel sieht zur Rechten Gute und zur Linken Böse, und zwar nach welcher Himmelsgegend er sich auch wendet. Schaut er gegen Osten, so erscheinen ihm die Guten und die Bösen, ebenso wenn gegen Westen, und auch, wenn er gegen Mittag oder Mitternacht zu (schaut). Das ist der Fall bei einem jeden Geist oder Engel, so daß, wenn es zwei wären, und einer davon schaute ostwärts und der andere abendwärts, so würden dennoch beiden die Guten zur Rechten und die Bösen zur Linken erscheinen. Ebenso erscheint es denen, die entfernt sind von denen, die gesehen werden, und wenn sie auch im Rücken von diesen sich befänden. Hieraus kann man offenbarlich schließen, daß das Ganze des Lebens vom Herrn oder daß der Herr im Leben eines jeden ist, denn der Herr erscheint dort als Sonne, und zu Seiner Rechten sind die Guten oder die Schafe, und zu Seiner Linken sind die Bösen oder die Böcke; daher findet das gleiche bei einem jeden statt, aus dem angegebenen Grund, weil der Herr das Ganze des Lebens ist. Dies kann dem Menschen nicht anders denn als widersinnig erscheinen, weil der Mensch, solange er in der Welt ist, Vorstellungen aus weltlichen Dingen hat, folglich aus Raum und Zeit; hingegen in der geistigen Welt, wie oben gesagt, sind keine Vorstellungen aus Raum und Zeit, sondern aus dem Zustand der Neigungen und daher Gedanken. Dies ist auch der Grund, warum Räume und Zeiten im Wort Zustände bedeuten. 4883. "Und legte ihren Schleier ab", 1. Mose 38/19, bedeutet das Dunkle, nämlich daß es zerstoben sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich bedecken mit einem Schleier", sofern es heißt die Wahrheit verdunkeln, wovon Nr. 4859; daher bedeutet den Schleier abtun, jenes Dunkle zerstieben. 4884. "Und zog die Kleider ihrer Witwenschaft an", 1. Mose 38/19, bedeutet die Einsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Witwe, sofern sie den bezeichnet, der im Wahren ohne das Gute ist, aber dennoch das Verlangen hat, durchs Gute geleitet zu werden, wovon Nr. 4844; und aus der Bedeutung der Kleider, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 297, 2576, 4545, 4763. Daß dieses zusammengenommen Einsicht bedeutet, hat den Grund, weil nichts anderes als die Wahrheiten die Einsicht bilden; denn die, welche in den Wahrheiten sind aus dem Guten, sind in der Einsicht. Das verständige Gemüt ist nämlich durch Wahrheiten aus dem Guten im Lichte des Himmels, und das Licht des Himmels ist Einsicht, weil es das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten ist. Ferner, daß die Kleider der Witwenschaft anziehen hier die Einsicht bedeutet, kommt daher, daß Witwe im echten Sinn ist, wer im Wahren ist und das Verlangen hat, durch das Gute ins Wahre der Einsicht geleitet zu werden, wie auch Nr. 4844 gezeigt wurde, somit in die Einsicht. Damit man wissen möge, wie es sich mit diesem verhält, soll es mit wenigen Worten erklärt werden: Das Wahre beim Menschen ist nicht das Wahre der Einsicht, denn das Wahre hat kein Leben von sich selber, sondern vom Guten, und dann hat das Wahre Leben vom Guten, wenn der Mensch nach dem Wahren lebt, denn alsdann ergießt es sich in das Wollen des Menschen, und vom Wollen in sein Tun, somit in den ganzen Menschen. Das Wahre, das der Mensch bloß weiß oder begreift, bleibt außerhalb seines Willens, somit außerhalb seines Lebens, denn das Wollen des Menschen ist sein Leben; wenn aber der Mensch es will, dann ist das Wahre auf der Schwelle (in limine) seines Lebens. Hingegen wenn er aus dem Wollen dasselbe tut, dann ist das Wahre im ganzen Menschen; und wenn er dasselbe häufig tut, dann kehrt es nicht bloß aus Gewohnheit wieder, sondern auch aus Neigung und so aus freiem (Trieb). Es erwäge doch, wer Lust dazu hat, ob den Menschen etwas durchdringen kann, wenn er es nicht aus dem Wollen heraus tut. Was er bloß denkt und nicht tut, und noch mehr, was er denkt und nicht tun will, das ist nirgends anders als außerhalb des Menschen, und wird auch zerstoben wie Spreu vom kleinsten Wind, und wird auch so zerstoben im anderen Leben. Hieraus kann er wissen, was Glauben ist ohne Werke. Aus diesem wird nun klar, was das Wahre der Einsicht sei, daß es nämlich das Wahre ist, das vom Guten (kommt), das Wahre wird gesagt vom Verstand und das Gute vom Willen, oder was gleich, das Wahre ist Sache der Lehre und das Gute ist Sache des Lebens. 4885. "Und Jehudah sandte das Ziegenböcklein"; 1. Mose 38/20, bedeutet das eheliche Unterpfand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ziegenböckleins, sofern es ist das Pfand der ehelichen Liebe oder das Pfand der Verbindung, wovon Nr. 4871. 4886. "Durch die Hand seines Genossen, des Adullamiters", 1. Mose 38/20, bedeutet durch das Falsche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Chiras, des Adullamiters, welcher der Genosse Jehudahs war, sofern er das Falsche ist, wovon Nr. 4817, 4854. 4887. "Zu empfangen das Pfand aus der Hand des Weibes", 1. Mose 38/20, bedeutet anstatt der äußeren Unterpfänder. Dies erhellt aus der Bedeutung des Siegels, der Schnur und des Stabes, welche das Pfand waren, sofern es Unterpfänder des äußeren oder natürlichen Menschen, somit äußere Unterpfänder sind, wovon Nr. 4874 4888. "Aber er fand sie nicht", 1. Mose 38/20, bedeutet, weil kein ehelicher Sinn von seiner, nämlich Jehudahs Seite da war, denn er ging zu ihr ein nicht als zu einer Gattin, sondern als zu einer Buhldirne; deshalb wollte auch Thamar das Ziegenböcklein nicht, durch welches das eheliche Unterpfand bezeichnet wurde: Nr. 4885; und es war nicht einmal ein echter ehelicher Sinn auf Seiten der Thamar vorhanden, denn es war (eine Verbindung) der Schnur mit den Schwäher unter dem Vorwand des Levirats, dies wird bezeichnet dadurch, daß er sie nicht fand. 4889. "Da fragte er die Männer ihres Ortes", 1. Mose 38/21, bedeutet, daß die Wahrheiten um Rat gefragt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es ist sich Rat erholen, und aus der Bedeutung der Männer, sofern sie Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 265, 749, 1007, 3134, 3309. Die Männer des Ortes sind die Wahrheiten, betreffend den Zustand jener Sache, denn der Ort bezeichnet den Zustand: Nr. 2625, 2837, 3356, 3387. 4890. "Wo ist jene Buhlerin", 1. Mose 38/21, bedeutet, ob es Falsches sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Buhlerin oder Hure, sofern sie das Falsche ist, wovon Nr. 4865. 4891. "Bei den Quellen an dem Wege", 1. Mose 38/21, bedeutet, daß es als wahr erschien. Dies erhellt aus der Bedeutung der Quellen, sofern sie die Wahrheiten der Kirche sind, wovon Nr. 2702, 3096, 3424, 4861; an dem Weg wird gesagt, weil der Weg vom Wahren und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen gesagt wird: Nr. 627, 2333, 3123, 3142; und weil gefragt wird, "wo jene Buhlerin bei den Quellen an dem Wege", so wird bezeichnet, ob das, was als wahr erschien, falsch sei. 4892. "Und sie sagten", 1. Mose 38/21, bedeutet das Innewerden von den Wahrheiten her. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es heißt innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509. Daß es das Innewerden von den Wahrheiten her ist, hat den Grund, weil es die Männer des Ortes sagten; daß die Männer des Ortes Wahrheiten sind, sehe man Nr. 4889. HG 4893 4893. "Es ist keine Buhlerin daselbst gewesen", 1. Mose 38/21, bedeutet, daß es nicht falsch. Dies erhellt aus der Bedeutung der Buhlerin oder der Hure, sofern sie das Falsche ist, wie Nr. 4890. Was diese Sätze, die bisher den Wortbedeutungen nach erklärt wurden, im Zusammenhang in sich schließen, kann einigermaßen aus dem erhellen, was Nr. 4865, 4868, 4874 gesagt wurde; und außerdem sind es solche Sachen, die nicht begriffen werden können, wenn man nicht weiß, was für eine Verbindung zwischen dem inwendigen und dem auswendigen Wahren der jüdischen Kirche ist, sowohl von seiten des inwendigen Wahren, das durch Thamar vorgebildet wird, als von seiten des auswendigen Wahren, das durch Jehudah vorgebildet; dieses würde, weil es unter die unbekannten Dinge gehört, wenn es weiter erklärt würde, in Schatten, somit in keine Verstandesvorstellung fallen, denn der Verstand, der das Sehvermögen des inwendigen Menschen ist, hat sein Licht und seinen Schatten. In seinen Schatten fällt, was nicht mit demjenigen übereintrifft, wovon er früher irgendeine Kenntnis hatte, aber dennoch geht alles dieses, was im Zusammenhang steht, mit unzähligem, was vom Menschen nicht begriffen werden kann, deutlich in das Verstandeslicht der Engel ein. Hieraus erhellt, wie beschaffen und wie groß beziehungsweise die Engeleinsicht ist. 4894. "Und er kam wieder zu Jehudah", 1. Mose 38/22, bedeutet die Reflexion. Dies kann daraus erhellen, daß durch den Adullamiter, den Genossen Jehudahs, das Falsche bezeichnet wird: Nr. 4817, 4854, 4886, und wenn vom Falschen gesagt wird, daß es wiederkomme und berichte, wie hier der Genosse Jehudahs, was sich zugetragen habe, so wird nichts anderes bezeichnet als Besinnung und Reflexion, wie es sich verhalte. 4895. "Und sprach: ich habe sie nicht gefunden", 1. Mose 38/22, bedeutet, vom Falschen her könne dieses nicht entdeckt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ich habe nicht gefunden", sofern es heißt nicht entdeckt haben, und weil das der Adullamiter sagt, durch den das Falsche bezeichnet wird, wie Nr. 4894, so folgt daraus, daß durch "er sprach: ich habe sie nicht gefunden", bezeichnet wird, das Falsche habe das nicht entdecken können, oder vom Falschen könne das nicht entdeckt werden. 4896. "Und auch die Männer des Ortes haben gesagt: es ist keine Buhlerin dort gewesen", 1. Mose 38/22, bedeutet das Innewerden von den Wahrheiten her, daß es nicht falsch sei. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4892, 4893 vorkommt, wo die gleichen Worte. 4897. "Da sprach Jehudah: sie behalte es für sich", 1. Mose 38/23, bedeutet, es sei ihm gleichgültig. Dies kann erhellen aus der in diesen Worten sich ausdrückenden Gefühlsstimmung, sofern es Unwillen und daher Gleichgültigkeit ist. 4898. "Daß wir nicht etwa zur Verachtung werden", 1. Mose 38/23, bedeutet, obwohl es zur Schande gereiche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zur Verachtung sein", sofern es bezeichnet, zur Schande gereichen. 4899. "Siehe, ich habe dieses Böcklein gesandt", 1. Mose 38/23, bedeutet, es genüge, daß ein Pfand da sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ziegenböckleins, sofern es das Unterpfand der ehelichen Liebe oder der Verbindung ist, wovon Nr. 4871. Hier bloß Pfand, weil das Böcklein nicht angenommen wurde, aus dem früher angegebenen Grunde, weil keine eheliche Gesinnung da war; und weil dieser Grund obwaltete, deswegen wird durch "aber du hast sie nicht gefunden", bezeichnet, wenn auch keine eheliche Gesinnung da ist. Dies ergibt sich aus der Gleichgültigkeit, wovon Nr. 4897. Dieses weiter zu erklären, unterläßt man aus dem Nr. 4893 angegebenen Grund, daß es nämlich in den Schatten des Verstandes fallen würde, und was in diesen Schatten (eingeht), fällt auch ins Nichtglauben: z.B. daß eine eheliche Gesinnung da sein muß, wenn eine Kirche sein soll, nämlich ein eheliches Verhältnis zwischen dem Wahren und Guten, wie auch, daß ein Inwendiges sein muß im Äußeren, und daß ohne diese beiden Stücke nichts Kirchliches vorhanden ist. Wie sich diese Dinge in der jüdischen Kirche verhielten, davon wird hier im inneren Sinn gehandelt, daß nämlich in Beziehung auf jene Völkerschaft nichts Inwendiges im Äußeres gewesen sei, aber daß dennoch ein solches in Beziehung auf die Satzungen und Gesetze selbst, abgesehen von der Völkerschaft, vorhanden gewesen sei. Wer glaubt heutzutage anderes, als daß bei der jüdischen Völkerschaft die Kirche gewesen, ja daß jene Völkerschaft die vor den übrigen auserwählte und geliebte gewesen sei, und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil so viele und so große Wunder bei ihr geschehen sind, und weil so viele Propheten zu ihr gesandt wurden, wie auch, weil das Wort bei ihr gewesen ist, während doch jene Völkerschaft nichts Kirchliches in sich gehabt, denn sie war in keiner Liebtätigkeit. Was echte Liebtätigkeit sei, wußte sie gar nicht. Sie war auch in keinem Glauben an den Herrn; sie wußte zwar, daß Er kommen werde, aber nur, um sie über alle in der ganzen Welt zu erheben, und weil dieses nicht geschah, verwarf sie Ihn ganz. Von Seinem himmlischen Reiche wollte sie nichts wissen. Diese Dinge, die das Inwendige der Kirche bilden, hat jene Völkerschaft nicht einmal mit der Lehre, geschweige mit dem Leben anerkannt. Schon hieraus kann man schließen, daß nichts Kirchliches in jener Völkerschaft gewesen ist. Etwas anderes ist es, wenn die Kirche bei einer Völkerschaft ist, und etwas anderes, wenn die Kirche in einer Völkerschaft ist, wie z.B.: Die christliche Kirche ist bei denen, die das Wort haben und aus der Lehre den Herrn predigen, aber dennoch ist nichts Kirchliches in ihnen, wenn sie nicht in der Ehe des Guten und Wahren sind, d.h., wenn nicht in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und daher im Glauben, somit wenn nicht Inwendiges der Kirche im Äußeren ist. In denjenigen, die bloß in dem vom Inwendigen getrennten Äußeren sind, ist die Kirche nicht, auch in denen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, ist die Kirche nicht. Die den Herrn anerkennen aus der Lehre, aber nicht mit dem Leben, in denen ist ebenfalls die Kirche nicht. Hieraus wird klar, daß es ein anderes ist, wenn die Kirche bei einer Völkerschaft ist, und ein anderes, wenn sie in einer Völkerschaft ist. Im inneren Sinn ist in diesem Kapitel von der Kirche bei der jüdischen Völkerschaft und in jener Völkerschaft die Rede. Von welcher Art die Kirche bei jener Völkerschaft war, wird durch die Verbindung der Thamar mit Jehudah unter dem Vorwand des Levirats beschrieben, und von welcher Art die Kirche in jener Völkerschaft war, durch die Verbindung Jehudahs mit der Thamar wie mit einer Hure. Aber näher darauf einzugehen, wird unterlassen, aus dem oben angegebenen Grunde, denn es würde in den Schatten des Verstandes fallen. Daß der Schatten des Verstandes in diesen Dingen herrscht, kann daraus erhellen, daß heutzutage kaum jemand weiß, was das Inwendige der Kirche ist: daß es die Liebtätigkeit gegen den Nächsten im Wollen und vermöge des Wollens im Tun und dadurch der Glaube im Innewerden ist, wer weiß das? Wenn man das nicht weiß, noch mehr, wenn man es leugnet, wie es bei denjenigen der Fall ist, die den Glauben ohne Liebtätigkeitswerke für den seligmachenden erklären, in welchen Schatten würde nicht dasjenige fallen, was von der Verbindung des Inwendigen mit dem Äußeren der Kirche bei der jüdischen Völkerschaft und in jener Völkerschaft hier im inneren Sinn gesagt wird? Die, welche nicht wissen, daß dieses das Inwendige und so das Wesentliche der Kirche ist, stehen sehr weit entfernt von der ersten Stufe, solches zu verstehen, mithin von unzähligem und Unaussprechlichem, was im Himmel ist, wo das, was der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten angehört, das Ganze des Lebens, mithin das Ganze der Weisheit und Einsicht ist. 4900. Vers 24-26: Und es geschah etwa nach drei Monaten, da ward dem Jehudah gesagt: Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben, und siehe, schwanger ist sie geworden durch Buhlerei. Da sprach Jehudah: führet sie hinaus, daß sie verbrannt werde. Da wurde sie hinausgeführt und schickte zu ihrem Schwäher und ließ ihm sagen: von dem Mann, dem dieses gehört, bin ich schwanger; und sprach: erkenne doch, wessen dieser Siegelring, und diese Schnur, und dieser Stab ist. Und Jehudah erkannte es und sprach: gerechter ist sie, als ich, denn darum widerfährt mir dieses, weil ich sie nicht gegeben habe Schelah, meinem Sohne; und hinfort erkannte er sie nicht mehr. "Und es geschah etwa nach drei Monaten" bedeutet einen neuen Zustand; "da ward dem Jehudah gesagt" bedeutet Mitteilung; "Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben" bedeutet das Innewerden alsdann, (es sei falsch), daß ein eheliches Verhältnis mit unterlaufe; "und siehe, schwanger ist sie geworden durch Buhlerei" bedeutet, es sei falsch, daß daraus etwas hervorgebracht werden könne; "da sprach Jehudah" bedeutet das Urteil aus der Religion, in der die jüdische Völkerschaft war; "führet sie hinaus, daß sie verbrannt werde" bedeutet, es soll ausgerottet werden; "da wurde sie hinausgeführt" bedeutet, nahe an der Vollstreckung; "und schickte zu ihrem Schwäher" bedeutet Kundgebung; "und ließ ihm sagen: von dem Mann, dem dieses gehört, bin ich schwanger" bedeutet, in ihrer Religion sei solches enthalten; "und sprach: erkenne doch, wessen dieser Siegelring, und diese Schnur, und dieser Stab ist" bedeutet, daß dies aus den Pfändern erkannt werden sollte; "und Jehudah erkannte es" bedeutet, daß er es bejahte, weil es sein eigen war; "und sprach: gerechter ist sie, als ich" bedeutet eine Verbindung des Äußeren mit dem Inwendigen bestehe nicht, wohl aber des Inwendigen mit dem Äußeren; "denn darum widerfährt mir dieses, weil ich sie nicht gegeben habe Schelah, meinem Sohne" bedeutet, weil das Äußere so beschaffen sei; "und hinfort erkannte er sie nicht mehr" bedeutet, keine Verbindung weiter. HG 4901 4901. "Und es geschah etwa nach drei Monaten", 1. Mose 38/24, bedeutet einen neuen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es das Erfüllte bezeichnet, und daher das Letzte und zugleich das Erste oder das Ende und zugleich den Anfang, wovon Nr. 1825, 2788, 4495; und aus der Bedeutung des Monats, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 3814; denn alle Zeiten bedeuten im inneren Sinn Zustände, als: Stunde, Tag, Woche, Monat, Jahr, Zeitlauf, und auch die Zeiten der Zeiten, als: Mittag, Abend, Nacht, Morgen, das die Tageszeiten sind, wie auch Sommer, Herbst, Winter, Frühling, das die Jahreszeiten sind, und auch die Lebenszeiten, als: Kindheit und Knabenalter, Jugend, reiferes Alter, Greisenalter. Dieses alles und mehreres bedeutet Zustände; was für Zustände sind, sehe man Nr. 4850. Daß die Zeiten Zustände bedeuten, hat den Grund, weil es im anderen Leben keine Zeiten gibt; es erscheint zwar ein Fortschreiten des Lebens der Geister und Engel in der Zeit, aber es findet kein Denken daraus statt, wie es bei den Menschen in der Welt der Fall ist, sondern man denkt aus den Zuständen des Lebens, und zwar ohne den Begriff der Zeiten. Eine Ursache davon ist auch, weil ihre Lebensperioden nicht in Altersstufen unterschieden sind, denn dort altern sie nicht, und weil dort keine Tage und Jahre sind, da die Sonne dort, welche der Herr ist, immer aufgeht und gar nicht untergeht, daher kommt es, daß kein Zeitbegriff in ihre Gedanken eingeht, sondern der Begriff des Zustands und seiner Fortentwicklungen. Aus denjenigen Dingen, die sind und ins Dasein treten vor den Sinn, werden die Begriffe gefaßt. Dies muß als widersinnig erscheinen, aber nur aus dem Grund, weil den einzelnen Vorstellungen des Denkens, die der Mensch hat, immer etwas von Zeit und Raum anklebt, danach gestaltet sich sein Gedächtnis und seine Wiedererinnerung, und danach auch sein niederes Denken, dessen Vorstellung materielle genannt werden. Aber dasjenige Gedächtnis, aus dem solche Vorstellungen kommen, ruht im anderen Leben, dort befindet man sich im inwendigeren Gedächtnis und in dessen Denkvorstellungen. Das Denken aus diesem Gedächtnis hat nichts zu schaffen mit Zeiten und Räumen, sondern an deren Statt mit Zuständen und deren Fortentwicklungen. Daher kommt es auch, daß sie entsprechen, und daß, weil sie entsprechen, die Zeiten im Wort Zustände bezeichnen. Daß der Mensch ein auswendigeres Gedächtnis hat, das ihm im Leibe eigen ist, und auch ein inwendigeres Gedächtnis, das seinem Geist eigen ist, sehe man Nr. 2469-2494. Daß "etwa nach drei Monaten" einen neuen Zustand bezeichnet, hat den Grund, weil durch die Monate, in die auch die Zeiten in der Welt unterschieden sind, ein Zustand bezeichnet wird, und weil, wie oben gesagt, durch drei das Letzte und zugleich das Erste, oder das Ende und zugleich der Anfang bezeichnet wird. Weil in der geistigen Welt ein fortwährendes Fortschreiten der Zustände vom einen in den anderen, folglich im Letzten oder dem Ende eines jeden Zustandes das Erste oder der Anfang, und daher ein Fortwährendes liegt, deswegen wird durch "etwa nach drei Monaten" ein neuer Zustand bezeichnet. Ebenso verhält es sich auch in der Kirche, welche die geistige Welt oder das Reich des Herrn auf Erden ist. Das Letzte der Kirche bei einer Völkerschaft ist immer der Kirche Erstes bei einer anderen. Weil das Letzte so sich fortsetzt in das Erste, deswegen wird einigemal in Beziehung auf den Herrn gesagt, Er sei der Letzte und der Erste, wie Jes.41/4; 44/6; Joh.Offenb.21/6; 22/13, und wird dadurch im bezüglichen Sinn das Fortdauernde und im höchsten Sinn das Ewige bezeichnet. 4902. "Da ward dem Jehudah gesagt", 1. Mose 38/24, bedeutet Mitteilung. Dies erhellt aus der Bedeutung von angesagt werden, sofern es eine Mitteilung ausdrückt, wovon Nr. 4856. 4903. "Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben", 1. Mose 38/24, bedeutet das Innewerden alsdann, es sei falsch, daß ein eheliches Verhältnis mitunterlaufe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 4892; aus der Bedeutung von "Buhlerei treiben", sofern es das Falsche ist, wovon Nr. 2466, 2729, 3399, 4865; aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, sofern sie das Inwendige der vorbildlichen Kirche ist, wovon Nr. 4864, und aus der Bedeutung der Schnur, sofern sie das Wahre der Kirche ist, wovon Nr. 4843, 4869. Daher wird durch die Worte "Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben", bezeichnet das Innewerden alsdann, es sei falsch, daß ein eheliches Verhältnis mitunterlaufe. Wie sich dieses im Zusammenhang verhält, sehe man Nr. 4864, 4865, 4866; daß nämlich die jüdische Völkerschaft vermöge ihrer Religion das Inwendige der Kirche nur als eine Hure, und die Predigt desselben und das Leben danach als eine Hurerei betrachtet habe; denn die, welche bloß im Äußeren ohne das Inwendige sind, sehen das Inwendige der Kirche nicht anders an, denn sie nennen falsch, was wahr ist, und wahr, was falsch ist. Dies kommt daher, weil niemand bloß vom Äußeren aus sehen kann, ob etwas falsch oder wahr sei, sondern vom Inwendigen aus. Nur das inwendige Gesicht kann über das urteilen, was dem äußeren Gesicht angehört, und um über das zu urteilen, was dem äußeren Gesicht angehört, muß das innere Gesicht (oder Auge) schlechterdings im Lichte des Himmels sein, und im Himmelslicht ist es nur dann, wenn es im Glauben an den Herrn ist, und aus diesem Glauben das Wort liest. Daß die jüdische Völkerschaft im Äußeren ohne das Inwendige war, und darum glaubte, das Wahre sei falsch und umgekehrt, wird augenscheinlich klar aus ihrer Lehre, daß man den Feind hassen dürfe, und auch aus ihrem Leben, sofern sie alle haßten, die nicht von ihrer Religion waren; und weil sie sogar glaubten, sie täten dem Jehovah ein Wohlgefallen und einen Dienst, wenn sie die Heiden unmenschlich und grausam behandelten, nämlich ihre Leiber, wenn sie hingemordet waren, den wilden Tieren und Vögeln zum Fraß übergaben, sie lebendig zersägten, mit eisernen Dreschflegeln und Beilen zerhauten, in einen Ziegelofen warfen: 2.Sam.12/31; ja es war sogar nach ihrer Lehre erlaubt, einen Genossen beinahe ebenso zu behandeln, der wegen irgendeiner Ursache als Feind erklärt worden war. Hieraus kann genugsam erhellen, daß in ihrer Religion nichts Inwendiges war; wenn man ihnen damals gesagt hätte, solches sei gegen des Inwendige der Kirche, hätten sie geantwortet, das sei falsch. Daß sie bloß im Äußeren waren und gar nicht wußten, was das Inwendige sei, und daß sie im Leben gegen das Inwendige handelten, geht auch aus dem hervor, was der Herr lehrt bei Matth.5/21-48. 4904. "Und siehe, schwanger ist sie geworden durch Buhlerei", 1. Mose 38/24, bedeutet, (es sei auch falsch) daß daraus etwas hervorgebracht werden könne. Dies erhellt aus der Bedeutung von "im Mutterleib tragen oder schwanger sein", sofern es bezeichnet, etwas hervorbringen, denn durch Samen wird bezeichnet das Wahre des Glaubens, und durch Empfängnis die Aufnahme desselben; Daher wird durch "im Mutterleib tragen oder schwanger sein" bezeichnet hervorbringen; und aus der Bedeutung der Buhlerei, sofern sie das Falsche bezeichnet, nämlich nach ihrer Religion, wie Nr. 4903. Hieraus wird klar, daß durch "Thamar, deine Schnur, hat Buhlerei getrieben, und siehe, schwanger ist sie durch ihre Hurerei", bezeichnet wird das Innewerden, es sei falsch, daß ein eheliches Verhältnis mitunterlaufe, und daß daraus etwas hervorgebracht werden könne. Wenn hervorgebracht werden von der Kirche gesagt wird, so ist es das Gute, das durch das Wahre hervorgebracht wird, und dann wird es hervorgebracht, wenn das Wahre durch den Verstand übergeht in den Willen, und vom Willen ins Tun, denn der Same ist, wie oben gesagt, das Wahre des Glaubens, und Empfängnis ist die Aufnahme, und eine Aufnahme findet dann statt, wenn das Wahre, das dem Verstand angehört, übergeht ins Gute, das dem Willen angehört, oder wenn das Wahre, das Sache des Glaubens ist, übergeht ins Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, und wenn es im Willen ist, ist es in seinem Mutterleib, und dann erst wird es hervorgebracht; und wenn der Mensch durch das Tun im Guten ist, d.h., wenn er vermöge des Willens, somit aus Lust und Freiheit das Gute hervorbringt, dann geht es aus dem Mutterleib heraus und wird geboren. Dies wird auch verstanden durch wiedergeboren oder von neuem geboren werden. Hieraus wird klar, was im geistigen Sinn durch schwanger sein bezeichnet wird. Hier aber das Gegenteil, daß nämlich nichts Gutes hervorgebracht werden könne, denn jene Völkerschaft, von der hier die Rede ist, war in keinem Wahren, weil in keinem Inwendigen der Kirche, sondern im Falschen. Daß wiedergeboren oder von neuem geboren werden, d.h. ein inwendiger Mensch werden, jener Völkerschaft etwas ganz Unbekanntes war, mithin ihr das wie eine Hure erschien, kann man an Nikodemus sehen, der ein Oberster der Juden war: Joh.3/1-13, denn er sagte: "wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er ein Greis ist? kann er in den Leib seiner Mutter zum zweiten Mal eingehen?". Es ist bekannt, daß der Herr die inwendigen Dinge Seines Reiches und der Kirche aufgeschlossen hat, gleichwohl aber waren jene inwendigen Dinge (schon) den Alten bekannt, z.B. daß der Mensch wiedergeboren werden müsse, um ins Leben eingehen zu können; daß er dann den alten Menschen, d.h. die Triebe der Selbst- und Weltliebe mit ihren Begierden ablegen und einen neuen, d.h. die Liebe gegen den Nächsten und zu Gott anziehen müsse; sodann daß im Wiedergeborenen der Himmel sei, und mehreres, was inwendige Dinge sind. Dieses wußten die Angehörigen der Alten Kirche; aber sie wurden durch auswendige Dinge, die Vorbilder waren, dazu angeleitet; weil aber solches bei der jüdischen Völkerschaft verlorengegangen war, darum hat der Herr dasselbe gelehrt, aber die Vorbilder selbst abgeschafft, weil der größte Teil derselben auf Ihn zielte, denn das Bild muß verschwinden, wenn die leibhafte Gestalt selbst erscheint. Er hat daher eine neue Kirche gestiftet, die nicht wie die frühere durch Vorbilder zu den inwendigen Dingen hingeleitet werden, sondern sie ohne Vorbilder erkennen sollte; und an deren Statt hat Er bloß einige äußerliche (Gebräuche) angeordnet, nämlich die Taufe und das heilige Abendmahl. Die Taufe, damit man durch dieselbe gedenken soll der Wiedergeburt, und das heilige Abendmahl, damit man durch dasselbe gedenken soll des Herrn und Seiner Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, und der Gegenliebe des Menschen zu Ihm. Dies wurde gesagt, damit man wisse, die inwendigen Dinge der Kirche, die der Herr gelehrt hat, seien den Alten bekannt gewesen, aber bei der jüdischen Völkerschaft ganz verlorengegangen, (und zwar) so sehr, daß sie nur als falsch (und irrig) angesehen wurden. HG 4905 4905. "Da sprach Jehudah", 1. Mose 38/24, bedeutet das Urteil aus der Religion, in der die jüdische Völkerschaft war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er die Religion der jüdischen Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 4864. Daß es das Urteil von diesem Standpunkt aus bedeutet, wird aus dem nun Folgenden klar. 4906. "Führet sie hinaus, daß sie verbrannt werde", 1. Mose 38/24, bedeutet, es soll ausgerottet werden, nämlich das Inwendige der Kirche, das durch Thamar vorgebildet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie hinausführen und verbrennen", sofern es heißt ausrotten. Hinausführen wird gesagt vom Wahren, und verbrennen vom Guten, das ausgerottet werden soll. Daß verbrennen von der Ausrottung des Guten gesagt wird, erhellt aus mehreren Stellen im Wort; dies kommt daher, weil das Feuer und die Flamme im geistigen Sinn das Gute bezeichnen, und daher Wärme die Neigung zum Guten; und im entgegengesetzten Sinn Feuer und Flamme das Böse, und daher Wärme die Neigung zum Bösen bezeichnet: Nr. 1297, 1861, 2446. Das Gute ist auch wirklich ein geistiges Feuer, aus dem die geistige Wärme kommt, die belebt, und das Böse ist ein Feuer und daher eine Wärme, die verzehrt. Daß das Gute der Liebe ein geistiges Feuer ist, und die Neigung zu jenem Guten eine geistige Wärme kann demjenigen, der aufmerkt und nachdenkt, einleuchten, denn wenn er nachdenkt, woher der Mensch das Feuer und die Wärme seines Lebens hat, so wird er finden, daß es aus der Liebe kommt, denn sobald die Liebe aufhört, so erkaltet der Mensch auch, und je mehr er in der Liebe ist, desto mehr erwärmt er. Würde die Lebenskraft des Menschen nicht aus dieser Quelle kommen, so könnte er schlechterdings kein Leben haben. Aber dieses Feuer oder die geistige Wärme, die das Leben macht, wird zu einem verbrennenden und verzehrenden Feuer bei den Bösen, denn es verwandelt sich bei ihnen in ein solches. Bei den vernunftlosen Tieren fließt ebenfalls geistige Wärme ein und macht Leben, aber ein Leben gemäß der Aufnahme in ihren organischen Formen; daher sind ihnen Kenntnisse und Triebe angeboren, wie den Bienen und den übrigen. 4907. "Da wurde sie hinausgeführt", 1. Mose 38/25, bedeutet, (es sei) nahe an der Vollstreckung (gewesen), nämlich daß es ausgerottet werden sollte. Dies kann erhellen aus der Bedeutung von hinausgeführt und verbrannt werden, sofern es bezeichnet, ausgerottet werden, wovon Nr. 4906, darum heißt hier "sie wurde hinausgeführt zum Verbrennen", es sei nahe an der Vollstreckung (gewesen), daß es ausgerottet wurde. 4908. "Und schickte zu ihrem Schwäher", 1. Mose 38/25, bedeutet, wissen lassen, daß sie nämlich von ihm schwanger sei. Dies erhellt aus dem Zusammenhang, aus dem dieser Sinn sich ergibt. 4909. "Und ließ ihm sagen: von dem Mann, dem dieses gehört, bin ich schwanger", 1. Mose 38/25, bedeutet, in ihrer Religion sei solches enthalten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, der hier der Mann, sofern er die Religion der jüdischen Völkerschaft bezeichnet, wovon Nr. 4864, 4905; und aus der Bedeutung von "im Mutterleib tragen, oder schwanger sein", sofern es heißt, hervorgebracht werden, wovon Nr. 4904, hier aber enthalten sein; denn was hervorgebracht worden ist, das ist enthalten, nämlich das, was empfangen wurde. Dieses Hervorgebrachte ist die erste Wirkung, und weil es wirkend ist, wird es Ursache genannt, aus der eine weitere Wirkung hervorgeht, wovon Nr. 4904. Was in ihrer Religion enthalten war, kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 4899 gesagt wurde, und auch aus dem, was folgt. 4910. "Und sprach: erkenne doch, wessen dieser Siegelring, und diese Schnur, und dieser Stab ist", 1. Mose 38/25, bedeutet, daß es aus den Pfändern erkannt werden sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Siegelringes, der Schnur und des Stabes, sofern es die Pfänder der Verbindung des äußeren oder natürlichen Menschen sind, wovon Nr. 4874, 4887. 4911. "Und Jehudah erkannte es", 1. Mose 38/26, bedeutet, weil es sein war, bejahte er es. Dies erhellt aus der Bedeutung von anerkennen, sofern es heißt bejahen, und zwar weil er durch die Pfänder selbst anerkannte, daß es das Seinige war. Es wird hier der Geist jener Völkerschaft geschildert, der von der Art ist, daß sie, obwohl sie das Inwendige der Kirche als falsch verwirft, es gleichwohl annimmt und bejaht, wenn man sie auf den Gedanken bringt, daß es ihr eigen sei. Die, welche in schmutzigen Liebestrieben sind, d.h. in der Habsucht und zugleich in der Selbstliebe, wie es diese Völkerschaft ist, können den Blick des Gemütes nicht erheben, und das Wahre von anderswoher sehen, als aus sich. Deshalb bejahen sie es, wenn man es ihnen zuerkennt; wie z.B.: Wenn man ihnen sagt, daß Wort sei an sich Göttlich, und enthalte Geheimnisse des Himmels, und auch solche Geheimnisse, die bloß von den Engeln begriffen werden können, so bejahen sie diese Wahrheit, weil sie das Wort zu ihrem Eigentum machen, weil es zu ihnen geschah, bei ihnen war, und im Buchstaben von ihnen handelt; aber wenn die Geheimnisse selbst oder die geistigen Wahrheiten ihnen aufgedeckt werden, verwerfen sie dieselben. Wenn man ihnen sagt, alle Gebräuche ihrer Kirche seien an sich heilig gewesen, so bejahen sie diese Wahrheit, weil sie jene Gebräuche zu den ihrigen machen; wenn man aber sagt, jenes Heilige sei in den Gebräuchen gewesen ohne Rücksicht auf sie, so leugnen sie das. Wenn man ihnen sagt, die jüdische Kirche sei eine himmlische und die israelitische Kirche eine geistige gewesen, und wenn man ihnen erklärt, was himmlisch und was geistig ist, so bejahen sie das auch; würde man aber sagen, jene Kirchen heißen deshalb himmlisch und geistig, weil das einzelne in ihnen himmlische und geistige Dinge vorbildete, und weil die Vorbilder auf die Sache, nicht auf die Person sich beziehen, so leugnen sie dieses. Wenn man ihnen sagt, daß im Stabe Mosis Macht von Jehovah, somit göttliche Macht gewesen sei, so bejahen sie das und nennen es wahr; wenn man ihnen aber sagt, daß jene Macht nicht im Stabe, sondern bloß im göttlichen Befehl gewesen sei, so leugnen sie es und nennen es falsch. Wenn man ihnen sagt, die eherne Schlange, die von Mose aufgerichtet wurde, habe diejenigen geheilt, die von den Schlangen gebissen wurden, und sie also eine wunderkräftige gewesen, so bejahen sie das; wenn man aber sagt, sie sei nicht heilsam und wunderkräftig an sich gewesen, sondern nur aus dem Herrn, Der vorgebildet wurde, so leugnen sie das, und nennen es falsch; man vergleiche, was über die Schlange berichtet und gesagt ist: 4. Mose 21/7-9; 2.Kön.18/4; Joh.3/14,15, ebenso im übrigen. Solches ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß Jehudah anerkannte, und was von seiten der durch ihn bezeichneten Völkerschaft mit dem Inwendigen der Kirche, das durch Thamar vorgebildet wird, verbunden wurde; und weil es von solcher Art war, so ging Jehudah zu ihr ein nicht als Levir zur Gattin, sondern als ein Unzüchtiger zu einer Buhlerin. 4912. "Und sprach: gerechter ist sie als ich", 1. Mose 38/26, bedeutet, eine Verbindung des Äußeren mit dem Inwendigen bestehe nicht, aber des Inwendigen mit dem Äußeren. Dies erhellt aus demjenigen, was über die Kirche bei der jüdischen Völkerschaft und in dieser Völkerschaft oben Nr. 4899 gesagt wurde, daß nämlich bei dieser Völkerschaft eine Kirche, d.h. ein Inwendiges, verbunden mit dem Äußeren gewesen sei, aber in jener Völkerschaft keine Kirche, d.h. das Äußere sei nicht verbunden gewesen mit dem Inwendigen; denn wenn die Kirche in einer Völkerschaft sein soll, so muß eine gegenseitige Verbindung stattfinden. 4913. "Denn darum widerfährt mir dieses, weil ich sie nicht gegeben habe Schelah, meinem Sohne", 1. Mose 38/26, bedeutet, weil das Äußere so beschaffen. Dies kann aus demjenigen erhellen, was früher erklärt wurde, daß nämlich Thamar Schelah, dem Sohn Jehudahs, nicht gegeben werden konnte, weil so die Verbindung wie einer Gattin mit dem Gatten nach dem Gesetz über das Levirat stattgefunden hätte, und doch die Religion der jüdischen Völkerschaft, die vorgebildet werden sollte, sich nicht dazu eignete, sondern nur zu einer Verbindung, wie sie die eines Schwähers mit der Schnur als mit einer Buhlerin ist. 4914. "Und hinfort erkannte er sie nicht mehr", 1. Mose 38/26, bedeutet, es finde weiter keine Verbindung statt. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, sofern es heißt sich verbinden; und aus der Bedeutung von hinfort nicht mehr, sofern es heißt nicht weiter, mithin daß mit dem Inwendigen der Kirche keine Verbindung mehr stattfinde; denn durch Thamar wird das Inwendige der Kirche vorgebildet. Deshalb hatte auch Jehudah keine Söhne mehr. 4915. Vers 27-30: Und es geschah zur Zeit, da sie gebar, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. Und es geschah, als sie gebar, da reichte (das Kind) eine Hand; da nahm die Wehmutter dieselbe, und band um die Hand einen scharlachroten Faden, und sprach: dieser ist zuerst herausgekommen. Und es geschah, als es zurückzog seine Hand, siehe, da kam sein Bruder heraus, und sie sprach: was hast du deinetwegen einen Riß gerissen? und er nannte seinen Namen Perez. Und hernach kam heraus sein Bruder, um dessen Hand das Hellrote, und er nannte seinen Namen Serach. "Und es geschah zur Zeit" bedeutet den folgenden Zustand; "da sie gebar" bedeutet Anerkennung von seiten des inwendigen Wahren; "siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe" bedeutet beides zur Kirche Gehörige; "und es geschah, als sie gebar" bedeutet die Hervorbringung; "da reichte (das Kind) eine Hand" bedeutet Macht; "da nahm die Wehmutter dieselbe" bedeutet das Natürliche; "und band um die Hand einen scharlachroten (Faden)" bedeutet, sie zeichnete sie (das Scharlachrote ist das Gute); und sprach: dieser ist zuerst herausgekommen" bedeutet, ihm gebühre der Vorrang; "und es geschah, als es zurückzog seine Hand" bedeutet, es habe seine Macht verborgen; "siehe, da kam sein Bruder heraus" bedeutet das Wahre des Guten; "und sie sprach: was hast du deinetwegen einen Riß gerissen?" bedeutet die Trennung desselben vom Guten dem Anschein nach; "und er nannte seinen Namen Perez" bedeutet die Beschaffenheit; "und hernach kam heraus sein Bruder" bedeutet das Gute (sei) tatsächlich das Erste; "um dessen Hand das Hellrote" bedeutet Anerkennung, daß es das Gute; "und er nannte seinen Namen Serach" bedeutet die Beschaffenheit. 4916. "Und es geschah zur Zeit", 1. Mose 38/27, bedeutet den folgenden Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zeit, sofern sie einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 3827, 4882, 4901. Daß es geschah zur Zeit, der folgende Zustand ist, leuchtet ein, weil nun folgt, was geschah; man sehe auch Nr. 4814. 4917. "Da sie gebar", 1. Mose 38/27, bedeutet Anerkennung von seiten des inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es heißt anerkennen mit dem Glauben und Tun, wovon Nr. 3905, 3915, 3919; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Thamar, die hier unter "sie" verstanden ist, sofern sie das Inwendige der vorbildlichen Kirche bezeichnet, mithin das inwendig Wahre. 4918. "Siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe", 1. Mose 38/27, bedeutet beides zur Kirche Gehörige. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zwillinge, sofern sie sind beides, nämlich das Gute und das Wahre, wovon Nr. 3299; und aus der Bedeutung des Mutterleibes, sofern er (den Ort) bezeichnet, wo das empfangene Gute und Wahre liegt, mithin wo das ist, was der Kirche angehört. Mutterleib im echten Sinn bedeutet das Inwendigste der ehelichen Liebe, worin Unschuld, weil der Mutterleib jener Liebe im Größten Menschen entspricht; und weil die eheliche Liebe ihren Ursprung von der Liebe zum Guten und Wahren her hat, die der himmlischen Ehe angehört, und diese Ehe der Himmel selbst oder das Reich des Herrn ist, und das Reich des Herrn auf Erden die Kirche ist, darum wird durch Mutterleib auch die Kirche bezeichnet; denn die Kirche ist da, wo die Ehe des Guten und Wahren ist. Daher kommt es, daß den Mutterleib öffnen heißt: die Lehren der Kirchen daher (schöpfen): Nr. 3856, wie auch die Fähigkeit, Wahres und Gutes, das der Kirche angehört, aufzunehmen: Nr. 3967; und daß vom Mutterleib herauskommen heißt, wieder- oder von neuem geboren werden: Nr. 4904, d.h. eine Kirche werden; denn wer wieder- oder von neuem geboren wird, der wird eine Kirche. Weil durch ausgehen vom Mutterleib die Wiedergeburt und daher die Kirche bezeichnet wird, deshalb wird der Herr im Wort genannt Bildner aus dem Mutterleibe her, Ausführer aus dem Mutterleib, und diejenigen, die wiedergeboren und eine Kirche geworden sind, heißen Getragene von dem Mutterleib; wie Jes.44/22: "So sprach Jehovah, dein Schöpfer, dein Bildner vom Mutterleibe her, Der dir beisteht". Jes.44/24: "So sprach Jehovah, dein Erlöser, und dein Bildner von dem Mutterleibe her". Jes.49/5: "Gesprochen hat Jehovah, mein Bildner von dem Mutterleibe an, zu Seinem Knecht, wiederzubringen Jakob zu Ihm, und Israel soll Ihm versammelt werden". Ps.22/10,11: "Jehovah, mein Ausführer aus dem Mutterleibe". Jes.46/3: "Merket auf Mich, Haus Jakobs, und alle Überreste des Hauses Israels, Getragene vom Mutterleibe an, und Gebrachte aus dem Gebärleib". Ps.58/4: "Entfremdet sind die Gottlosen vom Mutterleibe an, und irren ab vom Mutterschoße an mit Worten der Lüge": wo entfremdet werden vom Mutterleib ist vom Guten, das der Kirche angehört, und abirren vom Mutterschoß ist, vom Wahren. Hos.13/13: "Wehen der Gebärerin werden ihm kommen, er ist ein unweiser Sohn, weil er zur (rechten) Zeit nicht bleibt im Mutterleib der Söhne": nicht bleiben im Mutterleib der Söhne (steht) für: nicht im Guten des Wahren, das der Kirche angehört. Hos.9/11: "Wie ein Vogel wird wegfliegen ihre Herrlichkeit, von der Geburt, vom Gebärleib, und von der Empfängnis": für: ganz wird zugrunde gehen das Wahre der Kirche, von der Geburt, d.h. das geboren wurde, vom Gebärleib, (d.h.) die getragen wurde, von der Empfängnis, (d.i.) das neu entstanden ist. Jes.48/8: "Ich wußte, daß du treulos, ja treulos handeln würdest, und man dich einen Übertreter vom Mutterleibe genannt hat": für: daß er vom Anbeginn der Kirche ein solcher sei. Joh.Offenb.12/1,2: "Ein großes Zeichen erschien im Himmel, ein Weib umgeben mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen; im Gebärleib aber tragend, schrie sie gebärend, und gequält beim Gebären": das Weib ist die Kirche: Nr. 252, 253, 255; die Sonne, womit sie umgeben war, ist das Gute der Liebe: Nr. 30-38, 1529, 1530, 2441, 2495, 4060, 4696; der Mond, der unter den Füßen, ist das Wahre des Glaubens: Nr. 30-38, 1529, 1530, 2120, 2495, 4696; die Sterne sind die Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 2495, 2849, 4697; es waren zwölf Sterne, weil zwölf alles bedeutet, somit alles dem Glauben angehörende: Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 3272, 3858, 3913; im Gebärleib tragend, ist das empfangene Wahre der Kirche; gebärend und gequält beim Gebären, heißt es sei ungern aufgenommen worden. 4919. "Und es geschah, als sie gebar", 1. Mose 38/28, bedeutet die Hervorbringung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebären, sofern es heißt anerkennen mit dem Glauben und Tun, wovon Nr. 3905, 3915, 3919; und weil das, was anerkannt wird mit dem Glauben und Tun, hervorgebracht wird, darum wird durch gebären auch bezeichnet die Hervorbringung, nämlich des Guten und Wahren, das der Kirche angehört. 4920. "Da reichte (das Kind) eine Hand", 1. Mose 38/28, bedeutet die Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387. 4921. "Da nahm die Wehmutter dieselbe", 1. Mose 38/28, bedeutet das Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wehmutter, sofern sie das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 4588. Wie sich dieses verhält, wird aus dem Folgenden klar werden. Daß die Wehmutter in der geistigen Welt eine andere Bedeutung hat als in der natürlichen Welt, kann daraus erhellen, daß alles, was auf die Geburt sich bezieht, folglich was zum Hebammengeschäft gehört, dort nicht vorhanden ist. Hieraus wird klar, daß die Engel, die beim Menschen, wenn er das Wort liest, anstatt der Wehmutter, etwas anderes inne werden, und zwar das, was geistig ist. Weil also die Engel ihre Vorstellungen auf das richten, was der geistigen Geburt angehört, darum werden sie durch "Wehmutter" dasjenige inne, was jene Geburt gefördert hat und in Empfang nimmt; daß dieses das Natürliche ist, darüber sehe man, was Nr. 4588 gezeigt wurde. 4922. "Und band um die Hand einen scharlachroten (Faden)", 1. Mose 38/28, bedeutet, sie bezeichnete sie, und das Scharlachrote bedeutet das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von binden auf die Hand, sofern es heißt, die Macht zeichnen; denn die Hand ist die Macht: Nr. 4920; und aus der Bedeutung von scharlachrot, sofern es das Gute bezeichnet, und zwar das geistig Gute. Daß das Hellrote das geistig Gute bezeichnet, kommt daher, weil es zur Scharlachfarbe gehört, und die Scharlachfarbe bezeichnet im anderen Leben, wenn sie erscheint, das geistig Gute, d.h. das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Alle Farben, die im anderen Leben sichtbar werden, bedeuten etwas Gutes und Wahres, denn sie kommen vom Licht des Himmels her, das an sich Weisheit und Einsicht vom Göttlichen des Herrn ist. Die Wechselgestaltungen oder Modifikationen jenes Lichtes bedeuten daher Wechselgestaltungen, und sozusagen Modifikationen der Weisheit und Einsicht, mithin des Guten und Wahren. Daß das Licht im Himmel von der göttlichen Weisheit und Einsicht des Herrn herkommt, Der dort als Sonne erscheint, sehe man Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3138, 3167, 3190, 3195, 3222, 3223, 3225, 3337, 3339, 3340, 3485, 3636, 3643, 3862, 3993, 4180, 4214, 4302, 4405, 4408, 4413, 4415, 4523-4533; daß die Farben daher kommen, und daß sie Wechselgestaltungen und Modifikationen jenes Lichtes, mithin der Einsicht und Weisheit sind: Nr. 1042, 1043, 1053, 1624, 3993, 4530, 4677, 4742. Daß das Hellrote das geistig Gute ist, wird klar aus den Stellen im Wort, wo es genannt wird, wie bei Jerem.4/30: "Wenn du nun verwüstet bist, was wirst du tun? magst du dich kleiden mit Hellrot, und dich schmücken mit Goldschmuck, so wirst du dich vergeblich schön machen, (und es) werden dich verschmähen deine Liebhaber": hier von Jehudah. Sich kleiden mit Hellrot für: mit dem geistig Guten, schmücken mit Goldschmuck für: mit dem himmlisch Guten. 2.Sam.1/17,18,24: "David führte eine Wehklage über Saul und über Jonathan, und schrieb vor, zu lehren die Söhne Jehudahs den Bogen (d.i. das Lied vom Bogen Jonathans): Ihr Töchter Israels, weinet über Saul, der euch kleidete mit Hellrot, mit Köstlichem, und Goldschmuck legte auf euer Kleid": hier bedeutet den Bogen lehren, die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit lehren, denn der Bogen bedeutet diese (Lehre); kleiden mit Hellrot steht für: mit geistig Gutem, wie früher, und einen Goldschmuck legen auf das Kleid, für: das himmlisch Gute. Weil dies die Bedeutung des Hellroten war, wurde auch befohlen, daß man scharlachroten Zeug nehmen solle zu den Teppichen der Wohnung, zum Vorhang, zur Decke für die Pforte des Zeltes, zur Decke an das Tor des Vorhofes, auf den Tisch des Angesichtes, wenn sie fortzogen, zu Aharons Kleidern der Heiligkeit, so zum Ephod, Brustschildlein des Gerichts, zu den Säumen des Oberrockes des Ephod: Zu den Teppichen der Wohnung, 2. Mose 26/1: "Für die Wohnung (oder Stiftshütte) sollst du machen zehn Teppiche, gezwirnte Baumwolle, und Blau, und Purpur, und scharlachroten Zeug". Zum Vorhang, 2. Mose 26/31: "Machen sollst du einen Vorhang von Blau und Purpur, und scharlachrotem Zeug, und gezwirnter Baumwolle". Zur Decke für die Pforte des Zeltes, 2. Mose 26/36: "Machen sollst du eine Decke für die Pforte des Zeltes von Blau und Purpur und scharlachrotem Zeug, und gezwirnter Baumwolle". Zur Decke am Tor des Vorhofes, 2. Mose 27/16: "Für das Tor des Vorhofes sollst du machen eine Decke von Blau, und Purpur, und scharlachrotem Zeug, und gezwirnter Baumwolle, dem Werk des Strickers". Auf den Tisch der Angesichte, wenn sie fortzogen, 4. Mose 4/8: "Wenn das Lager aufbricht, sollen sie ausbreiten auf den Tisch des Angesichtes ein Tuch von scharlachrotem Zeug, und bedecken mit einer Decke von Dachsfell". Zum Ephod, 2. Mose 28/5,6,8: "Machen sollst du das Ephod von Gold, Blau, und Purpur, und scharlachrotem Zeug, gezwirnter Baumwolle, dem Werk des Künstlers"; zum Gurt ebenfalls. Zum Brustschildlein des Gerichts, 2. Mose 28/15: "Machen sollst du das Brustschildlein des Gerichts mit dem Werk des Künstlers, wie das Werk des Ephod, aus Gold, Blau, und Purpur, und scharlachrotem Zeug, und gezwirnter Baumwolle". Zu den Säumen des Oberrockes des Ephod, 2. Mose 28/33: "Granatäpfel von Blau, und Purpur, und scharlachrotem Zeug". Weil das Zelt der Zusammenkunft samt der Lade den Himmel vorbildete, deswegen wurden diejenigen Farben bestimmt, die in ihrer Ordnung Himmlisches und Geistiges vorbildeten, nämlich Blau und Purpur himmlisch Wahres und Gutes, scharlachroter Zeug und gezwirnte Baumwolle geistig Gutes und Wahres. Jeder, der das Wort für heilig hält, kann wissen, daß jedes einzelne etwas bedeutet; und wer das Wort darum für heilig hält, weil es vom Herrn durch den Himmel herabgesandt worden ist, kann wissen, daß Himmlisches und Geistiges Seines Reiches bezeichnet wurde. Ebenso, daß bei Reinigungen vom Aussatz gebraucht wurde: "Zedernholz, Scharlach und Ysop": 3. Mose 14/4,6,52; und daß auf den Brand der roten Kuh, von der das Wasser der Absonderung (bereitet werden sollte): "Zedernholz und Ysop und Zeug von Purpur" (gelegt wurde): 4. Mose 19/6. Die Entweihung des Guten und Wahren wird auch durch gleiches beschrieben bei Joh.Offenb.17/3,4: "Ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachroten Tier, voll von Namen der Lästerung; und hatte sieben Häupter, und zehn Hörner; das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, und vergoldet mit Gold, und Edelstein, und Perlen; sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand voll von Greuel und Unsauberkeit der Hurereien"; und nachher: Joh.Offenb.18/16: "Wehe, wehe, du große Stadt, die du bekleidet warst mit Byssuszeug, und Purpur und Scharlach, vergoldet mit Gold, und Edelstein, und Perlen": wo von Babel (die Rede ist), durch welche die Entweihung des Guten bezeichnet wird: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1306, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326; hier die Entweihung sowohl des Guten als des Wahren, das die Babylonische ist. Bei den Propheten des Alten Testaments bezeichnet Babel die Entweihung des Guten, und Chaldäa die Entweihung des Wahren. Scharlach im entgegengesetzten Sinn bedeutet das Böse, das dem geistig Guten entgegengesetzt ist, wie bei Jes.1/18: "Wenn eure Sünden sein werden wie scharlachrot, sollen sie wie Schnee weiß werden, wenn sie sein werden wie Purpur, sollen sie wie Wolle werden": daß das Scharlachrote dieses Böse bedeutet, hat den Grund, weil das Blut, ebenfalls wegen der Röte, im echten Sinn das geistig Gute oder die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, aber im entgegengesetzten die der Liebtätigkeit angetane Gewalt bedeutet. 4923. "Und sprach: dieser ist zuerst herausgekommen", 1. Mose 38/28, bedeutet, ihm gebühre der Vorrang. Dies erhellt aus der Bedeutung von hervorgehen als erster, oder Erstgeborener sein, sofern es den Vorrang oder die höhere Stellung, wovon Nr. 3325; hier und im Folgenden bis zum Ende dieses Kapitels ist von der Erstgeburt die Rede. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann meinen, daß bloß von der Erstgeburt und folglich von den Vorrechten die Rede sei, die dem Erstgeborenen nach den Gesetzen zukommen; wer aber etwas vom inneren Sinn weiß, der kann deutlich genug sehen, daß auch hier etwas Höheres verborgen liege, sowohl aus der Tatsache selbst, daß der eine von ihnen die Hand herausgestreckt und sie wieder zurückgezogen habe, und daß dann der andere herausgekommen sei, als auch daraus, daß sie davon benannt wurden, und daß die Wehmutter um die Hand des ersten etwas Hellrotes band; und ferner aus den fast gleichen Vorgängen mit Esau und Jakob, sofern sie sich stießen im Mutterleibe, und Jakob, als Esau zuerst herauskam, dessen Ferse hielt: 1. Mose 25/23,24,26. Überdies auch an den beiden Söhnen Josephs, sofern Jakob, als er sie segnete, die rechte Hand dem jüngeren, und die linke dem älteren auflegte: 1. Mose 48/17-19. Die Juden und einige von den Christen glauben zwar, daß in diesen, wie auch in den übrigen Stellen des Wortes etwas verborgen sei, das sie mystisch nennen, und zwar aus dem Grund, weil ihnen eine heilige Scheu vor dem Wort von Kind auf eingeprägt wurde; fragt man aber, was jenes Mystische sei, so wissen sie das nicht. Wenn man ihnen sagt, daß jenes Mystische im Wort, weil es göttlich ist, notwendig ein solches sein muß, was im Himmel bei den Engeln ist, und daß es ein anderes Mystisches im Wort nicht geben könne, und wenn ein anderes, so wäre es entweder fabelhaft oder magisch, oder götzendienerisch, und ferner, daß jenes Mystische, das im Himmel bei den Engeln sich findet, nichts anderes sei, als das, was geistig und himmlisch genannt wird, und einzig vom Herrn, von Seinem Reich und von der Kirche, folglich vom Guten und Wahren handelt, und wenn sie wüßten, was gut und wahr, oder was Liebe und Glaube ist, so könnten sie dieses Mystische ebenfalls wissen. - Wenn dieses gesagt wird, so glaubt es kaum jemand. Ja in einer solchen Unwissenheit sind heutzutage die Angehörigen der Kirche, daß das, was vom Himmlischen und Geistigen erwähnt wird, (ihnen) kaum begreiflich ist. Aber mag es so sein, dennoch, weil aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn mir vergönnt worden ist, zugleich im Himmel als Geist und auf Erden als Mensch zu sein, und daher mit den Engeln zu reden und das nun fortwährend mehrere Jahre hindurch, kann ich nicht anders, als das, was das Mystische des Wortes genannt wird, d.h. sein Inwendigeres, das die geistigen und himmlischen Dinge des Reiches des Herrn sind, eröffnen. Was aber im inneren Sinn das in sich schließt, was von den zwei Söhnen der Thamar erwähnt wird, soll im nun Folgenden gesagt werden. 4924. "Und es geschah, als es zurückzog seine Hand", 1. Mose 38/29, bedeutet, es habe seine Macht verborgen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht ist, wovon Nr. 878, 3387, 4920; diese verbergen, wird bezeichnet durch zurückziehen. 4925. "Siehe, da kam sein Bruder heraus", 1. Mose 38/29, bedeutet das Wahre des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bruders, sofern er das Blutsverwandte aus dem Guten ist, wovon Nr. 3815, 4267, somit das Gutwahre (oder das Wahre des Guten); das Gutwahre ist dasjenige Wahre, das aus dem Guten ist, oder es ist derjenige Glaube, der aus der Liebtätigkeit stammt. Im inneren Sinn wird hier von der Erstgeburt bei denjenigen gehandelt, die vom Herrn wieder- oder neugeboren werden, mithin von der Erstgeburt in der Kirche. Von den ältesten Zeiten her hat man darüber gestritten, was das Erstgeborene sei, ob das Gute, das der Liebtätigkeit oder ob das Wahre, das dem Glauben angehört; und weil das Gute, wenn der Mensch wiedergeboren und eine Kirche wird, nicht erscheint, sondern sich im inwendigeren Menschen verbirgt, und bloß sich in einer gewissen Gefühlsregung (affectione) offenbart, die nicht deutlich in den Sinn des äußeren oder natürlichen Menschen fällt, ehe er wiedergeboren ist, hingegen das Wahre sich offenbart; denn dieses geht ein durch die Sinne, und setzt sich im Gedächtnis des äußeren oder natürlichen Menschen, deswegen sind mehrere in den Irrtum geraten, das Wahre sei das Erstgeborene, und zuletzt auch in den, daß das Wahre das Wesentliche der Kirche sei, und zwar so sehr das Wesentliche, daß das Wahre, das der Glaube genannt wird, selig machen könne, ohne das Gute, das der Liebtätigkeit angehört. Aus diesem einen Irrtum gingen sehr viele andere hervor, die nicht bloß die Lehre, sondern auch das Leben vergiftet haben, zum Beispiel: daß der Mensch, er mag leben, wie er will, wenn er nur Glauben hat, selig werde; daß auch die Frevelhaftesten, wenn sie nur in der letzten Todesstunde solches, was zum Glauben gehört, bekennen, in den Himmel aufgenommen werden; daß ein jeder in den Himmel aufgenommen werden könne, allein aus Gnaden, was für ein Leben er auch gehabt haben möge; und weil sie in dieser Lehre (befangen) sind, wissen sie auch am Ende nicht, was Liebtätigkeit ist, und bekümmern sich auch nicht darum, und endlich glauben sie, es gebe gar keine, folglich weder einen Himmel, noch eine Hölle. Ursache ist, weil der Glaube ohne Liebtätigkeit, oder das Wahre ohne das Gute nichts lehrt, und je mehr er vom Guten abweicht, desto mehr verdummt er den Menschen, denn das Gute ist es, in das und durch welches der Herr einfließt und Einsicht und Weisheit gibt, mithin eine höhere Anschauung und auch ein Innewerden, ob etwas so sei, oder nicht so sei. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit der Erstgeburt verhält, daß sie nämlich dem Guten wirklich und dem Wahren nur scheinbar zukommt. Dieses ist es nun, was im inneren Sinn hier durch die Geburt der zwei Söhne der Thamar beschrieben wird; denn durch das Hellrote, das die Wehmutter um die Hand band, wird das Gute bezeichnet, wie Nr. 4922 gezeigt wurde. Durch zuerst herauskommen wird der Vorrang bezeichnet: Nr. 4923; durch das Zurückziehen der Hand wird bezeichnet, daß das Gute seine Macht verborgen habe, wie gleich oben gesagt wurde, dadurch daß sein Bruder herauskam, wird das Wahre bezeichnet; durch "du hast deinetwegen einen Riß gerissen", 1. Mose 38/29, wird die scheinbare Trennung des Wahren vom Guten bezeichnet; durch "nachher kam heraus sein Bruder", 1. Mose 38/30, wird bezeichnet, das Gute sei tatsächlich das Erste; und durch "um dessen Hand das Hellrote", 1. Mose 38/30, wird bezeichnet die Anerkennung, daß es das Gute sei; denn das Gute wird nicht eher als das Erste anerkannt, als nachdem der Mensch wiedergeboren ist, denn dann handelt er aus dem Guten, und schaut aus demselben das Wahre und dessen Beschaffenheit. Dies ist es, was der innere Sinn enthält, in dem gelehrt wird, wie es sich mit dem Guten und Wahren bei dem Menschen, der von neuem geboren wird, verhält, daß nämlich das Gute tatsächlich an der ersten Stelle sei, aber das Wahre nur scheinbar, und daß es nicht den Anschein hat, als ob das Gute an erster Stelle sei, wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann aber offenbar, wann er wiedergeboren ist. Aber dieses weiter zu erklären, ist nicht nötig, denn es ist schon früher erklärt worden, man sehe Nr. 3324, 3325, 3539, 3548, 3494, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4243, 4244, 4247, 4337; und daß von alten Zeiten her darüber gestritten wurde, ob das Erstgeburtsrecht dem Guten oder dem Wahren, oder ob es der Liebtätigkeit oder dem Glauben zukomme, (sehe man) Nr. 2435. Weil der Herr im höchsten Sinn der Erstgeborene ist, und daher auch die Liebe zu Ihm und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, deswegen wurde in der vorbildlichen Kirche das Gesetz gegeben, daß die Erstgeburten dem Jehovah angehören sollten, wovon 2. Mose 13/2: "Heilige Mir alles Erstgeborene, die Eröffnung des Mutterleibes unter den Söhnen Israels, im Menschen und im Tier sollen sie Mein sein". 2. Mose 13/12: "Bringen sollst du alle Eröffnung des Mutterleibes zu Jehovah, und alle Erstgeburt des Viehs; soviel du Männlein haben wirst; Jehovah sollen sie gehören". 2. Mose 34/19: "Alle Eröffnung des Mutterleibes ist Mein, darum von all deinem Vieh sollst du das Männlein geben, die Eröffnung des Ochsen und des Schafviehs". 4. Mose 18/15: "Alle Eröffnung des Mutterleibes von allem Fleisch, die sie Jehovah darbringen sollen, von Menschen und von Tieren soll dein sein, aber doch sollst du lösen, ja lösen alles Erstgeborene des Menschen". 4. Mose 3/12: "Siehe, Ich habe genommen die Leviten aus der Mitte der Söhne Israels, anstatt alles Erstgeborenen, der Eröffnung des Mutterleibes von den Söhnen Israels, auf daß Mein seien die Leviten". Weil das Erstgeborene das ist, was den Mutterleib eröffnet, deswegen wird, wo das Erstgeborene genannt wird, auch die Eröffnung des Mutterleibes hinzugesetzt, so daß es das Gute ist, was dadurch bezeichnet wird. Daß das Gute es ist, wird aus dem einzelnen im inneren Sinn klar, hauptsächlich aus dem, was von den Söhnen der Thamar erwähnt wird, nämlich daß Serach durch die Hand den Mutterleib eröffnet habe; und daß durch ihn das Gute vorgebildet wird, erhellt auch aus dem Hellroten an seiner Hand, wovon Nr. 4922; auch bezeichnet der Mutterleib, von dem Eröffnung gesagt wird, (den Ort), wo das Gute und Wahre ist, mithin die Kirche: man sehe Nr. 4918; denselben eröffnen, heißt Macht geben, daß das Wahre geboren werde. Weil der Herr allein der Erstgeborene ist, denn Er ist das Gute selbst, und von Seinem Guten ist alles Wahre, deswegen ist auch dem Jakob, der nicht der Erstgeborene war, damit er Ihn vorbilden könnte, zugelassen worden, das Erstgeburtsrecht von seinem Bruder Esau zu kaufen, und weil dieses nicht genügte, wurde er Israel genannt, damit er durch diesen Namen das Gute des Wahren vorbilden möchte; denn Israel im vorbildlichen Sinn bezeichnet das Gute, welches durch das Wahre (geboren wird): Nr. 3654, 4286, 4598. 4926. "Und sie sprach: was hast du deinetwegen einen Riß gerissen?", 1. Mose 38/29, bedeutet seine Trennung vom Guten dem Anschein nach. Dies erhellt aus der Bedeutung des Risses, sofern er die Zerbrechung und Verkehrung des Wahren durch die Trennung vom Guten ist, worüber im Folgenden. Daß einen Riß reißen, hier heißt das Hellrote aus der Hand wegreißen, ist klar, somit das Gute trennen; denn durch das Hellrote wird das Gute bezeichnet: Nr. 4922. Daß dies aber nur scheinbar war, folgt daraus, weil es der Wehmutter nur so erschien; denn es war nicht derjenige, dem das Hellrote gehörte, sondern sein Bruder, durch den das Wahre vorgebildet wird; man sehe hierüber, was Nr. 4925 gezeigt wurde, daß nämlich das Gute tatsächlich das Erstgeborene sei, das Wahre aber scheinbar. Dies kann auch noch erläutert werden an den Nutzwirkungen und Gliedern im menschlichen Leib: es scheint, als ob die Glieder und Organe früher da wären und ihre Nutzwirkungen nachher, denn jene stellen sich dem Auge zuerst dar, und werden auch früher erkannt als die Nutzwirkungen, aber dennoch ist die Nutzwirkung früher als die Glieder und Organe, denn diese sind aus den Nutzwirkungen, und daher gemäß den Nutzwirkungen gebildet. Ja, die Nutzwirkung selbst bildet sie und paßt sie sich an. Wäre dieses nicht der Fall, so würde nicht alles samt und sonders so einmütig zu einem zusammenwirken. Ebenso verhält es sich mit dem Guten und Wahren: es scheint, als ob das Wahre das Frühere sei, aber das Gute ist es; dieses bildet die Wahrheiten und paßt sie sich an, deshalb sind die Wahrheiten, an sich betrachtet, nichts anderes als formiertes Gutes oder Formen des Guten; denn die Wahrheiten verhalten sich beziehungsweise zum Guten wie die Eingeweide und die Fibern zu den Nutzwirkungen. Auch ist das Gute, an sich betrachtet, nichts anderes als Nutzwirkung. Daß der Riß den Einbruch ins Wahre und die Verkehrung desselben durch die Trennung vom Guten bedeutet, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort, wie Ps.144/13,14: "Unsere Scheunen sind voll, hervorgebend Speise um Speise; unsere Herden sind Tausende, und Zehntausende auf unseren Gassen, unsere Ochsen sind beladen; es ist kein Riß": hier ist von der Alten Kirche die Rede, wie sie in ihrer Jugend war. Speise, wovon die Scheunen voll, bedeutet geistige Speise, d.h. das Wahre und Gute; Herden und Ochsen bedeuten inwendiges und äußeres Gutes; es ist kein Riß, bedeutet, das Wahre sei nicht gebrochen oder durchrissen durch die Trennung vom Guten. Amos 9/11: "Aufrichten werde Ich das zerfallene Zelt Davids, und zumauern ihre Risse, und ihr Zerstörtes wiederherstellen, bauen werde Ich gleich wie in den Tagen der Ewigkeit": hier von der Kirche, die im Guten. Das zerfallene Zelt Davids ist das Gute der Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn. Daß das Zelt jenes Gute ist, sehe man Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312, 4128, 4391, 4599, und daß David den Herrn bezeichnet: Nr. 1888. Die Risse zumauern bedeutet, Falsches berichtigen, das durch die Trennung des Wahren vom Guten eingedrungen ist; bauen gleichwie in den Tagen des Altertums bedeutet, nach Art des Zustandes der Kirche in den alten Zeiten; jener Zustand und jene Zeit werden im Wort genannt Tage der Ewigkeit und Tage des Zeitlaufes, und auch des Geschlechtes und Geschlechtes. Jes.58/12: "Er bauet aus dir die Verwüstungen des Zeitlaufes, die Gründe von Geschlecht zu Geschlecht, und man soll dich heißen Ausbesserer des Risses, Wiederhersteller der Pfade zum Wohnen": hier von der Kirche, wo die Liebtätigkeit und das Leben die Hauptsache ist. Ausbessern den Riß bedeutet ebenfalls, das Falsche berichtigen, das durch die Trennung des Guten vom Wahren sich eingeschlichen hat; alles Falsche kommt daher. Wiederherstellen die Pfade zum Wohnen steht für Wahres, das dem Guten angehört; denn die Pfade oder Wege bezeichnen Wahrheiten: Nr. 627, 2333, und wohnen wird vom Guten gesagt: Nr. 2268, 2451, 2712, 3613. Jes.22/9,10: "Die Risse der Stadt Davids habt ihr gesehen, daß es sehr viele sind, und habt gesammelt die Wasser des unteren Teiches": die Risse der Stadt Davids bedeuten Falsches der Lehre, Wasser des unteren Teiches bezeichnet die Überlieferungen, durch die sie Einbrüche gemacht haben in die Wahrheiten, die im Wort: Matth.15/1-6; Mark.7/1-14. Hes.13/5: "Nicht seid ihr hinaufgestiegen in die Risse, noch habt ihr vermauert eine Mauer für das Haus Israels, daß ihr stündet im Krieg am Tage Jehovahs". Hes.22/30: "Gesucht habe ich aus ihnen einen Mann, der vermauert eine Mauer, und steht im Riß vor Mir für das Land, daß Ich es nicht verderbe, habe ihn aber nicht gefunden": stehen im Riß, für verteidigen und verhüten, daß nicht Falsches einbricht. Ps.106/23: "Jehovah sprach, Er wolle verderben das Volk, wenn nicht Moses, Sein Auserwählter, gestanden wäre im Riß vor Ihm": stehen im Riß bedeutet ebenfalls verhüten, daß nicht Falsches einbrechen möchte. Moses bezeichnet das Wort: Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 4859. Amos 4/2,3: "Herausziehen werden sie eure Nachkommenschaft mit Fischhamen (Angelhaken), durch Risse werdet ihr hinausgehen, ein jeglicher aus seiner Gegend, und werdet niederwerfen den Palast": durch Risse hinausgehen, bedeutet durch Falsches aus Vernünfteleien; der Palast ist das Wort, mithin das Lehrwahre, das aus dem Guten kommt. Und weil durch Risse das Falsche bezeichnet wird, das durch die Trennung des Guten vom Wahren entsteht, so wird auch das gleiche im vorbildlichen Sinn bezeichnet durch festigen und ausbessern die Risse des Hauses Jehovahs: 2.Kön.12/6,8,9,13; 22/5. 2.Sam.6/8: "David wurde betrübt, daß Jehovah gerissen hatte einen Riß an Usa; daher nannte er jenen Ort Perez Usa": wo von Usa (die Rede), der starb, weil er die Lade berührt hatte. Durch die Lade wurde der Himmel, im höchsten Sinn der Herr, mithin das göttlich Gute vorgebildet; durch Usa aber wurde vorgebildet das, was dient, somit das Wahre; denn dieses dient dem Guten; jene Trennung wird durch den Riß an Usa bezeichnet. 4927. "Und er nannte seinen Namen Perez", 1. Mose 38/29, bedeutet die Beschaffenheit, nämlich der scheinbaren Trennung des Wahren vom Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nennen den Namen", sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; die Beschaffenheit selbst ist Perez; denn in der Grundsprache heißt Perez Riß. 4928. "Und hernach kam heraus sein Bruder", 1. Mose 38/30, bedeutet, das Gute sei tatsächlich das Erste. Dies erhellt aus der Bedeutung Serachs, der hier der Bruder ist, sofern er das Gute bezeichnet, denn dieser war es, der den Mutterleib eröffnete, somit der Erstgeborene, und um dessen Hand das Hellrote war; daß dieses das Gute sei, sehe man Nr. 4925. Daß durch "hernach kam heraus sein Bruder", bezeichnet wird, das Gute sei tatsächlich das Erste, kommt daher, weil das Gute, wenn der Mensch wiedergeboren wird, nicht erscheint, weil es sich im inwendigeren Menschen verbirgt, und nur ins Wahre durch die Neigung einfließt, gemäß den Graden der Verbindung des Wahren mit ihm. Wenn daher das Wahre verbunden ist mit dem Guten, was geschieht, wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann offenbart sich das Gute; denn der Mensch handelt alsdann aus dem Guten, und schaut die Wahrheiten wie vom Guten aus an, weil er alsdann mehr auf das Leben, als auf die Lehre bedacht ist. 4929. "Um dessen Hand das Hellrote", 1. Mose 38/30, bedeutet die Anerkennung, daß es das Gute sei. Dies erhellt daraus, daß er nun an dem Hellroten an der Hand erkannt worden ist, somit daß das Gute es sei, das den Mutterleib eröffnete, oder welches das Erstgeborene war, dadurch, daß die Wehmutter um die Hand etwas Hellrotes band, bedeutet wird, sie habe gezeichnet, wer der Erstgeborene sei, daher wird hier die Anerkennung bezeichnet. 4930. "Und er nannte seinen Namen Serach", 1. Mose 38/30, bedeutet die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nennen den Namen", sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wie Nr. 4927. Die Beschaffenheit, die durch Serach bezeichnet wird, ist die Beschaffenheit derjenigen Sache, von der im inneren Sinn bisher die Rede war, nämlich daß das Gute tatsächlich das Erstgeborene ist, und das Wahre nur scheinbar. Die Beschaffenheit selbst enthält Unzähliges in sich, und dieses unzählige kann nicht im Weltlicht, sondern im Himmelslicht, somit von dem Blick der Engel gesehen werden. Wenn der Mensch die Beschaffenheit einer einzigen Sache, wie sie dem Blick der Engel erscheint, sehen würde, so würde er staunen, und gestehen, daß er das gar nie geglaubt hätte, und daß er beziehungsweise fast nichts wisse. Serach bedeutet in der Grundsprache Aufgang, und wird der Sonne und der ersten Erscheinung ihres Lichtes zugeschrieben, daher wurde er Serach genannt, weil das Gute beim Menschen, der wiedergeboren wird, sich ebenso verhält, denn dieses geht zuerst auf und gibt Licht, und durch dieses Licht wird dasjenige, was im natürlichen Menschen ist, erleuchtet, daß es gesehen, anerkannt und endlich geglaubt werden kann. Wenn kein Licht aus dem Guten inwendig im Menschen wäre, so könnte er gar nie bis zur Anerkennung und zum Glauben die Wahrheiten sehen, sondern nur entweder als solches, das man sagen muß aus Rücksicht für das gemeine Volk, oder als Falsches.   Nr. 4931 - 4953 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 39. Kapitel 4954. In den dem 1. Mose Kapitel 38 vorangeschickten Abschnitten wurde erklärt, was der Herr vom Gericht über die Guten und die Bösen geredet hat bei Matth.25/31-33; man sehe Nr. 4807-4810. Es kommt nun zur Erklärung, was dort der Ordnung nach folgt, nämlich die Worte: "Dann wird der König sagen zu denen zu Seiner Rechten: kommet, ihr Gesegneten Meines Vaters, besitzet das Reich, das euch bereitet ward von Gründung der Welt an; denn Ich war hungrig, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich war durstig, und ihr habt Mich getränket; ein Fremdling war Ich, und ihr habt Mich zu euch genommen; nackt, und ihr habt Mich bekleidet, krank war Ich, und ihr habt Mich besucht; im Gefängnis war Ich, und ihr seid zu Mir gekommen" : Matth.25/34-36. 4955. Was diese Worte in sich schließen, wird aus dem, was folgt, klar werden. Zuvörderst muß man wissen, daß die Werke, die hier aufgezählt werden, die eigentlichen Werke der Liebtätigkeit in ihrer Ordnung sind. Dies kann niemand erkennen, der nicht den inneren Sinn des Wortes kennt, d.h., der nicht weiß, was verstanden wird unter "dem Hungrigen zu essen geben, den Durstigen tränken, den Fremdling zu sich nehmen, den Nackten kleiden, den Kranken besuchen, zu denen im Gefängnis kommen". Wer hierüber bloß aus dem Buchstabensinn denkt, der schließt daraus, daß darunter gute Werke in der äußeren Form verstanden werden, und weiter kein Geheimnis darin liege, während doch in allem einzelnen ein Geheimnis liegt, und zwar ein göttliches, weil vom Herrn. Aber das Geheimnis wird heutzutage nicht verstanden, weil es heutzutage keine Lehren der Liebtätigkeit gibt, denn nachdem man die Liebtätigkeit vom Glauben getrennt hatte, gingen jene Lehren verloren, und anstatt derselben wurden Lehren des Glaubens angenommen und erfunden, und diese Lehren lehren keineswegs, was die Liebtätigkeit und was der Nächste ist. Die (Religions-) Lehren bei den Alten lehrten alle Gattungen und alle Arten der Liebtätigkeit, und auch, wer der Nächste sei, an dem Liebtätigkeit zu üben, und wie der eine in einem anderen Grad und in einer anderen Beziehung als der andere ein Nächster sei, und folglich wie die Liebtätigkeit gegen den einen anders als gegen den anderen angewandt und geübt werden müsse. Man teilte (den Nächsten) auch in Klassen ein, und legte diesen Namen bei: einige nannte man Arme, Bedürftige, Elende, Betrübte; andere: Blinde, Lahme, Krüppel, wie auch Waisen und Witwen; wieder andere: Hungrige, Durstige, Fremdlinge, Nackte, Kranke, Gebundene, usw.; daher wußte man, was für eine Pflicht man gegen den einen und gegen den anderen hatte. Aber diese Lehren sind verlorengegangen, und mit denselben auch das Verständnis des Wortes, so sehr, daß man heutzutage nichts anderes weiß, als daß durch Arme, Witwen, Waisen im Wort keine anderen verstanden werden, als die, welche so genannt werden. Ebenso hier durch Hungrige, Durstige, Fremdlinge, Nackte, Kranke, Gefangene, während doch durch diese die Liebtätigkeit beschrieben wird, wie sie in ihrem Wesen ist, und ihre Ausübung, wie sie in ihrem Leben sein soll. 4956. Das Wesen der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist die Neigung zum Guten und Wahren, und die Anerkennung, daß das Selbstische böse und falsch ist; ja der Nächste ist das Gute und Wahre selbst. Von diesem angeregt werden, heißt Liebtätigkeit haben. Dem Nächsten entgegengesetzt ist das Böse und Falsche, dieses verabscheut, wer Liebtätigkeit hat. Wer also Liebtätigkeit gegen den Nächsten besitzt, wird angeregt vom Guten und Wahren, weil es vom Herrn ist, und verabscheut das Böse und Falsche, weil es von ihm selbst herkommt. Wenn er dieses tut, ist er in der Demut aus Selbsterkenntnis, und wenn in der Demut, dann ist er auch im Stand der Aufnahme des Guten und Wahren vom Herrn. Diese (Lehren) der Liebtätigkeit sind es, die im inneren Sinn der Worte des Herrn enthalten sind: "Ich war hungrig, und ihr habt Mir zu essen gegeben; Ich war durstig, und ihr habt Mich getränket; ein Fremdling war Ich, und ihr habt Mich zu euch genommen; nackt, und ihr habt Mich bekleidet; krank war Ich, und ihr habt Mich besucht; im Gefängnis war Ich, und ihr seid zu Mir gekommen". Daß diese Worte jenes in sich schließen, kann man nur aus dem inneren Sinn wissen. Die Alten, welche die Lehren der Liebtätigkeit hatten, wußten es, aber heutzutage erscheint dies als so fernliegend, daß ein jeder sich wundern wird, wenn man sagt, daß dieses darin liege; und außerdem fassen die Engel beim Menschen jene Worte nicht anders auf, denn: durch den Hungrigen werden sie diejenigen inne, die aus Neigung ein Verlangen nach dem Guten haben; durch den Durstigen diejenigen, die aus Neigung ein Verlangen nach dem Wahren haben; durch den Fremdling diejenigen, die belehrt werden wollen; durch den Nackten diejenigen, die anerkennen, daß nichts Gutes und Wahres in ihnen ist; durch den Kranken diejenigen, die anerkennen, daß in ihnen nichts als Böses ist; und durch den Gebundenen oder Gefangenen die, welche anerkennen, daß in ihnen nichts als Falsches ist. Bringt man dieses in einen Sinn, so bedeutet es das oben Gesagte. 4957. Aus obigem kann erhellen, daß Göttliches inwendig in allem war, was der Herr geredet hat, obwohl es denen, die in bloß weltlichen Dingen und mehr noch denen, die in leiblichen Dingen sind, als solches erscheint, das ein jeder Mensch reden könnte, ja diejenigen, die in leiblichen Dingen sind, werden bei diesen und den übrigen Worten des Herrn sagen, daß in ihnen nicht soviel Ansprechendes, mithin auch kein so großes Gewicht liege, als in der Rede und Predigt der Männer dieses Zeitalters, die aus gelehrtem Wissen heraus mit rednerischem Ausdruck sprechen, während doch die Rede und Predigt derselben wie Schale und Spreu ist im Verhältnis zum (inneren) Kern. 4958. Daß hungern bedeutet aus Neigung ein Verlangen nach dem Guten haben, hat den Grund, weil Brot im inneren Sinn das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, und Speise im allgemeinen das Gute ist: Nr. 2165, 2177, 3478, 4211, 4217, 4735; daß dürsten bedeutet, aus Neigung ein Verlangen nach dem Wahren haben, hat den Grund, weil der Wein und auch das Wasser das Wahre des Glaubens bezeichnen. Daß der Wein (dies bedeute, sehe man) Nr. 1071, 1798; daß das Wasser, Nr. 2702. Daß ein Fremdling ist, wer belehrt werden will, sehe man Nr. 1463, 4444; daß ein Nackter ist, wer anerkennt, daß nichts Gutes und Wahres in ihm ist. Daß ein Kranker, wer im Bösen, und ein Gebundener oder einer im Gefängnis, wer im Falschen ist, wird aus mehreren Stellen im Wort klar, wo sie genannt werden. 4959. Daß der Herr dieses von Sich sagt, hat den Grund, weil der Herr in denjenigen ist, die so beschaffen sind, deshalb sagt Er auch: "Amen, Ich sage euch, was ihr getan habt einem dieser Meiner geringsten Brüder, das habt ihr Mir getan": Matth.25/40,45.   39. Kapitel 1. Und Joseph ward hinabgeführt gen Ägypten, und es kaufte ihn Potiphar, der Kämmerer Pharaos, der Oberste der Trabanten, ein ägyptischer Mann, aus der Hand der Jischmaeliter, die ihn dahin gebracht hatten. 2. Und Jehovah war mit Joseph, daß er war ein glücklicher Mann, und er war im Hause seines Herrn, des Ägypters. 3. Und sein Herr sah, daß Jehovah mit ihm war, und alles, was er tat, Jehovah gedeihen ließ in seiner Hand. 4. Da fand Joseph Gnade in seinen Augen, und bediente ihn, und er setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, gab er in seine Hand. 5. Und es geschah, seitdem er ihn gesetzt hatte über sein Haus, und über alles, was er hatte, segnete Jehovah das Haus des Ägypters um Joseph willen, und es war der Segen Jehovahs in allem, was er hatte im Haus und im Felde. 6. Und er ließ alles, was er hatte, in der Hand Josephs, und bekümmerte sich bei ihm um nichts, außer um das Brot, das er aß; und Joseph war schön von Gestalt, und schön von Ansehen. 7. Und es geschah nach diesen Worten (d.h. Vorgängen), da erhob das Weib seines Herrn ihre Augen zu Joseph, und sprach: liege bei mir. 8. Und er weigerte sich, und sprach zum Weibe seines Herrn: siehe, mein Herr bekümmert sich bei mir um nichts, was im Hause ist, und hat alles, was er hat, gegeben in meine Hand. 9. Er selbst ist nicht größer in diesem Haus als ich, und er hat mir nichts vorenthalten, außer dich, darum, daß du sein Weib bist; wie sollte ich denn ein so großes Übel tun und wider Gott sündigen? 10. Und es geschah, als sie Tag für Tag also redete zu Joseph, hörte er nicht auf sie, zu liegen bei ihr, und zu sein mit ihr. 11. Und es geschah an einem dieser Tage, daß er in das Haus kam, zu tun sein Werk, und kein Mann von den Männern des Hauses war daselbst im Hause. 12. Und sie ergriff ihn an seinem Kleid, und sprach: liege bei mir, er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand, und floh, und ging hinaus. 13. Und es geschah, da sie sah, daß er sein Kleid ließ in ihrer Hand, und hinaus entfloh. 14. Da schrie sie zu den Männern ihres Hauses, und sprach zu ihnen: sehet, einen hebräischen Mann hat er uns gebracht, uns zu beschimpfen; derselbe kam zu mir, um zu liegen bei mir, aber ich schrie mit lauter Stimme. 15. Und es geschah, da er hörte, daß ich meine Stimme erhob und schrie, da ließ er sein Kleid bei mir, und floh, und ging hinaus. 16. Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr in sein Haus kam. 17. Und sie redete zu ihm dieselben Worte und sprach: Gekommen ist zu mir der hebräische Knecht, den du uns gebracht hast, mich zu beschimpfen. 18. Und es geschah, da ich meine Stimme erhob und schrie, ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus. 19. Und es geschah, als sein Herr hörte die Worte seines Weibes, die sie zu ihm redete, sprechend: Nach diesen Worten hat mir getan dein Knecht, da entbrannte sein Zorn. 20. Und der Herr des Joseph nahm ihn und legte ihn in das Haus des Gefängnisses, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen lagen; und er war daselbst im Hause des Gefängnisses. 21. Und Jehovah war mit Joseph, und erzeigte ihm Barmherzigkeit, und ließ ihn Gnade finden in den Augen des Obersten des Hauses des Gefängnisses. 22. Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses gab in die Hand Josephs alle Gefangenen, die im Hause des Gefängnisses waren, und alles, was daselbst geschah, das tat er. 23. Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses sah nach nichts, was in seiner Hand war, weil Jehovah mit ihm war, und was er tat, Jehovah gedeihen ließ.   Inhalt   4960. Im inneren Sinn wird hier gehandelt vom Herrn, wie Er Seinen inwendigen Menschen göttlich machte. Jakob war der äußere Mensch, von dem im Vorhergehenden gehandelt wurde, Joseph ist der inwendige, von dem hier und im Folgenden gehandelt wird. 4961. Und weil dieses nach der göttlichen Ordnung geschah, so wird hier diese Ordnung beschrieben; und auch die Versuchung, die das Mittel der Verbindung ist.   Innerer Sinn 4962. Vers 1: Und Joseph ward hinabgeführt gen Ägypten, und es kaufte ihn Potiphar, der Kämmerer Pharaos, der Oberste der Trabanten, ein ägyptischer Mann, aus der Hand der Jischmaeliter, die ihn dahin gebracht hatten. "Und Joseph" bedeutet das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen; "ward hinabgeführt gen Ägypten" bedeutet zum Wißtümlichen, das der Kirche angehört; "und es kaufte ihn Potiphar, der Kämmerer Pharaos" bedeutet bei dem Inwendigeren des Wißtümlichen; "der Oberste der Trabanten" bedeutet die Hauptsachen für die Erklärung; "ein ägyptischer Mann" bedeutet das natürlich Wahre; "aus der Hand der Jischmaeliter" bedeutet vom einfältig Guten; "die ihn dahin gebracht hatten" bedeutet von jenem Guten (übergeben) an jenes Wißtümliche. 4963. "Und Joseph", 1. Mose 39/1, bedeutet das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er der himmlisch-geistige Mensch ist, der aus dem Vernünftigen sich bildet, wovon Nr. 4286. Weil hier vom Herrn gehandelt wird, deshalb wird durch ihn der inwendige Mensch des Herrn vorgebildet. Ein jeder, der als Mensch geboren wird, ist ein äußerer und ein innerer. Sein äußerer (Mensch) ist der, welcher mit den Augen gesehen wird, und durch den er mit Menschen verkehrt, und durch den auch dasjenige getan wird, was der natürlichen Welt eigen ist. Der innere aber ist der, welcher nicht mit den Augen gesehen wird, und durch den der Mensch mit Geistern und Engeln verkehrt, und dasjenige vollbracht wird, was der geistigen Welt eigen ist. Daß ein jeder Mensch ein Inneres und ein Äußeres hat, oder ein innerer und ein äußerer Mensch ist, hat den Zweck, daß durch den Menschen eine Verbindung des Himmels mit der Welt stattfinde, denn der Himmel fließt durch den inneren Menschen in den äußeren ein, und dadurch wird er inne, was in der Welt ist, und der äußere Mensch, der in der Welt ist, wird dadurch inne, was im Himmel ist. Damit der Mensch so geartet sei, wurde er so geschaffen. Auch der Herr hatte, in betreff Seines Menschlichen, ein Äußeres und ein Inneres, weil es Ihm wohlgefiel, geboren zu werden wie ein anderer Mensch. Sein Äußeres oder Sein äußerer Mensch wurde vorgebildet durch Jakob und nachher durch Israel, Sein inwendiger Mensch aber wird vorgebildet durch Joseph. Dieser oder der innere Mensch ist es, welcher der himmlisch-geistige aus dem Vernünftigen genannt wird, oder, was dasselbe ist, das Innere des Herrn, sofern es menschlich war, (oder) das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen. Von diesem und von der Verherrlichung desselben wird im inneren Sinn in diesem und in den folgenden Kapiteln, wo von Joseph die Rede ist, gehandelt. Was aber das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen sei, ist früher, Nr. 4286, 4585, 4592, 4594 erklärt worden, daß es nämlich über dem Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen stehe, das durch Israel vorgebildet wird. Der Herr ist zwar geboren worden wie ein anderer Mensch, aber es ist bekannt, daß der Mensch, der geboren wird, sein Wesen sowohl vom Vater als von der Mutter her hat, und daß er sein Innerstes vom Vater, aber das Äußere oder das, was jenes Innerste bekleidet, von der Mutter her hat. Beides, nämlich was er vom Vater und von der Mutter her hat, ist durch Erbböses verunreinigt. Anders jedoch verhielt es sich beim Herrn: was Er von der Mutter her hatte, das hatte ebenfalls in sich ein Angeerbtes, wie es ein anderer Mensch hat, was aber vom Vater, Der Jehovah war, das war göttlich; daher kommt es, daß der innere Mensch des Herrn dem Inneren eines anderen Menschen nicht gleich war, denn Sein Innerstes war Jehovah; dieses ist also das Vermittelnde, welches das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen genannt wird. Aber von diesem wird im Folgenden, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mehreres gesagt werden. 4964. "Ward hinabgeführt gegen Ägypten", 1. Mose 39/1, bedeutet, zu Wißtümlichem, das der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es die Wissenschaft oder das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462. Wie beschaffen aber dieses Wißtümliche war, das durch Ägypten im eigentlichen Sinn bezeichnet wird, ist noch nicht erklärt worden. In der Alten Kirche gab es Lehren und auch Wissenschaften; die Lehren handelten von der Liebe zu Gott und von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die Wissenschaften aber von den Entsprechungen der natürlichen Welt mit der geistigen Welt, und von den Vorbildern geistiger und himmlischer Dinge in den natürlichen und irdischen. Dieses waren die Wissenschaften, die man in der Alten Kirche hatte. Ägypten gehörte zu jenen Gegenden und zu jenen Reichen, wo auch die Alte Kirche war, Nr. 1238, 2385. Weil man sich aber dort hauptsächlich mit den Wissenschaften beschäftigte, deswegen wird durch Ägypten das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet; und deswegen ist auch im prophetischen Wort so oft von Ägypten die Rede, und in demselben wird unter jenem ein solches Wißtümliche insbesondere verstanden. Die ägyptische Magie selbst hatte auch daher ihren Ursprung, denn sie kannten die Entsprechung der natürlichen Welt mit der Geistigen, die sie aber nachher, als die Kirche bei ihnen aufgehört hatte, zu Zaubereien mißbrauchten. Weil nun solche Wissenschaften bei ihnen bestanden, nämlich die, welche die Entsprechungen und auch die Vorbilder und Bezeichnungen lehrten, und weil diese den Lehren der Kirche dienten, hauptsächlich zum Verständnis dessen, was in ihrem Wort gesagt war (daß die Alte Kirche sowohl ein prophetisches als ein historisches Wort hatte, ähnlich diesem Wort, aber ein anderes, sehe man Nr. 2686), deshalb wird durch "er ward hinabgeführt gen Ägypten", bezeichnet: zum Wißtümlichen, das der Kirche angehört. Weil der Herr durch Joseph vorgebildet und hier gesagt wird, daß Joseph nach Ägypten hinabgeführt worden sei, so wird bezeichnet, daß der Herr, als Er Seinen inneren Menschen verherrlichte, d.h. göttlich machte, zuerst mit dem Wißtümlichen der Kirche Sich bekannt gemacht habe, und von demselben und durch dasselbe mehr und mehr zu dem inwendigeren und zuletzt bis zu den göttlichen Dingen fortgeschritten sei. Denn es gefiel Ihm, einer solchen Ordnung gemäß Sich selbst zu verherrlichen, oder göttlich zu machen, gemäß der Er den Menschen wiedergebiert oder geistig macht: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, nämlich von den äußeren Dingen aus, welche die wißtümlichen Kenntnisse und Wahrheiten des Glaubens sind, nach und nach (fortschreitend) zu den inneren Dingen, die der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zu Ihm angehören. Hieraus wird klar, was durch folgende Worte bei Hos.11/1 bezeichnet wird: "Als Israel ein Knabe war, da liebte Ich ihn, und aus Ägypten habe Ich gerufen meinen Sohn". Daß dieses auf den Herrn sich bezieht, sehe man Matth.2/15. 4965. "Und es kaufte ihn Potiphar, der Kämmerer Pharaos", 1. Mose 39/1, bedeutet, beim Inwendigeren des Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kämmerers Pharaos, sofern es das Inwendigere des Wißtümlichen ist, wovon Nr. 4789; durch kaufen wird bezeichnet, er habe es sich angeeignet: Nr. 4397, 4487. Inwendigeres des Wißtümlichen ist dasjenige, was den geistigen Dingen näher kommt, und die Anwendung des Wißtümlichen auf die himmlischen Dinge lehrt; denn dieses ist es, was der innere Mensch sieht, während der äußere bloß Wißtümliches in der äußeren Form (erblickt). HG 4966 4966. "Der Oberste der Trabanten", 1. Mose 39/1, bedeutet die Hauptsachen für die Erklärung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten der Trabanten, sofern er die Hauptpunkte bezeichnet, die zur Erklärung dienen: Nr. 4790. Hauptsachen für die Erklärung sind diejenigen Dinge, die vornehmlich beitragen zur Erklärung des Wortes, und somit zum Verständnis der Lehren der Liebe zu Gott und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, die aus dem Wort stammen. Man muß wissen, daß die Wissenschaften der Alten ganz andere waren als die Wissenschaften der Jetztzeit. Die Wissenschaften der Alten handelten von den Entsprechungen der Dinge in der natürlichen Welt mit den Dingen in der geistigen Welt. Die Wissenschaften, die man heutzutage philosophische nennt, wie z.B. die aristotelische Philosophie und dergleichen sind, waren ihnen unbekannt. Dies wird auch aus den Büchern der Älteren klar, von denen die meisten in solchen Ausdrücken verfaßt sind, die inwendigere Dinge bezeichneten, vorbildeten und ihnen entsprachen. Zum Beweis möge nur Folgendes angeführt werden, um vom übrigen zu schweigen: den Helikon stellten sie als einen Berg dar, und verstanden darunter den Himmel; den Parnassus weiter unten als einen Hügel, und verstanden darunter das Wißtümliche; sie sagten, ein fliegendes Pferd, das sie Pegasus nannten, habe dort eine Quelle mit dem Huf aufgerissen; die Wissenschaften nannten sie Jungfrauen (Musen) usw., denn sie wußten aus den Entsprechungen und Vorbildungen, daß der Berg der Himmel sei, daß der Hügel derjenige Himmel sei, der unten oder beim Menschen ist, daß das Pferd das Verständige sei, daß die Flügel, womit es flog, geistige Dinge bezeichnen, der Huf das Natürliche, die Quelle die Einsicht, und die drei Jungfrauen, die Huldinnen (charitas, Gratien) hießen, die Neigungen zum Guten, und die Jungfrauen, die Helikoniden und Parnassiden genannt wurden, die Neigungen zum Wahren. Ebenso gaben sie der Sonne Rosse als Attribut, deren Speise sie Ambrosia und deren Trank sie Nektar nannten, denn sie wußte, daß die Sonne die himmlische Liebe bezeichne, die Rosse Verständiges, das von daher kommt, die Speisen Himmlisches, und die Getränke Geistiges. Von den Alten her weiß man auch noch, daß die Könige, wenn sie gekrönt werden, auf einem silbernen Thron sitzen, mit einem Purpurmantel bekleidet, mit Öl gesalbt werden, auf dem Haupt eine Krone, in den Händen ein Zepter, Schwert und Schlüssel tragen, im königlichen Schmucke auf einem weißen Pferde reiten sollen, unter dessen Füßen silberne Hufeisen sind, und bei Tische alsdann von den Edelsten des Reiches bedient werden sollen; außer mehrerem, denn sie wußten, daß der König das göttlich Wahre vorbildet, das aus dem göttlich Guten ist, und daher auch, was der silberne Thron, der Purpurmantel, das Salböl, die Krone, das Zepter, das Schwert, die Schlüssel, das weiße Pferd, die Hufbeschläge von Silber, und die Bedienung durch die Edelsten (bedeuten). Wer weiß solches noch heutzutage, und wo gibt es eine Wissenschaft, die dieses lehrt? Man nennt (zwar) jene Dinge Embleme, aber man weiß gar nichts von der Entsprechung der vorbildlichen Bedeutung derselben. Hieraus wird klar, von welcher Art die Wissenschaften der Alten waren, und daß diese durch sie in die Erkenntnis von geistigen und himmlischen Dingen eingeführt wurden, von deren Dasein man heutzutage kaum etwas weiß. Die Wissenschaften, die an deren Stelle getreten sind, und im eigentlichen Sinn die philosophischen heißen, ziehen das Gemüt vielmehr von der Erkenntnis solcher Dinge ab, weil sie auch zur Begründung von Falschem angewendet werden können, und das Gemüt zugleich in Finsternis versetzen, wenn das Wahre durch sie begründet wird, weil die meisten sich in leeren Ausdrücken bewegen, durch welche die Beweisgründe gebildet werden, die nur wenige begreifen und über die auch noch diese wenige streiten. Hieraus kann erhellen, wie weit die Menschheit von der Gelehrsamkeit der Alten, die zur Weisheit führte, abgekommen ist. Die Heiden hatten jenes Wissen von der Alten Kirche her, deren äußerer Gottesdienst in Vorbildern und Bezeichnungen bestand, der inwendige aber in dem, was vorgebildet und bezeichnet wurde. Dieses waren die Wissenschaften, die im echten Sinne durch Ägypten bezeichnet werden. 4967. "Ein ägyptischer Mann", 1. Mose 39/1, bedeutet das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Wißtümliche im allgemeinen ist, wovon Nr. 4964, 4966; und weil Ägypten das Wißtümliche ist, so ist es auch das Natürliche, denn alles Wißtümliche beim Menschen ist natürlich, weil in seinem natürlichen Menschen. Ebenso auch das Wißtümliche von geistigen und himmlischen Dingen. Der Grund davon ist der, weil der Mensch im Natürlichen und aus dem Natürlichen dieselben sieht. Was er nicht aus dem Natürlichen sieht, begreift er nicht. Anders aber sieht sie der wiedergeborene Mensch, welcher der geistige genannt wird, und anders der nicht wiedergeborene Mensch, der ein durchaus natürlicher ist. Bei jenem wird das Wißtümliche vom Himmelslicht erleuchtet, bei diesem aber nicht so, sondern von dem Licht, das durch Geister, die im Falschen und Bösen sind, einfließt. Dieses Licht kommt zwar vom Himmelslicht, aber es ist bei ihnen ein düsteres geworden, wie das Licht des Abends oder der Nacht, denn solche Geister und daher auch solche Menschen sehen wie die Nachteulen klar bei Nacht und dunkel bei Tag. Das heißt klar (sehen sie) das Falsche und dunkel das Wahre, und daher klar, was der Welt angehört, und dunkel, wenn überhaupt etwas, nur das, was dem Himmel angehört. Hieraus kann erhellen, daß das Echt-Wißtümliche das natürlich Wahre ist, denn alles Echt-Wißtümliche solcherart, wie es durch Ägypten im guten Sinn bezeichnet wird, ist natürlich Wahres. 4968. "Aus der Hand der Jischmaeliter", 1. Mose 39/1, bedeutet vom einfältig Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Jischmaeliter, sofern es die bezeichnet, die im einfältig Guten sind, wovon Nr. 3263, 4747; hier also das natürlich Wahre, das vom einfältig Guten (stammt). In 1. Mose 37/36, wird gesagt, die Midianiter hätten den Joseph nach Ägypten verkauft an Potiphar, den Kämmerer Pharaos, den Obersten der Trabanten; hier aber wird gesagt, Potiphar, der Kämmerer Pharaos, der Oberste der Trabanten, habe ihn gekauft aus der Hand der Jischmaeliter, die ihn dahin geführt hätten. Daß so gesagt wird, hat seinen Grund im inneren Sinn, denn dort wird von der Entfremdung des göttlich Wahren gehandelt, das nicht von denjenigen, die im einfältig Guten sind, geschieht, sondern von denen, die im einfältig Wahren (sind), die durch die Midianiter vorgebildet werden; man sehe Nr. 4788. Hier aber wird gehandelt von der Erwerbung oder Aneignung des Wißtümlichen und vom natürlich Wahren, das vom einfältig Guten stammt; deshalb wird gesagt: von den Jischmaelitern, denn durch diese werden diejenigen vorgebildet, die im einfältig Guten sind. Hieraus wird klar, daß so gesagt wurde wegen des inneren Sinnes. Auch widerspricht sich das Historische nicht, denn von den Midianitern heißt es, sie hätten den Joseph aus der Grube gezogen, folglich, daß er von ihnen den Jischmaelitern übergeben worden sei, von denen er nach Ägypten gebracht wurde. Somit haben die Midianiter, weil sie ihn den Jischmaelitern übergeben, die nach Ägypten gehen sollten, ihn nach Ägypten verkauft. 4969. "Die ihn dahin gebracht hatten", 1. Mose 39/1, bedeutet von jenem Guten (übergeben) an jenes Wißtümliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Jischmaeliter, die ihn hinabgeführt hatten, sofern es die im einfältig Guten sind, wovon Nr. 4968, und aus der Bedeutung Ägyptens, das hier durch "dahin" bezeichnet wird, sofern es das Wißtümliche im allgemeinen ist, wovon Nr. 4964, 4966. Hinabführen wird (im Grundtext) gesagt, weil vom Wißtümlichen, welches auswendigere Dinge sind, die Rede ist, denn im Wort wird vom Inwendigeren zum Auswendigeren "hinabgehen" gesagt, man sehe Nr. 3084, 4539. 4970. Vers 2-6: Und Jehovah war mit Joseph, daß er war ein glücklicher Mann, und er war im Hause seines Herrn, des Ägypters. Und sein Herr sah, daß Jehovah mit ihm war, und alles, was er tat, Jehovah gedeihen ließ in seiner Hand. Da fand Joseph Gnade in seinen Augen, und bediente ihn, und er setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, gab er in seine Hand. Und es geschah, seitdem er ihn gesetzt hatte über sein Haus, und über alles, was er hatte, segnete Jehovah das Haus des Ägypters um Joseph willen, und es war der Segen Jehovahs in allem, was er hatte im Haus und im Felde. Und er ließ alles, was er hatte, in der Hand Josephs, und bekümmerte sich bei ihm um nichts, außer um das Brot, das er aß; und Joseph war schön von Gestalt, und schön von Ansehen. "Und Jehovah war mit Joseph" bedeutet, daß im Himmlischen des Geistigen das Göttliche war; "daß er war ein glücklicher Mann" bedeutet alles sei vorgesehen worden; "und er war im Hause seines Herrn, des Ägypters" bedeutet, daß er ins natürlich Gute eingeführt wurde; "und sein Herr sah, daß Jehovah mit ihm war" bedeutet, es sei im natürlich Guten wahrgenommen worden, daß das Göttliche darin sei; "und alles, was er tat, Jehovah gedeihen ließ in seiner Hand" bedeutet alles aus göttlicher Vorsehung; "da fand Joseph Gnade in seinen Augen" bedeutet, es sei willkommen; "und bediente ihn" bedeutet, daß das Wißtümliche seinem Guten angeeignet wurde; "und er setzte ihn über sein Haus" bedeutet das Gute habe sich ihm angepaßt; "und alles, was er hatte, gab er in seine Hand" bedeutet all das Seine wie in seiner Gewalt; "und es geschah, seitdem er ihn gesetzt hatte über sein Haus, und über alles, was er hatte" bedeutet den anderen Zustand, nachdem sich das Gute ihm angepaßt hatte, und all das Seine wie in seiner Gewalt (gewesen); "segnete Jehovah das Haus des Ägypters um Joseph willen" bedeutet, daß aus dem Göttlichen alsdann ihm ein himmlisch Natürliches (zuteil geworden sei); "und es war der Segen Jehovahs in allem, was er hatte im Haus und im Felde" bedeutet im Leben und in der Lehre; "und er ließ alles, was er hatte, in der Hand Josephs" bedeutet, es schien, wie wenn alles in seiner Gewalt wäre; "und bekümmerte sich bei ihm um nichts, außer um das Brot, das er aß" bedeutet, daß das Gute daher ihm angeeignet wurde; "und Joseph war schön von Gestalt" bedeutet das Gute des Lebens daher; "und schön von Ansehen" bedeutet das Wahre des Glaubens daher. 4971. "Und Jehovah war mit Joseph", 1. Mose 39/2, bedeutet, daß dem Himmlischen des Geistigen das Göttliche inne wohnte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen ist, wovon Nr. 4963; und weil vom Herrn gehandelt wird, (insbesondere) hier vom inneren Menschen in Seinem Menschlichen, so wird durch "Jehovah war mit ihm", bezeichnet, daß das Göttliche innen war, denn das Göttliche wohnte Seinem Menschlichen inne, weil Er von Jehovah empfangen worden war. Bei den Engeln ist das Göttliche nicht innewohnend, sondern gegenwärtig, weil sie nur aufnehmende Formen des Göttlichen vom Herrn sind. 4972. "Daß er war ein glücklicher Mann", 1. Mose 39/2, bedeutet alles sei vorgesehen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von glücklich sein, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es heißt, es sei vorgesehen worden, daß er nämlich mit allem Guten ausgestattet werden sollte. 4973. "Und er war im Hause seines Herrn, des Ägypters", 1. Mose 39/2, bedeutet, daß es ins natürlich Gute eingeführt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das Gute ist, worüber im Folgenden, und aus der Bedeutung des Ägypters, sofern er das Wißtümliche im allgemeinen und daher das Natürliche ist, wovon Nr. 4967. Daß im Hause sein, bedeutet eingeführt werden, hat den Grund, weil das Haus das Gemüt ist, in dem das Gute ist: Nr. 3538, hier das natürliche Gemüt, und außerdem wird Haus vom Guten gesagt: Nr. 3652, 3720. Es ist im Menschen ein natürliches Gemüt und ein vernünftiges Gemüt. Das natürliche Gemüt ist in seinem äußeren Menschen, das vernünftige im inwendigen. Die wißtümlichen Kenntnisse sind die Wahrheiten des natürlichen Gemüts, von denen gesagt wird, daß sie in ihrem Hause seien, wenn sie daselbst mit dem Guten verbunden werden, denn das Gute und das Wahre bilden miteinander ein Haus, wie Gatte und Gattin. Aber die Gutheiten (d.h. die guten Triebe) und Wahrheiten, von denen hier gehandelt wird, sind mehr innerlich, denn sie entsprechen dem Himmlischen des Geistigen aus dem Vernünftigen, das durch Joseph vorgebildet wird. Die inwendigeren Wahrheiten, die im Natürlichen entsprechen, sind Anwendungen auf Nutzzwecke, und die inwendigeren Gutheiten daselbst sind Nutzzwecke. Oft wird im Wort der Ausdruck "Herr" gebraucht, aber wer den inneren Sinn nicht kennt, meint, es sei unter Herr nichts anderes verstanden, als was im gewöhnlichen Sprachgebrauch, wenn Herr genannt wird, verstanden wird. Aber Herr wird im Worte nirgends gesagt, wo nicht vom Guten gehandelt wird, ebenso wenn Jehovah (gesagt wird); wird aber vom Wahren gehandelt, dann wird gesagt Gott und auch König. Daher kommt es, daß durch Herr das Gute bezeichnet wird, was auch aus folgenden Stellen erhellen kann: 5. Mose 10/17: "Jehovah euer Gott, Derselbe ist der Gott der Götter, und der Herr der Herren". Ps.136/1-3: "Danket dem Jehovah, danket dem Gott der Götter; danket dem Herrn der Herren": wo Jehovah oder der Herr heißt der Gott der Götter vom göttlich Wahren, das von Ihm ausgeht, und der Herr der Herren vom göttlich Guten, das in Ihm ist. Joh.Offenb.17/14: "Das Lamm wird sie überwinden, weil es der Herr der Herren ist, und der König der Könige". Joh.Offenb.19/16: "Der Sitzende auf dem weißen Pferd hat auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte einen geschriebenen Namen, König der Könige und Herr der Herren": daß der Herr König der Könige heißt vom göttlich Wahren und Herr der Herren vom göttlich Guten, wird aus dem einzelnen dort klar. Der geschriebene Name bezeichnet seine Beschaffenheit: Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006; das Kleid, auf dem dieses geschrieben steht, das Wahre des Glaubens: Nr. 1073, 2576, 4545, 4763; die Hüfte, worauf diese Beschaffenheit ebenfalls geschrieben war, das Gute der Liebe: Nr. 3021, 4277, 4280, 4575. Auch hieraus wird klar, daß der Herr vermöge des göttlich Wahren der König der Könige, und vermöge des göttlich Guten der Herr der Herren heißt. Daß der Herr vermöge des göttliche Wahren König heißt, sehe man Nr. 2015, 2069, 3009, 3670, 4581. Hieraus wird ferner offenbar, was durch den "Christ des Herrn" verstanden wird bei Luk.2/26: "Dem Schimeon war eine Antwort geworden vom Heiligen Geist, er werde den Tod nicht sehen, ehe er sehen würde den Christ des Herrn": der Christ des Herrn ist das göttlich Wahre des göttlich Guten; denn der Christus ist dasselbe, was der Messias, und Messias bedeutet der Gesalbte oder König: Nr. 3008, 3009, der Herr ist dort Jehovah. Im Wort des Neuen Testamentes steht nirgends Jehovah, sondern statt Jehovah Herr und Gott, man sehe Nr. 2921; wie auch bei Luk.20/41,42: "Jesus sprach: wie sagen sie denn, der Christus sei der Sohn Davids, da David selbst im Buch der Psalmen sagt: "Gesprochen hat der Herr zu meinem Herrn, sitze zu meiner Rechten"; dasselbe heißt bei Ps.110/1: "Spruch Jehovahs zu meinem Herrn, sitze zu meiner Rechten": daß der Jehovah bei David beim Evangelisten der Herr genannt wird, ist klar. Der Herr bedeutet hier das göttlich Gute des Göttlich-Menschlichen. Die Allmacht wird bezeichnet durch das Sitzen zur Rechten: Nr. 3387, 4592, 4933. Als der Herr in der Welt war, war Er das göttlich Wahre, aber als Er verherrlicht worden, d.h., als Er das Menschliche in Ihm göttlich gemacht hatte, alsdann wurde Er das göttlich Gute, von dem seitdem das göttlich Wahre ausgeht. Daher kommt es, daß die Jünger nach der Auferstehung Ihn nicht Meister anredeten, wie früher, sondern Herr, wie deutlich erhellt bei Joh.21/7,12,15-17,20 und auch bei den übrigen Evangelisten. Das göttlich Wahre, das der Herr war, als Er sich in der Welt befand, und das seitdem ausgeht von Ihm, d.h. vom göttlich Guten, wird auch der Engel des Bundes genannt, bei Mal.3/1: "Plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr verlanget". Weil unter dem Herrn das göttlich Gute und unter dem König das göttlich Wahre verstanden wird, deswegen wird da, wo vom Herrn gesagt wird, Ihm sei die Herrschaft und das Reich, die Herrschaft vom göttlich Guten und das Reich vom göttlich Wahren gesagt; und deswegen wird der Herr genannt der Herr der Völkerschaften und der König der Völker, denn durch Völkerschaften werden die bezeichnet, die im Guten, und durch Völker die, welche im Wahren sind: Nr. 1259, 1260, 1849, 3581. Das Gute heißt der Herr in Beziehung auf den Knecht, und das Wahre heißt Vater in Beziehung auf den Sohn, wie bei Mal.1/6: "Der Sohn soll ehren den Vater, und der Knecht seinen Herrn; bin Ich nun Vater, wo ist meine Ehre, und bin Ich Herr, wo ist dir Furcht vor Mir?"; und bei Ps.105/17,19-21: "Zum Knecht ward verkauft Joseph, die Rede Jehovahs bewährte ihn, es sandte der König, und lösete ihn, der Herrscher der Völkerschaften machte ihn frei, er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, und zum Herrscher über all sein Besitztum": daß durch Joseph hier der Herr verstanden wird, ist aus dem einzelnen klar; der Herr ist hier das göttlich Gute des Göttlich-Menschlichen. 4974. "Und sein Herr sah, daß Jehovah mit ihm war", 1. Mose 39/3, bedeutet, es sei im natürlich Guten wahrgenommen worden, daß das Göttliche darin sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 3764, 4339, 4567, 4723; aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das Gute ist, wovon Nr. 4973; hier das natürlich Gute, weil der Herr hier ein Ägypter ist. Daß das Göttliche darin sei, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah mit ihm war, wie Nr. 4971. 4975. "Und alles, was er tat, Jehovah gedeihen ließ in seiner Hand", 1. Mose 39/3, bedeutet, alles sei aus göttlicher Vorsehung (so geschehen). Dies erhellt aus der Bedeutung von gedeihen, sofern es heißt vorgesehen werden, wovon Nr. 4972; daher bedeutet "Jehovah ließ gedeihen in seiner Hand", die göttliche Vorsehung. "Da fand Joseph Gnade in seinen Augen", 1. Mose 39/4, bedeutet, es sei willkommen, nämlich dem natürlich Guten, das durch "seinen Herrn" bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gnade finden in jemands Augen, sofern es heißt (angenehm oder) willkommen sein. In den Augen wird gesagt, weil Gnade vom Verständigen gesagt und dieses durch die Augen bezeichnet wird: Nr. 2701, 3820, 4526. 4976. "Und bediente ihn", 1. Mose 39/4, bedeutet, daß das Wißtümliche seinem Guten angeeignet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedienen, sofern es heißt dienen zur Darreichung dessen, was ein anderer bedarf; hier angeeignet werden, weil vom natürlich Guten die Rede ist, dem das Wißtümliche angeeignet werden soll. Bedienen wird auch vom Wißtümlichen gesagt, denn durch den Diener und durch den Knecht wird im Wort das Wißtümliche oder natürlich Wahre bezeichnet, weil dieses dem Guten, als seinem Herrn, untergeordnet ist. Das Wißtümliche verhält sich zur Lust des natürlichen Menschen, oder was dasselbe, das natürlich Wahre zu seinem Guten gerade wie das Wasser zum Brot, oder der Trank zur Speise: das Wasser oder der Trank macht, daß das Brot und die Speise aufgelöst und dann ins Blut und von hier aus überallhin in die Teile des Leibes geführt wird und sie ernährt, denn ohne Wasser oder Trank wird das Brot oder die Speise nicht in seine kleinen Bestandteile aufgelöst, und kommt nicht in Umlauf, daß es Nutzen schafft. So verhält sich auch das Wißtümliche in Beziehung auf die Lust (jucundum), oder das Wahre in Beziehung auf das Gute; deshalb begehrt und verlangt das Gute nach dem Wahren, und zwar wegen des Nutzzweckes, damit es ihm diene. Sie entsprechen auch auf gleiche Weise: der Mensch wird nämlich im anderen Leben nicht durch natürliche Speise und Trank ernährt, sondern durch geistige Speise und Trank: geistige Speise ist das Gute und geistiger Trank ist das Wahre, deshalb verstehen die Engel, wo im Wort Brot oder Speise genannt wird, geistiges Brot oder Speise, nämlich das Gute der Liebe und Liebtätigkeit, und wo Wasser oder Trank genannt wird, verstehen sie geistiges Wasser oder Trank, nämlich das Wahre des Glaubens. Hieraus kann man sehen, was das Wahre des Glaubens ohne das Gute der Liebtätigkeit sei, sodann wie jenes ohne dieses den inwendigen Menschen nähren kann, nämlich wie Wasser allein oder Trank allein ohne Brot und Speise. Daß der Mensch davon abmagert und zugrunde geht, ist bekannt. 4977. "Und er setzte ihn über sein Haus", 1. Mose 39/4, bedeutet, das Gute habe sich ihm angepaßt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, der ihn setzte, sofern er das Gute ist, wovon Nr. 4973; und aus der Bedeutung von "ihn setzen über sein Haus", sofern es heißt, sich ihm, nämlich dem Wißtümlichen oder natürlich Wahren anpassen. Daß dies der Sinn ist, wird klar aus dem Folgenden, wo gesagt wird, daß er alles, was er hatte, in seine Hand gegeben habe, wodurch bezeichnet wird, daß all das Seine gleichsam in dessen Gewalt war; denn das Gute ist der Herr, und das Wahre ist der Diener. Wenn es vom Herrn heißt, er habe den Diener vorgesetzt, oder vom Guten, es habe das Wahre vorgesetzt, wird im inneren Sinn nicht bezeichnet, es habe ihm die Herrschaft abgetreten, sondern es habe sich (ihm) angepaßt; denn im inneren Sinn wird die Sache aufgefaßt wie sie an sich ist, aber im Buchstabensinn wird die Sache dargestellt nach dem Schein. Das Gute hat nämlich immer die Herrschaft, aber es paßt sich an, auf daß das Wahre mit ihm verbunden werde. Wenn der Mensch im Wahren ist, was stattfindet, ehe er wiedergeboren ist, dann weiß er kaum etwas vom Guten; denn das Wahre fließt auf dem äußeren oder sinnlichen Weg ein, das Gute aber auf dem inneren Weg. Was auf dem äußeren Weg einfließt, das fühlt der Mensch, nicht aber das, was auf dem inneren Weg, ehe er wiedergeboren ist. Wenn daher im früheren Zustand dem Wahren nicht gleichsam die Herrschaft eingeräumt, oder wenn das Gute sich nicht so sich anpassen würde, so würde dem Guten das Wahre gar nicht angeeignet. Dies ist dasselbe, was früher schon oft gezeigt wurde, daß nämlich das Wahre scheinbar an erster Stelle oder gleichsam Herr sei, wenn der Mensch wiedergeboren wird; das Gute aber offenbar an erster Stelle und Herr sei, wenn der Mensch wiedergeboren ist, worüber man sehe Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603. 3701, 3925, 4926, 4928, 4930. 4978. "Und alles, was er hatte, gab er in seine Hand", 1. Mose 39/4, bedeutet, all das Seine war wie in seiner Gewalt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3091, 3387, 3563, 4931-4937; somit heißt in seine Hand geben (soviel als) in seine Gewalt geben. Weil dies aber scheinbar geschieht, wird gesagt, wie in seiner Gewalt. Daß es scheinbar oder gleichsam sei, sehe man Nr. 4977. 4979. "Und es geschah, seitdem er ihn gesetzt hatte über sein Haus und über alles, was er hatte", 1. Mose 39/5, bedeutet den zweiten Zustand, nachdem das Gute sich ihm angepaßt hatte, und all das Seine wie in seiner Gewalt (war). Dies erhellt aus der Bedeutung von "es geschah oder war", was sehr oft im Wort gesagt wird, sofern es etwas Neues in sich schließt, mithin einen anderen Zustand; ebenso im Folgenden: 1. Mose 39/7,10,11,13,15,19. Aus der Bedeutung von "seitdem er ihn über sein Haus gesetzt hatte", sofern es heißt, nachdem sich ihm das Gute angeschmiegt hatte, wovon Nr. 4977; und aus der Bedeutung von "über alles, was er hatte", sofern es bezeichnet, daß all das Seine wie in seiner Gewalt (war), wovon Nr. 4978. 4980. "Segnete Jehovah das Haus des Ägypters um Joseph willen", 1. Mose 39/5, bedeutet, daß aus dem Göttlichen alsdann ihm ein himmlisch Natürliches (zuteil geworden sei). Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden, sofern es heißt, mit himmlisch und geistig Gutem bereichert werden. Daß aus dem Göttlichen, wird bezeichnet durch "Jehovah segnete", und aus der Bedeutung des Hauses des Ägypters, sofern es das Gute des natürlichen Gemüts bezeichnet, wie Nr. 4973. Hieraus folgt, daß durch "Jehovah segnete das Haus des Ägypters", bezeichnet wird, daß aus dem Göttlichen ihm ein himmlisch Natürliches (zuteil geworden sei). Das himmlisch Natürliche ist das Gute im Natürlichen, das dem Guten des Vernünftigen entspricht, d.h. das dem Himmlischen des Geistigen aus dem Vernünftigen, das Joseph ist, entspricht: Nr. 4963. Das Himmlische wie das Geistige wird sowohl vom Vernünftigen, als vom Natürlichen ausgesagt, d.h. vom inneren Menschen, das der vernünftige Mensch ist, und vom Äußeren, das der natürliche Mensch ist, denn das Geistige ist seinem Wesen nach das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, und das Himmlische ist das göttlich Gute, das in jenem göttlich Wahren ist. Das göttlich Wahre, worin das göttlich Gute, heißt, wenn es vom vernünftigen oder vom inneren Menschen aufgenommen wird, das Geistige im Vernünftigen, und wenn es vom natürlichen oder vom äußeren Menschen aufgenommen wird, heißt es das Geistige im Natürlichen. Das göttlich Gute, das im göttlich Wahren in gleicher Weise ist, wird, wenn es vom vernünftigen oder inneren Menschen aufgenommen wird, das Himmlische im Vernünftigen genannt, und wenn es vom natürlichen oder äußeren Menschen aufgenommen wird, das Himmlische im Natürlichen. Beim Menschen fließt beides vom Herrn ein, sowohl unmittelbar, als mittelbar durch Engel und Geister; hingegen beim Herrn, als Er in der Welt war, floß es von Ihm ein, weil das Göttliche in Ihm war. 4981. "Und es war der Segen Jehovahs", 1. Mose 39/5, bedeutet Wachstum. Dies erhellt aus der Bedeutung des Segens Jehovahs. Der Segen im echten Sinn bedeutet die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn diejenigen, die damit begabt werden, heißen die Gesegneten Jehovahs; sie werden nämlich alsdann mit dem Himmel und mit der ewigen Seligkeit begabt. Der Segen Jehovahs im äußeren oder auf den Zustand des Menschen in der Welt bezüglichen Sinn ist daher, zufrieden sein in Gott, und dadurch zufrieden sein mit dem Ehren- und Vermögensstand, worin man sich befindet, möge man zu den Geehrten und Reichen gehören, oder zu den weniger Geehrten und Armen; denn wer in Gott zufrieden ist, betrachtet die Ehren und Reichtümer als Mittel zu Nutzzwecken, und wenn er an sie und zugleich ans ewige Leben denkt, dann achtet er jene für nichts, und dieses für das Wesentliche. Weil der Segen Jehovahs oder des Herrn im echten Sinn Obiges in sich schließt, so enthält auch der Segen Unzähliges in sich, und daher bezeichnet er Verschiedenes, was sich als Folge ergibt, z.B.: bereichert werden mit geistigem und himmlischem Guten: Nr. 981, 1731; fruchtbar gemacht werden vermöge der Neigung zum Wahren: Nr. 2846; gebracht werden in die himmlische Ordnung: Nr.3017; begabt werden mit dem Guten der Liebe, und so verbunden werden mit dem Herrn: Nr. 3406, 3504, 3514, 3530, 3584; Freude: Nr. 4216; was er im besonderen bezeichnet, kann daher aus dem Zusammenhang des Vorhergehenden und des Nachfolgenden erhellen. Daß hier der Segen Jehovahs das Wachstum im Guten und Wahren oder im Leben und in der Lehre bedeutet, wird aus dem, was folgt, klar, denn es wird gesagt: es war der Segen Jehovahs im Haus und im Feld, und durch Haus wird bezeichnet das Gute, das Sache des Lebens ist, und durch Feld das Wahre, das Sache der Lehre ist. Hieraus geht deutlich hervor, daß das Wachstum in diesem hier durch den Segen Jehovahs bezeichnet wird. 4982. "In allem, was er hatte, im Haus und im Felde", 1. Mose 39/5, bedeutet, im Leben und in der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gute bezeichnet, wovon Nr. 2048, 2233, 2234, 2559, 3128, 3652, 3720, und weil das Haus das Gute ist, so ist es auch das Leben, denn alles Gute ist Sache des Lebens, und aus der Bedeutung des Feldes, sofern es das Wahre der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 368, 3508, 3766, 4440, 4443; und weil es das Wahre der Kirche ist, ist es auch die Lehre, denn alles Wahre ist Sache der Lehre. Auch sonst wird im Wort einige Male gesagt Haus und Feld, und wenn daselbst vom himmlischen Menschen die Rede ist, wird durch Haus das himmlisch Gute, und durch Feld das geistig Gute bezeichnet. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das geistig Gute ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Hingegen wenn vom geistigen Menschen die Rede ist, so wird durch Haus bezeichnet das Himmlische, das bei ihm, welches das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, und durch Feld das Geistige bei ihm, welches das Wahre des Glaubens ist. Jenes und dieses wird bezeichnet bei Matth.24/17,18: "Wer auf dem Dach des Hauses ist, gehe nicht hinab, etwas in seinem Hause zu holen; und wer im Felde, kehre nicht zurück, sein Kleid zu nehmen": Nr. 3652. 4983. "Und er ließ alles, was er hatte, in der Hand Josephs", 1. Mose 39/6, bedeutet, es schien, als ob alles in seiner Gewalt wäre. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4978 erklärt wurde, wo beinahe die gleichen Worte; sodann aus dem, was Nr. 4977 gesagt wurde. 4984. "Und bekümmerte sich bei ihm um nichts außer um das Brot, das er aß", 1. Mose 39/6, bedeutet, daß das Gute daher ihm angeeignet wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 276, 680, 3478, 3735, 4211, 4217, 4735; und aus der Bedeutung von essen, sofern es heißt, angeeignet werden, wovon Nr. 3168, 3513, 3596, 3832, 4745; daß er sich um nichts bekümmerte, außer um das Brot, bedeutet, daß er nichts anderes aufnahm als das Gute. Man könnte glauben, daß das Gute, wenn es sich das Wahre aneignet, ein solches Wahres sei, wie es das Wahre des Glaubens ist, das es sich aneignet; aber es ist das Gute des Wahren. Wahrheiten, die keine Nutzwirkungen sind, treten zwar herzu, aber sie dringen nicht ein. Alle Nutzwirkungen aus Wahrheiten sind Gutes des Wahren. Wahrheiten, die keinem Nutzzweck dienen, werden getrennt, und einige werden behalten und einige werden verworfen. Die behalten werden, sind die, welche zum Guten auf entferntere oder nähere Weise hinführen, und somit selbst Nutzwirkungen sind. Die verworfen werden, sind solche, die nicht dahin führen und sich nicht anpassen. Alle Nutzwirkungen sind in ihrem Beginn Wahrheiten der Lehre; dagegen im Fortgang werden sie Gutes; und sie werden alsdann Gutes, wenn der Mensch danach lebt. Das Tun selbst gibt somit den Wahrheiten ihre Eigenschaft, denn alles Tun stammt aus dem Willen, und der Wille selbst macht, daß dasjenige gut wird, was früher wahr gewesen ist. Hieraus wird klar, daß das Wahre im Willen nicht mehr Wahres des Glaubens, sondern Gutes des Glaubens ist, und daß das Wahre des Glaubens niemand selig macht, sondern das Gute des Glaubens, denn dieses regt ebendasjenige an, was dem Leben des Menschen angehört, nämlich sein Wollen, und gibt ihm inwendigere Lust oder Wonne, und im anderen Leben eine Seligkeit, die himmlische Freude genannt wird. 4985. "Und Joseph war schön von Gestalt", bedeutet das Gute des Lebens daher; "und schön von Ansehen", 1. Mose 39/6, bedeutet das Wahre des Glaubens daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von "schön von Gestalt und schön von Ansehen", denn Gestalt ist das Wesen einer Sache, Ansehen aber ist das Dasein daher; und weil das Gute das eigentliche Wesen ist, und das Wahre das Dasein daher, so wird durch "schön von Gestalt" das Gute des Lebens, und durch "schön von Ansehen" das Wahre des Glaubens bezeichnet; denn das Gute des Lebens ist das eigentliche Sein des Menschen, weil es seinem Willen angehört, und das Wahre des Glaubens ist das Dasein daher, weil es dem Verstand angehört; denn alles, was dem Verstand angehört, hat sein Dasein vom Willen her. Das Sein des Lebens des Menschen ist in seinem Wollen, und das Dasein seines Lebens ist in seinem Verstehen. Der Verstand des Menschen ist nichts anderes als der entfaltete Wille, der so gestaltet ist, daß er in die äußere Erscheinung hervortritt. Hieraus wird klar, woher die Schönheit des inwendigeren Menschen kommt; daß sie nämlich aus dem Guten des Willens durch das Wahre des Glaubens kommt. Das Glaubenswahre selbst stellt die Schönheit in der äußeren Form dar, aber das Gute des Willens bringt sie hinein und bildet sie. Daher kommt es, daß die Engel des Himmels eine unaussprechliche Schönheit haben; denn sie sind gleichsam Liebes- und Liebtätigkeitsgestalten; deshalb regen sie, wenn sie in ihrer Schönheit erscheinen, das Innerste an. Bei ihnen leuchtet das Gute der Liebe vom Herrn durch das Wahre des Glaubens hervor, und indem es eindringt, regt es an. Hieraus kann erhellen, was im inneren Sinn durch "schön von Gestalt und schön von Ansehen" bezeichnet wird, wie auch Nr. 3821. 4986. Vers 7-9: Und es geschah nach diesen Worten (Vorgängen), da erhob das Weib seines Herrn ihre Augen zu Joseph, und sprach: liege bei mir. Und er weigerte sich, und sprach zum Weibe seines Herrn: siehe, mein Herr bekümmert sich bei mir um nichts, was im Hause ist, und hat alles, was er hat, gegeben in meine Hand. Er selbst ist nicht größer in diesem Haus als ich, und er hat mir nichts vorenthalten, außer dich, darum, daß du sein Weib bist; wie sollte ich denn ein so großes Übel tun und wider Gott sündigen? "Und es geschah nach diesen Worten" bedeutet den dritten Zustand; "da erhob das Weib seines Herrn ihre Augen zu Joseph" bedeutet das natürliche, nicht geistig Wahre, beigesellt dem natürlich Guten und dessen Innewerden; "und sprach: liege bei mir",bedeutet, es begehrte Verbindung; "und er weigerte sich" bedeutet Verschmähung; "und sprach zum Weibe seines Herrn" bedeutet das Innewerden in Beziehung auf jenes Wahre; "siehe, mein Herr bekümmert sich bei mir um nichts, was im Hause ist" bedeutet, daß das natürlich Gute nicht einmal Aneignung begehre; "und hat alles, was er hat, gegeben in meine Hand" bedeutet, alles sei in seiner Gewalt; "er selbst ist nicht größer in diesem Haus als ich" bedeutet, jenes Gute sei der Zeit nach das erstere, nicht aber dem Zustande nach; "und er hat mir nichts vorenthalten, außer dich" bedeutet, es sei untersagt, mit dem Wahren jenes Guten sich zu verbinden; "darum, daß du sein Weib bist" bedeutet, weil es mit keinem anderen Guten verbunden werden darf; "wie sollte ich denn ein so großes Übel tun und wider Gott sündigen?" bedeutet, auf diese Weise geschieht eine Trennung und keine Verbindung. 4987. "Und es geschah nach diesen Worten", 1. Mose 39/7, bedeutet den dritten Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es geschah" oder "es war", sofern es etwas Neues in sich schließt, wie Nr. 4970, mithin hier den dritten Zustand; und aus der Bedeutung von "nach diesen Worten", sofern es heißt nach diesen Sachen (oder Vorgängen). In der Grundsprache wird ein Satz vom anderen nicht durch Unterscheidungszeichen getrennt, wie in anderen Sprachen, sondern es erscheint alles zusammenhängend vom Anfang bis zum Ende. Was der innere Sinn enthält, ist zwar ebenso zusammenhängend, und von einem Zustand der Sache in den anderen übergehend, wenn aber ein Zustand sich endigt und der andere an dessen Stelle tritt, der ein bemerkenswerter ist, wird es angedeutet durch: "es war" oder "es geschah"; und die Veränderung eines weniger bemerkenswerten Zustandes durch "und"; deshalb kommen diese Worte so häufig vor. Dieser Zustand, welcher der dritte ist, und von dem nun gehandelt wird, ist ein inwendigerer als der vorige. 4988. "Da erhob das Weib seines Herrn ihre Augen zu Joseph", 1. Mose 39/7, bedeutet das natürliche, nicht geistige Wahre, das dem natürlich Guten beigesellt ist, und das Innewerden desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es das dem Guten beigesellte Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1468, 2517, 3236, 4510, 4823, hier das natürliche, nicht geistige Wahre, beigesellt dem natürlich Guten, weil von jenem Wahren und diesem Guten gehandelt wird. Jenes Gute, mit dem dieses Wahre verbunden ist, heißt hier "der Herr": Nr. 4973; und aus der Bedeutung von "die Augen erheben", sofern es das Denken, Aufmerken, und auch Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 2789, 2829, 3198, 3202, 4339. Durch das Weib wird hier bezeichnet das natürlich Wahre, aber nicht das natürlich Wahre, das geistig ist; und durch den Gatten, der hier Herr heißt, wird bezeichnet das natürlich Gute, aber nicht das natürlich Gute, das geistig ist. Es muß nun erklärt werden, was das natürliche, nicht geistige Gute und Wahre sei, und was das natürliche Gute und Wahre, das geistig ist: Das Gute beim Menschen kommt aus zweierlei Ursprung, nämlich erstens aus Angeerbtem und daher Angeborenem, und zweitens aus der Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit, und bei den Heiden aus (ihrer) Religion. Das Gute und Wahre, das aus ersterem Ursprung kommt, ist das natürliche Gute, das nicht geistig ist; das Gute aber, das aus letzterem Ursprung kommt, ist das natürliche geistige Gute. Aus dem gleichen Ursprung ist das Wahre, weil alles Gute sein ihm beigeselltes Wahre hat. Das natürlich Gute aus dem ersteren Ursprung, d.h. aus Anerbung und daher Angeborensein, hat viel Verwandtes mit dem natürlich Guten aus dem anderen Ursprung, d.h. aus der Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit oder Religion, aber bloß in der äußeren Form, in der inwendigen sind sie ganz verschieden. Das natürlich Gute aus ersterem Ursprung kann erworben werden durch das Gute, das sich auch bei Tieren findet, die sanftmütig (mitia) sind, aber das natürlich Gute aus dem anderen Ursprung ist dem Menschen eigen, der aus Vernunft handelt, und daher das Gute auf verschiedene Weise den Nutzzwecken gemäß auszuüben weiß. Diese Ausübung lehrt die Lehre der Gerechtigkeit und Billigkeit, und in höherem Grad die Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit, und diese begründet auch in vielen Dingen die Vernunft bei den wahrhaft Vernünftigen. Diejenigen, die das Gute aus ersterem Ursprung tun, werden gleichsam vom Instinkt blindlings zur Ausübung der Liebtätigkeit getrieben, diejenigen dagegen, die das Gute aus dem anderen Ursprung tun, werden aus innerer Pflicht und gleichsam mit klarer Anschauung dazu getrieben. Kurz, diejenigen, die das Gute aus dem ersteren Ursprung tun, tun das Gute nicht aus irgendeinem Bewußtsein des Gerechten und Billigen, weniger noch des geistig Wahren und Guten; die aber, die aus dem anderen Ursprung, tun es aus Gewissen, (d.h. mit Bewußtsein). Man sehe, was früher Nr. 3040, 3470, 3471, 3518 hierüber gesagt wurde, und was folgt Nr. 4992. Aber wie es sich mit diesem verhält, kann keineswegs (ganz) faßlich erklärt werden, denn ein jeder, der nicht geistig oder der nicht wiedergeboren ist, sieht das Gute von seiner äußeren Form aus, und zwar aus dem Grund, weil er nicht weiß, was Liebtätigkeit und auch nicht was der Nächste ist. Und daß er dieses nicht weiß, hat seinen Grund auch darin, daß es keine Lehren der Liebtätigkeit gibt. Im Licht des Himmels erscheint jenes ganz deutlich, und daher auch bei den Geistigen oder Wiedergeborenen, weil diese im Licht des Himmels sind. 4989. "Und sprach: liege bei mir", 1. Mose 39/7, bedeutet, es begehrte Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "liegen bei mir", sofern es eine Verbindung bezeichnet, nämlich des natürlich-geistigen Guten, das nun Joseph ist, mit dem natürlichen, nicht geistigen Wahren, welches das Weib seines Herrn bezeichnet, aber eine unrechtmäßige Verbindung. Die Verbindung des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten werden im Wort durch Ehen beschrieben, man sehe Nr. 2727-2759, 3132, 3665, 4434, 4837; daher kommt es, daß unrechtmäßige Verbindungen durch Hurereien beschrieben werden. Hier also die Verbindung des natürlichen nicht geistig Wahren mit dem natürlichen geistigen Guten, dadurch daß das Weib seines Herrn bei ihm liegen wollte. Eine Verbindung derselben findet nicht statt im Inwendigen, sondern bloß im Äußeren, in welchem wie eine Verbindung erscheint, aber es ist bloß eine Verwandtschaft. Daher kommt es auch, daß sie ihn an seinem Kleid ergriff, und daß er das Kleid in ihrer Hand ließ, denn durch Kleid wird im inneren Sinn das Äußere bezeichnet, durch das gleichsam eine Verbindung, oder durch das eine Verwandtschaft ist, wie man 1. Mose 39/12,13 sehen wird. Daß dieses bezeichnet wird, kann man nicht sehen, solange das Gemüt oder das Denken beim Historischen stehenbleibt, denn alsdann denkt man an nichts als an Joseph, an das Weib Potiphars, an die Flucht Josephs, nachdem er das Kleid zurückgelassen hatte. Wenn man aber das Gemüt oder das Denken auf dasjenige richten würde, was durch Joseph, das Weib Potiphars, und durch das Kleid bezeichnet wird, dann würde man merken, daß von einer gewissen geistigen unrechtmäßigen Verbindung auch hier die Rede ist, und alsdann kann man das Gemüt oder das Denken auf dasjenige richten, was bezeichnet wird, wenn man nur glaubt, daß das historische Wort nicht göttlich ist vermöge des bloß Historischen, sondern dadurch, daß im Historischen das Geistige und Göttliche ist; und würde man dieses glauben, dann würde man auch erkennen, daß das Geistige und Göttliche darin sich auf das Gute und Wahre bezieht, das der Kirche und dem Reich des Herrn angehört, und daß es sich im höchsten Sinn auf den Herrn selbst bezieht. Wenn der Mensch ins andere Leben kommt, was sogleich nach dem Tode geschieht, falls er unter denjenigen ist, die in den Himmel erhoben werden, wird er erfahren, daß er nichts vom Historischen des Wortes behält, und nicht einmal etwas weiß von Joseph oder von Abraham, Jischak und Jakob, sondern bloß von den geistigen und göttlichen Dingen, die er aus dem Wort erlernt und auf sein Leben angewandt hatte, darum sind es solche Dinge, die im Wort inwendig enthalten, sind, und welche sein innerer Sinn genannt werden. 4990. "Und er weigerte sich", 1. Mose 39/8, bedeutet Verschmähung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich weigern, sofern es heißt verschmähen, nämlich jene Verbindung; denn wer sich weigert, bis daß er entflieht, der verschmäht. 4991. "Und sprach zum Weibe seines Herrn", 1. Mose 39/8, bedeutet das Innewerden in Beziehung auf jenes Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters; und aus der Bedeutung des Weibes seines Herrn, sofern sie ist das natürliche, nicht geistige Wahre, beigesellt dem natürlich Guten, wovon Nr. 4988. 4992. "Siehe, mein Herr bekümmert sich bei mir um nichts, was im Hause ist", 1. Mose 39/8, bedeutet, daß das natürlich Gute nicht einmal Aneignung begehre. Dies erhellt aus der Bedeutung seines Herrn, sofern es das natürlich Gute ist, wovon Nr. 4973; und aus der Bedeutung von "sich um nichts bekümmern bei mir, was im Hause", sofern es bezeichnet, keine Aneignung begehren. Daß dieses der Sinn sei, kann man eben nur aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinn sehen, denn es ist nun vom dritten Zustand die Rede, bei dem das Himmlische des Geistigen im Natürlichen war. In diesem Zustand wird das natürlich Gute und Wahre, das geistig ist, getrennt vom natürlich Guten und Wahren, das nicht geistig ist, folglich wird durch "nicht sich bekümmern um das, was im Hause" bezeichnet, daß keine Begierde nach Aneignung da sei. Aber weil dies Geheimnisse sind, kann es nur durch Beispiele erläutert werden. Zur Erläuterung möge daher Folgendes dienen: Sich mit seiner Gattin verbinden aus bloßer Wollust, ist natürlich, nicht geistig; dagegen mit seiner Gattin sich verbinden aus ehelicher Liebe, das ist natürlich-geistig. Wenn der Gatte hernach aus bloßer Wollust sich verbindet, dann glaubt er sich zu versündigen, wie wer etwas Unzüchtiges tut; deshalb begehrt er nicht mehr, daß ihm solches angeeignet werde. Zur Erläuterung möge auch dieses dienen: Einem Freunde Wohltaten erzeigen, er mag beschaffen sein, wie er will, wenn er nur Freund ist, ist natürlich, nicht geistig. Hingegen einem Freunde Wohltaten erzeigen um des Guten willen in ihm, und mehr noch das Gute selbst zum Freunde haben, dem man wohl tun möchte, das ist natürlich-geistig, und wenn er in diesem ist, dann weiß er, daß er sich versündigt, wenn er einem Freunde, der böse ist, Wohltaten erzeigt; denn alsdann tut er durch ihn anderen übel. Wenn er in diesem Zustand ist, verschmäht er die Aneignung des natürlichen, nicht geistig Guten, in dem er vorher war. Ebenso verhält es sich im übrigen. 4993. "Und hat alles, was er hat, gegeben in meine Hand", 1. Mose 39/8, bedeutet, alles sei in seiner Gewalt. Dies erhellt aus dem, was Nr. 4978 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Aber der Unterschied ist der, daß dort vom zweiten Zustand die Rede ist, in dem das Himmlische des Geistigen im Natürlichen war; denn alsdann hat sich das natürlich Gute angepaßt, und sich das Wahre angeeignet: Nr. 4976, 4977, in welchem Zustand das Gute die Herrschaft wirklich hatte, das Wahre aber nur scheinbar; deshalb wurde damals durch jene Worte bezeichnet, daß all das Seine wie in seiner Gewalt war. Hier aber ist vom dritten Zustand die Rede, in dem sich das Himmlische des Geistigen befindet wenn es im Natürlichen geistig geworden, und weil in diesem Zustand keine Aneignung stattfindet, deswegen wird durch jene Worte bezeichnet, daß alles in seiner Gewalt sei. 4994. "Er selbst ist nicht größer in diesem Haus als ich", 1. Mose 39/9, bedeutet, jenes Gute sei der Zeit nach das Erstere, nicht dem Zustand nach. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht groß sein im Hause als ich"; oder "nicht größer sein", sofern es heißt, ihre Herrschaft sei gleichmäßig, mithin das eine und das andere sei das Erstere. Aus dem Zusammenhang im inneren Sinn geht hervor, daß das natürliche, nicht geistige Gute der Zeit nach das Erstere sei, wie auch aus dem erhellt, was Nr. 4992 gezeigt wurde. Das erste dem Zustand nach heißt: vortrefflicher sein in Ansehung der Beschaffenheit. 4995. "Und er hat mir nichts vorenthalten, außer dich", 1. Mose 39/9, bedeutet mit dem Wahren jenes Guten sich zu verbinden sei untersagt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihm vorenthalten haben", sofern es heißt untersagt sein; und aus der Bedeutung des Weibes, das er vorenthalten hat, und hier unter "dich" verstanden wird, sofern es das natürliche, nicht geistig Wahre ist, wovon Nr. 4988. 4996. "Darum daß du sein Weib bist", 1. Mose 39/9, bedeutet, weil es mit keinem anderen Guten verbunden werden darf. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weibes, sofern es das seinem Guten beigesellte Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1468, 2517, 3236, 4510, 4823, hier das natürliche, nicht geistig Wahre mit dem natürlichen, nicht geistig Guten, wie Nr. 4988. 4997. "Wie sollte ich denn ein so großes Übel tun und wider Gott sündigen", 1. Mose 39/9, bedeutet, so entstehe eine Trennung und keine Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Übels, und auch der Sünde, sofern es eine Trennung und keine Verbindung bezeichnet, wenn nämlich das natürlich geistig Gute mit dem natürlichen, nicht geistig Wahren verbunden wird. Denn es sind unähnliche und ungleiche (Zustände), die sich gegenseitig abstoßen. Übel tun und sündigen wider Gott wird gesagt, weil das Böse an sich betrachtet, wie auch die Sünde nichts anderes ist als Trennung vom Guten. Das Böse selbst besteht auch in der Entzweiung; dies sieht man deutlich am Guten, denn das Gute ist Verbindung, weil alles Gute Sache der Liebe zum Herrn und der Liebe gegen den Nächsten ist. Das Gute der Liebe zum Herrn verbindet ihn (den Menschen) mit dem Herrn, und folglich mit allem Guten, das vom Herrn ausgeht, und das Gute der Liebe gegen den Nächsten verbindet ihn mit dem Himmel und mit den Gesellschaften daselbst. Somit wird er auch durch diese Liebe mit dem Herrn verbunden, denn der Himmel ist eigentlich genommen der Herr, denn Er ist alles in allem in demselben. Das Gegenteil aber ist das Böse. Das Böse ist Sache der Selbstliebe und der Weltliebe. Das Böse der Selbstliebe scheidet (den Menschen) nicht nur vom Herrn, sondern auch vom Himmel, denn er liebt dann niemand als sich selber, und andere bloß, soweit er sie in sich selbst sieht, oder soweit sie eins ausmachen mit ihm selbst. Daher leitet er die Blicke aller auf sich selbst, und wendet sie gänzlich von anderen ab, hauptsächlich aber vom Herrn, und wenn mehrere dieses tun in einer Gesellschaft, so folgt, daß alle geschieden sind, und jeder den anderen von innen heraus als Feind ansieht, und wenn jemand gegen ihn etwas tut, so haßt er ihn, und hat seine Lust an seinem Verderben. In gleicher Weise auch das Böse der Weltliebe, denn dieses begehrt anderer Vermögen und anderer Güter, und begehrt alles Eigentum der anderen zu besitzen, daher entsteht ebenfalls Feindschaft und Haß, aber in geringerem Grade. Wer erkennen will, was das Böse, mithin was Sünde sei, darf sich nur bemühen zu erkennen, was Selbst- und Weltliebe sei, und um zu wissen; was das Gute, darf sich nur bemühen, zu erkennen, was Liebe zu Gott und Liebe gegen den Nächsten sei. Dadurch wird er erkennen, was das Böse und folglich was das Falsche sei; und hieraus wird er erkennen, was das Gute, und folglich was das Wahre sei. 4998. Vers 10-15: Und es geschah, als sie Tag für Tag also redete zu Joseph, hörte er nicht auf sie, zu liegen bei ihr, und zu sein mit ihr. Und es geschah an einem dieser Tage, daß er in das Haus kam, zu tun sein Werk, und kein Mann von den Männern des Hauses war daselbst im Hause, und sie ergriff ihn an seinem Kleid, und sprach: liege bei mir, er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand, und floh, und ging hinaus. Und es geschah, da sie sah, daß er sein Kleid ließ in ihrer Hand, und hinaus entfloh, da schrie sie zu den Männern ihres Hauses, und sprach zu ihnen: sehet, einen hebräischen Mann hat er uns gebracht, uns zu beschimpfen; derselbe kam zu mir, um zu liegen bei mir, aber ich schrie mit lauter Stimme. Und es geschah, da er hörte, daß ich meine Stimme erhob, und schrie, da ließ er sein Kleid bei mir, und floh, und ging hinaus. "Und es geschah" bedeutet den vierten Zustand; "als sie Tag für Tag also redete zu Joseph" bedeutet das Denken an diese Sache; "hörte er nicht auf sie, zu liegen bei ihr" bedeutet, daß er es verschmähte, sich zu verbinden; "und zu sein mit ihr" bedeutet, damit er nicht auf solche Weise vereinigt würde; "und es geschah an einem dieser Tage" bedeutet den fünften Zustand; "daß er ins Haus kam, zu tun sein Werk" bedeutet, als er im Werk der Verbindung war mit dem geistig Guten im Natürlichen; "und kein Mann von den Männern des Hauses war daselbst im Hause" bedeutet, ohne irgend jemands Hilfe; "und sie ergriff ihn an seinem Kleid" bedeutet, das nicht geistig Wahre hielt sich an das Letzte des geistig Wahren; "und sprach: liege bei mir" bedeutet der Verbindung wegen; "er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand" bedeutet, daß es eben dieses letzte Wahre hinwegzog; "und floh, und ging hinaus" bedeutet, auf diese Weise hatte er kein Wahres, um sich damit zu verteidigen; "und es geschah, da sie sah" bedeutet das Innewerden betreffend dieser Sache; "daß er sein Kleid ließ in ihrer Hand, und hinaus entfloh" bedeutet, betreffend die Trennung des letzten Wahren; "da schrie sie zu den Männern ihres Hauses" bedeutet Falsches; "und sprach zu ihnen" bedeutet Aufmunterung; "sehet, einen hebräischen Mann hat er uns gebracht" bedeutet einen Knecht; "uns zu beschimpfen" bedeutet, daß er sich empörte; "derselbe kam zu mir, um zu liegen bei mir" bedeutet, jenes habe sich verbinden wollen; "aber ich schrie mit lauter Stimme" bedeutet, sie habe es verschmäht; "und es geschah, da er hörte" bedeutet, als es vernommen wurde; "daß ich meine Stimme erhob, und schrie" bedeutet, daß der Widerwille groß war; "da ließ er sein Kleid bei mir" bedeutet einen Zeugen, daß er sich genähert habe; "und floh, und ging hinaus" bedeutet, daß er dennoch sich getrennt habe. 4999. "Und es geschah", 1. Mose 39/10, bedeutet den vierten Zustand. Dies kann aus dem erhellen, was Nr. 4979, 4987 gesagt wurde. 5000. "Als sie Tag für Tag also redete zu Joseph", 1. Mose 39/10, bedeutet das Denken an jene Sache. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619, nämlich an Joseph, somit an jene Sache, von der hier durch Joseph gehandelt wird. Von Tag zu Tag, oder an jedem Tag, heißt angelegentlich. Daß reden im inneren Sinn denken bedeutet, kommt daher, weil das Denken ein inwendigeres Reden ist, und wenn der Mensch denkt, alsdann redet er mit sich selbst. Inwendiges wird im Buchstabensinn ausgedrückt durch Äußeres, das entspricht. 5001. "Hörte er nicht auf sie, zu liegen bei ihr", 1. Mose 39/10, bedeutet, daß er es verschmähte, sich zu verbinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nicht hören", sofern es heißt, nicht gehorchen oder nicht folgen, wovon Nr. 2542, 3869, hier verschmähen, weil er so wenig gehorchte, daß er vielmehr floh, nachdem er das Kleid zurückgelassen; und aus der Bedeutung von "liegen bei ihr", sofern es heißt, sich auf unrechtmäßige Weise verbinden, wovon Nr. 4989. 5002. "Und zu sein mit ihr", 1. Mose 39/10, bedeutet, damit er nicht auf solche Weise vereinigt würde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sein bei einer", sofern es heißt, enger verbunden oder vereinigt werden. Daß es bedeutet vereinigt werden, hat den Grund, weil das eigentliche Sein einer Sache das Gute ist, und alles Gute der Liebe angehört, die eine geistige Verbindung oder Vereinigung ist. Daher wird im höchsten Sinn der Herr das Sein oder Jehovah genannt, weil von Ihm alles Gute stammt, das der Liebe oder geistigen Verbindung angehört. Weil der Himmel ein Ganzes ausmacht durch die Liebe von Ihm, und die Gegenliebe zu Ihm durch die Aufnahme und durch gegenseitige Liebe, darum wird das, wodurch er ist, eine Ehe genannt. Ebenso wäre es mit der Kirche, wenn die Liebe oder Liebtätigkeit ihr Sein wäre; daher ist da, wo keine Verbindung oder Vereinigung ist, auch kein Sein, denn wenn nichts vorhanden wäre, das ein Ganzes bildete oder vereinigte, so würde es sich auflösen und erlöschen. So (würde es auch gehen) in der bürgerlichen Gesellschaft, wo ein jeder für sich ist, und keiner für den anderen außer um seiner selbst willen. Wenn keine Gesetze da wären, die vereinigen, und wenn nicht der Verlust des Erwerbes, der Ehre, des guten Namens und des Lebens zu fürchten wäre, so würde die Gesellschaft ganz auseinandergehen. Deshalb ist das Sein einer solchen Gesellschaft auch eine Verbindung oder Vereinigung (adunatio), aber bloß im Äußeren, dagegen in Beziehung auf das Inwendige bei ihr ist es kein Sein. Deshalb werden auch solche im anderen Leben in der Hölle behalten, und ebenso daselbst durch äußere Dinge in Zaum gehalten, hauptsächlich durch Furcht. Sooft aber diese Bande gelockert werden, sucht einer den anderen ins Verderben zu stürzen, und begehrt nichts mehr, als den anderen ganz zu vertilgen. Anders aber (ist es) im Himmel, wo eine inwendige Verbindung besteht durch die Liebe zum Herrn und daher auch gegenseitige Liebe. Wenn hier die äußeren Bande gelockert werden, so werden sie gegenseitig noch enger verbunden; und weil sie dadurch näher zum göttlichen Sein, das vom Herrn ist, gebracht werden, so sind sie innerlicher in ihrer Neigung, und daher in Freiheit, folglich in Wonne, Seligkeit und Freude. 5003. "Und es geschah an einem dieser Tage", 1. Mose 39/11, bedeutet den fünften Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es geschah" oder "es war", sofern es etwas Neues in sich schließt, wie Nr. 4979, 4987, 4999, somit einen neuen Zustand, hier den fünften. 5004. "Daß er in das Haus kam, zu tun sein Werk", 1. Mose 39/11, bedeutet, als er im Werk der Verbindung war mit dem geistig Guten im Natürlichen. Dies kann daraus erhellen, daß jene Verbindung es ist, wovon in diesem Kapitel durch Joseph gehandelt wird. Deshalb wird, wenn gesagt wird "er kam ins Haus zu tun sein Werk", das Werk diese Verbindung bezeichnet. 5005. "Und kein Mann von den Männern des Hauses war daselbst im Hause", 1. Mose 39/11, bedeutet ohne irgend jemands Hilfe. Dies kann daraus erhellen, daß dadurch bezeichnet wird, er sei allein gewesen, und weil im inneren Sinn durch Joseph vom Herrn gehandelt wird, wie Er Sein inneres Menschliches verherrlicht oder göttlich gemacht hat, so wird durch jene Worte verstanden, Er habe das ohne irgend jemands Hilfe getan. Daß der Herr sein Menschliches göttlich gemacht hat durch eigene Macht, somit ohne irgend jemands Hilfe, kann daraus erhellen, daß, weil Er von Jehovah empfangen worden, das Göttliche in Ihm war, und daß so das Göttliche Ihm eigen war; deshalb hat Er, als Er in der Welt war, und das Menschliche in Ihm göttlich machte, es aus seinem Göttlichen oder aus Sich selbst getan. Dies wird auf folgende Weise beschrieben bei Jes.63/1,3,5: "Wer ist Der, Welcher kommt aus Edom, besprengt an Seinen Kleidern aus Bozra; Dieser ist ehrwürdig in Seinem Gewande, einhergehend in der Menge seiner Stärke. Die Kelter trat Ich allein, und von den Völkern (war) kein Mann bei Mir. Ich sah Mich um, aber (da war) kein Helfer, und Ich staunte, aber kein Unterstützender (war da); darum brachte Mir Heil Mein Arm". Jes.59/16: "Er sah, daß kein Mann (da war), und staunte gleichsam, daß kein Vertreter da war; darum brachte Ihm Heil Sein Arm, und Seine Gerechtigkeit erweckte Ihn; daher zog Er Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und den Helm des Heils (setzte Er) auf Sein Haupt". Daß der Herr mit eigener Macht das Menschliche in Sich göttlich gemacht hat, sehe man Nr. 1616, 1749, 1755, 1812, 1813, 1921, 1928, 1999, 2025, 2026, 2083, 2500, 2523, 2776, 3043, 3141, 3381, 3382, 3637, 4286. 5006. "Und sie ergriff ihn an seinem Kleid", 1. Mose 39/12, bedeutet, das nicht geistig Wahre hielt sich an das Letzte des geistig Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Gattin Potiphars, von der dieses gesagt wird, sofern sie das natürliche, nicht geistig Wahre bezeichnet, wovon Nr. 4988; aus der Bedeutung von ergreifen, sofern es heißt, sich halten an etwas; und aus der Bedeutung des Kleides, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1073, 2576, 4545, 4763, hier das Letzte des geistig Wahren, das in diesem Zustand dem Joseph angehört, denn Joseph bezeichnet hier das natürlich geistig Gute: Nr. 4988, 4992. Daß es das Wahre dieses Guten ist, mit dem das natürliche, nicht geistig Wahre sich verbinden wollte, wird aus dem Sachzusammenhang im inneren Sinne klar. Was es aber heißt und was es in sich schließt, daß das natürliche, nicht geistig Wahre verbunden werden wollte mit dem natürlich geistig Wahren, ist heutzutage ein Geheimnis, hauptsächlich aus dem Grund, weil wenige sich darum bekümmern und wissen wollen, was das geistig Wahre und was das nicht geistig Wahre sei, und sich so wenig darum bekümmern, daß sie das Geistige kaum wollen nennen hören. Wenn es nur genannt wird, so stellt sich bei ihnen ein unheimliches und dann zugleich trauriges Gefühl ein, und es wird ihnen zum Ekel und dann verworfen. Daß dies so geschehe, wurde mir auch gezeigt: Es waren Geister aus der Christenheit da, als mein Gemüt sich mit solchen Dingen beschäftigte, und jene wurden alsdann in den Zustand versetzt, worin sie in der Welt waren. Dieselben wurden schon bei dem Gedanken an das geistig Gute und Wahre nicht nur traurig gestimmt, sondern auch aus Widerwillen von einem solchen Ekel ergriffen, daß sie sagten, sie empfänden bei sich ähnliches, wie das, was in der Welt Erbrechen erregt. Aber ich durfte ihnen sagen, dies komme daher, weil ihre Neigungen nur auf irdische, leibliche und weltliche Dinge gerichtet gewesen seien, und wenn der Mensch bloß in diesen lebt, dann ekelt ihn alles an, was auf den Himmel sich bezieht. Daß sie auch die Kirchen, wo das Wort gepredigt wurde, nicht besucht hätten aus einem Verlangen, dasjenige, was sich auf den Himmel bezieht, zu erkennen, sondern aus einer anderen Begierde, die sie von der Zeit der Kindheit her angenommen hätten. Hieraus wurde offenbar, wie geartet heutzutage die Christenheit ist. Ursache im allgemeinen ist, weil die christliche Kirche heutzutage den alleinigen Glauben predigt, nicht aber die Liebtätigkeit, und somit die Lehre, nicht aber das Leben; und wenn nicht das Leben, dann kommt der Mensch in keine Neigung zum Guten, und wenn er in keiner Neigung zum Guten ist, dann ist er auch in keiner Neigung zum Wahren. Daher kommt es, daß es dem Lustreiz des Lebens der meisten zuwider ist, von den Dingen des Himmels etwas Weiteres zu hören, als was von der Kindheit her bekannt ist, während doch die Sache sich so verhält, daß der Mensch in der Welt ist, um durch die Übungen daselbst in das, was dem Himmel angehört, eingeweiht zu werden, und daß sein Leben in der Welt kaum wie ein Augenblick ist im Vergleich mit seinem Leben nach dem Tode, denn dieses ist ewig. Aber nur wenige sind, die glauben, daß sie nach dem Tod leben werden, und darum achten sie himmlische Dinge für nichts. Das aber kann ich versichern, daß der Mensch sogleich nach dem Tod im anderen Leben ist, und daß dort sein Leben in der Welt sich ganz fortsetzt, und so beschaffen ist, wie es in der Welt gewesen war. Dies kann ich versichern, weil ich es weiß; denn ich habe mit beinahe allen, die ich im Leben des Leibes gekannt hatte, gesprochen, nachdem sie aus diesem geschieden sind; und daher konnte ich aus lebendiger Erfahrung erkennen, was für ein Los einen jeden erwartet, nämlich ein Los gemäß dem Leben, das ein jeder hatte; die aber von solcher Art sind, glauben nicht einmal dieses. Was es aber heißt, und was es in sich schließt, daß das natürliche, nicht geistig Wahre mit dem natürlich geistig Wahren sich verbinden wollte, was dadurch bezeichnet wird, daß sie den Joseph am Kleid ergriff, wird im gleich Folgenden gesagt werden. 5007. "Und sprach: liege bei mir", 1. Mose 39/12, bedeutet, der Verbindung wegen. Dies erhellt aus der Bedeutung von liegen, sofern es Verbindung ist, wovon Nr. 4989, 5001, hier der Verbindung wegen, oder: auf daß es verbunden werden möchte. 5008. "Er aber ließ sein Kleid in ihrer Hand", 1. Mose 39/12, bedeutet, es zog eben dieses letzte Wahre weg. Dies erhellt aus der Bedeutung von lassen in ihrer Hand, sofern es heißt in ihrer Gewalt, denn Hand bedeutet Macht oder Gewalt, Nr. 878, 3091, 3387, 3563, 4931-4937, und weil sie sein Kleid ergriff, so heißt es hier wegziehen; und aus der Bedeutung des Kleides, sofern es das letzte Wahre ist, wovon Nr. 5006. Daß das natürliche, nicht geistig Wahre sich mit dem natürlich geistig Wahren verbinden wollte, und daß dieses die Verbindung verschmähte und deswegen das letzte Wahre zurückließ, oder duldete, daß es weggezogen wurde, kann von niemand begriffen werden, wenn es nicht durch Beispiele erläutert wird. Aber zuerst möge man sehen, was das natürliche, nicht geistig Wahre und was das natürlich geistig Wahre ist: Nr. 4988, 4992, und daß im Letzten eine Verwandtschaft, aber keine Verbindung stattfindet. Aber diese Sache soll durch Beispiele erläutert werden. Erstens: eine natürliche, nicht geistige Wahrheit innerhalb der Kirche ist es, daß man den Armen, den Witwen und den Waisen Gutes tun soll, und daß ihnen Gutes tun die im Wort gebotene Liebtätigkeit sei. Aber es ist nicht geistig wahr, d.h. diejenigen, die im nicht geistig Wahren sind, verstehen unter Armen, Witwen und Waisen nur diejenigen, die so genannt werden, hingegen ist es eine natürlich geistige Wahrheit, d.h. diejenigen, die in diesem Wahren sind, bestätigen zwar dieses, aber sie setzen es an die letzte Stelle, daß Arme, Witwen und Waisen verstanden werden, denn sie sagen in ihrem Herzen, daß nicht alle arm sind, die sich arm nennen, daß darunter auch solche sind, die sehr schlecht leben, und die weder Gott noch Menschen fürchten, und die in alle Freveltat stürzen würden, wenn die Furcht sie nicht abhielte. Und außerdem, daß unter den Armen im Wort diejenigen verstanden werden, die in geistiger Beziehung solche sind, nämlich die wissen und von Herzen bekennen, daß sie nichts Wahres und Gutes aus sich selbst haben, sondern daß ihnen alles umsonst geschenkt werde; ebenso verhält es sich mit den Witwen und Waisen, mit dem Unterschied der Rücksicht auf den Zustand. Aus diesem Beispiel wird klar, daß den Armen, Witwen und Waisen, die so genannt werden, Gutes tun, das Letzte des Wahren für diejenigen ist, die im natürlich geistig Wahren sind, und daß dieses Wahre wie ein Kleid ist, welches das Inwendigere bekleidet. Auch ist klar, daß dieses Letzte des Wahren zusammentrifft mit dem Wahren bei denjenigen, die im natürlich nicht geistig Wahren sind, daß aber dennoch keine Verbindung, sondern nur eine Verwandtschaft stattfinde. Als zweites Beispiel möge dienen, daß man dem Nächsten Gutes tun soll. Die im natürlich geistig Wahren sind halten einen jeden für den Nächsten, aber gleichwohl alle in verschiedener Rücksicht und in ungleichem Grad, und sagen in ihrem Herzen, daß die, welche im Guten sind, vor anderen der Nächste seien, dem man Gutes tun soll. Die aber im Bösen sind, seien zwar auch der Nächste, ihnen aber geschehe eine Wohltat, wenn sie den Gesetzen gemäß gestraft werden, weil sie durch Strafen gebessert werden, und dadurch auch verhütet wird, daß durch sie und durch ihre schlechten Beispiele den Guten übel geschieht. Die im natürlichen, nicht geistig Wahren innerhalb der Kirche sind, heißen auch jeden einen Nächsten, aber sie lassen keine Grade und Rücksichten zu, deshalb erweisen sie, wenn sie im natürlich Guten sind, einem jeden Gutes, der ihr Mitleid erregt, ohne Unterscheidung und meistens den Bösen mehr als den Guten, weil jene durch Arglist Mitleid einflößen können. Auch aus diesem Beispiel wird klar, daß in diesem letzten Wahren diejenigen, die im natürlichen, nicht geistig Wahren sind, mit denen, die im natürlich geistig Wahren sind, übereinkommen, daß aber doch dabei keine Verbindung, sondern nur eine Verwandtschaft stattfindet. Denn der eine hat eine ganz andere Vorstellung und Meinung vom Nächsten und von der Liebtätigkeit gegen ihn, als der andere. Ein drittes Beispiel: diejenigen, die im natürlich geistig Wahren sind, sagen im allgemeinen, daß die Armen und Elenden das Himmelreich ererben werden, aber dieses Wahre ist für sie das letzte, denn im Innern hegen sie den Gedanken, daß diejenigen die Armen und diejenigen die Elenden sind, die in geistiger Beziehung solche sind, und daß diese im Wort verstanden werden unter denen, welchen das Himmelreich gehört. Die aber im natürlichen, nicht geistig Wahren innerhalb der Kirche sind, sagen, daß keine anderen das Himmelreich ererben können als die, welche in der Welt in Armut geraten sind, die in elenden Verhältnissen leben und mehr als die übrigen in der Trübsal sind. Sie bezeichnen auch Reichtümer, Würden, weltliche Freuden als ebenso viele Abhaltungen oder Dinge, die den Menschen vom Himmel entfernen. Aus diesem Beispiel wird ebenfalls klar, was und wie beschaffen das letzte Wahre ist, worin sie übereinkommen, daß aber keine Verbindung stattfindet, sondern nur Verwandtschaft. Viertens: die im natürlich geistig Wahren sind, halten es für eine letzte (d.h. äußere) Wahrheit, daß diejenigen Dinge, die im Wort heilig genannt werden, auch heilig gewesen seien, wie z.B. die Lade mit dem Gnadenstuhl, nebst dem Leuchter, dem Räuchwerk, den Broten und so weiter, dann der Altar, und so auch der Tempel, und auch die Kleider Aharons, die Kleider der Heiligkeit genannt werden, hauptsächlich das Ephod mit dem Brustschildlein und den Urim und Thummim darin. Gleichwohl aber verbinden sie mit diesem letzten Wahren die Vorstellung, daß jene Dinge nicht an sich heilig gewesen sind, auch ihnen keine Heiligkeit eingegossen war, sondern daß sie heilig waren in vorbildlicher Beziehung, d.h., daß sie geistige und himmlische Dinge des Reiches des Herrn und im höchsten Sinn den Herrn selbst vorgebildet haben. Die aber, die im natürlichen, nicht geistig Wahren sind, nennen jene Dinge ebenfalls heilig, aber heilig an sich durch Eingießung (per infusionem). Hieraus wird klar, daß sie übereinkommen, sich aber nicht verbinden, denn jenes Wahre hat eine andere Form, weil eine andere Vorstellung, beim geistigen, als beim bloß natürlichen Menschen. Fünftens: ein letztes Wahres ist für den geistigen Menschen, daß alle göttlichen Wahrheiten aus dem buchstäblichen Sinn des Wortes begründet werden können, und auch durch Vernünftiges oder Verständiges bei denen, die erleuchtet sind. Dieses letzte und allgemeine Wahre wird auch vom natürlichen Menschen anerkannt, aber dieser glaubt einfältig, daß alles das wahr sei, was aus dem Wort begründet werden kann, und hauptsächlich das, was er selbst daraus begründet hat. Darin kommen sie also überein, daß jede göttliche Wahrheit begründet werden könne, aber diese oder jene allgemeine Wahrheit wird von dem einen anders angesehen als vom anderen. Wer aber nur ein natürlicher Mensch ist, der hält alles für göttlich wahr, was er selbst bei sich begründet hat, oder was er als von anderen begründet gehört hat, ohne zu wissen, daß das Falsche ebenso begründet werden kann wie das Wahre, und daß das begründete Falsche ganz als wahr erscheint, und mehr noch denn das Wahre selbst, weil Sinnestäuschungen hinzukommen und dasselbe in dem vom Himmelslicht getrennten Weltlicht darstellen. Auch hieraus wird klar, wie beschaffen das letzte geistig Wahre in der Vorstellung des natürlichen Menschen ist, daß es nämlich wie ein Kleid ist, und daß, wenn dieses Kleid weggezogen ist, sie gar nicht überein kommen, daß folglich der geistige Mensch nichts mehr hat, um sich gegen den natürlichen Menschen zu verteidigen, was dadurch bezeichnet wird, daß Joseph, nachdem er das Kleid zurückgelassen, geflohen und hinausgegangen sei, denn der bloß Natürliche erkennt das Inwendigere nicht an. Deshalb tritt, wenn das Auswendigere weggenommen oder weggezogen wird, sogleich eine Scheidung ein. Ferner nimmt auch der natürliche Mensch alles falsch, wodurch der geistige Mensch das letzte Wahre begründet, denn er kann das, was er begründet, nicht sehen, ob es so sei. Aus dem natürlichen Licht dasjenige zu sehen, was dem geistigen Licht angehört, ist unmöglich, d.h. gegen die Ordnung, aber der Ordnung gemäß ist es, daß man aus dem geistigen Licht sieht, was im natürlichen Licht ist. 5009. "Und floh und ging hinaus", 1. Mose 39/12, bedeutet, daß er kein Wahres hatte, um sich damit zu verteidigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen und hinausgehen, nachdem er das Kleid zurückgelassen, sofern es heißt, es sei eine Trennung geschehen, oder es wäre nichts Gemeinsames mehr da; folglich daß er, weil das Kleid das letzte Wahre ist, kein Wahres hatte, um sich damit zu verteidigen. Hierüber sehe man was Nr. 5008 am Ende gezeigt wurde. 5010. "Und es geschah, da sie sah", 1. Mose 39/13, bedeutet das Innewerden in betreff dieser Sache. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723; in betreff dieser Sache, heißt betreffend die Trennung dadurch, daß das letzte Wahre nicht mehr anerkannt wurde, was dadurch bezeichnet wird, daß "er sein Kleid in ihrer Hand zurückließ und hinausfloh", wie aus dem klar wird, was Nr. 5008, 5009 gesagt wurde. 5011. "Da schrie sie zu den Männern ihres Hauses", 1. Mose 39/14, bedeutet das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 2240; daher wird schreien vom Falschen gesagt. Männer des Hauses bedeuten im echten Sinn Wahres des Guten, aber im entgegengesetzten Sinn Falsches des Bösen. Daß es Falsches ist, was nun das Weib Potiphar zu den Männern des Hauses und nachher zu ihrem Gatten spricht, erhellt aus demjenigen, was sie redet. Daß das natürlich Wahre, das hier das Weib Potiphars bezeichnet, nur Falsches oder das Gegenteil vom Wahren reden muß, nachdem das letzte geistig Wahre, das dem äußeren Ansehen nach gleichsam als das Verbindende erscheint, abgerissen ist, sehe man Nr. 5008 E. 5012. "Und sprach zu ihnen", 1. Mose 39/14, bedeutet eine Aufforderung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen hier, sofern es eine Aufforderung oder Mahnung bezeichnet; denn sprechen bezeichnet im inneren Sinn das Innewerden: Nr. 2862, 3395, 3509, und auch Mitteilung (communicatio): Nr. 3060, 4131. Weil also hier gesagt wird, daß sie schrie und dann sprach, ist es eine heftige Mitteilung, d.h. Aufforderung zum Hören. 5013. "Sehet, einen hebräischen Mann hat er uns gebracht", 1. Mose 39/14, bedeutet einen Knecht. Dies erhellt aus der Bedeutung des hebräischen Mannes, sofern es von einem Diener gesagt wird, wovon Nr. 1703, wie auch aus dem Folgenden erhellt, denn dort wird Joseph ein hebräischer Knecht und auch einfach Knecht genannt: "Es kam zu mir der hebräische Knecht, den du uns gebracht hast": 1. Mose 39/17, "nach diesen Worten hat mir getan dein Knecht": 1. Mose 39/19. Daß der hebräische Mann hier einen Knecht bezeichnet, hat hauptsächlich den Grund, weil diejenigen, die im natürlichen, nicht geistigen Wahren und Guten sind, (die hier durch Potiphar und seine Frau vorgebildet werden), das geistig Wahre und Gute, das hier durch Joseph vorgebildet wird, nicht anders als wie einen Knecht ansehen; denn sie sind sowohl dem Leben als der Lehre nach in umgekehrter Ordnung. Das Natürliche herrscht nämlich bei ihnen und das Geistige dient, während es doch der Ordnung gemäß ist, daß das Geistige herrscht und das Natürliche dient, denn das Geistige ist das Frühere, Inwendigere und Obere und dem Göttlichen Nähere, das Natürliche aber das Spätere, Auswendigere und Untere und vom Göttlichen Entferntere. Darum wird das Geistige beim Menschen und in der Kirche dem Himmel verglichen und auch Himmel genannt, und das Natürliche wird der Erde verglichen und auch Erde genannt. Daher kommt es auch, daß die Geistigen, d.h. diejenigen, bei denen das Geistige geherrscht hat, im anderen Leben im Licht des Himmels mit dem Haupt aufwärts zum Herrn und mit den Füßen unterwärts zur Hölle erscheinen. Dagegen die Natürlichen, d.h. die, bei denen das Natürliche geherrscht hat, erscheinen im Licht des Himmels mit den Füßen aufwärts und mit dem Haupt unterwärts, obwohl ganz anders in ihrem Lichte, das ein Irrlicht ist, das von den Begierden und Phantasien stammt, in denen sie sind: Nr. 1528, 3340, 4214, 4418, 4531, 4532. Daß die natürlichen Menschen geistige Dinge als Diener betrachten, wurde auch dadurch vorgebildet, daß die Ägypter die Hebräer nur als Knechte ansahen; denn durch die Ägypter wurden diejenigen vorgebildet, die im natürlichen Wissen sind, somit die Natürlichen, durch die Hebräer aber die Angehörigen der Kirche, somit beziehungsweise die Geistigen. Die Ägypter haben auch die Hebräer so geringschätzig behandelt wie Sklaven, so daß sie es für einen Greuel hielten, mit den Hebräern zu essen: 1. Mose 43/32, wie denn auch die Opfer der Hebräer ihnen ein Greuel waren: 2. Mose 8/22. 5014. "Uns zu beschimpfen", 1. Mose 39/14, bedeutet, er habe sich gegen sie empört. Dies erhellt aus dem Zusammenhang selbst im inneren Sinn, und auch aus der Bedeutung von beschimpfen, wenn es in der Heftigkeit gesagt wird, sofern es heißt, sich empören (oder auflehnen). 5015. "Derselbe kam zu mir, um zu liegen bei mir", 1. Mose 39/14, bedeutet, jenes, nämlich das natürliche geistig Wahre habe sich verbinden wollen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, sofern es hier ein Wollen bezeichnet, denn wer aus Vorsatz kommt, der will; und aus der Bedeutung von liegen, sofern es heißt (sich) verbinden, wovon Nr. 4989, 5001, 5007. 5016. "Aber ich schrie mit lauter Stimme", 1. Mose 39/14, bedeutet, sie habe es verschmäht. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschreis, sofern es ein falsches Gerede bezeichnet, wovon Nr. 5011, daher schließt schreien ein solches in sich, hier nämlich, weil sie zu den Männern des Hauses um Hilfe schrie (die falsche Rede), es sei ihr zuwider gewesen, und weil gesagt wird, sie schrie mit lauter Stimme, - sie habe es verschmäht. 5017. "Und es geschah, da er hörte", 1. Mose 39/15, bedeutet, als es vernommen wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es heißt gehorchen, und auch sofern es heißt vernehmen. Daß es gehorchen heißt, sehe man Nr. 2542, 3869; daß es auch wahrnehmen heißt, wird aus der Verrichtung des Ohres selbst und daher aus der Natur des Gehörs klar. Die Verrichtung des Ohres ist die Rede des anderen aufzunehmen und sie dem gemeinsamen Organ der Wahrnehmung zuzuführen, damit dieses daraus vernehme, was der andere denkt; daher ist hören auch wahrnehmen; deshalb liegt es in seiner Natur, daß es dasjenige, was der eine aus seinem Denken redet, in das Denken des anderen hinüberbringt und aus diesem in seinen Willen und aus diesem in sein Handeln; daher heißt hören auch gehorchen. Diese zwei Geschäfte sind dem Gehör eigen; in den Sprachen wird dies unterschieden durch "jemand hören", das heißt vernehmen, und "auf jemand hören oder horchen", was bedeutet gehorchen. Daß dies die beiden Geschäfte des Gehörs sind, hat den Grund, weil der Mensch das, was seinem Denken und auch was seinem Willen angehört, auf keinem anderen Weg mitteilen und auch was dem Willen angehört, nicht anders durch Gründe zum Tun und Gehorchen bestimmen und bewegen kann. Hieraus wird klar, in welchem Kreislauf die Mitteilungen geschehen, daß sie nämlich vom Willen ins Denken und so in die Rede, und von der Rede durch das Ohr in das Denken und den Willen des anderen (gehen). Daher kommt es auch, daß die Geister und Engel, die dem Ohr oder Gehörsinn im Größten Menschen entsprechen, nicht nur vernehmende, sondern auch gehorchende Wesen sind; daß sie gehorchende sind, sehe man Nr. 4652 bis 4660; und weil gehorchende, sind sie auch vernehmende, denn das eine schließt das andere in sich. HG 5018 5018. "Daß ich meine Stimme erhob und schrie", 1. Mose 39/15, bedeutet, daß ein großer Widerwille da war. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien mit großer Stimme, sofern es das Verschmähen bezeichnet, wovon Nr. 5016; hier also bedeutet "die Stimme erheben und schreien" einen großen Widerwillen. 5019. "Da ließ er sein Kleid bei mir", 1. Mose 39/15, bedeutet einen Zeugen, daß er sich genähert habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Kleid zurücklassen", sofern es heißt, das letzte Wahre wegnehmen, wovon Nr. 5008, hier aber bezeichnet es einen Zeugen, weil das Kleid in ihrer Hand, das vorgezeigt wurde, d.h. das letzte Wahre, durch das sie zu beweisen suchte, daß er sich habe verbinden wollen, der Zeuge sein sollte, daß er sich ihr genähert habe. Dieser Sinn erscheint zwar ziemlich ferne liegend, aber dennoch ist es der, welcher eingeschlossen ist in ihrer Rede; man sehe unten, Nr. 5028. 5020. "Und floh und ging hinaus", 1. Mose 39/15, bedeutet, daß er sich dennoch getrennt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von fliehen und hinausgehen, sofern es heißt, sich trennen, wie Nr. 5009. Dieses nun ist das Falsche, das die Frau Potiphars bei den Männern des Hauses vorbrachte über Joseph; im inneren Sinn, was das natürliche, nicht geistig Wahre über das natürlich geistig Wahre, oder was der natürliche, nicht geistige Mensch über den natürlich geistigen Menschen (geredet hat), man sehe Nr. 4988, 4992, 5008. 5021. Vers 16-18: Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr in sein Haus kam. Und sie redete zu ihm dieselben Worte und sprach: Gekommen ist zu mir der hebräische Knecht, den du uns gebracht hast, mich zu beschimpfen. Und es geschah, da ich meine Stimme erhob und schrie, ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus. "Und sie legte sein Kleid neben sich" bedeutet, sie habe das letzte Wahre behalten; "bis sein Herr in sein Haus kam" bedeutet, um es dem natürlich Guten mitzuteilen; "und sie redete zu ihm dieselben Worte" bedeutet falsche Rede; "und sprach: Gekommen ist zu mir der hebräische Knecht, den du uns gebracht hast" bedeutet, jenes Dienstbare; "mich zu beschimpfen" bedeutet, es habe sich empört; "und es geschah, da ich meine Stimme erhob und schrie" bedeutet die große Abneigung; "ließ er sein Kleid bei mir" bedeutet die Bezeugung; "und floh hinaus" bedeutet, alsdann habe es sich getrennt. 5022. "Und sie legte sein Kleid neben sich", 1. Mose 39/16, bedeutet, sie habe das letzte Wahre behalten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "neben sich legen", sofern es heißt behalten; und aus der Bedeutung von Kleid, sofern es das letzte Wahre ist, wovon Nr. 5006, 5008, und wenn dieses Wahre weggenommen ist, hat der geistige Mensch nichts mehr, um sich gegen die bloß Natürlichen zu verteidigen: Nr. 5008, 5009, und alsdann geschieht ihm Unrecht, denn bei allem was der geistige Mensch alsdann redet, sagen die bloß Natürlichen, sie begreifen es nicht, und auch, es sei nicht so. Und wenn das Inwendige oder Geistige nur genannt wird, verspotten sie es entweder oder nennen es mystisch. Deshalb ist dann alle Verbindung zwischen ihnen zerrissen; und ist diese zerrissen, so leidet der geistige Mensch Hartes bei den bloß Natürlichen, was auch dadurch vorgebildet wird, daß Joseph, nachdem die Frau vor ihrem Gatten mit dem Kleid Zeugnis abgelegt hatte, in das Haus des Gefängnisses geworfen wurde. 5023. "Bis sein Herr in sein Haus kam", 1. Mose 39/16, bedeutet, um es dem natürlich Guten mitzuteilen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrn, sofern er das natürliche, nicht geistig Gute ist, wovon Nr. 4973, 4988. Haus im inneren Sinn ist das natürliche Gemüt, denn das natürliche Gemüt wie auch das vernünftige Gemüt ist wie ein Haus; der Gatte daselbst ist das Gute, die Gattin ist das Wahre, die Töchter und Söhne sind die Neigungen zum Guten und Wahren, dann auch Gutes und Wahres, das von jenen als von Eltern abstammt; die Mägde und Knechte sind Vergnügungen und Kenntnisse, die dienen und begründen. Daher wird hier durch das Kommen des Herrn in sein Haus bezeichnet das natürlich Gute seiner Wohnung, wo auch das ihm verbundene Wahre ist; hier aber das Falsche, welches das Gute beredet, daß es wahr sei, denn das natürliche, nicht geistig Gute wird leicht überredet, daß das Falsche wahr und das Wahre falsch sei. "Sein Herr" wird gesagt, weil das nicht geistig Natürliche das Geistige als einen Knecht betrachtet: Nr. 5013. Daß das natürliche Gemüt und das vernünftige Gemüt ein Haus heißt, wird aus folgenden Stellen klar: Luk.11/24-26: "Wann der unreine Geist vom Menschen ausgegangen ist, durchwandert er dürre Orte und sucht Ruhe, und wenn er diese nicht findet, spricht er: umkehren will ich wieder in mein Haus, wovon ich ausgegangen bin, und wenn er kommend dieses findet mit Besen gekehrt und geschmückt, dann geht er hin, und nimmt zu sich sieben andere Geister, die schlimmer sind als er, und wenn sie hineingekommen, wohnen sie daselbst": Haus bedeutet hier das natürliche Gemüt, das ein leeres und mit Besen gekehrtes Haus heißt, wenn in demselben nichts Gutes und Wahres ist, welches Gatte und Gattin, keine Neigungen zum Guten und Wahren, welche Töchter und Söhne und nicht solches, was bestärkt, welches Mägde und Knechte sind. Der Mensch selbst ist das Haus, weil das natürliche und vernünftige Gemüt den Menschen macht; ohne jenes, d.h. ohne Gutes und Wahres und ohne die Neigungen dazu und ihrer Bedienung, ist er kein Mensch, sondern ein Tier. Das Gemüt des Menschen wird ebenfalls unter Haus verstanden: Luk.11/17: "Jedes Reich, das gegen sich selbst geteilt ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andere". Mark.3/24,25,27: "Wenn ein Reich gegen sich selbst geteilt wird, so kann dieses Reich nicht bestehen; auch wenn ein Haus gegen sich selbst geteilt wird, so kann dieses Haus nicht bestehen. Es kann niemand die Gefäße des Starken, wenn er eingetreten ist in sein Haus, rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, und dann sein Haus beraubt": durch Reich wird das Wahre bezeichnet: Nr. 1672, 2547, 4691, und durch Haus das Gute: Nr. 2233, 2234, 3720, 4982. Haus bedeutet das Gute, sofern dieses vorwaltet. Luk.12/39: "Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wohl wachen, und nicht durchgraben lassen sein Haus". Luk.12/52,53: "Von nun an werden fünf in einem Haus sein, drei gegen zwei, und zwei gegen drei; zerteilt (d.h. uneins) wird sein der Vater gegen den Sohn, und der Sohn gegen den Vater; die Mutter gegen die Tochter, und die Tochter gegen die Mutter": hier ist die Rede von den geistigen Kämpfen, in welche die Angehörigen der Kirche kommen werden, nachdem das Inwendige und Geistige des Wortes aufgeschlossen worden ist. Haus bedeutet den Menschen oder sein Gemüt, Vater, Mutter, Sohn, Tochter darin, sind Gutes und Wahres mit den Neigungen dazu, und im entgegengesetzen Sinn Böses und Falsches mit den Neigungen dazu, von denen und mit denen Kampf (entsteht). Daß der Herr Luk.10/5-7 Seinen Jüngern befohlen hat: "So ihr in ein Haus eintretet, saget zuerst: Friede diesem Hause, und wofern daselbst ein Sohn des Friedens sein wird, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wo aber nicht, wird er auf euch zurückkommen; in demselben Hause aber bleibet, esset und trinket, was bei ihnen (vorhanden), gehet nicht aus einem Haus ins andere": bildete vor, daß sie im Guten selbst, nämlich im Guten der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten bleiben, nicht aber zu etwas anderem übergehen sollten. Daß der Mensch oder sein Gemüt ein Haus ist, sehe man auch Nr. 3538, 4973. 5024. "Und sie redete zu ihm dieselben Worte", 1. Mose 39/17, bedeutet falsche Rede. Dies erhellt aus dem, was folgt, denn es ist Falsches, was sie zu ihrem Manne geredet hat. 5025. "Und sprach: Gekommen ist zu mir der hebräische Knecht, den du uns gebracht hast", 1. Mose 39/17, bedeutet jenes Dienstbare. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5013 gesagt wurde. Hier wird durch jenes Dienstbare das geistig Wahre und Gute verstanden, das hier jetzt Joseph ist. Dies erscheint dem nicht geistig Natürlichen als dienstbar, wie zum Beispiel: Das geistig Wahre und Gute will, daß der Mensch nicht in den Würden und im Hervorragen über andere sein Vergnügen suchen soll, sondern in den Pflichten gegen das Vaterland und gegen die Gesellschaften im allgemeinen und besonderen, und daß er somit in den mit den Würden verbundenen Nutzleistungen sein Vergnügen finden möge. Der bloß natürliche Mensch aber weiß gar nicht, was das für ein Vergnügen sei, und leugnet das Dasein desselben, obwohl er aus Heuchelei das gleiche auch sagen kann, aber gleichwohl macht er das Vergnügen aus den Würden um seiner selbst willen zum Herrn, und das Vergnügen aus den Würden um der Gesellschaft im allgemeinen und besondern willen zum Knecht, denn auf sein Ich sieht er in allem was er tut, und auf die Gesellschaften erst nach dem Ich, und ist denselben nur so weit geneigt, als sie ihm. Ein weiteres Beispiel: Wenn gesagt wird, die Nutzwirkung und der Zweck mache, daß etwas geistig sei oder nicht geistig. Der Nutzen und der Zweck um des Gemeinwohls, der Kirche und des Reiches des Herrn willen bewirken, daß es geistig sei, hingegen der Nutzen und der Zweck um seiner und der Seinigen willen, wenn er den vorigen überwiegt, bewirken, daß es nicht geistig sei. Dieses kann der natürliche Mensch zwar mit dem Munde, aber nicht mit dem Herzen anerkennen. Mit dem Munde vermöge seines unterrichteten Verstandes, aber nicht mit dem Herzen, weil sein Verstand durch Begierden verdorben ist; infolgedessen macht er den Nutzen und den Zweck um des Ichs willen zum Herrn, und den Nutzen und Zweck um des Gemeinwohls, der Kirche und des Reiches des Herrn willen zum Knecht, ja er sagt in seinem Herzen: Wer kann je anders sein? Mit einem Wort: alles, was der natürliche Mensch als von ihm getrennt ansieht, das verachtet und verwirft er ganz, und alles, was er als mit ihm verbunden ansieht, das schätzt er und nimmt es an, indem er nicht weiß und nicht wissen will, daß geistig ist: einen jeden als mit sich verbunden ansehen der im Guten ist, möge er unbekannt sein oder bekannt; und einen jeden als von sich getrennt ansehen, der im Bösen ist, sei er bekannt oder unbekannt; denn alsdann wird er mit denjenigen verbunden, die im Himmel sind, und geschieden von denen, die in der Hölle. Weil aber der natürliche Mensch kein Vergnügen hieraus empfindet, denn er nimmt den geistigen Einfluß nicht auf, darum betrachtet er jenes als ganz geringfügig und dienstbar, somit wie nichts im Vergleich mit dem Vergnügen, das er empfindet, und das durch die Sinne des Leibes und durch die Begierden der Selbst- und Weltliebe einfließt. Aber dieses Vergnügen ist tot, weil aus der Hölle, hingegen das Vergnügen aus dem geistigen Einfluß ist lebendig, weil durch den Himmel vom Herrn. 5026. "Mich zu beschimpfen", 1. Mose 39/17, bedeutet, es habe sich empört. Dies erhellt aus der Bedeutung von beschimpfen, sofern es heißt, sich frech gegen jemand erheben, wie Nr. 5014. 5027. "Und es geschah, da ich meine Stimme erhob und schrie", 1. Mose 39/18, bedeutet, als es die große Abneigung wahrnahm. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Stimme erheben und schreien", sofern es große Abneigung bezeichnet, wie auch Nr. 5018. 5028. "Ließ er sein Kleid bei mir", 1. Mose 39/18, bedeutet, als Bezeugung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Kleid bei ihr lassen", sofern es ist der Zeuge, daß er sich genähert habe, wovon Nr. 5019. Das Kleid im inneren Sinn bedeutet das Wahre, und das Kleid zurücklassen das letzte Wahre wegnehmen: Nr. 5008; daß es hier bedeutet den Zeugen oder die Bezeugung, daß er sich genähert habe, hat den Grund, weil das letzte Wahre, wenn es zurückgelassen oder weggenommen wird, dem natürlichen Menschen ein Zeuge gegen den geistigen Menschen ist. Daß der natürliche Mensch mit dem geistigen Menschen durch das letzte Wahre gleichsam verbunden wird, daß er aber dennoch nicht (wirklich) verbunden wird, sehe man Nr. 5009; denn wenn der geistige Mensch jenes Wahre erklärt, dann erscheint die Ungleichheit, aber zur Erläuterung mögen die Beispiele dienen, die früher, Nr. 5008 angeführt worden sind: Der geistige Mensch sagt ebenso wie der natürliche, man solle den Armen, den Witwen und Waisen Gutes tun, aber der geistige Mensch denkt, man soll nicht Gutes tun den Armen, Witwen und Waisen, die böse sind, und die sich so nennen und dennoch reich sind, denn dann würden sie durch die bloßen Namen betrügen, und daher schließt er, daß durch die Armen, Witwen und Waisen im Wort diejenigen verstanden werden, die in geistiger Beziehung solche sind. Der natürliche Mensch aber denkt, man soll Gutes tun den Armen, Witwen und Waisen, die so genannt werden, und daß sie und keine anderen im Wort verstanden werden, und ob sie böse sind oder gut, gilt ihm gleich. Was es heißt, in geistiger Beziehung so sein, weiß er nicht, und will es nicht wissen. Hieraus wird klar, daß das letzte Wahre, nämlich daß man den Armen, Witwen und Waisen Gutes tun soll, beiden gleich erscheint, daß es aber, wenn es (näher) erklärt wird, ungleich ist, und wenn die Ungleichheit und daher Scheidung sich herausstellt, so dient das dem natürlichen Menschen zum Zeugen oder zur Bezeugung, daß er, d.h. der geistige Mensch, sich genähert habe. Daher spricht er Falsches gegen den geistigen Menschen, der nichts mehr hat, um sich zu verteidigen. So wird offenbar, warum und in welcher Hinsicht das Kleid auch einen Zeugen oder eine Bezeugung bedeute. Weiter diene als Beispiel: Der geistige Mensch sagt ebenso wie der natürliche Mensch, man solle dem Nächsten Gutes tun, und sagt auch, daß jeder Mensch der Nächste sei, aber er denkt, daß der eine in einem anderen Verhältnis und Grad der Nächste sei als der andere; und daß einem Bösen Gutes tun, weil er sich einen Nächsten nennt, heiße, dem Nächsten Böses tun. Der natürliche Mensch verbindet sich mit dem geistigen in jenem letzten Wahren, daß man nämlich dem Nächsten Gutes tun soll, auch in jenem Wahren, daß jeder Mensch der Nächste sei, aber er denkt, derjenige sei der Nächste, der ihm geneigt ist, ohne darauf zu achten, ob er gut sei oder böse. Hieraus wird auch klar, daß sie im letzten Wahren scheinbar verbunden werden, daß es aber dennoch keine (wahre) Verbindung ist, und sobald es erklärt wird, eine Scheidung eintritt. Es dient alsdann jenes letzte Wahre dem natürlichen Menschen zu einem Zeugen gegen den geistigen, daß er ihn gleichsam verspottet (oder beschimpft) habe. Ebenso in allem übrigen. 5029. "Und floh hinaus", 1. Mose 39/18, bedeutet, alsdann habe es sich getrennt. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinausfliehen, sofern es heißt, sich trennen, wie Nr. 5020; und folglich, daß es dann kein Wahres habe, um sich damit zu verteidigen, wie Nr. 5009. 5030. Vers 19,20: Und es geschah, als sein Herr hörte die Worte seines Weibes, die sie zu ihm redete, sprechend: Nach diesen Worten hat mir getan dein Knecht, da entbrannte sein Zorn. Und der Herr des Joseph nahm ihn und legte ihn in das Haus des Gefängnisses, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen lagen; und er war daselbst im Hause des Gefängnisses. "Und es geschah" bedeutet einen neuen Zustand; "als sein Herr hörte die Worte seines Weibes, die sie zu ihm redete" bedeutet die Mitteilung des Falschen, das wie wahr erschien; "sprechend: Nach diesen Worten hat mir getan dein Knecht" bedeutet Bestätigung; "da entbrannte sein Zorn" bedeutet Abkehr vom geistig Wahren; "und der Herr des Joseph nahm ihn" bedeutet Versuchung von seiten des Natürlichen; "und legte ihn in das Haus des Gefängnisses" bedeutet in betreff falscher Rede gegen das Gute; "an den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen lagen" bedeutet den Zustand, in dem diejenigen sind, die im Falschen; "und er war daselbst im Hause des Gefängnisses" bedeutet die Dauer der Versuchung. 5031. "Und es geschah", 1. Mose 39/19, bedeutet einen neuen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es geschah" oder "es war", sofern es etwas Neues oder einen neuen Zustand in sich schließt, wovon Nr. 4979, 4987, 4999; hier den Zustand des natürlichen geistig Guten, der vorgebildet wird durch Joseph, nachdem ihm das Letzte (oder Äußerste) des Wahren weggenommen worden, somit nachdem keine Verbindung mehr mit dem natürlichen, nicht geistig Wahren und Guten vorhanden war. HG 5032 5032. "Als sein Herr hörte die Worte seines Weibes, die sie zu ihm redete", 1. Mose 39/19, bedeutet die Mitteilung des Falschen, das wie wahr erschien. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Worte hören", sofern es heißt Mitteilung; denn hören heißt vernehmen: Nr. 5017, somit auch mitgeteilt werden; aus der Bedeutung der Frau, sofern sie das natürlich, nicht geistig Wahre ist, wovon früher, hier aber das Falsche. Das falsche Gerede selbst wird bezeichnet durch das, was sie zu ihm redete, wie Nr. 5024. Es ist die Mitteilung des Falschen an das natürliche, nicht geistig Gute, das hier durch "seinen Herrn" bezeichnet wird, wie Nr. 5023. Daß das Falsche ihm als wahr erschien, erhellt aus dem, was folgt. Es ist hier vom natürlichen, nicht geistig Guten die Rede, daß dasselbe leicht beredet werde, bis daß das Falsche ihm ganz als wahr erscheint. Was und wie beschaffen das natürliche, nicht geistig Gute ist, oder wer und wie beschaffen die sind, die in diesem Guten sind, sehe man Nr. 4988, 4992, 5008, 5013, 5028; daß es nämlich diejenigen sind, die sanft und redlich sind, weil es ihnen anererbt und angeboren ist, somit die aus Naturanlage, nicht aber aus Religion Gutes tun. Etwas ganz anderes ist es, das Gute tun aus Natur, und etwas anderes aus Religion. In der Welt kann es vom Menschen nicht unterschieden werden, denn der Mensch kennt das Inwendigere nicht, aber im anderen Leben wird es deutlich unterschieden; denn dort tritt das Inwendigere zutage: die Gedanken, Absichten und Zwecke offenbaren sich dort, und treten hervor wie am hellen Tag. Wie beschaffen diejenigen sind, die im nicht geistig Guten, und wie beschaffen die, welche im geistig Guten sind, wurde mir daher von dort aus zu wissen gegeben: Die im natürlichen, nicht geistig Guten sind, lassen sich dort von einem jeden überreden, und zwar leicht von den Bösen, denn die bösen Geister und Genien sind in ihrem Leben oder ihrer Lebenslust, wenn sie in jemandes Begierden eingehen können, und wenn sie in dieselben eingegangen sind, verlocken sie zu jeglichem Bösen, denn alsdann bereden sie, daß das Falsche wahr sei. Das wird ihnen leicht bei denjenigen, die im natürlichen, nicht geistig Guten sind; bei denen, die im geistig Guten sind, können sie das nicht, denn diese wissen von innen heraus, was böse und falsch ist. Dies kommt daher, weil die, welche im geistig Guten sind, während sie in der Welt lebten, die Gebote aus der Lehre aufgenommen haben, wodurch sie den inwendigen Menschen anzogen, auf den so der Himmel einwirken kann. Aber die, welche im natürlichen, nicht geistig Guten sind, haben, während sie in der Welt lebten, keine Gebote aus der Lehre aufgenommen, wodurch sie den inwendigen Menschen anzogen; daher ist bei ihnen kein Boden, auf den der Himmel einwirken könnte, sondern alles, was bei ihnen aus dem Himmel einfließt, das fließt hindurch, und wenn es in den natürlichen Menschen kommt, wird es nicht aufgenommen, weil die Bösen oder die teuflische Rotte es hier sogleich wegnimmt, indem sie es erstickt, oder zurückstößt, oder verkehrt. Deswegen haben diejenigen, die im bloß natürlich Guten sind, im anderen Leben Hartes zu dulden, und klagen zuweilen sehr, daß sie unter den Höllischen seien, da sie doch, wie sie glauben, ebenso wie andere Gutes getan hätten; aber es wurde ihnen gesagt, daß sie das Gute nicht anders getan haben als wie sanfte Tiere ohne Vernunft, und daß sie sich um nichts Gutes und Wahres der Kirche bekümmert haben, und daher, weil sie im inwendigen Menschen kein Behältnis des Guten und Wahren haben, von den Engeln nicht beschützt werden können. Sodann auch, daß sie mehreres Böse unter dem Schein des Guten getan haben. 5033. "Sprechend: Nach diesen Worten hat mir getan dein Knecht", 1. Mose 39/19, bedeutet Bestätigung. Dies kann aus dem Glauben erhellen, worin er stand, daß seine Frau die Wahrheit gesagt habe, und daß es so bei ihm bestätigt war; denn die Frau, die beredet hat, ist das natürliche, nicht geistig Wahre, hier aber das Falsche. Daß das natürliche, nicht geistig Wahre sich vom Falschen leicht bereden lasse, sehe man Nr. 5032. Es ist bekannt, daß Falsches begründet werden kann, so daß es ganz wie Wahres erscheint. Dies kann man an jeder Irrlehre, und an den einzelnen Sätzen in der Irrlehre sehen, die, obwohl falsch, dennoch durch Begründungen derer, die in der Irrlehre befangen sind, als wahr erscheinen. Sodann auch an denen, die keine Religion haben, und die sich ganz gegen das, was der Kirche angehört, bestärken, bis sie es als wahr ansehen, daß die Kirche bloß wegen des gemeinen Volkes da sei, um es einigermaßen im Zaum zu halten. Sodann daß die Natur alles in allem und das Göttliche so entfernt sei, daß es kaum etwas sei; ferner daß der Mensch sterbe wie ein Tier. Von diesem und dergleichen lassen sich diejenigen, die im natürlichen, nicht geistig Guten sind, leichter bereden und überzeugen als andere, denn sie haben gleichsam keinen Spiegel von innen her, sondern bloß von außen her, vor dem die Täuschungen als Wirklichkeit erscheinen. 5034. "Da entbrannte sein Zorn", 1. Mose 39/19, bedeutet die Abkehr vom geistig Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zorns, sofern er ein Zurücktreten vom Guten der Liebtätigkeit ist, wovon Nr. 357, somit Abkehr, hier vom geistig Wahren, weil von diesem die Rede ist. Daß der Zorn eine Abkehr ist, hat den Grund, weil der Mensch, solange er einen Zorn auf jemand hat, die Seele von ihm abkehrt, denn der Zorn entsteht oder wird erregt, wenn jemand, oder etwas entgegentritt der Liebe jemands, durch die eine Verbindung mit jemand oder mit einer Sache besteht. Wenn diese Verbindung unterbrochen wird, dann entbrennt oder zürnt der Mensch, wie wenn etwas aus seiner Lebenslust, mithin etwas aus seinem Leben verlorengegangen wäre. Dieses traurige Gefühl verwandelt sich in Schmerz und der Schmerz in Zorn. 5035. "Und der Herr des Joseph nahm ihn", 1. Mose 39/20, bedeutet Versuchung von seiten des Natürlichen. Dies erhellt aus dem nun Folgenden, denn daselbst ist von Joseph die Rede, daß er ins Haus des Gefängnisses gebracht worden sei, wodurch die Versuchung des geistig Guten im Natürlichen im inneren Sinn beschrieben wird; und weil jene Worte, nämlich: "Der Herr Josephs nahm ihn", das in sich schließen, bedeuten sie es auch. Es gibt zweierlei Versuchungen, nämlich in Beziehung auf Wahres und in Beziehung auf Gutes. Die Versuchungen in Beziehung auf Wahres kommen von Geistern, aber die Versuchungen in Beziehung auf Gutes kommen von Genien. Die Geister und die Genien sind im anderen Leben dadurch unterschieden, daß die Geister auf das Verständige, mithin auf dasjenige, was dem Glauben angehört, wirken, die Genien aber auf das Wollen, mithin auf das was der Liebe angehört. Jene, nämlich die Geister, stellen sich sichtbar dar, und äußern sich auch durch die Rede; die Genien aber machen sich unsichtbar, und äußern sich nur durch ihren Einfluß in die Wünsche und Begierden. Auch sind sie getrennt im anderen Leben: die bösen oder höllischen Geister erscheinen vorne und auf beiden Seiten unter dem Lande der Unteren, die bösen oder höllischen Genien aber unter dem hinteren Teil und hinter dem Rücken tief unter der Erde, daselbst. Die Versuchungen in Beziehung auf das Wahre kommen, wie gesagt, von bösen Geistern, und die Versuchungen in Beziehung auf Gutes von bösen Genien. Im Folgenden nun ist die Rede von Versuchungen, aber von denjenigen, die von bösen Geistern kommen, somit die beim falschen Gerede gegen das Gute entstehen. Diese Versuchungen sind gelinder als die Versuchungen, die von bösen Genien kommen und treten auch früher ein. 5036. "Und legte ihn in das Haus des Gefängnisses", 1. Mose 39/20, bedeutet, in betreff falscher Rede gegen das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gelegt werden in das Haus des Gefängnisses und dort gebunden gehalten werden", sofern es heißt, in Versuchungen geführt werden durch falsche Rede gegen das Gute, worüber im Folgenden. Zuvor muß noch etwas über die Versuchungen bemerkt werden: Kaum jemand weiß heutzutage in der Christenheit, woher die Versuchungen (stammen). Wer in solche hineinkommt, glaubt nicht anders, als daß es Beängstigungen seien, die sich einstellen durch das Böse, das inwendig beim Menschen ist, und das ihm zuerst Unruhe, hernach Angst und zuletzt Pein macht. Aber er weiß ganz und gar nicht, daß sie von Geistern herkommen, die bei ihm sind. Daß er dieses nicht weiß, kommt daher, weil er nicht glaubt, daß er in der Genossenschaft von Geistern steht, während er in der Welt lebt, und kaum, daß irgendein Geist bei ihm ist, während doch der Mensch in betreff des Inwendigeren fortwährend in der Gesellschaft von Geistern und Engeln ist. Was die Versuchungen betrifft, so sind sie vorhanden, wenn er in der Wiedergeburt begriffen ist, denn niemand kann wiedergeboren werden, wenn er nicht auch Versuchungen besteht. Und alsdann treten sie ein durch böse Geister, die um ihn her sind, denn der Mensch wird alsdann in den Zustand des Bösen versetzt, in dem er selbst, d.h. in dem eben dasjenige sich befindet, was sein Eigenes ist. Kommt er nun in diesen Zustand, so umgeben ihn böse oder höllische Geister, und wenn sie wahrnehmen, daß er inwendig von Engeln beschützt wird, so bringen die bösen Geister das Falsche in Anregung, das er gedacht, und das Böse, das er getan hat, aber die Engel verteidigen ihn von innen her. Dieses ist der Kampf, der beim Menschen als Versuchung empfunden wird, aber so dunkel, daß er kaum anderes weiß, als es sei eben bloß eine Bangigkeit, denn der Mensch, hauptsächlich der, welcher nicht an einen Einfluß (aus der geistigen Welt) glaubt, ist in einem ganz dunklen Zustand, und merkt kaum den tausendsten Teil von dem, um was die bösen Geister und die Engel kämpfen. Dennoch handelt es sich alsdann um den Menschen und sein ewiges Heil, und die Handlung selbst geht aus dem Menschen hervor, denn jene kämpfen aus dem, was beim Menschen ist und um dasselbe. Daß die Sache sich so verhält, davon konnte ich mich aufs gewisseste überzeugen: den Kampf habe ich gehört, den Einfluß empfunden, die Geister und die Engel gesehen, und alsdann und nachher mit ihnen geredet, auch über diese Sache. Die Versuchungen treten hauptsächlich dann ein, wenn der Mensch geistig wird, denn alsdann faßt er die Wahrheiten der Lehre geistig auf. Das weiß der Mensch oft nicht, aber dennoch sehen die Engel in seinem Natürlichen das Geistige, denn sein Inwendigeres ist alsdann himmelwärts geöffnet. Daher kommt es auch, daß der Mensch, der wiedergeboren ist, nach dem Leben in der Welt unter den Engeln sich befindet, und dort geistige Dinge sowohl sieht, als inne wird, die ihm früher als natürliche erschienen sind. Wenn nun der Mensch so geartet ist, alsdann kann er in der Versuchung, wenn er von bösen Geistern angefochten wird, von den Engeln verteidigt werden, denn die Engel haben alsdann einen Boden (planum), auf dem sie wirken können, denn sie fließen ins Geistige bei ihm ein, und durch das Geistige ins Natürliche. Wenn nun das letzte Wahre weggezogen ist, und er (d.i. der geistige Mensch) nichts zur Verteidigung gegen die Natürlichen hat, worüber Nr. 5006, 5008, 5009, 5022, 5028, dann kommt er in Versuchungen, und wird von bösen Geistern angeklagt, die alle ganz natürlich sind, hauptsächlich Falschredner gegen das Gute, wie z.B.: er habe gedacht und gesagt, man müsse dem Nächsten Gutes tun, und habe es auch mit der Tat bewiesen, und doch verstehe er unter dem Nächsten jetzt nur diejenigen, die im Guten und Wahren sind, nicht aber die, welche im Bösen und Falschen sind und nicht gebessert werden können; und folglich, weil er den Bösen nicht mehr Gutes tun will, und wenn er es will, wünsche, daß sie gestraft werden zu ihrer Besserung und zur Abwendung des Bösen von ihrem Nächsten, klagen sie ihn an, er habe das Falsche gedacht und geredet, und er denke nicht, wie er rede. Ein anderes Beispiel: Weil der Mensch, wenn er geistig geworden, nicht mehr glaubt, es sei etwas Heiliges und fördere einen frommen Zweck, daß er an Klöster gebe, ja nicht einmal an Kirchen, wenn sie schon reich genug sind, und weil er vorher, ehe er geistig wurde, den Gedanken gehabt hatte, es sei ein heiliges und frommes Werk, so klagen ihn die Falschen an, und regen alle seine Gedanken auf, die er früher über jenes heilige und fromme Werk gehegt hatte, und auch das, was er aus jenem Denken getan. Ebenso in unzählig vielem anderen. Diese Beispiele sollen aber nur zu einiger Erläuterung dienen. Hauptsächlich gehen sie in die Neigungen ein, die er früher hatte, und regen sie auf, und auch das Falsche und Böse, das er gedacht und getan hatte, und führen ihn so in Angst hinein, und öfters in Zweifel bis zur Verzweiflung. Daher nun kommen die geistigen Beängstigungen, und daher die Qualen, die Gewissensbisse genannt werden. Sie erscheinen dem Menschen, als ob sie in ihm selber wären, infolge des Einflusses und der Mitteilung. Wer dieses weiß und glaubt, kann mit einem Menschen verglichen werden, der sich im Spiegel sieht und weiß, daß nicht er selbst es ist, der im Spiegel erscheint, sondern nur sein Bild. Hingegen wer dieses nicht weiß und nicht glaubt, kann mit demjenigen verglichen werden, der sich im Spiegel sieht und meint, er sei es selber, der dort erscheint und nicht sein Bild. 5037. Daß "gelegt werden in das Haus des Gefängnisses, und dort gebunden gehalten werden", 1. Mose 39/20, bedeutet, in Versuchung geführt werden in betreff falscher Rede gegen das Gute, kommt daher, weil Haus des Gefängnisses genannt wird der ganze Ort zunächst unter der Fußsohle und ringsherum, wo diejenigen behalten werden, die in der Abödung sind, d.h. diejenigen, die in den Grundsätzen des Falschen und im Leben des Bösen aus dem Falschen gewesen sind, und doch im Guten in betreff der Absichten. Solche können nicht in den Himmel aufgenommen werden, ehe sie die Grundsätze des Falschen abgelegt haben, und auch den Lustreiz des Lebens, den sie aus demselben hatten. Diejenigen, die dort sind, werden in Versuchungen geführt, denn die Grundsätze des Falschen und die Lustreize des Lebens daher können eben nur durch Versuchungen ausgetrieben werden. Der Ort, wo diese sind, oder vielmehr der Zustand, in dem sie sind, wird im allgemeinen durch Haus des Gefängnisses bezeichnet, und die Orte selbst durch Gruben. Über die Abödungen im anderen Leben sehe man Nr. 698, 699, 1106-1113, 2699, 2701, 2704. Diejenigen, die in Abödungen sind, werden Gebundene genannt, nicht daß sie in irgendwelchen Banden wären, sondern weil sie in der Unfreiheit sind in Beziehung auf die früheren Gedanken und den Neigungen daher. Daß solche es sind, die im Wort durch Gebundene und Gefangene verstanden werden, erhellt anderwärts aus dem Wort: Jes.42/7,8: "Setzen will Ich Dich zum Bunde des Volks, zum Licht der Völkerschaften, zu öffnen blinde Augen, auszuführen aus dem Gefängnis die Gebundenen, aus dem Haus des Verschlusses (d.h. aus dem Kerker) die Sitzenden in der Finsternis": wo vom Herrn und Seiner Zukunft (die Rede ist). Öffnen blinde Augen und ausführen aus dem Gefängnis den Gebundenen und aus dem Hause des Verschlusses die Sitzenden in der Finsternis, bedeutet hier diejenigen, die in der Unwissenheit des Guten und Wahren sind, und dennoch den Wunsch haben, dasselbe zu wissen und sich anzueignen. Aber Kerker wird hier in der Grundsprache mit einem anderen Wort ausgedrückt. Jes.42/22: "Die Jünglinge alle sind in den Häusern der Gefängnisse verborgen, sie sind geworden zum Raub, und niemand ist, der sie errettet, und niemand sagt: führe sie heraus": Jünglinge sind im inneren Sinn die Wahrheiten des Glaubens, von denen gesagt wird, daß sie in den Häusern der Gefängnisse verborgen und zum Raub werden, wenn sie nicht mehr anerkannt werden. Jes.24/21,22: "Geschehen wird es an jenem Tage, heimsuchen wird Jehovah das Heer der Höhe in der Höhe, und die Könige der Erde auf dem Erdboden, und es werden gesammelt werden die Gebundenen für die Grube, und werden verschlossen werden in dem Kerker; nach einer Menge von Tagen werden sie heimgesucht werden": die Gebundenen für die Grube bedeuten diejenigen, die in Abödungen, oder diejenigen, die in Versuchungen sich befinden. Jes.10/3,4: "Was werdet ihr tun am Tage der Heimsuchung und Verwüstung, der von ferne kommt; zu wem wollet ihr fliehen um Hilfe; wer sich nicht beugen wird, der wird fallen unter die Gebundenen und unter die Getöteten": unter den Gebundenen bedeutet die Hölle, die unterhalb der Ort der Abödung ist. Getötete bedeutet diejenigen, die bei sich durch die Grundsätze des Falschen die Wahrheiten des Glaubens ausgelöscht haben, in geringerem Grad als die Durchbohrten, von denen Nr. 4503. Sach.9/10-12: "Frieden wird Er verkünden den Völkerschaften, und Seine Herrschaft wird sein von einem Meere bis zum anderen, und vom Strom bis an die Enden der Erde; auch was dich betrifft, durch das Blut deines Bundes, will Ich auslassen die Gebundenen aus der Grube, worin kein Wasser. Kehret wieder zu der Festung, Gebundene auf Hoffnung": auslassen die Gebundenen aus der Grube bedeutet diejenigen, die in der Abödung sind und in der Versuchung. Daß die Orte, wo die in der Versuchung Befindlichen sind, Gruben heißen, sehe man Nr. 4728, 4744. Ps.69/34: "Die Dürftigen höret Jehovah, und Seine Gebundenen verachtet Er nicht". Ps.79/11: "Kommen möge vor Dich das Seufzen des Gebundenen". Ps.102/20,21: "Jehovah schaut von den Himmeln auf die Erde, zu hören das Seufzen des Gebundenen, aufzuschließen den Söhnen des Todes": Gebundene (steht) für diejenigen, die in der Abödung und in den Versuchungen. Jes.49/8,9: "In der Zeit des Wohlgefallens habe Ich Dir geantwortet, und am Tage des Heils Dich erhört; Ich habe Dich auch behütet, und gesetzt zum Bunde des Volkes, wieder herzustellen das Land, auszuteilen die verwüsteten Erbteile, zu sagen den Gebundenen: gehet heraus, und denen in der Finsternis: werdet offenbar; auf den Wegen werden sie weiden, und auf allen Anhöhen wird gute Weide sein; und sie werden nicht hungern, und auch nicht dürsten". Jes.61/1,2: "Der Geist Jehovahs (ruht) auf Mir, gesalbt hat Mich Jehovah, frohe Kunde zu bringen den Armen hat Er Mich gesandt, und zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, zu predigen den Gefangenen Freiheit und den Gebundenen Lösung des Bandes, auszurufen das Jahr des Wohlgefallens Jehovahs". Ps.146/7-9: "Jehovah ist es, Der Recht schafft den Unterdrückten, Der Brot gibt den Hungernden, Jehovah löset die Gebundenen, Jehovah öffnet den Blinden (die Augen), Jehovah richtet auf die Gebeugten, Jehovah liebet die Gerechten, Jehovah behütet die Fremdlinge, und erhält die Waisen und die Witwen": Gebundene für diejenigen, die in Abödung und Versuchungen stehen wegen des Falschen. Aus diesen Stellen wird auch klar, welche unter den Gebundenen oder den im Gefängnis Befindlichen, und ebenso, welche unter den Hungernden, Dürstenden, Fremdlingen verstanden werden. Matth.25/34-36: "Alsdann wird der König sagen zu denen, die zu Seiner Rechten sind: Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben, Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränkt; Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt Mich zu euch genommen, nackt und ihr habt Mich bekleidet, krank und ihr habt Mich besucht, im Gefängnis bin Ich gewesen, und ihr seid zu Mir gekommen": hierüber sehe man, was als Eingang steht zu diesem Kapitel: Nr. 4954, 4955, 4956, 4957, 4958. 5038. "An den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen lagen", 1. Mose 39/20, bedeutet den Zustand, in dem diejenigen sich befinden, die im Falschen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882; aus der Bedeutung der Gefangenen des Königs, sofern es diejenigen sind, die im Falschen, und weil im Falschen, in der Abödung sind, und die in der Welt durch die Versuchung wiedergeboren werden; denn die Versuchung ist eine Abödung des Falschen und zugleich eine Bestärkung im Wahren. Gefangene des Königs heißen sie, weil der König im inneren Sinn das Wahre ist: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4789, 4966; seine Gefangenen sind also die, welche im Falschen sind. Auch hießen die Orte, wo die Gefangenen des Königs waren, Gruben; deshalb sagte Joseph: "Gestohlen bin ich aus dem Land der Hebräer, und auch hier habe ich nichts getan, daß sie mich gelegt haben in die Grube": 1. Mose 40/15; über die Grube, daß sie der Ort der Abödung ist, sehe man Nr. 4728, 4744. 5039. "Und er war daselbst im Hause des Gefängnisses", 1. Mose 39/20, bedeutet die Dauer der Versuchung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses des Gefängnisses, sofern es die Abödung und auch die Versuchung bezeichnet, wovon Nr. 5036, 5037; und aus der Bedeutung von darinnen sein, sofern es heißt, dort verweilen, somit die Dauer. 5040. Vers 21-23: Und Jehovah war mit Joseph, und erzeigte ihm Barmherzigkeit, und ließ ihn Gnade finden in den Augen des Obersten des Hauses des Gefängnisses. Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses gab in die Hand Josephs alle Gefangenen, die im Hause des Gefängnisses waren, und alles, was daselbst geschah, das tat er. Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses sah nach nichts, was in seiner Hand war, weil Jehovah mit ihm war, und was er tat, Jehovah gedeihen ließ. "Und Jehovah war mit Joseph" bedeutet, daß das Göttliche im Inneren war; "und erzeigte ihm Barmherzigkeit" bedeutet die göttliche Liebe im einzelnen; "und ließ ihn Gnade finden in den Augen des Obersten des Hauses des Gefängnisses" bedeutet Aufrichtung in den Versuchungen; "und der Oberste des Hauses des Gefängnisses gab" bedeutet das im Zustand der Versuchungen regierende Wahre; "in die Hand Josephs alle Gefangenen, die im Hause des Gefängnisses waren" bedeutet von Ihm über alles Falsche; "und alles, was daselbst geschah, das tat er" bedeutet vollkommene Gewalt; "und der Oberste des Hauses des Gefängnisses sah nach nichts, was in seiner Hand war" bedeutet, daß Er das Wahre regierte; "und was er tat, Jehovah gedeihen ließ" bedeutet, daß die göttliche Vorsehung von Ihm (ausgehe). 5041. "Und Jehovah war mit Joseph", 1. Mose 39/21, bedeutet, daß das Göttliche in Ihm war, nämlich im Herrn, Der im höchsten Sinn durch Joseph vorgebildet wird, hier das Göttliche in den Versuchungen, von denen an dieser Stelle gehandelt wird; denn das Göttliche Selbst ist Jehovah, und daß Dieser in Ihm war, oder innewohnte, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah mit Joseph war. Weil im Buchstabensinn von Joseph die Rede ist, wird gesagt "mit ihm", aber im inneren Sinn, wo vom Herrn die Rede ist, heißt es "in Ihm". Daß er in Ihm war, kann einem jeden innerhalb der Kirche daraus erhellen, daß Er von Jehovah empfangen wurde, deshalb nennt Er Ihn so oft Seinen Vater. Das eigentliche Sein des Menschen und daher das Inwendigste seines Lebens ist vom Vater, die Umkleidungen oder das Auswendigere ist von der Mutter; darum war das Sein des Herrn und daher das Inwendigste Seines Lebens göttlich, weil Er Jehovah war, und die Umkleidungen oder das Auswendigere machte das Menschliche aus, das Er von der Mutter durch die Geburt annahm. Dieses Menschliche war so beschaffen, daß es versucht werden konnte, denn es war verunreinigt durch das von der Mutter ererbte Böse; weil aber das Inwendigste göttlich war, konnte Er aus eigener Macht jenes von der Mutter ererbte Böse austreiben, was nach und nach geschah durch Versuchungen, und endlich durch die letzte Versuchung, welche die des Kreuzes war. Alsdann verherrlichte Er Sein Menschliches völlig, d.h., Er machte es göttlich. Hieraus kann erhellen, was darunter verstanden wird, daß das Göttliche innen war. 5042. "Und erzeigte ihm Barmherzigkeit", 1. Mose 39/21, bedeutet die göttliche Liebe im einzelnen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, sofern sie im höchsten Sinn die göttliche Liebe ist, wovon Nr. 1735, 3063, 3073, 3120, 3875. Das göttliche Sein selbst ist die Liebe, die, im höchsten Sinn verstanden, dem Menschen unbegreiflich ist. Aus Ihr, durch das Wahre entsteht und besteht alles, sowohl was Leben hat, als was kein Leben hat. Jene göttliche Liebe floß vom eigentlichen Sein durch das Innerste des Lebens im Herrn ein, (und zwar) in das einzelne, das Er aus dem von der Mutter angenommenen Menschlichen hat, und richtete es auf die Zwecke, und diese zu dem letzten, daß das Menschengeschlecht selig gemacht werde. Und weil der Herr aus dem Göttlichen Selbst in Sich Sein Menschliches schaute, wie beschaffen es war, daß es nämlich aus Vererbung im Bösen war, darum wird gesagt: "Jehovah erzeigte ihm Barmherzigkeit", und dadurch wird im höchsten Sinn verstanden die göttliche Liebe im einzelnen, denn die göttliche Barmherzigkeit ist nichts anderes als göttliche Liebe gegen diejenigen, die in allerlei Elend sich befinden: Nr. 1049, 3063, 3875, d.h. gegen diejenigen, welche in Versuchungen sind, denn diese sind im Elend, und werden durch die Elenden im Wort hauptsächlich verstanden. 5043. "Und ließ ihn Gnade finden in den Augen des Obersten des Hauses des Gefängnisses", 1. Mose 39/21, bedeutet Aufrichtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gnade geben, sofern es Erhebung oder Aufrichtung bezeichnet, denn in den Versuchungen Gnade geben, heißt trösten und durch Hoffnung aufrichten; aus der Bedeutung des Obersten, sofern er das vorzüglichste Wahre bezeichnet, wovon im Folgenden; und aus der Bedeutung des Hauses des Gefängnisses, sofern es die Abödung des Falschen bezeichnet, mithin die Versuchung, wovon Nr. 5038, 5039. 5044. "Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses gab", 1. Mose 39/22, bedeutet das im Zustand der Versuchungen regierende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten, sofern er das vornehmste, somit regierende Wahre ist, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Hauses des Gefängnisses, sofern es die Abödung des Falschen, mithin die Versuchung bezeichnet, wovon Nr. 5038, 5039, 5043. Was das im Zustand der Versuchungen regierende Wahre sei, soll zuerst gesagt werden: Bei allen, welche in Versuchungen sind, fließt das Wahre vom Herrn ein, das die Gedanken lenkt und regiert. Dasselbe richtet sie auf, sooft sie in Zweifel und auch in Verzweiflungen geraten. Dieses regierende Wahre ist dasjenige Wahre und ein solches Wahre, das sie aus dem Wort oder aus der Lehre erlernt und selbst bei sich begründet haben. Andere Wahrheiten werden zwar dann auch (in ihr Gedächtnis) zurückgerufen, aber sie regieren ihr Inwendigeres nicht. Zuweilen stellt sich dieses Wahre, das regiert, nicht sichtbar ihrem Verstande vor, sondern ist im Dunkeln verborgen, und dennoch regiert es, denn das Göttliche des Herrn fließt in dasselbe ein, und hält dadurch das Inwendigere des Gemüts darin fest; deshalb empfängt, wenn dasselbe ans Licht kommt, derjenige, der in der Versuchung ist, Trost und wird aufgerichtet. Es ist nicht dieses Wahre selbst, sondern es ist die Neigung zu diesem Wahren, durch die der Herr diejenigen regiert, die in Versuchungen sind, denn das Göttliche fließt nur in das ein, was der Neigung angehört. Das Wahre, das im Inwendigeren des Menschen eingepflanzt und eingewurzelt ist, ist durch die Neigung eingepflanzt und eingewurzelt, und durchaus nichts ohne Neigung. Das Wahre, das durch die Neigung eingepflanzt und eingewurzelt ist, das haftet und wird durch die Neigung zurückgerufen und wenn so jenes Wahre zurückgerufen wird, stellt es die ihm verbundene Neigung dar, und diese Neigung ist die erwidernde (reciprova) (oder die Gegenneigung) des Menschen. Weil es sich so mit dem Menschen verhält, der in Versuchungen ist, darum wird niemand in irgendeine geistige Versuchung zugelassen, ehe er im reiferen Alter ist, und so irgendeine Wahrheit sich zu eigen gemacht hat, durch die er regiert werden kann. Ist dies nicht der Fall, so unterliegt er, und dann wird sein späterer Zustand schlimmer als sein erster. Hieraus kann erhellen, was unter dem im Zustand der Versuchungen regierenden Wahren verstanden wird, das durch den Obersten des Hauses des Gefängnisses bezeichnet wird. Daß der Oberste das vornehmste Wahre bezeichnet, kommt daher, weil der König im inneren Sinn das Wahre selbst bedeutet: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3675, 4575, 4581, 4789, 4966; daher bedeuten die Fürsten (oder Obersten), weil sie dem König angehören, die vornehmsten Stücke jenes Wahren. Daß die Fürsten diese Bedeutung haben, sehe man Nr. 1482, 2089, weil es aber dort nicht aus anderen Stellen im Wort nachgewiesen wurde, so dürfen hier einige angeführt werden: Jes.9/5,6: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter das Fürstentum; der Fürst des Friedens, mehrend das Fürstentum, und des Friedens wird kein Ende sein": hier vom Herrn. Das Fürstentum auf der Schulter bezeichnet alles göttlich Wahre in den Himmeln von Ihm, denn die Himmel sind in Fürstentümer unterschieden gemäß den Wahrheiten aus dem Guten; daher werden auch die Engel Fürstentümer genannt. Friede ist der Zustand der Wonne in den Himmeln, der das Gute und Wahre vom Inwendigsten aus anregt: Nr. 3780; daher wird der Herr genannt der Fürst des Friedens, und heißt der Mehrer des Fürstentums und des Friedens, dessen kein Ende. Jes.19/11,13: "Töricht sind die Fürsten Zoans, die Weisen, die Räte Pharaos; wie saget ihr zu Pharao, der Sohn der Weisen bin ich, der Sohn der Könige des Altertums; betört sind die Fürsten Zoans, betrogen die Fürsten von Noph, und haben verführt Ägypten, den Eckstein der Stämme": hier von Ägypten, durch welches das Wißtümliche der Kirche bezeichnet wird: Nr. 4749, somit das natürlich Wahre, welches das Letzte in der Ordnung ist, daher auch Ägypten hier der Eckstein der Stämme genannt wird, denn die Stämme sind alles dem Wahren Angehörige in einem Inbegriff: Nr. 3858, 3862, 3926, 3939, 4060. Hier aber ist Ägypten das Wißtümliche, das die Wahrheiten der Kirche verkehrt, somit die verfälschten Wahrheiten im Letzten der Ordnung, welche sind die Fürsten von Zoan und die Fürsten von Noph. Daß er sich einen Sohn der Könige des Altertums heißt, hat den Grund, weil das Wißtümliche dort aus den Wahrheiten der Alten Kirche herstammte, die Wahrheiten selbst werden durch Könige bezeichnet, wie oben gezeigt worden, und die Wahrheiten der Alten Kirche durch die Könige des Altertums. Jes.10/7,8: "Aschur denkt nicht das Rechte, und sein Herz sinnt nicht auf das Rechte, denn zu verderben ist sein Herz (bereit), und auszurotten nicht wenige Völkerschaften, denn er spricht: Sind meine Fürsten nicht Könige?": Aschur bedeutet Vernünftelei über göttliche Wahrheiten, woraus Falschheiten entstehen, somit die verkehrte Vernunft: Nr. 1186; die daher verfälschten Wahrheiten oder die Falschheiten, die durch Vernünftelei entstehen, und als die wirklichsten Wahrheiten erscheinen, werden dadurch bezeichnet, daß er spricht: Sind meine Fürsten nicht Könige? Daß Aschur die Vernünftelei bezeichnet, und die Fürsten, die Könige sind, Hauptfalschheiten, die für die wirklichsten Wahrheiten gehalten werden, kann man nicht sehen und glauben, solange man beim historischen Buchstabensinn stehenbleibt, und noch weniger, wenn man im Unglauben befangen ist, daß nichts Heiligeres und Weitumfassenderes im göttlichen Wort liege, als was im Buchstaben erscheint, während doch im inneren Sinn durch Aschur nichts anderes als die Vernunft und Vernünftelei im Wort verstanden wird, und durch Könige die Wahrheiten selbst, und durch Fürsten die Hauptpunkte des Wahren. Auch weiß man im Himmel nichts von Aschur, ebenso weisen die Engel die Vorstellung des Königs und Fürsten von sich ab, und wenn sie dieselbe beim Menschen wahrnehmen, so tragen sie dieselbe auf den Herrn über, und werden das inne, was vom Herrn ausgeht, und was dem Herrn im Himmel angehört, nämlich das göttlich Wahre von Seinem göttlich Guten. Jes.31/8,9: "Aschur wird fallen nicht durchs Schwert eines Mannes, und nicht das Schwert eines Menschen wird es verzehren, auch wird sein Fels vor Furcht vergehen, und es werden bestürzt werden von Panier seine Fürsten": hier ebenfalls von Ägypten, welches das verkehrte Wißtümliche der Kirche ist. Die Vernünftelei aus Wißtümlichem über göttliche Wahrheiten, woher Verkehrung und Verfälschung kommt, ist Aschur. Jene verkehrten und verfälschten Wahrheiten sind Fürsten. Das Schwert, wodurch Aschur fallen wird, ist das kämpfende Falsche und das verwüstende Wahre: Nr. 2799, 4499. Jes.30/3,4: "Die Stärke Pharaos wird euch zur Schande werden und die Zuversicht auf den Schatten Ägyptens zur Schmach, weil seine Fürsten gewesen sind in Zoan": in Zoan die Fürsten, bedeutet die verfälschten Wahrheiten, somit Falsches, wie oben. Jes.34/11,12: "Reiher und Entenadler werden es (Zion) besitzen, und Nachteulen und Raben werden darin wohnen; spannen wird er über dasselbe die Schnur der Leerheit und die Senkel der Wüstenei; seine Edlen sind nicht dort, das Königreich mögen sie rufen, und all seine Fürsten werden nichts sein": Reiher, Entenadler, Nachteule, Rabe, bedeuten Gattungen des Falschen, die zum Vorschein kommen, wenn die göttlichen Wahrheiten im Wort für nichts geachtet werden. Die Verödung und Verwüstung des Wahren wird bezeichnet durch die Schnur der Leerheit und die Senkel der Wüstenei, und Falsches, das für sie Hauptwahrheiten sind, durch Fürsten. Jes.43/28: "Entheiligen werde Ich die Fürsten der Heiligkeit, und werde Jakob in Bann tun, und Israel in Beschimpfung": entheiligen die Fürsten der Heiligkeit bedeutet die heiligen Wahrheiten (entweihen). Die Ausrottung des Wahren der äußeren und inwendigen Kirche wird bezeichnet durch "in Bann tun Jakob, und Israel in Beschimpfung"; daß Jakob die äußere Kirche bezeichnet und Israel die inwendige, sehe man Nr. 4286. Jerem.17/25: "Einziehen werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, die da sitzen auf dem Thron Davids, die da (fahren und) reiten im Wagen und auf Rossen, sie und ihre Fürsten": wer hier das Wort nur im historischen Sinn auffaßt, der kann nicht wissen, daß etwas Höheres und Heiligeres in diesen Worten verborgen liegt, als (die Verkündigung), daß Könige und Fürsten durch die Tore der Stadt einziehen werden in Wagen und auf Rossen, und schließt daraus, daß die Dauer des Königreichs bezeichnet werde. Wer aber weiß, was im inneren Sinn die Stadt, was Könige, was Fürsten, was der Thron Davids, und was reiten (und fahren) im Wagen und auf Rossen bedeutet, der sieht Höheres und Heiligeres darin, denn die Stadt oder Jerusalem bedeutet das geistige Reich des Herrn: Nr. 2117, 3654; Könige die göttlichen Wahrheiten, wie oben gezeigt worden; Fürsten die Hauptpunkte des Wahren, der Thron Davids den Himmel des Herrn: Nr. 1888; (fahren und) reiten im Wagen und auf Rossen das geistige Verständnis der Kirche: Nr. 2760, 2761, 3217. Jerem.50/35-37: "Schwert, (komme) wider die Chaldäer, und wider die Bewohner Babels, und wider ihre Fürsten, und wider ihre Weisen; Schwert wider die Lügner, Schwert wider ihre Rosse, und wider ihre Wagen": Schwert bedeutet das Wahre, das wider das Falsche kämpft, und auch das Falsche, das wider das Wahre kämpft und es verwüstet: Nr. 2799, 4490. Chaldäer bedeutet diejenigen, welche die Wahrheiten entweihen, und Bewohner Babels die, welche das Gute entweihen: Nr. 1182, 1283, 1295, 1304, 1307, 1308, 1321, 1322, 1326, 1327; Fürsten bezeichnen Falsches, das ihnen für Hauptwahrheiten gilt; Rosse das Verständige der Kirche, Wagen ihre Lehre; ihre Verwüstung wird durch das Schwert, wider die Rosse und wider die Wagen bezeichnet. Jerem.Klagel.2/1,2,9: "Wie umhüllt doch der Herr in Seinem Zorn die Tochter Zions, verschlungen hat der Herr, und nicht verschont alle Wohnungen Jakobs, zerstört hat Er in Seinem Grimm die Festungen der Tochter Jehudahs, niedergeworfen zur Erde, entweiht das Königreich und seine Fürsten; versunken sind zur Erde die Tore, und zerbrochen hat Er die Riegel; der König und die Fürsten sind unter den Heiden": die Tochter Zions und Jehudahs bedeutet die himmlische Kirche, hier als zerstört; Königreich steht für die Wahrheiten der Lehre daselbst: Nr. 2547, 4691; König für das Wahre selbst, Fürsten für die Hauptpunkte desselben. Jerem.Klagel.5/10-12: "Unsere Haut ist schwarz geworden wie ein Ofen wegen der Stürme des Hungers, sie haben die Weiber in Zion geschwächt, die Jungfrauen in den Städten Jehudahs, die Fürsten sind von ihrer Hand aufgehängt worden": die Fürsten wurden von ihrer Hand aufgehängt, bedeutet, die Wahrheiten wurden entweiht; denn das Aufhängen bildete die Verdammnis der Entweihung vor; und weil das Aufhängen dieselbe vorbildete, wurde auch befohlen, als das Volk dem Baalpeor nachhurte und die Götter (der Heiden) anbetete, "daß die Fürsten aufgehängt werden sollten vor der Sonne": 4. Mose 25/1-4; denn dem Baalpeor nachhuren und ihre Götter anbeten heißt, den Gottesdienst entweihen. Hes.7/27: "Der König wird trauern, und der Fürst wird angetan werden mit Entsetzen, und die Hände des Volkes des Landes werden erschreckt werden; nach ihrem Weg will Ich handeln mit ihnen": der König (steht hier) ebenso für das Wahre im allgemeinen, und der Fürst für die Hauptpunkte desselben. Hes.12/12: "Der Fürst, der in ihrer Mitte ist, wird auf der Schulter getragen werden im Finstern und hinausgehen, die Wand werden sie durchbrechen zum Hinausführen durch sie, sein Angesicht wird er verhüllen, daß er nicht sehe mit dem Auge das Land": es ist offenbar, daß der Fürst hier nicht ein Fürst ist, sondern das Wahre der Kirche, und wenn von diesem gesagt wird, daß es auf der Schulter werde getragen werden im Finstern, so heißt dies, daß es mit aller Gewalt unter Falsches hineingebracht werde, denn Finsternis ist Falsches. Das Angesicht verhüllen bedeutet, das Wahre werde gar nicht gesehen; daß er nicht sehe mit dem Auge das Land, bedeutet, nichts der Kirche Angehöriges. Daß das Land die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4447, 4539. Hos.3/4: "Viele Tage werden sitzen die Söhne Israels, ohne König und ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Standbild, ohne Ephod, und ohne Theraphim". Ps.45/14,15,17: "Ganz herrlich ist die Tochter des Königs inwendig, und von Goldgeflecht ihr Kleid, in Stickereien wird sie zugeführt werden dem König; anstatt deiner Väter werden deine Söhne sein, setzen wirst du sie zu Fürsten auf der ganzen Erde": die Tochter des Königs bedeutet das geistige Reich des Herrn; Sein geistiges Reich heißt so vom göttlich Wahren des Herrn, das hier durch Kleid von Goldgeflecht und von Stickereien beschrieben wird. Die Söhne sind die Wahrheiten jenes Reiches, die vom Göttlichen des Herrn (stammen, und) welche Fürsten, d.h. die vornehmsten sein werden. Durch den Fürsten, von dem und von dessen Besitztum im neuen Jerusalem und auf der neuen Erde die Rede ist bei Hes.44/3; 45/7,8,17; 46/8,10,12,18; 48/21, wird im allgemeinen das Wahre, das vom Göttlichen des Herrn (herkommt), bezeichnet, denn durch das neue Jerusalem und durch den neuen Tempel und durch die neue Erde wird daselbst das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden verstanden, das hier durch Vorbildliches, wie es sonst im Wort sich findet, beschrieben wird. 5045. "In die Hand Josephs alle Gefangenen, die im Hause des Gefängnisses waren", 1. Mose 39/22, bedeutet, von Ihm (habe es Gewalt) über alles Falsche, nämlich das im Zustand der Versuchungen regierende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben in die Hand Josephs, sofern es heißt in seine Gewalt; denn die Hand bezeichnet die Gewalt: Nr. 5008, somit daß es von Ihm (geschehe), denn von Ihm geschieht, was von Seiner Gewalt, wie öfters gezeigt worden; und aus der Bedeutung der Gefangenen im Hause des Gefängnisses, sofern es Falsches ist, wovon Nr. 5037, 5038; somit wird durch "Der Oberste des Hauses des Gefängnisses gab in die Hand Josephs alle Gefangenen, die im Haus des Gefängnisses", bezeichnet das Wahre, das im Zustand der Versuchungen von Ihm (Herrschaft hat) über alles Falsche, d.h., daß von Ihm das Wahre ausgegangen sei, durch das Er das Falsche im Zustand der Versuchungen regierte. Hier und im Folgenden bis zum Ende dieses Kapitels ist im inneren Sinn vom Herrn die Rede, daß Er aus eigener Macht im Zustand der Versuchungen die Höllen regiert, d.h. besiegt habe, die in Bösem und Falschem waren, und fortwährend Böses und Falsches dem Menschengeschlecht einflößten. Daß der Herr durch eigene Macht jene besiegt und unterjocht, und so das Menschliche in Sich verherrlicht oder göttlich gemacht hat, sehe man Nr. 1616, 1749, 1755, 1813, 1904, 1914, 1921, 1935, 2025, 2026, 2083, 2159, 2574, 2786, 2795, 3036, 3381, 3382, 4075, 4286, 5005; dies erhellt aus mehreren Stellen im Wort, wie auch aus der Folgenden bei Joh.10/17,18: "Ich gebe Meine Seele (d.h. Mein Leben), auf daß Ich sie wieder nehme; niemand nimmt sie von Mir, sondern Ich gebe sie von Mir selbst; Ich habe Macht, sie hinzugeben, und habe Macht, sie wieder zu nehmen": daß das Leiden am Kreuz das letzte der Versuchungen war, durch das Er das Menschliche in Sich vollständig verherrlichte, d.h. göttlich machte, wird auch aus mehreren Stellen im Wort klar, wie z.B. Joh.13/31,32; 17/1,5; Luk.24/26. 5046. "Und alles, was daselbst geschah, das tat er", 1. Mose 39/22, bedeutet die vollkommene Gewalt. Dies kann ohne Erklärung erhellen, denn die Worte schließen in sich, daß alles von Ihm (abhing), und daß Er somit in vollkommener Gewalt war, zu tun und zu unterlassen. 5047. "Und der Oberste des Hauses des Gefängnisses sah nach nichts, was in seiner Hand war", 1. Mose 39/23, bedeutet, daß Er das Wahre regierte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten des Hauses des Gefängnisses, sofern er das im Zustand der Versuchungen regierende Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5044; und aus der Bedeutung von "nach nichts sehen, was in seiner Hand war", sofern es bezeichnet, von Ihm, somit aus vollkommener Gewalt, wie Nr. 5045, 5046. 5048. "Weil Jehovah mit ihm war", 1. Mose 39/23, bedeutet vom Göttlichen aus, das in Ihm. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5041 (gesagt wurde). 5049. "Und was er tat, Jehovah gedeihen ließ", 1. Mose 39/23, bedeutet, daß die göttliche Vorsehung von Ihm (ausgehe). Dies erhellt aus der Bedeutung von gedeihen, sofern es die Vorsehung bezeichnet, wovon Nr. 4972, 4975. Daß es die göttliche ist, wird durch Jehovah bezeichnet, und daß sie von Ihm (ausgeht), durch "er tat". Daß gedeihen (oder glücklich sein) im höchsten Sinn die Vorsehung bezeichnet, kommt daher, weil alles Gedeihliche, das im Letzten der Natur erscheint, in seinem Ursprung von der göttlichen Vorsehung des Herrn herkommt. Daß es so ist, und auch alles, was Schicksal genannt wird, von daher kommt, wird anderswo, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, durch Erfahrungen aus der geistigen Welt gezeigt werden.   Nr. 5050 - 5062 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 40. Kapitel 5063. Vor 1. Mose Kapitel 39 wurde erklärt, was der Herr vom Gericht über die Guten und über die Bösen bei Matth.25/34-36 gesprochen hat. Hieran reiht sich Folgendes: Dann werden Ihm antworten die Gerechten, und sagen: Herr, wann haben wir Dich gesehen hungrig und haben Dich gespeist, oder durstig und haben Dich getränkt; wann aber haben wir Dich einen Fremdling gesehen und zu uns genommen, oder nackt und haben (Dich) bekleidet; und wann haben wir Dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu Dir gekommen? Aber der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, Ich sage euch, was ihr getan habt einem dieser Meiner geringsten Brüder, das habt ihr Mir getan. Dann wird Er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; denn Ich bin hungrig gewesen und ihr habt Mir nicht zu essen gegeben; Ich bin durstig gewesen und ihr habt Mich nicht getränkt; Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt Mich nicht zu euch genommen; nackt, und ihr habt Mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis, und ihr habt Mich nicht besucht. Dann werden auch sie Ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir Dich gesehen hungrig, oder durstig, oder als Fremdling, oder nackt, oder krank, oder im Gefängnis, und haben Dir nicht gedient? Dann wird Er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, Ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem dieser Geringsten, das habt ihr Mir auch nicht getan; und sie werden hingehen in die ewige Pein, aber die Gerechten in das ewige Leben": Matth.25/37-46. 5064. Im Abschnitt vor 1. Mose Kapitel 39, Nr. 4954-4959, wurde erklärt, was im inneren Sinn bezeichnet wird durch "dem Hungrigen zu essen geben, den Durstigen tränken, den Fremdling zu sich nehmen, den Nackten bekleiden, den Kranken und im Gefängnis Befindlichen besuchen", daß es nämlich das Wesen der Liebtätigkeit ist, das dadurch angedeutet und beschrieben wird: durch den Hungrigen, Durstigen und Fremdling die Neigung zum Guten und Wahren, und durch den Nackten, Kranken und im Gefängnis Befindlichen die Selbsterkenntnis; man sehe Nr. 4956, 4958. 5065. Weil das gleiche dreimal in der angeführten Stelle, die schon früher, wie gesagt, erklärt wurde, wiederholt wird, so ist es nicht nötig, einzeln oder Wort für Wort auszulegen, was dieses im inneren Sinn bedeutet. Hier soll nur gesagt werden, was es bedeutet, daß die zur Rechten und ebenso die zur Linken geantwortet haben, daß sie nämlich Ihn nicht gesehen hätten hungrig, durstig, als einen Fremdling, nackt, krank und im Gefängnis; und nachher, was der König, was der Gerechte und ewiges Leben, und was der Verfluchte und das ewige Feuer bedeuten. 5066. Daß die zur Rechten antworten: "Herr, wann haben wir Dich gesehen hungrig und haben Dich gespeist, oder durstig und haben Dich getränkt; wann haben wir Dich einen Fremdling gesehen und zu uns genommen, oder nackt und haben Dich bekleidet; wann haben wir Dich gesehen krank oder im Gefängnis, und sind zu Dir gekommen?" bedeutet, wenn sie den Herrn selbst gesehen hätten, so würde ein jeder solche Dienste geleistet haben, aber nicht aus Liebe gegen Ihn, sondern aus Furcht vor Ihm als den zukünftigen Richter der Welt, auch nicht um Seinetwillen, sondern um seines Ichs willen, somit nicht von innen heraus oder von Herzen, sondern äußerlich oder in Gebärden. Es verhält sich damit, wie wenn einer den König sieht, dessen Gnade er verdienen will, um groß oder reich zu werden, und sich daher gegen ihn untertänig bezeigt. - Ebenso verhält es sich mit denjenigen, die im äußerlich andächtigen Gottesdienst sind, in dem sie gleichsam den Herrn sehen und Ihm sich unterwerfen, und so glauben, daß sie das ewige Leben empfangen werden, und doch keine Liebtätigkeit haben und niemand Gutes tun, außer um ihrer selbst willen, also nur für sich. Diese sind denjenigen gleich, die ihrem König in äußerer Form viele Ehre erzeigen und dennoch seiner Befehle spotten, weil sie ihn im Herzen verachten. Dieses und ähnliches ist es, was dadurch bezeichnet wird, daß die zur Rechten so antworteten, und weil das gleiche in der äußeren Form auch die Bösen tun, deswegen haben die zur Linken beinahe ebenso geantwortet. 5067. Weil also der Herr nicht auf Äußeres sieht, sondern auf das Innere, und der Mensch sein Inneres nicht durch den Gottesdienst allein, sondern durch die Liebtätigkeit und ihre Übungen bezeugt, deswegen hat der Herr geantwortet: "Wahrlich, Ich sage euch, was ihr getan habt einem dieser Meiner geringsten Brüder, das habt ihr Mir getan". Brüder werden diejenigen genannt, die im Guten der Liebtätigkeit und des Lebens sind, denn der Herr ist bei ihnen, weil im Guten selbst; und sie sind es, die eigentlich unter dem Nächsten verstanden werden. Auch offenbart sich der Herr nicht in diesen (in besonderer Weise), denn sie sind beziehungsweise gering, sondern der Mensch offenbart sich vor dem Herrn, sofern er von innen heraus Ihn verehrt. 5068. Daß der Herr sich König nennt in den Worten: "Wenn der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit, wird Er sitzen auf dem Thron der Herrlichkeit; dann wird der König sagen zu ihnen", hat den Grund, weil das Königliche des Herrn das göttlich Wahre ist, aus dem und nach dem das Gericht geschieht. Aber aus demselben und nach demselben werden anders gerichtet die Guten und anders die Bösen. Die Guten, weil sie das göttlich Wahre aufgenommen haben, werden aus dem Guten gerichtet, somit aus Barmherzigkeit; die Bösen, weil sie das göttlich Wahre nicht aufgenommen haben, werden aus dem Wahren gerichtet, somit nicht aus Barmherzigkeit, denn diese haben sie verworfen, und verwerfen sie daher auch fortwährend im anderen Leben. Das göttlich Wahre aufnehmen heißt nicht nur Glauben haben, sondern auch Glauben üben, d.h. tun, was der Lehre angehört, auf daß es Lebenssache sei. Daher kommt es, daß der Herr sich König nennt. Daß das Königliche des Herrn das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1728, 2015 E, 3009, 3670, 4581, 4966. 5069. Daß diejenigen, die zur Rechten sind, Gerechte heißen: "Antworten werden Ihm die Gerechten und sagen" usw., und "die Gerechten werden gehen in das ewige Leben" bedeutet, daß sie in der Gerechtigkeit des Herrn sind. Alle, die im Guten der Liebtätigkeit sind, werden Gerechte genannt, nicht als ob sie gerecht wären aus sich, sondern aus dem Herrn, dessen Gerechtigkeit ihnen angeeignet wird. Die, welche sich für gerecht aus sich selbst halten, oder für so gerechtfertigt, daß sie nichts Böses mehr haben, gehören nicht zu den Gerechten, sondern zu den Ungerechten; denn sie schreiben sich selbst das Gute zu, und setzen auch ins Gute ein Verdienst, und solche können durchaus nicht aus wahrer Demut den Herrn anbeten. Deswegen werden im Wort diejenigen gerecht und heilig genannt, die wissen und anerkennen, daß alles Gute vom Herrn ist und alles Böse von ihnen selbst, d.h. bei ihnen aus der Hölle (komme). 5070. Das ewige Leben, das den Gerechten zuteil wird, ist das Leben aus dem Guten. Das Gute hat Leben in sich, weil es vom Herrn kommt, Der das Leben selbst ist. Dem Leben, das vom Herrn ist, wohnt Weisheit und Einsicht inne, denn das Gute vom Herrn aufnehmen und daher das Gute wollen, ist Weisheit, und das Wahre vom Herrn aufnehmen, und daher das Wahre glauben, ist Einsicht, und die, welche diese Weisheit und Einsicht haben, die haben Leben, und weil mit einem solchen Leben die Seligkeit verknüpft ist, so wird durch Leben auch die ewige Seligkeit bezeichnet. Das Gegenteil findet bei denjenigen statt, die im Bösen sind. Diese erscheinen zwar hauptsächlich sich selbst, als ob sie Leben hätten, aber es ist ein solches Leben, das im Wort Tod genannt wird, und es ist auch geistiger Tod, denn sie haben keinen Sinn fürs Gute und verstehen nichts Wahres. Das kann einem jeden klar sein, der es erwägt; denn wenn (nur) im Guten und daher im Wahren Leben ist, so kann das Leben nicht im Bösen und daher im Falschen sein, denn dieses bildet den Gegensatz und löscht das Leben aus. Deshalb haben diese kein anderes Leben als ein solches, wie es die Unsinnigen haben. 5071. Daß diejenigen, die zur Linken sind, Verfluchte heißen, und ihre Strafe das ewige Feuer ist: "Dann wird Er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von Mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln; und diese werden hingehen in die ewige Pein", hat den Grund, weil sie sich vom Guten und Wahren abgekehrt und zum Bösen und Falschen hingewendet haben. Fluch bedeutet im inneren Sinn Abkehr (nämlich von Gott), Nr. 245, 379, 1423, 3530, 3584. Das ewige Feuer, wohin sie gehen sollen, ist kein elementarisches Feuer, es ist auch keine Gewissenspein, sondern es ist die Begierde zum Bösen; denn die Begierden beim Menschen sind das geistige Feuer, das ihn im Leibesleben verzehrt und im anderen Leben peinigt. Durch diese höllischen Flammen quälen die Höllischen einander auf schreckliche Art. Daß das ewige Feuer kein elementarisches Feuer ist, kann (jedem) einleuchten. Daß es auch keine Gewissenspein ist, kommt daher, weil alle, die im Bösen sind, kein Gewissen haben, und die, welche keines bei Leibesleben gehabt haben, können auch keines haben im anderen Leben. Daß es aber die Begierde ist, hat den Grund, weil alles Lebensfeuer von den Liebestrieben beim Menschen herkommt, himmlisches Feuer von der Liebe zum Guten und Wahren, und höllisches Feuer von der Liebe zum Bösen und Falschen, oder was gleich ist, himmlisches Feuer kommt von der Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten, und höllisches Feuer von der Selbst- und Weltliebe. Daß alles Feuer oder alle Wärme inwendig im Menschen daher kommt, kann jeder wissen, wenn er aufmerkt. Daher kommt es auch, daß die Liebe eine geistige Wärme heißt, und daß durch Feuer und Wärme im Wort nichts anderes bezeichnet wird: Nr. 934 E, 1297, 1527, 1528, 1861, 2446, 4906. Das Lebensfeuer bei den Bösen ist auch so beschaffen, daß sie, wenn sie sich in heftiger Erregung der Begierden befinden, auch in einem gewissen Feuer sind, und infolge davon in heißer Gier und Wut, andere zu peinigen. Aber das Lebensfeuer bei den Guten ist so beschaffen, daß sie, wenn sie sich in einem höheren Grad von Erregung befinden, auch gleichsam in einer Art von Feuer sind, aber infolgedessen in der Liebe und im Eifer, anderen Gutes zu tun.   40. Kapitel 1. Und es geschah nach diesen Worten (d.h. Vorgängen), sündigten der Mundschenk des Königs von Ägypten und der Bäcker an ihrem Herrn, dem König von Ägypten. 2. Und Pharao zürnte auf seine beiden Hofdiener, auf den Obersten der Mundschenken und auf den Obersten der Bäcker. 3. Und gab sie in den Gewahrsam des Hauses des Obersten der Trabanten, ins Haus des Gefängnisses, an den Ort, da Joseph gefangen lag. 4. Und der Oberste der Trabanten setzte Joseph über sie, und er bediente sie, und sie waren (mehrere) Tage im Gewahrsam. 5. Und sie träumten beide einen Traum, jeder seinen Traum, in einer Nacht, jeder nach der Auslegung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker, die der König von Ägypten hatte, die gefangen lagen im Hause des Gefängnisses. 6. Und Joseph kam zu ihnen am Morgen, und sah sie, und siehe, sie waren betrübt. 7. Da fragte er die Hofdiener Pharaos, die bei ihm waren, im Gewahrsam des Hauses seines Herrn, und sprach: warum ist euer Angesicht heute böse? (d.h. traurig). 8. Und sie sprachen zu ihm: einen Traum haben wir geträumt, und niemand ist, der ihn auslege. Und Joseph sprach zu ihnen: kommen nicht Gott die Auslegungen zu? erzählet mir doch. 9. Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum dem Joseph, und sprach zu ihm: In meinem Traum, siehe, da war ein Weinstock vor mir. 10. Und am Weinstock drei Reben, und derselbe wie sprossend, es ging auf seine Blüte, und es reiften seine Beeren zu Trauben. 11. Und der Becher Pharaos (war) in meiner Hand; und ich nahm die Trauben, und drückte sie aus in den Becher Pharaos, und gab den Becher in die Hand Pharaos. 12. Da sprach Joseph zu ihm: Dies ist seine Auslegung: die drei Reben sind drei Tage. 13. In noch drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben, und dich zurückbringen in dein Amt, und du wirst den Becher Pharaos geben in seine Hand, nach der vorigen Weise, da du sein Mundschenk warst. 14. Aber gedenke meiner bei dir, wann es dir wohl geht, und tue doch an mir Barmherzigkeit, und bringe mich ins Andenken bei Pharao, und führe mich aus diesem Hause. 15. Denn gestohlen, ja gestohlen bin ich worden aus dem Lande der Hebräer, und auch hier habe ich nichts getan, daß sie mich in die Grube (d.h. Gefängnis) gesetzt haben. 16. Und der Oberste der Bäcker sah, daß er gut ausgelegt, und sprach zu Joseph: auch ich sah in meinem Traum, und siehe, drei Körbe, durchbrochen, waren auf meinem Haupte. 17. Und im obersten Korb war von allerlei Speise Pharaos, Werk des Bäckers, und die Vögel fraßen es aus dem Korb von meinem Haupte herab. 18. Da antwortete Joseph und sprach: Dies ist seine Auslegung: Die drei Körbe sind drei Tage. 19. In noch drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben von dir, und dich aufhängen lassen an das Holz, und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen. 20. Und es geschah am dritten Tage, am Geburtstag Pharaos, da machte er ein Gastmahl allen seinen Knechten, und erhob das Haupt des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker in der Mitte seiner Knechte. 21. Und brachte zurück den Obersten der Mundschenken in sein Schenkamt, und er gab den Becher in die Hand Pharaos. 22. Und den Obersten der Bäcker ließ er aufhängen, wie ihnen Joseph ausgelegt hatte. 23. Aber der Oberste der Mundschenken gedachte nicht an Joseph, und vergaß sein.   Inhalt 5072. Im inneren Sinn ist in diesem Kapitel noch weiter die Rede vom Zustand der Versuchungen, durch die das eigentlich Leibliche in Entsprechung gebracht werden sollte. Das eigentlich sogenannte Leibliche ist das Sinnliche, das von zweierlei Gattung ist: das eine ist der Verstandesseite untergeordnet, und das andere der Willensseite. Das der Verstandesseite Untergeordnete wird durch den Mundschenk des Königs von Ägypten vorgebildet, und das der Willensseite durch den Bäcker. Daß ersteres eine Zeitlang zurückbehalten, letzteres aber verworfen wurde, wird dadurch vorgebildet, daß der Mundschenk wieder in sein Amt kam und der Bäcker gehenkt wurde. Das übrige wird aus dem Zusammenhang im inneren Sinn klar werden.   Innerer Sinn 5073. Vers 1-4: Und es geschah nach diesen Worten (d.h. Vorgängen), sündigten der Mundschenk des Königs von Ägypten und der Bäcker an ihrem Herrn, dem König von Ägypten. Und Pharao zürnte auf seine beiden Hofdiener, auf den Obersten der Mundschenken und auf den Obersten der Bäcker, und gab sie in den Gewahrsam des Hauses des Obersten der Trabanten, ins Haus des Gefängnisses, an den Ort, da Joseph gefangen lag. Und der Oberste der Trabanten setzte Joseph über sie, und er bediente sie, und sie waren (mehrere) Tage im Gewahrsam. "Und es geschah" bedeutet einen neuen Zustand und das Folgende; "nach diesen Worten (Vorgängen)" bedeutet nach dem Vorhergehenden; "sündigten" bedeutet Unordnung; "der Mundschenk des Königs von Ägypten" bedeutet, bei dem im Leibe, was von der Verstandesseite abhängt; "und der Bäcker" bedeutet bei dem im Leibe, was von der Willensseite abhängt; "an ihrem Herrn, dem König von Ägypten" bedeutet, daß es gegen den neuen Zustand des natürlichen Menschen war; "und Pharao zürnte" bedeutet, daß der neue natürliche Mensch sich abwandte; "auf seine beiden Hofdiener" bedeutet vom Sinnlichen des Leibes in beiderlei Beziehung; "auf den Obersten der Mundschenken und auf den Obersten der Bäcker" bedeutet überhaupt vom Sinnlichen, das der Verstandesseite und der Willensseite untergeordnet ist; "und gab sie in den Gewahrsam" bedeutet Verwerfung; "des Hauses des Obersten der Trabanten" bedeutet von dem Hauptsächlichen bei der Erklärung; "ins Haus des Gefängnisses" bedeutet unter Falsches; "an den Ort, da Joseph gefangen lag" bedeutet den Zustand des Himmlischen des Natürlichen jetzt in Beziehung auf jenes; "und der Oberste der Trabanten setzte Joseph über sie" bedeutet das Himmlische des Natürlichen sollte aus den Hauptpunkten für die Erklärung jenes belehren; "und er bediente sie" bedeutet, daß es unterrichtete; "und sie waren (mehrere) Tage im Gewahrsam" bedeutet, sie waren lange im Zustand der Verwerfung. 5074. "Und es geschah", 1. Mose 40/1, bedeutet einen neuen Zustand und das Folgende. Dies erhellt daraus, daß "es war" und "es geschah" im Wort einen neuen Zustand in sich schließt, man sehe Nr. 4979, 4999; und daß es in der Grundsprache zur Unterscheidung dient bei der Reihenfolge der Sachen, die vorhergehen und die nachfolgen: Nr. 4987, daher bedeutet es auch das Folgende. 5075. "Nach diesen Worten (d.h. Vorgängen)", 1. Mose 40/1, bedeutet nach dem Vorhergehenden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte in der Grundsprache, sofern sie auch Sachen bezeichnen. Nach jenen Worten, heißt also hier, nach jenen Sachen, somit nach dem Vorhergehenden. Daß Worte in der Grundsprache auch Sachen bedeuten, hat den Grund, weil die Worte im inneren Sinn die Wahrheiten der Lehre bedeuten, deshalb wird alles göttlich Wahre im allgemeinen genannt das Wort, und der Herr selbst, von Dem alles göttlich Wahre, ist im höchsten Sinn das Wort: Nr. 1288; und weil nichts, was im Weltall existiert, etwas ist, d.h. eine Sache ist, wenn es nicht aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre ist, deshalb bedeuten "Worte" in der hebräischen Sprache auch Sachen. Daß nichts im Weltall etwas, d.h. eine Sache ist, wenn es nicht aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre ist, d.h. durch das Wort, erhellt bei Joh.1/1,3: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort; alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts geworden, was geworden ist". Die inwendigeren Bedeutungen der Worte stammen größtenteils aus dem inwendigeren Menschen her, der bei den Geistern und Engeln ist; denn ein jeder Mensch ist seinem Geiste nach oder in Ansehung eben des Menschen, der nach dem Hingang des Leibes lebt, mit Engeln und Geistern in Gesellschaft, obwohl der äußere Mensch nichts davon weiß, und weil er in Gesellschaft mit ihnen ist, so ist er auch mit ihnen in der Universalsprache, somit im (Verständnis) der ursprünglichen Wortbedeutungen (in originibus vocum); daher kommt es, daß mehrere Bedeutungen in Ausdrücken liegen, die in der äußeren Form nicht zutreffend erscheinen, und doch treffen sie in der inwendigen zu, wie hier, daß Worte Sachen bedeuten. Ebenso in sehr vielen anderen, z.B. daß der Verstand das inwendige Gesicht heißt und ihm Licht zugeschrieben wird, und daß Aufmerksamkeit und Gehorsam Gehör und Aufhorchen, die Wahrnehmung einer Sache Geruch (genannt wird), usw. 5076. "Sündigten", 1. Mose 40/1, bedeutet Unordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, sofern es heißt gegen die göttliche Ordnung handeln. Alles, was gegen diese ist, ist Sünde. Die göttliche Ordnung selbst ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. In dieser Ordnung sind alle, die im Wahren aus dem Guten, d.h., die im Glauben aus der Liebtätigkeit sind, denn das Wahre ist Sache des Glaubens, und das Gute ist Sache der Liebtätigkeit. Gegen diese Ordnung aber sind die, welche nicht im Wahren aus dem Guten sind, die folglich im Wahren aus dem Bösen, oder im Falschen aus dem Bösen. Durch Sünde wird nichts anderes bezeichnet. Hier wird durch "sie sündigten", nämlich der Mundschenk und der Bäcker, bezeichnet, daß das äußere Sinnliche in Unordnung war im Verhältnis zum inwendigeren, so daß es nicht übereinstimmte oder nicht entsprach. 5077. "Der Mundschenk des Königs von Ägypten", 1. Mose 40/1, bedeutet, bei dem im Leibe, was von der Verstandesseite abhängt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, sofern er das äußere Sinnliche oder das Sinnliche des Leibes bezeichnet, das untergeordnet oder untertan ist der Verstandesseite des inwendigen Menschen, worüber folgt, und aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er den natürlichen Menschen bezeichnet, wovon unten, Nr. 5079. Weil im Folgenden vom Mundschenken und Bäcker gehandelt und durch sie das äußere Sinnliche, das dem Körper angehört, bezeichnet wird, so soll zuerst etwas von diesem Sinnlichen gesagt werden. Daß es fünf äußere oder leibliche Sinne gibt, nämlich das Gesicht, das Gehör, der Geruch, der Geschmack und das Gefühl (tactus), ist bekannt, wie auch, daß diese die ganze Lebenstätigkeit des Leibes ausmachen, denn der Leib kann ohne jene Sinne gar nicht leben; deshalb stirbt er auch und wird ein Leichnam, wenn er derselben beraubt wird. Deshalb ist das eigentliche leibliche Wesen des Menschen nichts anderes als ein Behälter, (d.h. Organ) der Sinnestätigkeiten, folglich des Lebens aus ihnen. Das Ursächliche ist die Sinnesempfindung und das Werkzeugliche ist das Leibliche. Das Werkzeugliche ohne sein Ursächliches, dem es angepaßt ist, kann nicht das Leibliche, wie es der Mensch an sich trägt, wenn er in der Welt lebt, genannt werden, sondern das Werkzeugliche (instrumentale) zusammen mit dem Ursächlichen (principali), wenn sie (beide) zusammenwirken, dieses ist das Leibliche. Das äußere Sinnliche des Menschen bezieht sich alles auf sein inwendig Sinnliches , denn es ist dem Menschen verliehen und mit dem Körper verbunden, damit es dem inwendigen Menschen diene und dem Sinnlichen desselben unterworfen sei, so lange er in der Welt ist. Wenn daher das äußere Sinnliche des Menschen über das inwendig Sinnliche des Menschen zu herrschen anfängt, dann ist es um den Menschen geschehen, denn alsdann werden die inneren Sinne nicht anders angesehen, denn als dienstbare Geister, die nur dazu dienen sollen, um das zu begründen, was das äußere Sinnliche aus souveräner Willkür befiehlt. Wenn das äußere Sinnliche in diesem Zustand ist, dann ist es in der Unordnung, wovon Nr. 5076. Das äußere Sinnliche des Menschen bezieht sich auf das Inwendige, im allgemeinen auf das Verständige und auf die Willenstätigkeit. Deswegen gibt es ein äußeres Sinnliches, das untertan oder untergeordnet ist der Verstandesseite des Menschen, und eines, das seiner Willensseite untergeordnet ist. Das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche ist hauptsächlich das Gesicht, das, welches der Verstandes- und hernach der Willensseite (unterworfen), ist das Gehör; das beiden zugleich (unterworfene Sinnliche) ist der Geruch und noch mehr der Geschmack. Aber das der Willensseite unterworfene (Sinnliche) ist das Gefühl. Daß das äußere Sinnliche jenen beiden Seiten unterworfen ist, kann mit vielem bewiesen werden, und auch wie es unterworfen ist; aber es wäre zu weitläufig, die Erklärung hier so weit auszudehnen. Einigermaßen kann man es aus dem erkennen, was über die Entsprechung jener Sinne am Ende der vorigen Kapitel gezeigt wurde. Ferner muß man wissen, daß alle Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, zur Verstandesseite gehören, und daß Gutes, das Sache der Liebe und Liebtätigkeit ist, der Willensseite angehört. Folglich gehört es zur Verstandesseite, das Wahre und das Gute zu glauben, anzuerkennen, zu wissen und zu sehen; zur Willensseite aber gehört es, davon angeregt zu werden und es zu lieben, und eben das, wovon der Mensch angeregt wird und was er liebt, ist das Gute. Wie aber das Verständige einfließt in das Wollen, wenn das Wahre ins Gute übergeht, und wie das Wollen ins Verständige einfließt, wenn es auf dasselbe wirkt, das erfordert noch tiefere Forschung. Hiervon soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden hie und da gesprochen werden. Daß der Mundschenk das der Verstandesseite des inwendigen Menschen unterworfene oder untergeordnete Sinnliche ist, kommt daher, weil alles, was zum Getränk dient, oder was eingeschenkt wird, z.B. Wein, Milch, Wasser, sich auf das Wahre bezieht, das der Verstandesseite angehört, somit auf die Verstandesseite und weil das äußere oder leibliche Sinnliche es ist, das dient, deshalb wird durch den Mundschenken dieses Sinnliche oder diese Gattung von Sinnesempfindungen bezeichnet. Daß tränken und trinken im allgemeinen von den Wahrheiten, die der Verstandesseite angehören, gesagt wird, sehe man Nr. 3069, 3071, 3168, 3772, 4017, 4018; daß es insbesondere auch das Wahre ist, das aus dem Guten (stammt), oder der Glaube, der aus der Liebtätigkeit kommt: Nr. 1071, 1798; und daß das Wasser das Wahre bezeichnet: Nr. 680, 2702, 3058, 3424, 4976. Aus diesem nun kann erhellen, was der Mundschenk (bedeutet). 5078. "Und der Bäcker", 1. Mose 40/1, bedeutet, bei dem Leiblichen, was von der Willensseite abhängt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bäckers, sofern er das äußere Sinnliche oder das Sinnliche des Leibes ist, das der Willensseite des inwendigen Menschen untergeordnet oder unterworfen ist. Daß der Bäcker dies bedeutet, hat den Grund, weil alles, was zum Essen dient oder was gegessen wird, z.B. Brot, Speise überhaupt und alles Werk des Bäckers, vom Guten gesagt wird und somit sich auf die Willensseite bezieht, denn alles Gute gehört jener Seite an, wie alles Wahre der Verstandesseite angehört, wie Nr. 5077 gesagt wurde. Daß das Brot das Himmlische oder Gute bedeutet, sehe man Nr. 1798, 2165, 2177, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976. Daß hier und im Folgenden dieses Kapitels vom äußeren Sinnlichen beiderlei Gattung im inneren Sinn gehandelt wird, hat den Grund, weil im vorigen Kapitel vom Herrn die Rede war, wie Er das Inwendigere seines Natürlichen verherrlicht oder göttlich gemacht hat. Hier nun ist vom Herrn die Rede, wie Er das Auswendigere des Natürlichen verherrlicht oder göttlich gemacht hat. Das Auswendigere des Natürlichen ist es, was eigentlich das Leibliche genannt wird, oder das Sinnliche von beiderlei Gattung samt den aufnehmenden (Organen), denn diese mit jenem bilden zusammen dasjenige, was der Leib genannt wird; man sehe Nr. 5077. Der Herr hat das Leibliche selbst in Sich göttlich gemacht, sowohl Sein Sinnliches, als die aufnehmenden (Organe), deshalb ist Er auch aus dem Grabe mit dem Leibe auferstanden, und hat auch nach der Auferstehung Luk.24/39, zu den Jüngern gesagt: "Sehet Meine Hände und Meine Füße, daß Ich selbst es bin, betastet Mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß Ich habe". Die meisten Angehörigen der Kirche glauben heutzutage, ein jeder werde am jüngsten Tage mit seinem Leibe wieder auferstehen. Diese Meinung ist so allgemein verbreitet, daß kaum irgend jemand aus der Lehre heraus anderes glaubt. Aber diese Meinung ist deshalb so herrschend geworden, weil der natürliche Mensch wähnt, der Leib allein sei es, der lebt; deshalb würde er, wenn er nicht glaubte, derselbe werde wieder Leben empfangen, die Auferstehung gänzlich leugnen. Die Sache verhält sich aber in folgender Weise: Der Mensch steht sogleich nach dem Tod wieder auf, und dann erscheint er sich in einem Leibe ganz wie in der Welt, mit einem solchen Angesicht, mit solchen Gliedmaßen, Armen, Händen, Füßen, Brust, Bauch, Lenden; ja, sogar wenn er sich sieht und sich anrührt, sagt er, daß er Mensch sei wie in der Welt. Aber dennoch ist es nicht sein Äußeres, das er in der Welt an sich getragen hat, das er sieht und anrührt, sondern es ist das Inwendige, das eben jenes Menschliche bildet, das lebt und welches das Äußere um sich herum oder außerhalb der einzelnen Teile von ihm hatte, mittelst dessen er in der Welt sein und dort angemessen handeln und Geschäfte verrichten konnte. Das irdisch Leibliche selbst ist ihm nichts mehr nütze, er ist in einer anderen Welt, wo andere Geschäfte und andere Kräfte und Mächte (walten), denn sein Leib, wie er ihn dort hat, angepaßt ist. Diesen sieht er mit seinen Augen, nicht mit denjenigen, die er in der Welt hatte, sondern mit denen, die er dort hat, die seinem inwendigen Menschen angehören, und aus denen er durch die leiblichen Augen früher weltliche und irdische Dinge gesehen hatte. Diesen fühlt er auch mit dem Tastsinn, aber nicht mit den Händen oder dem Tastsinn, dessen er sich in der Welt erfreute, sondern mit den Händen und dem Tastsinn, dessen er dort sich erfreut, und der es ist, aus dem sein Tastsinn in der Welt vorhanden war. Auch ist jeder Sinn dort schärfer und vollkommener, weil er dem vom Äußeren gelösten inwendigen Menschen angehört; denn das Inwendige ist in einem vollkommeneren Zustand, weil es dem Äußeren die Empfindung verleiht; aber wenn es auf das Äußere wirkt, wie in der Welt, dann wird die Empfindung abgestumpft und verdunkelt. Überdies ist es das Inwendige, welches das Inwendige, und das Äußere, welches das Äußere empfindet, daher kommt es, daß die Menschen nach dem Tod einander sehen und in Gesellschaft beieinander sind ihrem Inwendigeren gemäß. Damit ich über diesen Punkt recht gewiß würde, durfte ich auch die Geister selbst anrühren und mit ihnen sehr oft über diese Sache reden; man sehe Nr. 322, 1630, 4622. Die Menschen nach dem Tode, die alsdann Geister genannt werden und Engel, wenn sie im Guten gelebt hatten, wundern sich sehr, daß der Mensch der Kirche glaubt, er werde das ewige Leben nicht früher sehen, als am jüngsten Tag, wenn die Welt untergehe, und er werde alsdann den weggeworfenen Staub wieder anziehen, da doch der Mensch der Kirche weiß, daß er nach dem Tode wieder aufersteht, denn wer sagt nicht, wenn ein Mensch stirbt, nachher, daß seine Seele oder Geist entweder im Himmel oder in der Hölle sei, und wer sagt nicht von seinen kleinen Kindern, die gestorben sind, daß sie im Himmel seien, und wer tröstet nicht einen Kranken oder auch zum Tod Verurteilten damit, daß er bald ins andere Leben kommen werde? Und wer im Todeskampf ist und sich bereitet hat, glaubt auch nichts anders; ja, infolge dieses Glaubens maßen sich sogar viele die Gewalt an, (die Menschen) aus den Orten der Verdammnis herauszuholen und in den Himmel zu verpflanzen und Meßopfer für sie darzubringen. Wer weiß nicht, was der Herr Luk.23/43 zu dem Schächer gesagt hat: "Heute wirst du mit Mir im Paradies sein", und was der Herr vom reichen Mann und Lazarus, Luk.16/22,23 gesagt hat, daß jener in die Hölle versetzt worden sei, dieser aber von den Engeln in den Himmel; und wer weiß nicht, was der Herr von der Auferstehung gelehrt hat, daß Gott nicht (ein Gott) der Toten, sondern der Lebendigen sei?: Luk.20/38. Dies weiß der Mensch und denkt auch so und redet so, wenn er aus dem Geist denkt und redet, wenn aber aus der Lehre, dann spricht er ganz anders, daß er nämlich nicht früher auferstehen werde, als am jüngsten Tag, während doch der jüngste Tag für einen jeden ist, wenn er stirbt, und alsdann auch für ihn das Gericht stattfindet, wie es auch mehrere sagen. Was der Ausdruck: "mit der Haut umgeben werden und aus dem Fleisch Gott sehen", bei Hiob 19/25,26 bedeutet, sehe man Nr. 3540 E. Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß kein Mensch mit dem Leibe, mit dem er in der Welt umgeben war, aufersteht, sondern der Herr allein (dies vermochte), und zwar deshalb, weil Er Seinen Leib, während Er in der Welt war, verherrlicht oder göttlich gemacht hatte. 5079. "An ihrem Herrn, dem König von Ägypten", 1. Mose 40/1, bedeutet, daß es gegen den neuen Zustand des natürlichen Menschen gewesen sei, nämlich das äußere oder leiblich Sinnliche, das durch den Mundschenken und den Bäcker bezeichnet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung des Königs von Ägypten, sofern er das Wißtümliche im allgemeinen ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966; denn durch den König von Ägypten wird das gleiche bezeichnet, was durch Ägypten; der König ist nämlich das Haupt der Völkerschaft, ebenso in anderen Stellen, wo der König einer Völkerschaft vorkommt oder genannt wird: Nr. 4789. Weil das Wißtümliche im allgemeinen es ist, was durch den König von Ägypten bezeichnet wird, so wird auch der natürliche Mensch durch denselben bezeichnet, denn alles Wißtümliche ist das Wahre des natürlichen Menschen: Nr. 4967, das eigentlich Gute wird an unserer Stelle durch Herr bezeichnet: Nr. 4973. Daß sein neuer Zustand bezeichnet wird, hat den Grund, weil im vorigen Kapitel die Rede war vom Inwendigeren des Natürlichen, daß es neu gemacht, und im höchsten Sinn, der auf den Herrn sich bezieht, daß es verherrlicht worden sei. Jetzt aber ist die Rede vom Auswendigeren des Natürlichen, das zur Übereinstimmung oder Entsprechung mit dem Inwendigeren gebracht werden soll. Jenes Inwendigere des Natürlichen, das neu werden soll, oder, was dasselbe ist, der neue Zustand jenes natürlichen Menschen ist es, der durch den Herrn, den König von Ägypten bezeichnet wird, und das Auswendigere, das nicht in Ordnung gebracht und daher gegen jenen ist, durch den Mundschenken und Bäcker. Es gibt ein Inwendigeres und ein Auswendigeres des Natürlichen. Das Inwendigere des Natürlichen ist das Wißtümliche und die Neigungen zu demselben, das Auswendigere aber ist das Sinnliche von beiderlei Gattung, wovon Nr. 5077. Dieses, nämlich das Auswendigere des Natürlichen, läßt der Mensch zurück, wenn er stirbt, aber jenes, nämlich das Inwendigere des Natürlichen, nimmt der Mensch ins andere Leben mit, wo es den geistigen und himmlischen Dingen zur Grundlage dient; denn wenn der Mensch stirbt, verliert er nichts als Gebeine und Fleisch, aber das Gedächtnis von allem, was er getan, geredet und gedacht hatte und alle Neigungen und natürlichen Begierden, somit alles Inwendigere des Natürlichen nimmt er mit sich; des Auswendigeren bedarf er nicht, denn er sieht nichts in der Welt, noch hört er, was in der Welt ist, noch riecht, schmeckt und fühlt er, was in der Welt, sondern nur, was im anderen Leben ist. Dieses erscheint zwar großenteils dem gleich, was in der Welt ist, aber doch ist es nicht gleich, denn es hat (geistiges Leben) in sich, was die der natürlichen Welt eigen angehörigen Dinge nicht haben; denn alles dort samt und sonders entsteht und besteht von der Sonne, die der Herr ist, daher hat es Leben in sich. Dagegen alles samt und sonders, was in der natürlichen Welt, entsteht und besteht von der Sonne, die nur elementarisches Feuer ist, daher hat es kein Leben in sich. Das Lebendige, das in diesem erscheint, kommt nirgends anders her, als aus der geistigen Welt, d.h. durch die geistige Welt vom Herrn. 5080. "Und Pharao zürnte", 1. Mose 40/2, bedeutet, daß der neue natürliche Mensch sich abwandte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos oder des Königs von Ägypten, sofern er der neue natürliche Mensch ist, oder der neue Zustand des natürlichen Menschen, wovon Nr. 5079, und aus der Bedeutung von zürnen oder zornig sein, sofern es heißt sich abwenden, wovon Nr. 5034, hier also, daß das inwendige Natürliche des Menschen, das neu geworden, sich vom auswendigen Natürlichen oder leiblich Sinnlichen abwandte, weil dieses mit jenem nicht übereinstimmte. 5081. "Auf seine beiden Hofdiener", 1. Mose 40/2, bedeutet, vom Sinnlichen des Leibes in beiderlei Beziehung, daß er nämlich sich davon abwandte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hofdiener, die hier der Mundschenk und der Bäcker sind, sofern sie das Sinnliche in beiderlei Hinsicht bezeichnen, wovon Nr. 5077, 5078. Die Sinne des Leibes, nämlich das Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Gefühl, sind wirklich gleichsam Hofdiener in Beziehung auf den inwendigeren Menschen, welcher der königliche Herr ist, denn sie bedienen ihn, damit er Erfahrungsbeweise bekommt von den Dingen, die in der sichtbaren Welt und in der menschlichen Gesellschaft sind, und damit er so verständig und weise wird; denn der Mensch wird in keine Wissenschaft, noch weniger in eine Einsicht und Weisheit geboren, sondern nur in die Fähigkeit sie aufzunehmen und sich anzueignen. Das geschieht auf zweierlei Wegen, nämlich auf dem inwendigen Weg und auf dem äußeren Weg. Auf dem inwendigen Weg fließt das Göttliche ein, auf dem äußeren Weg das Weltliche. Diese treffen inwendig im Menschen zusammen, und inwieweit dann der Mensch vom Göttlichen sich erleuchten läßt, insoweit kommt er in die Weisheit. Was auf dem äußeren Weg (einfließt, das) fließt durch die leiblichen Sinne ein, aber es fließt nicht von selber ein, sondern es wird durch den inwendigen Menschen hervorgerufen, damit es zu einer Grundlage für himmlische und geistige Dinge diene, die auf dem inwendigen Weg vom Göttlichen her einfließen. Hieraus kann erhellen, daß die Sinne des Leibes gleichsam wie Hofdiener sind, überhaupt sind alle auswendigeren Dinge gleichsam Diener im Verhältnis zu den inwendigeren. Der ganze natürliche Mensch ist nichts anderes im Verhältnis zum geistigen. Jenes Wort bedeutet in der Grundsprache einen Diener, Hofbeamten, Kammerdiener, Verschnittenen; im inneren Sinn wird durch dasselbe bezeichnet der natürliche Mensch in Ansehung des Guten und in Ansehung des Wahren, wie hier. Insbesondere aber der natürliche Mensch in Ansehung des Guten, wie Jes.56/3-5: "Der Sohn des Fremdlings, der dem Jehovah anhängt, soll nicht sagen: es scheidet mich Jehovah von Seinem Volk, und der Verschnittene soll nicht sagen: siehe, ich bin ein dürres Holz; denn so spricht Jehovah zu den Verschnittenen, die Meine Sabbathe halten, und erwählen, woran Ich Wohlgefallen habe, und festhalten Meinen Bund: Ich will ihnen in Meinem Hause und innerhalb Meiner Mauern einen Ort und einen Namen geben, einen besseren als Söhne und Töchter, einen Namen der Ewigkeit will Ich ihnen geben, der nicht soll ausgerottet werden": der Verschnittene bedeutet hier den natürlichen Menschen in Ansehung des Guten, und der Sohn des Fremdlings den natürlichen Menschen in Ansehung des Wahren; denn die Kirche des Herrn ist eine äußere und eine innere. Die Angehörigen der äußeren Kirche sind natürlich, die der inneren sind geistig. Diejenigen, die natürlich aber doch im Guten sind, werden durch Verschnittene, und die, welche im Wahren sind, durch Söhne des Fremdlings bezeichnet; und weil es wahrhaft Geistige oder Innere nur innerhalb der Kirche geben kann, darum werden durch die Söhne des Fremdlings auch die bezeichnet, die außerhalb der Kirche oder Heiden, aber doch im Wahren sind nach ihrer Religion: Nr. 2049, 2593, 2599, 2600, 2602, 2603, 2861, 2863, 3263, und durch die Verschnittenen die, welche im Guten sind. 5082. "Auf den Obersten der Mundschenken und auf den Obersten der Bäcker", 1. Mose 40/2, bedeutet überhaupt vom Sinnlichen, das der Verstandesseite und der Willensseite untergeordnet ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, sofern er das der Verstandesseite untergeordnete und unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5077, aus der Bedeutung des Bäckers, sofern er das der Willensseite untergeordnete und unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5078, und aus der Bedeutung des Obersten, sofern er das Vornehmste bezeichnet, wovon Nr. 1482, 2089, 5044; hier, überhaupt oder im allgemeinen, denn was das Vornehmste ist, ist auch das Allgemeine; dieses herrscht nämlich im übrigen vor, denn auf das Vornehmste wird wie auf etwas Allgemeines das Besondere bezogen, damit es eins ausmacht und kein Widerspruch erscheint. 5083. "Und gab sie in den Gewahrsam", 1. Mose 40/3, bedeutet die Verwerfung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "geben in Gewahrsam", sofern es eine Verwerfung bezeichnet; denn wer in den Gewahrsam gegeben wird, der wird verworfen. 5084. "Des Hauses des Obersten der Trabanten", 1. Mose 40/3, bedeutet, von dem, was für die Erklärung Hauptsache ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten der Trabanten, sofern er die Hauptsachen für die Erklärung bezeichnet, wovon Nr. 4790, 4966. Hier also, daß das Sinnliche von beiderlei Gattung verworfen worden sei von den für die Erklärung wichtigsten Punkten, die nämlich dem Wort nach seinem inneren Sinn angehören. Von diesen wird gesagt, sie werden verworfen, wenn man ihnen in solchen Dingen keinen Glauben schenkt, denn die Sinneswahrnehmungen und die Gedanken, die durch die Sinneswahrnehmungen unmittelbar veranlaßt werden, sind Täuschungen: alle Täuschungen, die beim Menschen obwalten, kommen daher. Die Folge davon ist, daß wenige an die Glaubenswahrheiten glauben, und daß der natürliche Mensch gegen den geistigen, d.h. der äußere gegen den inwendigen ist. Wenn daher der natürliche oder äußere Mensch über den geistigen oder inwendigen zu herrschen anfängt, dann glaubt man nicht mehr an das, was dem Glauben angehört, denn die Täuschungen verfinstern und die Begierden ersticken es. Weil wenige wissen, was Sinnestäuschungen sind, und wenige glauben, daß sie eine so große Verschattung in vernünftige und hauptsächlich in geistige (Wahrheiten) des Glaubens hineinbringen, so daß sie dieselben auslöschen, vornehmlich wenn der Mensch zugleich in der Lust der Begierden aus der Selbst- und Weltliebe ist, so mag der Gegenstand durch Beispiele erläutert werden, und zwar zuerst, was schlechthin natürliche oder im Naturgebiet vorkommende Sinnestäuschungen sind, sodann die Sinnestäuschungen in geistigen Dingen: 1. Eine bloß natürliche oder in der Natur vorkommende Sinnestäuschung ist, daß man glaubt, die Sonne und zugleich auch der Himmel mit allen Gestirnen laufe täglich einmal um diese Erde herum. Wenn man auch sagt, es sei unglaublich, weil unmöglich, daß ein so großes Feuermeer, wie es die Sonne ist, und nicht bloß die Sonne, sondern auch unzählige Gestirne ohne alle Veränderung ihrer gegenseitigen Stellung sich einmal (um die Erde) herumdrehen, und wenn man auch hinzufügt, man könne es an den Planeten sehen, daß die Erde ihre tägliche und jährliche Bewegung durch Umdrehungen und Umläufe mache, daran nämlich, daß die Planeten auch Erdkörper sind, und daß sie auch Monde um sich her haben, und man beobachtet hat, daß jene ebenso wie unsere Erde solche Bewegungen, nämlich tägliche und jährliche machen. Dennoch behauptet sich bei den meisten die Sinnestäuschung, daß es sich so verhalte, wie es das Auge sieht. 2. Eine rein natürliche, oder in der Natur vorkommende Sinnestäuschung ist es, daß es nur eine einzige Atmosphäre gebe, und dieselbe nur nach und nach teilweise reiner werde, und daß, wo sie aufhöre, ein leerer Raum sei. Äußere Sinnestätigkeit des Menschen faßt es nicht anders auf, wenn sie allein zu Rate gezogen wird. 3. Eine bloß natürliche Sinnestäuschung ist es, daß vom Anfang der Schöpfung an in die Samen die Eigenschaft gelegt sei, zu Bäumen und Blumen heranzuwachsen und sich zu vermehren, und daß dadurch alle ihr Dasein und Bestehen haben, und wenn man auch entgegenhält, daß nichts bestehen könne, wenn es nicht fortwährend entsteht, nach dem Grundsatz, daß das Bestehen ein fortwährendes Entstehen ist, daß ferner alles, was nicht mit einem Früheren im Zusammenhang steht, in Nichts verfällt, so begreift dies dennoch die leibliche Sinnesanschauung und das Denken daraus nicht, und auch nicht, daß alles samt und sonders so besteht, wie es entstanden ist, nämlich durch den Einfluß von der geistigen Welt, d.h. durch die geistige Welt vom Göttlichen her. 4. Eine rein natürliche Sinnestäuschung ist es daher auch, daß es einfache Substanzen gebe, die man Monaden und Atome heißt, denn von allem, was innerhalb der äußerlichen Sinneswahrnehmung fällt, glaubt der natürliche Mensch, es sei so etwas oder nichts. 5. Eine durchaus natürliche Sinnestäuschung ist es, daß alles der Natur angehöre, und aus der Natur stamme, und daß allerdings in der reineren oder inneren Natur etwas sei, das man nicht begreife. Sagt man aber, daß innerhalb oder über der Natur das Geistige und Himmlische sei, so wird dies zurückgewiesen, und man glaubt, wenn es nicht etwas Natürliches sei, so sei es gar nichts. 6. Eine Sinnestäuschung ist, daß bloß der Körper lebe, und daß sein Leben zugrunde gehe, wenn er stirbt. Die sinnliche Anschauung begreift durchaus nicht, daß der innere Mensch in allem einzelnen des Äußeren sei, und daß dieser innerhalb der Natur in der geistigen Welt sei. Daher glaubt man auch nicht, weil man es nicht begreift, daß der Mensch nach dem Tode leben könne, wenn er nicht wieder mit dem Leib umkleidet werde Nr. 5078, 5079. 7. Eine Sinnestäuschung ist es daher auch, daß der Mensch ebenso wenig nach dem Tod fortleben könne als die Tiere, und zwar deshalb, weil auch diese ein Leben haben, das in vielen Beziehungen dem Leben des Menschen ähnlich ist, nur sei der Mensch ein vollkommeneres Wesen. Die Sinnlichkeit, d.h. der Mensch, der aus der Sinnlichkeit schließt und denkt, begreift nicht, daß der Mensch deshalb über den Tieren steht und ein höheres Leben hat, weil er denken kann, nicht nur über die Ursachen der Dinge, sondern auch über das Göttliche, und mit dem Göttlichen durch Glaube und Liebe verbunden werden, wie auch den Einfluß von daher aufnehmen und sich aneignen kann, daß somit im Menschen, weil bei ihm eine Gegenwirkung stattfindet, eine Aufnahme desselben möglich ist, was bei den Tieren durchaus nicht der Fall ist. 8. Eine Täuschung ist es daher, daß das eigentlich Lebendige beim Menschen, was man die Seele nennt, nur etwas Ätherisches oder etwas Feuriges sei, was verschwinde, wenn der Mensch stirbt. Und daß dasselbe entweder im Herzen, oder im Gehirn, oder in irgendeinem Teile desselben seinen Sitz habe, und daß es von da aus den Leib wie eine Maschine regiere. Daß der inwendige Mensch im einzelnen des Äußeren sei, daß das Auge nicht aus sich, sondern aus jenem sehe, und das Ohr nicht aus sich, sondern aus jenem höre, begreift der sinnliche Mensch nicht. 9. Eine Sinnestäuschung ist es, daß nirgends anderswoher Licht kommen könne, als aus der Weltsonne oder vom elementarischen Feuer, und ebenso nur von daher die Wärme. Daß es ein Licht gibt, worin Einsicht, und eine Wärme, in der himmlische Liebe ist, und daß in jenem Licht und in jener Wärme alle Engel sind, begreift das Sinnliche nicht. 10. Sinnestäuschung ist es, daß der Mensch glaubt, er lebe aus sich, oder daß das Leben in ihn gelegt sei; denn dem Sinnlichen kommt es nicht anders vor. Daß das Göttliche allein es ist, welches das Leben aus sich hat, und so das einzige Leben ist, und daß die lebenden Wesen in der Welt nur aufnehmende Formen sind, begreift das Sinnliche gar nicht, man sehe Nr. 1954, 2706, 2886-2889, 2893, 3001, 3318, 3337, 3338, 3484, 3742, 3743, 4151, 4249, 4318, 4319, 4320, 4417, 4523, 4524, 4882. 11. Der sinnliche Mensch glaubt infolge seiner Täuschung, Ehebrüche seien erlaubt, denn er schließt aus dem Sinnlichen, daß die Ehen nur der Ordnung halber wegen der Kindererziehung bestehen, und daß, wenn diese Ordnung nicht zerstört werde, es gleich sei, von wem die Kinder herkommen. Daß ferner das eheliche Leben wie eine andere, aber erlaubte Sinnenlust (lascivum) sei, daß es demnach nicht gegen die Ordnung wäre, mehrere Frauen zu heiraten, wenn nicht die Christenheit nach der Heiligen Schrift es verbieten würde. Sagt man ihnen, es gebe eine Entsprechung zwischen der himmlischen Ehe und den Ehen auf Erden, und daß niemand das eheliche Leben in sich haben könne, als wer im geistig Wahren und Guten ist, daß ferner eine echte Ehe durchaus nicht zwischen einem Gatten und mehreren Frauen stattfinden könne, und daß daher die Ehen an sich heilig seien, so verwirft dies der sinnliche Mensch als nichtig. 12. Eine Sinnestäuschung ist es, daß das Reich des Herrn oder der Himmel wie ein irdisches Reich sei, insofern die dortige Freude und Seligkeit darin bestehe, daß der eine größer sei als der andere, und daher in der Herrlichkeit vor dem anderen; denn das Sinnliche begreift durchaus nicht, was es heißt, der Kleinste sei der Größte, oder der Letzte der Erste. Falls ihnen gesagt wird, die Freude im Himmel oder bei den Engeln bestehe darin, anderen durch Wohltun zu dienen, ohne alle Absicht auf Verdienst und Belohnung, so kommt ihnen dieses sehr traurig vor. 13. Eine Sinnestäuschung ist es, (wenn man glaubt,) gute Werke seien verdienstlich, und jemanden Gutes tun um seiner selbst willen, sei ein gutes Werk. 14. Auch ist es eine Sinnestäuschung (zu glauben), der Mensch werde selig allein durch den Glauben, und der Glaube sei auch möglich bei einem, der keine Liebtätigkeit hat; ferner der Glaube, nicht aber das Leben bleibe nach dem Tode. Ebenso in sehr vielen anderen Beziehungen. Wenn daher das Sinnliche beim Menschen herrscht, dann sieht das vom Göttlichen erleuchtete Vernünftige nichts, es ist in dichter Finsternis, und dann glaubt man, alles sei vernünftig, was aus dem Sinnlichen geschlossen wird. 5085. "In das Haus des Gefängnisses", 1. Mose 40/3, bedeutet unter Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses des Gefängnisses, sofern es die Abödung des Falschen, und daher das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4958, 5037, 5038. 5086. "An den Ort, da Joseph gefangen lag", 1. Mose 40/3, bedeutet den damaligen Zustand des himmlisch Natürlichen in Beziehung auf jenes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ortes, sofern er einen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321, 4882; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen ist, wovon Nr. 4286, 4585, 4592, 4594, 4963; hier das Himmlische des Natürlichen, weil es jetzt im Natürlichen ist, aus dem die Versuchungen kommen: Nr. 5035, 5039; und aus der Bedeutung von gebunden oder gefangen, sofern es der Zustand der Versuchungen ist, wovon Nr. 5037. In 1. Mose Kapitel 39 war die Rede vom Zustand der Versuchungen, die das Himmlische des Geistigen im Natürlichen bestand in Beziehung auf das, was dem inneren Natürlichen angehörte, hier nun in Beziehung auf das, was dem äußeren angehört. 5087. "Und der Oberste der Trabanten setzte Joseph über sie", 1. Mose 40/4, bedeutet, das Himmlische des Natürlichen sollte aus den Hauptpunkten für die Erklärung jenes (Sinnliche) belehren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Obersten der Trabanten, sofern er die Hauptpunkte für die Erklärung bezeichnet, wovon Nr. 4790, 4966, 5084; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Natürlichen ist, wovon Nr. 5086; und aus der Bedeutung von "vorgesetzt werden", sofern es hier heißt lehren; denn wer dem vorgesetzt wird, was um der Prüfung oder Besserung willen verworfen wird, der verwaltet das Lehramt. 5088. "Und er bediente sie", 1. Mose 40/4, bedeutet, daß es unterrichtete. Dies erhellt aus der Bedeutung von bedienen, sofern es heißt unterweisen. Daß bedienen hier nicht heißt bedienen wie ein Knecht, erhellt daraus, daß Joseph ihnen vorgesetzt war; daher heißt bedienen hier darreichen, was jenen heilsam ist; und weil hier von dem neuen sinnlich oder äußerlich Natürlichen gehandelt wird, so wird durch "vorgesetzt werden" bezeichnet lehren, und durch "bedienen" unterweisen. Vorgesetzt werden wird vom Guten, das Sache des Lebens ist; und bedienen vom Wahren, das Sache der Lehre ist, gesagt: Nr. 4976. 5089. "Und sie waren (mehrere) Tage im Gewahrsam", 1. Mose 40/4, bedeutet, es, (das Sinnliche) befand sich lange im Zustand der Verwerfung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, sofern es Zustände sind, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. Tage heißt hier, (es sei) lange im Zustand, nämlich der Verwerfung, die durch Gewahrsam bezeichnet wird: Nr. 5083. Das einzelne, was hier im inneren Sinn enthalten ist, kann nicht ausführlicher erklärt werden, weil es solche Dinge sind, von denen sich aus den Dingen, die in der Welt sind, keine Vorstellung bilden läßt, z.B. vom himmlisch geistigen Menschen, von seinem Zustand im Natürlichen, wenn das innere Natürliche neu wird, und hernach, wenn es neu geworden, und das äußere Natürliche verworfen worden ist. Aber von diesen und dergleichen Dingen kann man sich eine Vorstellung nur aus dem bilden, was im Himmel ist, und diese ist so beschaffen, daß sie in keine Vorstellung fällt, die aus weltlichen Dingen gebildet ist, ausgenommen bei denjenigen, die, während sie im Denken begriffen sind, von Sinnlichem abgezogen werden können. Wenn das Denken beim Menschen nicht über Sinnliches erhoben werden kann, so daß dieses gleichsam unterhalb gesehen wird, so kann er gar nichts Inneres im Wort verstehen, noch weniger solche Dinge des Himmels, die fernliegend sind von den Dingen der Welt, denn das Sinnliche verschlingt sie gleichsam und erstickt sie. Daher kommt es, daß diejenigen, die sinnlich sind, und sich auf das Studium des Wißtümlichen gelegt haben, selten etwas von den Dingen des Himmels begreifen, denn sie haben ihre Gedanken in das versenkt, was der Welt angehört, d.h. in Begriffe und Unterscheidungen, somit in Sinnesanschauungen, über die sie sich nicht mehr erheben, und so in einer höheren Anschauung halten können. Somit kann auch ihr Denken sich nicht mehr frei ausbreiten über das ganze Gebiet der Gegenstände des Gedächtnisses, und erwählen, was übereinstimmt, und verwerfen, was widerstreitet, und anwenden, was in irgendeinem Zusammenhang steht; denn es ist in Begriffe und daher Sinnliches eingeschlossen und hineingebannt, so daß es nicht umhersehen kann. Dies ist der Grund, warum die Gebildeten weniger glauben, als die Einfältigen, ja auch in himmlischen Dingen weniger weise sind; denn die Einfältigen können die Sache anschauen oberhalb der Begriffe und oberhalb des Wißtümlichen, somit oberhalb des Sinnlichen. Die Gebildeten aber nicht so, denn ihre Anschauung geht von Begriffen und Wißtümlichen aus, weil ihr Gemüt darinnen haftet, somit sind sie gebunden wie in einer Klause oder in einem Gefängnis. 5090. Vers 5-8: Und sie träumten beide einen Traum, jeder seinen Traum, in einer Nacht, jeder nach der Auslegung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker, die der König von Ägypten hatte, die gefangen lagen im Hause des Gefängnisses. Und Joseph kam zu ihnen am Morgen, und sah sie, und siehe, sie waren betrübt. Da fragte er die Hofdiener Pharaos, die bei ihm waren im Gewahrsam des Hauses seines Herrn, und sprach: warum ist euer Angesicht heute böse? (d.h. traurig). Und sie sprachen zu ihm: einen Traum haben wir geträumt, und niemand ist, der ihn auslege. Und Joseph sprach zu ihnen: kommen nicht Gott die Auslegungen zu? erzählet mir doch. "Und sie träumten beide einen Traum" bedeutet das Vorhersehen in Beziehung auf sie; "jeder seinen Traum, in einer Nacht" bedeutet über den Erfolg, worüber sie im Dunkeln waren; "jeder nach der Auslegung seines Traumes" bedeutet den sie in sich trugen; "der Mundschenk und der Bäcker" bedeutet in Beziehung auf das Sinnliche von beiderlei Gattung; "die der König von Ägypten hatte" bedeutet das untergeordnet war dem inwendigen Natürlichen; "die gefangen lagen im Hause des Gefängnisses" bedeutet das unter Falschem war; "und Joseph kam zu ihnen am Morgen" bedeutet, (es sei) geoffenbart und klar dem Himmlischen des Natürlichen; "und sah sie" bedeutet das Innewerden; "und siehe, sie waren betrübt" bedeutet in einer traurigen Stimmung; "da fragte er die Hofdiener Pharaos" bedeutet jenes Sinnliche; "die bei ihm waren im Gewahrsam des Hauses seines Herrn" bedeutet das verworfen wurde, "und sprach: warum ist euer Angesicht heute böse?" bedeutet aus welcher Regung die Traurigkeit (herkomme); "Und sie sprachen zu ihm" bedeutet das Innewerden in bezug darauf; "einen Traum haben wir geträumt", bedeutet die Vorhersage; "und niemand ist, der ihn auslege" bedeutet, niemand wisse, was darin liege; "und Joseph sprach zu ihnen" bedeutet das Himmlische des Natürlichen; "kommen nicht Gott die Auslegungen zu?" bedeutet das Göttliche sei darin; "erzählet mir doch" bedeutet, man soll es wissen. 5091. "Und sie träumten beide einen Traum", 1. Mose 40/5, bedeutet, das Vorhersehen in Beziehung auf sie. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ein Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 3698. "Sie beide" bedeuten das Sinnliche von beiderlei Gattung, das durch den Mundschenken und den Bäcker bezeichnet ist. Daß die Träume sich darauf beziehen, wird aus dem Folgenden klar. Daß der Traum im höchsten Sinn ein Vorhersehen ist, hat den Grund, weil die Träume, die unmittelbar durch den Himmel vom Herrn einfließen, Zukünftiges vorherverkündigen, und solcherart waren die Träume Josephs, die Träume des Mundschenken und des Bäckers, der Traum Pharaos, der Traum des Nebukadnezars und die prophetischen Träume überhaupt; das Zukünftige, das durch sie vorherverkündigt wird, kommt nirgends anders her als aus der göttlichen Vorhersehung des Herrn. Hieraus kann man auch erkennen, daß alles samt und sonders vorhergesehen wird. 5092. "Jeder seinen Traum in einer Nacht", 1. Mose 40/5, bedeutet über den Erfolg, worüber sie im Dunkeln waren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ein Vorhersehen und daher ein Vorhersagen bezeichnet; und weil ein Vorhersagen, auch den Erfolg, denn auf ihn bezieht sich das Vorhersagen, und aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie das Dunkle ist. Nacht im geistigen Sinn bedeutet den durch das Falsche aus dem Bösen herbeigeführten Zustand der Verschattung: Nr. 1712, 2353, somit auch das Dunkel, nämlich des Gemüts. Das Dunkel, das der Nacht in der Welt angehört, ist ein natürliches Dunkel, aber das Dunkel, das der Nacht im anderen Leben angehört, ist ein geistiges Dunkel. Jenes entsteht aus der Abwesenheit der Weltsonne, und infolge davon aus dem Mangel an Licht, dieses aber aus der Abwesenheit der Himmelssonne, die der Herr ist, und infolge davon aus dem Mangel an Licht, d.h. an Einsicht. Dieser Mangel entsteht nicht dadurch, daß die Himmelssonne wie die Weltsonne untergeht, sondern weil der Mensch oder Geist im Falschen aus dem Bösen ist, und selbst sich entfernt, und sich mit Dunkelheit umgibt. Schon aus der Vorstellung der Nacht und daher des Dunkels in beiderlei Sinn kann erhellen, wie sich der geistige Sinn zu dem natürlichen Sinn ebenderselben Sache verhält. Überdies gibt es ein dreifaches geistiges Dunkel: das erste kommt aus dem Falschen des Bösen, das zweite aus der Unkenntnis des Wahren, das dritte ist das, in dem das Äußere sich befindet im Vergleich mit dem Inwendigeren, somit das Sinnliche, das dem äußeren Menschen angehört, im Vergleich mit dem Vernünftigen, das dem inwendigen angehört. Alle diese drei Gattungen entstehen gleichwohl daraus, daß das Himmelslicht oder die Einsicht und Weisheit, die vom Herrn kommt, nicht aufgenommen wird, denn diese fließt fortwährend ein, wird aber vom Falschen des Bösen entweder verworfen oder erstickt oder verkehrt, durch die Unkenntnis des Wahren zu wenig aufgenommen, und vom Sinnlichen, das dem äußeren Menschen angehört, abgeschwächt, indem sie ins Allgemeine sich verliert. 5093. "Jeder nach der Auslegung seines Traumes", 1. Mose 40/5, bedeutet, den sie in sich trugen, nämlich den Erfolg. Dies erhellt aus der Bedeutung der Auslegung des Traumes, sofern es die Erklärung und daher die Erkenntnis des Erfolges, somit der Erfolg ist, den sie in sich trugen. Daß der Traum den Erfolg bezeichnet, sehe man Nr. 5092. 5094. "Der Mundschenk und der Bäcker", 1. Mose 40/5, bedeutet, in Beziehung auf das Sinnliche von beiderlei Gattung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, sofern er das der Verstandesseite untergeordnete Sinnliche ist, wovon Nr. 5077; und aus der Bedeutung des Bäckers, sofern er das der Willensseite untergeordnete Sinnliche ist, wovon Nr. 5078. Daß dieses vom inneren Natürlichen verworfen wurde, ist Nr. 5083, 5089 gesagt worden. Aber man wisse, daß das Sinnliche selbst nicht verworfen wurde, nämlich das dem Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Gefühl angehört, denn aus diesem lebt der Mensch, sondern die Anschauungen oder Gedanken aus demselben, sodann die Neigungen und Begierden aus demselben. In das äußere oder natürliche Gedächtnis des Menschen kommen die Gegenstände aus der Welt durch Sinnliches von der einen Seite herein, und in ebendasselbe kommen Gegenstände durch die Vernunfterkenntnis von der anderen Seite; diese trennen sich in diesem Gedächtnis: was durch die Vernunfterkenntnis hereingekommen ist, nimmt seinen Platz mehr nach innen, was aber durch Sinnliches hereingekommen ist, nimmt seinen Platz nach außen. Dadurch wird das Natürliche ein doppeltes, nämlich ein inneres und ein äußeres, wie auch oben gesagt wurde. Das innere Natürliche ist es, das durch Pharao, den König von Ägypten, vorgebildet wird, das äußere Natürliche aber durch den Mundschenken und den Bäcker. Was für ein Unterschied ist, kann aus den Anschauungen der Dinge oder den Gedanken und den Schlüssen daraus erhellen. Wer aus dem inneren Natürlichen denkt und schließt, der ist in dem Maß vernünftig, als er es durch das Vernünftige aufgefaßt hat, dagegen, wer aus dem äußeren Natürlichen denkt und erschließt, der ist in dem Maß sinnlich, als er es aus dem Sinnlichen aufgefaßt hat. Ein solcher Mensch wird auch ein sinnlicher Mensch genannt, der andere aber ein vernünftig natürlicher. Der Mensch hat, wenn er stirbt, das ganze Natürliche bei sich, und wie es in der Welt bei ihm sich gebildet hat, so bleibt es auch. So viel er aus dem Vernünftigen sich angeeignet hatte, in dem Maß ist er auch vernünftig, und wieviel aus dem Sinnlichen, insoweit ist er sinnlich. Der Unterschied ist, daß das Natürliche, soweit es (seine Begriffe) aus dem Vernünftigen aufgefaßt und sich angeeignet hat, das dem äußeren Natürlichen angehörige Sinnliche unter sich schaut, und in demselben Maß darüber herrscht, indem es die von daher kommenden Täuschungen verachtet und verwirft. Daß aber das Natürliche, soweit es (seine Begriffe) aus dem Sinnlichen des Leibes aufgefaßt und sich angeeignet hat, das Vernünftige gleichsam unter sich sieht, indem es dasselbe verachtet und verwirft, wie zum Beispiel: Der vernünftige natürliche Mensch kann begreifen, daß der Mensch nicht aus sich lebt, sondern durch das Einfließen des Lebens durch den Himmel vom Herrn; hingegen der sinnliche Mensch kann dies nicht begreifen, denn er sagt, er fühle und nehme deutlich wahr, daß das Leben in ihm sei, und daß gegen das Gefühl reden ein Unsinn sei. Ein anderes Beispiel: Der vernünftige natürliche Mensch begreift, daß ein Himmel und eine Hölle sei; dagegen der sinnliche Mensch leugnet sie, weil er sich nicht denken kann, daß es eine reinere Welt gibt als die, welche er mit den Augen sieht. Der vernünftig natürliche Mensch begreift, daß es Geister und Engel gibt, die unsichtbar sind, aber der sinnliche Mensch begreift es nicht, indem er meint, was er nicht sieht und greift, sei nichts. Ein weiteres Beispiel: Der vernünftige natürliche Mensch begreift, daß es Sache eines Verständigen ist, auf die Zwecke zu sehen, und die Mittel zu einem gewissen letzten Zweck vorherzusehen und anzuordnen. Wenn er nun die Natur nach der Ordnung der Dinge betrachtet, so sieht er, daß die Natur ein Inbegriff von Mitteln ist, und alsdann merkt er, daß ein verständiges höchstes Wesen dieselben angeordnet hat; aber zu welchem letzten Zweck, sieht er nur, wenn er geistig wird. Hingegen der sinnliche Mensch begreift nicht, daß es etwas von der Natur Unterschiedenes, somit auch über die Natur erhabenes Wesen geben könne; was es heißt, verständig sein, weise sein, auf Zwecke sehen und Mittel anordnen, begreift er nicht, wenn man nicht sagt, es sei das Natürliche. Und wenn vom Natürlichen geredet wird, so hat er davon eine Vorstellung wie ein Künstler von einer sich selbst treibenden Maschine. Aus diesem wenigen kann erhellen, was verstanden wird unter dem inneren Natürlichen und dem äußeren Natürlichen, und darunter, daß das Sinnliche verworfen worden sei, nämlich nicht das, welches dem Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Gefühl angehört, sondern die Schlüsse daraus über das Innere. 5095. "Die der König von Ägypten hatte", 1. Mose 40/5, bedeutet, das dem inwendigen Natürlichen untergeordnet war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, oder des Königs von Ägypten in diesem Kapitel, sofern er den neuen natürlichen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 5079, 5080; folglich das innere Natürliche, denn dieses ist neu geworden. Was das innere Natürliche und das äußere Natürliche sei, sehe man Nr. 5094. Wie beschaffen der innere Sinn des Wortes in den historischen und in den prophetischen Stellen sei, soll mit wenigem gesagt werden: wo im historischen Sinn mehrere Personen erwähnt werden, wie hier Joseph, Pharao, der Trabantenoberst, der Mundschenk, der Bäcker, wird im inneren Sinn zwar Verschiedenes bezeichnet, aber bloß in einer Person. Der Grund ist, weil die Namen Sachen bedeuten, wie hier Joseph den Herrn in Ansehung des himmlisch Geistigen aus dem Vernünftigen und auch im Natürlichen vorbildet, Pharao ihn in Ansehung des neuen Zustandes des Natürlichen oder in Ansehung des inneren Natürlichen, der Mundschenk und der Bäcker in Ansehung desjenigen, was dem äußeren Natürlichen angehört. So beschaffen ist der innere Sinn. Ebenso anderwärts, z.B. wo Abraham, Jischak und Jakob genannt werden, sind es im Buchstabensinn drei Personen, aber im höchsten Sinn bilden alle drei den Herrn vor, nämlich Abraham das Göttliche Selbst, Jischak das göttlich Verständige, und Jakob Sein göttlich Natürliches. Auch bei den Propheten, wo zuweilen die Rede in lauter Namen besteht, sei es von Personen oder Königreichen oder Städten, die dennoch im inneren Sinn eine Sache darstellen und beschreiben. Wer dies nicht weiß, kann durch den Buchstabensinn leicht auf allerlei hingeleitet, und so die Vorstellung einer Sache verloren werden. 5096. "Die gefangen lagen im Hause des Gefängnisses", 1. Mose 40/5, bedeutet, das unter Falschem war. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebunden (oder gefangen) liegen im Hause des Gefängnisses, sofern es bezeichnet, unter Falschem sein, wovon Nr. 4958, 5037, 5038, 5085. Die, welche in Falschem sind und mehr noch die, welche in Bösem, heißen Gebundene und im Gefängnis, nicht als ob sie in irgendwelchen Banden wären, sondern weil sie nicht in der Freiheit sind; denn die, welche sich nicht in der Freiheit befinden, sind innerlich gebunden. Die, welche im Falschen sich begründet haben, sind nämlich nicht mehr in der Freiheit, das Wahre zu erwählen und anzunehmen, und die, welche sich stark begründet haben, sind nicht einmal in der Freiheit, es zu sehen, noch weniger es anzuerkennen und zu glauben; denn sie sind in der Beredung, daß das Falsche wahr, und das Wahre falsch sei. Die Beredung ist von der Art, daß sie alle Freiheit, etwas anderes zu denken, benimmt, folglich, daß sie das Denken selbst in Banden und gleichsam gefangen hält. Dies konnte mir aus mehrfacher Erfahrung bei denjenigen im anderen Leben klar werden, die in der Beredung des Falschen waren durch Begründungen bei sich. Sie sind so geartet, daß sie die Wahrheiten gar nicht zulassen. Sie weisen sie ab oder stoßen sie zurück, und zwar mit Heftigkeit, je nach dem Grad der Beredung; hauptsächlich wenn das Falsche aus dem Bösen ist, oder wenn das Böse beredet hat. Diese sind es, die im Gleichnis des Herrn verstanden werden bei Matth.13/4: "Einige Samenkörner fielen auf den harten Weg, da kamen die Vögel und fraßen sie": die Samenkörner sind göttliche Wahrheiten, der harte Fels bedeutet die Beredung, die Vögel sind die Grundsätze des Falschen. Diejenigen, die so geartet sind, wissen nicht einmal, daß sie in Banden oder im Gefängnis sind, denn sie werden von ihrem Falschen angeregt, und lieben es wegen des Bösen, aus dem es kommt. Daher meinen sie, sie seien in der Freiheit; denn alles, was der Regung oder Liebe angehört, erscheint als frei. Diejenigen aber, die nicht im begründeten Falschen, d.h. in der Beredung des Falschen sind, lassen die Wahrheiten gerne zu und sehen sie und erwählen sie und werden von ihnen angeregt, und nachher sehen sie das Falsche wie unter sich und erkennen auch, wie diejenigen, die in der Beredung des Falschen, gebunden sind. Sie sind in so großer Freiheit, daß sie mit ihrer Anschauung und ihrem Denken gleichsam durch den ganzen Himmel sich ergehen können zu unzähligen Wahrheiten. Aber in dieser Freiheit kann niemand sein, als wer im Guten ist, denn vermöge des Guten ist er im Himmel, und aus dem Guten im Himmel erscheinen die Wahrheiten. 5097. "Und Joseph kam zu ihnen am Morgen", 1. Mose 40/6, bedeutet, geoffenbart und klar dem Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon Nr. 4286, 4592, 4963; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Morgens, sofern er der Zustand der Erleuchtung ist, wovon Nr. 3458, somit das Geoffenbarte und Klare. Daß der Morgen oder die Frühe dies bedeutet, hat den Grund, weil alle Tageszeiten, wie alle Jahreszeiten, verschiedene Zustände je nach den Wechseln des Himmelslichts bedeuten. Die Wechsel des Himmelslichtes sind keine Wechsel, wie sie mit dem Licht in der Welt an jedem Tag und in jedem Jahr vorgehen, sondern es sind Wechsel der Einsicht und der Liebe; denn das Himmelslicht ist nichts anderes, als die göttliche Einsicht vom Herrn, die ebenfalls vor den Augen leuchtet, und die Wärme jenes Lichtes ist die göttliche Liebe des Herrn, die ebenfalls mit dem Sinne gespürt wird. Es ist dasjenige Licht, welches das Verständige des Menschen bildet, und diejenige Wärme, die seine Lebenswärme und seinen Willenstrieb zum Guten ausmacht. Der Morgen oder die Frühe bezeichnet hier den Zustand der Erleuchtung, nämlich in den Dingen, die dem Guten und Wahren angehören, der alsdann eintritt, wenn man anerkennt, und mehr noch, wenn man inne wird, daß das Gute gut und das Wahre wahr ist. Das Innewerden ist eine inwendige Offenbarung. Daher wird durch Morgen das Geoffenbarte bezeichnet, und weil alsdann klar wird, was früher dunkel war, daher wird durch Morgen auch das Klare bezeichnet. Außerdem wird durch den Morgen im höchsten Sinn der Herr selbst bezeichnet, aus dem Grund, weil der Herr die Sonne ist, von der alles Licht im Himmel herkommt, und Er selbst ist immer im Aufgang begriffen, somit in der Frühe. Wirklich geht Er immer bei einem jeden auf, der das Wahre, das Sache des Glaubens ist, und das Gute, das Sache der Liebe ist, aufnimmt, geht aber bei einem jeden unter, der es nicht aufnimmt. Nicht daß die Sonne dort unterginge, weil sie immer im Aufgang begriffen ist, sondern weil, wer es nicht aufnimmt, bei sich bewirkt, als ob sie unterginge. Es kann dies gewissermaßen verglichen werden mit den Wechseln, welche die Sonne der Welt bei den Erdbewohnern hervorbringt: die Sonne geht hier auch nicht unter, weil sie immer an ihrem Orte bleibt, und daher immer scheint; es scheint aber, als ob sie unterginge, weil sich die Erde täglich einmal um ihre Achse dreht, und dann zugleich ihrem Bewohner den Anblick der Sonne entzieht; man sehe Nr. 5084 im ersten Beispiel. Somit liegt auch nicht in der Sonne das Untergehen, sondern in der Entfernung des Erdbewohners von ihrem Licht. Diese Vergleichung erläutert; und weil eine Vorbildung des Reiches des Herrn im einzelnen der Natur ist, lehrt sie auch, daß der Mangel des Himmelslichtes, d.h. der Einsicht und Weisheit, nicht davon herkommt, daß der Herr, Der die Sonne der Einsicht und Weisheit ist, bei irgend jemand unterginge, sondern daß der Bewohner Seines Reiches sich selbst entfernt, d.h. sich von der Hölle leiten läßt, durch die er entfernt wird. 5098. "Und sah sie", 1. Mose 40/6, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sehens, sofern es verstehen und wahrnehmen bezeichnet, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723. 5099. "Und siehe, sie waren betrübt", 1. Mose 40/6, bedeutet, in einer traurigen Stimmung. Dies erhellt ohne Erklärung. 5100. "Da fragte er die Hofdiener Pharaos", 1. Mose 40/7, bedeutet, jenes Sinnliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hofdiener Pharaos, sofern sie das Sinnliche von beiderlei Gattung sind, nämlich das, welches der Verstandesseite, und das, welches der Willensseite untergeordnet ist, wovon Nr. 5081. 5101. "Die bei ihm waren, im Gewahrsam des Hauses seines Herrn", 1. Mose 40/7, bedeutet, das verworfen wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von geworfen werden in Gewahrsam, somit im Gewahrsam sein, sofern es heißt im Zustand der Verwerfung, wovon Nr. 5083. 5102. "Und sprach: warum ist euer Angesicht heute böse", 1. Mose 40/7, bedeutet, aus welcher Regung die Traurigkeit (herkomme). Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, sofern es das Inwendigere bezeichnet, wovon Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 4066, 4796, 4797, somit Regungen. Das Inwendigere des Menschen, aus dem die Gedanken kommen, die ebenfalls dem Inneren angehören, sind nämlich die Regungen, denn diese, weil sie Sache der Liebe sind, gehören seinem Leben an. Es ist bekannt, daß die Regungen sich im Angesicht sichtbar darstellen bei denjenigen, die in der Unschuld sind, und mit den Regungen auch die Gedanken im allgemeinen; denn diese sind Formen der Regungen. Daher ist das Angesicht, an sich betrachtet, nichts anderes, als das Darstellungsbild des Inwendigeren. Alle Angesichter erscheinen den Engeln nicht anders, denn die Engel sehen das Angesicht des Menschen nicht in der materiellen Form, sondern in der geistigen Form, d.h. in der Form, welche die Regungen und daher die Gedanken darstellen. Diese sind es auch, die das eigentliche Angesicht beim Menschen bilden, was man daraus wissen kann, daß ein derselben beraubtes Angesicht nichts ist als etwas Totes, und daß das Angesicht durch sie belebt und gefällig ist, je nachdem sie sind. Die Traurigkeit der Regung oder aus welcher Regung (sie herkomme), wird dadurch bezeichnet, daß er sprach: warum ist euer Angesicht heute böse, d.h. betrübt? 5103. "Und sie sprachen zu ihm", 1. Mose 40/8, bezeichnet das Innewerden in Beziehung darauf. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es das Innewerden ist, wovon früher öfters. 5104. "Einen Traum haben wir geträumt", 1. Mose 40/8, bedeutet die Vorhersage. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ein Vorhersehen und daher ein Vorhersagen bezeichnet, wovon Nr. 5091. HG 5105 5105. "Und niemand ist, der ihn auslege", 1. Mose 40/8, bedeutet, niemand wisse, was darin enthalten sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Auslegung, sofern sie die Erklärung ist, was etwas in sich habe, wovon Nr. 5093, somit was darin liege. 5106. "Und Joseph sprach zu ihnen", 1. Mose 40/8, bedeutet das Himmlische des Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Natürlichen ist, wovon Nr. 5086. 5107. "Kommen nicht Gott die Auslegungen zu", 1. Mose 40/8, bedeutet, daß Göttliches darin enthalten sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Auslegung, wenn sie von Träumen gesagt wird, sofern sie das bezeichnet, was darin liegt, wie Nr. 5105. Das Göttliche wird bezeichnet durch Gott. 5108. "Erzählet mir doch", 1. Mose 40/8, bedeutet, man soll es wissen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "erzählet doch", sofern es in sich schließt, man solle es wissen; wie auch aus dem Folgenden klar wird. 5109. Vers 9-13: Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum dem Joseph, und sprach zu ihm: In meinem Traum, siehe, da war ein Weinstock vor mir. Und am Weinstock drei Reben, und derselbe wie sprossend, es ging auf seine Blüte, und es reiften seine Beeren, zu Trauben. Und der Becher Pharaos war in meiner Hand; und ich nahm die Trauben, und drückte sie aus in den Becher Pharaos, und gab den Becher in die Hand Pharaos. Da sprach Joseph zu ihm: Dies ist seine Auslegung: die drei Reben sind drei Tage. In noch drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben, und dich zurückbringen in dein Amt, und du wirst den Becher Pharaos geben in seine Hand, nach der vorigen Weise, da du sein Mundschenk warst. "Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum dem Joseph" bedeutet das Himmlische des Geistigen nahm den Erfolg wahr in betreff dessen, was dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen angehörte, das bisher verworfen war; "und sprach zu ihm" bedeutet Offenbarung aus Innewerden, "in meinem Traum" bedeutet die Vorhersage; "siehe, da war ein Weinstock vor mir" bedeutet das Verständige; "und am Weinstock drei Reben" bedeutet die Abzweigungen davon bis zur letzten; "und derselbe wie sprossend" bedeutet den Einfluß, durch den eine Wiedergeburt (stattfand); "es ging auf seine Blüte" bedeutet den Zustand nahe an der Neugeburt; "und es reiften seine Beeren, zu Trauben" bedeutet Verbindung des geistig Wahren mit dem himmlisch Guten; "und der Becher Pharaos war in meiner Hand" bedeutet den Einfluß des inneren Natürlichen ins äußere, und den Anfang der Aufnahme: "und ich nahm die Trauben, und drückte sie aus in den Becher Pharaos" bedeutet den gegenseitigen Einfluß in das Gute aus geistigem Ursprung daselbst; "und gab den Becher in die Hand Pharaos" bedeutet die Aneignung durch das innere Natürliche; "da sprach Joseph zu ihm: Dies ist seine Auslegung" bedeutet Offenbarung durch das Innewerden vom Himmlischen im Natürlichen her, was es in sich habe; "die drei Reben sind drei Tage" bedeutet Abzweigungen, die fortgehen bis zur letzten; "in noch drei Tagen" bedeutet, alsdann komme ein Neues; "wird Pharao dein Haupt erheben" bedeutet das Vorgesehene und daher Beschlossene; "und dich zurückbringen in dein Amt" bedeutet dasjenige, was dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen angehört, soll in Ordnung gebracht werden, so daß es auf der letzten Stelle ist; "und du wirst den Becher Pharaos geben in seine Hand" bedeutet, damit es von da aus dem inneren Natürlichen diene; "nach der vorigen Weise" bedeutet nach dem Gesetz der Ordnung; "da du sein Mundschenk warst" bedeutet, wie das Sinnliche jener Gattung zu tun pflegt. 5110. "Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum dem Joseph", 1. Mose 40/9, bedeutet das Himmlische des Geistigen nahm den Erfolg wahr in betreff dessen, was dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen angehörte, das bisher verworfen war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4585, 4592, 4594, 4963; aus der Bedeutung des Traums, sofern er das Vorhersehen und daher den Erfolg bezeichnet, wovon oben Nr. 5091, 5092, 5104, somit den vorhergesehenen oder wahrgenommenen Erfolg; und aus der Bedeutung des Obersten der Mundschenken, sofern er das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche überhaupt bezeichnet, wovon Nr. 5077, 5082; daß es verworfen war, wird verstanden durch das Sein im Gewahrsam: Nr. 5083, 5101. Aus diesem wird klar, daß jenes der Sinn der vorliegenden Worte ist. Daß Joseph, durch den das Himmlische des Geistigen vorgebildet wird, wirklich den Erfolg wahrgenommen hat, erhellt aus dem Folgenden. Das Himmlische des Geistigen wird gesagt, und es wird (darunter) der Herr verstanden. Es kann auch abstrakt (ohne persönliche Beziehung) von Ihm gesagt werden, weil Er das Himmlische selbst und das Geistige selbst ist, d.h. das Gute selbst und das Wahre selbst. Dies kann zwar beim Menschen nicht ohne Beziehung auf die Person begriffen werden, weil sich im einzelnen seines Denkens immer das Natürliche einstellt; aber wenn man denkt, daß alles im Herrn göttlich ist, und daß das Göttliche über jeden Gedanken erhaben, und selbst den Engeln ganz unbegreiflich ist, und wenn man alsdann das, was begreiflich ist, abzieht, so bleibt folglich gleichwohl das eigentliche Sein und Dasein, d.h. das Gute selbst und das Wahre selbst übrig. Weil jedoch der Mensch von der Art ist, daß er von Abstraktem gar keine Denkvorstellung haben kann, wenn er nicht etwas Natürliches, was aus der Welt durch Sinneswahrnehmungen hereingekommen war, damit verknüpft; denn ohne ein solches verliert sich sein Denken wie in einem Abgrund und verschwindet; deswegen und damit das Göttliche nicht beim Menschen in leibliche und irdische Dinge ganz versinken und verlorengehen, und bei wem es bleibt, nicht mit einer unreinen Vorstellung befleckt werden möchte, und zugleich alles Himmlische und Geistige, das vom Göttlichen (herkommt), deswegen hat es dem Jehovah wohlgefallen, Sich wirklich darzustellen, wie Er ist, und wie Er im Himmel erscheint, nämlich als ein göttlicher Mensch; denn das Ganze des Himmels strebt zur menschlichen Form hin, wie aus dem erhellen kann, was am Ende der Kapitel über die Entsprechung aller Teile des Menschen mit dem Größten Menschen, das der Himmel ist, gezeigt wurde. Dieses Göttliche, oder dieses dem Jehovah im Himmel Eigene, ist der Herr von Ewigkeit. Ebendasselbe nahm der Herr an Sich, als Er in Sich das Menschliche verherrlichte oder göttlich machte, was auch augenscheinlich klar wird aus der Gestalt, in der Er vor Petrus, Jakobus und Johannes erschien, als Er verklärt wurde: Matth.17/1,2; wie auch (aus derjenigen), in der Er einige Male den Propheten erschien. Daher nun kommt es, daß ein jeder das Göttliche Selbst sich denken kann als einen Menschen und als den Herrn, in Dem alles Göttliche, und die vollkommene Dreieinigkeit ist, denn im Herrn ist das Göttliche Selbst der Vater, das Göttliche im Himmel ist der Sohn, und das davon ausgehende Göttliche ist der Heilige Geist, und daß diese eins sind, wie Er selbst lehrt, erhellt eben hieraus. 5111. "Und sprach zu ihm", 1. Mose 40/9, bedeutet Offenbarung aus Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509, somit bezeichnet es auch Offenbarung; denn diese ist ein inwendiges Innewerden, und kommt aus dem Innewerden. 5112. "In meinem Traum", 1. Mose 40/9, bedeutet die Vorhersage. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ein Vorhersehen und infolgedessen ein Vorhersagen ist, wovon Nr. 5091, 5092, 5104. 5113. "Siehe, da war ein Weinstock vor mir", 1. Mose 40/9, bedeutet das Verständige. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinstocks, sofern er das Verständige (oder das Verständnis) bezeichnet, das der geistigen Kirche angehört, worüber im Folgenden. Weil durch den Mundschenken das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche bezeichnet, und hier vom Einfließen des Verständigen in das ihm untergeordnete Sinnliche gehandelt wird, darum erschien im Traum ein Weinstock mit Reben, Blüte, Beeren und Trauben, wodurch das Einfließen und die Wiedergeburt jenes Sinnlichen beschrieben wird. Was das Verständige der geistigen Kirche betrifft, so muß man wissen, daß im Wort, wo von dieser Kirche, auch häufig von ihrem Verständigen gehandelt wird, aus dem Grund, weil die Verstandesseite es ist, die bei dem Menschen jener Kirche wiedergeboren und eine Kirche wird; denn es gibt überhaupt zweierlei Kirchen, nämlich die himmlische und die geistige. Die Himmlische Kirche ist bei dem Menschen, der in Ansehung der Willensseite wiedergeboren oder eine Kirche werden kann; aber die geistige Kirche bei dem Menschen, der bloß in Ansehung der Verstandesseite wiedergeboren werden kann. Die Älteste Kirche, die vor der Sündflut bestand, war himmlisch, weil bei den ihr Angehörigen in der Willensseite etwas Gesundes und Unverletztes (integrum) war; aber die Alte Kirche, die nach der Sündflut bestand, war geistig, weil bei den ihr Angehörigen nicht in der Willensseite, sondern in der Verstandesseite etwas Gesundes war. Daher nun kommt es, daß im Wort, wo von der geistigen Kirche, häufig auch von ihrem Verständigen gehandelt wird. Hierüber sehe man Nr. 640, 641, 765, 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 1555, 2124, 2256, 2669, 4328, 4493. Daß die Verstandesseite bei den Angehörigen der geistigen Kirche wiedergeboren wird, kann daraus erhellen, daß der Mensch jener Kirche kein Innewerden des Wahren aus dem Guten hat, wie es die Angehörigen der himmlischen Kirche hatten, sondern er muß das Wahre, das Sache des Glaubens ist, erst erlernen, und das Verständnis sich zu eigen machen, und aus dem Wahren erkennen, was gut ist, und nachdem er es so erkannt hat, kann er es denken, hernach wollen und endlich tun, und dann wird ein neuer Wille bei ihm in der Verstandesseite vom Herrn gebildet; durch diesen wird vom Herrn der geistige Mensch in den Himmel erhoben, wobei aber doch das Böse in seinem eigenen Willen zurückbleibt, der alsdann auf wunderbare Weise getrennt wird, und zwar durch eine höhere Kraft, wodurch er vom Bösen abgehalten und im Guten erhalten wird. Aber der Mensch der himmlischen Kirche wurde in Ansehung der Willensseite wiedergeboren dadurch, daß er von Kind auf das Gute der Liebtätigkeit sich eigen machte, und wenn er das Innewerden desselben erlangt hatte, wurde er in das Innewerden der Liebe zum Herrn geführt. Daher erschienen ihm alle Wahrheiten des Glaubens in seinem Verstandesvermögen wie in einem Spiegel. Der Verstand und der Wille machten bei ihm vollständig ein Gemüt aus; denn im Verstande kam ihm zum Bewußtsein, was im Willen war. Darin bestand die Unschuld des ersten Menschen, durch den die himmlische Kirche bezeichnet wird. Daß der Weinstock das Verständige der geistigen Kirche bezeichnet, erhellt an anderen Stellen öfters aus dem Wort, wie Jerem.2/18,21: "Was hast du mit dem Weg Ägyptens zu schaffen, daß du trinkst die Wasser des Schichor, oder was hast du mit dem Weg Assyriens, daß du trinkst die Wasser des Flusses? Hatte Ich doch dich gepflanzt einen ganz edlen Weinstock, einen Samen der Wahrheit. Wie bist du Mir nun verwandelt worden in entartete Reben eines fremden Weinstocks": hier von Israel, durch das die geistige Kirche bezeichnet wird: Nr. 3654, 4286. Ägypten und die Wasser des Schichor bedeutet Wißtümliches, das (die Sache) verkehrt: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; Assyrien und die Wasser des Flusses bedeutet die Vernünftelei aus demselben, nämlich aus Wißtümlichen gegen das Gute des Lebens und das Wahre des Glaubens: Nr. 119, 1186; der edle Weinstock steht für den Menschen der geistigen Kirche, der Weinstock heißt vom Verständigen; entartete Reben eines fremden Weinstocks für den Menschen der verkehrten Kirche. Hes.17/3,5-8: "Ein Rätsel und Gleichnis über das Haus Israels: ein großer Adler nahm vom Samen des Landes, und legte ihn in das Saatfeld, er sproßte, und ward zu einem üppigen Weinstock, niedrig von Wuchs; so daß seine Reben zu ihm hinschauten, und seine Wurzeln unter ihm waren; so wurde er zu einem Weinstock, der Reben machte, und entsandte seine Schoße zum Adler; dieser Weinstock bog seine Wurzeln zu ihm und streckte seine Reben zu ihm, in einem guten Feld bei vielen Wassern, derselbe war gepflanzt worden, um Zweige zu treiben, daß er würde zu einem herrlichen Weinstock": Adler (steht) für das Vernünftige: Nr. 3901; Samen des Landes für das Wahre der Kirche: Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, 3373; er ward zu einem üppigen Weinstock und zu einem herrlichen Weinstock, bedeutet zu einer geistigen Kirche, die Weinstock genannt wird von dem aus ihm kommenden Wein, der das geistig Gute oder das Gute der Liebtätigkeit bedeutet, aus dem das Wahre des Glaubens eingepflanzt in das Verständnis. Hes.19/10: "Deine Mutter ist wie ein Weinstock in deiner Ähnlichkeit, an Wassern gepflanzt, fruchtbar und voller Zweige von den vielen Wassern; daher wurden ihm die Zweige seiner Stärke zu Zeptern der Herrscher; und es hob sich sein Wuchs zwischen verflochtenen Zweigen, daß er erschien mit seiner Höhe in einer Menge von Reben": hier ebenfalls von Israel, durch das die geistige Kirche bezeichnet wird, die einem Weinstock verglichen wird aus dem oben angegebenen Grund. Es werden hier seine Abzweigungen beschrieben bis zu den letzten im natürlichen Menschen, nämlich zum Wißtümlichen aus Sinnlichem, das die verflochtenen Zweige sind: Nr. 2831. Hos.14/6-9: "Ich will ein Tau sein für Israel, seine Zweige werden sich ausbreiten, und seine Schönheit wird sein wie eines Ölbaumes, und sein Geruch wie des Libanon; es werden wiederkommen, die in seinem Schatten wohnen, sie werden das Getreide beleben und blühen wie der Weinstock; sein Gedächtnis wird sein wie der Wein Libanons; Ephraim, was habe Ich mehr mit den Götzen (zu schaffen)": Israel bedeutet die geistige Kirche, deren Aufblühen verglichen wird dem Weinstock und ihr Gedächtnis dem Wein Libanons, vom Guten des Glaubens, das eingepflanzt ist dem Verständigen; Ephraim bezeichnet das Verständige der geistigen Kirche: Nr. 3969. Sach.8/11,12: "Die Überreste des Volkes, ein Samen des Friedens; der Weinstock wird seine Frucht und das Land seinen Ertrag geben, und die Himmel werden geben ihren Tau": Überreste des Volkes bedeutet die vom Herrn im inwendigeren Menschen verborgenen Wahrheiten: Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 798, 1050, 1738, 1906, 2284; Samen des Friedens bedeutet das Gute daselbst; Weinstock (steht) für das Verständige. Mal.3/11,12: "Schelten werde Ich für euch den Verzehrer, daß er euch nicht verderben soll die Frucht des Landes, und nicht wird euch unfruchtbar sein der Weinstock im Felde": Weinstock für das Verständige; der Weinstock heißt nicht unfruchtbar, wenn das Verständige des Wahren und Guten des Glaubens nicht beraubt wird, hingegen aber ein leerer Weinstock, wenn Falsches und daher Böses in demselben ist. Hos.10/1: "Ein leerer Weinstock ist Israel, eine Frucht bringt er, die ihm gleich ist". 1. Mose 49/11: "Binden wird er an den Weinstock sein Eselsfüllen, und an den edlen Reben den Sohn seiner Eselin, nachdem er gewaschen im Wein sein Gewand, und im Blut der Trauben seine Hülle": Weissagung Jakobs, damals Israels, über die zwölf Söhne. Hier über Jehudah, durch den der Herr vorgebildet wird: Nr. 3881; Weinstock steht hier für das Verständige, das der geistigen Kirche angehört; und edle Rebe für das Verständige, das der himmlischen Kirche angehört. Ps.80/9-12,14: "Jehovah, einen Weinstock aus Ägypten hast Du kommen lassen, vertrieben hast Du die Völkerschaften, und ihn hast Du gepflanzt, hast gereinigt vor ihm her, und wurzeln lassen seine Wurzeln, daß er das Land erfüllet hat; bedeckt sind die Berge mit seinem Schatten, und mit den Zweigen die Zedern Gottes, ausgesandt hast Du seine Schoße bis ans Meer, und bis an den Euphrat seine Zweige. Es zertritt ihn der Eber aus dem Wald, und das Wild der Felder weidet ihn ab": Weinstock aus Ägypten bedeutet im höchsten Sinn den Herrn. Die Verherrlichung Seines Menschlichen wird durch ihn und seine Schoße beschrieben; im inneren Sinn ist der Weinstock hier die geistige Kirche, und der Mensch dieser Kirche, wie er ist, wenn er in Ansehung des Verstandes und Wollens vom Herrn neu gemacht oder wiedergeboren ist. Der Eber im Wald ist das Falsche, und das Wild der Felder ist das Böse, welche die Kirche in Ansehung des Glaubens an den Herrn zerstören. Joh.Offenb.14/19,20: "Es legte der Engel seine Sichel an die Erde, und schnitt ab den Weinstock der Erde, und warf ihn in die große Kelter des Zorns Gottes. Getreten ward die Kelter außerhalb der Stadt, und es ging das Blut aus von der Kelter bis zu den Zäumen der Rosse": abschneiden den Weinstock der Erde, bedeutet, das Verständige der Kirche zerstören; und weil der Weinstock jenes Verständige bezeichnet, so wird auch gesagt, das Blut sei ausgegangen von der Kelter bis zu den Zäumen der Rosse, denn durch Rosse wird (gleichfalls) das Verständige bezeichnet: Nr. 2761, 2762, 3217. Jes.7/23: "Geschehen wird es an jenem Tage; jeder Ort, wo tausend Weinstöcke waren, tausend Silberlinge wert, wird werden zu einer Dornhecke und Gestrüppe". Jes.24/6,7: "Es sollen ausgebrannt werden die Bewohner des Landes, und wenig Menschen werden übrig sein, trauern wird der Most, und verschmachten der Weinstock". Jes.32/12-14: "Auf die Brust wird man sich schlagen wegen der Weingärten, wegen des fruchtbaren Weinstocks, auf dem Land meines Volkes wachsen Dornen und Gestrüppe". In diesen Stellen wird von der Verwüstung der geistigen Kirche in Ansehung des Guten und Wahren des Glaubens gehandelt, somit in Ansehung des Verständigen, denn das Wahre und Gute des Glaubens ist, wie oben gesagt worden, in der Verstandesseite des Menschen jener Kirche. Jeder kann sehen, daß hier unter Weinstock kein Weinstock verstanden wird, und unter dem Land kein Land, sondern solches, was der Kirche angehört. Weil im echten Sinn der Weinstock das Gute des Verständigen, und der Feigenbaum das Gute des Natürlichen bedeutet, oder, was gleich, der Weinstock das Gute des inneren Menschen und der Feigenbaum das Gute des äußeren, deswegen wird öfters im Wort, wo der Weinstock (genannt wird), auch der Feigenbaum genannt, wie in folgenden Stellen: Jerem.8/13: "Verderben werde Ich sie, (daß) keine Trauben sind am Weinstock, und keine Feigen am Feigenbaum, und die Blätter abfallen". Jerem.5/15,17: "Ich werde kommen lassen über euch eine Völkerschaft aus der Ferne, dem Haus Israel, die wird verzehren deinen Weinstock und deinen Feigenbaum". Hos.2/12: "Ich will verwüsten ihren Weinstock und ihren Feigenbaum". Joel 1/6,7,12: "Eine Völkerschaft ist heraufgekommen über das Land, sie hat Meinen Weinstock zur Wüste und Meinen Feigenbaum zu Schaum gemacht, entblößt hat sie ihn und hingeworfen, weiß geschält sind seine Reben; der Weinstock ist verdorrt, und der Feigenbaum schmachtet". Joel 2/22,23: "Fürchtet euch nicht, ihr Tiere meiner Felder, denn die Wohnungen der Wüste sind voll Gras, der Baum bringt seine Frucht, und der Feigenbaum und der Weinstock werden ihr Vermögen geben". Ps.105/33: "Geschlagen hat er ihren Weinstock und ihren Feigenbaum, und zerbrochen den Baum ihrer Grenze". Hab.3/17: "Der Feigenbaum wird nicht blühen, und kein Gewächs an den Weinstöcken". Micha 4/2,4: "Von Zion wird ausgehen die Lehre, und das Wort Jehovahs aus Jerusalem; sitzen werden sie, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sich fürchten". Sach.3/10: "An jenem Tag werdet ihr einander zurufen unter dem Weinstock und unter dem Feigenbaum". 1.Kön.5/4,5: "Zur Zeit Salomos war Friede von allen Gegenden ringsumher, und es wohnte Jehudah und Israel in Zuversicht, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum". Daß der Feigenbaum das Gute des natürlichen oder äußeren Menschen ist, sehe man Nr. 217. Daß der Weinstock das neue oder das durch das Gute aus dem Wahren und durch das Wahre aus dem Guten wiedergeborene Verständige ist, erhellt aus den Worten des Herrn zu den Jüngern, nachdem Er das heilige Abendmahl eingesetzt hat, bei Matth.26/29: "Ich sage euch, daß Ich nicht trinken werde von nun an von diesem Gewächs des Weinstocks, bis zu jenem Tag, wo Ich es trinken werde mit euch neu im Reich Meines Vaters": das Gute aus dem Wahren und das Wahre aus dem Guten, durch welches das Verständige neu wird, oder der Mensch geistig wird, wird bezeichnet durch das Gewächs des Weinstocks; die Aneignung desselben wird bezeichnet durch trinken; daß trinken aneignen bedeutet, und daß es gesagt wird vom Wahren, sehe man Nr. 3168. Daß solches nicht (eher) völlig geschieht als im anderen Leben, wird bezeichnet durch "bis zu jenem Tag, wo Ich es trinken werde mit euch neu im Reich Meines Vaters"; daß durch das Gewächs des Weinstocks kein Most, noch Wein verstanden wird, sondern etwas Himmlisches, das dem Reich des Herrn angehört, ist augenscheinlich klar. Weil das Verständige, (d.h. die geistige Fassungskraft) des geistigen Menschen neu und wiedergeboren wird durch das Wahre, das allein vom Herrn kommt, deshalb vergleicht Sich der Herr mit dem Weinstock und diejenigen, die dem von Ihm (ausgehenden) Wahren, folglich Ihm selbst eingepflanzt werden, vergleicht Er mit den Reben, und das daraus folgende Gute mit der Frucht, bei Joh.15/1-5,12: "Ich bin der wahrhaftige Weinstock, und Mein Vater der Weingärtner; eine jede Rebe an Mir, die nicht Frucht bringt, nimmt Er weg, eine jede aber, die Frucht bringt, wird Er beschneiden, daß sie mehr Frucht bringt. Bleibet in Mir, und Ich in euch; gleichwie die Rebe nicht kann Frucht bringen von sich selbst, wenn sie nicht bleibt am Weinstock, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in Mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr die Reben; wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun; das ist Mein Gebot, daß ihr euch einander liebt, wie Ich euch geliebt habe". Weil der Weinstock im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren und daher im inneren Sinn den Menschen der geistigen Kirche bezeichnet, deswegen bezeichnet der Weinstock die geistige Kirche selbst: Nr. 1069, 3220. Weil der Nasiräer den himmlischen Menschen bezeichnete, und derselbe durch das Gute der Liebe, nicht aber wie der geistige Mensch, durch das Wahre des Glaubens wiedergeboren wird, folglich der himmlische Mensch nicht in Ansehung des Verständigen, sondern in Ansehung des Willensvermögens, wie man oben nachgewiesen sehen kann, deswegen war dem Nasiräer verboten, etwas vom Weinstock zu essen, somit auch keinen Wein zu trinken: 4. Mose 6/3,4; Richt.13/14; auch hieraus wird klar, daß durch den Weinstock das Verständige, das dem geistigen Menschen angehört, bezeichnet wird, wie gezeigt worden. Daß der Nasiräer den himmlischen Menschen vorgebildet habe, sehe man Nr. 3301. Hieraus kann man auch erkennen, daß man gar nicht wissen kann, warum dem Nasiräer alles verboten war, was vom Weinstock kommt, wie auch anderes mehr, das ihn betraf, wenn man nicht weiß, was der Weinstock im eigentlichen Sinn bedeutet, sodann, wenn man nicht weiß, daß es eine himmlische Kirche und eine geistige Kirche gibt, und daß der Mensch der himmlischen Kirche anders wiedergeboren wird als der Mensch der geistigen Kirche, jener durch einen der Willensseite eingepflanzten Samen, dieser durch einen der Verstandesseite eingepflanzten Samen; solche Geheimnisse sind im inneren Sinn des Wortes verborgen. 5114. "Und am Weinstock drei Reben", 1. Mose 40/10, bedeutet die Abzweigungen davon bis zur letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinstockes, sofern er das Verständige ist, wovon Nr. 5113, aus der Bedeutung von drei, sofern es das Erfüllte und bis zum Ende Fortwährende bezeichnet, wovon Nr. 2788, 4495, und aus der Bedeutung der Reben, sofern sie Abzweigungen bezeichnen; denn wenn der Weinstock das Verständige ist, so sind die Reben nichts anderes als Abzweigungen davon, und weil drei das bis ans Ende, oder vom ersten bis zum letzten Fortwährende ist, so werden durch drei Reben bezeichnet die Abzweigungen vom Verständigen bis zum Letzten, welches das Sinnliche ist; denn das erste in der Ordnung ist das Verständige, und das letzte ist das Sinnliche. Das Verständige im allgemeinen ist das Sehvermögen des inwendigen Menschen, das durch das Licht des Himmels, das vom Herrn kommt, sieht, und was es sieht, ist ganz geistig und himmlisch. Das Sinnliche aber im allgemeinen ist dem äußeren Menschen eigen, hier das Sinnliche des Gesichts, weil dieses (Sinnliche) dem Verständigen entspricht und untergeordnet ist. Dieses Sinnliche sieht aus dem Licht der Welt, das von der Sonne kommt, und was es sieht, ist ganz weltlich, leiblich und irdisch. Es gibt im Menschen Abzweigungen des Verständigen, das im Licht des Himmels ist, bis zum Sinnlichen, das im Licht der Welt ist. Wenn es nicht solche gäbe, so könnte das Sinnliche kein solches Leben haben, wie es das menschliche ist. Das Sinnliche hat kein Leben dadurch, daß es aus dem Licht der Welt sieht, denn das Licht der Welt hat kein Leben in sich, sondern dadurch, daß es aus dem Licht des Himmels sieht; denn dieses Licht hat Leben in sich. Wenn dieses Licht beim Menschen in dasjenige, was aus dem Licht der Welt ist, einfällt, dann belebt es dasselbe, und macht, daß es die Gegenstände verständig sieht, so wie der Mensch. Daher wird dem Menschen aus dem Wißtümlichen, das ausgeboren wurde aus demjenigen, was er in der Welt gesehen und gehört hatte, mithin aus demjenigen, was durch Sinneswahrnehmungen hereingekommen war, Einsicht und Weisheit zuteil, und aus dieser ein bürgerliches, sittliches und geistiges Leben. Was insbesondere die Abzweigungen betrifft, so sind sie beim Menschen von der Art, daß sie nicht mit wenigen Worten erklärt werden können. Es sind Stufen wie bei einer Leiter zwischen dem Verständigen und dem Sinnlichen, aber jene Stufen kann niemand begreifen, wenn er nicht weiß, wie es sich mit denselben verhält: daß sie nämlich voneinander ganz unterschieden sind, und zwar so unterschieden, daß die inwendigeren existieren und bestehen können ohne die äußeren, nicht aber die äußeren ohne die inneren, wie z.B.: Der Geist des Menschen kann bestehen ohne den materiellen Leib und besteht auch wirklich, wenn er durch den Tod vom Leib getrennt wird. Der Geist des Menschen ist auf der inwendigeren Stufe, und der Leib auf der äußeren. Ebenso verhält es sich auch mit dem Geist des Menschen nach dem Tod, wenn er unter den Seligen ist: Auf der letzten Stufe ist er daselbst, wenn im ersten Himmel, auf der inwendigeren Stufe, wenn im zweiten und auf der inwendigsten, wenn im dritten. Und wenn er auf dieser ist, dann ist er zwar zugleich auf den übrigen, aber diese ruhen bei ihm, beinahe wie das Leibliche beim Menschen im Schlafe ruht, aber mit dem Unterschied, daß das Inwendigere bei den Engeln alsdann im höchsten Wachen ist. Es gibt also beim Menschen ebensoviel unterschiedene Stufen, als Himmel sind, außer der letzten, die der Leib mit seinen Sinnestätigkeiten ist. Aus diesem kann einigermaßen erhellen, wie es sich mit den Abzweigungen vom ersten zum letzten, oder vom Verständigen zum Sinnlichen verhält: das Leben des Menschen, das vom Göttlichen des Herrn kommt, läuft durch diese Stufen (gradus) fort von der inwendigsten zur letzten, und überall zweigt es sich ab, und wird immer allgemeiner, und auf der letzten ganz allgemein. Die Abzweigungen auf den unteren Stufen sind nur Zusammensetzungen oder richtiger Zusammenbildungen von Einzelnem und Besonderem der oberen Stufen der Reihenfolge nach, dem solches beigefügt, was aus der reineren Natur, hernach solches, was aus der gröberen stammt und zu Aufnahmegefäßen dienen kann. Sind diese Gefäße aufgelöst, so kehrt das Einzelne und Besondere der inwendigeren Stufen, was in ihnen zusammengebildet worden war, zurück zur nächst oberen Stufe. Und weil beim Menschen ein Zusammenhang ist mit dem Göttlichen, und sein Inwendiges so beschaffen ist, daß es das Göttliche aufnehmen kann, und nicht nur aufnehmen, sondern auch durch Anerkennung und Neigung, somit durch Erwiderung (per reciprocum) sich aneignen kann, deswegen kann der Mensch, weil er so dem Göttlichen eingepflanzt ist, nimmermehr sterben, denn er ist im Ewigen und Unendlichen, nicht nur kraft des Einflusses von daher, sondern auch kraft der Aufnahme. Hieraus kann man sehen, wie ungeschickt und hohl diejenigen vom Menschen denken, die ihn mit den unvernünftigen Tieren vergleichen und glauben, daß er nach dem Tod ebensowenig leben werde als diese, indem sie nicht in Betracht ziehen, daß bei den unvernünftigen Tieren keine Aufnahme und keine durch irgendeine Anerkennung und Neigung entstehende gegenseitige Aneignung des Göttlichen und daher keine Verbindung stattfindet, und daß, weil ihr Zustand so beschaffen ist, ihre das Leben aufnehmenden Formen notwendig zerstreut werden müssen; denn bei ihnen geht der Einfluß durch ihre organischen Formen fort bis in die Welt, und dort schließt er sich ab und verschwindet, und geht nimmer zurück. 5115. "Und derselbe wie sprossend", 1. Mose 40/10, bedeutet den Einfluß, durch den die Wiedergeburt (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung von sprossen oder Blätter und Blüten hervorbringen, sofern es das erste der Wiedergeburt ist. Daß es den Einfluß bedeutet, beruht darauf, daß wenn der Mensch wiedergeboren wird, geistiges Leben in ihn einfließt, wie wenn der Baum sproßt, sein Leben durch die Wärme von der Sonne (einfließt). Der Mensch, der geboren wird, wird im Wort hie und da mit Gegenständen des Pflanzenreiches, hauptsächlich mit Bäumen verglichen, und zwar deshalb, weil das ganze Pflanzenreich, wie auch das Tierreich, solches vorbildet, was beim Menschen, folglich was im Reich des Herrn (ist); denn der Mensch ist ein Himmel in kleinster Form, wie aus demjenigen erhellen kann, was am Ende der Kapitel über die Entsprechung des Menschen mit dem Größten Menschen oder dem Himmel gezeigt wurde. Daher haben auch die Alten den Menschen eine kleine Welt genannt. Sie hätten ihn auch einen kleinen Himmel genannt, wenn sie vom Zustand des Himmels mehr gewußt hätten. Daß die ganze Natur eine das Reich des Herrn darstellende Schaubühne ist, sehe man Nr. 2758, 3483, 4939. Aber hauptsächlich der Mensch, der von neuem geboren, d.h., der vom Herrn wiedergeboren wird, ist es, der ein Himmel genannt wird, denn alsdann wird er dem göttlich Guten und Wahren, das vom Herrn ist, und folglich dem Himmel eingepflanzt; denn der Mensch, der wiedergeboren wird, hat seinen Anfang, ebenso wie ein Baum, von einem Samen aus, deshalb wird durch Samen im Wort bezeichnet das Wahre, das vom Guten stammt; sodann bringt er ebenso wie ein Baum Blätter, hernach Blüten und endlich Frucht hervor; denn er bringt solches hervor, was der Einsicht angehört, was auch im Wort durch Blätter bezeichnet wird, hernach solches, was der Weisheit angehört. Dieses ist es, was durch Blüten bezeichnet wird, und endlich solches, was dem Leben angehört, nämlich Gutes der Liebe und Liebtätigkeit im Tun, was im Wort durch Früchte bezeichnet wird. Eine solche vorbildliche Ähnlichkeit findet zwischen einem fruchtbringenden Baum und zwischen einem Menschen, der wiedergeboren wird, statt, so daß man an einem Baum lernen kann, wie es sich mit der Wiedergeburt verhält, wenn man zuvor nur etwas vom geistig Guten und Wahren weiß. Hieraus kann erhellen, daß in diesem Traum durch den Weinstock der ganze Verlauf der Wiedergeburt des Menschen in Ansehung des dem Verständigen unterworfenen Sinnlichen vorbildlich beschrieben wird; zuerst durch die drei Reben, sodann durch das Sprossen, hernach durch die Blüte, so fort durch das Reifen der Beere zu Trauben, endlich dadurch, daß er sie in den Becher Pharaos ausgedrückt und ihm gegeben hat. Die Träume, die durch den Himmel vom Herrn einfließen, erscheinen auch gar nicht anders als in Vorbildern; wer also nicht weiß, was dieses oder jenes in der Natur vorbildet, und noch weniger, wer gar nicht weiß, daß etwas vorbildet, der kann nicht anders glauben, als daß es eben Vergleichungen seien, wie sie ein jeder in der gemeinen Rede braucht; es sind allerdings Vergleichungen, aber solche, die entsprechen, und die daher in der Geisterwelt sich wirklich darstellen, wenn bei den Engeln, die in einem inwendigeren Himmel sind, von geistigen und himmlischen Dingen des Reichs des Herrn die Rede ist. Über die Träume sehe man Nr. 1122, 1975, 1977, 1979, 1980, 1981. 5116. "Es ging auf seine Blüte", 1. Mose 40/10, bedeutet den Zustand kurz vor der Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blüte, die aufsproßt aus dem Baume vor der Frucht, sofern sie den Zustand vor der Wiedergeburt bezeichnet. Das Sprossen und Fruchtbringen des Baumes bildet, wie Nr. 5115 gesagt wurde, des Menschen Neugeburt vor. Das Grünwerden von Blättern den ersten Zustand, das Blühen den zweiten oder den nächsten vor der Wiedergeburt, und das Fruchtbringen den dritten, welcher der eigentliche Zustand des Wiedergeborenen ist. Daher kommt es, daß die Blätter dasjenige bedeuten, was der Einsicht angehört oder die Wahrheiten des Glaubens, Nr. 885, denn diese sind das erste der Wiedergeburt oder Neugebärung; die Blüten aber dasjenige, was der Weisheit angehört, oder das Gute des Glaubens, weil dieses zunächst der Wiedergeburt oder Neugebärung vorangeht, und die Früchte dasjenige, was dem Leben angehört oder Werke der Liebtätigkeit, weil diese folgen und den eigentlichen Zustand des Wiedergeborenen bilden. Solche Erscheinungen im Pflanzenreich kommen vom Einfluß der geistigen Welt her; aber dieses können diejenigen, die alles der Natur zuschreiben und nichts dem Göttlichen, gar nicht glauben; denen hingegen, die alles dem Göttlichen und nichts der Natur zuschreiben, wird gegeben zu sehen, daß das einzelne daher kommt, und nicht bloß, daß es daher kommt, sondern auch, daß das einzelne entspricht; und weil es entspricht, auch vorbildet. Und es wird ihnen endlich zu sehen gegeben, daß die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne ist, daß somit das Göttliche in allem einzelnen ist, so daß auch eine Vorbildung des Ewigen und Unendlichen sich zeigt. Des Ewigen in der Fortpflanzung bis ins Ewige, des Unendlichen in der Vermehrung der Samen ins Unendliche. Solche Triebe würden keineswegs in den einzelnen Gegenständen des Pflanzenreiches sein, wenn nicht das Göttliche fortwährend einflösse. Aus dem Einfluß kommt der Trieb, aus dem Trieb die Kraft und aus der Kraft die Wirkung. Die, welche der Natur alles zuschreiben, sagen, solches sei in die Früchte und Samen gleich bei der Schöpfung hineingelegt worden, und daß sie durch die von daher empfangene Kraft von selbst nachher sich so entwickeln, aber diese bedenken nicht, daß das Bestehen ein immerwährendes Entstehen ist, oder was das gleiche, daß die Fortpflanzung eine immerwährende Schöpfung ist und bedenken nicht, daß die Wirkung die Fortdauer der Ursache ist, und daß, wenn die Ursache aufhört, auch die Wirkung aufhört, und daß daher jede Wirkung ohne den Einfluß der Ursache urplötzlich zunichte wird. Ferner bedenken sie nicht, daß, was nicht im Zusammenhang steht mit dem Allerersten, folglich mit dem Göttlichen, augenblicklich in nichts zerfällt, denn das Frühere muß fortwährend sein im Späteren, damit das Spätere sei. Wenn diejenigen, die der Natur alles zuschreiben und dem Göttlichen so wenig, daß es kaum etwas ist, jenes bedenken würden, so könnten sie auch anerkennen, daß alles in der Natur samt und sonders solches vorbildet, was in der geistigen Welt, mithin was im Reich des Herrn ist, wo das Göttliche des Herrn zunächst vorgebildet wird. Daher wurde gesagt, daß ein Einfluß aus der geistigen Welt stattfinde, aber es wird damit gemeint, daß der Einfluß durch die geistige Welt vom Göttlichen des Herrn (ausgehe). Der Grund, warum die natürlichen Menschen solches nicht bedenken, liegt darin, weil sie es nicht anerkennen wollen, denn sie sind in Irdischem und Leiblichem, und daher in einem Leben der Selbst- und Weltliebe, mithin in einer ganz verkehrten Ordnung in Beziehung auf das, was der geistigen Welt oder dem Himmel angehört, und aus der verkehrten Ordnung solches sehen, ist unmöglich; denn was unten ist, sehen sie als Oberes, und was oben ist, als Unteres. Deshalb erscheinen solche im anderen Leben, wenn sie im Himmelslicht erscheinen, mit dem Kopf unten und mit den Füßen oben. Wer unter ihnen bedenkt, wenn er die Blüten am Baum und an den übrigen Gewächsen sieht, daß sie gleichsam ihre Freude dadurch äußern, daß sie jetzt Früchte oder Samen hervorbringen?, sie sehen nur, daß die Blüten vorausgehen und fortdauern, bis sie die Ansätze der Frucht oder des Samens in ihrem Schoße haben und so ihren Saft ihnen zuführen; wenn sie etwas von der Wiedergeburt oder Neugebärung des Menschen wüßten, oder vielmehr wissen wollten, so würden sie aus der Ähnlichkeit auch das Vorbild des Zustandes des Menschen vor der Wiedergeburt in jenen Blüten sehen, daß nämlich der Mensch alsdann vermöge des Guten der Einsicht und Weisheit ebenso blühe, d.h. in innerlicher Freude und Schönheit sei, weil alsdann im Streben, dasselbe, nämlich das Gute der Einsicht und Weisheit, ins Leben einzupflanzen, d.h. Früchte zu bringen. Daß jener Zustand solcherart ist, kann man auch nicht wissen, weil die innere Freude und Schönheit, die vorgebildet werden, denjenigen ganz unbekannt ist, die bloß in den Freuden der Weltliebe und in den Lustreizen der Selbstliebe sich befinden. Eben jene Freuden und diese Lustreize machen, daß jene Dinge unerfreulich und unangenehm erscheinen, so daß sie dieselben verachten, und wenn sie dieselben verachten, verwerfen sie jene Dinge auch als etwas Wertloses oder Nichtiges. Infolgedessen leugnen sie dieselben und zugleich, daß das Geistige und das Himmlische etwas sei. Daher kommt der Unsinn der jetzigen Zeit, den man für Weisheit hält. 5117. "Und es reiften seine Beeren zu Trauben", 1. Mose 40/10, bedeutet die Verbindung des geistig Wahren mit dem himmlisch Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reifen, sofern es das Fortschreiten der Wiedergeburt oder Neugebärung bis zur Verbindung des Wahren mit dem Guten bezeichnet, somit die Verbindung; aus der Bedeutung der Beeren, sofern sie das Wahre des geistig Guten sind, und der Trauben, sofern sie das Gute des himmlisch Wahren sind; hier beides im Sinnlichen, das hier durch den Mundschenken vorgebildet wird. Ihre Verbindung im Sinnlichen verhält sich ebenso, wie das Reifen der Beeren zu Trauben; denn in der Wiedergeburt oder Neugebärung strebt alles Wahre zur Verbindung mit dem Guten hin; vorher empfängt das Wahre kein Leben und wird mithin nicht fruchtbar. Dies wird vorgebildet an den Baumfrüchten, wenn sie reif werden; an den unreifen, die hier die Beeren sind, wird vorgebildet der Zustand, wenn noch das Wahre vorherrscht, an den reifen aber, die hier die Trauben sind, wenn das Gute die Vorherrschaft hat. Das Vorherrschen des Guten wird auch vorgebildet durch den Wohlgeschmack und die Süßigkeit, die man in reifen Trauben verspürt. Aber von der Verbindung des Wahren mit dem Guten in dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen kann nicht mehreres gesagt werden; es ist zu geheimnisvoll, als daß es begriffen werden könnte: es müssen notwendig die Erkenntnisse über den Zustand des Himmlischen des Geistigen und über dieses Sinnliche vorausgehen, sodann über den Zustand des Natürlichen, in dem jene Verbindung zustande kommt. Daß die Trauben das Gute des geistigen Menschen, somit die Liebtätigkeit bedeuten, kann aus mehreren Stellen im Wort erhellen, wie bei Jes.5/1,2,4: "Einen Weinberg hatte mein Geliebter im Horn des Ölsohns, (d.h. auf einem fetten Hügel); er erwartete, daß er Trauben brächte, aber er brachte Herlinge": Weinberg (steht) für die geistige Kirche; er erwartete, daß er Trauben brächte, für Gutes der Liebtätigkeit; aber er brachte Herlinge, für Böses des Hasses und der Rachgier. Jes.65/8: "So sprach Jehovah: gleichwie man Most in der Beere findet, und sagt: verdirb es nicht, weil ein Segen darin": Most in der Beere für das Wahre aus dem Guten im Natürlichen. Jerem.8/13: "Sammeln, ja sammeln will Ich sie, spricht Jehovah, keine Trauben sind am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum": keine Trauben am Weinstock bedeutet kein inneres oder vernünftig Gutes, keine Feigen am Feigenbaum bedeutet kein äußeres oder natürlich Gutes; denn der Weinstock bezeichnet das Verständige, wie Nr. 5113 gezeigt worden. Wenn bei diesen eine Verbindung des Wahren und Guten geschehen, dann bezeichnet der Weinstock das Vernünftige, denn daher kommt das Vernünftige. Daß der Feigenbaum das Gute des natürlichen oder äußeren Menschen ist, sehe man Nr. 217. Hos.9/10: "Wie Trauben in der Wüste fand Ich Israel, wie das erste am Feigenbaum in seinem Anfang sah Ich eure Väter": Trauben in der Wüste, bedeutet das Vernünftige, noch nicht geistig gewordene Gute; das erste am Feigenbaum bedeutet das natürlich Gute in gleicher Art; Israel bezeichnet die alte geistige Kirche in ihrem Anfang; die Väter hier und anderwärts sind nicht die Söhne Jakobs, sondern sind diejenigen, bei denen die alte Kirche zuerst eingesetzt wurde. Micha 7/1: "Keine Beere zum Essen; nach dem Ersten verlangte meine Seele; verschwunden ist der Heilige aus dem Lande, und ein Rechtschaffener ist nicht unter den Menschen": Beere zum Essen für das Gute der Liebtätigkeit in seinem Anfang; das Erste für das Wahre des Glaubens alsdann. Amos 9/13,14: "Siehe, Tage kommen, daß der Pflügende hinanreicht an den, der da erntet, und der Trauben keltert, an den, der Samen hinstreut (und die Berge werden Most träufeln und alle Hügel werden zerfließen); und wenden will Ich die Gefangenschaft meines Volkes, daß sie bauen verwüstete Städte, und sitzen und Weinberge pflanzen, und ihren Wein trinken, und Beeren machen, und ihre Frucht essen": hier wird von der Einsetzung der geistigen Kirche gehandelt, die so beschrieben wird: die Verbindung des geistig Guten mit seinem Wahren dadurch, daß der Pflügende hinanreichen wird an den, der da erntet, und die Verbindung des geistig Wahren mit seinem Guten dadurch, daß, der die Trauben keltert, hinanreichen wird an den, der den Samen hinstreut; Gutes der Liebe und der Liebtätigkeit wird dadurch bezeichnet, daß die Berge Most träufeln und die Hügel zerfließen werden; wenden die Gefangenschaft des Volkes, bedeutet befreien von Falschem; bauen verwüstete Städte, die verfälschten Lehren des Wahren wieder zurechtbringen; sitzen und Weinberge pflanzen, dasjenige ausbilden, was der geistigen Kirche angehört; ihren Wein trinken (steht) für: die Wahrheiten jener Kirche, die der Liebtätigkeit angehören, aneignen; und Beeren machen und ihre Frucht essen, für Gutes daher aneignen. Jeder kann sehen, daß Städte bauen, Weinberge pflanzen, Wein trinken, Beeren machen und deren Frucht essen, lauter natürliche Dinge sind, und wenn in ihnen kein geistiger Sinn wäre, so würde nichts Göttliches darinnen liegen. 1. Mose 49/11: "Er wusch im Wein das Gewand und im Traubenblut seine Hülle": hier vom Herrn, Wein für das geistig Gute aus der göttlichen Liebe, Traubenblut für das himmlisch Gute daher. 5. Mose 32/14: "Butter von der Rinderherde und Milch von der Schafherde, mit dem Fett der Lämmer und Widder, der Söhne Baschans und der Böcke, mit dem Fett der Nieren, des Weizens, und das Blut der Traube trinkst du, lauteren Wein": hier von der Alten Kirche, deren Gutes der Liebe und Liebtätigkeit so beschrieben wird. Das einzelne bedeutet etwas Gutes im besonderen, das Blut der Traube das geistig himmlische Gute, so wird nämlich das Göttliche im Himmel genannt, das vom Herrn ausgeht. Der Wein wird Traubenblut genannt, weil beides das vom Herrn ausgehende heilige Wahre bezeichnet; der Wein aber wird gesagt von der geistigen Kirche und Blut von der himmlischen Kirche, und weil es so ist, wurde im heiligen Abendmahl der Wein verordnet. 5. Mose 32/32: "Vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Feldern Gomorrahs; ihre Trauben sind Trauben von Galle, Beeren der Bitterkeit haben sie": hier von der jüdischen Kirche. Vom Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Feldern Gomorrahs, soviel als die Verstandesseite sei von Falschem aus höllischer Liebe eingenommen; ihre Trauben sind Trauben von Galle, Beeren der Bitterkeiten haben sie, bedeutet, das Willensvermögen sei ebenso beschaffen, denn weil Traube im guten Sinn die Liebtätigkeit bedeutet, deshalb wird sie auch vom Willen gesagt, aber vom Willen im Gebiet des Verstandes; im entgegengesetzten Sinn ebenso, denn alles Wahre ist Sache des Verstandes und alles Gute ist Sache des Willens. Joh.Offenb.14/18: "Der Engel sprach: lege die scharfe Sichel an und lies ab die Beeren des Landes, weil reif geworden sind seine Trauben": ablesen die Beeren des Landes, bedeutet alles Gute der Liebtätigkeit zerstören. Matth.7/16: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, sammelt man denn Trauben von den Dornen und Feigen von den Disteln?". Luk.6/44: "Jeder Baum wird an der eigenen Frucht erkannt, denn man liest nicht Feigen von den Dornen und nicht Trauben von der Hecke": weil hier von der Liebtätigkeit gegen den Nächsten die Rede ist, wird gesagt, sie werden an den Früchten, die Gutes der Liebtätigkeit sind, erkannt werden; innerlich Gutes der Liebtätigkeit wird durch Trauben und äußeres durch Feigen bezeichnet. Daß in der jüdischen Kirche das Gesetz gegeben wurde: "Wenn du in den Weinberg deines Genossen kommst, so magst du Trauben essen nach deinem Belieben bis zu deiner Sattheit, aber in dein Gefäß sollst du sie nicht tun": 5. Mose 23/25, hat den Sinn, daß jeder bei anderen, die in einer anderen Lehre und Religion sind, das Gute ihrer Liebtätigkeit erlernen und annehmen, aber nicht dasselbe in sich aufnehmen und mit seinen Wahrheiten verbinden können. Weil der Weinberg die Kirche bezeichnet, so ist er da, wo eine Lehre oder Religion ist. Trauben bedeuten das Gute der Liebtätigkeit, Gefäß das Wahre der Kirche. 5118. "Und der Becher Pharaos war in meiner Hand", 1. Mose 40/11, bedeutet den Einfluß des inneren Natürlichen in das äußere und den Anfang der Aufnahme. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das innere Natürliche ist, wovon Nr. 5080, 5095; aus der vorbildlichen Bedeutung des Mundschenken, sofern er das äußere Natürliche ist, wovon Nr. 5077, 5082; in meiner Hand, bedeutet, bei ihm; aus der Bedeutung des Bechers, sofern er das bezeichnet, was enthält, und auch zugleich das, was enthalten ist, wovon unten: Nr. 5120. Daher und vermöge der Reihenfolge der Dinge im inneren Sinn wird durch "den Becher Pharaos in meiner Hand" der Einfluß des inneren Natürlichen in das äußere und der Anfang der Aufnahme daselbst bezeichnet. Was das innere Natürliche und das äußere Natürliche sei, ist früher gesagt worden: daß nämlich das innere Natürliche dasjenige ist, das mit dem Vernünftigen in Verbindung steht, und in welches das Vernünftige einfließt. Das äußere Natürliche aber dasjenige, das mit den Sinnestätigkeiten in Verbindung steht, oder durch die Sinnestätigkeiten mit der Welt, somit das, in das die Welt einfließt. Was den Einfluß betrifft, so geht derselbe fortwährend vom Herrn durch das Vernünftige ins innere Natürliche und durch dieses ins äußere. Aber was einfließt, verändert und verwandelt sich je nach der Aufnahme. Bei den Nichtwiedergeborenen verwandelt sich hier das Gute in Böses und das Wahre in Falsches, hingegen bei den Wiedergeborenen stellt sich daselbst das Gute und Wahre wie in einem Spiegel dar, denn das Natürliche ist nichts anderes als gleichsam das Angesicht, auf dem sich die dem inwendigen Menschen angehörigen geistigen Dinge darstellen, und dieses Angesicht wird dann ein vorbildendes, wenn das Äußere dem Inneren entspricht. Hieraus kann einigermaßen erhellen, was durch das Einfließen des inneren Natürlichen in das äußere verstanden wird und durch den Anfang der Aufnahme daselbst. 5119. "Und ich nahm die Trauben und drückte sie aus in den Becher Pharaos", 1. Mose 40/11, bedeutet den gegenseitigen Einfluß in das Gute aus geistigem Ursprung daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Trauben, sofern sie Gutes der Liebtätigkeit bezeichnen, wovon Nr. 5117, somit Gutes aus geistigem Ursprung daselbst, denn alles Gute der echten Liebtätigkeit kommt daher, und aus der Bedeutung von ausdrücken in den Becher Pharaos, sofern es den gegenseitigen Einfluß bezeichnet. Durch den gegenseitigen Einfluß wird nicht verstanden, daß das äußere Natürliche ins Innere einfließe, weil dieses unmöglich ist, denn Äußeres kann gar nicht in Inneres oder, was gleich, Unteres oder Späteres in Oberes oder Früheres einfließen, sondern vom Vernünftigen wird dasjenige hervorgerufen, was im inneren Natürlichen ist, und durch dieses das, was im äußeren ist; nicht als ob dasselbe, was in ihm ist, hervorgerufen würde, sondern das, was daraus geschlossen oder gleichsam herausgezogen wird. Von solcher Art ist der gegenseitige Einfluß. Es scheint, als ob das, was in der Welt ist, durch die Sinnestätigkeiten gegen das Innere hin einfließe, aber dies ist eine Sinnestäuschung, es findet nur ein Einfließen des Inneren ins Äußere statt, und durch diesen Einfluß (entsteht) die Wahrnehmung. Hierüber habe ich oft mit Geistern gesprochen und es wurde (mir) durch lebendige Erfahrungen gezeigt, daß der innere Mensch im äußeren sieht und wahrnimmt, was außer diesem vorgeht, und daß das Sinnliche das Leben nirgend anderswoher hat, oder daß das Vermögen zu empfinden oder die Sinnestätigkeit nur hierdurch entstehe. Aber diese Täuschung ist von solcher Art und so groß, daß sie der natürliche Sinn sich nicht aus dem Sinn schlagen kann, und nicht einmal der vernünftige Mensch, wenn er nicht abgezogen vom Sinnlichen denken kann. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was der gegenseitige Einfluß sei. 5120. "Und gab den Becher in die Hand Pharaos", 1. Mose 40/11, bedeutet die Aneignung durch das innere Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Becher, somit den Wein zum Trinken geben", sofern es heißt aneignen. Daß trinken die Aneignung des Wahren bezeichnet, sehe man Nr. 3168; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das inwendigere Natürliche ist, wovon Nr. 5080, 5095, 5118. Es wird hier, wie aus dem Vorhergehenden klar ist, gehandelt von der Wiedergeburt des Sinnlichen, das der Verstandesseite des inwendigeren Menschen unterworfen ist, und das durch den Mundschenken bezeichnet wird, folglich von dem Einfluß des Wahren und Guten und der Aufnahme im äußeren Natürlichen. Weil dies aber der Fassungskraft derjenigen zu fern liegt, die keine deutliche Vorstellung vom Vernünftigen und vom Natürlichen und auch nicht vom Einfließen haben, deswegen wird eine weitere Erklärung unterlassen. Außerdem wird im Wort öfters der Becher genannt oder das Trinkgeschirr oder der Kelch, und es wird durch denselben im echten Sinn das geistig Wahre bezeichnet, d.h. das Wahre des Glaubens, das aus dem Guten der Liebtätigkeit (stammt), somit das gleiche, was durch den Wein (bezeichnet wird), und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, durch welches das Böse entsteht und auch das Falsche aus dem Bösen. Daß der Becher dasselbe bedeutet, was der Wein, hat den Grund, weil der Becher das Enthaltende und der Wein das Enthaltene ist und daher eins bilden, und so wird das eine unter dem anderen verstanden. Daß jenes durch den Becher im Wort bezeichnet wird, erhellt aus folgenden Stellen: Ps.23/5: "Jehovah, Du wirst herrichten vor mir einen Tisch Angesichts meiner Feinde, und wirst fett machen mein Haupt mit Öl, mein Becher wird Überfluß haben": einen Tisch herrichten und mit Öl das Haupt fett machen (steht) für begabt werden mit dem Guten der Liebtätigkeit und der Liebe; mein Becher wird Überfluß haben, bedeutet, das Natürliche wird erfüllt werden mit dem geistig Wahren und Guten daher. Ps.116/12,13: "Was soll ich erwidern dem Jehovah? den Becher des Heils will ich nehmen und den Namen Jehovahs anrufen": den Becher des Heils nehmen bedeutet die Aneignung des Guten des Glaubens. Mark.9/41: "Jeder, der euch tränkt mit einem Becher Wasser in Meinem Namen, darum daß ihr Christo angehöret, wahrlich, Ich sage euch, er wird nicht verlieren seinen Lohn": tränken mit einem Becher Wassers in Meinem Namen, bedeutet, belehren in den Wahrheiten des Glaubens, wenn auch aus schwacher Liebtätigkeit. Matth.26/27,28; Mark.14/23,24; Luk.22/20: "Sofort nahm Er den Becher, und Dank sagend gab Er ihnen und sprach: trinket alle daraus, denn dieses ist Mein Blut, das des Neuen Testaments": Becher wird gesagt, nicht Wein, weil Wein von der geistigen Kirche ausgesagt wird, aber Blut von der himmlischen Kirche, obwohl beides das vom Herrn ausgehende heilige Wahre bedeutet, aber in der geistigen Kirche das Heilige des Glaubens aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, hingegen in der himmlischen Kirche das Heilige der Liebtätigkeit aus der Liebe zum Herrn. Die geistige Kirche ist von der himmlischen Kirche darin unterschieden, daß jene in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, diese aber in der Liebe zum Herrn, und das heilige Abendmahl ist eingesetzt worden, damit es vorbilden und bezeichnen sollte die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht und die Gegenliebe des Menschen zu Ihm. Weil durch das Trinkgefäß oder Becher das bezeichnet wurde, was enthalten sollte, und durch den Wein das, was darin enthalten wäre, folglich durch den Becher das Äußere des Menschen und durch den Wein sein Inneres, deshalb wurde vom Herrn gesagt, Matth.23/25,26; Luk.11/39: "Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schale, das Inwendige aber ist voll von Raub und Unmäßigkeit; blinder Pharisäer, reinige zuvor das Inwendige des Bechers und der Schale, so wird auch das Auswendige rein werden": durch den Becher wird auch hier im inneren Sinn das Wahre des Glaubens verstanden; dieses ausbilden ohne sein Gutes, heißt reinigen am Auswendigen des Bechers, um so mehr wenn das Inwendige voll ist von Heuchelei, Trug, Haß, Rachgier, Grausamkeit; denn alsdann ist das Wahre des Glaubens bloß im äußeren Menschen und gar nichts davon im inwendigen. Hingegen das Gute des Glaubens ausbilden und (sich) aneignen, macht, daß die Wahrheiten verbunden werden mit dem Guten im inwendigen Menschen, alsdann wird auch das Irrige als Wahres angesehen, was bezeichnet wird durch "zuvor das Inwendige des Bechers reinigen, dann wird auch das Auswendige rein werden". Mark.7/4,8,9: "Vieles andere ist es, was die Pharisäer und Juden angenommen haben zu halten, Waschungen von Bechern und irdenen und ehernen Geschirren und von Betten. Das Gebot Gottes hintansetzend, haltet ihr die Überlieferung der Menschen, die Waschungen irdener Gefäße und der Becher, und anderes dergleichen viel tut ihr; ihr verachtet das Gebot Gottes, auf daß ihr eure Überlieferung haltet". Daß durch das Trinkgefäß oder den Becher im entgegengesetzten Sinn bezeichnet wird das Falsche, aus dem das Böse, sodann das Falsche, das aus dem Bösen, erhellt aus Folgendem bei Jerem.25/15-18: "So sprach Jehovah, der Gott Israels, zu mir: nimm diesen Becher des Weins des Zorns aus Meiner Hand, und laß ihn trinken alle Völkerschaften, zu denen Ich dich sende, daß sie trinken und taumeln und unsinnig werden wegen des Schwertes, das Ich senden werde unter sie; ich nahm nun den Becher aus der Hand Jehovahs, und ließ trinken alle Völkerschaften, zu denen mich Jehovah sandte": Becher des Weins des Zorns für das Falsche, durch welches das Böse; daß das Falsche, durch welches das Böse (kommt), bezeichnet wird, hat den Grund, weil wie der Wein berauscht und unsinnig macht, so auch das Falsche. Geistige Trunkenheit ist nichts anderes als Unsinnigkeit, die verursacht wird durch Vernunftschlüsse über Glaubenswahrheiten, wenn man nichts glaubt, was man nicht begreift; daher (kommt) Falsches und aus Falschem Böses: Nr. 1072; darum wird gesagt, sie sollen trinken und taumeln und unsinnig werden wegen des Schwerts, das Ich senden werde. Schwert ist das Falsche, das gegen das Wahre kämpft: Nr. 2799, 4499. Jerem.Klagel.4/21: "Freue dich und sei fröhlich, Tochter Edoms, die du wohnst im Lande Uz; auch zu dir wird hinüberkommen der Becher; du wirst trunken werden und dich enthüllen": betrunken werden vom Kelch bedeutet unsinnig sein von Falschem; sich enthüllen oder entblößen ohne Scham bedeutet das Böse daraus: Nr. 213, 214. Hes.23/31,32,34: "Auf dem Wege deiner Schwester bist du gewandelt, darum werde Ich geben ihren Becher in deine Hand; so sprach der Herr Jehovih: den Becher deiner Schwester wirst du trinken, den tiefen und breiten; du wirst werden zum Gelächter und Gespött, weit zum Fassen; mit Trunkenheit und Jammer wirst du erfüllt werden, mit dem Becher der Verwüstung und Verödung; den Becher deiner Schwester Samaria wirst du trinken und ausdrücken und seine Scherben zermalmen": von Jerusalem, durch welches das Geistige der himmlischen Kirche bezeichnet wird; Becher steht hier für das Falsche aus dem Bösen; weil dieses die Kirche verwüstet oder zerstört, heißt er der Becher der Verwüstung und Verödung. Jes.51/17: "Wach auf, wach auf, steh auf, Jerusalem, die du getrunken hast aus der Hand Jehovahs, den Becher Seines Zorns, die Hefen des Bechers des Taumels hast du getrunken". Hab.2/16: "Trinke auch du, auf daß deine Vorhaut offenbar werde; herumgehen wird zu dir der Becher der Rechten Jehovahs als ein schimpfliches Gespei über deine Herrlichkeit". Ps.75/9: "Ein Becher ist in der Hand Jehovahs, und Er hat (ihn) mit Wein gemischt, angefüllt mit gemengtem, und davon ausgegossen, aber seine Hefen werden ausschlürfen und trinken alle Gottlosen des Landes": Becher (steht) auch in diesen Stellen für Unsinnigkeit aus Falschem und daher Bösem; er wird genannt der Becher des Zorns Jehovahs und auch der Rechten Jehovahs, aus dem Grund, weil die jüdische Völkerschaft, wie auch das gemeine Volk, geglaubt hatte, das Böse, wie auch die Strafen des Bösen und Falschen, komme nirgends anders her als von Jehovah, während sie doch vom Menschen und von der höllischen Rotte bei ihm kommen. Wegen des Scheins und des daraus entstehenden Glaubens wird mehrmals so gesagt, aber der innere Sinn lehrt, wie es zu verstehen und was zu glauben sei. Hierüber sehe man Nr. 245, 592, 696, 1093, 1683, 1874, 1875, 2335, 2447, 3605, 3607, 3614. Weil durch den Becher wie durch den Wein im entgegengesetzten Sinn Falsches, durch das Böses, sodann Falsches aus Bösem bezeichnet wird, deshalb wird durch den Becher auch die Versuchung bezeichnet, weil diese eintritt, wenn das Falsche kämpft gegen das Wahre und daher das Böse gegen das Gute. Für die Versuchung und von ihr wird gesagt Kelch (Becher), bei Luk.22/42; Matth.26/39,42,44; Mark.14/36: "Jesus betete und sprach: wenn Du willst, so gehe dieser Kelch an Mir vorüber; doch nicht Mein Wille, sondern der Deinige geschehe": Kelch hier für Versuchung. Joh.18/11: "Es sprach Jesus zu Petrus: tue das Schwert in die Scheide, soll Ich nicht den Kelch trinken, den Mir der Vater gegeben hat?". Mark.10/38,39; Matth.20/22,23: "Jesus sprach zu Jakobus und Johannes: ihr wisset nicht, was ihr bittet; könnet ihr trinken den Kelch, den Ich trinke, und mit der Taufe, womit Ich getauft werde, euch taufen lassen? Sie sprachen: wir können; aber Jesus sprach zu ihnen: den Kelch zwar, den Ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, womit Ich getauft werde, werdet ihr getauft werden". Hieraus wird klar, daß der Kelch die Versuchung bezeichnet, weil dieselbe entsteht durch Böses, das durch Falsches gegen Gutes und Wahres kämpft; denn die Taufe bedeutet die Wiedergeburt, und weil diese durch geistige Kämpfe geschieht, so wird daher durch sie zugleich die Versuchung bezeichnet. Daß Trinkgefäß oder Becher bedeutet im ganz entgegengesetzten Sinn das Falsche aus dem Bösen bei denjenigen, die unheilig, d.h., die inwendig in den Gegensätzen der Liebtätigkeit sind und auswendig Heiligkeit lügen. In diesem Sinn bei Jerem.51/7: "Ein Becher von Gold ist Babel in der Hand Jehovahs, berauschend das ganze Land; von ihrem Wein haben getrunken alle Völkerschaften, deswegen sind unsinnig die Völker": Babel für diejenigen, die im Heiligen im Äußeren und inwendig im Unheiligen: Nr. 1182, 1326. Das Falsche, das sie mit Heiligkeit verhüllen, ist der Becher von Gold; berauschend das ganze Land bedeutet, daß sie die Angehörigen der Kirche, die hier das Land ist, in Irrtümer und Unsinnigkeiten führen. Das Unheilige, das sie unter äußerer Heiligkeit verbergen, besteht darin, daß sie auf nichts anderes ausgehen, als die Allergrößten und Reichsten zu werden, und verehrt zu werden als Götter (und) Besitzer des Himmels und der Erde, indem sie so herrschen möchten über die Seelen und über die Leiber der Menschen, und zwar durch Göttliches und Heiliges, das sie zum Vorwand nehmen. Daher erscheinen sie in Ansehung des äußeren Menschen als Engel, aber in Ansehung des inwendigen sind sie Teufel. Ebenso von Babel bei Joh.Offenb.17/4: "Das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach, und bedeckt mit Gold und Edelstein und Perlen, und hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Greueln und Unsauberkeit ihrer Hurerei". Joh.Offenb.18/3,4,6: "Gefallen, gefallen ist die große Babylon und geworden eine Wohnung der Dämonen, weil sie vom Wein der Wut ihrer Hurerei getränkt hat alle Völkerschaften, und die Könige des Landes mit ihr gehurt haben. Ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: bezahlt ihr, wie sie euch bezahlt hat; mit dem Becher, womit sie gemischt hat, mischet ihr das Doppelte". Joh.Offenb.16/19: "Zerfallen ist die große Stadt zu drei Teilen und die Städte der Völkerschaften zusammengestürzt; der großen Babylon ist gedacht worden vor Gott, ihr zu geben den Becher der Wut des Zornes Gottes". Joh.Offenb.14/9,10: "Der dritte Engel sprach mit großer Stimme: wenn jemand das Tier anbetet und sein Bild, derselbe wird trinken vom Wein des Zornes Gottes, der gemischt ist mit dem lauteren Wein im Becher seines Zorns, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel". 5121. "Da sprach Joseph zu ihm: dies ist seine Auslegung", 1. Mose 40/12, bedeutet Offenbarung durch das Innewerden vom Himmlischen im Natürlichen, was es in sich habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 3395. Hier die Offenbarung aus dem Innewerden, weil vom Traum und seiner Auslegung die Rede ist. Alle Offenbarung kommt entweder aus der Rede mit Engeln, durch die der Herr redet, oder aus dem Innewerden; mehr hierüber im Folgenden; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische im Natürlichen ist, wovon Nr. 5086, 5087, 5106, und aus der Bedeutung der Auslegung, sofern sie angibt, was etwas in sich enthalte, wovon ebenfalls Nr. 5093, 5105, 5107. Hieraus wird klar, daß durch "Joseph sprach zu ihm: dies ist seine Auslegung", bezeichnet wird die Offenbarung durch das Innewerden vom Himmlischen im Natürlichen, was es in sich habe. In betreff dessen, daß die Offenbarungen entweder aus dem Innewerden oder aus der Rede mit Engeln, durch die der Herr redet, kommen, muß man wissen, daß diejenigen, die im Guten sind und daher im Wahren, hauptsächlich die, welche im Guten der Liebe zum Herrn, eine Offenbarung aus dem Innewerden haben. Daß hingegen die, welche nicht im Guten und daher im Wahren sind, zwar Offenbarungen haben können, aber nicht aus dem Innewerden, sondern durch eine lebendige in ihnen gehörte Stimme, somit durch Engel vom Herrn. Diese Offenbarung ist eine äußere, jene aber eine inwendige. Eine Offenbarung aus dem Innewerden haben die Engel, hauptsächlich die himmlischen, auch die Menschen von der Uralten Kirche und einige auch von der Alten, aber heutzutage kaum irgendeiner. Aber Offenbarungen aus der Rede ohne Innewerden hatten sehr viele, auch die nicht im Guten waren, ebenso durch Gesichte oder durch Träume. Solcherart waren die meisten Offenbarungen der Propheten in der jüdischen Kirche: sie hörten eine Stimme, sahen ein Gesicht und träumten einen Traum, weil sie aber kein Innewerden hatten, waren es eben nur wörtliche oder gesichtliche Offenbarungen ohne Innewerden dessen, was sie bedeuten; denn das echte Innewerden erfolgt durch den Himmel vom Herrn und regt das Verständige geistig an, und führt es vernehmbar zum Denken, wie sich die Sache verhält, (und zwar) mit einer inneren Zustimmung, von der (ein solcher) nicht weiß, woher sie kommt. Er meint, daß sie in ihm sei und daß sie sich aus dem Zusammenhang der Dinge ergebe, allein es ist eine Einsprache durch den Himmel vom Herrn in das Inwendigere des Denkens, das einfließt in Beziehung auf solche Dinge, die über dem Natürlichen und Sinnlichen sind, d.h. in Beziehung auf solche Dinge, die der geistigen Welt oder dem Himmel angehören. Hieraus kann erhellen, was Offenbarung aus Innewerden ist. Hingegen die Offenbarung aus Innewerden, die der Herr hatte, der hier durch Joseph vorgebildet wird, und von welcher hier im inneren Sinn gehandelt wird, war aus dem Göttlichen in Ihm, somit von Ihm. 5122. "Die drei Reben sind drei Tage", 1. Mose 40/12, bedeutet Abzweigungen, die fortgehen bis zur letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es eine Periode und ihre Dauer vom Anfang bis zum Ende bezeichnet, wovon Nr. 2788, 4495; aus der Bedeutung der Reben, sofern es Abzweigungen sind, wovon Nr. 5114, und aus der Bedeutung der Tage, sofern es Zustände sind, wovon Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. Hieraus folgt, daß durch "drei Reben sind drei Tage" bezeichnet wird der Zustand der Wiedergeburt des Sinnlichen, das durch den Mundschenken vorgebildet wird von seinem Ersten bis zum Letzten. Seine aufeinanderfolgenden Abzweigungen werden durch die Reben bezeichnet. Die Zustände der Wiedergeburt eines jeden Sinnlichen und eines jeden Dinges im Natürlichen, wie auch im Vernünftigen, haben ihren Verlauf vom Anfang bis zum Ende, und wenn sie ein Ende (erreicht haben), dann beginnen sie von einem gewissen neuen, nämlich von jenem Ende, zu dem sie im früheren Zustand hinstrebten, zu einem weiteren Ende und so fort, und zuletzt wird die Ordnung umgekehrt, und alsdann wird, was das Letzte war, das Erste. So z.B. wenn der Mensch sowohl in Ansehung des Vernünftigen als in Ansehung des Natürlichen wiedergeboren wird, alsdann gehen die Perioden des ersten Zustandes von den Wahrheiten, die dem Glauben (angehören), zu Gutem, das der Liebtätigkeit angehört, und alsdann spielen die Wahrheiten des Glaubens scheinbar die erste Rolle und das Gute der Liebtätigkeit die zweite, denn die Wahrheiten des Glaubens bezielen das Gute der Liebtätigkeit als Endzweck. Diese Perioden dauern fort, bis der Mensch wiedergeboren ist, hernach wird die Liebtätigkeit, die der Endzweck war, der Anfang, und von ihr aus beginnen neue Zustände, die nach beiden Seiten hin fortgehen, nämlich mehr nach innen wie auch nach außen. Nach innen zur Liebe zum Herrn, und nach außen zu den Wahrheiten des Glaubens und ferner zu den natürlichen Wahrheiten und auch zu den sinnlichen Wahrheiten, die alsdann allmählich zur Entsprechung mit dem Guten der Liebtätigkeit und der Liebe im Vernünftigen gebracht werden, und somit in die himmlische Ordnung. Das ist es, was verstanden wird durch die Verläufe und Abzweigungen, die fortgehen bis zur letzten. Solche Verläufe und Abzweigungen dauern fort beim Menschen, der wiedergeboren wird, von seiner Kindheit an bis zum letzten Augenblick seines Lebens in der Welt und auch nachher bis in Ewigkeit, und doch kann er nie so wiedergeboren werden, daß er einigermaßen vollkommen heißen kann, denn es sind unzählige, ja durch eine Zahl nicht bestimmbare Dinge, die wiedergeboren werden müssen, sowohl im Vernünftigen als im Natürlichen, und ein jedes derselben hat unzählige Ableger (propagines), d.h. Verläufe und Abzweigungen nach innen und nach außen. Dieses weiß der Mensch gar nicht, aber der Herr weiß alles und jedes, und sorgt jeden Augenblick dafür; wenn er dies nur eine kleine Minute unterlassen würde, so würden alle Verläufe gestört werden; denn das Frühere zielt immer auf das Folgende in ununterbrochener Reihe, und bringt Reihen von Folgen in Ewigkeit hervor. Hieraus wird klar, daß die göttliche Voraussicht und Vorsehung in den einzelnsten Dingen ist, und wenn sie es nicht wäre, oder wenn sie bloß im allgemeinen waltete, so würde das Menschengeschlecht zugrunde gehen. 5123. "In noch drei Tagen", 1. Mose 40/13, bedeutet alsdann komme ein Neues. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es die Dauer bis zum Ende bezeichnet, somit auch das Erfüllte, wovon Nr. 2788, 4495; und aus der Bedeutung der Tage, sofern sie einen Zustand bezeichnen, wovon Nr. 5122. Hieraus wird klar, daß durch drei Tage der erfüllte Zustand bezeichnet wird; folglich in drei Tagen, oder nach drei Tagen, ein neuer Zustand: Nr. 4901, denn nach einem erfüllten, (d.i. vollendeten) Zustand beginnt ein neuer. 5124. "Wird Pharao dein Haupt erheben", 1. Mose 40/13, bedeutet das Vorgesehene und daher Beschlossene. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Haupt erheben", sofern es heißt beschließen, und im höchsten Sinn vorgesehen, denn der göttliche Beschluß und die Ausführung der beschlossenen Sache ist die Vorsehung. Das Haupt erheben war eine bei den Alten gebräuchliche Gerichtsformel, wenn die Gebundenen oder im Gefängnis Befindlichen gerichtet wurden, entweder zum Leben oder zum Tod. Wenn zum Leben, wurde gesagt: das Haupt erheben, wie auch 2.Kön.25/27,28: "Es erhob Evilmerodach, der König von Babel, in dem Jahr, wo er König wurde, das Haupt Jehojachins, des Königs von Jehudah, aus dem Haus des Gefängnisses, und redete mit ihm freundlich, und tat seinen Thron über den Thron der Könige, die bei ihm in Babel waren"; ebenso bei Jerem.52/31: "Es erhob Evilmerodach, der König von Babel, im Jahr seines Königreiches das Haupt Jehojachins, des Königs von Jehudah, und führte ihn aus dem Haus des Gefängnisses"; wenn sie aber zum Tod verurteilt wurden, wurde gesagt: das Haupt erheben von ihm, wie es im Folgenden vom Bäcker heißt: "In noch drei Tagen wird erheben Pharao dein Haupt von dir": 1. Mose 40/19. Jene gerichtliche Redensart hatte ihren Ursprung bei den Alten, die in der Kenntnis der Vorbilder waren, von der vorbildlichen Bedeutung derjenigen, die gebunden im Gefängnis oder in der Grube waren; weil durch diese diejenigen vorgebildet wurden, die in der Abödung unter der unteren Erde sind: Nr. 4728, 4744, 5038, darum wurde durch "das Haupt erheben" die Befreiung derselben bezeichnet, denn alsdann werden sie aus der Abödung zu himmlischen Gesellschaften erhöht oder erhoben; man sehe Nr. 2699, 2701, 2704. Erhoben oder erhöht werden heißt fortschreiten dem Inwendigeren zu, denn das Erhöhte oder Hohe wird vom Inwendigeren gesagt: Nr. 2148, 4210, und weil dem Inwendigeren zu, so ist es auch dem Himmel zu; denn der Himmel ist im Inwendigen. Dies wird bezeichnet durch die Erhebung des Hauptes. Hingegen durch die Erhebung des Hauptes von einem ab, wurde bezeichnet verurteilt werden zum Tod, weil alsdann diejenigen, die über ihnen in der Grube oder Abödung waren, zum Himmel erhoben wurden, während sie tiefer hinuntergebracht wurden. Weil durch diese gerichtliche Redensart solches bezeichnet wurde, deswegen wurde es in das Wort übernommen. Daß durch "das Haupt erheben", der Beschluß bezeichnet werde, ist hieraus klar; und weil der Beschluß, so wird im höchsten Sinn auch das Vorhergesehene bezeichnet, denn was das Göttliche beschließt, das sieht es auch vor. 5125. "Und dich zurückbringen in dein Amt", 1. Mose 40/13, bedeutet das, was dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen angehört, soll in Ordnung gebracht werden, so daß es an der letzten Stelle ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Mundschenken, in Beziehung auf den dieses gesagt wird, sofern er das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5077, 5082, mithin dasjenige, was jenem Sinnlichen im äußeren Natürlichen angehört. Denn das Sinnliche selbst wird nicht in Ordnung gebracht, sondern dasjenige, was durch das Sinnliche in die Phantasie des Menschen hineingekommen ist; und aus der Bedeutung von zurückbringen in das Amt, sofern es heißt in Ordnung bringen; und weil das Sinnliche, d.h. dasjenige, was aus der Welt durch die äußeren Sinneswerkzeuge hereingekommen ist, an der letzten Stelle ist, und zwar dann erst, wenn es dem Inwendigeren aufwartet oder dient, deswegen wird auch dieses zugleich bezeichnet. Dieses Sinnliche ist bei den Wiedergeborenen auch wirklich an der letzten Stelle, aber bei Nichtwiedergeborenen nimmt es die erste Stelle ein, man sehe Nr. 5077, 5081, 5084, 5089, 5094. Ob das Sinnliche die erste Stelle oder die letzte Stelle einnimmt, kann vom Menschen leicht erkannt werden, wenn er aufmerkt: wenn er alles gelten läßt, was das Sinnliche anrät und begehrt, aber nicht alles, was das Verständige gebietet, dann ist das Sinnliche an der ersten Stelle, und dann wird der Mensch durch Begierden getrieben und ist ganz sinnlich. Aber ein solcher Mensch ist vom Zustand der unvernünftigen Tiere nicht weit entfernt, denn diese werden nicht anders geführt (feruntur), ja er ist in einer noch schlimmeren Lage, wenn er das Verstandes- oder Vernunftvermögen zur Begründung des Bösen und Falschen mißbraucht, wozu das Sinnliche rät, und wonach es begehrt. Wenn er es aber nicht bejaht, sondern von innen heraus die Verführungen desselben zu Falschem und die Reizungen zum Bösen erkennt, und es zu züchtigen und so zum Gehorsam zu bringen, d.h. der Verstandes- und Willensseite, die dem inneren Menschen angehört, zu unterwerfen sucht, dann wird das Sinnliche (sensualia) in Ordnung gebracht, so daß es an der letzten Stelle ist. Wenn das Sinnliche an letzter Stelle ist, dann fließt Seligkeit und Wonne vom inwendigeren Menschen aus in die Lustreize des Sinnlichen, und macht, daß die Lustreize desselben tausendmal die früheren Lustreize übertreffen, weil der sinnliche Mensch nicht begreift und nicht glaubt, daß es so ist, und weil er keinen anderen Lustreiz fühlt und meint, es gebe keine höheren Lustreize, so betrachtet er die Seligkeit und Wonne inwendig in den Lustreizen des Sinnlichen als nichtig, denn was einem unbekannt ist, das hält er für nichts. 5126. "Und du wirst den Becher Pharaos geben in seine Hand", 1. Mose 40/13, bedeutet, damit es von hier aus dem inwendigen Natürlichen diene. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Becher zum Trinken geben", sofern es ein Aneignen bezeichnet, wovon Nr. 5120; daß es auch ein Dienen bezeichnet, ist klar. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das inwendige Natürliche ist, wovon Nr. 5080, 5095, 5118. Daß es ein inneres Natürliches und ein äußeres Natürliches gibt, und das äußere Natürliche aus demjenigen sich bildet, was unmittelbar durch Sinneswahrnehmungen aus der Welt in das natürliche Gemüt, nämlich in sein Gedächtnis und von hier aus in die Einbildungskraft hineinkommt, sehe man Nr. 5118. Damit man wisse, was das äußere Natürliche und was das innere sei, die dem äußeren Menschen angehören, und daher was das Vernünftige ist, das dem inwendigen Menschen angehört, soll es mit wenigem gesagt werden: Der Mensch ist von seiner Kindheit an bis zum Knabenalter ganz sinnlich, denn alsdann nimmt er bloß Irdisches, Leibliches und Weltliches durch Sinneswahrnehmungen des Leibes auf. Aus diesem bestehen alsdann auch seine Vorstellungen und Gedanken. Die Gemeinschaft mit dem inwendigen Menschen ist noch nicht eröffnet, wenigstens nur so weit, daß er jenes fassen und behalten kann. Die Unschuld, die er alsdann hat, ist nur eine äußere, nicht aber eine innere; denn die wahre Unschuld wohnt in der Weisheit. Durch jene, nämlich durch die äußere Unschuld, bringt der Herr dasjenige in Ordnung, was durch Sinneswahrnehmungen eindringt. Ohne das Einfließen der Unschuld vom Herrn in jenem ersten Lebensalter würde gar keine Grundlage vorhanden sein, auf die das Verständige oder Vernünftige, das dem Menschen eigen ist, gebaut werden könnte. Vom Knabenalter bis zur ersten Jugend (adolescentiam) wird die Gemeinschaft mit dem inneren Natürlichen eröffnet, (und zwar) dadurch, daß er Wohlanständigkeit, bürgerliche Sitte und Ehrbarkeit erlernt, sowohl durch Unterricht von Eltern und Lehrern, als durch Studien. Von der Jugend aber bis zum ersten Mannesalter (adjuvenitem acetatem), wird die Gemeinschaft zwischen dem Natürlichen und Vernünftigen eröffnet dadurch, daß er alsdann Wahres und Gutes des bürgerlichen und sittlichen Lebens und hauptsächlich Wahres und Gutes des geistigen Lebens durch das Hören und Lesen des Wortes erlernt. Aber inwieweit er alsdann Gutes durch Wahres sich zu eigen macht, d.h., inwieweit er das Wahre, das er lernt, tut, insoweit wird das Vernünftige geöffnet. Hingegen inwieweit er Gutes durch Wahres sich nicht zu eigen macht, oder inwieweit er die Wahrheiten nicht übt, insoweit wird das Vernünftige nicht geöffnet. Aber dennoch bleiben die Erkenntnisse im Natürlichen, nämlich in seinem Gedächtnis, somit gleichsam außerhalb des Hauses auf der Schwelle. Inwieweit er aber alsdann und in der folgenden Lebenszeit dieselbe nicht gelten läßt, leugnet und dagegen handelt, d.h. anstatt derselben Falsches glaubt und Böses tut, insoweit wird das Vernünftige und auch das inwendigere Natürliche verschlossen; aber dennoch bleibt soviel Gemeinschaft vermöge der göttlichen Vorsehung übrig, daß er es mit einigem Verständnis zwar begreifen, aber doch nicht sich aneignen kann, wenn er nicht ernstliche Buße tut, und lange nachher mit Falschem und Bösem ringt. Bei denjenigen aber, die sich wiedergebären lassen, tritt das Gegenteil ein. Stufenweise oder allmählich wird bei ihnen das Vernünftige geöffnet, und demselben das innere Natürliche, und diesem das äußere untergeordnet. Dies geschieht hauptsächlich im jugendlichen Alter bis zum erwachsenen, und weiter fort bis zu ihrer letzten Lebenszeit, und nachher im Himmel in Ewigkeit. Hieraus kann man wissen, was das Innere und was das Äußere beim Menschen sei. 5127. "Nach der vorigen Weise", 1. Mose 40/13, bedeutet nach dem Gesetz der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung der vorigen Weise, sofern sie das Gesetz der Ordnung bezeichnet; denn Ordnungsgesetz ist, daß das Äußere untergeordnet sein soll dem Inneren, oder was dasselbe, das Untere dem Oberen, und daß es wie ein Diener Dienste leiste; denn das Äußere oder Untere bildet eben die Dienerschaft, das Inwendigere aber oder das Höhere, beziehungsweise die Herrschaft. Daß dieses durch "nach der vorigen Weise" bezeichnet wird, kommt daher, weil der Mundschenk als Knecht früher dem Pharao als seinem Herrn gedient hatte; nach dem Gesetz der Unterordnung; somit das Sinnliche, das durch den Mundschenken vorgebildet wird, dem inneren Natürlichen, das durch Pharao (vorgebildet wird), nach dem Gesetz der Ordnung. Daß es ein Ordnungsgesetz ist, daß das Untere oder Äußere dienen soll dem Oberen oder Inneren, weiß der sinnliche Mensch gar nicht; denn wer ganz sinnlich ist, weiß nicht, was das Innere, somit auch nicht, was das beziehungsweise Äußere ist. Er ist sich bewußt, daß er denkt und redet, und daß er will und tut, daher ist er der Meinung, das Denken und Wollen sei das Innere und das Reden und Tun sei das Äußere, aber er weiß nicht, daß denken bloß aus Sinnlichem und tun aus Begierden Sache des äußeren Menschen ist, und daß so sein Denken und Wollen bloß dem äußeren Natürlichen angehört, und mehr noch, wenn er Falsches denkt und Böses will. Und weil bei solchen die Gemeinschaft mit dem Inwendigeren verschlossen ist, darum weiß er nicht, was inneres Denken und inneres Wollen sei. Wenn man ihm sagt, daß das inwendigere Denken darin bestehe, daß man aus dem Wahren denkt, und das inwendigere Wollen darin, daß man aus dem Guten handelt, so begreift er das gar nicht, noch weniger, daß der innere Mensch unterschieden ist vom äußeren, und zwar so unterschieden, daß der innere Mensch gleichsam von einem höheren Standpunkt aus sehen kann, was im äußeren Menschen vorgeht, und daß der innere Mensch die Fähigkeit und die Macht hat, den äußeren zu züchtigen, und nicht zu wollen und zu denken, was der äußere Mensch aus seiner Phantasie anschaut, und aus seiner Begierde verlangt; solange sein äußerer Mensch die Herrschaft führt und regiert, sieht er dieses nicht, aber außerhalb jenes Zustandes, wie zum Beispiel wenn er infolge von Unglücksfällen oder Krankheiten in irgendeinem Kummer ist, kann er es sehen und begreifen; alsdann hört nämlich die Herrschaft des äußeren Menschen auf; denn die Fähigkeit oder das Vermögen zu verstehen, wird dem Menschen immer vom Herrn erhalten, aber es ist sehr dunkel bei denjenigen, die in Falschem und Bösem sind, und wird immer heller, je mehr Falsches und Böses (gleichsam) eingeschläfert wird. Das Göttliche des Herrn fließt zwar fortwährend beim Menschen ein, und erleuchtet ihn, aber wo Falsches und Böses ist, d.h. wo das Gegenteil von Wahrem und Gutem, da wird das göttliche Licht entweder abgewiesen oder erstickt oder verkehrt und bloß soviel von demselben wird gleichsam durch Ritzen aufgenommen, als er braucht zur Fähigkeit, aus Sinnlichem zu denken und zu reden, auch über geistige Dinge vermöge der Redensarten, die dem natürlichen oder leiblichen Gedächtnis eingeprägt worden sind. 5128. "Da du sein Mundschenk warst", 1. Mose 40/13, bedeutet, wie das Sinnliche jener Gattung (zu tun) pflegt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, sofern er das Sinnliche bezeichnet, oder dasjenige Sinnliche, das der Verstandesseite unterworfen ist, wovon Nr. 5077, 5082; daß es bedeutet, wie gewöhnlich, wird ausgedrückt durch (die Worte): da du warst. Daß das Sinnliche unterworfen sein muß und untergeordnet dem Vernünftigen, ist bereits im Vorhergehenden nachgewiesen worden, und weil von jener Unterwerfung und Unterordnung hier die Rede ist, so muß noch gesagt werden, wie es sich damit verhält: Der Mensch, bei dem das Sinnliche unterworfen ist, wird vernünftig genannt; der aber, bei dem es nicht unterworfen ist, wird sinnlich genannt. Ob aber ein Mensch vernünftig oder ob er sinnlich sei, kann nicht leicht unterschieden werden von anderen, wohl aber von ihm selbst, wenn er sein Inneres prüft, d.h. sein Wollen und sein Denken. Ob ein Mensch sinnlich ist oder vernünftig, kann von anderen nicht erkannt werden aus der Rede, auch nicht aus dem Tun; denn das Leben des Denkens, das in der Rede ist, und das Leben des Willens, das im Tun ist, erscheint nicht vor irgendeinem leiblichen Sinne; man hört nur den Ton und sieht die Gebärde mit der Neigung, aber ob diese eine erheuchelte ist oder eine wahre, merkt man nicht. Im anderen Leben dagegen wird von denjenigen, die im Guten sind, deutlich wahrgenommen, sowohl was in der Rede, als was im Tun ist, somit was für ein Leben, wie auch woher das Leben darin. Aber doch gibt es in der Welt einige Anzeichen, aus denen einigermaßen geschlossen werden kann, ob das Sinnliche unterworfen ist dem Vernünftigen, oder ob das Vernünftige dem Sinnlichen, oder was gleich, ob ein Mensch vernünftig ist, oder ob bloß sinnlich. Diese Anzeichen sind folgende: Wenn man wahrnimmt, daß ein Mensch falsche Grundsätze hat und sich nicht erleuchten läßt, sondern die Wahrheiten ganz verwirft und ohne Vernunft Falsches hartnäckig verteidigt, so ist es ein Anzeichen, daß er ein sinnlicher Mensch ist und kein vernünftiger, bei ihm ist das Vernünftige verschlossen, so daß er dem Licht des Himmels keinen Zugang gestattet. Noch mehr sinnlich sind diejenigen, die in der Beredung des Falschen sind, denn die Beredung des Falschen verschließt das Vernünftige völlig. Etwas anderes ist es, in falschen Grundsätzen sein, und etwas anderes, in der Beredung des Falschen. Die in der Beredung des Falschen sind, haben in ihrem Natürlichen einiges Licht, aber ein solches, wie es das Winterlicht ist. Dieses Licht erscheint im anderen Leben bei ihnen schneeweiß, aber sobald ein himmlisches Licht in dasselbe einfällt, wird es verdunkelt, und je nach dem Grade und der Beschaffenheit der Beredung wird es finster wie die Nacht. Dies wird bei ihnen auch offenbar, wenn sie in der Welt leben, denn alsdann können sie gar nichts Wahres sehen, ja aus dem Dunkeln oder der Nacht ihres Falschen sind ihnen die Wahrheiten wie nichts, und sie verspotten sie auch. Solche kommen den Einfältigen zuweilen wie vernünftig vor, denn mittelst jenes schneeweißen Winterlichtes können sie Falsches geschickt begründen, bis daß es als wahr erscheint. In solcher Beredung sind in höherem Grad als andere viele von den Gelehrten, denn sie haben bei sich Falsches begründet durch Logisches und Philosophisches und zuletzt durch mehreres Wißtümliches; solche hießen bei den Alten "Schlangen vom Baum der Erkenntnis": Nr. 195-197. Aber heutzutage kann man sie heißen innerliche Sinnliche, die ohne Vernunft sind. Ein Anzeichen, ob ein Mensch bloß sinnlich sei oder ob vernünftig, gibt hauptsächlich sein Leben. Unter Leben wird nicht verstanden, wie es erscheint in der Rede und in den Werken, sondern wie es ist in der Rede und in den Werken; denn das Leben der Rede kommt vom Denken, und das Leben der Werke kommt vom Wollen, beides von der Absicht oder vom Zweck. Wie beschaffen also die Absicht oder der Zweck ist in der Rede und in den Werken, so beschaffen ist auch das Leben; denn die Rede ohne das inwendigere Leben ist nur ein Ton, und die Werke ohne das inwendigere Leben sind nur eine Bewegung. Dieses Leben ist gemeint, wenn man sagt, daß das Leben nach dem Tode bleibe. Ist ein Mensch vernünftig, so redet er aus Gutdenken, und handelt aus Gutwollen, d.h., er redet aus Glauben und handelt aus Liebtätigkeit. Ist aber ein Mensch nicht vernünftig, dann kann er zwar aus Verstellung handeln wie vernünftig und ebenso reden, aber dennoch ist kein Leben aus dem Vernünftigen darin, denn das Leben des Bösen verschließt alles Leben oder Gemeinschaft mit dem Vernünftigen und macht, daß er ganz natürlich und sinnlich ist. Zwei Dinge sind es, die nicht allein den Verbindungsweg verschließen, sondern auch den Menschen der Fähigkeit berauben, irgendeinmal vernünftig zu werden: es ist die Arglist und die Entweihung. Die Arglist ist wie ein feines Gift, welches das Innere durchdringt, und die Entweihung ist es, die Falsches mit Wahrem, und Böses mit Gutem vermengt. Durch diese beiden geht das Vernünftige ganz zugrunde. Bei einem jeden Menschen findet sich Gutes und Wahres, das (bei ihm) vom Herrn verborgen wurde von der Kindheit her; dieses Gute und Wahre wird im Wort Überreste (reliquiae) genannt, worüber man sehe Nr. 468, 530, 560, 561, 661, 1050, 1738, 1906, 2284; diese Überreste vergiftet die Arglist und vermengt die Entweihung. Was Entweihung ist, sehe man Nr. 593, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3402, 3489, 3898, 4289, 4601. Aus diesen Anzeichen kann man einigermaßen wissen, wer ein vernünftiger Mensch ist, und wer ein sinnlicher. Wenn das Sinnliche dem Vernünftigen unterworfen ist, dann wird das Sinnliche, aus dem die erste Einbildung des Menschen besteht, von dem Licht, das durch den Himmel vom Herrn kommt, erleuchtet, und dann wird auch das Sinnliche in Ordnung gebracht, so daß es Licht aufnimmt, und daß es entspricht. Wenn das Sinnliche in diesem Zustand ist, dann bildet es kein Hindernis mehr, daß das Wahre sowohl anerkannt als gesehen wird. Was nicht übereinstimmt, wird sogleich entfernt, und was übereinstimmt, wird angenommen. Was übereinstimmt ist alsdann gleichsam in den Mittelpunkten, und was nicht übereinstimmt in den Umkreisen. Was in den Mittelpunkten ist, wird gleichsam zum Himmel erhoben, und was in den Umkreisen, hängt gleichsam abwärts. Was in den Mittelpunkten ist, empfängt Licht durch das Vernünftige und erscheint, wenn es sich in solcher Weise im anderen Leben sichtbar darstellt, wie Sternchen, die schimmern, und das Licht ringsumher bis zu den Umkreisen verbreiten, mit einer stufenweisen Abnahme des Lichtes. In eine solche Form wird das Natürliche und Sinnliche gebracht, wenn das Vernünftige die Herrschaft hat, und das Sinnliche unterworfen ist. Dies geschieht, wenn der Mensch wiedergeboren wird; dadurch ist er imstande, Wahrheiten in Fülle zu sehen und anzuerkennen. Wenn aber das Vernünftige dem Sinnlichen unterworfen ist, dann tritt das Gegenteil ein, denn in der Mitte oder im Zentrum ist alsdann das Falsche und in den Umkreisen das Wahre. Was im Mittelpunkt ist, ist dort in einem gewissen Licht, aber in einem falschen Licht oder einem solchen, wie es aus einem Kohlenfeuer entsteht. In dieses fließt überallher Licht von der Hölle ein: dieses Licht ist es, das Finsternis genannt wird, denn sobald nur etwas Licht aus dem Himmel in dasselbe einfließt, wird es in Finsternis verwandelt. 5129. Vers 14,15: Aber gedenke meiner bei dir, wann es dir wohl geht, und tue doch an mir Barmherzigkeit, und bringe mich ins Andenken bei Pharao, und führe mich aus diesem Hause. Denn gestohlen, ja gestohlen bin ich worden aus dem Lande der Hebräer, und auch hier habe ich nichts getan, daß sie mich in die Grube (d.h. Gefängnis) gesetzt haben. "Aber gedenke meiner bei dir" bedeutet die Annahme des Glaubens; "wann es dir wohl geht" bedeutet, wenn Entsprechung vorhanden; "und tue doch an mir Barmherzigkeit" bedeutet die Annahme der Liebtätigkeit; "und bringe mich ins Andenken bei Pharao" bedeutet die Gemeinschaft mit dem inneren Natürlichen; "und führe mich aus diesem Hause" bedeutet die Befreiung von Bösem; "denn gestohlen, ja gestohlen bin ich worden" bedeutet das Himmlische sei durch das Böse entfremdet worden; "aus dem Lande der Hebräer" bedeutet von der Kirche weg, "und auch hier habe ich nichts getan" bedeutet Unschuld; "daß sie mich in die Grube gesetzt haben" bedeutet die Verwerfung unter Falsches. 5130. "Aber gedenke meiner bei dir", 1. Mose 40/14, bedeutet die Annahme des Glaubens. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der dieses von sich sagt, sofern er der Herr in Ansehung des Himmlischen im Natürlichen ist, wovon Nr. 5086, 5087, 5106; und aus der Bedeutung von "gedenke meiner bei dir", sofern es die Annahme des Glaubens bezeichnet; denn das Gedenken und Sicherinnern an den Herrn kommt nirgend anderswoher als aus dem Glauben. Daher heißt "gedenke meiner bei dir", er solle den Glauben annehmen. Mit dem Glauben verhält es sich so: wer ihn annimmt, und wer ihn hat, ist fortwährend in der Erinnerung an den Herrn, und zwar auch dann, wenn er über etwas anderes denkt oder redet, und auch wenn er seine amtlichen oder Privat- oder Hausgeschäfte besorgt, obwohl er nicht weiß, daß er alsdann an den Herrn sich erinnert; denn die Erinnerung an den Herrn von seiten derer, die im Glauben sind, ist das allgemein Herrschende, und was allgemein herrscht, das nimmt man nicht wahr, außer wenn man den Gedanken darauf richtet. Dies kann durch mehreres beim Menschen erläutert werden: Wer in irgendeiner Liebe ist, mag sie sein, welche sie will, der denkt fortwährend an das, was dieser Liebe angehört, und zwar auch, wenn er mit anderen Dingen in Gedanken, in der Rede oder im Tun sich befaßt. Dies zeigt sich offenbar im anderen Leben an den geistigen Sphären, die um einen jeden her sind. Schon aus ihren Sphären wird dort bei allen erkannt, in was für einem Glauben sie sind und in was für einer Liebe, und zwar, wenn sie auch etwas ganz anderes denken und reden: Nr. 1048, 1053, 1316, 1504-1520, 2489, 4464; denn das, was allgemein durchherrscht bei jemand, das bewirkt jene Sphäre und offenbart sein Leben vor anderen. Hieraus kann erhellen, was darunter verstanden wird, daß man immer an den Herrn, an das Heil und an das Leben nach dem Tod denken soll. Alle, die im Glauben aus der Liebtätigkeit sind, tun dieses; daher kommt es, daß dieselben nicht böse vom Nächsten denken, und daß sie Gerechtigkeit und Billigkeit üben in allem einzelnen was sie denken, reden und tun; denn was allgemein herrscht, das fließt ins einzelne ein und leitet und regiert es; denn der Herr erhält das Gemüt (des Menschen) in solchem, was der Liebtätigkeit und daher dem Glauben angehört und ordnet so das einzelne dem gemäß. Die Sphäre des Glaubens aus der Liebtätigkeit ist die Sphäre, die im Himmel herrscht, denn der Herr fließt mit der Liebe ein und durch die Liebe mit der Liebtätigkeit, folglich auch mit den Wahrheiten, die dem Glauben angehören; daher kommt es, daß man von denjenigen, die im Himmel sind, sagt, sie seien im Herrn. In dem, was nun folgt, ist von der Wiedergeburt des der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen die Rede, das durch den Mundschenken vorgebildet wird; und weil von seiner Wiedergeburt, so ist auch von der Annahme des Glaubens die Rede; denn das Sinnliche, wie das Vernünftige, wird durch den Glauben wiedergeboren, aber durch den Glauben, in den die Liebtätigkeit einfließt. Wenn die Liebtätigkeit nicht in den Glauben einfließt, und ihm Leben gibt, so kann der Glaube gar nicht allgemein herrschen, denn was der Mensch liebt, das herrscht, nicht aber das, was er bloß weiß und im Gedächtnis hat. 5131. "Wann es dir wohl geht", 1. Mose 40/14, bedeutet, wann Entsprechung vorhanden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "dir wohl gehen," wenn von der Wiedergeburt oder Neugebärung des auswendigen Natürlichen oder Sinnlichen gehandelt wird, sofern es die Entsprechung bezeichnet; denn es geht ihm nicht eher wohl, als wenn es entspricht. Was Entsprechung ist, sehe man am Ende der Kapitel. Es gibt eine Entsprechung des Sinnlichen mit dem Natürlichen, und es gibt eine Entsprechung des Natürlichen mit dem Geistigen, wie auch eine Entsprechung des Geistigen mit dem Himmlischen, und endlich gibt es eine Entsprechung des Himmlischen mit dem Göttlichen des Herrn. Somit findet eine Aufeinanderfolge von Entsprechungen vom Göttlichen bis zum letzten Natürlichen statt. Weil diejenigen, die vorher nicht über die Entsprechungen gedacht haben, sich nicht leicht eine Vorstellung davon machen können, von welcher Art sie sind, darum soll es mit wenigem gesagt werden: Aus der Philosophie ist bekannt, daß der Zweck das erste der Ursache, und daß die Ursache das erste der Wirkung ist. Damit nun Zweck, Ursache und Wirkung aufeinanderfolgen und eins machen, ist erforderlich, daß die Wirkung entspreche der Ursache, und die Ursache entspreche dem Zweck. Aber dennoch erscheint der Zweck nicht wie die Ursache, und die Ursache nicht wie die Wirkung; denn damit der Zweck die Ursache hervorbringe, muß er aus der Region, wo die Ursache ist, sich dienende Mittel verschaffen, durch die der Zweck die Ursache bereitet, und damit die Ursache die Wirkung hervorbringe, muß sie ebenfalls aus der Region, wo die Wirkung ist, sich dienende Mittel verschaffen, damit die Ursache die Wirkung mache. Diese dienenden Mittel sind es, die entsprechen; und weil sie entsprechen, kann der Zweck in der Ursache sein und die Ursache betätigen, und die Ursache in der Wirkung sein und die Wirkung betätigen, folglich der Zweck durch die Ursache die Wirkung schaffen. Anders aber, wenn keine Entsprechung vorhanden ist, dann hat der Zweck keine Ursache, in der er sein kann, noch weniger eine Wirkung, in der er sein kann, sondern der Zweck verändert und gestaltet sich um in der Ursache, und endlich in der Wirkung gemäß der Form, welche die dienenden Mittel bilden. Alles und jedes im Menschen, ja alles und jedes in der Natur folgt aufeinander wie Zweck, Ursache und Wirkung, und wenn diese einander so entsprechen, dann machen sie eins aus, denn der Zweck ist alsdann alles in allem der Ursache, und durch die Ursache alles in allem der Wirkung. Wie z.B.: wenn die himmlische Liebe der Zweck, der Wille die Ursache und das Tun die Wirkung, dann fließt, wenn Entsprechung vorhanden ist, jene Liebe in den Willen ein, und der Wille ins Tun und machen eins aus, so daß das Tun durch Entsprechung gleichsam Liebe ist. Oder auch, wenn der Glaube der Liebtätigkeit der Zweck, das Denken die Ursache und die Rede die Wirkung ist, alsdann fließt, wenn Entsprechung vorhanden ist, der Glaube aus der Liebtätigkeit ein ins Denken und dieses in die Rede, und machen eins, so daß die Rede durch Entsprechung gleichsam der Zweck ist. Wenn aber der Zweck, der die Liebe oder der Glaube ist, die Ursache, die der Wille und das Denken ist, hervorbringen soll, muß er sich dienende Mittel im vernünftigen Gemüt verschaffen, die entsprechen; denn ohne dienende Mittel, die entsprechen, kann der Zweck, der die Liebe und der Glaube ist, mag er immerhin vom Herrn durch den Himmel einfließen, keine Aufnahme finden. Hieraus wird klar, daß das Innere und Äußere des Menschen, d.h. sein Vernünftiges, Natürliches und Sinnliches, in Entsprechung gebracht werden muß, damit er den göttlichen Einfluß aufnehme, folglich damit der Mensch wiedergeboren werden kann, und daß es ihm vorher nicht wohl geht. Daher nun kommt es, daß hier durch "wenn es dir wohl geht", die Entsprechung bezeichnet wird. 5132. "Und tue doch an mir Barmherzigkeit", 1. Mose 40/14, bedeutet die Annahme der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Barmherzigkeit, sofern sie Liebe ist, wovon Nr. 3063, 3073, 3120, 5042, hier Liebe gegen den Nächsten oder Liebtätigkeit, weil Nr. 5130 von der Annahme des Glaubens die Rede war; denn Glaube und Liebtätigkeit müssen eins ausmachen im Sinnlichen, wenn dieses wiedergeboren wird. Daß Barmherzigkeit die Liebtätigkeit bedeutet, hat den Grund, weil alle, die in der Liebtätigkeit, auch in der Barmherzigkeit sind, oder die, welche den Nächsten lieben, sich auch seiner erbarmen. Deshalb werden die Übungen der Liebtätigkeit durch Werke der Barmherzigkeit beschrieben, wie bei Matth.25/35,36: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mir zu essen gegeben, Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränkt, ein Fremdling bin Ich gewesen, und ihr habt Mich aufgenommen, nackt, und ihr habt Mich bekleidet, krank bin Ich gewesen, und ihr habt Mich besucht, im Gefängnis bin Ich gewesen, und ihr seid zu Mir gekommen"; und anderwärts dadurch, daß man den Armen, Bedrängten, Witwen und Waisen Gutes tun soll. Liebtätigkeit ist ihrem Wesen nach, dem Nächsten wohl wollen, und angeregt werden vom Guten, und das Gute als Nächsten anerkennen; folglich diejenigen, die im Guten sind, mit Unterschied, je nach dem sie im Guten sind; daher wird die Liebtätigkeit, weil sie vom Guten angeregt wird, auch von Barmherzigkeit gegen diejenigen angeregt, die in Nöten sind. Das Gute der Liebtätigkeit hat dieses in sich, weil es herabkommt aus der Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, und diese Liebe ist Barmherzigkeit, weil das ganze Menschengeschlecht in allerlei Not sich befindet. Die Barmherzigkeit erscheint zuweilen auch bei Bösen, die in keiner Liebtätigkeit sind, aber es ist nur ein schmerzliches Gefühl darüber, daß man selbst leidet; denn der Böse fühlt nur Barmherzigkeit gegen Freunde, die eins mit ihm ausmachen, und wenn diese leiden, so leidet er selbst. Diese Barmherzigkeit ist keine Barmherzigkeit der Liebtätigkeit, sondern sie ist die Barmherzigkeit der selbstsüchtigen Freundschaft, die an sich betrachtet Unbarmherzigkeit ist, denn sie verachtet oder haßt alle anderen außer ihm selbst, somit außer den Freunden, die eins mit ihm ausmachen. 5133. "Und bringe mich ins Andenken bei Pharao", 1. Mose 40/14, bedeutet Gemeinschaft mit dem inneren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bei jemand ins Andenken bringen", sofern es heißt Mitteilung machen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das innere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5080, 5095; durch die Mitteilung oder Gemeinschaft mit dem inneren Natürlichen, wird verstanden eine Verbindung durch Entsprechung. Das innere Natürliche ist dasjenige, das die Vorstellungen des Wahren und Guten aus dem Vernünftigen aufnimmt, und zur Nutzanwendung aufbewahrt, das folglich unmittelbar mit dem Vernünftigen Gemeinschaft hat. Aber das äußere Natürliche ist dasjenige, das die Bilder und daher die Vorstellungen der Dinge durch Sinneswahrnehmungen aus der Welt aufnimmt. Werden diese Vorstellungen nicht erleuchtet von denjenigen, die im inneren Natürlichen sind, so stellen sie Täuschungen dar, welche Sinnestäuschungen genannt werden. Wenn der Mensch in diesen ist, so glaubt er nichts, als was mit ihnen übereinstimmt, und was sie bestätigen, und dies geschieht auch, wenn keine Entsprechung zustande kommt. Diese kommt aber nur dann zustande, wenn der Mensch von Liebtätigkeit durchdrungen wird; denn die Liebtätigkeit ist das vereinigende Mittel, weil in ihrem Guten Leben vom Herrn ist, und dieses Leben ordnet die Wahrheiten so, daß eine Form der Liebtätigkeit oder die Liebtätigkeit in einem Bild entsteht. Diese Form erscheint sichtbar im anderen Leben, und ist die eigentliche engelische; alle Engel sind daher Formen der Liebtätigkeit. Ihre Schönheit kommt von den Wahrheiten, die dem Glauben angehören, und das Leben der Schönheit kommt von dem Guten, das der Liebtätigkeit angehört. 5134. "Und führe mich aus diesem Hause", 1. Mose 40/14, bedeutet Befreiung vom Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausführen, sofern es eine Befreiung bezeichnet; und aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 710, 1708, 2048, 2233, 3128, 3652, 3720, 4982; daher ist es im entgegengesetzten Sinn das Böse. Hieraus wird klar, daß durch "führe mich aus diesem Hause", Befreiung von Bösem bezeichnet wird. Es folgt dieses auch in seiner Ordnung aus dem, was vorhergeht. Wenn im äußeren Natürlichen, von dem hier die Rede ist, der Glaube angenommen wird: Nr. 5130, kommt eine Entsprechung zustande: Nr. 5131, und wird die Liebtätigkeit angenommen: Nr. 5132, und dann entsteht eine Gemeinschaft mit dem inneren Natürlichen: Nr. 5133; dann wird dieses von dem Bösen befreit, durch welches das Himmlische, das durch Joseph vorgebildet wird: Nr. 5086, 5087, 5106, entfremdet worden ist, und diese Entfremdung wird dadurch bezeichnet, daß er "gestohlen, ja gestohlen worden sei", wie gleich folgt; und wirklich wird auch das Natürliche, wenn es durch Liebtätigkeit und Glauben wiedergeboren wird, von Bösem befreit, denn das Böse wird alsdann geschieden, und aus dem Mittelpunkt, wo es früher gewesen war, auf die Umkreise (Peripherie) geworfen, wohin das Licht des Wahren vom Guten nicht dringt. Beim Menschen wird so das Böse geschieden, gleichwohl aber beibehalten, denn es kann nicht ganz vertilgt werden. Aber beim Herrn, Der das Natürliche in Sich göttlich gemacht hat, wurde das Böse und Falsche ganz ausgeworfen und vertilgt, denn das Göttliche kann mit Bösem und Falschem nichts gemein haben, noch in demselben seine Begrenzung finden (terminari), wie es beim Menschen der Fall ist; denn das Göttliche ist das eigentliche Sein des Guten und Wahren, das unendlich entfernt und entfremdet ist vom Bösen und Falschen. 5135. "Denn gestohlen, ja gestohlen bin ich worden", 1. Mose 40/15, bedeutet, das Himmlische sei durch das Böse entfremdet worden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der jene Worte von sich sagt, sofern er das Himmlische im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5086, 5087, 5106, folglich das Himmlische daselbst; und aus der Bedeutung von gestohlen werden, sofern es heißt entfremdet werden durch das Böse; denn stehlen heißt entfremden, und Diebstahl bezeichnet das Böse, das entfremdet. Und es findet wirklich ein Diebstahl statt durch das Böse, das sich das, was dort ist, zueignet. Der Diebstahl bedeutet Entfremdung in Beziehung auf den Platz, den (das Böse) einnimmt; aus diesem wirft es das Gute und Wahre hinaus und füllt ihn mit Bösem und Falschem an. Diebstahl bedeutet auch die Zueignung von fremdem Eigentum, insofern derselbe Gutes und Wahres, das in jenem Platz (sich befindet), sich zuschreibt und zu dem seinigen macht, und auch zu Bösem und Falschem anwendet. Damit man wisse, was Diebstahl im geistigen Sinn ist, soll gesagt werden, wie es sich mit Bösem und Falschem verhält, wenn es eindringt und den Platz einnimmt, und auch wenn es sich Gutes und Wahres, was dort ist, zueignet. Von der Kindheit an bis zum Knabenalter und zuweilen bis zum ersten Jünglingsalter nimmt der Mensch Gutes und Wahres durch Unterricht von Eltern und Lehrern in sich auf, denn alsdann ergreift er es und glaubt es einfältiglich. Der Stand der Unschuld ist hierzu förderlich. Dann befestigt es (der Mensch) in seinem Gedächtnis; aber er legt es (gleichsam) auf der ersten Schwelle nieder, denn die kindliche und knabenhafte Unschuld ist noch keine innere Unschuld, die das Vernünftige anregt, sondern es ist eine äußere Unschuld, die bloß das äußere Natürliche anregt: Nr. 2306, 3183, 3494, 4563, 4797. Wenn aber der Mensch älter wird und nicht wie früher aus den Eltern und Lehrern sondern aus sich selber zu denken anfängt, dann nimmt er wieder vor und wiederkaut gleichsam dasjenige, was er vorher gelernt und geglaubt hatte, und begründet es entweder oder zweifelt daran oder leugnet es. Wenn er es begründet, so ist es ein Zeichen, daß er im Guten ist, leugnet er es aber, so ist es ein Zeichen, daß er im Bösen ist. Zweifelt er aber daran, so ist es ein Zeichen, daß er bei zunehmendem Alter entweder zur Bejahung oder zur Verneinung kommt. Was der Mensch als Kind in der ersten Lebenszeit ergreift oder glaubt, und was er nachher entweder begründet, oder woran er zweifelt, oder was er leugnet, besteht hauptsächlich (in folgenden Wahrheiten): Daß ein Gott ist, und Derselbe einer ist, daß Er alles geschaffen hat, daß Er diejenigen belohnt, die Gutes tun, und diejenigen bestraft, die Böses tun, daß es ein Leben nach dem Tode gibt, und daß die Bösen in die Hölle und die Guten in den Himmel kommen, somit daß es eine Hölle und einen Himmel gibt, daß das Leben nach dem Tod ewig ist, sodann, daß man täglich beten soll, und zwar in Demut, daß man den Sabbath heilig halten, die Eltern ehren, nicht ehebrechen, nicht töten, nicht stehlen soll und dergleichen mehr; dies faßt der Mensch auf und dies wird ihm von Kind an eingeprägt. Wenn er aber anfängt, aus sich zu denken und sich selbst zu bestimmen, und dann solches bei sich begründet, und noch mehreres dazu bringt, was noch inwendiger ist, und danach lebt, alsdann steht es gut mit ihm. Hingegen wenn er anfängt, es zu entkräften und endlich zu leugnen, mag er dann immerhin um der bürgerlichen Gesetze und der gesellschaftlichen Verhältnisse willen im Äußeren danach leben, alsdann ist er im Bösen. Dieses Böse ist es, was durch Diebstahl bezeichnet wird, sofern dasselbe wie ein Dieb den Platz einnimmt, wo früher das Gute war, und sofern es bei mehreren Gutes und Wahres, das früher dort gewesen war, wegnimmt und zur Begründung von Bösem und Falschem anwendet. Der Herr entfernt alsdann, soweit es möglich ist, Gutes und Wahres der Kindheit von jenem Platz und zieht es einwärts und legt es im inneren Natürlichen zum (künftigen) Gebrauch nieder. Dieses im inneren Natürlichen niedergelegte Gute und Wahre wird im Wort durch Überreste bezeichnet, wovon Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 1050, 1738, 1906, 2284. Wenn aber das Böse daselbst Gutes und Wahres stiehlt, und es zur Begründung von Bösem und Falschem anwendet, hauptsächlich durch Arglist, dann verzehrt es jene Überreste; denn alsdann vermischt es Böses mit Gutem und Falsches mit Wahrem, so daß es nicht getrennt werden kann, und dann ist es um den Menschen geschehen. Daß durch Diebstahl solches bezeichnet wird, kann schon aus der Anwendung des Diebstahls auf das, was zum geistigen Leben gehört, erhellen: im geistigen Leben gibt es keine anderen Güter (opes) als Erkenntnisse des Guten und Wahren, und keine anderen Besitztümer und Erbschaften als die Beseligungen des Lebens, die aus dem Guten und hierdurch aus dem Wahren herkommen. Dieselben stehlen, ist, wie oben gesagt worden, ein Diebstahl im geistigen Sinn; deshalb wird durch Diebstähle im Wort nichts anderes im inneren Sinn bezeichnet, wie Sach.5/1-4: "Ich hob meine Augen auf und sah, siehe, da war eine fliegende Schriftrolle; dann sprach Er zu mir: dies ist der Fluch, der ausgeht über das Angesicht des ganzen Landes, denn jeder, der da stiehlt, ist nach ihr (d.h. der Vorschrift gemäß) unschuldig und auch jeder, der falsch schwört, ist nach ihr unschuldig; Ich habe sie hinausgeworfen, daß sie eingehen soll in das Haus des Diebes, und in das Haus dessen, der falsch schwört bei Meinem Namen zur Lüge; und sie soll herbergen in seinem Hause und es verzehren, und sein Holz und seine Steine": das Böse, das die Überreste des Guten wegnimmt, wird bezeichnet durch den, der stiehlt, und durch das Haus des Diebs, und das Falsche, das die Überreste des Wahren wegnimmt, wird bezeichnet durch den falsch Schwörenden und durch das Haus des falsch Schwörenden; das Angesicht des ganzen Landes für die ganze Kirche; darum sagt er, jener Fluch werde verzehren das Haus und sein Holz und seine Steine. Haus bedeutet das natürliche Gemüt oder den Menschen in Ansehung desselben: Nr. 3128, 3538, 4973, 5023; Holz das Gute daselbst: Nr. 2784, 2812, 3720, 4943, und Steine die Wahrheiten: Nr. 643, 1298, 3720. Die Entweihung und daher die Wegnahme des Guten und Wahren im geistigen Sinn wird bezeichnet durch die Tat Achans, sofern er vom Verbannten einen Mantel von Schinear, zweihundert Sekel Silber und eine Zunge von Gold nahm und diese Sachen unter der Erde in der Mitte seines Zeltes verbarg, weshalb er gesteinigt und alles verbrannt wurde. Davon heißt es bei Jos.7/11,21,25: "Jehovah (sprach) zu Joschua: Gesündigt hat Israel, übertreten haben sie Meinen Bund, den Ich ihnen befohlen habe, und genommen vom Bann; gestohlen haben sie, gelogen, und gelegt unter ihre Gefäße": durch das Verbannte wurde das Falsche und Böse bezeichnet, das mit dem Heiligen durchaus nicht vermengt werden darf; der Mantel von Schinear, die Sekel Silbers und die Zunge von Gold sind im geistigen Sinn Arten des Falschen; dasselbe unter der Erde in der Mitte des Zeltes verborgen, bedeutet Vermengung mit Heiligem. Daß Zelt das Heilige bezeichnet, sehe man Nr. 414, 1102, 1566, 2145, 2152, 3312, 4128, 4391, 4599. Dies wurde dadurch bezeichnet, daß sie gestohlen, gelogen und unter ihre Gefäße gelegt haben; denn Gefäße sind heilige Wahrheiten: Nr. 3068, 3079, 3316, 3318. Jerem.49/8-10: "Über Esau will ich bringen einen (traurigen) Ausgang, die Zeit, da Ich ihn heimsuchen werde; wenn die Weinleser dir kommen werden, werden sie nicht eine Nachlese übriglassen? wenn Diebe (kommen) in der Nacht, werden sie nicht verderben bis zur Genüge? Ich werde entblößen den Esau, offenbaren seine Heimlichkeiten, und er wird sich nicht verbergen können; verwüstet ist sein Same, und seine Brüder und seine Nachbarn, und er wird zunichte": Esau bedeutet das Böse der Selbstliebe mit dem Falsches verknüpft ist: Nr. 3322; daß dieses Böse die Überreste des Guten und Wahren aufzehrt, wird dadurch bezeichnet, daß die Diebe in der Nacht bis zur Genüge verderben, und daß verwüstet worden ist sein Same, seine Brüder und seine Nachbarn, und er zunichte wird. Same (steht) für Wahrheiten, die dem Glauben aus der Liebtätigkeit angehören: Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, 3373; Brüder für Gutes, das der Liebtätigkeit angehört: Nr. 367, 2360, 2508, 2524, 3160, 3303, 3459, 3815, 4121, 4191; Nachbarn für verknüpftes und verwandtes Wahres und Gutes, das ihm angehört. Ebenso heißt es von Esau bei Obadja, Vers 5: "Wenn Diebe kommen werden über dich, und die Zerstörer bei Nacht, wie wirst du ausgerottet sein; werden sie nicht stehlen, bis sie genug haben? wenn die Weinleser kommen werden über dich, werden sie nicht eine Nachlese übriglassen?": Weinleser bedeuten das Falsche, das nicht aus dem Bösen (stammt); durch dieses Falsche wird das Gute und Wahre, das im inneren Natürlichen beim Menschen von Herrn niedergelegt ist, d.h. die Überreste, nicht verzehrt, sondern durch das Falsche aus Bösem, das Wahres und Gutes stiehlt, und auch zur Begründung von Bösem und Falschem durch unrichtige Anwendung gebraucht wird. Joel 2/7,9: "Ein großes gewaltiges Volk, wie Helden werden sie laufen, wie Kriegsmänner; sie werden steigen auf die Mauer, und werden fortgehen, ein jeder auf seinen Wegen; sie werden in der Stadt hin und herlaufen, auf der Mauer laufen, in die Häuser steigen, durch die Fenster werden sie hineingehen wie ein Dieb": ein großes und gewaltiges Volk für Falschheiten, die gegen das Wahre kämpfen: Nr. 1259, 1260, und weil sie kämpfen, indem sie die Wahrheiten gewaltig zerstören, wird gesagt, sie seien Helden und wie Kriegsmänner; die Stadt, durch die sie hin- und herlaufen, bezeichnet die Lehren des Wahren: Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216; die Häuser, in die sie steigen werden, bedeuten Gutes, das sie zerstören: Nr. 710, 1708, 2048, 2233, 3128, 3652, 3720, 4982; die Fenster, durch die sie hineingehen werden, für Verständiges und daher Vernunftschlüsse: Nr. 655, 658, 3391; daher werden sie mit einem Dieb verglichen, weil sie den Platz einnehmen, wo zuvor Wahres und Gutes war. Ps.50/17-19: "Da du die Zucht hassest, und Meine Worte hinter dich wirfst; wenn du einen Dieb siehst, laufst du mit ihm, und mit Ehebrechern hast du dein Teil; deinen Mund öffnest du zum Bösen, und mit deiner Zunge flichst du Betrug": hier vom Gottlosen; mit einem Dieb laufen, bedeutet das Wahre durch das Falsche von sich entfremden. Joh.Offenb.9/21: "Sie taten keine Buße wegen ihrer Menschenmorde, noch wegen ihrer Zaubereien, noch wegen ihrer Hurereien, noch wegen ihrer Diebereien": Menschenmorde bedeuten das Böse, welches das Gute zerstört, Zaubereien das Falsche daher, welches das Wahre zerstört, Hurereien das verfälschte Wahre, Diebereien das dadurch entfremdete Gute. Joh.10/1,2,8-10: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer nicht durch die Tür eingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswoher ein, der ist ein Dieb und ein Räuber; wer aber eingeht durch die Türe, der ist ein Hirte der Schafe. Ich bin die Türe; wenn jemand durch Mich hineingeht, wird er gerettet werden, und eingehen und ausgehen, und Weide finden; der Dieb kommt nur, daß er stehle, und töte und verderbe": Dieb steht auch hier für das Böse der Verdienstlichkeit; denn wer dem Herrn nimmt, was Sein ist, und es für sich in Anspruch nimmt, heißt ein Dieb; weil dieses Böse den Weg verschließt, so daß das Gute und Wahre vom Herrn nicht einfließen kann, wird von demselben gesagt, es töte und verderbe. Das gleiche wird durch "Du sollst nicht stehlen" in den Zehn Geboten: 5. Mose 5/17 bezeichnet: Nr. 4174. Hieraus kann erhellen, was durch die Gesetze über die Diebstähle, die in der jüdischen Kirche gegeben waren, im geistigen Sinn bezeichnet wird, wie 2. Mose 21/16,37; 22/1-3; 5. Mose 24/7; denn weil alle Gesetze in derselben aus der geistigen Welt ihren Ursprung haben, entsprechen sie auch den Ordnungsgesetzen, die im Himmel (gelten). 5136. "Aus dem Land der Hebräer", 1. Mose 40/15, bedeutet von der Kirche weg, nämlich, sei das Himmlische entfremdet worden durch das Böse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes der Hebräer, sofern es die Kirche bezeichnet. Das Land der Hebräer ist hier das Land Kanaan, denn von da wurde Joseph weggeführt. Daß durch das Land Kanaan im Wort die Kirche bezeichnet wird, kommt daher, weil in demselben von der ältesten Zeit her die Kirche gewesen war, zuerst die Uralte Kirche, die vor der Sündflut war, danach die Alte Kirche, die nach der Sündflut war, nachher die Zweite Alte Kirche, welche die hebräische Kirche genannt wurde, und zuletzt die jüdische Kirche, und damit die jüdische Kirche dort eingesetzt werden konnte, bekam Abram den Befehl, von Syrien aus dorthin sich zu begeben, und daselbst erhielt er die Verheißung, daß seiner Nachkommenschaft jenes Land zum Erbe werde gegeben werden. Daher kommt es, daß durch das Land im Wort die Kirche bezeichnet, und durch die ganze Erde, wie hie und da gelesen wird, die gesamte Kirche und auch durch den neuen Himmel und die neue Erde, die neue innere und äußere Kirche. Der Grund, warum dort fortwährend von der ältesten Zeit her eine Kirche bestand, war, weil der Mensch der Uralten Kirche, der himmlisch war, eine solche Beschaffenheit hatte, daß er in allem und im einzelnen, was in der Welt und auf Erden ist, ein Vorbild des Reichs des Herrn sah. Die Gegenstände der Welt und der Erde waren ihm Mittel über das Himmlische zu denken; daher haben alle Vorbilder und Bezeichnungen, die nachher in der Alten Kirche bekannt waren, ihren Ursprung, denn sie wurden von denjenigen gesammelt, die unter Chanoch verstanden werden, und zum Gebrauch der Nachkommenschaft erhalten: Nr. 519, 521, 2869. Daher kam es, da die einzelnen Orte und auch die einzelnen Berge und Flüsse im Lande Kanaan, wo die Uralten wohnten, vorbildlich wurden, und auch alle Reiche umher; und weil das Wort nicht anders geschrieben werden konnte als in Vorbildern und Bezeichnungen (auch der Orte), darum wurde um dieses Zweckes willen die Kirche von einer Zeit zur anderen im Lande Kanaan erhalten. Aber nach der Ankunft des Herrn wurde sie anderswohin versetzt, weil alsdann die Vorbilder abgeschafft wurden. Hieraus wird klar, daß durch das Land Kanaan, das hier das Land der Hebräer genannt wird, die Kirche bezeichnet wird. Man sehe aber, was hierüber früher angeführt wurde: Daß nämlich die Uralte Kirche, die vor der Sündflut war, im Lande Kanaan gewesen sei: Nr. 567, 3686, 4447, 4454. Daß ein Teil der Alten Kirche, die nach der Sündflut (bestand), dort gewesen sei: Nr. 3686, 4447. Auch die Zweite Alte Kirche, welche die hebräische hieß: Nr. 4516, 4517. Daß dem Abram deswegen befohlen wurde, dorthin zu gehen, und (das Land) seinen Nachkommen gegeben wurde: Nr. 3686, 4447. Daß aus diesem Grunde das Land Kanaan das Reich des Herrn vorgebildet habe: Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4240, 4447. Und daß eben daher durch das Land im Wort die Kirche bezeichnet werde: Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355, 4447, 4535. 5137. "Und auch hier habe ich nichts getan", 1. Mose 40/15, bedeutet die Unschuld. Dies kann ohne Erklärung erhellen, denn nichts Böses tun, ist ein Beweis der Unschuld. 5138. "Daß sie mich in die Grube gesetzt haben", 1. Mose 40/15, bedeutet die Verwerfung unter das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, sofern sie das Falsche bezeichnet, wovon Nr. 4728, 4744, 3038. Oben war vom Bösen die Rede, daß nämlich Himmlisches durch das Böse entfremdet worden sei: Nr. 5134, 5135; hier ist die Rede vom Falschen; denn wo im Wort von dem einen gesprochen wird, da wird auch vom anderen gesprochen, nämlich wo vom Bösen, auch vom Falsche, weil wo vom Guten, da auch vom Wahren (die Rede ist), weil (gleichsam) eine Ehe im einzelnen des Wortes bestehen soll, denn die himmlische Ehe ist die des Guten und Wahren, die höllische Ehe aber ist die des Bösen und Falschen. Wo das Böse ist, da ist auch das Falsche. Das Falsche gesellt sich dem Bösen bei, wie die Frau dem Manne; und wo das Gute ist, da ist das Wahre, weil sich das Wahre mit dem Guten verbindet, wie eine Gattin mit dem Gatten. Daher kann man aus dem Leben merken, wie beschaffen der Glaube ist, denn das Gute ist Sache des Lebens, und das Wahre ist Sache des Glaubens, und umgekehrt das Böse und das Falsche. Daß eine Ehe im einzelnen des Wortes sei, sehe man Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138 E. 5139. Vers 16-19: Und der Oberste der Bäcker sah, daß er gut ausgelegt, und sprach zu Joseph: auch ich (sah) in meinem Traum, und siehe, drei Körbe, durchbrochen, waren auf meinem Haupte. Und im obersten Korb war von allerlei Speise Pharaos, Werk des Bäckers, und die Vögel fraßen es aus dem Korb von meinem Haupte herab. Da antwortete Joseph und sprach: Dies ist seine Auslegung: Die drei Körbe sind drei Tage. In noch drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben von dir, und dich aufhängen (lassen) an das Holz, und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen. "Und der Oberste der Bäcker sah" bedeutet die Wahrnehmung des Sinnlichen, das der Willensseite unterworfen ist; "daß er gut ausgelegt" bedeutet, was sich zutragen werde; "und sprach zu Joseph" bedeutet das Innewerden des Himmlischen im Natürlichen; "auch ich (sah) in meinem Traum" bedeutet Vorhersage; "und siehe, drei Körbe" bedeutet das Aufeinanderfolgen der Willensrichtungen; "durchbrochen, waren auf meinem Haupte" bedeutet ohne irgendwelche Abgrenzung in ihrer Mitte; "und im obersten Korb" bedeutet das Innerste des Willens; "war von allerlei Speise Pharaos" bedeutet voll vom himmlisch Guten zur Ernährung des Natürlichen; "Werk des Bäckers" bedeutet gemäß aller Nutzwirkung des Sinnlichen; "und die Vögel fraßen es aus dem Korb von meinem Haupte herab" bedeutet das Falsche aus dem Bösen, das jenes verzehrt; "da antwortete Joseph und sprach" bedeutet Offenbarung aus dem Innewerden vom Himmlischen im Natürlichen; "dies ist seine Auslegung" bedeutet, was es in sich schließe; "die drei Körbe" bedeutet das Aufeinanderfolgen der Willensrichtungen; "sind drei Tage" bedeutet bis zum Letzten; "in noch drei Tagen" bedeutet im Letzten; "wird Pharao dein Haupt erheben von dir" bedeutet den Beschluß aus dem Vorhergesehenen; "und dich aufhängen lassen an das Holz" bedeutet die Verwerfung und Verdammung; "und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen" bedeutet, das Falsche des Bösen werde dasjenige verzehren, was jenem Sinnlichen angehört. 5140. "Und der Oberste der Bäcker sah", 1. Mose 40/16, bedeutet die Wahrnehmung des der Willensseite unterworfenen Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 2807, 3764, 4723; und aus der Bedeutung des Obersten der Bäcker, sofern es im allgemeinen das der Willensseite unterworfene Sinnliche bezeichnet und somit jene Sinnesempfindungen (sensualia), wovon Nr. 5078, 5082. 5141. "Daß er gut ausgelegt", 1. Mose 40/16, bedeutet, was sich zutragen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von auslegen, sofern es heißt, was es in sich habe, oder was darin liege, wovon Nr. 5093, 5105, 5107, 5121, somit auch, was sich zutragen werde. Daß es gut gehen werde, ist eine Wahrnehmung aus dem Sinnlichen, welche Wahrnehmung beziehungsweise dunkel ist. In Wirklichkeit gibt es eine Wahrnehmung aus dem Sinnlichen oder dem äußeren Natürlichen, und eine Wahrnehmung aus dem inneren Natürlichen, und eine Wahrnehmung aus dem Vernünftigen; denn wenn der Mensch im inwendigeren Denken aus Neigung ist, und das Gemüt von den Sinnesempfindungen und vom Leibe abzieht, dann ist er in einer vernünftigen Wahrnehmung; denn alsdann ruht, was unten ist oder was dem äußeren Menschen angehört, und der Mensch ist alsdann beinahe in seinem Geist. Wenn aber der Mensch im auswendigeren Denken ist, aus Ursachen, die in der Welt vorhanden sind, dann ist seine Wahrnehmung aus dem inneren Natürlichen. Das Vernünftige fließt zwar ein, aber mit keinem Leben der Neigung. Hingegen wenn der Mensch in Vergnügungen ist und in den Lustreizen der Weltliebe wie auch der Selbstliebe, dann ist die Wahrnehmung aus dem Sinnlichen; dann ist sein Leben im Äußeren oder im Leibe und läßt vom Inneren nicht mehr zu als soviel nötig ist, um die Ausbrüche in Unehrbares und Unanständiges zu beherrschen. Aber je äußerlicher die Wahrnehmung ist, desto dunkler ist sie; denn das Äußere ist beziehungsweise allgemein, indem unzählig viel Inwendigeres im Äußeren nur als eines erscheint. 5142. "Und sprach zu Joseph", 1. Mose 40/16, bedeutet ein Innewerden des Himmlischen im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es innewerden bezeichnet, wovon früher öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische im Natürlichen darstellt, wovon Nr. 5086, 5087, 5106. 5143. "Auch ich (sah) in meinem Traum", 1. Mose 40/16, bedeutet Vorhersage. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traums, sofern er eine Vorhersage über den Erfolg bezeichnet, wovon Nr. 5092, 5104, 5112. HG 5144 5144. "Und siehe, drei Körbe", 1. Mose 40/16, bedeutet das Aufeinanderfolgen der Willensrichtungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es das Erfüllte und bis zum Ende Fortdauernde bezeichnet, wovon Nr. 2788, 4495, 5114, 5122, somit das Aufeinanderfolgen; und aus der Bedeutung der Körbe, sofern sie die Willensrichtungen bezeichnen. Daß die Körbe solches bezeichnen, hat den Grund, weil sie Gefäße sind, die Speisen enthalten, und weil Speisen himmlisch und geistig Gutes bedeuten, und dieses Sache des Willens ist; denn alles Gute bezieht sich auf den Willen, und das Wahre auf den Verstand. Sobald etwas aus dem Willen hervorgeht, wird es als gut empfunden. Im Vorhergehenden war von dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen die Rede, das durch den Mundschenken vorgebildet wurde; hier nun ist von dem der Willensseite unterworfenen Sinnlichen die Rede, das durch den Bäcker vorgebildet wird, man sehe Nr. 5077, 5078, 5082. Das Aufeinanderfolgen oder der Entwicklungsverlauf des Verständigen (intellectualium successivum seu continuum) wurde vorgebildet durch den Weinstock, seine drei Reben, Blüten, Beeren, Trauben, und zuletzt das dem Verständigen angehörige Wahre durch den Becher: Nr. 5120. Das Aufeinanderfolgende der Willensrichtungen (Voluntariorum successivum) aber wird vorgebildet durch die drei Körbe auf dem Haupt, in deren oberstem von allerlei Speise Pharaos, dem Werk des Bäckers (sich befand). Unter dem Aufeinanderfolgen der Willensrichtungen wird verstanden die Aufeinanderfolge vom Innersten beim Menschen bis zu seinem Äußersten, in dem das Sinnliche ist, denn es gibt Stufen wie bei einer Leiter vom Innersten zum Äußersten: Nr. 5114. In das Innerste fließt das Gute vom Herrn ein, und dieses durch das Vernünftige ins innere Natürliche, und von da ins äußere Natürliche oder Sinnliche und zwar in unterschiedener Weise (distincte), wie durch Stufen einer Leiter, und auf jeder Stufe empfängt es seine Beschaffenheit gemäß der Aufnahme. Aber wie es weiter mit diesem Einfließen und seiner Aufeinanderfolge sich verhält, wird im Folgenden gesagt werden. Körbe (canistrosencorbes) bedeuten Willensrichtungen, sofern Gutes darinnen ist; auch anderwärts im Wort, wie bei Jerem.24/1-3: "Es zeigte mir Jehovah, und siehe, da (waren) zwei Körbe Feigen, gestellt vor dem Tempel Jehovahs, in dem einen Korb sehr gute Feigen, wie die Feigen der Erstlingsfrucht; aber im anderen Korb sehr böse Feigen, die man nicht essen konnte wegen ihrer schlimmen Beschaffenheit": hier wird für Korb ein anderes Wort in der Grundsprache gebraucht, das den Willenstrieb im Natürlichen bezeichnet. Die Feigen, die in dem einen Korb waren, bedeuten natürlich Gutes; die aber in dem anderen Korbe natürlich Böses. 5. Mose 26/1-4: "Wenn du ins Land kommst, das Jehovah, dein Gott, dir geben wird, sollst du nehmen von den Erstlingen aller Frucht des Landes, die du einbringen wirst von deinem Lande, und sollst sie legen in einen Korb, und hingehen an den Ort, den Jehovah erwählt hat; alsdann soll der Priester den Korb nehmen aus deiner Hand, und ihn stellen vor den Altar Jehovahs; deines Gottes": Korb, hier ebenfalls mit einem anderen Wort (ausgedrückt), bedeutet die neue Willensrichtung in der Verstandesseite. Die Erstlinge der Frucht des Landes bedeuten Gutes von daher. 2. Mose 29/2,3,32: "Um zu heiligen Aharon und seine Söhne, sollte Moses nehmen Brot von Ungesäuertem und Kuchen von Ungesäuertem, gemengt mit Öl, und Fladen von Ungesäuertem, gesalbt mit Öl, aus Semmelmehl von Weizen sollte er es machen, und es legen in einen Korb, und es herbeibringen im Korb. Essen soll Aharon und seine Söhne das Fleisch des Widders und das Brot im Korb an der Tür des Zeltes der Zusammenkunft": Korb wird hier mit dem gleichen Wort wie in diesem Kapitel (ausgedrückt), und bedeutet den Willenstrieb, in dem Gutes ist, das durch Brot, Kuchen, Öl, Fladen, Semmelmehl, Weizen bezeichnet wird. Durch den Willenstrieb wird verstanden das Enthaltende (oder das Gefäß); denn Gutes vom Herrn fließt in die inwendigeren Formen des Menschen ein, als in seine Gefäße, und wenn diese Formen geeignet sind zur Aufnahme, so sind es Körbe, worin jenes Gute ist. 4. Mose 6/15,17,19: "Wenn ein Nasiräer eingeweiht wurde, sollte er nehmen einen Korb von Ungesäuertem aus Semmelmehl, Kuchen gemengt mit Öl, und Fladen von Ungesäuertem, gesalbt mit Öl, mit ihrem Mimhah (d.h. Speisopfer) und ihren Trankopfern; einen Widder soll er auch machen zu einem Dankopfer für Jehovah, samt dem Korb von Ungesäuertem; und der Priester soll nehmen den gekochten Bug vom Widder, und einen ungesäuerten Kuchen vom Korb, und einen ungesäuerten Fladen, und es geben auf die Hand des Nasiräers, und es schwingen (oder weben) vor Jehovah": hier steht ebenfalls der Korb für das Enthaltende. Kuchen, Fladen, Öl, Mimhah, der gekochte Bug vom Widder bezeichnen himmlisch Gutes, das vorgebildet wurde, denn der Nasiräer bildete den himmlischen Menschen vor: Nr. 3301. In jener Zeit wurde gleiches, was zum Gottesdienst (gebraucht wurde), in Körben oder Zainen (d.h. Gefäßen von Flechtwerk) getragen, wie auch das Ziegenböckchen von Gideon, das er zu dem Engel unter der Eiche herausbrachte: Richt.6/19; und zwar deswegen, weil die Körbe und Zainen das Enthaltende, und was darinnen war, den Inhalt, vorbildeten. 5145. "Durchbrochen, waren auf meinem Haupte", 1. Mose 40/16, bedeutet ohne Abgrenzung (absque terminatione) irgendwo in der Mitte. Dies erhellt aus der Bedeutung von Durchbrechen, sofern es bezeichnet, was offen von oben bis unten, somit nicht geschlossen, mithin ohne Abgrenzung irgendwo in der Mitte; und aus der Bedeutung des Hauptes, sofern es das Inwendigere, hauptsächlich den Willenstrieb bezeichnet; denn im Haupte befinden sich alle Substanzen und Formen in ihren Anfängen, daher streben alle Sinnestätigkeiten dahin und stellen sich daselbst dar, und von da kommen und stammen alle Handlungen. Daß die Gemütstätigkeiten, nämlich die des Verstandes und des Willens sich dort befinden, ist offenbar; deshalb wird durch Haupt das Inwendigere bezeichnet; jene Körbe bildeten dasjenige vor, was im Haupt ist. Hier ist nun die Rede vom Sinnlichen, das der Willensseite unterworfen ist, und durch die Körbe, die durchbrochen sind auf dem Haupte, wird bezeichnet, daß das Inwendigere ohne Abgrenzung irgendwo in der Mitte war, weshalb auch jenes Sinnliche verworfen und verdammt wurde, wie folgt. Es muß aber gesagt werden, was verstanden wird unter "ohne Abgrenzung irgendwo in der Mitte": Das Inwendigere beim Menschen ist in Grade unterschieden, und in jedem Grad ist es abgegrenzt (terminata), und durch die Abgrenzung vom niedrigeren Grad getrennt, so vom Inwendigsten bis zum Äußersten. Den ersten Grad bildet das innere Vernünftige; in diesem sind die himmlischen Engel, d.h. in diesem ist der innerste oder dritte Himmel. Den anderen Grad bildet das äußere Vernünftige; in diesem sind die geistigen Engel, d.h. in ihm ist der mittlere oder zweite Himmel. Den dritten Grad bildet das innere Natürliche; in diesem sind die guten Geister, d.h. der letzte oder erste Himmel. Den vierten Grad bildet das äußere Natürliche oder das Sinnliche; in ihm ist der Mensch. Diese Grade sind beim Menschen aufs genaueste unterschieden; daher kommt es, daß der Mensch in betreff seines Inneren, wenn er im Guten lebt, ein Himmel in der kleinsten Form ist, oder daß sein Inneres den drei Himmeln entspricht. Und daher kommt es auch, daß der Mensch nach dem Tode, wenn er ein Leben der Liebtätigkeit und der Liebe gelebt hat, bis in den dritten Himmel versetzt werden kann; aber wenn er so werden will, ist es notwendig, daß alle Grade bei ihm wohl abgegrenzt und so durch die Abgrenzungen voneinander unterschieden sind, und wenn sie abgegrenzt oder durch die Abgrenzungen voneinander unterschieden sind, alsdann ist ein jeder Grad eine Grundlage, auf welcher er ruht, und wo das Gute, das vom Herrn einfließt, aufgenommen wird. Wenn diese nicht als Grundlagen vorhanden sind, wird das Gute nicht aufgenommen, sondern fließt durch, wie durch ein Sieb oder wie durch einen durchlöcherten Korb, bis zum Sinnlichen, und dort wird es, weil es keine Richtung auf dem Weg bekommt, in Unsauberes verwandelt, das denen, die darin sind, als gut erscheint, nämlich in das Angenehme der Selbst- und Weltliebe, folglich in das Angenehme des Hasses, der Rachgier, der Grausamkeit, des Ehebruchs, des Geizes, oder in eine bloße Genußsucht und Üppigkeit. Dies geschieht, wenn die Willenstriebe beim Menschen ohne Abgrenzung irgendwo in der Mitte, d.h., wenn sie durchbrochen sind. Ob Abgrenzungen und daher Grundlagen vorhanden sind, kann man auch erkennen: die Empfindungen (perceptiones) des Guten und Wahren und das Bewußtsein derselben (oder das Gewissen) zeigen es an. Bei denjenigen, welche die Empfindungen des Guten und Wahren haben, wie die himmlischen Engel, sind Abgrenzungen vom ersten bis zum letzten (Grad); ohne die Abgrenzungen der einzelnen Grade kann es solche Empfindungen nicht geben. Über jene Empfindungen (Gefühle, Innewerdungen) sehe man Nr. 125, 202, 495, 503, 511, 536, 597, 607, 784, 865, 895, 1121, 1383, 1384, 1387, 1919, 2144, 2145, 2171, 2515, 2831. Bei denjenigen, die ein Gewissen haben, wie die geistigen Engel, sind auch Abgrenzungen, aber vom zweiten Grade oder vom dritten an bis zum letzten. Der erste Grad ist ihnen verschlossen; vom zweiten Grad oder vom dritten an wird gesagt, weil es zweierlei Gewissen gibt, ein mehr innerliches und ein mehr äußerliches. Das inwendigere Gewissen hat zum Gegenstand das geistig Gute und Wahre, das mehr äußerliche Gewissen hat zum Gegenstand das Gerechte und Billige. Das Gewissen selbst ist die innere Grundlage (planum), in welcher der Einfluß des göttlich Guten sich abgrenzt, (terminatur, abgeschlossen oder gefaßt wird), aber die, welche kein Gewissen haben, haben auch keine inwendigere Grundlage, die den Einfluß aufnimmt; das Gute lauft bei ihnen durch bis zum äußeren Natürlichen oder sinnlich Natürlichen, und dort verwandelt es sich in unsaubere Lustreize. Es zeigt sich bei diesen zuweilen wie ein Gewissensschmerz, aber es ist kein Gewissen; es ist ein Schmerz infolge der Beraubung ihrer Lust, z.B. der Ehre, des Gewinns, des guten Namens, des Lebens, der Vergnügungen, der Freundschaft von solchen, und dies kommt daher, weil die Abgrenzungen in solchen Lustreizen sind. Hieraus kann erhellen, was im inneren Sinn mit den durchbrochenen Körben bezeichnet wird. Im anderen Leben erforscht man hauptsächlich, ob beim Menschen die Willenstriebe abgegrenzt (terminata) oder nicht abgegrenzt sind. Bei wem sie abgegrenzt gewesen sind, bei dem ist ein Eifer für das geistig Gute und Wahre, oder für das Gerechte und Billige; denn solche hatten das Gute getan um des Guten oder um des Wahren willen, und das Gerechte hatten sie getan um des Gerechten oder Billigen willen, nicht wegen des Gewinns, der Ehre und dergleichen. Alle diejenigen, bei denen die inwendigeren Willenstriebe abgegrenzt waren, werden zum Himmel erhoben, denn das einfließende Göttliche kann sie führen. Hingegen alle diejenigen, bei denen die inwendigeren Willenstriebe nicht abgegrenzt waren, begeben sich (se ferunt) in die Hölle; denn das Göttliche fließt hindurch und wird in das Höllische verwandelt, wie wenn die Sonnenwärme in häßlichen Kot fällt, woraus ein übler Gestank entsteht. Folglich werden alle diejenigen, die ein Gewissen hatten, selig, die hingegen, die keines hatten, können nicht selig werden. Die Willenstriebe heißen dann durchbrochen oder nicht abgegrenzt, wenn keine Neigung zum Guten und Wahren oder zum Gerechten und Billigen da ist, sondern wenn man solches beziehungsweise für gering oder für nichts hält, oder bloß schätzt als Mittel, um dadurch Gewinn oder Ehre zu erlangen. Die Neigungen sind es, die abgrenzen und die abschließen, deshalb werden sie auch Bande genannt, die Neigungen zum Guten und Wahren innere Bande und die Neigungen zum Bösen und Falschen äußere Bande: Nr. 3835. Wenn die Neigungen zum Bösen und Falschen nicht Bande wären, so würde der Mensch unsinnig sein: Nr. 4217, denn Unsinnigkeiten sind nichts anderes als Lösungen solcher Bande, somit wenn keine Abgrenzungen in ihnen sind. Weil solche Menschen aber keine inneren Bande haben, deshalb sind sie innerlich unsinnig in Beziehung auf Gedanken und Neigungen; während die äußeren Bande, welche die Neigungen zum Gewinn, zur Ehre, zum guten Namen um jener willen und daher die Rücksichten auf das Gesetz und das Leben sind, den Ausbruch des (Unsinns) verhüten. Dieses wurde in der jüdischen Kirche dadurch vorgebildet, daß "im Hause eines Toten jedes offene Gefäß, auf dem nicht ein Deckel mit Band war, unrein sein sollte": 4. Mose 19/15. Das gleiche wird auch durch durchbrochene Arbeiten bezeichnet bei Jes.19/9,10: "Erröten werden die, welche feine Leinwand machen, und durchbrochene Arbeiten weben, und ihre Gründe werden zerstoßen sein; alle, die (zu ihrem) Lohn machen Sümpfe der Seele". Und durch "Löcher" bei Hes.8/7-10: "Der Geist führte den Propheten hinein zum Tor des Vorhofs, da sah er, und siehe, ein Loch (war) in der Wand; und er sprach zu mir: Durchbohre die Wand; er durchbohrte nun die Wand, und sieh, da (war) eine Tür; da sprach er zu ihm: gehe hinein und siehe die Greuel, die sie hier tun; da er hineinging und sah, siehe, da (waren) allerlei Gebilde von Gewürm und Getier, Greuel, und allerlei Götzen des Hauses Israel abgemalt auf der Wand ringsumher" usw. 5146. "Und im obersten Korb", 1. Mose 40/17, bedeutet das Innerste des Willenstriebes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Korbes, sofern er den Willenstrieb bezeichnet, wovon Nr. 5144; und aus der Bedeutung des obersten, sofern es das Innerste ist, wovon Nr. 2148, 3084, 4599. Daß das Oberste das Inwendigste ist, kommt daher, weil das Inwendigere beim Menschen, der im Raum ist, als das Obere erscheint und das Äußerliche als das Untere; wenn aber die Vorstellung des Raumes abgelegt wird, wie dies im Himmel und auch im inwendigeren Denken des Menschen geschieht, dann wird die Vorstellung des Hohen und Tiefen abgelegt, denn das Hohe und Tiefe kommt aus der Vorstellung des Raumes. Im inwendigeren Himmel ist sogar nicht einmal die Vorstellung des Inneren und Äußeren, weil auch dieser Vorstellung etwas Räumliches anklebt, sondern dafür die Vorstellung des Vollkommeneren und des Unvollkommeneren, denn das Innere ist in einem vollkommeneren Zustand als das Äußere, weil das Innere dem Göttlichen näher und das Äußere davon entfernter ist. Dies ist der Grund, warum das Oberste das Innerste bedeutet. Dennoch aber kann niemand begreifen, was das Innere im Verhältnis zum Äußeren ist, wenn er nicht weiß, wie es sich mit den Graden verhält, worüber man sehe Nr. 3691, 4154, 5114, 5145. Der Mensch hat vom Inwendigeren und daher Vollkommeneren keinen anderen Begriff, als von einem Reineren in fortwährender Abnahme. Aber Reineres und Gröberes gibt es in einem und demselben Grad, sowohl in Gemäßheit der Ausdehnung und Zusammendrängung, als in Gemäßheit der Begrenzungen (determinationes), wie auch der Einfügung gleichartiger oder ungleichartiger Bestandteile. Weil man eine solche Vorstellung vom Inwendigeren des Menschen hat, kann man auch gar nicht anders begreifen, als daß das Äußere mit dem Inwendigeren fortlaufend zusammenhänge und so ganz eins ausmache. Dagegen wenn man sich eine richtige Vorstellung von den Graden bildet, dann kann man begreifen, wie Inwendigeres und Äußeres voneinander unterschieden ist, und so unterschieden, daß das Inwendigere da sein und bestehen kann ohne das Äußere; das Äußere aber durchaus nicht ohne das Inwendigere. Sodann kann man begreifen, wie es sich mit der Entsprechung des Inneren im Äußeren verhält, und auch wie das Äußere das Innere vorbildlich darstellen kann. Dies ist der Grund, warum die wissenschaftlich Gebildeten nur hypothetisch (in Vermutungen) über das Verhältnis von Seele und Leib sich aussprechen können, und warum sogar mehrere derselben glauben, im Leibe sei das Leben, und daß sie, wenn der Leib stirbt, auch in betreff des Inneren wegen des Zusammenhangs sterben werden, während doch nur der äußere Grad stirbt, der inwendigere aber alsdann übrig bleibt und lebt. 5147. "War von allerlei Speise Pharaos", 1. Mose 40/17, bedeutet voll des himmlisch Guten zur Ernährung des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das himmlisch Gute bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das innere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5080, 5095; und auch das Natürliche im allgemeinen; denn das innere und das äußere Natürliche machen eins aus, wenn sie entsprechen; und weil die Speise zur Ernährung dient, so wird durch "von allerlei Speise Pharaos" bezeichnet, voll vom himmlisch Guten zur Ernährung des Natürlichen. Es wird gesagt, daß im obersten Korb jene Speise war, und es wird dadurch bezeichnet, daß das Innerste des Willens voll des himmlisch Guten war; denn das Gute fließt vom Herrn durch das Innerste des Menschen ein, und von da durch Stufen wie einer Leiter zum Äußeren; denn das Innerste ist beziehungsweise im vollkommensten Zustand, deshalb kann dasselbe das Gute unmittelbar vom Herrn aufnehmen, nicht so das Untere. Wenn das Untere das Gute vom Herrn unmittelbar aufnehmen würde, so würde es dieses entweder verdunkeln oder verkehren, denn es ist verhältnismäßig unvollkommener. Was das Einfließen des himmlisch Guten vom Herrn und seine Aufnahme betrifft, so muß man wissen, daß das Willensvermögen des Menschen das Gute aufnimmt und sein Verstandesvermögen das Wahre aufnimmt, und daß das Verstandesvermögen das Wahre durchaus nicht aufnehmen kann, so daß es ihm angeeignet wird, wenn nicht zugleich das Willensvermögen das Gute aufnimmt und so auch umgekehrt; denn das eine fließt so ins andere ein und bestimmt das andere zur Aufnahme. Die Wahrnehmungen des Verstandes können mit Formen verglichen werden, die fortwährend wechseln, und die Willenstriebe mit Harmonien, die sich aus dem Wechsel ergeben. Folglich kann das Wahre verglichen werden mit Abwechslungen und das Gute mit den Lustreizen daraus; und weil es sich mit dem Wahren und Guten in vorzüglichem Maße wirklich so verhält, so kann erhellen, daß das eine ohne das andere nicht möglich ist, wie auch, daß das eine nur durch das andere hervorgebracht werden kann. Daß die Speise das himmlisch Gute bedeutet, hat den Grund, weil die Speisen der Engel nichts anderes sind als das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit, denn dadurch werden sie nicht nur belebt, sondern auch erquickt (reoreantur). Jenes Gute im Tun oder die Ausübungen dienen ihnen hauptsächlich zur Erquickung (reorcationi); denn darauf sind ihre Bestrebungen und Wünsche gerichtet. Daß die Wünsche, wenn sie durch das Tun befriedigt werden, zur Erquickung und zum Leben dienen, ist bekannt. Daß solches dem Geist des Menschen zur Ernährung gereicht, während die materiellen Speisen seinem Leibe zur Ernährung dienen, kann auch daraus erhellen, daß die Speisen ohne angenehme Empfindungen wenig nützen, aber in Verbindung mit diesem Angenehmen (oder Lustreizen), ernähren. Das Angenehme ist es, was die Gänge oder Kanäle öffnet, die sie aufnehmen und ins Blut fortleiten, das Unangenehme aber verschließt (dieselben). Jenes Angenehme ist bei den Engeln das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit, und daß dieses geistige Speisen sind, die den irdischen Speisen entsprechen, kann man daraus schließen. Wie die Speisen das Gute, so bezeichnen die Getränke das Wahre. Im Wort werden in vielen Stellen Speisen genannt; wer den inneren Sinn nicht kennt, kann nicht anders wissen, als daß dort gewöhnliche Speisen verstanden werden, es sind aber geistige Speisen; wie bei Jerem.Klagel.1/11: "Alles Volk seufzt und sucht Brot; sie geben ihm Kleinode für Speise, zu erquicken ihre Seele". Jes.55/1: "Alle, die ihr dürstet, gehet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, gehet, kaufet, und esset; gehet und kaufet ohne Silber und ohne Geld Wein und Milch". Joel 1/15-17: "Nahe ist der Tag Jehovahs und wie eine Verwüstung wird Er vom Blitzenden kommen; ist nicht vor unseren Augen die Speise vertilgt, und aus dem Hause unseres Gottes Fröhlichkeit und Freude? verfault sind die Körner unter ihren Schollen, verödet sind die Scheunen, zerstört sind die Kornkammern, weil verdorrt ist das Getreide". Ps.144/13-15: "Unsere Speicher sind voll, hervorgebend von Speise zu Speise, unsere Herden sind tausende und zehntausende auf unseren Gassen; es ist kein Geschrei in unseren Dörfern; wohl dem Volke, dem es also geht". Ps.104/27,28: "Alles wartet auf Dich, daß Du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit; Du gibst ihnen (und) sie sammeln, Du tust Deine Hand auf, und gesättigt werden sie mit Gutem". In diesen Stellen ist himmlische und geistige Speise im inneren Sinn verstanden, während im Buchstabensinn materielle Speise (genannt) ist. Hieraus wird klar, wie Inneres und Äußeres des Wortes einander entsprechen, d.h. das, was in demselben dem Geiste und was dem Buchstaben angehört, so daß, während der Mensch es nach dem Buchstabensinn versteht, die Engel bei ihm das gleiche nach dem geistigen Sinn verstehen. Das Wort ist so verfaßt, daß es nicht nur dem Menschengeschlecht, sondern auch dem Himmel dient; deshalb sind alle Ausdrücke darin Bezeichnungen himmlischer Dinge, und alle Sachen Vorbilder derselben, und zwar bis aufs kleinste Jota. Daß Speise im geistigen Sinn das Gute ist, lehrt auch der Herr offenbar bei Joh.6/27: "Wirket Speise, nicht solche, die vergeht, sondern Speise, die bleibt ins ewige Leben, (und) die der Sohn des Menschen euch geben wird". Joh.6/55: "Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und Mein Blut ist wahrhaft ein Trank": das Fleisch ist das göttlich Gute,: Nr. 3813, und das Blut ist das göttlich Wahre: Nr. 4735. Joh.4/32-34: "Jesus sprach zu den Jüngern: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt; da sprachen die Jünger zueinander: Hat jemand Ihm zu essen gebracht? Spricht zu ihnen Jesus: Meine Speise ist, daß Ich tue den Willen Dessen, Der Mich gesandt hat und vollbringe Sein Werk": tun den Willen des Vaters und vollbringen Sein Werk, ist das göttlich Gute im Tun oder in der Ausübung, was im echten Sinn die Speise ist, wie oben gesagt wurde. 5148. "Werk des Bäckers", 1. Mose 40/17, bedeutet gemäß aller Nutzwirkung des Sinnlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Werkes, sofern es bezeichnet gemäß aller Nutzwirkung, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Bäckers, sofern er das der Willensseite unterworfene Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 5078, 5082. Daß das Werk die Nutzwirkung bedeutet, hat den Grund, weil es vom Willen oder von dem der Willensseite unterworfenen Sinnlichen gesagt wird. Alles, was durch dieses geschieht, und ein Werk genannt werden kann, muß eine Nutzwirkung sein; alle Werke der Liebtätigkeit sind nichts anderes; denn die Werke der Liebtätigkeit sind Werke aus dem Willen, die einen Nutzen bezwecken. 5149. "Und die Vögel fraßen es aus dem Korb von meinem Haupt herab", 1. Mose 40/17, bedeutet das Falsche aus dem Bösen, das jenes verzehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vogels, sofern er das Verständige bezeichnet und auch die Gedanken, mithin was von daher kommt, nämlich im echten Sinn Wahres jeder Gattung, und im entgegengesetzten Sinn Falsches, wovon Nr. 40, 745, 776, 778, 866, 988, 3219; aus der Bedeutung von essen, sofern es heißt verzehren; auch bedeutet der Ausdruck essen in der Grundsprache verzehren; und aus der Bedeutung des Korbes, sofern er den Willenstrieb bezeichnet, wovon Nr. 5144, 5146; hier das Böse aus dem Willen, weil es ein durchlöcherter Korb: Nr. 5145. Hieraus folgt, daß durch "die Vögel fraßen aus dem Korb vom Haupt herab" bezeichnet wird das Falsche aus dem Bösen, das verzehrt. Das Falsche ist von zweierlei Ursprung, nämlich das Falsche der Lehre und das Falsche des Bösen. Das Falsche der Lehre verzehrt nicht das Gute, denn der Mensch kann im Falschen der Lehre sein und doch im Guten; daher kommt es, daß die Anhänger jeder Lehre selig werden können, auch die Heiden. Hingegen das Falsche des Bösen ist es, welches das Gute verzehrt. Das Böse selbst ist entgegengesetzt dem Guten, aber nicht durch sich verzehrt es das Gute, sondern durch das Falsche, denn das Falsche bekämpft die Wahrheiten, die dem Guten angehören; denn die Wahrheiten sind nämlich gleichsam die Schanzen, innerhalb der das Gute ist. Durch das Falsche werden die Schanzen bestürmt, und wenn sie erstürmt sind, wird das Gute dem Bann übergeben. Wer nicht weiß, daß die Vögel Verständiges bezeichnen, kann nicht anders meinen, als daß, wo Vögel genannt werden im Wort, entweder (wirkliche) Vögel gemeint sind, oder daß durch die Vögel Vergleichungen gemacht werden, wie sie in der gewöhnlichen Rede vorkommen. Daß die Vögel dasjenige bezeichnen, was dem Verständigen angehört, z.B. Gedanken, Vorstellungen, Vernunftschlüsse, Grundsätze, mithin Wahres oder Falsches, kann niemand (anderswoher) wissen, als aus dem inneren Sinn, wie bei Luk.13/19: "Das Reich Gottes ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und warf es in seinen Garten, und es wuchs und ward zu einem großen Baum, so daß die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen": Vogel des Himmels steht hier für Wahres. Hes.17/23: "Es (nämlich das Reis) wird werden zu einer prächtigen Zeder, und es werden unter ihr wohnen alle Vögel jedweden Fittichs, im Schatten seiner Zweige werden sie wohnen": Vogel jedweden Fittichs bedeutet Wahres von aller Gattung. Hes.31/6: "Aschur (war) eine Zeder auf dem Libanon, auf ihren Ästen haben genistet alle Vögel des Himmels, und unter ihren Zweigen haben geboren alle Tiere des Feldes, und unter seinem Schatten haben gewohnt alle großen Völkerschaften": Vögel des Himmels ebenfalls für Wahrheiten. Hes.31/13: "Auf seinen Trümmern werden wohnen alle Vögel des Himmels, und auf seinen Ästen wird sein alles Wild des Feldes": Vögel des Himmels für Falsches. Dan.4/7,9,11,18: "Nebukadnezar war sehend im Traum, und siehe, ein Baum (stand) inmitten des Landes, unter ihm hatte Schatten das Tier des Feldes, und in seinen Zweigen wohnten die Vögel des Himmels": Vögel des Himmels auch dort für Falsches. Jerem.4/25: "Ich sah, und siehe, kein Mensch war da und alle Vögel des Himmels sind weggeflogen": kein Mensch bedeutet nichts Gutes: Nr. 4287; Vögel des Himmels, die weggeflogen sind, bezeichnen Wahrheiten, die verschwunden sind. Jerem.9/9: "Vom Vogel des Himmels bis zum Tier sind sie weggeflogen, davon gegangen". Matth.13/3,4: "Es ging aus ein Sämann zu säen, und etliches fiel auf den harten Weg, und es kamen die Vögel und fraßen es": hier Vögel des Himmels für Vernunftschlüsse und auch für Falsches; ebenso in mehreren anderen Stellen. 5150. "Da antwortete Joseph und sprach", 1. Mose 40/18, bedeutet Offenbarung aus dem Innewerden vom Himmlischen im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten und sprechen, sofern es eine Offenbarung aus dem Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 5121; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische im Natürlichen ist, wovon Nr. 5086, 5087, 5106. Daß Joseph hier das Himmlische im Natürlichen bezeichnet, kommt daher, weil vom Natürlichen gehandelt wird. Mit dem Himmlischen und Geistigen verhält es sich in folgender Weise: Das eigentlich Himmlische und das eigentlich Geistige, das in den Himmel vom Göttlichen des Herrn einfließt, wohnt ursprünglich im inneren Vernünftigen, denn hier sind die Formen vollkommen und zur Aufnahme geeignet; aber gleichwohl fließt das Himmlische und Geistige vom Göttlichen des Herrn auch ins äußere Vernünftige und auch ins Natürliche, und zwar sowohl mittelbar als unmittelbar. Mittelbar durch das innere Vernünftige, und unmittelbar vom Göttlichen des Herrn selbst. Was unmittelbar einfließt, das bestimmt (disponit), und was mittelbar einfließt, das wird bestimmt (disponitur); so im äußeren Vernünftigen und so auch im Natürlichen. Hieraus kann erhellen, was das Himmlische im Natürlichen ist. Das Himmlische kommt vom göttlich Guten und das Geistige kommt vom göttlich Wahren, beides vom Herrn; und wenn es im Vernünftigen ist, so heißt es das Himmlische und Geistige im Vernünftigen, und wenn im Natürlichen, heißt es das Himmlische und Geistige im Natürlichen. Unter dem Vernünftigen und Natürlichen wird der Mensch selbst verstanden, insofern er zur Aufnahme des Himmlischen und Geistigen gebildet ist. Aber unter dem Vernünftigen wird sein Inwendiges verstanden, und unter dem Natürlichen das Äußere. Infolge des Einfließens und gemäß der Aufnahme wird der Mensch ein himmlischer oder ein geistiger genannt. Ein himmlischer, wenn das göttlich Gute des Herrn im Willensgebiet, ein geistiger, wenn es im Verstandesgebiet aufgenommen wird. 5151. "Dies ist seine Auslegung", 1. Mose 40/18, bedeutet, was es in sich habe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Auslegung, sofern sie bezeichnet, was etwas in sich enthält, oder was darinnen liegt, wovon Nr. 5093, 5105, 5107. 5152. "Die drei Körbe", 1. Mose 40/18, bedeutet das Aufeinanderfolgen der Willenstriebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der drei Körbe, sofern sie das Aufeinanderfolgen der Willensrichtungen bezeichnen, wovon Nr. 5144. 5153. "Sind drei Tage", 1. Mose 40/18, bedeutet bis zum Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei, sofern es eine Periode und deren Dauer von Anfang bis zum Ende bezeichnet, somit bis zum Letzten, wovon Nr. 2788, 4495, 5122. 5154. "In noch drei Tagen", 1. Mose 40/19, bedeutet im Letzten. Dies erhellt aus dem, was über die Bedeutung von drei gleich oben Nr. 5152 gesagt wurde. 5155. "Wird Pharao dein Haupt erheben von dir", 1. Mose 40/19, bedeutet den Beschluß infolge des Vorhergesehenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Haupt erheben", sofern es das Vorhergesehene und daher das Beschlossene bezeichnet, oder den Beschluß aus dem Vorgesehenen, wovon Nr. 5124. Hier aber wird aus dem Vorhergesehenen, weil folgt, daß er an ein Holz gehängt wurde, wodurch Verwerfung und Verdammung bezeichnet wird. Der Grund, warum der Beschluß aus dem Vorhergesehenen, nicht aber aus dem Vorgesehenen bezeichnet wird, ist der, weil die Vorsehung vom Guten gesagt wird, das Vorhersehen aber vom Bösen; denn alles Gute fließt vom Herrn ein, deshalb wird es vorgesehen; aber alles Böse von der Hölle und vom Eigenen des Menschen, das eins macht mit der Hölle, deshalb wird es vorhergesehen; denn die Vorsehung in Beziehung auf das Böse ist nichts anderes als eine Richtung oder Beschränkung des Bösen auf das weniger Böse, und soviel möglich auf das Gute. Aber das Böse selbst wird vorhergesehen. Weil nun hier von dem der Willensseite unterworfenen Sinnlichen und dessen Verwerfung wegen des Bösen gehandelt wird, so ist es das Vorhersehen, das bezeichnet wird. 5156. "Und dich aufhängen lassen an das Holz", 1. Mose 40/19, bedeutet die Verwerfung und Verdammung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufgehängt werden an das Holz", sofern es Verwerfung und Verdammung in sich schließt; denn das Gehängtwerden an das Holz war ein Fluch, und Fluch ist Verwerfung vom Göttlichen, folglich Verdammung. Daß das Gehängtwerden auf das Holz Verdammung bedeutete, erhellt 5. Mose 21/22,23: "Wenn ein Mann eine Sünde begangen, die des Todes würdig ist, und er getötet wird, so daß du ihn hängst an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht bleiben auf dem Holze, sondern begraben; ja, begraben sollst du ihn an ebendemselben Tage; denn ein Fluch Gottes ist ein Gehenkter; denn du sollst nicht verunreinigen das Land, das Jehovah, dein Gott, dir geben wird zum Erbe": daß er nicht über Nacht bleiben sollte auf dem Holz, bezeichnete eine immerwährende Verwerfung, denn am Abend begann ein neuer Tag. Deshalb, wenn die Gehenkten nicht vor Abend weggeworfen worden wären, wäre vorgebildet worden, daß das Böse nicht verworfen sei, folglich daß das Land nicht davon befreit, sondern verunreinigt sei. Deshalb wird hinzugefügt: "du sollst nicht verunreinigen das Land, das Jehovah, dein Gott, dir geben wird zum Erbe". Daß sie bis zum Abend und nicht länger aufgehängt waren, sehe man Jos.8/29; 10/26. Bei der jüdischen Völkerschaft bestanden zwei Hauptstrafen: die Steinigung und das Hängen. Die Steinigung war wegen des Falschen und das Hängen auf das Holz wegen des Bösen, und zwar weil der Stein das Wahre bezeichnet: Nr. 643, 1298, 3720, und im entgegengesetzten Sinn das Falsche, und das Holz das Gute: Nr. 2784, 2812, 3720, und im entgegengesetzten Sinn das Böse; daher heißt es im prophetischen Wort einigemal: "Ehebrechen mit Stein und Holz", und dadurch wird die Verkehrung des Wahren oder das Falsche und die Entweihung des Guten oder das Böse bezeichnet. 5157. "Und die Vögel werden dein Fleisch von dir fressen", 1. Mose 40/19, bedeutet, das Falsche des Bösen werde verzehren, was jenem Sinnlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es bezeichnet verzehren, wovon Nr. 5149; aus der Bedeutung des Vogels, sofern er das Falsche ist, wovon ebenfalls oben Nr. 5149; aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 3812, 3813, daher im entgegengesetzten Sinn das Böse. Die meisten Ausdrücke im Wort haben auch einen entgegengesetzten Sinn, der aus der Bedeutung derselben im echten Sinn erkannt wird. Ferner aus der Bedeutung (der Worte) "von dir", sofern sie bezeichnen: aus dem der Willensseite unterworfenen Sinnlichen, denn dieses wird durch den Bäcker vorgebildet: Nr. 5078, 5082, und daß dieses böse war und deswegen zu verwerfen, erhellt aus dem, was vorhergeht. Wie es sich damit verhält, nämlich daß das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche, das durch den Mundschenken vorgebildet wird, beibehalten wurde, und das der Willensseite unterworfene Sinnliche, das durch den Bäcker vorgebildet wird, verworfen wurde, ist ein Geheimnis, das ohne Erläuterung nicht begriffen werden kann. Folgendes möge aber zu einiger Aufhellung dienen: Unter dem Sinnlichen werden diejenigen wißtümlichen Erkenntnisse und die Lustreize verstanden, die durch die fünf äußeren oder leiblichen Sinne in des Menschen Gedächtnis und in seine Begierden hineingebracht worden sind, und die zusammen das äußere Natürliche bilden, um dessen willen der Mensch ein sinnlicher Mensch genannt wird. Jene wißtümlichen Erkenntnisse sind der Verstandesseite, hingegen die Lustreize der Willensseite unterworfen, auch beziehen sich jene wißtümlichen Erkenntnisse auf das Wahre, das dem Verstand angehört, und jene Lustreize auf das Gute, das dem Willen angehört. Jene sind es, die durch den Mundschenken vorgebildet werden und beibehalten wurden, diese aber, die durch den Bäcker (vorgebildet) und verworfen wurden. Daß jene beibehalten wurden, hat den Grund, weil sie zeitweilig mit dem Verständigen übereinstimmen konnten; daß aber diese verworfen wurden, hat den Grund, weil sie keineswegs übereinstimmen konnten, denn der Willenstrieb im Herrn, von Dem in inneren höchsten Sinn gehandelt wird, war von der Empfängnis her göttlich und war das göttlich Gute selbst; der Willenstrieb aber durch die Geburt von der Mutter her war böse, deshalb mußte dieser verworfen und an dessen Statt ein neuer aus dem göttlichen Wollen durch das Verständige oder aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre, somit aus eigener Macht erworben werden. Dieses Geheimnis ist es, das im inneren Sinn hier beschrieben wird. 5158. Vers 20-23: Und es geschah am dritten Tage, am Geburtstag Pharaos, da machte er ein Gastmahl allen seinen Knechten, und erhob das Haupt des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker in der Mitte seiner Knechte. Und brachte zurück den Obersten der Mundschenken in sein Schenkamt, und er gab den Becher in die Hand Pharaos. Und den Obersten der Bäcker ließ er aufhängen, wie ihnen Joseph ausgelegt hatte. Aber der Oberste der Mundschenken gedachte nicht an Joseph, und vergaß sein. "Und es geschah am dritten Tage" bedeutet im Letzten; "am Geburtstag Pharaos" bedeutet, als das Natürliche wiedergeboren wurde; "da machte er ein Gastmahl allen seinen Knechten" bedeutet die Einweihung und Verbindung mit dem äußeren Natürlichen; "und erhob das Haupt" bedeutet, gemäß dem Vorgesehenen und Vorhergesehenen; "des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker" bedeutet in Beziehung auf das Sinnliche, das beiden, der Verstandes- und der Willensseite, unterworfen ist; "in der Mitte seiner Knechte" bedeutet, welches unter dem (sich befindet), was im äußeren Natürlichen ist; "und brachte zurück den Obersten der Mundschenken in sein Schenkamt" bedeutet, das Sinnliche der Verstandesseite wurde angenommen und untergeordnet; "und er gab den Becher in die Hand Pharaos" bedeutet, und (es wurde) dienstbar dem inwendigen Natürlichen; "und den Obersten der Bäcker ließ er aufhängen" bedeutet, das Sinnliche der Willensseite wurde verworfen; "wie ihnen Joseph ausgelegt hatte" bedeutet Vorhersage von seiten des Himmlischen im Natürlichen; "aber der Oberste der Mundschenken gedachte nicht an Joseph" bedeutet, es (war) noch keine völlige Verbindung mit dem Himmlischen des Natürlichen; "und vergaß sein" bedeutet Entfernung. 5159. "Und es geschah am dritten Tage", 1. Mose 40/20, bedeutet im Letzten. Dies erhellt aus der Bedeutung des dritten Tages, sofern er das Letzte des Zustandes bezeichnet, denn Tag bedeutet Zustand: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, und der dritte bezeichnet das Erfüllte, somit das Letzte: Nr. 1825, 2788, 4495. Durch das Letzte des Zustandes wird verstanden, wenn der vorige Zustand aufhört und ein neuer beginnt. Ein neuer Zustand beginnt beim Menschen, der wiedergeboren wird, wenn die Ordnung umgekehrt wird, was alsdann geschieht, wenn das Innere die Herrschaft bekommt über das Äußere, und das Äußere dem Inneren sowohl in Ansehung des Verstandes, als in Ansehung des Willens zu dienen anfängt. Dies wird bei denjenigen, die wiedergeboren werden, daraus wahrgenommen, daß etwas inwendig abmahnt, daß nicht die sinnlichen Lüste und die leiblichen oder irdischen Vergnügungen herrschen und den Verstand auf ihre Seite zur Bestärkung ziehen sollen. Wenn dies geschieht, dann ist der vorige Zustand in seinem Letzten und der neue Zustand in seinem Ersten. Solches wird durch "am dritten Tage" bezeichnet. Bei einem jeden Menschen, mag er wiedergeboren werden oder nicht, treten Zustandsveränderungen und auch Wendungen ein. Anders aber bei denjenigen, die wiedergeboren werden, und anders bei denjenigen, die nicht wiedergeboren werden. Bei denen, die nicht wiedergeboren werden, geschehen jene Veränderungen oder Wendungen aus Ursachen, die im Körper liegen, und wegen Ursachen im bürgerlichen Leben. Die Ursachen, die im Körper liegen, sind Begierden, die mit der Zeit kommen und mit der Zeit weggehen, sodann Rücksichten auf leibliche Gesundheit und auf ein langes Leben in der Welt. Die Ursachen im bürgerlichen Leben sind Bezähmungen der Begierden, die äußerlich erscheinen, hauptsächlich um einen guten Namen zu erlangen, um als weise und als Freund des Gerechten und Guten angesehen zu werden, eigentlich aber in der Absicht, Ehren und Gewinn zu erhaschen. Hingegen bei denjenigen, die wiedergeboren werden, geschehen jene Veränderungen oder Wendungen wegen geistiger Ursachen, die aus dem Guten und Gerechten selbst hervorgehen. Wenn der Mensch davon erregt zu werden anfängt, dann ist er am Ende des vorigen Zustandes und im Anfang des neuen. Aber nur wenige können erkennen, wie es sich damit verhält, deshalb soll es mit einem Beispiel erläutert werden: Wer sich nicht wiedergebären läßt, der liebt das, was dem Körper angehört, um das Körpers willen, nicht aber wegen eines anderen Zweckes, und auch die Welt um der Welt willen, höher geht er nicht, weil er das, was höher oder inwendiger ist, im Herzen leugnet. Hingegen wer wiedergeboren wird, der liebt auch, was dem Körper angehört, wie auch das, was der Welt angehört, in gleicher Weise, aber wegen eines höheren oder inwendigeren Zwecks. Denn er liebt das, was dem Körper angehört, um des Zweckes willen, damit ein gesundes Gemüt in einem gesunden Leibe sein möge, und er liebt sein Gemüt und dessen Gesundheit um eines noch inwendigeren Zweckes willen, nämlich damit er fürs Gute weise sein und das Wahre verstehen möge. Er liebt auch das, was der Welt angehört, ebenso wie andere, aber zu dem Zweck, damit er durch die Welt, ihre Güter, Besitzungen und Ehren in den Stand gesetzt sein möge, das Gute und das Wahre sowie das Gerechte und Billige auszuüben. Aus diesem Beispiel kann man erkennen, von welcher Art der eine und von welcher Art der andere ist, und daß sie in der äußeren Form gleich erscheinen, aber in der inwendigen ganz ungleich sind. Hieraus kann auch erhellen, welche und was für Ursachen es sind, welche die Zustandsveränderungen und Wendungen bei denjenigen bewirken, die nicht wiedergeboren werden, und bei denjenigen, die wiedergeboren werden; und hierdurch kann man auch einsehen, daß bei den Wiedergeborenen das Inwendigere über das Äußere, aber bei den Nichtwiedergeborenen das Äußere über das Inwendigere herrscht. Die Zwecke, die der Mensch hat, sind es, die herrschen, denn die Zwecke unterordnen und unterwerfen sich alles, was im Menschen ist, sein eigenstes Leben kommt nirgend anderswoher als aus dem Zweck, weil der Zweck immer seine Liebe ist. 5160. "Am Geburtstag Pharaos", 1. Mose 40/20, bedeutet, als das Natürliche wiedergeboren wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von geboren werden, sofern es heißt, von neuem geboren werden, worüber im Folgenden, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das innere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5080, 5095, hier das Natürliche im allgemeinen, weil das innere Natürliche und das äußere durch die Entsprechung eins machen bei den Wiedergeborenen. Daß geboren werden bedeutet, wiedergeboren werden, kommt daher, weil im inneren Sinn Geistiges verstanden wird, und geistige Geburt ist Wiedergeburt, die auch Neugeburt heißt. Deswegen wird, wenn im Wort von Geburt die Rede ist, im Himmel keine andere Geburt verstanden als die, welche geschieht durch Wasser und Geist, d.h. durch Glauben und Liebtätigkeit; denn dadurch, daß er wieder- oder von neuem geboren wird, wird der Mensch ein Mensch, und ganz unterschieden von den unvernünftigen Tieren, denn alsdann wird er ein Sohn und Erbe des Reiches des Herrn. Daß durch die Geburten, die im Wort erwähnt werden, geistige Geburten verstanden werden, sehe man Nr. 1145, 1255, 3860, 3868, 4070, 4668. 5161. "Da machte er ein Gastmahl allen seinen Knechten", 1. Mose 40/20, bedeutet die Einweihung und Verbindung mit dem äußeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mahlzeit, sofern sie die Einweihung zur Verbindung bezeichnet, wovon Nr. 3832, und auch Verbindung durch Liebe und Aneignung: Nr. 3596; und aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie dasjenige bezeichnen, was dem äußeren Natürlichen angehört; denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, alsdann wird das Untere dem Oberen oder das Äußere dem Inneren untergeordnet und unterworfen. Die äußerlichen Dinge werden dann Knechte und die inneren zu Herren. Solches wird durch Knechte im Wort bezeichnet, man sehe Nr. 2541, 3019, 3020; aber sie werden solche Knechte, die vom Herrn geliebt werden, denn es findet gegenseitige Liebe statt, die verbindet und macht, daß es nicht als Knechtschaft empfunden wird, sondern als ein Gehorsam aus Herzensgrund, denn das Gute fließt vom Inneren her ein, und bewirkt hier eine solche Freudigkeit. Gastmähler wurden ehemals aus verschiedenen Gründen gehalten: es wurde dadurch Einweihung in gegenseitige Liebe und daher Verbindung bezeichnet, auch wurden sie an Geburtstagen gehalten, und dann wurde durch sie eine Neugeburt oder Wiedergeburt vorgebildet, die eine Verbindung des Inneren mit dem Äußeren beim Menschen durch Liebe, folglich eine Verbindung des Himmels mit der Welt bei ihm ist; denn das Weltliche oder Natürliche beim Menschen wird alsdann mit dem Geistigen und Himmlischen verbunden. 5162. "Und er erhob das Haupt", 1. Mose 40/20, bedeutet das Vorgesehene und das Vorhergesehene. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Haupt erheben", sofern es das Beschlossene aus dem Vorgesehenen und auch aus dem Vorhergesehenen ist, wovon Nr. 5124, 5155. Vorgesehen ist es in Beziehung auf das der Verstandesseite unterworfene und als gut beibehaltene Sinnliche, das durch den Mundschenken vorgebildet wird, und vorhergesehen in Beziehung auf das der Willensseite unterworfene und als bös verworfene Sinnliche, das durch den Bäcker vorgebildet wird; denn das Gute wird vorgesehen und das Böse vorhergesehen, weil alles Gute vom Herrn ist und alles Böse von der Hölle oder vom Eigenen des Menschen. Daß das Eigene des Menschen nur böse ist, sehe man Nr. 210, 215, 694, 874, 875, 876, 987, 1023, 1044, 1047, 1581, 3812 E, 4328. 5163. "Des Obersten der Mundschenken und das Haupt des Obersten der Bäcker", 1. Mose 40/20, bedeutet in Beziehung auf das Sinnliche, das beiden Seiten, der verständigen und der willigen, unterworfen ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Mundschenken, sofern er das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5077, 5082; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Bäckers, sofern er das der Willensseite unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5078, 5082. HG 5164 5164. "In der Mitte seiner Knechte", 1. Mose 40/20, bedeutet, unter dem, was im äußeren Natürlichen (sich befindet). Dies erhellt aus der Bedeutung von "in der Mitte", sofern es ausdrückt unter jenem, und aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie dasjenige bezeichnen, was im äußeren Natürlichen (sich befindet), wovon Nr. 5161. Knechte wird im Wort alles genannt, was unten ist, und daher untergeordnet und unterworfen dem Oberen, wie das, was dem äußeren Natürlichen angehört, oder das Sinnliche in demselben in Beziehung auf das innere Natürliche. Auch das, was diesem Natürlichen angehört, heißt Knechte in Beziehung auf das Vernünftige, und folglich alles und jedes beim Menschen, sein Innerstes ebenso wie sein Äußerstes in Beziehung auf das Göttliche, denn dieses ist das Oberste. Die Knechte hier, in deren Mitte Pharao über den Mundschenken und den Bäcker Gericht hielt, waren Hofleute und Magnaten. Daß diese ebenso wie andere Untergebene, welchem Stand sie auch angehören mögen, in Beziehung auf den König Knechte (oder Diener) heißen, wie es in jedem Reich noch heutzutage der Fall ist, hat den Grund, weil das Königtum den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildet: Nr. 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5068, in Beziehung auf Den alle, mögen sie einem Stand angehören, welchem sie wollen, in gleicher Weise Knechte sind. Ja, im Reich des Herrn oder Himmel sind diejenigen, die dort die Größten, d.h. die Innerlichsten sind, Knechte vor anderen, weil sie im größten Gehorsam sind und mehr als die übrigen in der Demut, denn sie sind es, die verstanden werden unter den Kleinsten, welche die Größten, und unter den Letzten, welche die Ersten sind, Matth.19/30; 20/16; Mark.10/31; Luk.13/30: "Die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein". Luk.9/48: "Wer unter euch allen der Kleinste ist, der wird groß sein". Sodann unter den Großen, die Diener, und unter den Ersten, die Knechte sind, Mark.10/44; Matth.20/26,27: "Wer da will groß sein unter euch, soll euer Diener sein, und wer da will unter euch der Erste sein, der soll aller Knecht sein": Knechte heißen sie in Beziehung auf das göttlich Wahre, das vom Herrn, und Diener in Beziehung auf das göttlich Gute von Ihm. Der Grund, warum die Letzten, welche die Ersten sind, Knechte sind vor anderen, ist, weil sie wissen, anerkennen und innewerden, daß alles Leben, mithin daß alle Macht, die sie haben, vom Herrn ist und gar nichts von ihnen selbst. Diejenigen dagegen, die das nicht inne werden, weil sie es nicht so anerkennen, sind auch Knechte, aber mehr mit der Anerkennung des Mundes als des Herzens. Die aber, die das Gegenteil sind, nennen sich auch Knechte oder Diener in Beziehung auf das Göttliche, gleichwohl aber wollen sie Herren sein; denn sie werden unwillig und zornig, wenn das Göttliche ihnen nicht günstig ist und gleichsam gehorcht, und zuletzt sind sie gegen das Göttliche, und alsdann sprechen sie dem Göttlichen alle Macht ab und schreiben sich alles zu. Die meisten solcherart sind innerhalb der Kirche; dieselben leugnen den Herrn und sagen, sie erkennen (nur) ein höchstes Wesen an. 5165. "Und brachte zurück den Obersten der Mundschenken in sein Schenkamt", 1. Mose 40/21, bedeutet, das Sinnliche der Verstandesseite wurde angenommen und untergeordnet. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Obersten der Mundschenken, sofern es das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche überhaupt bezeichnet, wovon oben; und aus der Bedeutung von "zurückbringen in sein Schenkamt", sofern es heißt: in Ordnung bringen unter dem Verständigen. Daß wiedereinsetzen in einen Stand bedeutet, in Ordnung bringen, so daß es an letzter Stelle ist, sehe man Nr. 5125, hier in das Schenkamt, weil das Schenkamt und was zum Schenkamt gehört, als Wein, Most, Met (sicera), Wasser, von solchem gesagt wird, was dem Verstand angehört, wie auch das Trinken: Nr. 3069, 3168, 3772, 4017. Hieraus wird klar, daß "den Obersten der Mundschenken zurückbringen in sein Schenkamt" heißt, das Sinnliche der Verstandesseite in Ordnung bringen, somit annehmen und unterordnen. Angenommen und untergeordnet wird dieses Sinnliche, wenn es Dienste leistet und dem Inneren zum Mittel dient, sowohl um sich tätig zu äußern, als um im Inneren zu sehen; denn der Mensch sieht in dem Sinnlichen (in sensualibus), das dem äußeren Natürlichen angehört, das Innere beinahe, wie er die Gemütsbewegungen im Angesicht und die noch inwendigeren in den Augen sieht. Ohne ein solches inneres Angesicht oder ohne eine solche Unterlage (absque tali plano) kann der Mensch, der im Leibe lebt, durchaus nicht über das Übersinnliche denken; denn dieses sieht er in jenem, wie wenn ein Mensch in des anderen Angesicht die Regungen und Gedanken sieht, ohne daß er auf das Angesicht selbst achtet; und auch wie wenn er einen anderen reden hört, ohne daß er auf die Worte achtet, sondern auf den Sinn der Rede. Die aus Wörtern bestehende Rede selbst ist die Unterlage (planum), in der jener Sinn ist. Ebenso verhält es sich mit dem äußeren Natürlichen; wenn dieses dem Inwendigeren nicht zur Unterlage dienen würde, in der wie in einem Spiegel das Innere sich sehen kann, könnte der Mensch gar nicht denken. Deshalb wird diese Unterlage zuerst gebildet, nämlich von Kindheit an. Dieses ist aber unbekannt, weil das, was innerlich im Menschen existiert, ohne inwendigeres Nachdenken nicht offenbar wird. Wie beschaffen das äußere Natürliche sei, wird (erst) im anderen Leben deutlich und offenbar; denn das Angesicht der Geister und Engel ist aus demselben und nach demselben gebildet. Im Lichte des Himmels leuchtet das Inwendigere durch dieses Angesicht hindurch, hauptsächlich die Absichten oder Zwecke. Wenn die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten das Innere gebildet hatten, dann ist von daher ein Glanz im Angesicht und das Angesicht selbst ist Liebe und Liebtätigkeit in Gestaltung. Wenn aber Selbst- und Weltliebe und daher Haß, Rache, Grausamkeit und dergleichen das Inwendigere gebildet hatten, dann ist dadurch etwas Teuflisches im Angesicht, und das Angesicht selbst ist Haß, Rache und Grausamkeit in Gestaltung. Hieraus kann erhellen, was und wozu das äußere Natürliche ist, und wie beschaffen es ist, wenn es dem Inneren unterworfen ist, und wie beschaffen, wenn das Innere ihm unterworfen ist. 5166. "Und er gab den Becher in die Hand Pharaos", 1. Mose 40/21, bedeutet, dienstbar dem inneren Natürlichen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5126 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 5167. "Und den Obersten der Bäcker ließ er aufhängen", 1. Mose 40/22, bedeutet, das Sinnliche der Willensseite wurde verworfen. Dies erhellt ebenfalls aus dem, was Nr. 5156 erklärt wurde, wo das gleiche vorkommt. 5168. "Wie ihnen Joseph ausgelegt hatte", 1. Mose 40/22, bedeutet die Vorhersage von seiten des Himmlischen im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von auslegen, sofern es heißt sagen, was etwas in sich habe oder was darin liege, sodann was sich zutragen werde, wovon Nr. 5093, 5105, 5107, 5141, somit vorhersagen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische im Natürlichen ist, wovon Nr. 5086, 5087, 5106. Wie es sich damit verhält, daß nämlich das Sinnliche der Verstandesseite beibehalten wurde und das Sinnliche der Willensseite verworfen, sehe man Nr. 5157. Es wird in diesem Kapitel im inneren Sinn von der Unterordnung des äußeren Natürlichen gehandelt, das deswegen untergeordnet werden muß, damit es dem inneren Natürlichen zur Grundlage (planum) diene: Nr. 5165; denn wenn es nicht untergeordnet wird, so hat das inwendigere Wahre und Gute keine Stelle, wo es vorgebildet werden kann, folglich auch nicht die inwendigeren Gedanken, die das Geistige und Himmlische in sich haben; denn dasselbe stellt sich dort wie in seinem Angesicht oder wie in einem Spiegel dar. Wenn daher keine Unterordnung ist, so kann der Mensch kein inneres Denken haben, ja auch keinen Glauben; denn es findet dann kein entfernteres oder hervortretendes Begreifen statt und daher auch keine Wahrnehmung von solchen Dingen. Was das Natürliche unterordnet und zur Entsprechung bringt, ist einzig und allein das Gute, in dem Unschuld ist, und dieses Gute wird im Wort Liebtätigkeit genannt. Das Sinnliche und das Wißtümliche sind nur Mittel (oder Vermittlungen), in die jenes Gute einfließt und so in einer bestimmten Form sich darstellt und sich zu allerlei Nutzwirkung entfaltet. Aber das Wißtümliche, auch wenn es sogar die Glaubenswahrheiten sind, ohne jenes Gute darin, ist nichts anderes als Schuppen unter Schmutz, die wegfallen. Wie aber das Äußere in Ordnung und zur Entsprechung mit dem Inwendigeren durch das Gute mittelst des Wißtümlichen und der Glaubenswahrheiten gebracht wird, liegt heutzutage dem Verständnis ferner, als es ehemals gewesen war, und zwar aus mehreren Ursachen; hauptsächlich deswegen, weil heutzutage innerhalb der Kirche keine Liebtätigkeit mehr ist (denn es ist die letzte Zeit der Kirche), mithin auch keine Neigung, solches zu wissen. Deshalb verspürt man sogleich einen Widerwillen, wenn von etwas Innerlichem oder Übersinnlichem die Rede ist, und infolgedessen, wenn man etwas von solchen Dingen, die der Engelsweisheit angehören, bespricht. Weil aber solche Dinge im inneren Sinn liegen (denn was der innere Sinn enthält, ist der Engelsweisheit angemessen), und weil jetzt das Wort in Ansehung des inneren Sinnes erklärt wird, so müssen sie dennoch besprochen werden, mögen sie auch dem Sinnlichen noch so fernliegend erscheinen. 5169. "Aber der Oberste der Mundschenken gedachte nicht an Joseph", 1. Mose 40/23, bedeutet, es war noch keine völlige Verbindung mit dem Himmlischen des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gedenken oder sich erinnern an Joseph, sofern es die Aufnahme des Glaubens bezeichnet, wovon Nr. 5130, folglich auch die Verbindung, weil mittelst des Glaubens die Verbindung geschieht. "Er gedachte nicht", bezeichnet also hier, daß noch keine völlige Verbindung stattfand; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Obersten der Mundschenken, sofern er das Sinnliche der Verstandesseite bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Natürlichen ist, wovon oben. 5170. "Und vergaß sein", 1. Mose 40/23, bedeutet die Entfernung. Dies erhellt aus der Bedeutung von vergessen, sofern es eine Entfernung bezeichnet, weil ohne Erinnerung keine Verbindung bestehen kann; denn in dem Maße der Nichtverbindung, findet Entfernung statt. Was vergessen wird, das wird auch entfernt. So verhält es sich auch mit dem der Verstandesseite unterworfenen Sinnlichen. Was behalten wird, wird darum noch nicht verbunden, denn es ist noch nicht rein von Täuschungen; aber sowie es gereinigt wird, wird es auch verbunden. Hiervon jedoch im folgenden Kapitel, wo es vom Mundschenken heißt, er habe Josephs gedacht.   Nr. 5171 - 5190 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 41. Kapitel 1. Und es geschah am Ende von zwei Jahren der Tage (nach Verlauf einer Zeit von zwei Jahren), da hatte Pharao einen Traum, und siehe, er stand am Fluß. 2. Und siehe, aus dem Fluß stiegen sieben Kühe, schön von Ansehen und fett von Fleisch, und weideten im Schilfgras. 3. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Fluß, übel von Ansehen und mager von Fleisch, und standen neben den Kühen am Ufer des Flusses. 4. Und es fraßen die Kühe, (die) übel von Ansehen und mager von Fleisch, die sieben Kühe, (die) schön von Ansehen und fett waren; da erwachte Pharao. 5. Und er schlief ein und träumte zum zweiten Mal. Und siehe, sieben Ähren stiegen auf an einem Halm, fett und gut. 6. Und siehe, sieben Ähren, mager und verbrannt vom Ostwind, wuchsen hervor nach jenen. 7. Und es verschlangen die mageren Ähren die sieben fetten und vollen Ähren, da erwachte Pharao, und siehe, (es war) ein Traum. 8. Und es geschah am Morgen, da war beunruhigt sein Geist, und er sandte hin und berief alle Zauberer (magos) Ägyptens und alle seine Weisen, und es erzählte Pharao ihnen seinen Traum, und niemand konnte sie dem Pharao auslegen. 9. Da redete der Oberste der Mundschenken mit Pharao, und sprach: meiner Sünden gedenke ich heute. 10. Pharao zürnte über seine Knechte, und legte mich in das Gefängnis im Hause des Obersten der Trabanten, mich und den Obersten der Bäcker. 11. Und wir träumten einen Traum in einer Nacht, ich und er, ein jeder nach der Auslegung seines Traumes haben wir geträumt. 12. Und daselbst war bei uns ein hebräischer Jüngling, der Knecht des Obersten der Trabanten, und wir erzählten ihm, und er legte uns unsere Träume aus, einem jeden legte er aus nach seinem Traum. 13. Und es geschah, wie er uns ausgelegt hatte, so wurde es: mich brachte er (Pharao) wieder auf meine Stelle, und jenen ließ er henken. 14. Da sandte Pharao hin, und berief den Joseph, und sie ließen ihn eilends aus der Grube, und er beschor sich, und wechselte seine Kleider, und kam zu Pharao. 15. Da sprach Pharao zu Joseph: einen Traum habe ich geträumt, und es ist niemand der ihn auslegt, und ich habe von dir sagen hören, du hörst einen Traum (und vermagst) ihn auszulegen. 16. Und Joseph antwortete dem Pharao, sprechend: nicht bei mir (steht dieses), Gott wird antworten den Frieden des Pharao (d.i. Gott wird dem Pharao Gutes verkündigen). 17. Da redete Pharao zu Joseph: in meinem Traum, siehe, da stand ich am Ufer des Flusses. 18. Und siehe, aus dem Fluß stiegen sieben Kühe, fett von Fleisch und schön von Gestalt, und weideten im Schilfgras. 19. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen auf nach ihnen, schmächtig und sehr übel von Gestalt und hager von Fleisch; keine habe ich gesehen wie sie in ganz Ägyptenland in betreff des üblen Aussehens. 20. Und es fraßen die hageren und die schlechten Kühe die sieben ersten fetten Kühe. 21. Und sie kamen in ihr Eingeweide (in ihren Bauch), aber man merkte nicht, daß sie gekommen in ihr Eingeweide, und ihr Aussehen war übel wie im Anfang; da wachte ich auf. 22. Und ich sah in meinem Traum, und siehe, sieben Ähren wuchsen hervor an einem Halm, voll und gut. 23. Und siehe, sieben Ähren, dürre, mager und verbrannt vom Ostwind, wuchsen hervor nach jenen. 24. Und es verschlangen die mageren Ähren die sieben guten Ähren; und ich sagte es den Zauberern (Traumdeutern), aber keiner konnte es mir deuten. 25. Da sprach Joseph zu Pharao: der Traum Pharaos ist (nur) einer ; was Gott tut, hat Er angezeigt dem Pharao. 26. Die sieben guten Kühe, das sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren, das sind (auch) sieben Jahre; ein Traum ist es. 27. Und die sieben hageren und schlechten Kühe, die heraufstiegen nach ihnen, das sind sieben Jahre, und die sieben leeren Ähren, verbrannt vom Ostwind, werden sein sieben Jahre des Hungers. 28. Das ist das Wort, das ich geredet habe zu Pharao: was Gott tut, hat Er sehen lassen den Pharao. 29. Siehe, sieben Jahre kommen, (in denen) großer Getreideüberfluß in ganz Ägyptenland sein wird. 30. Und es werden aufstehen sieben Jahre des Hungers nach ihnen, und man wird vergessen allen Getreideüberfluß in Ägyptenland, und der Hunger wird das Land verzehren. 31. Und man wird nichts mehr wissen von dem Getreideüberfluß im Land, vor jenem Hunger, der nachher (kommt), weil er sehr schwer (sein wird). 32. Und daß der Traum bei Pharao sich zweimal wiederholte (bedeutet), daß die Sache fest beschlossen ist bei Gott, und daß Gott eilet, es zu tun. 33. Und nun möge sich Pharao ersehen einen verständigen und weisen Mann, und ihn setzen über Ägyptenland. 34. Es tue Pharao also und bestelle Amtleute über das Land, und nehme den Fünften von Ägyptenland in den sieben Jahren des Getreideüberflusses. 35. Und sie sollen sammeln alle Speise dieser guten Jahre, die kommen werden, und Getreide aufschütten unter der Hand Pharaos, als Speise in den Städten und es verwahren. 36. Und es sei diese Speise zum Vorrat für das Land, für die sieben Jahre des Hungers, die sein werden in Ägyptenland, damit das Land nicht ausgerottet werde durch den Hunger. 37. Und das Wort war gut in den Augen Pharaos, und in den Augen aller seiner Knechte. 38. Und Pharao sprach zu seinen Knechten: werden wir einen Mann finden, wie diesen, in dem der Geist Gottes? 39. Und Pharao sprach zu Joseph: nachdem dir Gott alles dieses kundgetan, ist keiner (so) verständig und weise wie du. 40. Du sollst sein über mein Haus, und auf deinem Munde sollen küssen (oder nach deinem Munde soll sich fügen) all mein Volk, nur um den Thron will ich größer sein als du. 41. Und Pharao sprach zu Joseph: siehe, ich habe dich gesetzt über ganz Ägyptenland. 42. Und Pharao tat seinen Ring ab von seiner Hand, und tat ihn an die Hand Josephs, und kleidete ihn mit Kleidern von Byssus, und legte eine goldene Kette um seinen Hals. 43. Und ließ ihn fahren auf dem zweiten Wagen, den er hatte, und sie schrieen vor ihm Abrech (d.i. wirf dich nieder), und er ward gesetzt über ganz Ägyptenland. 44. Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao, und ohne dich soll niemand seine Hand erheben und seinen Fuß in ganz Ägyptenland. 45. Da nannte Pharao den Namen Josephs Zaphnath Paneach, und gab ihm Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On, zum Weibe; und Joseph ging aus über Ägyptenland. 46. Und Joseph war dreißig Jahre alt, da er stand vor Pharao, dem König Ägyptens. Und Joseph ging aus von Pharao und zog hin durch ganz Ägyptenland. 47. Und das Land trug in den sieben Jahren des Getreideüberflusses Sammlungen (in vollen Bündeln oder sehr reichlich). 48. Und er sammelte alle Speise der sieben Jahre, die in Ägyptenland waren, und legte Speise in die Städte; die Speise des Feldes der Stadt, was rings um sie her war, legte er in deren Mitte. 49. Und Joseph schüttete Getreide auf wie Sand des Meeres, sehr viel, bis daß er aufhörte zu zählen, weil keine Zahl (hinreicht). 50. Und dem Joseph wurden geboren zwei Söhne, ehe denn das Jahr des Hungers kam, die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On. 51. Und Joseph nannte den Namen des Erstgeborenen Menasche (genannt Manasse), denn Gott, (sprach er), hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit und des ganzen Hauses meines Vaters. 52. Und den Namen des zweiten nannte er Ephraim; denn Gott hat mich Frucht bringen lassen im Lande meiner Trübsal. 53. Und es wurden vollendet die sieben Jahre des Getreideüberflusses, welcher war in Ägyptenland. 54. Und es fingen an die sieben Jahre des Hungers zu kommen, wie Joseph gesagt hatte; und es war Hunger in allen Ländern; aber in ganz Ägyptenland war (noch) Brot. 55. Und Hunger litt auch ganz Ägyptenland; da schrie das Volk zu Pharao um Brot, und Pharao sprach zu ganz Ägypten: gehet zu Joseph, was er euch sagt, das tut. 56. Und der Hunger war im ganzen Umfang des Landes, und Joseph tat alle (Speicher) auf, in denen (Getreide) war, und verkaufte an Ägypten; und der Hunger war stark in Ägyptenland. 57. Und alle Länder kamen gen Ägypten, (Getreide) zu kaufen, bei Joseph, weil der Hunger stark war in allen Landen.   Inhalt 5191. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn gehandelt vom anderen Zustand des geistig Himmlischen, das ist Joseph, nämlich von seiner Erhöhung über das, was dem natürlichen oder äußeren Menschen angehört, somit über alles Wißtümliche in demselben, welches ist Ägypten. 5192. Pharao ist das Natürliche im allgemeinen, das nun ruhte, und alles dem Himmlischen des Geistigen überließ, welches ist Joseph. Sieben Jahre Getreideüberfluß in Ägyptenland bezeichnen das Wißtümliche, an das sich das Gute vom geistig Himmlischen anschließen kann; sieben Jahre Hunger sind dem folgenden Zustand eigen, wo nichts Gutes im Wißtümlichen ist, als das, welches vom göttlich Himmlischen des Geistigen (kommt), das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn (ausgeht). Davon wird im Folgenden gehandelt insonderheit.   Innerer Sinn 5193. Vers 1-4: Und es geschah am Ende von zwei Jahren der Tage (d.i. nach Verlauf einer Zeit von zwei Jahren), da hatte Pharao einen Traum, und siehe, er stand am Fluß. Und siehe, aus dem Fluß stiegen sieben Kühe, schön von Ansehen und fett von Fleisch, und weideten im Schilfgras. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Fluß, übel von Ansehen und mager von Fleisch, und standen neben den Kühen am Ufer des Flusses. Und es fraßen die Kühe, (die) übel von Ansehen und mager von Fleisch, die sieben Kühe, (die) schön von Ansehen und fett waren; da erwachte Pharao. "Und es geschah am Ende von zwei Jahren der Tage" bedeutet nach dem Zustand der Verbindung; "da hatte Pharao einen Traum" bedeutet das Vorgesehene in betreff des Natürlichen; "und siehe, er stand am Fluß" bedeutet, von einer Grenze zur anderen; "und siehe, aus dem Fluß" bedeutet auf der Grenze; "stiegen sieben Kühe" bedeutet die Wahrheiten des Natürlichen; "schön von Ansehen" bedeutet, die dem Glauben angehören; "und fett von Fleisch" bedeutet, die der Liebtätigkeit angehören; "und weideten im Schilfgras" bedeutet die Belehrung; "und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Fluß" bedeutet Falsches, das dem Natürlichen eigen, ebenfalls auf der Grenze; "übel von Ansehen" bedeutet das nicht dem Glauben angehört; "und mager von Fleisch" bedeutet auch nicht der Liebtätigkeit; "und standen neben den Kühen am Ufer des Flusses" bedeutet auf den Grenzen, wo die Wahrheiten; "und es fraßen die Kühe, die übel von Ansehen, und mager von Fleisch", bedeutet, daß Falsches, das nicht dem Glauben und nicht der Liebtätigkeit angehört, verdrängte; "die sieben Kühe, die schön von Ansehen und fett waren" bedeutet die Wahrheiten des Natürlichen, die dem Glauben und der Liebtätigkeit angehören; "da erwachte Pharao" bedeutet den Zustand der Erleuchtung. 5194. "Und es geschah am Ende von zwei Jahren der Tage", 1. Mose 41/1, bedeutet, nach dem Zustand der Verbindung, nämlich des Sinnlichen, das dem auswendigen Natürlichen angehört, mit demjenigen, das dem inwendigen Natürlichen angehört, wovon im vorigen Kapitel gehandelt wurde; dies erhellt aus der Bedeutung von zwei Jahren der Tage, oder einer Zeit von zwei Jahren, sofern sie den Zustand der Verbindung bezeichnen, denn ein Paar (binum) oder zwei bedeutet Verbindung: Nr. 1686, 3519, und Jahre, dann auch Tage bedeuten Zustände; daß Jahre, sehe man Nr. 487, 488, 493, 893; daß Tage: Nr. 23, 487, 488, 493, 2788, 3462, 3785, 4850. Daß zwei bedeuten Verbindung, kommt daher, weil alles samt und sonders in der geistigen Welt und daher in der natürlichen sich auf zwei bezieht, nämlich auf das Gute und das Wahre, auf das Gute als auf das Wirkende und Einfließende, und auf des Wahre als auf das Leidende und Aufnehmende, und weil es sich auf jene zwei bezieht, und gar nichts erzeugt wird, wenn nicht jene zwei eins werden durch eine Art von Ehe (per auoddam instar conjugii), daher kommt es, daß durch zwei bezeichnet wird Verbindung; ein solches Bild der Ehe (instar cone conjugii) findet sich in allen und jeden Dingen der Natur und ihrer drei Reiche, ohne sie entsteht (existit) durchaus nichts; auf daß nämlich etwas entstehe in der Natur, muß Wärme und Licht da sein; die Wärme in der natürlichen Welt entspricht dem Guten der Liebe in der geistigen Welt, und das Licht entspricht dem Wahren des Glaubens; jene zwei, nämlich die Wärme und das Licht, müssen zusammenwirken (unum agent), wenn etwas erzeugt werden soll; wenn sie aber nicht zusammenwirken, was der Fall ist zur Zeit des Winters, wird gar nichts erzeugt; daß es in geistiger Beziehung sich ebenso verhält, zeigt sich offenbar beim Menschen; es sind zwei Vermögen beim Menschen, nämlich der Wille und der Verstand; der Wille ist gebildet zur Aufnahme der geistigen Wärme, d.h. des Guten der Liebe und Liebtätigkeit, und der Verstand zur Aufnahme des geistigen Lichts, d.h. des Glaubenswahren; wenn diese zwei beim Menschen nicht eins ausmachen, so wird nichts erzeugt; denn das Gute der Liebe ohne das Wahre des Glaubens bestimmt und eigenschaftet nichts (non aliquid determinat et qualificat), und das Wahre des Glaubens ohne das Gute der Liebe bewirkt auch nichts; auf daß daher im Menschen die himmlische Ehe sei, oder er in der himmlischen Ehe, müssen jene zwei bei ihm eins ausmachen; daher kommt es, daß die Alten alles und jedes in der Welt und alles und jedes beim Menschen mit Ehen verglichen haben: Nr. 54, 55, 568, 718, 747, 917, 1432, 2173, 2516, 2731, 2739, 2758, 3132, 4434, 4823, 5138. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß zwei eine Verbindung bedeutet. 5195. "Da hatte Pharao einen Traum", 1. Mose 41/1, bedeutet das Vorhergesehene in betreff des Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der Bedeutung von träumen, sofern es das Vorhersagen der Zukunft, somit im höchsten Sinn das Vorhersehen bezeichnet, wovon Nr. 3698, 4682, 5091, 5092, 5104; und weil das Vorhersehen oder das Vorhergesehene, so bezeichnet er auch die Vorsehung oder das Vorgesehene, denn das eine kann nicht sein (non datur) ohne das andere. Die Vorsehung hat nämlich einen Zustand im Auge, der sich fortentwickelt in Ewigkeit, und der, wenn er nicht vorhergesehen wird, nicht vorgesehen werden kann. Vorsehen das Gegenwärtige, und nicht zugleich vorhersehen das Zukünftige, und so nicht im Gegenwärtigen dieses zugleich vorsehen, wäre ohne Zweck, ohne Ordnung, und folglich ohne Weisheit und Einsicht, also nicht aus dem Göttlichen. Aber vom Guten wird die Vorsehung gesagt, und vom Nicht-Guten das Vorhersehen: Nr. 5155. Vom Guten kann kein Vorhersehen gesagt werden, weil das Gute im Göttlichen ist, und vom Göttlichen selbst und gemäß dem Göttlichen da ist, wohl aber vom Nicht-Guten und vom Bösen, denn dieses ist da außerhalb des Göttlichen durch andere, die gegen das Göttliche sind. Weil also vom Guten gesagt wird Vorsehung, wird es auch gesagt von der Verbindung des Natürlichen mit dem Himmlischen des Geistigen, von der in diesem Kapitel gehandelt wird. Deswegen wird durch träumen hier das Vorgesehene bezeichnet. 5196. "Und siehe, er stand am Fluß", 1. Mose 41/1, bedeutet, von einer Grenze zur anderen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Flusses, hier des Flusses von Ägypten oder des Nils, sofern er die Grenze ist. Daß der Fluß die Grenze ist, hat den Grund, weil große Flüsse, nämlich der Euphrat, der Jordan und der Nil, und überdies das Meer, die äußersten Grenzen des Landes Kanaan waren, und weil das Land Kanaan selbst das Reich des Herrn vorbildete, und daher alle Orte dort Verschiedenes in jenem Reich vorbildeten, folglich bildeten die Flüsse das Letzte oder die Grenzen daselbst vor; man sehe Nr. 1866, 4116, 4240. Denn der Nil oder Fluß Ägyptens bildete vor das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche, somit das Wißtümliche, das aus jenem (herkommt); denn dieses ist das Letzte der geistigen Dinge des Reiches des Herrn. Daß von einer Grenze zur anderen bezeichnet wird, hat den Grund, weil gesagt wird von Pharao, er sei am Fluß gestanden; denn durch Pharao wird das Natürliche im allgemeinen vorgebildet: Nr. 5160. Etwas vom Inwendigeren bis zum Äußersten schauen, wird vorgebildet durch stehen am Äußersten; so geschieht es in der geistigen Welt, und weil es alsdann von einer Grenze zur anderen geschaut wird, deswegen wird das durch jene Worte im inneren Sinn bezeichnet. 5197. "Und siehe aus dem Fluß", 1. Mose 41/2, bedeutet auf der Grenze. Dies erhellt aus der Bedeutung des Flusses, sofern er ist die Grenze, wovon Nr. 5196. Daß "aus dem Fluß" heißt auf der Grenze, hat zum Grund, weil sie dort erschienen. 5198. "Stiegen sieben Kühe", 1. Mose 41/2, bedeutet Wahrheiten des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie Wahrheiten des Natürlichen bezeichnen, worüber im Folgenden; daß es sieben gewesen sind, hat den Grund, weil sieben das Heilige bedeutet: Nr. 395, 433, 716 und daher diese Zahl der Sache, von der gehandelt wird, eine Heiligkeit beifügt: Nr. 881; die Sache, von der hier gehandelt wird, ist auch wirklich eine heilige; denn es wird gehandelt von der weiteren Wiedergeburt des Natürlichen durch seine Verbindung mit dem Himmlischen des Geistigen. Daß Kühe oder Färsen (junge Kuh, die noch nicht gekalbt hat) Wahrheiten des Natürlichen bedeuten, kann daraus erhellen, daß Ochsen und Stiere Gutes des Natürlichen bedeuten: Nr. 2180, 2566, 2781, 2830; denn wo im Wort das Männchen das Gute bedeutet, da (bedeutet) das Weibchen das Wahre, und umgekehrt, wo das Männchen das Wahre, da bedeutet das Weibchen das Gute, daher kommt es, daß die Kuh das Wahre des Natürlichen bedeutet, weil der Ochs bedeutet das Gute desselben. Daß alle Tiere, die je im Wort genannt werden, Triebe (affectiones) bedeuten, böse und unnütze Tiere böse Triebe, hingegen sanfte und nützliche Tiere gute Triebe, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2179, 2180, 3218, 3519. Diese Bedeutung kommt von den Vorbildern in der Geisterwelt; denn wenn im Himmel die Rede ist von Trieben, dann werden in der Geisterwelt Tiere vorgebildet, die den derartigen Trieben, von denen die Rede ist, entsprechen, was ich auch öfters sehen durfte; und einigemal war ich begierig zu wissen, woher das (komme); aber es wurde vernommen, daß das Leben der Tiere nichts anderes sei als Triebe, denn sie folgen ihrem Trieb aus Instinkt ohne Vernunft, und so werden sie von selbst zu ihrem Nutzzweck hingetrieben; für diese vernunftlosen Triebe passen keine anderen Körperformen als solche, in denen sie auf Erden erscheinen; daher kommt es, daß, wenn von bloßen Trieben die Rede ist, deren äußerste Formen den Körperformen solcher Tiere ganz ähnlich erscheinen, denn in anderen (Formen) können jene Triebe nicht gekleidet werden als in solche, die entsprechen. Es sind mir auch fremde Tiere erschienen, die in der Welt nirgends existieren, denn sie kamen von unbekannten Trieben und von gemischten Trieben. Daher kommt es nun, daß im Wort durch Tiere die Triebe bezeichnet werden, aber was für Triebe, wird nicht anderswoher klar, als aus dem inneren Sinn. Daß durch Ochsen das Gute des Natürlichen bezeichnet wird, sehe man in den oben angeführten Stellen, und daß durch Kühe Wahrheiten des Natürlichen, kann aus denjenigen Stellen erhellen, wo sie genannt werden, z.B. bei Jes.11/7; Hos.4/6; Amos 4/1; dann auch aus dem Wasser der Scheidung, das zur Reinigung dienen sollte, und das bereitet war aus einer roten Kuh, die zu Asche verbrannt worden außerhalb des Lagers, der beigemischt wurde Zedernholz, Ysop und doppelt gefärbter Scharlach: 4. Mose 19/2-11. Dieses Verfahren, wenn es durch den inneren Sinn aufgeschlossen wird, zeigt an, daß durch die rote Kuh bezeichnet wird das unreine Wahre des Natürlichen, das rein gemacht worden durch Verbrennung, dann auch durch solches, was bezeichnet wird durch Zedernholz, Ysop und doppelt gefärbten Scharlach; das Wasser hieraus bildete das Mittel der Reinigung vor. 5199. "Schön von Ansehen", 1. Mose 41/2, bedeutet, die dem Glauben angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schönheit und des Ansehens. Geistige Schönheit ist Neigung zum inwendigeren Wahren, und geistiges Ansehen ist der Glaube. Daher wird durch "schön von Ansehen" bezeichnet die Neigung zum Wahren des Glaubens; man sehe Nr. 553, 3080, 3821, 4985. Daß geistige Schönheit die Neigung zum inwendigeren Wahren bezeichnet, kommt daher, weil das Wahre die Form des Guten ist. Das Gute selbst, das vom Göttlichen im Himmel (ausgeht), ist es, davon die Engel das Leben haben, aber die Form ihres Lebens ist (gebildet) durch die Wahrheiten, die von jenem Guten. Das Wahre des Glaubens macht jedoch nicht die Schönheit, sondern die Neigung selbst, die den Wahrheiten des Glaubens innewohnt und vom Guten her ist. Die Schönheit aus dem Glaubenswahren allein verhält sich wie die Schönheit eines gemalten oder geschnitzten Angesichts, aber die Schönheit aus der Neigung zum Wahren, die aus dem Guten, verhält sich wie die Schönheit eines lebendigen von himmlischer Liebe beseelten Angesichtes; denn was für eine Liebe oder was für eine Neigung aus der Form des Angesichtes herausleuchtet, solcherart ist die Schönheit. Daher kommt es, daß die Engel mit unaussprechlicher Schönheit erscheinen. Aus ihren Angesichtern leuchtet das Gute der Liebe hervor durch das Wahre des Glaubens, das nicht bloß für den Gesichtssinn erscheint, sondern auch empfunden wird von den Sphären, die von ihnen ausgehen. Der Grund, warum daher die Schönheit kommt, ist, weil der ganze Himmel der Größte Mensch ist, und allem und jedem beim Menschen entspricht. Wer also im Guten der Liebe und daher im Wahren des Glaubens ist, ist auch in der Form des Himmels, folglich in der Schönheit, in welcher der Himmel, wo das Göttliche vom Herrn alles in allem ist. Daher kommt es auch, daß, die in der Hölle sind, weil gegen das Gute und Wahre, von grauenhafter Häßlichkeit sind, und daß sie im Lichte des Himmels nicht als Menschen, sondern als Scheusale erscheinen. Daß das geistige Ansehen der Glaube ist, hat den Grund, weil anblicken und sehen im inneren Sinn heißt verstehen, und im noch inwendigeren Sinn Glauben haben; man sehe Nr. 897, 2150, 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421. 5200. "Und fett von Fleisch", 1. Mose 41/2, bedeutet, die der Liebtätigkeit angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fetten oder der Fettigkeit, sofern es das Himmlische bezeichnet, und ausgesagt wird vom Guten, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 353; und aus der Bedeutung des Fleisches, sofern es das Willensgebiet ist, das lebendig gemacht wurde durch das Gute vom Herrn, wovon Nr. 148, 149, 780, 999, 3812, 3813, somit ebenfalls das Gute, das der Liebe und Liebtätigkeit angehört. Hieraus folgt, daß durch "fett von Fleisch" bezeichnet wird, was der Liebtätigkeit, während durch "schön von Ansehen", was dem Glauben angehört. So werden die Wahrheiten des Glaubens, die durch Kühe bezeichnet werden, nach ihrer Form und nach ihrem Wesen beschrieben. Ihre Form wird gebildet durch das, was dem Glauben angehört, ihr Wesen durch dasjenige, was der Liebtätigkeit angehört. Daß es so ist, erscheint nicht aus dem Sinn des Buchstabens. 5201. "Und weideten im Schilfgras", 1. Mose 41/2, bedeutet die Belehrung. Dies erhellt aus der Bedeutung von weiden, sofern es ist belehrt werden, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von Schilf oder größerem Gras, das an den Flüssen wächst, sofern es ist Wißtümliches, das dem natürlichen Menschen angehört. Daß Gras oder Kraut das Wißtümliche bezeichnet, ist aus dem Wort ersichtlich. Weiden im Schilfgras heißt also belehrt werden im Wißtümlichen, und durch Wißtümliches über Wahres und Gutes; denn die wißtümlichen Kenntnisse sind Mittel, und sind gleichsam Spiegel, in denen das Bild der inwendigeren Dinge sich darstellt, und in diesem Bilde, gleichsam wiederum in einem Spiegel, stellt sich dar und vergegenwärtigt sich Wahres und Gutes des Glaubens, mithin das, was dem Himmel angehört und Geistiges genannt wird. Aber dieses Bild, weil inwendiger, erscheint keinen anderen als denen, die im Glauben aus Liebtätigkeit sind. Dies wird im echten Sinn bezeichnet durch weiden im Schilfgras. Daß weiden heißt belehrt werden, wird aus denjenigen Stellen im Wort klar, wo es gelesen wird, wie bei Jes.30/23: "Dann wird er geben den Regen deines Samens, womit du besäest das Land, und das Brot des Ertrages des Landes, und wird fett sein und feist, weiden werden deine Tiere an jenem Tage auf breiter Aue": Tiere für diejenigen, die im Guten und Wahren sind; weiden auf breiter Aue für reichlich belehrt werden. Jes.49/8,9: "Gegeben habe Ich Dich zum Bunde des Volkes, wieder herzustellen das Land, auszuteilen die verwüsteten Erbgüter, zu sagen den Gebundenen: gehet heraus; zu denen, die in Finsternis: werdet offenbar; auf Wegen werden sie weiden, und auf allen Anhöhen wird ihre Weide sein": hier vom Kommen des Herrn. Auf Wegen weiden für belehrt werden in Wahrheiten; daß Wege die Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 627, 2333; Weide für die eigentliche Belehrung. Jerem.23/1,2: "Wehe den Hirten, die verderben und zerstreuen die Herde Meiner Weide; darum sprach Jehovah, der Gott Israels, wider die Hirten, die da weiden Mein Volk": Hirten für diejenigen, die belehren, und Herde für diejenigen, die belehrt werden, Nr. 343, 3795, somit weiden für belehren. Weil es Brauch wurde, die Lehrer Hirten und die Lernenden Herde zu nennen, darum ist auch unter die Redensarten aufgenommen worden zu sagen "weiden", wenn die Rede ist von der Predigt, oder vom Unterricht aus der Lehre, oder aus dem Wort; aber dies geschieht vergleichsweise , nicht aber bezeichnungsweise wie im Wort; daß weiden im Wort bezeichnungsweise gesagt wird, hat den Grund, weil, wenn im Himmel vom Unterricht und von der Lehre aus dem Wort die Rede ist, dann in der Geisterwelt, wo Geistiges in natürlicher Weise erscheint, sichtbar vorgebildet werden Wiesen, die von Gräsern, Kräutern, Blumen grünen und auch Herden daselbst; und zwar mit aller Verschiedenheit gemäß der Beschaffenheit der Rede im Himmel vom Unterricht und der Lehre. Jerem.50/19: "Wiederbringen werde ich Israel zu seiner Wohnung, daß er weide in Karmel und Baschan, und auf dem Berge Ephraims, und von Gilead gesättigt werde seine Seele": weiden in Karmel und Baschan bedeutet belehrt werden im Guten des Glaubens und der Liebtätigkeit. Jerem.Klagel.1/6: "Ausgegangen ist von der Tochter Zions all ihre Ehre, ihre Fürsten sind geworden wie Hirsche, die keine Weide gefunden haben". Hes.34/14: "In guter Weide werde Ich sie weiden, und auf den Bergen der Höhe Israels wird sein ihre Hürde, und werden liegen in einer guten Hürde, und eine fette Weide werden sie abweiden auf den Bergen Israels". Hos.4/16: "Nun wird sie weiden Jehovah, wie ein Schaf in der Breite": weiden in der Breite für belehren in Wahrheiten; daß die Breite das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 1613, 3433, 3434, 4482. Micha 5/1,3: "Du Bethlehem von Ephrata, von dir wird Mir ausgehen, Der sein wird der Herrscher in Israel; stehen und weiden wird Er in der Stärke Jehovahs". Micha 7/14: "Weide dein Volk mit deiner Rute, die Herde deines Erbteils, die allein wohnet; weiden sollen sie zu Baschan und Gilead, wie in den Tagen der Vorzeit". Zeph.3/13: "Die übrigen von Israel werden weiden und ruhen, und niemand (wird sie) schrecken". Ps.23/1,2: "Jehovah, mein Hirte; auf grünen Auen wird Er mich lagern lassen, zu den Wassern der Ruhe wird Er mich geleiten". Ps.100/3: "Derselbe hat uns gemacht, und nicht wir, zu Seinem Volk, und zur Herde Seiner Weide, darum sind wir Sein Eigentum, Sein Volk und die Herde Seiner Weide". Joh.Offenb.7/17: "Das Lamm, das inmitten des Throns, wird sie weiden, und führen zu den lebendigen Quellen der Wasser". Joh.10/9: "Ich bin die Türe, wenn jemand durch Mich eingeht, wird er selig werden, und wird eingehen und ausgehen, und Weide finden". Joh.21/15-17: "Jesus sprach zu Petrus: weide Meine Lämmer; und zum anderen Mal: weide Meine Schafe; und zum dritten Mal: weide Meine Schafe". HG 5202 5202. "Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Fluß", 1. Mose 41/3, bedeutet Falsches, das dem Natürlichen eigen; ebenfalls auf der Grenze. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie sind Wahrheiten des Natürlichen, wovon Nr. 5198; daher kommt es, daß Kühe im entgegengesetzten Sinn Falsches bezeichnen, denn die meisten (Ausdrücke) im Wort haben einen entgegengesetzten Sinn, der aus dem echten erkannt wird; folglich, weil Kühe im echten Sinn Wahrheiten des Natürlichen bezeichnen, sind sie im entgegengesetzten Sinn dergleichen Falsches, somit Falsches im Natürlichen; und aus der Bedeutung des Flusses, sofern er die Grenze bezeichnet, wovon Nr. 5196, 5197. Daß auf der Grenze, wird auch daraus klar, daß gesagt wird, sie seien gestiegen aus dem Fluß, denn aufsteigen wird gesagt vom Fortschreiten vom Auswendigeren gegen das Inwendigere hin: Nr. 3084, 4539, 4969. Wie es sich mit dieser Sache verhält, muß, weil im Folgenden davon gehandelt wird, gesagt werden: Im vorigen Kapitel wurde gehandelt vom auswendigeren Natürlichen, und von dem, was in demselben zur Klasse des Verständigen gehörte, und von dem, was zur Klasse des Willigen, und daß jenes angenommen worden sei und dieses verworfen. Was zur Klasse des Verständigen gehörte, wurde vorgebildet durch den Mundschenken, und was zu der des Willigen (ad voluntarium) durch den Bäcker; und weil das, was zur Klasse des Verständigen gehörte, angenommen wurde, so wurde es dem inwendiger Natürlichen untergeordnet. Davon wurde im vorigen Kapitel gehandelt, und das war das erste der Wiedergeburt des Natürlichen. In diesem Kapitel aber wird gehandelt vom Einfluß des Himmlischen des Geistigen in dasjenige des Natürlichen, was zurückbehalten worden war, nämlich in dasjenige, was der Verstandeseite in demselben angehörte. Das ist es, was bezeichnet wird durch die Kühe schön von Ansehen und fett von Fleisch. Weil aber das Natürliche in betreff des Verständigen allein nicht wiedergeboren werden kann, so muß auch das Willige da sein; denn im einzelnen muß das Verständige und das Willige zusammenwirken, auf daß etwas sei. Und weil das vorige Willige (d.i. der alte Wille) verworfen wurde, deswegen muß anstatt desselben ein Neues einfließen. Dieses Neue kommt aus dem Himmlischen des Geistigen, von dem und von dessen Einfluß ins Natürliche in diesem Kapitel gehandelt wird. Wie es mit dem Natürlichen in diesem Zustand sich verhält, wird im inneren Sinn beschrieben, daß nämlich die Wahrheiten daselbst verdrängt worden seien durch Falsches, und so das Natürliche dem Himmlischen des Geistigen überlassen wurde, was bezeichnet wird dadurch, daß die guten Kühe gefressen wurden von den bösen, und daß die vollen Ähren verschlungen wurden von den leeren, und hernach dadurch, daß Joseph gesorgt habe für ganz Ägypten. Aber davon soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden noch mehr gesagt werden. Es sind überdies solche Dinge, die nicht leicht ins Licht des menschlichen Verstandes fallen, denn es sind Geheimnisse der Wiedergeburt, die an sich unzählig sind und von denen der Mensch kaum einige weiß; denn der Mensch, der im Guten ist, wird in jedem Augenblick wiedergeboren von der ersten Kindheit bis zum Letzten des Lebens in der Welt und hernach in Ewigkeit; nicht bloß in betreff des Inwendigeren, sondern auch in betreff des Auswendigeren, und zwar durch wundervolle Mittel und Wege (per processus stupendos); diese sind es, die großenteils die Engelsweisheit ausmachen, und diese ist bekanntermaßen unaussprechlich, und enthält solches, was kein Ohr gehört und kein Auge gesehen hat, und in keines Menschen Denken jemals gekommen ist. Der innere Sinn des Wortes handelt von solchen Dingen, somit ist er angemessen der Engelsweisheit, und wenn er von daher einfließt in den Sinn des Buchstabens, wird er der menschlichen Weisheit angemessen, und regt dadurch verborgenerweise diejenigen an, die aus Gutem das Verlangen haben, die Wahrheiten aus dem Wort zu erkennen. 5203. "Übel von Ansehen", 1. Mose 41/3, bedeutet, das nicht dem Glauben angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "schön anzusehen", sofern es das ist, was dem Glauben angehört, wovon Nr. 5199; daher bezeichnet "übel von Ansehen" hier, was dem Glauben nicht angehört. 5204. "Und mager von Fleisch", 1. Mose 41/3, bedeutet auch nicht der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "fett an Fleisch", sofern es ist, was der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 5200, daher bedeutet hier "mager von Fleisch" das, was der Liebtätigkeit nicht angehört; denn sie bilden einen Gegensatz. 5205. "Und standen neben den Kühen am Ufer des Flusses", 1. Mose 41/3, bedeutet, auf den Grenzen, wo die Wahrheiten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von neben stehen an dem Ufer des Flusses, sofern es ist, auf den Grenzen; (daß der Fluß die Grenze bedeutet, sehe man Nr. 5196, 5197;) und aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie die Wahrheiten des Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5198. Wie es sich hier verhält, nämlich daß Falsches gestanden sei auf den Grenzen, wo Wahres, wird aus dem Folgenden klar werden, insbesondere wo zu erklären ist, was im inneren Sinn durch den siebenjährigen Hunger in Ägyptenland bezeichnet wird, der vorausgesagt und bezeichnet wurde durch die sieben Kühe, übel von Ansehen und mager von Fleisch, sodann durch die sieben mageren und vom Ostwind verbrannten Ähren. 5206. "Und es fraßen die Kühe, die übel von Ansehen und mager von Fleisch", 1. Mose 41/4, bedeutet Falsches, das nicht dem Glauben und nicht der Liebtätigkeit angehört, habe verdrängt. Dies erhellt aus der Bedeutung von fressen, sofern es ist verzehren, wovon Nr. 5149, 5157, hier aber verdrängen, weil die Wahrheiten, die im Natürlichen, ehe sie lebendig gemacht sind durch das Himmlische des Geistigen und mithin wiedergeboren, gleichsam verdrängt sind durch Falsches; aus der Bedeutung der Kühe, übel von Ansehen, sofern sie das bezeichnen, was nicht dem Glauben angehört, wovon Nr. 5203; und aus der Bedeutung von mager an Fleisch, sofern es das ist, was nicht der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 5204. 5207. "Die sieben Kühe, die schön von Ansehen und fett waren", 1. Mose 41/4, bedeutet die Wahrheiten des Natürlichen, die dem Glauben und der Liebtätigkeit angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie sind Wahrheiten des Natürlichen, wovon Nr. 5198; aus der Bedeutung von "schön anzusehen", sofern es das ist, was dem Glauben angehört, wovon Nr. 5199; und aus der Bedeutung von fett, sofern es das ist, was der Liebtätigkeit angehört, wovon Nr. 5200. Was die Sache selbst betrifft, daß nämlich die Wahrheiten aus dem Natürlichen durch Falsches auf den Grenzen verdrängt seien, so muß man wissen, daß dies im Anfang bei jeder Wiedergeburt geschieht, denn die Wahrheiten, die anfangs beim Menschen eingepflanzt werden, sind zwar an sich wahr, aber sie sind nicht wahr bei ihm, ehe ihnen das Gute beigesellt ist. Das beigesellte Gute macht, daß die Wahrheiten wirklich wahr sind. Das Gute ist das Wesentliche und die Wahrheiten sind dessen Gestaltungen (formalia), deswegen ist im Anfang neben den Wahrheiten auch Falsches, oder auf den Grenzen; wo die Wahrheiten, ist auch Falsches. Aber sowie das Gute verbunden wird mit den Wahrheiten, so entflieht auch das Falsche. Dieses verhält sich auch wirklich so im anderen Leben; dort schließt sich die Sphäre des Falschen an die Wahrheiten an, je nach dem Einfluß des Guten in die Wahrheiten. Wenn wenig Gutes einfließt, so ist die Sphäre des Falschen nahe, wenn mehr Gutes einfließt, so entfernt sich die Sphäre des Falschen, und wenn das Gute ganz beigesellt ist den Wahrheiten, dann verschwindet die Sphäre des Falschen auch ganz. Wenn die Sphäre des Falschen nahe gegenwärtig ist, wie es im Anfang der Fall ist, dann werden die Wahrheiten gleichsam verdrängt, aber sie werden unterdessen im Inwendigeren verborgen, und dort mit dem Guten erfüllt, und von da nach und nach zurückgebracht. Das ist es, was durch die sieben Kühe und die sieben Ähren, und im Folgenden durch die sieben Jahre Getreideüberfluß und durch die sieben Hungerjahre bezeichnet wird. Wer aber nichts von der Wiedergeburt weiß, und nichts vom inwendigen Zustand des Menschen, begreift dieses nicht. 5208. "Da erwachte Pharao", 1. Mose 41/4, bedeutet den Zustand der Erleuchtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von erwachen, sofern es ist erleuchtet werden, wovon Nr. 3715; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon früher. Hieraus wird klar, daß durch "Pharao erwachte", der Zustand der Erleuchtung im Natürlichen bezeichnet wird. Unter der Erleuchtung wird hier verstanden die allgemeine Erleuchtung vom Himmlischen des Geistigen, somit vom Inwendigeren her. Die Erleuchtung, die vom Inwendigeren herkommt oder einfließt, ist eine allgemeine im Unteren. Sie wird aber nach und nach eine weniger allgemeine, und zuletzt eine besondere, sowie dort die Wahrheiten aus dem Guten eingepflanzt werden, denn eine jede Wahrheit aus dem Guten leuchtet und erleuchtet auch. Daher nun kommt es, was Nr. 5206 gesagt wurde, daß die Wahrheiten aus dem Natürlichen verdrängt wurden, was geschieht zu dem Zweck, daß das Natürliche in allgemeiner Beziehung erleuchtet werde vom Inwendigeren her, und hernach in der allgemeinen Erleuchtung oder im allgemeinen Licht die Wahrheiten daselbst in ihre Ordnung gestellt werden. Infolgedessen wird das Natürliche in besonderer Beziehung erleuchtet. Die Entsprechung zwischen dem Geistigen und Natürlichen beim Menschen oder zwischen seinem Inneren und Äußeren bildet sich auf diese Weise, denn die Wahrheiten werden zuerst erworben, hernach werden diese Wahrheiten gleichsam verdrängt, aber sie werden nicht verdrängt, sondern verborgen, und dann wird das Untere vom Oberen oder das Auswendigere vom Inwendigeren in allgemeiner Beziehung erleuchtet und in jenem Licht werden die Wahrheiten in ihre Ordnung gestellt. Dadurch werden alle hier befindlichen Wahrheiten Bilder ihres Allgemeinen, und entsprechen auch in allem und einzelnen, was da ist; nicht nur in der geistigen Welt, sondern auch in der natürlichen geht das Allgemeine voraus, und demselben wird nachher allmählich das weniger Allgemeine eingepflanzt, und endlich das Besondere. Ohne solche Einpflanzung oder Einfügung haftet gar nichts, denn alles, was nicht in einem Allgemeinen ist, und von einem Allgemeinen abhängt, das verschwindet; man sehe Nr. 917, 3057, 4269, 4325 E, 4329, 4345, 4383. 5209. Vers 5-7: Und er schlief ein und träumte zum zweiten Mal, und siehe, sieben Ähren stiegen auf an einem Halm, fett und gut. Und siehe, sieben Ähren, mager und verbrannt vom Ostwind, wuchsen hervor nach jenen. Und es verschlangen die mageren Ähren die sieben fetten und vollen Ähren, da erwachte Pharao, und siehe, (es war) ein Traum. "Und er schlief ein" bedeutet einen dunklen Zustand; "und träumte zum zweiten Mal" bedeutet das Vorgesehene; "und siehe, sieben Ähren stiegen auf an einem Halm" bedeutet das Wißtümliche, das dem Natürlichen angehört, sei verbunden; "fett und gut" bedeutet in denen das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, angebracht werden könnte; "und siehe, sieben Ähren, mager" bedeutet Wißtümliches von keinem Nutzen; "und verbrannt vom Ostwind" bedeutet voll von Begierden; "wuchsen hervor nach jenen" bedeutet, daß sie neben ihnen erschienen; "und es verschlangen die mageren Ähren die sieben fetten und vollen Ähren" bedeutet das Wißtümliche von keinem Nutzen verdrängte das gute Wißtümliche; "da erwachte Pharao" bedeutet den allgemeinen Zustand der Erleuchtung; "und siehe, (es war) ein Traum" bedeutet in jenem Dunkeln. 5210. "Und er schlief ein", 1. Mose 41/5, bedeutet einen dunklen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlafen, sofern es ist ein dunkler Zustand. Wirklich ist der Schlaf im geistigen Sinn nichts anderes, wie denn das Wachen auch nichts anderes ist als ein klarer Zustand, denn ein geistiger Schlaf ist es, wenn die Wahrheiten im Dunkeln sind, und ein geistiges Wachen ist es, wenn die Wahrheiten im Klaren; insoweit sind auch die Geister wach, und umgekehrt, insoweit sind sie im Schlaf. Hieraus erhellt, daß einschlafen einen dunklen Zustand bezeichnet. 5211. "Und träumte zum zweiten Mal", 1. Mose 41/5, bedeutet das Vorgesehene. Dies erhellt aus der Bedeutung von träumen, sofern es das Vorgesehene ist, wovon Nr. 5195. 5212. "Und siehe, sieben Ähren stiegen auf an einem Halm", 1. Mose 41/5, bedeutet das Wißtümliche, das dem Natürlichen angehört, sei verbunden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ähren oder Spitzen (aristarum seu spicarum), sofern sie sind Wißtümliches des Natürlichen, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "an einem Halm", sofern es heißt verbunden; denn was an einem Halm ist, das ist seinem Ursprung nach verbunden. Daß die Ähren oder Spitzen Wißtümliches bedeuten, hat den Grund, weil das Getreide das Gute des Natürlichen bedeutet, Nr. 3580; denn das Wißtümliche ist ein Behälter des Guten des Natürlichen, wie es die Ähren für das Getreide sind, weil überhaupt alle Wahrheiten Gefäße des Guten sind, somit auch die wißtümlichen; denn diese sind die untersten Wahrheiten. Die untersten Wahrheiten oder die Wahrheiten des auswendigeren Natürlichen werden Wißtümliches genannt, weil sie im natürlichen oder äußeren Gedächtnis des Menschen sind, und weil sie größtenteils am Licht der Welt teilhaben und daher anderen dargestellt und vorgebildet werden können durch Wortformen oder durch Vorstellungen, die zu Worten ausgeprägt sind durch solches, was der Welt und deren Licht angehört. Was aber im inwendigeren Gedächtnis ist, wird nicht Wißtümliches genannt, sondern Wahres, sofern es teilhat am Licht des Himmels, und eben nur durch dieses Licht verständlich ist und durch Formen von Worten oder durch Vorstellungen, die zu Worten gebildet sind durch solches, was dem Himmel und dessen Licht angehört, ausgesprochen werden kann. Das Wißtümliche, das hier durch Ähren oder Spitzen bezeichnet wird, ist das Wißtümliche der Kirche, worüber man sehe Nr. 4749, 4844, 4964, 4965. Daß es zwei Träume waren, der eine von sieben Kühen, der andere von sieben Ähren, hatte den Grund, weil im inneren Sinn gehandelt wird von beiden Natürlichen, dem inwendigeren und dem auswendigeren, und im Folgenden von der Wiedergeburt beider. Durch sieben Kühe wurde das bezeichnet, was dem inwendigeren Natürlichen angehört und Wahrheiten des Natürlichen genannt wurde: Nr. 5198, und durch sieben Ähren die Wahrheiten des auswendigeren Natürlichen, die Wißtümliches genannt werden. Inwendigeres und auswendigeres Wißtümliches wird bezeichnet durch die Ähren des Flusses Euphrat bis zum Bach Ägyptens bei Jes.27/12,13: "Geschehen wird es ferner an jenem Tage, schütteln wird Jehovah von den Ähren des Flusses bis zum Bach Ägyptens, und ihr werdet gesammelt werden einer zum anderen, ihr Söhne Israels; geschehen wird es ferner an jenem Tage, es wird geblasen werden mit der großen Posaune, und kommen werden die Verlorenen im Lande Aschurs, und die verstoßenen im Lande Ägyptens, und werden anbeten vor Jehovah auf dem Berg der Heiligkeit in Jerusalem": die Verlorenen im Lande Aschurs (steht) für die inwendigeren Wahrheiten, und die Verstobenen im Lande Ägyptens für die auswendigeren oder wißtümlichen Wahrheiten. Die Vergleichung mit dem Gras, der Ähre, dem Getreide schließt auch in sich das Wiedergeborenwerden des Menschen durch wißtümliches Wahres des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit bei Mark.4/26-29: "Jesus sprach: So verhält sich das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch wirft den Samen auf das Land, hernach schläft, und aufsteht bei Nacht und Tag, der Samen aber geht auf und wächst, während er selbst es nicht weiß; denn von selber trägt das Land Frucht, zuerst Gras, hernach Ähren, dann Getreide in den Ähren; wenn aber die Frucht hervorgebracht ist, wird er alsbald die Sichel hinsenden, weil die Ernte sich eingestellt hat": das Reich Gottes, das verglichen wird dem Gras, der Ähre und dem Getreide, ist der Himmel beim Menschen infolge der Wiedergeburt; denn wer wiedergeboren ist, hat in sich das Reich Gottes, und wird im Bild ein Reich Gottes oder ein Himmel. Gras ist das erste Wißtümliche, Ähre ist infolgedessen das Wißtümliche des Wahren, und Getreide ist dann das Gute. Auch die Gesetze, die gegeben wurden hinsichtlich des Ährenlesens: 3. Mose 19/9; 23/22; sodann hinsichtlich der Freiheit "Ähren abzurupfen von dem Saatfeld des Genossen": 5. Mose 23/26, wie auch, daß man nicht essen sollte Brot, Sangen (geröstete Ähren), und grüne Körner, ehe man die Gabe Gottes dargebracht hatte: 3. Mose 23/14, bildeten solches vor, was durch Ähren bezeichnet wird. 5213. "Fett und gut", 1. Mose 41/5, bedeutet, in dem das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, eingebracht werden konnte. Dies erhellt aus der Bedeutung von fett, wenn es gesagt wird von Wißtümlichem, das durch Ähren bezeichnet wird, sofern es ist empfänglich für das Gute des Glaubens, mithin solches, dem das, was dem Glauben angehört, eingefügt werden kann; denn wißtümliche (Wahrheiten) sind Gefäße, und wenn von ihnen Fettigkeit ausgesagt wird, so wird die Fähigkeit bezeichnet, solches aufzunehmen, was dem Glauben aus der Liebtätigkeit angehört; und aus der Bedeutung von gut, wenn es gesagt wird von Wißtümlichem, das durch Ähren bezeichnet wird, sofern es soviel ist, als empfänglich für das Gute der Liebtätigkeit, mithin solches, dem das, was der Liebtätigkeit angehört, eingefügt werden kann. Daß fett sich bezieht auf das, was dem Glauben angehört, und gut auf das, was der Liebtätigkeit angehört, kommt von der überall im Wort beobachteten Sitte her: wo nämlich zwei Eigenschaftswörter einer Sache beigefügt werden, da schließt das eine dasjenige in sich, was dem Glauben angehört, und das andere das, was der Liebtätigkeit angehört, und zwar wegen der Ehe des Wahren und Guten im einzelnen des Wortes: Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 4138 E, 5138. Daß fett dasjenige bedeutet, was dem Glauben angehört, und gut, das, was der Liebtätigkeit angehört, wird auch klar aus den ähnlich lautenden Bezeichnungen, die vorher den Kühen gegeben werden: Nr. 5199, 5200. Wißtümliches, dem das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, eingefügt werden kann, gibt es sehr vieles, wie alles Wißtümliche der Kirche, das durch Ägypten im guten Sinn bezeichnet wird, wovon Nr. 4749, 4844, 4964, 4965; folglich alles Wißtümliche, das Wahrheiten sind, betreffend die Entsprechungen, Vorbilder, Bezeichnungen, den Einfluß, die Ordnung, die Einsicht und Weisheit, die Neigungen, ja, alle Wahrheiten der inwendigeren und auswendigeren Natur, sowohl sichtbare als unsichtbare, weil diese den geistigen Wahrheiten entsprechen. 5214. "Und siehe, sieben Ähren mager", 1. Mose 41/6, bedeutet Wißtümliches von keinem Nutzen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ähren, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, wovon Nr. 5212, und aus der Bedeutung von mager, sofern es ist, was keinen Nutzen gewährt; denn das Magere wird entgegengesetzt dem Vollen, und voll heißt das, worin ein Nutzen, oder was dasselbe, in dem Gutes liegt, denn alles Gute ist Nutzen; daher ist mager, was von keinem Nutzen. Wißtümliches von keinem Nutzen ist, was keinen anderen Zweck hat als Ruhm und Vergnügen. Diese Zwecke sind nutzlos, weil sie dem Nächsten nicht dienlich sind. 5215. "Und verbrannt vom Ostwind", 1. Mose 41/6, bedeutet voll von Begierden. Dies erhellt aus der Bedeutung von verbrannt werden vom Ostwind, sofern es ist verzehrt werden vom Feuer der Begierden; denn der Ostwind und der Aufgang im echten Sinn ist die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten: Nr. 101, 1250, 3249, 3708, 3762, daher im entgegengesetzten die Selbstliebe und die Weltliebe, mithin die Lüste und Begierden, denn diese sind jenen Liebestrieben eigen, diesen wird das Prädikat des Feuers gegeben aus dem Nr. 5071 angegebenen Grunde, folglich auch verbrannt werden. Es gibt einen doppelten Ursprung der Wärme, wie es auch einen doppelten Ursprung des Lichtes gibt: der eine Ursprung der Wärme ist aus der Sonne der Welt, der andere Ursprung der Wärme ist aus der Sonne des Himmels, welche ist der Herr. Daß die Weltsonne in ihre Welt und in alles, was darin ist, Wärme ausströmt, ist bekannt; daß aber die Himmelssonne Wärme ausströmt in den ganzen Himmel, ist nicht so bekannt. Es kann aber dennoch bekannt sein, wenn man nur nachdenken mag über die Wärme, die inwendig im Menschen ist und nichts gemein hat mit der Wärme der Welt, d.h. über die sogenannte Lebenswärme. Daraus kann man merken, daß diese Wärme eine andere Beschaffenheit hat, als die Wärme der Welt, daß nämlich jene eine lebendige ist, diese aber gar nicht lebendig, und daß jene Wärme, weil sie lebendig, das Inwendigere des Menschen, nämlich seinen Willen und Verstand entzündet, und daß sie bewirkt das Wünschen und Lieben, sodann das Erregtwerden. Daher auch Wünsche, Liebestriebe, Regungen (affectiones) Arten der geistigen Wärme (catores) sind, und auch so genannt werden. Daß es Arten der Wärme sind, erhellt offenbar, denn aus lebendigen Körpern dünstet von allen Seiten Wärme aus, sogar in der größten Kälte, und namentlich wenn die Wünsche und Neigungen (affectiones), d.h. Liebestriebe stärker werden, alsdann erwarmt in demselben Grad der Leib. Diese Wärme ist es, die im Wort verstanden wird unter Hitze, Feuer, Flamme, und ist im echten Sinn himmlische und geistige Liebe, und im entgegengesetzten Sinn fleischliche und irdische Liebe. Hieraus kann erhellen, daß hier durch verbrannt werden vom Ostwind bezeichnet wird verzehrt werden vom Feuer der Begierden, und daß, wenn es gesagt wird vom Wißtümlichen, das die mageren Ähren sind, bezeichnet wird, es sei voll von Begierden. Daß durch den Ostwind das bezeichnet wird, was den Begierden und daher Phantasien angehört, erhellt aus Stellen im Wort, wo er genannt wird, so bei Ps.78/26,27: "Er ließ den Ostwind hervorgehen an den Himmeln, und brachte den Südwind hervor mit seiner Kraft und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, und Geflügel wie den Sand des Meeres": daß durch Fleisch, das jener Wind herführte, die Lüste bezeichnet sind, und durch das Geflügel die Phantasien daher, zeigt sich klar 4. Mose 11/31-35, sofern der Name des Ortes, wo jene Plage wegen des Fleischessens einriß, genannt wurde Gräber der Lust, weil dort begraben wurden die Lüsternen unter dem Volke. Hes.17/10: "Siehe, der Weinstock ist gepflanzt; aber wird er gedeihen? wird er nicht verdorren, wenn ihn berührt der Ostwind? auf den Beeten seines Gewächses wird er verdorren". Hes.19/12,14: "Der Weinstock ward ausgerissen im Zorn, auf die Erde geworfen, und der Ostwind verdorrte seine Frucht; es wurde zerrissen und verdorrte ein jeder Zweig seiner Stärke; Feuer verzehrte eine jede, denn es ging Feuer aus von der Rute seiner Äste, verzehrte seine Frucht, so daß kein Zweig der Stärke an ihm ist, kein Zepter zum Herrschen": hier steht Ostwind für das, was den Begierden angehört. Jes.27/8: "Er besann sich über seinen harten Wind, am Tage des Osts". Hos.13/15: "Kommen wird ein Ost, der Wind Jehovahs, von der Wüste aufsteigend, und verdorren wird sein Born, und vertrocknen sein Quell; er wird rauben den Schatz jeden erwünschten Gefäßes": auch hier Ostwind oder Ost für das, was den Begierden angehört. Jerem.18/17: "Wie ein Ostwind will ich sie zerstreuen vor dem Feind". Ps.48/8: "Durch den Ostwind wirst du zerbrechen die Schiffe Tharschisch". Jes.2/6: "Verlassen hast du dein Volk, das Haus Jakobs, weil sie gefüllt sind vom Ost, und sind Wahrsager wie die Philister". Hos.12/2: "Ephraim weidet Wind, und läuft dem Ost nach, an jedem Tage macht er der Lüge und der Verwüstung viel": Wind (steht) hier für Phantasien und Ost für Begierden. Das gleiche wird auch unter dem Ostwind im inneren Sinn verstanden, durch den "herbeigeführt wurden Heuschrecken, und durch den die Heuschrecken geworfen wurden ins Meer": 2. Mose 10/13,19; und durch den auch "zerteilt wurden die Wasser des Meeres Suph": 2. Mose 14/21. 5216. "Wuchsen hervor nach jenen", 1. Mose 41/6, bedeutet, daß sie neben ihnen erscheinen. Dies erhellt aus der Bedeutung von wachsen hier, sofern es ist erscheinen; und aus der Bedeutung von "nach ihnen", sofern es ist neben ihnen oder auf der Grenze, wie durch die üblen und mageren Kühe, die aufstiegen "nach ihnen", nämlich nach den schönen und fetten Kühen, bezeichnet wird: Nr. 5202. Daß "nach ihnen" heißt daneben, hat den Grund, weil "nach" eine Aufeinanderfolge in der Zeit bezeichnet und in der geistigen Welt, folglich im geistigen Sinn kein Zeitbegriff ist, sondern statt desselben eine solche Beschaffenheit des Zustandes, die entspricht. 5217. "Und es verschlangen die mageren Ähren die sieben fetten und vollen Ähren", 1. Mose 41/7, bedeutet, das Wißtümliche von keinem Nutzen verdrängte das gute Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der mageren Ähren, sofern sie sind Wißtümliches, das von keinem Nutzen ist, wovon Nr. 5214; aus der Bedeutung der fetten und vollen Ähren, sofern es ist Wißtümliches, dem das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört, eingefügt werden konnte, wovon Nr. 5213, folglich gutes Wißtümliches; und aus der Bedeutung von verschlingen, sofern es ist verdrängen, ebenso wie fressen, wie es von den Kühen heißt: Nr. 5206. Daß das gute Wißtümliche verdrängt wird durch das nutzlose Wißtümliche, oder Wahres durch Falsches, sehe man Nr. 5207. So verhält es sich auch in der geistigen Welt: wo Falsches ist, da kann Wahres nicht bestehen, und umgekehrt, wo Wahres, da nicht Falsches; das eine verdrängt das andere, denn es sind Gegensätze. Ursache ist, weil das Falsche aus der Hölle und das Wahre aus dem Himmel stammt. Es scheint zuweilen, als ob Falsches und Wahres in einem Subjekt sei, aber es ist nicht Falsches, das entgegengesetzt ist dem Wahren daselbst, sondern das beigesellt wird durch (verkehrte) Anwendungen. Ein Subjekt, wo Wahres und zugleich Falsches, das entgegengesetzt ist, besteht, wird lau genannt, und ein Subjekt, in dem Falsches und Wahres vermischt ist, wird unheilig (prophanum) genannt. 5218. "Da erwachte Pharao", 1. Mose 41/7, bedeutet den allgemeinen Zustand der Erleuchtung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5208 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5219. "Und siehe, (es war) ein Traum", 1. Mose 41/7, bedeutet in jenem Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er einen dunklen Zustand bezeichnet, wovon Nr. 1838, 2514, 2528, 5210. Dunkel wird gesagt, weil die Wahrheiten verdrängt worden sind; denn wo keine Wahrheiten, da ist es dunkel, denn das Licht des Himmels fließt nur in Wahrheiten ein, weil das Licht des Himmels ist das göttlich Wahre vom Herrn; von diesem stammen die Wahrheiten bei den Engeln und bei den Geistern und auch bei den Menschen. Es gibt auch stellvertretende Lichter (luces succenturiatae), diese haben aber ihr Licht vom göttlich Wahren durch das Gute in den Wahrheiten; denn wenn die Wahrheiten nicht aus dem Guten sind, d.h., wenn die Wahrheiten nicht das Gute in sich haben, so können sie kein Licht vom Göttlichen aufnehmen, (denn) durch das Gute nehmen sie es auf. Das Gute ist nämlich wie ein Feuer oder eine Flamme, und die Wahrheiten sind wie Lichter von daher. Die Wahrheiten ohne das Gute leuchten zwar im anderen Leben auch, aber sie leuchten mit einem winterlichen Licht, welches Licht Finsternis wird beim Licht des Himmels. Aus diesem kann erhellen, was durch das Dunkle hier verstanden wird, nämlich der Zustand des Natürlichen, wenn das gute Wißtümliche durch das nutzlose Wißtümliche verdrängt worden ist. Ein solches Dunkel ist es, was in allgemeiner Beziehung erleuchtet werden kann: Nr. 2508, 5218; hingegen das Dunkle aus Falschem kann durchaus nicht (erleuchtet werden), denn Falschheiten sind ebenso viele Finsternisse, die das Licht des Himmels auslöschen, und daher ein Dunkel verursachen, das nicht erleuchtet werden kann, ehe die Falschheiten entfernt worden sind. 5220. Vers 8: Und es geschah am Morgen, da war beunruhigt sein Geist, und er sandte hin und berief alle Zauberer (magos) Ägyptens und alle seine Weisen, und es erzählte Pharao ihnen seinen Traum, und niemand konnte sie dem Pharao auslegen. "Und es geschah am Morgen" bedeutet in jenem neuen Zustand; "da war beunruhigt sein Geist" bedeutet Bekümmernis (turbam); "und er sandte hin und berief alle Zauberer Ägyptens und alle seine Weisen" bedeutet, indem er zu Rat zog das inwendigere, wie auch das auswendigere Wißtümliche; "und es erzählte Pharao ihnen seinen Traum" bedeutet in betreff der Zukunft; "und niemand konnte sie dem Pharao auslegen" bedeutet, man wußte nicht, was sich zutragen würde. 5221. "Und es geschah am Morgen", 1. Mose 41/8, bedeutet in jenem neuen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von "geschah oder war", sofern es etwas Neues in sich schließt, wovon Nr. 4979, 4987, und aus der Bedeutung des Morgens oder der Frühe, sofern es der Zustand der Erleuchtung ist, wovon Nr. 3458, 3723. Dieser Zustand ist der neue, der gemeint wird, und über den man sehe Nr. 5218. Es wird hier von jenem Zustand und dessen Beschaffenheit gehandelt, daß nämlich eine Bekümmernis eingetreten sei wegen des Dunkels, hinsichtlich dessen, was sich ereignen würde; aber von der Beschaffenheit jenes Zustandes kann kaum jemand etwas wissen, wenn er nicht in einer geistigen Sphäre ist, und dann zugleich in der Aufmerksamkeit auf das, was inwendig vorgeht; sonst kann man nicht einmal wissen, was es heißt in allgemeiner Beziehung erleuchtet werden, und in besonderer Beziehung erleuchtet werden, und nicht einmal, was heißt erleuchtet werden, noch weniger, daß im allgemeinen Zustand der Erleuchtung Anfangs eine Verstörung vorhanden sei und nicht eher Ruhe eintrete, als wenn die Wahrheiten aus dem Guten in ihre Ordnung gestellt sind. Wie sich dieses verhält, wird von den Engeln klar begriffen, auch von den guten Geistern, weil diese in einer geistigen Sphäre sind. Solches verstehen (sapere) und denken, macht ihnen Vergnügen. Hingegen einem Menschen, der in einer natürlichen Sphäre ist, und noch mehr dem, der in einer sinnlichen, und noch mehr dem, der in einer grobsinnlichen ist infolge fleischlicher und irdischer (Triebe), sind solche Dinge zum Ekel. 5222. "Da war beunruhigt sein Geist", 1. Mose 41/8, bedeutet Bekümmernis. Dies erhellt aus der Bedeutung von beunruhigt werden im Geist, sofern es heißt bekümmert werden. Unter Geist wird hier wie auch öfter anderwärts im Wort verstanden die inwendigere Neigung und das inwendigere Denken, das auch dem Geist des Menschen angehört. Die Alten nannten dieses den Geist, aber unter Geist insonderheit verstanden sie den inwendigeren Menschen, der nach dem Tod des Leibes leben wird; dagegen heutzutage versteht man unter Geist, wo er in solchem Sinn gelesen wird, bloß das Denkvermögen und zwar ohne ein anderes Subjekt als den Leib, in dem es sich befindet, aus dem Grund, weil man nicht mehr glaubt, daß der inwendigere Mensch der eigentliche Mensch ist, sondern daß der inwendigere Mensch, der gewöhnlich Seele oder Geist genannt wird, nur das Denken sei ohne ein angemessenes Subjekt, daß er folglich, weil das Denken ohne ein Subjekt ist, worin es sich befindet, nach dem Tod des Leibes wie etwas Ätherisches oder Flammendes sich verflüchtigen werde. So etwas versteht man heutzutage unter Geist, z.B. wenn man sagt beunruhigt werden im Geist, traurig werden im Geist, sich freuen im Geist, frohlocken im Geist; während doch der inwendigere Mensch selbst es ist, der beunruhigt, traurig wird, sich freut, frohlockt und der ein Mensch ist in einer ganz menschlichen Gestalt, die aber unsichtbar ist den Augen des Leibes, bei dem das Denken (stattfindet). 5223. "Und er sandte hin und berief alle Zauberer Ägyptens und seine Weisen", 1. Mose 41/8, bedeutet, indem er zu Rat zog das inwendigere, wie auch das auswendigere Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zauberer, sofern sie im guten Sinn das inwendigere Wißtümliche bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Weisen, sofern sie das auswendigere Wißtümliche bezeichnen, worüber ebenfalls folgt. Daß durch die Zauberer und Weisen Ägyptens das Wißtümliche bezeichnet wird, kommt daher, weil Ägypten unter jenen Reichen war, wo die vorbildliche Alte Kirche sich befand: Nr. 1238, 2385; aber in Ägypten wurde hauptsächlich das Wißtümliche jener Kirche ausgebildet, das sich auf die Entsprechungen, Vorbilder und Bezeichnungen bezog, durch welches Wißtümliche dasjenige erklärt wurde, was in den Büchern der Kirche geschrieben war, und was in ihrem Gottesdienst geschah: Nr. 4749, 4964, 4966. Daher kam es, daß durch Ägypten überhaupt das Wißtümliche bezeichnet wurde: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, und auch durch seinen König Pharao. Die Vornehmsten bei ihnen, die jenes Wißtümliche verstanden und lehrten, wurden Zauberer (magi) und Weise genannt: die geheimes Wißtümliches verstanden und lehrten, Zauberer; die nicht geheimes Wißtümliches, Weise; folglich die das inwendigere Wißtümliche verstanden, Zauberer, und die das auswendigere Wißtümliche, Weise. Daher kommt es, daß durch dieselben auch im Wort solches bezeichnet wird, aber sobald sie das inwendigere Wißtümliche zu mißbrauchen, und dasselbe in Zauberei zu verwandeln anfingen, dann fing man auch an durch Ägypten das Wißtümliche zu bezeichnen, das (die Wahrheit) verkehrt, und ebenso durch die Zauberer Ägyptens und seine Weisen. Die Zauberer jener Zeit wußten solches, was der geistigen Welt angehört; sie lernten es aus den Entsprechungen und Vorbildern der Kirche; deshalb hatten auch viele von ihnen Gemeinschaft mit Geistern, und lernten daher trügerische Künste, durch die sie zauberische Wunder taten. Die aber, die Weise hießen, befaßten sich nicht mit solchem, sondern lösten rätselhafte Erscheinungen auf, und lehrten die Ursachen der natürlichen Dinge. In solchen Dingen hauptsächlich bestand die Weisheit jener Zeit, und solches Können nannte man Weisheit, wie auch erhellen kann aus dem, was von Salomo erwähnt wird in 1.Kön.5/10 (oder 4/30,31): "Gemehret hat sich die Weisheit Salomos vor der Weisheit aller Söhne des Aufgangs, und vor aller Weisheit der Ägypter, so daß er weiser war als alle Menschen, als Ethan, der Esrachite, und Heman, und Kalkol, und Darda, die Söhne Machols; er redete dreitausend Sprüchwörter, und seiner Lieder waren tausend und fünf. Überdies redete er von Hölzern, von den Zedern auf dem Libanon an bis zum Ysop, der ausgeht von der Wand; er redete auch von wilden Tieren, und von Vögeln und vom Gewürm, und von Fischen; darum kamen sie aus allen Völkern zu hören die Weisheit Salomos, von allen Königen der Erde, die hörten von seiner Weisheit". Und was von der Königin von Scheba erwähnt wird in 1.Kön.10/1-9: "Daß sie gekommen sei, ihn zu versuchen mit Rätseln, und es sagte ihr Salomo an alle ihre Worte; nicht war ein Wort verborgen dem Könige, das er ihr nicht ansagte". Hieraus wird klar, was zu jener Zeit Weisheit hieß, und die nicht bloß in Ägypten, sondern auch sonstwo, wie in Syrien, Arabien, Babel, Weise genannt wurden. Aber im inneren Sinn wird durch die ägyptische Weisheit nichts anderes bezeichnet als die Wissenschaft von den natürlichen Dingen, und durch Zauberei die Wissenschaft von den geistigen Dingen, somit durch Weise das auswendigere Wißtümliche und durch Zauberer das inwendigere Wißtümliche, und durch Ägypten überhaupt die Wissenschaft: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966. Unter Ägypten und seiner Weisheit wurde nichts anderes verstanden bei Jes.19/11,12: "Toren sind die Fürsten von Zoan, der weisen Räte Pharaos Rat ist dumm geworden; wie sagt man zu Pharao, der Sohn der Weisen bin ich, der Sohn der Könige des Altertums, wo sind nun deine Weisen?". Daß Magier diejenigen hießen, die Wissenschaft von geistigen Dingen und daher auch Offenbarungen hatten, erhellt Matth.2/1,2, von den "Magiern, die aus dem Morgenlande kamen gen Jerusalem, fragend, wo der geborene König der Juden wäre, und sagend, sie haben Seinen Stern gesehen im Aufgang, und sie seien gekommen Ihn anzubeten"; und dies erkennt man auch an Daniel, welcher der Oberste der Magier genannt wird: Dan 4/6 und anderwärts: Dan.5/11: "Die Königin sprach zu Belthschozar: Es ist ein Mann in deinem Königreich, in dem der Geist der heiligen Götter, und in den Tagen deines Vaters ist Licht, Einsicht und Weisheit, wie die Weisheit der Götter, in ihm gefunden worden, darum hat ihn der König Nebukadnezar, dein Vater, zum Obersten der Magier, Wahrsager, Chaldäer, Entscheider (das ist Sterndeuter) aufgestellt". Dan.1/19,20: "Nicht ward gefunden unter allen, wie Daniel, Chananio, Mischael, und Asariah, und sie standen vor dem König; und bei allem Wort der Weisheit der Einsicht, welches sie der König fragte, fand er sie zehnmal (weiser) als alle Magier, Wahrsager, die in seinem Reich". Daß unter Zauberern (Magiern) im entgegengesetzten Sinn die verstanden werden, die geistige Dinge verkehrten, und daher Zauberei trieben, ist bekannt, z.B. die, welche genannt werden 2. Mose 7/9-12; 8/3,15; 9/11; denn Zauberei (oder Magie) war nichts anderes als eine Verkehrung und verkehrte Anwendung von solchem, was der Ordnung in der geistigen Welt angehört; dadurch entstand die Zauberei. Aber diese Zauberei wird heutzutage die natürliche genannt, aus dem Grund, weil nicht mehr anerkannt wird, daß es etwas über oder außer der Natur gibt. Das Geistige, wenn man nicht darunter das inwendigere Natürliche versteht, wird geleugnet. 5224. "Und es erzählte Pharao ihnen seinen Traum", 1. Mose 41/8, bedeutet in betreff der Zukunft. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ein Vorhersehen, Vorhersagen, Erfolg, bezeichnet, wovon Nr. 5091, 5092, 5104, somit die Zukunft. Wie sich dieses im inneren Sinn verhalte, erhellt aus dem Sachzusammenhang, denn in diesem Vers wird gehandelt vom neuen Zustand des Natürlichen, wenn es im Dunkeln ist, wegen der daraus verdrängten Wahrheiten, und daß alsdann in demselben Bekümmernis vorhanden ist, so daß das Wißtümliche in betreff der Zukunft zu Rat gezogen wird. Denn wenn ein solches Dunkel eintritt, dann macht man sich sogleich Gedanken, was doch kommen werde, und weil dies gewöhnlich vorkommt in einem jeden solchen Zustand, wenn der Mensch wiedergeboren wird, darum wird hier im inneren Sinn jener Zustand beschrieben. Aber solche Zustände sind heutzutage unbekannt, sowohl weil wenige wiedergeboren werden, als auch, weil die, welche wiedergeboren werden, über solche Dinge nicht nachdenken. Was inwendig beim Menschen vorgeht, um das bekümmert sich der Mensch heutzutage nicht, weil die äußeren Dinge ihn ganz einnehmen, und demjenigen, bei dem die äußeren Dinge das Ganze einnehmen, d.h., wo (nur) die äußeren Dinge Lebenszwecke sind, gelten die inwendigen Dinge für nichts. Von jenem dunklen Zustand würde man sagen: \>Was hilft mir das, da es keinen Gewinn und keine Ehre bringt? Warum soll man sich Gedanken machen über den Zustand der Seele oder über den Zustand des inwendigen Menschen, ob er im Dunkeln sei, wenn die Wahrheiten verdrängt sind, oder ob im Klaren, wenn die Wahrheiten in demselben wieder eingesetzt sind; was hat man davon wenn man das weiß? Ob es einen inwendigen Menschen gibt, und ob der Zustand der Seele ein anderer ist als der des Leibes, darüber bin ich im Zweifel, ja sogar, ob es eine Seele gibt, die nach dem Tod lebt; wer ist von den Toten wiedergekommen, und hat es angesagt?\< So redet heutzutage bei sich selbst der Mensch der Kirche, und so denkt er, wenn er etwas hört oder liest vom Zustand des inwendigen Menschen. Hieraus kann man sehen, woher es kommt, daß das, was inwendig beim Menschen vorgeht, heutzutage im Verborgenen und ganz unbekannt ist. Eine solche Verstandesfinsternis ist nirgends bei den Alten gewesen; ihre Weisheit war, das Inwendigere auszubilden, und beide Vermögen, sowohl das des Verstandes, als das des Willens zu vervollkommnen, und dadurch für ihre Seele zu sorgen. Daß den Alten solches angelegen war, ist ersichtlich aus ihren Schriften, die heute noch vorhanden sind, und aus dem Verlangen, das alle hatten, den Salomo zu hören, denn "darum kamen sie aus allen Völkern, zu hören die Weisheit Salomos von allen Königen der Erde, die hörten von seiner Weisheit": 1.Kön.5/14 (oder 4/34), und darum kam die Königin von Scheba, und weil sie sich so glücklich fühlte durch die Weisheit Salomos, sagte sie: "Selig deine Männer, selig diese deine Knechte, die stehen vor dir allezeit, und hören deine Weisheit": 1.Kön.10/8; wer würde sich heutzutage deshalb glücklich preisen? - 5225. "Und niemand konnte sie dem Pharao auslegen", 1. Mose 41/8, bedeutet, man wußte nicht, was sich zutragen würde. Dies erhellt aus der Bedeutung von auslegen, sofern es ist wissen, was sich zutragen würde, wovon Nr. 5141, daher bedeutet niemand konnte auslegen, nicht wissen; denn "niemand" ist im inneren Sinn die Verneinung einer Sache, somit "nicht"; denn die Vorstellung der Person verwandelt sich im inneren Sinn in die Vorstellung der Sache, wie die Vorstellung des Mannes, des Gatten, der Frau, der Gattin, des Sohnes, der Tochter, des Knaben, der Jungfrau, in die Vorstellung des Wahren oder Guten, wie Nr. 5223 die Vorstellung des Zauberers und Weisen in die Vorstellung des inwendiger und auswendiger Wißtümlichen. Die Ursache ist, weil in der geistigen Welt oder im Himmel keine Personen, sondern Sachen zur Anschauung kommen, denn die Personen grenzen die Vorstellung ab und schränken sie auf etwas Endliches ein, hingegen die Sachen grenzen nicht ab und schränken nicht ein, sondern dehnen sich aus zum Unendlichen, also zum Herrn. Daher kommt es auch, daß man gar keine Person, die im Wort genannt wird, im Himmel inne wird, sondern an deren Statt die Sache, die durch jene Person vorgebildet wird, so auch kein Volk und keine Völkerschaft, sondern deren Beschaffenheit; ja man weiß auch durchaus keine Geschichte, die im Wort vorkommt über eine Person, Völkerschaft und Volk im Himmel, folglich weiß man nicht, wer Abraham, wer Jischak, wer Jakob, wer das israelitische Volk und wer die jüdische Völkerschaft (ist), sondern man wird dort inne, was Abraham, was Jischak, was Jakob, was das israelitische Volk, was die jüdische Völkerschaft (bedeutet), und so in allem übrigen. Daher ist die Rede der Engel unbegrenzt und auch beziehungsweise allumfassend (universalis). 5226. Vers 9-13: Da redete der Oberste der Mundschenken mit Pharao, und sprach: meiner Sünden gedenke ich heute. Pharao zürnte über seine Knechte, und legte mich in das Gefängnis im Hause des Obersten der Trabanten, mich und den Obersten der Bäcker. Und wir träumten einen Traum in einer Nacht, ich und er, ein jeder nach der Auslegung seines Traumes haben wir geträumt. Und daselbst war bei uns ein hebräischer Jüngling, der Knecht des Obersten der Trabanten, und wir erzählten ihm, und er legte uns unsere Träume aus, einem jeden legte er aus nach seinem Traum. Und es geschah, wie er uns ausgelegt hatte, so wurde es: mich brachte er (Pharao) wieder auf meine Stelle, und jenen ließ er henken. "Da redete der Oberste der Mundschenken mit Pharao" bedeutet das Denken aus dem Sinnlichen, das dem Verstande unterworfen ist; "und sprach" bedeutet das Innewerden daher; "meiner Sünden gedenke ich heute" bedeutet über den Zustand der Trennung; "Pharao zürnte über seine Knechte" bedeutet, als das Natürliche sich abwandte; "und legte mich in das Gefängnis im Hause des Obersten der Trabanten" bedeutet Verwerfung von seiten desjenigen, was für die Auslegung die Hauptsache ist; "mich und den Obersten der Bäcker" bedeutet beides Sinnliche; "und wir träumten einen Traum in einer Nacht" bedeutet das Vorhergesehene im Dunkeln; "ich und er" bedeutet über beides Sinnliche; "ein jeder nach der Auslegung seines Traumes haben wir geträumt" bedeutet, wie es beiden ergehen würde; "und daselbst war bei uns ein hebräischer Jüngling" bedeutet, daß das Schuldlose der Kirche um der Versuchung willen dorthin geworfen worden sei; "der Knecht des Obersten der Trabanten" bedeutet, in dem das Wahre, das hauptsächlich dienen sollte zur Auslegung; "und wir erzählten ihm" bedeutet, daß daher das Innewerden; "und er legte uns unsere Träume aus" bedeutet, was in dem dunkel Vorhergesehenen liege; "einem jeden legte er aus nach seinem Traum" bedeutet der Wahrheit gemäß; "und es geschah, wie er uns ausgelegt hatte, so wurde es" bedeutet, daß es so sich begab; "mich brachte er (Pharao) wieder auf meine Stelle" bedeutet, daß das Sinnliche der Verstandesseite angenommen wurde; "und jenen ließ er henken" bedeutet, daß das Sinnliche der Willensseite verworfen wurde. 5227. "Da redete der Oberste der Mundschenken mit Pharao", 1. Mose 41/9, bedeutet das Denken aus dem Sinnlichen, das dem Verständigen unterworfen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Obersten der Mundschenken, sofern es das der Verstandesseite unterworfene Sinnliche ist, wovon Nr. 5077, 5082. Was das Denken aus dem Sinnlichen ist, sehe man Nr. 5141. 5228. "Und sprach", 1. Mose 41/9, bedeutet das Innewerden daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 3395. Was das Innewerden daher, oder das Innewerden aus dem Denken, kann nicht faßlich erklärt werden, weil heutzutage ganz unbekannt ist, was geistiges Innewerden ist, und was unbekannt ist, das geht nicht in den Sinn ein, mag es beschrieben werden, wie es wolle, denn das Innewerden ist nichts anderes als das Reden oder Denken der Engel, die beim Menschen sind. Wenn jenes Reden oder Denken einfließt, wird es ein Innewerden, daß es so sei oder nicht so sei, aber bei keinen anderen als denen, die im Guten der Liebe und der Liebtätigkeit sind, denn es fließt durch das Gute ein; bei solchen erzeugt dieses Innewerden die Gedanken; denn das Innewerden (perceptivum) ist für sie das Allgemeine des Denkens. Aber ein Innewerden aus dem Denken gibt es in der Wirklichkeit nicht, sondern scheinbar. Doch von diesem Geheimnis kann nicht mehr gesagt werden, weil, wie gesagt, heutzutage unbekannt ist, was das Innewerden sei. 5229. "Meiner Sünden gedenke ich heute", 1. Mose 41/9, bedeutet, über den Zustand der Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sünden, sofern sie sind, was der Unordnung angehört, wovon Nr. 5076; und aus der Bedeutung von gedenken, sofern es ist Verbindung, wovon Nr. 5169, somit heißt der Sünden gedenken, verbunden werden mit demjenigen, was der Unordnung angehört, folglich geschieden werden vom Natürlichen, das durch Pharao vorgebildet wird; denn was verbunden wird mit demjenigen, was in der Unordnung ist, wird geschieden von dem, was in der Ordnung. Daß gedenken eine Verbindung bezeichnet, hat den Grund, weil das Gedenken an jemand im anderen Leben verbindet; denn sobald ein Geist eines anderen gedenkt, stellt sich derselbe gegenwärtig dar, und zwar so gegenwärtig, daß sie miteinander reden. Daher kommt es, daß die Engel und Geister alle, die sie gekannt, und von denen sie gehört haben, treffen, sie gegenwärtig sehen und mit ihnen reden können, wenn der Herr es gestattet, daß sie ihrer gedenken: Nr. 1114. 5230. "Pharao zürnte über seine Knechte", 1. Mose 41/10, bedeutet, als das Natürliche sich abwandte. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5080, 5081 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5231. "Und legte mich in das Gefängnis in dem Hause des Obersten der Trabanten", 1. Mose 41/10, bedeutet die Verwerfung von seiten desjenigen, was Hauptsache für die Auslegung. Dies erhellt ebenfalls aus demjenigen, was Nr. 5083, 5084 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5232. "Mich und den Obersten der Bäcker", 1. Mose 41/10, bedeutet beides Sinnliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Obersten der Mundschenken, der hier verstanden wird unter mich, sofern er das Sinnliche bezeichnet, das im allgemeinen der Verstandesseite unterworfen ist, wovon Nr. 5077, 5082; und aus der vorbildlichen Bedeutung des Obersten der Bäcker, sofern er das Sinnliche bezeichnet, das im allgemeinen der Willensseite unterworfen ist, wovon Nr. 5078, 5082; somit wird durch "mich und den Obersten der Bäcker" beides Sinnliche bezeichnet. Es wird gesagt beides Sinnliche, weil im Menschen zwei Vermögen sind, die sein Leben ausmachen, nämlich der Wille und der Verstand, und auf sie bezieht sich alles und jedes, was im Menschen ist. Es sind zwei Vermögen im Menschen, die sein Leben bilden, weil zwei Dinge sind, die das Leben im Himmel machen, nämlich das Gute und das Wahre. Das Gute bezieht sich auf den Willen, das Wahre auf den Verstand. Hieraus wird klar, daß zwei Dinge sind, die den Menschen geistig, und folglich ihn im anderen Leben selig machen, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube; denn die Liebtätigkeit ist das Gute, und der Glaube ist das Wahre, und die Liebtätigkeit bezieht sich auf den Willen, und der Glaube auf den Verstand. Auf diese zwei Dinge, nämlich auf das Gute und das Wahre, bezieht sich auch alles und jedes in der Natur; daher entsteht es, und daher besteht es. Daß es auf jene zwei sich bezieht, wird augenscheinlich klar aus der Wärme und dem Licht: die Wärme bezieht sich auf das Gute und das Licht auf das Wahre. Deshalb ist auch geistige Wärme das Gute der Liebe, und geistiges Licht ist das Wahre des Glaubens. Da nun alles und jedes in der ganzen Natur auf jene zwei Dinge, nämlich auf das Gute und das Wahre sich bezieht, und das Gute vorgebildet wird in der Wärme und der Glaube im Licht, so möge jeder urteilen, von welcher Art ein Mensch ist, wenn er Glauben allein hat ohne Liebtätigkeit, oder was gleich, wenn er bloß das Wahre versteht ohne das Gute zu wollen, ist er nicht gleich dem Zustand des Winters, wo das Licht glänzt, und dennoch alles samt und sonders starrt, weil keine Wärme da ist. Solcherart ist der Zustand des Menschen, der im alleinigen Glauben ist, und nicht im Guten der Liebe, er ist im Frost und in der Finsternis, im Frost, weil gegen das Gute, in der Finsternis, weil er ebendeshalb gegen das Wahre ist, denn wer gegen das Gute ist, der ist auch gegen das Wahre, mag er immerhin sich dünken, daß er es nicht sei, denn das eine zieht das andere auf seine Seite. Solcherart wird sein Zustand nach dem Tod. 5233. "Und wir träumten einen Traum in einer Nacht", 1. Mose 41/11, bedeutet das Vorhergesehene im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er das Vorhergesehene bezeichnet, wovon Nr. 3698, 5091; und aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie ein Zustand des Schattens ist, wovon Nr. 1712, somit das Dunkle. 5234. "Ich und er", 1. Mose 41/11, bedeutet, über beides Sinnliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, der hier unter "ich" verstanden wird, sofern er das eine Sinnliche, und aus der Bedeutung des Bäckers, der hier unter "er" verstanden wird, sofern er das andere Sinnliche bezeichnet, wovon Nr. 5232. 5235. "Ein jeder nach der Auslegung seines Traumes haben wir geträumt", 1. Mose 41/11, bedeutet, wie es beiden ergehen würde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Auslegung, sofern sie bezeichnet, was es in sich schließe, und was sich zutragen werde, wovon Nr. 5093, 5105, 5107, 5141, somit wie es gehen werde, nämlich nach dem Vorhergesehenen, das durch den Traum bezeichnet wird: Nr. 5233. 5236. "Und daselbst war bei uns ein hebräischer Jüngling", 1. Mose 41/12, bedeutet, der Versuchung wegen sei dorthin geworfen worden das Schuldlose (insons) der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Jünglings, sofern er das Schuldlose bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung des hebräischen, sofern es einen der Kirche Angehörigen bezeichnet, wovon Nr. 5126, somit was der Kirche angehört. Daß er der Versuchung wegen dorthin geworfen worden, wird dadurch bezeichnet, daß er dort war, nämlich im Gefängnis, denn durch das Gefängnis, in das Joseph gebracht wurde, wird der Zustand der Versuchung bezeichnet: Nr. 5036, 5037, 5039, 5044, 5045, von welchem Zustand 1. Mose Kapitel 39 und 40 gehandelt wurde. Daß der Jüngling das Schuldlose bezeichnet, kommt daher, weil das Kind im inneren Sinn das Unschuldige bedeutet; denn im Wort wird erwähnt der Säugling, das Kind, der Knabe, und durch diese werden drei Grade der Unschuld bezeichnet. Der erste Grad durch den Säugling, der andere durch das Kind und der dritte durch den Jüngling (oder Knaben). Weil aber beim Knaben die Unschuld abgelegt zu werden anfängt, darum wird durch den Knaben bezeichnet dasjenige Unschuldige, welches das Schuldlose (insons) genannt wird. Weil drei Grade der Unschuld, darum werden auch drei Grade der Liebe und Liebtätigkeit durch ebendieselben bezeichnet, aus dem Grund, weil die himmlische und geistige Liebe, d.h. die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, eben nur möglich sind in der Unschuld. Man muß aber wissen, daß die Unschuld der Säuglinge, Kinder und Knaben, nur eine äußere ist, und daß es beim Menschen erst dann eine inwendige Unschuld gibt, wenn er von neuem geboren, d.h. von neuem gleichsam ein Säugling, Kind und Knabe geworden ist. Diese Zustände sind es, die durch jene im Wort bezeichnet werden, denn im inneren Sinn des Wortes wird eben nur das Geistige verstanden, mithin eine geistige Geburt, die Neugeburt (renascentia) und auch Wiedergeburt (regeneratio) genannt wird. Daß das Unschuldige, welches das Schuldlose heißt, durch den Knaben bezeichnet wird, erhellt bei Luk.18/17: "Jesus sprach: jeder, der das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Knabe, wird nicht eingehen in dasselbe": das Reich Gottes annehmen wie ein Knabe heißt, die Liebtätigkeit und den Glauben aus Unschuld (annehmen). Mark.9/36,37; Luk.9/47,48: "Jesus nahm einen Knaben, stellte ihn mitten unter sie, und nahm ihn in Seine Arme auf; Er sprach zu ihnen: wer einen von solchen Knaben (oder Kindern) aufnimmt in Meinem Namen, nimmt Mich auf": durch den Knaben ist hier die Unschuld vorgebildet, und wer diese aufnimmt, nimmt den Herrn auf, weil Er es ist, aus Dem das Ganze der Unschuld (stammt). Daß einen Knaben aufnehmen im Namen des Herrn nicht heißt, einen Knaben aufnehmen, kann jeder sehen, somit daß das Himmlische dadurch vorgebildet ist. Matth.21/15,16; Ps.8/3: "Die Knaben schrieen im Tempel: Hosianna dem Sohn Davids! Da einige darüber unwillig wurden, sprach Jesus zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen: aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Lob bereitet": dadurch, daß die Knaben schrieen Hosianna dem Sohne Davids, sollte vorgebildet werden, daß die Unschuld allein den Herrn anerkenne und aufnehme, d.h. diejenigen, die Unschuld haben. Durch die Worte: Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Lob bereitet, wird bezeichnet, daß auf keinem anderen Weg ein Lob zum Herrn kommen kann, als durch die Unschuld; durch diese allein kommt alle Gemeinschaft zustande und aller Einfluß, mithin der Zugang. Daher kommt es, daß der Herr spricht bei Matth.18/3: "Wenn ihr euch nicht bekehret, und werdet wie die Knaben (oder Kinder), so werdet ihr nicht eingehen in das Reich der Himmel". Auch in den folgenden Stellen wird durch Knaben die Unschuld bezeichnet: Sach.8/5: "Es werden angefüllt werden die Gassen der Stadt mit Knaben und Mädchen, die da spielen in ihren Gassen": hier vom neuen Jerusalem oder dem Reich des Herrn. Ps.148/12: "Lobet den Jehovah, ihr Jünglinge und auch Jungfrauen, ihr Greise mit den Knaben". Ps.103/4,5: "Jehovah erneuert aus der Grube dein Leben, sättigt mit Gutem deinen Mund, daß deine Jugend (oder Knabenzeit) sich erneuert gleich dem Adler". Joel 4/3 (oder 3/3): "Über mein Volk haben sie das Los geworfen, denn sie haben den Knaben gegeben um eine Hure, und das Mädchen verkauft für Wein, den sie tranken". Jerem.51/22: "Zerstreuen werde ich durch dich den Mann und die Frau, und zerstreuen durch dich den Greis und den Knaben, und zerstreuen durch dich den Jüngling und die Jungfrau". Jes.9/5: "Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter das Fürstentum, und Er wird nennen Seinen Namen: Wunderbar, Rat, Gott, Held, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens". 5237. "Der Knecht des Obersten der Trabanten", 1. Mose 41/12, bedeutet, in dem das Wahre ist, das hauptsächlich dienen sollte zur Auslegung. Dies erhellt daraus, daß Knecht ein Prädikat des Wahren ist, wovon Nr. 2567, 3409; und aus der Bedeutung des Obersten der Trabanten, sofern er die Hauptsätze für die Auslegung (primaria interpretationi) bezeichnet, wovon Nr. 4790, 4966, 5084; und weil das Wahre zur Auslegung, nämlich des Wortes dient, so wird durch den Knecht des Obersten der Trabanten hier das dienende Wahre bezeichnet. 5238. "Und wir erzählten ihm", 1. Mose 41/12, bedeutet daher das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von erzählen, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 3209. 5239. "Und er legte uns unsere Träume aus", 1. Mose 41/12, bedeutet, was in dem dunkel Vorhergesehenen liege. Dies erhellt aus der Bedeutung von auslegen, sofern es heißt, was darin liege, wovon Nr. 5093, 5105, 5107; und aus der Bedeutung der Träume, sofern sie etwas im Dunkeln Vorhergesehenes bezeichnen, wovon Nr. 5233. 5240. "Einem jeden legte er aus nach seinem Traum", 1. Mose 41/12, bedeutet der Wahrheit gemäß; "und es geschah, wie er uns ausgelegt hat, so war es", 1. Mose 41/13, bedeutet es begab sich so. Dies kann daraus erhellen, daß durch jene Worte bezeichnet wird der wirkliche Erfolg, welcher der Wahrheit gemäß sich so gestaltete, wie er vorhersagte. 5241. "Mich brachte er (Pharao) wieder auf meine Stelle", 1. Mose 41/13, bedeutet, das Sinnliche der Verstandesseite wurde angenommen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundschenken, der hier verstanden wird unter "mich", sofern er ist das Sinnliche der Verstandesseite, wovon oben; und aus der Bedeutung von "wiederbringen auf die Stelle", sofern es ist in Ordnung bringen und unterordnen, wovon Nr. 5125, 5165, somit auch annehmen. 5242. "Und jenen ließ er henken", 1. Mose 41/13, bedeutet, das Sinnliche der Willensseite wurde verworfen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bäckers, der hier verstanden wird unter "ihn", sofern er das Sinnliche der Willensseite bezeichnet, wovon oben; und aus der Bedeutung von henken, sofern es ist verwerfen, wovon Nr. 5156, 5167. Dies baucht nicht weiter erklärt zu werden, weil es früher erklärt wurde, denn es ist solches, was noch einmal gesagt ist des Zusammenhanges wegen. 5243. Vers 14: Da sandte Pharao hin, und berief den Joseph, und sie ließen ihn eilends aus der Grube, und er beschor sich, und wechselte seine Kleider, und kam zu Pharao. "Da sandte Pharao hin" bedeutet die Geneigtheit des neuen Natürlichen; "und berief den Joseph" bedeutet aufzunehmen das Himmlische des Geistigen; "und sie ließen ihn eilends aus der Grube" bedeutet schleunige Verwerfung von solchem was hinderte vom Zustand der Versuchung her, und daher Veränderung, "und er beschor sich" bedeutet Verwerfung und Veränderung in betreff dessen, was dem auswendiger Natürlichen angehört; "und wechselte seine Kleider" bedeutet in betreff dessen, was dem inwendiger Natürlichen angehört, durch Anziehung von Übereinstimmendem; "und kam zu Pharao" bedeutet so Gemeinschaft mit dem neuen Natürlichen. 5244. "Da sandte Pharao hin", 1. Mose 41/14, bedeutet die Geneigtheit des neuen Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Pharao, sofern er ist der neue natürliche Mensch, wovon Nr. 5079, 5080; die Geneigtheit, aufzunehmen das Himmlische des Geistigen, wird dadurch bezeichnet, daß er hinsandte und den Joseph berief. Die Geneigtheit selbst wird klar aus dem Folgenden, sofern er ihn über sein Haus setzte, und über das ganze Ägyptenland, und sagte, daß nach seinem Mund sich fügen solle all sein Volk: 1. Mose 41/40-43. Mit diesem verhält es sich so: wenn der Zustand völlig ist, d.h., wenn alles im Natürlichen bereitet ist, den Einfluß vom Inwendigeren oder Höheren aufzunehmen, und dasjenige, was einfließt, sich anzueignen, dann ist auch das Natürliche in der Bereitwilligkeit, d.h. in der Neigung aufzunehmen; somit wird das eine dem anderen angepaßt, wenn der Mensch erneuert wird vom Herrn. 5245. "Und berief den Joseph", 1. Mose 41/14, bedeutet aufzunehmen das Himmlische des Geistigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung des Joseph, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4585, 4592, 4594, 4963; daß dadurch, daß er ihn berief, bezeichnet wird, dasselbe aufzunehmen, sehe man Nr. 5244. 5246. "Und sie ließen ihn eilends aus der Grube", 1. Mose 41/14, bedeutet die schleunige Verwerfung von solchem, was hinderte, durch den Zustand der Versuchung und daher Veränderung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Grube, sofern sie den Zustand der Verwüstung bezeichnet, und auch den der Versuchung, wovon Nr. 4728, 4744, 5038, und aus der Bedeutung von "eilends herauslassen aus derselben", sofern es ist die schleunige Verwerfung von solchem, was daher kommt, nämlich vom Zustand der Versuchung; denn wenn die Grube der Zustand der Versuchung ist, dann bedeutet jemand aus ihr eilends herauslassen, solches entfernen, was von jenem Zustand her ist, folglich verwerfen, wie auch aus dem nun Folgenden klar wird; denn er warf das ab, was der Grube (d.h. dem Gefängnis) angehörte. Er beschor sich und wechselte die Kleider. Der Zustand der Versuchung ist nämlich im Vergleich mit dem Zustande nach ihm, wie der Zustand der Grube oder des Gefängnisses, schmutzig und unrein, denn wenn der Mensch versucht wird, dann sind ihm unreine Geister nahe, und umzingeln ihn, und erwecken das Böse und Falsche, das bei ihm sich findet, und halten ihn darin nieder, und verstärken es bis zur Verzweiflung. Daher kommt es, daß der Mensch alsdann im Unreinen und Schmutzigen ist. Wenn dieser Zustand sichtbar dargestellt wird im anderen Leben (alle geistigen Zustände können dort für den Gesichtssinn erkennbar gemacht werden), dann erscheint er auch wie ein Nebel, der aus schmutzigen Orten ausdünstet, und wird auch wie ein Gestank daraus verspürt. Als eine solche erscheint die Sphäre, von welcher derjenige umgeben ist, der in der Versuchung, und auch der in der Abödung, d.h., der in der Grube auf der unteren Erde sich befindet, wovon Nr. 4728. Wenn aber der Zustand der Versuchung aufhört, dann verschwindet auch jener Nebel, und es wird heiter. Der Grund ist, weil Falsches und Böses beim Menschen durch Versuchungen offenbar und entfernt wird. Wenn es offenbar wird, erscheint jener Nebeldunst, und wenn es entfernt wird, erscheint Heiterkeit. Die Veränderung dieses Zustandes wird auch dadurch bezeichnet, daß Joseph sich beschor, und daß er die Kleider wechselte. Der Zustand der Versuchung kann auch verglichen werden mit demjenigen Zustand, in dem ein Mensch sich befindet, wenn er unter Räubern ist. Wenn er davon herkommt, hat er struppige Haare, ein verdüstertes Angesicht und zerrissene Kleider. Wenn er in der Versuchung unterliegt, bleibt er in einem solchen Zustand, wenn er aber in der Versuchung siegt, dann kommt er, sobald er das Angesicht wieder in Ordnung gebracht, die Haare gekämmt, und die Kleider gewechselt hat, in einen freundlichen und heiteren Zustand. Es sind auch wirklich höllische Geister und Genien, die alsdann wie Räuber umringen und anfallen, und Versuchungen herbeiführen. Aus diesem wird nun klar, daß durch "sie ließen ihn eilends aus der Grube" bezeichnet wird die schleunige Verwerfung von solchen Dingen, die hinderten infolge des Zustandes der Versuchung, und daher die Veränderung. 5247. "Und er beschor sich", 1. Mose 41/14, bedeutet die Verwerfung und Veränderung in betreff dessen, was dem auswendigeren Natürlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von bescheren, nämlich das Haupt und den Bart, sofern es ist wegwerfen solches, was dem auswendiger Natürlichen angehört; denn das Haupthaar oder Haar, das geschoren wurde, bedeutet dieses Natürliche; man sehe Nr. 3301. Auch entspricht das Haar sowohl des Hauptes als des Bartes im Größten Menschen dem auswendiger Natürlichen. Sinnliche Menschen, d.h. diejenigen, die eben nichts als das Natürliche geglaubt hatten, und nicht einsehen wollten, daß es etwas Inwendigeres und Reineres gebe, als was sie mit den Sinnen begreifen konnten, erscheinen deshalb auch im anderen Leben im Lichte des Himmels haarig, so daß das Angesicht kaum etwas anderes ist als Barthaar. Solche haarige Gesichter sind mir vielmal erschienen. Diejenigen aber, die vernünftige Menschen gewesen sind, d.h. geistige, bei denen das Natürliche gehörig untergeordnet gewesen war, erscheinen anständig behaart. Ja, am Haar kann man im anderen Leben erkennen, wie beschaffen sie sind in Ansehung des Natürlichen. Daß die Geister mit ihrem Haar erscheinen, hat den Grund, weil die Geister im anderen Leben ganz erscheinen wie die Menschen auf der Erde. Daher kommt es auch, daß die erschienen Engel im Wort auch zuweilen hinsichtlich der Haare beschrieben werden. Aus diesem kann erhellen, was bescheren bedeutet, so bei Hes.44/15,19,20: "Die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks sollen ausziehen ihre Kleider, worinnen sie dienten, und sollen sie legen in die Kammern der Heiligkeit, und anziehen andere Kleider, und sollen nicht heiligen das Volk in ihren Kleidern; und sollen ihr Haupt nicht glatt abscheren, und das Haar nicht herabgehen lassen, bescheren, ja bescheren sollen sie ihre Häupter": hier wird vom neuen Tempel und vom neuen Priestertum gehandelt, d.h. von einer neuen Kirche, wo anziehen andere Kleider bedeutet heilige Wahrheiten, das Haupt nicht glatt scheren, das Haar nicht herabgehen lassen, sondern bescherend bescheren die Häupter bedeutet, nicht verwerfen das Natürliche, sondern anpassen, daß es übereinstimmt, somit unterordnen. Jeder, der glaubt, das Wort sei heilig, kann sehen, daß dieses und das übrige, was vom neuen Lande, der neuen Stadt, sowie vom neuen Tempel und neuen Priestertum beim Propheten vorkommt, sich gar nicht verhalten kann, wie es dort im Buchstaben angegeben wird, z.B. daß "die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks, dort dienen sollen, und daß sie dann ausziehen sollen die Kleider des Dienstes und andere anziehen, und daß sie bescheren sollten die Häupter", sondern daß alles und jedes hier solches bedeutet, was einer neuen Kirche angehört. Was in Beziehung auf den Hohenpriester, die Söhne Aharons, und in Beziehung auf die Leviten verordnet wurde, steht 3. Mose 21/10: "Der Hohenpriester unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt ausgegossen worden ist das Öl der Salbung, und der gefüllt hat seine Hand, anzuziehen die Kleider, soll sein Haupt nicht rasieren (d.i. glatt scheren), und seine Kleider nicht zertrennen". 3. Mose 21/5,6: Die Söhne Aharons "sollen nicht Kahlheit beibringen ihrem Haupt, auch nicht die Ecke ihres Bartes rasieren, heilig sollen sie sein ihrem Gott, und nicht entweihen den Namen ihres Gottes". 4. Mose 8/7: "Reinigen sollst du so die Leviten: sprenge auf sie Wasser der Sühne, und sie sollen ein Schermesser hingehen lassen über ihr Fleisch, und sollen waschen ihre Kleider; dann werden sie rein sein". Diese Dinge wären nicht befohlen worden, wenn sie nicht Heiliges in sich gehabt hätten. Daß der Hohepriester sein Haupt nicht rasieren und seine Kleider nicht zertrennen sollte; daß die Söhne Aharons ihrem Haupt keine Kahlheit beibringen, und die Ecke des Bartes nicht rasieren sollten; und daß die Leviten, wenn sie gereinigt wurden, mit einem Schermesser rasiert werden sollten über das Fleisch hin, was Heiliges und was Kirchliches könnte wohl darin liegen? Aber einen äußerlichen oder natürlichen Menschen haben, der untergeordnet ist dem inwendigen oder geistigen, und so beide untergeordnet dem Göttlichen, das ist etwas Heiliges, was auch die Engel inne werden, wenn jenes im Wort gelesen wird vom Menschen. Ebenso sollte ein Nasiräer, der heilig war dem Jehovah, wenn (jemand) plötzlich neben ihm von ungefähr starb, und er verunreinigte das Haupt seines Nasiräats, sein Haupt bescheren am Tage seiner Reinigung, am siebenten Tag sollte er es scheren. Ferner sollte der Nasiräer an dem Tag, wo erfüllt werden die Tage seines Nasiräats, an der Tür des Zeltes der Zusammenkunft das Haupt seines Nasiräats bescheren, und das Haar seines Hauptes nehmen und es auf das Feuer legen, das unter dem Opfer der Friedfertigen: 4. Mose 6/8,9,13,18. Was ein Nasiräer ist, und was Heiliges er vorbildete, sehe man Nr. 3301. Daß das Heilige in seinen Haaren bestand, kann man gar nicht begreifen, wenn man nicht weiß, was das Haar ist vermöge der Entsprechung, somit welchem Heiligen das Haar des Nasiräers entsprach. Ebenso kann man nicht begreifen, woher Simson Stärke aus den Haaren (hatte), worüber er sich so gegen Delila äußerte: "Ein Schermesser ist nicht gekommen auf mein Haupt, weil ich ein Nasiräer Gottes bin vom Mutterleibe an, wenn ich geschoren würde, so würde weichen von mir die Stärke, und ich würde schwach werden, und würde sein wie ein jeder Mensch; und Delila rief einen Mann, der abschor sieben Locken seines Hauptes, da wich seine Stärke von ihm. Und nachher als das Haar seines Hauptes wieder zu wachsen anfing, wie es abgeschoren war, kam ihm die Stärke wieder": Richt.16/17,19,22. Wer kann ohne Kenntnis aus der Entsprechung wissen, daß der Herr in Ansehung des göttlich Natürlichen durch den Nasiräer vorgebildet wurde, und daß das Nasiräat nichts anderes war, und das Simson Stärke hatte vermöge dieser vorbildlichen Bedeutung? Wer nicht weiß, und mehr noch, wer nicht glaubt, daß das Wort einen inneren Sinn hat, und daß der Buchstabensinn eine vorbildliche Darstellung der Dinge ist, die der innere Sinn enthält, wird kaum etwas Heiliges in diesem anerkennen, während doch etwas sehr Heiliges darinnen liegt. Wer nicht weiß, und mehr noch, wer nicht glaubt, daß das Wort einen inneren Sinn hat, der heilig ist, kann auch nicht wissen, was Folgendes in seinem Schoße birgt, z.B. was bei Jerem.7/28,29: "Zugrunde gegangen ist die Wahrheit, und ist ausgerottet aus ihrem Munde; schneide ab die Haare deines Nasiräats, und wirf sie weg". Jes.7/20: "An jenem Tage wird abscheren der Herr durch ein gedungenes Schermesser in den Übergängen des Flusses, durch den König Aschurs, das Haupt und die Haare der Füße, und auch den Bart abnehmen". Micha 1/16: "Mache kahl, und schere dich wegen der Söhne deiner Wonne; mache breit deine Kahlheit, wie der Adler, weil sie fortgewandert sind von dir". Und außerdem wird er nicht wissen, was Heiliges in sich schließt, was erwähnt wird von Elias, 2.Kön.1/8, daß er war "ein haariger Mann, und mit einem Gurt von Leder umgürtet an seinen Lenden"; und warum "die Knaben, die den Elisa einen Kahlen nannten, zerrissen wurden von Bären aus dem Walde": 2.Kön.2/23,24; durch Elias und durch Elisa wurde vorgebildet der Herr in Ansehung des Wortes, somit wurde durch sie vorgebildet das Wort, insbesondere das prophetische, man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18 und Nr. 2762. Das Haarige und der Gurt von Leder bedeutete den buchstäblichen Sinn, der haarige Mann denselben in Ansehung der Wahrheiten, der Gurt von Leder um die Lenden denselben in Ansehung des Guten; denn der buchstäbliche Sinn ist der natürliche Sinn desselben, denn er besteht aus Dingen, die in der Welt, und der innere Sinn ist der geistige, denn er besteht aus Dingen, die im Himmel sind. Diese zwei Sinne verhalten sich wie das Innere und das Äußere beim Menschen, und weil das Innere nicht ist ohne das Äußere (denn das Äußere ist das Letzte der Ordnung, auf dem das Innere ruht), darum war es eine Beschimpfung gegen das Wort, den Elisa einen Kahlen zu nennen, als ob es ohne ein Äußeres wäre, somit das Wort ohne einen der Fassungskraft des Menschen angemessenen Sinn. Aus diesem kann erhellen, daß das einzelne des Wortes heilig ist, aber die Heiligkeit, die darin liegt, wird für den Verstand nur erkennbar bei demjenigen, der den inneren Sinn desselben kennt; dennoch aber ist er wahrnehmbar durch einen Einfluß aus dem Himmel für den, der das Wort für heilig hält. Jener Einfluß findet statt durch den inneren Sinn, in dem die Engel sind, und obwohl dieser Sinn vom Menschen nicht verstanden wird, so regt er dennoch an, weil das Gefühl der Engel, die in ihm sind, sich mitteilt. Hieraus wird auch klar, daß das Wort dem Menschen gegeben worden ist, damit er eine Gemeinschaft haben möchte mit dem Himmel, und damit das göttlich Wahre, das im Himmel ist, durch den Einfluß (ihn) anrege. 5248. "Und wechselte seine Kleider", 1. Mose 41/14, bedeutet, in betreff dessen, was dem inwendiger Natürlichen angehört, durch Anziehung von Übereinstimmendem. Dies erhellt aus der Bedeutung von wechseln, sofern es ist entfernen und wegwerfen; und aus der Bedeutung der Kleider, sofern sie das bezeichnen, was dem inwendiger Natürlichen angehört, worüber folgt. Daß er Übereinstimmendes angezogen habe, das durch die neuen Kleider bezeichnet wird, ergibt sich hieraus. Kleider werden öfters erwähnt im Wort, und wird darunter verstanden das, was unten oder außen ist, und das, was oben oder innen ist, bedeckt. Deshalb wird durch die Kleider bezeichnet das Äußere des Menschen, mithin das Natürliche, denn dieses bedeckt sein Inwendiges oder Geistiges. Insbesondere werden durch Kleider bezeichnet die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, weil diese das Gute bedecken, das der Liebtätigkeit angehört. Diese Bedeutung hat ihren Ursprung von den Kleidern, mit denen die Geister und Engel angetan erscheinen. Die Geister erscheinen in Kleidern ohne Glanz, die Engel aber in Kleidern mit einem Glanz, und gleichsam von Glanz, denn der Glanz selbst um sie her erscheint wie ein Kleid, gleich wie die Kleider des Herrn, als Er verwandelt wurde, welche waren wie das Licht: Matth.17/2, und wie weiß strahlend: Luk.9/29. An den Kleidern können auch die Geister und Engel erkannt werden, wie beschaffen sie sind in Ansehung der Wahrheiten des Glaubens, weil diese durch Kleider vorgebildet werden, jedoch die Wahrheiten des Glaubens, von welcher Art sie im Natürlichen sind; wie sie aber beschaffen sind im Vernünftigen, erscheint aus dem Angesicht und seiner Schönheit. Der Glanz, den ihre Kleider haben, kommt aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, dieses Gute gibt vermöge des Durchscheinens den Glanz. Hieraus kann erhellen, was durch die Kleider vorgebildet wird in der geistigen Welt, folglich was Kleider sind im geistigen Sinn. Die Kleider aber, die Joseph wechselte, die er nämlich auszog, waren Kleider der Grube oder des Gefängnisses, durch die bezeichnet wird Täuschendes und Falsches, das im Zustand der Versuchungen von bösen Genien und Geistern vorgebracht wird. Deshalb wird durch "er wechselte die Kleider" bezeichnet, die Verwerfung und Veränderung in betreff dessen, was dem inwendiger Natürlichen angehört, und die Kleider, die er anzog, waren solches, was (mit seinem Zustand) übereinstimmte. Deshalb wird auch bezeichnet das Anziehen von Übereinstimmendem. Man sehe was früher über die Kleider gesagt und gezeigt wurde, nämlich: Daß Himmlisches nicht bekleidet werde, sondern Geistiges und Natürliches: Nr. 297. Daß die Kleider beziehungsweise niedere Wahrheiten bezeichnen: Nr. 1073, 2576. Daß die Kleider wechseln eine Vorbildung davon sei, daß heilige Wahrheiten angezogen werden sollten, daher auch die Wechselkleider: Nr. 4545. Daß die Kleider zerreißen ein Vorbild der Trauer über das verlorene und verdorbene Wahre gewesen sei: Nr. 4763. Was bezeichnet wird durch denjenigen, der hereinkam, ohne mit einem hochzeitlichen Kleid angetan zu sein: Nr. 2132. 5249. "Und kam zu Pharao", 1. Mose 41/14, bedeutet die Gemeinschaft mit dem neuen Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, sofern es die Gemeinschaft bezeichnet, hier durch den Einfluß; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das neue Natürliche ist, wovon Nr. 5079, 5080, 5244. Was die Worte in diesem Vers in sich schließen, erhellt aus dem, was oben erklärt wurde; denn es wird gehandelt von Joseph, wie er aus der Grube befreit wurde, und zu Pharao kam. Durch Joseph wird im inneren Sinn vorgebildet der Herr in Ansehung des Himmlischen des Geistigen, und durch Pharao wird vorgebildet der natürliche oder äußere Mensch. Durch die Grube, worin Joseph, wird vorgebildet der Zustand der Versuchung des Herrn in Ansehung des Himmlischen des Geistigen, und durch die Berufung aus der Grube von Pharao, wird bezeichnet der Zustand der Befreiung von Versuchungen, und ferner der Zustand des Einflusses und der Gemeinschaft hernach mit dem neuen Natürlichen. Hieraus wird klar, daß im inneren Sinn hier beschrieben wird, wie der Herr sein Natürliches neu gemacht hat, und zuletzt göttlich. Dieses ist es, was himmlische Engel denken, wenn diese Geschichten gelesen werden vom Menschen. Solches zu denken ist auch für sie die größte Lust, denn sie sind in der göttlichen Sphäre des Herrn, somit gleichsam im Herrn, und dann sind sie in der Empfindung der innigsten Freude. Wenn im Denken an den Herrn und an die Seligmachung des menschlichen Geschlechtes dadurch, daß der Herr das Menschliche in Ihm göttlich gemacht hat, und damit die Engel in dieser überaus himmlischen Freude erhalten werden, und zugleich in der Weisheit, darum ist jener göttliche Hergang (processus) im inneren Sinn des Wortes vollständig beschrieben worden; und zugleich darin der Hergang der Wiedergeburt des Menschen, denn die Wiedergeburt des Menschen ist das Bild der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402. Manche werden vielleicht begierig sein zu wissen, was die Engel miteinander reden, folglich was die Menschen, die Engel werden, nach dem Tode miteinander (sprechen), aber sie mögen wissen, daß es solches ist, was der innere Sinn des Wortes enthält, nämlich von der Verherrlichung des Herrn, von Seinem Reich, von der Kirche, von der Wiedergeburt des Menschen durch das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens, aber von diesen Dingen in Geheimnissen, die größtenteils unaussprechlich sind. 5250. Vers 15,16: Da sprach Pharao zu Joseph: einen Traum habe ich geträumt, und es ist niemand der ihn auslegt, und ich habe von dir sagen hören, du hörst einen Traum (und vermagst) ihn auszulegen. Und Joseph antwortete dem Pharao, sprechend: nicht bei mir (steht dieses), Gott wird antworten den Frieden des Pharao. "Da sprach Pharao zu Joseph" bedeutet das Innewerden des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen; "einen Traum habe ich geträumt" bedeutet die Vorhersage; "und es ist niemand, der ihn auslegt" bedeutet das Nichtwissen, was darin liege; "und ich habe von dir sagen hören" bedeutet die Fähigkeit des Himmlischen des Geistigen; "du hörst einen Traum (und vermagst) ihn auszulegen" bedeutet wahrzunehmen, was in dem Vorhergesehenen enthalten ist; "und Joseph antwortete dem Pharao" bedeutet die Erkenntnis; "sprechend: nicht bei mir (steht dieses)" bedeutet nicht aus dem Menschlichen allein; "Gott wird antworten den Frieden des Pharao" bedeutet aus dem Göttlich-Menschlichen durch die Verbindung. 5251. "Da sprach Pharao zu Joseph", 1. Mose 41/15, bedeutet das Innewerden des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfter; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon Nr. 4286, 4592, 4594, 4963, 5086, 5087, 5106, 5249. Daß das Innewerden des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen bezeichnet wird, hat den Grund, weil der Herr durch beide, nämlich durch Joseph und durch Pharao vorgebildet wird, durch Joseph in Ansehung des Himmlischen des Geistigen, und durch Pharao in Ansehung des Natürlichen, daher wird durch "Pharao sprach zu Joseph" bezeichnet das Innewerden des Herrn aus dem Himmlischen des Geistigen im Natürlichen. Aber was und wie beschaffen jenes Innewerden ist, kann nicht faßlich gesagt werden, wenn man sich nicht zuvor eine Art Vorstellung gebildet hat über das geistige Innewerden, und über das Himmlische des Geistigen, und auch über das Natürliche, in welcher Weise es unterschieden ist vom Geistigen. Davon ist zwar früher einiges gesagt worden, aber man müßte es (eigentlich hier) wiederholen. 5252. "Einen Traum habe ich geträumt", 1. Mose 41/15, bedeutet die Vorhersage. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er das Vorhersehen und daher das Vorhersagen bezeichnet, wovon Nr. 3698, 5091, 5092, 5104, 5233. Daß der Traum hier eine Vorhersage ist, wird auch aus dem Folgenden klar, denn im Traum wurden vorhergesagt sieben Jahre Getreideüberfluß und sieben Jahre Hunger. 5253. "Und es ist niemand, der ihn auslegt", 1. Mose 41/15, bedeutet das Nichtwissen, was darin liege. Dies erhellt aus der Bedeutung von auslegen, sofern es heißt (erklären), was darin liege, wovon Nr. 5093, 5105, 5107, 5141. Daher wird das Nichtwissen dessen, was darin liege, bezeichnet durch: niemand ist, der ihn auslegt. Niemand heißt im inneren Sinn nicht niemand oder keiner, sondern es ist bloß eine Verneinung, daher hier "nicht", somit daß man nicht wisse oder daß man nicht verstehe. Die Ursache ist, weil im inneren Sinn keine Person und nicht einmal etwas auf eine Person bezügliches bezielt wird, man sehe Nr. 5225, und in dem Ausdruck "niemand oder keiner" nichts von einer Person im allgemeinen eingeschlossen wird. Dreierlei ist es überhaupt, was aus dem Buchstabensinn des Wortes verlorengeht, wenn es zum inneren Sinn wird: nämlich das Zeitliche, das Räumliche und das Persönliche. Ursache ist, weil in der geistigen Welt keine Zeit ist und auch kein Raum; denn diese zwei sind Eigenheiten der Natur, deshalb sagt man auch von den Sterbenden, daß sie aus der Zeit scheiden, und daß sie das Zeitliche verlassen. Daß man in der geistigen Welt nichts im Auge hat, das sich auf eine Person bezieht, hat den Grund, weil der Hinblick auf eine Person in der Rede die Vorstellung einengt und beschränkt, nicht aber ausdehnt und unbeschränkt macht. Das Ausgedehnte und Unbeschränkte in der Rede macht, daß sie allumfassend ist, und daß sie Unzähliges und auch Unaussprechliches in sich begreift und ausdrücken kann. Die Rede der Engel ist daher eine solche, hauptsächlich die Rede der himmlischen Engel, die beziehungsweise unbeschränkt ist. Daher geht das Ganze ihrer Rede ins Unendliche und ins Ewige, folglich in das Göttliche des Herrn. 5254. "Und ich habe von dir sagen hören" bedeutet die Fähigkeit des Himmlischen des Geistigen; "du hörest einen Traum (und vermagst) ihn auszulegen", 1. Mose 41/15, bedeutet, wahrzunehmen, was in dem Vorhergesehenen liegt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hörens von dir, sofern es bezeichnet wahrnehmen und wissen, daß er so beschaffen sei, mithin die Fähigkeit; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, zu dem dies gesagt wird, sofern er ist das Himmlisches des Geistigen, wovon Nr. 4286, 4592, 4594, 4963, 5086, 5087, 5106; aus der Bedeutung von hören, sofern es ist wahrnehmen, wovon Nr. 5017; aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ist das Vorhergesehene, wovon Nr. 5252, und aus der Bedeutung von auslegen, sofern es ist (erkennen), was darin liege, wovon Nr. 5253. Hieraus wird klar, daß durch "ich habe von dir sagen gehört, du hörest einen Traum, in auszulegen" bezeichnet wird die Fähigkeit des Himmlischen des Geistigen, wahrzunehmen, was in dem Vorhergesehen liegt. 5255. "Und Joseph antwortete dem Pharao", 1. Mose 41/16, bedeutet die Erkenntnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten auf etwas, wenn gefragt wird, sofern es heißt, zu erkennen geben, wie es sich verhält, mithin die Erkenntnis. 5256. "Sprechend: nicht bei mir (steht dieses)", 1. Mose 41/16, bedeutet, nicht aus dem Menschlichen allein. Dies kann erhellen aus der Bedeutung von "bei mir" oder nicht stehend bei mir, wenn gehandelt wird vom Herrn, der durch Joseph vorgebildet wird, sofern es heißt, nicht aus dem Menschlichen allein, sondern aus dem Göttlichen; denn das Göttliche sieht vorher und weiß mithin, was darin liegt; denn der Herr hatte ein Vorhersehen und eine Vorsehung, da Er in der Welt war, zwar im Menschlichen, aber aus dem Göttlichen, hingegen nachher, als Er verherrlicht war, ist es aus dem alleinigen Göttlichen, denn das verherrlichte Menschliche ist göttlich. Das Menschliche an sich betrachtet, ist eben nur eine das Leben vom Göttlichen aufnehmende Form, aber das verherrlichte Menschliche des Herrn oder Sein Göttlich-Menschliches ist nicht eine das Leben vom Göttlichen aufnehmende Form, sondern es ist das eigentliche Sein des Lebens, und was daraus hervorgeht, ist Leben. Eine solche Vorstellung vom Herrn haben die Engel. Aber die, welche von der christlichen Kirche heutzutage ins andere Leben kommen, haben beinahe alle eine Vorstellung vom Herrn wie von einem anderen Menschen, nicht nur eine vom Göttlichen getrennte, obwohl sie Ihm das Göttliche auch beilegen, sondern auch eine von Jehovah getrennte und, was noch schlimmer ist, auch eine vom Heiligen, das von Ihm ausgeht, getrennte. Sie sagen zwar, es sei ein Gott, aber dennoch denken sie drei, und wirklich teilen sie das Göttliche unter drei, denn sie scheiden es in Personen, und eine jede nennen sie Gott, und schreiben einer jeden etwas unterschiedenes Eigenes zu. Daher sagt man von den Christen im anderen Leben, daß sie drei Götter verehren, weil sie drei denken, wenn sie auch einen sagen. Die aber Heiden gewesen und zum Christentum bekehrt worden sind, beten im anderen Leben den Herrn allein an, und zwar aus dem Grund, weil sie geglaubt haben, daß es nicht anders habe sein können, als daß der höchste Gott sich geoffenbart habe als Mensch, und daß der höchste Gott (selbst) der göttliche Mensch sei; und wenn sie vom höchsten Gott nicht diese Vorstellung hätten, so könnten sie gar keine haben, somit auch nicht an Gott denken, folglich Ihn nicht anerkennen, noch weniger Ihn lieben. 5257. "Gott wird antworten den Frieden Pharaos", 1. Mose 41/16, bedeutet, aus dem Göttlich-Menschlichen durch die Verbindung. Dies kann aus dem erhellen, was Nr. 5256 gesagt wurde, und aus der Bedeutung des Friedens, den Gott antworten wird, sofern er ist aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn. Daß Gott das Göttliche ist, erhellt ohne Erklärung, und daß der Friede im höchsten Sinn ist der Herr, sehe man Nr. 3780, 4681. Daß durch die Verbindung, nämlich mit dem Himmlischen des Geistigen und durch dasselbe mit dem Natürlichen (das Vorhergesehene erkannt werde), hat den Grund, weil von dieser Verbindung hier gehandelt wird. 5258. Vers 17-24: Da redete Pharao zu Joseph: in meinem Traum, siehe, da stand ich am Ufer des Flusses. Und siehe, aus dem Fluß stiegen sieben Kühe, fett von Fleisch und schön von Gestalt, und weideten im Schilfgras. Und siehe, sieben andere Kühe stiegen auf nach ihnen, schmächtig und sehr übel von Gestalt und hager von Fleisch; keine habe ich gesehen wie sie in ganz Ägyptenland in betreff des üblen Aussehens. Und es fraßen die hageren und die schlechten Kühe die sieben ersten fetten Kühe. Und sie kamen in ihr Eingeweide (in ihren Bauch), aber man merkte nicht, daß sie gekommen in ihr Eingeweide, und ihr Aussehen war übel wie im Anfang; da wachte ich auf. Und ich sah in meinem Traum, und siehe, sieben Ähren wuchsen hervor an einem Halm, voll und gut. Und siehe, sieben Ähren, dürre, mager und verbrannt vom Ostwind, wuchsen hervor nach jenen. Und es verschlangen die mageren Ähren die sieben guten Ähren; und ich sagte es den Zauberern (Traumdeutern), aber keiner konnte es mir deuten. "Da redete Pharao zu Joseph" bedeutet das Denken des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen; "in meinem Traum" bedeutet das Vorhergesehene im Dunkeln; "siehe, da stand ich am Ufer des Flusses" bedeutet von einer Grenze zur anderen; "und siehe, aus dem Fluß" bedeutet auf der Grenze; "stiegen sieben Kühe" bedeutet die Wahrheiten des Natürlichen; "fett von Fleisch" bedeutet der Liebtätigkeit angehörend; "und schön von Gestalt" bedeutet dem Glauben daher angehörend; "und weideten im Schilfgras" bedeutet Belehrung; "und siehe, sieben andere Kühe stiegen auf nach ihnen" bedeutet Falsches, dem Natürlichen angehörend, war daneben; "schmächtig und sehr übel von Gestalt" bedeutet nichtig (vana) und ohne Glauben; "und hager von Fleisch" bedeutet auch der Liebtätigkeit nicht angehörend; "keine habe ich gesehen wie sie in ganz Ägyptenland in betreff des üblen Aussehens" bedeutet solches, was auf keine Weise mit Wahrem und Gutem verbunden werden könnte; "und es fraßen die hageren und die schlechten Kühe" bedeutet, daß das Falsche, das nicht der Liebtätigkeit und nicht dem Glauben angehört, verdrängt habe; "die sieben ersten fetten Kühe" bedeutet die Wahrheiten, die dem Glauben aus der Liebtätigkeit angehören; "und sie kamen in ihr Eingeweide (in ihren Bauch)" bedeutet die inwendigere Verdrängung; "aber man merkte nicht, daß sie gekommen in ihr Eingeweide" bedeutet, daß die Wahrheiten des Guten nicht mehr wahrgenommen worden seien; "und ihr Aussehen war übel wie im Anfang" bedeutet nichts von Gemeinschaft und Verbindung; "da wachte ich auf" bedeutet den Zustand der Erleuchtung; "und ich sah in meinem Traum" bedeutet das weiter Vorhergesehene im Dunkeln; "und siehe, sieben Ähren wuchsen hervor an einem Halm" bedeutet Wißtümliches, das dem Natürlichen angehört, (war damit) verbunden; "voll und gut" bedeutet, in dem das, was des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, angebracht werden konnte; "und siehe, sieben Ähren, dürre, mager und verbrannt vom Ostwind" bedeutet Wißtümliches von keinem Nutzen und voll von Begierden; "wuchsen hervor nach jenen" bedeutet, erschienen daneben; "und es verschlangen die mageren Ähren die sieben guten Ähren" bedeutet das nutzlose Wißtümliche verdrängte das nützliche Wißtümliche; "und ich sagte es den Zauberern (Traumdeutern)" bedeutet Beratung mit dem inwendigeren Wißtümlichen; "aber keiner konnte es mir deuten" bedeutet, aus demselben sei nichts wahrgenommen worden. 5259. "Da redete Pharao zu Joseph", 1. Mose 41/17, bedeutet das Denken des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5251 gesagt wurde, wo das gleiche, ausgenommen daß es dort heißt: Pharao sprach zu Joseph, hier aber, er redete zu ihm; denn er sprach bedeutet das Innewerden, er redete, aber das Denken: Nr. 2271, 2287, 2619. Daß durch: es redete Pharao zu Joseph, bezeichnet wird das Denken des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen und nicht umgekehrt, hat den Grund, weil das, was auswendiger ist, gar nicht denkt aus sich, sondern aus dem Inwendigeren, oder was dasselbe ist, das, was das Untere ist, (denkt) nur durch das Obere, obwohl, wenn das Inwendigere oder Obere im Auswendigeren oder Unteren denkt, es scheint, als ob das Auswendigere oder Untere aus sich denke, aber es ist Täuschung. Es verhält sich dies, wie wenn jemand etwas im Spiegel sieht, und nicht weiß, daß dort ein Spiegel ist, dann meint er, es sei dort, wo es erscheint, während es doch nicht dort ist. Weil nun das Himmlische des Geistigen zugleich das Inwendigere oder Obere ist, und das Natürliche das Auswendigere oder Untere, deshalb wird durch "es redete Pharao zu Joseph" im inneren Sinn bezeichnet, das Denken des Himmlischen des Geistigen aus dem Natürlichen. Kurz, nichts von dem, was unten ist, kann etwas aus sich, sondern was es kann, das hat es vom Oberen, und weil es so ist, folgt augenscheinlich, daß alles vom Höchsten ist, d.h. vom Göttlichen, folglich daß der Mensch, was er aus dem Verstand denkt und aus dem Willen handelt, vom Höchsten oder vom Göttlichen hat, daß er aber falsch denkt und bös handelt, kommt von der Form her, die er sich eingeprägt hat. Aber daß er wahr denkt und gut handelt, kommt von der Form her, die er vom Herrn aufgenommen hatte; denn es ist bekannt, daß eine und ebendieselbe Gewalt und Kraft verschiedene Bewegungen hervorbringt, je nach den Einrichtungen in der Mitte und im Äußersten, daß somit im Menschen das Leben aus dem Göttlichen verschiedene Gedanken und verschiedene Handlungen (hervorbringt), je nach den Formen. 5260. Das in diesem Zusammenhang Folgende ist beinahe das gleiche, was früher in diesem Kapitel von Nr. 5195-5217 erklärt wurde, daher unterläßt man, es weiter zu erklären. 5261. Vers 25-27: Da sprach Joseph zu Pharao: der Traum Pharaos ist (nur) einer ; was Gott tut, hat Er angezeigt dem Pharao. Die sieben guten Kühe, das sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren, das sind (auch) sieben Jahre; ein Traum ist es. Und die sieben hageren und schlechten Kühe, die heraufstiegen nach ihnen, das sind sieben Jahre, und die sieben leeren Ähren, verbrannt vom Ostwind, werden sein sieben Jahre des Hungers. "Da sprach Joseph zu Pharao" bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen; "der Traum Pharaos ist (nur) einer", bedeutet das gleiche in beidem, was vorhergesehen worden; "was Gott tut, hat Er angezeigt dem Pharao" bedeutet was vorgesehen wurde, sei dem Natürlichen zu vernehmen gegeben worden; "die sieben guten Kühe, das sind sieben Jahre" bedeutet die Zustände der Vermehrung des Wahren im inwendigeren Natürlichen; "und die sieben guten Ähren, das sind (auch) sieben Jahre" bedeutet die Zustände der Vermehrung des Wahren im auswendigeren Natürlichen; " ein Traum ist es" bedeutet, daß beides sein werde durch die Verbindung; "und die sieben hageren und schlechten Kühe, die heraufstiegen nach ihnen, das sind sieben Jahre" bedeutet die Zustände der Vermehrung des Falschen, welches das inwendigere Natürliche anfeindet; "und die sieben leeren Ähren, verbrannt vom Ostwind" bedeutet die Zustände der Vermehrung des Falschen, welches das auswendigere Natürliche anfeindet; "werden sein sieben Jahre des Hungers" bedeutet Mangel und Beraubung des Wahren, daher erscheinend. 5262. "Da sprach Joseph zu Pharao", 1. Mose 41/25, bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das Himmlische des Geistigen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er ist das Natürliche, von denen allen früher öfters die Rede war. 5263. "Der Traum Pharaos ist nur einer ", 1. Mose 41/25, bedeutet das gleiche in beidem, was vorhergesehen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er ist das Vorhergesehene, wovon Nr. 3698, 5091, 5092, 5104, 5233; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der Bedeutung von "das ist einer", sofern es hier soviel ist als das gleiche in beiden, nämlich Natürlichen, dem inwendigeren und auswendigeren. Daß es zweierlei Natürliches gibt, sehe man Nr. 5118, 5126. Denn was Pharao träumte von den Kühen, war vorhergesehen in Beziehung auf das inwendigere Natürliche, und was er träumte von den Ähren, war vorhergesehen in Beziehung auf das auswendigere; und weil beide Natürliche zusammenwirken müssen durch Verbindung, so wird das gleiche in beiden bezeichnet. 5264. "Was Gott tut, hat er angezeigt dem Pharao", 1. Mose 41/25, bedeutet, was vorgesehen wurde, sei dem Natürlichen zu vernehmen gegeben worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "was Gott tut", sofern es ist das Vorgesehene, worüber folgt, und aus der Bedeutung von anzeigen, sofern es ist mitteilen und zu vernehmen geben, wovon Nr. 3608, 4856, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er ist das Natürliche, wovon Nr. 5263. Hieraus wird klar, daß durch "was Gott tut, hat Er angezeigt dem Pharao" bezeichnet wird, was vorgesehen wurde, sei dem Natürlichen zu vernehmen gegeben worden. Daß "was Gott tut" das Vorgesehene bezeichnet, hat den Grund, weil alles, was Gott, d.h. der Herr tut, Vorsehung ist; die, weil sie aus dem Göttlichen ist, das Ewige und das Unendliche in sich hat, das Ewige, weil sie weder auf einen Anfangspunkt noch auf einen Endpunkt ein Absehen hat, das Unendliche, weil sie zugleich in jedem einzelnen auf das Allumfassende und im Allumfassenden auf jedes einzelne ein Absehen hat; dies wird genannt Vorsehung. Und weil in allem und dem einzelnen, was der Herr tut, solches liegt, darum kann Sein Tun durch kein anderes Wort als durch das Wort "Vorsehung" ausgedrückt werden. Daß in allem und dem einzelnen, was der Herr tut, Unendliches und Ewiges liegt, wird durch Beispiele anderswo, durch die göttliche Barmherzigkeit des Herrn, erläutert werden. 5265. "Die sieben guten Kühe, das sind sieben Jahre", 1. Mose 41/26, bedeutet die Zustände der Vermehrung des Wahren im inwendigeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie im guten Sinn die Wahrheiten des inwendigeren Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5198, und aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 482, 487, 488, 493, 893. Daß es sieben gewesen sind, hat den Grund, weil sieben das Heilige bedeutet, und daher der Sache, von der gehandelt wird, eine Heiligkeit beilegt; Nr. 395, 433, 716, 881, und auch eine ganze Periode von Anfang bis Ende in sich schließt: Nr. 728. Daher kommt es, daß sieben Kühe und sieben Ähren im Traum erschienen, und nachher, daß sieben Jahre Getreideüberfluß und sieben Jahre Hunger gewesen sind. Daher kommt es auch, daß der siebente Tag geheiligt wurde, und daß das siebente Jahr in der vorbildlichen Kirche ein Sabbathjahr, und daß nach siebenmal sieben Jahren ein Jubiläum war. Daß sieben Heiliges bedeutet, kommt her von der Bedeutung der Zahlen in der Geisterwelt. Eine jede Zahl schließt dort eine Sache in sich. Einigemal erschienen mir sichtbar Zahlen, einfache und zusammengesetzte, einmal auch in einer langen Reihe, und ich war begierig zu wissen, was sie bedeuten, und es wurde gesagt, daß sie herkommen aus der Engelsrede, und daß auch zuweilen Sachen durch Zahlen ausgedrückt zu werden pflegen. Diese Zahlen erscheinen nicht im Himmel, sondern in der Geisterwelt, wo solches sichtbar dargestellt wird. Das wußten die Uralten, die himmlische Menschen waren und mit Engeln redeten, und daher eine kirchliche Rechnung durch Zahlen bildeten, durch die sie in allgemeiner Weise das ausdrückten, was durch Worte in besonderer Weise (ausgedrückt wurde). Was aber eine jede Zahl für eine Bedeutung hatte, blieb nicht bei den Nachkommen, sondern nur, was die einfachen Zahlen, nämlich zwei, drei, sechs, sieben, acht, zwölf, und daher vierundzwanzig, zweiundsiebzig und siebenundsiebzig (bedeuteten). Hauptsächlich, daß durch sieben bezeichnet wurde das Heiligste, nämlich im höchsten Sinn das Göttliche selbst und im vorbildlichen Sinn das Himmlische der Liebe. Daher kommt es, daß der Zustand des himmlischen Menschen bezeichnet wurde durch den siebenten Tag: Nr. 84-87. Daß Zahlen Sachen bedeuten, wird augenscheinlich klar aus sehr vielen im Wort vorkommenden Zahlen, so aus folgenden bei Joh.Offenb.13/18: "Wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, nämlich seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig". Joh.Offenb.21/17: "Der Engel maß die Mauer des heiligen Jerusalem hundertvierundvierzig Ellen, welches ist das Maß eines Menschen, das ist eines Engels". Die Zahl Hundertvierundvierzig entsteht aus zwölf mit sich selbst multipliziert, und aus diesen (auch) zweiundsiebzig. 5266. "Und die sieben guten Ähren, das sind (auch) sieben Jahre", 1. Mose 41/26, bedeutet die Zustände der Vermehrung des Wahren im auswendigeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ähren, sofern sie im guten Sinn das Wißtümliche bezeichnen, wovon Nr. 5212, mithin Wahrheiten des auswendigeren Natürlichen, denn diese werden Wißtümliches genannt, und aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 5265, was sieben, sehe man ebenfalls dort. 5267. " Ein Traum ist es", 1. Mose 41/26, bedeutet, beides werde sein durch die Verbindung. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5263 gesagt wurde. 5268. "Und die sieben hageren und schlechten Kühe, die heraufstiegen nach ihnen, das sind sieben Jahre", 1. Mose 41/27, bedeutet die Zustände der Vermehrung des Falschen, welches das inwendigere Natürliche anfeindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kühe, sofern sie im echten Sinn Wahrheiten im inwendiger Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5198, 5265, im entgegengesetzten Sinn aber Falsches daselbst, wovon Nr. 5202, weshalb jene genannt werden gute Kühe, diese aber hagere und schlechte; aus der Bedeutung von aufsteigen, sofern es ist ein Fortschreiten dem Inwendigeren zu, wovon Nr. 5202, und aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 5265. Wie sieben das Heilige bedeutet, so bedeutet es auch im entgegengesetzten Sinn das Unheilige, denn das meiste im Wort hat auch einen entgegengesetzten Sinn, und zwar aus dem Grund, weil das gleiche, was im Himmel geschieht, wenn es zur Hölle hinabkommt, ins Gegenteil umschlägt, und wirklich zum Gegenteil wird; daher wird Heiliges, das durch sieben bezeichnet wird, hier zu Unheiligem. Daß durch sieben sowohl Heiliges als Unheiliges bezeichnet wird, kann schon aus den in der Offenbarung genannten Sieben begründet werden; daß daselbst Heiliges (bezeichnet wird): Joh.Offenb.1/4: "Johannes den sieben Gemeinden; Gnade und Friede von Dem, Der ist, und Der war, und Der kommen wird, und von den sieben Geistern, die sind vor Seinem Thron". Joh.Offenb.3/1: "Das saget, Der hat die sieben Geister und die sieben Sterne". Joh.Offenb.4/5: "Vom Thron gingen aus sieben Fackeln von Feuer brennend vor dem Thron, welche sind die sieben Geister Gottes". Joh.Offenb.5/1: "Ich sah auf der Rechten des Sitzenden auf dem Thron ein Buch, geschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln". Joh.Offenb.5/6: "Ich sah, und siehe, in der Mitte des Throns stand ein Lamm, als wie geschlachtet, und hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt in alle Lande". Joh.Offenb.8/2: "Den sieben Engeln wurden gegeben sieben Posaunen". Joh.Offenb.10/7: "In den Tagen des siebenten Engels soll vollendet werden das Geheimnis Gottes". Joh.Offenb.15/6,7: "Es gingen sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, aus dem Tempel, angetan mit weißer und glänzender Leinwand, und umgürtet um die Brust mit goldenen Gürteln; dann gab eines von den vier Tieren den sieben Engeln sieben goldene Schalen". Daß sieben im entgegengesetzten Sinn Unheiliges bedeutet, wird aus Folgendem klar, ebenfalls in der Offenbarung: Joh.Offenb.12/3: "Siehe, ein großer roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Häuptern sieben Diademe". Joh.Offenb.13/1: "Ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, auf seinen Häuptern aber einen Namen der Lästerung". Joh.Offenb.17/3,7,9,11: "Ich sah ein Weib sitzend auf einem scharlachroten Tier, voll von Namen der Lästerung, und hatte sieben Häupter und zehn Hörner. Hier ist Einsicht für den, der Weisheit hat; die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen das Weib sitzt, und sind sieben Könige. Das Tier, das war und nicht ist, das ist der achte König, und ist aus den sieben, und geht hin ins Verderben". 5269. "Und die sieben leeren Ähren, verbrannt vom Ostwind", 1. Mose 41/27, bedeutet die Zustände der Vermehrung des Falschen, welches das auswendigere Natürliche anfeindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ähren, sofern sie wißtümliche Kenntnisse bezeichnen, die Wahrheiten des auswendigeren Natürlichen sind, wovon Nr. 5266, somit im entgegengesetzten Sinn Falsches daselbst: Nr. 5202, 5203, 5204; was leer und verbrannt vom Ostwind (bedeute), sehe man oben. 5270. "Werden sein sieben Jahre des Hungers", 1. Mose 41/27, bedeutet den scheinbaren Mangel und die Beraubung des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel an Erkenntnissen bezeichnet, wovon Nr. 1460, 3364, somit auch die Beraubung des Wahren; denn daß Falsches die Wahrheiten verdrängte, so daß es schien, als ob sie nicht mehr da wären, wird dadurch bezeichnet, daß die hageren und schlechten Kühe die sieben fetten Kühe fraßen, und diese in ihre Eingeweide kamen, und man nicht merkte, daß sie in ihre Eingeweide gekommen waren. Sodann dadurch, daß die mageren Ähren die sieben guten Ähren fraßen: 1. Mose 41/4,7,20,21,24: Nr. 5206, 5207, 5217. Wie sich dieses verhält, daß nämlich anfangs das Wahre sich in beiden Natürlichen vermehren, und daß es nachher so mangeln muß, daß es kaum mehr erscheint, ist ein Geheimnis, das niemand erkennen kann, außer wem gegeben ist zu wissen, wie es mit der Besserung und Wiedergeburt des Menschen sich verhält. Weil im Folgenden von dieser Sache gehandelt wird, soll hier vorläufig nur weniges davon gesagt werden: Wenn der Mensch gebessert (oder umgebildet) wird (reformatur), erlernt er zuerst Wahrheiten aus dem Wort oder der Lehre, und legt sie im Gedächtnis nieder. Wer nicht gebessert werden kann, glaubt, wenn er die Wahrheiten gelernt und ins Gedächtnis niedergelegt habe, sei es genug, aber er täuscht sich sehr. Die Wahrheiten, die er aufgefaßt hat, müssen in das Gute eingeführt und mit demselben verbunden werden, können aber nicht eingeführt und verbunden werden mit dem Guten, solange im natürlichen Menschen Böses der Selbst- und Weltliebe bleibt, diese Liebestriebe waren die ersten Einführer, mit denen die Wahrheiten durchaus nicht verbunden werden können. Auf daß daher eine Verbindung geschehe, müssen zuvor die durch jene Liebestriebe eingeführten und behaltenen Wahrheiten verdrängt werden, wiewohl sie nicht verdrängt, sondern nur einwärts gezogen werden, so daß sie nicht erscheinen; weshalb gesagt wird "scheinbare Beraubung des Wahren". Wenn dies geschehen ist, dann wird das Natürliche erleuchtet vom Inwendigeren, und dann weicht das Böse der Selbst- und Weltliebe, und in dem Grad, in dem es weicht, werden die Wahrheiten wieder eingesetzt und mit dem Guten verbunden. Der Zustand, wenn der Mensch der Wahrheiten scheinbar beraubt wird, wird im Wort Abödung (desolatio) genannt, und wird auch verglichen mit dem Abend, in dem der Mensch ist, ehe er in den Morgen kommt; deshalb fingen (auch) in der vorbildlichen Kirche die Tage mit dem Abend an. 5271. Vers 28-32: Das ist das Wort, das ich geredet habe zu Pharao: was Gott tut, hat Er sehen lassen den Pharao. Siehe, sieben Jahre kommen, (in denen) großer Getreideüberfluß in ganz Ägyptenland sein wird. Und es werden aufstehen sieben Jahre des Hungers nach ihnen, und man wird vergessen allen Getreideüberfluß in Ägyptenland, und der Hunger wird das Land verzehren. Und man wird nichts mehr wissen von dem Getreideüberfluß im Land, vor jenem Hunger, der nachher (kommt), weil er sehr schwer (sein wird). Und daß der Traum bei Pharao sich zweimal wiederholte (bedeutet), daß die Sache fest beschlossen ist bei Gott, und daß Gott eilet, es zu tun. "Das ist das Wort, das ich geredet habe zu Pharao" bedeutet, was das Natürliche aus dem Himmlischen des Geistigen gedacht hat; "was Gott tut" bedeutet über das Vorgesehene; "hat Er sehen lassen den Pharao" bedeutet die Wahrnehmung des Natürlichen; "siehe, sieben Jahre kommen" bedeutet Zustände der Vorsehung; "(in denen) großer Getreideüberfluß in ganz Ägyptenland sein wird" bedeutet die Vermehrung des Wahren in beidem Natürlichen; "und es werden aufstehen sieben Jahre des Hungers nach ihnen" bedeutet die folgenden Zustände, wo Mangel des Wahren; "und man wird vergessen allen Getreideüberfluß in Ägyptenland" bedeutet die Entfernung des Wahren und seine scheinbare Beraubung in beidem Natürlichen; "und der Hunger wird das Land verzehren" bedeutet bis zur Verzweiflung; "und man wird nichts mehr wissen von dem Getreideüberfluß im Land" bedeutet, daß nichts von dem Wahren, das früher vorhanden, dort werde wahrgenommen werden; "vor jenem Hunger, der nachher (kommt), weil er sehr schwer (sein wird)" (bedeutet) wegen eines solchen Mangels; "und daß der Traum bei Pharao sich zweimal wiederholte" bedeutet, weil vorhergesehen worden über beides Natürliche; "daß die Sache fest beschlossen ist bei Gott" bedeutet, daß es etwas Göttliches sei; "und daß Gott eilet, es zu tun" bedeutet mit ganzem Erfolg. 5272. "Das ist das Wort, das ich geredet habe zu Pharao", 1. Mose 41/28, bedeutet, was das Natürliche aus dem Himmlischen des Geistigen gedacht hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wortes, sofern es ist Sache, worüber folgt; aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619, 5259, aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier redet, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon oben. Hieraus wird klar, daß durch "das ist das Wort, das ich geredet habe zu Pharao" bezeichnet wird jene Sache oder dasjenige, was das Natürliche aus dem Himmlischen des Geistigen gedacht hat; man sehe auch Nr. 5262. Was das Wort betrifft, so wird in der Grundsprache Sache durch Wort ausgedrückt, weshalb auch die göttliche Offenbarung genannt wird das Wort und auch der Herr im höchsten Sinn. Und durch Wort, wenn es gesagt wird vom Herrn und auch von der Offenbarung von Ihm, wird im nächsten Sinn bezeichnet das göttlich Wahre, aus dem alles, was Sache ist, sein Dasein hat. Daß alles, was Sache ist, durch das göttlich Wahre, das vom Herrn, somit durch das Wort, sein Dasein hatte und noch hat, ist ein Geheimnis, das noch nicht aufgedeckt ist. Man glaubt, daß darunter verstanden werde: Alles sei geschaffen worden dadurch, daß Gott gesagt und geboten habe wie ein König in seinem Reich; aber dieses wird nicht unter dem verstanden, daß alles durch das Wort gemacht und geschaffen worden ist, sondern das göttlich Wahre, das ausgeht aus dem göttlich Guten, d.h., das ausgeht vom Herrn, ist es, von dem alles sein Dasein hatte und noch hat. Das vom göttlich Guten ausgehende göttlich Wahre ist das eigentlichst Reale, und das eigentlichst Wesentliche, das im Weltall ist; dieses macht und schafft. Vom göttlich Wahren hat kaum jemand eine andere Vorstellung, als wie von einem Wort, das aus dem Munde des Redenden fließt und in der Luft verschwindet, diese Vorstellung vom göttlich Wahren erzeugte die Meinung, daß unter dem Wort nur ein Befehl verstanden werde, und daß so bloß durch einen Befehl alles geworden sei, somit nicht aus etwas Realem, das ausgegangen ist vom Göttlichen des Herrn. Aber das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, ist das eigentlichst Reale und Wesentliche, aus dem alles ist. Die Formen des Guten und Wahren sind aus ihm. Aber von diesem Geheimnis soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden mehreres (gesagt werden). 5273. "Was Gott tut", 1. Mose 41/28, bedeutet, über das Vorgesehene. Dies erhellt aus der Bedeutung von "was Gott tut", sofern es ist das Vorgesehene, wovon Nr. 5264. 5274. "Hat Er sehen lassen den Pharao", 1. Mose 41/28, bedeutet die Wahrnehmung des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 4567, 4723; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon früher. 5275. "Siehe, sieben Jahre kommen", 1. Mose 41/29, bedeutet Zustände der Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände bezeichnen, wovon Nr. 487, 488, 493, 893; und aus der Bedeutung von kommen, sofern es ist Sache der Vorsehung; denn kommen und geschehen, wenn es gesagt wird vom Göttlichen, oder von dem was Gott tut, ist das, was sich begibt durch die Vorsehung, mithin ist es Sache der Vorsehung. Daß das, was Gott tut, die Vorsehung ist, sehe man Nr. 5264, 5273. Von den sieben Jahren des Getreideüberflusses und von den sieben Jahren des Hungers wird im Folgenden gehandelt, und dort werden durch die Jahre Zustände bezeichnet, durch die Jahre des Getreideüberflusses Zustände der Vermehrung des Wahren im Natürlichen, und durch die Jahre des Hungers Zustände des Mangels und der Beraubung des Wahren im Natürlichen. Im allgemeinen werden durch die sieben Jahre des Getreideüberflusses und die sieben Hungerjahre im Lande Ägypten die Zustände der Besserung und Wiedergeburt des Menschen beschrieben, und im höchsten Sinn die Zustände der Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Auf daß dasselbe vorgebildet werden möchte, hat sich solches im Ägyptenland zugetragen. Hier geschah es deswegen, weil durch Ägyptenland und durch Pharao im inneren Sinn verstanden wird das Natürliche, von dessen Verherrlichung im Herrn hier gehandelt wird. Man wisse, daß dasjenige, was in der damaligen Zeit geschah, und im Wort beschrieben worden ist, vorbildliche Darstellung war des Herrn selbst, der Verherrlichung Seines Menschlichen, und im vorbildlichen Sinn Seines Reiches, folglich der Kirche im allgemeinen und der Kirche im besonderen, somit der Wiedergeburt des Menschen; denn durch die Wiedergeburt wird der Mensch eine Kirche im besonderen. Vorbildliche Darstellung von solchem war das, was zu damaliger Zeit geschah, hauptsächlich wegen des Wortes, damit dieses schriftlich verfaßt werden und auf diese Weise das Wort solches, was göttliche, himmlische und geistige Dinge in fortlaufendem Zusammenhang vorbilden konnte, und so nicht allein dem Menschen der Kirche, sondern auch den Engeln im Himmel dienten, denn die Engel werden daraus Göttliches inne, und so werden sie von dem Heiligen angeregt, was sich dem Menschen mitteilt, der aus Neigung das Wort liest, woher ihm auch das Heilige zuteil (wird). Dies ist der Grund, warum solche Dinge in Ägyptenland sich zugetragen haben. 5276. "In denen großer Getreideüberfluß in ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/29, bedeutet die Vermehrung des Wahren in beidem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Getreideüberfluß, sofern er die Vermehrung des Wahren bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es beide Natürliche bezeichnet, denn durch Ägypten wird das Wissen bezeichnet; man sehe Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966; und weil das Wissen, so wird auch das Natürliche bezeichnet, aus dem Grund, weil wißtümlich heißt, was im Natürlichen ist; Ägyptenland bezeichnet daher das natürliche Gemüt, in dem das Wißtümliche ist. Deshalb wird durch ganz Ägyptenland bezeichnet beides Natürliche, nämlich das inwendigere und das auswendigere. Daß es ein inwendigeres und ein auswendigeres Natürliches gibt, sehe man 5118, 5126. Der Überfluß an Getreide bedeutet die Vermehrung des Wahren aus dem Grunde, weil er dem Hunger entgegengesetzt wird, der den Mangel des Wahren bedeutet. Das Wort, durch das in der Grundsprache Überfluß an Getreide ausgedrückt wird, ist ein solches, dem der Hunger entgegengesetzt wird, und bedeutet im inneren Sinn eine reichliche Menge und ein genügendes Maß von Erkenntnissen, weil Hunger den Mangel derselben (ausdrückt). Die Kenntnisse sind nichts anderes als Wahrheiten des natürlichen Menschen, die ihm aber noch nicht angeeignet sind. Solcher Wahrheiten Vermehrung wird hier verstanden. Die Kenntnisse werden nicht eher zu Wahrheiten beim Menschen, als bis sie vom Verstand anerkannt werden, was geschieht, wenn sie von ihm begründet werden, und diese Wahrheiten werden ihm auch nicht angeeignet, ehe er nach denselben lebt; denn nichts wird dem Menschen angeeignet, als was Sache seines Lebens wird, denn so ist er selbst in ihnen, weil sein Leben (in ihnen ist). 5277. "Und es werden aufstehen sieben Jahre des Hungers nach ihnen", 1. Mose 41/30, bedeutet die folgenden Zustände, wo Mangel des Wahren (eintritt). Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 482, 487, 488, 493, 893; aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel an Erkenntnissen bezeichnet, wovon Nr. 1460, 3364; und aus der Bedeutung von nach ihnen, sofern es soviel ist als die folgenden. 5278. "Und man wird vergessen allen Getreideüberfluß in Ägyptenland", 1. Mose 41/30, bedeutet die Entfernung des Wahren und seine scheinbare Beraubung in beiden Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vergessen werden, sofern es ist Entfernung und daher scheinbare Beraubung. Aus der Bedeutung des Getreideüberflusses, sofern er die Vermehrung des Wahren oder das vermehrte Wahre ist, wovon Nr. 5276; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt oder das Natürliche des Menschen bezeichnet, hier beides, wie Nr. 5276. Daß vergessen werden eine Entfernung oder scheinbare Beraubung bezeichnet, hat den Grund, weil es sich mit dem Gedächtnis und dem daraus hervorgehenden Denken so verhält: das, wovon der Mensch denkt, ist unmittelbar unter seinem Blick, und was mit demselben Gegenstand verwandt ist, stellt sich in der Ordnung umher, bis zum Nichtverwandten, das am fernsten liegt, und dann in Vergessenheit kommt. Was entgegengesetzt ist, wird davon getrennt, und neigt sich abwärts und stellt sich unten hin, und hält demjenigen, was oben ist, das Gleichgewicht. Diese Anordnung geschieht durch das Gute, das einfließt. So verhält es sich mit allem Denken des Menschen. Daß es sich so verhält, ist ersichtlich aus den Gedanken im anderen Leben, denn die Gedanken pflegen dort im Licht des Himmels zuweilen sichtbar dargestellt zu werden, und dann erscheint eine solche Form ihrer Anordnung. Hieraus kann erhellen, daß vergessen werden im inneren Sinn nichts anderes ist als Entfernung und scheinbare Beraubung. 5279. "Und der Hunger wird das Land verzehren", 1. Mose 41/30, bedeutet, bis zur Verzweiflung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel an Erkenntnissen und daher die Beraubung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 5277, 5278; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptens, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278. (Es bedeutet) bis zur Verzweiflung aus dem Grund, weil gesagt wird "verzehren wird der Hunger das Land", denn wenn durch das Land bezeichnet wird das natürliche Gemüt und durch den Hunger die Beraubung des Wahren, so wird (hierdurch) nichts anderes bezeichnet als Verzweiflung; denn alsdann findet in geistiger Weise ein Verzehren statt. Der Zustand der Abödung wird hier beschrieben durch die Beraubung des Wahren. Das letzte dieses Zustandes ist die Verzweiflung. Daß die Verzweiflung das letzte dieses Zustandes ist, kommt daher, weil durch sie die Lust der Selbst- und Weltliebe entfernt und an deren Statt die Lust der Liebe zum Guten und Wahren eingeflößt wird. Denn die Verzweiflung bei denen, die wiedergeboren werden sollen, bezieht sich auf das geistige Leben, mithin auf die Beraubung des Wahren und Guten, denn wenn sie ihres Wahren und Guten beraubt werden, dann verzweifeln sie am geistigen Leben. Daher wird ihnen Lust und Wonne zuteil, wenn sie aus der Verzweiflung herauskommen. 5280. "Und man wird nichts mehr wissen von dem Getreideüberfluß im Lande", 1. Mose 41/31, bedeutet, nichts von dem Wahren, das früher vorhanden, werde dort wahrgenommen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von gewußt werden, sofern es ist wahrgenommen werden; aus der Bedeutung des Getreideüberflusses, sofern er das vermehrte Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt darstellt, wovon Nr. 5276, 5278, 5279. Hieraus wird klar, daß durch "man wird nichts mehr wissen von dem Getreideüberfluß im Land" bezeichnet wird, nichts von dem Wahren, das früher vorhanden, werde im Natürlichen wahrgenommen werden. In diesem Vers wird gehandelt vom letzten Zustand der Abödung, wenn Verzweiflung (eintritt), die der Wiedergeburt zunächst vorhergeht. Und weil von dieser Sache in diesem Vers gehandelt wird, so soll gesagt werden, wie es sich damit verhält: Jeder Mensch muß gebessert, (d.h. umgebildet) und von neuem geboren oder wiedergeboren werden, damit er in den Himmel kommen kann: "denn niemand kann das Reich Gottes sehen, wenn er nicht von neuem geboren wird", Joh.3/3,5,6. Der Mensch ist hineingeboren in die Sünde, die sich in langer Reihe von den Eltern, Großeltern und Urgroßeltern her gehäuft und erblich geworden, und so auf die Kinder übertragen worden ist. Der Mensch, der geboren wird, wird in so viel Erbböses, das nach und nach so angewachsen ist, geboren, daß er eben nichts als Sünde ist. Wenn er daher nicht wiedergeboren wird, so bleibt er ganz und gar in der Sünde. Um aber wiedergeboren zu werden, muß er zuerst gebessert werden, und zwar durch Glaubenswahrheiten, denn aus dem Wort und der Lehre aus demselben hat er zu erlernen, was gut ist. Die Erkenntnisse des Guten aus dem Wort oder der Lehre aus demselben werden Glaubenswahrheiten genannt, denn alle Glaubenswahrheiten entspringen aus dem Guten und gehen aufs Gute; denn sie haben das Gute als Zweck im Auge: dies ist der erste Zustand, und heißt der Zustand der Besserung . In diesem Zustand werden die meisten Angehörigen der Kirche von Kindheit an bis zur ersten Jugend eingeführt, aber dennoch werden wenige wiedergeboren, denn die Glaubenswahrheiten oder die Kenntnisse des Guten lernen die meisten in der Kirche in der Absicht auf guten Namen und Ehre, und in der Absicht auf Erwerb. Wenn daher die Glaubenswahrheiten durch diese Liebestriebe eingeführt worden sind, kann der Mensch nicht von neuem oder wiedergeboren werden, bevor jene Liebestriebe entfernt sind. Auf daß sie nun entfernt werden, wird der Mensch in den Zustand der Versuchung versetzt. Dies geschieht auf folgende Weise: Jene Liebestriebe werden von der höllischen Rotte erregt, denn diese Rotte will in denselben leben. Alsdann werden aber von den Engeln die Neigungen zum Guten und Wahren erregt, die von Kindheit an im Stand der Unschuld eingeflößt und hernach inwendiger verborgen und zu diesem Nutzzweck aufbewahrt wurden. Daher entsteht ein Kampf zwischen den bösen Geistern und den Engeln, welcher Kampf beim Menschen als Versuchung gefühlt wird; und weil es sich dann um Wahres und Gutes handelt, werden die Wahrheiten selbst, die früher eingeflößt worden sind, durch Falsches, das von bösen Geistern eingebracht wird, gleichsam verdrängt, so daß sie nicht erscheinen, worüber Nr. 5268-5270. Und in dem Grade, als der Mensch sich dann wiedergebären läßt, wird vom Herrn auf inwendigem Weg das Licht des Wahren durch das Gute ins Natürliche eingeflößt, und in dieses Licht werden der Ordnung nach die Wahrheiten zurückgebracht. So verhält es sich mit dem Menschen, der wiedergeboren wird. Aber wenige werden heutzutage in jenen Zustand zugelassen; zwar fangen alle, soweit sie es geschehen lassen, an, gebessert zu werden durch den Unterricht in den Wahrheiten und im Guten des geistigen Lebens, aber sobald sie zum ersten Jugendalter kommen, lassen sie sich von der Welt fortreißen, und dann treten sie auf die Seite der höllischen Geister, durch die sie dem Himmel nach und nach so entfremdet werden, daß sie kaum mehr glauben, daß es einen Himmel gibt. Daher können sie auch in keine geistige Versuchung versetzt werden, denn wenn sie hinein versetzt würden, so würden sie sogleich unterliegen, und dann würde ihr nachheriger Zustand ärger werden als der erste Zustand: Matth.12/45. Aus diesem kann erhellen, wie es sich mit dem verhält, was hier im inneren Sinn enthalten ist, nämlich mit dem Stand der Besserung und mit dem Stand der Wiedergeburt. In diesem Vers aber wird der letzte Zustand der Versuchung beschrieben, welches der Zustand der Verzweiflung ist, wovon Nr. 5279. 5281. "Vor jenem Hunger, der nachher (kommt), weil er sehr schwer (sein wird)", 1. Mose 41/31, bedeutet, wegen eines solchen Mangels. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel an Erkenntnissen des Guten, mithin den Mangel des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 5277, 5278, und wegen eines solchen Mangels zuletzt Verzweiflung: Nr. 5279; und aus der Bedeutung von sehr schwer, sofern es ist ungeheuer. Es ist hier weiter die Rede vom letzten Zustand der Abödung, welcher ist der der Verzweiflung, und von seiner zunehmenden Schwere, wovon Nr. 5279. 5282. "Und daß der Traum bei Pharao sich zweimal wiederholte", 1. Mose 41/32, bedeutet, weil vorhergesehen wurde über beides Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Traumes, sofern er das Vorhergesehene ist, wovon Nr. 3698, 5091, 5092, 5104; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der Bedeutung von wiederholt werden zweimal, sofern es ist über beides Natürliche, nämlich das inwendigere und das auswendigere. Daß das Natürliche zweifältig ist, ein inwendigeres und ein auswendigeres, sehe man Nr. 5118, 5126. Über das inwendigere Natürliche ist vorher gesehen worden im ersten Traum, wo von den Kühen: Nr. 5198, 5202, über das auswendigere Natürliche im anderen Traum, wo von den Ähren (die Rede ist): Nr. 5212; daher kommt es, daß "wiederholt werden zweimal" heißt, über beides. 5283. "Bedeutet, daß die Sache fest beschlossen ist bei Gott", 1. Mose 41/32, bedeutet, es sei göttlich. Dies kann erhellen ohne Erklärung; denn das Wort, wenn es gesagt wird von Gott, ist das göttlich Wahre, und wenn gesagt wird, dieses sei fest beschlossen von Gott, so bedeutet es, daß es jedenfalls erfolgen werde. 5284. "Und daß Gott eilet, es zu tun", 1. Mose 41/32, bedeutet, mit ganzem Erfolg. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, wenn es gesagt wird von Gott, sofern es die Vorsehung bezeichnet, wovon Nr. 5264; daher auch den Erfolg, denn was Sache der göttlichen Vorsehung ist, das erfolgt gewiß; und aus der Bedeutung von "eilen zu tun", sofern es den ganzen Erfolg ausdrückt. Eilen oder eilig im inneren Sinn heißt nicht schnell, sondern gewiß, und auch vollständig, also mit dem ganzen Erfolg, denn das Eilige schließt die Zeit in sich, und in der geistigen Welt ist keine Zeit, sondern anstatt der Zeit ist der Zustand, somit bezieht sich das Eilige der Zeit auf eine solche Beschaffenheit des Zustandes, die entspricht. Die Beschaffenheit des Zustandes, die entspricht, besteht darin, daß mehreres zusammenwirkt, wodurch ein gewisser und vollständiger Erfolg (erzielt wird). 5285. Vers 33-36: Und nun möge sich Pharao ersehen einen verständigen und weisen Mann, und ihn setzen über Ägyptenland. Es tue Pharao also und bestelle Amtleute über das Land, und nehme den Fünften von Ägyptenland in den sieben Jahren des Getreideüberflusses. Und sie sollen sammeln alle Speise dieser guten Jahre, die kommen werden, und Getreide aufschütten unter der Hand Pharaos, als Speise in den Städten und es verwahren. Und es sei diese Speise zum Vorrat für das Land, für die sieben Jahre des Hungers, die sein werden in Ägyptenland, damit das Land nicht ausgerottet werde durch den Hunger. "Und nun möge sich Pharao ersehen" bedeutet die Fürsorge des Natürlichen; "einen verständigen und weisen Mann" bedeutet in betreff des einfließenden Wahren und Guten; "und ihn setzen über Ägyptenland" bedeutet das im natürlichen Gemüt alles ordnen soll; "es tue Pharao also" bedeutet weitere Fürsorge; "und bestelle Amtleute über das Land" bedeutet die ordentliche Einrichtung des Allgemeinen im Natürlichen; "und nehme den Fünften von Ägyptenland" bedeutet, was erhalten und nachher verborgen werden soll; "in den sieben Jahren des Getreideüberflusses" bedeutet, was eingepflanzt worden ist in jenen Zeiten, da die Wahrheiten samt dem Guten vermehrt wurden; "und sie sollen sammeln alle Speise" bedeutet alles Nutzbare; "dieser guten Jahre, die kommen werden" bedeutet das geschöpft werden soll in diesen Zeiten; "und Getreide aufschütten" bedeutet alles Gute des Wahren zusammen; "unter der Hand Pharaos" bedeutet zum Bedürfnis und daher Verwendung im Natürlichen; "als Speise in den Städten" bedeutet solches im Inwendigeren des natürlichen Gemüts; "und es verwahren" bedeutet dort zu verbergen; "und es sei diese Speise zum Vorrat für das Land" bedeutet, zu allem Gebrauch des Natürlichen; "für die sieben Jahre des Hungers" bedeutet nach Bedürfnis bei dem (verschiedenen) Mangel; "die sein werden in Ägyptenland" bedeutet, die im Natürlichen; "damit das Land nicht ausgerottet werde durch den Hunger" bedeutet, auf daß der Mensch nicht zugrunde gehe. 5286. "Und nun möge sich Pharao ersehen", 1. Mose 41/33, bedeutet die Fürsorge des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist fürsorgen, denn sehen schließt hier eine Tätigkeit in sich, nämlich daß er es tun soll. Wenn aber das sehen nicht etwas zu tun in sich schließt, bedeutet es verstehen und wahrnehmen, wie Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5114 gezeigt wurde. Mit der Fürsorge des Natürlichen verhält es sich auf folgende Weise: Das Natürliche des Menschen oder sein natürliches Gemüt, das unterhalb seines vernünftigen Gemütes ist, sorgt für nichts aus sich (es scheint aber dennoch, als ob von sich), sondern seine Fürsorge kommt vom Inwendigeren; dieses sieht vor im Auswendigeren, beinahe wie der Mensch sich selbst im Spiegel (erblickt), in dem sein Bild erscheint, als wenn er dort (wäre). Dies stellt sich auch im inneren Sinn dadurch dar, daß Joseph dieses zu Pharao redet, denn durch Joseph wird vorgebildet das Himmlische des Geistigen, welches das Inwendigere ist, und durch Pharao das Natürliche, welches das Auswendigere ist. Und Joseph erschien dem Pharao als eben jener verständige und weise Mann, von dem (die Rede war). 5287. "Einen verständigen und weisen Mann", 1. Mose 41/33, bedeutet, in betreff des einfließenden Wahren und Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des verständigen Mannes, sofern er das Wahre, und des weisen Mannes, sofern er das Gute desselben bezeichnet. Man wisse, daß im inneren Sinn unter einem verständigen und weisen Mann nicht verstanden wird ein solcher Mann, sondern abgesehen von der Person das, was Sache des Verständigen und Weisen ist, daher das Wahre und Gute. Im anderen Leben, hauptsächlich in den Himmeln, geschieht alles Denken und daher alle Rede durch Begriffe, worin von den Personen abgesehen wird. Daher ist das Denken und Reden dort allumfassend, und beziehungsweise unbeschränkt; denn inwieweit das Denken und Reden auf Personen, auf deren Eigenschaften insbesondere und inwieweit es auf Namen, wie auch auf (bestimmte) Worte hinbezogen wird, insoweit wird es weniger umfassend, und insoweit wird es auf eine (bestimmte) Sache bezogen, und verbleibt darin. Hingegen inwieweit es nicht auf jenes, sondern auf Sachen bezogen wird, die von jenem absehen, insoweit wird es von der Sache bestimmt, und dehnt sich aus sich selbst hinaus und wird zu einer höheren und somit umfassenderen Anschauung. Dies zeigt sich offenbar am Denken des Menschen: je mehr dasselbe sich mit den Worten eines Redenden befaßt, um so weniger achtet es auf den Sinn desselben, und je mehr es bei sich auf die Einzelheiten für das Gedächtnis achtet und dabei verweilt, um so weniger wird es die Eigenschaften der Dinge inne; und mehr noch, in dem Maße, als es im einzelnen sich selbst im Auge hat, in demselben Maße zieht es die Gedanken zusammen, und entfernt sich von der umfassenden Anschauung der Sache. Daher kommt es, daß, je mehr einer sich selbst liebt vor anderen, er um so weniger weise ist. Hieraus wird nun klar, warum Unpersönliches im inneren Sinn bezeichnet wird durch dasjenige, was im Buchstabensinn auf Personen bezogen ist. Man sehe auch Nr. 5225. Im Wort wird hie und da unterschieden zwischen Weisheit, Verständigkeit und Wissenschaft, und unter Weisheit das verstanden, was aus dem Guten, unter Verständigkeit das, was aus dem Wahren (stammt), und unter Wissenschaft beides im Natürlichen des Menschen; so 2. Mose 31/2,3; 35/30,31: "Erfüllt habe ich Bazaleel mit dem Geist Gottes in Weisheit, und in Verständigkeit, und in Wissenschaft, und auch in allem Werk". 5. Mose 1/13: "Verschaffet euch weise und verständige und wissende Männer, nach euren Stämmen, daß ich sie setze zu euren Häuptern". 5288. "Und ihn setzen über Ägyptenland", 1. Mose 41/33, bedeutet, das im natürlichen Gemüt alles ordnen soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von setzen über etwas, sofern es heißt einen bestellen, der ordnen soll, somit auch ordnen; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wie Nr. 5276, 5278, 5279. Unter "ihn" wird hier verstanden ein verständiger und weiser Mann, durch den bezeichnet wird das Wahre und Gute. Hieraus wird klar, daß durch jene Worte bezeichnet wird, das Wahre und Gute soll im Natürlichen alles ordnen. Das Wahre und Gute ist es auch, das alles und das einzelne im natürlichen Gemüt ordnet, denn dasselbe fließt vom Inwendigeren ein und schafft so Ordnung. Wer nicht weiß, wie es sich mit dem Verstandesvermögen des Menschen verhält, und wie der Mensch die Sachen betrachten, dieselben inne werden, verständig über sie denken, Schlüsse daraus ziehen und zuletzt sie in den Willen und durch den Willen ins Tun bringen kann, der findet nichts Auffallendes hierbei; er meint, daß alles so seinen natürlichen Gang gehe, während er gar nicht weiß, daß alles und jegliches aus dem Einfluß durch den Himmel vom Herrn kommt, und daß der Mensch ohne jenen Einfluß gar nichts denken kann, und daß, wenn der Einfluß aufhört, alles Denken aufhört. Daher weiß er auch nicht, daß das durch den Himmel vom Herrn einfließende Gute alles ordnet und zu einem Bild des Himmels gestaltet, soweit es der Mensch zuläßt, und daß daher das Denken vor sich geht in Übereinstimmung mit der himmlischen Form. Die himmlische Form ist diejenige Form, in welche die himmlischen Gesellschaften geordnet sind, und die himmlischen Gesellschaften sind geordnet nach einer Form, die das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, mit sich bringt. 5289. "Es tue Pharao also", 1. Mose 41/34, bedeutet weitere Fürsorge. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5286 erklärt wurde. 5290. "Und bestelle Amtleute über das Land", 1. Mose 41/34, bedeutet die ordentliche Einrichtung des Allgemeinen im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von bestellen, sofern es ist ordnen; aus der Bedeutung der Amtleute, sofern sie das Allgemeine bezeichnen, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt ist, wie Nr. 5288. Daß die Amtleute das Allgemeine bezeichnen, hat den Grund, weil das Allgemeine es ist, in dem und unter dem das Besondere besteht, man sehe Nr. 917, 4269, 4325 E, 4329, 4345, 4383, 5208; durch die Fürsten aber wird das Hauptsächliche bezeichnet: Nr. 1482, 2089, 5044. 5291. "Und nehme den Fünften von Ägyptenland", 1. Mose 41/34, bedeutet, was erhalten und nachher verborgen werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Fünften nehmen", sofern es hier das gleiche in sich schließt, wie verzehnten. Verzehnten bedeutet im Wort Überreste machen, und Überreste machen heißt Wahres und Gutes sammeln und nachher verbergen. Daß die Überreste Gutes und Wahres sind, das vom Herrn im inwendigeren Menschen verborgen wird, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 661, 1050, 1906, 2284, 3135; und daß durch die Zehnten im Wort die Überreste bezeichnet werden: Nr. 576, 1738, 2280; ebenso durch zehn: Nr. 1906, 2284; daher auch durch fünf, welche Zahl die Hälfte ist von der Zahl Zehn. Was die Zahlen im Worte betrifft, so schließen die Hälfte und das Doppelte das gleiche in sich, so z.B. zwanzig das gleiche wie zehn, und vier das gleiche wie zwei; sechs wie drei; vierundzwanzig wie zwölf usw.; und so auch die Zahlen, die wieder multipliziert sind: So bedeutet hundert und auch tausend dasselbe wie zehn; zweiundsiebzig und auch hundertvierundvierzig das gleiche wie zwölf. Was also die zusammengesetzten Zahlen in sich schließen, kann man erkennen an den einfachen Zahlen, aus denen und mit denen sie multipliziert sind. Ebenso kann man, was die mehr einfachen Zahlen in sich schließen, an den volleren erkennen, z.B. was fünf bedeutet an zehn, was zweieinhalb an fünf, usw. Im allgemeinen muß man sich merken, daß die multiplizierten Zahlen das gleiche in sich schließen, aber vollständiger, und daß die dividierten Zahlen das gleiche in sich schließen, aber nicht so vollständig. Was fünf insbesondere betrifft, so hat diese Zahl eine doppelte Bedeutung: sie bedeutet wenig und daher etwas, und sie bedeutet auch die Überreste. Daß sie "wenig" bedeutet, kommt her von dem Verhältnis zu denjenigen Zahlen, die viel bedeuten, nämlich zu tausend und hundert, und daher auch zu zehn. Daß tausend und hundert bedeuten viel, sehe man Nr. 2575, 2636; daß daher auch zehn Nr. 3107, 4638. Daraus ergibt sich, daß fünf wenig und auch etwas bedeutet: Nr. 649, 4638. Fünf bedeutet die Überreste, wenn es sich auf zehn bezieht, und zehn bedeutet die Überreste. Daß alle Zahlen im Wort Sachen bedeuten, sehe man Nr. 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265. Wer nicht weiß, daß es einen inneren Sinn des Wortes gibt, der nicht im Buchstaben erscheint, der wird sich allerdings wundern, daß die Zahlen im Wort auch Sachen bedeuten, aus dem Grund hauptsächlich, weil er sich keine geistige Vorstellung aus Zahlen bilden kann. Daß aber dennoch die Zahlen aus einer geistigen Vorstellung, welche die Engel haben, herkommen, sehe man Nr. 5265; jedoch, was für Vorstellungen es sind, oder was für Sachen es sind, denen die Zahlen entsprechen, kann man zwar wissen, hingegen woher jene Entsprechung kommt, ist noch verborgen; so z.B. woher die Entsprechung von zwölf mit allem zum Glauben Gehörigen, und die Entsprechung von sieben mit dem Heiligen, dann die Entsprechung von zehn, wie auch von fünf, mit dem Guten und Wahren, das im inwendigeren Menschen vom Herrn verborgen worden ist, usw. Aber dennoch genügt es zu wissen, daß eine Entsprechung besteht, und daß vermöge dieser Entsprechung alle Zahlen im Wort etwas in der geistigen Welt bedeuten, folglich daß auch in ihnen durch Eingebung etwas Göttliches verborgen liegt, wie z.B. in folgenden Stellen, wo fünf genannt werden, wie im Gleichnis des Herrn Matth.25/14-30 von "einem Menschen, der über Land zog und seinen Knechten seine Güter übergab, einem fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins; und der fünf Talente empfangen hatte, machte Geschäfte mit ihnen, und gewann andere fünf Talente; ebenso der, welcher zwei, gewann andere zwei; hingegen der, welcher eins empfangen hatte, verbarg das Geld seines Herrn in der Erde". Wer nicht über den Buchstabensinn hinausdenkt, der kann nicht anders wissen, als daß diese Zahlen, nämlich Fünf, Zwei und Eins, nur dazu genommen worden seien, um das Geschichtliche des Gleichnisses gehörig herzustellen, und daß sie außerdem nichts weiter in sich schließen, während doch gerade in diesen Zahlen auch ein Geheimnis liegt, denn durch den Knecht, der fünf Talente empfangen hat, werden die bezeichnet, die Gutes und Wahres vom Herrn zugelassen, somit Überreste empfangen haben; durch denjenigen, der zwei empfing, werden die bezeichnet, die im vorgerückten Alter Liebtätigkeit dem Glauben beigesellt haben; und durch denjenigen, der einen, werden die (bezeichnet), die den Glauben allein (hatten) ohne Liebtätigkeit; von diesem wird gesagt, er habe das Geld seines Herrn in der Erde verborgen, denn durch das Geld (Silber), das ihm beigelegt wird, wird im inneren Sinn das Wahre bezeichnet, das dem Glauben angehört: Nr. 1551, 2954. Einen Gewinn machen oder Frucht bringen kann nämlich der Glaube nicht ohne die Liebtätigkeit. Solches liegt in jenen Zahlen. Ebenso in anderen Gleichnissen, wie Luk.19/12-26, in dem von "einem Menschen, der in eine ferne Gegend reiste, um ein Reich für sich einzunehmen, daß er seinen Knechten zehn Minen gegeben habe, und zu ihnen gesagt, sie sollen damit Geschäfte machen, bis daß er komme; als er wieder kam, sprach der erste: Herr, deine Mine hat zehn Minen gewonnen; zu diesem sprach er: Ei, du guter Knecht, weil du über dem Kleinsten getreu gewesen bist, sollst du sein über zehn Städte; der zweite sprach: Herr, deine Mine hat fünf Minen erworben; zu diesem sprach er ebenfalls: Auch du sollst sein über fünf Städte; der dritte hatte die Mine ins Schweißtuch gelegt; aber der Herr sprach: Nehmet ihm die Mine und gebet sie dem, der zehn Minen hat". Hier bedeuten in gleicher Weise zehn und fünf die Überreste, zehn mehrere, fünf wenigere. Der, welcher die Mine ins Schweißtuch gelegt hat, bedeutet die, welche Glaubenswahrheiten sich verschaffen, sie aber nicht mit Gutem der Liebtätigkeit verbinden, die also keinen Gewinn oder Frucht haben. Ebenso ist es, wo jene Zahlen anderwärts vom Herrn genannt werden, wie z.B. "von einem, der zur Mahlzeit gerufen wurde, daß er gesagt habe, fünf Joch Ochsen habe ich gekauft, und ich gehe hin sie zu probieren": Luk.14/19; vom Reichen, daß er gesagt habe zu Abraham: "ich habe fünf Brüder, es möge jemand gesandt werden, der es ihnen sage, daß sie nicht kommen an diesen Ort der Qual": Luk.16/28. Von "zehn Jungfrauen, deren fünf klug und fünf töricht": Matth.25/1-13; ebenso in folgenden Worten des Herrn: "Meinet ihr, Ich sei gekommen, Friede zu geben auf Erden? nein, Ich sage euch, vielmehr Zerteilung; denn es werden von nun an fünf in einem Hause geteilt sein, drei gegen zwei, und zwei gegen drei": Luk.12/51; und auch in folgenden geschichtlichen Vorgängen (wenn es heißt) daß der Herr "gespeist habe fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen; und daß er dann befohlen habe, sie sollten sich legen je hundert und je fünfzig; und daß, nachdem sie gegessen hatten, sie zwölf Körbe Brocken sammeln": Matth.14/15-21; Mark.6/38f; Luk.9/12-17; Joh.6/5-13. Weil dies Geschichten sind, so kann man glauben, daß die Zahlen keine Bedeutung haben, wie die Zahl Fünftausend, welches die der Menschen war, dann die Zahl Fünf, welches die der Brote, und Zwei, welches die der Fische war, so auch die Zahl Hundert, wie auch Fünfzig, welches die der Lagergruppen, und endlich Zwölf, welches die der Körbe war, worin die Brocken, während doch in allem einzelnen ein Geheimnis ist, denn das einzelne hat sich so zugetragen vermöge der Vorsehung, zu dem Zweck, damit göttliche Dinge vorgebildet werden sollten. In den nun folgenden Stellen bedeutet fünf auch solche Dinge in der geistigen Welt, denen sie entsprechen, in beiderlei Sinn, im echten und im entgegengesetzten: Jes.17/6,7: "Es wird nur eine Nachlese übrigbleiben wie beim Schütteln des Ölbaums, zwei oder drei Beeren im Haupt des Wipfels, vier (oder) fünf an den Ästen des fruchtbaren". Jes.19/18: "An jenem Tage werden sein fünf Städte in Ägyptenland, die da reden mit den Lippen Kanaans, und schwören dem Jehovah Zebaoth". Jes.30/17: "Eintausend (werden fliehen) vor dem Schelten eines einzigen, vor dem Schelten von fünfen werdet ihr fliehen, bis ihr übrig sein werdet, wie ein Mastbaum auf dem Haupt des Berges, und wie ein Panier auf dem Hügel". Joh.Offenb.9/1,5,10: "Der fünfte Engel posaunte, da sah ich einen Stern, der vom Himmel gefallen auf die Erde, dem gegeben ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds; den Heuschrecken, die da herauskommen, wurde gesagt, sie sollen nicht töten die Menschen, die nicht hätten das Siegel Gottes auf den Stirnen, sondern sie sollten gequält werden fünf Monate". Joh.Offenb.17/9,10: "Hier ist Einsicht (zu finden), wenn jemand Weisheit hat; die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen das Weib sitzt, und sind sieben Könige; fünf sind gefallen, und einer ist (noch), der andere ist noch nicht gekommen, und wenn er kommt, muß er (nur) kurze Zeit bleiben". Ebenso lag eine vorbildliche Bedeutung in der Zahl Fünf und folg., daß nämlich die Schätzung eines Mannes und einer Frau sein sollte nach den Jahren "von einem Monat bis fünf Jahre, und von fünf Jahren bis zwanzig": 3. Mose 27/1-9. Dann auch wenn "ein Feld gelöst wurde, so sollte zugelegt werden der fünfte (Teil)": 3. Mose 27/19. Wenn "die Zehnten gelöst wurden, so sollte ebenfalls zugelegt werden der fünfte": 3. Mose 27/31. Die überzähligen Erstgeborenen sollten "gelöst werden mit fünf Sekeln": 4. Mose 3/46-51. "Das Erstgeborene eines unreinen Tieres sollte gelöst werden mit beigelegtem fünften": 3. Mose 27/27. Bei gewissen Übertretungen sollte zur Strafe "beigelegt werden der fünfte": 3. Mose 22/14; 27/13,15; 4. Mose 5/6-8. Und "wer einen Ochsen oder ein Schaf gestohlen und es geschlachtet oder verkauft hat, soll fünf Ochsen erstatten für den Ochsen, und vier Schafe für das Schaf": 2. Mose 21/37 (oder 22/1). Daß die Zahl Fünf ein himmlisches Geheimnis in sich enthält, und das gleiche wie zehn (bedeutet), wird klar aus den Cheruben, von denen 1.Kön.6/23-27 gesagt wird: "Salomo machte im Chor zwei Cherube von Ölbaumholz; zehn Ellen die Höhe eines jeden, fünf Ellen ein Flügel des einen Cherubs, und fünf Ellen ein Flügel des anderen Cherubs; zehn Ellen von den Enden der Flügel dieses bis zu den Enden der Flügel jenes; so zehn Ellen ein Cherub, ein Maß und ein Verhältnis für beide Cherube"; und es wird auch klar aus den Waschbecken um den Tempel her, wie auch aus den Leuchtern, von denen es in 1.Kön.7/39,49 heißt: "daß gesetzt worden seien fünf Gestelle der Waschbecken neben der Schulter (d.h. Seite) des Hauses zur Rechten, und fünf neben der Schulter des Hauses zur Linken"; ferner, daß gesagt worden fünf Leuchter zur Rechten und fünf zur Linken "vor dem Chor". 1.Kön.7/23: daß das Eherne Meer "zehn Ellen weit war von Rand zu Rand, und fünf Ellen hoch, und dreißig Ellen im Umfang", war deswegen, damit Heiliges bezeichnet werden sollte, sowohl durch die Zahlen Zehn und Fünf, als durch Dreißig, welche Zahl des Umfangs zwar nicht geometrisch genau dem Durchmesser entspricht, aber doch geistig das in sich schließt, was durch den Umfang jenes Gefäßes bezeichnet wird. Daß alle Zahlen Sachen in der geistigen Welt bedeuten, wird augenscheinlich klar aus den Zahlen bei Hesekiel, wo gehandelt wird von einem neuen Land, von einer neuen Stadt und von einem neuen Tempel, die der Engel im einzelnen gemessen hat; man sehe Hes. Kapitel 40-43 und 45-49. Die Beschreibung beinahe aller Heiligtümer wird hier durch Zahlen gegeben. Wer daher nicht weiß, was die Zahlen in sich schließen, kann kaum etwas von den Geheimnissen daselbst wissen. Die Zahl Zehn und die Zahl Fünf kommen hier vor: Hes.40/7,11,48; 41/2,9,11,12; 42/4; 45/11,14, außer den multiplizierten Zahlen, nämlich Fünfundzwanig, Fünfzig, Fünfhundert, Fünftausend. Daß das neue Land, die neue Stadt und der neue Tempel dort das Reich des Herrn in den Himmeln und daher Seine Kirche auf Erden bedeuten, erhellt aus dem einzelnen daselbst. Dies ist deshalb über "Fünf" zusammengestellt worden, weil hier und im Folgenden von Ägyptenland gehandelt wird, daß nämlich in demselben während der sieben Jahre des Überflusses der fünfte Teil des Getreides gesammelt und aufbewahrt werden soll zum Gebrauch der folgenden Hungerjahre; darum ist gezeigt worden, daß durch den fünften Teil bezeichnet wird Gutes und Wahres, das vom Herrn beim Menschen verborgen und aufbewahrt wird zum Gebrauch, wenn der Hunger, d.h., wenn der Mangel und die Beraubung des Guten und Wahren eintritt, denn wenn solches vom Herrn beim Menschen nicht verborgen würde, so wäre nichts vorhanden, was ihn im Zustand der Versuchung und Verwüstung aufrichten würde, folglich wodurch er wiedergeboren werden könnte, somit wäre er ohne ein Mittel des Heils im anderen Leben. 5292. "In den sieben Jahren des Getreideüberflusses", 1. Mose 41/34, bedeutet, was eingepflanzt worden ist in jenen Zeiten, da die Wahrheiten samt Gutem vermehrt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, und daher auch Zeiten, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Getreideüberflusses, sofern er die Vermehrung des Wahren oder das vermehrte Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280; hier daher die vermehrten Wahrheiten samt dem Guten, weil die Wahrheiten nur etwas sind in Verbindung mit Gutem, und keine anderen Wahrheiten werden verborgen im inwendigeren Menschen, als die mit Gutem verbundenen, über welchen Gegenstand Nr. 5291. Daß die Jahre nicht allein Zustände, sondern auch Zeiten bedeuten, hat den Grund, weil die Jahre im inneren Sinn ganze Zustände, d.h. ganze Perioden vom Anfang des Zustandes bis zum Ende bedeuten. Diese Perioden können nicht anders ausgedrückt werden als durch Zeiten, und von denen, die in der Zeit sind, nicht anders begriffen werden, denn als Zeiten. Daß Jahre und Tage sowohl Zustände als Zeiten sind, sehe man Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2906. 5293. "Und sie sollen sammeln alle Speise", 1. Mose 41/35, bedeutet alles Nutzbare. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, sofern es ist zusammentragen und erhalten; und aus der Bedeutung von Speise, sofern es ist, was zum Gebrauch dient. Speise im inneren Sinn bedeutet eigentlich das, was die Seele des Menschen nährt, d.h., was ihn nach dem Leibesleben nährt; denn alsdann lebt er als eine Seele oder ein Geist, und bedarf keiner materiellen Speise mehr, wie in der Welt, sondern geistiger Speise, und diese Speise ist alles das, was nutzbar ist, und alles das, was zum Nutzen dient. Zum Nutzen dient: wissen, was gut und wahr ist, aber nutzbringend ist: dasselbe wollen und tun. Dies ist es, womit die Engel sich nähren, und was daher geistige und himmlische Speise genannt wird. Das Gemüt des Menschen, in dem sein inwendigerer Verstand und inwendigerer Wille ist, oder wo die Bestrebungen oder Endzwecke sind, wird auch mit keiner anderen Speise ernährt, selbst während er noch im Leibe lebt. Die materielle Speise dringt nicht dahin, sondern bloß zu dem, was dem Leibe angehört, und dieses wird von jener Speise erhalten, zu dem Zweck, damit jenes Gemüt seine Speise genießen kann, während der Leib die seinige, d.h., damit jenes Gemüt gesund sein möge in einem gesunden Leibe. Speise im geistigen Sinn ist alles Nutzbringende deshalb, weil alles Wissen des Menschen und all sein Verstehen und Weisesein und so all sein Wollen die Nutzleistung zum Zweck haben muß. Deshalb ist die Beschaffenheit seines Lebens gemäß der Beschaffenheit seiner Nutzleistung. Daß Speise im inneren Sinn alles ist, was Nutzen schafft, wird klar aus folgenden Worten des Herrn, Joh.4/32,33,34: "Jesus sprach zu den Jüngern: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt; da sprachen die Jünger zueinander: hat Ihm jemand zu essen gebracht? Spricht Jesus zu ihnen: Meine Speise ist, daß Ich tue den Willen Dessen, Der Mich gesandt hat, und vollende Sein Werk". Joh.6/27: "Wirket Speise, die nicht vergeht, sondern Speise, die bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird, Diesen hat der Vater versiegelt, Gott". 5294. "Dieser guten Jahre, die kommen werden", 1. Mose 41/35, bedeutet, das geschöpft werden soll in jenen Zeiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind und auch Zeiten, wovon Nr. 5292; die guten Jahre, die kommen, sind also jene Zeiten, wo die Wahrheiten samt dem Guten vermehrt werden, die bezeichnet werden durch sieben Jahre Getreideüberfluß. 5295. "Und Getreide aufschütten", 1. Mose 41/35, bedeutet alles Gute des Wahren zusammen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufschütten, sofern es ist zusammenbringen und erhalten; und aus der Bedeutung von Getreide, sofern es ist das Gute des Natürlichen, wovon Nr. 3580, hier das Gute des Wahren, das im Natürlichen ist. Das Gute des Wahren ist das Wahre im Willen und Tun. Das Getreide bezeichnet das Gute deshalb, weil das Feld im geistigen Sinn die Kirche ist, daher ist das, was dem Feld angehört, wie der Same, die Aussaat, die Ernte, das Fruchtfeld, das Getreide und auch die Spitze oder Ähre, außerdem im besonderen der Weizen, die Gerste und dergleichen, solches, was der Kirche angehört; und was der Kirche angehört, bezieht sich alles auf das Gute und Wahre. 5296. "Unter der Hand Pharaos", 1. Mose 41/35, bedeutet das Bedürfnis und daher die Verwendung im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Kraft (Gewalt) bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, daher ist "unter der Hand" soviel als zur Verwendung bei jedem Bedürfnis; denn was in jemandes Gewalt ist, das steht zu seiner Verfügung; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist wovon früher. 5297. "Als Speise in den Städten", 1. Mose 41/35, bedeutet, solches im Inwendigeren des natürlichen Gemüts. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, sofern sie alles Nutzbringende ist, somit Wahres und Gutes, wovon Nr. 5293; und aus der Bedeutung der Städte, sofern sie das Inwendigere des natürlichen Gemüts bezeichnen. Städte im umfassenden Sinn bedeuten die Lehren der Kirche: Nr. 402, 2268, 2449, 2451, 2712, 2943, 3216, 4492, 4493; im besonderen aber bezeichnen sie das Inwendigere des Menschen, wo die Lehren sind, oder vielmehr, wo Wahrheiten sind verbunden mit dem Guten. Daß Wahres und Gutes beim Menschen gleichsam eine Gemeinde (civitatem) bilden, sehe man Nr. 3584; daher wird der Mensch selbst, in dem die Kirche ist, eine Gemeinde Gottes genannt. Die Bedeutung der Stadt verhält sich, wie die Bedeutung des Hauses: das Haus im umfassenden Sinn bedeutet das Gute, im besonderen aber den Menschen: Nr. 3128, und insonderheit sein Gemüt in Ansehung des Guten und Wahren, das in demselben verbunden ist: Nr. 3538, 4973, 5023, und das Haus mit seinen Gemächern, Gebäuden umher und Vorhöfen ist eine Gemeinde in kleinster Form. Das Inwendigere des natürlichen Gemüts wird bezeichnet durch Städte bei Jes.19/18: "An jenem Tag werden sein fünf Städte in Ägyptenland, redend mit den Lippen Kanaans, und schwörend dem Jehovah Zebaoth"; und Gutes und Wahres, das im Inwendigeren, wird bezeichnet durch Städte in einem Gleichnis des Herrn Luk.19/12-26: "Er sprach zu dem, der durch eine Mine zehn Minen gewonnen hatte: Ei, du guter Knecht, weil du über dem Kleinsten treu gewesen bist, sollst du über zehn Städte sein; und zu dem anderen, der fünf Minen gewonnen hat, sprach er: Auch du sollst sein über fünf Städte". Hier nun wird dadurch, daß sie Speise in den Städten aufschütten und verwahren sollen, das Wahre bezeichnet, verbunden dem Guten, sofern es verborgen werden soll im Inwendigeren des natürlichen Gemüts, und dieses Wahre und Gute, wenn es daselbst geborgen ist, wird genannt Überreste, in denen das eigenste geistige Leben des Menschen besteht, und von dem der Mensch geistig ernährt wird bei jedem Bedürfnis und Mangel, d.h. bei jedem geistigen Hunger. 5298. "Und es verwahren", 1. Mose 41/35, bedeutet, dort zu verbergen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verwahren, sofern es ist verbergen, nämlich im Inwendigeren des natürlichen Gemüts, das bezeichnet wird durch Städte, wovon Nr. 5297. 5299. "Und es sei diese Speise zum Vorrat für das Land", 1. Mose 41/36, bedeutet, dort zu allem Gebrauch des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, sofern sie Gutes und Wahres bezeichnet, wovon Nr. 5293; aus der Bedeutung von "zum Vorrat", sofern es verborgen ist zu allem Gebrauch, weil zum Nutzen der folgenden Hungerjahre; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es das natürliche Gemüt ist, wovon Nr. 5276, 5278, 5279, 5288. 5300. "Für die sieben Jahre des Hungers", 1. Mose 41/36, bedeutet, nach Bedürfnis bei dem Mangel. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er ein Mangel des Wahren ist, wovon Nr. 5277, 5278; daß es dann zum Bedürfnis diene, ist klar; denn Jahre im inneren Sinn sind Zustände, wie oben einige Male gezeigt wurde; hier also ist "für jene Jahre", soviel als für jene Zustände, wenn das Bedürfnis (da ist). 5301. "Die sein werden in Ägyptenland", 1. Mose 41/36, bedeutet, die im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5279, 5288. Hier und anderwärts wird gesagt das Natürliche und wird verstanden das natürliche Gemüt, denn es sind zwei Gemüter beim Menschen, nämlich das vernünftige Gemüt und das natürliche Gemüt. Das vernünftige Gemüt gehört dem inwendigen Menschen an, das natürliche Gemüt aber gehört dem äußeren Menschen an. Dieses Gemüt oder dieser Mensch ist es, der verstanden wird durch das Natürliche schlechthin. Daß das Gemüt der Mensch selbst ist, wird man in dem nun Folgenden sehen. 5302. "Damit das Land nicht ausgerottet werde durch den Hunger", 1. Mose 41/36, bedeutet, auf daß der Mensch nicht zugrunde gehe, nämlich durch den Mangel des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgerottet werden, sofern es ist zugrunde gehen, und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt ist, wovon Nr. 5301, und weil es das natürliche Gemüt ist, so ist es auch der Mensch selbst; denn der Mensch ist Mensch vermöge seines Gemüts, weil das Gemüt selbst den Menschen ausmacht, und wie dieses beschaffen ist, so beschaffen ist der Mensch. Durch das Gemüt wird bezeichnet das Verstandes- und Willensvermögen des Menschen, folglich sein eigenstes Leben. Die unverständig sind, meinen, der Mensch sei Mensch durch seine äußere Gestalt, insofern er nämlich ein solches Angesicht habe wie ein Mensch. Die weniger unverständig sind, sagen, der Mensch sei Mensch dadurch, daß er reden könne; und die, welche noch weniger unverständig sind, der Mensch sei Mensch dadurch, daß er denken könne. Aber der Mensch ist nicht dadurch Mensch, sondern dadurch, daß er das Wahre zu denken und das Gute zu wollen vermag, und daß er dann, wenn er das Wahre denkt und das Gute will, das Göttliche schauen und es fühlbar aufnehmen kann. Darin unterscheidet sich der Mensch von den unvernünftigen Tieren. Daß er erscheint als Mensch, daß er reden, und daß er denken kann, das macht auch sonst nicht, daß er ein Mensch ist, denn wenn er das Falsche denkt und das Böse will, so bewirkt er dadurch, daß er nicht nur wie ein unvernünftiges Tier ist, sondern noch ärger als ein solches, denn gerade durch jene Fähigkeiten zerstört er das Menschliche bei sich, und macht sich zu einem wilden Tier. Was man hauptsächlich an solchen im anderen Leben sehen kann, denn solche, wenn sie im Himmelslicht erscheinen, oder auch von den Engeln angesehen werden, erscheinen in demselben Augenblick wie Ungetüme (monstra), und einige als wilde Tiere, die Arglistigen wie Schlangen, und andere anders. Dagegen, wenn sie aus jenem Licht entfernt und in ihrem Lichtscheine, den sie in der Hölle haben, zurückgebracht werden, erscheinen sie unter sich als Menschen. Wie es sich aber damit verhält, daß nämlich der Mensch zugrundegehen müßte in Ermangelungen des Wahren, wenn er nicht Gutes und Wahres hätte, das im Inwendigeren vom Göttlichen verborgen wird, und was bezeichnet wird durch Speise zum Vorrat des Landes für die sieben Hungerjahre, auf daß nicht ausgerottet werde das Land, wird in den folgenden Abschnitten dieses Kapitels gesagt werden. 5303. Vers 37-40: Und das Wort war gut in den Augen Pharaos, und in den Augen aller seiner Knechte. Und Pharao sprach zu seinen Knechten: werden wir einen Mann finden, wie diesen, in dem der Geist Gottes? Und Pharao sprach zu Joseph: nachdem dir Gott alles dieses kundgetan, ist keiner (so) verständig und weise wie du. Du sollst sein über mein Haus, und auf deinem Munde sollen küssen (oder nach deinem Munde soll sich fügen) all mein Volk, nur um den Thron will ich größer sein als du. "Und das Wort war gut in den Augen Pharaos" bedeutet das Wohlgefallen des Natürlichen; "und in den Augen aller seiner Knechte" bedeutet Wohlgefallen bei allem im Natürlichen; "und Pharao sprach zu seinen Knechten" bedeutet das Innewerden des Natürlichen mit allem daselbst Befindlichen; "werden wir einen Mann finden, wie diesen, in dem der Geist Gottes?" bedeutet in Beziehung auf den Einfluß des Wahren, in dem das Gute vom Inwendigeren her, somit das Himmlische des Geistigen; "und Pharao sprach zu Joseph" bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen; "nachdem dir Gott alles dieses kundgetan" bedeutet, weil das Vorhersehen und die Vorsehung bei ihm; "ist keiner (so) verständig und weise wie du" bedeutet, daß von daher allein das Wahre und Gute komme; "du sollst sein über mein Haus" bedeutet, daß ihm das natürliche Gemüt untergeordnet und untertan sein soll; "und auf deinem Munde sollen küssen all mein Volk" bedeutet, daß alles dort unter seiner Botmäßigkeit sein solle; "nur um den Thron will ich größer sein als du" bedeutet, daß es dennoch scheinen soll, als ob aus dem Natürlichen, weil vom Himmlischen des Geistigen durch dasselbe (gewirkt wird). 5304. "Und das Wort war gut in den Augen Pharaos", 1. Mose 41/37, bedeutet das Wohlgefallen des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung davon, daß das Wort gut sei, sofern es soviel ist als gefallen; "in den Augen" wird gesagt nach einer bräuchlichen Redensart, weil das Auge das inwendigere Gesicht bedeutet, somit Verstand, Innewerden, Aufmerksamkeit und dgl., was jenem Gesicht angehört: Nr. 2701, 2789, 2829, 3198, 3202, 3820, 4083, 4086, 4339, 4403-4421, 4523-4534; daher wird durch "gut war das Wort in den Augen", ein Wohlgefallen bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon früher öfters. 5305. "Und in den Augen aller seiner Knechte", 1. Mose 41/37, bedeutet Wohlgefallen bei allem im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "gut sein in den Augen", sofern es ein Wohlgefallen bezeichnet, wovon Nr. 5304; und aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie dasjenige sind, was im Natürlichen ist, hauptsächlich was im auswendigeren Natürlichen. Im Wort wird hie und da gesagt Knecht, und wird durch ihn im inneren Sinn das verstanden, was dem anderen dient, im allgemeinen alles, was unten ist in Beziehung auf das, was oben; denn es ist der Ordnung gemäß, daß das Untere dem Oberen dient; insofern es dient, wird es Knecht genannt. Hier aber ist es das im Natürlichen Befindliche, was Knechte genannt wird; denn das Natürliche im allgemeinen ist es, was durch Pharao vorgebildet wird. Das Allgemeine selbst ist es, dem das Einzelne dienen soll, wie dem allgemeinen Wohl in den Königreichen. Daß Pharao das Natürliche im allgemeinen ist, sehe man Nr. 5160. 5306. "Und Pharao sprach zu seinen Knechten", 1. Mose 41/38, bedeutet das Innewerden des Natürlichen mit allem dort Befindlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2061, 2080, 2238, 2619, 2862, 3395, 3509; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der Bedeutung seiner Knechte, sofern sie sind alles im Natürlichen, wovon Nr. 5305. 5307. "Werden wir finden einen Mann wie diesen, in dem der Geist Gottes?" 1. Mose 41/38, bedeutet betreffend den Einfluß des Wahren, in dem das Gute vom Inwendigeren her ist, somit das Himmlische des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 3134, 3309, 3459; und aus der Bedeutung des Geistes Gottes, sofern er ist das Gute vom Inwendigeren, somit vom Göttlichen; denn Geist Gottes ist, was ausgeht vom Göttlichen, somit vom Guten selbst, denn das Göttliche ist das Gute selbst. Was aus demselben hervorgeht, ist das Wahre, in dem das Gute, und dieses ist es, was durch den Geist Gottes im Wort bezeichnet wird, denn der Geist selbst geht nicht heraus, sondern das Wahre selbst, in dem das Gute oder das heilige Wahre. Der Geist ist das Werkzeugliche, durch welches es hervorgebracht wird. Dieses Wahre, in dem das Gute, ist hier das Himmlische des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet wird. In der Kirche ist bekannt, daß Joseph im geistigen Sinn der Herr ist, daher wird auch der Herr der himmlische Joseph genannt, aber man weiß nicht, was, den Herrn betreffend, Joseph vorbildet; denn der Herr wird vorgebildet durch Abraham, und auch durch Jischak, wie auch durch Jakob. Er wird auch vorgebildet durch Mose und Elias, und durch Aharon, und auch durch David; außerdem durch mehrere andere im Wort. Aber durch den einen auf andere Weise wie durch den anderen: durch Abraham wird der Herr vorgebildet in Ansehung des Göttlichen Selbst, durch Jischak in Ansehung des göttlich Vernünftigen, durch Jakob in Ansehung des göttlich Natürlichen, durch Mose in Ansehung des Gesetzes oder des historischen Wortes, durch Elias in Ansehung des prophetischen Wortes, durch Aharon in Ansehung des Priestertums und durch David in Ansehung des Königtums. Was aber durch Joseph vorgebildet wird, sehe man Nr. 3969, 4286, 4585, 4592, 4594, 4669, 4723, 4727, 4963, 5249. Das, was Joseph vorbildet, wird genannt das Himmlische des Geistigen aus dem Natürlichen. Es kann mit keinem anderen Wort ausgedrückt werden, denn das Himmlische ist das Gute aus dem Göttlichen, das Geistige ist das Wahre aus diesem Guten, somit ist es das Wahre des Guten aus Seinem Göttlich-Menschlichen; dieses war der Herr, da Er in der Welt lebte, hingegen als Er sich verherrlichte, schritt Er über dasselbe hinaus, und wurde selbst das göttlich Gute oder Jehovah, auch in Ansehung des Menschlichen. Mehr kann im besonderen nicht gesagt werden über dieses Geheimnis: nur daß Joseph deswegen nach Ägypten gekommen ist, und zuerst im Haus Potiphars, des Obersten der Trabanten gedient hat, und darauf im Gewahrsam behalten, und nachher Herrscher über Ägypten geworden ist, auf daß er vorbildete, wie der Herr in Sich das Menschliche Schritt vor Schritt göttlich gemacht hat, und über Ihn sollte das Wort geschrieben werden, das göttliche Dinge enthalten sollte im inneren Sinn, und dieser Sinn sollte hauptsächlich den Engeln dienen, deren Weisheit, die unbegreiflich und unaussprechlich ist im Vergleich mit der menschlichen Weisheit, in solchen Dingen sich bewegt, und (das Wort) sollte zugleich den Menschen dienen, die eine Vorliebe für Geschichtliches haben, und solches dann im Gemüte bewegen, worin die Engel das Göttliche durch den Einfluß vom Herrn inne werden. 5308. "Und Pharao sprach zu Joseph", 1. Mose 41/39, bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden ist, wovon Nr. 5306; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon früher öfters. 5309. "Nachdem Gott dir alles dieses kundgetan hat (wörtlich: alles hat erkennen lassen)", 1. Mose 41/39, bedeutet, weil das Vorhersehen und die Vorsehung bei ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, wenn es Gott beigelegt wird, sofern es ist das Vorhersehen und die Vorsehung; denn von Gott kann man nicht sagen, daß Er erkenne, denn aus Sich weiß Er alles, und das Vermögen zu erkennen beim Menschen ist von Ihm, daher ist erkennen bei Gott vorhersehen und vorsehen. Vorhersehen ist erkennen von Ewigkeit zu Ewigkeit, und vorsehen ist es tun. Daß das Vorhersehen und die Vorsehung ihm zukommt, nämlich dem Himmlischen des Geistigen, hat den Grund, weil im inneren Sinn hier vom Herrn gehandelt wird, Welcher ist das Himmlische des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet wird. 5310. "Ist keiner so verständig und weise wie du", 1. Mose 41/39, bedeutet, von daher allein komme das Wahre und Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Verständigen, sofern er das Wahre, und aus der Bedeutung des Weisen, sofern er das Gute bezeichnet, wovon Nr. 5287. Daß nicht aus einem anderen als aus ihm allein, wird bezeichnet durch niemand, weil niemand oder keiner im inneren Sinn das Verneinende oder Ausschließende von jedem anderen bezeichnet: Nr. 5225, 5253. 5311. "Du sollst sein über mein Haus", 1. Mose 41/40, bedeutet, ihm soll das natürliche Gemüt untergeordnet und untertan sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von Haus, sofern es das Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 3538, 4973, 5023, hier das natürliche Gemüt, weil gesagt wird "mein Haus" von Pharao, durch den das Natürliche vorgebildet wird. Daß es untergeordnet und untertan sein soll, wird dadurch bezeichnet, daß er sein soll über demselben. Wer über jemandes Haus (gesetzt) ist, herrscht in Wirklichkeit, und alle, die darin, sind (ihm) untergeordnet und untertan, wenn auch der Herr des Hauses den Namen und die Würde dem Schein nach beibehält. 5312. "Und auf deinem Mund soll küssen all mein Volk", 1. Mose 41/40, bedeutet, alles dort soll unter seiner Botmäßigkeit sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf den Mund küssen", sofern es heißt anerkennen und tun, was einer befiehlt, somit gehorchen; und aus der Bedeutung von "all mein Volk", sofern es ist alles im Natürlichen. Durch Volk werden die Wahrheiten bezeichnet: Nr. 1259, 1260, 3581, 4619, somit im Natürlichen die Erkenntnisse des Guten und Wahren und das Wißtümliche, denn dieses sind Wahrheiten des Natürlichen: Nr. 5276. HG 5313 5313. "Nur um den Thron will ich größer sein als du", 1. Mose 41/40, bedeutet, es soll dennoch scheinen, als ob aus dem Natürlichen, weil vom Himmlischen des Geistigen durch dasselbe (gewirkt wird). Dies erhellt aus der Bedeutung von groß sein, als der vor dem anderen, sofern es heißt größer sein, hier dem Anschein oder dem Ansehen nach; und aus der Bedeutung des Stuhls oder Thrones, sofern er hier das Natürliche bezeichnet; denn das Natürliche wird unter Thron verstanden, wenn das Himmlische des Geistigen (verstanden wird) unter dem, der darauf sitzt; denn das Natürliche ist gleichsam der Thron für das Geistige, hier für das Himmlische des Geistigen. Im allgemeinen ist das, was das Untere ist, wie ein Stuhl für das Obere, denn das Obere ist und handelt darinnen, und zwar durch das Untere, und was getan wird, erscheint, als ob es vom Unteren geschähe, weil durch dasselbe. Dies wird dadurch verstanden, daß Pharao zu Joseph sprach: "nur um den Thron will ich größer sein als du". Im Wort wird mehrmals der Stuhl oder Thron genannt, wo gehandelt wird vom göttlich Wahren und vom Gericht aus demselben, und durch Thron wird dort im inneren Sinn das bezeichnet, was Sache des göttlichen Königtums ist, und durch den Sitzenden auf demselben der Herr selbst als König oder als Richter. Aber die Bedeutung des Thrones wie die Bedeutung mehrerer anderer Dinge verhält sich je nach der Beziehung: wenn das Göttliche Selbst und das Göttlich-Menschliche des Herrn verstanden wird unter dem Sitzenden auf dem Thron, dann wird das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, darunter verstanden; wenn aber das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, verstanden wird durch den Sitzenden auf dem Thron, dann wird der ganze Himmel, den das göttlich Wahre erfüllt, darunter verstanden; wenn aber der Herr in Ansehung des göttlich Wahren in den oberen Himmeln verstanden wird unter dem Sitzenden auf dem Thron, dann wird das göttlich Wahre, das im untersten Himmel und das auch in der Kirche ist, unter dem Thron verstanden. So verhalten sich die Bedeutungen des Stuhls oder Thrones je nach der Beziehung. Durch den Thron wird das bezeichnet, was dem göttlich Wahren angehört, weil durch den König im Wort das Wahre bezeichnet wird, und auch durch das Reich; daß durch den König, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5044, 5068; und daß durch das Reich: Nr. 1672, 2547, 4691. Was aber durch den Stuhl oder Thron im Wort verstanden wird im besonderen, erhellt aus dem Zusammenhang daselbst; so bei Matth.5/34,35: "Ich sage euch, ihr sollt gar nicht schwören, weder beim Himmel, weil er der Thron Gottes ist, noch bei der Erde, weil sie der Schemel Seiner Füße; noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs". Matth.23/22: "Wer da schwöret beim Himmel, schwöret beim Thron Gottes, und bei Dem, Der auf ihm sitzet": hier wird offenbar gesagt, daß der Himmel der Thron Gottes sei; durch die Erde, die der Schemel seiner Füße genannt wird, wird das bezeichnet, was unter dem Himmel ist, somit die Kirche. Daß die Erde die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 2928, 3355, 4535, 4447. Jes.66/1: "So sprach Jehovah: Die Himmel sind Mein Thron, und die Erde der Schemel Meiner Füße". Ps.103/19: "Jehovah hat in den Himmeln festgestellt Seinen Thron". Matth.25/31: "Wenn kommen wird der Sohn des Menschen in Seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Thron Seiner Herrlichkeit": hier wird gehandelt vom Letzten Gericht, und der Sitzende auf dem Thron wird genannt der König (Matth.25/34,40). Der Thron der Herrlichkeit im inneren Sinn ist hier das göttlich Wahre, das aus dem göttlich Guten im Himmel stammt. Der Sitzende auf diesem Thron ist der Herr, Der, sofern Er Richter ist aus dem göttlich Wahren, hier der König genannt wird. Luk.1/32: "Dieser wird groß sein, und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und geben wird Ihm Gott der Herr den Thron Seines Vaters David": dies sagte der Engel zu Maria. Daß hier der Thron Davids nicht das Königreich ist, das David gehabt hat, oder ein Reich auf Erden, sondern ein Reich im Himmel, leuchtet einem jeden ein; daher wird auch durch David nicht dieser bezeichnet, sondern das göttliche Königtum des Herrn, und durch den Thron wird bezeichnet das göttlich Wahre, das (von Ihm) ausgeht, und welches das Reich des Herrn macht. Joh.Offenb.4/2-11: "Ich war im Geist, siehe, da ward ein Thron gesetzt im Himmel, und auf dem Thron war ein Sitzender, und der Sitzende war anzusehen gleich dem Stein Jaspis und Sardius; ein Farbenbogen aber war um den Thron anzusehen gleich einem Smaragd, um den Thron (waren) vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen; vom Thron gingen aus Blitze, und Donner, und Stimmen, ebenso sieben Fackeln von Feuer brannten vor dem Thron, welche sind die sieben Geister Gottes. Überdies (war) vor dem Thron ein gläsernes Meer gleich einem Kristall; endlich in der Mitte des Thrones und um den Thron vier lebendige Wesen (oder Tiere), voll Augen vorne und hinten. Wenn dann die Tiere Preis und Ehre und Dank dem Sitzenden auf dem Throne geben, Der da lebt in die Zeitläufe der Zeitläufe (d.h. von Ewigkeit zu Ewigkeit), dann fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Sitzenden auf dem Thron, und beten an Den, Der da lebt in die Zeitläufe der Zeitläufe, und werfen nieder ihre Kronen vor dem Thron": hier wird der Thron der Herrlichkeit des Herrn beschrieben, und durch denselben das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, aber durch Vorbilder. Wenn man aber nicht weiß, was diese bedeuten, so wird man kaum etwas wissen können, was in diesen prophetischen Worten liegt, man wird vielmehr glauben, solches alles sei ohne ein höheres Göttliches. Wer nichts anderes weiß, kann sich vom himmlischen Reich nur eine Vorstellung wie von einem weltlichen Reich machen; während doch durch den im Himmel gesetzten Thron bezeichnet wird das göttlich Wahre daselbst, somit der Himmel in Ansehung des göttlich Wahren; unter dem Sitzenden auf dem Thron wird der Herr verstanden. Er erschien dem Ansehen nach gleich dem Stein Jaspis und Sardius, weil durch diese Steine, wie durch alle Edelsteine im Wort, das göttlich Wahre bezeichnet wird: Nr. 114, 3858, 3862, und durch Steine überhaupt die Wahrheiten des Glaubens: Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798. Durch den Farbenbogen um den Thron werden die vom Guten durchscheinenden Wahrheiten bezeichnet, und zwar deshalb, weil die Farben im anderen Leben vom Licht des Himmels herkommen, und das Licht des Himmels das göttlich Wahre ist. Über die Farbenbögen im anderen Leben sehe man Nr. 1042, 1043, 1053, 1623, 1624, 1625; über die Farben daselbst: Nr. 1053, 1624, 3993, 4530, 4677, 4741, 4742, 4922. Durch die vierundzwanzig Throne um den Thron wird bezeichnet alles dem Wahren Angehörende in einem Inbegriff; dasselbe, was durch zwölf bezeichnet wird. Daß zwölf bedeutet alles dem Wahren Angehörige in einem Inbegriff, sehe man Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 3272, 3858, 3913. Die Blitze, Donner und Stimmen, die vom Thron ausgingen, bedeuten die Schrecken, die aus dem göttlich Wahren (entstehen) für die, welche nicht im Guten sind. Die sieben brennenden Feuerfackeln sind die Neigungen zum Wahren aus dem Guten, die ebenfalls denen, die nicht im Guten sind, Schaden bringen; deshalb werden sie die sieben Geister Gottes genannt, und daß sie Schaden gebracht haben, wird aus dem dort Folgenden klar. Das gläserne Meer vor dem Thron bezeichnet alles Wahre im Natürlichen, somit die Kenntnisse und das Wißtümliche. Daß das Meer dieses bedeutet, sehe man Nr. 28, 2850. Die vier lebendigen Wesen (Tiere) in der Mitte des Thrones und um den Thron, voll Augen vorne und hinten, bezeichnen das Verständige vom Göttlichen in den Himmeln. Vier bedeuten dessen Verbindung mit den Willenskräften; denn die Wahrheiten gehören dem Verstandesgebiet an, und das Gute dem Willensgebiet des Menschen, daher wird gesagt, daß sie voll Augen waren vorne und hinten, weil die Augen das Verständige bedeuten, und daher im höheren Sinn das, was dem Glauben angehört: Nr. 2701, 3820, 4403-4421, 4523-4534. Daß vier eine Verbindung bezeichnen, ebenso wie zwei: Nr. 1686, 3519, 5194. Die Heiligkeit des göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht, wird im Folgenden beschrieben. Weil durch die vierundzwanzig Throne und vierundzwanzig Älteste alles zum Wahren oder alles zum Glauben Gehörige bezeichnet wird in einem Inbegriff zusammengefaßt, und auch durch zwölftausend, wie gleich darauf gesagt wird, so wird hieraus klar, was durch die zwölf Throne, auf denen die zwölf Apostel sitzen werden, im inneren Sinn verstanden wird, nämlich alles dem Wahren Angehörige, aus dem und nach dem das Gericht gehalten wird. Hiervon heißt es bei Matth.19/28: "Jesus sprach zu den Jüngern: Wahrlich, Ich sage euch, daß ihr, die ihr Mir gefolgt seid in der Wiedergeburt, wann der Sohn des Menschen sitzen wird auf dem Thron Seiner Herrlichkeit, auch sitzen werdet auf zwölf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels". Luk.22/29,30: "Ich bescheide euch das Reich, wie Mir es der Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt an Meinem Tisch in Meinem Reich, und sitzen auf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels": daß die zwölf Apostel alles dem Wahren Angehörende bezeichnen, sehe man Nr. 2129, 2553, 3354, 3488, 3858, und auch die zwölf Söhne Jakobs, und daher die zwölf Stämme Israels: Nr. 3858, 3921, 3926, 3939, 4060, 4603; und daß die Apostel nicht einen zu richten vermögen Nr. 2129, 2553. Joh.Offenb.20/4: "Ich sah Throne, und sie setzten sich auf ihnen, und das Gericht wurde ihnen gegeben": durch die Throne wird hier ebenfalls bezeichnet alles dem Wahren Angehörige, aus dem und nach dem das Gericht (gehalten wird). Das gleiche wird auch unter den Engeln verstanden, mit denen der Herr kommen wird zum Gericht: Matth.25/31; daß durch die Engel im Wort etwas dem Herrn Angehöriges bezeichnet wird, sehe man Nr. 1705, 1925, 2321, 2821, 3039, 4085, hier Wahrheiten, die aus dem Göttlichen stammen. Diese Wahrheiten werden auch im Wort Gerichte genannt: Nr. 2235. Sonst wird auch an sehr vielen Stellen dem Jehovah oder Herrn ein Thron zugeschrieben, und zwar darum, weil in den Thronen die vorbildliche Bezeichnung des Königreiches liegt. Wenn im oberen Himmel die Rede ist vom göttlich Wahren, und vom Gericht, dann erscheint im letzten Himmel ein Thron; daher kommt es, daß der Thron eine vorbildliche Bedeutung hat, und daher so oft im prophetischen Wort der Thron genannt wird, und auch, daß von den ältesten Zeiten her der Thron zum Wahrzeichen des Königs gemacht wurde, und daß es als Wahrzeichen das Königtum bedeutet; wie auch in folgenden Stellen: 2. Mose 17/15,16: "Es baute Moses einen Altar, und nannte seinen Namen Jehovah Nissi (d.i. mein Panier); außerdem sprach er: die Hand (ist) auf dem Throne Jah; Krieg wird haben Jehovah gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht": was die Hand auf dem Thron Jah, und was Jehovahs Krieg gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht, kann niemand wissen, wenn nicht aus dem inneren Sinn, somit nur dann, wenn man weiß, was Thron, und was Amalek (bedeuten): durch Amalek wird im Wort das Falsche bezeichnet, das die Wahrheiten bekämpft: Nr. 1679, und durch den Thron das göttlich Wahre selbst, das bekämpft wird. Ps.9/5,8: "Jehovah, Du hast mein Recht und meine Sache geführt, Du bist gesessen auf dem Thron, ein Richter der Gerechtigkeit; Jehovah wird in Ewigkeit bleiben, bereitet hat Er zum Gericht Seinen Thron". Ps.45/7: "Dein Thron, Gott, bleibt von Ewigkeit zu Ewigkeit, ein Zepter der Rechtschaffenheit ist das Zepter Deines Reichs". Ps.97/2: "Wolke und Dunkel (sind) um Ihn her, Gerechtigkeit und Gericht die Stütze Seines Thrones". Jerem.3/17: "Zu jener Zeit werden sie Jerusalem nennen den Thron Jehovahs, und versammeln werden sich zu ihr alle Völkerschaften": Jerusalem (steht) für das geistige Reich des Herrn. Dieses Reich wird auch unter dem neuen Jerusalem bei Hesekiel verstanden, und auch das heilige Jerusalem, das vom Himmel herabkommt in der Offenbarung. Im geistigen Reich des Herrn ist die Hauptsache (und das Herrschende) das göttlich Wahre, in dem das Gute ist, dagegen im himmlischen Reich ist die Hauptsache das göttlich Gute, von dem das göttlich Wahre stammt. Hieraus wird klar, warum Jerusalem der Thron Jehovahs genannt wird. Ps.122/5: "In Jerusalem stehen Throne zum Gericht". Zion aber heißt der Thron der Herrlichkeit Jehovahs bei Jerem.14/21: "Hast Du denn Jehudah ganz verworfen; hat Deine Seele Ekel gehabt an Zion? verschmähe nicht um Deines Namens willen, beschimpfe nicht den Thron Deiner Herrlichkeit": unter Zion wird das himmlische Reich des Herrn verstanden. Wie der Herr in Ansehung des Gerichtes im Himmel vorgebildet wird, wo sich für die Augen sichtbar darstellt, was hie und da bei den Propheten erwähnt wird, erhellt bei Dan.7/9,10: "Sehend war ich, bis daß die Throne umgeworfen wurden, und der Alte der Tage saß da, Sein Kleid war weiß wie Schnee, und Sein Haupthaar wie reine Wolle, Sein Thron eine Feuerflamme, dessen Räder brennendes Feuer; ein Feuerstrom herauswallend und ausgehend vor Ihm; tausendmal tausend dienten Ihm, und zehntausend mal zehntausend standen vor Ihm, das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet". Solche Gesichte finden fortwährend statt im Himmel; alle sind vorbildlich; sie erscheinen aus der Rede der Engel in den oberen Himmeln, die, wenn sie sich herabsenkt, solche Erscheinungen darstellt. Die Engel-Geister, denen ein Innewerden verliehen wird vom Herrn, wissen, was sie bedeuten, so z.B. was der Alte der Tage, was das Kleid, welches weiß wie Schnee, das Haupthaar, welches wie reine Wolle, der Thron, der wie eine Feuerflamme, die Räder, die brennendes Feuer, der Feuerstrom, der von Ihm herauswallt, (bedeuten). Durch die Feuerflamme und den Feuerstrom wird dort vorgebildet das Gute der göttlichen Liebe: Nr. 934, 4906, 5071, 5215. Hes.1/26; 10/1: "Über der Ausdehnung (d.i. Feste), die über dem Haupt der Cherube, war es anzusehen wie der Stein Saphir, die Ähnlichkeit eines Thrones, und über der Ähnlichkeit eines Thrones zeigte sich ähnliches, wie das Aussehen eines Menschen oben auf demselben (sitzend)". 1.Kön.22/19: "Ich sah, sprach der Prophet Micha, Jehovah sitzen auf Seinem Thron, und das ganze Himmelsheer stehen neben Ihm, zu Seiner Rechten und zu Seiner Linken". Wer nicht weiß, was das einzelne vorbildet und daher auch bezeichnet, kann nichts anderes glauben, als daß der Herr einen Thron habe, wie die Könige auf Erden, und solche Dinge, wie sie dort erwähnt werden; aber solche Dinge gibt es nicht in den Himmeln, sondern sie stellen sich so dar vor denen, die im letzten Himmel sind, woraus sie wie aus Bildern göttliche Geheimnisse sehen. Das Königtum des Herrn, durch welches das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, bezeichnet wird, wurde auch vorgebildet durch den von Salomo errichteten Thron, von dem es im 1.Kön.10/18-21 heißt: "Es machte Salomo einen großen Thron von Elfenbein, und bedeckte ihn mit geläutertem Gold; sechs Stufen zum Thron und ein rundes Haupt hatte der Thron an der hinteren Seite; Hände (d.i. Armlehnen) waren auf beiden Seiten am Ort des Sitzes, und zwei Löwen stehend neben den Händen, und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen auf beiden Seiten": so wurde der Thron der Herrlichkeit vorgebildet; Löwen sind kämpfende und siegende göttliche Wahrheiten, die zwölf Löwen sind alle jene Wahrheiten in einem Inbegriff. Weil beinahe alles im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so auch der Stuhl oder Thron, und in diesem Sinn bedeutet er das Reich des Falschen, wie bei Joh.Offenb.2/13: "Dem Engel der Gemeinde, die in Pergamus (sage): Ich weiß deine Werke, und wo du wohnst, wo der Thron des Satans ist". Joh.Offenb.13/2: "Der Drache gab dem Tier, das aufstieg aus dem Meer, seine Kraft und seinen Thron und große Gewalt". Joh.Offenb.16/10: "Der fünfte Engel goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und es ward sein Reich verdunkelt". Jes.14/13: "Du hast gesagt in deinem Herzen: In die Himmel will ich hinaufsteigen, über die Sterne Gottes erhöhen meinen Thron": (hier von Babel). 5314. Vers 41-44: Und Pharao sprach zu Joseph: siehe, ich habe dich gesetzt über ganz Ägyptenland. Und Pharao tat seinen Ring ab von seiner Hand, und tat ihn an die Hand Josephs, und kleidete ihn mit Kleidern von Byssus, und legte eine goldene Kette um seinen Hals. Und ließ ihn fahren auf dem zweiten Wagen, den er hatte, und sie schrieen vor ihm Abrech, und er ward gesetzt über ganz Ägyptenland. Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao, und ohne dich soll niemand seine Hand erheben und seinen Fuß in ganz Ägyptenland. "Und Pharao sprach zu Joseph" bedeutet ein weiteres Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen; "siehe, ich habe dich gesetzt über ganz Ägyptenland" bedeutet die Herrschaft über beides Natürliche; "und Pharao tat seinen Ring ab von seiner Hand" bedeutet das Bestätigungszeichen hinsichtlich der Macht, die (ihm) früher (zustand); "und tat ihn an die Hand Josephs" bedeutet, daß er sie dem Himmlischen des Geistigen ganz abgetreten habe; "und kleidete ihn mit Kleidern von Byssus" bedeutet die äußere Bezeichnung des Himmlischen des Geistigen; Kleider von Byssus sind Wahrheiten aus dem Göttlichen; "und legte eine goldene Kette um seinen Hals" bedeutet die Bezeichnung der Verbindung des Inwendigeren mit dem Auswendigeren, bewirkt durch das Gute; "und ließ ihn fahren auf dem zweiten Wagen" bedeutet die Bezeichnung, daß von ihm alle Lehre des Guten und Wahren (ausgehe); "den er hatte" bedeutet die durch das Natürliche (sich kundgab); "und sie riefen vor ihm Abrech" bedeutet die Anerkennung durch Glauben und Anbetung, "und er ward gesetzt über ganz Ägyptenland" bedeutet seine Gewalt als eine solche; "und Pharao sprach zu Joseph" bedeutet noch weiteres Innewerden; "Ich bin Pharao" bedeutet, daß das Natürliche von ihm (stamme); "und ohne dich soll niemand seine Hand erheben" bedeutet, daß vom Himmlischen des Geistigen das Ganze der Macht im Geistigen (ausgehe); "und seinen Fuß" bedeutet das Ganze der Macht im Natürlichen; "in ganz Ägyptenland" bedeutet in beidem Natürlichen. 5315. "Und Pharao sprach zu Joseph", 1. Mose 41/41, bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon früher öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon ebenfalls früher. Daß es das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen ist, das bezeichnet wird, hat den Grund, weil das Natürliche all sein Innewerden von einem Höheren hat, als es ist, hier vom Himmlischen des Geistigen, welches das Höhere ist. 5316. "Siehe, ich habe dich gesetzt über ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/41, bedeutet die Herrschaft über beides Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen über etwas setzen", sofern es die Herrschaft bezeichnet, und aus der Bedeutung von ganz Ägyptenland, sofern es beides Natürliche ist, wovon Nr. 5276. Es wird noch weiter gehandelt von der Herrschaft, die Pharao dem Joseph über Ägyptenland übergab, daß nämlich Pharao auf seine Gewalt verzichtet, und ganz Ägypten dem Joseph unterworfen habe. Dies ist somit aus göttlicher Vorsehung geschehen, damit Joseph die vorbildliche Bedeutung des Himmlischen des Geistigen erhalten sollte, das der Herr hatte, da Er in der Welt war, und durch das der Herr Sein Natürliches, wie auch Sein Sinnliches in eine solche Ordnung brachte, daß Er beides nach und nach göttlich machte. Es geschah (also) zu dem Ende, damit das Wort, das über Joseph geschrieben wurde, göttliche Dinge enthielt, somit solche Dinge, die in den Himmeln hochheilig sind, und die für die Engel in den Himmeln passen; denn die Engel befinden sich daselbst im Herrn, weil in der Sphäre des göttlich Wahren, das vom Herrn ausgeht; deshalb werden sie von den göttlichen Dingen, die den Herrn und die Verherrlichung Seines Menschlichen im inneren Sinn des Wortes betreffen, angeregt, und zwar so sehr, daß sie daraus alle Wonne ihrer Weisheit und Einsicht inne werden. 5317. "Und Pharao tat seinen Ring ab von seiner Hand", 1. Mose 41/42, bedeutet das Bestätigungszeichen der Macht, die ihm früher (zustand). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon früher; aus der Bedeutung des Ringes, sofern er ein Bestätigungszeichen ist, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht bezeichnet, wovon Nr. 878, 3091, 3387, 4931-4937, 5296. Hieraus wird klar, daß durch "er tat den Ring ab von seiner Hand" bezeichnet wird, er habe auf die Macht, die er früher hatte, verzichtet, und daß durch "er tat ihn an die Hand Josephs", wie folgt, bezeichnet wird, er habe alle Macht dem Himmlischen des Geistigen abgetreten. Daß der Ring an der Hand das Bestätigungszeichen der Macht ist, kann nicht wohl aus Parallelstellen im Wort erhellen, weil die Ringe an der Hand nirgends genannt werden, außer bei Luk.15/22, wo "der Vater des Sohnes, der alles verschwendet hatte, zu den Knechten sprach: bringet heraus das beste Kleid, und bekleidet ihn, und gebt ihm einen Ring an seine Hand, und Schuhe an seine Füße", wo auch durch Ring bezeichnet wird das Bestätigungszeichen der Macht im Hause, als eines Sohnes, wie früher. Gleichwohl aber wird es klar aus den Gebräuchen, die von alten Zeiten her bei uns bestehen, z.B. aus den Gebräuchen bei Verlöbnissen und bei Trauungen, wie auch bei Einweihungen, wo Ringe an die Hand gegeben werden, durch die ebenfalls eine Bestätigung der Macht bezeichnet wird. Außerdem bedeuten die Siegelringe, die auch an der Hand waren (Jerem.22/24), Zustimmung und Bestätigung; man sehe Nr. 4874. 5318. "Und tat ihn an die Hand Josephs", 1. Mose 41/42, bedeutet, er habe sie dem Himmlischen des Geistigen ganz abgetreten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "einen Ring an die Hand des anderen tun", sofern es ein Bestätigungszeichen ist, daß man die Macht, die man besitzt, dem anderen abtrete: Nr. 5317, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher öfters. 5319. "Und kleidete ihn mit Kleidern von Byssus", 1. Mose 41/42, daß dieses die äußere Bezeichnung des Himmlischen des Geistigen bedeutet, und daß die Kleider Wahrheiten aus dem Göttlichen sind, erhellt aus der Bedeutung der Kleider, sofern sie die Wahrheiten bezeichnen, wovon Nr. 1073, 2576, 4545, 4763, 5248, Daß Kleider von Byssus Wahrheiten aus dem Göttlichen sind, hat den Grund, weil ein Kleid von Byssus sehr hell und zugleich glänzend war, und das Wahre aus dem Göttlichen durch Kleider von solcher Helle und von solchem Glanz vorgebildet wird. Der Grund ist, weil die Helle und der Glanz des Himmels aus dem Licht kommt, das vom Herrn (ausgeht), und das Licht, das vom Herrn, das göttlich Wahre selbst ist: Nr. 1053, 1521-1533, 1619-1632, 2776, 3195, 3222, 3339, 3485, 3636, 3643, 3862, 4415, 4419, 4526, 5219. Als der Herr verwandelt wurde vor Petrus, Jakobus und Johannes, erschienen daher "Seine Kleider wie das Licht": Matth.17/2, "glänzend hell wie der Schnee, wie sie kein Walker auf Erden so weiß machen kann": Mark.9/3, und "blitzend": Luk.9/29. Es war das göttlich Wahre selbst, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn (hervorgeht), und das auf diese Weise vorgebildet wurde. Übrigens sind es die auswendigeren Wahrheiten, die durch die Helle der Kleider in den Himmeln vorgebildet werden, die inwendigeren Wahrheiten aber durch die Helle und den Glanz des Angesichts. Daher kommt es, daß bekleidet werden mit Kleidern von Byssus hier die äußere Bezeichnung ist, nämlich des Wahren, das vom Himmlischen des Geistigen ausgeht; denn dieses war es, in dem damals das Göttliche des Herrn (war). Durch Byssus und durch Kleider von Byssus wird auch anderwärts im Wort das Wahre bezeichnet, das aus dem Göttlichen stammt, so bei Hes.16/10,13: "Gekleidet habe ich dich mit Stickerei, und dich beschuht mit Tachasch (d.i. Dachsfell), und dich begürtet mit Byssus, und dich bedeckt mit Seide. So bist du geschmückt worden mit Gold und Silber, und deine Kleider (waren) Byssus und Seide und Stickerei": hier von Jerusalem, durch welche in diesen Versen die Alte Kirche verstanden wird. Die Wahrheiten jener Kirche werden durch Kleider von Stickerei, Byssus, Seide, und durch Schmuck von Gold und Silber beschrieben. Durch Stickerei werden bezeichnet wißtümliche Wahrheiten, durch Byssus natürliche Wahrheiten, und durch Seide geistige Wahrheiten. Hes.27/7: "Byssus mit Stickerei aus Ägypten war deine Ausspannung (d.i. dein Segel), daß es dir wäre zum Zeichen (Panier); von Blau und Purpur aus den Inseln Elischa war deine Decke": hier von Tyrus, unter dem ebenfalls die Alte Kirche verstanden wird, aber in Ansehung der Erkenntnisse des Guten und Wahren, und durch Byssus mit Stickerei aus Ägypten, wovon ihre Ausspannung (oder Segel war), wird bezeichnet das Wahre aus Wißtümlichem, als äußeres Zeichen oder Bezeichnendes jener Kirche. Joh.Offenb.18/11,12: "Die Kaufleute der Erde werden weinen und klagen über Babylon, daß ihre Ware niemand mehr kauft; die Waren von Gold und Silber und Edelstein und Perlen, und von Byssus und Purpur und Seide, und alles Gefäß von Elfenbein, und alles Gefäß von sehr kostbarem Holz, und von Erz und Eisen und Marmor": hier bedeutet alles und jedes solches, was der Kirche, somit was dem Wahren und Guten angehört; hier aber im entgegengesetzten Sinn, weil es von Babel gesagt wird. Jeder kann sehen, daß solche Dinge in dem vom Himmel herabgekommenen Worte gar nicht aufgezählt würden, wenn nicht etwas Himmlisches im einzelnen läge. Was sollte die Aufzählung von weltlichen Waren, wo von Babel gehandelt wird, durch das die entweihte Kirche bezeichnet wird? Joh.Offenb.18/16: "Wehe, wehe die große Stadt, die gekleidet ist mit Byssus und Purpur und Scharlach, überzogen mit Gold und Edelstein und Perlen". Daß das einzelne hier etwas himmlisch Göttliches bedeutet, wird augenscheinlich klar Joh.Offenb.19/8, wo gesagt wird, was Byssusgewänder seien, nämlich die Gerechtigkeit der Heiligen: "Gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und Sein Weib hat sich bereitet; und es wurde ihr gegeben, bekleidet zu werden mit reinem und glänzendem Byssusgewand; das Byssusgewand bedeutet die Gerechtigkeit der Heiligen": das Byssusgewand bezeichnet die Gerechtigkeit der Heiligen deshalb, weil alle diejenigen, die im Wahren sind aus dem Göttlichen, die Gerechtigkeit des Herrn anziehen, denn ihre Kleider sind helle und glänzend aus dem Licht, das vom Herrn (ausgeht), das Wahre selbst wird deswegen im Himmel vorgebildet durch das Helle: Nr. 3301, 3993, 4007; daher kommt es auch, daß diejenigen, die aus dem Zustand der Verwüstung in den Himmel erhoben werden, weiß gekleidet erscheinen, weil sie alsdann das ausziehen, was der eigenen Gerechtigkeit angehört, und das anziehen, was der Gerechtigkeit des Herrn angehört. Damit das Wahre vom Göttlichen in der jüdischen Kirche vorgebildet werden möchte, wurde befohlen, daß Baumwollstoff oder Byssus sein sollte in den Kleidern Aharons, wie auch in den Vorhängen, die um die Bundeslade her waren, wovon 2. Mose 28/39: "Für Aharon sollst du wirken einen Leibrock von Baumwolle, und sollst machen einen Turban von Baumwolle". 2. Mose 39/27: "Sie machten Leibröcke von Baumwolle, das Werk des Webers, für Aharon und seine Söhne". 2. Mose 26/1; 36/8: "Die Wohnung (oder das Zelt Gottes) sollst du machen aus zehn Umhängen von eingewobener Baumwolle, und von Blau und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach". 2. Mose 27/9,18; 38/9: "Machen sollst du einen Vorhof für die Wohnung; Teppiche sollen sein für den Vorhof aus eingewobener Baumwolle". 2. Mose 38/18: "Das Tuch an dem Tor des Vorhofs, das Werk des Stickers, war von Blau und Purpur und doppelt gefärbtem Scharlach und eingewobener Baumwolle". Baumwolle und Byssus wurde deswegen befohlen, weil das einzelne, was in der Lade und um die Lade her war, wie auch das einzelne an den Kleidern Aharons, geistige und himmlische Dinge vorbildete. Hieraus kann erhellen, wie wenig das Wort verstanden wird, wenn man nicht weiß, was solche Dinge vorbilden, und daß man kaum etwas (versteht), wenn man glaubt, daß nichts anderes Heiliges im Wort sei, als was im Buchstaben steht. Daß die Engel, die im Wahren aus dem Göttlichen sind, wie mit Byssus, d.h. in glänzendem Weiß gekleidet erscheinen, zeigt sich deutlich bei Joh.Offenb.19/13,14, wo vom weißen Pferd die Rede ist: "Der Sitzende auf dem weißen Pferd war gekleidet mit einem blutgefärbten Kleid, und Sein Name heißt das Wort (Gottes); Seine Heere im Himmel folgten Ihm auf weißen Pferden, bekleidet mit weißem und reinem Byssus": hieraus wird augenscheinlich klar, daß Byssus (oder feine Leinwand) die äußere Bezeichnung des Wahren vom Göttlichen ist; denn der Sitzende auf dem weißen Pferd ist der Herr in Ansehung des Wortes. Daß Er das Wort ist, wird hier offenbar gesagt. Das Wort ist das Wahre selbst vom Göttlichen. Daß das weiße Pferd den inneren Sinn des Wortes bezeichnet, sehe man Nr. 2760, 2761, 2762; daher bedeuten die weißen Pferde Wahrheiten aus dem Göttlichen; denn alles, was zum inneren Sinn des Wortes gehört, sind Wahrheiten aus dem Göttlichen; deshalb erschienen auch seine Heere auf weißen Pferden und bekleidet mit weißem und reinem Byssus. 5320. "Und legte eine goldene Kette um seinen Hals", 1. Mose 41/42, bedeutet die Bezeichnung der Verbindung des Inwendigeren mit dem Auswendigeren, bewirkt durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Halses, sofern er den Einfluß, sodann die Gemeinschaft des Oberen mit dem Unteren, oder was gleich, des Inwendigeren mit dem Auswendigeren bezeichnet, wovon Nr. 3542; daher ist die Kette, weil sie den Hals umgibt, die Bezeichnung der Verbindung jener. Die Kette von Gold bedeutet die Verbindung durch das Gute oder bewirkt durch das Gute, weil Gold das Gute ist: Nr. 113, 1551, 1552. Das Zeichen der Verbindung des inwendigeren Wahren mit dem auswendigeren Wahren wird bezeichnet durch eine Kette über der Kehle, bei Hes.16/11: "Geschmückt habe ich dich mit Schmuck, und Spangen gegeben an deine Hände, und eine Kette auf deine Kehle", (d.i. um deinen Hals). 5321. "Und ließ ihn fahren auf dem zweiten Wagen", 1. Mose 41/43, bedeutet die Bezeichnung, daß von ihm alle Lehre des Guten und Wahren (ausgehe). Dies erhellt aus der Bedeutung des Wagens, sofern er die Lehre des Guten und Wahren ist, worüber folgt. "Er ließ ihn fahren auf dem "Wagen", ist daher die Bezeichnung, daß von ihm diese Lehre (ausgehen solle). Dies bezieht sich auf das, was früher von Pharao gesagt wurde: "Du sollst sein über mein Haus, und auf deinen Mund soll küssen all mein Volk, nur um den Thron will ich größer sein als du": 1. Mose 41/40. Daß die Lehre des Guten und Wahren als von ihm ausgehend bezeichnet wird, hat den Grund, weil durch Joseph vorgebildet wird der Herr in Ansehung des geistig Göttlichen: Nr. 3971, 4669, somit in Ansehung des göttlich Wahren aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn: Nr. 4723, 4727, und aus diesem göttlich Wahren stammt das Himmlische des Geistigen. Das Ganze der Lehre des Guten und Wahren stammt von demselben, weil der Herr die Lehre selbst ist, denn das Ganze der Lehre geht von Ihm aus, und das Ganze der Lehre handelt von Ihm. Das Ganze der Lehre handelt nämlich vom Guten der Liebe und vom Wahren des Glaubens; dieses kommt vom Herrn, deshalb ist der Herr nicht bloß darin, sondern er ist auch beides. Hieraus erhellt, daß die Lehre, die vom Guten und Wahren handelt, vom Herrn allein handelt, und daß sie ausgeht aus Seinem Göttlich-Menschlichen. Vom Göttlichen an sich kann durchaus nichts zur Lehre Gehöriges ausgehen, außer durch das Göttlich-Menschliche, d.h. durch das Wort, das im höchsten Sinn das göttlich Wahre vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ist. Was vom Göttlichen Selbst unmittelbar ausgeht, das können nicht einmal die Engel im innersten Himmel begreifen, und zwar deshalb, weil es unendlich ist, und somit alle Fassungskraft, auch die der Engel übersteigt. Dagegen, was vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, das können sie fassen; denn es handelt von Gott als von einem göttlichen Menschen, von dem man sich aus dem Menschlichen eine Vorstellung bilden kann, und eine Vorstellung, die man vom Menschlichen her sich gebildet hat, wird angenommen, sie mag beschaffen sein wie sie will, wenn sie nur aus dem Guten der Unschuld herkommt und im Guten der Liebtätigkeit ist. Das ist es, was verstanden wird durch die Worte des Herrn bei Joh.1/18: "Gott hat niemand je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, derselbe hat es ausgelegt". Joh.5/37: "Weder die Stimme des Vaters habt ihr jemals gehört, noch Seine Gestalt gesehen". Matth.11/27: "Niemand erkennt den Vater als der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren". Wagen werden im Wort an sehr vielen Stellen erwähnt, und fast niemand weiß, daß durch sie in demselben die Lehren des Guten und Wahren bezeichnet werden, wie auch das Wißtümliche, das den Lehren angehört. Der Grund ist, weil nichts Geistiges in die Vorstellung eintritt, sondern bloß das historisch Natürliche wenn ein Wagen genannt wird, wie auch, wenn Pferde, die vor dem Wagen sind, (erwähnt werden), während doch durch Pferde im Wort das Verständige bezeichnet wird: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, und daher durch den Wagen die Lehren und deren Wißtümliches. Daß die Wagen Lehren und auch Wißtümliches der Kirche bezeichnen, konnte ich deutlich erkennen aus den im anderen Leben so oft gesehenen Wagen. Es gibt auch einen Ort zur Rechten um die untere Erde her, wo Wagen und Pferde erscheinen, nebst Ställen, die in einer (bestimmten) Ordnung aufgestellt sind. Hier lustwandeln und besprechen sich die miteinander, die in der Welt Gebildete waren, und die Bildung für den Zweck des Lebens hielten. Solche Dinge erscheinen ihnen von den Engeln in den oberen Himmeln her, denn wenn bei diesen die Rede ist von verständigen Dingen und von Lehrbestimmungen und Kenntnissen, dann erscheinen den Geistern in jener Gegend solche Dinge. Daß solches durch Wagen und Rosse bezeichnet wird, geht sehr deutlich daraus hervor, daß Elias erschien zum Himmel auffahrend mit einem Feuerwagen und mit Feuerrossen, und daß er, wie auch Elisa, der Wagen Israels und seine Reiter genannt wurde; von ihnen heißt es 2.Kön.2/11,12: "Siehe, ein Feuerwagen und Feuerrosse stellten sich ein zwischen ihnen, und es fuhr Elias empor zum Himmel auf im Wirbelwind, und Elisa sah es und rief: Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter", und von Elisa 2.Kön.13/14: "Als Elisa krank war an seiner Krankheit woran er starb, kam zu ihm hinab Joas, der König Israels, und weinte vor seinen Angesichten, und sprach: Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter". Die Ursache, warum sie so genannt wurden, ist, weil durch beide, sowohl Elias als Elisa, der Herr in Ansehung des Wortes vorgebildet wurde (man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, und Nr. 2762, 5247 E). Das Wort selbst ist hauptsächlich die Lehre des Guten und Wahren, denn daher kommt das Ganze der Lehre. Aus ebendemselben Grunde geschah es auch, daß um Elisa her, dem Knaben, dessen Augen Jehovah geöffnet hatte, "der Berg voll Rosse und Wagen von Feuer" erschien: 2.Kön.6/17. Daß der Wagen die Lehre und das Pferd das Verständige bedeutet, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort, so bei Hes.39/20 und Joh.Offenb.19/18: "Gesättigt sollt ihr werden an Meinem Tische mit Roß und Wagen, mit dem Starken und allem Mann des Kriegs; so will Ich Meine Herrlichkeit geben den Völkerschaften (oder Heiden)": hier wird gehandelt von der Zukunft des Herrn. Daß hier durch Roß und Wagen nicht (buchstäblich) Roß und Wagen bezeichnet wird, leuchtet jedem ein, denn mit diesen Dingen kann man am Tisch des Herrn nicht gesättigt werden, sondern mit solchem, was durch Roß und Wagen bezeichnet wird, nämlich mit Verständigem und mit den Lehren des Guten und Wahren. Gleiches wird durch Rosse und Wagen bezeichnet in folgenden Stellen: Ps.68/18: "Die Wagen Gottes sind zwei Myriaden (oder zwanzigmal Tausend) Tausende*), von Friedsamen; der Herr ist unter ihnen, (wie auf) Sinai im Heiligtum". (*) So nach LXX. Vulg.; nach der besseren Lesart heißt es: Tausende der Wiederholung, d.i. tausendmal Tausend. Anm. d. Übers.) Ps.104/2,3: "Jehovah decket Sich mit Licht wie mit einem Kleid, dehnet die Himmel aus wie eine Zeltdecke, täfelt mit Wasser Seine Gemächer, setzet Wolken als seine Wagen, wandelt auf den Flügeln des Windes". Jes.21/6-8: "Weissagung über die Wüste am Meer: So sprach zu mir der Herr: stelle einen Wächter auf, der das beobachte (und) verkündige; da sah er nun Wagen, Paare von Reitern, Wagen mit Eseln, Wagen mit Kamelen, und er achtete darauf mit großem Fleiß; und es rief der Löwe auf der Warte: Herr, ich stehe allezeit am Tage, und auf meiner Warte bin ich gestellt alle Nächte; jetzt aber siehe, Wagen der Männer, Paare von Reitern; und er sprach: Gefallen, gefallen ist Babel" (die meisten Erklärer dieser Stelle übersetzen hier statt Wagen jedesmal Reiterei - Anm.d.Übers.). Jes.66/20: "Dann werden sie herführen alle eure Brüder bei allen Völkerschaften als Gabe dem Jehovah auf Rossen und auf Wagen und auf Sänften und auf Maultieren und auf Rennern (d.i. Dromedaren) zum Berg Meiner Heiligkeit, gen Jerusalem". Jes.66/15: "Siehe, Jehovah wird im Feuer kommen, und wie der Sturmwind Seine Wagen". Hab.3/8: "Hat den Flüssen gezürnt Jehovah? war wider die Flüsse Dein Zorn und wider das Meer Dein Grimm, daß Du reitest auf Deinen Rossen, auf Deinen Wagen zum Sieg?". Sach.6/1-3: "Ich hob meine Augen auf und sah, siehe, da waren vier Wagen, hervorgehend zwischen zwei Bergen; die Berge aber (waren) Berge von Erz; am ersten Wagen (waren) rote Rosse, am zweiten Wagen schwarze Rosse, am dritten Wagen weiße Rosse, und am vierten Wagen scheckige Rosse". Jerem.17/25; 22/4: "Eingehen werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten, sitzend auf dem Throne Davids, reitend auf Wagen und Rossen, sie und ihre Fürsten, die Männer von Jehudah und die Bewohner Jerusalems, und bewohnt wird werden diese Stadt für ewig": die Stadt, die auf ewig wird bewohnt werden, ist nicht Jerusalem, sondern die Kirche des Herrn, die durch Jerusalem bezeichnet wird: Nr. 402, 2117, 3654; die Könige, die durch die Tore jener Stadt eingehen werden, sind nicht Könige, sondern Wahrheiten der Kirche: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068; somit sind Fürsten auch nicht Fürsten, sondern Hauptgrundsätze des Wahren: Nr. 1482, 2089, 5044; die Sitzenden auf dem Thron Davids sind die göttlichen Wahrheiten, die ausgehen vom Herrn: Nr. 5313; die Reitenden auf Wagen und Rossen sind die daraus abgeleiteten Verstandes- und Lehrwahrheiten. Die Wagen werden auch in den historischen Teilen des Wortes oftmals genannt, und weil alles Geschichtliche des Wortes vorbildet, und die Worte solches bedeuten, was im Reich des Herrn und in der Kirche (stattfindet), so bedeuten auch dort die Wagen gleiches. Weil das meiste im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so ist dies auch bei den Wagen der Fall, und in diesem Sinn bedeuten sie die Lehren des Bösen und Falschen, sodann das Wißtümliche, welches dasselbe begründet; wie in folgenden Stellen: Jes.31/1: "Wehe denen, die hinabgehen nach Ägypten um Hilfe, und auf Pferde sich verlassen, und vertrauen auf Wagen, weil deren viel, und auf die Reiter, weil sie so stark sind, aber nicht blicken auf den Heiligen Israels". Jes.37/24: "Durch die Hand deiner Knechte hast du den Herrn gelästert und gesagt: Durch die Menge meiner Wagen bin ich aufgestiegen auf die Höhe der Berge, die Seiten des Libanon, wo ich abhauen werde den hohen Wuchs seiner Zedern, die Auswahl seiner Tannen": hier die prophetische Antwort auf die übermütigen Worte Rabschakes, des Heerführers des Königs von Aschur. Jerem.47/2,3: "Siehe, Wasser kommen herauf von Mitternacht, die werden zu einem überflutenden Strom werden, und überfluten das Land und seine Fülle, die Stadt und die Bewohner in ihr; und heulen wird jeder Einwohner des Landes von dem Getöse des Hufschlags ihrer starken Rosse, vom Rasseln ihrer Wagen, dem Geräusch ihrer Räder". Hes.26/10,11: "Vor der Menge seiner Rosse wird dich bedecken ihr Staub, vor dem Getöse der Reiter und der Räder und der Wagen werden erbeben deine Mauern, wenn er kommt in deine Tore neben den Eingängen der zerrissenen Stadt; durch die Hufe seiner Rosse wird er zertreten alle deine Gassen". Hag.2/22: "Umstoßen will Ich den Thron der Königreiche und verderben die Stärke der Königreiche der Heiden, umkehren auch die Wagen und die darauf fahren, und es werden niedersinken die Rosse und ihre Reiter". Sach.9/10: "Ausrotten werde Ich die Wagen aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, ausrotten den Bogen des Kriegs; dagegen wird Er Frieden predigen den Heiden". Jerem.46/8,9: "Ägypten steigt herauf wie ein Strom, und wie Ströme werden erregt seine Wasser; denn es sprach: ich will hinaufsteigen, das Land bedecken, die Stadt verderben und die Bewohner in ihr; steiget hinauf, ihr Rosse, raset, ihr Wagen". Durch die Rosse und Wagen, womit die Ägypter die Söhne Israels verfolgten, und mit denen Pharao hineindrang in das Meer Suph, wo die Räder der Wagen wegfuhren, und durch mehreres über die Rosse und Wagen, was den größten Teil jener Beschreibung ausmacht: 2. Mose 14/6,7,9,17,23,25,26; 15/4,19, werden bezeichnet Verstandesbegriffe, Lehren und Wißtümliches des Falschen, und daher Vernunftschlüsse, welche die Wahrheiten der Kirche verkehren und auslöschen, und ihr Untergang und Tod wird dort beschrieben. 5322. "Den er hatte", 1. Mose 41/43, bedeutet, die durch das Natürliche (vermittelt wurde), nämlich die Lehre des Guten und Wahren. Dies erhellt aus dem Zusammenhang im inneren Sinn, wie auch aus dem, was Nr. 5313 erklärt worden ist. 5323. "Und sie schrieen vor ihm Abrech", 1. Mose 41/43, bedeutet die Anerkennung durch Glauben und Anbetung. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es ist Anerkennung durch den Glauben, worüber folgt, und aus der Bedeutung von Abrech, sofern es heißt Anbetung; denn Abrech bedeutet in der Grundsprache: beuge die Knie, und Kniebeugung heißt Anbetung. Alle inneren Triebe, die dem Willen und somit der Liebe oder Neigung angehören, und daher auch dem Leben eigen sind, haben äußere, ihnen entsprechende Handlungen oder Gebärden. Diese Handlungen oder Gebärden ergeben sich eben aus der Entsprechung des Auswendigeren mit dem Inwendigeren. Die heilige Furcht und daher die Demut und Anbetung hat die ihr entsprechenden Handlungen oder Gebärden, nämlich die Beugung der Knie, das Niederfallen auf die Knie und auch das Niederwerfen des Körpers bis zur Erde. In diesem Zustand, wenn die Anbetung aus ungeheuchelter Demut, oder wenn die Demut aus ungeheuchelter heiliger Furcht kommt, findet ein Zurücktreten der (Lebens-)Geister statt, daher ein Zusammensinken der Gelenke auf der Grenzscheide oder in der Mitte, wo das Geistige sich mit dem Natürlichen verbindet, somit wo die Knie sind; denn was unten ist, hat Entsprechung mit dem Natürlichen, und was oben, mit dem Geistigen. Daher kommt es, daß die Kniebeugung das vorbildliche Zeichen der Anbetung ist. Bei himmlischen Menschen erfolgt dieser Akt von selbst, bei geistigen aber willkürlich. Vor den Königen hat man ehemals, wenn sie auf dem Wagen fuhren, die Knie gebeugt, aus dem Grund, weil die Könige den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vorbildeten und der Wagen das Wort bedeutete. Dieser Brauch der Anbetung wurde angefangen, als (noch) bekannt war, was vorgebildet wurde, und damals nahmen die Könige die Anbetung nicht für sich selber in Anspruch, sondern für das Königtum selbst, das von ihrer Person getrennt war, wiewohl es ihnen beigegeben war. Das Königtum war ihnen das Gesetz, das, weil es vom göttlich Wahren (stammte), angebetet werden sollte im Könige, sofern er dessen Wächter war. Auf diese Weise schrieb der König sich selbst nichts vom Königtum zu als das Wachen über das Gesetz, und inwieweit er von diesem sich entfernte, insoweit (entfernte er sich) vom Königtum, weil er wußte, daß die Anbetung um eines anderen Grundes als um des Gesetzes willen, d.h. eine andere als die des Gesetzes in ihm, Abgötterei wäre. Daß das Königliche das göttlich Wahre ist, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5044, 5068, mithin ist das Königtum das Gesetz, das an sich das Wahre des Reiches ist, nach dem die Angehörigen desselben leben sollen. Hieraus kann erhellen, daß Abrech oder beuge die Knie die Anbetung bedeutet. Weil das Geschrei ebenfalls ein Akt ist, der dem lebendigen Bekenntnis oder der Anerkennung aus Glauben entspricht, deswegen ist auch bei den Alten der Brauch des Schreiens üblich, wenn dergleichen bezeichnet werden sollte; und deswegen wird im Wort hie und da schreien genannt, wenn vom Bekenntnis und der Anerkennung aus Glauben die Rede ist, so heißt es von Johannes dem Täufer bei Joh.1/15,23: "Er zeugte von Jesu, und schrie, indem er sprach: Dieser war es, von Dem ich gesagt habe: Der nach mir Kommende ist vor mir gewesen, weil Er eher war denn ich; ich bin die Stimme eines Schreienden in der Wüste: machet gerade den Weg des Herrn". Joh.12/13: "Sie nahmen Palmenzweige, und gingen Jesu entgegen, und schrieen: Hosianna, gesegnet sei, Der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels". Luk.19/40: "Jesus sprach zu den Pharisäern: wenn diese schweigen, werden die Steine schreien". Weil schreien die Anerkennung aus Glauben und daher die Aufnahme infolge dieser Anerkennung bedeutete; deswegen heißt es einige Male vom Herrn, daß Er geschrien habe, wie bei Joh.7/28,37; 12/44,45; und auch bei Jes.42/13: "Jehovah wird wie ein Held ausziehen, wie ein Mann der Kriege erwecken den Eifer, Er wird rufen und auch schreien". Daß schreien im entgegengesetzten Sinn die Nichtanerkennung, somit Verschmähung bedeutet, sehe man Nr. 5016, 5018, 5027, und daß es vom Falschen gesagt wird: Nr. 2240. 5324. "Und er ward gesetzt über ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/43, bedeutet seine Gewalt als eine solche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihn setzen über ganz Ägyptenland", sofern es die Herrschaft über beides Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5316; hier aber, daß seine Herrschaft eine solche ist, wie sie im gleich Vorhergehenden beschrieben worden, somit seine Gewalt als eine solche. 5325. "Und Pharao sprach zu Joseph", 1. Mose 41/44, bedeutet ein noch weiteres Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern es das Innewerden des Natürlichen aus dem Himmlischen des Geistigen bezeichnet, wovon Nr. 5315; hier ein weiteres Innewerden, weil es abermals gesagt wird. 5326. "Ich bin Pharao", 1. Mose 41/44, bedeutet, daß von ihm das Natürliche (stamme). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160. Daß durch "ich bin Pharao" bezeichnet wird, daß von ihm das Natürliche stamme oder abhänge, wird aus dem gleich Folgenden klar; denn es wird gesagt: "Ohne dich soll kein Mann seine Hand und seinen Fuß erheben in ganz Ägyptenland", wodurch bezeichnet wird, daß alle Macht von ihm sei in beidem Natürlichen, und weil das, was im Natürlichen ist, unter diesen darauf folgenden Worten verstanden wird, deswegen wird zuerst gesagt: "Ich bin Pharao". Durch die Worte "von diesem stammt das Natürliche", wird ausgedrückt, daß aus dem Himmlischen des Geistigen das Natürliche sei. Damit verhält es sich so: Das Natürliche ist bei dem Menschen, der neu geschaffen, d.h., der wiedergeboren wird, ein ganz anderes, als bei dem, der nicht wiedergeboren wird. Das Natürliche beim Menschen, der nicht wiedergeboren wird, ist alles: daraus denkt der Mensch und daraus wünscht er, nicht aber aus dem Vernünftigen, noch weniger aus dem Geistigen, weil dieses verschlossen ist und zum größten Teil ausgelöscht. Hingegen bei dem Menschen, der wiedergeboren wird, wird das Geistige alles: dieses bestimmt nicht nur das Natürliche zum Denken und zum Wünschen, sondern es macht auch das Natürliche aus, ganz wie die Ursache die Wirkung ausmacht; denn in jeder Wirkung ist nichts Tätiges als die Ursache. Auf diese Weise wird das Natürliche wie das Geistige; denn die natürlichen Dinge die in ihm sind, z.B. das Wissen und die Erkenntnisse, die aus der Naturwelt etwas haben, wirken nichts aus sich; sie pflichten nur bei, daß das Geistige im Natürlichen und durch dasselbe, und somit auf natürliche Weise wirkt; ebenso wie es bei der Wirkung geschieht. In der Wirkung ist mehreres (enthalten) als in der Ursache, aber solches, was nur bewirkt, daß die Ursache in der Wirkung die Wirkung selbst hervorbringen und sich in diesem Grade tatsächlich äußern kann. Aus diesem wenigen kann man sehen, wie es sich mit dem Natürlichen beim Menschen, der neu geschaffen, d.h., der wiedergeboren ist, verhält. Solches wird verstanden durch: von diesem (wird bestimmt) das Natürliche, was bezeichnet wird durch "ich bin Pharao". 5327. "Und ohne dich soll niemand seine Hand erheben", 1. Mose 41/44, bedeutet, vom Himmlischen des Geistigen sei das Ganze der Macht im Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie Macht (oder Kraft) bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5296. "Niemand soll seine Hand erheben ohne dich", heißt daher, daß sie gar keine Macht haben, als von ihm allein, somit daß ihm, nämlich dem Himmlischen des Geistigen, das Ganze der Macht (zukomme). Daß Macht im Geistigen durch die Hand bezeichnet wird, wird im gleich Folgenden gesehen werden. 5328. "Und seinen Fuß", 1. Mose 41/44, bedeutet, das Ganze der Macht im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fußes, sofern er das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952; hier Macht im Natürlichen, denn durch "aufheben den Fuß", wie durch "aufheben die Hand", wird die Macht bezeichnet, aber durch das Aufheben der Hand die Macht im Geistigen und durch das Aufheben des Fußes die Macht im Natürlichen; denn was oberhalb der Füße im Leibe ist, bezieht sich auf geistige Dinge. Dies wird hauptsächlich klar am Größten Menschen oder an den drei Himmeln: Wenn der ganze Himmel als ein Mensch sichtbar vorgestellt wird, dann bildet der inwendigste oder dritte Himmel das Haupt, der mittlere oder zweite Himmel bildet den Leib und der letzte oder erste die Füße. Daß der inwendigste oder dritte Himmel das Haupt bildet, hat den Grund, weil er himmlisch ist, und daß der mittlere oder zweite den Leib bildet, hat den Grund, weil er geistig ist, und daß der letzte oder erste die Füße bildet, hat den Grund, weil er natürlich ist. Deswegen wird durch den Hals, weil er das Vermittelnde ist, der Einfluß und die Gemeinschaft der himmlischen Dinge mit den geistigen bezeichnet, und durch die Knie, weil sie ebenfalls Mittelglieder sind, der Einfluß und die Gemeinschaft der geistigen Dinge mit den natürlichen. Hieraus wird klar, daß durch das Aufheben der Hand die Macht im Geistigen und durch das Aufheben des Fußes die Macht im Natürlichen bezeichnet wird; und darum wird die Macht, die durch die Hand bezeichnet wird, vom Geistigen gesagt, nämlich vom Wahren aus dem Guten: Nr. 3091, 3563, 4931. Unter dem Geistigen wird das im Natürlichen verstanden, was dem Himmelslicht angehört, und unter dem Natürlichen das im Natürlichen, was dem Weltlicht angehört, denn alles jenes wird geistig genannt, und alles dieses natürlich. 5329. "In ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/44, bedeutet in beidem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ganz Ägyptenland, sofern es ist beides Natürliches, wovon Nr. 5276. Solches nun ist es, was die Engel inne werden, wenn der Mensch liest, "Pharao habe seinen Ring von seiner Hand weggetan, und ihn an die Hand Josephs gegeben, und ihn mit Kleidern von Byssus bekleidet, und eine goldene Kette um seinen Hals gelegt, und habe ihn fahren lassen auf dem zweiten Wagen, den er hatte, und man habe vor ihm Abrech geschrieen, indem man ihn über ganz Ägyptenland gesetzt habe"; denn die Engel können die eigentlichen Geschichten gar nicht inne werden, weil sie solche Dinge sind, die der Welt angehören, nicht aber solche, die dem Himmel angehören. Was der Welt angehört, kommt ihnen nicht zur Erscheinung. Weil aber eine Entsprechung aller weltlichen Dinge mit den himmlischen stattfindet, darum werden die Engel Himmlisches inne, wenn die Menschen Weltliches; wenn es nicht so wäre, hätte durchaus kein Engel aus dem Himmel beim Menschen sein können; damit es aber möglich sei, ist das Wort gegeben worden, in dem die Engel das göttlich Heilige inne werden sollen, um es dem Menschen, bei dem sie gegenwärtig sind, mitteilen zu können. 5330. Vers 45: Da nannte Pharao den Namen Josephs Zaphnath Paneach, und gab ihm Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On, zum Weibe; und Joseph ging aus über Ägyptenland. "Da nannte Pharao den Namen Josephs Zaphnath Paneach" bedeutet die damalige Beschaffenheit des Himmlischen des Geistigen; "und gab ihm Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On, zum Weibe" bedeutet die Beschaffenheit der Ehe des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren; "und Joseph ging aus über Ägyptenland" bedeutet, als beides Natürliche sein eigen war. 5331. "Da nannte Pharao den Namen Josephs Zaphnath Paneach", 1. Mose 41/45, bedeutet die damalige Beschaffenheit des Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und von "nennen den Namen", sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 3237, 3421. Zaphnath Paneach bedeutet in seiner Grundsprache Offenbarer von geheimen Dingen und Eröffner von zukünftigen Dingen, und dies bedeutet im himmlischen Sinn das Göttliche in ihm; denn Verborgenes offenbaren und die Zukunft eröffnen ist allein Sache Gottes. Diese Beschaffenheit ist es, was jener Name in sich schließt, und diese Beschaffenheit ist die Beschaffenheit des Himmlischen des Geistigen; denn das Himmlische des Geistigen ist das Gute des Wahren, in dem das Göttliche, oder das unmittelbar vom Göttlichen. Dieses, nämlich das Himmlische des Geistigen, in dem das Göttliche, hatte der Herr allein, als Er in der Welt war, und war das Menschliche, in dem das Göttliche Selbst sein konnte, und das ausgezogen werden konnte, als der Herr alles Menschliche in Ihm göttlich machte. 5332. "Und gab ihm Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On, zum Weibe", 1. Mose 41/45, bedeutet die Beschaffenheit der Ehe des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben zum Weibe, sofern es die Ehe bezeichnet. Daß es die Ehe des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten ist, hat den Grund, weil nichts anderes durch die Ehen im geistigen Sinn verstanden wird, und daher auch nichts anderes durch die Ehen im Wort. Durch die Tochter des Priesters zu On wird das Wahre des Guten bezeichnet, denn die Tochter ist die Neigung zum Wahren und der Priester ist das Gute. Joseph aber ist das Gute des Wahren, in dem das Göttliche, was dasselbe ist wie das Himmlische des Geistigen. Hieraus wird klar, daß die Ehe des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren bezeichnet wird. Die Beschaffenheit dieser Ehe ist es (eigentlich), die bezeichnet wird: diese Beschaffenheit kann aber nicht weiter auseinandergesetzt werden, weil das Eigentümliche, das der Herr in der Welt hatte, nicht begriffen werden kann, nicht einmal von den Engeln; bloß eine schattenhafte Vorstellung läßt sich davon bilden aus solchem, was im Himmel ist, z.B. aus dem Größten Menschen und aus dem Himmlischen des Geistigen, das dort durch den Einfluß des Göttlichen des Herrn (besteht); aber doch ist jene Vorstellung wie ein dichter Schatten im Verhältnis zum Lichte selbst, denn sie ist höchst allgemein, somit beziehungsweise kaum etwas. 5333. "Und Joseph ging aus über Ägyptenland", 1. Mose 41/45, bedeutet, als beides Natürliche Sein eigen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, sofern es hier heißt einfließen; und aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das Natürliche Gemüt ist, wovon früher oft, somit beides Natürliche. Und weil ausgehen bedeutet einfließen, und Ägyptenland beides Natürliche, so wird durch diese Worte nebst den vorhergehenden bezeichnet die Beschaffenheit des Himmlischen des Geistigen, und die Beschaffenheit der Ehe des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten, als das Himmlische des Geistigen durch den Einfluß beides Natürliche sein eigen machte. Was es heißt, das Natürliche sein eigen machen, sehe man Nr. 5326. 5334. Vers 46-49: Und Joseph war dreißig Jahre alt, da er stand vor Pharao, dem König Ägyptens. Und Joseph ging aus von Pharao und zog hin durch ganz Ägyptenland. Und das Land trug in den sieben Jahren des Getreideüberflusses Sammlungen (in vollen Bündeln oder sehr reichlich). Und er sammelte alle Speise der sieben Jahre, die in Ägyptenland waren, und legte Speise in die Städte; die Speise des Feldes der Stadt, was rings um sie her war, legte er in deren Mitte. Und Joseph schüttete Getreide auf wie Sand des Meeres, sehr viel, bis daß er aufhörte zu zählen, weil keine Zahl (hinreichte). "Und Joseph war dreißig Jahre alt" bedeutet den vollen Zustand der Überreste; "da er stand vor Pharao, dem König Ägyptens" bedeutet bei seiner Gegenwart im Natürlichen; "und Joseph ging aus von Pharao" bedeutet, als das Natürliche im allgemeinen sein eigen war; "und zog hin durch ganz Ägyptenland" bedeutet, als er das einzelne dort unterordnete und untertan machte; "und das Land trug in den sieben Jahren des Getreideüberflusses Sammlungen" bedeutet die ersten Zustände, als die Wahrheiten reihenweise vermehrt wurden; "und er sammelte alle Speise der sieben Jahre" bedeutet die Erhaltung des dem Guten beigesellten Wahren, das in den ersten Zeiten vermehrt wurde; "die in Ägyptenland waren" bedeutet das im Natürlichen; "und legte Speise in die Städte" bedeutet, er habe es aufbewahrt im Inwendigeren; "die Speise des Feldes der Stadt" bedeutet was ihm eigen und angemessen war; "was rings um sie her war, legte er in ihre Mitte" bedeutet, was früher im auswendigeren Natürlichen war, verbarg er im Inwendigeren des inwendigeren Natürlichen; "und Joseph schüttete Getreide auf wie Sand des Meeres, sehr viel" bedeutet die Vermehrung des Wahren vom Guten; "bis daß er aufhörte zu zählen, weil keine Zahl (hinreichte)" bedeutet solches, in dem das Himmlische vom Göttlichen (war). 5335. "Und Joseph war dreißig Jahre alt", 1. Mose 41/46, bedeutet den vollen Zustand der Überreste. Dies erhellt aus der Bedeutung von dreißig, sofern es das Volle der Überreste bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 482, 487, 488, 493, 893. Die Zahl Dreißig bedeutet im Wort etwas von Kampf, und bedeutet auch das Volle der Überreste. Daß sie diese doppelte Bedeutung hat, kommt daher, weil sie zusammengesetzt ist aus fünf und sechs, miteinander multipliziert, und auch zusammengesetzt ist aus drei und zehn, ebenfalls miteinander multipliziert. In Beziehung auf fünf, sechsmal genommen, bedeutet sie etwas von Kampf: Nr. 2276, weil fünf "etwas": Nr. 4638, 5291, und sechs Kampf bedeutet: Nr. 649, 720, 737, 900, 1709. Aber in Beziehung auf drei, zehnmal genommen, bedeutet es das Volle der Überreste, weil drei das Volle bedeutet: Nr. 2788, 4495, und zehn die Überreste: Nr. 576, 1906, 2284. Daß eine zusammengesetzte Zahl das gleiche in sich schließt, was die einfachen, aus denen sie besteht: Nr. 5291. Daß die Überreste die mit dem Guten verbundenen Wahrheiten sind, die im Inwendigeren beim Menschen vom Herrn verborgen worden, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 576, 660, 1050, 1738, 1906, 2284, 3135. Die Vollzahl (oder Fülle) der Überreste wird ebenfalls bezeichnet durch dreißig, und ferner durch sechszig, wie auch durch hundert, bei Mark.4/8,20: "Der Samen, der in das gute Land fiel, gab Frucht, die aufstieg und wuchs, und es trug der eine dreißig und der andere sechzig, und der andere hundert": diese drei Zahlen bedeuten alle, weil sie durch Multiplikation aus zehn entstehen, die Fülle der Überreste. Und weil der Mensch nicht eher wiedergeboren, d.h. in geistige Kämpfe, durch welche die Wiedergeburt geschieht, zugelassen werden kann, als wenn er die Überreste in vollem Maß empfangen hat, deswegen wurde festgesetzt, daß die Leviten nicht eher ein Werk im Zelt der Zusammenkunft tun durften, als wenn sie dreißig Jahre erfüllt hatten, ihr Werk oder Geschäft wird auch ein Kriegsdienst genannt; in Beziehung hierauf heißt es 4. Mose 4/2,3: "Nimm die Summe der Söhne Kehats aus der Mitte der Söhne Levis, von dreißig Jahren an und darüber, bis zu fünfzig Jahren, jeden, der zum Kriegsdienst kommt, daß sie tun das Werk im Zelt der Zusammenkunft". Ebenso heißt es von den Söhnen Gersons, und ebenso von den Söhnen Mecaris, 4. Mose 4/22,23,29,30,35,39,43. Das gleiche schließt in sich, daß David, als er dreißig Jahre alt war, zu regieren anfing: 2.Sam.5/4. Aus diesem wird nun klar, warum der Herr nicht früher, als da Er "dreißig Jahre alt war, Sich geoffenbart hat": Luk.3/23; denn alsdann war Er im vollen Maß der Überreste. Aber die Überreste, die der Herr besaß, hatte Er Sich selbst erworben, und gehörten dem Göttlichen an, und durch sie hat Er das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt, und dasselbe göttlich gemacht: Nr. 1906. Von Ihm kommt es auch her, daß dreißig Jahre den vollen Zustand in Ansehung der Überreste bedeuten, und daß die Priester-Leviten ihre Geschäfte antraten, wenn sie dreißig Jahre alt waren, und daß David, weil er den Herrn in Ansehung des Königtums vorbilden sollte, nicht früher zu regieren anfing; denn alles Vorbildliche schreibt sich vom Herrn her, und daher zielt alles Vorbildliche auf den Herrn. 5336. "Da er stand vor Pharao, dem König Ägyptens", 1. Mose 41/46, bedeutet, bei seiner Gegenwart im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "stehen vor jemand", sofern es eine Gegenwart bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, des Königs von Ägypten, sofern er der neue Zustand des Natürlichen oder der neue natürliche Mensch ist, wovon Nr. 5079, 5080, somit das Natürliche, in dem nun das Himmlische des Geistigen, und das nun das Himmlische des Geistigen zu dem seinen gemacht hat, was auch bezeichnet wird durch die nun folgenden Worte: "und Joseph ging aus von Pharao". 5337. "Und Joseph ging aus von Pharao", 1. Mose 41/46, bedeutet, als das Natürliche im allgemeinen sein eigen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausgehen, sofern es ist sein eigen sein, worüber folgt; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen, und Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon oben. Daß ausgehen heißt, ihm gehören oder sein eigen sein, wird klar aus dem was vorhergeht und was folgt, und auch aus dem geistigen Sinn dieses Wortes; denn ausgehen oder hervorgehen heißt in diesem Sinn, sich vor einem anderen gegenwärtig darstellen in einer diesem angemessenen Form, somit eben sich selbst in einer anderen Form. In diesem Sinn wird ausgehen vom Herrn gesagt bei Joh.8/42: "Jesus sprach von sich: Ich bin von Gott ausgegangen und komme". Joh.16/27,28,30: "Der Vater liebt euch, weil ihr Mich geliebt und geglaubt habt, daß Ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wieder verlasse Ich die Welt und gehe zum Vater. Die Jünger sprachen: wir glauben, daß Du von Gott ausgegangen bist". Joh.17/8: "Sie haben erkannt wahrhaftig, daß Ich von Gott ausgegangen bin". Zur Erläuterung, was durch ausgehen oder hervorgehen verstanden werde, mögen Beispiele dienen: Vom Wahren wird gesagt, daß es vom Guten aus- oder hervorgehe, wenn das Wahre die Form des Guten ist, oder wenn das Wahre das Gute in der Form ist, die der Verstand begreifen kann. Vom Verstand kann auch gesagt werden, daß er vom Willen aus- oder hervorgehe, wenn der Verstand der formierte Wille ist, oder wenn er der Wille ist in einer dem inneren Gesicht wahrnehmbaren Form. Ebenso kann vom Denken, das Sache des Verstandes ist, gesagt werden, es gehe aus oder hervor, wenn es Rede wird, und vom Willen, wenn er Handlung wird. Das Denken bekleidet sich mit einer anderen Form, wenn es Rede wird, aber dennoch ist es das Denken, das so aus- oder hervorgeht; denn die Worte und Töne, die angenommen werden, sind eben nur Beigegebenes, das macht, daß das Denken auf angemessene Weise wahrgenommen wird. Ebenso wird der Wille eine andere Form, wenn er Handlung wird, aber dennoch ist es der Wille, der in solcher Form sich darstellt. Die Gebärden und Bewegungen, die angenommen werden, sind eben nur Beigegebenes, das macht, daß der Wille auf angemessene Weise erscheint und anregt. Auch kann vom äußeren Menschen gesagt werden, daß er vom inwendigen aus- oder hervorgehe, sogar substantiell, weil der äußere Mensch nichts anderes ist, als der inwendige, aber so gebildet, daß er auf angemessene Weise in der Welt handelt, in der er ist. Aus diesem kann erhellen, was aus- oder hervorgehen im geistigen Sinn ist; daß nämlich unter aus- oder hervorgehen, wenn es vom Herrn gesagt wird, verstanden wird das Göttliche in der Form des Menschen, somit angemessen dem Innewerden der Gläubigen; beides jedoch ist eins . 5338. "Und zog hin durch ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/46, bedeutet, als er das einzelne dort, nämlich im Natürlichen, unterordnete und untertan machte. Dies erhellt aus der Bedeutung von ganz Ägyptenland, sofern es beides Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Daß hinziehen durch jenes Land, bedeutet, das einzelne im Natürlichen unterordnen und unterwerfen, folgt aus dem, was vorhergeht. 5339. "Und das Land trug in den sieben Jahren des Getreideüberflusses Sammlungen (d.i. sehr reichlich), 1. Mose 41/47, bedeutet die ersten Zustände, als die Wahrheiten reihenweise vermehrt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung der sieben Jahre, sofern sie die ersten Zustände bezeichnen, denn sieben Jahre gingen voraus, in denen ein Überfluß an Getreide war, und sieben Jahre folgten, in denen Hunger war. Daß Jahre Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 482, 487, 488, 493, 893; aus der Bedeutung von Getreideüberfluß, sofern dieser die Vermehrung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5280, 5292; das Land trug, bedeutet diese Vermehrung sei im Natürlichen geschehen, denn das Land ist hier das Natürliche, wie Nr. 5338, und aus der Bedeutung von Sammlungen, sofern es sind Reihen; mit den Reihen, die durch Sammlungen (oder Bündel) bezeichnet werden, verhält es sich so: Beim Menschen, der gebessert wird, werden zuerst allgemeine Wahrheiten eingepflanzt, hernach die besonderen der allgemeinen, und zuletzt die einzelnen der besonderen. Die besonderen werden unter den allgemeinen aufgestellt, und die einzelnen unter den besonderen: Nr. 2384, 3057, 4269, 4325 E, 4329, 4345, 4383, 5208. Diese Aufstellungen oder Ordnungen werden im Worte bezeichnet durch Bündel, hier durch Garben oder Sammlungen, und sind nichts anderes als Reihen, in welche die vermehrten Wahrheiten aufgestellt oder geordnet werden. Diese Reihen bei den Wiedergeborenen verhalten sich gemäß den Ordnungen der Gesellschaften in den Himmeln, aber bei Nichtwiedergeborenen gemäß der Ordnungen der Gesellschaften in den Höllen. Daher ist der Mensch, der im Bösen und dadurch im Falschen ist, eine Hölle in kleinster Form, und der Mensch, der im Guten ist und daher im Wahren, ein Himmel in kleinster Form. Aber von diesen Reihen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle mehr gesagt werden. 5340. "Und er sammelte alle Speise der sieben Jahre", 1. Mose 41/48, bedeutet die Erhaltung des dem Guten beigesellten Wahren, das in den ersten Zeiten vermehrt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, sofern es hier soviel ist, als erhalten; denn er sammelte sie, und legte sie in die Städte und in die Mitte, wodurch bezeichnet wird, daß er (das Wahre) im Inwendigeren verborgen, somit daß er es erhalten habe; denn es kam zur Verwendung in den Hungerjahren. Aus der Bedeutung der Speise, sofern sie alles das ist, womit der inwendige Mensch ernährt wird; daß dieses das Gute und Wahre ist, kann aus der Entsprechung der irdischen Speise, womit der äußere Mensch ernährt wird, mit der geistigen Speise, womit der inwendige ernährt wird, erhellen; diese ist daher das dem Guten beigesellte Wahre, denn dieses ist es, was im Inwendigeren erhalten und verborgen wird. Durch die sieben Jahre werden die ersten Zustände, als die Wahrheiten vermehrt wurden, bezeichnet: Nr. 5339. Hieraus wird klar, daß durch "er sammelte alle Speise der sieben Jahre" bezeichnet wird die Erhaltung des dem Guten beigesellten Wahren, das in den ersten Zeiten vermehrt wurde. Es wird gesagt Erhaltung des dem Guten beigesellten Wahren, weil aber wenige wissen was das dem Guten beigesellte Wahre ist, und noch weniger, wie und wann das Wahre dem Guten beigesellt wird, deshalb muß es gesagt werden: Das Wahre wird verbunden mit dem Guten, wenn der Mensch eine Lust daran empfindet, dem Nächsten um des Wahren und Guten willen, nicht aber um seines Ichs und um der Welt willen Gutes zu tun; wenn der Mensch in dieser Neigung ist, werden die Wahrheiten, die er dann hört oder liest oder denkt, mit dem Guten verbunden, was man auch wahrzunehmen pflegt an der Neigung zum Wahren um jenes Zweckes willen. 5341. "Die in Ägyptenland waren", 1. Mose 41/48, bedeutet, das im Natürlichen (war). Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, somit das Natürliche. 5342. "Und legte Speise in die Städte", 1. Mose 41/48, bedeutet, er habe es aufbewahrt im Inwendigeren, nämlich das dem Guten beigesellte Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von legen hier, sofern es ist aufbewahren; aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das dem Guten beigesellte Wahre ist, wovon Nr. 5340, und aus der Bedeutung der Städte, sofern sie das Inwendigere des natürlichen Gemüts bezeichnen, wovon Nr. 5297. Daß die dem Guten beigesellten Wahrheiten im Inwendigeren des natürlichen Gemüts aufbewahrt und daselbst zum Gebrauch des folgenden Lebens erhalten werden, hauptsächlich zum Gebrauch in den Versuchungen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, ist ein Geheimnis, das heutzutage wenige wissen, darum muß gesagt werden, wie es sich verhält: Durch die sieben Jahre des Überflusses an Getreide werden nämlich die zuerst vermehrten Wahrheiten bezeichnet, und dadurch, daß in den Städten und in der Mitte Frucht aufbewahrt wurde, wird bezeichnet, daß jene dem Guten beigesellten Wahrheiten im Inwendigeren des Menschen aufbewahrt wurden, und durch die sieben Hungerjahre und durch den Unterhalt, den dann die gesammelten Vorräte gewährten, wird der Zustand der Wiedergeburt durch die dem Guten beigesellten Wahrheiten, die im Inwendigeren verborgen worden waren, bezeichnet. Das Geheimnis ist folgendes: Der Mensch wird von der ersten Kindheit an bis zum ersten Knabenalter vom Herrn in den Himmel eingeführt, und zwar unter himmlische Engel, durch die er im Stand der Unschuld gehalten wird. Daß in diesem Stand die Kinder bis zum Beginn des Knabenalters sind, ist bekannt. Wenn das Knabenalter anfängt, dann legt er nach und nach den Stand der Unschuld ab, aber dennoch wird er im Stand der Liebtätigkeit durch die Neigung zur Liebtätigkeit gegen seinesgleichen gehalten, und dieser Zustand dauert bei vielen fort bis zum Jünglingsalter; alsdann ist er unter geistigen Engeln. Weil er dann anfängt, aus sich zu denken und danach zu handeln, kann er nicht mehr in der Liebtätigkeit gehalten werden wie früher, denn er ruft dann das Erbböse hervor, von dem er sich leiten läßt. Wenn dieser Zustand kommt, dann wird das Gute der Liebtätigkeit und der Unschuld, das er früher empfangen hatte, in dem Grade, als er Böses denkt und es durchs Tun bestärkt, verdrängt, aber dennoch wird es nicht (ganz) verdrängt, sondern gegen das Inwendigere zu vom Herrn gebracht, und dort verborgen. Weil er aber die Wahrheiten noch nicht weiß, darum ist das Gute der Unschuld und Liebtätigkeit, das er in jenen zwei Zuständen empfangen hatte, noch nicht geeigenschaftet (quotificata), denn die Wahrheiten geben dem Guten die Eigenschaft, und das Gute gibt den Wahrheiten das Wesen. Deswegen wird er von jenem Alter an durch Belehrungen und hauptsächlich durch eigenes Nachdenken und die daraus hervorgehenden Begründungen mit Wahrheiten ausgestattet. In dem Maße nun, als er dann in der Neigung zum Guten ist, werden die Wahrheiten dem Guten bei ihm vom Herrn verbunden, Nr. 4340, und zu Nutzzwecken aufbewahrt. Dieser Zustand ist es, der durch die sieben Jahre des Getreideüberflusses bezeichnet wird. Jene dem Guten beigesellten Wahrheiten sind es, die im eigentlichen Sinn Überreste genannt werden. In dem Maß nun, als der Mensch sich wiedergebären läßt, dienen die Überreste zum Gebrauch, denn so viel derselben werden vom Herrn hervorgeholt und ins Natürliche zurückgebracht, damit die Entsprechung des Auswendigeren mit dem Inwendigeren oder des Natürlichen mit dem Geistigen hergestellt werde. Dies geschieht in dem Zustand, der durch die sieben Hungerjahre bezeichnet wird; dies ist das Geheimnis. Der Mensch der Kirche glaubt heutzutage, daß er, wie immer auch sein Leben beschaffen sein möge, dennoch aus Gnaden in den Himmel aufgenommen werde und dort der ewigen Seligkeit teilhaftig werden könne, denn er meint, es sei bloß eine Zulassung; aber er täuscht sich sehr, denn niemand kann in den Himmel zugelassen und aufgenommen werden, wenn er kein geistiges Leben empfangen hat, und niemand kann ein geistiges Leben empfangen, wenn er nicht wiedergeboren wird, und niemand kann wiedergeboren werden außer durch das Gute des Lebens, das verbunden ist mit dem Wahren der Lehre; dadurch wird ihm geistiges Leben (zuteil). Daß niemand in den Himmel kommen kann wenn er nicht ein geistiges Leben durch Wiedergeburt empfangen hat, sagt der Herr offenbar bei Joh.3/3: "Wahrlich, wahrlich Ich sage dir, wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen"; und gleich hernach: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir, wenn jemand nicht geboren wird aus dem Wasser und Geist, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen": Joh.3/5. Das Wasser ist das Wahre der Lehre: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, und der Geist ist das Gute des Lebens. Durch die Taufe kommt niemand hinein, sondern die Taufe ist (nur) das Wahrzeichen (Symbol) der Wiedergeburt, an die der Mensch der Kirche sich (durch jenes Symbol) erinnern soll. 5343. "Die Speise des Feldes der Stadt", 1. Mose 41/48, bedeutet das ihm Eigene und Angemessene, nämlich Wahre, das dem Guten beigesellt ist im Inwendigeren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, sofern sie die dem Guten beigesellten Wahrheiten bezeichnet, wovon Nr. 5340, 5342. Die Wahrheiten, die dem Inwendigeren eigen und angemessen sind, werden durch die Speise des Feldes der Stadt bezeichnet, aus dem Grund, weil das Feld zur Stadt gehörte und ihre Umgebung ausmachte. Das, was die Umgebung ausmacht, bedeutet im inneren Sinn das Angemessene und Eigene, deswegen heißt es auch gleich darauf: "was um sie her war, legte er in die Mitte derselben". Daß das, was die Umgebung ausmacht, das Eigene und Angemessene bedeutet, kommt daher, weil alle mit dem Guten verknüpften Wahrheiten in Reihen geordnet sind, und solche Reihen sind gleichsam in der Mitte oder im Innersten eines jeden. So ist das Wahre mit dem Guten verbunden, und rings um diese Mitte oder dieses Innerste sind die ihm eigenen und angemessenen Wahrheiten, und so in der Ordnung bis zum Äußersten, wo es verschwindet. Die Reihen selbst sind auch untereinander ebenso geordnet, sie wechseln aber gemäß den Zustandsveränderungen. Daß solche Ordnungen der mit dem Guten verknüpften Wahrheiten stattfinden, pflegt sogar für das Auge im anderen Leben dargestellt zu werden; denn im Himmelslicht, worin die Einsicht und Weisheit ist, kann solches sichtbar gezeigt werden, nicht aber im Weltlicht, auch nicht im Himmelslicht bei einem Menschen, bei dem das Inwendigere nicht aufgeschlossen ist; aber dennoch kann es von ihm durch eine vernünftige Anschauung anerkannt, und so vernunftmäßig aus dem Himmelslicht gesehen werden. Diese Ordnungen leiten ihren Ursprung her von den Ordnungen der Engelsgesellschaften im Himmel; denn wie diese geordnet sind, so sind auch die Reihen der dem Guten verknüpften Wahrheiten bei den Wiedergeborenen geordnet, denn mit jenen stehen diese in Entsprechung. 5344. "Was rings um sie her war, legte er in ihre Mitte", 1. Mose 41/48, bedeutet, was früher im auswendigeren Natürlichen verbarg er im Inwendigeren des inwendigeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ringsumher, sofern es das ist, was außerhalb, somit was im auswendigeren Natürlichen ist, und aus der Bedeutung der Mitte, sofern sie das ist, was innerhalb; wovon Nr. 1074, 2940, 2973, somit was im inwendigeren Natürlichen. Daß "in deren oder der Stadt Mitte" bedeutet, im Inwendigeren des inwendigeren Natürlichen, hat den Grund, weil durch die Stadt das Inwendigere bezeichnet wird, Nr. 5297, 5342. Das Inwendigere des inwendigeren Natürlichen ist dasjenige in ihm, was Geistiges genannt wird, und Geistiges daselbst ist, was vom Licht des Himmels kommt, durch welches dasjenige in ihm, was vom Licht der Welt kommt, erleuchtet wird, das eigentlich das Natürliche heißt. Geistiges daselbst ist, was den Engelgesellschaften in zweiten Himmel entspricht; mit diesem Himmel steht der Mensch in Verbindung durch die Überreste. Dieser Himmel ist es, der geöffnet wird, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und dieser Himmel ist es, der verschlossen wird, wenn der Mensch sich nicht wiedergebären läßt, denn die Überreste oder das im Inwendigeren verborgene Wahre und Gute sind nichts anderes als Entsprechungen mit den Gesellschaften jenes Himmels. 5345. "Und Joseph schüttete Getreide auf wie Sand des Meeres, sehr viel". 1. Mose 41/49, bedeutet die Vermehrung des Wahren vom Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufschütten, sofern es hier ist vermehren; aus der Bedeutung von Getreide, sofern es das Wahre im Willen und Tun bezeichnet, wovon Nr. 5295; wenn dessen Vermehrung dem Sand des Meeres verglichen wird, so bedeutet es, daß es aus dem Guten sei, hier aus dem Guten des Himmlischen des Geistigen durch den Einfluß; denn das Wahre im Inwendigeren wird von nirgends anderswoher als aus dem Guten vermehrt. Die Vermehrung des nicht aus dem Guten kommenden Wahren ist keine Vermehrung des Wahren, weil es kein Wahres ist, mag es immerhin in der äußeren Form als wahr erscheinen, es ist ein Schattenbild, in dem kein Leben. Weil es tot ist, so kommt es dem Wahren nicht nahe, denn wenn das Wahre wahr sein soll im Menschen, muß es vom Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn leben, und wenn es so lebt, dann kann von ihm Vermehrung im geistigen Sinn ausgesagt werden. Daß die Vermehrung des Wahren nur aus dem Guten stattfindet, kann daraus erhellen, daß nichts vermehrt werden kann, als aus dem, das einer Ehe gleicht: Das Wahre kann mit nichts anderem eine Ehe eingehen als mit dem Guten; wenn mit etwas anderem, ist es keine Ehe, sondern Ehebruch. Was daher aus der Ehe vermehrt wird, das ist rechtmäßig, somit wahr, was aber aus dem Ehebruch, ist nicht rechtmäßig, sondern unecht, somit nicht wahr. 5346. "Bis daß er aufhörte zu zählen, weil keine Zahl (hinreichte)", 1. Mose 41/49, bedeutet solches, in dem das Himmlische vom Göttlichen (war). Dies kann daraus erhellen, daß das Wahre, in dem das Himmlische vom Göttlichen, unbegrenzt ist, somit ohne Zahl. Ein solches Wahre hatte allein der Herr, als Er in der Welt war, Der durch Joseph hier vorgebildet wird, und von Dessen Natürlichem (und zwar) von der Verherrlichung desselben im höchsten Sinn hier gehandelt wird. 5347. Vers 50-52: Und dem Joseph wurden geboren zwei Söhne, ehe denn das Jahr des Hungers kam, die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On. Und Joseph nannte den Namen des Erstgeborenen Menasche (genannt Manasse), denn Gott (sprach er), hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit und des ganzen Hauses meines Vaters. Und den Namen des zweiten nannte er Ephraim; denn Gott hat mich Frucht bringen lassen im Lande meiner Trübsal. "Und dem Joseph wurden geboren zwei Söhne" bedeutet, daher (stamme) das Gute und Wahre; "ehe denn das Jahr des Hungers kam" bedeutet das durch das Natürliche; "die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On" bedeutet das aus der Ehe; "und Joseph nannte den Namen des Erstgeborenen Menasche" bedeutet das neue Wollen im Natürlichen, und seine Beschaffenheit; "denn Gott, sprach er, hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit" bedeutet Entfernung nach den Versuchungen; "und des ganzen Hauses meines Vaters" bedeutet die Entfernung des Erbbösen; "und den Namen des zweiten nannte er Ephraim" bedeutet das neue Verständige im Natürlichen und seine Beschaffenheit; "denn Gott hat mich Frucht bringen lassen" bedeutet daher die Vermehrung des Wahren aus dem Guten; "im Lande meiner Trübsal" bedeutet, wo er Versuchungen erduldete. 5348. "Und dem Joseph wurden geboren zwei Söhne", 1. Mose 41/50, bedeutet, daher (stamme) das Gute und Wahre, nämlich aus dem Einfluß des Himmlischen des Geistigen in das Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von geboren werden, sofern es ist wiedergeboren werden, somit die Geburt des Wahren aus dem Guten, oder des Glaubens durch die Liebtätigkeit, wovon Nr. 4070, 4668, 5160. Daß die Geburten, die im Wort vorkommen, geistige Geburten sind, sehe man Nr. 1145, 1255, 1330, 3263, 3279, 3860, 3866; und aus der Bedeutung der Söhne, hier des Menasche (oder Manasse) und des Ephraim, sofern sie das Gute und Wahre bezeichnen, wovon gleich unten; denn durch Menasche wird das Wollen (oder der Wille) des neuen Natürlichen bezeichnet, und durch Ephraim sein Verständiges (d.h. sein Verstand), oder was dasselbe, durch Menasche wird das Gute des neuen Natürlichen bezeichnet, weil das Gute gesagt wird aus dem Willen, und durch Ephraim sein Wahres, weil das Wahre gesagt wird aus dem Verständigen. Auch sonst, wo gelesen wird, es seien zwei Söhne geboren worden, wird durch den einen das Gute und durch den anderen das Wahre bezeichnet, wie durch Esau und Jakob; daß durch Esau das Gute bezeichnet werde, sehe man Nr. 3302, 3322, 3494, 3504, 3576, 3599; daß durch Jakob das Wahre, Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576. Ebenso durch die zwei Söhne Jehudahs, von der Thamar, Perez und Serach: Nr. 4927, 4928, 4929; so hier durch Menasche und Ephraim; von der Geburt dieser wird nun hier gehandelt, weil im gleich Vorhergehenden vom Einfluß des Himmlischen des Geistigen ins Natürliche die Rede war, und daher von der Wiedergeburt des letzteren, das einzig geschieht durch das Gute und Wahre. 5349. "Ehe denn das Jahr des Hungers kam", 1. Mose 41/50, bedeutet, das durch das Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ehe das Jahr des Hungers", sofern es heißt: solange der Zustand der Vermehrung des Wahren vom Guten noch währte, welcher Zustand durch die Jahre des Getreideüberflusses bezeichnet wird, und somit vor dem Zustand der Verödung, der durch die Hungerjahre bezeichnet wird. Weil im früheren Zustand das Wahre durch das Gute im Natürlichen vermehrt und so dem Himmlischen des Geistigen das Gute und Wahre durch das Natürliche geboren wurde, deswegen wird durch jene Worte diese Folge bezeichnet. 5350. "Die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On", 1. Mose 41/50, bedeutet, das aus der Ehe. Dies kann aus dem erhellen, was Nr. 5332 gesagt wurde. 5351. "Und Joseph nannte den Namen des Erstgeborenen Menasche", 1. Mose 41/51, bedeutet, das neue Wollen im Natürlichen und seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches im Wort, sofern er das geistig Gute im Natürlichen bezeichnet, somit das neue Wollen, worüber folgt. Dieser Name schließt auch die eigentliche Beschaffenheit jenes Guten oder jenes neuen Willens in sich. Daß der Name diese Beschaffenheit in sich schließt, kann aus den Namen erhellen, die auch anderen beigelegt worden sind, und zugleich in Ansehung ihrer Beschaffenheit erklärt werden, wie z.B. der Name Menasche mit folgenden Worten: "Denn Gott hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit, und des ganzen Hauses meines Vaters"; so wird auch die Beschaffenheit beschrieben, die durch Menasche bezeichnet wird. Außerdem wird, wenn es heißt, er nannte den Namen, auch bezeichnet, daß der Name selbst die Beschaffenheit enthalte; denn der Name und das Nennen des Namens bedeutet die Beschaffenheit, man sehe Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421. Daß der Erstgeborene, der Menasche genannt wurde, das geistig Gute im Natürlichen oder das neue Wollen in demselben bedeutet, hat den Grund, weil das Gute in Wirklichkeit das Erstgeborene ist in der Kirche oder beim Menschen, der eine Kirche wird. Das Wahre dagegen ist nicht das Erstgeborene, aber dennoch scheint es, als ob es sei; man sehe Nr. 352, 367, 2435, 3325, 3494, 4925, 4926, 4928, 4930; was auch daraus erhellen kann, daß beim Menschen der Wille vorangeht; denn das Wollen des Menschen ist das Erste seines Lebens, und sein Verstehen folgt danach und schließt sich seinem Wollen gemäß an. Was aus dem Willen hervorgeht, das wird gut genannt bei denjenigen, die ein neues Wollen durch die Wiedergeburt vom Herrn empfangen haben, aber böse bei denjenigen, die es nicht empfangen wollten. Was aber aus dem Verständigen hervorgeht, das wird wahr genannt bei den Wiedergeborenen, aber falsch bei den Nichtwiedergeborenen. Weil aber das Wollen des Menschen nur durch das Verständige für den Sinn wahrnehmbar erscheint, (denn) der Verstand ist der Wille in Gestalt oder der für den Sinn gestaltete Wille, deshalb meint man, das Wahre, das vom Verständigen ausgeht, sei das Erstgeborene, während doch dieses nur Schein ist aus dem angegebenen Grund. Daher kommt es, daß man vormals darüber gestritten hat, ob das Wahre, das Sache des Glaubens ist, das Erstgeborene der Kirche sei, oder ob das Gute, das Sache der Liebtätigkeit. Die, welche nach dem Schein geschlossen haben, sagten, das Wahre sei es; die aber nicht nach dem Schein, erkannten an, daß es das Gute sei. Daher kommt es auch, daß man heutzutage den Glauben zum Ersten und eigentlich Wesentlichen der Kirche macht, die Liebtätigkeit aber zum Zweiten und Nichtwesentlichen. Übrigens ist man noch tiefer als die Alten in den Irrtum hineingeraten dadurch, daß man die Behauptung aufstellt, der Glaube mache allein selig. Durch den Glauben wird in der Kirche verstanden alles Wahre der Lehre, durch die Liebtätigkeit aber alles Gute des Lebens. Die Liebtätigkeit und deren Werke nennt man zwar Früchte des Glaubens; wer glaubt aber, daß diese Früchte etwas zur Seligkeit beitragen, wenn man glaubt, der Mensch werde selig durch den Glauben in der letzten Lebensstunde, möge er gelebt haben, wie er wolle, und noch mehr, wenn man durch die Lehre die Werke, die der Liebtätigkeit angehören, vom Glauben trennt, indem man sagt, daß allein der Glaube selig mache ohne die guten Werke, oder daß die Werke, die dem Leben angehören, nichts zur Seligkeit beitragen? Ach, was ist das für ein Glaube, und ach, was ist das für eine Kirche, wenn man den toten Glauben anbetet, und den lebendigen Glauben verwirft, während doch der Glaube ohne Liebtätigkeit wie ein Leib ohne Seele ist. Daß ein Leib ohne Seele aus den Augen entfernt und weggeworfen wird wegen des Leichengeruches, ist bekannt, ebenso auch der Glaube ohne Liebtätigkeit im anderen Leben. Alle sind in der Hölle, die im sogenannten Glauben ohne Liebtätigkeit waren, alle aber sind im Himmel, die in der Liebtätigkeit waren; denn sein Leben wartet auf einen jeden, die Lehre aber nicht weiter, als sie vom Leben in sich hat. Daß durch Menasche der neue Wille im Natürlichen bezeichnet wird, oder was gleich ist, das geistig Gute in demselben, kann nicht so deutlich aus dem Wort erhellen, wie, daß durch Ephraim das neue Verständige im Natürlichen oder das geistig Wahre daselbst verstanden wird; aber doch kann man auf Menasche den Schluß machen aus Ephraim; denn wo im Wort zwei so erwähnt werden, wird durch den einen das Gute und durch den anderen das Wahre bezeichnet. Deshalb wird durch Menasche das geistig Gute im Natürlichen, das dem neuen Willen angehört, bezeichnet, wie man im gleich Folgenden, wo von Ephraim die Rede ist, sehen wird. 5352. "Denn Gott hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit", 1. Mose 41/51, bedeutet die Entfernung nach den Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vergessen, sofern es ein Entfernen bezeichnet, wovon Nr. 5170, 5278; und aus der Bedeutung der Arbeit, sofern sie dem Kampf angehört, somit Versuchungen; daher kommt es, daß durch "Gott hat mich vergessen lassen all meiner Arbeit" bezeichnet wird die Entfernung nach den Versuchungen, nämlich die Entfernung des Bösen, welches Schmerz verursachte. Daß dieses bezeichnet wird, erhellt auch aus dem, was von Joseph im Lande Kanaan bei seinen Brüdern und was in Ägypten erwähnt wird: im Lande Kanaan, daß er in eine Grube geworfen und verkauft wurde, in Ägypten, daß er diente und im Gefängnis mehrere Jahre lang behalten wurde. Daß dadurch Versuchungen bezeichnet wurden, ist früher gezeigt worden; und daß dieses es ist, was unter der Arbeit verstanden wird, ist klar. 5353. "Und des ganzen Hauses meines Vaters", 1. Mose 41/51, bedeutet die Entfernung des Erbbösen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Vaterhauses, sofern es hier das Erbböse bezeichnet, denn durch Haus wird im inneren Sinn der Mensch bezeichnet, und zwar entweder sein vernünftiges oder sein natürliches Gemüt, insbesondere aber das Wollen in demselben; folglich das Gute oder das Böse, weil dieses vom Willen gesagt wird; man sehe Nr. 710, 2233, 2234, 3128, 4973, 4982, 5023, und weil es so ist, wird durch das Haus des Vaters hier das Erbböse bezeichnet. Was für eine Beschaffenheit durch Menasche bezeichnet wird, ist in diesen und den gleich vorhergehenden Worten enthalten: Menasche bedeutet in der Grundsprache das Vergessen, somit im inneren Sinn die Entfernung, nämlich des Bösen, sowohl des wirklichen als des angeerbten, denn wenn dieses entfernt ist, dann entsteht ein neuer Wille; denn das neue Wollen entsteht durch den Einfluß des Guten vom Herrn. Der Einfluß des Guten vom Herrn findet fortwährend beim Menschen statt, aber das Böse, sowohl das wirkliche als das angeerbte, ist es, was dessen Aufnahme hemmt und hindert. Deshalb entsteht, wenn jenes entfernt ist, ein neuer Wille. Daß er alsdann entsteht, wird augenscheinlich klar bei denen, die in Unglücksfällen, Nöten und in Krankheiten sich befinden: weil in diesen die Triebe der Selbst- und Weltliebe, von denen alles Böse herkommt, entfernt werden, denkt der Mensch gut von Gott und vom Nächsten, und will auch diesem wohl. Ebenso in den Versuchungen, die geistige Schmerzen und daher inwendigere Nöte und Verzweiflungen sind. Durch diese vornehmlich wird das Böse entfernt, und wenn dieses entfernt ist, fließt das himmlisch Gute vom Herrn ein, daher (kommt) der neue Wille im Natürlichen, welcher durch Menasche im vorbildlichen Sinn bezeichnet wird. 5354. "Und den Namen des zweiten nannte er Ephraim", 1. Mose 41/52, bedeutet das neue Verständige im Natürlichen und seine Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, und des Nennens des Namens, sofern es die Beschaffenheit bezeichnet, wovon Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, sofern er das Verständige im Natürlichen ist, worüber im Folgenden. Was das neue Verständige, und was der neue Wille ist, das durch Ephraim und Menasche bezeichnet wird, muß zuerst gesagt werden. In der Kirche ist zwar bekannt, daß der Mensch von neuem geboren, d.h. wiedergeboren werden muß, um ins Reich Gottes eingehen zu können; dies ist bekannt, weil es der Herr mit deutlichen Worten gesagt hat bei Joh.3/3,5; was es aber heißt, von neuem geboren werden, ist dennoch wenigen bekannt. Der Grund ist, weil wenige wissen, was gut und böse ist. Daß man nicht weiß, was gut und böse, kommt daher, weil man nicht weiß, was Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist. Würde man diese kennen, so würde man auch wissen, was gut, und aus dem Guten, was böse ist, denn alles das ist gut, was aus ungeheuchelter Liebtätigkeit gegen den Nächsten kommt; aber in diesem Guten kann niemand aus sich selber sein, denn es ist das Himmlische selbst, das vom Herrn einfließt. Dieses Himmlische fließt immerfort ein, aber das Böse und Falsche hindert, so daß es nicht kann aufgenommen werden. Wenn es daher aufgenommen werden soll, so ist notwendig, daß der Mensch das Böse, und soweit er kann, auch das Falsche entfernt, und sich so zur Aufnahme des Einflusses geschickt macht. Wann der Mensch nach Entfernung des Bösen den Einfluß aufnimmt, dann empfängt er einen neuen Willen und einen neuen Verstand. Aus dem neuen Willen fühlt er eine Lust darin, dem Nächsten wohlzutun aus keiner selbstischen Absicht, und aus dem neuen Verstand empfindet er eine Lust im Lernen, was das Gute und Wahre sei um dessen selbst und um des Lebens willen. Weil dieser neue Verstand und dieser neue Wille durch den Einfluß vom Herrn entsteht, deswegen anerkennt und glaubt der Wiedergeborene, daß das Gute und Wahre, wovon er angeregt wird, nicht aus ihm selber, sondern aus dem Herrn ist, daß ferner alles, was aus ihm selber oder aus dem Eigenen, nur böse ist. Hieraus wird klar, was es heißt, von neuem geboren werden, sodann, was der neue Wille und das neue Verständige ist. Aber die Wiedergeburt, durch die das neue Verständige und das neue Wollen (entsteht), geschieht nicht in einem Augenblick, sondern sie geschieht von der ersten Kindheit an bis zum Ende des Lebens, und nachher im anderen Leben in Ewigkeit, und zwar durch göttliche Mittel, die unzählig und unaussprechlich sind, denn der Mensch aus sich ist nichts als Böses, das immerfort wie aus einem Ofen herausqualmt, und immerfort das entstehende Gute zu ersticken sucht. Die Entfernung eines solchen Bösen und die Einwurzelung des Guten an dessen Statt kann nur geschehen durch den ganzen Lebenslauf und durch göttliche Mittel, die unzählig und unaussprechlich sind. Von diesen Mitteln sind kaum etliche bekannt zu dieser Zeit, aus dem Grund, weil der Mensch sich nicht wiedergebären läßt, und nicht glaubt, daß die Wiedergeburt etwas ist, weil er kein Leben nach dem Tode glaubt. Der Gang der Wiedergeburt, der Unaussprechliches enthält, macht größtenteils die Engelsweisheit aus, und ist von der Art, daß er von keinem Engel in Ewigkeit ganz ergründet werden kann, daher kommt es, daß im inneren Sinn des Wortes von ihm hauptsächlich gehandelt wird. Daß Ephraim das neue Verständige im Natürlichen ist, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort, hauptsächlich bei dem Propheten Hosea, der viel von Ephraim handelt, bei dem Folgendes: Hos.5/3,5,9,11-13: "Ich kenne Ephraim, und Israel ist mir nicht verborgen, daß du immerdar gehuret hast, Ephraim, und daß Israel befleckt worden ist. Israel und Ephraim werden verfallen durch ihre Missetat, verfallen wird auch Jehudah mit ihnen. Ephraim wird zur Öde werden, am Tage des Scheltens. Und Ich bin wie eine Motte dem Ephraim, und ein Wurmfraß dem Hause Jehudahs. Und Ephraim sah seine Krankheit, und Jehudah seine Wunde, aber Ephraim ging zum Assyrer, und schickte zum König Jareb, und dieser konnte euch nicht heilen". Hos.7/1,11,12f: "Wenn Ich Israel heilete, dann offenbarte sich die Missetat Ephraims, und die Übel Samarias, weil sie mit Lügen umgingen; und es kommt der Dieb, und draußen verbreitet sich ihre Rotte. Und Ephraim war wie eine törichte Taube ohne Herz, Ägypten riefen sie herbei nach Assyrien gingen sie; wenn sie hingehen werden, will Ich Mein Netz ausbreiten über sie". Hos.8/8,9: "Verschlungen ist Israel; nun werden sie sein unter den Heiden wie ein Gefäß, nach dem kein Begehr ist; dieweil sie hinaufgegangen sind nach Assyrien, (wie) ein einsamer Waldesel; Ephraim verschafft sich um Hurenlohn Liebhaber". Hos.9/3: "Israel soll nicht wohnen im Lande Jehovahs, sondern zurückkehren wird Ephraim nach Ägypten, und in Assyrien werden sie Unreines essen". Hos.12/1,2: "Umgeben haben Mich mit Lüge Ephraim, und mit Betrug das Haus Israels; aber Jehudah herrschet noch getreu mit Gott und mit den Heiligen; Ephraim weidet sich mit Wind, und geht dem Ost nach, an jedem Tage mehret es Lüge und Verwüstung, sie schließen einen Bund mit dem Assyrer, und Öl wird nach Ägypten gebracht". Außerdem ist noch mehrmals von Ephraim die Rede bei Hos.4/16-18; 7/8,9; 9/8,11,15,16; 10/6,11; 11/3,8,9; 12/9,15; 13/1,12; 14/9; in allen diesen Stellen wird unter Ephraim verstanden das Verständige der Kirche, durch Israel ihr Geistiges und durch Jehudah das Himmlische ebenderselben; und weil das Verständige der Kirche durch Ephraim bezeichnet wird, darum heißt es oft von Ephraim, er gehe weg nach Ägypten und nach Assyrien; denn durch Ägypten wird das Wißtümliche bezeichnet und durch Assyrien die Vernunftschlüsse aus demselben. Jenes und diese werden vom Verständigen gesagt. Daß Ägypten das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 2588, 3325, 4749, 4964, 4966, und daß Aschur oder Assyrien die Vernunft und Vernünftelei ist: Nr. 119, 1186. Ebenso wird in den folgenden Stellen durch Ephraim das Verständige der Kirche bezeichnet: Sach.9/9,10,13: "Frohlocke sehr, du Tochter Zions, schalle laut, du Tochter Jerusalems, siehe, dein König kommt zu dir; ausrotten will Ich den Wagen aus Ephraim, und das Roß aus Jerusalem; und ausrotten will ich den Bogen des Kriegs, dagegen wird er vom Frieden reden mit den Heiden; und sein Herrschen wird sein vom Meer bis zum Meer, und vom Flusse bis zu den Grenzen des Landes. Spannen werde Ich Mir Jehudah, mit Bogen füllen Ephraim, und werde erwecken deine Söhne, Zion, mit deinen Söhnen, Javan": hier von der Zukunft des Herrn und der Kirche der Heiden; ausrotten den Wagen aus Ephraim und das Roß aus Jerusalem, bedeutet alles Verständige der Kirche; mit Bogen füllen Ephraim, bedeutet einen neuen Verstand geben, daß der Wagen die Lehre ist, sehe man Nr. 5321, daß Roß das Verständige: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, und daß der Bogen ebenfalls die Lehre: Nr. 2685, 2686, 2709; denn die Lehre hängt vom Verständigen ab; denn wie sie verstanden wird, so glaubt man. Das Verständnis der Lehre macht die Beschaffenheit des Glaubens. Daher werden die Söhne Ephraims auch Bogenschützen genannt bei Ps.78/9: "Die Söhne Ephraims, die bewaffnete Bogenschützen sind, haben sich abgewandt am Tag der Schlacht". Hes.37/16,17,19: "Sohn des Menschen, nimm dir ein Holz, und schreibe darauf: für Jehudah und die Söhne Israels, seine Genossen; hernach nimm ein Holz, und schreibe darauf: für Joseph, Holz Ephraims und des ganzen Hauses Israels, seiner Genossen; hernach verbinde sie, eines mit dem anderen in ein Holz, daß eins seien beide in Meiner Hand; siehe, Ich will nehmen das Holz Josephs, das in den Händen Ephraims und der Stämme Israels, seiner Genossen, und will geben sie, die darauf stehen, hinzutun zu dem Holze Jehudahs, und will sie machen zu einem Holz, daß sie eins seien in Meiner Hand": auch hier wird durch Jehudah verstanden das Himmlische der Kirche, durch Israel ihr Geistiges, und durch Ephraim das Verständige derselben, die eins werden sollen durch das Gute der Liebtätigkeit, was dadurch bezeichnet wird, daß aus beiden ein Holz werden soll. Daß das Holz das Gute ist, das der Liebtätigkeit und daher den Werken angehört, sehe man Nr. 1110, 2784, 2812, 3720, 4943. Jerem.31/6,9: "Ein Tag wird kommen, da werden die Hüter vom Berge Ephraims rufen: Stehet auf, laßt uns hinaufgehen gen Zion zu Jehovah, unserem Gott; Ich will Israel zum Vater sein, und Ephraim ist Mein Erstgeborener". Jerem.31/18,20: "Ich habe es wohl gehört, wie Ephraim klagt: Gezüchtigt hast Du mich, und ich bin gezüchtigt, wie ein ungezähmtes Kalb; bekehre Du mich, daß ich bekehrt werde; ist nicht Ephraim Mein teurer Sohn? Ist er nicht das Kind Meiner Ergötzungen; denn nachdem Ich gegen ihn geredet habe, will Ich auch wiederum seiner gedenken". Jerem.50/19: "Wiederbringen will Ich Israel zu seiner Wohnung, daß es weide auf Karmel und Basan, und auf dem Berge Ephraims und in Gilead gesättigt werde seine Seele". Jes.28/1: "Wehe der Krone des Stolzes, den Trunkenen Ephraims, und der abfallenden Blüte und der Herrlichkeit seiner Zierde, die (da ist) auf dem Haupt des Tals der Fetten, die berauscht sind vom Wein". Auch in diesen Stellen wird durch Ephraim das Verständige der Kirche bezeichnet. Das Verständige der Kirche ist die Einsicht bei den Menschen der Kirche in Ansehung des Wahren und Guten, d.h. in betreff der Lehren des Glaubens und der Liebtätigkeit, somit die Kenntnis, der Begriff und die Vorstellung davon. Das Wahre selbst ist das Geistige der Kirche und das Gute ist ihr Himmlisches; aber das Wahre und Gute wird anders verstanden bei dem einen als bei dem anderen. Welcherart nun das Verständnis des Wahren ist, solcherart ist das Wahre bei einem jeden. Ebenso verhält es sich mit dem Verständnis des Guten. Was das Willensleben der Kirche ist, das durch Menasche bezeichnet wird, kann man aus dem Verständigen, das Ephraim ist, erkennen. Das Willensleben der Kirche verhält sich wie ihr Verständiges, so daß es nämlich bei einem jeden verschieden ist. Menasche (Manasse) bedeutet ein solches Willensleben bei Jes.9/18-20: "Durch den Grimm Jehovahs Zebaoth ist das Land verfinstert, und sein Volk ist wie die Speise des Feuers. Der Bruder schont seinen Bruder nicht, ein jeder verzehrt das Fleisch seines Armes; Menasche den Ephraim, und Ephraim den Menasche und beide miteinander sind gegen Jehudah": ein jeder verzehrt das Fleisch seines Armes, Menasche den Ephraim, und Ephraim den Menasche, bedeutet das Wollen des Menschen der Kirche wird sein gegen sein Verstehen, und das Verstehen gegen sein Wollen. Ps.60/8,9: "Gott hat geredet in seiner Heiligkeit; (darum) will Ich frohlocken; teilen will Ich Sichem und das Tal Sukkoth abmessen, Mein ist Gilead, und Mein Menasche, und Ephraim die Stärke Meines Hauptes". Ps.80/2,3: "Hirte Israels, neige Dein Ohr, Der Du Joseph leitest wie eine Herde, der Du sitzest auf Cherubim, erscheine vor Ephraim und Benjamin und Menasche, erwecke Deine Macht": auch hier bedeutet Ephraim das Verständige der Kirche und Menasche das Wollen derselben. Das gleiche erhellt auch aus dem Segen Ephraims und Menasches von Jakob vor seinem Tod, wovon 1. Mose Kapitel 48; wie auch daraus, daß Jakob den Ephraim an Rubens Statt, und den Menasche an Schimeons Statt annahm: 1. Mose 48/3,5; denn durch Ruben wurde das Verständige der Kirche oder der Glaube im Verständnis und in der Lehre vorgebildet: Nr. 3861, 3866, und durch Schimeon der Glaube im Tun oder der Gehorsam und der Wille, das Wahre zu tun, aus dem und durch den die Liebtätigkeit (hervorgeht), somit das Wahre im Tun, welches das Gute des neuen Willens ist: Nr. 3869, 3870, 3871, 3872. Der Grund, warum Jakob, damals Israel, den Ephraim vor Menasche segnete, indem er die rechte Hand auf jenen und die linke auf diesen legte: 1. Mose 48/13-20, war derselbe, wie bei Jakob, als er die Erstgeburt Esaus auf sich überleitete; und der gleiche Grund fand statt bei den Söhnen Jehudahs von der Thamar, Perez und Serach, daß (nämlich) Serach, welcher der Erstgeborene war, dennoch nach Perez herauskam: 1. Mose 38/28-30; der Grund lag darin, daß das Glaubenswahre, das dem Verständigen angehört, scheinbar an erster Stelle ist, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und dann das Gute der Liebtätigkeit, das dem Willen angehört, scheinbar an zweiter Stelle, während doch das Gute tatsächlich an erster ist, und ganz deutlich, wenn der Mensch wiedergeboren, worüber man sehe: Nr. 3324, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4243, 4244, 4247, 4337, 4925, 4926, 4928, 4930, 4977. 5355. "Denn Gott hat mich Frucht bringen lassen", 1. Mose 41/52, bedeutet, die Vermehrung des Wahren aus dem Guten (stamme daher). Dies erhellt aus der Bedeutung von Frucht bringen lassen, sofern es die Vermehrung, nämlich des Wahren aus dem Guten bezeichnet, denn Befruchtung wird gesagt infolge des Guten, und Vermehrung vom Wahren: Nr. 43, 55, 913, 983, 1940, 2846, 2847; Ephraim erhielt daher in der Grundsprache seinen Namen vom Fruchtbarwerden, und sein Eigentümliches ist in den Worten enthalten: "Denn Gott hat mich Frucht bringen lassen im Lande meiner Trübsal". Das Eigentümliche ist, daß das Wahre aus dem Guten im Natürlichen vermehrt wurde nach den Versuchungen, die er daselbst erduldet hat. Was die Vermehrung des Wahren vom Guten sei, soll mit wenigem gesagt werden: Wenn der Mensch im Guten ist, d.h. in der Liebe gegen den Nächsten, dann ist er auch in der Liebe zum Wahren. Inwieweit er in diesem Guten ist, insoweit wird er vom Wahren angeregt, denn das Gute ist im Wahren, wie die Seele in ihrem Leib. Wie daher das Gute das Wahre vermehrt, so pflanzt es sich fort, und wenn es das Gute echter Liebtätigkeit ist, so pflanzt es sich im Wahren und durch das Wahre fort ins Unendliche, denn es gibt kein Ende, weder fürs Gute, noch fürs Wahre. Das Unendliche ist im allem und jedem, weil alles und jedes aus dem Unendlichen stammt; gleichwohl aber kann jenes Endlose (indefinitum) schlechterdings nie das Unendliche (infinitum) erreichen, weil das Endliche in keinem Verhältnis steht zum Unendlichen. In der Kirche gibt es heutzutage selten eine Vermehrung des Wahren, aus dem Grunde, weil heutzutage kein Gutes der echten Liebtätigkeit vorhanden ist. Man glaubt, es sei genug, wenn man die Lehrsätze des Glaubens weiß, die der Kirche angehören, in der man geboren ist, und dieselben durch Verschiedenes begründet. Hingegen wer im Guten der echten Liebtätigkeit ist, und daher in der Neigung zum Wahren, begnügt sich nicht damit, sondern er will aus dem Wort darüber erleuchtet werden, was das Wahre sei, und es sehen, ehe er es begründet. Er sieht es auch aus dem Guten, denn die Wahrnehmung des Wahren stammt aus dem Guten; der Herr nämlich ist im Guten und verleiht die Wahrnehmung; wenn daher ein solcher das Wahre empfängt, dann wächst es ins Endlose. Es verhält sich damit, wie mit einem Samenkörnchen, das zu einem Baum wächst und wieder Samenkörner hervorbringt, und diese einen Garten, usf. 5356. "Im Lande meiner Trübsal", 1. Mose 41/52, bedeutet, wo er Versuchungen erduldete. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenland, sofern es das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; und aus der Bedeutung der Trübsal, sofern sie die Versuchung ist, wovon Nr. 1846. Hieraus wird klar, daß durch "im Land meiner Trübsal" bezeichnet wird: im Natürlichen, wo er Versuchungen erduldete, mithin, daß in diesem das Wahre aus dem Guten vermehrt worden sei, weil jenes Fruchtbarwerden oder die Vermehrung des Wahren aus dem Guten hauptsächlich durch Versuchungen bewirkt wird, deswegen wurde so gesagt. Daß jenes Fruchtbarwerden hauptsächlich durch Versuchungen bewirkt wird, hat folgende Gründe: 1. Die Versuchungen entfernen die Triebe der Selbst- und Weltliebe, somit das Böse. Ist dieses entfernt, so fließt die Neigung zum Guten und Wahren vom Herrn ein, man sehe Nr. 5354. 2. Die Versuchungen geben dem Gefühl für das Gute und Wahre sein eigentümliches Wesen durch das Entgegengesetzte, das die bösen Geister alsdann einflößen. Aus den wahrgenommenen Gegensätzen merkt man die gegenseitigen Verhältnisse (comperantur relativa), aus denen alle Eigentümlichkeit (sich ergibt), denn niemand weiß, was gut ist, wenn er nicht weiß, was nicht gut ist, auch nicht was wahr ist, wenn er nicht weiß, was nicht wahr. 3. Die Versuchungen bestärken das Gute und Wahre, denn alsdann kämpft der Mensch gegen das Böse und Falsche, und dadurch daß er siegt, kommt er in eine kräftigere Bejahung. 4. Durch die Versuchungen wird das Böse und Falsche bezähmt, so daß es nicht mehr hervorzutreten wagt. So wird das Böse mit dem Falschen auf die Seiten geworfen, und dort hängt es, aber schlaff, abwärts. Das Gute aber und das Wahre befindet sich in der Mitte, und gemäß dem Eifer der Neigung hebt es sich empor, somit himmelwärts zum Herrn, von Dem die Erhebung. 5357. Vers 53-57: Und es wurden vollendet die sieben Jahre des Getreideüberflusses, welcher war in Ägyptenland. Und es fingen an die sieben Jahre des Hungers zu kommen, wie Joseph gesagt hatte; und es war Hunger in allen Ländern; aber in ganz Ägyptenland war Brot. Und Hunger litt auch ganz Ägyptenland; da schrie das Volk zu Pharao um Brot, und Pharao sprach zu ganz Ägypten: gehet zu Joseph, was er euch sagt, das tut. Und der Hunger war im ganzen Umfang des Landes, und Joseph tat alle (Speicher) auf, in denen (Getreide) war, und verkaufte an Ägypten; und der Hunger war stark in Ägyptenland. Und alle Länder kamen gen Ägypten, (Getreide) zu kaufen, bei Joseph, weil der Hunger stark war in allen Landen. "Und es wurden vollendet die sieben Jahre des Getreideüberflusses" bedeutet nach den Zuständen der Vermehrung des Wahren; "welcher war in Ägyptenland" bedeutet im Natürlichen; "und es fingen an die sieben Jahre des Hungers zu kommen" bedeutet die folgenden Zustände der Verödung; "wie Joseph gesagt hatte" bedeutet, wie es vom Himmlischen des Geistigen vorhergesehen war; "und es war Hunger in allen Ländern" bedeutet Verödung überall im Natürlichen; "aber in ganz Ägyptenland war Brot" bedeutet die Überreste infolge der Vermehrung der Wahrheiten aus dem Guten; "und Hunger litt auch ganz Ägyptenland" bedeutet Verödung in beidem Natürlichen; "da schrie das Volk zu Pharao um Brot" bedeutet das Bedürfnis nach dem Guten für das Wahre; "und Pharao sprach zu ganz Ägypten" bedeutet Wahrnehmung; "gehet zu Joseph" bedeutet, daß es aus dem Himmlischen des Geistigen (komme); "was er euch sagt, das tut" bedeutet, wenn nur Gehorsam da sei; "und der Hunger war im ganzen Umfang des Landes" bedeutet Verödung bis zur Verzweiflung; "und Joseph tat alle (Speicher) auf, in denen (Getreide) war" bedeutet Mitteilung aus den Überresten; "und verkaufte an Ägypten" bedeutet die Aneignung; "und der Hunger war stark in Ägyptenland" bedeutet die zunehmende Schwere; "und alle Länder kamen gen Ägypten" bedeutet, daß Gutes und Wahres zusammengebracht wurde in das Wißtümliche, das der Kirche angehört; "(Getreide) zu kaufen" bedeutet Aneignung daher; "bei Joseph" bedeutet wo das Himmlische des Geistigen; "weil der Hunger stark war in allen Landen" bedeutet überall, ausgenommen dort, sei Verödung im Natürlichen. 5358. "Und es wurden vollendet die sieben Jahre des Getreideüberflusses", 1. Mose 41/53, bedeutet, nach den Zuständen der Vermehrung des Wahren. Dies erhellt aus dem, was oben Nr. 5276, 5292, 5339 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5359. "Welcher war in Ägyptenland", 1. Mose 41/53, bedeutet, im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägyptenland, sofern es das Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5080, 5095, 5276, 5278, 5280, 5288. 5360. "Und es fingen an die sieben Jahre des Hungers zu kommen", 1. Mose 41/54, bedeutet die folgenden Zustände der Verödung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, sofern sie Zustände sind, wovon Nr. 482, 487, 488, 493, 893; und aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel der Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet, wovon Nr. 1460, 3364, mithin Verödung. Daß der Hunger jener Mangel oder die Verödung ist, kommt daher, weil die himmlische und geistige Speise nichts anderes ist als das Gute und Wahre; dieses ist es, womit die Engel und Geister sich nähren, und wonach sie im Hunger hungern und im Durst dürsten; deshalb entsprechen auch jenen Speisen die materiellen Speisen, z.B. das Brot der himmlischen Liebe, der Wein der geistigen Liebe, und außerdem alles und jedes, was dem Brot oder der Speise und dem Wein oder dem Trank angehört. Wenn daher solches mangelt, dann ist Hunger da, und wird im Wort Verödung und Verwüstung genannt. Verödung, wenn die Wahrheiten mangeln, und Verwüstung, wenn das Gute mangelt. An vielen Stellen im Wort wird von dieser Verödung und Verwüstung gehandelt, und daselbst beschrieben als eine Verödung des Landes, der Königreiche, Städte, Völkerschaften, Völker, und wird auch Vernichtung, Vertilgung, Vollendung, Wüste, Leere genannt, und jener Zustand selbst wird der große Tag Jehovahs, der Tag Seines Grimmes und Seiner Rache, der Tag der Finsternis und des Dunkels, der Wolke und der Dunkelheit, der Tag der Heimsuchung genannt, auch der Tag, wo die Erde untergehen wird, somit der letzte Tag und der Tag des Gerichts. Und weil man den inneren Sinn des Wortes nicht verstand, meinte man bisher, es sei ein Tag, wo die Erde untergehen, und daß dann erst die Auferstehung und das Gericht erfolgen werde, ohne zu wissen, daß durch Tag dort der Zustand und durch Erde die Kirche bezeichnet wird, somit durch den Tag, wo die Erde zugrunde gehen wird, ein Zustand, wo die Kirche untergehen wird. Deshalb ist im Wort, wenn von diesem Untergang die Rede ist, auch von einer neuen Erde die Rede, durch die eine neue Kirche verstanden wird. Über die neue Erde und den neuen Himmel sehe man Nr. 1733, 1850, 2118 E, 3355 E, 4535. Jener letzte Zustand der Kirche, der dem Zustand der neuen Kirche vorangeht, wird im Wort durchgängig durch Verwüstung und Verödung verstanden und beschrieben. Durch Verödung und Verwüstung wird im Wort auch der Zustand beschrieben, welcher der Wiedergeburt des Menschen vorangeht, und dieser Zustand wird hier durch die sieben Hungerjahre bezeichnet. 5361. "Wie Joseph gesagt hatte", 1. Mose 41/54, bedeutet, wie es vom Himmlischen des Geistigen vorhergesehen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfters im Vorhergehenden. Wenn es daher vom Herrn gesagt wird, der hier Joseph ist, so heißt es innewerden aus Sich, somit vorhersagen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon Nr. 5249, 5307, 5331, 5332. 5362. "Und es war Hunger in allen Ländern", 1. Mose 41/54, bedeutet Verödung überall im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er die Verödung bezeichnet, wovon Nr. 5360; und aus der Bedeutung von allen Ländern, sofern es soviel ist als überall im Natürlichen. Daß Land das natürliche Gemüt, somit das Natürliche bezeichnet, sehe man Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 5363. "Aber in ganz Ägyptenland war Brot", 1. Mose 41/54, bedeutet die Überreste infolge der Vermehrung der Wahrheiten aus dem Guten. Dies erhellt daraus, daß unter dem Brot in ganz Ägyptenland das Getreide verstanden wird, das in den sieben Jahren des Getreideüberflusses gesammelt und in den Städten aufbewahrt worden war, und daß durch dieses die im Inwendigeren des natürlichen Gemütes verborgenen Überreste bezeichnet worden sind, wurde oben mehrmals gesagt und gezeigt. Daher werden durch "Brot in ganz Ägyptenland" die Überreste von den Wahrheiten bezeichnet, die aus dem Guten vermehrt waren. Daß hier durch das Brot in Ägyptenland die Überreste bezeichnet werden, geht auch daraus hervor, daß die Hungerjahre bereits anfingen, in denen Ägyptenland ebenso Hunger litt, wie die übrigen Länder, nur daß sie Vorräte hatten, welche die übrigen Länder nicht hatten, daher nun auch folgt: "und Hunger litt ganz Ägyptenland". 5364. "Und Hunger litt (auch) ganz Ägyptenland", 1. Mose 41/55, bedeutet Verödung in beidem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er die Verödung bezeichnet, wovon Nr. 5360, 5362; und aus der Bedeutung des ganzen Landes, sofern es soviel ist als beides Natürliche, wovon Nr. 5276. 5365. "Da schrie das Volk zu Pharao um Brot", 1. Mose 41/55, bedeutet das Bedürfnis nach dem Guten für das Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, sofern es die Sache des Wehklagenden, Trauernden, somit des Bedürftigen ist; aus der Bedeutung des Volkes, sofern es das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist, wovon Nr. 5079, 5080, 5095, 5160; und aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Himmlische der Liebe ist, somit das Gute, wovon Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976. Hieraus folgt, daß durch das Schreien des Volkes zu Pharao um Brot das Bedürfnis nach dem Guten für das Wahre im Natürlichen bezeichnet wird. Dieser Sinn scheint zwar dem historischen Buchstabensinn ferne zu liegen, wenn jedoch diejenigen, die im inneren Sinn sich befinden, unter schreien, unter Volk, unter Pharao und unter Brot nichts anderes verstehen, als was gesagt wurde, so folgt, daß jener Sinn sich daraus ergibt. Wie es sich mit dem Bedürfnis nach dem Guten für das Wahre verhält, soll (ebenfalls) gesagt werden: Das Wahre bedarf des Guten, und das Gute bedarf des Wahren, und wenn das Wahre ein Bedürfnis hat nach dem Guten, so wird das Wahre mit dem Guten verbunden, und wenn das Gute ein Bedürfnis hat nach dem Wahren, so wird das Gute mit dem Wahren verbunden; denn die gegenseitige Verbindung des Guten und Wahren, nämlich des Wahren mit dem Guten und des Guten mit dem Wahren, ist die himmlische Ehe. In den ersten Zeiten, wenn der Mensch wiedergeboren wird, wird das Wahre vermehrt, nicht aber ebenso das Gute, und weil das Wahre alsdann das Gute nicht hat, mit dem es verbunden werden soll, darum wird das Wahre einwärts gezogen und im Inwendigeren des Natürlichen aufbewahrt, um daraus hervorgerufen zu werden gemäß dem Wachstum des Guten. In diesem Zustand hat das Wahre ein Bedürfnis nach dem Guten, und es findet auch gemäß dem Einfluß des Guten ins Natürliche eine Verbindung des Wahren mit dem Guten statt. Aber dennoch entsteht aus dieser Verbindung keine Befruchtung: wenn aber der Mensch wiedergeboren ist, dann wächst das Gute, und wie es wächst, hat es ein Bedürfnis nach dem Wahren, und verschafft sich auch das Wahre, um sich mit demselben zu verbinden. Daher die Verbindung des Guten mit dem Wahren: wenn dies geschieht, dann wird das Wahre aus dem Guten und das Gute aus dem Wahren befruchtet. Daß es so geschieht, ist durchaus unbekannt in der Welt, aber ganz bekannt im Himmel. Wenn aber in der Welt bekannt wäre, nicht nur durch das Wissen, sondern auch durchs Innewerden, was himmlische Liebe ist oder Liebe zum Herrn, und was geistige Liebe oder Liebtätigkeit gegen den Nächsten, so wäre auch bekannt, was das Gute ist, denn alles Gute gehört jenen Liebestrieben an; und überdies wäre bekannt, daß das Gute ein Verlangen hat nach dem Wahren, und das Wahre nach dem Guten, und daß sie dem Verlangen und dessen Beschaffenheit gemäß verbunden werden. Es würde dies daraus klar werden, daß, wenn man ans Wahre denkt, sich zugleich das ihm beigesellte Gute darstellt, und wenn das Gute erweckt wird, sich zugleich das ihm beigesellte Wahre darstellt, beides mit einer Neigung, einem Verlangen, einem Lustreiz oder einem andächtigen Seufzer; und hieraus würde die Beschaffenheit der Neigung erkannt werden. Weil man aber aus keinem inwendigen Gefühl oder Innewerden weiß, was gut ist, so kann dergleichen auch nicht zur Erkenntnis kommen, denn was man nicht weiß, das versteht man nicht, wenn es auch vorkommt; und weil man nicht weiß, was das geistig Gute ist, nämlich die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, darum wird auch in der Welt hauptsächlich unter den Gebildeten darüber gestritten, was das höchste Gute sei, und kaum irgendeiner hat gesagt, daß es die Lust, Befriedigung, Wonne und Seligkeit sei, die aus der wechselseitigen Liebe ohne einen selbstsüchtigen und weltlichen Zweck empfunden wird, und die den Himmel selbst ausmacht. Hieraus wird auch klar, daß man heutzutage in der Welt gar nicht weiß, was das geistig Gute ist, und noch weniger, daß das Gute und Wahre miteinander eine Ehe bilden, und daß in dieser der Himmel ist; und daß die in ihr sind, in der Weisheit und Einsicht sind, und daß sie Wonnen und Seligkeiten (fausta et felicia) haben mit endloser und unaussprechlicher Mannigfaltigkeit, von denen die Welt nicht einmal eine einzige weiß, daher auch nicht anerkennt und nicht glaubt, daß es eine (solche Ehe) gibt, während sie doch der Himmel selbst und die himmlische Freude selbst ist, von der die Kirche so viel redet. 5366. "Und Pharao sprach zu ganz Ägypten", 1. Mose 41/55, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2061, 2080, 2862, 3509, 3395, aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche im allgemeinen ist, wovon Nr. 5160, und aus der Bedeutung von ganz Ägypten, sofern es beides Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5364. Hieraus wird klar, daß durch "Pharao sprach zu ganz Ägypten" bezeichnet wird die Wahrnehmung in beidem Natürlichen, im allgemeinen und im besonderen. 5367. "Gehet zu Joseph", 1. Mose 41/55, bedeutet, daß es aus dem Himmlischen des Geistigen (herkomme). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher oft. Gehen zu ihm bedeutet, daß es von ihm (herkomme), nämlich das Gute für das Wahre, das durch Brot bezeichnet wird, um welches das Volk zu Pharao schrie: Nr. 5365. 5368. "Was er euch sagt, das tut", 1. Mose 41/55, bedeutet, wenn nur Gehorsam da ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, was einer sagt, sofern es ist gehorchen; durch dieses wird bezeichnet, daß das Gute dem Wahren im Natürlichen beigesellt werde, wenn nur das Natürliche sich anschließt und gehorcht. Vom Anschluß und Gehorsam des Natürlichen soll auch etwas gesagt werden: Die, welche bloß in weltlichen und mehr, die in leiblichen, und noch mehr, die in irdischen Dingen befangen sind, können nicht begreifen, was es heißt, daß das Natürliche sich anschließen und gehorchen müsse, sie meinen, daß eben nur ein einziges sei, das im Menschen wirke, und daß nicht ein anderes da sei, das in ihm befiehlt, und ein anderes, das gehorcht, während doch der inwendige Mensch es ist, der befehlen, und der äußere, der gehorchen muß, und dann auch gehorcht, wenn er nicht die Welt, sondern den Himmel, nicht sich selbst, sondern den Nächsten zum Zweck hat, folglich wenn er leibliche und weltliche Dinge als Mittel, nicht aber als Zweck ansieht. Und dann sieht er sie als Mittel und nicht als Zweck an, wenn er den Nächsten mehr liebt als sich selbst, und das, was dem Himmel angehört, mehr als das, was der Welt. Wenn es so ist, dann gehorcht das Natürliche; das Natürliche ist dasselbe, was der äußere Mensch ist. 5369. "Und der Hunger war im ganzen Umfang des Landes", 1. Mose 41/56, bedeutet, als die Verödung bis zur Verzweiflung (gestiegen war). Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er die Verödung ist, wovon Nr. 5360, 5362, 5364, und aus der Bedeutung des Landes, sofern es das Natürliche ist. Wenn es heißt, daß im ganzen Umfang des Landes der Hunger sei, so wird die Verzweiflung bezeichnet, weil dann überall Verödung (eintritt); denn der höchste und äußerste Grad der Verödung ist die Verzweiflung: Nr. 5279, 5280. 5370. "Und Joseph tat alle (Speicher) auf, in denen (Getreide) war", 1. Mose 41/56, bedeutet die Mitteilung aus den Überresten. Dies erhellt aus der Bedeutung von auftun, sofern es hier ist mitteilen. Alles, worin sich etwas befindet, sind die Getreidemagazine, durch die, wie oben einige Male gesagt wurde, Überreste bezeichnet wurden. Daß die Überreste das im Inwendigeren vom Herrn verborgene Gute und Wahre sind, sehe man Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 661, 798, 1050, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342, 5344. 5371. "Und verkaufte an Ägypten", 1. Mose 41/56, bedeutet die Aneignung. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, sofern es ist, einem etwas zu eigen geben, denn was verkauft wird, wird das Eigentum dessen, der kauft. Daß verkaufen und kaufen Aneignung bedeutet, wird man Nr. 5374 sehen. 5372. "Und der Hunger ward stark in Ägyptenland", 1. Mose 41/56, bedeutet die zunehmende Schwere, nämlich der Verödung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Hunger und Ägyptenland, sofern es die Verödung im Natürlichen bezeichnet, deren zunehmende Schwere dadurch bezeichnet wird, daß er stark wurde. 5373. "Und alle Länder kamen gen Ägypten", 1. Mose 41/57, bedeutet, daß Gutes und Wahres zusammengebracht wurde in das Wißtümliche, das der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes. Die Bedeutung von Land im Wort ist verschieden: im allgemeinen bezeichnet es die Kirche, daher auch das, was der Kirche angehört, nämlich Gutes und Wahres; und weil es die Kirche bedeutet, so bedeutet es auch den Menschen der Kirche, denn derselbe ist die Kirche im besonderen. Und weil es den Menschen der Kirche bedeutet, so bedeutet es das, was Mensch ist in ihm, nämlich das Gemüt. Daher kommt es, daß durch Ägyptenland oben hie und da, das natürliche Gemüt bezeichnet wurde; hier aber wird nicht Ägyptenland gemeint, sondern Land im allgemeinen, mithin das, was der Kirche angehört, und das ist Gutes und Wahres. Daß die Bedeutung von Land verschieden ist, sehe man Nr. 620, 636, 2571; daß es im allgemeinen die Kirche bedeutet: Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 2928, 3355, 3404, 4447, 4535. Daß durch "alle Länder kamen gen Ägypten" bezeichnet wird, Gutes und Wahres sei zusammengebracht worden in das Wißtümliche, erhellt aus der Bedeutung von Ägypten im eigentlichen Sinn, sofern es die Wissenschaft, mithin das Wißtümliche bezeichnet, man sehe Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, und daß das Wißtümliche, das durch Ägypten im guten Sinn bezeichnet wird, das Wißtümliche der Kirche ist: Nr. 4749, 4964, 4966. Daß dies der innere Sinn dieser Worte sei, wird nicht nur klar aus der Bedeutung der Worte, nämlich des Landes, wenn nicht Ägyptenland gemeint wird, und auch Ägyptens im eigentlichen Sinn, ferner weil in der Mehrzahl gesprochen wird, nämlich: alle Länder kamen, sondern auch aus dem Zusammenhang der Sachen selbst im inneren Sinn, denn im Zusammenhang folgt nun, daß das Wahre und Gute der Überreste in das Wißtümliche zusammengebracht werden soll. Die Sache verhält sich so: Wenn der Mensch in betreff des Natürlichen wiedergeboren wird, so wird alles Gute und Wahre samt und sonders in das Wißtümliche zusammengebracht. Was nicht im Wißtümlichen daselbst ist, ist nicht im Natürlichen, denn das natürliche Gemüt besteht in betreff desjenigen Teiles, der dem Verständigen unterworfen ist, bloß aus Wißtümlichem. Das dem Natürlichen angehörige Wißtümliche ist das Letzte der Ordnung. Das Erste (priora) muß im Letzten sein, auf daß es in dieser Sphäre da sei und erscheine. Und überdies zielt alles Erste auf sein Letztes als auf seine Grenzen oder Endpunkte, und existiert darin beisammen, wie die Ursachen in ihren Wirkungen oder wie das Obere im Unteren als in seinen Gefäßen. Das dem Natürlichen angehörige Wißtümliche ist solches Letzte, daher kommt es, daß die geistige Welt sich abschließt (terminetur, auslauft) im Natürlichen des Menschen, worin das, was der geistigen Welt angehört, sich vorbildlich darstellt. Wenn die geistigen Dinge nicht im Natürlichen vorbildlich, somit durch solches, was in der Welt ist, dargestellt würden, so könnten sie keineswegs begriffen werden. Hieraus kann erhellen, daß, wenn das Natürliche wiedergeboren wird, alles inwendigere Wahre und Gute, das aus der geistigen Welt stammt, in das Wißtümliche gebracht wird, auf daß es erscheine. 5374. "(Getreide) zu kaufen", 1. Mose 41/57, bedeutet Aneignung. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es ist, sich erwerben und so aneignen. Die Erwerbung und Aneignung geschieht geistig durch das Gute und Wahre; diesem entspricht die Erwerbung und Aneignung, die in der Welt durch Silber und Gold geschieht; denn Silber ist das Wahre und Gold ist das Gute im geistigen Sinn. Kauf bedeutet daher die Aneignung, wie auch in folgenden Stellen im Wort: Jes.55/1: "Alle, die ihr dürstet, kommet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, gehet, kaufet und esset; gehet und kaufet ohne Silber und umsonst Wein und Milch"; auch Jerem.13/1,11,12. Matth.13/44-46: "Das Himmelreich ist gleich einem Schatze, der verborgen ist in einem Acker, den ein Mensch fand und verbarg ihn, und vor Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Abermals ist das Himmelreich gleich einem Menschen, einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle gefunden, hinging und alles verkaufte, was er hatte, und dieselbe kaufte". Matth.25/9,10: "Die klugen Jungfrauen sprachen zu den törichten: Gehet zu den Verkäufern und kaufet euch Öl; als dieselben hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam". Weil kaufen die Aneignung bedeutet, darum wird im Wort das, was um Silber gekauft wurde, wohl unterschieden von dem, was auf andere Weise erworben wurde. Auch waren die Knechte, die um Silber (d.i. Geld) gekauft waren, wie eigene, jedoch im geringeren Grad als die im Hause geborenen; deswegen werden sie auch hie und da beisammen erwähnt, wie 1. Mose 17/13: "Beschnitten soll werden der Geborene deines Hauses und der Kauf deines Silbers"; 3. Mose 22/11: "Wenn der Priester eine Seele kauft mit dem Kauf des Silbers, und der geboren ist in seinem Hause, die sollen essen von seinem Brot". Hieraus kann erhellen, was durch die Erlösten (oder Erkauften) Jehovahs im Wort bezeichnet wird, daß es nämlich diejenigen sind, die das Gute und Wahre aufgenommen haben, denen somit dasjenige, was des Herrn ist, angeeignet wurde. 5375. "Bei Joseph", 1. Mose 41/57, bedeutet, wo das Himmlische des Geistigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon früher öfters. Das Himmlische des Geistigen ist das Gute des Wahren vom Göttlichen. 5376. "Weil der Hunger stark war in allen Landen", 1. Mose 41/57, bedeutet, überall, ausgenommen dort, (war) Verödung im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er die Verödung bezeichnet, wovon früher, und aus der Bedeutung des Landes, sofern es das Natürliche ist, wovon ebenfalls früher. Daß überall (Hunger war), nur nicht dort, nämlich im Wißtümlichen, wo das Himmlische des Geistigen (eingedrungen), folgt aus dem Vorhergehenden. Wie es sich mit der Verödung des Natürlichen oder mit der Beraubung des Wahren in demselben verhält, ist früher gesagt worden. Weil aber von diesem Gegenstand im Folgenden noch weiter gehandelt wird, so soll es abermals gesagt werden: Der Mensch, der innerhalb der Kirche geboren ist, lernt vom ersten Knabenalter an aus dem Wort und aus den Lehren der Kirche, was das Wahre des Glaubens, auch was das Gute der Liebtätigkeit ist. Wenn er aber ins jugendliche Alter kommt, fängt er an, die Glaubenswahrheiten, die er gelernt hatte, entweder bei sich zu begründen, oder bei sich zu leugnen; denn er sieht sie alsdann mit eigenen Augen an, und hierdurch bewirkt er, daß jene Wahrheiten entweder ihm angeeignet oder verworfen werden; denn nichts kann einem angeeignet werden, was nicht aus eigener Anschauung anerkannt wird, d.h. (nur) das, was einer aus sich, nicht aus einem anderen weiß, daß es so sei. Ebendarum konnten die Wahrheiten, die er als Knabe aufgefaßt hatte, nicht tiefer in sein Leben eingehen als bis zum ersten Eingang, von wo aus sie weiter nach innen zugelassen oder auch hinausgeworfen werden können. Bei denjenigen, die wiedergeboren werden, d.h. von denen der Herr vorhersieht, daß sie sich wiedergebären lassen, werden jene Wahrheiten sehr vermehrt, denn sie sind in der Neigung, die Wahrheiten zu erkennen. Wenn sie aber näher zum eigentlichen Akt der Wiedergeburt kommen, werden sie jener Wahrheiten gleichsam beraubt, sie werden nämlich einwärts gezogen, und dann erscheint der Mensch in der Verödung. Aber dennoch werden jene Wahrheiten nach und nach ins Natürliche zurückgebracht und dort mit dem Guten verbunden, wenn der Mensch wiedergeboren wird. Bei denen aber, die nicht wiedergeboren werden, d.h. von denen der Herr voraussieht, daß sie sich nicht wiedergebären lassen, pflegen zwar die Wahrheiten sich zu mehren, denn sie sind in der Neigung solches zu wissen um des Namens, der Ehre und des Gewinnes willen; wenn sie aber älter werden, und jene Wahrheiten der eigenen Anschauung unterbreiten, dann glauben sie dieselben entweder nicht, oder leugnen, oder verkehren sie dieselben in Falsches. Auf diese Weise werden die Wahrheiten bei diesen nicht nach innen zu gezogen, sondern hinausgeworfen. Dennoch aber bleiben sie im Gedächtnis um weltlicher Zwecke willen, (jedoch) ohne Leben. Dieser Zustand heißt im Wort ebenfalls Verödung oder Verwüstung, aber er unterscheidet sich von dem ersteren, sofern die Verödung des ersteren Zustandes scheinbar ist, hingegen die Verödung dieses Zustandes eine vollständige ist; denn im ersteren Zustand wird der Mensch der Wahrheiten nicht beraubt, hingegen im letzteren Zustand wird er ihrer gänzlich beraubt. Von der Verödung des ersteren Zustandes war im inneren Sinn in diesem Kapitel die Rede und ist noch weiter die Rede im folgenden, und sie ist es, die durch den siebenjährigen Hunger bezeichnet wird. Von ebendieser Verödung ist öfters sonst im Wort die Rede, so bei Jes.51/17-23: "Wache auf, wache auf, Jerusalem, die du getrunken hast aus der Hand Jehovahs den Kelch Seines Zorns; zweierlei ist dir begegnet; wer trägt Leid für dich? Verwüstung und Zerbrechung, Hunger und Schwert, wer als Ich wird dich trösten? Deine Söhne wurden matt, sie lagen vorne an allen Gassen; darum höre doch das, du Niedergeschlagene und Trunkene, aber nicht vom Wein; sieh, Ich habe genommen aus deiner Hand den Taumelkelch, die Hefen des Kelchs Meines Grimms; nicht ferner sollst du ihn mehr trinken, sondern Ich will ihn geben in die Hand derer, die dich kränken": hier wird der Zustand der Verödung beschrieben, in den der Mensch der Kirche kommt, der eine Kirche, d.h., der wiedergeboren wird. Jene Verödung wird genannt Verwüstung, Zerbrechung, Hunger, Schwert, ferner Kelch des Zorns und Grimms Jehovahs, Taumelkelch. Die Wahrheiten, deren er alsdann beraubt wird, sind die Söhne, die hinsinken und liegen vorne an allen Gassen. Daß die Söhne Wahrheiten sind, sehe man Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 2803, 2813, 3373; daß Gassen sind, wo Wahrheiten: Nr. 2336, daher heißt liegen vorne an allen Gassen, daß die Wahrheiten zerstreut erscheinen. Daß die Verödung nur eine Scheinbare ist, und wie die Versuchungen ein Mittel der Wiedergeburt, ist klar; denn es wird gesagt: es werde ihn nicht mehr trinken, und Er werde ihn geben in die Hand derer, die es kränken. Hes.36/3-12: "So sprach der Herr Jehovih: darum weil sie euch verwüsten und verschlingen ringsum, damit ihr ein Erbe seid für die Überreste der Heiden, darum, ihr Berge Israels, höret das Wort des Herrn Jehovih: so sprach der Herr Jehovih zu den Bergen und Hügeln, zu den Bächen und Tälern, und zu den verödeten Wüsteneien und zu den verlassenen Städten, die geworden sind zum Raub und zum Spott den Überresten der Heiden, die im Umkreis: Ich habe in Meinem Eifer und in Meinem Grimm geredet, wegen der Schmach der Heiden, die ihr getragen habt. Die Heiden, die ringsum euch her, die sollen ihre Schmach tragen; ihr aber, ihr Berge Israels, werdet hervorbringen eure Zweige und eure Frucht tragen Meinem Volk Israel; denn sieh, Ich bin bei euch und werde zu euch hinsehen, daß ihr gebaut und besäet werdet, dann werde Ich bei euch die Menschen vermehren, das ganze Haus Israels, und es werden bewohnt werden die Städte, und die Wüsteneien werden gebaut werden; Ich will euch wohnen lassen wie in eurer Vorzeit, und Gutes erweisen mehr als in euren Anfängen": auch hier ist von der Verödung die Rede, die der Wiedergeburt vorangeht. Die Verödung wird bezeichnet durch verödete Wüsteneien und verlassene Städte, die zum Raub und zum Spott geworden sind, aber die Wiedergeburt durch: Zweige hervorbringen und Frucht tragen, zu ihnen hinsehen, daß sie gebaut und besäet werden, daß vermehrt werde der Mensch, bewohnt werden die Städte und gebaut werden die Wüsteneien, und durch wohnen lassen wie in der Vorzeit, und wohltun mehr als in den Anfängen. Wie es sich mit der Verödung verhält, wird klar an denen, die in der Verödung sind im anderen Leben: die dort in der Verödung sind, werden von bösen Geistern und Genien gequält (vexantur); denn diese flößen ihnen Beredungen des Bösen und Falschen ein, daß sie beinahe damit überschwemmt werden, daher erscheinen (ihnen) die Wahrheiten nicht, hingegen sobald die Zeit der Verödung ein Ende hat, so werden sie vom Licht aus dem Himmel erleuchtet, und so werden die bösen Geister und Genien weggetrieben, ein jeder in seine Hölle, wo sie büßen müssen. Dieses ist es, was bezeichnet wird dadurch, daß die Städte zum Raub und Spott geworden seien den Überresten der Heiden, die ringsumher, und daß die Heiden, die ringsum sind, ihre Schmach tragen werden, und oben bei Jesajas dadurch, daß der Kelch gegeben wird in die Hand derer, die kränken; und auch Jes.33/1, daß "der Verwüster werde verwüstet werden", und bei Jerem.25/12: "Heimsuchen werde Ich die Verwüster und sie bringen in Verödungen des Zeitlaufs". Jes.49/17-19: "Deine Zerstörer werden eilends herbringen deine Söhne, und deine Verwüster werden von dir weggehen; erhebe ringsumher deine Augen, und siehe, alle werden versammelt kommen zu dir; denn was deine Verwüstungen betrifft und das Land deiner Zerstörung, so wirst du zu eng sein für die Bewohner, ferne werden sein deine Verschlinger": hier wird auch im ganzen Kapitel gehandelt von der Verödung derjenigen, die wiedergeboren werden, und von der Wiedergeburt und Befruchtung nach der Verödung, und zuletzt von der Bestrafung derer, die unterdrückt haben (Jes.49/26). Jes.33/1: "Wehe dem Verwüster, da er doch verwüstet wird; wann du fertig bist mit Verwüsten, wirst du verwüstet werden": auch hier heißt es, daß die Verwüster bestraft werden, wie oben. Jes.16/1,4: "Weilen sollen in dir Meine Vertriebenen; Moab sei ihnen Bergungsort vor dem Verwüster; denn ein Ende hat der Unterdrücker, aus ist es mit der Verwüstung". Jes.13/6: "Nahe ist der Tag Jehovahs, wie eine Verwüstung wird er von Schaddai kommen": Verwüstung von Schaddai bedeutet die Verwüstung in den Versuchungen; daß Gott hinsichtlich der Versuchungen bei den Alten Schaddai hieß, sehe man Nr. 1992, 3667, 4572. Jes.48/21: "Alsdann werden sie nicht dürsten, in den Wüsteneien wird Er sie leiten, Wasser aus dem Felsen wird Er ihnen quellen lassen, und spalten den Felsen, daß Wasser herausrinnen": (dies) vom Zustand nach der Verödung. Jes.51/3: "Trösten wird Jehovah Zion, trösten alle ihre Wüsteneien, so daß er seine Wüste macht wie Eden und seine Einöde wie den Garten Jehovahs; Fröhlichkeit und Freude wird gefunden werden in ihr, Bekenntnis und die Stimme des Gesangs": ebenso (zu erklären); denn wie oben gesagt worden, die Verödung hat den Zweck, daß der Mensch wiedergeboren werde, d.h., daß nach Ausscheidung des Bösen und Falschen das Wahre mit dem Guten und das Gute mit dem Wahren verbunden werde; der wiedergeborene Mensch wird in Ansehung des Guten mit Eden verglichen und in Ansehung des Wahren mit einem Garten Jehovahs. Ps.40/3: "Jehovah hat mich herausgezogen aus der Grube der Verwüstung, aus dem Kot des Schlamms, und gestellt auf den Fels meine Füße". Die Verwüstung und Verödung des Menschen der Kirche oder der Kirche beim Menschen wurde vorgebildet durch die Gefangenschaft des jüdischen Volkes in Babel und die Erweckung der Kirche durch die Rückkehr aus jener Gefangenschaft, wovon bei Jeremias hie und da (hauptsächlich Kapitel 32/37-44), die Rede ist; denn die Verödung ist eine Gefangenschaft; alsdann wird nämlich der Mensch gleichsam in Banden gehalten, deshalb werden auch durch die Gebundenen im Gefängnis, in der Grube diejenigen bezeichnet, die in der Verödung sind; man sehe Nr. 4728, 4744, 5037, 5038, 5085, 5096. Vom Zustand der Verödung und Verwüstung bei denjenigen, die nicht wiedergeboren werden, ist auch hie und da im Wort die Rede; in diesem Zustand sind die, welche die Wahrheiten ganz leugnen oder in Falsches verkehren. In diesem Zustand befindet sich die Kirche an ihrem Ende, wenn kein Glaube und keine Liebtätigkeit mehr da ist: Jes.5/5-7: "Kund will Ich euch tun das, was Ich tun werde Meinem Weinberg, weggetan wird sein Zaun, daß er zum Abweiden ist, zerrissen wird seine Mauer, daß er ist zur Zertretung; bringen werde Ich ihn hernach in Verödung; er wird nicht geschnitten und nicht gehackt werden, daß Dorn und Gebüsch aufwachse, ja den Wolken werde Ich gebieten, daß sie nicht auf ihn regnen lassen einen Regen". Jes.6/9-13: "Sage diesem Volk: höret mit den Ohren, aber verstehet nicht, und sehet mit den Augen, aber erkennet nicht; mache fett das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwer, und seine Augen verklebe, daß es nicht etwa sehe mit seinen Augen, und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe und sich bekehre, daß es heil werde; da sprach ich: wie lange, Herr? Er sprach: Bis verwüstet werden die Städte, daß sie sind ohne Bewohner, und die Häuser, daß niemand in ihnen ist, und das Land gebracht werde zur Einöde; entfernen wird Er den Menschen, und groß wird die Verödung sein inmitten des Landes, kaum der zehnte Teil wird noch darinnen sein, und doch wird es sein zum Ausrotten". Jes.10/21-23: "Die Überreste werden wiederkehren, die Überreste Jakobs zum mächtigen Gott, denn die Vollendung ist entschieden, überflutet die Gerechtigkeit, denn Vollendung und Entscheidung macht der Herr Jehovih Zebaoth im ganzen Land". Jes.Kap.24: "Jehovah leeret aus das Land, und erschöpft es, und wird umkehren seine Oberfläche; ganz entleert wird werden das Land, trauern, hinwelken wird das bewohnbare Land, matt und welk wird sein der Erdkreis; der Fluch wird das Land verzehren, trauern wird der Most, welken wird der Weinstock, das übrige in der Stadt ist Wüstenei; bis zur Verwüstung wird zerschlagen werden das Tor, zerbrochen ist das Land, zerrissen ist das Land, es wanket das Land, ja es taumelt das Land wie ein Trunkener". Jes.33/8,9: "Verwüstet sind die Pfade, niemand ist, der hingeht auf den Weg, es trauert, es welkt das Land; zuschanden worden ist der Libanon, hingeschwunden, geworden ist Saron wie eine Wüste". Jes.42/14,15: "Veröden und verschlingen zugleich werde Ich, verwüsten werde Ich die Berge und Hügel, und all ihr Kraut verdorren lassen". Jerem.25/9-12f: "Verbannen werde Ich alle Völkerschaften umher, und sie setzen in Verödung und zum Hohn und in Wüsteneien des Zeitlaufs, und werde abschaffen aus ihnen die Stimme der Freude und die Stimme der Fröhlichkeit, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme der Mühlen und das Licht der Leuchte, so daß das ganze Land wird zur Verödung und Verwüstung; geschehen wird es, wenn erfüllt sind siebzig Jahre, da werde Ich heimsuchen den König Babels und diese Völkerschaft um ihre Missetat, und das Land der Chaldäer, und werde es machen zu Verödungen des Zeitlaufs" (d.h. zur ewigen Wüste). Jerem.49/13-18: "Zur Verödung, zur Schmach, zur Verwüstung und zum Fluch wird Bozra werden, und alle ihre Städte sollen werden zu Wüsteneien des Zeitlaufs; Edom wird zur Verödung sein; jeder, der vorübergeht an ihr, wird sich entsetzen und zischen über ihren Plagen". Hes.12/19,20: "So spricht der Herr zu den Bewohnern Jerusalems in dem Lande Israels: Sie werden ihr Brot mit Besorgnis essen, und ihre Wasser mit Entsetzen trinken, daß verwüstet wird ihr Land mit allem, was darinnen ist, um der Gewalttat aller ihrer Einwohner; die bewohnten Städte werden verwüstet und das Land verödet werden". Hes.26/18-22: "Ich will dich machen zur verödeten Stadt, wie die Städte, die nicht bewohnt werden, Ich will heraufkommenlassen über dich die Tiefe, daß viele Wasser dich bedecken, und dich hinabfahren lassen mit denen, die in die Grube fahren, zum Volk der Vorzeit, und dich wohnen lassen im Land der Unterwelt, in die Verödung von Ewigkeit, mit den Hinabfahrenden in die Grube": wo von Tyrus (die Rede ist). Joel 2/2,3: "Der (Tag des Herrn) ist ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolke und der Dunkelheit; vor ihm frißt Feuer und nach ihm lodert die Flamme; wie der Garten Edens ist das Land vor ihm, aber nach ihm eine Einöde der Verwüstung". Zeph.1/15-18: "Nahe ist der Tag Jehovahs, ein Tag des Grimms ist dieser Tag, ein Tag der Angst und Bedrängnis, ein Tag der Verheerung und Verwüstung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolke und des Nebels, vom Feuer des Eifers Jehovahs wird verzehrt werden das ganze Land, weil Ich eine Vollendung, und zwar eine schnelle machen will mit allen Bewohnern des Landes". Matth.24/15: "Wenn ihr sehen werdet den Greuel der Verödung, der vorhergesagt ist von Daniel, dem Propheten, daß er stehet am heiligen Ort, alsdann sollen die in Judäa fliehen auf die Berge", auch Mark.13/14; Dan.9/27; 12/10-12. Aus diesem erhellt, daß durch Verödung die scheinbare Beraubung des Wahren bezeichnet wird bei denen, die wiedergeboren werden, hingegen eine vollständige bei denen, die nicht wiedergeboren werden.   Nr. 5377 - 5395_ abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 42. Kapitel 1. Und es sah Jakob, daß Getreide war in Ägypten, und Jakob sprach zu seinen Söhnen: was sehet ihr euch um? 2. Und sprach: siehe, ich habe gehört, daß Getreide ist in Ägypten; ziehet hinab dorthin, und kaufet für uns von dort, daß wir leben und nicht sterben. 3. Da zogen hinab die zehn Brüder Josephs, Getreide zu kaufen aus Ägypten. 4. Aber Benjamin, den Bruder Josephs, sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern, denn er sprach: es möchte ihm ein Unfall begegnen. 5. Und es kamen die Söhne Israels zu kaufen inmitten der Kommenden, weil Hunger war im Lande Kanaan. 6. Und Joseph war der Regent über das Land, und verkaufte allem Volk des Landes; und die Brüder Josephs kamen und fielen vor ihm nieder auf ihr Angesicht zur Erde. 7. Und Joseph sah seine Brüder, und erkannte sie; er stellte sich aber fremd gegen sie, und redete mit ihnen hart, und sprach zu ihnen: woher seid ihr gekommen? und sie sprachen: aus dem Lande Kanaan, Speise zu kaufen. 8. Und Joseph erkannte seine Brüder, aber sie erkannten ihn nicht. 9. Und Joseph gedachte der Träume, die er von ihnen geträumt hatte, und sprach zu ihnen: Kundschafter seid ihr; um zu sehen die Blöße des Landes seid ihr gekommen. 10. Da sprachen sie zu ihm: Nein, mein Herr, sondern deine Knechte kommen, Speise zu kaufen. 11. Wir alle sind Söhne eines Mannes, redlich sind wir, deine Knechte sind keine Kundschafter. 12. Und er sprach zu Ihnen: Nein, sondern um die Blöße des Landes zu sehen, seid ihr gekommen. 13. Da sprachen sie: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, Söhne eines Mannes, im Lande Kanaan, und siehe, der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater, aber einer ist nicht mehr. 14. Und Joseph sprach zu ihnen: Das ist es, was ich zu euch geredet habe, da ich sprach: Kundschafter seid ihr. 15. Daran sollt ihr geprüft werden, beim Leben Pharaos! ihr sollt nicht von dannen kommen, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt. 16. Sendet einen von euch, daß er hole euren Bruder, aber ihr sollt gefangen sein, und es sollen geprüft werden eure Worte, ob Wahrheit bei euch ist, wenn nicht, beim Leben Pharaos! so seid ihr Kundschafter. 17. Und er tat sie zusammen ins Gefängnis drei Tage. 18. Und Joseph sprach zu ihnen am dritten Tage: das tut, und ihr werdet leben; (auch) ich fürchte Gott. 19. Seid ihr redlich, so möge eurer Brüder einer gebunden bleiben im Hause eures Gewahrsams, ihr aber gehet hin und bringet Getreide für den Hunger eurer Häuser. 20. Und euren jüngsten Bruder bringet zu mir, dann werden eure Worte sich als wahr erweisen, und ihr sollt nicht sterben; und sie taten also. 21. Und sie sprachen untereinander ein Mann zu seinem Bruder: fürwahr, das haben wir an unserem Bruder verschuldet, da wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns anflehte und wir nicht hörten; darum ist diese Not über uns gekommen. 22. Und Ruben antwortete ihnen und sprach: habe ich nicht zu euch gesagt und gesprochen: sündigt nicht an dem Knaben, aber ihr habt nicht gehorcht. Siehe, darum wird sein Blut von uns gefordert. 23. Aber sie wußten nicht, daß es Joseph hörte, denn ein Dolmetscher war zwischen ihnen. 24. Und er wandte sich von ihnen und weinte, dann kehrte er wieder zu ihnen zurück und redete zu ihnen; und nahm aus ihnen den Schimeon, und band ihn vor ihren Augen. 25. Und Joseph befahl, daß man ihre Gefäße (Säcke) mit Getreide füllen und ihnen ihr Silber zurückgeben sollte, einem jeden in seinen Sack, und ihnen Zehrung zu geben auf den Weg; und man tat ihnen also. 26. Und sie hoben ihr Getreide auf ihre Esel, und zogen von dannen. 27. Und es öffnete einer seinen Sack, um Futter zu geben seinem Esel in der Herberge, da sah er sein Silber, und siehe, dasselbe war in der Öffnung seines Sackes. 28. Und er sprach zu seinen Brüdern: mein Silber ist zurückgegeben, und siehe, es ist in meinem Sack; da entfiel ihnen das Herz, und zitternd sprachen sie zueinander: warum hat Gott uns das getan? 29. Und sie kamen zu Jakob, ihrem Vater, ins Land Kanaan, und sagten ihm an alles, was ihnen begegnet war, und sprachen: 30. Der Mann, der Herr des Landes, redete hart mit uns, und hielt uns für Kundschafter des Landes. 31. Da sagten wir zu ihm: Wir sind redliche Leute, wir sind keine Kundschafter. 32. Zwölf Brüder sind wir, Söhne unseres Vaters, einer ist nicht mehr, und der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater im Lande Kanaan. 33. Aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns: Daran werde ich erkennen, daß ihr redlich seid, euern einen Bruder lasset bei mir, aber (den Bedarf) für den Hunger eurer Häuser nehmet, und zieht hin. 34. Und bringet euren jüngsten Bruder zu mir, so werde ich erkennen, daß ihr keine Kundschafter, (sondern) daß ihr redlich seid; euren Bruder werde ich euch (dann) geben, und im Lande möget ihr handeln und wandeln. 35. Und es geschah, da sie ausleerten ihre Säcke, siehe, da hatte ein jeder das Bündlein seines Silbers (oder Geldes) in seinem Sack, und sie sahen die Bündlein ihres Silbers, sie und ihr Vater, und fürchteten sich. 36. Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen: Ihr machet mich kinderlos; Joseph ist nicht mehr, und Schimeon ist nicht, und den Benjamin wollet ihr (mir auch) nehmen; dieses alles kommt über mich. 37. Und Ruben redete zu seinem Vater und sprach: Meine zwei Söhne sollst du töten, wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe; gib ihn in meine Hand, ich werde ihn wieder zu dir bringen. 38. Er aber sprach: Mein Sohn soll nicht hinabgehen mit euch, denn sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben; es möchte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr ziehet; dann werdet ihr mein graues Haar mit Herzeleid ins Grab bringen.   Inhalt 5396. Am Ende des vorigen Kapitels war die Rede vom Einfluß und von der Verbindung des Himmlischen des Geistigen mit dem Wißtümlichen im Natürlichen. Jetzt ist vom Einfluß und von der Verbindung des Himmlischen des Geistigen mit den Glaubenswahrheiten die Rede, die daselbst der Kirche angehören. 5397. Zuerst wird gehandelt vom Trieb oder Streben, diese Wahrheiten durch das Wißtümliche der Kirche, das Ägypten ist, anzueignen, und zwar ohne das Mittel, das Benjamin ist, zugleich mit dem Wahren aus dem Göttlichen, das Joseph ist. Aber dies vergeblich, daher wurden sie zurückgeschickt, und (nur) einiges Gute des natürlich Wahren umsonst gewährt.   Innerer Sinn 5398. In diesem und in den folgenden Kapiteln, wo von den Söhnen Jakobs und von Joseph die Rede ist, wird im inneren Sinn von der Wiedergeburt des Natürlichen in Ansehung des Wahren und Guten der Kirche gehandelt, daß sie nämlich nicht durch Wißtümliches geschieht, sondern durch den Einfluß vom Göttlichen. Die Angehörigen der Kirche zu dieser Zeit wissen so wenig von der Wiedergeburt, daß es kaum etwas ist. Sie wissen nicht einmal, daß die Wiedergeburt durch den ganzen Lebenslauf desjenigen, der wiedergeboren wird, fortwährt, und daß sie im anderen Leben fortgesetzt wird. Ferner, daß die Geheimnisse der Wiedergeburt so unzählig sind, daß die Engel kaum den zehntausendsten Teil davon wissen können, und daß, was die Engel davon wissen, das ist, was ihre Einsicht und Weisheit ausmacht. Der Grund, warum die Angehörigen der Kirche dieser Zeit so wenig von der Wiedergeburt wissen, ist der, weil sie so viel von der Vergebung der Sünden und von der Rechtfertigung reden, und weil sie glauben, daß die Sünden in einem Augenblick vergeben werden, und einige, daß sie abgewaschen werden, wie der Schmutz vom Leib durch Wasser, und daß der Mensch gerechtfertigt werde durch den Glauben allein, oder durch die Zuversicht eines einzigen Augenblickes. Der Grund, warum die Menschen der Kirche so glauben, ist der, weil sie nicht wissen, was Sünde oder böse ist. Wenn sie das wüßten, so würden sie auch einsehen, daß die Sünden keineswegs irgendeinem abgewaschen werden können, sondern daß sie abgetrennt oder auf die Seiten geworfen werden, damit sie nicht wieder empor kommen, wenn der Mensch im Guten erhalten wird vom Herrn. Ferner, daß dieses nicht geschehen kann, wenn das Böse nicht fortwährend hinausgeworfen wird, und zwar durch Mittel, die unzählbar und größtenteils unaussprechlich sind. Diejenigen, die ins andere Leben jene Meinung mitgenommen haben, daß der Mensch in einem Augenblick durch den Glauben gerechtfertigt und ganz von Sünden rein werde, staunen, wenn sie wahrnehmen, daß die Wiedergeburt durch zahllose und unaussprechliche Mittel geschehe, und lachen über ihre Unwissenheit, die sie auch Unsinn nennen, den sie in der Welt hatten, über die augenblickliche Sündenvergebung und über die Rechtfertigung. Es wird ihnen zuweilen gesagt, daß der Herr einem jeden, der es von Herzen begehrt, die Sünden vergebe, daß sie selber aber darum doch nicht von der höllischen Rotte getrennt werden, an die sie durch ihr Böses gebunden sind, das dem Leben folgt, das sie ganz bei sich haben. Sie lernen hernach aus Erfahrung, daß von den Höllen los werden heißt, von den Sünden los werden, und daß dies lediglich nur geschehen kann durch tausend und aber tausend Mittel und Wege, die dem Herrn allein bekannt sind, und zwar in ununterbrochener Aufeinanderfolge, wenn man es glauben will, in Ewigkeit; denn der Mensch ist ein solch böses Wesen, daß er nicht einmal von einer einzigen Sünde völlig in Ewigkeit frei werden, sondern nur durch die Barmherzigkeit des Herrn, wenn er sie annimmt, von der Sünde abgehalten und im Guten erhalten werden kann. Wie nun der Mensch ein neues Leben empfängt und wiedergeboren wird, das findet sich im Heiligtum des Wortes, d.h. in seinem inneren Sinn, hauptsächlich aus dem Grunde, damit die Engel vermöge des Wortes, wenn es vom Menschen gelesen wird, in der Wonne ihrer Weisheit sein können, und alsdann auch in der Lust, (anderen) als Mittel zu dienen. In diesem Kapitel und in den folgenden, wo von der Brüdern Josephs die Rede ist, wird im inneren höchsten Sinn von der Verherrlichung des Natürlichen des Herrn gehandelt, und im vorbildlichen Sinn von der Wiedergeburt des Natürlichen beim Menschen vom Herrn, hier in Ansehung der Wahrheiten, die der Kirche in demselben angehören. 5399. Vers 1-5: Und es sah Jakob, daß Getreide war in Ägypten, und Jakob sprach zu seinen Söhnen: was sehet ihr euch um? Und sprach: siehe, ich habe gehört, daß Getreide ist in Ägypten; ziehet hinab dorthin, und kaufet für uns von dort, daß wir leben und nicht sterben. Da zogen hinab die zehn Brüder Josephs, Getreide zu kaufen aus Ägypten. Aber Benjamin, den Bruder Josephs, sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern, denn er sprach: es möchte ihm ein Unfall begegnen. Und es kamen die Söhne Israels zu kaufen inmitten der Kommenden, weil Hunger war im Lande Kanaan. "Und es sah" bedeutet dasjenige, was dem Glauben angehört; "Jakob" bedeutet das Natürliche in Ansehung des der Kirche angehörigen Wahren; "daß Getreide war in Ägypten" bedeutet den Trieb, sich Wahrheiten zu erwerben durch das Wißtümliche, das Ägypten ist; "und Jakob sprach zu seinen Söhnen" bedeutet das Innewerden in betreff der Wahrheiten im allgemeinen; "was sehet ihr euch um?" bedeutet, warum sie unentschlossen seien; "und sprach: siehe, ich habe gehört, daß Getreide ist in Ägypten" bedeutet, daß Wahrheiten durch Wißtümliches erworben werden könnten; "ziehet hinab dorthin, und kaufet für uns von dort" bedeutet Aneignung durch dasselbe; "daß wir leben und nicht sterben" bedeutet daher geistiges Leben; "da zogen hinab" bedeutet das Streben und die Verwirklichung; "die zehn Brüder Josephs" bedeutet solche Wahrheiten der Kirche, die entsprechen; "Getreide zu kaufen aus Ägypten" bedeutet das Gute des Wahren sich durch Wißtümliches anzueignen; "aber Benjamin, den Bruder Josephs" bedeutet das Geistige des Himmlischen, welches das Mittel; "sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern" bedeutet ohne jenes Mittel; "denn er sprach: es möchte ihm ein Unfall begegnen" bedeutet, dasselbe würde ohne das Himmlische des Geistigen, das Joseph ist, verlorengehen; "und es kamen die Söhne Israels zu kaufen inmitten der Kommenden" bedeutet, er wollte, daß die geistigen Wahrheiten ebenso durch Wißtümliches erworben werden, wie die übrigen; "weil Hunger war im Lande Kanaan" bedeutet Verödung in betreff dessen, was der Kirche angehört im Natürlichen. 5400. "Und es sah", 1. Mose 42/1, bedeutet dasjenige, was dem Glauben angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es dasjenige ist, was dem Glauben angehört, wovon Nr. 897, 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421; denn das von weltlichen Dingen abgezogene, d.h. das geistige Sehen ist nichts anderes als das Innewerden des Wahren, d.h. solcher Dinge, die dem Glauben angehören; daher wird durch sehen im inneren Sinn nichts anderes bezeichnet. Denn der innere Sinn tritt hervor, wenn das, was der Welt angehört, weggenommen wird; denn der innere Sinn bezieht sich auf solches, was dem Himmel angehört; das Licht des Himmels, mittelst dessen man dort sieht, ist nämlich das göttlich Wahre vom Herrn. Dieses erscheint vor den Augen der Engel als ein Licht, tausendmal heller als das Mittagslicht in der Welt, und weil dieses Licht ein Leben in sich hat, deswegen erleuchtet es zugleich mit dem Gesicht des Auges der Engel auch das Gesicht ihres Verstandes, und bewirkt die Wahrnehmung des Wahren, je nach dem Maß und der Beschaffenheit des Guten, in dem sie sind. Weil in diesem Kapitel im inneren Sinn von dem, was dem Glauben angehört, oder von den Wahrheiten der Kirche gehandelt wird, deswegen wird gleich im Anfang dieses Kapitels gesagt: er sah, und durch "sah" wird dasjenige bezeichnet, was dem Glauben angehört. 5401. "Jakob", 1. Mose 42/1, bedeutet das Natürliche in Ansehung des der Kirche angehörigen Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er die Lehre des Wahren im Natürlichen, und im höchsten Sinn das Natürliche des Herrn in Ansehung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 4009, 4538. 5402. "Daß Getreide war in Ägypten", 1. Mose 42/1, bedeutet die Lust, Wahrheiten sich zu erwerben durch das Wißtümliche, das Ägypten ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von Getreide, sofern es die Wahrheiten der Kirche oder die Glaubenswahrheiten bezeichnet; daß der Überfluß an Getreide die Vermehrung des Wahren ist, sehe man Nr. 5276, 5280, 5292; und aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es das Wißtümliche ist, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; und daß es im echten Sinn das Wißtümliche der Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 4749, 4964, 4966. Daß die Lust oder der Trieb, jene (Wahrheiten) sich zu verschaffen, bezeichnet wird, liegt in den Worten, wie aus dem gleich Folgenden klar wird. Durch das der Kirche angehörige Wißtümliche, das hier Ägypten ist, werden alle Erkenntnisse des Wahren und Guten verstanden, ehe sie verbunden sind mit dem inwendigeren Menschen, oder durch den inwendigeren Menschen mit dem Himmel, und so durch den Himmel mit dem Herrn. Die Lehren der Kirche und ihre gottesdienstlichen Bräuche, wie auch die Erkenntnisse, was und wie sie Geistiges vorbilden und dergleichen, sind eben nichts als Wißtümliches, ehe der Mensch aus dem Wort sieht, ob sie wahr sind, und daher, ehe er sie sich angeeignet hat. Es gibt zwei Wege, die dem Glauben angehörigen Wahrheiten sich zu verschaffen, nämlich durch die Lehren und durch das Wort. Wenn der Mensch sie sich bloß durch die Lehren verschafft, dann glaubt er denen, die sie aus dem Wort erschlossen haben, und hält sie für wahr, weil andere so gesagt haben, somit nimmt er sie an, nicht aus seinem Glauben, sondern aus dem anderer. Wenn er sie sich aber aus dem Wort verschafft, und dadurch sich überzeugt, daß sie wahr sind, dann nimmt er sie an, weil sie aus dem Göttlichen sind, somit aus Glauben vom Göttlichen her. Ein jeder, der innerhalb der Kirche ist, verschafft sich zuerst die dem Glauben angehörenden Wahrheiten aus den Lehren, und muß sie sich auch daher verschaffen, weil er noch nicht so viel Urteilskraft besitzt, daß er selbst aus dem Wort sie zu sehen vermag; aber dann sind jene Wahrheiten für ihn nichts anderes als Wißtümliches. Dagegen, wenn er sie aus eigener Urteilskraft schauen kann, jedoch das Wort nicht zu Rate zieht in der Absicht, aus demselben zu sehen ob sie wahr seien, so bleiben sie bei ihm als Wißtümliches. Zieht er aber alsdann das Wort zu Rat aus Neigung und in der Absicht die Wahrheiten zu erkennen, und hat er sie gefunden, dann verschafft er sich das, was Sache des Glaubens ist, aus der echten Quelle, und dann werden sie vom Göttlichen ihm angeeignet. Dieses und ähnliches ist es, wovon im inneren Sinn hier gehandelt wird; denn Ägypten ist jenes Wißtümliche, Joseph ist das Wahre vom Göttlichen her, somit das Wahre aus dem Wort. 5403. "Und Jakob sprach zu seinen Söhnen", 1. Mose 42/1, bedeutet das Innewerden in betreff der Wahrheiten im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; und aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie die Wahrheiten sind, die dem Glauben angehören, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, 4257; und weil es die Söhne Jakobs waren, so werden die Wahrheiten im allgemeinen bezeichnet; denn durch die zwölf Söhne Jakobs, wie durch die zwölf Stämme, wurde alles zum Glauben Gehörige, somit die Wahrheiten im allgemeinen bezeichnet; man sehe Nr. 2129, 2130, 3858, 3862, 3926, 3939, 4060. 5404. "Was sehet ihr euch um?", 1. Mose 42/1, bedeutet, warum sie unentschlossen seien. Dies kann ohne Erklärung erhellen. 5405. "Und sprach: siehe, ich habe gehört, daß Getreide ist in Ägypten", 1. Mose 42/2, bedeutet, daß Wahrheiten durch Wißtümliches erworben werden könnten. Dies kann aus demjenigen erhellen, was Nr. 5402 erklärt wurde, wo durch das Vorhandensein von Getreide in Ägypten bezeichnet wird der Trieb, sich Wahrheiten durch Wißtümliches, das Ägypten ist, zu verschaffen. Was durch Wißtümliches, das Ägypten ist, verstanden wird, sehe man ebenfalls dort. Getreide wird hier in der Grundsprache durch ein Wort ausgedrückt, das brechen bedeutet, durch das gleiche Wort auch kaufen und verkaufen, wo gesagt wird, daß die Söhne Jakobs dasselbe in Ägypten kauften, und daß dort Joseph dasselbe verkaufte. Der Grund hiervon ist, weil in der Alten Kirche das Brot, wenn man es dem anderen gab, gebrochen und dadurch bezeichnet wurde, man wolle das Gute aus dem Seinigen mitteilen, und aus dem Seinigen zueignen, und so die Liebe gegenseitig machen; denn wenn man das Brot bricht, und dem anderen gibt, dann teilt man es mit aus dem Seinigen; oder wenn man das Brot unter mehrere bricht, dann wird ein Brot wechselseitig (mutuus), folglich eine Verbindung durch Liebtätigkeit. Hieraus wird klar, daß das Brotbrechen eine Bezeichnung der wechselseitigen Liebe war. Weil dieser Brauch in der Alten Kirche angenommen und üblich war, deswegen wird durch das Brechen selbst das Getreide bezeichnet, das ein gemeinschaftliches wurde. Daß das Brot das Gute der Liebe ist, sehe man Nr. 276, 680, 1798, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976; daher kommt es, daß der Herr, als Er das Brot gab, dasselbe brach, so bei Matth.14/19; Mark.6/41; Luk.9/16: "Jesus nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel, segnete und brach und gab den Jüngern das Brot". Matth.15/36; Mark.8/6: "Jesus nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach und gab sie Seinen Jüngern, und die Jünger der Menge". Matth.26/26; Mark.14/22; Luk.22/19: "Jesus nahm das Brot, dankte und brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist Mein Leib". Luk.24/30,31,35: "Es geschah, als Jesus mit ihnen zu Tische lag, nahm Er das Brot, dankte und brach und gab es ihnen; da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten Ihn. Die Jünger erzählten, wie der Herr von ihnen erkannt worden sei am Brotbrechen". Jes.58/6,7: "Das ist das Fasten, das Ich erwähle: brechen (sollst) du dem Hungrigen dein Brot". 5406. "Ziehet hinab dorthin und kaufet für uns von dort", 1. Mose 42/2, bedeutet die Aneignung durch dasselbe. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabziehen, sofern dadurch angedeutet wird zum Auswendigeren hin, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von kaufen, sofern es die Aneignung bezeichnet, wovon Nr. 4397, 5374; daß sie durch dasselbe, nämlich durch das Wißtümliche geschieht, wird bezeichnet durch "von dort", nämlich aus Ägypten; daß Ägypten das Wißtümliche ist, wurde oben gezeigt. Im Wort wird hie und da gesagt hinaufziehen und hinabziehen, wenn von einem Ort in einen anderen, nicht (bloß) deswegen, weil der eine Ort höher gelegen war als der andere, sondern weil durch hinaufgehen angedeutet wird die Richtung zum Inwendigeren oder Höheren, und durch hinabgehen die Richtung zum Auswendigeren oder Niederen, d.h., weil durch hinaufgehen angedeutet wird die Richtung zum Geistigen und Himmlischen, (denn dieses ist das Inwendigere, und wird auch für das Höhere gehalten,) und durch Hinabsteigen die Richtung zum Natürlichen und Irdischen, denn dieses ist das Auswendigere und auch scheinbar das Niedrigere. Daher kommt es, daß nicht nur hier, sondern auch überall sonst im Wort gesagt wird, vom Land Kanaan nach Ägypten hinabgehen, und von Ägypten zum Land Kanaan hinaufgehen, denn durch das Land Kanaan wird bezeichnet das Himmlische, und durch Ägypten das Natürliche, denn das Land Kanaan ist im vorbildlichen Sinn das Himmelreich, folglich himmlisch und geistig Gutes und Wahres, das auch inwendig im Menschen sich befindet, der ein Reich des Herrn ist, hingegen Ägypten im vorbildlichen Sinn ist das natürliche Reich, folglich Gutes und Wahres, das der äußeren Kirche angehört, und größtenteils Wißtümliches ist. Daß hinaufgehen heißt nach dem Inwendigeren zu, sehe man Nr. 4539. 5407. "Daß wir leben und nicht sterben", 1. Mose 42/2, bedeutet das geistige Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben und nicht sterben, sofern es das geistige Leben bezeichnet; denn nichts anderes wird durch "leben und nicht sterben" im inneren Sinn bezeichnet. Im anderen Leben nämlich wird durch Leben im allgemeinen der Himmel, im besonderen die ewige Seligkeit bezeichnet, und durch Tod wird im allgemeinen die Hölle, im besonderen die ewige Unseligkeit daselbst bezeichnet, was auch aus mehreren Stellen im Wort klar wird. Daß der Himmel im allgemeinen und die ewige Seligkeit im besonderen Leben heißt, hat den Grund, weil dort Weisheit des Guten und Einsicht des Wahren ist, und der Weisheit des Guten und der Einsicht des Wahren Leben vom Herrn innewohnt, von Dem alles Leben. Weil aber in der Hölle das Gegenteil ist, nämlich anstatt des Guten das Böse und anstatt des Wahren das Falsche, und so das geistige Leben ausgelöscht, deswegen ist dort beziehungsweise Tod; denn geistiger Tod ist das Böse und Falsche, und beim Menschen ist es das Böse wollen, und daher das Falsche denken. Die bösen Genien und Geister wollen nicht hören, daß man von ihnen sagt, sie leben nicht, oder sie seien tot, denn sie sagen, sie hätten Leben, weil sie wollen können und denken können, aber es wird ihnen gesagt, wenn im Guten und Wahren Leben ist, so könne es durchaus nicht im Bösen und Falschen sein, denn es sind Gegensätze. 5408. "Da zogen hinab", 1. Mose 42/3, bedeutet das Streben und die Verwirklichung, nämlich Wahrheiten durch Wißtümliches sich zu verschaffen und anzueignen. Dies wird klar aus der Bedeutung von hinabgehen, nämlich nach Ägypten, sofern es sowohl das Streben bezeichnet, als die Verwirklichung desselben. 5409. "Die zehn Brüder Josephs", 1. Mose 42/3, bedeutet solche Wahrheiten der Kirche, die entsprechen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder, sofern es sind Wahrheiten, die der Kirche angehören. Diese heißen Brüder Josephs, der das Wahre vom Göttlichen her ist, vermöge der Entsprechung; denn die Entsprechung macht, daß sie verbunden sind wie ein Bruder mit dem Bruder. Durch die Söhne Jakobs wird alles dem Glauben Angehörige bezeichnet, oder die Wahrheiten der Kirche im allgemeinen: Nr. 5403, ebenso durch die Brüder Josephs, aber infolge der Entsprechung. Durch die zehn Söhne Jakobs von der Leah werden die Wahrheiten bezeichnet, die der äußeren Kirche angehören, und durch die zwei Söhne Jakobs von der Rachel werden die Wahrheiten bezeichnet, die der inwendigen Kirche angehören, wie aus demjenigen klar wird, was in betreff der Leah und Rachel gezeigt wurde, daß nämlich Leah die Neigung zum auswendigeren Wahren, und Rachel die Neigung zum inwendigeren Wahren sei, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. Daß das Inwendigere und das Äußere der Kirche Brüder sind, sehe man Nr. 1222. Der Herr selbst nennt das Wahre und Gute aus demselben, das durch Liebtätigkeit und Glauben einander entspricht Brüder, d.h. diejenigen, die in den Wahrheiten und daher im Guten sind; bei Matth.25/40: "Der König wird sagen zu ihnen: Wahrlich, Ich sage euch, inwiefern ihr es getan habt einem von diesen, Meinen geringsten Brüdern, habt ihr es Mir getan". Mark.3/33-35; Matth.12/49; Luk.8/21: "Es antwortete ihnen Jesus, und sprach: wer ist Meine Mutter, oder Meine Brüder? Und umschauend ringsumher, sprach Er: siehe, das ist Meine Mutter und Meine Brüder; denn jeder, der da tut den Willen Gottes, der ist Mein Bruder, und Meine Schwester und Meine Mutter". 5410. "Getreide zu kaufen aus Ägypten", 1. Mose 42/3, bedeutet das Gute des Wahren sich durch Wißtümliches anzueignen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es ist aneignen, wovon Nr. 4397, 5374, 5406; aus der Bedeutung von Getreide, sofern es ist das Gute des Wahren, wovon Nr. 5295; und aus der Bedeutung von Ägypten, sofern es ist Wißtümliches, wovon Nr. 5402. 5411. "Aber Benjamin, den Bruder Josephs", 1. Mose 42/4, bedeutet das Geistige des Himmlischen, welches das Mittel ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Geistige des Himmlischen ist, wovon Nr. 4592. Daß das Geistige des Himmlischen das Mittel ist, sehe man ebenfalls dort. Im allgemeinen muß man wissen, daß das Inwendige mit dem Äußeren keine Gemeinschaft haben kann, und umgekehrt, wenn nicht ein Vermittelndes da ist, folglich, daß das Wahre vom Göttlichen, das Joseph ist, mit den Wahrheiten im allgemeinen im Natürlichen, welche die Söhne Jakobs sind, keine Gemeinschaft haben kann, ohne ein Mittel, das durch Benjamin vorgebildet, und das Geistige des Himmlischen genannt wird. Das Mittel muß, um ein Vermittelndes zu sein, von beiden, nämlich vom Inwendigen und vom Auswendigen etwas haben. Der Grund, warum ein Mittel da sein muß, ist der, weil das Inwendige und das Äußere sehr voneinander unterschieden sind, und zwar so unterschieden, daß sie getrennt werden können, wie das letzte Äußere des Menschen, das der Leib ist, wenn er stirbt, von seinem Inwendigen, das sein Geist ist, getrennt wird. Dann stirbt das Äußere, wenn das Mittel zerrissen wird, und dann lebt das Äußere, wenn ein Vermittelndes vorhanden ist. Und in solchem Maß und in solcher Art lebt das Äußere in welchem Maß und in welcher Art ein Vermittelndes vorhanden ist. Weil die Söhne Jakobs ohne Benjamin waren, d.h. ohne Vermittlung, darum konnte Joseph sich seinen Brüdern nicht offenbaren, und darum redete er hart mit ihnen, indem er sie Kundschafter nannte, und in Gewahrsam gab, und darum erkannten auch sie Joseph nicht. Aber wie beschaffen dieses Vermittelnde ist, das durch Benjamin vorgebildet und das Geistige des Himmlischen genannt wird, kann nicht faßlich beschrieben werden, denn es fehlen die Begriffe vom Himmlischen des Geistigen, das Joseph ist, und von den Wahrheiten der Kirche, sofern sie nur Wißtümliches sind und die durch die Söhne Jakobs bezeichnet werden, daher auch vom Geistigen des Himmlischen, das Benjamin ist. Dagegen erscheint im Himmel wie an hellem Tage, wie beschaffen jenes Vermittelnde ist; seine Beschaffenheit wird dort durch unaussprechliche Vorbilder dargestellt im Licht des Himmels, in dem zugleich ein Innewerden ist; denn das Licht des Himmels ist die eigentliche Einsicht vom Göttlichen her, daher ist eine Befähigung für das Innewerden (perceptirum) im einzelnen, was durch jenes Licht vorgebildet wird. Dies findet nicht statt im Weltlicht, denn dieses Licht hat nichts von Einsicht in sich, sondern das Verständnis vermöge desselben geschieht durch den Einfluß des Himmelslichtes in dasselbe, und zugleich dann durch den Einfluß der Fähigkeit des Innewerdens, das im Himmelslicht ist. Daher kommt es, daß der Mensch soweit im Himmelslicht ist, als er in der Einsicht ist, und soweit in der Einsicht, als in den Wahrheiten des Glaubens, und soweit in den Wahrheiten des Glaubens, als im Guten der Liebe, folglich daß der Mensch insoweit im Licht des Himmels ist, als er sich im Guten der Liebe befindet. 5412. "Sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern", 1. Mose 42/4, bedeutet ohne jenes Mittel. Dies kann aus dem erhellen, was gleich oben gesagt wurde. 5413. "Denn er sprach: es möchte ihm ein Unfall begegnen", 1. Mose 42/4, bedeutet, dasselbe würde ohne das Himmlische des Geistigen, das Joseph, verlorengehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von dem Begegnen eines Unfalls, sofern es hier ist verlorengehen. Dies wurde vom Vater gesagt, weil er ihn liebte, und fürchtete, er möchte unter den Brüdern umkommen, wie Joseph. Aber eben das wurde im Wort angeführt und darin aufgenommen wegen des inneren Sinnes, welcher ist, daß das Mittel, wenn es bloß beim Äußeren ist ohne das Inwendige, verlorengehe werde, denn das Mittel ist Benjamin, das Äußere sind die Söhne Jakobs, und das Inwendige ist Joseph. Wirklich geht auch das, was Mittel ist, beim bloß Äußeren ohne das Innere verloren, denn mit dem Mittel verhält es sich auf folgende Weise: es entsteht (existit) aus dem Inwendigen, daher besteht es auch durch dasselbe, denn es entsteht durch den Blick des Inwendigen ins Äußere aus der Neigung und Absicht, sich das Inwendige beizugesellen. Somit ist das, was Mittel ist, verbunden mit dem Inwendigen, und vom Inwendigen her mit dem Äußeren; nicht aber ohne das Inwendige mit dem Äußeren. Hieraus wird klar, daß das, was Mittel ist, beim bloß Äußeren ohne das Inwendige zugrunde gehen muß. Außerdem ist es allgemeine Regel, sowohl im Gebiet der geistigen Welt, als im Gebiet der natürlichen Welt, daß das Frühere bestehen kann mit seinem Früheren, nicht aber ohne dasselbe mit dem Späteren, und wenn mit diesem allein, es verloren gehen muß. Die Ursache ist, weil alles, was nicht im Verband steht mit einem Früheren, als es ist, auch in keinem Verband steht mit dem ersten, von dem alles Entstehen und Bestehen. 5414. "Und es kamen die Söhne Israels zu kaufen inmitten der Kommenden", 1. Mose 42/5, bedeutet, er wollte, daß die geistigen Wahrheiten ebenso durch das Wißtümliche erworben würden wie die übrigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie geistige Wahrheiten bezeichnen, denn die Söhne sind Wahrheiten: Nr. 5403, und Israel ist der himmlisch geistige Mensch aus dem Natürlichen: Nr. 4286, 4570, 4598; somit sind die Söhne Israels geistige Wahrheiten im Natürlichen; aus der Bedeutung von kaufen, sofern es ist erworben werden; und aus der Bedeutung inmitten der Kommenden, sofern es heißt, wie die übrigen (Wahrheiten), die nämlich durch Wißtümliches erworben werden. 5415. "Weil Hunger war im Lande Kanaan", 1. Mose 42/5, bedeutet Verödung in betreff dessen, was der Kirche angehört im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel an Erkenntnissen und daher die Verödung bezeichnet, wovon Nr. 3364, 5277, 5279, 5281, 5300, 5349, 5360, 5376; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 3705, 3686, 4447, und weil es die Kirche ist, so ist es auch das, was der Kirche angehört. Daher kommt es, daß durch den Hunger, der im Lande Kanaan war, die Verödung in betreff dessen bezeichnet wird, was der Kirche angehört; daß im Natürlichen, hat den Grund, weil es sich auf die Söhne Jakobs bezieht, durch die das, was der äußeren Kirche angehört, bezeichnet wird: Nr. 5409, folglich was der Kirche angehört im Natürlichen. 5416. Vers 6-8: Und Joseph war der Regent über das Land, und verkaufte allem Volk des Landes; und die Brüder Josephs kamen und fielen vor ihm nieder auf ihr Angesicht zur Erde. Und Joseph sah seine Brüder, und erkannte sie; er stellte sich aber fremd gegen sie, und redete mit ihnen hart, und sprach zu ihnen: woher seid ihr gekommen? und sie sprachen: aus dem Lande Kanaan, Speise zu kaufen. Und Joseph erkannte seine Brüder, aber sie erkannten ihn nicht. "Und Joseph war der Regent über das Land" bedeutet das Himmlische des Geistigen, oder das Wahre vom Göttlichen her regierte im Natürlichen, wo das Wißtümliche; "und verkaufte allem Volk des Landes" bedeutet durch ihn finde alle Aneignung (statt); "und die Brüder Josephs kamen" bedeutet die allgemeinen Wahrheiten der Kirche ohne Vermittlung; "und fielen vor ihm nieder auf ihr Angesicht zur Erde" bedeutet die Demütigung; "und Joseph sah seine Brüder, und erkannte sie" bedeutet das Innewerden und die Erkennung von seiten des Himmlischen des Geistigen; "er stellte sich aber fremd gegen sie" bedeutet das Nichtverbundensein, weil ohne Vermittelndes; "und redete mit ihnen hart" bedeutet daher auch das Nichtentsprechen; "und sprach zu ihnen: woher seid ihr gekommen?" bedeutet die Erforschung; "und sie sprachen: aus dem Lande Kanaan" bedeutet von der Kirche; "Speise zu kaufen" bedeutet das Wahre des Guten anzueignen; "und Joseph erkannte seine Brüder" bedeutet, daß jene Wahrheiten der Kirche dem Himmlischen des Geistigen aus seinem Lichte erschienen; "aber sie erkannten ihn nicht" bedeutet das Wahre vom Göttlichen erscheine nicht im natürlichen Licht, indem es noch nicht vom himmlischen Licht erleuchtet sei. 5417. "Und Joseph war der Regent über das Land", 1. Mose 42/6, bedeutet, das Himmlische des Geistigen oder das Wahre vom Göttlichen her regierte im Natürlichen, wo das Wißtümliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4963, 5249, 5307, 5331, 5332. Das Himmlische des Geistigen ist das Wahre vom Göttlichen her, wie man unten sehen wird; aus der Bedeutung des Regenten, sofern er der ist, der regieren muß; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es das natürliche Gemüt ist, somit das Natürliche, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; daß das Himmlische des Geistigen im Natürlichen, wo das Wißtümliche regieren soll, sehe man Nr. 5313, daß Ägypten im inneren Sinn das Wißtümliche ist, sehe man Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966. Daß das Himmlische des Geistigen das Wahre vom Göttlichen her ist, hat den Grund, weil das menschliche Innere des Herrn, ehe es völlig verherrlicht war, sofern es das Aufnahmegefäß des Göttlichen Selbst bildete, das Himmlische des Geistigen war, und so genannt werden muß, weil es mit anderen Worten oder Denkformen nicht ausgedrückt zu werden vermag. Dieses Aufnahmegefäß oder Aufnehmende des Göttlichen ist das gleiche wie das Wahre aus dem Göttlichen. Daß Joseph dieses Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 4723, 4727. 5418. "Und er verkaufte allem Volk des Landes", 1. Mose 42/6, bedeutet, daß von ihm alle Aneignung (kam). Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, sofern es ist Aneignung, wovon Nr. 5371, 5374; und aus der Bedeutung von Volk des Landes, sofern es die Wahrheiten bezeichnet, die der Kirche angehören, wovon Nr. 2928; hier im Natürlichen: Nr. 5409. 5419. "Und die Brüder Josephs kamen", 1. Mose 42/6, bedeutet die allgemeinen Wahrheiten der Kirche ohne Vermittlung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüder Josephs, sofern sie die allgemeinen Wahrheiten der Kirche sind, wovon Nr. 5409; daß ohne Vermittlung, hat den Grund, weil ohne Benjamin, der das Mittel ist; daß Benjamin das Mittel ist, sehe man Nr. 5411, 5413. 5420. "Und fielen vor ihm nieder auf ihr Angesicht zur Erde", 1. Mose 42/6, bedeutet die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von niederfallen, sofern es eine Demütigung bezeichnet, wovon Nr. 2153; auf ihr Angesicht zur Erde, sofern es ist die Demut der Anbetung: Nr. 1999. Durch die Demütigung wird hier nicht die Demütigung aus Anerkennung und daher inwendige Demütigung verstanden, sondern äußere Demütigung, weil sie vor dem Regenten des Landes nach üblicher Sitte geschah. Daß nicht inwendige, sondern äußere Demütigung verstanden wird, hat den Grund, weil noch keine Entsprechung, und durch Entsprechung Verbindung da war. Wenn das Natürliche in solchem Zustand sich befindet, dann kann es zwar sich demütigen und sogar im höchsten Grad, aber bloß infolge von angenommener Gewohnheit, es ist eine Gebärde ohne die echte Neigung, welche dieselbe bewirkt; somit ist es etwas Leibliches ohne seine Seele; eine solche Demütigung wird hier verstanden. 5421. "Da sah Joseph seine Brüder und erkannte sie", 1. Mose 42/7, bedeutet das Innewerden und die Erkennung von seiten des Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist Innewerden, wovon Nr. 2150, 3764, 4567, 4723; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon Nr. 5417; aus der Bedeutung seiner Brüder, sofern sie die allgemeinen Wahrheiten der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 5419; und aus der Bedeutung von erkennen, sofern es eine Erkennung aus dem Innewerden ist. Über diese Erkennung von seiten Josephs und die Nichterkennung von seiten seiner Brüder, sehe man unten Nr. 5422, 5427, 5428. 5422. "Er stellte sich aber fremd gegen sie", 1. Mose 42/7, bedeutet das Nichtverbundensein, weil ohne ein Vermittelndes. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fremd stellen, sofern es hier ist das Nichtverbundensein, weil ohne eine Vermittlung; denn wer nicht gegenseitig verbunden ist, weil das Mittel fehlt, der erscheint als fremd, wie denn das inwendige Wahre oder das unmittelbar vom Göttlichen kommende Wahre denen fremd vorkommt, die in den äußerlichen Wahrheiten sind. Daher nun kommt es, daß Joseph sich gegen seine Brüder fremd stellte, nicht daß er fremd war; er liebte sie ja, denn als er sich von ihnen wandte, weinte er: 1. Mose 42/24, sondern das Fremdsein von ihrer Seite wegen der Nichtverbindung wird dadurch vorgebildet, daß er sich so stellte; wie z.B. wo im Wort gesagt wird, daß Jehovah oder der Herr sich fremd gegen das Volk stelle, sich ihnen widersetze, sie verwerfe, verdamme, in die Hölle stoße, strafe, ein Wohlgefallen habe; daß solches geschehe, wird im inneren Sinn verstanden, daß sie sich gegen Jehovah oder den Herrn fremd stellen, sie sich Ihm widersetzen, sie in einem bösen Wesen sind, das sie von Seinem Angesicht verwirft, das sie verdammt, das sie in die Hölle bringt, und das sie straft, und daß von Jehovah oder dem Herrn so etwas gar nicht herkommt. Aber es wird im Wort so gesagt des Anscheins wegen, denn so erscheint es den Einfältigen. Ebenso verhält es sich mit den inwendigen Wahrheiten, wenn sie von den äußeren Wahrheiten ohne Verbindung durch ein Mittel betrachtet werden; dann erscheinen jene Wahrheiten gegenüber von diesen ganz fremd, ja zuweilen entgegengesetzt, während doch der Gegensatz nicht in den inwendigen Wahrheiten ist, sondern bei den äußeren Wahrheiten; denn diese können ohne Verbindung durch ein Mittel jene nicht anders als von dem Weltlicht aus, das vom Himmelslicht getrennt ist, folglich als ihnen fremd ansehen; hierüber jedoch mehreres im Folgenden. 5423. "Und redete mit ihnen hart", 1. Mose 42/7, bedeutet daher auch das Nichtentsprechen. Dies erhellt aus ebenderselben Erklärung, die oben darüber, daß er sich fremd stellte, gegeben wurde. Sich fremd stellen bezieht sich auf die Neigung, die dem Willen angehört, und hart reden bezieht sich auf das Denken, das dem Verstand angehört; denn reden heißt im inneren Sinn denken: Nr. 2271, 2287, 2619; alsdann erscheint nämlich das Inwendige dem Äußeren fremd, wenn keine Neigung da ist, und dann scheint das Inwendige hart zu reden, wenn keine Entsprechung; denn Entsprechung ist die Erscheinung des Inwendigen im Äußeren und seine vorbildliche Darstellung in diesem. Wo daher keine Entsprechung, da ist keine Erscheinung des Inwendigen im Äußeren, mithin auch im letzteren keine vorbildliche Darstellung des ersteren, daher das Harte. 5424. "Und sprach zu ihnen: woher seid ihr gekommen?", 1. Mose 42/7, bedeutet die Erforschung, was ohne Erklärung erhellt. 5425. "Und sie sprachen: aus dem Lande Kanaan", 1. Mose 42/7, bedeutet von der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es ist die der Kirche, wovon Nr. 3705, 3686, 4447. 5426. "Speise zu kaufen"; 1. Mose 42/7, bedeutet das Wahre des Guten anzueignen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es heißt sich aneignen, wovon Nr. 4397, 5374, 5406, 5410; und aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das Wahre des Guten ist, wovon Nr. 5293, 5340, 5342. 5427. "Und Joseph erkannte seine Brüder", 1. Mose 42/8, bedeutet, daß jene Wahrheiten der Kirche dem Himmlischen des Geistigen aus seinem Licht erschienen. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, sofern es ist innewerden, sehen, somit erscheinen; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher, und aus der Bedeutung seiner Brüder, sofern sie die allgemeinen Wahrheiten der Kirche sind, wovon Nr. 5409, 5419; und weil durch "Joseph erkannte seine Brüder", jenes bezeichnet wird, nämlich daß die allgemeinen Wahrheiten der Kirche dem Himmlischen des Geistigen erschienen, so folgt, daß (dies geschah) aus dem Licht, in dem das Himmlische des Geistigen, somit aus dem himmlischen Lichte des Geistigen. Aus dem dieses Licht, das ist das Wahre vom Göttlichen her: Nr. 5417, erscheinen alle und jede Wahrheiten, die unterhalb sind, oder die im Natürlichen, nicht aber umgekehrt, wenn kein Mittel, noch weniger wenn keine Entsprechung (vorhanden ist) und keine Verbindung durch die Entsprechung. Dies kann offenbar daraus erhellen, daß die Engel, die in den Himmeln, somit im Himmelslicht sind, alles und jedes sehen können, was in der Geisterwelt geschieht, welche Welt zunächst unter den Himmeln ist, wie auch alles und jedes, was im Land der Unteren, ja was in den Höllen geschieht, nicht aber umgekehrt. Auch verhält sich die Sache so, daß die Engel eines oberen Himmels alles sehen können, was unten in einem unteren Himmel geschieht, nicht aber umgekehrt, wenn das Mittel fehlt. Es gibt auch vermittelnde Geister, durch welche die Gemeinschaft hin und her zustande kommt. Wenn daher die unten Befindlichen, bei denen kein Mittel, und noch mehr bei denen keine Entsprechung ist, ins Himmelslicht blicken, so sehen sie gar nichts; alles, was dort ist, erscheint ihnen ganz im Dunkel, da doch jene im hellsten Tageslicht sich befinden. Dies kann mit dieser einzigen Erfahrung erläutert werden: Es erschien mir eine große Stadt, und in ihr tausend und abertausend allerlei ergötzliche und schöne Sachen. Ich sah diese, weil das Mittel gegeben war, hingegen die Geister, die bei mir waren, konnten, weil ohne ein Mittel, nicht das Geringste dort sehen; und es wurde gesagt, daß die, welche nicht in der Entsprechung sind, wenn sie auch dort sich befinden, dennoch gar nichts dort wahrnehmen. Es verhält sich dies auch, wie mit dem inwendigeren Menschen oder seinem Geist, der auch die Seele genannt wird; dieser kann alles und jedes sehen, was im auswendigeren Menschen ist und geschieht, nicht aber umgekehrt, wenn keine Entsprechung oder Vermittlung da ist. Daher kommt es, daß dem auswendigeren Menschen, der nicht in der Entsprechung ist, der inwendigere wie nichts erscheint, so sehr, daß wenn etwas den inwendigeren Menschen Betreffendes gesagt wird, es dem auswendigeren entweder so dunkel erscheint, daß er nicht einmal den Blick dahin richten will, oder als ein Nichts, das unglaublich ist. Dagegen wenn eine Entsprechung da ist, dann sieht auch der auswendigere Mensch durch ein Mittel, was im inwendigeren vorgeht, denn das Licht, das der inwendigere Mensch hat, fließt durch das Mittel ein in das Licht, das der auswendigere hat, d.h., das himmlische Licht fließt ein in das natürliche Licht und erleuchtet dieses, und infolge dieser Erleuchtung erscheint das, was im inwendigeren Menschen existiert. Daher hat der auswendigere oder natürliche Mensch Einsicht und Weisheit. Wenn aber kein Mittel da ist, und noch mehr, wenn keine Entsprechung, dann sieht und wird der inwendigere Mensch inne, was im auswendigeren vorgeht, und leidet (es) auch gewissermaßen, aber nicht umgekehrt. Wenn aber ein förmlicher Gegensatz da ist, daß nämlich der auswendigere Mensch das, was durch den inwendigeren einfließt, ganz verkehrt oder auslöscht, dann wird der inwendigere Mensch seines Lichtes, das er aus dem Himmel hat, beraubt, und wird ihm der Himmelsweg verschlossen, dagegen ein Verkehrsweg (communicatio) von der Hölle zum auswendigeren Menschen geöffnet. Mehreres hierüber möge man in dem nun Folgenden sehen. 5428. "Aber sie erkannten ihn nicht", 1. Mose 42/8, bedeutet, daß das Wahre vom Göttlichen her nicht erschien in dem natürlichen Lichte, da dieses noch nicht vom himmlischen Licht erleuchtet war. Dies kann aus dem gleich Vorhergehenden erhellen; denn wenn durch "Joseph erkannte seine Brüder" bezeichnet wird, daß die allgemeinen Wahrheiten der Kirche dem Himmlischen des Geistigen aus seinem Licht erschienen, so folgt, daß durch "sie erkannten ihn nicht" bezeichnet wird, daß das Himmlische des Geistigen oder das Wahre vom Göttlichen her den allgemeinen Wahrheiten der Kirche nicht erschien im natürlichen Licht, weil es noch nicht vom himmlischen Licht erleuchtet war. Wie sich dieses verhalte, ist zwar aus dem gleich oben Gesagten klar, weil es aber unter die Geheimnisse gehört, darf es durch Beispiele erläutert werden, die Herrlichkeit des Himmels möge als Beispiel dienen: Diejenigen, die aus dem natürlichen Lichte, das noch nicht vom Himmelslicht erleuchtet ist, weil das Mittel fehlt, und noch weniger, wenn keine Entsprechung vorhanden ist, über die Herrlichkeit des Himmels denken, können keine andere Vorstellung von ihr haben als eine solche, wie von der Herrlichkeit der Welt, so z.B. wenn sie die prophetischen Offenbarungen, hauptsächlich des Johannes in der Apokalypse lesen, (denken sie,) daß dort alles überaus prächtig sei; dagegen wenn ihnen gesagt wird, die Herrlichkeit des Himmels übertreffe alle Pracht der Welt so sehr, daß diese mit jener gar nicht verglichen werden könne, und daß dennoch dieses nicht die Herrlichkeit des Himmels sei, sondern daß die Herrlichkeit des Himmels das Göttliche sei, das aus dem einzelnen, was dort erscheint, hervorleuchtet, sowie das Innewerden göttlicher Dinge, und die Weisheit daher, aber diese Herrlichkeit haben bloß diejenigen dort, die jene Pracht im Verhältnis zur Weisheit für nichts achten, und alle Weisheit dem Herrn, sich selbst aber gar keine zuschreiben: wenn diese Himmelsherrlichkeit vom natürlichen Licht aus unvermittelt, oder ohne daß eine Entsprechung vorhanden ist, betrachtet wird, so wird sie durchaus nicht anerkannt. Als weiteres Beispiel möge dienen die Macht der Engel. Diejenigen, die aus dem natürlichen Licht, das noch nicht vom Himmelslicht erleuchtet ist, weil keine Vermittlung, und mehr noch, wenn keine Entsprechung da ist, über die Macht der Engel, hauptsächlich der Erzengel, deren im Wort Erwähnung geschieht, nachdenken, können keine andere Vorstellung von ihr haben, als wie von der Macht der Gewaltigen in der Welt, daß sie nämlich Tausende und Abertausende haben, die geringer sind als sie, denen sie gebieten, und daß die Majestäten im Himmel in einem solchen Machtgebot bestehen. Dagegen wenn ihnen gesagt wird, die Macht der Engel übertreffe zwar alle Macht der Gewaltigen in der Welt, und sei so groß, daß einer von den geringeren Engeln viele Tausende von Höllengeistern wegtreiben und in ihre Höllen verstoßen könne, und daß sie daher auch im Wort Gewalten, wie auch Herrschaften heißen; (aber dennoch ist der Kleinste unter ihnen der Größte, d.h. wer glaubt, will, und inne wird, daß alle Macht vom Herrn und gar keine aus ihnen sei, der ist der Mächtigste; weshalb die, welche dort Gewalten sind, ganz und gar alle Macht aus sich verschmähen,) so wird auch dies, wenn es vom natürlichen Licht unvermittelt oder gar ohne vorhandene Entsprechung angesehen wird, nicht anerkannt. Ein weiteres Beispiel: Wer unvermittelt oder gar ohne daß eine Entsprechung vorhanden ist, die Freiheit betrachtet, kann nicht anders wissen, als daß Freiheit sei denken und wollen aus sich und ungehindert tun können wie man will und denkt; weshalb auch der natürliche Mensch, um alles haben zu können, was er denkt und will, gerne der Reichste wäre, und um tun zu können, was er denkt und will, gerne der Mächtigste wäre, und glaubt, er sei dann auf der höchsten Stufe der Freiheit, und daher in der eigentlichen Seligkeit. Wenn man aber solchen sagt, die eigentliche Freiheit, die auch die himmlische Freiheit heißt, sei durchaus keine solche, sondern sie bestehe darin, daß man nichts will aus sich, sondern aus dem Herrn, ja daß man nichts denkt aus sich, sondern vom Himmel her, und daß man daher ganz in Betrübnis und im Kummer ist, wenn zugelassen wird, daß man aus sich denke und aus sich wolle, so wird auch dieses nicht anerkannt. Aus diesem kann einigermaßen erhellen, wie es sich damit verhält, daß das Wahre vom Göttlichen her im natürlichen Lichte, das noch nicht vom himmlischen Licht erleuchtet ist, erscheint, was dadurch bezeichnet wird, daß die Brüder Josephs ihn nicht erkannten. 5429. Vers 9-16: Und Joseph gedachte der Träume, die er von ihnen geträumt hatte, und sprach zu ihnen: Kundschafter seid ihr; um zu sehen die Blöße des Landes seid ihr gekommen. Da sprachen sie zu ihm: Nein, mein Herr, sondern deine Knechte kommen, Speise zu kaufen. Wir alle sind Söhne eines Mannes, redlich sind wir, deine Knechte sind keine Kundschafter. Und er sprach zu Ihnen: Nein, sondern um die Blöße des Landes zu sehen, seid ihr gekommen. Da sprachen sie: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, Söhne eines Mannes, im Lande Kanaan, und siehe, der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater, aber einer ist nicht mehr. Und Joseph sprach zu ihnen: Das ist es, was ich zu euch geredet habe, da ich sprach: Kundschafter seid ihr. Daran sollt ihr geprüft werden, beim Leben Pharaos! ihr sollt nicht von dannen kommen, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt. Sendet einen von euch, daß er hole euren Bruder, aber ihr sollt gefangen sein, und es sollen geprüft werden eure Worte, ob Wahrheit bei euch ist, wenn nicht, beim Leben Pharaos! so seid ihr Kundschafter. "Und Joseph gedachte der Träume, die er von ihnen geträumt hatte" bedeutet, daß das Himmlische des Geistigen vorhersah, was sich mit den allgemeinen Wahrheiten der Kirche im Natürlichen begeben werde; "und sprach zu ihnen" bedeutet das Innewerden daher; "Kundschafter seid ihr" bedeutet bloß aus Gewinnsucht; "um zu sehen die Blöße des Landes seid ihr gekommen" bedeutet, es sei ihnen um weiter nichts zu tun, als für sich zu wissen, daß es keine Wahrheiten seien; "da sprachen sie zu ihm: Nein, mein Herr, wir sind redlich" bedeutet, es seien Wahrheiten an sich; "sondern deine Knechte kommen, Speise zu kaufen" bedeutet, sie sollen dem Natürlichen angeeignet werden durch das Gute; "Wir alle sind Söhne eines Mannes" bedeutet jene Wahrheiten haben einen Ursprung; "redlich sind wir" bedeutet, somit seien es Wahrheiten an sich; "deine Knechte sind keine Kundschafter", bedeutet also sei es um keinen Gewinn zu tun; "und er sprach zu Ihnen: Nein, sondern um die Blöße des Landes zu sehen, seid ihr gekommen" bedeutet, es liege ihnen nichts daran, ob es Wahrheiten seien; "da sprachen sie: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder" bedeutet alles zum Glauben Gehörige sei so miteinander verbunden; "Söhne eines Mannes" bedeutet aus einem Ursprung; "im Lande Kanaan" bedeutet in der Kirche; "und siehe, der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater" bedeutet, daß auch die Verbindung mit dem geistig Guten (vorhanden sei); "aber einer ist nicht mehr" bedeutet, daß das geistig Göttliche von dem (sie herkommt), nicht erscheine; "und Joseph sprach zu ihnen" bedeutet das Innewerden in betreff dieser Sache; "das ist es, was ich zu euch geredet habe" bedeutet es ist wahr, wie ich gedacht habe; "da ich sprach: Kundschafter seid ihr" bedeutet, (sie seien) in den Kirchenwahrheiten um des Eigennutzes willen; "daran sollt ihr geprüft werden" bedeutet, ob es wahr sei, werde man sehen; "beim Leben Pharaos!" bedeutet gewiß; "ihr sollt nicht von dannen kommen, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt" bedeutet die Wahrheiten müßten notwendig bei ihnen so beschaffen sein, wenn sie nicht verbunden seien mit dem geistig Guten; "sendet einen von euch, daß er hole euren Bruder" bedeutet, wenn nur irgendeine Verbindung stattfinde mit jenem Guten; "aber ihr sollt gefangen sein" bedeutet, obwohl im übrigen Trennung; "und es sollen geprüft werden eure Worte, ob Wahrheit bei euch ist" bedeutet, dann wird es sich so herausstellen; "wenn nicht, beim Leben Pharaos! so seid ihr Kundschafter" bedeutet, sonst ist es gewiß, daß ihr bei den Wahrheiten nur einen eigennützigen Zweck habt. 5430. "Und Joseph gedachte der Träume, die er von ihnen geträumt hatte", 1. Mose 42/9, bedeutet, daß das Himmlische des Geistigen vorhersah, was sich mit den allgemeinen Wahrheiten der Kirche im Natürlichen begeben werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von gedenken, sofern es eine Gegenwart bezeichnet, denn der Gegenstand, dessen man gedenkt, stellt sich gegenwärtig dar; daß gedenken vom Vorhersehen gesagt wird, sehe man Nr. 3966; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher öfters; und aus der Bedeutung der Träume, sofern sie ein Vorhersehen, Vorhersagen, Erfolg bezeichnen, wovon Nr. 3698, 5091, 5092, 5104, hier daher das Vorhersehen, was sich mit den allgemeinen Wahrheiten der Kirche im Natürlichen begeben werde, denn diese werden durch die zwölf Söhne Jakobs bezeichnet: Nr. 5409, 5419; weshalb auch gesagt wird: "die er von ihnen geträumt hatte". 5431. "Und sprach zu ihnen", 1. Mose 42/9, bedeutet das Innewerden daher. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden ist, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509. 5432. "Kundschafter seid ihr", 1. Mose 42/9, bedeutet, bloß aus Gewinnsucht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kundschafter, sofern sie hier die Gewinnsucht bezeichnen. Daß nichts anderes im inneren Sinn durch Kundschafter bezeichnet werde, erhellt aus dem Zusammenhang, denn es wird im inneren Sinn von den Wahrheiten der Kirche gehandelt, die dem Natürlichen angeeignet werden sollen, und daß sie ihm nur angeeignet werden können durch den Einfluß des Himmlischen des Geistigen durch ein Mittleres. Jene Wahrheiten der Kirche sind die Söhne Jakobs oder die Brüder Josephs, das Himmlische des Geistigen ist Joseph, und das Vermittelnde ist Benjamin. Wie es sich damit verhalte, ist Nr. 5402 gesagt worden, daß nämlich die Glaubenswahrheiten der Kirche, die Lehren genannt werden, in der ersten Lebenszeit, wo sie erlernt werden, nicht anders aufgefaßt und dem Gedächtnis anvertraut werden, als wie andere wißtümliche Kenntnisse und so lange als Wißtümliches bleiben, bis der Mensch anfängt mit eigenem Blick sie zu betrachten und zu sehen, ob sie wahr seien und daß er, wenn er sieht, daß sie wahr sind, danach leben will. Diese Betrachtung und dieser Wille machen, daß sie nicht mehr Wißtümliches sind, sondern Lebensregeln und endlich Leben; denn so gehen sie ins Leben ein, dem sie angeeignet werden. Die das Mannesalter, und mehr noch, die das Greisenalter erreicht und die Wahrheiten der Kirche, die Lehren genannt werden, nicht mit eigenem Blick betrachtet und gesehen haben, ob sie wahr seien, und nachher nicht danach leben wollten, solche behalten sie auch nicht anders bei sich, als wie das übrige Wißtümliche; sie sind nur in ihrem natürlichen Gedächtnis und dadurch in ihrem Munde, und wenn sie davon reden, so reden sie davon nicht aus ihrem inwendigeren Menschen oder vom Herzen, sondern nur vom auswendigeren Menschen her und aus dem Munde. Wenn der Mensch in diesem Zustand ist, kann er gar nicht glauben, daß die Wahrheiten der Kirche wahr sind, mag es ihm immerhin dünken, daß er es glaube. Der Grund, warum er zu glauben meint, daß sie wahr seien, ist, weil er sich auf andere verläßt und das, was anderen angehört, bei sich begründet hat. Begründen, was von anderen gesagt worden ist, sei es wahr oder falsch, ist sehr leicht, denn es gehört bloß Verstand dazu. Diese Wahrheiten der Kirche oder diejenigen, die auf solche Weise in den Wahrheiten der Kirche sind, werden durch Kundschafter bezeichnet, die kommen, um die Blöße des Landes zu sehen; denn sie glauben die Lehre ihrer Kirche nicht aus einer Neigung zum Wahren, sondern aus der Neigung Ehren zu erjagen, oder Gewinn zu erhaschen. Deshalb glauben sie bei sich kaum etwas; meistens leugnen sie es im Herzen, indem sie jene Lehren betrachten, wie ein Krämer seine Waren, und dann dünken sie sich gelehrt und weise, wenn sie aus sich sehen, daß es keine Wahrheiten sind, und dennoch das gemeine Volk bereden können, daß es Wahrheiten seien. Daß sehr viele Geistliche der Kirche solcherart sind, zeigt sich augenscheinlich an ihnen im anderen Leben, denn dort sind sie in der Sphäre ihrer Neigungen und der daher kommenden Gedanken, wohin sie auch sich wenden mögen. Diese Sphäre wird von anderen deutlich wahrgenommen, daher merkt man mit untrüglichem Gefühl, was für eine Neigung zum Wahren und was für einen Glauben sie gehabt haben. In der Welt offenbart sich dieses nicht, denn ein geistiges Innewerden von solchen Dingen findet hier nicht statt. Und weil es so ist, offenbaren sie ihre eigentliche Meinung nicht, denn sie würden ihr Einkommen verlieren. Daß sie Kundschafter sind, kann zur Genüge daraus erhellen, daß solche bei denjenigen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind, nichts anderes als Fehler suchen, um anzuklagen und zu verdammen. Solche, mögen sie sogenannte Paptisten, oder Protestanten, oder Quäcker, oder Socinianer, oder Juden sein, wenn sie einmal die Lehrsätze ihrer Kirche bei sich begründet haben, was sind sie anderes als Kundschafter? denn die eigentlichsten Wahrheiten, wenn sie sonstwo sich finden, verlachen und verdammen sie, weil sie die Wahrheiten nicht als Wahrheiten begreifen. Der Grund ist, weil sie keine Neigung zum Wahren um des Wahren willen, noch weniger um des Lebens willen haben, sondern um des Einkommens willen. Auch forschen solche im Wort, wenn sie es lesen, bloß in der Absicht, die Blöße des Landes zu sehen, d.h., um zu sehen, daß die Wahrheiten der Kirche nicht wahr sind, sondern nur um sie zu brauchen zur Beredung anderer, daß es Wahrheiten seien, aus Gewinnsucht. Diejenigen aber, die in der Neigung zum Wahren sind um der Wahrheit und um des Lebens willen, folglich um des Reiches des Herrn willen, diese haben zwar Glauben an die Lehren der Kirche, aber dennoch forschen sie im Wort um keines anderen Zweckes als um der Wahrheit willen; dadurch erhalten sie ihren Glauben und ihr Gewissen. Wenn man zu ihnen sagt, man müsse in den Lehren der Kirche, wo man geboren ist, bleiben, so denken sie, wenn sie im Judentum oder im Socianismus, Quäckertum, christlichen Heidentum oder auch außerhalb der Kirche geboren worden wären, so wäre von den Anhängern dieser Parteien ebenso zu ihnen gesagt worden, und überall sage man: hier ist die Kirche, hier ist die Kirche, hier ist Wahrheit und nirgends sonst. Ebendeswegen müsse man im Wort forschen mit andächtigem Gebet zum Herrn um Erleuchtung. Solche beunruhigen niemand innerhalb der Kirche, und verdammen andere nie, weil sie wissen, daß gleichwohl ein jeder, der eine Kirche ist, seines Glaubens lebt. 5433. "Um zu sehen die Blöße des Landes, seid ihr gekommen", 1. Mose 42/9, bedeutet, es sei ihnen um weiter nichts zu tun, als für sich zu wissen, daß es keine Wahrheiten seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen zu sehen, sofern es ist, wünschen zu wissen, daß es so sei, mithin, es sei ihnen um nichts weiter als um das Wissen zu tun; aus der Bedeutung der Blöße, sofern sie bezeichnet: ohne Wahrheiten, somit daß es keine Wahrheiten seien, worüber folgt; und aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche bezeichnet. Blöße des Landes bezeichnet daher das Nichtwahre der Kirche. Daß das Land die Kirche ist, sehe man Nr. 566, 662, 1067, 1262, 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355, 4447, 4535. Daß Blöße bedeutet der Wahrheiten beraubt, oder ohne Wahrheiten sein, hat den Grund, weil die Kleider im allgemeinen Wahrheiten bedeuten, und ein jedes Kleid im besonderen eine einzelne Wahrheit; man sehe Nr. 2576, 3301, 4545, 4677, 4741, 4742, 4763, 5248, 5319. Blöße bedeutet daher: ohne Wahrheiten, wie man auch aus Stellen aus dem Wort unten sehen wird. Wie es sich damit verhalte, wird aus demjenigen klar, was Nr. 5432 gesagt wurde, daß nämlich diejenigen, welche die Wahrheiten nicht lernen um des Wahren und um des Lebens willen, sondern um des Gewinnes willen, gar nicht anders können, als bei sich denken, daß die Wahrheiten der Kirche keine Wahrheiten seien. Die Ursache ist, weil die Neigung zum Gewinn eine irdische Neigung ist, und die Neigung zum Wahren eine geistige Neigung. Die eine oder die andere muß die Herrschaft haben; niemand kann zwei Herrn dienen. Wo deshalb die eine Neigung ist, da ist die andere nicht; somit, wo die Neigung zum Wahren, da ist keine Neigung zum Gewinn, und wo die Neigung zum Gewinn, da ist keine Neigung zum Wahren. Daher kommt es, daß da, wo die Neigung zum Gewinn die Herrschaft hat, man gar nicht anders wünschen kann, als daß die Wahrheiten nicht wahr sein möchten, dennoch aber dabei wünscht, die Wahrheiten möchten von anderen für wahr gehalten werden; denn wenn der inwendige Mensch abwärts sieht, nämlich auf Irdisches und auf dieses allen Wert legt, so kann er gar nicht aufwärts sehen, und auf das, was oben ist, einen Wert legen, denn das Irdische verschlingt und erstickt alles. Der Grund ist, weil die Engel des Himmels beim Menschen nicht in Irdischem sein können; deshalb treten sie zurück, und dann kommen höllische Geister herbei, die beim Menschen nicht im Himmlischen sein können; daher ist einem solchen das Himmlische wie nichts, und das Irdische ist ihm alles, und wenn das Irdische ihm alles ist, dann hält er sich für gescheiter und weiser als die übrigen, darum weil er die Kirchenwahrheiten für sich leugnet, indem er im Herzen sagt, sie seien eben für die Einfältigen. (Der Mensch) muß also entweder in irdischer oder in himmlischer Neigung sein, denn er kann nicht bei den Engeln des Himmels und zugleich bei Geistern der Hölle sein, denn alsdann würde er zwischen Himmel und Hölle schweben. Dagegen wenn er in der Neigung zum Wahren ist um des Wahren willen, d.h. um des Reiches des Herrn willen, (denn in diesem ist das göttlich Wahre,) somit um des Herrn selbst willen, dann ist er unter den Engeln, und dann verachtet er auch den Gewinn nicht, sofern dieser ihm zum Leben in der Welt dient, aber er macht den Gewinn nicht zum Zweck, sondern nur die Nutzleistungen aus dem Gewinn, die er als Mittelzwecke zum letzten himmlischen Zweck ansieht, somit hängt er sein Herz keineswegs an den Gewinn. Daß Blöße bedeutet: ohne Wahrheiten, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Joh.Offenb.3/17: "Dem Engel der Kirche der Laodicäer schreibe, weil du sagst, ich bin reich, und bin (so) reich geworden, daß ich keines bedarf, während du doch nicht weißt, daß du bist elend und jämmerlich, und bedürftig, und blind und bloß": bloß bedeutet hier: im Mangel des Wahren. Joh.Offenb.3/18: "Ich rate dir, daß du von Mir Gold kaufest, das durch Feuer geläutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du angetan werdest, und nicht geoffenbart werde die Schande deiner Blöße": Gold kaufen bedeutet das Gute sich verschaffen und aneignen; daß du reich werdest, bedeutet, damit du im himmlisch und geistig Guten sein mögest; weiße Kleider für geistige Wahrheiten; Schande der Blöße für: ohne Gutes und Wahres; daß kaufen bedeutet sich verschaffen und aneignen, sehe man Nr. 5374; daß Gold das himmlisch und geistig Gute ist: Nr. 1551, 1552; daß Kleider Wahrheiten sind: Nr. 1073, 2576, 4545, 4763, 5248, 5319; daß das Weiße vom Wahren gesagt wird, weil es aus dem Licht des Himmels: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319. Joh.Offenb.16/15: "Siehe, Ich komme wie ein Dieb; selig, wer da wachet und bewahret seine Kleider, daß er nicht bloß wandle": wer seine Kleider bewahrt für: der die Wahrheiten (bewahrt); daß er nicht bloß wandle für: nicht ohne Wahrheiten. Matth.25/36,43: "Der König wird sagen denen zur Rechten: Ich bin nackt gewesen, und ihr habt Mich bekleidet, und denen zur Linken: Ich bin nackt (gewesen), und ihr habt Mich nicht bekleidet": nackt bedeutet die Guten, die anerkennen, daß nichts Gutes und Wahres in ihnen sei: Nr. 4958. Jes.58/7: "Ist nicht das ein Fasten, daß du dem Hungrigen dein Brot brichst, und daß du die elenden Heimatlosen einführest in dein Haus, wenn du siehst einen Nackten, daß du ihn bedeckst". Jerem.Klagel.1/8: "Eine (schwere) Sünde hat Jerusalem begangen, darum ist es geworden wie ein unreines Weib, alle, die sie geehrt haben, verachten sie, weil sie gesehen ihre Blöße": wo Blöße bedeutet: ohne Wahrheiten. Hes.16/7,8,22: "Du bist gekommen in die Zierden der Zierden; deine Brüste sind fest geworden, und dein Haar ist gewachsen, du warst jedoch nackt und bloß. Ich breitete Meinen Fittich aus über dich, und deckte deine Blöße; du hast nicht gedacht der Tage deiner Jugend, da du warst nackt und bloß": hier von Jerusalem, durch welche die Alte Kirche verstanden wird, wie sie war bei ihrer Einsetzung, und wie sie hernach wurde, daß sie nämlich zuerst ohne Wahrheiten, aber hernach in den Wahrheiten unterrichtet war, und daß sie zuletzt dieselben verwarf. Hes.18/5,7: "Wenn ein gerechter Mann ist, der da übt Recht und Gerechtigkeit, sein Brot dem Hungrigen gibt und den Nackten bedeckt mit einem Kleid": den Nackten decken mit einem Kleid, bedeutet, in Wahrheiten unterrichten diejenigen, die ein Verlangen nach Wahrheiten haben. Hos.2/3: "Auf daß Ich sie nicht nackt ausziehe, sie hinstelle wie am Tag, da sie geboren ward, sie hinsetze wie die Wüste und hinstelle wie ein Land der Dürre, und sie töte durch Durst": nackt ausziehen, bedeutet, daß sie sei ohne Wahrheiten. Nahum 3/5: "Zeigen werde Ich den Völkerschaften deine Blöße und den Königreichen deine Schmach": zeigen den Völkerschaften die Blöße, bedeutet die Häßlichkeit; alle Häßlichkeit kommt vom Nichtwahren her und alle Schönheit vom Wahren: Nr. 4985, 5199. 5434. "Da sprachen sie zu ihm: Nein, mein Herr, wir sind redlich", 1. Mose 42/10, bedeutet, es seien Wahrheiten an sich. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sprechen zu ihm: nein, mein Herr", sofern es heißt, nicht um einen Gewinn zu erhaschen, was durch die Worte Josephs: "Kundschafter seid ihr" bezeichnet wird: Nr. 5432, und keineswegs sei es ihnen um weiter nichts zu tun, als für sich zu wissen, daß es keine Wahrheiten seien, was durch die Worte Josephs: "zu sehen die Blöße des Landes, seid ihr gekommen" bezeichnet wird: Nr. 5433; und aus der Bedeutung von "redlich sind wir", sofern es heißt, es seien Wahrheiten an sich; denn redlich (rectum) bedeutet im inneren Sinn das Wahre, hier wie sonst im Wort an vielen Stellen. Dieser Sinn, nämlich daß es Wahrheiten an sich seien, folgt aus dem Zusammenhang; denn bei denjenigen, welche die Wahrheiten sich in eigennütziger Absicht verschafft haben, sind die Wahrheiten zwar für sie keine Wahrheiten, wie Nr. 5433 gezeigt wurde, aber sie können doch an sich Wahrheiten sein, denn die eigentlichen Wahrheiten der Kirche im allgemeinen werden durch die Söhne Jakobs bezeichnet. Daß die Redlichen Wahrheiten bezeichnen im abstrakten Sinn, hat den Grund, weil im inneren Sinn durchaus von den Personen abstrahiert wird; daß die Vorstellung der Person in die Vorstellung der Sache verwandelt wird, sehe man Nr. 5225, 5287; der Grund ist, weil sonst das Denken und die Rede aus demselben notwendig von der Sache und deren Anschauung abgelenkt werden und in Persönliches sich verlieren müßte, und außerdem das Denken und die Rede auf keine andere Weise allumfassend werden und zusammen vieles, geschweige Endloses und Unaussprechliches in sich begreifen könnte, wie bei den Engeln. Dennoch schließt jenes Abstrakte die Personen in sich, diejenigen nämlich, die in jenen (Wahrheiten) sind. Daher kommt es, daß die Redlichen Wahrheiten bedeuten. 5435. "Sondern deine Knechte kommen Speise zu kaufen", 1. Mose 42/10, bedeutet, sie sollen dem Natürlichen angeeignet werden durch das Gute, nämlich jene Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie das Untere und das Natürliche beziehungsweise, wovon Nr. 2541, 3019, 3020, 5161, 5164, 5305; daher auch Wahrheiten: Nr. 3409, denn die Wahrheiten sind untertan dem Guten, und was untertan ist, wird im Wort Knechte genannt, hier also die Wahrheiten im Natürlichen, in Beziehung auf das Himmlische des Geistigen. Aus der Bedeutung von kaufen, sofern es ist angeeignet werden, wovon Nr. 4397, 5374, 5406, 5410; und aus der Bedeutung von Speise, sofern sie das himmlisch und geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 5147, sodann das dem Guten beigesellte Wahre: Nr. 5340, 5342, hier also das Wahre, das dem Natürlichen durch das Gute beigesellt, somit angeeignet werden soll. Das Wahre wird dem Menschen nie anders angeeignet als durch das Gute; wenn es aber durch das Gute angeeignet ist, dann wird das Wahre gut, denn alsdann wirkt es mit ihm zusammen. Sie machen nämlich zusammen gleichsam einen Leib aus, dessen Seele das Gute ist. Die Wahrheiten in jenem Guten sind gleichsam die geistigen Fasern, die den Leib bilden. Deswegen werden auch durch die Fasern die inwendigsten aus dem Guten hervorgehenden Formen und durch die Nerven die Wahrheiten bezeichnet: Nr. 4303, 5189 E. 5436. "Wir alle sind Söhne eines Mannes", 1. Mose 42/11, bedeutet, jene Wahrheiten haben einen Ursprung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, hier der Söhne Jakobs, sofern es sind Wahrheiten im allgemeinen, wovon früher oft. Daß " eines Mannes" bedeutet, sie haben einen Ursprung, erhellt ohne Erklärung. 5437. "Redlich sind wir", 1. Mose 42/11, bedeutet, somit seien sie Wahrheiten an sich. Dies erhellt aus der Bedeutung von "redlich sind wir", sofern es heißt, sie seien Wahrheiten an sich, wovon Nr. 5434. 5438. "Deine Knechte sind keine Kundschafter", 1. Mose 42/11, bedeutet, es sei ihnen um keinen Gewinn zu tun. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kundschafter, daß sie in den Kirchenwahrheiten aus Eigennutz seien, wovon Nr. 5432, hier, daß sie es nicht seien. 5439. "Und er sprach zu ihnen: nein, sondern die Blöße des Landes zu sehen seid ihr gekommen", 1. Mose 42/12, bedeutet, es liege ihnen nichts daran, ob es Wahrheiten seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, zu sehen die Blöße des Landes, sofern es heißt, es sei ihnen um weiter nichts zu tun, als für sich zu wissen, daß es keine Wahrheiten seien, wovon Nr. 5433; hier das gleiche, es sei ihnen nichts daran gelegen, ob es Wahrheiten seien. 5440. "Da sprachen sie: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder", 1. Mose 42/13, bedeutet, alles zum Glauben Gehörige sei so miteinander verbunden. Dies erhellt aus der Bedeutung von 12, sofern es ist alles, und wenn es von den Söhnen Jakobs, wie hier, oder von den ihnen nach genannten Stämmen und auch von den Aposteln gesagt wird, so ist es alles zum Glauben Gehörige in einem Inbegriff, wovon Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 2553, 3272, 3488, 3858, 3862, 3913, 3926, 3939, 4060, und aus der Bedeutung der Brüder, sofern sie die Verbindung durch das Gute bezeichnen; denn wenn die Wahrheiten durch das Gute verbunden werden, nehmen sie gleichsam ein brüderliches Verhältnis zueinander an. Wenn sie auch ohne das Gute als verbunden erscheinen, so sind sie dennoch nicht verbunden, das Falsche des Bösen dringt immer ein und bewirkt eine Trennung. Die Ursache ist, weil sie keinen gemeinschaftlichen Ursprung und keinen gemeinschaftlichen Endzweck haben. Das Erste und das Letzte müssen verbinden, wenn eine Verbindung sein soll. Das Erste muß das Gute sein, von dem (sie ausgehen), und das Letzte muß das Gute sein, auf das (sie abzielen); und überdies muß, wenn die Wahrheiten verbunden sein sollen, das Gute das überall Herrschende sein. Was überall herrscht, das verbindet. Daß Bruder die Neigung zum Guten, somit das Gute bezeichnet, sehe man Nr. 2360, 2524, 3303, 3459, 3803, 3815, 4121. 5441. "Söhne eines Mannes", 1. Mose 42/13, bedeutet aus einem Ursprung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5436 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. .Nr 5442 5442. "Im Lande Kanaan", 1. Mose 42/13, bedeutet in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es ist das Reich des Herrn und die Kirche, wovon Nr. 1413, 1437, 1607, 3038, 3481, 3686, 3705, 4447. 5443. "Und siehe, der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater", 1. Mose 42/13, bedeutet, daß auch Verbindung mit dem geistig Guten sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der jüngste ist, sofern er das verbindende Mittel bezeichnet, worüber folgt, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, hier Israels, der hier der Vater, sofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598. Daß Benjamin das Geistige des Himmlischen bedeutet, welches das Vermittelnde ist, sehe man Nr. 4592, 5411, 5413, 5419, nämlich das, was das Natürliche oder das dem Natürlichen Angehörige vermittelt mit dem Himmlischen des Geistigen, das Joseph ist; und weil Benjamin das Vermittelnde ist und Israel das geistig Gute, darum wird durch jene Worte: "Siehe, der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater", die Verbindung mit dem geistig Guten bezeichnet. 5444. "Aber einer ist nicht mehr", 1. Mose 42/13, bedeutet, daß das geistig Göttliche, von dem (sie herkommt), nicht erscheine. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier "einer" heißt, sofern er das Himmlische des Geistigen, oder was gleich ist, das geistig Göttliche, oder das Wahre vom Göttlichen her bezeichnet, wovon Nr. 3969, 4286, 4592, 4723, 4727, 4963, 5249, 5307, 5331, 5332, 5417; und weil alle Verbindung des Wahren im Natürlichen vom geistig Göttlichen ausgeht, wird gesagt, das geistig Göttliche, von welchem; und aus der Bedeutung von "ist nicht", sofern es heißt, daß es nicht erscheine; denn es war vorhanden, aber es erschien ihnen nicht, weil das Mittel, welches Benjamin, nicht da war. 5445. "Und Joseph sprach zu ihnen", 1. Mose 42/14, bedeutet das Innewerden in betreff dieser Sache, nämlich in betreff dessen, was seine Brüder redeten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 3509. 5446. "Das ist es, was ich zu euch geredet habe", 1. Mose 42/14, bedeutet, es ist wahr, wie ich gedacht habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist denken, wovon Nr. 2271, 2287, 2619. Daß bezeichnet wird, es sei wahr, erhellt ohne Erklärung. 5447. "Da ich sprach: Kundschafter seid ihr", 1. Mose 42/14, bedeutet, in den Kirchenwahrheiten um des Eigennutzes willen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kundschafter, sofern es die sind, welche die Kirchenwahrheiten (annehmen) bloß aus Gewinnsucht, wovon Nr. 5432, 5438. 5448. "Daran sollt ihr geprüft werden", 1. Mose 42/15, bedeutet, ob es wahr sei, werde man sehen; dies erhellt ohne Erklärung. 5449. "Beim Leben Pharaos", 1. Mose 42/15, bedeutet gewiß. Dies erhellt daraus, daß "beim Leben Pharaos", ein Ausdruck der Versicherung ist, somit daß es gewiß sei. Joseph wußte zwar, daß sie keine Kundschafter waren, und daß sie nicht gekommen seien zu sehen die Blöße des Landes; aber dennoch versicherte er so, weil es gewiß war, was im inneren Sinn enthalten ist, daß nämlich die Wahrheiten der Kirche ohne Verbindung durch das Gute mit dem inwendigeren Menschen keinen anderen Zweck haben als den Eigennutz, mögen sie sein, bei wem sie wollen. Hingegen daß sie, wenn sie durch das Gute mit dem inwendigeren Menschen verbunden sind, das Gute und Wahre selbst zum Zweck haben, somit die Kirche, das Reich des Herrn und den Herrn selbst; und wenn sie dieses zum Zweck haben, dann wird ihnen auch soviel Gewinn zuteil, als nötig ist, nach den Worten des Herrn bei Matth.6/33: "Suchet zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit, so wird euch alles (andere) noch dazu gegeben werden". 5450. "Ihr sollt nicht von dannen kommen, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt", 1. Mose 42/15, bedeutet, die Wahrheiten müßten notwendig so beschaffen sein, wenn sie nicht verbunden seien mit dem geistig Guten. Dies kann nicht wohl nach der Bedeutung der Worte selbst erklärt werden, aber dieser Sinn ergibt sich daraus, denn durch den jüngsten Bruder wird hier die Verbindung mit dem geistig Guten bezeichnet, man sehe Nr. 5443. 5451. "Sendet einen von euch, daß er hole euren Bruder", 1. Mose 42/16, bedeutet, wenn nur irgendeine Verbindung stattfindet mit jenem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung eures Bruders, nämlich des jüngsten, sofern er die Verbindung mit dem geistig Guten bezeichnet, wie Nr. 5450; und aus der Bedeutung von "einen senden, daß er ihn hole", sofern es heißt, wenn nur irgendeine (nämlich Verbindung) stattfindet; denn es wird ein Zweifel dadurch ausgedrückt. 5452. "Aber ihr sollt gefangen sein", 1. Mose 42/16, bedeutet, obwohl im übrigen Trennung (stattfindet). Dies erhellt aus der Bedeutung von gebunden werden oder gefangen sein, sofern es hier heißt getrennt werden, denn wer gebunden gehalten wird, der wird getrennt, nämlich vom geistig Guten, das durch den Vater Israel bezeichnet wird. 5453. "Und es sollen geprüft werden eure Worte, ob Wahrheit bei euch ist", 1. Mose 42/16, bedeutet, dann werde es sich so herausstellen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "geprüft werden die Worte" und "ob Wahrheit", sofern es heißt, es sei gewiß, daß es dann so sich herausstellen werde, nämlich wie von ihnen gesagt worden. Das Gewisse bezieht sich auf das, was von ihnen gesagt wurde und im inneren Sinn enthalten ist, wovon Nr. 5434-5444. 5454. "Wenn nicht, beim Leben Pharaos, so seid ihr Kundschafter", 1. Mose 42/16, bedeutet, sonst ist es gewiß, daß die Wahrheiten euch nur zu eigennützigen Zwecken dienen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "beim Leben Pharaos", sofern es heißt gewiß, wovon Nr. 5449; und aus der Bedeutung der Kundschafter, sofern es die sind, die bei den Wahrheiten der Kirche nur auf ihren Gewinn ausgehen, wovon Nr. 5432, 5438, 5447. Dieses und das zunächst Vorhergehende weiter zu erklären, unterläßt man, weil es im Vorangegangenen im allgemeinen erklärt wurde; und außerdem ist es von solcher Art, daß es nicht deutlich in das Verständnis fallen kann. Das Allgemeine muß vorher im Verstand sein, und dann erst kommt das Besondere dazu, dergleichen in diesem Vorhergehenden enthalten ist. Wenn das Allgemeine nicht zuvor aufgenommen worden ist, so findet das Besondere gar keinen Eingang, ja es erregt Widerwillen, denn es ist keine Neigung zu Besonderem vorhanden, wenn nicht zuvor das Allgemeine mit Neigung eingedrungen ist. 5455. Vers 17-20: Und er tat sie zusammen ins Gefängnis drei Tage. Und Joseph sprach zu ihnen am dritten Tage: das tut, und ihr werdet leben; (auch) ich fürchte Gott. Seid ihr redlich, so möge eurer Brüder einer gebunden bleiben im Hause eures Gewahrsams, ihr aber gehet hin und bringet Getreide für den Hunger eurer Häuser. Und euren jüngsten Bruder bringet zu mir, dann werden eure Worte sich als wahr erweisen, und ihr sollt nicht sterben; und sie taten also. "Und er tat sie zusammen ins Gefängnis" bedeutet Trennung von ihm; "drei Tage" bedeutet bis zum Vollen; "und Joseph sprach zu ihnen am dritten Tage" bedeutet das Innewerden des Himmlischen des Geistigen in betreff jener von ihm getrennten Wahrheiten, wenn (die Zeit) erfüllt ist; "das tut, und ihr werdet leben; (auch) ich fürchte Gott" bedeutet das müsse geschehen, wenn sie Leben vom Göttlichen haben wollten; "seid ihr redlich" bedeutet, wenn es Wahrheiten an sich seien; "so möge eurer Brüder einer gebunden bleiben im Hause eures Gewahrsams" bedeutet der Glaube im Wollen soll getrennt werden; "aber ihr gehet hin und bringet Getreide für den Hunger eurer Häuser" bedeutet, sie hätten unterdessen Freiheit, für sich selbst zu sorgen; "und euren jüngsten Bruder bringet zu mir" bedeutet bis das Vermittelnde da ist; "dann werden eure Worte sich als wahr erweisen" bedeutet, dann werde es mit den Wahrheiten gehen, wie es zuvor angekündigt worden; "und ihr sollt nicht sterben" bedeutet, so werden die Wahrheiten Leben haben; "und sie taten also" bedeutet das Ende dieses Zustandes. 5456. "Und er tat sie zusammen ins Gefängnis", 1. Mose 42/17, bedeutet Trennung von ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun oder verschließen ins Gefängnis (oder in Gewahrsam), sofern es die Verwerfung bezeichnet, somit Trennung, wovon Nr. 5083, 5101. 5457. "Drei Tage", 1. Mose 42/17, bedeutet bis zum Vollen. Dies erhellt aus der Bedeutung von drei Tagen, sofern sie bezeichnen: vom Anfang bis zum Ende, somit das Volle, wovon Nr. 2788, 4495; denn es ist ein neuer Zustand, der hier nun beschrieben wird; jener ganze Zustand wird durch drei Tage bezeichnet; und das Letzte desselben und so das Neue durch "am dritten Tage", wie gleich folgt. 5458. "Und Joseph sprach zu ihnen am dritten Tage", 1. Mose 42/18, bedeutet das Innewerden des Himmlischen des Geistigen in betreff jener von ihm getrennten Wahrheiten, wenn (die Zeit) erfüllt ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden ist, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2619, 3509; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im allgemeinen sind, wovon früher, hier jene vom Himmlischen des Geistigen getrennten Wahrheiten: Nr. 5436; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon ebenfalls früher, und aus der Bedeutung von "am dritten Tage", sofern es das Letzte ist, wenn das Neue (eintritt), wovon Nr. 5159, 5457, somit wenn (die Zeit) erfüllt ist. Hieraus wird klar, daß durch "es sprach zu ihnen Joseph am dritten Tage" bezeichnet wird das Innewerden des Himmlischen des Geistigen in betreff jener von ihm getrennten Wahrheiten, wenn (die Zeit) erfüllt ist. 5459. "Das tut, und ihr werdet leben, (auch) ich fürchte Gott", 1. Mose 42/18, bedeutet, das müsse geschehen, wenn sie Leben vom Göttlichen haben wollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das tut", sofern es heißt, das müsse geschehen; aus der Bedeutung von "ihr werdet leben", sofern es heißt, Leben werde ihnen zuteil werden, nämlich den Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs hier bezeichnet werden, und aus der Bedeutung von "(auch) ich fürchte Gott", sofern es heißt vom Göttlichen her, denn durch Joseph wird der Herr in Ansehung des Wahren vom Göttlichen her vorgebildet, welches das gleiche ist, wie das Himmlische des Geistigen. Daher wird durch "ich" hier im höchsten Sinn das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, und durch "Gott" das Göttliche selbst, das im Himmlischen des Geistigen, oder das Göttliche, das im Wahren ist. Durch "fürchten" wird im höchsten Sinn, wenn es vom Herrn gesagt wird, nicht Furcht, sondern Liebe bezeichnet; auch bedeutet Furcht Gottes hie und da im Wort Liebe zu Gott, denn die Liebe zu Gott verhält sich den Subjekten gemäß. Diese Liebe wird zur Furcht bei denjenigen, die in einem äußeren Gottesdienst sind ohne den inwendigen; und diese Liebe wird zu einer heiligen Furcht bei denjenigen, die in einem geistigen Gottesdienst sind. Hingegen wird sie zu einer Liebe, in der heilige Scheu (reverentia sancta) ist bei denjenigen, die in einem himmlischen Gottesdienst sind. Aber im Herrn war keine Furcht, sondern reine Liebe. Hieraus kann erhellen, daß durch "Gott fürchte ich", wenn es vom Herrn gesagt wird, die göttliche Liebe, somit das Göttliche bezeichnet wird. 5460. "Seid ihr redlich", 1. Mose 42/19, bedeutet, wenn es Wahrheiten an sich seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von redlich sein, sofern es heißt, daß es Wahrheiten an sich seien, wovon Nr. 5434, 5437. 5461. "So möge eurer Brüder einer gebunden bleiben im Hause eures Gewahrsams", 1. Mose 42/19, bedeutet, der Glaube im Wollen soll getrennt werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, der hier der eine Bruder ist, der gebunden wurde: 1. Mose 42/24, sofern er den Glauben in Ansehung des Willens bezeichnet, wovon Nr. 3869-3872, 4497, 4502, 4503, und aus der Bedeutung von gebunden werden im Hause des Gewahrsams, sofern es heißt getrennt werden, wovon Nr. 5083, 5101, 5452, 5456. Hiermit verhält es sich auf folgende Weise: Wenn der Glaube in Ansehung des Willens, oder der Wille, das Wahre des Glaubens zu tun, von denjenigen, die in den Kirchenwahrheiten sind, getrennt wird, dann ist der Zusammenhang mit dem Göttlichen so unbedeutend, daß er kaum mehr ist als Anerkennung; denn der Einfluß des Göttlichen vom Herrn beim wiedergeborenen Menschen geht ins Gute und von da ins Wahre, oder was gleich, in den Willen und dadurch in den Verstand. In dem Maß nun, als der Mensch, der in den Wahrheiten des Glaubens ist, das Gute aufnimmt vom Herrn, bildet der Herr bei ihm einen neuen Willen in seinem Verstandesgebiet. Daß dies in dem Gebiet des Verstandes geschieht, sehe man Nr. 927, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113; und insoweit fließt der Herr ein und bewirkt die Neigung Gutes zu tun, d.h. Liebtätigkeit gegen den Nächsten zu üben. Hieraus kann erhellen, was damit gemeint ist, daß der Willensglaube, der durch Schimeon vorgebildet wird, getrennt werden soll, ehe das Mittel, das Benjamin war, gegenwärtig dargestellt würde. 5462. "Ihr aber gehet hin und bringet Getreide für den Hunger eurer Häuser", 1. Mose 42/19, bedeutet, sie hätten unterdessen Freiheit, für sich selbst zu sorgen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr geht", nachdem sie gebunden gewesen waren und an ihrer Statt einer behalten worden, sofern es heißt, sie sollten unterdessen Freiheit haben; aus der Bedeutung von Getreide, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 5276, 5280, 5292; aus der Bedeutung des Hungers, sofern er der Mangel an Erkenntnissen und Verödung ist, wovon Nr. 5360, 5376; und aus der Bedeutung eurer Häuser, sofern es die Wohnungen sind, in denen die Wahrheiten nach der Art eines jeden (sich befinden), somit das natürliche Gemüt; daß das Haus das natürliche Gemüt ist, sehe man Nr. 4973, 5023, und daß die Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs hier vorgebildet werden, der äußeren Kirche eigen sind, somit im Natürlichen: Nr. 5401, 5415, 5428; aus diesem, wenn man es zusammennimmt, kann erhellen, daß durch "bringet Getreide für den Hunger eurer Häuser" bezeichnet wird, sie sollten in der Verödung des Wahren, in der sie sind, für sich und die Ihrigen sorgen. 5463. "Und euren jüngsten Bruder bringet zu mir", 1. Mose 42/20, bedeutet, bis das Vermittelnde da ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittlere ist, nämlich zwischen dem Himmlischen des Geistigen und dem Natürlichen, wovon Nr. 5411, 5443. 5464. "Dann werden eure Worte sich als wahr erweisen", 1. Mose 42/20, bedeutet, dann werde es mit den Wahrheiten gehen, wie es angekündigt worden sei. Dies kann ohne Erklärung erhellen. Auf welche Weise sie es von sich, folglich von den Kirchenwahrheiten, die sie vorbildeten, verkündigt haben, sehe man Nr. 5434-5456. Damit verhält es sich so: Diejenigen, die in den Wahrheiten der Kirche nur um des Gewinnes willen sind, können ebenso wie andere verkündigen, wie es sich mit den Wahrheiten verhält, wie z.B., daß die Wahrheiten niemand angeeignet werden, wenn sie nicht mit dem inwendigeren Menschen verbunden sind, ja daß sie ihm nur durch das Gute verbunden werden können, sodann daß die Wahrheiten vorher kein Leben haben. Dieses und dergleichen sehen jene zuweilen ebensogut wie andere, und zuweilen scheinbar noch schärfer, aber nur dann, wenn sie davon mit anderen reden. Wenn sie aber mit sich selbst, also mit ihrem inwendigeren Menschen reden, d.h., wenn sie denken, dann sehen diejenigen, die in den Wahrheiten der Kirche nur des Gewinns wegen sind, das Gegenteil; und obwohl sie das Gegenteil sehen und im Herzen die Wahrheiten leugnen, können sie doch andere bereden, daß es sich so verhalte, ja daß sie selber in solcher Weise in den Wahrheiten seien. Die Gewinnsucht, der Ehrgeiz und die Ruhmgier ergreift alle Mittel der Überredung, und zwar nichts lieber als solche Dinge, die Wahrheiten an sich sind; denn diese haben eine verborgene Kraft in sich, die Gemüter anzuziehen. Mit einer solchen Fähigkeit, nämlich mit der Fähigkeit zu verstehen, ob es Wahrheiten seien, ist der Mensch begabt, mag er geartet sein, wie er will, wenn er nur nicht blödsinnig ist, und zwar deshalb, damit er vermöge seines Verstandes gebessert und wiedergeboren werden kann. Wenn er sich aber in Verkehrtheiten verrannt, und das, was zum Glauben der Kirche gehört, ganz verworfen hat, dann besitzt er zwar die gleiche Fähigkeit, die Wahrheiten zu verstehen, aber er will sie nicht mehr verstehen; er wendet sich ab von ihnen, sobald er nur davon hört. 5465. "Und ihr sollt nicht sterben", 1. Mose 42/20, bedeutet, daß dann die Wahrheiten Leben bekommen werden, nämlich wenn die Wahrheiten sein werden, wie es verkündigt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ihr sollt nicht sterben", sofern es soviel ist, als ihr sollt leben, und daß also den Wahrheiten, die durch jene vorgebildet werden, Leben zuteil werde. 5466. "Und sie taten also", 1. Mose 42/20, bedeutet das Ende dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun oder getan, sofern es das Ende des vorigen Zustandes ist, und sofern es den Anfang des folgenden in sich schließt, wovon Nr. 4979, 4987, 4999, 5074. Dieses weitläufiger zu erklären unterläßt man, ebenfalls aus dem Nr. 5454 angegebenen Grund; doch möge man wissen, daß (diese Worte) unaussprechliche Geheimnisse in sich enthalten, die aus den einzelnen Worten in den Himmeln hervorstrahlen, obwohl gar nichts davon vor dem Menschen erscheint. Das Heilige, das zuweilen beim Menschen sich zu fühlen gibt, wenn er das Wort liest, hat viele solche Geheimnisse in sich, denn im Heiligen, wovon der Mensch erregt wird, liegt unzählig vieles verborgen, was ihm nicht offenbar wird. 5467. Vers 21-24: Und sie sprachen untereinander ein Mann zu seinem Bruder: fürwahr, das haben wir an unserem Bruder verschuldet, da wir sahen die Angst seiner Seele, als er uns anflehte und wir nicht hörten; darum ist diese Not über uns gekommen. Und Ruben antwortete ihnen und sprach: habe ich nicht zu euch gesagt und gesprochen: sündigt nicht an dem Knaben, aber ihr habt nicht gehorcht. Siehe, darum wird sein Blut von uns gefordert. Aber sie wußten nicht, daß es Joseph hörte, denn ein Dolmetscher war zwischen ihnen. Und er wandte sich von ihnen und weinte, dann kehrte er wieder zu ihnen zurück und redete zu ihnen; und nahm aus ihnen den Schimeon, und band ihn vor ihren Augen. "Und sie sprachen untereinander ein Mann zu seinem Bruder" bedeutet das Innewerden in betreff der Ursache; "fürwahr, das haben wir an unserem Bruder verschuldet" bedeutet, daß sie in der Schuld seien, weil sie das Inwendige durch Nichtannahme des Guten sich entfremdet haben; "da wir sahen die Angst seiner Seele" bedeutet den Zustand des Inwendigen im Guten, während es entfremdet war; "als er uns anflehte und wir nicht hörten" bedeutet sein fortwährendes dringendes Zureden ohne Annahme; Und Ruben antwortete ihnen und sprach" bedeutet, gleichwohl sei ein Innewerden aus dem Glauben durch Lehre und Verständnis (vorhanden gewesen); "habe ich nicht zu euch gesagt und gesprochen" bedeutet eine Steigerung des Innewerdens daher; "sündigt nicht an dem Knaben" bedeutet, sie sollen sich nicht scheiden; "aber ihr habt nicht gehorcht" bedeutet die Nichtannahme; "siehe, darum wird sein Blut von uns gefordert" bedeutet die Gewissensbisse deswegen; "aber sie wußten nicht, daß es Joseph hörte" bedeutet aus dem natürlichen Licht, worin jene Wahrheiten sind, werde nicht geglaubt, daß aus dem geistigen Licht alles erscheine; "denn ein Dolmetscher war zwischen ihnen" bedeutet, daß alsdann geistige Dinge ganz anders aufgefaßt werden; "und er wandte sich von ihnen" bedeutet eine Art von Zurückziehung; "und weinte" bedeutet Barmherzigkeit; "dann kehrte er wieder zu ihnen zurück und redete zu ihnen" bedeutet den Einfluß; "und nahm aus ihnen den Schimeon" bedeutet den Willensglauben; "und band ihn", bedeutet die Trennung; "vor ihren Augen" bedeutet, für die Wahrnehmung. 5468. "Und sie sprachen ein Mann zu seinem Bruder", 1. Mose 42/21, bedeutet das Innewerden in betreff der Ursache. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 3509; und aus der Bedeutung von "Mann zum Bruder", sofern es heißt gegenseitig, wovon Nr. 4725; indem ein jeder mit seinem Bruder redete, bedeutet das Innewerden in betreff der Ursache, warum nämlich Joseph hart redete, indem er sie Kundschafter nannte, und daß er sie drei Tage im Gewahrsam behielt. Der Grund ist, weil im nun Folgenden ihr Gespräch untereinander von der Ursache handelt: daher wird hier ein Innewerden bezeichnet. 5469. "Fürwahr, das haben wir an unserem Bruder verschuldet", 1. Mose 42/21, bedeutet, daß sie in der Schuld seien, weil sie das Inwendige durch Nichtannahme des Guten sich entfremdet haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von schuldig sein, sofern es heißt in der Schuld sein und in der Verantwortung wegen Verwerfung des Guten und Wahren, wovon Nr. 3400; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier der Bruder ist, an dem sie sich verschuldet hatten, sofern er das Inwendige ist, das sie verworfen und sich entfremdet hatten; denn durch Joseph und Benjamin wird das Inwendige der Kirche vorgebildet, dagegen durch die zehn übrigen Söhne Jakobs ihr Äußeres; denn Rachel, von der Joseph und Benjamin geboren wurden, ist die Neigung zum inwendigeren Wahren, und Leah die Neigung zum auswendigeren Wahren: Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. In diesem Kapitel wird durch Joseph das Himmlische des Geistigen oder das Wahre vom Göttlichen her vorgebildet, welches ist das Inwendige; durch Benjamin das Geistige des Himmlischen, welches das daraus hervorgehende Mittel ist, und durch die zehn übrigen Söhne Jakobs werden die Wahrheiten der äußeren Kirche, somit im Natürlichen vorgebildet, wie öfters oben gesagt worden. Es wird auch von der Verbindung des Inwendigen der Kirche, mit ihrem Äußeren im allgemeinen und besonderen gehandelt, denn ein jeder Mensch muß eine Kirche im besonderen sein, wenn er ein Teil der allgemeinen Kirche sein soll. Im höchsten Sinn aber wird gehandelt vom Herrn, wie Er das Inwendige mit dem Äußeren in Seinem Menschlichen vereinigt hat, um es göttlich zu machen. 5470. "Da wir sahen die Angst seiner Seele", 1. Mose 42/21, bedeutet den Zustand des Inwendigen unterdessen, während es entfremdet war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seelenangst, sofern es der Zustand ist, in dem das Inwendige sich befindet, wenn es entfremdet wird. Mit diesem Zustand verhält es sich so: Der Herr wirkt beim Menschen fortwährend mit dem Guten ein und im Guten mit dem Wahren. Der Mensch aber nimmt es entweder an oder nimmt es nicht an. Nimmt er es an, so steht es gut mit ihm, nimmt er es aber nicht an, so steht es böse mit ihm. Wenn er es nicht annimmt und er dann dabei einige Angst empfindet, das hier die Seelenangst ist, so ist Hoffnung, daß er gebessert werden kann, wenn er aber keinerlei Angst empfindet, so verschwindet die Hoffnung, denn es sind bei einem jeden Menschen zwei Geister von der Hölle und zwei Engel aus dem Himmel, denn der Mensch, weil in Sünden geboren, kann gar nicht leben, wenn er nicht einerseits in Verbindung steht mit der Hölle und andererseits mit dem Himmel; sein ganzes Leben kommt von daher. Wenn der Mensch ins jugendliche Alter kommt und sich aus sich selber zu regieren anfängt, d.h., wenn er einen eigenen Willen haben und nach eigenem Urteil handeln und über Glaubenssachen aus eigenem Verständnis denken und schließen zu können meint, dann nahen sich, falls er sich zu Bösem wendet, die zwei Geister der Hölle, und die zwei Engel aus dem Himmel entfernen sich ein wenig. Wenn er aber zum Guten sich wendet, nahen die zwei Engel aus dem Himmel, und die zwei Geister aus der Hölle entfernen sich. Wenn daher der Mensch sich zum Bösen wendet, was bei den meisten in der Jugend der Fall ist, und er etwas von Angst empfindet, wenn er darüber nachdenkt, daß er Böses getan hat, dann ist es ein Zeichen, daß er dennoch den Einfluß durch die Engel aus dem Himmel annehmen werde, wie es auch ein Zeichen ist, daß er nachher sich werde bessern lassen. Wenn er aber keine Angst empfindet wenn er darüber nachdenkt, daß er Böses getan hat, dann ist es ein Zeichen, daß er den Einfluß durch die Engel aus dem Himmel nicht mehr annehmen will, und auch ein Zeichen, daß er nachher sich nicht werde bessern lassen. Hier nun, wo von den Wahrheiten der äußeren Kirche, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, die Rede ist, wird die Seelenangst erwähnt, in der Joseph war, als er von den Brüdern entfremdet wurde, und auch nachher, daß Ruben sie ermahnt habe: dadurch wird bezeichnet, daß, wenn dieser Zustand vorhergeht, nachher Besserung oder die Verbindung des Inwendigen mit dem Auswendigen erfolgt, von welcher Verbindung im Folgenden gehandelt wird; denn bei denen, die alsdann in der Angst sind, ist eine inwendige Erkenntnis des Bösen, und wenn diese vom Herrn hervorgerufen wird, erfolgt Bekenntnis und zuletzt Reue. 5471. "Als er uns anflehte, und wir nicht hörten", 1. Mose 42/21, bedeutet sein fortwährendes dringendes Zureden ohne Annahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von anflehen, sofern es ein dringendes Zureden ist, denn das Flehen, es möchte nicht entfremdet werden, wenn vom Einfluß des Guten vom Göttlichen her gehandelt wird, ist ein dringendes Zureden, es möchte angenommen werden, denn das Gute, das vom Herrn einfließt, dringt immer darauf, und redet gleichsam ernstlich zu, aber es hängt vom Menschen ab, ob es angenommen wird. Daraus ergibt sich, daß das Flehen, es möchte doch nicht entfremdet werden, ein fortwährendes dringendes Zureden bedeutet. Hieraus folgt, daß "nicht hören" heißt, nicht angenommen werden. Im Buchstabensinn ist von mehreren die Rede: von den zehn Söhnen Jakobs und von Joseph, aber im inneren Sinn ist von ihnen in einem Subjekt die Rede. Die Wahrheiten der äußeren Kirche oder im Natürlichen, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, sind die Wahrheiten im äußeren Menschen, und das Himmlische des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet wird, ist das Wahre vom Göttlichen her im inwendigen Menschen. Ebenso verhält es sich anderwärts in den historischen Teilen des Wortes, denn durch die Personen werden Sachen vorgebildet, und eben diese Sachen beziehen sich auf ein Subjekt. 5472. "Und Ruben antwortete ihnen und sprach", 1. Mose 42/22, bedeutet, gleichwohl sei ein Innewerden aus dem Glauben durch Lehre und Verständnis (vorhanden gewesen). Dies erhellt aus der Bedeutung von antworten oder sprechen zu seinen Brüdern, sofern es ist Innewerden (daß sprechen ein Innewerden ist, sehe man Nr. 5468); und aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er den Glauben durch Lehre und Verständnis bezeichnet oder das Wahre der Lehre, durch das man zum Guten des Lebens gelangen kann, wovon Nr. 3861, 3866. Weil hier von der anhaltenden Bitte des Guten oder des Göttlichen im Guten um Aufnahme die Rede ist, wird vom Glauben erwähnt, in welcher Art derselbe über die Annahme des Guten lehrt; denn wenn der Mensch sich vom Guten abwendet, und er dabei etwas Angst empfindet, so kommt das nicht von einer angeborenen inneren Stimme, sondern aus dem Glauben, den er von Kindheit an aufgefaßt hatte, dieser spricht dann ein (dictat), und bewirkt solche Angst. Dies ist der Grund, warum Ruben, durch den jener Glaube vorgebildet wird, hier redet. Es wird gesagt, "Glaube durch Lehre und Verständnis" zur Unterscheidung vom Lebens- und Willensglauben, welcher Glaube durch Schimeon vorgebildet wird. 5473. "Habe ich nicht zu euch gesagt und gesprochen", 1. Mose 42/22, bedeutet eine Steigerung (gradum) des Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen oder sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden ist, wovon Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 3509; und weil sprechen hier zweimal gesagt wird, und auch kurz vorher, so ist es eine Steigerung (gradus) des Innewerdens, die bezeichnet wird. 5474. "Sündigt nicht an dem Knaben", 1. Mose 42/22, bedeutet, sie möchten sich doch nicht scheiden, nämlich das Äußere vom Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, sofern es ist Scheidung, wovon Nr. 5229, denn eine jede Sünde bewirkt eine Scheidung; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier der Knabe ist, sofern er ist das Inwendige, wie Nr. 5469. 5475. "Aber ihr habt nicht gehorcht", 1. Mose 42/22, bedeutet die Nichtannahme. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören oder gehorchen, sofern es heißt befolgen, wovon Nr. 2542, 3869, 4652-4660, 5017; und weil es heißt befolgen, so heißt es auch annehmen, wie Nr. 5471, denn wer befolgt, was der Glaube sagt, der nimmt es an. Hier Nichtannahme, weil gesagt wird: ihr habt nicht gehorcht. 5476. "Siehe, darum wird sein Blut von uns gefordert", 1. Mose 42/22, bedeutet die Gewissensbisse deswegen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes, sofern es die dem Guten oder der Liebtätigkeit angetane Gewalt bezeichnet, wovon Nr. 374, 1005. Wenn diese Gewalttat oder dieses Blut gefordert wird, so verursacht es eine inwendige Angst, die man Gewissensbisse nennt; aber nur bei denjenigen, die Angst hatten, als sie sündigten; man sehe Nr. 5470. 5477. "Aber sie wußten nicht, daß es Joseph hörte", 1. Mose 42/23, bedeutet, aus dem natürlichen Licht, worin jene Wahrheiten, werde nicht geglaubt, daß vom geistigen Licht her alles erscheine. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die es nicht wußten, sofern sie die Wahrheiten der äußeren Kirche sind, somit im Natürlichen, wovon früher oft. Hieraus ergibt sich, daß bezeichnet wird: aus dem natürlichen Licht heraus, worin jene Wahrheiten sind, werde es nicht geglaubt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er ist das Himmlische des Geistigen, das im geistigen Licht ist. Daß aus diesem Licht heraus die Wahrheiten im Natürlichen erscheinen, (wie sie sind,) wird bezeichnet dadurch, daß Joseph es hörte; denn hören bedeutet sowohl befolgen, als wahrnehmen: Nr. 5017; somit daß die im Natürlichen befindlichen Wahrheiten vom geistigen Licht aus zur Erscheinung gekommen seien, nicht aber umgekehrt. Mit dem natürlichen Licht und mit dem geistigen Licht verhält es sich auf folgende Weise: Das natürliche Licht kommt von der Sonne der Welt, und das geistige Licht kommt von der Sonne des Himmels, die der Herr ist. Alle Glaubenswahrheiten, die der Mensch von Kindheit an auffaßt, werden durch solche Gegenstände und daher Vorstellungen begriffen, die vom Weltlicht her sind, somit alle und jede auf natürliche Weise; denn alle Denkvorstellungen des Menschen, solange er in der Welt lebt, gründen sich auf solche Dinge, die in der Welt sind. Wenn diese ihm daher weggenommen würden, so würde sein Denken ganz aufhören. Ein Mensch, der nicht wiedergeboren ist, weiß gar nicht, daß es ein geistiges Licht gibt, nicht einmal, daß es im Himmel ein Licht gibt, das mit dem Weltlicht nichts gemein hat, noch weniger weiß er, daß jenes Licht es ist, was die Vorstellungen und Gegenstände, die vom Weltlicht her sind, erleuchtet, und macht, daß der Mensch denken, schließen, sich besinnen kann. Daß dieses geistige Licht solches bewirken kann, hat den Grund, weil jenes Licht die Weisheit selbst ist, die vom Herrn ausgeht. Es stellt sich vor den Augen der Engel im Himmel als ein Licht dar. Aus diesem Licht erscheint alles und jedes, was unten ist, oder was aus dem natürlichen Licht beim Menschen ist, aber nicht umgekehrt, es sei denn, daß der Mensch wiedergeboren ist, dann kommt das, was dem Himmel angehört, d.h. was Sache des Guten und Wahren ist, infolge der Erleuchtung vom geistigen Licht im Natürlichen zur Erscheinung, wie in einem vorbildenden Spiegel. Hieraus folgt augenscheinlich, daß der Herr, Der das Licht selbst ist, alles und jedes sieht, was im Denken und Willen des Menschen, ja was in der ganzen Natur ist, und daß Ihm gar nichts verborgen ist. Aus diesem kann dann erhellen, wie es sich damit verhält, daß man nämlich aus dem natürlichen Licht, worin jene Wahrheiten sind, nicht glaubt, aus dem geistigen Licht erscheine alles, und dies wird dadurch bezeichnet, daß sie nicht wußten, daß Joseph es hörte. Daß Joseph seine Brüder kannte, aber sie ihn nicht, 1. Mose 42/8, schließt das gleiche in sich; denn dadurch wird bezeichnet, daß jene Wahrheiten der Kirche dem Himmlischen des Geistigen aus jenem Licht zur Erscheinung kommen, daß aber das Wahre vom Göttlichen her in dem vom himmlischen Licht noch nicht erleuchteten natürlichen Licht nicht zur Erscheinung komme, worüber man Nr. 5427, 5428 sehe. 5478. "Denn ein Dolmetscher war zwischen ihnen", 1. Mose 42/23, bedeutet, daß alsdann geistige Dinge ganz anders begriffen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung eines Dolmetschers zwischen ihnen, die ist, daß geistige Dinge anders begriffen werden, denn ein Dolmetscher überträgt die Sprache des einen in die Sprache des anderen, somit legt er die Gedanken (sensa) des einen so aus, daß sie der andere begreifen kann. Hieraus ergibt sich, daß durch den Dolmetscher zwischen ihnen bezeichnet wird, daß alsdann geistige Dinge ganz anders begriffen werden, nämlich von denjenigen, die im Besitz solcher kirchlichen Wahrheiten sind, die durch das Gute noch nicht mit dem inwendigen Menschen verbunden sind. Daß die Wahrheiten der Kirche von denen, die im Guten sind, d.h. bei denen jene Wahrheiten verbunden sind mit dem Guten, ganz anders begriffen werden als von denen, die nicht im Guten sind, das erscheint zwar als widersinnig, ist aber dennoch wahr; denn die Wahrheiten werden von denen, die im Guten sind, geistig begriffen, weil sie im geistigen Licht sind, hingegen werden die Wahrheiten von denen, die nicht im Guten sind, natürlich begriffen, weil sie im natürlichen Licht sind. Daher stehen die Wahrheiten bei denen, die im Guten sind, mit anderen Wahrheiten in stetiger Verbindung, aber bei denen, die nicht im Guten sind, stehen sie in Verbindung mit vielen Täuschungen und auch Falschheiten. Die Ursache ist, weil die Wahrheiten bei denen, die im Guten sind, sich in den Himmel ausdehnen; hingegen die Wahrheiten bei denen, die nicht im Guten sind, sich nicht in den Himmel ausdehnen. Daher sind die Wahrheiten bei denen, die im Guten sind, erfüllt, hingegen bei denen, die nicht im Guten sind, beinahe leer. Diese Fülle und diese Leere kommen dem Menschen, solange er in der Welt lebt, nicht zur Erscheinung, wohl aber den Engeln. Wenn der Mensch wüßte, wieviel Himmlisches in den mit dem Guten verbundenen Wahrheiten enthalten ist, würde er eine ganz andere Meinung vom Glauben haben. 5479. "Und er wandte sich von ihnen", 1. Mose 42/24, bedeutet eine Art Zurückziehung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich wenden von ihnen", wenn es vom Einfluß des Guten vom Göttlichen oder vom Herrn gesagt wird, sofern es eine Art von Zurückziehung bezeichnet, denn der Herr wendet sich niemals von jemand weg, sondern er mäßigt den Einfluß des Guten dem Zustand des Menschen oder Engels gemäß. Diese Mäßigung ist es, die durch das Sich-zurückziehen verstanden wird. 5480. "Und weinte", 1. Mose 42/24, bedeutet Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, wenn es vom Herrn, Der hier durch Joseph vorgebildet ist, gesagt wird, sofern es heißt sich erbarmen. Daß das Weinen eine Äußerung des Schmerzes und der Liebe ist, ist bekannt, folglich eine Äußerung der Barmherzigkeit; denn die Barmherzigkeit ist leidtragende Liebe. Die göttliche Liebe wird deswegen Barmherzigkeit genannt, weil das Menschengeschlecht aus sich in der Hölle ist; und wenn der Mensch dieses in sich wahrnimmt, so fleht er die Barmherzigkeit an. Weil das Weinen auch Barmherzigkeit im inneren Sinn ist, deswegen wird einigemal im Wort ein Weinen von Jehovah oder dem Herrn gesagt, so bei Jes.16/9: "Beweinen will Ich mit Weinen, Jaeser, den Weinstock Sibmas, benetzen will Ich dich mit Meinen Tränen, Chesbon und Elealeh". Jerem.48/30-32: "Ich kenne, spricht Jehovah, den Zorn Moabs, daß er nicht recht ist; darum will Ich über Moab heulen, und über ganz Moab schreien; mehr als beweint worden Jaeser, will Ich weinen deinetwegen, Weinstock Sibmas": Moab für diejenigen, die im natürlich Guten sind, und sich verführen lassen, und wenn sie verführt worden sind, Gutes entweihen: Nr. 2468; heulen, schreien, weinen über ihn heißt, sich erbarmen und Leid tragen. Luk.19/41: "Als Jesus nahe herzukam und die Stadt ansah, weinte er über sie": Jerusalem, über die Jesus weinte, oder deren Er Sich erbarmte, und über die Er Leid trug, war nicht bloß die Stadt Jerusalem, sondern die Kirche, unter deren letztem Tag im inneren Sinn verstanden wird, wenn keine Liebtätigkeit und daher kein Glaube mehr da sein wird, daher weinte Er aus Erbarmen und Mitleid. Daß Jerusalem die Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 2117, 3654. 5481. "Dann kehrte er wieder zu ihnen zurück, und redete zu ihnen", 1. Mose 42/24, bedeutet den Einfluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiederkehren zu ihnen, und reden zu ihnen, nachdem er sich von ihnen gewandt hatte, sofern es den Einfluß bezeichnet; denn das Himmlische des Geistigen, oder das Wahre vom Göttlichen her, das durch Joseph vorgebildet wird, fließt in die Wahrheiten, die im Natürlichen sind, ein; dies wird im Buchstabensinn ausgedrückt durch wiederkehren zu ihnen und reden zu ihnen. Daß reden auch heißt einfließen, sehe man Nr. 2951. 5482. "Und nahm aus ihnen den Schimeon", 1. Mose 42/24, bedeutet den Willensglauben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, sofern er den Willensglauben bezeichnet, wovon Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503. Daß der Willensglaube von ihnen getrennt wurde, geschah deswegen, weil das Vermittelnde noch nicht da war, das durch Benjamin vorgebildet wird; denn das Wahre vom Göttlichen, das durch Joseph vorgebildet wird, fließt durch ein Mittleres ein in das Gute des Glaubens, und durch dieses in sein Wahres, oder was gleich, in das Wollen des Wahren, und durch dieses in das Verstehen des Wahren, oder was abermals gleich, in die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und durch diese in den Glauben. Es gibt keinen anderen Weg des Einflusses beim Menschen, der wiedergeboren ist, und keinen anderen Weg des Einflusses bei den Engeln. Es verhält sich hiermit vergleichsweise wie mit der Einwirkung der Sonne in die Gegenstände des Erdbodens; wenn sie dieselben aus dem Samen erzeugt und dieselben neu schafft, dann wirkt sie mit der Wärme ein, wie zur Frühlings- und Sommerzeit geschieht, und zugleich mit dem Lichte, und so erzeugt sie. Durch das bloße Licht erzeugt sie gar nichts, wie man an jenen Gegenständen zur Winterzeit sieht. Die geistige Wärme ist das Gute der Liebe, und das geistige Licht ist das Wahre des Glaubens. Die geistige Wärme erzeugt auch in den Gegenständen des Tierreiches die Lebenswärme, und das geistige Licht erzeugt Leben daher. 5483. "Und band ihn", 1. Mose 42/24, bedeutet die Trennung. Dies erhellt aus der Bedeutung von binden, sofern es eine Trennung bezeichnet, wovon Nr. 5083, 5101, 5452, 5456. 5484. "Vor ihren Augen", 1. Mose 42/24, bedeutet für die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen, sofern sie den Verstand und die Wahrnehmung bezeichnen, wovon Nr. 2701, 4083, 4403-4421, 4523-4534. 5485. Vers 25-28: Und Joseph befahl, daß man ihre Gefäße (Säcke) mit Getreide füllen und ihnen ihr Silber zurückgeben sollte, einem jeden in seinen Sack, und ihnen Zehrung zu geben auf den Weg; und man tat ihnen also. Und sie hoben ihr Getreide auf ihre Esel, und zogen von dannen. Und es öffnete einer seinen Sack, um Futter zu geben seinem Esel in der Herberge, da sah er sein Silber, und siehe, dasselbe war in der Öffnung seines Sackes. Und er sprach zu seinen Brüdern: mein Silber ist zurückgegeben, und siehe, es ist in meinem Sack; da entfiel ihnen das Herz, und zitternd sprachen sie zueinander: warum hat Gott uns das getan? "Und Joseph befahl" bedeutet den Einfluß vom Himmlischen des Geistigen; "daß man ihre Gefäße (d.i. Säcke) mit Getreide füllen" bedeutet das Wißtümliche sei mit dem Guten vom Wahren beschenkt worden; "und ihnen ihr Silber zurückgeben sollte" bedeutet ohne alle Kraft von ihnen; "einem jeden in seinen Sack" bedeutet überall, wo ein Aufnahmegefäß im Natürlichen sei; "und ihnen Zehrung zu geben auf den Weg" bedeutet, daß er die Wahrheiten, die sie hatten, versorgte; "und man tat ihnen also" bedeutet die Vollziehung; "und sie hoben ihr Getreide auf ihre Esel" bedeutet Wahrheiten in Wißtümliches zusammengetragen; "und zogen von dannen" bedeutet daher Leben; "und es öffnete einer seinen Sack" bedeutet Beobachtung; "um Futter zu geben seinem Esel in der Herberge" bedeutet, als er nachdachte über das Wißtümliche im äußeren Natürlichen; "da sah er sein Silber" bedeutet die Wahrnehmung, daß ohne alle eigene Kraft; "und siehe, dasselbe war in der Öffnung seines Sackes" bedeutet, es sei geschenkt und niedergelegt auf der Schwelle des äußeren Natürlichen; "und er sprach zu seinen Brüdern" bedeutet das allgemeine Innewerden; "mein Silber ist zurückgegeben" bedeutet, man bedürfe ihrer gar nicht; "und siehe, es ist in meinem Sack" bedeutet im äußeren Natürlichen; "da entfiel ihnen das Herz" bedeutet die Furcht; "und zitternd sprachen sie zueinander" bedeutet den allgemeinen Schrecken; "warum hat Gott uns das getan?" bedeutet wegen einer so wunderbaren Fügung der Vorsehung. 5486. "Und Joseph befahl", 1. Mose 42/25, bedeutet den Einfluß vom Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von befehlen, wenn es vom Himmlischen des Geistigen oder vom Inwendigen in Beziehung auf das Äußere gesagt wird, sofern es ein Einfließen bezeichnet; denn das Inwendige gebietet nicht anders als durch den Einfluß, und dann durch Bestimmung zur Nutzwirkung; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher oft. 5487. "Daß man ihre Gefäße (Säcke) mit Getreide fülle", 1. Mose 42/25, bedeutet, das Wißtümliche sei mit dem Guten vom Wahren beschenkt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von füllen, weil unentgeltlich, sofern es heißt, beschenkt werden; aus der Bedeutung der Gefäße, sofern sie das Wißtümliche sind, wovon Nr. 3068, 3079; und aus der Bedeutung von Getreide, sofern es das Gute vom Wahren ist, oder das Gute des Wahren, wovon Nr. 5295. 5488. "Und ihnen ihr Silber zurückgeben sollte", 1. Mose 42/25, bedeutet, ohne alle Kraft von ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen um Silber, sofern es heißt aus dem Seinigen sich erwerben, also bezeichnet hier zurückgeben das Silber umsonst schenken, oder ohne alle Kraft von ihnen; wie auch bei Jes.55/1: "Alle, die ihr durstig seid, gehet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, gehet, kaufet, und esset, und gehet, kaufet ohne Silber, und ohne Bezahlung Wein und Milch". 5489. "Einem jeden in seinen Sack", 1. Mose 42/25, bedeutet, überall wo ein Aufnahmegefäß im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sackes, sofern er ein Aufnahmegefäß ist, worüber folgt; im Natürlichen deswegen, weil von den Wahrheiten und vom Wißtümlichen, die im Natürlichen sind, gehandelt wird. Sack bedeutet hier insonderheit das Wißtümliche, aus dem Grund, weil wie der Sack ein Behältnis des Getreides, so das Wißtümliche ein Behältnis des Guten ist; hier des Guten, das vom Wahren (stammt), wie Nr. 5487. Daß das Wißtümliche ein Behältnis (oder Aufnahmegefäß) des Guten ist, wissen wenige, weil wenige über solche Dinge reflektieren. Man kann es jedoch aus Folgendem erkennen: Das Wißtümliche, das ins Gedächtnis hineinkommt, wird immer durch irgendeine Neigung eingeführt; was durch keine Neigung eingeführt wird, haftet nicht daselbst, sondern geht vorüber. Die Ursache ist, weil in der Neigung Leben ist, nicht aber im Wißtümlichen außer vermöge der Neigung. Hieraus wird klar, daß das Wißtümliche immer mit solchem in Verbindung steht, was der Neigung angehört, oder auch was irgendeiner Liebe angehört, folglich irgendein Gutes, denn alles, was der Liebe angehört, wird gut genannt, möge es nun (wirklich) gut sein oder für gut gehalten werden. Das Wißtümliche bildet daher mit jenem Guten gleichsam eine Ehe. Daher kommt es, daß, wenn jenes Gute geweckt wird, auch sogleich das Wißtümliche, mit dem dasselbe verbunden ist, geweckt wird, wie auch umgekehrt, wenn das Wißtümliche hervorgerufen wird, auch das demselben verbundene Gute hervortritt. Diese Erfahrung kann jeder bei sich machen, wenn er will. Daher nun kommt es, daß bei den Nichtwiedergeborenen, die das Gute der Liebtätigkeit verworfen haben, das Wißtümliche, das die Wahrheiten der Kirche bildet, sich solches beigesellt hat, was der Selbst- und Weltliebe angehört, somit Böses, was sie wegen des darin liegenden Lustreizes gut nennen und auch durch verkehrte Erklärungen zu Gutem machen. Dieses Wißtümliche tritt scheinbar schöner zusammenhängend hervor, wenn jene Liebestriebe allgemein vorwalten, und in dem Grad, als sie vorwalten. Hingegen bei den Wiedergeborenen hat das Wißtümliche, das die Wahrheiten der Kirche bildet, solches im Gefolge bei sich, was der Liebe gegen den Nächsten und der Liebe zu Gott angehört, somit echtes Gutes. Dieses wird vom Herrn in die Wahrheiten der Kirche gelegt bei allen, die wiedergeboren werden. Wenn daher der Herr bei diesen einen Eifer fürs Gute einflößt, dann treten jene Wahrheiten in ihrer Ordnung hervor, und wenn Er ihnen Eifer fürs Wahre (gibt), so ist jenes Gute da und feuert ihn an. Hieraus kann erhellen, wie es sich mit dem Wißtümlichen und mit den Wahrheiten verhält, sofern sie Aufnahmegefäße des Guten sind. 5490. "Und ihnen Zehrung zu geben auf den Weg", 1. Mose 42/25, bedeutet, daß er die Wahrheiten versorgte, die sie hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Zehrung geben, sofern es die Versorgung bezeichnet; und aus der Bedeutung des Weges, sofern er das Wahre ist, wovon Nr. 627, 2333. Aber auf dem Wege heißt hier, solange man in jenem Zustand ist, denn auf dem Weg sein, bedeutet den Zustand des mit dem Guten verbundenen Wahren: Nr. 3123. Durch Zehrung wird auch die Versorgung durch das Wahre und Gute bezeichnet bei Ps.78/24,25: "Regnen ließ er auf sie Manna zur Speise, und Getreide des Himmels gab er ihnen; Brot der Starken aß ein jeder; Zehrung sandte er ihnen zur Sattheit". 5491. "Und man tat ihnen also", 1. Mose 42/25, bedeutet die Vollziehung; dies erhellt ohne Erklärung. 5492. "Und sie hoben ihr Getreide auf ihre Esel", 1. Mose 42/26, bedeutet die Wahrheiten zusammengetragen in Wißtümliches. Dies erhellt aus der Bedeutung des Getreides, sofern es ist das Wahre, wovon Nr. 5276, 5280, 5292, 5402; und aus der Bedeutung des Esels, sofern er das Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 2781, hieraus folgt, daß durch, sie hoben ihr Getreide auf ihre Esel, bezeichnet wird, die Wahrheiten seien zusammengetragen worden in das Wißtümliche. Daß dieses die Bedeutung dieser Worte ist, erscheint demjenigen fremdartig, der beim historischen Buchstabensinn stehenbleibt, und mehr noch, wenn er nicht glaubt, daß es einen anderen inneren Sinn gibt, als der zunächst aus dem Buchstabensinn hervorleuchtet; denn er wird bei sich sagen, wie kann das Heben des Getreides auf ihre Esel das Zusammentragen der Wahrheiten in das Wißtümliche bedeuten?, aber er möge wissen, daß der Buchstabensinn in einen solchen geistigen Sinn übergeht, wenn vom Menschen zu den Engeln oder in den Himmel, ja in einen noch fremdartigeren, wenn in den innersten Himmel, wo alle Teile des Wortes samt und sonders in Neigungen, die der Liebe und Liebtätigkeit angehören, übergehen, dem der innere Sinn zur Unterlage dient. Daß die geschichtlichen Teile des Wortes in einen anderen Sinn übergehen, wenn sie in den Himmel erhoben werden, kann einem jeden einleuchten, der vernunftmäßig schließt, und wer etwas vom Natürlichen und vom Geistigen weiß, der kann sehen, daß Getreide auf seine Esel heben etwas rein Natürliches ist, und daß an und für sich gar nichts Geistiges darin liegt; und kann auch sehen, daß die Engel im Himmel oder die Bewohner der geistigen Welt jene Worte nicht anders als geistig begreifen können, und daß sie geistig begriffen werden, wenn man statt derselben ihre Entsprechungen versteht, nämlich das Wahre der Kirche für das Getreide, und das Wißtümliche, das im Natürlichen ist, für die Esel. Daß durch Esel im Wort Dienstleistungen verstanden werden, somit das Wißtümliche, (denn dieses tut Dienste in Beziehung auf das Geistige und auf das Vernünftige,) sehe man nachgewiesen Nr. 2781. Hieraus wird auch klar, von welcher Art das Denken und Reden der Engel im Verhältnis zum menschlichen Denken und Reden ist, nämlich daß jenes Denken und Reden geistig, dieses aber natürlich ist; und daß jenes in dieses fällt, wenn es herabsteigt, und daß dieses in jenes verwandelt wird, wenn es aufsteigt; wenn es nicht so wäre, so fände keineswegs irgendeine Gemeinschaft des Menschen mit den Engeln oder der Welt mit dem Himmel statt. 5493. "Und zogen von dannen", 1. Mose 42/26, bedeutet, daher (bekomme es) Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von ziehen oder gehen, sofern es ist leben, wovon Nr. 3335, 3690, 4882. Mit dem Gehen, sofern es im geistigen Sinn leben bezeichnet, verhält es sich ebenso, wie mit dem Nr. 5492 Gesagten. 5494. "Und es öffnete einer seinen Sack", 1. Mose 42/27, bedeutet Beobachtung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das Aufnahmegefäß im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5489 und unten Nr. 5497; daß dasselbe mit dem Guten vom Wahren beschenkt worden sei: Nr. 5487; daß dasselbe öffnen, heißt beobachten, wird aus dem Zusammenhang klar, dann durch die Worte, die folgen. Um Futter zu geben seinem Esel in der Herberge, wird bezeichnet, als sie über das Wißtümliche im auswendiger Natürlichen nachdachten. 5495. "Um Futter zu geben seinem Esel in der Herberge", 1. Mose 42/27, bedeutet, als sie über das Wißtümliche im auswendiger Natürlichen nachdachten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Futter geben seinem Esel, sofern es heißt sich über Wißtümliches besinnen; denn Futter ist die Speise, welche die Esel fressen, und besteht in Stroh und Spreu, daher ist alle Reflexion über Wißtümliches (die Speise desselben); denn die Reflexion hauptsächlich gibt demselben Nahrung; (daß der Esel das Wißtümliche bezeichnet, sehe man Nr. 5492;) und aus der Bedeutung der Herberge, sofern sie das auswendigere Natürliche bezeichnet. Daß die Herberge hier das ausweniger Natürliche ist, kann zwar nicht aus Parallelstellen im Wort anderwärts begründet werden, aber dennoch daraus, daß das Wißtümliche gleichsam in seiner Herberge ist, wenn im äußeren Natürlichen. Daß das Natürliche ein zweifaches ist, ein auswendigeres und ein inwendigeres, sehe man Nr. 5118. Wenn das Wißtümliche im auswendigeren Natürlichen ist, so hat es unmittelbare Gemeinschaft mit den äußeren Sinnen des Leibes, und stützt sich auf dieses, und ruht gleichsam darauf; daher kommt es, daß dieses Natürliche die Herberge oder der Ort der Ruhe oder des Übernachtens für das Wißtümliche ist. 5496. "Da sah er sein Silber", 1. Mose 42/27, bedeutet die Wahrnehmung, daß (das Wißtümliche) ohne alle eigene Kraft sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; und aus der Bedeutung von Silber, das zurückgegeben worden, sofern es heißt ohne alle Kraft von ihnen, wovon Nr. 5488. 5497. "Und siehe, dasselbe war in der Öffnung seines Sackes", 1. Mose 42/27, bedeutet, es sei geschenkt und niedergelegt auf der Schwelle des auswendiger Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Öffnung des Sackes, sofern sie die Schwelle des auswendiger Natürlichen bezeichnet; daß es hier niedergelegt sei, liegt darin angedeutet; und daß es geschenkt sei, folgt aus der vorangegangenen Erklärung: "ohne alle eigene Kraft". Weil die Öffnung des Sackes der vordere Teil des Sackes war, darum wird durch dieselbe auch nichts anderes bezeichnet als der vordere Teil des Aufnahmegefäßes, somit das auswendiger Natürliche, denn dieses ist auch das Vordere. Daß der Sack das Aufnahmegefäß bezeichnet, sehe man Nr. 5489, 5494. Damit man wisse, was das äußere Natürliche und das innere Natürliche ist, soll es abermals mit wenigem gesagt werden: ein Knabe, der noch nicht gehörig entwickelt ist, kann aus nichts Höherem denken als aus dem äußeren Natürlichen, denn er setzt seine Vorstellungen aus sinnlichen Wahrnehmungen zusammen. Sobald er aber heranwächst, und aus den Sinneswahrnehmungen auf die Ursachen schließt, so fängt er an, aus dem inwendigeren Natürlichen zu denken; denn aus den Sinneswahrnehmungen bildet er dann einige Wahrheiten, die über die Sinneswahrnehmungen hinausgehen. Aber dennoch bleiben sie innerhalb des Gebietes der Natur; wird er aber, wie er dann heranwächst, ein Jüngling, so bildet er, wenn er sein Vernünftiges ausbildet, aus denjenigen Dingen, die in der inwendigeren Natur sind, Vernunftbegriffe (rationes), die noch höhere Wahrheiten sind, und gleichsam ausgezogen aus den Dingen, die in der inwendigeren Natur sind. Die Denkvorstellung aus diesen werden in der wissenschaftlich gebildeten Welt intellektuelle und immaterielle Ideen genannt; hingegen die Vorstellungen aus dem Wißtümlichen beider natürlichen Gebiete, soweit sie von der Welt aus den Sinnen herstammen, werden materielle Ideen genannt. So steigt der Mensch mit dem Verstand zum Himmel auf, aber dennoch kommt er nicht mit dem Verstand in den Himmel, wenn er nicht das Gute vom Herrn aufnimmt, das immerfort gegenwärtig ist und einfließt. Und wenn er das Gute aufnimmt, wird er auch mit Wahrheiten beschenkt; denn im Guten herbergen alle Wahrheiten; und sowie er mit Wahrheiten beschenkt wird, so wird ihm auch Einsicht verliehen, kraft deren er im Himmel ist. 5498. "Und er sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 42/28, bedeutet das allgemeine Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist Innewerden, und aus der Bedeutung von "zu den Brüdern", sofern es ein allgemeines bezeichnet, denn was zu allen gesagt wird, das wird allgemein. 5499. "Mein Silber ist zurückgegeben", 1. Mose 42/28, bedeutet, man bedürfe ihrer gar nicht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zurückgeben das Silber", sofern es bezeichnet ohne alle ihre Kraft, oder was gleich, man bedürfe ihrer gar nicht, wovon Nr. 5488, 5496. 5500. "Und siehe, es ist in meinem Sack", 1. Mose 42/28, bedeutet im äußeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das auswendigere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5497. 5501. "Da entfiel ihnen das Herz", 1. Mose 42/28, bedeutet die Furcht. Dies erhellt aus der Bedeutung von Entfallen des Herzens, sofern es Furcht bezeichnet; daß das Entfallen des Herzens Furcht bezeichne, kommt daher, weil das Herz bei der Furcht heftig schlägt. 5502. "Und zitternd sprachen sie zueinander", 1. Mose 42/28, bedeutet den allgemeinen Schrecken. Dies erhellt aus der Bedeutung von zittern, sofern es einen Schrecken bezeichnet; und aus der Bedeutung von "untereinander", sofern es den allgemeinen (Schrecken) bezeichnet, wie Nr. 5498. Daß die Furcht hier zweimal ausgedrückt wird, nämlich durch "das Herz entfiel ihnen", und "sie erzitterten", kommt daher, weil das eine sich auf den Willen, das andere auf den Verstand bezieht; denn im Wort, hauptsächlich im prophetischen, ist es gebräuchlich, eine Sache zweimal auszudrücken, bloß mit veränderten Worten. Wer das darin liegende Geheimnis nicht weiß, könnte meinen, es sei eine überflüssige Wiederholung, aber doch ist dem nicht so. Der eine Ausdruck bezieht sich auf das Gute, der andere auf das Wahre, und weil das Gute Sache des Willens und das Wahre Sache des Verstandes ist, bezieht sich zugleich der eine auf den Willen, der andere auf den Verstand. Die Ursache ist, weil im Wort alles heilig ist, und das Heilige aus der himmlischen Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, herstammt. Daher kommt es, daß der Himmel im Wort ist, folglich der Herr, Der alles in allem des Himmels ist, so daß der Herr (selbst) das Wort ist. Die zwei Namen des Herrn, nämlich Jesus Christus, schließen das gleiche in sich, der Name Jesus das göttlich Gute, und der Name Christus das göttlich Wahre; man sehe Nr. 3004, 3005, 3008, 3009. Hieraus ist auch offenbar, daß der Herr in allen Teilen des Wortes ist, so daß Er das Wort selbst ist; daß die Ehe des Guten und Wahren oder die himmlische Ehe in den einzelnen Teilen des Wortes ist, sehe man Nr. 683, 793, 801, 2516, 2712, 5138. Hieraus kann man auch deutlich ersehen, daß der Mensch, wenn er eine Anwartschaft auf den Himmel haben will, nicht bloß im Wahren, das Sache des Glaubens ist, sondern auch im Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist, sein muß, und daß andernfalls kein Himmel in ihm ist. 5503. "Warum hat uns Gott das getan?", 1. Mose 42/28, bedeutet wegen einer so wunderbaren Fügung der Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung vom Tun Gottes, sofern es die Vorsehung ist, denn alles, was Gott tut, kann mit keinem anderen Wort als mit dem Wort Vorsehung ausgedrückt werden. Der Grund ist, weil in allem, was Gott oder der Herr tut, das Ewige und das Unendliche ist; dies liegt im Worte Vorsehung; und weil sie staunten, deswegen wird (durch jene Frage) bezeichnet: wegen einer so wunderbaren Fügung der Vorsehung. 5504. Vers 29-34: Und sie kamen zu Jakob, ihrem Vater, ins Land Kanaan, und sagten ihm an alles, was ihnen begegnet war, und sprachen: Der Mann, der Herr des Landes, redete hart mit uns, und hielt uns für Kundschafter des Landes. Da sagten wir zu ihm: Wir sind redliche Leute, wir sind keine Kundschafter. Zwölf Brüder sind wir, Söhne unseres Vaters, einer ist nicht mehr, und der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater im Lande Kanaan. Aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns: Daran werde ich erkennen, daß ihr redlich seid, euern einen Bruder lasset bei mir, aber (den Bedarf) für den Hunger eurer Häuser nehmet, und zieht hin. Und bringet euren jüngsten Bruder zu mir, so werde ich erkennen, daß ihr keine Kundschafter, (sondern) daß ihr redlich seid; euren Bruder werde ich euch (dann) geben, und im Lande möget ihr handeln und wandeln. "Und sie kamen" bedeutet das Allmähliche der Besserung; "zu Jakob, ihrem Vater" bedeutet das Gute des natürlich Wahren; "ins Land Kanaan" bedeutet das der Kirche angehört; "und sagten ihm an alles, was ihnen begegnet war" bedeutet die Reflexion aus dem Guten jenes Wahren über das, was bisher vorgesehen worden; "und sprachen" bedeutet Innewerden; "der Mann, der Herr des Landes" bedeutet das Himmlische des Geistigen regierend im Natürlichen; "redete hart mit uns" bedeutet die Nichtverbindung mit ihm wegen der Nichtentsprechung; "und hielt uns für Kundschafter des Landes" bedeutet, es habe wahrgenommen, die Wahrheiten der Kirche seien nur darauf aus gewesen, einen Gewinn zu erlangen; "da sagten wir zu ihm: Wir sind redliche Leute, wir sind keine Kundschafter" bedeutet die Leugnung, daß sie in den Wahrheiten der Kirche nur des Eigennutzes wegen seien; "zwölf Brüder sind wir" bedeutet alle Wahrheiten in einem Inbegriff; "Söhne unseres Vaters" bedeutet aus einem Ursprung; "einer ist nicht mehr" bedeutet, daß das geistig Göttliche, das der Ausgangspunkt ist, nicht erscheine; "und der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater im Lande Kanaan" bedeutet, es sei von ihm dem geistig Guten beigesellt; "aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns" bedeutet die Wahrnehmung, betreffend das Himmlische des Geistigen, das im Natürlichen regiert; "daran werde ich erkennen, daß ihr redlich seid" bedeutet, daß er es wünsche, wenn sie in den Wahrheiten nicht aus Eigennutz seien; "euern einen Bruder lasset bei mir" bedeutet, daß der Willensglaube von ihnen getrennt werden solle; "aber (den Bedarf) für den Hunger eurer Häuser nehmet" bedeutet, sie mögen unterdessen in jener Verödung für sich sorgen; "und zieht hin" bedeutet, damit sie so leben möchten; "und bringet euren jüngsten Bruder zu mir" bedeutet, wenn das Mittel da sei, so trete Verbindung ein; "so werde ich erkennen, daß ihr keine Kundschafter" bedeutet, daß dann die Wahrheiten keine eigennützige Absicht mehr haben; "sondern daß ihr redlich seid" bedeutet hierdurch Entsprechung; "euren Bruder werde ich euch (dann) geben" bedeutet, so werden die Wahrheiten zu Gutem werden; "und im Lande möget ihr handeln und wandeln" bedeutet die Wahrheiten würden auf diese Weise aus dem Guten fruchtbar, und alles werde nutzbar und gewinnbringend werden. 5505. "Und sie kamen", 1. Mose 42/29, bedeutet das Allmähliche der Besserung. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, nämlich zu Jakob, ihrem Vater, sofern es hier das Allmähliche der Besserung bezeichnet, denn durch ihren Vater Jakob wird das Gute des Wahren im Natürlichen vorgebildet. Zu diesem kommen heißt, bis soweit gebessert werden; denn im inneren Sinn ist von den Wahrheiten der Kirche, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden, die Rede, wie sie dem Natürlichen eingepflanzt und nachher mit dem Himmlischen des Geistigen verbunden wurden, oder was dasselbe, wie die Wahrheiten im äußeren Menschen mit den vom Göttlichen stammenden Wahrheiten im Inwendigen verbunden wurden. Hieraus wird klar, daß durch "sie kamen", hier das Allmähliche der Besserung bezeichnet wird. 5506. "Zu Jakob, ihrem Vater", 1. Mose 42/29, bedeutet das Gute des natürlich Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Gute des natürlich Wahren ist, wovon Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 4234, 4273, 4538, auch aus der Bedeutung des Vaters, sofern er das Gute ist: Nr. 3703. Zu diesem Guten kommen, heißt bis dahin gebessert werden. Durch dieses Gute wurde unter Hinzutritt des Mittleren (oder Vermittelnden), das Benjamin ist, die Verbindung mit dem Inneren, das Joseph, bewirkt. 5507. "Ins Land Kanaan", 1. Mose 42/29, bedeutet, das der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 3705, 4447. Jenes Gute des Wahren, das durch Jakob vorgebildet wird, ist das Gute der äußeren Kirche; aber das durch Israel vorgebildete, gehört beziehungsweise der inwendigen Kirche an. 5508. "Und sagten ihm an alles, was ihnen begegnet war", 1. Mose 42/29, bedeutet die Reflexion aus dem Guten jenes Wahren über das, was bisher vorgesehen worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von ansagen, sofern es heißt denken und reflektieren, wovon Nr. 2862, denn was einem angesagt wird, das wird durch die Reflexion gedacht; und aus der Bedeutung von allen Begegnissen (Begegnungen), sofern sie bezeichnen, was vermöge der Vorsehung geschehen, oder was vorgesehen worden ist, worüber folgt. Daß aus dem Guten des Wahren jene Reflexion kam, hat den Grund, weil sie es ihrem Vater Jakob ansagten, durch den das Gute des Wahren vorgebildet wird: Nr. 5506. Daß die Reflexion nicht aus den Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden, geschah, wie der Buchstabensinn andeutet, hat den Grund, weil alles reflektieren und daher denken, das im Unteren oder Auswendigeren vor sich geht, aus dem Oberen oder Inwendigeren kommt, obwohl scheinbar aus dem Unteren oder Auswendigeren; und weil das Gute des Wahren, das Jakob vorbildet, das Inwendigere ist, darum wird die Reflexion aus dem Guten des Wahren bezeichnet. Begegnisse sind, was aus Vorsehung geschehen, oder was vorgesehen worden ist, und zwar aus dem Grund, weil alles, was begegnet oder sich zuträgt, was sonst das Zufällige genannt und dem Ungefähr oder Schicksal zugeschrieben wird, aus Vorsehung geschieht. Die göttliche Vorsehung wirkt deshalb so unsichtbar und unbegreiflich, damit der Mensch mit Freiheit es entweder der Vorsehung oder dem Zufall zuschreiben könne; denn wenn die Vorsehung sichtbar oder begreiflich handeln würde, so wäre Gefahr vorhanden, daß der Mensch auf das Sichtbare und Begreifliche hin an eine Vorsehung glauben und nachher ins Gegenteil verfallen würde. Auf diese Weise würde das Wahre und Falsche im inwendigeren Menschen verbunden, und das Wahre entweiht, was ewige Verdammnis zur Folge hat. Deswegen wird ein solcher Mensch lieber im Unglauben erhalten, als in einem Glauben, von dem er wieder abfallen würde; das ist es, was bei Jes.6/9,10 und Joh.12/40 gemeint wird: "Sage diesem Volk: höret es mit euren Ohren, aber verstehet nicht, und sehet es mit euren Augen und erkennet nicht; verstocke das Herz dieses Volkes, und seine Ohren mache schwerhörig, und verfinstere seine Augen, daß es nicht etwa sehe mit seinen Augen, und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe, und es bekehrt, und ihm Heilung werde". Daher kommt es auch, daß heutzutage keine Wunder geschehen, denn dieses würde, wie alles Sichtbare und Begreifliche, den Menschen zum Glauben zwingen, und was zwingt, das benimmt die Freiheit, während doch alle Besserung und Wiedergeburt des Menschen nur mit der Freiheit desselben geschieht; was nicht in der Freiheit eingepflanzt wird, das haftet nicht. In der Freiheit aber wird es eingepflanzt, wenn der Mensch in der Neigung zum Guten und Wahren ist: Nr. 1937, 1947, 2744, 2870-2893, 3145, 3146, 3158, 4031. Bei den Nachkommen Jakobs gab es so viele Wunder, damit sie genötigt werden sollten, die Satzungen in der äußeren Form zu beobachten; denn das war genügend für diejenigen, die bloß in den Vorbildern der Kirche waren. Sie waren in dem vom Inwendigen getrennten Äußeren, daher konnten sie in betreff des Inwendigeren nicht gebessert werden, denn das Inwendigere haben sie ganz verworfen. Ebendaher konnten sie die Wahrheiten nicht entweihen: Nr. 3147, 3398, 3399, 3480, 4680; solche konnten, ohne Gefahr der Entweihung des Heiligen, genötigt werden. Daß der Mensch heutzutage glauben muß, was er nicht sieht, erhellt auch aus den Worten des Herrn zu Thomas bei Joh.20/29: "Weil du Mich gesehen hast, Thomas, glaubst du; selig sind, die nicht sehen und (doch) glauben". Daß die Schickungen, die sonst dem Zufall oder Schicksal zugeschrieben werden, von der göttlichen Vorsehung herkommen, erkennt zwar die Kirche an, glaubt es aber doch nicht; denn wer sagt nicht, wenn er aus irgendeiner scheinbar zufälligen Gefahr gerettet wurde, er sei von Gott gerettet worden, und dankt auch Gott dafür; ebenso, wenn einer zu Ehrenstellen erhoben wird, und auch, wenn er zu Vermögen kommt, nennt er dieses einen Segen von Gott; so erkennt der Mensch der Kirche an, daß die Schickungen von der Vorsehung herkommen, aber dennoch glaubt er es nicht. Jedoch hierüber, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, mehreres an einer anderen Stelle. 5509. "Und sprachen", 1. Mose 42/29, bedeutet Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon früher öfters. 5510. "Der Mann, der Herr des Landes, redete", 1. Mose 42/30, bedeutet das Himmlische des Geistigen, das regiert im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier der Mann, der Herr des Landes ist, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet. Mann wird gesagt vom Geistigen und Herr vom Himmlischen, denn Mann bedeutet im inneren Sinn das Wahre und Herr das Gute, und das Wahre vom Göttlichen her ist es, was geistig genannt wird, und das Gute vom Göttlichen her ist es, was himmlisch genannt wird; und aus der Bedeutung des Landes, hier Ägyptenlandes, sofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wovon Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Daß das Himmlische des Geistigen, das durch Joseph vorgebildet wird, in beidem Natürlichen regierte, ist im vorigen Kapitel im inneren Sinn enthalten; auf daß dieses vorgebildet werde, wurde Joseph zum Herrn über Ägyptenland gesetzt. Im Natürlichen ist zweierlei, nämlich Wißtümliches und Wahrheiten der Kirche. Vom Wißtümlichen, daß das Himmlische des Geistigen oder das Wahre vom Göttlichen her dasselbe in Ordnung brachte im Natürlichen, war schon die Rede. Von den Wahrheiten der Kirche, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, ist jetzt die Rede. Das Wißtümliche muß früher daselbst in Ordnung gebracht werden, als die Wahrheiten der Kirche, weil diese von jenem aus begriffen werden sollen, denn nichts kann in den Verstand des Menschen eingehen ohne Vorstellungen, die von solchem Wißtümlichen herstammen, das der Mensch von Kind auf sich erworben hatte. Der Mensch weiß gar nicht, daß eine jede Wahrheit der Kirche, die Glaubenswahrheit genannt wird, auf sein Wißtümliches sich gründet, und daß er sie begreift, sie im Gedächtnis behält und sie aus dem Gedächtnis hervorruft durch die von Wißtümlichem bei ihm gebildeten Vorstellungen. Was das für Vorstellungen sind, wird gewöhnlich im anderen Leben denen, die es wünschen, in lebendiger Wirklichkeit gezeigt; denn solche Dinge stellen sich im Licht des Himmels deutlich sichtbar dar; und dann kommt auch zur Erscheinung, mit welchem Schatten oder mit was für Lichtstrahlen das Wahre bedeckt war, das sie von der Lehre der Kirche her hatten: bei einigen erscheint dasselbe unter Falschem, bei anderen unter Dingen, die zur Kurzweile dienen, auch unter Ärgernissen, bei anderen unter Sinnestäuschungen, bei anderen unter Scheinwahrheiten usf. Wenn der Mensch im Guten gewesen war, d.h., wenn er ein Leben der Liebtätigkeit geführt hatte, dann werden aus jenem Guten, wie aus einer vom Himmel kommenden Flamme die Wahrheiten erleuchtet, und die Sinnestäuschungen, worin sie sind, erhalten einen schönen Glanz; und wenn Unschuld vom Herrn eingeflößt wird, erscheinen sie als Wahrheiten. 5511. "Hart mit uns", 1. Mose 42/30, bedeutet die Nichtverbindung mit ihm wegen Nichtentsprechung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hart reden", wenn es vom Inwendigen in Beziehung auf das von ihm getrennte Äußere gesagt wird, sofern es die Nichtverbindung wegen Nichtentsprechung bezeichnet, wovon Nr. 5422, 5423, denn wenn das Äußere nicht in Entsprechung steht mit dem Inwendigen, dann erscheint alles das, was inwendig ist und vom Inwendigen kommt, dem Äußeren als hart, weil keine Verbindung da ist. Wie zum Beispiel wenn das Inwendige oder ein solcher, der im Inwendigen ist, sagt, daß der Mensch nichts aus sich denke, sondern entweder aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, oder aus der Hölle. Wenn er Gutes denke, so sei es durch den Himmel vom Herrn, wenn Böses von der Hölle. So erscheint dieses als ganz hart demjenigen, der aus sich denken will, und der glaubt dann wäre er nichts, während es doch vollkommen wahr ist, und alle, die im Himmel sich befinden inne werden, daß es so ist. Ebenso, wenn das Inwendige oder diejenigen, die im Inwendigen sind, sagen, daß die Freude, welche die Engel genießen, aus der Liebe zum Herrn und aus der Liebtätigkeit gegen den Nächsten komme, d.h., wenn sie befähigt sind, das zu leisten, was zur Liebe und Liebtätigkeit gehört, und daß darin eine solche Freude und eine solche Seligkeit liege, die sich gar nicht aussprechen lasse: so muß dies notwendig denjenigen hart erscheinen, die bloß in der Freude aus der Selbst- und Weltliebe sind, und in keiner Nächstenliebe außer um ihrer selbst willen, während doch der Himmel und die himmlische Freude erst dann im Menschen anfängt, wenn die Rücksicht auf das Ich bei seinen Nutzleistungen aufhört. Auch Folgendes möge als Beispiel dienen: Wenn das Inwendige sagt, daß die Seele des Menschen nichts anderes sei als der inwendige Mensch, und daß der inwendige Mensch nach dem Tod ganz wie ein Mensch in der Welt erscheine, mit gleichem Angesicht, mit gleichem Leibe, mit gleichem Sinnesvermögen und mit dem gleichen Denkvermögen, dann werden diejenigen, die in betreff der Seele die Meinung hegten, sie sei nur ein denkendes Wahre (cogitativum quid), und so gleichsam etwas Ätherisches, somit gestaltlos, und daß sie wieder einen Leib anziehen müsse, glauben, das sei der Wahrheit entgegen, und für diejenigen, die glauben, nur der Leib sei Mensch, muß es hart sein, zu hören, daß die Seele der eigentliche Mensch ist, und daß der Leib, der begraben wird, im anderen Leben zu nichts taugt. Daß dieses Wahrheit ist, weiß ich, denn aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn bin ich bei ihnen gewesen, nicht bei einigen, sondern bei vielen, und nicht bloß einmal, sondern oft, und habe mit ihnen davon geredet. So auch in unzählig vielen anderen Dingen. 5512. "Und hielt uns für Kundschafter des Landes", 1. Mose 42/30, bedeutet, es habe wahrgenommen, die Wahrheiten der Kirche seien nur darauf aus gewesen, Gewinn zu erhaschen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier unter "uns" gemeint sind, sofern es die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen sind, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458; und aus der Bedeutung der Kundschafter oder derer, die das Land auskundschaften, sofern es diejenigen sind, die in den Wahrheiten der Kirche bloß sind, um Gewinn zu erhaschen, wovon Nr. 5432. 5513. "Da sagten wir zu ihm: Wir sind redliche Leute, wir sind keine Kundschafter", 1. Mose 42/31, bedeutet die Leugnung, daß sie in den Wahrheiten der Kirche des Eigennutzes wegen seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu ihm sagen", sofern es die Antwort ist, hier eine verneinende; aus der Bedeutung von "wir sind redliche Leute", sofern es heißt, sie seien in den Wahrheiten, die an sich wahr sind, wovon Nr. 5434, 5437, 5460; und aus der Bedeutung der Kundschafter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in den Wahrheiten der Kirche aus eigennütziger Absicht sind; hier (heißt es also) aus keiner eigennützigen Absicht. 5514. "Zwölf Brüder sind wir", 1. Mose 42/32, bedeutet, alle Wahrheiten in einem Inbegriff. Dies erhellt aus der Bedeutung von zwölf, sofern es soviel ist als alles, und wenn es von den zwölf Söhnen Jakobs, wie hier, oder von den zwölf nach ihnen benannten Stämmen, oder auch von den zwölf Aposteln gesagt wird, bezeichnet es alles zum Glauben Gehörige in einem Inbegriff, wovon Nr. 577, 2089, 2129, 2130, 2553, 3272, 3488, 3858, 3862, 3913, 3926, 3939, 4060. 5515. "Söhne unseres Vaters", 1. Mose 42/32, bedeutet, aus einem Ursprung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie Wahrheiten sind, wovon Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373, und aus der Bedeutung des Vaters, sofern er das Gute ist, wovon Nr. 2803, 3703, 3704; weshalb Söhne des Vaters bedeuten Wahrheiten aus dem Guten, somit aus einem Ursprung. Es stammen auch alle Wahrheiten aus einem Guten. 5516. "Einer ist nicht mehr", 1. Mose 42/32, bedeutet, daß das geistig Göttliche, das der Ausgangspunkt ist, nicht erscheine. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5444 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. 5517. "Und der jüngste ist heute (noch) bei unserem Vater", 1. Mose 42/32, bedeutet, es sei von ihm dem geistig Guten beigesellt. Dies erhellt ebenfalls aus dem, was Nr. 5443 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. Daß gesagt wird "von ihm", hat den Grund, weil das Mittel, das durch Benjamin vorgebildet wird, vom Himmlischen des Geistigen, das Joseph, ausgeht. HG 5518 5518. "Aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns", 1. Mose 42/33, bedeutet die Wahrnehmung in betreff des Himmlischen des Geistigen, das im Natürlichen regiert. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist wahrnehmen, wovon früher öfters; und aus der Bedeutung des Mannes, des Herrn des Landes, sofern er ist das Himmlische des Geistigen, das im Natürlichen regiert, wovon Nr. 5510. 5519. "Daran werde ich erkennen, daß ihr redlich seid", 1. Mose 42/33, bedeutet, daß er es wünsche, wenn sie in den Wahrheiten der Kirche nicht aus Eigennutz seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von erkennen, sofern es hier heißt wollen oder wünschen, denn dies folgt aus dem Zusammenhang, und aus der Bedeutung von "daß ihr redlich", somit keine Kundschafter seid, sofern es heißt, daß sie in den Wahrheiten nicht aus Eigennutz seien, wovon Nr. 5432, 5512. 5520. "Euren einen Bruder lasset bei mir", 1. Mose 42/33, bedeutet, daß der Willensglaube getrennt werden soll. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, der hier der eine Bruder ist, sofern er den Willensglauben bezeichnet, wovon Nr. 5482; und aus der Bedeutung von "bleiben lassen", sofern es heißt getrennt werden. Wie sich dieses verhält, ist früher gesagt worden. 5521. "Und den (Bedarf für den) Hunger eurer Häuser nehmet", 1. Mose 42/33, bedeutet, sie möchten unterdessen in jener Verödung für sich sorgen. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5462 gesagt wurde, wo das gleiche. Es heißt in jener Verödung, weil durch den Hunger die Verödung bezeichnet wird. 5522. "Und ziehet hin", 1. Mose 42/33, bedeutet, damit sie so leben möchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen oder ziehen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 3335, 3690, 4882, 5493. 5523. "Und bringet euren jüngsten Bruder zu mir", 1. Mose 42/34, bedeutet, wenn das Mittel da sei, dann trete Verbindung ein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der jüngste Bruder ist, sofern er ist das Mittel, wovon Nr. 5411, 5413, 5443, und aus der Bedeutung von "ihn bringen zu mir", sofern es heißt, dadurch geschehe Verbindung; denn durch das Vermittelnde entsteht die Verbindung des Inwendigen, das durch Joseph vorgebildet wird, mit dem Äußeren, das durch die Söhne Jakobs vorgebildet wird, wie Nr. 5411, 5413, 5427, 5428 gezeigt wurde. 5524. "So werde ich erkennen, daß ihr keine Kundschafter seid", 1. Mose 42/34, bedeutet, daß dann die Wahrheiten keine eigennützige Absicht mehr haben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kundschafter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in den Wahrheiten der Kirche aus Eigennutz sind, hier aber nicht mehr, wenn nämlich durch das Mittel Verbindung eintritt. 5525. "Daß ihr redlich seid", 1. Mose 42/34, bedeutet, hierdurch Entsprechung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "redlich seid ihr", sofern es heißt, daß sie in den Wahrheiten seien; denn redlich heißt wahr: Nr. 5434, 5437; und weil sie dann in den Wahrheiten nicht des Eigennutzes wegen sind, wenn Entsprechung da ist, darum bedeutet "redlich seid ihr" auch dieses. 5526. "Euren Bruder werde ich euch (dann) geben", 1. Mose 42/34, bedeutet, so werden die Wahrheiten zum Guten werden. Dies kann aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, der hier der Bruder ist, den er geben würde, erhellen, sofern er den Willensglauben bezeichnet, wovon Nr. 5482, und aus der vorbildlichen Bedeutung der zehn Söhne Jakobs, die hier diejenigen sind, denen er gegeben werden sollte, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5428, 5512. Daß durch "euren Bruder werde ich euch geben" bezeichnet wird: so werden die Wahrheiten zu Gutem werden, hat den Grund, weil, wenn der Willensglaube gegeben wird, die Wahrheiten gut werden; denn das Wahre des Glaubens, das der Lehre angehört, wird, sobald es in den Willen eingeht, zu einem Wahren des Lebens, und wird tatsächlich wahr, und dann wird es gut genannt und wird auch ein geistig Gutes. Aus diesem Guten wird vom Herrn beim Menschen ein neuer Wille gebildet. Daß der Wille das Wahre zum Guten macht, hat den Grund, weil der Wille an sich betrachtet nichts anderes als Liebe ist, (denn alles, was ein Mensch liebt, das will er, und alles, was er nicht liebt, will er nicht;) und weil alles das, was Sache der Liebe oder aus der Liebe ist, vom Menschen als gut empfunden wird, denn es macht ihm Vergnügen, daher kommt es, daß alles, was Sache des Willens oder aus dem Willen ist, gut ist. 5527. "Und im Land möget ihr handeln und wandeln", 1. Mose 42/34, bedeutet, die Wahrheiten würden auf diese Weise aus dem Guten fruchtbar, und alles werde Nutzen und Gewinn bringen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Handel treiben, sofern es heißt, die Erkenntnisse des Guten und Wahren, somit die Wahrheiten der Kirche sich verschaffen und sie mitteilen, wovon Nr. 4453. Händler werden genannt, die dergleichen (Erkenntnisse) haben: Nr. 2967, daher heißt handeln und wandeln im Land, solche erwerben überall, wo sie sind. Hieraus folgt, daß durch handeln und wandeln im Lande auch bezeichnet wird, die Wahrheiten aus dem Guten fruchtbar machen, denn wenn die Verbindung durch das Mittel, das Benjamin ist, bewirkt worden ist, nämlich die des äußeren Menschen, welches die Söhne Jakobs, mit dem Inwendigen, das Joseph (von welcher Verbindung hier gehandelt wird), oder was dasselbe ist, wenn der Mensch wiedergeboren ist, dann werden die Wahrheiten aus dem Guten fortwährend fruchtbar, denn wer im Guten ist, hat die Fähigkeit, die Wahrheiten zu erkennen, die aus dem Allgemeinen sich ergeben, und zwar in fortwährender Reihenfolge. Und noch mehr hernach im anderen Leben, wo weltliche und leibliche Dinge keinen Schatten verursachen. Daß im Guten diese Fähigkeit liegt, wurde mir durch mehrfache Erfahrung zu erkennen gegeben: Geister, die, während sie als Menschen in der Welt lebten, nicht gerade scharfsinnig gewesen, aber dennoch ein Leben der Liebtätigkeit geführt hatten, sah ich zu Engelsgesellschaften erhoben und dann in gleicher Einsicht und Weisheit mit den Engeln daselbst. Ja sie wußten nicht anders, als daß diese Einsicht und Weisheit in ihnen sei. Sie waren nämlich durch das Gute, worin sie gewesen waren, in der Fähigkeit, allen Einfluß von den Engelsgesellschaften, in denen sie waren, aufzunehmen. Eine solche Fähigkeit wohnt dem Guten inne und daher eine solche Fruchtbarkeit. Die Wahrheiten aber, die bei ihnen vom Guten fruchtbar gemacht werden, bleiben nicht Wahrheiten, sondern sie werden aufs Leben angewandt, und dann werden sie nutzwirkend. Daher wird durch "ihr möget handeln und wandeln im Land" auch bezeichnet, alles werde Nutzen und Gewinn bringen. 5528. Vers 35-38: Und es geschah, da sie ausleerten ihre Säcke, siehe, da hatte ein jeder das Bündlein seines Silbers (oder Geldes) in seinem Sack, und sie sahen die Bündlein ihres Silbers, sie und ihr Vater, und fürchteten sich. Da sprach Jakob, ihr Vater zu ihnen: Ihr machet mich kinderlos; Joseph ist nicht mehr, und Schimeon ist nicht, und den Benjamin wollet ihr (mir auch) nehmen; dieses alles kommt über mich. Und Ruben redete zu seinem Vater und sprach: Meine zwei Söhne sollst du töten, wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe; gib ihn in meine Hand, ich werde ihn wieder zu dir bringen. Er aber sprach: Mein Sohn soll nicht hinabgehen mit euch, denn sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben; es möchte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr ziehet; dann werdet ihr mein graues Haar mit Herzeleid ins Grab bringen. "Und es geschah, da sie ausleerten ihre Säcke" bedeutet den Nutzen aus den Wahrheiten, die im Natürlichen; "siehe, da hatte ein jeder das Bündlein seines Silbers" bedeutet die umsonst geschenkten Ordnungen der Wahrheiten; "in seinem Sack" bedeutet, in eines jeden Behältnis; "und sie sahen die Bündlein ihres Silbers" bedeutet die Wahrnehmung, daß es sich so verhalte; "sie und ihr Vater" bedeutet von den Wahrheiten und dem Guten des Wahren im Natürlichen; "und fürchteten sich" bedeutet das Heilige; "da sprach Jakob, ihr Vater zu ihnen" bedeutet das Innewerden, das ihnen wurde vom Guten des Wahren; "ihr machet mich kinderlos" bedeutet, daß so keine Kirche mehr sein könne; "Joseph ist nicht mehr" bedeutet das Inwendige sei nicht vorhanden; "und Schimeon ist nicht" bedeutet, daß auch der Willensglaube nicht da sei; "und den Benjamin wollet ihr (mir auch) nehmen" bedeutet, wenn auch das Mittel weggenommen wird; "dieses alles kommt über mich" bedeutet, so werde das, was der Kirche angehört, zerstört sein; "und Ruben redete zu seinem Vater" bedeutet dasjenige, was dem Verstandesglauben angehört, wahrgenommen vom Guten des Wahren; "und sprach: Meine zwei Söhne sollst du töten" bedeutet, beides dem Glauben Angehörige werde auch nicht leben; "wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe" bedeutet, wenn nicht das Mittel beigesellt werde, "gib ihn in meine Hand" bedeutet soviel in seiner Macht stehe; "ich werde ihn wieder zu dir bringen" bedeutet, es werde wiedererstattet werden; "er aber sprach: Mein Sohn soll nicht hinabziehen mit euch" bedeutet, es dürfe sich nicht herablassen zum Unteren; "denn sein Bruder ist tot" bedeutet, weil das Inwendige nicht da ist; "und er ist allein übriggeblieben" bedeutet, er müsse nun die Stelle des Inwendigen vertreten; "es möchte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr ziehet" bedeutet, daß es bei den vom Inwendigen getrennten Wahrheiten im Natürlichen allein verloren gehen würde; "dann werdet ihr mein graues Haar hinabbringen" bedeutet, daß so das Letzte der Kirche eintreten werde; "mit Herzeleid ins Grab" bedeutet ohne Hoffnung der Auferweckung. 5529. "Und es geschah, da sie ausleerten ihre Säcke", 1. Mose 42/35, bedeutet den Nutzen aus den Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von ausleeren, nämlich das Getreide, das sie aus Ägypten brachten, sofern es heißt, die Wahrheiten sich zunutze machen; denn durch das Getreide wird das Wahre bezeichnet: Nr. 5276, 5280, 5292, 5402; und aus der Bedeutung der Säcke, sofern sie Behältnisse (oder Aufnahmegefäße) im Natürlichen sind, wovon Nr. 5489, 5494, somit das Natürliche. Über die Behältnisse im Natürlichen, sehe man unten Nr. 5531. 5530. "Siehe, da hatte ein jeder das Bündlein seines Silbers", 1. Mose 42/35, bedeutet die umsonst geschenkten Ordnungen der Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bündleins oder Bündels, sofern es ist eine Ordnung, worüber folgt, und aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954; dadurch daß es ein jeder in seinem Sack hatte, wird bezeichnet, sie seien umsonst geschenkt worden. Daß das Bündlein oder der Bündel eine Ordnung ist, kommt daher, weil die Wahrheiten beim Menschen in Reihen gestellt und geordnet sind. Die, welche mit seinen Liebestrieben am meisten übereinstimmen, sind in der Mitte, die nicht so übereinstimmen, sind auf den Seiten, und die endlich gar nicht übereinstimmen, sind auf die äußersten Umkreise verwiesen. Außerhalb dieser Reihenfolge befinden sich diejenigen, die den Liebestrieben entgegen sind. Deshalb werden diejenigen, die in der Mitte sind, blutsverwandt genannt, denn die Liebe macht die Blutsfreundschaft, die entfernteren sind verschwägert, an den äußersten Grenzen hören die Verwandtschaften auf. In solche Reihenfolgen ist alles beim Menschen gestellt, und wird durch Bündel und Bündlein bezeichnet. Hieraus wird augenscheinlich klar, wie es sich mit denjenigen verhält, die in den Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, und wie mit denen, die in der Liebe zu Gott und gegen den Nächsten. Bei denjenigen, die in den Trieben der Selbst- und Weltliebe sind, ist solches, was diese Triebe begünstigt, in der Mitte; und was wenig begünstigt, auf den Umkreisen; hinausgeworfen aber, was dagegen ist, wie es das ist, was der Liebe zu Gott und der Liebe gegen den Nächsten angehört. In einem solchen Zustand sind die Höllischen. Daher erscheint auch zuweilen eine Lichthelle um sie herum, aber innerhalb dieser Helle, wo sie sich befinden, ist es dunkel, unheimlich, schauerlich. Hingegen bei den Engeln ist ein flammender Strahlenschein in der Mitte aus dem Guten der himmlischen und geistigen Liebe und daher ein Lichtschimmer oder eine Helle ringsumher. Die so Erscheinenden sind Ebenbilder des Herrn, denn der Herr selbst, als Er sein Göttliches dem Petrus, Jakobus und Johannes zeigte, "leuchtete im Angesicht wie die Sonne, und Seine Kleider wurden wie das Licht": Matth.17/2. Daß die Engel, die Ebenbilder sind, in einem flammenden Strahlenschein und daher in weißem Glanz erscheinen, ist zu ersehen an dem Engel, der vom Himmel herabkam und den Stein von der Grabestür abwälzte: "Seine Gestalt war wie ein Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee": Matth.28/3. HG 5531 5531. "In seinem Sack", 1. Mose 42/35, bedeutet in eines jeden Behältnis. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sackes, sofern er ein Behältnis oder Aufnahmegefäß bezeichnet, wovon Nr. 5489, 5494, 5529. Was hier das Behältnis ist, soll auch mit wenigem gesagt werden: das Natürliche des Menschen ist in Behältnisse abgeteilt. In einem jeden Behältnis ist etwas Allgemeines, und in diesem Allgemeinen ist weniger Allgemeines oder beziehungsweise Besonderes, und in diesem Einzelnes geordnet. Ein jedes solches Allgemeine mit seinen Besonderheiten und Einzelheiten hat sein Behältnis, innerhalb dessen es sich betätigen oder seine Formen wechseln und seine Zustände verändern kann. Diese Behältnisse sind bei einem Menschen, der wiedergeboren ist, der Zahl nach ebenso viele, als allgemeine Wahrheiten bei ihm sind, und ein jedes Behältnis entspricht irgendeiner Gesellschaft im Himmel. Eine solche Ordnung findet bei einem Menschen statt, der im Guten der Liebe und daher im Wahren des Glaubens ist. Hieraus erhellt einigermaßen, was durch eines jeden Behältnis verstanden wird, wenn es von den allgemeinen Wahrheiten im Natürlichen gesagt wird, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden. 5532. "Und sie sahen die Bündlein ihres Silbers", 1. Mose 42/35, bedeutet die Wahrnehmung, daß es sich so verhalte, nämlich daß die Ordnungen der Wahrheiten umsonst geschenkt worden. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5530 erklärt wurde. 5533. "Sie und ihr Vater", 1. Mose 42/35, bedeutet von den Wahrheiten und dem Guten des Wahren im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier unter "sie" verstanden sind, sofern es die Wahrheiten im Natürlichen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier "ihr Vater" ist, sofern er das Gute des Wahren ebenfalls im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 4234, 4273, 4538. Was die Wahrnehmung aus den Wahrheiten und vom Guten des Wahren im Natürlichen ist, kann zwar erklärt werden, aber es wird eben nur äußerst dunkel ins Verständnis fallen, hingegen aber in das Verständnis der Geister (klar) wie am hellen Tag; dergleichen gehört für sie zu den leicht verständlichen Dingen. Hieraus kann auch einigermaßen erhellen, was für ein Unterschied in der Einsicht des Menschen stattfindet, wenn er in der Welt und in ihrem Lichte und wenn er im Himmel und hier im Lichte desselben ist. 5534. "Und fürchteten sich", 1. Mose 42/35, bedeutet das Heilige. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten, wenn solches vorkommt, was der göttlichen Vorsehung angehört, wie hier, daß die Wahrheiten umsonst geschenkt wurden, was dadurch bezeichnet wird, daß ein jeder das Bündlein Silber in seinem Sack hatte. Das Heilige, das alsdann einfließt, verursacht auch eine Art Furcht mit heiliger Scheu. 5535. "Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen", 1. Mose 42/36, bedeutet das Innewerden, das ihnen wurde vom Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon früher oft, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, sofern er das Gute des Wahren ist, wovon Nr. 5533. HG 5536 5536. "Ihr macht mich kinderlos", 1. Mose 42/36, bedeutet, daß so keine Kirche mehr sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dieses von sich sagt, sofern er das Gute des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 4234, 4273, 4538; und weil er das Gute des Wahren ist, so ist er auch die Kirche, denn das Wesentliche der Kirche ist das Gute. Daher ist es gleich, ob man sagt "das Gute des Wahren" oder "die Kirche"; denn der Mensch, bei dem das Gute des Wahren ist, bei dem ist die Kirche. Daß Jakob die Kirche ist, sehe man Nr. 4286, 4420; daher kommt es auch, daß seine Söhne die Wahrheiten der Kirche vorbilden: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; und aus der Bedeutung von kinderlos machen, sofern es heißt, die Kirche ihres Wahren und Guten berauben, wie hier dessen, was vorgebildet wird durch Joseph, Benjamin und Schimeon, von denen gleich folgt. Daß kinderlos machen heißt, die Kirche ihrer Wahrheiten berauben, hat den Grund, weil die Kirche mit einer Ehe verglichen wird: ihr Gutes mit dem Ehegatten und ihr Wahres mit der Gattin, und die aus jener Ehe geborenen Wahrheiten mit den Söhnen und das Gute mit den Töchtern und so fort. Wenn also Kinderlosigkeit oder Beraubung der Kinder gesagt wird, so bedeutet es, daß die Kirche ihrer Wahrheiten beraubt worden sei, und daß sie daher zunichte werde. In diesem Sinn kommt kinderlos und Kinderlosigkeit auch hie und da sonst im Wort vor, wie bei Hes.5/17: "Schicken werde Ich über euch Hunger und böses Wild, und dich kinderlos machen". Hes.14/15: "Wenn Ich böses Wild hingehen lasse durch das Land und es dasselbe kinderlos macht, daß Verödung sein wird, so daß man nicht hindurchgeht wegen des Wildes". 3. Mose 26/22: "Schicken werde Ich unter euch das Wild des Feldes, das euch kinderlos machen wird, und es wird ausrotten euer Vieh und euer wenig machen, daß verwüstet werden eure Wege". Hier Hunger für Mangel an Erkenntnissen des Guten und Wahren und daher Verödung, böses Wild für Falsches aus Bösem, Land für Kirche. Hunger und böses Wild schicken und das Land kinderlos machen, bedeutet, durch Falsches aus Bösem die Kirche zerstören, somit dieselbe der Wahrheiten gänzlich berauben. Jerem.15/7: "Worfeln werde Ich sie mit der Wurfschaufel in den Toren des Landes, kinderlos machen, verderben werde Ich Mein Volk": hier kinderlos machen ebenfalls für: der Wahrheiten berauben. Jerem.18/21: "Gib ihre Söhne dem Hunger, und laß sie hinsinken durch die Hand des Schwertes, daß eure Weiber kinderlos und Witwen werden": daß eure Weiber kinderlos und Witwen werden, bedeutet ohne Wahres und Gutes. Hos.9/11,12: "Wie ein Vogel wird davonfliegen die Herrlichkeit Ephraims von der Geburt und von Mutterleib und von der Empfängnis an; denn wenn sie aufgezogen haben ihre Söhne, dann will Ich sie kinderlos machen, (leer) von Menschen". Hes.36/12: "Ich will Menschen auf euch wandeln lassen, Mein Volk, das dich erblich besitzen wird, und du wirst ihnen zum Erbe sein, und du wirst sie hinfort nicht mehr kinderlos machen. So sprach der Herr Jehovih, weil man zu euch sagt: du hast die Menschen verzehrt, und kinderlos gemacht deine Völker": kinderlos machen hier ebenfalls für: der Wahrheiten berauben. Jes.47/8,9: "So höre nun dies, du Wollüstige, die du sicher sitzest und sprichst in deinem Herzen: Ich (bin) und niemand wie ich sonst; ich werde nicht als Witwe sitzen und keine Kinderlosigkeit erfahren; nun aber wird beides über dich kommen plötzlich an einem Tag, Kinderlosigkeit und Witwenstand": von der Tochter Babels und Chaldäa, d.h. von denjenigen, die in äußerer Heiligkeit und inwendiger Unheiligkeit sind, und sich auf äußere Heiligkeit hin eine Kirche nennen. Kinderlosigkeit und Witwenstand für Beraubung des Wahren und Guten. Jes.49/18,20,21: "Hebe auf ringsumher deine Augen, und siehe, alle diese kommen versammelt zu dir; einst werden noch sagen in deinen Ohren die Söhne deiner Kinderlosigkeit: zu enge ist mir der Raum, gehe mir zurück, auf daß ich wohnen möge; du aber wirst sagen in deinem Herzen: Wer hat mir diese gezeugt, da ich doch eine Kinderlose und Einsame, eine Heimatlose und Verstoßene bin; wer hat mir nun diese aufgezogen? Ich war verlassen und einsam, wo sind diese gewesen?": hier von Zion oder der himmlischen Kirche und von ihrer Fruchtbarkeit nach der Verwüstung; Söhne der Kinderlosigkeit bedeuten die Wahrheiten, deren sie in der Verwüstung beraubt war, die aber nun wiedergebracht und ins Unermeßliche vermehrt werden. 5537. "Joseph ist nicht mehr", 1. Mose 42/36, bedeutet, daß das Inwendige nicht da sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der, weil das Himmlische des Geistigen, auch das Inwendige der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 5469, 5471. 5538. "Und Schimeon ist nicht", 1. Mose 42/36, bedeutet, daß auch der Willensglaube nicht da sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, sofern er den Willensglauben bezeichnet, wovon Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482. 5539. "Und den Benjamin wollt ihr (mir auch) nehmen", 1. Mose 42/36, bedeutet, wenn auch noch das Mittel weggenommen wird. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittel ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443. 5540. "Dieses alles kommt über mich", 1. Mose 42/36, bedeutet, daß so das, was der Kirche angehört, werde zerstört sein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dieses von sich sagt, sofern er die Kirche ist, wovon Nr. 5536. Wenn in der Kirche kein Inwendiges ist, (das durch Joseph vorgebildet wird,) so ist auch kein Willensglaube da, (der durch Schimeon vorgebildet wird,) und wenn das verbindende Mittel weggenommen wird, das vorgebildet wird durch Benjamin, so ist das, was zur Kirche gehört, zerstört. Dieses ist es, was bezeichnet wird durch "über mich kommt dieses alles". 5541. "Und Ruben redete zu seinem Vater", 1. Mose 42/37, bedeutet dasjenige, was dem Verstandesglauben angehört, wahrgenommen vom Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es heißt wahrnehmen, wovon früher öfter; aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, sofern er der Lehr- und Verstandesglaube ist, wovon Nr. 3861, 3866, 5472, folglich das, was jenem Glauben angehört; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier der Vater ist, zu dem es Ruben sagte, sofern er das Gute des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3659, 3669, 3677, 3775, 4234, 4273, 4538, 5533. Hieraus wird klar, daß durch "Ruben sagte zu seinem Vater" bezeichnet wird dasjenige, was dem Verstandesglauben angehört, wahrgenommen vom Guten des Wahren. Daß Ruben hier redet, hat den Grund, weil von der Kirche die Rede ist, in welcher der Lehr- und Verstandesglaube scheinbar die erste Rolle spielt und auch lehrt; hier nämlich, was geschehen soll, damit das, was der Kirche angehört, nicht zerstört werde. 5542. "Und sprach: meine zwei Söhne sollst du töten", 1. Mose 42/37, bedeutet, beides dem Glauben Angehörige werde auch nicht leben. Dies erhellt aus der Bedeutung der zwei Söhne Rubens, sofern sie beides zum Glauben Gehörige bezeichnen; denn durch Ruben wird der Lehr- und Verstandesglaube vorgebildet, seine Söhne sind die zwei Lehren, die der Kirche angehören, nämlich die Lehre des Wahren und die Lehre des Guten, oder die Lehre des Glaubens und die Lehre der Liebtätigkeit. Daß diese beiden Stücke des Glaubens oder der Kirche nicht leben werden, wenn nicht das Mittel, das durch Benjamin vorgebildet wird, verbunden wird, wird bezeichnet durch: "meine zwei Söhne sollst du töten, wenn ich den Benjamin nicht zu dir bringe". Durch diese Worte bekräftigt Ruben, daß es um die Kirche geschehen sei, wenn das Mittel nicht da ist. Wenn dieser innere Sinn nicht in jenen Worten läge, so hätte Ruben nie zu seinem Vater gesagt, er solle seine zwei Söhne töten, wenn er den Benjamin nicht wiederbringe, denn so hätte er sich vorgesetzt, noch eine Familie auszurotten, was, weil gegen Fug und Recht, frevelhaft wäre. Aber der innere Sinn lehrt, warum so gesagt wurde. 5543. "Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe", 1. Mose 42/37, bedeutet, wenn das Mittel nicht in Verbindung gebracht wird. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der derjenige ist, den er bringen sollte, sofern er das Mittel ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443, 5539; und aus der Bedeutung von bringen, sofern es heißt verbunden werden. 5544. "Gib ihn in meine Hand", 1. Mose 42/37, bedeutet, soviel in seiner Macht stehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von Hand, sofern sie Macht (oder Kraft) bezeichnet, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328. Ihn in seine Hand geben, heißt im eigentlichen Sinn, ihn demselben anvertrauen, weil aber der Verstandesglaube, der durch Ruben vorgebildet wird, wenig Macht hat, der zu vertrauen ist, (denn das Wahre, das Sache des Glaubens ist, hat seine Macht vom Guten, das Sache der Liebtätigkeit ist: Nr. 3563,) deswegen wird durch "gib ihn in meine Hand" bezeichnet, soviel in seiner Macht steht. 5545. "Ich werde ihn wieder zu dir bringen", 1. Mose 42/37, bedeutet, es werde wiedererstattet werden. Dies erhellt ohne Erklärung. 5546. "Er aber sprach: mein Sohn soll nicht hinabgehen mit euch", 1. Mose 42/38, bedeutet, es dürfe sich nicht herablassen zum Unteren. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabgehen, sofern damit gesagt wird "zum Unteren hin", wovon Nr. 5406, hier zu den wißtümlichen Wahrheiten, die im äußeren Natürlichen sind: Nr. 5492, 5495, 5497, 5500, und die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden. 5547. "Denn sein Bruder ist tot", 1. Mose 42/38, bedeutet, weil das Inwendige nicht da ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier der Bruder ist, sofern er das Himmlische des Geistigen oder das Wahre vom Göttlichen her bezeichnet, mithin das Inwendige der Kirche, wovon Nr. 5469, und aus der Bedeutung von tot sein, sofern es hier heißt, nicht da sein; denn er war unter den Lebenden, aber nicht anwesend. 5548. "Und er allein ist übriggeblieben", 1. Mose 42/38, bedeutet, er müsse nun die Stelle des Inwendigen vertreten. Dies kann daraus erhellen, daß, weil das Inwendige, das Joseph, nicht da war, und er allein noch von jener Mutter (übrig war), er nun für jenen gelten mußte. Beide, Joseph und Benjamin, bilden auch das Inwendige vor, und die zehn übrigen Söhne Jakobs das Äußere: Nr. 5469. 5549. "Es möchte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr ziehet", 1. Mose 42/38, bedeutet, daß es bei den vom Inwendigen getrennten Wahrheiten im Natürlichen allein verlorengehen würde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5413 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5550. "Dann werdet ihr mein graues Haar hinabbringen", 1. Mose 42/38, bedeutet, daß so das Letzte der Kirche (eintreten werde). Dies erhellt aus der Bedeutung des grauen Haares, wenn von der Kirche die Rede ist, sofern es ihr Letztes bezeichnet. Das Letzte wird auch durch Grauheit (des Haares) bezeichnet bei Jes.46/3: "Horchet auf Mich, Haus Jakobs, und alle Überreste des Hauses Israels, die ihr mir aufgeladen seid vom Mutterleib an, und getragen wurdet vom Mutterschoß an; auch bis zum Greisenalter bin Ich derselbe, und bis zur Grauheit (eures Haares) werde Ich euch tragen": Haus Jakobs für die äußere Kirche, Haus Israels für die inwendige Kirche; vom Mutterleib und Schoß an, bedeutet, von ihrem Anfang an; bis zum Greisenalter und zur Grauheit bedeutet, bis zu ihrem Letzten. Und bei Ps.92/14,15: "Die gepflanzt sind im Hause Jehovahs, werden in den Vorhöfen unseres Gottes sprossen; sie werden noch Frucht bringen in der Grauheit", (d.h. im Alter;) in der Grauheit für: im Letzten. 5551. "Mit Herzeleid ins Grab", 1. Mose 42/38, bedeutet, ohne Hoffnung der Wiedererweckung. Dies erhellt aus der Bedeutung von Herzeleid hier, sofern es heißt ohne Hoffnung; denn wenn keine Hoffnung mehr, dann ist Herzeleid; und aus der Bedeutung von Grab, sofern es die Auferstehung und Wiedergeburt bezeichnet, wovon Nr. 2916, 2917, 3256, 4621, somit Wiedererweckung, nämlich der Kirche; denn wenn in der Kirche kein Inwendiges, das Joseph, und kein Mittel, das Benjamin, und kein Willensglaube oder keine Liebtätigkeit, die Schimeon bezeichnet, vorhanden ist, dann ist keine Hoffnung ihrer Auferweckung mehr. Daß das Grab die Auferweckung bezeichnet, erscheint zwar fremdartig; aber dies ist nur die Vorstellung, die der Mensch vom Grab hat, denn er trennt das Grab nicht vom Tod, und nicht einmal vom Leichnam, der im Grab ist. Die Engel im Himmel jedoch können keine solche Vorstellung vom Grab haben, sondern eine ganz andere als der Mensch, nämlich die Vorstellung der Auferstehung oder Auferweckung; denn der Mensch wird, wenn sein Leichnam dem Grab übergeben wird, zum anderen Leben auferweckt; deswegen haben sie vom Grab nicht die Vorstellung des Todes, sondern des Lebens, folglich die Wiedererweckung. Ende 1. Mose 42. Kapitel Nr. 5552 - 5573 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 43. Kapitel 1. Und der Hunger ward schwer im Lande. 2. Und es geschah, als sie aufgezehrt hatten das Getreide, das sie aus Ägypten gebracht, da sprach ihr Vater zu ihnen: Gehet wieder hin und kaufet uns ein wenig Speise. 3. Da redete Jehudah zu ihm, und sprach: Hoch beteuert hat uns der Mann, und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn euer Bruder nicht mit euch (kommt). 4. Wenn du unseren Bruder mit uns sendest, so wollen wir hinabgehen und dir Speise kaufen. 5. Wenn du ihn aber nicht sendest, so werden wir nicht hinabgehen, weil der Mann zu uns gesagt hat: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn nicht euer Bruder mit euch (kommt). 6. Und Israel sprach: warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr angesagt habt dem Manne, daß ihr noch einen Bruder habt. 7. Da sprachen sie: Genau gefragt hat der Mann nach uns und nach unserer Verwandtschaft und gesagt: Lebt euer Vater noch? Habt ihr einen Bruder? Und wir berichteten ihm gemäß diesen Worten. Haben wir denn gewußt, daß er sagen würde: bringet euren Bruder (mit herab). 8. Da sprach Jehudah zu Israel, seinem Vater: Sende den Knaben mit mir, so wollen wir aufstehen und gehen, daß wir leben und nicht sterben, sowohl wir, als du und unsere Kinder. 9. Ich will Bürge für ihn sein, von meiner Hand sollst du ihn fordern; wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe und vor dein Angesicht stelle, so will ich gesündigt haben an dir alle Tage (meines Lebens). 10. Denn wenn wir nicht gezögert hätten, so wären wir jetzt schon zweimal wiedergekommen. 11. Da sprach Israel, ihr Vater zu ihnen: Wenn es denn also ist, so tut dieses: nehmet vom Preiswürdigen des Landes in eure Gefäße, und bringet dem Manne ein Geschenk, ein wenig Balsam und ein wenig Honig, Wachs und Stakte (Ladanum); Terebinthennüsse (Pistazien) und Mandeln. 12. Und das Doppelte des Silbers nehmet in eure Hände, und das Silber, das wiedergebracht wurde in die Öffnung eurer Säcke bringet zurück in eurer Hand; vielleicht ist es eine Irrung. 13. Und euern Bruder nehmet, und machet euch auf, und geht wieder zu dem Manne. 14. Und Gott Schaddai (d.i. der Allmächtige) gebe euch Barmherzigkeit vor dem Mann, daß er euch euern anderen Bruder entlasse, und den Benjamin; aber ich, wie ich kinderlos bin, so werde ich kinderlos sein. 15. Da nahmen die Männer dieses Geschenk, und auch das Doppelte des Silbers nahmen sie in ihre Hand und den Benjamin, und standen auf, und gingen hinab gen Ägypten; und traten vor Joseph. 16. Da sah Joseph bei ihnen den Benjamin, und sagte zu dem, der über sein Haus (gesetzt war): führe die Männer ins Haus, und schlachte und richte zu, denn mit mir sollen die Männer zu Mittag essen. 17. Und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte, und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs. 18. Und die Männer fürchteten sich, daß sie ins Haus Josephs geführt wurden, und sprachen: Wegen des Silbers, das früher (uns) wiedergebracht wurde in unsere Säcke, werden wir hergeführt, um auf uns (die Schuld) zu wälzen, und daß man sich auf uns werfe, und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel. 19. Und sie traten zu dem Mann, der über das Haus Josephs (gesetzt war), und redeten zu ihm an der Türe des Hauses. 20. Und sprachen: Ach, mein Herr, wir sind vormals herabgezogen, Speise zu kaufen. 21. Und es geschah, da wir in die Herberge kamen, und unsere Säcke auftaten, siehe, da war das Silber eines jeden in der Öffnung seines Sackes, unser Silber nach seinem Gewicht, und wir bringen es zurück in unserer Hand. 22. Und auch anderes Silber bringen wir herab in unserer Hand, Speise zu kaufen, wir wissen nicht, wer unser Silber in unsere Säcke gelegt hat. 23. Und er sprach: Friede sei mit euch, fürchtet euch nicht, euer Gott und der Gott eures Vaters, hat euch eine verborgene Gabe (d.i. einen Schatz) gegeben in eure Säcke; euer Silber ist mir zugekommen; und er führte den Schimeon zu ihnen heraus. 24. Und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs und gab (ihnen) Wasser, und sie wuschen ihre Füße, und er gab ihren Eseln Futter. 25. Und sie richteten das Geschenk zu, bis Joseph käme am Mittag; denn sie hatten gehört, daß sie daselbst das Brot essen sollten. 26. Da kam Joseph ins Haus, und sie brachten ihm das Geschenk, das in ihrer Hand war, ins Haus, und fielen vor ihm nieder zur Erde. 27. Und er fragte sie nach ihrem Frieden (d.i. Wohlsein), und sprach: Hat Frieden euer Vater (d.i. geht es wohl eurem Vater?), der Alte, von dem ihr gesagt habt? Lebt er noch? 28. Und sie sprachen: Frieden hat dein Knecht, unser Vater, er lebt noch. Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder. 29. Da hob er seine Augen auf, und sah Benjamin, seinen Bruder, den Sohn seiner Mutter, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesagt habt? Und er sprach: Gott sei dir gnädig, mein Sohn. 30. Und Joseph eilte, denn es regte sich seine Liebe zu seinem Bruder, und er suchte (einen Ort) zu weinen, und ging in die Kammer hinein, und weinte daselbst. 31. Und wusch sein Angesicht und ging heraus, und nahm sich zusammen und sprach: Leget Brot auf. 32. Und sie legten ihm allein vor, und ihnen allein, und den Ägyptern, die mit ihm aßen, allein; denn die Ägypter können nicht Brot essen mit den Hebräern, weil es ein Greuel ist den Ägyptern. 33. Und sie saßen vor ihm, der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt, und der Jüngere nach seiner Jugend; und es wunderten sich die Männer, ein jeder vor seinem Genossen (d.i. untereinander). 34. Und man trug die Gerichte von seinem Angesichte hinaus zu ihnen, aber das Gericht Benjamins machte man fünfmal größer als das Gericht aller, und sie tranken, und wurden trunken mit ihm. Inhalt 5574. Fortsetzung über die Verbindung der Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, welche die zehn Söhne Jakobs sind, mit dem Himmlischen des Geistigen oder dem vom Göttlichen ausgehenden Wahren, das Joseph ist, durch das Mittel, das Benjamin ist; aber in diesem Kapitel wird im inneren Sinn nur vom allgemeinen Einfluß gehandelt, welcher der Verbindung vorangeht.   Innerer Sinn 5575. Vers 1-5: Und der Hunger ward schwer im Lande. Und es geschah, als sie aufgezehrt hatten das Getreide, das sie aus Ägypten gebracht, da sprach ihr Vater zu ihnen: Gehet wieder hin und kaufet uns ein wenig Speise. Da redete Jehudah zu ihm, und sprach: Hoch beteuert hat uns der Mann, und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn euer Bruder nicht mit euch (kommt). Wenn du unseren Bruder mit uns sendest, so wollen wir hinabgehen und dir Speise kaufen. Wenn du ihn aber nicht sendest, so werden wir nicht hinabgehen, weil der Mann zu uns gesagt hat: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn nicht euer Bruder mit euch (kommt). "Und der Hunger ward schwer" bedeutet Verödung infolge des Mangels an geistigen Dingen; "im Lande" bedeutet in betreff dessen, was der Kirche angehörte; "und es geschah" bedeutet das Neue; "als sie aufgezehrt hatten das Getreide" bedeutet, als die Wahrheiten mangelten; "das sie aus Ägypten gebracht" bedeutet, die aus Wißtümlichem; "da sprach ihr Vater zu ihnen" bedeutet das Innewerden von seiten dessen, was der Kirche angehört; "gehet wieder hin und kaufet uns ein wenig Speise" bedeutet, sie sollen, um zu leben, sich das Gute des geistig Wahren verschaffen; "da redete Jehudah zu ihm" bedeutet das Gute der Kirche; "und sprach: Hoch beteuert hat uns der Mann" bedeutet das Geistige vom Inwendigen her sei ihnen abgeneigt; "und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen" bedeutet kein Erbarmen; "wenn euer Bruder nicht mit euch (kommt)" bedeutet, wenn ihr das Mittel nicht habt; "wenn du unseren Bruder mit uns sendest" bedeutet, wenn es der Kirche um den Anschluß zu tun sei, so müsse das Mittel dazu vorhanden sein; "so wollen wir hinabgehen und dir Speise kaufen" bedeutet, alsdann werde man dort das Gute des Wahren erlangen; "wenn du ihn aber nicht sendest" bedeutet wofern nicht; "so werden wir nicht hinabgehen" bedeutet, es könne nicht erlangt werden; "weil der Mann zu uns gesagt hat" bedeutet das Innewerden, betreffend das Geistige; "ihr sollt mein Angesicht nicht sehen" bedeutet kein Erbarmen; "wenn nicht euer Bruder mit euch (kommt)" bedeutet, wenn ihr das Mittel nicht habt. 5576. "Und der Hunger ward schwer", 1. Mose 43/1, bedeutet Verödung infolge des Mangels an geistigen Dingen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, sofern er den Mangel der Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3364, 5277, 5279, 5281, 5300, und daher Verödung: Nr. 5360, 5376, 5415; und weil die Verödung eine Folge der Armut und daher des Mangels an geistigen Dingen ist, so wird durch den Hunger auch dieser bezeichnet. Der Hunger in der geistigen Welt oder im Himmel ist kein Hunger nach Speise, denn die Engel genießen keine materielle Speise; diese Speise ist für den Leib, den der Mensch in der Welt (mit sich) herumträgt, sondern es ist ein Hunger nach solcher Speise, die ihre Seelen (mentes) nährt. Diese Speise ist: das Wahre verstehen und weise sein fürs Gute, welche Speise die geistige Speise genannt wird, und, was merkwürdig ist, die Engel werden wirklich von dieser Speise ernährt. Hiervon konnte ich mich dadurch überzeugen, daß die Kinder, die als Kinder gestorben waren, nachdem sie im Himmel in den Wahrheiten, die der Einsicht angehören, und im Guten, das der Weisheit angehört, belehrt worden sind, nicht mehr als Kinder, sondern als Erwachsene erscheinen, und zwar gemäß ihrem Wachstum im Guten und Wahren; dann auch dadurch, daß die Engel immerfort ein Verlangen nach demjenigen haben, was der Einsicht und Weisheit angehört; und daß sie, wann sie im Abend sind, d.h. in einem Zustand, wo jenes fehlt, in solchem Grad beziehungsweise in einer Art von Nicht-Seligkeit sind, und daß sie alsdann nach nichts einen größeren Hunger und Verlangen haben, als daß ihnen wieder ein neuer Morgen aufgehe, und sie wieder in das Leben der Seligkeit kommen, das der Einsicht und Weisheit angehört. Daß das Wahre einsehen und das Gute wollen, geistige Speise ist, kann auch einem jeden, der nachdenkt, einleuchten, wenn der, welcher materielle Speise als Leibesnahrung genießt, dabei in einer heiteren Stimmung ist und sich über solche Gegenstände unterhält, die ihn ansprechen, dann nährt ihn die materielle Speise, die für den Leib ist, besser; ein Beweis, daß eine Entsprechung stattfindet zwischen der geistigen Speise, die der Seele angehört, und der materiellen Speise, die dem Leib angehört. Ferner geht es auch daraus hervor, daß der, welcher ein Verlangen hat, sich Gegenstände des Wissens, der Einsicht und Weisheit anzueignen, wenn er davon abgehalten wird, anfängt, traurig und beängstigt zu werden, und wie einer, der Hunger hat, zu verlangen, daß er wieder zu seiner geistigen Speise, somit zur Nahrung seiner Seele kommen möchte. Daß die geistige Speise es ist, welche die Seele nährt, wie die materielle Speise den Leib, kann auch aus dem Wort erhellen, so bei 5. Mose 8/3; Matth.4/4: "Nicht durch das Brot allein lebt der Mensch, sondern durch jeden Ausspruch des Mundes Jehovahs lebt der Mensch": Ausspruch des Mundes Jehovahs ist im allgemeinen das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, somit alles Wahre der Weisheit, insbesondere das Wort, das die Schatzkammer und die Quelle der Weisheit ist. Joh.6/27: "Wirket Speise, nicht die vergänglich ist, sondern die Speise, die da bleibet ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird": daß jene Speise das Wahre der Weisheit ist, das vom Herrn ausgeht, ist klar. Hieraus kann man auch wissen, was unter folgenden Worten des Herrn in ebendemselben Kapitel verstanden wird: Joh.6/55: "Mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank": daß nämlich das Fleisch des Herrn das göttlich Gute ist: Nr. 3813, und Sein Blut das göttlich Wahre: Nr. 4735; denn seitdem der Herr Sein Menschliches ganz göttlich gemacht hat, ist (Sein) Fleisch nichts anderes als das göttlich Gute und (Sein) Blut das göttlich Wahre, und daß dieses im Göttlichen nicht materiell zu verstehen ist, kann (jedem) klar sein. Daher ist Speise im höchsten Sinn, d.h., wenn sie vom Herrn gesagt wird, das Gute der göttlichen Liebe, zur Beseligung des Menschengeschlechtes. Diese Speise ist es auch, die unter den Worten des Herrn bei Joh.4/32,34 verstanden wird: "Jesus sprach zu den Jüngern: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet; Meine Speise ist, daß ich tue den Willen Dessen, Der Mich gesandt hat, und vollbringe Sein Werk": tun den Willen Dessen, Der gesandt hat, und vollbringen Sein Werk, heißt das Menschengeschlecht selig machen. Das Göttliche, aus dem dieses (geschieht), ist die göttliche Liebe. Aus dem Gesagten wird nun offenbar, was im geistigen Sinn unter Hunger verstanden wird. 5577. "Im Lande", 1. Mose 43/1, bedeutet in betreff dessen, was der Kirche angehörte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes im Wort, sofern es die Kirche ist, hier also dasjenige, was der Kirche angehört; denn was die Kirche bedeutet, bedeutet auch dasjenige, was der Kirche angehört, denn dieses macht jene. Daß dies das Land im Wort bedeutet, kommt daher, weil das Land Kanaan es war, in dem von den ältesten Zeiten her eine Kirche gewesen. Wird daher im Wort Land genannt, so wird das Land Kanaan verstanden, und wenn dieses, so wird die Kirche verstanden, denn in der geistigen Welt bleibt man, wenn Land genannt wird, nicht bei der Vorstellung des Landes stehen, sondern bei der Vorstellung der dort wohnenden Völkerschaft, auch nicht bei der Vorstellung der Völkerschaft, sondern bei der Vorstellung der Beschaffenheit jener Völkerschaft, mithin bei der Vorstellung der Kirche, wenn Land gesagt, und unter demselben das Land Kanaan verstanden wird. Hieraus wird offenbar, wie sehr diejenigen irren, die glauben, daß am Tage des Letzten Gerichtes eine neue Erde und ein neuer Himmel entstehen werde gemäß den Weissagungen im Alten Testament und bei Johannes im Neuen, wo doch unter der neuen Erde nichts anderes verstanden wird als eine neue äußere Kirche, und unter dem neuen Himmel eine neue inwendige Kirche. Sodann auch die, welche glauben, daß, wo im Wort ein ganzes Land genannt wird, etwas anderes verstanden werde als die Kirche. Hieraus wird klar, wie wenig diejenigen das Wort begreifen, die meinen, es sei kein heiligerer Sinn in demselben als der, welcher aus dem bloßen Buchstabensinn hervorleuchtet. Daß im Lande Kanaan von den ältesten Zeiten her die Kirche gewesen sei, siehe Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136, daß durch das Land im Wort die Kirche bezeichnet wird: Nr. 662, 1066, 1067, 1262, 1413, 1607, 2928, 4447, und durch den neuen Himmel und die neue Erde eine neue inwendige und äußere Kirche: Nr. 1733, 1850, 2117, 2118 E, 3355 E, 4535. 5578. "Und es geschah", 1. Mose 43/2, bedeutet das Neue. Dies erhellt aus der Bedeutung von "es war" und "es geschah", sofern es einen neuen Zustand in sich schließt, wovon Nr. 4979, 4987, 4999, 5074, 5466. "In der Grundsprache wurde vor Alters der Sinn nicht durch Zeichen unterschieden, sondern der Text war fortlaufend, nach Art der himmlischen Rede, und die Stelle jener Zeichen vertrat das "Und", wie auch "es war" oder "es geschah"; daher kommt es, daß dieses so oft vorkommt, und daß "es war" oder "es geschah" das Neue bedeutet. 5579. "Als sie aufgezehrt hatten das Getreide", 1. Mose 43/2, bedeutet, als die Wahrheiten mangelten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Getreide, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 5276, 5280, 5292, 5402; daß das Wahre mangelte, wird bezeichnet dadurch, daß sie jenes aufgezehrt hatten. In der geistigen Welt verhält es sich so, daß sie dort mit Wahrem und Gutem gesättigt werden, denn dieses ist die Speise für die, welche sich dort befinden: Nr. 5576. Wenn aber dieses ihnen zur Nutznießung gedient hat, tritt bei ihnen wieder Mangel ein. Es verhält sich damit, wie mit der Ernährung des Menschen durch materielle Speise; wenn diese Speise zum Nießbrauch gedient hat, kommt der Hunger wieder. Dieser Hunger, der einen Mangel an (geistiger Nahrung) bezeichnet, ist in der geistigen Welt der Abend oder der Schatten ihres Tages, aber nach demselben kommt die Dämmerung und der Morgen; so wechseln die Zustände dort miteinander ab. In jenen Abend oder in den geistigen Hunger kommen sie, damit sie Wahres und Gutes begehren und verlangen sollen, denn wenn man einen Hunger danach hat, dient es besser zur Nahrung, wie die materielle Speise dem Hungrigen. Aus diesem kann erhellen, was unter dem Bedürfnis nach geistigen Dingen verstanden wird, als die Wahrheiten mangelten. 5580. "Das sie aus Ägypten gebracht", 1. Mose 43/2, bedeutet, die aus Wißtümlichem (stammten). Dies erhellt aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462; daß sie aus diesem (stammten), wird dadurch bezeichnet, daß sie es von daher gebracht hatten. Durch Ägypten im guten Sinn wird das Wißtümliche bezeichnet, das der Kirche angehört, nämlich das, was der Form der Kirche dient, man sehe Nr. 4749, 4964, 4966, durch solches wird der Mensch in die Wahrheiten der Kirche eingeführt, wie durch den Vorhof in das Haus; denn dieses Wißtümliche ist es, was zuerst in die Sinne eingeht, und so den Weg zu dem Inwendigeren eröffnet; denn bekanntlich wird das äußere Sinnliche zuerst beim Menschen eröffnet, und nachher das inwendiger Sinnliche, und endlich das Verständige, und wenn das Verständige eröffnet ist, wird dieses in jenem dargestellt, daß es begriffen werden kann. Der Grund ist, weil das Verständige aus dem Sinnlichen hervortritt durch eine Art von Ausziehung, denn Verständiges bildet sich durch Schlüsse, und wenn diese gemacht sind, so trennt sich (das Verständige) von demselben, und nimmt eine höhere Richtung. Dieses bewirkt der Einfluß geistiger Dinge, der durch den Himmel vom Herrn (stattfindet). Aus dem Gesagten wird klar, wie es sich mit den Wahrheiten verhält, (nämlich) insofern sie aus dem Wißtümlichen (kommen). 5581. "Da sprach ihr Vater zu ihnen", 1. Mose 43/2, bedeutet das Innewerden von seiten dessen, was der Kirche angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon früher öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er die Kirche bezeichnet. Daß Israel die inwendige geistige Kirche ist, und Jakob die äußere, sehe man Nr. 4286, 4292, 4570. Vater wird gesagt, weil durch Vater im Wort auch die Kirche bezeichnet wird, wie auch durch Mutter; aber durch Mutter die Kirche in Ansehung des Wahren, und durch Vater die Kirche in Ansehung des Guten. Der Grund ist, weil die Kirche eine geistige Ehe ist, die sich bildet durch das Gute als Vater und durch das Wahre als Mutter. 5582. "Gehet wieder hin und kaufet uns ein wenig Speise", 1. Mose 43/2, bedeutet, sie sollen, um zu leben, sich das Gute des geistig Wahren verschaffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es heißt sich verschaffen und aneignen, wovon Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426; und aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das Gute des Wahren ist, wovon Nr. 5340, 5342; hier das Gute des geistig Wahren; denn von diesem Guten ist im Folgenden die Rede; daß es geschehen soll, auf daß sie leben möchten, ergibt sich (aus dem Zusammenhang). 5583. "Da redete Jehudah zu ihm", 1. Mose 43/3, bedeutet das Gute der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er das Gute der Kirche ist, wovon Nr. 3654. Daß Jehudah nun von Benjamin redet, früher aber Ruben von ebendemselben 1. Mose 42/35,37, ist ein Geheimnis, das lediglich nur aus dem inneren Sinn offenbar werden kann; ebenso daß, wenn Ruben von Benjamin redet, Jakob diesen Namen hat: 1. Mose 42/36, hier aber, wo Jehudah von Benjamin redet, Jakob Israel heißt: 1. Mose 43/6,8,11. Daß solches etwas in sich schließt, kann von niemand geleugnet werden, was es aber in sich schließt, kann man durchaus nicht aus dem historischen Buchstabensinn wissen, weil auch sonst, wo Jakob bald Jakob, bald Israel heißt: Nr. 4286. Das Geheimnis das darin liegt, wird im Folgenden, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gesagt werden. Daß nun hier Jehudah redet, kommt daher, weil vom Guten des geistig Wahren, das man sich verschaffen soll, die Rede ist: Nr. 5282; deswegen redet hier Jehudah, der das Gute der Kirche ist, mit Israel, der das Gute des geistig Wahren ist, und jener verbürgt sich für Benjamin, der das Mittel ist; denn das Mittel muß durch das Gute verbunden werden. 5584. "Und sprach: Hoch beteuert hat uns der Mann", 1. Mose 43/3, bedeutet, daß das Geistige vom Inwendigen her ihnen nicht geneigt sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich beteuern, sofern es heißt nicht geneigt (oder abgewendet) sein, denn er beteuerte, daß sie sein Angesicht nicht sehen sollten, es sei denn ihr Bruder mit ihnen. Dieses Beteuern ist ein Beweis des Abgeneigtseins, denn durch "nicht sehen sein Angesicht" wird bezeichnet, daß kein Erbarmen (stattfinde), worüber gleich im Folgenden. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Geistige, oder was dasselbe, das Wahre vom Göttlichen ist, wovon Nr. 3969, und derselbe ist hier, weil er Mann heißt, das Geistige oder Wahre, das vom Inwendigen her einfließt. 5585. "Und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen", 1. Mose 43/3, bedeutet kein Erbarmen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, sofern es, wenn es vom Menschen gesagt wird, sein Inwendigeres bezeichnet, nämlich seine Neigungen und die daher stammenden Gedanken, wovon Nr. 358, 1999, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796, 4797, 5102; wenn es aber vom Herrn gesagt wird, so bezeichnet es die Barmherzigkeit oder das Erbarmen; daher bezeichnet "das Angesicht nicht sehen" Nichtbarmherzigkeit oder kein Erbarmen, denn durch Joseph wird hier im höchsten Sinn der Herr vorgebildet. Nicht als ob der Herr keine Barmherzigkeit hätte, (denn Er ist die Barmherzigkeit selbst,) sondern wenn kein Mittel da ist, das verbindet, dann scheint es dem Menschen, als ob keine Barmherzigkeit im Herrn wäre; der Grund ist, weil, wenn kein verbindendes Mittel da ist, keine Aufnahme des Guten stattfindet, und wenn keine Aufnahme des Guten, so tritt an dessen Statt das Böse ein. Wenn alsdann der Mensch zum Herrn fleht, so findet er, weil er aus dem Bösen heraus fleht, und somit für sich gegen alle, keine Erhörung; dies erscheint dann, als ob kein Erbarmen (vorhanden wäre). Daß das Angesicht Jehovahs oder des Herrn die Barmherzigkeit bezeichnet, kann aus dem Wort erhellen, denn das Angesicht Jehovahs oder des Herrn im eigentlichen Sinn ist die göttliche Liebe selbst, und weil es die göttliche Liebe ist, so ist es auch die Barmherzigkeit, denn diese geht hervor aus der Liebe gegen das menschliche Geschlecht, das in so großem Elend schmachtet. Daß das Angesicht Jehovahs oder des Herrn die göttliche Liebe ist, kann man sehen an dem Angesicht des Herrn, als der Herr vor Petrus, Jakobus und Johannes verklärt wurde, d.h., als Er ihnen Sein Göttliches zeigte; damals "glänzte Sein Angesicht wie die Sonne": Matth.17/2. Daß die Sonne die göttliche Liebe ist, sehe man nachgewiesen Nr. 30-38, 1521, 1529, 1530, 1531, 2441, 2495, 3636, 3643, 4060, 4321 E, 4696. Das Göttliche des Herrn an sich war noch nie in irgendeinem Angesicht erschienen, sondern Sein Göttlich-Menschliches, und durch dieses und gleichsam in ihm die göttliche Liebe, oder in Beziehung auf das Menschengeschlecht die göttliche Barmherzigkeit; diese, nämlich die göttliche Barmherzigkeit im Göttlich-Menschlichen, wird genannt der Engel des Angesichtes, bei Jes.63/7-9: "Der Barmherzigkeiten Jehovahs will ich gedenken; Gutes erzeigte Er ihnen nach Seiner Barmherzigkeit und nach der Menge Seiner Erbarmungen; und Er ward ihr Heiland; und der Engel seines Angesichtes errettete sie um Seiner Liebe willen, und um Seiner Gnade willen": Engel wird Er genannt, weil die Engel im Wort im inneren Sinn etwas vom Herrn bezeichnen: Nr. 1925, 2821, 4055, hier Seine Barmherzigkeit, deshalb heißt Er der Engel des Angesichtes. Daß das Angesicht Jehovahs oder des Herrn die Barmherzigkeit bedeutet, wie auch den Frieden und das Gute, weil diese der Barmherzigkeit angehören, kann auch aus folgenden Stellen erhellen, im Segen: 4. Mose 6/25,26: "Jehovah lasse Seine Angesichte leuchten über dir, und erbarme Sich deiner. Jehovah erhebe Sein Angesicht zu dir, und gebe dir Frieden": das Angesicht leuchten lassen heißt sich erbarmen, und das Angesicht erheben heißt Frieden geben; dies ist an sich klar. Ps.67/2: "Gott erbarme sich unser, und segne uns, Er lasse uns leuchten Sein Angesicht": Angesicht auch hier für Barmherzigkeit. Ps.80/4,8,20: "Gott, führe uns zurück, und laß leuchten Dein Angesicht, daß wir gerettet werden". Ps.31/16,17: "Befreie mich aus der Hand meiner Feinde und meiner Verfolger, laß leuchten Dein Angesicht über deinen Knecht". Ebenso Ps.119/134,135. Dan.9/17: "Höre, unser Gott, das Gebet deines Knechtes, und seine Bitten, und laß leuchten Dein Angesicht über das Heiligtum, das verödet ist": das Angesicht leuchten lassen gleichfalls für: sich erbarmen. Ps.4/7,8: "Viele sagen: wer wird uns sehen lassen das Gute, erhebe über uns das Licht Deines Angesichtes": das Licht des Angesichtes erheben, bedeutet, das Gute aus Barmherzigkeit geben. Hos.5/15: "Suchen sollen sie Mein Angesicht, wenn sie bedrängt sind, frühe sollen sie Mich suchen". Ps.27/8,9: "Suchet Mein Angesicht, Dein Angesicht, Jehovah, suche ich". Ps.105/4: "Suchet Jehovah und Seine Stärke, suchet Sein Angesicht immerdar": das Angesicht Jehovahs suchen bedeutet Seine Barmherzigkeit (suchen). Ps.17/15: "Ich werde in Gerechtigkeit sehen Dein Angesicht". Matth.18/10: "Sehet zu, daß ihr nicht verachtet irgendeines von diesen Kleinen; denn Ich sage euch, daß ihre Engel in den Himmeln allezeit sehen das Angesicht Meines Vaters, Der in den Himmeln ist": das Angesicht Gottes sehen bedeutet den Frieden und das Gute aus Barmherzigkeit genießen. Das Gegenteil aber ist, das Angesicht verbergen, wie auch abwenden, indem es bedeutet, sich nicht erbarmen: Jes.54/8: "In der Flut Meines Zornes verbarg Ich das Angesicht einen Augenblick vor dir, aber mit der Barmherzigkeit der Ewigkeit will Ich Mich deiner erbarmen": Flut des Zornes für die Versuchung, und weil es in dieser scheint, daß der Herr Sich nicht erbarme, wird gesagt: Ich verbarg das Angesicht einen Augenblick vor dir. Hes.7/22: "Abwenden werde Ich Mein Angesicht von ihnen". Ps.13/2: "Wie lange, Jehovah, vergissest Du mein ewiglich, wie lange wirst Du verbergen Dein Angesicht vor mir?". Ps.27/8,9: "Verbirg nicht Dein Angesicht vor mir, verwirf nicht im Zorn Deinen Knecht". Ps.88/15: "Warum Jehovah, verlässest Du meine Seele, verbirgst Dein Angesicht vor mir?". Ps.143/7,8: "Eile, antworte mir, Jehovah, verschmachtet ist mein Geist, verbirg Dein Angesicht nicht vor mir, auf daß ich nicht gleich werde den Hinabfahrenden in die Grube, laß mich hören am Morgen Deine Barmherzigkeit". 5. Mose 31/17,18: "Entbrennen wird Mein Zorn gegen dieses Volk an jenem Tage, daß Ich sie verlasse, und verbergen werde Ich Mein Angesicht vor ihnen, daß sie verzehrt werden. Ich werde verbergen Mein Angesicht an jenem Tage, um alles Bösen willen, das sie getan haben": das Entbrennen des Zornes bedeutet sich abwenden: Nr. 5034, und das Angesicht verbergen, sich nicht erbarmen. Dies wird von Jehovah oder vom Herrn gesagt, obwohl Er gar nicht zürnt, und gar nie Sein Angesicht verbirgt oder abwendet, sondern wegen der Scheinbarkeit beim Menschen, der im Bösen ist, wird so gesagt; denn der Mensch, der im Bösen ist, wendet sich ab, und verbirgt sich das Angesicht des Herrn, d.h., er entfernt von sich Seine Barmherzigkeit. Daß das Böse beim Menschen es ist, welches dieses tut, kann auch aus dem Wort erhellen, wie bei Micha 3/4: "Jehovah wird Sein Angesicht vor ihnen verbergen zu jener Zeit, weil sie böse gemacht haben ihre Werke". Hes.39/23,24: "Weil sie sich an Mir versündigt haben, darum habe Ich verborgen Mein Angesicht vor ihnen; gemäß ihrer Unreinigkeit, und gemäß ihrer Übertretungen habe Ich mit ihnen gehandelt, und habe verborgen Mein Angesicht vor ihnen". Jes.59/2: "Eure Missetaten sind es, die scheiden zwischen euch und zwischen eurem Gott; und eure Sünden machen verbergen das Angesicht vor euch". Aus diesen und anderen Stellen wird der innere Sinn offenbar, der hie und da zutage tritt, und von dem, der sucht, gefunden wird. 5586. "Wenn euer Bruder nicht mit euch (kommt)", 1. Mose 43/3, bedeutet, wenn ihr das Mittel nicht habt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittel ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443. Das Mittel, das Benjamin vorbildet, ist das Vermittelnde zwischen dem inwendigen und äußeren oder zwischen dem geistigen und natürlichen Menschen, und ist das Wahre des Guten, das ausgeht vom Wahren aus dem Göttlichen, das durch Joseph vorgebildet wird. Jenes Wahre des Guten wird genannt das Geistige des Himmlischen. Daß Benjamin das Geistige des Himmlischen ist, sehe man Nr. 3969, 4592; denn das Äußere des Menschen und sein Inneres sind sehr unterschieden voneinander, denn sein Inneres ist im Licht des Himmels, und das Äußere im Licht der Welt; und weil sie so gar unterschieden sind, so können sie nur verbunden werden durch ein Mittleres, das von beiden etwas haben muß. 5587. "Wenn du unseren Bruder mit uns sendet", 1. Mose 43/4, bedeutet, wenn es der Kirche um den Anschluß zu tun sei, so müsse das Mittel dazu vorhanden sein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der senden sollte, sofern er die Kirche ist, wovon Nr. 4286, wenn du sendest, heißt daher, wenn so von der Kirche (geschehe); und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier ihr Bruder ist, sofern er das Mittel ist, wovon Nr. 5586. Hieraus wird klar, daß "wenn du unseren Bruder mit uns sendest" bezeichnet wird, wenn es der Kirche darum zu tun sei, daß ihr Äußeres dem Inneren angeschlossen werde, so müsse das Mittel vorhanden sein. 5588. "So wollen wir hinabgehen und dir Speise kaufen", 1. Mose 43/4, bedeutet, alsdann werde das Gute des Wahren erlangt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es heißt, sich verschaffen und aneignen; und aus der Bedeutung von Speise, sofern sie das Gute des Wahren ist, wovon Nr. 5582. 5589. "Wenn du ihn aber nicht sendest", 1. Mose 43/5, bedeutet, wofern nicht, nämlich der Kirche um den Anschluß zu tun sei. Dies wird klar aus dem Nr. 5587 Gesagten. 5590. "So werden wir nicht hinabgehen", 1. Mose 43/5, bedeutet, so könne es nicht erlangt werden. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5588 gesagt wurde. 5591. "Weil der Mann zu uns gesagt hat", 1. Mose 43/5, bedeutet das Innewerden betreffend das Geistige. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes, sofern er das Geistige vom Inwendigen her bezeichnet, wovon Nr. 5584; und aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden ist, wovon früher oft (gehandelt wurde). 5592. "Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen", 1. Mose 43/5, bedeutet, kein Erbarmen. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5585 erklärt wurde, wo die gleichen Worte. 5593. "Wenn nicht euer Bruder mit euch (kommt)", 1. Mose 43/5, bedeutet, wenn ihr das Mittel nicht habt. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5586, 5587 über Benjamin, der hier der Bruder ist, gesagt wurde, daß er nämlich das Mittel sei. 5594. Vers 6-10: Und Israel sprach: warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr angesagt habt dem Manne, daß ihr noch einen Bruder habt. Da sprachen sie: Genau gefragt hat der Mann nach uns und nach unserer Verwandtschaft und gesagt: Lebt euer Vater noch? Habt ihr einen Bruder? Und wir berichteten ihm gemäß diesen Worten. Haben wir denn gewußt, daß er sagen würde: bringet euren Bruder mit herab. Da sprach Jehudah zu Israel, seinem Vater: Sende den Knaben mit mir, so wollen wir aufstehen und gehen, daß wir leben und nicht sterben, sowohl wir, als du und unsere Kinder; ich will Bürge für ihn sein, von meiner Hand sollst du ihn fordern; wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe und vor dein Angesicht stelle, so will ich gesündigt haben an dir alle Tage (meines Lebens). Denn wenn wir nicht gezögert hätten, so wären wir jetzt schon zweimal wiedergekommen. "Und Israel sprach" bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten; "warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr angesagt habt dem Manne, daß ihr noch einen Bruder habt" bedeutet, daß sie von ihm das Wahre des Guten trennen wollten, um es zu verbinden mit dem Geistigen vom Inwendigen her; "da sprachen sie: Genau gefragt hat der Mann nach uns" bedeutet, daß er klar inne wurde, was im Natürlichen ist; "und nach unserer Verwandtschaft (oder Abkunft)" bedeutet, wie es sich mit den Wahrheiten des Glaubens daselbst verhalte; "und gesagt: Lebt euer Vater noch?" bedeutet und mit dem geistig Guten, von dem jene (Wahrheiten herstammen); "habt ihr einen Bruder?" bedeutet mit dem inwendigeren Wahren; "und wir berichteten ihm gemäß diesen Worten" bedeutet, er habe es dem Sachverhalt gemäß wahrgenommen; "haben wir denn gewußt, daß er sagen würde: bringet euren Bruder mit herab" bedeutet, wir haben nicht geglaubt, daß er wünsche, das Gute des Wahren mit sich zu verbinden; "da sprach Jehudah zu Israel, seinem Vater" bedeutet das Innewerden aus dem Guten der Kirche in betreff dieser Angelegenheiten; "sende den Knaben mit mir" bedeutet, es solle ihm beigesellt werden; "so wollen wir aufstehen und gehen, daß wir leben und nicht sterben" bedeutet das Leben nach seinen Abstufungen; "sowohl wir" bedeutet das Äußere der Kirche; "als du" bedeutet ihr Inwendiges; "und unsere Kinder" bedeutet das noch Inwendigere; "ich will Bürge für ihn sein" bedeutet, es solle ihm einstweilen beigesellt werden; "von meiner Hand sollst du ihn fordern" bedeutet, es solle ihm nicht entrissen werden, soviel in seiner Macht stehe; "wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe und vor dein Angesicht stelle" bedeutet, wenn es nicht der Kirche ganz wiedererstattet würde; "so will ich gesündigt haben an dir alle Tage (meines Lebens)" bedeutet, so werde es kein Gutes der Kirche mehr geben; "denn wenn wir nicht gezögert hätten" bedeutet das Verharren im Zustand des Zweifelns; "so wären wir jetzt schon zweimal wiedergekommen" bedeutet, es würde äußeres und inneres geistiges Leben (vorhanden sein). 5595. "Und Israel sprach", 1. Mose 43/6, bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist innewerden, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, wovon Nr. 3654, 4598, und weil Israel das geistig Gute ist, so ist er auch die inwendige geistige Kirche: Nr. 3305, 4286, denn diese Kirche ist die Kirche aus dem geistig Guten. Das geistig Gute ist das Wahre, das zu Gutem geworden, denn das Wahre wird gut, wenn man danach lebt, denn alsdann geht es in den Willen über, und vom Willen ins Tun, und wird Sache des Lebens; und wenn das Wahre Lebenssache wird, dann heißt es nicht mehr wahr, sondern gut. Aber der Wille, der das Wahre ins Gute umgestaltet, ist der neue Wille im Verstandesgebiet. Dieses Gute ist es, welches das geistig Gute genannt wird. Das geistig Gute unterscheidet sich vom himmlisch Guten darin, daß das himmlisch Gute in das eigentliche Willensgebiet des Menschen eingepflanzt ist; aber hiervon war früher schon öfters die Rede. Daß Jakob jetzt nicht Jakob heißt, wie 1. Mose 42/36, sondern Israel, hat den Grund, weil hier vom Guten die Rede ist, im vorhergehenden Kapitel aber vom Wahren; deshalb hat im vorhergehenden Kapitel Ruben gesprochen, durch den das Wahre der Kirchenlehre vorgebildet wird: Nr. 3861, 3866, 4731, 4734, 4761, 5542, in diesem Kapitel aber spricht Jehudah, durch den das Gute der Kirche vorgebildet wird: Nr. 3854, 5582. Daß jetzt vom Guten die Rede ist, hat den Grund, weil diesmal die Verbindung des Inneren, das Joseph ist, mit dem Äußeren, das die zehn Söhne Jakobs sind, durch das Mittlere stattfindet, das Benjamin; und die Verbindung des Inneren mit dem Äußeren geschieht durch das Gute. 5596. "Warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr angesagt habt dem Manne, daß ihr noch einen Bruder habt", 1. Mose 43/6, bedeutet, daß sie von ihm das Wahre des Guten trennen wollten, um es zu verbinden mit dem Geistigen vom Inwendigen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von übel tun, sofern es heißt trennen, denn daß sie den Benjamin von ihm trennen wollten, ist das, was er übeltun nennt. Aus der Bedeutung von ansagen, sofern es heißt angeben, was der andere denkt, und über was er sich besinnt: Nr. 2862, 5508, folglich mitteilen: Nr. 4856; daher heißt es auch verbinden; denn wenn es in den Willen des anderen übergeht, entsteht durch das Mitgeteilte eine Verbindung; so z.B. als Joseph hörte, daß Benjamin noch lebe, und bei seinem Vater sei, wünscht er, daß er zu ihm kommen, und nachher, daß er allein bei ihm sein möchte, und mit ihm verbunden, wie aus den historischen Angaben, die folgen, klar wird. Aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Geistige ist, und wenn er Mann genannt wird, das Geistige vom Inwendigen her, worüber Nr. 5584; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier ihr Bruder ist, von dem sie es ansagten, sofern er das Wahre des Guten ist, wovon Nr. 5586. Hieraus wird klar, daß durch "warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr angesagt habt dem Manne, daß noch ein Bruder da sei" bezeichnet wird, daß sie von ihm das Wahre des Guten trennen wollten, um dasselbe mit dem Geistigen vom Inwendigen her zu verbinden. 5597. "Da sprachen sie: Genau gefragt hat der Mann nach uns", 1. Mose 43/7, bedeutet, daß er klar inne wurde, was im Natürlichen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es heißt, den Gedanken des anderen innewerden, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung der zehn Söhne Jakobs, die hier unter "uns" (verstanden sind), sofern sie das Kirchliche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Daß fragen bedeutet innewerden, was der andere denkt, kommt daher, weil im Himmel eine Mitteilung aller Gedanken stattfindet, und zwar in dem Grad, daß keiner den anderen zu fragen braucht, was er denkt. Daher kommt es, daß fragen bedeutet innewerden, was der andere denkt, denn der Sachverhalt auf Erden bezeichnet im inneren Sinn den Sachverhalt im Himmel. 5598. "Und nach unserer Verwandtschaft (wörtl. Geburt)", 1. Mose 43/7, bedeutet, wie es sich mit den Wahrheiten des Glaubens daselbst verhält. Dies erhellt aus der Bedeutung der Geburt (oder Abstammung), sofern sie die des Wahren vom Guten oder die des Glaubens von der Liebtätigkeit bezeichnet, wovon Nr. 1145, 1255, 4070, 4668. Daß die Geburt im inneren Sinn dieses bedeutet, hat den Grund, weil im Himmel keine andere Geburt verstanden wird, als die genannt wird Wiedergeburt, und die durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit geschieht. Durch diese Geburt werden sie aus Söhnen des Menschen zu Söhnen Gottes. Diese sind es, die heißen von Gott geboren: Joh.1/13. Gemäß den Mannigfaltigkeiten des Guten vom Wahren und des Wahren vom Guten in jener Geburt verhalten sich die Bruderschaften oder Blutsfreundschaften und Verwandtschaften im Himmel, denn im Himmel finden durchgängig Unterschiede statt, aber die Unterschiede werden vom Herrn geordnet, so daß sie Familien bilden, worin Brüder, Schwestern, Schwiegersöhne, Schwiegertöchter, Enkel, Enkelinnen usw. sind. Im allgemeinen jedoch werden alle in eine solche Form gebracht, daß sie zusammen ein Ganzes machen; wie die Verschiedenheit im menschlichen Leib, wo kein Glied dem anderen vollkommen gleich ist, ja, auch nicht ein einziger Teil in irgendeinem Glied dem anderen, dennoch sind alle jene verschiedenen Dinge in eine solche Form gebracht, daß sie als eins zusammenwirken, und ein jedes zum Wirken des anderen mehr oder weniger mithilft. Ist schon die Form im Menschen so beschaffen, so kann man auf die Beschaffenheit der Form im Himmel schließen, mit dem eine Entsprechung mit allem, was im Menschen ist, stattfindet, daß sie nämlich eine höchst vollkommene sein muß. 5599. "Und gesagt: lebt euer Vater noch", 1. Mose 43/7, bedeutet, und mit dem geistig Guten, von dem jene (herstammen). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598, 5595. Weil von diesem Guten, als vom Vater, die Wahrheiten des Glaubens herstammen: Nr. 5598, wird gesagt, von dem jene (herstammen). 5600. "Habt ihr einen Bruder", 1. Mose 43/7, bedeutet, mit dem inwendigeren Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Geistige des Himmlischen bezeichnet, oder was gleich ist, das Wahre des Guten oder das inwendigere Wahre. Daß Benjamin das Wahre ist, in dem das Gute oder das Geistige des Himmlischen, sehe man Nr. 3969, 4592. Dieses inwendigere Wahre ist dasjenige, welches das Mittlere ist zwischen dem Wahren vom Göttlichen und dem Wahren im Natürlichen. 5601. "Und wir berichteten ihm gemäß diesen Worten", 1. Mose 43/7, bedeutet, er habe es dem Sachverhalt gemäß wahrgenommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von berichten, sofern es ist wahrnehmen, wovon Nr. 3608; denn in der geistigen Welt oder im Himmel braucht man nicht zu berichten, was man denkt, denn es findet eine Mitteilung aller Gedanken statt: Nr. 5597, deshalb bedeutet berichten (oder ansagen) im geistigen Sinn wahrnehmen. Und aus der Bedeutung von "gemäß diesen Worten", sofern es heißt dem Sachverhalt gemäß, denn es ist das, was er wahrnehmen wollte. 5602. "Haben wir denn gewußt, daß er sagen würde: bringet euren Bruder mit herab", 1. Mose 43/7, bedeutet, wir haben nicht geglaubt, daß er das Gute des Wahren mit sich zu verbinden wünschte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "konnten wir wissen, daß er sagen würde", sofern es soviel ist als nicht glauben; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Bruder ist, sofern er das Wahre des Guten bezeichnet, wovon Nr. 5600; daß dieses mit ihm verbunden werden sollte, wird dadurch bezeichnet, daß sie ihn herabbringen sollten, wie aus dem klar wird, was Nr. 5596 gesagt wurde. 5603. "Da sprach Jehudah zu Israel, seinem Vater", 1. Mose 43/8, bedeutet das Innewerden aus dem Guten der Kirche hierüber. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es heißt innewerden, wovon früher öfters. Aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er das Gute der Kirche ist, wovon Nr. 5583; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er die inwendige geistige Kirche bezeichnet, wovon Nr. 3305, 4286. Hieraus wird klar, daß durch "Jehudah sprach zu Israel, seinem Vater", das Innewerden der Kirche aus ihrem Guten bezeichnet wird. 5604. "Sende den Knaben mit mir", 1. Mose 43/8, bedeutet, es solle ihm beigesellt werden, nämlich dem Guten der Kirche, das durch Jehudah vorgebildet wird. Dies erhellt aus der Bedeutung von "senden mit ihm", sofern es heißt ihm beigesellen und nicht den übrigen; denn es heißt im Folgenden: "Ich will Bürge für ihn sein, von meiner Hand sollst du ihn fordern". Und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Knabe ist, sofern er das inwendigere Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5600. Knabe wird gesagt, weil das, was inwendiger ist, im Wort beziehungsweise Knabe genannt wird, aus dem Grund, weil im Inwendigeren mehr Unschuld ist, als im Auswendigeren, und die Unschuld durch das Kind, und auch durch den Knaben bezeichnet wird: Nr. 5236. 5605. "So wollen wir aufstehen und gehen, daß wir leben und nicht sterben", 1. Mose 43/8, bedeutet das geistige Leben nach seinen Abstufungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es eine Erhebung zum Oberen oder Inwendigeren bezeichnet, mithin zu dem, was dem geistigen Leben angehört, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103, 4881; aus der Bedeutung von gehen, sofern es soviel ist als leben, wovon Nr. 3335, 3690, 4882, 5493, und weil folgt: "daß wir leben", bedeutet gehen das erste geistige Leben. Aus der Bedeutung von leben, sofern es das geistige Leben ist, denn es wird kein anderes Leben im inneren Sinn des Wortes verstanden; und aus der Bedeutung von "nicht sterben", sofern es heißt, nicht mehr verdammt werden, oder aus dem Zustand der Verdammnis heraus sein, denn es wird kein anderer Tod im inneren Sinn des Wortes als der geistige Tod, der die Verdammnis ist, verstanden. Hieraus wird klar, daß durch "wir wollen aufstehen und gehen, daß wir leben und nicht sterben", verstanden wird das Leben nach seinen Abstufungen, nämlich: die Einführung zum Leben durch aufstehen, - das erste des Lebens durch gehen, - das eigentliche Leben durch leben, - die Ausführung aus dem, was nicht dem Leben angehört, durch nicht sterben. Daß gehen im inneren Sinn leben bedeutet, erscheint demjenigen, der vom geistigen Leben nichts weiß, fremdartig, aber es verhält sich damit wie mit dem Reisen, das die Lebensordnung und die Aufeinanderfolge des Lebens bezeichnet: Nr. 1293, 4375, 4554, 4585, und wie mit den Pilgern (in der Fremde), das bedeutet belehrt werden und danach leben: Nr. 1463, 2025, 3672. Es kann zwar der Grund angegeben werden, warum gehen, reisen und pilgern solches bedeutet, aber der Grund ist von der Art, daß er kaum angenommen werden kann von denen, die nicht wissen, wie es sich mit den Bewegungen im anderen Leben verhält. Die Bewegungen und Fortschritte dort sind, weil sie nicht anderswoher kommen, nichts anderes als Veränderungen des Lebenszustandes. Diese Veränderungen erscheinen im Äußeren ganz wie Wanderungen von einem Ort zum anderen. Daß es so ist, kann durch viele Erfahrung aus dem anderen Leben bestätigt werden, denn ich wandelte dort im Geist mit ihnen, und unter ihnen, durch mehrere Wohnstätten dort, und zwar, obwohl ich dem Leibe nach im gleichen Ort geblieben war; und ich sprach auch mit ihnen darüber, wie dies geschehen könne, und wurde belehrt, daß es die Veränderungen des Lebenszustandes seien, die in der geistigen Welt die Wanderungen bewirken. Dies wurde auch dadurch bestätigt, daß die Geister durch herbeigeführte Zustandsveränderungen in die Höhe und augenblicklich wieder in die Tiefe, sodann weit in die Abendgegend und augenblicklich in die Morgengegend usw. versetzt werden können. Aber, wie gesagt, dies muß für denjenigen, der vom Leben in der geistigen Welt nichts weiß, befremdend erscheinen, denn es gibt dort keine Räume und keine Zeiten, sondern statt derselben Lebenszustände. Diese Zustände bringen im Äußeren einen ganz lebhaften Anschein von Wanderungen und Bewegungen hervor. Dieser Anschein ist so lebhaft und wirklich (realis), wie es die Scheinbarkeit des Lebens selbst ist, daß nämlich das Leben in uns, und so unser sei, während doch das Leben vom Herrn einfließt, Welcher der Urquell alles Lebens ist; man sehe Nr. 2021, 2658, 2706, 2886, 2887, 2888, 3001, 3318, 3337, 3338, 3484, 3619, 3741, 3742, 3743, 4151, 4249, 4318, 4319, 4320, 4417, 4523, 4524, 4882. Weil gehen und sich bewegen bedeutet leben, darum wurde von den Alten gesagt: "in Gott weben (d.i. bewegen wir uns), leben und sind wir", und durch weben wurde das Äußere des Lebens, durch leben sein inwendiges, und durch sein das Inwendigste bezeichnet. 5606. "Sowohl wir", 1. Mose 43/8, bedeutet das Äußere der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier unter "wir" verstanden sind, sofern sie das Äußere der Kirche bezeichnen, wovon Nr. 5469. 5607. "Als du", 1. Mose 43/8, bedeutet ihr Inwendiges. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier unter "du" verstanden ist, sofern er das Inwendige der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4292, 4570. 5608. "Und unsere Kinder", 1. Mose 43/8, bedeutet das noch Inwendigere. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder, sofern sie dasjenige bezeichnen, was inwendiger ist: Nr. 5604. Daß das Inwendigere durch Kinder und auch durch Knaben bezeichnet wird, kommt daher, weil durch jene und durch diese die Unschuld bezeichnet wird, und die Unschuld das Inwendigste ist. In den Himmeln verhält es sich in folgender Weise: Der inwendigste oder dritte Himmel besteht aus denjenigen, die in der Unschuld sind; denn sie sind in der Liebe zum Herrn, und weil der Herr die Unschuld selbst ist, deswegen sind die daselbst Befindlichen in der Unschuld, weil sie in der Liebe zu Ihm sind. Und obwohl diese die Allerweisesten in den Himmeln sind, so erscheinen sie dennoch anderen als Kinder. Daher, und auch aus dem Grund, weil die Kinder in der Unschuld sind, wird durch Kinder im Wort die Unschuld bezeichnet. Weil das Inwendigste der Himmel Unschuld ist, darum muß das Inwendigere bei allen, die in den Himmeln sind, Unschuld sein. Es verhält sich damit, wie das Aufeinanderfolgende (successiva) sich verhält zum Koexistierenden (oder Gleichzeitigen), oder auch das, was durch Grade unter sich verschieden ist, zu dem, was aus diesem sein Dasein hat, denn alles, was beisammen (oder gleichzeitig) existiert, entspringt aus Aufeinanderfolgendem (oritur a successivis). Wenn jenes aus diesem da ist, so stellt es sich in der gleichen Ordnung auf, in welcher es früher sich befand, da es nach Graden unterschieden war; wie z.B.: aufeinanderfolgend und voneinander unterschieden sind: Zweck, Ursache und Wirkung. Wenn diese beisammen existieren, stellen sie sich in die gleiche Ordnung, nämlich inwendigst der Zweck, sodann die Ursache und zuletzt die Wirkung. Die Wirkung ist das Koexistierende; wenn in dieser nicht die Ursache ist, und in der Ursache der Zweck, so ist keine Wirkung vorhanden, denn wenn man von der Wirkung die Ursache entfernt, so zerstört man die Wirkung, und noch mehr, wenn man von der Ursache den Zweck entfernt; denn dem Zweck hat die Ursache es zu danken, daß sie Ursache ist, und der Ursache hat es die Wirkung zu danken, daß sie Wirkung ist. So ist es auch in der geistigen Welt: wie der Zweck, die Ursache und die Wirkung voneinander unterschieden sind, so in der geistigen Welt die Liebe zum Herrn, die Liebtätigkeit gegen den Nächsten und die Werke der Liebtätigkeit. Wenn diese drei eins werden oder beisammen existieren, so wird das erste im zweiten, und das zweite im dritten sein. So in den Werken der Liebtätigkeit, wenn nicht inwendig in ihnen Liebtätigkeit aus Neigung oder von Herzen ist, so sind es keine Werke der Liebtätigkeit, und wenn nicht inwendig in der Liebtätigkeit Liebe zum Herrn ist, so ist es keine Liebtätigkeit. Wenn man daher das, was das Inwendigere ist, wegnimmt, so fällt das Auswendigere; denn das Auswendigere entsteht und besteht von seinem Inwendigeren der Ordnung nach. So verhält es sich mit der Unschuld: diese macht eins aus mit der Liebe zum Herrn. Wenn jene nicht inwendig in der Liebtätigkeit ist, so ist es keine Liebtätigkeit, folglich wenn nicht Liebtätigkeit, und in dieser Unschuld inwendig in den Werken der Liebtätigkeit ist, so sind es keine Werke der Liebtätigkeit. Daher kommt es, daß bei allen in den Himmeln inwendig Unschuld sein muß. Daß es so ist, und daß durch Kinder die Unschuld bezeichnet wird, erhellt bei Mark.10/14,15,16; Luk.18/15,16,17; Matth.18/3: "Jesus sprach zu den Jüngern: lasset die Kindlein kommen zu Mir, und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, Ich sage euch: wer nicht das Reich Gottes empfängt wie ein Kind, wird nicht eingehen in dasselbe. Er nahm sie daher auf in die Arme, legte die Hand auf sie und segnete sie": daß durch Kinder hier die Unschuld bezeichnet wird, kann klar sein, weil bei den Kindlein die Unschuld ist, und weil die Zustände der Unschuld im Himmel als Kinder erscheinen. Daß niemand in den Himmel eingehen kann, wenn er nicht etwas von Unschuld hat, sehe man Nr. 4797; und überdies lassen sich die Kinder von Engeln leiten, die ihrem Wesen nach Unschuld sind, und (leben) noch nicht aus dem Eigenen, wie die Erwachsenen, die sich selbst nach eigenem Gutdünken und eigenem Willen regieren. Daß die Kinder von solchen Engeln sich regieren lassen, erhellt aus des Herrn Worten bei Matth.18/10: "Sehet zu, daß ihr nicht verachtet irgendeines von diesen Kleinen; denn Ich sage euch, daß ihre Engel in den Himmeln allezeit sehen das Angesicht Meines Vaters": niemand kann das Angesicht Gottes sehen, als aus der Unschuld. Auch in den folgenden Stellen wird durch Kinder die Unschuld bezeichnet: Matth.21/16; Ps.8/3: "Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast Du ein Lob zubereitet". Matth.11/25; Luk.10/21: "Verborgen hast Du dies den Weisen und den Verständigen, und geoffenbart hast du es den Kindern": denn die Unschuld, die durch Kinder bezeichnet wird, ist die Weisheit selbst, weil echte Unschuld in der Weisheit wohnt: Nr. 2305, 2306, 4797; daher wird gesagt: aus dem Munde der Kinder und der Säuglinge hast Du ein Lob bereitet; sodann: solches sei den Kindern geoffenbart. Jes.11/7,8: "Die junge Kuh und der Bär werden weiden, beisammen werden liegen ihre Jungen, und spielen wird der Säugling über dem Loch der Otter": hier vom Reich des Herrn, und insbesondere vom Zustand des Friedens und der Unschuld daselbst. Säugling für Unschuld. Daß nichts Böses widerfahren könne denjenigen, die in der Unschuld sind, wird dadurch bezeichnet, daß der Säugling spielen wird über dem Loch der Otter; denn Ottern sind die Listigsten. In diesem Kapitel ist offenbar vom Herrn die Rede. Joel 2/16: "Blaset mit der Trompete in Zion, versammelt das Volk, heiliget eine Versammlung, bringet zusammen die Greise, versammelt die Kinder und die an der Mutterbrust trinken": Greise für Weise; Kinder, und die Säuglinge an der Mutterbrust, für Unschuldige. In folgenden Stellen wird ebenfalls durch Kinder die Unschuld bezeichnet, aber in diesen als zerstört: bei Jerem.44/7: "Warum tut ihr ein so großes Übel gegen eure Seelen, daß ihr ausrottet den Mann und die Frau, das Kind und den Säugling, aus der Mitte Jehudahs, daß Ich euch nicht lasse einen Überrest. Jerem.Klagel.2/19: "Erhebe zu Ihm deine Hände ob der Seele deiner Kinder, die vor Hunger verschmachten im Haupte aller Gassen". Hes.9/5,6: "Gehet hin durch Jerusalem, und schlaget nieder, und euer Auge soll nicht schonen, noch Erbarmen haben, den Greis, den Jüngling und die Jungfrau und das Kindlein". Micha 2/9: "Die Weiber meines Volkes treibet ihr aus dem Hause der Lust eines jeden, von seinen Kindlein nehmen sie ewig meine Ehre auf immer". Was aber die Kinder-Unschuld betrifft, so ist sie nur eine äußere, nicht aber eine inwendige, und weil keine inwendige, so kann sie mit keiner Weisheit verbunden sein. Aber die Unschuld der Engel, hauptsächlich des dritten Himmels, ist eine inwendige, und somit verbunden mit der Weisheit: Nr. 2305, 2306, 3494, 4563, 4797. Der Mensch ist auch so geschaffen, daß, wenn er alt und wie ein Kind wird, alsdann die Unschuld der Weisheit sich verbinden soll mit der Unschuld der Unwissenheit, die er in der Kindheit gehabt hatte, und daß er so als ein wahres Kind hinüberkommen soll ins andere Leben. 5609. "Ich will Bürge für ihn sein", 1. Mose 43/9, bedeutet, es solle ihm einstweilen beigesellt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bürge sein für jemand, sofern es heißt, für ihn sein, (weil) auch aus dem nun Folgenden klar wird, hauptsächlich aus dem, was Jehudah zu Joseph, 1. Mose 44/32,33, von seiner Bürgschaft sagte; und weil Bürge sein heißt, für ihn sein, so heißt es auch, er soll auf dem Wege bei ihm und ihm beigesellt sein. 5610. "Von meiner Hand sollst du ihn fordern", 1. Mose 43/9, bedeutet, es solle ihm nicht entrissen werden, so viel in seiner Macht stehe. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, sofern sie die Macht ist, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5514. Daß es heißt, so viel in seiner Macht stehe, hat den Grund, weil die Bürgschaft oder Verpflichtung nicht weiter geht; daß (etwas) wahr ist, und wie beschaffen es ist, gibt der innere Sinn an; und aus der Bedeutung des Forderns von ihm, sofern es heißt, nicht entrissen werden, denn was bei einem anderen gefordert wird, daß muß ihm beigesellt sein, und darf ihm nicht entrissen werden. 5611. "Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe, und vor dein Angesicht stelle", 1. Mose 43/9, bedeutet, daß es der Kirche wieder ganz erstattet werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bringen zu ihm", und "stellen vor ihn", sofern es heißt, wieder ganz erstatten, und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, zu dem er wiedergebracht werden sollte, sofern er die Kirche ist, wovon Nr. 3305, 4286, 5595. 5612. "So will ich gesündigt haben an dir alle Tage (meines Lebens)", 1. Mose 43/9, bedeutet, so werde es kein Gutes der Kirche mehr geben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, der das von sich sagt, sofern er das Gute der Kirche ist, wovon Nr. 5583, 5603; aus der Bedeutung von sündigen, sofern es eine Scheidung bezeichnet, wovon Nr. 5229, 5474, sofern es also nicht sein wird; denn was von jemanden geschieden wird, das ist nicht mehr bei ihm; und aus der Bedeutung von alle Tage, sofern es heißt, immerfort, somit (hier) nimmermehr. Dies wurde gesagt, weil es kein Gutes der Kirche geben kann ohne ein Mittleres zwischen dem Inwendigen und Äußeren, das durch Benjamin vorgebildet wird, denn sowohl das Gute, als das Wahre der Kirche fließt vom Inwendigen durch das Mittlere ins Äußere ein; folglich, so viel daran liegt, daß ein Gutes der Kirche da sei, so viel liegt auch daran, daß ein Vermittelndes oder ein Mittel da sei. Deswegen ist Jehudah Bürge für Benjamin. Daß es kein Gutes der Kirche ohne Vermittlung gibt, wird durch diese Worte Jehudahs bezeichnet; und daß auch kein Wahres der Kirche, durch die Worte Rubens: Nr. 5542. 5613. "Denn wenn wir nicht gezögert hätten", 1. Mose 43/10, bedeutet das Verharren im Zustand des Zweifelns. Dies erhellt aus der Bedeutung von zögern, sofern es dem Zustand des Zweifelns angehört; denn wie gehen, fortschreiten, reisen, pilgern, den Zustand des Lebens bedeuten: Nr. 5605, so zögern den Zustand des Zweifelns; denn wenn der Zustand des Lebens im Zustand des Zweifelns ist, dann ist das Äußere im Zustand des Zögerns. Dies stellt sich auch sichtbar im Menschen selbst dar, denn wenn sein Gemüt in einigem Zweifel befangen ist, dann hält er den Schritt an, und überlegt hin und her. Der Grund ist, weil das Zweifeln den Zustand des Lebens unentschieden und nach beiden Seiten hinneigend macht, folglich auch das äußere Fortschreiten, das die Wirkung ist. Hieraus wird klar, daß durch "wenn wir nicht gezögert hätten", das Verharren im Zustand des Zweifelns bezeichnet wird. HG 5614 5614. "So wären wir jetzt schon zweimal wiedergekommen", 1. Mose 43/10, bedeutet, es würde äußeres und inwendigeres geistiges Leben (vorhanden sein). Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen, sofern es heißt leben, wovon Nr. 5605. Wiederkommen bedeutet daher, dadurch leben; denn sie gingen dorthin, um sich Getreide zu verschaffen, und durch Getreide wird bezeichnet das Gute des Wahren, aus dem geistiges Leben (kommt). Und aus der Bedeutung von "schon zweimal", sofern es, weil es sich auf das Leben bezieht, das auswendigere und inwendigere Leben bezeichnet, denn durch das Getreide, das sie das erstemal empfingen, wurde das äußere Leben (oder das Leben) im Natürlichen bezeichnet, aus dem Grund, weil sie ohne Mittel waren, wovon im vorigen Kapitel die Rede war; hingegen durch das Getreide, das sie diesmal empfangen, wird das inwendigere Leben bezeichnet, denn nun hatten sie den Benjamin bei sich, der das Mittel (bezeichnet), wovon in diesem und im folgenden Kapitel (gehandelt wird). Daher kommt es, daß durch "wir wären jetzt schon zweimal wiedergekommen", das äußere und inwendigere geistige Leben bezeichnet wird. Daß dieses bezeichnet wird, muß notwendig befremdend erscheinen, hauptsächlich dem, der nichts vom Geistigen weiß, denn es scheint, als ob zweimal wiederkommen gar nichts gemein habe mit dem geistigen Leben, das bezeichnet wird; aber gleichwohl ist dies der innere Sinn der Worte. Wenn man es glauben will, so begreift dies eben das inwendigere Denken des Menschen, der im Guten ist, weil dieses (Denken) im inneren Sinn ist, obwohl der Mensch, wenn er im Leibe ist, in tiefer Unkunde davon sich befindet; denn der innere oder geistige Sinn, der dem inwendigeren Denken angehört, fällt, ohne daß der Mensch es weiß, in materielle und sinnliche Vorstellungen, die sich mit Zeit und Raum, und mit solchem, was in der Welt ist, befassen, und dadurch kann man nicht erkennen, daß sein inwendigeres Denken solcherart sei. Sein inwendigeres Denken ist nämlich so beschaffen wie das der Engel, denn sein Geist ist mit ihnen zusammengesellt. Daß das Denken des Menschen, der im Guten ist, dem inneren Sinn gemäß sei, kann daraus erhellen, daß er nach dem Tod, wenn er in den Himmel kommt, alsbald ohne alle Unterweisung im inneren Sinn ist, was keineswegs der Fall wäre, wenn er nicht schon in der Welt mit dem inwendigeren Denken in jenem Sinn gewesen wäre. Daß er darin ist, hat den Grund, weil eine solche Entsprechung zwischen geistigen und natürlichen Dingen stattfindet, daß nicht einmal ein Kleinstes ist, das nicht seine Entsprechung hätte. Deswegen nun, weil das inwendigere oder vernünftige Gemüt des Menschen, der im Guten ist, in der geistigen Welt sich befindet, und sein auswendigeres oder natürliches Gemüt in der natürlichen Welt, so kann es nicht anders sein, als daß beide Gemüter denken, aber das inwendigere geistig und das auswendigere natürlich, und daß das, was geistig ist, ins Natürliche fällt, und beide zusammenwirken durch Entsprechung. Daß das inwendigere Gemüt des Menschen, dessen Denkvorstellungen intellektuelle genannt werden und (auch) immaterielle heißen, nicht aus den Worten irgendeiner Sprache, folglich nicht aus natürlichen Formen denkt, kann demjenigen einleuchten, der über diese Dinge reflektieren kann, denn er kann in einem Augenblick denken, was er kaum in einer Stunde aussprechen kann. Somit durch universelle (oder vielumfassende) Begriffe, die sehr viel Besonderes in sich fassen. Diese Denkvorstellungen sind geistig; und sind dieselben, wie der innere Sinn, wenn das Wort gelesen wird; wiewohl der Mensch dieses nicht weiß, aus dem angegebenen Grund, weil jene geistigen Vorstellungen durch das Einfließen ins Natürliche zu natürlichen Vorstellungen werden, und dadurch die geistigen Vorstellungen nicht erscheinen, so daß der Mensch, wenn er nicht eines besseren belehrt ist, glaubt, es gebe kein Geistiges, wenn es nicht so beschaffen sei, wie das Natürliche, ja daß er nicht anders im Geist denkt, als wie er im Leibe spricht; so sehr verschattet das Natürliche das Geistige. 5615. Vers 11-14: Da sprach Israel, ihr Vater zu ihnen: Wenn es denn also ist, so tut dieses: nehmet vom Preiswürdigen des Landes in eure Gefäße, und bringet dem Manne ein Geschenk, ein wenig Balsam und ein wenig Honig, Wachs und Stakte (Ladanum); Terebinthennüsse (Pistazien) und Mandeln. Und das Doppelte des Silbers nehmet in eure Hände, und das Silber, das wiedergebracht wurde in die Öffnung eurer Säcke bringet zurück in eurer Hand; vielleicht ist es eine Irrung. Und euern Bruder nehmet, und machet euch auf, und geht wieder zu dem Manne. Und Gott Schaddai (d.i. der Allmächtige) gebe euch Barmherzigkeit vor dem Mann, daß er euch euern anderen Bruder entlasse, und den Benjamin; aber ich, wie ich kinderlos bin, so werde ich kinderlos sein. "Da sprach Israel, ihr Vater zu ihnen" bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten; "wenn es denn also ist, so tut dieses" bedeutet, wenn es nicht anders geschehen könne, so soll es auf diese Weise geschehen; "nehmet vom Preiswürdigen des Landes in eure Gefäße" bedeutet das Wertvollste der Kirche in den Wahrheiten des Glaubens; "und bringet dem Manne ein Geschenk" bedeutet um Gnade zu erlangen; "ein wenig Balsam und ein wenig Honig" bedeutet Wahres des auswendigeren natürlich Guten und sein Angenehmes; "Wachs und Stakte" bedeutet Wahres des inwendigeren natürlich Guten; "Terebinthennüsse und Mandeln" bedeutet Gutes des Lebens, jenem Wahren entsprechend; "und das Doppelte des Silbers nehmet in eure Hände" bedeutet das in den Kräften empfangene Wahre; "und das Silber, das wiedergebracht wurde in die Öffnung eurer Säcke bringet zurück in eurer Hand" bedeutet, sie sollten durch das Wahre, das umsonst gegeben worden im auswendiger Natürlichen, sich unterwerfen, soweit es möglich; "vielleicht ist es eine Irrung" bedeutet, damit er nicht gegen sie eingenommen sei; "und euern Bruder nehmet" bedeutet, so werde ihnen das Gute des Glaubens; "und machet euch auf, und geht wieder zu dem Manne" bedeutet Leben vom geistig Wahren; "und Gott Schaddai" bedeutet Trost nach harten Prüfungen; "gebe euch Barmherzigkeit vor dem Mann" bedeutet, so daß das geistig Wahre euch gnädig aufnehme; "daß er euch euern anderen Bruder entlasse" bedeutet, daß er gebe das Gute des Glaubens; "und den Benjamin" bedeutet sowie das inwendigere Wahre; "aber ich, wie ich kinderlos bin, so werde ich kinderlos sein" bedeutet die Kirche werde, ehe jenes geschieht, ihrer Wahrheiten gleichsam beraubt sein. 5616. "Da sprach Israel, ihr Vater zu ihnen", 1. Mose 43/11, bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden ist; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 5595. Vater wird gesagt, weil die Wahrheiten, die durch seine Söhne vorgebildet werden, von jenem Guten als dem Vater herstammen. 5617. "Wenn es denn also ist, so tut dieses", 1. Mose 43/11, bedeutet, wenn es nicht anders geschehen könne, so solle es so geschehen. Dies kann ohne Erklärung erhellen. 5618. "Nehmet vom Preiswürdigen (d.i. Besten) des Landes in eure Gefäße", 1. Mose 43/11, bedeutet das Wertvollste der Kirche in den Wahrheiten des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Preiswürdigen, sofern es das Wertvollste bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung des Landes, sofern es die Kirche ist, wovon Nr. 5577; und aus der Bedeutung der Gefäße, sofern es die Wahrheiten des Glaubens sind, wovon Nr. 3068, 3079, 3316, 3318. Preiswürdiges wird gesagt, weil jenes Wort in der Grundsprache abgeleitet wird vom Singen oder Preisen, daher bedeutet das Preiswürdige des Landes die besungenen und gepriesenen Erzeugnisse, mithin im inneren Sinn das Wertvollere. 5619. "Und bringet dem Manne ein Geschenk", 1. Mose 43/11, bedeutet, um Gnade zu erlangen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Geschenk bringen dem Mann", hier dem Joseph, welcher der Herr des Landes genannt wird, sofern es heißt, um Gnade zu erlangen. In der vorbildlichen Alten, und von daher in der jüdischen Kirche war es gebräuchlich, den Richtern und hernach den Königen und Priestern ein Geschenk zu geben, wenn man sich an sie wandte; es war dies sogar befohlen. Die Ursache war, weil die Geschenke, die man ihnen gab, solches beim Menschen vorbildete, was man dem Herrn darbringen soll, wenn man sich zu Ihm wendet; nämlich das, was aus Freiheit, mithin aus dem Menschen selbst (kommt oder geschieht); denn sein freies (Tun) ist, was von Herzen (kommt), und was von Herzen, kommt aus dem Willen, und was aus dem Willen, kommt aus der Neigung, die der Liebe angehört, und was aus der Neigung, die der Liebe angehört, ist frei, somit dem Menschen selbst angehörend: Nr. 1947, 2870-2893, 3158. Aus diesem (Freiwilligen) muß vom Menschen dem Herrn ein Geschenk gegeben werden, wenn man sich an Ihn wendet. Dieses Geschenk war es, das vorgebildet wurde, denn die Könige bildeten den Herrn in Ansehung des göttlich Wahren vor: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5044: und die Priester in Ansehung des göttlich Guten: Nr. 1728, 2015 E, 3670. Daß jene Geschenke Einweihungen (initiationes) waren (oder Einweihungsopfer), sehe man Nr. 4262; und die Einweihungen haben den Zweck, Gnade zu erlangen. 5620. "Ein wenig Balsam und ein wenig Honig", 1. Mose 43/11, bedeutet Wahres des auswendiger natürlich Guten, und sein Angenehmes. Dies erhellt aus der Bedeutung von Balsam, sofern er das Wahre des Guten oder das Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 4748. Der Grund, warum Balsam dies bedeutet, ist der, weil er zu den salbenartigen Flüssigkeiten (interunguentosa), wie auch zu wohlriechenden (aromatischen) Stoffen gehört. Die aromatischen Stoffe bedeuten solches, was dem Wahren aus dem Guten angehört, und mehr noch, wenn sie salbenartig sind, und daher etwas von Öl in sich haben; denn Öl bedeutet das Gute: Nr. 886, 3728, 4582. Daß jener Balsam ein wohlriechender gewesen ist, sehe man 1. Mose 37/25, und ebendeswegen bedeutet das gleiche Wort in der Grundsprache Balsam (oder eigentlich das Harz der Balsamstaude). Jener ist bekanntlich salbenartig oder dickölig; daher kommt es nun, daß durch das Harz (der Balsamstaude) bezeichnet wird das Wahre des Guten, das im Natürlichen ist, hier im auswendigeren, weil es an erster Stelle gesetzt und dem Honig beigesellt wird, der das Angenehme (oder den Lustreiz) daselbst bezeichnet. Der Honig bedeutet das Angenehme, weil er süß ist, und alles Süße in der natürlichen Welt dem Angenehmen und Lieblichen im Geistigen entspricht. Daß gesagt wird "sein Angenehmes", nämlich des Wahren aus dem Guten im auswendigeren Natürlichen, beruht darauf, weil alles Wahre, und mehr noch das Wahre des Guten sein Angenehmes hat, aber das Angenehme, das aus der Neigung zu demselben, und daher aus dem Nutzzweck (hervorgeht). Daß der Honig das Angenehme ist, kann auch aus anderen Stellen im Wort erhellen, wie bei Jes.7/14,15: "Die Jungfrau wird empfangen und gebären einen Sohn, und wird nennen Seinen Namen Immanuel (Gott mit uns); Butter und Honig wird Er essen, daß Er wisse, zu verwerfen das Böse und zu erwählen das Gute": hier vom Herrn. Butter für das Himmlische, Honig für das, was aus dem Himmlischen (stammt). Jes.7/22: "Es wird sein, von wegen der Menge der Milch wird er Butter essen; und Butter und Honig wird essen jeder übrige inmitten des Landes": hier vom Reich des Herrn. Milch für das geistig Gute, Butter für das himmlisch Gute, und Honig, was aus diesem (stammt), somit für das Selige, Liebliche, Angenehme. Hes.16/13,19: "So bist du geschmückt worden mit Gold und Silber, und deine Kleider (waren) Byssus und Seide und Stickerei; Semmel und Honig und Öl hast du gegessen, daher bist du schön geworden gar sehr, und bist gediehen bis zum Königreich; mit Semmel, Öl und Honig habe Ich dich gespeiset; du aber hast es gegeben vor jenen zum Geruch der Ruhe": hier von Jerusalem, durch welche die geistige Kirche verstanden wird; sie wird beschrieben, wie beschaffen sie bei den Alten war, und wie sie nachher geworden ist. Daß sie geschmückt war mit Gold und Silber, bedeutet, mit dem himmlisch und geistig Guten und Wahren; ihre Kleider waren Byssus, Seide und Stickerei für Wahrheiten im Vernünftigen und in beidem Natürlichen; Semmel für das Geistige, Honig für sein Liebliches, und Öl für sein Gutes. Daß durch jenes einzelne solches bezeichnet wird, was dem Himmel angehört, kann jedem einleuchten. Hes.27/17: "Jehudah und das Land Israel waren deine Händler in den Weizen, Minnith und Pannag, und Honig und Öl und Balsam": hier von Tyrus, durch welche die geistige Kirche bezeichnet wird, wie beschaffen sie im Anfang war und wie sie hernach geworden ist, aber in Ansehung der Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 1201. Honig auch hier für das Liebliche und Angenehme aus den Neigungen, zu wissen und zu lernen himmlisch und geistig Gutes und Wahres. 5. Mose 32/13: "Er läßt ihn einherfahren auf den Höhen des Landes, und speiset ihn mit dem Ertrag der Felder, lässet ihn Honig saugen aus dem Felsen, und Öl aus dem Gestein des Felsens": auch hier von der Alten geistigen Kirche. Honig aus dem Felsen saugen, bedeutet das Angenehme aus den wißtümlichen Wahrheiten. Ps.81/17: "Ich speise sie mit dem Fett des Weizens, und aus dem Gestein mit Honig sättige Ich sie": aus dem Gestein mit Honig sättigen, bedeutet, mit dem Angenehmen aus den Wahrheiten des Glaubens. 5. Mose 8/7,8: "Jehovah führet dich in ein gutes Land, ein Land der Wasserbäche, der Quellen und Tiefen, die ausgehen von Tälern und von Bergen, ins Land des Weizens und der Gerste und des Weinstockes und des Feigenbaumes und des Granatapfels, ins Land des Ölbaumes und des Honigs": vom Land Kanaan, im inneren Sinn vom Reich des Herrn in den Himmeln. Land des Ölbaumes und des Honigs für das geistig Gute und sein Liebliches. Daher wird auch das Land Kanaan genannt: "das Land, wo Milch und Honig fließt": 4. Mose 13/27; 14/7,8; 5. Mose 26/9,15; 27/3; Jerem.11/5; 32/22; Hes.20/6. Durch das Land Kanaan wird hier im inneren Sinn das Reich des Herrn verstanden, fließend von Milch bedeutet Überfluß an geistig-himmlischen Dingen, und von Honig bedeutet Überfluß an Seligkeiten und Annehmlichkeiten. Ps.19/11: "Die Rechte Jehovahs sind Wahrheit, gerecht sind sie insgesamt, köstlicher denn Gold, und viel feines Gold und süßer denn Honig und Honigseim": die Rechte Jehovahs bedeuten das göttlich Wahre, süßer denn Honig und das Triefen der Waben bezeichnen das Angenehme aus dem Guten und das Liebliche aus dem Wahren. Ps.119/103: "Süß sind meinem Gaumen deine Worte, süßer als Honig meinem Mund". Ebenso das Manna, das den Nachkommen Jakobs in der Wüste anstatt des Brotes diente, wird so beschrieben 2. Mose 16/31: "Das Man war wie Koriandersamen, weiß, und sein Geschmack wie Kuchen mit Honig durchwirkt": weil das Man das göttlich Wahre bezeichnete, das vom Herrn durch den Himmel herabkommt, mithin den Herrn selbst in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, wie Er selbst lehrt: Joh.6/51,58, denn aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn kommt alles göttlich Wahre, ja, von demselben handelt alles göttlich Wahre; und weil es sich so verhält, wird das Manna seiner Annehmlichkeit und Lieblichkeit nach beschrieben durch einen Geschmack, gleich dem eines mit Honig durchwirkten Kuchens. Daß der Geschmack das Angenehme des Guten und das Liebliche des Wahren bedeute, sehe man Nr. 3502. Weil Johannes der Täufer den Herrn vorbildete in Ansehung des Wortes, welches das göttlich Wahre auf Erden ist, ebenso wie Elias: Nr. 2762, 5247 E, darum war er der Elias, der vor dem Herrn kommen sollte: Mal.3/23; Matth.17/10-12; Mark.9/11-13; Luk.1/17; daher waren auch seine Kleider und Nahrungsmittel bezeichnend, von denen es Matth.3/4 und Mark.1/6 heißt: "Johannes hatte seinen Anzug von Kamelhaaren, und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, seine Nahrung waren Heuschrecken und wilder Honig": der Anzug aus Kamelhaaren bezeichnete das Wort, wie sein buchstäblicher Sinn beschaffen ist in Ansehung des Wahren, und dieser Sinn ist (gleichsam) das Gewand für den inneren Sinn, weil er nämlich der natürliche ist; denn das Natürliche wird bezeichnet durch Haare, sodann durch Kamele, und die Nahrung, die aus Heuschrecken und wildem Honig bestand, bezeichnete das Wort, wie sein buchstäblicher Sinn in Ansehung des Guten beschaffen ist. Sein Angenehmes wird bezeichnet durch wilder Honig. Das Angenehme des göttlich Wahren in Ansehung des äußeren Sinnes wird auch durch Honig beschrieben bei Hes.3/3: "Er sprach zu mir: Sohn des Menschen, speise deinen Bauch, und fülle deine Eingeweide mit dieser Buchrolle, die Ich dir gebe; und da ich aß, war es in meinem Munde wie Honig nach der Süßigkeit". Joh.Offenb.10/9-11: "Der Engel sprach zu mir: nimm das Büchlein und verschlinge es; es wird zwar bitter machen deinen Bauch, aber in deinem Munde wird es süß sein wie Honig; ich nahm nun das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang es; es war in meinem Munde wie Honig so süß, aber als ich es gegessen hatte, wurde mein Bauch mit Bitterkeit erfüllt; da sprach er zu mir: Du mußt abermal weissagen über Völker und Völkerschaften und Zungen und viele Könige". Die Schriftrolle bei Hesekiel und das Büchlein bei Johannes bedeuten das göttlich Wahre. Daß dieses in der äußeren Form angenehm erscheint, wird bezeichnet dadurch, daß es einen süßen Geschmack hatte wie der Honig; denn das göttlich Wahre, wie das Wort in der äußeren Form oder im Buchstabensinn, ist angenehm, weil es zugunsten eines jeden durch Auslegungen sich erklären läßt, nicht aber der innere Sinn, der deswegen durch den bitteren Geschmack bezeichnet wird; denn dieser Sinn deckt das Inwendigere des Menschen auf. Daß der äußere Sinn angenehm ist, hat den angegebenen Grund, weil das, was in demselben liegt, zugunsten erklärt werden kann; es sind in demselben nur allgemeine Wahrheiten, und diese haben eine solche Beschaffenheit, ehe sie geeigenschaftet sind, durch besondere und diese durch einzelne; alsdann ist er angenehm, weil er natürlich ist, und das Geistige sich inwendig verbirgt; er muß auch angenehm sein, damit der Mensch ihn annehme, d.h., auf daß er eingeführt und nicht auf der ersten Schwelle abgeschreckt werde. Der Honigseim und der gebratene Fisch, den der Herr nach Seiner Auferstehung bei den Jüngern aß, bezeichneten ebenfalls den äußeren Sinn des Wortes, der Fisch in Ansehung seines Wahren und der Honigseim in Ansehung seines Lieblichen, wovon es so heißt bei Luk.24/41-43: "Jesus sprach: habt ihr nichts zu essen hier? Da gaben sie Ihm ein Stück von einem gebratenen Fisch und etwas Honigseim, das nahm Er und aß vor ihnen"; und weil dieses bezeichnet wird, darum sagt der Herr zu ihnen: "Dieses sind die Worte, die Ich zu euch geredet habe, da Ich noch bei euch war, daß alles müsse erfüllt werden, was geschrieben ist im Gesetz Mose, und den Propheten und Psalmen über Mich": Luk.24/44. Es hat zwar nicht den Anschein, als ob solches bezeichnet würde, weil es wie zufällig erscheint, daß sie ein Stück von einem gebratenen Fisch und etwas Honigseim hatten, aber dennoch war es vorsehungsgemäß, nicht allein dieses, sondern auch das übrige bis auf die kleinsten Umstände, was im Wort vorkommt. Weil solches bezeichnet wurde, darum redete der Herr vom Wort, daß darin über Ihn geschrieben sei. Was aber über den Herrn geschrieben ist im Wort des Alten Testaments im Buchstabensinn, ist wenig, aber was im inneren Sinn, ist alles; darauf beruht auch die Heiligkeit des Wortes. Dies wird verstanden dadurch, daß alles müsse erfüllet werden, was über Ihn geschrieben ist im Gesetz Mose, den Propheten und den Psalmen. Aus dem Gesagten kann nun erhellen, daß durch den Honig bezeichnet wird das Angenehme, das aus dem Guten und Wahren oder aus der Neigung dazu (kommt), und daß insbesondere bezeichnet wird das äußere Angenehme, somit das des auswendiger Natürlichen, weil dieses Angenehme von solcher Art ist, daß es aus der Welt durch Sinnliches kommt, und darum vieles von der Selbstliebe in sich enthält; daher war es verboten, Honig bei Minchen (Speisopfer) zu brauchen. In dieser Beziehung heißt es 3. Mose 2/11: "Jede Mincha, die ihr dem Jehovah bringet, soll ungesäuert bereitet werden; denn alles, was Sauerteig hat, oder was Honig hat, davon sollt ihr kein (Opfer-) Feuer anzünden dem Jehovah": Honig bedeutet ein solches äußeres Angenehme, das, weil es (Elemente) der Weltliebe in sich enthält, auch wie ein Sauerteig war; deshalb wurde es verboten. Was Sauerteig oder Gesäuertes bedeute, sehe man Nr. 2342. 5621. "Wachs und Stakte", 1. Mose 43/11, bedeutet Wahres des inwendigeren natürlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Wachs, hier von wohlriechendem Wachs, sofern es das Wahre des Guten bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von Stakte, sofern es ebenfalls das Wahre aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 4748. Daß es dem inwendigeren Natürlichen angehört, hat den Grund, weil diese Gewürze reiner sind als Balsamharz und Honig, und darum werden sie an zweiter Stelle genannt, denn solche Dinge werden im Wort der Ordnung nach aufgeführt. Unter Wachs wird hier nicht gemeines Wachs verstanden, sondern gewürzhaftes (oder aromatisches) Wachs, das die Storax (Amber: Harz des Amberbaumes) ist. Dieses Wachs wird durch das Wort, womit es in der Grundsprache ausgedrückt wird, bezeichnet, und durch das gleiche auch Gewürz. Hieraus wird klar, warum jenes gewürzhafte Wachs das Wahre des Guten bezeichnet; denn alle Gewürze bezeichnen, weil es wohlriechende Sachen sind, im inneren Sinn Wahres, das aus dem Guten. Dies kann man daraus erkennen, daß Wahres, das aus dem Guten stammt, im Himmel so lieblich wahrgenommen wird, wie Wohlriechendes in der Welt; deshalb werden die Gefühle der Engel, wenn sie in Wohlgerüche verwandelt werden (was oft geschieht nach dem Wohlgefallen des Herrn), wie Düfte aus Gewürzen und aus Blumen empfunden. Daher kommt es, daß Weihrauch und andere Rauchwerke aus angenehm riechenden Stoffen bereitet und zu heiligem Gebrauch verwendet wurden, und ebendaher, daß gewürzhafte Stoffe in das Salböl gemengt wurden. Wer nicht weiß, daß dergleichen Dinge ihren Grund in den Gefühlsempfindungen im Himmel haben, kann meinen, sie seien nur angeordnet worden, um den äußeren Gottesdienst angenehm zu machen, aber alsdann würde nichts vom Himmel her oder nichts Heiliges darinnen liegen, folglich hätten solche Stücke des Gottesdienstes nichts Göttliches in sich. Man sehe, was früher hierüber nachgewiesen wurde, daß nämlich Weihrauch und andere Räucherungen, wie auch die duftenden Stoffe im Salböl Vorbilder von geistigen und himmlischen Dingen gewesen sind: Nr. 4748. Daß die Sphären des Glaubens und der Liebe sich in angenehme Gerüche verwandeln, und daß daher die angenehmen und lieblich duftenden, wie auch die gewürzhaften Gerüche Wahres des Glaubens, das aus dem Guten der Liebe, bezeichnen: Nr. 1514, 1517, 1518, 1519, 4628. 5622. "Terebinthennüsse und Mandeln", 1. Mose 43/11, bedeuten das Gute des Lebens, das jenem Wahren entsprechend ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Terebinthennüsse (Pistazie), sofern sie Gutes des Lebens bezeichnen, das dem Wahren des auswendigeren natürlich Guten entspricht, welches Wahre durch Balsamharz bezeichnet wird, und aus der Bedeutung der Mandeln, sofern sie Gutes des Lebens bezeichnen, das dem Wahren des inwendigeren natürlich Guten entspricht, welches (Wahre) durch gewürzhaftes Wachs und Stakte bezeichnet wird. Daß jene Nüsse solches bedeuten, hat den Grund, weil es Früchte sind, und die Früchte im Wort Werke bedeuten, die Früchte nützlicher Bäume gute Werke, oder was dasselbe ist, Gutes des Lebens, denn Gutes des Lebens in Ansehung der Nutzleistung sind gute Werke. Daß die Terebinthennüsse das Gute des Lebens bezeichnen, das dem Wahren des auswendigeren natürlich Guten entspricht, beruht darauf, weil sie von einem weniger edlen Baume sind, und was auswendiger ist, durch solches, was weniger edel ist, bezeichnet wird. Der Grund ist, weil das Auswendigere an sich gröber ist, als das Inwendigere, denn es ist Allgemeines, das aus sehr vielem Inwendigeren zusammengesetzt ist. Daß aber die Mandeln das Gute des Lebens bezeichnen, das dem inwendigeren natürlich Guten entspricht, hat den Grund, weil der Mandelbaum ein edlerer Baum ist. Der Baum selbst bedeutet im geistigen Sinn das Innewerden des inwendiger Wahren, das aus dem Guten (stammt), seine Blüte das inwendiger Wahre, das aus dem Guten ist, und seine Frucht das Gute des Lebens aus demselben. In diesem Sinn kommt Mandel vor bei Jerem.1/11: "Es geschah das Wort Jehovahs, und sprach: Was siehest du, Jeremia? und er sprach: Einen Mandelstab sehe ich, da sprach Jehovah zu mir: Du hast recht gesehen, denn Ich wache ob Meinem Wort, daß Ich es tue": Stab für Macht, Mandelbaum für das Innewerden des inwendiger Wahren; hier, weil es von Jehovah gesagt wird, für das Wachen über demselben, Wort für das Wahre. Durch die Mandeln, die aus dem Stab Aharons für den Stamm Levi hervorblühten, wird ebenfalls das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, oder das Gute des Lebens, wovon es 4. Mose 17/23 (oder 17/8) heißt: "Es geschah Tags darauf, als Moses hineinkam in das Zelt der Zusammenkunft, siehe, da hatte der Stab Aharons für den Stamm Levi geblüht, und hatte Blüten hervorgebracht, und die Blüte war aufgegangen, und er trug Mandeln": dies war das Zeichen, daß jener Stamm zum Priestertum erwählt war, weil durch ihn die Liebtätigkeit bezeichnet wurde: Nr. 3875, 3877, 4497, 4502, 4503, die das Wesentliche der geistigen Kirche ist. 5623. "Und das Doppelte des Silbers nehmet in eure Hände", 1. Mose 43/12, bedeutet das in den Kräften empfangene Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954; aus der Bedeutung von doppelt, sofern es das darauffolgende andere bezeichnet, wovon Nr. 1335, nämlich das Wahre, womit sie umsonst beschenkt wurden, und womit sie wieder beschenkt werden sollten; und aus der Bedeutung der Hände, sofern sie Kräfte bezeichnen, wovon Nr. 878, 3387, 4931-4937, 5327, 5328. Das Wahre in den Kräften bedeutet (das Wahre) in den Fähigkeiten zur Aufnahme, somit den Fähigkeiten gemäß. Aber die Fähigkeiten oder die Kräfte, das Wahre aufzunehmen, verhalten sich ganz dem Guten gemäß, denn der Herr fügt sie dem Guten bei; wenn nämlich der Herr mit dem Guten einfließt, dann fließt Er auch mit der Fähigkeit ein; daher ist das in den Kräften empfangene Wahre dem Guten gemäß. Daß die Fähigkeiten, das Wahre aufzunehmen, sich nach dem Guten richten, kann aus vieler Erfahrung im anderen Leben erhellen, denn die, welche dort im Guten sind, haben nicht nur die Fähigkeit das Wahre inne zu werden, sondern auch aufzunehmen, aber nach dem Maß und der Beschaffenheit des Guten, in dem sie sind. Die aber, die im Bösen sind, haben umgekehrt keine Fähigkeit das Wahre aufzunehmen; dies hat seinen Grund in der Lust dazu, und daher in dem Verlangen danach. Denjenigen, die im Guten sind, ist es ein Vergnügen, das Gute zu vollbringen durch das Wahre; denn das Gute bekommt seine Beschaffenheit von den Wahrheiten, daher haben sie auch ein Verlangen nach Wahrheiten. Hingegen denen, die im Bösen sind, macht das Böse Vergnügen, wie auch, dieses durch Falsches zu begründen. Daher haben sie auch ein Verlangen nach dem Falschen; und weil sie ein Verlangen nach dem Falschen haben, verschmähen sie das Wahre. Daher kommt es, daß sie keine Fähigkeit haben, Wahres aufzunehmen; denn sie verwerfen oder ersticken oder verkehren es, sobald es in ihr Gehör oder in ihr Denken kommt. Übrigens ist ein jeder Mensch, der bei gesundem Verstand ist, in der Fähigkeit, Wahres aufzunehmen, aber diese Fähigkeit löschen diejenigen aus, die zum Bösen sich wenden, dagegen erhöhen diese Fähigkeit diejenigen, die zum Guten (sich hinwenden). 5624. "Und das Silber, das wiedergebracht wurde in die Öffnung eurer Säcke, bringet zurück in eurer Hand", 1. Mose 43/12, bedeutet, sie sollen durch das Wahre, das umsonst gegeben worden, im auswendigeren Natürlichen sich soviel als möglich unterwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung des zurückgebrachten Silbers, sofern es das umsonst gegebene Wahre ist, wovon Nr. 5530; aus der Bedeutung von "in die Öffnung eurer Säcke", sofern es soviel ist als auf der Schwelle des auswendigeren Natürlichen, wovon Nr. 5497; und aus der Bedeutung von "in die Hand", sofern es heißt, in der Macht, wovon Nr. 5623, mithin soviel als möglich. Daß sie sich durch dieses Wahre unterwerfen sollten, wird dadurch bezeichnet, daß sie es zurückbringen sollten; denn das Wahre zurückbringen zum Herrn, von dem man es umsonst empfangen hat, heißt in der geistigen Welt, sich durch dasselbe unterwerfen. Wie sie sich aber durch dasselbe unterworfen haben, wird klar aus der Rede mit dem Manne, der über das Haus Josephs (gesetzt) war: 1. Mose 43/18-24. 5625. "Vielleicht ist es eine Irrung", 1. Mose 43/12, bedeutet, damit er nicht gegen sie eingenommen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Irrung, sofern sie etwas Entgegenstehendes bezeichnet, denn eine solche Irrung wird hier verstanden, wie etwa: daß sie vergessen hätten, das Silber zu geben, und so es zurückgebracht, ein jeder in seinem Sack, um welcher Ursache willen er gegen sie eingenommen sein könnte, wie sie auch geglaubt haben, "denn sie fürchteten sich, da sie ins Haus Josephs geführt wurden, und sprachen: wegen des Silbers, das früher uns wiedergebracht wurde in unsere Säcke, werden wir hergeführt, um die Schuld auf uns zu wälzen, und daß man sich auf uns werfe, und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel": 1. Mose 43/18. Übrigens bedeutet auch Sünde Scheidung und Abkehr: Nr. 5229, 5474, somit auch die Irrung, wenn in ihr eine Sünde ist, aber eine geringere (Scheidung). Deswegen wird gesagt, damit er nicht gegen sie eingenommen sei. 5626. "Und euren Bruder nehmet", 1. Mose 43/13, bedeutet, so werde ihnen das Gute des Glaubens zuteil. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, der hier der Bruder ist, den sie wieder nehmen sollten, sofern er der Willensglaube ist, wovon Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482, somit das Gute des Glaubens; denn das Wahre des Glaubens wird, wenn es in den Willen übergeht, zum Guten des Glaubens, alsdann geht nämlich das Wahre ins Leben des Menschen über, und wenn es hier ist, dann wird es nicht betrachtet als etwas, was man wissen, sondern was man tun soll, und von da an verändert es sein Wesen, und geht in die Tat über (fit actuale); daher wird es nicht mehr wahr, sondern gut genannt. 5627. "Und machet euch auf, gehet wieder zu dem Manne", 1. Mose 43/13, bedeutet Leben vom geistig Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen oder sich aufmachen, sofern es eine Erhöhung zum Inwendigeren bezeichnet, mithin zum Geistigen, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103, 4881; aus der Bedeutung von wiedergehen oder zurückkehren, sofern es das Leben daher bezeichnet, wovon Nr. 5614; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, wenn er der Mann genannt wird, sofern er das geistig Wahre ist, wovon Nr. 5584. 5628. "Und Gott Schaddai", 1. Mose 43/14, bedeutet Trost nach harten Prüfungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schaddai, sofern er die Versuchung, und nach der Versuchung den Trost bezeichnet, wovon Nr. 1992, 4572; daher hier Trost nach harten Prüfungen, die sie in Ägypten erduldet haben. Daß es Trost nach harten Prüfungen ist, wird auch aus den Worten klar, die unmittelbar darauf folgen: "er gebe euch Barmherzigkeit (oder Gnade) vor dem Manne". Daß Schaddai die Versuchung und nach der Versuchung den Trost bedeutet, hat den Grund, weil die Alten den einigen Gott mit verschiedenen Namen bezeichnet haben, je nach den verschiedenen von Ihm (ausgehenden Wirkungen); und weil sie glaubten, daß auch die Versuchungen von Ihm herkämen, nannten sie Gott alsdann Schaddai, verstanden aber unter diesem Namen keinen anderen Gott, sondern den einigen in betreff der Versuchungen. Als es aber mit der Alten Kirche abwärts ging, fingen sie an, so viele Götter zu verehren, als es Namen des einigen Gottes gab, und taten auch von sich aus noch mehrere dazu. Hiermit kam es am Ende so weit, daß eine jede Familie ihren Gott hatte, und daß sie ihn ganz unterschieden von den übrigen (Göttern), die von anderen verehrt wurden. Die Familie Therach, von der Abraham (abstammte), verehrte als ihren Gott den Schaddai, man sehe Nr. 1356, 1992, 2559, 3667, daher wurde er nicht allein von Abraham, sondern auch von Jakob als sein Gott anerkannt, und zwar auch im Lande Kanaan. Damit sie aber nicht in betreff ihrer Religion genötigt würden, (denn niemand wird in betreff seines Gottesdienstes genötigt), wurde ihnen dieses zugelassen. Weil aber von den Alten unter jenem Namen Jehovah oder der Herr selbst verstanden wurde, und Er so genannt wurde, wenn sie Versuchungen bestanden, darum nahm Jehovah oder der Herr diesen Namen an bei Abraham, wie klar wird aus 1. Mose 17/1, und auch bei Jakob: 1. Mose 35/11. Daß nicht nur die Versuchung, sondern auch der Trost durch Schaddai bezeichnet wird, hat den Grund, weil nach allen geistigen Versuchungen wieder Trost folgt. Davon durfte ich mich aus Erfahrung im anderen Leben überzeugen, denn wenn dort jemand von bösen Geistern Hartes erduldet, durch Anfechtungen, Anreizungen zu Bösem und Beredungen zu Falschem, so wird derselbe hernach, wenn die bösen Geister entfernt sind, von den Engeln aufgenommen, und in den Zustand des Trostes durch einen seiner Sinnesart angemessenen Lustreiz versetzt. 5629. "Gebe euch Barmherzigkeit vor dem Mann", 1. Mose 43/14, bedeutet, daß euch das geistig Wahre gnädig aufnehme. Dies erhellt aus der Bedeutung von Barmherzigkeit geben, sofern es heißt, gnädig aufnehmen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er, wenn er Mann heißt, das geistig Wahre ist, wie Nr. 5627. 5630. "Daß er euch euern anderen Bruder entlasse", 1. Mose 43/14, bedeutet, daß er gebe das Gute des Glaubens. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, (der hier der andere Bruder ist,) sofern er das Gute des Glaubens bezeichnet, wie Nr. 5626. Daß entlassen hier soviel ist als geben, hat den Grund, weil entsenden oder entlassen gesagt wird in Beziehung auf die Person, aber geben in Beziehung auf die Sache, die durch die Person bezeichnet wird. 5631. "Und den Benjamin", 1. Mose 43/14, bedeutet, sowie auch das inwendiger Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das inwendiger Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5600. 5632. "Aber ich, wie ich kinderlos bin, so werde ich kinderlos sein", 1. Mose 43/14, bedeutet, die Kirche werde, ehe jenes geschieht, ihrer Wahrheiten beraubt sein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der dieses von sich spricht, sofern er die Kirche ist, wovon Nr. 3305, 4286; und aus der Bedeutung von kinderlos gemacht werden, sofern es heißt, der Wahrheiten, die der Kirche angehören, beraubt werden, wovon Nr. 5536. Daß dieses der Fall ist, ehe jenes geschieht, ist klar, denn wenn kein Gutes des Glaubens, das durch Schimeon vorgebildet wird: Nr. 5630, und wenn kein inwendigeres Wahres, welches das Mittel, das durch Benjamin vorgebildet wird, da ist, so hat die Kirche kein Wahres als ein solches, daß bloß im Mund ist, nicht aber im Herzen. 5633. Vers 15-17: Da nahmen die Männer dieses Geschenk, und auch das Doppelte des Silbers nahmen sie in ihre Hand und den Benjamin, und standen auf, und gingen hinab gen Ägypten; und traten vor Joseph. Da sah Joseph bei ihnen den Benjamin, und sagte zu dem, der über sein Haus (gesetzt war): führe die Männer ins Haus, und schlachte und richte zu, denn mit mir sollen die Männer zu Mittag essen. Und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte, und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs. "Da nahmen die Männer dieses Geschenk" bedeutet die Wahrheiten sollen solches bei sich haben, wodurch sie Gnade erlangen; "und auch das Doppelte des Silbers nahmen sie in ihre Hand" bedeutet auch das Wahre, das empfangen worden in der Kraft; "und den Benjamin" bedeutet und auch das Mittel; "und standen auf und gingen hinab gen Ägypten" bedeutet Erhebung, um sich Leben zu verschaffen aus dem Inwendigeren des Wißtümlichen; "und traten vor Joseph" bedeutet die Gegenwart des Himmlischen des Geistigen daselbst; "da sah Joseph bei ihnen den Benjamin" bedeutet die Wahrnehmung des geistigen Mittels bei den Wahrheiten, von seiten des Himmlischen des Geistigen; "und sagte zu dem, der über sein Haus (gesetzt war)" bedeutet zu dem, was der äußeren Kirche angehört; "führe die Männer ins Haus" bedeutet die Wahrheiten im Natürlichen sollen daselbst eingeführt werden; "und schlachte und richte zu" bedeutet durch Gutes des auswendigeren Natürlichen; "denn mit mir sollen die Männer zu Mittag essen" bedeutet, sie sollen verbunden werden, wenn sie mit dem Mittel (verbunden sind); "und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte" bedeutet Verwirklichung; "und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs" bedeutet die erste Einführung in das Gute, das vom Himmlischen des Geistigen. 5634. "Da nahmen die Männer dieses Geschenk", 1. Mose 43/15, bedeutet, die Wahrheiten sollen solches bei sich haben, wodurch sie Gnade erlangen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer, sofern sie Wahrheiten sind, wovon Nr. 3134; und aus der Bedeutung des Geschenkes, das gegeben wurde, wenn man sich an die Könige und Priester wandte, sofern es den Zweck hatte, Gnade zu erlangen, wovon Nr. 5619. 5635. "Und auch das Doppelte des Silbers nahmen sie in ihre Hand", 1. Mose 43/15, bedeutet auch das Wahre, das empfangen worden in der Kraft. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5623 gesagt wurde, wo die gleichen Worte. Dort sehe man auch, was durch das in der Kraft empfangene Wahre verstanden wird. 5636. "Und den Benjamin", 1. Mose 43/15, bedeutet, und auch das Mittel. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittel (oder Vermittelnde) ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443. 5637. "Und standen auf, und gingen hinab gen Ägypten", 1. Mose 43/15, bedeutet die Erhebung, um sich Leben zu verschaffen aus dem Inwendigeren des Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufstehen, sofern es die Erhebung zu demjenigen ist, was dem geistigen Leben angehört, wovon Nr. 2401, 2785, 2912, 2927, 3171, 4103, 4881; aus der Bedeutung von hinabgehen, sofern es den Zweck hat, sich Leben zu verschaffen, denn das Hinabgehen schließt das gleiche in sich, was früher, nämlich was (angedeutet ist) durch folgende Worte: "Sende den Knaben mit mir, so wollen wir aufstehen und gehen, und wir werden leben und nicht sterben": 1. Mose 43/8, wodurch das geistige Leben nach seinen Abstufungen bezeichnet wird, wovon Nr. 5605; und aus der Bedeutung Ägyptens, sofern es das Wißtümliche bezeichnet, wovon Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966; hier das Inwendigere des Wißtümlichen, weil dort das Himmlische des Geistigen (war), das durch Joseph vorgebildet wird; weshalb gleich hernach gesagt wird: "und sie traten vor Joseph". Das Inwendigere des Wißtümlichen ist das Geistige im Natürlichen, und das Geistige ist in diesem, wann das Wißtümliche daselbst erleuchtet ist vom Himmelslicht, und zwar ist es dann vom Himmelslicht erleuchtet, wenn der Mensch Glauben hat an die Lehren aus dem Wort, und er hat dann Glauben, wenn er im Guten der Liebtätigkeit ist, denn alsdann werden vom Guten der Liebtätigkeit, wie von einer Flamme der Wahrheiten, auch das Wißtümliche erleuchtet; von daher hat dieses sein geistiges Licht. Hieraus kann erhellen, was unter dem Inwendigeren des Wißtümlichen verstanden wird. 5638. "Und traten vor Joseph", 1. Mose 43/15, bedeutet die Gegenwart des Himmlischen des Geistigen daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehen oder treten vor jemand, sofern es die Gegenwart bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher oft. Daß das Himmlische des Geistigen gegenwärtig war in beiden Natürlichen, wurde dadurch vorgebildet, daß Joseph Herr über ganz Ägyptenland wurde; dieses ist es, was unter der Gegenwart des Himmlischen des Geistigen im Inwendigeren des Wißtümlichen verstanden wird, denn das Wißtümliche ist im Natürlichen; man sehe Nr. 5316, 5324, 5326, 5327, 5328, 5333, 5337, 5373, die Wahrheiten, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, sind Wahrheiten im Natürlichen. 5639. "Da sah Joseph bei ihnen den Benjamin", 1. Mose 43/16, bedeutet die Wahrnehmung des geistigen Mittels bei den Wahrheiten, von seiten des Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es ist verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 2807, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung der zehn Söhne Jakobs, welche sind "bei ihnen", oder bei denen Joseph den Benjamin sah, sofern es die Wahrheiten im Natürlichen sind, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittel ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443. Daß hier das geistige Mittel gesagt wird, hat den Grund, weil die Wahrheiten, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, jetzt verbunden werden sollten mit dem Wahren vom Göttlichen, das Joseph ist, und diese Verbindung geschieht nur durch ein Mittel, das geistig ist; sobald daher dieses Mittel wahrgenommen wurde, folgte sogleich: "daß Joseph zu dem Mann, der über sein Haus (gesetzt war), sagte: führe die Männer ins Haus, und schlachte und richte zu, denn mit mir sollen die Männer zu Mittag essen", wodurch bezeichnet wird, daß sie eingeführt und verbunden werden sollen, weil sie mit dem Mittel (verbunden waren). Was das Geistige im Vergleich mit dem Natürlichen ist, soll noch mit wenigem gesagt werden, weil die meisten in der Christenheit nicht wissen, was das Geistige ist, so daß sie, wenn sie jenes Wort hören, sich daran stoßen und bei sich sagen, niemand wisse, was das Geistige sei. Das Geistige ist seinem Wesen nach beim Menschen die innere Neigung zum Guten und Wahren um des Guten und Wahren willen und nicht um des Ichs willen, wie auch die Neigung zum Gerechten und Billigen um des Gerechten und Billigen und nicht um des Ichs willen. Wenn der Mensch in sich eine Lust und ein Vergnügen, und mehr noch, wenn er Befriedigung und Wonne dabei empfindet, so ist das bei ihm das Geistige, das nicht aus der natürlichen, sondern aus der geistigen Welt oder aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn kommt. Dies nun ist das Geistige, und wenn es im Menschen regiert, so regt es an und durchdringt gleichsam alles, was er denkt, was er will und was er tut, und macht, daß die Gedanken und die aus dem Willen kommenden Handlungen am Geistigen teilhaben, und zuletzt in dem Grade, daß sie, wenn er aus der natürlichen Welt in die geistige Welt übergeht, bei ihm auch geistig werden. Mit einem Wort, die Neigung zur Liebtätigkeit und zum Glauben, d.h. zum Guten und Wahren, und die Lust und Vergnügung, und mehr noch die Befriedigung und Beglückung dadurch, die innerlich beim Menschen empfunden werden, und ihn zu einem wahren Christenmenschen machen, ist das Geistige. Daß die meisten in der Christenheit nicht wissen, was das Geistige ist, kommt daher, weil sie den Glauben zum Wesentlichen der Kirche machen, und nicht die Liebtätigkeit. Weil daher die wenigen, die sich um den Glauben kümmern, wenig oder gar nicht an die Liebtätigkeit denken und nicht wissen was Liebtätigkeit ist, deshalb ist, weil keine Erkenntnis, auch kein Innewerden der Neigung, die der Liebtätigkeit angehört, vorhanden, und wer nicht in der Neigung zur Liebtätigkeit ist, kann durchaus nicht wissen, was geistig sei; hauptsächlich heutzutage, wo kaum noch irgend Liebtätigkeit bei jemand sich findet, weil die letzte Zeit der Kirche ist. Man wisse aber, daß das Geistige im allgemeinen Sinn die Neigung sowohl zum Guten als zum Wahren bezeichnet. Daher wird der Himmel die geistige Welt genannt, und der innere Sinn des Wortes der geistige Sinn, insbesondere aber wird das, was der Neigung zum Guten angehört, himmlisch, und das, was der Neigung zum Wahren angehört, geistig genannt. 5640. "Und sagte zu dem der über sein Haus (gesetzt war)", 1. Mose 43/16, bedeutet zu dem, was der äußeren Kirche angehört. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung dessen, der über das Haus gesetzt ist, sofern es die äußere Kirche ist, während der, welcher im Haus ist, die inwendige Kirche bezeichnet, wovon Nr. 1795; und weil im inneren Sinn keine Rücksicht auf die Person genommen wird, sondern auf die Sache: Nr. 5225, 5287, 5434, darum wird durch den, der über das Haus gesetzt ist, dasjenige bezeichnet, was der äußeren Kirche angehört. 5641. "Führe die Männer ins Haus", 1. Mose 43/16, bedeutet, die Wahrheiten im Natürlichen sollen daselbst eingeführt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne Jakobs, sofern sie die Wahrheiten im Natürlichen sind, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Daß sie dort eingeführt werden sollten, wird bezeichnet durch "führe sie ins Haus". 5642. "Und schlachte und richte zu", 1. Mose 43/16, bedeutet durch Gutes des auswendiger Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schlachten, sofern es dasjenige in sich schließt, was geschlachtet wurde, nämlich den Ochsen, den jungen Stier, den Bock oder ein anderes Vieh, und weil diese das Gute des Natürlichen bezeichnen. Daß der Ochse und junge Stier Gutes des Natürlichen ist, sehe man Nr. 2180, 2566, 2781, 2830, hier Gutes des auswendiger Natürlichen, weil sie durch dasselbe jetzt erst zur Verbindung eingeführt wurden; denn was die Männer ins Haus Josephs einführte, bedeutet die erste Einführung ins Gute, das vom Himmlischen des Geistigen, man sehe unten Nr. 5645. Weil der junge Stier und der Ochse Gutes des Natürlichen bezeichneten, bezeichnete auch alles Wirken jenes Gute, denn das eine schloß das andere in sich. 5643. "Denn mit mir sollen die Männer zu Mittag essen", 1. Mose 43/16, bedeutet, sie sollen verbunden werden, wann mit dem Mittel. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, sofern es heißt mitgeteilt, verbunden und angeeignet werden, wovon Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3596, 3832; und weil sie mit dem geistigen Mittel, das Benjamin, versehen waren: Nr. 5639, wird gesagt zu Mittag, denn Mittag bedeutet den Zustand des Lichtes, somit den geistigen Zustand, der durch das Mittel (bewirkt wird): Nr. 1458, 3708. 5644. "Und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte", 1. Mose 43/17, bedeutet die Verwirklichung. Dies erhellt ohne Erklärung. 5645. "Und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs", 1. Mose 43/17, bedeutet die erste Einführung ins Gute, das vom Himmlischen des Geistigen (stammt). Dies erhellt aus der Bedeutung von führen, sofern es eine Einführung bezeichnet, wie Nr. 5641; aus der Bedeutung der Söhne Jakobs, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen sind, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5428, 5512; aus der Bedeutung des Hauses, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 3652, 3720, 4982; daher bezeichnet das Haus auch die Kirche: Nr. 3720, denn die Kirche ist Kirche vermöge des Guten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon früher oft. Hieraus wird klar, daß durch: "der Mann führte die Männer ins Haus Josephs" bezeichnet wird, die Wahrheiten im Natürlichen wurden eingeführt ins Gute, das vom Himmlischen des Geistigen (stammt). Daß die erste Einführung bezeichnet wird, hat den Grund, weil sie jetzt nur bei Joseph aßen, ohne ihn zu kennen; dadurch wird eine allgemeine Verbindung bezeichnet, und diese Verbindung ist die erste Einführung, denn alsdann fließt das Wahre vom Göttlichen in allgemeiner Weise ein, und wird nicht erkannt; wenn aber das Wahre, das einfließt, (innerlich) wahrgenommen wird, dann ist es die zweite Verbindung, und diese Verbindung wird dadurch bezeichnet, daß Joseph sich seinen Brüdern offenbarte, wovon im folgenden 45. Kapitel. 5646. Vers 18-23: Und die Männer fürchteten sich, daß sie ins Haus Josephs geführt wurden, und sprachen: Wegen des Silbers, das früher (uns) wiedergebracht wurde in unsere Säcke, werden wir hergeführt, um auf uns die Schuld zu wälzen, und daß man sich auf uns werfe, und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel. Und sie traten zu dem Mann, der über das Haus Josephs (gesetzt war), und redeten zu ihm an der Türe des Hauses. Und sprachen: Ach, mein Herr, wir sind vormals herabgezogen, Speise zu kaufen. Und es geschah, da wir in die Herberge kamen, und unsere Säcke auftaten, siehe, da war das Silber eines jeden in der Öffnung seines Sackes, unser Silber nach seinem Gewicht, und wir bringen es zurück in unserer Hand. Und auch anderes Silber bringen wir herab in unserer Hand, Speise zu kaufen, wir wissen nicht, wer unser Silber in unsere Säcke gelegt hat. Und er sprach: Friede sei mit euch, fürchtet euch nicht, euer Gott und der Gott eures Vaters, hat euch eine verborgene Gabe gegeben in eure Säcke; euer Silber ist mir zugekommen; und er führte den Schimeon zu ihnen heraus. "Und die Männer fürchteten sich" bedeutet die Zurückhaltung; "daß sie ins Haus Josephs geführt wurden" bedeutet, daß die dem Natürlichen angehörenden Wahrheiten dem Inwendigen beigesellt und unterworfen werden sollten; "und sprachen: Wegen des Silbers, das früher uns wiedergebracht wurde in unsere Säcke, werden wir hergeführt" bedeutet, weil das Wahre im auswendigeren Natürlichen umsonst geschenkt erscheint, darum würden sie unterworfen; "um auf uns die Schuld zu wälzen, und daß man sich auf uns werfe" bedeutet, um deswillen würden sie unter die unumschränkte Gewalt gebracht; "und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel" bedeutet, so daß alles, was in beiden Natürlichen sich befindet, nichts gelte. "und sie traten zu dem Mann, der über das Haus Josephs (gesetzt war)" bedeutet die Lehren der Kirche; "und redeten zu ihm an der Türe des Hauses" bedeutet Beratung aus denselben über die Einführung; "und sprachen: Ach, mein Herr" bedeutet die Bezeugung; "wir sind vormals herabgezogen, Speise zu kaufen" bedeutet das Verlangen, Gutes für die Wahrheiten sich zu verschaffen; "und es geschah, da wir in die Herberge kamen, und unsere Säcke auftaten" bedeutet den Einblick in das auswendigere Natürliche; "siehe, da war das Silber eines jeden in der Öffnung seines Sackes" bedeutet, man habe ersehen, daß die Wahrheiten gleichsam umsonst geschenkt worden seien; "unser Silber nach seinem Gewicht" bedeutet die Wahrheiten gemäß dem Zustand eines jeden; "und wir bringen es zurück in unserer Hand" bedeutet das umsonst Geschenkte werde soviel als möglich unterworfen; "und auch anderes Silber bringen wir herab in unserer Hand, Speise zu kaufen" bedeutet, man habe im Sinn, durch Wahres anderswoher sich das Gute zu verschaffen; "wir wissen nicht, wer unser Silber in unsere Säcke gelegt hat" bedeutet das Nichtglauben infolge des Nichtwissens, von wem das Wahre im auswendigeren Natürlichen (kommt); "und er sprach: Friede sei mit euch, fürchtet euch nicht" bedeutet, es stehe gut, sie sollen nicht verzweifeln; "euer Gott und der Gott eures Vaters" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn; "hat euch eine verborgene Gabe gegeben in eure Säcke" bedeutet, es sei von Ihm ohne alle ihre Klugheit; "euer Silber ist mir zugekommen" bedeutet, es werde scheinen, als ob das Wahre von ihnen erworben worden sei; "und er führte den Schimeon zu ihnen heraus" bedeutet, er habe den Wahrheiten das Wollen beigesellt. 5647. "Und die Männer fürchteten sich", 1. Mose 43/18, bedeutet die Zurückhaltung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich fürchten, sofern es hier eine Zurückhaltung bezeichnet, nämlich von der Verbindung mit dem Inwendigen. Die Furcht kommt von verschiedenen Ursachen her, z.B. von Gefahr für das Leben, das Einkommen, wie auch für Verlust der Ehre und des guten Namens, wie auch (die Besorgnis), man möchte in Sklaverei geraten, und so die Freiheit, und mit der Freiheit die Lebenslust verlieren. Davon ist in dem nun Folgenden die Rede; sie fürchteten nämlich, sie möchten dem Inwendigen beigesellt werden und dadurch ihr Eigenes verlieren, und mit dem Eigenen ihre Freiheit, und mit der Freiheit die Lebenslust, denn diese hängt von der Freiheit ab. Daher kommt es, daß durch "die Männer fürchteten sich" eine Zurückhaltung bezeichnet wird, nämlich, daß sie nicht beigesellt werden möchten. Hier soll vorläufig mit wenigem gesagt werden, wie es sich mit jener Verbindung, nämlich mit der Verbindung des äußeren oder natürlichen Menschen mit dem inwendigen oder geistigen verhält: Der äußere oder natürliche Mensch regiert vom ersten Lebensalter an und weiß nicht, daß es einen inwendigen oder geistigen Menschen gibt. Wenn daher der Mensch gebessert wird, und anfängt, aus einem natürlichen und äußeren ein geistiger oder inwendiger zu werden, dann erst empört sich das Natürliche, denn es wird gelehrt, der natürliche Mensch müsse unterjocht, d.h. alle seine Begierden nebst dem, was sie begründet, müssen ausgerottet werden. Daher denkt der natürliche Mensch, wenn er sich selbst überlassen wird, auf diese Weise müsse er ganz zugrunde gehen, denn er weiß nicht anders, als daß das Natürliche alles sei, hat aber keinen Begriff davon, daß unermeßlich vieles und Unaussprechliches im Geistigen liegt. Und wenn der natürliche Mensch so denkt, dann zieht er sich zurück, und will dem Geistigen nicht unterworfen werden; dies nun ist es, was hier durch Furcht bezeichnet wird. 5648. "Daß sie ins Haus Josephs geführt wurden", 1. Mose 43/18, bedeutet, daß die dem Natürlichen angehörenden Wahrheiten dem Inwendigen beigesellt und unterworfen werden sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "geführt werden ins Haus Josephs", sofern es heißt, mit dem Inwendigen verbunden und unterworfen werden; denn durch Joseph wird das Inwendige vorgebildet, weil das Wahre vom Göttlichen oder das Himmlische des Geistigen, wovon Nr. 5307, 5331, 5332, 5417, 5469, und durch Haus wird sowohl das Inwendige des Menschen, als sein Äußeres bezeichnet: Nr. 3128, 3538, 4973, 5023; hier das Inwendige, weil gesagt wird das Haus Josephs; und durch geführt werden, nämlich zum Inwendigen, wird bezeichnet, beigesellt werden, und weil beigesellt werden, wird (auch) bezeichnet verbunden werden. Der Grund ist, weil, wenn das Natürliche dem Inwendigen beigesellt wird, es ihm alsdann unterworfen wird; denn die Herrschaft, die früher der natürliche Mensch gehabt hatte fällt hernach dem geistigen zu. Von dieser Herrschaft soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden die Rede sein. Es soll auch mit wenigen Worten gesagt werden, wie es sich mit dem inneren Sinn des Wortes verhält. Der innere Sinn des Wortes ist hauptsächlich für diejenigen, die im anderen Leben sich befinden. Wenn diese bei einem Menschen sind, der das Wort liest, werden sie es inne nach dem inneren Sinn, nicht aber nach dem äußeren Sinn, denn sie verstehen keine menschlichen Worte, sondern bloß den Sinn der Worte, und diesen nicht nach den natürlichen Gedanken des Menschen, sondern nach ihren Gedanken, die geistig sind. In diesen geistigen Sinn wird sogleich der beim Menschen befindliche natürliche Sinn umgewandelt. Es verhält sich damit, wie wenn einer die Sprache eines anderen in die seinige, die eine andere ist, übersetzt, was plötzlich geschieht. Aber so geht der natürliche Sinn des menschlichen Denkens in den geistigen über; denn die geistige Sprache oder Rede ist den Engeln eigen, die natürliche aber dem Menschen. Eine so plötzliche Umwandlung gleichsam der einen Sprache in die andere beruht auf der Entsprechung von allen und jeden in der natürlichen Welt mit den Dingen in der geistigen Welt. Weil nun der innere Sinn des Wortes hauptsächlich für diejenigen ist, die in der geistigen Welt sich befinden, deshalb wird hier im inneren Sinn solches erwähnt was für sie ist, und was ihnen lieb und angenehm. Aber je inwendiger dergleichen ist, um so weiter ist es von der Fassungskraft der Menschen entfernt, denen das Weltliche und Leibliche lieb und angenehm ist, und daher das Geistige, das dem inneren Sinn angehört, gering schätzen, ja einen Widerwillen dagegen haben. Ein jeder möge sich prüfen, ob ihn nicht das, was im inneren Sinn in dem nun Folgenden enthalten ist, anekelt und anwidert, da es doch solches ist, was die Gesellschaften der Engel gar sehr ergötzt. Hieraus kann auch für den, der nachdenkt, klar werden, was für ein Unterschied ist zwischen dem, was die Menschen, und dem, was die Engel erfreut, sodann, worin die Engel die Weisheit setzen und worin die Menschen, daß nämlich die Engel die Weisheit in solche Dinge setzen, die der Mensch gering schätzt und verschmäht, und daß der Mensch die Weisheit in solche Dinge setzt, um welche die Engel sich gar nicht bekümmern, und viele in solches, was die Engel verwerfen und fliehen. 5649. "Und sprachen: wegen des Silbers, das früher uns wiedergebracht wurde in unsere Säcke, werden wir hergeführt", 1. Mose 43/18, bedeutet, weil das Wahre im auswendigeren Natürlichen umsonst geschenkt erscheint, darum werden sie unterworfen. Dies erhellt aus der Bedeutung des wiedergebrachten Silbers, sofern es das umsonst geschenkte Wahre ist, wovon Nr. 5530, 5624; aus der Bedeutung der (Öffnung der) Säcke, sofern sie die Schwelle des auswendigeren Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5497; und aus der Bedeutung von hergeführt werden, sofern es heißt, beigesellt und unterworfen werden, wovon Nr. 5648. Dies verhält sich so: weil (von ihnen) wahrgenommen wurde, daß die wißtümlicheren Wahrheiten im auswendiger Natürlichen umsonst geschenkt worden seien, und sie deswegen zur Verbindung mit dem Inwendigen angelockt, und so demselben unterworfen würden, so (besorgte sie), sie möchten dadurch, wie gleich oben gesagt wurde, ihrer Freiheit und so aller Lebenslust beraubt werden. Daß es so ist, daß nämlich wahrgenommen werde, die wißtümlichen Wahrheiten seien umsonst geschenkt, und zwar sowohl im auswendigeren als inwendigeren Natürlichen, ist dem Menschen ganz unbekannt. Der Grund ist, weil er kein solches Innewerden hat; denn er kennt ganz und gar nicht, was ihm umsonst geschenkt wird, noch weniger, was im auswendiger Natürlichen und was im inwendigeren niedergelegt wird. Daß er dieses nicht inne wird, davon ist der allgemeine Grund der, daß das Weltliche und Irdische ihm am Herzen liegt, nicht aber das Himmlische und Geistige, und daß er ebendarum an keinen Einfluß durch den Himmel vom Herrn glaubt, somit gar nicht, daß ihm etwas geschenkt wird; während doch alles Wahre, das er aus dem Wißtümlichen vernunftmäßig erschließt, und wovon er meint, es komme aus eigenem Vermögen, ein solches ist, was ihm geschenkt wird. Noch weniger kann ein Mensch inne werden, ob dasselbe ins auswendigere Natürliche oder ins inwendigere gelegt ist, weil er nicht weiß, daß es zweierlei Natürliches gibt, nämlich ein auswendigeres, das den äußeren Sinnen nahe kommt und ein inwendigeres, das von denselben sich zurückzieht und zum Vernünftigen sich wendet. Weil der Mensch von diesen und jenen Dingen keine Kunde hat, deswegen kann er kein Innewerden von solchem haben. Man muß vorher die Kenntnis einer Sache haben, ehe man sie innewerden kann. Hingegen die Engelsgesellschaften wissen und empfinden dies wohl und klar, nicht nur, was ihnen umsonst geschenkt wird, sondern auch, wo dasselbe ist. Dies kann aus folgender Erfahrung erhellen: wenn ein Geist, der im Guten und daher (für den Himmel) befähigt ist, in eine Engelsgesellschaft kommt, alsdann kommt er zugleich in alle Wissenschaft und Einsicht, welche die Gesellschaft hat, in der er vorher nicht gewesen war, und dann weiß er nicht anders, als daß er es schon früher und von selbst gewußt und so verstanden habe. Wenn er aber nachdenkt, so nimmt er wahr, daß dies ihm durch jene Engelsgesellschaft vom Herrn umsonst geschenkt wird; und er erkennt auch an der Engelsgesellschaft, wo es ist, ob es im auswendigeren Natürlichen oder im inwendigeren Natürlichen ist, denn es gibt Engelsgesellschaften, die im auswendigeren Natürlichen, und solche, die im inwendigeren sind. Aber das Natürliche, das sie haben, ist nicht ein solches Natürliche, wie es der Mensch hat, sondern es ist ein geistig Natürliches, das dadurch geistig worden ist, daß es dem Geistigen verbunden und unterworfen wurde. Aus diesem kann erhellen, daß, was hier im inneren Sinn erwähnt wird, im anderen Leben wirklich sich so zuträgt, daß sie nämlich inne werden, was ihnen umsonst geschenkt wird, und dann auch, wo es niedergelegt wird, obwohl der Mensch heutzutage nichts von solchen Dingen weiß. Aber in alten Zeiten haben die Angehörigen der Kirche solches gewußt; ihr Wißtümliches lehrte sie das, und auch ihre Glaubenslehren. Sie waren inwendigere Menschen, aber von jenen Zeiten an wurden sie nach und nach äußerlicher, so daß sie heutzutage in einem Leben des Körpers, somit im Äußersten sind. Ein Beweis davon ist, daß sie nicht einmal wissen, was das Geistige und das Inwendige sei, und daß sie auch nicht glauben, daß es ein solches gibt. Ja zu einem solchen Äußersten und Körperlichen haben sie sich vom Inwendigeren aus verirrt, daß sie nicht einmal an ein Leben nach dem Tod glauben, und auch an keinen Himmel und keine Hölle, ja infolge der Entfernung vom Inwendigeren bis in ein solches Äußerstes sind sie im Geistigen so stumpfsinnig geworden, daß sie glauben, das Leben des Menschen sei gleich dem Leben der Tiere, und der Mensch werde daher ebenso hinsterben; und was seltsam ist, die Gebildeten haben mehr als die Einfältigen einen solchen Glauben, und wer anders glaubt, wird von ihnen für einfältig gehalten. 5650. "Um auf uns die Schuld zu wälzen; und daß man sich auf uns werfe", 1. Mose 43/18, bedeutet, um deswillen würden sie unter die unumschränkte Gewalt gebracht. Dies erhellt aus der Bedeutung von (Schuld) wälzen auf einen, sofern es heißt, ihn beschuldigen; und aus der Bedeutung von "sich werfen auf einen", sofern es heißt ihn unter die Gewalt bringen; hier unter eine unumschränkte, denn es folgt, "daß man uns nehme zu Knechten, und unsere Esel". Dieses verhält sich so: Ehe der natürliche Mensch mit dem geistigen, oder der äußere mit dem inwendigeren verbunden wird, ist es ihm überlassen zu denken, ob er wolle, daß die aus der Selbst- und Weltliebe entspringenden Begierden, und alles das, womit er sie verteidigt hatte, entfernt und aufgehoben, und die Herrschaft dem geistigen oder inwendigen (Menschen) zuteil werde. Solches zu denken wird ihm überlassen, damit er mit Freiheit wähle, was ihm beliebt. Wenn nun der natürliche Mensch ohne den geistigen darüber denkt, dann verwirft er es, denn er liebt seine Begierden, weil er sich selbst und die Welt liebt; er bekommt Angst davor, und meint, wenn jene vernichtet würden, bliebe ihm kein Leben mehr übrig, denn in den natürlichen oder äußeren Menschen setzt er alles. Oder er meint, daß er hernach aus sich nichts mehr vermögen werde, und daß alles, was er denke, was er wolle, und was er tue, durch den Himmel einfließen werde, daß er also nicht mehr selbständig sei. Wenn der sich selbst überlassene natürliche Mensch in diesem Zustand ist, zieht er sich zurück und widersteht. Wenn aber etwas Licht durch den Himmel vom Herrn in sein Natürliches einfließt, fängt er an, anders zu denken, nämlich es sei doch besser, daß der geistige Mensch die Herrschaft habe, denn dann könne der Mensch das Gute denken und das Gute wollen, und dann auch in den Himmel kommen, nicht aber, wenn der natürliche Mensch herrsche. Und wenn er denkt, daß alle Engel im ganzen Himmel so beschaffen und infolgedessen in unaussprechlicher Freude sind, alsdann kämpft er mit dem natürlichen Menschen, und zuletzt will er dem geistigen untergeordnet sein. In diesen Zustand wird der Mensch gesetzt, der wiedergeboren werden soll, und zwar deshalb, damit er sich mit Freiheit wenden kann, wohin er will, und inwieweit er sich mit Freiheit zum (Guten) wendet, insoweit wird er wiedergeboren. Jenes und dieses ist es, wovon im inneren Sinn hier gehandelt wird. 5651. "Und nehme uns zu Knechten, und unsere Esel", 1. Mose 43/18, bedeutet, so daß alles, was in beiden Natürlichen sich befindet, nichts gelte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die dieses von sich reden, sofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie etwas Unbedeutendes bezeichnen: Nr. 2541, hier das Unwerte, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Esel, sofern sie das bezeichnen, was im Natürlichen sich befindet, nämlich das Wißtümliche, wovon Nr. 5492, hier im auswendigeren Natürlichen, weil die Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs bezeichnet werden, im inwendigeren Natürlichen sind. Damit, daß alles in beiden Natürlichen Befindliche nichts gelte, verhält es sich auf folgende Weise: Wenn der Mensch geistig werden soll, muß sein Natürliches zunichte werden, d.h. (so unterworfen werden), daß es gar nichts aus sich vermag, denn in dem Maß, als das Natürliche etwas aus sich vermag, ist das Geistige unvermögend. Das Natürliche hat nämlich von Kindheit an nichts anderes sich zu eigen gemacht, als was den selbstischen und weltlichen Begierden angehört, somit was der Liebtätigkeit entgegengesetzt ist. Dieses Böse macht, daß das Gute durch den inwendigen Menschen vom Herrn nicht einfließen kann, denn alles, was einfließt, wird im Natürlichen ins Böse verwandelt. Das Natürliche ist der Grund und Boden, in dem der Einfluß ausläuft (terminatur). Wofern daher das Natürliche, d.h. das Böse und Falsche, welches das Natürliche gebildet hatte, nicht zunichte wird, kann das Gute durch den Himmel vom Herrn unmöglich einfließen; es hat keine Herberge, sondern es zerstiebt, denn im Bösen und Falschen kann es nicht verweilen. Daher kommt es, daß das Inwendige in dem Maß verschlossen wird, als nicht das Natürliche zunichte wird. Dies ist auch in der Kirche bekannt aus dem Lehrsatz, daß man den alten Menschen ausziehen müsse, um den neuen anzuziehen. Die Wiedergeburt hat keinen anderen Zweck, als daß das Natürliche unterjocht werde, und das Geistige die Herrschaft erlange; und das Natürliche wird dann unterjocht, wenn es zur Entsprechung gebracht wird, und wenn das Natürliche zur Entsprechung gebracht ist, dann widerstrebt es nicht mehr, sondern tut, wie ihm befohlen wird, und folgt auf den Wink des Geistigen, kaum anders als die Handlungen des Leibes auf den Wink des Willens erfolgen, und die Rede samt dem Angesicht gemäß dem Einfluß des Denkens. Hieraus wird klar, daß das Natürliche ganz zunichte werden muß in betreff des Wollens, wenn der Mensch geistig werden soll. Aber man muß wissen, daß nur das alte Natürliche zunichte werden muß, denn dieses ist gebildet aus Bösem und Falschem, und wenn dasselbe zunichte geworden ist, dann wird dem Menschen ein neues Natürliches geschenkt, welches das geistig Natürliche genannt wird. Geistig darum, weil das Geistige es ist, das durch dasselbe wirkt, und sich durch dasselbe äußert, wie die Ursache durch die Wirkung. Es ist auch bekannt, daß die Ursache das Ganze der Wirkung ist. Daher ist das neue Natürliche in betreff des Denkens, Wollens und Auswirkens eben nichts anderes als eine vorbildliche Darstellung des Geistigen. Wenn dieses geschieht, dann empfängt der Mensch das Gute vom Herrn, und wenn er das Gute aufnimmt, wird er mit Wahrheiten beschenkt, und wenn er mit Wahrheiten beschenkt wird, wird er durch Einsicht und Weisheit vervollkommnet, und wenn er durch Einsicht und Weisheit vervollkommnet wird, wird er glückselig in Ewigkeit. 5652. "Und sie traten zu dem Mann, der über das Haus Josephs (gesetzt war)", 1. Mose 43/19, bedeutet die Lehren der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mannes über das Haus Josephs, sofern er das bezeichnet, was der äußeren Kirche angehört, wovon Nr. 5640, somit die Lehre, denn diese gehört der Kirche an; außerdem wird durch den Mann bezeichnet das Wahre, somit die Lehre: Nr. 3134, und durch das Haus die Kirche: Nr. 1795; und weil Joseph das Inwendige bezeichnet: Nr. 5649, so ist das Haus Josephs die inwendige Kirche. Die Lehre aus dem Wort ist das, was über jenes Haus dienend und verwaltend (gesetzt ist). 5653. "Und redeten zu ihm an der Türe des Hauses", 1. Mose 43/19, bedeutet die Beratung aus denselben über die Einführung. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden zu ihm, nämlich zu dem Manne über das Haus Josephs, sofern es die Beratung aus denselben, nämlich aus den Lehren bezeichnet; und aus der Bedeutung der Türe des Hauses, sofern sie die Einführung ist, wovon Nr. 2356, 2385, hier vom natürlichen oder äußeren Menschen zum geistigen oder inwendigen, wovon eben die Rede ist. Weil dieses bezeichnet wird, so wird in der Grundsprache nicht gesagt bei der Türe des Hauses, sondern nur Türe des Hauses. 5654. "Und sprachen: Ach, mein Herr", 1. Mose 43/20, bedeutet die Bezeugung. Dies erhellt aus dieser Redensart selbst, die ein Ausdruck der Bezeugung ist, nämlich daß es wahr sei, was sie reden von dem Silber, das in der Öffnung des Sackes eines jeden sich vorgefunden hatte. 5655. "Wir sind vormals herabgezogen, Speise zu kaufen", 1. Mose 43/20, bedeutet das Verlangen, sich das Gute für die Wahrheiten zu verschaffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von herabziehen, sofern es ein Verlangen oder eine Absicht bezeichnet; denn wer hinabgeht oder sich irgendwohin begibt, tut es, weil er etwas im Sinn hat, hier, sich das Gute für die Wahrheiten zu verschaffen, was bezeichnet wird durch "Speise zu kaufen"; denn durch kaufen wird bezeichnet sich verschaffen und aneignen: Nr. 5374, 5397, 5406, 5414, 5426, und durch Speise das Gute des Wahren: Nr. 5340, 5342, hier das Gute für die Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden, die jenes von sich sagen. 5656. "Und es geschah, da wir in die Herberge kamen, und unsere Säcke auftaten", 1. Mose 43/21, bedeutet den Einblick in das auswendigere Natürliche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herberge, sofern sie das auswendigere Natürliche im allgemeinen bezeichnet, wovon Nr. 5495; aus der Bedeutung von auftun, sofern es den Einblick bezeichnet, denn wer auftut, will einen Einblick tun; und aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das auswendigere Natürliche im besonderen ist, wovon Nr. 5497. 5657. "Siehe, da war das Silber eines jeden in der Öffnung seines Sackes", 1. Mose 43/21, bedeutet, man habe ersehen, daß die Wahrheiten gleichsam umsonst geschenkt worden seien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers eines jeden im Sack, sofern es die umsonst geschenkten Wahrheiten sind, wovon Nr. 5530, 5624, ebenso das Silber eines jeden in der Öffnung des Sackes, mit dem Unterschied, daß durch dieses die umsonst geschenkten Wahrheiten bezeichnet werden, sofern sie auf der Schwelle des auswendiger Natürlichen niedergelegt worden sind, denn durch die Öffnung des Sackes wird die Schwelle des auswendiger Natürlichen bezeichnet: Nr. 5497. Daß hier bezeichnet wird "gleichsam" umsonst geschenkt, hat den Grund, weil sie im Zustand des Zweifelns sind, ob sie mit dem Inwendigen verbunden und zunichte werden wollen, und wenn jemand im Zustand des Zweifelns ist, so ist er auch zweifelhaft gesinnt über die Wahrheiten, die es bekräftigen. 5658. "Unser Silber nach seinem Gewicht", 1. Mose 43/21, bedeutet die Wahrheiten gemäß dem Zustand eines jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954; und aus der Bedeutung des Gewichtes, sofern es den Zustand einer Sache in Ansehung des Guten bezeichnet, wovon Nr. 3104, die Wahrheiten nach dem Zustand eines jeden heißt daher, gemäß dem Guten, das sie aufnehmen können. Gewichte und Maße werden in vielen Stellen im Wort genannt, aber im inneren Sinn bedeuten sie nicht Gewichte und Maße, sondern die Gewichte bedeuten die Zustände einer Sache in Ansehung des Guten, und die Maße bedeuten die Zustände einer Sache in Ansehung des Wahren, wie auch die Schwere und die Ausdehnung. Die Schwere in der natürlichen Welt entspricht dem Guten in der geistigen Welt, und die Ausdehnung dem Wahren. Der Grund ist, weil es im Himmel, woher die Entsprechungen stammen, keine Schwere noch Ausdehnung gibt, weil keinen Raum. Es erscheint zwar Schweres und Ausgedehntes bei den Geistern, aber es sind Scheinbarkeiten, die aus den Zuständen des Guten und Wahren im oberen Himmel entspringen. Daß das Silber das Wahre bedeutet, war in den alten Zeiten sehr bekannt; daher haben die Alten die vom ersten Weltalter bis zum letzten der Welt laufenden Zeiten in goldene, silberne, kupferne und eiserne Zeitalter unterschieden, denen sie auch noch die tönernen beifügten. Goldene Zeitläufe nannten sie jene Zeiten, wo Unschuld und Redlichkeit herrschte, und wo ein jeder das Gute tat aus Gutem, und das Gerechte aus Gerechtigkeit. Silberne aber hießen sie diejenigen Zeiten, wo keine Unschuld mehr war, aber doch eine Art von Redlichkeit, die nicht darin bestand, daß sie das Gute taten aus dem Guten, sondern daß sie das Wahre taten aus dem Wahren. Aber kupferne und eiserne Zeitläufe nannte man diejenigen, die noch niederer standen. Daß sie die Zeiten so benannten, geschah nicht vergleichsweise, sondern der Entsprechung wegen, denn die Alten wußten, daß das Silber dem Wahren entspricht, und das Gold dem Guten, und zwar infolge der Gemeinschaft mit Geistern und Engeln; denn wenn im oberen Himmel die Rede ist vom Guten, erscheint unten bei denjenigen, die im ersten oder letzten Himmel unterhalb jener sind, Goldenes (aureum); und wenn die Rede ist vom Wahren, erscheint dort Silbernes; zuweilen so, daß nicht nur die Wände der Zimmer, wo sie wohnen, von Gold und Silber schimmern, sondern auch die dortige Atmosphäre selbst. Auch bei den Engeln des ersten oder letzten Himmels, die im Guten sind aus dem Guten, erscheinen Tische von Gold, Leuchter von Gold und anderes mehr. Bei denjenigen aber, die im Wahren sind aus dem Wahren, erscheint solches von Silber. Wer weiß heutzutage, daß die Zeitalter von den Alten goldene und silberne genannt wurden der Entsprechung wegen, ja, wer weiß heutzutage etwas von der Entsprechung; und wer dieses nicht weiß, und mehr noch, wer sein Vergnügen und Weisheit daran setzt, darüber zu disputieren, ob etwas sei oder nicht sei, der kann nicht einmal das Geringste von den unzähligen Gegenständen wissen, die Entsprechungen sind. 5659. "Und wir bringen es zurück in unserer Hand", 1. Mose 43/21, bedeutet, was umsonst geschenkt worden, werde, soviel möglich, unterbreitet. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückbringen, sofern es hier heißt unterbreiten; und aus der Bedeutung von in unserer Hand, sofern es heißt, soviel möglich, wovon Nr. 5624. Daß es umsonst geschenkt worden, wird bezeichnet durch das Silber im Mund der Tasche, das sie zurückbrachten: Nr. 5657. 5660. "Und auch anderes Silber bringen wir herab in unserer Hand", 1. Mose 43/22, bedeutet, man habe im Sinn durch ein Wahres von anderswoher sich das Gute zu verschaffen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 5657, und weil durch Silber das Wahre bezeichnet wird, so wird durch anderes Silber ein anderes Wahres bezeichnet, also ein Wahres von anderswoher. Weil es kein anderes Wahres gibt als das echte, das vom Herrn (stammt), Der es umsonst schenkt, so ist auch nicht von anderswoher das Wahre selbst (zu erlangen); und aus der Bedeutung von herabbringen, sofern es das Vorhaben bezeichnet, sich etwas zu verschaffen, nämlich das Gute des Wahren, das durch das Getreide, das sie kaufen sollten, bezeichnet wird. Der historische Buchstabensinn schließt in sich, daß das andere Silber auch dem Joseph zukommen sollte, um von ihm Speise zu kaufen, somit nicht anderswoher, aber der innere Sinn bleibt nicht beim historischen Buchstabensinn stehen, diesen Sinn achtet er nicht, sondern (er bleibt) bei der Sache selbst, von der gehandelt wird, und diese Sache ist (hier), daß sie, wenn sie deswegen, weil einige Wahrheiten im auswendigeren Natürlichen umsonst geschenkt wurden, in knechtische Abhängigkeit kämen, sich von anderswoher das Gute durch das Wahre verschaffen wollten. Solcherart ist auch der Zusammenhang im inneren Sinn; denn es wird gleich hernach gesagt: "wir wissen nicht, wer das Silber in unsere Säcke gelegt hat", wodurch bezeichnet wird, daß sie nicht glaubten, weil sie nicht wußten, von wem das Wahre im auswendigeren Natürlichen (stammte). Das gleiche ereignet sich im anderen Leben bei den Geistern, die durch Wahrheiten ins Gute eingeweiht werden, und hauptsächlich in dieses, daß alles Gute und Wahre vom Herrn einfließt, und wenn sie wahrnehmen, daß alles, was sie denken und wollen, einfließe, und daß sie so von selber nicht denken und wollen können, dann wehren sie sich dagegen so sehr als möglich. Sie glauben, daß sie so kein eigenes Leben hätten, und daß so alle Lust verlorengehen würde; denn diese suchen sie im Eigenen. Und überdies, wenn sie nicht das Gute von selbst tun, und das Wahre von selbst glauben könnten, so müßten sie die Hände in den Schoß legen, ohne etwas aus sich zu tun und zu denken, und müßten auf den Einfluß warten. So zu denken wird ihnen auch zugelassen, selbst bis zu dem Punkt, daß sie bei sich beinahe zu dem Beschluß kommen, sie wollten von daher das Gute und Wahre nicht annehmen, sondern anderswoher, wo keine solche Entziehung des Eigenen stattfinde. Zuweilen dürfen sie sogar forschen, wo sie dasselbe etwa finden möchten, aber nachher, wenn sie es nirgends finden, kommen diejenigen wieder, die wiedergeboren werden, und wählen sich aus freiem Antrieb für ihr Wollen und Denken die Leitung vom Herrn. Alsdann werden sie auch belehrt, daß sie ein himmlisches Eigenes empfangen werden, wie es die Engel haben, und mit diesem Eigenen auch ewige Wonne und Seligkeit. Was das himmlische Eigene betrifft, so entsteht dasselbe aus dem neuen Willen, der vom Herrn gegeben wird, und unterscheidet sich vom Eigenen des Menschen darin, daß man dann nicht mehr in allem und jedem, was man tut, und in allem und jedem was man lernt und lehrt, sich selbst als Zweck im Auge hat, sondern den Nächsten, das öffentliche Wohl, die Kirche, das Reich des Herrn und so den Herrn selbst. Die Lebenszwecke sind es, die geändert werden. Die Zwecke der Rücksicht auf das Niedere, nämlich auf die Welt und sich selbst, werden entfernt, und die Zwecke der Rücksicht auf das Höhere werden an deren Stelle gesetzt. Die Lebenszwecke sind nichts anderes, als das Leben des Menschen selbst; denn die Zwecke sind das eigentliche Wollen des Menschen, und sind seine eigentlichen Liebestriebe; denn was der Mensch liebt, das will er und hat er zum Zweck. Wem das himmlische Eigene geschenkt wird, der ist auch in der Ruhe und im Frieden, denn er traut dem Herrn und glaubt, daß nichts Böses ihn antaste, und weiß, daß die Begierden ihn nicht anfechten; und außerdem sind die, welche im himmlisch Eigenen sind, in der Freiheit selbst; denn vom Herrn geleitet werden, ist Freiheit, weil dann der Mensch im Guten ist, und vom Guten zum Guten geführt wird. Hieraus kann erhellen, daß solche in der Wonne und Seligkeit sind, denn nichts Störendes ist vorhanden, nichts von Selbstliebe, folglich nichts von Feindschaft, Haß, Rachgier; und auch nichts von Weltliebe, folglich nichts von Betrug, Furcht, Unruhe. 5661. "Wir wissen nicht, wer das Silber in unsere Säcke gelegt hat", 1. Mose 43/22, bedeutet Nichtglauben infolge des Nichtwissens, von wem das Wahre im auswendiger Natürlichen stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht wissen, sofern es im geistigen Sinn soviel ist als nicht glauben; aus der Bedeutung von "wer gelegt hat", sofern es das Nichtwissen ist, von wem; aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 5658; und aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das auswendigere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5497. 5662. "Und er sprach: Friede sei mit euch; fürchtet euch nicht", 1. Mose 43/23, bedeutet, es stehe gut, sie sollten nicht verzweifeln. Dies erhellt aus der Bedeutung des Friedens, sofern er ein Wohlergehen bezeichnet, worüber folgt; und aus der Bedeutung von "fürchtet euch nicht", sofern es heißt, sie sollen nicht verzweifeln; denn es wird im inneren Sinn von der Zustandsveränderung gehandelt, da sie nicht mehr aus eigener Kraft Wahrheiten und durch Wahrheiten das Gute sich verschaffen, sondern daß sie damit vom Herrn beschenkt werden sollen; und weil sie meinten, sie würden so das Eigene, somit die Freiheit, folglich alle Lebenslust verlieren, waren sie in der Verzweiflung, wie aus dem Vorhergehenden klar ist. Daraus folgt, daß durch "Fürchtet euch nicht" hier bezeichnet wird, sie sollten nicht verzweifeln; denn die Furcht entsteht aus verschiedenen Ursachen: Nr. 5647, daher hat sie auch verschiedene Bedeutung. Daß der Friede bedeutet "gut stehen", hat den Grund, weil er das Inwendigste, und daher das in allem und jedem im Himmel waltende Allgemeine ist; denn der Friede ist im Himmel, wie auf Erden der Frühling, oder wie die Morgenröte, die nicht anregen durch sinnlich wahrnehmbare Abwechslungen, sondern durch das allgemein liebliche Wesen, das in das einzelne, das man wahrnimmt, einfließt, und nicht nur das Innewerden selbst, sondern auch die einzelnen Gegenstände voll Anmut macht. Heutzutage weiß kaum jemand, was der Friede (bedeutet), wo er im Wort genannt wird, wie im Segen: "Jehovah erhebe Sein Angesicht über dich, und gebe dir Friede": 4. Mose 6/26, und anderwärts. Beinahe ein jeder glaubt, der Friede sei Sicherheit vor Feinden und ein stilles Zusammenleben im Haus und unter Genossen; aber dieser Friede wird dort nicht gemeint, sondern der Friede, der jenen Frieden unendlich übertrifft. Es ist der himmlische Friede, von dem gleich oben. Mit diesem Frieden kann niemand begnadigt werden, als wer sich vom Herrn führen läßt und im Herrn ist, d.h. im Himmel, wo der Herr ist alles in allem; denn der himmlische Friede fließt ein, wenn die aus der Selbst- und Weltliebe entspringenden Begierden weggeschafft sind, weil diese es sind, die den Frieden wegnehmen; denn diese befehden das Inwendigere des Menschen und machen, daß er zuletzt in der Unruhe die Ruhe und in feindseligen Dingen den Frieden sucht, weil er in bösen Dingen seine Lust findet. Solange der Mensch in solchem befangen ist, kann er schlechterdings nicht wissen, was der Friede sei, ja, solange glaubt er, daß jener Friede nichts sei, und wenn man sagt, daß jener Friede alsdann zum Bewußtsein komme, wenn die Lustreize aus der Selbst- und Weltliebe weg sind, so lacht er darüber, weil er in der Lust des Bösen, das dem Frieden entgegengesetzt ist, den Frieden sucht. Weil der Friede so beschaffen ist, nämlich das Innerste aller Seligkeiten und Wonnegefühle, und daher das im einzelnen waltende Allgemeine (universale in sigulis regnans), darum war bei den Alten die allgemeine Redensart gebräuchlich: "Friede (sei) mit euch!" wenn sie sagen wollten, es möge gut gehen, und fragweise, ob Friede sei, wenn sie fragen wollten, ob es gut gehe. Man sehe, was über den Frieden gesagt und gezeigt wurde, nämlich daß der Friede in den Himmeln gleich dem Frühling und der Morgenröte auf Erden sei: Nr. 1726, 2780. Daß der Friede im höchsten Sinn der Herr sei und im vorbildlichen Sinn Sein Reich, und daß er das Göttliche des Herrn sei, welches das Gute vom Inwendigsten aus anregt: Nr. 3780, 4681. Daß alle Unruhe vom Bösen und Falschen, der Friede aber vom Guten und Wahren herkomme: Nr. 3170. 5663. "Euer Gott und der Gott eures Vaters", 1. Mose 43/23, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn. Dies kann daraus erhellen, daß, wo im Wort Gott oder Jehovah genannt wird, der Herr verstanden wird und kein anderer: Nr. 1343, 1736, 2921, 3035; und wenn gesagt wird: "euer Gott und der Gott eures Vaters", d.h. der Gott Israels und Jakobs und seiner Söhne, wird verstanden das Göttlich-Menschliche des Herrn, und zwar in Ansehung des göttlich Natürlichen: Nr. 3305, 4286, 4570; denn Israel bildete den Herrn vor in Ansehung des inwendigeren Natürlichen, und Jakob in Ansehung des auswendigeren, und die Söhne in Ansehung der Wahrheiten in jenem Natürlichen. Daß unter Gott und Jehovah im Wort der Herr verstanden worden, hat die jüdische Kirche nicht gewußt, und weiß die christliche Kirche heutzutage nicht. Der Grund, warum die christliche Kirche das nicht weiß, ist, weil sie die Gottheit in drei Personen geteilt hat. Hingegen die Alte Kirche, die nach der Sündflut war, und hauptsächlich die Uralte Kirche, die vor der Sündflut war, haben keinen anderen unter Jehovah und Gott verstanden als den Herrn, und zwar Ihn in Ansehung des Göttlich-Menschlichen. Sie wußten auch vom Göttlichen Selbst, das im Herrn ist, und das Er Seinen Vater nennt, aber an dieses Göttliche Selbst, das im Herrn ist, konnten sie nicht denken, wohl aber an das Göttlich-Menschliche, folglich konnten sie mit keinem anderen Göttlichen verbunden werden, denn die Verbindung geschieht durch das Denken, das dem Verstand angehört, und durch die Neigung, die dem Willen angehört, somit durch Glauben und durch Liebe. Denn wenn man an das Göttliche Selbst denkt, fällt der Gedanke gleichsam ins grenzenlose Weltall, und verliert sich so, wodurch keine Verbindung entsteht; anders, wenn man sich das Göttliche Selbst als Göttlich-Menschlich denkt. Und sie wußten, daß sie, wofern sie nicht mit dem Göttlichen verbunden würden, nicht selig werden könnten. Deswegen war es das Göttlich-Menschliche, das die alten Kirchen angebetet haben. Jehovah hat auch im Göttlich-Menschlichen Sich bei ihnen geoffenbart; und das Göttlich-Menschliche war das Göttliche Selbst im Himmel; denn der Himmel bildet zusammen einen Menschen, welcher der Größte Mensch genannt wird, von dem am Ende der Kapitel bisher die Rede war. Dieses Göttliche im Himmel ist kein anderes als das Göttliche Selbst, aber im Himmel als göttlicher Mensch. Dieser Mensch ist es, den der Herr annahm, und in Sich göttlich machte, und mit dem Göttlichen Selbst vereinigte, wie er von Ewigkeit her vereinigt gewesen war; denn es war von Ewigkeit eins; und zwar deshalb, weil das Menschengeschlecht nicht anders selig gemacht werden konnte; denn es konnte nicht mehr genügen, daß das Göttliche Selbst durch den Himmel, somit durch das Göttlich-Menschliche daselbst in die menschlichen Gemüter einfließen konnte. Das Göttliche Selbst wollte deshalb das Göttlich-Menschliche tatsächlich durch das in der Welt angenommene Menschliche mit Sich vereinigen. Dieses und jenes ist der Herr. 5664. "Hat euch eine verborgene Gabe gegeben in eure Säcke", 1. Mose 43/23, bedeutet, es sei von Ihm ohne alle ihre Klugheit. Dies erhellt aus der Bedeutung der verborgenen Gabe, sofern sie das Wahre und Gute ist, was vom Herrn geschenkt wird, ohne daß es der Mensch weiß; und aus der Bedeutung des in den Säcken oder in den Taschen wiedergebrachten Silbers, sofern es heißt, ohne alle ihre Kraft, wovon Nr. 5488, 5496, 5499. Hieraus wird klar, daß durch "er hat euch eine verborgene Gabe gegeben in eure Säcke" bezeichnet wird, daß von Ihm, nämlich dem Göttlich-Menschlichen des Herrn, das Wahre und Gute im Natürlichen herkomme, ohne all ihre Kraft, und weil es ohne ihre Kraft da ist, so ist es auch ohne ihre Klugheit. Klugheit wird gesagt, weil die Klugheit der Vorsehung entspricht, und was aus der göttlichen Vorsehung stammt, geht nicht aus des Menschen Klugheit hervor. 5664_. "Euer Silber ist mir zugekommen", 1. Mose 43/23, bedeutet, es werde scheinen, als ob das Wahre von ihnen erworben worden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1151, 2954; daß ihr Silber ihm zugekommen sei, bedeutet, sie hätten gekauft, somit sich selbst erworben, denn kaufen heißt sich (etwas) erwerben: Nr. 5655. Hieraus folgt, daß durch "euer Silber ist mir zugekommen" bezeichnet wird, das Wahre sei von ihnen erworben. Weil aber das Wahre, das dem Glauben angehört, durchaus von keinem Menschen erworben, sondern vom Herrn eingeflößt und gegeben wird, und es doch scheint, als ob es vom Menschen komme, wird gesagt, es werde scheinen, als ob das Wahre von ihnen erworben worden sei. Daß das Wahre vom Herrn eingeflößt und gegeben wird, ist auch in der Kirche bekannt, denn es wird gelehrt, daß der Glaube nicht vom Menschen, sondern von Gott sei, somit nicht allein das Vertrauen, sondern auch die Wahrheiten, die dem Glauben angehören. Gleichwohl hat es den Anschein, als ob die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, vom Menschen erworben würden. Daß sie einfließen, ist dem Menschen ganz verborgen, weil er es nicht inne wird. Der Grund, warum er es nicht inne wird, ist, weil sein Inwendigeres verschlossen ist, so daß er keine wahrnehmbare Gemeinschaft mit den Geistern und Engeln haben kann, denn wenn jenes verschlossen ist, vermag der Mensch gar nichts vom Einfluß zu erkennen. Man muß aber wissen, daß ein anderes ist, die Glaubenswahrheiten wissen, und ein anderes, die Glaubenswahrheiten glauben. Diejenigen, welche die Glaubenswahrheiten bloß wissen, legen sie ins Gedächtnis wie andere Dinge, die irgendeiner Wissenschaft angehören. Diese kann der Mensch sich verschaffen ohne einen solchen Einfluß. Aber solche Wahrheiten haben kein Leben, wie daraus erhellt, daß ein böser Mensch, sogar der schlimmste, die Wahrheiten des Glaubens ebenso wissen kann, wie ein redlicher und frommer Mensch, aber beim Bösen haben sie kein Leben, denn wenn er sie vorbringt, hat er im einzelnen entweder seinen eigenen Ruhm oder seinen Gewinn im Auge; daher ist es die Selbst- und Weltliebe, die ihn anfeuert, und ein Scheinleben bewirkt; aber dieses Leben ist ein solches, wie es in der Hölle ist, und das geistiger Tod genannt wird. Hieraus folgt, daß, wenn er sie vorbringt, er sie aus dem Gedächtnis hervorbringt, nicht aber aus dem Herzen. Dagegen wer die Glaubenswahrheiten glaubt, der bringt sie aus dem Herzen hervor, wenn aus dem Munde. Denn bei ihm sind die Glaubenswahrheiten so eingewurzelt, daß sie die Wurzel im äußeren Gedächtnis haben, und daher einwärts oder aufwärts wachsen, wie fruchtbare Bäume, und auch wie Bäume sich mit Blättern und zuletzt mit Blüten schmücken zu dem Zweck, daß sie Früchte tragen sollen. Somit bezweckt ein solcher Mensch auch hier durch die Glaubenswahrheiten nichts anders als Nutzwirkungen, die Übungen der Liebtätigkeit sind, und dies sind seine Früchte. Das ist es, was der Mensch sich nicht verschaffen kann, auch nicht das Geringste, sondern es wird ihm vom Herrn aus Gnaden geschenkt, und zwar in allen Augenblicken seines Lebens, ja, wenn er es glauben will, in jedem Augenblick unzählig vieles. Weil aber der Mensch von der Art ist, daß er vom Einfließen kein Innewerden hat (denn wenn er ein Innewerden davon hätte, würde er, wie oben gesagt worden, sich dagegen sträuben, weil er glauben würde, er würde dann sein Eigenes und mit dem Eigenen seine Freiheit, und mit der Freiheit seine Lust verlieren, und so zunichte werden), darum ist es so geordnet, daß der Mensch nicht anderes weiß, als daß es von ihm selbst (komme). Dieses nun ist es, was darunter verstanden wird, daß es scheinen werde, als ob das Wahre von ihnen erworben worden sei. Übrigens muß der Mensch, wenn er mit himmlischem Eigenen und mit himmlischer Freiheit begabt werden will, das Gute tun wie von sich, und das Wahre denken wie von sich, wenn er aber nachdenkt, so soll er anerkennen, daß es vom Herrn (komme); man sehe Nr. 2882, 2883, 2891. 5665. "Und er führte den Schimeon zu ihnen heraus", 1. Mose 43/23, bedeutet, er habe den Wahrheiten das Wollen beigesellt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, sofern er der Willensglaube ist, oder der Wille, das Wahre des Glaubens zu tun, wovon Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier diejenigen sind, zu denen er den Schimeon herausführte, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen sind, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5468, 5512. Hieraus wird klar, daß durch "er führte den Schimeon zu ihnen heraus" bezeichnet wird, er habe den Wahrheiten das Wollen beigesellt. 5666. Vers 24-28: Und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs und gab (ihnen) Wasser, und sie wuschen ihre Füße, und er gab ihren Eseln Futter. Und sie richteten das Geschenk zu, bis Joseph käme am Mittag; denn sie hatten gehört, daß sie daselbst das Brot essen sollten. Da kam Joseph ins Haus, und sie brachten ihm das Geschenk, das in ihrer Hand war, ins Haus, und fielen vor ihm nieder zur Erde. Und er fragte sie nach ihrem Frieden, und sprach: Hat Frieden euer Vater, der Alte, von dem ihr gesagt habt? lebt er noch? Und sie sprachen: Frieden hat dein Knecht, unser Vater, er lebt noch. Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder. "Und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs" bedeutet die Einleitung zur Verbindung mit dem Inwendigen; "und gab (ihnen) Wasser" bedeutet den allgemeinen Einfluß des Wahren vom Inwendigen her; "und sie wuschen ihre Füße" bedeutet die daraus hervorgehende Reinigung des Natürlichen; "und er gab ihren Eseln Futter" bedeutet Belehrung über das Gute; "und sie richteten das Geschenk zu" bedeutet die Gunstbewerbung; "bis Joseph käme am Mittag" bedeutet, bis das Inwendige da wäre mit dem Licht; "denn sie hatten gehört, daß sie daselbst das Brot essen sollten" bedeutet die Wahrnehmung, daß den Wahrheiten das Gute beigesellt werden sollte; "da kam Joseph ins Haus" bedeutet die Gegenwart des Inwendigen; "und sie brachten ihm das Geschenk, das in ihrer Hand war, ins Haus" bedeutet die Gunstbewerbung, soviel als möglich; "und fielen vor ihm nieder zur Erde" bedeutet die Demütigung; "und er fragte sie nach ihrem Frieden" bedeutet das Innewerden, daß es gut gehe; "und sprach: Hat Frieden euer Vater, der Alte, von dem ihr gesagt habt?" bedeutet auch dem geistig Guten; "lebt er noch?" bedeutet, es habe Leben; "und sie sprachen: Frieden hat dein Knecht, unser Vater" bedeutet die Wahrnehmung des Natürlichen, daß es gut stehe mit dem Guten, von dem es (herstammt); "er lebt noch" bedeutet und es habe Leben; "und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder" bedeutet die äußerliche und innerliche Demütigung. 5667. "Und der Mann führte die Männer ins Haus Josephs", 1. Mose 43/24, bedeutet die Einleitung zur Verbindung mit dem Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "führen die Männer ins Haus Josephs", sofern es heißt die Wahrheiten, die dem Natürlichen angehören, dem Inwendigen beigesellen, wovon Nr. 5648. Daß es die Einleitung zur Verbindung ist, erhellt aus dem, was folgt, (nämlich) daß sie dort gegessen haben, und daß alsdann Joseph sich ihnen nicht geoffenbart habe, wodurch der allgemeine Einfluß bezeichnet wird, über den nun folgt, und der auch die Einleitung ist. 5668. "Und gab (ihnen) Wasser", 1. Mose 43/24, bedeutet den allgemeinen Einfluß des Wahren vom Inwendigen her. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, sofern es das Wahre ist, Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, und zwar das Wahre im allgemeinen; daher bedeutet Wasser geben den allgemeinen Einfluß des Wahren vom Inwendigen her, weil es im Haus Josephs geschah: Nr. 5667. Der allgemeine Einfluß des Wahren ist die Erleuchtung, welche die Fähigkeit gibt, das Wahre zu vernehmen und zu verstehen. Jene Erleuchtung kommt vom Licht des Himmels, das vom Herrn, und dieses Licht ist nichts anderes als das göttlich Wahre: Nr. 2776, 3138, 3167, 3195, 3222, 3339, 3485, 3636, 3643, 3993, 4302, 4413, 4415, 5400. 5669. "Und sie wuschen ihre Füße", 1. Mose 43/24, bedeutet die daher kommende Reinigung des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Waschen der Füße, sofern es die Reinigung des Natürlichen ist, wovon Nr. 3147. 5670. "Und er gab ihren Eseln Futter", 1. Mose 43/24, bedeutet die Belehrung über das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von Futter geben, sofern es heißt im Guten belehren, denn durch Futter wird das Gute der wißtümlichen Wahrheiten bezeichnet: Nr. 3114; und durch Futter geben, welches ist weiden, wird bezeichnet belehren in jenem Guten. Daß weiden heißt belehren, sehe man Nr. 5201. Durch Esel wird das Wißtümliche bezeichnet: Nr. 5492. Hieraus wird klar, daß durch "den Eseln Futter geben" bezeichnet wird, Belehrung über das Gute des Wißtümlichen. Das Gute des Wißtümlichen ist das Angenehme aus den wißtümlichen Wahrheiten. Wißtümliche Wahrheiten sind die allgemeinsten Wahrheiten, die im natürlichen Licht erscheinen, das vom Weltlicht (herkommt); wenn es aber deutlich hervortreten soll, daß sie Wahrheiten sind, so muß ein allgemeiner Einfluß vom Inwendigen her stattfinden: Nr. 5668; dieses ist die Erleuchtung vom Himmelslicht. 5671. "Und sie richteten das Geschenk zu", 1. Mose 43/25, bedeutet die Gunstbewerbung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschenkes, sofern es den Zweck hat, Gnade (oder Gunst) zu erlangen, wovon Nr. 5619, somit wird durch "das Geschenk zubereiten" die Gunstbewerbung bezeichnet. 5672. "Bis Joseph käme am Mittag", 1. Mose 43/25, bedeutet, bis das Inwendige da wäre mit dem Lichte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bis er käme", sofern es heißt, bis er da wäre; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon Nr. 5648; und aus der Bedeutung des Mittags, sofern er den Zustand des Lichts bezeichnet, wovon Nr. 1458, 3195, 3708. Daß der Mittag der Zustand des Lichtes ist, hat den Grund, weil die Tageszeiten, wie der Morgen, Mittag, Abend, den Erleuchtungen im anderen Leben entsprechen, und die Erleuchtung bezieht sich dort auf die Einsicht und Weisheit, denn im Licht des Himmels ist die Einsicht und Weisheit. Die Wechsel der Erleuchtung dort sind von solcher Art, nämlich so wie auf Erden der Morgen, Mittag, Abend. Die Zustände des Schattens, wie die am Abend sich einstellen, kommen nicht von der Sonne dort, (d.h. vom Herrn,) die immerfort scheint, sondern vom Eigenen der Engel, denn in dem Maß, als sie in ihr Eigenes hineinversetzt werden, kommen sie in den Zustand des Schattens oder des Abends, und in dem Maß, als sie von ihrem Eigenen ins himmlische Eigene erhoben werden, in den Zustand des Lichtes. Hieraus wird klar, woher es kommt, daß der Mittag dem Zustand des Lichtes entspricht. 5673. "Denn sie hatten gehört, daß sie daselbst das Brot essen sollten", 1. Mose 43/25, bedeutet die Wahrnehmung, daß den Wahrheiten das Gute beigesellt werden sollte. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, sofern es eine Wahrnehmung ist, wovon Nr. 5017, aus der Bedeutung von essen, sofern es heißt angeeignet und verbunden werden, wovon Nr. 2187, 3168, 3513 E, 3596, 3832, 5643; und aus der Bedeutung des Brotes, sofern es das Gute der Liebe ist, wovon Nr. 2165, 2177, 2187, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976. 5674. "Da kam Joseph ins Haus", 1. Mose 43/26, bedeutet die Gegenwart des Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen ins Haus, sofern es soviel ist als Dasein oder Gegenwart, wie Nr. 5672; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon Nr. 5648. 5675. "Und sie brachten ihm das Geschenk, das in ihrer Hand war, ins Haus", 1. Mose 43/26, bedeutet die Gunstbewerbung, soviel als möglich. Dies erhellt aus der Bedeutung des Geschenkes, das den Königen und Priestern gegeben wurde, sofern es den Zweck hatte, Gnade zu erlangen, somit auch eine Gunstbewerbung (enthielt), wovon Nr. 5671, und aus der Bedeutung von "das in ihrer Hand", sofern es heißt, soviel als möglich, wovon ebenfalls Nr. 5624, 5659. 5676. "Und fielen vor ihm nieder zur Erde", 1. Mose 43/26, bedeutet die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zur Erde niederfallen", sofern es heißt sich demütigen, wovon Nr. 2153; man sehe unten Nr. 5682. 5677. "Und er fragte sie nach ihrem Frieden", 1. Mose 43/27, bedeutet das Innewerden, daß es gut gehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es heißt innewerden was ein anderer denkt, wovon Nr. 5597; und aus der Bedeutung des Friedens, sofern er das Wohlergehen bezeichnet, wovon Nr. 5662. 5678. "Und sprach: Hat Frieden euer Vater, der Alte, von dem ihr gesagt habt?", 1. Mose 43/27, bedeutet, auch dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Friedens, sofern er ein Wohlergehen ist, wie Nr. 5677; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4286, 4598. 5679. "Lebt er noch?", 1. Mose 43/27, bedeutet, es habe Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, sofern es geistiges Leben ist, wovon Nr. 5407. 5680. "Und sie sprachen: Frieden hat dein Knecht, unser Vater", 1. Mose 43/28, bedeutet die daher stammende Wahrnehmung des Natürlichen, es gehe wohl dem Guten, von dem (es herstammt). Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es heißt innewerden, wovon Nr. 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509; aus der Bedeutung des Friedens, sofern er das Wohlergehen ist, wovon Nr. 5662, 5677; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, wovon Nr. 5678; und dieses Gute heißt Vater, weil von ihm als Vater die Wahrheiten und das Gute im Natürlichen herstammen, die durch seine zehn Söhne vorgebildet werden. Und weil die Wahrheiten und das Gute im Natürlichen durch sie vorgebildet werden, so wird durch ebendieselben auch das Natürliche bezeichnet, denn das Natürliche ist das Enthaltende; und die Wahrheiten und das Gute daselbst sind das Enthaltene, das eins ausmacht. Hieraus wird klar, daß durch "sie sprachen: Frieden hat dein Knecht, unser Vater" bezeichnet wird, daher Wahrnehmung des Natürlichen, es gehe wohl dem Guten, von dem (es herstammt). Die daher stammende Wahrnehmung wird gesagt, nämlich von dem Inwendigen, das durch Joseph vorgebildet wird: Nr. 5648, weil alles Innewerden des Natürlichen vom Geistigen kommt, und weil vom Geistigen, so kommt es vom Inwendigen, d.h. durch das Inwendige vom Herrn. Denn das Natürliche hat durchaus kein Innewerden, nicht einmal irgendein Leben in seinem Denken und seiner Regung, das nicht vom Geistigen käme; denn im Natürlichen an sich ist alles tot, wird aber lebendig gemacht durch den Einfluß aus der geistigen Welt, d.h. durch die geistige Welt vom Herrn. In der geistigen Welt lebt alles aus dem Lichte, das vom Herrn (ausgeht), denn in diesem Licht ist Weisheit und Einsicht. Daß hier bezeichnet wird, daher stamme die Wahrnehmung, nämlich vom Inwendigen im Natürlichen, folgt auch aus dem Vorhergehenden: Nr. 5677. 5681. "Er lebt noch", 1. Mose 43/28, bedeutet, und es habe Leben. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5679 angeführt wurde, man vergleiche Nr. 5407. 5682. "Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder", 1. Mose 43/28, bedeutet die äußerliche und innerliche Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich neigen, sofern es eine äußerliche Demütigung ist, und aus der Bedeutung von niederfallen, sofern es eine innerliche Demütigung bezeichnet; denn das Neigen (deflexio) ist ein geringerer Grad des Niederfallens, deshalb ist es auch eine äußerliche Demütigung; und niederfallen ist ein höherer Grad, deshalb ist es innerliche Demütigung. Außerdem bezeichnet das Neigen die Demütigung des Wahren, d.h. derjenigen, die im Wahren sind, somit der Geistigen, und das Niederfallen die Demütigung des Guten, d.h. derjenigen, die im Guten sind, somit der Himmlischen. Auch in dieser Beziehung ist neigen eine mehr auswendige Demütigung, und niederfallen eine mehr inwendige Demütigung; denn die, welche im Guten leben, sind inwendigere Menschen als diejenigen, die im Wahren. Was in dem vorliegenden Abschnitte dem inneren Sinn nach enthalten ist, wurde meistens nur in betreff der Wortbedeutungen erklärt, aus dem Grund, weil es solches ist, was schon früher erklärt wurde. 5683. Vers 29-34: Da hob er seine Augen auf, und sah Benjamin, seinen Bruder, den Sohn seiner Mutter, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesagt habt? Und er sprach: Gott sei dir gnädig, mein Sohn. Und Joseph eilte, denn es regte sich seine Liebe zu seinem Bruder, und er suchte (einen Ort) zu weinen, und ging in die Kammer hinein, und weinte daselbst. Und wusch sein Angesicht und ging heraus, und nahm sich zusammen und sprach: Leget Brot auf. Und sie legten ihm allein vor, und ihnen allein, und den Ägyptern, die mit ihm aßen, allein; denn die Ägypter können nicht Brot essen mit den Hebräern, weil es ein Greuel ist den Ägyptern. Und sie saßen vor ihm, der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt, der Jüngere nach seiner Jugend; und es wunderten sich die Männer, ein jeder vor seinem Genossen. Und man trug die Gerichte von seinem Angesichte hinaus zu ihnen, aber das Gericht Benjamins machte man fünfmal größer als das Gericht aller, und sie tranken, und wurden trunken mit ihm. "Da hob er seine Augen auf" bedeutet die Reflexion; "und sah Benjamin" bedeutet die Wahrnehmung des Mittels; "seinen Bruder, den Sohn seiner Mutter" bedeutet das Inwendige vom Natürlichen her, als von der Mutter; "und sprach" bedeutet das Innewerden; "ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesagt habt?" bedeutet geboren nach allen, wie auch ihnen bekannt war; "und er sprach: Gott sei dir gnädig, mein Sohn" bedeutet das Göttliche sei auch bei dem Geistigen des Himmlischen als dem Mittel, weil es ausgeht vom Himmlischen des Geistigen, welches das Wahre vom Göttlichen ist; "und Joseph eilte" bedeutet vom Inwendigsten aus; "denn es regte sich seine Liebe" bedeutet die Barmherzigkeit aus Liebe; "zu seinem Bruder" bedeutet gegen das Inwendige von ihm her; "und er suchte (einen Ort) zu weinen" bedeutet die Wirkung der Barmherzigkeit aus Liebe; "und ging in die Kammer hinein, und weinte daselbst" bedeutet in ihm, nicht in erscheinender Weise; "und wusch sein Angesicht" bedeutet, daß er es so ordnete; "und ging heraus" bedeutet durch Entfernung; "und nahm sich zusammen" bedeutet durch Verbergung; "und sprach: Leget Brot auf" bedeutet das Innewerden der Verbindung durch das Mittel mit den Wahrheiten im Natürlichen; "und sie legten ihm allein vor, und ihnen allein" bedeutet den äußeren Schein, daß das Inwendige gleichsam getrennt von ihnen sei; "und den Ägyptern, die mit ihm aßen, allein" bedeutet die Trennung des Wißtümlichen, das in umgekehrter Ordnung war; "denn die Ägypter können nicht Brot essen mit den Hebräern" bedeutet, es könne gar nicht verbunden werden mit dem Wahren und Guten der Kirche; "weil es ein Greuel ist den Ägyptern" bedeutet, sie bilden einen Gegensatz; "und sie saßen vor ihm" bedeutet, sie wurden geordnet durch seine Gegenwart; "der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt, der Jüngere nach seiner Jugend" bedeutet gemäß der Ordnung der Wahrheiten unter dem Guten; "und es wunderten sich die Männer, ein jeder vor seinem Genossen" bedeutet die Zustandsveränderung eines jeden unter sich; "und man trug die Gerichte von seinem Angesichte hinaus zu ihnen" bedeutet das Gute, das einem jeden zugeteilt wurde, aus Barmherzigkeit; "aber das Gericht Benjamins machte man fünfmal größer als das Gericht aller" bedeutet das Gute für das Mittel übertreffe das Gute für die Wahrheiten im Natürlichen. Um das Fünffache (oder fünfmal), bedeutet um vieles vermehrt; "und sie tranken" bedeutet die Anwendung der Wahrheiten unter dem Guten; "und wurden trunken mit ihm" bedeutet in reichlichem Maß. 5684. "Da hob er seine Augen auf", 1. Mose 43/29, bedeutet die Reflexion. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufheben die Augen, sofern es das Denken und Aufmerken bezeichnet, wovon Nr. 2789, 2829, 4339, und auch das Bemerken: Nr. 4086, somit Reflexion; denn reflektieren heißt den Blick des Verstandes auf etwas richten und bemerken, ob es so sei, und nachher, daß es so sei. 5685. "Und sah Benjamin", 1. Mose 43/29, bedeutet die Wahrnehmung des Mittels. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen und wahrnehmen, wovon Nr. 2150, 2325, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittel (oder Vermittelnde) ist, wovon Nr. 5411, 5413, 5443, 5639. 5686. "Seinen Bruder, den Sohn seiner Mutter", 1. Mose 43/29, bedeutet das Inwendige vom Natürlichen her, als von der Mutter. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Bruder und der Sohn der Mutter ist, sofern er das Inwendige bezeichnet, wovon Nr. 5469, und weil es das Mittlere ist, darum hat es sein Dasein vom Himmlischen des Geistigen, das Joseph ist, als vom Vater, und vom Natürlichen, als von der Mutter; denn es muß an beiden Teil haben, wenn es zum Mittel dienen soll. Dieses nun ist es, was verstanden wird unter dem Inwendigen vom Natürlichen her, als von der Mutter; und weil das Himmlische des Geistigen, das Joseph ist, ebenso vom Natürlichen als von der Mutter, aber vom Göttlichen als vom Vater sein Dasein hatte, darum wird Benjamin, wie er es auch vermöge der Geburt gewesen war, sein Bruder, der Sohn seiner Mutter genannt. Im gleich Folgenden wird er auch Sohn genannt. Bruder wird vom Herrn, der hier unter Joseph im höchsten Sinn verstanden wird, jeder geheißen, der etwas Gutes der Liebtätigkeit hat vom Herrn. Ein solcher wird auch der Sohn seiner Mutter genannt, aber alsdann wird unter Mutter die Kirche verstanden. 5687. "Und sprach", 1. Mose 43/29, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon früher öfters. Daß sprechen heißt innewerden, hat den Grund, weil man im Himmel die Gedanken selbst, aus denen die Rede (kommt), inne wird, anders als in der Welt. Daher kommt es, daß innewerden im geistigen Sinn soviel ist als reden oder sprechen im buchstäblichen Sinn, oder was gleich im natürlichen Sinn. 5688. "Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesagt habt?", 1. Mose 43/29, bedeutet, geboren nach allen, wie auch ihnen bekannt sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des jüngsten Bruders, sofern er der nach allen geborene ist, worüber folgt, und aus der Bedeutung von dem ihr mir gesagt habt, sofern es heißt, (auch) von ihnen inne geworden. Daß sagen das Innegewordene bezeichnet, sehe man Nr. 5687, somit das Bekannte. Daß Benjamin hier, wie er es auch war, ihr jüngster Bruder heißt, der nach allen geborene oder der Geburt nach kleinste, hat den Grund, weil er sich wirklich mit dem Mittleren, das Benjamin vorbildet, im geistigen Sinn so verhält; denn das Mittlere beim Menschen wird nach allen (übrigen) geboren. Wenn nämlich der Mensch geistig geboren, d.h. wiedergeboren wird, alsdann wird zuerst sein Vernünftiges, welches das inwendig Menschliche ist, vom Herrn neugeboren, und hernach das Natürliche: Nr. 3286, 3288, 3321, 3493, 4612. Weil also das Mittlere an beidem teilhaben muß, nämlich am Vernünftigen, das geistig oder neugemacht worden, und auch am Natürlichen, und weil das Mittlere keinen Teil am Natürlichen haben kann, wenn nicht auch dieses neu gemacht wird, deswegen kann das Mittlere eben nur nachher geboren werden, und zwar in dem Grad, in dem das Natürliche wiedergeboren wird. Alles, was von den Söhnen Jakobs im Wort erwähnt wird, hat sich so der Vorsehung gemäß zugetragen, aus dem Grund, weil über sie und ihre Nachkommen das Wort geschrieben werden und dieses himmlische, und im höchsten Sinn göttliche Dinge in sich enthalten sollte, die durch jene tatsächlich vorgebildet werden sollten. So sollte auch Benjamin ebendarum, weil er zuletzt geboren ist, vorbilden das Mittlere zwischen dem Inwendigen und dem Äußeren oder zwischen dem Himmlischen des Geistigen, das der Herr in der Welt hatte, und zwischen dem Natürlichen, das der Herr ebenfalls hatte, und das Er göttlich machen sollte. Alles, was von Joseph und seinen Brüdern erwähnt wird, bildet im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn vor, d.h., wie der Herr das Menschliche in Sich göttlich gemacht hat. Der Grund, warum dies im innersten Sinn vorgebildet werden sollte, ist, damit das Wort in seinem innersten Sinn höchst heilig sein, wie auch, damit es im einzelnen solches enthalten sollte, was für die Engelsweisheit sich eignet, denn es ist bekannt, daß die Engelsweisheit die menschliche Einsicht so sehr übertrifft, daß von einem Menschen kaum etwas davon begriffen werden kann. Auch macht es die (eigentliche) Seligkeit der Engel aus, daß das einzelne eine Beziehung hat auf den Herrn; denn sie sind im Herrn. Und außerdem ist die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn ein Musterbild (exemplar) der Wiedergeburt des Menschen. Daher wird auch die Wiedergeburt des Menschen im inneren Sinn des Wortes zugleich mit der Verherrlichung des Herrn dargestellt. Die Wiedergeburt des Menschen mit ihren unzähligen Geheimnissen ist ebenfalls ein Gegenstand der Engelsweisheit, und bestimmt ihre Seligkeit je nach den Nutzwirkungen, welche die Besserung des Menschen bezwecken. 5689. "Und er sprach: Gott sei dir gnädig, mein Sohn", 1. Mose 43/29, bedeutet, das Göttliche sei auch bei dem Geistigen des Himmlischen, als dem Mittel, weil es ausgeht vom Himmlischen des Geistigen als dem Wahren vom Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott (möge) gnädig sein", wenn es vom Himmlischen des Geistigen, das Joseph ist, zum Geistigen des Himmlischen, das Benjamin ist, gesagt, und auch, wenn er sein Sohn genannt wird, sofern es heißt, das Göttliche sei auch beim Geistigen des Himmlischen als dem Mittel, weil es ausgeht vom Himmlischen des Geistigen als dem Wahren vom Göttlichen. Daß Benjamin das Geistige des Himmlischen ist, sehe man Nr. 3969, 4592, und daß es das Mittel ist: Nr. 5411, 5413, 5443, 5639. Weil im höchsten Sinn das Inwendig-Menschliche des Herrn das Himmlische des Geistigen war, und dieses das Wahre vom Göttlichen her oder die nächste Bekleidung des Göttlichen Selbst im Herrn, und weil das Geistige des Himmlischen, welches das Mittel, von jenem ausging, deshalb folgt, daß das Göttliche auch bei diesem war. Was von jemanden ausgeht, das hat sein Wesen von dem, wovon es ausgeht, aber es wird mit solchem bekleidet, was zur Gemeinschaft, somit zur Nutzwirkung in einer niedrigeren Sphäre dient. Dasjenige, womit es bekleidet wird, wird hergenommen von solchem, was in der niedrigeren Sphäre ist, zu dem Zweck, damit das Inwendige, von dem es ausgeht, in der niedrigeren Sphäre wirken kann durch solches, was dort ist. Was das Wesen gibt, ist wie der Vater, denn das Wesen ist die Seele; und was die Bekleidung gibt, ist die Mutter, denn die Bekleidung ist der Leib jener Seele. Daher kommt es, daß das Mittel, wenn es ein Vermittelndes sein soll, Teil haben müsse an beidem, nämlich sein Teil vom Inwendigen als vom Vater, und sein Teil vom Äußeren als von der Mutter. 5690. "Und Joseph eilte", 1. Mose 43/30, bedeutet vom Inwendigsten aus. Dies erhellt aus der Bedeutung von eilen, sofern es hier ist, was ausbricht vom Inwendigsten her, denn es folgt, "es regte sich seine Liebe" (oder Erbarmung), wodurch die Barmherzigkeit aus Liebe bezeichnet wird. Wenn diese ausbricht, so bricht sie aus dem Inwendigsten hervor, und zwar beim ersten Augenblick oder beim ersten Moment des Denkens. Deswegen wird durch eilen hier nichts anderes bezeichnet als "vom Inwendigsten aus". 5691. "Denn es regte sich seine Liebe", 1. Mose 43/30, bedeutet Barmherzigkeit aus Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Erregtwerdens der Liebe (oder nach der Grundbedeutung der Erbarmungen), sofern es die Barmherzigkeit aus Liebe ist. Barmherzigkeit wird gesagt, weil er noch nicht von ihm erkannt war; aus Liebe wird gesagt, weil es als das Mittlere von ihm ausgegangen ist. In der Grundsprache werden die Erbarmungen durch ein Wort ausgedrückt, das die innigste und zärtlichste Liebe bezeichnet. 5692. "Zu seinem Bruder", 1. Mose 43/30, bedeutet gegen das Inwendige von ihm her. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Bruder ist, sofern er das Mittlere ist, somit auch das Inwendige, wovon Nr. 5469; und weil es als Mittel und Inwendige vom Himmlischen des Geistigen, das Joseph ist, ausgeht, wird gesagt gegen das Inwendige von ihm her. Jeder, der etwas Göttliches vom Herrn, Der hier im höchsten Sinn Joseph ist, wie auch, wer etwas Gutes der Liebtätigkeit aufnimmt, der wird vom Herrn Bruder und auch Sohn genannt. 5693. "Und er suchte einen Ort zu weinen", 1. Mose 43/30, bedeutet die Wirkung der Barmherzigkeit aus Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinens, sofern es die Wirkung der Barmherzigkeit aus Liebe ist, wovon Nr. 3801, 5480. 5694. "Und ging in die Kammer hinein und weinte daselbst", 1. Mose 43/30, bedeutet in ihm, nicht in erscheinender Weise. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineingehen in die Kammer, sofern es soviel ist als "in ihm", so daß es nicht erscheint. Bei den Alten war es eine gebräuchliche Redensart zu sagen: in die Kammer gehen, und dann auch: die Türe zuschließen, wenn sie meinten: etwas tun, was nicht erscheinen soll. Diese Redensart stammte von den Bezeichnungen in der Alten Kirche her, denn durch Haus verstanden sie im geistigen Sinn den Menschen: Nr. 3128, durch Gemächer und Kammern verstanden sie das Inwendigere des Menschen, weshalb "kommen oder eingehen in die Kammer" bezeichnet: in sich, folglich so, daß es nicht zum Vorschein kommt. Und weil in die Kammer hineingehen, bezeichnend war, darum wird im Wort hie und da so gesagt, wie bei Jes.26/20: "Gehe hin, Mein Volk, gehe ein in deine Kammer, und schließ deine Türe hinter dir; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis daß der Zorn vorübergeht": daß eingehen in die Kammern hier nicht heißt in die Kammern hineingehen, erhellt offenbar, sondern es heißt sich im Verborgenen halten, und in sich. Hes.8/12: "Er sprach zu mir: Hast du gesehen, Sohn des Menschen, was die Ältesten des Hauses Israels tun in der Finsternis, ein jeder in den Gemächern seines Bildnisses; denn sie sagen: Jehovah sieht uns nicht": tun in der Finsternis, ein jeder in den Gemächern seines Bildnisses, bedeutet inwendig in sich, in Gedanken. Das Inwendigere ihres Denkens und ihrer Neigung wurde dem Propheten vorgebildet durch Gemächer, und wurde genannt Gemächer des Bildnisses. 5. Mose 32/25: "Draußen wird wegrauben das Schwert, und aus den Gemächern der Schrecken, sowohl den Jüngling, als die Jungfrau, den Säugling samt dem Mann des Greisenalters": Schwert für die Verwüstung des Wahren und Bestrafung des Falschen: Nr. 2799; aus den Gemächern der Schrecken für das Inwendigere des Menschen. Daß unter den Gemächern hier keine Gemächer verstanden werden, ist ebenfalls klar. Ps.104/13: "Wer feuchtet die Berge aus seinen Gemächern?": die Berge feuchten heißt im geistigen Sinn diejenigen segnen, die in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten sind. Daß der Berg das Himmlische der Liebe ist, sehe man Nr. 795, 1430, 4210, daher heißt, "aus seinen Gemächern", aus den inwendigeren Regionen des Himmels. Luk.12/3: "Alles, was ihr in der Finsternis sagt, soll im Licht gehört werden; und was ihr ins Ohr redet in den Kammern, soll gepredigt werden auf den Dächern": Kammern bedeutet auch hier das Inwendigere des Menschen, nämlich was er gedacht, was er angestrebt, und was er sich vorgenommen hat. Matth.6/6: "Wann du betest, so gehe in deine Kammer, und schließe deine Türe zu, und bete im Verborgenen": eingehen in die Kammer und beten, bedeutet, nicht in erscheinender Weise; denn es ist dies eine vorbildliche Redensart. 5695. "Und wusch sein Angesicht", 1. Mose 43/31, bedeutet, daß er es so ordnete. Dies erhellt aus der Bedeutung von "waschen das Angesicht", sofern es hier heißt, es so ordnen, daß es nicht erscheint; denn das Angesicht wurde gewaschen, damit das Tränenvergießen nicht erscheinen sollte, mithin wurde es so in Ordnung gebracht. Wie es sich damit verhält, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. Hier soll einiges gesagt werden über die Entsprechung des Angesichts mit dem Inwendigeren. Das Angesicht ist das äußere Vorbild des Inwendigeren; denn das Angesicht ist so gebildet, daß das Inwendigere in demselben wie in einem vorbildenden Spiegel erscheint, und ein anderer daran merkt, wie jemand gegen ihn gesinnt ist, in der Art, daß er, wenn er redet, seine Gefühle sowohl durch die Rede, als durch das Angesicht offenbart. Ein solches Angesicht hatten die Uralten, die zur himmlischen Kirche gehörten; und ein solches Angesicht haben alle Engel; denn sie wollen vor anderen nicht verhehlen, was sie denken, weil sie es nur gut meinen mit dem Nächsten, und keinen Hintergedanken haben, als ob sie dem Nächsten nur wohl wollten um ihrer selbst willen. Die Höllischen aber haben, solange sie nicht im Himmelslicht erscheinen, ein anderes Angesicht, als das ihrem Inwendigeren entspricht. Der Grund ist, weil sie im Leibesleben Liebtätigkeit gegen den Nächsten bloß um ihrer eigenen Ehre und ihres Eigennutzes willen durch das Angesicht an den Tag legten, und doch dem Nächsten gar nicht wohl wollten, außer sofern er ihnen geneigt war. Daher war der Ausdruck ihres Angesichtes im Widerspruch gegen das Inwendigere; und dies geht zuweilen so weit, daß Feindseligkeiten, Gehässigkeiten, Rachegefühle und Mordgier inwendig sind, und doch das Angesicht so gestellt ist, daß Liebe gegen den anderen hervorleuchtet. Hieraus kann erhellen, in welch großem Widerspruch heutzutage das Inwendigere mit dem Äußeren steht; und deshalb sucht man sich solcher Hilfsmittel zu bedienen. 5696. "Und ging heraus", 1. Mose 43/31, bedeutet durch Entfernung. Dies erhellt aus der Bedeutung von herausgehen, sofern es hier eine Entfernung bezeichnet; denn wer sich entfernt, geht heraus oder tritt vom anderen zurück. Die Sache verhält sich im innern Sinn auf folgende Weise: Durch Joseph wird im höchsten Sinn der Herr vorgebildet durch die zehn Söhne Israels das Gute und Wahre im Natürlichen bei denjenigen, die wiedergeboren werden, durch Benjamin aber das Mittel (oder Vermittelnde). Die Barmherzigkeit aus Liebe bezieht sich auf das Mittlere, weil durch dasselbe das, was unten ist, wiedergeboren wird. Aber des Herrn Liebe und Barmherzigkeit kommt nicht zur Erscheinung, bevor durch das Mittel eine Verbindung zustande gekommen ist. Sie wird sogar so gestellt, daß sie nicht erscheint; denn wenn sie erscheinen würde, so könnte die Wiedergeburt nicht stattfinden. Diese Stellung geschieht durch Entfernung und Verbergung, nicht als ob der Herr jemals die Barmherzigkeit entfernte oder verberge, sondern wenn derjenige, der wiedergeboren wird, in sein Böses versetzt wird, alsdann erscheint ihm der Herr wie entfernt und verborgen. Das Böse ist es, was eine Scheidewand bildet, und jenes bewirkt. Vergleichsweise wie wenn dicke Wolken sich vor die Sonne stellen, und ihre Abwesenheit verursachen und sie verbergen. Diese Entfernung und Verbergung ist es, die verstanden wird. 5697. "Und nahm sich zusammen", 1. Mose 43/31, bedeutet die Verbergung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich zusammennehmen, sofern es heißt verbergen; denn wer sich zusammennimmt, der verbirgt, was er innerlich gewollt hat. Was unter Verbergung hier verstanden wird, sehe man Nr. 5696. 5698. "Und sprach: Leget Brot auf", 1. Mose 43/31, bedeutet das Innewerden der Verbindung durch das Mittel mit den Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es das Innewerden bezeichnet, wovon früher öfters; und aus der Bedeutung von Brot auflegen, sofern es die Verbindung durch das Mittel mit den Wahrheiten im Natürlichen bezeichnet. Durch Brot auflegen wird das Essen selbst verstanden, und durch Essen und Mahlzeiten wird die Verbindung bezeichnet, im besonderen die Einweihung zur Verbindung: Nr. 3596, 3832, 5161. Daß es die durch das Mittlere bewirkte Verbindung mit den Wahrheiten im Natürlichen ist, folgt aus dem Zusammenhang; denn Benjamin ist das Mittel, und die zehn Söhne Jakobs sind die Wahrheiten im Natürlichen, wie früher gezeigt wurde; und weil durch das Mittel die Verbindung geschieht, wurde von Joseph, weil er den Benjamin gesehen hatte, sofort befohlen, sie sollten bei ihm essen: "Da sah Joseph bei ihnen den Benjamin, und sprach zu dem, der über sein Haus (gesetzt war): Führe die Männer ins Haus und schlachte und richte zu, denn die Männer sollen mit mir zu Mittag essen": 1. Mose 43/16. 5699. "Und sie legten ihm allein vor, und ihnen allein", 1. Mose 43/32, bedeutet den äußeren Schein, daß das Inwendige gleichsam getrennt von ihnen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vorlegen ihm allein" und "ihnen allein", sofern es eine Trennung ausdrückt, und weil durch Joseph das Inwendige vorgebildet wird, und durch die zehn Söhne Jakobs das Äußere: Nr. 5469, deswegen wird durch jene Worte die Trennung des Inwendigen vom Äußeren bezeichnet, aber nur eine scheinbare, weil er ihnen Speise von seinem Tisch gab, indem er einem jeden (seine) Portionen schickte. 5700. "Und den Ägyptern, die mit ihm aßen, allein", 1. Mose 43/32, bedeutet die Trennung des Wißtümlichen, das in umgekehrter Ordnung war. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, sofern sie das Wißtümliche in umgekehrter Ordnung sind, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "den mit ihm Essenden allein", sofern es eine Trennung bezeichnet, wie Nr. 5699. Durch die mit ihm essenden Ägypter werden die Ägypter verstanden, die bei Joseph aßen; daß sie nicht mit Joseph aßen, ist offenbar, weil sie allein aßen. Durch Ägypten oder durch die Ägypter im guten Sinn wird das Wißtümliche der Kirche bezeichnet, man sehe Nr. 1462, 4749, 4964, 4966; aber im entgegengesetzten Sinn das Wißtümliche, das in umgekehrter Ordnung ist, somit welches gegen die Wahrheiten der Kirche ist: Nr. 1164, 1165, 1186; in diesem Sinn wird Ägypten an mehreren Stellen im Wort erwähnt. Der Grund, warum Ägypten jenes Wißtümliche bedeutet, ist, weil sie das Wißtümliche der Alten Kirche, welches Vorbilder und Bezeichnungen himmlischer und geistiger Dinge waren, und bei ihnen mehr als bei anderen ausgebildet wurde, in Zaubereien (oder Magie) verwandelt haben, wodurch sie das Wißtümliche der vorbildlichen Kirche ganz verkehrten. Vom Wißtümlichen wird gesagt, es sei in verkehrter Ordnung, wenn man die himmlische Ordnung mißbraucht um Böses zu tun; denn die himmlische Ordnung ist, daß allen Gutes geschehe. Wenn man die himmlische Ordnung so umgekehrt hat, so ist die Folge davon, daß man zuletzt das Göttliche, das, was dem Himmel angehört, folglich, was Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens ist, leugnet. Die, welche so geworden sind, wissen aus Wißtümlichem scharfsinnig und gewandt zu vernünfteln, weil sie aus Sinnlichem vernünfteln, und aus Sinnlichem vernünfteln heißt, aus solchen Dingen, die äußerlich sind, nämlich aus dem, was dem Leib und der Welt angehört (und) was die Sinne und Seelen der Menschen unmittelbar einnimmt. Wenn solche Dinge nicht vom Himmelslicht erleuchtet und so in eine ganz andere Ordnung gebracht sind, so versetzen sie den Menschen in ein solches Dunkel in betreff der himmlischen Dinge, daß er nicht nur nichts davon begreift, sondern sie auch ganz leugnet und zuletzt verwirft, und alsdann, soweit er darf, lästert. Wenn das Wißtümliche in der Ordnung ist, so ist es vom Herrn in die Form des Himmels gebracht. Wenn aber das Wißtümliche in umgekehrter Ordnung ist, so ist es in die Form der Hölle gebracht, und dann sind die größten Falschheiten in der Mitte, und was sie begründet, auf den Seiten. Die Wahrheiten dagegen sind außerhalb, und weil sie außerhalb sind, können sie keine Gemeinschaft mit dem Himmel haben, wo die Wahrheiten regieren. Deswegen ist ihnen das Inwendigere verschlossen, denn (nur) durch das Inwendigere steht der Himmel offen. 5701. "Denn die Ägypter können nicht Brot essen mit den Hebräern", 1. Mose 43/32, bedeutet, daß sie gar nicht verbunden werden konnten mit dem Wahren und Guten der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in der umgekehrten Ordnung, somit im Bösen und im Falschen sind, wovon Nr. 5700; aus der Bedeutung von Brot essen, sofern es heißt verbunden werden, wovon Nr. 5698; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Hebräer, sofern sie diejenigen bezeichnen, die in der richtigen Ordnung, somit im Wahren und Guten der Kirche sind. Daß durch das Land der Hebräer die Kirche bezeichnet wird, sehe man Nr. 5136, 5236, und zwar weil die hebräische Kirche die Andere Alte Kirche war: Nr. 1238, 1241, 1343. "Brot essen" wird gesagt, und oben "leget Brot auf", weil durch Brot alle Speise im allgemeinen bezeichnet wird: Nr. 2165, somit das Essen. Der Grund, warum durch Brot alle Speise und das Essen selbst bezeichnet wird, ist, weil Brot im geistigen Sinn die himmlische Liebe ist, und die himmlische Liebe alles in sich enthält, was dem Guten und Wahren angehört, somit alles, was zur geistigen Speise gehört. Daß das Brot die himmlische Liebe ist, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 2187, 3464, 3478, 3735, 4211, 4217, 4735, 4976. 5702. "Weil es ein Greuel ist den Ägyptern", 1. Mose 43/32, bedeutet, sie bilden einen Gegensatz. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, sofern sie die in der umgekehrten Ordnung bezeichnen: Nr. 5700; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Hebräer, mit denen zu essen den Ägyptern ein Greuel war, sofern sie die in der richtigen Ordnung sind: Nr. 5701, somit einen Gegensatz gegeneinander bilden, daher Widerwillen, und zuletzt Greuel. Was diesen Greuel betrifft, so soll man wissen, daß die, welche in der umgekehrten Ordnung, d.h. im Bösen und daher Falschen sind, zuletzt einen solchen Widerwillen gegen das Gute und Wahre der Kirche haben, daß sie, wenn sie es nur hören, und mehr noch, wenn sie das Inwendigere desselben (hören), es so sehr verabscheuen, daß sie einen Ekel und gleichsam einen Reiz zum Brechen fühlen. Dies wurde mir gesagt und gezeigt, als ich mich wunderte, daß die Christenheit dieses Inwendigere des Wortes nicht aufnehme. Es erschienen Geister aus der Christenheit, und als sie genötigt wurden, die inwendigeren Dinge des Wortes anzuhören, wandelte sie ein solcher Ekel an, daß sie sagten, sie spürten gleichsam einen Brechreiz in sich; und es wurde gesagt, daß die Christenheit heutzutage beinahe überall so sei. Daß sie so beschaffen ist, hat den Grund, weil die Christen in keiner Neigung zum Wahren um des Wahren willen, noch weniger in der Neigung zum Guten aus dem Guten sind. Wenn sie aus dem Wort oder aus ihrer Lehre etwas denken und reden, so geschieht es aus Gewohnheit von der Kindheit her, und des bestehenden Brauches wegen, somit ist es ein Äußeres ohne ein Inneres. Daß alles, was der hebräischen Kirche angehörte, die nachher bei den Nachkommen Jakobs errichtet wurde, den Ägyptern ein Greuel war, geht nicht nur daraus hervor, daß sie nicht einmal mit ihnen essen wollten, sondern auch, daß die Opfer, die in der hebräischen Kirche den Hauptgottesdienst ausmachten, ihnen ein Greuel waren, wie 2. Mose 8/21,22: "Pharao sprach: Gehet hin, opfert im Lande, aber Mose sprach: es ist nicht ratsam so zu tun, weil wir den Greuel der Ägypter opfern würden dem Jehovah, unserem Gott; siehe, wenn wir opfern den Greuel der Ägypter in ihren Augen, werden sie uns nicht steinigen?"; sodann daß ihnen ein Greuel war, Schafe zu weiden, und ein Hirte (zu sein), wie erhellt 1. Mose 46/34: "Ein Greuel der Ägypter ist jeder Schafhirte"; somit war alles, was jener Kirche angehörte, den Ägyptern ein Greuel. Der Grund davon war, weil anfänglich auch die Ägypter zu denjenigen gehört hatten, aus denen die Alte vorbildliche Kirche bestand: Nr. 1238, 2385, aber hernach den Gott der Alten Kirche, d.h. den Jehovah oder Herrn verwarfen und den Götzen dienten, hauptsächlich den Kälbern. Die Vorbilder und Bezeichnungen der himmlischen und geistigen Dinge der Alten Kirche, die sie als Angehörige jener Kirche aufgefaßt hatten, hatten sie in Zaubereien verwandelt, dadurch wurde bei ihnen die Ordnung umgekehrt, und infolge davon war ihnen alles zur Kirche Gehörige ein Greuel. 5703. "Und sie saßen vor ihm", 1. Mose 43/33, bedeutet, sie wurden geordnet durch seine Gegenwart. Dies erhellt aus der Bedeutung von sitzen, sofern es hier heißt geordnet werden, denn sie wurden in die Ordnung gewiesen von Joseph, wie aus dem gleich Folgenden klar wird: "sie wunderten sich sehr, daß der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt, und der Jüngere nach seiner Jugend saß"; und aus der Bedeutung von "vor ihm", sofern es soviel ist als durch seine Gegenwart. Hiermit verhält es sich auf folgende Weise: durch Joseph wird im höchsten Sinn der Herr vorgebildet, durch die Söhne Israels Gutes und Wahres im Natürlichen, wenn der Herr gegenwärtig ist, dann wird durch Seine Gegenwart selbst alles in Ordnung gebracht. Der Herr ist die Ordnung selbst, deshalb ist auch Ordnung, wo Er gegenwärtig ist, und wo Ordnung ist, da ist Er gegenwärtig. Die Ordnung selbst wird in dem nun Folgenden beschrieben; dieselbe besteht darin, daß die Wahrheiten richtig geordnet werden unter ihrem Guten. 5704. "Der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngere nach seiner Jugend", 1. Mose 43/33, bedeutet gemäß der Ordnung der Wahrheiten unter dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sitzen nach der Erstgeburt und nach der Jugend, sofern es heißt, nach der Ordnung der Wahrheiten unter dem Guten; denn die Söhne Israels bilden die Wahrheiten der Kirche in ihrer Ordnung vor, (man sehe die Erklärung zu 1. Mose Kapitel 29 und 30;) deswegen ist "sitzen nach ihrer Geburt", soviel als nach der Ordnung der Wahrheiten. Aber die Wahrheiten der Kirche, welche die Söhne Israels vorbilden, kommen in keine Ordnung, außer durch das christlich Gute, d.h. durch das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten und der Liebe zum Herrn, denn im Guten ist der Herr, und daher ist der Himmel im Guten, folglich ist im Guten das Leben, somit auch die lebendige wirkende Kraft, aber keineswegs im Wahren ohne das Gute. Daß das Gute die Wahrheiten nach seinem Ebenbild ordnet, ist offenbar ersichtlich an einer jeden Liebe, auch an den Trieben der Selbst- und Weltliebe, somit an der Liebe zur Rache, zum Haß und zu dergleichen Bösem. Die, welche in solchem sind, nennen das Böse gut, weil das Böse ihnen eine Lust ist. Dieses ihr sogenanntes Gute ordnet die Falschheiten, die für sie Wahrheiten sind, so daß sie (ihm) günstig sind, und bringt zuletzt alle diese, nämlich Falschheiten, die sie Wahrheiten nennen, in eine solche Ordnung, daß eine Überzeugung entsteht; aber diese Ordnung ist eine solche, wie sie in der Hölle ist. Hingegen die Ordnung der Wahrheiten unter dem Guten der himmlischen Liebe ist eine solche Ordnung, wie sie in den Himmeln ist; daher wird auch der Mensch, bei dem eine solche Ordnung ist, d.h., der wiedergeboren ist, ein kleiner Himmel genannt, und ist auch ein Himmel in kleinster Form; denn sein Inwendigeres entspricht den Himmeln. Daß das Gute es ist, das die Wahrheiten ordnet, erhellt aus der Ordnung in den Himmeln: alle Gesellschaften daselbst haben ihre Stellung gemäß den Wahrheiten unter dem Guten, die vom Herrn stammen, denn der Herr ist nichts anderes als das göttlich Gute. Das göttlich Wahre aber ist nicht im Herrn, sondern es geht aus vom Herrn. Nach diesem göttlich Wahren unter dem göttlich Guten sind alle Gesellschaften in den Himmeln geordnet. Daß der Herr nichts anderes ist als das göttlich Gute, und daß das göttlich Wahre nicht in Ihm ist, sondern von Ihm ausgeht, kann vergleichsweise erläutert werden mit der Sonne der Welt: Die Sonne ist eben nur ein Feuer, das Licht aber ist nicht in ihr, sondern geht von ihr aus; und auch die Dinge, die dem Licht in der Welt angehören, wie die Pflanzenformen, werden ebenfalls in Ordnung gebracht von der Wärme, die vom Feuer der Sonne ausgeht, und in ihrem Licht ist, wie man das in der Frühlings- und Sommerzeit sehen kann. Weil die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildende Schaubühne ist, so auch diese allgemein vorkommende Erscheinung. Die Sonne bildet den Herrn vor, das Feuer in ihr Seine göttliche Liebe, die Wärme aus ihr das Gute, das von daher kommt, und das Licht die Wahrheiten des Glaubens. Und weil sie vorbilden, so wird auch im Wort unter der Sonne im geistigen Sinn der Herr verstanden: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 3636, 3643, 4321 E, 5097, 5377, unter dem Feuer die Liebe: Nr. 934, 4906, 5071, 5215; somit ist das Sonnenfeuer in vorbildlicher Weise die göttliche Liebe, und die Wärme aus demselben ist das Gute aus der göttlichen Liebe. Daß unter dem Licht das Wahre (verstanden wird), sehe man Nr. 2776, 3138, 3190, 3195, 3222, 3339, 3636, 3643, 3862, 3993, 4302, 4409, 4413, 4415, 4526, 5219, 5400. 5705. "Und es wunderten sich die Männer, ein jeder vor seinem Genossen", 1. Mose 43/33, bedeutet die Zustandsveränderung eines jeden unter sich (untereinander). Dies erhellt aus der Bedeutung von sich wundern (oder staunen), sofern es eine unerwartete und plötzliche Zustandsveränderung der Gedanken bezeichnet. Weil diese die Ursache des Staunens ist, so wird sie im inneren Sinn darunter verstanden; und aus der Bedeutung von "ein jeder vor seinem Genossen", sofern es ausdrückt, eines jeden unter sich (untereinander); denn es wird von der durch die Gegenwart des Guten bewirkten Ordnung der Wahrheiten gehandelt: Nr. 5703, 5704, und weil das eine neue Ordnung war, so entstand daher die Zustandsveränderung eines jeden unter sich (oder gegenseitig), die bezeichnet wird durch "es wunderten sich die Männer, ein jeder vor seinem Genossen. 5706. "Und man trug die Gerichte (portiones) von seinem Angesichte hinaus zu ihnen", 1. Mose 43/34, bedeutet das Gute, das einem jeden zugeteilt wurde aus Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerichte, nämlich der Speisen, sofern sie das Gute bezeichnen, denn alle Speisen bedeuten Gutes, und die Getränke aller Gattung Wahrheiten. Daß es einem jeden zugeteilt worden, wird aus dem folgenden klar, und wird bezeichnet durch "man trug hinaus zu ihnen"; und aus der Bedeutung des Angesichtes, wenn es gesagt wird vom Herrn, Der hier durch Joseph vorgebildet wird, sofern es die Barmherzigkeit bezeichnet, wovon Nr. 222, 223, 5585. 5707. "Aber das Gericht (oder den Anteil) Benjamins machte man größer als das Gericht aller", 1. Mose 43/34, bedeutet, das dem Mittleren zukommende Gute übertreffe das Gute für die Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gerichte, sofern sie das Gute bezeichnen, wovon Nr. 5706; aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittlere bezeichnet, wovon Nr. 5411, 5413, 5427, 5428, 5443, 5586, 5612; und aus der vorbildlichen Bedeutung der zehn Söhne Jakobs deren Gerichte (oder Anteile) gegenüber er das Gericht (oder den Anteil) Benjamins vermehrte, sofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Hieraus wird klar, daß durch "er machte das Gericht Benjamins größer als die Gerichte aller" bezeichnet wird, das dem Mittleren zukommende Gute übertreffe das Gute für die Wahrheiten im Natürlichen. Daß das Gute für das Mittlere das Gute für die Wahrheiten im Natürlichen übertrifft, hat den Grund, weil das Mittlere inwendiger ist, und was inwendiger ist, hat viel mehr Gutes, als dasjenige, was auswendiger ist. Wenige wissen, wie sich dieses verhält, daß nämlich das Inwendigere bei weitem mehr Gutes und Wahres hat als das Auswendigere. Der Grund ist, weil wenige, wenn je einige, bisher gewußt haben, daß das Inwendigere unterschieden ist vom Auswendigeren, und zwar so unterschieden, daß sie getrennt werden können, und daß, wenn sie getrennt worden sind, das Inwendigere lebt, und das Auswendigere stirbt. Daß aber, so lange sie verbunden sind, das Auswendigere lebt vom Inwendigeren. Wäre dieses vorerst bekannt gewesen, so hätte man hernach auch wissen können, wie beschaffen das Inwendigere ist, verglichen mit dem Auswendigeren, daß nämlich im Inwendigeren tausend Dinge sind, die im Auswendigeren als eins erscheinen, denn das Inwendigere ist in einer reineren Sphäre, das Auswendigere in einer gröberen. Was in einer reineren Sphäre ist, das ist fähig in unterschiedener Weise tausendmal mehr aufzunehmen, als dasjenige, was in gröberer Sphäre ist. Daher kommt es, daß der Mensch, der ein Leben des Guten geführt hat, wenn er nach dem Tod in den Himmel kommt, millionenmal mehr von dem, was der Einsicht und Weisheit, wie auch der Seligkeit angehört, aufnehmen kann, als während er in der Welt gelebt hatte, denn im Himmel ist derselbe in einer reineren Sphäre, und in seinem Inwendigeren, und das Gröbere, das dem Leib angehört, hat er ausgezogen. Hieraus wird nun klar, was damit verstanden wird, daß das dem Mittleren zukommende Gute das Gute für die Wahrheiten im Natürlichen übertreffe, was dadurch bezeichnet wird, daß er das Gericht (oder den Anteil) Benjamins größer machte, als die Gerichte aller anderen. 5708. "Um das fünffache Maß (oder fünfmal)", 1. Mose 43/34, bedeutet um vieles vermehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf, sofern es heißt viel, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Maßes, sofern es die Zustände des Wahren aus dem Guten bezeichnet, wovon Nr. 3104. Was fünf betrifft, so ist es eine Zahl, die bedeutet ein wenig, sodann etwas und auch viel. Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Verhältnis zu der Zahl, von der sie (abgeleitet) ist: Nr. 5291; wenn von zehn, dann schließt sie das gleiche in sich, wie zehn, aber in geringerem Grad, denn es ist die Hälfte der Zahl Zehn. Wie nämlich die multiplizierten Zahlen das gleiche bezeichnen, was ihre einfachen: Nr. 5291, 5335, so die dividierten Zahlen, was die multiplizierten, so fünf was zehn, und auch was zwanzig, wie auch was hundert, und was tausend usw. Daß zehn das Volle bezeichnet, sehe man Nr. 3107, 4638. Fünf Maße bekam Benjamin vor seinen übrigen Brüdern voraus, wegen der Bedeutung der Sache im inneren Sinn: weil keine zehn Maße gegeben werden konnten, denn diese wären gar sehr überfließend. Auch wußten die Alten durch die Überlieferungen von der Uralten Kirche her, was einige Zahlen bedeuteten; und deshalb gebrauchten sie diese Zahlen, wenn etwas Derartiges vorkam, zu dessen Bezeichnung sie dienten, wie hier fünf. Und auch sonst wandten sie mehrere andere Zahlen an, wie drei, wenn das Volle vom Anfang bis zum Ende; sieben, wenn das Heilige; zwölf, wenn alles in seinem Inbegriff bezeichnet wurde. 5709. "Und sie tranken", 1. Mose 43/34, bedeutet die Anwendung (oder Anschließung) der Wahrheiten unter dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, sofern es die Mitteilung und Aneignung des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3168, 3772, 4017, 4018, daher auch die Anwendung desselben. Unter dem Guten (sub bono), deshalb, weil alle Anwendung des Wahren unter (der Leitung) des Guten geschieht; man sehe Nr. 5704. 5710. "Und wurden trunken (mit ihm)", 1. Mose 43/34, bedeutet, (sie tranken) in reichlichem Maß. Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, sofern es heißt Wahrheiten unter der Leitung des Guten anwenden, wovon Nr. 5709. Daher ist trunken werden soviel als in reichlichem Maß. Aus den Erklärungen in diesem Kapitel geht hervor, daß von der Einweihung zur Verbindung des Natürlichen mit dem Himmlischen des Geistigen die Rede war, im nächstfolgenden Kapitel aber wird von der ersten Verbindung gehandelt, denn die erste Verbindung wird dadurch vorgebildet, daß Joseph sich seinen Brüdern offenbarte, die zweite dadurch, daß er seinem Vater und seinen Brüdern entgegenging und sie nach Ägypten brachte.   Nr. 5711 - 5727 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 44. Kapitel 1. Und er gebot dem, der über sein Haus (gesetzt war), und sprach: fülle die Säcke der Männer mit Speise, soviel sie können ertragen, und lege das Silber eines jeden in die Öffnung seines Sackes. 2. Und meinen Becher, den Becher von Silber, sollst du legen in die Öffnung des Sackes des Jüngsten, und das Silber für sein Getreide. Und er tat nach dem Wort Josephs, das er geredet. 3. Der Morgen brach an und die Männer wurden entlassen, sie und ihre Esel. 4. Sie gingen hinaus aus der Stadt, und waren (noch) nicht weit weg, da sprach Joseph zu dem, der über sein Haus (gesetzt war): stehe auf, jage nach den Männern, und hast du sie eingeholt, so sprich zu ihnen: warum vergeltet ihr Böses für Gutes? 5. Ist es nicht dieser, woraus mein Herr trinket, und woraus er weissaget? Übel habt ihr getan an dem, was ihr getan habt. 6. Und er holte sie ein, und redete zu ihnen diese Worte. 7. Und sie sprachen zu ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Ferne sei es von deinen Knechten, solches zu tun. 8. Siehe, das Silber, das wir fanden in der Öffnung unserer Säcke, haben wir zurückgebracht zu dir aus dem Lande Kanaan; und wie sollten wir aus dem Hause deines Herrn Silber oder Gold stehlen? 9. Bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, der soll sterben, und auch wir wollen meinem Herrn zu Knechten sein. 10. Und er sprach: Nun ja, wie ihr sagt, so sei es, bei dem er gefunden wird, soll mein Knecht sein, ihr aber sollt schuldlos sein. 11. Und sie eilten, und ließen nieder, ein jeder seinen Sack zur Erde, und ein jeder öffnete seinen Sack. 12. Und er durchsuchte (sie); beim Größten fing er an, und beim Kleinsten (Jüngsten) hörte er auf, und der Becher ward gefunden in dem Sacke Benjamins. 13. Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten zurück in die Stadt. 14. Und es ging Jehudah und seine Brüder hinein in das Haus Josephs, und dieser war noch daselbst; und sie fielen vor ihm zur Erde. 15. Und Joseph sprach zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt? habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich weissagen kann? 16. Da sprach Jehudah: Was sollen wir sagen zu meinem Herrn? was sollen wir reden, und wie sollen wir uns rechtfertigen? Gott hat gefunden die Missetat deiner Knechte; siehe, wir sind Knechte meinem Herrn, sowohl wir, als der, in dessen Hand der Becher gefunden worden. 17. Und er sprach: ferne sei es mir, daß ich solches tue; der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden worden, der soll mir ein Knecht sein, ihr aber gehet hinauf im Frieden zu eurem Vater. 18. Da trat zu ihm Jehudah, und sprach: Ach, mein Herr, laß doch deinen Knecht reden ein Wort vor den Ohren meines Herrn, und es entbrenne nicht dein Zorn gegen deinen Knecht, denn du bist gleich wie Pharao. 19. Mein Herr fragte seine Knechte, und sprach: Habt ihr einen Vater oder einen Bruder? 20. Und wir sprachen zu meinem Herrn: Wir haben einen alten Vater, und einen Sohn seines Greisenalters, den Jüngsten, und sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. 21. Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir, daß ich mein Auge richte auf ihn. 22. Und wir sprachen zu meinem Herrn: Der Knabe kann nicht verlassen seinen Vater, wenn er verließe seinen Vater, so würde dieser sterben. 23. Da sprachst du zu deinen Knechten: wenn euer jüngster Bruder nicht herabkommt mit euch, so sollt ihr hinfort nicht mehr sehen mein Angesicht. 24. Und es geschah, da wir hinaufkamen zu deinem Knecht, unserem Vater, da sagten wir ihm an die Worte meines Herrn. 25. Da sprach unser Vater: Gehet wieder hin, kaufet uns ein wenig Speise. 26. Und wir sprachen: Wir können nicht hinabgehen; wenn unser jüngster Bruder mit uns ist, so wollen wir hinabgehen, denn wir können nicht sehen das Angesicht des Mannes, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist. 27. Da sprach dein Knecht, mein Vater zu uns: Ihr wisset, daß mein Weib mir zwei (Söhne) geboren hat. 28. Und einer ist hinausgegangen von mir, und ich sprach: Gewißlich ist er zerrissen worden, und habe ihn nicht gesehen bisher. 29. Nehmet ihr auch diesen hinweg von meinem Angesicht, und begegnet ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunterbringen ins Grab. 30. Und nun, wenn ich komme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe ist nicht mit uns, und seine Seele ist (doch) gebunden an seine Seele. 31. Dann wird es geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, so wird er sterben, und es werden deine Knechte die grauen Haare deines Knechtes, unseres Vaters, mit Jammer ins Grab bringen. 32. Denn dein Knecht ist Bürge geworden für den Knaben bei meinem Vater und hat gesagt: Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe, so will ich mich versündigt haben an meinem Vater alle Tage meines (Lebens). 33. Und nun laß doch deinen Knecht bleiben anstatt des Knaben als Knecht meinem Herrn, den Knaben aber laß hinaufziehen mit seinen Brüdern. 34. Denn wie sollte ich hinaufziehen zu meinem Vater, ohne daß der Knabe mit mir ist; ich würde nur den Jammer sehen, der meinem Vater begegnete.   Inhalt 5728. In diesem Kapitel ist im inneren Sinn die Rede von dem Mittleren (oder Vermittelnden) zwischen dem inwendigen himmlischen Menschen und dem äußeren natürlichen. Zuerst daß der inwendige himmlische Mensch das Mittlere mit dem geistig Wahren aus sich erfüllt habe: das Mittlere ist Benjamin, das geistig Wahre, das bei ihm (gefunden worden), ist der silberne Becher Josephs. Der inwendige himmlische Mensch ist Joseph, der äußere natürliche Mensch sind die zehn Söhne Jakobs. 5729. Hierauf wird gehandelt von der Versuchung des äußeren natürlichen Menschen, und zwar (dauerte sie fort), bis sich die (zehn Söhne Jakobs) dem inwendigen Himmlischen freiwillig unterwarfen. Die Versuchung wird dadurch beschrieben, daß sie angeklagt wurden, und daß sie in der Verzweiflung zu Joseph zurückkamen. Die Unterwerfung aus eigenem Antrieb wird dadurch beschrieben, daß alle sich zu Knechten anboten, und für sie Jehudah. Die Verbindung des äußeren Menschen mit dem Inwendigeren geschieht nicht ohne Versuchung und freiwillige Unterwerfung. 5730. Im vorbildlichen historischen Sinn ist hier von Jakobs Nachkommen die Rede, daß sie verworfen worden seien, daß sie aber hartnäckig darauf bestanden, vorbildlich zu sein. Daß sie verworfen wurden, wird dadurch verstanden, daß Joseph sie fortlassen wollte, und allein den Benjamin behalten; daß sie hartnäckig darauf bestanden wird angedeutet durch den Inhalt ihres Bekenntnisses und Flehens.   Innerer Sinn 5731. Vers 1,2: Und er gebot dem, der über sein Haus (gesetzt war), und sprach: fülle die Säcke der Männer mit Speise, soviel sie können ertragen, und lege das Silber eines jeden in die Öffnung seines Sackes. Und meinen Becher, den Becher von Silber, sollst du legen in die Öffnung des Sackes des Jüngsten, und das Silber für sein Getreide. Und er tat nach dem Wort Josephs, das er geredet. "Und er gebot dem, der über sein Haus (gesetzt war), und sprach" bedeutet den Einfluß von ihm; "fülle die Säcke der Männer mit Speise" bedeutet (den Einfluß) in das Natürliche mit dem Guten des Wahren; "soviel sie können ertragen" bedeutet zur Genüge; "und lege das Silber eines jeden in die Öffnung seines Sackes" bedeutet mit dem Wahren aus dem Neuen im auswendigeren Natürlichen; "und meinen Becher, den Becher von Silber, sollst du legen in die Öffnung des Sackes des Jüngsten" bedeutet das inwendigere Wahre, das dem Mittleren geschenkt wurde; "und das Silber für sein Getreide" bedeutet das Wahre des Guten; "und er tat nach dem Wort Josephs, das er geredet" bedeutet, es sei so geschehen. 5732. "Und er gebot dem, der über sein Haus (gesetzt war), und sprach", 1. Mose 44/1, bedeutet den Einfluß von ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, sofern es ein Einfließen bezeichnet, wovon Nr. 5486; und aus der Bedeutung von "der über sein Haus", sofern es der ist, der mitteilen sollte. Daß von ihm, nämlich vom inwendig Himmlischen, das Joseph vorbildet, (das Einfließen kommte), ist klar. Gebieten bezeichnet ein Einfließen aus dem Grunde, weil im Himmel nicht geboten oder befohlen wird, sondern der Gedanke wird mitgeteilt, und diesem gemäß handelt der andere bereitwillig. Die Mitteilung des Gedankens mit dem Verlangen und Wunsch, daß etwas geschehe, ist Einfluß, und von seiten des Aufnehmenden ist es Innewerden. Daher wird durch gebieten auch das Innewerden bezeichnet: Nr. 3661, 3682. Außerdem denken sie im Himmel nicht allein, sondern sie reden auch miteinander, aber von solchen Dingen, die der Weisheit angehören, aber in ihrer Rede ist nichts Befehlendes an einen anderen; denn keiner will Herr sein, und so den anderen als Knecht ansehen, sondern ein jeder will dienen und dem anderen Dienste leisten. Hieraus wird klar, was für eine Regierungsform in den Himmeln ist. Jene Form wird vom Herrn beschrieben bei Matth.20/26,27: "Nicht so soll es sein unter euch, sondern jeder, der unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; wer aber unter euch der Erste sein will, der soll euer Knecht sein". Matth.23/11,12: "Der Größte unter euch soll euer Diener sein; wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden". So tut, wer den Nächsten von Herzen liebt, oder wer seine Lust und Befriedigung darin empfindet, anderen Gutes zu tun aus keiner selbstischen Absicht, d.h. wer Liebtätigkeit gegen den Nächsten hat. 5733. "Fülle die Säcke der Männer mit Speise", 1. Mose 44/1, bedeutet, in das Natürliche mit dem Guten des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das auswendigere Natürliche bezeichnet, wovon Nr. 5497; und aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das Gute des Wahren ist, wovon Nr. 5340, 5342, 5410, 5426, 5487, 5582, 5583, 5655. Hieraus wird klar, daß durch "er gebot dem, der über sein Haus (gesetzt war): fülle die Säcke der Männer mit Speise", der Einfluß von ihm ins Natürliche mit dem Guten des Wahren bezeichnet wird. Weil das Gute des Wahren und das Wahre des Guten öfters vorkommt, so soll der Unterschied angegeben werden. Wer nicht weiß, was die himmlische Kirche ist im Verhältnis zur geistigen Kirche, der kann den Unterschied gar nicht wissen. Das Wahre des Guten gehört der himmlischen Kirche an, und das Gute des Wahren gehört der geistigen Kirche an. Bei den Angehörigen der himmlischen Kirche war das Gute in das Willensgebiet eingepflanzt, wo der eigentliche Sitz des Guten ist. Aus diesem Guten, d.h. durch dieses Gute vom Herrn, hatten sie ein Innewerden des Wahren, daher kam ihnen das Wahre des Guten. Aber bei den Angehörigen der geistigen Kirche wird das Gute in das Verstandesgebiet durch das Wahre eingepflanzt, denn alles Wahre gehört dem Gebiet des Verstandes an, und durch das Wahre werden sie zum Guten geführt; denn das Wahre tun heißt, bei ihnen das Gute. Daher kommt ihnen das Gute des Wahren; dieses im eigentlichen Sinn. Aber das Gute des Wahren wird auch, wiewohl uneigentlich, von den Angehörigen der geistigen Kirche gesagt, hiervon anderwärts. 5734. "So viel sie können ertragen", 1. Mose 44/1, bedeutet zur Genüge. Dies kann ohne Erklärung erhellen. 5735. "Und lege das Silber eines jeden in die Öffnung seines Sackes", 1. Mose 44/1, bedeutet, überdies mit dem Wahren aus dem Neuen im auswendigeren Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954, 5658; und aus der Bedeutung der Öffnung des Sackes, sofern sie die Schwelle des auswendigeren Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5497. Was das auswendigere Natürliche und das inwendigere sei, sehe man Nr. 4570, 5118, 5126, 5497, 5649; daß es das Wahre aus dem Neuen ist, hat den Grund, weil früher schon Silber im Mund ihrer Taschen niedergelegt worden war: 1. Mose 42/25,27,28,35. 5736. "Und meinen Becher, den Becher von Silber sollst du legen in die Öffnung des Sackes des Jüngsten", 1. Mose 44/2, bedeutet das inwendigere Wahre, das dem Mittleren geschenkt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bechers von Silber, sofern er ist das Wahre des Glaubens, das aus dem Guten der Liebtätigkeit (stammt), wovon Nr. 5120; und weil gesagt wird mein oder Josephs Becher, so ist es das inwendigere Wahre; weil Benjamin das Mittlere vorbildet, auch in Ansehung des Wahren, so bildet er das inwendigere Wahre vor: Nr. 5600, 5631, somit das geistig Wahre: Nr. 5639; aus der Bedeutung der Öffnung des Sackes, wenn sie von Benjamin als dem Mittleren ausgesagt wird, sofern sie die Stelle bezeichnet, wo es dem Natürlichen sich anschließt; denn das Mittlere hat, damit es das Vermittelnde sei, Gemeinschaft mit dem Äußeren und mit dem Inwendigen: Nr. 5411, 5413, 5586, sein Auswendigeres ist hier das Natürliche; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Jüngste ist, sofern er das Mittlere bezeichnet, wovon Nr. 5411, 5413, 5443, 5688. Aus diesem wird klar, was dadurch bezeichnet wird, daß Joseph seinen silbernen Becher in den Sack Benjamins legen ließ. 5737. "Und das Silber für sein Getreide", 1. Mose 44/2, bedeutet das Wahre des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954, 5658; und aus der Bedeutung des Getreides, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 5295, 5410; denn das inwendigere oder geistig Wahre, das vom himmlisch Inwendigen, das Joseph ist, ausgeht, ist das Wahre des Guten; was das Wahre des Guten sei, sehe man Nr. 5733. 5738. "Und er tat nach dem Wort Josephs, das er geredet", 1. Mose 44/2, bedeutet, es sei so geschehen. Dies erhellt ohne Erklärung. 5739. Vers 3-5: Der Morgen brach an und die Männer wurden entlassen, sie und ihre Esel. Sie gingen hinaus aus der Stadt, und waren noch nicht weit weg, da sprach Joseph zu dem, der über sein Haus (gesetzt war): stehe auf, jage nach den Männern, und hast du sie eingeholt, so sprich zu ihnen: warum vergeltet ihr Böses für Gutes? Ist es nicht dieser, woraus mein Herr trinket, und woraus er weissaget? Übel habt ihr getan an dem, was ihr getan habt. "Der Morgen brach an" bedeutet den Zustand der Erleuchtung alsdann; "und die Männer wurden entlassen, sie und ihre Esel" bedeutet der äußere natürliche Mensch sei etwas entfernt worden mit seinen Wahrheiten und Kenntnissen; "sie gingen hinaus aus der Stadt, und waren noch nicht weit weg" bedeutet das Maß der Entfernung; "da sprach Joseph zu dem, der über sein Haus (gesetzt war)" bedeutet das Innewerden und den Einfluß aus dem Neuen; "stehe auf, jage nach den Männern" bedeutet der Anschluß an ihn müsse nun geschehen; "und hast du sie eingeholt" bedeutet den vermittelten Anschluß; "so sprich zu ihnen: warum vergeltet ihr Böses für Gutes?" bedeutet, warum ihre Abkehr; "ist es nicht dieser, woraus mein Herr trinket" bedeutet, bei ihnen sei das inwendigere Wahre angenommen worden vom Himmlischen; "und woraus er weissaget?" bedeutet das Himmlische wisse das Verborgene von seinem Göttlichen her; "übel habt ihr getan an dem, was ihr getan habt" bedeutet, es sei wider das göttliche Gesetz, dasselbe für sich selbst in Anspruch zu nehmen, (d.h. sich selber zuzuschreiben). 5740. "Der Morgen brach an", 1. Mose 44/3, bedeutet den Zustand der Erleuchtung alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von Morgen und licht werden (oder anbrechen), sofern es einen Zustand der Erleuchtung bezeichnet. Daß der Morgen im höchsten Sinn der Herr ist, sehe man Nr. 2405, 2780; wenn daher gesagt wird, der Morgen bricht an, so bedeutet es den Zustand der Erleuchtung, denn vom Herrn kommt alle Erleuchtung. Daß auch aufstehen am Morgen den Zustand der Erleuchtung bezeichnet, sehe man Nr. 3458, 3723. 5741. "Und die Männer wurden entlassen, sie und ihre Esel", 1. Mose 44/3, bedeutet, der äußere natürliche Mensch sei etwas entfernt worden mit seinen Wahrheiten und Kenntnissen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier die Männer sind, sofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; mithin sofern sie der äußere natürliche Mensch sind: Nr. 5680; aus der Bedeutung der Esel, sofern sie die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnen, wovon Nr. 5492; und aus der Bedeutung von entlassen und nicht weit weg sein, sofern es ausdrückt, er war etwas entfernt, nämlich der äußere natürliche Mensch. Hieraus wird klar, daß durch "die Männer wurden entlassen, sie und ihre Esel, und waren nicht weit weg" bezeichnet wird, der äußere natürliche Mensch sei etwas entfernt mit seinen Wahrheiten und Kenntnissen, nämlich vom himmlisch Inwendigen, das durch Joseph vorgebildet wird. Was die Bedeutung der Esel betrifft, so wisse man, daß sie etwas anderes bezeichnen, wenn sie zum Reiten gebraucht wurden (denn auf Eseln, Eselinnen, wie auch Maultieren, ritten die Richter, Könige und deren Söhne), und dann bezeichneten sie das vernünftig und auch das natürlich Wahre und Gute, Nr. 2781; daher kam es, daß der Herr als Richter und als König bei seinem Einzug in Jerusalem auf einer Eselin mit dem Füllen ritt; denn das war eine richterliche Auszeichnung und eine königliche Auszeichnung. Aber die Esel bezeichneten etwas anderes, wenn sie zum Lasttragen gebraucht wurden, wie hier; dann bezeichneten sie das Wißtümliche; mit dem Wißtümlichen verhält es sich auch nicht anders; wer in seinem Denken, wenn es sich um das handelt, was das Inwendigere des Menschen ist, nicht über das Wißtümliche hinausgeht, das dem Gedächtnis angehört, der meint, das Ganze des Menschen bestehe darin; er weiß nicht, daß die wißtümlichen Kenntnisse das Unterste beim Menschen sind, und solches, was größtenteils verborgen wird, wenn der Leib stirbt, Nr. 2475, 2476, 2477, 2479, 2480; was aber in ihnen liegt, nämlich das Wahre und Gute, mit den Neigungen dazu, das bleibt; und auch bei den Bösen das Falsche und Böse, mit den Neigungen dazu. Das Wißtümliche ist gleichsam der Leib von jenem. Solange der Mensch in der Welt lebt, hat er dieses, nämlich das Wahre und Gute, oder das Falsche und Böse, im Wißtümlichen, denn dieses ist das Enthaltende; und weil das Wißtümliche inwendigere Dinge enthält, und somit gleichsam trägt, darum wird es bezeichnet durch Esel, die zum Lasttragen dienen. 5742. "Sie gingen hinaus aus der Stadt, und waren noch nicht weit weg", 1. Mose 44/4, bedeutet das Maß der Entfernung, was aus dem Vorhergehenden erhellen kann. 5743. "Da sprach Joseph zu dem, der über sein Haus (gesetzt war)", 1. Mose 44/4, bedeutet das Innewerden und den Einfluß aus dem Neuen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist innewerden, wovon öfters; und weil es das Innewerden ist in Beziehung auf den, der hört und vernimmt, so ist es auch der Einfluß in Beziehung auf den, der spricht; denn es findet eine gegenseitige Entsprechung statt. Daß "er gebot dem, der über sein Haus", den Einfluß von ihm bezeichnet, sehe man Nr. 5732. 5744. "Stehe auf, jage nach den Männern", 1. Mose 44/4, bedeutet, der Anschluß an ihn müsse nun geschehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von nachjagen den Männern, und sie einholen, sofern es heißt anschließen; denn nachjagen ist der Trieb zum Anschließen und einholen ist Anschluß. In den folgenden (Versen) dieses Kapitels ist von der Rückkehr der Söhne Jakobs die Rede, und im Kapitel, das folgt, von der Offenbarung Josephs, wodurch die Verbindung des Himmlischen des Geistigen mit den Wahrheiten im Natürlichen bezeichnet wird. Hieraus wird klar, daß durch "jage nach den Männern" bezeichnet wird, der Anschluß an ihn müsse nun geschehen. 5745. "Und hast du sie eingeholt", 1. Mose 44/4, bedeutet den vermittelten Anschluß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie einholen", weil nämlich der, welcher über das Haus Josephs (gesetzt ist), es tun soll, so ist es ein vermittelter Anschluß. 5746. "So sprich zu ihnen, warum vergeltet ihr Böses für Gutes", 1. Mose 44/4, bedeutet, warum Abkehr. Dies erhellt aus der Bedeutung von Böses vergelten für Gutes, sofern es heißt sich abkehren; denn das Böse ist eben nichts anderes als Abkehr vom Guten, denn die, welche im Bösen sind, weisen das Gute ab, nämlich das geistig Gute, das Sache der Liebtätigkeit und des Glaubens ist. Daß das Böse Abkehr ist, wird augenscheinlich klar an den Bösen im anderen Leben; dieselben erscheinen im Licht des Himmels, mit den Füßen aufwärts und mit dem Kopf abwärts: Nr. 3641, somit ganz umgekehrt, folglich (auch) abgekehrt. 5747. "Ist es nicht dieser, woraus mein Herr trinkt", 1. Mose 44/5, bedeutet, bei ihnen sei das inwendigere Wahre angenommen worden vom Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bechers, der verstanden wird unter dem, "woraus mein Herr trinkt", sofern es das inwendigere Wahre ist, wovon Nr. 5736; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier ist "mein Herr", sofern er das Himmlische des Geistigen (vorbildet), wovon Nr. 5307, 5331, 5332; hier das Himmlische, weil gehandelt wird vom inwendigeren Wahren, das geistig ist, und von ihm ausgeht. Daß es angenommen wurde, wird dadurch bezeichnet, daß der Becher auf den Befehl Josephs in die Öffnung des Sackes Benjamins niedergelegt wurde. Sie werden beschuldigt, als ob sie den Becher genommen hätten; der Grund, warum sie beschuldigt wurden, da doch der Becher hineingelegt worden ist, wird ebenfalls aus dem inwendigeren Sinn klar, welcher dieser ist: das Wahre, das vom Herrn geschenkt wird, wird zuerst aufgenommen als wie nicht geschenkt; denn der Mensch meint vor der Wiedergeburt, daß er sich selbst das Wahre verschaffe, und solang er dieses meint, ist er im geistigen Diebstahl. Daß das Gute und Wahre für sich in Anspruch nehmen, und sich zur Gerechtigkeit und zum Verdienst anrechnen heißt, dem Herrn nehmen, was Sein ist, sehe man Nr. 2609, 4174, 5135. Damit dieses vorgebildet würde, wurde von Joseph so verfahren. Daß sie aber dennoch des Diebstahls beschuldigt wurden, geschah, damit eine Verbindung zustande käme; denn ehe der Mensch wiedergeboren wird, kann er nicht anders als so glauben. Er sagt zwar mit dem Mund aus der Lehre, daß alles Wahre des Glaubens und (alles) Gute der Liebtätigkeit vom Herrn sei, aber dennoch glaubt er es nicht, ehe der Glaube dem Guten eingepflanzt ist; dann erst erkennt er jenes von Herzen an. Etwas ganz anders ist es, bekennen aus der Lehre, als bekennen aus dem Glauben: bekennen aus der Lehre können viele, auch die nicht im Guten sind, denn die Lehre ist ihnen nur ein Wissen; aber zu bekennen aus Glauben vermögen nur diejenigen andern, die im geistig Guten sind, d.h. in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Daß sie des Diebstahls beschuldigt wurden, damit eine Verbindung zustande komme, wird auch daraus klar, daß sie Joseph dadurch zu sich zurückbrachte, und eine Zeitlang im Nachdenken über jene Tat hielt, und daß er sich hernach ihnen offenbarte, d.h. (mit sich) verband. 5748. "Und woraus er weissagt", 1. Mose 44/5, bedeutet, das Himmlische wisse das Verborgene aus seinem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von weissagen, sofern es heißt, heimliche Dinge wissen; aus dem Göttlichen wird gesagt, weil das Himmlische des Geistigen, das Joseph ist, das Wahre vom Göttlichen her vorbildet, oder das Wahre, in dem das Göttliche ist; man sehe Nr. 5704. 5749. "Übel habt ihr getan an dem, was ihr getan habt", 1. Mose 44/5, bedeutet, es sei wider das göttliche Gesetz, dasselbe für sich selbst in Anspruch zu nehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Diebstahls, der hier durch das Böse verstanden wird, das sie getan haben, sofern es bezeichnet, für sich in Anspruch nehmen, was des Herrn ist, nämlich das Wahre, das durch den silbernen Becher Josephs bezeichnet wird, wovon Nr. 5747; daß dies wider das göttliche Gesetz streitet, ist klar, man sehe Nr. 2609. Daß der Mensch nichts für sich in Anspruch nehmen darf, was vom Herrn kommt, somit nicht das Wahre und Gute, kommt daher, weil der Mensch in der Wahrheit sein soll; und soweit er in der Wahrheit ist, insoweit ist er im Licht, in dem die Engel im Himmel sind, und wieweit er in diesem Licht, insoweit ist er in der Einsicht und Weisheit, und wieweit er in der Einsicht und Weisheit, insoweit ist er in der Seligkeit. Dies ist der Grund, warum der Mensch mit dem Herzensglauben anerkennen muß, daß nichts Wahres und Gutes von ihm selbst kommt, sondern alles vom Herrn; und zwar, weil es (wirklich) so ist. 5750. Vers 6-10: Und er holte sie ein, und redete zu ihnen diese Worte. Und sie sprachen zu ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Ferne sei es von deinen Knechten, solches zu tun. Siehe, das Silber, das wir fanden in der Öffnung unserer Säcke, haben wir zurückgebracht zu dir aus dem Lande Kanaan; und wie sollten wir aus dem Hause deines Herrn Silber oder Gold stehlen? Bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, soll sterben, und auch wir wollen meinem Herrn zu Knechten sein. Und er sprach: Nun ja, wie ihr sagt, so sei es, bei dem er gefunden wird, soll mein Knecht sein, ihr aber sollt schuldlos sein. "Und er holte sie ein" bedeutet den vermittelten Anschluß: "und redete zu ihnen diese Worte" bedeutet den Einfluß dieser Sache; "und sie sprachen zu ihm" bedeutet die Wahrnehmung; "warum redet mein Herr solche Worte?" bedeutet das Nachdenken darüber, warum solches einfließe; "ferne sei es von deinen Knechten, solches zu tun" bedeutet, da es nicht nach ihrem Willen sei; "siehe, das Silber, das wir fanden in der Öffnung unserer Säcke" bedeutet, als das Wahre umsonst geschenkt worden; "haben wir zurückgebracht zu dir aus dem Lande Kanaan" bedeutet, es sei unterworfen worden aus Religion; "und wie sollten wir aus dem Hause deines Herrn Silber oder Gold stehlen?" bedeutet, warum sollten wir denn für uns in Anspruch nehmen das Wahre und Gute, das vom himmlisch Göttlichen ist; "bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, soll sterben" bedeutet verdammt sei, wer solches tue; "und auch wir wollen meinem Herrn zu Knechten sein" bedeutet, sie sollten beigesellt werden für immer ohne Freiheit aus dem Eigenen; "und er sprach: Nun ja, wie ihr sagt" bedeutet, es solle allerdings so sein vermöge der Gerechtigkeit; "so sei es" bedeutet ein milderes Urteil; "bei dem er gefunden wird, soll mein Knecht sein" bedeutet, bei wem das sei, der solle immerfort ohne eigene Freiheit sein; "ihr aber sollt schuldlos sein" bedeutet, die übrigen seien selbständig, weil nicht in gleicher Schuld. 5751. "Und er holte sie ein", 1. Mose 44/6, bedeutet den vermittelten Anschluß. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5745 (gesagt wurde). 5752. "Und redete zu ihnen diese Worte", 1. Mose 44/6, bedeutet den Einfluß dieser Sache. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es das Einfließen bezeichnet, wovon Nr. 2951, 3037, 5481; und aus der Bedeutung der Worte, sofern sie Sachen ausdrücken. In der Grundsprache wird auch die Sache durch dasselbe Wort ausgedrückt. 5753. "Und sie sprachen zu ihm", 1. Mose 44/7, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ein Innewerden bezeichnet. 5754. "Warum redet mein Herr solche Worte", 1. Mose 44/7, bedeutet das Nachdenken darüber, warum solches einfließe. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, sofern es ist einfließen, und aus der Bedeutung von "solche Worte", sofern es bezeichnet diese Sache oder so etwas, wovon Nr. 5752. Das Nachdenken wird angedeutet durch das Wort warum, welches ein Wort des Fragens bei sich selbst ist. 5755. "Ferne sei es von deinen Knechten, solches zu tun", 1. Mose 44/7, bedeutet, da es doch nicht nach ihrem Willen sei, nämlich das Wahre sich selbst zuzusprechen. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, sofern es ist wollen; denn jede Tat ist Sache des Willens. Die Tat selbst ist das Natürliche, und der Wille ist das Geistige, von dem (sie ausgeht). Daß es nicht sei, nämlich aus ihrem Willen, wird bezeichnet durch: ferne sei es von deinen Knechten. 5756. "Siehe, das Silber, das wir fanden in der Öffnung unserer Säcke", 1. Mose 44/8, bedeutet, als das Wahre umsonst geschenkt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954, 5658; aus der Bedeutung von "wir fanden", sofern es heißt umsonst geschenkt, denn das Silber für das Getreide eines jeden war ihnen zurückgegeben, somit umsonst geschenkt worden, man sehe Nr. 5530, 5624; und aus der Bedeutung der Öffnung der Säcke, sofern sie die Schwelle des auswendigeren Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 5497. 5757. "Haben wir zurückgebracht zu dir aus dem Lande Kanaan", 1. Mose 44/8, bedeutet, es sei unterworfen worden aus Religion. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückbringen, sofern es heißt unterwerfen, wovon Nr. 5624; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, sofern es die Religion bezeichnet. Das Land Kanaan hat verschiedene Bedeutungen aus dem Grund, weil es solches bedeutet, was sehr viel in sich schließt; denn es bedeutet das Reich des Herrn, und es bedeutet die Kirche, folglich auch den Menschen der Kirche, denn derselbe ist eine Kirche, und weil es solches bedeutet, bedeutet es auch das Himmlische, das der Kirche angehört, nämlich das Gute der Liebe, und auch das Geistige derselben Kirche, welches ist das Wahre des Glaubens, und so fort. Hier also die Religion, die der Kirche angehört, denn es ist der Religion der Kirche gemäß, daß man das Wahre und Gute nicht sich selbst zusprechen darf. Hieraus wird klar, warum ein Wort zuweilen mehreres bezeichnet, denn wenn es in seinem Inbegriff mehreres in sich schließt, dann bezeichnet es auch dasjenige, was es nach dem Sachzusammenhang im inneren Sinn in sich schließt. Daß das Land Kanaan das Reich des Herrn bezeichnet, sehe man Nr. 1413, 1437, 1607, 3038, 3481, 3705; und daß es die Kirche ist: Nr. 3686, 3705, 4447. Aus diesen ergeben sich seine übrigen Bedeutungen. 5758. "Und wie sollten wir aus dem Hause deines Herrn Silber oder Gold stehlen", 1. Mose 44/8, bedeutet, warum sollten wir denn uns zusprechen das Wahre und Gute, das vom himmlisch Göttlichen stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von stehlen, sofern es im geistigen Sinn ist, sich selbst zusprechen, was des Herrn ist, wovon Nr. 5749; aus der Bedeutung des Silbers, sofern es das Wahre ist, wovon Nr. 1551, 2954, 5658; und aus der Bedeutung des Goldes, sofern es das Gute ist, wovon Nr. 113, 1551, 1552, 5658. In diesem ganzen Kapitel wird vom geistigen Diebstahl gehandelt, der darin besteht, daß man sich das Gute und Wahre, das vom Herrn kommt, zuspricht. Dies ist von solcher Wichtigkeit, daß der Mensch nach dem Tod nicht in den Himmel zugelassen werden kann, ehe er von Herzen anerkennt, daß nichts Gutes und Wahres von ihm selber stammt, sondern vom Herrn, und daß alles, was von ihm, eben nur böse ist. Daß es so ist, wird dem Menschen nach dem Tod durch viele Erfahrungen gezeigt. Daß alles Gute und Wahre vom Herrn ist, werden die Engel im Himmel offenbarlich inne, und überdies, daß sie vom Herrn abgehalten werden vom Bösen, und im Guten und daher im Wahren gehalten werden, und zwar mit starker Kraft. Dies durfte auch ich augenscheinlich nun mehrere Jahre lang inne werden, wie auch, daß ich in dem Maß, als ich dem Eigenen oder mir selbst überlassen war, von Bösem überflutet wurde, und daher auch, (daß ich) in dem Maß, als ich vom Herrn (davon) abgehalten war, vom Bösen ins Gute erhoben wurde. Das Wahre und Gute sich selber zusprechen, ist deshalb gegen die allgemeine Himmelsordnung, sodann gegen die Anerkennung, daß alles Heil aus Barmherzigkeit (geschenkt werde), d.h., daß der Mensch aus sich selbst in der Hölle ist, aber vom Herrn aus Barmherzigkeit herausgezogen wird. Auch kann der Mensch nicht in der Demut sein, folglich die Barmherzigkeit des Herrn nicht aufnehmen, (denn diese fließt allein in die Demut oder in ein demütiges Herz ein,) wenn er nicht anerkennt, daß er von sich selbst nichts als böse ist, und daß vom Herrn alles Gute stammt. Abgesehen davon, daß er andernfalls sich selbst als Verdienst zuschreibt, was er tut, und zuletzt als Gerechtigkeit; denn sich selbst das Wahre und Gute, das vom Herrn ist, zusprechen heißt, sich selbst rechtfertigen; daraus entspringt mehrfaches Böses, denn alsdann hat er in allem, was er dem Nächsten tut, sich selbst im Auge, und wenn er das tut, liebt er sich selbst mehr als alle anderen, die er alsdann verachtet, wenn nicht mit dem Munde, so doch im Herzen. 5759. "Bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, der soll sterben", 1. Mose 44/9, bedeutet verdammt sei, wer solches tut. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt verdammt werden; denn geistiger Tod ist nichts anderes als Verdammnis. Daß diejenigen, die sich selbst das Wahre und Gute zusprechen, das des Herrn ist, nicht im Himmel sein können, sondern außerhalb des Himmels, wird aus dem klar, was Nr. 5758 gesagt wurde, und die, welche außerhalb des Himmels sich befinden, sind in Verdammnis. Dieses Gesetz gilt jedoch nur für das Urteil aus dem Wahren; wenn aber das Urteil zugleich aus dem Guten geschieht, alsdann werden diejenigen, die das Wahre und das Gute tun, und aus Unwissenheit und Einfalt es sich selber zuschreiben, nicht verdammt, sondern im anderen Leben nach einer Art von Abödung freigesprochen, und außerdem muß ja ein jeder das Wahre und Gute wie von sich tun, gleichwohl aber glauben, daß es vom Herrn ist, man sehe Nr. 2882, 2883, 2891; wenn er so tut, dann legt er mit der Zunahme an Jahren und mit dem Wachstum in der Einsicht und im Glauben jene falsche Meinung ab, und erkennt zuletzt von Herzen an, daß all sein Antrieb, das Gute zu tun und das Wahre zu denken, vom Herrn gekommen ist und noch kommt. Deswegen bestätigt zwar der von Joseph Gesandte dieses Urteil, daß nämlich derjenige, bei dem der Becher gefunden werde, sterben soll, aber er hebt es gleich wieder auf, denn er spricht: "nun ja, wie ihr saget, so sei es; bei wem er gefunden wird, soll mein Knecht sein, aber ihr sollt schuldlos sein", wodurch eine mildere Meinung bezeichnet wird. Anders aber verhält es sich mit denjenigen, die nicht aus Unwissenheit und Einfalt dieses tun, sondern aus vorgefaßten Meinungen, die sie mit dem Glauben und auch mit dem Leben begründet haben. Weil sie aber Gutes tun, erhält gleichwohl der Herr aus Barmherzigkeit bei ihnen etwas von Unwissenheit und Einfalt. 5760. "Und auch wir wollen meinem Herrn zu Knechten sein", 1. Mose 44/9, bedeutet, sie sollten beigesellt werden für immer ohne Freiheit aus dem Eigenen. Dies erhellt aus der Bedeutung von auch wir, sofern es die Beigesellten sind; und aus der Bedeutung von sein zu Knechten, sofern es heißt, ohne Freiheit aus dem Eigenen sein; denn wer ein Knecht ist, der ist ohne Freiheit aus dem Eigenen, weil er vom Eigenen und von der Freiheit seines Herrn abhängt. Was es heißt, ohne Freiheit aus dem Eigenen sein, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden gesagt werden. 5761. "Und er sprach: nun ja, wie ihr saget", 1. Mose 44/10, bedeutet, es solle allerdings so sein vermöge der Gerechtigkeit. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5758, 5759 erklärt wurde, daß vermöge der Gerechtigkeit, (nämlich sterben müsse,) wer dieses tut, wird bezeichnet durch "nun ja, wie ihr saget"; aber es folgt jetzt ein milderes Urteil. 5762. "So sei es", 1. Mose 44/10, bedeutet ein milderes Urteil. Dies erhellt aus dem nun Folgenden, wo dieses mildere Urteil ausgesprochen wird. 5763. "Bei dem er gefunden wird, soll mein Knecht sein", 1. Mose 44/10, bedeutet, bei wem das der Fall sei, der solle immerfort ohne eigene Freiheit sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, sofern er bezeichnet, ohne eigene Freiheit sein, wie Nr. 5760. Hiermit verhält es sich so: Josephs silberner Becher, der auf Befehl Josephs bei Benjamin eingelegt wurde, bezeichnet das inwendigere Wahre: Nr. 5736, 5747. Wer im inwendigeren Wahren ist, der weiß, daß alles Wahre und Gute vom Herrn ist, wie auch daß alle Freiheit aus dem Eigenen oder aus dem Menschen selbst höllisch ist; denn wenn der Mensch aus eigener Freiheit etwas tut und denkt, so tut und denkt er eben nichts als Böses, daher ist er ein Knecht des Teufels, denn aus der Hölle fließt alles Böse ein, er fühlt auch eine Lust in jener Freiheit, weil sie mit dem Bösen, worin er ist und in welches er geboren ist, übereinstimmt. Daher muß jene eigene Freiheit ausgezogen, und dafür eine himmlische Freiheit angezogen werden, welche ist das Gute wollen, und daher das Gute tun, und das Wahre verlangen und daher das Wahre denken; wenn er diese Freiheit empfängt, dann ist er ein Knecht des Herrn, und dann ist er in der Freiheit selbst, nicht aber in der Knechtschaft wie früher, die als Freiheit erschien. Dieses nun heißt immerfort ohne eigene Freiheit sein. Was Freiheit ist, und woher sie kommt, sehe man Nr. 2870-2893; und daß die eigentliche Freiheit ist vom Herrn geführt werden: Nr. 2890. 5764. "Aber ihr sollt schuldlos sein", 1. Mose 44/10, bedeutet, die übrigen seien selbständig, weil nicht in gleicher Schuld. Dies erhellt aus der Bedeutung von schuldlos im Verhältnis zum Knecht, sofern es heißt selbständig sein; weil nicht in gleicher Schuld, versteht sich von selbst. Bei den Heiden war es ehemals Sitte, auch die Genossen zu Mitschuldigen zu machen, wenn ein einziger sündigte, ja sogar das ganze Haus zu strafen für das Verbrechen eines einzigen darin; aber ein solches Gesetz stammte von der Hölle her, denn dort trachten alle miteinander nach dem Bösen. Die Gesellschaften daselbst sind nämlich so eingerichtet, daß sie miteinander zusammen dem Guten entgegenwirken; auf diese Weise werden sie in der Zusammenstellung erhalten, obwohl ein jeder gegen den anderen einen tödlichen Haß hegt; denn sie leben in der Einheit und Freundschaft der Räuber. Weil nun in der Hölle die Genossen miteinander nach dem Bösen trachten, deshalb werden sie, wenn sie Böses tun, alle gestraft; aber in der Welt auch so zu verfahren, ist ganz gegen die göttliche Ordnung, denn in der Welt werden die Guten mit den Bösen zusammengesellt, weil der eine das Inwendigere des anderen nicht kennt, und meistens auch sich nicht darum bekümmert; deshalb ist es ein göttliches Gesetz für die Menschen, daß ein jeder für seine eigene Missetat büßen soll. Davon (heißt es) 5. Mose 24/16: "Nicht sollen die Väter sterben um der Söhne willen, und die Söhne sollen nicht sterben um der Väter willen; ein jeder soll in seiner Sünde getötet werden". Hes.18/20: "Eine Seele, die gesündigt hat, die soll sterben, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohnes, die Gerechtigkeit des Gerechten soll über ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen soll über ihm sein". Aus diesem wird klar, wie es sich damit verhält, daß die Söhne Jakobs gesagt haben, bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, der soll sterben, und auch wir wollen meinem Herrn zu Knechten sein"; aber der von Joseph Gesandte änderte dieses Urteil und sprach: "bei dem er gefunden wird, der soll mein Knecht sein; ihr aber sollt schuldlos sein"; ebenso im Folgenden, wo Jehudah zu Joseph spricht: "Siehe, wir sind Knechte meinem Herrn, sowohl wir, als der, in dessen Hand der Becher gefunden ward, Joseph aber sprach: ferne sei es mir, daß ich dieses täte; der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden ist, der soll mein Knecht sein, aber ihr geht hinauf im Frieden zu eurem Vater": 1. Mose 44/16,17. 5765. Vers 11,12: Und sie eilten, und ließen nieder, ein jeder seinen Sack zur Erde, und ein jeder öffnete seinen Sack. Und er durchsuchte (sie); beim Größten fing er an, und beim Kleinsten (Jüngsten) hörte er auf, und der Becher ward gefunden in dem Sacke Benjamins. "Und sie eilten" bedeutet die Ungeduld; "und ließen nieder, ein jeder seinen Sack zur Erde" bedeutet, daß sie alles, was sie im Natürlichen hatten, bis zum Sinnlichen herbeibrachten; "und ein jeder öffnete seinen Sack" bedeutet, um so ihnen selber die Sache zu offenbaren; "und er durchsuchte (sie)" bedeutet die Erforschung; "beim Größten fing er an, und beim Kleinsten (Jüngsten) hörte er auf" bedeutet die Ordnung; "und der Becher ward gefunden in dem Sacke Benjamins" bedeutet das inwendigere Wahre vom Himmlischen war beim Mittleren. 5766. "Und sie eilten", 1. Mose 44/11, bedeutet die Ungeduld. Dies erhellt aus der Bedeutung von eilen, wenn man im Eifer ist, sich selber zu entschuldigen, sofern es dann eine Ungeduld bezeichnet. 5767. "Und ließen nieder, ein jeder seinen Sack zur Erde", 1. Mose 44/11, bedeutet, daß sie alles, was sie im Natürlichen hatten bis zum Sinnlichen herbeibrachten. Dies erhellt aus der Bedeutung von niederlassen, wenn es sich auf das bezieht, was folgt, sofern es ein Herbringen bezeichnet; aus der Bedeutung des Sackes, sofern er das auswendigere Natürliche ist, wovon Nr. 5497; und aus der Bedeutung der Erde, wenn gesagt wird, man habe etwas zu ihr niedergelassen, sofern sie das Letzte und Unterste, somit das Sinnliche bezeichnet, denn das Sinnliche ist das Unterste und Letzte. Die sinnlichen Dinge nämlich liegen an der Pforte zu der von außen umgebenden Welt. Herbeibringen bis zum Sinnlichen heißt völlig beweisen, daß es so sei, denn alsdann wird die Sache so dargestellt, daß es durch die Sinne bezeugt wird (usque ad testem sensualem res deducitur). 5768. "Und ein jeder öffnete seinen Sack", 1. Mose 44/11, bedeutet, um so ihnen selber die Sache zu offenbaren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Sack öffnen", sofern es ausdrückt öffnen, was im Natürlichen ist, somit die Sache offenbaren. 5769. "Und er durchsuchte (sie)", 1. Mose 44/12, bedeutet die Erforschung. Dies erhellt ohne Erklärung. 5770. "Beim Größten fing er an, und beim Kleinsten hörte er auf", 1. Mose 44/12, bedeutet die Ordnung. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5704 gesagt wurde. 5771. "Und gefunden ward der Becher im Sacke Benjamins", 1. Mose 44/12, bedeutet das inwendigere Wahre vom Göttlichen war beim Mittleren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bechers, sofern er das inwendigere Wahre ist, wovon Nr. 5736; aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittlere bezeichnet, wovon Nr. 5411, 5413, 5443. Daß jenes Wahre vom Himmlischen her beim Mittleren ist, wird bezeichnet dadurch, daß der Becher auf den Befehl Josephs in den Sack Benjamins gelegt wurde. Wie es sich mit diesem und jenem verhält, wird aus demjenigen, was früher gesagt wurde, klar. 5772. Vers 13-17: Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten zurück in die Stadt. Und es ging Jehudah und seine Brüder hinein in das Haus Josephs, und dieser war noch daselbst; und sie fielen vor ihm zur Erde. Und Joseph sprach zu ihnen: Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt? Habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich weissagen kann? Da sprach Jehudah: Was sollen wir sagen zu meinem Herrn? was sollen wir reden, und wie sollen wir uns rechtfertigen? Gott hat gefunden die Missetat deiner Knechte; siehe, wir sind Knechte meinem Herrn, sowohl wir, als der, in dessen Hand der Becher gefunden worden. Und er sprach: ferne sei es mir, daß ich solches tue; der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden worden, der soll mir ein Knecht sein, ihr aber gehet hinauf im Frieden zu eurem Vater. "Da zerrissen sie ihre Kleider" bedeutet die Trauer; "und ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten zurück in die Stadt" bedeutet, daß die Wahrheiten vom Sinnlichen zurückgeführt wurden in das Wißtümliche; "und es ging Jehudah und seine Brüder hinein" bedeutet das Gute der Kirche mit seinen Wahrheiten; "in das Haus Josephs" bedeutet die Gemeinschaft mit dem Inwendigen; "und dieser war noch daselbst" bedeutet das Vorhersehen; "und sie fielen vor ihm zur Erde" bedeutet die Demut; "und Joseph sprach zu ihnen", bedeutet das Innewerden dieser Dinge; "was ist das für eine Tat, die ihr getan habt?" bedeutet sich zueignen, was nicht sein ist, sei eine arge Sünde (enorme malum); "habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich weissagen kann?" bedeutet, es könne nicht verborgen werden vor dem, der das Zukünftige und das Verborgene sieht; "da sprach Jehudah" bedeutet das Innewerden, das dem Guten der Kirche im Natürlichen gegeben worden; "was sollen wir sagen zu meinem Herrn? was sollen wir reden" bedeutet die Unschlüssigkeit; "und wie sollen wir uns rechtfertigen?" bedeutet, wir sind schuldig; "Gott hat gefunden die Missetat deiner Knechte" bedeutet das Bekenntnis; "siehe, wir sind Knechte meinem Herrn" bedeutet, daß sie der eigenen Freiheit für immer beraubt werden müßten; "sowohl wir" bedeutet auch die Zugesellten; "als der, in dessen Hand der Becher gefunden worden" bedeutet auch der, bei dem das inwendigere Wahre vom göttlich Himmlischen ist; "und er sprach: ferne sei es mir, daß ich solches tue" bedeutet keineswegs soll es so geschehen; "der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden worden" bedeutet, sondern derjenige, bei dem das inwendigere Wahre ist, das vom Göttlichen her angenommen worden; "der soll mir ein Knecht sein" bedeutet, derselbe soll für immer untertan sein; "ihr aber gehet hinauf im Frieden zu eurem Vater" bedeutet die Zugesellten, die dieses Wahre nicht haben, sollen zu ihrem früheren Zustand zurückkehren. 5773. "Da zerrissen sie ihre Kleider", 1. Mose 44/13, bedeutet die Trauer. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zerreißens der Kleider, sofern es die Trauer über das verlorene Wahre ausdrückt, wovon Nr. 4763, hier über die Wahrheiten aus dem Eigenen, die sie nicht mehr sich selber zueignen konnten, weil sie sich zu Knechten angeboten hatten, sowohl in Gegenwart dessen, der über das Haus Josephs (gesetzt war): 1. Mose 44/9, als in Gegenwart Josephs selbst: 1. Mose 44/16, wodurch bezeichnet wird, daß sie ohne Freiheit aus dem Eigenen sein sollten, somit ohne Wahrheiten aus sich selbst. Was die Trauer über die Wahrheiten aus dem Eigenen betrifft, die dadurch bezeichnet wird, daß sie die Kleider zerrissen und sich zu Knechten anboten, so wisse man, daß bei denjenigen, die wiedergeboren werden, eine Wendung eintritt, nämlich daß sie durch das Wahre zum Guten, und nachher aus dem Guten zum Wahren geführt werden. Wenn diese Wendung eintritt, oder wenn jener Zustand verändert, und dem Früheren gegenüber ein umgekehrter eintritt, alsdann ist Trauer; denn sie werden alsdann in Versuchung versetzt, wodurch das, was dem Eigenen angehört, geschwächt und entkräftet, und das Gute, und mit dem Guten ein neues Wollen, und mit diesem eine neue Freiheit, somit ein neues Eigenes eingeflößt wird. Dies wird dadurch vorgebildet, daß die Brüder Josephs aus Verzweiflung zu Joseph zurückkehrten, und sich ihm zu Knechten anboten, und daß sie ziemlich lange in diesem Zustand gehalten wurden; und daß erst nach dieser Versuchung Joseph sich offenbarte; denn wenn die Versuchung vorüber ist, dann erscheint der Herr mit Seinem Trost. 5774. "Und ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten zurück in die Stadt", 1. Mose 44/13, bedeutet, daß die Wahrheiten vom Sinnlichen zurückgeführt wurden in das Wißtümliche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Esels als des Wißtümlichen, wovon Nr. 5492; ihn beladen heißt vom Sinnlichen zurückführen, weil durch niederlassen seinen Sack zur Erde bezeichnet wird das, was im Natürlichen ist, herbringen bis zum Sinnlichen: Nr. 5767; jenen von da wieder aufheben, heißt hier beladen; aus der Bedeutung der Stadt, sofern sie das Lehrwahre bezeichnet, wovon Nr. 402, 2449, 2943, 3216. Was es heißt, vom Sinnlichen die Wahrheiten zurückführen in das Wißtümliche, soll mit wenigen Worten erklärt werden: Ein anderes sind Sinneswahrnehmungen, ein anderes wißtümliche Kenntnisse und ein anderes Wahrheiten. Sie folgen aber aufeinander, denn aus den Sinneswahrnehmungen gehen die wißtümlichen Kenntnisse hervor, und aus den wißtümlichen Kenntnissen die Wahrheiten. Was nämlich durch die Sinne hereinkommt, das wird im Gedächtnis niedergelegt, und daraus erschließt der Mensch das Wißtümliche, d.h., er vernimmt daraus das Wißtümliche, das er lernt. Aus den wißtümlichen Kenntnissen erschließt er hernach die Wahrheiten, oder wird daraus das Wahre inne, das er lernt. So schreitet auch wirklich ein jeder Mensch vom Knabenalter an weiter fort, wenn er heranwächst. Solange er ein Knabe ist, denkt und faßt er die Dinge auf aus Sinneswahrnehmungen, wird er älter, dann denkt und faßt er die Dinge auf aus Wißtümlichem und nachher aus Wahrheiten. Dies ist der Weg zum Urteilsvermögen, in das der Mensch mit den Jahren hineinwächst. Hieraus kann erhellen, daß Sinnliches, Wißtümliches und Wahres voneinander unterschieden ist, ja, sie bleiben auch unterschieden und zwar so, daß der Mensch zuweilen in den Sinneswahrnehmungen ist, was der Fall ist, wenn er nichts anderes denkt, als was seinen Sinnen vorkommt; zuweilen in Wißtümlichem, was der Fall ist, wenn er sich vom Sinnlichen erhebt und inwendiger denkt; zuweilen in Wahrem, das aus Wißtümlichem erschlossen ist, was der Fall ist, wenn er noch inwendiger denkt. Dies kann jeder, der sich besinnt, aus sich selbst erkennen. Der Mensch kann auch die Wahrheiten in das Wißtümliche herabziehen, und jene in diesem sehen, und er kann auch das Wißtümliche in das Sinnliche herabziehen, und in diesem jenes betrachten, wie auch umgekehrt. Hieraus wird nun klar, was verstanden wird unter dem Herbeibringen dessen, was im Natürlichen ist bis zum Sinnlichen, und unter dem Zurückführen der Wahrheiten vom Sinnlichen in das Wißtümliche. 5775. "Und es ging Jehudah und seine Brüder hinein", 1. Mose 44/14, bedeutet das Gute der Kirche mit seinen Wahrheiten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er das Gute der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 5583, 5603; und aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Brüder, sofern sie die Wahrheiten im Natürlichen sind. Daß Jehudah hineinging und mit Joseph redete, nicht aber der erstgeborene Ruben, oder einer von ihnen, beruht darauf, daß Jehudah hauptsächlich das Gute vorbildete, und das Gute es ist, was mit dem Himmlischen aus dem Göttlichen Gemeinschaft hat, nicht aber die Wahrheiten; denn die Wahrheiten haben keine Gemeinschaft mit dem Göttlichen, außer durch das Gute; daher kommt es, daß Jehudah allein redete. 5776. "In das Haus Josephs", 1. Mose 44/14, bedeutet die Gemeinschaft mit dem Inwendigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von hineingehen in das Haus, sofern es eine Gemeinschaft bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon Nr. 5469. Daß hineingehen in das Haus die Gemeinschaft bezeichnet, kommt daher, weil durch das Haus der Mensch selbst bezeichnet wird: Nr. 3128, 5023, somit auch, was den Menschen macht, nämlich sein Gemüt mit dem Wahren und Guten: Nr. 3538, 4973, 5023; wenn daher gesagt wird "hineingehen in das Haus", so heißt es hineingehen in sein Gemüt, somit Gemeinschaft haben. 5777. "Und dieser war noch daselbst", 1. Mose 44/14, bedeutet das Vorhersehen. Dies kann daraus erhellen, daß von Joseph vorhergesehen wurde, sie würden zurückkommen, und daß er deswegen zuhause blieb, in der Absicht, sich dem Benjamin und folglich den übrigen zu offenbaren. Im inneren Sinn, um die Verbindung der Wahrheiten im Natürlichen mit dem göttlich Himmlischen zu bewirken. Vorhersehen wird gesagt, weil im höchsten Sinn gehandelt wird vom Herrn, und dieser in jenem Sinn durch Joseph bezeichnet wird. 5778. "Und sie fielen vor ihm zur Erde", 1. Mose 44/14, bedeutet die Demut. Dies erhellt ohne Erklärung. 5779. "Und Joseph sprach zu ihnen", 1. Mose 44/15, bedeutet das Innewerden dieser Dinge alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden bezeichnet. Daß es das Innewerden jener Dinge ist, beruht darauf, weil Joseph spricht, und durch Joseph das Inwendige vorgebildet wird, und vom Inwendigen, d.h. durch das Inwendige vom Herrn, alles Innewerden kommt, denn es kommt nirgend anderswoher, nicht einmal die Empfindung. Es scheint, als ob die Sinnesempfindung wie auch die Wahrnehmung aus dem Einfluß von außen her komme, aber es ist Täuschung; denn das Inwendige ist es, was durch das Äußere empfindet. Die im Körper befindlichen Sinne sind nämlich nichts anders als die Organe oder Werkzeuge, die dem Inwendigen Menschen dienen, daß er empfinde was in der Welt ist; deshalb fließt das Inwendige in das Äußere ein, auf daß dieses empfinde, zu dem Zweck, damit es dadurch wahrnehme und vervollkommnet werde; nicht aber umgekehrt. 5780. "Was ist das für eine Tat, die ihr getan habt", 1. Mose 44/15, bedeutet sich zueignen, was nicht sein ist, sei eine arge Sünde (enorme malum). Dies erhellt aus der Bedeutung des Diebstahls, dessen sie angeklagt wurden, sofern es ist, sich das Wahre und Gute, das dem Herrn angehört, zueignen. Diese Tat ist es, die im inneren Sinn verstanden wird. Was für eine Sünde es ist, sehe man Nr. 5749, 5758. 5781. "Habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich weissagen kann", 1. Mose 44/15, bedeutet, es könne nicht verborgen werden vor dem, der das Zukünftige und das Verborgene sieht. Dies erhellt aus der Bedeutung von weissagen, sofern es heißt, verborgene Dinge aus seinem Göttlichen wissen, wovon Nr. 5748, und auch zukünftige Dinge, weil es vom Herrn gesagt wird, Der durch Joseph im höchsten Sinn bezeichnet wird. Daß jenes nicht verborgen bleiben könne, ist aus den Worten selbst klar. 5782. "Da sprach Jehudah", 1. Mose 44/16, bedeutet das Innewerden, das dem Guten der Kirche im Natürlichen gegeben worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es das Innewerden ist, wovon öfters; daß es gegeben worden, hat den Grund, weil alles Innewerden vom Inwendigen kommt, d.h. durch das Inwendige vom Herrn einfließt: Nr. 5779; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er das Gute der Kirche ist, wovon Nr. 5583, 5603, 5775. Was die vorbildliche Bedeutung Jehudahs betrifft, so wisse man, daß derselbe im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung der göttlichen Liebe, und im inneren Sinn sein himmlisches Reich vorbildet, man sehe Nr. 3654, 3881, somit das Himmlische der Liebe daselbst; darum hier das Gute der Liebe der Kirche im Natürlichen, weil er nun unter denen ist, die das, was im Natürlichen ist, und was mit dem Inwendigen verbunden werden soll, vorbilden. 5783. "Was sollen wir sagen zu meinem Herrn, was sollen wir reden", 1. Mose 44/16, bedeutet die Unschlüssigkeit. Dies erhellt aus der Stimmung, die sich in diesen Worten ausdrückt, sofern diese als Unschlüssigkeit erscheint. 5784. "Und wie sollen wir uns rechtfertigen", 1. Mose 44/16, bedeutet, wir sind schuldig. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wie sollen wir uns rechtfertigen", d.h., sie können sich nicht rechtfertigen, sofern es heißt, sie seien schuldig; denn wer sich nicht rechtfertigen kann, der ist schuldig. Daß sie sich als schuldig erklären, geht daraus hervor, daß sie sich dem Joseph zu Knechten anboten. 5785. "Gott hat gefunden die Missetat deiner Knechte", 1. Mose 44/16, bedeutet das Bekenntnis, daß sie nämlich Unrecht gehandelt haben, hier darin, daß sie den Joseph verkauft, im inneren Sinn, daß sie vom Wahren und Guten sich entfremdet, und so vom Inwendigen getrennt haben. Dies erhellt ohne Erklärung. 5786. "Siehe, wir sind Knechte meinem Herrn", 1. Mose 44/16, bedeutet, daß sie der eigenen Freiheit für immer beraubt werden müßten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, sofern sie bezeichnen, ohne Freiheit aus dem Eigenen sein, wovon Nr. 5760, 5763. Was es heißt, der Freiheit aus dem Eigenen beraubt werden, ist ebenfalls in den bereits angeführten Stellen gesagt worden; weil es aber von der größten Wichtigkeit ist, soll es abermals gesagt werden: Der Mensch ist ein äußerer und ist ein inwendiger, denn der äußere ist bloß das Organ und das Werkzeug des inwendigen. Und weil es so ist, muß der äußere ganz untergeordnet und untertan sein dem inwendigen. Wenn er untertan ist, dann wirkt der Himmel durch den inwendigen ein auf den äußeren, und bestimmt ihn zu solchem, was dem Himmel angehört. Das Gegenteil geschieht, wenn der äußere nicht untertan ist, sondern herrscht; und der äußere herrscht dann, wenn der Mensch die Vergnügungen des Leibes und der Sinne, hauptsächlich aber, wenn er das, was der Selbst- und Weltliebe angehört, zum Zweck hat, nicht aber das, was dem Himmel angehört. Zum Zweck haben heißt, das eine lieben und nicht das andere; denn wenn er solches zum Zweck hat, dann glaubt er auch nicht mehr, daß es einen inwendigen Menschen gibt, auch nicht, daß in ihm selber etwas ist, das fortlebt, wenn der Leib stirbt; denn sein Inwendiges dient, weil es keine Herrschaft hat, nur dem Äußeren, daß dieser gegen das Gute und Wahre denken und vernünfteln kann; denn alsdann steht kein anderer Einfluß durch den inwendigen (Menschen) offen. Daher kommt es auch, daß solche dasjenige, was dem Himmel angehört, ganz verachten, ja verschmähen. Hieraus wird klar, daß der äußere Mensch, welcher derselbe ist mit dem natürlichen Menschen, dem inwendigen, der geistig ist, ganz unterworfen, folglich ohne Freiheit aus dem Eigenen sein muß. Freiheit aus dem Eigenen ist, allen möglichen Lüsten frönen, andere neben sich verachten, sich dieselben als Knechte untertänig machen; andernfalls sie verfolgen, hassen, sich freuen über das Böse, das ihnen widerfährt, und mehr noch, das er selbst ihnen absichtlich oder mit List zufügt, ihnen den Tod wünschen; solches kommt von der Freiheit aus dem Eigenen. Hieraus wird klar, wie geartet der Mensch ist, wenn er sich in dieser befindet, nämlich ein Teufel in menschlicher Gestalt. Dagegen aber, wenn er diese Freiheit verliert, dann empfängt er vom Herrn die himmlische Freiheit. Was diese ist, wissen diejenigen gar nicht, die in der Freiheit aus dem Eigenen sind, diese meinen, wenn ihnen diese Freiheit genommen würde, so würde gar kein Leben übrigbleiben, während doch gerade dann das eigentliche Leben anfängt, und die eigentliche Lust, Wonne, Seligkeit, samt der Weisheit eintritt; denn diese Freiheit ist vom Herrn. 5787. "Sowohl wir", 1. Mose 44/16, bedeutet, auch die Zugesellten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auch wir", sofern es die Zugesellten sind, wie Nr. 5760. 5788. "Als der, in dessen Hand der Becher gefunden worden", 1. Mose 44/16, bedeutet, auch der, bei dem das inwendigere Wahre vom geistig Himmlischen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "in dessen Hand", sofern es soviel ist als bei dem; und aus der Bedeutung des Bechers, sofern er das inwendigere Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5736; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das göttlich Himmlische ist. 5789. "Und er sprach: ferne sei es von mir, daß ich solches tue", 1. Mose 44/17, bedeutet, keineswegs soll es so geschehen. Dies erhellt ohne Erklärung. 5790. "Der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden worden", 1. Mose 44/17, bedeutet, derjenige, bei dem das inwendigere Wahre ist, das vom Göttlichen her angenommen worden. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5788 gesagt wurde. 5791. "Der soll mir ein Knecht sein", 1. Mose 44/17, bedeutet, der soll für immer untertan sein. Dies erhellt aus der Bedeutung des Knechtes, sofern er bezeichnet, für immer ohne Freiheit aus dem Eigenen sein, wovon Nr. 5786, somit für immer untertan. 5792. "Ihr aber geht hinauf im Frieden zu eurem Vater", 1. Mose 44/17, bedeutet, die Zugesellten, die dieses Wahre nicht haben, sollen zu ihrem früheren Zustand zurückkehren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der zehn Söhne Jakobs, sofern es die Zugesellten sind, bei denen der Becher nicht gefunden wurde, d.h. das inwendigere Wahre, das durch den Becher bezeichnet wird. Nr. 5736, 5788, 5790; und aus der Bedeutung von hinaufgehen im Frieden zu eurem Vater, sofern es heißt zum früheren Zustand zurückkehren; denn wenn sie vom Inwendigen, das Joseph ist, nicht angenommen werden, dann erwartet sie der frühere Zustand. 5793. Vers 18-31: Da trat zu ihm Jehudah, und sprach: Ach, mein Herr, laß doch deinen Knecht reden ein Wort vor den Ohren meines Herrn, und es entbrenne nicht dein Zorn gegen deinen Knecht, denn du bist gleich wie Pharao. Mein Herr fragte seine Knechte, und sprach: Habt ihr einen Vater oder einen Bruder? und wir sprachen zu meinem Herrn: Wir haben einen alten Vater, und einen Sohn seines Greisenalters, den Jüngsten, und sein Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb. Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir, daß ich mein Auge richte auf ihn. Und wir sprachen zu meinem Herrn: Der Knabe kann nicht verlassen seinen Vater, wenn er verließe seinen Vater, so würde dieser sterben. Da sprachst du zu deinen Knechten: wenn euer jüngster Bruder nicht herabkommt mit euch, so sollt ihr hinfort nicht mehr sehen mein Angesicht. Und es geschah, da wir hinaufkamen zu deinem Knecht, unserem Vater, da sagten wir ihm an die Worte meines Herrn. Da sprach unser Vater: Gehet wieder hin, kaufet uns ein wenig Speise. Und wir sprachen: Wir können nicht hinabgehen; wenn unser jüngster Bruder mit uns ist, so wollen wir hinabgehen, denn wir können nicht sehen das Angesicht des Mannes, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist. Da sprach dein Knecht, mein Vater zu uns: Ihr wisset, daß mein Weib mir zwei (Söhne) geboren hat. Und einer ist hinausgegangen von mir, und ich sprach: Gewißlich ist er zerrissen worden, und habe ihn nicht gesehen bisher. Nehmet ihr auch diesen hinweg von meinem Angesicht, und begegnet ihm ein Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunterbringen ins Grab. Und nun, wenn ich komme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe ist nicht mit uns, und seine Seele ist (doch) gebunden an seine Seele; da wird es geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, wird er sterben, und es werden deine Knechte die grauen Haare deines Knechtes, unseres Vaters, mit Jammer ins Grab bringen. "Da trat zu ihm Jehudah" bedeutet die Gemeinschaft des äußeren Menschen mit dem inwendigen durch das Gute; "und sprach" bedeutet das Innewerden; "ach mein Herr" bedeutet die flehentliche Bitte; "laß doch deinen Knecht reden ein Wort vor den Ohren meines Herrn" bedeutet um Annahme und Erhörung; "und es entbrenne nicht dein Zorn gegen deinen Knecht" bedeutet, er möge sich nicht abwenden; "denn du bist gleich wie Pharao" bedeutet, er habe die Herrschaft über das Natürliche; "mein Herr fragte seine Knechte, und sprach" bedeutet das Innewerden ihres Denkens; "habt ihr einen Vater oder einen Bruder?" bedeutet, daß es das Gute sei, von dem, und das Wahre, durch das (alles entstehe); "und wir sprachen zu meinem Herrn" bedeutet das gegenseitige Innewerden; "wir haben einen alten Vater" bedeutet, sie hätten das geistig Gute, von welchem; "und einen Sohn seines Greisenalters, den Jüngsten" bedeutet, daher komme das Wahre, das neu ist; "und sein Bruder ist tot" bedeutet das inwendige Gute sei nicht da; "und er ist allein übriggeblieben seiner Mutter" bedeutet, dieses sei das alleinige Wahre der Kirche; "und sein Vater hat ihn lieb" bedeutet, es habe Verbindung mit dem geistig Guten aus dem Natürlichen; "da sprachst du zu deinen Knechten" bedeutet das Innewerden, das gegeben worden; "bringet ihn herab zu mir" bedeutet jenes Wahre, das neu, soll dem inwendig Guten untertan werden; "daß ich mein Auge richte auf ihn" bedeutet alsdann werde das Wahre den Einfluß vom Guten erhalten; "und wir sprachen zu meinem Herrn" bedeutet das gegenseitige Innewerden; "der Knabe kann nicht verlassen seinen Vater" bedeutet, jenes Wahre könne vom geistig Guten nicht getrennt werden; "wenn er verließe seinen Vater, so würde dieser sterben" bedeutet, wenn es getrennt würde, so ginge die Kirche zugrunde; "da sprachst du zu deinen Knechten" bedeutet das Innewerden diese Sache betreffend; "wenn euer jüngster Bruder nicht herabkommt mit euch" bedeutet, wenn es dem inwendigen Guten nicht untertan werde; "so sollt ihr hinfort nicht mehr sehen mein Angesicht" bedeutet, so finde keine Barmherzigkeit und keine Verbindung mit den Wahrheiten im Natürlichen statt; "und es geschah, da wir hinaufkamen zu deinem Knecht, unserem Vater" bedeutet die Erhebung zum geistig Guten; "da sagten wir an die Worte meines Herrn" bedeutet die Erkenntnis dieser Sache; "da sprach unser Vater" bedeutet die Wahrnehmung aus dem geistig Guten; "gehet wieder hin, kaufet uns ein wenig Speise" bedeutet, es solle angeeignet werden das Gute des Wahren; "und wir sprachen, wir können nicht hinabgehen" bedeutet den Einwurf dagegen; "wenn unser jüngster Bruder mit uns ist, so wollen wir hinabgehen" bedeutet, nur wenn das verbindende Mittlere dabei ist; "denn wir können nicht sehen das Angesicht des Mannes" bedeutet, weil keine Barmherzigkeit und Verbindung; "wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist" bedeutet, außer durch das Mittlere; "da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns" bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten; "ihr wisset, daß mein Weib mir zwei (Söhne) geboren hat" bedeutet, wenn das geistig Gute da sei, das der Kirche angehört, so müsse auch das inwendig Gute und Wahre da sein; "und einer ist hinausgegangen von mir" bedeutet die scheinbare Entfernung des inwendigen Guten; "und ich sprach: Gewißlich ist er zerrissen worden" bedeutet die Wahrnehmung, daß es durch Böses und Falsches zugrunde gegangen sei; "und ich habe ihn nicht gesehen bisher" bedeutet, weil es verschwunden; "und nehmet ihr auch diesen hinweg von meinem Angesicht" bedeutet, wenn auch das neue Wahre sich entferne; "und es begegnet ihm ein Unfall" bedeutet durch Böses und Falsches; "so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer ins Grab bringen" bedeutet, so werde das geistig Gute und so das inwendige der Kirche zugrunde gehen; "und nun, wenn ich komme zu deinem Knecht, meinem Vater" bedeutet das Gute der Kirche sei entsprechend dem geistig Guten, das der inwendigen Kirche angehört; "und der Knabe ist nicht mit uns" bedeutet, wofern das neue Wahre nicht mit dabei ist; "und seine Seele ist doch gebunden an seine Seele" bedeutet, da eine enge Verbindung stattfindet; "da wird es geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, wird er sterben" bedeutet, so werde das geistig Gute zugrunde gehen; "und es werden deine Knechte die grauen Haare deines Knechtes, unseres Vaters, mit Jammer ins Grab bringen" bedeutet, so werde es um die Kirche geschehen sein. 5794. "Da trat zu ihm Jehudah", 1. Mose 44/18, bedeutet die Gemeinschaft des äußeren Menschen mit dem inwendigen durch das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von hintreten, um mit einem zu reden, sofern es eine Gemeinschaft bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, sofern er das Gute der Kirche im Natürlichen ist, wovon Nr. 5782; daß es die Gemeinschaft des äußeren Menschen mit dem inwendigen ist, beruht darauf, weil Jehudah das Gute der Kirche im natürlichen oder äußeren Menschen vorbildet, und Joseph das Gute im inwendigen. Daß durch das Gute, hat den Grund, weil allein nur durch das Gute eine Gemeinschaft möglich ist, nicht aber durch das Wahre, wenn nicht im Wahren das Gute ist. 5795. "Und sprach", 1. Mose 44/18, bedeutet das Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es das Innewerden ist, wovon öfters. 5796. "Ach, mein Herr", 1. Mose 44/18, bedeutet die flehentliche Bitte. Dies wird aus dem Folgenden klar. 5797. "Laß doch deinen Knecht reden ein Wort vor den Ohren meines Herrn", 1. Mose 44/18, bedeutet um Annahme und Erhörung, nämlich seine flehentliche Bitte. Dies erhellt aus der Bedeutung von "reden ein Wort", sofern es der Einfluß ist, wovon Nr. 2951, 5481; und weil der Einfluß, so ist es auf Seiten des anderen die Annahme: Nr. 5743; und aus der Bedeutung der Ohren, sofern es der Gehorsam ist, wovon Nr. 4551, 4653, hier das gütige Anhören oder die Erhörung, weil ein Niedriger redet zu einem Höheren, als er ist. Hieraus wird klar, daß durch "laß doch reden deinen Knecht ein Wort vor den Ohren meines Herrn" bezeichnet wird, die flehentliche Bitte um Annahme und Erhörung. 5798. "Und es entbrenne nicht dein Zorn gegen deinen Knecht", 1. Mose 44/18, bedeutet, er möge sich nicht abwenden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zorns, sofern er die Abkehr bezeichnet, wovon Nr. 5034; denn wer zornig ist, wendet sich ab, denn er denkt nicht wie der andere, sondern in jenem Zustand gegen ihn. Daß Zorn eine Abkehr bezeichnet, wird aus mehreren Stellen im Wort klar, hauptsächlich aus denjenigen, wo dem Jehovah oder dem Herrn Zorn und Grimm (oder Entbrennung) zugeschrieben wird, wodurch eine Abkehr bezeichnet wird. Nicht daß der Herr sich jemals abwendete, sondern der Mensch, und wenn der Mensch sich abwendet, so scheint es ihm, als ob es der Herr täte, denn er wird nicht erhört; das Wort redet so nach dem Schein. Und weil der Zorn Abkehr ist, so ist er auch Widerstreit gegen das Gute und Wahre auf Seiten derjenigen, die sich abgewandt haben; aber auf Seiten derjenigen, die sich nicht abgewandt haben, ist es nicht Widerstreit, sondern Widerstreben (non est oppugnantia, sed repugnantia), weil es eine Verschmähung des Bösen und Falschen ist. Daß der Zorn Widerstreit ist, wurde Nr. 3614 gezeigt. Daß er auch Abkehr ist, wie auch Strafe, wenn man das Gute und Wahre bekämpft, wird klar aus folgenden Stellen: Jes.10/1,4-7: "Wehe denen, die Satzungen des Unrechts aufstellen, sie werden hinabfallen unter die Gebundenen und unter die Getöteten; bei alledem jedoch wird nicht umkehren Sein Zorn. Wehe dem Aschur, der Rute Meines Zorns; gegen eine heuchlerische Völkerschaft werde Ich ihn senden, und gegen das Volk der Erhitzung (oder des Grimms) werde Ich ihn abordnen; derselbe deckt nicht das Rechte, und sein Herz sinnet nicht auf das Rechte": Zorn und Erhitzung für Abkehr und Widerstreit auf Seiten des Menschen, die Bestrafung alsdann und die Nichterhörung erscheint als Zorn; und weil auf Seiten des Menschen, darum wird gesagt: Wehe denen, die aufstellen Satzungen des Unrechts; derselbe denkt nicht das Rechte und sein Herz sinnet nicht auf das Rechte. Jes.13/5,9,13: "Jehovah (kommt) samt den Gefäßen Seines Zorns, zu verderben alles Land; siehe, der Tag Jehovahs kommt grausam, mit Grimm, Erhitzung und Zorn, zu versetzen das Land in Verwüstung, auf daß Er seine Sünder daraus verderbe. Bewegen werde Ich den Himmel, und die Erde soll gerückt werden aus ihrem Ort, im Grimm des Jehovah Zebaoth, und am Tag der Erhitzung Seines Zorns": Himmel und Erde bedeuten hier die Kirche, und weil diese vom Wahren und Guten sich abgewandt hatte, wird ihre Verwüstung und ihr Untergang beschrieben durch Grimm, Zorn und Erhitzung Jehovahs, während doch das gerade Gegenteil stattfindet, nämlich daß der Mensch, der im Bösen ist, ergrimmt, zürnt und sich erhitzt, und sodann dem Guten und Wahren sich widersetzt. Die aus dem Bösen kommende Strafe wird dem Jehovah zugeschrieben wegen der Scheinbarkeit. Anderwärts wird hie und da im Wort die letzte Zeit der Kirche und ihr Untergang der Tag des Zorns Jehovahs genannt. Jes.14/5,6: "Zerbrochen hat Jehovah den Stab der Gottlosen, die Rute der Herrscher; du wirst schlagen die Völker im Grimm, mit unheilbarer Plage, der du herrschest mit Zorn über die Völkerschaften": hier ebenso; es verhält sich damit wie mit einem Verbrecher, der nach dem Gesetz gestraft wird, sofern er dem König oder dem Richter, nicht sich selber das Böse der Strafe zuschreibt. Jes.42/24,25: "Jakob und Israel, weil sie nicht wollten in den Wegen Jehovahs wandeln, und nicht hörten Sein Gesetz, hat Er ausgeschüttet über sie die Hitze des Zorns, und die Gewalt des Kriegs". Jerem.21/5,12: "Streiten werde Ich wider euch, mit ausgereckter Hand und starkem Arm, und im Zorn, und in der Hitze, und in großer Entrüstung. Daß nicht ausfahre wie Feuer Mein Grimm, und brenne, und nicht ausgelöscht werde um der Bosheit willen eurer Werke": hier sind Grimm, Zorn, große Entrüstung nichts anderes als Böses der Strafe wegen der Abkehr und des Widerstreites gegen das Gute und Wahre. Nach dem göttlichen Gesetz hat jedes Böse die Strafe bei sich, und merkwürdigerweise hängen im anderen Leben das Böse und die Strafe zusammen, denn sobald ein höllischer Geist Böses tut über Gebühr, sind Strafgeister da, und strafen, und zwar rücksichtslos. Daß es das Böse der Strafe wegen der Abkehr ist, ist klar, denn es wird gesagt, "um der Bosheit willen eurer Werke". Ps.78/49,50: "Er sandte unter sie die Hitze Seines Zorns, Unwillen und Grimm und Angst und eine Schar böser Engel. Er machte Bahn Seinem Zorn, Er verwehrte nicht dem Tode ihre Seele". Siehe auch Jes.30/27,30; 34/2; 54/8; 57/17; 63/3,6; 66/15; Jerem.4/8; 7/20; 15/14; 33/5; Hes.5/13,15; 5. Mose 9/19; 29/20,23; Joh.Offenb.14/9,10; 15/7: Hitze, Zorn, Unwillen, Grimm (stehen) auch an diesen Stellen für Abkehr, Widerstreit und daher Strafe. Daß die Strafe für die Abkehr und den Widerstreit dem Jehovah oder Herrn zugeschrieben und gesagt wird, der Zorn die Hitze und der Grimm sei bei Ihm, hat den Grund, weil die Völkerschaft aus Jakob in den bloß äußeren Vorbildern der Kirche erhalten werden sollte, und darin konnte sie nicht erhalten werden außer durch Furcht und Schrecken vor Jehovah, nicht aber, wenn sie nicht geglaubt hätte, daß Er ihnen aus Zorn und in der Hitze Böses tue. Die im Äußeren sind ohne das Inwendige, können gar nicht anders zum Tun des Äußeren gebracht werden, denn es ist nichts Inwendigeres da, was verpflichtet. Auch die Einfältigen in der Kirche begreifen es nur nach dem Schein, daß nämlich Gott zürne, wenn jemand Böses tut. Aber dennoch kann jeder, der nachdenkt, sehen, daß kein Zorn, noch weniger Grimm bei Jehovah oder dem Herrn ist, denn Er ist die Barmherzigkeit selbst, und ist das Gute selbst, und unendlich erhaben darüber, daß Er jemanden übel wollte. Ein Mensch, der in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten ist, tut auch niemand Böses; alle Engel im Himmel sind so gesinnt, wieviel mehr der Herr selbst. Die Sache aber verhält sich im anderen Leben so: Wenn der Herr den Himmel und die Gesellschaften daselbst in Ordnung bringt (was wegen der neuen Ankömmlinge fortwährend geschieht, und ihnen Wonne und Seligkeit gibt); wenn dieses in die Gesellschaften, die im Gegensatz sind, einfließt (denn im anderen Leben haben alle Gesellschaften des Himmels ihre Gegengesellschaften in der Hölle, daher kommt das Gleichgewicht), und diese spüren eine Veränderung infolge der Gegenwart des Himmels, dann werden sie zornig und hitzig, und brechen in das Böse aus, und kommen alsdann zugleich in das Böse der Strafe hinein. Außerdem auch, wenn böse Geister oder Genien dem Licht des Himmels nahe kommen, fangen sie an, beängstigt und gepeinigt zu werden: Nr. 4225, 4226; das schreiben sie dem Himmel, folglich dem Herrn zu, während doch sie selbst es sind, die sich die Pein bereiten; denn das Böse wird gequält, wenn es dem Guten naht. Hieraus kann erhellen, daß vom Herrn nichts als Gutes, und daß alles Böse von denen selbst kommt, die sich abwenden, im Gegensatz sind, und daher widerstreiten. Aus diesem Geheimnis wird klar, wie sich die Sache verhält. 5799. "Denn du bist gleich wie Pharao", 1. Mose 44/18, bedeutet, er habe die Herrschaft über das Natürliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche im allgemeinen ist, wovon Nr. 5160; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Inwendige ist, wovon früher. Daß das Inwendige die Herrschaft über das Natürliche hat, wird dadurch vorgebildet, daß Joseph über ganz Ägyptenland, wie auch über das ganze Haus Pharaos gesetzt wurde: 1. Mose 41/40,41. 5800. "Mein Herr fragte seine Knechte und sprach", 1. Mose 44/19, bedeutet das Innewerden ihres Denkens. Dies erhellt aus der Bedeutung von fragen, sofern es ist innewerden, was der andere denkt, wovon Nr. 5597; daß fragen dieses bedeutet, hat den Grund, weil in der geistigen Welt oder im Himmel, niemand den anderen zu fragen braucht, was er denke über solche Dinge, die seiner Neigung angehören, weil der andere das Denken wahrnimmt, das von daher kommt, und außerdem fragt das Inwendige, das Joseph vorbildet, das Äußere nicht, das die Söhne Jakobs vorbilden, denn das Äußere hat all das Seine vom Inwendigen. Hieraus wird auch klar, daß durch Fragen das Innewerden des Denkens bezeichnet wird. Auch kommt es hie und da im Wort vor, daß Jehovah den Menschen fragt, da Er doch alles und jedes, was er denkt, weiß; das geschieht aber, weil der Mensch nicht anders glaubt, als daß sein Denken niemanden offenbar sei, weil es inwendig in ihm. Wegen jenes Scheins und des daher kommenden Glaubens, geschieht das Fragen. 5801. "Habt ihr einen Vater oder einen Bruder?", 1. Mose 44/19, bedeutet, daß es das Gute sei, von dem, und das Wahre, durch das (alles entstehe). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute oder das Gute des Wahren bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598. Daß es das Gute ist, von welchem, hat den Grund, weil vom geistig Guten die Wahrheiten im Natürlichen kommen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Bruder ist, sofern er das Wahre bezeichnet. Daß es das Wahre ist, durch das, hat den Grund, weil durch dasselbe die Verbindung der Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, welche die Söhne Jakobs vorbilden, mit dem geistig Guten, das Israel vorbildet, zustande kommt; und weil die Verbindung durch dasselbe geschieht, wird mit vielem beschrieben wie lieb der Vater den Benjamin hatte, der dieses Wahre vorbildet, und wie Jehudah und die übrigen nicht zurückkehren konnten zu ihrem Vater, wenn nicht Benjamin bei ihnen war. Über dieses Wahre siehe unten Nr. 5835. 5802. "Und wir sprachen zu meinem Herrn", 1. Mose 44/20, bedeutet das gegenseitige Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ein Innewerden ist, wovon öfters. Daß es hier das gegenseitige innewerden bezeichnet, ist klar. 5803. "Wir haben einen alten Vater", 1. Mose 44/20, bedeutet, sie hätten das geistig Gute, von dem (das Wahre). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute bezeichnet, von dem das (Wahre stammt), wovon Nr. 5801. Was die vorbildliche Bedeutung Israels betrifft, sehe man Nr. 4286, 4292, 4570, daß er nämlich die geistige Kirche vorbildet, und zwar ihr Inwendiges, welches das Gute des Wahren oder das geistig Gute aus dem Natürlichen ist. Was das geistig Gute oder das Gute des Wahren sei, sehe man Nr. 5526, 5733. 5804. "Und einen Sohn seines Greisenalters, den Jüngsten", 1. Mose 44/20, bedeutet, daher stamme das Wahre, das neu ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Jüngstgeborene ist, sofern er das Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5801, daß aber der Geborene oder Sohn das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 489, 491, 1147, 2623, 3373; und aus der Bedeutung des Greisenalters, sofern es das Neue des Lebens ist, wovon Nr. 3492, 4620, 4676. Hieraus wird klar, daß durch "den Sohn des Greisenalters, den Jüngsten" bezeichnet wird das Wahre, das neu ist. Damit verhält es sich so: Der Mensch, der wiedergeboren und geistig wird, wird zuerst durch das Wahre zum Guten geführt, denn der Mensch weiß nicht, was das geistig Gute sei, oder was gleich, das christlich Gute, außer durch das Wahre oder durch die Lehre, die aus dem Wort kommt; so wird er ins Gute eingeleitet. Nachher; wenn er eingeleitet ist, wird er nicht mehr durch das Wahre zum Guten geführt, sondern durch das Gute zum Wahren, denn alsdann sieht er nicht nur aus dem Guten die Wahrheiten, die er früher gewußt hatte, sondern er bringt auch aus dem Guten neue hervor, die er früher nicht gewußt hatte, und nicht wissen konnte; denn das Gute bringt es mit sich, daß es nach Wahrheiten ein Verlangen hat, denn mit diesen wird es gleichsam genährt, weil es durch sie vervollkommnet wird. Diese Wahrheiten oder die neuen Wahrheiten sind sehr verschieden von den Wahrheiten, die er vorher gewußt hatte, denn die er vorher gewußt hatte, hatten wenig Leben, hingegen die er nachher empfängt, haben (viel) Leben aus dem Guten. Ist der Mensch zum Guten durch das Wahre gekommen, dann ist er Israel, und das Wahre, das er alsdann aus dem Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn empfängt, ist das neue Wahre, das vorgebildet wird durch Benjamin, solange derselbe bei seinem Vater war. Durch dieses Wahre befruchtet sich das Gute im Natürlichen, und bringt unzählige Wahrheiten hervor, in denen das Gute ist. So wird das Natürliche wiedergeboren, und wird durch Befruchtung gleich einem Baum mit guten Früchten, und nach und nach gleich einem Garten. Aus diesem wird klar, was durch das neue Wahre aus dem geistig Guten verstanden wird. 5805. "Und sein Bruder ist tot", 1. Mose 44/20, bedeutet das inwendige Gute sei nicht da. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das Himmlische des Geistigen ist, wovon Nr. 4592, 4963, 5249, 5307, 5331, 5332, somit das inwendig Gute, denn dieses ist dasselbe mit dem Himmlischen des Geistigen; und aus der Bedeutung von tot sein, sofern es heißt nicht mehr da sein, wovon Nr. 494. Zwischen der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das inwendig Gute ist, und der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, besteht folgender Unterschied: Joseph ist das inwendig Gute aus dem Vernünftigen, und Israel ist das inwendig Gute aus dem Natürlichen; man sehe Nr. 4286; dies ist der Unterschied, wie er besteht zwischen dem himmlisch Guten oder dem Guten, das der himmlischen Kirche angehört, und dem geistig Guten oder dem Guten, das der geistigen Kirche angehört. Von diesen Arten des Guten war öfters im Vorhergehenden die Rede. Von einem solchen inwendigen Guten, nämlich dem himmlischen, wird gesagt, daß es nicht da sei; und es wird bezeichnet dadurch, daß sein Bruder tot sei. 5806. "Und er ist allein übriggeblieben seiner Mutter", 1. Mose 44/20, bedeutet, dieses sei das alleinige Wahre der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der allein Übriggebliebene ist, sofern er das neue Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5804; und aus der Bedeutung der Mutter, sofern sie die Kirche ist, wovon Nr. 289, 2691, 2717, 5581. Damit, daß dieses Wahre, das hier Benjamin vorbildet, und Nr. 5804 beschrieben wird, das alleinige Wahre der Kirche sei, verhält es sich so: Dieses Wahre ist dasjenige Wahre, das aus dem geistig Guten kommt, das Israel ist, und das Benjamin vorbildet, während er beim Vater ist, aber das noch inwendigere Wahre, während er bei Joseph ist. Jenes Wahre, das Benjamin bei seinem Vater vorbildet, und das neue Wahre genannt wird, ist es, was allein macht, daß der Mensch eine Kirche ist; denn in diesem Wahren oder in diesen Wahrheiten ist das Leben vom Guten, d.h. der Mensch, der in den Glaubenswahrheiten ist aus dem Guten, der ist eine Kirche, nicht aber der Mensch, der in den Glaubenswahrheiten ist, und nicht im Guten der Liebtätigkeit, denn die Wahrheiten sind bei diesem tot, wenn es gleich ebendieselben Wahrheiten gewesen wären. Hieraus kann erhellen, wie es sich damit verhält, daß dieses das alleinige Wahre der Kirche sei. 5807. "Und sein Vater hat ihn lieb", 1. Mose 44/20, bedeutet, es habe Verbindung mit dem geistig Guten aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Liebe, sofern sie Verbindung ist, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier derjenige ist, der ihn lieb hat, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen ist, wovon Nr. 4286, 4598; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der derjenige ist, den der Vater lieb hat, sofern er das neue Wahre ist, wovon Nr. 5804, 5806. Die Verbindung dieses Wahren mit jenem Guten ist es, die dadurch bezeichnet wird, daß der Vater ihn lieb hat. Mit diesem Wahren muß eine Verbindung stattfinden, weil es aus jenem Guten kommt. Zwischen jenem Wahren und Guten ist eine solche Verbindung wie zwischen Vater und Sohn, und auch eine solche Verbindung wie zwischen dem Wollen des Gemüts und seinem Verstehen; denn alles Gute ist Sache des Willens und alles Wahre ist Sache des Verstandes. Wenn der Wille das Gute will, dann wird dieses dem Verstand eingeflößt, und daselbst geformt nach der jeweiligen Beschaffenheit des Guten. Diese Form ist das Wahre, und weil dieses neue Wahre so geboren wird, so ist klar, daß eine Verbindung stattfinden muß. Was die Liebe betrifft, sofern sie Verbindung ist, so wisse man, daß die Liebe eine geistige Verbindung ist, und diese ist eine Verbindung der Gemüter oder des Denkens und Willens von zweien. Hieraus wird klar, daß die Liebe an sich betrachtet etwas rein Geistiges ist, und daß ihr Natürliches das Angenehme der Zusammengesellung und Verbindung ist. Was ihr Wesen betrifft, so ist die Liebe die Harmonie, die sich aus den Veränderungen des Zustandes, und den Wechseln in den Formen oder Substanzen ergibt, aus denen das menschliche Gemüt besteht. Ist jene Harmonie von himmlischer Form, so ist es himmlische Liebe. Hieraus kann erhellen, daß die Liebe nirgendwo anders her ihren Ursprung haben kann als aus der göttlichen Liebe selbst, die vom Herrn stammt. Daß also die Liebe das Göttliche ist, das in die Formen einfließt, und sie so ordnet, daß die Veränderungen des Zustandes und die Wechsel in der Harmonie des Himmels sind. Aber die entgegengesetzten Arten der Liebe, nämlich die Selbstliebe und die Weltliebe, sind keine Verbindungen, sondern Scheidungen. Sie erscheinen zwar als Verbindungen, aber dieses ist der Fall, weil der eine den anderen als eins mit sich ansieht, solang er es mit ihm hält, wenn es gilt zu gewinnen, Ehrenämter zu erjagen, Rache und Verfolgung auszuüben an denen, die sich widersetzen; aber sobald einer dem anderen nicht geneigt ist, so findet eine Scheidung statt. Anders die himmlische Liebe, diese verschmäht es ganz und gar jemanden wohl zu tun um ihrer selbst willen, sondern sie tut es um des Guten willen, das bei dem anderen ist, und das er vom Herrn empfängt, folglich um des Herrn selbst willen, von dem das Gute (stammt). 5808. "Da sprachst du zu deinen Knechten", 1. Mose 44/21, bedeutet das Innewerden, das gegeben worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es ist Innewerden, und weil zu ihnen, so ist es ein gegebenes Innewerden. 5809. "Bringet ihn herab zu mir", 1. Mose 44/21, bedeutet, jenes Wahre, das neu ist, soll dem inwendigen Guten untertan werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von herabbringen, denn zum Inwendigen kommen, damit es verbunden werde, heißt ihm untertan werden, denn alles, was ein Niederes ist, oder ein Auswendigeres, muß dem Höheren oder Inwendigeren ganz untertan werden, wenn eine Verbindung entstehen soll; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier derjenige ist, den sie herabbringen sollten, sofern er das neue Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5804, 5806; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, welcher derjenige ist, zu dem er hinabkommen sollte, sofern er das inwendige Gute bezeichnet, wovon früher. 5810. "Daß ich mein Auge richte auf ihn", 1. Mose 44/21, bedeutet, alsdann werde das Wahre den Einfluß vom Guten erhalten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Auge richten auf jemand", sofern es heißt, das Wahre, das dem Glauben angehört, mitteilen. Daß das Auge dem geistigen Gesicht und den Wahrheiten des Glaubens entspricht, sehe man Nr. 4403-4421, 4523-4534; und weil das Auge auf einen richten eine Mitteilung bezeichnet, so auch den Einfluß; denn das inwendige Gute, das Joseph vorbildet, hat mit dem Wahren, das Benjamin ist, nur Gemeinschaft durch den Einfluß; denn dieses Wahre ist niedriger. 5811. "Und wir sprachen zu meinem Herrn", 1. Mose 44/22, bedeutet das gegenseitige Innewerden, wie Nr. 5802. 5812. "Der Knabe kann nicht verlassen seinen Vater", 1. Mose 44/22, bedeutet, jenes Wahre könne vom geistig Guten nicht getrennt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von verlassen, sofern es heißt getrennt werden; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen ist, wovon Nr. 4286, 4598, 5807; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das neue Wahre ist, wovon Nr. 5804, 5806; dieses Wahre heißt Knabe, weil es zuletzt geboren ist; denn dieses Wahre wird nicht eher geboren, als wenn der Mensch wiedergeboren ist; dann erst empfängt er ein neues Leben durch dieses neue mit dem Guten verbundene Wahre. Daher wird auch dieses Wahre bezeichnet durch den in den Greisenjahren geborenen Jüngsten: Nr. 5804. 5813. "Wenn er verließe seinen Vater, so würde dieser sterben", 1. Mose 44/22, bedeutet, wenn es getrennt würde, so ginge die Kirche zugrunde. Dies erhellt aus der Bedeutung von verlassen, sofern es ist getrennt werden, wie Nr. 5812; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es ist nicht mehr sein, wovon Nr. 494, somit zugrunde gehen. Weil dieses mit dem geistig Guten verbundene Wahre die Kirche macht: Nr. 5806, deswegen müßte, wenn es von jenem Guten getrennt würde, die Kirche zugrunde gehen; und außerdem bildet Israel, der hier der Vater ist, die Kirche vor: Nr. 4286, aber nicht ohne jenes Wahre. 5814. "Da sprachst du zu deinen Knechten", 1. Mose 44/23, bedeutet das Innewerden, diese Sache betreffend, wie Nr. 5808. 5815. "Wenn euer jüngster Bruder nicht herabkommt mit euch", 1. Mose 44/23, bedeutet, wenn es dem inwendig Guten nicht untertan werde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5809 gesagt wurde. 5816. "So sollt ihr hinfort nicht mehr sehen mein Angesicht", 1. Mose 44/23, bedeutet, so sei keine Barmherzigkeit und Verbindung mit den Wahrheiten im Natürlichen (zu hoffen). Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, wenn es vom Herrn gesagt wird, sofern es die Barmherzigkeit bezeichnet, wovon Nr. 222, 223, 5585, daher heißt "nicht sehen das Angesicht", es sei keine Barmherzigkeit da: Nr. 5585, 5592, und wenn keine Barmherzigkeit, so ist auch keine Verbindung vorhanden, denn es ist keine Liebe da, die eine geistige Verbindung ist. Die göttliche Liebe wird Barmherzigkeit genannt in Beziehung auf das in so großen Nöten befindliche Menschengeschlecht. Daß keine Verbindung mit den Wahrheiten im Natürlichen (möglich ist), hat den Grund, weil durch die Söhne Jakobs, zu denen jene Worte gesagt wurden, die Wahrheiten im Natürlichen vorgebildet werden: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Damit, daß keine Barmherzigkeit und Verbindung mit den Wahrheiten im Natürlichen stattfinde, wenn nicht das Wahre, das durch Benjamin vorgebildet wird, dem inwendig Guten, das Joseph, untertan würde, verhält es sich so: Das Wahre, welches macht, daß der Mensch eine Kirche bildet, ist das Wahre, das aus dem Guten stammt, denn wenn der Mensch im Guten ist, dann sieht er aus dem Guten die Wahrheiten, und wird sie inne und glaubt so, daß es Wahrheiten sind, keineswegs aber, wenn der Mensch nicht im Guten ist; denn das Gute ist gleich einem Flämmlein, das Licht gibt und erleuchtet und macht, daß der Mensch die Wahrheiten sieht, inne wird und glaubt. Die Neigung zum Wahren aus dem Guten richtet nämlich das inwendige Gesicht dorthin, und zieht es ab von weltlichen und leiblichen Dingen, die Finsternis hereinbringen; solches Wahre ist es, das hier Benjamin vorbildet. Daß dieses das einzige Wahre der Kirche ist, sehe man Nr. 5806, d.h. das einzige, das macht, daß der Mensch eine Kirche ist; aber dieses Wahre muß durchaus dem inwendigen Guten, das durch Joseph vorgebildet wird, untertan sein, denn durch das inwendige Gute fließt der Herr ein, und gibt den Wahrheiten, die unterhalb sind, Leben, so auch diesem Wahren, das von dem geistig Guten aus dem Natürlichen stammt, und das durch Israel vorgebildet wird: Nr. 4286, 4598. Aus diesem wird auch klar, daß durch dieses Wahre die Verbindung mit den unterhalb befindlichen Wahrheiten bewirkt wird; denn wenn dieses Wahre nicht dem inwendigen Guten untertan wäre, um von da aus den Einfluß des Guten in sich zu haben, so wäre keine Aufnahme der Barmherzigkeit da, die fortwährend vom Herrn durch das inwendig Gute einfließt, denn dann wäre kein Mittleres (oder Vermittelndes) da; und wenn keine Aufnahme der Barmherzigkeit, so fände auch keine Verbindung statt. Dies ist es, was bezeichnet wird durch "wenn euer jüngster Bruder nicht herabkommt mit euch, sollt ihr hinfort nicht sehen mein Angesicht". 5817. "Und es geschah, da wir hinaufkamen zu deinem Knecht, unserem Vater", 1. Mose 44/24, bedeutet die Erhebung zum geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufkommen, sofern es Erhebung ist, worüber folgt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 4286, 4598. Die Erhebung, die durch hinaufkommen bezeichnet wird, ist die zum Inwendigeren hin, wie hier von den Wahrheiten im Natürlichen, die durch die zehn Söhne Jakobs vorgebildet werden, zum geistig Guten aus dem Natürlichen, das durch Israel vorgebildet wird; denn es gibt ein auswendigeres Natürliches, und es gibt ein inwendigeres Natürliches: Nr. 5497, 5649. Im inwendigeren Natürlichen ist das geistig Gute, das Israel, und im auswendigeren Natürlichen sind die Wahrheiten der Kirche, welche die Söhne Jakobs sind; daher wird durch hinaufkommen zum Vater die Erhebung zum geistig Guten bezeichnet. 5818. "Da sagten wir (ihm) an die Worte meines Herrn", 1. Mose 44/24, bedeutet die Erkenntnis dieser Sache. Dies erhellt ohne Erklärung. 5819. "Da sprach unser Vater", 1. Mose 44/25, bedeutet die Wahrnehmung aus dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, sofern es Innewerden ist, wovon öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier Vater, sofern er das geistig Gute ist, wovon Nr. 3654, 4286, 4598. 5820. "Gehet wieder hin, kaufet uns ein wenig Speise", 1. Mose 44/25, bedeutet, es solle angeeignet werden das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, sofern es heißt sich aneignen, wovon Nr. 5397, 5406, 5410, 5426; und aus der Bedeutung der Speise, sofern sie das Gute des Wahren ist, wovon Nr. 5410, 5426, 5487, 5582, 5588, 5655. Geistige Speise ist im allgemeinen alles Gute, im besonderen aber ist es das Gute, welches durch das Wahre erworben wird, d.h. das Wahre im Willen und Tun, denn dieses wird gut durch das Wollen und das Tun, und wird genannt das Gute des Wahren; denn wenn das Wahre nicht so zum Guten wird, so hilft es dem Menschen im anderen Leben zu nichts; denn wenn er ins andere Leben kommt, so zerstiebt es, weil es nicht übereinstimmt mit seinem Wollen, mithin nicht mit dem Lustreiz seiner Liebe. Wer die Wahrheiten des Glaubens gelernt hat in der Welt, nicht um dieselben zu wollen und zu tun, und so in Gutes zu verwandeln, sondern nur um sie zu wissen und zu lehren, der Ehre und des Einkommens halber, wenn er auch deshalb für den Allergebildetsten in der Welt gilt, dem werden dennoch jene Wahrheiten im anderen Leben weggenommen, und er wird seinem Wollen, d.h. seinem Leben überlassen. Und alsdann bleibt er so, wie er in seinem Leben gewesen war, und was merkwürdig ist, alsdann verschmäht er alle Wahrheiten des Glaubens, und leugnet sie bei sich, wenn er sie auch früher noch so gut begründet hatte. Die Wahrheiten also in Gutes verwandeln, dadurch daß man sie will und tut, nämlich durchs Leben, das ist es, was verstanden wird durch "sich aneignen das Gute des Wahren", und was bezeichnet wird durch "kaufet uns ein wenig Speise". 5821. "Und wir sprachen: wir können nicht hinabgehen", 1. Mose 44/26, bedeutet den Einwurf dagegen. Dies erhellt ohne Erklärung. 5822. "Wenn unser jüngster Bruder mit uns ist, so wollen wir hinabgehen", 1. Mose 44/26, bedeutet, nur wenn das verbindende Mittlere dabei ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der jüngste Bruder ist, sofern er das verbindende Mittlere bezeichnet, wovon Nr. 5411, 5413, 5443, 5639, 5688. Damit, daß Benjamin das Mittlere zwischen dem Himmlischen des Geistigen oder dem inwendigen Guten, das Joseph, und zwischen den Wahrheiten im Natürlichen, welche die zehn Söhne Jakobs sind, vorbildet, und auch, daß er das neue Wahre vorbildet: Nr. 5804, 5806, 5809, verhält es sich so: Das Mittlere, wenn es ein Vermittelndes sein soll, muß von beiden (Teilen) etwas haben, nämlich vom Inwendigen und vom Äußeren, sonst ist es kein verbindendes Mittel. Das Mittlere, das Benjamin vorbildet, hat am Äußeren oder Natürlichen Teil, sofern es hier das neue Wahre ist, denn das neue Wahre, das er vorbildet, ist im Natürlichen, weil es herkommt vom geistig Guten aus dem Natürlichen, das sein Vater als Israel vorbildet: Nr. 5686, 5689; jenes Mittel hat aber auch am Inwendigen, das durch Joseph vorgebildet wird, durch Einfluß Teil, somit hat es von beiden etwas. Dies ist der Grund, weshalb Benjamin das verbindende Mittel, und auch das neue Wahre vorbildet: das neue Wahre, wenn er bei seinem Vater, das verbindende Mittel, wenn er bei Joseph ist. Dies ist das Geheimnis, das nicht klarer dargelegt werden kann; aber es kann nur von denjenigen verstanden werden, die bedenken, daß es beim Menschen ein Inwendiges gibt und ein Äußeres, die voneinander unterschieden sind, wie auch (von denen), die zugleich die Neigung haben, die Wahrheiten zu erkennen; diese werden vom Licht des Himmels in betreff ihres Verstandesgebietes erleuchtet, daß sie sehen, was andere nicht sehen, und so auch dieses Geheimnis. 5823. "Denn wir können nicht sehen das Angesicht des Mannes", 1. Mose 44/26, bedeutet, weil keine Barmherzigkeit und Verbindung (möglich ist). Dies erhellt aus Nr. 5816, wo die gleichen Worte. 5824. "Wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns ist", 1. Mose 44/26, bedeutet, nur durch das Mittlere. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das Mittlere ist, wovon Nr. 5822. 5825. "Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns", 1. Mose 44/27, bedeutet das Innewerden aus dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist Innewerden, wovon öfters; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 3654, 4598, 5801, 5803, 5807. 5826. "Ihr wisset, daß mein Weib mir zwei (Söhne) geboren hat", 1. Mose 44/27, bedeutet, wenn das geistig Gute da sei, das der Kirche angehört, so müsse auch das inwendig Gute und Wahre da sein. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der dieses von sich sagt, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen ist, wovon Nr. 5825; aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, die hier die Gattin ist, die ihm zwei Söhne geboren hatte, sofern sie die Neigung zum inwendiger Wahren ist, wovon Nr. 3758, 3782, 3793, 3819; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sodann Benjamins, welche die zwei sind, die sie geboren hatte, sofern sie das inwendige Gute und Wahre sind, Joseph das inwendige Gute, und Benjamin das inwendigere Wahre. Damit, daß das inwendige Gute und Wahre da sein muß, wenn das geistig Gute da ist, das der Kirche angehört, verhält es sich so: Das geistig Gute, das Israel vorbildet, ist das Gute des Wahren, d.h. das Wahre im Willen und Tun. Dieses Wahre oder dieses Gute des Wahren macht beim Menschen, daß er eine Kirche ist. Wenn nun das Wahre dem Willen eingepflanzt ist (was man daraus merkt, daß man vom Wahren angeregt wird in der Absicht, um danach zu leben), alsdann ist das inwendige Gute und Wahre vorhanden. Wenn der Mensch in diesem Guten und Wahren ist, dann ist in ihm das Reich des Herrn, folglich ist er eine Kirche, und bildet zusammen mit Gleichgesinnten die Kirche im allgemeinen. Hieraus kann erhellen, daß die Kirche, um Kirche zu sein, das geistig Gute, d.h. das Gute des Wahren sein muß, keineswegs aber bloß das Wahre, aus dem allein die Kirche heutzutage Kirche genannt wird, und durch das die eine von der anderen unterschieden wird. Jeder möge bei sich bedenken, ob das Wahre etwas ist, wenn es nicht das Leben zum Zweck hat. Was sind die Lehren ohne diesen Zweck, z.B. was sind die Zehn Gebote, wenn man nicht danach lebt, denn wenn sie einer weiß, und zwar ihren ganzen Sinn in voller Bedeutung, und lebt doch gegen sie, zu was helfen sie? Offenbar zu nichts, und einigen zur Verdammnis. Ebenso verhält es sich mit den Glaubenslehren aus dem Wort, welche die Gebote des christlichen Lebens sind, denn sie sind geistige Gesetze. Diese helfen auch zu nichts, wenn sie nicht Sache des Lebens werden. Der Mensch möge bei sich erwägen, ob bei ihm sich etwas befindet, was wirklich etwas ist, wenn es nicht in sein eigentliches Leben eingeht, und ob das Leben des Menschen, das ein Leben ist, anderswo sei als im Willen. Daher nun kommt es, daß vom Herrn im Alten Testament gesagt und im Neuen bestätigt wurde, daß das ganze Gesetz und alle Propheten auf der Liebe zu Gott und auf der Liebe gegen den Nächsten, somit im Leben selbst sich gründen, nicht aber im Glauben ohne Leben, somit keineswegs im Glauben allein, folglich auch nicht im Vertrauen; denn dieses ist ohne Liebtätigkeit gegen den Nächsten gar nicht möglich. Wenn dasselbe in Lebensgefahren, oder wenn der Tod vor der Türe ist, bei den Bösen sich zeigt, so ist es ein unechtes oder falsches Vertrauen, denn bei ihnen zeigt sich im anderen Leben gar nichts von diesem Vertrauen, mögen sie immerhin in der Nähe des Todes mit Inbrunst scheinbar so etwas bekannt haben. Daß der Glaube, mag man ihn Vertrauen oder Zuversicht nennen, bei den Bösen nichts bewirkt, lehrt der Herr selbst bei Joh.1/12,13: "Wie viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, den Glaubenden an Seinen Namen; die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind": die aus Blut (geboren sind), bedeutet diejenigen, die der Liebtätigkeit Gewalt antun: Nr. 374, 1005, sodann die, welche das Wahre entweihen: Nr. 4735. Die aus dem Willen eines Fleisches, steht für diejenigen, die in Bösem aus der Selbst- und Weltliebe sind: Nr. 3813; die aus dem Willen eines Mannes, für diejenigen, die in Beredungen des Falschen sind, denn Mann bedeutet das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche; von Gott geboren, bedeutet diejenigen, die wiedergeboren vom Herrn, und daher im Guten sind. Diese sind es, die den Herrn aufnehmen, und diese sind es, die an Seinen Namen glauben, und diese sind es auch, denen Er Macht gibt, Söhne Gottes zu sein, nicht aber jenen. Hieraus wird es augenscheinlich klar, was der alleinige Glaube zur Seligkeit hilft. Ferner muß der Mensch, wenn er wiedergeboren und eine Kirche werden soll, durchs Wahre ins Gute eingeführt werden, und alsdann wird er eingeführt, wenn das Wahre durch den Willen und durchs Tun wahr wird. Dieses Wahre ist das Gute, und wird genannt das Gute des Wahren, und bringt fortwährend neue Wahrheiten hervor, denn dann erst befruchtet es sich. Das Wahre, welches infolgedessen hervorgebracht wird oder sich befruchtet, ist es, das genannt wird das inwendige Wahre, und das Gute, von dem, wird genannt das inwendige Gute. Denn eher wird nichts inwendig, als wenn es dem Willen eingepflanzt ist, denn das Wollen ist das Inwendigste des Menschen. Solange das Gute und Wahre außerhalb des Willens ist, und bloß im Verstand, ist es auch außerhalb des Menschen; denn der Verstand ist außerhalb und der Wille ist innerhalb. 5827. "Und einer ist hinausgegangen von mir", 1. Mose 44/28, bedeutet die scheinbare Entfernung des inwendig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinausgehen oder weggehen, sofern es eine Entfernung bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er das inwendige Gute ist, wovon früher. Daß es eine scheinbare Entfernung war, ist offenbar, denn Joseph lebte noch. Damit verhält es sich so: Durch das, was über Joseph erwähnt wird, vom Anfang bis zum Ende, wird in seiner Ordnung die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn vorgebildet; folglich im niedrigeren Sinn die Wiedergeburt des Menschen, denn diese ist ein Abbild oder Vorbild (typus) der Verherrlichung des Herrn: Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Mit der Wiedergeburt des Menschen hat es die Bewandtnis, daß im ersten Zustand, wann der Mensch durch das Wahre in das Gute eingeführt wird, das Wahre deutlich erscheint, weil es im Licht der Welt ist und nicht weit entfernt von dem Sinnlichen des Leibes; das Gute aber nicht so, denn dieses ist im Licht des Himmels und weit weg vom Sinnlichen des Leibes, denn es ist inwendig in des Menschen Geist. Daher kommt es, daß das Wahre, das Sache des Glaubens, deutlich erscheint, nicht aber das Gute, obwohl dieses fortwährend gegenwärtig ist und einfließt und macht, daß die Wahrheiten leben; sonst könnte der Mensch gar nicht wiedergeboren werden. Wenn aber dieser Zustand durchgemacht ist, alsdann offenbart sich das Gute, und zwar durch Liebe gegen den Nächsten und durch die Neigung zum Wahren um des Lebens willen. Dieses ist es, was ebenfalls durch Joseph vorgebildet wird, sofern er weggenommen wurde und seinem Vater nicht erschien, und sofern er nachher sich ihm offenbarte. Dieses wird auch verstanden durch die scheinbare Entfernung des inwendig Guten, das bezeichnet wird durch "einer ist hinausgegangen von mir". 5828. "Und ich sprach: Gewißlich ist er zerrissen worden", 1. Mose 44/28, bedeutet die Wahrnehmung, daß es durch Böses und Falsches zugrunde gegangen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, sofern es ist Innewerden, wovon öfters; und aus der Bedeutung von zerrissen werden, sofern es ist durch Böses und Falsches zugrunde gehen, nämlich das inwendige Gute, das durch Joseph vorgebildet wird: Nr. 5805. Daß Zerrissen werden dieses bedeutet, beruht darauf, weil in der geistigen Welt keine andere Zerreißung stattfindet, als des Guten durch Böses und Falsches. Es verhält sich damit wie mit dem Tod und was dem Tod angehört: dieses bedeutet im geistigen Sinn keinen natürlichen Tod, sondern den geistigen Tod, der die Verdammnis ist, denn einen anderen Tod gibt es in der geistigen Welt nicht. Ebenso bedeutet die Zerreißung im geistigen Sinn keine Zerreißung, wie sie durch wilde Tiere geschieht, sondern eine Zerreißung des Guten durch Böses und Falsches. Auch bedeuten die wilden Tiere, die zerreißen: Böses der Begierden und Falsches daher. Dieses wird auch im anderen Leben durch wilde Tiere bezeichnet. Das Gute, das vom Herrn fortwährend beim Menschen einfließt, geht eben nur durch Böses und daher stammendes Falsches, und durch Falsches und daher stammendes Böse zugrunde. Sobald nämlich jenes fortwährend einfließende Gute durch den inwendigen Menschen zum äußeren oder natürlichen Menschen kommt, begegnet ihm das Böse und Falsche, durch welches das Gute wie von wilden Tieren auf verschiedene Weise zerrissen und ausgelöscht wird. Dadurch wird der Einfluß des Guten durch den inwendigen Menschen gehemmt und eingestellt, folglich das inwendigere Gemüt, durch das der Einfluß (hindurchgeht), verschlossen, und nur soviel Geistiges durch dasselbe zugelassen, daß der natürliche Mensch vernünfteln und reden kann, aber alsdann bloß aus irdischen, leiblichen und weltlichen Dingen, und zwar gegen das Gute und Wahre oder heuchlerisch und trügerisch diesem gemäß. Allgemein gültiges Gesetz ist es, daß der Einfluß sich richtet nach dem Ausfluß und daß, wenn der Ausfluß gehemmt wird, auch der Einfluß gehemmt wird. Durch den inwendigen Menschen findet der Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn statt, durch den äußeren muß der Ausfluß stattfinden, nämlich in das Leben, d.h. bei der Übung der Liebtätigkeit. Wann dieser Ausfluß stattfindet, dann ist ein fortwährender Einfluß vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn vorhanden. Findet aber dieser Ausfluß nicht statt, sondern (dagegen) im äußeren oder natürlichen Menschen ein Widerstand, d.h. das Böse und Falsche, welches das einfließende Gute zerreißt und auslöscht, so folgt aus dem oben erwähnten allgemeinen Gesetz, daß der Einfluß sich nach dem Ausfluß richtet, mithin daß der Einfluß des Guten sich zurückzieht und so das Inwendige, durch das der Einfluß (hindurchgeht), verschlossen wird und die Folge dieser Verschließung ist Unverstand (stupiditas) in geistigen Dingen, und zwar ein solcher, daß ein so gearteter Mensch nichts vom ewigen Leben weiß, noch wissen will; und endlich tritt eine solche Unsinnigkeit (infania) ein, daß er das Falsche dem Wahren entgegenhält und sagt, jenes sei wahr und dieses falsch, und das Böse dem Guten entgegenhält und jenes zu Gutem und dieses zu Bösem macht; so zerreißt er das Gute ganz und gar. Im Wort wird hie und da erwähnt das Zerrissene und wird dadurch im eigentlichen Sinn das bezeichnet, was durch Falsches aus Bösem zugrunde geht; was aber durch Böses zugrunde geht, das wird ein Aas genannt. Wenn aber bloß das Zerrissene gesagt wird, dann wird beides bezeichnet, denn das eine schließt die Bedeutung des anderen in sich; anders, wenn das eine gesagt wird mit dem anderen, denn alsdann wird es unterschieden. Weil das Zerrissene im geistigen Sinn dasjenige bezeichnete, was durch Falsches aus Bösem zugrunde gegangen war, darum war es in der vorbildlichen Kirche verboten, irgendein Zerrissenes zu essen; das wäre keineswegs so verboten worden, wenn nicht dieses geistige Böse im Himmel verstanden würde, was würde sonst Böses darin liegen, Fleisch, das von einem wilden Tier zerrissen worden, zu essen. Von den zerrissenen (Tieren), daß man sie nicht essen soll, heißt es also: 3. Mose 7/24: "Das Fett von einem Aas und das Fett von einem Zerrissenen soll zu allerlei Gebrauch dienen, nur essen sollt ihr es nicht". 3. Mose 22/8: "Ein Aas und Zerrissenes soll er nicht essen, daß er nicht dadurch verunreinigt werde; Ich bin Jehovah". 2. Mose 22/30: "Männer der Heiligkeit sollt ihr Mir sein; darum sollt ihr Fleisch, das im Felde zerrissen worden, nicht essen; den Hunden sollt ihr es vorwerfen". Hes.4/14: "Ach Herr Jehovih, spricht der Prophet, siehe, meine Seele ist nicht verunreinigt worden, und ein Aas und Zerrissenes habe ich nicht gegessen von meiner Jugend an bisher, so daß nicht gekommen ist in meinen Mund das Fleisch eines Greuels". Hieraus wird klar, daß es ein Greuel war, ein Zerrissenes zu essen, nicht weil es zerrissen war, sondern weil es die Zerreißung des Guten durch Falsches, das vom Bösen stammt, das Aas aber den Tod des Guten durch Böses bezeichnete. Die Zerreißung des Guten durch Falsches und Böses wird auch in folgenden Stellen bei Ps.17/12, im inneren Sinn verstanden: "Die Gottlosen sind ähnlich wie ein Löwe, er begehrt zu zerreißen; und wie ein junger Löwe, der in Schlupfwinkeln sitzt"; Ps.22/14: "Aufgetan haben sie gegen Mich ihren Mund wie ein zerreißender und brüllender Löwe"; Ps.7/3: "Daß sie nicht erhaschen wie ein Löwe meine Seele, der zerreißt; aber es ist kein Retter da": Löwe für diejenigen welche die Kirche verwüsten. Oben, 1. Mose 37/33 wo davon die Rede ist, daß Joseph von seinen Brüdern verkauft und sein in Blut getunkter Rock zu seinem Vater geschickt worden sei, hat auch sein Vater gesagt: "Der Rock meines Sohnes (ist es), ein böses Wild hat ihn gefressen, zerrissen, ja zerrissen ist Joseph". Daß zerrissen heißt, von Falschem, das von Bösem herkommt, zerstoben, sehe man Nr. 4777. 5829. "Und ich habe ihn nicht gesehen bisher", 1. Mose 44/28, bedeutet, es sei verschwunden. Dies erhellt ohne Erklärung. 5830. "Nehmet ihr auch diesen hinweg von meinem Angesichte", 1. Mose 44/29, bedeutet, wenn auch das neue Wahre sich entferne. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, welcher der ist, von dem dieses gesagt wird, sofern er das neue Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5804, 5806, 5809, 5822; und aus der Bedeutung von "ihn hinwegnehmen von meinem Angesicht", sofern es ist entfremden vom geistig Guten, somit entfernen. Würde jenes Wahre, weil es aus dem geistig Guten stammt, das Israel, sich entfernen, so wäre es um das Gute selbst geschehen; denn das Gute empfängt seine Beschaffenheit von den Wahrheiten und die Wahrheiten empfangen ihr Sein vom Guten; dadurch wird ihnen miteinander das Leben zuteil. 5831. "Und es begegnet ihm ein Unfall", 1. Mose 44/29, bedeutet durch Böses und Falsches. Dies erhellt aus der Bedeutung von "ein Unfall begegnen", sofern es heißt, durch Böses und Falsches beschädigt werden. Kein anderer Unfall wird im geistigen Sinn verstanden, weil in der geistigen Welt aller Unfall daher kommt, nämlich von Bösem und Falschem. 5832. "So werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunterbringen ins Grab", 1. Mose 44/29, bedeutet, so werde das geistig Gute und so das Inwendige der Kirche zugrunde gehen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, wovon Nr. 5807, 5812, 5813, 5817, 5819, 5825, und sofern er das Inwendige der geistigen Kirche ist: Nr. 4286; aus der Bedeutung der grauen Haare, sofern sie das Letzte der Kirche bezeichnen; und aus der Bedeutung von hinunterbringen mit Jammer ins Grab, sofern es heißt, zugrunde gehen, wovon Nr. 4785. Hinuntergehen ins Grab im Guten (oder mit Freuden), heißt auferstehen und wiedergeboren werden: Nr. 2916, 2917, 5551; daher ist hinuntergehen im Bösen (oder im Jammer) ins Grab das Gegenteil, also zugrunde gehen. Damit, daß das Inwendige der Kirche zugrunde gehen würde, wenn das Wahre, das durch Benjamin vorgebildet wird, zugrunde ginge, verhält es sich so: Das Gute muß seine Wahrheiten haben, auf daß es gut sei, und die Wahrheiten müssen ihr Gutes haben, auf daß sie Wahrheiten seien. Das Gute ohne Wahrheiten ist kein Gutes und Wahrheiten ohne das Gute sind nicht wahr, sie bilden miteinander eine Ehe, welche die himmlische Ehe genannt wird. Wenn das eine sich entfernt, geht daher das andere zugrunde, und das eine kann vom anderen sich scheiden durch Zerreißung von Bösem und Falschem. 5833. "Und nun, wenn ich komme zu deinem Knecht, meinem Vater", 1. Mose 44/30, bedeutet, das Gute der Kirche sei entsprechend dem geistig Guten, das der inwendigen Kirche angehört. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, der dieses von sich spricht, sofern er das Gute der Kirche ist, wovon Nr. 5583, 5603, 5782; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier sein Vater ist, sofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 5807, 5812, 5813, 5817, 5819, 5825. Das Gute der Kirche, das Jehudah vorbildet, ist das Gute der äußeren Kirche, aber das geistig Gute, das Israel (vorbildet), ist das Gute der inwendigen Kirche: Nr. 4286, denn eine jede Kirche des Herrn ist eine inwendige und eine äußere; und was der äußeren Kirche angehört, entspricht demjenigen, was der inwendigen Kirche angehört, somit entspricht auch das Gute der Kirche, das Jehudah, dem geistig Guten, das Israel (ist). 5834. "Und der Knabe ist nicht mit uns", 1. Mose 44/30, bedeutet, wofern das neue Wahre nicht mit dabei ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Knabe, sofern er das neue Wahre ist, wovon Nr. 5804, 5806, 5822. 5835. "Und seine Seele ist (doch) gebunden an seine Seele", 1. Mose 44/30, bedeutet, da eine innige Verbindung stattfindet. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seele, sofern sie das Leben ist, somit bezeichnet die Seele des einen gebunden an die Seele des anderen das Leben des einen in dem des anderen, folglich ist es eine innige Verbindung, nämlich des geistig Guten, das Israel, und des Wahren aus jenem Guten, das Benjamin ist. Damit, daß eine so innige Verbindung zwischen dem Guten und seinem Wahren stattfindet, wie die Seele des einen, die gebunden ist an die Seele des anderen, verhält es sich so: Das Gemüt des Menschen, welches der Mensch selbst ist und in dem das Leben des Menschen ist, hat zwei Vermögen: das eine ist gewidmet den Wahrheiten, die dem Glauben angehören, und das andere ist gewidmet dem Guten, das der Liebtätigkeit angehört. Das Vermögen, das für die Wahrheiten bestimmt ist, die dem Glauben angehören, wird Verstand genannt, und das, welches für das Gute bestimmt ist, das der Liebtätigkeit angehört, wird Wille genannt. Damit nun der Mensch ein (wahrer) Mensch sei, müssen jene beiden Vermögen eins ausmachen. Daß aber jene beiden Vermögen heutzutage ganz getrennt sind, kann daraus erhellen, daß der Mensch verstehen kann, was wahr ist und es dennoch nicht wollen kann, denn er kann einsehen, daß alles wahr ist, was in den Zehn Geboten steht, wie auch gewissermaßen, was in den Lehren enthalten ist, die aus dem Worte (sind). Ja, er kann es sogar verstandesgemäß begründen, wie auch darüber predigen und doch will er etwas anderes und tut aus dem Willen etwas anderes. Hieraus wird klar, daß jene beiden Vermögen beim Menschen getrennt sind, daß sie aber nicht getrennt sein sollen, kann man daraus wissen, daß das Verstehen des Wahren ihn bis zum Himmel erheben, das Wollen des Bösen dagegen ihn bis zur Hölle hinabziehen und er so zwischen beiden schweben würde; gleichwohl würde sein Wollen, in dem sein eigenstes Leben besteht, ihn abwärts und so unfehlbar in die Hölle fortreißen. Damit nun dieses nicht geschehe, müssen jene beiden Vermögen verbunden werden, was durch die Wiedergeburt vom Herrn geschieht und zwar durch Einpflanzung des Wahren, das dem Glauben angehört, ins Gute, das der Liebtätigkeit angehört; denn so wird dem Menschen durch das Wahre, das dem Glauben angehört, ein neuer Verstand geschenkt und durch das Gute, das der Liebtätigkeit angehört, ein neuer Wille und dadurch zwei Vermögen, die ein Gemüt machen. 5836. "Da wird es geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, wird er sterben", 1. Mose 44/31, bedeutet, so werde das geistig Gute zugrunde gehen, wenn nämlich das Wahre, das Benjamin ist, sich trennen würde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, wovon früher; und aus der Bedeutung von sterben, sofern es ist aufhören, so beschaffen zu sein, wovon Nr. 494, somit zugrunde gehen. Daß das Gute zugrunde ginge, wenn sein Wahres sich entfernen würde, sehe man Nr. 5830, 5832. 5837. "Und es werden deine Knechte die grauen Haare deines Knechts, unseres Vaters, mit Jammer ins Grab bringen", 1. Mose 44/31, bedeutet, so werde es um die Kirche geschehen sein. Dies erhellt aus demjenigen, was Nr. 5832 erklärt wurde, wo das gleiche vorkommt. Daß hier Israel, welcher der Vater ist, die Kirche bezeichnet, hat den Grund, weil das geistig Gute, das derselbe vorbildet, die Kirche beim Menschen macht, in der Weise, daß es gleich ist ob man sagt: das geistig Gute oder die Kirche, denn sie können nicht getrennt werden. Daher kommt es, daß im Wort, hauptsächlich im prophetischen, Israel die geistige Kirche bezeichnet. 5838. Vers 32-34: Denn dein Knecht ist Bürge geworden für den Knaben bei meinem Vater und hat gesagt: Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe, so will ich mich versündigt haben an meinem Vater alle Tage (meines Lebens). Und nun laß doch deinen Knecht bleiben anstatt des Knaben als Knecht meinem Herrn, den Knaben aber laß hinaufziehen mit seinen Brüdern. Denn wie sollte ich hinaufziehen zu meinem Vater, ohne daß der Knabe mit mir ist; ich würde nur den Jammer sehen, der meinem Vater begegnete. "Denn dein Knecht ist Bürge geworden für den Knaben bei meinem Vater und hat gesagt" bedeutet die Verknüpfung mit sich; "wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe" bedeutet, sofern es nicht verbunden wird mit dem geistig Guten; "so will ich mich versündigt haben an meinem Vater alle Tage (meines Lebens)" bedeutet die Abkehr und dadurch werde das Gute der Kirche zunichte; "und nun laß doch deinen Knecht bleiben anstatt des Knaben als Knecht meinem Herrn" bedeutet die Untertänigkeit; "den Knaben aber laß hinaufziehen mit seinen Brüdern" bedeutet, damit das inwendigere Wahre mit dem geistig Guten verbunden werde; "denn wie sollte ich hinaufziehen zu meinem Vater, ohne daß der Knabe mit mir ist" bedeutet das geistig Gute aus dem Natürlichen ohne das inwendigere Wahre; "ich würde nur den Jammer sehen, der meinem Vater begegnete" bedeutet die Wahrnehmung, daß es zugrunde gehen werde. 5839. "Denn dein Knecht ist Bürge geworden für den Knaben bei meinem Vater und hat gesagt", 1. Mose 44/32, bedeutet die Verknüpfung mit sich. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bürge sein, sofern es heißt ihm beigesellen, wie Nr. 5609; denn das Wahre, das Benjamin vorbildet, kann unterdessen, wenn es nicht beim geistig Guten ist, das der Vater bezeichnet, beim Guten der äußeren Kirche sein, das Jehudah vorbildet; denn dieses Gute und das geistig Gute machen miteinander eins aus durch Entsprechung. 5840. "Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe", 1. Mose 44/32, bedeutet, sofern es nicht verbunden wird mit dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von wiederbringen, sofern es heißt, wieder verbinden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, sofern er das geistig Gute ist, wovon früher öfters. 5841. "So will ich mich versündigt haben an meinem Vater alle Tage (meines Lebens)", 1. Mose 44/32, bedeutet die Abkehr und dadurch werde das Gute der Kirche zunichte. Dies erhellt aus der Bedeutung von sündigen, sofern es eine Scheidung bezeichnet, wovon Nr. 5229, 5474, somit Abkehr; und wenn sich das Gute der äußeren Kirche, das Jehudah vorbildet, vom Guten der inwendigen Kirche, welches Israel, abwendet, so geschieht kein Gutes der Kirche mehr; die Verbindung selbst macht, daß das Gute es ist, aus dem die Kirche (ihr Leben hat). Mit jenen beiderlei Gutem, nämlich mit dem Guten der inwendigen Kirche und dem Guten der äußeren Kirche verhält es sich auf folgende Weise: Das Gute der inwendigen Kirche oder das inwendig Gute bringt mittelst des Einflusses das Gute der äußeren Kirche oder das äußere Gute hervor; und weil es so ist, erhebt das inwendige Gute das äußere Gute zu sich, so daß dieses auf jenes sieht und durch jenes aufwärts zum Herrn; dieses geschieht, wenn Verbindung stattfindet. Hingegen wenn Scheidung (eintritt), dann wendet sich das äußere Gute ab und sieht abwärts und geht so zugrunde. Diese Abkehr ist es, die bezeichnet wird durch: "so will ich mich versündigt haben an meinem Vater alle Tage (meines Lebens). 5842. "Und nun laß doch deinen Knecht bleiben anstatt des Knaben als Knecht meinem Herrn", 1. Mose 44/33, bedeutet die Untertänigkeit. Dies erhellt daraus, daß sich selber als Knecht an eines anderen Statt anbieten, heißt: sich selbst der Freiheit aus dem Eigenen berauben und sich einem anderen ganz untertan machen. Durch diese Worte wird die Untertänigkeit des natürlichen oder äußeren Menschen unter den inwendigen bezeichnet; denn wenn das Gute in demselben sich untertänig macht, so machen sich eben damit die Wahrheiten dort untertänig; denn die Wahrheiten gehören dem Guten an. 5843. "Den Knaben aber laß hinaufziehen mit seinen Brüdern", 1. Mose 44/33, bedeutet, damit das inwendigere Wahre mit dem geistig Guten verbunden werde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, sofern er das neue Wahre ist, wovon Nr. 5804, 5805, 5809, 5822, somit das inwendigere Wahre; und aus der Bedeutung von hinaufgehen mit den Brüdern, sofern es heißt, wieder verbunden werden mit seinem Vater, d.h. mit dem geistig Guten, daß durch Israel vorgebildet wird. Das inwendigere Wahre, das hier Benjamin vorbildet, ist das neue Wahre, denn dieses ist ein inwendigeres im Verhältnis zu den Wahrheiten, die unterhalb (desselben) sind. Denn das Wahre, das vom Guten ausgeht, ist ein inwendigeres Wahre, somit auch dieses Wahre, weil es aus dem geistigen Guten stammt, das Israel ist. Das Gute der Liebtätigkeit aus dem Willen, somit aus der Neigung, ist das inwendige Gute oder das Gute der inwendigen Kirche; aber das Gute der Liebtätigkeit, nicht aus Neigung, sondern aus Gehorsam, und nicht aus dem Willen, sondern aus der Lehre, ist das äußere Gute oder das Gute der äußeren Kirche, somit auch die Wahrheiten von daher. 5844. "Denn wie sollte ich hinaufziehen zu meinem Vater, ohne daß der Knabe mit mir ist", 1. Mose 44/34, bedeutet das geistig Gute aus dem Natürlichen ohne das inwendigere Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, sofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, wovon früher, und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, der hier der Knabe ist, sofern er das inwendigere Wahre bezeichnet, wovon Nr. 5843. 5845. "Ich würde nur den Jammer sehen, der meinem Vater begegnete", 1. Mose 44/34, bedeutet die Wahrnehmung, daß es zugrunde gehen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, sofern es heißt verstehen, wovon Nr. 2807, 3883, 4403-4421, und daher wahrnehmen: Nr. 3764, 4567, 5400. Daß es zugrunde gehen werde, wird bezeichnet durch das Böse (oder den Jammer), das ihm begegnen wird; ebenso auch durch hinunterbringen die grauen Haare mit Jammer ins Grab: Nr. 5832; ferner dadurch, daß der Vater, wenn er ihn nicht bei seinen Brüdern sehen würde, sterben müßte: Nr. 5836; dieses Böse (oder dieser Jammer) ist es, das bezeichnet wird. Daß das geistig Gute, das Israel ist, zugrunde ginge, wenn das Wahre, das Benjamin ist, sich trennen würde, sehe man Nr. 5832.   Nr. 5846 - 5866 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 45. Kapitel 1. Und Joseph konnte sich nicht halten vor allen, die bei ihm standen, und er rief: Lasset jedermann hinausgehen von mir; und es stand keiner bei ihm, als Joseph sich zu erkennen gab seinen Brüdern. 2. Und es brach seine Stimme in Weinen aus, daß es hörten die Ägypter und das Haus (d.i. die Familie) Pharaos. 3. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph; lebt mein Vater noch? Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, weil sie bestürzt waren vor ihm. 4. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir; da traten sie heran, und er sprach: Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr verkauft habt nach Ägypten. 5. Nun aber betrübt euch nicht, und es errege nicht Zorn in euren Augen, daß ihr mich verkauft habt hierher, denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt. 6. Denn nun sind zwei Jahre des Hungers inmitten des Landes, und noch sind fünf Jahre, in denen kein Pflügen und Ernten sein wird. 7. Und Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch zu gründen (als) einen Überrest auf Erden, und euch das Leben zu erhalten zu einer großen Errettung. 8. Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott, und Er hat mich gesetzt zum Vater Pharaos und zum Herrn seinem ganzen Hause, daß ich herrsche im ganzen Lande Ägypten. 9. Eilet und geht hinauf zu meinem Vater und saget zu ihm: Also spricht dein Sohn Joseph: Gott hat mich gesetzt zum Herrn über ganz Ägypten; komme zu mir herab, säume nicht. 10. Und du sollst wohnen im Lande Gosen, und sollst nahe bei mir sein, du und deine Söhne und die Söhne deiner Söhne, und deine Herden (Schafe) und deine Rinder, und alles, was dein ist. 11. Und ich will dich daselbst versorgen; denn es sind noch fünf Jahre des Hungers, auf daß du nicht umkommst, du und dein Haus, und alles was dein ist. 12. Und siehe, eure Augen sehen es, und die Augen meines Bruders Benjamin, daß es mein Mund ist, der mit euch redet. 13. Und ihr sollt meinem Vater kundtun alle meine Herrlichkeit in Ägypten, und alles was ihr gesehen habt, und ihr sollt eilen, und meinen Vater hierher bringen. 14. Und er fiel um den Hals Benjamins, seines Bruders, und weinte, und Benjamin weinte an seinem Halse. 15. Und er küßte alle seine Brüder und weinte an ihnen, und nachher redeten seine Brüder mit ihm. 16. Und die Stimme (d.h. die Kunde) wurde gehört im Hause Pharaos, indem man sprach: Die Brüder Josephs sind gekommen; und es war gut in den Augen Pharaos und in den Augen seiner Knechte. 17. Und Pharao sprach zu Joseph: Sage zu deinen Brüdern: Dieses tut, beladet eure Tiere und gehet, kommet in das Land Kanaan. 18. Und nehmet euren Vater und eure Familien, und kommet zu mir, und ich will euch das Gute geben vom Lande Ägypten, und ihr sollt essen das Fett des Landes. 19. Und nun vollziehet diesen Befehl; nehmet euch aus dem Lande Ägypten Wagen für eure Kinder und für eure Weiber und bringet euren Vater und kommet. 20. Und euer Auge schaue nicht mit Bedauern auf eure Hausgeräte, denn das Gute des ganzen Landes Ägypten, es soll euer sein. 21. Und die Söhne Israels taten also, und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos, und gab ihnen Zehrung auf den Weg. 22. Und ihnen allen gab er Feierkleider, dem Benjamin aber gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider. 23. Und seinem Vater schickte er desgleichen; zehn Esel, tragend von den Gütern Ägyptens, und zehn Eselinnen, Getreide und Brot tragend und Lebensmittel für seinen Vater auf den Weg. 24. Und er entließ seine Brüder, und sie gingen, und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege. 25. Und sie zogen hinauf aus Ägypten und kamen ins Land Kanaan, zu Jakob, ihrem Vater. 26. Und verkündigten ihm, indem sie sprachen: Joseph lebt noch, ja er herrscht über das ganze Land Ägypten; aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht. 27. Und sie sagten ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet hatte, und er sah die Wagen, die Joseph geschickt hatte, um ihn hinaufzuführen; da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf. 28. Und Israel sprach: Es ist genug; Joseph, mein Sohn lebt noch; ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe.   Inhalt 5867. Im vorhergehenden Kapitel wurde vom inneren Menschen gehandelt, der durch Joseph bezeichnet wird, daß er nämlich das äußere Natürliche, das die zehn Söhne Jakobs bezeichnen, durch das Mittlere, das Benjamin bedeutet, zur Verbindung mit sich eingeweiht habe. In diesem Kapitel wird nun von dem inneren Menschen gehandelt, insofern er sich mit dem äußeren Natürlichen verbunden hat. Weil aber keine Verbindung mit diesem möglich, außer durch das geistig Gute aus dem Natürlichen, das Israel ist, deshalb schickt sich der (innere Mensch) an, sich zuerst mit diesem zu verbinden.   Innerer Sinn 5868. Vers 1,2: Und Joseph konnte sich nicht halten vor allen, die bei ihm standen, und er rief: Lasset jedermann hinausgehen von mir; und es stand keiner bei ihm, als Joseph sich zu erkennen gab seinen Brüdern. Und es brach seine Stimme in Weinen aus, daß es hörten die Ägypter und das Haus (d.i. die Familie) Pharaos. "Und Joseph konnte sich nicht halten vor allen, die bei ihm standen" bedeutet, daß nun alles vom Himmlischen inneren aus zur Verbindung bereitet wurde; "und er rief" bedeutet die nahe bevorstehende Wirkung; "lasset jedermann hinausgehen von mir" bedeutet das nicht übereinstimmende und entgegenstehende Wißtümliche solle aus der Mitte hinausgebracht werden; "und es stand keiner bei ihm, als Joseph sich zu erkennen gab seinen Brüdern" bedeutet, daß nichts mitwirken dürfe, wenn das innere Himmlische durch das Mittlere sich verbinden solle mit den Wahrheiten im Natürlichen; "und es brach seine Stimme in Weinen aus" bedeutet Erbarmen und Freude; "daß es hörten die Ägypter" bedeutet bis zum Letzten; "und das Haus Pharaos" bedeutet durch das gesamte Natürliche. 5869. "Und Joseph konnte sich nicht halten vor allen, die bei ihm standen", 1. Mose 45/1, bedeutet, alles sei nun vom inneren Himmlischen aus bereitet worden zur Verbindung. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Gute bezeichnet, worüber Nr. 5805, 5826, 5827, also das innere Himmlische, denn unter dem Himmlischen wird das Gute verstanden, das vom Herrn ausgeht; und aus der Bedeutung von "sich nicht halten können", insofern es bezeichnet, daß alles bereit sei zur Verbindung, denn wenn jemand mit dem größten Eifer sich zu irgendeinem Zweck oder einer Wirkung vorbereitet, indem er die Mittel dazu erwirbt und ordnet, dann kann er sich, wenn alles bereitet ist, nicht länger zurückhalten. Dies wird durch jene Worte bezeichnet, denn in dem vorhergehenden Kapitel wurde von der Vorbereitung zur Verbindung gehandelt, in diesem Kapitel aber von der Verbindung selbst: Nr. 5867. Unter "allen, die bei ihm standen", wird solches bezeichnet, was die Verbindung verhinderte und deshalb ausgestoßen wurde, wie nun folgt. 5870. "Und er rief", 1. Mose 45/1, bedeutet, die Wirkung stehe nahe bevor. Dies erhellt aus der Bedeutung von rufen, wenn vorausgeht, daß jemand sich nicht zurückhalten könne, insofern es eine nahe bevorstehende Wirkung bezeichnet. 5871. "Lasset jedermann hinausgehen von mir", 1. Mose 45/1, bedeutet, das nicht übereinstimmende und das entgegenstehende Wißtümliche solle aus der Mitte hinausgeworfen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte "jedermann von ihm hinaus", sofern durch dieselben das Wißtümliche bezeichnet wird, denn es waren Ägypter. Daß durch diese die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet werden, sehe man Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 5700, 5702. Daß es nicht übereinstimmende, sondern entgegengesetzte Kenntnisse waren, geht daraus hervor, daß sie ausgeworfen wurden. Damit verhält es sich aber so: Wenn eine Verbindung der Wahrheiten, die im äußeren oder natürlichen Menschen sind, mit dem Guten, das im inneren (Menschen) ist, stattfindet, d.h., wenn die Glaubenswahrheiten mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden werden, dann wird alles Wißtümliche, das nicht übereinstimmt, und mehr noch, was entgegengesetzt ist, aus der Mitte heraus auf die Seite geschafft, also vom Licht, das in der Mitte ist, in den Schatten, der an den Seiten ist, und dann wird es teils nicht gesehen, teils für nichts geachtet. Aus den wissenschaftlichen Kenntnissen aber, die passen und übereinstimmen und daher bleiben, findet gleichsam ein Auszug statt, und wenn man so sagen darf, gleichsam eine Sublimierung derselben, wodurch der innere Sinn der Dinge hervortritt, der vom Menschen, während er im Körper lebt, nicht anders wahrgenommen wird, als durch ein freudiges Gefühl, sowie es der Geist am frühen Morgen (empfindet). Auf solche Weise kommt die Verbindung des Wahren, welches Sache des Glaubens ist, mit dem Guten, welches Sache der Liebtätigkeit ist, zustande. 5872. "Und es stand keiner bei ihm, als Joseph sich zu erkennen gab seinen Brüdern", 1. Mose 45/1, bedeutet, nichts dürfe mitwirken, wenn das innere Himmlische durch das Mittlere sich verbinden solle mit den Wahrheiten im Natürlichen. Dies kann man aus dem erkennen, was Nr. 5871 erklärt worden ist, also ohne weitere Auslegung. 5873. "Und es brach seine Stimme in Weinen aus", 1. Mose 45/2, bedeutet Erbarmen und Freude. Dies erhellt aus der Bedeutung des Weinens, insofern es die Wirkung des Erbarmens ist, worüber Nr. 5480; und wie es eine Wirkung der Traurigkeit, so ist es auch eine Wirkung der Liebe: Nr. 3801, und somit der Freude. 5874. "Daß es hörten die Ägypter", 1. Mose 45/2, bedeutet, bis zum Letzten hin. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hörens, nämlich die Stimme beim Weinen, insofern es die Wahrnehmung des Erbarmens und der Freude bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie das Wißtümliche bezeichnen, worüber Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, also das Letzte; denn das Wißtümliche ist beim Menschen das Äußerste oder Letzte. Daß das Wißtümliche das Letzte des Menschen ist, nämlich in seinem Gedächtnis und Denken, ist gegen den Anschein. Er glaubt vielmehr, es bilde das Ganze seiner Einsicht und Weisheit. Dies ist jedoch nicht der Fall, (die wissenschaftlichen Kenntnisse) sind nur Gefäße, in denen sich das befindet, was der Einsicht und Weisheit angehört, und zwar sind es die letzten Gefäße, denn sie verbinden sich mit dem Sinnlichen des Körpers. Daß es die letzten sind, leuchtet dem ein, der sein Denken näher beobachtet, wenn er irgendeine Wahrheit untersucht, insofern alsdann die Kenntnisse zwar mitwirken, aber nicht hervortreten, denn das Denken zieht dann ihren Inhalt aus, und zwar aus sehr vielem, was hie und da zerstreut oder auch verborgen ist und bildet so seine Schlüsse; und je tiefer das Denken eingeht, desto weiter entfernt es sich von jenen. Dies kann man deutlich daraus erkennen, daß der Mensch, wenn er in das andere Leben kommt und ein Geist wird, zwar die wißtümlichen Kenntnisse bei sich hat, aber keinen Gebrauch davon machen darf, und zwar aus mehreren Ursachen, Nr. 2476, 2477, 2479, und dennoch denkt und spricht er über das Wahre und Gute viel genauer und vollkommener als in der Welt. Hieraus kann man ersehen, daß die Kenntnisse dem Menschen dienen, um seinen Verstand zu bilden, wenn aber der Verstand gebildet ist, dann bilden sie die letzte Grundlage, in welcher der Mensch nicht mehr denkt, sondern auf der er denkt. 5875. "Und das Haus (d.i. die Familie) Pharaos", 1. Mose 45/2, bedeutet, durch das gesamte Natürliche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen bezeichnet, worüber Nr. 5160, 5799, somit ist sein Haus das gesamte Natürliche. 5876. Vers 3-5: Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph; lebt mein Vater noch? Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, weil sie bestürzt waren vor ihm. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir; da traten sie heran, und er sprach: Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr verkauft habt nach Ägypten. Nun aber betrübt euch nicht, und es errege nicht Zorn in euren Augen, daß ihr mich verkauft habt hierher, denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern" bedeutet, daß das innere Himmlische den Wahrheiten im Natürlichen das Vermögen des Innewerdens verleihe; "ich bin Joseph" bedeutet die Kundgebung (oder Offenbarung); "lebt mein Vater noch?" bedeutet die Gegenwart des geistig Guten aus dem Natürlichen; "und seine Brüder konnten ihm nicht antworten" bedeutet, daß die Wahrheiten im Natürlichen noch nicht imstande waren, sich auszusprechen; "weil sie bestürzt waren vor ihm" bedeutet die große Bewegung unter ihnen; "und Joseph sprach zu seinen Brüdern" bedeutet das Innewerden des neuen Natürlichen; "tretet doch her zu mir" bedeutet die innere Mitteilung; "da traten sie heran" bedeutet die Wirkung; "und er sprach: Ich bin Joseph, euer Bruder" bedeutet die Kundgebung durch Einfließen; "den ihr verkauft habt nach Ägypten" bedeutet das Innere, das sie entfernt hatten; "nun aber betrübt euch nicht" bedeutet die Angst des Herzens oder Willens; "und es errege nicht Zorn in euren Augen" bedeutet die Traurigkeit des Geistes oder der Einsicht; "daß ihr mich verkauft habt hierher" bedeutet, daß sie es entfernt hatten bis zur äußersten Grenze; "denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt" bedeutet, dadurch sei ihnen geistiges Leben zuteil geworden, vermöge der (göttlichen) Vorsehung. 5877. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 45/3, bedeutet, das innere Himmlische verleihe die Fähigkeit des Innewerdens der Wahrheiten im Natürlichen. Dies geht offenbar hervor aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3395, 3509, 5687, 5743; hier die Fähigkeit oder das Vermögen des Innewerdens verleihen, worüber im Folgenden. Aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet: Nr. 5869, und aus der Vorbildung der zehn Söhne Jakobs, die hier die Brüder sind, insofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen: Nr. 5403, 5419, 5458, 5512. Daher ist der innere Sinn, daß das innere Himmlische den Wahrheiten im Natürlichen das Vermögen des Innewerdens verleihe. Daß hier durch "sprechen" die Fähigkeit des Innewerdens verleihen bezeichnet wird, kommt daher, weil in dem nun Folgenden gehandelt wird von der Verbindung des inneren Himmlischen, das Joseph ist, mit den Wahrheiten im Natürlichen, das die Söhne Jakobs sind, und wenn Verbindung stattfindet, dann wird die Fähigkeit des Innewerdens gegeben, nämlich vermittelst der Neigung zum Wahren und so zum Guten. 5878. "Ich bin Joseph", 1. Mose 45/3, daß dies eine Kundgebung bedeutet, ist offenbar ohne Erklärung. 5879. "Lebt mein Vater noch?", 1. Mose 45/3, bedeutet die Gegenwart des geistig Guten aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; daß es aus dem Natürlichen ist, sehe man Nr. 4286. Und aus der Bedeutung von "lebt er noch?" insofern es die Gegenwart desselben bezeichnet, denn der erste Gedanke Josephs, als er sich offenbarte, war der an seinen Vater, von dem er wußte, daß er lebte. Deswegen war er zuerst in seinem Denken gegenwärtig und auch nachher beständig, als er mit seinen Brüdern redete. Der Grund ist, weil die Verbindung des inneren Himmlischen, das Joseph ist, mit den Wahrheiten im Natürlichen, das die Söhne Jakobs sind, nicht anders geschehen kann, als durch das geistig Gute aus dem Natürlichen, das Israel bezeichnet. Und wenn die Verbindung vollzogen, dann sind sie nicht mehr Söhne Jakobs, sondern Söhne Israels, denn die Söhne Israels bezeichnen die geistigen Wahrheiten im Natürlichen. 5880. "Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten", 1. Mose 45/3, bedeutet, die Wahrheiten im Natürlichen waren noch nicht imstande sich auszusprechen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier die Brüder Josephs sind, insofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5877, und aus der Bedeutung von "nicht antworten können", insofern es ausdrückt, noch nicht imstande sein, sich auszusprechen, nämlich aus den Wahrheiten in Verbindung mit dem Inneren. Hiermit verhält es sich in folgender Weise: Wenn das Innere mit dem Äußeren oder das Gute mit dem Wahren verbunden wird, dann findet zuerst eine Mitteilung von seiten des Inneren an das Äußere statt, aber noch keine gegenseitige Mitteilung. Wenn diese (eintritt), dann ist die Verbindung (vollständig). Deswegen wird erst, nachdem Joseph geweint hatte am Halse Benjamins, und alle seine Brüder geküßt hatte, gesagt, daß dann seine Brüder mit ihm geredet hätten: Vers 15, wodurch bezeichnet wird, daß erst nach vollzogener Verbindung eine gegenseitige Mitteilung infolge der Aufnahme stattgefunden habe. 5881. "Weil sie bestürzt waren vor ihm", 1. Mose 45/3, bedeutet die große Bewegung unter ihnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von bestürzt werden, insofern es eine heftige Bewegung bezeichnet; die Bestürzung ist nichts anderes. Unter der großen Bewegung wird die neue Einrichtung und Ordnung der Wahrheiten im Natürlichen verstanden. Über diese Ordnung merke man Folgendes: In welche Ordnung die Kenntnisse und Wahrheiten im Gedächtnisse des Menschen gebracht sind, weiß der Mensch nicht, aber die Engel wissen es, wenn es dem Herrn wohlgefällt; denn es ist eine wunderbare Ordnung. Sie hängen bündelweise zusammen, und auch die Bündel selbst unter sich, und zwar gemäß der Verknüpfung der Dinge untereinander, die der Mensch aufgefaßt hat. Dieser innere Zusammenhang ist wunderbarer als nur irgendein Mensch glauben kann. Im anderen Leben stellen sich diese Verbindungen sichtbar dar, denn im Lichte des Himmels, das geistig ist, können solche Dinge sichtbar vor Augen gestellt werden, keineswegs aber im Lichte der Welt. Die Kenntnisse und Wahrheiten werden einzig und allein von den Grundneigungen des Menschen in solche bündelartige Formen gebracht: in höllische Formen von der Selbst- und Weltliebe, in himmlische Formen aber von der Liebe zum Nächsten und der Liebe zu Gott. Wenn daher der Mensch wiedergeboren wird und Verbindung stattfindet zwischen dem Guten des inneren Menschen und den Wahrheiten des äußeren, dann geraten die Wahrheiten in Bewegung, denn alsdann werden sie anders geordnet. Diese Bewegung ist es, die hier verstanden und dadurch bezeichnet wird, daß sie bestürzt wurden. Die Bewegung, die dann stattfindet, gibt sich kund durch eine aus dem Wechsel des ersten Zustandes entspringende Angst, nämlich zufolge der Beraubung der Lust, die in jenem Zustand war. Diese Bewegung gibt sich auch kund durch Angst über das vorhergegangene Leben, weil früher das innere Gute und das Innere selbst an die unterste Stelle verwiesen wurde. Über diese Angst wird im Folgenden gehandelt. 5882. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 45/4, bedeutet das Innewerden des neuen Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 5877, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, insofern sie die Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber auch Nr. 5877, hier das Natürliche, denn wer die Wahrheiten im Natürlichen (vorbildet), der stellt auch das Natürliche selbst dar; sowie Pharao, der, weil er die wissenschaftlichen Kenntnisse im allgemeinen als König von Ägypten (vorbildet), auch das Natürliche selbst im allgemeinen als Vorbild darstellt: Nr. 5160, 5799. Die Wahrheiten in demselben und das Natürliche oder der natürliche Mensch selbst wirken als Einheit zusammen, denn die Wahrheiten bilden den Inhalt und das Natürliche das Enthaltende. Deswegen wird im inneren Sinn bald das Enthaltende, bald der Inhalt bezeichnet, gemäß der Reihenfolge. Daß die Söhne Jakobs hier das neue Natürliche vorbilden, kommt daher, weil hier im inneren Sinn der Akt der Verbindung beschrieben wird, der sich überhaupt nach dem richtet, was in der allgemeinen Erklärung (gesagt worden), daß nämlich, wenn die Verbindung des Inneren mit dem Äußeren oder des Guten mit dem Wahren stattfindet, zuerst die Fähigkeit des Innewerdens gegeben wird, weil der Mensch angeregt wird vom Wahren und somit auch vom Guten, und dann eine große Bewegung empfunden wird. Hernach aber findet eine innerlichere Mitteilung durch Einfließen statt und so fort; daraus erhellt, daß das Natürliche, das die Söhne Jakobs hier darstellen, das neue Natürliche ist, denn der frühere Zustand desselben wurde verändert: Nr. 5881. 5883. "Tretet doch her zu mir", 1. Mose 45/4, bedeutet die innere Mitteilung. Dies erhellt aus der Bedeutung von herzutreten, insofern es bezeichnet, in nähere Gemeinschaft treten. Wenn es aber vom Äußeren in bezug auf das Innere gesagt wird, bezeichnet es eine mehr innerliche Mitteilung. Daß die Gemeinschaft mit dem Natürlichen oder äußeren Menschen eine innerliche und eine äußerliche ist, weiß der Mensch nicht, weil er sich keine Vorstellung gebildet hat von dem inneren Menschen und von dem Leben desselben, das von dem des äußeren Menschen unterschieden ist. Von dem Inneren hat der Mensch keine andere Vorstellung, als daß es inwendig sei, durchaus nicht unterschieden von dem Äußeren, während es doch so verschieden ist, daß das Innere vom Äußeren getrennt werden und dennoch sein Leben wie früher, nur reiner, fortführen kann, was auch tatsächlich geschieht, wenn der Mensch stirbt. Alsdann wird das Innere vom Äußeren getrennt, und das Innere, das nach der Trennung lebt, ist es, welches dann Geist genannt wird; es ist aber derselbe Mensch, der im Körper lebte, und er erscheint auch sich und anderen im anderen Leben wie ein Mensch in der Welt, mit der ganzen Gestalt desselben vom Haupte bis zur Ferse; und er ist auch mit denselben Fähigkeiten begabt, wie der Mensch in der Welt, nämlich (mit der Fähigkeit) zu fühlen, wenn er berührt wird, zu riechen, zu sehen, zu hören, zu reden, zu denken, und zwar so sehr, daß er, wenn er nicht daran denkt, daß er im anderen Leben ist, meint, er befinde sich in seinem Körper in der Welt, was ich auch mehrmals von den Geistern sagen hörte. Hieraus erhellt, was das Innere und das Äußere des Menschen ist. Wenn man sich hierdurch eine Vorstellung bildet, dann wird das, was vom inneren und äußeren Menschen so oft in den Erklärungen gesagt worden ist, viel deutlicher werden, wie auch das, was unter einer innerlichen Gemeinschaft (oder Mitteilung) zu verstehen ist, die hier durch die Worte: "Tretet doch her zu mir" bezeichnet wird. 5884. "Da traten sie heran", 1. Mose 45/4, bedeutet die Wirkung, nämlich daß eine innerliche Mitteilung zustande kam. Dies erhellt ohne Erklärung. 5885. "Und er sprach: Ich bin Joseph, euer Bruder", 1. Mose 45/4, bedeutet die Kundgebung (oder Offenbarung) durch das Einfließen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: Ich bin Joseph, euer Bruder, insofern es eine Kundgebung ist, wie Nr. 5878. Daß diese durch Einfließen stattfand, ergibt sich daraus, daß das Innere nicht anders auf das Äußere einwirkt, und jetzt noch mehr, da eine innere Mitteilung geschehen ist: Nr. 5883. Diese Kundgebung durch einfließen ist in Rücksicht auf das Gute die Wahrnehmung desselben vermittelst der Neigung zum Wahren, und ist zugleich Liebtätigkeit, aber in Rücksicht auf das Wahre ist sie die Anerkennung desselben und der Glaube. 5886. "Den ihr verkauft habt nach Ägypten", 1. Mose 45/4, bedeutet, daß sie das Innere entfremdet haben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, welcher der ist, den sie verkauften, insofern er das Innere bezeichnet, worüber Nr. 5805, 5826, 5827; aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es ein Entfremden bezeichnet, worüber Nr. 4752, 4758. Unter Ägypten wird hier das Unterste bezeichnet, wie unten Nr. 5889, denn etwas unter die wißtümlichen Kenntnisse rechnen, ohne (innere) Anerkennung heißt, es auf die Seite schaffen, somit zum Letzten oder Untersten (machen). So verhält es sich auch heutzutage mit dem Inneren des Menschen; dieses gehört zwar auch zu den Kenntnissen, weil man aus der Lehre weiß, daß es einen inneren Menschen gibt, aber es ist zum Untersten zurückgeworfen, weil man es nicht anerkennt und nicht glaubt, so daß es entfernt ist, zwar nicht aus dem Gedächtnisse, wohl aber aus dem Glauben. Daß verkaufen im inneren Sinn bedeutet, dasjenige entfernen, was Angehör des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, also auch das, was den Menschen der inneren Kirche bildet, kann daraus erhellen, daß in der geistigen Welt kein Kaufen und Verkaufen stattfindet wie auf Erden, sondern eine Aneignung des Guten und Wahren, die durch Kaufen, und eine Entfernung derselben, die durch Verkaufen bezeichnet wird. Durch das Verkaufen wird auch Mitteilung der Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, aus dem Grunde, weil durch Handel die Erwerbung und Mitteilung dieser Erkenntnisse bezeichnet wird: Nr. 2967, 4453, aber dann wird von einem Verkaufen gesprochen, das nicht durch Geld (geschieht). Daß verkaufen Entfernung bedeutet, erhellt auch aus folgenden Stellen im Worte: Jes.50/1: "So spricht Jehovah: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, daß Ich sie entlassen hätte? Oder wer ist es von Meinen Gläubigern, an den Ich euch verkauft hätte? Siehe, wegen eurer Sünden seid ihr verkauft, und wegen euren Übertretungen ist eure Mutter entlassen": Mutter (steht) für die Kirche; verkaufen für entfernen. Hes.7/12,13: "Es kommt die Zeit, es kommt der Tag heran; der Käufer freue sich nicht, und der Verkäufer traure nicht; denn (es kommt) der Zorn über ihre ganze Menge; denn der Verkäufer wird nicht wieder kommen zu dem verkauften Gute, wenn es auch unter den Lebenden noch das Leben derselben ist": vom Lande Israel, das die geistige Kirche bezeichnet. Verkäufer für denjenigen, der die Wahrheiten entfernt und Falsches untergeschoben hat. Joel 4/6-8 (oder 3/6-8): "Söhne Jehudahs und die Söhne Jerusalems habt ihr verkauft an die Söhne der Griechen, um sie weit zu entfernen von ihren Grenzen. Siehe, Ich will sie erwecken aus dem Orte, wohin ihr sie verkauft habt; und eure Söhne und eure Töchter verkaufen in die Hand der Söhne Jehudahs, die sie verkaufen werden den Sabäern, einem fernen Volke": von Tyrus und Zidon. Verkaufen bedeutet auch hier offenbar entfernen. 5. Mose 32/30: "Ihr Fels hat sie verkauft und Jehovah hat sie eingeschlossen": verkaufen (steht) offenbar für entfernen; ein Fels im höchsten Sinne ist der Herr in Beziehung auf das Wahre; im vorbildlichen (Sinne) ist es der Glaube; Jehovah ist der Herr in Ansehung des Guten. Weil kaufen im geistigen Sinne bedeutet, sich erwerben, und verkaufen entfernen, deshalb wird vom Herrn das Himmelreich verglichen mit einem Verkaufenden und Kaufenden, bei Matth.13/44-46: "Das Himmelreich ist gleich einem Schatze, der verborgen war in einem Acker, und den ein Mensch fand, und verbarg ihn und ging hin vor Freuden und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte jenen Acker. Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, hinging und alles, was er hatte, verkaufte und dieselbe kaufte": das Himmelreich bedeutet das Gute und Wahre beim Menschen, somit den Himmel in ihm. Acker bedeutet das Gute und Perlen das Wahre; kaufen bedeutet, sich jenes erwerben und aneignen; alles verkaufen, was er hat, bedeutet das Eigene, was er früher hatte, entfernen, also das Böse und das Falsche, denn diese sind das Eigene. Luk.18/22: "Jesus (sprach) zum vornehmen Jüngling: eines fehlt dir noch; verkaufe alles, was du hast, und verteile es unter die Armen, dann wirst du einen Schatz im Himmel haben, und dann komme und folge Mir nach": im inneren Sinn wird unter diesen Worten verstanden, daß er all sein Eigenes, das nichts als Böses und Falsches ist, entfernen solle, denn das ist "alles, was er hat", und daß er dann vom Herrn das Gute und Wahre empfangen werde, das der Schatz im Himmel ist; das gleiche bedeutet, was bei ebendemselben steht: Luk.12/33: "Verkaufet eure Habe und gebt Almosen, machet euch Säckel, die nicht veralten; einen Schatz, der nimmer abnimmt im Himmel": ein jeder sieht, daß hier ein anderer Sinn zugrunde liegt, denn seine Habe zu verkaufen, würde heutzutage heißen, sich zum Bettler machen, sich jeder Fähigkeit berauben, ferner tätige Liebe zu beweisen, abgesehen davon, daß man nicht umhin könnte, ein Verdienst darein zu setzen; wie es denn auch eine unumstößliche Wahrheit ist, daß ebenso viele Reiche als Arme im Himmel sind. Der andere Sinn, der auch darin liegt, ist der weiter oben bemerkte. Weil verkaufen bedeutet, die Dinge entfernen, die Angehör der Kirche sind, darum wurde 5. Mose 21/14 das Gesetz gegeben, daß: "wer sich eine Ehefrau aus den weiblichen Gefangenen genommen, dieselbe, wenn sie ihm nicht gefalle, entlassen dürfe, aber keineswegs um Geld verkaufen oder sich Gewinn durch sie verschaffen, darum, daß er sie betrübt hatte": Ehefrau aus weiblichen Gefangenen bedeutet, das fremde Wahre aus nicht echtem Stamme, das doch einigermaßen mit dem Guten der Kirche bei ihm verbunden werden kann. Jedoch, wenn es in mehrfacher Beziehung nicht zusammenstimmt, kann es entfernt, aber nicht ganz entfremdet werden, weil es einigermaßen verbunden war. Dies ist der geistige (Inhalt) dieses Gesetzes. Auch das folgende Gesetz gehört hierher: 5. Mose 24/7: "Wenn ein Mann gefunden wird, der eine Seele gestohlen hat von seinen Brüdern, von den Söhnen Israels, und ziehet Gewinn von ihr, und verkauft sie, so soll dieser Dieb sterben, damit du das Böse entfernest aus deiner Mitte": Diebe der Söhne Israels bedeutet diejenigen, die sich die Wahrheiten der Kirche erwerben, nicht zu dem Zweck, denselben gemäß zu leben und sie ebenso aus dem Herzen zu lehren, sondern nur um sich Vorteil dadurch zu machen. Daß ein solcher in Verdammnis kommt, wird dadurch bezeichnet, daß er getötet werden soll. 5887. "Nun aber betrübt euch nicht", 1. Mose 45/5, bedeutet die Angst des Herzens oder des Willens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schmerzes, insofern er auch Angst bezeichnet, und zwar des Herzens oder Willens, denn durch die sogleich folgenden Worte: "Es errege nicht Zorn in euren Augen", wird die Traurigkeit des Geistes oder des Verstandes bezeichnet. Des Herzens oder des Willens wird gesagt, und des Geistes oder des Verstandes, weil das Herz durch Entsprechung sich auf alles (bezieht), was Angehör des Willens ist; denn es bezieht sich auf das Himmlische oder das Gute der Liebe; und der Atem (spiritus), welcher Sache der Lungen ist, auf das, was Angehör des Verstandes ist, denn er bezieht sich auf das Geistige oder das Wahre des Glaubens, man sehe Nr. 3635, 3883-3896. 5888. "Und es errege nicht Zorn in euren Augen", 1. Mose 45/5, bedeutet die Traurigkeit des Geistes oder des Verstandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zornes, insofern er hier die Traurigkeit bezeichnet, weil es wie eine Wiederholung der gleichen Sache folgt nach den Worten: "Nun aber betrübet euch nicht", durch welche die Angst des Herzens oder Willens bezeichnet wird, denn wo im Worte eine anscheinende Wiederholung ist, da bezieht das eine sich auf das Willensgebiet, das andere auf das Verstandesgebiet, oder was das gleiche ist, das eine auf das Gute der Liebe, das andere auf das Wahre des Glaubens, und zwar wegen der himmlischen Ehe des Guten und Wahren, in den einzelnen Teilen des Wortes: Nr. 683, 793, 801, 2173, 2516, 2712, 5502; und aus der Bedeutung der Augen, insofern sie Einsicht bezeichnen, worüber Nr. 2701, 4403-4421, 4523-4534. 5889. "Daß ihr mich verkauft habt hierher", 1. Mose 45/5, bedeutet, sie hätten es entfernt bis zum Untersten. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5886 erklärt worden ist. 5890. "Denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt", 1. Mose 45/5, bedeutet, dadurch sei ihnen geistiges Leben zuteil geworden vermöge der göttlichen Vorsehung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Lebenserhaltung, insofern sie ein geistiges Leben bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "Gott hat mich vor euch hergesandt", insofern es bedeutet, vermöge der Vorsehung. Daß es vermöge der Vorsehung (geschah), kann aus den Träumen Josephs erhellen, durch die vorhergesagt wurde, daß seine Brüder sich vor ihm beugen würden, wie auch sein Vater; denn wenn dies nicht vorgesehen (d.h. bestimmt) gewesen wäre, so wäre es auch nicht vorausgesehen worden. Daß durch Lebenserhaltung und beleben ein geistiges Leben bezeichnet wird, oder das neue Leben durch die Wiedergeburt, kann schon daraus erhellen, daß das Geistige des Wortes nichts anderes bezeichnen kann. Es gibt ein natürliches Leben und es gibt ein geistiges Leben. Das natürliche Leben wird im Buchstabensinne des Wortes verstanden, das geistige aber im inneren Sinn. Und an vielen Stellen wird sogar im Buchstabensinn unter beleben und Leben das geistige Leben selbst verstanden, wie bei Hes.3/18: "Wenn Ich zum Gottlosen sage, du wirst des Todes sterben und du warnst ihn nicht und redest nicht mit ihm, um den Gottlosen abzubringen von seinem bösen Wege zu seiner Lebenserhaltung". Hes.13/19,22: "Ihr habt Mich entheiligt bei Meinem Volke für eine handvoll Gerste, und für einige Stücke Brot, so daß ihr tötet die Seelen, die nicht sterben sollen, und das Leben erhaltet den Seelen, die nicht leben sollen. Ihr stärket die Hand des Gottlosen, daß er nicht umkehret von seinen bösen Wegen, sein Leben zu erhalten". Hos.6/2: "Jehovah wird uns wieder beleben nach zwei Tagen, und am dritten Tage wird Er uns aufrichten, damit wir leben vor Ihm". Ps.27/13: "Wenn ich nicht glaubte, das Gute zu sehen im Lande des Lebens". Joh.Offenb.2/7: "Dem Überwinder will Ich zu essen geben vom Baume des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist". Joh.5/21: "Gleichwie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, die Er will". Joh.6/63: "Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch ist nichts nütze; die Worte, die Ich rede, sind Geist und sind Leben". An diesen Stellen bezeichnet "lebendig machen und Leben" offenbar das geistige Leben, welches das Leben im Himmel ist, das auch einfach Leben genannt wird, wie bei Matth.7/14: "Eng und schmal ist der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden"; und an einer anderen Stelle steht: "eingehen zum Leben" für in den Himmel: Matth.18/8,9; 19/17; Mark.9/43,45,47; Joh.5/24. 5891. Vers 6-8: Denn nun sind zwei Jahre des Hungers inmitten des Landes, und noch sind fünf Jahre, in denen kein Pflügen und Ernten sein wird. Und Gott hat mich vor euch hergesandt, um euch zu gründen (als) Überreste auf Erden, und euch das Leben zu erhalten zu einer großen Errettung. Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott, und Er hat mich gesetzt zum Vater Pharaos und zum Herrn seinem ganzen Hause, daß ich herrsche im ganzen Lande Ägypten. "Denn nun" bedeutet, daß es sich so verhalte; "sind zwei Jahre des Hungers inmitten des Landes" bedeutet den Zustand des Mangels an Gutem im natürlichen Gemüt; "und noch sind fünf Jahre" bedeutet die Dauer jenes Zustandes, bis die Überreste hervorleuchten; "in denen kein Pflügen und Ernten sein wird" bedeutet, daß inzwischen das Gute und das Wahre aus demselben nicht erscheinen werde; "und Gott hat mich vor euch hergesandt" bedeutet, daß aus göttlicher Barmherzigkeit gesorgt worden sei; "um euch zu gründen (als) Überreste auf Erden" bedeutet das Mittlere und Innerste der Kirche; "und euch das Leben zu erhalten" bedeutet das geistige Leben für die Wahrheiten im Natürlichen; "zu einer großen Errettung" bedeutet Befreiung von der Verdammnis; "und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt" bedeutet, daß sie ihn nicht zu den Kenntnissen, die Angehör des Natürlichen sind, gebracht haben; "sondern Gott" bedeutet, daß das Göttliche es getan habe; "und Er hat mich gesetzt zum Vater Pharaos" bedeutet, daß nun das Natürliche von ihm (abhänge); "und zum Herrn seinem ganzen Hause" bedeutet, daß von ihm das Ganze im Natürlichen geleitet werde; "daß ich herrsche im ganzen Lande Ägypten" bedeutet, daß er selbst die wißtümlichen Kenntnisse in demselben in Ordnung bringe. 5892. "Denn nun", 1. Mose 45/6, bedeutet, es verhalte sich so. Dies kann erhellen ohne Erklärung, denn es ist ein Ausdruck, der sich auf das Vorhergehende und Folgende bezieht. 5893. "Sind zwei Jahre des Hungers inmitten des Landes", 1. Mose 45/6, bedeutet den Zustand des Mangels an Gutem im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Jahre, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 487, 488, 493, 893; aus der Bedeutung des Hungers, insofern er den Mangel des Guten bezeichnet, denn Brot ist im geistigen Sinn das Gute der Liebe, und Speise ist das Gute des Wahren, daher bedeutet Hunger Mangel am Guten, und Durst Mangel am Wahren; und aus der Bedeutung von "inmitten des Landes", nämlich Ägyptens, insofern es das natürliche Gemüt ist, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Inmitten wird gesagt, weil die Mitte das Innerste bezeichnet: Nr. 1074, 2940, 2973, wo das Gute ist. Zwei Jahre bezeichnen den Zustand der Verbindung des Guten und Wahren, weil durch zwei eine Verbindung bezeichnet wird: Nr. 5194; hier, daß die Verbindung noch nicht bestehe, weil zwei Jahre des Hungers (waren). Damit verhält es sich auf folgende Weise: Im natürlichen Gemüte müssen Wahrheiten sein, damit das Gute wirken kann, und die Wahrheiten müssen durch die Neigung eingeführt sein, die der echten Liebe angehört. Alles, was im Gedächtnis des Menschen ist, wird durch irgendeine Liebe eingeführt und bleibt in derselben verbunden, so auch die Wahrheiten, die Angehör des Glaubens sind: wenn sie durch die Liebe zum Wahren eingeführt werden, bleiben diese Wahrheiten mit dieser Liebe verbunden. Wenn sie aber verbunden sind, dann verhält sich die Sache so: wenn die Neigung wieder hervorgerufen wird, gehen die Wahrheiten, die mit ihr verbunden sind, zugleich hervor, und wenn die Wahrheiten wieder hervorgerufen werden, geht die Neigung, mit der sie verbunden sind, zugleich hervor. Wenn daher der Mensch wiedergeboren wird, was im reiferen Alter geschieht, weil er früher nicht über die Glaubenswahrheiten aus eigenem Antrieb nachdenkt, wird er durch Engel vom Herrn regiert, dadurch, daß er in den Wahrheiten gehalten wird, die er sich als Wahrheiten eingeprägt hat, und durch sie in der Neigung, mit der sie verbunden sind. Und weil diese Neigung zum Wahren aus dem Guten stammt, wird er so stufenweise zum Guten geführt. Daß es sich so verhält, ist mir aus vieler Erfahrung gewiß; denn ich habe wahrgenommen, daß, wenn die bösen Geister Böses und Falsches einflößten, die Engel alsdann, vom Herrn aus, mich in den Wahrheiten hielten, die eingepflanzt waren und so vom Bösen und Falschen abhielten. Daraus wurde mir auch klar, daß die Glaubenswahrheiten, die eingewurzelt sind durch die Neigung zum Wahren, die Grundlage bilden, auf welche die Engel einwirken. Deswegen können diejenigen, die diese Grundlage nicht haben, nicht von den Engeln geführt werden, sondern lassen sich von der Hölle führen; denn das Einwirken der Engel kann dann nirgends haften, sondern fließt durch. Aber diese Grundlage kann man nicht erwerben, wenn die Glaubenswahrheiten nicht in Leben und Tat übergehen, und so dem Willen und durch diesen dem Leben eingepflanzt werden. Merkwürdig ist auch, daß die Einwirkung der Engel auf die Glaubenswahrheiten beim Menschen selten offenbar wird, so daß nämlich ein Nachdenken über jenes Wahre erregt würde, sondern es wird nur eine allgemeine Vorstellung solcher Dinge hervorgerufen, die mit jenem Wahren übereinstimmen und zugleich mit der Neigung, denn diese Wirkung geschieht durch einen unmerklichen Einfluß, der, wenn er sichtbar dargestellt wird, wie ein einfließendes Licht erscheint, welches Licht aus unzähligen Wahrheiten im Guten besteht, die beim Menschen nach einer gewissen Einheit streben und ihn sowohl im Wahren halten, als auch in der Liebe zu diesem Wahren. Auf diese Weise befreien die Engel das Gemüt des Menschen vom Falschen, und schützen ihn vor dem Bösen. Diese Dinge sind jedoch dem Menschen gänzlich unbekannt. 5894. "Und noch sind fünf Jahre", 1. Mose 45/6, bedeutet die Dauer jenes Zustandes, bis endlich die Überreste hervorleuchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf, insofern es die Überreste bezeichnet, worüber Nr. 5291; und aus der Bedeutung der Jahre, insofern sie Zustände bezeichnen: Nr. 5893; die Dauer wird dadurch bezeichnet, daß noch so viele Jahre sind; daraus erhellt, daß durch diese Worte die Dauer jenes Zustandes bezeichnet wird, bis die Überreste hervorleuchten. Die Überreste sind Wahres und Gutes, das im Inneren des Menschen vom Herrn verborgen wurde, man sehe Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 1050, 1738, 1906, 2284, 5135, 5342. Diese Überreste sind Anerkennungen und Neigungen zum Wahren, bevor das Gute sich kundgibt; mit dem Guten leuchten sie zugleich hervor. Inzwischen wird von ihnen soviel herausgenommen, als zum Gebrauch im Leben dienlich ist. Solcherart ist die Vorsehung des Herrn, und zwar fortwährend, obwohl der Mensch gar nichts davon weiß, ja auch nichts wissen will, denn er leugnet die Vorsehung im einzelnen, während sie doch im allereinzelnsten stattfindet vom ersten Lebenskeim des Menschen an bis zu seinem Ende, und hernach in Ewigkeit. Viele Fügungen der Vorsehung wirken in jedem Augenblick bei einem jeden Menschen zusammen, mehr als mit irgendeiner Zahl ausgedrückt werden kann. Dies weiß ich aus dem Himmel. 5895. "In denen kein Pflügen und Ernten sein wird", 1. Mose 45/6, bedeutet, es werde inzwischen das Gute und das Wahre daraus nicht erscheinen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Pflügens, insofern es die Vorbereitung durch das Gute zur Aufnahme der Wahrheiten bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Ernte, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet, denn die Ernte ist die Aussaat, die bereits gereift ist, wann sie eingesammelt wird. Daher bezeichnet die Ernte das Wahre aus dem Guten. Bevor dieses Wahre hervortritt, erscheinen zwar (einzelne) Wahrheiten, aber es sind Wahrheiten, durch die das Gute wirkt, nicht aber Wahrheiten aus dem Guten. Der Mensch, der aus dem Wahren handelt, lebt in den Wahrheiten, durch die das Gute wirkt; wer aber aus dem Guten handelt, lebt in den Wahrheiten, die aus dem Guten sind. Daß das Pflügen Gutes bezeichnet kommt daher, weil ein Feld, das gepflügt wird, die Kirche in Ansehung des Guten bezeichnet: Nr. 2971; also auch das Gute, das Angehör der Kirche ist: Nr. 3310, 3317, 4982; deshalb bezeichnet pflügen die Vorbereitung durch das Gute zur Aufnahme der Wahrheiten. Auch die Ochsen, mit denen gepflügt wird, bedeuten das Gute im Natürlichen: Nr. 2180, 2566, 2781. Weil dies die Bedeutung des Pflügens war, bestand in der vorbildlichen Kirche ein Verbot, "daß man nicht zugleich mit einem Ochsen und einem Esel pflügen solle": 5. Mose 22/10, was keineswegs verboten worden wäre ohne einen bestimmten Grund aus der inneren und somit aus der geistigen Welt, denn was wäre sonst Böses dabei, wenn jene Tiere zusammen pflügten, und was wäre bei einem solchen Gesetze im Worte (desselben) würdig? Die Ursache aus der inneren oder geistigen Welt ist die, daß pflügen mit einem Ochsen das Gute im Natürlichen bezeichnet, und pflügen mit einem Esel das Wahre daselbst. Daß der Esel das wißtümlich Wahre bezeichnet, also das Wahre im Natürlichen sehe man Nr. 4492, 5741. Die innere oder geistige Ursache dieses Gebotes war, daß die Engel keine getrennte Vorstellung des Guten und Wahren haben konnten, sie müssen verbunden sein und eines ausmachen, deswegen wollten sie kein solches Pflügen von einem Ochsen und einem Esel sehen. Die himmlischen Engel wollen nicht einmal über das vom Guten getrennte Wahre denken, denn alles Wahre ist bei ihnen im Guten, also ist ihnen das Wahre auch das Gute. Aus derselben Ursache war auch verboten, "ein aus Wolle und Leinen zusammengewirktes Kleid zu tragen": 5. Mose 22/11; denn Wolle bezeichnete das Gute und Leinen das Wahre. Daß pflügen und auch eggen, säen, ernten solche Dinge bedeutet, die Sache des Guten und des Wahren daraus sind, erhellt bei Hos.10/11,12: "Ich will Ephraim einen Reiter geben; Jehudah soll pflügen, Jakob mit ihm eggen, säet euch nach Gerechtigkeit, erntet nach Frömmigkeit, erneuert euch den Brachacker; denn es ist Zeit, Jehovah zu suchen, bis daß Er komme und Gerechtigkeit lehre": reiten wird von Ephraim gesagt, weil reiten bedeutet, Verständnis haben, und Ephraim das Verständnis der Kirche bezeichnet; pflügen wird hingegen von Jehudah gesagt, weil Jehudah das Gute der Kirche vorbildet. Amos 6/12: "Wird man wohl auf Felsen rennen mit Pferden, oder pflügen mit Stieren? Denn ihr habt das Recht in Galle verkehrt, und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut": wird man wohl auf dem Felsen mit Pferden rennen, bedeutet, ob man wohl das Wahre des Glaubens verstehen werde, denn Fels ist im geistigen Sinn der Glaube, siehe Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22; und Pferde bezeichnen das, was Angehör des Verständnisses ist: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321. Pflügt man wohl mit Ochsen? bedeutet, ob man wohl das Gute tun werde. Daß Ochsen das Gute im Natürlichen bezeichnen, sehe man Nr. 2180, 2566, 2781; daß es nicht geschehen könne, wird bezeichnet durch die folgenden Worte: denn ihr habt das Recht in Galle verkehrt und die Frucht der Gerechtigkeit in Wermut. Luk.9/62: "Jesus sprach: niemand, der seine Hand an den Pflug legt und rückwärts blickt, ist geschickt zum Reiche Gottes": diese Worte bedeuten dasselbe, wie das, was der Herr bei Matth.24/17,18 sagt: "Wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen": der Sinn dieser Worte ist: wer im Guten ist, soll sich nicht zu dem wenden, was Sache der Glaubenslehren ist; man sehe Nr. 3652, wo dies erklärt worden ist. Der die Hand an den Pflug legt, ist also der, welcher im Guten ist, aber wer zurückblickt, ist der, welcher alsdann die Glaubenslehren ins Auge faßt und dabei das Gute vernachlässigt. Weil es sich so verhält, mißfiel es dem Elias, daß Elisa, der auf dem Felde pflügte, als er ihn rief, verlangte, er wolle zuvor seinen Vater und seine Mutter küssen, denn Elias sprach: "Geh, kehre wieder", denn was habe ich an dir getan?": 1.Kön.19/20. Im entgegengesetzten Sinn bedeutet pflügen das Böse, welches das Gute zerstört, also Verwüstung, wie bei Jerem.26/18; Micha 3/12: "Zion soll wie ein Feld gepflügt, und Jerusalem zu Schutthaufen werden, und der Tempelberg zu Waldhügeln". 5896. "Und Gott hat mich vor euch hergesandt", 1. Mose 45/7, bedeutet, aus göttlicher Barmherzigkeit sei gesorgt worden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott hat mich vor euch hergesandt", insofern es die göttliche Vorsehung bezeichnet, wie Nr. 5890. 5897. "Um euch zu gründen als Überreste auf Erden", 1. Mose 45/7, bedeutet das Mittlere und Innerste der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Überreste, insofern sie das mit den Wahrheiten verbundene Gute bezeichnen, das vom Herrn im Inneren des Menschen verborgen wurde, worüber Nr. 468, 530, 560, 561, 660, 1050, 1906, 2284, 5135, 5342; hier das Mittlere und Innerste der Kirche. Das Mittlere und Innerste wird gesagt, weil das, was das Innerste bei dem Menschen ist, im Natürlichen, wo das Innerste und das Inwendigere beisammen sind, die Mitte einnimmt. Im allgemeinen befindet sich das, was in den aufeinanderfolgenden Bildungen das Innerste ist, in der Mitte oder im Zentrum dessen, was aus jenen (Bildungen) zusammen hervorging, wie dies im Natürlichen der Fall ist. Auf solche Weise ordnet sich das Inwendigste in dem Auswendigen. "Um euch zu gründen Überreste auf Erden", schließt in sich, daß bei den Söhnen Jakobs das Innerste der Kirche sein soll, nicht als ob sie im Innersten seien, sondern weil das Vorbild der Kirche in seiner ganzen Form bei ihnen eingerichtet werden sollte, und das Wort bei ihnen war. Diese Verhältnisse werden durch Überreste in bezug auf die Kirche, abgesehen vom Volke, bezeichnet. Überreste wie auch Überbleibsel werden an vielen Stellen im Wort erwähnt, aber durch jene und diese werden nach dem Buchstabensinn nur die Überreste und Überbleibsel des Volkes oder der Völkerschaft verstanden, aber daß sie im geistigen Sinn Gutes und Wahres bezeichnen, das vom Herrn im inneren Menschen aufbewahrt ist, war bisher gänzlich unbekannt. So ist es z.B. in folgenden Stellen: Jes.4/2,3: "An jenem Tage wird der Zweig Jehovahs in Ehre und Herrlichkeit erscheinen, und die Frucht des Landes zur Pracht und Zierde für die Geretteten Israels, und es wird geschehen, der Zurückgelassene in Zion und der Übriggebliebene in Jerusalem wird heilig genannt werden, ein jeder, der eingeschrieben ist zum Leben in Jerusalem": der Zurückgelassene in Zion und der Übriggebliebene in Jerusalem waren niemals geheiligt, und ebensowenig als die übrigen eingeschrieben zum Leben, woraus hervorgeht, daß unter den Zurückgelassenen und Übriggebliebenen das verstanden wird, was wirklich heilig ist und eingeschrieben zum Leben; das ist das mit den Wahrheiten verbundene Gute, das vom Herrn im inneren Menschen aufbewahrt ist. Jes.10/20,21: "An jenem Tage werden die Überreste Israels und die Geretteten vom Hause Jakob sich nicht mehr verlassen auf ihren Verderber, sondern sie werden sich verlassen auf Jehovah, den Heiligen Israels in Wahrheit. Die Überreste werden zurückkehren, die Überreste Jakobs zum mächtigen Gott": daß die Überreste (hier) nicht Überreste irgendeines Volkes oder einer Völkerschaft bezeichnen, kann daraus erhellen, daß im Worte, besonders im prophetischen, unter Israel nicht Israel, und unter Jakob nicht Jakob verstanden wird, sondern durch beide die Kirche und was Sache der Kirche ist; und deshalb werden unter Überreste nicht die Überreste Israels und Jakobs, sondern das Wahre und Gute verstanden, was der Kirche angehört. Ja nicht einmal, wenn die Überreste eines Volkes oder die Übriggebliebenen einer Völkerschaft genannt werden, bezeichnen sie die (wirklichen) Überreste irgendeines Volkes oder die Überbleibsel irgendeiner Völkerschaft, weil unter Volk im inneren Sinn Wahrheiten bezeichnet werden: Nr. 1258, 1260, 3295, 3581; und unter Völkerschaft das Gute: Nr. 1259, 1260, 1416. Daß durch Überreste Wahres und Gutes bezeichnet wird, war unbekannt und erscheint befremdend. Dies kommt daher, weil der Buchstabensinn, besonders wo er historisch ist, von einem solchen Gedanken abzieht und stark zurückhält. Jes.11/16: "Dann wird ein Pfad sein für die Überreste des Volkes, die überbleiben werden von Aschur, wie es Israel war, als es durch das Meer ging, als es heraufkam aus dem Lande Ägypten": hier bezeichnen ebenfalls die Übrigbleibenden von Aschur diejenigen, die nicht durch verkehrte Vernünfteleien verlorengingen; daß Aschur solches bezeichnet, sehe man Nr. 1186. Jes.28/5: "An jenem Tage wird Jehovah Zebaoth eine herrliche Krone und eine prächtige Zierde des Hauptes sein für die Überreste seines Volkes". Jes.37/31,32: "Die übergebliebenen Erretteten des Hauses Jehudah werden Wurzel treiben nach unten, und nach oben Frucht tragen; denn von Jerusalem werden ausgehen die Überreste und die Erretteten von dem Berge Zions". Jes.7/22: "Butter und Honig wird ein jeder essen, der übriggeblieben inmitten des Landes". Jerem.23/3: "Ich werde sammeln die Überreste Meiner Herde aus allen Landen, wohin Ich sie zerstreut habe, und Ich werde sie zurückführen zu ihrer Hürde, daß sie fruchtbar werden und sich vermehren". Jerem.31/2: "Es hat Gnade gefunden in der Wüste das Volk der vom Schwerte Übriggebliebenen; Ich gehe hin, um ihm Ruhe zu geben, dem Israel": das Volk der vom Schwert Übriggebliebenen in der Wüste waren diejenigen, die Kinder genannt wurden, und die, mit Zurücklassung der Toten, eingeführt wurden in das Land Kanaan. Diese Kinder waren die Übriggebliebenen, und durch sie wird das Gute der Unschuld bezeichnet, und durch die Einführung in das Land Kanaan wurde das Einlassen in das Reich des Herrn vorgebildet. Hes.6/8,9: "Ich will (einige) übrigbleiben lassen, indem die vom Schwert Entronnenen von euch unter den Völkern sein werden, wenn ihr zerstreut sein werdet auf Erden, dann werden eure Entronnenen Meiner gedenken, unter den Völkern, wo sie gefangen sein werden": daß das Gute und Wahre, das vom Herrn im Inwendigen des Menschen aufbewahrt ist, vorgebildet wurde durch Überbleibsel und Überreste bei den Völkern, wohin sie zerstreut und wo sie als Gefangene waren, kommt daher, weil der Mensch beständig zwischen Bösem und Falschem ist, und von diesen (gleichsam) in Gefangenschaft gehalten wird. Böses und Falsches ist es, was durch Völker (oder Heiden) bezeichnet wird. Wenn der äußere Mensch von dem inneren getrennt ist, so lebt er ganz und gar darinnen, wenn mithin der Herr das Gute und Wahre nicht sammelte, das hie und da im Verlaufe des Lebens dem Menschen eingeflößt wird, könnte der Mensch gar nicht selig werden, denn ohne die Überreste gibt es kein Heil. Joel 3/5 (oder 2/32): "Es soll geschehen, ein jeder, der den Namen Jehovahs anrufen wird, soll errettet werden; denn auf dem Berge Zion und in Jerusalem wird eine Errettung sein, wie Jehovah gesprochen hat, und unter den Übergebliebenen, die Jehovah rufen wird". Micha 5/7: "Es werden sein die Überreste Jakobs unter den Völkerschaften (oder Heiden), inmitten vieler Völker, wie der Löwe unter den Tieren des Waldes". Zeph.3/13: "Die Überreste Israels werden keinen Frevel begehen, und keine Lüge reden, noch wird in ihrem Munde eine trügerische Zunge gefunden werden; sie werden weiden und ruhen, und niemand wird sie erschrecken": es werden hier die Überreste in bezug auf ihre Beschaffenheit beschrieben. Daß aber diese Beschaffenheit niemals in dem Israel genannten Volke vorhanden gewesen, ist bekannt. Hieraus geht auch hervor, daß durch Überreste etwas anderes verstanden wird, und zwar offenbar das Gute und Wahre, denn diese sind es, die keinen Frevel begehen, keine Lügen reden, und in deren Munde keine trügerische Zunge gefunden wird. Sach.8/5,6,11,12: "Die Straßen der Stadt sollen angefüllt werden von Knaben und Mädchen, die spielen auf ihren Straßen, und es wird wunderbar sein in den Augen der Überreste Meines Volkes; aber nicht so, wie in den früheren Tagen, will Ich sein gegen die Überreste dieses Volkes; denn ein Same des Friedens werden sie sein; der Weinstock wird seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und die Himmel sollen ihren Tau geben. Alles dieses will Ich den Überresten dieses Volkes zum Erbe geben": hier werden die Überreste ein Same des Friedens genannt; das sind aber diejenigen, die in den Wahrheiten des Guten sind, und deren Fruchtbarkeit dadurch beschrieben wird, daß der Weinstock seine Frucht, das Land sein Gewächs und die Himmel ihren Tau geben sollen. Die Überreste, im geistigen Sinn verstanden, werden durch das Böse des Lebens und die Beredungen des Falschen so sehr eingeschlossen, daß sie nicht mehr erscheinen, und durch die Verleugnung des Wahren, das zuvor anerkannt wurde, und besonders, wenn beides aus innerer Neigung geschieht, werden sie verzehrt; denn dann findet ein Vermischen des Wahren und Falschen statt, welches Entweihung genannt wird. Hierüber wird im Worte Folgendes gesagt: Jes.6/12,13: "Jehovah wird entfernen den Menschen, und die Wüste wird zunehmen inmitten des Landes, kaum der zehnte Teil wird noch übrig sein, und doch wird er ausgerottet werden": daß zehn die Überreste bezeichnet, sehe man Nr. 576, 1906, 2284. Jes.14/30: "Ich will töten deine Wurzel, und deine Überreste wird (der Feind) umbringen": (hier) von den Philistern, die diejenigen bezeichnen, die im Besitz der Erkenntnisse sind, aber nicht danach leben: Nr. 1197, 1198, 3412, 3413. Die Übriggebliebenen werden eine Wurzel genannt, weil aus ihnen, wie aus einer Wurzel, Gutes und Wahres hervorkeimt, welches macht, daß der Mensch zum Menschen wird. Den Menschen entfernen, wie es in der obigen Stelle bei Jesaja heißt, bedeutet daher, die Überreste verlieren. Jerem.11/23: "Die Jünglinge werden durch das Schwert sterben, ihre Söhne und ihre Töchter werden vor Hunger sterben, und Überreste werden sie nicht haben": von den Männern zu Anathoth. Jerem.44/12,14,28: "Ich will wegnehmen die Überreste Jehudahs, die ihr Angesicht gerichtet haben in das Land Ägypten zu kommen, um daselbst zu wohnen, auf daß alle verzehrt werden; und es wird kein Erretter sein und kein Übriggebliebener von den Überresten Jehudahs, die gekommen sind, um im Lande Ägypten zu wohnen": daß sie vom Stamme Jehudah nicht nach Ägypten ziehen, und nicht daselbst wohnen sollten, und daß dies ihnen so strenge verboten war, geschah deshalb, weil der Stamm Jehudah die himmlische Kirche des Herrn vorbildete und die Himmlischen gar nichts von den wißtümlichen Kenntnissen wissen wollen, die durch Ägypten bezeichnet werden; denn sie wissen alles aus dem himmlischen Guten, in dem sie sind und das zugrunde gehen würde, wenn sie sich zu den Kenntnissen hinwendeten. Vielmehr wollen die vom himmlischen Reiche des Herrn, weil sie im himmlisch Guten sind, und das himmlische Wahre die Liebtätigkeit, das geistig Wahre aber der Glaube ist, nicht einmal den Ausdruck Glauben gebrauchen, um nicht aus dem Guten herabzusinken und rückwärts zu blicken; man sehe Nr. 202, 337, 2715, 3246, 4448; dies ist es auch, was unter (den Worten) verstanden wird: "Wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen": Matth.24/17,18, man sehe Nr. 5895. Ferner durch die Worte: "Gedenket an das Weib Lots": Luk.17/32, die zurückschaute und zur Salzsäule wurde. Über zurücksehen und sich rückwärts wenden, sehe man Nr. 2454, 3652. Durch die Völker, die so vertilgt (oder verbannt) wurden, daß nicht einmal Überreste übriggelassen wurden, wird vorgebildet, daß die Ungerechtigkeit bei ihnen so vollendet war, daß nichts Gutes und Wahres übrig blieb, somit keine Überreste, z.B. bei 4. Mose 21/35; 5. Mose 3/3: "Sie haben Og, den König Baschans getötet und alle seine Söhne und sein ganzes Volk, so daß sie keine Überreste übrigließen". 5. Mose 2/34: "Sie nahmen alle Städte Sichons ein und verbannten sie, Männer und Weiber und Kinder, nichts ließen sie übrig". So auch anderwärts, wo man liest, daß sie dem Untergang geweiht wurden. Mit den Überresten oder dem Guten und Wahren, das vom Herrn im Inneren des Menschen verborgen ist, verhält es sich in folgender Weise: Wenn der Mensch im Guten und Wahren aus Neigung ist, also aus Freiheit, dann wird (ihm) Gutes und Wahres eingepflanzt, und wenn dies geschehen, dann treten die Engel aus dem Himmel näher heran und verbinden sich mit dem Menschen. Diese Verbindung ist es, die macht, daß das Gute mit dem Wahren im Inneren des Menschen vorhanden ist. Hingegen wenn der Mensch im Äußeren ist, nämlich im Weltlichen und Körperlichen, dann werden die Engel entfernt, und nach deren Entfernung zeigt sich ihnen gar nichts von dem Guten und Wahren. Gleichwohl aber, weil einmal Verbindung stattgehabt hat, verbleibt dem Menschen die Fähigkeit zur Verbindung mit den Engeln, also mit dem Guten und Wahren, das diese besitzen. Diese Verbindung geschieht jedoch nicht öfter und nicht mehr, als es dem Herrn wohlgefällt, Der diese Dinge ordnet gemäß dem ganzen Lebensbedürfnis des Menschen. 5898. "Und euch das Leben zu erhalten", 1. Mose 45/7, bedeutet das daraus (stammende) geistige Leben für die Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Leben erhalten", insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890. Weil das ganze geistige Leben aus den Überresten ist, daher wird gesagt das geistige Leben daraus; und weil es daraus stammt, so wird auch nach dem, was von den Überresten gesagt wird, hinzugefügt: "Euch das Leben zu erhalten", nämlich den Wahrheiten im Natürlichen, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. 5899. "Zu einer großen Errettung", 1. Mose 45/7, bedeutet die Befreiung von der Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung der Errettung, insofern sie Befreiung von Verdammnis ist, welche Befreiung durch die Überreste geschieht, d.h. durch das vom Herrn bei dem Menschen verborgene Gute und Wahre. Diejenigen, die dieses Wahre und Gute aufnehmen, d.h. diejenigen, die zugeben, daß es ihrem Inneren eingepflanzt wird, entgehen der Verdammnis und sind unter den Überbleibenden. Daher kommt es, daß öfters im Worte ein Entrinnen (oder Errettung) erwähnt wird, wo von Übriggebliebenen und Überresten (die Rede ist), wie hier von Joseph, so auch anderwärts, wie bei Jes.4/2,3: "An jenem Tage wird die Frucht des Landes zur Ehre und Zierde sein für die Entronnenen aus Israel, und es wird geschehen, der Zurückgelassene in Zion und der Übriggebliebene in Jerusalem wird heilig heißen". Jes.10/20-22: "An jenem Tage werden die Überreste Israels und die Entronnenen des Hauses Jakobs sich nicht mehr verlassen auf ihren Verderber". Jes.37/31,32: "Die übriggebliebenen Entronnenen des Hauses Jehudah werden fernehin Wurzel schlagen nach unten und Frucht tragen nach oben; denn von Jerusalem werden die Überreste ausgehen und die Entronnenen von dem Berge Zion". Hes.6/8,9: "Ich will etliche überbleiben lassen, indem ihr dem Schwert Entronnene haben sollt unter den Völkern, wenn ihr zerstreut sein werdet auf Erden; dann werden eure Erretteten Meiner gedenken". Joel 3/5 (oder 2/32): "Es wird geschehen, jeder, der den Namen Jehovahs anruft, wird entrinnen; weil auf dem Berge Zion und in Jerusalem sein wird ein Entrinnen, sowie Jehovah gesagt hat, und unter den Übriggebliebenen, die Jehovah rufen wird". Jerem.44/12,14: "Es wird kein Entrinnender sein, noch ein Übriggebliebener von den Überresten Jehudahs". Aus diesen Stellen erhellt, was entrinnen bedeutet; daß nämlich die Entrinnenden diejenigen sind, die Überreste haben, und daß entrinnen bedeutet, von der Verdammnis befreit werden. 5900. "Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt", 1. Mose 45/8, bedeutet, daß sie ihn nicht zu den Kenntnissen, die Angehör des Natürlichen sind, gebracht haben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ägypten, das der Ort ist, wohin er geschickt wurde, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700. Daß "nicht ihr habt mich gesandt" bedeutet, sie hätten ihn nicht dahin gebracht, ist an sich klar. 5901. "Sondern Gott", 1. Mose 45/8, bedeutet, das Göttliche habe dies bewirkt. Dies erhellt ohne Erklärung. Wie es sich damit verhält, ist erklärt worden, wo von Joseph (gesagt wurde), daß er nach Ägypten verkauft worden und daselbst zuerst in dem Hause Potiphars Diener gewesen sei, weil er nämlich im höchsten Sinn den Herrn vorbildete, und im engeren Sinn diejenigen, die vom Herrn wiedergeboren werden, so sind die wißtümlichen Kenntnisse das erste, was zu erlernen ist; denn sie sind es, aus denen die Wahrheiten erschlossen werden, und in denen hernach die Wahrheiten ihren Ausgangspunkt haben. Späterhin findet ein weiterer Fortschritt gegen das Innere hin statt. Diese Dinge sind es, die Joseph vorbildete; und weil dem so ist, so war es das Göttliche, das ihn dahin schickte. 5902. "Und Er hat mich gesetzt zum Vater Pharaos", 1. Mose 45/8, bedeutet, daß nun das Natürliche von ihm (abhänge). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen bezeichnet, worüber Nr. 5160, 5799; daß es von ihm abhänge wird dadurch bezeichnet, daß er ihm zum Vater gesetzt sei, denn vom Vater hängen die Söhne ab. Durch Vater wird im eigentlichen Sinn das Gute bezeichnet: Nr. 2803, 3703, 3704, 5581; und weil vom Guten alles, sowohl im inneren als im äußeren Menschen abhängt, so wird dadurch, daß Gott ihn zum Vater Pharaos gesetzt habe, bezeichnet, daß von ihm, als vom Guten, das Natürliche abhängig sei; denn Joseph bildet das innere Himmlische vor oder das innere Gute: Nr. 5805, 5826, 5827, 5869, 5877. Dieses aber ordnet alles durch sein Einfließen im Natürlichen, und bewirkt endlich, daß das Natürliche von ihm abhängig ist. 5903. "Und zum Herrn seinem ganzen Hause", 1. Mose 45/8, bedeutet, daß von ihm das Ganze im Natürlichen (geleitet werde). Dies erhellt aus der Bedeutung des ganzen Hauses Pharaos, insofern es das Ganze im Natürlichen bezeichnet. Daß von ihm das ganze in demselben (geleitet werde), wird dadurch bezeichnet, daß er zum Herrn über dasselbe gesetzt wurde. Auch wird das Gute im Worte durch Herr bezeichnet. 5904. "Daß ich herrsche im ganzen Lande Ägypten", 1. Mose 45/8, bedeutet, daß er selbst die wißtümlichen Kenntnisse in demselben in Ordnung bringe. Dies erhellt aus der Bedeutung von herrschen, insofern es heißt in Ordnung bringen, und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, somit alle Kenntnisse, denn diese sind Angehör jenes Gemütes. Die Kenntnisse sind es, die das Verständige jenes Gemütes bilden, das Gute aber, das vom Inneren einfließt und die Kenntnisse in Ordnung bringt, ist es, das in demselben gleichsam das Willensgebiet ausmacht. 5905. Vers 9-13: Eilet und geht hinauf zu meinem Vater und saget zu ihm: Also spricht dein Sohn Joseph: Gott hat mich gesetzt zum Herrn über ganz Ägypten; komme zu mir herab, säume nicht. Und du sollst wohnen im Lande Gosen, und sollst nahe bei mir sein, du und deine Söhne und die Söhne deiner Söhne, und deine Herden (Schafe) und deine Rinder, und alles, was dein ist. Und ich will dich daselbst versorgen; denn es sind noch fünf Jahre des Hungers, auf daß du nicht umkommst, du und dein Haus, und alles, was dein ist. Und siehe, eure Augen sehen es, und die Augen meines Bruders Benjamin, daß es mein Mund ist, der mit euch redet. Und ihr sollt meinem Vater kundtun alle meine Herrlichkeit in Ägypten, und alles, was ihr gesehen habt, und ihr sollt eilen, und meinen Vater hierher bringen. "Eilet und geht hinauf zu meinem Vater" bedeutet zum geistig Guten; "und saget zu ihm: Also spricht dein Sohn Joseph" bedeutet sein Innewerden über das innere Himmlische; "Gott hat mich gesetzt zum Herrn über ganz Ägypten" bedeutet, daß er alles und jedes im Natürlichen in Ordnung bringe; "komme zu mir herab, säume nicht" bedeutet die gewisse Verbindung; "und du sollst wohnen im Lande Gosen" bedeutet das Mittlere im Natürlichen; "und sollst nahe bei mir sein" bedeutet die fortwährende Verbindung; "du und deine Söhne und die Söhne deiner Söhne" bedeutet das geistig Gute und alles, was von diesem und aus dessen Wirkung sich entwickelt; "und deine Herden (Schafe) und deine Rinder" bedeutet das innere und äußere natürlich Gute; "und alles, was dein ist" bedeutet alles, was von ihm abhänge; "und ich will dich daselbst versorgen" bedeutet den fortwährenden Einfluß des geistigen Lebens vom inneren Himmlischen; "denn es sind noch fünf Jahre des Hungers" bedeutet die Dauer des Mangels an Gutem; "auf daß du nicht umkommst" bedeutet damit es nicht zugrunde gehe; "du und dein Haus, und alles, was dein ist" bedeutet das geistig Gute und alles, was demselben angehört; "und siehe, eure Augen sehen es" bedeutet das Zeugnis aus dem Innewerden; "und die Augen meines Bruders Benjamin" bedeutet aus dem Innewerden des Mittleren; "daß es mein Mund ist, der mit euch redet" bedeutet die Kundgebung (oder Offenbarung); "und ihr sollt meinem Vater kundtun alle meine Herrlichkeit in Ägypten" bedeutet die Gemeinschaft des geistigen Himmels im Natürlichen mit dem geistig Guten; "und alles, was ihr gesehen habt" bedeutet alles, was in demselben bemerkt und empfunden wurde; "und ihr sollt eilen, und meinen Vater hierher bringen" bedeutet die enge Verbindung. 5906. "Eilet und gehet hinauf zu meinem Vater", 1. Mose 45/9, bedeutet zum geistig Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Daß das geistig Gute der Vater des himmlischen Inneren ist, während doch das geistig Gute, weil aus dem Natürlichen, beziehungsweise das Äußere ist, kommt daher, weil der Mensch, bevor der innere Mensch da ist, ein äußerer sein muß; denn das Fortschreiten geschieht in der Ordnung von den äußeren Dingen zu den inwendigeren hin, z.B. vom bloßen Wissen zum Verständnis; denn das Äußere dient dann immer dem Inneren zur Grundlage. Wegen dieses Fortschreitens oder wegen dieser Geburt sagt man, das Äußere sei der Vater des Inneren, folglich das geistig Gute aus dem Natürlichen, das Israel bezeichnet, sei der Vater des inneren Himmlischen, das Joseph (vorbildet). HG 5907 5907. "Und saget zu ihm: Also spricht dein Sohn Joseph", 1. Mose 45/9, bedeutet sein Innewerden über das himmlische Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wie schon oft bemerkt wurde; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 5869, 5877. Daß ein Innewerden des geistig Guten, das Israel ist, über das himmlische Innere, das Joseph ist, bezeichnet wird, kommt daher, weil er sagte "dein Sohn". Joseph ist im inneren Sinn das Innewerden des Einfließens vom inneren Himmlischen in das geistig Gute. 5908. "Gott hat mich gesetzt zum Herrn über ganz Ägypten", 1. Mose 45/9, bedeutet, daß Er alles und jedes im Natürlichen in Ordnung bringe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Herrn gesetzt sein", insofern es ein Anordnen bezeichnet, wie Nr. 5903, 5904; und aus der Bedeutung von "ganz Ägypten", insofern es die wißtümlichen Kenntnisse im Natürlichen bezeichnet, somit alle im ganzen und einzelnen; denn aus den Kenntnissen bildet sich das Natürliche. Daß Ägypten das Wißtümliche bezeichnet, ist im Vorhergehenden schon mehrmals gezeigt worden. 5909. "Komme zu mir herab, säume nicht", 1. Mose 45/9, bedeutet die gewisse Verbindung. Dies erhellt aus der Bezeichnung von herabkommen oder zu mir kommen, insofern es eine Verbindung bezeichnet; und aus der Bedeutung von "säume nicht", insofern es das Gewisse ausdrückt. 5910. "Und du sollst wohnen im Lande Gosen", 1. Mose 45/10, bedeutet das Mittlere im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es leben heißt, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451; ferner aus der Bedeutung des Landes Gosen, insofern es das Mittlere oder Innerste ist. Weil dieses Land in Ägypten liegt und durch Ägypten das Wißtümliche im Natürlichen bezeichnet wird, so bezeichnet es das Mittlere oder Innerste im Natürlichen, denn das Land Gosen war die beste Gegend in Ägypten, und was das Beste ist, das befindet sich im Natürlichen, wo das Wißtümliche ist, in der Mitte oder im Zentrum. Das Gute selbst ist in demselben wie eine Sonne, und verleiht von hier aus den Wahrheiten, die an den Seiten sind, ihr Licht. 5911. "Und du sollst nahe bei mir sein", 1. Mose 45/10, bedeutet die fortwährende Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von nahe sein, insofern es eine fortwährende Verbindung bezeichnet; denn durch das Kommen zu Joseph wird eine Verbindung ausgedrückt: Nr. 5909; daher bedeutet "ihm nahe sein", und somit "beständig bei ihm sein", eine fortwährende Verbindung. 5912. "Du und deine Söhne und die Söhne deiner Söhne", 1. Mose 45/10, bedeutet das geistig Gute und alles, was aus diesem stammt und sich weiter daraus entwickelt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier unter "du" gemeint ist, insofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 5906; aus der Bedeutung seiner Söhne, insofern sie das bezeichnen, was von ihm stammt, nämlich die Wahrheiten im Natürlichen, die durch seine Söhne vorgebildet werden, und aus der Bedeutung der Söhne seiner Söhne, insofern es diejenigen sind, die von diesen stammen, nämlich die neu entstandenen und abgeleiteten Wahrheiten. Wenn das Gute an erster Stelle ist und die Herrschaft hat, dann bringt es beständig Wahrheiten hervor; es vermehrt sie rings um sich und auch um ein jedes einzelne Wahre, und macht es gleichsam zu einem kleinen Stern, in dessen Mitte ein Lichtglanz ist. Und das Gute vermehrt nicht nur die Wahrheiten um sich her, sondern bringt auch allmählich aus den Wahrheiten neue Wahrheiten hervor, welche die Söhne der Söhne oder die Enkel sind, usf. Joseph lädt seine Brüder auf keine andere Weise zu sich ein, als durch den Vater, indem er sagt, daß derselbe mit seinen Söhnen und den Söhnen seiner Söhne kommen solle. Der Grund ist, weil eine Verbindung des inneren Himmlischen mit den Wahrheiten im Natürlichen nicht anders möglich ist als durch das Mittlere (des geistigen Gebiets). 5913. "Und deine Herden (Schafe) und deine Rinder", 1. Mose 45/10, bedeutet das innere und äußere natürlich Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herde, insofern sie das innere Gute bezeichnet, worüber Nr. 2566; hier das innere natürlich Gute, weil es die Herden Israels waren, durch die das geistig Gute aus dem Natürlichen vorgebildet wird: Nr. 5906, und aus der Bedeutung der Rinderherde, insofern sie das äußere natürlich Gute bezeichnet. Daß durch Rinderherde das äußere Gute bezeichnet wird und durch die Herden (von Kleinvieh) das innere, kommt daher, weil die Tiere, welche die Rinderherde ausmachten, wie Rinder und Stiere, bei den Opfern das äußere Gute der Liebtätigkeit bezeichneten, wie auch das Gute des äußeren Menschen; die aber, welche die Herden (von Kleinvieh) bildeten, wie Lämmer, Schafe, Ziegen, bezeichneten das innere Gute der Liebtätigkeit, wie auch das Gute des inneren Menschen; weshalb diejenigen, die in diesem Guten sind, im Worte mit dem einen Ausdruck "Herde" bezeichnet werden, und der, welcher sie führt, der Hirte (genannt wird). 5914. "Und alles, was dein ist", 1. Mose 45/10, bedeutet alles, was von ihm stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "alles, was dein ist", insofern es dasjenige bezeichnet, was von ihm (kommt); denn das Gute und Wahre im Natürlichen stammt vom geistig Guten, wie von seinem Vater, und weil es von ihm stammt, darum ist es auch sein Eigentum. 5915. "Und ich will dich daselbst versorgen", 1. Mose 45/11, bedeutet den fortwährenden Einfluß des geistigen Lebens vom inneren Himmlischen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von versorgen, wenn es von Joseph gesagt wird, durch den das innere Himmlische vorgebildet wird, insofern es das Einfließen des geistigen Lebens vom inneren Himmlischen aus bezeichnet. Die Versorgung im geistigen Sinn ist nichts anderes als der Einfluß des Guten und Wahren durch den Himmel vom Herrn. Durch diesen werden die Engel erhalten, und durch ihn wird auch die Seele des Menschen erhalten, d.h. sein innerer Mensch. Dieser Versorgung entspricht die Erhaltung des äußeren Menschen durch Speise und Trank, darum wird durch Speise das Gute bezeichnet und durch Trank das Wahre. Die Entsprechung ist auch wirklich von der Art, daß, wenn der Mensch die Speise genießt, die Engel bei ihm in der Vorstellung vom Guten und Wahren sind, und was wunderbar ist, mit Unterschied nach den Arten der Speise. Wenn daher der Mensch im heiligen Abendmahle Brot und Wein empfängt, dann sind die Engel bei ihm in der Vorstellung vom Guten der Liebe und vom Guten des Glaubens: Nr. 3464, 3735, aus dem Grunde, weil Brot dem Guten der Liebe entspricht und Wein dem Guten des Glaubens, und weil sie entsprechen, haben sie auch im Worte die gleiche Bedeutung. Daß durch geistige Speise und geistigen Trank, d.h. durch das Gute und Wahre, die Seele des Menschen, das ist der innere Mensch, erhalten wird, erhellt aus den Worten des Herrn bei 5. Mose 8/3; Matth.4/4: "Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern durch einen jeden Ausspruch aus dem Munde Jehovahs lebt der Mensch": der Ausspruch aus dem Munde Jehovahs bezeichnet das Gute und Wahre, das von Ihm ausgeht. Joh.6/27: "Wirket Speise, nicht (solche) die vergeht, sondern Speise, die bleibt in das ewige Leben, und die der Sohn des Menschen euch geben wird". Joh.4/31,32: "Die Jünger baten Jesum und sprachen: Meister, iß! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise, die Ich esse, und die ihr nicht kennet". Und vom Trank Joh.7/37,38: "Jesus sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke; wer an Mich glaubt, von dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen". 5916. "Denn es sind noch fünf Jahre des Hungers", 1. Mose 45/11, bedeutet die Dauer des Mangels am Guten. Dies erhellt aus dem, was über Hunger und über fünf Nr. 5893, 5894 gesagt und erklärt worden ist. 5917. "Auf daß du nicht umkommst", 1. Mose 45/11, bedeutet, damit es nicht zugrunde gehe, was deutlich ist ohne Erklärung. 5918. "Du und dein Haus, und alles, was dein ist", 1. Mose 45/11, bedeutet das geistig Gute, und alles, was demselben angehört. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier durch "du" verstanden wird, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber oben. Daß "dein Haus und alles, was dein ist", alles, was ihm angehört, bezeichnet, leuchtet von selbst ein. 5919. "Und siehe, eure Augen sehen es", 1. Mose 45/12, bedeutet das Zeugnis aus der inneren Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen und des Sehens, insofern dieselben ein Innewerden bezeichnen, worüber Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400. Daß es ein Zeugnis andeutet, ist (an sich) klar. 5920. "Und die Augen meines Bruders Benjamin", 1. Mose 45/12, bedeutet vorzüglich durch das Innewerden des Mittleren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen und des Sehens, insofern es verstehen und dadurch innewerden bezeichnet, wie Nr. 5919; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, insofern er das Mittlere (medium) bezeichnet, worüber Nr. 5411, 5413, 5443, 5639, 5688, 5822. Hiermit verhält es sich so: Weil Benjamin das Mittlere vorbildete, und dieses Mittlere das inwendigere Wahre ist: Nr. 5600, 5631, das unmittelbar abhängig ist von dem inneren Guten, das Joseph bezeichnet, deshalb hat es ein helleres und vorzüglicheres Innewerden als das Wahre, das unterhalb oder äußerlich ist, und das seine zehn Brüder vorbildeten; denn das Wahre und Gute, das dem Inneren näher steht, hat dadurch ein vollkommeneres Innewerden; es dringt tiefer in das Licht des Himmels ein, und ist also dem Herrn näher, denn der Einfluß des göttlich Guten und Wahren vom Herrn schreitet fort durch beständige Vermittlungen und aufeinanderfolgende Stufen, weshalb diejenigen, die in dem Ersten oder den Anfängen sind, den Einfluß mit einem deutlicheren Innewerden aufnehmen, weil unmittelbarer als die, welche in dem Mittleren und Letzten stehen. Das Gute und Wahre wird allmählich verdunkelt, sowie das Licht je nach seiner verschiedenen Entfernung, denn das Unvollkommenere, was stufenweise aufeinanderfolgt, schwächt dasselbe. Hieraus erhellt, in welcher Weise die Bezeugung vorzüglich von der Wahrnehmung des Mittleren (ausgeht); denn das Mittlere ist mehr nach innen, die Wahrheiten aber, welche die Söhne Jakobs vorbilden, sind mehr äußerlich. 5921. "Daß es mein Mund ist, der mit euch redet", 1. Mose 45/12, bedeutet die Kundgebung (oder Offenbarung). Dies erhellt daraus, daß das erste Zeugnis darin bestand, daß ihre Augen sahen, das zweite, daß auch die Augen Benjamins (es sahen), und nun das dritte, daß er mit dem Munde zu ihnen redete, wodurch er allen Zweifel, daß er selbst Joseph war, beseitigte, und folglich sich völlig offenbarte; daher schließen diese Worte eine Offenbarung in sich. 5922. "Und ihr sollt meinem Vater kundtun alle meine Herrlichkeit in Ägypten", 1. Mose 45/13, bedeutet die Gemeinschaft des geistigen Himmels im Natürlichen, mit dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kundtun", insofern es ein Mitteilen bezeichnet, aus der Bedeutung der Herrlichkeit, insofern sie den geistigen Himmel bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse im Natürlichen bezeichnet, also das Natürliche, wie Nr. 5908; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, dem die Mitteilung gemacht wurde, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 5906. Daraus erhellt, daß durch "ihr sollt meinem Vater kundtun alle meine Herrlichkeit in Ägypten", die Gemeinschaft des geistigen Himmels im Natürlichen mit dem geistig Guten bezeichnet wird. Damit, daß die Herrlichkeit den geistigen Himmel bezeichnet, verhält es sich in folgender Weise: es gibt zwei Reiche, die den Himmel ausmachen, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich. Das himmlische Reich ist der innerste oder dritte Himmel, und das geistige Reich ist der mittlere oder zweite. Das Gute, in dem die Himmlischen sind, wird das himmlische Gute genannt, und das Gute, in dem die Geistigen, wird das geistig Gute genannt. Das himmlisch Gute ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das geistig Gute ist das Gute der Liebe zum Nächsten. Mit der Verbindung dieser zwei Reiche verhält es sich auf folgende Weise: das Gute der tätigen Liebe gegen den Nächsten ist es, was sie verbindet, denn das Innere derer, die im himmlischen Reiche sind, ist die Liebe zum Herrn, und ihr Äußeres ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Aber das Innere derer, die im geistigen Reiche sind, ist die tätige Liebe gegen den Nächsten, und ihr Äußeres ist der daraus hervorgehende Glaube; und hieraus geht hervor, daß die Verbindung dieser zwei Reiche durch Liebtätigkeit gegen den Nächsten zustande kommt, denn in ihr endigt sich das himmlische Reich und durch sie beginnt das geistige Reich. So ist das Letzte des einen das Erste des anderen, und hierdurch nehmen sie sich gegenseitig auf. Nun soll auch gesagt werden, was die Herrlichkeit ist: die Herrlichkeit im höchsten Sinn ist der Herr in Ansehung des göttlich Wahren, somit ist es das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht. Die Herrlichkeit aber im vorbildlichen Sinn ist das Gute der Liebe gegen den Nächsten oder die Liebtätigkeit, die das äußere Gute des himmlischen Reiches ist, und das Innere des geistigen Reiches des Herrn; denn dieses Gute ist im eigentlichen Sinn das göttlich Wahre im Himmel. Und weil hier von Israel gehandelt wird, der das geistig Gute bezeichnet, oder die Liebtätigkeit, die das geistige Reich in den Himmeln ausmacht, sowie die geistige Kirche auf Erden, darum wird hier unter der Herrlichkeit Josephs, die man Israel kundtun sollte, der geistige Himmel verstanden. Der geistige Himmel wird Herrlichkeit genannt, weil das, was in demselben ist, im Licht, im Glanz und in strahlender Helle erscheint. Daß die Herrlichkeit vom göttlich Wahren gesagt wird, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn (ausgeht), und daß sie dem Herrn als König beigelegt wird, (denn das Königliche ist im inneren Sinn das göttlich Wahre: Nr. 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4581, 4966, 5044, 5068,) erhellt offenbar bei Joh.1/14: "Und das Wort ward Fleisch, und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit": das Wort ist das göttlich Wahre, und weil dieses vom Herrn ausgeht, ist es der Herr selbst, daher wird vom göttlich Wahren Herrlichkeit gesagt. Luk.9/30,31, als Jesus auf dem Berge verklärt wurde: "Siehe, zwei Männer redeten mit Ihm, die Moses und Elias waren, und in Herrlichkeit erschienen": hier zeigte der Herr dem Petrus, Jakobus und Johannes Sein Göttlich-Menschliches, wie beschaffen es war und im göttlichen Lichte erschien, und die Gestalt, in der Er damals erschien, stellte das Wort dar, wie es im inneren Sinn beschaffen ist, somit wie das göttlich Wahre im Himmel beschaffen ist; denn das Wort ist das göttlich Wahre in seiner Nutzwirkung für die Kirche. Deshalb wurde zugleich dargestellt, daß Moses und Elias mit Ihm redeten, denn durch Moses wird das Gesetz vorgebildet, unter dem die Bücher desselben nebst den geschichtlichen Büchern verstanden werden, und durch Elias die Propheten oder das prophetische Wort (daß jenes unter Moses verstanden wird, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, ferner Nr. 4859 E; und daß dies durch Elias, in derselben Vorrede und ferner Nr. 2762, 5247 E). Matth.24/30: "Sie werden sehen den Sohn des Menschen kommen in den Wolken des Himmels, mit Kraft und Herrlichkeit": daß der Buchstabensinn des Wortes durch Wolken bezeichnet wird und der innere Sinn durch Herrlichkeit, folglich das göttlich Wahre, wie es im Himmel ist, sehe man in der Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; und daß die Herrlichkeit die Einsicht und Weisheit des göttlich Wahren bezeichnet: Nr. 4809. Das Wort ist in Ansehung des äußeren Sinnes in einer Wolke, aus dem Grunde, weil die menschlichen Gemüter in Finsternis sind; wenn daher das Wort nicht in einer Wolke wäre, würde es kaum von jemand verstanden werden, auch würde das Heilige, das dem inneren Sinne angehört, von den Bösen in der Welt entweiht werden. Daher sagt der Herr bei Jes.4/5,6: "Es wird Jehovah schaffen über jede Wohnung des Berges Zion und über jede Versammlung eine Wolke am Tage und den Glanz einer feurigen Flamme bei Nacht, denn über alle Herrlichkeit wird eine Decke sein, und eine Hütte wird sein zum Schatten am Tage": daher kam es auch, daß über der Stiftshütte eine Wolke am Tage und ein Feuer des Nachts erschien, weil die Stiftshütte das Göttlich-Menschliche des Herrn vorbildete, somit das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht, und also das Wort, welches das göttlich Wahre der Kirche ist; man sehe Nr. 3210, 3439. Dasselbe wird durch Folgendes 2. Mose 40/34 bezeichnet: "Eine Wolke bedeckte das Versammlungszelt, und die Herrlichkeit Jehovahs erfüllte die Hütte". 4. Mose 14/10: "Die Herrlichkeit Jehovahs erschien im Zelte der Versammlung vor allen Söhnen Israels". 4. Mose 17/7 (oder 16/42): "Eine Wolke bedeckte das Zelt, und es erschien die Herrlichkeit Jehovahs". Dasselbe bezeichnete die Wolke und Herrlichkeit auf dem Berge Sinai, wovon es 2. Mose 24/15,16 heißt: "Als Moses auf den Berg stieg, bedeckte eine Wolke den Berg, und es wohnte die Herrlichkeit Jehovahs auf dem Berge Sinai sechs Tage lang". Solches wurde auch vorgebildet, weil das Gesetz, welches das göttlich Wahre ist, von diesem Berge aus verkündigt wurde. Daß eine Wolke und die Herrlichkeit Jehovahs erschien, als Moses auf den Berg stieg, geschah, weil er auf demselben das Gesetz vorbildete, d.h. das historische Wort; daher wird öfters "Moses und die Propheten" gesagt, oder "das Gesetz und die Propheten", und unter Gesetz werden dann seine Bücher nebst den übrigen historischen Büchern verstanden, nicht aber die Propheten, weil das prophetische Wort durch Elias und Elisa vorgebildet wurde, denn das Wort ist historisch und prophetisch, wie bekannt ist. Wenn daher das Wort das Gesetz und die Propheten genannt wird, dann wird unter Gesetz das historische Wort und unter Propheten das prophetische verstanden. Das göttlich Wahre wurde auch vorgebildet durch den Glanz wie von einem Regenbogen in einer Wolke rings um die Cherubim her und über ihnen, wie bei Hesekiel, wo darüber gesagt wird: Hes.1/26-28: "Ich sah die Erscheinung eines Feuers, wie einen Glanz ringsumher, gleich dem Anblick eines Regenbogens in einer Wolke um die Cherubim herum, an einem regnerischen Tage. Diese Erscheinung war das Bild der Herrlichkeit Jehovahs"; und sie wird auch Herrlichkeit Jehovahs genannt, und Herrlichkeit des Gottes Israel: Hes.8/4; 10/18,19; 11/22,23. Herrlichkeit Jehovahs wird gesagt in bezug auf den innersten Himmel, und Herrlichkeit des Gottes Israel in Ansehung des mittleren oder geistigen Himmels. Daß das göttlich Wahre in den Himmeln in Herrlichkeit erscheint, kommt daher, weil das Wahre selbst im Himmel vor den geistigen Augen wie eine helle Wolke erscheint, wie sie (mir) auch einige Male zu sehen gegeben wurde, und das Gute in diesem Wahren erscheint darin wie feurig; daher gewährt die Wolke, die durch das Feuer in mannigfaltigen Farben schimmert, eine wunderbare Erscheinung, welche die Herrlichkeit im äußeren Sinn darstellt. Aber die Herrlichkeit im inneren Sinn ist die Einsicht und Weisheit; sie sind es auch, die durch jenes vorgebildet werden. Daß das göttlich Wahre, aus dem alle Weisheit und Einsicht stammt, wie auch die Erscheinung der mannigfaltig schimmernden Wolke vor dem äußeren Blick die Herrlichkeit ist, erhellt auch aus folgenden Stellen: 4. Mose 14/21: "Jehovah sprach: So wahr Ich lebe, die Herrlichkeit Jehovahs soll die ganze Erde erfüllen": dies wurde von Jehovah gesprochen, als das israelitische Volk verstoßen und gesagt wurde, daß nur ihre Kinder in das Land Kanaan kommen sollten. Dadurch, daß die Herrlichkeit Jehovahs die ganze Erde erfüllen solle, wurde damals bezeichnet, daß in dem Vorbildlichen der Kirche bei ihnen und im Worte, das zum größten Teile von ihnen (handelt), die Herrlichkeit Jehovahs war, von welcher der ganze Himmel und daher auch das Heilige der Kirche erfüllt werden sollte. Jes.6/3: "Die Seraphim riefen: Heilig, heilig, heilig (ist) Jehovah Zebaoth, die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit". Jes.40/5: "Die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden und alles Fleisch zumal wird sie schauen". Jes.24/15: "Darum gebet Herrlichkeit dem Jehovah in Urim, auf den Inseln des Meeres dem Namen Jehovahs, des Gottes Israels": Urim bedeutet das Licht, das im göttlich Wahren ist und vom Herrn ausgeht; Inseln des Meeres, bedeutet diejenigen, die entfernter vom Wahren sind: Nr. 1158. Jes.35/2: "Die Herrlichkeit Libanons ist ihr (der Kirche) gegeben, die Ehre Karmels und Sarons; sie werden die Herrlichkeit Jehovahs sehen, die Ehre unseres Gottes": Libanon steht für die geistige Kirche, Karmel und Saron für die himmlische Kirche; von dieser wird die Herrlichkeit Jehovahs gesagt, wenn das himmlisch Wahre, das die Liebtätigkeit ist, gemeint wird; von jener aber wird die Ehre des Gottes Israel gesagt, wenn das geistig Gute verstanden wird, das auch die Liebtätigkeit ist. Jes.60/1,2: "Stehe auf, werde Licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit Jehovahs ist über dir aufgegangen; denn siehe, Finsternis bedecket die Erde und Dunkel die Völker; aber über dir wird Jehovah aufgehen und Seine Herrlichkeit über dir erscheinen": wo vom Herrn (die Rede ist), Der Licht genannt wird, wie bei Joh.1/4,9; und es wird gesagt, daß über Ihm die Herrlichkeit Jehovahs aufgehen werde, d.h., daß in Ihm das göttlich Wahre sein werde. Jes.48/11: "Um Meinetwillen, ja um Meinetwillen will Ich es tun; denn warum sollte (Mein Name) entweiht werden? Meine Herrlichkeit will Ich keinem anderen geben": hier auch vom Herrn. Die Herrlichkeit bedeutet im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche, somit auch das göttlich Wahre, weil dieses von jenem (stammt). Keinem anderen Herrlichkeit geben, bedeutet, nur dem Göttlich-Menschlichen, insofern es eins ist mit Ihm. Joh.Offenb.21/10,11: "(Er zeigte mir) die Stadt, das heilige Jerusalem, das herniederfuhr aus dem Himmel, hatte die Herrlichkeit Gottes, und ihre Leuchte war gleich dem kostbarsten Steine": die Stadt, das heilige Jerusalem, bezeichnet das geistige Reich des Herrn in den Himmeln und Seine geistige Kirche auf Erden, von denen Herrlichkeit gesagt wird; die Leuchte ist das Wahre aus dem Göttlichen. Weil es das göttlich Wahre ist, was im Worte durch das Königliche vorgebildet wird, wie denn auch der Herr in Ansehung des göttlich Wahren durch Könige vorgebildet wurde, man sehe die gleich oben angeführten Stellen, deshalb wird Ihm als dem König Herrlichkeit beigelegt, wie Ps.24/7-9: "Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und werdet hoch ihr Pforten der Welt, daß einziehe der König der Herrlichkeit. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist Jehovah, stark und mächtig, Jehovah, der Held im Kriege; erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und werdet hoch ihr Pforten der Welt, auf daß einziehe der König der Herrlichkeit; wer ist dieser König der Herrlichkeit? Jehovah Zebaoth. Er ist der König der Herrlichkeit". Jes.24/23: "Es wird herrschen Jehovah Zebaoth auf dem Berge Zion und in Jerusalem und vor Seinem Ältesten in Herrlichkeit": Herrlichkeit für das göttlich Wahre; Jehovah wird Jehovah Zebaoth genannt oder Jehovah der Heerscharen, wo vom göttlich Wahren gehandelt wird; denn durch Heerscharen werden die Wahrheiten bezeichnet: Nr. 3448. Und weil durch das Königreich das göttlich Wahre vorgebildet wurde, deshalb wurde der Thron, auf dem die Könige saßen, wenn sie richteten, Thron der Herrlichkeit genannt: Jes.22/23; Jerem.14/21; 17/12. Matth.19/28: "Der Menschensohn wird sitzen auf dem Throne Seiner Herrlichkeit". Matth.25/31,34,40: "Wenn der Sohn des Menschen kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem Throne Seiner Herrlichkeit, und der König wird zu ihnen sagen ...": der Thron wurde auch deshalb Thron der Herrlichkeit genannt, weil die Urteile dem Wahren gemäß gesprochen wurden. Matth.16/27: "Der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit Seines Vaters, mit Seinen Engeln, und dann wird Er einem jeden vergelten nach seinen Werken". Hieraus erhellt auch, was unter Herrlichkeit in dem Gebete des Herrn verstanden wird: "Dein ist das Reich, die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit": Matth.6/13. Das geistige Reich des Herrn in den Himmeln und die geistige Kirche auf Erden, wird auch die Zierde genannt: Jes.60/7; 63/15; 64/10; Dan.8/9-11; 11/16,41,45. Daher wird auch dem Joseph Herrlichkeit beigelegt, weil Joseph selbst im höchsten Sinn den Herrn in bezug auf das geistig Göttliche oder das göttlich Wahre vorbildet, und im inneren Sinn das geistige Reich desselben, wie auch das Gute des Glaubens; man sehe Nr. 3969, 4669, 4723, 4727. 5923. "Und alles, was ihr gesehen habt", 1. Mose 45/13, bedeutet alles, was daselbst wahrgenommen und empfunden wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es ein Verstehen bezeichnet, und daher Empfinden und Wahrnehmen, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400. 5924. "Und ihr sollt eilen und meinen Vater hierher bringen", 1. Mose 45/13, bedeutet die schnelle Verbindung. Dies erhellt aus Nr. 5299; und weil hier wieder dasselbe gesagt wird, und zwar aus dem Gefühl der Liebe, so bezeichnet es die enge Verbindung. 5925. Vers 14,15: Und er fiel um den Hals Benjamins, seines Bruders, und weinte, und Benjamin weinte an seinem Halse. Und er küßte alle seine Brüder und weinte an ihnen, und nachher redeten seine Brüder mit ihm. "Und er fiel um den Hals Benjamins, seines Bruders" bedeutet die innigste Verbindung mit dem Mittleren; "und weinte" bedeutet die Wirkung der Barmherzigkeit; "und Benjamin weinte an seinem Halse" bedeutet die Aufnahme und daher das Gegenseitige; "und er küßte alle seine Brüder" bedeutet eine Beigesellung (adjunctio) aus Gunst; "und weinte an ihnen" bedeutet die Wirkung des Gefühls; "und nachher redeten seine Brüder mit ihm" bedeutet die gegenseitige Mitteilung infolge der Aufnahme. 5926. "Und er fiel um den Hals Benjamins", 1. Mose 45/14, bedeutet die innigste Verbindung mit dem Mittleren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Halses, insofern er das Einfließen, die Mitteilung und Verbindung bezeichnet, worüber Nr. 3542, 3695, 3725; und eigentlich die Verbindung des Himmlischen und des Geistigen: Nr. 5320, 5328, somit die Verbindung des inneren Himmlischen, das Joseph, mit dem geistig Himmlischen, das Benjamin (vorbildet); daher bedeutet "um den Hals fallen", sich eng verbinden, somit die innigste Verbindung; und aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, insofern er das Mittlere bezeichnet, worüber Nr. 5411, 5413, 5443, 5639, 5686, 5688, 5689. 5927. "Und weinte", 1. Mose 45/14, bedeutet die Wirkung der Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, insofern es aus Erbarmen hervorgeht und somit dessen Wirkung ist, worüber Nr. 5480, 5873. 5928. "Und Benjamin weinte an seinem Halse", 1. Mose 45/14, bedeutet die Aufnahme und die daraus hervorgehende Gegenseitigkeit. Dies erhellt aus dem (Umstand), daß es von beiden Seiten geschah, daher findet Aufnahme und dadurch Gegenseitigkeit statt. Was die Verbindung des Guten mit dem Wahren und wiederum der Wahrheiten mit dem Guten anbelangt, so muß man wissen, daß das Gute, wenn es in die Wahrheiten einfließt und sie mit sich verbindet, alsdann Gutes aus dem seinigen einflößt und jenes durch das seinige sich zu eigen macht, wodurch Verbindung (stattfindet). Und weil die Wahrheiten auf diese Weise Leben empfangen, so erscheint es nachher, als ob sie aus sich wirkten, wenn sie wechselseitig wirken oder zurückwirken. Gleichwohl aber sind die Wahrheiten nicht aus sich tätig, sondern aus dem Guten, das einfließt in das Gute, welches es den Wahrheiten aus sich beigelegt hat. Es verhält sich hiermit wie bei den Blutgefäßen in einem lebendigen Körper: die Wahrheiten sind gleichsam Gefäße ohne Blut, das Gute aber ist gleichsam das Blut; wenn dieses sich in die Gefäße ergießt, die früher leer waren, so setzt es dieselben in Tätigkeit. Aber es findet auch eine Rückwirkung statt, denn vom Blute haben sie nun die Fähigkeit, sich zu bewegen und gleichsam ihr Leben empfangen. Hieraus erhellt, wie es sich mit der Verbindung des Guten mit den Wahrheiten verhält und umgekehrt mit der Verbindung der Wahrheiten mit dem Guten. 5929. "Und er küßte alle seine Brüder", 1. Mose 45/15, bedeutet die Beigesellung aus Gunst. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, worüber Nr. 3573, 3574, 4353. Hier Beigesellung (oder Aufnahme) aus Gunst, weil die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden, dem inneren Guten, das Joseph ist, ferner liegen und das, was ferner liegt, zwar durch das Mittlere mit dem inneren Guten verbunden wird, aber dennoch lange solche Bestandteile behält, die dem inneren Guten nicht entsprechen. Deshalb wird durch das Küssen der Brüder die Beigesellung aus Gunst bezeichnet. Aus Gunst wird gesagt, nicht aus Barmherzigkeit, weil das, was entfernter ist und nicht vollständig entspricht, nicht in solcher Demut steht, daß es die Barmherzigkeit anflehen oder auch nur aus Herzensgrund die Barmherzigkeit nennen kann, sondern statt dessen spricht es die Gunst an, und zwar deshalb, weil das, was nicht entspricht, aber doch sich anschließt, aus der Selbstliebe stammt, und der, welcher sich selbst liebt, sich keineswegs von Herzen demütigen kann; denn er erhebt sich stolz, indem er seinen Blick in allem einzelnen auf sich richtet, und das gering schätzt, was sich nicht auf sein Ich bezieht. 5930. "Und weinte an ihnen", 1. Mose 45/15, bedeutet die Wirkung des Gefühls. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, insofern es eine Wirkung des Erbarmens bezeichnet, worüber Nr. 5927, 5928; hier des Gefühls, (d.h. der Gunst,) aus derselben Ursache worüber Nr. 5929. 5931. "Und nachher redeten seine Brüder mit ihm", 1. Mose 45/15, bedeutet die gegenseitige Mitteilung infolge der Aufnahme. Dies erhellt aus dem, was Nr. 5880 erklärt worden; ferner, was gegenseitige Mitteilung infolge der Aufnahme sei aus dem, was Nr. 5928 gesagt wurde. 5932. Vers 16-20: Und die Stimme (d.h. die Kunde) wurde gehört im Hause Pharaos, indem man sprach: Die Brüder Josephs sind gekommen; und es war gut in den Augen Pharaos und in den Augen seiner Knechte. Und Pharao sprach zu Joseph: Sage zu deinen Brüdern: Dieses tut, beladet eure Tiere und gehet, kommet in das Land Kanaan. Und nehmet euren Vater und eure Familien, und kommet zu mir, und ich will euch das Gute geben vom Lande Ägypten, und ihr sollt essen das Fett des Landes. Und nun vollziehet diesen Befehl; nehmet euch aus dem Lande Ägypten Wagen für eure Kinder und für eure Weiber und bringet euren Vater und kommet. Und euer Auge schaue nicht mit Bedauern auf eure Hausgeräte, denn das Gute des ganzen Landes Ägypten, es soll euer sein. "Und die Stimme wurde gehört im Hause Pharaos" bedeutet, daß jenes (Himmlische) das ganze Gebiet des Natürlichen erfüllte; "indem man sprach: Die Brüder Josephs sind gekommen" bedeutet das Innewerden, daß die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen gegenwärtig seien; "und es war gut in den Augen Pharaos" bedeutet die Freude darüber in allen Teilen desselben; "und in den Augen seiner Knechte" bedeutet bis zu dem Untersten darin; "und Pharao sprach zu Joseph" bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem inneren Himmlischen; "sage zu deinen Brüdern" bedeutet über die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen; "dieses tut, beladet eure Tiere" bedeutet, daß sie alles Wahre mit Gutem erfüllen sollten; "und gehet, kommet in das Land Kanaan" bedeutet ihre Wohnung; "und nehmet euren Vater und eure Familien, und kommet zu mir" bedeutet das Hinzukommen des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche zu den wißtümlichen Kenntnissen des Natürlichen; "und ich will euch das Gute geben vom Lande Ägypten" bedeutet den Besitz dieser Kenntnisse; "und ihr sollt essen das Fett des Landes" bedeutet die Aneignung des Guten in demselben; "und nun vollziehet diesen Befehl" bedeutet den Willen; "nehmet euch aus dem Lande Ägypten Wagen" bedeutet die Lehrbestimmungen der wissenschaftlichen Kenntnisse; "für eure Kinder und für eure Weiber" bedeutet für diejenigen, die sie noch nicht kennen; "und bringet euren Vater und kommet" bedeutet ihre Dienstleistung und ihr Hinzukommen; "und euer Auge schaue nicht mit Bedauern auf eure Hausgeräte" bedeutet das Werkzeugliche solle nicht Gegenstand ihrer Sorge sein; "denn das Gute des ganzen Landes Ägypten, es soll euer sein" bedeutet, daß sie die Herrschaft im natürlichen Gemüte haben sollen. HG 5933 5933. "Und die Stimme (d.h. die Kunde) wurde gehört im Hause Pharaos", 1. Mose 45/16, bedeutet, daß dieses Himmlische das ganze Gebiet des Natürlichen erfüllte. Dies erhellt aus der Bedeutung der Stimme, die irgendwo gehört wird in einer bestimmten Entfernung, insofern sie als Prädikat des Einfließens ein Erfülltwerden (vom Gehörten) bezeichnet; denn sobald eine Stimme gehört wird, erfüllt sie, somit weil sie einfließt. Ferner aus der Bezeichnung des Hauses Pharaos, insofern es das ganze Gebiet des Natürlichen bezeichnet; denn unter Pharao wird das Natürliche im allgemeinen vorgebildet: Nr. 5160, 5799. 5934. "Indem man sprach: Die Brüder Josephs sind gekommen", 1. Mose 45/16, bedeutet das Innewerden, daß die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen gegenwärtig seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, insofern es eine Gegenwart bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs oder der Brüder Josephs, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5403, 5419, 5458, 5512. Im Natürlichen gibt es Kenntnisse verschiedener Art. Es gibt Kenntnisse von irdischen, körperlichen und weltlichen Dingen, welche die untersten sind, denn sie stammen unmittelbar aus den äußeren oder körperlichen Sinneswahrnehmungen. Es gibt Kenntnisse in betreff des Staates, von seiner Regierung, seinen Anordnungen und Gesetzen, und diese sind ein wenig innerlicher. Es gibt ferner Kenntnisse von dem, was sich auf das sittliche Leben bezieht, und diese sind noch innerlicher. Aber innerlicher als alle diese sind die (Kenntnisse), die sich auf das geistige Leben beziehen: Es sind dies die Wahrheiten der Kirche. Solange diese nur infolge der Belehrungen im Menschen sind, sind sie nichts anderes als ein Wissen, wenn sie aber aus dem Guten der Liebe stammen, dann gehen sie über das bloße Wissen hinaus, denn dann sind sie im geistigen Licht, aus dem sie die wißtümlichen Kenntnisse in ihrer Ordnung als unter ihnen stehend sehen. Durch solche Stufen der (verschiedenen) Kenntnisse steigt der Mensch zur Einsicht empor, denn die wißtümlichen Kenntnisse erschließen durch diese Stufen sein Gemüt, so daß Licht aus der geistigen Welt einfließen kann. Hieraus erhellt nun, was unter der Gegenwart der Wahrheiten im Natürlichen verstanden wird. 5935. "Und es war gut in den Augen Pharaos", 1. Mose 45/16, bedeutet die Freude darüber in allen Teilen desselben, nämlich im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von gut sein in den Augen jemandes, insofern es ausdrückt, daß es ihm Freude mache; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5933. 5936. "Und in den Augen seiner Knechte", 1. Mose 45/16, bedeutet, bis zu dem Untersten in demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, insofern sie das Untergeordnete bezeichnen, worüber Nr. 2541, 5161, 5164, 5305, also auch das Unterste. Welche Kenntnisse im Natürlichen die untersten sind, und welche die unteren, sehe man Nr. 5934. 5937. "Und Pharao sprach zu Joseph", 1. Mose 45/17, bedeutet das Innewerden des Natürlichen aus dem inneren Himmlischen; Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber schon öfter gesprochen wurde. Aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen bezeichnet, worüber Nr. 5160, 5799, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 5869, 5877. Weil das Himmlische, das Joseph vorbildet, das Innere ist, und das Natürliche, welches Pharao, das Äußere, darum ist das Innewerden des Natürlichen aus dem inneren Himmlischen; denn jedes Innewerden ist aus dem Inwendigeren; keineswegs aber gibt es irgendein Innewerden des Inwendigeren vom Äußeren her, denn woher der Einfluß, daher kommt auch das Innewerden. Was das Innewerden sei, das so oft genannt wird; soll mit wenigem gesagt werden: In einem jeden Menschen ist die Fähigkeit innerlich wahrzunehmen, ob etwas sich so oder anders verhalte; die innere Fähigkeit, im Inneren oder in seinem Gemüte Urteile zu bilden, macht, daß man eine Sache inne wird; diese Fähigkeit ist aber durchaus nicht möglich ohne einen Einfluß aus der geistigen Welt. In Ansehung dieser Begabung zeichnet sich ein Mensch vor dem anderen aus; diejenigen, die sich weniger auszeichnen, sind die, welche in ihrem Inneren oder in ihrem Gemüte wenig Schlüsse (oder Urteile) bilden, und somit wenig inne werden, sondern sagen: Die Sache verhält sich so, weil andere, zu denen sie Vertrauen haben, so gesagt haben; aber diejenigen, die mehr hervorragen, sind solche, die nicht aus anderen, sondern aus sich sehen, daß etwas so ist; das Innewerden, das bei einem jeden Menschen ist, findet jedoch nur in weltlichen Dingen statt, bei keinem aber heutzutage in geistigen Dingen; der Grund ist, weil das Geistige, welches einfließt und das Innewerden bewirkt, verdunkelt und fast ganz ausgetilgt ist von den Lustreizen der Weltliebe und Selbstliebe. Deshalb haben die Menschen keine Sorge um das Geistige, außer soweit es Pflicht und Sitte erfordert; würde man die Besorgnis wegen (der versäumten) Pflicht und den Reiz der Gewohnheit wegnehmen, so würden sie jenes verachten, verabscheuen, ja sogar leugnen. Wer ein Innewerden in geistigen Dingen haben soll, der muß in der Neigung zum Wahren aus dem Guten sein und fortwährend sich danach sehnen, die Wahrheiten zu erkennen; dadurch wird sein Verstandesgebiet erleuchtet, und wenn dieses erleuchtet ist, dann wird ihm gegeben, innerlich etwas zu vernehmen oder inne zu werden; wer aber nicht in der Neigung zum Wahren ist, weiß nur aus dem Lehrbegriff der Kirche, der er Glauben schenkt, daß sich etwas so (oder anders) verhalte, und weil der Priester, der Pfarrer oder der Mönch ihm sagte, es sei so. Hieraus kann man ersehen, was das Innewerden sei, und daß es ein solches in weltlichen Dingen gebe, nicht in geistigen; dies geht auch daraus hervor, daß jeder bei dem Lehrbegriff (Dogma) bleibt, in dem er geboren wurde, auch diejenigen, die als Juden geboren sind; ferner die, welche außerhalb der Kirche stehen, obwohl die innerhalb derselben leben, und auch die, welche in Irrlehren leben, würden, wenn ihnen die echtesten Wahrheiten mitgeteilt und bewiesen würden, dennoch nicht im geringsten inne werden, daß es Wahrheiten sind; sie würden ihnen vielmehr als Falsches erscheinen. 5938. "Sage zu deinen Brüdern", 1. Mose 45/17, bedeutet über die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, daß nämlich ein Innewerden derselben stattfinde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Brüder Josephs, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 4503, 5419, 5458, 5512. Pharao fordert hier die Söhne Jakobs auf, nach Ägypten mit ihren Kindern und Frauen zu kommen, und auch ihren Vater mit sich zu bringen; denn Pharao sagt: "Sage zu deinen Brüdern, dies tut, und nehmet euren Vater; und nehmet euch Wagen aus dem Lande Ägypten für eure Kinder und für eure Weiber, und bringet euren Vater und kommet". Joseph aber lädt weiter oben seinen Vater ein, seine Brüder aber nur insofern, als sie jenem angehören; denn er sagt: "Gehet hinauf zu meinem Vater und sagt zu ihm: Komme zu mir herab, säume nicht, und du sollst wohnen im Lande Gosen und sollst nahe bei mir sein, du und deine Söhne und die Söhne deiner Söhne, und alles, was dein ist; ihr sollt eilen und meinen Vater hierher bringen". Der Grund, warum Pharao die Söhne Jakobs, Joseph aber den Vater einlud, wird nur aus dem inneren Sinn klar, und dieser ist, daß das Natürliche im allgemeinen, das durch Pharao vorgebildet wird, einen unmittelbaren Verkehr hat mit den Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden. Daher kommt es, daß Pharao von ihnen redet, hingegen das innere Himmlische, das durch Joseph vorgebildet wird, hat keinen unmittelbaren Verkehr mit den Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, welche die Söhne Jakobs vorbilden, sondern nur durch das geistig Gute, das Israel ihr Vater vorbildet. Daher kommt es, daß Joseph vom Vater redet. 5939. "Dieses tut, beladet eure Tiere", 1. Mose 45/17, bedeutet, sie sollten alles Wahre mit Gutem erfüllen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Beladens der Tiere, insofern es ein Erfüllen der Wahrheiten bezeichnet; und aus der Bedeutung des Getreides, mit dem die Tiere beladen werden sollten, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 5295, 5410. Daß die Tiere hier Wahrheiten bezeichnen, kommt daher, weil es Esel waren: 1. Mose 42/26,27; 43/18,24; 44/3, durch sie werden die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet; deshalb und weil nun die Verbindung mit dem inneren Guten durch das Mittlere vollzogen ist, bezeichnen sie wißtümliche Wahrheiten, und deswegen wird hier statt Esel Tiere gesagt. 5940. "Und gehet, kommet in das Land Kanaan", 1. Mose 45/17, bedeutet ihre Wohnung, nämlich die der Wahrheiten der Kirche im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es den Ort bezeichnet, wo die Wohnung derer ist, die der Kirche angehörten, worüber Nr. 3686, 3705, 4447, 4454, 4517, 5136; somit das Wohnen der Wahrheiten der Kirche bei dem Guten, weil diese (zusammen) die Kirche ausmachen. 5941. "Und nehmet euren Vater und eure Familien und kommet zu mir", 1. Mose 45/18, bedeutet das Hinzukommen des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche zu den wißtümlichen Kenntnissen des Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute bezeichnet, wie Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, und in ihrer Gesamtheit ihre Familien sind; aus der Bedeutung von kommen, insofern es (hier) hinzukommen heißt; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, zu dem sie kommen sollten, insofern er das Wißtümliche des Natürlichen im allgemeinen bezeichnet. Hieraus erhellt, daß durch "nehmet euren Vater und eure Familien und kommet zu mir", das Hinzukommen des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche zu den Kenntnissen des Natürlichen bezeichnet wird. 5942. "Und ich will euch das Gute geben vom Lande Ägypten", 1. Mose 45/18, bedeutet den Besitz der wißtümlichen Kenntnisse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Kenntnisse bezeichnet, worüber Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700; und aus der Bedeutung von "das Gute des Landes geben", insofern es den Besitz bezeichnet; denn wer einen Besitz gibt, gibt das Gute desselben und umgekehrt. 5943. "Und ihr sollt essen das Fett des Landes", 1. Mose 45/18, bedeutet die Aneignung des Guten darin. Dies erhellt aus der Bedeutung von essen, insofern es bezeichnet mitgeteilt, verbunden, angeeignet werden, worüber Nr. 2187, 2343, 3168, 3513 E, 3832, 4745; und aus der Bedeutung des Fettes oder der Fettigkeit des Landes, nämlich Ägyptens, insofern es das Gute im Natürlichen bezeichnet. Daß das Fett das Himmlische oder das Gute bedeutet, erhellt aus vielen Stellen im Worte; und nicht nur das Fett, welches von einem Tier kommt, sondern auch das, welches anderswoher stammt, wie Butter, Öl; und auch die Dinge, die etwas von Fett in sich haben; in dem Maße, als sie etwas davon in sich haben, bedeuten sie Gutes, z.B. Milch, Honig, Harz. Daß Fett ein Vorbild des himmlisch Guten war, somit der Liebe, die vom Herrn (stammt), kann man deutlich ersehen aus den Brandopfern und den Schlachtopfern, insofern alles Fett auf dem Altar verbrannt werden mußte, und aus demselben ein Geruch der Ruhe für Jehovah entstand; ferner, weil deshalb den Kindern Israels verboten war, Fettes zu essen. Hieraus, wie auch aus anderen Gründen, kann man deutlich ersehen, daß alle Einrichtungen bei den Israeliten Vorbildungen himmlischer und geistiger Dinge waren, und also Heiliges in sich schlossen, sonst wäre nichts Göttliches zugrunde gelegen bei der Anordnung, daß alles Fett eines Tieres geopfert werden und daß es ein Geruch der Ruhe für Jehovah sein sollte, wie auch, daß der Genuß des Fettes und des Blutes verboten war. Wahrlich, man würde sehr grobsinnlich über das Göttliche denken, wenn man glaubte, daß Es sich an Fett ergötze, und daß Jehovah ein Gesetz gegeben hätte, in dem nicht inwendig etwas anderes verborgen läge. Auch müßte der Mensch allzusehr im Irdischen und Körperlichen befangen sein, wenn er sich nicht darum bekümmerte, zu wissen, was durch solche Dinge bezeichnet werde; es wäre ein Zeichen, daß er kein Verlangen hätte, das zu erkennen, was sich auf das (göttliche) Wort und auf das ewige Leben bezieht. Vom Fett heißt es 2. Mose 29/13,22: "Alles Fett, das die Eingeweide bedeckt, und das Netz über der Leber und das Fett über den Nieren sollst du nehmen und verbrennen auf dem Altar"; ferner 3. Mose 3/3,4,9,10,14,15; 4/8,9,19,26,31,35; 7/3,4; daß auch "Das Fett der Brust geopfert wurde": 3. Mose 7/30,31. Daß es ein Geruch der Ruhe für Jehovah sei, (wird in folgenden Stellen gesagt): 3. Mose 3/16: "Das Brot des Feuers, (d.h. die Opferspeise) für Jehovah zum Geruch der Ruhe". 3. Mose 17/6: "Der Priester soll das Blut auf den Altar Jehovahs sprengen, und das Fett opfern zum Geruch der Ruhe für Jehovah". 4. Mose 18/17: "Das Fett der Erstgeburten des Rindes und des Schafes soll verbrannt werden auf dem Altar zum Geruch der Ruhe für Jehovah": Geruch der Ruhe bedeutet das Angenehme aus dem Guten der Liebe. Von den Söhnen Israels sollte kein Fett gegessen werden: 3. Mose 3/16,17: "Alles Fett soll für Jehovah sein; darum soll es eine ewige Satzung sein in euren Geschlechtern, in allen euren Wohnungen, daß ihr kein Fett und kein Blut essen sollt". 3. Mose 7/23-26: "Rede mit den Kindern Israels und sage: Kein Fett, weder des Rindes, noch des Schafes, noch der Ziege sollt ihr essen; ein jeder, der essen wird das Fett von einem Tiere, von dem ein Opfer gebracht worden für Jehovah, dessen Seele soll vertilgt werden aus seinem Volke; und auch kein Blut sollt ihr essen". Brandopfer und Schlachtopfer bildeten den Hauptbestandteil des Gottesdienstes bei diesem Volke: Nr. 923, 2180, weshalb durch Brandopfer und Schlachtopfer im allgemeinen der Gottesdienst bezeichnet wird, und durch das, was geopfert wurde, sowie durch das ganze Verfahren beim Opfer wird die Beschaffenheit des Gottesdienstes bezeichnet, und durch das Fett dessen Verbrennung das eigentlichste himmlisch Göttliche, welches das Gute der Liebe vom Herrn ist, wie auch aus folgenden Stellen hervorgeht: Jes.43/24: "Jakob, du hast Mir nicht Kalmus (Würzrohr) um Geld gekauft, und mit dem Fett deiner Opfer hast du Mich nicht erfüllt; nur Mühe hast du Mir gemacht mit deinen Sünden": du hast nicht Kalmus für Geld gekauft, bedeutet, du hast dir keine Wahrheiten des Glaubens verschafft; und mit dem Fett der Opfer hast du Mich nicht erfüllt, bedeutet, mit dem Guten der Liebe. Ps.66/15: "Brandopfer von Fetten, will ich Dir darbringen, samt dem Opferduft der Widder": Brandopfer von Fetten bedeutet den Gottesdienst aus Liebe. 5. Mose 32/37,38: "Man wird sagen: Wo sind ihre Götter, der Fels, auf den sie vertraut haben, die das Fett ihrer Opfer aßen und tranken den Wein ihrer Trankopfer": nämlich dies würde von den Heiden gesagt werden, die meinten, daß die Götter Speise genössen, besonders solche, und keineswegs wußten, daß das Fett der Opfer das Himmlische oder das Gute der Liebe im Gottesdienst bezeichnete, und der Wein des Trankopfers das aus demselben stammende Wahre des Glaubens, das die Engel anregte, wenn geopfert wurde, und was deshalb befohlen wurde, damit der Himmel vermittelst Vorbildungen und Entsprechungen dem Menschen nahe sei. Ps.20/4: "Jehovah möge eingedenk sein aller deiner Speisopfer, und dein Brandopfer mache Er fett": das Brandopfer fett machen, bedeutet den Gottesdienst gut machen. Jes.25/6,8: "Jehovah Zebaoth wird allen Völkern auf diesem Berge ein fettes Mahl bereiten, ein Mahl mit Hefenwein (starker Wein) von fettem Mark, von geläutertem Hefenwein; verschlingen wird Er den Tod auf ewig, und abwischen wird der Herr Jehovih die Tränen von allen Angesichtern": das Mahl bedeutet den Himmel und die Verbindung in demselben mit den Engeln durch Liebe und Liebtätigkeit: Nr. 3596, 3832, 5161; Fett bezeichnet das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit. Jes.55/2: "Warum wäget ihr Silber dar für das, was kein Brot ist, und eure Arbeit für das, was nicht zur Sättigung dient; achtet doch vielmehr auf Mich und esset das Gute und eure Seele ergötze sich am Fett". Jerem.31/13,14: "Ich will ihre Trauer in Freude verkehren und will sie trösten und will sie erfreuen nach ihrem Kummer, und will die Seele der Priester erfüllen mit Fett, und Mein Volk wird sich sättigen mit Meinem Guten": Fett (steht hier) offenbar für Gutes; denn es wird gesagt, die Seele solle gesättigt werden, und das Gute Jehovahs wird genannt, weil es kein anderes gibt als das Himmlische, das von Ihm ist. Ps.63/6: "Wie von Fett und Feistem (adipe) wird gesättigt werden meine Seele, und mit Lippen des Gesangs wird mein Mund Dich preisen". Ps.65/12: "Du hast gekrönt das Jahr mit Deiner Güte, und deine Fußstapfen triefen von Fett". Ps.36/8,9: "Die Menschenkinder trauen (vertrauen) unter dem Schatten Deiner Flügel, sie werden erfüllt vom Fett Deines Hauses, und mit dem Strome Deiner Wonne tränkest Du sie". Jes.30/23: "Dann wird Jehovah Regen geben deinem Samen, mit dem du das Land besäest, und Brot vom Ertrag des Ackers, und er (der Same) wird fett und reichlich sein". Joh.Offenb.18/14: "Alles Fette und Glänzende ist gewichen, und du wirst es nicht mehr finden": von Babylon; alles Fette und Glänzende ist gewichen, bedeutet, alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens (ist dahin). 5. Mose 32/13,14: "Er ließ (Jakob) Honig saugen aus dem Felsen, und Öl aus dem harten Gestein; Butter von den Kühen, und Milch von den Schafen, samt dem Fette der Lämmer und der Widder Baschans und der Böcke, samt dem Nierenfett des Weizens, und das lautere Blut der Traube trinkst du": hier von der alten geistigen Kirche, deren mannigfaltiges Gute aufgezählt und bezeichnet wird durch Honig, Öl, Butter, Milch, Fett. Weil Fett das Gute bezeichnete, wird es auch solchen Dingen beigelegt, die an sich nicht fett sind, aber dennoch Gutes bezeichnen, somit war Fett und Gutes gleichsam dasselbe, wie in der (oben) angeführten Stelle: Fett des Weizens; und ebenso bei Ps.81/17: "Ich würde sie speisen mit dem Fett des Weizens". Ps.147/14: "Er schafft Frieden deinen Grenzen und sättigt dich mit dem Fett des Weizens". 4. Mose 18/12: "Alles Fett des reinen Öls und alles Fett des Mostes und Getreides, ihre Erstlinge, weil sie Jehovah gehören, wurden Aharon gegeben". 5944. "Und nun vollziehet diesen Befehl", 1. Mose 45/19, bedeutet den Willen. Dies erhellt ohne Erklärung. 5945. "Nehmet euch aus dem Lande Ägypten Wagen" (vehicuta), 1. Mose 45/19, bedeutet die Lehrbestimmungen der wissenschaftlichen Kenntnisse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die Kenntnisse bezeichnet, worüber im vorigen; und aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie die Lehrbestimmungen bezeichnen. Im Worte werden, wo von Ägypten gehandelt wird, an vielen Stellen Wagen (currus) und Pferde genannt, und unter den Wagen werden daselbst bald wahre, bald falsche Lehren verstanden, und unter den Pferden Verstandeserkenntnisse, auch in beiderlei Sinn. Daß die Wagen Lehren bedeuten, sehe man Nr. 5321. Gleiche Bedeutung haben hier die Wagen (vehicuta); durch sie werden aber die Lehren der wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet. Die Lehrbestimmungen dieser Kenntnisse sind Lehren aus dem Buchstabensinn des Wortes und dienen besonders denen, die erst eingeweiht werden sollen in die inneren Wahrheiten der Kirche. Solche Lehren sind z.B., daß man vor anderen den Witwen Gutes erweisen soll, wie auch den Unmündigen und den Armen auf den Straßen; dann auch die Vorschriften der Zehn Gebote. Diese und mehrere (andere) sind Lehren des Wißtümlichen und werden durch die Wagen Ägyptens bezeichnet, weil solche Lehren die ersten sind, die der Mensch erlernt, so dienen sie ihm auch später als unterste Grundlage, denn wenn ein Fortschritt zum Inwendigeren hin geschieht, werden sie das Letzte. In ihnen endigt sich auch wirklich das Himmlische und Geistige, denn auf ihnen ruhen sie gleichsam und stützen sie sich, weil die geistige Welt gleichsam ihre Füße und Fußsohlen im Natürlichen hat und daher beim Menschen in Ansehung seines geistigen Lebens in den Lehrbestimmungen der wissenschaftlichen Kenntnisse, ebenso wie der innere Sinn des Wortes im Buchstabensinn desselben (seine Grundlage hat); die Wagen (vehicuta), durch die diese Lehrbestimmungen bezeichnet werden, finden sich im Worte nur an einigen Stellen genannt. Wagen wird mit diesem Ausdruck in der Grundsprache bezeichnet, wo von der Bundeslade gesagt wird, daß sie auf einen solchen gesetzt worden sei: 1.Sam.6/7; 2.Sam.6/3, und auch als die Stiftshütte eingeweiht wurde: 4. Mose 7/3. Der Grund ist, weil die Bundeslade den Himmel vorbildete: Nr. 3478, welcher sich gründet und stützt auf die Lehrbestimmungen der wißtümlichen Kenntnisse. 5946. "Für eure Kinder und für eure Weiber", 1. Mose 45/19, bedeutet, für diejenigen, die sie noch nicht kennen, nämlich die inneren (Wahrheiten) der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder, insofern es diejenigen sind, die jene noch nicht wissen, und aus der Bedeutung der Weiber, insofern sie die Neigungen zum Wahren bezeichnen; denn wenn die Männer Wahrheiten bedeuten, wie hier die Söhne Jakobs, dann bedeuten ihre Frauen die Neigungen zum Wahren, und umgekehrt, wenn die Männer das Gute bedeuten, dann bedeuten ihre Frauen die Wahrheiten; aber dann werden die Männer Ehegatten (mariti) genannt: Nr. 3236, 4510, 4823. Die Neigungen zum Wahren, die hier durch Weiber bezeichnet werden, kennen auch nicht die inneren Wahrheiten der Kirche, außer durch die Wahrheiten, die durch Männer bezeichnet werden. Die Neigungen ohne diese sind wie der Wille ohne Verständnis; wenn der Wille etwas sehen und erkennen soll, muß es durch den Verstand geschehen, denn in diesem ist seine Sehkraft oder sein Auge. 5947. "Und bringet euren Vater und kommet", 1. Mose 45/19, bedeutet ihre Dienstleistung und ihr Hinzukommen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "den Vater bringen", insofern es eine Dienstleistung ist, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von kommen, insofern es ein Hinzukommen bezeichnet, wie Nr. 5941. Mit der Dienstleistung, die durch das Herbeibringen des Vaters bezeichnet wird, verhält es sich so: was untergeordnet ist, muß dem Inwendigeren dienen. Das Untere bilden die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden; das Inwendigere aber ist das geistig Gute, das durch Israel, ihren Vater, vorgebildet wird. Weil nun dies inwendiger oder was dasselbe, höher ist, muß es vom Äußeren oder Unteren bedient werden, denn das Untere ist zu nichts anderem gebildet, als daß es diene. Es ist nämlich dazu gebildet, daß das Innere in demselben und durch dasselbe lebe und wirke, und zwar so, daß es, wenn das Inwendigere davon weggenommen wird, nur noch die Gefäße ohne Leben und Tätigkeit bildet, mithin völlig tot ist. So verhält es sich auch mit dem Körper in Beziehung auf seinen Geist, wenn daher dieser entweicht, fällt der Körper sogleich tot danieder. So verhält es sich auch mit dem äußeren Menschen in Beziehung auf den inneren, und so auch mit dem inneren Menschen in Beziehung auf den Herrn, denn der innere Mensch ist zur Aufnahme des Lebens vom Herrn gebildet, und ist nichts als ein Organ Seines Lebens, folglich ist er gebildet, um dem Herrn zu dienen, zu allen Nutzzwecken, welche die Liebe zu Ihm und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten erfordern, zuerst in der natürlichen und nachher in der geistigen Welt. 5948. "Und euer Auge schaue nicht mit Bedauern auf eure Hausgeräte", 1. Mose 45/20, bedeutet, das Werkzeugliche solle nicht Gegenstand ihrer Sorge sein. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hausgeräte oder Gefäße, insofern sie das Werkzeugliche bezeichnen. Daß sie nicht Gegenstand der Sorge sein sollen, wird durch die Worte bezeichnet: "euer Auge schaue nicht darauf". Es gibt Wesentliches und Werkzeugliches. Damit das Wesentliche irgendwo eine Wirkung hervorbringe, muß es Werkzeuge haben, durch die es wirken kann; wie das Werkzeugliche gebildet ist, so wirkt jenes. Zum Beispiel: Der Körper ist das Werkzeug seines Geistes; der äußere Mensch ist das Werkzeug des Inneren; die wißtümlichen Kenntnisse sind das Werkzeug des Wahren, und das Wahre ist das Werkzeug des Guten: Nr. 3068, 3079, usf. Die Werkzeuge werden im Worte Gefäße genannt, hier Hausgerät, weil sie in betreff der Auswanderung jener angeführt werden, also in betreff dessen, was in ihren Häusern ist. Die wesentlichen Dinge werden aber im Worte Sachen genannt und bezeichnen das, was vermittelst des Werkzeuglichen wirkt; auf diese Weise sind die inneren Dinge, weil sie durch die äußeren wirken, verhältnismäßig die Wesentlichen. Daß die Werkzeuge nicht Gegenstand der Sorge sein sollen, bedeutet, daß nicht sie als Zweck betrachtet werden sollen, sondern das Wesentliche, denn in dem Maße als das Werkzeugliche zum Zweck gemacht wird, zieht sich das Wesentliche zurück und verschwindet, z.B. wenn man das bloße Wissen zum Zweck macht, um die Wahrheiten aber sich keine Sorge macht, dann verschwinden die Wahrheiten endlich so, daß man nicht mehr erkennt, ob es Wahrheiten sind. Ebenso auch, wenn man die Wahrheiten zum Zweck macht, um das Gute aber sich nicht kümmert, dann verschwindet endlich das Gute so sehr, daß es nicht mehr vorhanden ist. So verschwindet auch bei denen, die das Irdische oder Körperliche oder Weltliche zum Zweck machen, so daß nur dieses, nicht aber das Himmlische ihnen am Herzen liegt, das Himmlische so sehr, daß zuletzt kaum noch etwas Himmlisches anerkannt wird. Dieses und ähnliches ist es, was durch die Worte bezeichnet wird: "euer Auge schaue nicht mit Bedauern auf euer Hausgerät". Man muß aber wissen, daß das Wesentliche und das Werkzeugliche nur beziehungsweise ein solches sei, jenes wird nämlich als Wesentliches bezeichnet, weil es durch ein anderes wirkt als durch sein Werkzeug oder Organ; wenn aber durch dasjenige, was das Wesentliche war, ein anderes wirkt, dann wird es selbst zum Werkzeug usf. Überdies gibt es in der ganzen Schöpfung nichts an sich Wesentliches; dieses besteht nur im höchsten (Wesen), d.h. im Herrn. Weil dieses das Sein oder das an sich Wesentliche ist, wird vom Sein Jehovah genannt, alles übrige ist nur Werkzeugliches. Hieraus folgt nun, daß der Herr allein als Zweck betrachtet werden muß, weil nur das Wesentliche, nicht aber das Werkzeugliche Zweck sein darf. 5949. "Denn das Gute des ganzen Landes Ägypten, es soll euer sein", 1. Mose 45/20, bedeutet, daß ihnen die Herrschaft im natürlichen Gemüt zuteil werden soll. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Durch das Gute dieses ganzen Landes wird das Vorherrschende bezeichnet. Unter diesen Worten wird auch verstanden, daß sie, wenn ihnen nicht das Werkzeugliche, sondern das Wesentliche am Herzen liege, das Werkzeugliche in Fülle haben werden. Wenn ihnen z.B. das Gute am Herzen liege, dann werde auch Wahres in Fülle vorhanden sein. Die Kenntnisse, wie auch die Wahrheiten müssen zwar ein Gegenstand der Sorge sein, aber sie müssen das Gute als Zweck im Auge haben. Wenn der Blick auf das Gute als auf den Zweck gerichtet ist, dann ist der Mensch auch im Anschauen der daraus folgenden Dinge oder im Innewerden von solchem, was daraus hervorgeht. Dies ist aber durchaus nicht möglich, wenn nicht das Gute der Zweck ist, d.h., wenn es nicht überall im ganzen und im einzelnen herrscht. Hiermit verhält es sich so, wie mit dem Körper und seiner Seele: der Mensch muß allerdings Sorge tragen für seinen Körper, z.B. daß er ernährt, daß er bekleidet werden und Angenehmes in der Welt genießen müsse, aber alles dieses nicht um des Körpers, sondern um der Seele willen, damit diese in einem gesunden Körper in entsprechender und gehöriger Weise wirken könne und den Körper als ein völlig gehorsames Organ besitze; so muß die Seele der Zweck sein. Aber auch die Seele darf nicht (alleiniger) Zweck sein, sondern nur Mittel zum Zweck: der Mensch muß Sorge für sie tragen, aber nicht um ihretwillen, sondern um des Nutzzweckes willen, die sie in beiden Welten leisten soll, und wenn der Mensch die Nutzleistungen zum Zweck hat, dann hat er den Herrn zum Zweck, denn der Herr fügt und ordnet (alles) zu den Nutzzwecken und die Nutzzwecke selbst. Weil nur wenige wissen, was es heißt, etwas zum Zweck haben, so soll es auch näher bestimmt werden: etwas zum Zweck haben heißt, es mehr lieben als alles übrige; denn nur was der Mensch liebt, das hat er zum Zweck. Was der Mensch zum Zweck hat, läßt sich deutlich erkennen, denn dies herrscht als das Allgemeine in ihm, und ist ihm somit beständig gegenwärtig, auch dann, wenn er gar nicht daran zu denken scheint, denn es wohnt ihm inne und bildet sein inneres Leben; regiert somit auf verborgene Weise alles und jedes in ihm. Zum Beispiel, wenn jemand seine Eltern von Herzen ehrt, dann ist in allem und jedem, was er in ihrer Gegenwart tut und was er in ihrer Abwesenheit denkt, seine Verehrung derselben gegenwärtig und wird auch aus seinen Gebärden und seiner Rede erkannt. So ist auch bei dem, der Gott von Herzen fürchtet und ehrt, diese Furcht und Ehre in allem, was er denkt, redet und tut, gegenwärtig, weil sie innerlich vorhanden ist, auch wenn sie nicht gegenwärtig zu sein scheint, z.B. wenn er Geschäfte hat, die nicht damit in Verbindung stehen, denn sie herrscht als das Allgemeine, somit auch im Einzelnen. Das Herrschende im Menschen wird im anderen Leben deutlich wahrgenommen, denn die ganze Sphäre seines Lebens, die von ihm ausströmt, kommt daher. Hieraus kann man erkennen, wie es zu verstehen ist, daß man Gott allezeit vor Augen haben müsse, nicht so, daß man fortwährend in Ihn denken müsse, sondern so, daß die Furcht vor Ihm oder die Liebe zu Ihm als das Allgemeine (im Menschen) herrschen müsse, dann hat man Gott in allem vor Augen, und wenn dies (der Fall ist), dann denkt, redet und tut der Mensch nichts, was Ihm zuwider und unangenehm ist. Im entgegengesetzten Falle aber offenbart sich das Durchherrschende und warnt ihn. 5950. Vers 21-23: Und die Söhne Israels taten also, und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos, und gab ihnen Zehrung auf den Weg. Und ihnen allen gab er Feierkleider, dem Benjamin aber gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider. Und seinem Vater schickte er desgleichen; zehn Esel, tragend von den Gütern Ägyptens, und zehn Eselinnen, Getreide und Brot tragend und Lebensmittel für seinen Vater auf den Weg. "Und die Söhne Israels taten also" bedeutet die Wirkung der geistigen Wahrheiten im Natürlichen; "und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos" bedeutet, daß sie vom Inneren aus Lehrbestimmungen erhielten nach Gefallen; "und gab ihnen Zehrung auf den Weg" bedeutet ihren Lebensunterhalt aus dem einstweilen vorhandenen Guten und Wahren; "und ihnen allen gab er Feierkleider" bedeutet Wahrheiten, die mit Gutem erfüllt waren, "dem Benjamin aber gab er dreihundert Silberlinge" bedeutet, daß dem Mittleren das volle Maß des Wahren aus dem Guten gegeben wurde; "und fünf Feierkleider" bedeutet viel Wahres aus dem Natürlichen; "und seinem Vater schickte er desgleichen" bedeutet, daß es dem geistig Guten umsonst geschenkt sei; "zehn Esel, tragend von den Gütern Ägyptens" bedeutet die besseren Kenntnisse mit vielen Dienstleistungen; "und zehn Eselinnen, Getreide und Brot tragend" bedeutet das Wahre des Guten und das Gute des Wahren, gleichfalls mit vielen Dienstleistungen; "und Lebensmittel für seinen Vater auf den Weg" bedeutet das inwendigere Wahre, das dem geistig Guten einstweilen (gegeben war). 5951. "Und die Söhne Israels taten also", 1. Mose 45/21, bedeutet die Wirkung der geistigen Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie taten", insofern es die Wirkung bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die geistigen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879. Was geistige Wahrheiten im Natürlichen sind, soll nun gesagt werden: solange die Glaubenswahrheiten noch außerhalb des Menschen, des Geistes und Engels sind, sind sie nicht (wahre) Glaubenswahrheiten, denn sie sind dem Subjekt (oder Individuum), in dem sie gebildet wurden, noch nicht angeeignet. Wenn sie aber dem Menschen, Geist und Engel, als ihrem Subjekt angeeignet sind, dann werden sie zu Glaubenswahrheiten, jedoch mit Unterschied je nach dem Lebenszustand eines jeden. Bei denen, die sie erst erlernen, sind sie nur wißtümliche Kenntnisse, später, wenn sie als heilig verehrt werden, dringen sie weiter ein und werden zu Wahrheiten der Kirche; wenn sie aber von demselben (innerlich) angeregt werden und ihnen gemäß leben, dann werden sie zu geistigen Wahrheiten, denn dann erfüllt sie das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit, das einzig und allein aus der geistigen Welt stammt und macht, daß sie leben; denn daß man von ihnen angeregt wird und ihnen gemäß lebt, wird durch jenes Gute bewirkt. Wie die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten genannt werden, beschaffen sind bei denen, die ihnen gemäß leben, und (bei denen), die nicht danach leben, ist mir gezeigt worden: bei denen, die nicht ihnen gemäß leben, erschienen sie wie weiße Fäden, und bei denen, die diese Wahrheiten hatten, aber nichts Gutes, als sehr schwache; aber bei denen, die ihnen gemäß leben, erscheinen sie wie Fibern aus einem Gehirn, von Geist erfüllt und weich, somit waren diese Wahrheiten belebt, jene aber unbelebt. Hieraus kann man erkennen, daß die Wahrheiten bei den Menschen sich je nach dem Lebenszustand eines jeden verhalten. Die Wahrheiten, die durch die Söhne Jakobs vorgebildet werden, sind noch nicht geistig, weil noch nicht ins Leben eingedrungen; aber die Wahrheiten, die durch sie, als Söhne Israels, vorgebildet werden, sind geistig, weil sie ins Leben eingedrungen und infolgedessen vom Guten der Liebe und der Liebtätigkeit erfüllt sind. Diese Wahrheiten werden hier verstanden, weil jetzt gehandelt wird von der Vorbereitung zur Verbindung der Wahrheiten im Natürlichen, das die Söhne Jakobs sind, mit dem inneren Guten, das Joseph ist, durch das Mittlere, das Benjamin, und auch durch das geistig Gute, das Israel (vorbildet). 5952. "Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl Pharaos", 1. Mose 45/21, bedeutet, daß sie vom Inneren aus Lehrbestimmungen erhielten nach Gefallen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der sie ihnen gab, insofern er das innere Gute bezeichnet, worüber im vorigen; aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie Lehrbestimmungen bezeichnen, wovon Nr. 5945, und aus der Bedeutung von "nach dem Befehle Pharaos", insofern es ausdrückt, wie es ihnen gefiel, nämlich den geistigen Wahrheiten, welches die Söhne Israels sind, weil diese Wahrheiten im Natürlichen sind, das durch Pharao vorgebildet wird: Nr. 5160, 5799, und die Wagen, durch welche die Lehrbestimmungen bezeichnet werden, ihnen zur Verfügung gestellt wurden. Wie es (ihnen) gefiel, wird gesagt, weil die Lehrbestimmungen, die durch die Wagen Ägyptens bezeichnet werden, aus dem Buchstabensinn des Wortes genommen sind: Nr. 5945, der ohne den inneren Sinn sich mit jedem Guten verbinden kann, denn der Herr lehrt keinen die Wahrheiten ausdrücklich, sondern leitet durch das Gute zum Nachdenken darüber, was wahr sei, und Er flößt dem Menschen unbewußt das Innewerden ein, daß etwas wahr ist und dadurch die Erwählung desselben als Wahrheit, weil das Wort es so sagt und weil es (zur Aufnahme) paßt. So richtet der Herr die Wahrheiten ein, je nach der Aufnahme des Guten bei einem jeden, und weil dies gemäß der Neigung eines jeden geschieht und somit in Freiheit, wird hier gesagt, "wie es ihnen gefiel". 5953. "Und gab ihnen Zehrung auf den Weg", 1. Mose 45/21, bedeutet, ihren Lebensunterhalt aus dem einstweilen vorhandenen Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zehrung, insofern sie den Lebensunterhalt aus dem Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 5490. 5954. "Und ihnen allen gab er Feierkleider", 1. Mose 45/22, bedeutet die Wahrheiten, die mit Gutem erfüllt waren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kleider, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber im Folgenden. Daher werden durch Feierkleider die neuen Wahrheiten bezeichnet; und die Wahrheiten werden neu, wenn sie mit Gutem erfüllt werden, denn alsdann empfangen sie Leben. Es wird hier nämlich von der Verbindung des natürlichen Menschen mit dem geistigen oder des äußeren mit dem inneren gehandelt. Wenn diese Verbindung eintritt, dann ändern sich die Wahrheiten und werden neue, denn dann nehmen sie durch das Einfließen des Guten Leben auf; man sehe Nr. 5951. Das Wechseln der Kleider war eine Vorbildung, daß heilige Wahrheiten angenommen wurden, und diese wurden daher auch Feierkleider (oder Wechselkleider) genannt; man sehe Nr. 4545. Daß durch die Kleider im Worte Wahrheiten bezeichnet werden, kommt daher, weil die Wahrheiten das Gute bekleiden, beinahe wie die Gefäße das Blut, und die Nervenfasern den Geist; und daß das Kleid die Bedeutung des Wahren hat, kommt daher, weil die Geister und auch die Engel mit Kleidern angetan erscheinen und zwar alle gemäß den Wahrheiten, die in ihnen sind. In weißen (Kleidern) erscheinen diejenigen, die in den Wahrheiten des Glaubens sind, durch die sie das Gute erlangen, hingegen in hellglänzenden die, welche in den Glaubenswahrheiten sind, die aus dem Guten stammen; denn das Gute leuchtet durch das Wahre hindurch, daher ihr Glanz; man sehe Nr. 5248. Daß Geister und Engel in Kleidern erscheinen, kann man auch aus dem Worte erkennen (in den Stellen), wo eine Erscheinung der Engel erwähnt wird, wie bei Matth.28/3: "Das Ansehen des Engels, der am Grabe des Herrn saß, war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee". Joh.Offenb.4/4: "Auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, angetan mit weißen Kleidern". Joh.Offenb.19/11,13,14: "Der auf dem weißen Pferde saß, war angetan mit einem in Blut getauchten Kleide, und Sein Name heißt: das Wort Gottes. Und Seine Heere im Himmel folgten Ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißem und reinem Byssus": Kleider weiß wie Schnee und weißer Byssus bedeuten heilige Wahrheiten, denn Weiße und Helle wird von den Wahrheiten gesagt: Nr. 3301, 3993, 4007, 5319; weil sie ganz in die Nähe des Lichtes kommen, und das Licht, das vom Herrn ausgeht, ist das göttlich Wahre: deswegen erschienen bei der Verklärung des Herrn Seine Kleider wie das Licht, worüber bei Matth.17/2: "Als Jesus verklärt wurde, leuchtete Sein Angesicht wie die Sonne, und Seine Kleider wurden weiß wie das Licht": daß das Licht das göttlich Wahre bezeichnet, ist in der Kirche bekannt, daß es aber mit einem Kleide verglichen wird, erhellt bei Ps.104/2: "Jehovah bedecket Sich mit Licht, wie mit einem Kleide". Daß die Kleider Wahrheiten bezeichnen, erhellt aus mehreren Stellen im Worte: Matth.22/11-13: "Als der König eintrat, um die zu Tische Liegenden zu sehen, sah er daselbst einen Menschen, der nicht mit einem hochzeitlichen Kleide angetan war; und er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen ohne ein Hochzeitskleid anzuhaben? Deshalb ward er hinausgeworfen in die äußerste Finsternis": welche Menschen unter dem verstanden werden, der nicht mit einem hochzeitlichen Kleide angetan war, sehe man Nr. 2132. Jes.52/1: "Auf, auf, ziehe deine Stärke an, Zion, lege deine schönen Kleider an, Jerusalem, du heilige Stadt, weil künftig nicht mehr ein Unbeschnittener und Unreiner zu dir kommt": schöne Kleider für Wahrheiten aus dem Guten. Hes.16/10,13: "Ich kleidete dich in gestickte Kleider und zog dir Schuhe an von Dachsfell, ich umhüllte dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide; deine Kleider waren von Byssus und Seide und von Gesticktem; Semmelmehl, Honig und Öl aßest du": von Jerusalem, durch das hier die Alte geistige Kirche verstanden wird, die, nachdem die Älteste himmlische Kirche zugrunde gegangen war, vom Herrn eingerichtet wurde. Die Wahrheiten, mit denen jene Kirche begabt war, werden durch Kleider beschrieben: Gesticktes bezeichnet Kenntnisse, wenn dieselben echter Art sind, erscheinen sie auch wirklich wie Stickerei und wie ein (feines) Kleid im anderen Leben, was mir auch zu sehen gegeben wurde; Byssus und Seide bezeichnen Wahrheiten aus dem Guten, aber im Himmel erscheinen diese, weil sie in dem Lichte desselben sind, sehr glänzend und durchsichtig. Hes.27/7: "Byssus mit Stickereien aus Ägypten war deine Ausbreitung (d.i. dein Segel), und Himmelblau und Purpur aus den Inseln Elisa war deine Decke": hier von Tyrus, durch das die Erkenntnisse des Wahren und Guten vorgebildet werden: Nr. 1201, und wenn sie echt sind, werden sie durch Byssus mit Stickereien aus Ägypten bezeichnet, das Gute aus demselben oder das Gute des Wahren durch Himmelblau und Purpur. Ps.45/14,15: "Ganz herrlich ist die Tochter des Königs, von Goldgewebe ist ihr Kleid, in gestickten Kleidern wird sie zum König geführt werden": Tochter des Königs für Neigung zum Wahren; Kleid von Goldgewebe für Wahrheiten, in denen Gutes; gestickte Kleider für die untersten Wahrheiten. Joh.Offenb.3/4,5: "Du hast wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben, und mit Mir wandeln werden in weißen Kleidern, denn sie sind es würdig. Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden": die Kleider nicht beflecken, bedeutet, die Wahrheiten nicht verderben mit Falschem. Joh.Offenb.16/15: "Selig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergehe, und man seine Blöße sehe": Kleider ebenfalls für Wahrheiten. Die Glaubenswahrheiten aus dem Wort sind es, die zunächst durch Kleider bezeichnet werden. Wer diese oder auch wer die Wahrheiten oder das dem Wahren Ähnliche aus seiner Religion, wie die Heiden, sich nicht erworben und für das Leben angewendet hat, derselbe mag noch so sehr glauben im Guten zu sein, er ist es nicht, denn weil er keine Wahrheiten aus dem Wort oder aus seiner Religion hat, so läßt er sich ebensosehr von bösen Geistern als von guten vermittelst Vernünfteleien führen, und kann somit nicht von den Engeln geschützt werden. Dies wird darunter verstanden, daß man wachen und seine Kleider bewahren müsse, damit man nicht nackt umhergehe und man seine Blöße sehe. Sach.3/3,4: "Jehoschua war in befleckten Kleidern; so stand er vor dem Engel, der zu den vor ihm Stehenden sprach: Entfernet die befleckten Kleider von ihm; zu ihm aber sprach er: Siehe, ich habe deine Ungerechtigkeit von dir genommen und dich angetan mit Feierkleidern": befleckte Kleider bedeuten die vom Falschen, das aus Bösem stammt, verunreinigten Wahrheiten; als daher diese Kleider entfernt und andere angezogen waren, wird gesagt: Siehe, ich habe deine Ungerechtigkeit von dir genommen. Daß die Ungerechtigkeit nicht durch Kleiderwechsel verschwinde, kann jeder wissen und daher auch schließen, daß das Wechseln der Kleider vorbildlich war, wie auch das Waschen der Kleider, welches befohlen worden, wenn sie gereinigt werden sollten, z.B. als sie hinzutraten zum Berge Sinai: 2. Mose 19/14; und wenn sie von Unreinigkeiten gereinigt werden sollten: 3. Mose 11/25,40; 14/8,9; 4. Mose 8/6,7; 19/21; 31/19-24; denn die Entfernung des Unreinen geschieht durch Glaubenswahrheiten, weil diese lehren, was das Gute ist, was die Liebtätigkeit, was der Nächste, was der Glaube, was der Herr, was der Himmel, was das ewige Leben; lauter Dinge, die man nicht weiß ohne die belehrenden Wahrheiten, ja nicht einmal, daß sie vorhanden sind. Wer weiß aus sich heraus anderes, als daß das Gute der Eigenliebe und der Weltliebe das einzige Gute des Menschen sei, denn in beiden liegt der Lustreiz seines Lebens; und wer kann ohne die Glaubenswahrheiten wissen, daß es ein anderes Gutes gibt, das der Mensch sich aneignen kann, nämlich das Gute der Liebe zu Gott und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und daß in diesen Gütern das himmlische Leben besteht. Ferner, daß dieses Gute in dem Maße durch den Himmel vom Herrn einfließt, als der Mensch sich nicht mehr als andere, und die Welt nicht mehr als den Himmel liebt? Hieraus kann erhellen, daß die Reinigung, die durch das Waschen der Kleider vorgebildet wurde, durch die Glaubenswahrheiten zustande kommt. 5955. "Dem Benjamin aber gab er dreihundert Silberlinge", 1. Mose 45/22, bedeutet, daß dem Mittleren das volle Maß des Wahren aus dem Guten gegeben wurde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, insofern er das Mittlere bezeichnet, worüber Nr. 5600, 5631, 5639, 5688, 5822; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, welcher gab, insofern er das innere Gute bezeichnet, worüber Nr. 5826, 5827, 5869, 5877; aus der Bedeutung von dreihundert, insofern es das Volle ausdrückt, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Silberlinge, insofern sie das Wahre bezeichnen, worüber Nr. 1551, 2954, 5658. Hieraus erhellt, daß durch "dem Benjamin gab er dreihundert Silberlinge" bezeichnet wird, daß er dem Mittleren das volle (Maß) des Wahren aus dem Guten gegeben habe; denn das Mittlere, was Benjamin vorbildet, ist das innere Wahre durch das Einfließen aus dem inneren Himmlischen: Nr. 5600, 5631. Daß dreihundert das Volle bezeichnet, kommt daher, weil es aus drei und aus durch Multiplikation hervorgeht, und drei bedeutet das Volle: Nr. 2788, 4495; und hundert bedeutet vieles: Nr. 4400; denn was die zusammengesetzten Zahlen in sich schließen, erkennt man aus den einfachen, aus denen sie stammen. Wo sonst im Wort dreihundert genannt wird, schließt es das gleiche in sich, z.B. daß die Arche Noachs eine Länge von dreihundert Ellen haben sollte: 1. Mose 6/15. Ferner, daß es dreihundert Männer waren, durch die Gideon Midian schlug, von denen es im Buche der Richter 7/6-8,16,22 heißt: "Die Zahl derer, die aus der Hand zum Munde geleckt hatten, war dreihundert Männer; Jehovah sprach zu Gideon: Durch die dreihundert Männer, die geleckt haben, will ich Midian in deine Hand geben. Gideon teilte die dreihundert Männer in drei Haufen und gab eine Posaune in die Hand eines jeden, und leere Krüge und Fackeln inmitten der Krüge. Als die dreihundert die Posaunen bliesen, wendete Jehovah das Schwert eines jeden Mannes gegen seinen Gefährten und gegen das ganze Lager": durch dreihundert Männer wird auch hier das Volle bezeichnet, wie auch durch die drei Haufen, in welche die Dreihundert geteilt waren; und hundert, das die Zahl eines jeden Haufens war, bedeutet viel und hinlänglich, folglich daß sie genügen würden gegen Midian. Übrigens waren alle diese Dinge Vorbildungen, nämlich daß die angenommen würden, die Wasser aus der Hand leckten, daß jedem eine Posaune (gegeben wurde) und Krüge, in denen Fackeln waren, und zwar deshalb, weil durch Midian, gegen welches sie zogen, solches Wahre vorgebildet wurde, das nicht von echter Art war, weil kein Gutes des Lebens in demselben war. Aber über alle diese Dinge soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle (die Rede sein). Daß die Zahlen auch vorbildlich waren, erhellt aus vielen anderen Stellen, z.B. Jos.6/4, daß Sieben bei Joschua waren, als sie Jericho einnahmen; denn damals wurde befohlen, daß "sieben Priester sieben Jubelposaunen vor der Bundeslade einher tragen sollten; daß sie am siebenten Tage siebenmal um die Stadt herumgehen sollten". 5956. "Und fünf Feierkleider", 1. Mose 45/22, bedeutet viel Wahres aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf, sofern es "viel" bezeichnet, worüber Nr. 5708; und aus der Bedeutung der Feierkleider, insofern sie die mit Gutem erfüllten Wahrheiten bezeichnen; aus dem Natürlichen, weil Kleider vom Natürlichen ausgesagt werden. Daß das Wahre aus dem Natürlichen in dem Mittleren ist, das durch Benjamin vorgebildet wird, kommt daher, weil es, um das Mittlere zu sein, (etwas) vom Inneren und vom Äußeren an sich haben muß: Nr. 5822; daß vom Inneren, wird dadurch verstanden, daß dem Mittleren das volle (Maß) des Wahren aus dem Guten gegeben wurde, was durch dreihundert Silberlinge bezeichnet wird, wovon Nr. 5955; daß vom Äußeren wird verstanden durch "viel Wahres aus dem Natürlichen," was durch die fünf Feierkleider (bezeichnet wird). 5957. "Und seinem Vater schickte er desgleichen", 1. Mose 45/23, bedeutet, daß es dem geistig Guten umsonst geschenkt worden sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, wie Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und aus der Bedeutung von schicken, insofern es hier soviel ist, als umsonst geben; denn alles, was durch das Innere vom Herrn in das Äußere oder in das Natürliche, und auch was in das geistig Gute einfließt, das Israel, wird, weil dasselbe aus dem Natürlichen stammt, umsonst geschenkt; denn der Herr fordert zwar Demütigung, Anbetung, Danksagung und mehreres vom Menschen, was als Vergeltung und also nicht umsonst gegeben erscheint, allein der Herr fordert alles dies nicht um Seinetwillen, denn die Herrlichkeit des Göttlichen wird durch die Demütigung, Anbetung und Danksagungen des Menschen keineswegs vermehrt; im Göttlichen ist durchaus nichts von Selbstliebe denkbar, so daß dergleichen um Seinetwillen geschehen müßte; es geschieht vielmehr nur um des Menschen selbst willen, denn wenn der Mensch in Demut ist, dann kann er Gutes vom Herrn aufnehmen, weil er alsdann von der Eigenliebe und dem Bösen derselben, das widersteht, losgetrennt ist. Der Herr will daher den Stand der Demütigung beim Menschen aus dem Grunde, weil Er, wenn der Mensch in diesem Zustand ist, mit dem himmlisch Guten einfließen kann. Ebenso verhält es sich mit der Anbetung und mit der Danksagung. 5958. "Zehn Esel, tragend von den Gütern Ägyptens", 1. Mose 45/23, bedeutet das Wißtümliche mit vielen Dienstleistungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zehn, insofern es viel bezeichnet, worüber Nr. 3107, 4638, 5708; aus der Bedeutung der Esel, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnen, worüber Nr. 5741; hier die untersten Kenntnisse, worüber Nr. 5934, die, weil sie das Inwendigere tragen, Dienste leisten; und aus der Bedeutung des Guten Ägyptens, insofern es die Kenntnisse bezeichnet, wie Nr. 5942, 5949; hier aber die Kenntnisse der Kirche, denn diese werden eigentlich durch Ägypten bezeichnet: Nr. 4749, 4964, 4966. Daß diese das Gute Ägyptens sind, kommt daher, weil sie durch Joseph zu Israel, d.h. durch das innere Himmlische zu dem geistig Guten gesendet wurden. 5959. "Und zehn Eselinnen, Getreide und Brot tragend", 1. Mose 45/23, bedeutet das Wahre des Guten und das Gute des Wahren gleichfalls mit vielen Dienstleistungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zehn, insofern dieses viel bezeichnet, wie Nr. 5958; aus der Bedeutung der Eselinnen, insofern sie Dienstleistungen bezeichnen, wie auch Nr. 5958; aus der Bedeutung des Getreides, insofern es das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 5295, 5410; hier aber das Wahre des Guten, weil vom himmlischen Inneren (herkommend), welches Joseph; und aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute dieses Wahren ist, worüber Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3478, 3735, 4211, 4217, 4735, 4976. Daß das Getreide das Wahre des Guten bedeutet, und an anderen Stellen das Gute des Wahren, damit verhält es sich in folgender Weise: Die Bedeutungen sind anders, wenn von einem Einfluß aus dem inneren Himmlischen, und anders, wenn (von einem Einfluß) aus dem inneren Geistigen gehandelt wird. Was vom inneren Himmlischen einfließt, ist nichts als Gutes, was zwar Wahres in sich hat, aber dieses Wahre ist (wesentlich) Gutes. Was hingegen vom inneren Geistigen einfließt, ist nichts als Wahres, das, wenn es Sache des Lebens geworden, das Gute des Lebens genannt wird. Daher kommt es nun, daß das Getreide bald das Gute des Wahren bedeutet und bald das Wahre des Guten. Hier das Wahre des Guten, weil aus dem inneren Himmlischen (stammend), das Joseph ist. Daß die Eselinnen Getreide und Brot trugen, und die Esel die Güter Ägyptens, kommt daher, weil durch Esel die Dienstleistungen bezeichnet werden, soweit sie sich auf das Wahre beziehen, und durch Eselinnen die Dienstleistungen, soweit sie sich auf das Gute beziehen; daher wurde auf den Eseln solches fortgeführt, was für diese, und auf den Eselinnen solches, was für diese passend war; sonst wäre es nicht nötig gewesen, zu erwähnen, daß es Esel und Eselinnen waren und was jene und diese trugen. 5960. "Und Lebensmittel für seinen Vater auf den Weg", 1. Mose 45/23, bedeutet das inwendigere Wahre, das dem geistig Guten einstweilen (gegeben war). Dies erhellt aus der Bedeutung der Lebensmittel, insofern sie das inwendigere Wahre bezeichnen; denn dieses hat sein Dasein vom Wahren des Guten und vom Guten des Wahren, was bezeichnet wird durch Getreide und Brot: Nr. 5959; und das inwendige Wahre ist auch wirklich ein Nahrungsmittel für das geistig Gute. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute bezeichnet, wovon Nr. 5957; und aus der Bedeutung von "auf den Weg", insofern es das Einstweilige bezeichnet, nämlich bevor er (nach Ägypten) kam, d.h. bevor die völlige Verbindung zustande kam. 5961. Vers 24-28: Und er entließ seine Brüder, und sie gingen, und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege. Und sie zogen hinauf aus Ägypten und kamen ins Land Kanaan, zu Jakob, ihrem Vater. Und verkündigten ihm, indem sie sprachen: Joseph lebt noch, ja er herrscht über das ganze Land Ägypten; aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht. Und sie sagten ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet hatte, und er sah die Wagen, die Joseph geschickt hatte, um ihn hinaufzuführen; da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf. Und Israel sprach: Es ist genug; Joseph, mein Sohn lebt noch; ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe. "Und er entließ seine Brüder, und sie gingen" bedeutet das Verborgensein; "und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege" bedeutet das Innewerden sei ihnen gegeben, damit sie in Ruhe sein sollten; "und sie zogen hinauf aus Ägypten" bedeutet das Zurückweichen von dem Wißtümlichen der Kirche; "und kamen ins Land Kanaan, zu Jakob, ihrem Vater" bedeutet ihr Verweilen, wo das natürlich Gute sich befand, das noch nicht geistig war; "und verkündigten ihm, indem sie sprachen" bedeutet das Einfließen und die Wahrnehmung; "Joseph lebt noch" bedeutet das Innere sei nicht verworfen; "ja er herrscht über das ganze Land Ägypten" bedeutet das natürliche Gemüt stehe unter seiner Botmäßigkeit; "aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht" bedeutet den Mangel des natürlichen Lebens und daher des Verständnisses; "und sie sagten ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet hatte" bedeutet das Einfließen aus dem Himmlischen des Geistigen; "und er sah die Wagen, die Joseph geschickt hatte, um ihn hinaufzuführen" bedeutet die Lehrbestimmungen daraus, die überzeugen sollten; "da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf" bedeutet das neue Leben; "und Israel sprach" bedeutet das nun geistig Gute; "es ist genug, Joseph, mein Sohn lebt noch" bedeutet Freude darüber, daß das Innere nicht zugrunde gegangen sei; "ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe" bedeutet das Verlangen nach Verbindung, ehe das Neue (eintritt). 5962. "Und er entließ seine Brüder, und sie gingen", 1. Mose 45/24, bedeutet das Verborgensein. Dies erhellt aus der Bedeutung von entlassen, insofern es heißt, von sich entfernen, folglich nicht mehr so gegenwärtig bei ihnen sein; und aus der Bedeutung von gehen oder fortgehen, insofern es leben bezeichnet, dann auch entfernter leben, wie auch verlassen, worüber Nr. 3335, 3416, 3690, 4882, 5493, 5696, somit auch verborgen werden. Daß jetzt von der Entfernung vom inneren Himmlischen und somit von dem Verborgensein desselben gehandelt wird, erhellt aus dem Folgenden seinem inneren Sinne nach. Wer nicht weiß, wie es sich mit dem Lebenszustand der Geister und Engel in den Himmeln verhält, der kann auch nicht wissen, warum nun von einem Verborgensein des Guten und Wahren gehandelt wird, während sie doch früher im Lichte derselben waren. Dieser Zustand besteht im Himmel darin, daß die Geister und Engel Morgen, Mittag und Abend, wie auch Dämmerung und dann wiederum Morgen haben usf. Ihr Morgen ist, wenn der Herr gegenwärtig ist und sie mit offenbarer Glückseligkeit segnet, alsdann sind sie im Innewerden des Guten; Mittag ist, wenn sie im Lichte der Wahrheiten sind; und Abend, wenn sie von ihnen entfernt werden, dann hat es den Anschein, als ob der Herr entfernter und vor ihnen verborgen sei. Alle, die im Himmel sind, erfahren diese Wechselzustände und machen sie durch. Auf andere Weise können sie nicht fortwährend vervollkommnet werden, denn hierdurch erhalten sie Anhaltspunkte (zur Vergleichung) und durch diese ein vollkommeneres Innewerden, weil sie dadurch erkennen, was das Nichtselige ist, denn daraus erkennen sie, was das Nicht-Gute und das Nicht-Wahre ist. Bewunderungswürdig aber ist dabei, daß in Ewigkeit durchaus kein Zustand dem anderen völlig gleich ist. Ferner daß kein Geist und Engel die gleichen Zustandswechsel durchläuft wie der andere, aus dem Grunde, weil keiner dem anderen völlig gleich ist in Ansehung des Guten und Wahren, wie auch kein Mensch dem anderen in betreff seines Aussehens (ganz) gleich ist. Aber dennoch bildet der Herr aus diesen Verschiedenen eine Einheit. Es ist eine allgemeine Regel, daß jede Einheit, die eine bestimmte Beschaffenheit hat, aus verschiedenen Bestandteilen besteht, die wie durch ein harmonisches Zusammenklingen zur Übereinstimmung gebracht werden, so daß sie alle wie Eins erscheinen. Diese daraus hervorgehende Einheit oder Einigung bildet sich in den Himmeln durch die Liebe und die Liebtätigkeit; man sehe Nr. 3241, 3267, 3744, 3745, 3986, 4005, 4149, 4598. Das Verborgensein, das dadurch bezeichnet wird, daß Joseph seine Brüder entließ und daß sie gingen, wird im Worte Abend genannt, der bei den Engeln dann eintritt, wenn sie den Herrn nicht als gegenwärtig empfinden. Im Himmel ist nämlich ein fortwährendes Innewerden des Herrn; wenn sie im Zustand des Nicht-Innewerdens sind, dann werden sie vom Guten nicht angeregt und sehen auch das Wahre nicht wie vorher, und dies ängstigt sie, aber bald hernach kommt die Dämmerung und somit der Morgen. HG 5963 5963. "Und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege", 1. Mose 45/24, bedeutet, das Innewerden sei ihnen gegeben, damit sie in Ruhe sein sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu ihnen sprechen", insofern es ein Innewerden bezeichnet, das von dem Inneren gegeben war, das Joseph vorbildet, wovon öfter, und aus der Bedeutung von "nicht auf dem Wege zanken", insofern es ausdrückt, daß sie in Ruhe sein sollten; denn Zank mit anderen ist Unruhe, weil Aufregung des Geistes. Die Zustände, die im anderen Leben wechseln, von denen gleich oben Nr. 5962, verhalten sich gemäß dem Innewerden des Guten und Wahren bei ihnen, also gemäß dem Innewerden der Gegenwart des Herrn. Je nach dem Innewerden wird ihnen Ruhe zuteil; denn die, welche im Innewerden der Gegenwart des Herrn sind, empfinden in ihrem Inneren, daß alles und jedes, was ihnen widerfährt, zu ihrem Besten dient, und daß das Böse sie nicht antasten kann, daher sind sie in Ruhe. Ohne solchen Glauben oder Vertrauen zum Herrn, kann man durchaus nicht zur Ruhe des Friedens gelangen, somit auch nicht zu dem beseligenden Gefühl der Freude, weil diese Seligkeit der Ruhe des Friedens innewohnt. 5964. "Und sie zogen hinauf aus Ägypten", 1. Mose 45/25, bedeutet das Zurückweichen von dem Wißtümlichen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "hinaufziehen von da", insofern es ein Zurückweichen (oder eine Entfernung) bezeichnet. Hinaufziehen heißt es aus Ägypten zum Lande Kanaan und hinabziehen von diesem nach Ägypten aus dem schon einige Male angegebenen Grunde. Hier wird aber durch hinaufziehen (zugleich) ein Weggehen bezeichnet, und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es im inneren Sinn die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4749, 4964, 4966. Diese Kenntnisse werden bezeichnet, weil sie in denselben standen, als sie in Ägypten bei Joseph waren: Nr. 5958. Hier bis zum letzten Vers dieses Kapitels ist die Rede von der Entfernung von dem, was dem Guten und dem Wahren angehört, also von den Dingen der Kirche, und diese Entfernung wird oben unter dem Verborgensein verstanden: Nr. 5962, und hier unter dem Zurückweichen. Dieser Zustand wird im Wort durch den Abend bezeichnet. Wenn (die Menschen) in diesem Zustand sind, weichen sie vom Himmlischen und Geistigen zurück und treten näher zu dem, worin kein Geistiges und Himmlisches ist; aber dieses Verborgensein oder Zurückweichen geschieht nicht dadurch, daß der Herr Sich verbirgt oder zurückzieht, sondern dadurch, daß sie selbst (es tun); denn sie können nicht länger von ihrem Eigenen abgehalten werden, weil es nicht übereinstimmt; deshalb tritt dieser Zustand ein, wenn sie sich selbst oder ihrem Eigenen überlassen werden, und in dem Maße als sie demselben überlassen oder in dasselbe versenkt werden, weichen sie von dem zurück, was Angehör des Himmels ist, und wird ihnen das Gute unempfindbar und das Wahre verdunkelt. Daraus erhellt, daß nicht der Herr Sich verbirgt, sondern der Mensch, der Geist, der Engel, sich selber. 5965. "Und sie kamen ins Land Kanaan zu Jakob, ihrem Vater", 1. Mose 45/25, bedeutet ihr Verweilen, wo das natürlich Gute sich befand, das nicht geistig war. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 3686, 3705, 4447, 4517, 4736, also die Wohnung derer, welche die Kirche vorbilden sollten, die, wie bekannt, die Nachkommen Jakobs waren; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Gute bezeichnet, worüber Nr. 3305, 3659, 3775, 4009, 4073, 4234, 4538, nicht aber das Geistige, denn dieses wird durch Israel vorgebildet. Daß Jakob das Äußere der Kirche vorbildet und Israel das Innere, sehe man Nr. 4286, 4570. Ob man sagt das natürlich Gute oder das Äußere der Kirche und das geistig Gute oder das Innere der Kirche, ist dasselbe; denn das natürlich Gute bildet das Äußere der Kirche und das geistig Gute des Innere derselben. Geistiges heißt, was im Lichte des Himmels ist; denn was in diesem Lichte ist, trägt die Neigung zum Guten und das Innewerden des Wahren in sich. Diese sind in diesem Lichte, weil dieses Licht vom Herrn ist. Daher sind auch diejenigen, die im geistig Guten und Wahren sind, im Inneren der Kirche, weil sie (gleichsam) mit ihrem Haupte innerhalb des Himmels stehen. Natürliches aber heißt, was im Lichte der Welt ist, und was in diesem Lichte ist, hat die Neigung zum Guten und das Innewerden des Wahren nicht in sich, sondern außer sich; denn das Himmelslicht fließt ein und erleuchtet ringsumher, somit außerhalb, nicht innerhalb, und macht, daß man erkennt, daß das Gute gut ist, und das Wahre wahr, weil es so gesagt wird, nicht aber, weil man inne wird, daß es so sei. Deshalb sind diejenigen, die im natürlich Guten sind, im Äußeren der Kirche, denn sie sind mit dem Haupte nicht im Himmel, sondern ihr Haupt wird von daher erleuchtet, aber von außen. Jetzt wird Jakob Jakob genannt, nicht Israel, weil sie nun im Äußeren sind, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht. 5966. "Und verkündigten ihm, indem sie sprachen", 1. Mose 45/26, bedeutet das Einfließen und die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "verkündigen", insofern es ausdrückt, mitgeteilt und verbunden werden, worüber Nr. 4856, 5596, also auch Einfließen, denn was verkündigt wird, fließt in das Denken ein; und aus der Bedeutung von sagen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber im vorigen, also auch Wahrnehmung. 5967. "Joseph lebt noch", 1. Mose 45/26, bedeutet, das Innere sei nicht verworfen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Gute bezeichnet, worüber Nr. 5805, 5826, 5827, 5869, 5877; und aus der Bedeutung von leben, insofern es ausdrückt, noch dasein, mithin nicht verworfen sein. Daß leben (hier) bedeutet, nicht verworfen sein, kommt daher, weil zuerst von den Söhnen Jakobs das Innere, was durch Joseph vorgebildet wird, verworfen worden war, und weil damals ihr Vater geglaubt hatte, daß es durch das Böse und Falsche zugrunde gegangen sei: Nr. 5828; daher wird nun durch "leben" bezeichnet, daß dem nicht so sei. 5968. "Ja, er herrscht über das ganze Land Ägypten", 1. Mose 45/26, bedeutet, das natürliche Gemüt stehe unter seiner Botmäßigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Herrschens, insofern es bezeichnet, daß etwas unter jemandes Botmäßigkeit stehe, und aus der Bezeichnung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5301. 5969. "Aber sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht", 1. Mose 45/26, bedeutet den Mangel des natürlichen Lebens und daher des Verständnisses. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Herz blieb kalt" (oder erstarrt), insofern es einen Mangel des Lebens bezeichnet, und weil von Jakob die Rede ist, durch den das natürlich Gute vorgebildet wird: Nr. 5965, so bezeichnet es einen Mangel des natürlichen Lebens; ferner aus der Bedeutung von nicht glauben, insofern es einen Mangel des Verständnisses bezeichnet. Es wird hinzugefügt "daher", weil immer das Leben des Willens vorangeht und das Leben des Verstandes nachfolgt, und zwar aus dem Grunde, weil nur dem Willen das Leben innewohnt, dem Verstande aber nur vermöge des Willens. Dies erhellt deutlich aus dem Guten, das Sache des Willens ist, und aus dem Wahren, das Sache des Verstandes ist, insofern dem Guten das Leben innewohnt, nicht aber dem Wahren, außer vermöge des Guten. Offenbar ist nämlich immer das, was lebt, das Frühere, und das, was durch dieses lebt, das Spätere; deshalb wird auch gesagt: "Mangel des natürlichen Lebens und daher (Mangel) des Verständnisses", was dadurch bezeichnet wird, daß sein Herz kalt blieb, weil er ihnen nicht glaubte. 5970. "Und sie sagten ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet hatte", 1. Mose 45/27, bedeutet das Einfließen aus dem Himmlischen des Geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sagen, insofern es ein Einfließen bezeichnet, worüber Nr. 2951, 5481, 5797, und aus der Vorbildung Josephs, insofern er das himmlisch Geistige vorbildet, worüber Nr. 4286, 4592, 4963, 5307, 5331, 5332, 5447. 5971. "Und er sah die Wagen, die Joseph geschickt hatte, um ihn hinaufzuführen", 1. Mose 45/27, bedeutet die Lehrbestimmungen daraus, die überzeugen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie die Lehrbestimmungen bezeichnen, worüber Nr. 4945, 5952; aus der Bedeutung von "die Joseph geschickt hatte", insofern es bezeichnet, was aus dem inneren Himmlischen kommt, und aus der Bedeutung von "um ihn herzuführen", insofern es heißt, die überzeugen sollten; denn "ihn zu Joseph führen, damit er ihn sähe", ist soviel als überzeugen. Daß er auch wirklich durch den Anblick der Wagen überzeugt wurde, geht deutlich aus den jetzt folgenden Worten hervor, nämlich: Da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf, und Israel sprach: Es ist genug, Joseph, mein Sohn, lebt noch. 5972. "Da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf", 1. Mose 45/27, bedeutet ein neues Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "der Geist lebte wieder auf", insofern dies ein neues Leben bezeichnet, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Gute ist, worüber Nr. 5965. Daher wird durch "es lebte der Geist Jakobs wieder auf" bezeichnet ein neues Leben für das natürlich Gute. Ein neues Leben entsteht, wenn das Geistige vom Inneren einfließt, und in dem, was im Natürlichen ist, von innen her wirkt. Hierdurch wird das natürlich Gute geistig und mit dem Guten verbunden, das durch Israel vorgebildet wird. Deshalb wird Jakob jetzt auch wirklich Israel genannt, denn es heißt: "da lebte der Geist Jakobs wieder auf, und Israel sprach". 5973. "Und Israel sprach", 1. Mose 45/28, bedeutet das nun geistig (gewordene) Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute bezeichnet, wie Nr. 5801, 5803, 5806, 5832, 5817, 5819, 5826, 5833. Was das geistig Gute ist, das Israel bezeichnet, und was das natürlich Gute, das Jakob (vorbildet), sehe man Nr. 5965. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, kann durchaus nicht begreifen, warum Jakob bald Jakob, bald Israel genannt wird; denn in einem Kapitel, ja auch in einem Vers wird bald der eine bald der andere Name gebraucht. Daß es einen inneren Sinn des Wortes gibt, kann hieraus deutlich erhellen, so wie hier, wo gesagt wird: "da lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf, und Israel sprach". Ebenso in anderen Stellen, wie 1. Mose 42/4,5: "Benjamin, den Bruder Josephs, schickte Jakob nicht mit seinen Brüdern; da kamen die Söhne Israels inmitten derer, die (mit ihnen) zogen". 1. Mose 46/1,2: "Und Israel brach auf, und Gott sprach zu Israel in nächtlichen Gesichten: Jakob, Jakob? und dieser sprach: Hier bin ich". 1. Mose 46/5: "Und Jakob machte sich auf von Beerscheba, und die Söhne Israels führten ihren Vater Jakob". 1. Mose 46/27,29,30: "Alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig. Da spannte Joseph seinen Wagen an, und fuhr hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen; und Israel sprach zu Joseph". 1. Mose 47/27-29: "Und Israel wohnte im Lande Ägypten, im Lande Gosen; Jakob lebte im Lande Ägypten siebzehn Jahre. Und es nahten sich die Tage Israels, daß er sterben sollte". 1. Mose 48/2,3: "Und man zeigte Jakob an und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir; und Israel machte sich stark, und setzte sich auf in seinem Bette; und Jakob sprach zu Joseph". 1. Mose 49/1,2: "Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch und höret, ihr Söhne Jakobs, und merket auf Israel, euren Vater". 1. Mose 49/7: "Verflucht sei ihr Zorn, weil er gewaltig ist, und ihr Grimm, weil er hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob und zerstreuen in Israel". 1. Mose 49/24: "Es werden kräftig sein die Arme seiner Hände, durch die Hände des Starken Jakobs; daher ist er der Hirte, der Fels Israels". Außerdem häufig bei den Propheten. 5974. "Es ist genug, Joseph, mein Sohn, lebt noch", 1. Mose 45/28, bedeutet die Freude darüber, daß das Innere nicht zugrunde gegangen sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, und aus der Bedeutung von leben, insofern es heißt, nicht zugrunde gegangen sein, und auch nicht verworfen, wie Nr. 5967. Daß es eine Freude ausdrückt, ist klar. 5975. "Ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe", 1. Mose 45/28, bedeutet das Verlangen nach Verbindung, ehe das Neue eintritt. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und sehen, insofern es heißt verbunden werden. Daß sehen bedeutet verbunden werden, kommt daher, weil das innere Sehen in der geistigen Welt verbindet. Das innere Sehen ist ein Denken, und wenn dort in einer Gesellschaft viele als eins zusammenwirken und "auch in Chören", dann denkt der eine wie der andere, somit verbindet das Denken; und auch, wenn jemand an einen anderen denkt, stellt er sich als gegenwärtig dar. Somit verbindet (das Denken) auch in (diesem Falle). Daher kommt es, daß durch "gehen und sehen" Verbindung bezeichnet wird. Daß ein Wunsch nach Verbindung vorhanden ist, geht aus der Freude hervor, worüber Nr. 5974; und aus der Bedeutung von "bevor ich sterbe", insofern es ausdrückt, ehe das Neue eintritt, nämlich das Neue der Vorbildung, denn im Worte folgen die Vorbildungen so aufeinander, daß, wenn einer stirbt, entweder das gleiche Vorbild durch einen anderen eintritt, oder ein anderes, somit ein Neues, worüber Nr. 3253, 3259, 3276; so z.B. als Abraham starb, trat das Vorbildliche durch Jischak an seine Stelle, und als dieser starb, das Vorbildliche durch Jakob, und als dieser starb, das Vorbildliche durch seine Nachkommen. Dieses Neue ist es, was (hier) verstanden wird.   Nr. 5976 - 5993 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 46. Kapitel 1. Und Israel brach auf mit allem was er hatte, und er kam nach Beerscheba, und brachte Opfer dar dem Gotte seines Vaters Jischak. 2. Und Gott redete zu Israel in nächtlichen Gesichten und sprach: Jakob, Jakob? Und er sprach: Hier bin ich? 3. Und Er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters, fürchte dich nicht nach Ägypten hinabzuziehen, denn zu einem großen Volke will Ich dich daselbst machen. 4. Ich will mit dir hinabziehen nach Ägypten und Ich will dich auch wieder heraufführen; und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen. 5. Und Jakob machte sich auf von Beerscheba, und die Söhne Israels führten ihren Vater Jakob und ihre Kinder und ihre Weiber in die Wagen, die Pharao geschickt hatte, ihn zu führen. 6. Und sie nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie erworben hatten im Lande Kanaan, und kamen nach Ägypten, Jakob und all sein Same mit ihm. 7. Seine Söhne und die Söhne seiner Söhne mit ihm, seine Töchter und die Töchter seiner Söhne und all seinen Samen führte er mit sich nach Ägypten. 8. Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, des Jakob und seiner Söhne: der Erstgeborene Jakobs (war) Ruben. 9. Und die Söhne Rubens: Chanoch und Phallu, und Chezron und Karmi. 10. Und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ochad und Jachin und Zochar und Saul, der Sohn einer Kanaanitin. 11. Und die Söhne Levis: Gerschon und Kehath, und Merari. 12. Und die Söhne Jehudahs: Er und Onan und Schelah, und Perez und Serach; Er und Onan aber waren gestorben im Lande Kanaan, und die Söhne Perez waren Chezron und Chamul. 13. Und die Söhne Jisaschars: Thola und Puja, und Job und Schimron. 14. Und die Söhne Sebulons: Sered und Elon und Jachleel. 15. Dies sind die Söhne der Leah, die sie dem Jakob gebar in Paddam Aram, nebst Dinah, seiner Tochter; alle Seelen seiner Söhne und seiner Töchter (waren) dreiunddreißig. 16. Und die Söhne Gads: Ziphion und Chaggi, Schuni und Ezbon, Eri und Arodi und Areli. 17. Und die Söhne Aschers: Jimna und Jischwa, und Jischvi und Beria, und Serech, ihre Schwester. Und die Söhne Berias: Cheber und Malkiel. 18. Dies sind die Söhne der Silpah, die Laban Leah, seiner Tochter, gab, und sie gebar diese dem Jakob, sechzehn Seelen. 19. Und die Söhne Rachels, des Weibes Jakobs: Joseph und Benjamin. 20. Und dem Joseph wurden geboren im Lande Ägypten, die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On: Menasche und Ephraim. 21. Und die Söhne Benjamins: Bela und Becher, und Aschbel, Gera und Naaman, Echi und Rosch, Muppim, und Chuppim, und Arde. 22. Dies sind die Söhne Rachels, die dem Jakob geboren wurden, allesamt vierzehn Seelen. 23. Und die Söhne Dans: Chuschim. 24. Und die Söhne Naphthalis: Jachzeel und Guni, und Jeger und Schillem. 25. Dies sind die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rachel gab, und sie gebar dieselben dem Jakob; allesamt sieben Seelen. 26. Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen Lenden gekommen waren, außer den Weibern der Söhne Jakobs, (waren) alle zusammen sechsundsechzig Seelen. 27. Und die Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren waren, zwei Seelen; alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig. 28. Und er schickte Jehudah vor sich her zu Joseph, um vor ihm her (den Weg) zu weisen nach Gosen, und sie kamen in das Land Gosen. 29. Da spannte Joseph seinen Wagen an und fuhr hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen nach Gosen, und er zeigte sich vor ihm und fiel ihm um den Hals, und weinte lange an seinem Halse. 30. Und Israel sprach zu Joseph: Nunmehr will ich sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen, daß du noch lebst. 31. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern, und zum Hause seines Vaters: Ich will hinaufgehen, und es Pharao anzeigen, und zu ihm sagen: Meine Brüder und das Haus meines Vaters, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen. 32. Und die Männer sind Hirten, denn es sind Leute, die Viehzucht treiben; und ihre Schafe und ihre Rinder, und alles, was ihnen gehört, haben sie mitgebracht. 33. Und wenn Pharao euch ruft, und sagt: Was ist euer Geschäft? 34. So sollt ihr sagen: Leute, die Viehzucht treiben, sind deine Knechte von ihrer Jugend an bis jetzt, sowohl wir, als auch unsere Väter; damit ihr wohnen möget im Lande Gosen; denn ein Greuel der Ägypter ist jeder Hirte der Schafe.   Inhalt 5994. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von der Verbindung des inneren Himmlischen, das Joseph bezeichnet, mit dem geistig Guten aus dem Natürlichen, das Israel ist, gehandelt. Sodann werden die Wahrheiten und das Gute der Kirche der Ordnung nach aufgezählt, mit denen späterhin eine Verbindung stattfinden soll. Die Wahrheiten und das Gute der Kirche sind die Söhne und Enkel Israels, die nach Ägypten gekommen waren.   Innerer Sinn 5995. Vers 1: Und Israel brach auf mit allem, was er hatte, und er kam nach Beerscheba, und brachte Opfer dar dem Gotte seines Vaters Jischak. "Und Israel brach auf mit allem, was er hatte" bedeutet den Anfang der Verbindung; "und er kam nach Beerscheba" bedeutet die Liebtätigkeit und den Glauben; "und brachte Opfer dar dem Gotte seines Vaters Jischak" bedeutet den Gottesdienst aus jenen und den Einfluß aus dem göttlich Verständigen. 5996. "Und Israel brach auf mit allem was er hatte", 1. Mose 46/1, bedeutet den Anfang der Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von aufbrechen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Zusammenhängende bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4882, 5493, hier die Fortsetzung und Aufeinanderfolge der Verherrlichung des Herrn, Der im höchsten Sinn Israel und Joseph ist; aber im inneren Sinn das Zusammenhängende und Aufeinanderfolgende bei der Wiedergeburt des Menschen. Und weil nun in diesem Kapitel von der Verbindung des natürlichen Menschen mit dem geistigen, oder des äußeren mit dem inneren in ihrer Reihenfolge und Fortsetzung (gehandelt wird), deshalb wird durch "Israel brach auf mit allem was er hatte", der Anfang der Verbindung bezeichnet. 5997. "Und er kam nach Beerscheba", 1. Mose 46/1, bedeutet die Liebtätigkeit und den Glauben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Beerscheba, insofern es die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 2858, 2859, 3466; hier die Liebtätigkeit und den Glauben, nicht aber die Lehre derselben, denn es wird vom geistig Guten gesagt, das Israel ist. Das geistig Gute ist mehr als die Lehre, (denn) die Lehre geht aus diesem Guten hervor. Deswegen bedarf, wer zum geistig Guten gelangt ist, nicht mehr die Lehrbestimmungen, die er von anderen (empfangen hat), denn er steht nun am Ziele, nach dem er strebte, nicht mehr in den Mitteln; und die Lehrbestimmungen sind nichts anderes als Mittel, um zum Guten als zum Zweck zu gelangen. Daher kommt es nun, daß durch Beerscheba die Liebtätigkeit und der Glaube bezeichnet wird. 5998. "Und brachte Opfer dar dem Gotte seines Vaters Jischak", 1. Mose 46/1, bedeutet den Gottesdienst aus jenen und den Einfluß vom göttlich Verständigen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Opfer darbringen, insofern es den Gottesdienst bezeichnet, worüber Nr. 922, 923, 2180; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, der im höchsten Sinn das göttlich Vernünftige oder das Verständige des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210. Daß aus diesem ein Einfluß auf den Gottesdienst (stattfindet), ergibt sich als Folgesatz, denn es wird hier der Gottesdienst aus der Liebtätigkeit und dem Glauben verstanden, der durch Beerscheba bezeichnet wird: Nr. 5997, wo er Opfer darbrachte. Daß Jakob dem Gotte seines Vaters Jischak Opfer darbrachte, zeigt an, welcher Art die Väter des jüdischen und israelitischen Volkes waren, daß nämlich jeder derselben seinen eigenen Gott verehrte. Daß Jischak einen anderen Gott hatte als Jakob, erhellt daraus, daß dieser ihm Opfer darbrachte, und daß ihm in nächtlichen Gesichten gesagt wurde: "Ich bin Gott, der Gott deines Vaters", und auch daraus, daß er bei demselben schwor, worüber 1. Mose 31/53: "Der Gott Abrahams und der Gott Nachors mögen richten zwischen uns, der Gott ihres Vaters; dann schwur Jakob bei der Furcht (d.i. bei der Religion oder dem Gotte) seines Vaters Jischaks". Auch ist es klar, daß Jakob im Anfang Jehovah nicht anerkannt hatte, denn er sprach: "Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf diesem Wege, den ich wandle, und mir Brot geben zu essen und ein Kleid anzuziehen, und werde ich wiederkommen im Frieden zum Hause meines Vaters, dann soll Jehovah mir zum Gott sein": 1. Mose 28/20,21; somit erkannte er Jehovah nur bedingungsweise an. Es war ihre Sitte, die Götter ihrer Väter anzuerkennen, aber den eigenen noch besonders. Das hatten sie von ihren Vätern in Syrien; denn Therach, der Vater Abrahams, und auch selbst Abraham beteten dort andere Götter an als Jehovah, man sehe Nr. 1356, 1992, 3667. Ihre Nachkommen, die Jakob und Israel genannt wurden, waren daher von einer solchen Gemütsart, daß sie mit dem Herzen die Götter der Heiden verehrten und Jehovah nur mit dem Munde und nur dem Namen nach; von solcher Art waren sie deshalb, weil sie bloß im Äußerlichen, ohne irgendein Inneres waren; und diejenigen, die so geartet sind, können gar nicht anders als glauben, daß der Gottesdienst nur im Nennen ihres Gottes bestehe und im Sagen, daß Er ihr Gott sei, und dies nur, solange Er ihnen Gutes erweist. Ferner, daß der Gottesdienst keineswegs im Leben der Liebtätigkeit und des Glaubens bestehe. 5999. Vers 2-4: Und Gott redete zu Israel in nächtlichen Gesichten und sprach: Jakob, Jakob? Und er sprach: Hier bin ich? Und Er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters, fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen, denn zu einem großen Volke will Ich dich daselbst machen. Ich will mit dir hinabziehen nach Ägypten und Ich will dich auch wieder heraufführen; und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen. "Und Gott redete zu Israel in nächtlichen Gesichten" bedeutet eine dunkle Offenbarung; "und sprach: Jakob, Jakob" bedeutet für das natürlich Wahre; "und er sprach: Hier bin ich" bedeutet die Wahrnehmung; "und Er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters" bedeutet das göttlich Verständige, von dem der Einfluß (kam); "fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen" bedeutet, daß das natürlich Wahre mit allem, was ihm angehört, eingeführt werden solle in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche; "denn zu einem großen Volke will Ich dich daselbst machen" bedeutet, daß die Wahrheiten zum Guten werden sollen; "Ich will mit dir hinabziehen nach Ägypten" bedeutet die Gegenwart des Herrn in diesem Zustand; "und Ich will dich auch wieder heraufführen" bedeutet die nachherige Erhebung; "und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen" bedeutet, daß das innere Himmlische es lebendig machen werde. 6000. "Und Gott redete zu Israel in nächtlichen Gesichten", 1. Mose 46/2, bedeutet eine dunkle Offenbarung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott redete in Gesichten", insofern es eine Offenbarung bezeichnet, denn die Offenbarungen geschehen entweder durch Träume, oder durch nächtliche Gesichte, oder durch Gesichte am Tage, oder durch eine Rede innerhalb des Menschen, oder durch eine Rede außerhalb seiner durch sichtbare Engel, auch durch eine Rede außerhalb seiner von unsichtbaren Engeln. Durch dergleichen werden im Worte die verschiedenen Arten der Offenbarungen bezeichnet, und durch nächtliche Gesichte eine dunkle Offenbarung, denn die Nacht bedeutet das Dunkle: Nr. 1712, 2514, und Dunkles ist im geistigen Sinn das, was nicht als Wahres erscheint. Nacht bedeutet auch im Wort Falsches aus dem Bösen; denn die aus dem Bösen im Falschen sind, befinden sich im Dunkel der Nacht; daher wird von allen, die in der Hölle sind, gesagt, sie seien in der Nacht. Sie sind zwar daselbst in einem Lichte, denn sie sehen sich gegenseitig, aber dieses Licht ist wie ein Licht aus glimmendem Kohlenfeuer, und verwandelt sich in Dunkelheit und dichte Finsternis, wenn das Licht des Himmels einfließt; daher kommt es, daß man von denen, die in der Hölle sind, sagt, sie seien in der Nacht, und daß sie Engel der Nacht und der Finsternis genannt werden; diejenigen dagegen, die im Himmel sind, Engel des Tages und des Lichtes. Daß die Nacht Dunkles und auch Falsches bezeichnet, kann auch aus folgenden Stellen im Wort erhellen: Joh.11/9,10: "Jesus sprach: sind nicht zwölf Stunden am Tage? wenn jemand am Tage wandelt, stößt er sich nicht; wenn aber jemand in der Nacht wandelt, stößt er sich, weil das Licht nicht in ihm ist": zwölf Stunden (steht) für alle Zustände des Wahren; am Tage wandeln bedeutet, im Wahren leben, und in der Nacht wandeln heißt, im Falschen leben. Joh.9/4: "Ich muß wirken die Werke Dessen, Der Mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann": Tag bedeutet das Wahre aus dem Guten, und Nacht das Falsche aus dem Bösen; es ist die erste Zeit der Kirche, die (hier) unter Tag verstanden wird, denn dann wird das Wahre aufgenommen, weil sie (die Angehörigen der Kirche) im Guten sind; und es ist die letzte Zeit, die durch Nacht (verstanden wird), denn dann wird nichts Wahres aufgenommen, weil sie nicht im Guten sind. Wenn nämlich der Mensch nicht im Guten ist, d.h. nicht in Liebtätigkeit gegen den Nächsten, dann nimmt er, wenn auch das Allerwahrste ihm gesagt wird, es nicht auf; denn alsdann wird er gar nicht inne, was wahr ist, weil das Licht des Wahren in solche Dinge fällt, die Angehör des Körpers und der Welt sind, mit denen (solche Menschen) allein sich beschäftigen und die sie allein lieben, und als das Wesentliche (pro reali) betrachten, nicht aber in solche, die Angehör des Himmels sind, weil sie diese im Vergleich damit für gering und nichtig erachten. Daher wird das Licht des Wahren in der dichten Finsternis wie das Licht der Sonne im Schwarzen aufgesaugt und erstickt. Dies wird dadurch bezeichnet, daß "eine Nacht kommt, da niemand wirken kann". Eine solche Zeit ist auch heutzutage. Matth.25/5-7: "Da nun der Bräutigam verzog, wurden alle Jungfrauen schläfrig, und schliefen ein. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt": um Mitternacht (steht) auch für die letzte Zeit der alten Kirche, wenn kein Glaube und keine Liebtätigkeit mehr da ist und auch für die erste Zeit der neuen Kirche. Luk.17/34: "Ich sage euch, in jener Nacht werden zwei auf einem Bette sein, der eine wird angenommen, der andere wird verworfen werden": Nacht steht hier gleichfalls für die letzte Zeit der alten Kirche und für die erste der neuen. Matth.26/31,34: "Jesus sprach zu Seinen Jüngern: Ihr werdet euch alle an mir ärgern in dieser Nacht". Und zu Petrus: "In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du Mich dreimal verleugnen": daß es dem Herrn gefiel, in der Nacht gefangen genommen zu werden, bedeutete, daß das göttlich Wahre bei jenen (Menschen) im Dunkel der Nacht und Falsches aus dem Bösen an dessen Stelle war; und daß Petrus in dieser Nacht dreimal den Herrn verleugnete, bildete auch die letzte Zeit der Kirche vor, wo das Wahre des Glaubens zwar gelehrt, aber nicht geglaubt wird, und diese Zeit ist Nacht, weil der Herr dann in den Herzen der Menschen völlig verleugnet wird; denn die zwölf Apostel, ebenso wie die zwölf Stämme Israels, bildeten das Ganze des Glaubens vor: Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130 E, 3272, 3354, 3488, 3858, 3913, 3926, 3939, 4060; und Petrus bildete den Glauben der Kirche vor, man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18; dann die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, sowie auch Nr. 3780, 4738. Daher kommt es, daß der Herr zu Petrus sagte, er werde Ihn in dieser Nacht dreimal verleugnen, und zu Seinen Jüngern: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an Mir ärgern. Jes.21/11,12: "Zu mir (kommt) der Ruf aus Seir: Wächter, was ist von der Nacht verflossen? Wächter, was ist von der Nacht (verflossen)? Der Wächter sprach: Es kommt der Morgen und auch eine Nacht": hier von der Ankunft des Herrn, Welcher der Morgen ist, und diese Ankunft fand statt, als kein geistig Wahres mehr auf Erden war, welcher Zustand eine Nacht ist. Sach.14/7-9: "Es wird ein Tag sein, der Jehovah bekannt ist, weder Tag noch Nacht, weil um die Zeit des Abends Licht sein wird; es wird geschehen, an jenem Tage werden lebendige Wasser von Jerusalem ausgehen, und Jehovah wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tage wird Jehovah Einer sein und Sein Name Einer": auch hier vom Herrn, wie auch von der neuen Kirche; Jehovah, Welcher König, Jehovah, Welcher Einer und dessen Name Einer sein wird, ist der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, welches eins sein wird mit dem Göttlichen Selbst, das Vater heißt. Vor der Ankunft des Herrn war das Göttlich-Menschliche Jehovah in den Himmeln, denn vermittelst des Durchganges durch die Himmel stellte es sich dar als den Gott-Menschen vor vielen auf Erden, und damals war das Göttlich-Menschliche nicht so ganz eins mit dem Göttlichen Selbst, das Vater genannt wird, wie dann, als der Herr es in Sich völlig eins machte. Daß beides vorher gleichsam geschieden war, erhellt aus 1. Mose 19/24, wo gesagt wird, "daß Jehovah regnen ließ über Sodom und Gomorrah Schwefel und Feuer, von Jehovah aus dem Himmel", Nr. 2447. Der Tag, an dem weder Tag noch Nacht, ist der, als der Herr geboren wurde; denn damals war Abend, d.h. das Ende der Vorbildungen der Kirche. Das Licht um die Abendzeit ist das göttlich Wahre, was dann erscheinen sollte. Jes.15/1: "Fürwahr in der Nacht ist Ar verwüstet, Moab ist zerstört, fürwahr in der Nacht ist Kir Moab verwüstet": Moab für das natürlich Gute und im entgegengesetzten Sinn für das verfälschte Gute: Nr. 2468, hier von dessen Verwüstung. Von den Verwüstungen heißt es, daß sie in der Nacht geschehen; denn dann wird das Wahre verdunkelt und das Falsche tritt ein. Jerem.Klagel.1/2: "Die große Stadt wird sehr weinen in der Nacht, und Tränen werden ihr auf den Wangen sein": hier von der Verwüstung des Wahren: Nacht steht für das Falsche. Ps.91/5,6: "Du wirst dich nicht fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeile, der am Tage fliegt, noch vor dem Tode, der am Mittag verwüstet": Schrecken der Nacht für Falsches des Bösen, das aus der Hölle (stammt). Pfeil, der am Tage fliegt, für das Falsche, das offenkundig gelehrt wird, durch welches das Gute zerstört wird. Tod, der verwüstet am Mittag, für das Böse, in dem man offenbar lebt, wodurch das Wahre zerstört wird. Joh.Offenb.21/25: "Die Tore des heiligen Jerusalems werden nicht geschlossen werden des Tages, denn Nacht wird nicht da sein". Joh.Offenb.22/5: "Nacht wird nicht da sein, und sie bedürfen keiner Leuchte, noch des Lichts der Sonne, denn der Herr, (ihr) Gott, wird sie erleuchten": Nacht wird nicht da sein, bedeutet, kein Falsches. Dan.7/2,7: "Daniel sprach: Ich sah in meinem Gesichte, als es Nacht war. Nachher auch sah ich in nächtlichen Gesichten": nächtliche Gesichte (steht) ebenfalls für dunkle Offenbarungen; denn es wird von den vier Tieren und von ihren Hörnern gehandelt, sowie von mehreren Dingen, die sich auf eine dunkle Offenbarung beziehen. Ebenso die Pferde von verschiedener Farbe, die Sacharja in der Nacht sah: Sach.1/8f. 6001. "Und sprach: Jakob, Jakob?", 1. Mose 46/2, bedeutet, für das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 3775, 4009, 4234, 4520, 4538. Jakob wird gesagt und nicht Israel, weil das natürlich Wahre mit all dem Seinigen in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche eingeführt werden muß, die dadurch bezeichnet werden, daß Jakob mit seinen Söhnen hinabziehen sollte nach Ägypten, man sehe unten Nr. 6004. 6002. "Und er sprach: Hier bin ich", 1. Mose 46/2, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt ohne Erklärung. 6003. "Und Er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters", 1. Mose 46/3, bedeutet das göttlich Verständige, von dem der Einfluß (kam). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks, der hier unter Vater verstanden ist, insofern er das göttlich Vernünftige oder das Verständige des Herrn bezeichnet, wie Nr. 5998, denn es wird gesagt: Gott, der Gott deines Vaters; der Einfluß geht von jenem aus, weil alles Wahre dem Verständigen angehört, das durch Jakob vorgebildet wird: Nr. 6001. Was das göttlich Vernünftige oder Verständige sei, das durch Jischak vorgebildet wird, sehe man Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210. In der Grundsprache wird Gott an der ersten Stelle in der Einzahl genannt, an der zweiten Stelle aber in der Mehrzahl, nämlich an der ersten El, an der zweiten Elohim, und zwar deshalb, weil durch Gott an der ersten Stelle bezeichnet wird, daß Gott Einer und der Alleinige ist, und durch Gott an der zweiten, daß Ihm mehrere Attribute zukommen, daher (der Name) Elohim oder Gott in der Mehrheit, wie im Worte beinahe allenthalben. Weil Ihm mehrere Attribute (zukommen) und die Alte Kirche jeder derselben einen Namen beilegt, deshalb glaubten die Nachkommen, bei denen die Wissenschaft solcher Dinge verlorengegangen war, daß es mehrere Götter gebe, und die Familien wählten sich einen von ihnen zu ihrem Gott, wie Abraham (den Gott) Schaddai: Nr. 1992, 3667, 5628; Jischak den Gott, welcher Pachad oder die Furcht (das ist der Furchtbare) genannt wurde, und weil der Gott eines jeden eines von den göttlichen Attributen war, deshalb sprach Gott zu Abraham: "Ich bin der Gott Schaddai": 1. Mose 17/1; und hier zu Jakob: "Ich bin der Gott deines Vaters". 6004. "Fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen", 1. Mose 46/3, bedeutet, das natürlich Wahre müsse mit all dem Seinen eingeführt werden in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, welcher derjenige ist, der nach Ägypten hinabziehen soll, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 6001; aus der Bedeutung von hinabziehen, insofern es heißt, eingeführt werden, denn damit diese Einführung vorgebildet würde, zog Jakob mit allen den Seinen nach Ägypten hinab; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Kenntnisse der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 1462, 4749, 4964, 4966. Mit der Einführung des Wahren in die Kenntnisse der Kirche verhält es sich auf folgende Weise: Die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche waren zu dieser Zeit Vorbildungen und Bezeichnungen der heiligen Gebräuche (oder Zeremonien), denn alle Gebräuche der Kirche bestanden in dergleichen Vorbildungen. Dann waren es auch die wißtümlichen Kenntnisse, die den Lehren der Liebtätigkeit, die sie hatten, dienten. Aus diesen Kenntnissen wußten sie, welcherlei (Menschen) verstanden wurden unter den Armen, Dürftigen, Elenden, Betrübten, Unterdrückten, Witwen, Unmündigen, Fremdlingen, Gefangenen, Nackten, Kranken, Hungernden, Dürstenden, Lahmen, Blinden, Tauben, Stummen und anderen mehr, durch die sie den Nächsten unterschieden, und so lehrten sie, wie man die Liebtätigkeit ausüben müsse. Von solcher Art waren die wißtümlichen Kenntnisse zu jener Zeit. Daß diese aber heutzutage gänzlich in Vergessenheit geraten sind, erhellt daraus, daß, wo sie im Worte genannt werden, kaum jemand anderes weiß, als daß solche verstanden werden, die man (gewöhnlich) so nennt: z.B. wo Witwen genannt werden, daß es (wirkliche) Witwen seien, wo Fremdlinge, daß es (wirkliche) Fremdlinge, wo Gefangene, daß es (wirklich) solche seien usf. Wißtümliche Kenntnisse aber von jener Art blühten in Ägypten; deswegen werden dieselben auch durch Ägypten bezeichnet. Daß das natürlich Wahre, das durch Jakob bezeichnet wird, in solche Kenntnisse eingeführt werden sollte, wird dadurch vorgebildet, daß Jakob mit all den Seinen nach Ägypten hinabziehen sollte. Vom Wahren sagt man, es werde in die Kenntnisse eingeführt, wenn es so in dieselben eindringt, daß es sich in ihnen befindet, und dies geschieht zu dem Ende, damit, wenn eine solche Kenntnis in die Gedanken kommt, zugleich auch das Wahre, das hineingebracht wurde, in Erinnerung komme. Wenn z.B. an einen Fremdling gedacht wird, so stellen sich, weil durch ihn die zu Belehrenden bezeichnet werden, sogleich alle Erweisungen der Liebtätigkeit gegen solche dar, somit die (darin liegenden) Wahrheiten. Ebenso bei den übrigen Ausdrücken. Wenn die Kenntnisse mit solchen Wahrheiten erfüllt sind, alsdann verbreitet und ergießt sich, wenn man aus den Kenntnissen heraus denkt, der Gedanke weit hin, und zwar zu gleicher Zeit zu mehreren Gesellschaften in den Himmeln, denn weil eine solche Kenntnis aus so vielen in ihr liegenden Wahrheiten besteht, so entwickelt sie sich in solcher Weise, ohne daß es der Mensch weiß; allein das, was darinnen liegt, muß auch wahr sein. Aber der göttlichen Ordnung ist es auch gemäß, daß das Inwendigere in das Äußere, oder was dasselbe ist, das Vorausgehende in das Nachfolgende, somit alles Frühere schließlich in das Letzte eindringe und darin beisammen sei. Dasselbe findet auch in der ganzen Natur statt, wenn es nicht in solcher Weise geschähe, könnte der Mensch nicht völlig wiedergeboren werden, denn durch solches Eindringen der Wahrheiten in die wißtümlichen Kenntnisse stimmen die inneren und die äußeren (Anschauungen) überein und machen eins aus. Widrigenfalls würden sie unter sich uneins sein, und wenn sie uneins sind, dann ist der Mensch nicht im Guten, weil nicht im Aufrichtigen. Überdies sind die wißtümlichen Kenntnisse fast in demselben Lichte, wie die Sinneswahrnehmungen des Menschen, und dieses Licht ist von der Art, daß es, wenn es nicht inwendig vom Lichte, das aus dem Wahren kommt, erleuchtet wird, in Falsches einführt, besonders vermöge der Sinnestäuschungen, und auch in Böses vermöge des Falschen. Daß dem so ist, wird man aus Erfahrungsbeweisen über das Einfließen am Ende des Kapitels sehen. 6005. "Denn zu einem großen Volke will Ich dich daselbst machen", 1. Mose 46/3, bedeutet, die Wahrheiten sollen zum Guten werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, von dem dies gesagt wurde, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet, wovon Nr. 1259, 1260, 1416, 1849. Völkerschaften (gentes) und Völker (populi) werden oft im Worte genannt, aber allenthalben mit dem Unterschied, daß durch Völkerschaften Gutes oder Böses bezeichnet wird und durch Völker Wahres oder Falsches. 6006. "Ich will mit dir hinabziehen nach Ägypten", 1. Mose 46/4, bedeutet die Gegenwart des Herrn in diesem Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinabziehen mit dir, insofern es die Gegenwart des Herrn bezeichnet; denn unter dem Gott, der in nächtlichen Gesichten mit Jakob geredet hat, wird der Herr verstanden. 6007. "Und Ich will dich auch wieder heraufführen", 1. Mose 46/4, bedeutet die nachherige Erhebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinaufführen, insofern es eine Erhebung bezeichnet, worüber Nr. 3084, 4539, 5406, 5817; die Erhebung, die hier bezeichnet wird, ist die von den wißtümlichen zu den inwendigeren Kenntnissen; denn sobald die wißtümlichen Kenntnisse, wie Nr. 6004 gesagt wurde, mit Wahrheiten erfüllt sind, wird der Mensch vom Wißtümlichen zu den tieferen (inwendigeren) Kenntnissen erhoben, und dann dienen ihm die wißtümlichen Kenntnisse zur untersten Grundlage seiner Anschauungen. Gegen das Inwendigere hin erhoben werden heißt, innerlicher denken, und endlich (so denken) wie die Geister und Engel; denn je tiefer das Denken geht, um so vollkommener ist es, weil es dem Einfließen des Wahren und Guten vom Herrn näher steht. Daß es ein mehr inneres und mehr äußeres Denken gibt, sehe man Nr. 5127, 5141. 6008. "Und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen", 1. Mose 46/4, bedeutet, das innere Himmlische werde (das Natürliche) beleben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 5869, 5877; und aus der Bedeutung von "die Hand auf die Augen legen", insofern es ein Beleben bezeichnet; denn die Hand auf die Augen legen bedeutet, daß die äußere oder körperliche Sinneswahrnehmung verschlossen und die innere aufgetan werden soll, also daß eine Erhebung und demgemäß eine Belebung stattfinden muß. Dies geschah, wenn sie starben, weil durch den Tod die Wiedererweckung zum Leben bezeichnet wurde: Nr. 3498, 3505, 4618, 4621; denn wenn der Mensch stirbt, stirbt er nicht wirklich, sondern legt nur den Körper ab, der ihm zum Gebrauch in der Welt gedient hatte und geht in das andere Leben über in den Körper, der ihm dort zum Gebrauche dient. 6009. Vers 5-7: Und Jakob machte sich auf von Beerscheba, und die Söhne Israels führten ihren Vater Jakob und ihre Kinder und ihre Weiber in die Wagen, die Pharao geschickt hatte, ihn zu führen. Und sie nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie erworben hatten im Lande Kanaan, und kamen nach Ägypten, Jakob und all sein Same mit ihm. Seine Söhne und die Söhne seiner Söhne mit ihm, seine Töchter und die Töchter seiner Söhne und all seinen Samen führte er mit sich nach Ägypten. "Und Jakob machte sich auf" bedeutet die Erleuchtung des natürlich Wahren; "von Beerscheba" bedeutet zufolge der Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens; "und die Söhne Israels führten ihren Vater Jakob" bedeutet, daß die geistigen Wahrheiten das natürlich Wahre weiter gefördert hatten; "und ihre Kinder" bedeutet zugleich mit dem, was der Unschuld angehört; "und ihre Weiber" bedeutet, und was der Liebtätigkeit angehört; "in die Wagen, die Pharao geschickt hatte, ihn zu führen" bedeutet die Lehrbestimmungen, die aus den wißtümlichen Kenntnissen der Kirche stammen; "und sie nahmen ihr Vieh" bedeutet das Gute des Wahren; "und ihre Habe, die sie erworben hatten im Lande Kanaan" bedeutet die Wahrheiten, die sie sich schon früher durch die Kirche erworben hatten; "und kamen nach Ägypten" bedeutet die Einführung in die Kenntnisse der Kirche; "Jakob und all sein Same mit ihm" bedeutet das natürlich Wahre und aller seiner Glaubenskenntnisse; "seine Söhne und die Söhne seiner Söhne mit ihm" bedeutet die Wahrheiten der Ordnung nach; "seine Töchter und die Töchter seiner Söhne" bedeutet das Gute der Ordnung nach; "und all seinen Samen" bedeutet das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit; "führte er mit sich nach Ägypten" bedeutet, daß sie zusammen in die Kenntnisse der Kirche eingeführt wurden. 6010. "Und Jakob machte sich auf", 1. Mose 46/5, bedeutet die Erleuchtung des natürlich Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich aufmachen", insofern es eine Erhebung in den Zustand des Lichtes bezeichnet, also Erleuchtung, wovon Nr. 4881; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre ist, worüber Nr. 6001. 6011. "Von Beerscheba", 1. Mose 46/5, bedeutet, zufolge der Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von Beerscheba, insofern es die Lehre des Glaubens und der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 2858, 2859, 3466. 6012. "Und die Söhne Israels führten ihren Vater Jakob", 1. Mose 46/5, bedeutet, daß die geistigen Wahrheiten das natürlich Wahre weiter förderten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie geistige Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre ist, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 3775, 4009, 4234, 4520, 4538. Sie brachten (oder führten) bedeutet, daß sie ihn weiter förderten, weil es von den geistigen Wahrheiten in bezug des natürlich Wahren gesagt wird. Das natürlich Wahre kann auch durch nichts anderes als durch das geistig Wahre gefördert werden, denn von diesem hat es sein Leben und seine Kraft zu handeln. Daher kommt es nun, daß die Söhne Jakobs hier Söhne Israels genannt werden, Jakob aber Jakob (genannt wird). 6013. "Und ihre Kinder", 1. Mose 46/5, bedeutet, zugleich mit dem, was der Unschuld angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie die Unschuld bezeichnen, worüber Nr. 3183, 5608. Zugleich mit dem, was der Unschuld angehört, wie auch der Liebtätigkeit, wird gesagt, weil ohne Unschuld und Liebtätigkeit das natürlich Wahre nicht durch die geistigen Wahrheiten gefördert werden kann, denn damit das Wahre echt sei, muß es aus der Liebtätigkeit und diese aus der Unschuld ihr Wesen und Leben annehmen, denn die inneren Dinge, die das Wahre beleben, folgen in dieser Ordnung aufeinander. Das Innerste ist die Unschuld, das unter dieser Stehende ist die Liebtätigkeit und das Unterste ist das Werk der Liebtätigkeit aus dem Wahren oder dem Wahren gemäß. In solcher Ordnung folgen sie aufeinander, weil sie auch in den Himmeln so aufeinanderfolgen; denn der innerste oder dritte Himmel ist der Himmel der Unschuld, der mittlere oder der zweite Himmel ist der Himmel der Liebtätigkeit, in der Unschuld aus dem innersten Himmel liegt, und der letzte oder erste Himmel ist der des Wahren, in dem Liebtätigkeit aus dem zweiten Himmel liegt, und in dieser Unschuld aus dem dritten. Diese Dinge müssen in derselben Ordnung auch beim Menschen sein, denn der Mensch ist in bezug auf sein Inneres nach dem Bilde der drei Himmel gebildet, dadurch ist auch wirklich der wiedergeborene Mensch ein Himmel im besonderen oder in kleinster Form. Aber in bezug auf das Äußere, besonders hinsichtlich des Körpers, ist er nach dem Bilde der Welt geformt, weshalb er von den Alten eine Welt im Kleinen genannt wurde, denn das Ohr ist gebildet gemäß der ganzen Natur der Luft und des Schalles; das Auge gemäß der ganzen Natur des Äthers und des Lichtes, die Zunge vollständig passend für das Gefühl der in den flüssigen Körpern aufgelösten und fließenden Bestandteile; die Nase für das Gefühl der in der Atmosphäre befindlichen Teile; der Tastsinn für das Gefühl der Kälte und der Wärme, wie auch der Schwere der Körper usf. Wie die äußeren Sinne des Menschen ganz nach dem Bilde der natürlichen Welt, so sind seine inneren Sinne, die Angehör des Verstandes und des Willens sind, ganz nach dem Bilde des Himmels gebildet, zu dem Ende, damit der Mensch im besonderen ein Aufnehmer des göttlich Guten vom Herrn sei, wie der Himmel es ist im allgemeinen. 6014. "Und ihre Weiber", 1. Mose 46/5, bedeutet das, was der Liebtätigkeit angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weiber, insofern sie das Gute bezeichnen, wenn ihre Männer das Wahre sind, worüber Nr. 4823, daher auch das, was Sache der Liebtätigkeit ist; denn alles geistig Gute bezieht sich auf die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und alles himmlisch Gute auf die Liebe zum Herrn. 6015. "In die Wagen, die Pharao geschickt hatte, ihn zu führen", 1. Mose 46/5, bedeutet die Lehrbestimmungen, die aus den wißtümlichen Kenntnissen der Kirche stammen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen insofern sie Lehrbestimmungen bezeichnen, worüber Nr. 5945; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Wißtümliche der Kirche im allgemeinen bezeichnet, denn durch Ägypten wird das Wißtümliche der Kirche bezeichnet: Nr. 1462, 4749, 4964, 4966; daher durch den König desselben dieses Wißtümliche im allgemeinen, wie auch anderwärts im Worte. Aber an den meisten Stellen wird, wie durch Ägypten, so auch durch Pharao das verkehrte Wißtümliche bezeichnet. Daß Pharao das Wißtümliche im allgemeinen bedeutet, erhellt Jes.19/11: "Toren sind die Fürsten Zoans, die Weisen der Räte Pharaos, ihr Rat ist dumm geworden; wie sagt ihr zu Pharao: Ich bin ein Sohn der Weisen, ein Sohn der Könige des Altertums": Pharao bedeutet hier das Wißtümliche der Kirche im allgemeinen, daher heißt er ein Sohn der Weisen und Sohn der Könige von Alters her; Weise und Könige des Altertums bedeuten die Wahrheiten der Alten Kirche; aber dieses Wißtümliche wird hier aufgefaßt als ein zur Torheit gewordenes; denn es heißt: Toren sind die Fürsten Zoans, ihr Rat ist dumm geworden. Jes.30/2,3: "Sie gehen und ziehen nach Ägypten, Meinen Mund haben sie aber nicht befragt, um durch Pharaos Macht sich zu verstärken, und um zu vertrauen im Schatten Ägyptens; deshalb soll ihnen die Stärke Pharaos zur Schande und das Vertrauen auf den Schatten Ägyptens zur Schmach werden": sich verstärken durch die Macht Pharaos und vertrauen auf den Schatten Ägyptens bedeutet, auf das Wißtümliche in Glaubenssachen vertrauen und dem geistig Wahren kein Vertrauen schenken, wenn das Wißtümliche und das Sinnliche es nicht gebietet, was doch die umgekehrte Ordnung ist; denn an erster Stelle müssen die Glaubenswahrheiten stehen, und an der zweiten die bestätigenden wißtümlichen Kenntnisse; weil, wenn diese die erste Stelle einnehmen, gar nichts Wahres geglaubt wird. Jerem.46/25: "So spricht Jehovah Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, Ich werde heimsuchen über Amon in No, und über Pharao und über Ägypten, und über seine Götter und über seine Könige, besonders über Pharao, und die, welche ihm vertrauen": Pharao steht auch hier für das Wißtümliche im allgemeinen. Die ihm vertrauen, sind die, welche sich auf das Wißtümliche verlassen, aber nicht auf das Wort, d.h. auf den Herrn im Wort; daher kommt alle Verkehrtheit in den Glaubenslehren, und aus dieser das Falsche und auch die Verleugnung des Göttlichen und Himmlischen; solche führen besonders (die Rede) im Munde: "Laß mich dies mit den Augen sehen oder beweise wissenschaftlich, daß es so ist, dann will ich es glauben"; gleichwohl aber würden sie nicht glauben, wenn sie es auch sehen würden, und wenn man es bewiese, aus dem Grunde, weil bei ihnen die Verneinung durchwaltend herrscht. Jerem.47/1-3: "Gegen Pharao: siehe, die Wasser kommen herauf von Mitternacht, die zu einem überflutenden Strome werden, und sie werden das Land und dessen Fülle überfluten, die Stadt und die Bewohner in ihr, daß die Menschen schreien werden, und alle Bewohner des Landes werden heulen vor dem Getöse des Stampfens der Hufe seiner starken Rosse und vor dem Geräusch seiner Wagen, vor dem Rollen seiner Räder": aus allem was hier über Pharao gesagt ist, geht hervor, daß Pharao das Wißtümliche im allgemeinen ist; hier aber in einer verkehrten Ordnung, welche die Glaubenswahrheiten zerstört. Der überflutende Strom ist das Wißtümliche, welches das Verständnis des Wahren zerstört und also Verwüstung anrichtet; sie werden das Land und dessen Fülle überfluten, d.h. die ganze Kirche. Die Stadt und ihre Bewohner, das ist das Wahre der Kirche und daher auch das Gute. Das Getöse der Hufe der Rosse bezeichnet das unterste, unmittelbar aus dem Sinnenhaften kommende Wissen. Geräusche der Wagen, bedeutet die aus demselben hervorgehende falsche Lehre. Das Rollen der Räder bedeutet das Sinnliche und Täuschungen, die es hervorruft. Hes.29/2-4: "So spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich bin gegen dich, Pharao, König von Ägypten, du großes Untier, das da liegt inmitten seiner Ströme, der da spricht: Mein ist der Strom, und ich habe mich gemacht; deswegen will Ich Haken in deine Kinnbacken geben, und werde den Fisch deiner Ströme an deine Schuppen hängen lassen": Pharao (steht) auch hier für das Wißtümliche im allgemeinen, was ebenso aus dem einzelnen, das von ihm gesagt wird, hervorgeht. Hes.32/2,3,7,8: "Erhebe Klage über Pharao, den König von Ägypten, du bist wie die Walfische in den Meeren, und bist hervorgekommen mit deinen Strömen und hast das Wasser getrübt mit deinen Füßen und aufgewühlt seine Ströme; Ich werde die Himmel bedecken, wenn Ich dich werde vertilgt haben und werde verfinstern ihre Sterne und die Sonne mit einer Wolke bedecken, und der Mond wird sein Licht nicht leuchten lassen, alle Leuchten des Lichtes über dir will Ich verfinstern und Finsternis bringen über dein Land": daß dieses, sowie vieles bei den Propheten ohne den inneren Sinn von niemanden verstanden werden kann, ist klar; z.B. daß Pharao gleich den Walfischen in den Meeren sei, daß er hervorgegangen aus seinen Strömen und das Wasser mit seinen Füßen getrübt habe; daß über ihm die Himmel bedeckt, die Sterne und alle Leuchten des Lichtes verfinstert, die Sonne mit einer Wolke bedeckt werden, der Mond nicht leuchten und Finsternis über sein Land gegeben werden soll. Aber der innere Sinn lehrt, was diese Dinge bedeuten; nämlich daß die wißtümlichen Kenntnisse die Wahrheiten der Kirche verkehren, wenn der Mensch durch sie in die Geheimnisse des Glaubens eindringt und nichts glaubt, wenn er es nicht aus ihnen oder vielmehr aus dem Sinnenhaften erkennt. Daß dies der innere Sinn ist, erhellt aus der Erklärung des einzelnen: Pharao heißt der König Ägyptens aus dem wißtümlich Wahren, denn das Wißtümliche ist das Wahre im Natürlichen. Daß der König das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044; und daß das gleiche bezeichnet wird durch König des Volkes, wie durch Volk: Nr. 4789, somit durch Pharao das gleiche, was durch Ägypten, aber im allgemeinen; daß Ägypten das Wißtümliche bedeutet, ist öfters gezeigt worden. Pharao wird mit den Walfischen in den Meeren verglichen, weil der Walfisch oder das Seetier das Allgemeine der Wissenschaften bedeutet: Nr. 42, und das Meer die Zusammenstellung oder die Sammlung der wißtümlichen Kenntnisse: Nr. 28. Dann wird gesagt, daß er hervorgegangen sei mit seinen Strömen, weil durch Ströme diejenigen Dinge bezeichnet werden, die Sache des Verständnisses sind: Nr. 108, 109, 2702, 3051; hier diejenigen, die Sache der Widersinnigkeit (infaniae) sind, weil aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen: Nr. 5196. Dann wird gesagt, daß er die Wasser mit den Füßen getrübt und seine Ströme aufgewühlt habe, weil durch Wasser geistige Wahrheiten bezeichnet werden: Nr. 680, 739, 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und durch Füße diejenigen Dinge, die Angehör des Natürlichen sind: Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952; somit bedeutet Wasser trüben mit den Füßen, die Glaubenswahrheiten durch die wißtümlichen Kenntnisse, die Angehör des Natürlichen sind, verunreinigen und verkehren. Und ihre Ströme aufwühlen heißt, ebenso die Einsicht (verderben). Zuletzt wird gesagt, wenn er (Pharao) vertilgt werde, sollen bedeckt werden die Himmel, weil durch Himmel das Inwendige des Menschen bezeichnet wird, indem dieses sein Himmel ist; dieser wird verdunkelt, wenn die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Wahrheiten des Glaubens herrschen oder das Natürliche über das Geistige. Daß alsdann die Erkenntnisse des Wahren und Guten zugrunde gehen, wird bezeichnet durch: Ich werde verfinstern die Sterne der Himmel und alle Leuchten des Lichtes; daß die Sterne diese Erkenntnisse bezeichnen, sehe man Nr. 2495, 2849, 4697; daß Leuchten Gutes und Wahres sind: Nr. 30-38, daß dann auch das Gute der Liebe nicht mehr einfließen könne, wird bezeichnet durch: Ich werde die Sonne mit einer Wolke bedecken; und daß auch nicht das Gute des Glaubens, wird bezeichnet durch: Der Mond wird sein Licht nicht leuchten lassen. Daß die Sonne das Gute der Liebe und der Mond das Gute des Glaubens bedeutet, sehe man Nr. 1529, 1530, 2120, 2495, 3636, 3643, 4060, 4696; und daß dann nur Falsches das natürliche Gemüt einnehmen werde, wird bezeichnet durch: Ich werde Finsternis geben über dein Land. Finsternisse bezeichnet Falsches: Nr. 1839, 1860, 4418, 4531; und das Land Pharaos oder das Land Ägypten das natürliche Gemüt: Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Hieraus erhellt nun, welcher Sinn in diesen Weissagungen liegt. Weil Pharao das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet, so wird durch denselben auch das Natürliche im allgemeinen bezeichnet: Nr. 5799. 6016. "Und sie nahmen ihr Vieh", 1. Mose 46/6, bedeutet das Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet. Unter Vieh werden nämlich sowohl Schafe als Rinder und auch Pferde, Kamele, Maulesel, Esel verstanden, und weil Schafe im inneren Sinn das inwendige Gute und Rinder das äußere Gute bezeichnen, hingegen Pferde, Kamele, Maulesel und Esel das, was Sache des Verständnisses ist und was samt und sonders sich auf das Wahre bezieht, deshalb wird durch Vieh das Gute des Wahren bezeichnet. 6017. "Und ihre Habe, die sie erworben hatten im Lande Kanaan", 1. Mose 46/6, bedeutet die Wahrheiten, die sie sich schon früher durch die Kirche erworben hatten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Habe, insofern sie das erworbene Wahre bezeichnet, worüber Nr. 4105, und auch das erworbene Gute: Nr. 4391, 4487, und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 3686, 3705, 4447, 4517, 5136. Daß sie durch die vorausgehende Belehrung der Kirche (erworben wurden), kommt daher, weil die Wahrheiten, wenn sie infolge des Guten sich vermehren, von den früheren Wahrheiten aus vervielfältigt werden. 6018. "Und kamen nach Ägypten", 1. Mose 46/6, bedeutet das natürlich Wahre und alle seine Glaubenskenntnisse, nämlich dessen Einführung in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach Ägypten kommen oder hinabziehen", insofern es die Einführung des Wahren in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6004. 6019. "Jakob und all sein Same mit ihm", 1. Mose 46/6, bedeutet das natürlich Wahre und alle seine Glaubenskenntnisse, nämlich dessen Einführung in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche; dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre bezeichnet, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 3775, 4009, 4234, 4520, 4538; und aus der Bedeutung des Samens, insofern er den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 255, 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3310; somit bedeutet all sein Same mit ihm, alle Kenntnisse des Glaubens, die im Besitz des natürlich Wahren sind. 6020. "Seine Söhne und die Söhne seiner Söhne", 1. Mose 46/7, bedeutet die Wahrheiten ihrer Ordnung nach. Dies erhellt aus der Bedeutung der Söhne, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 489, 491, 533, 1147, 2623, 3373; somit auch die Söhne der Söhne; aber Wahrheiten, die der Ordnung gemäß aus jenen hervorgegangen sind. 6021. "Seine Töchter und die Töchter seiner Söhne", 1. Mose 46/7, bedeutet das Gute seiner Ordnung nach. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 489, 490, 491, 2362, 3963; somit auch die Töchter der Söhne; aber das Gute, das aus jenen stammt, also in seiner Ordnung ist, wie gleich oben von den Söhnen (gesagt wurde). 6022. "Und all seinen Samen", 1. Mose 46/7, bedeutet das Ganze des Glaubens und der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er den Glauben der Liebtätigkeit bezeichnet, wie Nr. 6019, somit auch den Glauben und die Liebtätigkeit, denn wo das eine derselben, da ist auch das andere. 6023. "Führte er mit sich nach Ägypten", 1. Mose 46/7, bedeutet, daß sie zusammen in die Kenntnisse der Kirche eingeführt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach Ägypten kommen oder hinabziehen", insofern es heißt die Wahrheiten einführen oder hineinbringen in die Kenntnisse der Kirche, wovon Nr. 6004, 6018. Dasselbe bedeutet auch "mit sich nach Ägypten führen"; man sehe Nr. 5373, 6004. Dann aber sind sie eingeführt und hineingebracht, wenn die wißtümlichen Kenntnisse von den Wahrheiten regiert werden, und sie werden dann von den Wahrheiten regiert, wenn das Wahre anerkannt wird, weil der Herr so im Worte gesagt hat, und dann werden auch die Kenntnisse, die bestätigen, angenommen, die aber, die widerstreben, entfernt. Auf solche Weise herrscht das Wahre in seiner Bejahung, weil das Nichtbejahende zurückgewiesen ist. Wenn es so steht, dann wird der Mensch, wenn er aus den wißtümlichen Kenntnissen denkt, nicht zum Falschen hingeleitet, wie es geschieht, wenn die Wahrheiten nicht darinnen sind, denn die wissenschaftlichen Kenntnisse sind nicht Wahrheiten aus sich, sondern aus den Wahrheiten in ihnen, und wie die Wahrheiten beschaffen sind, die in ihnen, so ist auch das allgemeine wißtümliche Wahre beschaffen; denn das Wißtümliche ist nur ein Gefäß: Nr. 1469, 1496, das ebensowohl Wahres als Falsches aufnehmen kann und zwar mit außerordentlicher Verschiedenheit. Nehmen wir als Beispiel den wißtümlichen Satz (oder das Dogma) der Kirche: Jeder Mensch ist der Nächste. In diesen wißtümlichen Satz können unendlich viele Wahrheiten eingeführt und hineingetragen werden, wie z.B.: daß jeder Mensch zwar der Nächste sei, aber ein jeder mit Unterschied, und daß am meisten derjenige der Nächste sei, der im Guten ist, und auch dies mit Unterschied gemäß der Beschaffenheit des Guten. Und daß der Ursprung des Nächsten vom Herrn selbst herzuleiten sei, daß also jeder um so mehr der Nächste sei, je näher er dem Herrn, d.h., je mehr er im Guten ist; und um so weniger der Nächste, je mehr er von Ihm entfernt ist. Dann auch, daß eine Gesellschaft mehr der Nächste sei als ein einzelner Mensch, und ein Reich im allgemeinen mehr als eine Gesellschaft, das Vaterland aber mehr als die anderen Reiche. Daß die Kirche noch mehr der Nächste sei als das Vaterland, und mehr noch das Reich des Herrn, sowie auch, daß der Nächste dann geliebt werde, wenn jeder auf die rechte Weise sein Amt verwaltet zum Wohl der anderen oder des Vaterlandes oder der Kirche usf. Hieraus erhellt, wie viele Wahrheiten in einen wißtümlichen Satz der Kirche hineingebracht werden können, denn es sind deren so viele, daß es schwer ist, sie in (verschiedene) Arten einzuteilen, und einer jeden Art, damit sie unterschieden und anerkannt werde, ihre besonderen Wahrheiten zuzuteilen. Dies war eine Hauptbeschäftigung in den alten Kirchen. Daß eben derselbe Erkenntnissatz mit unendlich viel Falschem erfüllt werden könne, läßt sich dadurch erkennen, wenn man jene Wahrheiten umdreht und behauptet, daß jeder sich selbst der Nächste sei, und daß ein jeder den Ursprung des Nächsten von sich selbst herleiten müsse. Daß somit derjenige ihm mehr der Nächste sei, der ihn mehr begünstige und eins mit ihm sei, und sich dadurch wie sein Ebenbild darstellt. Ja, daß auch das Vaterland nur so weit ihm der Nächste sei, als er Gewinn von demselben ziehe, und dergleichen unzähliges andere. Der wißtümliche Satz bleibt aber immer derselbe, daß nämlich jeder Mensch der Nächste sei. Allein er wird von dem einen mit Wahrheiten, von dem anderen mit Falschem erfüllt. Ebenso verhält es sich mit den übrigen wißtümlichen Satzungen. 6024. Vers 8-27: Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, des Jakob und seiner Söhne: der Erstgeborene Jakobs (war) Ruben. Und die Söhne Rubens: Chanoch und Phallu, und Chezron und Karmi. Und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ochad und Jachin und Zochar und Saul, der Sohn einer Kanaanitin. Und die Söhne Levis: Gerschon und Kehath, und Merari. Und die Söhne Jehudahs: Er und Onan und Schelah, und Perez und Serach; Er und Onan aber waren gestorben im Lande Kanaan, und die Söhne Perez waren Chezron und Chamul. Und die Söhne Jisaschars: Thola und Puja, und Job und Schimron. Und die Söhne Sebulons: Sered und Elon und Jachleel. Dies sind die Söhne der Leah, die sie dem Jakob gebar in Paddam Aram, nebst Dinah, seiner Tochter; alle Seelen seiner Söhne und seiner Töchter (waren) dreiunddreißig. Und die Söhne Gads: Ziphion und Chaggi, Schuni und Ezbon, Eri und Arodi und Areli. Und die Söhne Aschers: Jimna und Jischwa, und Jischwi und Beria, und Serech, ihre Schwester. Und die Söhne Berias: Cheber und Malkiel. Dies sind die Söhne der Silpah, die Laban Leah, seiner Tochter gab, und sie gebar diese dem Jakob, sechzehn Seelen. Und die Söhne Rachels, des Weibes Jakobs: Joseph und Benjamin. Und dem Joseph wurden geboren im Lande Ägypten, die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On: Menasche und Ephraim. Und die Söhne Benjamins: Bela und Becher, und Aschbel, Gera und Naaman, Echi und Rosch, Muppim, und Chuppim, und Arde. Dies sind die Söhne Rachels, die dem Jakob geboren wurden, allesamt vierzehn Seelen. Und die Söhne Dans: Chuschim. Und die Söhne Naphthalis: Jachzeel und Guni, und Jeger und Schillem. Dies sind die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rachel gab, und sie gebar dieselben dem Jakob; allesamt sieben Seelen. Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen Lenden gekommen waren, außer den Weibern der Söhne Jakobs, (waren) alle zusammen sechsundsechzig Seelen. Und die Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren waren, zwei Seelen; alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig. "Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen" bedeutet die Beschaffenheit der Wahrheiten vom geistigen aus in ihrer Ordnung, die hineingebracht wurden in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche; "des Jakob und seiner Söhne" bedeutet das Wahre des Natürlichen im allgemeinen und die Wahrheiten des Natürlichen im besonderen; "der Erstgeborene Jakobs war Ruben" bedeutet der Verstandes-Glauben, der anscheinend an erster Stelle ist; "und die Söhne Rubens: Chanoch und Phallu, und Chezron und Karmi" bedeutet die Lehrbestimmungen des Glaubens im allgemeinen; "und die Söhne Schimeons: Jemuel und Jamin und Ochad und Jachin und Zochar" bedeutet den Glauben im Willen und dessen Lehrbestimmungen im allgemeinen; "und Saul, der Sohn einer Kanaanitin" bedeutet die Lehre aus nicht echtem Ursprung; "und die Söhne Levis: Gerschon und Kehath, und Merari" bedeutet die geistige Liebe und ihre Lehrbestimmungen im allgemeinen; "und die Söhne Jehudahs: Er und Onan und Schelah, und Perez und Serach" bedeutet die himmlische Liebe und ihre Lehrbestimmungen; "Er und Onan aber waren gestorben im Lande Kanaan" bedeutet das Falsche und Böse sei ausgerottet worden; "und die Söhne Perez waren Chezron und Chamul" bedeutet die Wahrheiten dieses Guten, die das Gute der Liebtätigkeit sind; "und die Söhne Jisaschars: Thola und Puja, und Job und Schimron" bedeutet die himmlisch eheliche Liebe und ihre Lehrbestimmungen; "und die Söhne Sebulons: Sered und Elon und Jachleel" bedeutet die himmlische Ehe und ihre Lehrbestimmungen; "dies sind die Söhne der Leah, die sie dem Jakob gebar in Paddam Aram" bedeutet, daß (jene Lehren) aus geistiger Neigung im Natürlichen (hervorgingen) durch die Erkenntnisse des Guten und des Wahren; "nebst Dinah, seiner Tochter" bedeutet die Kirche; "alle Seelen seiner Söhne und seiner Töchter (waren) dreiunddreißig" bedeutet den Zustand des geistigen Lebens und dessen Beschaffenheit; "und die Söhne Gads: Ziphion und Chaggi, Schumi und Ezbon, Eri und Arodi und Areli" bedeutet das Gute des Glaubens und die daraus hervorgehenden Werke, nebst ihren Lehrbestimmungen; "und die Söhne Aschers: Jimna und Jischwa, und Jischwi und Beria, und Serech, ihre Schwester. Und die Söhne Berias: Cheber und Malkiel" bedeutet die Glückseligkeit des ewigen Lebens und den Lustreiz der Neigungen, sowie ihre Lehrbestimmungen; "dies sind die Söhne der Silpah" bedeutet, daß sich das Folgende auf die äußere Kirche beziehe; "die Laban Leah, seiner Tochter gab" bedeutet von der Neigung des äußeren Guten stammend; "und sie gebar diese dem Jakob" bedeutet aus dem Natürlichen; "sechzehn Seelen" bedeutet den Zustand derselben und ihre Beschaffenheit; "und die Söhne Rachels, des Weibes Jakobs" bedeutet aus himmlischer Neigung; "Joseph und Benjamin" bedeutet das Innere der Kirche, Joseph ihr Gutes und Benjamin das Wahre daraus; "und dem Joseph wurden geboren im Lande Ägypten" bedeutet das innere Himmlische und Geistige im Natürlichen; "die ihm gebar Asenath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On" bedeutet aus der Ehe des Guten mit dem Wahren und des Wahren mit dem Guten; "Menasche und Ephraim" bedeutet den neuen Willen und dessen Verständiges, die Angehör der Kirche sind; "und die Söhne Benjamins: Bela und Becher, und Aschbel, Gera und Naaman, Echi und Rosch, Muppim, und Chuppim, und Arde" bedeutet das innere Geistige und dessen Lehrbestimmungen; "dies sind die Söhne Rachels, die dem Jakob geboren wurden" bedeutet, daß sie aus himmlischer Neigung (stammen); "allesamt vierzehn Seelen" bedeutet ihren Zustand und ihre Beschaffenheit; "und die Söhne Dans: Chuschim" bedeutet das Heilige des Glaubens und das Gute des Lebens und deren Lehrbestimmung; "und die Söhne Naphthalis: Jachzeel und Guni, und Jeger und Schillem" bedeutet die Versuchungen, in denen Siege (erlangt werden), und die Lehrbestimmungen darüber; "dies sind die Söhne Bilhas" bedeutet, daß sie der inneren Kirche angehören; "die Laban seiner Tochter Rachel gab" bedeutet von der Neigung des inneren Guten; "allesamt sieben Seelen" bedeutet ihren Zustand und ihre Beschaffenheit; "alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen" bedeutet alles in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche eingebrachte Wahre und Gute; "die aus seinen Lenden gekommen waren" bedeutet die aus der Ehe (stammten); "außer den Weibern der Söhne Jakobs" bedeutet ausgenommen die Neigungen, derer, die nicht aus dieser Ehe; "waren alle zusammen sechsundsechzig Seelen" bedeutet ihren Zustand und ihre Beschaffenheit; "und die Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren waren" bedeutet Himmlisches und Geistiges im Natürlichen; "zwei Seelen" bedeutet das daher kommende Wollen und Verstehen, das sich auf die Kirche bezieht; "alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, waren siebzig" bedeutet das volle Ganze in seiner Ordnung. 6025. Dieses weiter zu erklären, wird unterlassen, weil es lauter Namen sind. Was sie bedeuten, kann nun aus der allgemeinen Erklärung Nr. 6024 ersehen werden; und was die Söhne Jakobs selbst (bedeuten), findet man in der Erklärung, wo von ihrer Geburt gehandelt wird. Das aber ist beachtenswert, daß den Söhnen Jakobs kein Sohn in Ägypten, wohin sie kamen, geboren wurde, obgleich sie noch junge Männer waren, sondern daß alle im Lande Kanaan (geboren wurden); sie selbst aber in Paddan Aram, außer Benjamin. Dies geschah vermöge einer besonderen göttlichen Vorsehung des Herrn, damit die Dinge, die Angehör der Kirche sind, durch sie gleich von ihrer Geburt an vorgebildet wurden. Daß sie in Paddan Aram geboren wurden, bildete vor, daß der Mensch der Kirche durch Erkenntnisse des Guten und Wahren von neuem geboren oder wiedergeboren werden muß, denn Paddam Aram bedeutet Erkenntnisse des Guten und Wahren: Nr. 3664, 3680, 4107; und die Geburt bildete die neue Geburt durch Glauben und Liebtätigkeit vor: Nr. 4668, 5160, 5598, also vor allem durch die Erkenntnisse dieser. Daß aber alle ihre Söhne im Lande Kanaan geboren wurden, bildete vor, daß von daher kommen sollte, was der Kirche angehört, denn das Land Kanaan bezeichnet die Kirche: Nr. 3686, 3705, 4447, 4454, 4516, 5136, 5757. Daß aber dem Joseph Söhne in Ägypten geboren wurden, geschah, damit die Herrschaft des inneren Menschen in dem äußeren vorgebildet würde, insbesondere die des himmlisch Geistigen im Natürlichen: Menasche bezeichnet das Wollende und Ephraim das Verständige, in Beziehung auf die Kirche, im Natürlichen. 6026. Vers 28-30: Und er schickte Jehudah vor sich her zu Joseph, um vor ihm her (den Weg) zu weisen nach Gosen, und sie kamen in das Land Gosen. Da spannte Joseph seinen Wagen an und fuhr hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen nach Gosen, und er zeigte sich vor ihm und fiel ihm um den Hals, und weinte lange an seinem Halse. Und Israel sprach zu Joseph: Nunmehr will ich sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen, daß du noch lebst. "Und er schickte Jehudah vor sich her zu Joseph" bedeutet die Gemeinschaft des Guten der Kirche mit dem inneren Himmlischen; "um vor ihm her (den Weg) zu weisen nach Gosen" bedeutet von der Mitte aus im Natürlichen; "und sie kamen in das Land Gosen" bedeutet den Standort (Wohnsitz) des Lebens daselbst; "da spannte Joseph seinen Wagen an" bedeutet die Lehre vom Inneren her; "und fuhr hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen" bedeutet den Einfluß; "nach Gosen" bedeutet mitten im Natürlichen; "und er zeigte sich vor ihm" bedeutet die Wahrnehmung; "und fiel ihm um den Hals" bedeutet die Verbindung; "und weinte lange an seinem Halse" bedeutet die Barmherzigkeit; "und Israel sprach zu Joseph" bedeutet das Innewerden des geistig Guten; "nunmehr will ich sterben" bedeutet das neue Leben; "nachdem ich dein Angesicht gesehen" bedeutet nach der Wahrnehmung der Barmherzigkeit; "daß du noch lebst" bedeutet die Wahrnehmung des Lebens daraus in sich. 6027. "Und er schickte Jehudah vor sich her zu Joseph", 1. Mose 46/28, bedeutet die Gemeinschaft des Guten der Kirche mit dem inneren Himmlischen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, insofern er das Gute der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 5583, 5603, 5794, 5782, 5833; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische ist, worüber Nr. 5869, 5877; daß vor sich herschicken bedeutet, Gemeinschaft anknüpfen, ist klar. Daß Jehudah geschickt wurde und kein anderer, geschah deshalb, um die unmittelbare Gemeinschaft des einen Guten mit dem anderen zu bezeichnen, nämlich des äußeren Guten, das Jehudah, mit dem inneren Guten, das Joseph vorbildet; denn das Gute vom Herrn, das dem der Liebe zu Ihm und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehört, fließt durch das Innere in das Äußere ein, und soviel Gutes, als in dem Äußeren ist, soviel wird in demselben aufgenommen. Wenn aber im Äußeren des Menschen nur Glaubenswahres ist, nicht aber Gutes, dann wird der Einfluß des Guten vom Herrn durch das Innere im Äußeren nicht aufgenommen, denn es gibt keine unmittelbare Gemeinschaft mit dem Wahren, sondern nur eine durch das Gute vermittelte. Dies ist der Grund, weshalb kein anderer von Jakob zu Joseph geschickt wurde als Jehudah. 6028. "Um vor ihm her (den Weg) zu weisen nach Gosen", 1. Mose 46/28, bedeutet, daß von der Mitte aus im Natürlichen die Gemeinschaft ausgehe. Dies erhellt aus der Bedeutung Gosens, insofern es die Mitte bezeichnet, d.h. das Innerste im Natürlichen, worüber Nr. 5910. Durch die Mitte oder das Innerste im Natürlichen wird das Beste darin bezeichnet, denn das Beste ist in der Mitte, d.h. im Zentrum oder Innersten. Um dasselbe herum ist von allen Seiten das Gute in himmlischer Form geordnet, näher oder entfernter nach den Abstufungen der Güte vom Besten in der Mitte aus; von solcher Art ist die Anordnung des Guten bei den Wiedergeborenen. Bei den Bösen hingegen ist das Schlimmste in der Mitte und das Gute ist bis auf die äußersten Grenzen zurückgedrängt, wo es beständig nach außen getrieben wird. Diese Form ist bei den Bösen im besonderen und in den Höllen im allgemeinen; somit ist es die höllische Form. Aus dem, was von dem Besten in der Mitte, und von dem Guten, (das) in seiner Ordnung an den Seiten (sich befindet), bemerkt wurde, kann man erkennen, was unter der Gemeinschaft des Guten der Kirche mit dem inneren Himmlischen von der Mitte aus im Natürlichen verstanden wird. 6029. "Da spannte Joseph seinen Wagen an", 1. Mose 46/29, bedeutet die Lehre vom Inneren her. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, worüber öfter; und aus der Bedeutung des Wagens, insofern er die Lehre bezeichnet, worüber Nr. 5321. 6030. "Und fuhr hinauf, Israel, seinem Vater, entgegen", 1. Mose 46/29, bedeutet den Einfluß, nämlich vom himmlisch Inneren in das geistig Gute aus dem Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hinauf und entgegen fuhr, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 5869, 5877; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute vorbildet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Daß "hinauffahren, ihm entgegen" den Einfluß bezeichnet, folgt daraus, denn hinauffahren entgegen heißt hier, sich hinbegeben und zu ihm kommen. 6031. "Nach Gosen", 1. Mose 46/29, bedeutet mitten im Natürlichen. Dies ist deutlich aus dem, was von Gosen Nr. 6028 gesagt worden ist. 6032. "Und er zeigte sich vor ihm", 1. Mose 46/29, bedeutet die Wahrnehmung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es ein Verstehen und Wahrnehmen bezeichnet, worüber Nr. 2150, 3764, 4567, 4723, 5400; und auch insofern es heißt Glauben haben: Nr. 2325, 2807, 3863, 3869, 4403-4421, 5400. In betreff dessen, daß sehen soviel ist als verstehen und daher wahrnehmen, wie auch Glauben haben, muß man wissen, daß beim Menschen zweierlei ist, was sein Leben ausmacht, nämlich das geistige Licht, und die geistige Wärme. Das geistige Licht macht das Leben seines Verstandes aus, und die geistige Wärme das Leben seines Willens. Das geistige Licht ist vermöge seines Ursprungs das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten des Herrn und daher das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit, und die geistige Wärme ist vermöge ihres Ursprungs das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn und daher das Gute der himmlischen Liebe, die auf den Herrn gerichtet ist, und das Gute der geistigen Liebe gegen den Nächsten. Diese zwei bilden das ganze Leben des Menschen. Was das geistige Licht anbelangt, so verhält sich dasselbe im Verstande des Menschen ebenso wie das natürliche Licht in seiner äußeren Sehkraft; damit nämlich das Auge sehe, ist es notwendig, daß ein Licht da sei, welches es erleuchte, und dann sieht das Auge in diesem Licht alles, was außerhalb seiner ringsumher ist. So auch das verständige Gemüt, welches das innere Auge des Menschen ist; damit dieses Auge sehe, ist es notwendig, daß das Licht des Himmels, das vom Herrn ist, es erleuchte, und wenn dieses Auge von diesem Licht erleuchtet ist, dann sieht es die Dinge, die außerhalb seiner ringsumher sind; aber die Gegenstände, die es sieht, sind geistige, nämlich wißtümliche Kenntnisse und Wahrheiten. Wenn aber jenes Licht diese Gegenstände nicht beleuchtet, dann ist das verständige Gemüt oder das innere Auge des Menschen, wie das äußere oder körperliche Auge, in Finsternis und sieht nichts, d.h. aus den Kenntnissen nichts Wahres, und aus dem Wahren nichts Gutes. Das Licht, welches das verständige Gemüt erleuchtet, ist ein wirkliches Licht und zwar ein solches, das tausendmal das Mittagslicht der Welt übertrifft, und dies kann ich bezeugen, weil ich es gesehen habe. Aus diesem Lichte sehen alle Engel in den Himmeln alle Dinge, die außerhalb ihrer ringsumher sind, und aus diesem Lichte sehen und vernehmen sie auch die Glaubenswahrheiten und deren Beschaffenheit. Daher nun kommt es, daß durch sehen im geistigen Sinn nicht nur der Verstand bezeichnet wird, sondern auch alles, was Sache des Verstandes ist, nämlich das Denken, die Überlegung, die Beobachtung, die Klugheit und dergleichen mehr. Ferner nicht nur der Glaube, sondern auch alles, was Sache des Glaubens ist, wie das Wahre, die Lehre aus dem Wort und dergleichen. Was aber die geistige Wärme anbelangt, so verhält sich diese im Willen des Menschen, wie die natürliche Wärme im Körper, den sie belebt; aber die geistige Wärme ist ihrem Ursprung nach, der vom Herrn ist, nichts anderes als die göttliche Liebe gegen das ganze menschliche Geschlecht, und daher die erwidernde (Liebe) des Menschen gegen Ihn und gegen den Nächsten; und diese geistige Wärme ist eine wirkliche Wärme, welche die Körper der Engel durch Wärme und zugleich ihr Inneres durch Liebe beseligt. Daher kommt es, daß durch Wärme, Flamme, Feuer im Wort im echten Sinn die Dinge bezeichnet werden, die Angehör der Liebe sind, wie die Neigungen zum Guten und Wahren, ferner das Gute selbst. 6033. "Und fiel ihm um den Hals", 1. Mose 46/29, bedeutet die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "um den Hals fallen", insofern es eine enge und innige Verbindung bezeichnet, worüber 5926. Daß um den Hals fallen eine Verbindung ausdrückt, kommt daher, weil der Hals den Kopf und den Leib verbindet, und durch Kopf das Innere, durch Leib das Äußere bezeichnet wird, deshalb bezeichnet der Hals die Verbindung des Inwendigen mit dem Äußeren; man sehe 3542, 5320, 5328, und daher auch die Gemeinschaft des Inneren mit dem Äußeren, wie auch die des Himmlischen mit dem Geistigen (eben daselbst); und diese Gemeinschaft, infolge der Verbindung, wird auch durch dieselben Worte bezeichnet, denn Joseph bedeutet das Innere und Israel beziehungsweise das Äußere. 6034. "Und weinte lange an seinem Halse", 1. Mose 46/29, bedeutet die Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, insofern es Barmherzigkeit bezeichnet, worüber Nr. 5480, 5873, 5927; es wird gesagt "lange an seinem Halse", weil das erste wie auch das Fortdauernde der Verbindung die Barmherzigkeit ist, nämlich die des Herrn, Der im höchsten Sinn durch Joseph bezeichnet wird. HG 6035 6035. "Und Israel sprach zu Joseph", 1. Mose 46/30, bedeutet das Innewerden des geistig Guten, nämlich vom inneren Himmlischen her. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, an dessen Hals Joseph weinte, insofern er das geistig Gute bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet; lauter Dinge, von denen schon oft im vorigen (die Rede war). 6036. "Nunmehr will ich sterben", 1. Mose 46/30, bedeutet das neue Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es eine Wiedererweckung zum Leben bezeichnet, also ein neues Leben, worüber Nr. 3326, 3498, 3505, 4618, 4621, 6008. Warum sterben ein neues Leben bedeute, ist auch an diesen Stellen gezeigt worden, deshalb nämlich, weil der Mensch, wenn er stirbt, sofort ein neues Leben beginnt; er wird zum Leben erweckt, sobald er den materiellen Leib abgelegt hat, der ihm zum Nutzzweck in der Welt gedient hatte. Das neue Leben wird hier durch sterben bezeichnet, weil es durch den Einfluß vom Inneren kommt, und wird dadurch bezeichnet, daß Joseph hinauffuhr, Israel, seinem Vater, entgegen: Nr. 6030; und es entsteht infolge der Verbindung, die dadurch bezeichnet wird, daß Joseph Israel um den Hals fiel: Nr. 6033. 6037. "Nachdem ich dein Angesicht gesehen", 1. Mose 46/30, bedeutet, nach der Wahrnehmung der Barmherzigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 6032; und aus der Bedeutung des Angesichtes, wenn es vom Herrn gesagt wird, insofern es die Barmherzigkeit bezeichnet, worüber Nr. 222, 223, 5585, 5816. 6038. "Daß du noch lebst", 1. Mose 46/30, bedeutet die daraus hervorgehende Wahrnehmung des Lebens in sich selber. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, insofern es im inneren Sinn das geistige Leben bezeichnet: Nr. 5890. Daß es die Wahrnehmung dieses Lebens in sich bedeutet, folgt aus dem Vorhergehenden, daß ihm nämlich neues Leben aus dem Einfluß und der Verbindung zuteil geworden: Nr. 6036; und aus dem Gefühl der Freude, daß er ihn sah. Dieses Gefühl erzeugt die Wahrnehmung des Lebens in sich. 6039. Vers 31-34: Und Joseph sprach zu seinen Brüdern, und zum Hause seines Vaters: Ich will hinaufgehen, und es Pharao anzeigen, und zu ihm sagen: Meine Brüder und das Haus meines Vaters, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen. Und die Männer sind Hirten, denn es sind Leute, die Viehzucht treiben; und ihre Schafe und ihre Rinder, und alles, was ihnen gehört, haben sie mitgebracht. Und wenn Pharao euch ruft, und sagt: Was ist euer Geschäft? So sollt ihr sagen: Leute, die Viehzucht treiben, sind deine Knechte von ihrer Jugend an bis jetzt, sowohl wir, als auch unsere Väter; damit ihr wohnen möget im Lande Gosen; denn ein Greuel der Ägypter ist jeder Hirte der Schafe. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern" bedeutet das Innewerden der Wahrheiten im Natürlichen; "und zum Hause seines Vaters" bedeutet das Innewerden des Guten darin; "Ich will hinaufgehen, und es Pharao anzeigen" bedeutet die Gemeinschaft mit dem Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche sind; "und zu ihm sagen: Meine Brüder und das Haus meines Vaters, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen" bedeutet von den Wahrheiten und dem Guten der Kirche, insofern sie eingeführt werden sollen; "und die Männer sind Hirten" bedeutet, daß jene zum Guten führen; "denn es sind Leute, die Viehzucht treiben" bedeutet, daß bei ihnen Gutes aus den Wahrheiten sich findet; "und ihre Schafe und ihre Rinder, und alles, was ihnen gehört, haben sie mitgebracht" bedeutet, daß das inwendige und äußere Gute, und alles, was daraus hervorgeht, gegenwärtig sei; "und wenn Pharao euch ruft" bedeutet, wenn das Natürliche, in dem die Kenntnisse der Kirche sind, verbunden werden will; "und sagt: Was ist euer Geschäft?" bedeutet, und euer Gutes wissen (will); "so sollt ihr sagen: Leute, die Viehzucht treiben, sind deine Knechte von ihrer Jugend an bis jetzt" bedeutet, daß es die Wahrheiten sind, aus denen das Gute bei ihnen von Anfang an war und auch noch ist; "sowohl wir, als auch unsere Väter" bedeutet, daß es so war vom ersten Guten an; "damit ihr wohnen möget im Lande Gosen" bedeutet, somit muß eure Wohnung inmitten des Natürlichen sein, wo sich die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche befinden; "denn ein Greuel der Ägypter ist jeder Hirte der Schafe" bedeutet, auf diese Weise (entstehe) die Trennung von den verkehrten wißtümlichen Kenntnissen, die den (echten) Kenntnissen der Kirche entgegengesetzt sind. 6040. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 46/31, bedeutet das Innewerden der Wahrheiten im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon öfter; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie geistige Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische vorbildet, wovon Nr. 5869, 5877. Hieraus erhellt, daß "durch Joseph sprach zu seinen Brüdern", das Innewerden der Wahrheiten im Natürlichen vom inneren Himmlischen bezeichnet wird. Durch "Joseph sprach", wird nicht sein eigenes Innewerden bezeichnet, weil Joseph das Innere ist, und jedes Innewerden durch das Innere in das Äußere oder Natürliche einfließt, denn das Natürliche wird aus sich selbst gar nichts inne, sondern was es wahrnimmt, kommt aus einem ihm Vorangehenden, und auch dieses Frühere vernimmt nichts aus sich, sondern aus einem noch Früheren, und somit zuletzt aus dem Herrn, Der aus Sich ist. Von solcher Art ist das Einfließen und das Innewerden aus demselben. Der Einfluß verhält sich wie das Entstehen und das Bestehen: nichts entsteht aus sich, sondern aus einem Früheren, somit zuletzt alles vom Ersten, d.h. vom Sein und Entstehen aus sich. Und aus demselben besteht auch alles, denn es verhält sich das Bestehen wie das Entstehen, weil das Bestehen ein fortwährendes Entstehen ist. Es wird dies das Innewerden der Wahrheiten im Natürlichen genannt, nicht aber das Innewerden derer, die in diesen Wahrheiten waren, weil die geistige Rede von solcher Art ist. Denn auf solche Weise werden die Vorstellungen des Denkens von den Personen hinweggeleitet und auf die Sachen gerichtet, und die Sachen, nämlich das Wahre und das Gute, sind es, die in dem Menschen leben und den Menschen lebendig machen, denn sie sind vom Herrn, von Dem alles Leben stammt; auf diese Art wird auch das Denken davon abgebracht, daß es das Wahre und Gute der Person zuschreibt; durch solche Rede erhält man auch eine allgemeine Vorstellung, die sich weiter ausdehnt, als wenn man die Vorstellung der Person damit verbindet; wenn man z.B. sagte: "das Innewerden derer, die in diesen Wahrheiten sind", dann würden sich die Vorstellungen zugleich auf diejenigen richten, die so beschaffen sind, (wie es auch gewöhnlich geschieht), und dann werden sie vom Allgemeinen abgeleitet, wodurch die Erleuchtung vom Lichte des Wahren vermindert wird. Überdies werden durch das Denken an die Personen im anderen Leben diejenigen aufgeregt, an die man denkt, denn im anderen Leben teilt sich jedes Denken mit. Dies sind die Ursachen, weshalb im abgezogenen Sinne (abstracte) gesprochen wird, wie hier, das Innewerden des Wahren im Natürlichen. 6041. "Und zum Hause seines Vaters", 1. Mose 46/31, bedeutet das Gute darin, nämlich das Innewerden desselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 3128, 3652, 3720, 4982, und aus der Bedeutung des Vaters, insofern er auch das Gute ist, worüber Nr. 2803, 3703, 3704, 5581, 5902. 6042. "Ich will hinaufgehen und es Pharao anzeigen", 1. Mose 46/31, bedeutet die Gemeinschaft mit dem Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von anzeigen, insofern es eine Gemeinschaft bezeichnet, worüber Nr. 4856, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche bezeichnet, wo das Wißtümliche der Kirche ist, worüber Nr. 5799, 6015. 6043. "Und zu ihm sagen: Meine Brüder und das Haus meines Vaters, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen", 1. Mose 46/31, bedeutet, von den Wahrheiten und dem Guten der Kirche, insofern sie eingeführt werden sollen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier durch "seine Brüder" bezeichnet sind, insofern sie geistige Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 6040; aus der Bedeutung des Hauses des Vaters, insofern es das Gute darin bezeichnet, worüber Nr. 6041; aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche vorbildet, worüber Nr. 3686, 3705, 4447, 4517, 5136; und aus der Bedeutung von "zu Joseph kommen", oder nach Ägypten, wo Joseph war, insofern es heißt einführen in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche, worüber Nr. 6004, 6018. Über die Einführung der Wahrheiten der Kirche in die Kenntnisse des Natürlichen sehe man Nr. 6023, und über ihre Verbindung unten, Nr. 6047. 6044. "Und die Männer sind Hirten", 1. Mose 46/32, bedeutet, daß sie zum Guten führen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hirten, insofern sie es sind, die zum Guten führen, worüber Nr. 343, 3795, 5201; denn der Hirte lehrt und führt, und die Herde wird gelehrt und geführt. Aber im inneren Sinn werden die Wahrheiten verstanden, die zum Guten führen, denn durch die Söhne Israels, die hier als Hirten bezeichnet sind, werden geistige Wahrheiten vorgebildet: Nr. 6040, auch sind die leitenden Wahrheiten in denen, die lehren. Daß die Glaubenswahrheiten zum Guten der Liebtätigkeit führen, ist früher gezeigt worden; und es erhellt auch daraus, daß alles und jedes sich auf seinen Zweck bezieht und auf ihn abzielt, und was nicht auf den Zweck abzielt, nicht bestehen kann; denn der Herr hat gar nichts geschaffen, außer zu einem bestimmten Zweck, und zwar so, daß man sagen kann, der Zweck sei alles in allem, was geschaffen ist. Und alles Erschaffene ist in solcher Ordnung, daß, wie der Zweck vom Ersten aus durch Mittel auf das Letzte abzielt, so der Zweck im Letzten den Zweck im Ersten im Auge hat; daher der (innere) Zusammenhang der Dinge. Der Zweck selbst in seinem ersten Ursprung ist nichts anderes als das göttlich Gute der göttlichen Liebe, somit der Herr selbst; weshalb Er auch im Worte der Erste und der Letzte, das Alpha und Omega genannt wird: Jes.41/4; 44/6; 48/12; Joh.Offenb.1/8,17; 2/8; 21/6; 22/13. Da sich die Sache so verhält, so muß notwendig alles und jedes, was dem Leben des Menschen angehört, sich auf den Zweck beziehen und diesen im Auge haben. Wer nur irgend etwas Vernunft besitzt, kann einsehen, daß die wißtümlichen Kenntnisse beim Menschen auf die Wahrheiten als ihren Zweck abzielen und die Wahrheiten auf das Gute und das Gute auf den Herrn als den letzten und ersten Zweck; als den letzten Zweck vom Wahren aus (betrachtet), und als den ersten Zweck vom Guten aus. So verhält es sich mit den Wahrheiten der Kirche, insofern sie zum Guten führen, und dies wird bezeichnet durch die Männer, die Hirten sind, und durch die Leute, die Viehzucht treiben, wie nun folgt. 6045. "Denn es sind Leute, die Viehzucht treiben", 1. Mose 46/32, bedeutet, daß bei ihnen Gutes aus den Wahrheiten sich findet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, oder das Gute aus den Wahrheiten, worüber Nr. 6016. Es wird von den Söhnen Israels gesagt, welche die geistigen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen: Nr. 5414, 5879, somit von den Wahrheiten, und hier, daß sie zum Guten führen, worüber man Nr. 6044 sehe. 6046. "Und ihre Schafe und ihre Rinder und alles, was ihnen gehört, haben sie mitgebracht", 1. Mose 46/32, bedeutet das äußere und innere Gute und alles, was daraus hervorgeht, sei gegenwärtig. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 5913; aus der Bedeutung von "alles, was ihnen gehört", insofern es alles aus jenen Hervorgehende bezeichnet, wie Nr. 5914; und aus der Bedeutung von "sie haben mitgebracht", insofern es ausdrückt, gegenwärtig sein. 6047. "Und wenn Pharao euch ruft", 1. Mose 46/33, bedeutet, wenn das Natürliche, in dem die Kenntnisse der Kirche sind, verbunden werden will. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu sich rufen", insofern es soviel ist als verbunden werden wollen; denn zu sich rufen, infolge des Wunsches, daß sie in seinem Lande wohnen und ein Volk mit ihm ausmachen sollen, heißt verbunden werden wollen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche ist, in dem die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche sind, wie Nr. 6042. Durch das Rufen des Pharao wird das Gegenseitige der Einführung und Verbindung bezeichnet, nämlich der wißtümlichen Kenntnisse der Kirche mit den Wahrheiten und dem Guten im Natürlichen, denn jede Verbindung fordert Gegenseitigkeit, dadurch entsteht Zustimmung von beiden Seiten. Es handelt sich hier von der Verbindung der Wahrheiten der Kirche mit den wißtümlichen Kenntnissen derselben; aber man muß wissen; auf welche Weise sie verbunden werden müssen. Denn nicht von den wißtümlichen Kenntnissen darf man ausgehen und durch sie in die Glaubenswahrheiten eindringen, denn die wißtümlichen Kenntnisse beim Menschen stammen aus dem Sinnlichen, somit aus der Welt, von der unzählige Täuschungen kommen, sondern man muß von den Glaubenswahrheiten ausgehen, und zwar auf folgendem Wege: Zuerst muß man die Lehren der Kirche erlernen, und dann aus dem Worte erforschen, ob sie wahr sind. Denn sie sind nicht deshalb schon wahr, weil die Vorsteher der Kirche so gesagt haben, und ihre Anhänger sie bestätigen, denn sonst müßte man die Lehren aller Kirchen und Religionen als Wahrheiten anerkennen, bloß infolge der Heimat und der Geburt (eines jeden), somit wären nicht nur die Lehren der Päpstlichen und der Quäcker wahr, sondern auch die der Juden und der Mohammedaner, weil ihre Vorsteher so gesagt haben und ihre Anhänger es bestätigen. Hieraus erhellt, daß man das Wort erforschen und daraus ersehen muß, ob jene (Lehren) Wahrheiten sind. Und wenn dies aus Neigung zum Wahren geschieht, dann wird der Mensch vom Herrn erleuchtet, daß er, er weiß nicht wie, innerlich fühlt was wahr ist, und wird darinnen, gemäß dem Guten, in dem er ist, bestärkt. Wenn diese Wahrheiten von den Lehren abweichen, dann hüte er sich, Störungen in der Kirche hervorzurufen. Späterhin, wenn er begründet (d.h. befestigt), und aus dem Worte in der Bejahung (oder Gewißheit) ist, daß es wirklich Glaubenswahrheiten sind, dann ist es ihm erlaubt, sie durch alle seine wissenschaftlichen Kenntnisse, welchen Namens und welcher Natur sie auch sein mögen, zu begründen, denn weil alsdann die Bejahung durchwaltend in ihm herrscht, so nimmt er nur die Kenntnisse auf, die übereinstimmen, und verwirft diejenigen, die, wegen der Sinnestäuschungen, die in ihnen liegen, nicht übereinstimmen. Durch die wißtümlichen Kenntnisse wird der Glaube befestigt, deswegen soll man keinem verwehren, die Schrift zu durchforschen aus dem Verlangen zu wissen, ob die Lehren der Kirche, innerhalb der er geboren, wahr sind, denn er kann gar nicht auf andere Weise erleuchtet werden. Auch darf ihm nicht verwehrt werden, sich nachher durch wissenschaftliche Kenntnisse zu befestigen. Vorher aber ist es ihm nicht erlaubt, denn dieser und kein anderer ist der Weg, die Glaubenswahrheiten mit den wißtümlichen Kenntnissen zu verbinden, nicht nur mit den Kenntnissen der Kirche, sondern überhaupt mit allen Kenntnissen, welche es auch sein mögen. Aber die wenigsten schreiten heutigen Tages auf diesem Wege vor, denn die meisten, die das Wort lesen, lesen es nicht aus Neigung zum Wahren, sondern aus dem Verlangen, die Lehren der Kirche, innerhalb der sie geboren sind, daraus zu begründen, wie dieselben auch sein mögen. Im Worte wird das Reich des Herrn beschrieben, daß nämlich Geistiges, Vernünftiges und Wißtümliches in demselben verbunden werden muß. Es wird aber durch Namen beschrieben, die diese Verhältnisse bedeuten, nämlich durch Israel, Aschur und Ägypten. Durch Israel wird das Geistige beschrieben, durch Aschur das Vernünftige und durch Ägypten das Wißtümliche: Jes.19/19-25: "An jenem Tage wird ein Altar dem Jehovah inmitten des Landes Ägypten sein, und ein Denkmal neben dessen Grenzen dem Jehovah, und es wird zum Zeichen und Zeugen dem Jehovah Zebaoth im Lande Ägypten sein; denn sie werden zu Jehovah rufen wegen der Unterdrücker, und Er wird ihnen einen Retter und Fürsten senden und wird sie befreien, und es wird Jehovah in Ägypten bekannt werden, und die Ägypter werden Jehovah an jenem Tage anerkennen, und werden Schlachtopfer und Speisopfer bringen, und werden dem Jehovah ein Gelübde tun und es halten. An jenem Tage wird ein Pfad von Ägypten nach Aschur sein, und Aschur wird nach Ägypten kommen, und Ägypten nach Aschur, und Ägypten wird Aschur dienen; an jenem Tage wird Israel der dritte für Ägypten und Aschur sein, ein Segen inmitten des Landes, das Jehovah Zebaoth segnen wird und sagen: Gesegnet (sei) Mein Volk Ägypten, und das Werk Meiner Hände Aschur, und Mein Erbe Israel": daß hier nicht Ägypten, und auch nicht Aschur, und nicht einmal Israel, sondern unter einem jeden derselben etwas anderes zu verstehen ist, kann jeder sehen; nämlich durch Israel das Geistige der Kirche: Nr. 3654, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; durch Aschur das Vernünftige: Nr. 119, 1186; und durch Ägypten die wißtümlichen Kenntnisse: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 6004, 6015. Diese drei werden bei dem Propheten als verbunden in dem Menschen der Kirche beschrieben, (indem gesagt wird,) "es werde ein Pfad sein von Ägypten nach Aschur, und Aschur nach Ägypten kommen und Ägypten nach Aschur, und Ägypten werde Aschur dienen; an jenem Tage werde Israel der dritte für Ägypten und Aschur sein, gesegnet inmitten des Landes", denn damit der Mensch ein Mensch der Kirche sei, muß er notwendig ein Geistiger sein und auch ein Vernünftiger, dem das wißtümliche Erkennen dienen muß. Hieraus kann man nun deutlich ersehen, daß das Wißtümliche keineswegs von den Glaubenswahrheiten verworfen werden darf, sondern mit denselben verbunden werden muß, aber auf direktem Wege (a priori), d.h. vom Glauben aus, nicht auf indirektem Wege (a posteriori), d.h. vom wißtümlichen Erkennen aus; man sehe auch, was Nr. 128, 129, 130, 195, 196, 232, 233, 1226, 1911, 2568, 2588, 4156, 4760, 5510, 5700 gezeigt worden ist. 6048. "Und sagt: Was ist euer Geschäft?", 1. Mose 46/33, bedeutet, und euer Gutes wissen (will). Dies erhellt aus der Bedeutung der Geschäfte, insofern sie Gutes bezeichnen. Daß die Geschäfte Gutes bezeichnen, kommt daher, weil sie aus dem Willen hervorgehen, und was aus dem Willen kommt, ist entweder Gutes oder Böses, was aber aus dem Verstande, wie die Reden, ist entweder Wahres oder Falsches. Das Geschäft der Söhne Jakobs, wie auch das ihrer Väter, war Viehzucht zu treiben, also Hirten zu sein. Dieses Geschäft bedeutet auch wirklich Gutes, besonders Gutes aus dem Wahren. Diese Bedeutung hat es infolge der Entsprechungen, denn Lämmer, Schafe, Böcke, Ziegen, welche die Herde bilden, entsprechen dem Guten der Liebtätigkeit; desgleichen Stiere und Ochsen, welche die Rinderherde bilden. Daß sie entsprechen, geht daraus hervor, daß, wenn die Engel aus himmlischer Neigung unter sich über das Gute der Liebtätigkeit reden, an mehreren Orten in der geistigen Welt und auch im ersten oder letzten Himmel Herden von Kleinvieh und Rindern erscheinen; wenn von dem mehr inwendigen Guten der Liebtätigkeit (die Rede ist), Schafherden; aber wenn von der mehr äußerlichen, Rinderherden; man sehe Nr. 3218, 3219, 3220. Daher kommt es nun, daß im Worte durch Schafe und Rinder solches bezeichnet wird. Im allgemeinen muß man wissen, daß alles Bezeichnende, was im Worte vorkommt, seinen Ursprung von den Vorbildungen im anderen Leben hat, und diese von den Entsprechungen. Der Grund ist, weil die natürliche Welt aus der geistigen Welt hervorgegangen ist, wie die Wirkung aus ihrer Ursache, und zwar zu dem Ende, damit die geistige Welt in die natürliche Welt einfließen und in ihr als Ursache wirken könne. Auf diese Weise wird auch wirklich alles in seiner Stellung und Ordnung erhalten, was in derselben sich befindet. Daß die gesamte Natur ein Schauplatz der Vorbildungen des Reiches des Herrn ist, d.h. der geistigen und himmlischen Dinge, die in demselben sind, sehe man Nr. 2758, 2987-3002, 4939, 5116. 6049. "So sollt ihr sagen: Leute, die Viehzucht treiben sind deine Knechte, von ihrer Jugend an bis jetzt", 1. Mose 46/34, bedeutet, daß es die Wahrheiten sind, aus denen das Gute bei ihnen von Anfang an hervorging, und auch jetzt noch. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Leute, die Viehzucht treiben" (oder Hirten), insofern sie die Wahrheiten bezeichnen, aus denen das Gute stammt, worüber Nr. 6016, 6045; und aus der Bedeutung (des Ausdrucks) "von Jugend an bis jetzt", insofern es soviel ist als von Anfang an und jetzt noch. In betreff dessen, daß durch Vieh die Wahrheiten bezeichnet werden, aus denen das Gute herkommt, muß man wissen, daß unter Vieh alle größeren und kleineren Tiere der Herde gemeint sind, sowohl die, welche zur Herde des Kleinviehs als, die, welche zur Rinderherde gehören, und außerdem noch Kamele und Pferde, Maulesel und Esel. Diese Tiere bedeuten solches, was sich auf die Wahrheiten bezieht, jene aber, nämlich Rinder und Schafe solches, was sich auf das Gute bezieht. Daher kommt es nun, daß alle diese Tiere im allgemeinen, die unter Vieh gemeint sind, Wahrheiten bedeuten, aus denen Gutes kommt. Der Ausdruck "Vieh" stammt in der Grundsprache von einem Wort, das auch Erworbenes (oder Besitz) bedeutet, und das Erworbene bezeichnet auch wirklich im geistigen Sinn Wahres, aus dem Gutes hervorgeht, und zwar deshalb, weil das Gute durch das Wahre erworben wird. Das Kleinvieh aber bedeutet das inwendigere Gute, denn zu der Herde desselben gehören Lämmer, Schafe, Böcke, Ziegen, Widder. Durch Vieh wird auch an anderen Stellen im Worte Wahres bezeichnet, aus dem Gutes hervorgeht, z.B.: Jes.30/23: "Dann wird Er Regen geben deinem Samen, womit du das Land besäest, und Brot, des Ackers Frucht; und es wird Fett und Überfluß da sein; dein Vieh wird an jenem Tage auf breiter Aue weiden": weiden bedeutet unterrichtet werden in den Wahrheiten und über das Gute: Nr. 5201; breite Aue bedeutet die Lehre des Wahren; breit wird gesagt, weil Breite das Wahre bezeichnet: Nr. 3433, 3434, 4482. Hieraus erhellt, daß durch Vieh die Wahrheiten bezeichnet werden, aus denen Gutes kommt. Hes.38/12: "Um deine Hand zu legen an die verwüsteten Orte, die wieder bewohnt sind, und an ein Volk, das gesammelt wurde aus den Heiden, und Mühe verwendet auf Vieh und Besitz, wohnend in der Mitte des Landes": Vieh steht hier ebenfalls für Wahrheiten, durch die Gutes kommt, Besitz für das Gute. 6050. "Sowohl wir als auch unsere Väter", 1. Mose 46/34, bedeutet, daß es so war vom ersten Guten an. Dies erhellt aus der Bedeutung der Väter, insofern sie Gutes bezeichnen, worüber Nr. 2803, 3703, 3704, 5581, 5902; daß auch ihre Väter solche waren, bedeutet daher, vom ersten Guten an. Unter Väter werden auch an vielen Stellen des Wortes im inneren Sinn nicht Abraham, Jischak und Jakob verstanden, sondern die Angehörigen der Alten Kirche, die im Guten waren. 6051. "Damit ihr wohnen möget im Lande Gosen", 1. Mose 46/34, bedeutet: somit wird eure Wohnung inmitten des Natürlichen sein, wo sich die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche befinden. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es das Leben bezeichnet, und so auch den Wohnsitz des Lebens, worüber Nr. 1293, 3384, 4451; und aus der Bedeutung von Gosen, insofern es das Mittlere oder Innerste im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5910, 6028; daß hier die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche es sind, die durch Ägypten bezeichnet werden, ist klar, denn Gosen war in Ägypten die beste Gegend des Landes. HG 6052 6052. "Denn ein Greuel der Ägypter ist jeder Hirte der Schafe", 1. Mose 46/34, bedeutet, auf diese Weise entstehe die Trennung von den verkehrten Meinungen, die im Gegensatz stehen zu den Kenntnissen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Greuels der Ägypter, insofern er die Trennung vom Wißtümlichen bezeichnet, denn was zum Greuel und Abscheu gereicht, das ist abgesondert, denn der Grund der Verabscheuung liegt eben darin, daß es den aus den Grundneigungen hervorgegangenen Grundsätzen zuwider und somit entgegengesetzt ist; hier entgegengesetzt den verkehrten Wissensmeinungen, die durch die Ägypter bezeichnet werden, indem gesagt wird, daß ihnen ein Greuel sei jeder Hirte der Schafe; und aus der Bedeutung des Hirten der Schafe, insofern er einen solchen bezeichnet, der zum Guten hinleitet, worüber Nr. 6044. Das Wissen, welches das Gute begründet, ist dasjenige, dem das verkehrte Wissen entgegengesetzt ist. Verkehrte wißtümliche Meinungen sind die, welche das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit zerstören, und auch solche, welche die Ordnung umkehren, wie die magischen Kenntnisse, die in Ägypten betrieben wurden, denn vieles, was der Ordnung gemäß war, mißbrauchten die Magier, wie z.B. die Entsprechungen und Vorbildungen, deren Kenntnis bei ihnen mehr als bei anderen ausgebildet war. Diese (Entsprechungen) folgen ihrer Ordnung, auch wenn sie von Bösen angewendet werden; und wenn solche dieselben zur Herrschaft über andere anwenden, oder um anderen zu schaden, dann sind sie verkehrt, weil magisch wirkend. Was ihre Absonderung, von der hier gehandelt wird, anbelangt, so geschieht sie durch ein (bestimmte) Anordnung; wenn nämlich das Gute mit den Wahrheiten in der Mitte ist oder im Innersten, das durch Gosen bezeichnet wird, dann werden die verkehrten Wissensmeinungen, die entgegengesetzt sind, ausgestoßen. Bisher wurde von der Verbindung der Wahrheiten mit den wißtümlichen Kenntnissen gehandelt, von dieser Verbindung ist aber noch ferner zu merken, daß die Verbindung des inneren oder geistigen Menschen mit dem Äußeren oder Natürlichen keineswegs stattfinden kann, wenn nicht den wißtümlichen Kenntnissen Wahrheiten eingepflanzt werden, denn diese Kenntnisse bilden im Verein mit den Lustreizen der natürlichen Neigungen den äußeren oder natürlichen Menschen, deswegen kann jene Verbindung gar nicht stattfinden, wenn nicht eine solche mit den wißtümlichen Kenntnissen eintritt. Und doch muß, damit der Mensch wiedergeboren werde, sein Inneres und Äußeres verbunden werden, denn wenn dies nicht geschieht, dann wird alles Gute, das vom Herrn durch den inneren Menschen in den äußeren oder natürlichen einfließt, entweder verdreht oder erstickt, oder verworfen, und dann wird auch das Innere verschlossen. Die Art und Weise, in der diese Verbindung stattfindet, ist es, die in diesem Kapitel beschrieben wurde, und dieselbe kommt durch Einpflanzung der Wahrheiten in die wißtümlichen Kenntnisse zustande.   Nr. 6053 - 6058 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 47. Kapitel HG 6059-6215 1. Und Joseph kam und zeigte es Pharao an, und sprach: Mein Vater und meine Brüder, ihr kleines und ihr großes Vieh, und alles, was ihnen gehört, sind gekommen aus dem Lande Kanaan, und siehe, sie sind im Lande Gosen. 2. Und von der Anzahl seiner Brüder nahm er fünf Männer und stellte sie vor Pharao. 3. Und Pharao sprach zu seinen Brüdern: Was ist euer Gewerbe? Und sie sprachen zu Pharao: Hirten der Herde sind deine Knechte, sowohl wir, als auch unsere Väter. 4. Und sie sprachen zu Pharao: Um als Gäste zu wohnen in dem Lande sind wir gekommen, weil keine Weide ist für die Herde, die deinen Knechten gehört; denn schwer drückt der Hunger im Lande Kanaan, und nun, so laß doch deine Knechte wohnen im Lande Gosen. 5. Und Pharao sprach zu Joseph also: Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen. 6. Das Land Ägypten ist vor dir, im Besten des Landes lasse wohnen deinen Vater und deine Brüder; sie mögen wohnen im Lande Gosen; und wenn du erkennst, daß unter ihnen wackere Männer sind, so setze sie als Oberhirten über das Vieh, das mein ist. 7. Und Joseph brachte Jakob, seinen Vater, und stellte ihn vor Pharao, und Jakob segnete Pharao. 8. Und Pharao sprach zu Jakob: Wie viel sind die Tage deiner Lebensjahre? 9. Und Jakob sprach zu Pharao: Die Tage der Jahre meiner Pilgerschaft sind hundert und dreißig Jahre; wenig und böse sind die Tage meiner Lebensjahre gewesen, und haben nicht erreicht die Tage der Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgrimschaft. 10. Und Jakob segnete Pharao und ging hinweg von Pharao. 11. Und Joseph verschaffte Wohnsitze seinem Vater und seinen Brüdern, und gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im Besten des Landes, im Lande Ramses, wie Pharao befohlen hatte. 12. Und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder, und das ganze Haus seines Vaters mit Brot nach dem Munde der Kinder (d.i. nach dem Bedarf der Familien). 13. Und es war kein Brot im ganzen Lande, denn der Hunger war schwer, und das Land Ägypten und das Land Kanaan schmachtete vor Hunger. 14. Und Joseph sammelte alles Silber, das gefunden ward im Lande Ägypten und im Lande Kanaan für Getreide, das sie kauften, und Joseph brachte das Silber in das Haus Pharaos. 15. Und das Silber war aufgezehrt aus dem Lande Ägypten und aus dem Lande Kanaan, und es kamen alle Ägypter zu Joseph und sprachen: Gib uns Brot; und warum sollen wir sterben bei dir, weil es uns an Silber fehlt? 16. Und Joseph sprach: Gebet euer Vieh her, so will ich euch für euer Vieh Getreide geben, wenn es euch an Silber fehlt. 17. Und sie brachten ihr Vieh zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot für ihre Pferde und für ihr Kleinvieh und für ihre Rinder und für ihre Esel, und versorgte sie mit Brot für all ihr Vieh in diesem Jahre. 18. Und als das Jahr zu Ende war, kamen sie zu ihm im anderen Jahr und sprachen zu ihm: Wir wollen nicht verhehlen vor unserem Herrn, daß unser Geld und unser Vieh ganz gelangt ist zu unserem Herrn; es ist nichts übrig vor unserm Herrn als unser Leib und unser Feld. 19. Warum sollen wir sterben vor deinen Augen, wir und unser Feld? Kaufe uns und unser Feld für das Brot, damit wir und unser Feld Knechte seien dem Pharao; und gib Samen, daß wir leben und nicht sterben, und das Feld nicht wüste werde. 20. Und Joseph kaufte alles Feld Ägyptens für Pharao, denn die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen Acker, weil der Hunger schwer war über ihnen; und das Land wurde dem Pharao eigen. 21. Und das Volk versetzte er in die Städte, von einem Ende der Grenze Ägyptens bis zum andern. 22. Nur das Feld der Priester kaufte er nicht, weil den Priestern (ihr) Anteil von Pharao bestimmt war; und sie verzehrten ihren bestimmten Anteil, den ihnen Pharao gegeben hatte, deswegen verkauften sie ihr Feld nicht. 23. Und Joseph sprach zum Volke: Siehe, heute habe ich euch und euer Feld für Pharao gekauft; hier ist Samen für euch, daß ihr besäet euer Feld. 24. Und von dem Ertrage sollt ihr geben den Fünften dem Pharao, aber vier Teile werden euer sein zum Besäen des Feldes und zu eurer Speise, und für die in euren Häusern, und zur Speise für eure Kinder. 25. Und sie sprachen: Du hast uns das Leben erhalten; so laß uns Gnade finden in den Augen unseres Herrn, und wir wollen Knechte sein dem Pharao. 26. Und Joseph machte es zum Gesetz bis auf diesen Tag über das Feld Ägyptens, den Fünften zu geben dem Pharao; nur das Feld der Priester war dem Pharao nicht eigen. 27. Und Israel wohnte im Lande Ägypten, im Lande Gosen, und sie hatten Besitz in demselben, und waren fruchtbar, und vermehrten sich sehr. 28. Und Jakob lebte im Lande Ägypten siebzehn Jahre, und es war die Zeit der Lebensjahre Jakobs einhundertsiebenundvierzig Jahre. 29. Und es nahten sich die Tage Israels, daß er sterben sollte, und er rief seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so lege deine Hand unter meine Hüfte und tue an mir die Barmherzigkeit und Treue, daß du mich nicht begrabest in Ägypten. 30. Sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus Ägypten führen und mich begraben in ihrem Grabe; und er sprach: Ich will tun nach deinem Worte. 31. Er aber sprach: Schwöre mir; und er schwur ihm; da neigte sich Israel über das Haupt seines Bettes.   Inhalt 6059. Nachdem das geistig Gute aus dem Natürlichen, das Israel, verbunden worden mit dem inneren Himmlischen, das Joseph (vorbildete), worüber im vorigen Kapitel, wird in diesem Kapitel im inneren Sinn gehandelt von dem Einpflanzen der Wahrheiten der Kirche, die im Natürlichen sind, in das Wißtümliche. Die Wahrheiten der Kirche, die im Natürlichen, sind die Söhne Jakobs; das eigentliche allgemeine Wahre darin ist Jakob; das Wißtümliche, in das diese Wahrheiten eingepflanzt wurden, ist Pharao. 6060. Sodann wird von den wißtümlichen Kenntnissen gehandelt, wie sie in Ordnung gebracht wurden von dem inneren Himmlischen, das Joseph ist; daß nämlich zuerst die wißtümlichen Wahrheiten, hernach die Wahrheiten des Guten und das Gute des Wahren, endlich alles Natürliche in bezug auf das Wißtümliche unter sein Allgemeines gebracht wurde. HG 6061 6061. Endlich wird gehandelt von der Wiedergeburt des geistig Guten aus dem Natürlichen, das Israel bezeichnet.   Innerer Sinn 6062. Vers 1: Und Joseph kam und zeigte es Pharao an, und sprach: Mein Vater und meine Brüder, ihr kleines und ihr großes Vieh, und alles, was ihnen gehört, sind gekommen aus dem Lande Kanaan, und siehe, sie sind im Lande Gosen. "Und Joseph kam und zeigte es Pharao an, und sprach" bedeutet die Gegenwart des inneren Himmlischen im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind, und der Einfluß und das Innewerden aus demselben. "mein Vater und meine Brüder" bedeutet das geistig Gute im Natürlichen und die Wahrheiten der Kirche in demselben; "ihr kleines und ihr großes Vieh" bedeutet das innere und äußere Gute des Wahren; "und alles, was ihnen gehört" bedeutet alles, was daraus hervorgeht; "sind gekommen aus dem Lande Kanaan" bedeutet von der Kirche; "und siehe, sie sind im Lande Gosen" bedeutet inmitten des Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind. 6063. "Und Joseph kam und zeigte es Pharao an, und sprach", 1. Mose 47/1, bedeutet die Gegenwart des inneren Himmlischen im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind, und den Einfluß und das Innewerden aus demselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu jemandem kommen", insofern es die Gegenwart bezeichnet, wie Nr. 5934; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische ist, worüber Nr. 5869, 5877; aus der Bedeutung von anzeigen, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 5966; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche und daher das Wißtümliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5799, 6015; und aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 5687. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph kam und zeigte es Pharao an und sprach", die Gegenwart des inneren Himmlischen im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind, und der Einfluß und das Innewerden aus jenen bezeichnet wird. Von dem Einfließen des Inneren in das Natürliche oder Äußere und von dessen Innewerden ist schon früher vielfach gesprochen worden, und es wurde nachgewiesen, daß das Natürliche besteht und lebt durch den Einfluß vom Inneren her, d.h. durch das Innere vom Herrn; denn ohne Einfluß von daher hat das Natürliche kein Leben, weil es in der natürlichen Welt ist und aus dieser sein ganzes (Wesen) hat, und die natürliche Welt ganz und gar ohne Leben ist. Deswegen muß, damit das Natürliche im Menschen lebe, ein Einfluß vom Herrn stattfinden, nicht nur ein unmittelbarer von Ihm, sondern auch ein mittelbarer durch die geistige Welt, folglich bei dem Menschen in sein Inneres, denn dieses ist in der geistigen Welt. Von daher also muß der Einfluß in das Natürliche kommen, damit es lebe. Das Natürliche des Menschen ist gebildet, um Leben von daher aufzunehmen. Dies nun wird verstanden unter dem Einfluß des inneren Himmlischen in das Natürliche, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind. Aus dem Einfluß vom Inneren her entsteht das Innewerden im Äußeren oder Natürlichen, das durch Pharao vorgebildet wird; denn Einfluß und Innewerden entsprechen sich gegenseitig: Nr. 5743. 6064. "Mein Vater und meine Brüder", 1. Mose 47/1, bedeutet das geistig Gute im Natürlichen und die Wahrheiten der Kirche in demselben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute im Natürlichen bezeichnet, wie Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen sind, worüber Nr. 5414, 5879, 5951. Der Einfluß und das Innewerden, worüber Nr. 6063, kommen von innen her, nämlich von dem geistig Guten und den Wahrheiten der Kirche im Natürlichen. 6065. "Ihr kleines und ihr großes Vieh", 1. Mose 47/1, bedeutet das innere und äußere Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herden des Kleinviehs, insofern sie das innere Gute, und der Herden des großen Viehs, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 5913, 6048; das Gute des Wahren wird durch sie bezeichnet, weil das geistig Gute, das durch Israel vorgebildet wird, das Gute des Wahren ist: Nr. 4598. Das Gute, was im Himmel und bei dem Menschen ist, kommt aus einem doppelten Ursprung, nämlich aus dem Ursprung im Willen und aus dem Ursprung im Verstand. Im Guten, das seinen Ursprung im Willen hat, waren die Ältesten, die der himmlischen Kirche angehörten; hingegen im Guten, das seinen Ursprung im Verstand hat, waren die Alten, die der geistigen Kirche angehörten; in jenem Guten stehen diejenigen, die im innersten oder dritten Himmel sind, in diesem aber diejenigen, die im mittleren oder zweiten Himmel. Wie und welcher Art der Unterschied sei, wurde mehrmals bei den Erklärungen gesagt: das Gute, das seinen Ursprung im Willen hat, ist das Gute, aus dem das Wahre stammt, das Gute dagegen, das seinen Ursprung im Verstand hat, ist dasjenige, das aus dem Wahren stammt, oder das Gute des Wahren; dieses Gute ist an sich nichts anderes als das in Handlung übergehende Wahre. 6066. "Und alles was ihnen gehört", 1. Mose 47/1, bedeutet alles, was daraus hervorgeht: Nr. 6046. 6067. "Sind gekommen aus dem Lande Kanaan", 1. Mose 47/1, bedeutet von der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus einem Lande kommen", insofern es soviel ist, als aus demselben stammen, und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn in den Himmeln bezeichnet, und das Reich des Herrn auf Erden, das die Kirche ist, worüber Nr. 1607, 3038, 3481, 3686, 3705, 4447, 4454, 5136. 6068. "Und siehe, sie sind im Lande Gosen", 1. Mose 47/1, bedeutet, inmitten des Natürlichen, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gosen, insofern es das Mittlere oder Innerste im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5910, 6028, 6031. Damit, daß es sich inmitten des Natürlichen befindet, verhält es sich in folgender Weise: wenn das Gute und Wahre, das der Kirche angehört, d.h. aus dem Worte des Herrn stammt, anerkannt und durch den Glauben im Natürlichen aufgenommen ist, dann nimmt es die Mitte desselben ein, denn was unmittelbar angeschaut wird, ist in der Mitte, was aber nicht unmittelbar zur Anschauung kommt, liegt an den Seiten; daher erscheint, was in der Mitte ist, klar und deutlich, was aber an den Seiten liegt, nur dunkel. Es verhält sich hiermit, wie mit dem Sehen des Auges: was ihm direkt vorliegt, ist in der Mitte, d.h. im Zentrum, und erscheint deutlicher, was aber nicht direkt vorliegt, ist fern von der Mitte, d.h. an den Seiten, und erscheint nur dunkel; denn das innere Auge oder das verständige Gemüt, das sein Sehen vom Licht des Himmels hat, sieht auf das, was außerhalb seiner im Natürlichen ist, nämlich auf die wißtümlichen Kenntnisse, sowie das äußere Auge auf die Gegenstände oder auf einen Kreis von Gegenständen außer sich. Das innere Gesicht richtet sich auf das, was am meisten erfreut und am Herzen liegt, und heftet auf dasselbe seinen direkten Blick, sowie auch das äußere Sehen auf ähnliches in dem Kreise der (vorliegenden) Gegenstände; somit richtet sich das innere Sehen auf die Kenntnisse, die mit dem Wahren und Guten, in dem der Mensch ist, am meisten übereinstimmen. Diese Kenntnisse sind dann bei ihm in der Mitte. Daß der innere Blick auf die Kenntnisse gerichtet ist, kommt daher, weil er geistig ist und sich daher dem Geistigen zuwendet, somit den Gegenständen des Wissens; denn diese fallen unter die geistige Betrachtung. 6069. Vers 2-6: Und von der Anzahl seiner Brüder nahm er fünf Männer und stellte sie vor Pharao. Und Pharao sprach zu seinen Brüdern: Was ist euer Gewerbe? Und sie sprachen zu Pharao: Hirten der Herde sind deine Knechte, sowohl wir, als auch unsere Väter. Und sie sprachen zu Pharao: Um als Gäste zu wohnen in dem Lande sind wir gekommen, weil keine Weide ist für die Herde, die deinen Knechten gehört; denn schwer drückt der Hunger im Lande Kanaan, und nun, so laß doch deine Knechte wohnen im Lande Gosen. Und Pharao sprach zu Joseph also: Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen. Das Land Ägypten ist vor dir, im Besten des Landes lasse wohnen deinen Vater und deine Brüder; sie mögen wohnen im Lande Gosen; und wenn du erkennst, daß unter ihnen wackere Männer sind, so setze sie als Oberhirten über das Vieh, das mein ist. "Und von der Anzahl seiner Brüder nahm er fünf Männer" bedeutet einige von den Wahrheiten der Kirche, "und stellte sie vor Pharao" bedeutet das Einpflanzen derselben in das Wißtümliche; "und Pharao sprach zu seinen Brüdern" bedeutet das Innewerden über die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen; "was ist euer Gewerbe?" bedeutet über die Pflichten und Nutzzwecke; "und sie sprachen zu Pharao: Hirten der Herde sind deine Knechte" bedeutet, daß sie zum Guten führen; "sowohl wir, als auch unsere Väter" bedeutet, daß es so war von den Alten her; "und sie sprachen zu Pharao" bedeutet die Fortdauer des Innewerdens; "um als Gäste zu wohnen in dem Lande sind wir gekommen" bedeutet, um das Leben zu suchen in den wißtümlichen Kenntnissen; "weil keine Weide ist für die Herde, die deinen Knechten gehört" bedeutet, daß es an Kenntnissen fehle, in denen das Gute des Wahren ist; "denn schwer drückt der Hunger im Lande Kanaan" bedeutet den Mangel an solchen in der Kirche; "und nun, so laß doch deine Knechte wohnen im Lande Gosen" bedeutet, daß sie inmitten jener (Kenntnisse) wohnen möchten; "und Pharao sprach zu Joseph also" bedeutet ein Innewerden im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind; "dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen" bedeutet über das Einfließen des inneren Himmlischen in das geistig Gute aus dem Natürlichen und in die Wahrheiten der Kirche in demselben; "das Land Ägypten ist vor dir" bedeutet, daß die Kenntnisse des natürlichen Gemütes unter der Obhut des inneren Himmlischen stehen; "im Besten des Landes lasse wohnen deinen Vater und deine Brüder" bedeutet, daß sie im Innersten desselben leben sollen; "sie mögen wohnen im Lande Gosen" bedeutet wo die Mitte ist; "und wenn du erkennst, daß unter ihnen wackere Männer sind" bedeutet das Vorzüglichere in der Lehre; "so setze sie als Oberhirten über das Vieh, das mein ist" bedeutet, daß sie die Hauptgegenstände unter den Kenntnissen sein sollen. 6070. "Und von der Anzahl seiner Brüder nahm er fünf Männer", 1. Mose 47/2, bedeutet, einige von den Wahrheiten der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier die Brüder sind, insofern sie die Wahrheiten der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512; und aus der Bedeutung von fünf, insofern es soviel ist als einige, worüber Nr. 4638, 5291. 6071. "Und stellte sie vor Pharao", 1. Mose 47/2, bedeutet das Einpflanzen derselben in die wißtümlichen Kenntnisse. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Wißtümliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5799, 6015. Das Einpflanzen wird bezeichnet durch "vor ihn stellen", denn der Zweck, daß er sie zeigte, war, sie einzupflanzen, d.h. die Wahrheiten der Kirche, denn diese werden bezeichnet durch die Söhne Jakobs. Daß die Wahrheiten eingepflanzt werden müssen in die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche, sehe man Nr. 6004, 6023, 6052. Weil dies aber heutzutage eine unbekannte Sache ist, muß es noch erläutert werden. Die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche sind heutzutage solche, die aus dem Buchstabensinn des Wortes geschöpft sind. Wenn in diese Kenntnisse keine Wahrheiten aus dem inneren Sinn eingepflanzt werden, so kann das Gemüt zu jeder Irrlehre verleitet werden, wenn aber Wahrheiten in dieselben eingepflanzt sind, dann kann das Gemüt nicht zu Irrlehren verleitet werden, wie z.B. wer aus dem Buchstabensinn des Wortes (die Meinung) geschöpft hat, daß Gott zürne, strafe, in Versuchungen führe, in die Hölle werfe und das Böse bewirke, der kann zu falschen Vorstellungen von Gott verleitet werden, z.B. daß vom Guten selbst (was doch Gott ist), auch das Böse kommen könne, also das Ihm Entgegengesetzte, da doch das Gute nur vom Guten und das Böse nur vom Bösen kommt. Aber jene wißtümliche Meinung erscheint in anderer Gestalt, wenn ihr innere Wahrheiten eingepflanzt werden. Z.B. diese Wahrheit, daß im Menschen das Böse liegt, das ihn zornig macht, ihn in Versuchungen führt, straft, in die Hölle wirft und fortwährend Böses aus sich hervorbringt. Und daß diese Dinge sich verhalten wie die Gesetze in den Reichen (der Welt): die Gesetze kommen vom König her, das Übel der Strafe aber kommt nicht vom König, sondern von denen, die Böses tun. So ist es auch mit der Wahrheit. Daß es die Höllen sind, aus denen alles Böse kommt, und daß dieses ihnen zugelassen wird, weil es unvermeidlich ist um des Menschen willen, denn derselbe ist im Bösen, und aus diesem sein Leben. Wenn er daher nicht im Bösen gelassen würde, so könnte er nicht in Freiheit sein, also nicht gebessert werden. Dennoch aber kommt von Gott nichts als Gutes, denn soweit der Mensch es zugibt, wendet Gott das Böse zum Guten. So verhält es sich auch mit der Wahrheit, daß man zuerst das Allgemeinste glauben und dann erst es durch einzelne Wahrheiten erläutern muß. So auch der allgemeine Satz, daß alles, was existiert, von Gott ist, also auch die Übel der Strafe. In welcher Weise aber diese von Gott sind, soll erst später erklärt werden, dann auch die Beschaffenheit und der Ursprung dessen, was durch Zulassung geschieht. Desgleichen die wahre Lehre: Aller Gottesdienst muß ausgehen von heiliger Ehrfurcht. In dieser liegt auch, daß Gott die Guten belohne und die Bösen bestrafe. Die Einfältigen und die Kinder müssen dies glauben, weil sie noch nicht begreifen, was Zulassung ist, und zwar gemäß den Worten des Herrn: "Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle", Matth. 10/28. Wenn sie auch Anfangs aus Furcht das Böse nicht zu tun wagen, so wird doch allmählich die Liebe zugleich mit dem Guten eingepflanzt und dann fangen sie an zu erkennen und inne zu werden, daß nichts als Gutes von Gott kommt, das Böse aber von ihnen selbst und zuletzt, daß alles Böse aus der Hölle stammt. Überdies erkennen auch diejenigen, die im Himmel sind, im Inneren, daß nichts als Gutes von Gott kommt, die aber in der Hölle sind, sagen, alles Böse komme von Gott, weil er es zuläßt und nicht wegschafft. Aber denen unter ihnen, die in der geistigen Welt sind, wird hierauf geantwortet, daß sie, wenn das Böse von ihnen genommen würde, kein Leben hätten, und so auch der Mensch, der im Bösen ist. Ferner, daß das Böse in ihnen sich selbst straft dem Gesetze gemäß, und daß sie durch das Übel der Strafe endlich vom Übeltun ablassen und daß die Bestrafung der Bösen ein Schutz für die Guten sei. Dazu kommt noch, daß die Bösen und auch die, welche einen äußeren Gottesdienst ohne den inneren haben (wie das bei den Juden der Fall war), allerdings in Furcht vor Gott sein und glauben müssen, daß Er strafe, denn aus Furcht vor Gott können sie Gutes tun, keineswegs aber aus Liebe. Wenn diese und viele andere Wahrheiten in jenen Lehrsatz eingepflanzt werden, dann bietet er ein ganz anderes Aussehen dar, denn dann wird dieser wißtümliche Satz wie ein durchsichtiges Gefäß, bei dem die durchscheinenden Wahrheiten bewirken, daß das Gefäß nur als eine allgemeine Wahrheit erscheint. 6072. "Und Pharao sprach zu seinen Brüdern", 1. Mose 47/3, bedeutet das Innewerden über die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 6063; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche und Wißtümliche im allgemeinen vorbildet, wovon Nr. 6063; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier die Brüder sind, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 6064. Hieraus erhellt, daß durch "Pharao sprach zu seinen Brüdern", ein Innewerden des Natürlichen über die Wahrheiten der Kirche in demselben bezeichnet wird. 6073. "Was ist euer Gewerbe?", 1. Mose 47/3, bedeutet, über die Pflichten (Dienstleistungen) und Nutzzwecke. Dies erhellt aus der Bedeutung der Gewerbe, insofern sie Gutes bezeichnen, worüber Nr. 6048, somit Nutzzwecke und Dienstleistungen, denn diese Dinge sind das Gute. Alles Gute, welches man das Gute der Liebtätigkeit nennt, besteht nur in Nutzleistungen und diese sind nichts als Arbeiten für den Nächsten, für das Vaterland, für die Kirche, für das Reich des Herrn. Auch wird die tätige Liebe an sich betrachtet nicht eher zur Liebtätigkeit, als bis sie zur Tat und zum Werk wird; denn jemand lieben und ihm nicht Gutes tun, wenn man kann, heißt nicht lieben; hingegen ihm Gutes tun, wenn man kann und zwar von Herzen, heißt ihn lieben, und dann ist inwendig in der Tat oder dem Werke selbst alles enthalten, was zur Liebtätigkeit gegen ihn gehört. Die Werke sind nämlich die Zusammenfassung (oder der Inbegriff) alles dessen, was in dem Menschen die tätige Liebe und den Glauben ausmacht, und zugleich das, was man geistig Gutes nennt, und sie werden auch wirklich Gutes durch Übung, d.h. durch die Nutzleistungen. Weil die Engel, die im Himmel sind, im Guten sind aus dem Herrn, so wünschen sie nichts mehr als Nutzleistungen zu schaffen; sie sind die eigentlichen Lustreize ihres Lebens, und sie genießen auch wirklich Wonne und Glückseligkeit, je nach ihren Nutzleistungen: Nr. 453, 454, 696, 997, 3645; was auch der Herr Matth.16/27, lehrt: "Der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen Engeln, und dann wird Er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken": unter Werken werden hier nicht die Werke verstanden, wie sie der äußeren Form nach erscheinen, sondern wie sie der inneren Form nach beschaffen sind, nämlich nach der Beschaffenheit der Liebtätigkeit, die sie in sich haben. Die Engel sehen die Werke nicht anders an, und weil die Werke der Inbegriff alles dessen sind, was im Menschen von Liebtätigkeit und Glauben sich findet, und erst das Leben die Liebtätigkeit zur (wahren) Liebtätigkeit und den Glauben zum (wahren) Glauben, d.h. zum Guten macht, deshalb liebte der Herr den Johannes mehr als die übrigen Jünger und lag derselbe beim Abendmahle an Seiner Brust: Joh.21/20; denn durch ihn wurde das Gute der Liebtätigkeit oder die Werke vorgebildet; man sehe die Vorreden zu 1. Mose Kapitel 18 und 22; daher sprach auch der Herr zu ihm: "Folge mir nach", nicht zu Petrus, durch den der Glaube vorgebildet wurde; man sehe dieselben Vorreden; und deshalb sprach der Glaube, der Petrus ist, unwillig: "Herr, was soll aber dieser? Jesus sprach zu ihm: Wenn Ich will, daß dieser bleibe, bis Ich komme, was gehet es dich an? folge du mir nach": Joh.21/19,21-23; hierdurch wurde auch vorhergesagt, daß der Glaube die Werke geringschätzen werde, daß sie aber dennoch bei dem Herrn (wohlgefällig) sind; wie man auch deutlich ersehen kann aus den Worten des Herrn zu den Schafen und den Böcken: Matth.25/34-46, wo nichts anderes als die Werke gerichtet werden. Daß aber der Glaube den Herrn verwerfen werde, erhellt aus der Vorbildung durch Petrus, insofern er Ihn dreimal verleugnete; daß er dies in der Nacht tat, bedeutet die letzte Zeit der Kirche, wenn keine Liebtätigkeit mehr sein wird: Nr. 6000; daß er dies dreimal tat, bedeutet, daß sie dann vollständig eingetreten sei: Nr. 1825, 2788, 4495, 5159; bevor der Hahn krähte, bedeutet, bevor die neue Kirche entstehen werde; denn die Dämmerung und der Morgen, die der Nacht folgen, bedeuten das erste der Kirche: Nr. 2405, 5962. 6074. "Und sie sprachen zu Pharao: Hirten der Herde sind deine Knechte", 1. Mose 47/3, bedeutet, daß sie zum Guten führen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hirten der Herde, insofern er jemand bezeichnet, der zum Guten führt, worüber Nr. 6044, hier die Wahrheiten, die zum Guten führen, weil die Wahrheiten der Kirche unter den Söhnen Jakobs zu verstehen sind. 6075. "Sowohl wir, als auch unsere Väter", 1. Mose 47/3, bedeutet, daß es so war von den Alten her. Dies erhellt aus der Bedeutung der Väter, insofern es diejenigen sind, die den Alten Kirchen angehörten, worüber Nr. 6050. Wo im Wort von den Juden und Israeliten gehandelt wird, werden an vielen Stellen die Väter mit Lob erwähnt. Diejenigen, die beim Buchstabensinn stehenbleiben, verstehen unter den Vätern daselbst keine anderen als Abraham, Jischak und Jakob, und auch die Söhne Jakobs; aber im inneren Sinn werden durch Väter an jenen Stellen, wo sie in guter Bedeutung erwähnt sind, nicht diese verstanden, sondern diejenigen, die der Ältesten Kirche angehörten vor der Sündflut, und diejenigen, die der Alten Kirche angehörten nach der Sündflut; diese und jene wurden Väter genannt, weil von ihnen die Kirche abstammt, und alles, was zur Kirche gehörte, hergeleitet wurde. Durch Väter werden die Angehörigen der Alten Kirchen verstanden: 5. Mose 10/15: "An deinen Vätern hat Jehovah Lust gehabt, so daß er sie liebte und ihren Samen erwählte nach ihnen". 5. Mose 32/7,8,15,17: "Gedenke der Tage der Ewigkeit (d.h. der Vorwelt), verstehet die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht, da der Höchste das Erbe den Völkern gab, da Er trennte die Menschenkinder und die Grenzen der Völker bestimmte, nach der Zahl der Söhne Israels; als aber Jeschurun fett geworden, fiel er ab von Gott; sie opferten den Dämonen, den Göttern, die aus der Nähe kamen (d.i. aus der neuen Zeit stammten), die ihre Väter nicht gekannt hatten": dieses steht im prophetischen Lied Mosis, in dem von der Alten Kirche gehandelt wird 5. Mose 32/7-15, und von den Nachkommen Jakobs 5. Mose 32/15-44. Der Zustand der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut bestand, wird bezeichnet durch Tage der Ewigkeit; und der Zustand der Alten Kirche, die nach der Sündflut, durch die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht (d.h. der alten Geschlechter); der Zustand ihres Guten durch das Erbe, das der Höchste den Völkern gab, und der Zustand ihres Wahren dadurch, daß der Höchste die Menschenkinder trennte, die Grenzen der Völker bestimmte, nach der Zahl der Söhne Israels. Daß diese Zahl oder zwölf alle Glaubenswahrheiten in ihrer Gesamtheit bezeichnet, sehe man Nr. 577, 2089, 2129 E, 2130, 3272, 3858, 3913. Daraus erhellt, daß unter den Vätern diejenigen bezeichnet werden, die den alten Kirchen angehörten. Ebenso an folgenden Stellen: Jes.64/10: "Unser Haus der Heiligkeit und unsere Zierde, wo Dich gelobt haben unsere Väter, ist ein Raub des Feuers geworden". Jerem.22/15: "Hat nicht dein Vater gegessen und getrunken, aber doch Gericht und Gerechtigkeit geübt, und ging ihm wohl?". Jerem.50/7: "Sie haben gesündigt an Jehovah, an der Wohnung der Gerechtigkeit, und an Jehovah, der Hoffnung ihrer Väter". Ps.44/2: "Gott, mit unseren Ohren haben wir es gehört, unsere Väter haben es uns erzählt, ein Werk hast du vollbracht in ihren Tagen, in den Tagen der Vorzeit". Ebenso werden die Väter bei Daniel (erwähnt): Dan.11/24,37,38. Daß unter Väter an diesen Stellen die Angehörigen der alten Kirchen verstanden werden, erscheint nicht im Buchstabensinn, sondern im inneren Sinn, in dem von der Kirche gehandelt wird, und von dem Guten und Wahren derselben. Auch die Kirche selbst wird, weil sie eine himmlische Ehe ist, d.h. eine Ehe des Guten und Wahren, im Worte in bezug auf das Gute Vater genannt, und in bezug auf das Wahre Mutter: Nr. 3703, 5581. 6076. "Und sie sprachen zu Pharao", 1. Mose 47/4, bedeutet die Fortdauer des Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 6063; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen ist, wovon im vorigen. Die Fortdauer des Innewerdens vom Natürlichen wird bezeichnet, weil auch Nr. 6074 gesagt wurde: "Sie sprachen zu Pharao"; hier nun zum zweiten Mal. 6077. "Um als Gäste zu wohnen in dem Lande sind wir gekommen", 1. Mose 47/4, bedeutet, um das Leben zu suchen in den wißtümlichen Kenntnissen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wohnen als Gast (oder Fremdling)", insofern es bezeichnet, unterrichtet werden, dann auch leben, worüber Nr. 1463, 2025. Somit bedeutet "kommen, um als Gäste zu wohnen", um Leben zu suchen; und aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Ägypten, insofern es den Ort bezeichnet, wo das Wißtümliche ist, somit auch das Wißtümliche selbst. Daß Ägypten das Wißtümliche bezeichnet, ist schon mehrere Male nachgewiesen worden. Um zu erkennen, daß das Leben des Wahren in den wißtümlichen Kenntnissen ist, oder daß die Wahrheiten ihr Leben in diesen Kenntnissen suchen, muß man wissen, daß alles, was in der geistigen Welt ist und daher auch alles, was im Natürlichen, etwas Weiteres sucht, in dem es sein und als Ursache in der Wirkung sich betätigen kann, um fortwährend etwas hervorzubringen. Dieses Weitere ist gleichsam sein Körper, und das, was in diesem zu sein sucht, ist gleichsam die Seele. Dieses Bestreben hört erst auf in dem Letzten der Natur, wo das Träge entgegentritt. In der natürlichen Welt zeigt sich dies bei allem und jedem, so auch in der geistigen Welt; in dieser sucht das Gute in den Wahrheiten zu leben, und die Wahrheiten in den Kenntnissen, und die Kenntnisse in den Sinneswahrnehmungen, und diese in der Welt. Was insbesondere die Wahrheiten in den wißtümlichen Kenntnissen anbelangt, so muß man wissen, daß die tieferen Wahrheiten zwar in die Kenntnisse eingepflanzt werden können, daß aber die Wahrheiten in demselben kein Leben haben, bevor Gutes in ihnen ist. Im Guten ist das Leben, und in den Wahrheiten durch das Gute, und so auch in den Kenntnissen durch das Gute vermittelst der Wahrheiten; dann ist das Gute gleichsam die Seele für die Wahrheiten, und durch die Wahrheiten für die Kenntnisse, die gleichsam den Leib bilden. Mit einem Wort, die Liebtätigkeit gegen den Nächsten belebt und beseelt den Glauben, und durch den Glauben die Kenntnisse, die dem natürlichen Gemüte angehören. Nur wenige wissen heutzutage, daß die Wahrheiten und die wißtümlichen Kenntnisse voneinander unterschieden sind. Der Grund ist, weil nur wenige in den Glaubenswahrheiten aus tätiger Liebe sind, und die Glaubenswahrheiten, in denen keine tätige Liebe ist, nichts anderes sind als wißtümliche Kenntnisse, denn sie sind im Gedächtnis ebenso wie die anderen Dinge. Aber wenn die Glaubenswahrheiten aus der Liebtätigkeit hervorgehen, oder wenn ihnen Liebtätigkeit innewohnt, dann unterscheiden sie sich deutlich von den wißtümlichen Kenntnissen und erheben sich bisweilen über dieselben, und dann erblicken sie dieselben unter sich. Dies kann man deutlich erkennen an dem Zustand des Menschen nach dem Tode: alsdann kann er über die Wahrheiten und das Gute des Glaubens vernünftig denken und reden, und zwar viel scharfsinniger als bei Leibesleben. Aber die wißtümlichen Kenntnisse kann er nicht aus seinem Gedächtnis hervorrufen, diese sind bei ihm wie vergessene und verwischte Gegenstände, obwohl er sie alle bei sich hat; man sehe Nr. 2475, 2476, 2477, 2479, 2480-2486. Hieraus kann man erkennen, daß die Glaubenswahrheiten, die ihrem Wesen nach geistig sind, und die wißtümlichen Kenntnisse, die ihrem Wesen nach natürlich sind, unter sich verschieden sind; und daß sich die Glaubenswahrheiten über diese Kenntnisse zum Himmel erheben können, vermittelst der Neigung zum Guten der Liebtätigkeit. 6078. "Weil keine Weide ist für die Herde, die deinen Knechten gehört", 1. Mose 47/4, bedeutet, daß es an solchen Kenntnissen fehle, in denen das Gute des Wahren ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Weide für die Herde, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, denen das Gute des Wahren innewohnt, somit bedeutet "keine Weide" die Kenntnisse, in denen kein Gutes des Wahren liegt. Die Weide bezeichnet im inneren Sinn das, was das geistige Leben erhält und nährt, und besonders das wißtümlich Wahre, denn nach diesem sehnt sich die Seele des Menschen, wie der Körper nach Speise. Von ihm kommen ihre Nahrungsmittel, und deshalb ist weiden soviel als unterrichtet werden: Nr. 5201. Daß die Kenntnisse und Wahrheiten der Seele des Menschen ihren Unterhalt gewähren, erhellt offenbar aus der Wißbegierde des Menschen, wie auch aus der Entsprechung der Speise mit den Kenntnissen: Nr. 1480, 3114, 4792, 5147, 5293, 5340, 5342, 5576, 5579, 5915; und diese Entsprechung gibt sich auch beim Menschen kund, wenn er Speisen genießt: geschieht dies, während er spricht oder zuhört, dann öffnen sich die Gefäße, die den Speisesaft (chitus) aufnehmen, und er wird reichlicher ernährt, als wenn er allein ist. Die geistigen Wahrheiten und der Unterricht in denselben würde eine gleiche Wirkung bei den Menschen haben, wenn sie in der Neigung zum Guten wären. Daß die Wahrheiten das geistige Leben nähren, zeigt sich besonders deutlich bei den guten Geistern und den Engeln im Himmel: beide hegen fortwährend das Verlangen, zu wissen und weise zu werden, und wenn ihnen diese geistige Speise fehlt, sind sie in (einem Zustand) der Abödung und fühlen eine Erschlaffung des Lebens und gleichsam einen Hunger. Auch werden sie nicht eher erquickt und in die Seligkeit ihres Lebens erhoben, als bis ihrem Verlangen Genüge geschieht. Um aber eine heilsame Ernährung für die Seele zu werden, muß in den Kenntnissen Leben aus dem Guten des Wahren sein. Haben sie aber kein Leben aus diesem, dann erhalten die wißtümlichen Kenntnisse zwar das innere Leben des Menschen, jedoch nur sein natürliches, nicht aber sein geistiges Leben. Daß die Weide im inneren Sinn das bezeichnet, was dem geistigen Leben des Menschen Nahrung gibt, erhellt auch aus anderen Stellen im Wort, wie Jes.49/8,9: "Ich habe dich gegeben zum Bunde des Volkes, um das Land wieder herzustellen, um zu sprechen zu den Gefangenen: Gehet heraus! und zu denen, die in Finsternis sind: Erhebet euch! Auf den Wegen werden sie weiden, und auf allen Hügeln wird ihre Weide sein": auf den Wegen weiden bedeutet, unterrichtet werden in den Wahrheiten; daß die Wege Wahrheiten bedeuten, sehe man Nr. 627, 2333, und daß weiden soviel ist als unterrichtet werden: Nr. 5201. Auf allen Hügeln weiden, bedeutet, unterhalten werden aus dem Guten, denn die Hügel, wie die Berge, bezeichnen das Gute der Liebe: Nr. 795, 796, 1430, 2722, 4210. Jerem.23/1: "Wehe euch Hirten, die ihr verderbet und zerstreuet die Herde Meiner Weide": Weide steht für solches, was das geistige Leben unterhält. Jerem.Klagel.1/6: "Die Fürsten Zions sind geworden wie die Hirsche, die keine Weide gefunden": sie haben keine Weide gefunden, bedeutet, daß sie kein Wahres aus Gutem haben. Hes.34/11,14: "Ich, Ich will Meine Herde suchen; auf guter Weide werde Ich sie weiden, und auf den Bergen der Höhe Israels wird ihre Hürde sein; dann werden sie liegen in guten Hürden, und fette Weiden werden sie haben auf den Bergen Israels": gute und fette Weide auf den Bergen Israels, bedeutet das Gute des Wahren. Hes.34/18: "Ist es euch zu wenig, daß ihr gute Weide habt, daß ihr das übrige der Weide mit euren Füßen zertretet"?. Hos.13/6: "Ich erkannte dich in der Wüste, im Lande der Dürre; als sie Weide fanden, wurden sie satt, und als sie satt waren, erhob sich ihr Herz". Joel 1/18: "Es seufzt das Vieh, bestürzt sind die Rinderherden, weil sie keine Weide haben, auch die Herden des Kleinviehs sind verschmachtet". Ps.23/1-3: "Jehovah ist mein Hirte, auf grüner Weide läßt er mich lagern, zu Wassern der Ruhe führt Er mich, meine Seele wird Er erquicken". Ps.100/3: "Jehovah hat uns gemacht und nicht wir, zu Seinem Volke und zur Herde Seiner Weide; darum sind wir Sein, Sein Volk und die Herde Seiner Weide". Weide bedeutet an diesen Stellen Wahrheiten, in denen der Mensch unterrichtet wird, und zwar solche, die auf das geistige Leben abzielen; denn das geistige Leben ist von der Art, daß es verschmachtet, wenn ihm diese Weide mangelt und gleichsam verwelkt wie der Körper, wenn ihm die Speise fehlt. Daß die Weide Gutes und Wahres bedeutet, das die Seele oder den Geist des Menschen erquickt und ernährt, ist klar aus den Worten des Herrn bei Joh.10/9; "Ich bin die Tür, wer durch Mich eingeht, der wird selig werden und ein- und ausgehen, und Weide finden": Weide für Gutes und Wahres, das diejenigen haben, die den Herrn anerkennen, und von Ihm allein das Leben suchen. 6079. "Denn schwer drückt der Hunger im Lande Kanaan", 1. Mose 47/4, bedeutet den Mangel an solchen Kenntnissen in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, insofern er einen Mangel an Gutem bezeichnet, worüber Nr. 5893; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 6067. 6080. "Und nun, so laß doch deine Knechte wohnen im Lande Gosen", 1. Mose 47/4, bedeutet, daß sie inmitten jener Kenntnisse wohnen möchten. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es leben heißt, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; und aus der Bedeutung des Landes Gosen, insofern es die Mitte oder das Innerste im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5910, 6028, 6031, 6068. 6081. "Und Pharao sprach zu Joseph also", 1. Mose 47/5, bedeutet ein Innewerden im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Innewerden bezeichnet, wovon öfters; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche ist, in dem das Wißtümliche sich befindet, worüber Nr. 5799, 6015, 6063; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, aus dem das Innewerden im Natürlichen kommt, worüber Nr. 5469. HG 6082 6082. "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen", 1. Mose 47/5, bedeutet, über das Einfließen des inneren Himmlischen in das geistig Gute aus dem Natürlichen und in die Wahrheiten der Kirche in demselben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833, und aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, die hier die Brüder sind, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, 5951. Der Einfluß des inneren Himmlischen ist hier zu verstehen, weil dies zu Joseph gesprochen wurde, durch den das innere Himmlische vorgebildet wird: Nr. 5869, 5877, und weil der Einfluß in das Natürliche oder in das Äußere vom Inneren herkommt. 6083. "Das Land Ägypten ist vor dir", 1. Mose 47/6, bedeutet, daß die Kenntnisse des natürlichen Gemütes unter der Obhut des inneren Himmlischen stehen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; und aus der Bedeutung von "vor dir", insofern es soviel ist, als unter der Obhut des inneren Himmlischen, das Joseph vorbildet: Nr. 5869, 5877. 6084. "Im Besten des Landes lasse wohnen deinen Vater und deine Brüder", 1. Mose 47/6, bedeutet, sie sollten im Innersten derselben, nämlich der Kenntnisse, leben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Besten des Landes, insofern es das Innerste des natürlichen Gemütes bezeichnet, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber im Folgenden; denn das Land Ägypten bezeichnet dieses Gemüt, wie Nr. 6083; aus der Bedeutung von wohnen, insofern es leben heißt, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4151, 6051; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels und seiner Söhne, die hier der Vater und die Brüder sind, die darin leben sollen, insofern sie das geistig Gute aus dem Natürlichen und die Wahrheiten der Kirche in demselben bezeichnen, worüber Nr. 6082. Das Beste bedeutet das Innerste, weil das das Beste ist, worauf man seinen Blick direkt oder unmittelbar richtet. Das Auge richtet sich immer auf das, was am meisten anregt und erfreut; und worauf der Blick direkt geheftet ist, das ist auch das Innerste, weil es im Zentrum ist, und dadurch vor den Augen im größten Licht steht. Das übrige ringsumher liegt an den Umkreisen und deshalb weniger hell, und zuletzt dunkel, weil es nicht so erfreut und anregt. So verhält es sich mit den wißtümlichen Kenntnissen vor dem inneren Blick: die Gegenstände seiner Anschauung sind keine anderen, als die Kenntnisse und Wahrheiten; das Anziehende und das Gute in diesen Gegenständen ist es, was den Blick dahin lenkt. Man muß aber wissen, daß die Wahrheiten und die mit denselben übereinstimmenden Kenntnisse unmittelbar (direkt) zur Anschauung kommen, d.h. im Innersten sind, bei denen, die durch die geistigen und himmlischen Wahrheiten erfreut und angeregt werden, denn diese erscheinen ihnen als das Beste. Das Falsche dagegen und die mit demselben übereinstimmenden Kenntnisse kommen unmittelbar zur Anschauung, d.h. sind in der Mitte, bei denen, die durch das Böse der Selbst- und Weltliebe angeregt und erfreut werden; man sehe auch, was Nr. 6068 gesagt worden ist. HG 6085 6085. "Sie mögen wohnen im Lande Gosen", 1. Mose 47/6, bedeutet, da, wo die Mitte ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es soviel als leben ist, wie Nr. 6084; und aus der Bedeutung des Landes Gosen, insofern es die Mitte oder das Innerste im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5910, 6028, 6031, 6068. 6086. "Und wenn du erkennst, daß unter ihnen wackere Männer sind", 1. Mose 47/6, bedeutet das Vorzüglichere in der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung der wackeren Männer, insofern sie das Vorzüglichere in der Lehre bezeichnen, denn der Mann bedeutet den Verständigen und auch das Wahre: Nr. 158, 265, 749, 1007, 3134, 4823, folglich die Lehre, und wacker bedeutet vorzüglich, denn das Wackersein wird in der Grundsprache durch ein Wort ausgedrückt, das auch Kraft und Tüchtigkeit bedeutet, die im inneren Sinn das bezeichnen, was Wert hat, somit das Vorzüglichere. 6087. "So setze sie als Oberhirten über das Vieh, das mein ist", 1. Mose 47/6, bedeutet, daß sie die Hauptgegenstände unter den Kenntnissen sein sollen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Obern (principes), insofern sie die Hauptgegenstände bezeichnen, worüber Nr. 1482, 2089, 5044; und aus der Bedeutung des Viehs, insofern es die Wahrheiten bezeichnet, aus denen Gutes hervorgeht, worüber Nr. 6016, 6045, 6048; hier die Kenntnisse, in denen jene Wahrheiten sind, weil gesagt wird, "über das Vieh, das mein ist", nämlich des Pharaos, durch den nicht die Wahrheiten, in denen Gutes, sondern die Kenntnisse, in denen jene sind, vorgebildet werden. 6088. Vers 7-10: Und Joseph brachte Jakob, seinen Vater, und stellte ihn vor Pharao, und Jakob segnete Pharao. Und Pharao sprach zu Jakob: Wie viel sind die Tage deiner Lebensjahre? Und Jakob sprach zu Pharao: Die Tage der Jahre meiner Pilgerschaft sind hundert und dreißig Jahre; wenig und böse sind die Tage meiner Lebensjahre gewesen, und haben nicht erreicht die Tage der Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgrimschaft. Und Jakob segnete Pharao und ging hinweg von Pharao. "Und Joseph brachte Jakob, seinen Vater" bedeutet die Gegenwart des allgemeinen Wahren durch das Innere; "und stellte ihn vor Pharao" bedeutet die Einpflanzung in das Allgemeine der wißtümlichen Kenntnisse; "und Jakob segnete Pharao" bedeutet die Wünsche für die Verbindung und die daraus hervorgehende Fruchtbarkeit; "und Pharao sprach zu Jakob" bedeutet das Innewerden im Natürlichen, in dem die Kenntnisse sind, über das allgemeine Wahre der Kirche; "wieviel sind die Tage deiner Lebensjahre?" bedeutet über den Zustand des natürlichen Lebens aus dem geistigen; "und Jakob sprach zu Pharao" bedeutet die Antwort; "die Tage der Jahre meiner Pilgerschaft" bedeutet über die aufeinanderfolgenden Zustände des Lebens; "sind hundert und dreißig Jahre" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit; "wenig und böse sind die Tage meiner Lebensjahre gewesen" bedeutet der Zustand des natürlichen Lebens sei voller Versuchungen; "und haben nicht erreicht die Tage der Lebensjahre meiner Väter" bedeutet, daß er nicht erhoben worden sei zu dem Zustand des Lebens der Früheren; "in den Tagen ihrer Pilgrimschaft", in Ansehung des Zustandes ihres Lebens; "und Jakob segnete Pharao" bedeutet wie oben, die Wünsche für die Verbindung und die daraus hervorgehende Fruchtbarkeit; "und ging hinweg von Pharao" bedeutet die Trennung in Ansehung der Zeit. 6089. "Und Joseph brachte Jakob, seinen Vater", 1. Mose 47/7, bedeutet die Gegenwart des allgemeinen Wahren durch das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von bringen oder hinzuführen, insofern es soviel ist als gegenwärtig darstellen, und weil "zu jemanden kommen" eine Gegenwart bezeichnet: Nr. 5934, 6068; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er die Lehre des natürlich Wahren ist, wie auch das natürlich Wahre, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 4538; hier das Wahre im Allgemeinen, weil seine Söhne die Wahrheiten im Besonderen vorbilden; durch das Innere, weil Joseph das Innere bezeichnet, durch welches das Wahre im Natürlichen ist. Das allgemein Wahre wird der Vater Josephs genannt, weil zu allererst dem Menschen allgemein Wahres eingeflößt wird, dieses wird dann mit besonderen Wahrheiten bereichert, und zuletzt entsteht eine Anschauung derselben durch das Innere, oder Vernunft und Einsicht. Dies zeigt sich deutlich beim Menschen, denn bei ihm wächst das Urteil von Kindheit an. Ebenso verhält es sich mit dem geistigen Wahren und Guten, wenn der Mensch von neuem geboren oder wiedergeboren wird. Sobald aber das Innere durch das allgemein Wahre im Natürlichen hervorgetreten ist, dann verändert sich der Zustand, und das Innere erkennt nicht mehr das Wahre im Natürlichen als Vater an, sondern als Diener. Daß es (dann) ein Diener ist, wird angedeutet durch den Traum Josephs von seinem Vater: "Daß nämlich die Sonne und der Mond und elf Sterne sich vor ihm beugten, weshalb der Vater sprach: Welch ein Traum ist das, den du geträumt hast? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder etwa kommen, und uns vor dir beugen zur Erde?": 1. Mose 37/9,10; und deshalb wird sein Vater von den Söhnen vor Joseph so oft sein Diener (oder Knecht) genannt: 1. Mose 43/28; 44/24,27,30,31; und Joseph war auch wirklich Herr über das ganze Land Ägypten, also auch über seinen Vater. 6090. "Und stellte ihn vor Pharao", 1. Mose 47/7, bedeutet das Einfließen in das Allgemeine der Wißtümlichen Kenntnisse. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6071 erklärt worden ist. 6091. "Und Jakob segnete Pharao", 1. Mose 47/7, bedeutet die Wünsche für die Verbindung und die daraus hervorgehende Fruchtbarkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es hier den Wunsch für die Verbindung bezeichnet, nämlich des Wahren mit dem Wißtümlichen im Natürlichen; denn davon wird hier gehandelt. Segnen hat eine umfassende Bedeutung, es schließt alles in sich, was gut ist, und auch was beglückend ist im geistigen Sinn, daher bedeutet es, mit dem Guten der Liebe und der Liebtätigkeit beschenkt werden: Nr. 3185, 4981; und auch Verbindung: Nr. 3504, 3514, 3530, 3565, 3584; wie Fruchtbarkeit oder Fruchtbringung (Fructificatio) aus der Neigung zum Wahren: Nr. 2846; ferner den Wunsch der Beglückung: Nr. 3185. Also hier die Wünsche für das, wovon hier gehandelt wird, nämlich für die Verbindung und die dadurch bewirkte Fruchtbarkeit; denn die Fruchtbarkeit (oder das Hervorbringen der Früchte) folgt aus der Verbindung. Wenn nämlich die Verbindung vollzogen ist, dann wächst das Gute und vermehrt sich das Wahre, denn dann besteht eine Ehe des Guten und Wahren, aus der jenes (hervorgeht). Früher hätte dies nicht geschehen können, außer gleichsam durch Hurerei (scortatione); aber das Gute, das aus dieser hervorgeht, ist unecht und auch das Wahre. Das Gute, das aus ihr kommt, hat nur sich im Auge, und das Wahre ist weise aus sich. 6092. "Und Pharao sprach zu Jakob", 1. Mose 47/8, bedeutet das Innewerden im Natürlichen, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, über das allgemein Wahre der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 6063; aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche ist, in dem jene Kenntnisse sind, worüber Nr. 5799, 6015; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das allgemein Wahre der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6089. 6093. "Wieviel sind die Tage deiner Lebensjahre?", 1. Mose 47/8, bedeutet, über den Zustand des natürlichen Lebens aus dem geistigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, wie auch der Jahre, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; und aus der Bedeutung des Lebens, insofern es das geistige Leben ist, worüber Nr. 5467, 5890. Hier das geistige Leben im Natürlichen oder das Natürliche aus dem Geistigen. 6094. "Und Jakob sprach zu Pharao", 1. Mose 47/9; daß dies die Antwort bedeutet, erhellt ohne Erklärung. 6095. "Die Tage der Jahre meiner Pilgerschaft", 1. Mose 47/9, bedeutet, über die aufeinanderfolgenden Zustände des Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage und der Jahre, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 6093, und aus der Bedeutung der Pilgerschaft, insofern sie Leben und Belehrung bezeichnet, worüber Nr. 1463, 2025, 3672, also die aufeinanderfolgenden Zustände des Lebens. 6096. "Sind hundert und dreißig Jahre", 1. Mose 47/9, bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit. Dies erhellt aus dem, daß alle Zahlen im Worte Sachen bedeuten; man sehe Nr. 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265; somit auch den Zustand und die Beschaffenheit der Sache, von der gehandelt wird. Deshalb bedeutet hier die Zahl insbesondere den Zustand und die Beschaffenheit des Lebens, in dem Jakob bis daher sich befand, d.h. den Zustand und die Beschaffenheit des geistigen Lebens, das dem Natürlichen jetzt aus dem Geistigen zuteil wurde. 6097. "Wenig und böse sind die Tage meiner Lebensjahre gewesen", 1. Mose 47/9, bedeutet, der Zustand des natürlichen Lebens sei voller Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage und der Jahre, insofern sie Zustände sind, wie Nr. 6093, 6095; und aus der Bedeutung des Lebens Jakobs, insofern es das geistige Leben im Natürlichen bezeichnet, wie Nr. 6093; Versuchungen in diesem Zustand werden dadurch bezeichnet, daß (gesagt wird, die Tage) seien böse gewesen. Alle Versuchungen scheinen böse, aus der Ursache, weil sie innere Beängstigungen und Schmerzen sind, und gleichsam als Verdammnis (erscheinen), denn der Mensch wird dann in den Zustand seines Bösen versetzt, folglich unter böse Geister, die ihn anklagen und so sein Gewissen quälen. Aber dennoch verteidigen ihn die Engel, d.h. der Herr durch die Engel, Der ihn in Hoffnung und Vertrauen hält, und das sind die Kräfte zum Kämpfen aus dem Inneren, durch die er Widerstand leistet. Besonders wird das Natürliche in Versuchungen versetzt, wenn es das Geistige aufnehmen soll, weil in ihm, (d.h. dem Natürlichen), das Böse des Lebens und das Falsche der Lehre seinen Sitz hat; deshalb sagt Jakob dies von sich, denn durch ihn wird das Natürliche in bezug auf das Wahre vorgebildet. 6098. "Und haben nicht erreicht die Tage der Lebensjahre meiner Väter", 1. Mose 47/9, bedeutet, er sei nicht erhoben worden zu dem Zustand des Lebens der Früheren. Dies erhellt aus der Bedeutung von erreichen, insofern es hier bezeichnet erhoben werden, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Tage und der Lebensjahre, insofern sie Zustände des geistigen Lebens ausdrücken, wie Nr. 6093, 6095, 6097. Daß erreichen hier soviel ist als erhoben werden, kommt daher, weil seine Väter, Jischak und Abraham, Höheres vorbildeten, d.h. Inwendigeres, als er. Abraham nämlich bildete im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn vor, Jischak das göttlich Vernünftige des Herrn, und Jakob Sein göttlich Natürliches. Daß Abraham das Göttliche Selbst des Herrn vorgebildet hat, sehe man Nr. 1965, 1989, 2011, 3245, 3251, 3305, 3439, 3703, 4615; daß Jischak das göttlich Vernünftige: Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 2774, 3012, 3194, 3210, 4615; daß Jakob das göttlich Natürliche in Ansehung des Wahren und des Guten: Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3576, 3599, 4286, 4538, 4570, 4615; daher wurde auch durch Abraham das Himmlische beim Menschen vorgebildet, durch Jischak das Geistige und durch Jakob das Natürliche, und zwar deshalb, weil die Wiedergeburt des Menschen ein Bild der Verherrlichung des Herrn ist, Nr. 3138, 3212, 3296, 3490, 4402, 5688. Hieraus erhellt nun, daß durch "nicht erreicht haben die Tage der Lebensjahre meiner Väter" bezeichnet wird, daß er nicht erhoben worden sei zu dem Zustand ihres Lebens. 6099. "Und Jakob segnete Pharao", 1. Mose 47/10, bedeutet den Wunsch für die Verbindung und die daraus hervorgehende Fruchtbarkeit, wie Nr. 6091. 6100. "Und ging hinweg von Pharao", 1. Mose 47/10, bedeutet die Trennung in Ansehung der Zeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinweggehen, insofern es ein Getrenntwerden bezeichnet; hier ein Getrenntwerden in Ansehung der Zeit vom Natürlichen, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, die durch Pharao vorgebildet werden. Damit, daß durch hinweggehen eine Trennung in Ansehung der Zeit bezeichnet wird, verhält es sich in folgender Weise: Im Vorhergehenden wurde von der Verbindung des geistig Guten aus dem Natürlichen, das Israel ist, ferner (von der Verbindung) der Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, die seine Söhne sind, mit dem inneren Himmlischen gehandelt, das Joseph ist, jedoch noch nicht von der Verbindung mit dem Natürlichen, sondern nur von der Einpflanzung. Aber in dem nun Folgenden wird von dieser Verbindung gehandelt, von 1. Mose 47/13-27, man sehe den Inhalt Nr. 6059, 6060. Daher kommt es, daß durch "Jakob ging hinweg von Pharao", die Trennung in bezug auf die Zeit bezeichnet wird. 6101. Vers 11,12: Und Joseph verschaffte Wohnsitze seinem Vater und seinen Brüdern, und gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im Besten des Landes, im Lande Ramses, wie Pharao befohlen hatte. Und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder, und das ganze Haus seines Vaters mit Brot nach dem Munde der Kinder (d.i. nach dem Bedarf der Familien). "Und Joseph verschaffte Wohnsitze seinem Vater und seinen Brüdern" bedeutet das Leben des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche aus dem inneren Himmlischen; "und gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im Besten des Landes" bedeutet im Innersten des natürlichen Gemütes, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind; "im Lande Ramses" bedeutet das Innerste des Gemütes und dessen Beschaffenheit; "wie Pharao befohlen hatte" bedeutet mit Einwilligung des Natürlichen, in dem jene Kenntnisse sich befinden; "und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder, und das ganze Haus seines Vaters mit Brot" bedeutet, daß vom inneren Himmlischen ein fortwährender Einfluß des Guten in das geistig Gute und die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen stattfinde, woher ihr Leben; "nach dem Munde der Kinder" bedeutet einem jeden nach der Beschaffenheit des Guten der Unschuld. 6102. "Und Joseph verschaffte Wohnsitze seinem Vater und seinen Brüdern", 1. Mose 47/11, bedeutet das Leben des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche vom inneren Himmlischen. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es das Leben bezeichnet, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, die hier unter den Brüdern gemeint sind, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen sind, worüber Nr. 5414, 5879, 5951; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 5869, 5877, woraus erhellt, daß durch "Joseph verschaffte seinem Vater und seinen Brüdern Wohnsitze", das Leben des geistig Guten und der Wahrheiten der Kirche vom inneren Himmlischen bezeichnet wird. 6103. "Und gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im Besten des Landes", 1. Mose 47/11, bedeutet im Innersten des natürlichen Gemüts, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Besitzes, insofern er den Wohnsitz des geistigen Lebens bezeichnet, wovon Nr. 2658; aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wo jene Kenntnisse sind, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; und aus der Bedeutung des Besten des Landes, insofern es das Innerste ist, wovon Nr. 6084. Daraus erhellt, daß durch "er gab ihnen Besitz im Lande Ägypten, im Besten des Landes" bezeichnet wird, der Zustand des geistigen Lebens im Innersten des natürlichen Gemütes, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sich befinden. 6104. "Im Lande Ramses", 1. Mose 47/11, bedeutet das Innerste des Gemüts und dessen Beschaffenheit. Dies erhellt daraus, daß alle Namen sowohl von Personen, als von Orten, die im Wort vorkommen, Sachen bedeuten: Nr. 1888, 3422, 4298, 4442, 5095, 5225; und weil das Land Gosen das Innerste des natürlichen Gemütes ist: Nr. 5910, 6028, 6031, 6068, deshalb bezeichnet Ramses, das die beste Gegend im Lande Gosen war, das Innerste des Geistigen im natürlichen Gemüt. Aber die Beschaffenheit dieses Innersten kann vom Menschen nicht wohl begriffen werden, denn es enthält Unzähliges und auch Unaussprechliches, das nur im Himmelslicht, somit nur von den Engeln erkannt werden kann; ebenso auch die Beschaffenheit der übrigen Namen, sowohl der Orte als der Personen, die im Worte vorkommen. 6105. "Wie Pharao befohlen hatte", 1. Mose 47/11, bedeutet, mit Einwilligung des Natürlichen, in dem jene Kenntnisse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von Befehlen, insofern es Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 5486, 5732, hier aber die Einwilligung, weil das Natürliche, das durch Pharao vorgebildet wird, sein ganzes Wesen vom Inneren durch Einfluß erhält; deshalb erscheint das, was das Natürliche gebietet, zwar als ein Befehl desselben, aber es kommt vom Inneren her und ist also nur Einwilligung. Das Natürliche des Menschen zum Inneren verhält sich fast ebenso, wie die Rede des Menschen zum Denken: es scheint, als ob die Rede des Menschen gebiete oder befehle, es ist aber vielmehr das Denken, das befiehlt. 6106. "Und Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot", 1. Mose 47/12, bedeutet, daß vom inneren Himmlischen ein fortwährender Einfluß des Guten in das geistig Gute und die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen stattfinde, woher dann ihr Leben kommt. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Brot versorgen", insofern es den Einfluß des Guten bezeichnet, denn versorgen heißt hier, beständig einfließen, wodurch der Mensch sein geistiges Leben empfängt, und Brot ist das Gute der Liebe: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische ist, worüber Nr. 5869, 5877; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung seiner Söhne, die hier die Brüder sind, insofern sie die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen bezeichnen, wovon Nr. 6102; und aus der Bedeutung des ganzen Hauses seines Vaters, insofern es die Zusammenfassung alles dessen ist, was dem geistig Guten angehört und aus diesem hervorgeht. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters mit Brot" der fortwährende Einfluß des Guten der Liebe vom inneren Himmlischen in das geistig Gute und in die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen und in das Ganze, das Angehör des geistig Guten ist und aus ihm stammt, bezeichnet wird. 6107. "Nach dem Munde der Kinder" (d.i. nach dem Bedarf der Familien), 1. Mose 47/12, bedeutet, einem jeden nach der Beschaffenheit des Guten der Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung "nach dem Munde", insofern es ausdrückt, einem jeden und gemäß seiner Beschaffenheit; und aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie das Gute der Unschuld bezeichnen, worüber Nr. 430, 2126, 3183, 5608. Mit dem Einfluß vom himmlischen Inneren in das geistig Gute und in die Wahrheiten der Kirche im Natürlichen, gemäß der Beschaffenheit des Guten der Unschuld, verhält es sich so: Die Unschuld ist es, die vom Innersten aus allem Guten der Liebtätigkeit und der Liebe seine Eigenschaft verleiht, denn der Herr fließt durch die Unschuld in die Liebtätigkeit ein, und soviel Unschuld da ist, soviel Liebtätigkeit wird aufgenommen, denn die Unschuld ist das eigentliche Wesen der Liebtätigkeit, Nr. 2780, 3111, 3183, 3994, 4797, 6013. Was Unschuld ist, kann man wie in einem Spiegel an den kleinen Kindern sehen, insofern sie nämlich ihre Eltern lieben und ihnen allein vertrauen, und keine Sorge haben, außer wie sie ihren Eltern gefallen. Daher empfangen sie Nahrung und Kleidung nicht nur zum Notbedarf, sondern auch zu ihrer Freude. Und weil sie die Eltern lieben, tun sie aus dem Lustreiz der Neigung alles, was denselben angenehm ist, also nicht nur, was sie befehlen, sondern auch, was sie glauben, daß jene befehlen wollen, und dabei sehen sie gar nicht auf sich selbst und dergleichen mehr. Man muß aber wissen, daß die Unschuld der Kinder nicht die echte Unschuld ist, sondern nur ein Abbild derselben. Die eigentliche Unschuld wohnt nur in der Weisheit; man sehe Nr. 2305, 2306, 3494, 4797; und Weisheit ist es, sich so gegen den Herrn zu benehmen, wie es nach dem Obenbemerkten von den Kindern gegen die Eltern geschieht, nämlich aus dem Guten der Liebe und des Glaubens. 6108. Vers 13-26: Und es war kein Brot im ganzen Lande, denn der Hunger war schwer, und das Land Ägypten und das Land Kanaan schmachtete vor Hunger. Und Joseph sammelte alles Silber, das gefunden ward im Lande Ägypten und im Lande Kanaan für Getreide, das sie kauften, und Joseph brachte das Silber in das Haus Pharaos. Und das Silber war aufgezehrt aus dem Lande Ägypten und aus dem Lande Kanaan, und es kamen alle Ägypter zu Joseph und sprachen: Gib uns Brot; und warum sollen wir sterben bei dir, weil es uns an Silber fehlt? Und Joseph sprach: Gebet euer Vieh her, so will ich euch für euer Vieh Getreide geben, wenn es euch an Silber fehlt. Und sie brachten ihr Vieh zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot für ihre Pferde und für ihr Kleinvieh und für ihre Rinder und für ihre Esel, und versorgte sie mit Brot für all ihr Vieh in diesem Jahre. Und als das Jahr zu Ende war, kamen sie zu ihm im anderen Jahr und sprachen zu ihm: Wir wollen nicht verhehlen vor unserem Herrn, daß unser Geld und unser Vieh ganz gelangt ist zu unserem Herrn; es ist nichts übrig vor unserm Herrn als unser Leib und unser Feld. Warum sollen wir sterben vor deinen Augen, wir und unser Feld? Kaufe uns und unser Feld für das Brot, damit wir und unser Feld Knechte seien dem Pharao; und gib Samen, daß wir leben und nicht sterben, und das Feld nicht wüste werde. Und Joseph kaufte alles Feld Ägyptens für Pharao, denn die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen Acker, weil der Hunger schwer war über ihnen; und das Land wurde dem Pharao eigen. Und das Volk versetzte er in die Städte, von einem Ende der Grenze Ägyptens bis zum andern. Nur das Feld der Priester kaufte er nicht, weil den Priestern ihr Anteil von Pharao bestimmt war; und sie verzehrten ihren bestimmten Anteil, den ihnen Pharao gegeben hatte, deswegen verkauften sie ihr Feld nicht. Und Joseph sprach zum Volke: Siehe, heute habe ich euch und euer Feld für Pharao gekauft; hier ist Samen für euch, daß ihr besäet euer Feld. Und von dem Ertrage sollt ihr geben den Fünften dem Pharao, aber vier Teile werden euer sein zum Besäen des Feldes und zu eurer Speise, und für die in euren Häusern, und zur Speise für eure Kinder. Und sie sprachen: Du hast uns das Leben erhalten; so laß uns Gnade finden in den Augen unseres Herrn, und wir wollen Knechte sein dem Pharao. Und Joseph machte es zum Gesetz bis auf diesen Tag über das Feld Ägyptens, den Fünften zu geben dem Pharao; nur das Feld der Priester war dem Pharao nicht eigen. "Und es war kein Brot im ganzen Lande" bedeutet, daß das Gute nicht mehr erschien; "denn der Hunger war schwer" bedeutet die Abödung; "und das Land Ägypten und das Land Kanaan schmachtete vor Hunger" bedeutet, daß es so war im Natürlichen und innerhalb der Kirche; "und Joseph sammelte alles Silber" bedeutet alles wißtümlich Wahre und Annehmbare; "das gefunden ward im Lande Ägypten und im Lande Kanaan" bedeutet im Natürlichen und in der Kirche; "für Getreide, das sie kauften" bedeutet, daß sie dadurch versorgt würden; "und Joseph brachte das Silber in das Haus Pharaos" bedeutet, daß alles dieses gebracht wurde zum Allgemeinen im Natürlichen; "und das Silber war aufgezehrt aus dem Lande Ägypten und aus dem Lande Kanaan" bedeutet, daß das wißtümliche Wahre und Annehmbare nicht mehr sichtbar war im Natürlichen und innerhalb der Kirche wegen der Abödung; "und es kamen alle Ägypter zu Joseph" bedeutet die Anschließung an das Innere; "und sprachen: Gib uns Brot" bedeutet die Bitte um den Unterhalt des geistigen Lebens; "und warum sollen wir sterben bei dir, weil es uns an Silber fehlt?" bedeutet, daß sonst wegen Mangel an Wahrem der geistige Tod eintrete; "und Joseph sprach" bedeutet das Innere, von dem die Antwort kam; "gebet euer Vieh her, so will ich euch für euer Vieh Getreide geben" bedeutet, daß sie das Gute des Wahren darbringen sollten, und dann würden sie versorgt werden; "wenn es euch an Silber fehlt" bedeutet, wenn das Wahre bei ihnen nicht mehr sichtbar sei; "und sie brachten ihr Vieh zu Joseph" bedeutet, daß das Gute des Wahren dargebracht wurde; "und Joseph gab ihnen Brot" bedeutet Versorgung in bezug auf das geistige Leben; "für ihre Pferde" bedeutet das Wißtümliche aus dem Verständigen; "und für ihr Kleinvieh und für ihre Rinder" bedeutet das innere und äußere Gute des Wahren; "und für ihre Esel" bedeutet Dienstbarkeit; "und versorgte sie mit Brot für all ihr Vieh" bedeutet Versorgung durch den Einfluß des Guten vom Inneren; "in diesem Jahre" bedeutet die Periode dieses Zustandes; "und als das Jahr zu Ende war" bedeutet die Abödung nach der Periode dieses Zustandes; "kamen sie zu ihm im anderen Jahr" bedeutet den Anfang des folgenden Zustandes; "und sprachen zu ihm: Wir wollen nicht verhehlen vor unserem Herrn" bedeutet das Innewerden, daß es dem Inneren bekannt sei; "daß unser Geld ganz gelangt ist" bedeutet das Wahre sei nicht sichtbar wegen der Verödung; "und unser Vieh zu unserem Herrn" bedeutet das Gute des Wahren ebenso; "es ist nichts übrig vor unserm Herrn als unser Leib und unser Feld" bedeutet, daß die Aufnahmegefäße des Guten und des Wahren völlig abgeödet seien; "warum sollen wir sterben vor deinen Augen, wir und unser Feld" bedeutet, wenn sie verödet seien, dann stehe kein geistiges Leben mehr unter dem Inneren; "kaufe uns und unser Feld für das Brot" bedeutet Aneignung von beiden, damit sie erhalten würden durch das Gute; "damit wir und unser Feld Knechte seien dem Pharao" bedeutet die völlige Unterwerfung; "und gib Samen" bedeutet, und dadurch Einfluß des Guten der Liebtätigkeit und des Wahren des Glaubens; "daß wir leben und nicht sterben" bedeutet das daraus hervorgehende geistige Leben, und daß nicht mehr Furcht vor Verdammnis (sein möge); "und das Feld nicht wüste werde" bedeutet, daß das Gemüt durch die Kenntnisse der Kirche ausgebildet werden müsse; "und Joseph kaufte alles Feld Ägyptens für Pharao" bedeutet, daß das Innere das ganze natürliche Gemüt, in dem die Kenntnisse sind, sich aneignete, und unter die allgemeine Aufsicht stellte; "und die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen Acker" bedeutet die Entsagung und Unterwerfung aller Dinge, die der Kirche dienen; "weil der Hunger schwer war über ihnen" bedeutet, weil die Abödung bis zur Verzweiflung ging; "und das Land wurde dem Pharao eigen" bedeutet, daß alles dem Natürlichen Unterworfene unter die Aufsicht des Inneren kam; "und das Volk versetzte er in die Städte" bedeutet, daß die wißtümlichen Wahrheiten zu den Lehrbestimmungen gebracht wurden; "von einem Ende der Grenze Ägyptens bis zum andern" bedeutet die Ausdehnung über das ganze Natürliche, in dem die Kenntnisse waren; "nur das Feld der Priester kaufte er nicht" bedeutet, daß das Innere aus dem Natürlichen sich die Fähigkeiten verschaffte, das Gute aufzunehmen, weil dieselben von ihm herkommen; "weil den Priestern ihr Anteil von Pharao bestimmt war" bedeutet, es sei vom Natürlichen angeordnet, daß es unter der Aufsicht des Inneren stehe; "und sie verzehrten ihren bestimmten Anteil, den ihnen Pharao gegeben hatte" bedeutet, daß das Gute sich nicht mehr aneignete, als der Anordnung gemäß war; "deswegen verkauften sie ihr Feld nicht" bedeutet, daß sie daher nicht nötig hatten, zu entsagen und es zu unterwerfen; "und Joseph sprach zum Volk" bedeutet das Einfließen des Inneren in die wißtümlichen Wahrheiten; "siehe, heute habe ich euch und euer Feld für Pharao gekauft" bedeutet, daß er sich dieselben erworben und dem Allgemeinen im Natürlichen unterworfen habe, das unter Aufsicht des Inneren steht; "hier ist Samen für euch, daß ihr besäet euer Feld" bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens, die eingepflanzt werden müssen; "und von dem Ertrage" bedeutet die Früchte aus demselben; "sollt ihr geben den Fünften dem Pharao" bedeutet, daß die Überreste zum Allgemeinen (kommen sollen), das unter der Aufsicht des Inneren steht; "aber vier Teile werden euer sein" bedeutet das, was noch nicht zu Überresten (geworden); "zum Besäen des Feldes" bedeutet zur Ernährung des Gemütes; "und zu eurer Speise, und für die in euren Häusern" bedeutet, daß dadurch das Gute des Wahren im ganzen und im einzelnen sei; "und zur Speise für eure Kinder" bedeutet in dem, was der Unschuld angehört; "und sie sprachen: Du hast uns das Leben erhalten" bedeutet das geistige Leben komme nicht auf andere Weise und nicht anderswoher; "so laß uns Gnade finden in den Augen unseres Herrn" bedeutet den Willen, in solcher Weise unterworfen zu sein und die Demütigung; "und wir wollen Knechte sein dem Pharao" bedeutet, daß sie dem Eigenen entsagen und es dem Natürlichen, das unter der Aufsicht des Inneren steht, unterwerfen wollen; "und Joseph machte es zum Gesetz" bedeutet den Beschluß vermöge der Einwilligung; "bis auf diesen Tag" bedeutet in Ewigkeit; "über das Feld Ägyptens, den Fünften zu geben dem Pharao" bedeutet die Überreste, wie oben; "nur das Feld der Priester war dem Pharao nicht eigen" bedeutet die Fähigkeiten, das Gute aufzunehmen, insofern diese unmittelbar vom Inneren (herstammen). 6109. "Und es war kein Brot im ganzen Lande", 1. Mose 47/13, bedeutet, daß das Gute nicht mehr erschien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 6106, und aus der Bedeutung von "keines war im ganzen Lande", insofern es bezeichnet, daß es nicht mehr erschien. In dem nun Folgenden wird vom inneren Himmlischen gehandelt, daß es nämlich alles im Natürlichen in Ordnung gebracht habe unter das Allgemeine, zu dem Ende, damit eine Verbindung der wißtümlichen Kenntnisse mit den Wahrheiten der Kirche stattfinde und durch diese Wahrheiten mit dem geistig Guten und durch dieses Gute mit dem inneren Himmlischen. Weil aber diese Unterordnung der Kenntnisse unter das Allgemeine nicht anders geschehen kann, als durch Verwüstung des (eigenen) Guten und Abödung des Wahren und sodann durch Unterstützungen, deshalb wird von diesen und von jenen in dem nun Folgenden im inneren Sinn gehandelt. Diese Vorgänge finden aber nur selten statt bei dem Menschen, während er in der Welt lebt, aus vielen Gründen; im anderen Leben aber geschieht es bei allen, die wiedergeboren werden; und weil sie bei dem Menschen in der Welt nicht stattfinden, so ist es nicht zu verwundern, wenn sie ihm als etwas Unbekanntes erscheinen, und ihm wie Geheimnisse vorkommen, von denen man früherhin nichts gehört habe. 6110. "Denn der Hunger war schwer", 1. Mose 47/13, bedeutet die Abödung. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, insofern er einen Mangel an Gutem und an Erkenntnissen bezeichnet, worüber Nr. 1460, 3364, 5277, 5279, 5281, 5300, 5579, 5893; somit bedeutet "der Hunger war schwer" die Abödung: Nr. 5360, 5376, 5415, 5576. Was die Abödung betrifft, so muß man wissen, daß das Wahre und Gute und die Erkenntnisse derselben das geistige Leben derer ausmachen, die im Himmel sind. Sie sind die himmlischen und geistigen Speisen, womit sie ernährt werden; diese Speisen werden ihnen täglich vom Herrn gegeben. Wenn bei ihnen Morgen ist, wird ihnen Gutes dargereicht, wenn Mittag, wird ihnen Wahres dargereicht, und wenn Abend, dann tritt (gleichsam) Mangel ein, und zwar bis zur Dämmerung und zum wiederkehrenden Morgen. Hierdurch werden sie im Verlangen erhalten, das derart ist, daß sie sich nach diesen (Speisen) mehr sehnen, als die Hungrigen auf der Erde nach (irdischer) Speise. Dieser Zustand wird durch Hunger bezeichnet und ist eine Art von Abödung, aber nicht von solcher Art, wie sie bei denen ist, die in der unteren Erde sind: Nr. 698, 699, 1106-1113. Daß der Engelshimmel ein so großes Verlangen hat nach Gutem und Wahrem und deren Erkenntnissen, kann kaum jemand in der Welt glauben, denn diejenigen, die nach nichts anderem streben als nach Gewinn und Ruhm, und den sinnlichen Vergnügungen nachhängen, müssen sich darüber wundern, daß solche Dinge zum Leben der Engel gehören, und werden sagen: "Was sollen mir die Erkenntnisse des Guten und Wahren? was für ein Leben kann aus diesen hervorgehen? Leben und Lebenslust gewähren nur Reichtum, Ehre und Sinnenlust". Aber sie mögen wissen, daß aus diesen Dingen nur das Leben des Körpers, nicht aber das Leben der Seele hervorgeht, und daß jenes Leben mit dem Körper untergeht, dieses aber in Ewigkeit bleibt, und daß diejenigen sich schlecht beraten, die in der Welt gar nicht über das geistige Leben nachdenken. Was ferner die Abödung anbelangt, so findet sie statt, um das Verlangen (zu vermehren); denn diesem gemäß wird das Gute und Wahre aufgenommen, und wenn die aus dem Verlangen hervorgehenden Wünsche erfüllt werden, dann bewirken sie Wonne und Glückseligkeit. Deshalb werden im anderen Leben diejenigen, die in der Abödung stehen, bald darauf wieder erquickt und erlangen das Gewünschte. Durch solche Abwechslung werden alle vervollkommnet. Hierbei ist beachtenswert, daß die Tageswechsel in der natürlichen Welt, nämlich Morgen, Mittag, Abend, Nacht und wieder Morgen, genau die Wechsel in der geistigen Welt darstellen, nur mit dem Unterschied, daß die Wechsel in der geistigen Welt auf den Verstand und Willen ihren Einfluß äußern und das darstellen, was dem Leben angehört, die Wechsel aber in der natürlichen Welt ihren Einfluß auf das üben, was zum Leben des Körpers gehört, und dieses erhalten. Noch bemerkenswerter aber ist, daß die Schatten des Abends und die Finsternisse der Nacht nicht aus dem Herrn kommen, sondern aus dem Eigenen der Engel, Geister und der Menschen; denn der Herr leuchtet beständig als Sonne und fließt ein, aber das Böse und Falsche aus dem Eigenen, weil in den Menschen, Geistern und Engeln, dreht und wendet sie ab vom Herrn und bringt sie so in die Schatten des Abends, die Bösen aber in die Finsternis der Nacht. Ebenso wie bei der Sonne unserer Welt: diese leuchtet beständig und fließt ein, aber die Erde wendet sich vermöge der Umdrehung von ihr ab und bringt sich in Schatten und Finsternis. Diese Dinge finden in der natürlichen Welt statt, weil die natürliche Welt aus der geistigen Welt entsteht und durch diese auch besteht, daher kommt es, daß die ganze Natur ein vorbildlicher Schauplatz des Reiches des Herrn ist: Nr. 3483, 4939. Jene Wechsel in der geistigen Welt treten ein, damit alle, die im Himmel sind, fortwährend vervollkommnet werden, und deshalb finden solche Wechsel auch in der natürlichen Welt statt, denn sonst würde alles daselbst durch Vertrocknung zugrunde gehen. Man muß jedoch wissen, daß es im Himmel keine Nacht gibt, sondern nur einen Abend, auf den die Dämmerung folgt, die dem Morgen vorangeht. Aber in der Hölle gibt es eine Nacht; in derselben sind auch Wechsel, aber im Gegensatz mit den Wechseln im Himmel: in ihr ist der Morgen die Glut der Begierden, der Mittag ist der Lustreiz des Falschen, der Abend ist Angst und die Nacht ist Qual. Gleichwohl aber herrscht durch alle diese Wechsel die Nacht, es sind nur Veränderungen der Schatten und der Finsternisse der Nacht, die diese Wechsel hervorbringen. Ferner muß man wissen, daß in der geistigen Welt nicht die gleichen Wechsel stattfinden bei dem einen wie bei dem anderen, dann auch, daß die Wechsel daselbst nicht unterschieden sind in bestimmte Zeiten, denn die Veränderungen des Zustandes sind es, die sie bewirken, weil statt der Zeiten in der natürlichen Welt in der geistigen Welt Zustände sind: Nr. 1274, 1382, 2625, 2788, 2837, 3254, 3356, 4814, 4916, 4882, 4901. 6111. "Und das Land Ägypten und das Land Kanaan schmachtete vor Hunger", 1. Mose 47/13, bedeutet, daß es so sei im Natürlichen, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind, und innerhalb der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt ist, in dem die Kenntnisse sind, worüber Nr. 5226, 5278, 5280, 5288, 5301, und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6067, und aus der Bedeutung des Hungers, insofern er die Abödung bezeichnet, wie Nr. 6110. Daraus erhellt, daß durch "das Land Ägypten und das Land Kanaan schmachteten vor Hunger" bezeichnet wird, daß Abödung eingetreten war im Natürlichen, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, und innerhalb der Kirche. 6112. "Und Joseph sammelte alles Silber", 1. Mose 47/14, bedeutet, alles wißtümlich Wahre und Annehmbare (aptabile). Dies erhellt aus der Bedeutung von sammeln, insofern es besagt, zu einem vereinigen; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das innere Himmlische ist, wovon öfters im vorigen, und aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das Wahre ist, worüber Nr. 1551, 2954, 5658; hier aber das wißtümlich Wahre und Annehmbare, denn es wird vom Silber im Lande Ägypten und im Lande Kanaan ausgesagt, wie gleich folgt; daher kommt es, daß durch "Joseph sammelte alles Silber" bezeichnet wird, daß das innere Himmlische alles wißtümlich Wahre und Annehmbare zu einem Ganzen vereinigte. Das Wißtümliche wird Wahres und Annehmbares genannt, insofern es nicht von Sinnestäuschungen verdunkelt wird, die, solange man sie nicht vertreiben kann, das Wißtümliche unannehmbar machen. Und auch das Wißtümliche, das nicht verdreht worden durch Anwendungen auf Falsches und auf Böses von anderen oder von dem Menschen selbst, (ist annehmbar); denn wenn das Falsche einmal dem Wißtümlichen eingeprägt ist, dann bleibt es; also ist nur das Wißtümliche, das nicht an diesen Fehlern leidet, ein wahres und annehmbares Wissen. 6113. "Das gefunden ward im Lande Ägypten und im Lande Kanaan", 1. Mose 47/14, bedeutet im Natürlichen und in der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das Natürliche ist, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber Nr. 6111, und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 6067. Unter Kirche wird hier das verstanden, was der Kirche bei dem Menschen angehört. Der Mensch ist Kirche, wenn er im Guten und Wahren ist, und ein Verein solcher Menschen bildet die Kirche im allgemeinen. 6114. "Für Getreide, das sie kauften", 1. Mose 47/14, bedeutet, daß sie dadurch versorgt wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Getreides, insofern es das Wahre der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 5402, und aus der Bedeutung von kaufen, insofern es soviel als aneignen ist, worüber Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426; daher bedeutet es versorgt werden, denn es wird von der geistigen Speise gehandelt, die durch Getreide bezeichnet wird, und diese Speise erhält, wenn sie angeeignet wird, das geistige Leben. 6115. "Und Joseph brachte das Silber in das Haus Pharaos", 1. Mose 47/14, bedeutet, daß dies alles zum Allgemeinen im Natürlichen gebracht wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von bringen, insofern es heißt hinbringen zu etwas und hineinführen; aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das wißtümlich Wahre und Annehmbare ist, worüber Nr. 6112, und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen bezeichnet, worüber Nr. 5160, 5799, 6015; deshalb bedeutet das Haus Pharaos das Allgemeine im Natürlichen, weil es das Ganze darin in seiner Zusammenfassung ist. Hinsichtlich dessen, daß die wißtümlichen und annehmbaren Wahrheiten mit dem Allgemeinen in Beziehung gebracht werden sollen, muß man wissen, daß alles Wißtümliche, wie auch die Wahrheiten, welcher Art sie auch sein mögen, um wirklich etwas zu sein, auf das Allgemeine bezogen werden und im Allgemeinen ihre Stellung und ihren Halt haben und unter dem Allgemeinen stehen müssen. Geschieht dies nicht, so werden sie alsbald zerstreut. Damit nämlich die wißtümlichen Kenntnisse und Wahrheiten wirklich etwas seien, müssen sie eine Form erhalten, in der sie sich gegenseitig anschauen können, was aber nicht möglich ist, wenn sie nicht unter dem Allgemeinen vereinigt werden. Das Allgemeine ist es daher, was sie in ihrer Form erhält und bewirkt, daß ein jedes in ihm seine (bestimmte) Beschaffenheit hat. Auch das Allgemeine selbst muß vereint mit anderem Allgemeinen unter das Allgemeinere gestellt werden, und das Allgemeinere wieder unter das Allgemeinste; sonst würde auch das Allgemeine, sowie auch das Allgemeinere sich zerstreuen. Das allumfassende Allgemeinste, durch das alles zusammengehalten wird, ist der Herr selbst, und das Zusammenhaltende ist das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht. Das Allgemeinere sind die gemeinsamen Gesellschaften in der geistigen Welt, in die das göttlich Wahre einfließt und sie im Allgemeinen voneinander unterscheidet. Allgemeines sind die weniger umfassenden Gesellschaften, die je unter einer allgemeineren stehen. Die allgemeineren Gesellschaften sind es, denen die Glieder, Organe und Gefäße im Menschen entsprechen, die durch eine wunderbare Verknüpfung in einer solchen Gestalt sind, daß sie sich gegenseitig im Auge haben und so sich gegenseitig zusammenhalten und sich auch als eines darstellen. Im Menschen ist das allumfassende Allgemeinste die Seele, somit ist es auch das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, denn dieses fließt beständig ein und macht, daß die Seele eine solche Beschaffenheit hat. Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, ist es, welches das Wort genannt wird, durch das alle Dinge erschaffen sind: Joh.1/1-3, oder durch das alle Dinge entstanden, und durch das daher auch alle Dinge bestehen. Daß alle Dinge in der ganzen natürlichen Welt unter einem Allgemeinen stehen, und jedes einzelne unter dem seinigen, und daß sie anders nicht bestehen können, wird jeder klar und deutlich erkennen, der in der Natur darauf achten will. 6116. "Und das Silber war aufgezehrt aus dem Lande Ägypten und aus dem Lande Kanaan", 1. Mose 47/15, bedeutet, daß das wahre und annehmbare Wißtümliche nicht mehr sichtbar war im Natürlichen und innerhalb der Kirche, wegen der Abödung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufgezehrt sein", insofern es soviel ist als nicht mehr sichtbar sein; aus der Bedeutung des Silbers, insofern es das wißtümlich Wahre und Annehmbare bezeichnet, wovon Nr. 6112; aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das Natürliche ist, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber Nr. 6111, und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 6067; daß es wegen der Abödung (so war), erhellt aus dem Vorhergehenden, man sehe Nr. 6110. 6117. "Und es kamen alle Ägypter zu Joseph", 1. Mose 47/15, bedeutet die Anschließung an das Innere. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu ihm kommen", insofern es soviel ist als sich anschließen; aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es das Wißtümliche ist, wovon früher; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, wovon auch im vorigen. Daß alles Wißtümliche im Natürlichen unter Aufsicht des Inneren stand, wird dadurch bezeichnet, daß Joseph über das ganze Land Ägypten herrschte. Aber die Verbindung der Wahrheiten der Kirche mit den wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen ist es, die jetzt im inneren Sinn beschrieben werden. 6118. "Und sprachen: Gib uns Brot", 1. Mose 47/15, bedeutet die Bitte um den Unterhalt des geistigen Lebens. Dies erhellt aus der Bedeutung von geben, wenn es vom Brot gesagt wird, insofern es soviel ist als unterhalten oder versorgen; und aus der Bedeutung des Brotes, insofern es das geistige Leben bezeichnet, denn durch Brot wird im besonderen das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit bezeichnet, aber im allgemeinen das geistige Leben, denn dann wird unter Brot eine jede Speise verstanden, wie Nr. 2165 gezeigt wurde. Und wenn jede Speise im allgemeinen darunter verstanden wird, dann ist es das geistige Leben, denn Speise im allgemeinen ist im geistigen Sinn alles Gute der Liebe und auch alles Wahre des Glaubens. Diese beiden sind es, die das geistige Leben ausmachen. 6119. "Und warum sollen wir sterben bei dir, weil es uns an Silber fehlt?", 1. Mose 47/15, bedeutet, daß sonst wegen Mangel an Wahrem der geistige Tod eintrete. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es den geistigen Tod bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "an Silber fehlen", insofern es einen Mangel an Wahrem bezeichnet. Daß das Silber das wahre und annehmbare Wißtümliche bezeichne, sehe man Nr. 6112. Mit dem geistigen Tod, der beim Mangel an Wahrem eintritt, verhält es sich auf folgende Weise: das geistige Leben besteht in Übungen gemäß den Wahrheiten, folglich in Nutzleistungen, denn diejenigen, die im geistigen Leben sind, begehren und wünschen die Wahrheiten zum Zwecke des Lebens, d.h. um ihnen gemäß zu leben, somit um der Nutzleistungen willen. Inwieweit sie daher Wahrheiten in sich aufnehmen können, gemäß denen Nutzen geleistet werden kann, insoweit sind sie im geistigen Leben, weil sie auch insoweit im Licht der Einsicht und Weisheit sind. Wenn es also an Wahrheiten mangelt, was geschieht, wenn der Zustand der Verschattung kommt, der im Wort durch Abend bezeichnet wird: Nr. 6110, dann ist das geistige Leben im Abnehmen, denn dann kommt ihm solches entgegen, was Verschattung, d.h. was den geistigen Tod bewirkt, dann werden sie nämlich nicht wie früher im Licht gehalten, sondern zum Teil in ihr Eigenes versetzt, und es zeigt sich ihnen infolge der Verschattung das Bild des geistigen Todes, d.h. der Verdammnis. Daß durch Tod der geistige Tod oder die Verdammnis bezeichnet werde, erhellt aus sehr vielen Stellen im Wort, von denen ich nur folgende anführen will: Jes.11/4: "Er wird richten mit Gerechtigkeit die Armen, und wird die Elenden im Lande züchtigen mit Billigkeit; aber das Land wird Er schlagen mit der Rute Seines Mundes, und durch den Geist Seiner Lippen wird Er den Gottlosen töten": wo vom Herrn. Die Rute Seines Mundes und Geist Seiner Lippen bedeutet das göttlich Wahre, aus dem das Gericht; sterben heißt verdammt werden. Jes.25/8: "Er wird den Tod verschlingen in Ewigkeit, und der Herr Jehovih wird die Tränen abwischen von allen Angesichten". Jes.26/14: "Die Toten werden nicht leben, die Schatten (Rephaim) nicht auferstehen, denn Du hast sie heimgesucht und vertilgt". Jes.26/19: "Deine Toten werden leben; meine Leichen, sie werden wieder auferstehen". Jes.28/15,18: "Ihr sprechet: Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und mit der Hölle eine Vorsehung (d.h. Vertrag) gemacht; euer Bund mit dem Tode wird aufgehoben und eure Verabredung mit der Hölle wird nicht bestehen". Jerem.13/16: "Ihr wartet auf das Licht, aber Er wird es zum Todesschatten machen, zur dichten Finsternis". Hes.13/19,20: "Ihr habt Mich entweiht bei Meinem Volke für eine Handvoll Gerste und für einige Stücke Brot, um zu töten die Seelen, die nicht sterben sollen, und um lebendig zu machen die Seelen, die nicht leben sollen". Hos.13/14: "Aus der Hand der Hölle will Ich sie erlösen, von dem Tode werde Ich sie befreien; Ich will deine Pest sein, o Tod, Ich will dein Verderben sein, o Hölle". Ps.9/14: "Du erhebst mich aus den Toren des Todes". Ps.13/4: "Erleuchte meine Augen, damit ich nicht zum Tode entschlafe". Ps.18/5,6: "Es hatten mich umgeben die Stricke des Todes und die Stricke der Hölle". Ps.49/15: "Wie das Vieh werden sie gelegt werden in die Hölle, der Tod wird sie abweiden". Joh.Offenb.1/18: "Ich habe die Schlüssel der Hölle und des Todes". Joh.Offenb.2/11: "Dem Überwinder soll kein Leid widerfahren vom zweiten Tod". Joh.Offenb.3/1,2: "Ich kenne deine Werke, daß du den Namen hast, du lebst, aber du bist tot; sei wachsam und stärke das übrige, das sterben will". Matth.4/16: "Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die da saßen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen". Joh.5/24: "Wer Mein Wort hört, und glaubt Dem, Der Mich gesandt hat, wird das ewige Leben haben, und wird nicht in das Gericht kommen, sondern wird vom Tode zum Leben hindurchdringen". Joh.8/21,24,51,52: "Ich gehe hinweg und ihr werdet Mich suchen, aber in euren Sünden werdet ihr sterben. Ich habe euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, daß Ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden; wenn jemand Mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit". Weil der Tod Verdammnis bedeutete, deshalb war es denen, die der vorbildlichen Kirche angehörten, verboten, die Toten zu berühren, und wenn sie dieselben berührt hatten, waren sie unrein und mußten gereinigt werden: Hes.44/25; 3. Mose 15/31; 21/2,3; 22/8; 4. Mose 6/6-12; 19/11-22. 6120. "Und Joseph sprach", 1. Mose 47/16, bedeutet das Innere, von dem die Antwort kam. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber früher. Daß es eine Antwort bedeutet, ist an sich klar. 6121. "Gebt euer Vieh her, so will ich euch für euer Vieh Getreide geben", 1. Mose 47/16, bedeutet, sie sollten das Gute des Wahren darbringen, dann würden sie versorgt werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 6016, 6045, und aus der Bedeutung von "dafür geben", nämlich Brot, insofern es die Versorgung des geistigen Lebens bezeichnet, wovon Nr. 6118. 6122. "Wenn es euch an Silber fehlt", 1. Mose 47/16, bedeutet, wenn das Wahre bei ihnen nicht mehr sichtbar sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von "an Silber fehlen", insofern es den Mangel an Wahrem bezeichnet; somit, daß das Wahre nicht mehr sichtbar sei, worüber Nr. 6116, 6119. Es heißt, das Wahre sei nicht mehr sichtbar, weil das Wahre in dem Zustand der Abödung gleichsam entschwunden zu sein scheint; es ist aber dennoch da, denn alles Wahre und Gute, das vom Herrn jemals dem Menschen, Geist und Engel gegeben wird, bleibt, und es wird nichts davon weggenommen, aber in dem Zustand der Abödung wird es durch das Eigene verdunkelt, so daß es nicht erscheint. Aber wenn der Zustand des Lichtes zurückkehrt, wird es gegenwärtig und sichtbar. Daraus erhellt, was darunter verstanden wird, daß das Wahre nicht sichtbar sei. 6123. "Und sie brachten ihr Vieh zu Joseph", 1. Mose 47/17, bedeutet, daß das Gute des Wahren dargebracht wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von bringen, insofern es hier soviel ist als darbringen, und aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 6016, 6045. 6124. "Und Joseph gab ihnen Brot", 1. Mose 47/17, bedeutet Versorgung in bezug auf das geistige Leben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Brot geben, insofern es eine Versorgung des geistigen Lebens bezeichnet, wovon Nr. 6118. 6125. "Für ihre Pferde", 1. Mose 47/17, bedeutet das Wißtümliche aus dem Verständigen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Pferde, insofern sie das Verständige bezeichnen, worüber Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321; und weil es gesagt wird von Ägypten, durch das die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet werden, so bedeuten hier die Pferde das Wißtümliche aus dem Verständigen. Was das Wißtümliche aus dem Verständigen sei, muß erklärt werden: der Mensch hat ein Verstandesgebiet und ein Willensgebiet, und zwar nicht nur in seinem inneren Menschen, sondern auch in seinem äußeren Menschen. Das Verständige beim Menschen vermehrt sich und wächst von Kindheit an bis zu seinem männlichen Alter, und besteht in der Anschauung der Dinge aus dem, was die Erfahrungen und Kenntnisse darbieten, dann auch in der Anschauung der Ursachen von den Wirkungen aus, sowie auch der Folgen aus der Verknüpfung der Ursachen. Somit besteht das Verständige im Begreifen und Wahrnehmen solcher Dinge, die sich auf das bürgerliche und sittliche Leben beziehen. Es entsteht durch den Einfluß des Lichtes aus dem Himmel, weshalb auch ein jeder Mensch in Ansehung seines Verstandes vervollkommnet werden kann. Das Verständige wird einem jeden je nach der Anwendung, nach seinem Leben und nach seiner natürlichen Anlage gegeben, und fehlt keinem, wenn er nur ein gesundes Denkvermögen hat. Und es wird dem Menschen zu dem Ende gegeben, damit er in freiem Willen und in freier Wahl stehe, d.h. in der Freiheit, das Gute oder das Böse zu wählen. Wenn er kein Verständiges hätte, so könnte er dies nicht aus sich tun, somit könnte ihm auch nichts angeeignet werden. Man muß ferner wissen, daß es das Verständige des Menschen ist, was das Geistige aufnimmt, und zwar so, daß es das Aufnahmegefäß des geistig Wahren und Guten ist, denn nichts vom Guten, d.h. von der Liebtätigkeit, und nichts vom Wahren, d.h. vom Glauben kann jemandem beigebracht werden, der kein Verständiges hat, sondern es wird je nach dem Maße seines Verständigen eingeflößt. Deshalb wird auch der Mensch vom Herrn nicht eher wiedergeboren, als im reiferen Alter, wenn er seinen Verstand hat. Vorher fällt das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens wie ein Same in einen ganz unfruchtbaren Boden. Wenn aber der Mensch wiedergeboren ist, dann leistet ihm sein Verständiges den Nutzen, daß er sieht und inne wird, was gut, und daher, was wahr ist, denn sein Verständiges bringt das, was dem Himmelslichte angehört, herüber in das, was dem Naturlichte angehört, wodurch es in diesem klar erscheint, wie die inneren Neigungen eines Menschen auf einem Angesichte ohne Verstellung. Und weil das Verständige diesen Nutzen leistet, darum wird im Worte an vielen Stellen, wo von dem Geistigen der Kirche die Rede ist, auch von ihrem Verständigen gehandelt, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle. Hieraus kann nun deutlich erkannt werden, was unter dem Wißtümlichen aus dem Verständigen verstanden wird, nämlich wißtümliche Kenntnisse, die das begründen, was der Mensch verstandesmäßig begreift und inne wird, sei es nun Böses oder Gutes. Diese wißtümlichen Kenntnisse sind es, die durch Pferde aus Ägypten im Worte bezeichnet werden, wie Jes.31/1,3: "Wehe denen, die um Hilfe nach Ägypten hinabziehen, die sich auf Rosse stützen, die sich verlassen auf Wagen, weil deren viele sind, und auf Rosse, weil sie sehr stark sind, und nicht hinblicken auf den Heiligen Israels, und Jehovah nicht suchen; denn Ägypten ist ein Mensch, kein Gott, und seine Rosse sind Fleisch und nicht Geist": Rosse aus Ägypten bedeuten wißtümliche Kenntnisse aus dem verkehrten Verständigen. Hes.17/15: "Er (der König von Juda) empörte sich gegen ihn und schickte seine Gesandten nach Ägypten, damit es ihm Rosse gebe und viel Volk; sollte es wohl gelingen? sollte der entkommen, der solches tut?": Rosse aus Ägypten bedeuten ebenfalls die wißtümlichen Kenntnisse aus dem verkehrten Verständigen, die in Glaubenssachen zu Rat gezogen werden, während man dem Worte, d.h. dem Herrn, nicht glaubt, außer aus jenen. Auf diese Weise wird niemals geglaubt, denn in dem verkehrten Verständigen herrscht die Verneinung. Daß solche Kenntnisse zerstört wurden, wird dadurch vorgebildet, daß Pferde und Wagen dem Pharao im Meere Suph ertranken; und weil diese durch Pferde und die falschen Lehren durch Wagen bezeichnet werden, darum werden dort so oft Pferde und Wagen genannt, man sehe 2. Mose 14/17,18,23,26,28, und daher auch im Liede Mosis und Mirjams: "In das Meer hinein gingen die Rosse Pharaos, seine Wagen und seine Reiter; aber Jehovah ließ über sie die Wasser des Meeres zurückkehren. Singet dem Jehovah, denn Er hat Sich hoch erhoben, Roß und Reiter hat Er ins Meer gestürzt": 2. Mose 15/19,21. Ähnliche Kenntnisse werden auch durch das bezeichnet, was dem König über Israel vorgeschrieben wurde, 5. Mose 17/15,16: "Wenn sie einen König wünschen, so soll aus der Mitte der Brüder einer als König über sie gesetzt werden; nur soll er nicht viel machen seine Rosse, und nicht zurückführen das Volk nach Ägypten, damit er zahlreich mache seine Rosse": der König bildete den Herrn in bezug auf das göttlich Wahre vor: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4789, 4968, 5044, 5068; somit in bezug auf die Einsicht, denn diese ist, wenn echt, aus dem göttlich Wahren. Daß man sich Einsicht durch das Wort, welches das göttlich Wahre ist, erwerben soll, nicht aber durch Wißtümliches aus dem eigenen Verständigen, wird dadurch bezeichnet, daß der König seine Rosse nicht zahlreich machen und das Volk nicht nach Ägypten zurückführen soll, um seine Pferde zu vermehren. 6126. "Und für ihr Kleinvieh und für ihre Rinder", 1. Mose 47/17, bedeutet das innere und äußere Gute des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Kleinviehs, insofern es das innere Gute bezeichnet, und aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute bezeichnen, worüber Nr. 5913; und weil das Gute des Wahren bezeichnet wird, so heißt es das kleine Vieh und das Vieh der Rinder. Vieh bedeutet (nämlich) das Gute des Wahren: Nr. 6016, 6045, 6049. 6127. "Und für ihre Esel", 1. Mose 47/17, bedeutet Dienstbarkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Esel, insofern sie Dienstleistungen bezeichnen, worüber Nr. 5958, 5959. 6128. "Und versorgte sie mit Brot für all ihr Vieh", 1. Mose 47/17, bedeutet die Versorgung durch den Einfluß des Guten vom Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "mit Brot versorgen", oder Brot geben, insofern es den Unterhalt des geistigen Lebens bezeichnet, wovon Nr. 6118; aus der Bedeutung des Viehs, insofern es das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 6126; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der sie versorgt, insofern er das Innere ist, wovon im vorigen. Daß sie durch den Einfluß des Guten vom Inneren (bewirkt wird), folgt daraus, daß alle Versorgung des geistigen Lebens im Natürlichen durch den Einfluß vom Inneren geschieht, d.h. durch das Innere vom Herrn. Weil der Einfluß so oft genannt wird, und vielleicht wenige wissen, was unter Einfluß verstanden wird, so soll es gesagt werden: Was Einfluß ist, kann erhellen aus der Vergleichung solcher Dinge in der Natur, die einfließen, wie z.B. aus dem Einfluß der Wärme von der Sonne in alle Dinge der Erde, wodurch das Pflanzenleben, und von dem Einfluß des Lichtes auf dieselben, wodurch die Beförderung des Pflanzenlebens (bewirkt wird); und außerdem (kommen) daher auch die Farben und die mannigfache Schönheit (der Pflanzenwelt). Desgleichen aus dem Einfluß der Wärme auf die ganze Oberfläche unseres Körpers, und aus dem des Lichtes auf unser Auge. Desgleichen aus dem Einfluß des Schalles auf unser Ohr und so fort. Daraus läßt sich begreifen, was das Einfließen des Lebens vom Herrn sei, Der die Sonne des Himmels ist, von der die Wärme kommt, die Liebe ist, und das geistige Licht, das Glaube ist. Dieser Einfluß wird auch deutlich gefühlt, denn die himmlische Wärme, welche die Liebe ist, bewirkt die Lebenswärme, die im Menschen ist, und das himmlische Licht, das der Glaube ist, bewirkt das Verstandeslicht, das im Menschen ist, aber beide verändern sich je nach der Aufnahme. 6129. "In diesem Jahr", 1. Mose 47/17, bedeutet die Periode dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Jahres, insofern es die ganze Dauer (oder Periode) von Anfang bis zu Ende bezeichnet, worüber Nr. 2906. 6130. "Und als das Jahr zu Ende war", 1. Mose 47/18, bedeutet die Abödung nach der Periode dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung des beendigten Jahres an dieser Stelle, insofern es soviel ist als nach der Periode dieses Zustandes. Daß das Jahr die ganze Periode eines Zustandes bezeichnet, sehe man Nr. 6129; daß nach dieser Periode die Abödung eintritt, erhellt aus dem nun Folgenden. 6131. "Kamen sie zu ihm im anderen Jahr", 1. Mose 47/18, bedeutet den Anfang des folgenden Zustandes. Dies erhellt aus dem Vorhergehenden, also ohne weitere Erklärung. 6132. "Und sprachen zu ihm: Wir wollen nicht verhehlen vor unserem Herrn", 1. Mose 47/18, bedeutet das Innewerden, daß es dem Inneren bekannt sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 6063, aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier unter Herr gemeint ist, insofern er das Innere vorbildet, wovon im vorigen, und aus der Bedeutung von "ihm nicht verhehlen", insofern es soviel ist als bekannt sein. Nicht verhehlen bedeutet im inneren Sinn: bekannt sein, weil alles, was im Natürlichen entsteht und geschieht, dem Inneren bekannt ist, insofern das Natürliche alles das Seinige aus jenem hat, weshalb ihm nichts verhehlt werden kann; gleichwohl aber wird so gesagt im äußeren Sinn, besonders im historischen. So auch, wenn der Herr zu einem Menschen redet, fragt Er ihn zuerst über die betreffende Sache, obgleich sie Ihm ganz bekannt ist, z.B. der Engel Jehovahs bei der Hagar: 1. Mose 16/7,8; bei Abraham: 1. Mose 18/9; bei Mose: 2. Mose 4/2. Der äußere Mensch wird auch wirklich nur so befriedigt, denn er glaubt, man wisse es nicht, wenn er es nicht selbst sagt. 6133. "Daß unser Geld ganz gelangt ist", 1. Mose 47/18, bedeutet das Wahre sei nicht sichtbar wegen der Abödung. Dies erhellt aus dem Nr. 6116, wo die gleichen Worte. 6134. "Unser Vieh zu unserem Herrn", 1. Mose 47/18, bedeutet, das Gute des Wahren ebenso. Dies erhellt aus der Bedeutung des Viehs, oder des Kleinviehs und der Rinder, insofern sie das Gute des inneren und äußeren Wahren bezeichnen, worüber Nr. 6126. Daß dies ebenfalls nicht mehr sichtbar war wegen der Abödung, erhellt aus dem, was Nr. 6133 von dem Silber (gesagt wurde). 6135. "Es ist nichts übrig vor unserem Herrn als unser Leib und unser Feld", 1. Mose 47/18, bedeutet, die Aufnahmegefäße des Guten und des Wahren seien völlig verödet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Leibes, insofern er das Aufnahmegefäß des Guten ist, worüber im Folgenden, und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es das Aufnahmegefäß des Wahren bezeichnet. Das Feld ist das Aufnahmegefäß des Wahren, weil es den Samen aufnimmt, und durch den Samen, der eingesät wird, wird insbesondere das bezeichnet, was Sache des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, somit das, was Sache des Wahren aus dem Guten ist: Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, 3373; daher bezeichnet das Feld (humus) das Aufnahmegefäß des Wahren. Man sehe auch, was vom Feld: Nr. 566, 1068, 3671 gesagt und gezeigt worden ist. Daß diese Aufnahmegefäße abgeödet sind, wird dadurch bezeichnet, daß gesagt wird, es sei nichts übrig vor ihrem Herrn. Der Leib bedeutet im echten Sinn das Gute, das Sache der Liebe ist und das Feld das Wahre, das Sache des Glaubens ist; wenn das Wahre und das Gute des Wahren, die durch Silber und Vieh bezeichnet werden, nicht mehr sichtbar ist wegen der Abödung, dann wird durch Leib nur das Aufnahmegefäß des Guten und durch Feld das Aufnahmegefäß des Wahren bezeichnet. Daß der Leib im eigentlichen Sinn das Gute bezeichnet, das Sache der Liebe ist, kommt daher, weil der Leib oder der ganze Mensch, der unter Leib verstanden wird, ein Aufnahmegefäß des Lebens vom Herrn ist, also ein Aufnahmegefäß des Guten; denn das Gute der Liebe macht das eigentliche Leben im Menschen; denn die Lebenswärme, welche die Liebe ist, ist die eigentliche Lebenswärme, und wenn diese Wärme nicht im Menschen ist, dann ist der Mensch wie tot; daher kommt es nun, daß unter Leib im inneren Sinn das Gute der Liebe verstanden wird; und obgleich bei dem Menschen nicht die himmlische Liebe ist, sondern die höllische Liebe, so stammt doch das Innerste seines Lebens aus der himmlischen Liebe, denn diese Liebe fließt beständig vom Herrn ein und bewirkt bei ihm die Lebenswärme in ihrem Anfange, aber bei ihrem weiteren Vordringen wird sie vom Menschen verkehrt, und dadurch zu einer höllischen Liebe, aus der eine unreine Wärme hervorgeht. Daß der Leib im eigentlichen Sinn das Gute der Liebe bezeichnet, konnte ich ganz deutlich an den Engeln erkennen; wenn diese sich als gegenwärtig darstellen, strömt Liebe von ihnen aus, und dies in solchem Grade, daß man glaubt, sie seien nichts als Liebe und zwar aus ihrem ganzen Leibe; auch erscheint ihr Leib glänzend und leuchtend von dem Lichte, das von ihm ausgeht; denn das Gute der Liebe ist wie eine Flamme, die ein Licht von sich ausstrahlt, das dem Wahren des Glaubens aus jenem Guten angehört. Wenn nun schon die Engel im Himmel so beschaffen sind, wie muß es dann erst bei dem Herrn selbst beschaffen sein, von dem alle Liebe bei den Engeln herstammt, und dessen göttliche Liebe als die Sonne erscheint, aus welcher der ganze Himmel sein Licht hat, und alle, die sich dort befinden, ihre himmlische Wärme, d.h. ihre Liebe und also ihr Leben haben? Das Göttlich-Menschliche des Herrn ist es, das in solcher Weise erscheint und aus dem dies alles stammt. Hieraus kann man erkennen, was unter dem Leib des Herrn verstanden wird, nämlich die göttliche Liebe. Dasselbe wird auch unter Seinem Fleische verstanden, worüber Nr. 3813; auch ist der Leib des Herrn, seit er verherrlicht, d.h. göttlich gemacht worden, nichts anders. Was könnte man anderes vom Göttlichen denken als das Unendliche? Hieraus kann man erkennen, daß unter Leib im heiligen Abendmahl nichts anderes verstanden wird als die göttliche Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht, worüber es bei den Evangelisten also heißt: Matth.26/26; Mark.14/22; Luk.22/19: "Jesus nahm das Brot, dankte, brach es und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset" das ist Mein Leib": das ist Mein Leib, sprach Er von dem Brot, weil unter dem Brot auch die göttliche Liebe verstanden wird: Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 5915. Die göttliche Liebe wird durch den Leib des Herrn auch bei Joh.2/19,21 bezeichnet: "Jesus sprach: Brechet diesen Tempel ab: in drei Tagen will Ich ihn doch wieder aufbauen; das redete Er aber von dem Tempel Seines Leibes": Tempel des Leibes bedeutet das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten, weil der Tempel den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlich Wahren, man sehe Nr. 3720; und weil der Leib im höchsten Sinn das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn bezeichnet, daher heißt es von allen, die im Himmel sind, daß sie im Leib des Herrn sind. Daß der Leib des Herrn das göttlich Gute ist, erhellt auch deutlich aus Folgendem bei Dan.10/6: "Ich erhob meine Augen und sah, und siehe, da war ein Mann in Leinwand gekleidet, und seine Lenden mit Gold von Uphas umgürtet, und sein Leib war wie von Tharschisch (Chrysolith), und sein Angesicht wie der Anblick des Blitzes, und seine Augen wie feurige Fackeln, und seine Arme und seine Füße wie der Glanz des polierten Erzes, und die Stimme seiner Worte wie die Stimme einer Menge": durch Gold von Uphas, womit die Lenden umgürtet waren, und durch sein Gesicht wie der Anblick des Blitzes, durch die Augen wie Feuerfackeln, und durch den Glanz des Erzes seiner Arme und Füße wird das Gute der Liebe bezeichnet. Daß Gold das Gute der Liebe ist, sehe man Nr. 113, 1551, 1552, 5658; daß auch das Feuer dies bedeutet: Nr. 934, 4906, 5215, und weil das Feuer, darum auch der Blitz. Daß das Erz das Gute der Liebe und Liebtätigkeit im Natürlichen bedeutet: Nr. 425, 1551; durch Tharschisch, dem ähnlich das übrige des Leibes erschien, nämlich der mittlere Körper zwischen Haupt und Lenden, wird das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens bezeichnet, denn der Tharschisch ist ein blitzender (d.h. hellblinkender) Edelstein. 6136. "Warum sollen wir sterben vor deinen Augen, wir und unser Feld?", 1. Mose 47/19, bedeutet, es werde kein geistiges Leben mehr unter dem Inneren stehen, wenn sie abgeödet seien. Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor deinen Augen", insofern es soviel ist als unter dem Inneren; denn durch Joseph, zu dem dies gesprochen wurde, wird das Innere vorgebildet; aus der Bedeutung von "wir und unser Land", insofern sie die Aufnahmegefäße des Guten und Wahren sind, wie Nr. 6135, somit Aufnahmegefäße des geistigen Lebens. Von diesen Aufnahmegefäßen wird gesagt, daß sie sterben, wenn kein geistiges Leben in ihnen ist, denn durch sterben wird die Abödung bezeichnet, d.h. die Beraubung des Guten und Wahren, die beide das geistige Leben ausmachen. 6137. "Kaufe uns und unser Feld für das Brot", 1. Mose 47/19, bedeutet die Aneignung von beiden, damit sie durch das Gute erhalten würden. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es ein Aneignen ist, worüber Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426; aus der Bedeutung von "wir und unser Feld", insofern diese die Aufnahmegefäße des Guten und Wahren sind, wie Nr. 6135, 6136, somit auch beides; und aus der Bedeutung von "für das Brot", insofern es die Versorgung durch das Gute bezeichnet. Das Brot bedeutet das Gute, sowohl der Liebe als des Glaubens, weil durch dasselbe auch alle Speise im allgemeinen verstanden wird: Nr. 6118. 6138. "Damit wir und unser Feld Knechte seien dem Pharao", 1. Mose 47/19, bedeutet die völlige Unterwerfung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wir und unser Feld", insofern sie die Aufnahmegefäße des Guten und Wahren sind, wie Nr. 6135, 6136, 6137; und aus der Bedeutung der Knechte, insofern diese bezeichnen, ohne Freiheit aus dem Eigenen sein, worüber Nr. 5760, 5763; somit völlige Unterwerfung. Unter Aufnahmegefäßen werden die eigentlichen Formen des Menschen verstanden, denn die Menschen sind nichts als aufnehmende Formen des Lebens vom Herrn, und diese Formen sind vermöge des angeerbten und wirklichen Bösen von der Art, daß sie das geistige Leben, das vom Herrn kommt, zurückweisen. Wenn diese Aufnahmegefäße so weit aufgegeben, (d.h. verleugnet) sind, daß sie keine Freiheit mehr aus dem Eigenen haben, dann tritt eine völlige Unterwerfung ein. Der Mensch, der wiedergeboren wird, kommt endlich durch wiederholte Abödungen und Unterstützungen dahin, daß er nicht mehr sein eigen sein will, sondern Eigentum des Herrn, und wenn er dies geworden ist, kommt er in den Zustand, daß er, wenn er sich selbst überlassen wird, von Kummer und Beängstigung ergriffen wird, und wenn er aus diesem Zustand befreit wird, wieder in seine Wonne und Glückseligkeit zurückkehrt. In diesem Zustande sind alle Engel. Der Herr will, um Wonne und Seligkeit geben zu können, eine völlige Unterwerfung, d.h., daß man nicht zum Teil sein Eigen sei und zum Teil des Herrn, denn dann sind zwei Herrn vorhanden, denen der Mensch nicht zu gleicher Zeit dienen kann: Matth.6/24. Eine völlige Unterwerfung wird auch verstanden unter den Worten des Herrn bei Matth.10/37: "Wer Vater und Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert; und wer Sohn und Tochter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert": durch Vater und Mutter wird im allgemeinen dasjenige bezeichnet, was dem Menschen aus dem Angeerbten eigen ist, und durch Sohn und Tochter dasjenige, was das Eigene des Menschen aus seinem wirklichen Leben angenommen hat. Das Eigene des Menschen wird auch durch Seele bezeichnet bei Joh.12/25,26: "Wer seine Seele liebt, wird sie verlieren, wer aber seine Seele in dieser Welt haßt, wird sie bewahren zum ewigen Leben; wenn jemand Mir dienen will, der folge Mir nach, denn wo Ich bin, soll Mein Diener auch sein". Die völlige Unterwerfung wird auch bezeichnet durch die Worte des Herrn bei Matth.8/21,22: "Ein anderer Jünger sprach: Herr, erlaube mir zuerst, hinzugehen und meinen Vater zu begraben; aber Jesus sprach zu ihm: Folge Mir, und laß die Toten ihre Toten begraben". Daß eine völlige Unterwerfung stattfinden muß, geht deutlich hervor aus dem vornehmsten Gebot der Kirche, Mark.12/30: "Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, und von deinem ganzen Gemüte, und aus allen deinen Kräften; das ist das vornehmste Gebot". Weil also die Liebe zum Herrn nicht aus dem Menschen kommt, sondern aus dem Herrn selbst, deshalb muß das ganze Herz, die ganze Seele, das ganze Gemüt und alle Kräfte, die Aufnahmegefäße sind, Eigentum des Herrn sein, und folglich eine völlige Unterwerfung eintreten. Solcherart ist die Unterwerfung, die bezeichnet wird durch "damit wir und unser Feld Knechte seien dem Pharao", denn durch Pharao wird das Natürliche im allgemeinen vorgebildet, das unter der Aufsicht des inneren Himmlischen steht, im höchsten Sinne unter der Aufsicht des Herrn, Der in diesem Sinne durch Joseph bezeichnet wird. 6139. "Und gib Samen", 1. Mose 47/19, bedeutet hier durch Einfluß des Guten der Liebtätigkeit und des Wahren des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, 3373. Diese geben, bedeutet offenbar den Einfluß, weil sie nur durch Einfluß vom Herrn in den Menschen kommen. 6140. "Daß wir leben und nicht sterben", 1. Mose 47/19, bedeutet das daraus hervorgehende geistige Leben und nicht mehr Furcht vor Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Verdammnis bezeichnet, worüber Nr. 6119. Hier Furcht vor der Verdammnis, weil im Zustande der Abödung, wenn der Mensch wiedergeboren wird, keine Verdammnis vorhanden ist, sondern nur Furcht vor der Verdammnis. 6141. "Und das Feld nicht wüste werde", 1. Mose 47/19, bedeutet, das Gemüt müsse durch die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche ausgebildet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Feldes, insofern es das Aufnahmegefäß des Wahren ist, wie Nr. 6135, 6136, 6137. Das eigentliche Aufnahmegefäß ist das Gemüt, hier das natürliche Gemüt, weil das Feld Ägyptens (gemeint ist); und aus der Bedeutung von verwüstet werden, insofern es bezeichnet, ohne sichtbares Wahre sein; hier ohne die Kenntnisse der Kirche, denn durch die Ägypter werden die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnet: Nr. 4749, 4964, 4966, 6004, die auch natürliche Wahrheiten sind. Daß das Land (terra) Ägyptens das natürliche Gemüt vorbildet, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, sehe man Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301, deshalb bezeichnet das Feld (humus) Ägyptens dieses Gemüt im besonderen. So wird nun durch "daß das Feld nicht wüste sei" bezeichnet, daß das Gemüt durch die wißtümlichen Kenntnisse ausgebildet werden muß. 6142. "Und Joseph kaufte alles Feld Ägyptens für Pharao", 1. Mose 47/20, bedeutet, daß das Innere sich das ganze natürliche Gemüt, in dem die Kenntnisse sind, aneignete und unter die allgemeine Aufsicht stellte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, wovon öfter; aus der Bedeutung von kaufen, insofern es soviel ist als sich aneignen, worüber Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426; aus der Bedeutung des Feldes Ägyptens, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber Nr. 6141; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5160, 5799, 6015. Daß er es für Pharao (kaufte), bedeutet somit, daß er es unter die allgemeine Aufsicht des Natürlichen stellte. 6143. "Und die Ägypter verkauften ein jeglicher seinen Acker", 1. Mose 47/20, bedeutet die Entsagung und Unterwerfung aller Dinge, die der Kirche dienen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es soviel ist, als etwas von sich entfremden, so daß es nicht mehr das Eigene ist, worüber Nr. 4098, 4752, 4758, 5886; somit auch entsagen und unterwerfen; und aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Lehre der Kirche bezeichnet, und im allgemeinen Sinn die Kirche selbst, worüber Nr. 368, 2971, 3310, 3766. Hieraus erhellt, daß durch "es verkauften die Ägypter ein jeder seinen Acker", die Entsagung und Unterwerfung aller Dinge bezeichnet wird, die der Kirche dienen. 6144. "Weil der Hunger schwer war über ihnen", 1. Mose 47/20, bedeutet, weil die Abödung bis zur Verzweiflung ging. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hungers, insofern er die Abödung in Ansehung dessen, was Angehör der Kirche ist, bezeichnet, worüber Nr. 5415, 5576; wenn gesagt wird, der Hunger drücke schwer, so wird dadurch die Verzweiflung bezeichnet, wie Nr. 5279; denn das letzte der Abödung ist Verzweiflung. Daß die Verzweiflung das letzte der Abödung und Versuchung ist: Nr. 5279, 5280, hat mehrere Ursachen, von denen ich nur folgende anführen kann: durch die Verzweiflung wird tatsächlich und mit tiefer Empfindung anerkannt, daß man nichts Wahres und Gutes aus sich selber habe, sondern daß man aus sich verdammt sei; daß man jedoch vom Herrn befreit werde von der Verdammnis und das Heil einfließe vermittelst des Wahren und Guten. Die Verzweiflung findet auch deshalb statt, damit das Wonnegefühl des Lebens, das vom Herrn (stammt), empfunden werde, denn wenn (die Menschen) aus jenem Zustand herauskommen, dann sind sie wie diejenigen, die aus dem Kerker befreit werden, nachdem sie zum Tode verurteilt waren. Auch werden durch die Abödungen und Versuchungen die entgegengesetzten Zustände des himmlischen Lebens empfunden, und dadurch das Gefühl und Innewerden der Wonne und Seligkeit des himmlischen Lebens mitgeteilt; denn dies Gefühl des Glückes und der Seligkeit kann durch nichts anderes eintreten, als durch die Vergleichung mit dem Gegenteil. Damit nun eine vollständige Vergleichung stattfinde, werden die Abödungen und Versuchungen auf die Spitze getrieben, d.h. bis zur Verzweiflung. 6145. "Und das Land wurde dem Pharao eigen", 1. Mose 47/20, bedeutet, daß alles dem Natürlichen unterworfen wurde und unter die Aufsicht des Inneren kam. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Land wurde ihm eigen", insofern es Aneignung und Unterwerfung alles dessen bezeichnet, was unter Land verstanden wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5160, 5799, 6015, zu dem auch die wißtümlichen Kenntnisse, die durch Ägypten bezeichnet werden, gebracht wurden: Nr. 6115. Unter die Aufsicht des Inneren kam es, weil es das ganze Natürliche war, sowohl das Allgemeine, als das Besondere, und dies wird dadurch bezeichnet, daß Joseph über das ganze Land Ägypten herrschte, und daß er zum Aufseher gesetzt war über das Haus Pharaos: 1. Mose 41/40-43 und 45/8, wo es heißt: "Joseph sprach zu seinen Brüdern: Gott hat mich gesetzt zum Vater des Pharao und zum Herrn seines ganzen Hauses, daß ich herrsche im ganzen Lande Ägypten"; daher kommt es nun, daß vom Natürlichen gesagt wird, daß es unter der Aufsicht des Inneren stehe. 6146. "Und das Volk versetzte er in die Städte", 1. Mose 47/21, bedeutet, daß die wißtümlichen Wahrheiten zu den Lehrbestimmungen gebracht wurden. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es die Wahrheiten bezeichnet, worüber Nr. 1259, 1260, 3295, 3581; hier die wißtümlichen Wahrheiten, weil sie von dem Volke Ägyptens gesagt werden; und aus der Bedeutung der Städte, insofern sie die Lehrbestimmungen bezeichnen, worüber Nr. 402, 2449, 3216, 4492, 4493. Daher nun bedeutet "das Volk in die Städte versetzen", die wißtümlichen Wahrheiten zu den Lehrbestimmungen bringen. Dies folgt aus dem Vorhergehenden, nämlich daraus, daß die Wahrheiten mit dem Allgemeinen im Natürlichen in Beziehung gebracht werden sollen: Nr. 6115; denn die Lehrbestimmungen sind das Allgemeine, mit dem die Wahrheiten in Beziehung gebracht werden, denn die Kirchenlehre ist geteilt in ihre Hauptstücke, und jedes Hauptstück ist etwas Allgemeines der Kirche, daher wurde auch das Volk von Joseph in die Städte versetzt, damit dadurch die Beziehung der Wahrheiten auf das Allgemeine, also auf die Lehrbestimmungen, vorgebildet würde. 6147. "Von einem Ende der Grenze Ägyptens bis zum anderen", 1. Mose 47/21, bedeutet die Ausdehnung über das ganze Natürliche, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte "von einem Ende der Grenze bis zum anderen", insofern sie eine Ausdehnung über das Ganze bezeichnen, und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es das Wißtümliche im Natürlichen ist, wovon öfters im vorigen, und daher auch das Natürliche, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind; denn das Natürliche ist es, was enthält, und die wißtümlichen Kenntnisse sind das, was enthalten ist. Daher wird durch Ägypten sowohl das Enthaltende, als der Inhalt selbst bezeichnet, d.h. sowohl das Natürliche, als das Wißtümliche. Deshalb wird auch durch Pharao, den König Ägyptens, das Natürliche im allgemeinen bezeichnet: Nr. 5160, 5799; und auch das Wißtümliche im allgemeinen: Nr. 6015, wie auch durch das Land Ägypten das natürliche Gemüt: Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 6148. "Nur das Feld der Priester kaufte er nicht", 1. Mose 47/22, bedeutet, daß das Innere aus dem Natürlichen sich die Fähigkeiten verschaffte, das Gute aufzunehmen, weil sie von ihm herkommen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, von dem dieses gesagt wird, insofern er das Innere bezeichnet, wovon im vorigen; aus der Bedeutung des Feldes, insofern es das Aufnahmegefäß des Wahren ist, wovon Nr. 6135, 6136, 6137; hier die Fähigkeit das Gute aufzunehmen, denn die Fähigkeit bezeichnet die Empfänglichkeit für das, was im Menschen sein muß, damit er ein (rechtes) Aufnahmegefäß sei. Diese Fähigkeit kommt vom Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn, denn wenn nicht vom Herrn das Gute der Liebe einflösse, würde niemals irgendein Mensch die Fähigkeit haben, Wahres oder Gutes aufzunehmen. Das Einfließen des Guten der Liebe vom Herrn bewirkt, daß alles inwendig im Menschen zur Aufnahme geschickt wird. Daß die Fähigkeit das Gute aufzunehmen aus dem Natürlichen ist, wird dadurch bezeichnet, daß das Feld in Ägypten war, denn durch Ägypten wird das Natürliche bezeichnet, auch in Ansehung der wißtümlichen Kenntnisse: Nr. 6142; aus der Bedeutung der Priester, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "nicht kaufen", insofern es heißt, sich diese Fähigkeiten nicht so aneignen, wie er sich die Wahrheiten und das Gute des Wahren mit deren Aufnahmegefäßen angeeignet hat, was durch Abödungen und (dann wieder) durch Unterstützungen geschah, und zwar deshalb, weil diese Fähigkeiten von ihm selbst, d.h. vom Inneren ausgingen. Daher kommt es, daß durch "nur das Land der Priester kaufte er nicht" bezeichnet wird, daß das Innere aus dem Natürlichen sich die Fähigkeiten erwarb, das Gute aufzunehmen, weil sie von ihm selbst (waren). Damit verhält es sich auf folgende Weise: Die Fähigkeiten, das Gute und das Wahre aufzunehmen, sind beim Menschen unmittelbar vom Herrn; und keine Hilfsmittel, sich dieselben zu verschaffen, kommt vom Menschen her; denn der Mensch wird fortwährend in der Fähigkeit erhalten, das Gute und das Wahre aufzunehmen. Infolge dieser Fähigkeit hat er Verstand und Willen. Daß sie aber der Mensch nicht aufnimmt, kommt daher, daß er sich zum Bösen wendet, denn alsdann bleibt zwar die Fähigkeit, aber es wird ihr der Zugang zum Denken und Fühlen verschlossen, und deshalb erstirbt die Fähigkeit, das Wahre zu sehen und das Gute zu fühlen in dem Maße, als der Mensch sich zum Bösen wendet, und sich in demselben durch das Leben und den Glauben befestigt. Daß der Mensch zu der Fähigkeit, das Wahre und das Gute aufzunehmen, gar nichts beitragen kann, ist bekannt aus der Kirchenlehre: daß nichts Wahres, das Sache des Glaubens ist, und nichts Gutes, das Sache der Liebe ist, vom Menschen herkomme, sondern vom Herrn, daß aber der Mensch diese Fähigkeit bei sich zerstören könne. Hieraus kann man nun deutlich erkennen, wie es zu verstehen ist, daß das Innere aus dem Natürlichen sich die Fähigkeiten, das Gute aufzunehmen, erworben habe, weil sie von diesem selbst stammen. Es wird gesagt "aus dem Natürlichen", weil das Einfließen des Guten vom Herrn durch das Innere im Natürlichen durch den Herrn geschieht, wenn hier die Fähigkeit zur Aufnahme vorhanden ist, dann findet der Einfluß statt, denn dann ist die Aufnahme (möglich); man sehe Nr. 5828. In betreff dessen, daß Priester das Gute bedeuten, muß man wissen, daß es zweierlei ist, was vom Herrn ausgeht, nämlich das Gute und das Wahre. Das göttlich Gute wurde durch die Priester vorgebildet, und das göttlich Wahre durch die Könige. Daher kommt es, daß durch Priester das Gute bezeichnet wird, und durch Könige das Wahre. Über das Priestertum und das Königtum, das vom Herrn ausgesagt wird, sehe man Nr. 1728, 2015, 3670. Diese zwei, nämlich das Priestertum und das Königtum, waren in der vorbildlichen Alten Kirche in einer Person verbunden und zwar deshalb, weil das Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht, vereinigt ist, und sie sind auch verbunden im Himmel bei den Engeln. Die Person, in der diese zwei in der Alten Kirche verbunden waren, hieß Melchisedek, der zu Abraham kam, und von dem es 1. Mose 14/18,19 heißt: "Melchisedek, der König von Salem, brachte heraus Brot und Wein, und derselbe war ein Priester Gottes, des Allerhöchsten, und er segnete Abraham"; daß dieser den Herrn in bezug auf beides vorbildete, erhellt daraus, daß er König war und zugleich Priester, und daß es ihm gestattet war, Abraham zu segnen, und ihm Brot und Wein darzubringen, die schon damals Symbole des Guten der Liebe und des wahren des Glaubens waren. Daß er den Herrn vorbildete in bezug auf beides, erhellt auch noch bei Ps.110/4: "Jehovah hat geschworen, und es wird Ihn nicht gereuen; du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Weise Melchisedek": diese Worte sind hier in Beziehung auf den Herrn gesprochen. Nach der Weise Melchisedek bedeutet, daß er sowohl König als Priester (sein werde), d.h. im höchsten Sinne, daß von Ihm das göttlich Gute und das göttlich Wahre vereint hervorgehen soll. Weil eine vorbildliche Kirche auch bei den Nachkommen Jakobs errichtet werden sollte, sollte auch in einer Person vereint das göttlich Gute und das göttlich Wahre vorgebildet werden, die vereinigt vom Herrn ausgehen, aber wegen der Kriege und wegen der Abgötterei dieses Volkes wurden gleich Anfangs beide getrennt, und die über das Volk herrschten, wurden Heerführer und hernach Richter genannt; und diejenigen, die den Gottesdienst besorgten, wurden Priester genannt, und waren aus dem Samen Aharons und Levis. Später jedoch wurden beide in einer Person vereinigt, wie bei Eli und Samuel. Weil aber das Volk von der Art war, daß bei ihm keine vorbildliche Kirche errichtet werden konnte, sondern nur das Vorbild einer Kirche, wegen des Götzendienstes, der bei ihm herrschte, deshalb wurde es gestattet, daß sie getrennt wurden, und der Herr in Ansehung des göttlich Wahren durch Könige, und in Ansehung des göttlich Guten durch Priester vorgebildet wurde. Daß dieses nach dem Gelüsten des Volkes, nicht aber nach dem Wohlgefallen des Herrn geschah, geht deutlich hervor aus dem Worte des Herrn zu Samuel in 1.Sam.8/7-18; 12/19,20: "Gehorche der Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben, denn sie haben nicht dich verstoßen, sondern Mich haben sie verstoßen, daß Ich nicht soll herrschen über sie; und du sollst das Recht eines Königs anzeigen". Jene beiden sollten nicht getrennt werden, aus dem Grunde, weil das göttlich Wahre getrennt vom göttlich Guten einen jeden verdammt; hingegen das göttlich Wahre vereint mit dem göttlich Guten ihn beseligt; denn nach dem göttlich Wahren ist der Mensch zur Hölle verdammt, aber infolge des göttlich Guten wird er daraus entnommen und in den Himmel erhoben. Die Beseligung geht von der Barmherzigkeit aus, somit vom göttlich Guten, die Verdammnis aber tritt ein, wenn der Mensch die Barmherzigkeit zurückstößt, und so das göttlich Gute von sich entfernt. Hierdurch wird er dann dem Gerichte aus dem Wahren überlassen. Daß die Könige das göttlich Wahre vorgebildet haben, sehe man Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068. Daß die Priester den Herrn in Ansehung des göttlich Guten vorbildeten, und daher das Gute durch sie bezeichnet wird, kann man nach dem inneren Sinn deutlich aus allem erkennen, was in betreff des Priestertums angeordnet wurde, als Aharon erwählt wurde, und hernach die Leviten; z.B. daß der Hohepriester allein in das Allerheiligste eintreten und darin den Dienst versehen durfte; daß das dem Jehovah Geheiligte für die Priester war: 3. Mose 23/20; 27/21. Ferner, daß sie im Lande keinen Teil, noch Erbe haben, sondern Jehovah ihr Teil und Erbe sein sollte: 4. Mose 18/20; 5. Mose 10/9; 18/1; daß die Leviten dem Jehovah gegeben wurden anstatt der Erstgeborenen, und von Jehovah dem Aharon: 4. Mose 3/9,12,13,40-51; 8/16,19; daß der Hohepriester mit den Leviten inmitten des Lagers sein sollte, wenn sie es aufschlugen,und wenn sie wieder aufbrachen: 4. Mose 1/50-54; 2/17; 3/23-38; 4/1-49; daß keiner vom Samen Aharons, an dem irgendein Fehler war, hinzutreten durfte, um Brandopfer und Schlachtopfer darzubringen: 3. Mose 21/17-20; und anderes mehr, wie das, was 3. Mose 21/9-13 und an anderen Stellen gesagt wird. Alle diese Dinge bildeten im höchsten Sinn das göttlich Gute des Herrn vor, und daher im bezüglichen Sinn das Gute, das Angehör der Liebe und der Liebtätigkeit ist. Aber die Kleider Aharons, welche Kleider der Heiligkeit genannt wurden, bildeten das göttlich Wahre vom göttlich Guten vor, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in den Erklärungen, die hierüber im 2. Buch Mose gegeben werden sollen. Weil das Wahre durch die Könige und das Gute durch die Priester bezeichnet wird, daher werden Könige und Priester im Worte oftmals zugleich genannt, wie bei Joh.Offenb.1/6; 5/10: "Jesus Christus hat uns gemacht zu Königen und Priestern Gott und seinem Vater": zu Königen wurden sie gemacht aus dem Wahren, die Angehör der Glaubens sind, und zu Priestern aus dem Guten, das Angehör der Liebe ist; somit ist das Wahre und Gute bei denen, die im Herrn sind, verbunden, wie es im Himmel ist, wie oben gesagt wurde. Dies wird darunter verstanden, daß sie zu Königen und Priestern gemacht wurden. Jerem.4/9: "Es wird geschehen an jenem Tage, das Herz des Königs und des Fürsten wird entmutigt sein, und die Priester werden bestürzt sein, und die Propheten werden sich verwundern". Jerem.2/26: "Es werden sich schämen die vom Hause Israel, sogar ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten". Jerem.8/1: "Die Könige Jehudahs, Fürsten, Priester und Propheten, und die Einwohner Jerusalems". An diesen Stellen (stehen) die Könige für Wahrheiten, die Fürsten für die Hauptwahrheiten Nr. 1486, 2089, 5044; die Priester für das Gute und die Propheten für das Belehrende: Nr. 2534. Überdies muß man wissen, daß Joseph das Feld der Priester nicht kaufte, weil hierdurch vorgebildet wurde, daß alle Fähigkeit, das Wahre und Gute aufzunehmen, vom Herrn ist; dies erhellt aus dem gleichen Gesetz von den Äckern der Leviten 3. Mose 25/34: "Das Feld in der Nähe der Städte der Leviten soll nicht verkauft werden, weil es ihnen ein ewiger Besitz sein soll". Hierunter wird im inneren Sinn verstanden, daß kein Mensch sich etwas anmaßen soll vom Guten der Kirche, welches das Gute der Liebe und der Liebtätigkeit ist, weil dieses allein vom Herrn (stammt). 6149. "Weil den Priestern ihr Anteil von Pharao bestimmt war", 1. Mose 47/22, bedeutet, es sei deshalb vom Natürlichen angeordnet, daß es unter der Aufsicht des Inneren stehen solle. Dies erhellt aus der Bedeutung des bestimmten Anteils, insofern er das Angeordnete bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche im allgemeinen ist, worüber Nr. 5160, 5799, 6015; und weil diese Anordnung im Natürlichen vom Inneren kam, deshalb wird hinzugefügt, unter der Aufsicht des Inneren, was auch dadurch vorgebildet wurde, daß Joseph über das ganze Land Ägypten herrschte und auch über das Haus Pharao; man sehe Nr. 6145. 6150. "Und sie verzehrten ihren bestimmten Anteil, den ihnen Pharao gegeben hatte", 1. Mose 47/22, bedeutet, daß das Gute sich nicht mehr aneignete, als der Ordnung gemäß war. Dies erhellt aus der Bedeutung von verzehren, insofern es soviel ist, als sich aneignen, worüber Nr. 3168, 3513, 3596, 3832, 4745; und aus der Bedeutung des bestimmten Anteils, insofern er eine Anordnung bezeichnet, wie eben Nr. 6149; somit wird durch "den bestimmten Anteil verzehren" bezeichnet; daß das Gute sich nicht mehr angeeignet habe, als der Anordnung gemäß war. Daß dies vom Natürlichen (ausging), das durch Pharao vorgebildet wird, d.h. im Natürlichen unter Aufsicht des Inneren, sehe man Nr. 6149. 6151. "Deswegen verkauften sie ihr Feld nicht", 1. Mose 47/22, bedeutet, sie hatten daher nicht nötig, zu entsagen und es zu unterwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkaufen, insofern es soviel ist, als entsagen, wovon Nr. 6143, somit unterwerfen, denn das, dem man entsagt, wird einem anderen unterworfen; und aus der Bedeutung des Feldes, nämlich der Priester Ägyptens, insofern es die Fähigkeit bezeichnet, das Gute im Natürlichen aufzunehmen, worüber Nr. 6148; daß sie deshalb nicht nötig hatten, nämlich zu entsagen und es zu unterwerfen, wird bezeichnet durch "deswegen nicht". 6152. "Und Joseph sprach zum Volke", 1. Mose 47/23, bedeutet das Einfließen vom Inneren in die wißtümlichen Wahrheiten. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 6063, und weil es vom Inneren gesagt wird, das Joseph ist, so bezeichnet es das Einfließen; denn was im Äußeren empfunden wird, fließt vom Inneren ein; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, wie im vorigen schon oft (bemerkt wurde); und aus der Bedeutung des Volkes, insofern es die wißtümlichen Wahrheiten bezeichnet, wovon Nr. 6146. 6153. "Siehe, heute habe ich euch und euer Feld für Pharao gekauft", 1. Mose 47/23, bedeutet, daß es sich dieselben erworben und dem Allgemeinen im Natürlichen unterworfen habe, damit es unter der Aufsicht des Inneren stehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es soviel ist, als aneignen und erwerben, worüber Nr. 4397, 5374, 5397, 5406, 5410, 5426; aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Aufnahmegefäße des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 6135, 6136, 6137; daß er es dem Allgemeinen im Natürlichen unterworfen habe, wird dadurch bezeichnet, daß er es für Pharao kaufte, durch den das Natürliche im allgemeinen vorgebildet wird, worüber Nr. 5160, 5799, 6015. Unter der Aufsicht des Inneren wird gesagt gemäß dem, was Nr. 6145 erklärt worden ist. 6154. "Hier ist Samen für euch, daß ihr besäet euer Feld", 1. Mose 47/23, bedeutet das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens, die eingepflanzt werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er das Wahre aus dem Guten ist, oder der Glaube aus der Liebtätigkeit, somit beides, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, 3373, 3671; aus der Bedeutung von säen, insofern es soviel ist, als einpflanzen; und aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Aufnahmegefäße bezeichnet, worüber Nr. 6135, 6136, 6137. Wenn aber das Wahre und Gute eingepflanzt ist, bedeutet das Feld nicht mehr das Aufnahmegefäß, sondern das, was Angehör der Kirche ist, wie der Acker: Nr. 566. 6155. "Und von dem Ertrage", 1. Mose 47/24, bedeutet die Früchte aus denselben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ertrages, insofern er die Früchte bezeichnet; denn die Ernte, die aus dem Felde kommt, besteht aus den Früchten desselben. 6156. "Sollt ihr geben den Fünften dem Pharao", 1. Mose 47/24, bedeutet, daß die Überreste zum Allgemeinen (kommen sollen), das unter der Aufsicht des Inneren steht. Dies erhellt aus der Bedeutung von fünf und des fünften Teils, insofern beides die Überreste bezeichnet, worüber Nr. 5291, 5894; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Allgemeine im Natürlichen ist, wie Nr. 6153. "Unter Aufsicht des Inneren", heißt es aus demselben Grunde, wie Nr. 6145. Was die Überreste sind, sehe man Nr. 1050, 1738, 1906, 2284, 5135, 5897, 5898; daß sie nämlich das Gute und Wahre sind, das vom Herrn im inneren Menschen aufbewahrt wurde. Diese werden wieder in den äußeren oder natürlichen Menschen gebracht, wenn er im Zustand des Guten ist, aber sobald er in den Zustand des Bösen kommt, werden sie zurückgezogen und wieder aufbewahrt; und dies geschieht deswegen, damit sie nicht mit dem Bösen vermischt werden und so zugrunde gehen. Wenn der Mensch nicht wiedergeboren werden kann, alsdann werden die Überreste bei ihm im Inneren wohl aufbewahrt, wenn aber der Mensch wiedergeboren wird, dann werden sie insoweit vom Inneren wieder in das Äußere versetzt, als er wiedergeboren ist, aus dem Grunde, weil durch die Wiedergeburt das Innere mit dem Äußeren verbunden wird und mit ihm zusammenwirkt, und dann werden sie zuerst zum Allgemeinen gebracht und hierauf nach und nach zum Besonderen. Hieraus kann man, weil hier im inneren Sinn von der Wiedergeburt des Natürlichen gehandelt wird, erkennen, was darunter zu verstehen ist, daß diese Überreste zum Allgemeinen in Natürlichen (kommen sollen). 6157. "Und vier Teile werden euer sein", 1. Mose 47/24, bedeutet das, was noch nicht zu Überresten geworden. Dies erhellt aus der Bedeutung von vier Teilen, wenn das vom fünften Teil noch übrige gemeint ist, durch den die Überreste bezeichnet werden: Nr. 6156, insofern es das bedeutet, was noch nicht zu Überresten geworden. Durch vier wird ähnliches bezeichnet wie durch zwei, nämlich das, was paarweise und verbunden ist: Nr. 1686, wie das Gute und Wahre. Daß dieses noch nicht zu Überresten geworden, wird hier durch die vier Teile bezeichnet, denn das Gute und Wahre wird nicht eher zu Überresten, als bis es dem Menschen angeeignet wird; und es wird dem Menschen erst dann angeeignet, wenn es aus Neigung mit freiem Willen aufgenommen wird. 6158. "Zum Besäen des Feldes (Ackers)", 1. Mose 47/24, bedeutet, zur Ernährung des Gemütes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er Wahres und Gutes bezeichnet, somit Glauben und Liebtätigkeit, worüber Nr. 6154, und aus der Bedeutung des Ackers, insofern er im allgemeinen Sinn die Kirche ist, worüber Nr. 2971, 3766; und im besonderen die Kirche bei dem Menschen, somit auch der Mensch, in dem die Kirche ist, d.h., der das Wahre und das Gute aufnimmt. Wenn derselbe ein Acker genannt wird, so ist es sein Gemüt, das darunter verstanden wird; denn der Mensch ist Mensch nicht vermöge der äußeren Form, sondern vermöge seines Gemütes, d.h. durch Verstand und Willen, die das Gemüt bilden; ferner aus dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebtätigkeit, die das inwendigere Gemüt bilden. Dieses, nämlich das Gemüt, das im eigentlichen Sinn der Mensch ist, wird durch das Wahre und Gute ernährt und versorgt; und weil das Wahre und Gute durch Samen bezeichnet wird, bedeutet er auch die Ernährung, was auch aus dem gleich Folgenden erhellt: "Zu eurer Speise und für die in euren Häusern, und zur Speise für eure Kinder"; daher nun kommt es, daß der Same des Ackers die Ernährung des Gemütes bedeutet. 6159. "Und zu eurer Speise und für die in euren Häusern", 1. Mose 47/24, bedeutet, daß dadurch das Gute des Wahren im ganzen und im einzelnen sei. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, insofern sie das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 5410, 5426, 5487, 5582, 5588, 5655, und aus der Bedeutung von "für die, welche in euren Häusern sind", insofern diese das Ganze und das Einzelne des Guten aus dem Wahren bezeichnen, somit bedeutet "zur Speise derer, die in den Häusern", das Gute des Wahren in allem und jedem. Damit das Gute des Wahren in allem und jedem ist, verhält es sich in folgender Weise: In dem Maße, als der Mensch wiedergeboren wird, pflanzt sich das Gute in alles und jedes bei ihm ein, denn die Neigung zum Guten wird die allgemein beherrschende bei ihm, und was allgemein herrscht, das herrscht auch im einzelnen, d.h. in allem und jedem. Dies kann man aus der vorherrschenden Neigung bei einem jeden deutlich erkennen. Diese Neigung, von welcher Art sie auch sei, wohnt im einzelnen seines Willens und auch im einzelnen seines Denkens. Und obwohl sie nicht immer im Denken gegenwärtig zu sein scheint, ist sie dennoch in demselben. Sie kommt nicht zur Erscheinung, weil sie in diesen Augenblicken von den Neigungen überkleidet wird, die durch die Gegenstände eingeflößt werden. Sowie aber diese Neigungen wieder entfernt werden, wird die herrschende Neigung wieder sichtbar. Dies kann man nicht besser erkennen als an den Geistern und Engeln. Die Geister, die böse sind, oder bei denen das Böse herrscht, sind in allem und jedem böse, auch wenn sie Wahres reden und Gutes tun, denn sie bezwecken dabei nichts anderes als andere zu betrügen, damit diese sie für gut ansehen sollen, und so täuschen sie unter dem Schein des Guten. Wenn dies geschieht, so hört man es deutlich aus dem Ton ihrer Rede, und es wird auch aus ihrer Sphäre empfunden. Dagegen die Engel im Himmel, bei denen das Gute regiert, d.h. allgemein herrscht, sind in allem und jedem gut, d.h. bei ihnen leuchtet das Gute vom Herrn aus allem und jedem hervor, auch wenn sie der äußeren Form nach etwas Böses tun, ist dennoch der Zweck oder die Absicht dabei, daß Gutes daraus hervorgehe. Hieraus kann man ersehen, daß, wo das Gute allgemein herrscht, es in allem und jedem herrscht, ebenso wo das Böse herrscht. Und jedes eine solche Beschaffenheit hat und nach der Art und dem Maß dieser richtet sich das Allgemeine, denn was allgemein genannt wird, das ist dadurch allgemein, daß es auf besondere Weise in allem ist. 6160. "Und zur Speise für eure Kinder", 1. Mose 47/24, bedeutet in dem, was der Unschuld angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung der Speise, insofern sie das Gute des Wahren ist, wie Nr. 6159, und aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie die Unschuld bezeichnen, worüber Nr. 430, 3183, 5608. 6161. "Und sie sprachen: Du hast uns das Leben erhalten", 1. Mose 47/25, bedeutet, das geistige Leben komme nicht auf andere Weise und nicht anderswoher. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Leben erhalten" (oder lebendig machen), insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890. Weil von der Lebendigmachung oder von der Wiedergeburt des Natürlichen im Vorhergehenden gehandelt und daselbst der ganze Verlauf derselben beschrieben wurde, der so und nicht anders ist: deshalb wird hinzugefügt, daß jenes nicht auf andere Weise und nicht anderswoher komme. 6162. "So laß uns Gnade finden in den Augen unseres Herrn", 1. Mose 47/25, bedeutet den Willen, in solcher Weise unterworfen zu sein und die Demütigung. Dies kann man daraus erkennen, daß diese Worte, nach der Entsagung oder Verleugnung alles dessen, was ihnen eigen war, Worte der Anerkennung und somit auch der Einwilligung sind, daß sie so unterworfen wurden, und daß es also Worte der Demütigung sind. Daß dies in diesen Worten liegt, erhellt aus dem Zustand, in dem sie damals waren, welcher Zustand auch aus dem Zusammenhang des Vorhergehenden und des Nachfolgenden deutlich erscheint. 6163. "Und wir wollen Knechte sein dem Pharao", 1. Mose 47/25, bedeutet, daß sie dem Eigenen entsagen und es dem Natürlichen unterwerfen wollen, das unter der Aufsicht des Inneren steht. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, insofern diese ohne Freiheit aus dem Eigenen sind, worüber Nr. 5760, 5763, somit heißt es, dem Eigenen entsagen; und aus der Bedeutung von "dem Pharao sein", insofern es heißt, dem Natürlichen unterworfen sein, das unter der Aufsicht des Inneren steht, worüber Nr. 6145. 6164. "Und Joseph machte es zum Gesetz", 1. Mose 47/26, bedeutet den Beschluß infolge der Einwilligung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Gesetz machen", insofern es soviel ist als beschließen infolge der Einwilligung; denn was zum Gesetz gemacht wird, das geschieht infolge der Einwilligung von beiden Seiten, und wird zu dem gerechnet, was vermöge eines Vertrags und somit als Verpflichtung auferlegt worden ist. 6165. "Bis auf diesen Tag", 1. Mose 47/26, bedeutet in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bis auf diesen Tag", insofern es soviel ist als auf ewig, worüber Nr. 2838, 4304. 6166. "Über das Feld Ägyptens, den Fünften zu geben dem Pharao", 1. Mose 47/26, bedeutet, wie oben, die Überreste: Nr. 6156 6167. "Nur das Feld der Priester ward dem Pharao nicht eigen", 1. Mose 47/26, bedeutet die Fähigkeiten, das Gute aufzunehmen, insofern diese unmittelbar vom Inneren (stammen), wie auch im vorigen: Nr. 6148. Das was bisher von der Verbindung des Natürlichen mit dem Inneren und somit von dessen Wiedergeburt durch Mittel, die in wiederholten Abödungen und Belebungen bestehen, gesagt worden ist, muß notwendiger Weise dem Menschen der Kirche heutzutage als etwas bisher Unerhörtes vorkommen. Aber dennoch verhält sich die Sache so, und gehört unter die Dinge, die den Geistern, auch den Einfältigen, im anderen Leben wohl bekannt sind. Wenn daher das Wort von einem Menschen gelesen wird, nehmen diejenigen, die im anderen Leben sind, weil sie den inneren Sinn des Wortes verstehen, nicht nur alles dieses wahr, sondern sie sehen auch noch unzählige Geheimnisse darin, und zwar solche, die durch keine menschliche Sprache ausgedrückt werden können. Die hier vorgebrachten sind verhältnismäßig nur wenige. 6168. Vers 27-31: Und Israel wohnte im Lande Ägypten, im Lande Gosen, und sie hatten Besitz in demselben, und waren fruchtbar, und vermehrten sich sehr. Und Jakob lebte im Lande Ägypten siebzehn Jahre, und es war die Zeit der Lebensjahre Jakobs einhundertsiebenundvierzig Jahre. Und es nahten sich die Tage Israels, daß er sterben sollte, und er rief seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, so lege deine Hand unter meine Hüfte und tue an mir die Barmherzigkeit und Treue, daß du mich nicht begrabest in Ägypten. Sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus Ägypten führen und mich begraben in ihrem Grabe; und er sprach: Ich will tun nach deinem Worte. Er aber sprach: Schwöre mir; und er schwur ihm; da neigte sich Israel über das Haupt seines Bettes. "Und Israel wohnte im Lande Ägypten" bedeutet, daß das geistig Gute leben sollte unter den wißtümlichen Kenntnissen, die der Kirche angehören; "im Lande Gosen" bedeutet in ihrer Mitte; "und sie hatten Besitz in demselben" bedeutet, es sei vom Inneren gegeben und so angeordnet; "und waren fruchtbar, und vermehrten sich sehr" bedeutet daher (stamme) das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens; "und Jakob lebte im Lande Ägypten" bedeutet das Wahre des Natürlichen in den wißtümlichen Kenntnissen; "siebzehn Jahre" bedeutet den Zustand daselbst; "und es war die Zeit der Lebensjahre Jakobs einhundertsiebenundvierzig Jahre" bedeutet den allgemeinen Zustand und dessen Beschaffenheit; "und es nahten sich die Tage Israels, daß er sterben sollte" bedeutet den Zustand kurz vor der Wiedergeburt; "und er rief seinen Sohn Joseph" bedeutet die Gegenwart des Inneren; "und sprach zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen" bedeutet das Verlangen; "so lege deine Hand unter meine Hüfte" bedeutet die heilige Verpflichtung; "und tue an mir die Barmherzigkeit und Treue" bedeutet die Demütigung; "daß du mich nicht begrabest in Ägypten" bedeutet die Wiedergeburt nicht im Wißtümlichen; "sondern ich will liegen bei meinen Vätern" bedeutet das Leben, sowie es bei den Alten beschaffen war; "und du sollst mich aus Ägypten führen" bedeutet, damit eine Erhebung aus dem Wißtümlichen (eintrete); "und mich begraben in ihrem Grabe" bedeutet eine solche Wiedergeburt; "und er sprach: Ich will tun nach deinem Worte" bedeutet, daß es so geschehen werde vermöge der Vorsehung aus dem Göttlichen; "er aber sprach: Schwöre mir" bedeutet, damit es unwiderruflich sei; "und er schwur ihm" bedeutet, daß es unwiderruflich sei; "da neigte sich Israel über das Haupt seines Bettes" bedeutet, daß er sich hinwendete zu dem, was dem inneren Natürlichen angehört. 6169. "Und Israel wohnte im Lande Ägypten", 1. Mose 47/27, bedeutet, daß das geistig Gute unter den wißtümlichen Kenntnissen leben solle, die der Kirche angehören. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es soviel als leben ist, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. Daß Ägypten die Kenntnisse der Kirche bedeuten, sehe man Nr. 4749, 4964, 4966, 6004. 6170. "Im Lande Gosen", 1. Mose 47/27, bedeutet, in ihrer Mitte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Gosen, insofern es die Mitte oder das Innerste im Natürlichen ist, worüber Nr. 5910, 6028, 6031, 6068; somit in der Mitte der wißtümlichen Kenntnisse, weil Gosen der beste Landstrich in Ägypten war. 6171. "Und sie hatten Besitz in demselben", 1. Mose 47/27, bedeutet, es sei vom Inneren gegeben und so angeordnet. Dies erhellt aus der Bedeutung des Besitzes, insofern er den Wohnsitz des geistigen Lebens bezeichnet, worüber Nr. 6103; und weil Joseph ihnen diesen Besitz gegeben: 1. Mose 47/11, bedeutet es, daß dieser Wohnsitz vom Inneren gegeben und angeordnet sei. Daß dies bezeichnet werde, geht aus dem Zusammenhang hervor. HG 6172 6172. "Und waren fruchtbar und vermehrten sich sehr", 1. Mose 47/27, bedeutet, daher stammte das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung von fruchtbar sein, insofern es soviel ist als das Gute der Liebtätigkeit hervorbringen; und aus der Bedeutung von sich vermehren, insofern es heißt, das Wahre des Glaubens hervorbringen, worüber Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847; denn fruchtbar sein wird von den Früchten gesagt, die im inneren Sinn die Werke der Liebtätigkeit bedeuten, und sich vermehren von der Menge, die im inneren Sinn von den Glaubenswahrheiten ausgesagt wird; denn "viel" wird im Worte von den Wahrheiten gesagt, "groß" hingegen von dem Guten. 6173. "Und Jakob lebte im Lande Ägypten", 1. Mose 47/28, bedeutet das Wahre des Natürlichen in den wißtümlichen Kenntnissen. Dies erhellt aus der Bedeutung von leben, insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre ist, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 3775, 4009, 4234, 4520, 4538; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnet, wie Nr. 6169. 6174. "Siebzehn Jahre", 1. Mose 47/28, bedeutet den Zustand daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von 17, insofern es heißt von Anfang bis zu Ende, oder von einem Anfang bis zu einem neuen, worüber Nr. 755, 4670, und aus der Bedeutung der Jahre, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 487, 488, 493, 893; somit wird hier durch die siebzehn Jahre, in denen Jakob in Ägypten lebte, der Zustand des geistigen Lebens im Natürlichen unter den wißtümlichen Kenntnissen von Anfang an bis zum Ende desselben bezeichnet. Daß alle Zahlen im Worte Bezeichnungen von Sachen sind, sehe man Nr. 575, 647, 648, 755, 813, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265. 6175. "Und es war die Zeit der Lebensjahre Jakobs einhundertsiebenundvierzig Jahre", 1. Mose 47/28, bedeutet den allgemeinen Zustand und dessen Beschaffenheit. Dies kann man deutlich ersehen, wenn die Zahlen Sieben, Vierzig und Hundert für sich betrachtet werden. Was sieben bedeutet, sehe man Nr. 395, 433, 716, 728, 881, 5265, 5268; was vierzig: Nr. 730, 862, 2272, 2273; und was hundert: Nr. 1988, 2636, 4400; aber die so zusammengesetzen Zahlen können nicht leicht erklärt werden, denn sie enthalten zu viel, als daß man es in einen Begriff zusammenfassen und der Fassungskraft gemäß ausdrücken könnte. Diese Zahlen enthalten im allgemeinen den vollständigen Zustand und die Beschaffenheit der Sache, die durch Jakob vorgebildet ist. Dies sehen die Engel schon durch die bloße Zahl in einem Inbegriff, denn alle Zahlen im Worte gestalten sich bei ihnen zu Vorstellungen von Sachen; was mir auch daraus deutlich erhellte, daß mir einige Male Zahlen in langer Reihe erschienen, und dann von den Engeln gesagt wurde, daß diese lauter Sachen in einer bestimmten Reihenfolge enthielten, über die sie sich dann besprachen. Daher hatten auch die Ältesten, die der himmlischen Kirche angehörten, eine Art von Rechnung, die auch wirklich aus Zahlen bestand, durch die himmlische Gegenstände, die für die Vorstellungen des natürlichen Gemüts nicht wohl begreiflich sind, ihnen beigebracht wurden. Aber diese Dinge gingen nach ihrer Zeit zugleich mit dem Innewerden des Himmlischen verloren, und es blieb nur die Kunde zurück, was die einfachen Zahlen, wie Drei, Sechs, Sieben, Zwölf im allgemeinen bedeuteten, weniger aber, was die zusammengesetzten Zahlen (bedeuten). Dagegen weiß man heutzutage nicht einmal, daß die Zahlen im Worte etwas anderes als Zahlen bedeuten, weshalb man dergleichen Dinge vielleicht als etwas Unglaubliches ansehen wird. 6176. "Und es nahten sich die Tage Israels, daß er sterben sollte", 1. Mose 47/29, bedeutet den Zustand kurz vor der Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung von nahen, insofern es soviel ist als nahe sein, somit gleich kurz vorher; aus der Bedeutung der Tage, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 6169, und aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt auferstehen und zum Leben, nämlich zum geistigen, erweckt werden, worüber Nr. 3326, 3498, 3505, 4618, 4621, 6036; somit wiedergeboren werden; denn wer wiedergeboren wird, der steht vom geistigen Tode auf, und wird erweckt zum neuen Leben. 6177. "Und er rief seinen Sohn Joseph", 1. Mose 47/29, bedeutet die Gegenwart des Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu sich rufen", insofern es bezeichnet, jemand als gegenwärtig darstellen, somit auch die Gegenwart; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, wie öfters im vorigen: Nr. 6089, 6117, 6120, 6128, 6132, 6136, 6145, 6149, 6152, 6153, 6156, 6163, 6167. 6178. "Und sprach zu ihm: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen", 1. Mose 47/29, bedeutet das Verlangen. Dies erhellt aus der Neigung, in der Jakob war, als er dies zu Joseph redete. Diese Neigung liegt in dieser Redeweise, denn "wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen", ist eine Redeweise, durch welche die Neigung, somit das Verlangen des Willens ausgedrückt wird, wie auch Nr. 6162. 6179. "So lege deine Hand unter meine Hüfte", 1. Mose 47/29, bedeutet die heilige Verpflichtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand unter die Hüfte legen", insofern es eine Verpflichtung ist, bei dem, was vermöge ihrer ganzen Macht durch die eheliche Liebe gewirkt wird; denn durch Hand wird die Macht bezeichnet: Nr. 878, 3091, 4931-4937, 5328, 5544; und durch Hüfte das, was Sache der ehelichen Liebe ist, worüber Nr. 3021, 4277, 4280, 4575, 5050-5062. Die Ehe im höchsten Sinn ist die Vereinigung des Göttlichen und des Göttlich-Menschlichen im Herrn, daher stammt die Vereinigung des göttlich Guten und des göttlich Wahren im Himmel; denn was vom Herrn ausgeht, ist das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten. Dadurch (nur) ist der Himmel ein Himmel und wird auch Ehe genannt, denn in demselben ist die Ehe des Guten und Wahren, das vom Herrn ausgeht, und diese macht (den Himmel). Und weil der Herr das Gute darinnen ist und der Himmel das Wahre daraus, darum wird der Herr im Worte Bräutigam genannt, und der Himmel, wie auch die Kirche wird Braut genannt; denn das Gute und das Wahre bilden eine Ehe, und die Verbindung dieser ist es, die unter dem ehelichen (Verhältnis) verstanden wird. Hieraus erhellt, wie heilig es war, bei der (himmlischen) Ehe verpflichtet zu werden, was bezeichnet wird durch "die Hand unter die Hüfte legen"; aus dieser Ehe, nämlich des Guten und des Wahren, stammt die echte eheliche Liebe, über die und über deren Heiligkeit man sehe Nr. 2727-2759. 6180. "Und tue an mir die Barmherzigkeit und Treue", 1. Mose 47/29, bedeutet die Demütigung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Barmherzigkeit tun", insofern es das Gute der Liebe bezeichnet; und aus der Bedeutung der Treue, insofern sie das Wahre des Glaubens ist, worüber im Folgenden. Wenn diese Worte ausgesprochen werden, so sind es Worte der flehentlichen Bitte, und somit der Demütigung. Barmherzigkeit tun bezeichnet darum das Gute der Liebe, weil jede Barmherzigkeit aus der Liebe stammt, denn wer in der Liebe oder Liebtätigkeit ist, der ist auch in der Barmherzigkeit; und die Liebe und die Liebtätigkeit wird dann bei ihm zur Barmherzigkeit, wenn der Nächste in Dürftigkeit oder Elend ist, und er ihm in diesem Zustand Hilfe bringt. Daher kommt es, daß durch Barmherzigkeit das Gute der Liebe bezeichnet wird. Treue erzeigen aber bedeutet das Wahre des Glaubens, weil alles Wahre Sache des Glaubens ist, und deshalb wird auch durch dasselbe Wort in der Grundsprache der Glaube bezeichnet. Weil das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens auf das innigste verbunden sind, und das eine nicht möglich ist ohne das andere, deshalb war diese Redeweise bei den Alten gewöhnlich, denn ihnen war bekannt, daß das Gute der Liebe von dem Wahren des Glaubens unzertrennlich ist; und weil es so ist, werden diese beiden im Worte sehr oft in Verbindung genannt, wie 2. Mose 34/6: "Jehovah, groß an Barmherzigkeit und Treue". 2.Sam.2/5,6: "David (sprach) zu den Männern von Jabes: Jehovah erzeige an euch Barmherzigkeit und Treue", und 2.Sam.15/20: "David sprach zu Itahi, dem Gethiter: Kehre um und führe deine Brüder zurück, Barmherzigkeit und Treue sei mit dir". Hos.4/1: "Jehovah hat zu schelten mit den Bewohnern des Landes, weil keine Treue und keine Barmherzigkeit und keine Erkenntnis Gottes im Lande". Ps.25/10: "Alle Wege Jehovahs sind Barmherzigkeit und Treue für die, welche Seinen Bund halten". Ps.40/12: "Jehovah, nimm nicht von mir Deine Barmherzigkeit; Deine Barmherzigkeit und Deine Treue leiten mich beständig". Ps.89/2,3,15: "Ich will singen von der ewigen Barmherzigkeit Jehovahs, von Geschlecht zu Geschlecht Deine Wahrheit mit meinem Munde; denn ich sprach: In Ewigkeit wird gebauet werden Deine Barmherzigkeit, und in den Himmeln wirst Du befestigen Deine Treue; Gerechtigkeit und Gericht sind die Stütze Deines Thrones, Barmherzigkeit und Treue stehen vor Deinem Angesicht". Und außerdem bei Ps.26/3; 36/6; 57/4,11; 61/8; 85/11; 86/15; 89/25,34; 92/3. 6181. "Daß du mich nicht begrabst in Ägypten", 1. Mose 47/29, bedeutet die Wiedergeburt nicht im Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Auferweckung und Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, 4621, 5551; und aus der Bedeutung von Ägypten, insofern es das Wißtümliche ist, worüber öfter im vorigen. Was die "Wiedergeburt nicht im Wißtümlichen" bedeute, sehe man im gleich Folgenden: Nr. 6183. 6182. "Sondern ich will liegen bei meinen Vätern", 1. Mose 47/30, bedeutet das Leben, sowie es bei den Alten beschaffen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von liegen, insofern es das Leben bezeichnet, denn liegen heißt hier begraben werden bei ihnen, und weil begraben werden eine Auferweckung und Wiedergeburt bezeichnet, so bedeutet bei ihnen liegen das Leben; denn es bezeichnet die Auferweckung zum Leben und so auch die Wiedergeburt; und aus der Bedeutung der Väter, insofern es diejenigen sind, die der Alten und der Ältesten Kirche angehörten, worüber Nr. 6075, somit hier die Alten. 6183. "Und du sollst mich aus Ägypten führen", 1. Mose 47/30, bedeutet, damit eine Erhebung aus dem Wißtümlichen (eintrete). Dies erhellt aus der Bedeutung von "mich führen", insofern es eine Erhebung bezeichnet, denn (das Gehen) von Ägypten in das Land Kanaan wird hinaufsteigen genannt, wodurch eine Erhebung bezeichnet wird: Nr. 3084, 4539, 4969, 5406, 5817, 6007; also auch durch "dahin führen aus Ägypten"; und aus der Bedeutung von Ägypten, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, wie schon früher gesagt wurde. Was Erhebung aus dem Wißtümlichen sei, soll mit wenigem gesagt werden: Die Wiedergeburt des Natürlichen geschieht durch das Einpflanzen des geistigen Lebens vom Herrn vermittelst des inneren Menschen in die wißtümlichen Kenntnisse in jenem; von diesem Einpflanzen wurde in diesem Kapitel gehandelt; aber wenn der Mensch so weit wiedergeboren und so beschaffen ist, daß er noch weiter wiedergeboren werden kann, dann wird er von da aus zum inwendigeren Natürlichen erhoben, das unter der unmittelbaren Aufsicht des Inneren steht. Wenn aber der Mensch nicht so geartet ist, dann ist sein geistiges Leben im äußeren Natürlichen. Die Erhebung geschieht durch ein Hinwegführen vom Sinnlichen und Wißtümlichen, somit durch Erhebung über sie, und alsdann gelangt der Mensch in den Zustand des inneren Denkens und Fühlens, also tiefer in den Himmel. Die, welche sich in diesem Zustand befinden, sind in der inneren Kirche, die aber, die im früheren Zustand, sind in der äußeren Kirche, und diese werden durch Jakob vorgebildet, jene dagegen durch Israel. Damit nun Jakob Israel sei, und so durch ihn als Israel das geistig Gute vorgebildet werde, das im inneren Natürlichen ist, und somit auch die innere geistige Kirche, wurde das Obige gesagt. 6184. "Und mich begraben in ihrem Grabe", 1. Mose 47/30, bedeutet eine solche Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 6181; also bedeutet "begraben werden in ihrem Grabe" oder in demselben Grabe, die Wiedergeburt möge so beschaffen sein. 6185. "Und er sprach: Ich will tun nach deinem Worte", 1. Mose 47/30, bedeutet, daß es so geschehen werde vermöge der Vorsehung aus dem Göttlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "nach jemandes Worten tun", insofern es heißt, es werde so geschehen; "vermöge der Vorsehung aus dem Göttlichen", wird hinzugefügt, weil Abraham, Jischak und Jakob dreierlei vorbildeten, was aber nur eins ausmachte: im höchsten Sinn bildete Abraham das Göttliche Selbst im Herrn vor, Jischak das göttlich Vernünftige und Jakob das göttlich Natürliche: Nr. 3305, 4615, 6098; und im bezüglichen Sinn bei dem Menschen das Innerste, welches das himmlisch Gute ist, das Inwendigere, welches das geistig Gute ist, und das Äußere, welches das Natürliche ist; dies wird bezeichnet durch diese drei in einem Grabe, weil durch Grab die Auferweckung zum Leben und die Wiedergeburt bezeichnet wird: Nr. 2916, 2917, 4621, 5551. 6186. "Er aber sprach: Schwöre mir", 1. Mose 47/31, bedeutet, es sei unwiderruflich. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, insofern es eine unwiderrufliche Bestätigung bezeichnet, worüber Nr. 2842. 6187. "Und er schwur ihm", 1. Mose 47/31, bedeutet, es sei unwiderruflich. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören, insofern es das Unwiderrufliche bezeichnet, wie Nr. 6186. 6188. "Da neigte sich Israel über das Haupt seines Bettes", 1. Mose 47/31, bedeutet, daß er sich hinwendete zu dem, was dem inneren Natürlichen angehört. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich neigen" insofern es hier bezeichnet, sich hinwenden; und aus der Bedeutung des Bettes, insofern es das Natürliche bezeichnet, worüber im Folgenden; somit bedeutet das Haupt des Bettes das, was im Natürlichen das Obere, d.h. das Innere ist, denn durch Haupt wird, wo es im Worte genannt wird, das Innere bezeichnet, und zwar hier im Verhältnis zum Körper, der das Äußere ist. Er wendete sich zu dem, was dem inneren Natürlichen angehört, bedeutet, daß das natürlich Wahre, das Jakob ist, erhoben wurde zum geistig Guten, das Israel ist, gemäß dem, was Nr. 6183 gesagt und erklärt worden. Das Bett bedeutet das Natürliche, weil das Natürliche unterhalb des Vernünftigen ist und ihm gleichsam als Bett dient; denn das Vernünftige ruht gleichsam auf dem Natürlichen, und weil das Natürliche so die Unterlage bildet, deshalb wird es Bett genannt, wie auch bei Amos 3/12: "Wie ein Hirte dem Rachen des Löwen zwei Schenkel oder ein Ohrläppchen entreißt, so sollen die Kinder Israels gerettet werden, die in Samaria wohnen, in dem Winkel eines Bettes, oder am äußersten Ende eines Ruhebettes": im Winkel eines Bettes bedeutet im untersten Natürlichen; und am äußersten Ende eines Ruhebettes bedeutet im Sinnlichen; denn durch das israelitische Volk, dessen Hauptstadt Samaria war, wurde das geistige Reich des Herrn vorgebildet, und von diesem wird das Obige gesagt, wie hier von dem Vater Israel, daß er über dem Haupte des Bettes sei; denn das geistig Gute, das durch den Vater Israel vorgebildet wird, ist das Haupt des Bettes. Wenn man sich aber von diesem zu dem hinwendet, was dem untersten Natürlichen und dem Sinnlichen angehört, dann wird gesagt, man sei im Winkel des Bettes und im äußersten Ende des Ruhebettes. Amos 6/4,6: "Die da liegen auf elfenbeinernen Betten und sich hinstrecken auf ihren Ruhebetten; aber über den Schaden Josephs bekümmern sie sich nicht": elfenbeinerne Betten bedeuten die Wollüste des unteren Natürlichen, die sich bei den Hochmütigen finden; über Josephs Schaden sich nicht bekümmern, bedeutet keine Sorge darüber haben, daß das vom Inneren kommende Gute zerstreut wurde. Ps.132/3: "Ich will nicht eintreten in das Zelt meines Hauses, und nicht steigen in das Ruhebett meines Lagers": Zelt meines Hauses bedeutet das Heilige der Liebe: Nr. 414, 1102, 2145, 2152, 3312, 4391, 4128, 4599; steigen in das Ruhebett des Lagers bedeutet, über das Natürliche zum Wahren, das aus dem Guten der Liebe ist. Daß "eintreten in das Zelt des Hauses und steigen in das Ruhebett des Lagers" etwas Prophetisches sei, was man ohne den inneren Sinn nicht verstehen kann, ist für jeden leicht zu ersehen. x Nr. 6189 - 6215 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 48. Kapitel 1. Und es geschah nach diesen Vorfällen, da verkündete man dem Joseph: Siehe, dein Vater ist krank; da nahm er seine beiden Söhne mit sich, Menasche und Ephraim. 2. Und man zeigte Jakob an und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir; und Israel machte sich stark, und setzte sich auf in seinem Bett. 3. Und Jakob sprach zu Joseph: der Gott Schaddai (d.i. der Allmächtige) erschien mir in Lus, im Lande Kanaan, und segnete mich. 4. Und sprach zu mir: Siehe, Ich will dich fruchtbar machen, und dich vermehren, und Ich will dich zu einer Menge von Völkern machen, und dieses Land will Ich deinem Samen nach dir geben, zum ewigen Besitz. 5. Und nun, deine zwei Söhne, die dir geboren wurden im Lande Ägypten, bevor ich zu dir kam nach Ägypten, sie sind mein, Ephraim und Menasche; wie Ruben und Schimeon sollen sie mein sein. 6. Aber deine Nachkommen, die du nach ihnen erzeugst, sollen dir gehören. Nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteil. 7. Denn als ich aus Paddan kam, starb bei mir Rachel im Lande Kanaan auf dem Wege, da noch eines Feldweges weit war, bis man kommt nach Ephratha, und ich habe sie begraben auf dem Wege Ephrath, das ist Bethlehem. 8. Und Israel sah die Söhne Josephs, und sprach: Wer sind diese? 9. Und Joseph sprach zu seinem Vater: Es sind meine Söhne, die Gott mir hier gegeben hat; und er sprach: Bringe sie doch her zu mir, daß ich sie segne. 10. Denn die Augen Israels waren schwer vor Alter, er konnte nicht sehen; und er ließ sie hinzutreten zu sich, und küßte sie und umarmte sie. 11. Und Israel sprach zu Joseph: Dein Angesicht zu sehen, hatte ich nicht gedacht, und siehe, Gott läßt mich auch deinen Samen sehen. 12. Und Joseph führte sie weg von seinem Schoße, und verbeugte sich auf sein Angesicht bis zur Erde. 13. Und Joseph nahm sie beide, Ephraim in seiner rechten Hand zur Linken Israels, und Menasche in seiner linken Hand zur Rechten Israels, und ließ sie hinantreten zu ihm. 14. Und Israel streckte seine Rechte aus, und legte sie auf das Haupt Ephraims, und derselbe war der jüngere, und seine Linke auf das Haupt Menasches; kreuzweise streckte er seine Hände, weil Menasche der Erstgeborene war. 15. Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor Dem gewandelt haben meine Väter, Abraham und Jischak, der Gott, Der mich weidete, seitdem ich bin bis auf diesen Tag; 16. Der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, segne die Knaben, und es möge genannt werden über ihnen mein Name, und der Name meiner Väter Abraham und Jischak, und sie sollen wachsen zu einer Menge inmitten des Landes. 17. Und Joseph sah, daß sein Vater seine rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte, und es war unrecht in seinen Augen; und er faßte die Hand seines Vaters, um sie zu entfernen von dem Haupte Ephraims auf das Haupt Menasches. 18. Und Joseph sprach zu seinem Vater: Nicht also, mein Vater, denn dieser ist der Erstgeborene, lege deine Rechte auf sein Haupt. 19. Aber sein Vater verweigerte es, und sprach: Ich weiß, mein Sohn, ich weiß es, auch dieser wird zu einem Volke werden, und auch er wird groß werden, aber dennoch wird sein jüngerer Bruder größer werden als er, und sein Same wird eine Fülle von Völkern werden. 20. Und er segnete sie an diesem Tage, und sprach: In dir (Joseph) soll Israel segnen und sprechen: Es mache dich Gott wie Ephraim und Menasche; und er setzte Ephraim vor Menasche. 21. Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe, und Gott wird mit euch sein und euch zurückführen zu dem Lande eurer Väter. 22. Und ich gebe dir einen Teil vor deinen Brüdern, den ich genommen habe aus der Hand der Emoräer mit meinem Schwerte und mit meinem Bogen.   Inhalt 6216. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn von dem Verständnis der Kirche, das aus dem Wahren, und von dem Willensgebiet derselben, das aus dem Guten stammt, gehandelt. Das Verständnis der Kirche wird durch Ephraim, das Willensgebiet durch Menasche bezeichnet. 6217. In der Kirche ist das Glaubenswahre, das dem Verstandesgebiet angehört, anscheinend an erster Stelle, und das Gute der Liebtätigkeit, das dem Willensgebiet angehört, anscheinend an zweiter Stelle; dies wird dadurch bezeichnet, daß Israel seine rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte, und die linke auf das Haupt Menasches.   Innerer Sinn 6218. Vers 1,2: Und es geschah nach diesen Vorfällen, da verkündete man dem Joseph: Siehe, dein Vater ist krank; da nahm er seine beiden Söhne mit sich, Menasche und Ephraim. Und man zeigte Jakob an und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir; und Israel machte sich stark, und setzte sich auf in seinem Bett. "Und es geschah nach diesen Vorfällen" bedeutet was aus dem Früheren folgt; "da verkündete man dem Joseph" bedeutet ein vorzügliches Innewerden; "siehe, dein Vater ist krank" bedeutet das Allmähliche der Wiedergeburt; "da nahm er seine beiden Söhne mit sich, Menasche und Ephraim" bedeutet das Wollen der Kirche und das Verständnis der Kirche, beide vom Inneren geboren; "und man zeigte Jakob an" bedeutet das Wahrnehmen durch das Wahre des Natürlichen; "und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir" bedeutet in betreff der Gegenwart des Inneren; "und Israel machte sich stark" bedeutet die neuen Kräfte durch das geistig Gute; "und setzte sich auf in seinem Bett" bedeutet, daß es dem Natürlichen zugekehrt sei. 6219. "Und es geschah nach diesen Vorfällen", 1. Mose 48/1, bedeutet, was aus dem Früheren folgt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Vorfälle oder Worte, insofern sie Sachen bezeichnen, worüber im früheren gehandelt worden, mithin bezeichnet "nach jenen Vorfällen" das, was aus dem Früheren folgt. 6220. "Da verkündete man dem Joseph", 1. Mose 48/1, bedeutet ein vorzügliches Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von verkünden, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 5687. Daß es ein vorzügliches Innewerden ist, kommt daher, weil im Folgenden von dem Verständnis und vom Wollen der Kirche gehandelt wird, also von dem Wahren und Guten derselben, und zwar durch Einfluß vermittelst des inneren Himmlischen, das Joseph bezeichnet. 6221. "Siehe, dein Vater ist krank", 1. Mose 48/1, bedeutet das Allmähliche der Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es die Wiedererweckung zum Leben und die Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 3326, 3498, 3505, 4618, 4621, 6036. Daher bezeichnet das Kranksein, das vorhergeht, das Fortschreiten zur Wiedergeburt, also das Allmähliche derselben. Daß durch sterben die Wiedergeburt, und durch kranksein das Allmähliche der Wiedergeburt bezeichnet wird, muß notwendig zu ferne liegend erscheinen, als daß man es glauben könnte. Wer jedoch etwas vom Denken und von der Rede der Engel versteht, der wird anerkennen, daß es so sei. Die Engel wissen nämlich nichts vom Tode, auch nichts von Krankheit, und deshalb haben sie keinen Begriff davon; anstatt dessen haben sie, wenn dies von einem Menschen gelesen wird, die Vorstellung der Fortdauer des Lebens und der Wiedererweckung. Dies kommt daher, weil der Mensch, wenn er stirbt, nur das ablegt, was ihm zum Nutzen in der Welt gedient hatte, und dann in das Leben eintritt, in dem er seinem Geist nach gewesen war. Diese Vorstellung kommt den Engeln, wenn (etwas) von sterben und kranksein gelesen wird, ebenso die Vorstellung der Wiedergeburt; denn diese ist eine Wiedererweckung zum Leben. Zuvor war nämlich der Mensch geistig tot, wenn er aber wiedergeboren ist, wird er lebendig, und ein Sohn der Auferstehung. Auch der Mensch selbst, der nach dem Himmel verlangt, denkt, während er im Körper lebt, nicht anders, weder über den Tod und über die vorhergehende Krankheit, als daß jener eine Auferweckung zum Leben sei, denn wenn er an den Himmel denkt, macht er sich los von der Vorstellung des Körpers, besonders wenn er krank ist, und dem Tode näher kommt. Hieraus erhellt, daß die geistige Vorstellung vom Tode des Körpers auf einen neuen Zustand des Lebens geht. Wenn daher von der Auferstehung oder Wiedergeburt im Himmel gehandelt wird, und dies sich hinabsenkt und in Weltliches endigt, kann es in nichts anderes als in solche Vorstellung fallen. So verhält es sich mit dem Worte, indem es in Ansehung des Ganzen und des Einzelnen vom Herrn herabgekommen ist und den Himmel durchschritten hat bis zur Welt. Beim Herabkommen kleidete es sich in die Formen, die dem Fassungsvermögen in den drei Himmeln angemessen sind, und endlich in die Form, die sich für das Fassungsvermögen des Menschen eignet, und dies ist der Buchstabensinn. 6222. "Da nahm er seine beiden Söhne mit sich, Menasche und Ephraim", 1. Mose 48/1, bedeutet das Wollen und das Verständnis der Kirche, beide vom Inneren geboren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, insofern er das Neue des Willens im Natürlichen bezeichnet, und dessen Beschaffenheit, worüber Nr. 5354 gegen das Ende; und aus der vorbildlichlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das neue Verständnis im Natürlichen und dessen Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 5354. Daß sie vom Inneren geboren sind, wird dadurch bezeichnet, daß sie Söhne Josephs sind, durch den das himmlische Innere vorgebildet wird: Nr. 5869, 5877. Was das Verständnis der Kirche und das Wollen der Kirche sei, soll nun gesagt werden: Das Verständnis der Kirche ist das Innewerden aus dem Worte, was das Wahre des Glaubens und was das Gute der Liebtätigkeit sei. Es ist bekannt, daß der Buchstabensinn derart ist, daß der Mensch jede beliebige Lehre (oder Dogma) aus diesem Sinn begründen kann. Die Ursache ist, weil das, was dem Buchstabensinn des Wortes angehört, die allgemeinen Gefäße bildet, welche die Wahrheiten aufnehmen, und weil die Beschaffenheit dieser Gefäße nur dann gleichsam vermittelst eines Durchscheinens erkannt werden kann, wenn sie das Wahre aufgenommen haben, somit enthalten sie nur das Allgemeine, das vom Menschen zuerst daraus geschöpft werden muß, damit er das Besondere und Einzelne auf die rechte Weise aufnehmen kann. Daß der Buchstabensinn des Wortes von der Art ist, daß der Mensch jedes Dogma, welches er immer ergreift, aus diesem Sinn begründen kann, geht deutlich aus den vielen Ketzereien hervor, die in der Kirche bestanden und noch bestehen, und von denen jede von den Sektierern aus dem Buchstabensinn des Wortes begründet wird, und zwar so sehr, daß man völlig glaubt, es sei so; und wenn sie das Wahre selbst aus dem Himmel hörten, würden sie dann doch nichts davon annehmen. Die Ursache ist, weil ihnen das Verständnis der Kirche fehlt. Das Verständnis der Kirche bildet sich, wenn der Mensch das Wort liest, und eines mit dem anderen fleißig vergleicht, und dadurch inne wird, was man glauben und was man tun muß. Das geschieht nur bei denen, die vom Herrn erleuchtet und auch wirklich in der christlichen Welt Erleuchtete genannt werden, und diese Erleuchtung wird nur denen zuteil, die sich sehnen, die Wahrheit zu erkennen, nicht um des Ruhmes und der Ehre, sondern um des Lebens und des Nutzens willen. Diese Erleuchtung selbst wird vom Verstande des Menschen aufgenommen, denn das Verstandesgebiet ist es, das erleuchtet wird. Dies geht deutlich daraus hervor, daß diejenigen, die wenig Verständnis haben, durchaus nicht solches aus dem Worte sehen können, sondern denen Glauben schenken, die sie für Erleuchtete halten. Außerdem muß man wissen, daß die, welche wiedergeboren sind, vom Herrn einen Verstand bekommen, der erleuchtet werden kann. Das Licht des Himmels vom Herrn ist es, das in ihren Verstand einfließt und ihn erleuchtet. Denn nicht anderswoher hat der Verstand sein Licht und seine Sehkraft, und daher sein Innewerden. Aber das Verständnis, das der Kirche angehört, ist ein inwendigeres, als das Verständnis, das sich nur aus den wißtümlichen Kenntnissen bildet, denn es ist ein Innewerden, daß etwas sich so (oder anders) verhalte, nicht weil die Wissenschaft und die Philosophie, sondern weil das Wort in seinem geistigen Sinne so lehrt, so z.B. können diejenigen, die in dem Verständnis der Kirche sind, klar erkennen, daß das Wort im ganzen wie im einzelnen lehrt, die Liebe zum Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten seien die wesentlichen Dinge der Kirche, und daß das Leben des Menschen nach dem Tode bleibe, wie auch, daß sein Leben aus den Trieben seiner Liebe hervorgehe. Ferner, daß der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube kein Glaube sei, und daß der Glaube nichts zum ewigen Leben beitrage, außer insoweit, als ihm das Gute der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten beigefügt wird; daß daher beide verbunden sein müssen, damit ein geistiges Leben entstehe. Daß dies Wahrheiten sind, können diejenigen deutlich erkennen, die einen erleuchteten Verstand haben. Die ihn aber nicht haben, können es durchaus nicht sehen. Man glaubt, diejenigen hätten Einsicht in den kirchlichen Dingen, welche die Dogmen oder Lehrbestimmungen ihrer Kirche sehr zu begründen wissen, und zwar bis zu der Beredung, daß es sich wirklich so verhalte, und auch diejenigen, die viele Ketzereien geschickt zu widerlegen verstehen. Gleichwohl ist dies nicht das Verständnis der Kirche, denn ein Dogma begründen ist nicht Sache des Verständnisses, sondern des Scharfsinnes im Gebiete des Sinnlichen, und diese Gabe besitzen bisweilen die Schlimmsten, und auch diejenigen können es, die durchaus nichts glauben, und auch die, welche sich im Falschen selbst befinden. Diesen und jenen ist nichts leichter, als das zu begründen, was ihnen beliebt, und zwar bis zu dem Grade, daß die Einfältigen überzeugt werden. Das Verständnis der Kirche aber besteht darin, daß man, ehe ein Dogma begründet wird, innerlich wahrnimmt und erkennt, ob es wahr sei oder nicht, und hernach es begründet; das ist das Verständnis, das durch Ephraim vorgebildet wird. Das Gute der Kirche aber, was durch Menasche vorgebildet wird, ist das Gute der Liebtätigkeit, das vom Herrn dem Menschen der Kirche durch die Glaubenswahrheiten eingeflößt wird, denn diese fließen zugleich mit dem Guten der Liebtätigkeit in das Verstandesgebiet ein und erleuchten es, und bewirken, daß Verstand und Wille ein Gemüt bilden. Beide, nämlich das Verstehen und das Wollen, sind vom Inneren geboren, wie man deutlich aus dem ersehen kann, was früher schon öfters gesagt und gezeigt wurde, denn jede Neigung zum Guten und Wahren, durch die Erleuchtung (entsteht), fließt nirgends anderswoher ein, und wird also durch nichts anderes geboren, als durch das Innere, d.h. durch das Innere vom Herrn. 6223. "Und man zeigte Jakob an", 1. Mose 48/2, bedeutet das Wahrnehmen durch das Wahre des Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von anzeigen, insofern es ein Wahrnehmen bezeichnet, worüber Nr. 3608, 5601; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das Wahre des Natürlichen ist, worüber Nr. 3305, 3509, 3525, 3546, 3599, 3775, 4009, 4234, 4520, 4538, 6001. 6224. "Und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir", 1. Mose 48/2, bedeutet die Gegenwart des Inneren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet: Nr. 6177; und aus der Bedeutung von "zu jemanden kommen", insofern es die Gegenwart ausdrückt, worüber Nr. 5934, 5941, 5947, 6063, 6089. Joseph bezeichnet das Innere, und anderwärts das himmlische Innere; dies liegt in der Anwendung auf das, was unterhalb im Natürlichen ist. Wenn es angewendet wird auf das Untere des Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird, dann heißt es das Innere, ebenso wenn es auf Pharao angewendet wird. Wenn es aber auf das Innere des Natürlichen angewendet wird, das durch Israel vorgebildet wird, und auch durch seine zehn Söhne, dann heißt es das himmlische Innere und das innere Gute, und zwar wegen des Einflusses. 6225. "Und Israel machte sich stark", 1. Mose 48/2, bedeutet die neuen Kräfte durch das geistig Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich stark machen, insofern es ist neue Kräfte empfangen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 4286, 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; durch das geistig Gute darum, weil Jakob in dem eben Vorhergehenden Jakob genannt wird, und hier Israel, denn es heißt: "Man sagte Jakob an, und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir, und Israel machte sich stark": denn Israel ist das geistig Gute aus dem Natürlichen, Jakob aber das Wahre des Natürlichen, und dieses, welches Angehör des Glaubens daselbst ist, wird bestärkt durch das geistig Gute, welches das Gute der Liebtätigkeit ist. Auch bezeichnet Israel das Innere der Kirche und Jakob das Äußere derselben: Nr. 4286, 4292, 4570. Das Äußere der Kirche wird nicht anderswoher befestigt und empfängt nicht anderswoher seine Kräfte, als von dem Inneren derselben. Im Inneren der Kirche sind die, welche im Guten der Liebtätigkeit sind, welches das Gute des Glaubens ist, wie auch das Gute des Wahren, und das geistig Gute, und diese sind Israel. Im Äußeren aber sind die, welche im Wahren des Glaubens stehen und noch nicht entschieden im Guten sind, aber deren Gutes dennoch im Wahren ist, und dies ist Jakob. 6226. "Und setzte sich auf in seinem Bett", 1. Mose 48/2, bedeutet, daß es dem Natürlichen zugekehrt sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bettes, insofern es das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 6188. Israel setzte sich auf in seinem Bett, bedeutet, das geistig Gute sei dem Natürlichen zugewendet, weil durch "Israel neigte sich über das Haupt seines Bettes", 1. Mose 47/31, bezeichnet wird, das geistig Gute kehre sich zu dem, was Angehör des inneren Natürlichen ist, man sehe Nr. 6188. Dadurch, daß er sich von da entfernte, und sich aufsetzte in seinem Bett, wird daher bedeutet, er habe sich dem Natürlichen zugewendet. Was es heiße, sich dem inneren Natürlichen und dem äußeren zuwenden, kann nicht begreiflich gemacht werden, weil die wenigsten wissen, daß es ein inneres und ein äußeres Natürliches gibt, und daß das Denken bald in dem einen, bald in dem anderen stattfindet; und die dies nicht wissen, denken auch nicht darüber nach, und haben somit nicht durch Erfahrung sich Kenntnisse über diese Sache verschaffen können. Und doch ist dies das Allgemeine bei einem jeden, jedoch mit Unterschied, denn bald wird das Denken zu Höherem emporgehoben, und bald sinkt es zu dem Unteren hinab, somit blickt das Denken des Menschen bald aufwärts, bald abwärts. Übrigens kann jeder wissen, daß das Neigen Israels über das Haupt des Bettes, und daß er hernach sich aufsetzte in seinem Bett, zu geringfügige Dinge sind, als daß sie in dem hochheiligen Worte erwähnt werden könnten, wenn sie nicht ein Geheimnis in sich schlössen. Das Geheimnis kann aber nur durch den inneren Sinn enthüllt werden, folglich nur durch die Kenntnis der Bedeutung der einzelnen Worte im geistigen Sinn, d.h. in dem Sinn, in dem die Engel sind; denn die Engel denken nicht wie der Mensch aus den Gegenständen der Welt, des Körpers und der Erde, sondern aus den Gegenständen des Himmels. Wie groß der Unterschied hierbei sei, erhellt vorzüglich aus den Entsprechungen, von denen am Ende mehrerer Kapitel (gehandelt wird). 6227. Vers 3-7: Und Jakob sprach zu Joseph: der Gott Schaddai (d.i. der Allmächtige) erschien mir in Lus, im Lande Kanaan, und segnete mich. Und sprach zu mir: Siehe, Ich will dich fruchtbar machen, und dich vermehren, und Ich will dich zu einer Menge von Völkern machen, und dieses Land will Ich deinem Samen nach dir geben, zum ewigen Besitz. Und nun, deine zwei Söhne, die dir geboren wurden im Lande Ägypten, bevor ich zu dir kam nach Ägypten, sie sind mein, Ephraim und Menasche; wie Ruben und Schimeon sollen sie mein sein. Aber deine Nachkommen, die du nach ihnen erzeugst, sollen dir gehören. Nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteil. Denn als ich aus Paddan kam, starb bei mir Rachel im Lande Kanaan auf dem Wege, da noch eines Feldweges weit war, bis man kommt nach Ephratha, und ich habe sie begraben auf dem Wege Ephrath, das ist Bethlehem. "Und Jakob sprach zu Joseph" bedeutet die Gemeinschaft des natürlich Wahren mit dem Inneren; "der Gott Schaddai erschien mir in Lus, im Lande Kanaan" bedeutet das Göttliche, wie es im Natürlichen erscheint im früheren Zustand; "und segnete mich" bedeutet die Vorhersage in betreff der Belebung; "und sprach zu mir: Siehe, Ich will dich fruchtbar machen, und dich vermehren" bedeutet die Belebung durch das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens; "und Ich will dich zu einer Menge von Völkern machen" bedeutet die Zunahme ins Unendliche; "und dieses Land will Ich deinem Samen nach dir geben, zum ewigen Besitz" bedeutet das Reich des Herrn werde denen zuteil, die in diesem Guten und in diesem Wahren sind; "und nun, deine zwei Söhne, die dir geboren wurden im Lande Ägypten" bedeutet das Gute und Wahre im Natürlichen vom Inneren her; "bevor ich zu dir kam nach Ägypten" bedeutet, bevor das natürlich Wahre daselbst in den wißtümlichen Kenntnissen war; "sie sind mein" bedeutet in mir; "Ephraim und Menasche" bedeutet das Verständnis und das Wollen der Kirche; "wie Ruben und Schimeon sollen sie mein sein" bedeutet, daß sie das Wahre und das Gute des Wahren sein werden; "aber deine Nachkommen, die du nach ihnen erzeugst" bedeutetet das inwendigere Wahre und Gute, das später (hervortrete); "sollen dir gehören" bedeutet, (sie werden) im Vernünftigen sein vom Inneren her; "nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteil" bedeutet, daß sie gemäß der Beschaffenheit der Wahrheiten und des Guten der Kirche sein werden, und einig unter sich; "denn als ich aus Paddan kam" bedeutet aus dem Zustand der Erkenntnisse; "starb bei mir Rachel im Lande Kanaan" bedeutet das Ende der früheren Neigung zum inwendig Wahren; "auf dem Wege, da noch eines Feldweges weit war" bedeutet das Dazwischenliegende; "bis man kommt nach Ephratha" bedeutet das Geistige des Himmlischen im früheren Zustand; "und ich habe sie begraben auf dem Wege Ephrath" bedeutet die Verwerfung dieses Zustandes; "das ist Bethlehem" bedeutet, an dessen Statt sei der Zustand einer neuen Neigung zum Wahren und Guten (eingetreten). 6228. "Und Jakob sprach zu Joseph", 1. Mose 48/3, bedeutet die Gemeinschaft des natürlich Wahren mit dem Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 6220, und auch eine Gemeinschaft, worüber Nr. 3060, 4131, denn was ein anderer inne wird, das wird gemeinschaftlich; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er das natürlich Wahre ist, worüber Nr. 6223; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6224. 6229. "Der Gott Schaddai erschien mir in Lus im Lande Kanaan", 1. Mose 48/3, bedeutet das Göttliche, wie es im Natürlichen erscheint im frheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gottes Schaddai, insofern er das Göttliche ist, denn Schaddai wird der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs genannt: Nr. 3667, 5628; Dieser war Jehovah selbst oder der Herr, also das Göttliche, wie erhellt aus 1. Mose 28/13,19; aus der Bedeutung von "Er erschien mir", insofern es ausdrückt, daß Er Sich ihm zeigte; aus der Bedeutung von Lus, insofern es das Natürliche im früheren Zustand ist, worüber Nr. 4556; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber im vorigen. Hieraus ist offenbar, daß durch "der Gott Schaddai erschien mir in Lus im Lande Kanaan", das Göttliche bezeichnet wird, wie es im Natürlichen erscheint, sobald das Wahre der geistigen Kirche (aufgenommen wird). 6230. "Und segnete mich", 1. Mose 48/3, bedeutet die Vorhersage in betreff der Belebung. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es eine Vorhersage hinsichtlich der Belebung ist; denn dieser Segen bestand darin, daß Er ihn fruchtbar machen und vermehren und zu einer Menge von Völkern machen, und das Land seinem Samen nach ihm zum ewigen Besitz geben wollte, was alles zur Vorhersage in betreff der Belebung gehört. Nicht als ob die Nachkommen Jakobs belebt, (d.h. lebendig gemacht) werden sollten, sondern diejenigen, die im Wahren des Glaubens und im Guten der Liebe stehen, denn diese sind Jakob und Israel im inneren Sinn. 6231. "Und sprach zu mir: Siehe, Ich will dich fruchtbar machen und dich vermehren", 1. Mose 48/4, bedeutet die Belebung durch das Gute der Liebtätigkeit und das Wahre des Glaubens. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fruchtbarwerdens, insofern es vom Guten der Liebtätigkeit gesagt wird, und vermehrt werden von den Wahrheiten des Glaubens, worüber Nr. 43, 55, 913, 983, 2846, 2847. Weil diese Dinge es sind, die den Menschen beleben, so wird gesagt, die Belebung geschehe durch sie. 6232. "Und Ich will dich zu einer Menge von Völkern machen", 1. Mose 48/4, bedeutet die Zunahme ins Unendliche. Dies erhellt aus der Bedeutung von einer Menge von Völkern, insofern dadurch die Wahrheiten aus dem Guten ins Unendliche bezeichnet werden, denn Völker bedeuten Wahrheiten: Nr. 1259, 1260, 3295, und Menge ist soviel als Fülle. Daher bedeutet "zu einer Menge von Völkern machen" bewirken, daß die Wahrheiten an Menge zunehmen; ins Unendliche, weil alles, was in der geistigen Welt ist, und aus dem Unendlichen hervorgeht, wie das Wahre und das Gute, ins Unendliche vermehrt werden und zunehmen kann. Unendlich wird gesagt, weil es durch keine Zahl bestimmt und gefaßt werden kann, aber dennoch ist (dies) Unendliche endlich in bezug auf den Unendlichen, mithin so begrenzt, daß kein Verhältnis zu demselben besteht. Die Wahrheiten und das Gute können ins Unendliche zunehmen, weil sie vom Herrn, Welcher der Unendliche ist, hervorgehen. Daß die Wahrheiten und das Gute so beschaffen sind, kann daraus ersehen werden, daß der ganze Himmel im Wahren und Guten ist, und doch keiner in den völlig gleichen. Dies würde auch der Fall sein, wenn der Himmel auch tausend- und abertausendmal größer wäre; ebenso aus dem Umstande, daß die Engel in Ewigkeit vervollkommnet werden können, d.h. beständig im Guten und Wahren wachsen, und doch niemals zu der Stufe einer absoluten Vollkommenheit kommen können, denn immer bleibt noch Unendliches übrig, denn die Wahrheiten sind der Zahl nach unendlich, und jede Wahrheit hat Unendliches in sich, und so fort. Dies kann noch besser aus den Gegenständen in der Natur ersehen werden: würden sich die Menschen auch ins Unendliche vermehren, so würde doch keiner das gleiche Angesicht haben wie der andere, und auch nicht die gleiche innere Gestalt, d.h. dieselbe Gesinnung wie der andere, und nicht einmal den gleichen Ton der Rede. Hieraus erhellt, daß in allem eine unendliche Verschiedenheit ist, und daß durchaus keiner ganz derselbe ist, wie der andere. Diese Verschiedenheit ist noch unbegrenzter in den Wahrheiten und in dem Guten der geistigen Welt, weil ein einziger Gegenstand in der natürlichen Welt tausenden und abertausenden in der geistigen Welt entspricht. Deswegen sind jene, je inwendiger, desto unbegrenzter. Bei allem in der geistigen Welt und auch (bei allem) in der natürlichen Welt ist eine solche Unbegrenztheit, weil es vom Unendlichen herkommt, wie oben gesagt worden; denn wenn es nicht von daher stammte, könnte es durchaus nicht unbegrenzt sein. Deswegen geht auch aus der Unbegrenztheit der Dinge in beiden Welten deutlich hervor, daß das Göttliche (zugleich) das Unendliche ist. 6233. "Und dieses Land will Ich deinem Samen nach dir geben zum ewigen Besitz", 1. Mose 48/4, bedeutet, das Reich des Herrn werde denen zuteil, die in diesem Guten und Wahren sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, hier des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn bezeichnet, worüber Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4240, 4447; aus der Bedeutung des Samens,insofern er das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3038, 3310, und daß der Same Abrahams, Jischaks und Jakobs diejenigen sind, die im Guten und Wahren sind und Söhne des Reiches genannt werden: Nr. 3373. Ferner aus der Bedeutung des ewigen Besitzes, insofern er bezeichnet, das Leben des Herrn haben. Solche sind die Söhne des Reiches. 6234. "Und nun, deine zwei Söhne, die dir geboren wurden im Lande Ägypten", 1. Mose 48/5, bedeutet, das Gute und Wahre des Natürlichen stamme vom Inneren her. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches und Ephraims, die hier die zwei Söhne sind, insofern sie den Willen und den Verstand der Kirche im Natürlichen bezeichnen, die vom Inneren geboren sind, worüber Nr. 6222; und weil das Gute Sache des Willens und das Wahre Sache des Verstandes ist, so wird durch dieselben das Gute und Wahre der Kirche bezeichnet; aus der Bedeutung von "dir geboren", nämlich dem Joseph, insofern sie vom Inneren stammen, und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wo die wißtümlichen Erkenntnisse der Kirche sind, worüber Nr. 5276, 5280, 5288, 5301; und daß es das Natürliche ist, sehe man Nr. 6147. 6235. "Bevor ich zu dir kam nach Ägypten", 1. Mose 48/5, bedeutet, bevor das natürlich Wahre in den wißtümlichen Kenntnissen war. Dies erhellt aus der Bedeutung von "bevor ich zu dir kam", insofern es heißt, bevor jenes eintrat; aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dies von sich sagt, insofern er das Wahre des Natürlichen ist, worüber Nr. 6223; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 6004. Daß durch das Kommen Jakobs und seiner Söhne nach Ägypten das Einpflanzen der Wahrheiten in das Wißtümliche der Kirche vorgebildet wurde, ist in den beiden vorhergehenden Kapiteln gezeigt worden; man sehe Nr. 6004. 6236. "Sie sind mein", 1. Mose 48/5, bedeutet in mir. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der dieses von sich sagt, insofern er das Wahre des Natürlichen ist, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches und Ephraims, von denen er es sagt, insofern sie das Willensgebiet und das Verstandesgebiet der Kirche im Natürlichen sind, worüber Nr. 5354, 6222; daß "sie sind mein" soviel ist als, in mir, kommt daher, weil Jakob das natürlich Wahre ist, also auch das Natürliche in Ansehung des Wahren, und im Natürlichen das Verstandes- und Willensgebiet ist, das durch Ephraim und Menasche vorgebildet wird; weil sie also in diesem Natürlichen sind, deshalb wir durch "sie sind mein" bezeichnet, in mir. Daß Jakob das Natürliche ist und im höchsten Sinn das göttlich Natürliche des Herrn, sehe man Nr. 3305, 3509, 3525, 3576, 4009, 4538, 4570, 6098; und im bezüglichen Sinn das Wahre im Natürlichen, somit auch das Natürliche in bezug auf das Wahre: Nr. 3509, 3525, 3546; und weil Jakob im allgemeinen das Wahre im Natürlichen ist, daher sind seine zehn Söhne die Wahrheiten der Kirche darin im besonderen: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512, somit jetzt auch die Söhne Josephs. Auch durch Pharao wird das Natürliche vorgebildet, jedoch nicht in bezug auf die Wahrheiten, sondern in bezug auf die wißtümlichen Kenntnisse, die unter jenen stehen und in welche die Wahrheiten eingeführt und eingepflanzt werden können, was vorgebildet wird durch das Kommen Jakobs und seiner Söhne nach Ägypten. 6237. "Ephraim und Menasche", 1. Mose 48/5, bedeutet das Verstandesgebiet und das Willensgebiet der Kirche, man sehe Nr. 5354, 6222. 6238. "Wie Ruben und Schimeon sollen sie mein sein", 1. Mose 48/5, bedeutet, daß sie das Wahre und das Gute des Wahren sein werden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, insofern er der Glaube im Verständnis bezeichnet und das Wahre der Lehre, durch das man zum Guten des Lebens gelangen kann, worüber Nr. 3861, 3866; somit im allgemeinen das Wahre in Ansehung des Verstandes; und aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben im Willen bezeichnet, und daher das Wahre der Tat, welches das Gute des Glaubens oder das Gute des Wahren ist, worüber Nr. 3869-3872, 4497, 4502, 4503, 5626, 5630; somit im allgemeinen das Gute, das dem neuen Willen angehört. Daß das gleiche durch Ephraim und Menasche vorgebildet wird, ist bekannt; weil aber Ruben sein Vorbildliches entweihte: Nr. 4601, und auch Schimeon das seinige verunreinigte: Nr. 4497, 4502, 4503, und sie deswegen verflucht wurden: 1. Mose 49/3-7, deshalb verloren sie ihr Erstgeburtsrecht, und an ihrer Statt wurden als Erstgeborene die Söhne Josephs, Ephraim und Menasche anerkannt: 1.Chron.5/1. Dennoch aber verblieb auch bei Ruben und Schimeon das Vorbildliche, denn es ist gleichgültig, wie die Person ist, die vorbildet: Nr. 665, 1097, 4281 E. Es verblieb nämlich das Vorbildliche des Verstandesglaubens bei Ruben und das Vorbildliche des Glaubens im Willen bei Schimeon; bei Ephraim aber war das Vorbildliche des Verstandesgebietes der Kirche, und bei Menasche das Vorbildliche des Willensgebietes der Kirche. 6239. "Und deine Nachkommen, die du nach ihnen erzeugst", 1. Mose 48/6, bedeutet das inwendigere Wahre und Gute, das später (hervortritt). Dies erhellt aus der Bedeutung der Nachkommen, insofern sie dasjenige bezeichnen, was Angehör des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 613, 2020, 2584, also die Wahrheiten und das Gute; und aus der Bedeutung von "nach ihnen", insofern es das Inwendigere ist, das später (hervortritt). Daß es das Inwendigere bedeutet, kommt daher, weil dasjenige, was später vom Inneren erzeugt wird, noch innerlicher ist; denn nach und nach dient dasjenige, was früher erzeugt wurde, als Mittel, um das herbeizuführen, was später erzeugt wird, und zwar immer inwendiger; denn das Innere erhebt das Natürliche stufenweise zu sich. Dies erhellt aus der Erzeugung alles dessen, was Sache des Verstandes im Menschen ist, denn zuerst ist der Mensch ein sinnlicher, nachher wird er mehr und mehr innerlich, bis er zuletzt ein verständiger wird. Ebenso verhält es sich mit der neuen Geburt, die durch Glauben und Liebtätigkeit zustande kommt. Daher kommt es, daß der Mensch stufenweise vervollkommnet wird. Man sehe, was von der allmählichen Erhebung gegen das Innere, wenn der Mensch wiedergeboren wird, Nr. 6183 gesagt worden. Daß Erzeugung (oder Nachkommenschaft) im Worte die Dinge des Glaubens und der Liebtätigkeit bedeutet, rührt daher, weil keine andere Nachkommenschaft als eine geistige im inneren Sinn verstanden werden kann; und diese Nachkommenschaft wird auch bei David verstanden: Ps.14/5: "Sie werden sich fürchten mit Schrecken, aber Gott ist bei dem Geschlechte des Gerechten": Geschlecht des Gerechten bedeutet die Wahrheiten aus dem Guten, denn Gerechtigkeit wird vom Guten gesagt. Jes.65/23: "Nicht vergeblich sollen sie arbeiten und nicht gebären mit Schrecken; denn sie sind der Same der Gesegneten Jehovahs". Jes.41/4: "Wer hat es getan und gemacht, wer rief die Geschlechter von Anfang her? Ich, Jehovah, (bin) der Erste, und mit den Letzten bin Ich derselbe". Hes.16/3,4: "Deine Handelsunternehmungen und deine Geburten (sind) aus dem Lande Kanaan, dein Vater ein Amoriter und deine Mutter eine Chittäerin (Hethiterin); was deine Geburt (generationes tuas) anbelangt, so wurde an dem Tage, da du geboren wurdest, der Nabel nicht abgeschnitten, und du wurdest nicht in Wasser gebadet für Meinen Anblick": hier von den Greueln Jerusalems, wo es deutlich hervortritt, daß unter Geburten die Geburten im geistigen Sinn zu verstehen sind. Jes.51/9: "Erwache wie in den Tagen der Vorzeit (oder der Ewigkeit), wie die Geschlechter von Alters her": Tag der Vorzeit (steht) für den Zustand und die Zeit der Ältesten Kirche; Ewigkeit wird von ihr gesagt, weil sie im Guten der Liebe im Herrn war, von welchem Guten, weil es unmittelbar vom Herrn ist, gesagt wird, daß es ewig sei; die Geschlechter der Ewigkeiten oder von Alters her) für das Gute daraus. 5. Mose 32/7: "Gedenke der Tage der Ewigkeit (oder der Vorwelt), verstehet die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht": Tage der Ewigkeit für den Zustand und die Zeit der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut und eine himmlische Kirche war; Jahre von Geschlecht zu Geschlecht für den Zustand und die Zeit der Alten Kirche, die nach der Sündflut und eine geistige Kirche war. Von diesen Kirchen wird hier bei Mose gehandelt. Joel 4/20 (oder 3/25): "Jehudah wird bleiben in Ewigkeit, und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht": Ewigkeit wird von Jehudah gesagt, weil durch Jehudah die himmlische Kirche vorgebildet wird: Nr. 3881; und von Geschlecht zu Geschlecht wird von Jerusalem gesagt, weil durch Jerusalem die geistige Kirche bezeichnet wird: Nr. 402. Jes.51/8: "Meine Gerechtigkeit wird sein in Ewigkeit, und mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht": wo Ewigkeit gesagt wird vom Guten der Liebe, denn dieses wird Gerechtigkeit genannt: Nr. 612, 2235; Geschlecht aber wird vom Guten des Glaubens gesagt. Ps.145/13: "Dein Reich ist ein Reich aller Ewigkeiten, und Deine Herrschaft besteht von Geschlecht zu Geschlecht": ebenso zu verstehen, denn wenn nicht Ewigkeit vom Himmlischen gesagt würde, und Geschlecht vom Geistigen, so würde nur eines gesagt werden; beides wäre eine unnötige Wiederholung. Das, was dem Zustande des Glaubens angehört, wird auch dadurch bezeichnet, daß "Kein Bastart kommen durfte in die Versammlung Jehovahs bis zum zehnten Geschlecht": 5. Mose 23/3; daß "die Ammoniter und Moabiter nicht einmal bis zum zehnten Geschlecht": 5. Mose 23/4; und daß "die Edomiter und Ägypter kommen sollten in die Versammlung Jehovahs bis zum dritten Geschlecht": 5. Mose 23/8. Desgleichen (heißt es in) den Zehn Geboten, daß "Jehovah Gott heimsuchen wolle die Ungerechtigkeit der Väter an den Söhnen bis ins dritte und vierte Geschlecht, soweit sie in haßten": 2. Mose 20/5. Die Geschlechter bezeichnen das, was Angehör des Glaubens und der Liebtätigkeit ist, weil im geistigen Sinn keine anderen Geschlechter verstanden werden können als die der Wiedergeburt oder die Wiedergeborenen; ebenso wie auch Geburten, Gebären und Empfängnisse im Worte, die sich auf den Glauben und die Liebtätigkeit beziehen; man sehe Nr. 1145, 1255, 3860, 3868, 4668, 5160, 5598. 6240. "Sie sollen dir gehören", 1. Mose 48/6, bedeutet, sie werden im Vernünftigen sein vom Inneren her. Dies geht daraus hervor, weil das himmlische Innere, das durch Joseph vorgebildet wird, im Vernünftigen ist: Nr. 4286, 4963; deshalb wird durch "sie sollen dir gehören" bezeichnet, im Vernünftigen, wie vorhin durch "sie sind mein", im Natürlichen, in dem das natürlich Wahre ist, das durch Jakob vorgebildet wird: Nr. 6236. Was das Vernünftige sei, soll mit wenigem gesagt werden: Das Verstandesgebiet des inneren Menschen heißt das Vernünftige, aber das Verstandesgebiet des äußeren Menschen heißt das Natürliche. Somit ist das Vernünftige das Innere und das Natürliche das Äußere; auch sind sie unter sich durchaus unterschieden. Ein wahrhaft vernünftiger Mensch aber ist nur der, welcher ein himmlischer Mensch genannt wird, und der ein Innewerden des Guten hat und aus dem Guten ein Innewerden des Wahren. Wer aber dieses Innewerden nicht hat, sondern nur die Kenntnis, daß es wahr ist, weil er so belehrt worden, und daraus das Gewissen, ist kein wahrhaft vernünftiger Mensch, sondern ein innerlicher natürlicher Mensch. Die der geistigen Kirche des Herrn angehören, sind solcherart; sie unterscheiden sich voneinander wie das Mondlicht vom Sonnenlicht, deswegen erscheint auch der Herr den Geistigen als Mond, den Himmlischen aber als Sonne: Nr. 1521, 1529-1531, 4060, 4696. Viele in der Welt meinen, ein vernünftiger Mensch sei der, welcher über vieles in scharfsinniger Weise Erörterungen anstellen und seine Gründe so verbinden kann, daß der Schluß, den er zieht, als Wahres erscheint. Aber dies vermögen auch die Schlimmsten, die sehr geschickt Vernunftgründe anführen und dartun können, dies aber aus verkehrter Einbildung und nicht aus dem Vernünftigen hervorgeht, kann jeder einsehen, der nachdenkt. Das (wahre) Vernünftige (Rationale) besteht darin, innerlich zu sehen und inne zu werden, daß das Gute gut ist, und dadurch, daß das Wahre wahr ist, denn das Sehen und Innewerden solcher stammt aus dem Himmel. Diejenigen aber, die der geistigen Kirche des Herrn angehören, sind innerlich Natürliche, weil sie nur als wahr anerkennen, was sie von den Eltern und Lehrern gelernt und nachher selbst bei sich begründet haben, aber nicht inwendig sehen und innewerden, ob es aus einem anderen Grunde wahr sei als aus dem, wodurch sie es bei sich begründet haben. Anders (ist es bei) den Himmlischen. Daher kommt es, daß diese die Vernünftigen sind, jene hingegen die innerlich Natürlichen. Das innere Himmlische, das durch Joseph vorgebildet wird, ist im Vernünftigen; hingegen das geistig Gute, das durch Israel vorgebildet wird, ist im inwendigeren Natürlichen: Nr. 4286; denn die Geistigen sind es, die durch Israel und die Himmlischen, die durch Joseph vorgebildet werden. 6241. "Nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteil", 1. Mose 48/6, bedeutet, daß sie gemäß der Beschaffenheit der Wahrheiten und des Guten der Kirche sein werden und einig unter sich. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Nennens mit dem Namen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims und Menasches, die hier die Brüder sind, insofern sie das Verstandes- und das Willensgebiet der Kirche sind: Nr. 3969, 5354, 6222, also das Wahre und Gute: Nr. 6234; und aus der Bedeutung von "in ihrem Erbteil", insofern es die Einheit unter ihnen bezeichnet. 6242. "Denn als ich aus Paddan kam", 1. Mose 48/7, bedeutet, aus dem Zustand der Erkenntnisse. Dies erhellt aus der Bedeutung von Paddan Aram, insofern es die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 3664, 3680, 4107; mithin bedeutet Paddan den Zustand der Erkenntnisse. 6243. "Starb bei mir Rachel im Lande Kanaan", 1. Mose 48/7, bedeutet das Ende der früheren Neigung zum inwendigen Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es ist aufhören, so zu sein, worüber Nr. 494, und das Ende der früheren Vorbildung bezeichnet: Nr. 3253, 3259, 3276, 5975; und aus der vorbildlichen Bedeutung Rachels, insofern sie die Neigung zum inwendigeren Wahren ist, worüber Nr. 3758, 3782, 3793, 3819. 6244. "Auf dem Wege, da noch eines Feldweges weit war", 1. Mose 48/7, bedeutet das Dazwischenliegende; dies kann ohne Erklärung erhellen. 6245. "Bis man kommt nach Ephrata", 1. Mose 48/7, bedeutet das Geistige des Himmlischen im früheren Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von Ephrata, insofern es das geistig Himmlische im früheren Zustand bezeichnet, worüber Nr. 4585, 4594. 6246. "Und ich habe sie begraben auf dem Wege Ephrath", 1. Mose 48/7, bedeutet die Verwerfung dieses Zustandes. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben, insofern es die Verwerfung bezeichnet, worüber Nr. 4564; und aus der Bedeutung von Ephrath, insofern es das geistig Himmlische im früheren Zustand ist: Nr. 6245. 6247. "Das ist Bethlehem", 1. Mose 48/7, bedeutet, an dessen Statt sei der Zustand einer neuen Neigung zum Wahren und Guten eingetreten. Dies erhellt aus der Bedeutung von Bethlehem, insofern es das geistig Himmlische im neuen Zustand ist, worüber Nr. 4594; somit der Zustand einer neuen Neigung zum Wahren und Guten, denn das geistig Himmlische ist das Wahre des Guten, also die Neigung zum Wahren aus dem Guten. Wie es sich mit dem, was in diesem Verse im inneren Sinn enthalten ist, verhält, soll nun gesagt werden: Es wird von der Verwerfung der früheren Neigung zum Wahren und von der Annahme einer neuen gehandelt. Die frühere Neigung zum Wahren ist vorhanden, wenn der Mensch wiedergeboren wird, aber die spätere, welche die neue (heißt), ist da, wenn er wiedergeboren ist. Im ersteren Zustande wird der Mensch vom Wahren angeregt zu dem Zwecke, damit er verständig werde, im späteren Zustand aber, damit er weise werde, oder was das gleiche, im ersteren Zustand wird er vom Wahren um der Lehre willen angeregt, im späteren aber um des Lebens willen. Wenn um der Lehre willen, dann sieht er aus dem Wahren auf das Gute, wenn aber um des Lebens willen, dann sieht er aus dem Guten auf des Wahre, mithin ist der spätere Zustand das Umgekehrte vom ersteren. Deswegen wird der erstere Zustand verworfen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, und der spätere, welcher der neue ist, wird angenommen. Auch ist der erstere Zustand im Vergleich mit dem späteren neuen unrein, denn wenn der Mensch vom Wahren angeregt wird um der Lehre willen, damit er verständig werde, wird er auch zugleich von Ruf und Ehre angeregt. Diese Neigung muß dann notwendig vorhanden sein und wird auch zugelassen, damit sie (in das Wahre) einführe, weil der Mensch so beschaffen ist. Wenn er aber vom Wahren um des Lebens willen angeregt wird, dann verwirft er Ehre und Ruf als Zwecke und ergreift das Gute des Lebens, das ist die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. 6248. Vers 8,9: Und Israel sah die Söhne Josephs, und sprach: Wer sind diese? Und Joseph sprach zu seinem Vater: Es sind meine Söhne, die Gott mir hier gegeben hat; und er sprach: Bringe sie doch her zu mir, daß ich sie segne. "Und Israel sah die Söhne Josephs" bedeutet eine Wahrnehmung in betreff des Verstandes- und Willensgebietes der Kirche; "und sprach: Wer sind diese?" bedeutet, und in betreff ihres Ursprungs; "und Joseph sprach zu seinem Vater" bedeutet die Antwort vom Inwendigeren her; "es sind meine Söhne, die Gott mir hier gegeben hat" bedeutet, daß sie vom Inneren her im Natürlichen seien; "und er sprach: Bringe sie doch her zu mir" bedeutet, sie möchten hinzutreten zum geistig Guten; "daß ich sie segne" bedeutet die Vorhersage vom Guten und Wahren. 6249. "Und Israel sah die Söhne Josephs", 1. Mose 48/8, bedeutet eine Wahrnehmung in betreff des Verstandes- und Willensgebietes der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es ein Wahrnehmen bezeichnet, worüber Nr. 2150, 3764, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims und Menasches, insofern sie das Verstandes- und Willensvermögen der Kirche sind, geboren vom Inneren her, das Joseph, worüber Nr. 5354, 6222. 6250. "Und sprach: Wer sind diese?", 1. Mose 48/8, bedeutet, und in betreff ihres Ursprungs, nämlich ein Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, wovon Nr. 6220; und aus der Bedeutung von "Wer sind diese?", insofern es den Ursprung betrifft: denn eine Frage zeigt im inneren Sinn die Kenntnis aus dem Innewerden an; man sehe Nr. 2693, 6132. 6251. "Und Joseph sprach zu seinem Vater", 1. Mose 48/9, bedeutet die Antwort vom Inwendigeren her. Dies kann ohne Erklärung einleuchten, wenn unter Joseph das Innere verstanden wird: Nr. 6177; denn wenn der Mensch etwas inne wird, dann gibt er, wenn er bei sich über eine Sache nachforscht, sich auch eine Antwort vom Inwendigeren her. Es ist auch beobachtet worden, daß die Geister, wenn sie bei mir etwas erforschten, durch das bloße Hineinblicken in meine Gedanken, meine Antwort erhielten. 6252. "Es sind meine Söhne, die Gott mir hier gegeben hat", 1. Mose 48/9, bedeutet, sie seien vom Inneren her im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, dessen Söhne es waren, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6177, 6224; und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, das unter "hier" zu verstehen ist, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; somit auch das Natürliche. 6253. "Und er sprach: Bringe sie doch her zu mir", 1. Mose 48/9, bedeutet, sie möchten hinzutreten zum geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu sich hintreten lassen", insofern es soviel ist als, sie möchten hinzutreten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, zu dem sie hinzutreten sollten, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. 6254. "Daß ich sie segne", 1. Mose 48/9, bedeutet die Vorhersage vom Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es ein Vorhersagen bezeichnet, wie Nr. 6230; hier vom Guten und Wahren, das durch Menasche und Ephraim vorgebildet wird. Segnen, weil es ein sehr allgemeiner Ausdruck ist, bedeutet Verschiedenes; daß es auch Vorhersage bezeichnet, sowohl von Gutem, das eintreffen soll, als auch von Bösem, ist deutlich aus dem folgenden Kapitel, wo Israel seinen Söhnen vorhersagt, was ihnen begegnen soll, einigen nämlich Böses, wie dem Ruben, Schimeon und Levi, und einigen Gutes, wie dem Jehudah und Joseph. Diese Ankündigung heißt ein Segen in 1. Mose 49/28: "Das ist es, was zu ihnen geredet ihr Vater, da er sie segnete; einen jeden mit seinem besonderen Segen segnete er sie"; daß der Segen eine Vorhersage bezeichnet, erhellt aus den Worten in 1. Mose 49/1: "Jakob berief seine Söhne, und sprach: Versammelt euch, daß ich euch kund tue, was euch begegnen wird in den zukünftigen Tagen". 6255. Vers 10-14: Denn die Augen Israels waren schwer vor Alter, er konnte nicht sehen; und er ließ sie hinzutreten zu sich, und küßte sie und umarmte sie. Und Israel sprach zu Joseph: Dein Angesicht zu sehen, hatte ich nicht gedacht, und siehe, Gott läßt mich auch deinen Samen sehen. Und Joseph führte sie weg von seinem Schoße, und verbeugte sich auf sein Angesicht bis zur Erde. Und Joseph nahm sie beide, Ephraim in seiner rechten Hand zur Linken Israels, und Menasche in seiner linken Hand zur Rechten Israels, und ließ sie hinantreten zu ihm. Und Israel streckte seine Rechte aus, und legte sie auf das Haupt Ephraims, und derselbe war der jüngere, und seine Linke auf das Haupt Menasches; kreuzweise streckte er seine Hände, weil Menasche der Erstgeborene war. "Denn die Augen Israels waren schwer" bedeutet sein dunkles Wahrnehmen; "vor Alter" bedeutet, weil am Ende der Vorbildung; "er konnte nicht sehen" bedeutet keine Beobachtung; "und er ließ sie hinzutreten zu sich" bedeutet die Gegenwart, "und küßte sie" bedeutet die Verbindung aus der Neigung zum Wahren; "und umarmte sie" bedeutet die Verbindung aus der Neigung zum Guten; "und Israel sprach zu Joseph" bedeutet die Erhebung zum Inneren; "dein Angesicht zu sehen, hatte ich nicht gedacht" bedeutet, daß er nicht in der Hoffnung auf den Einfluß seiner Liebe gewesen; "und siehe, Gott läßt mich auch deinen Samen sehen" bedeutet, er habe nicht nur den Einfluß der Liebe wahrgenommen, sondern auch das Gute und Wahre daraus; "und Joseph führte sie weg von seinem Schoße" bedeutet das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes im Natürlichen sei von der Neigung der Liebe von seiten des geistig Guten (geführt worden); "und verbeugte sich auf sein Angesicht bis zur Erde" bedeutet die Demut derselben; "und Joseph nahm sie beide, Ephraim in seiner rechten Hand zur Linken Israels, und Menasche in seiner linken Hand zur Rechten Israels" bedeutet, daß er das Gute des Willensgebietes an die erste Stelle setzte, "und ließ sie hinantreten zu ihm" bedeutet die Beigesellung; "und Israel streckte seine Rechte aus, und legte sie auf das Haupt Ephraims" bedeutet, daß er meinte, das Wahre stehe an erster Stelle; "und derselbe war der jüngere" bedeutet, obgleich es an zweiter Stelle steht; "und seine Linke auf das Haupt Menasches" bedeutet, daß er meinte, das Gute stehe an zweiter Stelle; "kreuzweise streckte er seine Hände" bedeutet nicht nach der Ordnung; "weil Menasche der Erstgeborene war" bedeutet, weil das Gute die erste Stelle einnimmt. 6256. "Denn die Augen Israels waren schwer", 1. Mose 48/10, bedeutet sein dunkles Wahrnehmen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Augen, insofern sie das Sehen des Verstandes bezeichnen, worüber Nr. 2701, 4403-4421, 4083, 4086, 4339; wie auch sehen, oben Nr. 6249; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 6253; und aus der Bedeutung von schwer sein, wenn es von den Augen gesagt wird, insofern es soviel ist als dunkel sein, und ein dunkles Wahrnehmen bezeichnet. Israel war damals, als er die Söhne Josephs segnete, in einem dunklen Wahrnehmen, weil er am Ende der Vorbildung stand. Im allgemeinen aber deshalb, weil das geistig Gute, das durch Israel vorgebildet wird, in einem dunklen Wahrnehmen ist, denn es stammt aus dem Natürlichen, wo das natürliche Licht herrscht, nicht aber das himmlische Licht, in dem das geistig und himmlisch Gute ist, das aus dem Vernünftigen (stammt). Der äußere Mensch, der auch der natürliche heißt, ist von solcher Beschaffenheit. Wenn vom geistig Guten aus dem Natürlichen die Rede ist, werden diejenigen verstanden, die in diesem Guten sind, nämlich solche, die der geistigen Kirche des Herrn angehören, weshalb auch durch Israel diese Kirche vorgebildet wird: Nr. 4286. Die Geistigen, die dieser Kirche angehören, sind beziehungsweise im Dunkeln, man sehe Nr. 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3246, 3833, 4402; und weil sie im Dunkeln sind, setzen sie auch das Glaubenswahre an die erste Stelle, wie hier Israel, insofern er Ephraim dem Menasche vorzog. Die Geistigen haben diesen Glauben, weil sie durch das Wahre zum Guten hingeführt werden: Nr. 2954, und wenn sie hingeführt werden, werden sie nicht das Gute inne, weil dieses vom Inneren her in die Neigung zum Wahren einfließt, also nicht in die Wahrnehmung, bevor sie wiedergeboren worden sind. Daher kommt es auch, daß sie das Gute der Liebtätigkeit Früchte des Glaubens nennen, und doch bekümmern sich diejenigen, die behaupten, der Glaube allein mache selig ohne gute Werke, und zwar in der letzten Todesstunde, wie auch der Mensch vorher gelebt habe, wenig um diese Früchte. Daß dies eine dunkle Wahrnehmung vom Guten und Wahren ist, kann man leicht erkennen. Aber dennoch verhält sich die Sache so: diejenigen, die ihren Lehrsätzen zufolge den Glauben der Liebtätigkeit vorziehen, aber gleichwohl noch ein Leben der Liebtätigkeit führen, gehören der geistigen Kirche des Herrn an und werden selig, denn im Leben ziehen sie das Gute der Liebtätigkeit vor, in der Lehre aber das Wahre des Glaubens. 6257. "Vor Alter", 1. Mose 48/10, bedeutet, weil er am Ende der Vorbildung stand. Dies erhellt aus der Bedeutung des Alters, insofern es das Neue der Vorbildung bezeichnet, worüber Nr. 3254, also das Ende der früheren. 6258. "Er konnte nicht sehen", 1. Mose 48/10, bedeutet, er habe keine (genaue) Beobachtung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es die Wahrnehmung bezeichnet, wovon Nr. 6249, also auch die Beobachtung. 6259. "Und er ließ sie hinzutreten zu sich", 1. Mose 48/10, bedeutet die Gegenwart. Dies erhellt aus der Bedeutung von hinzutreten lassen, insofern es heißt, sich gegenwärtig machen. 6260. "Und küßte sie", 1. Mose 48/10, bedeutet die Verbindung aus der Neigung zum Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, wovon Nr. 3573, 3574, 4215, 4353, 5929; hier aus Neigung zum Wahren, weil folgt, daß er sie umarmte, wodurch die Verbindung aus der Neigung zum Guten bezeichnet wird, denn umarmen deutet eine inwendigere und daher inniger Neigung an als küssen, sowie auch die Neigung zum Guten inniger ist als die Neigung zum Wahren. 6261. "Und umarmte sie", 1. Mose 48/10, bedeutet die Verbindung aus der Neigung zum Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von umarmen, insofern es die Verbindung der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 4351, somit die Verbindung aus der Neigung zum Guten, man sehe Nr. 6260. Daß Umarmen eine solche Neigung bedeutet, erhellt deutlich aus dem Bezeugen der Liebe durch die Umarmung. Die Umarmung ist eine daraus hervorgehende Handlung, denn jede geistige Neigung hat eine ihr entsprechende Gebärde im Körper bei dem Menschen, und diese Gebärde ist das Vorbildliche jener; daß auch das Küssen, wovon gleich oben, eine solche (vorbildliche Gebärde) ist, kann jeder wissen. 6262. "Und Israel sprach zu Joseph", 1. Mose 48/11, bedeutet die Erhebung zum Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden und auch einen Einfluß bezeichnet, wovon früher; eine Erhebung, weil in diesem Verse von dem Einfluß der Liebe und daher des Guten und Wahren vom Inneren her die Rede ist, und dieser Einfluß ist eine Erhebung zum Inneren; denn das Äußere kann nicht in Liebe zum Inneren stehen, außer durch Einfluß und Erhebung vom Inneren her. Denn selbst die Liebe, die im Äußeren empfunden wird, geht vom Inneren aus, und weil jedes Wirkende (agens) sein Gegenwirkendes oder Gegenseitiges hat, damit irgendeine Wirkung stattfinde und das Wirkende die Ursache ist und das Gegenwirkende das Verursachte, deshalb geht das Entgegenwirkende auch von dem Wirkenden aus, ebenso wie das Verursachte von der Ursache; denn jede Kraft im Verursachten kommt von der Ursache her. So verhält es sich mit der Gegenwirkung in allen Dingen der ganzen Natur. 6263. "Dein Angesicht zu sehen, hatte ich nicht gedacht", 1. Mose 48/11, bedeutet, er sei nicht in der Hoffnung auf den Einfluß seiner Liebe gewesen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Angesichtes, insofern es das Inwendigere bezeichnet, worüber Nr. 358, 2434, 3527, 3573, 4066, 4796, 4798, 5695, somit auch die Neigungen, denn sie leuchten besonders aus dem Angesicht hervor: Nr. 4796, 5102; daher bezeichnet das Antlitz Gottes die göttliche Liebe, wie auch die Barmherzigkeit: Nr. 5585; und aus der Bedeutung von "ich hatte nicht gedacht", insofern es heißt, er sei nicht in der Hoffnung gewesen. Daß der Einfluß der Liebe gemeint ist, wird bezeichnet durch das Sehen des Angesichtes, wie auch aus dem eben Vorhergehenden und gleich darauf Folgenden deutlich ist. HG 6264 6264. "Und siehe, Gott läßt mich auch deinen Samen sehen", 1. Mose 48/11, bedeutet, er habe nicht nur den Einfluß der Liebe wahrgenommen, sondern auch das Wahre und Gute daraus. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches und Ephraims, die hier der Same sind, insofern sie das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes bezeichnen, worüber Nr. 5354, 6222; und auch aus der Bedeutung des Samens, insofern er auch das Gute und Wahre ist: Nr. 1610, 2848, 3310, 3373, 3671. Und weil gesagt wird: "ich habe nicht gedacht, dein Angesicht zu sehen, und siehe, Gott läßt mich (auch deinen Samen) sehen", so wird dadurch bezeichnet, nicht nur der Einfluß der Liebe sei wahrgenommen, sondern auch das Gute und Wahre von daher. Durch das Sehen des Angesichts wird nämlich der Einfluß der Liebe bezeichnet, man sehe Nr. 6263. 6265. "Und Joseph führte sie weg von seinem Schoße", 1. Mose 48/12, bedeutet, das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes im Natürlichen sei von der Neigung der Liebe von seiten des geistig Guten geführt worden. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlisch Innere ist, worüber Nr. 5869, 5877; aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches und Ephraims, die hier diejenigen sind, die Joseph wegführte, insofern sie das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes bezeichnen, worüber Nr. 5354, 6222; aus der Bedeutung des Schoßes, insofern er die Neigung der Liebe bezeichnet, worüber Nr. 3021, 4277, 4280, 4575, 5050-5062. Von Seiten des geistige Guten, weil von Israel, der das geistig Gute ist: Nr. 6253. Durch diese Dinge wird bezeichnet, daß das himmlische Innere das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes vom geistig Guten, d.h. von der Neigung der Liebe zu demselben entfernt habe, weil Israel, durch den das geistig Gute vorgebildet wird, dieses Wahre und Gute zu sich kommen ließ. Daß sie ihm aber (jetzt) zugeführt wurden von Joseph, durch den das himmlische Innere vorgebildet wurde, deswegen wurden sie weggeführt und hernach von Joseph hinzugeführt, wie nun folgt. Die Ursache ist, weil auf diese Weise ein Einfluß der Liebe vom himmlischen Inneren durch das geistig Gute in jene stattfindet, denn dies ist der Ordnung gemäß; und daher muß dieser äußere Brauch, wenn sie gesegnet wurden, genau beobachtet werden, denn alsdann wurden sie vor den Herrn gestellt, von Dem die Vorhersage stammte, die hier durch den Segen bezeichnet wird: Nr. 6254. Daher nun kommt es, daß Joseph seine Söhne vom Schoße seines Vaters wegführte, und hernach sie wieder dahin zurückführte. 6266. "Und verbeugte sich auf sein Angesicht bis zur Erde", 1. Mose 48/12, bedeutet die Demut derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sich zur Erde verbeugen", insofern es eine innere Demut bezeichnet, worüber Nr. 5682; denn die Verbeugung ist eine solche Handlung des Körpers, die der Demut des Geistes entspricht, daher beugen sich diejenigen so nieder, die von Herzen in der Anbetung Gottes sind. Es wird gesagt: "er verbeugte sich", weil es Joseph für jene tat, und zwar nicht vor Israel, sondern vor dem Herrn, von Dem der Segen (ausging) durch Israel. Daß dies von Joseph für sie geschah, kommt daher, weil es sich im Geistigen so verhält: das Gute des Willensgebietes und das Wahre des Verstandesgebietes im Natürlichen kann sich nicht aus sich selbst vor dem Herrn demütigen, sondern aus dem Inneren durch Einfluß, denn ohne Einfluß durch das Innere in das Natürliche ist in denselben nichts, was dem Willen und dem Verstande angehört, und nicht einmal etwas vom Leben, denn das Innere ist das Mittel, durch das Leben vom Herrn in demselben vorhanden ist. 6267. "Und Joseph nahm sie beide, Ephraim in seiner rechten Hand zur Linken Israels und Menasche in seiner linken Hand zur Rechten Israels", 1. Mose 48/13, bedeutet, daß er das Gute des Willensgebietes an die erste Stelle setzte. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das Verstandeswahre, und aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, insofern er das Willensgute bezeichnet, worüber Nr. 5354, 6222; und auch aus der Bedeutung der Rechten, insofern sie bezeichnet, an erster Stelle sein, und aus der Bedeutung der Linken, insofern sie die zweite Stelle bezeichnet, wie dies auch aus der ganzen Gewohnheit des Lebens deutlich ist. Wie es sich damit verhält, wird im gleich Folgenden gesagt werden. 6268. "Und ließ sie hinantreten zu ihm", 1. Mose 48/13, bedeutet die Beigesellung. Dies erhellt ohne Erklärung. 6269. "Und Israel streckte seine Rechte aus und legte sie auf das Haupt Ephraims", 1. Mose 48/14, bedeutet, daß er meinte, das Wahre stehe an erster Stelle. Dies erhellt aus der Bedeutung von "seine Rechte ausstrecken", insofern es heißt, an die erste Stelle setzen. Daß die Rechte die erste Stelle einnimmt, ist deutlich; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das Verständnis, und somit auch das Glaubenswahre bezeichnet, denn dieses wohnt im Verstandesgebiet des Menschen, wenn sich daselbst vom Himmelslicht ein Schauen gebildet hat, somit ein geistiges Sehen; man sehe Nr. 6222. Daß Israel seine Rechte auf das Haupt Ephraims legte und seine Linke auf das Haupt Menasches, davon wird in diesem Vers gehandelt, und auch in 1. Mose 48/17-19, und es wird dadurch bezeichnet, daß er das Glaubenswahre an die erste Stelle setzte und das Gute der Liebtätigkeit an die zweite. Die Ursache war, weil der geistige Mensch, der durch Israel vorgebildet wird (Nr.4286, 6256), nicht anders glaubt, bevor er wiedergeboren ist, denn er nimmt deutlich wahr, was das Glaubenswahre, nicht aber, was das Gute der Liebtätigkeit ist, denn dieses fließt auf innerem Wege ein, jenes aber auf äußerem, wie das Wißtümliche. Die aber nicht wiedergeboren sind, sagen mit Bestimmtheit, der Glaube stehe an erster Stelle, d.h., er sei das Wesentliche der Kirche, weil sie dann so leben können, wie es ihnen beliebt, und dennoch sagen, sie hätten die Hoffnung des Heils. Deshalb ist auch heutzutage die Liebtätigkeit so verschwunden, daß kaum jemand weiß, was sie ist, und infolgedessen auch der Glaube, denn das eine ohne das andere ist nicht möglich. Wenn die Liebtätigkeit an erster Stelle und der Glaube an der zweiten stünde, würde die Kirche ein anderes Aussehen haben, denn dann würden keine anderen Christen genannt, als die, welche ein Leben nach den Glaubenswahrheiten führen, d.h. ein Leben der Liebtätigkeit, und dann würden sie auch wissen, was Liebtätigkeit ist. Auch würden sie dann nicht mehrere Kirchen bilden, indem sie dieselben voneinander unterscheiden nach den Meinungen des Glaubenswahren, sondern sie würden als die eine diejenige erklären, zu der alle gehören, die im Guten des Lebens sind, und nicht nur die, welche innerhalb des Erdkreises sind, wo es Kirchen gibt, sondern auch die, welche außerhalb desselben sind. Die Kirche würde dadurch auch in der Erleuchtung stehen über die Dinge, die das Reich des Herrn ausmachen, denn die Liebtätigkeit erleuchtet, keineswegs aber der Glaube ohne die Liebtätigkeit. Auch würden sie die durch den getrennten Glauben entstandenen Irrtümer deutlich erkennen. Hieraus erhellt, welch ein anderes Ansehen die Kirche haben würde, wenn das Gute der Liebtätigkeit an erster Stelle stünde, d.h. das Wesentliche wäre, und das Glaubenswahre an der zweiten, d.h. als das Formelle desselben (betrachtet würde). Die Kirche würde dann eine Gestalt haben wie die Alte Kirche, die (das Wesen) der Kirche in die Liebtätigkeit setzte, und keine andere Kirchenlehre hatte als die der Liebtätigkeit; daher (kam) ihnen Weisheit vom Herrn. Von welcher Art diese Kirche war, wird bei Mose in folgenden Worten beschrieben: 5. Mose 32/10-14: "Jehovah führte (Sein Volk) umher, belehrte es, beschützte es wie Seinen Augapfel; wie der Adler sein Nest aufrichtet, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, nahm Er es auf und trug es auf Seinen Flügeln; Jehovah allein führte es, und kein fremder Gott mit Ihm; Er ließ es einherfahren auf den Höhen der Erde und speiste es mit dem Ertrage der Felder; Honig ließ Er es saugen aus dem Felsen und Öl aus hartem Gestein, Butter von Rindern und Milch von der Herde, samt dem Fett der Lämmer und der Widder, der Söhne Basans und der Böcke, nebst dem Nierenfett des Weizens, und es trank das lautere Blut der Traube"; deshalb sind die, welche dieser Kirche angehörten, im Himmel und daselbst in aller Glückseligkeit und Herrlichkeit. 6270. "Und derselbe war der jüngere", 1. Mose 48/14, bedeutet, obwohl es die zweite Stelle ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Jüngeren von Geburt, insofern es bezeichnet, an zweiter Stelle sein. 6271. "Und seine Linke auf das Haupt Menasches", 1. Mose 48/14, bedeutet, daß er meinte, das Gute stehe an zweiter Stelle. Dies erhellt aus der Bedeutung von "seine Linke ausstrecken", insofern es bezeichnet, an zweiter Stelle setzen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, insofern er das Willensgebiet ist, also auch das Gute der Liebtätigkeit. Wie dies sich verhalte, sehe man Nr. 6269. 6272. "Kreuzweise streckte er seine Hände", 1. Mose 48/14, bedeutet, nicht nach der Ordnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "kreuzweise die Hände strecken", insofern es heißt, nicht nach der Ordnung, denn dadurch macht er den von Geburt Jüngeren zum Erstgeborenen und umgekehrt, und demzufolge das Glaubenswahre zum ersteren und höheren, und das Gute der Liebtätigkeit zum späteren und unteren; denn die Erstgeburt bezeichnet das Vorhergehen und das Höherstehen: Nr. 3325. Wieviel Böses dies in die Kirche bringt, kann deutlich erhellen, denn dadurch bringen sie sich in ein solches Dunkel, daß sie nicht wissen, was das Gute, also auch nicht, was das Wahre sei; denn das Gute ist wie die Flamme, und das Wahre wie das Licht aus derselben. Nimmst du die Flamme weg, so verschwindet auch das Licht, und wenn irgend etwas Licht zum Vorschein kommt, so ist es wie das Irrlicht, das nicht aus einer Flamme kommt. Daher kommt es, daß die Kirchen sich gegenseitig bekämpfen und über das Wahre streiten, und eine Versammlung sagt, es sei wahr, was eine andere für falsch erklärt; und was noch schlimmer ist, wenn sie einmal in einer Kirche dem Glauben die erste Stelle eingeräumt haben, dann fangen sie an, den Glauben von der Liebtätigkeit zu trennen und diese verhältnismäßig für unbedeutend zu achten, und so sich nicht um das Leben zu bekümmern, wozu der Mensch schon von Natur geneigt ist. Daher geht die Kirche zugrunde, denn das Leben macht sie bei dem Menschen, nicht aber die Lehre ohne das Leben, somit auch nicht die Zuversicht, die ein sehr starker Glaube ist; denn der echte Glaube ist nur bei denen möglich, die in Liebtätigkeit sind, das Leben der gläubigen Zuversicht stammt von ihr. Daß übrigens das Gute der Liebtätigkeit wirklich das Erstgeborene ist, d.h. die erste Stelle einnimmt, daß aber das Glaubenswahre jenes nur zu sein scheint, sehe man Nr. 3324, 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4243, 4244, 4247, 4337, 4925, 4926, 4928, 4930, 4977. 6273. "Weil Menasche der Erstgeborene war", 1. Mose 48/14, bedeutet, weil das Gute die erste Stelle einnimmt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, insofern er das Gute des Willensgebietes bezeichnet, wovon im vorigen; und aus der Bedeutung der Erstgeburt, insofern sie ein Vorhergehen und ein Höherstehen bezeichnet, worüber Nr. 3325. Somit bedeutet der Erstgeborene den, der die erste Stelle einnimmt. Wer kann nicht aus dem bloß natürlichen Licht, wenn es nur ein wenig erleuchtet ist, erkennen, daß das Gute die erste Stelle einnimmt, wie auch das Wollen des Menschen, und daß das Wahre an zweiter (Stelle) steht, wie auch das Denken des Menschen? Ferner, daß das Wollen des Menschen macht, daß er so und nicht anders denkt; folglich, daß das Gute bei dem Menschen macht, daß dieses oder jenes als wahr erscheint, und daß also das Wahre die zweite Stelle und das Gute die erste einnimmt? Denke und überlege, ob das Glaubenswahre Wurzel schlagen könne außer im Guten, und ob ein Glaube (möglich ist), wenn er nicht in jenem Wurzel geschlagen hat. Daraus kannst du schließen, was das Erste oder Wesentliche für die Kirche ist, d.h. für den Menschen, in dem die Kirche ist. 6274. Vers 15,16: Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor Dem gewandelt haben meine Väter, Abraham und Jischak, der Gott, Der mich weidete, seitdem ich bin bis auf diesen Tag; der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, segne die Knaben, und es möge genannt werden über ihnen mein Name, und der Name meiner Väter Abraham und Jischak, und sie sollen wachsen zu einer Menge inmitten des Landes. "Und er segnete Joseph und sprach" bedeutet die Vorhersage über das Wahre des Verstandes und über das Gute des Willens, die ihr Leben haben aus dem Inneren; "der Gott, vor Dem gewandelt haben meine Väter, Abraham und Jischak" bedeutet das Göttliche, aus dem das innere Gute und das innere Wahre ihr Leben gehabt haben; "der Gott, Der mich weidete" bedeutet das Göttliche, welches das Gute des geistig Wahren aus dem Natürlichen belebt; "seitdem ich bin bis auf diesen Tag" bedeutet fortwährend; "der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel" bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn, von dem die Befreiung von der Hölle (ausgeht); "segne die Knaben" bedeutet, er gebe ihnen Wahres und Gutes; "und es möge genannt werden über ihnen mein Name" bedeutet, daß in ihnen die Beschaffenheit des Guten vom geistig Wahren aus dem Natürlichen (sein solle); "und der Name meiner Väter Abraham und Jischak" bedeutet die Beschaffenheit des inneren Guten und Wahren; "und sie sollen wachsen zu einer Menge inmitten des Landes" bedeutet Ausdehnung vom Innersten her. 6275. "Und er segnete Joseph und sprach", 1. Mose 48/15, bedeutet die Vorhersage über das Wahre des Verstandes und über das Gute des Willens, die ihr Leben haben aus dem Inneren. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es eine Vorhersage bezeichnet, worüber Nr. 6230, 6254; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims und Menasches, die hier Joseph sind, insofern sie das Verstandeswahre und das Willensgute bezeichnen, das im Natürlichen vom Inneren geboren ist, worüber Nr. 6234, 6249. Daß unter Joseph seine Söhne verstanden werden, ist deutlich aus dem Segen selbst, in dem es heißt: "der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, segne die Knaben, und es möge genannt werden über ihnen mein Name", und die Ursache ist, weil das Gute und Wahre im Natürlichen, das vorgebildet wird durch Menasche und Ephraim, das eigentliche Innere in jenem ist. Das Innere und Äußere sind zwar unter sich unterschieden, aber im Natürlichen, wo sie beisammen sind, ist das Innere, wie in seiner ihm angemessenen Form, welche Form nichts aus sich, sondern aus dem Inneren, das in ihm ist, tut, und somit nur bewegt wird. Es verhält sich damit wie mit dem Wirkenden in der Wirkung. Das Wirkende und die Wirkung sind unter sich verschieden, aber dennoch ist das Wirkende in der Wirkung wie in seiner ihm angemessenen Form, und durch diese wirkt sie als Ursache in der Sphäre, in der sich die Wirkung darstellt. Ebenso verhält es sich mit dem Guten und Wahren im Natürlichen bei den Menschen, die aus dem Inneren geboren sind, denn das Innere bekleidet sich mit solchem, was dem Natürlichen angehört, damit es in demselben sein und sein Leben betätigen kann. Aber die Stoffe, mit denen es sich bekleidet, sind nichts anderes als Hüllen, die aus sich selbst gar nichts wirken. 6276. "Und sprach: Der Gott, vor Dem gewandelt haben meine Väter Abraham und Jischak", 1. Mose 48/15, bedeutet das Göttliche, aus dem das innere Gute und das innere Wahre Leben gehabt haben. Dies erhellt aus der Bedeutung Gottes, insofern Er das Göttliche ist; aus der Bedeutung von wandeln, insofern es Leben heißt, oder Leben haben, worüber Nr. 519, 1794; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, insofern er im höchsten Sinn das eigentlich Göttliche des Herrn, und Jischaks, insofern er das göttlich Vernünftige desselben bezeichnet, somit das innere Menschliche; denn Jakob bezeichnet das göttlich Natürliche des Herrn, oder Sein äußeres Menschliches, wovon Nr. 2011, 3245, 3305 E, 3439, 4615. Im vorbildlichen Sinn ist Abraham das innere Gute und Jischak des innere Wahre: Nr. 3703, 6098, 6185. Daß dies im vorbildlichen Sinn durch Abraham und Jischak bezeichnet wird, kommt daher, weil dieses Gute und Wahre selbst, das im Reich des Herrn ist, vom Göttlichen und seinem Göttlich-Menschlichen hervorgeht, und sie bewirken, daß der Herr selbst in demselben und somit selbst Sein Reich ist. 6277. "Der Gott, Der mich weidete", 1. Mose 48/15, bedeutet das Göttliche, welches das Gute des geistig Wahren aus dem Natürlichen belebt. Dies erhellt aus der Bedeutung von weiden, insofern es beleben ist. Daß weiden bedeutet unterrichten: Nr. 6044, kommt daher, weil die Weide das ist, was das geistige Leben des Menschen unterhält: Nr. 6078. Weiden und Weide wird jedoch dort von der Herde gesagt, hier aber von Jakob, insofern er mit Speisen und Lebensbedürfnissen versorgt wurde, wodurch im inneren Sinn das gleiche bezeichnet wird; denn was das Leben des Körpers erhält und belebt, das bezeichnet im inneren Sinn dasjenige, was das geistige Leben erhält und belebt. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und weil das Gute, das Israel vorbildet, das Gute des Wahren ist, daher wird hier gesagt das Gute des geistig Wahren, denn Israel bedeutet im echten Sinn die geistige Kirche; und das Gute, was dieser Kirche angehört, ist das Gute des Wahren, denn (die Angehörigen derselben) werden durch das Wahre über das Gute unterrichtet, und wenn sie dem Wahren gemäß handeln, in dem sie unterrichtet sind, dann wird dieses Wahre das Gute genannt. Dieses Gute ist es, welches das Gute des Wahren heißt, und durch Israel vorgebildet wird. 6278. "Seitdem ich bin, bis auf diesen Tag", 1. Mose 48/15, bedeutet, fortwährend. Dies erhellt aus der Bedeutung von "heute und bis auf diesen Tag", insofern es das Fortdauernde und ewige bezeichnet, worüber Nr. 2838, 4304, 6165; hier bedeutet also: "seitdem ich bin bis auf diesen Tag", daß fortwährend sei das Belebende oder das Weidende: Nr. 6277. 6279. "Der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel", 1. Mose 48/16, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn, von dem die Befreiung von der Hölle (ausgeht). Dies erhellt aus der Bedeutung des Engels, insofern er das Göttlich-Menschliche des Herrn bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung von erlösen, insofern es ein Befreien ist, worüber gleichfalls folgen wird; und aus der Bedeutung des Übels, insofern es die Hölle bezeichnet. Das Böse oder Übel ist die Hölle, weil die Hölle selbst nichts als Böses ist; denn ob du sagst, alle in der Hölle seien böse, oder ob du sagst, die Hölle sei das Böse, ist einerlei. Im geistigen Sinn wird, wenn das Böse gesagt wird, die Hölle verstanden, denn die, welche im geistigen Sinn sind, wie die Engel im Himmel, reden und denken ohne Beziehung auf bestimmte Personen, weil sie in umfassender Weise (denken und reden), mithin ist das Böse für sie die Hölle. Ebenso die Sünde, wenn unter derselben das herrschende Böse verstanden wird, wie 1. Mose 4/7: "Jehovah sprach zu Kain: Wenn du nicht Gutes tust, so liegt die Sünde vor der Tür, und nach dir ist ihr Verlangen; aber du sollst herrschen über sie": wo Sünde für Hölle (steht), die sogleich hervortritt, wenn der Mensch Böses tut. Auch ist das Böse selbst beim Menschen nichts als die Hölle, denn es fließt von ihr ein, und dann ist der Mensch eine Hölle in kleinster Form, wie auch ein jeder Böse in ihr ist. Ebenso ist umgekehrt das Gute selbst beim Menschen nichts als der Himmel in ihm, denn das Gute fließt durch den Himmel vom Herrn ein, und der Mensch, der im Guten lebt, ist ein Himmel im kleinsten Bilde, wie auch ein jeder (Gute) im Himmel ist. 6280. Daß der erlösende Engel der Herr sei in bezug auf das Göttlich-Menschliche, erhellt daraus, daß der Herr den Menschen erlöst (d.h. von der Hölle befreit) hat, indem Er das Menschliche annahm, und es göttlich machte. Deswegen wird auch der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen Erlöser genannt. Das Göttlich-Menschliche wird darum Engel genannt, weil durch Engel ein Abgesandter bezeichnet wird, und der Herr wird auch in bezug auf das Göttlich-Menschliche ein Gesendeter genannt, wie aus sehr vielen Stellen im Worte der Evangelisten erhellt. Überdies war das Göttlich-Menschliche vor der Ankunft des Herrn in die Welt Jehovah selbst, der durch den Himmel einfloß, wenn Er das Wort redete; denn Jehovah war über den Himmeln. Was aber von Ihm durch die Himmel hindurchging, war damals das Göttlich-Menschliche, denn durch das Einfließen Jehovahs in den Himmel stellte dieser einen Menschen dar, und das Göttliche Selbst aus diesem war der Göttliche Mensch; das ist jetzt das Göttlich-Menschliche von Ewigkeit, von dem gesagt wird, daß es das Gesendete sei, worunter das Hervorgehende verstanden wird, und ist dasselbe wie hier der Engel. Weil aber Jehovah durch dieses Sein Göttlich-Menschliches nicht mehr bei den Menschen einfließen konnte, da sich dieselben so weit von diesem Göttlichen entfernt hatten, deshalb nahm Er das Menschliche an, und machte es göttlich. Und auf diese Weise konnte es durch das Einfließen desselben in den Himmel bis zu allen denen im menschlichen Geschlechte gelangen, die das Gute der Liebtätigkeit und das Glaubenswahre vom Göttlich-Menschlichen, das nun sichtbar geworden war, aufnahmen, und sie somit von der Hölle befreien, was durchaus nicht auf andere Weise hätte geschehen können. Diese Befreiung ist es, die Erlösung genannt wird, und das Göttlich-Menschliche selbst, das befreit oder erlöst hat, wird der erlösende Engel genannt. Man muß aber wissen, daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, sowie in Ansehung des Göttlichen Selbst über dem Himmel ist (denn Er ist die Sonne, die den Himmel erleuchtet), daß also der Himmel weit unterhalb Seiner ist. Das Göttlich-Menschliche, das im Himmel ist, ist das göttlich Wahre, das vom Ihm ausgeht, und ist das Licht von Ihm, als von der Sonne. Der Herr ist in Ansehung Seines Wesens nicht das göttlich Wahre, denn dieses ist von Ihm, wie das Licht von der Sonne, sondern Er ist das göttlich Gute selbst, eins mit Jehovah. Das Göttlich-Menschliche des Herrn wird auch an anderen Stellen im Worte Engel genannt: zum Beispiel 2. Mose 3/1,2,4,6, als Er Moses im Dornbusch erschien, worüber es heißt: "Als Moses zum Berge Gottes, zum Horeb kam, erschien ihm ein Engel Jehovahs, in einer Feuerflamme, inmitten des Busches; Jehovah sah, daß Moses hinging, um zu sehen; deshalb rief Gott ihm zu aus der Mitte des Busches. Und weiter sprach Er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Jischaks und der Gott Jakobs": es ist das Göttlich-Menschliche des Herrn, welches hier der Engel Jehovahs heißt, von dem deutlich gesagt wird, daß er Jehovah selbst sei. Daß Jehovah hier im Göttlich-Menschlichen war, kann daraus erhellen, daß das Göttliche Selbst nicht anders als durch das Göttlich-Menschliche erscheinen konnte, nach den Worten des Herrn bei Joh.1/18: "Niemand hat jemals Gott gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat (Ihn) kundgetan". Joh.5/37: "Ihr habt die Stimme des Vaters niemals gehört und Seine Gestalt nie gesehen". Ferner wird der Herr in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen Engel genannt, wo von der Führung des Volkes in das Land Kanaan gehandelt wird, worüber 2. Mose 23/20-23: "Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, dich zu behüten auf dem Wege, und dich zu bringen an den Ort, den Ich bereitet habe; behüte dich vor seinem Angesichte, denn er wird nicht ertragen eure Übertretung, denn Mein Name ist in Ihm": der Engel ist hier das Göttlich-Menschliche. Dies erhellt daraus, daß gesagt wird, weil Mein Name in Ihm ist, d.h. Jehovah selbst. Durch "Meinen Namen" wird die Beschaffenheit Jehovahs bezeichnet, insofern Er im Göttlich-Menschlichen ist. Daß der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen der Name Jehovah sei, sehe man Nr. 2628; und daß der Name Gottes die Beschaffenheit ist, wie auch in einer Zusammenfassung alles, wodurch Gott verehrt wird: Nr. 2724, 3006. Jes.63/9: "In aller ihrer Bedrängnis (war) Ihm Angst, und der Engel Seines Angesichts befreite sie, wegen Seiner Liebe und Seiner Nachsicht erlöste Er sie, und hob sie auf und trug sie in allen Tagen der Ewigkeit" (d.i. allezeit von Alters her): daß der Engel des Angesichts Jehovahs der Herr in Ansehung des Göttlich-Menschlichen, ist deutlich, denn es heißt, daß Er sie erlöste. Mal.3/1,2,4: "Siehe, plötzlich wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, Den ihr suchet, und der Engel des Bundes. Daß ihr begehret, siehe, Er kommt; spricht Jehovah Zebaoth. Wer wird aber ertragen den Tag Seiner Ankunft, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint? Dann wird Jehovah angenehm sein das Speisopfer Jehudahs und Jerusalems, wie in den Tagen der Ewigkeit und wie in den früheren Jahren": daß der Engel des Bundes der Herr ist in Ansehung Seines Göttlich-Menschlichen, ist deutlich zu ersehen, denn es wird von Seiner Ankunft gehandelt. Daß dann Jehovah das Speisopfer Jehudahs und Jerusalems angenehm sein wird, bedeutet, daß Ihm dann angenehm sein werde der Gottesdienst aus Liebe und Glauben an Ihn. Daß unter Jehudah daselbst nicht Jehudah verstanden wird, noch unter Jerusalem Jerusalem, erhellt deutlich, denn weder damals, noch nachher war das Speisopfer Jehudahs und Jerusalems angenehm. Daß die Tage der Ewigkeit die Zustände der Ältesten Kirche bezeichnen, die himmlisch war, und die früheren Jahre die Zustände der Alten Kirche, die geistig war, sehe man Nr. 6239. Überdies wird durch "Engel" im Worte im inneren Sinn nicht ein Engel verstanden, sondern etwas Göttliches im Herrn: Nr. 1925, 2319, 2821, 3039, 4085. 6281. Was das Erlösen anbelangt, so bedeutet es im eigentlichen Sinn wiederherstellen und sich aneignen, was Eigentum gewesen war, und wird von der Knechtschaft, vom Tode und vom Bösen gesagt. Wenn von der Knechtschaft, dann werden diejenigen verstanden, die Knechte geworden sind, im geistigen Sinn die, welche sich der Hölle ergeben haben; wenn vom Tode, diejenigen, die in der Verdammnis sind, und wenn vom Bösen, wie hier, dann werden diejenigen darunter verstanden, die in der Hölle sind; denn das Böse, von dem der Engel erlöst, ist die Hölle Nr. 6279. Weil der Herr den Menschen von diesen (Zuständen) dadurch befreit hat, daß Er das Menschliche in Sich göttlich machte, daher ist es Sein Göttlich-Menschliches, das im Worte Erlöser genannt wird, wie bei Jes.41/14: "Ich helfe dir, spricht Jehovah, und dein Erlöser, der Heilige Israels". Jes.49/7,26: "So spricht Jehovah, der Erlöser Israels, sein Heiliger". Jes.54/5: "Jehovah Zebaoth ist Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde wird Er heißen". An diesen Stellen wird das Göttliche Selbst, das Jehovah heißt, unterschieden vom Göttlich-Menschlichen, das der Erlöser, der Heilige Israels genannt wird. Daß aber Jehovah selbst im Göttlich-Menschlichen ist, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.44/6: "So spricht Jehovah, der König Israels, und sein Erlöser, Jehovah Zebaoth: Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte, und außer Mir ist kein Gott". Jes.48/17: "So spricht Jehovah, dein Erlöser, Ich Jehovah bin dein Gott, Der dich lehrt". Jes.63/16: "Du (bist) unser Vater, denn Abraham weiß von uns nicht, und Israel kennt uns nicht, Du, Jehovah (bist) unser Vater, unser Erlöser, von Alters her ist dies Dein Name". Ps.103/4: "Jehovah, der aus der Grube dein Leben erlöset". Aus diesen Stellen ist auch deutlich, daß unter Jehovah im Worte kein anderer verstanden wird als der Herr: Nr. 1343, 1736, 2921, 3035, 5663; und daß Jehovah der Erlöser Sein Göttlich-Menschliches ist. Daher werden auch die, welche erlöst sind, die Erlösten Jehovahs genannt: Jes.62/11,12: "Sage der Tochter Zions: Siehe, dein Heil kommt, siehe, Sein Lohn ist mit Ihm, und der Preis Seines Werkes vor Ihm, man wird sie nennen das Volk der Heiligkeit, die Erlösten Jehovahs": daß es der Herr ist, von dem sie die Erlösten Jehovahs heißen, ist offenbar, denn es wird von Seiner Ankunft gesagt: Siehe, dein Heil kommt, siehe, Sein Lohn ist mit Ihm. Außerdem sehe man Jes.43/1; 52/2,3; 63/4,9; Hos.13/14; 2. Mose 6/6; 15/13; Hiob 19/25; wo es einleuchtend ist, daß Erlösung gesagt wird von der Knechtschaft, vom Tode und vom Bösen. 6282. "Er segne die Knaben", 1. Mose 48/16, bedeutet, er gebe ihnen Wahres und Gutes. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es heißt vom Wahren und Guten geben, denn der Segen schließt im geistigen Sinn nichts anderes in sich: Nr. 1420, 1422, 4981; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims und Menasches, die hier die Knaben sind, insofern sie das Verstandesgebiet und das Willensgebiet der Kirche sind, denen das Wahre und Gute gegeben werden soll, dem Verstandesvermögen das Wahre und dem Willensvermögen das Gute. 6283. "Und es möge genannt werden über ihnen mein Name", 1. Mose 48/16, bedeutet, daß in ihnen die Beschaffenheit des Guten vom geistig Wahren aus dem Natürlichen (sein solle). Dies erhellt aus der Bedeutung von "seinen Namen über jemanden nennen", insofern es ausdrückt, seine Beschaffenheit möge in ihm sein, worüber Nr. 1754, 1896, 2009, 3421; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das Gute des geistig Wahren aus dem Natürlichen ist, worüber Nr. 6277; und weil die Beschaffenheit Israels in ihnen war, daher wurden sie auch unter die übrigen Söhne Israels mit aufgenommen und zu Stämmen gemacht, der eine (zum Stamme) Menasches und der andere (zu dem) Ephraims, und mit ihnen bildeten sie zwölf Stämme, indem der Stamm Levi, weil zum Priestertum gemacht, nicht mitgezählt wurde zu denen, die ein Erbteil erlangten, worüber bei Josua und auch bei Hes. Kapitel 48. 6284. "Und der Name meiner Väter Abraham und Jischak", 1. Mose 48/16, bedeutet die Beschaffenheit des inneren Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens, insofern er die Beschaffenheit ist, wie Nr. 6283; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams und Jischaks, insofern sie das innere Gute und Wahre sind, worüber Nr. 6276. Das innere Gute und Wahre muß im äußeren Guten und Wahren sein, damit diese Gutes und Wahres seien; denn, wie Nr. 6275 gesagt worden, es gibt kein Äußeres, wenn es nicht so gestaltet ist, daß darin ein Inneres sein und gemäß dem Einfluß vom Herrn daselbst sein Leben betätigen kann. Auch das Innere ist nichts anderes im Verhältnis zum Höchsten, welches der Herr ist, denn von Ihm ist alles Leben; und was unter Ihm steht, ist nur Aufnahmsform des Lebens stufenweise in seiner Ordnung bis zum Letzten, das der Körper ist. 6285. "Und sie sollen wachsen zu einer Menge inmitten des Landes", 1. Mose 48/16, bedeutet die Ausdehnung vom Innersten her. Dies erhellt aus der Bedeutung der Mitte, insofern sie das Innerste ist, worüber Nr. 2940, 2973, 6068, 6084, 6103. Daher bezeichnet das Wachsen zu einer Menge die Ausdehnung; denn die Wahrheiten, die durch Menge bezeichnet werden, verbreiten sich ringsum vom Innersten her, wie von einem Mittelpunkt aus, und je größer die Ausdehnung von daher ist, und je mehr nach der himmlischen Ordnung, desto vollkommener ist der Zustand. Dieser Zustand ist es, der bezeichnet wird durch diesen Segen, daß sie wachsen sollen zu einer Menge inmitten des Landes. 6286. Vers 17-20: Und Joseph sah, daß sein Vater seine rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte, und es war unrecht in seinen Augen; und er faßte die Hand seines Vaters, um sie zu entfernen von dem Haupte Ephraims auf das Haupt Menasches. Und Joseph sprach zu seinem Vater: Nicht also, mein Vater, denn dieser ist der Erstgeborene, lege deine Rechte auf sein Haupt. Aber sein Vater verweigerte es, und sprach: Ich weiß, mein Sohn, ich weiß es, auch dieser wird zu einem Volke werden, und auch er wird groß werden, aber dennoch wird sein jüngerer Bruder größer werden als er, und sein Same wird eine Fülle von Völkern werden. Und er segnete sie an diesem Tage, und sprach: In dir (Joseph) soll Israel segnen und sprechen: Es mache dich Gott wie Ephraim und Menasche; und er setzte Ephraim vor Menasche. "Und Joseph sah, daß sein Vater seine rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte" bedeutet die Wahrnehmung, daß er das Wahre an erste Stelle setzte; "und es war unrecht in seinen Augen" bedeutet das Mißfallen; "und er faßte die Hand seines Vaters" bedeutet den Einfluß auf die Macht jenes dunklen Innewerdens; "um sie zu entfernen von dem Haupte Ephraims auf das Haupt Menasches" bedeutet um ihn vom Irrtum abzulenken; "und Joseph sprach zu seinem Vater: Nicht also, mein Vater, denn dieser ist der Erstgeborene" bedeutet den wahrnehmbaren Einfluß in betreff des Guten, daß ihm das Vorrecht (gehöre); "lege deine Rechte auf sein Haupt" bedeutet, daß es so an erste Stelle (käme); "aber sein Vater verweigerte es" bedeutet die Nichteinwilligung; "und sprach: Ich weiß, mein Sohn, ich weiß es" bedeutet, es sei so, erscheine aber anders; "auch dieser wird zu einem Volke werden, und auch er wird groß werden" bedeutet das Wahre aus dem Guten werde auch vermehrt werden, somit der himmlische Mensch; "aber dennoch wird sein jüngerer Bruder größer werden als er" bedeutet das Gute aus dem Wahren werde eine größere Zunahme erfahren, somit der geistige Mensch; "und sein Same wird eine Fülle von Völkern werden" bedeutet das Glaubenswahre werde herrschen; "und er segnete sie an diesem Tage" bedeutet das Vorhersehen und die Fürsorge in Ewigkeit; "und sprach: In dir (Joseph) soll Israel segnen und sprechen: Es mache dich Gott wie Ephraim und Menasche" bedeutet, daß sein Geistiges im Verstandeswahren und Willensguten sein möge; "und er setzte Ephraim vor Menasche" bedeutet, daß er das Wahre an erste Stelle setzte, weil es dem Geistigen angehörte. 6287. "Und Joseph sah, daß sein Vater seine rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte", 1. Mose 48/17, bedeutet die Wahrnehmung, daß er das Wahre an erste Stelle setzte. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es heißt verstehen und wahrnehmen, worüber Nr. 2150, 2807, 3764, 4567, 4723, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlische Innere ist, worüber Nr. 5869, 5877, 6224; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet; aus der Bedeutung von "die rechte Hand aufs Haupt legen", insofern es bezeichnet, an erste Stelle setzen, wovon Nr. 6269; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das Wahre des Verstandesmäßigen im Natürlichen bezeichnet, wovon Nr. 6234, 6238, 6267. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph sah, daß sein Vater die rechte Hand auf das Haupt Ephraims legte", die Wahrnehmung des himmlischen Inneren bezeichnet wird, daß das geistig Gute aus dem Natürlichen das Wahre an erste Stelle setzte; man sehe, was hierüber Nr. 6256, 6269, 6272, 6273 gesagt und gezeigt worden ist. 6288. "Und es war unrecht in seinen Augen", 1. Mose 48/17, bedeutet das Mißfallen. Dies erhellt ohne Erklärung. Es mißfiel dem Joseph darum, weil durch ihn das himmlische Innere vorgebildet wird, das über dem geistig Guten steht, das durch Israel vorgebildet wird. Was oberhalb ist, das kann wahrnehmen, wie es sich mit dem verhält, was im Tieferstehenden vorgeht, somit auch ob es Wahres sei, was in diesem gedacht wird, oder nicht; denn das Obere sieht, was im Unteren ist, weil aus dem Himmelslicht. Somit sah das himmlische Innere, das Joseph ist, daß das geistige Gute aus dem Natürlichen, das Israel ist, im Irrtum war; deswegen mißfiel es ihm. 6289. "Und er faßte die Hand seines Vaters", 1. Mose 48/17, bedeutet den Einfluß auf die Macht jenes dunklen Innewerdens. Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand fassen", insofern es den Einfluß auf die Macht des Innewerdens bezeichnet; denn wenn das Innere durch Einfluß des Äußeren zu irgendwelchem Denken und Wollen bewegen will, faßt es dasselbe gleichsam. Hier (erfaßt es) die Macht des Innewerdens, die durch Hand bezeichnet wird. Daß Hand Macht bedeute, sehe man Nr. 878, 3387, 4931-4937. Das Innewerden heißt ein dunkles, weil die Geistigen, die durch Israel vorgebildet werden, im Vergleich mit den Himmlischen, die durch Joseph vorgebildet werden, im Dunkeln sind. Daß die Geistigen verhältnismäßig im Dunkeln sind, sehe man Nr. 2708, 2715, 2716, 2718, 2831, 2849, 2935, 2937, 3833, 4402. Daß die Geistigen im Dunkeln sind, erhellt deutlich daraus, daß sie, bevor sie wiedergeboren sind, ganz und gar in Finsternis sind über das Wahre und Gute, und daß sie, wenn sie wiedergeboren werden, das Wahre anerkennen, so wie es in ihrer Kirchenlehre sich findet. Diesem Wahren schenken sie Glauben, mag es wahr sein oder nicht wahr. Dieses Wahre wird gleichwohl zum Guten bei ihnen, wenn es Sache des Willens und dadurch des Lebens wird, und dann ist es das Gute, welches das Gute des Wahren genannt wird, oder das Gute des Glaubens, wie auch das geistig Gute oder das Gute der geistigen Kirche. Wie beschaffen dieses Gute sei, das einen solchen Ursprung hat, kann jeder wissen, der darüber nachdenkt. Gleichwohl aber wird das Gute aus solchem Wahren, auch bei den Heiden, vom Herrn angenommen, wofern es zur Grundlage die Liebtätigkeit gegen den Nächsten hat, und in dieser Liebtätigkeit Unschuld (oder Uneigennützigkeit) enthalten ist. 6290. "Um sie zu entfernen von dem Haupte Ephraims auf das Haupt Menasches", 1. Mose 48/17, bedeutet, um ihn vom Irrtum abzulenken. Dies erhellt aus der Bedeutung von entfernen, insofern es soviel ist als ablenken, und aus der Bedeutung der Worte: vom Haupte Ephraims auf das Haupt Menasches, insofern sie ausdrücken, vom Irrtum ab, denn ein Irrtum war es, an erster Stelle das Wahre zu setzen, und an der zweiten das Gute, wie oben gezeigt worden ist. 6291. "Und Joseph sprach zu seinem Vater: Nicht also, mein Vater, denn dieser ist der Erstgeborene", 1. Mose 48/18, bedeutet den wahrnehmbaren Einfluß in betreff des Guten, daß diesem das Vorrecht (gebühre). Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom himmlischen Inneren gesagt wird, das hier Joseph ist, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 6152, hier den wahrnehmbaren Einfluß, weil er nicht nur die Hand faßte, sondern auch sprach: Nicht also, mein Vater, denn dieser ist der Erstgeborene. 6292. "Lege deine Rechte auf sein Haupt", 1. Mose 48/18, bedeutet, daß er so an erste Stelle (gesetzt werde). Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Rechte auf das Haupt legen", insofern es heißt, an erste Stelle setzen, wie Nr. 6269, 6287. Daß er die Hand auf das Haupt legte, als er segnete, geschah infolge eines von den Alten angenommenen Gebrauchs, denn im Haupte ist das Verstandes- und Willensvermögen des Menschen, im Körper aber liegt das Handeln nach dem Willen jener und der Gehorsam. Somit war das Legen der Hand auf das Haupt die vorbildliche Bezeichnung, daß der Segen dem Verstandes- und Willensvermögen mitgeteilt werden sollte, somit dem Menschen selbst. Aus jener alten Zeit, besteht derselbe Gebrauch noch heutzutage, und wird bei Einweihungen und auch bei Segnungen angewendet. 6293. "Aber sein Vater verweigerte es", 1. Mose 48/19, bedeutet, die Nichteinwilligung; dies erhellt ohne Erklärung. 6294. "Und sprach: Ich weiß, mein Sohn, ich weiß es", 1. Mose 48/19, bedeutet, es sei so, erscheine aber anders. Dies erhellt aus der Bedeutung von wissen, insofern es hier ausdrückt, erkennen, daß es zwar so sei, aber anders erscheine. Daß das geistig Gute, das Israel vorbildet, dies jetzt wahrnehme, geschah infolge des Einfließens des himmlischen Inneren, das Joseph ist, über welchen Einfluß Nr. 6289, 6291 gehandelt worden ist. Wenn das geistig Gute in der Erleuchtung steht vermöge eines solchen Einflusses, dann nimmt es wahr, daß es so ist, d.h., daß dem Guten die erste Stelle gebühre, und dem Wahren die nachfolgende, wie auch, daß es anders erscheine; dann aber erkennt es den Vorrang desselben darin, daß das Wahre mehr herrschen müsse als das Gute, wie im Folgenden sich zeigt, und deshalb läßt er seine rechte Hand auf dem Haupte des Jüngeren und seine linke auf dem Haupte des Erstgeborenen. 6295. "Auch dieser wird zu einem Volke werden, und auch er wird groß werden", 1. Mose 48/19, bedeutet, das Wahre aus dem Guten werde auch vermehrt werden, somit der himmlische Mensch. Dies erhellt aus der Bedeutung des Volkes, insofern es das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1259, 1260, 3581, 4619; aus der Bedeutung von groß werden, insofern es heißt vermehrt werden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, von dem dies gesagt wird, insofern er das Gute des Willensgebietes im Natürlichen ist, das vom Inneren stammt, worüber Nr. 6234, 6238, 6267. Daß das Wahre aus dem Guten dem himmlischen Menschen angehört, erhellt aus dem, was im vorigen öfter vom himmlischen Menschen gesagt und nachgewiesen wurde; daß nämlich der himmlische Mensch aus der Willensbestimmung im Guten ist, und daraus im Wahren; und daß er dadurch vom geistigen Menschen sich unterscheidet, daß dieser aus dem Verständigen im Wahren und daraus im Guten ist. Und weil Menasche das Gute des Willensgebietes bezeichnet, deshalb wird durch ihn der himmlische Mensch vorgebildet, jedoch der äußere himmlische Mensch oder der Mensch der äußeren himmlischen Kirche, denn Menasche ist das Gute des Willensgebietes im Natürlichen, also im äußeren Menschen. Joseph hingegen ist der Mensch der inneren himmlischen Kirche, weil er das Gute des Willensgebietes im Vernünftigen ist, also im inneren Menschen. Es soll auch einiges wenige gesagt werden von dem Wahren des Guten, das Sache des himmlischen Menschen ist: dieses Wahre heißt zwar Wahres, ist aber eigentlich Gutes. Beim himmlischen Menschen ist das Gute der Liebe zum Herrn, und das Gute der Liebe gegen den Nächsten. Das Gute der Liebe zum Herrn ist das Innere desselben, aber das Gute der Liebe gegen den Nächsten ist sein Äußeres. Deswegen sind von denen, die zur himmlischen Kirche gehören, diejenigen im Inneren dieser Kirche, die in der Liebe zum Herrn sind, und im Äußeren der Kirche, die in der Liebe zum Nächsten. Das Gute dieser Liebe, nämlich der Liebe zum Nächsten bei dem himmlischen Menschen wird hier das Wahre des Guten genannt, und durch Menasche vorgebildet, denn der himmlische Mensch ist von der Art, daß er nicht aus dem Wahren Vernunfterörterungen anstellt, und auch nicht über das Wahre, denn er hat aus dem Guten, d.h. durch das Gute vom Herrn ein Innewerden, ob etwas so sei oder nicht: Nr. 202, 337, 2715, 3246, 4448; gleichwohl wird das Gute der Liebtätigkeit bei ihm das Wahre genannt, aber das himmlisch Wahre. 6296. "Aber dennoch wird sein jüngerer Bruder größer werden als er", 1. Mose 48/19, bedeutet das Gute aus dem Wahren werde eine größere Zunahme erfahren, somit der geistige Mensch. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, der hier der jüngere Bruder ist, insofern er das Wahre des Verstandes im Natürlichen bezeichnet, das vom Inneren stammt, worüber Nr. 6234, 6238, 6267; hier aber ist Ephraim das Gute aus dem Wahren, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "größer werden als der andere", insofern es heißt, eine größere Zunahme erfahren. Daß Ephraim hier das Gute aus dem Wahren ist, kommt daher, weil er den Menschen der geistigen Kirche vorbildet, aber den Menschen der äußeren geistigen Kirche, sowie Menasche den Menschen der äußeren himmlischen Kirche: Nr. 6295. Diesen Menschen, nämlich den Menschen der geistigen Kirche bildet das Gute aus dem Wahren; das Innere dieser Kirche ist es, was durch Israel vorgebildet wird, das Äußere hingegen durch Ephraim. Der Mensch der geistigen Kirche unterscheidet sich vom Menschen der himmlischen Kirche dadurch, daß das Gute des ersteren in das Verstandesgebiet eingepflanzt ist, das Gute des letzteren aber in das Willensgebiet, man sehe Nr. 863, 875, 895, 927, 928, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113; deshalb bildet Ephraim den geistigen Menschen vor und Menasche den himmlischen. Daß das Gute aus dem Wahren, oder der geistige Mensch mehr eine größere Zunahme erfahren werde, als das Gute, aus dem das Wahre stammt oder der himmlische Mensch, kommt daher, weil das Willensgebiet des Menschen beständig verschlechtert wurde, und zuletzt so, daß das Böse ihn ganz in Besitz nahm, und zwar so sehr, daß nichts unverletzt in ihm blieb. Damit daher der Mensch nicht verlorengehe, sorgte der Herr dafür, daß er in betreff seines Verstandesgebietes wiedergeboren und so erlöst werden konnte. Dies ist der Grund, warum es nur wenige gibt, bei denen im Willensgebiet noch etwas unverletzt ist, somit wenige, die himmlische Menschen werden können, dagegen viele, die geistig werden können. Daher müssen diese mehr Zunahme erfahren als jene. Das ist es nun, was dadurch bezeichnet wird, daß sein jüngerer Bruder größer sein werde als er. 6297. "Und sein Same wird eine Fülle von Völkern werden", 1. Mose 48/19, bedeutet, das Glaubenswahre werde herrschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Samens, insofern er Glaube und Liebtätigkeit ist, worüber Nr. 1025, 1447, 1610, 1940, 2848, 3187, 3310, 3373, 3671, hier der Glaube, weil von Ephraim gesagt; und aus der Bedeutung der Fülle von Völkern, insofern sie eine große Menge bezeichnet, somit, daß es herrschen werde. Fülle bedeutet im Worte das Ganze, und wo nicht das Ganze, da bedeutet es eine große Menge und wird sowohl vom Wahren, als vom Guten gesagt; denn Menge wird vom Wahren, Größe hingegen vom Guten gesagt, mithin von beiden die Fülle: Jerem.47/2: "Siehe, Wasser kommen von Mitternacht, die zu einem überschwemmenden Strome werden, und sie werden das Land und dessen Fülle überschwemmen, die Stadt und die Bewohner in ihr": Land und Fülle für das Ganze, sowohl für das Wahre, als für das Gute, das Angehör der Kirche ist; daher wird hinzugefügt: die Stadt und die Bewohner in ihr, denn durch Stadt werden die Wahrheiten bezeichnet und durch Bewohner das Gute: Nr. 2268, 2451, 2712. Hes.12/19: "Sie werden ihr Brot mit Sorgen essen, und ihr Wasser mit Schrecken trinken, denn ihr Land soll verödet werden von seiner Fülle": Land für die Kirche, und Fülle für das Gute und Wahre in ihr; daß es beides bezeichnet, erhellt aus dem Vorhergehenden; daß sie ihr Brot mit Sorgen essen und ihr Wasser mit Schrecken trinken werden, denn durch Brot wird das Gute der Liebe bezeichnet und durch Wasser das Wahre des Glaubens, das die Fülle des Landes heißt. Amos 6/8: "Ich hasse die Hoffart Jakobs und seine Paläste, darum will Ich verschließen die Stadt und ihre Fülle". Ps.89/12: "Dein sind die Himmel und Dein die Erde, den Weltkreis und seine Fülle hast Du gegründet". Ps.24/1,2: "Die Erde und ihre Fülle ist Jehovahs, der Erdkreis und sein Bewohner; Er selbst hat auf den Meeren ihn gegründet und auf den Fluten ihn befestigt": Fülle auch hier für Wahres und Gutes; Land für die Kirche im besonderen, Erdkreis für die Kirche im allgemeinen. Daß Jehovah den Erdkreis gegründet hat auf den Meeren, bedeutet, auf dem, was Angehör der Erkenntnis ist: Nr. 28, und daß Er ihn gründete auf den Fluten, bedeutet auf dem, was Sache der Einsicht ist: Nr. 3051; daß darunter nicht verstanden wird, Jehovah habe den Erdkreis auf den Meeren gegründet und auf den Fluten ihn befestigt, wer könnte das nicht sehen; denn der Erdkreis ist nicht darauf gegründet und befestigt. Wer nachsinnt, kann daher erkennen, daß durch Meere und Fluten anderes bezeichnet wird, und daß dieses andere das Geistige oder Innere des Wortes ist. 6298. "Und er segnete sie an diesem Tage", 1. Mose 48/20, bedeutet das Vorhersehen und Vorsehen (oder Fürsorge) in Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es ein Vorhersagen bezeichnet, worüber Nr. 6230, 6254; im höchsten Sinne aber das Vorhersehen des Herrn, und darum auch das Vorsehen (oder die Fürsorge), denn das eine kann nicht sein ohne das andere: das Böse wird nämlich vorhergesehen und das Gute vorgesehen, und das Böse, das vorhergesehen wird, wird durch die Vorsehung zum Guten gelenkt. Segnen bezeichnet hier Vorhersehen und Fürsorge, weil Israel, der hier segnet, im höchsten Sinne der Herr ist: Nr. 4286; ferner aus der Bedeutung von "an diesem Tage" oder "heute", insofern es das Ewige bezeichnet, worüber Nr. 2838, 3998, 4304, 6165. 6299. "Und sprach: In dir (Joseph) soll Israel segnen und sprechen: Es mache dich Gott wie Ephraim und wie Menasche", 1. Mose 48/20, bedeutet, daß sein Geistiges im Verstandeswahren und Willensguten sein möge. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das Wahre des Verstandes, und Menasches, insofern er das Gute des Willensgebietes bezeichnet, wovon oben. Daß das Geistige, das Israel ist, in ihnen sein möge, bedeuten die Worte: "In dir soll (Israel) segnen, und es mache dich Gott". Damit, daß das durch Israel vorgebildete Geistige im Verstandeswahren und im Willensguten sein möge, das Ephraim und Menasche ist, verhält es sich in folgender Weise: Das geistig Gute, das durch Israel vorgebildet wird, ist das Geistige der inneren Kirche, hingegen das Wahre und Gute, das durch Ephraim und Menasche vorgebildet wird, gehört der äußeren Kirche an, Nr. 6296. Damit das Innere das Innere der Kirche sei, muß es notwendig im Äußeren derselben sein, denn das Äußere bildet die Grundlage, auf der das Innere ruht und ist das Aufnahmegefäß, in welches das Innere einfließen muß. Daher kommt es, daß das Natürliche, welches das Äußere ist, notwendig wiedergeboren werden muß, denn wenn dieses nicht wiedergeboren wird, dann hat das Innere keine Grundlage und auch kein Aufnahmegefäß. Und wenn es keine Grundlage hat und auch kein Aufnahmegefäß, dann geht es ganz und gar zugrunde. Dies ist es nun, was darunter verstanden wird, daß sein Geistiges im Verstandeswahren und Willensguten sein möge. Zur Erläuterung diene folgendes Beispiel: Die innere Neigung der Liebtätigkeit, daß nämlich der Mensch seine Ruhe und Seligkeit im Wohltun gegen den Nächsten findet, ohne Rücksicht auf irgendwelche Vergeltung, bildet das Innere der Kirche; dagegen es wollen und es tun aus dem Wahren, d.h., weil es so im Worte befohlen, ist das Äußere der Kirche. Wenn das Natürliche oder das Äußere nicht übereinstimmt, d.h., es weder will, noch tut, weil es nichts von Vergeltung, also nichts für sich darinnen erblickt, denn dies liegt im natürlichen oder im äußeren Menschen aus dem angeerbten und wirklichen (Bösen), alsdann hat das Innere keine Grundlage und auch kein entsprechendes Aufnahmegefäß, sondern nur solches, was den Einfluß entweder zurückweist oder verkehrt oder vernichtet; und deshalb geht das Innere zugrunde. Es wird nämlich verschlossen und verhärtet, so daß nichts aus dem Himmel in das Natürliche durch das Innere eindringen kann, außer einiges Licht im allgemeinen durch die Ritzen ringsumher, z.B. die Fähigkeit zu denken, zu wollen und zu reden, aber nur nach Maßgabe dessen, was im Natürlichen ist, somit für das Böse und Falsche gegen das Gute und Wahre und dazu muß ihm das geistige Licht dienen, das im allgemeinen ringsumher (gleichsam) durch die Ritzen einfließt. 6300. "Und er setzte Ephraim vor Menasche", 1. Mose 48/20, bedeutet, daß er das Wahre an erste Stelle setzte, weil es dem Geistigen angehörte. Dies kann aus dem erhellen, was 1. Mose 48/13,14,17-19 erklärt worden ist. 6301. Vers 21,22: Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe, und Gott wird mit euch sein und euch zurückführen zu dem Lande eurer Väter. Und ich gebe dir einen Teil vor deinen Brüdern, den ich genommen habe aus der Hand der Emoräer mit meinem Schwerte und mit meinem Bogen. "Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe" bedeutet das Innewerden des geistig Guten aus dem himmlischen Inneren in betreff des neuen Lebens und der Beendigung der Vorbildung; "und Gott wird mit euch sein" bedeutet die göttliche Vorsehung des Herrn; "und euch zurückführen zu dem Lande eurer Väter" bedeutet zu dem Zustand der beiden alten Kirchen; "und ich gebe dir einen Teil vor deinen Brüdern" bedeutet das Verstandeswahre und das Willensgute solle daselbst mehr besitzen; "den ich genommen habe aus der Hand der Emoräer" bedeutet aus dem Siege über das Böse; "mit meinem Schwerte" bedeutet das kämpfende Wahre; "und mit meinem Bogen" bedeutet aus der Lehre. 6302. "Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe", 1. Mose 48/21, bedeutet das Innewerden des geistig Guten aus dem himmlischen Inneren in betreff des neuen Lebens und der Beendigung der Vorbildung. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 6220; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 6225; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlische Innere ist, worüber Nr. 5869, 5877; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es eine Erweckung zum Leben bezeichnet, worüber Nr. 3498, 3505, 4618, 4621, 6036, 6221; und daß es auch das Ende der früheren Vorbildung bezeichnet, sehe man Nr. 3253, 3259, 3276. Dieses Ende wird auch hier durch sterben bezeichnet, denn wenn einer stirbt, der etwas von der Kirche vorgebildet hatte, dann folgt ein anderer, der die Vorbildung fortsetzt in ihrer Ordnung. So wurde, nachdem Abraham gestorben war, das Vorbildliche nach seiner Ordnung in Jischak fortgesetzt, und nachher in Jakob, und nach diesem in seinen Söhnen; ebenso, als Moses gestorben war, trat das Vorbildliche in Josua ein, und nachher bei den Richtern in der Ordnung bis zu den Königen, und so fort. 6303. "Und Gott wird mit euch sein", 1. Mose 48/21, bedeutet die göttliche Vorsehung des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Gott wird mit euch sein", insofern es die göttliche Fürsorge des Herrn bezeichnet; denn wenn der Herr mit jemand ist, dann führt Er ihn und sorgt dafür, daß alle Dinge, die ihm begegnen, sie mögen trauriger oder erfreulicher Art sein, ihm zum Guten dienen; darin besteht die Vorsehung des Herrn. Die Vorsehung des Herrn wird gesagt, weil es heißt: "Gott mit euch", und unter Gott, wie auch unter Jehovah im Worte der Herr verstanden wird, denn es ist kein anderer Gott außer Ihm; denn Er selbst ist der Vater und Er selbst ist der Sohn, weil Sie eins sind, denn der Vater ist in Ihm und Er im Vater, wie Er selbst lehrt bei Joh.14/9-11; man sehe Nr. 1343, 1736, 2921, 3035, 5663. 6304. "Und euch zurückführen zu dem Lande eurer Väter", 1. Mose 48/21, bedeutet, zu dem Zustand der beiden alten Kirchen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 566, 662, 1066, 1067, 1733, 1850, 2117, 2118, 3355, 4535, 4447, 5577; und aus der Bedeutung der Väter, insofern sie diejenigen bezeichnen, die der Alten und der Ältesten Kirche angehören, worüber Nr. 6075. Es wird gesagt "zum Zustand der beiden alten Kirchen", weil die Söhne Israels und deren Nachkommen, sowie diejenigen, welchen den alten Kirchen angehörten, in allem das himmlische und geistige Reich des Herrn vorbilden sollten. Das Vorbildliche selbst wurde auch wirklich eingeführt: bei dem jüdischen Volke das Vorbildliche des himmlischen Reiches und bei dem israelitischen Volke das Vorbildliche des geistigen Reiches. Bei diesem Geschlechte konnte jedoch nur das bloße Vorbildliche hergestellt werden, nicht aber das Wesentliche der Kirche oder des Reiches des Herrn, denn sie wollten gar nichts in den Vorbildungen sehen und anerkennen, als das Äußere, nicht aber etwas Inneres. Damit jedoch das Vorbildliche bestehen konnte und durch dasselbe einige Gemeinschaft mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn, wurden sie im Äußeren gehalten, und es wurde damals vom Herrn dafür gesorgt, daß eine Gemeinschaft stattfinden konnte durch das bloß äußere Vorbildliche, ohne das innere. Dieser Zustand war es, zu dem die Nachkommen Jakobs zurückgeführt werden konnten; dennoch aber waren in den äußeren Vorbildungen bei ihnen inwendig göttliche Dinge verborgen, im höchsten Sinn solche, die sich auf das Göttlich-Menschliche des Herrn und im bezüglichen Sinn solche, die sich auf das Reich des Herrn in den Himmeln und in der Kirche bezogen. Dieser Zustand der beiden alten Kirchen wird dadurch bezeichnet, daß Gott sie zurückführen werde zu dem Lande ihrer Väter. 6305. "Und ich gebe dir einen Teil vor deinen Brüdern", 1. Mose 48/22, bedeutet, das Verstandeswahre und das Willensgute solle daselbst mehr besitzen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims und Menasches, die hier Joseph sind, wie Nr. 6275, insofern sie das Verstandeswahre und Willensgute bezeichnen, worüber öfter im vorigen; und aus der Bedeutung von "einen Teil vor deinen Brüdern geben", insofern es ausdrückt, mehr daselbst besitzen, nämlich in der Kirche, die durch Land bezeichnet wird: Nr. 6304. Daß das Willensgute und Verstandeswahre daselbst mehr besitzen sollte, kommt daher, weil diese zwei das Wesentliche der Kirche bilden; deshalb ging auch die Erstgeburt auf die Söhne Josephs über: 1.Chron.5/1. 6306. "Den ich genommen habe aus der Hand der Emoräer", 1. Mose 48/22, bedeutet, aus dem Siege über das Böse. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Emoräer, insofern sie das Böse bezeichnen, worüber Nr. 1857; und aus der Bedeutung von "aus der Hand nehmen", insofern es heißt, sich durch Sieg erwerben. Was die Emoräer anbelangt, so muß man wissen, daß durch sie Böses bezeichnet wird, wie auch durch die Kanaaniter und die übrigen Völker in jenem Lande, die im Worte genannt werden, verschiedene Arten des Bösen und Falschen bezeichnet werden. Solches bildeten die Heiden vor, als die Söhne Israels in den Besitz des Landes Kanaan kamen. Der Grund lag darin, daß, sobald die Söhne Israels das Himmlische vorbildeten, jene Völker das Höllische vorbilden mußten, damit auf diese Weise das Land Kanaan den ganzen Zustand des anderen Lebens vorbilden konnte; und weil die Heiden das Höllische vorbildeten, deshalb wurden sie dem Fluche (oder Bann) hingegeben und wurde verboten, mit denen, die übrigblieben, einen Bund zu schließen. Daß die Söhne Israels das Land derer, welche die Hölle vorbildeten, einnahmen und bewohnten, war die Vorbildung davon, daß die Höllischen um die Zeit der Ankunft des Herrn den größten Teil des Himmels eingenommen hatten, daß aber der Herr, indem Er in die Welt kam und das Menschliche in Sich göttlich machte, sie daraus vertreiben und in die Hölle geworfen und so den Himmel von ihnen befreit hat, der dann denen, die in Seinem geistigen Reich waren, zum Erbe gegeben wurde. Daß durch das Volk der Emoräer das Böse im allgemeinen vorgebildet wurde, erhellt aus den Stellen, wo es genannt wird, wie Hes.16/3,45: "Jerusalem deine Geschäfte und deine Geschlechter stammen vom Lande Kanaan; dein Vater (war) ein Emoräer und deine Mutter eine Chittäerin": weil Vater im inneren Sinn das Gute der Kirche bedeutet, aber im entgegengesetzten Sinn das Böse; und Mutter das Wahre der Kirche, aber im entgegengesetzten Sinn das Falsche, deshalb wird gesagt, dein Vater (war) ein Emoräer und deine Mutter ein Chittäerin. Amos 2/9,10: "Ich habe den Emoräer vernichtet vor ihnen, dessen Höhe war wie die Höhe der Zedern und der stark war wie die Eiche; Ich habe euch geführt in der Wüste, um einzunehmen das Land der Emoräer": hier steht auch Emoräer für das Böse, denn es wird das Böse seiner Liebe durch die Höhe der Zedern und die Stärke der Eiche beschrieben; daß die Emoräer das Böse im allgemeinen bezeichnen, kommt daher, weil das ganze Land Kanaan das Land der Emoräer genannt wurde; denn es wird gesagt: Ich habe euch geführt in der Wüste, um das Land der Emoräer einzunehmen. 2.Kön.21/11: "Menasche, der König Jehudahs, tat Böses mehr als alles Böse, was die Emoräer getan, die vor ihm waren". "Mit meinem Schwerte", 1. Mose 48/22, bedeutet durch das kämpfende Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2799, 4499. "Und mit meinem Bogen", 1. Mose 48/22, bedeutet aus der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bogens, insofern er die Lehre bezeichnet, worüber Nr. 2686, 2709. Daß diese Worte: "der Teil, den ich genommen habe aus der Hand der Emoräer mit meinem Schwert und mit meinem Bogen", von Israel wegen des inneren Sinnes ausgesprochen wurden, ist ganz offenbar, weil Jakob diesen Teil von den Emoräern weder mit dem Schwerte nahm, noch mit dem Bogen, sondern ihn kaufte von den Söhnen Chamors, wie deutlich ist aus 1. Mose 33/18,19, wo es heißt: "Und Jakob kam nach Schalem, zur Stadt des Schechem (Sichem), die im Lande Kanaan ist, als er kam aus Paddan Aram und lagerte sich im Angesichte der Stadt. Und er kaufte einen Teil des Feldes, wo er sein Zelt aufschlug, aus der Hand der Söhne Chamors, des Vaters des Schechem, um hundert Kesitha": daß dieses Feld der Teil war, den er Joseph gab, erhellt bei Jos.24/32: "Die Gebeine Josephs, welche die Söhne Israels aus Ägypten brachten, begruben sie in Schechem, in dem Teile des Feldes, das Jakob gekauft hatte von den Söhnen Chamors, des Vaters Schechems, um hundert Kesitha; und wurde den Söhnen Josephs zum Erbe (gegeben)": daraus ist deutlich, daß dieser Teil gekauft wurde, und daß dieser es war, der dem Joseph gegeben ward. Daß nicht die Stadt Schechems verstanden ist, die nahe dabei war, in der Schimeon und Levi alles Männliche töteten und die sie mit dem Schwerte einnahmen: 1. Mose Kapitel 34, kann deutlich daraus ersehen werden, daß Jakob diese Tat verabscheute, und um ihretwillen Schimeon und Levi verfluchte und sich von dieser Freveltat ganz lossagte, indem er 1. Mose 49/5-7, sprach: "In ihren Rat komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt meine Ehre; denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt. Verflucht sei ihr Zorn, weil er gewaltig ist, und ihr Grimm, weil er hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob und zerstreuen in Israel". Daraus kann man nun deutlich ersehen, daß diese Worte: "der Teil den ich genommen habe aus der Hand des Emoräers mit meinem Schwerte und mit meinem Bogen", von ihm gesprochen wurden, als er im prophetischen Geiste war, um des inneren Sinnes willen.   Nr. 6307 - 6327 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 49. Kapitel 1. Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich euch anzeige, was euch begegnen wird am Ende der Tage. 2. Versammelt euch und höret, ihr Söhne Jakobs, und höret auf Israel, euern Vater. 3. Ruben, mein Erstgeborener, du, meine Kraft und Erstling meiner Stärke, hervorragend an Hoheit und hervorragend an Macht. 4. Leicht aufwallend wie Wasser; keinen Vorzug sollst du haben; denn du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters; damals hast du entweiht; mein Lager hat er bestiegen. 5. Schimeon und Levi sind Brüder, Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter. 6. In ihren Rat komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt meine Ehre, denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet, und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt. 7. Verflucht sei ihr Zorn, weil er heftig ist, und ihr Grimm, weil er hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und zerstreuen in Israel. 8. Jehudah, du (bist es), dich werden preisen deine Brüder, deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde, es werden sich beugen vor dir die Söhne deines Vaters. 9. Ein junger Löwe ist Jehudah, von der Beute bist du aufgestiegen, mein Sohn; er hat sich niedergebeugt und gelagert, wie ein Löwe, und wie ein alter Löwe (Nach den neueren Auslegern bedeutet Lavi eine Löwin; Anm.d.Übers), wer wird ihn auftreiben? 10. Es wird nicht entfernt werden das Zepter von Jehudah, noch der Gesetzgeber (Nach den neueren Ausleg. ist statt Gesetzgeber zu übersetzen: der Herrscherstab; Anm.d.Übers) von seinen Füßen, bis daß Schilo kommt und ihm Gehorsam der Völker zuteil wird). 11. Er bindet an den Weinstock sein Füllen, und an die Edelrebe den Sohn seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Gewand, und im Blute der Trauben seinen Mantel. 12. Rötlich sind seine Augen vom Wein, und weiß die Zähne von Milch. 13. Sebulon wird wohnen am Gestade der Meere und am Gestade der Schiffe, und seine Seite wird gegen Zidon (hin gerichtet sein). 14. Jisaschar ist ein knochiger Esel, liegend zwischen seinen Bürden (Nach anderen: Hürden). 15. Und er sieht die Ruhe, daß sie gut, und das Land, daß es lieblich ist, und neigt seine Schultern zum Lasttragen, und wird ein zinsbarer Knecht (d.i. zum Frondienst verpflichtet) sein. 16. Dan wird richten sein Volk, wie einer der Stämme Israels. 17. Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege, wie die Hornschlange auf dem Pfade, welche beißt in die Fersen des Pferdes, daß rücklings fällt sein Reiter. 18. Auf Dein Heil harre ich, Jehovah! 19. Gad, eine Kriegsschar wird ihn bedrängen, und er wird ihre Ferse drängen. 20. Von Ascher kommt Fettes, sein Brot, und er wird geben die Leckerbissen des Königs. 21. Naphthali ist eine losgelassene Hindin, und gibt schöne Reden. 22. Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph, Sohn eines Fruchtbaumes an der Quelle, Töchter ranken empor über die Mauer. 23. Und Bogenschützen reizen ihn, und schießen (auf ihn), und feinden ihn an. 24. Aber er wird sitzen in der Festigkeit seines Bogens, und es werden gestärkt die Arme seiner Hände, von den Händen des Starken Jakobs, von dorther (kommt) der Hirte, der Stein Israels. 25. Von dem Gotte deines Vaters, Er wird dir helfen, und mit Schaddai (dem Allmächtigen), Er wird dich segnen, mit Segnungen des Himmels von oben, mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes. 26. Die Segnungen deines Vaters werden überragen die Segnungen meiner Erzeuger, bis zur Wonne der ewigen Hügel; sie werden kommen auf das Haupt Josephs, und auf den Scheitel des Nasirs, (des Auserwählten) unter seinen Brüdern. 27. Benjamin (ist) ein Wolf, der zerreißt, des Morgens wird er rauben; er wird den Raub verzehren, und am Abend die Beute verteilen. 28. Das sind alle die zwölf Stämme Israels; und das ist es, was zu ihnen geredet ihr Vater, da er sie segnete; einen jeden gemäß seinem Segen segnete er sie. 29. Und er gebot ihnen, und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volke, begrabet mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Acker Ephrons, des Chittäers. 30. In der Höhle, die im Felde Machpelah ist, die gegen Mamre liegt, im Lande Kanaan, und die Abraham kaufte mit dem Acker von Ephron, dem Chittäer, zum Eigentum des Begräbnisses. 31. Daselbst haben sie Abraham begraben, und Sarah sein Weib; daselbst hat man Jischak und Rebecka, sein Weib, begraben, und daselbst habe ich Leah begraben. 32. Der Ankauf des Feldes und der Höhle, die in demselben, (fand statt) von den Söhnen Cheths. 33. Und Jakob hörte auf seinen Söhnen zu gebieten, und zog seine Füße ins Bett, und hauchte seine Seele aus, und ward versammelt zu seinen Völkern.   Inhalt 6328. In diesem Kapitel wird im inneren Sinn nicht davon gehandelt, was den Nachkommen Jakobs begegnen sollte, sondern von den Wahrheiten des Glaubens und vom Guten der Liebe, welches die zwölf Stämme, die benannt sind nach den Söhnen Jakobs, vorbilden und bezeichnen. 6329. Zuerst wird gehandelt von dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben, die völlig verworfen wird; und wird bezeichnet durch Ruben, Schimeon und Levi. 6330. Hierauf wird gehandelt von der Himmlischen Kirche, die der Stamm Jehudahs bezeichnet; und zugleich im höchsten Sinn vom Göttlich-Menschlichen des Herrn. 6331. Dann von den übrigen Stämmen je nach dem Zustand des Guten und Wahren, das sie vorbilden. 6332. Endlich von der himmlischen geistigen Kirche, die Joseph bezeichnet; und auch hier im höchsten Sinn von dem Göttlich-Menschlichen des Herrn.   Innerer Sinn 6333. Aus dem, was in diesem Kapitel von Jakob gesagt worden, kann deutlich erhellen, daß dem Worte noch ein anderer Sinn innewohnt, als der, welcher im Buchstaben erscheint; denn Jakob, der damals Israel war, erklärt, daß er verkünden werde, was seinen Söhnen in den letzten Tagen begegnen solle: Vers 1, und doch geschah nichts von dem, was er ankündigt und vorhersagt, z.B. daß die Nachkommen Rubens, Schimeons und Levis mehr als die anderen verflucht werden, und daß Schimeon und Levi zerteilt werden sollten in Jakob, und zerstreut in Israel: Vers 4-7, sondern das Gegenteil begegnete Levi, daß er nämlich gesegnet wurde, denn bei ihm war das Priestertum. Auch das, was von Jehudah gesagt wird, begegnete ihm nicht, außer daß das Vorbildliche der Kirche länger bei ihm verblieb, als bei den anderen; und überdies werden solche Dinge von ihm gesagt, von denen niemand wissen kann, was sie bedeuten, außer durch den anderen Sinn, der inwendig verborgen liegt, z.B. daß er sich niederbeugen und lagern werde wie ein Löwe, daß er sein Füllen an den Weinstock, und den Sohn seiner Eselin an die Edelrebe binden werde, daß er sein Gewand in Wein waschen werde, und im Blute der Trauben seinen Mantel, daß seine Augen rötlich vom Wein und seine Zähne weiß von Milch seien: Vers 9, 11, 12. Dies alles ist von der Art, daß jeder daraus erkennen kann, daß etwas darinnen liege, was im Himmel bekannt ist, und was dem Menschen nur von da aus erklärt werden könne. Ebenso verhält es sich mit dem, was Israel von seinen übrigen Söhnen sagte, z.B. von Sebulon, daß er am Gestade der Meere und der Schiffe wohnen werde, und an der Seite gegen Zidon hin; von Jisaschar, daß er ein knochiger Esel sei, zwischen seinen Bürden liegend, und seine Schultern zum Lasttragen neigen werde, von Dan, daß er eine Schlange auf dem Wege, eine Hornschlange auf dem Pfade sei, welche beißt in die Ferse des Rosses, daß rücklings fällt sein Reiter, und so weiter von den übrigen. Hieraus erhellt offenbar, daß ein innerer Sinn vorhanden sei. Das Wort ist gegeben, um den Himmel mit der Erde zu verbinden, oder die Engel mit den Menschen, und deswegen wurde es so geschrieben, daß es von den Engeln geistig aufgefaßt wird, wenn von den Menschen natürlich, und daß so durch die Engel das Heilige einfließen kann, durch das die Verbindung geschieht. Von solcher Art ist das Wort sowohl in den historischen, als in den prophetischen Teilen, doch erscheint der innere Sinn weniger deutlich in den historischen als in den prophetischen, weil das Historische in einem anderen Stil geschrieben wurde; dennoch aber durch (lauter) Sinnbildliches. Das Historische wurde deshalb gegeben, damit die Kinder und Knaben durch dasselbe in das Lesen des Wortes eingeleitet würden, denn es enthält ergötzliche Geschichten, die in ihrer Seele haften, und durch die ihnen eine Gemeinschaft mit den Himmeln zuteil wird, die lieblich ist, weil sich jene in dem Zustand der Unschuld und gegenseitigen Liebe befinden. Dies ist der Grund, weshalb es ein historisches Wort gibt. Das prophetische Wort ist aber deshalb, weil es, wenn es gelesen wird, von den Menschen nur dunkel verstanden wird; während es aber von dem Menschen, wie er heutigen Tages ist, dunkel verstanden wird, wird es von den Engeln deutlich erkannt, was mir aus vieler Erfahrung zu wissen gegeben wurde, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle. 6334. Vers 1,2: Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich euch anzeige, was euch begegnen wird am Ende der Tage. Versammelt euch und höret, ihr Söhne Jakobs, und höret auf Israel, euern Vater. "Und Jakob berief seine Söhne" bedeutet die Anordnung der Wahrheiten des Glaubens und des Guten der Liebe im Natürlichen; "und sprach: Versammelt euch" bedeutet, alle zugleich im allgemeinen; "daß ich euch anzeige, was euch begegnen wird am Ende der Tage" bedeutet, wie beschaffen der Zustand der Kirche in Hinsicht der Ordnung sei, in der sie sich alsdann (befinde); "versammelt euch" bedeutet, daß sie selbst sich ordnen möchten; "und höret, ihr Söhne Jakobs" bedeutet die Wahrheiten und das Gute im Natürlichen; "und höret auf Israel, euern Vater" bedeutet die Vorhersage über sie vom geistig Guten, im höchsten Sinn das Vorhersehen des Herrn. 6335. "Und Jakob berief seine Söhne", 1. Mose 49/1, bedeutet die Anordnung der Wahrheiten des Glaubens und des Guten der Liebe im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von berufen, insofern es ein Anordnen bezeichnet, denn der Grund der Berufung war, damit die Glaubenswahrheiten und das Gute der Liebtätigkeit in dieser Ordnung bleiben möchten; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs und seiner Söhne, insofern sie die Glaubenswahrheiten und das Gute der Liebe im Natürlichen bezeichnen. Daß Jakob dieselben im allgemeinen vorbildet, sehe man Nr. 3509, 3525, 3546, 3659, 3669, 3677, 3775, 3829, 4234, 4273, 4337, 5506, 5533, 5535, 6001, 6236, und daß seine Söhne oder die nach ihnen benannten Stämme dieselben im besonderen bezeichnet: Nr. 3858, 3926, 3939, 4060. Was die Ordnung der Glaubenswahrheiten und des Guten der Liebe anbelangt, die hier bezeichnet wird, und im inneren Sinn in diesem Kapitel dargestellt wird, so muß man wissen, daß die zwölf Stämme Israels alles Wahre und Gute in einer Zusammenfassung vorbildeten, mithin alles Wahre und Gute, das vom Herrn hervorgeht, und daher auch das, was im Himmel ist, und aus dem der Himmel ist; und weil alles im allgemeinen, so wird auch das einzelne im besonderen vorgebildet, denn die Gattungen enthalten die besonderen Arten in sich, wie das Allgemeine die besonderen Teile. Je nach dem Guten und dem daraus stammenden Wahren wechselt das Licht im Himmel, und nach den Arten des Lichtes wechseln die Zustände der Einsicht und Weisheit; daher kommt es, daß durch das Urim und Thummim das Licht hindurchglänzte und hindurchschimmerte, und zwar auf verschiedene Weise, gemäß dem Zustand der Sache, über die eine Befragung stattfand. Dies geschah, weil die zwölf Stämme, durch die alles Wahre und Gute im allgemeinen bezeichnet wurde, eingeschrieben standen auf dem Brustschilde, oder auf dem Urim und Thummim; denn für einen jeden Stamm war ein besonderer kostbarer Stein darinnen. Kostbare Steine waren es, weil diese die geistigen und himmlischen Wahrheiten bezeichnen: Nr. 114, 3720; und das Gold, in dem sie eingefaßt waren, das Gute: Nr. 113, 1551, 1552, 5658. Dies ist das Geheimnis, welches durch das Urim und Thummim versinnbildlicht wurde. Daß die zwölf Stämme solches bedeuteten, erhellt aus den Stellen im Worte, wo sie genannt werden, besonders aus dem Erbteile der Stämme im Lande Kanaan, worüber bei Josua, und von ihrem Erbteile im Reiche des Herrn, worüber bei Hesekiel in den letzten Kapiteln, wo von der neuen Erde, dem neuen Jerusalem und von dem neuen Tempel (gehandelt wird); und bei Johannes in der Offenbarung 7/4-8. Ferner aus der Ordnung in der Wüste, wenn sie sich lagerten; diese war nämlich so, daß durch sie das Wahre und Gute in seiner echten Ordnung vorgebildet wurde; daher die Weissagung Bileams: "Als Bileam seine Augen erhob, und Israel wohnen sah nach seinen Stämmen, kam der Geist Gottes über ihn, und er hob an seinen Spruch und sprach: Wie fein sind deine Zelte, Jakob, und deine Wohnungen Israel; wie Täler bepflanzt werden, wie Gärten neben Flüssen, wie Jehovah die Aloebäume gepflanzt hat, wie die Zedern neben den Wassern": 4. Mose 24/2,3,5,6. Man sehe auch, was von den Stämmen und deren Ordnungen Nr. 2129, 3858, 3862, 3926, 3939, 4060, 4603, gezeigt worden ist. 6336. "Und sprach: Versammelt euch", 1. Mose 49/1, bedeutet, alle zugleich im allgemeinen. Dies erhellt aus der Bedeutung von versammelt werden, insofern es bezeichnet, daß sie zugleich (vorhanden) sind. Hier alles Wahre des Glaubens und Gute der Liebe, das durch die zwölf Söhne Jakobs bezeichnet wird; man sehe Nr. 6335. 6337. "Daß ich euch anzeige, was euch begegnen wird am Ende der Tage", 1. Mose 49/1, bedeutet, wie beschaffen der Zustand der Kirche sei in der Ordnung, in der sie alsdann (sich befinde). Dies erhellt aus der Bedeutung von anzeigen, was begegnen wird, insofern es ein Mitteilen und Vorhersagen bezeichnet, und aus der Bedeutung von "am Ende der Tage", insofern es das Letzte des Zustandes bezeichnet, in dem sie sich zusammen befinden; denn Tage bedeuten Zustände: Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850, und das Ende bezeichnet das Letzte, somit bedeutet das Ende der Tage das Letzte des Zustandes, und zwar des Zustandes, in dem sich das Wahre und Gute im allgemeinen befindet, wenn es in seiner Ordnung beisammen ist. Der Zustand der Kirche wird bezeichnet, weil das Wahre und Gute, das durch Jakob und dessen Söhne vorgebildet wird, die Kirche ausmacht; daher wird durch Jakob die Kirche vorgebildet: Nr. 4286, 4439, 4514, 4520, 4680, 4772, 5536, 5540, also auch durch seine Söhne: Nr. 5403, 5419, 5427, 5458, 5512. Die Beschaffenheit des Zustandes wird bezeichnet, weil das Vorbildliche der Wahrheiten und des Guten der Kirche sich gemäß der Ordnung verhält, in der die Söhne Jakobs oder die Stämme im Worte genannt werden, man sehe Nr. 3862, 3926, 3939; denn eine andere Beschaffenheit wird bezeichnet, wenn an erster Stelle Ruben genannt wird: wenn nämlich Ruben, dann geht die Beschaffenheit vom Glauben aus; wenn hingegen Jehudah, dann beginnt sie von der Liebe; anders, wenn von einem anderen. Auch verändert sich die Beschaffenheit je nach der Ordnung, in der die übrigen nach ihnen genannt werden; daraus entstehen unzählige, ja unendliche Veränderungen. Dies ist in höherem Grade der Fall, wenn die Wahrheiten und das Gute im allgemeinen, die durch die zwölf Stämme bezeichnet werden, auch Veränderungen im besonderen, und zwar unzählige erleiden; hierdurch erhält jedes Wahre und Gute im allgemeinen ein anderes Ansehen; und mehr noch, wenn diese besonderen Gattungen wieder unzählige einzelne Veränderungen annehmen, und so fort. Daß daraus unendliche Abwechslungen entstehen, kann auch aus mehreren Dingen in der Natur erläutert werden. Daher kommt es nun, daß durch die zwölf Stämme, wenn sie in der einen Ordnung im Wort genannt werden, etwas anderes bezeichnet wird, als wenn in einer anderen. Mithin wird in diesem Kapitel etwas anderes bezeichnet, als an anderen Stellen. 6338. "Versammelt euch", 1. Mose 49/2, bedeutet, sie möchten sich selbst ordnen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich versammeln, insofern es ein Ordnen bezeichnet, denn sich versammeln bedeutet im geistigen Sinn nichts anderes, weil die Wahrheiten und das Gute nicht versammelt werden können, wenn nicht auch geordnet; denn das Universelle, das vom Herrn ausgeht, bewirkt dies, weil dieses Universelle alles einzelne bis auf das allereinzelste in sich enthält. Dieses bildet in seiner Gesamtheit das Universelle, das alles in den Himmeln in Ordnung bringt. Wenn das Universelle dieses tut, so scheint es, als ob das Gute und das Wahre sich selbst ordnete, und so von selbst in seiner Ordnung sich entwickle. So verhält es sich auch mit dem gesamten Himmel: er ist in seiner Ordnung, und wird beständig durch den allgemeinen Einfluß vom Herrn in Ordnung erhalten. So verhält es sich im allgemeinen auch mit den Gesellschaften im Himmel, und auch im besonderen, denn sobald die Engel oder Geister sich versammeln, werden sie sogleich in Ordnung gestellt wie von sich, und so bilden sie eine himmlische Gesellschaft, die ein Bild des Himmels ist. Dies könnte aber durchaus nicht geschehen, wenn nicht das Allumfassende, das vom Herrn ausgeht, das allereinzelste von allem in sich enthielte, und wenn nicht alles dieses in der vollkommensten Ordnung wäre. Wenn etwas Universelles ohne sein einzelnes von Gott einflösse, wie sehr viele meinen, und der Mensch, oder Geist, oder Engel sich selbst im einzelnen regieren würde, dann würde anstatt der Ordnung ein Verwirrung aller Dinge eintreten, und es könnte weder der Himmel, noch die Hölle, noch das menschliche Geschlecht, ja nicht einmal die Natur bestehen. Dies kann aus vielen Dingen beim Menschen erläutert werden: wenn z.B. seine Gedanken nicht in allgemeiner Weise und zugleich im einzelnen von den Neigungen der Liebe geordnet würden, so könnten sie sich durchaus nicht vernünftig und analytisch entwickeln. Ebenso auch nicht die Handlungen. Wenn ferner nicht die Seele im allgemeinen und im einzelnen in die Gefäße des Körpers einflösse, so könnte nichts Geordnetes und Regelmäßiges im Körper bestehen; wenn dies aber im einzelnen und dadurch im allgemeinen geschieht, dann ordnet sich alles wie von selbst. Dies wurde gesagt, damit man wisse, was darunter verstanden wird, daß die Wahrheiten und das Gute sich selbst ordnen. 6339. "Und höret, ihr Söhne Jakobs", 1. Mose 49/2, bedeutet die Wahrheiten und das Gute im Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, insofern sie die Wahrheiten und das Gute der Kirche im Natürlichen bezeichnen: Nr. 6335. 6340. "Und höret auf Israel, euern Vater", 1. Mose 49/2, bedeutet die Vorhersage über sie vom geistig Guten her, im höchsten Sinn das Vorhersehen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung von hören, nämlich, was geschehen werde am Ende der Tage, insofern es ein Vorhersagen bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute ist, wie Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Und weil durch "hören, was geschehen wird am Ende der Tage", im inneren Sinn ein Vorhersagen bezeichnet wird, so bedeutet es im höchsten Sinn das Vorhersehen des Herrn, denn aus dem Vorhersehen des Herrn kommt alles Vorhersagen. Wenn gesagt wird, daß die Söhne Jakobs auf Israel hören sollen, so bedeutet es, daß die Angehörigen der Kirche auf den Herrn hören sollen, d.h. auf Ihn selbst im Worte, (nämlich) was Er in demselben lehrt von den Wahrheiten des Glaubens und vom Guten der Liebe, und was Er vorhersagt von denen, die in solchem Wahren und Guten sind, das durch den einen oder den anderen der Söhne Jakobs bezeichnet wird, wie auch, was Er von denen lehrt und vorhersagt, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind, was hier durch Ruben, Schimeon und Levi bezeichnet wird; oder von denen, die im himmlischen Guten sind und durch Jehudah bezeichnet werden; ferner von denen, die im geistig Guten sind, und die durch Joseph bezeichnet werden; somit auch von denen, die in solchem sind, das durch die übrigen bezeichnet wird. 6341. Vers 3,4: Ruben, mein Erstgeborener, du, meine Kraft und Erstling meiner Stärke, hervorragend an Hoheit und hervorragend an Macht; leicht aufwallend wie Wasser; keinen Vorzug sollst du haben; denn du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters; damals hast du entweiht; mein Lager hat er bestiegen. "Ruben, mein Erstgeborener" bedeutet den Glauben, der anscheinend an erster Stelle ist; "du, meine Kraft" bedeutet, daß durch ihn den Guten Macht (erteilt werde); "und Erstling meiner Stärke" bedeutet, daß durch ihn das Wahre seine erste Macht erlange; "hervorragend an Hoheit und hervorragend an Macht" bedeutet, daß durch ihn Herrlichkeit und Macht (komme); "leicht aufwallend wie Wasser" bedeutet der Glaube allein habe nicht dergleichen Vorzüge; "keinen Vorzug sollst du haben" bedeutet, daß ihm keine Herrlichkeit und Macht gebühre; "denn du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters" bedeutet, er habe eine schändliche Verbindung (eingegangen), weil er vom Guten der tätigen Liebe getrennt sei; "damals hast du entweiht" bedeutet, wenn er mit dem Bösen verbunden sei, finde Entweihung statt; "mein Lager hat er bestiegen" bedeutet, weil er das geistig Gute im Natürlichen befleckt habe. 6342. "Ruben, mein Erstgeborener", 1. Mose 49/3, bedeutet den Glauben, der anscheinend an erster Stelle steht. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, insofern er den Glauben in Ansehung des Verständnisses bezeichnet, worüber Nr. 3861, 3866; und das Glaubensbekenntnis der Kirche im Allgemeinen: Nr. 4731, 4734, 4761; ferner aus der Bedeutung des Erstgeborenen, insofern er bezeichnet, an erster Stelle sein, worüber Nr. 3325. Daß der Glaube aber nur anscheinend an erster Stelle sei, sehe man Nr. 3539, 3548, 3556, 3563, 3570, 3576, 3603, 3701, 4925, 4926, 4928, 4930, 4977, 6256, 6269, 6272, 6273. 6343. "Du meine Kraft", 1. Mose 49/3, bedeutet, daß durch ihn dem Guten Macht zuteil werde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Rubens, der hier unter "du" verstanden ist, insofern er den Glauben in Ansehung des Verständnisses bezeichnet, worüber Nr. 6342; und aus der Bedeutung der Kraft, insofern es die Macht ist, die dem Guten (innewohnt). Was die Macht anbelangt, nämlich die Macht zu denken und zu wollen, wahrzunehmen, das Gute zu tun, zu glauben, Falsches und Böses zu zerstreuen, so hat sie ihren Grund ganz und gar in dem Guten durch das Wahre. Das Gute ist das Wesentliche, und das Wahre ist nur das Werkzeugliche: Nr. 3563, 4931, 5623. Die Macht, die dem Guten angehört, wird bezeichnet, weil Kraft (robus) diese Macht bedeutet, Stärke (vires) aber die Macht des Wahren; deshalb bedeutet der Erstling meiner Stärke, wie gleich folgen wird, die erste Macht, die dem Wahren (zuteil wird), denn das Wort, durch das die Stärke in der Grundsprache ausgedrückt wird, wird im Worte vom Wahren gesagt, das Wort hingegen, durch das die Kraft ausgedrückt wird, vom Guten. Daß das Wort in seinem Inneren heilig, ja das Allerheiligste ist, erhellt offenbar daraus, daß in dem einzelnen des Wortes eine himmlische Ehe ist, nämlich die Ehe des Guten und Wahren, mithin der Himmel; und daß im innersten Sinn im einzelnen die Ehe des Göttlich-Menschlichen des Herrn mit Seinem Reiche und der Kirche bezeichnet wird, ja im höchsten Sinn die Vereinigung des Göttlichen an Sich und des Göttlich-Menschlichen im Herrn. Dieses Allerheiligste liegt in dem einzelnen des Wortes, ein deutliches Zeichen, daß das Wort aus dem Göttlichen hernieder gekommen ist. Daß es so ist, kann auch daraus erhellen, daß, wo vom Guten, immer auch vom Wahren geredet wird, und wo vom Inneren, auch vom Äußeren geredet wird. Es gibt auch Worte, die durchgängig das Gute, und Worte, die durchgängig das Wahre bedeuten, ferner Worte, die beides, bald das Gute und bald das Wahre; und wenn sie es nicht bezeichnen, werden sie doch als Prädikat derselben gebraucht, oder sie schließen es ein. Aus der Anwendung und Bedeutung dieser Worte erhellt, daß im einzelnen die Ehe des Guten und Wahren ist, d.h. die himmlische Ehe, und im innersten und höchsten Sinn die göttliche Ehe, die im Herrn, und somit der Herr selbst ist. Dies zeigt sich zwar allenthalben, deutlich jedoch nur an den Stellen, wo eine Wiederholung der gleichen Sache ist, indem nur die Worte verändert sind; wie zum Beispiel in diesem Kapitel, wo es von Ruben heißt: "Du, meine Kraft, und Erstling meiner Stärke"; ferner: "hervorragend an Hoheit und hervorragend an Macht": wo Kraft sich auf das Gute bezieht und Stärke auf das Wahre, und hervorragend an Hoheit bezieht sich hier auf das Wahre, hervorragend an Macht auf das Gute. Desgleichen im folgenden Vers von Ruben: "Du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters; damals hast du entweiht, mein Lager hat er bestiegen". Ebenso im Folgenden von Schimeon und Levi: "Verflucht sei ihr Zorn, weil er gewaltig ist, und ihr Grimm, weil er hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und zerstreuen in Israel": 1. Mose 49/7; wo Zorn das Abwenden vom Guten, und Grimm das Abwenden vom Wahren bedeutet; und Jakob das Äußere der Kirche, Israel das Innere derselben bezeichnet. Ferner von Jehudah: "Dich werden preisen deine Brüder, es werden sich beugen vor dir die Söhne deines Vaters": 1. Mose 49/8; und "Er bindet an den Weinstock seine Eselsfüllen, und an die Edelrebe den Sohn seiner Eselin. Er wäscht im Wein sein Gewand, und im Blut der Trauben seinen Mantel": 1. Mose 49/11. Von Sebulon: "Am Gestade der Meere wird er wohnen, und zwar am Gestade der Schiffe": 1. Mose 49/13. Von Dan: "Er wird sein wie eine Schlange auf dem Wege, wie die Hornschlange auf dem Pfade": 1. Mose 49/17. Gleiches kommt häufig vor in den Psalmen und bei den Propheten, z.B. bei Jes.13/20,22: "Babel wird nicht bewohnt werden in Ewigkeit, es wird nicht bewohnt sein von Geschlecht zu Geschlecht. Nahe ist seine Zeit, und sie wird kommen, und sein Tag wird nicht verzögert werden". Jes.34/16,17: "Forschet darüber im Buche Jehovahs, und leset; nicht eines von diesem wird fehlen, weder das eine noch das andere wird man vermissen, denn mit Seinem Munde hat Er es geboten, und Sein Geist selbst hat es zusammengebracht. Und Derselbe warf das Los über sie und Seine Hand teilte ihnen zu nach der Meßschnur; bis in Ewigkeit werden sie es besitzen, von Geschlecht zu Geschlecht werden sie darin wohnen". So auch an tausend anderen Stellen. Wer nicht weiß, daß die Wörter im Worte Bezeichnungen von geistigen und himmlischen Dingen sind, und daß einige vom Guten gesagt werden, andere aber vom Wahren, der muß glauben, daß dergleichen Ausdrücke Wiederholungen sind, nur um den Raum auszufüllen, und mithin an sich bedeutungslos; daher kommt es, daß die, welche ungünstig über das Wort denken, dergleichen Ausdrücke als Gründe für ihre Geringschätzung anführen, während doch ganz eigentlich das Göttliche darin verborgen liegt, nämlich die himmlische Ehe, die der Himmel selbst, und die göttliche Ehe, die der Herr selbst ist. Dieser Sinn ist die Herrlichkeit, in welcher der Herr ist, und der Buchstabensinn ist die Wolke, in der diese Herrlichkeit wohnt: Matth.24/30; Luk.21/27; man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, ferner Nr. 5922. 6344. "Und der Erstling meiner Stärke", 1. Mose 49/3, bedeutet, daß durch (den Glauben) die erste Macht dem Wahren (zuteil werde). Dies erhellt aus der Bedeutung des Erstlings der Stärke, insofern er die erste Macht bezeichnet, und weil Stärke vom Wahren gesagt wird, so bedeutet es die erste dem Wahren zukommende Macht. Ebenso auch bei Jes.40/29: "Jehovah gibt dem Müden Kraft, und dem, der nicht Stärke hat, vermehrt Er die Macht": wo Kraft gesagt wird vom Guten, Stärke vom Wahren, und Macht von beiden. Wie es zu verstehen ist, daß durch Glauben dem Guten Macht zuteil werde, und dem Wahren die erste Macht, was bezeichnet wird durch "Ruben, mein Erstgeborener, du, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke", soll mit wenigem gesagt werden: Alle Macht in der geistigen Welt stammt vom Guten durch das Wahre. Ohne das Gute vermag das Wahre gar nichts, denn das Wahre ist gleichsam der Körper, und das Gute gleichsam die Seele dieses Körpers; wenn die Seele etwas bewirken soll, muß es durch den Körper geschehen. Hieraus erhellt, daß das Wahre ohne das Gute gar keine Macht hat, wie der Körper keine Macht hat ohne die Seele; denn der Körper ist dann eine Leiche, und so auch das Wahre ohne das Gute. Sobald der Glaube an das Wahre geboren wird durch das Gute, erscheint auch eine Macht im Wahren; diese Macht ist es, welche die erste Macht im Wahren durch den Glauben genannt, und durch den Erstling der Stärke bezeichnet wird; wie auch anderwärts im Worte, wo von den Erstgeburten gehandelt wird, zum Beispiel: Ps.87/51: "Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, den Erstling der Stärke in den Zelten Chams". Ps.105/36: "Er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, die Erstlinge aller Stärke". 5. Mose 21/17: "Als den Erstgeborenen soll er den Sohn der Gehaßten anerkennen, daß er ihm gebe zwei Teile von allem, was bei ihm gefunden wird; denn er ist der Erstling seiner Stärke, darum gebührt ihm das Recht der Erstgeburt". Weil durch den Erstgeborenen im eigentlichen Sinn das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet wird, dagegen in dem Sinne, der sich nach dem Anschein richtet, das Wahre des Glaubens: Nr. 3325, 4925, 4926, 4928, 4930, und weil diese beiden die Grundlagen der Kirche sind, deshalb wurde von den Alten der Erstgeborene die Kraft des Vaters und der Erstling seiner Stärke genannt. Daß diese Dinge durch den Erstgeborenen bezeichnet wurden, erhellt ganz deutlich daraus, daß Jehovah oder dem Herrn alle Erstgeburt gehörte, und daß statt aller Erstgeburten der Stamm Levi angenommen und ihm das Priestertum gegeben wurde. Was die Macht des Wahren aus dem Guten sei, kann kaum jemand erkennen, der in der Welt ist, wohl aber, wer im anderen Leben ist, somit auch aus Offenbarung von daher. Diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind, d.h. im Glauben aus der Liebtätigkeit, besitzen eine Macht durch das Wahre aus dem Guten; eine solche besitzen alle Engel, weshalb auch die Engel Mächte (oder Kräfte) im Worte genannt werden; denn sie besitzen die Macht, die bösen Geister zu bezähmen, sogar ein einziger Engel Tausende zugleich. Ihre Macht üben sie besonders bei dem Menschen aus, indem sie ihn bisweilen gegen mehrere Höllen beschützen und zwar auf tausend und abertausend Weisen. Diese Macht haben sie durch das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit. Weil aber der Glaube bei ihnen aus dem Herrn stammt, so ist es der Herr allein, Der die Macht bei ihnen ist. Diese Macht durch den Glauben vom Herrn ist zu verstehen unter den Worten des Herrn zu Petrus, Matth.16/18,19: "Auf diesem Felsen will Ich bauen Meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und was du irgend auf Erden binden wirst, soll auch in den Himmeln gebunden sein, und was du irgend lösen wirst auf Erden, soll auch in den Himmeln gelöst sein": dies wurde zu Petrus gesagt, weil durch ihn der Glaube vorgebildet wurde, man sehe die Vorrede zu 1. Mose Kapitel 22, wie auch Nr. 3750, 4738, 6000, 6073 E, und auch durch Petrum. Sooft Petrus dort genannt wird, wird allenthalben im Worte im inneren Sinn der Glaube bezeichnet und im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des Glaubens. 6345. "Hervorragend an Hoheit, und hervorragend an Macht", 1. Mose 49/3, bedeutet, daß durch ihn Herrlichkeit und Macht (komme). Dies erhellt aus der Bedeutung von hervorragen an Hoheit, insofern es die Herrlichkeit bezeichnet, denn wer in Hoheit ist, ist auch in Herrlichkeit und aus der Bedeutung von hervorragen an Macht, insofern es eine Gewalt bezeichnet, denn wer in Macht ist, hat auch Gewalt. Die Herrlichkeit bezieht sich auf das Glaubenswahre: Nr. 5922, und die Herrschermacht auf das Gute der Liebtätigkeit; deswegen wird gesagt, daß durch ihn, (d.i. durch den Glauben) komme Herrlichkeit und Macht, nämlich aus dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebtätigkeit, worüber gleich oben (gehandelt wurde). 6346. "Leicht aufwallend wie Wasser", 1. Mose 49/4, bedeutet, der Glaube allein habe solches nicht, nämlich keine Herrlichkeit und Gewalt. Dies erhellt aus der Bedeutung von leicht sein wie Wasser, insofern es bezeichnet, ohne Gewicht oder ohne Macht sein. Daß der Glaube allein gemeint ist, d.h. der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube, erhellt deutlich aus dem, was von Ruben, von Schimeon und Levi folgt. Auch wird hier durch Ruben, Schimeon und Levi von dem getrennten oder alleinigen Glauben gehandelt. 6347. "Keinen Vorzug sollst du haben", 1. Mose 49/4, bedeutet, daß ihm keine Herrlichkeit und keine Herrschgewalt gebühre. Dies erhellt aus der Bedeutung von "keinen Vorzug haben", nämlich an Hoheit und an Macht, wie gleich oben, worauf dieses sich bezieht, insofern einem solchen Glauben weder Herrlichkeit, noch Herrschgewalt gebühre. 6348. "Denn du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters", 1. Mose 49/4, bedeutet, der vom Guten der Liebtätigkeit getrennte Glaube habe eine schändliche Verbindung eingegangen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Ehebett des Vaters besteigen", insofern es eine schändliche Verbindung bezeichnet, nämlich des vom Guten der Liebtätigkeit getrennten Glaubens; denn wenn der Glaube in Ansehung der Lehre oder des Verständnisses, der hier durch Ruben vorgebildet wird, nicht in das Gute eingeführt und mit demselben verbunden wird, so wird er entweder zerstreut und zunichte, oder in das Böse und Falsche eingeführt und mit demselben verbunden, welches die schändliche Verbindung ist, die hier bezeichnet wird, denn dann findet Entweihung statt. Daß es sich so verhält, kann daraus erhellen, daß der Glaube nirgends anders wohnen kann als im Guten, und wenn er nicht in diesem seine Wohnung hat, so muß er notwendig entweder zunichte werden oder sich mit dem Bösen verbinden. Dies zeigt sich deutlich im anderen Leben an denen, die im Glauben allein waren, und in keiner Liebtätigkeit; daß nämlich ihr Glaube dort zerstreut wird, daß sie aber, wenn er mit dem Bösen verbunden ist, gleiches Los mit denen empfangen, die entweihten. Im Wort werden durch Ehebrüche im inneren Sinn die Schändungen des Guten, und durch Hurereien die Verfälschungen des Wahren bezeichnet: Nr. 2466, 3399; aber durch schändliche Verbindungen, welche die Verbotenen Gnaden heißen (worüber 3. Mose 18/6-24), werden die verschiedenen Arten der Entweihungen bezeichnet. Daß auch hier Entweihung stattfand, ist deutlich, denn es wird gesagt: "du hast bestiegen das Ehebett deines Vaters; damals hast du entweiht; mein Lager hat er bestiegen"; daß es die Entweihung des Guten durch den getrennten Glauben ist, sehe man Nr. 4601, wo von der begangenen Freveltat Rubens gehandelt wird. Mit dem Glauben allein oder dem von der Liebtätigkeit getrennten verhält es sich auf folgende Weise: Wenn er sich mit dem Bösen verbindet, was geschieht, wenn man zuerst an das Wahre des Glaubens glaubt, und mehr noch, wenn man zuerst danach lebt, und nachher es leugnet und dagegen lebt, dann findet Entweihung statt; denn dann ist das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit zuerst durch die Lehre und das Leben eingewurzelt in dem Inneren, und werden nachher wieder von da herausgenommen und mit dem Bösen verbunden. Dem Menschen, bei dem dieses geschieht, wird im anderen Leben das allerschlimmste Los zuteil, denn bei einem solchen kann das Gute nicht vom Bösen getrennt werden, was doch im anderen Leben getrennt werden muß; und auch hat ein solcher keinerlei Überreste des Guten in seinem Inneren verborgen; weil sie im Bösen ganz und gar zugrunde gegangen sind. Ihre Hölle ist an der vorderen Seite zur Linken in großer Entfernung; und die darin sind, erscheinen vor dem Blicke der Engel wie Gerippe, die kaum noch einiges Leben haben. Damit nun keine Entweihung des Guten und Wahren stattfinde, wird der Mensch, der von solcher Beschaffenheit ist, daß der sich nicht wiedergebären läßt (was vom Herrn vorhergesehen wird), vom Glauben und von der Liebtätigkeit abgehalten, und ihm gestattet im Bösen zu sein, und daraus im Falschen; denn dann kann er nicht entweihen; man sehe, was im vorigen von der Entweihung gesagt und gezeigt worden ist: Nr. 301-303, 571, 582, 593, 1001, 1008, 1010, 1059, 1327, 1328, 2051, 2426, 3398, 3399, 3402, 3489, 3898, 4289, 4601. 6349. "Damals hast du entweiht", 1. Mose 49/4, bedeutet, wenn (der Glaube) verbunden sei mit dem Bösen, so finde Entweihung statt. Dies erhellt aus dem, was eben Nr. 6348 gesagt worden ist. 6350. "Mein Lager hat er bestiegen", 1. Mose 49/4, bedeutet, weil er das geistig Gute im Natürlichen befleckt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Lager besteigen", insofern es ein Beflecken durch Entweihung bezeichnet, worüber Nr. 6348; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, dessen Lager es war, das er bestiegen, insofern er das geistig Gute im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 6340. 6351. Vers 5-7: Schimeon und Levi sind Brüder, Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter. In ihren Rat komme nicht meine Seele, mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt meine Ehre, denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet, und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt. Verflucht sei ihr Zorn, weil er heftig ist, und ihr Grimm, weil er hart ist; ich will sie zerteilen in Jakob, und zerstreuen in Israel. "Schimeon und Levi sind Brüder" bedeutet den Glauben in Ansehung des Willens und die Liebtätigkeit, hier aber das Gegenteil, weil den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben; "Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter" bedeutet, die Lehrbestimmungen (eines solchen Glaubens) dienten zur Zerstörung der Werke der Liebtätigkeit, und somit der Liebtätigkeit selbst; "in ihren Rat komme nicht meine Seele" bedeutet, das geistig Gute wolle das Böse ihres Willens nicht erkennen; "mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt meine Ehre" bedeutet, auch das Wahre des geistig Guten will das Falsche ihres Denkens nicht wissen; "denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet" bedeutet, daß sie sich völlig abgewandt, und durch dieses Abwenden den Glauben ausgelöscht haben; "und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt" bedeutet, daß sie aus dem völlig verkehrten Willen das äußere Gute der Liebtätigkeit entkräftet haben; "verflucht sei ihr Zorn, weil er heftig ist" bedeutet die entschiedene Abwendung vom Guten und die daraus hervorgehende Verdammnis; "und ihr Grimm, weil er hart ist" bedeutet das Abwenden vom Wahren, worin sie sich bestärkten; "ich will sie zerteilen in Jakob" bedeutet, daß sie aus dem natürlichen Menschen ausgetilgt werden müssen; "und zerstreuen in Israel" bedeutet desgleichen aus dem geistigen Menschen. 6352. "Schimeon und Levi sind Brüder", 1. Mose 49/5, bedeutet den Glauben in Ansehung des Willens und die Liebtätigkeit; hier aber das Gegenteil, weil den von der Liebtätigkeit getrennten Glauben. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Schimeons, insofern er den Glauben in Ansehung des Willens bezeichnet, worüber Nr. 3869, 3870, 3871, 3872, 4497, 4502, 4503, 5482, 5626, 5630; und aus der vorbildlichen Bedeutung Levis, insofern er die Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 3875, 3877; hier aber das Gegenteil, weil der von der Liebtätigkeit getrennte Glaube (gemeint ist); denn wenn durch Ruben dieser Glaube vorgebildet wird, (was deutlich aus dem beim 1. Mose 49/4 Erklärten hervorgeht,) so folgt, daß kein Glaube in Ansehung des Willens vorhanden sei, also auch keine Liebtätigkeit, was durch Schimeon und Levi vorgebildet wird, denn es ergibt sich dies dem Zusammenhang gemäß aus ihrem Prinzip. Deswegen wird durch Schimeon das Falsche in Ansehung des Willens vorgebildet, und durch Levi das Böse in Ansehung der Handlung, denn diese sind dem Glauben in Ansehung des Willens und der Liebtätigkeit entgegengesetzt. Daß dies bezeichnet werde, ist daraus klar, daß Schimeon und Levi verflucht werden. 6353. "Werkzeuge des Frevels sind ihre Schwerter", 1. Mose 49/5, bedeutet, die Lehrbestimmungen (eines solchen Glaubens) dienten zur Zerstörung der Werke der Liebtätigkeit und mithin der Liebtätigkeit selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung der Werkzeuge des Frevels, insofern sie zur Zerstörung der Werke der Liebtätigkeit dienen. Daß die Werkzeuge dienen, ist klar; und daß der Frevel die Zerstörung der Liebtätigkeit bezeichnet, wird man gleich ersehen; und aus der Bedeutung der Schwerter, insofern sie die Lehrbestimmungen bezeichnen, denn die Schwerter bedeuten die Wahrheiten des Glaubens, durch die gegen das Falsche und Böse (gekämpft wird): Nr. 2799; mithin bedeuten die Schwerter Lehrbestimmungen, hier die Lehrbestimmungen, durch die gegen das Wahre und Gute gekämpft wird und durch die diese vertilgt werden, weil von denen gekämpft wird, die im Glauben allein oder in dem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben stehen, bei denen das Gegenteil jener ist. Die Lehren derer, die im Glauben allein stehen, mit denen sie die Werke der Liebtätigkeit zerstören, bestehen hauptsächlich darin, daß sie lehren, der Mensch könne allein durch den Glauben ohne die Werke der Liebtätigkeit selig werden und daß diese nicht notwendig seien. Ferner, daß der Mensch durch den Glauben allein selig werde, sogar noch in der Todesstunde, wie er auch immer während des ganzen Verlaufs seines Lebens gelebt habe, somit auch die, welche nichts als Grausamkeiten, Räubereien, Ehebrüche, Entweihungen (des Heiligen) verübt haben; daher auch, daß die Beseligung nur eine Einlassung in den Himmel sei, daß mithin nur die eingelassen werden, die diese Gnade am Ende ihres Lebens empfangen haben, und daß also einige aus Barmherzigkeit auserwählt und andere aus Unbarmherzigkeit verdammt sind, während doch vom Herrn niemandem der Himmel versagt wird, sondern das Leben und die Lebensmitteilung, die dort empfunden wird wie der Duft von Gegenständen auf Erden, es macht, daß sie dort durchaus nicht sein können, denn sie werden dort von dem Bösen ihres Lebens mehr gequält, als in der tiefsten Hölle. Daß Schwert das kämpfende und tötende Falsche bedeutet, ist offenbar bei Joh.Offenb.6/4: "Es ging ein anderes, rötliches Pferd heraus, und dem, der darauf saß, ward gegeben, den Frieden von der Erde wegzunehmen, daß sie einander töteten; und ihm ward ein großes Schwert gegeben". Joh.Offenb.13/10,14: "Hat jemand mit dem Schwerte getötet, so muß er mit dem Schwerte getötet werden". Daß durch Frevel die der Liebtätigkeit angetane Gewalt bezeichnet werde, geht aus mehreren Stellen im Worte hervor, wie bei Jes.29/20,21: "Der Frevler wird nicht mehr sein, der Spötter wird vernichtet werden, es sollen vertilgt werden alle, die Unrecht begehen, die den Menschen sündigen machen an dem Wort, und dem der sie strafet im Tor, Schlingen legen, und zum Eitlen hinführen den Gerechten": hier wird der Frevler durch ein anderes Wort in der Grundsprache bezeichnet, das aber die gleiche Bedeutung hat; daß ein Frevler ist, wer der Liebtätigkeit Gewalt antut, wird bezeichnet durch die Erklärung, daß jene den Menschen sündigen machen am Worte und zum Eitlen hinführen den Gerechten. Jes.59/6,7: "Ihre Werke sind Werke der Ungerechtigkeit, und Freveltat ist in ihren Händen; ihre Füße laufen zum Bösen, und eilen, unschuldig Blut zu vergießen": hier bedeutet Frevel die der Liebtätigkeit angetane Gewalt, welche Gewalt auch durch das Blutvergießen bezeichnet wird, man sehe Nr. 374, 1005. Jes.60/18: "Es wird kein Frevler mehr auf Erden sein, (noch) Verwüstung und Vernichtung in deinen Grenzen": Frevel für Zerstörung der Liebtätigkeit; denn dadurch entsteht Verwüstung und Vernichtung auf Erden, d.h. in der Kirche. Jerem.20/8: "Frevel und Verwüstung sage ich voraus, denn das Wort Jehovahs ist mir zur Schande und zur Schmach geworden den ganzen Tag": Frevel (steht) auch hier für Frevel in geistigen Dingen, mithin für die Zerstörung der Liebtätigkeit und des Glaubens. Hes.7/23: "Das Land ist voller Blutschuld und die Stadt voller Frevel": Blutschuld für Zerstörung des Glaubens, Frevel für Zerstörung der Liebtätigkeit. Hes.18/10-13: "Wenn er einen Sohn zeuget, der da frevelt, Blut vergießt oder eines von diesem tut; wenn er auf den Bergen ißt, und das Weib seines Nächsten schändet, den Elenden und Dürftigen unterdrückt, Raub verübt, das Pfand nicht zurückgibt, und zu den Götzen seine Augen erhebt, Greueltaten begeht, auf Wucher leiht und Wucher treibt, sollte der leben? Er soll nicht leben, sondern er soll des Todes sterben": was der frevelnde Sohn und der Blutvergießer bedeutet, wird hier beschrieben, es werden hier alle Werke der Liebtätigkeit aufgezählt, die er zerstört. Der frevelnde Sohn und der Blutvergießer ist somit der Zerstörer der Liebtätigkeit und des Glaubens. Ps.140/2-5,12: "Befreie mich, Jehovah, von dem bösen Menschen, vor dem Manne der Freveltaten behüte mich, die da Böses denken in ihren Herzen; den ganzen Tag versammeln sie sich zum Kriege, sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen; behüte mich, Jehovah, vor den Händen des Gottlosen, vor dem Manne der Freveltaten beschütze mich. Der Mann von böser Zunge wird nicht bestehen auf Erden, den frevelnden Mann treibt Unglück zum Sturz": Mann der Freveltaten bedeutet diejenigen, die das Glaubenswahre und das Gute der Liebtätigkeit zerstören. Daß sie dagegen kämpfen, wird bezeichnet durch die Worte: den ganzen Tag versammeln sie sich zum Kriege, sie schärfen (spitzen) ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen, und das Unglück treibt sie zum Sturze. Und außerdem an anderen Stellen: Hes.12/19; Joel 4/19; Zeph.3/4; Ps.18/49; 55/10-12; 58/3-6. 6354. "In ihren Rat komme nicht meine Seele", 1. Mose 49/6, bedeutet, das geistig Gute wolle das Böse ihres Willens nicht erkennen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der dies von sich sagt, insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 6340; aus der Bedeutung von "in ihren Rat komme nicht", insofern es bezeichnet, nichts wissen wollen, nämlich von dem Bösen des Willens, was durch Schimeon und Levi bezeichnet wird: Nr. 6352; meine Seele wird gesagt, weil durch Seele hier das Gute des Lebens bezeichnet wird, die im geistig Guten liegt; sein Leben des Wahren wird durch Ehre bezeichnet, worüber nun folgen wird. 6355. "Mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt meine Ehre", 1. Mose 49/6, bedeutet, das Wahre des geistig Guten wolle auch nicht das Falsche ihres Denkens wissen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 6340; aus der Bedeutung von "mit ihrer Versammlung werde nicht vereinigt", insofern es heißt, nicht verbunden werden wollen mit dem Falschen ihres Denkens, also auch dasselbe nicht wissen wollen. Das Falsche des Denkens wird bezeichnet durch Versammlung, denn Versammlung wird, wie auch Menge, vom Wahren gesagt, und im entgegengesetzten Sinn vom Falschen; und aus der Bedeutung der Ehre, insofern sie vom Wahren gesagt wird, worüber Nr. 4809, 5922; denn das Wahre ist die Ehre bei denen, die im geistig Guten sind. 6356. "Denn in ihrem Zorn haben sie den Mann getötet", 1. Mose 49/6, bedeutet, daß sie sich völlig abgewandt und durch dieses Abwenden den Glauben ausgelöscht haben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zorns, insofern er ein Zurückweichen von der Liebtätigkeit und ein Abwenden ist, worüber Nr. 357, 5034, 5798; aus der Bedeutung von töten, insofern es soviel ist als auslöschen; und aus der Bedeutung des Mannes, insofern er das Glaubenswahre bezeichnet, worüber Nr. 3134, 3309, 3459, 4823. 6357. "Und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt", 1. Mose 49/6, bedeutet, daß sie aus dem völlig verkehrten Willen das äußere Gute der Liebtätigkeit entkräftet haben. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mutwillens, insofern er den Willen bezeichnet, hier den verdorbenen Willen; aus der Bedeutung von lähmen, insofern es soviel ist als entkräften; und aus der Bedeutung des Stiers, insofern er das natürlich oder äußere Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 2180, 2566, 2781. Daß hier vom Stier und gleich vorher vom Mann geredet wird, kommt daher, weil durch Mann das Wahre des Glaubens und durch Stier das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet wird, wie auch, damit, wenn vom Guten, auch vom Wahren gehandelt werde wegen der himmlischen Ehe in den einzelnen Teilen des Wortes: Nr. 6343. 6358. "Verflucht sei ihr Zorn, weil er heftig ist", 1. Mose 49/7, bedeutet die entschiedene Abwendung vom Guten und die daraus hervorgehende Verdammnis. Dies erhellt aus der Bedeutung von verflucht werden, insofern es die Verdammnis bezeichnet, denn wer verflucht ist, der ist verdammt; und aus der Bedeutung des Zorns, insofern er ein Abwenden vom Guten ist, worüber Nr. 357, 5034, 5798, 6356; mithin ist ein heftiger Zorn eine entschiedene (völlige) Abwendung. 6359. "Und ihr Grimm, weil er hart ist", 1. Mose 49/7, bedeutet das Abwenden vom Wahren, in dem sie sich bestärkten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Grimmes, insofern er ein Abwenden vom Wahren bezeichnet; daß Grimm vom Wahren gesagt wird und Zorn vom Guten, sehe man Nr. 3614, und aus der Bedeutung des Harten, insofern sie sich in denselben bestärkt hatten, denn das Falsche, das bis zur Überzeugung begründet worden, ist hart. Daß es hart ist, wurde mir aus Erfahrung zu wissen gegeben, denn das Wahre aus dem Guten bei den Geistern und Engeln erscheint wie weich und stellt sich so dar, aber das Falsche aus dem Bösen wie hart, und um so härter, je mehr das Falsche aus dem Bösen begründet wurde. Wenn es durch Begründung aus vielem zur Überzeugung geworden ist, dann erscheint dieses Harte darin wie die Härte eines Knochens. Solches Harte ist auch dem Harten in der Welt ähnlich, insofern es die Lichtstrahlen zurückwirft; daher wird das Himmelslicht vom Herrn, wenn es in das Harte aus dem Falschen vom Bösen einfällt, zurückgeworfen; umgekehrt aber, wenn das Himmelslicht vom Herrn in Weiches aus dem Wahren vom Guten einfällt, dann wird es aufgenommen. 6360. "Ich will sie zerteilen in Jakob", 1. Mose 49/7, bedeutet, daß sie aus dem natürlichen Menschen ausgetilgt werden müssen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zerteilen, insofern es eine Trennung und Entfernung vom Wahren und Guten bezeichnet, worüber Nr. 4424; mithin ein Austilgen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, insofern er der natürliche oder äußere Mensch ist, worüber Nr. 3305, 3576, 4286, 4292, 4570, 6236. 6361. "Und zerstreuen in Israel", 1. Mose 49/7, bedeutet, desgleichen aus dem geistigen (Menschen). Dies erhellt aus der Bedeutung von zerstreuen, insofern es auch ein Austilgen bezeichnet; doch wird zerstreuen unterschieden von zerteilen, insofern dies vom äußeren Menschen und vom Wahren gesagt wird, jenes aber vom Inneren und vom Guten. Daß Jakob den natürlichen oder äußeren Menschen vorbildet, und Israel den geistigen oder inneren, sehe man Nr. 4286, 4292, 4570. Was hier von Israel über Schimeon und Levi gesagt worden, wie auch über Ruben, bezeichnet nicht solche Dinge, die ihren Nachkommen in den letzten Tagen begegnen würden, wie 1. Mose 49/1 gesagt worden; das kann man aus dem Umstand ersehen, daß nicht die Nachkommen von Schimeon und Levi verflucht, und in Jakob zerteilt, und in Israel zerstreut wurden, denn der Stamm Schimeons war unter den übrigen Stämmen wie einer von ihnen, und der Stamm Levi wurde zum Priestertum erhoben, mithin mehr gesegnet, als verflucht; desgleichen der Stamm Ruben, dem es auch nicht schlimmer erging als den übrigen Stämmen. Hieraus erhellt offenbar, daß das, wovon in diesem Kapitel gesagt ist, daß es den Söhnen Jakobs am Ende der Tage begegnen werde, nicht ihnen selbst begegnen sollte, sondern denen, die im inneren Sinn unter ihnen verstanden werden. Hier also denen, die in einem von der Liebtätigkeit getrennten Glauben sind; denn diese werden hier unter Ruben, Schimeon und Levi im inneren Sinn verstanden. Hieraus kann deutlich erhellen, daß es einen inneren Sinn des Wortes gibt, der nicht im Buchstaben und keinem erscheint, der nicht die Entsprechungen der natürlichen Dinge mit den geistigen kennt, und am wenigsten dem, der nicht weiß, was geistig und was himmlisch ist. 6362. Vers 8-12: Jehudah, du (bist es), dich werden preisen deine Brüder, deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde, es werden sich beugen vor dir die Söhne deines Vaters. Ein junger Löwe ist Jehudah, von der Beute bist du aufgestiegen, mein Sohn; er hat sich niedergebeugt und gelagert, wie ein Löwe, und wie ein alter Löwe, wer wird ihn auftreiben? Es wird nicht entfernt werden das Zepter von Jehudah, noch der Gesetzgeber von seinen Füßen, bis daß Schilo kommt und ihm Gehorsam der Völker (zuteil) wird. Er bindet an den Weinstock sein Füllen, und an die Edelrebe den Sohn seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Gewand, und im Blute der Trauben seinen Mantel. Rötlich sind seine Augen vom Wein, und weiß die Zähne von Milch. "Jehudah, du (bist es)" bedeutet die himmlische Kirche, im höchsten Sinne den Herrn in bezug auf das göttlich Himmlische" "dich werden preisen deine Brüder" bedeutet, daß diese Kirche vor den übrigen hervorrage; "deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde" bedeutet die höllische und teuflische Rotte werde bei ihrer Gegenwart entfliehen; "es werden sich beugen vor dir die Söhne deines Vaters" bedeutet, die Wahrheiten werden sich freiwillig unterwerfen; "ein junger Löwe ist Jehudah" bedeutet die Unschuld mit den ihr angeborenen Kräften; "von der Beute bist du aufgestiegen, mein Sohn" bedeutet, daß vom Herrn durch das Himmlische die Befreiung vieler von der Hölle (bewirkt werde); "Er hat sich niedergebeugt und gelagert, wie ein Löwe, und wie ein alter Löwe" bedeutet das Gute der Liebe und das Wahre aus ihr in seiner Macht; "wer wird ihn auftreiben?" bedeutet, daß er sicher sei unter allen in den Höllen; "es wird nicht entfernt werden das Zepter von Jehudah" bedeutet, daß die Macht vom himmlischen Reich nicht weichen solle; "noch der Gesetzgeber von seinen Füßen" bedeutet die Wahrheiten, die von ihm (stammen) im Unteren; "bis daß Schilo kommt" bedeutet die Ankunft des Herrn und die Ruhe des Friedens alsdann; "und ihm Gehorsam der Völker (zuteil wird)" bedeutet, daß von Seinem Göttlich-Menschlichen die Wahrheiten hervorgehen werden; "Er bindet an den Weinstock sein Füllen" bedeutet das Wahre im Natürlichen für die äußere Kirche; "und an die Edelrebe den Sohn seiner Eselin" bedeutet das Wahre aus dem Vernünftigen für die innere Kirche; "er wäscht im Wein sein Gewand" bedeutet, Sein Natürliches sei das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten; "und im Blute der Trauben seinen Mantel" bedeutet, Sein Verständiges sei das göttlich Gute aus Seiner göttlichen Liebe; "rötlich sind seine Augen vom Wein" bedeutet, Sein Verständiges oder das innere Menschliche sei nichts als Gutes; "und weiß die Zähne von Milch" bedeutet, das göttlich Natürliche sei nichts als das Gute des Wahren. 6363. "Jehudah, du (bist es)", 1. Mose 49/8, bedeutet die himmlische Kirche, im höchsten Sinn den Herrn in bezug auf das göttlich Himmlische. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, insofern er im höchsten Sinn der Herr ist in bezug auf die göttliche Liebe oder in bezug auf das göttlich Himmlische; im bezüglichen Sinn aber das himmlische Reich des Herrn, also die himmlische Kirche, worüber Nr. 3881. Was das himmlische Reich oder die himmlische Kirche, und was das Himmlische sei, sehe man Nr. 640, 641, 765, 895, 2048, 2088, 2669, 2705, 2708, 2718, 2896, 3235, 3246, 3374, 3886, 3887, 4448, 4493, 5113, 5922, 6295. 6364. "Dich werden preisen deine Brüder", 1. Mose 49/8, bedeutet, daß diese Kirche vor den übrigen hervorrage. Dies erhellt aus der Bedeutung von gepriesen werden, insofern es heißt hervorragend sein; aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, der hier durch Dich gemeint ist, insofern er die himmlische Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6363; und aus der Bedeutung der Brüder, insofern sie die Wahrheiten dieser Kirche bezeichnen; also auch die Kirchen, die in diesen Wahrheiten sind, und die durch die Brüder Jehudahs vorgebildet werden; denn das Wahre und Gute bildet die Kirche. Die Wahrheiten der himmlischen Kirche werden bezeichnet durch deine, d.h. Jehudahs Brüder, hingegen die Wahrheiten der geistigen Kirche durch die Söhne seines Vaters, unter Nr. 6366. 6365. "Deine Hand wird sein auf dem Nacken deiner Feinde", 1. Mose 49/8, bedeutet, die höllische und teuflische Rotte werde bei ihrer Gegenwart fliehen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Feinde, insofern sie eine höllische und teuflische Rotte bezeichnen, denn diese sind die Feinde im geistigen Sinn; und aus der Bedeutung der Hand auf ihrem Nacken, insofern sie die Verfolgung der auf der Flucht Begriffenen bezeichnet, denn wenn der Feind flieht, ist die Hand des Siegers auf seinem Nacken. Es wird gesagt, daß sie vor ihrer Gegenwart fliehen, denn wenn einer von der höllischen Rotte sich einem Engel aus dem himmlischen Reich des Herrn nähert, flieht er vor seiner Gegenwart, weil er die Sphäre der himmlischen Liebe oder der Liebe zum Herrn nicht ertragen kann, denn diese Sphäre ist für ihn wie ein brennendes und quälendes Feuer. Überdies kämpft ein himmlischer Engel keineswegs, noch weniger ist seine Hand auf dem Nacken seiner Feinde, noch behandelt er jemand seinerseits als einen Feind, aber gleichwohl wird so gesagt, weil es sich in der Welt so verhält. Es wird jedoch dadurch ausgedrückt, daß die Höllischen, die ihrerseits Feinde sind, vor der Gegenwart jener fliehen. 6366. "Es werden sich beugen vor dir die Söhne deines Vaters", 1. Mose 49/8, bedeutet, die Wahrheiten würden sich freiwillig unterwerfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich beugen, insofern es bezeichnet sich unterwerfen; und aus der Bedeutung der Söhne des Vaters, insofern sie die Wahrheiten aus dem geistig Guten sind; denn die Söhne Israels bezeichnen geistige Wahrheiten: Nr. 5414, 5879, 5951, und Israel das geistig Gute: Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Daß diese Wahrheiten sich aus sich, (d.i. freiwillig) unterwerfen, kommt daher, weil die himmlische Liebe, die durch Jehudah vorgebildet wird, wenn sie in die geistigen Wahrheiten einfließt, die durch die Söhne Israels vorgebildet werden, dieselben in Ordnung bringt, und sie also dem Herrn unterwirft; denn das Himmlische hat diese Wirkung durch den Einfluß in das Geistige, oder das Gute durch den Einfluß in das Wahre. Deshalb ist auch das himmlische Reich des Herrn der innerste oder dritte Himmel, mithin dem Herrn am nächsten, und sein geistiges Reich ist der mittlere oder zweite Himmel, mithin vom Herrn entfernter. Von dieser Ordnung rührt es her, daß der Herr durch das himmlische Reich mittelbar in das geistige Reich einfließt und außerdem auch unmittelbar. Ein solcher Einfluß ist vorhanden, damit das geistige Reich durch das himmlische in Ordnung gehalten, und so dem Herrn unterworfen wird. Der Einfluß geschieht aus dem himmlischen Reich durch die Liebe zum Nächsten, denn diese bildet das Äußere des himmlischen Reiches, und ist das Innere des geistigen Reiches, daher die Verbindung beider; man sehe Nr. 5922. 6367. "Ein junger Löwe ist Jehudah", 1. Mose 49/9, bedeutet die Unschuld mit den ihr angeborenen (oder innewohnenden) Kräften. Dies erhellt aus der Bedeutung des Löwen, insofern er das Gute der Liebe und das daraus hervorgehende Wahre in seiner Macht bezeichnet, worüber im Folgenden; mithin bedeutet der junge Löwe die Unschuld mit ihren Kräften. Mit den ihr angeborenen Kräften heißt es, weil Jehudah hier das Himmlische der Liebe ist, und das Himmlische der Liebe sich im Willensgebiet befindet: Nr. 895, 927, 4493, 5113, also auch die innewohnenden Kräfte (derselben); denn der Mensch wird in das geboren, was seinem Willensgebiet angehört. Daher wurden die Angehörigen der Ältesten Kirche, die eine himmlische war, so weit in das Gute der Liebe geboren, als Gutes in ihrem Willensvermögen war. Daher kommt es nun, daß jene Kräfte angeborene genannt werden. Der junge Löwe bezeichnet die Unschuld, weil der Löwe das Gute der himmlischen Liebe bezeichnet, und der junge Löwe gleichsam dessen Kind ist, somit (die Bezeichnung der) Unschuld. Daß der Löwe das Gute der himmlischen Liebe und daher auch das Wahre in seiner Macht bezeichnet, dann auch im entgegengesetzten Sinn das Böse der Eigenliebe in seiner Macht, erhellt aus den Stellen im Worte, wo der Löwe genannt wird; daß er das Gute der himmlischen Liebe ist, in der Joh.Offenb.5/5: "Siehe, überwunden hat der Löwe, der aus Jehudahs Stamm ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen, und zu lösen dessen sieben Siegel": hier wird der Herr der Löwe genannt, wegen der Allmacht, die Seiner göttlichen Liebe und daher auch Seinem göttlich Wahren innewohnt. Anderwärts wird auch Jehovah oder der Herr im Worte mit einem Löwen verglichen, z.B. bei Hos.11/10: "Sie werden Jehovah nachfolgen, Er wird brüllen wie ein Löwe, wenn Er brüllen wird, werden mit Ehrfurcht hinzutreten die Söhne vom Meere". Jes.31/4: "So sprach Jehovah zu mir: Gleichwie ein Löwe und ein junger Löwe brüllt über seinen Raub, wenn sich gegen ihn versammelt die Menge der Hirten, er wird nicht bestürzt vor ihrer Stimme, und von ihrem Lärmen nicht niedergeschlagen, also wird Jehovah Zebaoth herniederfahren, um zu streiten auf dem Berge Zion und auf dessen Hügel": hier wird die Allmacht des göttlich Guten mit einem Löwen verglichen und die Allmacht des göttlich Wahren mit einem jungen Löwen; denn es heißt Jehovah Zebaoth werde herniederfahren, um zu streiten auf dem Berge Zion und auf dessen Hügel; der Berg Zion bedeutet nämlich das Gute der göttlichen Liebe, und dessen Hügel das Wahre derselben: Nr. 795, 796, 1430, 4210. Deswegen hatten auch die vier Tiere bei Hesekiel und bei Johannes, unter denen die Cherubim verstanden wurden, Angesichter eines Menschen, eines Löwen, eines Ochsen und eines Adlers: Hes.1/10 und 10/14: "Die Gestalt des Angesichts der vier Tiere war das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines Löwen zur Rechten der vier, und das Gesicht eines Ochsen und eines Adlers zur Linken der vier". Joh.Offenb.4/6,7: "Vor dem Throne vier Tiere voller Augen vorne und hinten, und das erste Tier war gleich einem Löwen, das zweite Tier gleich einem Kalbe, das dritte Tier hatte ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte Tier gleich einem fliegenden Adler". Daß diese Tiere Cherubim waren, wird bei Hes. Kapitel 10 gesagt und dies geht auch deutlich aus ihrer Beschreibung bei Johannes hervor, insofern sie nämlich Augen vorne und hinten hatten, denn durch Cherubim wird das Vorhersehen und die Vorsehung des Herrn bezeichnet: Nr. 308; das Gesicht eines Löwen hatten sie wegen der Allmacht des göttlich Wahren aus dem göttlich Guten, die der Vorsehung zukommt. Ebenso die Cherubim um den neuen Tempel bei Hes.41/19. Daß die Himmlischen, die vom Herrn in der Macht sind aus dem Guten und dem daraus stammenden Wahren, unter Löwen verstanden werden, ist deutlich bei Ps.34/10,11: "Kein Mangel trifft die, welche Jehovah fürchten, junge Löwen darben wohl und hungern, die aber Jehovah suchen, werden nicht darben an irgendeinem Gute". Ps.104/21,22: "Die Löwen brüllen nach Raub, und begehren Speise von Gott; die Sonne geht auf, da sammeln sie sich und liegen in ihren Höhlen". In der Weissagung Bileams, 4. Mose 23/23,24: "Zu derselben Zeit wird man Jakob und Israel sagen, was Gott getan hat; siehe, das Volk wird aufstehen wie ein alter Löwe, und wie ein junger Löwe wird es sich erheben, nicht ruhen wird es, bis es verzehrt hat seinen Raub"; und nachher, 4. Mose 24/2,9: "Als Bileam Israel wohnen sah nach seinen Stämmen, sprach er: es legt sich nieder, es liegt da wie ein Löwe, und wie ein alter Löwe; wer wird es auftreiben?": es ist das Himmlische, das hier beschrieben wird, denn es ist die himmlische Ordnung, welche die Stämme durch ihre Lagerordnung vorbildeten, und Bileam sah jene im Geiste, als er Israel nach seinen Stämmen wohnen sah: Nr. 6335. Diese Ordnung ist aus dem göttlich Guten durch das göttlich Wahre vom Herrn. In dieser Ordnung liegt alle Macht, die hier durch Löwen, der sich niederlegt und daliegt, bezeichnet wird. Micha 5/7,8: "Es werden die Überreste Jakobs bei den Heiden sein, inmitten vieler Völker, wie der Löwe unter den Tieren des Waldes, wie ein junger Löwe unter den Schafherden; wenn er hindurchgeht, wird er sie zertreten und zerstreuen, und kein Retter wird da sein; deine Hand wird erhöht werden über deine Feinde, und alle deine Widersacher werden vertilgt werden": hier (steht) der Löwe und der junge Löwe für das himmlisch Gute und himmlisch Wahre, welches die Überreste Jakobs sind. Für das gleiche auch bei Jes.21/8; Jerem.25/38; Hes.32/2; Sach.11/3. Gleiches bildeten auch die Löwen an dem elfenbeinernen Throne Salomos vor, zwei an beiden Seiten des Thrones, und zwölf auf den sechs Stufen: 1.Kön.10/18-20; ferner 1.Kön.7/29,36: "Die Löwen auf den Leisten der zehn Gestelle aus Erz". Daß der Löwe im entgegengesetzten Sinn das Böse der Eigenliebe in ihrer Macht bedeutet, geht deutlich aus folgenden Stellen hervor: Jes.35/9,10: "Kein Löwe wird daselbst sein, und kein reißendes Tier wird darauf gehen, noch daselbst gefunden werden, sondern die Freien werden darauf gehen, die Erlösten Jehovahs werden zurückkehren, und nach Zion kommen mit Gesang". Jerem.2/14,15: "Warum ist Israel zur Beute geworden, gegen dasselbe brüllen die jungen Löwen, und erheben ihre Stimme, sie machen sein Land zur Wüste". Jerem.4/7: "Der Löwe steigt auf aus seinem Dickicht, der Verwüster der Völker ist aufgebrochen, er ist hervorgegangen aus seinem Ort, um das Land zur Wüste zu machen". Jerem.5/4,6: "Sie haben den Weg Jehovahs nicht erkannt, das Gericht ihres Gottes; deswegen wird der Löwe vom Walde sie schlagen, und der Wolf aus den Feldern wird sie verwüsten". Nahum 2/12-14: "Wo ist nun die Wohnung der Löwen, und die Weide der jungen Löwen, wo der Löwe, der alte Löwe, das Junge der Löwin einherging, und niemand sie schreckte? Der Löwe raubt genug für seine Jungen, und erwürgte für seine alten Löwinnen; er füllt mit Beute seine Höhlen, und seine Wohnungen mit Raub; siehe, Ich will gegen dich, spricht Jehovah Zebaoth, und will in Rauch aufgehen lassen seinen Wagen, aber deine jungen Löwen soll das Schwert verzehren; und Ich werde vertilgen von der Erde deine Beute". wo Ninive (gemeint ist). An diesen Stellen steht Löwe für die Macht, die das Böse der Eigenliebe besitzt, wenn sie verdirbt und verwüstet; ebenso bei Jerem.12/8; 49/19; 50/17,44; 51/38; Hes.19/2-11; 32/2; Joel 1/6; Zeph.3/3; Ps.57/5; 58/7; 91/13; Joh.Offenb.13/2. 6368. "Von der Beute bist du aufgestiegen, mein Sohn", 1. Mose 49/9, bedeutet, daß vom Herrn durch das Himmlische die Befreiung vieler von der Hölle bewirkt werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aufsteigen von der Beute", insofern es eine Befreiung von der Hölle bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, der hier "mein Sohn" ist, insofern er das göttlich Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 6363. Von der Beute aufsteigen, bedeutet Befreiung von der Hölle, weil der Mensch aus sich in der Hölle ist, denn sein Wollen und sein Denken aus dem Eigenen ist nichts als Böses und Falsches, durch das er so an die Hölle gebunden ist, daß er nur mit Gewalt von ihr losgerissen werden kann. Diese Losreißung und Befreiung wird Beute genannt. Und weil dies aus dem göttlich Guten des Herrn geschieht, deshalb wird gesagt, vom Herrn werde durch das Himmlische die Befreiung vieler von der Hölle bewirkt. Man merke aber wohl, daß niemand von der Hölle losgerissen und befreit werden kann, wenn er nicht im Leben des Körpers im geistig Guten gewesen ist, d.h. in Liebtätigkeit durch den Glauben; denn wenn er nicht in diesem Guten gestanden ist durch den Glauben, so ist nichts da, was das vom Herrn einfließende Gute aufnehmen kann, sondern es fließt durch, ohne daß es irgendwo haften kann. Deshalb können solche nicht von der Hölle losgerissen oder befreit werden, denn alle Zustände, die der Mensch sich erworben im Leben des Körpers, werden beibehalten im anderen Leben und erfüllt. Die Zustände des Guten bei den Guten werden beibehalten und mit Gutem erfüllt, und durch diese werden sie in den Himmel erhoben; aber die Zustände des Bösen bei den Bösen werden beibehalten und mit Bösem erfüllt, und durch dieselben sinken sie hinab zur Hölle. Das ist der Sinn des Sprichwortes: Wie der Mensch stirbt, so bleibt er. Hieraus erhellt, welche Menschen durch das göttlich Himmlische vom Herrn von der Hölle befreit werden können. 6369. "Er hat sich niedergebeugt und gelagert da wie ein Löwe und wie ein alter Löwe", 1. Mose 49/9, bedeutet das Gute der Liebe und das Wahre aus ihr in seiner Macht. Dies erhellt aus der Bedeutung von sich lagern, insofern es heißt sich in Macht setzen, denn wenn der Löwe sich lagert, so spannt er seine Muskeln und nimmt seine Kraft zusammen, was geschieht, wenn er Beute erblickt; und aus der Bedeutung von "sich lagern", insofern es heißt, in Sicherheit und ohne Furcht daliegen; und aus der Bedeutung des Löwen und des alten Löwen, insofern er das Gute der Liebe und das Wahre aus ihr in seiner Macht bezeichnet, worüber Nr. 6367. Ein junger Löwe bedeutet den, der Macht besitzt durch das Wahre aus dem Guten, und ein alter Löwe den, der Macht besitzt durch das Gute; denn die im himmlisch Guten sind, kämpfen gar nicht, sondern sind sicher durch das Gute; denn wohin sie kommen, entfliehen die Bösen, weil diese ihre Gegenwart nicht aushalten: Nr. 6365; sie sind es, die durch den alten Löwen bezeichnet werden. 6370. "Wer wird ihn auftreiben", 1. Mose 49/9, bedeutet, daß er sicher sei unter allen in den Höllen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "wer wird ihn auftreiben", insofern es heißt: sicher sein. Daß er es sei unter allen in den Höllen, kommt daher, weil er sicher ist unter allem Bösen, auch mitten in den Höllen; denn die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten bringen das mit sich, weil diejenigen, die in dieser Liebe stehen, am innigsten mit dem Herrn verbunden und im Herrn sind, weil im Göttlichen, das von Ihm ausgeht. Daher kann nichts Böses sie erreichen. Man muß wissen, daß es zahllose Höllen gibt, unterschieden nach allen Arten des Bösen und des Falschen aus diesem, und nach deren Gattungen und dem einzelnen der Gattungen; und daß in einer jeden Hölle eine Ordnung besteht, und daß diese Ordnung vom Herrn erhalten wird, sowohl unmittelbar als mittelbar durch die himmlischen Engel. Bisweilen werden auch Engel dorthin gesandt, damit sie das Unordentliche daselbst wieder in Ordnung bringen; und wenn sie dort sind, sind sie in Sicherheit. Das wird verstanden, wenn gesagt wird, daß die, welche im Himmlischen stehen, sicher sind unter allen in den Höllen. 6371. "Es soll nicht entfernt werden das Zepter von Jehudah", 1. Mose 49/10, bedeutet, daß die Macht vom himmlischen Reich nicht weichen soll. Dies erhellt aus der Bedeutung von entfernt werden, insofern es ein Zurückweichen bezeichnet; aus der Bedeutung des Zepters, insofern es eine Macht darstellt, und zwar die Macht des Wahren aus dem Guten, worüber Nr. 4876 E; denn das Zepter ist das königliche Anzeichen der Macht, und durch das Königliche wird das Wahre bezeichnet: Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 4575, 6148; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Jehudahs, insofern er das himmlische Reich bezeichnet, worüber Nr. 6363. Hieraus ist deutlich, daß "es soll nicht entfernt werden das Zepter von Jehudah" bedeutet, die Macht solle nicht weichen vom himmlischen Reich. Nach dem Buchstabensinn scheint es, als ob in diesem Vers gemeint sei, das Reich solle nicht vom jüdischen Volk entfernt werden, bevor der Herr kommt; dies ist auch etwas Wahres, aber gleichwohl ist in dieser geschichtlichen Angabe, wie in den übrigen, ein innerer Sinn, denn daß vom jüdischen Volk alsdann das Reich entfernt werden sollte, ist etwas Weltliches. Das Geistige aber, das dem inneren Sinne angehört, ist klar, wenn man unter Zepter die Macht versteht, und unter Jehudah das himmlische Reich. Daß aber die Macht vom himmlischen Reich weichen sollte, wenn der Herr kommen werde, ist ein Geheimnis, das niemand wissen kann, außer durch Offenbarung. Es verhält sich damit in folgender Weise: Vor der Ankunft des Herrn in der Welt fand das Einfließen des Lebens bei den Menschen und bei den Geistern von Jehovah oder dem Herrn durch das himmlische Reich statt, d.h. durch die Engel, die in diesem Reich waren, daher besaßen sie damals ihre Macht. Als aber der Herr in die Welt kam, nahm er dadurch, daß Er Sein Menschliches göttlich machte, gerade das an sich, was bei den Engeln des himmlischen Reiches gewesen, mithin jene Macht; denn der durch jenen Himmel hindurchgehende göttliche Einfluß war früher das Göttlich-Menschliche gewesen. Der göttliche Mensch war es auch, der sich darstellte, wenn Jehovah so erschien. Dieses Göttlich-Menschliche hörte aber auf, da der Herr selbst das Menschliche in Sich göttlich machte. Hieraus erhellt, wie es sich mit diesem Geheimnis verhält; auch jetzt zwar haben die Engel dieses Reiches eine große Macht, doch nur in dem Maße, als sie im Göttlich-Menschlichen des Herrn sind durch Liebe zu Ihm. Man sehe was hierüber Nr. 1990, 2803, 3061, 4180, 4687, 5110, 6280 gesagt und gezeigt worden ist. 6372. "Noch der Gesetzgeber von seinen Füßen", 1. Mose 49/10, bedeutet die Wahrheiten, die von ihm (stammen) im Unteren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gesetzgebers, insofern er die Wahrheiten bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Füße, insofern sie das Natürliche bezeichnen, worüber Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328, mithin das Untere, denn das Natürliche ist unterhalb, und das Himmlische, von dem im vorigen (die Rede war), oberhalb. Der Gesetzgeber von zwischen seinen Füßen, heißt es (nach dem Grundtext), um das Geistige des Himmlischen zu bezeichnen, oder das Wahre aus dem Guten, denn zu jener Zeit war das geistige Reich nicht so, wie nach der Ankunft des Herrn, unterschieden vom himmlischen Reich, sondern eins mit dem himmlischen, nur daß es das Äußere desselben war. Deshalb wird auch gesagt von zwischen den Füßen, damit das vom Guten ausgehende Wahre bezeichnet werde, denn der innere Teil der Füße bedeutet dieses vermöge seines Zusammenhanges mit den Lenden. Von diesem Wahren wird auch gesagt, es werde entfernt werden, wenn Schilo kommt, daß nämlich dessen Macht sei, wie die Macht des Himmlischen, worüber Nr. 6371 gesprochen wurde; denn das himmlische Reich übte damals seine Macht aus durch dieses Wahre, und weil dies der Fall war, wird dieses Wahre der Gesetzgeber genannt. Dieses Wahre wird auch im inneren Sinn unter dem Gesetzgeber verstanden: Jes.33/22: "Jehovah, unser Richter, Jehovah, unser Gesetzgeber, Jehovah unser König": Richter bedeutet, daß er aus dem Guten, Gesetzgeber, daß er aus dem Wahren von jenem Guten, König, daß er aus dem Wahren wirke; so folgen sie auch in der Ordnung aufeinander. Ps.60/9 und 108/9: "Mein ist Gilead, mein Menasche und Ephraim, die Kraft meines Hauptes, Jehudah, mein Gesetzgeber": Jehudah, der Gesetzgeber, bedeutet das himmlisch Gute und dessen himmlisch Wahres. 4. Mose 21/18: "Der Brunnen - gegraben haben ihn die Fürsten, ausgehöhlt die Vornehmsten im Volke, durch den Gesetzgeber mit ihren Stäben". 5. Mose 33/21: "Gad hat sich das Erste ersehen, denn daselbst ist das Erbe des verborgenen Gesetzgebers, von dem gekommen sind die Häupter des Volkes, die Gerechtigkeit Jehovahs vollzog er, und seine Gerichte mit Israel": Gesetzgeber bedeutet auch hier das Wahre aus dem Guten. 6373. "Bis daß Schilo kommt", 1. Mose 49/10, bedeutet die Ankunft des Herrn und die Ruhe des Friedens alsdann. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schilo, insofern es der Herr ist, der Schilo genannt wird, weil Er alles zum Frieden und zur Ruhe gebracht hat; denn in der Grundsprache kommt Schilo von einem Worte her, das Ruhe bedeutet. Warum der Herr hier Schilo heißt, erhellt aus dem, was Nr. 6371, 6372 vom himmlischen Reich und dessen Macht gesagt wurde, denn damals, als das Göttliche durch dieses Reich dargestellt wurde, war Unruhe vorhanden, da die Verhältnisse im Himmel und in der Hölle nicht durch dasselbe in Ordnung gebracht werden konnten, denn das Göttliche, das durch dieses Reich hindurchfloß, konnte nicht rein bleiben, weil der Himmel nicht rein ist, mithin war dieses Reich nicht stark genug, um durch dasselbe alles in Ordnung zu erhalten; weshalb auch damals die höllischen und teuflischen Geister von den Höllen sich hinausbegaben und über die Seelen, die von der Welt kamen, herrschten. Daher geschah es, daß nur die Himmlischen beseligt werden konnten, und zuletzt kaum diese, wenn nicht der Herr das Menschliche angenommen, und es dadurch in Sich göttlich gemacht hätte. Hierdurch brachte der Herr alles in Ordnung, zuerst das, was im Himmel, und dann das, was in den Höllen war. Daher denn die Ruhe des Friedens. Daß die Geistigen, d.h. die, welche der geistigen Kirche angehörten, selig wurden durch die Ankunft des Herrn, sehe man Nr. 2661, 2716, 2833, 2834; und daß der Herr, als Er in der Welt war, alles in Ordnung brachte: Nr. 1820, 4286, 4287; daß das göttlich Wahre von Jehovah oder den Herrn durch den Himmel in das menschliche Geschlecht einfloß, daß aber, weil es nicht genügte, als der Mensch sich vom Guten entfernte, der Herr in die Welt kam und das Menschliche in Sich göttlich machte, damit von dem Göttlich-Menschlichen des Herrn selbst das göttlich Wahre hervorgehen, und so jeden Menschen selig machen konnte, der das Gute durch das Wahre aufnahm, sehe man Nr. 4180, 6280. 6374. "Und ihm Gehorsam der Völker (zuteil) wird", 1. Mose 49/10, bedeutet, daß von seinem Göttlich-Menschlichen die Wahrheiten hervorgehen sollten, die aufgenommen werden können. Dies erhellt aus der Bedeutung des Gehorsams, insofern er die Aufnahme der Wahrheiten bezeichnet, die vom Herrn hervorgehen; und aus der Bedeutung der Völker, insofern es diejenigen sind, die in den Wahrheiten stehen, also auch die Wahrheiten, worüber Nr. 1259, 1260, 3581; und daher auch diejenigen, die der geistigen Kirche angehören: Nr. 2928. 6375. "Er bindet an den Weinstock sein Füllen", 1. Mose 49/11, bedeutet das Wahre im Natürlichen für die äußere Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von anbinden, insofern es heißt verbunden werden; aus der Bedeutung des Weinstocks, insofern er die geistige Kirche bezeichnet, worüber Nr. 1069, 5113; hier die äußere geistige Kirche, weil durch die Edelrebe, von der gleich unten die Rede sein wird, die innere Kirche bezeichnet wird; und aus der Bedeutung des Esels, insofern es das Wahre im Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 2781. Hieraus erhellt, daß durch "anbinden an der Weinstock sein Füllen" die Verbindung durch das Wahre im Natürlichen mit der äußeren Kirche bezeichnet wird. 6376. "Und an die Edelreben den Sohn seiner Eselin", 1. Mose 49/11, bedeutet das Wahre aus dem Natürlichen für die innere Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rebe, insofern sie die geistige Kirche bezeichnet, worüber Nr. 1069, 5113; also ist die Edelrebe die innere Kirche; denn das Innere der Kirche ist edler als ihr Äußeres. Und aus der Bedeutung des Sohnes der Eselin, insofern er das vernünftig Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2781. Das Äußere der Kirche wird von ihrem Inneren unterschieden, insofern jenes im Natürlichen, also im äußeren Menschen ist, dieses dagegen im Vernünftigen, also im inneren Menschen. Die im Äußeren der Kirche Stehenden sind im Wahren, die aber im Inneren, sind im Guten, jene werden nicht auf gleiche Weise vom Guten der Liebtätigkeit angeregt, wie vom Wahren des Glaubens, diese dagegen werden vom Guten der Liebtätigkeit und aus ihr vom Wahren des Glaubens angeregt. Diese sind es, die durch die Edelrebe bezeichnet werden, jene aber durch den Weinstock. 6377. "Er wäscht im Weine sein Gewand", 1. Mose 49/11, bedeutet Sein Natürliches sei das göttlich Wahre aus Seinem göttlich Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von waschen, insofern es ein Reinigen bezeichnet, worüber Nr. 3147; aus der Bedeutung des Weines, insofern er das Gute der Liebe gegen den Nächsten ist, und das Gute des Glaubens, und im höchsten Sinn das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten des Herrn, worüber im Folgenden; ferner aus der Bedeutung des Gewandes, insofern es das Äußere ist, was das Innere bedeckt, worüber Nr. 5248, also das Natürliche, denn dieses ist äußerlich, und bedeckt das Vernünftige, das innerlich ist. Deshalb bezeichnet Gewand auch das Wahre, weil es äußerlich ist und das innere Gute bedeckt: Nr. 2576, 4545, 4763, 5319, 5954. Daß Wein die Liebe zum Nächsten und das Gute des Glaubens bezeichnet, kann aus dem erhellen, was von Wein und Brot im heiligen Abendmahl: Nr. 2165, 2177, 3464, 4581, 5915 gezeigt worden, daß nämlich Brot das Gute der himmlischen Liebe, und Wein das Gute der geistigen Liebe bedeutet; dies kann aus dem Speisopfer und Trankopfer bei den Opfern erhellen: das Speisopfer bedeutete das Gute der Liebe, und das Trankopfer das Gute des Glaubens. Das Speisopfer bestand aus solchen Dingen, die das Gute der Liebe bedeuteten, und das Trankopfer aus Wein, der das Gute des Glaubens bedeutete. Auch wurden die Opfer selbst Brot genannt: Nr. 2165. Daß das Trankopfer bei den Schlachtopfern aus Wein bestand, sehe man 2. Mose 29/40; 3. Mose 23/12,13,18,19; 4. Mose 15/2-15; 28/6,7,18-31; 29/1-6f. Daß Wein die Liebe zum Nächsten und das Gute des Glaubens bedeutet, ist auch deutlich bei Jes.55/1: "Alle, die ihr Durstige seid, kommet her zu den Wassern; die ihr nicht Geld habt, kommet her, kaufet und esset, ja kommet und kaufet ohne Geld und umsonst Wein und Milch": daß sie nicht Wein und Milch kaufen sollten, kann jeder wissen, sondern vielmehr das, was durch Wein und Milch bezeichnet wird, d.h. die Liebe zum Nächsten und den Glauben. Diese werden vom Herrn ohne Geld und umsonst gegeben. Hos.9/2-4: "Tenne und Kelter soll sie nicht nähren, und der Most soll ihnen fehlen. Ephraim soll wieder nach Ägypten zurückkehren, und Unreines essen in Assyrien; sie werden Jehovah nicht Wein zum Trankopfer spenden, und ihre Opfer werden Ihm nicht gefallen": auch hier wird im inneren Sinn vom Guten der Liebe und vom Guten des Glaubens gehandelt, nämlich, daß sie aufgehört haben. Das Gute der Liebe ist die Tenne, wegen des Getreides in ihr und wegen des Brotes aus demselben; und das Gute des Glaubens ist die Kelter, der Most und das Trankopfer von Wein. Ephraim soll nach Ägypten zurückkehren, bedeutet, daß das Verstandesmäßige die wißtümlichen Kenntnisse über die Geheimnisse des Glaubens zu Rat ziehen werde. In Assyrien werden sie Unreines essen, bedeutet aus den daher stammenden Vernünfteleien. Daß Ephraim das Verstandesmäßige (oder die Einsicht) der Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 5354, 6222, 6238, 6267; daß Ägypten das Wißtümliche sei: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 5702; und daß Assyrien das Vernünftige: Nr. 1186. Der Zusammenhang selbst läßt auch klar erkennen, daß hier in den Worten etwas anderes liegt, als was im Buchstaben erscheint, denn im inneren Sinn hängt alles zusammen, im äußeren dagegen nicht, wie z.B. daß die Tenne und die Kelter sie nicht ernähren, und der Most ihnen fehlen werde, und gleich darauf, Ephraim solle nach Ägypten zurückkehren, und in Assyrien Unreines essen. Das Aufhören der gegenseitigen Liebe und des Guten des Glaubens wird auch durch Kelter und Wein beschrieben bei Jerem.48/32,33: "In deine Weinlese ist der Verwüster gefallen; daher ist die Fröhlichkeit weggenommen und die Freude aus Karmel und aus dem Lande Moabs, denn Ich habe den Wein aus den Keltern aufhören lassen, man wird nicht keltern mit Jubel". Daß der Wein das Gute der gegenseitigen Liebe und des Glaubens bedeutet, zeigt sich auch klar bei Joh.Offenb.6/6: "Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier Tiere sagen: am Öl und Wein vergreife dich nicht": Öl für das Gute der himmlischen Liebe, und Wein für das Gute der geistigen Liebe. Unter Öl und Wein wird dasselbe verstanden in dem Gleichnis des Herrn vom Samariter, bei Luk.10/33,34: "Ein Samariter aber, der des Weges reiste, und den sah, der von den Räubern verwundet worden, wurde von Mitleid bewegt, deshalb trat er hinzu, verband seine Wunden und goß Öl und Wein hinein": daß er Öl und Wein hineingoß, bedeutet, daß er die Werke der Liebe und der Liebtätigkeit ausübte. Daß Öl das Gute der Liebe ist, sehe man Nr. 886, 3728; desgleichen, daß die Alten Öl und Wein über ein Standbild gossen, wenn sie es heiligten: 1. Mose 35/14; Nr. 4581, 4582. Daß Wein das Gute der Liebe und des Glaubens bedeutet, erhellt aus den Worten des Herrn, als Er das heilige Abendmahl einsetzte, indem Er vom Wein sagte: "Ich sage euch, daß Ich von nun an nicht trinken werde von diesem Gewächs des Weinstocks bis auf jenen Tag, da Ich es neu mit euch trinken werde im Reiche Meines Vaters": Matth.26/29; Luk.22/17,18; daß Er da nicht Wein trinken werde, kann jeder einsehen, sondern daß das Gute der Liebe und des Glaubens bezeichnet wird, das Er denen geben wird, die Seinem Reich angehören. Das gleiche bedeutet Wein bei Jes.24/9,11; Jerem.Klagel.2/11,12; Hos.14/8; Amos 9/13,14; Sach.9/15,16; Luk.5/37-39. Weil Wein das Gute der Liebe und des Glaubens bedeutet, daher bezeichnet es im höchsten Sinn das göttlich Wahre vom göttlich Guten des Herrn, denn aus diesem wird dem Menschen, der es aufnimmt durch Einfließen, das Gute der Liebe und des Glaubens zuteil. Und weil das meiste im Worte auch einen entgegengesetzten Sinn hat, so ist dies auch bei dem Wein der Fall, und in diesem Sinne bedeutet Wein das Falsche aus dem Bösen, wie Jes.5/11,22: "Wehe denen, die früh bei der Morgenröte aufstehen und berauschendem Getränke nacheilen, die dabei verweilen bis zur Dämmerung, daß der Wein sie erhitzt; wehe den Helden im Weintrinken, und starken Männer im Mischen des berauschenden Getränkes". Jes.28/7: "Auch diese irren durch Wein, und fehlen durch starkes Getränk; Priester und Propheten irren durch starkes Getränk, sie werden vom Wein hingenommen, sie irren unter den Sehenden, sie taumeln im Gericht". Jes.56/11,12: "Die Hirten können es nicht einsehen, alle blicken auf ihren eigenen Weg; kommet her, (sprechen sie), laßt uns Wein nehmen, und uns berauschen in starkem Getränk; und es soll geschehen morgen wie heute, in großem Überfluß". Und außerdem bei Jerem.13/12; Hos.4/11; 7/5; Amos 2/8; Micha 2/11; Ps.75/9; 5. Mose 32/33. Das Falsche aus dem Bösen wird auch bezeichnet durch "Kelch des Zornweins": Jerem.25/15,16; Joh.Offenb.14/8,10; 16/19; durch "Wein Kelter des Grimms und des Zornes Gottes": Joh.Offenb.19/15; und durch "Wein der Hurerei": Joh.Offenb.17/2; 18/3. 6378. "Und im Blute der Trauben seinen Mantel", 1. Mose 49/11, bedeutet, Sein Verständiges sei das göttlich Gute aus seiner göttlichen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Blutes der Trauben, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, und im höchsten Sinn das göttlich Gute des Herrn aus Seiner göttlichen Liebe, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Mantels, insofern er das Verständige ist; nämlich das aufnehmende Verständige; und das, was aufnimmt, ist, weil es ein Gefäß ist, gleich wie ein Mantel. Daß durch Mantel das Verständige bezeichnet wird und durch Kleid das Natürliche, worüber Nr. 6377, kommt daher, weil dort vom Äußeren die Rede ist, hier aber vom Inneren; denn im Worte wird, vermöge der himmlischen Ehe, wo vom Äußeren gehandelt wird, auch vom Inneren, und wo vom Wahren, auch vom Guten gehandelt, man sehe Nr. 6343. Dies erscheint bisweilen wie eine Wiederholung derselben Sache, wie z.B. hier: "Er wäscht im Weine sein Gewand und im Blute der Trauben seinen Mantel", wo Wein und Blut der Trauben das gleiche zu bezeichnen scheinen, wie auch Gewand und Mantel, sie bedeuten aber nicht das gleiche, weil das Äußere und das Innere auf diese Weise ausgedrückt werden. Daß das Blut der Trauben das göttlich Gute aus der göttlichen Liebe des Herrn bezeichne, erhellt aus der Bedeutung des Blutes, insofern es das göttlich Wahre vom göttlich Guten des Herrn ist, worüber Nr. 4735, und durch Trauben wird im höchsten Sinn (auch) das göttlich Gute des Herrn bezeichnet, das denen zuteil wird, die in Seinem geistigen Reich sind, und daher wird durch Trauben im bezüglichen Sinn das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet: Nr. 5117. Durch Blut der Trauben wird auch das gleiche bezeichnet im Liede Mosis: "Butter des Rindes, und Milch der Herde, mit dem Fett der Lämmer, und dem Widder der Söhne Basans, und der Böcke mit dem Nierenfett des Weizens, und das Blut der Trauben trinkst du, das lautere": 5. Mose 32/14. 6379. "Rötlich sind seine Augen von Wein", 1. Mose 49/12, bedeutet, daß sein Verständiges oder das innere Menschliche nichts als Gutes sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von rötlich, insofern es das Gute der Liebe bezeichnet, und zwar wegen des Feuers und wegen des Blutes, das rötlich ist, worüber Nr. 3300; daher bedeutet rötlich von Wein, daß es nichts als Gutes sei; aus der Bedeutung der Augen, insofern sie das Verständige (oder die Einsicht) bezeichnen, worüber Nr. 2701, 3820, 4403-4421, 4523-4534; und weil hier vom Herrn gehandelt wird, ist es Sein inneres Menschliches, was hier durch das Verständige bezeichnet wird, denn das äußere Menschliche wird bezeichnet durch die Zähne weiß von Milch, wie nun folgt. 6380. "Und weiß die Zähne von Milch", 1. Mose 49/12, bedeutet, das göttlich Natürliche sei nichts als das Gute vom Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von weiß, insofern es vom Wahren gesagt wird, worüber Nr. 3301, 3993, 4007, 5319; aus der Bedeutung der Zähne, insofern sie im eigentlichen Sinn das Natürliche bezeichnen, denn was hart ist beim Menschen, wie die Zähne, die Knochen, die Knorpel, entspricht dem Wahren und dem Guten im untersten Natürlichen; und aus der Bedeutung der Milch, insofern sie das himmlisch Geistige bezeichnet, oder was dasselbe ist, das Gute des Wahren, worüber Nr. 2184. Das göttlich Natürliche des Herrn wird das Gute des Wahren genannt in Beziehung auf die Menschen, die im Glauben und in der Liebe zum Herrn sind; denn die der äußeren Kirche angehören, können ihr Denken nicht höher erheben als zum göttlich Natürlichen des Herrn; die dagegen, die der inneren Kirche angehören, erheben es über das Natürliche zum Inneren; denn ein jeder, der im Glauben an den Herrn ist, macht sich über Ihn eine Vorstellung gemäß der Fähigkeit, seine Gedanken zu erheben. Diejenigen nämlich, die wissen, was das Innere ist, können eine Vorstellung vom Inneren haben; die aber nicht wissen, was das Innere ist, haben nur eine Vorstellung vom Äußeren. Daher kommt es, daß das göttlich Natürliche des Herrn das Gute des Wahren heißt, während doch Sein ganzes Menschliche das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist. 6381. Aus dem, was nun von Jehudah gesagt worden, erhellt offenbar, daß es einen inneren Sinn des Wortes gibt und daß, wenn man nicht weiß, was der innere Sinn in sich schließt, man durchaus nicht wissen kann, was das hier von ihm Gesagte bedeutet, z.B. daß der junge Löwe von der Beute aufgestiegen sei, sich niedergestreckt und gelagert habe wie ein Löwe und wie ein alter Löwe; was der Gesetzgeber von zwischen seinen Füßen bedeutet; was Schilo, was das Anbinden des Esels an den Weinstock und des Sohnes der Eselin an die Edelrebe; was es heiße, im Wein sein Gewand waschen und im Blut der Trauben seinen Mantel; daß seine Augen rötlich von Wein seien und die Zähne weiß von Milch: dieses alles würde durchaus verborgen sein, wenn es nicht aufgedeckt würde durch den Sinn, der tiefer liegt. 6382. Vers 13: Sebulon wird wohnen am Gestade der Meere und am Gestade der Schiffe, und seine Seite wird gegen Zidon hin gerichtet sein. "Sebulon" bedeutet das Zusammenwohnen des Guten und Wahren; "am Gestade der Meere wird er wohnen" bedeutet das Leben, in dem die Erkenntnis (Erschließung) des Wahren aus dem Wißtümlichen (gewonnen wird); "und am Gestade der Schiffe" bedeutet, wobei die Lehrbestimmungen aus dem Worte (geschöpft werden); "und seine Seite wird gegen Zidon hin gerichtet sein" bedeutet die Ausdehnung von der einen Seite bis zu den Erkenntnissen des Guten und Wahren. 6383. "Sebulon", 1. Mose 49/13, bedeutet das Zusammenwohnen des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Sebulons, insofern er die himmlische Ehe bezeichnet, worüber Nr. 3960, 3961, also die Verbindung des Guten und Wahren, denn diese Verbindung ist die himmlische Ehe. Das Zusammenwohnen des Guten und Wahren wird gesagt, weil Sebulon in der Grundsprache ein Zusammenwohnen bedeutet. Durch Sebulon wird hier von denen in der Kirche gehandelt, die über die geistigen Wahrheiten aus den Wissenschaften Schlüsse bilden und sie auf solche Weise bei sich begründen. Man muß aber wissen, daß unter Sebulon nicht diejenigen verstanden werden, die nichts glauben, als was die wißtümlichen Erkenntnisse und sinnlichen Wahrnehmungen lehren, und solche, die schon im voraus in der Verneinung sind; diese werden gar nicht glauben, weil die Verneinung im allgemeinen (bei ihnen) herrscht, und wenn dies der Fall ist, dann fließen nur die der Verneinung günstigen wißtümlichen Kenntnisse ein und sammeln sich, nicht aber die, welche bestätigen; diese werden vielmehr auf die Seite geworfen oder zugunsten der verneinenden Kenntnisse erklärt und dadurch wird die Verneinung bestärkt. Vielmehr werden unter Sebulon hier diejenigen verstanden, die an die Lehren aus dem Worte glauben, somit die, bei denen im allgemeinen etwas Bejahendes herrscht, und dennoch der Glaube nicht in den Wahrheiten, sondern in den wissenschaftlichen Kenntnissen sein Leben hat, denn sie verbinden das Wißtümliche mit den Lehrbestimmungen und begründen auf diese Weise ihre Bejahung. Daher erheben sich die, welche durch Sebulon bezeichnet werden, nicht über das Wißtümliche, sondern wenn sie von irgendeiner Glaubenswahrheit hören oder darüber denken, fallen sie sogleich in das Wißtümliche. Von solcher Art gibt es viele in der Welt. Auch sieht der Herr vor, daß die wißtümlichen Kenntnisse und die Sinneswahrnehmungen ihnen zu diesem Gebrauch dienen. 6384. "(Sebulon) wird wohnen am Gestade der Meere", 1. Mose 49/13, bedeutet das Leben, bei dem die Erschließung des Wahren aus dem Wißtümlichen (gewonnen wird). Dies erhellt aus der Bedeutung des Gestades, insofern es die Stelle bezeichnet, wo das Wißtümliche seine Grenze und seinen Anfang hat, hier die Stelle, wo das Erschließen des Wahren aus dem Wißtümlichen (beginnt), denn vermittelst Sebulon wird hier von denen gehandelt, bei denen die Wahrheiten des Glaubens auf diesem Punkt sind; aus der Bedeutung der Meere, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse in ihrer Zusammenfassung bezeichnen, worüber Nr. 28; und aus der Bedeutung von wohnen, insofern es soviel ist als Leben, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051. Hieraus erhellt, daß durch "am Gestade der Meere wird er wohnen" das Leben bezeichnet wird, bei dem die Erschließung (oder Erkenntnis) des Wahren aus dem Wißtümlichen (gewonnen wird). Was dieses Leben anbelangt, so sehe man, was Nr. 6383 gesagt worden, und von diesem Leben muß man ferner wissen, daß dasselbe im äußeren oder natürlichen Menschen ist und bei einigen im untersten Natürlichen oder im Sinnlichen, denn die mit dem Wißtümlichen verbundenen Glaubenswahrheiten haben das an sich, daß sie nicht erhoben werden können; daher sind sie auch vor den übrigen in der geistigen Kirche im Dunkeln; denn aus ihrem Verstandesvermögen haben sie wenig Licht, weil dieses im Wißtümlichen und Sinnlichen versenkt ist. Anders aber verhält es sich bei denen, die bereits in der Bejahung stehen und die Glaubenswahrheiten durch die Wissenschaften begründen, jedoch in der Art, daß sie über das Wißtümliche, d.h. über das Natürliche, wo die wißtümlichen Kenntnisse sind, erhoben werden können, (denen) ihr Verstandesvermögen ist erleuchtet und so in einem gewissen Innewerden des geistig Wahren, dem die wissenschaftlichen Kenntnisse, die unterhalb sind, gleichsam als Spiegel dienen, in dem ebenso, wie die Neigungen im Angesicht, die Wahrheiten des Glaubens und der Liebtätigkeit erscheinen und anerkannt werden. 6385. "Und am Gestade der Schiffe", 1. Mose 49/13, bedeutet, wobei die Lehrbestimmungen aus dem Worte (geschöpft werden). Dies erhellt aus der Bedeutung des Gestades, insofern es den Grenzpunkt bezeichnet, wie Nr. 6384, wo also jene sich befinden; und aus der Bedeutung der Schiffe, insofern sie die Lehrbestimmungen aus dem Worte bezeichnen. Diese Bedeutung haben die Schiffe, weil sie durch die Meere und Flüsse fahren und Lebensbedürfnisse tragen, denn die Meere und Flüsse bedeuten die Wissenschaften und Erkenntnisse. Die Lebensbedürfnisse, die sie tragen, sind die Lehrbestimmungen, sowie auch die Wahrheiten selbst aus dem Worte. Daß diese Dinge durch Schiffe bezeichnet werden, erhellt aus folgenden Stellen: Jes.60/9: "Mir werden vertrauen die Inseln und zuvorderst die Schiffe von Tharschisch, um deine Söhne herbeizuführen aus der Ferne und ihr Silber und Gold mit ihnen": Schiffe von Tharschisch bedeuten die Lehrbestimmungen und Wahrheiten aus dem Worte, weshalb gesagt wird, daß sie hinzuführen sollten die Söhne, ihr Silber und ihr Gold; denn durch Söhne werden diejenigen, die in den Wahrheiten sind, bezeichnet, durch Silber das Wahre selbst und durch Gold das Gute. Jeder kann sehen, daß hier nicht die Schiffe von Tharschisch (buchstäblich) verstanden werden, auch nicht die Söhne, das Silber und das Gold. Hes.27/4-9: "In der Mitte des Meeres sind deine Grenzen, deine Bauleute haben deine Schönheit vollkommen gemacht; aus den Tannen von Senir bauten sie alles Tafelwerk für dich; Zedern vom Libanon nahmen sie, um dir den Mastbaum zuzurichten; aus den Eichen Basans machten sie Ruder, deine Ruderbänke machten sie aus Elfenbein, die Tochter der Schritte (andere: gefaßt in Scherbin-Holz aus den Inseln der Chittäer; Anmerk.d.Übers.) aus den Inseln Kitthims; feine Leinwand mit Stickerei aus Ägypten war deine Ausbreitung (Flagge), daß sie dir diene zum Panier; hyazinthenfarbig und purpurn aus den Inseln Elisa war deine Bedeckung; die Bewohner Zidons und Arvads waren deine Ruderknechte; deine Weisen, o Tyrus, die in dir waren, waren deine Steuermänner; die Ältesten und Weisesten aus Gabal waren bei dir, um deine Spalten auszubessern: alle Schiffe des Meeres und ihre Schiffsleute waren bei dir, um deinen Handel zu betreiben": hier wird von Tyrus gehandelt, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden: Nr. 1201, und diese Erkenntnisse werden durch solches beschrieben, was Angehör des Schiffes ist, nämlich durch Tafelwerk, Mastbaum, Ruder, Ruderbänke, Ausbreitung (Flagge), Bedeckung, Ruderknechte, Steuermänner, Schiffsleute; daß alle diese Dinge nicht nach dem Buchstaben zu verstehen sind, kann jeder sehen. Wenn aber die Erkenntnisse des Wahren und Guten, die durch Tyrus bezeichnet werden, zugleich mit den Lehrbestimmungen aus dem Worte unter den Schiffen verstanden werden, dann fügt sich alles schön zusammen. Ps.104/24-26: "Wie groß sind Deine Werke, Jehovah; alles hast Du mit Weisheit bereitet; dieses Meer, groß und weit an Raum, daselbst gehen die Schiffe, der Walfisch, den du gebildet hast, um darin zu spielen". Ps.107/22-24: "Opfer des Dankes sollen sie darbringen und mit Jubel verkündigen die Werke Jehovahs, die da fahren auf dem Meer mit Schiffen und ihr Werk treiben auf großen Wassern; sie haben gesehen die Werke Jehovahs und Seine Wunder in der Tiefe": hier (stehen) ebenfalls Schiffe für Erkenntnisse und Lehren, Walfisch für das Allgemeine der Wissenschaften: Nr. 42; und weil Schiffe Erkenntnisse und Lehrbestimmungen sind, daher heißt es, die da fahren auf dem Meere mit den Schiffen, haben gesehen die Werke Jehovahs und Seine Wunder in der Tiefe; denn dies sehen diejenigen, die mit den Erkenntnissen und Lehren aus dem Worte (bekannt sind). Joh.Offenb.8/8,9: "Und der zweite Engel blies, und es stürzte sich wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und der dritte Teil des Meeres ward Blut. Und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Seelen hatten, starb, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde": der große Berg mit Feuer brennend bedeutet die Eigenliebe: Nr. 1691; Meer (steht) für das Natürliche, in dem die wißtümlichen Kenntnisse sind: Nr. 28; Blut bedeutet die Gewalt, die der Liebtätigkeit angetan wurde: Nr. 374, 1005; die Geschöpfe im Meer, die Seelen hatten, bedeuten die wissenschaftlichen Wahrheiten mit ihrem Guten; der dritte Teil für etwas noch nicht Vollzähliges: Nr. 2788; daß sie gestorben sind, bedeutet, daß sie kein geistiges Leben hatten: Nr. 6119; daher ging der dritte Teil der Schiffe zugrunde, d.h. die Wahrheiten und das Gute der Lehrbestimmungen aus dem Worte ward verfälscht. Hieraus kann man erkennen, was diese Weissagung bedeutet. Aber im entgegengesetzten Sinn bedeuten Schiffe die Erkenntnisse und Lehrbestimmungen des Falschen, z.B. bei Dan.11/40: "Zur Zeit des Endes wird der König gegen Mittag mit ihm zusammenstoßen, deshalb wird sich wie ein Sturmwind gegen ihn stürzen der König von Mitternacht, mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen, und wird in die Länder kommen und sie überschwemmen und durchdringen": der König von Süden bedeutet die Wahrheiten aus dem Guten, die Wagen mit Reitern und mit Schiffen sind die Lehrbestimmungen des Falschen, die Länder stehen für die Kirchen, von denen es vorhergesagt wird, daß sie zur Zeit des Endes überschwemmt und durchdrungen werden sollen mit Falschheiten aus dem Bösen. Joh.Offenb.18/17-19: "Jeder Steuermann und jeder, der auf den Schiffen sich aufhält und die Schiffsleute und wie viele ihrer das Meer durchschiffen, standen von ferne und schrieen, da sie den Rauch vom Brande Babels sahen, und sprachen: Was glich doch dieser großen Stadt? Wehe, wehe, jene große Stadt, in der reich geworden sind alle, die Schiffe im Meere hatten, von ihrer Köstlichkeit": daß hier Schiffe Erkenntnisse und Lehren des Falschen und Bösen bezeichnen, kann man daraus erkennen, weil durch Babylon der Gottesdienst beschrieben wird, der äußerlich als heilig erscheint und innerlich entweiht ist. Daß man auch unter Schiffe hier etwas anders als Schiffe verstehen muß, kann jedermann sehen. Jes.43/14: "So spricht Jehovah, euer Erlöser, der Heilige Israels: um euretwillen habe Ich Babel geschickt, damit Ich zurückstoße alle Riegel, und die Chaldäer, deren Geschrei in den Schiffen": was auf gleiche Weise zu erklären ist. Überdies wird auch das Falsche aus dem Bösen durch Schiffe bezeichnet bei Jes.2/11,16; 23/1,14; Ps.48/8. 6386. "Und seine Seite wird gegen Zidon hingerichtet sein", 1. Mose 49/13, bedeutet die Ausdehnung von der einen Seite bis zu den Erkenntnissen des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seite, insofern sie die Ausdehnung von der einen Seite bezeichnet, und aus der Bedeutung Zidons, insofern es die äußeren Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 1201. Hier, wo von Sebulon gehandelt wird, werden die Erkenntnisse, die Lehren und die wißtümlichen Kenntnisse erwähnt und gesagt, daß die Ausdehnung von der einen Seite sei bis zu den Erkenntnissen des Guten und Wahren; ferner: daß die Erschließung des Wahren aus den wißtümlichen Kenntnissen da sei, wo die Lehrbestimmungen aus dem Worte sind; deshalb muß bemerkt werden, welcher Unterschied hier unter ihnen sei: nämlich die Lehrbestimmungen werden aus dem Worte geschöpft, die Erkenntnisse aus diesen Lehrbestimmungen von der einen Seite, und aus den wißtümlichen Kenntnissen von der anderen. Wißtümliche Kenntnisse sind aber diejenigen, die aus eigener und fremder Erfahrung (abgeleitet sind). 6387. Vers 14,15: Jisaschar ist ein knochiger Esel, liegend zwischen seinen Bürden. Und er sieht die Ruhe, daß sie gut, und das Land, daß es lieblich ist, und neigt seine Schultern zum Lasttragen, und wird ein zinsbarer Knecht sein. "Jisaschar" bedeutet die Vergeltung gemäß den Werken; "ist ein knochiger Esel" bedeutet das unterste Dienende; "liegend zwischen seinen Bürden (oder Lasten)" bedeutet das Leben unter den Werken; "und er sieht die Ruhe, daß sie gut" bedeutet, daß die guten Werke ohne Wiedervergeltung voller Glückseligkeit seien; "und das Land, daß es lieblich ist" bedeutet, daß diese denen zuteil wird, die im Reich des Herrn sind; "und neigt seine Schultern zum Lasttragen" bedeutet, daß er dennoch mit aller Mühe arbeite; "und wird ein zinsbarer Knecht sein" bedeutet, daß er Verdienst erwerbe. 6388. "Jisaschar", 1. Mose 49/14, bedeutet die Vergeltung aus den Werken. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jisaschars, insofern er die gegenseitige Liebe bezeichnet, die Lohn oder Vergeltung (in sich schließt), worüber Nr. 3956, 3957; hier die Vergeltung aus den Werken, wie im inneren Sinn aus den einzelnen Ausdrücken erhellt, die in dieser Weissagung von Jisaschar gebraucht werden. Jisaschar bedeutet auch in der Grundsprache Lohn. Jisaschar bezeichnet hier die Vergeltung aus den Werken, und im vorigen die gegenseitige Liebe, weil hier unter Jisaschar diejenigen verstanden werden, die einen Anschein von gegenseitiger Liebe haben, d.h. von Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und wegen des Guten, das sie tun, belohnt werden wollen. Auf diese Weise beflecken sie nicht nur die echte gegenseitige Liebe oder Liebtätigkeit, sondern verkehren sie auch. Denn diejenigen, die wahrhaft in dieser Liebe stehen, sind in ihrem Lustreiz und ihrer Seligkeit, wenn sie dem Nächsten wohltun, denn nichts wünschen sie mehr (als dieses). Dieser Lustreiz und diese Seligkeit ist es, die unter Lohn im Worte verstanden wird, denn der Lustreiz selbst oder die Seligkeit ist der Lohn, und dieser macht im anderen Leben die Freude und Seligkeit aus, die im Himmel ist, und hierdurch wird ihnen der Himmel zuteil. Denn diejenigen, die dort in dieser Liebe sind, genießen, wenn sie Nutzen leisten und anderen Guten tun, eine solche Freude und solches Glück, daß sie jetzt erst im Himmel zu sein glauben. Dies wird ihnen vom Herrn gegeben, und jedem nach seiner Nutzleistung. Diese Glückseligkeit verschwindet aber, sobald sie an Vergeltung (oder Belohnung) denken, denn dieser Gedanke an Vergeltung, während sie doch recht eigentlich ihren Lohn genießen, macht diese Liebe unrein und verkehrt sie. Der Grund ist, weil sie dann an sich denken und nicht an den Nächsten, nämlich, wie (sie) sich selbst glücklich machen, nicht aber die anderen, außer insofern, als wie sie selbst (glücklich werden). Hierdurch verkehren sie die Liebe zum Nächsten in Liebe zu sich, und soweit sie dies tun, kann ihnen nicht Freude und Glück aus dem Himmel mitgeteilt werden, denn sie konzentrieren den Einfluß des Glückes aus dem Himmel in sich, und lassen ihn nicht auf die anderen übergehen, und sind den Gegenständen ähnlich, welche die Sonnenstrahlen nicht zurückwerfen, sondern aufsaugen. Jene Gegenstände erscheinen im Lichte und sind rötlich, diese aber im Schatten und haben keinen rötlichen Schimmer. Deswegen werden diejenigen, die von solcher Art sind, von der Engelgesellschaft getrennt, als solche, die nichts mit dem Himmel gemein haben; sie sind es, die hier durch Jisaschar beschrieben werden. 6389. "(Jisaschar) ist ein knochiger Esel", 1. Mose 49/14, bedeutet das unterste Dienende. Dies erhellt aus der Bedeutung des Esels, insofern er das Dienende ist, worüber Nr. 5958, 5959; und aus der Bedeutung des Knochens, insofern er das ist, was wenig geistiges Leben hat, worüber Nr. 5560, 5561; mithin bedeutet knochiger Esel das unterste Dienende; denn wer das Gute um der Wiedervergeltung willen tut, leistet zwar einen Nutzen und dient, ist aber gleichwohl unter denen im Reich des Herrn, die an unterster Stelle sind, denn sie erweisen das Gute, das ihnen mitgeteilt wird, nur denen, die es vergelten können, die übrigen, die der Hilfe am meisten bedürftig sind, übergehen sie; und wenn sie (wirklich) solchen Gutes tun, so geschieht es zum Behuf der Wiedervergeltung vom Herrn; dann betrachten sie das, was sie tun, als ein Verdienst, und somit die Barmherzigkeit des Herrn als eine Schuldigkeit. Hierdurch entfernen sie sich von der Demut, und in gleichem Maße von dem Zustand der Aufnahme der Seligkeit und des Glückes durch den Himmel vom Herrn. Hieraus kann erhellen, daß sie zwar im anderen Leben zu Nutzzwecken verwendet werden, jedoch nur als die untersten Diener. 6390. "Liegend zwischen seinen Bürden (Hürden)", 1. Mose 49/14, bedeutet das Leben unter den Werken. Dies erhellt aus der Bedeutung von liegen, insofern es ein Leben bezeichnet, aber ein dunkles Leben; und aus der Bedeutung der Bürden, insofern sie die Werke bezeichnen. Die Bürden bedeuten solche Werke, weil solche nicht aus dem Gefühl der Liebe zum Nächsten Gutes tun, sondern aus dem Gefühl der Liebe zu sich. Die Werke, die aus der Neigung dieser Liebe fließen, sind gleichsam Bürden (Lasten), welche die gemeinen Esel tragen, denn sie gehören zu den geringsten Dienstleistungen. Alles Dienstbare geht nämlich hervor aus dem Gefühl der Liebe zu sich und zur Welt, und alles Freie aus dem Gefühl der Liebe zum Herrn und zum Nächsten. Der Grund davon ist, weil die Neigung jener Liebe von der Hölle einfließt, die gewaltsam befiehlt, die Neigung dieser Liebe aber vom Herrn, Der nicht befiehlt, sondern leitet. Hieraus ist wiederum deutlich, daß diejenigen, die das Gute um des Lohnes willen tun, die untersten Diener und ihre Werke Bürden sind. Unter Bürden wird das gleiche verstanden im Richt.5/15,16: "Jisaschars Fürsten waren mit Deborah, und Jisaschar war wie Barak, ins Tal wurde er gesandt, seinen Füßen nach; in den Abteilungen Rubens waren große Bedenken des Herzens; warum bleibst du zwischen den Bürden, um zu hören das Blöcken der Herden": Jisaschar bedeutet auch hier diejenigen, die für ihre Werke belohnt werden wollen. Ins Tal gesandt werden seinen Füßen nach, bedeutet, im Untersten dienen. Die Abteilungen Rubens für diejenigen, die in den Erkenntnissen der Glaubenswahrheiten stehen, zu denen sie gehören, jedoch an einer Stelle unterhalb jener. Hören das Blöcken der Herden bezeichnet die Geringschätzung von denen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und die Herde bilden. Sitzen zwischen den Bürden (oder Hürden) bedeutet, unter den lohnsüchtigen Werken. 6391. "Und er sieht die Ruhe, daß sie gut ist", 1. Mose 49/15, bedeutet, die guten Werke ohne Wiedervergeltung seien voller Glückseligkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ruhe, insofern sie den Zustand im Himmel bezeichnet, und somit auch das, was im Guten der Liebtätigkeit oder in den Werken des Guten ohne Wiedervergeltung (liegt), worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von "daß sie gut ist", insofern es ausdrückt, daß sie voller Glückseligkeit sind. Die Ruhe bezeichnet die guten Werke ohne Wiedervergeltung, weil Ruhe oder Friede im höchsten Sinn den Herrn bedeutet, im bezüglichen Sinn den Himmel, und somit das Gute, das vom Herrn ist, man sehe Nr. 3780, 4681, 5662; und weil zu dem, was bezeichnet wird durch Ruhe oder Frieden, nur diejenigen gelangen, die im Guten der Liebtätigkeit sind, mithin in den guten Werken ohne Wiedervergeltung, deshalb wird dies durch Ruhe bezeichnet; dies ergibt sich nämlich aus dem Zusammenhang im inneren Sinn. Was die Sache selbst anbelangt, so können diejenigen, die das Gute nur tun zu dem Zweck der Wiedervergeltung, durchaus nicht wissen, daß im Gutestun ohne Wiedervergeltung eine so große Glückseligkeit liegt, daß darin sogar die himmlische Glückseligkeit besteht. Die Ursache ist, weil sie nur im Lustreiz ihrer Eigenliebe das Glück empfinden; und inwieweit der Mensch in dieser Liebe einen Lustreiz empfindet, insoweit empfindet er keinen Lustreiz in der himmlischen Liebe, denn beide sind einander entgegengesetzt. Jener Lustreiz, der aus der Eigenliebe fließt, löscht nämlich den Lustreiz, welcher der himmlischen Liebe angehört, gänzlich aus, so daß man gar nicht mehr weiß, was der himmlische Lustreiz ist, und daß man, wenn gesagt wird, wie er beschaffen ist, es nicht glaubt, sondern vielmehr leugnet. Dies durfte ich erkennen an den bösen Geistern im anderen Leben, die, während sie lebten, weder anderen, noch ihrem Vaterland Gutes taten, außer um ihrer selbst willen. Diese glauben nicht, daß im Gutestun ohne Wiedervergeltung eine Lust (oder Wonne) liegen könne, denn sie meinen, wenn der Zweck der Wiedervergeltung nicht dabei sei, so höre aller Lustreiz auf; und wenn ihnen noch dazu gesagt wird, gerade wenn dieser Lustreiz aufhöre, fange der himmlische Lustreiz an, so staunen sie, wenn sie dies hören, und mehr noch, wenn sie hören, daß dieser himmlische Lustreiz durch das Innerste des Menschen einfließe, und sein Inneres mit unaussprechlicher Glückseligkeit erfülle; darüber staunen sie noch mehr und sagen, das könnten sie nicht begreifen, und sie wollten es auch nicht, denn sie glauben, sie würden höchst unglücklich, wenn sie den Lustreiz ihrer Selbstliebe verlören, weil sie dann ohne alle Lebensfreude seien, auch nennen sie diejenigen, die in einem anderen Zustand sind, Einfältige. Diesen sind diejenigen ganz ähnlich, welche die guten Werke zum Zweck der Wiedervergeltung vollbringen, denn sie tun dieselben für sich und nicht für andere, weil sie bei denselben den Nächsten, das Vaterland auch den Himmel und den Herrn, nur als solche im Auge haben, welche die Verpflichtung haben, ihnen Gutes zu erweisen. Solche sind es, die in diesem Verse, in dem von Jisaschar gehandelt wird, im inneren Sinn beschrieben werden. 6392. "Und das Land, daß es lieblich ist", 1. Mose 49/15, bedeutet, daß diejenigen, die im Reich des Herrn sind, eine solche Glückseligkeit besitzen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes, insofern es die Kirche bezeichnet, und mithin auch das Reich des Herrn, worüber Nr. 662, 1066, 1067, 1413, 1607, 1733, 1850, 2117, 2118, 4447; daß das Land dies bedeutet, kommt daher, weil das Land Kanaan, das unter Land im Worte verstanden wird, das Reich des Herrn vorbildete, und zwar, weil die Kirche von der ältesten Zeit an daselbst gewesen war: Nr. 3038, 3481, 3705, 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136; und aus der Bedeutung von "daß es lieblich war", das die Glückseligkeit bedeutet, die den guten Werken ohne Wiedervergeltung eigen ist. Es heißt: "er sieht die Ruhe, daß sie gut, und das Land, daß es lieblich ist", (durch beides wird die Glückseligkeit bezeichnet, die im Reich des Herrn ist,) kommt daher, weil die Ruhe sehen, daß sie gut, sich auf das Himmlische oder Gute bezieht, und das Land sehen, daß es lieblich, sich auf das Geistige oder Wahre bezieht, und zwar wegen der Ehe des Guten und Wahren, worüber 6343. Was ferner die Glückseligkeit in den guten Werken ohne Wiedervergeltung anbelangt, so muß man wissen, daß heutzutage die wenigsten erkennen, daß die himmlische Glückseligkeit im Gutestun ohne Wiedervergeltung besteht, denn sie wissen nicht, daß es noch eine andere Glückseligkeit gibt, als Ehrenstellen zu erlangen, von anderen bedient zu werden, Überfluß an Reichtümern zu haben und in Wollüsten zu leben. Daß es darüber hinaus eine Glückseligkeit gebe, und das Innere des Menschen anregt, davon haben sie keinen Begriff. Daher wissen sie auch nicht, daß es eine himmlische Glückseligkeit gebe, und daß diese Glückseligkeit mit der echten Liebtätigkeit verbunden sei. Frage nur die Weisen des Tages, ob sie wissen, was himmlische Glückseligkeit ist, (sie wissen es nicht). Daher kommt es auch, daß viele die guten Werke verwerfen, indem sie glauben, daß dieselben bei niemandem möglich seien ohne die Absicht, durch dieselben sich Verdienst zu erwerben; denn sie wissen nicht, daß die, welche vom Herrn geführt werden, nichts mehr wünschen, als gute Werke zu vollbringen, und daß sie an nichts weniger denken als an Verdienst durch dieselben. Der neue Wille, der vom Herrn denen gegeben wird, die wiedergeboren werden, bringt nämlich dies mit sich, weil dieser Wille bei dem Menschen vom Herrn stammt. 6393. "Und er neigt seine Schultern zum Lasttragen", 1. Mose 49/15, bedeutet, daß er dennoch mit aller Mühe arbeite. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schultern, insofern sie alle Macht oder alle Mühe bezeichnen, worüber Nr. 1085, 4931-4937; und aus der Bedeutung des Lasttragens, insofern es heißt, Werke tun, um Verdienst zu erwerben. Daher wird durch "die Schultern zum Lasttragen neigen" bezeichnet, mit aller Mühe arbeiten, und Werke tun um des Verdienstes willen. Diese Bedeutung hat das Lasttragen, weil sie das Gute nicht aus Neigung zum Guten tun, somit nicht aus Freiheit, sondern aus der Liebe zu sich, worin eben das Knechtische liegt: Nr. 6390. Was ferner diejenigen anbelangt, die Lohn verlangen für die Werke, die sie vollbringen, so muß man wissen, daß sie keineswegs zufrieden sind, sondern unwillig werden, wenn ihnen nicht mehr Lohn zuteil wird als den übrigen, und wenn sie sehen, daß andere glücklicher sind als sie, so fühlen sie sich gekränkt und beklagen sich. Sie suchen auch nicht das innere Glück, sondern ein äußeres, nämlich vor anderen hervorzuragen, zu herrschen und bedient zu werden von den Engeln, also über den Engeln zu stehen, und also Fürsten und Gewaltige im Himmel zu sein. Während doch die himmlische Seligkeit darin besteht, daß man nicht herrschen, und nicht von anderen bedient werden, sondern anderen dienen und der Geringste sein will, wie der Herr lehrt: Mark.10/35-45: "Jakobus und Johannes, die Söhne Zebedäi traten hinzu und sprachen: Gib uns, daß wir, der eine zu Deiner Rechten und der andere zu Deiner Linken sitzen in Deiner Herrlichkeit; Jesus sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet; zu sitzen zu Meiner Rechten und zu Meiner Linken steht Mir nicht zu, (einem jeden) zu geben, sondern nur denen es bereitet ist; ihr wisset, daß die, welche als Regenten über die Völker gelten, über sie herrschen, und die Großen haben Macht über sie; so soll es nicht unter euch sein, sondern wer groß unter euch sein will, sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, sei euer aller Knecht; denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, sich dienen zu lassen, sondern zu dienen". Und daß denen der Himmel zuteil wird, die das Gute tun ohne die Absicht auf Wiedervergeltung, bei Luk.14/11-14: "Ein jeder, der sich selbst erhöht, soll erniedrigt werden, und jeder, der sich selbst erniedrigt, soll erhöht werden. Wenn du ein Mittags- oder ein Abendmahl bereitest, so lade nicht deine Freunde ein, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch deine reichen Nachbarn, damit sie nicht dich etwa wieder laden, und dir vergolten werde; sondern wenn du ein Gastmahl machst, so lade die Armen, die Krüppel, die Lahmen und die Blinden; dann wirst du selig sein, weil sie nicht haben, es dir wieder zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten": die Vergeltung bei der Auferstehung der Gerechten ist die innere Seligkeit aus dem Gutestun ohne Wiedervergeltung (zu wollen), die sie vom Herrn erhalten, wenn sie Nutzen leisten; und die, welche zu dienen lieben ohne Wiedervergeltung, werden, je mehr sie das lieben, zu desto edleren Nutzzwecken verwendet, und sind wirklich vor anderen Große und Mächtige. Diejenigen, die gute Werke tun um der Wiedervergeltung willen, sagen zwar auch (weil sie es aus dem Worte wissen), sie wollten die Geringsten im Himmel sein, aber dabei denken sie, daß sie durch solches Reden groß werden und somit liegt dennoch dieselbe Absicht zugrunde. Die aber ohne Vergeltung das Gute tun, denken in Wirklichkeit nicht an die Hoheit, sondern nur an das Dienstleisten. Man sehe, was schon früher über die Verdienstlichkeit aus den Werken gesagt und gezeigt worden, und wie solche im anderen Leben beschaffen sind: daß sie nämlich wie Holzspalter und Grasmäher erscheinen: Nr. 1110, 1111, 4943; wie sie dargestellt werden: Nr. 1774, 2027; daß diejenigen, die das Gute tun aus Liebe zu sich und zur Welt, für dieses Gute keine Vergeltung empfangen im anderen Leben: Nr. 1835; daß die, welche ein Verdienst in die Werke setzen, das Wort nach dem Buchstaben zu ihren Gunsten deuten, und das Innere desselben verhöhnen: Nr. 1774, 1877; daß die wahre Liebtätigkeit ohne alles Streben nach Verdienstlichkeit sei: Nr. 2340, 2373, 2400, 3816; daß die, welche den Glauben von der Liebtätigkeit trennen, die Werke, die sie tun, zu verdienstlichen machen: Nr. 2373 E; daß die, welche in den Himmel kommen, das Eigene und Verdienstliche ablegen: Nr. 4007 E; daß der Glaube, man tue das Gute aus sich und erwerbe sich durch dieses Gute ein Verdienst, bei den meisten zu Anfang ihrer Bekehrung vorhanden, daß sie ihn aber ablegen, sobald sie wiedergeboren werden: Nr. 4174. 6394. "Und wird zinsbarer (d.i. fronpflichtiger) Knecht sein", 1. Mose 49/15, bedeutet, damit er sich Verdienst erwerbe. Ein zinsbarer Knecht sein, bedeutet, untertan sein und dienen; und weil von denen, die durch Werke verdienen wollen, gesagt wird, sie seien knöcherne Esel, liegend zwischen ihren Bürden, und daß sie die Schultern neigen zum Lasttragen, werden auch durch den zinsbaren Knecht diejenigen bezeichnet, die durch Werke Verdienst erwerben wollen; denn daß diese die untersten Diener sind, sehe man Nr. 6389. Daß zinsbarer Knecht sein bedeutet, untertan sein und dienen, erhellt 5. Mose 20/10,11: "Wann du vor eine Stadt ziehst, sie zu bekämpfen, sollst du sie zum Frieden auffordern, wenn sie dir friedlich antwortet und dir öffnet, so soll alles Volk, das sich in ihr findet, dir zinsbar sein und dir dienen". Jerem.Klagel.1/1: "Wie einsam liegt die Stadt, die voll Volkes war, sie ist geworden wie eine Witwe, die groß war unter den Völkern, und geherrscht hat über die Länder, ist zinsbar geworden": daß hier zinsbar und fronpflichtig werden soviel ist als dienen, ist klar. Matth.17/25-27: "Jesus sprach: Was dünket dich, Simon, von wem nehmen die Könige der Erde Zins oder Schatzung, von ihren Söhnen oder von Fremden? Petrus spricht zu Ihm: von den Fremden. Jesus sagte zu ihm: so sind also die Söhne frei. Auf daß wir ihnen aber keinen Anstoß geben, gehe hin an das Meer, wirf eine Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufsteigt, den nimm, und wenn du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater finden; denselben nimm, und gib ihn für Mich und für dich": auch hier werden unter denen, die Zins oder Schatzung geben, diejenigen verstanden, die dienen, weshalb gesagt wird, die Fremden müßten geben und die Söhne seien frei, denn die Fremden waren Knechte: Nr. 1097. Daß Petrus aus dem Meere den Fisch nehmen, und in dessen Mund einen Stater finden sollte, den er hergeben könnte, bildete vor, daß das unterste Natürliche als das Dienstbare dies tun solle; denn Fische bedeuten dieses Natürliche. 6395. Vers 16-18: Dan wird richten sein Volk, wie einer der Stämme Israels. Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege, wie die Hornschlange auf dem Pfade, welche beißt in die Fersen des Pferdes, daß rücklings fällt sein Reiter. Auf Dein Heil harre ich, Jehovah! "Dan" bedeutet diejenigen, die im Wahren sind und noch nicht im Guten; "wird richten sein Volk, wie einer der Stämme Israels" bedeutet, daß er eine von den Wahrheiten im allgemeinen bezeichne, welche die Stämme Israels vorbilden; "Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege" bedeutet ihre Vernünftelei über das Wahre, weil das Gute sie noch nicht führt; "wie die Hornschlange auf dem Pfade" bedeutet aus dem Wahren über das Gute; "welche beißt in die Fersen des Pferdes" bedeutet die Sinnestäuschungen aus dem Untersten der Natur; "daß rücklings fällt sein Reiter" bedeutet das dadurch erfolgende Zurückweichen (oder Abfallen); "auf Dein Heil harre ich, Jehovah" bedeutet, wenn der Herr nicht Hilfe schafft. 6396. "Dan", 1. Mose 49/16, bedeutet diejenigen, die im Wahren sind, aber noch nicht im Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dans, insofern er das Gute des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 3922, 3923, hier aber diejenigen, die in einigem Guten des Lebens aus dem Wahren sind, aber noch nicht aus dem Guten; denn mit dem Menschen, der vom Herrn wiedergeboren wird, verhält es sich auf folgende Weise: Zuerst ist er in dem Wahren, aber in keinerlei Gutem des Lebens aus dem Wahren; dann kommt er in das Gute des Lebens aus dem Wahrem, aber noch nicht aus dem Guten, nachher aber, wenn er wiedergeboren ist, befindet er sich im Guten des Lebens aus dem Guten, und dann wird er das Wahre aus dem Guten inne, und vermehrt es bei sich. Das sind die Stufen der Wiedergeburt. Unter Dan werden diejenigen verstanden, die im Guten des Lebens aus dem Wahren sind, doch noch nicht aus dem Guten. Das Gute liegt bei ihnen noch tief verborgen im Wahren, gibt ihnen die Neigung zum Wahren, und treibt sie an, nach dem Wahren zu leben. Die so beschaffen sind, befinden sich im Reich des Herrn, aber weil sie das Gute nicht aus dem Guten tun, sondern aus dem Wahren, d.h. nicht aus einem neuen Willen, sondern aus ihrer Einsicht und mithin nicht aus Liebe, sondern aus Gehorsam, weil es so geboten ist, deshalb sind sie im Reich des Herrn, unter denen, die im ersten, d.h. untersten Himmel sind. Diese sind es, die durch Dan vorgebildet werden, denn in dieser Weissagung Israels werden im inneren Sinn durch seine zwölf Söhne im allgemeinen in Ansehung ihrer Beschaffenheit alle beschrieben, die im Reich des Herrn sind. Daß diejenigen, die durch Dan bezeichnet werden, im untersten Himmel oder im Untersten des Reiches des Herrn sich befinden, weil sie im Wahren, aber noch nicht im Guten sind, wird dadurch vorgebildet, daß das Los für Dan zuletzt fiel, als das Land Kanaan zum Erbe unter den Stämmen verteilt wurde: Jos.19/40-48; und daß Dan dann das Erbe zufiel an der äußersten Grenze jenes Landes: Richt. Kapitel 18; denn das Los wurde vor Jehovah geworfen: Jos.18/6; deswegen empfing ein jeder nach seiner Vorbildung. Daß das Land Kanaan das Reich des Herrn vorbildete, sehe man Nr. 1607, 3038, 3481, 3686, 3705, 4447, 4454; daher waren alle Grenzen daselbst vorbildlich: Nr. 1607, 1866, 4116; somit bildete das Letzte dieses Landes das Letzte im Reich des Herrn vor: Nr. 4240; deswegen bildete auch Dan diejenigen vor, die im Letzten daselbst sind, denn bevor das Wahre mit dem Guten verbunden ist, ist es im Letzten, wenn aber das Wahre völlig vom Guten getrennt ist, dann ist es gar nicht im Gebiet des Reiches des Herrn, sondern außerhalb desselben. Daß das Erbteil Dans das Äußerste des Landes Kanaan war, erhellt daraus, daß, wenn die ganze Ausdehnung des Landes beschrieben werden soll, gesagt wurde: "von Beerscheba bis Dan": 2.Sam.3/10; 17/11; 24/2,15; 1.Kön.5/5; durch Beerscheba wird hier das Innerste des Landes bezeichnet, weil Abraham und Jischak daselbst wohnten, aber diese (Bezeichnung) galt nur, bevor Jerusalem und Zion das Innerste des Landes wurden. Die Beschaffenheit derer, die im Wahren sind und noch nicht im Guten, wurde auch durch die Daniten vorgebildet, die das Land auskundschafteten, wo sie wohnen sollten: Richt. Kapitel 18; auch dadurch, daß sie aus dem Hause Michas den Leviten fortführten, und das Ephod, die Theraphim und das Schnitzbild wegnahmen, durch welche Dinge der Gottesdienst derer bezeichnet wird, die im Wahren sind, und noch nicht im Guten, denn sie beten das Äußere an, und bekümmern sich nicht um das Innere. Das Innere wird niemand inne, außer wer im Guten ist. Daß dies durch die Söhne Dans daselbst vorgebildet wurde, kann daraus erhellen, daß alles Historische im Wort, sowohl was in den Büchern Mose, als was in den Büchern Josua, der Richter, Samuels und der Könige steht, himmlische und geistige Vorbildungen vom Reich des Herrn bildet, mithin auch dieses Historische im Buche der Richter von den Söhnen Dans. Was ferner diejenigen betrifft, die im Wahren und noch nicht im Guten sind, so wird in dem nun über Dan Folgenden im inneren Sinn ihre Beschaffenheit beschrieben. 6397. "(Dan) wird richten sein Volk wie einer der Stämme Israels", 1. Mose 49/16, bedeutet, daß er eine von den Wahrheiten im allgemeinen bezeichnet, welche die Stämme Israels vorbilden. Dies erhellt aus der Bedeutung von richten, insofern es das Wahre in seinem Amte bezeichnet, worüber im Folgenden; aus der Bedeutung des Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Wahren sind, worüber Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581, 4619; hier diejenigen, die im Wahren und noch nicht im Guten sind, denn diese sind Dan oder das Volk Dans: Nr. 6396; aus der vorbildlichen Bedeutung der Stämme Israels, insofern sie alles Wahre und Gute des Glaubens im allgemeinen bezeichnen, worüber Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335. Daher bedeutet "er wird richten sein Volk wie eines der Stämme Israels", daß das Wahre, was durch Dan vorgebildet, auch unter den allgemeinen Wahrheiten sei, welche die Stämme Israels vorbilden. Daß "sein Volk richte" das Wahre in seinem Amte bezeichnet, kommt daher, weil durch die Stämme alles Wahre im allgemeinen vorgebildet wird, wie aus den oben angeführten Stellen erhellen kann, und die Wahrheiten es sind, die richten. Somit wird durch "sein Volk richten" das Wahre in seinem Amte (officio) bezeichnet. Im Worte liest man, daß die vierundzwanzig Ältesten auf Thronen sitzen und die Heiden und Völkerschaften richten werden, ferner daß die zwölf Apostel ebenfalls auf Thronen sitzen werden, um zu richten die zwölf Stämme Israels. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht kennt, muß glauben, daß es so geschehen werde. Wie es aber (wirklich) zu verstehen sei, kann man erkennen, wenn man aus dem inneren Sinn weiß, was die vierundzwanzig Ältesten, die zwölf Apostel, und was die Throne bedeuten, daß sie nämlich alle Wahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnen, denen gemäß das Urteil (gefällt wird). Ebenso wird hier durch "das Volk richten wie einer der Stämme Israels" nicht verstanden, daß sie oder einige ihrer Ältesten richten werden, sondern die Wahrheiten selbst, die durch sie bezeichnet werden, somit der Herr allein, denn von Ihm geht alles Wahre aus. Von den vierundzwanzig Ältesten, die auf Thronen sitzen und richten werden, heißt es bei Joh.Offenb.4/4; 11/16: "Um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, mit weißen Kleidern angetan, und sie hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen". Joh.Offenb.20/4: "Ich sah Throne und sie setzten sich darauf, und Gericht zu halten ward ihnen gegeben". Von den zwölf Aposteln bei Matth.19/28: "Jesus sprach: Ihr, die ihr Mir nachgefolgt seid in der Wiedergeburt, wenn des Menschensohn sitzen wird auf dem Throne Seiner Herrlichkeit, werdet auch ihr sitzen auf zwölf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels". Luk.22/30: "Wie Mir der Vater das Reich übergeben hat, so übergebe Ich es euch, damit ihr esset und trinket an Meinem Tische in Meinem Reich; und sitzet auf Thronen, richtend die zwölf Stämme Israels": daß hier nicht vierundzwanzig Älteste, noch die zwölf Apostel zu verstehen sind, sondern alles Wahre und Gute im allgemeinen, kann daraus erhellen, daß kein Mensch, nicht einmal ein Engel, irgend jemand richten kann; denn wie das Innere (der Menschen) beschaffen ist und beschaffen sein werde, und zwar in Ewigkeit, kann niemand wissen, als der Herr allein. Daß durch die zwölf Apostel das gleiche wie durch die zwöfl Stämme bezeichnet wurde, nämlich alles Wahre und Gute in seiner Zusammenfassung, sehe man Nr. 2129, 2553, 3488, 3858 E. Hieraus erhellt nun, daß durch "Dan wird sein Volk richten wie einer der Stämme Israels" bezeichnet wird, daß die durch Dan vorgebildete Wahrheit eine sei von den allgemeinen Wahrheiten (d.h. von den Gesetzen der göttlichen Vorsehung; Anmerk.d.Übers.), vermittelst derer das Gericht (gehalten wird). 6398. "Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege", 1. Mose 49/17, bedeutet ihre Vernünftelei über das Wahre, weil das Gute sie noch nicht führt. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Dans, insofern er diejenigen bezeichnet, die im Wahren sind und noch nicht im Guten, worüber Nr. 6396; aus der Bedeutung der Schlange, insofern sie die Vernünftelei aus dem Sinnlichen bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Weges, insofern er das Wahre ist, worüber Nr. 627, 2333; mithin wird durch "Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege", ihre Vernünftelei über das Wahre bezeichnet, weil das Gute sie noch nicht führt. Von welcher Art diese Vernünftelei sei, und das aus derselben hervorgehende Wahre, soll im Falschen gesagt werden: Die Schlange bezeichnet die Vernünftelei aus dem Sinnlichen, weil die inneren (Wesenheiten) des Menschen im Himmel durch Tiere von verschiedener Gattung vorgebildet werden, und daher auch im Worte das gleiche durch dieselben bezeichnet wird. Das Sinnliche des Menschen wurde durch Schlangen vorgebildet, weil das Sinnliche das Unterste beim Menschen ist, und verhältnismäßig wie das Irdische, und gleichsam kriechend, wie man auch aus den Formen erkennen kann, durch die das Sinnliche einfließt, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle; daher wurde dieses Sinnliche durch Schlangen vorgebildet, und zwar insoweit, daß auch das göttlich Sinnliche des Herrn durch eine eherne Schlange in der Wüste vorgebildet wurde: Nr. 4211. Auch wird die Klugheit und die Umsicht selbst, die im Äußeren sich darstellt, durch Schlangen bezeichnet, bei Matth.10/16: "So seid nun klug wie die Schlangen, und einfältig (d.h. ohne Falsch) wie die Tauben". Wenn aber der Mensch im Sinnlichen lebt, entfernt vom Inneren, (wie es bei denen ist, die im Wahren und noch nicht im Guten sind,) und aus dem Sinnlichen redet, dann wird durch Schlange seine Vernünftelei bezeichnet; und so auch hier, wo von Dan gehandelt wird, die Vernünftelei über das Wahre, weil das Gute ihn noch nicht leitet. Sonst wird auch Bosheit, Schlauheit und List durch Schlangen bezeichnet, aber durch giftige Schlangen, z.B. Ottern und ähnliche, bei solchen ist die Vernünftelei dem Gift ähnlich. Daß die Schlange das Vernünfteln aus dem Sinnlichen bedeutet, sehe man Nr. 195-197; daß ferner Schlange alles Böse im allgemeinen bezeichnet, und daß das Böse nach den Arten der Schlangen unterschieden wird, sehe man Nr. 251, 254, 257. 6399. "Wie die Hornschlange auf dem Pfade", 1. Mose 49/17, bedeutet die Vernünftelei über das Gute aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hornschlange, insofern sie das Vernünfteln über das Gute bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Pfades, insofern er das Wahre ist, worüber Nr. 627, 2333, 3477. Daß "die Hornschlange auf dem Pfade" das Vernünfteln aus dem Wahren über das Gute bezeichnet, kommt daher, weil durch Schlange die Vernünftelei bezeichnet wird, mithin durch Hornschlange die Vernünftelei, die sich hervordrängt, nämlich aus dem Wahren zum Guten, denn das Wahre ist bei denen, die durch Dan vorgebildet werden, unterhalb, und das Gute oberhalb. 6400. "Welche beißt in die Fersen des Pferdes", 1. Mose 49/17, bedeutet Sinnestäuschungen aus dem Untersten der Natur. Dies erhellt aus der Bedeutung von beißen, insofern es soviel ist als sich anhängen und dadurch Schaden zufügen; aus der Bedeutung der Fersen des Pferdes, insofern sie die Sinnestäuschungen aus dem Untersten der Natur bezeichnen; denn die Ferse bedeutet das unterste Natürliche und das Körperliche: Nr. 259, 4938-4952, das Roß aber bezeichnet das Verstandesmäßige: Nr. 2761, 2762, 3217, 5321, 6125. Hier bedeutet Pferd die Sinnestäuschung, weil es das Verstandesmäßige des untersten Natürlichen oder Sinnlichen ist. Daß diejenigen, die im Wahren sind, aber noch nicht im Guten, in Sinnestäuschungen dem untersten Natürlichen verfallen, kann daraus erhellen, daß das Wahre in keinerlei Licht ist, wenn nicht bei demselben, oder in demselben das Gute ist, denn das Gute ist wie die Flamme, die das Licht von sich aussendet, und wo dann das Gute auf etwas Wahres stößt, da erleuchtet es nicht nur dasselbe, sondern führt auch zu sich in sein Licht hinein. Daher sind die, welche im Wahren sind und noch nicht im Guten, in Verschattung und Dunkel, weil das Wahre kein Licht von sich hat, und das Licht, das sie aus dem Guten haben, schwach ist, weil ein erlöschendes Licht. Wenn daher solche über das Wahre denken und vernünfteln und aus dem Wahren über das Gute, sind sie denen gleich, die im Finstern Phantasiegebilde sehen und dieselben für wirkliche Körper ansehen, oder die im Halbdunkel an einer Wand Streifen sehen, und durch die Phantasie aus ihnen irgendein Bild entwerfen, entweder eines Menschen oder eines Tieres. Wenn jedoch das Licht aufgeht, zeigt es sich, daß es nur Streifen ohne Bild sind. Ebenso verhält es sich mit den Wahrheiten bei ihnen, denn sie sehen als Wahrheiten, was nicht Wahrheiten sind, die vielmehr den Phantasiegebilden und Streifen an der Wand ähnlich sind. Von solchen, die in irgendeinem Wahren aus dem Worte waren, nicht aber im Guten, sind auch alle Ketzereien in der Kirche ausgegangen, denn das Ketzerische erscheint ihnen ganz und gar als Wahrheit; ebenso die falschen Meinungen innerhalb der Kirche. Daß diejenigen, die sie gelehrt haben, nicht im Guten waren, kann daraus erhellen, daß sie das Gute der Liebtätigkeit weit hinter dem Wahren des Glaubens zurücksetzten, und zum Teil solche Dinge aussannen, die mit dem Guten der Liebtätigkeit keineswegs übereinstimmen. Es wird gesagt, daß diejenigen, die im Wahren und noch nicht im Guten sind, über das Wahre und Gute aus den Sinnestäuschungen des untersten Natürlichen vernünfteln, daher soll noch gesagt werden, was unter Sinnestäuschungen zu verstehen ist: Als Beispiel diene das Leben des Menschen nach dem Tode: Diejenigen, die sich in Sinnestäuschungen aus dem untersten Natürlichen befinden, wie die, welche im Wahren und noch nicht im Guten sind, glauben, daß beim Menschen nichts anderes lebe als sein Körper, und daß, wenn der Mensch stirbt, er nicht wieder auferstehen könne, wenn er nicht seinen Körper wieder empfängt. Wenn ihnen gesagt wird, es sei der innere Mensch, der im Körper lebt, und der vom Herrn wiedererweckt wird, wenn der Körper stirbt, und daß dieser Mensch einen solchen Körper habe wie die Geister und Engel, und daß derselbe wie der Mensch in der Welt sieht, hört, redet, mit anderen in der Gesellschaft ist, und sich völlig als Mensch erscheint, können sie es nicht begreifen. Die Täuschungen aus dem untersten Natürlichen machen, daß sie glauben, es könne derartiges nicht geben; besonders deswegen, weil sie es mit den Augen ihres Körpers nicht sehen. Solche haben auch, wenn sie über den Geist oder die Seele denken, gar keine Vorstellung von ihr, außer einer solchen; wie von unsichtbaren Dingen in der Natur, weshalb sie dieselbe entweder zu etwas Hauchartigem, oder zu etwas Luftigem, oder zu etwas Ätherischem oder Flammigen machen, einige zu einem bloßen Gedankending, das fast gar kein Leben hat, bevor es wieder mit dem Körper verbunden wird. So denken sie, weil alles Innerliche bei ihnen schattenhaft und dunkel, und nur das Äußerliche im Licht ist. Hieraus geht deutlich hervor, wie leicht solche in Irrtum fallen können, denn wenn sie nur an den Körper denken, wie er wieder zusammenwachse, an den Untergang der Welt, der in so vielen Jahrhunderten vergeblich erwartet wurde, über die unvernünftigen Tiere, daß sie ein dem menschlichen nicht unähnliches Leben haben, daß keine Toten erscheinen und den Zustand ihres Lebens anzeigen, wenn sie dieses und ähnliches denken, dann verlieren sie leicht den Glauben an die Auferstehung; ebenso in vielen anderen Dingen. Der Grund ist, weil sie nicht im Guten sind, und durch das Gute im Lichte. Weil ihr Zustand von dieser Art ist, wird auch gesagt "daß rücklings fällt sein Reiter, auf Dein Heil harre ich, Jehovah!" bedeutet, daß dadurch ein Abfallen (stattfindet), wenn nicht der Herr Hilfe bringt. 6401. "Daß rücklings fällt sein Reiter", 1. Mose 49/17, bedeutet, daß dadurch ein Abfallen (oder Zurückweichen) entstehe. Dies erhellt aus der Bedeutung von rücklingsfallen, insofern es ein Zurückweichen ist, nämlich vom Wahren; und aus der Bedeutung des Reiters, insofern er diejenigen bezeichnet, die in Sinnestäuschungen aus dem untersten Natürlichen sind. Daß durch Pferd diese Täuschungen bezeichnet werden, sehe man Nr. 6400, weshalb durch Reiter diejenigen bezeichnet werden, die in diesen Täuschungen sind. Wie sich dies verhalte, ist gleich oben gesagt worden. Weil durch Dan diejenigen innerhalb der Kirche bezeichnet werden, die so beschaffen sind, wie sie Nr. 6400 beschrieben wurden, und die somit unter den letzten im Reich des Herrn sind, deshalb werden durch Dan auch diejenigen bezeichnet, die Falsches aus den Sinnestäuschungen ausbrüten und verbreiten. Ihr Falsches wird auch durch Pferde und ihre Vernünfteleien über das Wahre und Gute durch Schlangen bezeichnet: Jerem.8/16,17: "Von Dan wurde das Schnauben seiner Pferde gehört, von dem Schalle des Wieherns seiner Starken erzittert das ganze Land, und sie sind gekommen und haben verzehrt das Land und dessen Fülle, die Stadt und ihre Bewohner; denn siehe, Ich schicke gegen euch Schlangen, Basilisken, gegen die kein Zauberspruch hilft und sie werden euch beißen". 6402. "Auf Dein Heil harre ich, Jehovah", 1. Mose 49/18, bedeutet, wenn nicht der Herr Hilfe bringe. Dies erhellt aus der Bedeutung von Heil erwarten, insofern es hier heißt, Hilfe bringen. Daß Jehovah der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2156, 2329, 2447, 2921, 3023, 3035, 5663, 6303. Was die Hilfe anbelangt, die der Herr bringt, wenn die, welche im Wahren sind, und noch nicht vom Guten geleitet werden, zurückweisen, was bezeichnet wird durch "rücklings fällt sein Reiter, auf Dein Heil harre ich, Jehovah", so muß man wissen, daß sie niederwärts oder auswärts blicken, weil sie noch nicht im Guten sind; die aber im Guten sind, wie die Wiedergeborenen, sehen aufwärts oder einwärts, denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, wird die Ordnung in solcher Weise umgekehrt. Weil diejenigen, die im Wahren sind und noch nicht im Guten, niederwärts oder auswärts schauen, daher sind sie auch unter denen, die zur Gegend der äußeren Haut im Größten Menschen gehören, denn die äußere Haut wendet sich von dem Inneren des Körpers nach außen, und empfängt von dem, was außerhalb ist, die Empfindung des Gefühls, nicht aber auf fühlbare Weise von dem, was innerhalb. Hieraus erhellt, daß sie zwar auch im Reiche des Herrn sind, weil auch im Größten Menschen, jedoch im Letzten desselben. Von denen, welche die Haut bilden, sehe man Nr. 5552-5559. 6403. Vers 19: Gad, eine Kriegsschar wird ihn bedrängen, und er wird ihre Ferse drängen. "Gad" bedeutet die Werke aus dem Wahren, aber noch nicht aus dem Guten; "eine Kriegsschar wird ihn bedrängen" bedeutet die Werke ohne Urteil, insofern sie (den Menschen) vom Wahren hinwegtreiben; "und er wird ihre Ferse drängen" bedeutet die daraus entstehende Unordnung im Natürlichen. 6404. "Gad", 1. Mose 49/19, bedeutet die Werke aus dem Wahren, aber noch nicht aus dem Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Gads, insofern er die Werke bezeichnet, worüber Nr. 3934, 3935; hier die Werke aus dem Wahren, und noch nicht aus dem Guten, wie aus der Beschreibung desselben im inneren Sinn erhellt. Das folgt auch in seiner Ordnung, denn durch Dan werden gleich oben diejenigen vorgebildet, die im Wahren sind und noch nicht im Guten: Nr. 6396, hier nun durch Gad diejenigen, die in den Werken sind aus dem Wahren und nicht aus dem Guten. Wie diese Werke beschaffen sind, wird im Folgenden gesagt werden. 6405. "Gad, eine Kriegsschar wird ihn bedrängen (oder verwüsten)", 1. Mose 49/19, bedeutet die Werke ohne Urteil, insofern sie (den Menschen) vom Wahren abbringen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kriegsschar, insofern sie die Werke bezeichnet, worüber Nr. 3934, hier die Werke ohne Urteil; denn diejenigen, die aus dem Wahren und noch nicht aus dem Guten ihre Werke tun, haben nur ein dunkles Verständnis; die hingegen, die aus dem Guten (handeln), haben ein erleuchtetes Verständnis, weil das Gute erleuchtet; denn das Licht des Wahren fließt vom Herrn in das Verstandesgebiet durch das Gute ein, und so in das Wahre, nicht aber unmittelbar in das Wahre. Es verhält sich dies wie das Sonnenlicht, das in die Gegenstände des Pflanzenreiches, z.B. in Bäume, Pflanzen, Blumen, durch die Wärme einfließt und macht, daß sie wachsen und blühen, nicht aber unmittelbar, denn wenn das Licht ohne Wärme einfließt, wächst und blüht nichts, wie zur Winterszeit. Ferner aus der Bedeutung von "ihn bedrängen", insofern es heißt, vom Wahren abbringen. Welche aber diejenigen sind, die hier durch Gad bezeichnet werden, soll nun gesagt werden: Es sind solche, die über das Wahre im Unklaren sind, und dennoch aus demselben ihre Werke tun, also Werke, die nicht aus dem Wahren, und weniger noch aus dem Guten hervorgehen. Daher werden sie durch ihre Werke vom Wahren abgebracht, denn sobald der Mensch, der im Wahren ist und noch nicht im Guten, aus Religion etwas in Handlung setzt, verteidigt er es nachher, als wäre es das Allerwahrste und bleibt dabei. Auch läßt er nur insoweit, als er in das Gute kommt, eine Verbesserung zu, weil er durch die Tat (das Falsche) aufnimmt und es liebt. So bringen ihn die Werke vom Wahren ab. Dabei hält er das für Wahrheit, was nicht wahr ist, denn auch diese urteilen aus dem Sinnlichen gleich denen, die durch Dan bezeichnet werden, somit ohne (richtiges) Urteil. Zur Erläuterung mögen folgende Beispiele dienen: Wer einen jeden in gleicher Weise für seinen Nächsten hält und daher ebensowohl den Bösen als den Guten Wohltaten erzeigt, und dadurch, daß er den Bösen wohltut, anderen Böses tut, der verteidigt, wenn er einige Male so gehandelt hat, sein Verfahren, indem er sagt, ein jeder sei der Nächste, und er bekümmere sich nicht darum, wie er beschaffen sei, wenn er nur etwas Gutes tue. Auf diese Weise vollbringt er Werke ohne Urteil, somit auch gegen das eigentliche Wahre, denn das Wahre selbst ist, daß alle die Nächsten sind, aber in verschiedenem Grade, und daß vor anderen diejenigen die Nächsten sind, die im Guten sind: Nr. 2417, 3419, 3820, 5025. Durch Gad werden auch diejenigen bezeichnet, die alles Heil in die Werke setzen, wie jener Pharisäer, von dem der Herr Luk.18/11,12, im Gleichnisse gesagt hat: "Ein Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke Dir, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze"; er hielt also das Äußere für das eigentlichste Wahre. Solche sind zwar auch im Reich des Herrn, jedoch nur an der Schwelle; deshalb sagt der Herr Luk.18/14: "Ich sage euch, der Zöllner ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, mehr als der Pharisäer"; daß somit auch der Pharisäer gerechtfertigt hinabging, weil er die Werke nach dem Gebote (Gottes) getan hatte. Um es mit einem Wort zu sagen: durch Gad werden diejenigen vorgebildet, die für Wahrheit erklären, was nicht wahr ist, und aus diesem Nichtwahren ihre Werke tun; daher sind ihre Werke nur scheinbar wahr, denn die Werke sind nichts als der Wille und der Verstand, die in der Handlung hervortreten. Was ihnen dabei Heil bringt, ist die Absicht, etwas Gutes zu tun, und einige Unschuld vermöge ihrer Unwissenheit. Die in den äußeren Werken aus dem Nichtwahren sind, was sie aber für wahr halten, werden auch bei Jesaja durch Gad bezeichnet: Jes.65/11: "Ihr, die ihr Jehovah verlasset, und Meines heiligen Berges vergaßet und dem Gad einen Tisch richtet, und Trankopfer bringet dem Wein": dem Gad den Tisch richten, bedeutet, sich nur mit Werken abgeben. Jerem.49/1: "Wider die Söhne Ammons spricht Jehovah: Hat denn Israel keinen Erben, weshalb erbt ihr König (das Land) Gad, und sein Volk wohnt in dessen Städten?": Gad beerben bedeutet in den Werken aus dem Nichtwahren leben. Die Söhne Ammons bezeichnen diejenigen, welche die Wahrheiten verfälschen, und nach diesem Verfälschten leben: Nr. 2468, und auf diese wird bei dem Propheten das von Gad Gesagte bezogen. 6406. "Und er wird ihre Ferse drängen", 1. Mose 49/19, bedeutet die daraus entstehende Unordnung im Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von drängen (oder verwüsten), insofern es bezeichnet, vom Wahren abbringen, wie Nr. 6405, somit die Ordnung stören, oder Unordnung verursachen; und aus der Bedeutung der Ferse, insofern sie das unterste Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 259, 4938-4952; daraus erhellt, daß durch "er wird ihre Ferse drängen" die Unordnung im Natürlichen bezeichnet wird. Diejenigen, welche die Werke aus dem Wahren tun, aber noch nicht aus dem Guten, müssen notwendig Unordnung in ihr Natürliches bringen, denn die Werke wirken auf das Natürliche ein; und folglich müssen sie ihr Inneres insoweit verschließen; denn die Grundlage, in die das Inwendigere ausläuft, ist das Natürliche. Ist aber dieses ungeordnet, dann kommt auch das in Unordnung, was vom Inneren einfließt. Was aber in Unordnung ist, das ist in Verschattung und Finsternis. Deswegen können sie auch nicht sehen, was wahr ist, sondern in dieser Verschattung und Finsternis ergreifen sie als Wahres, was nicht wahr ist, und aus diesem Nichtwahren vollbringen sie ihre Werke. Übrigens sind die Werke höchst notwendig, denn sie sind die Liebtätigkeit und der Glaube in Wirkung und Leben. Wer könnte nicht einsehen, daß es ohne sie keine Liebtätigkeit gäbe. Die Werke sind nichts anderes als das Gute und Wahre selbst in seiner äußeren Form; denn das Gute, das dem Willen angehört, und das Wahre, das Sache des Verstandes ist, werden, wenn sie in Handlung übergehen, Werke genannt. Hieraus ist klar, daß wie das Gute und Wahre so auch die Werke beschaffen sind. 6407. Vers 20: Von Ascher (kommt) Fettes, sein Brot, und er wird geben die Leckerbissen des Königs. "Von Ascher" bedeutet das Selige der Neigung; "kommt Fettes, sein Brot" bedeutet der Lustreiz aus dem Guten; "und er wird geben die Leckerbissen des Königs" bedeutet das Angenehme aus dem Wahren. 6408. "Von Ascher", 1. Mose 49/20, bedeutet das Selige der Neigungen, nämlich der himmlischen, die der Liebe zum Herrn und der Liebtätigkeit gegen den Nächsten angehören. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aschers, insofern er die Glückseligkeit des ewigen Lebens und das Selige der Neigungen bezeichnet, worüber Nr. 3938, 3939. Ascher wurde auch genannt von der Seligkeit (hebr. Aescher). Was diese Seligkeit anbelangt, so kann sie nicht leicht beschrieben werden, weil sie eine innerliche ist, und selten bei jemanden auf den Körper selbst einwirkt, somit selten auf das Gefühl; denn solange der Mensch im Körper lebt, fühlt er nur das deutlich, was im Körper ist, und nur sehr dunkel das, was in seinem Geist ist, denn die weltlichen Sorgen verhindern es, solange der Mensch noch im Körper lebt. Das Selige seiner Neigungen kann nur dann bis zu dem Sinn des Körpers, wo jene Sorgen sind, eindringen, wenn das Natürliche und Sinnliche zur Übereinstimmung mit dem Inwendigeren gebracht ist, und auch dann nur dunkel, gleichsam wie ein Gefühl der Ruhe, das aus der Zufriedenheit seines Gemütes hervorgeht. Nach dem Tode aber gibt es sich kund, und wird als etwas Wonniges und Glückliches empfunden, das sowohl das Innere als das Äußere anregt. Kurz, das Selige der himmlischen Neigungen ist der Seele oder dem Geist selbst eigen, fließt nur auf dem inneren Wege ein, und dringt bis zum Körper vor, wo es insoweit aufgenommen wird, als die Lustreize der natürlichen und sinnlichen Triebe nicht widerstehen. Diese Seligkeit ist aber keineswegs möglich bei denen, die im Lustreiz der Eigenliebe und Weltliebe sind; denn diese Liebesarten sind völlig entgegengesetzt. Deswegen können auch diejenigen, die von solcher Liebe getrieben werden, durchaus nicht begreifen, daß es irgendeine andere Seligkeit geben soll, als die, zu hohen Würden zu gelangen, als ein Gott verehrt zu werden, Überfluß an Reichtum zu besitzen, und mehr Macht als andere zu haben. Wenn ihnen gesagt wird, der Lustreiz aus solcher Liebe sei nur ein äußerer, und gehe mit dem Körper zugrunde, und was von demselben in der Seele zurückbleibe, verkehre sich nach dem Tode in Trauriges und Häßliches, wie bei denen in der Hölle; und daß es einen inneren Lustreiz gebe, und daß dieser die Wonne und die Glückseligkeit derer sei, die im Himmel sind, so können sie es durchaus nicht begreifen, weil bei ihnen das Äußere herrscht, und das Innere verschlossen ist. Hieraus kann man erkennen, was verstanden wird unter dem Seligen der Neigungen, das durch Ascher bezeichnet wird. 6409. "Kommt Fettes, sein Brot", 1. Mose 49/20, bedeutet den Lustreiz aus dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung des Fettes, insofern es etwas Liebliches bezeichnet, denn Fett bedeutet das Himmlische oder das Gute der Liebe, man sehe Nr. 353, 5943. Wenn aber vom Fett gesprochen, und dasselbe mit Brot in Verbindung gebracht wird, welches das Gute der Liebe bedeutet, dann bedeutet Fett den Lustreiz dieser Liebe. Daß das Brot das Gute der Liebe bedeute, sehe man Nr. 276, 680, 2165, 2177, 3464, 3478, 3735, 3813, 4211, 4217, 4735, 4976, 5915. 6410. "Und er wird geben die Leckerbissen des Königs", 1. Mose 49/20, bedeutet das Angenehme aus dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Leckerbissen, insofern sie das Angenehme bezeichnen; und aus der Bedeutung des Königs, insofern er das Wahre ist, worüber Nr. 1672, 1728, 2015, 2069, 3009, 4575, 4581, 4966, 5044, 6148; somit heißt "die Leckerbissen des Königs geben", das Angenehme aus dem Wahren. Daß von beiden gesprochen wird, nämlich vom Lustreiz aus dem Guten und vom Angenehmen aus dem Wahren, geschieht wegen der himmlischen Ehe in den einzelnen Teilen des Wortes: Nr. 6343. Der Lustreiz aus dem Guten und das Angenehme aus dem Wahren, die das Glück im Himmel machen, bestehen nicht in Müßiggang, sondern in Tätigkeit, denn der Lustreiz und das Angenehme wird im Müßiggang zur Unlust und zum Unangenehmen. Bei der Tätigkeit dagegen bleibt der Lustreiz und das Angenehme und erhebt fortwährend (das Gemüt) und macht es glückselig. Bei denen, die im Himmel sind, besteht die Tätigkeit darin, Nutzen zu leisten; das ist ihr Lustreiz aus dem Guten, und weise zu werden aus den Wahrheiten um des Nutzzweckes willen, das ist für sie das Angenehme aus dem Wahren. 6411. Vers 21: Naphthali ist eine losgelassene Hindin, und gibt schöne Reden. "Naphthali" bedeutet den Zustand nach den Versuchungen; "ist eine losgelassene Hindin" bedeutet die Freiheit der natürlichen Neigung; "und gibt schöne Reden" bedeutet die Freude des Gemüts. 6412. "Naphthali", 1. Mose 49/21, bedeutet den Zustand nach den Versuchungen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Naphthalis, insofern er die Versuchung bezeichnet und auch die Zustände nach den Versuchungen, worüber Nr. 3927, 3928; Naphthali hat auch seinen Namen von den Kämpfen (patal = kämpfen, ringen. Anm.d.Übers.), die im geistigen Sinn Versuchungen sind. 6413. "(Naphthali) ist eine losgelassene Hindin", 1. Mose 49/21, bedeutet die Freiheit der natürlichen Neigung. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hindin (Hirschkuh), insofern sie die natürliche Neigung bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von losgelassen, insofern es die Freiheit bezeichnet, denn wenn die gefangene Hindin losgelassen wird, dann ist ihr die Freiheit zuteil geworden. Die Befreiung vom Zustand der Versuchungen wird mit einer losgelassenen Hindin verglichen, weil die Hindin ein Tier des Waldes ist, das die Freiheit mehr als andere liebt, und diesem ist auch das Natürliche ähnlich, denn dieses liebt nichts mehr, als in dem Lustreiz seiner Neigungen und somit in der Freiheit zu sein, denn frei ist, was aus der Neigung hervorgeht. Die Hindin bezeichnet die natürliche Neigung, weil sie zu den Tieren gehört, die Neigungen bedeuten, und zu diesen gehören alle, die zur Speise dienen und nützlich sind, als Lämmer, Schafe, Ziegen, Ziegenböcklein, Böcke, ferner Ochsen , junge Rinder, und auch Kühe; aber diese Tiere sind auch Bezeichnungen für geistige Neigungen, weil sie zu den Brand- und Schlachtopfern dienten; die Hindinnen aber waren, weil sie nicht zu solchem Dienst verwendet wurden, nur Sinnbilder der natürlichen Neigungen. Daß die Tiere Neigungen bedeuten, sehe man Nr. 45, 46, 142, 143, 246, 714, 715, 719, 776, 1823, 2179, 2180, 3519, 5198; und daß sie Neigungen bedeuten, rührt von dem Vorbildlichen in der geistigen Welt her: Nr. 3218, 5198. Die natürlichen Neigungen werden auch durch Hindinnen bezeichnet bei Ps.18/34: "Jehovah macht meine Füße wie die der Hindinnen, und stellt mich auf Seine Höhen". Hab.3/19: "Der Herr Jehovih ist meine Stärke, Der meine Füße macht wie die der Hindinnen, und mich gehen läßt auf meinen Höhen": die Füße machen wie die der Hindinnen bedeutet das Natürliche in der Freiheit der Neigungen. Daß die Füße das Natürliche bedeuten, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, 5327, 5328; daß "die Füße machen wie die der Hindinnen" diese Bedeutung habe, kann daraus erhellen, daß "die Füße wie die der Hindinnen leicht und zum Laufen geschickt machen", nicht etwas Geistiges ist, daß es jedoch Geistiges in sich schließt, ist dort deutlich aus dem, was gleich folgt, daß Jehovah auf Höhen stellt und gehen macht, wodurch die geistige Neigung bezeichnet wird, die über der Natürlichen ist. Ebenso verhält es sich bei Jes.35/6: "Springen wird der Lahme wie ein Hirsch": denn durch lahm wird derjenige bezeichnet, der im Guten ist, aber noch nicht im echten: Nr. 4302. Ps.42/2: "Wie der Hirsch schreit an den Wasserbächen, so schreit meine Seele nach Dir": Hirsch steht hier für die Neigung zum Wahren, schreien zu den Wasserbächen, für: die Wahrheiten begehren, daß die Wasser Wahrheiten bezeichnen, sehe man Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668. Jerem.Klagel.1/6: "Von der Tochter Zion ist weggegangen alle ihre Ehre, ihre Fürsten sind wie die Hirsche geworden, die keine Weide gefunden": die Tochter Zions für die Neigung zum Guten, die der himmlischen Kirche angehört: Nr. 2362; Fürsten bedeuten die Hauptwahrheiten dieser Kirche: Nr. 1482, 2089, 5044; diese werden mit Hirschen verglichen, durch welche die Neigungen des natürlich Wahren bezeichnet werden; und dadurch, daß die Hirsche keine Weide gefunden, wird bezeichnet, die natürlichen Neigungen seien ohne die Wahrheiten und deren Gutes. Daß die Weide das Wahre und das Gute des Wahren bezeichnet, die das geistige Leben des Menschen erhalten, sehe man Nr. 6078, 6277. Ebenso durch Hindinnen bei Jerem.14/4,5: "Der Boden lechzt, weil kein Regen gekommen ist im Lande, die Ackerleute stehen beschämt, sie verhüllen ihr Haupt, denn auch die Hindin, die auf dem Felde geboren hat, verläßt (ihre Jungen), weil kein Gras da ist": Hindin für die Neigung des natürlich Guten; sie hat auf dem Felde geboren, bedeutet die natürlichen Neigungen mit den geistigen, die der Kirche angehören, verbinden; doch weil diese Neigungen ohne Wahres und Gutes waren, heißt es, daß sie ihre Jungen verließ, weil kein Gras da war. Jeder kann sehen, daß ein innerer Sinn in dem von der Hindin Gesagten liegt, denn welche Bedeutung würde es ohne den inneren Sinn haben, daß eine Hindin auf dem Felde Junge gebar, aber sie verließ, weil kein Gras da war. Ps.29/9: "Die Stimme Jehovahs macht die Hindinnen gebären, und entblättert Wälder; aber in Seinem Tempel spricht alles: Ehre!": daß ein innerer Sinn, der geistig ist, in diesem liegt: "Die Stimme Jehovahs läßt die Hindinnen gebären", erhellt offenbar daraus, daß gleich nachher gesagt wird: "aber in Seinem Tempel spricht alles: Ehre!" was mit dem, was von den Hindinnen und Wäldern gesagt wurde, ohne geistigen Sinn nicht zusammenhängen würde. 6414. "Und gibt schöne Reden", 1. Mose 49/21, bedeutet die Freude des Gemüts. Dies erhellt aus der Bedeutung von "schöne Reden", insofern sie die Freude des Gemüts bezeichnen, denn jede Rede geht aus dem Gemüt hervor, und wenn das Gemüt fröhlich und heiter ist, redet man schön. Daß nach den Versuchungen eine Fröhlichkeit und Vergnügen eintritt, sehe man Nr. 1992, 3696, 1572, 5628. 6415. Aus dem, was Israel in dieser Weissagung von Dan, Gad, Ascher und Naphthali sagt, geht deutlich hervor, daß es einen inneren Sinn gibt, und daß ohne inneren Sinn kaum etwas verstanden oder erkannt werden könnte, was es bedeute, z.B. daß Dan eine Schlange auf dem Wege, eine Hornschlange auf dem Pfade sei, welche beißt in die Fersen des Rosses, daß rücklings fällt sein Reiter; daß den Gad eine Kriegsschar bedrängen, und er ihre Fersen drängen werde; daß Ascher fettes Brot habe, und die Leckerbissen des Königs geben werde; und daß Naphthali wie eine losgelassene Hindin sei, und schöne Reden führe. Wer kann verstehen, was dies bedeute ohne den Schlüssel aus dem inneren Sinn? Daß es (im inneren Sinn) nicht von den Söhnen Jakobs gesagt wurde, auch nicht von den Stämmen, kann daraus erhellen, daß ihnen nichts dergleichen am Ende der Tage begegnete, obwohl Israel sagt, er wolle verkünden, was ihnen begegnen solle: 1. Mose 49/1; und weil nicht von ihnen, so folgt, daß von solchem geredet wurde, was durch sie vorgebildet ist, was dieses sei, ist im Vorhergehenden erklärt worden. 6416. Vers 22-26: Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph, Sohn eines Fruchtbaumes an der Quelle, Töchter ranken empor über die Mauer. Und Bogenschützen reizen ihn, und schießen auf ihn, und feinden ihn an. Aber er wird sitzen in der Festigkeit seines Bogens, und es werden gestärkt die Arme seiner Hände, von den Händen des Starken Jakobs, von dorther kommt der Hirte, der Stein Israels. Von dem Gotte deines Vaters, Er wird dir helfen, und mit Schaddai (dem Allmächtigen), Er wird dich segnen, mit Segnungen des Himmels von oben, mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt, mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes. Die Segnungen deines Vaters werden überragen die Segnungen meiner Erzeuger, bis zur Wonne der ewigen Hügel; sie werden kommen auf das Haupt Josephs, und auf den Scheitel des Nasirs, (des Auserwählten) unter seinen Brüdern. "Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph" bedeutet die geistige Kirche, im höchsten Sinn den Herrn, in Ansehung des göttlich Geistigen; "Sohn eines Fruchtbaumes an der Quelle" bedeutet die Fruchtbarkeit vom Wahren aus dem Worte; "Töchter ranken empor über die Mauer" bedeutet, um zu kämpfen gegen das Falsche; "und Bogenschützen reizen ihn" bedeutet den Widerstand aus dem Falschen; "und schießen auf ihn" bedeutet, daß sie aus demselben kämpfen; "und feinden ihn an" bedeutet jede Feindseligkeit; "aber er wird sitzen in der Festigkeit seines Bogens" bedeutet, daß er sicher sei durch das kämpfende Wahre der Lehre; "und es werden gestärkt die Arme seiner Hände" bedeutet die Macht seiner Kräfte zum Kämpfen; "von den Händen des Starken Jakobs" bedeutet von der Allmacht des Göttlich-Menschlichen des Herrn; "von dorther (kommt) der Hirte, der Stein Israels" bedeutet, daß durch sie alles Gute und Wahre dem geistigen Reich zuteil werde; "von dem Gotte deines Vaters" bedeutet, daß es der Gott der Alten Kirche sei; "und mit Schaddai" bedeutet den Herrn als den Wohltäter nach den Versuchungen; "Er wird dich segnen, mit Segnungen des Himmels von oben" bedeutet durch das Gute und Wahre vom Inwendigeren her; "mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt" bedeutet durch die wißtümlichen Kenntnisse, die im Natürlichen sind; "mit Segnungen der Brüste" bedeutet durch die Neigungen zum Guten und Wahren; "und des Mutterleibes" bedeutet die Verbindung derselben; "die Segnungen deines Vaters werden überragen die Segnungen meiner Erzeuger" bedeutet, daß jene Kirche ihr geistig Gutes aus dem Natürlichen habe, nicht aus dem Vernünftigen; "bis zur Wonne der ewigen Hügel" bedeutet bis zur gegenseitigen himmlischen Liebe; "sie werden kommen auf das Haupt Josephs" bedeutet, daß diese Segnungen sich auf das Inwendigere beziehen; "und auf den Scheitel des Nasirs, (des Auserwählten) unter seinen Brüdern" bedeutet auch auf das Äußere. 6417. "Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph", 1. Mose 49/22, bedeutet die geistige Kirche , im höchsten Sinn den Herrn, in Ansehung des göttlich Geistigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, in bezug auf das göttlich Geistige, im inneren Sinn das geistige Reich und das Gute des Glaubens, und im äußeren die Fruchtbarkeit und die Vermehrung, worüber Nr. 3969, 3971; und weil Joseph die Fruchtbarkeit des Guten und Vermehrung des Wahren bezeichnet, heißt er ein Sohn des Fruchtbaumes. Durch Joseph wird hier vom geistigen Reich des Herrn gehandelt, wie oben durch Jehudah von Seinem himmlischen Reich. Es gibt nämlich zwei Reiche, die den Himmel bilden: das himmlische und das geistige. Das himmlische Reich bildet den innersten oder dritten Himmel, das geistige Reich den mittleren oder zweiten. Im geistigen Reich erscheint der Herr als Mond, im himmlischen Reich hingegen als Sonne: Nr. 1053, 1521, 1529, 1530, 1531, 4060. Es heißt, daß durch Joseph der Herr im höchsten Sinn vorgebildet wird in Ansehung des göttlich Geistigen; hiermit verhält es sich aber in folgender Weise: Der Herr ist nichts (anderes) als das göttlich Gute. Was aus seinem göttlich Guten hervorgeht und in den Himmel einfließt, wird in Seinem himmlischen Reich das göttlich Himmlische genannt, und in Seinem geistigen Reich das göttlich Geistige; mithin heißt es das göttlich Himmlische und das göttlich Geistige in bezug auf die (verschiedene) Aufnahme. 6418. "Sohn eines Fruchtbaumes an der Quelle", 1. Mose 49/22, bedeutet die Fruchtbarkeit durch das Wahre aus dem Worte. Dies erhellt aus der Bedeutung des Sohnes, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 489, 491, 533, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; aus der Bedeutung des Fruchtbaumes, insofern er die Fruchtbarkeit durch das Wahre bezeichnet, denn Fruchtbarkeit, sowie Gebären und Geburt, beziehen sich im geistigen Sinn auf das Wahre und Gute: Nr. 1145, 1255, 3860, 3868, 4070, 4668, 5598; und aus der Bedeutung der Quelle, insofern sie das Wort ist, worüber Nr. 2702, 3424, 4761. Hieraus erhellt, daß durch Sohn des Fruchtbaumes an der Quelle die Fruchtbarkeit oder das Fruchtbringen durch das Wahre aus dem Worte verstanden wird. Die, welche der geistigen Kirche des Herrn angehören (welche Kirche hier durch Joseph vorgebildet wird), lernen durch das Wahre aus dem Worte, was gut ist, und so werden sie durch das Wahre in das Gute eingeführt. Daher kommt dann die Fruchtbarkeit, die durch Fruchtbaum bezeichnet wird. 6419. "Töchter ranken empor über die Mauer", 1. Mose 49/22, bedeutet, um zu kämpfen gegen das Falsche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Töchter, insofern sie die Kirche bezeichnen, worüber Nr. 2362, 3963, hier die geistige Kirche, weil von ihr gehandelt wird; aus der Bedeutung von "über die Mauer emporranken", insofern es heißt, um gegen das Falsche zu kämpfen, wie aus dem gleich Folgenden deutlich ist: "und die Bogenschützen reizen ihn und schießen auf ihn und feinden ihn an; aber in Festigkeit wird sitzen sein Bogen", wodurch die Kämpfe des Falschen gegen das Wahre bezeichnet werden. Es wird gesagt: ranken empor über die Mauer, weil im inneren Sinn von der Bekämpfung des Wahren durch das Falsche und der Beschützung des Wahren gegen das Falsche gehandelt wird; denn die geistige Kirche, die durch Joseph vorgebildet wird, wird beständig bekämpft, der Herr beschützt sie jedoch beständig. Daher werden im Worte die Dinge, die Angehör der Kirche sind, mit einer Stadt verglichen, welche Mauern, Verschanzungen, Tore und Riegel hat; so werden durch die Kämpfe gegen diese Stadt die Bekämpfungen des Wahren durch das Falsche beschrieben. Deswegen bezeichnet die Stadt auch die Lehrbestimmungen: Nr. 402, 2268, 2449, 2712, 2943, 3216, 4492, 4494, und die Mauer die Glaubenswahrheiten, die sie verteidigen: auch im entgegengesetzten Sinn das Falsche, das zerstört wird. Daß die Glaubenswahrheiten verteidigen, erhellt bei Jes.26/1: "Wir haben eine feste Stadt, zum Heile (d.i.zur Rettung) macht Er Mauern und Wall; öffnet die Tore, damit einziehe ein gerechtes Volk, das die Treue bewahrt". Jes.60/18: "Deine Mauern wirst du Heil und deine Tore Lob nennen". Jes.49/16: "Siehe, in die Hände habe Ich dich gezeichnet, deine Mauern sind beständig vor Mir": Mauern steht für Glaubenswahrheiten. Jes.62/6: "Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter gestellt, den ganzen Tag und die Nacht schweigen sie nicht, sondern gedenken an Jehovah": ebenso (zu erklären). Jerem.21/4: "So spricht Jehovah Zebaoth: Ich will die Kriegswaffen umkehren, mit denen ihr kämpfet gegen den König von Babel, der euch außerhalb der Mauern belagert; Ich selbst will wider euch streiten mit ausgestreckter Hand". Jerem.Klagel.2/8,9: "Jehovah hat gedacht, zu verderben die Mauern der Tochter Zions, Er machte trauern Wall und Mauer, sie sanken zusammen; ihre Tore sind zur Erde gesunken, vernichtet und zerbrochen hat Er ihre Riegel". Hes.27/11: "Die Söhne Arvads und dein Heer waren ringsumher auf deinen Mauern und die Gamadäer waren auf deinen Türmen; ihre Schilde haben sie ringsum gehängt an deine Mauern und vervollkommnet deine Schönheit": wo von Tyrus gehandelt wird, durch das die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet werden. Daß Städte und Mauern solches bedeuten, kann man deutlich ersehen aus der Beschreibung des heiligen Jerusalems, das niedersteigt aus dem Himmel und gesehen ward von Johannes. Daß durch dasselbe eine neue Kirche bezeichnet wird, erhellt aus dem einzelnen und durch die Mauer desselben wird das göttliche Wahre bezeichnet, das vom Herrn hervorgeht. Davon heißt es Joh.Offenb.21/10-12,15,17-19: "(Die große Stadt,) das heilige Jerusalem, herabsteigend aus dem Himmel; sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Gründe und auf ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes; der mit mir redete, maß die Stadt und ihre Tore und ihre Mauer; ihre Mauer war hundertvierundvierzig Ellen, das Maß eines Menschen, das ist eines Engels; und der Bau ihrer Mauer war von Jaspis und die Stadt von reinem Gold, wie reines Glas; und die Gründe der Mauer der Stadt mit jedem kostbaren Stein gezieret": daß die Mauer das göttlich Wahre bezeichnet, das vom Herrn hervorgeht und daher auch das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit, erhellt aus dem einzelnen, was hier von der Mauer gesagt wird, z.B. daß die Mauer zwölf Gründe habe und auf ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes; denn zwölf bedeutet alles: Nr. 3272, 3858, 3913. Durch Mauer und ihre Gründe werden die Glaubenswahrheiten bezeichnet, ebenso auch durch die zwölf Apostel: Nr. 3488, 3858, 6397. Ferner, daß die Mauer hundertvierundvierzig Ellen betrug, denn durch diese Zahl wird gleiches bezeichnet wie durch zwölf, nämlich alles, denn sie ist zusammengesetzt aus zwölf, vervielfältigt mit zwölf, und weil diese Zahl, wenn von der Mauer geredet wird, alles Wahre und Gute des Glaubens bedeutet, wird hinzugefügt, daß sie das Maß eines Menschen, d.h. eines Engels sei; und auch daß der Bau ihrer Mauer von Jaspis sei und ihre Gründe mit jedem kostbaren Steine geziert, denn durch Stein und durch kostbare Steine werden die Glaubenswahrheiten bezeichnet: Nr. 114. Daß Mauer im entgegengesetzten Sinn das Falsche bedeutet, das zerstört werden soll, ist deutlich aus folgenden Stellen: Jes.22/5-7: "Es ist ein Tag des Getümmels im Schautale, denn der Herr Jehovih zerstört die Mauer, so daß das Geschrei zum Berge hinschallt; denn Elam hat den Köcher erhoben mit dem Wagen des Menschen, (mit) den Reitern; die Reiter haben sich gelagert bis zum Tore". Jes.25/12: "Die Zufluchtsschutzwehr deiner Mauern wird er hinabdrücken, niederwerfen, zur Erde schleudern in den Staub". Jerem.5/10: "Steiget auf seine Mauern und werfet (sie) hinab". Jerem.49/27: "Ich will Feuer anzünden auf der Mauer von Damaskus, das den Palast Benhadads verzehren wird". Jerem.51/12: "Gegen die Mauern Babels traget das Banner, haltet Wache, stellet Wächter auf". Hes.26/4,8,9,12: "Sie werden verheeren die Mauern von Tyrus und dessen Türme zerstören, und Ich werde den Staub von ihr wegnehmen und sie zu einem ausgetrockneten Felsen machen". 6420. "Und die Bogenschützen reizen ihn", 1. Mose 49/23, bedeutet den Widerstand aus dem Falschen. Dies erhellt aus der Bedeutung von reizen, insofern es einen Widerstand bezeichnet, denn so groß der Widerstand ist, so groß ist die Aufreizung oder Erbitterung in dem Kampfe, von dem nun folgen wird. Daß es der Widerstand aus dem Falschen ist, erhellt aus dem nun Folgenden. 6421. "Und schießen auf ihn", 1. Mose 49/23, bedeutet, daß sie aus demselben kämpfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von schießen, insofern es heißt, aus dem Falschen kämpfen; denn der Bogen bedeutet die Lehre, und die Wurfspieße oder Geschosse das, was der Lehre angehört, somit die Wahrheiten der Lehre bei denen, die in den Wahrheiten sind, und das Falsche der Lehre bei denen, die im Falschen sind; man sehe Nr. 2686, 2709. Daß hier schießen bedeutet, aus dem Falschen kämpfen, kommt daher, weil hier von denen gehandelt wird, die im Falschen sind. 6422. "Und feinden ihn an", 1. Mose 49/23, bedeutet, (daß sie kämpften) mit aller Feindseligkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von Haß (oder Anfeindung), insofern es jede Feindseligkeit bezeichnet, denn wer gegen jemanden Feindschaft hegt, verfolgt ihn, soweit er kann, mit aller Feindseligkeit; und aus der Bedeutung der Bogenschützen, insofern sie hier die Gegner der geistigen Kirche bezeichnen; denn der Bogenschütze bedeutet den geistigen Menschen, weil der Bogen die Lehren der geistigen Kirche bedeutet: Nr. 2686, 2709; daß der Bogenschütze den geistigen Menschen bedeutet, sehe man Nr. 2686, 2709. Daher ist im entgegengesetzten Sinn der Bogen- oder Pfeilschütze derjenige, der als Feind mit dem geistigen Menschen kämpft, man sehe Nr. 2686, 2709. Hieraus erhellt, daß durch "es feinden ihn an die Bogenschützen" bezeichnet wird, daß diejenigen, die im Falschen sind, mit aller Feindseligkeit den Menschen der geistigen Kirche verfolgen. 6423. "Aber er wird sitzen in der Festigkeit seines Bogens", 1. Mose 49/24, bedeutet, daß er sicher sei durch das kämpfende Wahre der Lehre. Dies erhellt aus der Bedeutung von sitzen, insofern es soviel ist, als sicher sein, denn wer in Festigkeit seines Bogens sitzt (d.h. im Schutze seines festen Bogens), der ist sicher. Aus der Bedeutung des Bogens, insofern er die Lehre bezeichnet, worüber Nr. 2686, 2709. Die Festigkeit der Lehre ist das Wahre, denn die Lehre, in der nicht das Wahre enthalten ist, vermag nichts. Daß im Wahren Macht und Festigkeit ist, sehe man Nr. 878, 3091, 4931, 4934, 4937, 6344. Das Wahre ist zugleich das Starke, weil das Gute durch das Wahre wirkt; denn das Gute ist so beschaffen, daß nichts Böses und Falsches zu ihm herankommen kann, also auch keiner von der höllischen Rotte. Diese entflieht auf große Entfernung, wenn das Gute sich nähert, oder ein Engel, der im Guten ist. Damit aber das Gute mit jener Rotte, die aus der Hölle bei dem Menschen ist, kämpfen und ihn in jeder Weise schützen kann und so auch die Geister, die als Neulinge aus der Welt kommen, wie auch die, welche in der unteren Erde sind, wirkt das Gute durch das Wahre, denn so kann es sich nähern. Welch große Macht dem Wahren innewohnt, konnte ich aus dem erkennen, was mir im anderen Leben zu sehen gegeben wurde: ein Gewisser, der im natürlich Wahren sich befand, durchwanderte, weil er während seines Lebens auf der Welt Gerechtigkeit geübt hatte, (ohne Nachteil) mehrere Höllen und redete dann mit mir und beschrieb dieselben. Er war in solcher Macht und Stärke, daß die höllischen Geister ihm durchaus nichts anhaben konnten, so daß er sicher von der einen Hölle in die andere ging, was in keiner Weise diejenigen tun können, die nicht im Wahren sind. Hieraus ist deutlich, daß durch "er wird sitzen in Festigkeit seines Bogens" bezeichnet wird, daß er sicher sei durch das Wahre der Lehre; daß dies aber durch das kämpfende Wahre der Fall sei, folgt aus dem Vorhergehenden, daß die Bogenschützen auf ihn schießen und ihn anfeinden. 6424. "Und es werden gestärkt die Arme seiner Hände", 1. Mose 49/24, bedeutet die Macht seiner Kräfte zum Kämpfen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Arme und der Hände, insofern sie die Macht bezeichnen, worüber Nr. 878, 3091, 3387, 4931-4937, 5327, 5328, 5544. Daß es die Macht der Kräfte zum Kämpfen sei, ist klar, weil von Kampf gehandelt wird. 6425. "Von den Händen des Starken Jakobs", 1. Mose 49/24, bedeutet von der Allmacht des Göttlich-Menschlichen des Herrn. Dies erhellt aus der Bedeutung der Hand, insofern sie die Macht bezeichnet, worüber Nr. 6424, und im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, die Allmacht: Nr. 878, 3387, 4592, 4933; und aus der Bedeutung des Starken Jakobs, insofern er das göttlich Natürliche des Herrn bezeichnet, also Sein Göttlich-Menschliches: Nr. 1893, 3305, 3576, 3599, 4286, 4538, 6098, 6185, 6276. Daß es der Herr ist, der unter dem Starken Jakobs verstanden wird, erhellt auch bei Ps.132/2,3,5: "Welcher Jehovah schwur und gelobte dem Starken Jakobs: Ich will nicht eingehen in das Zelt meines Hauses, bis ich eine Stätte gefunden für Jehovah, die Wohnungen des Starken Jakobs". Jes.49/26: "Damit alles Fleisch erkenne, daß Ich, Jehovah, bin dein Erlöser und dein Erretter, der Starke Jakobs". Jes.44/1,2,5: "Höre, Jakob, Mein Knecht, und Israel, den Ich erwählt habe: Ich will Meinen Geist ausgießen auf deinen Samen und Meinen Segen auf deine Kinder. Dieser wird sagen: ich gehöre Jehovah an, und jener wird sich nennen mit dem Namen Jakobs; dieser wird sich mit seiner Hand dem Jehovah verschreiben und jener mit dem Namen Israels sich benennen". Daß auch Israel im höchsten Sinn der Herr ist, (erhellt) bei Hos.11/1: "Als Israel ein Knabe war, liebte Ich ihn und aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen": daß es der Herr sei, der hier unter Israel verstanden wird, erhellt bei Matth.2/14,15: "Joseph zog mit dem Knaben weg nach Ägypten, damit erfüllt würde der Ausspruch durch den Propheten: Aus Ägypten habe Ich Meinen Sohn gerufen". 6426. "Von dorther (kommt) der Hirte, der Stein Israels", 1. Mose 49/24, bedeutet, daß durch sie (die Allmacht des Herrn) alles Gute und Wahre dem geistigen Reiche zuteil werde. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hirten, insofern er den bezeichnet, der zum Guten der Liebtätigkeit durch das Glaubenswahre führt, worüber Nr. 343, 3795, 6044, hier im höchsten Sinn, weil vom Herrn, das Gute und Wahre selbst; aus der Bedeutung des Steins, insofern er das Wahre bezeichnet, worüber Nr. 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er die geistige Kirche ist, worüber Nr. 3305, 4286; denn Israel bezeichnet das geistig Gute oder das Gute des Wahren: Nr. 4286, 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; und weil das Gute des Wahren das eigentliche Wesen der geistigen Kirche ist, deshalb wird durch Israel die geistige Kirche bezeichnet und im höchsten Sinn das geistige Reich des Herrn. Hieraus erhellt, daß durch "von dorther (kommt) der Hirte, der Stein Israels" bezeichnet wird, daß von daher alles Gute und Wahre dem geistigen Reich des Herrn zuteil werde. Daß der Stein Israels im höchsten Sinn der Herr ist in Ansehung des Wahren Seines geistigen Reiches, kommt daher, weil durch Stein im allgemeinen der Tempel bezeichnet wird und im besonderen sein Grund. Auch bedeutet der Tempel das Göttlich-Menschliche des Herrn, wie bei Joh.2/19,21 erhellt und auch durch dessen Grundstein bei Matth.21/42,44 und bei Jes.28/16. Daß Stein im höchsten Sinne den Herrn bezeichnet in Ansehung des göttlich Wahren, das in Seinem geistigen Reich herrscht, erhellt bei Ps.98/22,23: "Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein geworden, von Jehovah ist dies geschehen und wunderbar vor unseren Augen": daß unter dem Stein hier der Herr zu verstehen ist, erhellt bei Luk.20/17,18: "Es steht geschrieben: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden; wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert, auf wen er aber fällt, der wird zermalmt werden": dies spricht der Herr von Sich. Jes.8/13-15: "Er (Jehovah Zebaoth) sei eure Furcht und euer Schrecken, denn Er wird sein zum Heiligtum, obgleich ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Ärgernisses den beiden Häusern Israels; straucheln werden viele unter ihnen und fallen und zerschmettert werden": wo vom Herrn die Rede ist. Jes.28/16: "Es spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich will einen Stein in Zion legen, einen Stein der Prüfung, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist; wer da glaubt, wird nicht fliehen". Sach.10/3,4: "Jehovah Zebaoth wird heimsuchen Seine Herde, das Haus Jehudahs und wird sie machen zu Rossen der Ehre im Kriege; aus ihm wird kommen der Eckstein, aus ihm die Nägel, aus ihm die Kriegsbogen". Dan.2/34,35,44,45: "Solches sahst du, bis sich ein Stein losriß, nicht durch (Menschen-) Hände, und er schlug das Bild auf seine Füße, die Eisen und Ton waren, und zermalmte sie; der Stein, der das Bild schlug, wurde zu einem großen Fels und erfüllte das ganze Land. Der Gott des Himmels wird ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht wird zerstört werden, und die Regierung desselben wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird zermalmen und verzehren alle diese Reiche, es selbst aber wird bestehen in Ewigkeit; deswegen hast du gesehen, daß ein Stein von dem Felsen sich losgerissen, aber nicht durch (Menschen-) Hände und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmt hat": hier wird unter Stein im höchsten Sinn der Herr verstanden und im bezüglichen Sinn Sein geistiges Reich. Daß ein Stein sich von dem Felsen losgerissen, bedeutet von dem Wahren des Glaubens, denn dieses wird im Worte durch Fels bezeichnet, und weil das Wahre des Glaubens durch Stein und Felsen bezeichnet wird, so auch das geistige Reich des Herrn; denn dieses steht im Wahren des Glaubens und dadurch im Guten. Auch durch den Stein, auf dem Jakob schlief und den er nachher als Denksäule aufrichtete, wird das gleiche bezeichnet, worüber es 1. Mose 28/16-18,22 heißt: "Da erwachte Jakob von seinem Schlaf und sprach: Gewißlich ist Jehovah an diesem Orte, und ich habe es nicht gewußt; und er fürchtete sich und sprach: Wie ehrwürdig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und dieses ist die Pforte des Himmels! Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte und stellte ihn auf als Denkstein und goß Öl darauf und sprach: Dieser Stein, den ich gesetzt als Denkstein, wird ein Haus Gottes sein". Daß unter Stein von den Alten im höchsten Sinn der Herr verstanden wurde und im bezüglichen Sinn Sein geistiges Reich, erhellt auch bei Jos.24/26,27: "Josua richtete einen Stein auf unter einer Eiche, die im Heiligtume Jehovahs; und Josua sprach zum ganzen Volke: Siehe, dieser Stein wird euch zum Zeugen sein, denn er hat gehört alle Reden Jehovahs, die Er mit uns geredet hat; und er wird zum Zeugen gegen euch sein, auf daß ihr nicht verleugnet euren Gott". 6427. Was in diesen beiden Versen, 1. Mose 49/23,24, im inneren Sinn enthalten ist, erhellt deutlich aus dem, was erklärt worden ist, gleichwohl aber muß es dunkel erscheinen, wenn man nicht weiß, wie das geistige Reich beschaffen sei: dieses Reich besteht aus denen, die im Wahren des Glaubens sind, dieses Wahre aber zum Leben machen und dadurch zum Guten. Das Glaubenswahre wird, wenn man demselben gemäß lebt, zum Guten und heißt das Gute des Wahren, doch ist es seinem Wesen nach das Wahre im Tun. Das Glaubenswahre in der geistigen Kirche des Herrn ist verschieden, denn in der einen Kirche wird als wahr anerkannt, was in der anderen als nicht wahr, und zwar gemäß der Lehre einer jeden Kirche. Es sind somit die Lehrbestimmungen, die Wahrheiten genannt werden. Diese Wahrheiten sind es, die mit dem Guten verbunden werden und (dann) das Gute der geistigen Kirche ausmachen, daher ist das Gute so beschaffen wie das Wahre, denn das Gute hat seine Beschaffenheit vom Wahren. Hieraus kann man erkennen, daß das Gute der geistigen Kirche (noch) unrein ist, und daß, weil es unrein ist, die Geistigen nicht anders in den Himmel eingelassen werden können als durch göttliche Vermittlungen. Die eigentlichste göttliche Vermittlung bestand darin, daß der Herr in die Welt kam und das Menschliche in Sich göttlich machte. Durch dieses wurden die Geistigen selig gemacht. Weil aber das Gute bei ihnen noch unrein ist, so müssen sie notwendig vom Bösen und Falschen beunruhigt werden und dadurch im Kampf sein. Der Herr sorgt aber dafür, daß durch diese Kämpfe das Unreine bei ihnen stufenweise gereinigt wird, denn der Herr kämpft für sie. Dies ist es, was bezeichnet wird durch: "Töchter ranken empor über die Mauer; und es reizen ihn und schießen, und feinden ihn an die Bogenschützen, aber er wird sitzen in der Festigkeit seines Bogens und es werden gestärkt sein die Arme seiner Hände, von den Händen des Starken Jakobs, von dorther kommt der Hirte, der Stein Israels". Man sehe, was über die Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn im vorigen gesagt worden, daß nämlich bei ihnen noch Dunkel herrsche in Ansehung des Wahren und des daraus stammenden Guten: Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2935, 2937, 3241, 3246, 3833, 6289. Daß dieses Dunkel erleuchtet werde vom Göttlich-Menschlichen des Herrn: Nr. 2716; daß vor der Ankunft des Herrn das geistige Reich nicht so beschaffen war wie nach seiner Ankunft: Nr. 2661, 2716, 2833, 2834, 3969. Hieraus erhellt auch, daß durch "gestärkt werden die Arme seiner Hände, von den Händen des Starken Jakobs, von dorther kommt der Hirte, der Stein Israels" bezeichnet wird, die Macht der Kräfte zum Kämpfen durch die Allmacht des Göttlich-Menschlichen des Herrn, von der alles Gute und Wahre des geistigen Reiches stammt: Nr. 6424, 6425, 6426. 6428. "Von dem Gott deines Vaters, Er wird dir helfen", 1. Mose 49/25, bedeutet, daß Er der Gott der Alten Kirche ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Jakobs, der hier unter "Vater" gemeint ist, insofern er die Alte Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4439, 4564, 4680, 4772; diese Kirche war die geistige Kirche und in ihr wurde der Herr verehrt, Der hier unter dem Gott der Alten Kirche, von dem Hilfe in den Kämpfen, (wovon gleich oben,) verstanden wird. 6429. "Und mit Schaddai", 1. Mose 49/25, bedeutet den Herrn als Wohltäter nach den Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Schaddai, insofern der Herr so genannt worden in bezug auf die Versuchungen und auf die Wohltaten nach den Versuchungen, worüber Nr. 1992, 3667, 4572, 5628. 6430. "Er wird dich segnen mit Segnungen des Himmels von oben", 1. Mose 49/25, bedeutet, mit Gutem und Wahrem vom Inwendigen her. Dies erhellt aus der Bedeutung der Segnungen, insofern sie Vermehrung des Wahren und die Fruchtbarkeit des Guten bezeichnen; segnen im geistigen Sinn ist nichts anderes; aus der Bedeutung des Himmels von oben, insofern es bezeichnet vom Inwendigeren her, denn der Himmel des Menschen ist in seinem Inneren, weil der Mensch, der im Guten des Lebens ist, in Ansehung seines Inneren sich in Gesellschaft mit den Engeln befindet, also im Himmel ist, und in Ansehung seines Äußeren in Gesellschaft mit Menschen, also in der Welt. Wenn daher der Mensch das Gute und Wahre aufnimmt, das vom Herrn durch den Himmel vom Inwendigeren einfließt, so wird er gesegnet mit Segnungen des Himmels von oben. 6431. "Mit Segnungen der Tiefe, die unten liegt", 1. Mose 49/25, bedeutet, durch die wißtümlichen Kenntnisse, die im Natürlichen sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von gesegnet werden mit Segnungen, insofern es heißt, solcher Dinge teilhaftig werden, die aus der geistigen Welt sind; und aus der Bedeutung der Tiefe, die unten liegt, insofern dadurch die wissenschaftlichen Kenntnisse im Natürlichen bezeichnet werden. Das Natürliche wird Tiefe genannt, die unten liegt, in bezug auf das Inwendigere, das Angehör des Himmels ist, worüber Nr. 6430; und weil das Natürliche durch die Tiefe, die unten liegt, bezeichnet wird, so ist dies auch bei den wißtümlichen Kenntnissen, denn diese befinden sich samt ihrem Lustreiz im Natürlichen und bilden das Leben desselben, besonders beim geistigen Menschen; denn dieser wird durch die wißtümlichen Kenntnisse in die Wahrheiten eingeführt und durch das Wahre in das Gute. Daraus erhellt, daß "segnen mit den Segnungen der Tiefe, die unten liegt" bedeutet, die wißtümlichen Kenntnisse, somit die Wahrheiten im Natürlichen, als Gabe erlangen. Durch Tiefe werden auch die wißtümlichen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnet im Segen Josephs, 5. Mose 33/13: "Gesegnet von Jehovah ist Sein Land mit Köstlichem des Himmels, mit Tau, auch mit der Tiefe, die unten liegt". 6432. "Mit Segnungen der Brüste", 1. Mose 49/25, bedeutet mit den Neigungen des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brüste, insofern sie die Neigungen des Guten und Wahren bezeichnen. Daß die Brüste diese Neigungen bezeichnen, kommt daher, daß sie mit den Geschlechtsorganen in Verbindung stehen und dadurch auch zum Gebiet der ehelichen Liebe gehören (über dieses Gebiet sehe man Nr. 5050-5062), und die eheliche Liebe entspricht der himmlischen Ehe, welche die Ehe des Guten und Wahren ist, denn aus dieser Ehe geht die eheliche Liebe hervor: Nr. 2618, 2728, 2729, 2803, 3132, 4434, 4835, 6179; daher werden durch Brüste die Neigungen des Guten und Wahren bezeichnet und auch deshalb, weil durch die Brüste die kleinen Kinder ernährt werden und jene durch diese Neigung die Verbindung der ehelichen Liebe mit der Liebe zur Nachkommenschaft bezeichnen. Diese Neigungen werden durch Brüste bezeichnet auch bei Jes.60/16,17: "Du wirst die Milch der Völker und die Brüste der Könige saugen, statt des Erzes will ich Gold herbeibringen und statt des Eisens Silber": die Brüste der Könige saugen, bedeutet das Gute aus dem Wahren, denn durch Könige werden die Wahrheiten bezeichnet: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 3670, 4575, 4581, 4966, 5044, 5068, 6148. Daß unter Milch der Völker und Brüste der Könige etwas Geistiges und Verborgenes bezeichnet wird, ist klar, denn sonst wären diese Worte ohne Sinn; daß das Gute und Wahre gemeint ist, geht aus dem Folgenden hervor: "statt des Erzes will ich Gold und statt des Eisens Silber herbeibringen"; denn Erz bezeichnet das natürlich Gute: Nr. 425, 1551, Gold das himmlisch Gute: Nr. 113, 1551, 1552, 5658, Eisen das natürlich Wahre: Nr. 425, 426, und Silber das geistig Wahre: Nr. 1551, 2954, 5658, 6112. Hes.16/7: "Ich habe dich vermehrt wie das Gras des Feldes, deshalb bist du gewachsen und groß geworden und zur vollen Blüte gekommen, deine Brüste wurden stark und dein Haar wuchs": hier von Jerusalem, durch das hier die geistige Alte Kirche bezeichnet wird. Starke Brüste bedeutet die inneren Neigungen des Guten und Wahren, dein Haar wuchs, geht auf das Äußere des Natürlichen; daß Haar das Natürliche bezeichnet in bezug auf das Wahre, sehe man Nr. 3301, 5247, 5569-5573; daß in diesen Dingen ein geistiger Sinn liegt, der nicht im Buchstaben erscheint, ist offenbar, denn ohne diesen Sinn, was sollte es heißen, von Jerusalem zu sagen: "ihre Brüste seien stark geworden und ihr Haar gewachsen". Hes.23/2,3,8,21: "Es waren zwei Weiber, Töchter einer Mutter, die Unzucht trieben in Ägypten, in ihrer Jugend hurten sie, daselbst wurden ihre Brüste gedrückt und ihre jungfräulichen Busen betastet": daß die beiden Weiber Jerusalem und Samaria bezeichnen, wird an dieser Stelle ausdrücklich gesagt; durch sie werden im inneren Sinn die Kirchen bezeichnet. Daß sie in ihrer Jugend Unzucht trieben mit Ägypten, bedeutet, daß sie die Wahrheiten der Kirche durch Wißtümliches verfälschten; daß die Verfälschung der Wahrheiten hierdurch bezeichnet werde, sehe man Nr. 2466, 4865, und daß Ägypten das Wißtümliche ist: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 5700, 5702. Gedrückt wurden ihre Brüste, bedeutet daher, daß die Neigungen des Guten und Wahren durch Verfälschungen verkehrt wurden; daß durch Unzucht der Weiber und Drücken ihrer Brüste solches bezeichnet werde, kann von denen erkannt werden, die in den Sinn der Beschreibung dieser Weiber tiefer eindringen. Hos.2/2,3: "Streitet mit eurer Mutter, entfernet ihre Hurereien von ihrem Angesicht und ihren Ehebruch von ihren Brüsten, damit ich sie nicht nackt ausziehe und mache sie wie eine Wüste und darstelle als ein trockenes Land und sie töte durch Durst": Mutter bedeutet hier die Kirche: Nr. 289, 2691, 2717, 3703, 4257, 5581; Hurerei steht für Verfälschungen des Wahren: Nr. 2466, 4865; Ehebruch für Verfälschungen des Guten: Nr. 2466, 2729, 3399; Ehebruch von den Brüsten bedeutet daher die verfälschten Neigungen des Guten und Wahren; und nackt ausziehen bedeutet alles Wahren berauben: Nr. 1073, 4958, 5433; sie machen wie eine Wüste, darstellen wie ein trockenes Land und töten durch Durst, bedeutet, alles Wahre ausrotten. Hos.9/14: "Gib ihnen einen unfruchtbaren Leib und vertrocknete Brüste": vertrocknete Brüste für die Neigungen zum Nichtwahren und Nichtguten. Jes.32/9,11,12: "Stehet auf, ihr sorglosen Weiber, höret Meine Stimme; ihr Töchter, die ihr voll Zuversicht seid, vernehmet mit euren Ohren Meine Rede: Ziehe dich aus und entblöße dich, umgürte die Lenden, schlaget auf eure Brüste wegen der schönen Felder und des fruchtbaren Weinstocks": Töchter für Neigungen: Nr. 2362, 3024, 3963; entblößt werden für des Wahren beraubt werden: Nr. 1073, 4958, 5433; die Lenden umgürten für in Schmerzen sein wegen des verlorenen Guten; die Brüste schlagen für in Schmerzen sein wegen des verlorenen Guten des Wahren. Weil solches bezeichnet wird, heißt es: wegen der schönen Felder und des fruchtbaren Weinstocks, denn Feld (oder Acker) bedeutet die Kirche in Ansehung des Guten, also das Gute der Kirche: Nr. 2971, 3196, 3310, 3766; und der Weinstock die geistige Kirche, daher das Gute des Wahren: Nr. 5113, 6375, 6376. Joh.Offenb.1/12,13: "Ich sah sieben goldene Leuchter und in der Mitte der sieben Leuchter Einen, der dem Sohn des Menschen ähnlich, mit einem Talare bekleidet und an der Brust mit einer goldenen Binde umgürtet": die goldenen Leuchter sind die Wahrheiten des Guten, Sohn des Menschen das göttlich Wahre, an der Brust mit einer goldenen Binde umgürtet, bedeutet das Gute der Liebe. Daß in dem, was dem Johannes erschien, solches enthalten war, was sich auf das Reich des Herrn und seine Kirche bezog, kann jeder aus der Heiligkeit des Wortes schließen, denn was wäre dabei heilig, wenn man von den Reichen der Welt etwas vorhersagte? Hieraus kann klar erhellen, daß es himmlische Dinge sind, die durch die Leuchter bezeichnet werden und dadurch, daß der Sohn des Menschen mit einem Talar bekleidet war und an der Brust umgürtet mit einer goldenen Binde. Luk.11/27,28: "Ein Weib aus dem Volke erhob seine Stimme und sprach zu Jesu: Selig ist der Leib, der Dich getragen hat, und die Brüste, die Du gesogen hast. Jesus aber sprach: Ja, wohl selig sind, die Gottes Wort hören und es bewahren": aus der Antwort des Herrn ist deutlich, was der selige Leib und was die Brüste bedeuten, nämlich diejenigen, die Gottes Wort hören und es bewahren, also die Neigungen des Wahren, welche diejenigen haben, die das Wort Gottes hören, und die Neigungen des Guten, welche die haben, die es bewahren, d.h. danach tun. 6433. "Und des Mutterleibes", 1. Mose 49/25, bedeutet die Verbindung derselben, nämlich des Guten und Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung des Mutterleibes, insofern er das Innerste der ehelichen Liebe bezeichnet; und weil die eheliche Liebe aus der himmlischen Ehe stammt, die eine Ehe des Guten und Wahren ist, deshalb wird durch Mutterleib diese Verbindung bezeichnet. Daß das Innerste der ehelichen Liebe durch Mutterleib bezeichnet werde, sehe man Nr. 4918; und daß die eheliche Liebe aus der himmlischen Ehe stammt, oder aus der Verbindung des Guten und Wahren im Himmel: Nr. 2618, 2728, 2729, 2803, 3132, 4434, 4835, 6179. 6434. "Die Segnungen deines Vaters werden überragen die Segnungen meiner Erzeuger", 1. Mose 49/26, bedeutet, daß jene Kirche das geistig Gute aus dem Natürlichen habe. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er die geistige Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6417; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, (der hier der Vater ist,) insofern er das geistig Gute aus dem Natürlichen bezeichnet, worüber Nr. 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; aus der vorbildlichen Bedeutung Jischaks und Abrahams, (die hier die Erzeuger sind,) insofern sie im höchsten Sinn das göttlich Innere des Herrn bezeichnen, Jischak das Göttlich-Menschliche Innere oder das göttlich Vernünftige des Herrn: Nr. 1893, 2066, 2072, 2083, 2630, 3012, 3194, 3210, und Abraham das eigentliche Göttliche des Herrn: Nr. 2011, 3251, 3439, 4615, im bezüglichen Sinn aber bezeichnen Abraham und Jischak das Innere des Reiches und der Kirche des Herrn: Nr. 6098, 6185, 6276. Hieraus kann einigermaßen ersehen werden, was durch "die Segnungen deines Vaters werden überragen die Segnungen meiner Erzeuger" verstanden wird, daß nämlich die geistige Kirche ihr Gutes aus dem natürlichen oder äußeren Menschen haben muß, nicht aber aus dem vernünftigen oder inneren, denn das Gute im Menschen der geistigen Kirche ist im Natürlichen, und geht nicht weiter, aber das Gute der himmlischen Kirche ist im Vernünftigen. Daß dies der Sinn ist, kann keineswegs erkannt werden, wenn man nicht weiß, was Israel und was Jischak und Abraham vorbilden, ferner, wo und woher das Gute der geistigen Kirche sei. HG 6435 6435. "Bis zur Wonne der ewigen Hügel", 1. Mose 49/26, bedeutet bis zur gegenseitigen himmlischen Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung der ewigen Hügel, insofern sie das bezeichnen, was der gegenseitigen Liebe angehört, worüber im Folgenden; daß die geistige Kirche bis zu dieser Liebe komme, wird bezeichnet durch "zur Wonne der ewigen Hügel". Bevor aus anderen Stellen des Wortes bewiesen wird, daß durch ewige Hügel die gegenseitige Liebe bezeichnet wird, muß gesagt werden, was unter der gegenseitigen Liebe verstanden wird, zu der zu gelangen der Mensch der geistigen Kirche, die durch Joseph vorgebildet wird, sich bemüht. Aus dem, was schon oft im vorigen gesagt und nachgewiesen wurde, kann man ersehen, daß es zwei Reiche gibt, die den Himmel ausmachen, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich. Der Unterschied zwischen diesen beiden Reichen ist, daß das innere Gute des himmlischen Reiches das Gute der Liebe zum Herrn ist, und das äußere Gute das Gute der gegenseitigen Liebe. Die, welche jenem Reich angehören, sind im Guten der Liebe, nicht aber in dem Wahren, welches das Wahre des Glaubens genannt wird; denn dieses liegt inwendig im Guten dieses Reiches, so zwar, daß es nicht vom Guten getrennt gesehen werden kann, weshalb die Angehörigen dieses Reiches nicht einmal den Glauben nennen können: Nr. 202, 203, 4448; denn anstatt des Wahren des Glaubens ist bei ihnen das Gute der gegenseitigen Liebe. Was hingegen das geistige Reich anbelangt, so ist das Innere desselben das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, das Äußere aber das Wahre des Glaubens. Hieraus kann erhellen, welcher Unterschied zwischen diesen beiden Reichen ist, dann aber auch, daß sie darin übereinkommen, daß das Äußere des himmlischen Reiches zusammenfällt mit dem Inneren des geistigen Reiches, durch eine Vermittlung, die man das Himmlische des Geistigen nennt; denn das Äußere des himmlischen Reiches ist, wie oben gesagt wurde, das Gute der gegenseitigen Liebe, und das Innere des geistigen Reiches ist das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten; doch das Gute der gegenseitigen Liebe ist innerlicher, als das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, denn jenes ist aus dem Vernünftigen, dieses aber aus dem Natürlichen. Wiewohl aber das Gute der gegenseitigen Liebe, die das Äußere der himmlischen Kirche bildet, inwendiger ist, und das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten auswendiger, verbindet dennoch der Herr beides Gute durch Vermittlung, und verbindet dadurch diese beiden Reiche. Damit man unterscheide zwischen dem äußeren Guten der himmlischen Kirche und dem inneren Guten der geistigen Kirche, möge im Folgenden jenes Gute das Gute der gegenseitigen Liebe, und dieses das Gute der Liebtätigkeit gegen den Nächsten genannt werden, welcher Unterschied in dem Vorhergehenden nicht beobachtet wurde. Nach dieser vorgängigen Bemerkung kann nun gesagt werden, was die Wonne der ewigen Hügel bedeutet, die unter den Segnungen Israels in bezug auf diese geistige Kirche vorkommt. Es wird nämlich damit gesagt, die geistige Kirche werde über das Gute der Liebtätigkeit hinaus bis zum Guten der gegenseitigen Liebe kommen, die dem himmlischen Reich angehört, und so diese beiden Reiche innig verbunden werden. Das ist es, was durch diese Worte bezeichnet wird. Im prophetischen Wort werden an mehreren Stellen Berge und Hügel genannt, und durch diese im inneren Sinn das mannigfache Gute der Liebe bezeichnet: durch Berge das Gute der Liebe zum Herrn, welches das Innere des himmlischen Reiches bildet, und durch Hügel das Gute der gegenseitigen Liebe, welches das Äußere desselben Reiches ist. Wo aber vom geistigen Reich gehandelt wird, da bedeuten Berge das Gute der Liebtätigkeit, welches das Innere dieses Reiches bildet und Hügel das Wahre des Glaubens, welches das Äußere desselben ist. Man merke wohl, daß jede Kirche des Herrn eine Innere und Äußere ist, mithin auch jedes Seiner beiden Reiche. Daß die Hügel solches bedeuten, kann aus folgenden Stellen erhellen: Jes.2/2; Micha 4/1: "In der Zukunft der Tage (d.i. in späteren Zeiten) wird der Berg Jehovahs das Haupt der Berge sein und hervorragen über die Hügel": Jehovahs Berg, der Zion ist, bedeutet das himmlische Reich des Herrn, also das Gute dieses Reiches, das der Liebe zum Herrn angehört, mithin im höchsten Sinn der Herr selbst, denn jede Liebe und alles Gute im himmlischen Reich ist des Herrn. Das gleiche wird anderwärts durch den Berg Zion im Worte bezeichnet, und Hügel das Gute der gegenseitigen Liebe, wie Jes.31/4: "Der Herr Zebaoth wird herniederfahren, zu streiten auf dem Berge Zion, und auf dessen Hügel": hier steht Hügel für das Gute der gegenseitigen Liebe; und weil Hügel das Gute der gegenseitigen Liebe und Berg das Gute der himmlischen Liebe bedeutet, das der Liebe zum Herrn angehört, so heißt es, daß Jehovah hinabsteige, um zu streiten auf diesem Berge. Jehovah streitet, aber nicht auf dem Berge Zion und auf dessen Hügel, sondern wo das Gute der Liebe ist, da streitet der Herr, Der hier Jehovah ist, für dasselbe, d.h. für diejenigen, die in demselben sind. Für Zion und für Jerusalem stritt Er, weil diese die himmlische Kirche vorbildeten; daher wurde auch der Berg Zions ein heiliger (Berg) genannt, und auch Jerusalem wurde heilig genannt, während es doch in sich unrein war, wie bei den Propheten erhellt, wo von Greueln desselben gehandelt wird. Ps.72/3: "Die Berge werden Frieden bringen, und die Hügel in Gerechtigkeit". Ps.148/9: "Lobet Jehovah, ihr Berge, und alle Hügel". Ps.114/4,6: "Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie die Lämmer". Ps.68/16,17: "Berg Gottes (ist) der Berg Basans, Berg der Hügel ist Basans Berg; warum sehet ihr neidisch, ihr Berge, ihr Hügel der Berge, (auf den Berg) den Gott erwählt, darauf zu wohnen, ja ewig wird Jehovah ihn bewohnen". Berge an diesen Stellen für die himmlische Liebe, und Hügel für die geistige Liebe. Daß nicht Berge und Hügel im (buchstäblichen Sinn) verstanden werden, und auch nicht die, welche auf den Bergen und auf den Hügeln lebten, ist ganz offenbar: Jes.30/25: "Auf jedem hohen Berg und auf jedem erhabenen Hügel sollen Bäche sein (und) Wasserleitungen": Wasserleitungen für die Erkenntnisse des Guten und Wahren, und diese sollen auf jedem hohen Berge und auf jedem erhabenen Hügel sein, weil diese Erkenntnisse aus dem Guten der himmlischen und geistigen Liebe fließen. Hab.3/6: "Jehovah stand und maß das Land, Er sah es, und zerstreute die Völker, denn zerteilt sind die Berge der Ewigkeit, und es haben sich geniedrigt die ewigen Hügel": Berge der Ewigkeit für das Gute der Liebe, das der Ältesten Kirche angehörte, die eine himmlische war. Ewige Hügel für das Gute der gegenseitigen Liebe, das (ebenfalls) dieser Kirche angehörte; jenes als ihr Inneres, dieses als ihr Äußeres. Wenn diese Kirche im Worte gemeint ist, so wird, weil sie die Älteste war, bisweilen Ewigkeit hinzugefügt, wie hier Berge der Ewigkeit und anderwärts Tage der Ewigkeit: Nr. 6239, auch wird ewig hinzugefügt, wie hier: ewige Hügel, so auch in der Weissagung Israels: "Bis zur Wonne der ewigen Hügel". Hieraus kann erhellen, daß durch ewige Hügel das Gute der gegenseitigen Liebe bezeichnet wird, die Angehör der himmlischen Kirche ist, oder des himmlischen Reiches des Herrn. Ebenso 5. Mose 33/15,16, in seiner Weissagung über Joseph: "Mit den Erstlingen der Berge des Aufgangs und mit dem Köstlichen der ewigen Hügel wird Segen kommen über das Haupt Joseph". Jes.55/12: "Die Berge und die Hügel werden von Gesang ertönen, und alle Bäume des Feldes in die Hände klatschen". Joel 4/18 und Amos 9/13: "An jenem Tage werden die Berge triefen von Most, und die Hügel fließen von Milch, und alle Bäche Jehovahs mit Wasser fließen". Hes.34/6,26: "Es irren Meine Schafe auf allen Bergen, und auf allen hohen Hügeln, und auf allen Teilen der Erde sind sie zerstreut; Ich will ihnen im Umkreise Meines Hügels Segen geben und will Regen herabsenden zu seiner Zeit". Jerem.12/12: "Über alle Hügel in der Wüste kamen die Verstörer, denn das Schwert Jehovahs ist verzehrend". An diesen Stellen wird das verschiedene Gute der himmlischen Liebe durch Berge bezeichnet, und desgleichen durch Hügel, doch in geringerem Grade. Weil Berge und Hügel solches bedeuten, war auch in der Alten Kirche der Gottesdienst auf den Bergen und auf den Hügeln; und späterhin errichtete das Volk der Hebräer auf den Bergen und auf den Hügeln Altäre, und opferte und räucherte daselbst; und wo keine Hügel waren, machten sie Höhen; und weil dieser Gottesdienst götzendienerisch wurde, dadurch daß sie die Berge und Hügel selbst für heilig hielten, und ganz und gar nicht an das Heilige dachten, was sie bedeuteten, deshalb wurde er dem israelitischen und jüdischen Volke verboten, da dieses Volk vor anderen zum Götzendienst höchst geneigt war. Um jedoch dieses Vorbildliche, das zu den alten Zeiten war, zu erhalten, wurde der Berg Zion erwählt, und durch denselben im höchsten Sinn das göttlich Gute der göttlichen Liebe des Herrn vorgebildet, und im bezüglichen Sinn das göttlich Himmlische und das göttlich Geistige in Seinem Reich. Weil solches dadurch bezeichnet wurde, erhielt Abraham den Befehl, seinen Sohn auf einem Berge im Lande Moriah zu opfern, auch erschien der Herr auf einem Berge dem Moses, und auf einem Berge wurde das Gesetz verkündet, denn dem Moses erschien Er auf dem Berge Horeb, und das Gesetz wurde auf dem Berge Sinai verkündet. Auch wurde der Tempel zu Jerusalem auf einem Berg erbaut. Daß man nach altem Gebrauch heiligen Gottesdienst auf Bergen und Hügeln hielt, und daß nachher die Völker, wie auch das israelitische und jüdische als Götzendiener auf ihnen opferten und räucherten, wird deutlich gesagt bei Jerem.13/27: "Dein Ehebrechen und dein Wiehern, die Schandtat deiner Hurerei auf den Hügeln im Felde, deine Greuel habe Ich gesehen": hier von Jerusalem. Hes.6/13: "Wenn ihre Durchbohrten liegen werden mitten unter ihren Götzen, um ihre Altäre her, auf jedem hohen Hügel, auf allen Gipfeln der Berge, und unter jedem grünen Baum, und unter jeder dichten Eiche". Jerem.2/20; 17/10: "Auf jedem hohen Hügel, und unter jedem grünen Baum hast du gesündigt als Buhlerin". Weil der Götzendienst auf den Bergen und Hügeln stattfand, bedeuten sie im entgegengesetzten Sinn das Böse der Eigenliebe: Jerem.4/24,25: "(Ich sah) die Berge und siehe, sie bebten, und alle Hügel wankten; Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren entflogen". Jes.40/4: "Alle Täler sollen erhöht und alle Berge und Hügel erniedrigt werden". Jes.41/15: "Siehe, Ich habe dich gemacht zum scharfen, neuen Dreschwagen, der Zacken hat, daß du sollst Berge zerdreschen und Hügel wie Spreu machen". Jes.42/15: "Aböden will Ich Berge und Hügel, und vertrocknen lassen all ihr Gras". Micha 6/1: "Höret doch, was Jehovah redet, stehe auf, streite mit den Bergen, und es sollen hören die Hügel Seine Stimme". Jerem.50/6: "Wie die verlorenen Schafe war Mein Volk, ihre Hirten hatten sie verführt, widerspenstige Berge, vom Berge gingen sie auf den Hügel, und vergaßen ihrer Lagerstätte". Und außerdem noch an anderen Stellen, wie Jerem.16/16; Nahum 1/5,6. Berge und Hügel bezeichnen das Gute der himmlischen und geistigen Liebe, weil sie hervorragten über das Land, und durch das Hervorragende und Hohe das bezeichneten, was sich auf den Himmel und im höchsten Sinn, was sich auf den Herrn bezieht; denn das Land Kanaan bezeichnete das himmlische Reich des Herrn: Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4240, 4447; und daher war alles bezeichnend, was in demselben war, und zwar bezeichneten die Berge und Hügel solches, was erhaben ist. Wenn die Uralten, die der himmlischen Kirche angehörten, einen Berg bestiegen, so dachten sie an die Höhe, und durch die Höhe an das Heilige, weil von Jehovah oder dem Herrn gesagt wurde, Er wohne in dem Höchsten, und weil die Höhe im geistigen Sinn das Gute der Liebe bezeichnete: Nr. 650. 6436. "Sie werden kommen auf das Haupt Josephs", 1. Mose 49/26, bedeutet, daß (jene Segnungen) sich auf das Inwendigere beziehen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hauptes, insofern es das Inwendigere bezeichnet, weil hier alles in seinen Prinzipien (oder Grundursachen) bei dem Menschen ist. Daß durch Haupt das Inwendigere bezeichnet wird, kommt auch von der Entsprechung her, daher bedeutet der Hals das Vermittelnde, der Leib das Äußere und die Füße mit den Fußsohlen das Unterste. Diese Entsprechung kommt daher, weil der Himmel den Größten Menschen darstellt, nämlich der innerste Himmel, wo das himmlische Reich des Herrn ist; das Haupt, der mittlere oder zweite Himmel, wo das geistige Reich ist, den Leib; und der unterste oder erste Himmel die Füße; man sehe Nr. 4938, 4939, 5328, 6292. 6437. "Und auf den Scheitel des Nasirs (des Auserwählten) unter seinen Brüdern", 1. Mose 49/26, bedeutet, auch auf das Äußere. Dies erhellt aus der Bedeutung des Scheitels des Nasirs, insofern er das Äußere bezeichnet, wovon im Folgenden; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, insofern sie die geistigen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, 5951, die auch verhältnismäßig das Äußere bilden; denn der Mensch der geistigen Kirche ist im Guten des Wahren, und dieses Gute ist inwendiger, weil es im inwendigeren Natürlichen ist. Der Nasir bezeichnete das Äußere, weil die Nasire (oder Gottgeweihten) den Herrn vorbildeten in Ansehung des göttlich Natürlichen, d.h. des äußeren Göttlich-Menschlichen. Diese Bedeutung hatte ihren Grund darin, daß das Nasiräat in dem (freiwachsenden) Haare lag und Haare waren und seine Heiligkeit im Haare bestand; zwar deshalb, weil das Haar in seiner vorbildlichen Bedeutung dem Natürlichen entspricht, und daher das Natürliche bezeichnet, man sehe Nr. 3301, 5247, 5569-5573. Dies zeigt sich auch deutlich an denen, die das Gelübde des Nasiräats ablegten, denn alsdann war ihnen verboten, ihr Haar abscheren zu lassen: 4. Mose 6/5; nachher aber, wenn die Tage des Nasiräates vorüber waren, mußten sie ihr Haupt vor der Türe des Versammlungszeltes scheren, und die Haare in das Feuer werfen während des Dankopfers: 4. Mose 6/13,18. Dasselbe zeigt sich auch deutlich bei Simson, der ein Nasiräer war, indem seine Stärke in seinen Haaren lag: Richt.13/3,5 und Kapitel 16; man sehe Nr. 3301. Daher Jerem.7/29: "Schneide ab die Haare deines Nasiräats, und wirf sie weg, und erhebe auf den Hügeln ein Klagegeschrei". Hieraus erhellt, daß durch Scheitel des Nasiräers das Äußere bezeichnet wurde, denn der Scheitel des Nasirs ist da, wo sein Haar ist. Dies ist das Geheimnis, das durch die Nasiräer im Worte bezeichnet wird. 6438. Aus dem, was Israel über Joseph vorhersagte, kann man auch erkennen, daß in den Einzelheiten ein innerer Sinn liegt, und daß ohne diesen Sinn kaum etwas davon verstanden wird. Wer nur den Buchstabensinn ins Auge faßt, kann glauben, daß das von Joseph Gesagte seinen Nachkommen aus Menasche und Ephraim begegnen sollte: 1. Mose 49/1; aber aus den historischen Büchern Mosis, Josuas, der Richter, Samuelis und der Könige wird nichts Derartiges über sie gefunden, denn sie hatten nicht mehr Segen als die anderen; und wurden, wie die übrigen, in die Gefangenschaft geführt, und zerstreut unter den Völkern. Hieraus erhellt, daß es nicht (bloß) das bezeichnet, was im Buchstabensinn liegt, sondern etwas anderes, was im inneren Sinn. Ohne den inneren Sinn könnte man auch durchaus nicht verstehen, was alles über Joseph Gesagte in sich schließe, wie z.B. daß Joseph ein Sohn des Fruchtbaumes sei, des Fruchtbaumes an der Quelle, daß die Töchter über die Mauer emporranken, daß die Bogenschützen ihn reizen, auf ihn schießen, ihn anfeinden, daß er wohne in der Festigkeit seines Bogens, und gestärkt werden die Arme seiner Hände von den Händen des Starken Jakobs, daß von dorther der Hirte komme, der Stein Israels. Daß die Segnungen seines Vaters überragen würden die Segnungen von dessen Erzeugern bis zur Wonne der ewigen Hügel, und daß sie kommen werden auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Nasirs unter seinen Brüdern. Das alles aber ist im ganzen und im einzelnen von der Art, daß niemand erkennen kann, was es bedeutet, außer durch den inneren Sinn. 6439. Vers 27: Benjamin (ist) ein Wolf, der zerreißt, des Morgens wird er rauben; er wird den Raub verzehren, und am Abend die Beute verteilen. "Benjamin" bedeutet das Wahre des Guten der geistigen Kirche, die Joseph vorbildete; "(ist) ein Wolf, der zerreißt" bedeutet die Begierde, die Guten zu erretten und zu befreien; "des Morgens wird er rauben; er wird den Raub verzehren" bedeutet, daß es geschehe, wenn der Herr gegenwärtig ist; "und am Abend die Beute verteilen" bedeutet ihren Besitz im Reiche des Herrn, wenn sie noch im Dunkeln sind. 6440. "Benjamin", 1. Mose 49/27, bedeutet das Wahre des Guten der geistigen Kirche, die Joseph (vorbildete). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Benjamins, insofern er das Geistige des Himmlischen bezeichnet, worüber Nr. 4592. Das Geistige des Himmlischen ist das Wahre des Guten, hier das Wahre dieses Guten, das der geistigen Kirche angehört, die durch Joseph in dieser Weissagung Israels vorgebildet wird; denn weil durch Joseph die geistige Kirche vorgebildet wird: Nr. 6417, so wird durch ihn auch das Gute, das Angehör dieser Kirche ist, vorgebildet, denn die Kirche ist Kirche aus dem Guten, das Wahre dieses Guten aber ist Benjamin. 6441. "Ein Wolf (ist er)", 1. Mose 49/27, bedeutet die Begierde, die Guten zu erretten und zu befreien. Dies erhellt aus der Bedeutung des Wolfes, insofern er raubt und zerstreut; und weil die Tiere im Worte Begierden bezeichnen, so bedeutet der Wolf die Begierde zu rauben, wie auch aus den Stellen, wo der Wolf genannt wird, wie bei Matth.7/15: "Hütet euch vor den falschen Propheten, die zu euch kommen in Schafskleidern, inwendig aber sind sie reißende Wölfe." Joh.10/12: "Der Mietling, der nicht der Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, siehet den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf raubt sie und zerstreuet die Schafe." Ebenso anderwärts, z.B. Luk.10/3; Jerem.5/6; Hes.22/27; Zeph.3/3. Hieraus wird deutlich, daß durch den Wolf diejenigen bezeichnet werden; hier aber derjenige, der aus der Hölle diejenigen errettet, die geraubt sind. Es verhält sich mit der Bedeutung des Wolfes ebenso, wie mit der Bedeutung des Löwen, der auch ein reißendes Tier ist, von dem es auch heißt, daß er auf Raub ausgehe, den Raub sammle und Beute mache, so wie hier vom Wolf, und doch bedeutet der Löwe im guten Sinn das Wahre in der Macht vom Guten, man sehe Nr. 6367. Dasselbe gilt auch von anderen reißenden Tieren, wie von den Pardern (= Leopard) und den Adlern. 6442. "Der zerreißt, des Morgens wird er rauben; er wird den Raub verzehren", 1. Mose 49/27, bedeutet, daß es geschehe, wenn der Herr gegenwärtig ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Morgens, insofern er im höchsten Sinn den Herrn bezeichnet, worüber Nr. 2405, 2783; daher bedeutet, "er wird rauben des Morgens", daß, wenn der Herr gegenwärtig ist, die Errettung und Befreiung der Guten (stattfindet); und aus der Bedeutung "den Raub verzehren", insofern es heißt, sich diejenigen aneignen, die Er errettet und befreit hat. Daß verzehren soviel ist als aneignen und mit sich verbinden, sehe man Nr. 3168, 3513, 3596, 5643; daß Raub diejenigen bedeutet, die errettet und befreit wurden, ist klar. Daß auch vom Herrn, weil Er die Guten errettet und befreit, die Worte rauben, Geraubtes, Raub, Beute gebraucht werden, erhellt aus dem, was 1. Mose 49/9 von Jehudah gesagt worden: "Ein junger Löwe ist Jehudah, von der Beute bist du aufgestiegen, mein Sohn", wodurch bezeichnet wird, daß vom Herrn durch das Himmlische die Befreiung von der Hölle (bewirkt werde), man sehe Nr. 6368; ferner aus anderen Stellen im Worte, wie Jes.5/29: "Das Brüllen Jehovahs ist wie eines Löwen, Er brüllt wie die jungen Löwen, er brauset daher, und faßt die Beute, damit niemand retten kann". Jes.31/4: "Gleichwie ein Löwe brüllt und ein junger Löwe über seinem Raub, so wird Jehovah hinabsteigen zu streiten auf dem Berge Zion". Jerem.39/18: "Dich will Ich erretten an jenem Tage, ja erretten werde Ich dich, und du sollst deine Seele zur Beute haben, darum, daß du auf Mich vertraut hast". Zeph.3/8: "Harret auf Mich, spricht Jehovah, bis zu dem Tage, da Ich Mich aufmache zur Beute". Jes.53/12: "Ich will Ihm seinen Teil geben unter vielen, daß Er den Raub teile mit den Starken": hier vom Herrn im ganzen Kapitel. Daß den Raub oder die Beute verzehren bedeute, sich das Gute aneignen, was von den Bösen geraubt worden, erhellt aus der Weissagung Bileams 4. Mose 23/24: "Siehe, dies Volk wird aufstehen, wie ein alter Löwe, und wie ein junger Löwe sich erheben; es wird nicht ruhen, bis daß es verzehrt hat seinen Raub". Hieraus erhellt, daß Geraubtes, Raub, Beute, eine Errettung und Befreiung der Guten vom Herrn bezeichnet. Es wird dieses gesagt von dem Wahren, das durch Benjamin vorgebildet wird, weil dem Wahren Macht beigelegt wird: Nr. 3091, 4931, die es durch das Gute erlangt: Nr. 6344, 6423. 6443. "Und am Abend die Beute verteilen", 1. Mose 49/27, bedeutet ihren Besitz im Reiche des Herrn, während sie noch im Dunkeln sind. Dies erhellt aus der Bedeutung des Abends, insofern er das Dunkle bezeichnet, worüber Nr. 3056, 3833; und aus der Bedeutung von Beute teilen, insofern es heißt zum Besitz geben im himmlischen Reich; denn durch Beute werden diejenigen bezeichnet, die vom Herrn errettet und befreit worden sind. Daher wird durch "Beute teilen" die Verteilung bezeichnet, nämlich unter diejenigen, die im Himmel sind, was das gleiche ist wie ihr Besitz im Reich des Herrn. Am Abend soll es geschehen, weil diejenigen, die in den Himmel erhoben werden, zuerst im Dunkeln sind, denn sie können nicht zur Klarheit kommen, bevor sie in den Himmel gelangt sind und vom Herrn durch die Engel, in deren Gesellschaft sie gebracht werden, über die Wahrheiten belehrt worden sind; denn es bedarf einer gewissen Zeit, damit das vom Falschen verursachte Dunkel zerstreut wird. 6444. Diese Dinge sind es, die durch Benjamin bezeichnet werden. Aber wer könnte ohne den inneren Sinn sagen, was das von ihm Gesagte in sich schließe, z.B. daß er ein Wolf sei, daß er raube des Morgens, den Raub verzehre und am Abend die Beute teile. Dies würden ganz verborgene Dinge sein, wenn der innere Sinn sie nicht enthüllte. Dergleichen gibt es sehr vieles bei den Propheten, wovon, wenn man es nach dem Buchstaben betrachtet, nur wenig verstanden wird, alles aber, wenn nach dem inneren Sinn. Hieraus kann man nun deutlich erkennen, daß unter den Söhnen Jakobs und den nach ihnen benannten Stämmen solche Dinge bezeichnet werden, die sich auf die Kirche und auf das Reich des Herrn beziehen. 6445. Vers 28: Das sind alle die zwölf Stämme Israels; und das ist es, was zu ihnen geredet ihr Vater, da er sie segnete, einen jeden gemäß seinem Segen segnete er sie. "Das sind alle die zwölf Stämme Israels" bedeutet alles Wahre und Gute in Zusammenfassung; "und das ist es, was zu ihnen geredet ihr Vater" bedeutet die Mitteilung durch den Einfluß vom geistig Guten; "da er sie segnete, einen jeden gemäß seinem Segen segnete er sie" bedeutet die Vorhersage über das geistige Leben, was einem jeden begegnen wird, wenn er in solchem Zustand sich befindet. 6446. "Das sind alle die zwölf Stämme Israels", 1. Mose 49/28, bedeutet alles Wahre und Gute in Zusammenfassung. Dies erhellt aus der Bedeutung der zwölf Stämme Israels, insofern sie alles Wahre und Gute in Zusammenfassung bezeichnen, worüber Nr. 3858, 3926, 3939, 4060, 6335, 6397. Daß solches durch die Stämme bezeichnet werde, erhellt nicht nur aus dem, was von den Stämmen in den angeführten Stellen gesagt worden, sondern auch aus dem, was in diesem Kapitel von ihnen (mitgeteilt wurde). 6447. "Und das ist es, was zu ihnen geredet ihr Vater", 1. Mose 49/28, bedeutet die Mitteilung durch den Einfluß vom geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es einfließen ist, worüber Nr. 2951, 5481, 5743, 5797; hier Mitteilung durch Einfluß; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels (der hier als ihr Vater gemeint ist), insofern er das geistig Gute bezeichnet, worüber Nr. 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. 6448. "Da er sie segnete, einen jeden gemäß seinem Segen segnete er sie", 1. Mose 49/28, bedeutet die Vorhersage über das geistige Leben, was (nämlich) einem jeden begegnen wird, wenn er in einem solchen Zustand sich befindet. Dies erhellt aus der Bedeutung von segnen, insofern es ein Vorhersagen ist, worüber Nr. 6230, 6254; und aus der Bedeutung von "einen jeden gemäß seinem Segen segnete er sie", insofern es heißt, was einem jeden begegnen werde. Daß gemeint ist, was jedem im geistigen Leben (begegnen werde), wenn er in einem solchen Zustand ist, erhellt aus allem, was von den Söhnen Israels und den nach ihnen benannten Stämmen in diesem Kapitel gesagt worden; denn durch sie werden alle Zustände der Kirche in bezug auf das Gute und Wahre beschrieben, also in bezug auf das geistige Leben eines jeden innerhalb der Kirche. 6449. Vers 29-33: Und er gebot ihnen, und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volke, begrabet mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Acker Ephrons, des Chittäers. In der Höhle, die im Felde Machpelah ist, die gegen Mamre liegt, im Lande Kanaan, und die Abraham kaufte mit dem Acker von Ephron, dem Chittäer, zum Eigentum des Begräbnisses. Daselbst haben sie Abraham begraben, und Sarah sein Weib; daselbst hat man Jischak und Rebecka, sein Weib, begraben, und daselbst habe ich Leah begraben. Der Ankauf des Feldes und der Höhle, die in demselben, (fand statt) von den Söhnen Cheths. Und Jakob hörte auf seinen Söhnen zu gebieten, und zog seine Füße ins Bett, und hauchte seine Seele aus, und ward versammelt zu seinen Völkern. "Und er gebot ihnen, und sprach zu ihnen" bedeutet die Anweisung (oder Belehrung insinuatio); "ich werde versammelt zu meinem Volke" bedeutet, daß er in dem natürlich Guten und Wahren, das von (jenem Volke) stammt, sein müsse; "begrabet mich bei meinen Vätern" bedeutet, daß auch hier (im Natürlichen) ein Inwendigeres und ein Innerstes sei; "in der Höhle" bedeutet wo Dunkel herrscht; "die auf dem Acker Ephrons, des Chittäers" bedeutet, daß doch Klarheit entstehen könne; "in der Höhle, die im Felde Machpelah ist" bedeutet in diesem Dunkel; "die gegen Mamre liegt" bedeutet die Größe und Beschaffenheit desselben; "im Lande Kanaan" bedeutet wo die Kirche war; "und die Abraham kaufte mit dem Acker von Ephron, dem Chittäer" bedeutet die Loskaufung; "zum Eigentum des Begräbnisses" bedeutet die Wiedergeburt; "daselbst haben sie Abraham begraben, und Sarah sein Weib; daselbst hat man Jischak und Rebecka, sein Weib, begraben, und daselbst habe ich Leah begraben" bedeutet, daß im Natürlichen alles Innere seiner Ordnung nach im Guten und Wahren sei; "der Ankauf des Feldes und der Höhle, die in demselben, fand statt von den Söhnen Cheths" bedeutet die Loskaufung derer, die das Wahre aufnehmen und durch das Wahre das Gute; "und Jakob hörte auf seinen Söhnen zu gebieten" bedeutet die Wirkung der Einführung; "und zog seine Füße ins Bett" bedeutet, daß er sein Unteres, in dem das Inwendigere sich befand, zum Guten und Wahren des unteren Natürlichen (gebracht habe); "und hauchte seine Seele aus" bedeutet das neue Leben in demselben; "und ward versammelt zu seinen Völkern" bedeutet, daß er im Guten und Wahren des Natürlichen war, das aus ihm stammte. 6450. "Und er gebot ihnen und sprach zu ihnen", 1. Mose 49/29, bedeutet die Anweisung. Dies erhellt aus dem Folgenden, wo Israel von seinem Begräbnis in der Höhle des Feldes Machpelah, wo Abraham und Jischak begraben waren, zu seinen Söhnen spricht, wodurch das Leben im Wahren und Guten des Natürlichen, wo ein Inwendigeres und ein Innerstes ist, bezeichnet wird. Und weil darüber in dem nun Folgenden gehandelt wird, deshalb wird durch "er gebot seinen Söhnen und sprach zu ihnen", die Anweisung zu jenem (Wahren und Guten) bezeichnet. Daß gebieten auch einfließen bedeutet, sehe man Nr. 5486, 5732; mithin auch Anweisung (oder Belehrung). 6451. "Ich werde versammelt zu meinem Volke", 1. Mose 49/29, bedeutet, daß er in dem natürlich Guten und Wahren, das von jenem (herstammt), sein müsse. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels und der nach ihnen benannten Stämme, die hier unter seinem Volke gemeint sind, insofern sie das Gute und Wahre im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 3858, 3926, 3939, 5414, 5879, 5951, 6335, 6337; daß diese von demselben (herkommen), ist klar; ferner aus der Bedeutung von versammelt werden zu seinem Volke, insofern es heißt, in ihnen sein. Weil hier und in dem Folgenden gehandelt wird von der Versammlung oder dem Dasein des geistig Guten, das Israel ist, in dem natürlich Guten und Wahren, das seine Söhne oder die nach ihm benannten Stämme sind, so soll gesagt werden, wie dies zu verstehen sei: es gibt im Menschen ein Innerstes, ein Inneres unter dem Innersten, und ein Äußeres. Diese alle sind auf das genaueste unter sich unterschieden; sie folgen in der Ordnung aufeinander, somit vom Innersten bis zum Äußersten. Gemäß der Ordnung, in der sie aufeinanderfolgen, fließen sie auch ein. Daher kommt es, daß das Leben vom Innersten in das Innere einfließt, und durch das Innere in das Äußere, also gemäß der Ordnung, in der sie aufeinanderfolgen; und daß es nicht eher ruht als im Letzten der Ordnung, wo es stehen bleibt. Und weil das Innere der Ordnung gemäß bis zum Letzten einfließt und hier Bestand hat, so erhellt hieraus, daß das Innere im Letzten beisammen ist, aber in folgender Ordnung: das Innerste, das eingeflossen, bildet hier den Mittelpunkt, das Innere, das unter dem Innersten steht, umgibt den Mittelpunkt, und das Äußere bildet die Umkreise (Peripherie), und zwar nicht nur im allgemeinen, sondern auch im einzelnen. Die erstere Ordnung heißt die aufeinanderfolgende, diese hingegen die gleichzeitige, und diese geht aus jener hervor, denn alles Gleichzeitige (simultanum) entsteht aus dem Aufeinanderfolgenden, und wenn es entstanden ist, bleibt es so. Weil alles Inwendigere auch im Letzten beisammen ist, so hat es den Anschein, als ob das Leben im Letzten wäre, d.h. im Körper, während es doch im Inwendigeren ist, und auch nicht darin, sondern im Höchsten, d.h. im Herrn, von Dem alles Leben stammt. Daher kommt es auch, daß das Leben im Äußeren dunkel ist im Verhältnis zum Leben im Inneren, denn im Äußeren ist das allgemeine Leben, das aus dem Einfluß vieler, ja unzähliger Dinge vom Inwendigeren entsteht, die nun zusammen und gemeinsam erscheinen. Hieraus erhellt nun einigermaßen, wie es zu verstehen ist, daß das geistig Gute, das Israel ist, im natürlich Guten und Wahren, das seine Söhne und Stämme sind, sein muß; denn das geistig Gute, das Israel ist, ist im Inneren des Natürlichen, und das Gute und Wahre, das seine Söhne sind, ist in dem Äußeren desselben. Daß in diesen das geistig Gute sein muß, wird bezeichnet durch "ich werde versammelt zu meinem Volke". 6452. "Begrabet mich bei meinen Vätern", 1. Mose 49/29, bedeutet, daß auch hier (im Natürlichen) ein Inneres und ein Innerstes sei. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams und Jischaks (die hier unter seinen Vätern gemeint sind), insofern sie das Innere und Innerste bezeichnen: Abraham das Innerste, und Jischak das Innere, das unter dem Innersten steht, worüber Nr. 3245, 6098, 6185, 6276, 6434. Daß auch das Innerste und Inwendigere (oder Innere) zugleich im Äußeren sind, also im Guten und Wahren im Natürlichen, das die Söhne und Stämme Israels bezeichnen, sehe man Nr. 6451. 6453. "In der Höhle", 1. Mose 49/29, bedeutet, wo Dunkel (herrscht). Dies erhellt aus der Bedeutung der Höhle, insofern sie das Dunkle bezeichnet, wovon Nr. 2935. Daß auch im äußeren Natürlichen, wo das Wahre und Gute, das durch die Söhne und Stämme Israels vorgebildet wird, sich Dunkles findet, weil hier das Allgemeine ist, sehe man Nr. 6451. 6454. "Die auf dem Acker Ephrons, des Chittäers", 1. Mose 49/29, bedeutet, daß dennoch Klarheit entstehen könne. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ackers, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 2971, 3766; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephrons, des Chittäers, insofern er diejenigen bezeichnet, bei denen das Wahre und Gute aufgenommen werden kann, worüber Nr. 2933, 2940, 2969; bei denen somit das Dunkle des Glaubens zur Klarheit werden kann. Hiermit verhält es sich auf folgende Weise: Alles, was im Natürlichen ist, und mehr noch, was im äußeren Natürlichen, ist im Verhältnis zu dem, was im inneren Natürlichen ist, dunkel, und mehr noch im Verhältnis zu dem, was im Vernünftigen ist: Nr. 6451, 6453. Aber dieses Dunkel wird zur Klarheit in zweifacher Weise: zuerst, wenn das Äußere zum Gehorsam gegen das Innere, und somit zur Entsprechung gebracht wird; und zweitens, wenn der Mensch vom Äußeren zum Inneren erhoben wird, und so vom Inwendigeren aus das Äußere sehen kann. Dies ist aber nur bei denen möglich, die im Inneren der Kirche sind, jenes hingegen findet bei denen statt, die im Äußeren derselben sind. Doch weder das eine noch das andere wird erlangt, außer durch die Wiedergeburt vom Herrn. Hieraus erhellt, was darunter verstanden sei, daß das Dunkel zur Klarheit werden könne. 6455. "In der Höhle, die auf dem Felde Machpelah ist", 1. Mose 49/30, bedeutet, in diesem Dunkel. Dies erhellt aus der Bedeutung von Höhle, und von Machpelah, insofern sie das Dunkle bezeichnen. Daß die Höhle das Dunkle ist, sehe man Nr. 2935, 6453; daß auch Machpelah Nr. 2935; doch bedeutet Machpelah die Beschaffenheit des Dunkels. 6456. "Die gegen Mamre liegt", 1. Mose 49/30, bedeutet die Größe und Beschaffenheit derselben. Dies erhellt aus der Bedeutung von Mamre, insofern es die Größe und Beschaffenheit dessen bezeichnet, dem es beigefügt wird, worüber Nr. 2970, 4613. 6457. "Im Lande Kanaan", 1. Mose 49/30, bedeutet, wo die Kirche ist. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 3705, 3686, 4447, 5136. 6458. "Und die Abraham kaufte mit dem Acker von Ephron, dem Chittäer", 1. Mose 49/30, bedeutet die Loskaufung. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es ein Aneignen ist, worüber Nr. 5374, 5397, 5410, 5426; somit auch ein Loskaufen, denn was losgekauft wird, das wird angeeignet; aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, insofern er im höchsten Sinne den Herrn bezeichnet worüber Nr. 1965, 1989, 2011, 3245, 3251, 3305, 3703, 4615, 6098, 6185, 6276; aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Kirche ist, worüber Nr. 2971, 3766; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephrons, des Chittäers, insofern er diejenigen bezeichnet, bei denen das Gute und Wahre aufgenommen werden kann, worüber Nr. 2933, 2940, 2969. Hieraus geht deutlich hervor, was der Sinn dieser Worte ist, daß es nämlich die Loskaufung (oder Erlösung) derer in der Kirche vom Herrn ist, bei denen das Gute und Wahre aufgenommen werden kann. 6459. "Zum Eigentum des Begräbnisses", 1. Mose 49/30, bedeutet die Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Begräbnisses, insofern es die Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, 5551. 6460. "Daselbst haben sie Abraham begraben, und Sarah, sein Weib; daselbst hat man Jischak und Rebecka, sein Weib, begraben, und daselbst habe ich Leah begraben", 1. Mose 49/31, bedeutet, im Natürlichen sei alles Innere der Ordnung nach im Guten und Wahren. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6451, 6452 erklärt worden. 6461. "Der Ankauf des Feldes und der Höhle, die in demselben, fand statt von den Söhnen Cheths", 1. Mose 49/32, bedeutet die Loskaufung derer, die das Wahre aufnehmen und durch das Wahre das Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Ankaufes, insofern es eine Loskaufung ist, worüber Nr. 6458; aus der Bedeutung des Feldes, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 2971, 3766; somit auch der Mensch der Kirche, denn dieser ist die Kirche; aus der Bedeutung der Höhle, insofern sie das Dunkle ist, worüber Nr. 2935, 6453; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Cheths, insofern sie die geistige Kirche bezeichnen, die von der Alten (Kirche stammte), worüber Nr. 2913, 2986; und weil die Söhne Cheths die geistige Kirche bezeichnen, die von den Alten herstammt, so werden durch sie auch diejenigen bezeichnet, die das Wahre und durch das Wahre das Gute aufnehmen, denn aus diesen bildet sich die geistige Kirche. Hieraus erhellt, daß durch den Ankauf des Feldes und der Höhle, die in demselben ist, von den Söhnen Cheths die Loskaufung derer bezeichnet wird, die in der Kirche und noch im Dunkeln sind, aber durch das Wahre das Gute aufnehmen. 6462. "Und Jakob hörte auf, seinen Söhnen zu gebieten", 1. Mose 49/33, bedeutet die Wirkung der Anweisung. Dies erhellt aus der Bedeutung von "seinen Söhnen gebieten und zu ihnen sprechen", insofern es die Belehrung oder Anweisung bezeichnet, worüber Nr. 6450. Somit bedeutet, aufhören ihnen zu gebieten, die Wirkung der Anweisung. 6463. "Und zog seine Füße ins Bett", 1. Mose 49/33, bedeutet, daß er sein Unteres, in dem das Inwendigere ist, zum Guten und Wahren des unteren Natürlichen (gebracht habe). Dies erhellt aus der Bedeutung von "seine Füße an sich ziehen", insofern es heißt, sich zurückbegeben zum Unteren. Daß an sich ziehen, bedeutet, sich zurückbegeben, ist klar, da die Füße das Untere bezeichnen. Daß die Füße das Natürliche bedeuten, sehe man Nr. 2162, 3147, 3761, 3986, 4280, 4938-4952, somit das, was das Untere bildet: Nr. 6436. Daß sie das Untere bezeichnen, in dem das Inwendigere ist, erhellt aus dem, was Nr. 6451 gesagt wurde. Ferner aus der Bedeutung des Bettes, insofern es das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 6188, 6226, somit auch das Gute und Wahre des Natürlichen, denn dieses macht das Natürliche beim Menschen aus. Daß es das Gute und Wahre des unteren Natürlichen bezeichnet, geht daraus hervor, daß dieses Natürliche es ist, zu dem das Inwendigere sich begibt, gemäß dem, was Nr. 6451, 6452 erklärt worden ist. Daß es ein unteres und ein oberes Natürliches gibt, oder ein inneres und ein äußeres, sehe man Nr. 3293, 3294, 5118, 5126, 5497, 5649. Weil durch Israel das geistig Gute aus dem Natürlichen vorgebildet wird, und durch Jakob das geistig Wahre im Natürlichen, und durch seine Söhne das Gute und Wahre im Natürlichen, unterschieden nach seinen Arten, deshalb wird hier das Bett erwähnt, denn durch dieses wird das Natürliche bezeichnet: Nr. 6188, 6226; so wie hier: "wie er denn auch, als er aufhörte, mit seinen Söhnen zu reden, seine Füße ins Bett zog"; dann auch, als Joseph zu ihm kam, heißt es: "daß Israel sich stark machte, und sich aufsetzte in seinem Bette": Nr. 6226; ferner als er mit Joseph über sein Begräbnis im Grabe seiner Väter geredet hatte, wird gesagt: "daß Israel sich über das Haupt des Bettes gebeugt habe": Nr. 6188; daher erscheint auch, was merkwürdig ist, in der geistigen Welt, wenn an Jakob gedacht wird, ein Bett, in dem ein Mann liegt; dies erscheint in einiger Entfernung über dem Haupt zur Rechten gegen vorn. Diese Erscheinung rührt daher, daß die Denkvorstellungen über Jakob im Himmel sich umwandelt zu einem Denkbilde über das Natürliche; denn im Himmel wird man nicht inne, was Jakob ist, sondern das, was durch ihn vorgebildet wird, nämlich das Natürliche, was auch durch Bett bezeichnet wird. 6464. "Und hauchte seine Seele aus", 1. Mose 49/33, bedeutet das neue Leben in demselben, nämlich im Guten und Wahren des unteren Natürlichen, die beide durch seine Söhne und Stämme vorgebildet werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von "aushauchen" oder sterben, insofern es ein neues Leben bezeichnet, worüber Nr. 3498, 3505, 4618, 4621, 6036. 6465. "Und ward versammelt zu seinen Völkern", 1. Mose 49/33, bedeutet, daß er in dem Guten und Wahren des Natürlichen war, das von ihm stammte. Dies erhellt aus Nr. 6451, wo die gleichen Worte; man sehe, was dort angeführt wurde über das Dasein und das Leben des geistig Guten, das Israel, in dem Guten und Wahren des unteren Natürlichen, das seine Söhne und die zwölf Stämme sind. Über das Dasein (oder Hervortreten) des Inneren im Äußeren muß man ferner wissen, daß alles nicht nur bei dem Menschen, sondern auch in der ganzen Natur durch aufeinanderfolgende Gestaltungen besteht, somit das Spätere durch Gestaltungen aus dem Früheren. Daher kommt es, daß zwar eine jede Gestaltung getrennt von der anderen besteht, dennoch aber die spätere von der früheren abhängt, so zwar, daß sie nicht bestehen könnte ohne die frühere, denn das Spätere wird in seiner Verknüpfung und seiner Gestaltung vom Früheren gehalten. Hieraus erhellt auch, daß in dem Späteren alles Frühere in seiner Ordnung ist. Ebenso verhält es sich mit den Eigenschaften (modis) und Kräften, die von ihnen als ihren Substanzen hervorgehen. So verhält es sich mit dem Inneren und Äußeren beim Menschen, und auch mit dem, was Sache des Lebens bei ihm ist. Wer das Innere und Äußere im Menschen nicht nach solchen Gestaltungen auffaßt, kann durchaus keine Vorstellung vom äußeren und inneren Menschen haben, und von dem Einfluß des einen in den anderen, noch weniger von dem Dasein und dem Leben des inneren Menschen oder des Geistes und von der Beschaffenheit desselben, wenn das Äußere oder Körperliche durch den Tod abgetrennt wird. Wer das Äußere und Innere als solches auffaßt, was allmählich immer reiner wird, und hierdurch stetig zusammenhängt, also ohne die späteren Gestaltungen von den früheren zu unterscheiden, der muß notwendig glauben, daß mit dem Äußeren auch das Innere sterbe; denn er denkt, beide hängen zusammen, und wegen des Zusammenhanges und der Stetigkeit müsse, wenn das eine stirbt, auch das andere sterben, denn das eine ziehe das andere mit sich. Dies ist gesagt worden, damit man wisse, daß das Innere und das Äußere unter sich verschieden sind, und daß das Innere und das Äußere in der Ordnung aufeinanderfolgen, wie auch, daß alles Innere zugleich im Äußeren sei, oder was das gleiche ist, alles Frühere in dem Späteren, worüber auch in diesen Versen nach dem inneren Sinn gehandelt wurde.   Nr. 6466 - 6496 abgedruckt in Band * Des ersten Buches Mose 50. Kapitel 1. Und Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters, und weinte über ihn, und küßte ihn. 2. Und Joseph gebot seinen Knechten, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren, und die Ärzte balsamierten Israel ein. 3. Und es wurden erfüllt über ihm vierzig Tage; denn also werden erfüllt die Tage derer, die einbalsamiert werden; und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage. 4. Und als die Tage des Weinens über ihn vorüber waren, redete Joseph zum Hause Pharaos, und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in euren Augen, so redet doch vor den Ohren Pharaos und sprechet: 5. Mein Vater hat mich schwören lassen, und gesagt: Siehe, ich sterbe; in meinem Grabe, das ich mir gegraben im Lande Kanaan, da sollst du mich begraben, und nun laß mich hinaufziehen und meinen Vater begraben, und dann zurückkehren. 6. Und Pharao sprach: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen. 7. Und Joseph zog hinauf, seinen Vater zu begraben, und es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten. 8. Und das ganze Haus Josephs und seine Brüder und das Haus seines Vaters; nur ihre Kinder und ihre Schafe und ihre Rinder ließen sie zurück im Lande Gosen. 9. Und es zogen mit ihm hinauf sowohl Wagen, als auch Reiter, und das Heer war sehr groß. 10. Und als sie gekommen waren zur Tenne Atad, die jenseits des Jordans liegt, erhoben sie daselbst eine große und sehr schwere Klage, und er stellte um seinen Vater Trauer an sieben Tage. 11. Und es sahen die Einwohner des Landes Kanaan die Trauerklage auf der Tenne Atad, und sie sprachen: Das ist eine schwere Trauer der Ägypter, deswegen nannte man den Namen (des Ortes) Abel Mizraim, das jenseits des Jordans liegt. 12. Und seine Söhne taten so, wie er ihnen befohlen hatte. 13. Und es brachten ihn seine Söhne in das Land Kanaan, und begruben ihn in der Höhle des Ackers Machpelah, die Abraham gekauft hatte, samt dem Acker zum Besitz eines Grabes von Ephron, dem Chittäer (Hethiter) gegen Mamre hin. 14. Und Joseph kehrte nach Ägypten zurück, er und seine Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben, nachdem sie seinen Vater begraben hatten. 15. Und da die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater gestorben war, sprachen sie: Joseph möchte vielleicht Haß gegen uns haben und uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben. 16. Da entboten sie Joseph und sprachen: Dein Vater, bevor er starb, hat uns also geboten: 17. So sprecht zu Joseph: O vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde, denn Böses haben sie dir zugefügt, und nun so vergib doch die Missetat der Diener des Gottes deines Vaters; aber Joseph weinte, als sie so zu ihm redeten. 18. Und seine Brüder gingen auch hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte. 19. Und Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; bin ich denn an Gottes Statt? 20. Und ihr hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber gedachte es zum Guten (zu machen), um zu tun, wie jetzt am Tage ist, um am Leben zu erhalten ein großes Volk. 21. Und nun fürchtet euch nicht, ich werde euch versorgen und eure Kinder; und er tröstete sie und redete zu ihren Herzen. 22. Und Joseph wohnte in Ägypten, er und das Haus seines Vaters; und Joseph lebte hundert und zehn Jahre. 23. Und Joseph sah von Ephraim Söhne bis ins dritte Glied; auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, wurden geboren auf den Knien Josephs. 24. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe, und Gott wird euch gewißlich heimsuchen, und euch hinaufbringen aus diesem Lande, zu dem Lande, das Er Abraham, Jischak und Jakob zugeschworen hat. 25. Und Joseph ließ die Söhne Israels schwören, und sprach: Wenn Gott euch heimsuchen wird, dann sollt ihr hinaufbringen meine Gebeine von hier. 26. Und Joseph starb, hundert und zehn Jahre alt, und sie balsamierten ihn ein; und er wurde gelegt in eine Totenlade in Ägypten.   Inhalt 6497. Nachdem gehandelt worden ist von Abraham, Jischak und Jakob, durch die im höchsten Sinn der Herr vorgebildet wird, wird nun in diesem letzten Kapitel im inneren Sinn von der Kirche gehandelt, daß nämlich, nachdem die himmlische Kirche zugrunde gegangen war, die geistige Kirche vom Herrn hergestellt wurde. Der Anfang und Verlauf derselben wird im inneren Sinn beschrieben, und gegen Ende des Kapitels das Ende dieser Kirche; und daß an ihrer Statt nur ein Vorbild der Kirche bei den Nachkommen Jakobs hergestellt wurde.   Innerer Sinn 6498. Vers 1-3: Und Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters, und weinte über ihn, und küßte ihn. Und Joseph gebot seinen Knechten, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren, und die Ärzte balsamierten Israel ein. Und es wurden erfüllt über ihm vierzig Tage; denn also werden erfüllt die Tage derer, die einbalsamiert werden; und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage. "Und Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters" bedeutet das Einfließen des Inneren in die Neigung des Guten; "und weinte über ihn" bedeutet die Traurigkeit; "und küßte ihn" bedeutet die erste Verbindung; "und Joseph gebot seinen Knechten, den Ärzten" bedeutet Bewahrung vor dem Bösen, das hindern könnte; "seinen Vater einzubalsamieren" bedeutet, damit er nicht durch irgendwelche Ansteckung verderben möge; "und die Ärzte balsamierten Israel ein" bedeutet die Wirkung, um das Gute aus dem Wahren zu behüten; "und es wurden erfüllt über ihm vierzig Tage" bedeutet die Zustände der Vorbereitung durch Versuchungen; "denn also werden erfüllt die Tage derer, die einbalsamiert werden" bedeutet, daß sie in dem Zustand der Bewahrung sind; "und die Ägypter beweinten ihn" bedeutet die Traurigkeit des Wißtümlichen der Kirche; "siebzig Tage" bedeutet den vollen Zustand. 6499. "Und Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters", 1. Mose 50/1, bedeutet das Einfließen des Inneren in die Neigung des Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf das Angesicht jemandes fallen", insofern es das Einfließen bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 5805, 5826, 5827, 5869, 5877, 6177, 6224; aus der Bedeutung des Angesichtes, insofern es die Neigung bezeichnet, worüber Nr. 4796, 4797, 5102; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute oder das Gute des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3654, 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph fiel auf das Angesicht seines Vaters" das Einfließen des Inneren in die Neigung des geistig Guten bezeichnet wird. Daß das Einfließen des Inneren in die Neigung des geistig Guten bezeichnet wird, kommt daher, weil hier im inneren Sinn von der geistigen Kirche gehandelt wird, daß sie nämlich vom Herrn errichtet worden; denn Israel bedeutet das Gute des Wahren oder das geistig Gute, und dieses Gute bildet die geistige Kirche, weshalb auch durch Israel diese Kirche bezeichnet wird: Nr. 4286, 6426. Damit dieses Gute hervortrete, muß ein Einfluß vom himmlischen Inneren stattfinden, das durch Joseph vorgebildet wird, denn ohne Einfluß von daher ist jenes Gute nicht gut, weil es nicht aus der Neigung hervorgeht. Im Folgenden wird im inneren Sinn noch weiter von der Einrichtung dieser Kirche gehandelt: Nr. 6497. Daß diese Kirche durch den nun gestorbenen und bald darauf begrabenen Israel beschriebenen wird, kommt daher, weil im inneren Sinn durch Tod nicht der Tod, und durch Grab nicht Grab bezeichnet wird, sondern der Tod ein neues Leben: Nr. 3498, 3505, 4618, 4621, 6036, und das Grab die Wiedergeburt bedeutet: Nr. 2916, 2917, 5551. 6500. "Und weinte über ihn", 1. Mose 50/1, bedeutet die Traurigkeit; dies erhellt ohne Erklärung. Unter der Traurigkeit, die hier durch weinen bezeichnet wird, wird im inneren Sinn nicht wie im äußeren die Traurigkeit wegen des Todes verstanden, sondern darüber, daß das Gute der geistigen Kirche sich nicht erheben kann über das Natürliche. Der Herr will nämlich, indem Er durch das Innere einfließt, fortwährend dieses Gute vervollkommnen und zu Sich hinführen. Gleichwohl aber kann es nicht zum ersten Grad des Guten der himmlischen Kirche erhoben werden, Nr. 3833, denn der Mensch der geistigen Kirche ist verhältnismäßig (noch) im Dunkeln, und vernünftelt über die Wahrheiten, ob sie auch wahr sind, oder begründet die, welche die Lehre genannt werden, und zwar ohne ein Innewerden, ob das, was er begründet, wahr oder nicht wahr ist, und wenn er es bei sich begründet hat, glaubt er mit Bestimmtheit, daß es wahr sei, obgleich es falsch sein mag, denn es gibt nichts, was nicht begründet werden kann, weil dies ein Werk des Scharfsinnes ist, nicht der Einsicht, noch weniger der Weisheit, und das Falsche kann noch leichter als das Wahre begründet werden, weil es den Begierden schmeichelt und mit den Sinnestäuschungen übereinstimmt. Weil der Mensch der geistigen Kirche so ist, kann er durchaus nicht über das Natürliche erhoben werden. Daher nun die Traurigkeit, die durch die Worte: "Joseph weinte über ihn" bezeichnet wird. 6501. "Und küßte ihn", 1. Mose 50/1, bedeutet die erste Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von küssen, insofern es eine Verbindung aus Neigung bezeichnet, worüber Nr. 3573, 3574, 4215, 4353, 5929, 6260; hier die erste Verbindung, weil erst im Folgenden von der engeren Verbindung gehandelt wird. 6502. "Und Joseph gebot seinen Knechten, den Ärzten", 1. Mose 50/2, bedeutet die Bewahrung vor dem Bösen, das hindern könnte, nämlich die Verbindung. Dies erhellt aus der Bedeutung von gebieten, insofern es das Einfließen bezeichnet, worüber Nr. 5732; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6499; und aus der Bedeutung der Ärzte, insofern sie die Bewahrung vor bösen Dingen bezeichnen. Daß es hier (die Bewahrung) vor dem Bösen ist, das die Verbindung verhindern könnte, worüber Nr. 6501, ergibt sich aus dem Zusammenhang. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph gebot seinen Knechten, den Ärzten", das Einfließen vom Inneren bezeichnet wird hinsichtlich der Bewahrung vor dem Bösen, das die Verbindung verhindern könnte. Die Ärzte bedeuten die Bewahrung vor Bösem, weil in der geistigen Welt die Krankheiten Falsches und Böses sind. Die geistigen Krankheiten sind nichts anderes, denn das Böse und Falsche nimmt dem inneren Menschen die Gesundheit und verursacht dem Gemüt Kummer und zuletzt Schmerzen. Durch Krankheiten wird auch im Worte nichts anderes bezeichnet. Daß Ärzte, ärztliche Kunst und Arzneimittel im Worte Bewahrungen vor Bösem und Falschem bedeuten, erhellt aus den Stellen, wo sie genannt werden; z.B.: 2. Mose 15/26: "Wenn du hörst auf die Stimme deines Gottes, und tust, was gut ist in Seinen Augen, und du Seinen Geboten Gehör schenkst, und hältst alle Seine Satzungen, dann will Ich keine Krankheit, die Ich auf die Ägypter gelegt habe, auf dich legen, denn Ich bin Jehovah, dein Arzt": Jehovah (ist) Arzt, bedeutet ein Bewahrer vor dem Bösen, denn dies wird durch die den Ägyptern auferlegten Krankheiten bezeichnet. Daß diese Krankheiten der Ägypter Böses und Falsches bedeuten, das aus den Vernünfteleien des Wißtümlichen und der Sinnestäuschungen in betreff der Glaubensgeheimnisse entsteht, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden, wo von diesem Gegenstand (gehandelt wird). Daß Geistiges bezeichnet wird, erhellt daraus, daß gesagt wird, wenn sie hören auf die Stimme Gottes, das Gute tun, Seinen Geboten Gehör schenken, und Seine Satzungen halten, dann sollten jene Krankheiten nicht über sie verhängt werden. In demselben Sinn nennt Sich auch der Herr einen Arzt bei Luk.5/31,32: "Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken; Ich bin nicht gekommen, die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen": auch hier steht Arzt für den Bewahrer vor dem Bösen, denn unter den Gesunden werden die Gerechten verstanden, und unter den Kranken die Sünder. Jerem.8/22: "Ist denn kein Balsam in Gilead, und kein Arzt daselbst? Warum wird denn nicht geheilt die Tochter Meines Volkes?": Arzt bedeutet hier die Bewahrung vor dem Falschen in der Kirche, denn die Heilung der Tochter Meines Volkes, ist das Wahre der Lehre in derselben. Daß Genesung, Heilungen, Mittel und Arzneien nicht im natürlichen, sondern im geistigen Sinn im Worte verstanden werden, erhellt deutlich bei Jerem.14/19 und 8/15: "Warum hast du uns so geschlagen, daß kein Heilmittel für uns da ist? Wir erwarteten Frieden, aber es kommt nichts Gutes; auf eine Zeit der Heilung, aber siehe, es kommt Schrecken". Jerem.33/6: "Ich will ihm Gesundheit und Heilung angedeihen lassen, und Ich werde sie heilen, und ihnen enthüllen die Krone des Friedens und die Wahrheit". Jerem.30/13: "Niemand führt deine Sache zur Gesundheit, Arzneimittel zur Wiederherstellung sind nicht für dich vorhanden". Jerem.46/11: "Gehe hinauf nach Gilead, und hole Balsam, o Jungfrau, Tochter Ägyptens, vergeblich vermehrst du die Arzneimittel, Heilung wird dir nicht zuteil". Hes.47/12: "An dem Flusse, an seinem Ufer diesseits und jenseits werden allerlei Bäume zur Speise wachsen, deren Blätter nicht abfallen, und deren Früchte nicht aufgezehrt werden, in ihren Monaten wachsen sie wieder, denn ihr Wasser fließt aus dem Heiligtum hervor, deshalb dienen ihre Früchte zur Speise, und ihre Blätter zur Arznei": hier wird bei dem Propheten vom neuen Hause Gottes oder vom neuen Tempel gehandelt, wodurch die neue Kirche bezeichnet wird, und im inneren Sinn das geistige Reich des Herrn, weshalb der Fluß, an dessen Ufern allerlei Bäume zur Speise emporwachsen, das bedeutet, was der Einsicht und Weisheit angehört: Nr. 108, 109, 2702, 3051. Bäume (bedeuten) das Innewerden und die Verbindungen des Guten und Wahren: Nr. 103, 2163, 2682, 2722, 2972, 4552; Speise dieses Gute und Wahre selbst: Nr. 680, 4459, 5147, 5293, 5576, 5915; Wasser, ausgehend aus dem Heiligtum, die Wahrheiten, welche die Einsicht bilden: Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; Heiligtum die himmlische Liebe, im höchsten Sinn das Göttlich-Menschliche des Herrn, von Dem diese Liebe stammt; Früchte, die zur Speise dienen, bedeuten das Gute der Liebe: Nr. 913, 983, 2846, 2847, 3146; die Blätter, die zum Heilmittel dienen, bedeuten das Glaubenswahre: Nr. 885. Hieraus erhellt, was Heilmittel bezeichnet, nämlich das, was vor Falschem und Bösem bewahrt; denn wenn das Glaubenswahre zum Guten des Lebens führt, so bewahrt es (zugleich), weil es vom Bösen abführt. 6503. "Seinen Vater einzubalsamieren", 1. Mose 50/2, bedeutet, damit er nicht durch irgendwelche Ansteckung verdorben werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von einbalsamieren, insofern es ein Mittel der Bewahrung vor Ansteckung ist; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das Gute der geistigen Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6499. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: "um einzubalsamieren seinen Vater", bezeichnet wird ein Mittel der Bewahrung, damit nicht das Gute, das Sache der geistigen Kirche ist, von irgendeiner Ansteckung ergriffen werde. Einbalsamieren bezeichnet das Mittel der Bewahrung vor Ansteckung, weil die Einbalsamierungen stattfanden, um den Körper vor Fäulnis zu bewahren. Von dem Mittel der Bewahrung des geistig Guten vor Ansteckung soll auch im gleich Folgenden gehandelt werden. 6504. "Und die Ärzte balsamierten Israel ein", 1. Mose 50/3, bedeutet die Wirkung, um das Gute aus dem Wahren zu behüten. Dies erhellt aus der Bedeutung von einbalsamieren, insofern es das Mittel der Bewahrung vor Ansteckung ist, worüber Nr. 6503; hier die Wirkung der Bewahrung, weil es heißt "sie balsamierten (ihn) ein"; aus der Bedeutung der Ärzte, insofern sie die Bewahrung vor dem Bösen bezeichnen, wovon Nr. 6502; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er das geistig Gute bezeichnet, was dasselbe ist wie das Gute aus dem Wahren, wovon Nr. 6499. 6505. "Und es wurden erfüllt über ihm vierzig Tage", 1. Mose 50/3, bedeutet die Zustände der Vorbereitung durch Versuchungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahl Vierzig, insofern sie Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 730, 862, 2272, 2273; und aus der Bedeutung der Tage, insofern sie Zustände sind, worüber Nr. 23, 487, 488, 493, 893, 2788, 3462, 3785, 4850. Daß es Zustände der Vorbereitung sind, wird dadurch bezeichnet, daß "erfüllt würden über ihm diese Tage", denn durch die Erfüllung dieser Tage geschah die Vorbereitung, um die Körper vor der Auflösung zu bewahren, im geistigen Sinn aber die Seelen vor der Ansteckung des Bösen. Daß durch Versuchungen das Böse und Falsche entfernt und der Mensch vorbereitet werde, Gutes und Wahres aufzunehmen, sehe man Nr. 868, 1692, 1717, 1740, 2272, 3318, 4341, 4572, 5036, 5356, 6144. 6506. "Denn also werden erfüllt die Tage derer, die einbalsamiert werden", 1. Mose 50/3, bedeutet, daß sie in dem Zustand der Bewahrung sind. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tage, insofern sie Zustände bezeichnen, worüber Nr. 6505, und aus der Bedeutung von einbalsamiert werden, insofern es das Mittel der Bewahrung ist, worüber Nr. 6503. 6507. "Und die Ägypter beweinten ihn", 1. Mose 50/3, bedeutet die Traurigkeit des Wißtümlichen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, insofern es das Höchste der Traurigkeit bezeichnet, und zugleich das Vorbildliche der inneren Trauer, worüber Nr. 3801, 4786; ferner aus der vorbildlichen Bedeutung der Ägypter, insofern sie die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnen, worüber Nr. 4749, 4964, 4966. Die Traurigkeit des Wißtümlichen der Kirche, die ausgedrückt ist durch "die Ägypter beweinten Israel", bedeutet nicht die Traurigkeit wegen seines Todes (denn dieser Sinn ist nur der Buchstabensinn), sondern Traurigkeit bedeutet hier die Traurigkeit darüber, daß das Gute der Kirche, das durch Israel vorgebildet wird, das Wißtümliche, das die äußere Kirche bildet, verlassen habe, indem es sich von diesem zum Inneren der Kirche erhob, welches das Gute des Wahren ist; denn alsdann betrachtet es das Wißtümliche nicht wie früher, als bei sich, sondern als unterhalb seiner. Wenn nämlich das Wahre der geistigen Kirche zum Guten wird, dann tritt eine Wendung ein, und dann betrachtet es nicht mehr das Wahre aus dem Wahren, sondern das Wahre aus dem Guten, von welcher Wendung schon früher einigemal gehandelt worden ist, und daher entsteht Traurigkeit, zugleich auch deshalb, weil dann eine andere Ordnung unter den wißtümlichen Kenntnissen stattfindet, die auch nicht ohne Schmerz zustande kommt. 6508. "Siebzig Tage", 1. Mose 50/3, bedeutet den vollen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von siebzig; denn diese Zahl schließt hier das gleiche in sich wie sieben, und sieben bedeutet den vollständigen Zeitraum von Anfang bis zu Ende, somit den vollen Zustand: Nr. 728, 2044, 3845. Daß Zahlen im Worte Sachen bedeuten, sehe man Nr. 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 4495, 4670, 5265, 6175; und daß die multiplizierten Zahlen das gleiche wie die einfachen bedeuten, aus denen sie zusammengesetzt sind: Nr. 5291, 5335, 5708, so siebzig das gleiche wie sieben. Daß siebzig einen vollständigen Zeitraum bedeutet, somit den vollen Zustand, erhellt auch aus folgenden Stellen: Jes.23/15,17: "Und es wird geschehen an jenem Tage, daß Tyrus wird siebzig Jahre der Vergessenheit übergeben werden, gleich den Tagen eines Königs; am Ende der siebzig Jahre wird es Tyrus ergehen nach dem Liede der Buhlerin; denn am Ende der siebzig Jahre wird Jehovah Tyrus heimsuchen": Tyrus bedeutet die Erkenntnisse des Guten und Wahren in der Kirche: Nr. 1201, die der Vergessenheit anheimgegeben werden sollen; siebzig Jahre steht für die vollständige Periode von Anfang bis zu Ende; gleich den Tagen eines Königs für den Zustand des Wahren innerhalb der Kirche, denn Tage bedeuten Zustände: Nr. 6505, und König das Wahre: Nr. 1672, 2015, 2069, 3009, 5044, 5068, 6148; ein jeder, der nachdenkt, kann sehen, daß hier unter Tyrus nicht Tyrus verstanden wird, und daß man ohne den inneren Sinn nicht begreifen kann, was es heißt, daß Tyrus siebzig Jahre der Vergessenheit übergeben werden soll, und zwar gleich den Tagen eines Königs, und auch nicht, was das übrige (bedeutet). Jerem.25/11,12; 29/10: "Das ganze Land wird in Trübsal sein, in Verwüstung und diese Völker werden dem König von Babel dienen siebzig Jahre, und es wird geschehen, wenn erfüllt sein werden die siebzig Jahre, werde Ich heimsuchen an dem Könige von Babel und an diesem Volk ihre Ungerechtigkeit": siebzig Jahre für den vollen Zustand der Trübsal und Verwüstung; dasselbe bedeuteten die siebzig Jahre der Gefangenschaft beim jüdischen Volke. Dan.9/24: "Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine Stadt der Heiligkeit zur Vollendung der Übertretung, und zur Versiegelung der Sünden, und zur Versöhnung der Ungerechtigkeit, und zum Herbeiführen der ewigen Gerechtigkeit, daß versiegelt werde das Gesicht und der Prophet, und gesalbt werde der Allerheiligste": siebzig offenbar für den vollen Zustand; also für den vollständigen Zeitraum, bevor der Herr kommen wird, weshalb von Ihm gesagt wird, Er werde in der Fülle der Zeit kommen. Daß die siebzig Wochen den vollen Zustand bezeichnen, geht deutlich hervor aus dem einzelnen in diesem Verse, daß sie nämlich so viele beschlossen sind zur Vollendung der Übertretung, dann zur Versöhnung der Ungerechtigkeit und zur Herbeiführung der ewigen Gerechtigkeit, zur Versiegelung des Gesichts und des Propheten, zur Salbung des Allerheiligsten; diese Einzelheiten bilden das Volle. Ebenso auch in dem gleich darauf Folgenden: Wisse und merke: Von dem Ausgang des Wortes (Befehls) zur Wiederherstellung und dem Aufbau Jerusalems bis zum Messias, dem Fürsten, (sind) sieben Wochen": Dan.9/25: hier steht sieben für den vollen Zustand; man sehe gleich oben; Jerusalem bedeutet hier offenbar die neue Kirche, denn damals wurde Jerusalem nicht aufgebaut, sondern zerstört. 6509. Vers 4-6: Und als die Tage des Weinens über ihn vorüber waren, redete Joseph zum Hause Pharaos, und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in euren Augen, so redet doch vor den Ohren Pharaos, und sprechet: Mein Vater hat mich schwören lassen und gesagt: Siehe, ich sterbe; in meinem Grabe, das ich mir gegraben im Lande Kanaan, da sollst du mich begraben, und nun laß mich hinaufziehen und meinen Vater begraben, und dann zurückkehren. Und Pharao sprach: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen. "Und als die Tage des Weinens über ihn vorüber waren" bedeutet, daß die Zustände der Traurigkeit vorübergingen; "redete Joseph zum Hause Pharaos" bedeutet den Einfluß des Inneren auf das natürliche Gemüt; "und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in euren Augen" bedeutet, damit es gut aufgenommen werde; "so redet doch vor den Ohren Pharaos, und sprechet" bedeutet die Bitte, daß es einwilligen möge; "mein Vater hat mich schwören lassen" bedeutet, daß die Kirche ihm am Herzen liege; "und gesagt: Siehe, ich sterbe" bedeutet, daß sie aufgehört habe zu bestehen; "in meinem Grabe, das ich mir gegraben im Lande Kanaan, da sollst du mich begraben" bedeutet, daß sie wieder erstehen müsse, wo sie früher gewesen; "und nun laß mich hinaufziehen und meinen Vater begraben" bedeutet Wiedererweckung der Kirche daselbst vom Inneren aus; "und dann zurückkehren" bedeutet die Gegenwart im natürlichen Gemüt; "und Pharao sprach: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater" bedeutet die Bestätigung, daß die Kirche wieder erstehen werde; "wie er dich hat schwören lassen" bedeutet, weil sie ihm am Herzen liege. 6510. "Und als die Tage des Weinens über ihn vorüber waren", 1. Mose 50/4, bedeutet, daß die Zustände der Traurigkeit vorübergingen. Dies erhellt aus der Bedeutung von vorübergehen, insofern es ein Vorübergegangenes bezeichnet; und aus der Bedeutung der Tage des Weinens, insofern sie Zustände der Traurigkeit bezeichnen, worüber Nr. 6500. Daß Tage Zustände sind, sehe man Nr. 6505. 6511. "Redete Joseph zum Hause Pharaos", 1. Mose 50/4, bedeutet den Einfluß vom Inneren auf das natürliche Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung von reden, insofern es ein Einfließen bezeichnet, worüber Nr. 2951, 5481, 5743, 5797; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6499; aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gemüt bezeichnet, worüber Nr. 4973, 5023; und aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, insofern er das Natürliche bezeichnet, worüber Nr. 5160, 5799, 6015. Hieraus geht deutlich hervor, daß "Joseph redete zum Hause Pharaos", den Einfluß des Inneren auf das natürliche Gemüt bedeutet. 6512. "Und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in euren Augen", 1. Mose 50/4, bedeutet, damit es gut aufgenommen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von Gnade finden in den Augen, insofern es eine einschmeichelnde Redensart ist, und somit bedeutet, daß etwas gut aufgenommen werde, man sehe Nr. 4975, 6178. 6513. "So redet doch vor den Ohren Pharaos und sprechet", 1. Mose 50/4, bedeutet die Bitte (oder Anregung), daß es einwilligen möge. Dies erhellt aus der Bedeutung von "so redet doch", insofern es eine Bitte ist; und aus der Bedeutung der Ohren, insofern sie den Gehorsam bezeichnen, worüber Nr. 2542, 3869, 4551, 4652-4660; hier die Einwilligung, weil es an den König ist. Gehorsam ist auch Einwilligung, doch wird Gehorsam gesagt, wenn von geringeren und Einwilligung wenn von höher stehenden Personen die Rede ist. 6514. "Mein Vater hat mich schwören lassen", 1. Mose 50/5, bedeutet, daß ihm die Kirche am Herzen liege. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er die geistige Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4286, 6426; aus der Bedeutung von schwören, insofern es heißt innerlich verbindlich machen, hier am Herzen liegen, denn wer innerlich und somit durch das Gewissen verpflichtet, der tut es, weil es ihm am Herzen liegt; daher wird dies hier durch schwören bezeichnet. 6515. "Und gesagt: Siehe, ich sterbe", 1. Mose 50/5, bedeutet, daß sie aufgehört habe zu sein, nämlich die Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt nicht mehr sein, worüber Nr. 494; und daß es die letzte Zeit der Kirche sei, wenn sie erlischt: Nr. 2908, 2917, 2923. 6516. "In meinem Grabe, das ich mir gegraben im Lande Kanaan, da sollst du mich begraben", 1. Mose 50/5, bedeutet, daß sie wieder erstehen müsse, nämlich die Kirche da, wo sie früher gewesen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Grab und begraben werden, insofern es die Auferstehung bezeichnet, worüber Nr. 5551; und aus der Bedeutung des Landes Kanaan, insofern es das Reich des Herrn und die Kirche ist, worüber Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705, 4240, 4447. Die Ursache, weshalb Jakob im Lande Kanaan, wo Abraham und Jischak (begraben waren), und nicht anderswo begraben sein wollte, war, weil seine Nachkommen es besitzen sollten, und er somit unter den Seinigen ruhen wollte. Aber im inneren Sinn wurde nicht dieses, sondern etwas anderes bezeichnet, nämlich die Wiedergeburt und Auferweckung, weil dort die Kirche war; denn durch Grab wird im inneren Sinn Wiedergeburt und Auferweckung bezeichnet: Nr. 2916, 2917, 4611, 5551; und durch das Land Kanaan die Kirche, wie aus den oben angeführten Stellen deutlich ist; und durch Abraham, Jischak und Jakob der Herr in Ansehung Seines Göttlichen und Göttlich-Menschlichen, und im bezüglichen Sinn das Reich des Herrn in Ansehung seines Inneren und Äußeren: Nr. 1965, 1989, 2011, 3245, 3305, 4615, 6098, 6185, 6276. Dies wird nun im inneren Sinn durch ihr Grab daselbst bezeichnet. Daher besteht noch jetzt bei den Juden, die an eine Auferstehung glauben, die Meinung, daß sie, obgleich sie anderswo begraben liegen, dennoch dort (d.h. in Kanaan) auferstehen werden. Es wird gesagt, die Kirche müsse wieder erweckt werden, da wo die frühere gewesen, weil die Kirche des Herrn von den ältesten Zeiten her dort gewesen war, man sehe Nr. 3686, 4447, 4454, 4516, 4517, 5136; daher wurde es auch dem Abraham befohlen, dort hinzuziehen, und dann wurden auch die Nachkommen Jakobs dorthin geführt, nicht deswegen, weil dieses Land heiliger war als die übrigen, sondern weil von den ältesten Zeiten her daselbst alle Orte, sowohl Gegenden als Städte, dann auch Berge und Flüsse Vorbildungen solcher Dinge waren, die sich auf das Reich des Herrn beziehen. Auch die Namen selbst, die diesen beigelegt waren, schlossen dergleichen Dinge in sich; denn ein jeder Name, der einem Ort oder auch einer Person vom Himmel gegeben ist, schließt Himmlisches und Geistiges in sich; und wenn er vom Himmel gegeben ist, dann wird er auch dort wahrgenommen. Aber die Älteste Kirche, die eine himmlische war, und Gemeinschaft mit dem Himmel hatte, war es, welche die Namen beigelegt hatte. Der Grund, weshalb dort wiederum eine Kirche (erstehen sollte), war, weil das Wort gegeben werden sollte, in dem alles und jedes Vorbild und Bezeichnung geistiger und himmlischer Dinge sein, und dadurch das Wort im Himmel ebenso verstanden werden sollte wie auf Erden. Dies hätte aber durchaus nicht geschehen können, wenn nicht die Namen der Orte und Personen auch bezeichnend gewesen wären. Daher kommt es, daß die Nachkommen Jakobs dorthin geführt wurden, und daß dort auch die Propheten erweckt wurden, durch die das Wort geschrieben ist, und deshalb wurde auch bei den Nachkommen Jakobs ein Vorbild der Kirche errichtet. Daraus erhellt nun, weshalb gesagt wird, daß die Kirche da wieder erweckt werden müsse, wo sie früher gewesen war. Daß die Namen, die im Worte (vorkommen), Sachen bedeuten, sehe man Nr. 1224, 1264, 1876, 1888, 4442, 5225, abgesehen von mehreren Stellen, wo es erklärt worden ist, was sie bedeuten. Aber daß bei den Namen, die im Worte (orkommen) im Himmel wahrgenommen wird, was sie bedeuten, und zwar ohne Belehrung, ist ein Geheimnis, das bis jetzt niemand weiß, weshalb es gesagt werden soll: Wenn das Wort gelesen wird, dann fließt der Herr ein und lehrt. Es gibt auch, was wunderbar ist, in der geistigen Welt Schriften; ich habe sie einigemal gesehen, und konnte sie auch lesen, jedoch nicht verstehen. Aber von den guten Geistern und Engeln werden sie deutlich verstanden, weil sie mit ihrer universellen Sprache übereinstimmen. Auch wurde mir kundgetan, daß die einzelnen Worte in denselben, ja sogar die einzelnen Silben solche Dinge in sich schließen, die jener Welt angehören, mithin geistige, und daß diese schon aus dem Hauche und aus dem Gefühl, das aus ihrem Aussprechen hervorgeht, wahrgenommen werden, also aus der milderen oder stärkeren Betonung. Dies wird jedoch vielleicht kaum jemand glauben; es wurde aber enthüllt, damit man erkennen möge, daß die Bedeutung der Namen im Worte, weil sie im Himmel eingeschrieben sind, hier auch wahrgenommen werden. 6517. "Und nun laß mich hinaufziehen und meinen Vater begraben", 1. Mose 50/5, bedeutet die Wiedererweckung der Kirche daselbst vom Inneren aus. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Auferweckung bezeichnet, worüber Nr. 6516; aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6514; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der dies von sich sagt, insofern er das Innere bezeichnet, worüber Nr. 6499. 6518. "Und dann zurückkehren", 1. Mose 50/5, bedeutet die Gegenwart im natürlichen Gemüt. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückkehren, insofern es die Gegenwart bezeichnet, denn im inneren Sinn ist reisen oder gehen soviel als leben: Nr. 3335, 4882, 5493, 5605, daher bedeutet wiederkommen oder zurückkehren die Gegenwart des Lebens da, von wo man ausging, denn das Gemüt ist dort gegenwärtig. Daß es die Gegenwart im natürlichen Gemüt, kommt daher, weil das Land Ägypten, zu dem er wiederkehren wollte, das natürliche Gemüt bedeutet: Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301. 6519. "Und Pharao sprach: Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater", 1. Mose 50/6, bedeutet die Bestätigung, daß die Kirche wiedererstehen werde. Dies erhellt aus dem, was Nr. 6517 gesagt worden, wo die gleichen Worte. Daß es eine Bestätigung bezeichnet, ist klar. 6520. "Wie er dich hat schwören lassen", 1. Mose 50/6, bedeutet, weil es ihm am Herzen lag. Dies erhellt aus der Bedeutung von schwören lassen, insofern es bezeichnet, daß einem etwas am Herzen liege, worüber Nr. 6514. 6521. Vers 7-9: Und Joseph zog hinauf, seinen Vater zu begraben, und es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten. Und das ganze Haus Josephs und seine Brüder und das Haus seines Vaters; nur ihre Kinder und ihre Schafe und ihre Rinder ließen sie zurück im Lande Gosen. Und es zogen mit ihm hinauf sowohl Wagen, als auch Reiter, und das Heer war sehr groß. "Und Joseph zog hinauf, seinen Vater zu begraben" bedeutet das Innere zur Herstellung der Kirche; "und es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos" bedeutet, daß er das Wißtümliche des Natürlichen mit sich nahm; "die Ältesten seines Hauses" bedeutet, die übereinstimmen würden mit dem Guten; "und alle Ältesten des Landes Ägypten" bedeutet, die übereinstimmen würden mit dem Wahren; "und das ganze Haus Josephs" bedeutet das Himmlische des Geistigen; "und seine Brüder" bedeutet die Wahrheiten von daher; "und das Haus seines Vaters" bedeutet das geistig Gute; "nur ihre Kinder" bedeutet die Unschuld; "und ihre Schafe" bedeutet die Liebtätigkeit; "und ihre Rinder" bedeutet die Ausübung der Liebtätigkeit; "ließen sie zurück im Lande Gosen" bedeutet, daß diese im Innersten des Wißtümlichen der Kirche liegen; "und es zogen mit ihm hinauf sowohl Wagen" bedeutet die Lehrbestimmungen; "als auch Reiter" bedeutet das Verstandesmäßige; "und das Heer war sehr groß" bedeutet das unter sich verbundene Wahre und Gute. 6522. "Und Joseph zog hinauf, seinen Vater zu begraben", 1. Mose 50/7, bedeutet das Innere zur Herstellung der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, worüber Nr. 6499; aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Auferweckung bezeichnet, worüber Nr. 6516, somit die Herstellung, weil es von der Kirche gesagt wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4286, 6426. 6523. "Und es zogen mit ihm hinauf alle Knechte Pharaos", 1. Mose 50/7, bedeutet, daß es das Wißtümliche des Natürlichen mit sich vereinigt habe. Dies erhellt aus der Bedeutung von mit ihm hinaufziehen, insofern es heißt, mit sich verbinden, denn weil sie einem Befehle zufolge mit ihm hinaufzogen, so nahm er sie mit sich; und aus der Bedeutung der Knechte Pharaos, insofern sie das Wißtümliche des Natürlichen bezeichnen, denn durch Pharao wird das Natürliche im allgemeinen vorgebildet: Nr. 5160, 5799, 6015 E, und weil das Wißtümliche im Natürlichen ist, so wird es hier durch seine Knechte bezeichnet, so wie auch durch die Ägypter: Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966, 5700, 5702, 6004. 6524. "Die Ältesten seines Hauses", 1. Mose 50/7, bedeutet (die wißtümlichen Kenntnisse) die übereinstimmen könnten mit dem Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten, insofern sie das Vorzügliche der Weisheit, somit das Übereinstimmende mit dem Guten bezeichnen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 2559, 3652, 3720, 4982. Die Ältesten bezeichnen das Vorzügliche der Weisheit, weil Greise im Worte Weise bedeuten, und in dem von der Person abgezogenen Sinn die Weisheit. Weil die zwölf Stämme Israels alles Wahre und Gute in Zusammenfassung bedeuteten, so waren Fürsten und auch Älteste über sie gesetzt, und durch die Fürsten wurden die Hauptwahrheiten bezeichnet, die der Einsicht angehören, und durch die Ältesten das Vorzüglichste der Weisheit, also das, was dem Guten angehört. Daß die Fürsten die Hauptwahrheiten bedeuten, die Sache der Einsicht sind, sehe man Nr. 1482, 2089, 5044; daß aber die Ältesten das Vorzügliche der Weisheit bezeichnen, und die Greise die Weisheit, geht deutlich aus folgenden Stellen hervor: Ps.107/32: "Sie werden Jehovah erheben in der Versammlung der Gemeinde und Ihn rühmen im Rate der Greise": Versammlung der Gemeinde für diejenigen, die in den Wahrheiten sind, die der Einsicht angehören, denn Versammlung wird von den Wahrheiten gesagt: Nr. 6355, und auch Volk: Nr. 1259, 1260, 2928, 3295, 3581; Rat der Alten für diejenigen, die in dem Guten sind, das der Weisheit angehört; denn die Weisheit ist Sache des Lebens, somit des Guten, die Einsicht aber Sache der Erkenntnisse, somit des Wahren: Nr. 1555. Ps.119/100: "Ich bin weiser als die Greise, weil ich gehalten Deine Gebote": Greise für Weisheit. Hiob 12/12: "In den Greisen ist Weisheit, in der Länge ihrer Tage Einsicht". 3. Mose 19/32: "Vor einem grauen Haare erhebe dich, und das Angesicht des Greises sollst du ehren": dies wurde befohlen, weil die Greise die Weisheit vorbildeten. Joh.Offenb.4/4: "Auf den Thronen sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen, mit weißen Kleidern angetan, und sie hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen": Älteste für das, was Sache der Weisheit, also des Guten ist; daß die Ältesten dies bedeuten, erhellt aus der Beschreibung, daß sie nämlich auf Thronen saßen, mit weißen Kleidern angetan waren und goldene Kronen auf ihren Häuptern hatten, denn Throne bedeuten Wahrheiten der Einsicht aus dem Guten der Weisheit: Nr. 5313, weiße Kleider desgleichen; daß Kleider Wahrheiten sind: Nr. 1073, 4545, 4763, 5248, 5954; und daß weiß gesagt wird von dem Wahren: Nr. 3301, 5319; goldene Kronen auf den Häuptern bedeuten das Gute der Weisheit, denn Gold ist das Gute der Liebe: Nr. 113, 1551, 1552, 5658; und Haupt bedeutet das Himmlische, wo die Weisheit ist: Nr. 4938, 4939, 5328, 6436; Weise heißen die, welche im dritten oder innersten Himmel sind, also die, welche dem Herrn am nächsten stehen; Einsichtsvolle hingegen, die im zweiten oder mittleren Himmel sind, also die dem Herrn nicht so nahe stehen. Joh.Offenb.7/11: "Alle Engel standen um den Thron und um die Ältesten und die vier Tiere": Ältesten bedeuten auch hier das, was der Weisheit angehört. Jes.3/5: "Der Knabe wird sich erheben wider den Greis, und der Verachtete wider den Geehrten". Jes.24/23: "Jehovah Zebaoth wird herrschen auf dem Berge Zion und in Jerusalem und vor den Ältesten seiner Herrlichkeit". Jerem.Klagel.1/19: "Meine Priester und meine Ältesten in der Stadt sind verschmachtet, denn sie haben sich Speise gesucht, um zu erquicken ihre Seele". Jerem.Klagel.2/9,10: "Ihr König und ihre Fürsten (sind) unter den Heiden, wo kein Gesetz ist, es sitzen auf der Erde und schweigen die Greise der Tochter Zions". Jerem.Klagel.5/11,12,14: "Die Weiber in Zion haben sie geschändet, und die Jungfrauen in den Städten Judahs, die Fürsten wurden gehenkt durch ihre Hand, das Angesicht der Greise hat man nicht geehrt, die Ältesten sitzen nicht mehr unter dem Tore". Hes.7/26,27: "Elend wird auf Elend folgen, und Gerücht auf Gerücht entstehen, deshalb werden sie Gesichte bei den Propheten erfragen, aber das Gesetz ist zugrunde gegangen durch die Priester, und der Rat durch die Ältesten; der König wird trauern, und der Fürst sich in Entsetzen kleiden". Sach.8/4: "Es sollen noch ferner wohnen alte Männer und alte Frauen in den Straßen Jerusalems, ein jegliches seinen Stab in seiner Hand wegen der Menge der Tage". Damit die Ältesten vorbilden konnten, was Sache der Weisheit ist, wurde "vom Geiste Moses genommen und ihnen gegeben, wodurch sie weissagten": 4. Mose 11/16-25: Die Ältesten im entgegengesetzten Sinn bedeuten das, was der Weisheit entgegen ist: Hes.8/11;12. 6525. "Und alle Ältesten des Landes Ägypten", 1. Mose 50/7, bedeutet, die übereinstimmen würden mit dem Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten, insofern sie das Vorzügliche der Weisheit bezeichnen, somit das Übereinstimmende mit dem Guten, worüber Nr. 6524. Hier das Übereinstimmende mit dem Wahren, denn was mit dem Guten, das stimmt auch mit dem Wahren überein. Und aus der Bedeutung des Landes Ägypten, insofern es das natürliche Gemüt bezeichnet, wo das Wißtümliche (seinen Sitz hat), worüber Nr. 5276, 5278, 5280, 5288, 5301; wo also auch die Wahrheiten sind, denn die wißtümlichen Kenntnisse sind die Wahrheiten des natürlichen Gemüts, und wenn sie wirkliche Wahrheiten sind, werden sie wißtümlich Wahres genannt. 6526. "Und das ganze Haus Josephs", 1. Mose 50/8, bedeutet das Himmlische des Geistigen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das geistig Himmlische bezeichnet, worüber Nr. 4286, 4592, 4963, 5307, 5331, 5332; daher bezeichnet das Haus Josephs das Himmlische des Geistigen. 6527. "Und seine Brüder", 1. Mose 50/8, bedeutet die aus demselben stammenden Wahrheiten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier die Brüder Josephs sind, insofern sie die geistigen Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, 5951; diese Wahrheiten stammen auch wirklich aus dem himmlischen Inneren, das Joseph vorbildet, jedoch vermittelst des geistig Guten, das Israel ist. 6528. "Und das Haus seines Vaters", 1. Mose 50/8, bedeutet das geistig Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er das geistig Gute ist, worüber Nr. 3654, 4598, 5801, 5803, 5806, 5812, 5817, 5819, 5826, 5833; daher bedeutet sein Haus alles in Zusammenfassung, was Angehör dieses Guten ist. 6529. "Nur ihre Kinder", 1. Mose 50/8, bedeutet die Unschuld. Dies erhellt aus der Bedeutung der Kinder, insofern sie die Unschuld bezeichnen, worüber Nr. 430, 3183, 5608. HG 6530 6530. "Und ihre Schafe", 1. Mose 50/8, bedeutet die Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Schafe, insofern sie das innere Gute der Liebtätigkeit bezeichnen, worüber Nr. 5913, 6048. 6531. "Und ihre Rinder", 1. Mose 50/8, bedeutet die Ausübung der Liebtätigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Rinder, insofern sie das äußere Gute der Liebtätigkeit bezeichnen, worüber Nr. 2566, 5913, 6048; somit dessen Ausübung, denn darin besteht das äußere Gute der Liebtätigkeit. 6532. "Ließen sie zurück im Lande Gosen", 1. Mose 50/8, bedeutet, daß diese im Innersten des Wißtümlichen der Kirche liegen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Gosen, insofern es die Mitte oder das Innerste im Natürlichen ist, wo das Wißtümliche der Kirche (seinen Sitz) hat, worüber Nr. 5910, 6028, 6031, 6068. Daß das innere und äußere Gute der Unschuld und Liebtätigkeit Nr. 6529, 6530, 6531, in diesem Innersten war, wird dadurch bezeichnet, daß sie ihre Kinder, ihre Schafe und Rinder im Lande Gosen zurückließen, denn was irgendwo zurückgelassen wird, das hat daselbst seinen Sitz. Mithin bedeutet hier im inneren Sinn "sie ließen zurück", nicht zurücklassen, sondern sich daselbst befinden, nämlich im Innersten des Wißtümlichen der Kirche, das durch das Land Gosen bezeichnet wird. 6533. "Und es zogen mit ihm hinauf sowohl Wagen", 1. Mose 50/9, bedeutet die Lehrbestimmungen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wagen, insofern sie die Lehrbestimmungen bezeichnen, worüber Nr. 5321, 5945. 6534. "Als auch Reiter", 1. Mose 50/9, bedeutet das Verstandesmäßige. Dies erhellt aus der Bedeutung der Reiter, insofern sie das bezeichnen, was dem Verstand angehört; denn Pferd bezeichnet das Verständige: Nr. 2760, 2761, 2762, 3217, 5321, 6125. Daß durch Reiter das bezeichnet wird, was Angehör des Verstandes ist, kann weiter aus folgenden Stellen erhellen: 5. Mose 32/12,13: "Jehovah allein führte (Sein Volk), ließ es reiten über die Höhen der Erde": wo von der Alten Kirche (die Rede ist). Reiten lassen über die Höhen der Erde, bedeutet, mit einem höheren Verständnis begaben. Ps.45/5: "In Deiner Herrlichkeit steige hernieder, und reite auf dem Worte der Wahrheit und der Milde, und der Gerechtigkeit, und Wunderbares wird dich lehren Deine Rechte": hier vom Herrn. Reiten auf dem Worte der Wahrheit bedeutet, im rechten Verständnis des Wahren sein. Ps.68/5: "Singet Jehovah, lobet Seinen Namen, erhebet Den, Der einherreitet auf den Wolken, Jah ist Sein Name": hier auch vom Herrn. Die Wolken bedeuten den Buchstabensinn des Wortes (siehe Vorrede zu 1. Mose Kapitel 18, Nr. 4060, 4391, 5922, 6343 E); darauf reiten, bedeutet, im inneren Sinn stehen, wo das Wahre in seiner Einsicht und Weisheit ist. Sach.12/4: "An jenem Tage werde Ich alle Rosse mit Schrecken schlagen, und ihre Reiter mit Wahnsinn, und über das Haus Judahs will Ich Mein Auge auftun; aber alle Rosse der Völker will Ich mit Blindheit schlagen": Roß bedeutet das Verstandesmäßige und Reiter die Einsicht. Wer könnte nicht sehen, daß Roß hier nicht Roß, und Reiter nicht Reiter bedeutet, sondern daß solches bezeichnet wird, was mit Schrecken und Wahnsinn, wie auch mit Blindheit geschlagen werden kann? Daß dies bei dem Verstande der Fall ist, erhellt. Daß durch Pferde und Reiter das Verstandesmäßige bezeichnet wird, und im entgegengesetzten Sinn die Vernünfteleien und das aus ihnen hervorgehende Falsche, kann man bei Johannes erkennen: Joh.Offenb.6/2,4-6,8: "Ich sah, und siehe ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen, und eine Krone wurde ihm gegeben; und er zog aus als Überwinder. Und es ging ein anderes rötliches Pferd heraus, und dem, der darauf saß, ward gegeben, den Frieden von der Erde wegzunehmen, daß sie einander töteten, und ihm ward ein großes Schwert gegeben. Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich sah, und siehe, ein blasses Pferd, und der Name dessen der darauf saß, war der Tod": daß hier die Pferde und die darauf sitzen solches bedeuten, was sich auf das Verständnis des Wahren bezieht, und im entgegengesetzten Sinne auf das Falsche, ergibt sich aus dem einzelnen. Das weiße Pferd, und der darauf sitzt, bedeutet das Verständnis des Wahren aus dem Worte; daß der, welcher auf dem weißen Pferde sitzt, der Herr ist in Ansehung des Wortes, wird mit deutlichen Worten gesagt: Joh.Offenb.19/11,13,16. Das rötliche Pferd, und der darauf sitzt, bedeutet die Vernünfteleien aus den Begierden des Bösen, durch die den Wahrheiten aus dem Worte Gewalt angetan wird; das schwarze Pferd und der darauf sitzt, das zerstörte Verständnis des Wahren, und das blasse Pferd und der darauf saß, die daraus hervorgehende Verdammnis. Pferde und Reiter bedeuten im entgegengesetzten Sinn das verkehrte Verständnis, und das daraus stammende Falsche, auch bei Hes.23/5,6,12: "Und Ohola hurte hinter mir, und entbrannte gegen ihre Buhlen, Statthalter und Heerführer, alle hübsche Jünglinge, Reiter, die auf Pferden ritten. Ihre Schwester Oholibah entbrannte gegen die Söhne Aschurs, Statthalter und Heerführer, die sich ihr nahten, herrlich gekleidet, Reiter reitend auf Pferden, alle schönen Jünglinge": Ohola bedeutet die verkehrte geistige Kirche, die Samaria ist, und Oholibah die verkehrte himmlische Kirche, die Jerusalem ist; denn die Israeliten in Samaria bildeten die geistige Kirche vor, aber die Juden in Jerusalem bildeten die himmlische Kirche vor, die Assyrer und die Söhne Aschurs bedeuten die Vernünfteleien gegen die Glaubenswahrheiten: Nr. 1186; Reiter auf Pferden reitend, (stehen) für das verkehrte Verständnis, aus dem Falsches (hervorgeht). Hab.1/6,8: "Siehe, ich erwecke die Chaldäer, ein grimmiges und ungestümes Volk, das die Weiten der Erde durchzieht, um Wohnungen einzunehmen, die nicht sein sind; schneller als Parder (Leoparden) sind seine Pferde, rascher als die Abendwölfe, es breiten sich aus seine Reiter, und seine Reiter kommen von ferne": Chaldäer für diejenigen, die im Falschen sind, aber dem Äußeren nach im Wahren zu sein scheinen, also für die Entweihung des Wahren, Babel aber für die Entweihung des Guten: Nr. 1182, 1368; die Weiten der Erde durchziehen bedeutet, die Wahrheiten zerstören; daß die Weite der Erde das Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 3433, 3434, 4482. Hieraus erhellt, daß Reiter, die sich ausbreiten, und von ferne kommen, solches bezeichnet, was dem verkehrten Verständnis angehört, also dem Falschen. 6535. "Und das Heer war sehr groß", 1. Mose 50/9, bedeutet das (unter sich) verbundene Wahre und Gute. Dies erhellt aus der Bedeutung des Heeres, insofern es das Wahre und Gute bezeichnet, worüber Nr. 3448, und weil hier das Wahre und Gute, das bezeichnet wird sowohl durch die Ältesten des Hauses Pharaos, und die Ältesten des Landes Ägypten als durch das Haus Josephs und seine Brüder, wie auch durch das Haus seines Vaters, so waren sie beisammen; daher wird durch "das Heer war sehr groß", hier das (unter sich) verbundene Wahre und Gute bezeichnet. 6536. Vers 10,11: Und als sie gekommen waren zur Tenne Atad, die jenseits des Jordans liegt, erhoben sie daselbst eine große und sehr schwere Klage, und er stellte um seinen Vater Trauer an sieben Tage. Und es sahen die Einwohner des Landes Kanaan die Trauerklage auf der Tenne Atad, und sie sprachen: Das ist eine schwere Trauer der Ägypter, deswegen nannte man den Namen (des Ortes) Abel Mizraim, das jenseits des Jordans liegt. "Und als sie gekommen waren zur Tenne Atad" bedeutet den ersten Zustand; "die jenseits des Jordans liegt" bedeutet der zur Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren (führt); "erhoben sie daselbst eine große und sehr schwere Klage" bedeutet den Schmerz; "und er stellte um seinen Vater Trauer an sieben Tage" bedeutet das Ende des Schmerzes; "und es sahen die Einwohner des Landes Kanaan die Trauerklage auf der Tenne Atad" bedeutet die Wahrnehmung des Schmerzes vom Guten der Kirche; "und sie sprachen: Das ist eine schwere Trauer der Ägypter" bedeutet der Schmerz ergreife das Wißtümliche, bevor es eingeweiht werde in die Wahrheiten der Kirche; "deswegen nannte man den Namen (des Ortes) Abel Mizraim" bedeutet die Beschaffenheit des Schmerzes. 6537. "Und als sie gekommen waren zur Tenne Atad", 1. Mose 50/10, bedeutet den ersten Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tenne, insofern sie (den Ort) bezeichnet, wo das Gute des Wahren ist; denn in der Tenne ist das Getreide, und das Getreide bedeutet das Gute aus dem Wahren: Nr. 5295, 5410, und auch das Wahre des Guten: Nr. 5959; und aus der Bedeutung von Atad, insofern es die Beschaffenheit dieses Zustandes bezeichnet, wie auch anderwärts die Ortsnamen. Daß durch die Tenne Atad der Zustand bezeichnet wird, nämlich der zum Guten und Wahren der Kirche (führt), kommt daher, weil sie jenseits des Jordans war, und hierdurch die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet wird, worüber gleich im Folgenden; denn der Jordan war die erste Grenze gegen das Land Kanaan, und weil durch das Land Kanaan die Kirche bezeichnet wird, so bedeutet der Jordan das, was das erste der Kirche ist, oder das, wodurch der Eingang zur Kirche offen steht. Daher kommt es, daß die Tenne Atad den ersten Zustand bedeuten sollte, und weil sie diesen bezeichnete, so fand die Trauer bei der Tenne statt, denn sie lag jenseits des Jordans, und von hier aus erblickte man das Land Kanaan, durch das die Kirche bezeichnet wird. Daß Tenne (den Ort) bedeutet, wo das Gute des Wahren und das Wahre des Guten ist, somit, wo die Dinge sind, die der Kirche angehören, erhellt bei Joel 2/23,24: "Ihr Söhne Zions, freut euch und frohlocket über Jehovah, euren Gott; denn voll sind die Tennen von Getreide, und die Keltern fließen über von Most und Öl": Söhne Zions bedeuten das Wahre aus dem Guten; voll von Getreide sind die Tennen, bedeutet, das Wahre und Gute sei reichlich vorhanden. Hos.9/1,2: "Freue dich nicht Israel, denn du hast Hurerei getrieben hinter deinem Gott, du liebst den Buhlerlohn auf allen Getreidetennen, Tenne und Kelter soll sie nicht weiden und der Most wird sie täuschen": Huren- und Buhlerlohn lieben bedeutet, die Wahrheiten verfälschen und das Falsche lieben; Getreidetennen bedeuten die verfälschten Wahrheiten des Guten. Weil die Tenne das Gute und auch das Wahre bezeichnete, deshalb feierten sie, wenn sie von der Tenne sammelten, das Fest der Laubhütten, worüber 5. Mose 16/13: "Das Fest der Laubhütten sollst du sieben Tage feiern, wann du eingesammelt hast von deiner Tenne, und von deiner Kelter": das Laubhüttenfest bedeutet den heiligen Gottesdienst, somit den Gottesdienst aus dem Guten und Wahren: Nr. 3312, 4391. 6538. "Die jenseits des Jordans liegt", 1. Mose 50/10, bedeutet, die zur Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren (notwendig ist). Dies erhellt aus der Bedeutung des Jordans, insofern er die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet, somit das, was das erste in betreff des Einganges in das Reich des Herrn und der Kirche ist, und das letzte in betreff des Ausganges, worüber Nr. 4255. Daß die Flüsse, wo das Land Kanaan endigte, Vorbildungen der letzten Dinge im Reiche des Herrn waren, sehe man Nr. 1585, 4116, 4240. Daher kommt es, daß durch "jenseits des Jordans" die Einführung in die Erkenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet wird, denn die Erkenntnisse des Guten und Wahren sind das erste, wodurch der Mensch in den Bereich der Kirche eingeführt wird. 6539. "Erhoben sie daselbst eine große und sehr schwere Klage", 1. Mose 50/10, bedeutet den Schmerz. Dies erhellt aus der Bedeutung der Klage, insofern sie einen Schmerz ausdrückt. Der Schmerz, der hier gemeint ist, ist der Schmerz bei der Einführung, worüber Nr. 6537, denn bevor die Erkenntnisse des Guten und Wahren, welche die einführenden Mittel sind, in das Gute eingepflanzt werden und so zum Guten der Kirche werden können, wird Schmerz empfunden, denn das Natürliche muß in einen anderen Zustand eingehen und das Wißtümliche in demselben muß anders geordnet werden, somit muß das, was der Mensch früher liebte, zerstört werden, und deshalb muß er auch Versuchungen erleiden. Hieraus entsteht der Schmerz, der durch die schwere Klage, die sie erhoben, bezeichnet wird. 6540. "Und er stellte um seinen Vater Trauer an sieben Tage", 1. Mose 50/10, bedeutet das Ende des Schmerzes. Dies erhellt aus der Bedeutung der Trauer, insofern sie den Schmerz bezeichnet, bevor die Erkenntnisse des Guten und Wahren eingepflanzt worden, worüber Nr. 6539; und aus der Bedeutung der sieben Tage, insofern sie die vollständige Periode vom Anfang bis zu Ende bezeichnen, worüber Nr. 728, 2044, 3845, 6508, also hier das Ende, weil sie nach Ablauf jener Tage den Jordan überschritten. 6541. "Und es sahen die Einwohner des Landes Kanaan die Trauerklage auf der Tenne Atad", 1. Mose 50/11, bedeutet die Wahrnehmung des Schmerzes vom Guten der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es eine Wahrnehmung bezeichnet, worüber Nr. 2150, 3764, 4723, 5400; aus der Bedeutung der Einwohner, insofern sie das Gute bezeichnen, worüber Nr. 2268, 2451, 2712, 3613; aus der Bedeutung des Landes, hier Kanaans, wo die Einwohner Kanaans, insofern es die Kirche ist, worüber Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705; aus der Bedeutung der Trauer, insofern sie Schmerz ist, worüber Nr. 6539, 6540; und aus der Bedeutung der Tenne Atad, insofern sie den ersten Zustand bezeichnet, nämlich der Einführung, worüber Nr. 6537, 6538. Daraus erhellt, daß durch "die Einwohner des Landes Kanaan sahen die Trauerklage auf der Tenne Atad", die Wahrnehmung des Schmerzes vom Guten der Kirche bezeichnet wird. 6542. "Und sie sprachen: Das ist eine schwere Trauer der Ägypter", 1. Mose 50/11, bedeutet den Schmerz des Wißtümlichen, bevor es eingeführt wird in die Wahrheiten der Kirche. Dies erhellt aus dem Nr. 6539 Gesagten, wo es erklärt wurde. 6543. "Deswegen nannte man seinen Namen Abel Mizraim", 1. Mose 50/11, bedeutet die Beschaffenheit des Schmerzes. Dies erhellt aus der Bedeutung des Namens und des Benennens mit einem Namen, insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2724, 3006, 3421; daß in den alten Zeiten solche Namen beigelegt wurden, die Sachen und Zustände bedeuteten, also die Beschaffenheit, sehe man Nr. 1946, 3422, 4298; deshalb wird die Beschaffenheit selbst durch Abel Mizraim bezeichnet, was in der Grundsprache Trauer der Ägypter bedeutet. 6544. Vers 12,13: Und seine Söhne taten so, wie er ihnen befohlen hatte. Und es brachten ihn seine Söhne in das Land Kanaan, und begruben ihn in der Höhle des Ackers Machpelah, die Abraham gekauft hatte, samt dem Acker zum Besitz eines Grabes von Ephron, dem Chittäer (d.i.Hethiter) gegen Mamre hin. "Und seine Söhne taten so, wie er ihnen befohlen hatte" bedeutet die Wirkung gemäß des Einflusses; "und es brachten ihn seine Söhne in das Land Kanaan" bedeutet, daß die Kirche dorthin versetzt wurde; "und begruben ihn" bedeutet die Wiedererweckung daselbst; "in der Höhle des Ackers Machpelah" bedeutet den Anfang der Wiedergeburt; "die Abraham gekauft hatte, samt dem Acker", bedeutet, die der Herr erlöst hatte; "zum Besitz eines Grabes von Ephron, dem Chittäer (d.i.Hethiter)" bedeutet diejenigen, die das Wahre und Gute des Glaubens aufnehmen, und sich wiedergebären lassen; "gegen Mamre hin" bedeutet die Beschaffenheit und das Maß. 6545. "Und seine Söhne taten so, wie er ihnen befohlen hatte", 1. Mose 50/12, bedeutet die Wirkung gemäß des Einflusses. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie taten", insofern es die Wirkung bezeichnet; und aus der Bedeutung von befehlen, insofern es den Einfluß ausdrückt, worüber Nr. 5486, 5732. 6546. "Und es brachten ihn seine Söhne in das Land Kanaan", 1. Mose 50/13, bedeutet, daß die Kirche dorthin versetzt wurde. Dies erhellt aus der Bedeutung von "sie brachten hin", insofern es ausdrückt, daß sie versetzt wurde, nämlich die Kirche, denn sie wird durch das Land Kanaan bezeichnet, Nr. 1413, 1437, 1607, 1866, 3038, 3481, 3705. Warum die Kirche dorthin versetzt wurde, sehe man Nr. 6516. 6547. "Und begruben ihn", 1. Mose 50/13, bedeutet die Wiedererweckung daselbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es Auferweckung bezeichnet, worüber Nr. 5551, 6516. 6548. "In der Höhle des Ackers Machpelah", 1. Mose 50/13, bedeutet den Anfang der Wiedergeburt. Dies erhellt aus der Bedeutung der Höhle des Ackers Machpelah, insofern sie "der Glaube im Dunkeln" bezeichnet, worüber Nr. 2935. Daß Machpelah die Wiedergeburt bezeichnet, sehe man Nr. 2970, somit den Anfang der Wiedergeburt; denn dann ist der Glaube noch im Dunkeln. 6549. "Die Abraham gekauft hatte samt dem Acker", 1. Mose 50/13, bedeutet, die der Herr erlöst hat. Dies erhellt aus der Bedeutung von kaufen, insofern es die Erlösung bezeichnet, worüber Nr. 6458, 6461; und aus der vorbildlichen Bedeutung Abrahams, insofern er den Herrn vorbildet, worüber Nr. 1965, 1989, 2011, 2172, 2198, 3245, 3305, 3439, 3703, 4615, 6098, 6185, 6276; und aus der Bedeutung des Ackers, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 2971, 3766. Hieraus geht deutlich hervor, daß durch "Abraham kaufte ihn, samt dem Acker", diejenigen (Menschen) von der Kirche bezeichnet werden, die der Herr erlöst hatte. 6550. "Zum Besitz eines Grabes von Ephron, dem Hethiter", 1. Mose 50/13, bedeutet diejenigen, die das Gute und Wahre des Glaubens aufnehmen, und so sich wiedergebären lassen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Grabes, insofern es die Wiedergeburt bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, 5551, 6459; und aus der vorbildlichen Bedeutung Ephrons, des Hethiters, insofern er diejenigen bezeichnet, bei denen das Gute und Wahre aufgenommen werden kann, worüber Nr. 6458. 6551. "Gegen Mamre hin", 1. Mose 50/13, bedeutet die Beschaffenheit und das Maß. Dies erhellt aus der Bedeutung von Mamre, insofern es die Beschaffenheit und das Maß der Sache bezeichnet, der es beigefügt worden, worüber Nr. 2970, 2980, 4613, 6456. Daß durch den Ankauf der Höhle des Ackers Machpelah, die gegen Mamre liegt, von Ephron, dem Hethiter, etwas Besonderes bezeichnet wurde, kann daraus erhellen, daß es so oft wiederholt wird: 1. Mose 23/17: "Also ward bestätigt der Acker Ephrons in Machpelah, Mamre gegenüber". 1. Mose 23/19,20: "Danach begrub Abraham Sarah, sein Weib, in der Höhle des Ackers Machpelah, gegenüber von Mamre. Also ward bestätigt der Acker und die Höhle, die darinnen war, dem Abraham, zum Besitze eines Grabes von den Söhnen Cheths". 1. Mose 25/9,10: "Sie begruben Abraham in der Höhle Machpelah, im Acker Ephrons, des Sohnes Zohars, des Chittäers, die gegenüber von Mamre, im Acker, den Abraham gekauft hatte von den Söhnen Cheths". 1. Mose 49/30-32: "Begrabt mich in der Höhle, die im Acker Machpelah ist, gegenüber von Mamre, im Lande Kanaan, und die Abraham kaufte mit dem Acker von Ephron, dem Chittäer, zum Eigentum des Begräbnisses. Der Ankauf des Ackers und der Höhle, die in ihr, (fand statt) von den Söhnen Cheths". 1. Mose 50/13: "Sie begruben ihn in der Höhle des Ackers Machpelah, die Abraham gekauft hatte samt dem Acker, zum Besitz eines Grabes von Ephron, dem Hethiter, gegen Mamre hin". In dieser häufigen Wiederholung, fast mit den gleichen Worten, liegt etwas Besonderes, weil durch Abraham, Jischak und Jakob der Herr vorgebildet wird; durch ihr Begräbnis die Auferstehung und Wiedererweckung; durch die Höhle des Ackers Machpelah der Anfang der Wiedergeburt; durch Ephron, den Chittäer, diejenigen, die das Gute des Glaubens aufnehmen und sich wiedergebären lassen; und durch die Söhne Cheths, die geistige Kirche; weil alles dieses zusammen die Wiederherstellung der geistigen Kirche bedeutet, deshalb wird dasselbe so oft wiederholt. 6552. Vers 14: Und Joseph kehrte nach Ägypten zurück, er und seine Brüder, und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben, nachdem sie seinen Vater begraben hatten. "Und Joseph kehrte nach Ägypten zurück, er und seine Brüder" bedeutet das Leben des himmlischen Inneren und der Glaubenswahrheiten im Wißtümlichen; "und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben" bedeutet alles, was zur Wiedergeburt beiträgt; "nachdem sie seinen Vater begraben hatten" bedeutet, um die Kirche wieder zu erwecken. 6553. "Und Joseph kehrte nach Ägypten zurück, er und seine Brüder", 1. Mose 50/14, bedeutet das Leben des himmlischen Inneren und der Glaubenswahrheiten im Wißtümlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von zurückkehren, insofern es leben heißt, worüber Nr. 5614, 6518; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlische Innere ist, worüber Nr. 5869, 5877, 6177; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier seine Brüder sind, insofern sie die Glaubenswahrheiten in ihrer Zusammenfassung bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, 5951; und aus der Bezeichnung Ägyptens, insofern es das Wißtümliche bezeichnet, worüber Nr. 1164, 1165, 1186, 1462, 4749, 4964, 4966. Vom Leben des himmlischen Inneren und der Glaubenswahrheiten im Wißtümlichen ist in den Kapiteln gehandelt worden, wo von Joseph gehandelt wird, daß er nämlich Herr des Landes Ägypten wurde und Vorgesetzter über das Haus Pharaos; und hernach, wo von der Reise der Söhne Jakobs zu Joseph, und von ihrer Ankunft mit Jakob, ihrem Vater, in Ägypten gehandelt wurde, wovon Nr. 6004, 6023, 6052, 6071, 6077. 6554. "Und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben", 1. Mose 50/14, bedeutet, alles, was zur Wiedergeburt beiträgt. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Wiedergeburt und Auferstehung bezeichnet, worüber Nr. 2916, 2917, 4621, 6516; daß es die Wiedererstehung und Wiederherstellung der Kirche bedeutet, sehe man Nr. 5551, 6516. Alles, was dazu beiträgt, wird bezeichnet durch alle, die mit ihm hinaufzogen, denn diese waren das ganze Haus Josephs, dann das Haus seines Vaters, wie auch die Ältesten des Hauses Pharaos und die Ältesten des Landes Ägypten. Das Haus Josephs bedeutet das Himmlische des Geistigen: Nr. 6526; durch das Haus seines Vaters wird alles bezeichnet, was dem geistig Guten angehört: Nr. 6528; durch die Ältesten des Hauses Pharaos das, was übereinstimmen konnte mit dem Guten; durch die Ältesten des Landes Ägypten die, welche übereinstimmten mit dem Wahren: Nr. 6525. Hieraus ist klar, daß durch "alle, die mit ihm hinaufzogen, um zu begraben", alles, was zur Wiedergeburt beiträgt, bezeichnet wird. Daß begraben sowohl Wiedergeburt als Auferstehung und auch Erweckung und Wiederherstellung der Kirche bedeutet, kommt daher, weil diese Bezeichnungen das gleiche in sich schließen, denn die Wiedergeburt ist eine Auferstehung; denn wenn der Mensch wiedergeboren wird, so wird er aus einem Toten ein Lebendiger, steht also wieder auf. Ebenso wenn die Kirche bei dem Menschen wieder erweckt und hergestellt wird, denn dies geschieht durch die Wiedergeburt, somit durch die Auferstehung vom Tode zum Leben. 6555. "Nachdem sie seinen Vater begraben hatten", 1. Mose 50/14, bedeutet, um die Kirche wieder herzustellen. Dies erhellt aus der Bedeutung von begraben werden, insofern es die Wiedererweckung der Kirche bezeichnet, wovon Nr. 6554; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, insofern er die geistige Kirche vorbildet, worüber Nr. 4286, 6426, 6514, 6517, 6522. 6556. Vers 15-21: Und da die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater gestorben war, sprachen sie: Joseph möchte vielleicht Haß gegen uns haben und uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben. Da entboten sie Joseph und sprachen: Dein Vater, bevor er starb, hat (uns) also geboten: So sprecht zu Joseph: O vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde, denn Böses haben sie dir zugefügt, und nun so vergib doch die Missetat der Diener, des Gottes, deines Vaters; aber Joseph weinte, als sie so zu ihm redeten. Und seine Brüder gingen auch hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte. Und Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; bin ich denn an Gottes Statt? Und ihr hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber gedachte es zum Guten (zu machen), um zu tun, wie jetzt am Tage ist, um am Leben zu erhalten ein großes Volk. Und nun fürchtet euch nicht, ich werde euch versorgen und eure Kinder; und er tröstete sie und redete zu ihren Herzen. "Und da die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater gestorben war" bedeutet die Entfremdung vom Wahren und Guten und das Innewerden, daß die Kirche wieder erweckt sei; "sprachen sie: Joseph möchte vielleicht Haß gegen uns haben" bedeutet, daß sie das Innere verwarfen; "und uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben" bedeutet, daß deshalb ihnen Strafe bevorstehe nach ihrem Verdienst; "da entboten sie Joseph und sprachen" bedeutet den Einfluß vom Inneren und das daraus hervorgehende Innewerden; "dein Vater, bevor er starb, hat uns also geboten" bedeutet nach dem Gebote der Kirche; "so sprecht zu Joseph" bedeutet das Innewerden vom Inneren her, was zu tun sei; "o vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde" bedeutet flehentliche Bitte und Buße; "denn Böses haben sie dir zugefügt" bedeutet, daß sie sich abgekehrt hatten von dem Guten und Wahren, das einfließt; "und nun so vergib doch die Missetat der Diener, des Gottes, deines Vaters" bedeutet Buße und Anerkennung des Göttlichen der Kirche; "aber Joseph weinte, als sie so zu ihm redeten" bedeutet die Aufnahme aus Liebe; "und seine Brüder gingen auch hin und fielen vor ihm nieder" bedeutet die Unterwerfung des Natürlichen unter das Innere; "und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte" bedeutet, daß sie nicht unabhängig sein dürften; "und Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht" bedeutet die Erquickung vom Inneren her; "bin ich denn an Gottes Statt?" bedeutet, daß Gott Vorsorge treffen werde; "ihr hattet Böses gegen mich im Sinn" bedeutet, daß das, was entfremdet ist, nichts als Böses beabsichtige; "Gott aber gedachte es zum Guten" bedeutet, daß das Göttliche es zum Guten wende; "um zu tun, wie jetzt am Tage ist" bedeutet der Ordnung gemäß von Ewigkeit her; "um am Leben zu erhalten ein großes Volk" bedeutet, daß daraus Leben hervorgehe für die, welche in den Wahrheiten des Guten sind; "und nun fürchtet euch nicht" bedeutet, sie möchten nicht bekümmert sein; "ich werde euch versorgen und eure Kinder" bedeutet, daß sie leben werden durch das Innere vom Göttlichen, vermittelst des Wahren des Verstandes und des Guten des Willens; "und er tröstete sie" bedeutet die Hoffnung; "und redete zu ihren Herzen" bedeutet die Zuversicht. 6557. "Und da die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater gestorben war", 1. Mose 50/15, bedeutet die Entfremdung vom Wahren und Guten und das Innewerden, daß die Kirche wieder erweckt sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sehen, insofern es heißt, verstehen und wahrnehmen, worüber Nr. 2150, 2325, 2807, 3764, 3863, 4403-4421, 4567, 4723, 5400; aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier die Brüder sind, insofern sie das vom Wahren und Guten Entfremdete bezeichnen, denn als sie Joseph töten wollten und ihn verkauften, bildeten sie das vom Wahren und Guten Entfremdete vor; daß dieser Zustand hier bezeichnet wird, geht deutlich aus ihren Worten hervor: "Sie sprachen: Joseph möchte vielleicht Haß gegen uns haben und uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben"; daher kommt es, daß sie damals das Entgegengesetzte vorbildeten; aus der Bedeutung von gestorben sein, insofern es heißt, sie sei wieder erweckt, nämlich die Kirche, worüber Nr. 3326, 3498, 3505, 4618, 4621, 6036, 6221; und aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4286, 6426. Hieraus ist deutlich, daß durch "da die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater gestorben war", bezeichnet wird das Innewerden von den vom Guten und Wahren Entfremdeten, daß die Kirche wieder erstanden sei. 6558. "Sprachen sie: Joseph möchte vielleicht Haß gegen uns haben", 1. Mose 50/15, bedeutet, daß sie das Innere verwarfen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Haß haben", insofern es heißt, sich abwenden und verwerfen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6177, 6224 nicht als ob Joseph verworfen hätte, sondern jene verwarfen den Joseph. Daß dem Inneren, das Joseph ist, zugeschrieben wird, was Sache des Äußeren ist, das durch seine Brüder bezeichnet wird, ist nach dem Anschein, wie auch, daß Jehovah Haß und Rache zugeschrieben wird, was doch nur bei dem Menschen vorkommt. 6559. "Und uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben", 1. Mose 50/15, bedeutet, daß deshalb ihnen Strafe bevorstehe ihrem Verdienste gemäß. Dies erhellt aus der Bedeutung von "das Böse vergelten, das wir ihm getan haben", insofern es die Strafe bezeichnet, gemäß ihrem Verdienst, denn die Vergeltung es Bösen, die jemandem widerfährt, ist seine verdiente Strafe. Wie es sich mit der Vergeltung des Bösen verhält oder mit den Strafen in der geistigen Welt, soll gesagt werden, weil daraus erhellt, welches der innere Sinn in diesen Worten sei: Wenn die bösen Geister etwas Böses in der geistigen Welt tun, und zwar mehr, als sie aus dem Leben in der Welt in sich aufgenommen haben, dann sind sogleich Strafgeister da und züchtigen sie, je nachdem sie ihr Maß überschritten haben, denn es ist ein Gesetz im anderen Leben, daß keiner schlimmer werden darf, als er in der Welt gewesen. Die, welche bestraft werden, wissen durchaus nicht, woher jene Züchtiger wissen, daß ihr Böses über das hinausgeht, was sie (mit der Welt) angenommen haben; sie werden aber belehrt, daß eine solche Ordnung im anderen Leben besteht, weil das Böse selbst seine Strafe mit sich bringt, so daß das Böse der Tat innig verbunden ist mit dem Bösen der Strafe, d.h., daß in dem Bösen selbst seine Strafe liegt und daß es daher ganz in der Ordnung ist, daß die Wiedervergelter sogleich erscheinen. Auf solche Weise geht es, wenn die bösen Geister in der Geisterwelt Böses tun, aber in der Hölle züchtig einer den anderen, gemäß dem Bösen, das sie durch ihre Taten in der Welt aufgenommen hatten, denn dieses Böse bringen sie mit sich ins andere Leben. Hieraus kann man erkennen, wie es zu verstehen ist, daß die Strafe dem Verdienste gemäß bevorsteht, was bezeichnet wird durch die Worte: Er wird uns all das Böse vergelten, das wir ihm getan haben. Was hingegen die guten Geister anbelangt, so werden sie, wenn sie etwa unrecht reden oder unrecht tun, nicht bestraft, sondern es wird ihnen verziehen, auch werden sie entschuldigt, denn es ist nicht ihre Absicht, Böses zu reden und Böses zu tun, und sie wissen, daß dergleichen bei ihnen von der Hölle angeregt wird und daß sie es nicht aus eigener Schuld getan haben. Das wird auch erkannt aus ihrem Widerstreben und nachher aus ihrem Schmerzgefühl. 6560. "Da entboten sie Joseph und sprachen", 1. Mose 50/16, bedeutet den Einfluß vom Inneren her und das daraus hervorgehende Innewerden. Dies erhellt aus der Bedeutung von entbieten, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 5486, 5732; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6177, 6224; und aus der Bedeutung von sprechen, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber öfter. Daher wird durch "sie entboten Joseph und sprachen" der Einfluß vom Inneren her und das daraus hervorgehende Innewerden bezeichnet. Sie entboten Joseph bezeichnet den Einfluß vom Inneren in das Äußere, nicht aber vom Äußeren in das Innere, weil alles Einfließen vom Inwendigeren ausgeht und niemals vom Auswendigeren, man sehe Nr. 6322. 6561. "Dein Vater, bevor er starb, hat uns also geboten", 1. Mose 50/16, bedeutet, nach dem Gebote der Kirche. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Israels, der hier der Vater ist, insofern er die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4286, 6426; und aus der Bedeutung von gebieten, insofern es den Einfluß bezeichnet, worüber Nr. 6560; hier das Gebot, weil von der Kirche, somit vom Göttlichen; und aus der Bedeutung von "bevor er starb", insofern es ausdrückt, als noch die Kirche da war. Daß es nach dem Gebot der Kirche ist, daß man seinem Bruder oder seinem Nächsten vergeben soll, erhellt aus den Worten des Herrn bei Matth.18/21,22: "Petrus sprach zu Jesu: Herr, wie oft muß ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt; ist es genug, siebenmal? Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal". Doch bei dem jüdischen Volke war es gewöhnlich, niemals zu vergeben, sondern jeden Feind als Feind zu behandeln, der sie in irgendeiner Weise beleidigt hatte, und dabei meinten sie, sie hätten Erlaubnis, ihn zu hassen und nach Belieben zu behandeln und auch zu töten. Die Ursache war, weil dieses Volk nur in dem Äußeren war und nicht im Inneren, somit in keinem Gebot der inneren Kirche. Daher kam es, daß die Brüder Josephs so sehr fürchteten, Joseph möchte Haß gegen sie hegen und ihnen das Böse vergelten. 6562. "So sprechet zu Joseph", 1. Mose 50/17, bedeutet das Innewerden vom Inneren her, was zu tun sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen in den historischen Teilen des Wortes, insofern es ein Innewerden bezeichnet, worüber Nr. 1791, 1815, 1819, 1822, 1898, 1919, 2080, 2619, 2862, 3509, 5687, 5743; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6177, 6224, 6560; daß es hier das Innewerden bezeichnet von dem, was zu tun sei, wird bezeichnet durch die Worte: "so sprechet". 6563. "O vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde", 1. Mose 50/17, bedeutet ihre Bitte und Buße. Dies erhellt aus der Bedeutung von "o vergib doch", insofern es eine Bitte ist; und daß es auch Buße bezeichnet, erhellt aus dem Bekenntnis, daß sie eine Missetat begangen und gesündigt hätten, und auch aus dem Folgenden, daß sie sich dem Joseph als Knechte darstellten. Es wird gesagt Missetat und auch Sünde wegen der Ehe des Wahren und Guten in allen Teilen des Wortes, denn Missetat bedeutet das Böse gegen das Wahre, was weniger ist, und Sünde das Böse gegen das Gute, was mehr ist; daher kommt es, daß beides genannt wird, wie auch an anderen Stellen: 1. Mose 31/36: "Jakob sprach zu Laban: Was ist mein Vergehen, was meine Sünde, daß du mir nachgesetzt hast?". Jes.44/22: "Ich will wegnehmen wie eine Wolke deine Missetaten und wie eine Wolke deine Sünden". Hes.18/24: "In seiner Missetat, durch die er sich vergangen hat und in seiner Sünde, die er begangen hat, darin soll er sterben". Hes.21/29: "Es werden enthüllt eure Missetaten, damit eure Sünden erscheinen in allen euren Werken". Ps.32/1: "Selig, wenn die Missetat vergeben ist und des Sünde bedeckt ist". 6564. "Denn Böses haben sie dir zugefügt", 1. Mose 50/17, bedeutet, daß sie sich abgekehrt haben vom Guten und Wahren, das einfließt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Bösen, insofern es ein Abwenden bezeichnet, worüber Nr. 5746. Daß es eine Abkehr vom einfließenden Guten und Wahren ist, wird bezeichnet durch die Worte: sie haben dir zugefügt; denn Joseph bezeichnet das Himmlische und innere Gute: Nr. 5805, 5826, 5827, 5869, 5877, durch welches das Gute und Wahre vom Herrn einfließt. Mit dem Einfluß durch das Innere verhält es sich in folgender Weise: Der Herr fließt beständig durch das Innere des Menschen mit dem Guten und Wahren ein; das Gute gibt das Leben und dessen Wärme, das die Liebe ist, das Wahre aber gibt die Erleuchtung und deren Licht, das der Glaube ist. Dieser Einfluß wird jedoch bei den Bösen, wenn er weiter dringt (nämlich in das Äußere), bekämpft und zurückgestoßen und entweder verdreht oder erstickt, und dann wird je nach der Verwerfung, Verdrehung oder Erstickung das Innere verschlossen und zwar so, daß nur der Eingang hie und da gleichsam wie durch Ritzen ringsumher, offen bleibt. Daher bleibt dem Menschen die Fähigkeit zu denken und zu wollen, jedoch gegen das Wahre und Gute. Dieses Verschließen dringt mehr und mehr gegen das Äußere vor, je nach dem Leben des Bösen und der daraus hervorgehenden Beredung des Falschen und zwar bis zum Sinnlichen, aus dem dann das Denken (sich bildet). Die sinnlichen Lüste und Begierden nehmen dann alles hinweg. In solchem Zustand sind diejenigen, die in den Höllen sind, denn den Bösen, die in das andere Leben kommen, werden die Anschauungen des Ehrbaren und Guten um des Gewinnes, der Ehre und des Rufes willen genommen und dann sind sie (ganz) im Sinnlichen. 6565. "Und nun, so vergib doch die Missetat der Diener des Gottes deines Vaters", 1. Mose 50/17, bedeutet die Buße und Anerkennung des Göttlichen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Worte: so vergib doch die Missetat, insofern sie das Bekenntnis ausdrücken, daß sie sich vergangen haben, und die Buße; aus der Bedeutung der Diener des Gottes deines Vaters, insofern sie die Anerkennung des Göttlichen der Kirche bezeichnen, denn indem sie sich Diener des Gottes seines Vaters nennen, erkennen sie an, daß sie dem Gott der Kirche dienen, somit erkennen sie das Göttliche in ihr an, denn durch Israel, der hier der Vater ist, wird die Kirche bezeichnet: Nr. 4286, 6426. 6566. "Aber Joseph weinte, als sie so zu ihm redeten", 1. Mose 50/17, bedeutet die Aufnahme aus Liebe. Dies erhellt aus der Bedeutung von weinen, insofern es die Bezeichnung sowohl der Traurigkeit als der Liebe ist, worüber Nr. 3801, 5480, 5873, 5927, 5930; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das himmlische Innere ist, worüber Nr. 5805, 5826, 5827, 5869, 5877, 6177, 6224; und aus der Bedeutung von reden, insofern es den Einfluß bezeichnet und die daraus hervorgehende Aufnahme, worüber Nr. 5797; denn der Einfluß geht vom himmlischen Inneren aus, das Joseph bezeichnet, und die Aufnahme von den Wahrheiten im Natürlichen, die seine Brüder bezeichnen. Daraus erhellt, daß durch "Joseph weinte, als sie so zu ihm redeten", die Aufnahme aus Liebe bezeichnet wird. 6567. "Und seine Brüder gingen auch hin und fielen vor ihm nieder", 1. Mose 50/18, bedeutet die Unterwerfung dessen, was im Natürlichen ist. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier die Brüder sind, insofern sie die geistigen Wahrheiten im Natürlichen bezeichnen, worüber Nr. 5414, 5879, 5951; aus der Bedeutung von "sie fielen vor ihm nieder", insofern es die Unterwerfung bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6499. Hieraus ist klar, daß durch "seine Brüder gingen zu ihm und fielen vor ihm nieder", die Unterwerfung des Natürlichen unter das Innere bezeichnet wird. Es wird in diesem Kapitel von der Errichtung der geistigen Kirche gehandelt und hier nun von der Unterwerfung dessen, was im Natürlichen ist, unter das Innere. In betreff dieser Unterwerfung muß man aber wissen, daß die geistige Kirche bei keinem errichtet werden kann, wenn nicht das, was dem natürlichen oder dem äußeren Menschen angehört, dem geistigen oder inneren Menschen unterworfen wird. Solange nur das Glaubenswahre beim Menschen vorherrscht und nicht das Gute der Liebtätigkeit, so lange ist der natürliche oder äußere Mensch dem geistigen oder inneren nicht unterworfen. Sobald aber das Gute vorwaltet, dann unterwirft sich der natürliche oder äußere Mensch und dann wird ein solcher Mensch zur geistigen Kirche. Daß es so ist, wird daraus erkannt, daß er dann aus Neigung tut, was das Wahre lehrt und nicht gegen diese Neigung handelt, was auch das Natürliche begehren mag. Die innere Neigung und aus ihr das Vernünftige herrscht alsdann und unterwirft im Natürlichen die Lustreize der Selbst- und Weltliebe, wie auch die Sinnestäuschungen, die das Wißtümliche daselbst erfüllt haben, und zuletzt so sehr, daß diese Unterwerfung zu seinen Freuden gehört, und dann ruht das Natürliche und stimmt nachher überein, und wenn es übereinstimmt, dann nimmt es Teil an der Freude des Inneren. Hieraus kann man erkennen, was verstanden wird unter der Unterwerfung dessen, was im Natürlichen ist, unter das Innere, was durch die Worte bezeichnet wird: "Seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte". 6568. "Und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte", 1. Mose 50/18, bedeutet, daß sie nicht unabhängig sein dürften. Dies erhellt aus der Bedeutung der Knechte, insofern sie bezeichnen, ohne Freiheit aus dem Eigenen, also nicht unabhängig und selbständig, worüber Nr. 5760, 5763. 6569. "Und Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht", 1. Mose 50/19, bedeutet die Erquickung vom Inneren aus. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6499; und aus der Bedeutung von "Fürchtet euch nicht", insofern es heißt, nicht besorgt sein, und weil Joseph sie von dieser Besorgnis in dem nun Folgenden befreit, indem er sie tröstete und zu ihrem Herzen redete, deshalb wird hier durch "Fürchtet euch nicht", die Erquickung bezeichnet. 6570. "Bin ich denn an Gottes Statt", 1. Mose 50/19, bedeutet, Gott werde Vorsorge treffen. Dies erhellt aus der Bedeutung von "Bin ich denn an Gottes Statt", insofern es ausdrückt, er sei nicht Gott, sondern Gott werde sorgen. 6571. "Ihr hattet Böses gegen mich im Sinn", 1. Mose 50/20, bedeutet, daß das, was entfremdet ist, nichts als Böses beabsichtige. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Jakobs, die hier durch "ihr" gemeint sind, insofern sie das vom Wahren und Guten Entfremdete bezeichneten, worüber Nr. 6557; denn als sie Böses gegen Joseph im Sinn hatten, bildeten sie das Entfremdete vor; aus der Bedeutung von "Böses gegen mich im Sinn haben", insofern es heißt, Böses beabsichtigen, denn das Böse, was man gegen jemanden im Sinn hat, wird auch beabsichtigt; und weil das Entfremdete nichts Gutes beabsichtigen kann, deshalb wird gesagt, daß es nichts als Böses beabsichtige. Damit, daß das vom Wahren und Guten Entfremdete nichts als Böses beabsichtige, verhält es sich so: Der Mensch, der vom Guten und Wahren entfremdet ist, beabsichtigt nichts als Böses, denn er kann das Gute (nicht zum Zwecke haben). Und was er beabsichtigt, das herrscht bei ihm und ist daher auch in allen seinen Gedanken, und auch in den geringsten, denn die Absicht oder der Endzweck ist das eigentlichste Leben des Menschen. Der Endzweck ist nämlich seine Liebe, und die Liebe ist das Leben; und was noch mehr, der Mensch ist ganz so, wie der Endzweck bei ihm, und auch sein Bild ist im Lichte des Himmels so beschaffen. Und worüber du dich vielleicht wundern wirst, wie sein Bild im allgemeinen ist, so ist es auch im Geringsten seines Willens. Der Mensch ist somit ganz und gar so wie sein Endzweck. Hieraus kann erhellen, daß der Mensch, (der seinem Wesen) nach ein böser Zweck ist, durchaus nicht unter denen sein kann, die gute Zwecke sind. Mithin können die in der Hölle durchaus nicht im Himmel sein, denn die Zwecke widerstreiten einander, aber die Zwecke des Guten siegen, weil sie vom Göttlichen (stammen). Hieraus kann man auch erkennen, daß die nicht richtig denken, die glauben, in den Himmel könne ein jeder eingelassen werden aus bloßer Barmherzigkeit, denn wenn der, welcher ein böser Zweck ist, in den Himmel kommt, dann gerät sein Leben in Not, wie jemand der im Todeskampf liegt, und er wird schrecklich gequält, und dabei erscheint er dort im Lichte des Himmels als ein Teufel. Hieraus geht deutlich hervor, daß die, welche vom Wahren und Guten entfremdet sind, nichts als Böses denken können, und daß dies auch im geringsten ihres Denkens und Wollens stattfindet, erhellt deutlich aus der Sphäre, die von solchen schon von ferne ausgehaucht wird, denn aus dieser wird wahrgenommen, wie sie beschaffen sind. Diese Sphäre ist gleichsam die geistige Ausdünstung aus den einzelnen Bestandteilen ihres Lebens. 6572. "Gott aber gedachte es zum Guten", 1. Mose 50/20, bedeutet, daß das Göttliche es zum Guten wende. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zum Guten gedenken", insofern es heißt beabsichtigen, worüber Nr. 6571. Weil es aber von Gott gesagt wird, so bedeutet es, zum Guten wenden, denn was Gott beabsichtigt, das tut Er auch. 6573. "Um zu tun, wie jetzt am Tage ist", 1. Mose 50/20, bedeutet, es sei dies der Ordnung gemäß von Ewigkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, wenn es vom Göttlichen gesagt wird, insofern es die Ordnung bezeichnet, denn alles, was das Göttliche tut, ist Ordnung; und aus der Bedeutung, "wie jetzt am Tage ist", insofern es ausdrückt, von Ewigkeit, worüber Nr. 2838, 3998, 4304, 6165, 6298. 6574. "Um am Leben zu erhalten ein großes Volk", 1. Mose 50/20, bedeutet, daß daraus Leben hervorgehe für die, welche in den Wahrheiten des Guten sind. Dies erhellt aus der Bedeutung von "am Leben erhalten", insofern es das geistige Leben bezeichnet, worüber Nr. 5890, 6032; aus der Bedeutung des Volkes, insofern es das Wahre ist, worüber Nr. 1259, 1260, 3295, 3581, 4619; hier das Wahre des Guten, weil es heißt ein großes Volk, denn das Wahre aus dem Guten ist größer als das Wahre, aus dem das Gute (hervorgeht); denn jenes Wahre (nämlich das aus dem Guten) ist an sich Gutes, weil vom Guten gebildet, also das Gute in seiner Form. Die Worte, die Joseph zu seinen Brüdern nun geredet hat, nämlich: "Ihr hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber gedachte sie zum Guten, wie jetzt am Tage ist, um am Leben zu erhalten ein großes Volk", sind solche Worte, die ein Geheimnis des Himmels enthalten. Das Geheimnis, das sie enthalte, ist dieses: Der Herr gestattet den Höllischen im anderen Leben, die Guten in Versuchung zu führen, folglich auch Falsches und Böses einzuflößen, und dies tun sie auch mit allem Eifer, denn während sie dieses tun, sind sie in ihrem Leben und im Lustreiz desselben. Dann ist aber der Herr selbst unmittelbar und durch die Engel mittelbar bei denen, die in der Versuchung sind, und widersteht, indem Er das Falsche der höllischen Geister widerlegt, und ihr Böses zerstreut. Daher dann Erquickung, Hoffnung und Sieg. Auf diese Weise wird das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit bei denen, die in den Wahrheiten des Guten sind, tiefer eingepflanzt und stärker befestigt. Dies ist das Mittel, durch welches das geistige Leben verliehen wird. Hieraus kann erhellen, was durch die Worte in diesem Verse im inneren Sinn bezeichnet wird, nämlich daß die vom Wahren und Guten Entfernten, wie die Geister, die Versuchungen herbeiführen, nichts als Böses beabsichtigen, daß aber das Göttliche es zum Guten wendet, und zwar gemäß der Ordnung von Ewigkeit, und daher ist das Leben bei denen, die in den Wahrheiten des Guten sind. Man muß nämlich wissen, daß die höllischen Geister, denen es gestattet wird, die Guten so anzugreifen, nichts als Böses beabsichtigen, denn sie wollen sie mit aller Kraft vom Himmel abziehen und in die Hölle werfen, denn jemanden in Ansehung seiner Seele zu verderben, somit für die Ewigkeit, ist der eigentliche Lustreiz ihres Lebens. Es wird ihnen jedoch vom Herrn nichts erlaubt, außer zu dem Zweck, daß Gutes herauskomme, nämlich, daß das Wahre und Gute bestätigt und bestärkt werde bei denen, die in der Versuchung sind. In der ganzen geistigen Welt herrscht der Endzweck, der vom Herrn ausgeht, der darin besteht, daß gar nichts, auch nicht das allergeringste stattfinde, außer so, daß Gutes daraus hervorgehe. Daher wird das Reich des Herrn ein Reich der Endzwecke und der Nutzwirkungen genannt. 6575. "Und nun: Fürchtet euch nicht", 1. Mose 50/21, bedeutet, sie möchten nicht besorgt sein. Dies erhellt ohne Erklärung. 6576. "Ich werde euch versorgen und eure Kinder", 1. Mose 50/21, bedeutet, daß sie leben werden durch das Innere vom Göttlichen, vermittelst des Wahren im Verstande und des Guten im Willen. Dies erhellt aus der Bedeutung von versorgen, insofern es den Einfluß des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 6106, somit das Leben durch das Wahre und Gute; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6499. Weil aber das geistige Leben nicht vom Inneren ist, sondern durch das Innere vom Herrn, so wird gesagt, durch das Innere vom Göttlichen. Euch und eure Kinder bedeutet die geistigen Wahrheiten im Natürlichen, und die Unschuld in ihnen, und diese sollen leben durch das Innere vom göttlich Wahren und Guten. Daß durch versorgen das Leben durch das Wahre und Gute bezeichnet wird, kommt daher, daß die geistige Speise in Erkenntnis, Einsicht und Weisheit besteht, also im Wahren und Guten, man sehe Nr. 56-58, 681, 4792, 5293, 5340, 5342, 5576, 5579. Es wird gesagt, das Wahre, das dem Verstande, und das Gute, das dem Willen angehört, weil sich alles Wahre auf den Verstand und alles Gute auf den Willen bezieht, denn der Verstand ist das Aufnahmegefäß des Wahren, und der Wille ist das Aufnahmegefäß des Guten. HG 6577 6577. "Und er tröstete sie", 1. Mose 50/21, bedeutet die Hoffnung. Dies erhellt aus der Bedeutung von trösten, insofern es heißt, die Unruhe der Seele durch Hoffnung stillen, worüber Nr. 3610. 6578. "Und redete zu ihren Herzen", 1. Mose 50/21, bedeutet die Zuversicht. Dies erhellt aus der Bedeutung von "zu Herzen reden", insofern es heißt Vertrauen und Zuversicht geben, nämlich daß ihnen kein Böses begegne; denn reden bedeutet den Einfluß: Nr. 2951, 5481, 5797, und Herz den Willen: Nr. 2930, 3888; also bezeichnet zu Herzen reden, den Einfluß in den Willen, und die Zuversicht, die daher stammt. Hieraus erhellt auch, daß die Ehe des Verstandeswahren und des Willensguten in jedem einzelnen des Wortes liegt, denn trösten wird vom Verstand und zu Herzen reden vom Willen gesagt. "Er tröstete sie", bezeichnet deshalb auch die Hoffnung, und "er redete zu ihren Herzen", das Vertrauen, denn dies ist Sache des Willens durch das Gute. Das wahre Vertrauen kann nämlich nur denen verliehen werden, die im Guten der Liebtätigkeit sind, und echte Hoffnung nur denen, die im Guten des Glaubens stehen. 6579. Vers 22,23: Und Joseph wohnte in Ägypten, er und das Haus seines Vaters; und Joseph lebte hundert und zehn Jahre. Und Joseph sah von Ephraim Söhne bis ins dritte Glied; auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, wurden geboren auf den Knien Josephs. "Und Joseph wohnte in Ägypten" bedeutet das Leben des Wißtümlichen der Kirche vom Inneren her; "er und das Haus seines Vaters" bedeutet vom Inneren und dessen Guten; "und Joseph lebte hundert und zehn Jahre" bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit; "und Joseph sah von Ephraim Söhne bis ins dritte Glied" bedeutet die Herstellung der Kirche in bezug auf das Verständige und dessen Abgeleitetes; "auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches" bedeutet, auch in bezug auf das Willensgebiet und dessen Abgeleitetes; "wurden geboren auf den Knien Josephs" bedeutet, aus dem mit dem Wahren verbundenen Guten vom Inneren her. 6580. "Und Joseph wohnte in Ägypten", 1. Mose 50/22, bedeutet das Leben des Wißtümlichen der Kirche vom Inneren her. Dies erhellt aus der Bedeutung von wohnen, insofern es das Leben ist, worüber Nr. 1293, 3384, 3613, 4451, 6051; aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, worüber oben Nr. 6499; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es das Wißtümliche der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4749, 4964, 4966, 6004. In den vorhergehenden Versen dieses Kapitels wird von der Errichtung der geistigen Kirche gehandelt, nachdem nun das Äußere oder Natürliche dem Inneren oder Geistigen ganz unterworfen ist, was dadurch bezeichnet wird, daß die Brüder Josephs vor Joseph niederfielen, und sich ihm als Knechte darstellten; wird jetzt von der bereits errichteten Kirche gehandelt, die in diesen Versen dadurch beschrieben wird, daß Joseph in Ägypten wohnte, und daß von Ephraim Söhne erzeugt wurden, und von Machir, dem Sohne Menasches. Beim Menschen, welcher der geistigen Kirche angehört, ist das Leben vom Inneren in dem Wißtümlichen der Kirche; denn die wißtümlichen Kenntnisse sind bei ihm untergeordnet, und in solche Ordnung gebracht, daß sie den Einfluß des Guten und Wahren aufnehmen, so daß sie Aufnahmegefäße des Einflusses vom Inneren her sind. Anders bei denen, die keine Kirche sind, bei ihnen ist das Wißtümliche so aufgestellt, daß das, wodurch das Wahre und Gute bestätigt wird, auf die Seite gebracht ist, also weit entfernt vom Lichte des Himmels, daher ist das, was bleibt, Aufnahmegefäß des Falschen und Bösen. 6581. "Er und das Haus seines Vaters", 1. Mose 50/22, bedeutet, vom Inneren und dessen Guten. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, der hier "er" ist, insofern er das Innere bezeichnet, worüber Nr. 6499; und aus der Bedeutung des Hauses, insofern es das Gute bezeichnet, worüber Nr. 2048, 3720, 4982. 6582. "Und Joseph lebte hundert und zehn Jahre", 1. Mose 50/22, bedeutet den Zustand und die Beschaffenheit. Dies erhellt aus der Bedeutung der Zahlen im Worte, insofern sie Sachen bezeichnen, worüber Nr. 575, 1963, 1988, 2075, 2252, 3252, 4264, 5265, 6174, 6175; und zwar der Zustand und die Beschaffenheit der Sache: Nr. 4670; somit auch die Zahl Hundert und Zehn, die den Zustand und die Beschaffenheit des Lebens im Wißtümlichen vom Inneren her enthält. 6583. "Und Joseph sah von Ephraim Söhne bis ins dritte Glied", 1. Mose 50/23, bedeutet die Herstellung der Kirche in bezug auf das Verständige und dessen Abgeleitetes. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Ephraims, insofern er das Verstandesgebiet der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 3969, 5354, 6222, 6234, 6238, 6267; und aus der Bedeutung der Söhne bis ins dritte Glied, insofern sie das Abgeleitete bezeichnen; denn die Söhne und die Söhne der Söhne sind, weil sie von ihrem Vater abstammen, das Abgeleitete der Sache, die durch den Vater vorgebildet wird. Die Herstellung der Kirche vom Inneren, d.h. vermittelst des Inneren vom Herrn, wird bezeichnet durch die Worte: "Joseph sah". Was das Verständige (oder die Einsicht) der Kirche sei, die durch Ephraim vorgebildet wird, sehe man Nr. 6222. 6584. "Auch die Söhne Machirs, des Sohnes Menasches, (d.i. Manasses)", 1. Mose 50/23, bedeutet, auch in bezug auf das Willensgebiet und dessen Abgeleitetes. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Menasches, insofern er das Willensgebiet der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 5351, 5353, 5354, 6222, 6238, 6269, 6296; und aus der Bedeutung der Söhne und der Söhne der Söhne, welches hier die Söhne Machirs sind, insofern sie das Abgeleitete bezeichnen, wie Nr. 6583. Das Abgeleitete des Willensgebietes der Kirche, das durch die Söhne Machirs bezeichnet wird, ist das mit dem Wahren verbundene Gute, also auch das Wahre aus dem Guten; denn die Wahrheiten, die aus dem Guten abgeleitet sind, bilden die Formen des Guten. Daß die Söhne Machirs das mit den Wahrheiten verbundene Gute bezeichnen, wird dadurch ausgedrückt, daß sie auf den Knien Josephs geboren wurden, wie gleich folgen wird. Und daß es Wahrheiten aus dem Guten sind, aus dem Buche der Richter 5/14: "Von Machir werden kommen die Gesetzgeber": Gesetzgeber bedeutet die Wahrheiten aus dem Guten. HG 6585 6585. "Wurden geboren auf den Knien Josephs", 1. Mose 50/23, bedeutet von dem Guten, das mit dem Wahren vom Inneren aus verbunden ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von "auf den Knien gebären", insofern es die Verbindung des Guten und Wahren bezeichnet, worüber Nr. 3915, und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere vorbildet, worüber Nr. 6499. Wenn es heißt, die Söhne Machirs wurden auf den Knien Josephs geboren, so schließt dieses in sich, daß Joseph sie als die Seinigen anerkannte, denn diese Redeweise drückt aus, daß sie an Kindesstatt angenommen wurden, wie erhellen kann aus den Söhnen Bilhas, der Dienerin Rachels, von denen Rachel sprach: "Siehe, hier ist meine Dienerin Bilha, komme zu ihr, und sie möge gebären auf meinen Knien, daß ich auch erbauet werde aus ihr": 1. Mose 30/3. Daß diese Söhne von Joseph als die Seinigen anerkannt wurden, kommt daher, weil durch Menasche das Willensgebiet der Kirche vorgebildet wird, somit das Gute derselben und das Innere, das durch Joseph vorgebildet wird, in das Gute einfließt, nicht aber mit dem Wahren, außer vermittelst des Guten. Daher kommt es, daß gesagt wird, sie seien auf den Knien Josephs geboren. 6586. Vers 24-26: Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe, und Gott wird euch gewißlich heimsuchen, und euch hinaufbringen aus diesem Lande, zu dem Lande, das Er Abraham, Jischak und Jakob zugeschworen hat. Und Joseph ließ die Söhne Israels schwören, und sprach: Wenn Gott euch heimsuchen wird, dann sollt ihr hinaufbringen meine Gebeine von hier. Und Joseph starb, hundert und zehn Jahre alt, und sie balsamierten ihn ein; und er wurde gelegt in eine Totenlade in Ägypten. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe" bedeutet die Vorhersage, daß das Innere der Kirche aufhören werde; "und Gott wird euch gewißlich heimsuchen" bedeutet, daß die letzte Zeit kommen werde; "und euch hinaufbringen aus diesem Lande, zu dem Lande, das Er Abraham, Jischak und Jakob zugeschworen hat" bedeutet, daß sie zu dem Zustand der Kirche kommen würden, in dem die Alten gewesen; "und Joseph ließ die Söhne Israels schwören" bedeutet die Verpflichtung; "und sprach: Wenn Gott euch heimsuchen wird" bedeutet, wenn dieses Letzte der Kirche kommen werde; "dann sollt ihr hinaufbringen meine Gebeine von hier" bedeutet, daß ein Vorbildliches der Kirche da sein müsse, jedoch nicht eine vorbildliche Kirche, die auch im Inneren (wäre); "und Joseph starb" bedeutet, daß das Innere der Kirche aufhörte zu sein; "hundert und zehn Jahre alt" bedeutet den damaligen Zustand; "und sie balsamierten ihn ein" bedeutet, daß dennoch eine Bewahrung stattfand; "und er wurde gelegt in eine Totenlade in Ägypten" bedeutet das Verbergen in dem Wißtümlichen der Kirche. 6587. "Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe", 1. Mose 50/24, bedeutet die Vorhersage, daß das Innere der Kirche aufhören werde. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet, worüber Nr. 6499, hier das Innere der Kirche, weil von der durch das Innere hergestellten Kirche (d.h. vermittelst des Inneren vom Herrn) im Vorhergehenden gehandelt worden; und aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt aufhören, so zu sein, worüber Nr. 494, somit überhaupt ein Ende nehmen. Daß sterben die letzte Zeit der Kirche bedeutet, sehe man Nr. 2908, 2912, 2917, 2923. Die Vorhersage von dieser Zeit wird bezeichnet durch "Joseph sprach zu seinen Brüdern", denn in dem nun Folgenden bis zum Ende wird von dem ferneren Zustand der Kirche gehandelt. Hieraus erhellt, daß durch "Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe", bezeichnet wird, daß das Innere der Kirche aufhören werde. Damit verhält es sich in folgender Weise: Damit eine Kirche sei, muß sie eine Innere und eine Äußere sein; denn einige sind im Inneren der Kirche, andere in ihrem Äußeren; jener sind wenige, dieser hingegen sehr viele. Gleichwohl aber muß bei denen, bei denen die innere Kirche ist, auch eine äußere sein, denn das Innere der Kirche kann von ihrem Äußeren nicht getrennt werden; und auch bei denen, bei denen die äußere Kirche ist, muß eine Innere sein, doch ist die Innere bei ihnen im Dunkeln. Das Innere der Kirche besteht darin, daß man das Gute vom Herzen will, und vom Guten angeregt wird, und ihr Äußeres darin, daß man es tut, und zwar gemäß dem Glaubenswahren, das man aus dem Guten kennt. Das Äußere der Kirche aber besteht darin, daß man den heiligen Vorschriften gehorcht und Werke der Liebtätigkeit tut nach den Vorschriften der Kirche. Hieraus erhellt, daß das Innere der Kirche das Gute der Liebtätigkeit im Willen ist, und wenn dies aufhört, hört auch die Kirche selbst auf; denn das Gute der Liebtätigkeit ist ihr Wesentliches. Es bleibt zwar nachher der äußere Gottesdienst, wie zuvor, dann aber ist es kein Gottesdienst, sondern ein heiliger Brauch (oder Zeremonie), der beibehalten wird, weil man so gewohnt ist. Aber dieser Brauch, der als Gottesdienst erscheint, ist wie eine Schale ohne Kern, denn er ist das übriggebliebene Äußere, in dem kein Inneres ist. Wenn die Kirche so beschaffen ist, dann ist sie an ihrem Ende. 6588. "Und Gott wird euch gewißlich heimsuchen", 1. Mose 50/24, bedeutet, daß die letzte Zeit kommen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, insofern es die letzte Zeit bezeichnet, hier die der Unterdrückung der Söhne Israels in Ägypten; im inneren Sinn die letzte Zeit der alten Kirche, und die erste der neuen. Diese letzte Zeit wird im Worte Heimsuchung genannt, und sowohl von der Kirche im allgemeinen gesagt, als von denen, die innerhalb der Kirche sind im besondern, sowohl von der neuen Kirche, die entsteht, als von der alten, die ein Ende nimmt. Im besonderen von dem Menschen der Kirche, der selig wird, wie auch von dem, der verdammt wird. Daß Heimsuchung und Tag der Heimsuchung im Worte diese Bedeutung haben, kann aus folgenden Stellen erhellen: Luk.1/68,78,79: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, weil Er heimgesucht und befreit hat Sein Volk durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die der Aufgang aus der Höhe uns heimgesucht hat, damit Er scheine denen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen": (in der Weissagung des Zacharias über die Geburt des Herrn). Heimsuchen bedeutet die Erweckung einer neuen Kirche, und die Erleuchtung derer, die in Unwissenheit über das Wahre und Gute des Glaubens waren, somit ihre Befreiung, weshalb gesagt wird: Er hat heimgesucht und befreit sein Volk, Er hat es heimgesucht, damit (das Licht) denen erscheine, die in Finsternis und Todesschatten sitzen. 2. Mose 3/16: "Jehovah (sprach) zu Mose: Versammle die Ältesten Israels, und sprich zu ihnen: Jehovah, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Jischaks und Jakobs, indem Er sprach: Heimsuchen will Ich euch, und was euch geschehen ist in Ägypten". 2. Mose 4/31: "Es glaubte das Volk, und sie hörten, daß Jehovah heimgesucht habe die Söhne Israels": heimsuchen (steht) hier für die letzte Zeit, wenn die Kirche aufgehört hat, und für die erste, wenn sie anfängt. Für die letzte Zeit bei den Ägyptern, und für die erste bei den Söhnen Israels, also auch für die Befreiung derselben. Jerem.27/22: "Nach Babel werden sie weggeführt werden, und dort werden sie sein bis zu dem Tage, an dem Ich sie heimsuchen werde; dann werde Ich die Gefäße des Hauses Gottes hinaufbringen, und euch wieder zurückführen an diesen Ort". Jerem.29/10: "Wenn die siebzig Jahre Babels erfüllt sein werden, will Ich euch heimsuchen, und befestigen über euch Mein gutes Wort, und euch zurückbringen zu diesem Ort": heimsuchen für befreien; im allgemeinen für die letzte Zeit der Gefangenschaft und der Abödung. Heimsuchung und Tage der Heimsuchung für die letzte Zeit der Kirche. Jes.10/3: "Was werdet ihr tun am Tage der Heimsuchung und Verwüstung, der von ferne kommt? Zu wem werdet ihr fliehen, um Hilfe (zu erlangen)". Jes.13/9,11: "Siehe, der Tag Jehovahs kommt, der furchtbare, der Tag der Entrüstung, des Grimms und Zornes, um die Erde zur Wüste zu machen, Ich will heimsuchen über den Erdkreis das Böse, und über die Gottlosen ihre Ungerechtigkeit". Jerem.8/12: "Sie werden übereinanderfallen, und zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie straucheln". Hos.9/7: "Es sind gekommen die Tage der Heimsuchung, gekommen die Tage der Vergeltung". 2. Mose 32/34: "Jehovah (sprach) zu Mose: Und nun gehe, führe das Volk dahin, wohin Ich dir gesagt habe; siehe, Mein Engel wird vor dir hergehen, aber am Tage Meiner Heimsuchung will Ich heimsuchen über ihre Sünde". Luk.19/44: "Jesus über Jerusalem: es wird in dir kein Stein auf dem anderen bleiben, weil du nicht erkannt hast die Zeit deiner Heimsuchung": Tage der Heimsuchung bedeutet die Ankunft des Herrn und die Erleuchtung alsdann. Aber in bezug auf das jüdische Volk, weil es (Ihn) nicht anerkannte, (bedeuten sie) die letzte Zeit der Vorbildungen der Kirche bei ihnen, denn als Jerusalem zerstört war, hörten die Opfer auf und das Volk wurde zerstreut. Hes.9/1: "Er rief vor meinen Ohren mit starker Stimme, es nahen die Heimsuchungen der Stadt, und ein jeder habe sein Werkzeug der Zerstörung in seiner Hand". Jes.26/14: "Die Rephaim werden nicht wieder auferstehen, darum weil Du sie heimgesucht hast, Du hast sie vertilgt": Rephaim bedeutet die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war, und die auch Nephilim und Enakim genannt wurde; über diese sehe man Nr. 567, 581, 1613. Du hast heimgesucht und vertilgt den Rephaim, bedeutet die letzte Zeit jener Kirche, und zugleich auch ihr Hinabwerfen in die Hölle, worüber Nr. 1265-1272. Heimsuchung (steht auch) für Wiedervergeltung, und somit für Verdammnis, bei Jerem.5/9: "Sollte Ich deshalb nicht heimsuchen, oder sollte an einem Volk wie dieses Meine Seele nicht Rache nehmen?". Jerem.49/8: "Das Verderben Esaus will ich über ihn bringen, zur Zeit, da Ich ihn heimsuchen werde". Hos.4/9: "Ich werde über ihn heimsuchen seine Wege, und seine Werke vergelten". 6589. "Und euch hinaufbringen aus diesem Lande zu dem Lande, das Er Abraham, Jischak und Jakob zugeschworen hat", 1. Mose 50/24, bedeutet, daß sie zu dem Zustand der Kirche gelangen würden, in dem die Alten gewesen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Landes Ägypten, aus dem sie hinaufgeführt werden sollten, insofern es die verwüstete Kirche bezeichnet; diese bildeten die Ägypter dadurch vor, daß sie die Söhne Israels unterdrückten und ihren Untergang durch ihr Versinken in das Meer Suph; ferner aus der Bedeutung des Landes Kanaan, zu dem die Söhne Israels hinaufgeführt werden sollten, insofern es das Reich des Herrn und die Kirche bezeichnet, worüber Nr. 1607, 3038, 3481, 3705, 4447, 4517. Daß es die Alte Kirche ist oder der Zustand der Alten Kirche, wird dadurch bezeichnet, daß der Herr geschworen hatte, dieses Land dem Abraham, Jischak und Jakob zu geben, denn unter diesen wird im höchsten Sinn der Herr verstanden, im vorbildlichen Sinn Sein Reich in den Himmeln und Sein Reich auf Erden, das die Kirche ist: Nr. 1965, 1989, 2011, 3245, 3305, 6098, 6185, 6276. Deshalb bedeutet "ihnen das Land zuschwören" die Bestätigung, daß sie zu dem Zustand der Kirche, in dem die Alten waren, gelangen sollten. Aber nicht die Nachkommen Jakobs (denn diese konnten nicht zu dem Zustand jener Kirche kommen, sondern nur zu ihrem Äußeren, nämlich zu den Vorbildungen, und kaum zu diesen), sondern diejenigen, die durch die Söhne Israels bezeichnet werden, nämlich alle, die zur geistigen Kirche gehören, sowohl die damals waren, als die zukünftigen. Daß schwören bedeutet, aus dem Göttlichen bestätigen, sehe man Nr. 2842, 3375. Daß den Nachkommen Jakobs das Land Kanaan verheißen und gegeben, weil sie die Kirche vorbilden sollten, und zwar deshalb, weil die Kirche von alten Zeiten her in diesem Lande gewesen war, und damals alle diese Orte benannt und Vorbildungen wurden, sehe man Nr. 3686, 4447, 4516, 4517, 5136, 6516. 6590. "Und Joseph ließ die Söhne Israels schwören", 1. Mose 50/25, bedeutet, sie verpflichten. Dies erhellt ohne Erklärung. 6591. "Wenn Gott euch heimsuchen wird", 1. Mose 50/25, bedeutet, wenn dieses Letzte der Kirche kommen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, insofern es das Letzte der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6588. 6592. "Dann sollt ihr hinaufbringen meine Gebeine von hier", 1. Mose 50/25, bedeutet, daß ein Vorbild der Kirche da sein müsse, nicht aber eine Kirche, die auch im Inneren (wäre). Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 6587, und weil durch ihn das Innere der Kirche vorgebildet wurde, so wird durch seine Gebeine das, was das Äußerste oder das Letzte der Kirche ist, bezeichnet, also ihr Vorbildliches; denn die Vorbildungen, die in der Alten Kirche waren, und auch diejenigen, die bei den Nachkommen Jakobs angeordnet wurden, waren die letzten (oder äußeren) Dinge der Kirche. Aber was sie bedeuteten oder vorbildeten, waren die inneren Dinge der Kirche. Diese, nämlich die inneren, werden bezeichnet durch das Fleisch, in dem Geist ist, jene hingegen durch die Gebeine. Hieraus kann erhellen, wie die Kirche beschaffen ist, wenn sie nur im Äußeren ohne das Innere ist, nämlich wie das Knochengerüst des Menschen ohne Fleisch. Daß bei dem israelitischen und jüdischen Volk keine (wahre) Kirche, sondern nur das Vorbildliche der Kirche war, sehe man Nr. 4281, 4288, 4307, 4500, 4680, 4844, 4847, 4903, 6304; und daß das Vorbildliche der Kirche bei ihnen nicht früher eingerichtet wurde, als nachdem sie ganz und gar in bezug auf das Innere verwüstet waren, und daß sie sonst das Heilige entweiht haben würden: Nr. 4289. 6593. "Und Joseph starb", 1. Mose 50/26, bedeutet, daß das Innere der Kirche aufhörte zu sein. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es heißt aufhören so zu sein, worüber Nr. 494, 6587; und aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere ist, worüber Nr. 6449. Wie die Kirche beschaffen sei, wenn das Innere aufgehört hat, sehe man Nr. 6587, 6592. 6594. "Hundert und zehn Jahre alt", 1. Mose 50/26, bedeutet den damaligen Zustand. Dies erhellt aus der Bedeutung von hundert und zehn Jahren, insofern sie die Zustände und die Beschaffenheit des Lebens des Wißtümlichen vom Inneren bezeichnen, worüber Nr. 6582. Daß die Jahre Zustände bezeichnen, sehe man Nr. 487, 488, 493. 6595. "Und sie balsamierten ihn ein", 1. Mose 50/26, bedeutet, daß gleichwohl Bewahrung (stattfand). Dies erhellt aus der Bedeutung von einbalsamieren, insofern es Bewahrung von der Ansteckung des Bösen ist, worüber Nr. 6503, 6504. Weil hier vom Ende der Kirche gehandelt wird, soll gesagt werden, was darunter verstanden wird, daß dennoch eine Bewahrung stattfinde, wenn die Kirche zu sein aufhört: wenn ihr Inneres bei dem Menschen aufhört: Nr. 6587, 6592, dann bleibt dennoch das Äußere; doch ist das Äußere so, daß es in sich das Innere enthält. Dieses Innere ist alsdann nicht bei dem Menschen, weil er nicht daran denkt, und wenn er auch daran denkt, doch nicht davon angeregt wird. Es ist aber bei den Engeln, die bei dem Menschen sind, und weil der Mensch der verwüsteten Kirche nicht an das Innere denkt, und auch nicht davon angeregt wird und der größte Teil derselben nicht weiß, was es ist, deshalb kann das Innere von dem Menschen nicht verletzt werden; denn was der Mensch weiß, und mehr noch, was er einmal geglaubt hat, das kann er verletzen, nicht aber, was er nicht weiß, oder dessen Vorhandensein er nicht glaubt. Auf diese Weise wird das Innere der Kirche bewahrt, damit es nicht vom Bösen angefochten werde. In dieser Weise wurde auch bei den Nachkommen Jakobs das Innere der Kirche bewahrt; denn sie waren im Äußeren ohne das Innere bis zu dem Grade, daß sie von dem Inneren nicht einmal etwas wissen wollten, und deswegen wurde das Innere der Kirche bei ihnen auch nicht offenbart. Daß den Nachkommen Jakobs das Innere nicht enthüllt wurde, damit sie es nicht durch Entweihung verletzen möchten, sehe man Nr. 3398, 3480; und daß diejenigen das Innere der Kirche nicht entweihen können, die nicht daran glauben, und noch weniger die, welche darüber in Unwissenheit sind: Nr. 593, 1008, 1059, 2051, 3398, 4289, 4601; ferner, daß das Innere der Kirche nicht früher enthüllt werde, als wenn die Kirche verwüstet ist, weil man dann nicht mehr daran glaubt, und es somit auch nicht entweihen kann: Nr. 3398, 3399. Das ist es, was unter Bewahrung verstanden wird. 6596. "Und er wurde gelegt in eine Totenlade in Ägypten", 1. Mose 50/26, bedeutet das Verbergen im Wißtümlichen der Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung der Totenlade, insofern sie es ist, worin etwas aufgehoben oder verborgen wird; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die wißtümlichen Kenntnisse der Kirche bezeichnet, worüber Nr. 4749, 4964, 4966. Das Wißtümliche der Kirche bestand aber damals in der Kenntnis der Vorbildungen und der Sinnbilder, die in der Alten Kirche waren. Das Verborgensein des Inneren in ihnen wird durch diese Worte bezeichnet. Über die Verbergung des Inneren der Kirche, und daß es durch die Bewahrung nicht verletzt werde, sehe man Nr. 6595. Daß in der Lade etwas aufgehoben oder verborgen wird, kann aus der Bundeslade erhellen, weil sie darum Lade genannt wurde, weil in ihr das Zeugnis oder Gesetz aufgehoben wurde. 6597. Es ist nun von dem inneren Sinn der in dem ersten Buche Mose enthaltenen Dinge gehandelt worden. Doch weil in diesem Buche alles geschichtlich ist, ausgenommen in den Kapiteln 48 und 49, wo auch Prophetisches ist, deshalb kann es kaum deutlich hervortreten, daß das der innere Sinn sei, der dargelegt worden ist; denn das Historische hält den Geist im Buchstabensinn befangen, und entfernt ihn dadurch vom inneren Sinn, um so mehr, als der innere Sinn ganz und gar vom Buchstabensinn abweicht; denn jener handelt von geistigen und himmlischen Dingen, dieser aber von weltlichen und irdischen. Daß aber dennoch der innere Sinn so ist, wie es dargelegt worden, erhellt aus dem einzelnen, das erklärt wurde, und besonders daraus, daß es mir aus dem Himmel mitgeteilt (dictatus) worden ist.   Nr. 6598 - 6626 abgedruckt in Band (Ende des ersten Buches Mose)